Neuer Vorwärts Sozialdemokratisches Wochenblatt Nr. 180 SONNTAG, 22. Nov. 1936 Aus dem Inhalt: Fünf brutale Lohndekrete Deutschland und Italien Wer hat das Gold gestohlen? > Volk ohne Geist<< Verlag: Karlsbad, Haus„ Graphia" Preise und Bezugsbedingungen siehe Beiblatt letzte Seite Zeugnisse des braunen Verbrechens Deutsche Bomben zerfetzen hunderte von Frauen und Mädchen 193 orner 1 Zusatzkör Am 6. und 7. November führten die Bombenflugzeuge der spanischen Rebellen einen Luftangriff auf Madrid durch. In geringer Höhe fliegend, wählten die Flieger sich sorgsam ihre Ziele aus. Sie warfen mit voller Absicht ihre Bomben auf Märkte, auf denen Frauen einkauften, wie auf Plätze, auf denen Kinder spielten. Hunderte von Frauen und Kindern sind diesem Angriff zum Opfer gefallen. Es liegen uns Photographien von erbarmungswürdig zerfetzten Frauen und kleinen Kindern vor aber auch Photographien von einer nichtexplodierten Fliegerbombe, die nach der Auffindung zerlegt worden ist. Es ist eine deutsche Fliegerbombe. Sie trägt das Herstellungsdatum: Juli 1936. Auf den Einzelteilen liest man:» Füllkörper für S.<< und » Zusatzkörper. Reinsdorf, 3. Lief. 1936.« Dafür werden die deutschen Arbeiter zum Schuften in Rüstungsbetrieben gezwungen, dafür muß das deutsche Volk hungern! C Geisel und Geise holung ähnlicher verleumderischer Angriffe| ihren Zwecken zu organisieren, und durch Sie nennen sie mien Die Edelmenschen des Dritten Reichs sind gegen das deutsche Ansehen.<< >>> Abessinier« Times< geschaltete Presse bisher in allen Tonarten empfinden, welche die Sache ihres Kampfes und Sowjetrußland, wie es früher bestanden berichten es nennen die FreiheitsDie Hitlerregierung hat die Lage, in kämpfer, die sich ihnen entgegenstellen, geschwiegen.) Aber plötzlich ist man sich im mit der gemeinen Rache an Wehrlosen für hat. Dritten Reich über die Verwerflichkeit der ewig besudelt haben...< der sich die Verhafteten befinden, selber ver- verächtlich» die Abessinier«. Damit beKein Wörtchen des Protestes wagte sie schuldet. Wenn sie sich jetzt mit großartiger kennen sie, daß sie in Spanien mit demGeiselnahme so klar, daß die Frankfurter vorzubringen. Und damals wütete kein Pose als ihr Schützer und Retter aufspielt, selben Recht hausen, mit dem Mussolini Zeitung aufseufzen darf: Bürgerkrieg in Deutschland wie jetzt so ist das Theater und sonst nichts! in Abessinien eingebrochen ist: mit dem Ueberall, wo der Begriff Menschlichkeit nicht zum Spottwort herabgesunken ist, in Spanien. Woher nimmt sie jetzt das sittRecht der Gewalt. Sie geben ihrer Ueberwird man Verachtung und Ekel für liche Recht für die flammende moralische Geschmocke um den Mangel sind als Verfassungsartikel, Tanks wirkzeugung Ausdruck, daß Kanonen stärker die Männer empfinden, welche die Sache Entrüstung?! ihres Kampfes mit der Rache an Wehrlosen für ewig gemeinen beSo, so! Wie vergeßlich doch Menschen sein können. Es ist etwas über drei Jahre her, da meldete die gleiche> Frankfurter Zeitung unter dem 14. Juli 1933 folgendes: Schrieb sie so? schuldigt sie, Spionage getrieben und sich zwangsloser öffentlicher Verbrauchslenkung päern nach Afrika ging, während sie selber auch sonst staatsfeindlich betätigt zu haben. zu tun, >> Den Appell des Reichsnährstandes, Haus- samer als die Sympathien der zivilisierten sudelt haben... Es gibt keine politi Deutsche in Sowjetrußland frauen, Gaststätten und Kantinen möchten Welt. Sie verkünden ihren Willen, Spanien sich die reichliche deutsche Ernte an Kohl- als Kolonie zu behandeln und als Ersche Ueberlegung, die solches Ververhaftet halten rechtfertigen könnte... gemüse zunutze machen, kann man als das oberer der unterjochten Bevölkerung entIn Sowjetruẞland ist eine größere Anzahl Muster einer positiven Speisezettel- Politik be- gegenzutreten. Sie sehen dabei freilich von Deutschen verhaftet worden; man be- zeichnen. Wir haben es hier mit einer Form darüber hinweg, daß Mussolini mit Eurodie den Erfordernissen der gegen-| mit Afrikanern nach Europa kommen. Und Das geheime Staatspolizeiamt hat fünf Die Hitlerregierung entfaltet gegen diese Ver- wärtigen Außenhandelsbeengung ebenso ge- sie werfen sich etwas voreilig in die Siegersich haftungen eine überaus lärmende Aktivität, recht wird, wie sie die Interessen der Ge- brust, so daß sie mit ihrem Schlagwort die eigene Gesinnung trefflich selbst im Auslande aufhält) in Schutzhaft offenbar um zu zeigen, daß die Deutschen im müsebauern mit den budgetären und ernäh- wohl und in ein Konzentra- Ausland heute doch ganz anders geschützt< rungs- physiologischen Interessen der Konsu- charakterisieren, nicht aber die von ihnen tionslager überführt. Diese Maßnahme seien als in den Zeiten der> Systemregie- menten verbindet.< unterschätzten Kräfte und Fähigkeiten auf Zeitungsist erfolgt mit Rücksicht So die Frankfurter Zeitunge vom 8. No- ihrer tapferen und ehrenhaften Gegner. artikel, die Nun ist aber der Deutsche sehr im vember. Ihre tiefgründige> Speisezettel- PoIn anderer Beziehung wiederum erhellt Deutschland jetzt überall freier und litik ist allerdings schon von gewissen wil- das Deutschland, sondern gegen die braune Gegensatz zu einst Wort von den» Abessiniern< die nahe Verwandte des Sozialdemokraten Philipp Scheidemann( der genommen Scheidemann ( natürlich nicht gegen gegen rung<. Landesverräter geköpft oder Barbarei)( Red. d. N. V.) geschrieben hat. sicherer als zu Hause; die Gefahr, als angeb- den Volksstämmen in Australien vorgeahnt Situation blitzartig. Ja, für Europa ist Der besondere Anlaß zu diesem scharfen als worden, die bei Hungersnot Gras fressen und dieses blutende Spanien von heute ein Vorgehen gegen die in Deutschland leben- licher Scheide- Staatsfeind eingekerkert zu werden, ist ge- Baumrinde kauen. Allerdings haben die zweites ungleich wertvolleres und ungleich den Anverwandten manns war ein vor einigen Tagen in der rade dort für ihn am größten. Auch in Sow- armen, unwissenden Wilden keine Ahnung bedeutsameres Abessinien. Das tragische » New- York- Times« erschienener Aufsatz, dernissen ihrer Außenhandelsbeengung eben- die europäische Demokratie eine ebenso Wenn jetzt Deutsche in Sowjetrußland in so gerecht werden wie ihren» budgetären und klägliche Niederlage wie für den italienidas Konzentrationslager, ist, so wird von Gefahr gekommen sind, so danken sie das in ernährungsphysiologischen Interessen<. Die schen Faschismus ein glänzender Triumph. zuständiger Seite betont, als einen Akt erster Linie der Hitlerregierung selbst, die Wilden sind zwar bessere, die Hitlerdeutschen Ein Sieg Francos in Spanien würde noch der Staatsnotwehr zu betrachten ihre Art die Auslandsdeutschen zu aber entschieden gelehrtere Menschen! viel weiter reichende und schwerer wiegende und als eine Warnung vor der Wieder- durch der schwerste Beschimpfungen gegen den jetrußland ist er heute im allgemeinen besser davon, daß sie mit solchem Tun den» Erfor- Ende des äthiopischen Reiches war für Reichskanzler und die Reichsregierung ent- aufgehoben als daheim. hielt. Die Festnahme und Ueberführung in Wirkungen zur Folge haben. Denn ein endgültiger Sieg Francos über Caballero wäre zugleich ein Sieg Mussolinis über Baldwin und Hitlers über Blum. Kirchenaustritte wie auf Kommando Die Hitler- Prominenz sabotiert die Waffenruhe im Kulturkampf .< Im Falle Abessinien hat sich der Völkerbund als eine Maschinerie erwiesen, die den Rechtsbrecher schützt. Im Fall Spanien In demonstrativer Form mehren sich jetzt| allergrößten persönlichen Einfluß genommen| ten der Geistlichkeit wenigstens hin und wieim Amts- oder Parteieigenschaft der anhören? Sie haben darauf gedrängt, daß scheint dem Nichtinterventionsausschuß die in jedem einzelnen Falle öffentlich mit- haben eine ähnliche Funktion zuzufallen, er wirkt geteilten Kirchenaustritte höchster national- welche diese Demonstration vornehmen. Und Hitler dem schnöden Kulturkampf< mögals Sperrmauer gegen Valencia, für Burgos sozialistischer Mandarine, so daß man schon sie alle haben das Demonstrative ihres Tuns lichst ein unauffälliges Ende bereitet. Das ist aber ist er ein Wandschirm, hinter dem in der Sprache des Pferdesportberichterstat- in jedem einzelnen Falle noch dadurch unter- auch, so gut es ging, das heißt: soweit der sich die deutsch- italienische Einmischung ters das Ganze am besten unter dem Sammel- strichen, daß sie es der Oeffentlichkeit in aller Führere überhaupt Macht über die Geister be- hat, die er selbst beschworen, geschehen. ungestört vollzieht. In demselben Artikel, begriff: Ferner liefen ( zum Amts-| Form mitgeteilt haben. Was soll das Ohne Zweifel ist im lutherischen wie im kain dem sie das verräterische Rebellenwort gericht nämlich, wo man sich das urkundlich deuten? kann) zusammenfassen Keiner von ihnen ist ja ein Geistiger, der tholischen Sektor so etwas wie ein> ruhiger von den Abessiniern enthüllen, berichten bestätigen lassen die>> Times<< von deutschen und italieni- könnte. Nachdem der» Reichsführer der SS<, eben auch mit dem Geiste zu ringen hat und Stellungskrieg in der letzten Zeit über Nacht schen Instruktionsoffizieren an der Re- Himmler, kürzlich die katholische Kirche dem religiöse Ueberzeugungen, zu denen er entstanden, wobei einzelne explosive Ereigbellenfront und von Festen, auf denen für sich persönlich verabschiedet hat, seiner sich zwischen Tradition und Erkenntnis, Pie- nisse, dem Charakter des Nationalsozialismus und angemessen, immer noch frei bleiben. Deutschland und Italien offen als Ver- Polizei nahelegend, das gleiche zu tun, ist tät und Philosophie hat durcharbeiten durchkämpfen müssen, auch zur Norm des gerade dagegen remonstrieren nun die bündete gefeiert werden. Trotz der Gefahr, jetzt: nationalsozialidie mit einer solchen Entwicklung unleug- der Streicher ebenfalls aus dem rö- ehrlichen privaten Verhaltens werden müssen. Männer mit den besonderen 80 sehr auf eine bar verbunden wäre, muß man wünschen, misch- katholischen Kataster gestrichen wor- Sie sind alle keine Münzerschen Schwarm- stischen Meriten! Nicht ihnen daß die spanischen Freiheitskämpfer Eng- den und er hat das in einer Massenversamm- geister; und das mit der Kirche war ihnen Pression gegen die> Pfaffen< mag es land und Frankreich gegenüber gleichen lung in Köln dem Jubel der Gleichgesinnten allen sicher nie mehr, als eben die konven- ankommen, als auf eine unmiẞverständliche Grund zur Dankbarkeit hätten. Schließlich preisgegeben, tionelle Sache des kleinen Bürgers. So darf Geste gegen die feinen Leute, die jenen die ist auch dem Frieden nicht damit gedient, daß der jetzt leidende Teil der Welt ein Abessinien nach dem anderen über sich Heute ergehen läßt. noch könnte entschlossenes Auftreten dem Schrecken ein Ende bereiten, morgen gibt es nur noch das Ende mit Schrecken. erbe des längst vermodernden Röhm, aus die der protestantischen Kirche offiziell in > Deutsche Glaubensbewegung Hauerscher Prägung abgewandert, der Mutschmann, sächsischer Reichsstatthalter, ebenfalls mit seiner lutherischen Väter Glauben gerichtsamtlich als verfallen Ein neuer Amoklauf und als ausgeschieden erklärt worden. Aber der Lutze, Stabschef der SA und Amts- man auch den Grund für diese ihre Demon- Stange halten dürfen und die nach vier stration nicht im Metaphysischem suchen. Jahren nationalsozialistischer Herrlichkeit Selbstbeweihräucherung des Führers Aber dafür ist der politische Hintergrund der und Erscheinung sicherlich nicht ohne einen ge- ebenso wie seiner Trabanten im Grunde Mit wissen Reiz. heute mächtiger sind als je Es ist kein Geheimnis, daß den alten ihren Kirchenaustritten wollen die Himmler, nicht die Streicher, die Lutze und die Mutsch» Ordnungsmächten in Deutschland, zuletzt der Armee und den Generalen, aber mann nur gegen die langsame, aber sichere auch den hohen Bürokraten( wie preußisch- Verlagerung der Macht im Dritten Reich unvoreingenommen sie auch für sich persön- protestieren, die sie selbst mehr und mehr zu denken entmachten droht. Und insofern allerdings ist Wochenende mit Vertragsbruch Das kann unmöglich ein Zufall sein, daß lich in kirchlichen Dingen immer Die Hitlerregierung hat die Bestim- sich im Staate des» positiven Christentums« mögen) dieser ganze Kulturkampf- Lärm ein das Phänomen mehr als ein übliches nationalso ungeheuerlicher Greuel war. Wie kann man sozialistisches Spektakelstückchen; es zerreist mungen des Versailler Vertrages über die Marke Hitler ein und dasselbe Ereignis Internationalisierung von Wasserwegen häuft! Es sind ja gerade die Leute, die auf einen Krieg ordentlich führen ohne den ein wenig, aber doch auch verräterisch gebei nug, den Vorhang vor der gesamten politieinseitig außer Kraft gesetzt. Es handelt die praktische Exekutierung des einmal zur Divisionspfarrer? Wie die Steuerzahler sich um die Artikel 331-362 und 380 Macht gelangten Nationalsozialismus den Räson halten, ohne daß sie sich die Predig- schen Perspektive des Hitler- Staates. 386 des Friedensvertrages. Durch diese Artikel wurden Elbe, Oder, Oder, Njemen, Donau, Rhein und Mosel internationalen kaltblütigen Mord an André begangen hat,| nommen wird. Regeln unterstellt und der Kieler Kanal ist ferne von jeder menschlichen oder anstän- nationalsozialistischen zu einem allgemein offenen Wasserweg digen Regung. nach den Vorbildern des Suez- und Panamakanals erklärt. Jeder friedliche Verkehr zwischen den Anliegerstaaten großer Wasserwege Proteste der den und faktisch zu unterstützen. nannten Kulturkampf< ist sicherlich einiger Pikanterie... von Während sich angeblich die Neurath. Bannasch war damals der von ihm Organisationen in eingerichtete Kurierdienst zu den einzelnen Polen in bester Blüte befinden, versuche man deutschen Episkopaten zum Verhängnis gein Deutsch- Oberschlesien, alles auszurotten, worden, der auch über die schnödem Vergewas sich zum Polentum bekennt. In den letz- waltigungen berichtet hatte, denen kathopolnischen Minderheit ten Tagen hat die gegenseitige Polemik schon lische Gläubige und Einrichtungen allenthalAus Beuthen OS. wird uns berichtet: Formen angenommen, als wenn bereits der ben zum Opfer fielen. Bruch zwischen Berlin und Warschau voll- Zwar haben sich die deutschen Bischöfe, schließt internationale Abkommen über Auf einer Tagung der polnischen Minderwäre. Hiebei sei besonders hervor- den besseren Teil der Tapferkeit erwählend, deren Benutzung in sich. Die Zerreißung heitsorganisationen in Beuthen wurde der Vertragsbestimmungen bedeutet, daß gestellt, daß seit einigen Wochen ein syste- gehoben, daß gerade das Blatt. des schlesi- jetzt Schulter an Schulter neben Hitler sim schen Wojewoden Dr. Grazynski, die> Polska gemeinsamen Kampf gegen den Bolschewisdie volle Souveränität im matischer Ausrottungskampf geDeutschland Zachodnia<, an den reichsdeutschen Verhält- muse aufgestellt. Aber das hindert den grorigorosesten Sinne zurücknimmt und die gen die Minderheit aufgenommen workeineswegs, Verkehrsverhältnisse auf diesen Wasser- den ist, der sich der offenen Unterstützung nissen eine überaus heftige Kritik übt und Ben Alliierten, wie man sieht, die deutschen Stellen beschuldigt, den Aus- auch ihnen den Stiefel sehr heftig auf die wegen Einschränkungen unterwerfen will, amtlicher Stellen erfreut. Abgesehen davon, die für die Zwecke der totalen daß in den Mitgliederversammlungen des rottungskampf gegen das Polentum zu dul- Zehen zu setzen. Dieses Photo zum soge Kriegswirtschaft und Kriegs- Bundes deutscher Osten eine Hetzkampagne vorbereitung zweckmäßig erschei- gegen die polnische Minderheit und gegen nen. Insofern ist diese neue Vertragsver- Polen selbst betrieben wird, geht man jetzt letzung ein Glied in der Kette der deut- dazu über, die Bevölkerung aufzufordern, schen Kriegsvorbereitungen. sich nur der deutschen Sprache zu bedienen, Für handels- und wirtschaftspolitische wer fremde Sprachen gebraucht( gemeint ist Zwecke war eine Verständigung in vollem das Polnische), ist ein Staatsfeind. Auf der Gange. Zwischen Frankreich und Abwehrgrube in Klausberg bei Hindenburg fer Polizeipräsidenten in den Zeitungen beDeutschland war ein Abkommen hat man sogar eine Tafel angebracht, daß ginnt demnächst vor dem berüchtigten über den Verkehr auf dem man nur deutsch sprechen solle, die aber Volksgerichtshof< des Dritten Reiches, in Rhein getroffen worden, das alle deut- bald entfernt wurde. Auf der Tagung der dem der schon einmal zum Tode am 30. Juni schen Wünsche voll erfüllt hat. Dies Ab- polnischen Minderheit wurde nun festgestellt, verurteilte, dann zu Kazett begnadigte, frükommen sollte am 1. Januar 1937 in Kraft daß man sie kommunistischer Umtriebe ver- here Kapitänleutnant und sächsische Ministertreten. Die Hitlerregierung hat es vorge- dächtige, einigen Mitgliedern ist unter die- präsident von Killinger als Beisitzer fungiert, zogen, ihren gewalttätigen Charakter und sem Verdacht die Staatsbürgerschaft abge- ein großer Prozeß gegen mehrere kathoihre Miẞachtung vor internationalen Ver- sprochen worden. Tatsächlich sind von eini- lische Jugendführer aus dem Rheinträgen auch an diesem Abkommen zu gen polnischen Minderheitsangehörigen bei land, vor allem den Kaplan Dr. Roserweisen. Ossietky freigelassen Monster- Prozeß gegen katholische» Hochverräter« Tanks, Kanonen extrabillig! Es rast der Volksgerichtshof und will sein Opfer haben. Nach amtlicher Mitteilung des DüsseldorDeutsche Rüstungsindustrie wird expansiv. Francis Williams, der angesehene Wirtschaftsredakteur des> Daily Herald«, berichtet in seinem Blatte, daß das Dritte Reich Vorbereitungen trifft, um einen umfangreichen Schleuderexport yon Waffen zu betreiben. Damit will es zweierlei erreichen: Erstens will es im internationalen Warenaustausch für die gelieferten Produkte Rohstoffe erhalten, zweitens aber will es seine Rüstungsbetriebe auch in Zeiten, in denen die heimischen Aufträge nicht mehr so überreichlich fließen wie heute, auf den höchsten Stand der Leistungsfähigkeit erhalten. der Gemischten Kommission des Präsidenten saint und den Kaplan Krämer. Sie sitzen Wie üblich, ist dieser neue Vertrags- Calonder Beschwerden eingereicht worden, als Hauptangeklagte schon seit länger denn bruch an einem Sonnabend verkündet wor- weil den Beschwerdeführern die deutsche zwölf Monaten im Untersuchungsgefängnis zu den. Die Wirkung ist die gewohnte: Hin- Staatsbürgerschaft entzogen wurde. Es Moabit. Gewissermaßen als Neben- Angeklag- Diese Spekulation ist vom Standpunkt des nahme des Vertragsbruches durch die Be- wurde auf der Tagung hervorgehoben, da B, ter ist auch der Generalsekretär der katho- Dritten Reiches aus verständlich. Wer aber troffenen unter Protest. Indessen ist all- wer sich zur polnischen Minder- lischen Jugendvereine aus der früheren Düssel- sind die glücklichen Länder, die mit Kanonen, mählich ein Zustand erreicht, wo jede der- heit bekennt, den Arbeitsplatz dorfer Zentrale, der Präses Jakob Clemens Tanks, Bombern und Gasgranaten beliefert artige Hinnahme eines deutschen Ver- verliert, was naturgemäß wachsende mit in den Prozeß einbezogen. Da die An- werden sollen? Da Deutschland kaum einen tragsbruches einen Scherben mehr auf Sorge innerhalb der Minderheit hervorruft, klage auf Hochverrat und Versuch einzigen zuverlässigen Freund besitzt, kön den allgemeinen Haufen internationaler gar nicht davon zu reden, daß es noch mög- des Anschlages gegen die Si- nen es doch nur solche Länder sein, die im Verurteilung gegen Deutschland wirft. lich wäre, die Kinder in die polnischen Schu- cherheit des Staates lautet und da in Kriegsfall möglicher oder gar wahrscheinliDas Dritte Reich läuft in jeder inter- len zu schicken. Bei der Besprechung der der offiziellen Beschuldigung des Anklägers cherweise gegen Deutschland stehen wernationalen Frage gleichgültig welches Ernährungsschwierigkeiten kam es zu leb- auch die Behauptung vertreten wird, daß den. Deutsche Soldaten würden dann, nicht Gewicht sie hat auch gegen die Inter- haften Protesten, wobei die Verbandsleitung diese katholischen Untermenschen< auch zum ersten Male, die Wirkung von Geschosessen des deutschen Volkes. ersucht wurde, bei der polnischen Regierung das Bündnis mit kommunistischen Parteigän- sen, die in ihrem Vaterland erzeugt wurden, vorstellig zu werden, daß diese sich der Not- gern nicht gescheut hätten, um den Sturz des am eigenen Leib zu spüren bekommen. lage der polnischen Minderheit in Deutsch- Regimes herbeizuführen eine Behauptung, Die Rüstungskonjunktur treibt neue BT0Die Gestapo hat den pazifistischen Schrift- Oberschlesien annehme. Unterdrückung der der gerade von katholischer Seite immer mit ten. Um sie zu üppiger Entfaltung zu brinsteller Carl von Ossietzky nach mehr als drei- polnischen Minderheitsorganiationen sei auf besonderem Nachdruck als direkt verleum- gen, müssen die Löhne niedrig gehalten wereinhalbjähriger Schutzhaft Os- der Tagesordnung, man treibt ihnen bei Ver- derisch zurückgewiesen worden ist so kann den, denn Dumping ist die Seele des Gesietzky ist ein todkranker Mann. Sein Auf- anstaltungen Vereinslokale ab, bedroht offen das Ergebnis kaum zweifelhaft sein: es wird schäfts. Deutschlands Auftreten auf dem enthalt in Deutschland wird nicht bekannt die Mitgliedschaft und empfiehlt ihnen Aus- Zuchthausurteile hageln. Rüstungsmarkt wird aber auch den internaEs wäre übrigens nicht das erstemal, daß tionalen Wettbewerb und mit ihm die intergegeben, seine Befreiung bedeutet also nur, wanderung nach Polen, wenn es ihnen nicht daß er in einem anderen Grad der Freiheits- mehr in Deutschland gefalle. Obwohl polni- mindestens versucht wird, die Guillotinen- nationalen Spannungen verschärfen. Je mehr beschränkung versetzt worden ist. Ossietzky sche Gewerkschaften bestehen, werden deren Maschinerie des» Volksgerichtshofes< gegen Kanonen Deutschland exportiert, desto eher ist ein Märtyrer seiner pazifistischen Ueber- Mitglieder zwangsweise in die Arbeitsfront prominente Persönlichkeiten des früheren werden sie gegen Deutschland losgehen. aufgenommen, und wer sich weigert, dort politischen Katholizismus« in Anspruch zu zeugung. Wir warnen jedermann, in diesem Schritt Beiträge zu zahlen, dem gibt man ver- nehmen. Nur mit knapper Mühe gelang Drittes Reich. des Systems ein Zeichen beginnender Huma- stehen, daß er damit das Recht auf den Ar- vor einem halben Jahr, den Prälat Dr. BanZu vielen Tausenden beitsplatz verwirkt habe. sehen! Besondere Klage nasch, den Verwaltungsoffizial beim Berliner Damit das Tempo der Kriegsrüstung nisierung zu schmachten die Märtyrer freiheitlicher und wird aber darüber geführt, daß man jetzt Bischofssitz, aus der Anklageerhebung beim keine Verzögerung erleide, ist die Einfuhr von sozialistischer Ueberzeugung in den Konzen- polnischen Gottesdienst in den Kirchen ver- Volksgericht, die bereits Göbbels triumphie- Kupfererzen von 276.800 Tonnen in den trationslagern, in Massenprozessen werden weigert, mit der Begründung, es gebe ja in rend den alten Kämpferne so gut wie zuge- ersten neun Monaten 1935 auf 373.000 Tonnan Zucht- Oberschlesien keine Polen. sagt hatte, wieder loszulösen. Es bedurfte da- in der gleichen Zeit dieses Jahres gesteigert Sozialdemokraten zu mörderischen hausstrafen verurteilt. An den Methoden der Diese Vorgänge finden in der polnischen mals sogar eines unmittelbaren diplomati- worden. Die Einfuhr von Bauxit stieg in auf die schen Einschreitens der Kurie als anerkann- derselben Periode von 308.900 auf 644.000 Folterung durch die Gestapo hat sich nichts Presse ein lebhaftes Echo, wobei souveräner Macht beim Außenminister Tonnen! geändert. Das System, das eben erst den polnisch- deutsche Freundschaft Bezug ge- ter entlassen. zu es Arbeitgeber fürchten soziale Unruhen! Eine Warnung für Berlin. Aus Gleiwitz wird uns geschrieben: Der Block der Diktaturen Die deutsch- italienische Zusammenarbeit Die Machtpolitik der Diktaturen und Einfluß in diesen Gebieten zu behaupten nicht zu verachten. Aber ein Vorgehen Die oberschlesischen Industriellen haben schon die ihr entsprechende Aufrüstungs- und und auszudehnen. Zudem wäre eine deut- gegen Osten würde sofort die eben überwiederholt Gelegenheit genommen, um an die Kriegswirtschaft führen in Italien und sche Umklammerung des Balkans wieder brückten Gegensätze zwischen Italien und Berliner Regierungsstellen Warnungen in Deutschland zu fortschreitender Wirt- unmittelbar das Ende der Großmachtstel- Deutschland aufs neue hervorrufen. Im Form von Denkschriften zu richten. Bekanntschaftszerrüttung. Das bildet die Basis für lung Italiens, denn Deutschland würde Gegensatz zueinander lähmen sie sich ist auch der Gegensatz, der zwischen Indu- die außenpolitische Kooperation beider dann von Osten her die italienische Stel- gegenseitig. Die Westmächte, von denen strie und den nationalsozialistischen Organi- Länder, die seit 1933 mit wechselnder In- lung im Mittelmeer bedrohen können. Kein sie in der Vereinzelnung abhängig sind, sationen seit Monaten herrscht. Die. Hunger- tensität die europäische Politik beherrscht. Wunder, daß eine dauernde Kooperation erhielten ihre Suprematie wieder und könnberichte, die aus dem Industriegebiet in der Italien hat die militärische Erstarkung der beiden Rivalen von den meisten für ten gewaltsame Entscheidungen im Osten Auslandspresse ein lebhaftes Echo fanden, Deutschlands mit allen diplomatischen Mit- ausgeschlossen gehalten wurde, oder höch- verhindern. Oekonomisch wenig verlockend haben zwar dazu geführt, daß jetzt die teln unterstützt, um so seine eigene Stel- stens als kurzfristige Episode möglich ist die Kooperation gegen den Osten poFleischversorgung besser geworden ist, aber lung gegen Frankreich und England zu schien. litisch kaum möglich und setzt zudem auf die Arbeitgeber sind durchaus nicht befrie- kräftigen. Es hat jene Politik der Balance Die Kooperation ist aber alle Fälle die vorhergehende Ueberwindung digt. Der Gleiwitzer Arbeitgeberverband hat of power, des Gleichgewichts der Kräfte, wirklich geworden und die Unter- des Widerstandes der Westmächte voraus. nun in den letzten Tagen an die Berliner die früher England betrieben hatte, mit zeichnung der sechs Protokolle von Reiche, den Bedürfnissen der Stellen eine Denkschrift gerichtet, in welcher großer Konsequenz und mit starkem Er- Berchtesgaden erlaubt schon von einem Machtpolitik genügende Geoffen gesagt wird, folg durchgeführt. Die deutsche Auf- festen Bündnis zu sprechen. Ein- biete gibt es im Westen: das holländische, beldaß sich die Industriellen nicht mehr dafür rüstung wurde in ihrer ersten für Deutsch- geleitet wurde das Bündnis durch das Ab- englische, verbürgen können, ob der soziale Friede land gefährlichen Phase von Italien gegen kommen zwischen Oesterreich und Deutsch- gische, portugiesische die französischen Abwehrtendenzen mit land am 11. Juli, in dem Deutschland Kolonialreich, die Minenallen Kräften unterstützt, wobei ihm Eng- Oesterreich die staatliche Selbständigkeit schätze von Lothringen, Briey land Hilfstellung gewährt. Erst die Auf- zusichert. In Wirklichkeit handelte es sich und Longwy das lockende KriegsInnerhalb der nationalsozialistischen Or- rüstung Deutschlands, die die Bewegungs- dabei nicht um eine Vereinbarung zwischen ziel für die deutsche Schwerindustrie schon ganisationen sei eine solche Radikalisierung freiheit Frankreichs zunehmend lähmt, er- Deutschland und Oesterreich, sondern um im letzten Krieg und heute erst recht für eingetreten, die der Opposition inner- möglichte Mussolini die Durchführung der ein Abkommen zwischen Mussolini und die Diktatur mit ihrem zu schwach gehalb der Arbeiterschaft direkt in Eroberung Abessiniens. Diese ist ein Hitler über Oesterreich. Für diese Auffas- wordenen Wirtschaftsfundament. wird. Winter sich aufrechterhalten lassen die Hände arbeitet. sich Eine Mussolini Es zeige sich offene schwerer Schlag gegen Englands Macht- sung bedarf es gar nicht erst der osten- neue Entscheidung um die VerAufsässigkeit den Vorgesetzten gegenüber, stellung. Sie stellt, einmal ausgebaut und tativen Versicherung Mussolinis in Mai- teilung der Welt mit noch größeren so daß man von einer Sabotage der Produk- konsolidiert, nicht nur die Möglichkeit dar, land, er habe bereits eine Woche vor der Perspektiven als sie der letzte Krieg zu tion sprechen kann und auch bereits ein Englands Positionen von der Landseite her Unterzeichnung den Inhalt gekannt und eröffnen schien, taucht auf. Wenn das Rückgang zu verzeichnen sei. Alles das sei in Aegypten und im Sudan anzugreifen, gebilligt. Wahrscheinlich gebührt ihm über- der Preis der Kooperation sein kann, in erster Linie auf die mangelhafte Fleisch- sie gefährdet die lebenswichtigen eng- haupt die Initiative. Es genügt, sich den lohnt es sich dann nicht, unter Verund Fettversorgung zurückzuführen. Da im lischen Seeverbindungen nicht nur durch Sinn dieser Abmachung klar zu machen. zicht auf kleinere Ziele und selbst mit GeIndustriegebiet vielfach noch das Wasser- das Mittelländische Meer, sondern auch Die Selbständigkeit Oesterreichs hängt fahr großer Risiken die Rivalität von polnische benutzt werde, bediene man am Suezkanal und am Roten Meer. Es sind nicht vom guten Willen Hitlers ab, sondern Oesterreich, den Donauraum und den Balauf der Arbeitsstätte jetzt des Polnischen, Existenzfragen für das englische Empire, von den italienischen Bajonetten. Die und kan auszuschalten? Und zu dem wirtum Unzufriedenheit in die Massen hineinzu- die damit aufgeworfen sind. Das Macht- nicht ein Fetzen Papier mit der Unter- schaftlichen Antrieb kommt der machttragen. problem ist dem englischen Staat unmittel- schrift Hitlers sind die Garantie der öster- politisch militärische. Entscheidende Erreichischen Selbständigkeit! Für Schusch- folge im Osten bleiben so lange gefährdet, In der Denkschrift wird ferner gesagt, bar gestellt. Die abessinische Verwicklung, die ge- nigg, den österreichischen Talmi- Diktator, so lange die Macht der Westmächte nicht daß die Reden der Reichsminister Komplizierung im Mittelmeer- lag, da er der Unterstützung seines Pro- gebrochen ist. Hitler hat im» Kampf< die Göring und Göbbels ohne jedes fährliche der Echo in der Arbeiterschaft geblieben sind raum erweitert Deutschlands außenpoliti- tektors gewiß sein konnte, gar kein Grund Vernichtung militärischen Kraft und man jetzt offen davon spricht, daß ein sche Bewegungsfreiheit in außerordent- vor, diesen Vertrag anzustreben, der ihm Frankreichs als Voraussetzung jeder deutSystemwechsel zu erwarten sel, worunter die lichem Maße. Die Besetzung des Rhein- wegen der größeren Bewegungsfreiheit der schen Machtpolitik verkündet. Beamtenschaft zu leiden habe, da sie sich bei landes, die Einführung der zweijährigen österreichischen Nationalsozialisten nur aber ist durch die Eroberung Abessiniens den Belegschaften nicht mehr den erforder- Dienstzeit sind die Früchte, die die Dik- Unbequemlichkeiten bringt. Aber der Ab- in den Gegensatz zu England hineinEs wird tatur pflücken kann. Die Lähmung des schluß war eine Vorbedingung der ihm fol- getrieben. Für ihn handelt es sich um die lichen Respekt verschaffen kann. dieses Völkerbundes, das Ende der kollektiven genden umfassenden Verständigung Herrschaft über das Mittelmeer, um die mit allem Nachdruck gebeten, besondere Rücksicht zu nehmen, Sicherheit sind gleichsam das Abfall- zwischen Deutschland und Italien. Er be- Befreiung der» Insel« aus der» GefangenGrenzland der Ernährungsschwierigkeiten produkt dieser Entwicklung. Die Stellung deutet die Herstellung eines italienisch- schaft«<, in der sie heute England noch vielfach auf Polen hingewiesen wird und die Frankreichs und Englands ist geschwächt. deutschen Kondominiums, einer gemein- hält. Das Mittelmeer, sagte er in Mailand, wird in dem Kräfteverhältnis samen Herrschaft der bisherigen Rivalen ist für Italien das Leben, für England nur polnische Minderheit einen großen Zugang zu Italien verzeichnen habe. Die Industriellen seien, so zwischen Frankreich und Deutschland der über Oesterreich. Oesterreich hört auf, die die Abkürzung einer seiner Verbindungsheißt es in diesem Warnungsruf nach Berlin, entscheidende Faktor. Die Anstrengungen Gefahr eines akuten Konflikts zu bilden wege. Wie Italien in den letzten Krieg gewird Verbindungsbrücke, Brücke gangen ist, um die Großmacht Oesterreich zu weiteren großen Opfern bereit, doch ist es der französischen Diplomatie, Italien an und notwendig, daß die Regierung durch bessere die Seite der Westmächte zu ziehen, neh- zwischen Deutschland und Italien, Brücke von den Küsten der Adria zu vertreiben Versorgung des Industriegebietes ihrerseits men an Intensität zu. Aber der englisch- zugleich für beide Mächte nach dem Bal- und die Herrschaft über>> sein< Meer zu Oberschlesien sei italienische Gegensatz bleibt in seiner gan- kan. Denn es kann keinem Zweifel unter sichern, so ist heute die Vertreibung Engzur Beruhigung beitrage. liegen, daß in den Berchtesgadener lands aus seinen beherrschenden Stellunimmer schon ein Hexenkessel gewesen, mit zen Schärfe. Die tatsächliche Kooperation nur Protokollen, deren genauer Inhalt ja gen im Mittelmeer und an dessen östlichen einer sehr wandelbaren Bevölkerung, worauf in diesen Zeiten besondere Rücksicht genom- einmal, anläßlich des Dollfußmordes kurz ein Geheimnis zwischen den Diktatoren und westlichen Ausgängen das unmittelunterbunden, aber alsbald wieder her- bleibt, auch über die Politik im Donau- bare machtpolitische Ziel Italiens. hatte den beiden Diktaturen raum und im Balkan Vereinbarungen ge- Die deutsch- italienische Kooperation Wie wir erfahren, laufen auch an amt- gestellt da infolge men werden müsse. auf lichen Stellen, Oppeln, von den Naziorga- reiche Früchte getragen, die europäische troffen sind, die die akuten Konflikts- erhält so Sinn und Inhalt nur, wenn sie von einem nisationen Berichte ein, die Stimmungsumschwung im Industriegebiet zu melden wissen und besondere Maßnahmen gegen die wachsende Opposition innerhalb der Arbeiterschaft fordern. zu Kräftekonstellation zu ihren Gunsten revo- möglichkeiten beseitigen und den Versuch als aggressive Zusammenarbeit lutioniert. Das Problem mußte sich stellen, ermöglichen, die Balkanstaaten unter den gegen die Westmächte verstanden ob diese tatsächliche Zusammenarbeit nicht gemeinsamen Einfluß zu bringen, sie um wird, wenn sie begriffen wird als die einer bewußten diplomatischen Zu- die Achse Berlin- Rom zu gruppieren, von Machtpolitik von Militärdiktaturen, in die sammenarbeit erweitert und ihre Dauer der Mussolini in Mailand so nachdrücklich sich alle Diktaturen immer mehr umsichergestellt werden sollte. gesprochen hat. Die kleinen mittel- wandeln, die militärisch ungeheuer stark, Zwischen Italien und Deutschland gibt europäischen und Oststaaten sollen nicht aber wirtschaftlich zum Tragen der machtEs wird betont, daß die Bevölkerung an zwischen den den Verhältnissen an den Stempelstellen und es große Interessengegensätze. Der offen- mehr großen Rivalen politischen Last zu schwach sind. Es geht in den Geschäften lebhafte Kritik übt, die kundigste ist Osterreich. Oesterreich lavieren und ihre Gegensätze ausnutzen der deutschen Diktatur nicht um Memel, leider infolge der Ernährungsschwierigkeiten ist für Italien nicht nur das notwendige können, sondern unter dem Druck ihrer Danzig oder Oesterreich und der italienisich ihnen an- schen nicht um ein Stück dalmatinischer Küste oder afrikanischen Bodens. Es geht nicht unberechtigt seien. Deutsche Medizin Es wird uns berichtet: In einem nordwestdeutschen Bindeglied zu seinem Vasallen Ungarn, koordinierten sondern zum Balkan überhaupt, Kärnten schließen. Krankenhaus, in welchem 400 Betten Adria, des more nostrum,> seiner« See, wirtschaftlichen und militärischen Ueber- zwingenden Inhalt. erbte Blindheit und notorische Trunksucht. ist das unentbehrliche Aufmarschgebiet Diese Politik ist nicht ohne Schwierig- um mehr. Der totale Krieg, den sie gegen Jugoslawien. Ohne Verfügung über keiten und Gefahren. Namentlich der vorbereiten, hat die totale Oesterreich fühlt sich Italien im Besitz der italienische Partner muß angesichts der Neuverteilung der Welt zum des eigentlichen Siegespreises von 1918, be- legenheit Deutschlands riskieren, in eine Die deutsch- italienische Kooperation stehen und wöchentlich zwei Operationstage droht. Eine Okkupation Oesterreichs durch gefährliche Situation zu kommen, wenn geht sehr weit. Sie schließt in sich nicht mit zusammen durchschnittlich 30 Operatio- Deutschland stellt deshalb unmittelbar eine die jetzt diplomatisch überbrückten, aber nur das jeweilige Abstimmen der beidernen sind, sind hiervon mindestens 10 Ste- Gefährdung der italienischen Großmacht- doch fortexistierenden Gegensätzlichkeiten seitigen Außenpolitik durch gemeinsame stellung dar. Dieser Gegensatz erweitert einmal unversehens zum Ausbruch kom- Beratung, sondern auch weitgehende milirilisationsfälle. Hauptgründe für die Sterilisierung sind: vererbte Epilepsie, ver- sich noch durch die Rivalität im Donau- men. Diese Politik muß also ihren Sinn und tärische Abmachungen, die gleich nach raum und im Balkangebiet. Wir haben ihre Rechtfertigung in einem Ziel haben, dem Sieg über Abessinien einsetzten. Im Man erzählt sich, daß Göring sich zur kürzlich hier einmal geschildert, wie in die das die Risiken rechtfertigt. Juni kam eine deutsche Militärdelegation Wir haben gesehen, daß die Wirt- nach Rom, der bald eine Marineabordnung Förderung seiner Popularität in ein Kranken- ursprünglich chaotische deutsche Außenhaus begibt. Am Bett der ersten Frau fragt politik allmählich größere Ordnung und schaftspolitik beider Diktaturen sie folgte. Der italienische Luftgeneral Valle > Ein Mädchen. Er gibt Zielklarheit hereinkommt, wie die alten dazu zwingt, die Eroberung reicher, be- schloß in Berlin ein Abkommen, das den ihr 10 Mark für Säuglingswäsche. Die zweite Pläne der Hegemonie über Mittel- und Süd- reits voll entwickelter Rohstoffgebiete zu Italienern im Gebiet von Hamburg einen Frau hat einen Jungen, und bekommt. 20 europa allmählich wieder Gestalt gewin- erstreben. Die gibt es im Osten kaum. Luftflottenstützpunkt einräumt, den Deuthat einen Kaiserschnitt nen. Hier begegnet Deutschland aber über- Gewiß, die rumänischen Petroleumfelder, schen einen im Dodekanes, wahrscheinlich bekommen, und für sie hat er 30 Mark übrig all dem Bestreben Italiens, seinen eigenen die jugoslawischen Kupfervorkommen sind auf der Insel Leros, nicht weit entfernt für besondere Stärkungsmittel. Die nächste Frau antwortet auf seine Frage, sie habe einen Hitlerschnitt. Er gibt ihr 50 Mark. Am Saalausgang erkundigt er sich beim Assistenzarzt, was die Aerzte denn jetzt den>> Hitlerschnitt< nennen. Der Arzt antwor- werden, sonst besteht Lebensgefahr. tet:>> Ach, diese Frau ist sterilisiert worden.< ich muß Ihnen gleichzeitig mitteilen, daß ich höht, Tatsächlich ist dieses der terminus technicus, Sie nicht operieren darf. Wenn ich Sie in er, was sie habe. Mark. Die Dritte Krankenhaus kommt, der Chefarzt ihr nach Drittes Reich! der Untersuchung erklären muß:» Ihr Fall Von 1934 zu 1935 hat sich die Zahl der deutschen ist ganz ernst. Sie müssen sofort operiert Betriebsunfälle im Aber Einzelhandel von 28.431 auf 32.434 ervon den Meerengen. Das Abkommen wurde anläßlich des Aufenthalts des Generals Milch in Italien im Oktober ergänzt. Italien hat so Deutschland an seine Interessensphäre im Mittelmeer unmittelbar herangezogen. Die erste Frucht des italienisch- deutDas Verbot von Aufwands- schen Bündnisses ist das Zusammenspiel in aus ideologischer LiebKollegen vom katholischen Krankenhaus spre- von den Nationalsozialisten aufgehoben wor- haberei, sondern aus sehr realpolitischen Aus letzter Zeit wird ein Fall bekannt, daß chen, daß er Sie sofort operiert.< So geschah den, weil es sich vielfach nicht mehr habe Machtinteressen geführt wird. eine Jüdin zur Untersuchung in ein städt. es dann auch. mit welchem sowohl Aerzte wie auch Schwe- dies Krankenhaus aufnehme, kostet mich das entschädigungen, das im Jahre 1932 Spanien, das von den beiden Diktaturen stern in den Krankenhäusern ganz einheitlich meine Stellung. Doch ich will mit meinem vom Lande Anhalt erlassen worden war, ist wirklich nicht die Sterilisation bezeichnen. rechtfertigen lassen.< Dr. Richard Kern. Wer hat das Gold gestohlen? Göring hat im Sportpalast ausgerufen:[ Angriff auf ihren Auslandswert gesichert. >> Man sagt uns: Wenn ihr Rohstoffe haben In der Zeit der Ansammlung dieser großen wollt, bezahlt sie gefälligst mit Gold. Jawohl, Währungsreserve war das Dawes- Abkomwir wären bereit, mit Gold zu zahlen, aber men in Kraft. Auf Grund dieses» Schandman hat uns das Gold gestohlen!<< streng darauf, daß keine deutsche Kommune eine ausländische Anleihe aufnahm, und betrieb gleichzeitig eine planmäßige Greuelpropaganda gegen den Kredit der angeblich verschwendungssüchtigen Gemeinden. Die Folge war nicht, daß die Auslandsanleihen überhaupt gestoppt, sondern nur daẞ sie verteuert und von der Großindustrie monopolisiert wurden. Aber Schachts Feldzug gegen den öffentlichen Kredit hatte nicht nur diesen, sondern den deutschen Auslandskredit im allgemeinen erschüttert. von die sich immer wieder gerade an solchen Hochschulen des Auslandes ereignen, an denen auch bevorzugte reichsdeutsche Studenten der Wissenschaften sich widmen. In diesem akademischen Tagesbefehl heißt es wörtlich: Herr Rust, der >> Die Gesamtheit der reichsdeutschen Studenten deutscher Abstammung im Ausland ist organisatorisch zusammengefaßt im vertrages<< sind in 5 Jahren 8 Milliarden Kreis Ausland der Deutschen Studentenschaft, Berlin SW 68, usw. Jeder ins AusWelches Gold meint der General? Im Mark für Reparationen gezahlt worden. land gehende deutsche Student ist verpflichJanuar 1933, zur Zeit da der Führer die Der» Goldraub der Reparationszahlungen tet, vor der Ausreise um Aufnahme in den Führung übernahm, befanden sich in den hatte also der Reichsbank nicht ihr Gold Kreis Ausland nachzusuchen, bezw. sich Kellern der Reichsbank 996 Millionen entzogen, sondern die Möglichkeit rechtzeitig von der Studentenschaft seiner Hochschule beurlauben zu lassen. Ohne die Mark in Gold und Devisen, davon der Ansammlung einer starken ordnungsgemäße Anmeldung des Auslands893 in Gold, jetzt sind es weniger Goldreserve gelassen. Seit 1931 studiums ist die spätere Fortsetzung des als 70 Millionen. In dieser Zeit hat werden keine Reparationen mehr bezahlt. Studiums in Deutschland, die Anrechnung Schacht, streng wie Fafner vor Neidhöhl, Hitler hatte das Glück, die Führung im die der Auslandssemester, bezw. Wiedergewacht, daß kein Gold noch Goldes Wert Kampf gegen die Last der Tribute zu überimmatrikulation in Frage gestellt.<< ohne seinen Willen ins Ausland gelange. nehmen, als keine mehr zu zahlen Das Ausland wollte schließlich nicht So unfrei und gegängelt waren sicherlich Dieses Gold kann also dem Schacht nicht waren. Wenn dennoch das Gold bis auf mehr für längere Fristen, sondern nur die Studenten des Vormärz- Preußen in keiner geraubt, es kann nur auf sein Ge- einen winzigen Rest verschwunden ist, so noch auf Abruf borgen. Eine Unter- Weise, die dann später mit den Berlinern und heiß ins Ausland geschickt kann es nicht für die Reparationen ver- suchung durch den Reichstag hatte das Leipziger Arbeitern auf die Barrikaden von worden sein. Ende März 1933 betrug braucht worden sein. Aber das Gold der überraschende Ergebnis, daß 20 achtundvierzig gingen. der Gold- und Devisenbestand der Reichs- Reichsbank wird man sagen, war nur ge- Milliarden Verschuldung an das Ausland» Reichserziehungsminister<, hat zwar jüngst bank noch 836, Ende April noch 516, Ende liehen, es kam zur Reichsbank als Folge die Hälfte kurzfristige Schul- bei einem Kameradschaftsabend des> Lagers< Juni nur noch 273 Millionen, das sind nur der großen Verschuldung an das Ausland, den war und davon alles bis auf einen des Deutsch- Akademischen Austauschdienstes etwa zwei Drittel vom Einfuhrwert eines die Deutschland nach Beendigung und zur winzigen Rest nicht etwa auf die öffent- erklärt, kein deutscher Auslandsstudent dürfe Beendigung der Inflation auf sich nehmen liche Hand, sondern auf Großbanken> drüben< seinem Gastland die nationalsozialiIm Laufe von drei Monaten war also der mußte. Deutschland war, sagt die völkische und Großindustrie entfiel. Die stische Weltanschauung aufzudrängen verGoldbestand auf ein Drittel und seit Legende, gezwungen, sich um der Tribut- Greuelpropaganda Schachts hatte sich also suchen... Aber nunmehr weiß man, wie das Januar auf etwas mehr als ein Viertel lasten willen in ausländische Schuldknecht- als Lügenpropaganda erwiesen. Sie hatte gemeint ist! Wer überhaupt zusammengeschrumpft. Das war keine schaft zu stürzen. Ist die Verschuldung den Erfolg, daß sich die Verschuldung der durch den deutschen Drahtverwird, durchgelassen vom Ausland erzwungene, sondern cine selbst erzwungen, so ist die geforderte öffentlichen Hand nicht vermindert, aber hau durchaus freiwillige Leistung Schachts. Rückzahlung in Gold es erst recht und daher die Kapitalverschwendung der Groß- unter Göbbelsschem oder GöringEinen amerikanischen Goldkredit von ein Raub. Aber 1929 trat die herabgesetzte konzerne gefördert wurde. Das geliehene schem Kriegsgesetz! Nur als militan600 Millionen Mark, der allmählich zu Zahlung des Young- Planes in Kraft, Auslandskapital wurde dem Machttrieb der ter Nationalsozialist darf er sich im Ausland tilgen war, zahlte er lange vor Fälligkeit am 1. Juli 1931 das Hooverabkom-» Wirtschaftsführer und privater Ver- bewegen! Man sollte meinen: hier wäre doch >> schlagartig bis auf den letzten Rest men, das die Jahresleistung auf die Hälfte schwendungssucht geopfert. Mit Milliarden Grund für die Umwelt, ein wenig nachdenkzurück. Was war der Grund, die Wäh- herabsetzte. Zu dieser Zeit ergab sich ein ausländischen Geldes war ein riesenhafter licher über dieses Deutschland zu werden! in unverwendbaren Marungsreserve ohne Not auszuschöpfen? Es Ausfuhrüberschuß von bis dahin unerreich- Friedhof toten, Monats. zu noch lebt der >> letztlich nationalsozialiDa die Zeitschrift für anverzieren, was sie ihren Druckspalten Die Folge war die Verschärfung von traut. So zum Beispiel im letzten OktoberDeflation und Krise, die Steigerung von heft: Arbeitslosigkeit und Massenelend. Ohne sie gäbe es zwar keinen nationalsozialistischen Staat, aber dafür mehr Gold, mehr Baumwolle und mehr Fleisch. war ein in äußere Form kauf- ter Höhe. Es waren also die beiden Be- schinen festgelegten Kapitals bezahlt wor- Deutsche Kartenlehre männischer Ehrbarkeit ge- dingungen gegeben, die man bis dahin den. Und als im Ausland bekannt wurde, Zuerst der Kartograph, kleideter betrügerischer als unerläßlich für das reibungslose daß allein die Gebrüder Ladann der kommandierende General! Bankrott. Schacht inszenierte eine Funktionieren des Zahlungsverkehrs husen 250 Millionen vergeudet Die Zeitschrift für Geopolitik<< rühmt künstliche Zahlungsunfähigkeit, um die zwischen Deutschland die zwischen Deutschland und der übrigen hatten, war der Sturm der Auslandsausländischen Gläubiger die gegen sie ge- Welt angesehen hatte: die Herabsetzung gläubiger auf die deutschen Großbanken sich öffentlich, der Hitlerei schon zugeschworichtete Aufrüstung selbst bezahlen der Reparationszahlungen und die Auf- nicht mehr aufzuhalten. Er wäre nicht er- ren gewesen zu sein, als sie es eigentlich noch lassen. Aber da inzwischen ein Ausfuhr- nahmebereitschaft des Auslandes für folgt ohne die Kreditsperre des Reichs- gar nicht gab. Schon im Jahre 1919, in ihrem überschuß erzielt werden konnte, war der deutsche Waren. Aber gerade zu dieser bankpräsidenten Schacht. Sie hatte die Gründungsjahr sei sie, so sagt sie in Goldbestand bis Ende des Jahres auf rund Zeit setzt der Sturm der Auslandsgläubiger Ueberschuldung der Industrie mit kurz- letzten Nummer, geradezu er- stisch gewesen. 400 Millionen aufgefüllt. Im März 1934 auf die Kassen der deutschen Großbanken fristigen Auslandsgeldern setzte eine zweite Goldflucht ein. Um ihnen zu Hilfe zu kommen, tat zwungen und damit erst den überstürzten Geopolitik in solchem inneren Kontakt mit ein. Bis Ende Juni, in sechs Monaten, war die Reichsbank einen gewaltigen Griff in Abzug von Auslandsgeldern möglich ge- dem jetzigen Regierungsgeist in Deutschland die Währungsreserve auf rund 70 Millionen ihren Goldschatz. Eine Goldflucht, ebenso macht, der die Reichsbank um ihre Re- steht, ist es erlaubt, die Meinung und die zusammengeschrumpft, also praktisch» schlagartig wie die drei Jahre später, serve ausländischer Zahlungsmittel ge- Absichten des Systems mit dem zu identifiwenigen bracht hatte. aufgezehrt. Woher kam dieser plötz- entzieht der Reichsbank in liche Schwund: Im Laufe von zwei Mo- Wochen eine Milliarde und in wenigen Monaten, vom Februar bis April 1934, war naten zwei Drittel ihrer Goldreserven. Mag Deutschlands durch z. B. die Einfuhr von Eisenerz die Verschuldung von 385.000 auf 732.000 Tonnen die Reparationszahlungen verursacht sein, gestiegen. Im Juli betrug sie bereits seine Ueberschuldung ist es bestimmt fast 1 Million Tonnen. Die Roheiseneinfuhr, nicht, denn in der Zeit von 1924 bis 1928 Göring scheint allerdings jeden Andie im April und Mai 1933 8100 Tonnen hatte die Verschuldung an das Ausland Milliarden betragen hatte, belief sich ein Jahr später 18 betragen, aber die spruch ausländischer Gläubiger auf bare 8 Milliarden, Zahlung als Raub anzusehen. Huldigt man auf 19.600 Tonnen. Ebenso» schlagartige Reparationszahlungen nur sie erkannten, also weniger als die Hälfte. Wer waren die dieser Bankrotteurökonomie nicht, dann stieg die Einfuhr von Kupfererz von 13.000 Tonnen im März auf 26.000 im Schuldner? Nicht das Reich, sondern über- muß man zugeben, daß nicht die> Feinde<< April und 36.000 Tonnen im Mai. Die wiegend Großbanken und Großindustrie. das Gold geraubt haben, sondern diejeniGleichzeitigkeit von plötzlichem Einsetzen Und wer hat diese Ueberschuldung zu gen, zu deren Gunsten heute in Deutscheiner forcierten Aufrüstung und der eben- verantworten und vor allem ihre gefähr- land regiert wird, und daß das Märchen so plötzlichen Goldflucht enthüllt ihren liche und für den Run der ausländischen vom geraubten Gold nur verbreitet wird, ursächlichen Zusammenhang. Wer ist also Depotinhaber entscheidende Form? Vor um die Massen darüber zu täuschen, wofür der Räuber dieses Goldes? Das Ausland allem Dr. Hjalmar Schacht. sie geopfert werden sollen. nicht, denn es ist ja selbst durch des erfindungsreichen Schacht verzwickten Methoden, Waren zu kaufen, ohne sie zu bezahlen, um die Bezahlung seiner Lieferungen geprellt, selbst um Gold und Goldeswert beraubt worden. Es ist also das Dritte Reich selbst, das Mit seiner Ueberwachungsstelle hielt er G. A. F. Volk hinter Stacheldraht > Das deutsche Volk kann sich auf die Dauer nicht mit rein technischen Karten ( der Geographie nämlich! D. R.) begnügen, die' nur seinen wissenschaftlichen und praktischen Orientierungsdrang befriedigen. Es wünscht in Wandkarte und Plakat die Aufklärung zu bekommen, die heute wesentlich ist. Ungarn und Italien sind mit solchen Plakaten längst vorangeschritten, weil daß Karten Waffen sind im politischen Kampf. Es bleibt für uns Deutsche der Wunsch, daß sich aus den vorhandenen Anfängen größeres entwickelt, das dem Volksganzén dienen kann. Die Möglichkeit solcher Entob wicklung hängt allerdings davon ab, wir Deutsche fähig sind, unsere oft allzu korrekte Sachlichkeit zu sprengen zugunsten einer herzhaften Hervorhebung des Wesentlichen und Wünschenswerten!< Wie sich schon die Heimkämpfer und verhinderten Frontsoldaten der Zukunft empfehlen für die kommende große Auseinandersolchem setzung Deutschlands mit der zu Zweck unentbehrlichen Welt von Feinden! seinen eigenen Goldschatz geplündert Jede deutsche Auslandsreise politisch kontrolliert- Die geschlossene Ach ja, es ist vielleicht» korrekte, aber durch-Das Halsband für den deutschen Stu- aus nicht wünschenswert, wenn man auf hat, um sich auf Kosten des Auslandes journalistische Autarkie denten im Ausland war. Pressevereinivon nicht verwässert Der Werberat der deutschen Wirtschaft den Karten den Ural immer noch als und derer im Inland, die sich dagegen das könnte doch nicht wehren können, zu bewaffnen. Fast gleichzeitig konnten dieser Tage im| keine Pässe mehr) nach diesem Gesichtspunkt Russen bewohnt angibt; kartographisch längst schon germanisiert Wenn aber auch der Gold- und Devisen- Dritten Reich zwei Vorgänge registriert wer- straff> regeln< werde. bestand bei Hitlers Machtübernahme un- den, die wohl deutlich genug zeigen, daß der Gleichzeitig hat der Hauptmann a. D. sein, bevor die wirkliche Germanisierung behitleramtliche Gouvernante der ginnt. Der Hinweis auf das löbliche Beispiel geheuer viel größer war als 12 Jahre Prozeß der Abkapselung eines Millionenvolkes Weiß, die später, so war er doch im Verhältnis zum von allen Beziehungen zur Umwelt noch kei- deutschen Zeitungsredakteure und Tages- Italiens und Ungarns ist der stärkste Beweis deutschen Einfuhrbedarf höchst unzuläng- neswegs abgeschlossen ist. Der Mann, den publizisten, in seiner Eigenschaft als Vor- für die Eroberungsabsichten Hitler- Deutschlich. Hat Schacht den von der Republik Herr Hitler als seinen allerältesten> Mit- sitzender des> Reichsverbandes der deutschen lands. übernommenen Vorrat auch verwirtschaf- kämpfer<< zum unumschränkten Souverän Presse angeordnet, daß kein deutscher tet, so war doch, was er geerbt hatte, nur über das deutsche Hotel- und Fremdenver- Journalist noch Mitglied der In- Frischei der Rest eines einstigen Reichtums. Denn kehrswesen erhoben hat, nachdem er sich als ternationalen die Reichsbank hatte zur Zeit der Republik bayrischer Minister durch wüste Sexualskan- gung sein darf und sofort aus ihr aus- hat die in dem Werbeschreiben eines Herweit mehr Gold und Goldeswert in ihren dale selbst unter seinen Hitlerfreunden un- zuscheiden hat. Da diese Vereinigung sich in stellers von Eier- Konservierungsmitteln entKellern als das Kaisertum und als zur möglich gemacht hatte, Esser aus München, der Hauptsache darauf beschränkte, für ihre haltene Behauptung, daß die Eier, wenn sie Deckung ihrer Banknoten vorgeschrieben hat in einer Rede vor deutschen Verkehrs- Mitglieder einen international anereingelegt werden, frisch< bleiben, untersagt. interessierten in aller Form angekündigt, kannten Berufsausweis, der oft so Maßgebend hierfür war nicht der GeAm Ende des Jahres 1913 betrug der daẞ künftig jeder Grenzübertritt gut wie eine Art Paẞersatz war, zu führen, sichtspunkt der Irreführung Goldschatz der deutschen Notenbanken eines Deutschen nicht nur nach Devi- so kann auch dieser Ukas nur den Zweck den Hausfrauen dürfte allgemein bekannt 1235, Ende 1928 3000 Millionen Mark. sen-, Zoll- und anderen Staatsinteressen, haben, dem Käfig Deutschland noch einige sein, daß eingelegte Eier nicht mehr Die Deckung der Banknoten durch Gold der politischen starke Gitterstangen mehr anzudrehen. eigentlichen Sinne» frisch< sind als vielund Devisen brauchte nur 40 Prozent zu Seite hin einzeln kontrolliert werden würde. Welch ein>> Stärke<-Beweis für die Güte mehr die Absicht, den durch die EierverordEsser sprach in betragen, betrug aber Ende 1928 60 Prodiesem Zusammenhang des nationalsozialistischen Gedankengutes<, nung geschützten Begriff frisches Eic zent. Der Notenumlauf war also bei weitem ganz offen von all den Ländern, die für den wenn es sich schon durch jede, auch die harmlovor einer Verwässerung zu bewahüberdeckt. Die Anhäufung von Gold konnte Nationalsozialismus auf- seste unkontrollierte Berührung seiner> Volks- ren. stattfinden, obwohl das Reich nach dem brächten Ungarn genossen< mit dem Ausland bedroht Waffenstillstand 2 Milliarden Gold ab- und Italien ist das freilich die ganze Welt muß! Insofern ist auch die Anweisung des Drittes Reich! und ließ durchblicken, daß ein in Zukunft neuen liefern und obgleich sein Gold- und Dedeutschen> Reichs- Studenten- Die evangelische Kirchenbehörde von Hanvisenschatz durch die Inflation auf rund für das Reich einheitlich funktionierendes führer« ein klassisches Armutszeugnis, zu- nover hat zur Vorbereitung der Konfirmation 500 Millionen zusammengeschrumpft war. politisches den gleich aber auch der handgreifliche Beweis einen zweijährigen KonfirmandenDie Reichsmark war also damals weit- Grenzübertritt der» Reichsbürger«( andere dafür, wer an gewissen tumultuösen und un- unterricht angeordnet. Bisher hatte ein gehend, wenn auch nicht völlig vor einem Deutsche bekommen bekanntlich schon längst anständigen Dingen die Schuld tragen mag, Jahr genügt. sondern auch nach kein Verständnis mit Ausnahme von Auslandsreisen- Kontrollamt fühlen (> Frankfurter Zeitung.<) im Nr. 180 BEILAGE Itettocmarfs 22. November 1936 »Volk ohne Geist« Erster Start einer philosophlsdien Opposition Wer heute die Berichte über wissenschaftliche Kongresse in Deutschland liest und durch den Lautsprecher die Offenbarungen der neuen deutschen Geistigkeit vernimmt, denkt an Hamlets düstere Frage an Yoricks Grab, ob das Schicksal menschlichen Geistes und der menschlichen Seele darin beschlossen liege, daß»zuletzt ein grober Flegel den Menschen mit einer schmutzigen Schaufel um den Hirnkasten schlägt.« Es hat seit Jahrhunderten keinen Zeitabschnitt gegeben, wo die Humanität diese Schaufel so spüren mußte wie heute. Aber das Bekenntnis zur Menschlichkeit hat mit ihrem Trabanten, der Freiheit und der Vernunft, die Eigenschaft, zuletzt jeder Unterdrückung zu trotzen. Heute, wo die Methoden der Despotie mit rationalisiertem Raffinement ausgerichtet s:nd, muß die geistige Opposition nach den letzten noch möglichen Verstecken suchen, um den Verfolgern zu entgehen. In Deutschland geht ihr Weg nach alter Traditionsgebundenheit zunächst durch die Philosophie, wo das Wagnis des Wider- spruchs mit Hilfe überlieferter Formeln noch am leichtesten zu verbergen ist Vor kurzem tagte die Deutsche Philosophische Gesellschaft in Berlin. Sie war dem Thema:»Seele und Geist« gewidmet, also einem alten philosophischen Diskussionsobjekt Seit dem Dritten Reich und dem Kunterbunt von Pseudo-Mythos und stählerner Machtanbetung, Rassenvergottung und Angstkomplexen hat diese Kontrastierung jedoch einen neuen Sinn erhalten.»Seele«— das ist die Ausdrucksform für irrationale »Triebe«, und diese wiederum werden vom »Blute« diktiert»Geist« auf der andern Seite— er steht in verdächtiger Beziehung zu den Entscheidungen der Vernunft Das Thema der Deutschen Philosophischen Gesellschaft, die einen stattlichen Kreis von deutschen und ausländischen Geleimten um sich versammelt hatte, gab also die Möglichkeit, sich hinter rein geistigen Orientierungen mit der»Weltanschauung« des Dritten Reiches in der biegsamen Sprache der Wissenschaft auseinanderzusetzen. Der erste Redner war der bedeutende Pädagoge und Philosoph Professor Eduard Spranger, der weit über die Fachkreise hinaus geistige Autorität besitzt. Er war dem braunen Regime gleich nach der Machtübernahme nicht bequem und schied grollend aus dem Amte. Erst n�ieh längeren Verhandlungen, in deren Verlauf sich Spranger den vorgeschriebenen Zeremonien beugte, trat er wieder in den Lehrkörper der Berliner Universität ein. Sein Vortrag über»Seele und Geist«, der die gesamte Tagung beherrschte, gipfelte in folgenden Sätzen: Allein der Geist ist das Medium derVorstellbarkeit Es gibt ohne ihn überhaupt keine höhere Beziehung unter den Menschen. Ohne seine Vermittlung bleibt das bloß Seelische für uns unzugänglich, denn an die seelische Seite im menschlichen Bewußtsein gelangen wir nur über geistige Vorgänge, wie es auch eine direkte Wahrnehmung der seelischen Bewegung eines anderen überhaupt nicht gibt. Spranger kam auf Grund seiner scharf abgegrenzten Thesen zu dem Ergebnis, daß der Geist allein Medium und Kulturschöpfer sei:»Nur im Reiche des Geistes kann ein Volk seiner sittlichen Vollendung ent- gegenreife n.« Sprangers Referat wirkte wie eine »Bombe«. Die übergroße Mehrheit der philosophischen Corona zeichnete den Redner durch begeisterten Beifall aus— eine Manifestation bedrückter Seelen, die sich am Mute anderer zu entzünden pflegen. Freilich, äußerlich waren Sprangers Vorstöße gegen den Modephilosophen Ludwig K 1 a g e s gerichtet, einen Besitzer der höheren braunen Weihen. Klages, der von der Graphologie zur Philosophie kam, gab vor einer Reihe von Jahren ein Buch her- •»Der Geist als Widersacher der lÜw worin der Geist und alles, was sich K««' � d!!1.IiUltUr" ,. Gegenwart verantwortheh gemacht wird. Klages will die Menschheit, »retten«, indem er sie zur»Ganzheit« und zum»Unbewußten« zurückführen will. Der sündige Geist hat aber noch ein viel schlimmeres Verbrechen auf sich geladen: er ist der Schöpfer der forschenden und wägenden Wissenschaft, die alles Geschehen der»Lebendigkeit« entkleidet. Man begreift, daß Klages mit solchen Bekenntnissen von der Geistfeindlichkeit der nationalsozialistischen Geburtshelfer mit offenen Armen aufgenommen wurde. Er prägte Sätze, an denen sich inhaltlich wie stilistisch Rosenberg und Hitler und alle kleineren Trabanten der völkischen Mythoslehre fruchtbar zu nähren vermochten.»Seele ist Schauung, UrbUder sind Vergangenheitsseher, die zu ihrem Erscheinen der Verbindung mit dem Blute leibhaftig Lebendiger bedürfen,— auf dem Wege einer mythischen Hochzeit.« Es waren die metaphysischen Umtriebe eines Wochenend-Philosophen, wo es nach Blut und Erde roch, in dessen Bereich verschwärmte Räuschlinge, rassische Instinktriecher und bluterstarkte Kulturabträger wie die Motten ins Licht flogen. Wenn man bei Klages liest, daß der einzige Quellpunkt echter Erleuchtung die»wollüstig-selige Ekstasis« sei, daß die Welt der Tatsachen durch die»W elt der Bilder« abgelöst werden muß, so darf man in ihm mit Fug und Recht als einen der Nährväter der neuen»Erlebnisseele« mit Militärmusikbe- gledtung erblicken. Sprangers Angriff auf diese Klages- Gesänge ging aber weit über sie hinaus. Er traf die Wissenschaft des Dritten Reiches— was seinen Hörern zu merken nicht schwer fiel— mitten ins Herz. In Heidelberg hat Sprangers Antipode K r i e c k feierlich im Namen seines Führers erklärt, daß die vom Geist bewegte Humanitätsidee für die deutsche Wissenschaft nicht mehr»verpflichtend« sei. An ihre Stelle hat befehlsgemäß die »völkische Lebensordnung«, die Erhaltung der»arteigenen Kraft« zu treten, mit dem Leitprinzip der Stimme des Blutes. Sprangers Bekenntnis zum Geiste war die Antithese dazu. Der für ihn allein kulturschöpferische Geist erkennt»totale« Po- stulate nicht an. Er existiert gerade davon, was die neue nationalsozialistische »Wissenschaftslehre« grundsätzlich nicht anerkennt: nämlich von jener Objektivität, die die Werte nicht fixiert, sondern immanent sucht. Und was sich von selbst ver- ' steht: der»Geist« kann sich nicht mit j einem Führer abfinden, der nicht nur politische Befehlsgewalt, sondern auch in der Kulturgestaltung die Unfehlbarkeit der Gesinnungs- und Meinungsbildung beansprucht. Indessen hat man keinen Grund, Spranger und denen, die ihm zustimmten, besonderen Respekt zu bezeugen. Sie machen alle offiziell den braunen Betrieb mit, heben die Arme zum huldigenden Gruß und danken dem Führer telegraphisch mit der Beteuerung mit ihm für Deutschlands Ehre»auch in der Wissenschaft« wirken zu wollen. Die»Seele« der Unterwürfigkeit, erfüllt von der Furcht, Amt und Würden in Gefahr zu wissen, ist stärker als der»Geist« wissenschaftlicher und weltanschaulicher Ueberzeugung. Es ist Geist ohne seinen schöpferischen Widerpart, dem Willen zum Opfer, wodurch es ihm an Selbstachtung gebricht. Sie kleiden ihren Widerspruch gegen individuelle und gesellschaftliche Knechtung in Sätze, die sublim und vieldeutig gefeilt sind und gegebenenfalls die Rückzugslinie nicht versperren. Für Eduard Spranger, den weltbekannten Gelehrten, ist das Wagnis noch kleiner als für andere. Er ist auf der Fahrt nach Tokio, wo er für längere Zeit die Leitung eines wissenschaftlichen Instituts übernimmt Ihm steht die Welt offen, aber die Hürde des braunen Reiches wül er nicht überspringen. Er will nichts»verlieren«, weder Lehrstuhl, noch Bibliothek, noch Reputation unter der herrschenden Schicht Wenn er, wie er es in seinem Vortrag tat, den Geist als»Funke aus Gott im Menschen« bezeichnet, so hält er für seine Person von diesem Funken honorige Distanz; er ist für ihn privat unverbindlich. So kommt man zuguterletzt doch noch zu einer Ehrenrettung der»Seele«. Ihr entströmt das unwägbare und angeborene Be- kenntis zur Freiheit im Bunde mit der persönlichen Einsatzbereitschaft Professorenreden in Ehren. Aber die Hunderttausende von Kämpfern, die im Widerstand verharren und keine so leichten Fluchtweg wie die Männer von Geist, Wissenschaft und einigem Vermögen besitzen, sind der fruchtbarere Humus für die sittliche Vollendung des deutschen Geistes und der Wende der deutschen Geschichte. Andreas Howald. ein freier Mann. Sein Buch aber, in dem er seine Befreiung von Vorurteil und Standesdünkel schildert, weist nicht nur in die Vergangenheit zurück, es grüßt auch in die Zukunft hinein. Sein Weg von rechts nach links, den er gegangen, wird sich eines Tages zur Heerstraße weiten, auf der ein befreites Volk j marschieren wird. Für ihn konnte es nur ein Dornenweg sein. Schicksal und Ruhm des Pioniers! F. St. Einer9 der aufrecht starb Gerladis Lebenserinnerungen Im Sommer 1935 ist Hellmut von Ger lach gestorben. Nun, da sein nachgelassenes, von Emil Ludwig herausgegebenes Erinnerungsbuch»Von rechts nach links« im Züricher Europaverlag erschienen ist, ist es uns, als sei er noch einmal lebendig unter uns getreten. So immittelbar wirkt dieses Buch.»Ce qul n'est pas clair, n'est pas frangals«, zitiert er an irgendeiner Stelle:»Was nicht klar ist, das ist nicht französisch.« Man könnte ebenso gut sagen: »Was nicht klar ist, kann nicht von Gerlach sein.« Hier ist jede Zeile ein klarer Gerlach: nicht»geistreich«, aber gescheit, nicht witzig, aber humorvoll, nicht sentimental, aber menschlich. Gerlach stammte aus einer schlesischen, im Jahre 1840 geadelten Landwirtsfamilie. Aus einer agrarisch-junkerlichen Umgebung wuchs er über den Regierungsassessor in die konservative Journalistik hinein. Ueber Stöcker und Naumann geht sein Weg von rechts nach links: vom Antisemiten zum Liberalen, vom Schwärmer für Heer und Flotte zum entschiedenen Pazifisten. Seine soziale Gesinnung bringt ihn in die Nähe der Sozialdemokratie. Es ist ein langer, schicksalsreicher Weg, der hier in einem prachtvoll ehrlichem, ungekünsteltem Stil mit plastischer Eindringlichkeit geschildert wird. Wer dieses lebendige Buch liest, lernt Deutschland besser kennen. Manche alte Geschichte wird erzählt, die an die Gegenwart rührt. Man erlebt die Dramatik des Tivoli-Parteitages— des reak- tionärsten Parteitages der Konservativen im Jahre 1892—, der doch nicht mehr dazu kam, ein neues Sozialistengesetz zu fordern, weil eine junge Opposition unter Gerlachs Führung dagegen Protest erhob. Zwei Jahre später scheitert ein Staatsstreichplan, der das allgemeine Reichstags wähl recht beseitigen soll, an dem gleichen Widerstand. Auch die alten preußischen Konservativen waren, dem Geist der Zeit entsprechend,»liberali- stisch« angehaucht und nicht ganz frei von der Neigung, im politisch Andersdenkenden immer noch einen Menschen zu sehen. Auch für das schlimmste Scharf machertum gab es auf dem Wege zur totalen Bestialität humanitäre Hemmungen. Gerlach erklärte die Entwicklung, die er genommen hat, ausschließlich aus seinem Verstände. Er betrachtete sich selbst als einen kritischen Geist, der das Vernünftige sucht und es festhält, sobald er es gefunden hat Eine ihn ehrende Schamhaftigkelt hinderte ihn, an sich selber zu erkennen, daß Politik eine Angelegenheit nicht nur des Verstandes, sondern auch des Charakters ist. Gerlach war nicht nur ein fanatischer Rationalist er war auch eine eminent moralische Persönlichkeit, und sein politisches Ziel hatte er sich gestellt wie es seiner gerechten und menschlichen Gesinnung entsprach. Es ist die Tragik seines Lebens, daß schließlich die Ungeister der Stöckerzeit die er in seinem Innern besiegt hatte; über ihn herfielen, ihn aus dem Lande jagten, und ihn mit ihrem stumpfsinnigen Haß und ihren schmutzigen Verleumdungen bis in das Exil verfolgten. Er trug dies alles tapfer und starb aufrecht, Brauner Kohl »Die Hausfrauen werden nochmals darauf aufmerksam gemacht, in diesen Wochen, solange der Herbstkohl noch auf dem Markt ist, möglichst viele Kohlgerichte zu kochen, damit die reichen Mengen dieses gesunden Nahrungsmittels nicht verderben, sondern für die Ernährung nutzbar gemacht werden.« (»Kölnische Volkszeitung«, 6. 11. 1936.) ... Gar manche Mahlzeit in vier Wochen Zu unserm eignen besten Wohl, So herrlich schmackhaft uns zu kochen Von unserm guten deutschen Kohl! Ich denk, wir machen's wie die Hasen Und essen fortan Kohl zu Häuf, Weil wir es in der Zeitung lasen: »Nutzt jetzt den bill'gen K o h 1 v e r- kauf!« (»Preußische Zeitung«, 6. 11. 1936.) »Eine große Verantwortung liegt auf euren Schultern.« Mit diesen Worten leitete Ministerpräsident Generaloberst Gering während seiner großen Rede im Sportpalast seinen Appell an die Hausfrauen ein, mitzuhelfen im gemeinsamen Kampf gegen hier und da auftretende Knappheit einzelner Lebensmittel. Die deutsche Hausfrau ist sich dieser Verantwortung voll bewußt. Sie weiß, daß in erster Linie die Speisen auf den Tisch gehören, die jahreszeitlich bedingt sind. Deswegen bringt sie in diesen Wochen mit ihrem überreichen Segen an deutschem Herbst- k o h I lieber ein Kohlgericht zuviel als zu wenig. (»Deutsche Allgemeine Zeitung«, 8. 11. 1936.) »An der Ecke der Knobeisdorff- und Schloßstraße steht der Mann, der Alt-Char- lottenburg wiegt. Man klettert auf seine Waage, trauert einigen Pfunden nach, die auf unerklärliche Weise verlorengegangen sind, und bezahlt für die Kunde seinen Sechser. »Det Is man nlch so schlimm, junger Mann«, tröstet der Wiegemeister,»det Hecht in die Jahreszeit, det Abnehme n.< (»Der Westen«, Berlin, 6. 11. 1936.) »In manchen Gemüsesorten waren die Anfuhren so stark, daß der Absatz nicht glatt vonstatten ging. So bleibt noch immer der Weißkohl zu wenig beachtet, obgleich die Ernte sehr reichlich ist; namentlich sollte die Hausfrau auf den weniger haltbaren Herbstkohl in Zukunft stärker zurück- grelfen, um zu vermeiden, daß hier größere Mengen verlorengehen... Die Zufuhr von Rosenkohl ist in diesen Tagen vielfach äußerst umfangreich, so daß an einigen Stellen Schwierigkeiten In der Unterbringung eintraten. Bei den zahlreich vorhandenen Koblsorten hat sich das Interesse für Grünkohl noch nicht verstärkt, so daß der Absatz auch hier nicht immer glatt verläuft.« (Berliner Marktbericht vom 6. 11. 1936.) Das zusätzliche Schaf Auf einer Kundgebung der Deutschen Arbeitsfront in Königsberg verkündete der Leiter der Sozialabteilung des Gebietes I der HJ, Oberbannführer Hering, man werde künftig jedem BdM-Mädchen auf dem Lande auferlegen. daß es»zusätzlich ein Schaf aufziehe und 25 qm Flachs anbaue«.— Das ist zwar eine ganz sinnige Schäferidylle, aber die deutschen Fleischer würden es wohl mehr begrüßen, wenn beispielsweise jedes Reichstagsmitglied oder jeder Gau-, Untergau-, Bann-, Unterbann-, Oberschar-, Schar- und Unterscharführer ein zusätzliches Rindvieh neben sich aufwachsen ließe. Kurt Doberer, Ing: Krieg unter dem Meer Konstruktion und Taktik der deutschen Unterseeboot- Waffe * Seit einigen Jahren ist Großbritannien und besonders seine Hauptstadt London, der Urquell aller Schauermärchen über die geheimnisvolle technische Ueberlegenheit neuer deutscher Kriegsmaschinen. Dabei ist zu verfolgen, wie diese Meldungen alle aus regie rungsinspirierten Quellen stammen und zum Teil direkt von Regierungsblättern gebracht werden. Diese Tatsache zeigt, daß damit von bestimmten englischen Stellen ein durchaus realer Zweck verfolgt wurde. Man wollte in der englischen Oeffentlichkeit die Stimmung für das neue Aufrüstungstempo vorbereiten. für die britische Seeherrschaft bedeute. Man in U- Booten hochwillkommenen reinen vorgeschlagen. Motoren sollten über Dynamos elektrischen Strom erzeugen und dieser Strom sollte zur Zersetzung von Wasser verwendet werden. Man konnte so auf dem Wege der Elektrolyse ein aufspeicherbares Gasgemisch im aus Wasserstoff und Sauerstoff herstellen. der Stelle, aus dem Seewasser, gewonnen.| schwerfälligen Akkumulatoren- Batterien Das Seewasser wird durch einen kleinen U- Boot' entbehrlich zu machen. Dieses hochexplosible Gas kann jederzeit in Apparat diszilliert und dann auf elektrowerden. Die Reichsmarine hatte bereits vor dem Explosionsmotoren verbrannt Die lytischem Wege in seine beiden Bestandteile, Wasserstoff und Sauerstoff, zerlegt. Weltkrieg die Petroleum- Motoren ihrer Unter- Auspuffgase bestehen hier dann aus Dämpfen Durch die Mischung dieser beiden Stoffe seeboote durch Dieselmotoren ersetzt und daentsteht ein Gas, das eine außerordentlich durch den Aktionsradius gesteigert. Bei der Wassers. hohe Explosivkraft besitzt. Die Versuche Ueberwasserfahrt trieben diese Dieselmotoren Die Idee Lawaczeks, die für den friedlichen damit sind schon längst gemacht worden, aber bis jetzt konnte man die technischen zugleich die als Dynamos arbeitenden Elektro- Zweck der Energiespeicherung an WasserSchwierigkeiten nicht überwinden. Nunmehr motoren, um den elektrischen Strom für die kraftwerken gedacht war, wurde schleunigst ist es den deutschen Ingenieuren gelungen, Unterwasserfahrt zu erzeugen, der dann in bei der Neukonstruktion von U- Booten verdas Problem zu lösen. Das Organ des engli- den schweren Akkumulatorenbatterien auf- wendet. Dieselmotoren erzeugen jetzt bei der schen Außenministeriums,» Daily TeleZur Unterwasserfahrt Ueberwasserfahrt über einen Dynamo zusätzgraphe, glaubt, daß die Einführung des gespeichert wurde. > Wassermotors in der deutschen wurden die Frischluft verbrauchenden und lich elektrische Kraft. Diese wird sofort über Leider hat in der ersten Zeit die geheimnis- U- Boot- Flotte eine außerordentliche Gefahr giftigen Abgase erzeugenden Dieselmotoren einen Hochdruck- Elektrolyser zur Herstellung volle und dezentralisierte Art dieser Pressesollte nicht vergessen, daß während des abgestellt. Die elektrischen Maschinen began- eines Wasserstoff- Sauerstoff- Gemisches aus bearbeitung, Beeinflußte nicht zuerst im Volk, letzten Krieges die damaligen deutschen nen im umgekehrten Sinne, als Elektro- dem Meerwasser verwendet. Es ist selbstversondern unter den Regierungsmitgliedern U- Boote, die einen ziemlich geringen Ak- motoren zu arbeiten, indem sie Strom aus den ständlich, daß durch den Wegfall der schweren selbst gefunden. Nur so ist die Panikstimmung tionsradius hatten, mehr als 2000 englische Batterien nahmen und die Kraft für die Tauch- Akku- Batterien der Laderaum für Schweröl Handelsschiffe und 350 britische Kriegsdem Treibstoff für die Ueberwasserfahrt zu verstehen, die einige Jahre in gewissen schiffe versenkt haben. Das neue deutsche fahrt erzeugten. Diese schwerfällige englischen Regierungskreisen herrschte und U- Boot habe aber tatsächlich einen unbe- durch die Dämpfe aus den Schwefelsäure- und dem Kraftstoff zur Erzeugung des Gasdie zu einer Reihe pathologischer Rüstungs- schränkten Aktionsradius, wodurch beträchtdiese bädern der Akku- Batterien auch gefährliche gemisches zur Unterwasserfahrt abkommen mit Deutschland, unter anderem Waffe noch bedeutend gefährlicher wird. Umformerapparatur wird in dieser Form lich vergrößert und dadurch der Aktionsradius zu der sonderbaren Abmachung über die Un- Der letzte Satz der Notiz ist symptomatisch heute noch für alle Unterseeboote der Welt- auch kleiner U- Boote gewaltig gesteigert werterseeboottonnage führte. für eine gewisse Art technischer Greuel- mächte verwendet. den kann. propaganda. Früher, in normalen Zeiten, zog Obwohl dem Deutschen Reich durch den Dieser Vorteil der deutschen U- Bootman Schlußfolgerungen anders. Man konnte Vertrag von Versailles der Bau und die Ver- Technik, den phantastische Uebertreibungen oft feststellen, daß eine Erfindung theoretisch wendung von Unterseebooten aller Typen ver- nur verwischen, wird durch taktische Maßdenkbar war, ihre Ausführung praktisch aber boten worden war, blieb dafür ein starkes nahmen der deutschen Kriegsmarine verstärkt. auf Schwierigkeiten stieß. Heute dagegen theoretisches Interesses. Diese platonische Unter den Balkenüberschriften> U- Boote meldet man kühn: Theoretisch zwar nicht Beschäftigung hatte aber bis Ende des Jahres erledigt Strahlen vernichten sie von weidenkbar, aber praktisch funktionierend! 1932 zu sehr positiven Ergebnissen geführt. tem brachten im Frühjahr 1936 die Zeitungen Theoretisch ist es undenkbar, daß man ohne Bei Dieselmotorenantrieb konnte man daran einer Reutermeldung über eine neue Methode Kraft aus Asche neue Kohle erzeugt und diese denken, statt der schweren Akkumulatoren der englischen U- Boot- Abwehr. Jedes U- Boot verbrennt. Ebenso kann man unmöglich aus eine gleich schwere Menge Preßluft in sollte von nun an verloren sein, wenn es sich verbranntem Wasserstoffgas aus Wasser das Unterseeboot zu laden, um dann bei der auf Torpedierungsentfernung einem englischen ohne Kraft das Gas neu erzeugen und wie- Tauchfahrt die Verbrennungsmotoren, statt Kriegsschiff nähere. der in Motoren verbrennen. Woher soll aber mit Frischluft, mit Preßluft zu versorgen. dann der unbeschränkte Reiseradius der neuen Diese Lösung scheitert aber an den ausgedeutschen U- Boote kommen? Ist deshalb alles stoßenen Abgasen. Diese würden als blasiger an der Meldung Schwindel? Schaum den Fahrtweg des U- Bootes auf die Meeresoberfläche zeichnen. Unterdessen sind einige Monate entscheidender Aufrüstungspraxis für England verstrichen und es hat sich inzwischen bei den Diplomaten die Erkenntnis durchgesetzt, daß man auch in Deutschland die Motoren nicht mit Wasser, sondern nur mit Benzin und Schweröl antreiben kann. www -ww und In Wahrheit bringt dieses neue Prinzip durchaus nichts furchtbares für die deutschen U- Boote. Es handelt sich um ein System von Ultraschallwellen. Diese Wellen werden von den Kreuzern in das Wasser geschickt. TrefSo neu ist aber diese Weisheit bei gewissen Männern, die in England Politik machen, daß sie glauben, der Oeffentlichkeit gegenüber müsse man weiter Rüstungsalchimie treiben. Man müsse weiter mit halben Andeutungen und geheimnisvollen Wendungen Panik vor der überlegenen deutschen Kriegstechnik erzeugen, um die richtige Stimmung für die ( eigene Aufrüstung zu bekommen. Hier muß laut und deutlich gesagt werden: Nun Schluß Auch diese Meldung hat, wie sich bei mit diesem Schwindel! Diese Märchen dienen neunzig Prozent aller kriegstechnischen Für diese Schwierigkeit fand man schließ- fen sie auf ein U- Boot, dann kehren sie zurück nicht der notwendigen Aufrüstung der Mächte Greuelmeldungen zeigt, einen wahren Kern. lich einen einfachen Ausweg. Den gasförmigen und man kann aus den Reflektionswinkeln der Friedensfront. Sie treiben höchstens die Es ist der deutschen Marine gelungen, die für Verbrennungsrückständen der Motoren teilte den Standort des U- Bootes feststellen. Da die kleinen Staaten in die Arme des durch diese sie arbeitende Rüstungsindustrie besonders man nachdem man aus ihnen durch einen deutschen U- Boote aber dieselbe Einrichtung auf dem Spezialgebiet des Unterseebootbaues Waschprozeß vor allem die Kohlensäure ent- besitzenPropaganda glorifizierten Hitler- Reiches. die Atlaswerke in Bremen erzeugen Die neueste dieser Schauergeschichten be- zu intensivster Forschungsarbeit zu zwingen fernt hatte dieselbe Aufgabe zu, die der sie wird das Ganze zu einem Duell zwirichtet von deutschen Unterseebooten, die und die Lieferung entscheidend verbesserter Stickstoff in der Luft spielt. Sie mußten den schen dem Dünnen und dem Dicken. Es ist aus Seewasser Gas erzeugen und von diesem U- Boote zu erreichen. Daß den Deutschen chemisch unbeteiligten Füllstoff darstellen. nicht zu verkennen, daß die größeren TrefferTreibstoff getrieben über und unter dem Meere dieser Vorsprung gegenüber England gelang Durch Zusatz von reinem Sauerstoff erhielt möglichkeiten am Dicken liegen. Rücken aber wie der Marine- man dann ein Gemisch, das denselben Dienst gegen einen Panzerkreuzer eine ganze Schar dahinrasen. Was sich ein Laie aus den dunk- und daß Großbritannien len Wendungen des über die Sache berich- Mitarbeiter des Daily Telegraphe, Hector C. wie Frischluft tat. kleinster U- Boote in einem Halbkreis an, so - glaubt, nur über seinen Man konnte nun die Dieselmotoren in einem ist für diesen die Meßmethode illusorisch geLondoner» Daily Telegraph< heraus- Bywater andeutet pflückt, das zeigt ein am besten in einer Spionagedienst diesen Rückstand aufholen zu Kreisprozeß arbeiten lassen, der die Außen- worden, während die U- Boote eine schriftliche Prager Zeitung erschienener Auszug. können, das stimmt nachdenklich. Anschei- welt weder zur Aufnahme von Frischluft, noch Treffergarantie geben können. nend ist ein bestechlicher Herrschaftsapparat, zur Abgabe der Verbrennungsrückstände Neuer deutscher Ersatzstoff tess Wasser als Brennstoff. Wie der Lon- wie der des Dritten Reiches, den nationalen brauchte. Was die Motoren hinten ausstießen, mörderischer Weise unterstützt. Es hat mit doner> Daily Telegraph« nach Informatio- Belangen auf dem Gebiete des Rüstungsfort- das wurde ihnen mit Sauerstoffzusatz vorne Deutschland gemeinsam den Versailler Vernen von wohlinformierten Fachleuten mel- schritts zuträglicher, als das verwandte und wieder eingeblasen. Bei dieser Art von Unter- trag gebrochen und dazu noch ein U- Bootabdet, sind die U- Boote neuerdings mit einem verschwägerte Interessengeflecht zwischen seebooten mußten immer noch Sauerstoff- kommen nicht auf die Stückzahl, sondern auf neuen Motor versehen worden, der als Brennstoff diszilliertes Wasser verwendet, der englischen Regierungsmaschinerie und den vorräte mitgeführt werden. Deshalb hat man die Gesamttonnage abgeschlossen. Die SeeDamit ist die Notwendigkeit für das U- privaten Rüstungskonzernen. sich im Dritten Reich mit dieser Lösung nicht macht Großbritannien hat der Landmacht Boot, große Mengen Benzin mitzuführten, Im deutschen Unterseebootbau war man begnügt. Deutschland Fünfundvierzig Prozent seiner wodurch selbstverständlich der Aktions- schon zur Zeit der Weimarer Republik am Professor Lawaczek in München hatte für U- Boot- Tonnage zugestanden. Da Deutschfortgefallen. Nun wird der Brennstoff auf Werk, durch entscheidende Verbesserungen die die Speicherung von Kraft einen neuen Weg land Serien von Zwergunterseebooten mit tenden> diszillierradius des U- Bootes sehr beschränkt war, Vom gefährlichen ben Diese Entwicklung hat England in selbstLeben sie halten sich hinten, sie trifft kein Verder- Warnsdorf) steckt viel Gesehenes und Erleb- losen, etwas Neues zu beginnen, manchmal ben. Ob Afrika, Spanien, der Erdball in Scher- in Sowjetrußland gelebt. In ihrem Roman kaum unterschieden. Manchmal scheint für » Und dennoch...<( Verlag Thum u. Co., den Helden des Buches, einen jungen Arbeitstes. Das Buch erzählt von den Kämpfen der scheint er zu begreifen, daß seine Not nur ein kommunistischen Opposition gegen Korrup- Teil der großen Not und des Kampfes unsetion und Aparatschiki, für sozialistische De- rer Zeit ist. Aber der Autor läßt es bei Anmokratie und Selbstkritik. Die Handlung deutungen bewenden, zeigt hier eine sozialispielt auch ins Dritte Reich hinein und zeigt stische Demonstration, dort ein Stück soziadie verblüffende Aehnlichkeit der Unterdrük- listischer Gemeinschaft, ohne den Leser recht Jetzt haben sie euch das gefährliche Leben«, Gefährlich lebt ihr nur, die ihr sie ertragt von dem sie so schwärmten, zu kosten gege- und sie nicht beizeiten zum Teufel jagt. ben. Für sie wars ein Schlagwort, ein Zeitvertreib, ihr spürt es am eigenen, mageren Leib. Kein Fleisch, keine Eier, Kanonen statt Butter, Hugin. Neue Romane dert Alfred Neumanns Roman> Kaiden Bauern kein Vieh, und den Tieren kein serreiche( Verlag Albert de Lange). Futter, die Preise gesteigert, die Löhne gesenkt, den Goldstrom in wenige Taschen gelenkt. Das Recht mit Gewehren und Knüppeln erschlagen, ein Flugzettel bringt dich, ein Wort um den Kragen. Die Häscher gespenstern von Haus zu Haus und liefern ihr Jagdwild dem Henkersbeil aus. Ob sie deine Kinder schon morgen ermorden und wann aus Europa ein Kirchhof geworden, das ist noch nicht sicher doch eines steht fest: sie hegen den Krieg wie die Ratten die Pest. Schon üben die Tanks, daß die Berge erzittern, schon werden die Grenzen zu eisernen Gittern, schon hagelt's Demarchen von Land zu Land, schon hat jedes Kind seinen Gasschutz zur Hand. Es Höhepunkt und Sturz Napoleons III. schil- kungsmethoden hüben und drüben. Aber vom wissen zu lassen, wo er, der Autor, eigentlich verschiedenartigen ökonomischen Hinter selbst steht und ob der Weg seines Helden grund ganz abgesehen, drängt sich dem Leser zu den marschierenden Kolonnen oder von ein gewaltiger Unterschied auf: in der Op- ihnen weg führt. Man muß es hinnehmen als position der sowjetistischen> Staatspartei einen Widerschein des Wirrwarrs, der heute steckt Mut zur eigenen Meinung, Lerneifer, in vielen jungen Menschen kreist. Ein Bild Gläubigkeit, selbständiges Denken, heroischer dieser Zeit und kein ermutigendes. Aber Dasein eines Napoleoniden, der unter dem stische Ideal, indes die Nazioten über geist- zur Wahrhaftigkeit gezeichnet ist. Opferwille für das sozialistisch- kommuni- gewiß eines, das mit unbarmherzigem Willen ist die Fortsetzung des vorauf gegangenen Buches vom> neuen Cäsare, der sich durch Staatsstreich auf den Thron schwingt. In beiden Bänden entsteht das abenteuernde feindliches Mamelukentum und die Naziopposition über dumpfe, ziellose Mekund kleinbürgerlichen Räsoniergeist kerei nicht hinauskommen. Bilderstürmerei B. Br. Zwange des großen Namens aufwächst, von der Tradition vorwärts getrieben wird, die Krone nach der fehlgeschlagenen Revolution von 1848 mit List, Volksbetrug und Gewalt In der Nazipresse wird den Lesern klar erobert. Aber logisch rollt das Rad weiter: gemacht, warum einige Abteilungen der NaMan darf dieses Buch nicht mit literari- tionalgalerie geschlossen werden mußKrieg mit Oesterreich, Krieg mit Deutschland, Pariser Kommune, Ende des zweiten schen Maßstäben messen, darf nicht mit der ten: der braune Kunstfeldwebel hat soviele Kaiserreichs. Zusammenbruch eines Gewalt- Sprache rechten, muß auf Gestaltung und Werke beanstandet, daß keine mehr übrig regimes, das in einen> demokratischen Kriege einprägsame Gestalten verzichten. Es gibt blieben. Diese Aechtung bekannter großer für Italiens Einheit und Freiheit schliddert Dialoge sowjetrussischer Menschen von heute Kunst soll jetzt auch auf die Museen ausund sich dann in die> neue Idee<, in den Libe- und darum ein Zeitdokument, das zum Ver- gedehnt werden. Rust hat dazu eine Rede gestehen der gegenwärtigen kritischen Vor- halten, in der es orakelhaft heißt: ralismus zu retten sucht. Während Neumanns erstes Napoleonbuch gänge im Sowjetsystem beiträgt. durch eine beinahe dramatisch bewegte Handlung bestach, mündet dieses zweite leider in Auf dem Pflaster schweizerischer Gassen die ungeheuren Breiten einer Reportage des gewachsen, ist der Roman» Die Brockenoperettenhaften zweiten Empire. Glänzend gasse von Peter Kilian( Verlag OpSo lebt ihr gefährlich den Herrn Diktatoren im Stil, ein Kolossalgemälde zweier Jahr- recht, Zürich). Auch ein Buch von heute. kränkt freilich kein Lufthauch die kostbaren zehnte, im ganzen jedoch weder ein Roman, Gassen ohne Licht, Lebenswege ohne GlauOhren, noch ein Geschichtsbild, das für den Laien ben und Ziel, Nöte ohne Ausweg, Hunger, sie liefern nur Zündstoff und Kampfgeschrei, überschaubar wäre. Kälte, Mutlosigkeit das sind die Grund-wenn's losgeht sie selbst sind bestimmt farben, auf denen sich ein Menschenschicksal nicht dabei. # >> Nicht der Zeitgeist ist das Entscheidende, und nicht die Mode ist das Lebendige, sondern die Sitte. Und nicht das Gegenwärtige ist das Lebendige, sondern das Ewige und Unvergängliche. Aus dieser Erkenntnis heraus habe ich vor einigen Tagen den Entschluß gefaßt, gewisse Erscheinungen einer vergangenen Periode zunächst einmal den Blicken zu entrücken, damit wir zu uns selber kommen.< Wenn den Mann jemand fragen würde, Margarete Neumann hat jahrelang abzeichnet, von den Schicksalen ringsum was das Ewige ist und woran man heute einer Wasserverdrängung von nur 250 Tonnen baut, stehen ihm nach dem Vertrag für eines der neuen englischen U- Boote von 1750 Tonnen, mehr als drei U- Boote von seinem Standard- Typ zu. Die Maskerade > Das deutsche Volk ist wieder stolz und das ist eine Lieblingsphrase frei geworden< Vielleicht hängt es damit zusammen, daß die Engländer die deutsche Taktik aus dem der nationalsozialistischen Anführer, und die kleinen Einmaleins endlich begreifen, wenn sie ihnen auf Kommando zuhören müssen, ducken jetzt beschlossen haben ihr» X 1<, das neue sich ängstlich, rufen Heil und denken sich Werden sie nach der große U- Boot der englischen Flotte, nach den ihr Schlechtestes. Probefahrten zu verschrotten. Dieses 2425 Kundgebung oder Versammlung oder Tagung Tonnen große Boot hat immerhin über eine von teilnahmsvollen Spionen gefragt, ob ihnen Million Pfund gekostet. Aber es wäre das der Redner nicht allzu großmäulig erschienen bitte Lehrgeld wert, wenn die Verantwortlichen in sei, so antworten sie etwa:> Oh wieso prächtiger England damit die Rückkehr ihres Verstandes sehr, ganz Ihrer Meinung bezahlt haben. Abend.<< Der nationalsozialistischen Zeitschrift Die Bewegung geht dies traurige Spiel auf die Nerven, sie schimpft: Die SA- Geographen Kämpfer im» deutschen Gesamtraum<<. Auf dem deutschen Geographentag in Jena wurde, um dem Beispiel ande» Es gibt Menschen, die führen ein wa hres Lager von Masken mit sich herNicht etwa, daß sie sich begnügen| um. rer Wissenschaften zu folgen, der Umbruch Sprung über die rassische Mainlinie Die Blutprobe der Wissenschaft. zialgesicht. Wir kennen sie alle diese Menschen, die in ihren Gesprächen so offenkundig ihre mangelnde charakterliche Haltung äußern.<< Der Schreiber weiß natürlich ganz genau, würden, einen falschen Bart oder eine Riesennase oder eine Perücke umzuhängen oder aufzusetzen, sie verfügen über seelische Requisiten. Es ist ein widerlicher Menschentyp, der da nie sich als Ganzes fühlt, sondern dessen ganzes Leben sich daß niemand anders als der Nationalsoin eine Fülle von Einzelwesen aufgliedert. zialismus diese Masken» großgezüchtet< Diese Menschen tun nichts ganz. Sie sind unter Zuhilfenahme von Revolvern, nicht zu fanatisieren, es sei, daß hat Dienstentlassie eine> Sparte für Fanatismus« in ihrer Gummiknüppeln, Requisitenkammer zur Verfügung haben. sungen, Bedrohungen, ErpressunEs ist der Typ, den das Bürgertum großgezüchtet hat, jener Typ, der den Begriffen amtlicher und privater Art. Objektivität unaufhörlich im Munde führt Das Resultat ist so schändlich wie die Me-. und vor lauter Objektivität sich völlig auf- thoden. Die braunen Zeitungskulis aber sollsplittert. Sicherlich haben diese Leute eine ten mit ihrer Verachtung vorsichtiger umgeMeinung, aber diese Meinung beherrscht hen denn wenn das deutsche Volk erst eindiesen Menschen nicht, sondern sie mal die Maske abwirft, hat der Nationalsoäußert sich auf das Zaghafteste irgendwie und wann bei einem Spe- zialismus gründlich ausgespielt. | Kampf im Bett Oder: Trommeln in der Nacht. » Der Reichsbund der Kinderreichen ist langschäftigen Nordlinge bei der Rassenver- methoden und Tarnungen zeigen, deren sich mischung der Volksströme, wiederhergestellt der Bolschewismus, diese Geißel der Mensch(» Preuß. Zeitung<.) der Geographie proklamiert. Bisher war das sein. Aber wie ist es mit den Preußen, die heit, bedient.< einfach die Kunde von der Gestaltung der einige tausend Jahre später dazukamen? Erde, ein Fachgebiet des Wissens und ForDie Rassenlehre hat ein paar peinliche Waren nicht viele slawische Rundschädel schens, wobei es vor allem auf die Tatsachen Nücken und Tücken, die ihren Anhängern darunter, die das Uebel noch vermehrten? der nationalsozialisti- erhebliche Sorgen bereiten. Damit war schen Erneuerung, die bekanntlich die Welt offenkundig, daß es in weiten Teilen West- fortspinnen. Sonst läuft man Gefahr, Schnur- kein Unterstützungsverein, sondern eine verund Süddeutschlands nahezu unmöglich keramiker zu werden. ist, den blonden Normaltyp des Deutschen zu den Güntherschen Rassezüchten. Nach dinarische tafeln haben sich hier vielfach Einschlag, dunkelTypen mit ostischem ankam. und das innere, und äußere Bild ihrer Erscheinungen von Grund auf verändern will, keineswegs Genüge getan. Wo blieb da die spezielle deutsche Mission, der totale Aspekt, die Ausrichtung auf Führer und Volk? aus nur Es ist nämlich Wir wollen den Rassefaden nicht weiter Der Bock mist > Es ist an der Zeit, daß man den wildgevon schworene Gemeinschaft Kämpfern für die Unsterblichkeit unseres Volkes...< ( Der Landesleiter des Bundes der Kinderreichen in Ostpreußen auf einer Tagung des BDK in Königsberg.) Der Rasse- Gott >> Wenn man sich angemaẞt hat, uns den In welcher Weise hier fortan gründlich haarig, braunäugig, häufig mit gekrümmter wordenen Fahnenlyrikern und FlammendichWandel geschafft wird, verkündete in Jena Nase und von gedrungener Gestalt, angesie- terspezialisten auf die Finger sieht, daß man Frankfurt delt und drohen, ihre bedauernswerten biolo- sich dieses rauschende Wortgeklingel einmal Professor Dr. Knieriem Was ist, nach Knieriem, die gischen Merkmale trotz aller Anstrengungen bei nüchternem Verstand besieht. Und wenn an der Oder. Aufgabe der Geographie? Sie hat vor allem des rassepolitischen Amtes auf die kommende einer meint, das darf man doch nicht, das Vorwurf der Gottlosigkeit zu machen, so haben wir es eigentlich gar nicht nötig, kann man doch nicht, so sei ihm gesagt, nur andern auf den deutschen Gesamtraum« den Generation zu vererben. Da man diese Süddeutschen aus den ge- der Feigling drückt sich vor einer kultur- juns damit zu befassen, denn als andere sich Blick zu richten, nicht etwa auf gegenwärin frommen Zirkeln» erbauten<, da schlugen der deut- politischen Verpflichtung. Die wirklichen tige Grenzen. Sie darf in der deutschen nannten Gründen nicht gut aus schen Volksgemeinschaft ausschließen kann Könner werden uns nur dankbar sein, wenn sich unsere SA- Kameraden draußen auf der Schule nicht mehr als Fach, sondern erscheinen, im das würde Hitler, Heß und anderen gegen- wir den Wortakrobaten und 120prozentigen Straße mit den bolschewistischen Vertretern der Gottlosigkeit. Gott ist für uns das noch als» Grundsatz< so bleibt einmal an den Kragen gehen. dem Sachgebiet» Erd- über zu Konsequenzen führen-, Einvernehmen mit unserer WeltanschauEs geht einfach nicht mehr an, daß wir kunde des nationalsozialistischen deutschen nichts anderes übrig, als streng>> wissenschaftlich feststellen zu lassen, daß es eine kulturelle Veranstaltung, nur weil sie ung, auf Erden verkörpert in unLehrerbundes: > keine rassische Mainliniek gibt. von irgendeiner Parteistelle ausging, > Nicht nur auf Erkenntnisse und Wissensstoff kommt es dabei an, auch die Er- Das ist denn auch in feierlicher Proklamation in den Himmel loben, obwohl wir überzeugt ein Bock mist war. Wir lebnisse in der Landschaft und die damit soeben auf der Jahrestagung des Reichsbun- sind, daß es verbundenen Gemütswerte sind zu des für deutsche Vorgeschichte in Ulm ge- machen uns ja lächerlich und schaden mehr, pflegen. Neben gründlichen Kenntnissen schehen. Eine ganze Reihe von Professoren als wir nützen mit dieser unehrlichen Kritik.<< hat auch dieser Erzieher, der Geograph, und Schriftgelehrten wurde aufgeboten, um, einwandfreie nationalsozialistische Gesinnung zu bestätigen. Es wirken hier mit der Schule und den nationalpolitischen Lehrgängen zusammen: Wehrmacht, SA, HJ, Arbeitsdienst, NSKK und ,, Kraft durch Freude".<< Es ist demnach ziemlich klar, was es bedeutet, wenn die Geographie nicht mehr Tatsachen, sondern den deutschen Raum berücksichtigen soll. Da gibt es noch viel zu erobern und in der deutschen Jugend» Gemütswerte zu entzünden. So durfte denn mit Stolz und mit Recht von Jena aus dem Führer telegraphiert werder SA- Geographen den: Auch die Reihen sind fest geschlossen. schon das Unvergängliche erkennt, käme er aus dem Stammeln nicht heraus. Das fühlen die nur Gleichgeschalteten recht gut und darum behelfen sie sich mit gewundenen Kommentaren. Wir zitieren den> Westen<: Er (> Deutsche Presse«.) Staatsfeind Nr. 1 Höchste serem Volk und unserer Rasse.< ( Reichsschulungsleiter Hannes Schneider auf einer Kundgebung sämtlicher Königsberger Fachschaften des Reichsbundes der Deutschen Beamten.) Die Deportierten so heißt es in der deutschen Presse, » Die Reichsleitung des Arbeitsdienstes hat >> das Vorurteil gegen eine> rassische Minfür den männlichen Arbeitsdienst bestimmt, deren derwertigkeit der Süddeutschen, daß, soweit der Dienstbetrieb es zuläßt, die nordische Blutgrundlagen angeblich nicht Die Ufa bereitet den Krieg vor. Angehörigen über Weihnachten und Neujahr stark genug seien, zu beseitigen... Die wissenschaftliche Forschung hat vielmehr» Außer einem Programm an guten Unter- beurlaubt werden können, und zwar in zwei den Beweis erbracht, daß mehrfach haltungsfilmen wird die Ufa sich auch im Gruppen. Die erste Gruppe hat vom 19. bis starke Volksströme aus dem Kampf mit dem Weltfeind, dem Bol- 27. Dezember, die zweite vom 27. Dezember Norden nach Süddeutschland kamen und es besiedelten. Schon schewismus, betätigen. In sechs Filmen, bis 3. Januar 1937 Festtagsurlaub, so um 2500 v. Chr. drangen die ersten nordi- unter diesem Leitwort» Staatsfeind Nr. jeweils die Hälfte der Belegschaft das Weihschen Scharen nach Süddeutschland vor 1< wird die große Auseinandersetzung mit nachtsfest und den Neujahrstag im Lager verund brachten das nordische Rechteckhaus mit. Um 2200 v. Chr. wurde dann das In- dem Bolschewismus im Film vor sich gehen. lebt. Die Urlaubszeit kann um einen Ab- und dogermanenvolk der Schnurkerami- Es wird ein dokumentarisches Filmwerk gro- Anreisetag verlängert werden bei verhei+ ker herrschend.<< Ben Ausmaßes sein und wird den Moskauer rateten Führern, die ihre Familien beDamit dürfte die Ehre Süddeutschlands, trotz» Beglückern der Menschheit< die Maske vom suchen und bei Arbeitsmännern, die eine Wegder mangelhaften Durchschlagskraft der Gesicht reißen. Der Film wird die Arbeits- strecke von über 30 Kilometer haben.< Wie bestimmt das Bild der Ausstellung. kaum anders zu erwarten war, sind zahlreiche Bilder zu sehr zweckbestimmt. Nur einige wenige genügen der erforderlichen künstlerischen Verpflichtung. daß könne, sondern arbeiten müsse, um sich| hat. Ihre braunen Leiter melden, der Oefdereinst einmal eine zu erwerben. In fentlichkeit: dieser Form widerspreche der Satz den Grundlagen nationalsozialistischer Erziehungsarbeit. Offensichtlich habe er nicht gemeint, was politisch und nationalsozialistisch als Weltanschauung gelte, sondern eher jene persönliche Reifung und Lebenserfahrung, die nicht zu erlernen und durch Reden zu vermitteln sei.<< Hier wurden den Künstlern endlich ein> Daß dabei eine Problematik im Spiele ist, die hier mit wenigen Sätzen nicht mal klare Parolen frisch aus den Parteigekennzeichnet werden kann, ist dem Mini- sekretariaten geliefert, und wenn das ster wie jedem Kunstkenner bewußt. hat auch in seiner Rede von jeder mehr Ergebnis laut Bericht trotzdem recht ungeoder minder subjektiven Kritik abgesehen nügend war, so liegt das daran, daß die und läßt erkennen, daß es sich hier nicht braunen Anregungen immer noch nicht kon- anschauung> offensichtlich anders geredet um Maßnahmen handelt, die vom Aus- kret genug ausfielen. Wir vermissen unter einer Parteikartothek, der 30. Juni, eine Die Nazipresse muß also zugeben, daß Hitlers Leibarzt über Wissenschaft und Welthat, als ein Patient. Aber, meint Rasseland als Bilderstürmerei ausgeden angegebenen Motiven: das Parteibuch, die Groß, ist das nicht ein Beweis legt werden könnten.<< die die Beitragsmarke, Mitgliedsnummer, Ja, und man hatte trotz Drängens der braunen Kunstspießer bis zur Olympiade auch gradlinige Schönheit das neue Bonzenauto, gezögert, weltberühmte Werke auf den Index zu setzen und ganze Galerien zu schließen, Fahrt mit KdF, Görings Uniformen, Sonntag im KZ kurz, die großen Motive liegen nur aber der Feldwebel hat schließlich gesiegt und Rust wird die Pechstein, Franz Marc, Bar- so umher, man muß sie den begriffsstützigen lach, Feininger, Käthe Kollwitz und wen sonst Künstlern eben noch mehr ins Maul schmienoch zunächst einmal> den Blicken entrükken, damit wir zu uns selbst kommen...< So nach gebundenen Parolen marschieren, stark wirkt diese falsche Kunst, daß ihr blo- nur so entsteht eine Kunst, wie sie die Welt Ber Anblick den ganzen Aufbau des tausend- noch nicht erlebt hat. Wie dagegen wirkjährigen Reiches stört. liche, garantiert neue Kunst entsteht, hat jüngst eine Ausstellung in Frankfurt a. M. bewiesen. Die Köln. Volkszeitung berichtet darüber: Wahre Kunst ren. kann bekanntlich nur Der neue Liberalismus Groß, Sauerbruch und die Ansager. und >> Die Fachschaft hat einen umfassenden Ueberwachungsdienst für alle Betriebe eingerichtet, um über alle Darbietungen ihrer Mitglieder sofort unterrichtet zu sein und, wenn diese etwa den künst lerischen oder weltanschaulichen Anforderungen nicht entsprechen, um berichtigend einzugreifen... Ihre besondere Sorge gilt der Schaffung eines neuen Kabarettstils und der Tätigkeit der Ansager... Sie gibt den Ansagern die Möglichkeit, ihre Manuskripte zur Begutachtung einzusenden... Dabei setzt sie dem Ansager selbst etwaige schiefliegende Dinge in seiner geplanten Conférence nicht etwa auf ein Schuldkonto, sondern klärt ihn beratend darüber auf, warum die betreffenden Stellen nicht tragbar sind...< >... ein schlagender Beweis für die Freiheit geistigen Lebens in Deutschland und damit für die innere Größe und Sicherheit des nationalsozialistischen Staates, der es nicht nötig hat, Reden zu zensieren und ängstlich Wendun- Witzige Improvisationen haben aufgehört, gen festzulegen.<< Zwischenrufe des Publikums sind an das Büro Vorsicht, Herr Groß, sie werden zu libe- der Fachschaft zu verweisen. Gleichzeitig ralistisch! Während die bösen Auslandskriti- wird eine artistische>> Standesordnunge angeker nur zu fragen brauchen, ob im Dritten kündigt, in der eine> besondere Prü. Reich bisher keine Wissenschaftler wegen fung der Ansager vorgesehen ist. Wer ihrer Meinung gemaßregelt wurden, ob die die vorschriftsmäßige Gesinnung nicht nachNaziprofessoren nicht den Satz verkündet weisen kann, der fliegt. So wird endlich die haben:» Die Wissenschaft hat dem Staate zu» Krise des Humors< behoben. dienen<< und wo Sauerbruch heute säße, Rassen- Groß hat recht; Die Freiheit des Auf der Dresdner Tagung der deutschen wenn er nicht mit Hitlers Kehlkopf zu tun geistigen Lebens im Dritten Reich ist unbeNaturforscher und Aerzte hat Prof. Sauer- hätte! zweifelbar, ist geordnet bis zur letzten VaUnd die innere Größe der braunen Despo- rieté- Nummer und jeder kann in Deutschland >> Bei dem Zustandekommen der Ausstel- bruch die Freiheit der wissenschaftlichen lung ist die Reichskammer erstmalig Forschung gefordert. Das Echo im Auslande tie, die kleinliche Zensur längst nicht mehr frei heraus reden, was der Zensur paßt. war so, daß Dr. Groß, Leiter des Rassen- nötig hat, kann heute jeder Conférencier der neue Wege gegangen. Um zu einer wirklichen Leistungsschau zu kommen, den Künstlern des Gaues Hessen- Nassau die amtes der NSDAP, in der Nazipresse jenen behördlich geschlossenen Kabaretts bestätiantwortet, gen. Damit auch solche kleine Eingriffe Aufgabe gestellt, die Leistungen des> böswilligen Auslandskritikern< Staa die einige Unklarheiten der Sauerbruchschen künftig aufhören, wurden die freien Artinationalsozialistischen tes auf allen Gebieten des öffentlichen Le- Rede mißbraucht hätten. Was habe Sauer- sten- Organisationen zerstört und wurde dafür sprochen. Der Lehrer trägt vor:> Unser Fühzu gestalten; es kürzlich die» Reichsfachschaft Arti- rer hat erklärt, Deutschland wolle mit aller bens künstlerisch wurden Anregungen gegeben zu Moti- bruch gesagt? Er habe erklärt: >> daß Weltanschauung nur das Ergebnis stike gegründet, der jeder Artist angehören Welt in Friede und Freundschaft leben. eines langen arbeitsreichen Lebens sein muß und die gleich die politische Krause, gegen welche Staaten richtet könne und daß deshalb insbesondere die Jugend nicht Weltanschauungen haben Ueberwachung ihrer Mitglieder übernommen das?< wurde ven aus den Gebieten: Partei, Wehrmacht, Stadt und Land, Wirtschaft, Verkehr und Technik, Bauerntum und Sport. Diese Begrenzung der künstlerischen Aufgabe Richtige Auffassung In der Schule wird Hitlers letzte Rede besich M. Fünf brutale Lohndekrete verstisch, Liberalismus wird in steigendem Maße als phrasenhaft empfunden. Sie stehen in Gefahr, die Symbolkraft zu lieren, mit der sie unserer jungen Sehnsucht in den Kampfjahren das Wesen der feind**** Erster Schlag gegen die Facharbeiter- Zwangsbewirtschaftung der Arbeitskraft lichen Gegenwart heraufbeschworen. Läẞt zember 1936 angeordnet, die Rüstungs- Die Not der älteren Angestellten ist be- man diese Entwicklung so fortgehen, könnte betriebe brauchen sich bei Ausbruch des kanntlich keine Frage des Lebensalters, son- nur allzu leicht das Verblassen des Wortes um den Gegner schwänächsten Krieges nicht mehr um die dern ein ausgesprochenes Lohn- auch das Wissen Unsere Revolution brauchte ein solReklamierung ihrer Arbeiter zu be- problem. Die jüngeren Arbeitskräfte sind chen. mühen. Die Arbeitskommandos sind ein- billiger. Soweit das Arbeitsamt einen Unter- ches Wort, das kurz und eindeutig die große geteilt. Reichskriegsministerium und nehmer dazu anhält, gelegentlich auch ältere Front der Reichsfeinde umreißt. Diese WerReichsanstalt für» Arbeitsvermittlung« arbeitslose Angestellte wieder einzustellen, tung des Wortes wird aber geschädigt, wenn brauchen nur auf den Knopf zu drücken. sind nach der Anordnung die Tarifbestim- man, wie es nur allzu oft geschieht, die Mehreines ganzen Präsident Syrup gab zu allem Ueberfluß mungen des für den Neueinzustellenden vom zahl der Reformbestrebungen Der Vizediktator des Dritten Reiches hat sich nicht lange bei der Vorrede aufgehalten, Göring hat am 7. November losgeschossen. Der Vierjahresplan soll> zur Tat< werden. Das erste Bündel von Anordnungen wird wesentlich zur Beruhigung der Unternehmer beitragen.>> Die außergewöhnlichen Mittel<, > die Lenkung der wirtschaftlichen Kräfte<<, die>> automatische Steuerung< und was es sonst an> planwirtschaftlicher Erneuerung gibt, sollen weder die Freiheit des Unternehmers in seiner Verfügungsgewalt über Produktionsmittel und Arbeitskraft beschränken, noch brauchen die Aktionäre um ihre ProfitFreiheit besorgt zu sein. Die Göringschen Anordnungen sechs an der Zahl haben nur den einen Zweck, die für den Krieg erforderliche Reservearmee an Facharbeitskräften zu schaffen. Man kann jetzt erkennen, so für diese Anordnungen am 9. November noch Unternehmer ausgewählten Arbeitsplatzes Jahrhunderts deutscher Geschichte als Libeeine Begründung, indem er ausführte: tel der höheren Löhne.<< maßgebend. Er hat dabei keinen Anspruch, ralismus abtut und somit die Kämpfe und > Es hat sich bei der Konjunktur der eine seiner früheren Beschäftigung entspre- Leiden mehrerer Generationen der VerdamMetallindustrie gezeigt, daß die Unterneh- chende Tätigkeit zu erhalten. Im ganzen han- mung preisgibt.<< Damit wäre also Göbbels und sein ganzes mer sich gegenseitig die Arbeiter wegenga- delt es sich bei dieser Anordnung um keinergiert hatten, und zwar meist mit dem Mit- lei obligatorische Bestimmungen, sondern um Reichspropagandaministerium schon wieder einen Appell an die freiwillige Bereitschaft aus der Mode. Und zwar verlangt es ein urder Unternehmer. Die vorhandenen» alter Kämpfer«, nämlich der Friedrich 100.000 stellenlosen älteren An- Edding in» Wille und Macht<, Heft gestellten brauchen also zunächst nicht 18. Unser Beileid! Sattwerden Der Beauftragte für den Vierjahresplan hat auch das letzte Loch verstopft, indem er eine 4. Verordnung erlassen hat. Die anoberuhigt die>> Frankfurter Zeitung vom 11. nyme Anwerbung von FacharbeiNovember die Herren Betriebsführer, tern durch Chiffre Inserate ist verboten worden. Im Dritten Reich > daß die unvermeidlichen Eingriffe sorgfälist es zwar erlaubt, durch Chiffre- Inserate tig und mit behutsamer Hand vorgenommen werden sollen, daß man soweit als den freien Arbeitsmarkt der kaufmännischen möglich die Freiwilligkeit und die eigene Angestellten oder anderer Berufe, in denen Initiative der Unternehmer zur keine Lohnkonjunktur besteht, zu ungunsten Geitung bringen und die Verhältnisse des einzelnen Betriebes berücksichtigen will.<< der Arbeitnehmer zu beschränken. Nur in dem einen Fall der Kriegs- Arbeitsangebote, bei Gleichzeitig klärt die» Deutsche Arbeits- Kordenen Lohnerhöhungen zu erwarten sind, berespondenz< aber die Arbeiter und Angestellsteht das Verbot für Stellenanzeigen mit| ten auf, daß die sechs Anordnungen Kennwort. >> sämtlich die Beseitigung der in letzter Zeit aufgetretenen Spannungen im Arbeitseinsatz zum Ziele haben«. Die» Spannungen< sind an dieser Stelle mehrfach eingehend erörtert worden, es geht um die Lohnentwicklung bei den Facharbeitern in der Kriegswirtschaft, die durch fünf brutale Lohndekrete sozialpolitisch bemäntelt. Die 5. Verordnung bestimmt eine Meldepflicht für alle größeren Bauvorhaben, die einen bestimmten Lohnsummenanteil überschreiten. Die Genehmigung soll sicherstellen, daß die Bauten dem kriegswirtschaftlichen Zwecke dienen. Es gibt zwar im Dritten Reich eine Million Familien, die eine schert die Verfechter der Ehre der Arbeit<< abseits der Wehrhaftmachung« und des>> Aufbaues einer heimischen Rohstoffwirtschaft< gelegen ist. heute zu befürchten, nach dem 15. Januar 1937 in ihre Berufstätigkeit zurückkehren zu können. Vielleicht werden sie nach den Richtlinien des » Arbeitseinsatzes< anderweitig» staatspolitisch<< nützlich untergebracht. >> nur ganz allmählich!<< Ein Eingeständnis zum» Vierjahresplan<<. > Die Fettversorgung des deutschen Volkes Diese 6. Verordnung ist aber auch nur ein ist noch in starkem Umfange von der EinPropaganda- Anhängsel, die wachsende Opposition der deutschen Arbeiterschaft mit fuhr abhängig. Deutschland kann aber auf dem Weltmarkt nicht mehr kaufen, als das Ausland ihm an deutschen Waren abnimmt. Worten zu entkräften. ter um Entscheidend bleibt der große Schlag, den Göring gegen die Facharbei- Deshalb ist in den letzten Wochen trotz der im Metall- und Bau- gesteigerten Erzeugung und gleichbleibender gewerbe führt, um diese Avant- Einfuhr eine gewisse Fettknappheit eingetreGarde der gesamten Arbeiterschaft in ten, weil beim Eintritt der kälteren Witteihrem Widerstandswillen gegen Lohn- rung der Fettbedarf erfahrungsgemäß immer ansteigt. Erzeugungsschlacht soll ja druck und Unfreiheit lahm zu legen. Die sechs Anordnungen vom 7. November schließlich erreichen, daß die Selbsterzeugung 1936 sind der Anfang für die Zwangsbewirt- an Fett einen weitaus größeren Teil des VerDabei ist allerdings zu beschaftung der gesamten Arbeitskräfte. Was brauchs- deckt. dem Gebiete der ein für allemal abgestoppt werden soll. Diese eigene Wohnung entbehren müssen, aber was den Rüstungsarbeitern heute rechtens rücksichtigen, daß der bisherige Verlauf der > Planung der Arbeit<< wird durch einige ist, wird morgen schon den Landarbei- Erzeugungsschlacht auf warme Worte für die älteren Angestellten schließlich die Wohnungsnot der Arbeiter, die tern und den Werktätigen der Lebens- Fettversorgung lehrt, daß dieses Ziel nur mittelgewerbe billig sein müssen. Die ganz allmählich erreicht werden kann.<< Zu lesen im letzten Heft der Zeitschrift Mobilmachung der Arbeit hat eingesetzt. Je näher der Krieg rückt, um so für ärztliche Fortbildung mit dem Verlagsmehr nähert sich die deutsche Arbeitsver- ort Jena! Zu bedenken wäre freilich, ob das fassung dem Kriegszustand. Am Tage der mit dem» Berücksichtigen< auch Leitstern für Kriegserklärung wird es im Dritten Reich die Politik der Hitler und Göring ist. Wir es ist das deren Leitstern leider nur noch Wehrsoldaten und Arbeitsoldaten befürchten geben. Die europäische Arbeiterbewegung nicht, so daß die Deutschen es noch lernen wie einst in großer Zeit aber möge aus den Lohndekreten für die Fach- müssen arbeiter rechtzeitig erkennen, daß der Kampf ganz allmählich< endlich einmal wieder satt gegen den Krieg vom unerbittlichen Kampf werden zu können. den arbeiterfeindlichen Faschismus nicht zu trennen ist! Die 1. Verordnung soll durch vermehrte Lehrlingsausbildung dem Mangel an Schließlich bringt die 6. Verordnung ein Facharbeitern abhelfen. Die Betriebe haben soziales Pflästerchen. Es soll bis zum 15. bis zum 15. Januar 1937 die Zahl der bei ihnen Januar 1937 an das Arbeitsamt gemeldet werbeschäftigten und der zu Ostern einzustellenden, inwieweit Betriebe mit mindestens 10 den Lehrlinge zu melden. Das Arbeitsamt kann dann die Lehrlingszahl bestimmen. Die Angestellten auch ältere Angestellte beschäfBetriebe können sich jedoch durch eine Geld- tigen, die mindestens 40 Jahre alt sind. Diese ablösung von der Lehrlingsausbildung loskau- Anzeigepflicht ist aber nicht etwa mit einer fen. Ueber den sozialen Jugendschutz dieser Beschäftigungspflicht der älteren AngestellLehrlinge sagt die Anordnung kein Wort. Gegen die Lehrlingsausbeutung bedarf es innerhalb des Vierjahresplanes keiner gesetzlichen Schranken, weil, wie die DAK ausführt, hinter dem Beauftragten des Vierjahresplanes > das ganze Volk steht und deshalb die Bereitschaft zur freiwilligen Mitarbeit aller Beteiligten ohne weiteres vorausgesetzt werden kann.< Im übrigen hat man zur Leitung der Berufserziehung den Macher des früheren Dinta, des bekannten schwerindustriellen, gelben Instituts für Wirtschaftsfrieden, Herrn Dr. Arnhold, berufen. Seine Erziehungsmethoden knüpfen an bestimmte Grundmaterialien an. Verschiedene Betriebe haben bereits den Lehrgang Eisen erziehte eingeführt; Arnhold lehrt: > Die Arbeit am Eisen festigt den Charakter, sie diszipliniert den Menschen.< Eiserne Lehrlinge bedürfen selbstverständlich keines schwächlichen Arbeitsschutzes für Jugendliche. Die 2. Verordnung ist für Göring die entscheidende, sie hebt jede Bewegungsfreiheit der Facharbeiter in der Eisen- und Metallindustrie sowie in der Bauwirtschaft auf. Ab 1. Dezember 1936 bedürfen Neueinstellungen, soweit sie innerhalb eines Vierteljahres die Zahl von 10 überschreiten, der Genehmigung des Arbeitsamtes, das nach> staatspolitischen<, d. h. kriegswirtschaftlichen Gesichtspunkten entscheidet. Zur Ergänzung besagt die 3. Verordnung, daß die noch in anderen gewerblichen Unternehmungen beschäftigten gelernten Bau- und Metallarbeiter dem Arbeitsamt gleichfalls > zur entsprechenden Verwendung« gemeldet werden müssen. Die Versetzung in einen Kriegsbetrieb erfolgt durch das Amt ohne Kündigung. Diese beiden Verordnungen bedeuten in Verbindung mit der für den Betrieb bestehenden Verpflichtung, alle bei ihm tätigen Facharbeiter und Lehrlinge zu melden, eine restlose Registrierung der Arbeitsarmee durch das Arbeitsamt. Mit Recht schreibt die>> Frankfurter Zeitung<:» Das Arbeitsbuch, das im vergangenen Jahr als Grundlage für eine Regulierung des Arbeitseinsatzes eingeführt worden ist, erlangt nun erstmals große Bedeutung.< Die Anlegung der FacharbeiterStammrolle wäre somit zum 1. Deten verbunden. gegen > Ein Zwang auf die Unternehmer soll vermieden werden«.» Man hate, so schreibt die» Frkf. Ztg.<,> bewußt davon abgesehen, eine strenge gesetzliche Göbbels, herhören! Regelung einzuführen, und statt dessen die Selbst die» alten Kämpfer« haben dich satt.. Form von Anordnungen gewählt, die der Behörde größere Freiheit in der Berück-> Es läßt sich nicht leugnen, die Verwensichtigung des Einzelfalles lassen.<< dung der Worte liberal, liberaliVerlagsanstalt„ Graphia", Karlsbad Aktuelle Bücher: Julius Deutsch: ,, Putsch oder Revolution?" Randbemerkungen über Strategie und Taktik im Bürgerkrieg. > Ausgehend von den Februarereignissen und dem blutigen Sieg des klerikalen Faschismus in Oesterreich, stellt Julius Deutsch die gesamte Strategie und Taktik der europäischen Arbeiterbewegung zur Diskussion. Er zeigt an der Hand der sozialistischen Geschichte, was den bewußt marxistischen Sozialisten vom blanquistischen Putschismus und ähnlichen Lehren trennt, und er untersucht das Problem, welche Vorkehrungen die Arbeiterschaft für den Fall zu treffen hat, wenn das Bürgertum eines Landes, aus Angst vor dem demokratischen Sieg einer mächtigen Arbeiterschaft, den Boden der Demokratie verläßt. Diese Untersuchung ist von wichtigster internationaler Bedeutung.<< > Arbeiter- Zeitung<, Basel. Preis in der CSR 8.- Kč, in Frankreich 6.- Frs., Schweiz 1.25 Fr., Holland-.60 hfl. Julius Deutsch:„ Der Bürgerkrieg in Oesterreich". Eine Darstellung von Mitkämpfern und Augenzeugen. Mit einer Umschlagszeichnung von Th. Th. Heine und 24 Seiten Illustrationen. > Dr. Julius Deutsch, der erste Kriegsminister der Republik Oesterreich... beschränkt sich nicht auf die Darstellung der militärischen Ereignisse, er gibt auch ihre politische Vorgeschichte und damit ein großes zusammenfassendes Bild der geschichtlichen Ereignisse in Oesterreich von ihren Anfängen an bis zum blutigen Ende. Man lernt die kämpfenden, aber auch die besiegten Schutzbündler als wahre Helden kennen, die sich in jeder Lage mit Leidenschaft als Streiter für die Freiheit bekannten.< >> Prager Presse<. Preis in der CSR 20.- Kč, in Frankreich 15.- Frs., Schweiz 3.- Fr., Holland 1.50 hfl. LIEFERUNG DURCH JEDE BUCHHANDLUNG. Kanonenbrot > nur In der Schulpause hört der Lehrer, wie ein Stöpsel zum andern sagt:» Jetzt eß ich mein Brot mit Kanone drauf.« Er läßt sich das Brot zeigen, es ist eine trockene Scheibe. Um Auskunft gefragt, erklärt der Junge:> Seit wa im Radio jehört ham, daß Kanonen stark machen, Butta aba dick, schneidt Mutta uns >> So,< jeden Morjen' ne Kanone aufs Brot.< lacht der Lehrer,> wo ist denn die Kanone, ich seh nichts.<» Ja, Herr Wunderlich, bei mir kommt imma jrade det Loch auf de Stulle.< Neuer Vorwärts Sozialdemokratisches Wochenblatt M. Herausgeber: Ernst Sattler; verantwortlicher Redakteur: Wenzel Horn; Druck:> Graphia; alle in Karlsbad. Zeitungstarif bew. m. P. D. Zl. 159.334/ VII- 1933. Printed in Czechoslovakia. Der» Neue Vorwärtse kostet im Einzelverkauf innerhalb der ČSR Kč 1.40( für ein Quartal bei freier Zustellung Kč 18.-). Preis der Einzelnummer im Ausland Kč 2.-( Kč 24. für das Quartal) oder deren Gegenwert in der Landeswährung( die Bezugspreise für das Quartal stehen in Klammern): Argentinien Pes. 0.30( 3.60), Belgien: Belg. Frs. 2.45( 29.50) Bulgarien Lew 8.-( 96.-). Danzig Guld. 0.45 ( 5.40), Deutschland Mk. 0.25( 3.-), Estland E. Kr. 0.22( 2.64). Finnland Fmk. 4.-( 48.-), Frankreich Frs. 1.50( 18.-), Großbritannien d 4.( Sh. 4.-). Holland Gld. 0.15( 1.80). Italien Lir. 1.10( 13.20). Jugoslawien Din. 4.50 ( 54.-), Lettland Lat. 0.30( 3.60). Litauen Lit. 0.55( 6.60). Luxemburg B. Frs. 2.45( 29.50), Norwegen Kr. 0.35( 4.20). Oesterreich Sch. 0.40( 4.80). Palästina P Pf. 0.020( 0.216), Polen Zloty 0.50( 6.-). Portugal Esc. 2.( 24.-). Rumänien Lei 10.-( 120.-). Schweden Kr. 0.35( 4.20), Schweiz Frs. 0.30( 3.60), Spanien Pes. 0.70( 8.40). Ungarn Pengö 0.35 ( 4.20). USA 0.08( 1.-). Einzahlungen können auf folgende Postscheckkonten erfolgen: Tschechoslowakei: Zeitschrift» Neuer Vorwärtse Karlsbad. 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