Deutfltai£ri \p.I82 S0\lVrAG,6. Dez. 1936 6o|ialdm�fraHfcfo0 Verlag: Karlsbad, Haus„Graphia"«— Preise und Bezugsbedingungen siehe Beiblati letzte Seite Aus dem Inhalt: Die Politik der Sowjetunion Der Danziger Konflikt Braun-gelbes Kriegsbündnis Die neue Schlinge Alles für den Krieg! Deue verräterische Gesetze der deutschen Diktatur Der Sinn des neuen Hitlerschen Vierjahresplanes enthüllt sich immer mehr. Das System hat die wirtschaftlichen Möglichkeiten Deutschlands für die Zwecke der Kriegsvorbereitung nahezu erschöpft. Ks fürchtet, daß die Staatskonjunktur nicht mehr lange behauptet werden kann. Deshalb mobilisiert es unter Zuhilfenahme drakonischster Kriegsgesetze die letzten Reserven der Volkswirtschaft, um sie ebenfalls noch in den Abgrund zu werfen. Aber seine letzten Gesetze lassen bereits erkennen, wie kritisch die Situation der Kriegswirtschaft geworden ist. Das eben verabschiedete Gesetz gegen die Wirtschaftssabotage ist verräterisch. Es bedroht Kapitalflucht mit Todesstrafe, es setzt den sogenannten Volksgerichtshof als Ausnahmegericht gegen Kapitalflucht ein. Es schafft einen Rechtszustand, bei dem jede Rechtssicherheit beim Kapitalverkehr mit dem Ausland erlischt. Die Diktatur, d. h. der vom »Führer« instruierte Volksgerichtshof, wird künftig bestimmen, was todeswürdige Kapitalflucht ist. Mit diesem Gesetz ist ein neues Instrument des Terrors geschaffen. Es enthüllt, daß die deutsche Kricgsvorbercitung unter dem Gesetz des Terrors steht, es enthüllt aber auch, daß kapitalkräftige Kreise in Deutschland so wenig an den Endsieg der deutschen Kriegspolitik glauben, daß sie versuchen, ihren Besitz in Sicherheit zu bringen. Wie stimmt dieses Gesetz zusammen mit der Behauptung des Systems, daß 99 Prozent des deutschen Volkes hinter der Politik des»Führers« stünden, wie mit den Behauptungen, daß Deutschland dank der Wirtschaftspolitik der Diktatur keine Krisenerscheinungen kenne? Zu solchen drakonischen Gesetzen greift ein System nur, wenn es seine Lage für kritisch hält, und wenn es die Lage nur noch mit äußersten Mitteln glaubt meistern zu können. Das aber ist gerade die Lage, in der sich das Hitlersystem befindet! Die Spitzen der Diktatur verraten ihre Sorge, wenn sie auf allen Gebieten zu neuer terroristischer Aktivität greifen. Es gibt kein Gebiet— sei es wirtschaftlicher, sei es politischer, sei es kultureller Art— auf dem nicht der Wille zum Terror in der letzten Zeit sich deutlich gezeigt hätte. Da ist die neue Terrorvorschrift auf dem Gebiete der Kunstkritik, da ist die Zwangs- eing'iedcrnng der gesamten deutschen Jugend in die Hitlerjugend— ein Beweis dafür, daß das System die Jugend keineswegs freiwillig hat für sich gewinnen können. Da ist ein neuer Angriff von Darre auf die Universitäten, der auf dem Reichs- bauemtag in Goslar folgendes ausführte: »In den gegenwärtigen Schicksalsstunden unseres Volkes habe ich nicht das Recht, meiner Langmut die Zügel freizugeben. Daher erkläre ich hier für das mir vom Führer und Reichskanzler Verantwortlich übertragene Gebiet der Ernäh- rungswirtschaft und wende mich dabei in erster Linie an gewisse Namen auf wissenschaftlichen Lehrstühlen deutscher Hochschulen;»Drei Jahre lang war ich langmütig und habe die Verhältnisse auf den Universitäten von mir aus nicht gestört. Ich habe geglaubt, daß drei Jahre sachlicher Erfolge auf dem Gebiet der Agrarpolitik die einfachste Brücke für einen denkenden Menschen sein würden, um einen Frieden mit uns Nationalsozialisten zu finden. Aber aus Verantwortungsgefühl gegenüber Führer und Volk vermag ich nicht mehr schwelgend Dingen zuzusehen, die sich— Gott sei Dank vereinzelt— auf einigen Hochschulen abspielen. Es glauben mir noch heute Menschen beweisen zu müssen, daß ich den Bauern zu ideal und zu romantisch sehe. Ich muß es mir verbitten, daß man mir nach drei Jahren nationalsozialistischer Erfolge vorwirft, ich sei ein Romantiker des deutschen Bauerntums. Das ist keine Kritik mehr an meiner Person, sondern eine Kritik am Führer, der mich 1930 gerade wegen dieser meiner Einstellung zum Bauerntum rief.«, Das sind verdächtige Töne! Wenn ein terroristisches System von Schicksalsstnn- den des Volkes spricht, so handelt es sich um die Schicksalsstunden der Diktator, so handelt es sich um den Willen der Diktatoren, das ganze Volk mit in das Schicksal hineinzureißen, das ihre verbrecherische Politik heraufbeschwört, Das ist eben der Sinn aller Handlungen des Hitlersystems von heute. Es ist mit seiner wahnwitzigen Politik der Unterstellung des gesamten Lebens des deutschen Volkes unter den Kriegszweck in eine ausweglose Situation geraten, die es nur noch mit den terroristischen Mitteln glaubt meistern zu können. Das neue Ex- zitationsstadium der Diktatur ist der Beweis dafür, daß sie einer Katastrophe entgegentreibt, und daß die Diktatoren sich darüber im klaren sind. Spanien top dem Völkerbund Deuisdie Truppen in Spanien gelandet Die spanische Regierung hat den Völkerbundsrat angerufen. Sie will nicht mehr zusehen, wie im sogenannten Nichtinter- ventionsausschuß in London die klarsten Tatsachen mit den faustdicksten diplomatischen Lügen zugedeckt werden. Sie bringt die Frage der bewaffneten Intervention von Deutschland und Italien und die Bedrohung des europäischen Friedens durch diese Intervention vor das Forum, vor das sie gehört, vor den Völkerbund. Die spanische Regierung hat für sich das unbestreitbare Recht und die Logik des Völkerbundsrechtes. Diese Anrufung des Völkerbundes ist die richtige Antwort auf die Anerkennung Francos durch Deutschland und Italien. Es ist gut, daß die demokratischen Westmächte gezwungen werden, ihre Haltung zur spanischen Frage aus dem Dunkel geheimer diplomatischer Verhandlungen in das helle Licht des Völkerbundes zu bringen— denn die Lage wird immer kritischer und spitzt sich rasch zu. Während die Lage Francos vor Madrid immer kritischer beurteilt wird, wird die Hilfe der deutschen und italienischen Diktaturen für ihn immer unverschämter und offener. Als Ersatz für seine Verluste und offenbar für einen neuen Angriff auf Madrid ist in Cadiz eine deutsche Truppe von 50 0 0 Mann gelandet worden. Es genügt den faschistischen Mächten nicht mehr, daß sie Franco mit Stimme aus Deutsdiland »Wie es mit den Löhnen steht, merkt jeder«— »IJnerfreulidie Zustände« Das darf in Deutschland gedruckt werden und im»Ruhrarbeiter« kann man es lesen: »Wie es mit den Preisen steht, merkt ja jeder, wenn er auf den Markt geht, und wie es mit den Löhnen steht, merkt jeder, wenn er seinen Lohn In Empfang nimmt. Die hier noch herrschenden und gewiß unerfreulichen Zustände in der Zeitung immer wieder breitzuwalzen, würde nichts an der Tatsache ändern, daß wir eben sehen müssen, so schnell wie möglich aus diesem Dilemma herauszukommen.« Dieses bemerkenswerte Geständnis findet sich eingeschaltet in einen langen Artikel, der zu beweisen versucht, daß die Presse im Dritten Reich nicht lügt. Seit der Machtergreifung, so klagt der»Ruhrarbeiter«, gehe das Wort um,»was in der Zeltung steht, Ist gelogen.« Juden und Emigranten hätten es aufgebracht. Der»Ruhrarbeiter« will also zeigen, daß er nicht lügt Darum quetscht er sich das Geständnis ab, daß es mit Löhnen und Preisen Im Dritten Reich»unerfreulich« steht, so unerfreulich, daß ein jeder es merkt. Sofort aber auch gibt er seinen Lesern zu verstehen, daß eine solche Offenherzigkeit ein Luxus ist, den man sich nicht alle Tage gestatten kann;»breitgewalzt« werden darf dieses Thema nicht. Wie sollte es auch In einem Lande, in dem sogar die Kunstkritik verboten Ist, erlaubt sein, an den Kunststücken Kritik zu üben, die die Hitler und Görlng, die Schacht und Ley auf dem Gebiet der Preis- und Lohnpolitik verbrochen haben! Das Geständnis des»Ruhrarbeiters« bleibt unter diesen Umständen eine Ausnahme, die die Regel bestätigt. Nie ist das Wort»gelogen wie gedruckt!« in Deutschland mehr als jetzt im Schwange gewesen, nie war es mehr berechtigt. Die braune Presse lügt mit allem, was sie sagt; sie lügt noch niederträchtiger mit allem, was sie verschwelgt. Das gilt auf allen Gebieten, ganz besonders aber auch in der Lohnfrage. Der deutsche Arbeiter, dem täglich vorgelogen wird, sein Reallohn habe sich nicht verringert, darf nicht erfahren, daß seine Klassengenossen in freieren Ländern mit Erfolg daran gehen, die verbesserte Wirtschaftslage zur Verbesserang auch ihres Daseins auszunutzen. Man wird in der Presse Hitlerdeutschlands z. B. kein Wort darüber finden, daß kürzlich die englischen Textilgewerkschaften auf dem Verhandlungswege eine Lohnerhöhung von durchschnittlich 7% Prozent, für die schlechterbezahlten Weber eine solche von 10 bis 15 Prozent erreicht haben. In ähnlicher Weise wurden auch die Löhne der Konfektionsarbeiter erhöht. Der Monat November ollein hat In England mehr als einer Million Arbeiter wesentliche Lohnerhöhungen gebracht, die von den Gewerkschaften Im Wege friedlicher Verhandlungen durchgesetzt wurden. Das sind Dinge, von denen die deutschen Arbeiter nichts erfahren dürfen. H'-tier nat alle Lohnerhöhungen verboten, folglich verbietet Göbbels, Uber Lohnerböbungon zu berichten, die In freien Ländern mit den Mitteln des dort geltenden Koalitionsrechts errungen werden. Und da sagt der»Ruhrarbeltorc, daß die braune Presse nicht lügt! Es gibt nichts an diesem System, das nicht auf Lüge aRfgebaut ist. Zu dem Verlogensten aber, das in diesem System der Verlogenheit existiert, gehört die Behandlung der Arbeiter, die man mit Lügen füttert, indes man sie um ihren gerechten Lohn prellt. Was helfen die Lügen?»Wie es mit den Löhnen steht, merkt jeder, wenn er semen Lohn In Empfang nimmt!« gesteht selbst der »Ruhrarbeiter«. Man braucht nur hinzuzusetzen: Und wie es mit der WahrheUsIiobe im Dritten Reich bestellt Ist, merkt jeder, der eine Zeitung in Empfang nimmt. dem modernsten Kriegsmaterial ausgerüstet haben, sie üefem ihm jetzt auch noch ganz offen die Mannschaften dazu! SA. nadi Spanien Wie wir aus Dentschland erfahren, werden von der SA Freiwilligenformationen für Spanien aufgestellt und geschlossen nach Spanien transportiert. Die R i c k m e r s- nnd die S I o m a n- 1 i n i e transportieren auf ihren Schiffen Waffen(Gewehre, Lafetten, Geschützrohre, Granaten, Flugzeugteile) nach Spanien. Die Schiffe werden in Hamburg beladen. Die Ladnng erfolgt nur in der Nacht. Als Reiseziel wird»Mittelmeer« angegeben. Franco Hitler In Spanien Frauen nnd Kinder in der faschistischen Hölle. Von einer vorübergehend aus Spanien im Ausland weilenden, übrigens nichtsozialistischen, christlichen Persönlichkeit hören wir: Die Auffassung, daß sich in Spanien Volksfront und Katholiken gegenüberständen, ist vollkommen irrig. Man darf behaupten, daß auch die Mehrheit der kirchentreuen Katholiken gegen die Generale und ihre Marokkaner sind. Alle Katholiken wissen, welche Scheußlichkeiten die Afrikaner in den eroberten Gebieten verüben. Man gibt ihnen die Frauen und oft die unerwachsenen Töchter von angeblichen Regierungsanhängem preis. Da aber nicht immer leicht zu unterscheiden ist, ob eine Familie für oder gegen die Volksfront ist, sind auch viele Frauen und Mädchen aus oppositionellen Familien geschändet worden. Zahlreiche Offiziere haben die Frauen rationiert, da infolge der Flucht vieler Familien in den eroberten Gebieten Frauenmangel herrscht. In manchen Städten und Dörfern wurde eine Frau zwanzig Marokkanern zugeteilt. Die sexuellen Versprechungen spielen bei den Marokkanern eine große Rolle. Ihre Offiziere malen ihnen die Eroberung Madrids mit vielen zehntausenden Frauen In den lockendsten Farben aus. Inzwischen setzt sich die Kinderwanderung aus dem Innern Spaniens an die Küste von Katalonien fort. Die Kinder sind von Madrid nach Valencia viele Stunden unterwegs, weil die Züge wegen der Fliegergefahr oft halten. Manchmal müssen die Kinder die Züge ver- lassen, auch während der Nacht, um sich in den Feldern zu verbergen. Die Folge ist, daß viele Kinder mit zerrütteten Nerven in Valencia ankommen. In den Nächten wachen sie schreiend aus ihren'Träumen auf. Viele haben bei der Eroberung ihrer Heimat durch die Marokkaner scheußliche Szenen mit ansehen müssen, von denen sie erzählen, so die Vergewaltigung ihrer Mutter oder Schwestern durch Truppen Francos, die nach den Berichs ten der katholischen Presse bekanntlich für die christliche Zivilisation kämpfen. allem an Milch. Sir Oswald Mosley, England, Degrelle, Belgien, Mussert, Holland, Zankow, Bulgarien. 1200 Schändung Ley und die marxistischen Helden. Braun- gelbes Kriegsbündnis Ziele und Grenzen des deutsch- japanischen Abkommens müßten. zur wirtan Zahl nicht nachstehen. Die Aufnahme der Kinder durch die katalanische Bevölkerung ist überaus herzlich. Man reißt sich geradezu um die kleinen Emigranten. Es kommt vor, daß zu einem Zuge mit 400 Kindern 2000 Nachfragende am Bahn- Der Abschluß des deutsch- japanischen| stellung ist falsch. Die Kohlen- und Eisen- gung gesetzt wird. Die Fähigkeit dieser hof sind. Diejenigen, die keine Kinder zuge- Paktes hat eine Tatsache sichtbar gemacht, schätze in Ostsibirien, in der Mandschurei Faust, einen starken Schlag zu versetzen, teilt erhalten, sind enttäuscht. Politische die für alle politisch Interessierten schon und in Nordchina sind ein ebensolches darf nicht unterschätzt werden, doch Unterschiede gibt es bei dieser Fürsorge längst keinem Zweifel unterlag. Die seit Objekt der Annexionsgelüste des japani- gleichzeitig gilt es auch, die ungenügende kaum. Die Kinder werden nicht nur gut ge- dem Machtantritt Hitlers intensiv betrie- schen Monopolkapitals wie das Erdöl und Widerstandskraft der japanischen Wirtpflegt, sondern erhalten auch guten Unter- bene Annäherung Deutschlands an Japan der Kautschuk auf Borneo, wie die Baum- schaft, dieser bewegenden Muskel zur Ausricht. In Valencia hat sich eine kleine und die gegenseitige Unterstützung der wolle in Zentralchina, wie die Buntmetalle teilung wiederholter Schläge, Theatergruppe von Kindern gebildet, die beiden Erobererstaaten ist durch den Pakt auf einigen Südseeinseln. Als Absatzmarkt schaftlichen Speisung des Systems von Wohltätigkeitsvorstellungen geben. Soziale Berlin- Tokio feierlich deklariert worden. stellt der asiatische Süden einen noch un- Schlägen, aus denen sich der kommende Unterschiede werden nicht gemacht. Kinder Vorläufig wird dieses Kampfabkommen als gleich größeren Wert für die japanische Krieg zusammensetzen wird, richtig einzureicher Familien und Slumkinder leben zu- Maßnahme gegen Diese Schwäche kann auch die Weltgefahr des Industrie dar, als das relativ schwach be- schätzen.<< sammen. Manche Kinder werden in den Pa- Kommunismus< getarnt. Es unterliegt völkerte nordöstliche Asien. Diese Märkte durch das Bündnis mit Deutschland nicht lästen geflohener Patrizier untergebracht. Es aber keinem Zweifel, daß es sich zunächst kann sich aber Japan nur dann sichern, beseitigt werden. fehlt aber an Kleidern, an Kohle und vor gegen die Sowjetunion, dann aber auch wenn es zuvor die Sowjetunion vom Stil- Die grundlegende Schlußfolgerung des gegen alle anderen Mächte am Stillen und len Ozean zurückgedrängt und die Herr- Buches von Tanin und Yohan:>> daß die Die Gesamtzahl der Emigranten wird zur am Indischen Ozean richtet und eine Neu- schaft über China an sich gerissen hat. wirtschaftlichen und politischen Kräfte des Zeit auf 500.000 in Katalonien geschätzt, ein- verteilung der Welt als sein Endziel be- Die ganze Geschichte der japanischen Ag- japanischen Imperialismus seinem Riesenschließlich der Erwachsenen. Weitere 100.000 trachtet. gression in den letzten Jahrzehnten zeigt appetit bei weitem nicht entsprechen<, die auch auf werden erwartet. Es lag in der Natur der dynamischen deutlich, daß die kontinentale und( eine Schlußfolgerung, Außenpolitik des Nationalsozialismus, daß die marinistische Richtung Deutschland zutrifft) wird besonders daDie antibolschewistische Liga sie sich sofort nach dem Umsturz in eng miteinander zusammen- durch ins rechte Licht gerückt, daß Japan Während die Hitlerpropaganda die Welt Deutschland mit den> Preußen des Ostense hängen und daß der Krieg gegen die einem Gegner gegenübersteht, dessen Kräfvollschreit mit Schauermärchen über die verbrüderte. Im Interesse der beiderseiti- Sowjetunion nur die Vorstufe für einen te nicht zu unterschätzen sind. Sogar ein Eroberungs- und Kriegspläne der Komin- gen Zusammenarbeit wurden die Japaner weiteren Krieg gegen jene Mächte bilden Teil der japanischen Generalität sieht sich tern, wird in Berlin die Bürgerkriegsliga schon im November 1933, auf den Ein- würde, die in China und im südlichen Teil genötigt, die riesenhafte Militärder Faschisten aller Länder organisiert. spruch des japanischen Botschafters in des Stillen Ozeans wirtschaftliche und poli- macht der Sowjetunion anzuerkennen. Die im Februar 1936 herausgege Um allen faulen Ableugnungsversuchen Berlin hin, zu reinen Ariern erklärt und in tische Interessen zu verteidigen haben. zuvorzukommen, stützen wir uns auf einen die Gemeinschaft der» arisch- germanischen In eine besonders schwierige Lage bene Gedenkschrift des Kriegsministeriums Berliner Bericht der» Timese vom 26. No- Herrenrasse« aufgenommen. Es setzte eine würde hierbei Großbritannien gera- zum russisch- japanischen Krieg schätzt die vember. Nach diesem Bericht hat Hitler lebhafte militärische, wirtschaftliche und ten, dessen Milliardenanlagen in China Kampffähigkeit und Stärke der Roten Arim Verlauf der letzten Wochen die folgen- diplomatische Zusammenarbeit ein, die ihre durch einen Sieg Japans ebenso bedroht mee weit höher ein als die der Zarenarmee den Faschistenführer empfangen: Stützpunkte auch in Warschau und Hel- wären, wie seine Positionen in der Südsee, 1904/1905. singfors fand. Einer der eifrigsten Apostel in Australien und im Indischen Ozean.> Die technisch hochstehende Rote Armee der deutsch- japanischen Zusammenarbeit, Aber auch die Vereinigten Staa- stützt sich auf eine dank der Erfüllung der gutentwickelte Johannes von Leers, schrieb im ten von Amerika wären durch die Macht- Fünfjahrpläne RüstungsSeptember 1934 in der Zeitschrift» Die steigerung des japanischen Imperialismus industrie und Schwerindustrie schlechthin... Es ist eine internationale Verschwörung, Tate: bedroht. Ein Sieg Japans über die Sow- Die Sowjetunion hält an der mandschurischen die unter der Maske einer antibolschewi-> Jede Stärkung Japans, als der größten jetunion im Fernen Osten wäre gleichzei- Grenze gewaltige Militärkräfte, die der japastischen Liga segelt. Es ist eine Verschwö- außereuropäischen Macht, ist, vor allem seit- tig auch ein Sieg über die beiden angel- nischen Armee rung gegen den Frieden und die Freiheit dem die Sowjetunion und Frankreich sich zu- sächsischen Mächte, die sich mit der Vor- Außerdem schafft sich der Ferne Osten eine in Europa. Die demokratischen Parteien sammengefunden haben, eine Stärkung der herrschaft Japans auf dem asiatischen eigene industrielle Basis und macht sich dain den beteiligten Ländern werden gut tun, deutschen Stellung, eine sichtliche Entlastung Kontinent und im Stillen Ozean abfinden mit von der Zufuhr von Industrieerzeugnissen aus dem europäischen Teil der Sowjetunion wenn sie dieser Verschwörung schon in den für uns.< Anfängen entgegentreten. Gleichzeitig haben die führenden mili- Gerade die enge Verbundenheit des unabhängig.< Am 18. Februar 1936 nahm das japanitärpolitischen Organe(> Deutsche Wehr«, Krieges gegen die Sowjetunion mit dem > Militär- Wochenblatte u. a.) sich sehr ein- gesamten panasiatischen Programm des sche Kabinett einen besonderen Bericht gehend mit Japan befaßt und die Ziele des japanischen Imperialismus hat es zuwege des Kriegsministeriums über den Zustand Wenn alles über> Volk und Kulture japanischen Imperialismus ebenso wie den gebracht, daß die Militärclique, die Japan der bewaffneten Kräfte der Sowjetunion quakt, darf auch der Ley nicht fehlen. Hat systematischen Aufbau seiner Wehrmacht beherrscht, die Bedenken und Einwendun- im Fernen Osten entgegen, dessen Inhalt als leuchtendes Vorbild für das Dritte gen zu unterdrücken vermochte, die von von der Zeitung> Japan Advertiser vom er nicht> Kraft durch Freudee unter sich? Reich dargestellt. bb verschiedenen Richtungen in der japani- 20. Februar wiedergegeben wurde. Danach Also quakte er in der Philharmonie mit schen Bourgeoisie gegen den antirussi- zählt die Rote Armee im Fernen Osten drauflos, erstarb nebst Göbbels vorm Führer Jetzt, nachdem Deutschland und Japan, schen Krieg erhoben wurden. 200.000 Mann, die mit Flugzeugen, Tanks, in schleimigstem Byzantinismus und feierte sekundiert von Italien( das sich nur aus Bisher ist es noch keiner Gruppierung Panzerwagen usw. glänzend ausgerüstet KdF, das den Arbeiter> zum vollwertigen Bürger gemacht habe. Dabei verstieg sich diplomatischen Gründen etwas zurückhält), im Lager der herrschenden Klassen Japans ist. Längs der mandschurischen Grenze der alternde Trinker zu folgender Großlüge: die Grundlagen für ein gemeinsames Vor- gelungen, die Durchführung der grund- sind mehr als 1000> befestigte Punkte ge>> Darum hatte der Arbeiter jahrzehnte- gehen gegen die übrige Welt zu schaffen legenden Kriegsvorbereitungen gegen die baut worden. In Wladiwostok ist ein starlang so fanatisch gekämpft. Das war es, suchen, gewinnt die Kenntnis der Trieb- Sowjetunion zu vereiteln. Die Militärclique, ker Flottenstützpunkt errichtet worden. der Sibirischen was ihn in den neunziger Jahren in die Ge- kräfte und Ziele des japanischen Impe- die vorläufig noch nicht die unbeschränkte Die Durchlaßfähigkeit fängnisse des Kaiserreiches hatte gehen las- rialismus eine besondere Bedeutung. Viel Trägerin der Macht ist und noch nicht Eisenbahn, die doppelgeleisig ausgebaut sen. Deshalb hatte er Hunger und Not und aufschlußreiches Material darüber bringt restlos ihre Pläne der Errichtung einer wird, ist 5- bis 7mal größer als zur Zeit Elend in den vielfachen Wirtschaftskämpfen auf sich genommen.< das soeben im Verlag Carrefour, Paris, er- faschistischen Militärdiktatur verwirklicht des russisch- japanischen Krieges. Nämlich für Kraft durch Freude und die schienene Buch von O. Tanin und E. hat, lenkt dennoch die Anstrengungen des Angesichts dieser Tatsachen, die durch braune Despotie! Diese Schändung der Bebel Yohan:> Japan rüstet zum großen gesamten japanischen Staatsapparates zahlreiche andere ergänzt werden könnten, und Liebknecht, der der sozialdemokratischen Krieg. Das Programm der japanischen auf die Lösung der Aufgaben der Kriegs- erscheint es mehr als fraglich, ob Japan Arbeiterführer und Arbeiter von ehedem hör- Aggression ist ziemlich offen dargelegt vorbereitung gegen die Sowjetunion und seinen» großen Krieg gegen die Sowjetten sich die Spitzen der Kunst und Wissen- worden in einer ganzen Serie amtlicher zieht die bedeutendsten Gruppen des Fi- union siegreich zu Ende führen könnte. schaft mit an, ohne mit der Wimper zu zuk- Dokumente, angefangen von dem Memo- nanzkapitals in sehr weitgehendem Maße Dies um so mehr, als Japan von starken ken, das mußten abkommandierte Vertreter randum des Barons Tanaka im Jahre 1927 für die Verwirklichung dieser Aufgaben sozialen Spannungen erfüllt ist und durch der Arbeiter schweigend hinnehmen, das er- bis zur Deklaration der japanischen Regie- heran. sein jetziges Bündnis mit Deutschland schien gedruckt in der Presse. Jeder, der es rung vom 17. April 1934, mit der faktiGroßbritannien und die Vermit anhörte, kennt die Wahrheit. Die weiß schen Forderung eines japanischen Pro- Aber die Einmütigkeit, mit der die einigten Staaten auf dem Plan gesogar der Ley. Denn die Blutzeugen jener tektorats über China, und der Broschüre, herrschenden Klassen Japans den Krieg rufen hat. Muß das braun- gelbe KriegsZeit sind noch da. Sie kämpften für dasselbe die vom Pressebüro japanischen gegen die Sowjetunion vorbereiten, und die bündnis denn um ein solches handelt es Wahlrecht, das ihnen von bezahlten Banden- Kriegsministeriums im Oktober 1934 her- unzweifelhaften Erfolge, die sie hierbei sich letzten Endes Japan im Fernen führern geraubt, für dasselbe Parlament, das ausgegeben wurde und bereits eine Kon- erzielten, sind noch kein Beweis dafür, daß Osten isolieren, so gilt das gleiche auch für ihnen von Kapitalistenknechten zerstört, für kretisierung der Pläne des Barons Tanaka Japan in der Lage wäre, einen großen die Stellung Hitlerdeutschlands dieselbe Demokratie, die von den Nazis be- darstellt. Praktisch ist das Eroberungs- Krieg siegreich zu Ende zu führen und im europäischen Kräftespiel. Unser engschimpft, für dieselbe Geistesfreiheit, die programm Tanakas durch die Eroberung seine weitgesteckten Eroberungsziele zu lisches Bruderblatt, der> Daily Herald<, drüben geknebelt wurde. Sie gingen für die der Mandschurei, durch die Vorstöße ge- verwirklichen. Selbst in der Deutschen hatte so Unrecht nicht, als es nach AbFreiheit ins Gefängnis, starben im Exil. Wir gen die Mongolische Volksrepublik und Wehre, dem Organ des deutschen General- schluß des deutsch- japanischen Bündnisnahmen den Kerker auf uns, während Leys durch die systematische Einschnürung stabs, wurde in einer Artikelserie, die in ses schrieb, Hitler habe durch diesen Pakt politische Väter aus den Fettnäpfen des wil- Chinas in Angriff genommen worden. Da- der ersten Hälfte des Jahres 1934 veröf- den Erfolg einer dreijährigen Politik zuhelminischen Halba.bsolutismus fraßen und neben läuft aber eine intensive Kriegsvor- fentlicht wurde, dargelegt, daß Japan zwar nichte gemacht, die darauf abzielte, einen sich zu Bütteln und Hetzhunden der Reaktion bereitung, die sich einerseits gegen die das Küstengebiet am Stillen Ozean von der Keil zwischen Frankreich und GroßbritanSowjetunion, andererseits aber auch gegen Sowjetunion losreißen könnte, aber in nien zu treiben. Die stürmische Ablehnung, Der Ley kann sich leicht vergewissern, die in China wie im südlichen Teil des Schwierigkeiten geraten würde, wenn es die das deutsch- japanische Bündnis in viele Freiheitskämpfer von damals sitzen ja Stillen Ozeans interessierten Mächte rich- Ostsibirien bis zum Baikal erobern wollte. allen nichtfaschistischen Ländern fand, wieder für dieselbe Sache im Exil oder ver- tet. Inzwischen sind in der japanischen Presse könnte der Beginn einer neuen Periode der Man hat versucht, in Anlehnung an K. selbst die grundlegenden Schwächen europäischen Politik ankündigen, wenn derben in Folterkellern, gegen die wilheminische Gefängnisse beinahe idyllische Orte Haushofer, einen der Väter des neu- der Kriegsvorbereitungen Japans aufge- jene Mächte, welche bisher stets vor den waren. Der Ley mag sie fragen wenn sie deutschen Imperialismus, in der japani- deckt worden: Die japanische Schwerindu- Drohungen und Erpressungen des Faschiskönnten, wie sie wollten, würden sie ihm ins schen Expansion zwei Richtungen heraus- strie ist ungenügend entwickelt. Die Indu- mus zurückwichen, aus dem gemeinsamen zuheben: eine kontinentale, die sich strie ist zu 60 bis 70 Prozent auf den Auftreten des faschistischen BrandstifterArglose Gemüter mögen einem notorischen die Bodenschätze und den Siedlungsraum Export angewiesen. Japan hat nicht ge- konsortiums, das eine Neuverteilung der Säufer gewisse mildernde Umstände zugute Nordchinas und Ostsibiriens anzueignen nügend Roh- und Brennstoffquellen für die Welt anstrebt, die nötigen Konsequenzen halten, aber daß diese Schändung Toter und sucht, und in eine marinistische, die Führung eines großen Krieges. Die Le- ziehen würden. Wehrloser gedruckt, in der Nazipresse auf die reichen Küstenländer und Inseln im bensmittelquellen sind ebenfalls unzureisogar gesperrt gedruckt wird, ist ein politi- Süden zielt. Der ersten Richtung wird chend. Recht schwach sind die finanzielsches Gangsterstück. Diebstahl schändet im namentlich von Vertretern des rechten len Grundlagen Japans, das ohne Untererneuerten Deutschland nicht. Man hat den Flügels der englischen Konservativen die stützung den Flügels der englischen Konservativen die stützung starker Kapitalsmächte einen sozialdemokratischen Arbeitern ihre Heime, Rolle eines Ventils zugewiesen, das man längeren Krieg nicht zu führen vermag. in ihre Zeitungen, ihre Errungenschaften ge- billigen könne, weil dadurch die Interessen» Bildlich ausgedrückt, stellt die militäristohlen, man stahl ihnen Lieder, man stahl des britischen Imperiums in Mittelchina, in sche Macht des japanischen Imperialismus und im Indischen Ozean ge- eine gepanzerte Faust dar, die von jetzt stiehlt ein Hitlerscher der Südsee schützt würden. Aber diese Gegenüber- leinem schwachen Muskel in Bewemachten. Gesicht speien. den 1. Mai www www Oberbonze die marxistischen Märtyrer. des * A. S. Was zum Krieg gehört Bei einem Sportwettbewerb in Pirmasens der Pfalz wurden als Preise verliehen: 1. eine Gasmaske, 2. ein Mausergewehr, neuestes Modell, 3. ein Revolver, 4. Hitlers> Mein Kampf<. Kasernen- und Luxusbauten, statt Arbeiterwohnungen drei Der Danziger Verfassungskonflikt Geplante Terrorisierung des Danziger Volkstages stimmung des Völkerbundsrats Gültigkeit strafe von 8 Monaten verurteilt. Die erlangen. beiden anderen Angeklagten mußten wegen zu Dieser Tage wurden aus dem Polizeigefängnis in Danzig 7 Funktionäre der Sozialdemokratischen Partei, Werder stammen, entlassen. Sie wurden geAuf dem Parteikongreß in Nürnberg hat der Hauptdienstleiter Reinhardt das Dritte Reich belobt, weil der Rohzugang an Wohnungen 1934 doppelt so groß gewesen sei als 1932 und 1935 um zwei Drittel größer. Im Im Danziger Verfassungskonflikt ist in, Jahre des Tiefstandes 1932 hatte der Woh- der Vorwoche eine neue Verschärfung eingeDie Antwortnote des Nazisenats an die Mangels an Beweisen freigesprochen werden. nungsbau in der Tat eine starke Schrump- treten. Der Danziger Senat hat dem polniAm 20. November 1936 fand vor der Grofung erlebt. Aber das Dritte Reich tut sei- schen Generalkommissar in Danzig eine Note polnische Regierung und die in Danzig verüberreichen lassen, die eine Antwort auf den breiteten Gerüchte über eine geplante Ver- Ben Strafkammer in Danzig ein Prozeß gegen nem Wirtschaftsaufschwung keine Ehre an, vom 24. Oktober fassungsänderung weisen erneut auf den gan- den 54jährigen Zeitungshändler Heinrich wenn es seine Leistungen mit denen eines der polnischen Protestschritt d. Js. darstellen soll, mit dem Polen die zen Ernst der Situation in Danzig und dar- Tosch statt. Er war angeklagt, antinatioschwersten Jahre vergleicht, die die RepuWahrnehmung seines Völkerbundsauftrages über hinaus auf die Spannungen hin, die die nalsozialistische Schriften in Danzig verblik durchzumachen hatte. Ein Vergleich mit den besseren Jahren, auch so weit sie Krisen- bezüglich der Beobachtung der Vorgänge in Danziger Frage in das deutsch- polni- kauft zu haben. Außerdem sollte er in Briejahre gewesen sind, läßt die Ergebnisse der Danzig einleitete. In einer von der Presse- sche Verhältnis hineingetragen haben. fen nach dem Ausland den Danziger Senatsstelle des nationalsozialistischen Senats her- Man erfährt jetzt auch, daß der deutsche Bot- präsidenten Greiser beleidigt haben. Der AnWohnungsbautätigkeit des Hitlerregimes weniger gut abschneiden. Nach dem Wochen- ausgegebene Meldung wird die Danziger Note schafter in Warschau, von Moltke, in geklagte, der schwer tuberkulos ist und 4 bericht des Instituts für Konjunkturforschung als ein Zwischenbescheid bezeichnet. seiner letzten Unterredung mit dem poini- Jahre Kriegsdienst geleistet hat, wurde vom 4. November 1936 bleibt der Wohnungs- Sie nehme, so heißt es, zu dem Inhalt der schen Außenminister Beck, Polen gegenüber einer Gefängnisstrafe von 3 Jahren bau in den ersten beiden Jahren des Hitler- polnischen Note vom 24. Oktober, in der Polen keinerlei direkte Zusagen über eine versohn- verurteilt. regimes ziemlich weit hinter der Krisenzeit auch Forderungen nach Erweiterung des di- liche Haltung des Dritten Reichs in der Dander Republik zurück, und auch heute noch rekten polnischen Einflusses im Innern Dan- ziger Frage gemacht hat. Außerordentlich sind die Leistungen ihrer besten Zeit nicht zigs erhoben habe, nur grundsätzlich Stellung. bezeichnend sind auch die in den letzten erreicht. Im Jahre 1931 wurden 231.000 neue Der Danziger Senat erkläre in der Note, daß Tagen in der reichsdeutschen und in der die sich in Schutzhaft befunden hatten, und sämtliche Verhandlungen erst nach Rück- gleichgeschalteten deutschen Presse Polens die sämtlich aus Dörfern des Kreises Gr.Wohnbauten errichtet, 1933 nur 133.000, 1934 190.000. In den drei Jahren 1929-31, worunter kehr des» krankheitshalbere in einem deut- immer wiederkehrenden Hinweise auf zahlschen Bad weilenden Senatspräsidenten reiche Klagen der deutschen Min- schlossen, im Auto, nach der Kreisstadt Tie1930 ein halbes und 1931 ein vollgültiges Greiser, voraussichtlich Anfang Dezem- derheit in Polen und auf den wieder akut genhof, Kreis Großes Werder, gebracht und Krisenjahr, betrug der Zuwachs an Wohnunber, beginnen könnten. Ferner weise der gewordenen Streit über den deutschen Trandem dortigen Landrat Andres als zuständigen durch Neubauten und Umbauten 920.000, in Drittes Reich Danziger Senat in seiner Note darauf hin, daß sitverkehr durch den polnischen Korridor. den ersten Jahren gem Leiter der Kreispolizei zugeführt. Andres der in Genf an Polen erteilte Auftrag sich Die polnische Regierung nimmt hielt an die 7 Schutzhäftlinge eine Ansprache, 780.000, also um 15 Prozent weniger. Berücksichtigt die Neubauten lediglich auf die Entspannung der Beziehun- zu allen diesen Konfliktpunkten zunächst eine in der er von ihnen verlangte, daß sie sich zum Völkerbund be- abwartende Haltung ein. Offensichtden gen der Freien Stadt nationalsozialistischen Organisationen allein, so ist das Zurückbleiben hinter schränkt habe, worunter zu verstehen sei, lich bemüht man sich, einer Erweiterung der schließen sollten. Sämtliche 7 SozialdemoLeistungen der Republik noch auffallender. daß Danzig die polnischen Beschwerden, die Streitfragen durch die öffentliche Diskussion kraten lehnten dieses Ansinnen ab. Darauf Durch Neubauten wurden die Wohnungen wurden sie erneut in Schutzhaft gevermehrt 1929-31 um 850.000, 1933-35 530.000, zum Zweck der Erweiterung der polnischen entgegenzuwirken. Die Danziger Antwort ist nommen. Sie sind einzeln in den Spritzendas ist um 40 Prozent weniger. 1929-31 ent- Rechte angebracht worden seien, als nicht zu beispielsweise in der Presse inhaltlich nicht häusern ihrer Heimatdörfer eingesperrt worfielen 15 Prozent auf Umbauten, 1933-35 ein erörtern,> zurückweist<. Der Danziger Senat, ausführlich wiedergegeben worden. in maßgebenden polniden. Viertel. 1929-31 entstanden 66.000 neue Woh- so heißt es in der amtlichen Danziger Presse- aber klar, daß man 250.000. verlautbarung zum Schluß» spreche die Er- schen Kreisen den ganzen Ernst der nungen durch Umbauten. daß die polnische Seite alle Lage, der durch die Danziger Note und die Ein Vergleich mit den Aufschwungsjahren wartung aus, Maßnahmen ergreife, die zur Bereinigung der täglich aus Danzig in Warschau einlaufender Republik stellt Hitler als Erbauer von Heimstätten für Menschen ein noch schlech- Atmosphäre zwischen Danzig und Polen er- den alarmierenden Meldungen am besten gekennzeichnet wird, nicht übersieht. Polen haft entlassen worden sind, sind im Laufe der teres Zeugnis aus. Hinter ihnen würde sogar griffen werden können.<< wird, wenn es seinen Völkerbundsauftrag erletzten Tage 43 neue Verhaftungen das Jahr 1936 auch dann noch zurückbleiben, Der Ton, in dem diese Note gehalten ist, fullen will, eine energische Haltung gegen von der politischen Polizei vorgenommen worwenn die Schätzung des Instituts für Konentspricht ganz der intransigenten Haltung, über Danzig einzunehmen haben. Es ist aber den. Die Verhafteten sind meist Arbeiter. junkturforschung richtig ist, daß für das lau- die der Danziger Senat unter dem Kommando nicht minder wichtig, daß die übrigen Ratsfende Jahr mit einem gesamten Wohnungs- höchster Parteistellen in Berlin auch in der mächte, insbesondere England, Bisher ist es nicht gelungen, den Führer zuwachs durch Neu- und Umbauten um etwa Danziger Innenpolitik weiter einnimmt. In Außenminister der Berichterstatter des vol- der Deutschnationalen Volkspartei Dr. Bla300 bis 320.000 zu rechnen sei, denn 1928 unterrichteten Danziger Kreisen spricht man kerbundsrats in Danziger Fragen ist, mit vier, der sich seit Wochen in Schutzhaft behatte der Zugang betragen 330.000, 1929 davon, daß der Senat die Absicht habe, noch wachsamen Augen die Lage in Danzig pri- findet, zu einem Uebertritt zu der National338.000, 1930 330.000. vor Ende d. Js. dem Danziger Volks- fen, wenn nicht die in Berlin so beliebte Me- sozialistischen Partei zu bewegen. Nunmehr tag den Entwurf eines Gesetzes thode der Schaffung wollendeter beabsichtigt der Senat auch ein Disziplizur Aenderung der vom Völker- Tatsache ne in Danzig erneut Erfolg haben narverfahren gegen den Führer der Zentrumspartei, Dr. Stachnik, bund garantierten Danziger Ver- und dem internationalen Rechtsleben einen der als geistlicher Studienrat in Staatsdienfassung vorzulegen. Die geplante Ver- weiteren schweren Stoß versetzen soll. sten steht, mit dem Ziel der Dienstentlassung fassungsänderung soll die Totalitätsansprüche der NSDAP und die Ausschaltung aller nichtnationalsozialistischen Parteien und Vereiniman 1933-35 gungen rechtlich sicherstellen. Es ist dessen anWährend 4 Angestellte der sozialdemokratischen» Danziger Volksstimme«, darunter und der Verleger Fooken der Redakteur Adomat, am 28. November aus der SchutzVor dem Schöffengericht in Danzig fand einzuleiten. Die Hetze der nationalsozialistischen am 20. November eine Strafgerichtsverhandlung gegen die Gebrüder Anton, Bruno und Presse gegen den bisherigen Parteise kreFranz Klebba aus Babental, Kreis Danzi- tär der Deutschnationalen VolksIn Nazikreisen verspricht man sich, ger Höhe, statt. Alle drei Angeklagten sind partei, Gamm, und ein anderes Mitglied durch Anwendung von Druckmit- Mitglieder der Zentrumspartei. Sie waren der Deutschnationalen, den ehemaligen Kriteln auf die oppositionellen Ab- lediglich angeklagt worden, in einem Restau- minalsekretär Chall, ist nunmehr geordneten, bezw. durch Vornahme rant Lieder gesungen zu haben, die im katho- zusammengebrochen. In einer Verhandlung von Verhaftungen nicht gefügiger lischen Arbeiterverein üblich sind. In einem vor der Großen Strafkammer in Danzig, die Abgeordneter, die Annahme einer dieser Lieder kam der Satz vor:» Die Nazis am 26. November stattfand, und in der beide, solchen Verfassungsänderung müssen untergehn, Zentrum, das muß aufer- nachdem sie monatelang in Untersuchungaerzwingen zu können. Eine vom Volkstag stehen.< Wegen angeblicher Gefährdung der haft gesessen hatten, wegen angeblichen sind sowohl beschlossene Verfassungsänderung würde öffentlichen Ordnung wurde der Angeklagte Meineides angeklagt eine Zu- Anton Klebba zu juristisch allerdings erst durch einer Gefängsnis- Gamm als auch Chall freigesprochen worden. waren, Der Vierjahresplan wird aber voraussichtlich durch diese Rechnung einen Strich machen. Die sechs neuen Anordnungen Görings, die ersten Maßnahmen zu seiner Druchführung, sollen zugleich die Lohnbewegung der rargewordenen Facharbeiter abdrosseln und diese nach Möglichkeit für die kriegswichtigen Betriebe reservieren. Daher ist für das Baugewerbe eine Anzeigepflicht eingeführt worden. Jedes private Bauvorhaben, das mehr als 5000 Mark kostet, und jeder öffentliche Bau mit Kosten von mehr als 25.000 Mark, müssen angemeldet werden. Es können für sie nicht nur die Arbeitskräfte, sondern auch die Baustoffe versagt werden. Man erfährt aus dem Grundstein<<, daß bereits seit August, also noch vor der Verkündung des Vierjahresplanes durch den Fahrer, alle Bauvorhaben mit mindestens 25.000 Mark Lohnsumme dem zuständigen Arbeitsamt gemeldet werden mußten. Es ist also anzunehmen, daß der Wohnungsbau bc- Die für Arbeiter und Angestellte er- noch mehr als bisher der Wohnungsbau der Erzieher der ihm anvertrauten Jugend im ein Wehrkraft geopfert werden. reits seit Monaten gedrosselt wird, damit schwinglichen kleinen Wohnungen von Dienste des Volkes ist, wird es als seine Aufgabe empfinden, am großen Werk des Führers Facharbeiter für die Aufrüstung gespart wer- bis drel Räumen überwogen 1932 mit 58 Promitzuarbeiten und ihm zu helfen, seinem den. Der> Grundstein< schlägt die Einführung zent die Neubauwohnungen von vier und mehr Bereit bis zum letzten Volk diejenige Sicherheit zu geben, die es einer Rangordnung des Bauens< Im Räumen. 1935 war das Verhältnis fast umGamaschenknopf! zur Erhaltung seiner friedlichen Aufgabe geDienste der Wehrhaftmachung, der Sicherung gekehrt: etwas mehr als ein Drittel, der Ernährung, der Rohstoffreiheit und des ganz 40 Prozent entfielen auf Kleinwohnun- Die Universität hat längst Mobilmachungs- braucht.< Wer jetzt noch immer nicht begreift, daß Arbeiterwohnungsbaues in den neuen Indu- gen, mehr als 60 Prozent, fast zwei Drittel, In einer Festschrift, die jetzt mit Beiträ- das große Werk des Führerse eben der totale striegebieten müsse der Bau von Einfamilien- auf größere Wohnungen und Luxuswohnunhäusern und von Luxuswohnungen zurück- gen. Der Anteil der Luxuswohnungen von 7 gen der einzelnen Fakultäten zum hundert- Krieg ist, bestimmt, das> belagerter Deutschstehen. Bisher ist allerdings genau umge- und mehr Wohnräumen betrug 1932 3 Pro- fünfundzwanzigjährigen Bestehen der Frie- land( wer belagert? Und seit wann wird beBreslau Es wurden also 1932 drich- Wilhelms- Universität in kehrt verfahren worden. Aus den Zahlen des zent, 1935 6 Prozent. er- lagert?) aus seiner Festung in anderer Instituts für Konjunkturforschung geht klar 4700, 1935 16.000 Luxuswohnungen errichtet. schienen ist, heißt es in der Huldigung der Leute Gemüsegarten glorreich zu geleiten, mit kann sich höchstens hervor, daß im Hitlerreich der Wohnungsbau In der Zeitschrift> Deutsche Volkswirt- medizinischen Fakultät: >> Der Staat hat in erster Linie Interesse deutschen Schriftsprache noch entschuldigen. weit weniger den Charakter der Wohnungs- schaft, dem Wirtschaftsorgan der NSDAP auf seinen Universitäten gute fürsorge für die minderbemittelten Schichten wird in Nr. 32 von Oberregierungsrat Dr. daran, daß vor. nicht ordre. G. A. F. Unkenntnis der hat als in der Zeit der Republik. 1932 betrug Breitmeyr, Stuttgart, die Frage aufgeworfen, Aerzte ausgebildet werden, die ihrer Auf- Nicht nur Kanonen auch der Anteil Opern statt Butter! der Praxis gewachsen sind. der öffentlichen Körperschaften ob der heutige Wohnungsbau auf das Ziel, gabe in und der mit öffentlichen Mitteln gespeisten der Masse der Arbeiter und Angestellten eine Deutschland ist im Zustand der » Der Führer und Reichskanzler hat begemeinnützigen Bauvereinigungen an den ihren Einkommensverhältnissen entsprechen- belagerten Festung. Es muß sich darein neues Opernhaus Bauherren fertiggestellter Neubauwohnung an de gesunde und billige Wohnungen zu ver- auf einstellen, zu jeder Zeit und un- stimmt, das München 56 Prozent, der privaten Bauherren 44 Pro- schaffen, ausgerichtet sei. Es mehren sich ter allen Umständen auch mit seiner erhält. Es soll die größte und modernzent. Die öffentliche Hand überwog also. Stimmen, welche Bedenken gegen den Ver- Aerzteschaft den Aufgaben gewachsen zu ste Oper der Welt werden; die Pläne 1935 war der Anteil der öffentlichen und halb- lauf der Bautätigkeit, zumal in 1936, äußer- sein, die der Augenblick ihm aufliegen bereits vor.<< Aus einem Bericht der Frankfurter Zeiöffentlichen Wohnungsbauten nur 32 Prozent, tene. Der organisierte Realkredit, meint er, drängen kann. Und gerade hier in Schle68.Proz., also mehr als zwei Drittel entfielen solle sich von der Finanzierung der Klein- sien muß jeder ältere Student der tung«» München als Großstadte in Nummer auf Private. Unter Zugrundelegung dieser Pro- villas abwenden und seine Mittel im wesent- Medizin und jeder praktische 593 ds. Jgs. Die rund fünfhundert Operhäuser, zentzahlen ergibt sich, daß im Jahre des Hitler- lichen für den Bau billiger Kleinwohnungen Arzt zugleich ein Arzt des Heeres die Deutschland noch besitzt, und die in der aufschwungs 1936 mit öffentlichen Mitteln etc. einsetzen. Diesen Stoßseufzer eines na- sein und über alle Kenntnisse und Fähig- Tat gegenüber der gleichen Zahl in anderen nicht mehr Neubauwohnungen errichtet wor- tionalsozialistischen Partelorgans zeigt, daß keiten verfügen, die der Augenblick und reicheren Ländern einen teuren Pietätsden sind als im Krisenjahr 1932, nämlich in diesem Jahre noch mehr Geld für Villen der Not von ihm verlangen kann. Daran rekord sonderbarster Art darstellen, 45.000. Dabei ist zu berücksichtigen, daß 1982 übrig ist als bisher und in welchem Maße der mitzuarbeiten ist die wichtigste Aufgabe der eine der grauen Sorgen des früheren Deutschunter dem Anschwellen der Ausgaben für wirkliche Wohnungsbedarf hinter dem Be- Medizinischen Fakultät der Universität. Wenn land. Der Führer« schlägt das nieder gleich Arbeitslosenunterstützung der öffentliche dürfnis der Rüstungsgewinnler nach geld- darüber gelegentlich einmal weniger wichtige mit der größten und modernsten Oper der Wohnungsbau leiden mußte. Die Mittel, die wertsicherer Anlage und der gutbezahlten Fragen zurückzutreten haben, so kann das Welte, ohne die und unter der wir es auch das Dritte Reich bei der Arbeitslosenunter- Reichswehroffiziere und Nazibonzen nach vielleicht der einzelne Forscher im Augen- wahrhaftig nicht tun können. Der ButterJeder Hochschullehrer, der mann mag ausbleiben, Lohengrin bleibt uns stützung spart, werden anstatt für billige komfortabler Einrichtung zurücktreten muß. blick bedauern. Wohnungen, für teure Kasernen verausgabt. Im Zeichen des Vierjahresplanes wird aber nicht nur ein weltfremder Forscher, sondern ja doch! waren Qeltpolitlb und Status quo im Osten England, Mitteleuropa und der deutsdie Imperialismus Die deutsch- italienische Zusammenarbeit wie das deutsch-japanische Militärbündnis haben in England große Unruhe hervorgerufen. Man beginnt zu verstehen, daß die Diktaturländer sich auf einen Krieg vorbereiten, an dessen Ende eine Neuverteilung der Welt zugunsten von Deutschland, Italien und Japan stehen soll. Man erkennt, daß das britische Empire das Objekt der Begehrlichkeit der»have nots« ist. Das Gefühl der Sicherheit und des Unbeteiligtseins an der Erschütterung aller Rechts- und Sicherheitsverhältnisse auf dem Kontinent weicht dem Gefühl einer unmittelbaren Bedrohung. Die englische Politik hat bisher eine sehr starke Uninteressiertheit an der Frage des Status quo in Mittel- und Osteuropa gezeigt. Sie hat kein würde, sich Italiens und Polens zu versichern, wenn nicht auf dem Vertragswege, so durch Gewalt. Er zieht die Konsequenzen, die ein Fall der Tschechoslowakei für beide Länder— und auch für Sowjetrußland— nach sich ziehen würde, er skizziert die gewaltigen Vorteüe, die diese Länder aus einer gemeinsamen Politik gegen die deutsche Expansion ziehen würden. Schon seine Darlegungen über Italien zeigen, wie West- und Mitte 1 m e e rf r a g en und die Frage des Status quo im Osten ineinandergreifen. Noch eindrucksvoller ist seine Beweisführung, wenn er auseinandersetzt, wie das englische Interesse mit der Existenz der Tschechoslowakei verknüpft ist. Die deutsche Expansion längs der eurasischen Transversale Verständnis dafür gehabt, daß diese Frage zielt nach dem Zentrum der englischen ihre eigenen Lebensinteressen berührt. Herrschaft, die sich um den Indischen Aber jetzt ist der Augenblick gekommen, Ozean herum ausbreitet. Längs dieser in dem die englische Politik sich zu dem Linie trifft sie nicht nur auf die besten Verständnis durchringen muß, daß gefähr- Verkehrswege und Eisenbahnen, sondern Interessen vom vor allem auch auf die wichtigsten Petro- liche Stöße gegen ihre deutschen Imperialismus Europas geführt werden daß die Umwälzung des Status quo im Osten die Ouvertüre, wie die notwendige Voraussetzung zu einem Angriff des deutschen Imperialismus auf die westeuropäischen Demokratien wie zur Beraubung der westeuropäischen Kolonialmächte ist. Eine Trennung der Westfragen von den Ostfragen, ein Nach- im Südosten leumvorkommen, Rumänien, Mossul, Südkönnten, und persien, die den Betriebsstoff für die modernen Luftflotten liefern: »Die Entfernung des rumänischen Beckens von den großen deutschen Luftbasen beträgt 1300 km; die rumänische Basis ist von der Basis von Mossul 1800 km entfernt. Die Entfernung von Mossul vom Nordufer des persischen Golfs(wo die Transversale endet) ist kaum größer als 800 km. Und nun wollen wir annehmen, daß heute, wo man Kiiege auf»Wogen von Petroleum« gewinnt, eine geben gegenüber der deutschen These von Macht sich unserer beiden mächtigsten Luftbasen, Rumäniens und Mossuls, bemächtigen würde. Was würde England tun? Die Situation, die im Jahre 1918 geschaffen worden Kurzsichtigkeit, die glaubt, daß man durch' iSt, würde ganz einfach zerstört sein und der eine Lockerung der Verträge zwischen Krieg um die eurasische Transversale würde Frankreich und Sowjetrußland, zwischen mit gleicher Erbitterung wie ehedem von der Teilbarkeit des Friedens würde für die westlichen Demokratien, würde vor allem für England Selbstmord bedeuten. Die Sowjetrußland und der Tschechoslowakei den deutschen Angriffswillen beschwichtigen könnte, ist lebensgefährlich. Der unzertrennbare Zusammenhang zwischen den Westfragen und den Ostfragen in Europa wie zwischen beiden und den großen weltpolitischen Fragen wird jDttit eindringlicher Klarheit und glänzender Dialektik klargelegt in einer Studie, die Oberst E. Moravec, Professor an der Tschechoslowakischen Kriegshochschule, im Orbisverlag in Prag veröffentlicht hat. Diese Studie nennt sich»Die strategische Bedeutung der Tschechoslowakei für Westeuropa« und sie berührt alle die von uns angedeuteten Beziehungen.») Diese Schrift geht von der Voraussetzung aus, daß es ein altes Ziel deutscher imperialistischer Expansionspolitik ist, die sogenannte»eurasische Transversale«, die Linie Hambur g— B asrah(Ber- 1 i n— B a g d a d) zu beherrschen. Der Vormarsch auf dieser Linie ist durch den Weltkrieg aufgehalten worden, er hat jetzt— und das ist der Ausgangspunkt dieser Schrift— wieder begonnen. Vor dem Weltkrieg beherrschte Deutschland von dieser Linie, auf der fast mathematisch genau Prag, Budapest und Konstantinopel liegen, und deren europäischer Teil 1750 km lang ist, nicht weniger als 1350 km dank dem Bündnis mit Oesterreich-Ungarn. Heute sind 670 km in deutschem und ungarischem Besitz, 1080 km im Besitz der Kleinen Entente. Die Schlüsselstellung aber, die Deutschland an der Rückeroberung seines Vorkriegseinflusses hindert, nimmt die Tschechoslowakische Republik ein. »Die Vernichtung der Tschechoslowakei würde Deutschland 480 km der eurasischen Transversale einbringen, was zu den 200 km des ungarischen Stücks hinzugefügt, im ganzen 1150 km ausmachen würde. Die Zerschmetterung und Liquidation der Tschechoslowakei würden es Deutschland erlauben, sich von neuem der Donauregion zu bemächtigen... Damit Deutschland seine alte Hegemonie in Mitteleuropa und an der Donau errichtet. würde ihm heute die Erdrosselung der Tschechoslowakei genügen.«(S. 39, 40.) Ausführliche Darlegungen machen die große strategische Bedeutung des Donaubeckens als des großen Kreuzweges aller Handels- und Kriegsstraßen Europas, und der Tschechoslowakei als der Schlüssele Position klar. Davon ausgehend zeigt der Verfasser, wie ein deutscher Vorstoß nach Südosten die deutsche Strategie zwingen ♦)»La valcur de la Tchäcoslovaquie pour l'Europe occidentale« par Le colonel Emanuel Moravec, Orbis, Prague. vorne anfangen. Kein europäischer Staat ist an der Situation der rumänischen Petroleumbasis so interessiert wie England. Solange die Tschechoslowakei existiert, trennen mehr als 1000 km Deutschland vom rumänischen Petroleum. Wäre die Tschechoslowakei erst einmal geschlagen, so würden es nur mehr 300 sein. England kann sich weder an dem desinter- essieren, was auf der eurasischen Transversale längs ihres europäischen Abschnittes vor sich geht, noch am Besitzer der rumänischen Petroleumbasis. Also kann sich England auch nicht an der Tschechoslowakei desinteressde- ren, die 500 km der Transversale bewacht und die die vorgeschobene Schildwache der rumänischen Petroleumbasis ist. Die Lehre dieser Studie über Luftstrategie unter mitteleuropäischem Gesichtspunkt ist die folgende: damit die Sicherheit Englands im Indischen Ozean gewährleistet sei, darf die Donauregion nicht durch die Luftwaffe einer Macht ersten Ranges beherrscht werden... Man könnte sagen, daß England die Verteidigung des Bassins von Mossul und der Verbindungen zwischen Afrika und SUdasien auf den Kämmen der Sudeten und Karpathen organisieren muß.«(S. 55, 56.) Oberst Moravec setzt weiter auseinander, welche Bedeutung die Kleine Entente und die Balkanentente in diesem Zusammenhang habe: »Wenn das kontinentale Vieleck, das vom Schwarzen und Kaspischen Meer, Mittelmeer, Rotem Meer und Indischem Ozean begrenzt wird, die Vorhalle des Indischen Ozeans und von Indien selbst darstellt, so ist die Balkan-Entente die große Treppe, die zur Vorhalle führt, und die Kleine Entente die Gartenmauer, deren Haupttor die Tschechoslowakei darstellt. Wem es gelingen sollte, das Tor einzudrücken, würde auf die Treppe vordringen und von der Treppe ins Vestibül.«(S. 66.) Diese ernste Mahnung an die weltpolitischen Zusammenhänge ist übrigens alles andere, als ein Ausfluß von Furcht, Mit großer Ruhe setzt der Verfasser auseinander, daß die Kleine Entente heute über 60 Friedensdivisionen verfügt, die jedem Angreifer zu denken geben sollten, der es mit ihnen in der Front oder in der Flanke zu tun bekommen würde— wie überhaupt in dieser nur scheinbar so kriegerischen Betrachtung es sich nicht um den Krieg, sondern mit der Erhaltung des Status quo im Osten um die Erhaltung des Friedens handelt Das wird in den Schlußworten dieser Studie ganz klar: »Die Kleine Entente und die Balkan-Entente kontrollieren heute den mittleren Abschnitt der eurasischen Transversale auf fast zwei Dritteln seiner Länge. Natürlich ist die Kontrolle der beiden Ententen längs der eurasischen Transversale von strikt defensivem Charakter. Die sieben oder zehn Nationen, die die beiden Ententen umfassen, können ungeachtet ihrer 75 Millionen Einwohner keine Eroberungsabsichten haben; denn sie würden in der Tat die Früchte ihrer Eroberungen nicht verteüen können. Und eben deswegen bilden die beiden Ententen heute in Europa eine mächtige Kraft der Erhaltung und einen wesentlichen Gleichgewichtsfaktor. An dem Tage, an dem die beiden Ententen einem Stoß nachgeben würden, der längs der eurasischen Transversale geführt würde, würde man nicht nur eine Verschiebung der Grenzpfähle in Europa, sondern eine Neuverteilung der Welt erleben. (S. 66, 67.) Soweit die Studie von Oberst Moravec. Diese scharf formulierten Darlegungen werden besonders eindrucksvoll im Lichte der jüngsten Tatsachen stehen. Im Zusammenhang mit ihrer Intervention in Spanien suchen Deutschland und Italien eine panarabische Bewegung aufzureizen, die in Nordafrika und Vorderasien wirksam werden soll. Damit sollen vor allem die Pufferstaaten durchdrungen werden, die in Vorderasien Englands indischen Besitz decken. Der Aufstand in Palästina and die Militärrevolte in Irak, in denen Deutschland seine Hand hat, lehren, daß die Vorbereitungen zum Vorstoß längs der eurasischen Transversale nicht nur an ihrem europäischen, sondern auch an ihrem asiatischen Stück getroffen werden. Die Versuche,, die strategisch-politische Lage zwischen Böhmen und dem Schwarzen Meer zu verändern, reißen nicht ab. Der deutsche Imperialismus arbeitet an dem Einsturz des Status quo im Osten, weil erst dieser Einsturz ihm den Weg zu der großen weltpolitischen Aktion freimachenwürde. Es war ein verhängnisvoller Fehler der englischen Politik, daß sie bisher ihre Augen vor diesen Zusammenhängen verschlossen, daß sie mitteleuropäische Politik und Weltpolitik nicht als Einheit begriffen hat. Heute aber, wo durch das deutsch-italienische Abkommen gewissermaßen die Rheinlandbefestigung nach Süden verlängert worden ist, wo eine Barriere der Diktaturstaaten die strategischen Linien zwischen Westen und Osten zerschnitten hat, wo Italien Deutschland eine Seebasis und eine Luftbasis im Mittelmeer gibt— noch dazu in nächster Nähe der kürzesten Linie zwischen der Nordsee und dem Persischen Golf— heute drängt sich die Einheit der europäischen Politik auch dem Kurzsichtigen mit Gewalt auf. Der Angriff des deutschen Imperialismus auf den Status quo im Osten und der Angriff auf weltpolitische Objekte sind zwei Etappen des Generalangriffs, der auf eine Neu- verteüung der Welt abzielt Es wäre kurzsichtig, wenn man aus dem Hervortreten des weltpolitischen Zuges des deutschen Expansionswillens schüeßen wollte, daß in Mittel- und Osteuropa Entspannung eintreten würde, es wäre ebenso kurzsichtig wie jene Anschauungen in England, die von der freien Hand für Deutschland im Osten Ruhe und Entspannung für das britische Empire erhoffen. Jetzt ist keine Zeit mehr für Illusionen jeder Art; denn der Angriff ist im vollen Gange— auf allen Schauplätzen! Max Klinger. Sdiledile Karriereaussidifen für Ingenieure Wenn einer eine Reise tut. Josef Winschuh, der Wirtsohaftsredakteur der»Deutschen Allgemeinen Zeitung«, hat eine Fahrt durch Sachsen gemacht und kann einiges Interessante darüber erzählen, z. B. was ihm ein Professor der Freiberger Berg' akademie,»wohl die berühmteste Lehr- und Forschungsstätte des Metallbergbaues«, über den Nachwuchs von Bergingenieuren berichtet hat. Die Bergakademie, an der der Professor wirkt,»stellt sich mit all ihren Erfahrungen dem Vierjahrplkn zur Verfügung«. Der Professor aber antwortet auf die Frage, »wie es denn mit unserem Nachwuchs an Bergingenieuren bestellt ist«:»Leider schlecht«. Er ist stark zusammengeschrumpft. Und die Ursachen? »Schuld daran trägt vor allem die kurzsichtige Politik der Industrie, die zwar in ihren Finanzen und Maschinen eine langfristige Reservenpolitik trieb, aber mit ihren wertvollen Fachkräften Raubbau trieb. Die katastrophale Gehaltspolitik, die von der Industrie mit jungen Ingenieuren getrieben wurde, das hastige Abstoßen von Mitarbeltem in Krisenzeiten hat natürlich den Nachwuchs stark abgeschreckt. Es dauert Jahre, bis die entstandene Lücke wieder aufgefüllt ist. Dann hat zunächst der Aufbau der Wehrmacht viele junge Leute absorbiert. Es war und ist noch für viele Abiturienten aussichtsreicher Offizier zu werden, Mitglied eines geachteten Standes, mit einer Karriere vor sich und einer Pension im Alter als einen teuren und stark konjunkturabhängigen akademischen Beruf zu ergreifen, der auf so schlechte Jahre zurückblickt. Das gilt erst recht von den Eltern: ein Sohn in dfr Wehrmacht kostet sie wenig, ein Sohn im Studium viel.« Eine fast noch größere Gefahr für die Fortsetzung der Aufrüstung im bisherigen Tempo als der Mangel an Facharbeitern ist das Fehlen des Nachwuchses von Technikern. In der Tat ist von der Industrie ein Raubbau mit ihren wissenschaftlich geschulten Kräften getrieben worden, in der Krise wurden nicht nur die Gehälter der Ingenieure und Techniker stark abgebaut, sondern massenweise auch diese selbst. Aber die Aufrüstung hat einen großen Bedarf an technischen Kräften mit sich gebracht, dennoch scheint ihre Entlohnung kaum höher zu sein als in der Krisenzeit, die dem Hitlerregime vorausgegangen war. Wäre es anders, dann müßte, sollte man annehmen, jungen Leuten aus dem Bürgertum die Industrielle Karrlere mindestens ebenso verlockend erscheinen wie die militärische, das Generaldirektorspatent in der Brieftasche so reizvoll wie der Marschallstab im Tournister. Nebenbei: es scheint, daß die jungen Leute bürgerlicher Herkunft ihren militärischen Beruf wählen, nicht um heldisch ihr Leben fürs Vaterland einzusetzen, sondern um sich von ihm gut und mit Pensionsberechtigung versorgen zu lassen. Entscheidend ist, daß die Methoden, wie das Dritte Reich die Wehr- haftmachung besorgt, geeignet ist, diese selbst zu gefährden. Denn der starke Verbrauch von Offizieren im stehenden Heere erzeugt Mangel an Offizieren der Industriellen Armee, die für den Ausgang eines Krieges mindestens ebenso wichtig sind wie jene. Der militärische Drill, der den jungen Leuten aufgezwungen wird und mit dem sie einen Teil ihrer wertvollsten Jahre verbringen müssen, läßt sie alt werden, bis sie ihr Studium beendet haben und imstande sind, sich aus eigener Kraft zu erhalten. Es ist also das wahnsinniga Tempo, mit dem sich das Hitlerregime anstrengt, der Welt zu zeigen, wie stark es ist, das seine militärische Stärke selbst in Frage stellt. Göbbels gegen das DriKe Reich »Es ist nicht wahr, daß die Völker den Krieg wollen. Sie wollen ihn nur, wenn die öffentliche Meinung sie zum Krieg aufstachelt; sie sind friedliebend, wenn die Regierungen sie zum Frieden erziehen. Läßt man den Blick schweifen über Europa und läßt man jetzt 18 Jahre nach Ende des großen Krieges wieder das verantwortungslose Geschwätz vom »kommenden Krieg« vernehmen, so könnte man an der Zukunft dieses Erdteiles verzweifeln.« (Göbbels auf dem Kontinentalen Reklamekongreß in Berlin am 24. November 1936.) Der radisudifisre Krüppel Wir lesen in einem Berüner Boulevardblatt: »Ein intellektuelles Vieh von abstoßender Häßlichkeit, dessen morscher Körper von einem teuflischen Geist beseelt Ist. Er hat sich ein Brett über die Badewanne legen lassen und unterschreibt darauf»mit dem ganzen Haß des Kranken auf alle Gesunden«(biologische Dynamik des Dramas!) Todesurteile am laufenden Band, wenn es nicht gerade Hetzartikel für den»Volksfreund« sind.« Um was handelt es sich? Etwa um die dramatische Verarztung eines Propagandi? Ja, so ungefähr, aber er heißt Marat und gefeiert wird seine Mörderin Corday in einer Berliner Uraufführung- Die DAZ schmeißt noch verdächtiger mit Steinen, indem»sie sich in ihrer durchaus abfälligen Rezension den Satz zuschulden kommen läßt: »Der ehemalige Tierarzt Marat sitzt mit Schwären bedeckt in seiner historischen Badewanne, wo er Todesurteile unterzeichnet, getrieben von seiner eigenen Mißgestalt und seiner Krankheit.« Was sagt man im Propagandaministerium dazu? Verbirgt sich in diesen Anspielungen auf den»rachsüchtigen Krüppel« nicht schon ein getarnter Ruf nach einer modernen Charlotte Corday? Womit wir Marat jedoch nicht etwa mit reaktionären braunen Haßdemagogen auf eine Stufe stellen wollen! Nr. 182 BEILAGE HcütfUacmSrfö 6. Dezember 1936 Die Politik der Sowjetunion Kommunistische Ideologie und macfatpolitisdie Realität Wir haben an dieser Stelle Ausführungen der wirtschaftlichen Unterlagen aufzuzeigen versucht, die die aggressive Expansionspolitik der Diktaturen bestimmen. Wir haben gesehen, wie dadurch machtpolitische Probleme erster Ordnung, die die Existenz der Staaten selbst unmittelbar berühren, aufgeworfen werden und sich in der deutsch-italienischen Kooperation eine Kriegskonstellation vorbereitet, die England und Frankreich bedroht. Sind aber diese objektiven Feststellungen nicht im völligen Widerspruch mit der herrschenden Ideologie, wonach es sich in der auswärtigen Politik heute um den großen Gegensatz zwischen Diktatur und Demokratie, ja zwischen Faschismus und Bolschewismus, zwischen Bourgeoisie und Proletariat handle? Hat nicht der spanische Außenminister del Vajo kürzlich die These aufgestellt, die Zeit der nationalen Kriege sei vorüber, wir stünden wie zur Zeit der Religionskriege jetzt wieder vor einer neuen Aera der Weltanschauungskriege, die in Spanien bereits ihren Anfang nähme? Und lassen Hitler und seine Kumpane einen Tag vergehen, an dem sie nicht den heiligen Kreuzzug gegen den Bolschewismus predigen und finden sie damit nicht die Zustimmung Italiens und Japans? Die Macht dieser Ideologie ist um so stärker, da sie eine große Aufnahmebereitschaft auch in sozialistischen Kre sen findet Zeigt sich denn nicht in dieser Entwicklung, daß der Klassenkampf aus dem einzelstaatlichen Rahmen auf das internationale Gebiet übertragen werden muß? Daß die Arbeiterklasse überall den Kampf gegen den Faschismus zum Inhalt ihrer Außenpolitik machen muß selbst auf die Gefahr des Krieges hin? Und bleibt ihr denn eine Wahl, wird ihr denn nicht die Entscheidung von dem faschistischen Angreifer aufgezwungen? Die Idee ist so verführerisch, weil sie so einfach ist. Aber Weltanschauung und- auswärtige Politik, Ideologie und Realität ist eine sehr komplizierte Angelegenheit. Franz I., allerchristlicher König von Frankreich, der Gegenspieler Karls V., schloß ein Bündnis mit den Ungläubigen, den Türken. Das wurde damals von den Gegnern genau so als Verrat am christlichen Abendland gebrandmarkt, wie heute das französisch- sowjetrussischc Abkommen als Verrat an der europäischen Kultur. Aber Franz I. brauchte Unterstützung gegen Habsburg in der machtpolitischen Auseinandersetzung um den Besitz Oberitaliens. Und im dreißigjährigen Krieg stand auf Seiten der deutschen Protestanten und Gustav Adolfs der Kardinal Richelieu trotz der blutigen Unterdrückung des französischen Protestantismus, wie heute Atta Türk trotz der Niederhaltung des Kommunismus der Verbündete Stalins ist. Richelieu ging es trotz seines militanten Katholizismus eben um das französische Machtinteresse, um die Rheingrenze, um die Schwächimg der habs- burgischen Kaisermacht. Der ideologische Verrat war die Grundlage der französischen Hegemonie. Es ist eine allerdings psychologisch verständliche Eigenschaft vieler, die sich Marxisten nennen, daß sie von der kritischen Analyse ihrer eigenen sozialistischen Ideologie, die vielleicht noch vor kurzem echte realistische Erkenntnis war, zurückschrek- ken und damit zum Gegenteil von Marxisten, zu Dogmatikern wurden. Das ist besonders häufig auf dem Gebiet der auswärtigen Politik und nirgends gefährlicher. Denn die verhältnismäßig einfachen, weil zumeist klar klassenmäßig bestimmten Probleme der inneren Politik der Arbeiterbewegung werden dann in den Hintergrund gedrängt durch die ungeheuer mannigfaltigen Existenzfragen der Staaten. Die Staatsorganisation muß aber in den kritischen Zeiten ihrer Lebensbedrohung alle Kräfte der Gesellschaft und ihrer dirigierenden Klassen und Schichten ihrer Macht unterordnen. Zeiten, in denen die Außenpolitik dominiert, die Kriegsdrohung akut wird, sind deshalb für die moderne Arbeiterbewegung nur zu leicht Zeiten schwerer Tragik. Ihr eigentlicher Kampf wird gehemmt durch die Gefahr der auswärtigen Kampf- entscheidung, der ihr Kampfterrain mit unmittelbarer Vernichtung bedroht. Man braucht sich nur ein Beispiel vorzustellen. Gesetzt den Fall, die augenblicklichen sozialen Spannungen in Frankreich führten zu direkt revolutionären, bürgerkriegsähnlichen Ereignissen, bestände dann nicht die große Gefahr, daß das eine Revolution für Hitler und Mussolini würde, eine Gelegenheit der Diktaturen für die Ausführung ihrer Machtpläne? Freilich ist die Hemmung der sozialistischen Selbstkritik begreiflich genug, da sie allzu leicht eine Schwächung der eigenen Position herbeizuführen scheint. Aber aussprechen, was ist, ist die Vorbedingung für die Erkenntnis, was werden wird, und für die Richtigkeit der Entscheidung, wie man handeln soll. Und die Kreuzung zwischen den wirklichen Machtmotiven, die in letzter Instanz die auswärtige Politik dominieren, und den ideologischen Motiven, die sie zu bestimmen scheinen, ist gerade heute wieder so mannigfach und verwirrend, daß eine nüchterne Analyse nur um so notwendiger ist, selbst auf die Gefahr hin, Empfindungen und Anschauungen zu verletzen, die an sich durchaus achtenswert sind. Beginnen wir mit einer Kritik der russischen auswärtigen Politik, wobei wir vorausschicken, daß auch uns Sowjetrußland heute als wichtiger Faktor der europäischen Friedenspolitik erscheint. Wir übergehen die Kriegspolitik des Bolschewismus, den Friedensschluß von Brest-Litowsk, der eine ungeheure Stärkung des damals noch siegreichen deutschen Imperialismus war, den Lenin gegen den Rat Trotzki vollzog. 1918 war dann die russische Regierung gegen den Friedensschluß. Radek, heute das nächste Opfer der Stalinschen Mordjustiz, wirkte damals in Berlin für Ablehnung des Friedensvertrages und»Fortsetzung des Krieges hinter der Elbe«. Es war das Interesse der Machterhaltung des Bolschewismus, der mit Recht den Angriff der Ententemächte fürchtete, dem die deutsche Arbeiterschaft ebenso wie die englische und französische dienen sollte. Nur daß damals auch subjektiv die Fortsetzung des Krieges auch als Weitertreiben der Weltrevolution erscheinen konnte. Nach dem Friedensschluß begann die Annäherung der russischen Regierungspolitik an die der Deutschnationalen. Der Kapp-Putsch wurde in Moskau sehr sympathisch aufgenommen und die»Iswestija« schrieb damals, mit einer ehrlichen nationalen Regierung werde eine Verständigung leichter sein als mit den sozialdemokratischen Verrätern. Der Rapallo-Vertrag wurde vollends zu einem engen Militärbündnis zwischen der Reichswehr und der Sowjetregierung. Während der Rheinlandbesetzung wirkten die deutschen Kommunisten unter russischem Einfluß für die Verschärfung des Konflikts, der deutsche Nationalbolschewismus trieb seine Blüten. Die russische Machtpolitik betrachtete die Westmächte und besonders England als ihre Hauptfeinde und Deutschland als ihr Bollwerk; deshalb suchte sie den Eintritt Deutschlands in den Völkerbund, diese Gesellschaft imperialistischer Räuber zu verhindern. Deshalb mußten die deutschen Kommunisten noch bei den letzten Wahlen das ganze außenpolitische Programm der nationalen Sozialisten gegen den Schandvertrag, die Reparat'onen, gegen Frankreich, übernehmen, mußte Thäl- mann in einer elsässischen Versammlung für eine neue Volksabstimmung und die Saarkommunisten noch unter Hitler für die Wiederangliederung an das Reich eintreten; deshalb mußte die deutsche Sozialdemokratie als konsequente Vertreterin der Friedens- und Verständigungspolitik bis aufs Messer— der Ausdruck ist ja leider nicht nur bildlich zu verstehen— bekämpft werden. Immer mehr diente die kommunistische Ideologie der russischen Machtpolitik, nicht die russische Macht der kommunistischen Idee. Vor die Wahl zwischen Machtinteresse und Idee gestellt, entschied das Machtinteresse. Weder die Zermalmung der ungarischen Räterepublik, noch die blutige Unterdrückung der Arbeiterbewegung in Bulgarien und den übrigen Balkanstaaten, für die Sinowjeff überall den Sieg der proletarischen Diktatur verkündet hatte, veranlaßte die Sowjetregierung zur Intervention. Das verbot das Interesse der Selbsterhaltung und so überließ die Sowjetregierung die Armen ihrer Pein, nachdem die Komintern sie in die aussichtslosen Putsche getrieben hatte. Die Aenderung der russischen Stellung zu Deutschland, die auch unter Papen und Schleicher sehr intim geblieben war, wurde erst von Hitler provoziert. Nicht gleich. Noch in seiner ersten Reichstagsrede hatte Hitler den Kampf gegen den deutschen Kommunismus als reine innere Angelegenheit bezeichnet— internationale Verträge gegen die Komintern waren damals noch nicht erfunden. Die guten Beziehungen zur russischen Regierung wurden aufrechterhalten. In der Tat wurde kurz darauf der Rapallovertrag erneuert; die russische Regierung erhob gegen die blutige Ab- schlachtung der"deutschen Kommunisten keinen Protest Erst als auf dem Londoner Weltkongreß die von Hugenberg und Schacht als den deutschen Delegationsführern verfaßte Denkschrift vorgelegt wurde, die die Expansion nach dem Osten als Er- forderung der deutschen Politik bezeichnete, trat die völlige Aenderung der russischen Außenpolitik ein, der Eintritt in den Völkerbund, die Wendung zu den Westmächten, der Abschluß der Abkommen mit Frankreich und der Tschechoslowakei. Als Instrument der Außenpolitik mußten die kommunistischen Parteien sich selbst umstülpen, als Verteidiger der Demokratie, als von jetzt an wirklich aufrichtige Vorkämpfer der Einheitsfront und Volksfront antreten. Es waren Gründe der Macht- Politik, Gründe der Selbstbehauptung, nicht Gründe der sozialistischen Ideologie, oder kommunistischer Selbsterkenntnis, die diesen völligen Umsturz der russischen Politik bewirkten. Andererseits: der antibolschewistische Furor Hitlers betätigt sich auf dem Gebiet der auswärtigen Politik mit besonderer Kraft erst seit dem Abschluß der französischen und tschechischen Verträge. Er ist ein ausgezeichnetes Mittel, die Gegner zu atomisieren, in der Außenpolitik das Spiel der Innenpolitik zu wiederholen. Es ist ein ausgezeichnetes Mittel, die machtpolitischen Ziele gegen Westen zu tarnen, die Aufmerksamkeit der Westmächte auf den Osten abzulenken. Es war ein ausgezeichnetes Mittel, solange die Gefahrenzone nicht durchschritten war, die deutsche Aufrüstung als ein unentbehrliches Verteidigungsmittel gegen die drohende»bolschewistische« Militärmacht auszugeben, und es hat namentlich in England vorzügliche Dienste getan. Und es leistet ausgezeichnete Dienste, indem es in alle bedrohten Länder Zwiespalt über die außenpolitische Politik trägt, Bundesgenossen bei der Reaktion zur Verteidigung gegen die bolschewistische Gefahr und damit für den eigenen Angriff wirbt. Und dabei wird Hitler noch von all denen unfreiwillig unterstützt, die ihm nicht auf die zur Machtentscheidung bewaffneten Fäuste, sondern nur aufs Maul sehen, und statt die Realität zu erkennen, nun ihrerseits in den Ruf einstimmen: Hie Faschismus, hie Bolschewismus und Sowjetunion und blind bleiben gegenüber der Aggression gegen die Westmächte./ Noch frappanter ist die Entwicklung der italienisch-russischen Beziehungen. Mussolinis Italien war einer.der ersten Staaten, das die Anerkennung der Sowjetregierung vollzog— wenige Tage nach der Ermordung Matteottis erschien Mussolini bei dem Diner des russischen Botschafters in Rom. Seitdem haben Italien und Rußland ununterbrochen gute Beziehungen untereinander gepflegt und ihre wirtschaftlichen Austauschinteressen auszugestalten gesucht Noch vor gar nicht langer Zeit beschäftigte sich die Weltpresse mit dem Thema einer weiteren Annäherung zwischen den beiden Mächten. Eine Aenderung ist erst neuerdings eingetreten. Das Abkommen Rußlands mit der Tschechoslowakei erschwert die Absicht der Atomisie- rung der Kleinen Entente, die Italien in Kooperation mit Deutschland verfolgt. Noch unmittelbarer vielleicht wirkt der Abschluß des Vertrages von Montreux über die Wiederbefestigung der Dardanellen. Er macht nicht nur die Türkei, den Bundesgenossen Rußlands, der sich zugleich England sehr genähert hat, zum Herren der für die Macht im Mittelmeer wichtigen Meerengen; er hat— und das erklärt das anfängliche Zögern Englands, auch das Recht Rußlands festgestellt, den Bestimmungen des Völkerbunds gemäß den angegriffenen Mächten mit seiner Schwarzen- Meer-Flotte gegen den Angreifer zur Hilfe zu kommen. Das heißt, die russische Flotte i verfügt in diesem Fall über den Ausgang ins Mittelmeer, keine angenehme Aussicht für Italien in der gegenwärtigen Situation. Mussolinis Wendung in der auswärtigen Politik gegen den Bolschewismus, die neuesten Datums ist, entspringt also keineswegs der Ueberredungskraft Hitlers und Ribbentrops, entspringt keiner An- 1 feuerung einer für den Gebrauch in der Außenpolitik längst abgetragenen Ideologie, sondern sehr reellen Machterwägungen. Rußland erscheint jetzt als machtpolitischer Faktor im Mittelmeer, und das kann um so bedenklicher werden, als dadurch das Verhalten der Kleinen Mittelmeermächte, die England ohnedies an sich heranzuziehen sucht, mitbestimmt wird, diese dem italienischen Einfluß unzugänglicher werden. Besagt aber der Nachweis, daß die Politik der Sowjetregierung nicht im Dienst einer proletarischen sozialistischen oder kommunistischen Ideologie steht, etwas gegen die Uebereinstimmung ihrer Politik mit denen der sozialistischen Parteien? Ist nicht umgekehrt die Ableitung der Friedenspolitik der Sowjetunion aus ihren machtpolitischen Interessen das stärkste 1 Argument für die Aufrichtigkeit dieser Politik und ist damit nicht eine Solidarität, ja Identität dieser Politik mit der der sozialistischen Parteien gegeben? Darauf ist zunächst zu antworten, daß die auswärtige Politik der sozialistischen Parteien gegenüber jeder staatlichen Machtpolitik ihre volle Selbständigkeit bewahren, sie nicht ideologisch als ihre eigene akzeptieren kann, auch wenn sie streckenweise mit der ihren zusammenfällt. Denn die russische Machtpolitik entspringt eben anderen Motiven als den Interessen der Arbeiterbewegung und hat deshalb andere eigene Gesetze. Dr. Richard Kern. Der Unterschied Auf dem Rei ebsbau ern tag in Goslar, wo von den offiziellen Rednern des Reichsnährstandes die Forderung der Verlängerung der Arbeitszeit für die Industriearbeiterschaft als ein Mittel zur Bekämpfung der Landflucht erhoben wurde, hat der Hauptabteilungsleiter des Reichsnährstandes, Haidn, sich sehr nachdrücklich für niedrige Löhne der Landarbeiterschaft eingesetzt.»Der redne Bargeldlohn«, so sagte er nach dem Bericht,»sei die mehr jüdisch-marxistische, also kapitalistische Lohnform.« Da die Nationalsozialisten gegen alles »jüdisch-marxistische« sind, deshalb haben sie die Löhne der deutschen Arbeiter und Angestellten so tief herabgedrückt. Deshalb belegen sie selbst diesen traurig-tiefen Lohn noch mit den verschiedensten Pflichtbeiträgen und kürzen ihn weiter durch»freiwillige« Zwangsspenden. So gelingt es ihnen tatsächlich, den Lohn auf ein kaum für möglich gehaltenes Minimum zusammenschwinden zu lassen. Dagegen haben sie gegen den »Barprofit« der Kapitalisten kein Wort einzuwenden. Ihn finden sie also offenbar weder»jüdisch-marxistisch« noch kapitalistisch. Aber die Nationalsozialisten haben den Arbeitern und Angestellten ja nicht nur den Barlohn erheblich gekürzt. Auch den größten Teil der Leistungen, die vor Hitlers Machtergreifung auf sozialem und kulturellem Gebiet der Staat für sie vollbrachte, haben sie ihnen geraubt Keine»Kraft durch Freude« und keine Winterhilfe kann ihnen diese entzogenen Werte ersetzen. Gehorchen- Schießen Die deutsche Schule erzieht Soldaten Die Schulzeugnisse in ihrer alt, überkommenen Gestalt sind den nationalsozialistischen Kinderdrillern seit langem ein Dorn im Auge. Nicht etwa, weil sie ihnen zu schematisch wären die UnvollkommenCharaktererziehung Boxen sie in der hochherrschaftlichen Villa thres Ausbeuters untergebracht und müssen dafür brav Küẞ die Hand machen,» Heil< und Kratzfuß. Es ist wirklich schwer zu entscheiden, die Raubzüge der betrachtet vorzüglich hätte im Gegenteil der zu er- was ekelhafter ist wird, ist den Leibesübungen in allen warten, der den von allen Seiten Gehetzten, Herren oder ihre Wohltaten. Organisationen und auch in der Schule Gequälten und Mißhandelten zu Boden eine neue Aufgabe gestellt worden. Das Fach> Turnene erscheint im Zeugnisent- boxte und auf ihm herumtrampel Oberschlesische Volkswitze wurf nicht mehr als Einzelfach, sondern te. Das gilt als Mut und KameradschaftsDer Lehrer, zugleich Sturmbannführer, erheit der Leistungsziffern wurde gerade von wird unter> körperliche Entwicklung auf- sinn und Führergeist. Ein einziges Beispiel zählt im Unterricht: Ein Kind wurde in Betfreiheitlich gesinnten Erziehern oft genug gegliedert in: Veranlagung, Hal- nur- aber ein unwiderlegbares, dem kein lehem geboren. Der kleine Adolf döst vor sich tung Turnen, Leichtathletik, bemängelt, und man war in zahlreichen Vor- Spiel, Boxen, Schwimmen, Ru- hitlerdeutscher Lehrer widersprechen würde hin, der Lehrer fragt ihn:> Was habe ich gehitler- Schulen bereits zu einer individuelleren dern, Fliegen, Schießen, Ge- und das sich durch die Herzählung zahlloser sagt? Antwort: Ein Kind ist beim BdM geBeurteilung des einzelnen Kindes und seiner ländesport.< ähnlich gelagerter Fälle beliebig vermehren boren. Lehrer: Du hast nicht aufgepaßt. Fähigkeiten übergegangen. Aber darum ist Und alles, was früher den Hauptteil des und erhärten ließe. Denn der Geist, der ganz Antwort: Jawoll, Herr Lehrer, ich schon, der es den braunen Pädagogen durchaus nicht zu Schullebens erfüllte, hat in der letzten, be- Deutschland beherrscht wie sollte er in Sturmbannführer aber nicht! tun. Im Gegenteil Sie leiden unter der scheidenen Abteilung Platz: den Schulen nicht gepflegt werden? Zumutung, über die bisher wichtigste, näm-> In der dritten Spalte des Zeugnisses Ein wenig Wissenschaft, vor allem Kriegs- Eine große Kundgebung ist angesagt, erfolgt die Beurteilung der geistigen Ent- wissenschaft, daneben Denunzianten- alles wird zum Gemeinschaftsempfang komwicklung des Kindes. Die Wissensfächer tum( siehe>> Mute), Brutalität( siehe mandiert: der Vater in der SA, die Mutter in sind in Gruppen zusammengefaßt, um so die besondere Begabung des Schülers> Führereigenschaft<), stumpfes, durch keider NSV, der Sohn zur HJ, die Tochter zum kenntlich zu machen. Wir finden fünf nerlei Gedankenarbeit gehindertes HinBdM und der Nesthaken bei den Pimpfen. Als Fächergruppen: kulturkundliche, nehmen aller dargereichten mathematische, naturwissenschaftliche, die Familie heimkehrt, ist in die Wohnung fremdsprachliche, künstlerische Fächer und Phrasen, Floskeln und Befehle( siehe mit großem Erfolg eingebrochen worden. Auf > Gehorsam<), Cliquenwirtschaft dem Tisch lag folgender Zettel: Daß wir Man sieht: die Wissenschaft kommt neben( siehe Kameradschaftlichkeits) und endlich lich über die wissenschaftliche Arbeit in den Schulen überhaupt etwas aussagen zu sollen, sind doch die Leistungen gerade der Vorzugsschüler, d. h. der tüchtigsten HJ- Funktionäre, auf diesem Gebiete oft gleich null. Der Reichserziehungsminister bestimmte denn auch bereits 1935 in seinem > Auslese erla B<, daß die Zeugnishandwerkliches Können.< die das sind die Lehrfächer Küß die Hand! Durch die deutsche Presse geht folgende rührende Meldung: * ganze Arbeit leisten konnten, verdanken wir dem Führer! * Göring ladet Familie Göbbels ein. Hermann ist aber noch abwesend, so empfängt und unterhält die holde Emmy die Gäste. Plötzlich fällt im Nebenraum mit großem Krach ein Schellenbaum um. Erschrocken läuft Emmy heraus, während die Göbbels ruft, was denn los sei. Ach, seufzt Frau Göring, ich dacht, der Hermann wäre umgefallen! * » Vor wenigen Jahren hatte sich der Industrielle Dr. Flick auf der linken Ruhrseite der waldumkränzten Höhe der KettIn einem Schulungslager wird Feuer im wiger Berge ein Haus errichtet, das Ofen angezündet, die Zeitung will nicht anvon dem Erbauer infolge der Verlagerung seines Arbeitsgebiets nach Mitteldeutsch- brennen, da sagt einer: Die Zeitung brennt land nicht bezogen wurde. nicht, sie kohlt nur!( Soll angeblich passiert sein.) Dieses Grundstück hat Dr. Flick nunmehr einer neuen Bestimmung zugeführt, indem er es dem Führer zum Geschenk anbot mit dem Vorschlag, dieses als Müttererholungsheim im Rahmen des Hilfswerkes» Mutter und Kind« zu verwenden.< Seine Physiognomie vordrucke in ihrer Form zu verändern seien, den sechs> charakterlichene Hauptnoten sehr viel Schießen, Stechen, Schladamit> die nach neuen Erziehungs- und den elf Turnpunkten mit ihren gen, Boxen grundsätzen vorzunehmende lumpigen paar> Fächergruppene schlecht ge- der braunen Schule. Künftig wird ein schlechAuslese entsprechenden Aus- nug weg. Aber selbst die geringfügige gei- tes Schulzeugnis aus dem Dritten Reich für druck im Zeugnis finden kann.< stige Betreuung nimmt sich in erster Linie seinen Besitzer die beste Empfehlung in allen Bisher scheint ein Rest von Scham die zur des Kriegsgeistes an: Denn daß in der Ländern der Welt sein. Formulierung eines Zeugnisses fähigen Leh- Naturkunde der Rasseblödsinn, in der rer davon abgehalten zu haben, ihr Licht| Kulturkunde braune Parteigeschichte und leuchten zu lassen. Nun aber veröffentlicht verbrämte Kriegshetze, in der Mathedie> Nationalsozialistische Er- matik die militärisch wichtigen Berechziehungs, ein Organ des NS- Lehrerbundes, nungskünste eine Hauptrolle spielen, ist aus endlich den Entwurf eines solchen Auslese- jedem Schulbuch und aus jeder schulamtfomulars<. lichen Mitteilung ersichtlich. Dafür fehlt z. B. Da gibt es drei Zensurenspalten, vollkommen einst sehr beachtete Note in denen die> charakterliche, körper- für Deutsche, die vor allem den stilistiliche und geistiges Entwicklung der schen Fähigkeiten der Kinder galt, ihrem Kinder nach allen Regeln des Hakenkreuzes Vermögen, sich in der Muttersprache klar registriert werden soll. Wir zitieren die und gut auszudrücken. Wahrscheinlich sagen > Frankfurter Zeitung< Nr. 591: sich die Schulmänner, daß es vieler oder gar > Unter Charakterliche Entwicklung wohlgesetzter Worte in Zukunft nicht mehr werden die Eigenschaften aufgeführt, die bedarf, da die werdenden» Träger der Nader nationalsozialistische Staat von dem tion< schon mit elf Jahren jeden Menschen, Mann verlangt und die deshalb die Schule der ihnen etwa zu widersprechen wagt, formim jungen Menschen schon zu wecken und zu bilden habe: Arbeitswille, Ord- gerecht über den Haufen schießen, ste- Geschenk? nungssinn, Gehorsam, Kamerad- chen und boxen können. Und wenn sich den Geldern der Flick und Konsorten an die Fotografie begleitet der> Westdeutsche Beschaftlichkeit, Führer eigen- die Schüler etwa an den Ober-, Mittel- und Macht gekommen war, wurden den deutschen obachtere mit diesem Kommentar: schaft... Für das bisherige» Betragen Unter führerworten, die sie in ihren Arbeitern neben Gewerkschaftshäusern und den, um den Geist der neuen Schule zu Lesebüchern finden, ein stilistisches Beispiel Zeitungen auch die Mütter- und Kinkennzeichnen. Da die Schule politi- nehmen dann sind die Aufsätze in der Tat dererholungsheime der Arbeitersche Soldaten im völkischen Sinne er- und in jeder Beziehung unzensierbar wohlfahrt gestohlen. Nachdem die Naziehen solle, ist im Zeugnisentwurf mit tionalsozialistische Partei den schwerinduWas nun den Charakter anlangt besonderer Absicht die Eigenschaft> Mute wie würde etwa das Zensurenbuch eines Bur- striellen Geldgebern ihre Schulden reichlich #aufgenommen worden.< schen aussehen. der mit einem Neinsager- bezahlt hat in Gestalt wahnwitziDie Hitlerjugend erzieht Soldaten, das Jungvolk erzieht Soldaten, der NS- Sohn, mit einem verächtlichen<, nicht der ger Rüstungen, auf Kosten der Sport erzieht Soldaten, die SA, die SS, die Hitlerjugend angehörenden Klassenkamera- Gesundheit und Sicherheit des gibt der Flick mit großmütiger studentischen Organisationen erziehen Soldaten, das Militär erzieht die zehn- Verfolgten stünde durch dick und dünn? Er Spendergeste eines seiner zahlreichen Häuser, bekäme nicht nur im Gehorsam cin in dem er nicht wohnen möchte und auf das fach erzogenen Soldaten noch einmal zu Soldaten wo werden in Deutschland eigent- völlig ungenügend<, auch jede> Führer- es ihm nicht ankommt, als Erholungsheim her. eigenschafte würde ihm abgesprochen Und was haben die Arbeiterfrauen bei diesem 16 soll künftig Gehorsame gesetzt wer>> Dies Bildnis ist bezaubernd schön<. Ein rheinischer Bildhauer namens Jupp Was ist geschehen? Was bedeutet dieses Kaulen hat einen in Bronze gegossenen BildAls der Nationalsozialismus mit niskopf von Göbbels geschaffen. Die den treue Freundschaft hielte, der zu dem Volkes > In den hageren, spitzen, scharflinig umrissenen Zügen der unteren Gesichtshälfte sowohl wie in den energievoll gewölbten Augenbrauen und dem mächtigen Schädel kommt nicht nur der leidenschaftliche Fanatismus des großen Propagandaredners zum Ausdruck, sondern auch eine ungeheure Willensdisziplin, die auf die Einheit und Harmonie aller natürlichen Lebenskräfte ausgerichtet ist. Aber auch ein ausgeprägter Sinn für das Musische im Leben prägt sich in dem edlen Schwung des Kopfumrisses aus, ja dieser Kopf ist selbst von musisch- schöpferischem Wesen beseelt.<< Man bedauert, daß es sich nur um den lich die Menschen erzogen, aus denen selbst eine Armee sich rekrutieren muß? In werden, und die> Mut<-Zensur? Die stünde Handel gewonnen? Früher erholten sie sich in Kopf handelt. Hätte der Bildhauer den gan10 Grad unter dem Nullpunkt. Denn gegen Heimen, die der gesamten Arbeiterschaft, die zen Göbbels modelliert, so wäre der Nachdér Schule jedenfalls nicht. Wir lesen einen reißenden Strom zu schwimmen, um ihnen also selbst gehörten und in weis geglückt, daß die Einheit und die Harweiter: einen Freund nicht untergehen zu lassen denen sie sich im Kreise von Gesinnungsge- monie dieses rassischen Zeugungswunders was ist das schon für ein Mut? Mutnote nossinnen wohlfühlen konnten. Jetzt werden vom Haupte bis zu den Füßen reichen. > Da die körperliche Erziehung als Hauptansatzpunkt wahrer Die neue Schlinge Kunstkritik verboten gleitet. Der äußere Anlaß der Rederitis war diesmal>> Drei Jahre Reichskulturkammere und die Feiern wurden mit jener Strangugearbeitet alles vergebens. Die gedrosselte| kriegen. Sie haben schon vor Jahresfrist| Ausland hielt sich den Bauch. Der Propapolitische Meinung flüchtete sich in die einen 30. Juni in der deutschen Literatur ge- ghandi hat zwar gegen die Ludendorffe entbraun gefärbte Kunstkritik, die> kritischen Komplexes wur- fordert; die Will- Vesper- Leute antworteten schieden, daß sowohl Widukind wie der große Beschreibung erlaubt. den unterm Strich abgeladen, meist in jener darauf so erregt, daß die Fortsetzung auch Karl bedeutende germanische Patrioten gevon obenher untersagt wesen seien und daß Goethe an Schillers Tod Wie immer, wenn ein neuer reaktionärer schieläugig- zweideutigen Art, die unterm De- dieser Diskussion er unschuldig ist aber in der Kritik schillert Anschlag stattfand, so wurde auch Göbbels spotismus zum Charakteristikum eines gan- wurde. Nun ist ein 30. Juni da Erlaß gegen die letzten Reste der Kunstkritik zen Volkes werden kann. Das Dritte Reich richtet sich gegen die Jungen. Göb- und wabbert das weiter, und wer kann sagen, hat zwar nie eine Kunstkritik gehabt, aber bels ließ seinen Donnerkeil sausen auf die welche braune Katzbalgerei im Reich der unvon dröhnenden Presseartikeln und Reden be- es gab bisher ein Minimum von Urteilsfäl-> zwei- und dreiundzwangzigjährigen Jüng- begrenzten Möglichkeiten morgen ausbricht?! lung, das dem Ausland als Zeichen von linge, die gegen vierzig-, fünfzigjährige ver- In Broschüren tobt der Krieg der KunstcliPressefreiheit aufgedreht wurde. Dies Mi- diente Künstler vom Leder zogen.<< quen, Absägelisten aller Gruppen zirkulieren. lation eingeleitet, so daß über die dreijährige nimum weiter zu ertragen, geht über die Künftig soll selbst die bloße Kunstbe- So offenbarte denn dieses ewige Tohuwatrachtung nur denen über Dreißig erlaubt bohu der beschnittenen Kritik vor allem auch Schmach der R.- K.- Feldwebel nichts Tref- Kräfte des Systems. Denn immer, namentlich bei jeder bra u- sein und möglichst nur den ausübenden die politischen, religiösen und sozialen Geund dies ist der zweite Künstlern, denn sie stehen unter Aufsicht gensätze, die der braune Dekretinismus Anlaß des Verbots wurde durch das biß- der siebenfach gesiebten R.- K.- Kreaturen. Die vor allem Volke für alle Zeiten abgeschafft Göbbels konnte nicht umhin, in einer Rede chen Kritik ersichtlich, daß wiedermal mehr Generation zwischen Zwanzig und Dreißig erklärte. Die jüdisch- liberalistische Kritik etwas über diese Gründe verlauten zu lassen. gute Gesinnung als Können am Werke ge- wird entwaffnet. Hitler und die Seinen kom- wurde mehrfach für tot erklärt, nun bestätigt wesen war, daß man wartete, wartete, men in die Jahre, brauchen Ruhe. Alters- Göbbels, daß sie ebenfalls frech weiter lebt. Mit einer Wendung gegen die>> überheblichen wartete... Der Propaghandi selbst gesteht: privilegien her! Die Jugend hat ledig. Ergo: unser Vaterland muß größer, unser Besserwisser klagte er: > Gewiß, die großen Genies, die in auf- lich auf Kommando zu marschieren, Sturm Maulkorb muß enger sein. Das Dekret gewühlenden Versen, Bildern und Tönen die- und Drang wird unbequem. Das wäre der gen die letzten schäbigen Reste der Kunstkritik bestätigt mithin nicht nur einen Bankgen, sind noch nicht da. Aber sie werden dritte Grund des Erlasses. fenderes zu sagen wäre. Nur die Untergründe der neuesten Maulkorbverengerung interessieren. dem nen Produktion ser Zeit ihr künstlerisches Gesicht aufprä> Wir haben kein Mittel unversucht gelassen, die Kunstkritik auf den einzig richtigen Weg der Kunstbetrachtung zurückzuführen und ihr damit die Möglichkeiten einer weiteren Existenz in die Hand zu geben. Alle diese Versuche sind fehlgeschlagen. Man hat manchmal den Eindruck, daß die kritischen Komplexe schreibender Aber die Jungen haben diese Vertröstun- Staat und die» neue Volksgemeinschaft<< be- Es gab einmal eine Metternichzeit, sie gilt Nörgler, die sich auf anderen Gebieten nicht mehr betätigen können, nun auf gen bis obenhin, und wenn Göbbels zwischen- deuten muß. Was die einen gut hießen, lehn- als schwärzeste Periode des vorigen JahrhunGebiet der Kunst abreagiert wer- durch in seiner Rede Schiller bemüht, so wis- ten die anderen ab, es zeigten sich ein gleich- derts und verbot die Theaterkritik. Aber sen die Jungen, daß auch dieser literarische geschaltetes, ein nationalsadistisches, ein völ- selbst damals wurde von Iffland eine VerordGöbbels gesteht hier nicht weniger als Revolutionär der Erhebung des dritten und kisches Lager, mit diversen Gruppenschattie- nung durchgesetzt, die den Blättern eine Kriein Stück in Berlin einen glatten Bankrott. Man hat wirklich vierten Standes voraus ging, nicht umge- rungen. Es gab in der Literatur, in Roman tik ermöglichte, wenn > kein Mittel unversucht gelassens, hat jour- kehrt. Die Jungen, die bisher Gläubigen, die und Theater Streit um Hauptmann und Ibsen, dreimal aufgeführt worden war. Mit Göbbels nalistische Dressuranstalten errichtet, die Anwärter und Drängler, sie haben es satt, es gab die Krawalle um Widukind und Karl Dekret sinkt die deutsche Presse erheblich Listen der Zeitungsschreiber gesäubert, ewig Salbadereien über die neue Kunste zu den Großen, den Spektakel um den Freimau- hinter diese schwärzeste Zeit Deutschlands braune Schulungskurse eingerichtet. Zeitun- schlucken und die alten Konjunkturritter, wie rer Goethe, um die Ermordung von Schiller zurück und ausgerechnet dieser finstere gen verboten, mit Zuckerbrot und Peitsche Johst, Steguweit und Konsorten vorgesetzt zu und Mozart durch die Goethegenossen. Das Reaktionär hat einmal die Weimarer Demokommen, wenn ihre Stunde kommt. Wir Und schließlich der vierte und peinlichste: rott, nicht nur die innere Zerrissenheit des brauchen uns nicht zu sorgen, daß sie aus- Das bisherige Minimum von Kunstbeurteilung Systems, sondern ist auch ein logischer bleiben. Wir dürfen nicht ungeduldig werden, wir müssen daran glauben, daß, wenn offenbarte jenen babylonischen Zungen- Schritt auf dem Wege der bisherigen Rückdie Zeit reif ist, sie da sind.< wirrwarr, der ein Hohn für den totalen wärtsentwicklung. den sollen.<< Krupp und der Kriegsbeginn gegner erlebt. erEine aktuelle Erinnerung gen? von Der dem schem Hoheitsgebiet, 2500 Tonnen Nickel, die nach Hamburg bestimmt sind. Die Hälfte der Ladung ist von Krupp, dem Besteller, im voraus bezahlt worden. Norweger wird auf hoher See französischen Panzerkreuzer> DupetitIm Europa- Verlag Zürich erscheint Sonderstaatsanwalt: Sind wir in den Frühjahr 1914 aber nicht nur die Maga- Thouars« angehalten und Anfang Oktober das Buch> Krupp, Deutschlands Krieg gegangen ohne besondere Vorbereitun- zine und Lagerplätze des Werkes weit in den Hafen von Brest gebracht, wo er Kanonenkönige von Bernhard Menne. Wir geben aus dieser kritischen über die üblichen Reserven hinaus mit vom Seegericht wegen seiner Nickelladung Geschichte der dreihundertjährigen Ent- Herr Krupp: Ich habe den vollen Ein- einer Zusatzration<< für den Ernstfall ver- zur Kriegsbeute erklärt wird. Da kommt wicklung der Essener Industriellenfamilie druck, daß das der Fall war Der Man- sehen, auch in der maschinellen Ausstat- aus Paris die dringende Order, das Schiff diesen Abschnitt wieder, der keineswegs gel an Sprengstoffen im Jahre 1914 hat uns tung der Betriebe, in ihrer Organisation sofort freizugeben. Die verdutzten örtbloẞe historische Bedeutung hat: die an der Front viel Leben gekostet.< Rohstoffvorräte des Kruppwerkes usw. wurde die Möglichkeit einer plötzlich lichen Behörden und das Prisengericht reichten im Jahre 1936 die phantastische Trotz ihrer feierlichen und bestimmten stoßweisen Erweiterung der Produktion weigern sich zunächst, bis das von> Le Höhe von 80 Millionen Mark genau Form ist diese Aussage ungenügend. sorgsam einkalkuliert und vorbereitet. Nickel bearbeitete Ministerium den Freiwie 1913! Wurde Krupp, wenn nicht>> in diesem Und was bedeutet die im Sommer 1914 lassungsbefehl in aller Form bestätigt. Hat Krupp vom Ausbruch des Krieges Sinne«, vielleicht in einem anderen über beschlossene Erhöhung des Aktienkapitals Am 10. Oktober 1914 setzt der> Benesvorher gewußt? Ein gefährlicher Zeuge drohende Kriegsgefahr informiert? Waren von 180 auf 250 Millionen? Seit 1913 loet<< seine Fahrt fort... und seine Labehauptet es: Doktor Wilhelm Mühlon, neue, besonders kurzfristige Abmachungen drohte ein schwerer Rückschlag der Welt- dung gelangt tatsächlich über Norwegen von 1911 bis 1915 Mitglied des Direktori- für künftige Kriegslieferungen, die ja zu- konjunktur. Womit rechnete Krupp, wenn nach Essen. ums der Krupp- AG., also zweifellos je- gegeben werden, der Anlaß jener besonde- er trotzdem die Hereinnahme von siebzig mand, der dabei war. Auf Empfehlung ren Umstellungen des Frühjahrs 1914, von Millionen neuen Kapitals beschloẞ? So- Der des Reichskanzlers Bülow war der junge denen Mühlon spricht? Dieser Verdacht wohl die deutschen Flottengesetze der Wirtschaftssachverständige Regierungsassessor seinerzeit zu Krupp wird verstärkt durch die vage Antwort auf Jahrhundertwende als auch der Uebergang Der Leiter der Kommission für Wirtv. Bohlen gekommen, der ihn zunächst als die zweite Frage des Staatsanwalts, die zum Dreadnoughtkurs von 1908 wurden schaftspolitik der NSDAP, Bernhard Köhler, Privatsekretär beschäftigte und 1911 ins nach den» besonderen Vorbereitungen«. vorher von gewaltigen Werkserweiterun- hat sich auf einer Tagung der Reichsbetriebsleitende Gremium der Firma berief. Bei Obwohl er die gegen Essen erhobenen, gen bei Krupp angekündigt. Auch jetzt ist gemeinschaft Banken und Versicherung zu der Schlichtung der Marokkodifferenzen ganz präzisen Anklagen kennt, begnügt der Zusammenhang zwischen dem Berliner dem Thema>> Die zweite Arbeitsschlacht< und zu Kriegsbeginn in Rumänien leistet sich Herr v. Bohlen mit einem Hinweis auf Hinweis auf akute Kriegsgefahren und den wie folgt geäußert: Mühlon wertvolle Diplomatendienste. Dann die gar nicht zur Erörterung stehenden finanziellen Schritten des Kruppdirektoribricht seine Essener Tätigkeit über- deutschen Sprengstoffbestände des Herb- ums zu eklatant, um dem Glauben an raschend ab, er begibt sich in die Schweiz, stes 1914. Ueber die Vorbereitungen des einen Zufall Raum zu lassen. wo er bald, wohl unter dem Einfluß der eigenen Werkes kein Wort! Ist Essen informiert in den Krieg gekritischen neutralen Atmosphäre, eine Er wußte, warum er schwieg. Denn gangen? In diesem Punkte wird es, nicht Wandlung vom Kruppdirektor zum Kriegs- Mühlons Behauptung wird durch Zeugen anders als die Staatsmänner des August bestätigt, die kein nachträglicher Eid 1914, selbst dokumentarische Beweise abIn Zeitungsartikeln und in Gesprächen widerlegen kann: die Essener Importzif- leugnen. Daß es wohlvorbereitet in den mit Herron, dem Vertrauensmann Wil- fern gewisser, für die Produktion von Krieg ging, wagt es indes nicht einmal zu sons, macht Mühlon nun eine alarmierende Waffenstahl hochwichtiger Rohstoffe. bestreiten. Mitteilung: Krupp habe ein halbes Deren bedeutendster, Nickel, kommt Wie präzise und gründlich diese VorJahr vor dem August 1914 den aus Neukaledonien, von wo das Reich bis bereitung war, zeigt ihr automatisches vertraulichen Hinweis Chok des aus 1909 jährlich etwa 3000 Tonnen bezog. Weiterfunktionieren über den Berlin erhalten, daß ein Krieg Dann aber steigt die Einfuhr plötzlich und August 1914 hinaus. Während mit dem bevorstehe; daraufhin seien erreicht in den viereinhalb Jahren bis zum Aufmarsch der Millionenheere, mit Belagedie Werke sofort entsprechend Kriegsausbruch insgesamt etwa 20.000 rungszustand und Grenzsperre alle umgestellt worden. allein für Essen. Nicht anders ziehungen zwischen den nun feindlichen Solange in Deutschland eine freie Dis- ist es mit Ferrosilizium. Mit dem Ländern über Nacht abgeschnitten sind, kussion möglich war, nämlich von 1919 bis unter Leitung des Franzosen Giraud- geht das Geschäft der Rüstungsfirmen 1932, hat die Firma es nicht für notwendig Jordan stehenden Internationalen Ferro- weiter. Besonders glänzend klappt die gehalten, solch schwerwiegende Behaup- silizium- Syndikat hat Krupp einen Ver- Sache zwischen Essen und der neutungen zu entkräften. Erst unter den für trag geschlossen, dessen Artikel 10 be- kaledonischen Gesellschaft rüstungsindustrielle Geheimnisse wesent- stimmt, daß nur ein Krieg, an dem minde-» Le Nickel, in deren Verwaltungsrat lich günstigeren Verhältnissen des Dezem- stens drei europäische Mächte beteiligt neben dem Pariser Rothschild und Basil Kommentar überflüssig. bers 1933 brach sie ihr Schweigen. Im seien, als force majeure zu gelten habe, Zaharoff auch zwei Deutsche saßen, die Prozeß gegen den Katholikenführer Pro- ein solcher>> bloẞ<< zwischen den Vaterlän- u. a. zweihundertzehn Aktien Krupps verJunges Glück fessor Dessauer, der u. a. als Freund dern der beiden Vertragskontrahenten also traten. Aus den vor dem Kriege mit» Ein Jungmädel berichtet mit schlichten Mühlons angeklagt war, machte Krupp nicht. Ab 1912 verlangt Essen auch von Essen abgeschlossenen Verträgen dieser Worten von ihrem Besuch beim Führer auf v. Bohlen unter Eid eine Aussage, die wir diesem wichtigen Material tausend Ton- vorwiegend französischen Gesellschaft ist dem Obersalzberg:»... nun erkundigte er nach dem Bericht des Krupporgans» Rhei- nen pro Jahr mehr und erhält sie prompt, soviel bekannt geworden, daß sie für den sich, woher wir kämen. Ich sagte:, Aus Köln'. nisch- Westfälische Zeitung wiedergeben: wobei der Brief eines der französischen Ernstfall die Dirigierung gefährdeter Lie- Da faßt er mich ans Kinn, strich >> Der Sonderstaatsanwalt nimmt dann Be- Geschäftspartner ausdrücklich von einem ferungen über neutrale Staaten, vorzugs- mir über die Backe und gab mir die zug auf die Lügen Mühlons, daß die Firma» im Hinblick auf die Möglichkeit eines weise Norwegen, vorsahen. Was nun auch Krupp schon ein halbes Jahr vorher vom Be- Krieges angeforderten Quantum< spricht. geschieht. Nach Mitteilungen, die der Se- diesen Tag nicht vergessen...< Beigefügt ist ginn des Krieges unterrichtet gewesen sei. Bei Zyan a mid und den spanischen und nator Gaudin de Villain im Januar 1917 ein Bild, das den Führer mit fünf Kölner Herr Krupp erklärt unter Eid, daß die schwedischen Erzen steigen die Löschungs- und der Abgeordnete Henry Bérenger am Jungmädeln zeigt.<< Reichsregierung seine Firma nicht in diesem ziffern in Rotterdam gerade im letzten 24. Januar 1919 in der Pariser Kammer Sinne unterrichtet hat. Er verweist darauf, Friedensjahr beängstigend. Kein Zweifel, machten, ist der folgende Fall daß allgemein in allen Staaten mit der Ru- die Firma legt in Eile gewaltige Kriegs- frei festgestellt: Todesstrahlen. Im Malik- Verlag erscheint stungsindustrie Abmachungen für Lieferun- vorräte zurück, ein allzu kostspieliges Be- Im September 1914, also schon nach demnächst ein Buch von Ing. Kurt Doberer; gen in der Kriegszeit bestanden. Darüber hin- ginnen, wenn es nicht auf einen zeitlich Kriegsausbruch, lädt der norwegische Todesstrahlen und andere neue Kriegswaffen. aus sei der Firma bis zum Kriegsbeginn greifbaren Termin fixiert wäre. Nach Mit- Dreimaster» Benesloet«< im neukaledoni- im» Neuen Vorwärts<< wie interessant er diese teilungen Kruppscher Ingenieure waren im schen Hafen Freisund, also auf französi- Probleme behandelt. keinerlei Mitteilung zugegangen. Tonnen > Wenn der Mensch völlig gesund sei, so sei dies bekanntlich ein Zustand, der ihm nicht besonders zum Bewußtsein komme, wenn ihm dagegen etwas fehle, so forderten alle betreffenden Glieder seines Körpers Abhilfe. Solange in der Volkswirtschaft die einzelnen Glieder mit Angst der erfüllt seien, ob nun vielleicht auch führende Wille dieses Volkskörpers, die politische Führung, genügend Obacht auf ihr Wohlbefinden gäbe, sei bestimmt etwas an diesem Volkskörper nicht in Ordnung. Dann sei es an der Zeit, zu fragen, wie dieser Volkskörper gesund werde. Es sei viel wichtiger, den Volkskörper als Ganzes gesund zu machen, als die Schmerzen der einzelnen Glieder zu beseitigen. Wenn wir nur an die einzelnen Glieder dächten, dann kämen wir aus der parlamentarischen Wurstelei nicht heraus. Wenn dieses Volksleben so gelenkt werde, daß es sich gesund erhalten könne, dann trete eben der Zustand ein, der auch beim gesunden Menschen eintrete, daß er nämlich von seiner Gesundheit gar nichts besonderes merke und daß er in seiner gesunden Kraft tätig sei...< Zitat aus der> Berliner Börsenzeitung<. Hand... In meinem ganzen Leben werde ich (» Westdeutscher Beobachter.<) Unsere Leser wissen aus Aufsätzen Doberers kratie, die freieste der Welt, als Metternich- ehelichen Geschlechtsverkehr untersagt. Dies die Bonzokratie samt ihrem System.> Was Die Flucht vor der periode beschimpft. Wollte ihm heute drü- entspricht dem katholischen Dogma und wem Freiheit ist, bestimmen wir!< Göbbels- ,, Kunst" finsterer sind als Hohenasperg. Sie kann sich nicht ben jemand auch nur bescheiden antworten, es nicht gefällt, der soll diese lebensfremden Ein kleines, aber typisches Beispiel jener so gäbe es für den Tollkühnen Verließe, die Dogmen bekämpfen. Dazu hat das> Schwarze Verlogenheit und Heuchelei, die den Braunen Die» Berliner Börsen- Zeitung stellt in Korps< vorläufig noch keine Ermächtigung, so leicht niemand nach macht. Ein paar Sei- einem Artikel über» Kino hüben und drüben< ten weiter donnert das Blatt gegen>> bolsche- fest, daß die Kinos jenseits der Grenze zu bilwistische Heuchelei und Unfreiheit...< Und ligem Besuch einladen. dies Durcheinander fressen die Leser, ohne erklären, wieso das möglich ist. Arbeitsverträge verstoßen vor Ekel zu kotzen?! gegen die guten Sitten und kommen einer Einschränkung der persönlichen Freiheit gleich, die im neuen Deutschland als unmoralisch verpönt ist.< > Derartige Und, Gleichgeschaltete, was nun? Nur weshalb es einstweilen die Klosterbrüder beein bißchen> Kunstbeschreibung ist noch schimpft. Zum Schlusse begnügt es sich mit gestattet. Die Handlung darf erzählt wer- dem recht liberalistischen Satze: den, das Motiv, das Thema. Aber auch aus der harmlosen Beschreibung besonders aus der harmlosen kann der Klumpfuß des Teufels hervorgucken. Einige Blätter halfen sich schon mehrfach, indem sie nur Leitmotiv oder Handlung reportierten. Es geschah mitDer Nagel Ordnung wieder hergestellt. > Lieber WB! In den Klassenzimmern eines dem das Führerbild hing, eigentlich zu schwach für dieses schwere Bild sei. Aeußerer Anlaß zu dieser Feststellung war zwar nicht Da aber in braunen Organen sehr oft eine unter so, daß der Leser sich bekreuzigte. Spalte der anderen ins Gesicht schlägt, so staatlichen Gymnasiums in Köln hängen KruUnd nun gar die dilettantische Szenerie, die kann man schon auf der Nebenspalte zifixe. In einer Klasse besonders>> frommer<< hilflos- komische Primitivität, der komman- einen Berliner Prokuristen am Pranger sehen, Schüler machte man eines Tages die überdierte Musenstall brauner Kunstmache! Man der gewagt hat, sich in einem Protestbrief raschende Feststellung, daß der Nagel, an male sich die Möglichkeiten aus, die eine an den Grundbesitzerverein zu wenden. In Beschreibung eines neuheroischen Wandge- diesem Briefe erklärt er, die Baupolizei wolle mäldes oder des Göbbelsschen Vogelnest- Ro- ihn brotlos machen, weil er Deutschnamans bietet! Die Reichskulturkammer wird tionaler sei und aufrechte Gesinnung ihm sich ab und zu den Bast von den Händen win- verbiete, in die NSDAP einzutreten. Was sagt gegeben, aber der Nagel war eben zu den, und die Oednis der deutschen Presse das Schwarze Korps zu dieser» Einschrän- schwach! Das Führerbild kam in die Ecke. dürfte gelegentlich um eine verrückte Note kung der persönlichen Freiheite? Es verhöhnt Acht Wochen lang stand das Fühbereichert werden. Der Geist jedoch, der den den Mann und droht zum Schlusse: Göbbels stets verneint, dürfte sehr bald auch durch diese neue Schlinge schlüpfen. Wer rettet das System vor diesem ungreifbaren, souveränen, über allen Tinten und Wassern schwebenden Geist?! L www rerbild in der Ecke. An den» schwachen< Nagel hatte man mittlerweile ein leichteres« Kruzifix gehängt. Während dieser Zeit fand sich weder unter den Schülern dieser Klasse noch unter den Klassenlehrern eine» Persönlichkeit, die in der Lage war, einen» starken< Nagel zu besorgen. Wozu wäre denn auch ein Schuldiener da. Kürzlich tat der Schuldiener, was seines Amtes ist. Nun ist in diesem staatlichen Gymnasium wieder alles in Ordnung.<< » Beim weiteren Suchen bekommt man aber heraus, daß die Lichtspieltheater jenseits der deutschen Grenze mit geradezu unheimlicher Wirksamkeit deutsche Besucher heranholen... In anscheinend ganz werden planmäßiger Werbung die deutschen Grenzbewohner aus den deutschen Vorführungsstätten herausgelockt, hinein in die holländischen, luxemburgischen und französischen Kinos, Theater, Buchhandlungen usw. Daß die Grenzjäger Lebensmittel mit nach Hause bringen, ist schließlich nicht zu vermeiden. Daß sie außerdem mit Flugschriften und Hetzfilmen gegen Deutschland gefüttert werden, liegt auf der Hand. Da der für Vergnügen und Unterhaltung im Haushalt zur Verfügung stehende Betrag über die Grenze gebracht wird, kann diesseits der Grenze kaum gut gemacht werden, was jenseits angerichtet worden ist. Das wird um so schwieriger, als viele Hollandjäger in jüdischen Kinos Filme sehen, die sich mit unserem Aufbauwerk auseinandersetzen, wie man das von Moskau wünscht. Grenze auf, Grenze ab, von der Nordsee bis an den Rhein, von überall her wird das gleiche berichtet...< Das mag leid tun. > Ein aufrecht stehender Mann, der aus seiner deutschnationalen Gesinnung heraus sich weigert, der Partei beizutreten, ist eine bemerkenswerte Figur, die gründliche Beachtung verdient.<< Wohnort und Name sind hinreichend angegeben und nun kann das beginnen, was die braunen Sadisten gründliche Beachtung nenDas Organ der SS kritisiert in einer klei- nen. Es endet sehr oft im KZ. Ein Arbeiter nen dürftigen Pfaffenfresserei den Arbeits- darf im Dritten Reiche eine Frau haben, denn vertrag eines Klosters, das den auf seinem der Staat braucht Soldaten, eine eigene MeiBoden beschäftigten Arbeitern den außer- nung aber ist verboten, denn sie gefährdet Zuschrift an den» Westdeutsch. Beobachter<. nen...< Auf einer Seite dem» Kunstminister< Göbbels Aber wir können die Flucht der Grenzbewohner vor seiner gleichgeschalteten und nationalsozialistischen» Kunst< begreifen. > Schade nur«, werden die Leser der> Berliner Börsen- Zeitung« sich gesagt haben, daß wir nicht alle in der Nähe einer Grenze woh Die Schipperarmee ist marschbereit Arbeitsdienst Dienststrafrecht Dienstgradabzeichen nur die Existenzfrage, da das Zwischen- s in der Wortzusammensetzung auf dem Spiele steht.<< Unangefochten darf man weiter sagen: > Der Vierjahresplan zur Diskussion gestellt<<, Die Kriegsorganisation des Dritten Rei->> Das besondere Rechtsgute im Arbeits- hörige der Gruppenleitung tragen ches schreitet auf allen Gebieten von Wirt- dienst und in der Landhilfe wird hinsichtlich Nummer ihrer Gruppe in arabischen, die Ar- wenn man zwischen die Worte» Vierjahresschaft und Arbeit mit Sturmeseile voran. der Verpflegung und den Behandlungsmetho- beitsgauleiter in römischen Ziffern eingewebt. plan« und» zur< einfügt» von der Philologie Neben der Militarisierung der Betriebs- Ge- den der schlimmsten Willkür preisgegeben. Die Reichsleitung bleibt im Spaten blank weiß her«. Und ruhig und sicher zieht das Gedanfolgschaften geht neuerdings vor allem der Bei der Landhilfe ist es vorgekommen, daß ohne Nummer. Die Dienstgradzeichen- Orien- kenschiff seine fernere Bahn: Reichsarbeitsdienst, den Hitler die>> Schule die Jugendlichen völlig unzulänglich ernährt tierung geht unendlich weiter für Vormann, der Nation< getauft hat, seiner kriegsmäßi- und aufs äußerste schikaniert wurden. Es Obervormann, Truppenführer, Obertruppengen Vollendung entgegen. Der Freiwillige Ar- haben sich Jugendliche beschwert, daß man führer, Unterfeldmeister, Ober-, Oberstfeldbeitsdienst, der bis zum 30. Januar 1933 der sie Beschäftigung jugendlicher Arbeitsloser dienen hatte und damals dem Reichsarbeitszu einem besonderen Nazi- Reichskommissar unterstellt worden. Seitdem steht die militärische Ausbildung der Arbeitsdienstwie auf dem Sklavenmarkt gemustert meister, Musikzugführer, Obermusikzugführer, Arzt, Amtswalter, Generalarbeitsführer, Obergeneral- und Reichsarbeitsführer. Tau>> so daß wir heute noch Hungersnot sagen, weil es im Mittelhochdeutschen hungers nôt hieß, obwohl der Hunger hier doch gar keine Not leidet, sondern die Not ja gerade durch den Hunger in uns hervorgerufen wird.<< Was bedeutet Fettmangel, was bedeutet. ministerium angegliedert war, ist im Juli 1934 und ihre Muskeln befühlt habe, um festzu- send Unterschiede der Spiegel auf dem Rock- das Verbot, solchen Mangel kundzutun, gestellen, für welche Verrichtungen sie am aufschlag, Achselstücke, Kragenspiegel, genüber den heiligen Erfordernissen sprachrationellsten einzuspannen wären. Für 1937 Handstickerei aus Aluminiumgespinst, Platt- lichen Quellenstudiums. Wenn die Alten hunist eine Verdoppelung des Einsatzes in der schnüre, vierstrahlige vergoldete Sterne, ver- gers nôt sagten, so mögen sie mit dem Worte Landhilfe vorgesehen. silberte Ein- und Zweisterne, schwarze Samt- angedeutet haben, daß ihnen die Rationen Da sich nach einer Bekanntgabe des spiegel, Schnüre aus schwarzer Kunstseide knapp wurden. Wir verbinden mit dem Worte willigen Reichskommissars dieser Reichsarbeitsdienst und Aluminiumdrahtschnüre kennzeichnen und der unvermeidliche befinden sich im Reichses im Vordergrund der ganzen Einrichtung, aktive und Reserve- Offiziere, Feldwebel und Unteroffiziere der alten Armee bilden das einer immer größeren> Beliebtheit« erfreut, die hierarchische militärische Gliederung nach Führerkorps. Der Reichsarbeitsdienst ist für so werde von der Bevölkerung bei Aufmär- Dienstgraden dieser Schipperarmee. Drill, schen dauernd gefragt, wie sehen eigentlich Dienststrafgewalt die Jungarbeiter zur militärischen Vororganisation entwickelt worden. Der Umfang die- die Arbeitsdienstführer in der Kolonne aus. Paradeflimmer ser Rekrutenschule hat eine gewaltige Erwei- Wie sieht ein Feldmeister, oder ein Obertrup- arbeitsdienst in militärischer Ordnung, terung erfahren. Im Jahre 1934 wurden erst penführer aus, welche Abzeichen trägt der kann losgehen. über 200.000 Arbeitsdienstwillige gezählt. In Diesem dringenden Bedürfnis der So marschiert das deutsche Jungvolk von diesem Jahre wurden zweimal, Anfang April Dienstgradabzeichen soll nun abgeholfen wer- heute mit Spaten und Hacke in die dunkle und Anfang Oktober, je zweihunderttausend den. Jeder Arbeitsdienstangehörige trägt auf Zukunft des Hitler- Reichs.» Was auch immer junge Deutsche zum Reichsarbeitsdienst ein- dem linken Oberarm ein Abzeichen in Schild- unserem Volk auf dem Marsch in die Zukunft gezogen. Die Nazipresse berichtet schwärmeIn dem Schild begegnen mag, niemals darf die Jugend deutrisch von den> jungen Mannschaften, die im ist ein weißer Spaten mit Nummer in roter sche Not, deutsches Unglück widerstandslos Farbe angebracht. Bei den Führern ist der über sich ergehen lassen.< An Anlässen zum > Ehre der Arbeit auf ihre Fahne geschrieben< Spaten in Aluminiumtönung eingewebt. Ange- Widerstand wird es gewiß nicht fehlen. > erdbraunen Rock< marschieren und haben: die > Arbeit ist ein Ehrenrecht des unbescholtenen deutschen Mannes und genau so wie der Waffendienst zur Verteidigung von Volk und Vaterland ein Ehrendienst ist, so sehr muß auch der Dienst mit dem Spaten, mit dem auf friedlichem Wege deutsches Land zur Sicherstellung der Ernährung unseres Volkes erobert wird, Ehrendienst sein.< Die Vormann? form auf schwarzem Tuch. Das gesünde Volksempfinden" schwer erkrankt Zwei deutsche Bäuerinnen bekamen in der, berg anzurufen«( wörtlich!). Nun hatte vergangenen Woche die sogenannte Stren- wieder das gesunde Volksempfinden das ge des Gesetzes zu spüren. Die eine in Wort und also sprach es: die andere Tilsit, die dern am in Stuttgart. Daß WOnur den einen Gedanken: mit s oder ohne s. Die schwarze Schmach Auf die im Reich erscheinende Zeitschrift > Deutsche Wochenschau< hat Göbbels nicht gut genug aufgepaßt, sonst hätte sie es nie gewagt, folgenden Absatz aus den Antworten der>> New Yorker Staatszeitung« zu zitieren: » Kasimir Gajkowski: Daß Sie es in Ordnung finden, wenn eine wilde Soldateska über ein Volk herfällt,> um es zu befreien«, hunderttausend hinschlachtet und dann ruft» bolschewistische Gefahre ist eine klare Bestätigung meiner Behauptung, nämlich was eine überlegene Propaganda für erfolgreiche Wirkung auf politisch Unmündige macht. Das Geschrei der Rebellen gleicht doch dem Einbrecher, der ruft: Haltet den Dieb! Wenn in den nächsten Tagen die erfolg reichen Truppen in Madrid einmarschieren, so wird man hoffentlich bei Ausrufung des Triumphes in alle Welt auch den entscheidenden Anteil der Afrikaner an dem Sieg nicht vergessen.» Die schwarze Schande< wird sich dann in eine >> schwarze Ehre und Glorie« über die weiße Demokratie verwandeln.< Und welche schlagenden Argumente setzt die> Deutsche Wochenschau< diesen glei>> Deutsche Arbeits- Korrespondenz<<, > Das Soziale Ehrengericht war milde; es verurteilte die Angeklagte zu einer Ordder wir dieses Feuilleton entnehmen, versi-> Strenge< so ungleich ausfiel, lag aber nicht nungsstrafe von nur 50 RM, chert weiter, daß» Strafarbeiter< und>> Straf- an der Verschiedenheit der Landstriche, sonbei es berücksichtigte, daß Frau Ida vor chermaßen Hitler wie Franco treffenden dienst<< im Reichsarbeitsdienst unbekannte > gesunden VolksempfinGericht einen guten Eindruck insofern ge- Wahrheiten entgegen? Sie antwortet: Begriffe bleiben müssen. Strafgefangene sol- den, nach dem in Deutschland angeblich macht habe, als sie ihre rückständige Auf> So viel Stänkerei in so wenig Zeilen len daher nur insoweit zum Arbeitsdienst zujede Rechtshandlung reguliert wird. fassung über Betriebsführerpflichten offen das ist wirklich ein interessanter Standgelassen werden, als sie» besserungsfähig erFall 1: Die Bäuerin im Stuttgarter Beeingestanden und Besserung gelobt hat.-< punkt! Es kommt eben doch darzirk scheinen«. Da aber der Reichsarbeitsdienst die 58jährige verwitwete Barbara Schutzhaft für verweigerte Milchabgabe, auf an, was man propagiert.<< Miller aus Baniswald seit über einem Jahr keinen freiwilligen Chakonnte von Anfang 50 RM Strafe für jahrelange Schikanierung Richtig! Eben darauf kommt es an. Wer Land- z. B. die> Hochwertigkeit der weißen Rasse< rakter mehr hat, so könnten nach der Erläu- an nicht recht einsehen, warum sie plötzlich und gröblichste Ausbeutung von terung der DAK auch Volksgenossen hereinzur Erb hofbäuerin< ernannt werden arbeiterfamilien. Diese Landarbeiter dürfen propagiert, ihre Pflicht zur Solidarität bekommen, die sich nicht einfügen wollen. sollte. Der Titel würde ihr nur Schwierigkei- ihre Stellung heute nicht mehr verlassen, ohne tont und gleichzeitig die schwarze Soldateska der ist ten bringen, so sagte sie sich, Geld würde es sich den schlimmsten Drangsalierungen und des Franco tatkräftig unterstützt kosten und kein Mensch würde mehr etwas ihre Kinder dem Hunger auszusetzen. Wenn ein Lügner und Schweinehund. Das wird den borgen. Kurzum, sie wollte nicht. schon< 1934 verschiedene Amtsstellen der dankbar schmunzelnden Lesern der>> DeutUnd als die Rechnung für» Eintragung Frau die Instandsetzung der Wohnlöcher schen Wochenschau< auch sonnenklar sein. des Erbhofs beim Reichserbhof- nahegelegt haben, darf man annehmen, daß gerichte dennoch ins Haus flatterte, wei- die Schäden noch älter sind, daß die Instleute Neutralität gerte sich die Barbara Miller zu zahlen. Ihr also mindestens drei volle ostpreußische In Lissabon blüht der Straßenhandel. Man Die weiteren Erläuterungen lassen dann gesundes Volksempfinden sagte:» Ich hab das Winter lang keinen Ofen heizen konnten. Und verkauft ein kleines Abzeichen fürs Knopfkeinen Zweifel, daß es sich keineswegs um nicht bestellt, ich zahl das auch nicht. Es dafür: 50 Mark Strafe. loch. Vier Emaillestreifen stellen die vier Ausnahmebestimmungen gegen irgend welche wurde ihr auf Beschluß des hohen Amts- Das gesunde Volksempfinden« geht im nationalistischen Fahnen dar, deutsch, italierenitente Elemente handelt, sondern um eine gerichts das Milchgeld gepfändet, und seit Dritten Reich seltsame Wege es ist in nisch, francistisch und portugiesisch. Das ganz allgemeine Dienststrafgewalt, die den dieser Zeit<, so heißt es im Bericht der Köl- Wahrheit das Empfinden der braunen Bon- ganze ist mit einem Hakenkreuz geschmückt. > Führern des Reichsarbeitsdienstes< verliehen nischen Volkszeitung<,> hat sie die Abliefe- zen, denen es sehr gleichgültig ist, ob die ( Vendredi Nr. 56.) > Aus diesem Grunde ist für den Reichsarbeitsdienst, wie für jede andere soldatische Gemeinschaft ein Disziplinarrecht eine Dienststrafordnung für die Angehörigen des Reichsarbeitsdienstes vom 25. Februar 1936 geschaffen worden.<< wird. Ueber das Wesen dieses sonderbaren > kameradschaftlichen Gemeinschaftsgeistes<< wird von der DAK ausgeführt: rung der Milch von täglich 40 1 verweigert Landarbeiter schlechter als Tiere hausen und sich geäußert, daß sie sie lieber in die wenn nur die Milch bei Zeiten abgeliefert und Güllengrube gieße als abliefere.< Da die der Erzeugungsplan des um 20 Pfund réduwenn es erst > Die Dienststrafordnung geht in ihren Gegnerin sich außerdem< als Gegnerin des zierten Göring nicht gefährdet wird. Das Strafen weiter, als alle anderen Systems und der Erzeugungsschlacht erwiesen wahre Volksempfinden wird, Disziplinarstrafvorschriften, da sie Strafen habe, wurde sie in Schutzhaft genom- einmal zu Wort kommt, viel nachzuholen men. Also: Frauenkonzentrations- haben. lager. Hier zeigte sich das Gesetz in seiner ganzen Strenge. Wir kommen zum bis zu Neuer Vorwärts Sozialdemokratisches Wochenblatt Herausgeber: Ernst Sattler; verantwortlicher Redakteur: Wenzel Horn; Druck: Gra phi a<; alle in Karlsbad. Printed in Czechoslovakia. Die Navigation der» Frankfurter Zeitung« Zeitungstarif bew. m. P. D. ZI. 159.334/ VII- 1933. 240 Tagen Zellenarrest vorsieht.<< Die sonstigen Einzelstrafen und der Inhalt der sogenannten Dienstordnung werden nicht 2. Fall: Frau Ida im Kreise Tilsit- Ragnit erwähnt. Es mag genügen, daß die Arbeits- sabotierte die Erzeugungsschlacht in keiner dienstwilligen zum> Schutze der Gemein- Weise, sie trieb vielmehr ihre Arbeiter zu Ob die Sprache dazu diene, die Gedanken Der» Neue Vorwärts« kostet im Einzelschaft< und ihrer> sittlichen Grundsätze< bis Leistungen an, die über die Kraft jedes ein- zu verbergen oder sie zu äußern, ist streitig. verkauf innerhalb der CSR Kč 1.40( für ein zu acht Monaten in die Zellenhaft geworfen zelnen beträchtlich hinausgingen. Sicher ist, daß sich die Sprachgeschichte zu Quartal bei freier Zustellung Kč 18.-). Preis werden dürfen. Uebertretungen allgemeiner Dafür erlaubte sie beiden Zwecken trefflich eignet. Mit ihrer der Einzelnummer im Ausland Kč 2.-( Kč den überanstrengten 24. für das Quartal) oder deren Gegenwert Art werden nach einem Erlaß des Reichs- Leuten aber, in Löchern zu hausen, die bei Hilfe ist es möglich, alles zu sagen, was man in der Landeswährung( die Bezugspreise für justizministers gleichfalls der ordentlichen weitem unwohnlicher waren vorbringen möchte und gleichzeitig alles zu das Quartal stehen in Klammern) Argentinien als beispielsRechtsprechung entzogen und auf Grund der weise verstecken, was die Grenzen ziviler Courage Pes. 0.30( 3.60), Belgien: Belg. Frs. 2.45( 29.50) der zum Hof gehörige Schweinestall. Dienststrafordnung den Organen des Reichs- Die Preußische Zeitung« Nr. 231 erzählt: allzu bedenklich überschreitet. Bulgarien Lew 8.-( 96.-). Danzig Guld. 0.45 ( 5.40), Deutschland Mk. 0.25( 3.-), Estland arbeitsdienstes zur Aburteilung übertragen. Es ist kaum zu glauben, daß eine deutsche E. Kr. 0.22( 2.64), Finnland Fmk. 4.-( 48.-), » Schon 1934 wurde ihr von den verIn übrigen kündigt die DAK die Schaffung schiedenen amtlichen Stellen nahegelegt, Zeitung ihre Spalten einem Artikel öffnen Frankreich Frs. 1.50( 18.-). Großbritannien daß es nun Zeit wäre, die Wohnungen den könnte, der das Wort» Vierjahresplan« mit d 4.-( Sh. 4.-). Holland Gld. 0.15( 1.80) Itabeiden Instfamilien in Ordnung bringen zu den Worten> Existenzfrage«,» Hungersnot«, lien Lir. 1.10( 13.20). Jugoslawien Din. 4.50 lassen. Die letzten Reparaturen waren 1928» Königssohn«,» Weltmann« und» Allerwelts- 0.55( 6.60). Luxemburg B. Frs. 2.45( 29.50), ( 54.-). Lettland Lat. 0.30( 3.60). Litauen Lit. gemacht und auch man so so. Inzwischen einer eigenen Strafgerichtsbarkeit des Reichsarbeitsdienstes an, damit das Recht» in lebendiger Fühlung mit dem Reichsarbeitsdienst« gefunden werden kann. Es wäre doch einfacher, die Arbeitsdienstwilligen der Militär gerichtsbarkeit direkt zu unterstellen. Diese militärische Strafgewalt über die Jugendlichen im Arbeitsdienst wird in dem Augenblick verkündet, da das Regime gleichzeitig eine große Propaganda zum» Schutz der Arbeitskraft im nationalsozialistischen Strafrecht< eingeleitet hat. So schreibt dieselbe DAK in ihrer Rechtsbeilage: hatten die Dielen große Löcher mann koppelt. Und doch geschieht dies in Norwegen Kr. 0.35( 4.20). Oesterreich Sch. bekommen, die Fensterrahmen der> Frankfurter Zeitung« Nr. 576. Aller- 0.40( 4.80). Palästina P Pt. 0.020( 0.216), waren verfault, die Wände schad- dings unter der Marke» Das gefährdete Zwi- Polen Zloty 0.50( 6.-). Portugal Esc. 2.haft, die Oefen halb verfallen und schen- s<, sozusagen im sicheren, überwindi- den Kr. 0.35( 4.20). Schweiz Frs. 0.30( 3.60), ( 24.-). Rumänien Lei 10.-( 120.-). Schwenicht heizbar. Der Landjäger kam und sah sich die Sache an. Frau Ida versprach gen Port der Etymologie unter freundlicher Spanien Pes. 0.70( 8.40). Ungarn Pengö 0.35 baldigst Abhilfe, tat aber nichts. Der Steuerung durch den biederen, unverdächti-( 4.20) USA 0.08( 1.-). Landrat schrieb öfter, Frau Ida gen Lotsen Duden. Sie verstehen: heißt es Einzahlungen können auf folgende Postder Arbeit schrieb mehrmals, Frau Ida" Vierjahreplan« oder» Vierjahresplan> Inzwischen scheinen die meisten und 46.149. Oesterreich: Neuer Vorwärtse Karlszu ihnen gehört Ministerpräsident Göring bad. Wien B- 198.304. Polen:» Neuer Vorwärtse die Bezeichnung Vierjahresplan beibe- Karlsbad. Warschau 194.797. Schweiz:> Neuer halten zu haben. Damit könnte der Vor- Vorwärts Karlsbad Zürich Nr. VIII 14.697. allgemeine Bedeutung.<< gang erledigt sein, hätte er nicht, immer Ungarn: Anglo- Čechoslovakische und Prager vom Sprachlichen her betrachtet eine Creditbank Filiale Karlsbad Konto Neuer Vorwärts Budapest Nr. 2029. Jugoslawien: Anglo- Čechoslovakische und Prager Creditbank. Filiale Belgrad. Konto Neuer Vorwärts<, Beograd Nr. 51.005. Genaue Bezeichnung der Konten ist erforderlich. Selbstverständlich» vom Sprachlichen her«. > Der Schutz der Arbeitskraft entspricht endlich nationalsozialistischer Auffassung vom Adel dem Treuhänder der Arbeit gar der Arbeit, daß die Arbeitskraft als beson- nichts anderes übrig, als das So- Wer käme auf eine andere Vermutung. deres Rechtsgut anerkannt wird.<< Jziale Ehrengericht in Königs>> Denn es geht hier um eine Art von