Neuer Vorwärts Sozialdemokratisches Wochenblatt Verlag: Karlsbad, Haus„ Graphia" Preise und Bezugsbedingungen siehe Beiblatt letzte Seite Nr. 183 SONNTAG. 13. Dez. 1936 Aus dem Inhalt: Panamerika Wo ist Europa? Die Nazipläne in Danzig Braune Werkscharen Im Kampfe um die Wahrheit siegen! rungsmethoden. bemüht. Die zen. Unter dem Druck der Militärmacht Die Aufgaben der demokratischen Presse und das Dritte Reich Sich nicht fürchten und die Wahr-| Sie hat die Tendenz zur Versklavung jeden, der nicht Propagandaerzählun- Land, das sich von jenem gesunden heit sagen! Die Wahrheit wird immer und Verelendung des eigenen Volkes so gen, sondern die Wahrheit über Grundsatz der Pressepolitik abwendet, gut wie den Willen zur Unterdrückung Deutschland wissen will. daß die Stimme der Wahrheit frei sein T. G. Masaryk. fremder Völker aufgezeigt. Unsere ge- Das, was wir gegenüber dem Dritten muß, verkennt die demokratische WeisDie unbequeme Wahrheit wird nir- samte kritische Arbeit gegen die Politik Reich getan haben und weiter tun wer- heit, aber auch die gewaltige moralischgends gerne gehört, vor allem in Dikta- der deutschen Regierung ist durch den den, ist die ehrenvolle Aufgabe jeder politische Macht, die in der Verbreiturländern nicht. An ihrem Verhältnis Gang der Ereignisse glänzend bestätigt Presse, die ihre Daseinsberechtigung im tung wahrheitsgetreuer Tatsachen über zur Wahrheit wird das innere Wesen worden. Jedes Wort, das wir gegen sie Dienst an der Wahrheit erblickt. Die Regierungen und Länder durch die von Regierungssystemen sichtbar. So geschrieben haben, hat sich als wahr unbestechliche und unbeeinflußte Kri- große freie Presse wirklich freier Länwie Demokratie und Achtung vor der erwiesen. tik an Regierung und Verwaltung, die der liegt. Wahrheit untrennbar miteinander ver- Wir haben systematische und wohl kritisch- wissenschaftliche Untersuchung Uns verfolgt der ingrimmige Haß bunden sind, so ist List und Lüge das fundierte Kritik geübt, wir haben, den der verschiedensten Zweige der Regie- des Dritten Reiches eben weil wir Kennzeichen undemokratischer Regie- besten Traditionen der deutschen So- rungstätigkeit, die Nachprüfung offi- nicht unsinnig hetzen, nicht lügen und zialdemokratie folgend, zu denen tiefe zieller Darstellungen an den Tatsachen übertreiben, sondern weil wir der WahrWir haben vom ersten Tag unseres Achtung vor wissenschaftlicher Wahr- selbst das ist eine der Grundlagen heit dienen- im Interesse des deutnur staatsbürgerlicher Freiheit, ohne die schen Volkes wie aller Völker. Dieser Erscheinens in der Tschechoslowaki- haftigkeit gehört, uns schen Republik an unsere Aufgabe dar- wohlbegründete Wahrheiten zu sagen kein freiheitliches oder demokratisches ingrimmige Haß dringt über die Grenin erblickt, die Wahrheit über Deutsch- und die ganze Wahrheit. Die Wahr- Regierungssystem denkbar ist. land zu sagen, nichts als die Wahrheit. heit ist uns niemals ein Objekt politi- Achtung davor, die mit der Achtung und der darin verborgenen unverhohleEs hat uns nicht beirrt, daß die deut- scher Opportunität gewesen, nie ist uns vor der Wahrheit eins ist, ist die Grundnen Drohungen sucht er die Wahrheit sche Diktaturregierung die Stimme der in den Sinn gekommen, ein Geschäft lage jeder gesunden Pressepolitik in auch jenseits der deutschen Grenzen zu Wahrheit diskreditieren wollte durch mit mehr oder weniger Wahrheit je jedem Lande, das ernsthaft als demo- erdrosseln. Wir beugen uns vor keidie Behauptung, daß die Emigranten- nach den Schwankungen der Konstella- kratisches gelten will. Noch ist es den Diktaturen nicht wir tun unsere demokratische Pflicht. ner Drohung der deutschen Diktatur. presse Greuelpropaganda betreibe und tion zu betreiben. Wir sind nicht nur Propagandalügen verbreite. Wir haben eine Stimme über Deutschland, wir sind gelungen, diese gesunde Pressepolitik Daß wir es sind, gegen die Drohungen weder Greuel erfunden, noch Lügen eine Stimme aus Deutschland. Unsere in der ganzen Welt zu unterdrücken. In und Unterdrückungsversuche der deutverbreitet. Wir haben alles, was in die- Kenntnis der deutschen Zustände ent- den wahrhaft demokratischen Ländern schen Regierung sich in erster Linie sem Sinne Propaganda ist, dem Göb- springt nicht nur eigener Kenntnis aus und das sind die großen und mäch- richten, ehrt uns. Es zeigt der ganzen bels überlassen. Heute weiß die ganze der Vergangenheit und Beobachtung tigen Länder der Erde existiert eine Welt, was es mit den lärmenden ZweckWelt, welches Gesicht das System in von außen, sie beruht auf der opfervol- freie Presse, die alle Länder, große bündnissen gegen den internationalen Deutschland zeigt, welche Taten es zu len Arbeit von Tausenden in Deutsch- und kleine, diktatorische und demokra- Kommunismus in Wahrheit auf sich verantworten hat, und daß die amtli- land, die uns unterrichten, weil sie die tische, und die Zwischenformen, in das hat. Es ist enthüllend für Wesen und chen Behauptungen und Dement's die- Wahrheit mehr lieben als ihre Existenz. Licht der freiheitlichen Kritik stellt. Absichten des deutschen Systems. ses Systems aus der Zeit seiner Macht- Wir sind heute die wichtigste Stimme Ein Land, das, wie das Dritte Reich, der deutschen Demokratie, die mit Verbot und Unterdrückung gegen Mit ihren Nücken und Tücken fühergreifung, obwohl in feierlicher Form aus abgegeben, bewußt im Widerspruch zu der demokratischen Welt außerhalb diese freiheitliche Kritik vorgeht, ent- ren die deutschen Diktatoren den den Tatsachen standen. Deutschlands Erkenntnisse und Wissen hüllt, daß es gefährliche Dinge zu ver- Kampf der Lüge gegen die Wahrheit. Wir haben mitgewirkt, der Erkennt- über Deutschland vermittelt. Unsere bergen hat, daß seine eigene Presse Er ist ihnen eingeboren. Wer ein Feind nis der Tatsachen zum Durchbruch zu Kritik an der deutschen Diktatur ist nicht frei, seine eigenen Berichte und der Demokratie ist, muß die Hand an verhelfen. Es war unsere, der Wissen- ein wertvolles Erkenntnismittel für Versicherungen nicht wahr sind. Ein die Wahrheit legen! Für Frieden und Freiheit halten. Die beiden Internationalen rufen den Arden Pflicht, die Wahrheit vor einer Welt zu enthüllen, die aus Entsetzen über die Nachrichten, die zu ihr drangen, ihr Gesicht vor der Wahrheit zu verbergen wünschte, in natürlich menschlicher Abwehrreaktion gegen Die Internationalen und der spanische Freiheitskampf diesen grauenvolle Tatsachen. Aus Die Tagung der SAI und des IGB hat am Verteidigung erforderlichen Mittel zu grauenvollen Tatsachen ist die stärkste er- genüber den Erpressungen und den Drohungen des Faschismus eine entschlossene HalBedrohung des Rechts, der Freiheit, 4. Dezember beschlossen: des Friedens hervorgewachsen. Es Der IGB und die SAI, auf Wunsch des Sie sind der Ansicht, daß es im gegenwär- tung einnimmt. wäre schlimmer als Feigheit, es wäre spanischen Gewerkschaftsbundes zu gemein- tigen Augenblick vor allem darauf ankommt, Verrat an der Sache der Menschheit samer Tagung versammelt, haben die Vertre- alle Anstrengungen darauf zu richten, die beitern und den Friedensfreunden aller Längewesen, wenn wir, die Wissenden, ge- ter der spanischen Gewerkschaften und der Verstärkung der spanischen Aufständischen der zu: Es ist die Schlacht für die Freiheit, die schwiegen hätten. In diesem Zwang zur Sozialistischen Partei Spaniens gehört und mit Waffen und Menschen durch die auslänWahrheit liegt unsere Existenzberechti- nehmen Kenntnis von den Bemühungen, die dischen Faschisten zu verhindern. Demokratie und den Frieden der ganzen Welt, in den verschiedenen Ländern unternommen Sie fordern die dem IGB und der SAI an- die heute in Spanien geschlagen wird! Es ist Nicht wir tragen Schuld, daß diese worden sind, um ihre früheren Beschlüsse geschlossenen Arbeiterorganisationen auf, ihre unser aller Sache, das die heldenhaften KämpWahrheit grauenvoll ist und absto- durchzuführen, die sie hiermit bestätigen. Wachsamkeit zu verdoppeln, um mit allen fer von Madrid gegen den mörderischen AnBende Züge trägt, sondern jene, die Sie grüßen mit Freude und Bewunderung geeigneten Mitteln die Belieferung der Auf- sturm des internationalen Faschismus verteldiese grauenvollen Tatsachen gesetzt die heldenmütigen spanischen Arbeiter und die ständischen zu verhindern und zu diesem digen! haben. Nicht wir tragen Schuld, daß Genossen der Internationalen Kolonne, die den Zweck in allen Ländern Koordinationskomijeder wahrheitsgemäße, nackte Tatsa- Feind vor Madrid zurückgeschlagen haben. tees einzusetzen. chenbericht über die rechtlichen, mora- Madrid ist dadurch zu einem glorreichen Sym- Sie bestehen darauf, daß die Regierungen lischen, sozialen Zustände in Deutsch- bol des Widerstandes der Arbeiterklasse ge- dem. internationalen Skandal ein Ende maland wie eine schreiende Propaganda gen den internationalen Faschismus geworden. chen, daß Franco weiterhin die Mehrzahl der gegen das deutsche Regierungssystem Sie protestieren mit tiefster Empörung ge- Söldner, die er gegen das spanische Volk rungssystem selbst, das sich von den gen die Greuel, die die Faschisten verüben, schickt, in Marokko wirbt, also in einem Ge- kommunistische Reichstagsabgeordnete Hans gung. Für die Freiheit gefallen Vor kurzem meldete der Brüsseler> Peuple«, daß sein Redakteur Brachet in Madrid gefallen sei. Jetzt hat, nicht fern der Stelle, an der dieser Sozialdemokrat fiel, der frühere ten in derselben Reihe, für dieselbe Sache. die, weil sie nicht mehr hoffen können, Ma- biet, das in gewissen Maße unter internatio- Beimler sein Leben gelassen. Beide kä.npfunter Kulturvölkern allgemein gültigen drid zu erobern, es mit Brandbomben zerstö- naler Kontrolle steht. Wertauffassungen bewußt entfernt hat. ren wollen und Frauen und Kinder töten. Sie betonen angesichts der Verletzung des Es geht in Spanien nicht, wie die braune Nicht wir tragen Schuld, daß jeder Sie wenden sich gegen die immer stärkere anerkannten Völkerrechts durch die faschisti- Propaganda behauptet, um» Bolschewismusk wahrheitsgemäße Bericht über Gesetze und Taten der deutschen Regierung wie und immer frechere Unterstützung, die die schen Reglerungen, daß es die Pflicht des oder nicht, sondern es geht darum, ob Spaeine Anprangerung der Bedrohung des faschistischen Mächte unter Verletzung des Völkerbundsrates ist, sobald er auf Grund der nien ein Zuchthausstaat nach deutschem VorGeneralen Beschwerde Spaniens zusamentritt, alle ihm bild oder ein freies Land sein soll. Der Zu Friedens durch sie wirkt ihre Taten Völkerrechts den aufständischen gegen die An- zur Verfügung stehenden Mittel zu ergreifen, strom von Freiwilligen aus allen Ländern selbst sind es, die sie beschuldigen. Wir gewähren und insbesondere wissen es wohl, warum die deutsche Re- wesenheit einer immer größeren Zahl deut- die geeignet sind, den Frieden unter den Völ- Europas in das Heer der spanischen Regierung ist ein Ausdruck der Ueberzeugung, gierung uns mit immer wütenderem scher und italienischer Soldaten in Spanien. kern wirksam wieder herzustellen. Angesichts dieser alarmierenden Tatsachen, Sie erklären, daß die Erhaltung des Frie- daß in Spanien um die Freiheit Europas geHasse verfolgt und uns zu unterdrükken trachtet: Wer zum Kriege greifen wiederholen die beiden Internationalen, daß dens, die das oberste Interesse der Arbeiter- kämpft wird. Noch gibt es Zweifel darüber, ob es allen will, muß vorher die Stimme der Wahr- keine Rede davon sein kann, die rechtmäßige massen aller Länder ist und daher an der Regierung der spanischen Republik mit den Spitze der Aufgaben der Regierungen steht, Kommunisten mit ihrem Bekenntnis zur Verheit ersticken. Unsere Kritik an der Politik der blutigen Banden der meineidigen Generale die von Sozialisten geleitet werden oder an teidigung der Demokratie ernst ist. deutschen Regierung hat frühzeitig auf die gleiche Stufe zu stellen und daß die denen Sozialisten teilnehmen, nicht gesichert eine, Hans Beimler, hat es mit seinem Blute schon enthüllt, welche Wege sie ging. Regierung vollauf berechtigt ist, alle zu ihrer werden kann, wenn nicht die Demokratie ge- besiegelt. Dieser Ein Erlaß gegen den » Neuen Vorwärts<< Kolportageverbot für das Land Böhmen. Pan- Amerika Ein Urteil von 21 Republiken Die mannhaften und kühnen Worte,| Aus dem Munde Theodore, Noch bedeutsamer sind die wirtschaftDie Landesbehörde in Prag hat mit die der Staatssekretär der USA, Cordel Roosevelts, des Onkels aber nicht lichen Fragen, die hier zum erstenmal Erlaß vom 6. Dezember 1936 die Kolpor- Hull, auf der Panamerikanischen Kon- geistigen Verwandten des heutigen Präsi- unter dem Gesichtspunkt einer weittage des>> Neuen Vorwärts< für das ganze ferenz von Buenos Aires gegen das Dritte denten, fiel schließlich Land Böhmen verboten. Deutsche Soldaten für Franco Anwerbungen für die Rebellen in Spanien in Köln und Aachen. das drohende schauenden panamerikanischen Solidarität Reich gerichtet hat, und in denen er Wort:» Die Grenzen der Vereinigten Staa- behandelt werden. In bezug auf die agraGegen dieses Verbot, wie gegen die Deutschlands außenpolitische Methode ten enden tatsächlich am Cap Horn<, rischen Rohstoffe, die den Lebensnerv der Begründung des Verbots, hat der» Neue des permanenten Vertragsbruches, d. h. an der Südspitze Südamerikas. amerikanischen Wirtschaft bilden, also Vorwärts« Berufung beim Ministerium des seine propagandistischen Attacken auf Es ist das Verdienst des jetzigen Prä- Baumwolle, Weizen und Kaffee, Innern eingelegt. die Ehre fremder Regierungen sidenten Franklin Roosevelts, daß er soll eine Regelung angestrebt werden, die Das Verbot der Kolportage tritt sofort und schließlich den Kurs der Kriegs- das große Hindernis panamerikanischer alle Störungen des Marktes vermeidet und in Kraft. Eine aufschiebende Wirkung der vorbereitungen anprangerte, sind Solidarität und Einheit aus dem Wege die Erschließung der zurückgebliebenen Berufung ist ebenso ausgeschlossen wie nicht nur vor den Ohren, sondern im räumte, indem er einer mehr als dreißig- südamerikanischen Staaten organisiert. eine Berufung gegen das Verbot der auf- Namen von 21 Republiken gesprochen. jährigen Expansionspolitik der USA nicht In diesen Zusammenhang gehören auch schiebenden Wirkung. Zu Unrecht lenkt erst diese Kund- nur ein Ende bereitete, sondern die wäh- die vorgesehenen Abmachungen über eine gebung die Aufmerksamkeit der europäi- rend dieser Zeit eroberten Positionen eine solidarische Zoll- und Währungspolitik. schen Oeffentlichkeit auf die Zusammen- nach der andern freigab: er liquidierte Ueber die Absicht gemeinsamer kunft in Buenos Aires, denn das Beispiel die Intervention in Nicaragua, verSchritte ist wahrhaft freundschaftlicher Zu- zichtete auf die vertraglichen Vorrechte außenpolitischer nichts bekannt geworden, aber schon die sammenarbeit, das der amerikani- in Kuba, zog die Truppen aus Haiti sche Kontinent in den letzten Jahren in zurück und tat schließlich entscheidende Kundgebung Hulls zeigt, wie selbststeigendem Maße bietet, ist wohl geeignet, Schritte zur Wiederherstellung der Sou- verständlich die Weltlage auch die Beratungen von Buenos Aires überschattet. Uns wird aus den rheinischen Städten das müde, konferenzenttäuschte, dem veränität der Philippinen. Zweifellos Und das ist der Punkt, in dem die Kongeschah das nicht allein, Köln und Aachen gemeldet, daß in der Kriegsverhängnis apathisch entgegentreibesonderes Interesse SA( Sturmabteilungen), SS( Schwarzer bende Europa aufblicken zu lassen. Wenn um einer idealen Forderung des Völker- ferenz unser ganz Stoßtrupp) und SSKK( Nationalsozialisti- sich Staaten zusammenfinden, die durch- rechts genüge zu tun. Roosevelts Ent- verdient. Nicht zufällig hat Hull derart scharfe sches Kraftfahrerkorps) Freiwillige für aus nicht in engster Nachbarschaft leben schluß, den alten Weg imperialistischer Spanien geworben werden. ( Buenos Aires ist weiter von New York Expansion zu verlassen, entsprang durch- Worte gegen den Führer des Dritten ReiBevorzugt nüchternen und praktischen Er- ches gerichtet, denn ein Ereignis, das werden Leute, die soeben aus dem Heer entfernt als London), die eine starke Aus- aus entlassen worden sind und solche, die prägung des angelsächsischen und romani- wägungen darüber, was für das Interesse zweifellos auf besondere Initiative Hitlers zurückzuführen ist, hat in Amerika eine also auch des nordamerikanischen Charakters, hie protestantische, der USA, bereits über 25 Jahre alt sind, aber bis gefunden und dort katholische Religion trennt und die schen Kapitalismus, am nützlichsten sei. tiefgehende Beachtung der schließlich im Kulturniveau doch sehr Die Vereinigten Staaten haben in den lan- größte Besorgnis hervorgerufen: deutsch- japanische Vertrag. stark differieren, dann müssen es frucht- gen Jahren ihrer Kolonialpraxis nicht nur bare Gedanken und Impulse sein, die sie die lästigen und kostspieligen Plakereien Japan hat auf dem amerikanischen Kontinent wenig Freunde. Sein forcierter Miliauswärtiger Verwicklungen kennen gelernt, sie sind auch in der bitteren Zeit tarismus, die brutale und tückische Knebelungspolitik gegenüber China, die RaubWirtschaftskrise unangenehm innert worden, daß die hemmungslose Zu- rittermethoden im Wirtschaftskampf und vieles andere mehr, stößt bei den amerikasammenraffung fremder Gebiete auch die Konkurrenz für die heimische In- nischen Staaten auf entschiedene Ablehdustrie und Landwirtschaft vermehrt. nung, die auch durch die Furcht unterjetzt keine Ausbildung beim Militär absolviert haben. Nötigenfalls sollen die Angeworbenen noch eine kurze Ausbildung beim Militär durchmachen. zusammenführen. 名 Die Werbung der Freiwilligen erfolgt geheim. Oeffentlich wagt man nicht Die panamerikanische Bewegung, deren zu werben. Das Volk sagt, daß diese Ausdruck die gegenwärtige Konferenz ist, Hufe wohl notwendig werde, weil man sehe, daß die Sache in Spanien schief stand und steht im Zeichen der Parole innerer und äußerer Freiheit. Ihr Begehe und weil nicht mehr mit einem Siege gründer, Simon Bolivar, war ein der eru. a. Francos zu rechnen sei. Jetzt wolle die großer Freiheitsheld, der Erkämpfer der Immerhin hat die amerikanische Bour- mischt ist, daß ein stärker gewordenes dem einen Weg gewählt, der sich vorteilhaft von jenem abhebt, den ver- zum Mittelpunkt dieser Weltbedrohung blendete Herrenkasten, im Bunde mit faschistischen Abenteurern, in Italien, deutsche Regierung wahrscheinlich ver- Unabhängigkeit Südamerikas vom Joch geoisie aus Gründen, die wir hier nicht Japan, ein Japan, das den Stillen Ozean suchen, durch Unterstützung mit Soldaten der spanischen Granden und Klerikalen. bis ins letzte darlegen wollen) und. die beherrsche, seinen Fuß auch auf die amerikanische Westküste Franco zu retten, damit sie ihr Geld für Von ihm bis zu Franklin Roosezweifellos mit ihrer Jugendlichkeit und die gelieferten Waffen nicht verliere. Es velt, dessen Person und Politik Unbeschwertheit von europäischen Feueuropäischen Feu- setzen werde. Aus tiefster Ablehnung solcher faschimelden sich im übrigen die Landsknechte, panamerikanischen Gedanken erst die dalelementen zusammenhängen) stischer Expansionspolitik wendet sich die immer die Kaders der Nationalsozia- letzte Fruchtbarkeit gegeben hat, ist naHull gegen den Staat, der immermehr listen bildeten und die bereit sind, ihr türlich ein weiter Weg gewesen. Denn auf Leben immer dann in die Schanze zu jener ersten Panamerikanischen Konferenz wird Deutschland. Und das macht schlagen, wenn es gilt, gegen die Sache Bolivars, 1826 in Panama, fehlten die Hulls Rede zu einem Ereignis. Sie zeigt der Freiheit zu kämpfen. Vereinigten Staaten noch ganz und als sie Durch diese Mitteilung wird aufs schließlich, mehr denn ein halbes Jahr- Deutschland und Japan gehen. zum erstenmal mit aller Deutlichkeit, daß sich gegen den Block der Deutlichste bewiesen, daß es nicht wahr hundert später, 1889 in Washington, Ein Wort zunächst noch über das Weltkriegsbrandstifter doch ist, was das DNB meldete, daß nämlich sich zum erstenmal wirklich beteiligten, inner amerikanische Programm langsam eine Front friedensalle diese Meldungen im Auslande falsch war die panamerikanische Einheit doch der Konferenz von Buenos Aires. Seit entschlossener Staaten zu bilseien. Im übrigen hat sich das DNB im nicht viel mehr als eine äußerliche Ku- anstelle der Furcht vor dem Yankee- den beginnt. Das Wort von den» drei Radio bereits dahin berichtigt, daß man lisse, vertreten durch einflußloses Imperialismus eine wahre gut nachbar- großen Demokratien«, im Kommuniqué offiziell von deutschen Freiwilligen Büro in dem von Carnegi gestifteten pan- liche Politik getreten ist, ist der über die seinerzeitige Währungsregelung fruchtbaren fiir Spanien nichts wisse. In Frankreich amerikanischen Prunkpalast. Behandlung wie zufällig aufgetaucht, erhält durch und in Belgien wisse man ja auch nichts Die Lage zwischen den 21 Republiken einer Reihe gemeinsamer Aufgaben diese programmatische Stellungnahme auf von Freiwilligen, die in ihren Ländern für der neuen Welt war und blieb vergiftet freigeworden. Um so mehr, als die dem Kongreß der 21 Republiken neues die spanische Regierung angeworben wür- durch das Mißtrauen der Kleinen gegen versammelten Staaten bereits auf ein Gewicht. Es ist einfach nicht wahr, daß die den. Geschlossene Truppenkör- den großen Bruder USA, der sich langsam praktisches Ergebnis ihrer Zusammendie Schlichtung Stärke der faschistischen Kriegstreiber jedenfalls aus Deutschland nach Süden vorzutasten begann, dann arbeit blicken können nicht nach Spanien abgegangen. bald auch die mittelamerikani- des vom Genfer Völkerbund vergeblich be- bereits so groß sei, daß sich ihnen schen Republiken vergewal- kämpften Krieges um den Gran Cha- ganze Welt beugen müsse. Ihr bisher Diese Methode der Ableugnung ist tigte und von Kuba über Panama bis ko. Daran anschließend wird sich die provokatorischster Schritt, das deutscheine Bestätigung. zu den Philippinen weit seine Arme öff- Konferenz mit der Frage künftiger Neu- japanische Kriegsbündnis, hat gleichzeitig nete, offensichtlich entschlossen, Süd- tralität, mit dem aktuellen Problem auch die Schwächen ihrer Position entamerika, wenn nicht ganz zu verschlingen, des Waffenexports an kriegführende hüllt. Das feierliche Veto im Namen von gerichte usw. befassen. per seien ein Weg zur die 32 Jahre Gefängnis im Tarnowitzer Naziprozeß so doch wenigstens unter seine wirtschaft- Staaten, obligatorische Schieds- 21 Republiken hat gezeigt, wo sie liegen. liche Vorherrschaft zu bringen. 7 Angeklagte zur Zwangserziehung verurteilt. Aus Polnisch- Oberschlesien wird uns beBernhard Menne. der jetzt 25jährige SAJ- Genosse Hans Gottschalk zu vier Jahren Zuchthaus, eine Anzahl anderer Jurichtet: Wie die Berliner Stellen die deutsch- Auch ein Teil der Jugend des Verbandes| einer Stelle, dem Deutschen Volks- allem ehemalige Funktionäre und Mitglieder polnische Verständigung auffassen, beweist Deutscher Katholiken in Radzionkau wurde bund in Kattowitz geleitet werden. der Sozialistischen Arbeiter- Jugend Hamburg, erneut ein Prozeß gegen 41 Ange- in die Geheimorganisation mit einbegriffen. Und hier ergibt sich der Zwiespalt, daß die Distrikt Goldbeck. Es wurden verurteilt: hörige nationalsozialistischer Zunächst lösten die polnischen Behörden Führer des Volksbundes und der JungdeutOrganisationen innerhalb der sowohl den Wanderbund, als auch die gleich- schen Partei, die nachweislich aus Berliner deutschen Minderheit in Polen geschaltete katholische Jugend auf, aber im Finanzquellen gespeist werden, ihre Tätigkeit Erst Mitte dieses Jahres standen 119 Ange- Verlauf der Untersuchungen ergab sich, daß in voller Oeffentlichkeit und Duldung der Beder auf die frühere hörden ausüben, die jungen Menschen aber, hörige einer geheimen Nationalsozialistischen die Geheimbündelei nicht frühere SAJ- Funktionär Richard Arbeiterbewegung vor Gericht und wurden zu Bergstadt Tarnowitz beschränkt war, sondern die dieser> deutschen Erneuerung< folgen, Lehrs zu vier Jahren Zuchthans, 289 Jahren Gefängnis verurteilt. Der Prozeß weitverzweigt auf ganz Polnisch- Oberschle- jetzt wegen Geheimbündelei abgeurteilt wur- der 19jährige SAJ- Genosse Heinz Gärtwar noch nicht abgeschlossen, als die polni- sien. Es folgten Massenverhaftun- den. Von den 41 Angeklagten wurden 27 von ner zu sechs Monaten Gefängnis, schen Behörden einer neuen Geheim- gen, so daß schließlich nach monatelanger 8 Monaten bis 2½ Jahren Gefängnis verder 19jährige SAJ- Genosse Baumgartl organisation auf die Spur kamen, die Untersuchung 41 Angeklagte verblieben. urteilt, 7 Angeklagte, die minderjährig sind, ebenfalls zu sechs Monaten Gefängnis. früher unter dem Namen» Oberschlesischer Reichsdeutsche Stellen haben Mitglieder zu wurden der Zwangserziehung überwiesen, für Wanderbund< legalisiert war und ihre Tätig- werben geholfen, indem den jungen Leuten 3 Minderjährige wurde von der Zwangser- Neben diesen namentlich bekannten Jugendkeit in vollster Oeffentlichkeit vollzog. Mit Arbeit in Deutschland versprochen wurde. ziehung eine Bewährungsfrist von 3 Jahren genossen wurden dem Einzug der deutschen Erneuerung in- Unter den Angeklagten befanden sich dies- zugestanden. 7 Angeklagte wurden freige- gendlicher, darunter ein Mädel, ebenfalls zu nerhalb der gleichgeschalteten deutschen Min- mal auch Mädchen, die in die Geheimbündelei sprochen. Gefängnisstrafen verurteilt. man auch die Methoden der einbezogen wurden. In derheit, nahm Anfang Dezember beginnt vor dem KönigsReichsorganisationen der Jugend auf auf und Koschentin und Tarnowitz wurde dem Führer hütter, jetzt Chorzower Gericht, ein weiterer Die Propaganda des Dritten Reiches hat bald bildeten sich Geheimbünde, die sich Hitler ein Gedenkmal errichtet, ihm Treue Naziprozeß gegen 17 Angehörige der Geheim- eben erst einen heftigen Feldzug gegen ein große Ziele setzten und unter anderem auch bis in den Tod geschworen und, wie während organisation>> Schwarze Hands, die als Ter- polnische Gericht geführt, das in Tarnowitz den Wiederanschluß Oberschle- der Verhandlungen erwiesen wurde, Propa- ror- und Femeorganisation neben der Natio- junge Nazis zu Freiheitsstrafen bis zu 2½ siens an Deutschland propagierten. ganda für den Wiederanschluß nalsozialistischen Deutschen ArbeiterbeweWie schon im ersten Nazigeheimprozeß er- Polnisch- Oberschlesien an das gung bestand und deren Hauptmitglieder bewiesen wurde, hatten die Organisationen Be- Dritte Reich betrieben. reits im ersten Naziprozeß abgeurteilt sind. ziehungen zu reichsdeutschen Zugegeben, daß es sich bei den AngeklagStellen, wurden von reichsdeutschen Quel- ten um junge Menschen handelte, die Abenlen subventioniert und Mitglieder dieser Or- teuerlust mitgetrieben haben mag, ganisationen nahmen Kurse in der Hitler- nicht zu leugnen, daß alle gleichgeschalteten Am 17. November wurde in Hamburg ein man sieht, fast doppelt so hoch wie in Polen, jugend und bei Veranstaltungen des Volks- Naziorganisationen der deutschen Minderheit, weiterer Prozeß gegen jugendliche Sozialde- und von Bewährungsfrist ist in keinem Fall bundes für das Deutschtum im Ausland. trotz aller Zersplitterungen, einheitlich von mokraten durchgeführt. Angeklagt waren vor die Rede. den Wäldern von SO ist Zuchthaus für Jugendliche * 串 * Jahren Gefängnis verurteilte. Mit besonderer Entrüstung wurde vermerkt, daß den Verurteilten, obwohl sie Jugendliche waren, keine Bewährungsfrist zugebilligt wurde. In Deutschland sind die Strafen, wie Die Nazipläne in Danzig Methode Drittes Reich Jeine Reihe von anderen führenden sozialdemokratischen Funktionären durch die politische Polizei verhaftet worden. Es handelt sich um den 2. Vorsitzenden der Partei, Abgeordneten Eduard Schmidt, um den Sekretär der Abgeordneten Johannes Zuverlässigen Informationen zufolge, beab- jte bisher fast allen Rechtsbrüchen des Drit-| Pressegesetz. Nach Schluß der Sitzung wurde Partei, sichtigen die Nationalsozialisten, den Danziger ten Reiches gegenüber an den Tag gelegt der Abgeordnete Brill sodann von der politi- Ma u und dessen Ehefrau und um den RedakVerfassungskonflikt nunmehr dadurch zu haben. schen Polizei in Haft genommen. Ganz teur der>» Danziger Volksstimmes, Abge> lösen<, daß sie durch eine schnell durchaugenscheinlich hat die Volkstagssitzung im ordneten Fritz Weber. Gleichzeitig gehöriger Gegeführte Aenderung der Danzi- Der Terror gegen sozial- wesentlichen den Zweck gehabt, diese Ver- wurde ein nicht zur Partei ger Verfassung in nationalsozialistinationalsozialisti- demokratische Abgeordnete richtsassessor Hirschberg, der mit einigen haftung zu ermöglichen. schem Sinne den Völkerbund vorvollAbgeordneter Artur Brill wird von den sozialdemokratischen Funktionären persönlich endete Tatsachen stellen wollen. Daß die Nationalsozialisten gewillt sind, Nationalsozialisten seit langer Zeit mit be- befreundet ist, in Haft genommen. Ueber die Von der obersten Parteiführung in Berlin sind kein Mittel unversucht zu lassen, das zu einer sonderem Haß verfolgt. Seit vielen Jahren ist Gründe der Verhaftungen ist bisher nichts bereits Anweisungen in diesem Sinne an die Vernichtung der Opposition in Danzig geeig- er der Vorsitzende der Sozialdemokratischen bekannt. Sämtliche Verhafteten befinden sich Danziger Nationalsozialisten ergangen. Die net ist, bewiesen erneut die Vorgänge, die sich Partei der Freien Stadt Danzig und der Vor- im Polizeigefängnis in Danzig, wo außer ihnen Danziger Nationalsozialisten sollen danach in der letzten Woche in Danzig ereignet haben. sitzende der sozialdemokratischen Volkstags- noch immer zahlreiche Personen verschiedeversuchen, die Danziger Verfassung entweder Am Mittwoch, dem 2. November, wurde der fraktion. Schon einmal hat er während der ner Parteirichtungen in Schutzhaft sitzen. Die durch einen Beschluß des bestehenden Volks- Danziger Volkstag einberufen, um die nationalsozialistischen Herrschaft in Danzig immer neuen Verhaftungen und die Tatsache, tages abzuändern oder sich durch Neuwahlen Wahl zweier neuer Senatoren vorzunehmen, ein Jahr lang hinter Gefängnismauern ver- daß man gerade Abgeordnete festzuzum Danziger Volkstag, die unter schwerstem vor allem aber, um die Genehmigung zur bracht. Er war Ende 1933 zu einem Jahr Ge- setzen sucht, beweisen aufs deutlichste, daß Terror vor sich gehen sollen, die für eine Ver- Strafverfolgung und Strafvoll- fängnis verurteilt worden, weil man ihm vor- die Nationalsozialisten den besonderen Plan sozialdemokratischen Massen fassungsänderung notwendige Zweidrittel- streckung gegen Abgeordnete der Oppo- warf, er habe bei der gewaltmäßigen Gleich- verfolgen, die Mehrheit im Parlament der Freien Stadt zu sition zu erteilen. Bei dieser Gelegenheit be- schaltung der Danziger freien Gewerkschaften für die nächste Zeit, vielleicht für den Fall verschaffen. Da nach den Bestimmungen der schloß die nationalsozialistische Mehrheit des als Vorsitzender des Bauarbeiterverbandes einer Wahl, ihrer Repräsentanten zu berauben. zur Gelder, die diesem Verband gehörten, den Na- Verhaftet Danziger Verfassung eine Verfassungsände- Danziger Volkstages die Genehmigung wurde in den letzten Tagen rung vom Volkstag nur beschlossen werden Strafverfolgung und Strafvollstreckung gegen tionalsozialisten vorenthalten wollen. Der Ge- auch ein weiterer Führer der Deutschnationakann, wenn mindestens zwei Drittel der ver- die beiden sozialdemokratischen Abgeordneten richtshof, der damals Artur Brills Verurteilen, Rechtsanwalt Friedrich, nachdem der fassungsmäßigen Zahl der Abgeordneten( 72) Artur Brill und Erich Brost. Bei den lung aussprach, konnte jedoch nicht umhin, Vorsitzende der Deutschnationalen, Dr. Blaanwesend sind und von diesen mindestens zwei beiden Strafverfahren handelt es sich um die dem Angeklagten öffentlich zu bescheinigen, vier, sich bekanntlich seit Wochen in SchutzDrittel für die Verfassungsänderung stimmen Ausnutzung der bekannten Legende, wonach daß er aus durchaus ehrenhaften Motiven ge- haft befindet. Gerüchtweise verlautet in Danzig, daß man Beschluß des bestehenden Volkstages ausge- Landesvorstandes der Sozialdemokratischen zuschiebt, hat er nie begangen. Um einen Auf- auch gegen die Führer des Zentrums bald mit schlossen. Die Nationalsozialisten verfügen in Partei der Freien Stadt Danzig sind, im Be- lösungsgrund gegen die Sozialdemokratie zu Verhaftungen vorgehen will. Der nationalsodiesem Volkstag nur über 42 Mandate, zur sitz von Waffen gewesen seien, eine Unter- finden,» fand< die Polizei seinerzeit in Ab- zialistische Terror tobt sich weiter auf der Opposition rechnen sich 30 Abgeordnete( 13 stellung, mit welcher bekanntlich auch die wesenheit Brills in seiner Wohnung Waffen. ganzen Linie aus. Sozialdemokraten, 10 Zentrumsabgeordnete, polizeiliche Auflösung der Sozialdemokratie Ein Zeuge, der bei der Haussuchung zugegen 3 Deutschnationale, 2 Kommunisten), die rest- seinerzeit begründet wurde. Ferner erteilte der sein wollte, wurde von der Polizei eigens aus lichen zwei Abgeordneten sind Vertreter der Volkstag die Genehmigung zur Einleitung des dem Zimmer gewiesen, in dem man dann die In der Volkstagsitzung am 2. Dezember zum der Waffen» entdeckte<. Artur Brill, der sich jetzt wurde polnischen Minderheit. Die Nationalsozialisten Disziplinarverfahrens mit Wirtschaftssenator Oberregieverfügen also weder über eine Zweidrittel- Dienstentlassung gegen den ersten Vorsitzen- in Untersuchung befindet, ist eine in allen rungsrat Schimmel, der in Danzig wegen seiMehrheit im Volkstag, noch ist es ihnen mög- den des Zentrums, den geistlichen Studienrat Kreisen der Danziger Bevölkerung hochge- ner ausgeprägten Polenfeindschaft bekannt lich, eine Zweldrittel- Anwesenheit der Abge- Abgeordneten Dr. Richard Stachnick, schätzte Persönlichkeit und wird von der Dan- ist, und zum Senator für das Gesundheitsordneten allein herbeizuführen. Es ist deshalb und die Genehmigung zur Strafverfolgung ge- ziger Arbeiterschaft als ihr unerschrockener wesen Medizinalrat Dr. Großmann gewählt, auch wahrscheinlicher, daß sie, auf diesem gen den kommunistischen Abgeordneten Lan- und mit ihr untrennbar verbundener Führer bei dem es sich um einen besonderen Vertrauensmann des Gauleiters der NSDAP in Wege eine Verfassungsänderung herbeizufüh- genau wegen eines ein halbes Jahr zurück- verehrt. ren, nicht versuchen, sondern lieber den Weg liegenden formalen Verstoßes gegen das einer Terror- Wahl wählen werden, um ihr Ziel zu erreichen. müßten, erscheint ein verfassungsändernder die beiden Abgeordneten, die Mitglieder des handelt habe. Das Delikt, das man Brill heute haben dem Ziele * Am Freitag, dem 4. Dezember, ist dann Danzig, Forster, handelt. Deutsche Streiflichter ,, Viecher" Wir haben die deutsche Buchwoche Die als rednerisches Vorbild hin. Ganze Partien der Rede waren eine inDie Danziger Nationalsozialisten sich seit mehr als 1½ Jahren ständig gegen eine Neuwahl zum Volkstag gesträubt, während eine solche Wahl von den Parteien der deutschen Opposition immer wieder verlangt Streicher gegen das Gehirn etwa Dr. Göbbels wurde. Jede Neuwahl, bei der auch nur ein Auf der Burg Vogelsang in der direkt gegen Göbbels gerichtete Kritik. Auch Rest, der verfassungsmäßig vorgeschriebenen hinter uns. Das Ergebnis ist noch unter dem Eifel, wo die Nazi- Junker ausgebildet wer- die Pressenotizen in der Ernährungsfrage beWahlfreiheit für die Opposition funktionieren Erwarten der Pessimisten geblieben. Nur den, waren die Gauamtsleiter versammelt, mängelte er als schematisch und daher inwürde, würde den Nationalsozialisten in Dan- Rosenberg kann einen Rekord buchen: sein um Vorträge von fast allen führenden Nazis, wirksam. Die Erfahrung der alten Kämpfer zig nämlich eine vernichtende Niederlage be-» Mythose hat eine Auflage von 500.000 er- auch von Hitler, zu hören. Merkwürdigerweise sei mehr wert als alles Wissen, und diese reiten, da die übergroße Mehrheit der Danzi- reicht, ein Fünftel der deutschen Auflage von kam Julius Streicher in der Göbbelsschen alte Garde habe noch Aufgaben zu erfüllen, ger Bevölkerung antinationalsozialistisch ein-» Mein Kampf. Die Zwangskundschaft der Berichterstattung ganz schlecht weg. die niemand anders leisten könne. Daß Dr. gestellt ist. Schon das Wahlresultat Naziliteratur kauft aber keine anderen Bi- Frankfurter Zeitung<( Nr. 594) tut ihn soSchacht, dessen Name nicht genannt wurde, yom 7. April 1935 erbrachte den Natio- cher. Es ist daher zu verstehen, daß die Pro- gar so ab....> nachdem am Dienstagabend besonders schlecht weg kam, ist selbstvernalsozialisten selbst unter Anwendung zahl- paganda der Buchhändler allmählich nervös Gauleiter Streicher die Judenfrage behandelt ständlich. Ganz trübe sieht Strei.< Wir erfahren nun zuverlässig, reicher Terrormethoden nur eine knappe Stim- und beleidigend wird. Im vorigen Jahre hat- hatte cher in der Rassenfrage. Die marximenmehrheit. Wenn die Danziger National- ten die Buchhändler Leipzigs Kamele aus dem daß Streicher keineswegs, wie angekündigt, sozialisten sich jetzt trotzdem zu dem Schritt dortigen Zoo durch die Straßen führen las- nur über die Rassenfrage gesprochen, sondern stische Verseuchung wirke sogar noch in der einer Neuwahl entschließen sollten, um auf sen. Auf den Seiten der Tiere hingen große in einer Rede von drei Stunden seinen Partei nach, so daß man bei vielen Parteiüber die Ent- genossen in der Rassenfrage auf Unverstand diesem Wege einen zu mindestens zwei Drit- Plakate:» Wir sind Kamele! Wir wollen Ka- ganzen Kummer mele bleiben! Wir kaufen keine Bücher!<< Das wicklung in der Partei vor der er- stoße. Die Nürnberger Gesetze würden von teln von ihnen beherrschten Volkstag zu ersabotiert. Man müsse die Versammlung war gewiß schon recht anzliglich für den so- lauchten ausge- vielen Richtern reichen, so heißt das nichts anderes, als daß genannten Geist des Dritten Reichs, aber in breitet hat. Er trat als Anwalt der Beobachtung der Urteile zu einem Prüfstein eine solche Wahl unter Ausschluß diesem Jahre wurden die Buchhändler richtig» Alten Kämpfer auf, die mehr und mehr von für die Zuverlässigkeit jedes Richters majeder Wahlfreiheit für die nichtgrob, denn sie ließen Plakate anschlagen, den Gehirnmenschen verdrängt wür- chen. In seiner Kritik vieler Naziredner ging nationalsozialistische Mehrheit der Bevölke- die Verse enthielten wie diesen: und den. Es bestehe, so klagte er, die große Ge- Streicher so weit, von, bedauerlichen rung, unter Ausschluß der gesamten noch imfahr, daß in der Partei die Intelligenz allein kümmerlichen Schustern zu reden. Offenbar mer verbotenen unter Oppositionspresse, maßgeblich werde, da der klug berechnende ist die Streicherei augenblicklich in der ParGehirnmensch verstehe, die bescheidenen teiführung nicht beliebt. Vielleicht mahnt Bruch des Wahlgeheimnisses und im Zeichen eines ungehemmten nationalsozialistischen Männer der ersten Zeit, die Herz und Gemüt Herr von Ribbentrop aus London zur Vorsicht, Terrors vor sich gehen würde. hätten, an die Wand zu drücken. Heute wolle aber die Art, wie die allermeisten Gauamtsman auch in führenden Kreisen der Partei leiter seinen Vortrag für Radauantisemitiswürde man vorher auch noch die restlichen beiden Oppositionsparteien, die Deutschvon der Leidenschaftlichkeit der Kampfzeit mus und für den Terror der Alten Kämpfer nationalen und das Zentrum, polizeinichts mehr wissen und komme mit hoch- aufgenommen haben, zeigt, daß rohe Gewalt lich auflösen, nachdem bekanntlich die So- Und auf dem Abort werden die Buchpro wissenschaftlichen Vorträgen, die das Volk unvermindert stark in der Parteibonzokratie zialdemokratische Partei bereits spekte bestimmt das Hakenkreuz antreffen. nicht verstehe. Er stellte Dr. Ley und nicht wirken. vor mehreren Wochen von diesem Schicksal ereilt worden ist. Unter solchen Bedingungen, Vermutlich > Mir läsen keene Bicher, mir bleiwen lieber Viecher.< Oder: » Ich koofe keene Bicher nich, das is e deirer Sport, und was ich von Prospekten krieg, das kumt auf den Abort.< die Meldungen des Auslanso hoffen die Nationalsozialisten, muß es ihnen Kriegsfurcht in Deutschland bäude findet man in kleinsten Orten. In letzten Wochen vor von den Aachen allein können in solchen Herbergen des, die natürlich nach wie möglich sein, ihr Ziel, eine verfassungsändern- Rüstungen gegen Belgien. allein 1500 Mann untergebracht werden. Im Sendern Straßburg, Luxemburg und anderen de Mehrheit im Danziger Volkstag, zu erAus den Rheinland erfahren wir: Bezirk Trier will man ingesamt 1,750.000 RM Sendern abgehört wurden die Unruhe noch reichen. Am Rande der Stadt Aachen werden große für solche Bauten ausgeben. Die Städte müs- verstärkt. Die Nationalsozialisten versprechen sich Kasernenbauten durchgeführt. Sie sollen 7000 sen das Gelände zur Verfügung stellen, das von einem solchen Vorgehen augenscheinlich, Mann fassen. Zu Anfang waren für die Bau- WHW und die Schulkinder müssen die Inneneiner Stellungnahme des Völkerbundsrates zu ten 150 Tage vorgesehen. Jetzt soll alles in ausstattung durch Sammlungen schaffen. An den zahllosen bisherigen Verfassungsverletzun- 45 Tagen fertig sein. Die Truppen sollen noch die Stadt Trier leistet der Staat 360.000 RM gen, die für Januar 1937 vorgesehen ist, zu vor Weihnachten einziehen. Es wird in drei Zuschuß. entgehen, allen Auswirkungen des besonderen Schichten gearbeitet, nachts bei ScheinwerVölkerbundsauftrages, den Polen in der letz- fern mit 20.000 Watt. Die Wege werden nach ten Ratstagung erhielt, zuvorzukommen und allen Seiten fest ausgebaut, einen halben Zwei- Meter tief, dann feste Schlacken( Eisenerzunter Hinweis auf die erhoffte Der deutsche Appetit >> Die Bewegungen des bolschewistischen » Pendels< werden in der letzten Zeit immer sten und dem Osten ist unüberklarer und drohender. Es ist schwer vorauszusehen, welche Formen die AuseinandersetDie Bestimmungen über die Einzung annehmen wird und wann sie stattfindet. kommen wird, berufung von Heerespflichtigen Daß es aber dazu sind jetzt überall verschickt worden. Hinzu- scheint uns unabwendbar, denn drittel- Mehrheit auf den Völkerbund einen schlacken und oben feste Betonschicht. Die kommt, daß allen Lehrern, Eisenbahnern und der Abgrund zwischen dem WeDruck dahingehend ausüben zu können, daß Gebäude werden zweieinhalbstöckig baracken- Postbeamten mitgeteilt wurde, daß sie eine er einer formalen Verfassungsänderung in ähnlich. Auch in Eschweiler und Jülich wer- 6wöchige Uebung zu machen hätten, soweit brück bar. Europa trägt in sich die für sie das 55. Lebensjahr noch nicht überschrit- den Sieg erforderlichen Elemente. Es handelt Danzig seine Zustimmung erteilt. Sie speku- den Unterkunftsräume für Militär gebaut. ten hätten. Auch die städtischen und sonsti- sich nur darum, sie zu organisieren. Wir glaulieren dabei erneut auf die bisherige schwäch- In fast allen Orten des Rheinlandes erben, daß die Ukraine, die kosakiliche Haltung des Völkerbundes gegenüber den stehen jetzt sogenannte Herbergen für die gen behördlichen Angestellten müssen diese Uebungen machen. schen Territorien und der Kaukaletzten drei Jahren immer wieder in Erschei- Jugend. Diese Gebäude können 100 bis 200 nung getretenen nationalsozialistischen Ver- Personen fassen. Es sind Militärunterkunfts- Es ist klar, daß alle diese Maßnahmen in sus als wichtige Elemente in die antimarfassungsverletzungen in Danzig und auf die räume, die unter dem Deckmantel von Ju- der Bevölkerung ständig die Furcht vor dem xistische europäische Front eingereiht werden » Zeitschrift für Geopolitik<<. Passivität, die die demokratischen Westmäch- gendherbergen geschaffen werden. Diese Ge- Kriege wachhalten. Im übrigen haben die können.<< Neue Formen des Teccors Je schwieriger die Lage des Dritten Reiches wird, je stärker die Unzufriedenheit zunimmt, um so umfasdaß es in Deutschland, das sich selbst als Rechtsstaat bezeichnet, immer noch Konzentrationslager gibt....<< sender und systematischer wird der Drei Hinrichtungen wöchentlich! Noch eine führung, wenn man von>> Todes- jauf den Spuren der Hohenzollern urteilen<< spricht, wo es sich um schen Militärmonarchie wan glatte Morde handelt. Wer hat z. delt! Die neue Bahn im Nahe- Gebiet ist B. die Frau des Generals von Schlei- ein besonders auffälliges Beweisobjekt. Nur Wilhelm durfte einst noch aus dem cher» zum Tode verurteilt«<, als sie freilich neben ihrem Manne, der angeblich auch kapitalistischen Vollen schöpfen. Ob nicht erschossen, sondern nur verhaftet strategische Bahn mehr oder weniger damals Terror. Unter diesen Umständen muß werden sollte, meuchlings niedergeknallt nun ja, seine Deutschen hatten es ja daman den Besprechungen, die wurde? Niemand glaubt, daß die amt- zu. Hitlers Remilitarisierung Deutschlands am 11. und 12. November im Reichs- Manchmal ist selbst in der gleich- lich angegebene Zahl von 77 Toten an aber erblüht nicht aus einem Teil des hochjustizministerium stattfanden, die geschalteten Presse ein Körnchen dem berüchtigten 30. Juni die wirkliche kapitalistischen Spitzen- Profits, sondern aus Zahl ist. dem finanziellen Bankrott des Landes. größte Bedeutung beimessen. Auf der Wahrheit zu entdecken. Kürzlich wurde Auch bei den restlichen 75 HingeTagesordnung stand die Bekämpfung mitget: ilt, daß in dem» Statistischen steht als schweigender Ankläger >> hochverräterischer Umtriebe«. An ihr Jahrbuch für das Deutsche Reich für richteten ist anzunehmen, daß der derselben deutschen Fiktion, die das Dritte nahmen die maßgebenden Leute der 1936< 149 Hinrichtungen männlicher größte Teil wegen politischer Reich heute zum Schrecken Europas macht, Geheimen Staatspolizei und aller Ge- Personen und 3 Hinrichtungen weib- Vergehen den Tod erlitten hat. Dabei die sogenannte» Ludendorff- Brücke richte teil vom Volksgericht bis zu licher Personen angeführt seien. Es sind die weit zahlreicheren Fälle, in schwarz und schwer an die Berge des Ufers Remagen ihm den Landgerichten die für die Ab- wurde hinzugefügt, 77 der vollstreck- denen wehrlose Gefangene in den Ker- gelehnt hinter urteilung von Hochverratssachen zu- ten Todesurteile seien auf Grund des kern und Konzentrationslagern ge- Strom. der Fuß eines Spazierständig sind. In dem amtlichen Be- Gesetzes zum Schutz des Staates ge- mordet,» auf der Flucht erschossen gängers sie passiert; nie ist auch nur ein richt über diese Verhandlungen fällt, das im Juli 1934 erlassen wurde. worden sind, ebenso wenig enthalten, einziger Waggon über sie gerollt. Eine Ruine, Wohl wenige Leser dürften die volle wie die zahllosen>> Selbstmorde« in den die nicht sterben wollte! Es war Ludendorff Bedeutung dieser Notiz erkannt haben. Gefängnissen. selbst, der sie mitten im Weltkrieg errichten Das Gesetz vom 3. Juli 1934 ist jenes Mit allen diesen Einschränkungen ent- ließ. Gebirge rechts und links des Rheines » Gesetz über Maßnahmen der Staatsnot. fallen im Dritten Reich im Durchschnitt wurden förmlich aufgebrochen, um die neue wehr<<, durch das die Morde vom 30. auf jede Woche des Jahres drei Hinrich- Linie zur Westfront, die vor allem die StrekJuni, 1. und 2. Juli 1934 nachträglich tungen amtlich zugegeben! Auf diesem ke Köln- Herbesthal in unmittelbar seitlicher als» Staatsnotwehr rechtens« erklärt Gebiet schlägt das Dritte Reich sicherlich Parallele, die Ahr hinauf, entlasten sollte, wurden. Es ist also eine bewußte Irre- jeden Rekord. heißt es: >> In der Besprechung kam der gemeinsame Wille der Justiz- und Polizeiorgane zum energischen Kampf gegen alle kommunistischen und sonstigen hochverräterischen Bestrebungen zum Ausdruck. Die Beratungen standen im Zeichen kameradschaftlichster Zusammenarbeit zwischen den Strafverfolgungsbehörden und den Dienststellen der Geheimen Staatspolizei. Sie ließen wiederholt erkennen, wie erfolgreich diese Zusammenarbeit bisher schon war.<< hat. Der Die Lohntüte als Fanal hat Strom. Nie > deutschen heranzuführen. Als die Linie selbst mit kostspieligstem Oberwerk schon fertig war und als an der Brücke als ihrem notwendigen > Kernstück< die letzte Niete eingeschlagen werden sollte, war> leider Auto- FernVölkische Beobachter" vom In den ersten zwei Wochen nach den straße« umgestaltet werden könne; selbst da Wahlen haben weitere rund 600.000 war kein irgendwie geartetes Bedürfnis prakerhalten. tisch vorhanden und so blieb das eben im Stadium der Akten auf den Landratsämtern. In England So Immer engmaschiger wird danach das Netz zur Verfolgung der Gegner 1. November schreibt: und Diktatur. Die wachsende Zahl po-„ Wir haben Facharbeiter- Arbeiter Lohnerhöhungen litischer Prozesse und die ständig zu- mangel. Er wird sogar noch größer Meistens handelt es sich um eine Ernehmenden Verhaftungen wegen Ver- werden, als er jetzt schon ist. Aber höhung von 10 Prozent. Die Brücke selbst aber, die achthundert Meter schwörungen gegen die Sicherheit des dieser Facharbeitermangel soll nicht Beton und Eisen, die man dem Strom überStaates beunruhigen die Diktatur ausgenutzt werden. Ein Fachantwortet hatte, von Ackerfeld zu Ackerfeld außerordentlich. So stark, daß man arbeiter, der auf jedes Auch in England geht die Lohn- den breiten Strom überquerend-? Der Gesich zu neuen Methoden in der höhere Lohnangebot hört, erhöhungswelle ununterbrochen weiter. danke, sie überhaupt einem- wenn auch nur Anwendung des Terrors entschlossen macht sich des Spekulanten Die englischen Textilarbei- bescheidenen Gebrauch zuführen zu köntums schuldig: Er nutzt für sich ter haben eine Lohn- nen, konnte wirklich niemand kommen. System des Geheimjustiz eine Notlage aus... Die Löhne werden erhöhung von durchschnitt- ließ man sie als Zeuge menschlichen Wahnsteigen auf der ganzen Linie, wenn lich 72 Prozent erreicht. In witzes an Ort und Stelle; ein Abbruch auf Lange Zeit hindurch glaubte man, die Erzeugung gesteigert werden kann. ähnlicher Weise wurden auch die Altmetall die Altmetall hätte die Unkosten nicht gedurch die Veröffentlichung von harten Der Facharbeiter, der den jetzigen Löhne der Konfektionsarbei- deckt... An dieser Brücke im Rheinland Urteilen abschreckend wirken und die Facharbeitermangel für sich ausnützt, ter erhöht. Gegnerschaft gegen die Diktatur einAllein im Monat Novem- zogen dann unter Hörnerklang französische schüchtern zu können. Nachdem sich erschwert den Rohstoffkampf und ber hat mehr als eine Million Bataillone vorbei. Zehn Jahre lang. Nach herausgestellt hat, daß diese Annahme schiebt den Augenblick hinaus, an dem Arbeiter wesentliche Lohnerhöhun- weiteren fünf Jahren aber kam die Reichseine allgemeine Hebung des Lohn- gen erhalten. falsch ist, hat das System der Geheimjustiz weitere Fort- niveaus möglich ist." schritte gemacht. Nie waren die Verhaftungen so zahlreich wie jetzt. Aber noch niemals brachte die Presse so Zum ersten Male seit ihrem Bestehen land Vereinbarungen zwischen Arbeit- Wie kommt das Winterhilfswerk zustande? wenige Mitteilungen darüber, wie hat die amerikanische Eisen- und geber- und Arbeitnehmerverbänden, die augenblicklich, weder über Verhaftun- Stahlindustrie mit der Arbeiterschaft eine Lohnsteigerung in der Texgen, noch über Verurteilungen. Die einen Tarifvertrag abgeschlossen, was til-, Chemikalien- und Lederindustrie Verhafteten sitzen meist jahrelang in diesen gewaltigen Industrieherren ge- festsetzen. Die Aufbesserungen sind geUntersuchungshaft, ehe sie abgeur- wiß schwer gefallen sein mag. Die staffelt und bewegen sich zwischen 6 teilt werden. Die Angehörigen werden Lohnerhöhung wurde für und 10 Prozent. verpflichtet, über die Verhaftungen und Aburteilungen zu schweigen. Stillschweigend wandern zahlreiche Opfer ins Zuchthaus. Man geht so weit, daß in der Regel die Anklageschrift eingezogen wird, und daß die Verurteilten nicht einmal eine schriftliche Urteilsbegründung erhalten. In Amerika In Italien ,, Lavoro Facsisti" meldet aus MaiUnd in Deutschland? Das unbefreite Rheinland wehr aus dem Osten... Ist das Rheinland nun wirklich> befreit Verweigerung der WHW- Spende verstößt gegen die Gefolgschaftstreue. Wenn auch keine Rechtspflicht besteht, dem Winterhilfswerk des deutschen Volkes Spenden zu geben, so stellt doch die eindeutige Weigerung eines Gefolgschaftsmitgliedes, an sammelnde NSV- Helfer am Eintopfsonntag, die übliche Spende zu geben, ein höchst miẞbilligenswertes, volksgemeinschaftsfeindliches Verhalten dar. Wenn dieses Verhalten dazu führt, daß dadurch das Ansehen des wirtschaftlich kämpfenden Unterneh mens innerhalb des Kundenkreises gezur fristlosen Entlassung des Ein kostspieliges Panzerwerk gegen den europäischen Frieden fährdet wird, so ist der Betriebsführer Das alles dient nicht nur der Rache Wie man dieser Tage französischen Rechts-| eigentlich dienen soll. Wer wird eigentlich Gefolg schaftsmitgliedes be an dem einzelnen wehrlosen Opfer. Es blättern entnehmen konnte, ist jetzt von mit wem verbunden? Nun, der Ort Türkis- rechtigt, auch wenn dieses schon ist eine Maßnahme, die einen tieferen Deutschland eine neue, rein strategi- mühl, an der Strecke Bingen- Saarbrücken, sehr lange Zeit dem Betriebe anSinn hat. Die Oeffentlichkeit schen Zwecken dienende Bahnlinie im hat genau hundertneunundfünfzig lebende gehört.<< soll nicht erfahren, wie westen, die Strecke Türkismühl- Einwohner, das pfälzische Städtchen Kusel, auch Deutlicher kann man sich nicht ausdrükstark und zahlreich die Kusel nach vierjähriger angestrengter deren dreitausendfünfhundertachtundachtzig! ken. Es ist eine letzte Warnung an alle, die Gegner des Regimes sind, wie Arbeit fertiggestellt worden. Der Bau ging Dazwischen gibt es kein Dorf mit mehr als es angeht: Gibst du nicht freiwillig<<, so groß ihr Heldenmut ist, wie wenig im südwestlichen Zipfel des Rheinlandes von vierhundert Einwohnern; und außerdem nur brauch ich Gewalt. Die Entlassung aus solch die barbarischsten Strafen ab- statten, im oberen Nahegebiet, wo Oldenburg sehr wenige Dörfer! Eine einzige tägliche einem Grund bedeutet gleichzeitig den Ausschreckend wirken. Man möchte den bis vor kurzem seine bekannte Enklave unter- Autoverbindung, die dieselbe Strecke zu be- schluß aus der Deutschen Arbeitsfront und Eindruck erzeugen, als gebe es keine hielt. Das Gelände ist wirklichen Widerstände gegen das Re- Waldgebirge, das in dort durch hohes treuen hätte, würde also schon wahrschein- damit die Existenzvernichtung. den Gipfeln durch- lich sehr unrentabel sein. Macht nichts! Das gime. Diese Stimmung braucht man für schnittlich sechshundert und einige Meter er- Dritte Reich will grade an dieser Stelle der Maßkrug geht das Inland, man braucht sie auch für reicht, wild zerrissen. Der Bahnbau hat also Erde seine mit vielen Tunnels, Brücken, steildas Ausland, wo man als zivilisierter besondere technische Schwierigkeiten zu sten und teuersten Böschungen ausgestatStaat angesehen werden will. überwinden gehabt. Die Linie erstreckt sich tete Bahn.... » Strafgefangenen- was allein schon sehr merkwürdig ist, vor Handgranate Zum Kapitel> Dank des Vaterlandes< geBezeichnend ist, daß man dem Aus- über einige fünfzig Kilometer genau parallel Nun weiß jeder, was, zum Unterschied von gen Kriegsteilnehmer liefert der> Westdeutlande erzählt, daß die Konzentrations- mit der unmittelbar benachbarten Saargrenze, dem damaligen französischen, das deutsche sche Beobachter« ein wertvolles Dokument in lager zu lagerne umgewandelt worden seien, grade in dieser Richtung von Nord nach deutete. Während Frankreich, seinem fried- leiters Grohé in Köln: in denen ausschließlich gerichtlich Süd schon allein wegen der Gestaltung des lichen Verkehrsbedürfnis entsprechend, fast> Er wandte sich gegen jene Ehrabverurteilte kriminelle Verbrecher Gebirges der Verkehr in der außerdem sehr ausschließlich Radialbahnen unterhielt, von schneider, die den jungen Nationalsoziauntergebracht werden. Weder Heil- menschenarmen Gegend auf größere Strek- oder nach Paris als dem natürlichen Mittel- listen vorwarfen, sie hätten nicht mitzureden, mann, noch Mierendorff, noch ken hin sich nicht vollzieht und seine Wege punkt strebend, so daß ihm dann tatsächlich weil sie nicht im Kriege gewesen Schumacher sind jemals verurteilt normalerweise den von Ost nach West die notwendige Umgruppierung seiner Streit- seien. Ihnen hielt er entgegen, daß nicht das worden. Aber alle drei sind seit 32 nach dem Rheintal hinausgerichteten natür- kräfte zu Beginn des Weltkrieges nach dem Alter, nicht die Tatsache der Teilnahme am Jahren im Konzentrationslager inhaf- lichen Bedingungen folgen. Noch merkwür- deutschen Einmarsch in Belgien fast aus- Kriege entscheidend seien, sondern die Eintiert. Sie in die Kategorie der» Verbre- diger ist, daß die Ausgangsstation der Bahn schließlich über die Pariser Bahnhöfe größte satzbereitschaft für das Vaterland. An Tapcher« einzureihen das kann nur ein Türkismühl, im früheren Oldenburgischen, Schwierigkeiten machte, hat es Deutschland ferkeit standen die Nationalweil Bahnnetz schon zur Zeit des Weltkrieges be- seinem Bericht über die Gedenkrede des GauSystem, das davon lebt, wehrlose poli- jetzt Preußischen liegt, dagegen der End- auch schon früher immer mit seinen der je- sozialisten, die in Saalschlachtische Gegner als ehrlos zu beschimpfen. punkt in der bayrischen Pfalz; so» länder- weiligen Grenzlinie folgenden, mehrfach ten gingen, denen nicht nach, die Bei dieser Gelegenheit darf man an verbindende Lokalbahnen hat man doch hintereinander gestaffelten, exzentrischen 1914, weil sie alt genug waren, am einen Satz erinnern, der in einer Ein- früher nicht mit solcher Weitherzigkeit ge-> Rochade<<- Bahnen gehalten. Sie dienten nur Kriege teilnahmen. Der Einsatz gabe der deutschen Bekenntniskirche baut! getarnt dem» Verkehr<; in Wirklichkeit wa- des Lebens war im Felde nicht an Reichskanzler Hitler steht: Noch kurioser aber wird die Angelegen- ren sie Angelegenheiten des sogenannten schwerer als in der Nachkriegs>>> Das evangelische Gewis- heit vom Standort zweckdienlicher Verkehrs-> Ernstfalles<<: Sie erleichterten Aufmarsch zeit, in dem sich junge Nationalsozialisten sen, das sich für Volk und Regierung technik, wenn man sich die Mühe gibt, dar- und Angriffsoperationen auf weitester Linie! dasselbe Anrecht in blutiger Saalverantwortlich weiß, wird aufs här. über Auskunft zu erhalten, welchem Kom- Es ist charakteristisch, wie Hit- schlacht erwarben, das sich die Soldaten teste belastet durch die Tatsache, munikationsbedürfnis die teure Bahn nun ler- Deutschland auch hier ganz, an der Front erkämpft hatten.< Nr. 185 BEILAGE IkißcTteMs 13. Dezember 1936 Die fefahe den diktoiamkn KkihsiaMen Von Oda Olberg(Buenos Aires). Die im Exil erscheinende österreichi. seile»Arbeiter-Zeitung« wies in einer ihrer Septembernummern auf beachtenswerte Worte hin, die Jakob B u r c k- h a r d t über die kleinen Staaten geschrieben hat: »Der Kleinstaat ist vorhanden, damit ein , Fleck auf der Welt sei, wo die größtmögliche Quote der Staatsangehörigen Bürger im vollen Sinne sind. Kleine Tyranneien sind die unsicherste Staatsform und haben die beständige Neigung, in einem größeren Ganzen aufzugehen. Denn der Kleinstaat hat überhaupt nichts als die wirkliche tatsächliche Freiheit, wodurch er die gewaltigen Vorteile des Großstaates, selbst dersen Macht, ideal völlig aufwiegt; jede Ausartung in die Despotie entzieht ihm seinen Boden.« Hier wird das Problem des Kleinstaa, tes von innen betrachtet. Auf d!e Außenpolitik wirkt nur die»Neigung, in einem größeren Ganzen aufzugehen«. Diese Neigung ist heute den der Despotie verfallenen Kleinstaaten gründlich vergangen, weil sie dabei vom Regen in die Traufe kämen. Im übrigen hat die Bevölkerung dieser Kleinstaaten, deren Staatsangehörige eben keine Bürger mehr sind, überhaupt keine Möglichkeit, ibre Neigung irgendwie in die Waagschale zu werfen, da die heutigen Despotien viel »totalitärer« sind als der vorwiegend den antiken Republiken zugewandte Burck- hardt sich träumen lassen konnte. In dieser Unmöglichkeit für das Volk, die Politik des eigenen Landes zu lenken, liegt die außenpolitische Gefährlichkeit der diktatorial regierten Kleinstaaten. Jeder demokratische Kleinstaat hat tiefe feste Wurzeln im Boden seiner Lebensinteressen. Klassisches Beispiel, die Schweiz. Sie wird nie ein europäisches Problem sein, nie ein Pulverfaß, nie ein »neuralgischer Punkt«. Solange sie wahrhaft demokratisch bleibt, wird sie nie von einer Großmacht in Schlepptau genommen werden, wird immer politische Eigenwärme haben. Ihr dreisprachiges Volk, aus verschiedenen Rassen zu nationaler Einheit verschmolzen, kann am Schicksal der andern Völker, je nach Klasse und Kulturkreis, verschiedenen Anteil nehmen, aber es wird sich so wenig in fremde Konflikte hineinziehen lassen, wie sich seine Mpen zu fremden Festungsgürteln gestal. en können. Die freie Schweiz ist der unerschütterlichste Punkt in ganz Europa, überhaupt nur von innen zu sprengen. Sobald aber ein Kleinstaat von seinen demokratischen Wurzeln losgerissen wird, stößt ihn die Habgier der Großstaaten hin und her. Er wird zu einem Element der Unruhe. Klassisches Beispiel, Oesterreich. Seit es aufgehört hat, ein demokratischer Staat, ein Rechtsstaat zu sein, ist es eine Prestigefrage für Hitler, ein mögliches Aufmarschgebiet für Italien, Gegenstand der Sorge und etwaigen Abwehr für Frankreich und die Tschecho. Slowakei— kurz, es ist alles, nur ke;n Land für Oesterreicher, daß sie es nach ihren eigenen Bedürfnissen und Wünschen erhalten und bestellen. Es ist ein unberechenbares Etwas in Europa geworden. Was ein Volk braucht, ist mit einiger Bestimmtheit vorauszusagen: Frieden, billige und rechtschaffene Verwaltung, Selbstbestimmung, Rechtssicherheit, Handelsaustausch usw., eben das, was es in einer Demokratie zu verwirklichen strebt Was aber ein Diktator und sein Klüngel brauchen, entzieht sich der Voraussage, etwa, wie das Ergebnis einer Versteigerung. Es hängt von der inneren Gefährdung des Regimes ab, von den Um- werbungen oder Erpressungen der Großmächte. Da wird mit Kommunistengefahr und Weltkrieg jongliert, mit Kronen und Königstöchtern. Eines Volkes Interessen sind in seinem Lebensraum, seiner Freiheit, seinen Arbeitsmöglichkeiten, kurz, in seinem Vaterlande verankert. Die des Diktators und seines Klüngels sind auf Macht gerichtet, Macht durch Waffen oder Geld; sie haben mit dem eigenen Volke nur insofern zu tun, als dieses das Mittel sein soll zu Machtzwecken. Wenn in einem Großstaat die eigenen Ressourcen hinreichen für den Dienst dieses Zweckes und er sich daher national gebärden kann, obwohl er den Lebensinteressen des eigenen Volkes entgegenarbeitet, muß in einem despotisch regierten Kleinstaat die Machtgier über die Grenzen hinausgreifen. Er wird gleichsam als Spielball für fremde Interessen auf den diplomatischen Markt gebracht. Ein gefundenes Fressen für die faschistischen Großstaaten, die nach 'Ausdehnung ihrer Machtsphäre streben. Daher die nie ruhende Wühlarbeit, das 1 demokratische Regime der kleinen Staa- |ten zu vernichten. Nicht, daß den großen Diktaturen an dem Wohl oder Wehe— in 1 diesem Falle an dem Wehe— andrer Län. der gelegen wäre, oder etwa an der Ausbreitung der eigenen Ideologie als solcher. An Vasallenstaaten ist ihnen gelegen. Die internationale Gefahr eines solchen Kleinstaates ohne Selbststeuerung, die bei Oesterreich eine Drohung ist, sehen wir als Wirklichkeit in Portugal. Wäre Portugal ein demokratisch regierter Staat gewesen, so wäre es nie zum spanischen Bürgerkrieg gekommen. Ein demokratischer Staat wäre rein technisch untaug- jlich gewesen zu der langen Vorbereitung der spanischen Meuterei; rein technisch, weil die ungeknebelte Presse und die Freiheit der Kritik im Parlament und 1 Volksversammlung die Anhäufung von ; Kriegsmaterial, die Zusammenkünfte spanischer Offiziere, die Machenschaften der 1 Rechtsemigranten, die Inspektion der portugiesischen Flughäfen usw. zur öffentlichen Kenntnis gebracht hätten. Und wie hätten die Meuterer den Auf- stand gewagt, ohne auf Portugal als wirklich kugelsichere Etappe zählen zu können, als Lazareth für ihre Verwundeten, Stapelplatz für ihr Kriegsmaterial, Landungshafen für ihre Flugzeuge, Falle für regierungstreue Flüchtlinge, die das faschistische NachbarländcKen zum Erschießen auslieferte? Deutschland und Italien sind weit, Portugal ist nahe, und die Diplomatie der ganzen Welt hätte seine heüigen Grenzen geschützt, wenn das»bolschewistische« Spanien es gewagt hätte, dies Asyl des Vertragsbruchs anzutasten. Und wenn Portugal ein demokratisches Land gewesen wäre, was es allerdings auch vor dem heutigen diktatorialen Regime nicht war, mit einer eigenen, aus den eigenen Lebensbedürfnissen erwachsenen Politik, hätte vielleicht England eine andre Haltung gegenüber Spanien eingenommen. Wenn sich auch die Feder sträubt, es niederzuschreiben, so ist es doch unleugbar, daß Englands Außenpolitik in dieser Tragödie ausgesprochen faschistenfreund. lieh ist Diese Feststellung ist fast ebenso schmerzlich, wie unser Wissen um das furchtbare Morden in Spanien, aber ebensowenig ein Phantasieprodukt, wie dieses. Für alle, die an eine weitbückende Politik und an eine zur Tat werdende demokratische Ueberzeugung Großbritanniens geglaubt haben, waren die letzten Monate die schwerste Enttäuschung. Das einst so mächtige Inselreich unterhandelt mit einem Meuterer, wie mit einer gleichgestellten Macht! Ihre Erklärung findet diese Haltung in der Tatsache, daß England in seinen Rüstungen sich nicht auf der Höhe der faschistischen Staaten fühlt, was die demokratischen Elemente lähmt. Daneben bestehen aber sicher ein Ueber- gewicht kapitalistischer Interessen, Sympathie eines Teil der Offiziere mit den Meuterern, faschistische Stimmungen breiter Schichten, wobei der Kommunistenschreck kaum eine größere Rolle spielen dürfte, weil das englische Publikum für solchen Bluff zu gescheit ist. Sollte aber die britische Diplomatie, deren Blick nicht soweit reicht, die Folgen des Weißblutens des spanischen Rechtsstaates zu ermessen — vor allem die Ueberwältigung der De. mokratie Frankreichs— sich nicht durch ein kleines, aber naheliegendes Objekt haben beeinflußen lassen: Englands Vorherrschaft in Portugal? . Siegt in Spanien der Rechtsstaat, so wird er die Form einer iberischen Föderation annehmen, in welchem»größeren Ganzen aufzugehen« die demokratischen Elemente Portugals erstreben müßten. In dem am innigsten mit Portugal verbundenen TeU Spaniens, in Galicia, hat man seit Beginn des Bürgerkrieges die Haltung Englands dieser Sorge um seine Hegemonie zugeschrieben. Der Fluch der Unfreiheit der andern— an der England freilich keine Schuld trägt— fällt auf ihre Nutznießer zurück. Denn daß England gegen die Interessen seines Volkes und auch die seines Weltreichs handelt, darüber lassen z. B. die Kolonisationspläne Deutschlands und Italiens keinen Zweifel, die die»United Preß« am 23. November verbreitet hat. Beide Länder wollen großmütig ihren Bevölkerungsüberschuß nach Spanien senden, Deutschland seine Bergarbeiter nach Asturien, weil es wahrscheinlich ist, daß der Bürgerkrieg die Mehrzahl der asturischen Bergleute eliminiert«, Italien seine Landleute nach Andalusien, dessen Großgrundbesitzer keine Handbreit Erde hatten für das eigene Volk, das zu Hunderttausenden nach Amerika mußte. Aber neben dem deutsch-italienischen Spanien bliebe ja ein englisches Portugal, also eine Einflußsphäre, die in einem freien Spanien verloren wäre. Man lasse das diktatoriale Regime auf weitere kleine Demokratien übergreifen— auf die Tschechoslowakei und Belgien, wird seit langem gezielt, Irland ist schon auf gutem Wege, von den Balkanstaaten ganz zu schweigen— und die Reiche, die sich als demokratische Großstaaten fühlen, werden wie eine reife Frucht dem Faschismus in den Schoß fallen. Es mag verschroben scheinen, in dem verfilzten Gewebe der Geschichte ethischen Verknüpfungen nachzuspüren. Bedenkt man aber, zu welchem Fluch für alle sich die Freiheitsberaubung der klei. nen Staaten auswächst, so kann man nicht umhin, an die sittliche Forderung Kants zu denken, die jeden Menschen als Selbstzweck betrachtet sehen will und nicht als Mittel. Das gilt auch für die Staaten. Aber Selbstzweck ist nur ein Staat, den der freie Wille seiner Bürger lenkt. Das Hakenkreuz In Spanien Die deutsdie Botsdiaft In Madrid war In eine Festung verwandelt In spanischen Zeitungen lesen wir: Als vor kurzem auf energisches Ersuchen der Madrider Regierung die Gebäude der italienischen und deutschen Botschaften in Madrid geräumt wurden, ergab sich ein großer Unterschied zwischen dem Zustand der beiden. Die italienische Botschaft wurde ohne den geringsten Widerstand übergeben, sie war nur noch von einem Portier und 2 Nonnen bewohnt. In der deutschen Botschaft war zwar auch nur wenig diplomatisches Personal vorhanden, dagegen desto mehr Personen— allein 45 von spanischer Nationalität— die sich unter den Schutz der Hakenkreuzfahne*) geflüchtet hatten. Unter diesen waren verschiedene Spanler. die aus irgendwelchen Gründen sich bedroht gefühlt hatten, die zuerst bei der französischen Botschaft Unterkunft gesucht, als diese sie ihnen verweigerte, fanden sie durch gute Beziehungen Einlaß bei der deutschen. Als der spanischen Polizei nun zur Uebergabc die Tore geöffnet wurden, glaubten diese spanischen Flüchtlinge sich wohl zu salvieren, indem sie sofort das Vorhandensein von Waffen, Munition, Gasbomben und einem Flug- abwehrgeschütz verrieten. Bei der weiteren Haussuchung ergab sich, daß das zurückgebliebene deutsche Botschaftspersonal die ganzen Gebäude und den Garten befestigt hat. Alle Fenster, Türen. Dachkammern etc. waren verbarrikadiert, im Garten hatte man Schanzen aufgeworfen. Alle Insassen, inklusive der Spanler, hatten Waffen erhalten, jeder bekam seinen bestimmten militärischen *) Dies ist nur bildlich gemeint, denn In M. war seit dem 18. VII. kein Hakenkreuz zu sehen, während alle anderen ausländischen Gesandtschaften und private Firmen und Häuser weithin sichtbar ihre Nationalfarben hißten. Posten zugeteilt, auch wurden regelrechte Wachen eingerichtet. Daß man diese mllitän- schen Vorbereitungen nicht nur zur Abwehr befürchteter Angriffe getroffen hatte—(die Regierungsseite hat sich allerdings bis heute gegenüber allen ausländischen diplomatischen Vertretungen einer Vorsicht befleißigt, die man bei der»Ordnungsseite« durchaus nicht Immer antrifft!), daß man vielmehr darüber hinaus weitere Pläne verfolgte, geht klar aus den Verhören der Flüchtlinge deutscher und spanischer Nationalität bei der Polizei hervor. Vor allem läßt die geradezu skandalöse Behandlung einiger derselben den direkten Schluß auf das schlechte Gewissen und die Angst vor Verrat verbotener Dinge bei den Botschaftsangestellten zu. Diese Leute waren solche, die durch ihr Benehmen den kleinsten Verdacht erregt hatten, daß sie nicht voll den Enthusiasmus der andern über den Vormarsch der Rebellen und die Anerkennung der Burgos-Leute durch Deutschland und Italien teilten. Eis war das erstens ein Deutscher, ehemaliger Gemüselieferant der Botschaft. Als er sich eines Tages wie die meisten andern Deutschen bei der Botschaft zum Rücktransport nach Deutschland einschreiben wollte, wurde er inständigst gebeten, doch in Madrid zu bleiben und der Botschaft als Portler oder als Koch Dienste zu leisten. Als er nach einigem Hin- und Herschwanken zusagte, war er sehr erstaunt über die große Zahl von Menschen, die ständig in der Botschaft logierten. Als er dies Erstaunen einmal äußerte. stieß er gleich auf große Feindseligkeit, die täglich anwuchs. Eines Tages, am 11. Oktober— also gerade in den Tagen, in denen der großmäulige General Franco seinen siegreichen Einzug in die Hauptstadt angekündigt hatte— bemerkte er bei Eankäufen, daß das Aussehen der Stadt völlig dem Bilde widersprach, daß man sich in der Botschaft, wo man nur den Sendern der Rebellen Glauben schenkte, gemacht hatte. Nach seiner Rückkehr wagte er es, von seinen persönlichen Eindrücken und von einigen Gesprächen In der Straße zu erzählen. Kurz danach wurde er aus dem Küchendienst entfernt und in ein dunkles Zimmer gesperrt, wo er ständig von zwei bewaffneten Spaniern bewacht wurde. Da er durch die Feuchtigkeit des Raumes erkrankte, brachte man ihn in ein anderes Zimmer, aber er blieb unter strengster Bewachung eingeschlossen, von jedem Verkehr mit den anderen Insassen der Botschaft getrennt, ohne auch nur einmal an die Luft gehen zu können. Die Folge davoa war, daß der 50jährige Mann frühzeitig ergraute und bei der Uebergabe der Botschaft den Eindruck eines 60jährigen machte. 4t Tage war er so gefangen und wäre es weiter geblieben, wenn nicht die diplomatischen Zwistlgkesten zwischen der spanischen Regierung und den Hakenkreuzlern ihn befrdt hätten. Daß die Nazis auch nicht vor Gewalttaten gegenüber unschuldigen Angehörigen ihres Gastvolkes zurückschreckten, wenn es sich darum handelt Ihre verbrecherischen Vorbereitungen zu verbergen, geht aus der Behandlung von zwei spanischen Dienstmädchen hervor. In dem Küchendienst der Deutschen Botschaft arbeiteten seit 7 Jahren 2 Spanierinnen, denen man nach der Abreise des Geschäftsträgers jede Betätigung In der Kücne verbot und die man in einem Im Garten gelegenen, von den anderen Gebäuden getrennten Pavillon einquartierte. Ihren wiederholtet» Bitten, sie doch aus dem Dienst zu entlassen, wurde nicht stattgegeben, aus sehr durchsichtigen Gründen. Jeder mündliche Verkehr mit andern Personen wurde ihnen untersagt, man beschränkte sie auf den Aufenthalt m jenem Pavillon, wo auch sie noch heute gefangen gehalten würden, wenn die Regic: rungs- Milizen sie nicht befreit hätten. Das Rote Kreuz als Zielscheibe Bombardement des Universitäts- Krankenhauses in Madrid. Der Dekan der Medizinischen Fakultät von Madrid berichtet als Augenzerge: man Grünflächen- Sozialismus In zehn Arbeitslagern Ostpreußens wurden unlängst Versammlungen der Deutschen Arbeitsfront abgehalten. Bei der Kundgebung in Jesau hielt der Gauobmann Duschön den offenbar nicht ganz zufriedenen Lagerinsassen eine Bußpredigt. Er sagte u. a. laut Bericht: > Auch heute noch gibt es viele in Deutschland, die uns nicht verstehen wollen. Besonders der deutsche Arbeiter ist in der vergangenen Zeit fast gar nicht oder falsch unterrichtet worden. Die Forderung nach besseren Lebensbedingungen, nach höheren Löhnen sind seit jeher die Voraussetzungen gewesen, unter denen unsere Gegner manchen Arbeiter einfangen konnten. Mag in der Welt das Gold den Geldwert bestimmen, in Deutschland ist der Ertrag der Arbeit die Grundlage für unser Geld. Unsere Arbeit ist der Wertmesser; vermehrt sie sich, dann vermehren sich die Werte. Wir sind heute, nachdem wir 7 Millionen Erwerbslose in den Produktionsprozeß des deutschen Volkes wieder eingeführt haben, noch nicht soweit, daß wir höhere Löhne zahlen können.<< Kurz vor Morgengrauen begann das Bombardement. Niemand erwartete den Angriff, niemand konnte ihn voraussehen. Die verbrecherische Tat ging sehr schnell vor sich, aber doch nicht so schnell, daß nicht einsehen mußte, daß er eingehend geplant und vorbereitet war. Acht Feuerbomben fielen auf das Gebäude. Eine entzündete sich in dem Saal, in dem 150 Schwerverwundete lagen. Die Flammen einer anderen zündeten den obersten Stock an. Da die Gebäude bekanntlich sehr alt sind( Teile der jahrhundertalten Zentral- Universität), brannte alles Holzwerk lichterloh und griff auch auf die Betten der Verwundeten über. Das Bild des Schreckens, das das ganze Hospital bot, läßt sich kaum beschreiben. Die Verwundeten versuchten krampfhaft, sich von ihrem Lager zu erheben, wo sie nach schweren Operationen ausruhten. Einige rissen sich in der Verzweiflung die Verbände herunter. Zwischen dem Geprassel der Explosionen und dem Ge- wohl mit dem Einkommen der Unterknister der Flammen, Da mag ja den Arbeitern die Frage auf der Zunge gelegen haben, wie es, nun der > Wertmesser Arbeit derart angewachsen ist, >> Die materiellen Aufwendungen der Betriebsführer erschienen in vielen Berichten als Tatsozialismus«, die Anschaffung einer Grünfläche wurde Anlaß für Reportagen, in denen> Gemeinschaftsgefühl, Kameradschaft<,> Sozialismus«, Zusammengehörigkeitsempfinden<, >> Zeichen der Wiedergeburte, Schließlich erwecken wir sonst den Eindruck, daß mit der Anschaffung von Grünflächen, dem Pflanzen von Rosensträuchern, dem Tapezieren von Gemeinschaftsräumen und der Wiederherstellung von Klosettanlagen alles an sozialistischer Verpflichtung getan ist.<< Ganz recht: dieser Eindruck soll erweckt wie Bernhard > unwesent >> Neue Zeit< usw. nur so wimmelten. werden, denn da das Eigentum an ProDen neu gepflanzten Rosenstrauch duktionsmitteln vor dem Fabrikgebäude erklärten einige Köhler eben wieder versicherte Berufskameraden als ein» Sinn bilde liche ist, und da eine Lohnsteigerung erwachenden Fürsorgegeistes, den frisch oder gar eine Gewinnbeteiligung der tapezierten Gemeinschaftsraum als ein Arbeiter » Denkmal< bereits erwachten Treuegewie nebst Herrn Duschön fühls, ein Denkmal, das sich der Betriebs- auch Hermann Göring bestätigt- auf absehführer in den Herzen seiner Gefolgschafts- bare Zeit nicht in Frage kommt, angehörigen setzte! Und die wiederhergestellte Klosett- bleibt ja nichts anderes übrig als>> Schönder Arbeit<,> Kraft durch anlage war nicht etwa eine Selbstver- heit ständlichkeit, sondern erbrachte mindestens Freude« und» Adolf Hitler- Freidreißig Zeilen lobender Anerkennung... platzspendec. Bei aller Würdigung unseres guten WilIn Wahrheit ist der ganze» Volksgemeinlens erscheint wohl aber doch ein solcher Blick eben durch die Klosettbrille schafts<-Rummel eben ein propagandistischer gesehen zu sein... Bluff. Unter der glatten Oberfläche klaffen Wir müssen daher in unseren Berichten, die alten Klassengegensätze und die glatte die sich mit solchen Vorgängen befassen, Oberfläche wird stellenweise schon bedenklich etwas zurückhaltender, etwas genauer und etwas strenger sein... Kindliches Gemüt Das Blatt im deutschen Rom, in dünn. Lieber W. B. Mir gefällt das alte Testament auch nicht. nen brauchte. In meinem Lesebuch 4. Schuljahr steht auf Seite Nr. 110 ein Gedicht von St. Niklas. Es wird aus den Zeitungen vernommen, die der Wind immer nehmer und mit den Profiten im all- Köln, der> Westdeutsche Beobachter<<, gibt Daraus lernen wir in der Schule von Moses, neu entfachte, da alle Fensterscheiben klir- gemeinen bestellt sei. Aber die eifrigen sich seit Wochen anerkennenswerte Mühe, die Isack, Jacop, Joseph und seine Brüder alles rend zersprungen waren, hörte man das Ge- Zeitungsleser unter ihnen fanden alsbald Ant- Illusionäre zu kurieren, die mit einer Ver- Juden. Die Juden sind Teufel. Ich wimmer der Verwundeten und die Schreie der wort in einem Bericht über die Reichs- söhnung zwischen Nazismus und Katholizis- freute mich lieber W. B. nicht mehr zu lerarbeitstagung der Reichsbe- mus auf anderer Basis rechnen als mit der Kranken aus den anderen Sälen. Alle Geund vollständigen Zähmung und Unterwerfung bäude des Krankenhauses und der Medizini- triebsgemeinschaft Eisen Metall in Berlin. Dort verkündete nämlich des deutschen Episkopats. schen Fakultät waren in Dunkelheit versunken, infolge des Bombardements. Die Aerzte der Leiter der Kommission für WirtschaftsDer Kampf geht gegen die Verjudung des und Krankenpfleger stürzten sich heldenhaft politik der NSDAP Bernhard Köhler Christentums durch das Alte Testament, und daß der heilige St. Niklas werde kommen aus Moskau, wo er gehalten wert und als in das Feuer, um die Verwundeten zu ret- folgende Weisheiten: damit gegen die Grundlagen des Christen>> Weder die Verteilung des Be- tums selbst, das nun einmal ohne Jacob, Heiliger wird geehrt u. s. w. Ich möchte mal ten. Niemals habe ich Augenblicke solchen sitzes, noch die des EinkomEntsetzens und Grauens erlebt. Die Treppenmens, noch das Verhältnis des Unterneh- Moses, Jeremias, Jesaias, David und Salomon gerne wissen, ob das ins Lesebuch gehört. Den aus Moskau kommen nur häuser boten einen infernalischen, eines I- ante mers zu seinen Mitarbeitern seien un mit- nicht denkbar ist. Man begegnet den Jüdische Mörder her Die jetzt würdigen Anblick. telbar Gegenstand der sozialistischen würdigsten Requisiten aus der alten FreiMenschen Gestaltung... tot denkerpolemik, so z. B. den Fragen nach der Herkunft von Kains Frau. Da die Religionsmündigkeit bekanntlich mit 14 Jahren beginnt, die Kinder aufgefordert, ihrer Eltern Religionsunterwerden Kirchen und ehrin Spanien machen. die Heil Hitler Maria......, Zülpicher Straße. Hannes Wink. Innere Emigranten Während ein Teil der Pfleger, die am meiOb das Eigentum an Produksten bedrohten Säle räumte, versuchten die tionsmitteln dem einzelnen oder dem übrigen das Feuer zu löschen, indem sie Sand Staate zusteht, sei unwesentlich. Weaus den Sandsäcken ausstreuten, die zur Ver- sentlich sei der neue Sinn des Eigentums, der für uns nicht in dem Verfügungs- gegen den Willen im Barrikadenkampf teidigung der Straße recht gegeben ist, sondern in der Verantvorbereitet waren. Bis die danach eintreffende wortung. Der Betriebsführer müsse der Feuerwehr des Brandes Herr werden konnte, erste Sozialist seines Betrie- richt zu boykottieren. Einige Pfarverlebten wir Stunden entsetzlicher Angst. bes sein.< rer predigten in Kölner Kirchen gegen den Alle befürchteten, daß das Bombardement Auf Einkommen >> Wie aus Mitteilungen der anhaltischen und Besitz kommt es Zwang, der auf katholische Kinder ausgeübt sich wiederholen würde. Und diese Furcht also unmittelbare gar nicht an. Und wenn wurde, die an einer» nationalsozialistischen Regierung hervorgeht, bereitet ihr der Rückwich nicht aus den Gemütern, weder der man der braunen Presse glauben darf, die Feierstunde< mit einer Rede Streichers teil- gang der Schülerzahl auf dem Aerzte, noch der Verwundeten. Am meisten über die wachsende> Schönheit der Ar- nehmen mußten. Es handelte sich um eine Lande Sorge. Es sei eine bedenkliche von Furcht ergriffen waren die zivilen Kran- beits helle Freudenzähren vergießt, dann Massenversammlung, wo Streicher in» popu- Verlagerung nach der Stadt nach Dessau. ken, die gewaltsam entfliehen wollten und sind die weitaus meisten deutschen Unterneh- lärer« Form seine Pornographien über die sich gegangen, hauptsächlich erbarmungswürdige Schreie ausstießen. Wir mer bereits unverbesserliche Sozia- Rassenkunde vortrug. Der» Westdeutsche Be- Die Regierung tue alles, um dem Aerzte weinten Tränen der Entrüstung. Nie- listen. Die Arbeiter allerdings sind etwas obachter<, immerhin das Blatt mit der zweit- Einhalt zu gebieten. Sie sei bestrebt, mals werden wir verstehen können, wie es anderer Meinung, und vor allem die» alten größten Auflage in Deutschland, belehrt nun die Verhältnisse für die Lehrer zu verbessern so verdorbene Menschen geben kann, die mit Kämpfer< in den Betrieben pfeifen schon den Kardinalerzbischof über die wahre und erachte Rundfunk und Kraftwader den unmenschlichsten Mitteln auf wehrlose recht laut und vernehmlich auf diese Sorte Stimmung in katholischen gen als wirksame Gegenmaßnahmen( Bileines dungs- Rollkommando?). Außerdem spiele Kranke und Verwundete losgehen, Verwun- Sozialismus, die den Lohnausfall durch Kinderwelt, indem er den Brief dete, die zwischen Tod und Leben schwebten, Grünflächen und neue Tapeten kleinen Mädchens in Faksimile abdruckt. Das natürlich der Bau von Landarbeiterwohnundie wir mit aller Kraft zu retten bestrebt wett machen will. Die Zeitschrift» Deut- Dokument hitlerdeutscher Erziehungskultur, gen eine große Rolle, um der Landflucht zu ( Erst die Antenne, dann das Dach waren und oft doch nur ihre Leiden mildern sche Presses wagt es, etwas von dieser das von einer Neunjährigen stammt, hat fol- steuern. über den Kopf.) (> Frankfurter Zeitung<<) konnten.< Stimmung zu verdolmetschen: Wo ist Europa? Werber genden Wortlaut: führt durch vor zerschossene nate, dann liegt er auf spanischer Erde und] sich in Süddeutschland beim Arbeitsdienst seinen deutschen Kameraden. Das ist Euroläßt die Feuerspritze rasseln. Allah ist groß durch. Einer vom Dutzend. Halbbraun, ein pa? Wo ist Europa? Die Kameraden zucken Wie ein Felsennest hängt das maurische und listig sind seine Wege. Wunderdinge läßt paar Jahre bei der SA gewesen, bißchen für mit den Achseln. Liegt drüben nicht die KoHoff in den verbrannten Ausläufern des At- er seine Feinde bauen und Wunderdinge er- Hitler, bißchen für Sozialismus, bißchen für mune, der rote Feind? Na also. 1sgebirges, Der Marsch in hellen Uniformen finden, damit sie die Wunderdinge wieder zu- deutsche Kaserne. Und nun las er täglich in trommeln durch das Land. Sie bieten hohen sammenschießen. Ali sieht Städte, Kirchen den Blättern und hörte im Rundfunk, daß Städte, über die gepeinigte Erde armer LandSold und eine Uniform dem, der bereit ist, und Kathedralen in Rauch aufgehen, herrlich die europäische Kultur in Gefahr sei. In Spa- proletarier. Wo bleibt die freudige Begrüßung. gegen die Räuber und Mordbrenner in Spanien krachen die Granaten, mit denen die Legio- nien brennen anarchistische Horden jede wo bleiben die Ovationen? Finster sieht das zu kämpfen. Siegen die, so werden sie nach näre ihr eigenes Land zerschießen. Die Feuer- Kirche nieder, Nonnen werden geschändet, Klö- Volk an den Fremdlingen vorüber. AllmähMarokko kommen, werden den Sultan ab- garbe, die über Kindern und Frauen zerbirst, ster gebrandschatzt, das gepeinigte Volk at- lich sickert es durch ihre Reihen: es geht um setzen, den Koran zerfetzen, die Scheichs er- alles niederreißend ist das der Stern von mete auf, als der Retter Franco erschien! die Posten der Generale, Offiziere fürchteten morden, die Moscheen verbrennen, den armen Betlehem? Und die elenden Bauern, an denen Heimlich wurden Freiwillige geworben. ihren Abbau, Alfons wartet auf seinen Thron, Ali vorüberkommt, warum schauen sie so Wer will mit nach Spanien? Dort ruft die Carlisten streiten darüber mit Faschisten Mauren ihr letztes Vieh nehmen. gert, im Scheich aber wiegt das Haupt und schweigt. " Darf er nicht reden? kein fahr! Zwischen und Ali ist dreißig Jahre alt. Der Stamm hun- finster an Ali vorbei, da er doch gesandt ist, neue Schützengrabengemeinschaft der euro- das Volk aber steht drliben. Und die weiße letzten Winter sind viele Ziegen sie aus den Klauen der Anarchie zu retten? päischen Zivilisation. Heinz schloß sich einem Kultur? Die von Franco für Franco zerschosund verschlungen sind seine Trupp an. Freie Fahrt, Sold, eventuell Be- senen Städte, die Söldner aus den marokkaniund Schafe eingegangen. Ali geht ins Nach- Allah ist groß bardorf zu einem frommen Derwisch. Was Wege. Mag der Stern von Betlehem die Hüt- förderung. Außerdem ist die Ordnung in Ge- schen Hafenstädten, die mohammedanischen daß Mein Vater ten der Ungläubigen zersengen, soll ich tun, Bruder Derwisch? Zwei Monate Ausbildung. Das meiste Halbwilden, denen Francos Offiziere weiße zur Schändung preissagt, geh zu den Spaniern in Sold.< Der Stein auf dem andern bleibt. hatte man schon bei der SA gelernt. Das gab Frauen und Mädchen brauchbare Soldaten. Sprung auf ,, rennen, gaben das ist die Schützengrabengemeinschaft der weißen Kultur? Im Rheinland sollDer alte ausgedörrte Legionär, der neben Handgranaten heraus... die> schwarze Der Derwisch schaut unter dem Turban Ali am Maschinengewehr liegt, schaut über ihnen gehen die Marokkaner, ten die Afrikaner einst hinweg in den blaugrauen Dunst der Ebene, den Krauskopf hin, sieht das Lächeln, das stumm lächelnd manche, manche fanatisch Schmach< sein, die Schande Europas ehe er antwortet:>> Wenn es dein Vater will, so kindlichgrausam um die vollen Lippen spielt. verbissen, alle aber mit dem fremden Blick hier waren sie Hitlers Verbündete?! gehe, Ali. Töte die Giaurs! Zertritt den Un- Vor Jahren noch wurde man von den Francos einer anderen, feindlichen Welt. Einige der fremden Freiwilligen desertierGefangene Spanische Arbeiter, ten, ein deutscher Flieger flüchtete ins Lager gläubigen, gebietet der Koran. Sie geben uns gegen die braunen Burschen zum Strafgericht werden eingebracht. die Waffen dazu, also töte, so viel du kannst, ausgesandt. Im Regimentsbefehl hieß es: Bauern, junge Studenten, europäische Men- der Miliz, andre warten auf den Augenblick, » Vernichtet den aufrührerischen Feind. schen, Gesichter, in denen man lesen kann, da sie von der farbigen Gemeinschaft losAli. Als Mohammeds Lehre noch jung war, geboten wir da drüben im Lande der Un- Schlagt ihn im Namen des Christentums, im an der Mauer noch mit der Haltung von Men- kommen. die für eine große Ueberzeugung Diese Kunde drang bis ins Dritte Reich, gläubigen. Jetzt rufen sie uns gegen Mord- Namen der Zivilisation, rettet die weiße Kul- schen, dort wird sie weiter geflüstert. brenner, jetzt morden sie einander, weil sie tur!« Und jetzt liegt der Morro neben uns, sterben. das eigene Land niederzukartätverdammt sind Wilde Trupps rücken lernt die Waffen gut füh- hilft uns, ren und wir werden die Ungläubigen einst ins schen, und wieder lautet die Parole: > Im schwarz, tigerhaft, mit fremden Rufen. Legio- Im Wellington- College galt Esmond als Meer jagen oder werden sie in ihrem Blut Namen des Christentums, im Namen der näre aller Hautfarben, heimatloses Volk, auf einer der ungebärdigsten Schüler. Heimlich Zivilisation! Rettet die weiße Kultur!<< .ersäufen...< seinen Sold pochend. Heinz starrt in ein gab er eine pazifistische Zeitschrift heraus. wildes Gemenge. Abends verrichten die Mor- Der Kampf gegen den Krieg hatte große ros ihr Gebet, die Gesichter nach Südosten Tradition in der Familie, ein Verwandter Ehe Heinz nach Spanien kam, schlug er gerichtet, gen Mekka... Heinz spricht mit hatte 1916 den Kriegsdienst verweigert. Drei Monate hindurch lernt Ali, wie man den Hagel aus der Feuerspritze sendet, Handgranaten wirft, Minen schleudert, Drei Mo* zur Front vor: * C Volksgemeinschaft von der Kehrseite Mietpreise In Deutschland steigen mit den übrigen Preisen auch die Mieten. Den Hausbesitzern in gleicher Weise zu begegnen wie etwa den> wuchernden Fleischern<, deren Laden einfach gesperrt wird, wagt man wohl nicht, denn die Haus- und Grundbesitzerorganisation ist immer noch mächtig genug und hat viele einflußreiche Mitglieder in den führendsten Aemtern. Nur die Mieterverbände wurden gründlich zerschlagen. Die Vertreter des braunen Einheits- Mietervereins dürfen zwar gelegentlich meckern, damit nicht die letzten Mitglieder davonlaufen, haben aber in Wahrheit keinen Einfluß. Die Unzufriedenheit und Not der Mieter wird indessen immer deutlicher, die Hauswirte wehren sich gegen den Vorwurf des Mietwuchers, und die Wogen des unterirdischen Kampfes gehen bereits so hoch, daß ihre Spritzer bis in die deutsche Presse schlagen. Das will etwas heißen. Da schreibt z. B. der Gaubeauftragte für Haus- und Grundstücksfragen, Verrufen. machen. Das Vermögen gestrichener< Vereine aber wandert in die unergründlichen Taschen der regierenden Partei, so daß es sich auch immer finanziell für die braunen Bonzen lohnt, hin und wieder neue Serien von Staatsfeinden« zu entdecken. Auf jeden erschwingen, für Arbeiter mit Fall ist es ein politisches Wetterleuchten, das einem normalen Wochenlohn hier über deutschen Fußballplätzen und überhaupt nicht... Schwimmbassins sichtbar ward. nach oben unbegrenzt Zeit zu bemerken ist. Durch die Veranschlagung einer Festmiete, die für die Berechnung der Hauszinssteuer in Ansatz gebracht wird, ist den Vermietern zwar eine Grenze nach unten gesetzt, die Grenze nach oben fehlt jedoch, sofern der Mangel an Angebot sie nicht setzt. In Berlin wird man die Feststellung machen, daß viele Familien ein Drittel und mehr ihres Monatseinkommens zur Bezahlung ihrer Mieten verwenden. Eine einigermaßen gelegene Zweizimmerwohnung in Westberlin kostet etwa 75 bis 140 M., eine Dreieinhalbzimmerwohnung kostet etwa 90 bis 150 M., eine Vierzimmerwohnung ist von etwa 100 M. an zu haben. Deutsche Kurzberichte Mit einer Veränderung der Marktlage zugunsten sinkender Preise ist nicht zu rechnen, ebenso wird auch der Staat gerade in dieser Aufbauzeit nicht auf seine Steuerquelle verzichten können. Dage- Der Fleischverbrauch in Deutschgen könnte der weitere wirtschaftliche Auf- land ist im 3. Vierteljahr 1936 weiter zuschwung die Kaufkraft der Bevölkerung rückgegangen. Nach» Wirtschaft und steigern und so auch den Verhältnissatz den zwischen Einkommen und Mietpreisen gün- Statistik betrug der Fleischanfall aus stiger gestalten.<< Schlachtungen im 2. Vierteljahr 1936 10,93 kg Da jede Lohnerhöhung von oben her aus- je Kopf der Bevölkerung, im 3. Vierteljahr drücklich abgelehnt wird, ist nicht mit einer dagegen nur 9,51 kg. Die Abnahme beFür Familien mit einem Einkommen unter innerhalb aber der trägt Steigerung der Kaufkraft 220 M. sind solche Wohnungen, 13 Prozent. auch die einfachsten, kaum zu Unzufriedenheit zu rechnen. - Sie 營 drei Monaten Nach der vom Statistischen Reichsamt errechneten Reichsindexziffer für die Lebenshaltungskosten haben sich vom Oktober 1935 bis Oktober 1936 die folgenden Lebensmittel im Preise erhöht um Prozent: Butter 2,2 Prozent, Nudeln 1,8 Prozent, Graupen 4,2 Prozent, Reis 4,6 Prozent, Speisebohnen 5 ProDie Preise für Oberkleidung haben sich daß mit einem Schlage rund 2000 um 3,2 Prozent, die für Schuhe und Besohlen deutschen Sportvereinen das um 4,9 Prozent erhöht. Lebenslämplein wurde. ausgepustet * Von August zu September 1936 sind die Aufstand im Gouvernement von Tschammer- Ostens bandsführer des Verbandes Ost- Tausende von deutschen Sportvereinen werden gestrichen". preußischer Haus- und Grundbe- entzogen sich der nationalsozialistischen Gesinnungsrekrutierung zent, Hammelfleisch 18 Prozent, Kalbfleisch sitzervereine, Paul Walter Timmler, in Das deutsche Sportwesen, vom verkrach- und da die Strafzahlen sich in gleicher Höhe 21 Prozent. der> Preußischen Zeitung« Nr. 313: ten Rittergutsbesitzer>> Reichssportführers halten, ist daraus zu entnehmen, » Die Ausführungen des Bundesführers von Tschammer- Osten gleichgeschaltet mit Deutscher Mietervereine, Herrmann- schwerer Mühe, darf schon seit einiger Zeit Dresden, während der Mietertagungen in für sich in Anspruch nehmen, auch politischer Allenstein und Königsberg im Oktober haben in Grundbesitzerkreisen Ver-| Beobachtung für wert erachtet zu werden. wunderung und Unruhe hervorge- Es rumort nämlich sehr heftig unter jenen Sport- und Turnertrikots, auf denen das Die nationalsozialistische WeltanschauHakenkreuz in der Herzgegend leuchtet; und ung beruht auf Wahrheit und Gerechtigkeit, jedem soll das Seine werden, soweit wirklich nicht jeder bei einem Auslandsdas heute möglich ist. Es ist deshalb falsch match steif- stier zum Hitlergruß gereckte und ungerecht, einen Teil von Volks- deutsche Leichtathleten- oder Fußballer- Arm genossen gegen den anderen ist deshalb schon allein, wie es den Anschein auszuspielen... Wenn des öfteren über unberech- haben könnte, Gold und bare Münze. Soeben tigte Mietsteigerungen gesprochen müssen die streng und stramm zensurierten wird, was auch der Verbandsführer Herr-» Sporttelle der deutschen Zeitungen folgenmann tat, so wird vergessen, daß, als in den des bekanntgeben: Jahren 1931-1933 ein Ueberfluß von gröVergangene Woche habe am> week- end< Beren Wohnungen vorhanden war( und nur bei diesen freigewordenen Wohnungen werden zum Zwecke der Angleichung Mieterhöhungen vorgenommen), es gerade ein Teil der Mieterschaft war, die die Notlage des Hausbesitzes, d. h. die Konjunktur ausnutzte und die Mieten herunterdrückte. Damals war aber kein Staat, der seine ordnende Hand auch über den Hausbesitz hielt. Heute, bei der herrschenden Wohnungsnot an Klein- und Mittelwohnungen, ist eine Konjunkturausnutzung seitens des Hausbesitzes nicht möglich, weil der heutige Staat auch über die Preisbildung bei Wohnungsmieten sein wachsendes Auge hält, selbst wenn die Wohnungen der Zwangswirtschaft nicht mehr unterliegen.< Das ist ein nicht unbeträchtlicher Teil der Einlagen bei den deutschen Sparkassen um Die von Tschammer- Osten geleiteten Gesamtheit! 4,8 Millionen Reichsmark gestiegen. Und das alles nur, weil der Nationalsozialis- Auszahlungen haben dagegen in der mus unter dem hypnotischen Zwang leidet, gleichen Zeit um 27,3 Millionen Reichsmark ständig dem unterirdischen weiterwuchernden zugenommen. Anti- Faschismus der deutschen Bevölkerung die gefletschten Zähne weisen zu müssen. * Rekordziffern erreichen im nationalsoziafestzustellen. Denn: die ganze Aktion wird ja nur ver- listischen Deutschland die Verunglückungen ständlich, allerdings auch politisch lehrreich, mit tödlichem Ausgang. Im Jahre 1931 waren wenn man sich erinnert, mit welcher Strenge im ganzen Reich 22 835 Verunglückungen mit kürzlich der Reichssportführer anordnen tödlichem Ausgang zu verzeichnen. Im Jahre im Hause des Deutschen Sportes in Berlin mußte, daß bei allen sportlichen Gelegenhei- 1934 betrug die Zahl 25 206. Für 1935 ist eine unter Vorsitz Tschammer- Ostens großer ten die alte Begrüßungsformel der verschie- weitere wesentliche Zunahme Gerichtstag über» unzuverlässiges Vereine denen Sportarten zu vermeiden und aus- So ist allein in den Gemeinden mit über innerhalb des braunen Zwangsverbandes schließlich das>> Heil Hitler!<< zu verwenden 15 000 Einwohnern gegenüber 1934 eine Stei(>... für Leibesübungen«) stattgefunden. sei. Damals wurde ausdrücklich darauf gerung der Ziffer der tödlichen VerunDie> Gauleiter« der Organisation hätten daß viele Deutsche nur dar- glückungen um 9 Prozent zu verzeichnen. In ihr Anklagematerial zum Vortrag gebracht. verwiesen, Es habe die Aktion unter dem Motto: um unterzukommen ver- den beiden ersten Vierteljahren sind auch die >> Kampf gegen die Vereinsmeierei!« gestan-| suchten vom» All Heil! entsprechenden Ziffern des Vorjahres wieder und vorzüglich habe es sich nach des oder> Gut Naß!< ostentativen Gebrauch überholt worden! > Reichssportführers eingehenden Darlegungen um Sanktionen gegen alle sol- machten, um dem Gesinnungszwang an anin Sportvereine und hier * che Querverbindungen innerhalb des deren Stellen des Vaterlandes um so leichter Während im 3. Vierteljahr 1936 die deut>> Reichsverbandes für Leibesübungen ge- entgehen und um möglichst unauffällig der schen reichsgesetzlichen Krankenkassen für handelt, die» nichts weiter kennten, als ihren Verein, ihre Vereinsfahne(!) und Geẞlerei im deutschen Begrüßungszeremoniell Zahnbehandlung nur 76,6 Prozent, für Arzihren Vereinskram<. So wörtlich nach sich entziehen zu können. Kein Wunder, wenn neien und Heilmittel 80 Prozent, für KranTschammer- Osten. die Gestapo nun von dem> Reichssportführer« kenhauspflege für Mitglieder 81,4 Prozent der Der> Westen<<, Berlin( Nr. 315) weiß aller- Das Ergebnis dieser Aktion, einer Art verlangt hat, diesen Sumpf endlich trocken Aufwendungen in der gleichen Vorjahrszeit rings zu berichten, daß dieses>> wachsende» Volksgerichtshof< für Sport, war auf jeden zu legen. Denn das» Streichen der Vereine ausgaben, erreichten die persönlichen VerAuge< ein erschreckendes Hoch- Fall, daß die Gauleiter angewiesen wurden, aus der Mitgliedschaft des Tschammer- Osten- waltungskosten 96 Prozent. schnellen der Mieten in keiner Weise alle diese Unzuverlässigen zu streichen Gestrichenes Vereine gibt es von Hinauswurf aus der Leyschen Arbeitsfront. des Zurückgehens der Leistungen der Kran>> Der wirtschaftliche Aufschwung hat die jetzt ab in Ostpreußen 61, in Pommern 121, Sich in den» gestrichenen« Vereinen weiter kenkassen für ihre Mitglieder und des gleichallgemeine Kaufkraft und diese die Nach- in Brandenburg 162, in Sachsen 132, im Gau betätigen zu wollen, würde eine Anklage zeitigen Steigens der persönlichen Verwalfrage nach Wohnungen gesteigert. Die Mitte 144 und so weiter. Da mehr als ein wegen Nachfrage hat dann das Anziehen der > Volksverrates mit nachfolgendem tungskosten setzt sich danach auch im Jahre Mietpreise bewirkt, das seit einiger Dutzend» Gaue« insgesamt genannt werden Gefängnis- oder Zuchthausurteil sogar sicher 1936 weiter fort. Er Seite her an. geworfen: In einer Rückschau auf die >> Die Gefahr der wachsenden Entgeistigung, der Leerung der menschlichen Innen- räume, in der heute alle Kulturvölker leben, kann gar nicht deutlich Am aufgenug hervorgehoben werden. schlußreichsten wird sie vielleicht sichtbar in der Art der Belustigungen und Zerstreuungen, die man den breiten Volksteilen bietet, und im Wert der Rundfunkdarbietungen, die doch eigentlich sein sollten, den Geschmack und das kulturelle Verständnis derjenigen Volksteile zu heben, die früher am Genuß künstlerischer oder wissenschaftlicher Schöpfungen wenig oder gar nicht beteiligt Die Schule verbot ihm die Zeitschrift.| ten quer durch die Nationen laufen und Eng- geistung des Lebens selbst auf völki.che] habe, wie ein afrikanisches Volk von einer Schüler haben keine Politik zu treiben. Da länder vorgeben dürfen, Seite an Seite mit Kreise wirkt, haben wir jüngst dargetan überlegen technisierten europäischen Armee brannte Esmond durch. Er war damals 16 den wilden Kriegern Allahs das Christentum mit den Zitaten aus einem Buche vólkischer überfallen und seiner Selbstbestimmung Jahre alt. Die Familie rang die Hände, denn zu retten? Diese Welt droht an der faschisti- Schriftsteller, die im Interesse der nordi- beraubt worden war...< Den nordischen ein Onkel war der Welt als großer Staats- schen Lüge zu ersticken. Wie lange will die schen Rassenpflegez mehr Geistesfreiheit und Menschen schmerzt die> zunehmende Vermann bekannt. Demokratie, die Mutter der europäischen Geistigkeit forderten. Die Herausgeberin der äußerlichung des Lebens<<, er sucht die Der spanische Bürgerkrieg tobte einige Kultur, ihren Angstschlaf noch schlafen, ehe obigen Hakenkreuzzeitschrift packt die Sache schöpferische Stille< und findet sie nicht Monate, da taucht Esmond in Madrid auf, sie sich erhebt und dem wahnsinnigen Spuk des Geistes vorsichtig von einer anderen mehr:. lernte schießen, ging mit der Miliz an die gebietet?! Front. In Nächten, da der Blutdunst über die Das und noch manches anklagende Wort Olympiade werden unangenehme Fragen aufErde kroch, dachte er an seine pazifistische schrieb der Achtzehnjährige nach London, Zeitschrift. Ein Knabentraum war im Pulver- denn er ist ja noch jung und gläubig und verfaß zerflattert: die Menschheit zu erlösen, in- mag sich nicht vorzustellen, daß der demodem man waffenlos für den Frieden leidet... kratische Teil Europas auf die Dauer mit Jetzt hatte er die Flinte in der Hand. Eine verschränkten Armen zusehen kann, wie böse Zeit, die von Knaben fordert, für den seine besten Söhne von der faschistischen Frieden zu schießen. Blutmaschinerie zerstampft werden. Er schreibt nach Hause: Denkt nicht, ich heißt übrigens mit vollem Namen Esmond sei Militarist geworden. Hier im Guadarrama- Romilly und ist ein Neffe Winston Churchills. gebirge hat der Kampf um den Frieden begonnen. Hier wird für die Freiheit gekämpft. Ohne Freiheit kein Frieden. gehöre zur internationalen Brigade, morgen werde ich bei der englischen Maschinengewehrabteilung sein, die im Norden von Madrid kämpft. Drüben liegen Marokkaner, Legionäre, Söldner aller Farben, deutsche - hüben Sozialiund italienische Faschisten sten und Demokraten aller Länder, Franzosen, deutsche und italienische Emigranten und das spanische Volk. Ich höre, das Duffy mit einigen Blauhemden für Franco unterwegs ist. Ihr wißt, daß England verliert, wenn Franco siegt. Ist es schon so weit: Spanier gegen Spanier, Deutsche gegen Deutsche, Ich K. R. Der rebellierende Geist Welche seelische und sittliche Weiterentwicklung werden die Völker nehmen, wenn ihre geistigen Bedürfnisse immer geringer werden, und wenn außerdem die Kulturschaffenden bald nirgends mehr eine Zuflucht auffinden können. wo die schöpferische Stille ist, aus der allein neue Werke, und die neuen Fuhrerkräfte strömen? Uebertönen nicht Motorenlärm und lautes Prahlen schon jetzt jede Stille in Stadt oder Land? ( Die deutsche Kämpferin). > Aber eben diese unsre stetig sich vervollkommnende Beherrschung des Technischen und des öffentlichen Betriebsablaufs, die während der Berliner Olympiade geradezu auffallend in die Erscheinung trat, hat so manchen unter den von innen her lebenden Deutschen nachdenklich gestimmt. Auf Kosten welcher Lebenswerte setzen wir all unser Können und all unsern Ehrgeiz immer ausschließlicher an die Veräußerlichung unseres Daseins? Wohin rasen wir mit dem Wettlauf der Motoren, die wir heute kaum noch irgend- Hat das deutsche Volk nicht erst vor zwei wo eine Stille finden, die nicht bei Tag und Wochen bei der dröhnenden Dreijahrsfeler der Nacht vom Dröhnen und Surren der Autos Reichskulturkammer mit anhören müssen, und Flugzeuge oder vom Schreien der waren.< drei Funk- Lautsprecher zerrissen wird? welch ungeheure Kulturfortschritte in Messen wir nicht auch der Zahl und der Jahren gemacht, wie die marxistischen Entgeballten Masse eine übergroße Bedeu- artungen beseitigt wurden, Volk und Kunst tung bei?< einander gefunden haben und wie herrlich Das ist viel gesagt und gefragt auf ein- ein neuer Geist in die Halme geschossen sei mal. Man weiß ja, wer durch die Lautspre-( so herrlich, daß die letzten Reste der Kunstcher schreit, man weiß, daß die» geballte kritik verboten werden mußten)?! Und nun Masses nirgends so sehr zur Staffage gehört liest man gleichzeitig in einer HakenkreuzDer Geist wurde drüben seit dem 5. März wie im Dritten Reich. Und es ist auch für den zeitschrift von der zunehmenden Verflachung, Italiener gegen Italiener, Engländer gegen in Acht und Bann gelegt, der dumpfe Stamm- italienischen Bundesgenossen allerhand. Entgeistung, Veräußerlichung, Schreien der Engländer? Armes Europa. Hat es der Fa- tisch- Instinkt und Bierbank- Glauben auf den wenn die meckernde Zeitschrift im gleichen Lautsprecher, lautem Prahlen, Verringerung schismus schon soweit verirrt, daß die Fron- Thron gehoben. Wie beklemmend diese Ent- Atemzuge kritisert, daß die Welt zugesehen der geistigen Bedürfnisse! Reichsaktion der Werkschacen Blaue Jungens Die Fülle der Ausführungsanordnungen zum Göringschen Vierjahresplan die Verbote, Einschränkungen, Gebrauchsanweisungen für Essen und Leben lassen bereits erkennen, daß es zu einer Art von Totalität dieses Kriegswirtschaftsplanes kommen soll, die das ganze Volk in ihren Bann zwingt. Landwirtschaft, Industrie, Handel und Finanzwesen sind so gut wie restlos für die Mobilmachung reglementiert. Als einzige Lücke klafft indes nach wie vor die Lösung der Arbeiterfrage. Die Aufhebung der Freizügigkeit, die Militarisierung der Betriebe und die diktatorische Lohnfestigung sind zwar verfügt worden, aber weder organisatorische noch technische Maßregeln vermögen die Bereitschaft von Millionen arbeitender Menschen sicherzustellen. Das Regime ist sich dieses schwachen Punktes seines Vierjahresplanes durchaus bewußt. Die Bewirtschaftung der menschlichen Arbeitskräfte bleibt nun einmal Seelische Mobilmachung uns dazu hergeben? Und das letztere ist, allerdings nicht zu verneinen! Völlig folgerichtig beendet die>> Deutsche Juristenzeitung denn auch ihren Greuelbericht folKameradschaft gendermaßen. » Nach nationalsozialistischer Auffas sung dürfte die Klarstellung der blutsmäßigen Beziehungen in den meisten Fällen wichtiger sein, als die Aufrechterhaltung einer auf gesetzlichen Fiktionen beruhenden und damit, lebensrechtlich ge sehen, nur scheinbaren Familienordnung. Uns würde es wertvoll sein, endlich zu lagern, die erheblich vermehrt werden sollen. erfahren, welches» Lebensrecht<< diese Ueber ein sog. Reichswerkscharferienlager Das so geschulte Führerkorps wird in eng- Schande eines Jahrtausend haben soll! schreibt» Jungvolk vom Bau<: ster Zusammenarbeit mit der SA aufgestellt. Die besonders organisierte> sportliche< Be>> Die Zahl der Werkscharmitglieder dem Regime durchaus ernst ist, gefährliche ist auf 5000 Mann, darunter acht Spiel- Keile in die Arbeiterschaft zu treiben. Trotz mannszüge, sieben Musikzüge und einen einer strengen Auslese gibt es bereits am Fanfarenzug angewachsen. Dem Führerkorps dieser Stoßtrupps der Betriebe Beginn der Reichsaktion 2010 Werkscharen Ziele und Aufgaben der kommenden mit rund 100.000 Mann. Die praktische AusMonate aufzuzeigen, war der Zweck der bildung erfolgt in den WerkscharenübungsDarlegungen.< H. E. die tätigung soll zu der sallgemein soldatischen Der Widerspenstigen Zähmung > Als Friedrich der Große Schlesien erobert hatte, baute er die strategisch gun-| stigen Stellungen zu Festungen aus, noch heute unerreichbar dastehen. Glatz, Haltung beitragen. In den Ferienlagern Neiße und Silberberg sind Zeugnis der werden die Gedanken des Werkscharentums überlegenen Taktik des Großen Königs, der in die bestmöglichste Form der Arbeits- und um eine Provinz erbitterte Kriege führte und dem es gelang, preußischen Sinn und Urlaubskameradschaft gebracht.<< Die Ferien-» Bank- und Börsenfürsten« unterziehen sich preuß. Stil glücklich mit einer Landschaft lager werden das Erlebnis sein, zu verbinden In Schlesiens schön> aus dem jeder junge Mensch mit neuem Wohlgemut verkündet die Frankfurter ster Festung Silberberg, in der jedes Haus Auftrieb und aktivistischem Willen wieder » fritzisch ist, marschieren heute nicht an seine Arbeitsstätte zurückkehrt.<< mehr die Grenadiere, sondern die jungen Soldaten der Arbeit.<< Während die Werkscharen ursprünglich Das Arbeitertum gibt gleichzeitig kleine nur für die Betriebsarbeit der Jueine politische Willensfrage. Die>> seelische Kostproben der psychologisch gearteten Auf- gend gedacht waren, werden sie jetzt allgeMobilmachung der deutschen Arbeiter für gaben, die den Werkscharen im Betriebe mein als Prätorianergarde der Nazis für die den Krieg und die Kriegswirtschaft wäre übertragen sind, um die> Kameraden gegen Betriebe entwickelt. Sie setzen sich nur noch eigentlich Sache der Deutschen Arbeitsfront, die Kritik des Vierjahresplanes zu immuni- aus den Angehörigen der NSDAP, hauptsächdie indes das ewige Sorgenkind des Führers sieren. Der echte Mutterwitz<, die> Fröhlich der SA, sowie» den besten Arbeitern<< ist. Die Aufgabe ist daher einer Unterorgani- lichkeit, der Sozialismus der Freude in zwischen 18 und 25 Jahren zusammen. sation der DAF, nämlich der» NS Gemein- den Feierstunden, sieht so aus: schaft Kraft durch Freude übertragen worden. In einer neuesten Proklamation heißt es zunächst allgemein: > Ihre Aufgabe ist es, das Arbeitsleben insbesondere seelisch zu erfüllen, nehmen sie sich der Sitten und Gebräuche in den einzelnen Betrieben an, haben wesentlichen Anteil am Ausbau der Betriebsappelle und arbeiten so an der ErschlieBung des Arbeitslebens in vorderster Front mit.<< Zeitung<: der Wasserprobe. >> Die Rheinisch- Westfälische Börse in Düsseldorf hat in Gemeinschaft mit der Deutschen Arbeitsfront( Gau Düsseldorf) eine Schau- Börse veranstaltet, um weiten Volkskreisen einen Einblick in das Tätigkeitsgebiet und den Verlauf einer Börse zu geben. Nach einigen Erläuterungen wurde eine» Börsenversammlung« veranstaltet, zu der dankenswerter Weise. die Düsseldorfer und eine Anzanl auswärtiger Bankfirmen ihre Börsenvertreter entsandt hatten. Nach der Feststellung der Kurse für eine Reihe von Wertpapieren führte einer der Kursmakler an Hand von Beispielen die Errechnung der Kurse vor. Im Anschluß hieran wurde der Handel in Kuxen und der Ablauf einer Wertpapierversteigerung gezeigt.<< Je nun sie habens auch notwendig ge>> Bietet doch das große politische Geschehen unserer Tage eine unerschöpfliche Fülle gewisser Zeiterscheinungen, groteske Splitterchen neben dem großen Aufbruch. Wer kennt nicht noch den Butterhamsterer, wer kennt nicht den Gerüchtemacher? Das sind die Dinge, die die Werkschar in der fröhlichen Feierstunde, im Betriebe ver- So schließt sich allmählich der Kreis des habt! Wie soll man dem> Sozialismus der wendet. Oder die KDF- Reise, die jedesmal neuen Kriegswirtschaftsplanes enger um den dummen Kerle<<, den Bestand unfreiwilliger Komik erheblich deutschen Arbeiter. Die Unternehmer und beikommen? Die bereichert. Mit diesen Dingen, zu denen diktieren den Lohn, die» Bank- und Börsenfürsten< bekannter Frickdie Betriebsgefolgschaft lebendige Bezie- ihre Treuhänder hungen hat, läßt sich eine lustige Stunde Reichsanstalt für Arbeitseinsatz bestimmt den scher Gesetzesinitiative haben bewiesen wunderbar ausfüllen.<< Arbeitsplatz, der Führer des Reichsnährstan- einer Art Wasser- oder Eisenprobe daß es Abgesehen von dem unfreiwilligen Witz des kontingentiert die Hungerration und die bei ihnen eigentlich ganz ohne die>> jüdische >> Es wäre verfrüht, heute schon die Or- über die KDF- Reisen, der offenbar keine Zen- Werkscharsöldlinge besorgen die seelische Er- Weltverschwörung<< zugeht. Immerhin, es hat ganisationen der> NSG Kraft durch Freu- sur passiert hat, sollen die Werkschar- Komi- schließung des Arbeitskameraden. > Aufgabe der> NS Gemeinschaft Kraft durch Freude« ist es insgesamt, das Volk auf allen Gebieten, die zur Lebenskultur nach neuer Anschauung gehören, zu aktivieren, seine Kräfte zu wecken und sie zu fruchtbarem Einsatz für die Allgemeinheit zu bringen.<< Die bevorstehende Erweiterung des Aufgabenkreises, wie sie in Ergänzung des Vierjahresplanes beabsichtigt ist, wird bereits angedeutet: de< als endgültig zu bezeichnen, sie ist ker die Tagesnöte ihrer Kameraden ins Lä- Die deutschen Arbeiter waren bisher mit noch im Wachsen begriffen und es steht So fängt die Reichsak- den bekannten Achtgroschenjungen fertig geaußer Zweifel, daß sie in Zukunft noch cherliche ziehen. manchen wichtigen Ausbau erfah- tion an. worden, sie werden sich den> blauen< Junren wird.<< Die groß angelegte Organisation gens< entsprechend erschließen. Also AchDer Aufbau von» Kraft durch Freudec, der Werkscharen läßt indes erkennen, daß es tung: Die Werkschar kommt! deren Mitarbeiter amtlich mit 100.000 Funktionären beziffert werden, zeigt jetzt folgende Gliederung: 1. Reisen, Wandern, Urlaub; 2. Volkssport; 3. Schönheit der Arbeit; 4. Werkscharen; 5. Feierabend; 6. Volksbildungswerk. Es ist kein Zufall, daß die Werkscharen keine selbständige direkte Unterabteilung der DAF geblieben sind, sondern losgelöst von der sog.>> Sozialarbeit<< ausschließlich der» NSG Kraft durch Freude< zugeteilt werden. Die DAK v. 15. November aktion der Werkscharen« an. Gleichzeitig wird im> Arbeitertum< vom 1. Dezember auf die besondere Mitwirkung der Werkscharen auf dem Nürnberger Parteitag 1936 verwiesen, Mutterschutz unter Ariern schen Verwüstungen, Wann darf sicherlich stellers befürwortete, so muß ihm hier unbedingt Recht gegeben werden<<. Die stilistische Fassung dieses wahrhaften Greuelberichts in der Fachzeitschrift der Lieber unehelich als jüdisch > deutschen Rechtswahrer« läßt gewiß zwiman die eigene Mutter prostituieren? schen den Zeilen erkennen, wie beschämend Die> Deutsche Juristen- Zeitung verbrei- der Komplex auch in der gleichgeschalteten tet sich in ihrer letzten Nummer, ohne mit» Zunft« wirkt und wie der Verfasser durch der Wimper zu zucken, über die folgende besonders gute Zensuren, die er den in den kündet überdies im Leitartikel» Die Reichs- Schamlosigkeit, die in der Kette der morali- Fällen verantwortlichen Gerichten erteilt, über Beklemmungen und Hemmungen sitteine licher Art, die sich da bei diesem oder jenem braunen Talarträger doch noch angesichts dieser Moralkatastrophe regen könnten, hin> Es mehren sich die Fälle, daß Klage auf Feststellung einer be- wegkommen möchte. Aber macht das nicht stimmten Abstammung bezw. eigentlich die Angelegenheit selbst, deren Nicht- Abstammung erhoben wird, tatsächlicher Befund ja dadurch nicht wegvor allem, wenn es um den Nachweis geht, eskamotiert wird, noch schauerlicher und daß ein rechtlich als Vater geltender Jude schandbarer? Fest steht also, daß man in oder Nicht- Arier nicht der Erzeuger des Klägers ist. Mit einem Fall dieser Hitlerdeutschland jetzt auch die Gerichte zur Art hatte sich kürzlich das OLG. Stettin Prostituierung der eigenen Mutter benutzen und das LG. Stargard zu beschäftigen. Der kann, wenn das irgend einem Schuft VorKläger war der Sohn einer unverehelich>> die nicht als dekorativer Rahmen zu werten ist, sondern sie ist das Zeugnis gewesen für die Disziplin und Zielbewußtheit, mit der die blauen Jungens ihren Weg in der Gestaltung der deutschen Betriebe gehen. » Der Führer hat immer recht.< Das ist der Kampfruf der deutschen Werkschar.< Die DAK meint, daß die Wesensbestandteile der Werkscharen bisher völlig verkannt worden seien. Man hätte in ihnen zu unrecht nur einen> Feiergestaltungsverein< erblickt. Inzwischen hätten sie jedoch in» stiller und unermüdlicher Kleinarbeit<< und im Aufbau ihrer Formationen die neue Marschrichtung vorbereitet. An die Stelle des Lippennationalsozialismus solle hier die Tat gesetzt werden. Pflichterfüllung heiße künftig für die Werkscharen:» unaufhörlicher Einsatz, immer wachen Aktivismus«. Noch deutlicher wird im Rechenschaftsbericht erklärt: » Ich kann Ihnen melden, mein Führer, daß die Sicherheit und der Friede in den Betrieben nicht nur für normale Zeiten garantiert sind.<< Das Ziel der Reichsaktion soll sich nicht darin erschöpfen, ein Werkstück, eine Kurbelwelle, einen Fräskopf, ein Auto oder einen Eisenbahnwaggon zu fertigen, das Zeugnis deutscher Werkmannsarbeit< ist das Programm: Kameradschaft der Arbeit. neue mit dem Die Naziorganisationen haben Einsatz des Vierjahresplanes eine säuberliche Arbeitsteilung in den Betrieben organisiert. Ist es Aufgabe der NSBO, der Betriebswalter und der Vertrauensräte die Rolle der Gefolgschaftspolizei zu spielen, so wird es Sache der Werkscharen werden, künftig die Belegschaften> kameradschaftlich zu durchsetzen, soweit auflehnende Elemente sichtbar werden, zu zersetzen. Die militärische Schulung wird seit Monaten eifrig betrieben. Im Bericht eines Gauappells, Düsseldorf, heißt es: Art Ehrenplatz verdient: teren Ehemann seiner Mutter ähnlicher Art hatte sich das OL. Hamburg in vier Jahre gedauert, bis es zu diesem Gottesurteil von Düsseldorf kommen durfte; unterdessen ist mit dem Blödsinn, den man hier der Lächerlichkeit offenbar preisgeben wollte, eine große Nation ins Unglück gestoßen wor den. Vertiefung des G'aubens > Dr. Meinshausen in der Hochschule für Politik:... Die von manchen Seiten geforderte Trennung von Erziehung und Unterricht sei ein Nonsens, denn der nationalsozialistische Staat erstrebe den gemeinsamen harmonischen Zusammenklang von Schule, HJ und Elternhaus( Dreiklang der GeistesNacht).. Aus diesem Grunde wandte sich Dr. Meinshausen gegen die Uebertreibung bei der Geschichtsumwertung( Reichstagsbrand?)... Die Staatsbürgerkunde insbesondere solle das Wissen zur Vertiefung des Glaubens an den Nationalsozialismus teln...( DAZ). vermitNeuer Vorwärts Gozialdemokratisches Wochenblatt Herausgeber: Ernst Sattler; verantwortlicher Redakteur: Wenzel Horn; Druck:> Graphi as; alle in Karlsbad. Zeitungstarif bew. m. P. D. Zl. 159.334/ VII- 1933. Printed in Czechoslovakia. ( 5.40). Deutschland Mk 0.25( 3.-), Estland ten Frau, die sechs Jahre nach seiner Ge- teile der Karriere oder des Büdchentriebs im verschafft. burt einen Juden geheiratet hatte. Bei der Interesse des> Rassenschutzes<< Eheschließung hatte dieser den Kläger als Feststeht, daß man den Richter, der heute von ihm erzeugt zum Heiratsregister be- das> Hoheitsabzeichen des Dritten Reiches kannt gegeben. Da der Ehemann inzwischen Der» Neue Vorwärts«, kostet im Einzelverstorben ist, richtete der Kläger gegen an seinem Talar trägt, zwingen kann, im seine Mutter den auf Paragraph 640 Familiärsten zu wühlen, und wenn es sich verkauf innerhalb der CSR Kč 1.40,( für ein ZPO gestützten Klage auf Feststel- auch um Dinge handelt, die Generationen Quartal bei freier Zustellung Kč 18.-) Preis lung, daß er nicht von dem spä- zurückliegen. Fest steht, daß man die eigene der Einzelnummer im Ausland Kč 2.-( Kč 24. für das Quartal) oder deren Gegenwert erzeugt sei. Hier haben beide Gerichte Mutter heute vor deutschen Gerichten ähn- in der Landeswährung( die Bezugspreise für diese Klage, entgegen der bisherigen Recht-| lich durch den Mob Spießruten laufen lassen das Quartal stehen in Klammern) Argentinien sprechung des RG., für zulässig er- darf, wie man noch vor gar nicht langer Zeit Pes. 0 30( 3.60), Belgien: Belg. Frs. 2.45( 29.50) klärt. Mit einem weit schwierigeren Fall Mädchen und Frauen, eskortiert von SS- Bulgarien Lew 8.-( 96) Danzig Guld 0.45 zu befassen. Hier handelte es sich nicht um Banditen,» auf die Tour schicken« konnte, E. Kr. 0.22( 2.64). Finnland Fmk. 4.-( 48.-), die Wiederherstellung eines früheren, biolo- um den Hals das bekannte Schild,» Ich bin Frankreich Frs. 1.50( 18.-). Großbritannien gisch richtigen Familienstandes, sondern eine Judensau!<< Bisher war es bei der ein- d 4.-( Sh. 4.-). Holland Gld 0.15( 1.80) Itaum die Feststellung, daß der als ehelich zelnen abscheulichen Privatleistung eines ver- lien Lir. 1.10( 13.20). Jugoslawien Din 4.50 ( 54.-). Lettland Lat. 0.30( 3.60). Litauen Lit. geborene Antragsteller in Wahrheit einer kommenen deutschen Literaten, des Bronnen, 0.55( 6.60) Luxemburg B Frs. 2.45( 29.50), außerehelichen( hier überdies rassenentstamme. Die geblieben, der sich, um in die» Reichskultur- Norwegen Kr. 0.35( 4.20). Oesterreich Sch. gleichen) Zeugung sofern kammer« des Herrn Göbbels endlich Klagemöglichkeit konnte hier ein- 0.40( 4.80). Palästina P Pt 0.020( 0.216), man noch Paragraph 1593 BGB in vollem gehen zu können, in einer öffentlichen Er- Polen Zloty 0.50( 6.-). Portugal Esc. 2.( 24.-). Rumänien Lei 10.-( 120.-) SchweUmfang als geltendes Recht betrachtet klärung gegen die Ehrbarkeit seiner Mutter den Kr 0.35( 4.20). Schweiz Frs. 0.30( 3.60), in Frage gestellt sein; kann doch nach dieser Vorschrift die Unehelichkeit eines wenden durfte, sie beschuldigend, sie habe Spanien Pes 0.70( 8.40). Ungarn Pengö 0.35 Kindes nur geltend gemacht werden, wenn außer ihrem rechtmäßigen jüdischen Mann( 4.20). USA 0.08( 1.-). der Mann die Ehelichkeit angefochten hat noch ein» Verhältnis< mit einem treudeut- Einzahlungen können auf folgende Postscheckkonten oder, ohne das Anfechtungsrecht verloren erfolgen: Tschechoslowakei: schen und arischen Volksgenossen gehabt; zu haben, gestorben ist. Letzteres traf in Zeitschrift Neuer Vorwärtse Karlsbad Prag dem Hamburger Fall, der allerdings nur und er, der Bronnen, sei eben dessen und 46.149. Oesterreich:» Neuer Vorwärtse Karlsim Armenrechtsverfahren vom OLG. ge- nicht das Produkt des>> Fremdstämmlings<. bad. Wien B- 198.304. Polen: Neuer Vorwärts< würdigt worden ist, zu. Wenn das OLG. Jetzt steht hinter der bodenlosen Schmutzig- Karlsbad. Warschau 194.797. Schweiz: Neuer im Gegensatz zur bisherigen Rechtsprechung keit und Gemeinheit dieses Bronnen ganz of- Vorwärtse Karlsbad Zürich Nr. VIII 14.697. die Zulässigkeit der PersonalstandsUngarn: Anglo- Čechoslovakische und Prager fiziell die deutsche Justiz! Sie kann sich Creditbank Filiale Karlsbad Konto> Neuer klage nach Paragraph 640 ZPO jedenfalls für die negative Feststellung( daß der freilich darauf berufen: wenn schon Vorwärts Budapest Nr. 2029. Jugoslawien: Antragsteller nicht aus der Ehe der Rassengesetze und wenn schon der ganze Anglo- Čechoslovakische und Prager CreditAntragsgegnerin seiner Mutbank. Filiale Belgrad. Konto Neuer VorNürnberger Zauber nun ja, sind wir dann wärtss. Beograd Nr. 51 005. Genaue Bezeichter hervorgegangen sei) auch gegen die Mutter des Antrag nicht in jedem Betracht konsequent, wenn wir nung der Konten ist erforderlich.