Neuer Vorwärts Sozialdemokratisches Wochenblakk Verlag: Karlsbad, Haus„ Graphia" Preise und Bezugsbedingungen siehe Beiblatt letzte Seite Nr. 184 SONNTAG, 20. Dez. 1936 Aus dem Inhalt: Das Urteil von Chur Europäische Kriegsgefahr Der japanische Freund Kriegsabitur Kriegswinter ohne Krieg Die Leiden des deutschen Volkes unter der Diktatur Das deutsche Volk erlebt einen echten,| Aehnlichkeit mit den letzten Kriegswintern, sie erregte. Es war eine Generalleidensvollen Kriegswinter. Er ist ihm von nicht im klaren ist. der Diktatur auferlegt worden. Hier ist keine Rede von unentrinnbaren Notwendigkeiten, von Zwangslagen, die jeden, der dankt das deutsche Volk der willkürlichen, planmäßig, zielbewußt herbeigeführt worden. Es sind gewollte Leiden- geDie gewaltige Ausdehnung, die die Grippe Epidemie in Deutschland zum Aber ist es denn wirklich ein Kriegsprobe des Verschweigens wich- winter ohne Krieg, den das deutsche Volk tigster politischer Tatsachen. In welcher jetzt durchlebt? Hallt nicht die Welt wider seelischen Verfassung wird sich auf die vom Kriegslärm in Spanien? Werden nicht Dauer ein Volk befinden, das mit solchen in Deutschland die Fliegerbomben fabriregiert, zu gleichen Schritten zwingen wür- gefunden hat, beruht auf der langsamen, Mitteln in unwürdiger Unwissenheit gehal- ziert, mit denen in Madrid Frauen und aber sicheren Schwächung durch den be- ten wird? Die letzten Kriegsjahre des Kinder ermordet werden? Schickt nicht den. Was heute in Deutschland ist, ver- hördlich angeordneten Mangel. Die deut- Weltkrieges in Deutschland geben darauf das braune System Formationen den spafreiwilligen Entscheidung seiner Regie- sche Medizin bemüht sich, dem Volke die eine Antwort. Damals nahm ein großer nischen Rebellen zu Hilfe, die Franco und rung. Seine Leiden sind nicht wie eine Na- wohltätigen Wirkungen der Nahrungsmit- Teil der Bevölkerung ohne weiteres an, daß Genossen> blonde Mohren< nennen, turkatastrophe hereingebrochen. Sie sind telknappheit und der fleisch- und fett- jede amtliche Nachricht erlogen sei, weil Unterschied von den braunen Mohren, die armen Ernährung vorzureden wie im sie amtlich sei. Nach dieser Generalprobe sie aus Marokko beziehen? Treffen nicht Kriege- aber die Natur widerlegt die des Schweigens erhebt sich übrigens die schon wieder in Hamburg VerwundetenZweckargumente der gleichgeschalteten Frage: Wenn das System in der Lage ist, transporte aus Spanien ein und führt nicht Wissenschaft. so wichtige, die ganze Welt berührende das System selbst einen brutalen AusrotDie Propagandakünste aber Dinge zwei Wochen lang dem deutschen tungskrieg gegen alle, die sich ihm nicht die Methode der Zweckerzählungen hier Volke zu verschweigen, was kann es schweigend unterwerfen wollen, brutaler und des Schweigens da übertreffen dann alles mit dieser Methode der dirigier- als jemals ein Kriegsfeind gegen fremde Wenn man die aus Deutschland einlau- alles, was auf diesem Gebiet in den letzten ten Wahrheit dem Volke erzählen? Völker vorgegangen ist? fenden Berichte überblickt, die sich mit der Kriegsjahren geleistet worden ist. Das Pro- Von der Verschweigung weltwichtiger TatErnährungslage, mit der Wohnungsfrage, pagandaministerium hat gerade jetzt dem bestände bis zur Erfindung weltwichtiger schied gegenüber den Kriegswintern 1916deutschen Volke eine Lektion über das Tatbestände ist nur ein Schritt. Es ist 1917 und 1917/1918. Damals gab es im mit der Bekleidung und dem GesundheitsWesen der dirigierten Wahrheit erteilt. Es alles schon dagewesen. Als im Herbst 1918 deutschen Volke wenigstens noch einen zustand der Bevölkerung beschäftigen, so die entrollt sich ein Bild, das verzwei- hat zwei Wochen lang der Presse völliges der Führer der preußischen Konservativen, Ausblick und eine Hoffnung mit den Schweigen verordnet über die mit der Ab- Heydebrand v. d. Lasa, über die wahre Hoffnung auf Frieden. Die deutletzten Kriegswintern des dankung des englischen Königs zusammen- Kriegslage unterrichtet wurde, rief er aus: schen Kriegswinter von heute aber lassen Weltkrieges hat. Die großen Paral- hängenden Vorgänge. Das deutsche Volk Wir sind belogen und betrogen worden!< keinen Raum für diese Hoffnung; denn lelen zwischen den letzten Kriegswintern hat volle zwei Wochen lang nicht erfahren Und das sagte ein Systemmann von da- sie dienen der Vorbereitung des und der heutigen Lage auf dem Gebiete dürfen, was die ganze Welt wußte und was mals! wollt nicht vom Volke, aber von seiner Regierung. Sie sind der Preis, den die deutsche Regierung für ihre Politik der Kriegsvorbereitung zahlt nicht auf ihre Kosten, sondern auf Kosten des Volkes. felte Aehnlichkeit der Finanzwirtschaft und der Währung werden äußerlich nicht ohne weiteres sichtbar. Aber ihre Rückwirkungen auf die Lebenshaltung des Volkes lassen sich nicht verbergen, sie gehen ins Massenbewußtsein ein. Achtstundentag Dennoch ist ein entscheidender UnterKrieges. das war einmal! Furchtbare Ueberarbeit im Baugewerbe es sich um zu 30 in der Woche im Baugewerbe keine sind. Aus Südwestdeutschland Mit nationalistischen Redensarten las- Von den kulturellen Errungenschaften der einer Verlängerung der Arbeitszeit erhob.| nicht die 60- Stundenwoche, sondern die 108sen sich Hungernde auf die Dauer nicht Arbeiterbewegung geht ein Stück nach dem Gleich darauf kam die Neuregelung im Bau- Stundenwoche bedeuten, wenn man es abspeisen, und selbst der brutalste Terror anderen hin. Der Achtstundentag, der am gewerbe. So muß jedermann sehen, wohin die wörtlich nimmt. Allerdings ist schwer festwird wirkungslos, wenn physischer Zusam- 10. November 1918 durch die berühmte Ver- Reise geht. Das Geld, das die großen Scharf- zustellen, was sich ein sogenannter Treuhänmenbruch ein Volk zur Verzweiflung ordnung der Volksbeauftragten proklamiert macher in der NSDAP anlegten, macht sich der beim Erlaß seiner Verordnungen eigenttreibt. Es gibt Symptome genug aus wurde, war schon zur Zeit der Republik Ge- immer besser bezahlt. lich gedacht hat. Tatsache ist jedenfalls, daß Deutschland, die es erkennen lassen, daß genstand ständiger Kämpfe zwischen Arbei- Wie lange die Arbeitszeit ist, die jetzt im die Praxis im Baugewerbe schon längst über das Land rasch katastrophalen Zuständen tern und Unternehmern. Nachdem die Arbei- Baugewerbe für zulässig gehalten wird, läßt die 60- Stundenwoche hinausgeht. So wird uns entgegentreibt. Den Kommandeuren mag ter niedergeschlagen waren, begann man die sich nun nicht ohne weiteres feststellen. Nach aus Sachsen berichtet, daß Ueberstunden bis es tiefe Befriedigung bedeuten, daß wenig- sozialen Einrichtungen, die in den Jahren den Zeitungsberichten handelt stens planmäßig und geordnet der Schmache entstanden waren, eine nach einen Ersatz der 48- Stundenwoche durch die Seltenheit gehungert wird seit den Boxheimer Do- der anderen abzubauen. Nun ist es soweit, 60- Stundenwoche, des Achtstundentages durch wird uns berichtet, daß beim Bau eines grokumenten ist bekannt, daß sie ihr Regime daß auch diese Frucht des>> Novemberverbre- den Zehnstundentag. Der Wortlaut der Ver- Ben Militärlazaretts Tag und Nacht und am als ein Regime der Ueberorganisation des chens«<, der Achtstundentag, stückweise be- ordnung, die vom Treuhänder der Arbeit für Sonntag gearbeitet wird. Die Zuschläge für Hungers von vornherein angesehen haben seitigt wird. Durch eine Neuregelung im Brandenburg als dem Sondertreuhänder für Nacht- und Sonntagsarbeit werden nicht gedem leidenden Volke aber ist anders zu- Baugewerbe wird für» dringliche Bauten das Baugewerbe im ganzen Reich erlassen ist, zahlt. mute. Die den Weltkrieg bewußt miterlebt welche werden nicht» dringlich<< sein? die läßt jedoch noch eine andere Auslegung zu. haben, Männer und Frauen, blicken um 48- Stundenwoche abgeschafft. Zwar soll die Der§ 3 besagt: sich und stellen fest: alles wie da- Mehrarbeit grundsätzlich als Ueberarbeit gel>> Der Betriebsführer kann in dringenden schon auf dem Wege zur Verwirklichung, ten, doch ist und darin liegt die besondere Fällen Mehrarbeit bis zu 60 Stunden gleichviel, was sich der Treuhänder bei der Tücke innerhalb von acht Wochen ein Ausgleich möglich in der Weise, daß die Ueberstunden gegen verlorengegangene Schlechtwetterstunden verrechnet werden können. mals. wird. Die Arbeiter arbeiten bis zu 100 Stunden die Woche ohne einen Pfennig Zuschlag. Die Ueberhundertstundenwoche ist also wöchentlich und zehn Stunden täglich Abfassung seiner grausen Verordnung geanordnen.<< Das Urteil von Chur Auf den Plätzen in den Städten stehen Einrichtungen, um die Bevölkerung zum dacht hat. Vielleicht ist die zweideutige Opfern anzuregen so wie man im Weltkrieg in Deutschland überall für 10 PfenDas würde nicht den Zehnstundentag, son- Fassung sogar absichtlich gewählt, um den nige den» Eisernen Hindenburg<< nageln Da die Löhne im Baugewerbe längst eine dern den Achtzehnstundentag, und wahren Stand der Dinge zu vernebeln. konnte. Abschraubkommissionen, gebildet sinkende Tendenz zeigen, wird sich das breite von Hitlerjugend und SA, ziehen umher Loch, das in den Achtstundentag gerissen ist, und schrauben Türklinken und Ofentüren sehr schnell erweitern. Die Arbeiter werden ab, beschlagnahmen Küchengeräte, Tür- sich nach Ueberstundenarbeit drängen, um und Treppenverzierungen, Dachrinnen und durch sie einen gerade noch erträglichen LeWer drückte Frankfurter den Revolver in die Hand? Aschenbecher. Soldaten sammeln Woll- bensunterhalt herauszuholen. sachen, während die Bevölkerung schon Daß es sich keineswegs nur um eine vor- David Frankfurter wird den töd-| des reichsdeutschen Rundfunks von der längst auf Textilersatzstoffe verwiesen übergehende Ausnahmeregelung handelt, be- lichen Schuß, den er auf einen Vertreter Rede erfahren, in der ihm einer der angeweist die Vorgeschichte dieses Angriffs. Als des braunen Systems abgegeben hat, mit sehensten Rechtsanwälte der Schweiz die Die notwendigen Nahrungs- vor einiger Zeit der Reichsminister Frank seinem Leben bezahlen. Denn daß dieser Maske vom Gesicht riß. Die servile Presse erklärte,»> wir werden unsere tuberkulöse junge Mann nach achtzehn hat auf Befehl Dr. Curti spaltenlang mittel werden immer knapper. in München Auch hier ist der Kriegsersatz wie- Währung nicht abwerten, aber wir werden Jahren den Kerker lebendig verlassen wird, beschimpft, sie hat in unzähligen Abwandder auferstanden. Das dauernde Sinken die Arbeit aufwerten«, so wußten viele noch ist wenig wahrscheinlich. Die Richter ha- lungen versichert, daß er nichts als Märdes Reallohnes verschlechtert den Ernäh- nicht, was dieser dunkle Ausspruch zu bedeu- ben dem Buchstaben des Gesetzes genügt. chen, Lügen und Verleumdungen vorgeaber keine einzige Zeitung rungszustand immer ten habe. Deutlicher wurde man auf dem Wer jedoch mit dem Willen zu einer höhe- tragen habe, der Bevölkerung mehr. Dazu kommt der absolute Mangel Goslarer Bauerntag, wo man eine Verlänge- ren Gerechtigkeit an den Fall herantritt, hätte es wagen dürfen und hat es gewagt, vor allem an Fettstoffen der sich rung der Arbeitszeit in der Industrie ver- wird finden, daß der wirklich Schuldige auch nur eine Zeile von dem zu bringen, worin diese Märchen, Lügen und Verleumauf die Dauer gefährlich auswirken muß. langte, um den Zug der Landarbeiter nach weit im Hintergrund geblieben ist. Dieser Schuldige hat selbst den deut- dungen bestanden haben sollen. Die serSeit der Einführung des Listensystems für der Stadt aufzuhalten. Schließlich war es der den Verkauf von Fett und Butter, das im Präsident der Reichsanstalt für Arbeitsver- lichsten Beweis seines Schuldbewußtseins vile Presse erklärt mit einem Gleichklang, Prinzip auf die Wiedereinführung der mittlung und Arbeitslosenversicherung Sy- gegeben, indem er die Stimme der Anklage der wenig kurzweilig wirkt, die Rede CurFettkarte hinausläuft, gibt es nieman- rup, der in der» Deutschen Wirtschaftszei- unterdrückte. Nicht ein Wort durften die tis sei sehr langweilig gewesen. Sie mag den mehr, der sich über die verzweifelte tung« ganz allgemein die Forderung nach reichsdeutschen Zeitungsleser, die Hörer freilich den schon Unterrichteten nicht allzu viel Neues gebracht haben. Für reichsdeutsche Leser jedoch wäre sie eine Kette aufreizender und aufpeitschender Enthüllungen gewesen. Das konnte das schuldbewußte System nicht ertragen und deshalb mußte der sachliche Bericht über die Ausführungen Curtis durch Anpöbelungen seiner Person ersetzt werden. Die europäische Gefahr Der Völkerbund und der spanische Bürgerkrieg Die Hauptstadt eines Mitgliedstaates des verwandelt, Völkerbundes ist in Ruinen Hunderte und aber Hunderte von Frauen und Kinder dieser Hauptstadt sind ermordet worden unter der Führung rebellischer Generale, von der Luftwaffe von Staaten, die in der Tat den Krieg entfesselt haben und die den Krieg fortsetzen, während man noch von der Aufrechterhaltung des Friedens spricht. Die Sitzung des Völkerbundrates vom klage gegen diese Ungeheuerlichkeit berich12./13. Dezember, die sich mit der spani- tet: Das deutsche Volk soll nicht erfahren, schen Frage befaßte, war ein neues Sympin welcher Weise Menschen zur Verzweif- tom für den Verfall des internationalen lung getrieben werden, es soll nicht wis- Rechts in Europa wie für die Aushöhlung sen, wer in Deutschland den Mord zu des Völkerbundpaktes durch die großen einem Mittel des politischen Kampfes ge- Völkerbundsmächte selbst. Der Völkerbund macht hat. Es soll glauben, das seien die ist beiseite geschoben. Was vorliegt, ist das Juden gewesen, und die Juden seien es ge- Bemühen der französischen und der engwesen, die Frankfurter» den Revolver in lischen Regierung, einen kriegerischen die Hand gedrückte hätten. Konflikt zu lokalisieren mit Mitteln, die Es waren aber keine Juden, die den niemals in Einklang zu bringen sind mit politischen Mord nach Deutschland brach- dem Sinn des Völkerbundpaktes und mit ten. Nicht Juden haben Erzberger, der Idee der kollektiven Sicherheit. Der Eisner, Gareis, Rathenau ermor- Verfall der Ideologie des Rechts, die den det, auf Scheidemann und Harden europäischen Frieden sichern sollte, macht gefährliche Mordanschläge verübt. Nicht reißend schnelle Fortschritte. Der Krieg ist also da, der internationale den, daß Hunderte von Städten das Geschick von Carthagena und Alicante erfahren haben würden; aber offiziell würde der Friede nicht gestört worden sein. Und wenn die spanische Regierung geglaubt hat, die schwere Verantwortung auf sich nehmen zu müssen, die Einberufung des Völkerbundsrates zu verlangen, so hat sie es gerade getan, um auf die feierlichste Form ihren festen Entschluß zu bekunden, sich für ihren Teil dieser paradoxen und mörderischen>> Friedenspolitik« entgegenzustellen. Erlauben Sie mir, daran zu erinnern, time Regierung anerkannt worden, durch Rebellen die Blockade über die RegieKrieg auf spanischem Boden. Wir haben in welche Tatsachen die spanische Regierung diesen letzten Tagen gesehen, wie die Rebel- vor sich hatte, als sie die Einberufung des Rates verlangte. In erster Linie waren die len infolge der Niederlage der soeben durch schen Truppen sich auf die Hilfe neuer spanischen Rebellen Juden haben den General Schleicher, Aus dieser Sitzung hob sich von den Kontingente vorbereiten, die sie selbst zwei europäische Großmächte als eine legiseine Frau, Gregor Strasser, Klau- ausweichenden Erklärungen der französi- die> blonden Mohrens nennen. Darüber Deutschland und Italien. Alsbald sener, den österreichischen Kanzler schen und englischen Vertreter die Rede hinaus muß man sich darauf gefaßt machen, Dollfuß und viele andere politische des spanischen Außenministers Alvarez daß in den Angriffen gegen Madrid Gift- nach dieser Anerkennung drohte der Chef der Gegner erschossen. Nicht Juden waren del Vayo ab. Diese Rede zeichnete die gas, das in den letzten Tagen schon gees, die in Potem pa vier Mann hoch über Problematik der heutigen europäischen braucht worden ist, weiter angewandt worden rungshäfen zu verhängen. Zur gleichen Zeit einen Schlafenden herfielen und ihm die Lage ohne Verhüllung. Wir geben die fol- ist und daß die Beschießung der Arbeiter- wurden Seeangriffe an verschiedenen Punkten Kehle zertraten. Nicht Juden waren es, genden Stellen daraus wieder: die die verurteilten Mörder feierlich als ihre Kameraden begrüßten und sie aus dem Gefängnis befreiten. Nicht Juden ermordeten den Professor Lessing und den Ingenieur Formis auf tschechoslowakischem Boden. Nicht Juden waren es, die unseren Hannes Stelling in viehischer Weise abschlachteten, die unseren Husemann, Fechenbach, Sachs und ungezählte andere brave und hochgesinnte Männer in Konzentrationslagern und Gefängnissen einen blutigen Tod sterben > Schon im September habe ich die Ehre gehabt, von der Tribüne der Völkerbundsversammlung die Gefahr für den Frieden anzukündigen, die einer neuen Form des Angriffs entspringt. Diese Form erlaubt einem Staate, tatsächlich den Krieg zu beginnen ohne vorhergehende Erklärung, indem er zunächst eine innere Rebellion provoziert und ihr dann militärischen Beistand leistet. Zur selben Zeit trug ich der Beharrlichkeit der spanischen Küste durchgeführt von viertel immer heftiger wird, weil man verSchiffen, deren Nationalität nicht sucht, durch die Panik das Resultat zu erziekonnte. Zwei len, das man mit anderen Mitteln nicht errei- festgestellt werden Kriegsschiffe der Regierung sind am Eingang Es würde so unnütz wie gechen konnte. fährlich sein, diese Situation weiterhin nicht des Hafens von Chatagena von zwei Unsehen zu wollen und auch nicht das, was für terseebooten angegriffen worden, ebenfalls von unbekannter Nationalität. Dies Zusammentreffen von Umständen hat die spanische Regierung fürchten lassen, daß die internationalen Konsequenzen der spanischen Militärrevolte eine für den Frieden von Europa besonders bedrohliche Wendung nehmen könnten. Die spanische Regierung den Völkerbund an noch Schlimmerem eintreten könnte: Daß er nämlich durch sein Schweigen und seine Passivität die Ausdehnung des Krieges ermöglicht. Es ist wahr, daß man sich einen europäiwerden. Andere demokratische Länder, die was möglich ist, damit der Völkerbundspakt spielen könne, zumindesten für die Aufrechterhaltung des allgemeinen Friedens. Da die präventive Wirksamkeit des Paktes, von der man in der letzten Zeit so viel gesprochen hat, den Angriff nicht hat verhindern können, wenigstens den allgemeinen Brand vermeiden, der jeden Tag drodie Ratssitzung gefordert hat, so einzig ließen. Unter denen, die diese grausamen Rechnung, mit der man von verschiedenen schen Frieden vorstellen könnte, der das Er- hat es für ihre Pflicht gehalten, alles zu tun, Taten verübten, war kein Jude. Viele Ju- Seiten den unwiderleglichen Beweis meiner gebnis einer Politik fortgesetzter Kapitulatioden waren unter den Opfern. Anschuldigungen verlangte. Diese Beweise nen vor dem Angriff der Kräfte der ZerstöEs waren auch nicht die Juden, die besaß die spanische Regierung. Sie waren rung und des Krieges sein würde. Nachdem es Deutschland und Italien gelungen Frankfurter» den Revolver in die Hand schon enthalten in den Noten, die wir an die sein würde, Spaniens Herr zu werden, wobei drückten. Das waren diejenigen, die Mitglieder des Nichtinterventionsausschusses sie von der Gelegenheit profitieren würden, durch ihre barbarische Judenhetze die in London gesandt haben und die in unserem Stimmung schufen, aus der diese Mordtat Weißbuch wiedergegeben waren. Heute sind um für sich die Balearen und vielleicht noch dessen Opfer Spanien ist, so möge sie andere interessante Seestützpunkte zu beentsprungen ist und die in unermeßlicher diese Beweise derart geworden, daß niemand Zahl Vorbilder für sie geliefert haben. ernstlich an der Realität der Tatsache zwei- halten, sei es im Mittelmeer, sei es im AtlanAllerdings muß gerechterweise hinzuge- feln kann. Im September habe ich auf jenen tik, könnte das Spiel anderswohin übertragen hender wird. Wenn die spanische Regierung fügt werden, daß Frankfurter in einem tragischen Beweis hingewiesen, den die Tauwichtigen Punkt seinen Vorbildern nicht sende von jungen Menschen bilden, die in den gleichermaßen als gefährliche Herde der Ver- deshalb, weil in der Tat bereits gefolgt ist: er ist nach seiner Tat nicht Laufgräben der Freiheit als Opfer der faschi- wirrung und internationaler Schwierigkeiten ein internationaler Krieg besteht, davon gelaufen, er hat sich nicht zu ver- stischen Luftwaffe und des fremden Kriegs- angesehen werden, könnten ebenso zur Ohn- der sich, wenn man fortfährt, die Augen vor bergen gesucht, sondern sich selbst den materials gefallen sind, das Monate hindurch macht verurteilt werden und als endgültigen ihm zu verschließen, in dem Augenblick, in Behörden gestellt. So geht er für den Rest nach Spanien gebracht worden ist unter Ausgang könnte man ein vollkommen befrie- dem man es am wenigsten vermuten wird, seines Lebens ins Gefängnis. Für die vie- Bruch des Nichtinterventionspaktes durch len Morde, die anderswo unbestraft geblie- jene, die die systematische Verletzung der ben sind, wäre sein Freispruch noch kein Verträge und ihrer internationalen VerpflichAusgleich gewesen. tungen zur Achse ihrer internationalen PoliWer das System der Kriegslüge stu- tik gemacht haben. Heute kommt Madrid zu dieren will, mußte während des Prozesses jenen unwiderleglichen Beweisen hinzu. NieFrankfurter die braune Presse lesen und mand kann den Wert dieses Zeugnisses in die braunen Sender hören. Nach derselben Zweifel ziehen. Alle fremden Missionen, die Methode wird man eines Tages beweisen, Spanien besucht haben, haben eine neue Andaß das unschuldige Deutschland von Holland, Belgien, Dänemark, der Tschedetes Europa voraussehen, indem alle die Probleme und alle die Schwierigkeiten dann gelöst sein würden, dank der wohltätigen Aktion des internationalen Faschismus. auf unheilbare Weise ausbreiten wird.<< Del Vayo schloß, indem er allen propagandistischen Versuchen den Kampf in Spanien als Auseinandersetzung zwischen Es ist ebenso wahr, daß dieser Friede Kommunismus und Faschismus hinzusteldann das Leben von Millionen von Män- len, die einfache Wahrheit entgegensetzte, nern, Frauen und Kindern gekostet haben daß es sich um einen faschistischen Anwürde, daẞ zahlreiche Hauptstädte das griff handele, der die Demokratisierung Schicksal von Madrid erlitten haben wür- Spaniens verhindern soll. Reichsbanners Reiches. • >> Schwarz- Rot-| becken aller deutschfeindlichen Bestrebungen choslowakei oder sonstwem überfallen wor- nahme an der sozialdemokratischen Rheini-| ehemaligen den sei. Läge es nicht im wohlverstande- schen Zeitung in Köln tätig. Er flüchtete in Golde. Nach dem Umschwung versuchte er der Emigranten im Ausland bildet. Heinrich Ritzel, ehemaliger Obernen Interesse aller Friedensfreunde, dieser das Ausland und nahm dort enge Fühlung illegal für die marxistischen Ziele zu arbeiten Lügenmacht entgegenzutreten und jeden, mit den führenden marxistischen Emigranten und flüchtete dann ins Ausland. Er beteiligte regierungsrat.<< der sich bemüht, die Wahrheit nach in Prag auf. Mit ihrer geldlichen Unterstüt- sich in Kopenhagen an führender Stelle in den Unter den übrigen Ausgebürgerten befinden sich Professor Alfons GoldDeutschland zu tragen, als Helfer im zung beteiligte er sich an der Gründung einer marxistischen Emigranten- Organisationen. Kampf um den Frieden zu schätzen? deutschfeindlichen Zeitung in Saarbrücken. Konrad Heiden, Rudolf Adolf Ludwig, ehemaliger Gewerk- schmidt, Die neue Offensive im Krieg gegen die die systematisch Greuelpropaganda gegen das schaftssekretär und dritter Bürgermeister in Olden, Karl Schnog, die früheren Juden läßt Schlimmes befürchten. Desto Reich und seine Führung betrieb. Pirmasens. Als fanatischer Marxist zeichnete kommunistischen Reichstagsabgeordneten lauter muß gesagt werden, daß es ein Matthias( Matz) Braun, früher er sich durch besondere gehässige Bekämp- Kippenberger und Koenen, und Deutschland gibt, das diesen Krieg wie Volksschullehrer, Fraktionsführer der SPD fung der NSDAP aus. Wegen illegaler Betäti- Thomas Mann. Die Begründung für den Krieg überhaupt nicht will. Dieses in der Stadtverordnetenversammlung Neuß gung flüchtete er ins Ausland und beteiligte die Ausbürgerung Thomas Manns ist eine der Familie ehrenhafte, anständige, aber jetzt beispiel- und Redakteur der berüchtigten marxisti- sich führend an hochverräterischen Unter- summarische Verfluchung los unterdrückte Deutschland steht noch schen Tageszeitung» Der freie Sprechers. nehmungen. Nach vorübergehendem Aufent- Mann durch das Dritte Reich. Sie entimmer zu dem Grundsatz, daß kein Mensch Wegen seiner radikalen politischen Einstel- halt im Saargebiet setzte er sein staatsfeind- hüllt den ganzen Ungeist des Dritten wegen seines Glaubens oder seiner Rasse lung verließ er bald Deutschland und begab liches Treiben in Frankreich fort. verfolgt werden darf, daß das Wort frei sich in das Saargebiet, wo er eine unrühmliche Georg Reinhold, ehemaliger Landesund das Recht für alle gleich sein sollte. politische Rolle spielte. Josef Bloch gestorben vorsitzender der SPD in Baden, der durch Erst wenn dieses ehrenhafte und anstänLeo Gundelfinger, jüdischer Redak- Organisierung von Gewalttaten bei politischen In Prag starb am 14. Dezember der langdige Deutschland über seine Unterdrücker teur, war früher bei der marxistischen Zeitung Versammlungen hervortrat. Nach seiner jährige Herausgeber und Redakteur der>> Sogesiegt haben wird, wird es keinen poli-> Rheinische Warter in Koblenz tätig, die eine Flucht arbeitete er im Dienste des Parteivor- zialistischen Monatshefte<<, Genosse Dr. Josef tischen Mord mehr geben und auch keinen gemeine Hetze gegen die nationalsozialisti- standes in Prag. Bloch. Er war aus den Reihen der sozialistipolitischen Massenmord, der Krieg heißt. sche Bewegung veranstaltete. Nach vorüber- Wilhelm Sollmann, marxistische schen Akademiker hervorgegangen und hatte gehendem Aufenthalt im Saargebiet flüchtete Parteigröße des Novembersystems. Seit 1920 schon in jungen Jahren die» Monatshefte< Neue er nach Frankreich. In Wort und Schrift rich- gehörte er der ehemaligen SPD- Fraktion an gegründet, deren Leitung ihm zur Lebenstete er gehässige Angriffe gegen Deutschland. und war während des Kabinetts Stresemann aufgabe wurde. Als Organ erst des BernsteinEmil Kirschmann, ehemaliger Re- Reichsminister des Innern. Nach der Macht- schen Reformismus, später der sogenannten Ehrenliste für Gegner des Dritten Reichs dakteur der> Rheinischen Zeitung und hoher übernahme flüchtete er zuerst ins Saargebiet Kontinentalpolitik, waren die> Monatshefte< Das Dritte Reich verfolgt mit wüten- Ministerialbeamter der Republik, war bis zur und begab sich nach der Saarabstimmung stets heftig umkämpft; niemals ist ihnen ihre dem Hasse alle aufrichtigen Gegner, die Machtübernahme führendes Mitglied der so- nach Frankreich. Dort trat er einem Journa- geistige Höhe und ihrem Leiter die Lauterin Wort und Schrift die Wahrheit über zialdemokratischen Reichstagsfraktion. Er listenverband bei, der alle ausgewanderten keit seiner Gesinnung bestritten worden. Es Deutschland sagen. Es hat abermals 39 flüchtete unter Mitnahme eines großen Teils und zum Teil bereits ausgebürgerten deutscn- entsprach seinem Wesen, sich einer Sache Personen ausgebürgert. Die Begründun- des ehemaligen SPD- Vermögens ins Ausland. feindlichen Schriftsteller umfaßt, und betä- mit voller Leidenschaft hinzugeben. Das ergen, die amtlich den Ausbürgerungen bei- Nach vorübergehendem Aufenthalt im Saar- tigte sich als Verfasser zahlreicher gegen das klärt die fast völlige Ausschließlichkeit, mit gegeben werden, lassen den haẞerfüllten gebiet begab er sich nach Frankreich, wo er Reich gerichteter Artikel. Außerdem unter- der er sich seinen» Monatsheften« widmete. dem Aufbau der Berliner Rachecharakter dieser Ausbürgerungen Leiter eines Emigrantenbüros ist. Gemeinsam hielt er enge Beziehungen zu den führenden Aber auch an Freien Volksbühne hat er viele Jahre lang erkennen. Wir geben im folgenden die mit anderen Emigranten gibt er hier eine Prager Emigrantenkreisen. Begründungen für die Sozialdemokraten Hetzschrift heraus, in der er in gehässiger Arthur Thiele, ehemaliger Gewerk- mit großem Eifer und dank seiner außerwieder, die sich auf dieser Liste befinden: Weise Propaganda gegen das Reich treibt. schaftssekretär und Reichsbannerführer in ordentlichen Bildung mit großem Erfolg mit> Georg Beyer( früher Markiwicz), jüdi- Paul Christian Künder, marxisti- Dresden. Er gehörte zum Parteivorstand der gewirkt. Der Umsturz von 1933 scher Redakteur, war bis zur Machtüber- scher Funktionär und Vorstandsmitglied des ehemaligen SPD in Prag, der ein Sammel- sein Werk, er starb im Exil. Ausbürgerungen zerbrach Bittgang und Protestnote Die katholische Kirche Deutschlands in schwerster Bedrängnis wegen der Jugendfrage. Zweimal haben die offiziellen Repräsen tanten der katholischen Kirche in Deutschland Gelegenheit gehabt, mit dem Führere von Mund zu Mund verhandeln zu dürfen. Vor Vorgeschichte einer unglücklichen Liebe Als auf den Berliner Straßen die ,, Preußen des Ostens" umarmt und abgeküẞt wurden des Patriotismus nur so badeten -? In » Tokio, 8. August.( W. T. B.) Mit Rücksicht auf das englisch- japanische Bündnis hat Japan eine Neutralitätserklärung erlasSeine Haltung wird von den Ereignissen auf den Meeren des Fernen Ostens abhängen.<< sen. >> Peking, 17. August.( W. T. B. Telegramm der Deutschen Kabelgesellschaft.) Hier geht das Gerücht um, daß Japan im Begriffe ist, ein Ultimatum an Deutschland wegen Kiautschu zu stellen.<< > Schutzleute! Die Einwohnerschaft fängt| Besuch im englischen Botschaftspalais in brecherischen Offiziosität! In Berlin wäscht an, verrückt zu werden.< Mit diesem denk- der Wilhelmstraße irrtümlich für Sir Edward man die Hände in Unschuld und spannt die würdigen Satz begann ein Dienstbefehl des Goschen, den Geschäftsträger Großbritan- Wiener kongenialen Kollegen vor, um salviert damals noch Königlich Württembergischen niens, hielt, mit wilden Schmährufen bis ins zu sein, wenn sich nachher die Wahrheit doch Polizeipräsidenten der Haupt- und Resi- Hotel Bristol folgte, der Botschafter einer enthüllt. Selbst wenn die genannte Zeitung vier Wochen durfte der Münchener Kardinal denzstadt Stuttgart am 12. August des Jah- wohlwollend neutralen Macht schutzeskortiert wer kannte sie in Berlin? das geschrieFaulhaber vor ihm in seinem Tuskulum am res 1914. Deutschland erlebte da- von Berliner Polizei, die blank gezogen hatte; ben hätte, in welchem Zusammenhang stand Hohen Salzberg erscheinen und auch eine mals praktisch die erste Kost- vorher hatten» junge Leute mit Spazier- das mit einem» längeren Ministerrate in Mappe angefüllt mit katholischen Beschwer- probe von Nationalsozialismus! stöcken sämtliche Fenster des Erdgeschosses Tokio, der ja vielleicht über das genaue Geden dort im Vorzimmer zurücklassen. Beim Alle psychopathologischen Elemente im Mas- der englischen Botschaft ungestraft zertrüm- genteil Beschluß zu fassen hatte?! Dennoch zweiten Mal vor vierzehn Tagen zitierte Herr senbefund, die den Machtantritt Hitlers be- mern dürfen. die kaltblütige Aneinanderkoppelung mit der Faulhaber den Kardinal Schulte von Köln, gleiteten, ja sogar ihn erst ermöglichten und Ausgerechnet in diesen Tagen des Tobens Absicht, daß der Leser sich selbst den gezur Assistenz herbei und Hitler> sprach< sich die Wesensbestandteile des Nationalsozialis- der nationalistischen Meute, die in ihrer wünschten Zusammenhang herstellt. Man dann mit beiden Kirchenfürsten gründlich mus bis auf den heutigen Tag geblieben sind, Blindwütigkeit sich fast gegen alles kehrte, sieht: Herr Göbbels ist durchaus nicht ohne > aus<. Die>> Wiener Reichspost<, die einen wirbelten schon damals einmal auf; die Ka- was nur im entferntesten als nicht> gleich- verdiente Vorläufer. etwas boshaft intimen Bericht über die erste naille im Jahre 1933 geschaltet< angesehen werden konnte, erleb- Was dann folgte, ist schnell erzählt. Hitler- Faulhabersche Begegnung nicht unter- schon in SA und SS organisiert, im Jahre ten die Japaner in ganz Deutschland und vor wohl bemessenen Dosierungen wird es vom drückt hat, verriet gar nichts Sensationelles, 1914 noch wahlloser Zulauf vor den alldeut- allem in Berlin die allerangenehmsten Ueber- Offiziosus ans Licht gebracht. Wir registrieals sie dartat, daß eigentlich nur der Füh- schen Redaktionen, die in Blutdürstigkeiten raschungen. Wieso es kam, wer weiß es ren: wurde Herr der Situation; Auf jeden Fall, wurden plötzlich überall rer dabei geredet<< habe. die Minderwertigen, die plötzlich ihre Bedeu- Leute mit Schlitzaugen und gelber GesichtsWie völlig unverrichteter Sache die Kir- tung, die sie sonst nicht haben konnten, durch haut und es gab ja damals eine Menge chenfürsten den> Führer< verlassen haben ihr » Deutschtum unter Beweis stellten, vor allem japanischer Studenten in den deutmüssen, geht aus den der Unterredungen un- machten ihren Aufstand... Ins Kindische schen Großstädten in Cafés und auf der mittelbar folgenden Ereignissen hervor. Kaum abgeirrte Leichtgläubigkeit, das förmliche Promenade von> deutschen Männern und hatten nämlich Faulhaber und Schulte den Wüsten mit Sympathien und Antipathien, der Frauen«, die nicht mehr an sich halten konnHohen Salzberg hinter sich, so verfügte Rauschzustand nur hysterisch zu wertender ten, umarmt und abgeküßt. Der japanische Hitler das gesetzliche Monopol- Betriebsamkeit, die plötzlich aus den Fesseln Geschäftsträger sah sich jedesmal von Blurecht der Hitler- Jugend. Damit und den Käfigen unbeachtlichen privaten men überschüttet, wenn er im offenen Wagen wird die katholische Kirche um Daseins mit Dämonsgewalt auf die Schau- die» Linden< entlang fuhr. Im> Berliner Losonst was gibt kalanzeiger< und in der» Post<<, die ihre wichtigste» Errungenschafte im Konkordat, eben die es da nicht alles an ganz charakteristisch nicht mit den anatomisch bilderreichsten Ratübereinstimmenden Symptomen so großer schlägen hinsichtlich einer quantitativ mögKatholizität ihrer Jugend, geZeit< Preußischen Jahrbü- nen auf einmal die schwungvollsten Artikel besetzt hält, aus der weltanschaulichen Bechern< schon zur Jahrhundertwende nieder- über die» Preußen des Ostens<, die eigentlich einflussung des heranwachsenden Geschlechts, gelegt:> daß der Patriotismus von heute, ein- nur das bißchen Hautfarbe daran hindere, das sich ihr anvertrauen will, wird sie hinaus- mal der Quell edelster Seelenregungen und echte Blutsverwandte der Germanen zu sein; gedrängt! Was wird aus der katholischen Taten bei allen Völkern gerade für die Be- aber dafür gäbe es ja die> innere< BlutverKirche in Deutschland, wenn die Hitler- Ju- sten der Nation, zur Religion und zum Fe- wandtschaft zwischen dem alten>> Soldatengend wirklich über zehn oder zwanzig oder tischismus des Pöbels herabzusinken drohe volk des Mikado und jenen Nachfahren der dreißig Jahre dieses gesetzliche Monopol auf- mit allen sichtbaren Erscheinungen solchen Cimbern und Teutonen, die jetzt gerade in rechterhalten könnte? Verfalls<... Frankreich einem neuen Sedan entgegenEin ebenfalls Man erinnert sich bei dieser Gelegenheit, nur aus dem psychischen stürmten... Der losgelassene Militarismus von damals mit welcher Zähigkeit, die auch ultimative Massendefekt heraus verständlich werdendes Entscheidungen nicht scheute, der Vatikan Symptom der Hundstage von 1914 verdient und das Dritte Reich von heute versuchen, seinerzeit die katholische Jugend- Interessen heute wegen seiner politisch- aktuellen Note, Kalamitäten durch Hirngespinste zu verdekgegen den Faschismus Mussolinis zu vertei- die ihm das Hitler- Ribbentropsche, ken. So brachte in die beklemmende, bestürdigen wußte. Es war das der einzige wirk- deutsch- japanische Antibolsche zende, fast nicht abreißende Kette der fremden liche Streit, den die Kirche mit dem> neuen wisten- Bündnis verleiht, aus der Fülle Kriegserklärungen, die sich einander jagten und Italien< hatte. Er endete mit einem Kompro- anderer und kongenialer Wahrheitsbeweise schonungslos die Katastrophe der Politik des miß, der immerhin der Kirche das wesent- für das kernige Wort des Stuttgarter Polizei- Kaiserreiches enthüllten, das Gerücht die erunserer so lösende Injektion: Japan wird Rußland den liche, nämlich die unmittelbare Einflußnahme präfekten der Vergeßlichkeit bühne der Oeffentlichkeit stürmt Am Tage darauf schreibt der» Vorwärts< als Sprachrohr der deutschen Sozialdemokratie:» Naiver Optimismus hatte noch vor kurzem geglaubt, daß Japan, der frühere Feind Rußlands, zu den Waffen greifen werde, um die Rechnung, die beim Friedensschluß von Portsmouth, bei der leider auch Deutschland damals zugunsten Rußlands mitgewirkt hat, entstanden war, zu begleichen. Wir haben diesen Optimismus nie geteilt.<< » Berlin, 19. August.( Amtlich.) Der hiesige japanische Geschäftsträger hat im Auftrag seiner Regierung dem Auswärtigen Amt eine Note übermittelt, worin unter Berufung auf das englisch- japanische Bündnis die sofortige Zurückziehung der deutschen Kriegsschiffe aus den japanischen und chinesischen Gewässern, ferner bis zum 15. September die bedingungslose Uebergabe des gesamten Pachtgebietes von Kiautschau an die japanischen Behörden und die unbedingte Annahme dieser Forderungen bis zum 23. diesen Monates verlangt wird.< Am 9. November 1914 kapitulierte die deutsche Besatzung von Kiautschau nach hoffnungslosem schwerem Kampf. Vorher, am 21. Oktober, aber hatte W. T. B. noch I auf die weltanschauliche Erziehung der Ju- schnellebenden Zeit entrissen zu werden: die Krieg erklären! Das war der Grund für die melden müssen:» Das Reuterbüro meldet aus des Landes von der großen Tokio von gestern: Das Marineministerium gibt bekannt, daß die Marohall-, Mariannenund Karolinen- Inseln aus militärischen Gründen besetzt worden sind.<< So abscheulich und so grotesk endete also schon einmal eine deutsche nationalistische Illusion mit Japan als dem angeblichen groBen Freund im Fernen Osten im Hintergrund... Wenn heute deutsche illustrierte Zeitungen ganze Sonderausgaben zum deutsch- japanischen> Antibolschewistenbündnis bringen, auf deren Prunkseiten man links den Mikado im Schmucke seiner sämtlichen Kriegsorden und rechts den» Führer« im SAHemd brüderlich vereint bewundern darf wenn die ältesten Ladenhüter aus dem padeutsch- japanische Verbrüde- so exzentrische deutsch- japanische Verbrüdegend, auch wenn der äußere Rahmen die faschistische Staatsjugend ist, belieẞ. Aber rung nämlich in den ersten vier- rung damals. Heute ist es von besonderem ist der Nationalsozialismus gerade in den welt- zehn Tagen des ausgebrochenen Reiz, daran zu erinnern, wie diese Illusion nur Weltkrieges, der dann der nicht anschaulichen Dingen mit dem> Fascio< überden Hauptschuldigen des schlimmste Katzenjammer auf Kriegsverbrechens, der alldeutschen Presse haupt vergleichbar? In Italien mag regieren, wer will: der katholische Lebensstil ist dem Fuß folgte, so wie ihn eben à la Scherl immer wieder in jenen ersten durch tausend Gegebenheiten nur genasführter Pöbel äußern Kriegstagen für den patriotischen Mob zusondern wie auch das gesichert. In Deutschland aber ist der Ka- kann. Es war die Zeit, in der man auf recht gelegt wurde, und hier sicherlich tholizismus eine Minderheitssache, deren reli- Goldautomobile, die angeblich von Paris nach amtliche Deutschland giösen Normen eine Mehrheit mit bewußter Petersburg auf Tour waren, auf Befehl der ganz wider besseres Wissen Ablehnung und in historischer Feindschaft nicht weniger verrückt gewordenen Militärs Düperie des Untertans aus sehr begreiflichen gegenübersteht. In Italien erstrebt der fa- wilde Jagd mit Dutzenden willkürlicher täg- Gründen Vorschub leistete: So heißt es in allen Berliner Zeitungen schistische Staat als politische Tatsache licher Erschießungen machte, so daß nach und nur als solche die Totalität. In zwei Wochen dieselben Militärs, die die Lo- schon am 2. August 1914 als W.- T.- B.- MelDeutschland geht es dem> totalen< Natio- sung ausgegeben hatten, vor weiteren schwe- dung, also als halbamtliche Information: > Das Wiener K.- K.- Korrespondenzbüro nalsozialismus aber nicht nur um Politik, ren Schädigungen der Kriegstransportintererhält von besonderer Seite folgende Weltan- essen durch den Unfug warnen mußten. Es sondern vor allem auch um Meldung aus Tokio: Die Zeitung Nishinishi triotischen Archiv wieder herhalten müssen schauung, und zwar um seine» neuheid- war die Zeit, in der jeder, der nicht ganz schreibt, Japan müsse unbedingt eventuelle| und trotz arischem Rasse- Span nische der Rasse, der Biologie- Vergötzung, Schwierigkeiten Rußlands zur Regelung der Sang an die» Preußen des Ostens mandschurisch- mongolischen Fragen ausdes Kraft- und Stoff- Glaubens rund um die ach ja: wenn auch die Tage entnützen. Gestern abend fand ein längerer neue Blut- Gottheit. Nun verlautet zwar, daß Ministerrat statt.<< eilen, bleibt die Erinnerung doch! der Papst einen Protest in diplomatischer Form wegen dieser offenkundigen Konkordatsverletzung nunmehr in Berlin einreichen will. Aber die wievielte von blonde Haare hatte, Gefahr lief, als>> russischer Spion< von> empörten Massen< totgetrampelt zu werden. Es waren die Tage, in denen man dem spanischen Botschafter in Berlin de Barente, weil man ihn nach einem allen bisher schon völlig erfolglosen wäre das Die erfolgreichsten Botschafter Das Muster also von einer verlogen- verunserem wackeren Gewährsmann freilich nicht mehr als eine herb- ironische persönliche eigentlich? Dem auch als Freigeist sicherAngelegenheit; und nicht viel mehr! Was lich im katholischen nicht ganz fremd gewor- An Herrn Ribbentrop- zur gefälligen Beach- weit erschütternder ist, das ist: dieses von denen Duce hat die Kirche sich seinerzeit allen guten Geistern verlassene naiv- renomioffen zum Kampfe gestellt; Herrn Hitler, dem Alldeutschtum der Vorkriegszeit, tung. Der Marineoberstabsarzt a. D. Börn- stische unserem Gedächtnis im Hunger und im Schrecken?! erklingt der wieder F. E. Roth. nunreiche Ermittlungen haben mehr aber ergeben, daß Daudert einem Herzschlage erlegen ist.<< Vier Tage hat die Mordkommission gebraucht, um festzustellen, daß der wuchtige Schlag, der erhebliche Verletzungen< hervorrief ein Herzschlag war. Was ist da geschehen? Bratet mit Marmelade! Repräsentanten einer neuen Los- von- Rom- stein schildert in der» Deutschen Medizini- diese patriotischen Derwische von Zabern und Bewegung gewalttätiger Art, möchte sie nur schen Wochenschrift, letzte Nummer, mit von Tanger, diese Kraftmeier mit Pensionsgut zureden... In diese beinahe auswegslose geaichtem Patriotismus ebenso, wie mit be- berechtigung und subalternen Glatzen sind Situation hat sich die kirchliche Hierarchie trächtlichem feuilletonistischem Talent die dank Hitler wieder die große Mode in In einer Werbeversammlung des> Deutdurch ihre blinde Liebe für wahlverwandte Verhältnisse und Begebenheiten:» In der Deutschland. Wie könnte es ausbleiben, daß schen Frauenwerks<, Amalienau, > autoritäre Systeme selbst hineinbugsiert. deutschen(?) Südsee bis zum Weltkriege. es auch genau so wieder endet im Grauen, sprach Dr. Striewki von der ostpreußischen Es ist fast eine Groteske! Ganz sicher ist Folgendermaßen wird Landesbauernschaft über die deutsche sie es da, wo in gleichgeschalteten katholiErnährungslage. Er sagte u. a.: schen Kreisen Deutschlands jetzt ganz ernsthaft bei dem Hoffnungsfünkchen träumerisch verweilt wird, daß doch der> Reichsjugendführer wohl wenigstens katholische > Feldpredigere für jenen Teil der Staatsjugend gestatten werde, der nun einmal sich auf katholische Eltern beruft... Wenn einer, der geprügelt wird, behauptet, das Gegenteil sei der Fall, dann ist das immer eine hoffnungslose Angelegenheit. H. E. eine notwendige Auffrischung zu teil: >> März 1914 kommt S. M. S. Scharnhorst unter Admiral Graf Spee zu kurzem Besuch nach Manila... Der Besuch des Kreuzergeschwaders und seines Chefs, des Grafen Spee, bedeutete dort draußen außerordentlich viel für die Geltung des Auslandsdeutschtums, viel mehr als die diplomatisch- konsulare Vertretung am Orte meist von Wert war. Meist waren und sind(!!!) unsere Kriegsschiffe und Zeppeline unsere erfolgreichsten Botschafter< Insofern wäre der Gedächtnisschwund bei .. Ein Herzschlag Der Berliner Polizeibericht meldete am 5. Dezember: war > So kann Fleisch immer durch Fisch ersetzt werden, was leider noch viel zu wenig geschieht, und für fehlendes Fett ist der Zucker, auch in Form von Marmelade, ein vollgültiger Ersatz.< > In der Nacht zum 1. Dezember d. J. wie berichtet auf dem Hof des Grundstückes Müllerstraße 179 am Wedding Vor einiger Zeit war Marmelade noch der 39 Jahre alte Eduard Daudert aus der Chausseestraße 62 mit erheblichen eine angenehme und besonders empfehlensVerletzungen tot aufgefunden wor- werte Abwechslunge. Jetzt ist sie schon den. Da zunächst der Verdacht auftauchte, vollgültiger Ersatz für jederiei daß D. das Opfer eines Verbre- Fett. Die deutsche Gesundung schreitet sichtchens geworden ist, wurde die Mordkommission alarmiert. lich fort. Umfang » Trockenes Brot und Fabrizierte Gewinnziffern weniger Lohn!«< Ausgesuchte Pgs. bestätigen den Betrug an der Arbeiterschaft. Aus Klausberg wird uns geschrieben: Die Arbeitsfront kann es nicht mehr verhindern, daß die Notrufe aus den BetrieEine Anweisung an den Preiskommissar. Die Arbeiter müssen zahlen ben immer deutlicher in die Oeffentlichkeit einer Untersuchung Zur Entwicklung der den 23 Milliarden, um die der Umsatzwert chen konnte«. Für den Preiskommissar, heißt dringen. Der Kreisleiter der AF von Schlesien wollte demgegenüber eine Aktion unternehmen und mit einem Gegenbericht Aufklärung schaffen. Zu diesem Zweck wurde eine 12gliedrige Kommission ausgewählt, die eine solche Untersuchung auf der Ludwigglücksgrube bei Klausberg in der Nähe von Hindenburg durchführen sollte. Die Ludwigglücksgrube ist durch ihre nationalsozialistische Einstellung besonders bekannt. Trotzdem hat man zunächst Tage vor her eine gründliche Säuberung durchführen lassen, was der Belegschaft auffiel. Badehaus und die Betriebe wurden gereinigt und geputzt und man ahnte, daß hier etwas vorgeht. Aber der ganzen Belegschaft traute man doch nicht, zahlreiche Schichtwechsel wurden vorgenommen und alte Pgs. an bestimmte Vororte untertage gestellt, auch eingedrillt, was sie der UntersuchungskommisEs ist kein Zufall, daß Wagemanns Kon- gen zu verzichten und sich mit den Mehr- gung, der die Industrie in letzter Zeit freijunkturinstitut, gewissermaßen als Ouvertüre gewinnen aus der Mehrproduktion zu begnü- lich noch durch entsprechende Steigerung zum Vierjahresplan des Führers das Resultat gen ,. Deshalb behauptet Wagemann, daß man ihre Fertigwarenpreise weitgehend ausweiErträge und Kosten in der Industrie< ver- seit 1932 gestiegen sei, allein 22 Milliarden es dann, wird sich hier ein schwieriges Aröffentlicht. Die zahlenmäßigen Ergebnisse auf die Zunahme der Umsatzmengen und nur beitsgebiet auftun. Dieser Satz enthüllt den ( Wochenbericht vom 18. November) der Un- 1 Milliarde auf Preiserhöhung entfallen. tieferen Sinn von Wagemanns Gewinnschättersuchung beruhen natürlich nur auf Schätzungen. Die Großindustrie läßt durch den Um zu beweisen, daß die Industrie aus zungen und auch diese berücksichtigen nur Mund des Konjunkturinstituts verkünden, die Dritten Reiches der Sonderkonjunktur des die Abschlüsse von Aktiengesellschaften und Industrie habe zugunsten der Produktionskeine Sondergewinne erwachsen sind, daß sie von diesen nur einen» Ausschnitt<<, und auch also für das Dritte Reich so viel getan hat, steigerung auf Preissteigerung verzichtet; er ist>> klein und umfaßt in der Hauptsache daß ihr zu tun fast nichts mehr übrig bleibt, wenn jetzt der nationalsozialistische Staat größere Betriebe, so daß in der Verallge- wird in roher Annäherung« geschätzt, daß glaubt, die wirtschaftliche Mobilmachung meinerung der Einzelergebnisse eine gewisse sie nicht nur auf Erhöhung der Preise, sondurchführen und zu diesem Zweck der InduZurückhaltung angebracht erscheinte, um so dern auch auf Senkung aller der Produktionsstrie höhere Produktionskosten aufzwingen zu mehr, weil aus diesem Ausschnitt der indu- kosten verzichtet hat, die sich nicht automamüssen, so ist er auch verpflichtet, dafür zu striellen Unternehmungen auf ihre Gesamt- tisch aus der> Mengenkonjunktur«, d. h. aus sorgen, daß diese Kosten von andern bezahlt heit geschlossen wird. Der Wahrheitsgehalt der verbesserten Ausnutzung der Produkwerden, nur nicht von der Industrie selbst. dieser Schätzungen ist also mehr als zweifel>> Diese Kostengruppen tionsmittel ergeben. Die deutsche Produktion, sagt der Deuthaft. Trotzdem sind sie aufschlußreich, well zusammen haben 1935 einen ebenso großen sche Volkswirt<<,> war ständig bemüht, die sie verraten, wie wenig die Großindu- Teil des industriellen Umsatzes ausgemacnt Summe der für die Volksgemeinschaft verstrie, mit der Wagemann starke wie 1932.< Gemeint sind die Löhne und Ge- brauchbaren Devisen und Rohstoffe weiter persönliche Beziehungen ver- hälter, die Rohstoffkosten, Steuern und Zin- zu erhöhen. Sie wurde durch die außerwirtbinden, willens ist, die Kosten der sen. Die Lohnquote hat sich von 1932 bis schaftlichen Verhältnisse behindert, während sion über die Zustände im Betriebe zu berich- wirtschaftlichen Mobilmachung 1935 im ganzen nicht verändert<. Die Indu- auf der anderen Seite die Arbeitsbeschaffung zu tragen. Ueberdies ist Gewinn und Ge- strie erntet jetzt offenbar, wie der Deut- programmäßig die Nachfrage ständig verwinn nicht das gleiche. Bilanzmäßige Ver- sche Volkswirt<< richtig feststellt,>> die größertex. Sie ist an der Verteuerung schuldluste sind häufig keine wirklichen, sondern Früchte der Sparmaßnahmen, die während los und muß deshalb auch von ihren Kosten zur Gewinnverteilung in besseren Zeiten re- der Kriesenjahre durchgeführt wurden.<< servierte und für diesen Zweck versteckte Gewinn e. Das ist zu berücksichtigen, wenn nach der Schätzung des Konjunkturinstituts die gesamten Gewinne der Industrie 1935 1.9 Milliarden Mark betragen haben sollen gegenüber dem Tiefstand eines Verlustsaldos von 4.7 Milliarden 1931 und dem Höchststand von 3.3 Milliarden Gewinn 1927. Darnach wären zwar die Gewinne der Industrie 1935 um 6.6 Milliarden größer gewesen als 1931, aber hinter 1927 noch immer um 58 Prozent zurückgeblieben. Die Wirtschaft war also wohl in der Republik nicht ganz so heruntergekommen, wie der Führer behauptet. Aber es kommt dem Konjunkturinstitut man Ring und den Kommissionsmitgliedern viel weniger auf den Nachweis an, um wie>> trockene Schnitten und sagte, der einzige viel die Gewinne seit dem Tiefstand gestieErfolg sind hohe Förderleistungen und bedeutend herabgesetzte Löhne, durch die neuen Gedingebestimmungen. Ein> alter Kämpfere sagte Ring ins Gesicht:» Da habt Thr euren Erfolg!< Aber damit war die Ueberraschung noch nicht zu Ende. Auf einem anderen Vorort kam die Kommission nicht einten haben. Am 2. Dezember erschien die Kommission von 12 Nazis unter Führung des Kreisleiters Ring, der aber schon beim Eintreffen eine böse Erfahrung machte. Der Hitlergruß wurde mit dem kurzen Bergmannsgruß Glück auf« beantwortet, auf die Frage, wie es der Belegschaft ergehe, erhielt er prompt die Antwort:> Dafür sind ja die Pgs. unten schon informiert. Dieser Antwort vor der Einfahrt ins Bergwerk selbst folgte eine Lachsalve der Belegschaft, die am Förderturm und der Separation beschäftigt ist. Untertage waren die zuverlässigen Nazis ausersehen, um auf gewünschte Fragen Antworten zu erteilen. Aber auch hier ein einziger Mißerfolg. Auf die Frage, ob Lohn und Arbeitsweise zufriedenstellend seien, nachdem hier die Arbeitsfront interveniert habe, zeigte verschont werden. Zu diesem Zweck werden dem neuernannten Preiskommissar Wagner Im Gegensatz zu der Industrie bleiben die Arbeiter und Angestellten vom Anteil Anweisungen erteilt, daß es nicht etwa seine an den Erträgen auch der» Mengenkonjunk- Aufgabe ist, unter der Knappheit von Lebensmitteln und Rohstoffen die Versorgung der tur« ausgeschlossen. Aber offenbar ist soBevölkerung nicht leiden zu lassen, sondern, gar die Lohnquote dem Wirtschaftsaufim Gegenteil,» die Nachfrage von den jeweilig schwung des Dritten Reiches niedriger als knappen Gütern fernzuhalten<, d. h. sie der Krisenjahr 1932, denn in den>> Posten kriegswichtigen Erzeugung zu reservieren. Löhne und Gehälter« können nach den Es kann, meint Schachts Organ, unter Umbilanzrechtlichen Vorschriften neben den ständen im Interesse der Gemeinschaft lieLöhnen und Gehältern der Arbeiter unG Angestellten auch Bezüge von Vor- gen, den Preis für manche Güter ungehindert in die Höhe gehen zu lassen, denn durch solstand und Aufsichtsrat( einche Verteuerung verringert man unerwünsch schließlich der Tantiemen des Vorstandes) ten Rohstoffverbrauch« oder: es kann zweckverbucht werden; so mag es zu erklären sein, daß der Anteil der Gehälter am Um- mäßig sein, die Preise für ein Verbrauchsgut zu erhöhen, wenn erst dadurch die Steigerung satz, der im Aufschwung eher sinken der Produktion, also der zum Verbrauch vermüßte, von 1932 bis 1935 ebenfalls unverfügbaren Menge ermöglicht wird.< Das gilt ändert geblieben ist«. Mit anderen Worten: vor allem dort,> wo billigere ausländische die Lohnquote erscheint nur unverändert, Rohstoffe durch heimische des Vierjahresweil die Bezüge von Vorstand und Aufplanes abgelöst werden sollen. sichtsrat gestiegen sind. gen, als darum, wieweit sie trotz Hitleraufschwung hinter den guten Wirtschaftsjahren der Republik zurückstehen müssen. Es wird vom Konjunkturinstitut ausdrücklich betont, daß nach unseren rohen Schätzungen< die Gewinne in v. H. des Umsatzes in den Jahren Mit anderen Worten: der PreiskommisSo ist wenigstens in den» bilanzrechtlichen sar teilt sich mit den Trenhändern der 1927 und 1928 rund 4 v. H. in den Jahren Vorschriften< die Volksgemeinschaft verwirk1934 und 1935 etwas über 3 v. H. betragen licht. Wie kommt es aber, daß trotz angebArbeit in die Aufgabe, die Preise für haben, und hinzufügt: lebenswichtige Güter steigen zu lassen und lich unveränderter Kosten seit 1932 ein grozugleich die Löhne so unter Druck zu hal>> Die noch verbleibende Verringerung des Ber Verlust sich 1935 in einen fast gieichGewinnanteils ist ten, daß die Massen gezwungen werden das von der Industrie be- großen Gewinn verwandeln und der Ertrag wußt übernommen worden; sie ist ein AusNotwendigste zu entbehren und der Industärker zunehmen konnte als der Umsatz? druck für die Bemühungen, den Aufstrie die Kosten für die Umstellung auf die der> Deutsche Volkswirt<< schwung in erster Linie von der Zunahme Das ist, meint vollendete Kriegswirtschaft zu bezahlen. der Beschäftigung und nicht von der Stei- Schachts,» weniger eine Verbesserung der gerung der Preise tragen zu lassen, also, betrieblichen Aufwandsgestaltung als der Und um das der Welt plausibel zu machen, wenn dieser Ausdruck auf die gegenwärVerminderung der Finanzierungskosten und müht sich das Institut des Prof. Wagemann tige Entwicklung überhaupt angewendet der krisenhaften Wertverluste ab, statistische Ziffern zu liefern, die zwar werden darf, eine Mengenkonjunkture zu dem Wegfall > So zu verdanken<. Aber diese Vorteile drohen nicht beweisen, was sie beweisen wollen, aber reicht es nicht mehr.< Es ist nicht festzu- standen, daß die Industrie dem Dritten Reich> haben sich Unter einer Mengenkonjunkture wird ver- eben jetzt wieder verloren zu gehen, denn es doch das eine, daß die Statistik im Dritten die zusätzlichen Belastungen, Reich die beflissene Dienerin der nationalstellen, ob die Aktion durch die Nazis selbst das Opfer gebracht hat, auch die Ausnutzung Umstellungskosten, Rohstoffpreissteigerungen sozialistischen Machthaber und der von ihnen mal zu Wort. Die ausgesuchten Pgs. stellten selbst die Frage, ob nun die Kommission gewillt sei, bei der Verwaltung durchzusetzen, daß bei der Gedinge- Lohnbestimmung, endlich auch die Arbeiter und der Vertrauensrat zugelassen werden. Und eine Lohnerhöhung sei dringend von Nöten, wenn man nicht eine Ueberraschung erleben wolle. Einer der Pgs. ergriff sein Brot, welches nicht belegt und nicht mit Fett beschmiert war und hielt es der Kommission vor und sagte dabei: ist es mit den Löhnen, für Wurst und Fett schaffen.< der Produktionssteigerung zur Preissteigerun- usw. verstärkt geltend gemacht, eine Bewe- favorisierten Großindusrie ist. Begeisterung G. A. F. wervorbereitet war, um sich an dem Arbeitsfrontleiter Ring zu rächen, der als besonders aufdringlich gilt oder ob diese Bewegung gegen die Kommission spontan war. Jeden- Preise geachtet und auf den Ständen, beson- sein! Grade gleichzeitig mit der Bekanntgabe| fahrungen gemacht und nehme an, falls kursiert seit diesem Tage in den Betrie- ders in Körben, unter Ladentischen, nachge- dieser Ernennung legt nämlich die sogenanndaß öfters Fischkonserven als unben brauchbar das Schlagwort> Trockenes Brot und forscht, ob die Händler Waren nicht versteckt te>> Reichsnährstands<<- Presse, die Absichten weggeworfen den mußten...< weniger Lohn> Heuerlinge<<. gesinnt gilt, erhält eine Bedeutung, zumal im markt verschwinden, denn das ist eine Provo- Nun weiß man aber auch, warum in GötZusammenhang damit eine Lohnerhöhung ge- kation bei dieser Butterknappheit und außer- tingen ein eigener Lehrstuhl für» deutschen kannt. Er achtet auf solche Fälle, und fordert wird. Eine Belegschaftsversammlung, dem muß dem Schmuggel von Polen Sozialismus in Landarbeiterfragen um keidie nach dem Besuch durch die Kommission energisch zu Leibe gehen. Es darf sich nicht nen Preis entbehrt werden kann. gefordert wurde, ist von der Verwaltung ab- jeder satt fressen, der genügend Geld hat. gelehnt worden. Bei Gesprächen über diesen Bei den Kaufleuten haben wir Kontrolle, bei Vorfall kann man von den Bergleuten hören, den Händlern nicht. daß es nun an der Zeit ist, wieder mit der alten Gewerkschaftsarbeit zu beginnen. etwas zu unternehmen und Die Butter muß vom Markt verschwinden! man Ein Fronknecht des » deutschen Sozialismus« Kathederblüten statt Klassenkampf. Wir lesen in den Hochschulnachrichten einiger deutscher Blätter, die ihre eigene » akademische Rubrik unterhalten: > Personalien: Beauftragt wurden wahrzunehmen:... der Sonderbeauftragte für] Landarbeiterfragen, Staatsrat Reinke, Goslar, an der Universität Göttingen, den Deutschen Sozialismus für Scharfe Kontrolle auf den Märkten. Aus Beuthen- OS wird uns berichtet: Seit einigen Wochen wird seitens der Polizei eine besonders scharfe Kontrolle auf den Wochenmärkten des Industriebezirkes betrieben, weil man annimmt, daß die Butter von den Bauern nicht richtig abgeführt wird und Landarbeiterfragen.< außerdem aus Polen geschmuggelte Butter, Der deutsche Sozialismus für Landarbeidie angeblich nicht einwandfrei ist, zum Ver- terfragen< mit dem Prädikat eines akademikauf kommt. Es wird sehr genau auf die schen Pflichtfachs dürfte nicht von Pappe ,, Kampf dem Verderb" Daher: stinkende Konserven. >> Es gibt natürlich Zeitgenossen, die sich drücken wollen. Ganz besonders beliebt ist der Trick, sich hinter dem Rücken des Sammlers vorbeizudrükken. Das hat sehr wohl ein SA- Mann erblitzschnell dreht er sich um. Vor Ueberraschung ist der andere meistens ganz still, aber er gibt.< ( Preußische Zeitung Nr. 339) >> So fand man u. a. in den Büchsen 106 Pfennigstücke, 50 ebenfalls ungültige Markstücke und 9 afte In der> Deutschen Allgemeinen alte, außer Kurs gesetzte 50Zeitung«( Nr. 556) beschwert sich Leser: ain >> Auf fast allen Fischkonservenbüchsen findet sich ein Vermerk > Zum alsbaldigen Verbrauch bestimmt. Dreimarkstücke.< ( Meldung der ostpreußischen Presse aus Gerdauen.) Wer ist gemeint? Was heißt alsbaldiger Verbrauche? Da keinerlei Angaben über den Herstellungsmonat gemacht sind, kann der Käufer auch >> Ein Schwein kroch aus der Jauchegrube, nicht ersehen, bis wann die Konserve vertriefend und grunzend. Da stoben alle andern braucht sein muß, um sie vor Verderben bis zum Pferd, zu bewahren. Wenn man Konserven, Tiere des Hofes, vom Hahn also nach landläufigen Begrif- stumm auseinander.> Man muß der fen auf lange Zeit haltbar ge- Bande nur imponieren<, dachte machte Lebensmittel, kauft, das Schwein.< dann darf man wohl annehmen, daß sich diese einige Monate halten. Ich habe gegenteilige Er- l Fabel, nacherzählt von Heinz Steguweit im> Westdeutschen Beobachter<. Nr. 184 BEILAGE IcutfloraÄ 20. Dezember 1936 Die Konstellation im Osten Die Wandlungen der Hitlerpolitik Im Westen hat sich, wie wir gezeigt haben, eine akute Kriegskonstellation herausgebildet. Der Bund Deutschland- Italien bedroht England und Frankreich, die jetzt endlich sich zu einem Defensivbündnis zusammengeschlossen haben, in das Belgien ausdrücklich und Holland stillschweigend eingeschlossen sind. Die Erweiterung des deutsch-italienischen Bündnisses zur Tripelallianz mit Japan— denn darum handelt es sich bei der deutschen Abmachung gegen den Kommunismus und der italienisch- japanischen über die gegenseitige Anerkennung der Eroberung von Mandschurei und Abessinien— bedroht die englischen und französischen Besitzungen und Stützpunkte im Fernen Osten und den an Rohstoffen— Petroleum, Gummi, Zinn, Oelfrüchten— ungemein reichen niederländischen Kolonialbesitz. Andererseits hemmt Japan die Bewegungsfreiheit der Sowjetunion in Europa. Die Machtverschiebung ist außerordentlich. 1914 war keine der für das englische Empire lebenswichtigen Verbindungswege entscheidend gefährdet. Italien und Japan waren Englands Verbündete, die deutsche Seemacht, die einzige feindliche, war strategisch zur Untätigkeit verurteilt: nicht Seeschlachten entschieden den Krieg, sondern die englische Beherrschung der Meere. Heute ist der Weg durch das Mittelmeer, sind Malta und Aden durch Italien, Hongkong und Singapore durch Japan bedroht. Die strategische Stellung Englands ist von vornherein heute viel gefährdeter als 1914. Es ist eine gefährliche, dem englischen Selbstbewußtsein nur zu naheliegende Illusion, die Bedeutung dieser Machtverschiebung zu unterschätzen. Wie groß sie bereits geworden ist, beweist die vom englischen Außenminister kaum mehr in Abrede gestellte Tatsache, daß Italien sich der spanischen Balearen bemächtigt hat, natürlich sind es nur»Freiwillige«, die in Mallorca weilen. Die Inselgruppe beherrscht die Verbindung zwischen Frankreich und seinen nordafrikanischen Besitz und stellt eine ausgezeichnete Basis für eine Luftflotte dar, die Gibraltar und die Schiffe, die die Straße von Gibraltar passieren, bombardieren will. England und Frankreich haben schon jetzt, bevor noch Spanien und Portugal an die Achse Berlin- Rom angegliedert sind, den ersten Abschnitt des nächsten Krieges verloren. Lange nicht so klar ist die Konstellation im Osten. Ein Vorgänger von Adolf Hitler, der Reichskanzler Bismarck, hat es stets als einen unverbrüchlichen Grundsatz der deutschen auswärtigen Politik bezeichnet, einen feindlichen Zusammenstoß mit Rußland zu vermeiden. Adolf Hitler war anderer Ansicht. Im»Mein Kampf« proklamiert er für das Neue deutsche Reich neben der vorhergehenden Vernichtung Frankreichs auch den Kampf gegen Rußlan. Er begründet ihn keineswegs mit ideologischen Motiven. Die Rettung der europäischen Kultur vor dem Bolschewismus lag dem nicht am Herzen, der zunächst die Austilgung des vemiggerten Frankreichs als Großmacht im Auge hatte. Es ging um reale Dinge: in Uebereinstimmung mit dem Balten Rosenberg verlangte Hitler für Deutschland neues Siedlungsland im Osten, in den Randstaaten und in der Ukraine. Diese Ziele sind offiziell aufgegeben worden. Aber sie sind sehr merkwürdig. Die Ukraine ist ein vom Kleinbauern dichtbesiedeltes Gebiet, national verbunden mit den ruthenischen Teilen Polens. Die Bevölkerung müßte gewaltsam vertrieben werden, um deutschen Siedlern Platz zu machen. Wo sind die deutschen Siedler, die nach der Ukraine wollen? Deutschland verfügt über keine großen Siedlermassen: bei guter Beschäf- tigung seiner Industrien akzentuiert sich sofort die Landflucht und der Landarbeitennangel verstärkt sich. Dazu kommt, daß der Besitz neuen Weizenlandes die deutschen Wirtschaftsbündnisse in keiner Weise befriedigt. Was die deutsche Kriegswirtschaft in erster Linie will, ist Petroleum, Zinn, Kupfer, Gumnu, Mangan, Eisen, Dinge, die in der Ukraine nicht zu haben sind. Verglichen mit dem, was die Besiegüng der Westmächte bringen kann, wäre es eine gleichgültige Bagatelle. Dazu kommt, daß eine Festsetzung Deutschlands in der Ukraine, wie überhaupt jede Machterweiterung Deutschlands im Osten, für Polen ganz unerträglich wäre und• dieses Land Deutschland auf Gnade und Ungnade ausüefern würde. Dieser Umstand, daß das militärisch so erstarkte Deutschland zu einer gefährlichen Bedrohung Polens wird, gewinnt aber immer größere Bedeutung. Denn es zwingt Polen dazu, seine Politik der letzten Jahre zu revidieren. Die Politik Becks hat sicher gewisse Augenblickserfolge gezeitigt. Sie hat Polen den Korridor gesichert, hat ihm erlaubt, die Entnationalisierung des Deutschtums im Korridor und in Oberschlesien zu forcieren, seine Stellung zwischen Deutschland und Rußland zu befestigen, seinen Preis bei den Westmächten zu erhöhen. Polen ist stets in einer schwierigen Position. Von sozialen und nationalen Gegensätzen zerklüftet, ökonomisch schwer daniederliegend, militärisch schwach, muß es befürchten, bei einer Konflagration im Osten zum Aufmarschgebiet der überlegenen feindlichen Mächte ausgeliefert zu sein mit der Aussicht, wie immer der Kampf ausgeht, zum Opfer der Sieger zu werden. Konnte 1933 das noch schwache Deutschland als ein Schutz gegen Rußland erscheinen, so ist es jetzt selbst zur Gefahr geworden. Daher die in Entwicklung begriffene Neuorientierung der polnischen Politik. Neubelebung des Bündnisses mit Frankreich, das insbesondere Hilfe für stärkere Rüstung bringen soll, Neubelebung des Bündnisses mit Rumänien, um die Pufferstellung sowohl gegen Rußland als gegen Deutschland zu verstärken und damit den Zusammenprall der beiden großen zu erschweren; deutliche Absage an eine antirevisionistische Außenpolitik, aber alles noch gehemmt durch die national-militaristische Tradition Pilsudskis mit ihrer bornierten Russen- und Tschechenfeindschaft, die eine entschiedene und damit vielleicht entscheidende Annäherung an die Kleine Entente noch hindert. So unentschieden und zögernd Polens Politik auch ist, sie reicht aus, um eine Erschwerung eines Vorgehens Deutschlands gegen Rußland zu bewirken. Denn ein deutscher Angriff auf Rußland setzt eben nicht nur voraus die Eroberung der Tschechoslowakei und der Randstaaten, sondern auch die Mitwirkung Polens von der Seite des übermächigen Partners, und das wäre politischer Selbstmord. Die Aufrechterhaltung des Friedens im Osten wird so zu einer Existenzfrage gerade für Polen und muß es von Deutschland allmählich abdrängen. Dazu kommt, daß Italien zwar im scharfen Gegensatz gegen die Westmächte, namentlich gegen England steht, dazu die deutsche Kooperation braucht, ohne die es ohnmächtig ist, daß aber sein Gegensatz gegen Rußland nur sekundär ist, es Rußland nur in Schach gehalten wissen will, damit es in seinem Kampf um das Mittelmeer nicht gestört werde. Hitlers ursprüngliche außenpolitische Konzeption war die primitive Stammtischvorstellung von einem großen kontinentalen deutschen Reich, das alle deutschen Stämme, womöglich inklusive von Schweizern, Holländern und Vlamen umfassen und durch große aggressive Siedlungsgebiete im Osten ergänzt und autarkiert werden sollte. Die imperialistische Politik Wilhelms H., die Flottenrivalität mit England, die Erwerbung von Kolonien wurde völlig verworfen. Aber Staatspolitik wird nicht allein von den Ideen eines noch so mächtigen Diktators bestimmt, sondern ist das Kollektivwerk der herrschenden Schicht. Ihre Machtpolitik hat eine bestimmte Wirtschaftsführung erzwungen und diese stellt ihre Forderungen. Hitler hat seinen Widerstand gegen die Kolonialpolitik aufgegeben, auch auf die Gefahr der Gegnerschaft Englands. Die Verbundenheit mit Italien zwingt ihn in die Auseinandersetzung mit dem Westen, die nicht mehr eine kontinentale Auseinandersetzung mit Frankreich allein bleiben kann, sondern eine totale mit der Weltmacht England. Der Gegensatz zu Rußland, ursprünglich als realer Machtkampf um russische Agrargebiete gedacht, wird so sekundär, die Kontinentalpolitik tritt hinter die Weltpolitik zurück, und aus dem realen Gegensatz würde ein rein ideologischer werden, wenn der Krieg teilbar, wenn nicht Orient und Okzident so eng verbunden wären. Dr. Richard Kern. Partei und Nation Zur »Rir unsere auswärtige Politik« so begann am 5. Dezember Leon Blum seine große Kammerrede,»sind sehr einfache Grundsätze maßgebend: der Entschluß, über alles andere die Interessen Frankreichs zu stellen, und die Ueberzeugung, daß Frankreich kein größeres Interesse hat, als sein Interesse am F r i e d e n, die Gewißheit, daß der Frieden Frankeichs untrennbar mit dem Frieden Europas verbunden ist.« Leon Blum hat damit eine ausgezeichnete Formel gefunden, um den nur scheinbaren Gegensatz zwischen international- marxistischer und nationaler Außenpolitik verschwinden zu lassen. Unser Internationalismus ist nicht den Interessen der Nation entgegengesetzt, sondern ihnen gemäß: was uns über die Grenzen hinaus mit Gleichgesinnten verbindet, ist die Ueberzeugung, daß durch unseren Internationalismus allen Nationen, ganz besonders auch der unseren, am besten gedient ist. Wenn also die deutschen Sozialdemokraten zur Außenpolitik des Dritten Reiches Stellung nehmen, so tun sie das als Angehörige einer Partei, die Fleisch vom Fleische, und Blut vom Blute des deutschen Volkes ist. Diese Partei ist mit der Geschichte des deutschen Volkes untrennbar verbunden, sie hat in ihr eine große und ehrenvolle Rolle gespielt, sie wird früher oder später zu einer noch größeren berufen sein. Sie wird sich diese Berufung für die Zukunft desto gewisser erhalten, je klarer sie sich auch im Exil und*in der Illegalität jener tiefen Zusammenhänge bewußt bleibt, die keine mechanische Gewalt zerreißen kann. Gerade auf dem Gebiet der Außenpolitik des Deutschen Reiches ist der Unterschied zwischen nationaler Tatgesinnung und nationalistischem Maulheldentum mit Händen zu greifen. Denn wenn eine Nation jemals treue, gewissenhafte und selbstlose Diener gehabt hat, dann die deutsche an den deutschen Sozialdemokraten. Wenn aber jemals e Re- der Kranken und des Pflegepersonals ebenso des eigenen Landes eine freiheitliche Ent- stiert, ist nur ein Teil eines grandiosen Pro- sidenzen bergen, d. h. Studentenheime wie auf die Berücksichtigung der Lehrzwecke wicklung im Innern erhoffen könnte. Viel- jektes, des größten Bauobjektes, das in Spa- nach englischem Vorbild, jedes mit Haus- abgestellt. Daß dieses Hospital nun schon mehr hat das braune Regiment Millionen nien seit Jahren in Angriff genommen wor- bibliothek, Musik- und Versammlungsraum 12 Jahre auf seine Vollendung warten verzweifelter Menschen zu dem Glauben den war. Auf dem ganzen großen Freige- versehen. Um jedem Studenten die Möglich- mußte, ist um so verhängnisvoller, als dadurch getrieben, daß ihnen nur eine Nieder- lände, das sich im Nord- Westen der Stadt, keit zu geben, seinem heimatlichen Milieu so nicht nur die Interessen einer immerhin bevon Wissenschaftsbeflissenen lage die verlorene Freiheit wiederbringen zwischen dem schönsten Naturpark der spa- nah wie möglich zu bleiben, wurden alle» Re- grenzten Zahl kann. nischen Residenz, dem Westpark, bis zu den gionen« des Landes so Kastilien, Arago- betroffen wurde, sondern auch und vor allem und die weite Kreise der Madrider Arbeiterschaft In Deutschland lebt man jetzt im Frie- weiten Jagdgründen des ehemaligen Königs- nien, Katalonien, Andalusien etc. aufgefordert, und Kleinbourgeoisie. Einigermaßen Schritt den, als wäre schon Krieg. Es wird ratio- hauses, dem Pardo, hinzieht, im Süden vom wichtigsten fremden Länder niert und kaserniert, exerziert und zensu- Manzanares begrenzt, im Norden sich dem eigene Heime unter eigener Verwaltung zu halten mit dem Durchschnittsniveau mitteleine Stadt erbaut errichten, das Gelände wurde ihnen von der europäischer Krankenhäuser können in Mariert, es wird gehungert, gelogen und ge- Gebirge öffnend, sollte zur Verfügung gestellt. drid nur die privaten und wenige Stiftungsflaggt. Alle moralischen Energien, deren werden, die in Europa kaum ihresgleichen Universitätsstadt Wenn auch die einzelnen Häuser meist ihre kliniken. Die öffentlichen Krankenhäuser voller Einsatz im nationalen Existenz- haben dürfte. Die Anregung zu diesem seltenen Plan eigenen Tennis- und Fußballplätze haben, so einschließlich kampf notwendig ist, werden vorverausdes alten Universitäts- Hospider Madrider Medizinischen ist doch die Anlegung von großen gemein- tals, sind in einem geradezu katastrophalen gabt und verwirtschaftet. Sie werden zum ging aus von Sportplätzen, eines sehr großen Zustand, der den bescheidensten Anforderungrößten Teil schon verbraucht sein, wenn Fakultät, die seit Jahrzehnten in völlig un- samen die Gegenseite erst aufzuholen beginnt. würdigen, überbelegten, ganz veralteten Räu- Schwimmbades und eines Riesenstadions ge- gen moderner Hygiene spottet. Bei dem Und welche Möglichkeiten werden sich für men arbeiten mußte. In den letzten Jahren plant, um würdigen Raum für die Austra- Tiefstand der Sozialpolitik in Spanien, fehlt, die Kriegspropaganda der neuen der Monarchie wurde eine Studienkommis- gung aller interlokalen und internatio- es natürlich auch völlig an eigenen modernen Einrichtungen der Versicherungsträger, so Entente eröffnen! Was für Dinge wird sion ernannt, bestehend aus Professoren und nalen Wettkämpfe zu schaffen. man da zu hören bekommen, wenn aus Architekten, die die modernsten UniversiDie Hochschulinstitute selbst liegen nicht daß die große Masse des Volkes es vorzieht, allen Lautsprechern dröhnen wird, wer die täten in Europa und Nordamerika besuchtè. eng beieinander, sondern sind über das ganze auch bei Krankheiten, die eine KrankenhausMachthaber Deutschlands sind und was sie Da aber bald auch die anderen Fakultäten weite Terrain der Universitätsstadt verteilt. behandlung erfordern würden, in den unihre Ansprüche auf neue, geräumige und vor Der dem Viertel der Residenzen und der hygienischen und völlig unzulänglichen Wohgetan haben! allem in ihrer Ausstattung den Anforderun- Sportanlagen benachbarte Stadtteil ist das nungen zu bleiben. Welch ein Segen hätte Das alles, was geworden ist, und was moderner Wissenschaft entsprechende Viertel der Musik und Bildenden da gestiftet werden können, wenn die Gelder, noch droht, haben die deutschen Sozial- gen Gebäude anmeldeten, keimte der Plan, alle Künste; hier sollten die Hochschule für die von weiten Kreisen der Bevölkerung, demokraten nicht gewollt. Man mußte sie Fakultäten von Grund auf neu zu errichten. Musik mit großem, für die ganze Stadt und nämlich durch eine Universitäts- Lotterie( und erst niederwerfen und mundtot machen, aus Madrid ausreichendem Konzert- in Spanien ist ja das Lotteriespiel eine Volksbevor es möglich wurde. Die deutschen Der Plan fand Beifall beim letzten König, Gäste der das oben gekennzeichnete Terrain zur saal, Technische Hochschule, Hochschule für krankheit, von der auch der kleinste Mann Sozialdemokraten haben im Jahre 1918 Verfügung stellte. Einen ganz neuen Elan Malerei und Architektur etc. ihren Platz fin- angesteckt ist) aufgebracht wurden, einer einen zerbrochenen Staat übernommen, um bekamen die Pläne, als Spanien in eine Re- den. Vollendet und seit einem Jahr in Be- Verwendung zugeführt hätte, die dem Volk ihn wieder aufzurichten, die anderen bepublik verwandelt wurde. Die fortschritt- trieb war nur die Hochschule für Ar- direkt dienen würde! Andere Teile der Medireiten alles vor, um ihn noch einmal zu lichen pädagogischen Kreise, die sich um die chitektur, deren Haus so ausgestattet zinischen Zone, die ebenso bedeutsam für das zerbrechen. Die einen haben der Nation > Junta de Ampliación de Estudios<*) grup- ist, daß alle Arten Baustoffe, Wand-, Wohl der Arbeiterschaft hätten werden köngedient, die anderen verdienen an ihr. pieren, und eine innere Reform des gesamten Decken- und Fußbodenbekleidung einer prak- nen, sind: ein riesiges Gynäkologispanischen Universitätswesens erstrebten, tischen Materialprüfung unterzogen werden sches Institut und eine Geburtssahen in dem großzügigen Bauprojekt eine können. klinik eine hochwichtige Einrichtung in Recht, sich national zu nennen. Die Nation willkommene Gelegenheit, dem neuen päda- Die anderen Universitätsinstitute sind in einem Land mit außergewöhnlich hoher vor ihnen zu warnen und nach Kräften vor gogischen Geist äußeren Ausdruck zu ver- weitere drei Gruppen aufgeteilt, die Medizi- Fruchtbarkeit, der aber bis heute infolge der ihnen zu schützen, ist die Aufgabe der leihen. Aus diesen zwiefachen Quellen er- nische Gruppe, die Landwirtschaftliche und mangelhaften Geburtshilfe und noch mangeldeutschen Sozialdemokratie im Exil, ihre wuchs der Gedanke, vor den Toren der Stadt die Gruppe der Philosophischen, der Juristi- hafterer Hygiene in der Kinderaufzucht wichtigste Aufgabe. Eine weit wich- Madrid eine Gartenstadt zu errichten, die schen und der Naturwissenschaftlichen Fa- eine überdurchschnittliche Kindersterblichkeit tigere als die manchmal unvermeidliche jedem Bedürfnis der Studierenden und kultäten. nimmt Den größten Raum die entspricht und ein Lehrinstitut für Wissenschaftler in weitestem Maße Rech- Medizinische Gruppe ein, deren Kern weltliche Schwestern. Dieses Innung tragen sollte. Sie sollte eine Vereini- die Medizinische Fakultät, das Zahnärztliche stitut hätte endlich ein schon lange in weiten Für unsere auswärtige Politik So gung von Lehr- und Forschungsinstituten, und das Institut für Augenkrankheiten bil- Kreisen der Bevölkerung empfundenes Bedürfen die deutschen Sozialdemokraten mit den modernsten Apparaten und Instru- det. Die Gebäude sind alle vollendet, konn- dürfnis befriedigen können, da ja bis heute Léon Blum variieren sind sehr einfache menten versehen, mit neuzeitlichen, hygieni- ten aber nur teilweise in Gebrauch genom- die Krankenpflege in Spanien fast völlig von Grundsätze maßgebend: der Entschluß, *) Diese Vereinigung hat in Spanien u. a. men werden, weil das Wichtigste, die Appa- Nonnen monopolisiert ist über alle anderen Interessen die des deut- die ersten wirklich guten weltlichen, öffent- raturen und Instrumente, wegen der großen auch die antikirchlichen Menschen im Fall schen Volkes zu stellen, und die Ueber- lichen Mittelschulen geschaffen und das Kostspieligkeit noch nicht angeschafft wer- der Krankheit in den Schoß der alleinseligzeugung, daß das deutsche Volk kein grö-> Centro de Estudios Historicos< ein histori- den konnten. Angefangen und leider halb- machenden Kirche begeben müssen. In dieBeres Interesse hat als das am Frieden, sprachwissenschaftliches Fordie Gewißheit, daß der große Friedens- schungsinstitut, das als einziges Institut von fertig liegen gelassen ist der Bau des Uni- sem Bürgerkrieg muß sich der Mangel an ein Hochschulrang auch unentgeltliche Vorträge versitätskrankenhauses, Ge- geschultem weltlichen Pflegepersonal katamorgen Europas nicht früher kommen veranstaltet, an dem jedermann teilnehmen bäude von seltener Schönheit und in herrlicher strophal gerächt haben, denn es wurden zwar kann als bis es Abend wird für die kann; daneben hat sie die Institution der allLage oberhalb des Manzanarestales gelegen; aus den meisten öffentlichen Krankenhäusern, deutsche Diktatur! jährlich in Santander stattfindenden Internationalen Sommeruniversität ins Leben ge- alle Stockwerke sind mit Terrassen und Veran- sogar aus Hospitälern, die frommen Stiftunden versehen, die die köstlich reine Luft, die gen gehören, die Nonnen herausgeworfen, Die sogenannten Nationalsozialisten sind weder Sozialisten noch haben sie ein I Kritik an den Verhalten ausländischer Regierungen. Friedrich Stampfer. Schlachtruf der Retter Wie kann nur die Welt so begriffsstutzig sein? Gewiß, wir verbündeten uns den Japanern, wir halfen den Franco'schen Soldmarokkanern sches und rufen. Die verbotene Kritik Die Nazipresse hat das Verbot der Kunstkritik mit Beifall hingenommen. Ihre Bonzen haben schon immer gefordert, das lediglich die Partei zu bestimmen habe, was Kunst ist und was nicht. Es ist dasselbe, was im im Kampf gegen Spanien. Doch trügt auch Zuge der jüngsten Redekanonaden der braune tem der Schein, die rassische Ehre der Deutschen blieb rein. Volk ans Gewehr! Ihr nordischen Brüder seid faul und verderbt, ihr hasset der Giftbomben stinkende Dämpfe, ihr hasset des Gastodes heldische Krämpfe. Wir blasen zum Kampfe! Nun zeigt, wie ihr sterbt und ob ihr den Stolz eurer Väter geerbt. Volk ans Gewehr! Auf! Gegen die Norden in blutiger Hatz! Japaner, schießt zu, ihr braucht keinen zu schonen, ihr, Neger, seid tapfer, der Streit wird sich lohnen. Euch räumen die Nordländer sterbend den Platz, ihr erbt der Kulturvölker leuchtenden Schatz. Volk ans Gewehr! Wir haben fürwahr einen triftigen Grund, mit Schwarzen und Gelben auf Weiße zu schießen und selbst mit dem Teufel ein Bündnis zu schließen. Es segne Walhalla den trutzigen Bund und sich daher seits eine böswillige Verkennung der kunst-| sich auch gegen den> Parteigeist<<, den die politischen Absichten, zu behaupten, es Kreaturen des Göbbels zum obersten Kunstgäbe nun keine Kritik mehr in Deutschland. richter erhoben haben. Tieck verlangt ausSie ist lediglich aus den Zeitunver- drücklich, das Theater müsse> die verständigen und Zeitschriften schwunden. Sie wird, wie es in einem gen oder scharfen Einreden anhören und sich autoritär regierten, totalen Staat selbst- nach ihnen regulieren<... Am wenigsten ist verständlich ist, in erster Linie von der ReLessing für das Dekret zu brauchen, er gierung und den amtlichen kulturwaltenden Organen geübt, die die nationalsozialisti- schreibt in einem seiner Briefe: sche Weltanschauung vor Verfälschung und Verflachung schützen...< SO die Ministerialrat Berndt ausgesprochen hat: > Wenn ich Kunstrichter wäre, so würde > Für die Beurteilung eines Kunstwerkes meine Tonleiter diese sein: Gelinde und kann im nationalsozialistischen Staat nur Wir Zeitungen schmeichelnd gegen Es könnte auch heißen: den Anfänger; mit die nationalsozialistische Kulturauffassung Bewunderung zweifelnd, mit Zweifel bemaßgebend sein. Nur Partei und haben zwar keine Kritik mehr, aber dafür wundernd gegen den Meister; abschrekStaat sind in der Lage, aus dieser haben sie die anderen. Da sich das hitlerkend und positiv gegen den nationalsozialistischen Kunstdeutsche Publikum daran gewöhnt hat, nur Stümper; höhnisch gegen den auffassung heraus Werte zu bezu lesen, Prahler; und so bitter als mögstimmen. Ist eine Wertbestimmung noch zwischen den Zeilen lich gegen den Kabalenmacher. durch diejenigen, die einen Auftrag zum faßt jeder Leser diesen Witz als eine VerDer Kunstrichter, der gegen alle nur Richtertum haben, gegeben, dann selbst- äppelung des Verbots auf. Schade, daß drü- einen Ton hat, hätte besser gar verständlich staht es dem Kunstschriftben niemand nachdrucken darf, was keinen. Und besonders der, der gegen leiter frei, mit diesem Wert zu messen. Das alle nur höflich ist, ist im Grunde, gegen wird aber immer nur von Fall zu Fall Nazipresse einst in ihrer Sünden Maiendie er höflich sein könnte, grob...< geschehen können.<< blüte, über die notwendige Freiheit der KriEine schärfere Absage an die braunen Dies Kauderwelsch, ins Deutsche über- tik schrieb. Als ein sächsisches Naziblatt setzt, besagt: die braunen Partei- Bonzen er- einst eine Verwarnung durch den Polizei- Kunstfeldwebel,» Stümper, Prahler und Kabanennen Kunstrichter und die haben die Mei- präsidenten erhielt, weil eine Theater- lenmacher< gibt es nicht, und die Zusammennung des Propagandaministeriums zu berich- kritik mit dunklen Drohungen verbunden stellung der F. Z. besagt in der Meckerten. Das darf dann gedruckt werden. Tiefer hatte, heulte es entrüstet auf und schrieb: sprache des Dritten Reiches, daß sich Göbbels kann der Kunstteil einer Presse nicht mehr ein System, das nicht einmal mehr eine mit dem neuen Maulkorbgesetz auf sonstwas scharfe Theaterkritik vertrüge, sei für den berufen soll, nur nicht auf die großen Namen der klassischen Kritik. Untergang reif! sinken. es Schmock in Sevilla Braune Verbrüderung mit der>> schwarzen Schmach<<. Die gleichgeschaltete Presse hat sich mit der Verengerung des Maulkorbes abgefunden. Manche hüllen sich in Schweigen, andere, wie Lessing gegen Göbbels die DAZ, versichern gut masochistisch, daß Die>> Frankfurter Zeitung<< wagt es, einige sie schon vor 1933 gegen die Auswüchse der jener klassischen deutschen Kritiker zu zitie>> linksradikalen Kunst< geschrieben haben. Wieder andere behelfen sich mit Kommenta- ren, auf die sich Göbbels in der Begründung seines Dekrets so nebenbei berufen hat: Les- Durch die Nazipresse geht ein aufschlußren, zwischen deren Zeilen der Meckergeist sein Spiel treibt. So schreibt ein Berliner sing, Kleist, Tieck, Fontane, Gustav Freitag. reicher Reisebericht. Aufschlußreich deshalb, Die F. Z. zitiert einige ihrer Kritiken und weil man aus ihm ersieht, was sich der deutsiehe: sie üben nicht nur klare entschiedene sche und italienische Faschismus von einem >> Ist die Kunstkritik in Zeitungen und Zeitschriften beseitigt, so wäre es anderer- Kritik, sondern Lessing und Tieck wenden Siege Francos versprechen. Verfasser des wir wollen den Krieg, denn der Krieg ist ge- Boulevard- Blatt: sund. Volk in den Tod! ein gleichwertiger Ersatz auf unkirchlicher Basis war aber nicht aufzutreiben. Das Notabitur heute einfach nicht mehr da sind... Es gibt eine Grenze der Erkenntnismöglichkeit, die sich vielleicht langsam nach unten verschiebt, aber nicht einfach um ein Jahr des Alters hinabgedrängt werden kann. Alle Ingenieure und Chemiker um nur zwei heute lebensnotwendige Berufe zu nennen müßten gegen diesen Achtjahresplan geradezu Sturm laufen.< Und noch im November klagten zwei Mütter in den Leserstimmen desselben abzu- Blattes: Gegenüber dem medizinischen Viertel liegen die Häuser des landwirtschaftKriegsbetrieb in den deutschen Schulen lichen Teils, des ältesten und unschönsten von allen, der schon lange vor der ProjekIn den Weltkriegsjahren 1917/18 war das.| lunge, so hieß es damals auch, und dann tierung der Universitätsstadt existierte und An den Fronten lichteten sich die Reihen. Die regelte sich die Frage ganz von selbst und daher völlig unmodern, in geschmacklosen Nachrückenden mehrfach zurückgestellte wahrhaft endgültig durch das Nachrücken Ziegelbauten aufgeführt wurde, die seltsam Kranke, Schwerhörige, Schwach- immer neuer Jahrgänge in die Todeszone. Die kontrastieren mit den übrigen Gebäuden, sichtige, Alternde und Kinder jüngsten Reserven, die man sich das vorige die sämtlich im Beton- Skelettbau konstruiert die Nachrückenden waren zum Teil schon von Mal bis zuletzt aufsparte, sollen gleich mit sind. Es handelt sich hier um die Land- und der Ausbildung marode.» Jetzt nehmen in den totalen Schrecken hineingewirbelt werForstwirtschaftliche Hochschule und um Ver- sie alles, war die stehende Redewendung den. Ohne Not greift man nicht zum Notsuchsanstalten für Ackerbau und Viehzucht. im Volke, die man zehnmal an einem Tage abitur. Als noch der Kampf darum ging, wo Der am weitesten vom Eingang in die hören konnte. Damals ließ man den Jüng- den deutschen Jungen zugunsten der kriegsStadt entfernte Teil ist der Philosophi- sten, die ihre ersten langen Hosen noch mäßigen Ausbildung ein Schuljahr schen, der Juristischen und der Na- nicht abgewetzt hatten, ehe man sie in den zwacken sei, in der Grund- oder in der turwissenschaftlichen Fakultäten Tod schickte, neben der kirchlichen noch eine höheren Schule, da beantwortete Göbvorbehalten. Er ist derjenige, der architek- weltliche Segnung zuteil werden: das Not- bels ein gut Teil der schon ausgesprochenen dem die und der noch zu erwartenden Bedenken tonisch am einheitlichsten gehalten ist und abitur. Und mancher Bursche, dessen ausschlaggebende Bedeutung für die höhere Schule nicht bekam, vor dem sich die außerordentlich eindeutig. Am 1. November geistig- politische Haltung der größten Univer- Abschlußprüfung wie ein dräuender Berg sagte er im großen Saal des Berliner Ufasität Spaniens dadurch gekennzeichnet wird, auftürmte, meldete sich freiwillig, Palastes vor etwa 2000 Mitgliedern der Hitdaß er das zentrale> Paraninfo<, den nur um> zu bestehen<. Denn die Not- lerjugend, des Jungvolkes und des BdM: Hauptversammlungsraum der ganzen Stadt prüfer begnügten sich mit ein paar milden bergen wird. Die Aufgabe, alle Energien der Stichfragen. Wozu die Kinder quälen, wenn einzelnen Fakultäten in sich zu sammeln, sie morgen mit hoher Wahrscheinlichkeit sterben würden? Das Notabitur wird symbolisch angedeutet durch den Stand- ohnehin ort des Paraninfos: schon vom Rundplatz vor schaffte der Dümmste, und so von der Schulder Hochschule für Architektur aus sichtbar, bank her sahen diese Knaben die Welt, daß den Blick des Besuchers von dort aus auf sich vielen der Heldentod neben dem> Durchziehend, soll er Abschluß und Krönung der rasselne, neben einem» nicht bestanHauptallee bilden, die in langsamem Anstieg den als Erlösung erschien. in das Gelände hinausführt, direkt auf die, Wenn es nach der Einführung der zweivon der unendlichen Bläue des spanischen jährigen Dienstpflicht, nach der Verkündung Himmels in leuchtendem Weiß sich abheben- des Vierjahresplanes noch eines Alarmsignals den Schneeberge zu. aus Deutschland bedurft hätte, hier ist es: Das Notabitur ist wieder da! Der Herr Reichserziehungsminister Rust hat eine neue Verordnung erlassen, in der es heißt: » Die Phrasen kenne ich, daß wir zu jung und unerfahren seien; daß wir deshalb zuerst lernen statt reden müßten. Wenn wir damals gelernt statt geredet hätten, wäre Deutschland wahrscheinlich trotz all unserer Gelehrsamkeit in das Chaos und in den Bolschewismus versunken. Denn wenn es in der Entwicklung der Völker hart auf hart geht, wenn große Entscheidungen vor der Tür stehen, dann hilft nicht die Gelehrsamkeit, sondern der Charakter. Die Gelehrsamkeit wird in den Schulen, aber der Charakter wird in den nationalsozialistischen Formationen gelernt.<< ( Bericht der» Preuß. Zeitung« Nr. 305.) Neben diesen kriegerischen TrompetenstöBen verhallten die warnenden Stimmen der Lehrer, der Professoren, der Eltern. Noch am > Die aktuell gewordene Entscheidung für die achtjährige Schulzeit an den höheren Schulen ist zweifellos eine ganz große Angelegenheit des ganzen deutschen Volkes. Ein an sich kleiner Umstand scheint bei der Berechnung für acht Jahre übersehen worden zu sein, daß die Schulwoche ja jetzt schon nur noch fünf Tage beträgt. Durch den Fortfall der fünf SonnabendVormittagstunden aber beträgt die Schulzeit in acht Jahren künftig tatsächlich nur sieben Jahre!< SO ( Nr. 510.) >> Die Großen sind schon heute ausgefüllt; ja, sie können sich oft nicht mit der nötigen Ruhe mit ihren verschiedenen Pflichten befassen und allem gleichmäßig gerecht werden... So sehr wir es begrüßen, daß unseren Kindern eindringlicher als uns einst ihre Verpflichtung dem Vaterland gegenüber klargemacht wird, wird uns Müttern doch oft Angst vor dem» Zuviel< für die Kinder. Wo bleibt die schöpferische Pauses, die die Strenge des Lebenskampfes SO oft dem Erwachsenen miẞgönnt, und die wir doch wenigstens unseren Kindern in der wichtigen Zeit des Aufbaus körperlicher und seelischer Kräfte wünschen möchten?<< ( Nr. 522.) Die ganze Frage, die selbst im kirchhofs> Es ist unausweichlich, daran zu erin- stillen Dritten Reich ein derart heftiges Echo nern, daß die Epoche der höheren Schule >> Die Durchführung des Vierjahresplanes 11. Oktober hatte die» Frankfurter Zeitung sowie der Nachwuchsbedarf akademischer geschrieben: Berufe erfordern es, die von mir angekündigte zwölfjährige Schulzeit schon von Ostern 1937 ab einzuführen. Vorbehaltlich einer endgültigen Regelung bei der Neuordnung des höheren Schulwesens ordne ich daher folgendes an: In diesem letzten, repräsentativsten Viertel wurde als erstes fertiggestellt und in Betrieb genommen die Philosophische Fakultät, die schon über zwei Jahre funktionierte. Die in derselben Farbe gehaltenen, in der Grundkonstruktion zu ihr passenden Häuser der beiden anderen Fakultäten wurden vor 1½ Jahren mitten im Bau abgebrochen, starren mit leeren Fensterhöhlen und ungedeckt in die Landschaft. Der Grund liegt hier, wie beim Hospital, im Geldmangel der Voranschlag für das gesamte Projekt belief sich anfänglich auf 200 Mill. Pts., wurde aber bald nach Fertigstellung einiger Bauten auf 400 Mill. erhöht. Aber auch diese Summe wird wohl längst nicht ausreichen, vor allem, wenn man die Kosten berücksichtigt, die die Innenausstattung der Medizinischen, Naturwissenschaftlichen und Technischen Institute erfor- Geldquellen mögen noch mit Hilfe von privadern wird. Da in den Etats nur verschwin- ten Auslandsanleihen usw. flüssig gemacht dende Summen für die Ciudad Universitaria werden können, wenn es sich um werbende der am Die Schüler der Unterprima höheren Schulen für Jungen legen Schluß dieses Schuljahres die Reifeprü fung ab, und zwar in der Woche vom 15. bis 20. März 1937. Die schriftliche Prüfung fällt fort...< > Vorbehaltlich einer endgültigen Regebewilligt wurden, war man auf den Ausweg Zwecke, Wasser- oder Kraftwerke usw. haneiner alljährlich wiederkehrenden Lotterie delt, die allmählich ertragreich werden. Für verfallen, die in den ersten zwei Jahren, un- reine Kulturzwecke können solche Summen terstützt durch eine geschickte Propaganda, in wenigen Jahren nur aufgebracht werden ganz ansehnliche Beträge einbrachte. Bald von einem Staat, der den einheitlichen Willen aber erlahmte der Eifer der Propagandisten und die politische Macht hat, ohne Rücksicht und das Interesse des Publikums, so daß man auf die Rentabilität ein umfassendes Bilnicht einmal die Gelder für die Fortführung dungswerk zu schaffen, das den großen Masder angefangenen Bauten zusammenbringen sen des Volkes, die bisher abseits standen, konnte. Ein gigantisches Werk von solchen zugute kommt. Die Gestaltung einer> Ciudad Ausmaßen kann nur finanziert werden, wenn Universitaria in Madrider Ausmaß wäre sich die Bauherren auf große, jährlich neu- eine würdige Aufgabe für einen Arbeiterfließende Geldquellen stützen können. Solche Staat Spanien. E. R. > die Berichts ist das Chamäleon Colin Roẞ.1 Nicht einmal die Leibwache des Sultans 1918 tauchte er im Berliner A- und S- Rat auf, fehlt und nicht seine Musikkapelle, gebärdete sich lange Zeit als Sozialdemokrat aus schwarzen Sklaven besteht..< und war beflissener Mitarbeiter demokrati- Das faschistische Italien mußte bekanntlich scher und sozialistischer Blätter. Ein alter Abessinien überfallen, damit die Sklaverei Novemberverbrecher also, der sich im Wandel der Konjunkturen u. a. auch zum Nazi wan delte. Tja, das Leben ist eine Rutschbahn, man muß das Rutschen nur verstehn, und nun sitzt er in Sevilla und schmockt von dort für die Nazipresse. Tausend und eine Nacht erlebt er momentan, eine Ehrenwache marokkanischer Soldaten< empfängt ihn in Francos Andalusia- Palast: heute für die Jungen zugleich die Epoche weckte, ist nun mit einem Federstrich entund niemand läuft des Dienstes und der Erziehung in der schieden worden Hitlerjugend ist. Es sind ganz gewiß>> Sturm<, wie Rabius es verlangte, niemand nicht die> Reaktionäre, die darauf drin- spricht mehr von» Verbrechen«. Lakogen, daß die Schulbildung durch diese dopnisch wird noch mitgeteilt: pelte Beanspruchung nicht ins Hintertreffen gerate. Es sind ja auch nicht einmal bloß Studienräte, die diese Sorge haben. Diejenige> Konzentration< oder Intensivierung des Unterrichts, die hier zum harmonischen Ausgleich nötig ist, würde aber, wie uns und anderen scheint, Nicht nur den 18-, sondern auch den 19eine Verringerung der Schul- jährigen wird also das Notabitur bewilligt. Einmal, um ihre Stimmung zu heben, dauer auf acht Jahre schlecht vertragen.< > Auch für die Schüler der jetzigen Oberprima, die in der Woche vom 1.1 bis 6. Februar 1937 die Reifeprüfung ablegen, fällt die schriftliche Prüfung fort.< Noch am 24. Oktober hatte Dr. W. Ra- und zum anderen, weil es bei dem nun einbius( J. d. Reichsführung der deutschen Stu- setzenden Enddrill der Unterprimaner in dentenschaft) in der>> Deutschen Allgemeinen allen, vor allem in den obersten Klassen an Lehrern fehlen wird, so daß auch die Zeitung gemahnt: ohnehin bis Ostern Entlassungsreifen in ihrer Arbeit zurückgeworfen Unter den sieben Fächern, in denen laut Rusts Erlaß mit den Unter> Es wäre ein Verbrechen an der Spannkraft unserer Jugend, die mit neun Jahren schon genügend bean- werden. sprucht ist. Außerdem würde es sich das ist ebenso gefährlich- um eine Zu- primanern auch der Lehrstoff der Oberprima sammendrängung notwendigen in den wesentlichen Grundzügen bis Wissensstoffes handeln. Seit Jahren zum schon klagen die Professoren aller Hoch- Schluß des Schuljahres erarbeitet werden soll<< schulen, daß die wissenschaftlichen Arbeits-( der Stoff eines ganzen Jahres in drei Mobedingungen der jungen Semester gegen- naten!) unter diesen sieben Fächern befinden über der Vorkriegslage ungünstiger sich zumindest vier, die heute in den geworden sind, daß viele Voraussetzungen, ausschließlich die früher die höhere Schule vermittelte, deutschen Schulen mohammedanischen nordafrikanischen Kon- Giftgas greß, den die Franzosen in Rabat verboten, haben die Spanier in Tetuan eine Freistatt gewährt.<< bereits wie spaßlig! So erwachsen für Frankreich Gefahren, >> Und dann kam die Schutzmaske in > die man sich in Paris bisher wohl kaum Person. Schnell aufsetzen! Da wurden wir aufhört, in Spanien gehören die Sklaven des hat träumen lassen...< Zumal die Mauren munter, da kam Leben in die geduldigen Sultans zur allfaschistischen Staffage und die auch für den Kampf gegen die Gottlo- Zuhörer, da fingen wir an, über den lieben Sklavenhalter sind Bundesbrüder. Alles für das bedrohte Christentum und gegen EngAber aus unserm senpropaganda« scharf gemacht wur- Nächsten zu lachen. den, und der alte Novemberverbrecher Roß Lachen sollte bald Weinen werden. Mit der land und Frankreich. Der Schmock Roẞ kann vergißt im Eifer ganz, daß sich ja die deut- Schutzmaske in den Schutzraum, und da sich vor Eifer nicht, bremsen, es muß heraus: schen Pfarrer täglich über die zunehmende gab's eine Kostprobe Tränengas! Mit Schutz> Gibraltar ist heute so uneinnehm- Gottlosen propaganda im Haken- masken, mit fröhlichem Gesang: bar wie je. Aber was nützt das? In ihrem kreuzlager uneinnehmbaren Gibraltar sitzen die Bribeschweren und sich eine ten im Kriegsfalle wie in einer Mau- Reihe prominenter Naziführer mit Stolz zu sefalle, wenn sie Spanien nicht auf ihrer den Neuheiden rechnen. Die» VerbrüdeSeite haben. Gewiß, sie können den Ver- rung zwischen Weiß und Braun« muß dem kehr auf der Meerenge verhindern, nicht aber den darüber weg und darunter durch. alten bewährten Schmock überhaupt ein bißSie selber können aber auch nicht mit ihren chen auf die Feder geschlagen sein, er verSchiffen ins Mittelmeer hinein noch daraus gißt jedes Sicherheitseffet, er übersieht im hinaus, wenn ein zu neuem MachtTaumel der Verbrüderung mit der schwarwillen erwachtes Spanien die Felsen von Ceuta und Tarifa befestigt. Die zen Schmach<, daß der Koran noch immer die sperren die Enge viel wirksamer als Gibraltar, dessen Hafen bereits ein paar bei Algeciras aufgestellte Haubitzbatterien unbenützbar machen können.<< > Durch ein Spalier brauner Krieger in weißen Turbanen mit roten Schärpen schritt ich in einen weiten Patio in maurischem Stil. Vor den kachelverkleideten Wänden saßen auf niedrigen Diwanen bärtige, dunkle Männer in lang herabwallenden Gewändern aus feinster weißer Wolle. Wären nicht zwischen all diesem Traumspuk aus 1001 Nacht auch etliche Khakiuniformen spanischer Offiziere gewesen, Blauhemden der Phalanx und Rotmützen der Requetés, ich hätte mich in die Zeit Al Mansurs des Siegreichen zurückversetzt wähnen können, des Almihaden- Herrschers, der Sevilla zu seiner Lieblingsresidenz gemacht.<< Aber nicht nur den Engländern, sondern Alles gemahnte ihn an jene Zeit, da die auch den Franzosen soll Francos künftiges Mauren über Spanien herrschten Regime schwer zu schaffen machen; erstens Bei Wotan, ein schönes Eingeständnis! Dann fraternisiert er mit den Scheichs und trinkt mit den Kriegern Allahs> aus dampfendem Samowar... Denn: > Ein Verbrüderungsfest ist es, was sich hier abspielt. Der Großwesir des Kalifen von Tetuan ist mit zahlreichem Gefolge zu einer Staatsvisite nach Sevilla gekommen, dem Hauptquartier Queipo de Llanos, des Befehlshabers der Südfront.<< an den Pyrenäen, zweitens und vor allem in Nordafrika: Vernichtung des Giaur gebietet und das ein siegreicher Aufstand des nordafrikanischen Mohammedanismus auch das Ende jeder spanischen Herrschaft in Marokko bedeuten würde. Selten hat sich der faschistische Wahnsinn so deutlich offenbart, wie in dieser hetzerischen Schmockiade, die in großer Aufmachung durch die Hitlerpresse läuft. Selten ist > Nach dem, was ich von meinen so delirant ausgesprochen worden wie hier, neuen braunen Freunden gehört, bereit sind, daß gewisse Hasardeure haben sich die Mauren und Spanier in Marokko restlos verständigt. Mit vol- Machtwahn, Bankrottstimmung und Zerstöler Billigung der letzteren ist eine starke rungstrieb die Barbarei aller Farben auf nationale maurische Bewegung von den Gelben bis B. Br. im Werden, die sich nach dem Vorbild Europa los zu lassen der spanischen Phalanx aufbaut. Dem pan- zu den Schwarzen. -aus das Wandern ist des Müllers Lust, marschierten wir durch den Schutzraum, über den man als Sinnspruch schreiben sollte: >> Es gehen viel geduldige Schafe in einen Stall.< 44. Unser Leiter hatte unsere geistige Nahrung nach einem schmackhaften Rezept stete zusammengestellt: viel Humor, Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft und Geduld mit unserer Begriffsstutzigkeit. Was wurde auch alles gemacht! Mit Schutzmasken durch friedliche Straßen ziehen, diesmal sangen wir: Drei Lilien. Wie sich wohl die Einwohner über uns freuten- eine ganze Kompanie schweinsschnäuziger Teufel, die kläglich sangen! Dann wieder in unseren Saal, da konnten wir über Tische, unter Tischen und durch einen dunklen Gang klettern. Nein, gab das für Spaß!< was ( Aus dem Aufsatz» Fröhlicher Bericht vom Luftschutzlehr gang von Maria v. Otterstedt in der Frauenzeitschrift» Die Frau am Werk<, November 1936.) Kriegsfächer sind: Chemie, Physik, Mathematik, Erdkunde. Und die übrigen drei: Deutsch, Geschichte, Biologie dienen teils der rassischen Ertüchtigung«, teils der Anleitung zum Völkerhaẞ. Uebrigens sollen, wie ausdrücklich erwähnt wird, die Leibes übungen keineswegs eingeschränkt werden, nur der Parteidienst fällt auf ganze drei Monate angeblich weg, die pflichtgemäßen Feiern nicht gerechnet. Bilanz der Sozialversicherung Alles für die Kriegskasse nichts für die Sozialrentner Die Deutsche Arbeitsfront wendet sich mit| durch» Taten< dokumentiert, die in zwei Beden üblichen salbungsvollen Phrasen an die richten veröffentlicht sind. Die Reichsanstalt Betriebsführer und Gefolgschaftsmitglieder, gibt ihren Jahresbericht für Arbeitslosenhilfe Weihnachten im Geiste der Kameradschafte in der Zeit vom 1. April 1935 bis 31. März zu verbringen. Es müßte schon vorher da- 1936 bekannt. Gleichzeitig veröffentlicht die für gesorgt werden, daß sechte Weihnachts- deutsche Sozialversicherung ihren Bericht vom freude in die Arbeitsstätten einzieht«. Strei- 1. Halbjahr 1936. Die Sanierung der Invalidenversicherung ist mittels eines brutalen Rentenabbaues, d. h. auf Kosten der Invaliden und Altersrenter, durchgeführt worden. Vorläufig werden die ausgezahlten Hungerrenten in ihrer Höhe noch nicht bekannt gegeben. Aber schon die summarische Berichterstattung läßt die furchtbare Not der ArJetzt kuschen natürlich auch die wenigen gleichgeschalteten Blätter, die erst zu tigkeiten und Kündigungsbriefe sollten bis Ein gütiger Weihnachtsengel der Nazis mucken wagten. Sie hoffen nur, daß die nach Weihnachten zurückgestellt werden. hat zunächst einige Erleichterungen für die beitsinvaliden erkennen. Auch in der AngeUniversitäten einiges von dem» nach- Weihnachtsgratifikationen, Verschönerung der deutsche Erwerbslosenstatistik gebracht, die stelltenversicherung konnte durch den Renholene mögen, was in den Schulen ver- Arbeitsstätten und kameradschaftliche Haldas Elend der Arbeitslosen tenabbau eine Erhöhung des Beitragsübersäumt wurde. Wie sollten sie das, da das Stuschusses erreicht werden. dieren ja nur noch eine Nebenbeschäftigung der wehrhaften Studenten ist! Und die> Deutsche Allgemeine< tröstet sich in ihrer Nummer 568 gar mit der Hoffnung auf wachsenden Kinder-( und Soldaten-) segen: » Vor allem muß man erreichen, daß der Akademiker nicht zu spät in Beruf und Stellung und zu spät zur Familiengründung kommt, damit der Nachwuchs der hochwertigen Schichten nicht, wie bis heute, gefährdet bleibt.< Solche sind die Not- Runter vom Baume tung seien geeignet, in der Betriebsgemein- in Zahlen um einiges zu vermindern bestimmt schaft» Freude zu spenden<<. Vor allem müß- ist. Es gibt jetzt drei Klassen von Erwerbs-» Nationalsozialistische Weihnachten<, so ten auch die Gefolgschaftsmitglieder an ihren losen: 1. die im Beruf Volleinsatzfähigen, schließt der Aufruf der Arbeitsfront,» heißt: Betriebsführer denken: 2. die noch in anderen Berufen Volleinsatz- Freude spenden. Kraft gewinnen zu neuem Die Schaffen » Trachtet danach, auch dem Betriebs- fähigen, 3. die Nichtvolleinsatzfähigen. für Führer, Volk und Nation.< führer beim diesjährigen Weihnachtsfest der 3. Gruppe zugeteilte Erwerbslosen gelten Kanonen statt Butter, Sozialrentnerelend zur der Wehrwirtschaft. Fröhliche eure Dankbarkeit und Freude zum Aus- als» unechte Erwerbslose<. Zu den» Unech- Stärkung druck zu bringen.<< ten< zählen Tausende von Arbeitern und An- Weihnachten im Dritten Reich. Die» Deutsche Arbeits- Korrespondenz vom gestellten, die bisher noch als arbeitslos mit9. Dezember, die auf diese Weise» national- gezählt worden waren. sozialistische Weihnachten< zu charakterisie- stands- und Fürsorge( Pflicht) arbeiter, langdrauf auf den Spaten die als» Arbeitsentstreift in einem Satz sogar das fristige Erwerbslose, ren weiß, Arbeiter, die ein Die Geschichtsverblödung nimmt in Los der von den Wechselfällen des Arbeits- wöhnte< erklärt werden. in Auf und Stückchen Land besitzen und darum nicht Deutschland immer tollere Formen an. lebens betroffenen Arbeitskameraden es ein SSverpflanzt werden können, gelten ebensowe- dem Goslarer Bauerntag hat schreibt> wohltätige angehaucht: » Vergeßt nicht die Kranken« nig als» voll einsatzfähig wie die Kinder- Brigadeführer Dr. Reischle fertig gebracht, >> Besucht sie im Krankenhaus. Die Dank- reichen. Schließlich wird der Kreis der» Un- Judentum gleich Nomadentum zu setzen, barkeit, die aus den Augen eurer Arbeits- echten vermehrt durch Mitglieder der katho- weshalb der Jude dem Bauern feindlich sein lischen Arbeitervereine, der früheren marxi- müsse. Dann lehrte er laut Bericht der kameraden hervorströmt, wird euch selbst stischen Organisationen und alle jüdischen Nazipresse weiter: Freude bereiten.< Arbeiter. Der> Westen«, Berlin, aber, der manchmal zwischen der Zeilen meckert, gerät verzweifelte Klamaukstimmung: > Im übrigen ist ja eine Reihe großer Weihnachtsgeschenke bereits verteilt worden: allen Berlinern wurde ein Stadtpräsident beschert, den Unterprimanern wurde das halbe Abitur und der ganzen Jugend ein Schuljahr geschenkt.<( Nr. 335.) Geschenkt? Nichts wird den Völkern in der Geschichte geschenkt, und was hier geschieht, wird sich bitter und blutig rächen! Die Sparer werden vorsichtig! Eine bemerkenswerte Entwicklung nimmt die Einlagenbewegung bei den Sparkassen in Deutschland. Im Monat Oktober 1936 gestaltete sie sich im Vergleich zum Vorjahr so: Oktober 1935 Oktober 1936 in Millionen Reichsmark Zunahme der Einzahlungen Zunahme der Auszahlungen 72,2 54,0 " 41,6 56,8 Spareinlagen insgesamt sind gestiegen . : 34,1 17,3 Die Zunahme der Einzahlungen hat demnach stark abgenommen, während die Zunahme der Auszahlungen rasch gewachsen sind. Diese Entwicklung ist nicht nur auf die Zahlungen der letzten Rate der 700- Millionen- Reichsanleihe zurückzuführen, wie das ein Göbbelskommentar gern Glauben machen möchte. Vielmehr wird sie durch die neue Hamsterwelle ausgelöst, die zur Zeit die verschiedenen Schichten des deutschen Volkes erfaßt hat. Nicht nur die Industrie versucht sich mit Rohstoffen aller Art einzudecken, selbst wenn sie darin schon reichlich vorversorgt ist, auch das Publikum ist ängstlich bemüht, seinen Mark besitz in Sachwertbesitz umzutauschen. Daraus ist zu schließen, daß weder die Währungspolitik noch die Preispolitik im Volke viel gutgläubige Gemüter findet. Verramscht! Vielleicht entschließt sich der Ley, auch noch einige freundliche Besuche bei den Sozialanzuordnen rentnern und den Arbeitslosen und die soziale Frage wäre in harmonischer Weihnachtsstimmung gelöst. >> Jawohl, so leitsprüchelt Ley,> wir lieben das Leben und freuen uns des LichNach dieser letzten. Zählmethode kommt der Jahresbericht der Reichsanstalt zu dem Ergebnis, daß die Zahl der Arbeitslosen seit der Machtübernahme um 4,1 Millionen zurückgegangen ist. Dieser» Erfolg des Arbeitseinsatzes müßte sich wenigstens ungefähr auch in der Zahl der Beschäftigten nach der KrankenkassenHier bleibt das erste tes der Sonne und lieben unser Volk.< Die geradezu rührende Menschenliebe der statistik Nazis wird just um die Weihnachten 1936 Rätsel: Januar 1933 März 1936 Mitgliederstand auswirken. Arbeitslose bei der Krankenkassen Arbeitsämtern 18,512.000 6,013.612 19,100.000 1,937.120 4 . Beschäftigte nach d. Krankenk.- Stat. 12,518.000 16,416.000 >> Das Bauerntum sei germanischen Ursprungs. Das bäuerliche Staatswesen ruhe auf der Arbeit und dem Gemeinschaftsgefühl des einzelnen. Bindungen für den Bauern seien zwar oft unbequem aber für die Ernährung des Volkes maßgebend. Wenn man den nomadischen Spaltpilz der Juden wieder einschleichen ließe, würde das deutsche Bauerntum wieder allmählich der allgemeinen Vernichtung zugeführt werden. Die Lebensart der Nodenn sie lebten maden sei schmarotzend, vom Ertrag und der Arbeit anderer Menschen.< Daß es einmal ein altjüdisches Reich mit jüdischen Ackerbauern, daß es zu allen Zeiten semitische Bauern gegeben hat, stört den Mann nicht. Daß die nomadisierende Horde, Während früher die Spanne zwischen dem| Fortschritte. In der zu erwartenden Jubidie Jäger- und Hirtenstufe eine EntwickMitgliederbestand der Krankenkassen und der läumsstatistik dürften die Erwerbslosen am lungsperiode aller Rassen bedeutet, weiß er Beschäftigtenzahl ungefähr der Zahl der bei 30. Januar 1937 völlig verschwunden sein. nicht. Das Bauerntum haben seines Wissens den Arbeitsämtern gemeldeten Arbeitslosen Die> Unechten bleiben ihrem traurigen die Germanen erfunden, die waren schon auf entsprach, ergibt sich nach dem Jahresbericht Schicksal überlassen, sie sind weder» einsatz- den Bäumen seẞhaft. Er hat nie vom Nomader Reichsanstalt für März 1936 eine Spanne fähig«, noch haben sie irgend welche Unter- dentum germanischer Stämme gehört, hat stützungsansprüche, da sie nicht als> arbeits- nie von einer jahrhundertlangen Völkerwan2,684.000 unbeschäftigten Mitgliedern. los anerkannt werden. Nicht weniger skanderung vernommen. nur 1,937.000 dalös aber bleibt die Fürsorge für die übriAber das ist nur eins von vielen BeispieAls arbeitslos aber werden gezählt, wo bleibt der Rest von rund 750.000 gen Erwerbslosen. Die Arbeitslosenversiche- len der Umnachtung, die drüben die GeMitgliedern. Eine Erklärung könnte ledig- rung hat unter Hitler die Beiträge erhöht, schichtsbetrachtung durchmacht. Jetzt figulich in einer Vermehrung der erkrankten dazu kommen die Pflichtleistungen für die riert als> anarchistische Urform< bereits das Nomadentum, indes, die Germanen als Bauern Kassenmitglieder gefunden werden. Der Jah- sog. Arbeitslosenhilfe, die jeder in Beschäfvon den Bäumen stiegen. resbericht aber sagt ausdrücklich:» Der Kran- tigung stehende Arbeiter kenstand war außerordentlich niedrig.< vön vom Lohn abgezogen erhält. oder Angestellte Und solche Verblödung wird armen, verdutzten Bauern auf einem Reichskongreẞ als Wissenschaft um die Ohren geschlagen! Es Die Krankenziffer ist infolge der ver- Bei ständig steigenden Beitragseinnahmen schärften Bestimmungen gegenüber 1933 auf wird der Kreis der Unterstützungsempfänger Sast die Hälfte gesunken. Die Entlastung der von Monat zu Monat weiter eingeengt. Wir Erwerbslosenstatistik durch die Entfernung vervollständigen in der folgenden Uebersicht ist um wieder auf die Bäume zurück zu kletder> unechten Erwerbslosen< macht also gute den Jahresbericht bis zum September 1936: März Juni Sept. 1936 9 Arbeitslose bei Arbeitsämtern Hauptunterstützungsempfän- 1 ger, Arbeitslosen- Versich. Diese Zahlen besagen, daß von 10 Arbeitslosen nur noch je einer die Leistungen der Arbeitslosenversicherung erhält, auf die jedem Versicherten ein Rechtsanspruch zusteht. Sept. Dez. 1935 1,713 2,507 ( in Millionen) 1,937 1,314 1,035 0,659 0,239 0,405 0,163 0,122 Millionen verausgabt, so daß 700 Millionen, d. h. die Hälfte aller Beiträge dem Reich für seine Kriegswirtschaft zufließen. Im Weihnachtsaufruf der Arbeitsfront wird auch der Sozialrentner in einem Satz Das früher im Besitz des Deutschen Allgemeinen Gewerkschaftsbundes und der Arbeiterbank gewesene Lindcar- Fahrradwerk ist von den Nationalsozialisten in kurzer Zeit zugrunde gerichtet worden. Die neue Verwaltung hat das von Arbeitergeldern un- Die versicherungsmäßige Arbeitslosenunter- Erwähnung getan, es heißt dort: unter freigewerkschaftlicher stützung ist überdies radikal abgebaut. Leitung gut gehende Unternehmen mit neuen Nimmt man die sonstigen UnterstützungsSchulden so hoch belastet, daß schließlich nur einrichtungen hinzu, SO ergibt sich dieses noch der Ausweg der Liquidation blieb. terhaltene, und Nachdem also der Betrieb eingestellt, die Arbeiter entlassen worden sind, sind, wie jetzt gemeldet wird, die Fabrikanlagen der Lindcar- AG in Lichtenrode an einen privaten Unternehmer für billiges Geld verramscht worden. So ist das gemeint! Bild: Arbeitslose bei den A- Ae. Unterstützt durch: Arbeitslosenversicherung Krisenfürsorge Wohlfahrt Sept 1936 1,035.237 122.388 442.793 194.110 Es bleiben demnach selbst nach frisierIn dem Generalversammlungsbericht der ten amtlichen Zahlen rund > Nordsee<<, Deutsche Hochseefischerei- AG ist zu lesen: 275.000 anerkannte Erwerbslose ohne Unterstützung, >> Denkt auch an die Arbeitsinvaliden und Veteranen, die früher in den Werken waren oder wegen Erreichung der Altersgrenze ausgeschieden sind.<< tern. Neuer Vorwärts Sozialdemokratisches Wochenblatt Herausgeber: Ernst Sattler; verantwortlicher Redakteur: Wenzel Horn; Druck:> G rap hi a<; alle in Karlsbad. Zeitungstarif bew. m. P. D. ZI. 159.334/ VII- 1933. Printed in Czechoslovakia. Der» Neue Vorwärts« kostet im Einzelverkauf innerhalb der CSR Kč 1.40( für ein Quartal bei freier Zustellung Kè 18.-). Preis der Einzelnummer im Ausland Kč 2.-( Kč 24.- für das Quartal) oder deren Gegenwert in der Landeswährung( die Bezugspreise für das Quartal stehen in Klammern) Argentinien Pes. 0.30( 3.60), Belgien: Belg. Frs. 2.45( 29.50) Dieses stille Gedenken der Invaliden findet Bulgarien Lew 8.-( 96.-) Danzig Guld. 0.45 im 1. Halbjahresbericht 1936 der Invaliden-( 5.40). Deutschland Mk. 0.25( 3.-), Estland E. Kr. 0.22( 2.64). Finnland Fmk. 4.-( 48.-), versicherung seinen Ausdruck. Es wird rüh- Frankreich Frs. 1.50( 18.-). Großbritannien mend hervorgehoben, daß die Beitragseinnah- d 4.-( Sh. 4.-). Holland Gld 0.15( 1.80). Itamen erheblich angestiegen sind, während die lien Lir. 1.10( 13.20). Jugoslawien Din. 4.50 des Versicherungsträgers< zurück-( 54.-). Lettland Lat. 0.30( 3.60). Litauen Lit. 0.55( 6.60). Luxemburg B Frs. 2.45( 29.50), gehen. Das Verhältnis zwischen Beitragsein- Norwegen Kr. 0.35( 4.20). Oesterreich Sch. nahmen und Rentenleistungen hat sich auch 0.40( 4.80). Palästina P Pf 0.020( 0.216), tatsächlich gewaltig verändert, ohne daß etwa Polen Zloty 0.50( 6.-). Portugal Esc. 2.die Zahl der Invaliden geringer geworden( 24.). Rumänien Lei 10.-( 120.-). Schweden Kr 0.35( 4.20). Schweiz Frs. 0.30( 3.60), Spanien Pes. 0.70( 8.40). Ungarn Pengö 0.35 ( 4.20). USA 0.08( 1.-). > Lasten wäre. 1932 1936 Mill. RM im Jahr 969 642 1172 1142 >>... Die>> Nordsee< werde von jetzt ab in weit höher aber dürfte die Zahl der» unecherster Linie nur nach volkswirtschaftlichen Einzahlungen können auf folgende Postund nicht nach privatwirtschaft- ten Erwerbslosen sein<, die von der Statistik erfolgen: Tschechoslowakei: Scheckkonten lichen Gesichtspunkten arbeiten können. in keiner Weise erfaßt werden. Die Arbeits- Beitragseinnahmen Zeitschrift Neuer Vorwärtse Karlsbad. Prag Selbstverständlich müsse dabei die Wirt- losenversicherung von heute hat mit ihrem Rentenleistungen 46.149. Oesterreich: Neuer Vorwärtse Karlsschaftlichkeit des Unternehmens gewahrt Die Reichszuschüsse, wie sie der Invaliden- bad. Wien B- 198.304. Polen:» Neuer Vorwärts< bleiben. Der bekannte Abschluß für 1935- ursprünglichen Zweck nichts mehr zu tun. 1936 5 Prozent im Vorjahr 0 Prozent Sie vereinnahmt nach dem neuesten Bericht versicherung für die Rentenleistung zufließen, Karlsbad. Warschau 194.797. Schweiz:> Neuer Dividende wurde genehmigt.<< jährlich 1,4 Milliarden an Beiträgen und lei- sind fast gleich geblieben. Aus ihnen wird der Vorwärtse Karlsbad Zürich Nr. VIII 14.697. Ungarn: Anglo- Čechoslovakische und Prager Konto Neuer Mit diesen>> volkswirtschaftlichen Gesichts- stet für die versicherten arbeitslosen Mitglie- sehr geringe Grundbetrag jeder Rente ge- Creditbank Filiale Karlsbad punkten<<, deren Beachtung von einem Jahr der jährlich 300 Millionen an Unterstützung. deckt. Bei den eigenen Leistungen des Ver- Vorwärtse Budapest Nr. 2029. Jugoslawien: zum anderen eine Erhöhung der Dividende Zur Finanzierung der Krisenfürsorge, die sicherungsträgers haben sich nach dem Be- Anglo- Čechoslovakische und Prager Creditbank. Filiale Belgrad. Konto Neuer Vorum 5 Prozent bringt, werden die Aktionäre Sache von Staat und Gemeinde wäre, werden richt 1936 erhebliche Beitragsüberschüsse erwärts. Beograd Nr. 51.005. Genaue Bezeichvon diesen Beiträgen jährlich weitere 400 geben. nung der Konten ist erforderlich. durchaus zufrieden sein!