IVp. 185 SONNTAG, 27. Dez. 1936 SPocfrgnftto# Verlag: Karlsbad, Haus„Graphia"— Preise und Bezugsbedingungen siehe Beiblatf letzte Seite Aus dem Inhalt: Hinter braunen Kerkermauern Abgeleugnete Konzentrationslager Nun auch noch Brotknappheit! Deutschlands Kanonenkönige SoHatenhoochen für Eisenetz Enthüllungen über den Zweck der deutschen Intervention In Spanien � Großzügiges imperialistisches Raubgeschäft IMe Belieferung der spanischen Rebelten mit Kriegsmaterial und Menschen durch das Dritte Reich entspringt keineswegs ausschließlich der ideologischen Uebereinstimmung zwischen Franco und den Männern des Dritten Reiches. Sie dient der Vorbereitung des kommenden Krieges— ganz unmittelbar im technischen Sinne des Wortes. Dieses spanische Abenteuer ist ein großzügiges Geschäft, um die Versorgung Deutschlands mit Kriegsrohstoffen zu verbessern. Das Dritte Reich liefert Waffen und Menschen und erhält dafür Erz. Diese Zusammenhänge werden in dem Pariser Wochenblatt»Vendredi« vom 18. Dezember, dem Organ der französischen Schriftsteller und Journalisten, gestützt auf Material aus erster Quelle, weitgehend aufgedeckt. In Spanisch-Marokko befinden sich viele Bergwerke, in denen vor allem Elsen- und Manganerz gefördert wird. Sie werden von spanischen, englischen und französischen Konsortien kontrolliert Die wesentlichsten davon sind: European and North African Mines Ltd.; Sitz London, kontrolliert von der Societe Coloniale des mines, Paris; Compania del Norte Africano(Blei), Sitz Madrid und PKris; Compania Espanola de Minas del Rif(Eisen). Sitz Madrid; Alicantina (Eisen und Mangan), Sitz Meilila; Socie- dad de Explotacion de las Minas de Hierro de Bedar, Sitz Madrid und Paris; Societe Miniere Franco-Espagnole de Ceuta, Sitz Casablanca; Societe Minera Setolazar, Sitz Bilbao. Unmittelbar nach seinem Putsch hat Franco seine Hand auf diese Bergwerke gelegt. Am 27. August hat er durch D e- k r e t den Rebellenchefs Vollmacht zur Requisition gegeben— ohne daß die englischen und französischen Kapitalisten protestiert hätten. Die Gesellschaften erhielten den Befehl, von den fremden Käufern der Erze 60 Prozent der Bezahlung in Schecks auf London zu verlangen. Man gewinnt hier einen ersten Einblick in die Finanzierung der Rebellion und in die merkwürdige Rolle, die internationale Kapitalisten dabei gespielt haben. Nun war das Dritte Reich an den marokkanischen Erzen sehr interessiert, aber weniger an der baren Bezahlung. Es kam infolgedessen zu einem Abkommen zwischen Hitler und Franco, das die Grundlage der Beziehungen zwischen beiden wurde. Dies Abkommen enthüllt, wie völlig Franco von Hitler abhängt. Es wurde eine neue Gesellschaft mit dem Sitz m Sevüla geschaffen, die sich H i s m a nennt(Hispano-marocaine.) Sie hat das Ausfuhrmonopol für die Rif-Berg- werke und speziell für die Compania Espanola de Mines del Rif. die von spanischem, englischem und französischem Kapital kontrolliert wird. Alle Eisen- und Manganerzlager des von den Rebellen besetzten Gebiets sind ihrer Kontrolle unterstellt. Der volle Name der Gesellschaft ist: His- ma Limitada Carranza y Bernhardt, Hotel Cristina, Sevilla. Die Firma Carranza ist seit langen Jahren die Vertretung der deutschen Schwerindust r i e in Spanien. Herr Bernhardt stammt aus dem Thyssenkonzern, er ist der Ver treter der Reichsrohstoffgesellschaft. Uebrigens iat das Hotel Cristina das Quartier der deutschen Flieger in der Rebellenarmee. Diese Gesellschaft ist ganz einfach eine Tochtergesellschaft der Rowak in Berlin. Die Arbeitsplan dieser Gesellschaft erstreckt sich auf die folgenden fünf Hauptpunkte: mußte er Hitler um neue Hilfe bitten, die ihm das Dritte Reich teuer bezahlen ließ. Ganz kürzlich erst hat die Compania Espanola de Minas de] Rif auf Grund einer Vollmacht ihres Präsidenten und durch Vermittlung der Hisma 800.000 t Erz an Deutschland verkauft, len noch ihre Presse, Franco zu verteidigen, denselben Franco, der in mächtigen Proportionen den Erzmarkt in Verwirrung bringt! Von welchen höheren Interessen ist eine solche, ihren unmittelbaren Interessen entgegengesetzte Haltung bestimmt?« Das Interesse des Dritten Reichs Weihnachten in Madrid Wirkung einer Bombe Ein Haus am Platz Anton Martin(Madrid) 1. Annullierung der laufenden und Er- richtnng nener Kontrakte mit Zustimmung der Regierung von Burgos; 2. Errichtung neuer Kontrakte unter Führung der Hisma(Sevilla), und der Rowak(Berlin); 3. Einschiffung und Transport der Rif- mineralien gemäß den nenerrichteten Kontrakten frei an Bord und auf Risiko der deutschen Industriellen; die deutschen Industriellen verpflichten sich, der Gruppe Hisma-Rowak deutsche Handelsschiffe zur Verfügung zu stellen, die unter dem Schutze deutscher Kriegsschiffe stehen; 4. Freundschaftliche Liquidierung gewisser laufender Verträge(mit französischen und englischen Interessenten); 5. Alle künftigen Verträge mit den Gruppen werden von der Hisma entworfen. Dieses Arrangement Franco- Hitler trat im Oktober in Kraft und gleichzeitig begannen die ErzVerschiffungen. Im ersten Monat wurde Erz verschifft auf folgenden Schiffen: Rocida 2600 t, Girgenti 2225 t, Pasa- jes 3200 t, Capri 2750 t. Diese Schiffe sind nicht leer, sondern mit Waffen und Munition beladen, nach Marokko gekom- men. Als Franco vor Madrid scheiterte, die im Laufe der nächsten zwölf Monate geliefert werden sollen. Dieser Vertrag ist von Franco selbst unterzeichnet worden. Die deutschen Zahlungen erfolgen durch Abstriche an den Summen, die Franco dem Dritten Reich schuldet.(Man spricht von 320 MUlionen Peseten.) Das bedeutet, daß weder die Hisma noch die Compania Espanola Geld erhalten. Sie werden hinsichtlich dieser Summen die Gläubiger von Franco(eine kostbare Forderung im Falle daß Franco siegen sollte!). Ein anderer Vertrag, den das Reich unter gleichen Bedingungen geschlossen hat, sieht die Lieferung von 260.000 t Calcine von Navarete vor dem 31. Dezember 1938 vor. Im ganzen wird die deutsche Handelsmarine in den nächsten sechs Monaten 600.000 t Erz aus Marokko abholen. Soweit die überaus klare Darstellung des französischen Blattes, das sich auf authentischste dokumentarische Unterlagen beruft. Für Frankreich knüpft dieses Blatt die folgenden Fragen an seine Darstellung: »Franco beraubt französische und englische Kapitalisten ihres Besitzes am Rif, um Ihn zur Verfügung Hitlers zu stellen und die Wendel und Schneider von beiden Seiten des Kanals schweigen nicht nur, sondern befeh- an Franco ist mit diesen Enthüllungen völlig geklärt. Die deutsche Intervention in Spanien ist eines der abscheulichsten imperialistischen Verbrechen, das die Weltgeschichte kennt. Damit die deutsche Kriegsvorbereitung weiter getrieben werden kann, wird ein schrecklicher Bürgerkrieg künstlich verlängert, werden Rebellenbanden mit Kriegsmaterial und Mannschaften versehen, werden Frauen und Kinder zu Tausenden von Fliegerbomben ermordet, wird Madrid in Trümmer gelegt. Das spanische Volk muß die paar hunderttausend Tonnen Erz, die sich das Dritte Reich holt, mit seinem Blute und mit unnennbarem Elend bezahlen. Das spanische Volk zahlt nicht allein! Denn das Dritte Reich bezahlt die Erz- lieferungen nicht nur mit Waffen, sondern auch mit Menschen! Die deutschen Soldaten, die nach Spanien verfrachtet werden, sind der Devisenersatz des Dritten Reiches, sie sind Handelsware. Ihre Knochen gegen Eisenerz! Im Grunde genommen ist dies Geschäft ein Raubzug, den das Dritte Reich mit FYancos Hilfe unternimmt. Es ist eine blutige Illustration zu Schachts Schrei nach Kolonien. Mit diesen Verträgen ist die Marokkofrage wieder aufgerollt. Man erkennt, wel- che kapitalistischen Interessen mit dem Schicksal Francos verknüpft sind, welche hochgefährlichen vollendeten Tatsachen heute schon geschaffen sind. Man erkennt, daß das Dritte Reich schon wegen ein paar hunderttausend Tonnen Eisenerz die Gefahr eines neuen Weltkrieges in Kauf nimmt und heraufbeschwört. Und dieses abscheuliche imperialistische Geschäft, das nur mit einem Piratenraubzug verglichen werden kann, das nennen sie Kampf gegen den Bolschewismus! ,, Unsagbare Greuel" Eine Delegation englischer Parlamentsmitglieder, bestehend aus den Abgeordneten F. Seymour Cocks( Arb.-P.), D. R. Grenfell( Arb.-P.), W. P. C. Greene( Kon.), A. W. H. James ( Kon.), J. R. J. Mac Namara( Kon.), W. H. W. Roberts( Lib.), die sich nach Spanien begeben hat, veröffentlicht folgenden Aufruf: Nach mehrtägigem Aufenthalt in Barcelona, Valencia, dem Sitz der Regierung, und Madrid, wo uns, so weit es die Umstände gestatten, jede Gelegenheit geboten wurde, die Situation kennen zu lernen, nehmen wir es auf uns, einen Appell ergehen zu lassen. Die Schande der Konzentrationslager Die deutsche Propaganda flüchtet in die Lüge Die» Neue Zürcher Zeitung vom 6. 12.| Bauten ebenfalls berichtet.( U. a.» Deutsch- sind.( Sachsenburg wird z. Z. erweitert und 1936 veröffentlicht einen großen Artikel: landbericht«, Heft VIII, Seite A 67). Auch soll dann 3000 Häftlinge fassen.) Selbst die > Besuch bei den Moorsoldaten<, in dem über in Papenburg sind Erweiterungen vorgenom- Angaben über die 1000 in Sicherungsverwaheine auf Veranlassung des Reichsjustizmini- men. die» Neue Zürcher Zeitung« gibt das rung genommenen> Berufsverbrecher<< stimsteriums von schweizerischen Journalisten übrigens selbst zu. Sie berichtet, daß zu den men nicht. Abgesehen davon, daß auch über vorgenommene Besichtigungsfahrt nach Pa- drei( in einem vorhergegangenen Satz nennt politische Gefangene Sicherungsverwahrung penburg berichtet und falsche Behauptungen sie vier) ehemaligen Konzentrationslagern verhängt wird, heißt es im des Staatssekretärs Freisler als wahr unter- Börgermoor, Oberlangen und Neu- Sustrum Jahrbuch für 1936, Seite 562, daß bereits 1934 stellt und übernommen werden. drei neue, ad hoc gebaute Lager hinzugekom- insgesamt 3750 Verurteilte in SicherungsverDiese bekannte Schweizer Zeitung behaup- men sind, sie seien aber für Verurteilte, wahrung genommen wurden. tet, daß für Sträflinge bestimmt. 1. seit 1934 die Konzentrationslager abgebaut worden sind, 2. in Papenburg sich längst keine politischen Häftlinge mehr befinden, 3. zur Zeit der maximalen Besetzung in sämtlichen Konzentrationslagern rund 14.000 Personen inhaftiert waren und diese Zahl bis heute auf etwas weniger als 4000 zurückgegangen ist, unter denen sich über 1000 Berufsverbrecher befinden. > Statistischen Abgesehen von diesen generellen Angaben enthält der Bericht der» Neuen Zürcher ZeiEs ist nicht wahr, daß in Papenburg keine Schutzhäftlinge mehr sind; wir könn- tung beschönigende Darstellungen, so wie sie ten auch die Namen einer Reihe politischer von der deutschen Propaganda gutgläubigen Freunde bekanntgeben, von denen wir zuver- Journalisten erzählt werden. So lesen wir in lässig wissen, daß sie seit Jahr und Tag und der Neuen Zürcher Zeitunge: auch heute noch in Papenburg sitzen. Es ist nicht wahr, daß es gegenwärtig >> nur noch fünf Konzentrationslager gibt. onzentratio 4. es gegenwärtig noch fünf Konzentra- Uns sind bekannt:" tionslager gibt. Alle diese Behauptungen sind falsch. Wir haben zu wiederholten Malen ausführliche Wir zweifeln, ob die Größe der entsetzlichen Katastrophe, der sich Madrids Zivil. Darstellungen über die Konzentrationslager veröffentlicht. Im» Deutschlandbericht des bevölkerung gegenübersieht, allgemein erkannt wird. Wir enthalten uns jedes Urteils sozialdemokratischen Parteivorstandes<< sind über die militärische Lage; abor eine Stadt die Verhältnisse in den Konzentrationslagern in der ausführlichsten Form mit unwidervon einer Million Einwohner ist einem An1. Reichskonzentrationslager Dachau, 2. Konzentrationslager Sachsenburg, 3. Konzentrationslager Lichtenburg, 4. Konzentrationslager Welzheim( Wttbg.) 5. Konzentrationslager büttel, Hamburg- Fuhls6. Konzentrationslager Berlin Columbiahaus, 7. Konzentrationslager Papenburg( sechs Lager: Börgermoor, Esterwegen, Oberlangen, Neu- Sustrum), 8. Konzentrationslager Nordbahn, Sachsenhausen 9. Frauenkonzentrationslager Moringen, 10. Frauenkonzentrationslager Leipzig( St. Georg- Krankenhaus). > Nicht zuletzt hat die Sache für die Gefangenen selbst ihre interessante Seite. Die Enge der Gefängniszellen, die vergitterten Fenster, die engen Höfe fallen weg. Es ist eine Tätigkeit in frischer Luft, gewiß hart und anstrengend bei einer Arbeitszeit von neun bis zehn Stunden an fünf Wochentagen ( der Samstag und Sonntag sind frei), so daß die» Moorfähigen« Leute von kräftiger Konstitution aus den Gefängnissen besonders ausgewählt werden. müssen. Was es für das seelische Gleichgewicht der Gefangenen bedeutet, eine geregelte feste Arbeit zu haben, der Misere der Untätigkeit hinter Gefängnismauern enthoben zu sein und abends müde auf den Strohsack zu sinken, das läßt sich kaum hoch genug einschätzen. griff zu Lande und in der Luft ausgesetzt. legbaren Beweisen dargestellt und Schilderungen politischer Häftlinge wiedergeSie ist so weit umschlossen, daß nur einzige Straße nach außen offen ist und in geben worden, die noch in den letzten Monaten in diesen Lagern mißhandelt wurden. den letzten drei Wochen offen war. Als eine der schwersten Disziplinar Es ist richtig, daß im Zuge der Vereinstrafen in Papenburg gilt, wie man uns Der improvisierte Regierungsapparat hat beltlichungsbestrebungen einige kleinere versichert, die Rückbeförderung alle Hände voll zu tun, alle seine Mittel sind Konzentrationslager( Kuhberg, Heuberg, ins gewöhnliche Gefängnis.< für den Kampf aufgeboten. Zu der Bevölke- Hohnstein, Oranienburg) aufgelassen wurden. So viel zu glauben, ist auch einem gutrung von einer Million sind Ilunderttausende Die Häftlinge wurden aber nur zum geringgläubigen neutralen Journalisten nicht ervon Flüchtlingen hinzugekommen. Mehr als sten Teil entlassen, die weitaus größere Zahl Es ist nicht wahr, daß es> nur noch laubt. Er hätte sich die Gräber der politiein Viertel der Stadt ist teilweise zerstört wurde in andere Lager überführt. Zu diesem etwas weniger als 4000 Schutzhäftlinge gibt, schen Gefangenen zeigen lassen sollen, die und unbewohnbar. Die Verluste der Zivil- Zwecke mußten in anderen Lagern Erwei- darunter über 1000 in Sicherungsverwahrung nicht von besonders ausgewählter kräftiger bevölkerung sind sehr schwer. Schon macht terungsbauten vorgenommen werden. Befindliche. Uns sind die Gesamtzahlen nicht Konstitution« waren, und die ganz einfach sich der Hunger geltend und Epidemien schel- Wir kennen in mehreren Fällen die Namen bekannt, wir wissen aber, daß allein in einer weniger schweren» Disziplinarstrafe< nen unausweichlich. der Firmen, die die erforderlichen Bauarbei- Dachau rund 2000 und in Sachsen- als der Beförderung in ein Gefängnis zum Wir betonen dringlichst die Notwendigkeit ten auszuführen hatten und haben über diese burg rund 1400 Schutzhäftlinge Opfer gefallen sind. sofortiger und großzügiger Aktionen neutraler Mächte auf dem Wege einer internationalen Organisation. Die Evakulerung und teilweise Versorgung von Frauen, Kindern und Nichtkämpfern ist dringend, um unsagbare Greuel, wenn sie schon nicht verhindert werden können, wenigstens zu mildern. Der Kern ihrer Des Deitten Reiches Nahrungssocgen Kanonen oder Brot neuen Ernte würden nach dem bisherigen Konsum 5 Millionen Tonnen gebraucht, es seien aber nur 4.3 Millionen Tonnen verfügbar. große Die Regierung müßte also Mengen Weizen einführen, wenn sie Im ersten Jahr des Hitlerreichs war seine| versorgung verbundenen Schwierigkeiten be- nicht die Bevölkerung zwingen will, den MehlErnährungspolitik vom Himmel begünstigt. drängt ist. In den letzten zwei Jahren seien verbrauch einzuschränken, wie sie ja den Er bescherte ihm nach 1932 eine zweite Re- die Getreideablieferung von 15 auf 20 Pro- Fettverbrauch bereits eingeschränkt hat. kordernte. Es konnten also Vorräte für künf- zent unter die von der Regierung festgesetzDie Regierung versucht, im Ausland Kre Verständigung tige magere Jahre aufgehäuft werden. Aber ten Menge gesunken, well für die Bauern die Der derzeitige Chefredakteur der» Frank- die Dürre von 1934 enthüllte bereits die Fol- Verfütterung von Getreide einträglicher ist dite zum Einkauf von Getreide zu bekomfurter Zeitung«<, Rudolf Kircher, hat bisher gen der völligen Abschnürung von der Ge- als die Ablieferung an die Mühlen zum amt- men. Ohne sie könnten mehr Lebensmittel nur auf Kosten der Aufrüstungsrohstoffe unentwegt die Expansionspolitik des neuen treidezufuhr. Katastrophaler Futtermittel- lich vorgeschriebenen Preise. Nur so konnte deutschen Imperialismus vertreten. Zum Loh- mangel zwang die Bauern zur massenhaften sich Darré ein relativ gutes Ergebnis der eingeführt werden. Aber nach Schachts Gene dafür soll er mit einigen anderen seiner Abschlachtung von Vieh, später zur Verfüt- Schweineaufzucht als Erfolg ankreiden. Das ständnis ist der Mangel an Rohstoffen eher bürgerlichen Kollegen hinausgeschmissen und terung von Brotgetreide. Man zehrte von den deutsche Volk muß aber entweder auf Fleisch noch ärger als der Mangel an Nahrungsmitteln. durch stramme Parteinationalsozialisten er in den zwei letzten Jahren gehäuften Vor- oder auf Brot verzichten, Nun kommt aus Amerika die Nachricht, setzt werden. Er erläßt jetzt seine Schwanen- räten. Dadurch wurde die Gefährdung der Bericht der> Times< selen Telegramme ist die Zuteilung von Brotge- bei den Getreidefirmen gesänge in der Frankfurter Zeitunge. In Versorgung mit Brot und Fleisch, heraufbedurch die Verschwendung aller einem seiner letzten Aufsätze entrollt er ein schworen treide in bisherigem Umfange aus Deutschland eingelaufen, die behaupten, die diesjährige Weizenernte sei die schlechschwer aufrecht zu erhalten. Bild, wie der neue deutsche Imperialismus international verwertbaren Werte zugunsten sich die> Verständigung in Europa der Aufrüstungseinfuhr, verschleiert. vorstellt. In Nr. 642/643 der Frankfurter Zeitung schreibt er: Wir kennen jenes Argument zur Genüge, das uns Deutsche verdächtigt, eine Vertragsregelung im Westen zu irgendwelchen Abenteuern im Osten mißbrauchen zu wolAber es scheint, daß jetzt nicht nur die Fütterung des Viehes, sondern auch die Brotversorgung in Frage gestellt ist. denn nach dem fen, Es seien nur wenig Vorräte vorhanden, teste, die Deutschland seit 1918 erlebt hat. weil sie für die Viehfütterung aufgebraucht Der Vorstand der Chikagoer Getreidebörse hat sind. Zur Sicherung der Brotversorgung in voriger Woche plötzlich eine Nachtsitzung müßte die Zuteilung von Futtergetreide aus einberufen, um Beschlüsse zur Zügelung der der diesjährigen Ernte um eine Million Ton- Spekulation zu fassen. Der Chikagoer Markt nen eingeschränkt werden. Das sei aber nicht sei völlig in Verwirrung geraten durch die Der Berliner Korrespondent der> Times< durchführbar ohne katastrophale Folgen für Nachricht, Deutschland müsse 1937 eine Millen. Wir wissen, daß die deutsche Politik berichtet, daß nach Mitteilung aus gut in die deutsche Viehzucht. Wenn man den Wei- lion Tonnen Weizen und eine Million Tonnen auch in Osteuropa. auf die Erhaltung des Friedens abzielt andere wissen es nach- formierten Kreisen das Regime von großen zen nicht zur Geflügelfütterung verwenden Roggen einführen und Italien vielleicht sogar gerade auch. Gleichwohl: sie verdächtigen Sorgen wegen der mit der Nahrungsmittel- darf, drohe ein großer Eiermangel. Bis zur das Doppelte. Die Sache selbst dürfte zutrefuns! In der Politik kann man sich gegen das Verdächtigen leider schwer schützen. Es wird nicht aufhören. Unter anderem aus diesem Grund: Der Westen Europas und der Osten sind völlig verschieden, unvergleichbar kann im Osten nicht tun, was im Westen zwar nicht gerade leicht, aber doch durch die Vernunft geboten war,- ein OstLocarno ist deshalb unmöglich. Keine Macht der Welt wird jemals das Dritte Reich zwingen können, die Grenzregelungen der Friedensverträge in Ostwww man Ben, anstatt durch immer neue Paktvorkeinesfalls aber die Begründung mit einer so katastrophalen Mißernte. Das zeigt eine uns allen aufgezwungene brennende| leitete> Deutsche Juristenzeitung aufgeben schon die auffallende Gleichzeitigkeit deutGegenwartsfrage. muß, an deren Stelle für die deutschen scher und italienischer Ernährungssorgen. Könnte sich Frankreich zu einer Rechtswahrer< nun der parteioffizielle Geist- Nach amtlichen deutschen Schätzungen war entsprechenden Einstellung entschlie- fahrplan der» Akademie für Deutsches Rechts, die letzte Getreideernte nicht schlechter als schläge und Allianzverträge die Einhal- beziehungsweise des Herrn Franck 2 privat die vorhergehende. Warum sollte auch der tung des Status quo in Osteuropa treten soll. Sein über Nacht entdeckter Bra- Himmel über dem Faschismus ungnädiger Göbbels braucht einen erzwingen zu wollen, so wäre ein Verchialantisemitismus hat ihm also nichts, gar sein als anderswo! ständigungsprogramm sehr nichts genützt. Man sollte meinen, der Herr Sündenbock, aber nicht die Ungunst der NaProfessor wäre nun jetzt belehrt. Aber da- tur, sondern der Vorrang der Bewaffnung Die europäische Verständigung ist dem- von kann keine Rede sein. Sein Finale in der vor der Ernährung ist die Ursache der Ereuropa als annehmbar, gerecht und ver- nach ganz einfach. Frankreich braucht nur letzten Nummer der> Deutschen Juristenzei- nährungsschwierigkeiten. Selbst die drakoninünftig zu erklären, und diesen Zwangsseine Freunde im Osten preiszugeben, und tunge, von ihm selbst verfaßt, ist ein Kom- schen Drohungen Görings haben also bisher lösungen durch einen Garantievertrag unseren Segen zu geben. Dergleichen hat der Friede ist gesichert. Allerdings, jener mentar zur Zerreißung der Strom- Bestim- bei den Bauern versagt. und Südostviel leichter aufzustellen.< nicht einmal die Weimarer Republik ge- Friede, den der spanische Außenminister del tan wie könnte man es vom Dritten Vayo in Genf so trefflich charakterisiert hat! Rejch erwarten! Wir haben statt dessen Verträge geschlossen oder angeboten, die eine gewaltsame, kriegerische Revision ausschließen. Mehr kann man nicht verlangen. Abgang mit Gebrüll Wenn mehr nicht geleistet werden kann, so liegt das nicht an uns Deutschen, sondern an der Mangelhaftigkeit der Grenz- Professor Karl Schmidt duldet keine>> Interregelungen. Der Osten Europas ist doppelt, ja dreifach belastet: durch die Mangelhaftigkeit essenten am Status quo<<. Der unrühmlichst gleichgeschaltete KronProfessor Karl der territorialen Regelung, von der wir jurist des Dritten Reiches, mungen des Versailler Vertrages durch Hitler. Hier ist er: Werden Kredite zu haben sein, und ausgerechnet in USA, das sie >> Der ganze Vorgang ist ein neuer Be- bisher verweigert hat? Deutschland weis dafür, daß sich ein schlechtes Schein- soll eine sehr günstige Zahlungsregelung vorrecht nicht mit seinen eigenen Mitteln geschlagen haben, in jedem Falle würden aber überwinden läßt und eine neue Ordnung, Futtermittel nur zu außerordentlich erhöhdie dem Recht des Lebens entspricht, auch ten Preisen zu haben sein. Das Brot wird gegen den Widerstand der Interessenten also wahrscheinlich knapper, sicherlich aber am Status quo durchgesetzt werden muß.<< teurer werden. Denn man läßt das Volk eher Das dürfte so ungefähr die zynischste hungern, als daß man auf die KriegsvorbeAllerdings: auch der Schablone für jede künftige Kriegserklärung reitung verzichtet. eben sprachen, durch den französischen Schmidt, ist wegen seiner» liberalistischen Wunsch, im Osten Bundesgenossen zu Vergangenheit kürzlich von den alten Kämp des Dritten Reiches an Europa sein, die ihm Zwang zum Hungern, die vorzeitige Gewöhhaben, und durch den Bolschewismus. Wäh fern im» Schwarzen Korps< wüst angezapft bisher von seinen intellektuellen Marketen- nung an Entbehrungen ist ein Teil der Kriegsrend wir das Revisionsproblem der Zukunft vorbereitung. überlassen können, ist der Bolschewismus worden. Man hört, daß er die von ihm ge- dern geliefert worden ist. Der absolute Kreisamtsleiter Einen außerordentlich interessanten EinDie Mobilmachung der Wirtschaft Die Wirtschaftsarmee formiert dull sid blick in die geschichtlich unvergleichbare Man konnte noch vor einiger Zeit im rechtfertigen. Daher genoß die Kartell- Das aber, steht im WiderVerwilderung des Rechtslebens im Dritten Zweifel sein, ob der» organische Aufbau bildung Förderung von oben durch die spruch mit den ErfordernisReich vermittelt eine Entscheidung des Ge- der gewerblichen Wirtschaft« etwas ande- ministerielle Ermächtigung zur Anordnung sen der Kriegswirtschaft. Hier richtshofs für Kompetenzkonflikte. Der Tatres sei als ein Dekorationsstück, das eine von Zwangskartellen und zur Anordnung darf das Kartellwesen nicht bloße Organibestand ist ganz einfach: Art von ständestaatlicher Selbstverwal- von Investitionsverboten zwecks Hemmung sation des Rüstungswuchers sein, denn die Ein Kreisamtsleiter der NSDAP tung vortäuschen soll. Vor einiger Zeit des technischen Fortschritts. Aber mit der kartellmäßige Preisfestsetzung hat jetzt hatte in einer öffentlichen Versammlung einen noch war Schacht damit beschäftigt, die- Ausdehnung der staatlichen Arbeits- nicht nur den Zweck, die Kosten der verUntertanen schwer beleidigt und von ihm be ser Zwangsorganisation mehr Funktionen beschaffung drohte die Schuldenwirtschaft teuerten Produktion auf die Verbraucher stimmte Tatsachen behauptet. Der angegrif- zu nehmen als zu verleihen. Sollte der des Reiches durch allzu hemmungslosen abzuwälzen, sie muß auch als Instrument fene Bürger erhob die Zivilklage auf Unter- organische Aufbau« zum Instrument einer Preiswucher in die offene Inflation ge- zur Organisation des Mangels an kriegslassung, weil er wohl wußte, daß seine Ehre für das ganze Reich einheitlichen Wirt- trieben zu werden. Deshalb wird dem Un- wirtschaftlich entbehrlichen Waren und im Strafprozeß bei einem derartigen Gegner schaftspolitik« werden, so mußte er ent- wesen der Fachschaft durch Gründung des zur Konzentration der Produktion auf niemals wiederhergestellt werden konnte. Das weder selbst Kartellfunktionen erhalten» organischen Aufbauese unter Schachts kriegswichtige Waren dienen. Deshalb angerufene Landgericht gab der Klage statt. oder in das Kartellwesen entscheidend ein- und seiner Unterführer diktatorischem wurde am 17. November eine Es hat demnach festgestellt, daß der Kreis- greifen können. Die Fachgruppen sind Kommando ein Ende bereitet und den neu- Verordnung erlassen, die die amtsleiter beweisbar unrichtige Be- nicht imstande, als Instrumente staat- gebildeten Kammern und Fachgruppen die Gruppen un Kammern den hauptungen aufgestellt hatte. Der licher Wirtschaftspolitik überhaupt, noch Befassung mit Kartellfragen untersagt, um Kartellen überordnet. GleichKreisamtsleiter tat zweierlei. Zunächst legte viel weniger einer einheitlichen zu die- zu verhüten, daß die Fachzeitig wird die verhängnisvolle Personalist sein gutes nen, so lange daneben die Kartelle in die gruppen leiter fortsetzen, was die union von Fachgruppenleitung und Karjedoch hiermit Marktverhältnisse eingreifen und auf die Fachschaftsleiter mit Erfolg begon- tellführung verboten. Die Kartellpolitik Produktion übergreifen, also eigene Wirt- nen hatten. Seit etwa Mitte 1934 ist von soll in Zukunft auf Gemeinschaftsarbeit Er steckte sich hinter seinen Gauleiter, schaftspolitik treiben. Deshalb hing die der Ermächtigung zur Bildung von von Kartellen und Gruppen beruhen. Sie den Oberpräsidenten Terboven. Terboven praktische Bedeutung der Fachgruppen Zwangskartellen so gut wie kein Gebrauch darf nach der Verordnung>> niemals knobelte heraus, daß er die Macht habe, den und Kammern von ihrem Verhältnis zu gemacht worden. Man beschränkte sich marktregelnden Vereinbarungen Gerichtshof für Kompetenzkonflikte anzuru- den Kartellen ab. Mit den Zielen der darauf, die bestehenden Kartelle zu ver- Empfehlungen mißbraucht werden<<, aber fen. Dieses Gericht ist dazu berufen, eine nationalsozialistischen Wirtschaftspolitik längern und ihren Bestand dadurch zu es ist klar, daß eine so kautschukartige endgültige Entscheidung zu treffen, ob eine selbst hat sich die Funktion der Kartelle festigen. Abgrenzung der Aufgaben nicht aufrecht er Berufung ein. Das Recht. Er begnügte sich nicht. zu oder Die Sache vor die ordentlichen Gerichte oder vor im Dritten Reich und damit auch die Ge- Inzwischen war die Arbeitsbeschaffung zu erhalten und daß, wie die» D. A. Z.<< die Verwaltungsgerichte gehört. Terboven staltung ihrer Beziehungen zur Zwangs- zur Kriegswirtschaft emporgediehen. Be- meint, der Kartelle» Daseinsuhr vielleicht als Oberpräsident einer preußischen Provinz organisation der Unternehmer gewandelt. reits im Stadium der Kriegsvorbereitung in absehbarer Zeit abgelaufen ist<. benutzte diese Institution, um zunächst ein- Die Kammern und Fachgruppen sind zeigte sich eine auffallende Parallele zu Kartelle werden früher oder später in den mal den Prozeß zu verschleppen. Das Urteil Organisationen mit Zwangsmitgliedschaft, der Entwicklung der Kriegszeit. Auch da- Fachgruppen aufgehen, also gleichfalls zu des Gerichtshofes war von vornherein klar. bei dem Kartell ist die Beitragsfreiheit mals gab es wie heute fast nur den einen staatlichen Zwangsorganisationen und ForTerboven hatte ja nicht behaupten können, zwar nicht völlig, aber doch teilweise er- Auftraggeber Staat. Nichts lag näher, als mationen einer einem einheitlichen Komdaß der Kreisamtsleiter vor dem Salzamt oder halten. Jedes Unternehmen ist automa- den Kriegswucher durch den Zusammen- mando unterstellten Wirtschaftsarmee. einem Verwaltungsgericht hätte verklagt wer- tisch Mitglied einer Fachgruppe und da- schluß der Auftragsempfänger zu organiDie staatliche Unternehmerorganisation den müssen. Er begnügte sich mit der Be- mit dem Kommando der nicht gewählten, sieren. Daher war der Krieg der Geburts- soll nach den neuen Richtlinien Schachts hauptung, daß der ordentliche sondern von Schacht ernannten Fach- helfer jener straffen Kartellierung, die das betriebliche Rechnungswesen nach Rechtsweg nicht zulässig sei, well gruppenleiter unterstellt. Die Kartell- sich bis heute erhalten hat. Aber im Un- einheitlichen Gesichtspunkten neuordnen die Gerichte nicht berechtigt seien, samtliche vereinbarungen müssen vom Reichswirt- terschied zur Kriegszeit entspringt entspringt die und die Arten der betrieblichen KostenAeußerungen eines Kreisamtsleiters nachzu- schaftsminister gutgeheißen werden, der neue Kartellhochflut nicht nur privater ermittlung vereinheitlichen«. Zur Einfühprüfen. Er konnte dem Gericht, das nur auch zur Anordnung von Zwangskartellen Initiative, sondern vor allem der Initiative rung der von der Gruppe aufgestellten und zwischen verschiedenen Zuständigkeiten zu ermächtigt ist. Er kann aber nur, er der von Schacht mit diktatorischen Voll- vom Reichswirtschaftsführer gebilligten entscheiden hatte, nicht etwa ein anderes muß nicht von dieser Ermächtigung Ge- machten ausgestatteten und als Voll- Richtlinien für das Rechnungswesen dürzuständiges Gericht benennen. So mußte der brauch machen. Würden die Fachgruppen strecker des staatlichen Wirtschaftswillens fen die einzelnen Betriebe durch OrdnungsGerichtshof für Kompetenzkonflikte die Klage mit den Kartellen verschmolzen, aus blo- eingesetzten Leiter der Fachgruppen. strafen gezwungen werden. Damit ist eine Terbovens abweisen und den Herrn Oberprä- Ben Unternehmerorganisationen zu Markt- Heute stehen wir, schrieb die» Frankfur- Grundlage nicht nur für die staatlich gesidenten belehren, daß er einen völlig unsin- verbänden, so würden auch die ter Zeitung am 9. August,» mitten in regelte Gewinn verteilung, sondern nigen Schritt getan habe. Kartelle zu reinen Staats- einer Welle von Marktabreden.<< auch für die staatliche Lenkung der Terboven war also blamiert. Er müßte einrichtungen und der heute noch Es besteht nämlich» eine weitgehende Gewinn verwendung gegeben. Der jedoch nicht im Dritten Reich leben, um nicht bestehende Rest von Beitrittsfreiheit be- Personal- und Bürounion zwischen den Zweck ist» die grundsätzliche Hebung des Hilfe durch die> Wissenschaft zu finden. Zu seitigt. Das ist nicht der Wille Schachts, wirtschaftspolitischen Organisationen und betrieblichen Wirkungsgrades in unserer seiner Unterstützung findet sich kein ande- denn die staatliche Einschränkung der den marktregelnden Verbänden. Mit Wirtschaft.<> Man könnte beinahe«, meint rer, als der Professor Dr. Carl privaten Verfügungsgewalt erfolgt ja anderen Worten: die groß der» Deutsche Volkswirt<( 20. November Schmitt. Dieser findet, daß die Entschei- nicht, um das Privateigentum zu über- industriellen Leiter der Fach- 1936),» von einem Kampf gegen dung des Gerichtshofs der neueren Rechts- winden, sondern um es zu konservieren gruppen sind zugleich Beherr- Differenzialrenten sprechen, die Betriebserkenntnis< entbehrt. Grundsätzlich seien zu einer Zeit, da es im schwersten Kon- scher der Kartelle. Das Verbot der führer bisher manchmal weniger durch Streitigkeiten zwischen Volksgenossen und flikt mit den Bedingungen der gesell- Einmischung in Kartellfragen wurde näm- besondere eigene Tüchtigkeit als durch Amtsträgern im ordentlichen Rechtswege un- schaftlichen Produktion geraten ist. Da- lich später gelockert und die Fachgruppen Untüchtigkeit und Schlamperei in anderen zulässig, weil es sich in der Regel um ho- her das Schwanken des Regimes in der mit der Betreuung und Beratung der Kar- Betrieben allzu leicht erreichten.<< Die techheitsrechtliche Fragen handle, So meint Behandlung des Verhältnisses der Fach- telle beauftragt. Sie gaben aber der» Be- nisch stärksten Betriebe sollen die techSchmitt. Er gibt zwar zu, daß der Gerichtsgruppen zu den Kartellen.>> Die neue treuung und Beratung eine sehr weit- nisch rückständigen, die auch die finanziell hof für Kompetenzkonflikte nicht recht zu- Marktordnungsidee«, schrieb die» Deutsche herzige Auslegung. Sie benutzten ihre Schwächeren zu sein pflegen, finanzieren ständig wäre, er meint aber, daß diese Allgemeine Zeitung am 19. April 1936, Kommandogewalt, um» derartigen Markt- helfen. Mit den Uebergewinnen der techZuständigkeit geschaffen wer- experimentiert im Raum zwischen Unter- regelungsansätzen einen ganz anderen nisch Fortgeschrittensten soll die Zurücknehmerfreiheit und Marktbindung... sie» Nachdruck zu verschaffen,» als das bei gebliebenheit der anderen überwunden, der den müßte. Nun, das Dritte Reich hat ja bekanntlich möchte sich mit dem Kartell alter Schule freiwilligen Versuchen, die immer von technische Fortschnitt behördich kommandas Rechtsgut der Ehre sozusagen wieder in nicht kompromittieren und scheut die Auf- einem mehr oder minder kleinen Firmen- diert werden. Damit wird die wirtschaftEhre gebracht. Nachdem auf strafrechtli- hebung der kaufmännischen Selbständig- kreis auszugehen pflegen, der Fall sein liche Mobilmachung ein gewaltiges Stück chem Gebiet jeder Blockwart die Ehre seiner keit der Unternehmung durch das Syndi- kann<. Die Herren Fachgruppenleiter vorwärts getrieben. Aber ist diese OrgaUntergebenen nach freiem Ermessen besudeln kate. haben also ihre Kommandogewalt ausge- nisation nicht eine Ueberorganisation, ein hatte. besteht aus 4 G. A. F. zur kann, soll auch der zivilrechtliche Ausweg Die ersten Monate des Regimes erlebten nutzt, um sich Einblick in die Geschäfte allzu gut erdachter Mechanismus, der eben verschlossen werden. Dazu dürfen zunächst eine stürmische Kartellhausse. Die Die na- ihrer Konkurrenten zu verschaffen, die es deshalb in Gefahr gerät, gerade im Krieg ungestraft alle möglichen und unmöglichen tionalsozialistischen Leiter der im revolu- dann vorziehen, den ohnehin nutzlosen nicht zu funktionieren, wenn ein HöchstSchleichwege benutzt werden. Führen diese tionären Ueberschwang neugebildeten Kurrenzkampf aufzugeben, um sich maß von eigener Initiative erfordert wird. nicht zum Ziel, dann muß der Gesetzgeber Fachschaften erzwangen die massen- nicht als widersätzliche Wirtschaftssolda- Es kann sich ereignen, daß diese Zwangseingreifen. Wobei nicht zu vergessen ist, hafte Neubildung von Kartel- ten zu Betriebsführern zweiter Klasse zu organisationen nicht dem nationalsozialidaß der Ausgangspunkt dieser Rechtsent- len als eine Art Erfolgslosenfürsorge. degradieren zu lassen. Die Organe des stischen Regime als Instrument zur Unwicklung ein Fall war, in welchem der Nach- Dem Regime kam es damals vor allem auf nationalsozialistischen Staates, die dem terstellung der Unternehmer unter den weis geführt wurde, daß ein Amtsträger rasche Massenwirkung an. Es genügte Grun Isatz: Gemeinnutz geht vor Eigen- Staatswillen, sondern umgekehrt, nachweisbar unrichtige Behauptungen über nicht, die Gegner zu terrorisieren, man nutz Geltung verschaffen sollten, haben Durchsetzung ihres Willens gegen das naeinen Staatsbürger öffentlich aufgestellt mußte auch den Ruf als Retter bei der also ihre gemeinnützige Stellung zur Be- tionalsozialistische Regime benutzt wird. Masse der mittelständischen Anhänger tätigung ihres Eigennutzes mißbraucht. So gering wird bereits der innere Wert all dieser Führer und Amtsleiter bewertet, daß man es für nötig hält, sie alle vor einer geführt werden soll. Also lassen wir uns dort| regelte Belieferung mit Fetten nicht zutrauen,| Rücksicht auf Geschehenes, nur als der geNachprüfung durch völlig abhängige Gerichte folgendermaßen instruieren: mehr oder weniger leer ausgehen. Dies zu bende Teil in Erscheinung zu treten. Um nicht zu schützen! Der Rechtsstaat >> Noch im Laufe des Dezember wird jeder vermeiden, muß der Regelung der Fettver- irgendwo bei irgendwem auch nur die leiseste einem festen Gefüge ineinandergreifender Haushalt ebenso Gastwirtschaften, Bäcke- teilungsstellen, vor allem aber der Einsicht Mißdeutung aufkommen zu lassen, sei es ganz Rechtsvorschriften. In immer zunehmendem reien und dergleichen einen Haushalts- der Hausfrauen überlassen werden, auf deren genau gesagt, was ich meine: Maße wird in Hitlerdeutschland dieses Ge- beziehungsweise Betriebsnachweis auszufül- Einspielung auf die neue Versorgungsweise Hotels und Unternehmungen in len haben, der einen Ueberblick über die Zahl es überhaupt ankommt usw.< Oesterreich, die Juden gehören der versorgten Haushaltsangehörigen und die Neue Versorgungsweise welch ein oder solchen Persönlichkeiten Zahl der benötigten Fettmengen ermöglicht. Euphemismus! Die Hausfrauen haben noch und Kreisen, die sich gegen die naAuf Grund dieser Nachweise werden die von der> Großen Zeit<< her alles in bester tionalsozialistische Bewegung Kriegsernährung Auf Grund dieser Haushaltungen und Betriebe bei den Einzel- Erinnerung. besonders gehässig und aggresKomplizierte Angelegenheit: wie erhalte ich händlern in> Kundenlisten< eingetragen. Nur siv zeigten und noch zeigen, kom ein Viertelpfund Schmalz. auf dieser Grundlage können vom neuen Jahr Fremdenverkehr oder men für die wechselseitigen VerUeber den hinreichend komplizierten Me- an Butter, Fett, Speck usw. bezogen werden. kehrsbeziehungen grundsätzlich chanismus, wie der Fett- und Butterkonsum Dieses System bedingt, daß Speck, Schmalz im Dritten Reich geregelt werden soll, ver- und Talg einerseits, die sonstigen Fette an-> Es soll und muß, so schwer dies auch Reisebüros und ähnliche Orgabreitet sich in Einzelheiten jetzt die>> Soziale dererseits nur noch bei einem Fleischer seelisch fallen mag, die Erinnerung an er- nisationen, die sich nicht so verPraxis<, die um die paar ihr noch verbliebe- oder Einzelhändler gekauft werden können. littene Unbill und Ungerechtigkeit halten, wie es nationalsozialistinen Arbeiterleser offenbar besorgt ist und Dabei wird aber Sorge getragen werden müs- nach Möglichkeit zurückgestellt werden, aber sche Staatsgesinnung verlangen darum etwas deutlicher werden will, als sen, daß nicht bestimmte, vor allem aber es kann niemandem, und am allerwenigsten muß, haben im wechselseitigen lediglich, wie die andern deutschen Zeitungen recht große Geschäfte von der Kundschaft den Trägern der Fremdenverkehrs- Verkehr nichts zu suchen.< durch Meldung der Verfügung Görings, daß bevorzugt werden, während kleinere Ge- förderung nach Oesterreich, zugedie» Kundenliste« bei der Fettverteilung ein- schäfte, denen etwa die Hausfrauen die ge- mutet werden, dort wahllos und ohne jede füge zerstört. Mechanismus der Erpressung? nicht in Frage. Staatsminister a. D. Hermann Esser in der Zeitschrift» Fremdenverkehr< Hinter den braunen Kerkermauern Die Barbarisierung des deutschen Strafvollzuges— Allenthalben im Dritten Reich überfüllte Zuchthäuser— Politische Gefangene wie gemeine Verbrecher Stecfasdiritt und Parademarsch statt sinnvoller Anstaltserziehung— Mit seelischen Foltern gegen die„Staatsfeinde" Das barbarische Strafvollzugssystem des Dritten Reiches ist ein schlimmer Rückfall in die Barbarei des alten Preußen- Deutschland,— ja noch dahinter zurück. In dem deutschen Strafvollzug der Vorkriegszeit mischten sich mannigfache unwürdige und unsachüche Elemente aus dem militaristischen Zwangscharakter des damaligen Obrigkeits- und Bürokratenstaates: die Ausnutzung alter Festungsbauten als Gefangenenunterkünfte, die Versorgung militärisch an der»Majors- ecke« Diaqualifizierter gerade im schwierigen Beruf eines Gefängnsleiters, die Unterbringung solcher Militäranwärter, die weder zum Briefträger noch zum Weichensteller tauglich waren, ausgerechnet in der Strafvollzugsverwaltung. Es war der Sozialdemokrat Dr. Gradnauer, der spätere sächsische Ministerpräsident. der diese Verhältnisse, die Deutschland schon damals sehr unvorteilhaft von den zivilisierteren und vernünftigeren Zuständen in anderen Staaten abhoben, schon zur Jahrhundertwende in einer gerade heute wieder lesenswert gewordenen Schrift»Vom Elend des deutschen Strafvollzugs« sachlich und leidenschaftslos behandelt hat. Der»Staat von Weimar« fand auf diese Weise gerade hier Gelegenheit genug, die großen sittlichen Grundgedanken, die seiner Konzeption zugrunde lagen, zif. verwirklichen. Das preußische Strafvollzugssystem, das Hitler übernahm, war modern und allen guten und vernünftigen Regungen des menschlichen Fortschritts aufgeschlossen. Hitlerdeutschland aber ist trotz seiner pseudo-revolutionären Phraseologie im großen und ganzen nichts als der totale Rückfall in den Zwangsstaat von früher. Das gilt auch für seinen Strafvollzug. Dabei sind die spezifischen Zutaten des Schreckens und der Barbarei, die der Nationalsozialismus hinzugefügt hat— siehe vor allem die politischen Gefangenen!— für sich zu werten und scheidet femer das ganze besonders grausige Kapitel der Kazett-Schande, das neben dem»legitimen« Strafvollzug des Dritten Reiches und ohne direkte Mitwirkung der eigentlichen Justiz- und Strafbehörden daherläuft, als eine abscheuliche Besonderheit aus. Ceberfüllung der Strafanstalten des Dritten Reiches. »Dennoch sind manche Vollzugsanstalten überbelegt«— so heißt es wörtüch in einem Alarm-Artikel, den jetzt das einzige deutsche Fach- und Amtsblatt für Strafvollzug, die von anerkannten Leitern des deutschen Strafvollzugswesens herausgegebenen»Blätter für Gefängniskunde«(letzte November-Dezember- Nummer) veröffentlicht. Und an weiterer Stelle dieses Notschreis, wiewohl er sich der vorsichtigen und vertuschenden Sprache der über allem Gedruckten argwöhnisch wachenden Zensur befleißigt, heißt es: »Diese Ursachen wirken zusammen, um das vorher bestehende, in langen Jahren erprobte und bewährte Gleichgewicht zwischen Zugängen und Abgängen, auf das sich die planmäßige Belcgungsfähigkeit der Anstalten grlindet, da und dort aufzuheben...« Da und dort—? Das ist die Sprache des gleichgeschalteten Subalternen, der, wird er deutlicher und ehrlicher, das Ka- zett und die Dienstentlassung zu fürchten hat. Daß es sich bei der Ueberfüllung der deutschen Gefängnisse und Zuchthäuser um eine allgemeine und dauernde Erscheinung handelt, gesteht der Gewährsmann aus dem»Fach« selbst, wenn er die Gründe für die Erscheinung gleichzeitig wenigstens anzudeuten versucht Er ist über den Mißstand verwundert, da doch »statistisch nachgewiesen« sei, daß»die Kriminaiität seit 1933 im Rückgang ist«. Aber das Ist eine der besonders lächerlichen Behauptungen der GÖbbelspropaganda, es ist»dirigierte Statistik«. Was ist nun der Grund, der von dem Verfasser der Feststellung für die Ueberfüllung der Strafanstalten angegeben wird? Er sagt es ohne Umschweife: »Der energische Kampf gegen das Verbrechen wirkt In den Vollzugsanstalton im Sinne einer Steigerung der Gefangenenzahl. Die größere Strenge der Gerichte beeinflußt namentlich den Gefangenenstand in den Zuchthäusern.« Es ist also die Strafwut des Systems, welche die Zustände selbst heraufbeschwört. eine Strafwut, die in gar keinem Verhältnis zu ihrer Leistung steht, wenn wirklich die Kriminalität im großen in Deutschland nicht etwa gefallen, sondern sogar trotz dieser Schreckensjustiz eher gestiegen ist. Jeder Kenner des Zusammenhangs zwischen Verbrechenszahl und Strafhöhe hätte ihr das übrigens voraussagen können: nur noch im Dritten Reich gibt es hoffnungslos verrannte Anhänger der sogenannten»Sühne«- und »Abschreckungstheorie«. Aber nach dieser allgemeinen Erörterung, die auch schon darum sehr fragwürdig ist, weil sie Wichtiges völlig verschweigt, w e zum Beispiel die Tatsache, daß es im Dritten Reich heute eine Menge Zuchthaussträflinge gibt, wie etwa »Rassenschänder« und»Devisenverbrecher«, die lediglich Deutschland kennt, kommt noch das folgende verschämte Eingeständnis: »Außerdem ist mit den politischen Gefangenen eine neue Gefangenengruppe in einigen zum Vollzug dieser Strafen bestimmten Anstalten als ein Mehr von Gefangeneu hinzugetreten.« Das freilich scheint doch wohl vor allem der eigentliche Grund für den verantwortungslosen Befund im deutschen Strafvollzug zu sein! Dieser Subalterne muß es freilich bagatellisieren! Wie sich für die Gefangenen, ob schuldige, ob unschuldige, politische oder gemeingefährliche, die Trostlosigkeit dieser Zustände auswirkt, dafür ein einziges Beispiel; Soeben berichtet die katholische Emigrationspresse, der es am allerwenigsten sonst liegt, unbeweisbare»Greuelnachrichten« über- das Dritte Reich von sich zu geben, über das Schicksal einiger katholischer»Devisenverbrecher«, der Redemptoristenpatres Brinkmann, Waltz, Aigner, Platt und noch einiger Franziskaner im Staatsgefängnis zu Brandenburg an der Havel. Diese zehn Häftlinge hausen dort gemeinsam in einem Raum von sechs Meter Länge und drei Meter Breite! Als der Pater Brinkmann nun auch noch sein silbernes Priesterjubiläum feierte, brachte man in diese Heringstonne für lebende Menschen auch noch einen improvisierten Altar, so daß der Jubilar seinen Mitgefangenen nunmehr die Kommunion reichen konnte... Wie man sieht; es geht überaus gemüt- und pietätvoll im Hitlerschen Strafvollzug zu! »Slaatsfeinde«« wie gemeine Verbrechep! Erst dieser Tage fand in Dresden eine Tagung des»Reichsverbandes für Gerichtshilfe, Gefangenen- und Entlassenen- fürsorge« statt, dessen Tätigkeit in unmittelbarer Berührung mit den zuständigen Behördenvertretern, die auch die eigentlichen Mitglieder der Organisation darstellen, so etwas wie halbamtlichen Charakter hat. Besondere Aufmerksamkeit verdiente es dabei, daß ein besonders großer Teil der Verhandlungen(wir zitieren weiter unten aus der darüber berichterstattenden kriminalwissenschaftlichen Fachliteratur) dem Fragenkomplex des politischen Gefangenen in Deutschland eigens gewidmet war! Referent war eine Koriphäe der gleichgeschalteten hitlerdeutschen Anstaltsexekutive, der Strafanstaltsdirektor Wüllner. Im Mittelpunkt des Referates, später von der Versammlung einmütig gebilligt, stand folgende Hauptthese Wüllners: »Der Begriff des politischen Gefangenen im Sinne des sogenannten»Ueberzengungstäters«, der nur eine custodia honesta(»Ehrenhaft«) verdiene, ist abzulehnen. Bei dem Versuch einer Typisierung der politischen Gefangenen ist der in Fachkreisen manchmal leider noch gehörten Auffassung rücksichtslos entgegenzutreten, daß der politische Gefangene eine Art »besserer Gefangener« sei«. Das ist die längst geübte Praxis des nationalsozialistischen Regimes! Was der Direktor Wüllner sonst noch auch an statistischem Material über die »Staatsfeinde« in Hitlerdeutschlands Kerkern seiner Gemeinde vorlegte, das freilich wurde, ungewollt, ein hohes Lied auf die menschliche Würde der politischen Gefangenen, das Respekt erzwingt. Jawohl, Herr Wüllner registriert es mit bas- sem Erstaunen, daß 72 Prozent, drei Viertel aller politischen Opfer Hitlers, verheiratet sind: keine leichtsinnigen SA-Bengels also, sondern Menschen, die ihr bißchen häusliches Glück daransetzen, daß in Deutschland wieder die Begriffe von wirklicher Ehre und wahrhaftem Anstand groß geschrieben werden sollen. Es geht dem Wüllner auch schier gar nicht in den Kopf, wenn er feststellen muß, daß»merkwürdigerweise« von den politischen Gefangenen über 68 Prozent bis zur politischen Strafe nicht vorbestraft sind, während doch die unpolitischen einen Bestand von 73 Prozent haben, der nicht zum erstenmal mit der Strafjustiz Bekanntschaft gemacht hat. Auch das Eingeständnis Wüllneis verdiente eigentlich in Erz und Marmor für alle Zeiten als deutscher Ruhm festgehalten zu werden: »Die Dreißig- bis Fun funddreißig jährigen bilden den weitaus größten Prozentsatz der politischen Gefangenen. Von 35 Jahren ab fällt dann die Kurve fast senkrecht ab.« Jawohl, so muß es sein! Es sind die Menschen, die sich ihrem politischen Ideal in der Fülle männlicher Kraft und Gesundheit opfern. Man muß schon Wüllner heißen und in Hitler seinen»Führer« anbeten. um so moralisch asthmatisch zu sein, in diesem Heldentum gar so viele statistische■ Merkwürdigkeiten« zu entdecken. Uebrigens ist auch das bezeichnend für den Wert der politischen Illegalität drüben und vor allem ihren moralischen Gehalt: Es wird registriert, daß bei den Kriminellen 65 Prozent aus dem Arbeiter- oder Arbeiterinvalidenstand kommen, bei den Politischen aber nur 53.7 Prozent. Ein Beweis mehr dafür, wie es sich so wirküch um die menschliche Anständigkeit jenseits von Klassen- und Parteischranken handelt, die noch den Kopf drüben hoch trägt! Wäre das nicht auch ein vernichtendes Urteil über dieses System, aber zugleich auch ein leuchtender Hoffnungsstern der Zukunft? Fein säuberlich will er die»Staatsfeinde« einteilen, der Herr Wüllner; und entsprechende Vorschläge an Hitler hat die Tagung genehmigt. Die»Fanatiker«— der Ausdruck stammt von dem Referenten selbst und er sagt von ihnen, daß sie sogar»im Strafhause von ihrer verderblichen Tätigkeit nicht lassen können«— sollen von denen geschieden werden, die nur als »Mitläufer« und»Sympathisierende« in Frage kämen, unter denen doch so»manche charakterlich wertvoll« wären. Ach nee! Die Fanatiker sollen jetzt nach den Vorschlägen des Kongresses in b e s o n- ren Strafanstalten, also unter besonders terroristischen Bedingungen endlich untergebracht und vom Gros der »Mitläufer« säuberlich getrennt werden. Es ist unschwer, sich auszudenken, was es in diesen Bagnos für politisch»Unverbesserliche!: geben wird. Drill und Erpressung; Welcher Geist der Kreatur-Entwürdigung in der Hitlerschen Strafanstalten eingezogen ist, geht aus den beweglichen Klagen solcher Vollzugsfachleute im Dritten Reich hervor, die sich nur schwer mit den»Errungenschaften« des»deutschen Sozialismus« abzufinden vermögen und dafür, mindestens in ihrem problematischen Berufsbereich, an einem Mindestmaß von Vernunft und Sachlichkeit festhalten möchten. Es ist noch gar nicht so lange her, daß der Frankfurter Strafanstaltsdirektor H ä n s e 1 in einer früheren Nummer der schon genannten»Blätter für Gefängniskunde« lebhaft Klage über die sinnlose Militarisierung des deutschen Strafvollzugs und damit eine besondere Form der nationalsozialistischen Gefangenenquälung führte. In dieser Beschwerde hieß es wörtüch: »Heute bieten verschiedene Gefängnisse das Bild militärisch organisierter Anstalten. Ueber die in§ 10 gegebenen einzelnen Bestimmungen hinaus(gemeint ist eine neue Strafvollzugsordnung des Reicbsjustizmlni- sters Gärtner, die den erzieherischen Charakter der Anstaltsbebandlung weitgebend durch rohe Abschreclrungsmethodeu ablöst. D. B.) werden Anforderungen an die Gefangenen gestellt, die nur als Gebert reibung angesehen werden können. Der Wortschatz stammt ebenso wie die Umgangsform zum großen Teil aus dem militärischen Leben. Das Verhältnis der Beamten untereinander ist ein militärisches Vorgesetztenverhältnis geworden. Es handelt sich dabei nicht nur um die Ueber- nahme militärischer Disziplin, sondern allgemein um die üe.bernahme militärischer Formen um ihrer selbst willen... Wenn ein« Anzahl Gefangener in Gefange- nenkleidnng, deren Zustand im allgemeinen nicht der beste ist, nnd mit mangelhafter Haltung den Stechschritt übt oder auf militärisches Kommando den Parademarsch auszuführen versucht, so wirkt das nur lächerlich, nnd zwar nicht nur für die Außenstehenden, sondern auch für die Gefangenen.« In der Tat: von allen guten Geistern verlassen ist dieses deutsche Bagnowesen unter Hitler, das zum System gehört, wie die Hörner zur Kuh. Für die»Politischen« hat man als Methode der»zusätzlichen« Quälereien noch die besonderen Druckmittel zur Verfügung, die sich aus dem Zwingercharakter der regierenden Partei und dem Aufhören fast jeder privaten, unkontrollierten Häuslichkeit in Deutschland ergeben. Fruchten nämlich alle Versuche der»Bekehrung zum Nationalsozialisten« im penetranten»vaterländischen Unterricht« des Gefängnisses selbst nicht, hat man immer noch den kleinen Umweg über die Familie des Opfers zur Hand, um ihn so endlich kirre zu machen. Nicht umsonst hat der zitierte Dresdener Kongreß sich nicht nur für»eine zusätzliche Sonderbehandlung« gegenüber den »Fanatikern« entschieden, dessen»Anf- gabe die Wandlung der politisclien Sinnesrichtung des Gefangenen ist«(wörtlich!), sondern es ist auch ausdrücklich dort statuiert worden, daß»die Frauen und Kinder der politischem Gefangenen immer von den nationalsozialistischen Gliederungen zu erfassen sind«; es wurde betont, daß diese Maßnahme»überall so schnell wie möglich« durchzuführen sei. Es ifit ganz klar, wie das gemeint ist: wenn schon Gefängnispfaff oder Zuchthaussergeant nichts erreichen.— vielleicht schaffen es die Tränen der Kinder und das verheulte Gesicht der Frau?!. Hier die Peitsche und dort das Zuckerbrot: Ein Inferno wahrhaft diabolischer Gesinnung ist diese bis oben vollgestopfte Galeere! F.£. Roth. Heldenehrung Die Todesanzeigen in der nationalsozialistischen Presse sind nach wie vor aufschlußreich. Hier ein neues Beispiel aus der»Preußischen Zeitung«(Nr. 352): »Gestern abend starb nach langem, qualvollem Siechtum der SA.-Oberscharführer Johannes Lindtner. Sein Tod war die Folge der Verletzungen. die er in seiner Heimat im Kampfe für Deutschland erlitten hat. Johannes Lindtner marschiert in der ewigen Standarte Horst Wessels. Sein Geist lebt in seinem Sturm und in den Sturm- Abteilungen Adolf Hitlers weiter. Königsberg(Pr), 19. Dezember 1936. Der Führer der SA--Brigade 4, Behrendt, Brigadeführer. Und in der darunter stehenden Anzeige vom Führer des Sturmes 3/43 heißt es: ,■ »Sein schweres Los. das ihm in seinem Kampf um Deutschland als O e s t e r r e I c h e r vom Schicksal auferlegt wurde, und das er mutig und in treuer Ergebenheit zum Führer trug, ist uns ein Beispiel stiller Pflichterfüllung.« Der junge Mensch kämpfte also in seiner Heimat Oesterreich»für Deutschland«— gegen die derzeitige(dem Dritten Reich befreundete) österreichische Regierung, und »sein Geist lebt In seinem Sturm weiter«— nämlich in einem Sturm der(angeblich aufgelösten) österreichischen Legion. Nr. 185 BEILAGE forarbete Neuer Vorwärts แก 27. Dezember 1936 Deutschlands Kanonenkönige Deutsche Handgranaten für die spanischen Rebellen Die erschütterndsten Kapitel des Buches sind jene, die die Beziehung zwischen großer Politik und großem Geschäft aufdecken. Die Taten, durch die das wilhelminische Regime und den Weltkrieg heraufbeschwört, der Kaiserbesuch in Marokko, der Panthersprung von Agadir, der Konflikt um die Bagdadbahn und um die deutsche Militärmission in der Türkei, die der Kriegsausbruch beendet, Zwischen Nationalismus und Rüstungsge-| alten König gewinnt er mit der Legende vom| sind in dem 400 Seiten starkem Buche» Alfred, die Mieten sind nicht niedrig und werden vom schäft besteht ein so inniger Zusammenhang, guten Patrioten, der um des Vaterlandes wil- Krupps Briefe< nicht enthalten, das Familie Lohn abgezogen. Der Arbeiter ist mit der daß man sagen kann, sie gehören zu einander len der guten Geschäfte mit dem Ausland und Firma Krupp herausgegeben haben. Daß Werkswohnung an den Betrieb gebunden und wie Vorderseite und Kehrseite einer Medaille. entsagt. Es ist fast erheiternd, wie immer das Geschäft gescheitert ist, hat nicht an darf sich mit Lohnforderungen nicht mausig In der Nürnberger Rede des Führers kam das wieder nicht nur der naive Wilhelm ,, sondern Krupp gelegen. Seine Schuld ist es nicht, daß machen. Das Prunkstück der Firma sind die deutlich zum Ausdruck. Unter den großen selbst Bismark auf den Bluff mit dem fran- 1870 deutsche Soldaten nicht mit deutschen Pensions- und Hilfskassen. Man läßt sie im Erfolgen des Dritten Reiches, deren er sich zösischen Angebot hereinfällt, das man leider Kanonen getötet worden sind. Was tut Alfred Betrieb mit Gewinn arbeiten, aber durch die dört rühmte, wurde die neue Blüte des Hau- nicht ablehnen könne, wenn ein Auftrag zu Kruppe während des Krieges? Er betreibt Inflation entwerten, und die Regierung muß ses Krupp aufgezählt. Es kann nicht bestrit- entgehen, eine Staatssubvention nicht bewil- den Bau des Hügelschlosses.» Das Material eingreifen, um die verzweifelten Alten vor ten werden, daß mindestens dieses Selbst- ligt zu werden droht. wird aus den Kalksteinbrüchen bei Chantilly dem Verhungern zu schützen. lob zu Recht besteht. Damit ist allerdings Allerdings: bei der bloßen Drohung bleibt von einer Gruppe französischer Steinmetzen auch das Bekenntnis abgelegt, daß mit dem es nicht. Bedenkenlos wird auch der» Feind« nach Essen befördert.<< Erwachen der Nation zugleich das Rü- beliefert. 1866:» In den mörderischen Schlach- Die Arbeiterfreundlichkeit: Es herrscht in stungsgeschäft der Familie ten auf böhmischem Boden und um die Main- den Kruppwerken brutalster GesinKrupp betrieben wird und daß Wehrfreiheit linie stehen auf beiden Seiten kruppsche Ge- nungsterror, alte Arbeiter werden frist- seine eigene Einkreisung betreibt ein anderes Wort für riesenhafte Staatssubventionen zugunsten der Kriegsindustrie ist. Aber zum Rüstungsgeschäft gehört seine Tarnung vor jenen, die es bezahlen und dafür ihr Blut lassen sollen. Es war vor allem der Familie Krupp immer bekannt, daß die Fabrikation von Legenden fast ebenso zum Rüstungsgeschäft gehört wie die Fabrikation von Kanonen. Sie hat zu diesem Zweck eine ganze Bibliothek von Büchern über die Familie Krupp, ihre hervorragenden Repräsentanten und ihr Werk erscheinen lassen. Aber gerade diese Fülle aus erster Quelle gespeister Literatur erschwert das Vordringen zur Wirklichkeit und das ist ja auch ihr Zweck. Wer sich mit diesem Thema beschäftigt, gerät in die Gefahr, vor lauter Kulissen die Bühne nicht zu sehen. Es ist daher nicht nur eine Tat von großer Aktualität, sondern auch ein politisches Verdienst, wenn einer es unternimmt, die Legende, die das große Rüstungsgeschäft vernebelt, zu zerstören, und noch mehr, wenn es mit solcher Gründlichkeit und Vehemenz geschieht, wie in Bernhard Mennes Buch Krupp, Deutschlands Kanonenkönige<( Europa- Verlag, Zürich). 37119 RRT Auf den Handgranaten ist zu lesen:» Vor Gebrauch Sprengkapsel einsetzen. R. R. T.< ihre Ursachen sind nicht> wachsende Gegensätze, sondern der Konkurrenzkampf der Rüstungsgiganten, und jedes Mal ist die Firma Krupp Interessent zugleich und Antreiber. Aber es kämpft nicht einmal der deutsche Schwerindustrielle gegen den ausländischen, sondern ein internationaler. Rüstungskonzern gegen den anderen. Nur scheinbar geht es um rein politische Angelegenheiten, in Wirklichkeit, um die Geschäftsrivalitäten innerhalb der blutigen Internationale. Erst recht funktioniert sie im Weltkrieg. Hier werden die Mordwerkzeuge von beiden Seiten nach beiden Seiten geliefert. Hier wird zum Durchhalten bis zum Weißbluten gehetzt, aber die Kohlen- und Erzlager des> Feindes« geschont, der eigene Staat mit Wucherpreisen geprellt und Prozente von jedem Schuß des Feindes auf die» Volksgenossen« erhoben. Wie sollte die Firma Krupp nicht ein Regime begrüßen, das dafür sorgt, daß sie in einem Jahr der Kriegsvorbereitung mehr Kapital in ihre Anlagen stecken kann als in einem Kriegsjahr. Das Privatinteresse des Hauses Krupp fällt aufs idealste mit allen > wehrwirtschaftlicehn Notwendigkeiten< zuEs zeichnet das Buch vor manchen anderen Bio- und Monographien unserer an ihnen so reichen Zeit aus, daß nichts erfunden, sondern alles dokumentarisch belegt ist. Es ist hier nichts zusammenphantasiert, son- schütze und zerschmettern hüben und drüben los entlassen, weil sie es wagen, Forderungen sammen. Als in diesem Frühjahr Hitler zu die der den zehntausenden Arbeitern des Essener der alles nachprüfbar. Aber die Gründlichkeit deutsche Soldaten.<< Patriotische Skruppeln zu stellen. In der schweren Krise, kennt der Mann nicht, der sich selbst zum Gründerzeit folgt, werden Löhne und Ge- Werkes sprach, saß an seiner Seite Doktor Patrioten ernannt hat. Die demutsvol- hälter auf die Hälfte abgebaut. Aber die be- Gustav Krupp v. Bohlen und Halbach. In Gelöbnís len Briefe, die Alfred Krupp an rühmten Werkswohnungen? Sie sind ein Mit- aufrichtiger Verehrung und in den Kaiser Napoleon richtet, um tel, sich einen Stamm geschulter Arbeiter zu treuer Gefolgschaft< feiert er> unseren grosich ihm als Kanonenlieferant zu empfehlen, erhalten, aber keineswegs ein Geschenk, denn Ben Führer Adolf Hitler<<. G. A. F. der Untersuchung ist hier einmal kein Feind der Lebendigkeit. Die Darstellung ist von höchster Anschaulichkeit und von einer Spandie bis zu letzten Seite fesselt. nung, Bei aller leidenschaftlichen Parteinahme gegen Kriegshetzer und Kriegsgewinner ist das Buch nicht parteiisch, sondern wirkt und darin liegt seine politische Bedeutung das sorgfältige Abwägen von Für und Wider überzeugend auch auf den Widerstrebenden. durch Kolonialer Menschenstoff wenn er sie nur hätte! Die deutsche Kolonialpropaganda hat die sportliche Leistungen besonders| maliland. Das erste Gebiet war bis vor einiDie Krupp- Legende hat um Alfred Bedeutung der Kolonien für die Rohstoffver- qualifiziert haben. Wenn die jungen Leute gen Jahren selber noch Unruhenherd, lieferte Krupp, dem Begründer des Familienruh- sorgung in den Vordergrund gerückt. Indes- darauf hinweisen, sie seien Juden und gesetz- keine Truppen, sondern erforderte sie( auch mes, eine Legende gewoben, die von der Welt sen zeigt die Praxis ein dem wirtschaftlichen lich vom Heeresdienst ausgeschlossen, so er- wegen der Drohung gegen das an England für die Wirklichkeit genommen wird. Der mindestens ebenbürtiges militärpoliti- klärt ihnen der sie ausmusternde Offizier mit angeschlossene Aegypten). Eriträa aber zählt Geschäftemacher wird zum Menschheitsbe- sches Interesse des Faschismus am Kolo- lächelnder Miene:> Ihre Leistungen und Ihr nicht mehr als 400.000, das Somaliland rund glücker erhoben, zum großen Erfinder, zum nialbesitz. Ganz abgesehen von Stützpunkten ganzer Habitus beweisen, Sie können kein eine Million Einwohner, zusammen haben großen Patrioten, zum großen Wohltäter der für Flotten- und Luftmacht bietet der Besitz Vollblutjude sein!<< Sobald es dem Milita- beide nicht mehr Menschen als das deutsche Arbeiter. Wie sah er in Wirklichkeit aus? von Kolonien, zumal mit unzivilisierter Be- rismus um sein Heiligstes, ums Kanonen- Ländchen Hessen! Aber wie der Kurfürst von Er hat nie etwas erfunden, sondern nur die völkerung, auch das Menschenmate- futter, geht, läßt er Rassequatsch ruhig Hessen von 160 Jahren durch regimentweisen: Erfindungen anderer verwendet, nicht selten rial, mit dem der Faschismus am bequem- Rassequatsch sein und sagt wie der selige Verkauf seiner Landeskinder an England den entwendet. Der geniale Groß, der Initiator sten seine Unterdrückungs- und Abenteurer- Lueger von Wien:» Was a Jud' ist, dös be- Kern der gegen die amerikanische Freiheit des technischen Fortschrittes in den Krupp- politik durchführen kann. stimm' i!< kämpfenden Armee lieferte, so haben auch werken, wird von ihm als subalterner Tech- Es sollte in viel höherem Grade, als bis- Wie gern würde auch Hitler seine nordi- Eriträer und Somalis Abessinien für Mussoniker behandelt, statt mit Dank mit stetem her, die Tatsache zu denken geben, daß die schen Scharen um farbige Regimenter ver- lini erobern müssen. Wenn das italienische Mißtrauen belohnt. Konkurrenten werden ihre beiden jüngsten Abenteuer faschistischer stärken, Im Siegesbulletin nur wenige tausend Mann VerVerfahren durch Spionage oder durch> Her- Kräfte, das abessinische wie das spanische, Kriege freilich hat man über die Verwendung luste der Weißen angab, so liegt das darin, anziehung von Arbeitern entwendet, aber die ganz wesentlich auf die Verwendung be- von Turkos und Zuaven auf französischer daß die Farbigen in allen größeren Schlachvolle Schale der Entrüstung über sie ergossen, waffneter afrikanischer Einge- Seite, von Indern durch die Engländer Zeter- ten ins Feuer vorangejagt wurden. Die Zahl wenn sie ähnlich verfahren. Alfred Krupp war borener gestützt wurden. Marschall Ba- mordio in Deutschland geschrien. Es war der farbigen Kombattanten auf italienischer kein großer Techniker. Was war er sonst? doglio ließ in den Schlachten gegen die freilich die Entrüstung des verhinderten Seite wurde einmal mit 50.000 angegeben. Eher schon ein genialer Kaufmann, wenn Abessinier seinen Eriträern fast stets den Diebes über den erfolgreichen Konkurrenten: Danach hätten etwa 3% Prozent der koloauch kein nüchterner Rechner, denn er kämpft Vortritt vor den weißen Truppen, Franco hätte man nur eine Möglichkeit gehabt, die nialen Gesamtbevölkerung an der Front geder Sicherung seiner Monopolstellung mißbraucht die Marokkaner als Kerntruppe Suaheli Lettow- Vorbecks aus Ostafrika nach kämpft. Rechnet man Nachschübe, Etappen, wiederholt gegen den Bankrott. Er war we- zur Unterdrückung des eigenen Volkes. Alle Deutschland hinüberzutransportieren, wir Zwangsarbeiter für Wegebau und Verschanniger ein Fabrikant als ein genialer Verkäu-| Rassentheorien werden plötzlich außer Kurs zweifeln keinen Augenblick, mit Wonne zungen hinzu, so kommt eine ziemliche Gefer und Propagandist seiner Ware. Er weiß, gesetzt, der oder, wenn man will, sie steigen hätte man sie in die Menschenmühle von Ver- samtmobilisierung wehrfähigen männdaß, wenn man den Staat zum Geschäfts- auch im Kurs: man opfert das>> unedle<< dun miteingeschüttet! lichen Kolonialbevölkerung heraus( im Kriege partner hat, der krumme Weg früher zum farbige Blut, um das> edle< weiße zu schonen. Die Verwendung Farbiger in europäischen von 1870/71 hatte Deutschland vergleichsals der gerade. Verbindungen( Was in den Hirnen der unintelligenten Far- Kriegen ist gewiß keine Erfindung des Fa- weise bei siebenmonatiger Kriegsdauer etwa und Freundschaften wichtiger sind als Quali- bigen nur leider zu dem Irrwahn führt, sie schismus. Es hat sie im Weltkrieg, hat sie eine Million Mann oder 2½ Prozent der Betät und Preis der Ware, die sich selbst emp- stellten eine den Weißen kriegerischer schon im Kriege von 1870 gegeben. Doch hat völkerung unter den Waffen). Erwiesen ist fehlen. Die Mittel der Bindungen waren wohl Tugend überlegene Rasse dar!) der Faschismus auch hier gewisse Wandlun- durch das Beispiel jedenfalls, daß sich die genur selten plumpe Bestechung, zumeist Wer- In Deutschland ist das um kein Haar an- gen hervorgerufen. Er hat vor allem die samte Wehrkraft eines Kolonialgebiets zu bung mit zarten Geschenken und großzügiger ders. Man hat bereits im neuen Reichswehr- Farbigen Gastfreundschaft, wohl auch mit dem impo- gesetz sich ein Hintertürchen gelassen, um truppe avancieren lassen. Um dies zu er- kerland angehen, ausschöpfen läßt, danierenden Eindruck gewaltiger Geldmacht. im Kriegsfall auch die vermaledeiten Rasse- reichen, hat er die Ausnützung der kolonialen durch gewinnen selbst dünnbevölkerte GeSo umgibt er Wilhelm. I. mit einer Mauer juden ins Heer einreihen zu können: ja, sogar Rekrutierungsgebiete in einem früher nicht biete Bedeutung als Menschenreservoir für aus Freundschaften und Verbindungen, die jetzt schon werden, wie wir aus zuverlässiger für möglich gehaltenen Maße intensiviert. Kriegsrekrutierungen. schließlich auch die leistungsfähigsten Kon- Quelle erfahren, in Ausnahmefällen rasse- Man mache sich folgendes klar: Bei Aus- Mit Marokko ist es nicht anders. Das kurrenten ausschließt und den Anfangswider- reine Juden ins Heer eingereiht, falls bruch des abessinischen Krieges besaß Ita- spanische Rifgebiet zählt knapp 800.000 Einstand der preußischen Generalität gegen ein sie sich nämlich für gewisse Spezialwaffen. lien an Kolonialland in Afrika allein Tripoli- wohner, davon dürften noch einige HundertKruppsches Waffenmonopol überwindet. Den z. B. für die Fliegerei, durch entsprechende tanien mit der Cyrenaica, Eriträa und So- tausend unkriegerische Städter in Abzug zu vor Ziele führt an von einer Hilfstruppe zur Kern- Zwecken, die lediglich das Unterdrük den bringen sein. Kriegerische Bergstämme von einer halben Million Menschen insgesamt liefern den faschistischen Rebellengenerälen jene zwanzig- oder dreißigtausend Mann Marokkanertruppen, die im Bürgerkrieg des zwanzig Millionen Menschen zählenden Spanien eine entscheidende Rolle spielen. In diesem Fall ist noch das Absonderliche, daß die Marokkaner mit Fremdenlegionären gemeinsame Sache machen, die speziell zu ihrer Unterdrückung angeworben wurden. Für Geld und Versprechungen kämpfen dieselben Marokkaner, die noch zwischen 1921 und 1925 unter Abd el Krim den Spaniern Niederlage auf Niederlage beibrachten und erst mit französischer Hilfe unterworfen werden konnten, in den Reihen der gemeinsamen Unterdrücker gegen das spanische Volk. Ob sie sich haben übertölpeln lassen, ob sie bloße Söldnernaturen sind, können wir noch nicht beurteilen. Nur die Tatsache steht fest. Aber sie zeigt, wie sich sogar koloniale Armee und Gegenarmee gegen das Volk vereinigen lassen! Wer liefert jüdische Verbrecherstämme? Die Hauptarbeit Preisausschreiben der» Forschungsabteilung Judenfrage« Das Programm des Sonderbeauftragten Pege von Leers Die Hauptarbeit des in München residierenden Reichsinstituts für Geschichte des Neuen Deutschlands<, wie sich immer deutlicher herausstellt, liegt bei der Forschungsabteilung Judenfrages. Der vom Führer erten. 781 1/ mit 2. daß ihre Nachkommenschaft ganze beim> marxistischen Zeitungsschreibers als Erbstämme jüdischer Verbre- der letzten Stufe der Verworfenheit stehen cher aller Arten bis ins vierte und fünfte bleibt, ist der Nürnberger Seher mühelos imGlied und bis auf den heutigen Tag nach der bekannten Generationslehre entwickel- stande, aus der Erbmasse des marxistischen Journalisten den geborenen Kinderschänder korene Diktator der neudeutschen Geschichts->> Streng wissenschaftlich, wie er ist, ent- fortzuentwickeln. Außerdem hapert es wissenschaft, Professor Walter Frank, hat hält uns Johann von Leers das Resultat sei- der Leersschen Beweisführung vom Gangsterbereits einen ganzen Mitarbeiterner Studien nicht vor. Nach ihm haben sich häuptling etwas. Dillinger, der letzte der stab in die Bibliotheken und Archive ent- aus dem Hauptstamm jüdischen Verbrecher- großen Gangster der Vereinigten Staaten, unsandt, mit allen Vollmachten, sich die Oeff- tums zwei Nebenstämme entwickelt, u. zw.: bezweifelbar deutscher Abkunft und reinarischen Geblüts, war bekanntlich einer der nung jüdischer Bestände zu erzwingen, und Man würde dann sehr rasch folgende einer unter ihnen ist der Pege Johann von Generationen finden: Urgroßvater: Pioniere des Nazitums, der sein Hakenkreuz Leers. Dieser Quantitätsschreiber, Beliefe- Chochemer- Räuber und gewaltsamer Ein- noch im Tode ans Herz drückte. rer bis 1800; Großvater:>> zier- Dem wackeren von Leers ist übrigens ein licher Schränker«, d. h. Einbrecher ohne kleines linguistisches Malheur passiert, das Gewaltanwendung, Nachschlüsseldieb und vom Deutschen Baldower; Vater: Bankier in der Grün- im Kreise der Herren hervorderzeit, Betrüger, Wechselreiter; Enkel: Sprachverein einige Ueberraschung marxistischer Zeitungsschrei- rufen dürfte. Er wollte etwas zuviel beweiber und Organisator des Mar- sen und schrieb unter anderem: der gesamten nationalsozialistischen Presse mit Artikeln über jeglichen Wissensstoff in vorschriftsmäßiger brauner Tunke, ist denn auch der erste, der das Arbeitsprodieser gramm > ForschungsWir halten den deutschen Nationalsozialismus nicht für so töricht, daß er aus diesen stätte mit anerkennenswerter Erscheinungen nicht lernen sollte. Wenn Hit- publiziert. Offenheit zur brecher > Auch der Hochstapler ist jüdischen Ursprungs. Stapeln wird in den alten Wörterbüchern der jüdischen Gaunersprache als Ausdruck für das bettelnde Umherziehen angegeben.< Der Nachweis des erblich kriminellen Bestandes im Judentum, der bis zur vierten und fünften Generation bei sehr vielen FaUnter den urgermanischen Worten nimmt milien, von denen die Juden es nicht wahr- gerade> Stapeln< einen hervorragenden Platz haben wollen, durch eine sachliche ein. In den mittelalterlichen Städten gab es Familienforschung zu erbringen überall Stapelplätze zur Warenniederlegung xismus! Die Liste kann auch so aussehen: Großvater: Chochemer; Vater: Beler den Schrei nach Kolonien für Deutschland rufshehler; Es soll zunächst ein Gegenstück Sohn: Gangsterhäupterhebt, so stehen nicht allein die Rohstoffe Ahnenforschung und Familienkunde auf ariling in Nordamerika. für die Ergänzung seiner militärischen Rüscher Basis geschaffen werden durch eine stung vor seinem Auge, sondern auch die exakte Durchschnüffelung der FamiliengeSchwarzenregimenter, die einmal berufen sein schichte des Judentums auf deutschem Bokönnten, den Thron des Herrschers aller Auf- den. Den deutschen Theologen werden die Dr. X. genordeten zu schützen. härtesten Vorwürfe gemacht, daß sie die Kenntnis des Hebräischen bisher nicht dazu benutzten, dem Volke die Verwerflichkeit des Vom Autobahnlager Neudorf, Bayern, aus Semitentums durch Beispiele aus dem jüdisprach der Generalinspektor für das deutschen Schrifttum zu veranschaulichen und es sche Straßenwesen Dr. Todt über alle deut- vor dem Pestilenz verströmenden Judengeist schen Sender zu den Autobahnarbei- zu warnen. tern. Er sagte u. a.: Brosamen wäre, müßte nicht nur im Reiche selbst, sondern auch im Ausland, wo sie besonders mit dem entsprechenden Stapelrecht, das benotwendig ist, Klarheit über das Judentum sonders die Hanse weitgehend entwickelt bringen.< hatte. Aber wer weiß, ob die stolzen mittelJetzt begreift man, weshalb Fritsch und alterlichen Patrizier, die ihre Güter auf den famose Baseler Inter- Stapel brachten, nicht verkappte Juden Streicher und der pret der> Weisen von Zion<, Herr waren, ob nicht auf jedem Hanseschiff ein Jetzt aber, die so manifestiert Johann von Pochhammer, » Forschungsabteilung Exemplar des Talmud obligatorisch ausliegen nicht sonderlich estimie- mußte, ob nicht in jedem der vielen Stapel» Wenn ich Euch nicht die Erfüllung all Leers auftragsgemäß, ist endlich die Stunde Judenfrage< Eurer Weihnachtswünsche Sie zusagen kann, gekommen, in der es dank der Hilfsmittel der ren. ein Christenverstehen ihr Handwerk viel häuser alljährlich zu Ostern es red- knabe geschächtet werden mußte! wenigstens eine gute Weihnachtsnachricht: Forschungsabteilung Judenfrage zu beweisen besser, und der>> Stürmer<< hätte lich verdient, zum Zerebralhirn der Juden- Man sieht der Forschungsauftrag der Wer weitab von seiner Wohnung gilt: Lager untergebracht war forschung im Dritten Reiche ernannt zu wer- neuen Stelle beweist schon mit seiner ersten oder über 20 Kilometer von seiden. Er besitzt die größere Kühnheit der programmatischen Publikation, welch unbenem Heim gearbeitet hat, erhält Diktion. Während Leers bei der Ausrichtung grenzte Möglichkeiten zur Aufklärung der zwischen dem 24. Dezember und 3. Januar der jüdischen Verbrecherlinie etwas zaghaft Welt er besitzt. für jeden Wochentag eine Unterstützung von 2.25 RM für Verheiratete und 1.50 RM für Alleinstehende. so habe ich doch für einen Teil von Euch im 1. daß nach dem 30jährigen Kriege jene Räuberbanden, die den deutschen Boden brandschatzten, vornehmlich aus Juden bestanden und von ihnen geführt wurden, Harald. Das klingt großartig. Etwas weniger Kolonialwarengeschäft einzubrechen und die die ganze Welt, daß ich keinen roten Heller| Branche ich arbeiten will, und was ich dazu großartig hätte es sich angehört, wenn die dort lagernden Warenvorräte sich anzueig- besitze. Alles, was ich hatte, mußte ich aus- benötige, das habe nur ich allein zu bestimnotwendigsten Arbeits- men. Natürlich brauche ich das allerbeste Botschaft wahrheitsgemäß also gelautet nen. Bekennen Sie sich schuldig, Angeklag- geben, um mir die Gerät, wenn ich anständige Arbeit leisten Ich habe laut und rechtzeitig die soll. Forderung nach Neuverteilung der Kolonialhätte: sen.< ter?< geräte zu verschaffen.<< » Um arbeiten zu können<, fiel der Angeklagte ein.» Will jemand bestreiten, daß ich in letzter Zeit ganz außerordentlich fleißig gewesen bin?<< > Für einen Zeitraum von zehn Ta-> Getan habe ich es, aber warum schul-> Stimmt<<, bemerkte der Vorsitzende.>> Sie gen erhalten die Autobahnarbeiter mit dig? Es war ein Akt berechtigter Selbster- haben fortgesetzt das teuerste und neueste Familie je 11.25, die unverheirateten haltung. Mir fehlt all das, was der Kolonial- Einbrecherwerkzeug gekauft...< 7.50 RM Unterstützung, wovon noch die Reisespesen gezahlt werden müs- warenhändler im Ueberfluß besitzt: Kaffee, Reis, Tee, Zigarren, Mandeln, Rosinen. In Denn in der großmütig bestimmten Frist meinem Garten wächst das nicht. Der Kolo> zwischen 24. Dezember und 3. Januar gibt nialwarenhändler hätte seine Vorräte zwies genau 5 Wochen- und 5 Feiertage. Das schen mir und sich teilen sollen. Aber auf feierlich verkündete Präsent ist also wie der eine solche Neuverteilung der Kolonialwaren Lohn: unglaublich niedrig. wollte der schäbige Kerl sich nicht einlassen. Da griff ich eben zur Selbsthilfe.<< Der unschuldige > Gewiß! Sie haben einen unterirdischen waren vor der Welt erhoben. Die Welt hat es abgelehnt, auf meine Forderungen einzugehen. Gott der Allmächtige ist mein Zeuge: die Welt ist schuld, wenn ich einbrechen mußte.<< >> So nehmen Sie doch Vernunft an, Angeklagter. Ich setze den Fall: Sie hätten für das wahnsinnige Geld, das die Einbruchswerkzeuge Sie kosteten, sich produktive Arbeitsgeräte gekauft, sagen wir Strickmaschinen. Damit hätten sie Waren hergestellt, diese dann verkauft. Von dem Erlös hätten >> Hätte ich vielleicht statt dessen andern Sie sich doch wohl reichlich mit KolonialGang von Ihrer Wohnung nach der Stelle des geplanten Einbruchs gegraben, ferner einen Unterstand, um das gestohlene Gut zu ver> Halte, unterbrach der Vorsitzende,» es bergen, schließlich...< Kolonialdieb gab doch noch einen anderen Weg: Sie konn>> Sie sind des Versuchs angeklagt«, be- ten das Ihnen Fehlende kaufen, wie andere Menschen die Arbeit wegnehmen sollen?« waren versehen können.< das auch tun.< kreischte empört der Angeklagte.» Das hätte» Gewiß, Herr Richter! Aber womit hätte » Kaufen? Ach du liebe Zeit! Weiß doch Ihnen noch viel weniger gepaẞt! In welcher ich dann einbrechen sollen?<< gann der Vorsitzende die Vernehmung des Angeklagten, gewaltsam in ein fremdes Kriegsweihnacht 1936 Wo ist mein Sohn? Er darf nicht bei uns sein, nun wir kleinen Christbaum vor unserm stehen. Freiwillig ließ er uns wohl nicht allein. Wer schickte ihn? Wer hieß ihn von uns gehen? Der Narr Mucki. Prätorianer zu necken!« Sprachs, zog weiter| rotten sag ich. Schon höre ich die Tritte der zum nächsten Haus, ließ den Bart wallen befreundeten römischen Kohorten, Marbods Zeiten kehren wieder: Söhne Teuts mit Rom Der Rupprecht ging durch das winter- und hub an: er nach altem> Großes Heil ist uns widerfahren! Unser gegen die nordischsten Germanen. Die Gelben liche Land. Angetan war Brauch mit langem Barte, Pelz und mächti- Bund mit den Gelben ist besiegelt. Bald wird und die Mittelmeerrasse über sie!<< gen Stiefeln. Eine hohe, spitze Mütze ragte auch das Reich der Mitte mit Nippon im in die Lüfte. Riesengroß erschien er und un- Bunde sein! 500 Millionen plus 70 Millionen heimlich. So stapfte er von Hütte zu Hütte, gegen das widerspenstige Europa, eine halbe Ich kenn ihn doch, ich weiß doch, wenn er klopfte an, schritt durch die Tür, warf eini- Milliarde Mongolen gegen die verruchte Dege Nüsse breit und dröhnte mit dunklem mokratie! Wer will uns widerstehen? Pariert lügt. Baß: uns Europa nicht, lassen wir den großen >> Siehe ich verkündige euch die neue Bot- Dschingiskahn marschieren...< schaft! Eẞt Nüsse, eßt Möhren, weg mit dem Ein alter Soldat rührte sich:» Damals, Fett! Der Mensch braucht kein Fett, sondern Anno 1900, unter Graf Waldersee, war ich in Kanonen. Oder habt ihr je gehört, daß Wel- China mit dabei. Völker Europas, wahrt eure das tausendjährige Reich ist näher denn je. tenwenden je mit Fett herbeigeführt, daß heiligsten Güter, hieß die Parole. Wilhelm mit Palmona etwa Schlachten entschieden verkündete die wurden? Immer mur durch Kanonen. Der Welt.< Mensch ist nichts, die Kanone alles!< » Nur ein Manöver« In den Feiertagen? » Du hörst doch, Mutter, es ist so verfügt...< und hat die Türe heftig zugeschlagen. Er ging nicht gern, sein Schritt war ohne Kraft. Der mit ihm fuhr, der Sohn der Nachbarsleute, ward schon» von einem Unfall hingerafft<< Hält der Manövertod so reiche Beute? Die Herren meinen wohl, wir wären blind und wüßten nicht, was für ein Spiel sie treiben. ganzen gelbe Gefahr der >> Wirst du wohl still sein, hämisches MekDie Zuhörer bekreuzigten sich und spra- kermaul!< fauchte Rupprecht.» Verboten chen:» Er redet irre...< ist es, unsere gelben Brüder zu verdächtigen, Er aber ließ den Bart wallen, stapfte verboten und vermaledeit! Das Licht kommt weiter, schritt zur nächsten Hütte:> Her zu vom Osten, nicht vom nahen, sondern vom Es weht von Spanien her ein böser Wind, mir Brüder, denn ich verkündige euch große ganz fernen Osten! Das ganze Vaterland Freude. Der ewige Frieden ist nahe herbei muß es sein gekommen. Schon kämpfen die wildesten| golen!<< Wofür? Ist Spanien unser Vaterland? Krieger Allahs fürs Christentum, schon hat>> Er ist verrückt«, flüsterte das Volk,» er Wer hat das Recht, mein Kind dorthin zu der große Sultan von Marokko seinen Hof in ist verrückt oder er treibt seinen Mummenzwingen Sevilla etabliert, wie ihr gelesen habt. Heil schanz mit uns.<< und es spannt als Opfertier dem Irrsinn darzubringen? wird mancher Mutter Sohn noch drunten bleiben. und eine halbe Milliarde MonViel Volk hatte sich angesammelt. Rufe -> Wohl wurden laut:» Ein armer Narr!< bekomms, Bruder, wenn das nur Narrheit wäre.<<> Heller Irrsinn! In die Zwangsjacke so etwas!<< Aber Rupprecht ließ den Bart wallen und schaute hohen Hauptes über die Menge.» Wer mich beschimpft, der beschimpft den Staat. Ich aber sage euch, großes begibt sich und Die heiligen drei Könige, wie sahen sie aus, als sie zum Kindlein in der Krippe kamen? Einer weiß, einer gelb, einer schwarz. Versteht ihr nun die alte Legende? Sie will Wirklichkeit werden! Weiß, Gelb und Schwarz werden der Welt auf Bajonetten die ewige Ruhe bringen... A Das Volk aber murrte lauter und lauter. > Er ist verrückt!<< Steine kamen geflogen und trafen seine Mütze.» Fangt ihn! Steckt ihn in eine Zwangsjacke!< Man packte ihn, riß ihn am Barte. » Landesverräter!< rief er.>> Zurück, Unselige, ihr vergreift euch am Höchsten, neuen Glauben, am neuen Staate. am Polizei!< mit Schwarzen in ein Joch ge- der Verbrüderung von Weiß, Braun und Indes donnerte Rupprecht schon ans Schwarz gegen die weiße Demokratie. Bald nächsten Haus.» Aufgemacht, Volksgenossen! wird ganz Nordafrika gegen die liberalisti- Denn siehe, ich bringe euch die große Bot- Reisige Büttel eilten herbei, nahmen alles Die Kerzen aus! Ich mag sie nicht mehr sehn. sche und kommunistische Gefahr aufstehen.< schaft. Unaufhaltsam naht der ewige Friede, mit auf die Wachstube, zogen dem RuppMein Jüngster schweigt, er hat mich wohl Einige Zuhörer murrten:» Was verkündet die ewige Ruhe. Kein Mensch soll uns fürder recht rauherhand Pelz, Bart und Perrücke Die schwarze Schmach soll wieder widersprechen. Die Norden weigern sich, mit herunter. Hervor kam ein Mensch, ein einuns zu marschieren: der große Norde auf facher Mensch, wie du und ich, wie Müller Mießmacher- der Westinsel, der in Skandinavien und der und Schulze, der nackte Mensch, mit lächeln>> Schweigt, dunkelhaarige schwarzen mit dem Sternenbanner. Weg mit ihnen, aus- dem Mund und schlauen Augen. verstanden. er? Wie lang noch, und sie nehmen mir auch den. auferstehn?< Ich glaub die Retter retten uns zuschanden. Hugin. unsere seelen! Verboten ist es, Wie sie es erfuhren Heute weiß es ja schon jedes Kind in Deutschland. Und bat das stolze Bewußtsein, daß es eich nicht wie sonst vor Haferbrei, sondern vor Taktgefühl die Höschen voll- gekleckert hätte. Denn wo lebt wahrer Sinn für das, was sich gehört, was die Völker vom Privatleben der Herrschenden erfahren dürfen, wenn nicht im Dritten Reich? Aber heute vor einer Woche war es noch anders. Da hatte ein Reisender, im D-Zug von Berlin nach Prag Gelegenheit, das folgende Gespräch zu belauschen, als ein deutsches Ehepaar im Speisewagen Platz nahm und die an der Grenze frisch gekauften Prager Zeltungen ausbreitete. >Neln, so was!« rief der gutgekleidete Herr aus, der vor fünf Minuten noch die Hakenkreuznadel außen auf der Rockklappe getragen hatte, sie aber plötzlich mit einem Griff, dem man jahrelange Uebung anmerkte, nach innen gesteckt hatte.>So was! Diese Sensation mit dem englischen König. Und davon haben wir in Berlin eine Woche lang kein Sterbenswort erfahren!« »Erfahren wir denn sonst was Wichtiges?« wandte die Dame im braunen Pelz, offenbar die Gattin, ein,»aber lies doch endlich vor!« Das Essen dürfte kalt geworden sein, jedes Wort wurde verschlungen. »Warum sie uns das aber wirklich verschwiegen haben?« »Dem Volk muß doch der Begriff der Heiligkeit der Ehe gewahrt bleiben. Eine zweimal geschiedene Prau!« »Ach was! Und Magda Göbbels? Und Emmy Göring? Die sind doch auch geschiedene Frauen.« »Du, mir fällt etwas ein... ob nicht am Ende...< »Was meinst du?« »Ob nicht am Ende... ob das eine Jüdin ist?...« »Der englische König.. Rassensebande!?! Bist du von Sinnen, Thusnelda? Wie kann dir bloß so was einfallen?« »Heißt sie denn nicht Simpson? Siehst du- Und es gibt ein Theaterstück Sarah Simpson von dem Lessing, der selbst ein Jude oder mindestens Judengenosse war!« »Quatsch mein Kind, die Bduardscbe heißt Simpson und die Leseingsche Sampson. A wie Adolf(Augenauf schlag). Lessing war auch arisch mit Großmüttern und allen Schikanen. Trotz des Vornamens Ephraim. Nein, noch sind die Windsors ein Geschlecht, dem man nie so etwas zutrauen dürfte. Hat doch der Führer selbst in seinem Buche»Mein Kampfe erklärt, daß England ein standesgemäßer Bundesgenosse wäre.« »Du, aber hier steht doch...« »Was denn, was denn, du wirst doch ganz blaß...« »Hier! Er fährt nach Oesterreich und wohnt beim Rothschild!« »LAß sehen! Tatsächlich! Kind, Kind, du könntest recht haben... So hat das Schicksal wieder gnädig unseren Führer behütet. Denk Spanien-FIl Wie wir kürzlich berichteten, werden In München spanische Greuel gefilmt, mit falschen Kulissen, mit gestellten Bildern, mit »ermordeten« SS-Leuten in spanischem Kostüm. Die Nazipresse kündigt jetzt das erste Monstrum an; es soll heißen:»Die Geißel der Welt«, Die Ankündigungen stehen auf der Höhe des ganzen Filmschwindels.»Rote Pöbelmassen« haben eine alte Kultur angefallen, während Francos Marokkaner die Kultur retten. Man weiß noch nicht, ob zu diesem Behule auch echte Marokkaner in München waren. Das Unwahrscheinliche an diesem Schwindel ist nicht nur die gewissenlose Fixigkeit, mit der hier aus einer Volkstragödie im Atelier ein faschistischer Propagandafilm gedreht wird, sondern das Tolle ist die Selbstverständlichkeit und Dreistigkeit, mit der die Welt engros belogen wird. Das deutsche Volk kennt bis beute die Entstellungsgeschichte des Kampfes noch nicht. Aus der deutschen Presse konnte es nie erfahren, daß einige ehrgeizige gewissenlose Generale das Volk im tiefsten Frieden überfielen, weil ihnen die demokratisch-republikanische, vom Volke gewählte Regierung unbequem wurde. Nichts davon. Bolschewiken haben die Brandfackel ins Volk geworfen— diese Lüge wird nun auch als Film aufs deutsche Volk losgelassen, weil ein paar Diktatoren unterirdisches Donnergrollen hören. Diese Verfälschung aller Tatsachen vergiftet Europa, vergiftet die Welt. Zu denen, die sich angeeckelt von diesem Treiben, von dieser Verlogenheit abwenden, gehört einer, der es seit geraumer Zeit aus allernächster Nähe sah: der spanische Dichter und Philosoph U n a m u n o. Als der Kampf ausgebrochen war, als nur noch die Frage galt: links oder rechts— entschied er sich für rechts. Ein großer Individualist, dem wohl die Auslese der Besten als eine Angelegenheit kultivierter Oberschichten erschien. Franco Unamuno gegen Franco ernannte Hm dafür lebenslänglich zum Rektor der Universität Salamanca. Und heute? Der alte Novemberverbrecher Colin Roß hat ihn interviewt und berichtet darüber in der Nazipresse. Was sagte Unamuno dem Schmock? »Seine Stimme tönt wie aus dem Grab: »Was Sie hier in Spanien sehen und erleben ist Wahnsinn, ist der blutige Wahnsinn des Lebens. Wer hinter seine Kulissen geschaut, wer von dem verschleierten Bild von Sais den Vorhang weggezogen, weiß, daß Leben und Welt nichts sind, als Fluch. Grauen und sinnlose Zerstörung.« Der Ausfrager zuckt erschrocken auf und dankt Gott, daß er braun und anders ist, daß er aus»diesem Haus der Toten rechtzeitig heraus gefunden und das Neue erkannt hat, das nach einer neuen Welt strebt, sei es auch durch Not und Tod..,< Rechtzeitig nennt das derselbe Renegat, der noch um 1S30 bereit war, für Ullstein und Mosse als Weltreisender auf die Tour zu gehen. Mit derselben Elastizität springt er jetzt vom Stuhle auf und fragt den Philosophen: »Aber sehen Sie nicht, Professor Unamuno, sehen Sie nicht in dem, was Sie blutigen Wahnsinn nennen, das was nach einem besseren und edleren Spanien strebt? Haben Sie denn keinen Sinn für diese heroische Jugend, die mit einer beispiellosen Hingabe sich der Idee eines neuen Spanien opfert? Erkennen Sie nicht, welch ein Geist in der Phalanx steckt, wieviel Heroismus, wieviel Begeisterung, welch ein Glaube!«(Sperrung wie in der »Preußischen Zeitung«.) Die Phalanx ist der apanische Faschistenbund, und wie der greise Dichter dieses Wort und diese Phrasenflut vernimmt, schüttelt er heftig den Kopf: »Nein, ich glaube nicht an die Jugend, ich habe allen Glauben an sie verloren. Die heutige Jugend ist krank, entnervt, entartet. Sie hat keinen Glauben, sie hat keinerlei Interessen. Fußball, Kino, das ist alles, wofür sie sich interessiert. Die Jugend ist verseucht, Spanien ist verseucht, Europa ist verseucht. Sie gehen im Wahnsinn zu Grunde.« So denkt also er über Francos Bourgeoisjugend. Die kennt er. Von einem richtigen braunen Schmock dagegen hat der große alte Mann keine Ahnung. Auf springt Schmöok- chen wiedermal, leuchtend und»in leiden- scliaftlicher Erregung« donnert er seine Nazisprüche: »Und selbst wenn Sie recht haben sollten, so bleibt neben hoffnungsloser Verzweiflung und restloser Vemeinung als dritte Möglichkeit die hundertfältige Bejahung des Lebens, das heroische Auf- aichnehmen des Schicksals. Mag es auch hart, mag es furchtbar sein, so will ich es stolz und klaglos auf mich nehmen, um es so zu überwinden.« Der Philosoph hätte es sich nun leicht machen und erwidern können:»Bitte, Herr, tun Sie ihrem Heroismus keinen Zwang an, die Front ist ja nicht allzu weit, Freiwillige werden gesucht, warum wollen Sie durchaus nur die Anderen zum Sterben begeistern?« Aber der tapfere Etappenheld läßt den alten Herrn gar nicht mehr zu Worte kommen und so schüttelt denn der Philosoph resigniert sein graues Haupt, Wenigstens verläuft es im Bericht der Nazipresse so. Man könnte ebenso gut fragen; Was mag Unamuno wirklich gesagt haben, wenn ihr schon soviel zugeben müßt?! Und was muß er in jenem Lager an Widrigem erlebt haben, ehe er zu solchem Pessimismus gelangte und das Gesicht des Wahnsinns so unbarmherzig erkannte! Am Schlosse erfährt man, daß Unamuno die Rektorswürde niedergelegt hat. Der weltberühmte Mentor des Don Qul- xote sagt damit;»Ich jagte einer Chimäre nach, als ich in dieses Lager überging: ich mag mit dieser Lüge nichts mehr zutun haben.«— Im Dritten Reiche wird sie verfilmt... mal! Wenn er dieser Person zur Krönung hätte Glück wünschen müssen...« Der Zahlkellner unterbrach die Unterhaltung. Beim Kassieren konnte man in der Brieftasche des augenblicklich auf Wartegebühr gesetzten Hakenkreuzträgers ein ansehnliches Devisenpaket bemerken. Damals und heute Walter von Molo war vor 1933 immer zwischen links und rechts, ein Schwärmer für den»alten Fritz«, dem er zwei Bände Roman widmete. Also der Otto Gebühr der Literatur. Jetzt ziehen sich Wolken über ihm zusammen. Anlaß ist eine befreundete Biographie, die ihn zu einem alten Völkischen umfärben möchte, wogegen er— die Zeiten sind halt schwer— nichts einzuwenden hätte. Da kommt ausgerechnet der»Fntlericua« und hölt ihm Zitate aus der Vergangenheit vor. Molo hat einst Remarques Kriegsroman besungen:»Mögen sich alle Nationen als un- be trügende Testamentsvollstrecker ihrer Toten bewähren, indem sie den Inhalt dieses Krlegsdokuraentes ihren Kindern ungeschmälert zukommen lassen!«— Ganz vernünftig und darum für das Dritte Reich unmöglich und deshalb protestieren Naziblätter und der »Fridericus« gegen Molos neue Etikettierung. Wer jedoch bleibt bei solcher Sichtung noch übrig? Remarques Buch wurde von den meisten anerkannt, die heute Göbbels Reichskulturkammer zieren; vielen von ihnen war das Buch nicht radikal genug. Wer darf drüben die Augen noch aufschlagen, wenn er heute für das haftbar gemacht werden sollte, was er in der freien Demokratie noch sagen durfte? Böries von Münchhausen hat ja 1924 in der Vorrede zu seinem Sammelwerk »Meiaterballaden« Heine ein Genie genannt:»Wer vor solchen Versen nicht tief den Pallasch senkt, ist enweder ein verblendeter Rassenhasser oder ein hoffnungslos un- künsUerischer Mensch. Ich blicke zu Heine in tiefster bescheidenster Verehrung auf...« Welche Devotion den Edlen 1936 nicht hinderte, reuig zu erklären:»Ich nenne Heinrich Heine einen Schweinehund, denn der Mensch wandelt sich nun mal seinen Wandlungen entsprechend und die braune braucht Kreaturen. Wenn jedoch dieser glühende Heineverehrer von ehedem heute im Hakenkreuzlager als völkischer Balladendichter gilt, warum soll dann gerade Molo in die Ecke gestellt werden? Wer bliebe bei solcher Sichtung noch übrig? Von der ganzen R-K. keine zwei! »Was hat er gesagt?«— fragte der hohe Kommissar. Die Menge wiederholte, was Sie gehört und schloß:»j;r verrückt, er gehört hinter Schloß und Riegel.« »Ich habe aufbauend gesprochen«, antwortete der Mensch,»ich habe gesagt, was in der Zeitung steht, was man im Rundfunk hört, was der neue Glauben gebietet. Wer mich beleidigt, der beleidigt den neuen Staat. Wer wagt es, mir zu widersprechen?!«■ Ratlos schaute der Kommissar im Kreise und fluchte still in sich hinein: Verdammtes Pech, daß ausgerechnet ich heut Nachtdienst habe; muß gerade dieser Idiot daher kommen.•• D'68 und Schlimmeres dachte er, indes die Menge lautlos harrte und draußen eine weiße Decke sich türmte. Herrlich fiel der Schnee, fiel immer dichter, flockte über das Wachthaus und die ganze Szene, deren Ausgang noch nicht bekannt igt. Man wird das Ende nie erfahren.•. Die Mar in alle Winde, die Gesundheit bei uns, wie die Alten ihre Legenden zu schließen pflegten, um sich vor Bösem zu feien. Bruno Brandy. Kabarett Meckerhulda und das Sohoßhündchen. Die Deutsche Arbeitsfront liefert ihrer Herde auch Kabarett, Es gibt da gewusc Schablonen, die heruntergespielt werden,(He Künstler werden ebenfalls geliefert, ausgelesen nach ihrer Ueeinnungstüchtigkeit. Die Preußische Zeitung berichtet über ein solches Gastspiel des D■�•Kabaretts, und man erfährt dabei, da� es»vor allem die Ewiggestrigen,(He Spießer, Meckerer und Mießmachef. Kritikaster und Besserwisser« aufs Korn nimmt. Dazwischen etwas gegen das»Sohoßhündchen der gnädigen Frau«, ein uraltes Thema ältester Witzblätter, dann etwas gegen den Tango, ein Lied gegen die,»die nur allzu gern Luftschlösser bauen und dann natürlich mit der Welt nie zufrieden sind«. Wie kann auch jemand verlangen, daß die NSDAP ihre großmäuligen Versprechen erfüllt, wo doch kaum noch Fett zu kriegen ist! Immer wieder aber funkt zwischen diesen fabelhaften Witz die»Meckerhulda«, die sich »über die viele Polizei und Sammelei« beschwert—»sie habe doch erst gestern 13 Kartoffeln für das WHW gespendet...< So sieht ein.solches»politisches Kabarett« aus. Früher, in der verruchten llberalisoi- schen Zeit, da war es Ehrensache der Sao riker, mit Kanzlern, Ministem, mit Obrigkeit und hoher Bürokratie anzubändeln. Und gar die Kabaretts der Arbeiterorganisationen! Sic rauften mit Junkern, Großkapitalisten uid den oberen Zehntausend, mit Reaktion und Finsterlingen, mit Kaisern und Königen. Diese Truppen der Demokratie zausten die Großen und Mächtigen der Erde, Hitlers tapfere Bajazzos bespeden die Kleinen. Jene von ehedem höhnten die Unterdrücker und Verfolger, diese braunen von heute verfolgen die Verfolgten und unterdrückten. Welch ein erhebendes, heroisches, ritterliches, sittliches Bild für ein Volk! Und man fragt sich immer wieder, wie es einem Volke zu Mute sein muß, daß immer angebrüllt wird, ohne antworten zu dürfen! Im Rundfunk, in der Presse, in Hinisterreden und Versammlungen: immer gegen(He Menge,> Klüngel«. Das früher bei den Nazis gar nicht sonderlich beliebte Haus Brügelmann bekam von den neuen amtlichen Stellen so viele Aufträge zur eiligen Herstellung von braunen Jacken und anderen notwendigen Uniformutensilien, daß der Betrieb Hunderte von neuen Kräften einstellen konnte und mit Nachtschichten arbeiten mußte. Mit Riesen geht auch der Erste Bürgermeister, der stellvertretende Gauleiter Richard Schaller, der sich mit dem bescheidenen Amte eines Gauwalters der Deutschen ArWir haben die Ertragsziffern deswegen Natronzellstoff- und Papierfabriken Berlin herausgegriffen, weil die ausgeschüttete Dividende in keiner Weise den tatsächlich er- beitsfront begnügen muß. Dieses Abschied+% 51.7 zielten Gewinn der einzelnen Unternehmun- nehmen besiegelt, wie die Kölner sagen, die gen widerspiegelt. Wenn sie auch nur den Rohertrag nach Abzug der Aufwendungen Zum Nachfolger Riesens wurde ein Dr. 1933 1935 1347 2054 8.7 17.8 76 3.8 9.1 135.2 Belegschaft Umsatz in Mill. RM Ertrag in Mill. RM Schlesische Zellulose- und Papierfabriken für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe wieder1933 1935+% geben, so spiegeln sie doch, da Löhne und 1116 1312 18.6 Gehälter eine über die Vermehrung der Be71.200 41 legschaft hinausgehende Steigerung nicht er5.2 92 fahren haben, den hohen Grad der erreichten 50.380 2.7 Belegschaft Erzeugung in t Ertrag in Mill. RM Varziner Papierfabrik Rentabilität der Produktion wider. Für den Umfang der Ausbeutungssteigerung der Arbeitskraft und der Erhöhung des kapitalistischen Profits seien nachstehend einige Beispiele aus der Zellstoff- und Papierindustrie angeführt. Wir stellen die Ziffern über die Gefolgschaftsstärke, über die Erzeugung, bezw. den Umsatz und über den Ertrag( nach Abzug der Aufwertungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe) Die Feststellungen bestätigen, daß die Belegschaft Jahre 1935 denen des Jahres 1933 gegenüber. Papierumsatz in Mill. RM 3.4 Nationalsozialisten den Kapitalisten erlaubt Er ergeben sich dabei sehr beachtenswerte Ertrag in Mill. RM 32 haben, in der deutschen Wirtschaft ihre» BaUnterschiede, die wir in Prozent anführen: Diese Liste von Unternehmen der Zell- stionen des Kapitalismus und Egoismus« ausAktiengesellschaft für Kartonagenindustrie stoff- und Papierindustrie mit ähnlichen Ziffern ließe sich noch sehr verlängern. Steig. Es ist Görings Aufgabe, in seiner neuen 1935 in% dieser Aufstellung geht durchwegs hervor, Eigenschaft als Wirtschaftsdiktator diese daß die Zahl der beschäftigten Ar- Bastionen den imperialistischen Plänen und beiter sich in diesem Industriezweig ge- der Machtpolitik des Dritten Reiches dienst37.6 genüber dem Jahre 1933 im Durchschnitt bar zu machen. Belegschaft 1933 2300 Umsatz in Mill. Mark 10.11 2380 14.37 3.5 40 Fabrikationsertrag in Millionen Mark 4.91 6.76 1933 830 1935 971 5.78 2.7 +% 14.5 68 2.0 Aus Zucker und Bier ist der Verbrauchsrückgang Der Rückgang des Verbrauchs an Lebensmitteln ganz beträchtlich. Würde diese Statistik ergänzt durch Angaben über den Verbrauch an Bekleidung, Wäsche usw., so würde sich sicher kein günstigeres Gesamtbild ergeben. Da die offizielle Statistik die Ziffern zugunsten des Regimes das korrigiert, muß also die tatsächliche Entwicklung die Folgen der volksfeindlichen Politik noch viel schärfer zum Ausdruck brinZu den stereotypen Behauptungen der Nationalsozialisten gehört die, daß sich im Dritten Reich der Lebensstandard des deutschen Volkes gegenüber früher bedeutend gehoben habe. Erst unter ihrer Regierung sei Volk glücklich geworden. Wäre hauptung richtig, dann müßte diese Verbesserung auch in einer steigenden Entwicklung des Verbrauchs an Nahrungs- und Genußmitteln und an den sonstigen Artikeln des täglichen Bedarfs zum Ausdruck kommen. diese BeSo sehr sich das Regime auch bemüht, die Statistik mit den in Widerspruch zur Wahrheit stehenden Behauptungen in Uebereinstimmung zu bringen, so sind die Angaben der Statistik gelegentlich doch ein kräftiger Schlag gegen das aufgerichtete Lügengebäude. In» Wirtschaft und Statistike( Heft 22) ist eine Darstellung über die Entwicklung des Verbrauchs an Nahrungs- und Genußmitteln seit 1928 enthalten. Man kann aus ihr ersehen, daß der Verbrauch wichtigen Lebensmitteln nicht nur gegenüber der Vorkriegszeit, also dem Jahr 1928, bedeutend zurückgegangen ist, sondern daß er auch noch hinter dem Stand der ausgesprochenen Krisenjahre zurückbleibt. an Greifen wir das Jahr 1930 heraus. Die Arbeitslosenziffer war im Jahresdurchschnitt etwa noch einmal so hoch, als sie von den Nationalsozialisten für 1936 angegeben wird. Trotz der wesentlich geringeren Arbeitslosigkeit, die mit einer Besserung der sozialen Gesamtlage des Volkes identisch sein müßte, ist ein geringerer Verbrauch zu verzeichnen. Nach Wirtschaft und Statistik ergab sich je Kopf der Bevölkerung folgender Verbrauch. Für das Jahr 1928 ist der Verbrauch mit 100 angenommen: gen. Für eine Erhöhung des Lebensstandards, für eine Besserung der gesamten Lebensverhältnisse des deutschen Volkes kann die Darstellung über die Verbrauchsentwicklung in » Wirtschaft und Statistik<< jedenfalls nicht herangezogen werden. des aus: zubauen. Aera einer» Riesen«-Pleite. Schmidt ernannt, ein veritabler> alter Kämpfer< im Alter von 32 Jahren! Bewährt im Nationalsozialistischen Studentenbund, bekam er unter Hitler sofort eine Serie von Aemtern: Gauwirtschaftsberater, Leiter des Amtes für Handel und Handwerk, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer und endlich kommissarischer Beigeordneter für das Wirtschaftsdezernat der Stadt Köln. Er ist Mitglied des Reichstages und trägt seit Anfang November 1936 die goldenen Borden des NSKK- Standartenführers. Nicht unverdient, denn in der Stadt Köln kennt man in der Tat die beiden Autos des Herrn Dr. Schmidt besser als ihn selber. Seit zwei Jahren ist er, nach Göbbels jüngstem Kritiker- Erlaẞ, im Besitz der Reife zum Kunstberichterstatter. Man wird ihm daschem Mathematiker ostisch- dinari- her die Eignung, die Geschäfte einer Dreischer Prägung mit der Neigung des viertelmillionenstadt auf Grund überlegener ostischen Enthebungsmen- kommunalpolitischer Erfahrung zu leiten, schen zu Symbolen und Bildern von nicht absprechen dürfen. Gegenständen udn dem Einssein mit den Dingen. H. Braune Volkshochschule Es gibt also nicht bloß eine deutsche und eine jüdische Mathematik, sondern auch eine Zunächst will ich darauf hinweisen, nordische und eine ostisch- dinarische. Mit was sie( die Volkshochschule) nicht ist. Sie der Mathematik ist es offenbar wie mit der ist nämlich keine Bildungsfabrik... der EndVerrücktheit, die zwar auch überall vor kommt, aber bei deutschen Professoren Formen annimmt, die man sonst in der ganzen Welt nicht kennt. Der Papierladen Folgendes Geschichtchen lesen wir in der » Preuß. Ztg.<< Nr. 351: November 1936.) (> Völkischer Beobachter, 7. zweck der Volkshochschule besteht nicht darin, dem einzelnen Hörer eine möglichst umfangreiche Lernmöglichkeit zu geben... Wer also als Endziel der Volkshochschularbeit immer noch die Vermittlung einer zusätzlichen Allgemeinbildung sieht, hat Wesen und und Sinn einer wirklichen Volkshochschule noch nicht begriffen; der bewegt sich immer noch in > Na, ich kann Ihnen sagen, empört » Deutsche Mathematik« empört ist überhaupt gar kein Ausdruck den liberalistischen Gedankengängen einer mehr für den Zustand, Fort mit dem jüdischen Einmaleins! in dem sich Herr überwundenen Zeit; der wird immer noch Drehstuhl neulich befand, als er sich für sein zum geistigen Weiterstreben durch die VorAm 14. Dezember hielt in der Großen so schwer verdientes Gehalt einen neuen An- stellung getrieben, daß Wissen Macht sei, er Aula der Berliner Universität Prof. Dr. Lud- zug erstehen wollte und man ihm, dem Büro- denkt nur an sich, und nicht daran, daß gevorsteher bei Augapfel u. Co., ein» Vistrawig Bieberbach einen Vortrag über> art- Gebilde zu zeigen wagte.» Sie, hören Sie steigertes Wissen zum gesteigerten Dienen eigene deutsche Mathematik. Der Redner mal,< sprach Herr Drehstuhl, und fuchtelte am Volkstum, an der Volksgemeinschaft ver führte nach dem Bericht der> DAZ< folgen- dabei wie wild mit dem Zeigefinger in der pflichtet.<< Gegend herum,» Sie wollen mich wohl zum besten haben.. Oder bin ich hier aus VerEs gibt, wie auf allen Gebieten geisti- sehen in eine Papierwaren handgen und handelnden Verhaltens, auch in der 1 ung geraten...?<-> Sie irren sich, mein mathematischen Forschung eine prä- Herr!«, ließ sich darauf der Verkäufer vergnante deutsche Art. Diese ras- nehmen,» Vistra hat mit Papier nicht das Gesisch gebundene Art alle ringste zu tun. Vistra ist...< großen deutschen Mathematiker entstam- schon, ein neuer Ersatzstoff,< schnaubmen dem Verbreitungsgebiet der hellen te Herr Drehstuhl jetzt. Auch das stimmt Rassen in Deutschland dokumentiert nicht einmal,<< berichtigte ihn der Verkäufer, sich nicht etwa in den inhaltlichen Ergeb- Vistra ist vielmehr ein ganz neuer Werknissen, den Leistungen, den gestellten Pro- stoff... Ihr Schlips zum Beispiel blemen und entdeckten Tatsachen, sondern>> Was,<< schrie nun Herr Drehstuhl völlig vorwiegend in der Problemauswahl, ihrer entgeistert,» der ist aus. .?< Der VerkäuAnordnung und dem Stil ihrer Behandlung. fer nickte bloß. Herr Drehstuhl aber nahm Von typisch undeutscher Art zeugt seinen Hut und ging, legte zu Hause seine verkauf innerhalb der CSR Kč 1.40( für ein Der» Neue Vorwärts« kostet im Einzeles, wenn etwa der jüdische Mathe- Krawatte ab, zündete matiker Landau in seiner Differen- Kienspan an und lebte fortan ge- der Einzelnummer im Ausland Kč 2.-( Kč wieder den Quartal bei freier Zustellung Kč 18.-). Preis tial- und Integralrechnung die trigono- gen die Zeit.<< metrischen Sinus- und Cosi24. für das Quartal) oder deren Gegenwert Warum eigentlich die ganze Aufregung, in der Landeswährung( die Bezugspreise für nus- Funktionen durch ihre Potenzreihen definiert, die Funktionen warum das Gekläff? Weil es in Deutschland das Quartal stehen in Klammern): Argentinien ihrem klaren, ihnen Sinn und Bedeutung noch gelegentlich vorkommt, daß ein Käufer Pes. 0.30( 3.60), Belgien: Belg. Frs. 2.45( 29.50) Bulgarien Lew 8.-( 96.-). Danzig Guld. 0.45 und reine Ware verlangt und sich gegen Er-( 5.40). Deutschland Mk. 0.25( 3.-), Estland erst hinterher die geometrische Bedeutung satzprodukte sträubt. Das ist dann ein E. Kr. 0.22( 2.64), Finnland Fmk. 4.-( 48.-), fast verleihenden Standort herausreißend 1936 1930 ( 1928= 100) Schweinefleisch 93 94 Rindfleisch 85 96 Kalbfleisch 94 95 der Funktionen aufweisend. Schaffleisch 87 101 Trinkmilch 90 92 Eier 83 103 Schweinefett 89 96 Butter 110 108 Margarine 97 Kartoffeln 100 103 Zucker 97 105 Bier 68 91 112 80 106 112 Kaffe Tee 98 aus • > Ich weiß Neuer Vorwärts Sozialdemokratisches Wochenblatt Herausgeber: Ernst Sattler; verantwortlicher Redakteur: Wenzel Horn; Zeitungstarif bew. m. P. D. Zl. 159.334/ VII- 1933. Druck:> G r a phi a<; alle in Karlsbad. Printed in Czechoslovakia. Und so lassen sich an allen überragen- verächtlicher Materialist, ein>> Drehstuhle, Frankreich Frs. 1.50( 18.-), Großbritannien den deutschen Mathematikern, wie etwa der» gegen die Zeit lebt«. Denn gerade der Rieman, Frege, Dedekind, Weierstraß, die Qualitätssinn der Qualitätsbereits erwähnten rassischen Eigentümlichkeiten aufweisen.. Genau so wie die Repräsinn jeder Art soll ausgerottet werden. sentanten des jüdischen Gegentypus, Jakobi, Landau, Courant, Minkowski u. a., deutlich die Züge ihrer orientalischen Rasse tragen. Sonst wäre die Sache noch verhältnis,, Riesen"-Pleite d 4.-( Sh. 4.-). Holland Gld. 0.15( 1.80). Italien Lir. 1.10( 13.20). Jugoslawien Din. 4.50 ( 54.-), Lettland Lat. 0.30( 3.60). Litauen Lit. 0.55( 6.60). Luxemburg B. Frs. 2.45( 29.50), Norwegen Kr. 0.35( 4.20). Oesterreich Sch. 0.40( 4.80). Palästina P. Pf. 0.020( 0.216), Polen Zloty 0.50( 6.-). Portugal Esc. 2.( 24.-). Rumänien Let 10.-( 120.-). Schwe den Kr. 0.35( 4.20). Schweiz Frs. 0.30( 3.60), Spanien Pes. 0.70( 8.40), Ungarn Pengö 0.35 ( 4.20). USA 0.08( 1.-). Einzahlungen können auf folgende PostScheckkonten erfolgen: Tschechoslowakci: Zeitschrift» Neuer Vorwärtse Karlsbad. Prag Großes Revirement in Köln Die>> Hansestadt< Köln erlebte soeben eine mäßig einfach. Leider verbleibt es aber nicht lebhafte Ueberraschung. Ihr bisheriger OberEs ergibt sich demnach, daß im Vergleich bei dieser Zweiteilung zwischen deutschen bürgermeister Dr. Riesen hat plötzlich seizu, 1928 nur für Butter und Kaffee der Ver- und jüdischen Logarithmen, sondern es stellt nen Abschied bekommen, um, wie es in der brauch im Jahre 1936 je Kopf der Bevölke- sich zum Unglück heraus, daß es auch inner- amtlichen Verlautbarung heißt, im Rahmen 46.149. Oesterreich:> Neuer Vorwärts< Karlsrung etwas höher liegt, wobei allerdings die halb der deutschen Mathematik selbst Ras- des Vierjahresplans einen>> Sonderauftrag« in bad. Wien B- 198.304. Polen:» Neuer Vorwärtse Angaben über die Butter bei der in diesem senunterschiede gibt. Denn nach einer Lob- Berlin zu übernehmen. Schon seit längerer Karlsbad. Warschau 194.797. Schweiz: Neuer Jahre lange Zeit anhaltenden Butterknappheit preisung des nordischen Mathematikers Gauß Zeit ging das Gerücht, daß Dr. Riesen nicht Vorwärtse Karlsbad. Zürich Nr. VIII 14.697. in berechtigten Zweifel gezogen werden müs- fährt Prof. Bieberbach fort: mehr bei der oberen braunen Bonzokratie des Creditbank Filiale Karlsbad Konto> Neuer Ungarn: Anglo- Čechoslovakische und Prager sen. Auch ein Vergleich mit dem Krisenjahr des nordischen Lei- Rheinlandes in Gunst stehe. Man konnte ihn Vorwärts< Budapest Nr. 2029. Jugoslawien: 1930 zeigt wieder mit Ausnahme der Butter durchwegs einen geringeren Verbrauch. Bei Rindfleisch, Schaffleisch, Schweinefett, Eier Im Stil stungsmenschen steht er( Gauß) den beim besten Willen nicht in die Reihe der Anglo- Čechoslovakische und Prager CreditDingen gegenüber wie jeder deutsche» alten Kämpfer eingliedern, für die Mathematiker nordischer Prägung im Gegensatz auch etwa zu Euler als deut- maßgebenden Posten bestimmt waren. alle bank. Filiale Belgrad. Konto Neuer Vorwärtse, Beograd Nr. 51.005. Genaue BezeichDazu nung der Konten ist erforderlich.