Neuer Vorwärts Sozialdemokratisches Wochenblatt Verlag: Karlsbad, Haus„ Graphia" Preise und Bezugsbedingungen siehe Beiblatt letzte Seite Nr.191 SONNTAG, 7. Februar 1937 Aus dem Inhalt: Blutig wie am ersten Tage Preisgabe Danzigs Moskauer Hintergründe Brauner Fasching Bis zum bitteren Ende! Der Weg des neuen deutschen Militarismus und sondern Die Rede Hitlers vom 30. Januar war mal ist im Sinne der europäischen Kultur, die Kolonialforderung und die verspätete, Frieden Verständigung, eine genaue Definition des Wesens und und daß es nicht normalisiert werden kann. Antwort auf den englischen Fragebogen, Wille zur Macht. Die Gewitterwolken der Politik des neuen deutschen Militär- Das ist das staatsrechtliche und ideo- die wie blutiger Hohn wirkt. des deutschen Imperialismus hängen über staates. Ein jeder in Europa weiß heute, logische Gefüge des deutschen MilitärDiese Rede bezeichnet das Scheitern Europa. Niemand glaubt, daß die Erklämit wem er es zu tun hat, und was er zu staates. Schon in diesen Erklärungen liegt der dreijährigen diplomatischen Versuche, rung, daß nun die Zeit der Ueberraschunerwarten hat. Diese Rede zeigt, daß die eine Antwort auf die Anfragen und Hoff- Hitlerdeutschland in ein System der ge- gen abgeschlossen sei, eine Erklärung des deutsche Diktatur weder innenpolitisch nungen, die von Eden und Blum ausge- genseitigen vertraglichen Friedenssicherung Friedens darstelle, oder daß der deutsche noch außenpolitisch an Einlenken, Mäßi- sprochen worden waren. Das System denkt einzubeziehen. Praktisch sind alle Ver- Imperialismus saturiert sei. Auch das gung oder Abrüsten denkt. Die Erklärun- nicht daran, sich dem Friedenswillen und handlungen über ein Paktsystem, das We- spanische Abenteuer, auch die Marokkogen Hitlers haben denen, die immer noch der Kultur der demokratischen Völker sten und Osten umfassen soll, zu Ende. pläne waren keine» Ueberraschungen<< gerne an eine solche Möglichkeit glauben Europas anzunähern und auf dieser Grund- Die demokratischen Mächte werden aufge- und dennoch voller Gefahren für den Friemöchten, keinerlei Vorwände mehr für ihre lage am Frieden zu arbeiten. Das innere fordert, zu resignieren und sich dem an- den. Man muß der Tatsache ins Auge Illusionen und für eine darauf basierte Gefüge des Systems und der Geist, der es zupassen, was die deutsche Militärmacht sehen, daß eine gefährliche Dauerkrise für Politik gelassen. Mit ihrem stellenweise beseelt, sind weder mit dem Frieden noch für gut befindet. Sie sollen eine Niederlage Europa eröffnet ist. geradezu hohnvollem Pochen auf die Macht mit der europäischen Kultur vereinbar. des Rechts hinnehmen und sich mit dem Die Reden der fanzösischen und engkamen sie nahe heran an die Tonart gewis- Die direkte politische Antwort ist nicht Zustand der durch keine Verträge einge- lischen Staatsmänner, die ein europäisches ser Kaiserreden vor 1914. Das» scharf ge- weniger eindeutig. Die Erwiderung auf schränkten Unsicherheit abfinden. Was Gespräch über die Organisation des Frieschliffene Schwert« regiert die Stunde. die Rede Edens war ein Gemisch aus die deutsche Militärmacht unter politischer dens einleiten sollten, gingen von dem GeDer Wert früherer Erklärungen, die dumpfem Hohn und schneidender Schärfe. Mitarbeit versteht, wird durch Hitlers Po- danken aus, daß Deutschland die als Friedenserklärungen angesehen wur- Von alledem, was der englische Außen- chen auf das antibolschewistische Prinzip Wahl habe zwischen friedlicher Entwickden, wird durch diese Rede bestimmt. Die minister als Voraussetzung und Inhalt und das deutsch- japanische Bündnis er- lung und gefahrvollem Dauerzustand. Hitfrüheren Erklärungen haben den gleichen einer europäischen Verbindung gewünscht läutert. ler hat seine Wahl getroffen: nicht für Wert wie die Ausführungen der Rede vom hatte, hält er heute nichts in der Hand. Die Forderung, daß Deutschland freie die Organisation des Friedens, sondern für 30. Januar über den unblutigen, friedferti- Dem Wunsche nach Abrüstung steht die Hand im Osten haben müsse, liegt in die- die Organisation der Machtpolitik. gen Charakter des gegenrevolutionären Erklärung entgegen, daß jedes Land sou- ser strikten Ablehnung der vertraglichen deutsche Volk kann über diese Alternationalsozialistischen Staatsstreiches, in verän über den Stand seiner Rüstungen Bindung eingeschlossen. Sie wird unter- native nicht frei entscheiden. Es ist nicht denen die Opfer der gegenrevolutionären entscheiden müsse, dem Wunsche nach strichen durch Hitlers Antwort auf den Subjekt, sondern Objekt der Politik. Hitnationalsozialistischen Brutalität teils ab- wirtschaftlicher Eingliederung Deutsch- englischen Fragebogen, die sich auf die ler hat deutlich genug erklärt: das deutgeleugnet und teils beschimpft wurden. lands der unabänderliche Entschluß, den Formel bringen läßt: Das machen wir, sche Volk bin ich. Sein Wille zur Macht Diese Stellen der Hitlerrede gestatten kein neuen Vierjahresplan durchzuführen, dem wie wir wollen! Die Aufzählung jener nach innen ist ebenso stark wie sein Wille Sichdrücken mehr. Wenn die Mahnungen Wunsche nach europäischer Verständigung Balkanländer, mit denen Hitler zu rechnen zur Macht nach außen. Das deutsche Volk und Gewissensnöte der Menschen außer- im Rahmen des Völkerbundes eine strikte glaubt, oder mit denen er sich brüstet, die steht deshalb in erster Linie vor einer halb Deutschlands angesichts der Un- Ablehnung kollektiver vertraglicher Bin- Länder, die er aufzählte, und die, die er innerpolitischen Alternative: entweder menschlichkeiten des Terrors so höhnend dungen, dem Wunsche, daß Europa nicht nicht nannte, lassen erkennen, nach wel- durch die weitere Unterwerfung unter die und brutal beiseitegeschoben werden, in Blocks zerrissen werden möge, das Po- chen gefährlichen Spaltungen und gefähr- Diktatur in eine Katastrophe hineingeführt wenn so eindeutig der Wille verkündet chen darauf, daß ein gegenrevolutionärer lichen Zielen die Politik des freien Hand zu werden, oder durch den Kampf um wird, auf das moralische Urteil der Mit- Block unter Deutschlands Führung mög- im Osten tendiert. seine Freiheit den Weg zu friedlichen Verwelt zu pfenen, so bleibt der Mitwelt nur lich und im Werden sei und die neue Feind- Die Gesamttendenz der Politik, die die hältnissen in Europa und damit zum Aufdie Wahl zwischen der moralischen Kapi- erklärung gegen Sowjetrußland. Dazu noch Rede Hitlers erläutert hat, heißt nicht stieg in Deutschland zu öffnen. tulation und dem entschlossenen Ziehen der moralischen und politischen Folgerungen. Auf allen Gebieten sind durch diese Rede die Dinge vereinfacht. Staatsrechtliche Experimente und personelle Verschiebungen, die prophezeit worden waren, Auf ewig eingekerkert!? SS, Himmler, als von» Untermenschen Das Sozialdemokratischer Protest gegen die Hitlerrede sind nicht erfolgt. Die Verlängerung des Der Vorstand der Sozialdemokratischen| gen ausgesetzt. Von ihnen sprach in einer| Doch ganz bescheiden tauschet um Ermächtigungsgesetzes auf vier Jahre Partei Deutschlands veröffentlicht fol- kürzlich gehaltenen Rede der Chef der Den Namen sich ein Jud auf Blum. durch den Reichstag ist von rein formaler gende Erklärung: Sich auf eine Rededuell mit Léon Blum Bedeutung. Auch die vier Punkte Hitlers In der Reichstagssitzung vom 30. Ja- und Rädelsführern«<, denen sich niemals einzulassen, dazu fehlen Hitler alle geistiüber die durch die Partei repräsentierte nuar hat Hitler den seit vier Jahren ohne die Tore der Konzentrationslager öffnen gen Voraussetzungen. Darum läßt er ihn Volkssouveränität sind nur eine Verhül- Prozeß und Urteil gefangen gehaltenen würden. lieber von Streicher» poetisch« erledigen. lung der wirklichen Verfassung. Die wirk- Führer der Kommunistischen Partei Thäl- Im Namen der unglücklichen Opfer und Geist, Geschmack und internationaler liche Verfassung Deutschlands ist ganz mann als» eines der verbrecherischsten ihrer bedauernswerten Angehörigen, die Takt, wie man sie heute im einstigen einfach die neue Militärorganisation, mit Moskauer Subjekte« bezeichnet. In der- ein furchtbarer Druck zum Schweigen Lande der Dichter und Denker versteht. der der Parteiapparat der NSDAP, Ver- selben Sitzung hat Göring den Träger des zwingt, appellieren wir an die Recht und waltung und Wirtschaft untrennbar ver- Nobelfriedenspreises von Ossietzki von Ossietzki» ein Freiheit liebenden Menschen der ganzen Gau Ausland bunden sind. Sie wollen alle keine inner- mit Zuchthaus bestraftes Individuum<< ge- Welt. Mögen sie nicht aufhören, ihre Der Leiter des Gaues Ausland der natiopolitischen Experimente, sie können keine nannt. erStimmen zu erheben, bis sich trotz alle- nalsozialistischen Partei, Hitler antwortet Blum Sogar in Versen...! Bohle, ist zum gen Amt mit Kabinettsrang ernannt worden, um alle Angelegenheiten der Reichsdeutschen im Ausland zu bearbeiten. riskieren, sie sitzen tatsächlich alle in Thälmann und Ossietzki haben, als es dem die Tore der deutschen Gefängnisse Chef der Auslandsorganisation im Auswärtieinem Boot, sie müssen alle gemeinsam mit noch ein freies politisches Leben in und Konzentrationslager öffnen! dem weitergehen, was sie begonnen haben Deutschland gab, die Sozialdemokratie bebis zum bitteren Ende. kämpft. Das hindert uns nicht, zu Auch ideologisch liegen die Dinge ein- klären, daß kein Anlaß besteht, ihre perDer Gau Ausland der NSDAP mit dem fach. Der auf Rasseprinzip und Blut- sönliche Ehrenhaftigkeit zu Sitz in Hamburg ist die Zentrale der alldeutmystik aufgebaute Nationalismus ist zur Wenn die gegenwärtigen Machthaber Es ist allgemein aufgefallen, daß Hitler schen Irredenta. Von hier gehen die Fäden Staatsreligion erklärt. Er wird für gött- Deutschlands Gefallen daran finden, ihre in seiner Reichstagsrede vom 30. Januar auf nicht nur zu den> Reichsdeutschen im Auslichen Willen und Befehl, für den von der wehrlosen Opfer öffentlich zu beschimpfen, die Rede Blums in Lyon nicht eingegangen land<<, sondern vor allem zu den OrganisaVorsehung gewollten und erzwungenen so kennzeichnen sie damit nur sich selbst. ist. Unbemerkt blieb, daß die erwartete tionen jener Auslandsdeutschen, die StaatsSinn und Zweck des Lebens ausgegeben. Neben Thälmann befinden sich aber Antwort schon an anderer Stelle gegeben bürger fremder Länder sind. Die Organisation bezweifeln. Darin liest man: Diese Mystik wird bewußt an die Stelle noch zahlreiche andere Männer der ver- wurde, nämlich in einem» Bilderbuch für dieses Netzes ist wiederholt durch eingehende der anrüchig gewordenen Lehre gesetzt, schiedensten politischen Parteien seit der groß und klein«, das Hitlers Busenfreund Publikationen aufgedeckt worden. Sie arbeidaß der Krieg eine von Gott gewollte Ein- Machtergreifung Hitlers in Gefangen- Julius Streicher jüngst in seinem Verlag tet in den Vereinigten Staaten so gut wie in richtung und der eigentliche Sinn des Le- schaft, unter ihnen Sozialdemokraten wie erscheinen ließ. Das Bilderbuch trägt den Südamerika, in den ehemaligen deutschen Kobens sei. Praktisch läuft sie auf dasselbe der Titel:» Trau keinem Fuchs auf grüner lonien wie in der südafrikanischen Union, in ehemalige Ministerpräsident von hinaus. Die geradezu unglaubliche Form Braunschweig, Jasper, die Reichstags- Heid' und keinem Jud bei seinem Eid«. Holländisch- Indien, in Polen, in der Tschecho. der Verkündung dieser Lehre, die Sätze abgeordneten Heilmann, Mierendorff, über die von Gott gegebene blutgebundene Schumacher, Leber und viele andere unArt, über die Umwälzung des Weltbildes tadelige Männer, zum großen Teil Kriegsdurch den neuen Kopernikus Hitler, über teilnehmer, die im Felde schwere Verden» marxistischen Begriff der Mensch- letzungen erlitten haben. Seit Jahren sind heit«<, müßten der Erkenntnis Bahn bre- sie ihrer Freiheit beraubt und schweren chen, daß dies System wirklich nicht nor- körperlichen und seelischen MiẞhandlunDamit den Jud man soll nicht kennen, Tat er bald anders sich benennen, Ein Nathan heißt bald Jonathan, Herr Levin hängt ein» son<< sich dran, Der Abraham läßt weg zwei> a<<, Sodaß auf einmal» Brahm« steht da. slowakei, in Rumänien. Die Veröffentlichungen der spanischen Regierung haben gezeigt, wie diese Organisation zur Vorbereitung des Francoputsches benutzt worden ist, wie sie in Marokko und ganz Nordafrika gearbeitet hat. Nunmehr sollen» die Gesetze, die bis fremd ist, in denen wohnen. Preisgabe Danzigs? außerher nur für die Parteigenossen draußen wirk- J sam waren, als Leitsätze für alle Deutschen im Ausland Geltung haben, nämlich Bekenntnis zu einem aufrechten und zur Mitarbeit bereiten Deutschtum, rückhaltlose Der Völkerbundsrat und die Danziger Verfassung Einfügung in die auslandsdeutsche Volksgemeinschaft«. Es wird ein Monopolanspruch Am letzten Tage seiner Januarsession| liche Statut des Freien Staats zu basieren,| heißt, daß der polnische Außenminister hat der Völkerbundsrat nach langen und Vertrauen zu schenken. Jedoch, so gegenüber allen Auslandsdeutschen erhoben. ver- angesichts solcher Erwägungen Sie werden in wenig versteckter Form einer wie es heißt, zum Teil recht heftigen Aus- langte Beck weiter, solle der neue Hohe ordentlich betroffen war, da er, der selbstGesetzgebung unterworfen, die den Ländern einandersetzungen, die in den Tagen vor Kommissar sich in Zukunft nicht in die verständlich die Funktion des Hohen der Schlußsitzung des Rats hinter des Kommissars als Vermittler zwischen Danver- inneren Verwaltungsangelegenheiten sie als Staatsbürger schlossenen Türen vor sich gingen, auch Freien Staats Danzig mischen und den zig und Polen unbedingt gewahrt wissen allem an- will, im Falle Diese Maßnahme wirft ein Licht auf die zu der Danziger Frage Beschlüsse gefaßt. Informationen des Senats vor der Nichtbesetzung des Um das Ergebnis vorweg zu nehmen: deren Achtung schenken. Danziger Völkerbundsposten in die Lage Ausführungen der Hitlerrede über die Mindie Beschlüsse des Völkerderheitenfragen. Hier ist einer jener Punkte, Dieser von Polen vorgeschlagenen Re- versetzt würde, Danzig und dem Dritten an denen neue Vorstöße des braunen Systems bundsrat stellen keine Lösung gelung des Danziger Problems hätte im Reiche allein gegenüber zu stehen des Danziger Problems und Falle der Billigung Genfs nichts anderes dann die Suppe auslöffeln müßte, die des Verfassungskonfliktes bedeutet als die offene Kapitulation des selbst eingebrockt hat. In polnischen polidar, sie bedeuten eine neue Hinausschie- Völkerbundes vor dem Gewaltregime des tischen Kreisen ist die Gefahr, die diese bung der von der Danziger Bevölkerung Danziger Senats, einen Verzicht auf die Frage für Polen in sich schließt, denn Eine Aufrollung der Kolonialfrage durch seit länger als einem halben Jahr erwarte- Garantie der Danziger Verfassung durch auch richtig erkannt worden. das braune System steht unmittelbar bevor. ten Liquidierung der verfassungswidrigen den Völkerbund und eine endgültige AusDie deutschen Kolonialforderungen sollen in und terroristischen Zustandes in der lieferung der Danziger Bevölkerung England offiziell notifiziert werden. Die Par- Freien Stadt, ja sie bieten nicht einmal teikonferenz der in England regierenden kon- eine Garantie dafür, daß der Völkerbund für die Vorprüfung der Danziger Fragen servativen Partei hat im Herbst des vergan- entschlossen ist, alle auch jetzt für ihn genen Jahres die Forderung auf Rückgabe noch offenstehenden Wege zu gehen, die komitee, dem die Außenminister Engvom Völkerbundsrat eingesetzte Dreierzu einer Befriedung der inneren Danziger lands, Frankreichs und Schwedens ange- dargestellt. zu erwarten sind. Die Kolonialfrage der deutschen Kolonien nachdrücklich abgelehnt. Neue Ehrenliste Verhältnisse führen können. an den nationalsozialistischen Terror. Das und er Die Erfolge der Vermittlertätigkeit Becks in Genf, von denen am ersten Tage die Warschauer Regierungspresse noch zu berichten wußte, haben sich der polnischen Oeffentlichkeit sehr rasch in einem außerordentlich zweifelhaften Licht Was die Person des neuen Hohen hören, hat dieses Ansinnen des polnischen Außenministers dann auch abgelehnt. Es Kommissars betrifft, so hatte man sich zuhat jedoch keine andere Lösung des Dan- nächst auf den holländischen Vizeadmiral ziger Verfassungskonfliktes gefunden als de Graaff geeinigt. De Graf hat aber auf Anraten seiner Regierung das schwierige wobei in dem von dem Dreierkomitee dem Amt ausgeschlagen. Das Dreierkomitee ist die Vertagung ihrer Lösung, Rat vorgeschlagenen Bericht jedoch nun vom Völkerbundsrat ermächtigt worals den, gemeinsam mit dem polnischen neut die Aufgabe des Völkerbunds Garant der Danziger Verfassung auch wieder anerkannt wird. erAußenminister einen neuen Kandidaten zu suchen. Seine Wahl durch das Dreierkomitee gilt als Ernennung durch den Das Unverständliche und Bedauerliche Praktisch ist die Kolonialfrage bereits So erfolgreich der Völkerbundsrat zu aufgerollt worden durch das Vorgehen des gleicher Zeit den braunen Systems in Spanien. Es besteht mit allen möglichen Gefahrenelementen geladenen SandschakGrund zur Vermutung, daß das braune Sy- Konflikt beigelegt hat, so wenig ist es ihm stem seine Intervention in Spanien zu einer gelungen, seine Rechte und Pflichten in Erpressung in der Kolonialfrage benutzen Danzig wahrzunehmen, wo sein Prestige will. Die Ausführungen der Hitlerrede über im gleichen Maß auf dem Spiel stand als Spanien waren von solcher Zweideutigkeit, in seiner Vermittlerrolle in dem türkischdaß alle Hoffnungen, die auf eine echte Po- syrischen Streitfall. Allerdings waren die litik der Nichtintervention in Spanien gesetzt Voraussetzungen für die Beilegung des werden, eitel sind. Das Schicksal des spani- Sandschak- Konfliktes von denen, die in Der Bericht des Dreierkomitees, der Völkerbundsrat, so daß der neue Mann schen Volkes ist für das braune System eine Danzig vorlagen, wesentlich verschieden: schließlich auch vom Rat des Völkerbun- unverzüglich sein Amt antreten könnte. Schachfigur im Spiele um die Macht. Der Geist der Verständigungsbereitschaft des gebilligt worden ist, läßt im übrigen Es wird immer klarer, daß wir mitten der beiden Partner, der in jenem Konflikt das nicht zu leugnende Versagen des Völ- ist, daß der Beschluß des Völkerbundsdrin im ersten Stadium des Machtkampfes die Aufgabe des Völkerbundes wesentlich kerbunds in der Danziger Frage deutlich rates mit keinem Wort zu den " m die Neuverteilung der Welt sind. erleichterte, kann von allem Anfang an erkennen. Wenn auch der Bericht zum zahllosen Verfassungsseitens des nationalsozialistischen Regimes Ausdruck bringt, daß die Verfassungs- brüchen in Danzig, zu einer ganzen in Danzig nicht in Rechnung gestellt wer- garantie einen integrierenden Bestandteil Reihe von inzwischen vom Senat erlasseden. Hier kam es darauf an, gegen den des Danziger Senats darstellt, wenn weiter nen verfassungswidrigen VerWillen der Danziger Regierung dem Recht festgestellt wird, daß dem Hohen Kom- ordnungen und zu der Frage, was der loyalen Erfüllung von Verträgen und missar das Auskunftsrecht in allen Fra- mit den zahlreichen in Danzig eingekerder Verfassung zum Durchbruch zu ver- gen der Verwaltung vom Senat nicht ge- kerten Führern und Funktionären der helfen, die sich die Danziger Bevölkerung schmälert werden darf, und der Senat ver- Danziger verfassungstreuen Parteien aus freiem Entschluß selbst gegeben hat, pflichtet ist, in jedem Fall Auskunft zu werden soll, Stellung nimmt. und deren Rechtsgrundsätze gegen ihren geben, so findet sich doch auch in dem erwähnt mit keinem Wort die verWillen von einer Regierung untergraben Bericht die resignierte Bemerkung, daß fassungswidrige Auflösung der Danziger worden sind, die sich nur durch brutal- der Völkerbund die Garantie der Danziger Sozialdemokratischen Partei durch die sten Terror und durch die Benutzung Verfassung bestimmt nicht außer acht las- Danziger Gestapo, er spricht auch nicht den sen will,» so lange, wie das möggegen von dem Verbot sämtlicher nichtVolkswillen am Ruder halten kann. Und lich ist. nationalsozialistischen Danziger Zeitunhier hat der Völkerbundsrat auch in sei- Der Völkerbundsrat hat sich auch ent- gen. Aber diese Fragen, die eigentlich zur ner letzten Sitzung noch versagt. schlossen, einem neuen Hohen Kom- Debatte standen, und für deren Lösung Der Grund für dieses Versagen ist in missar für Danzig zu ernennen, Versuche bereits in Genf hätten gemacht erster Linie in der Haltung der pol- nachdem der bisherige Hohe Kommissar werden müssen, sind offen geblieben. Es nischen Regierung und ihres Lester also beigeordneter Generalsekretär wird nun die Aufgabe des Hohen KomAußenministers Beck zu suchen, dem be- in das Völkerbundssekretariat eingetreten missars sein, sie zu prüfen und dem Dill, Johann, geb. am 25. 6. 1887 in Brand kanntlich in der September- Session des ist. Es hat über die Frage der Ernennung Völkerbundsrat zu berichten. Das braune System hat abermals eine große Anzahl von Antifaschisten ihrer Staatsbürgerschaft beraubt. Es sind Sozialdemokraten und Kommunisten, darunter Schriftsteller und Wissenschafter von Rang. Die Liste umfaßt folgende Namen: Bandmann, Eugen, geb. 7. 5. 1874 in Breslau, Biegi, Karl, geb. am 17. 2. 1901 in Osthofen, Birk, Friedrich, geb. am 8. 2. 1894 in Ettlingen, Bögler, Franz, geb. am 4. 12. 1902 in Speyer, Borstendörfer, Adolf, geb. am 15. 6. 1893 in Weinberge( Böhmen), Coenen, Hubert, geb. am 16. 2. 1896 in Birkesdorf, Creutzberg, August, geb. am 6. 3. 1892 in Fischbach, B.-A. Tachau, Dill, Erhard, geb. am 28. 4. 1910 in Selb, Mainz, pertal- Eberfeld, Poll, ver, reichsdeutscher Machtmittel Er und Schwedens Völkerbundsrates der Auftrag erteilt wor- eines neuen Hohen Kommissars jedoch Der erfreulichste Beschluß, zugleich den war, die Lage in Danzig und die Frage sehr lebhafte Erörterungen gegeben. Ge- der einzige, der einen praktischen AnEifinger, Christian, geb. am 22. 11. 1897 in des Verhältnisses Danzigs zum Völker- wiß, und gerade solche Kreise, die als die satzpunkt zur Lösung des Danziger Verbund zu prüfen und dem Rat Vorschläge treuesten Verfechter internationaler fassungskonflikts enthält, ist die AufEngels, Heinrich, geb. am 1. 4. 1909 in Wup- für eine Besserung seiner Stellung in Dan- Rechtsgrundsätze und unbedingt ergebene rechterhaltung der Einrichzig, das heißt, für die Wiederherstellung Anhänger des Völkerbundes bekannt sind, tung des Dreierkomitees. Auch Florin, Wilhelm, geb. am 16. 3. 1894 in Köln- verfassungsmäßiger Zustände zu machen. haben ernstlich die Frage erwogen, ob es in Zukunft werden die Außenminister Diese Aufgabe hat die polnische Regie- angesichts des Verhaltens der polnischen Englands, Frankreichs Fritz, Wilhelm, geb. am 16. 2. 1889 in Aachen, rung nicht erfüllt. Sie ist in ihren Ver- Regierung, die dem Völkerbund jede die Entwicklung in Danzig zu verfolgen Gellert, Kurt, geb. am 7. 1. 1900 in Hanno- handlungen mit dem Danziger Senat, die Aktion in Danzig erschwert und dadurch und zu überwachen haben. Die Kompewochenlang vor Stattfinden der Rats- die Stellung des Völkerbundskommissars tenz dieses Dreierkomitees ist sogar noch Groha, Georg, geb. am 1. 1. 1897 in Ober- sitzung geführt wurden, vor der national- in Danzig außerordentlich schwächt, nicht insoweit erweitert worden, als in Zukunft sozialistischen Methode des Vertrags- und vernünftiger wäre, die Stelle des Hohen ihm und nicht. dem Hohen Kommissar Halm Josef, geb. am 15. 1. 1903 in Flerzheim, Rechtsbruchs zurückgewichen für den Kommissars in Danzig überhaupt nicht die Aufgabe und das Recht zusteht, zu Hespers, Theodor, geb. am 12. 12. 1903 in Preis weniger Zugeständnisse des Dan- mehr zu besetzen. Man hat schließlich die- beantragen, Danziger Fragen auf die Taziger Senats in bezug auf die Aufrecht- sen Gedanken zunächst verworfen, das gesordnung einer Ratssitzung zu setzen. Hoffmann, Charlotte, geb. am 11. 11. 1900 in erhaltung der polnischen Rechte in Dan- Dreierkomitee hat in seinem vom Völker- Somit hat ein Teil der Aktivität, die inWahren bei Leipzig, zig. Minister Beck legte dem Völker- bund gebilligten Bericht jedoch offen er- zwischen allerdings leider notwendig geden Hofmann, Max, geb. am 1. 3. 1891 in Chem- bundsrat einen Bericht vor, in dem genannten er klärt, daß der neue Hohe Kom- worden ist, von nitz, empfahl, einer Zusicherung des national- missar zunächst prüfen Mächten auszugehen, die, falls sie sich sozialistischen Senats, seine künftigen Be- haben wird, ob er überhaupt in zu solchen Anträgen entschließen, ihren ziehungen zu einem neu zu ernennenden der Lage sein wird, seine Auf- Willen natürlich leichter durchzusetzen Hohen Kommissar auf das völkerrecht- gaben in Danzig zu erfüllen. Es vermögen als der Hohe Kommissar, dessen Haltung in Zukunft kaum weniger schwierig sein wird als bisher. schwarzbach, München- Gladbach, Jacobsen, Otto, geb. am 5. 3. 1898 in Husum, Jacobsen, Paula, geb. Sünken, geb. am 6. 9. 1904 in Neumünster, Jung, Ludwig, geb. am 5. 9. 1901 in Saarbrücken, Kazmierczak, Anna, geb. Ritzer, geb am 16. 1. 1896 in Hohenmölsen, Kilian, Ferdinand, geb. 4. 8. 1900 in Hamburg, Klausmann, Robert, geb. am 15. 5. 1896 mm Essen, Mikisch, Johann, geb. am 6. 12. 1898 in Grohn,| Scheinmeyer, Hermann, geb. am 16. 8. 1888 Niederberger, Gustav, geb. am 2. 3. 1895 in Heidelberg, Okon, Theodor, geb. am 9. 11. 1894 in Janow, Petry, Peter, geb. am 2. 8. 1900 in Sinzig, Knigge, Wilhelm, geb. am 16. 12. 1906 in Rosenberg, Arthur, geb. am 19. 12. 1889 in Berlin, Bremen, in Dalherda, Wachter, Franz, geb. am 5. 4. 1908 in Besseringen, Ziehm, Alfred, geb. am 10. 2. 1896 in Dresden. Wie schamhaft mitgeteilt wird, sind auch>> eine größere Anzahl von FamilienRosenfeld, Martin, geb. am 13. 11. 1893 in angehörigen« ausgebürgert worden. drei ein Was die nächste Zukunft Danzigs betrifft, so läßt sich darüber schwer Urteil bilden. Wie wenig Hoffnung aber besteht, daß der nationalsozialistische Senat, die von ihm beschworene Verfassung beachten wird, geht schon aus der Erklärung hervor, die der Senatspräsident Greiser vor dem Völkerbund abgab. Greiser, der diesesmal auf die lange Nase und sogar auf das sonst obligatoriDer Gauleiter von Halle- Merseburg, Jor- sche» Heil Hitler« verzichtete, erklärte: Kuttner, Erich, geb. am 27. 5. 1887 in Berlin, Schäfer, Kurt, geb. am 11. 10. 1900 in Hamdan, hielt in Königsberg eine große Rede» Die Grundlage(!) dieses Berichts wird Koll, Otto, geb. am 14. 12. 1905 in Remscheid, Kreslaus, Hermann, geb. am 27. 2. 1902 in Gelsenkirchen, Krille, Otto, geb. am 5. 8. 1878 in Börnersdorf, Laß, Otto, geb. am 8. 10. 1901 in Elbing, geb. am 9. 8. 1906 in Krotoschin, Sonnenberg, Martin, geb. am 3. 5. 1897 in Goßlershausen, burg, Schälicke, Fritz, geb. am 19. 10. 1899 in Berlin, · Lorenz, Peter, geb. am 6. 1. 1894 in Barmen, Loritz, Johann Baptist, geb. am 23. 8. 1891 Schaffrath, Friedrich, geb. am 18. 10. 1911 in Neustift, in München- Gladbach, Lüdersdorf, Erwin, Schmidt( Kirchner- Schmidt), Hanna, gesch. Berlin, Kirchner, geb. Stunz, geb. am 24. 4. 1889 Mahlmann, Hans, geb. am 22. 9. 1911 in Frankfurt a. M., Hamburg, Malkmus, Theodor, geb. am 7. 5. 1892 in Schneider, Josef, geb. am 23. 3. 1896 in PirGuben, in masens, Friedenspropaganda und sagte bei dieser Gelegenheit laut Bericht: mir erlauben, mit dem neuen Hohen >> Der Endkampf in der Welt ist in ein ent- Kommissar in voller Loyalität zusammenscheidendes Stadium getreten. Es gibt nur zuarbeiten...<< Mit der Grundlage des eine Lösung, und die läßt in Europa nur Berichts des Dreierkomitees meinte er Raum für eine Weltanschauung nichts anderes als den Bericht des polvon den ringenden Mächten muß eine nischen Außenministers Beck, der besiegen, muß die andere unterliegen, entweder Bolschewismus oder anständige kanntlich empfahl, daß der Völkerbund auf die Garantie der Danziger VerfasSo sprechen die» Angegriffenen« von sung mehr oder weniger offen verzichten sollte! Völker.< morgen. Hitlers Bevölkerungsfchlacht Das schimpfliche Ende eines ungeheuren Systemrummels Namen von auf diesem Felde der Ehre Ge fallener befinden sich bereits drauf. Und dabei ist die von 1936 erst noch im Druck... Entkräftete Vorkriegsjugend >> Warnende Zeichen<< Drill und Hunger tum ihre Wirkung. Eine der gewaltigen Leistungen seines ganz naturgemäß allen anderen Falissements| nend über das Gespenst nachgedacht. ErgebDritten Reiches, für die sich der Führer seines Systems voran. Aber ob die» Ernäh- nis: Ein» natürliches< Mehr von rund 23.700 und Reichskanzler« zu Beginn seiner gouver- rungsschlacht«, ob die» Rohstoffschlacht<< und Sterbefällen ist als» strukturelle< Zunahme Im» Deutschen Aerzteblatt< nementalen Laufbahn nicht zu knapp bemes- wie alle anderen Groß- Vergewaltigungen der zu werten; ein weiteres Mehr von rund 15.000 wagt ein Mediziner seine warnende Stimme sene Vorschußlorbeeren streuen ließ, war Vernunft und ihrer Gesetze durch das Sy- Fällen erklärt sich durch die stärkere Be- zu erheben: bekanntlich um 1933 und 1934 herum die stem, die einen höheren Grad des Einsatzes große> Bevölkerungsschlachte, mit physischer Gewaltmaßnahmen gestatten, zuder ein erleuchteter Genius das italienisch- guterletzt anders enden werden? faschistische Vorbild Mussolinis zu kopieren gedachte. Berge von Traktätchen wurden von der regierenden Partei, der SA und der Fast fünfzigtausend H. E. setzung der höheren Altersstufen und schließlich wollen die Wagemänner auch noch rund 8700 mehr gestorbener Säuglinge durch Anwachsen der Säuglingssterblichkeit zufolge Hitler- Jugend monatelang verteilt, die nach- Deutsche» zu viel« gestorben? zuweisen hatten, daß Deutschland nicht zu viel, sondern viel zu wenig Einwohner habe. Es gespenstert in der deutschen Bevölke- chen auf der Verlustliste des Dritten Reiches! rungsstatistik 1935. fast fünfzigtausend » Vorhandene Zahlen zeigen, wenn sie auch nur mit gewissen Vorbehalt verallgemeinert werden können, da sie hauptsächlich Verhältnisse in Großstädten und Industriegegenden behandeln, daß ein erheb lich großer Prozentsatz der Jugendlichen an Gesundheitsstörungen und Minderung der Leistungsfähigkeit leidet und daß dieser Satz in den letzten Jahrzehnten zugenommen hat.<< der( freilich mittlerweile schon wieder längst abgestoppten) Geburtenzunahme konzedieren. Summa summarum: bleiben immer noch rund 43.500 strukturell« nichtlegitimierter LeiDie SA insbesondere war, erst recht, nach> Eine beträchtliche tatsächliche Erhöhung Von» Jahrzehnten« zu reden, wenn man dem Röhm Nunmehr, seine Aspirationen blutig und da die amtlichen Zahlen der der deutschen Sterblichkeit!<< wehklagt des- vier Jahre meint, ist neuerdings bei allen Krigenug liquidiert worden waren, zu einem deutschen Bevölkerungsbewegung des Jahres halb auch mit Ausrufezeichen die Berliner tikastern Mode geworden. Sie hoffen sich auf immensen Heiratsvermittlungsbüro geworden. 1935 vorliegen, kommt es an den Tag, daß» Med. Wochenschrift( Heft 4, 1937). Sie diese Weise kugelsicher zu machen. Aber die Wer das braune Hemd trug, brauchte nur Deutsche berechnet die Prozentzahlen und kommt auf nachfolgenden Sätze erweisen klar, worum bei den Nazi- Behörden das Händchen hinzu-( genau 43.500!) in diesem Berichtsjahr stati 11,8 Sterbefälle pro 100 Einwohner im Jah- es sich in Wahrheit handelt, denn eben der halten und bekam seine» Ehestandbeihilfe« stisch, aber dann eben auch physisch sozu- resdurchschnitt statt des vorjährigen von neudeutsche Kinderdrill hat gemeinsam mit ohne jede weitere Kontrolle seiner sonstigen sagen, zuviel gestorben sind... Das 10,9. Warum es aber so geistert rings um der Unterernährung Qualifikation. Das von oben dekretierte heißt: auch wenn man alle glaubhaften und die deutschen Friedhöfe, wird leider auch Revolutionsfieber machte vor keinem einzigen unglaubhaften Gründe der gleichgeschalteten noch nicht einmal andeutungsweise unterSchlafzimmer, vor keinem Familienbett Halt; Statistik gelten, läßt, daß es darum und auch sucht. es galt ja, die» biologische Substanz der darum ein beträchtliches Mehr an Todesfäl- Da muß man freilich denn ein wenig nachneuen» Volksgemeinschaft< zu sichern und len» natürlicherweise<< in jenem dritten Jahr helfen. Und da erinnert man sich zum Beisind doch diese spiel, anders wie mit einer richtigen Schlacht«<, der Hitlerei geben mußte, daß der Jahresbericht der eben mit der» Bevölkerungsschlacht< tat es Gesamtbewohner einer größeren deutschen deutschen Krankenkassen über das nun einmal der braune Massenbetrieb auch Mittelstadt immer noch eines ganz und gar in Frage kommende Jahr 1935 ja schon seit in diesen privatesten Bezirken des mensch-> unnatürlichen«, schlechterdings rätselhaften Oktober vorigen Jahres vorliegt. Darin steht Todes gestorben! So verhält sich nämlich es schwarz auf weiß und ohne die geringste Die> Bevölkerungsschlacht«< ist geschla- das gespenstische Phänomen unter den» Er-> falsche< Sentimentalität, daß bei ihnen im gen! Rauschzustände der organisierten Un- rungenschaften der Diktatur: Jahre 1932 die Zahl der Todesfälle auf je lichen Nebeneinanders nimmer. das gelassen ein Ueber- ihnen hat nun noch für 3,46 Reichsmark nungen gezeitigt: die folgenden Erschei» Besonders zu beachten sind die verhältnismäßig häufigen Herzstörungen, deren Prozentsatz zwischen 13 und 18 schwankt. Davon sind etwa 2 bis 4 Prozent organische Herzfehler. Die Zahl dieser Kreislauferkrankungen der Jugendlichen ist größer als bei den entsprechenden Altersgruppen vor dem Kriege( und vor 1933.» N. V.<). Ein warnendes Zeichen sind auch die Zahlen der funktionellen Nervenstörungen, die zwischen 2 und 8 lägen. Es kann überhaupt allgemein beobachtet werden, daß die Kreislauf- und Nervenerkrankungen einen gröBeren Raum einnehmen als die Tuberkulose.< Das» Deutsche Aerzteblatt< hätte noch hinzufügen können( aber nicht dürfen), daß diese Tatsachen schon jetzt in Reichswehrkreisen ernsthaft diskutiert werden. Die Er vom 6. Lebensjahr tüchtigung< an geht immer mehr auf Kosten der Kriegstüchtigkeit. Pst! zulänglichen sind längst dem Meckerertum Im Jahre 1935 starben in Hitlerdeutsch- 100 zahlende Mitglieder noch um 32 Prozent des Katzenjammers gewichen. Was hat der land genau, wie die jetzt reichsamtlich vorlie- niedriger gewesen ist, als 1935. Dafür waren große Rummel erreicht? Die Frage beschäf- genden Zahlen ausweisen, 791.912 Men- damals freilich auch noch rund 40.000 Aerzte tigt jetzt die zuständige deutsche Standes- schen. Im Vorjahre 1934 waren es aber bei den Krankenkassen beschäftigt; jetzt amt- und Bevölkerungsstatistik. So gleich- nur 724.668 Personen, deren sich die Toten- seit Hitler sind es noch 30.500. Jeder von geschaltet sie auch ist, vermag sie doch nicht gräber erbarmen mußten 600 Versicherte gegen 450 den ganz jämmerlichen Zusammenbruch ein- schuß« von 67.246 Toten also! Nun früher zu betreuen. 1932 wurden auf einen um ein halbes Krankheitsfall fach zu verschweigen. Hier die entsprechende kann das zwar manchmal Prozent und, wenn es große Seuchen gege- Arznei verwendet; jetzt sind es gerade noch zahlenmäßige Beurkundung: >> Im Jahre 1935 beginnt die deutsche ben hat, auch um ein oder gar zwei Prozent 3,00 Mark. Bei der Einweisung in die KranBevölkerungsbewegung wieder in ihren differieren den Ausnahmefall eines natür- kenhäuser und noch auf so manchen anderen regelmäßigen Verlauf einzubiegen. Das, lich glorreichen Krieges hier einmal beiseite Gebieten der Sorge um die wirkliche Volksnachdem sie im Jahre 1934 durch die aber gleich genau zehn Prozent gesundheit genau dasselbe Bild des Abbaues außergewöhnliche Anhäufung von Eheschließungen und durch die starke Zunahme mehr?! Da hilft weder» Zufall< noch auf der ganzen Linie! Warum auch nicht? der Geburten ein besonderes Gepräge Schreibfehler: hier gehen Gespenster um.... Wenn Kanonen wichtiger sind als Butter, erhalten hatte. Im Deutschen Reich wurDie gleichgeschalteten Statistiker, Herr sind sie bestimmt auch wichtiger als Tuberden im Jahre 1935 insgesamt 650.851 ( 1934: 739.449) Ehen geschlossen Wagemann voran, haben nun, wie ein Blick kuloseseren oder Krebsbestrahlungen. Nur mit sind 12 Prozent weniger, als im in die in Frage kommende reichsdeutsche Gesunden führt man ja den nächsten Krieg; Vorjahr. Die auf 1000 Einwohner er- Fachpublizistik dieser Tage überzeugen die anderen setzen wir schon jetzt auf die rechnete Eheschließungsziffer ergibt sich konnte, sich hingesetzt und mühsam rech- Verlust liste hieraus für das Jahr 1935 mit 9,7( 1933: 9.7) gegenüber 11,1 im Jahre 1934. Der Rückgang wirkte sich im Jahre 1935 in den Großstädten, die während der Aufwärtsbewegung im Jahre 1934 die stärkste Zunahme aufzuweisen hatten, stärker aus, als in den Landgemeinden. So wurden in den Großstädten im Berichtsjahr 14,1 Prozent, in den Gemeinden mit weniger als 15.000 Einwohnern 10,4 Prozent weniger Ehen geschlossen als im Vorjahr. Den Pg. Karwahne hat sein Intimus Ley, Arbeiter des Hirns auch der Arbeiter der Ley in die Gewerkschaften einbrach, überNachholung der unterlassenen Zeugungen, kürzlich avancieren lassen. Er ist feierlichst Faust«: Karwahne! nahm Karwahne die Führung< des deutund zwar in den kinderarmen oder kinder- zum Gauobmann der Deutschen Arbeitsfront Pg. Karwahne kam auf die Reichs- schen Fabrikarbeiterverbandes. los gebliebenen älteren Ehen, die zu einem Gau Südhannover- Braunschweig ernannt wor- tagsliste der NSDAP! Bei drohenden Die hatten auch ein gewerkschaftliches Fachstarken Anstieg der Geburtenziffern im den. Das ist ein feiner Posten mit viel abge- Schlägereien im Wallotbau Jahre 1934 mit beigetragen hatten, fanden zwischen den blatt gehabt, das sich» Der Fabrikarbeiter< im ersten Halbjahr 1935 im wesentlichen lagertem Geld in den Kassen. Keiner paẞt heroischen Figuren ganz links und ganz nannte. Jetzt erschien das Blatt zur guten ihren Abschluß. Mit dem Fortfall dieser so gut hin, wie sicherlich Pg. Karwahne. rechts blieb ihm besonders die» direkte Hälfte angefüllt ausschließlich mit schönen zusätzlichen Geburtenanhäufung trat im Dazu ist er der leibhaftigste Beweis dafür, Aktion<< dritten Vierteljahr 1935 wieder ein Rück( siehe: wie früher!) vorbehalten. Photos von Pg. Karwahne monatelang! gang der Geborenenzahlen ein; Führer und Reichskanzler« die Dann half er das Dritte Reich im Vortrab» Pg. Karwahne besichtigt die Zuckerfabrik zum Teil trug auch bereits die im vierten> Pest des Bolschewismus« vom sich gegen der berufensten Bauherren gründen. Denn: Niederschlema«( mit» Besichtigungen<< hatte Vierteljahr zu beobachtende verminderte den Liebesdienst nun einmal sträubendem um ein Haar wäre der stolze Bau schon kaum er es überhaupt in seinem neuen Amt zu tun!) Heiratshäufigkeit zu dieser Feststellung Europa fernhält... nach seiner Grundsteinlegung wieder zusam-> Pg. Karwahne drückt dem GefolgschaftsDer jahreszeitliche Ausfall der Zeugungen während der Wintermonate und Denn Pg. Karwahne war ja mal unter mengekracht, wenn die ominöse Geschichte führer der Ziegelei Schmidt Gebr. in bekanninfolge der zahlreichen Erkrankungen an den Kommunisten oder doch unter denen, die um den Reichstagsbrand aufgekommen wäre. ter Leutseligkeit die Hand.< Grippe haben den Rückgang noch erheb- sich nach dem Umschmiß von 1918 so nann- Zwar hatten sie schon den van der Lubbe wahne schenkt eine Zigarre dem ältesten lich verstärkt.<( Aus Deutsche Medizi- ten, eine Art Räuberhauptmann des zielbe- gegriffen; und den Dimitrow und den Po- Verbandsmitglied in Ottendorf.<< nische Wochenschrift< Nr. 4 ds. Jgs.) wußten Klassenkampfes, wie er ihn verstand. poff und den Torgler auch. Klar wurde die wahne...<< Kurz, immer blieb der salte Die Sprunghaftigkeit der hier mitgeteil- Er war in jenen tumultuösen Jahren eine Art Sache damit aber mit nichten; und der un- Kämpfer<( nach den Photos mit mindestens ten Zahlen ist horrend und grotesk. Die Dauerkondottieri des Hannoverschen wilden terirdische Gang, der zu Görings Präsiden- zweihundert Pfund nunmehr ordentlich ge> Ehehäufigkeitsziffer< ist noch weniger wie Erwerbslosenrates<<; die Geburtenziffer eines Volkes an Varian- verschiedenen und noch stehen die tenwohnung und seiner SS- Leibwache pflegten Lebendgewichtes) bei seiner bewähr Postämter und Wohlfahrts- führte, blieb ein unterirdischer Gang, den ten Methode der direkten Aktione. Aber ten gewöhnt, die hier sogar bis zu 15 Pro- kreisstellen, die Pg. Karwahne mit stürmen- kein Reichsgericht mit Löschpapier ganz auch das Wohlfahrtsamt von Hannover( dasalso bis zu der Hand genommen hat, angeblich, um» den zudecken konnte. Das war nun die histo- selbe, das er einmal gestürmt hatte) verwal Die deutschen Zeitungen fordern: >> Wenn mit Hinweis auf die Rohstoffknappheit der Käufer ermuntert, oder mit ausländischen Stoffbezeichnungen Reklame gemacht wird, ist der Name des Hausierers sofort dem zuständigen Polizeirevier zu melden.<< Denn wenn von der Rohstoffknappheit basta! Nun ja rund 50.000 nicht geredet werden darf, gibt es keine. Ein Ordensburg- Ritter bei. Die wie> der Pg. Karwahne zu > Pg. Kar> Pg. Karund auch das wieder durchaus Das war eben nichts für einen Mann der zent in einem einzigen Jahr, Verminderungen um fast ein Sechstel aus- Erwerbslosen zu ihrem Recht zu verhelfen«. rische Stunde, da sich in schwerer Not und tete er einmal nach der Hitlered. Aber das schlagen; in normalen Zeiten, von Wirt- Da er selbst damals Dauererwerbsloser war, bei hohem Seegang das Dritte Reich eben freilich hat noch kein Vierteljahr gedauert, schaftskonjunktur und Wirtschaftsdepression gelangte das bare Recht natürlich zunächst seines Karwahne erinnerte! Er kam, sah da mußte er das> Dezernate wieder abgeben. abhängig, differieren die Einzelziffern höch- an ihn selbst. Die Akten des Oberstaats- und siegte stens um Bruchteile eines Prozentes, und anwaltes seiner Wirkungsstätte Hannover in> direkter Aktion«. Trat nämlich geweckt» direkten Aktion<; und die Kasse stimmte auch das verteilt auf viel längere Zeiträume. dürften noch voll der Karwahneschen prak- vor die roten ehrwürdigen Talare des höch- nachher auch nicht... Höchstens der Weltkrieg hat in der deutschen tisch- kommunistischen» Aktionen« sein, wenn sten deutschen Gerichtshofes, hob die schwie- Pg. Karwahne hat natürlich das golBevölkerungsbewegung ähnliche Abweichun- sie nicht eine verständnisinnige braune Hand lige Hand in die Höhe und schwur mit mar- dene Ehrenzeichen der Partei<. Das Deutgen erzeugt. Um so mehr leuchtet aber das jetzt längst gelöscht hat. Schließlich wurde kiger Kämpferstimme: Jawohl, ich habe den sche Nachrichtenbüro meldet jetzt, daß dieses Manische und Verkrampfte der Revolutions<- Karwahne sogar den Kommunisten unter Torgler mit Popoff und später mit van der nunmehr auch der Freiherr von Neurath, Erscheinung aus den Bankrott- Zahlen hervor. Ruth Fischer so peinlich, daß sie ihn 1925 Lubbe gesehen beim Komplott der Brand- der immer noch im Gotha steht, von Hitler Was aber schon 1935 war was wird sich aus ihrer Partei wegen Unterschlagung von stiftung. Das war Mittwochs. Donnerstags bekommen habe, nachdem er dieser Tage, erst im Jahre 1936 mit ungleich schwierigen Erwerbslosengelder brüsk hinauswarfen!( der Prozeß ging weiter) stellte selbst der nach Aufhebung der Mitgliedersperre, endWirtschaftsverhältnissen für das System abgespielt haben? Aber Pg. Karwahne litt's nun einmal Vorsitzende fest, daß Pg. Karwahne einen lich nach so langer Wartezeit in die Partei nicht, auf einmal nicht mehr ein Mann des soliden Meineid geschworen haben mußte. Er aufgenommen werden konnte. Was muß es Nun ist es freilich klar: gerade gegen- öffentlichen Lebens sein zu dürfen. Hitler wurde nicht verhaftet, aber dafür der van doch für so einen Freiherrn( im Gotha) für über den Intimitäten des menschlichen Da- brauchte grade damals handfeste Leute in der Lubbe geköpft. Doch das sind eben jene ein absolut beseeligendes Gefühl sein, da sich seins ist der widernatürliche Krampf und seinen Saalschlachten, die ihn schon so Errungenschaften«, die Europa vor der bol- jetzt die Sporen der Gleichberechtigung verZwang, der aus der» totalen Staatsidee< der sachte als den großen Feldherrn Deutsch- schewistischen Pest bewahren. Wer es an- dient zu haben. Das heißt: Pg. Karwahne Hitlerei erwächst, noch am wenigsten auf- lands erkennen ließen. Karwahne wurde ders versteht, wird erschossen. hat's nun einmal länger als der Baron; und rechtzuerhalten; hier hat immer er den aller- also seine erste Errungenschaft im» prole- Ein, wie man so sagt, gemachter Mann damit folgert sich auch alles in bezug auf kürzesten Atem. So geht der Zusammen- tarischen« Revier. Nun kam mit ihm wirk- war der frühere Klassen- und jetzt Rassen- die eigentliche Rangstufe... bruch der Hitlerschen» Bevölkerungsschlacht« lich zum bereits massenweise eingefangenen kämpfer Karwahne jetzt auf jeden Fall. Als F. E. Roth. bro Die Aussichten des deutschen Exports 18 Nunmehr liegen die Die Exportschlacht des Jahres 1936 verloren wünschten Anschluß Deutschlands an die Weltwirtschaft sonst erwachsen wären. Dieser Anschluß hätte eben zur Voraussetzung die Einschränkung der deutschen Kriegswirtschaft, die Befreiung Außen Warenschulden mußte auf den Druck der her die Preise der Rohstoffe der Wirtschaft von dem militaristischen handelsziffern für Dezember vor. Länder hin abgezahlt werden, und neue viel stärker gestiegen als die Zwang. Das wäre jedoch das letzte, wozu Danach hat sich die Ausfuhr um 35 Mil- Schulden zu machen, wird für Schacht der Fertig waren, die für den deut- die Diktatur willens und fähig wäre. Trotz lionen oder mehr als 8 Prozent auf 457 immer schwieriger. Der deutsche Export schen Export die entscheidende Rolle allen Rühmens, das Schacht seinem Millionen Reichsmark gegenüber dem Vor- müßte um mehr als eine Milliarde steigen, spielen. Und diese Tendenz dürfte in der» Neuen Plan« eben wieder gezollt hat, monat erhöht: im Dezember 1935 betrug um einen Umfang der Einfuhr zu ermög- nächsten Zeit noch anhalten. Für Export- trotz der Milliardensubventionen, ist die die Erhöhung nur 4 Prozent. Es handelt lichen, der wenigstens die dringendsten waren genügen auch nicht die deutschen Exportschlacht des Jahres sich also um eine ziemlich beträchtliche Versorgungsschwierigkeiten ein Ende setzt. Ersatzstoffe, da muß schon echte Ware ge- 1936 verloren gegangen, konnte die Steigerung. Jedoch bemerkt der amtliche Sind dazu Aussichten vor- liefert werden. Gerade so wichtige Indu- Einfuhr nicht gesteigert werden, konnte Bericht selbst, daß es sich zweifellos um handen? Der rasche Anstieg der Welt- strien wie die Eisen- und Stahl-, die Ma- die Reichsbank nicht nur nicht ihren Goldeine jahreszeitliche Erscheinung handle, konjunktur scheint auch dem deutschen schinen- und Elektrizitätsindustrie sind bestand verstärken, sondern sondern hat noch zumal offenbar auch eine Reihe größerer Export gewisse Chancen zu geben. Der von ausländischen Rohstoffen abhängig. einen großen Teil des Goldes der PrivatLieferungen( Maschinen, Kohlen) die vor Investitionsbedarf in einem großen Teil Die Ausdehnung der deutschen Eisen- notenbanken abgeben müssen. Jahresschluß noch ausgeführt worden der Welt hat z. B. zu einer stürmischen industrie z. B. stößt an die Schranke der Die neuen Wirtschaftsmaßnahmen der sind, eine Rolle gespielt hatten. Der Bericht Nachfrage nach Eisen und Stahl zu stei- Eisenerzversorgung, die um so schwerer deutschen Diktatur zeigen auch, daß sie fügt deshalb auch vorsichtigerweise hinzu, genden Preisen geführt, und die deutsche zu durchbrechen ist, als der Ausfall der selbst auf die Belebung des Exports und daß für den Januar unabhängig von der an Eisenindustrie kann von der gebesserten spanischen Lieferungen und die neuer- die dadurch ermöglichte Steigerung der sich schon rückgängigen Saisontendenz Weltlage Nutzen ziehen. Die Maschinen- dings stärker hervortretende Konkurrenz Einfuhr wenig Hoffnung setzt. Eben jetzt ein Rückschlag in der Ausfuhrentwick- industrie Englands ist so beschäftigt, daß Englands um das schwedische Erz sowohl jagen sich die Verordnungen, die die deutlung zu erwarten sei. Viel geringer war England Aufträge für Werkzeugfür Werkzeug- und die Preise herauftreibt als die Versor- sche Ernährung noch weiter beschränken. die Erhöhung der Einfuhr. Sie beträgt 367 andere Maschinen nach Deutschland legen gung auch mengenmäßig erschwert. Dazu Die Kundenlisten, die den Butter- und Millionen RM. und ist gegenüber dem mußte. Es ist nur ein pikantes Detail, kommt die ständige Steigerung der deut- Fettkonsum um mehr als 20 Prozent drosVormonat um nur 11 Millionen oder rund daß diese deutschen Maschinen für die schen Produktionskosten durch die natio- seln, sind ebenso nur ein Anfang, wie die 3 Prozent gestiegen. Der Ausfuhrüber- neuerrichteten englischen Rüstungsfabri- nalsozialistische Wirtschaftspolitik, die eben einsetzende Agitation zur Vermindeschuß beziffert sich demnach auf 90 Mil- ken gebraucht werden, was aber für die zum Verkauf unter den Selbstkosten rung des Fettkonsums um 25 Prozent zur lionen RM. und ist der höchste in allen Friedenserhaltung noch immer nützlicher zwingt, so daß eine Steigerung des Ex- Ermöglichung weiterer DevisenersparMonaten des abgelaufenen Jahres. Die ist als wenn sie den Bedarf der deutschen ports nicht nur volkswirtschaftlichen Sub- nisse. Dem guten Rat wird der Zwang auf Einfuhr hat der Menge nach noch weni- Aufrüstung arbeiteten. In Belgien, in stanzverlust, sondern auch privatwirt- dem Fuße folgen und die Verschlechteger zugenommen als ihr Geldwert, denn Holland, zum Teil auch in Frankreich, schaftlichen Mindererlös bedeutet. Schließ- rung wird sich nicht auf dieses eine Ge• für Nahrungsmittel und Rohstoffe waren herrscht dringender Kohlenbedarf, der die lich, aber nicht zuletzt, bedeutet das biet beschränken. Die Brotgetreideversordurchschnittlich etwas höhere Preise zu deutsche Kohlenausfuhr begünstigt. Er- deutsche Rüstungstempo für viele Indu- gung ist knapp und die mit Futtermitteln bezahlen. Es ist charakteristisch, daß sich höhten Export zu anziehenden Preisen strien die Vollanspannung ihrer Produk- absolut unzureichend. Das alles zeigt, daß trotz der zunehmenden Knappheitserschei- kann auch der steigende Verbrauch der tivkraft für den Binnenmarkt, so daß der die Diktatur selbst die Aussicht auf nungen die Einfuhr von Nahrungsmitteln Landwirtschaft an Düngemitteln und die Raum für den Export noch weiter ver- Steigerung des Exports nur sehr gering im ganzen wenig geändert hat, so daß die Verringerung der spanischen Kaliförde- engt wird. Das wird noch gefördert durch einschätzt und alles daran setzt, um durch Zunahme der Einfuhr vor allem den rung der deutschen Düngemittel- und Kali- den neuen Vierjahresplan mit seinen zu weitere Drosselung des Verbrauchs die Rüstungsrohstoffen zugute gekommen ist. industrie bringen. Das früher erwähnte sätzlichen Rohstoffe erfordernden, Das früher erwähnte sätzlichen Rohstoffe erfordernden, kost- Einfuhr für den zivilen Bedarf noch mehr Bei der Ausfuhrsteigerung stehen Ma- Ausfuhrergebnis vom Dezember zeigt in spieligen Investitionen, die gleichfalls Pro- zu beschränken. Der Druck der Kriegsschinen(+7.6), Düngemittel(+4.1) und der Tat das Vorhandensein solcher die duktionskräfte, die sonst für den Export wirtschaft wird immer stärker und die Steinkohlen(+4.0) an der Spitze. Aber deutsche Ausfuhr begünstigenden Ten- zur Verfügung ständen, Ten- zur Verfügung ständen, für die Ersatz- Frage bleibt, wie lange selbst die mächauch in der Ausfuhr von Schwereisen- denzen. stoffwirtschaft beschlagnahmt. Diese un- tigen deutschen Wirtschaftsfundamente erzeugnissen und Eisenwaren ist ein Fort- Dem stehen aber andere ungünstige günstigen Momente überwiegen weitaus ihm standhalten können. schritt zu verzeichnen. Auf die Bedeutung Faktoren gegenüber. Vor allem sind bis- die Vorteile, die aus dem so heiß Dr. Richard Kern. dieser Aenderungen kommen wir noch zu sprechen. geKrupp vertraut Hitler Z. B. Das Jahresergebnis zeigt folgendes Bild: 1936 betrug die Einfuhr 4218( 1935 4159) Millionen RM., die Ausfuhr 4768( 4270) Millionen. Der AusfuhrDie Dividende hat bei Krupp nur die Be-| bezahlt und deshalb fast voll abgeschrieben| das einzig und allein an der ungeheuren Lohnüberschuß stieg von 111 auf 550 Millio- deutung einer Geste, weil es für die Inhaber, werden konnten. Der Bilanzwert der Anlagen ersparnis, erzielt durch Senkung des Lohn-? nen. Wir haben schon wiederholt dar- die Kruppschen Familienmitglieder, gleich- ist heute noch fast der gleiche wie 1933. Man anteils am Gesamtertrage der gesteigerten gelegt, daß angesichts der Schwierigkeit gültig ist, ob sie ihr Einkommen in dieser kann also annehmen, daß eine Kapitalver- Produktion. Die Zahlen der Kruppbilanz beder deutschen Versorgung die Gestaltung oder in einer weniger für die Oeffentlichkeit mehrung von etwa 100 Millionen durch Nicht- weisen, daß die vom Führer befohlene> Stader Einfuhr das entscheidende Kriterium sichtbaren Form beziehen. Gerade deshalb bewertung aus der Bilanz verschwunden ist. bilisierung der Löhne« nichts anderes bedarstellt. Wertmäßigkeit ist die Ein- ist es von symbolischer Bedeutung, daß die Diese» Abschreibungen« verdienen also diese zweckt, als die Kosten der Kriegsvorbereitung fuhrsumme ganz geringfügig um 1.4 Pro- Firma Krupp, abgesehen von der Inflations- Bezeichnung nicht, sondern sind versteck- und die zu ihrer Fortsetzung angesammelten zent gegenüber dem Vorjahr erhöht wor- zeit, in der Barausschüttungen keinen Geld- te Gewinne. Zählt man den bilanzmäßigen gewaltigen Massen überschüssiger Geldreserden. Da aber die Einfuhrpreise nament- wert hatten, für das Jahr 1935/36 zum ersten Reingewinn, die Rückstellungen, die Ueber- ven durch Ausbeutung aufbringen zu lassen, lich in der zweiten Jahreshälfte beträcht- Mal seit dem Kriege mit der Verteilung einer abschreibungen und die Zunahme des Bilanz- Man kann aber nicht behaupten, daß lich gestiegen sind die amtliche Stati- Dividende aufwarten. Die letzte Dividenden- wertes der Anlagen zusammen, so ergibt Krupp sich für den» Verzicht« seiner Arbeistik enthält über den Durchschnittssatz ausschüttung, die einen Geldwert repräsen- das einen Ueberschuß von 75 Mil- ter ganz und gar undankbar zeige. Er hat dieser Steigerung noch keine Angaben tierte, war 1918 erfolgt. So verknüpft lionen Mark für 1935/36 gegen 50 seinem Wohlfahrtsfonds im letzten Jahre so hat die Einfuhr mengenmäßig noch sich das vierte Jahr des Krieges Millionen 1934/35. Das ist eine Ver- 700.000 Mark mehr zugeführt als im Jahre nicht einmal die geringe Einfuhr des Vor- mit den vierten Jahr der Kriegs- zinsung des Aktienkapitals von etwa 45 vorher, das ist weniger als 1 Prozent des jahres erreicht. Dabei zeigt sich das völ- vorbereitung. Beide waren gute Zeiten Prozent und eine Ueberschußsteigerung um Ueberschusses. Der Preis, den Krupp für die lige Versagen der nationalsozialistischen für Krupp und in beiden Fällen hatte die etwa 50 Prozent, also eine Rentabilität, die Herstellung der> Werksgemeinschaft< zahlt, Agrarpolitik darin, daß bei einer Gesamt- Firma Anlaß, sich durch ein Bekenntnis zum sich sehen lassen kann. Dabei sind aber die ist also nicht übermäßig hoch. steigerung der Einfuhr um 59 Millionen jeweiligen Regime dankbar zu erweisen. sonst noch versteckten, aus den Ziffern des Die Zunahme der Produktion ist die ernährungswirtschaftliche Einfuhr In ihrem Geschäftsbericht rühmt sich die Geschäftsberichts nicht errechenbaren Profite zwar beträchtlich, bleibt aber noch weit hinallein um 64 Millionen also auf Kosten Firma, die Ueberwindung der Nachkriegs- nicht eingerechnet. ter der Zunahme der Gewinne zurück. Die der übrigen Einfuhr gesteigert werden schwierigkeiten durch Dividendenverzicht Dieses Ergebnis stimmt mit der Zu- Kohlenförderung stieg um etwa 3 Prozent, die mußte. ihrer Inhaber ermöglicht zu haben. Zutreffen-| nahme der Besitzsteuern überein. Erzeugung von Roheisen um 25, von Rohstahl Umgekehrt bedeutet die Steigerung der wäre der Hinweis auf den Verzicht Krupp zahlte für das letzte Jahr 37, für das und Walzwerkerzeugnissen um 20 Prozent. des Werts der Ausfuhr um 12 Prozent der Belegschaft gewesen, zur Jahr vorher 25 Millionen Steuern, das ist also> Die Kraftwagenfabrik hatte eine Absatzeine noch stärkere mengenmäßige Zunah- Zeit der Inflation, in der sie sich mit entwer- gleichfalls um 50 Prozent mehr. Man kann steigerung um rund 20 Prozent, die Guẞstahlme, da der Preisdurchschnitt für die deut- teten Löhnen begnügen mußte, aber die Fir- aber annehmen, daß Krupp dem Finanzamt fabrik in Essen war in fast allen Anlagen schen Ausfuhrwaren billiger war als im ma Krupp Goldpreise nehmen durfte. Jetzt nur soviel Gewinne offenbart, wie beim besten voll ausgenutzt.<<>> Unverändert stark war<, Vorjahr. Es mußten mit anderen Worten können die Inhaber der Firma Krupp auf Willen nicht verheimlicht werden kann. Für heißt es im Geschäftsbericht, wieder für alle dem Auslande für dieselbe Geldeinheit ihren eigenen Verzicht verzichten, weil es die Höhe der versteckten Gewinne zeugt die Erzeugnisse die Nachfrage aus dem Inland.< mehr Waren zur Verfügung gestellt wer- ihnen wieder vergönnt ist, ihre Werke Kriegs- Ueberfülle an barem oder in bar verwandel- Besondere Aufgaben seien der Firma aus der den als früher. Dabei muß man sich noch dienst leisten zu lassen, Darum darf sie mit barem Werten, die Ueberliquidität. In Wiedergewinnung der deutschen vergegenwärtigen, daß diese Ausfuhr nur Recht die Ertragskraft des Fam i- Wertpapieren, Bankguthaben, Wechseln und Wehr hoheit erwachsen. Die Fülle der erreicht werden kann durch die künstliche lienunternehmens wohl für län- baren Geld sind 72 Milionen angelegt. Trotz Staatsaufträge und der staatlich komVerbilligung der Ausfuhrpreise. Rund gere Zeit als gesichert betrach dem gewaltigen und bar bezahlten Neuanlagen mandierte Lohndruck sind eine eine Milliarde Mark zwiefache muß die ten.< Trotzdem begnügt sie sich mit der Er- war überflüssiges, im Betrieb nicht verwert- Staatssubvention, deutsche Wirtschaft an die es Krupp ermöglicht, Ex- klärung einer Dividende von 4 Prozent, die bares Geld in Höhe von 40 Prozent des Aktien- sich portprämien zuzahlen, um aber nur einen Teil des 14.4 Millionen Mark kapitals. Des an der Erfüllung des Vierjahresplanes aus den Berichtsziffern er- auf Staatskosten zu beteiligen. Seit Verlust auch nur diese ungenügende betragenden bilanzmäßigen Reingewinn aus- rechenbaren Ueberschuß brauchte nicht in den der Minettegruben erreichte die Erzförderung Ausfuhr möglich zu machen. macht. 1932/33 wurde noch ein Verlust von Betrieb gesteckt, sondern konnte im Geld- die Höchstziffer des Konzerns. Neu aufgeDer Ausfuhrüberschuß von 550 Millio- 3 Millionen ausgewiesen. Seitdem sind die schrank verwahrt werden. nommen wurde auch der Nickelerzbergbau in 439 mehr als im Vorjahr hat Gewinne ununterbrochen gestiegen. Die Bilanz Mit solch riesenhaftem Wertzuwachs kann Frankenstein, der seit Ende des Krieges gealso nur bewirken können, daß die Ein- zeigte Reingewinne 1933/34 von 6.6, 1934/35 die Belegschaft von Krupp nicht auf- ruht hatte. Die Erze galten bisher als unver fuhr wertmäßig um 59 Millionen gestie- von 10.3, 1935/36 von 14.4 Millionen. Allein warten. Die Summe der Löhne und wendbar.<< Vor allem konnte Krupp seine alte gen und mengenmäßig sogar gesunken ist. der der Oeffentlichkeit gezeigte Gewinnzu- Gehälter hat von 133 auf 153 Millionen, Vorliebe für den Bau von PanzerschifErinnert man sich, daß die Warenwachs betrug in drei Jahren Drittes Reich also um nur 15 Prozent zugenommen, was fen frönen. Die Nachfrage nach den Erzeugschulden, die Deutschland auf Grund 40 Millionen, das ist fast ein Viertel des Ak- einem Rückgang des Reallohnes für nissen der Friedr.- Krupp- Germania- Werft in der Verrechnungsabkommen im Jahre tienkapitals. Der wirkliche Ueber- das einzelne Belegschaftsmitglied gleich- Kiel> hat zeitweilig ihre Aufnahmefähigkeit 1935 bei den verschiedensten Ländern ge- schuß ist aber ungeheuer viel kommt. Die Zunahme der Lohnsumme vom überschritten, so daß die gegenüber dem Vormacht hatte, auf ihrem Höhepunkte fast größer. Das ergibt sich schon daraus, daß letzten Jahre bleibt noch hinter der vom Vor- jahre um 10 Prozent erhöhte Gefolgschaft drei Viertel Milliarden betru- im letzten Jahr nicht weniger als 53 Millionen jahr zurück, wo eine Steigerung um 40 Pro- zeitweilig mehr Arbeit leisten mußte.<< gen, daß der Aufwand für die Zahlun- in Neuanlagen investiert worden ist, das ist zent erfolgt war. Es waren für Steuern 12 Herr Krupp von Bohlen und Halbach hatte die Finanzgläubiger 1936 noch ein Drittel mehr als im Jahre vorher und ein Millionen und für> sonstige Aufwendungen« also allen Anlaß, sich dem Dritten Reich für rund eine Viertelmilliarde betragen haben Betrag, der fast einem Drittel des Aktien-( wohl überwiegend für die Exportförderungs- die Förderung des Rüstungsgeschäftes dadürfte, so wird es ohne weiteres klar, kapitals gleichkommt. In der Bewertung der umlage) 9 Millionen mehr als im Vorjahre durch dankbar zu erweisen, daß er sein eigewarum von der vermehrten Handelsbilanz Anlagen tritt dieser gewaltige Wertzuwachs ausgegeben worden. Wenn trotz dieser gro- nes Unternehmen seinem eigenen Konto und so wenig für die Steigerung der Einfuhr nicht in die Erscheinung, weil fast die gesam- Ben Mehrausgaben eine so erstaunliche Ge- dem seiner Familie 6 Millionen Mark Divis übriggeblieben ist. Denn ein Teil der alten| ten Neuanlagen aus dem laufenden Gewinn winnsteigerung stattfinden konnte, so liegt dende gutschreiben läßt. nen gen an G. A. F. Nr. 191 BEILAGE lIcuccTJanttScfe 7. Februar 1937 im ymtökdtus de» Hteskom homse Sowjetrußland wird beherrscht von Stalin: Er ist der allmächtige Diktator. Es trägt ihn der bürokratische Apparat der Diktatur, der seine Herrschaftsinteressen und seine materiellen Interessen durch Stalin vertreten sieht. Dieser bürokratische Apparat ist weitgehend personengleich mit der kommunistischen Partei Sowjetrußlands. Die kommunistische Partei ist eine jener politischen Organisationen, die nur dem Namen nach Parteien sind. Diese Monopolparteien, die mehr oder weniger mit dem Staat verschmelzen— so in Sowjetrußland, in Deutschland und Italien— sind Herrschaftsorganisationen, Mechanismen zur Menschenbändigung, die moderne Form des Absolutismus. In jeder solchen Herrschaftsorganisation gibt es ein Problem der Hierarchie, der Ueber- und Unterordnung, und ein persönliches Problem— das Problem der wenigen, die an der Spitze stehen und entscheiden. Die Geschichte Sowjetrußlands ist die Geschichte der Entwicklung der bolschewistischen Partei von einer wirklichen Partei zu einem bürokratischen Werkzeug in der Hand eines Despoten. Im Kern lag diese Entwicklung bereits in den politischen und organisatorischen Theorien der bolschewistischen Partei, in den Theorien Lenins vorgebildet. Der Weg der Entwicklung aber ist zurückgelegt worden im Vernichtungskampf gegen die Träger der Ideologie des Bolschewismus, die von den reinen prinzipiellen Machtmenschen und den bürokratischen Interessenten der Diktatur systematisch ausgerottet worden sind. Die Geschichte Sowjetrußlands ist ein beispielloser Lehrgang über das Wesen der Diktatur und über die Entartung, der sie notwendig verfallen muß, wenn sie andauert. Die sogenannten»Prozesse«, in denen jetzt die Diffamierung und Vernichtung der letzten Reste der alten Bol- schewiki erfolgt, sind das Ende eines fast fünfzehnjährigen Machtkampfes innerhalb der monopolistischen Diktaturpartei. Dieser Kampf hat sich abgespielt auf dem Rücken der dumpfen, unbewußten Massen des russischen Volkes in Stadt und Land. ,.ie �onopolpartei, die ihre Diktatur an- ang ich mit dem Anspruch begründete, Sie die Repräsentation des Klassenwillens des bewußten Proletariats sei, hat sich immer weiter von den Massen des Volkes entfernt, je mehr sie ihre Mitglieder im bürokratischen Apparat aufsaugte, und je mehr den Stürmen der Revolution ein Rückfall der aktiven Volksmassen in tiefe Lethargie folgte, folgte. Von den Nöten und Leiden, von den Wünschen und Anschauungen dei- Massen des Volkes hat nur das die Politik der Monopolpartei beeinflußt, was die Diktatur sehen wollte_ oder was unmittelbare Gefahr für ihren Bestand bedeutete. Die Leiden des Volkes — weit entfernt davon, in der kommunistischen Partei wirklich repräsentiert zu sein, dienten als Vorwände im Machtkampf der Richtungen sowohl für die regierende Gruppe als auch für die Opposition, Auch die Opposition kann nicht �anspruchen, eine bessere Repräsentation des Volkes zu sein als die regierende Gruppe. Die Trennung der Monopolpartei vom Volke ist eines der entscheidendsten Merkmale der Entartung der Diktatur. Die Monopolpartei erzwingt einen Konformismus der Volksmassen, eine äußerliche Anpassung an die Haltung, die gewünscht wird— aber es gehen keinerlei Kraftströme vom Volk--r Monopolpartei. In der Monopolpartei tritt deshalb eine Sterilität der Idee ein. Die Idee wird um so mehr zum leeren angelernten Dogma, als die Träger der Idee alt oder verbraucht werden und die Jugend in der Idee nur das Dogma sieht, dessen Annahme und Verehrung die Vorteile der Parteimitgliedschaft und die Karriere sichert. Wenn die Idee nicht mehr diskutiert, geistig weiter gebüdet werden kann, sondern nur noch zur Verhüllung prinzipienloser Machtkämpfe dient, dann ist sie endgültig dogmatisiert und damit tot Das sind' Grundlagen, auf denen sich der erbarmungslose Machtkampf ta der kommunistischen Partei Sowjetrußlands abgespielt hat. Es handelte sich um die Frage, welche Personen diktieren sollten. Niemals haben die oppositionellen Führer den Monopolcharakter der bolschewistischen Partei, niemals die Diktatur an sich angegriffen, immer ging es ihnen darum, daß sie selbst diktieren wollten, Der Kampf begann als Auseinandersetzimg um die Nachfolge Lenins— er endet jetzt mit der Ausrottung der alten Bolschewiki — mit Ausnahme Stalins, des Siegers. Diese wenigen Bemerkungen werden das Verständnis des nachfolgenden Ueber- blicks über den Kampf um die Macht in der bolschewistischen Partei erleichtem. Der Sturz TrotzkSs Die Frage der Nachfolge und damit der Macht wurde schon während der Krankheit Lenins aufgeworfen. Lenin besaß eine natürliche Autorität. Diese völlig unbestrittene Führerautorität fehlte jedem seiner möglichen Nachfolger. Dem Ansehen, das Trotzki besaß, entsprach zugleich ein stiller Haß der alten Bolschewiski gegen den früheren Menschewik. Lenin hat In Trotzki die kongeniale Natur gesehen, er hat zugleich den Machtwillen von Stalin gefürchtet. Sein politisches Testament, das erst in den späteren Stadien des Machtkampfes in eine breitere Oeffentlichkeit drang, war eine Mahnung zur Entmachtung Stalins. Noch zu Lebzeiten Lenins, im Jahre 1923, bildeten Stalin. Sinowjew und Kamenew im Politbüro der kommunistischen Partei eine feste Gruppe, um Trotzki zu isolieren und ihn nicht zu einer überragenden Stellung gelangen zu lassen. Zwischen dieser»Trodka« und Trotzki fiel die erste Machtentscheidung. Trotzki richtete seinen Angriff gegen die Tatsache, daß in der Hand Stalins das Sekretariat des Zentralkomitees der Partei immer mehr aus einem Exekutivorgan zum eigentlichen Herrschaftsorgan wurde mit der Tendenz, das Politische Büro in die Rolle eines beratenden Organs zu drängen. Am 8. Oktober 1923 wandte sich Trotzki in einem Schreiben an das Zentralkomitee, in dem er die Sökretärsherrschaft angriff und Innere Parteidemokratie forderte. Am 15. Oktober folgte diesem Schreiben eine Zustimmungserklärung von 46 führenden Kommunisten, unter ihnen Pjatakow, Serebria- kow, Sosnovski, Radek, Drobnis (alles Angeklagte im jetzigen Moskauer Prozeß), Eugenie Bosch(durch Selbstmord aus Verzweiflung geendet), V. Smirnow(in der Verbannung in Sibirien gestorben), J. Smirnow(auf Grund des Augustprozesses erschossen). Die Gegenfront bestand aus Stalin, Kalinin, Kulbychew, Tomakl(Selbstmord bei der Verhaftung August 1936), Kamenew und Sinowjew(auf Grund des Augustprozesses erschossen) und Rykow(während des jetzigen Prozesses verhaftet). Die»Partei«, für die Trotzki innere Demokratie forderte, bestand damals aus 350.000 Mitgliedern, von denen 300.000 Partei- oder Staatsfunktionäre waren. Das Zentralkomitee beschloß die Durchführung der inneren Parteidemokratie. Sie bestand im wesentlichen in der Aufnahme von 200.000 neuen Mitgliedern, die von der Partei bürokratie, von dem angegriffenen Sekretariat des Zentralkomitees ausgewählt und gemacht-wurden. Der Appa- '"at der Partei war an diesem Zeltpunkt bereits fest in der Hand der Troika. Am 21. Januar 1924 starb Lenin. Der(13.) Parteikongreß nach Lenins Tod zeigte eine festgeschlossene Mehrheit für die Troika. Trotzki entschloß sich, den Angriff auf literarischem Gebiete au führen. Seine Gegner organisierten, er schrieb ein Buch:»Die Lehren des Oktober«, Diese Geschichte der Oktoberevolution löste einen offenen Haßausbruch der alten Bolschewisten gegen ihn aus; dann sie war mit der Aufzeigung seiner geschichtlichen Rolle der Anspruch auf die Nachfolge Lenins. Die Troika ging zum Gegenangriff über. Sie beschuldigte Trotzki des Menschewismus, Kamenew und S 1- n o w j e w forderten den Ausschluß, nach dem Zeugnis von Stalin sogar den Kopf TrotzMa. Im Januar 1925 entschied eine gemeinsame Sitzung von Zentralkomitee und KontroU- kommission. Trotzki wurde aus dem revolutionären Kriegsrat entfernt. Er blieb Mitglied des Politbüros. Das Zentralkomitee beschloß, daß der Trotzkiamus von 1903 bis zu den»Lehren des Oktober« von 1924 anttbol- schiwlstlschen Charakter zeige, daß die Partei und vor allem die Jugend darüber aufzuklären sei. Alsbald begann der offizielle Propagandafeldzug gegen den Trotzkismus und die Schriften von Trotzki, eine Jagd auf TrotzkibUder, die überall durch Stalinbilder ersetzt wurden, eine Jagd der GPU und des Parteiapparats auf die Anhänger TrotzkiB, die aus ihren Stellungen und aus der Partei hinausgeworfen wurden. Der Auseinanderfall der Troika Nachdem die Troika über Trotzki gesiegt natte, begann der Machtkampf in ihrem Innern. Sinowjew und Kamenew planten, sich Stalins zu entledigen und ihm zum Kriegskommissar zu machen. Dia Machtverhältnisse im Pohtbüro waren die folgenden: Stalin, Bucharin, Rykow und Toraski büdeten eine feste Mehrheit gegen Sinowjew und Kamenew bei Abwesenheit Trotzkis. Sinowjew und Kamenew griffen mm Bucharin an, um diese Mehrheit zu brechen. Sie warfen ihm Begünstigung der»Kulaken« vor. Als F r u n s e, der Leiter des revolutionären Kriegsrates, starb(man erzählte, Stalin habe ihm befohlen, sich operieren zu lassen; während der Operation starb er), schlug Stalin als Nachfolger Woroschllow vor, Sinowjew und Kamenew schlugen Lachewitsch vor. Das Zentralkomitee wählte Woroschilow als Vorsitzenden, Lachewitsch als Stellvertreter. Sinowjew und Kamenew stützten sich auf ihre Funktionen in Leningrad und Moskau. Stalin unterwühlte systematisch die Stellung Kamenews im Moskauer Sowjet, er machte den Parteiapparat außerhalb der Domänen der beiden gegen sie mobil. Auf dem 14. Parteik»ngreß im Dezember 1925 sahen sich die beiden bereits zu einem Verzweiflungskampf gedrängt. Kamenew warf offen die Machtfrage auf; »Wir sind gegen die Schaffung einer Führertheorie, wir sind gegen die Erhebung eines Führers. Wir sind gegen die Tatsache, daß das Sekretariat, das in der Praxis Politik und Organisation vereinigt, über dem politischen Organismus stehe. Wir sind für eine innere Verfassung unserer Partei- spitze, die dem Politbüro die volle Macht sichert, das alle politischen Köpfe unserer Partei vereinigt und die gleichzeitig das Sekretariat dem Politbüro als technische Exekutive seiner Entscheidungen unterstellt. Wir können es nicht als normal ansehen, und wir erachten es für schädlich für die Partei, daß ein Zustand verlängert werde, in dem das Sekretariat Politik und Organisation vereinigt und tatsächlich die Politik vorherbestimmt. Ich bin zu der Ueberzeugung gekommen, daß Genosse Stalin die Rolle des Einigers des bolschewistischen Generalstabs nicht erfüllen kann.«/ Bei diesem Angriff brach der Sturm auf dem Kongreß los. Die Delegierten waren mit Ausnahme der Leningrader Delegation von dem Stalin ergebenen Apparat gewählt. Unter donnernden Hurrarufen auf Stalin, unter Rufen»Stalin! Stalin!« bezeichnete der Kongreß sozusagen durch Akklamation Stalin als den Chef. Stalin ging nun auf dem Kongreß zur Spaltung der verschiedenen Oppositionen über. Er warf Sinowjew und Kamenew vor, daß sie den Kopf von Trotzki gefordert hätten: »Wir waren nicht einverstanden mit Sinowjew und Kamenew, da wir wissen, daß die Politik der Amputation mit großen Gefahren für die Partei verbunden ist, daß die Methode der Amputation, des Aderlasses— und sie forderten Blut— gefährlich und ansteckend ist: heute ist es einer, der amputiert wird, morgen ein anderer, übermorgen ein dritter. Was würde uns dann In der Partei bleiben? Endlich, was will man mit Bucharin? Sie verlangen das Blut von Bucharin. Das ist es, was Sinowjew fordert. Ihr verlangt das Blut von Bucharin? Wißt es: wir wollen euch dies Blut nicht geben!« Sinowjew und Kamenew hatten den Kampf verloren. Stalin war und blieb Herr des Parteiapparats und damit des Staatsapparats. Er hatte für sich, daß er einen Kurs steuerte, der wilde und gewaltsame Experimente vermeiden wollte. Eine Erweiterung des Zentralkomitees auf 106 Mitglieder gab ihm die Möglichkeit, es mit seinen Beauftragte zu füllen, die Größe machte diese Körperschaft zu einer reinen Dekoration. Im Politbüro, das auf neun Mitglieder erweitert wurde, gab es eine sichere Mehrheit für Stalin, bestehend aUs: Stalin, Bucharin, Woroschllow, Rykow, Tomski, Molotow, Kalinin. Die Opposition bestand aus Trotzki und Sinowjew. Es erfolgte nun eine systematische Reinigung von Parteiapparat und Staatsapparat von allen Oppositionellen von links und rechts. Viele tausende flogen hinaus. Führende Oppositionelle wurden in Gesandtschaften und Handelsmlasionen abgeschoben. Der OpposSdonsblodt Zu Beginn des Jahres 1926 schlössen sich »Unke« und»rechte« Opposition, Trotzki, Sinowjew und Kamenew mit ihren Anhängern zu einem Oppositionsblock zusammen, um gemeinsam den Machtkampf gegen Stalin und dessen Freunde zu führen. Programmatisch stellten sie für diesen Machtkampf den Gegensatz zu StaUn in der Frage der Industrialisierung heraus. Trotzki war für rasche Industrialisierung, für Kollektivierung der Landwirtschaft, für den Plan— Stalin hatte darin eine»industrielle Abweichung« erbUckt, Sinowjew und Kamenew ebenfalls. Sie woUten den von Lenin eingeleiteten Kurs fortsetzen, der in ruhiger Entwicklung die Schäden des Kriegskommunismus ausheilen und Katastrophen durch gewaltsame Eingriffe im Stile des Kriegskommunismus vermeiden sollte. Die beiden nahmen nun Trotzkis Programm an, um damit gegen Stalin zu kämpfen. Die ersten Monate des Jahres 1926 waren angefüllt mit dem Kampfe der Cliquen. Der Oppositionsblock arbeitete mit illegaler Literatur und illegalen Versammlungen, so sprach der stellvertretende Kriegskommissar Lachewitsch in einer geheimen Versammlung in einem Walde— wovon Stalin prompt erfuhr. Um linke und rechte Opposition wieder zu spalten, veröffentlichte Stalin einen Brief Lenins über die»Deserteure vom Oktober«, d. h. Sinowjew und Kamenew— obgleich er zwei Jahre zuvor gemeinsam mit ihnen Trotzki den Hals gebrochen hatte wegen dessen wahrhaftiger Darstellung der Oktoberereignisse. Die ganze schmutzige Wäsche der bolschewistischen Partei wurde in diesem Kampf mit Dokumenten und Enthüllungen gewaschen. Sinowjew und Kamenew revanchierten sich, indem sie ihre eigenen Machenschaften mit Stalin enthüllten und die Veröffentlichung des Leninschen Testaments forderten. Am 20. Juli 1926 trat das Zentralkomitee zusammen. Lachewitsch wurde seiner militärischen Funktionen enthoben, aus dem Zentralkomitee ausgeschlossen und erhielt eine Funktion in Sibirien. Sinowjew wurde aus dem Zentralkomitee ausgeschlossen, K a- m e n e w aus dem Moskauer Sowjet und dem Handelskommissariat entfernt. An Stelle von Sinowjew brachte StaUn Kirow ins Politbüro. Es folgte eine neue allgemeine Strafaktion. Tausende von Oppositionellen wurden entfernt. Die Regie funktionierte; aus allen Provinzstädten Rußlands und aus allen Hauptstädten der Welt kamen bestellte Resolutionen, die strenge Bestrafung der Opposition forderten. Im September wurde ein neuer Propagandafeldzug gegen die Opposition unternommen. Trotzki und Pjatakow wrurden aus dem obersten Volkswirtschaftsrat entfernt, Kamenew sollte nach Japan geben, weigerte sich aber abzureisen. Die Opposition versuchte vergebens, in Betriebsversammlungen zu sprechen. Ueberau, wo sie auftrat, erschienen in Lastkraftwagen Abteilungen, die die oppositionellen Redner nicht zu Worte kommen ließen. Die Erbitterung stieg in« ungeheuere. In ihrer geheimen Propaganda nannte die Opposition Stalin den Totengräber der Revolution oder den Zar der Kulaken, Woroschllow den General Cavadgnac. Stalin dagegen ließ den oppositionellen Führern vorwerfen, daß sie zur Zarenzeit nicht in Rußland geblieben, sondern emigriert seden, er ließ seine Leute zu offen antisemitischen Angriffen übergehen, Im Oktober 1926 unterwarf sich die Opposition. Sie anerkannte reumütig ihre Disziplinbrüche, verurteilte ihre FraktionstäUgkeit und verdammte ihre Anhänger im Auslande. Trotzki wurde aus dem Politbüro entfernt, V. Smirnow aus der Partei ausgeschlossen, Sinowjew mußte die Präsidentschaft der Internationale niederlegen. Die»Prawda« drohte: »Entweder der Ausschluß und die gesetzliche Zerschmetterung der Opposition, oder die Lösung der Frage mit Kanonenschüssen in den Straßen, wie mit den linken Sozial revolutionären Im Juli 1918 In Moskau.« Trotz der Unterwerfung organisierte sich die Opposition als illegale Partei in der Partei. Im Sommer 1927 ging sie zu einem neuen Angriff auf Stalin Uber. Sie warf ihm— sehr unlogisch— vor, daß die Abschlachtung der chinesischen Kommunisten durch Tschankai- schek che Folge seiner Koalition mit der Kuomintang sei, sie belastete ihn mit dem in China vergossenen Arbelterblut. Sie stieß den Alarmruf aus: Die Kriegsgefahr wächst täglich. 83 Oppositionelle richteten eine Adresse an das Zentralkomitee, auf che 3000 Unterschriften gesammelt wurden. Stalin bemächtigte sich der Parole von der Kriegsgefahr. Er proklamierte»die Revolutionen-Gefahr« und beschuldigte die Opposition, daß sie in der Stunde der Kriegsgefahr dem Feinde| jew ausgeschlossen. Ausschluß GPU wurde bedeutete: Am 11. Juli 1928 suchte Bucharin schwur ihn ab, stimmte der Planpolitik zu helfe. Ende Mai sprach er in der Internatio- Entziehung von Unterhalt, von Wohnung, eine Unterredung mit Kamenew, in der er und kapitulierte vor Stalin. Im Juli Radek, nale gegen Trotzki von einer Einheitsfront von Erwerbsmöglichkeiten. Rakowski und sich völlig preisgab. Er sagte:» Stalin mache Preobrajenski, Smilga, Serebriavon Chamberlain bis Trotzki«. In dieser Situ- seine Freunde erklärten darauf, daß sie trotz der Linken Avancen. Seine Linie führe in den kow, Drobnis, es folgten J. Smirnow, um Abgrund. Er sei ein grundsatzloser Intri- Sosnowski, Rakowski, und hunderte ation wurde der Sowjetgesandte Wojkow in allem loyal seien und alles tun würden, Warschau ermordet. Stalin benutzte dies zu wieder aufgenommen zu werden. Sinow- gant, der alles seinem Machtwillen unterord- andere. Die Nicht- Kapitulanten wurden auswilden Anklagen gegen die Opposition, Trotz- jew und Kamenew bekannten ihre Ver- net«. Das Ergebnis sei ein Polizeiregime.» Er gelöscht. Butow, Sekretär Trotzkis, starb ki und Sinowjew wurden aus dem Zentral- gehen, anerkannten ihre Verdammung als ge- wird uns alle erwürgen!< Er halte Kalinin im Gefängnis an Hungerstreik, Blumkin an ihre Freunde und Woroschilow recht und verdammten selbst komitee ausgeschlossen. unbekannten Banden. wurde wegen einer Unterredung mit Trotzki Im Juli nahm das Zentralkomitee diese und Anhänger. Der Kongreß indessen be- Die Partei und der Staat seien miteinander in Konstantinopel bei der Rückkehr erschosdas sei das Unglück. Stalin sen, V. Smirnow starb in Sibirien. Es beAusschlüsse zurück, beide unterwarfen sich schloß, jedes Wiederaufnahmeverfahren auf verschmolzen, abermals löblich mit einem ernsten Tadel sechs Monate zu vertagen. Während dieses habe Bucharin von der Vorlage einer Reso- gann die Periode des Fünfjahresplanes, des und einer Verwarnung«. Stalin führte ihnen Kongresses wurde am 10., 11. Dezember der lution im Zentralkomitee abhalten wollen mit Triumphes Stalins. Im Juli 1929 wurde Buder Internationale seine Macht im Zentralkomitee vor:> Um Kantoner Aufstand inszeniert Stalin der Schmeichelei:» Du und ich, wir sind der charin aus dem Büro im August begann die Himalaja, die anderen sind Nullen!<< Im Polit- ausgeschlossen, diese Majorität zu erschüttern, müßte man brauchte ein Alibi gegen die Opposition. den Bürgerkrieg in der Partei beginnen!<< Am 19. Januar 1928 wurden 30 Führer der büro habe es wilde Szenen gegeben, als Bu-» Prawda« einen Feldzug gegen ihren eigenen Nach der Entdeckung einer geheimen Druk- Opposition verbannt, darunter Trotzki, charin diesen Ausspruch enthüllt habe. Stalin Chefredakteur, seine Bücher kamen auf den kerei wurden mehrere Oppositionelle ausge- Radek, Serebriakow, J. Smirnow, habe geheult und geschrien:» Du lügst. Du Index, im November wurde er aus dem Politum die anderen gegen büro ausgeschlossen. Rykow und Tomski schlossen, darunter Serebriakow, einige V. Smirnow, Sosnowski, Rakowski, hast dies erfunden, wanderten ins Gefängnis. Ende September Sapronow, Smilga, Drobnis, Pre o- mich aufzuhetzen!<< Die Beschlüsse des Polit- kamen mit einem Tadel davon. Alle drei beauf reuten sofort ihre Irrtümer, Bucharin rettete wurde Trotzki aus der Exekutive der Inter- brajenski, Murolow, Boguslawski, büros seien gegen Stalin ausgefallen von Stalin führt sich mit der Drohung, Selbstmord zu begehen. nationale entfernt. Bielovorodow. Tausende wurden ver- dem Papier.» Die Politik Im Oktober 1927 führte Stalin einen ent- haftet und ihrer Aemter entsetzt. Sinow- zum Bürgerkrieg. Er wird gezwungen sein, Pjatakow und Radek suchten durch Unterwürfigkeit die Gunst Stalins zu gewinscheidenden Streich. Auf der Sitzung des jew und Kamenew aber verdammten öf- die Aufstände im Blute zu ersticken.<< Die Trotzkisten verbreiteten alsbald einen nen, Kamenew und Sino wjew denunZentralkomitees operierte er mit einem Be-, fentlich die Verbannten. Ende Februar unterricht der GPU, der die Opposition einer mili- warf sich Pjatakow, im März Krestin- genauen Bericht über diese Unterredung auf zierten Bucharin bei Stalin. Der Parteikontärischen Verschwörung mit einem Wrangel- ski. Eine offizielle Statistik gab für den er- illegalem Wege. Stalin ging mit den üblichen greß 1930 war eine Mamelucken- Versammlung. gegen die Es hagelte Reuebekenntnisse der Rechten. Offizier in Wahrheit ein Provokateur der sten Februar an: 5700 unter Anklage wegen partei- administrativen Methoden vor. Die Presse Sokolnikow schwur Stalin ewigen Ge beschuldigte. Trotzki und Si- Abweichung, 3300 Ausschlüsse, 3400 Reuer- rechte Mehrheitsbildung von einer neuen horsam. 1931 schaltete Stalin die Literatur now jew wurden aus dem Zentralkomitee bekenntnisse. Die Zahl der Eingekerkerten redete auf seinen Befehl Sein ehemaliger Günstling ausgeschlossen. Gleichzeitig aber bemächtigte und Verbannten nicht mitgeteilt. Rechtsgefahr. Im Moskauer Sowjet wurden völlig gleich. sich Stalin des Programms, mit dem sie gegen Diese Terrorwelle fiel zusammen mit einer mehrere Funktionäre wegen rechtsopportuni- Jaroslawski, der ihm wegen seines Ehrgeizes wurde unter der ihn gekämpft hatten, die Sitzung beschloß Wirtschaftskatastrophe: Allgemeiner Mangel, stischer Abweichung gemaßregelt. Die Rechte verdächtig geworden war, Ultimatum. Anschuldigung, daß ein Geschichtswerk von die Ausarbeitung von Direktiven für einen Lebensmittelunruhen selbst in Moskau, Ge- im Politbüro stellte Stalin ein Fünfjahresplan. Die Partei besaß zu diesem treideknappheit, Requisitionen auf dem Lande, Bucharin, Tomski, Rykow überreich- ihm trotzkistisch sei, gestürzt. In einem Zeitpunkt 1,2 Millionen Mitglieder, davon Bauernaufstände, Attentate und Morde auf ten ihm ihre Kollektivdemission. Rykow be- Briefe an eine Revue stellte Stalin fest, was 100.000 Parteiangestellte und 600.000 Beamte. dem Lande. Zur Abschreckung wurde der Pro- richtete darüber:» Seine Hände zitterten, er künftighin als allein richtige geschichtliche Am 7. November 1927 am 10. Jahres- zeß von Schachty veranstaltet. Die Anklage war blaß und erklärte sich geneigt, nachzu- Wahrheit zu gelten habe. Radek, Schlaptag der Revolution mischte sich die Oppo- lautete auf Sabotage, Hochverrat, Spionage, geben«. Aber die frühere Opposition kam ihm nikow und andere schwuren alle ihre früsition mit Plakaten mit ihren Parolen in die militärische Verschwörung mit Frankreich zu Hilfe. Pjatakow von der Linken er- heren Schriften ab und verdammten ihre IrrDemonstrationszüge in Moskau. Schläger- und Polen. In dieser Situation verschärfte klärte, wenn Stalin stürze, würde nicht Bu- tümer. Ende 1932 wurde eine kleine illegale banden Stalins zerrissen die Plakate und Stalin den Kurs auf die Industrialisierung und charin und Tomski und Rykow regieren, son- Oppositionsgruppe entdeckt. Sofort wurden sehlugen die Träger nieder. Die kommandier- die Kollektivierung der Landwirtschaft. Am dern Nullen, wie Kaganowitsch. Dann unter- Sino wjew und Kamene w wieder einten Massen sahen ohne Parteinahme und ohne 28. April erging der Plan zur Kollektivierung werfe er sich lieber Stalin. Kamenew und mal ausgeschlossen, nach 6 Monaten, nach Teilnahme zu. Auf den Wagen Trotzkis wur- der Landwirtschaft, der Ruf zum Klassen- Sino wjew benutzten das Schwanken der abermaligem Reuebekenntnis und widerlichem de geschossen. Am 15. November schloß die kampf gegen die Kulaken. Die linke Opposi- Machtlage, um sich bei Stalin anzubetteln, Bauchrutschen vor Stalin begnadigt. 1934 erKontrollkommission Trotzki und Sinow- tion war programmatisch entwaffnet und fiel um einen höheren bürokratischen Rang zu er- ging das Gesetz, das Todesstrafe für Vaterjew aus der Partei aus. Die übrigen Führer auseinander. Die deportierten Linken stimm- reichen. Stalin konnte systematisch die Rache landesverrat vorsieht. Flucht ins Ausland gilt der Linken wurden aus dem Zentralkomitee ten dem neuen Kurs sofort zu. Radek, Se- vorbereiten. Inzwischen gingen Hungersnot als Verrat, die Familie des Flüchtigen dient ausgestoßen und ihrer Aemter entsetzt. Am rebriakow, Smilga, Preobrajen- und Attentate, Brandstiftungen, Aufstände als Geisel und erhält fünf bis zehn Jahre Ge16. November beging Joffe Selbstmord. ski erklärten reuig, sie würden alle Oppo- weiter. fängnis. Auf dem Parteikongreß von 1934 Zu Beginn des Jahres 1929 waren Stalin Reuebekenntnisse von rechts und links, die Der Sturz Bucharins fünf Stimmen, also die Mehrheit im Politbüro Reuigen beschimpfen ihre Freunde, sie denunein rasches Tempo an. Der Parteiapparat Aber nun versagte die Rechte im Polit- sicher. 300 Kommunisten wurden wegen»> ver- zieren sich öffentlich gegenseitig und ergehen gegen sie funktionierte lückenlos. Am 2. De- büro Stalin die Gefolgschaft. Bucharin, brecherischer trotzkistischer Umtriebe« ver- sich in Schmeicheleien für Stalin, zember 1927 trat der 15. Parteikongreß zu- Rykow und Tomski, unterstützt von haftet, darunter M divani, ein alter Kampf- mächtigen, die inzwischen üblich geworden sammen. Bei fast 1700 Delegierten hatte die Woroschilow und Kalinin, wandten gefährte Stalins. Im Februar wurde Trotz- sind. Im Dezember 1934 aber wird das Mitglied linke Opposition nicht ein einziges Mandat sich gegen den>> neuen Kriegskommunismus«. ki nach der Türkei verbannt. Die Rechte im Politbüro stimmte erfolglos dagegen. des Politbüros Kirow, der sich um einen erhalten. 120 führende Oppositionelle erschie- Stalin hatte für sich nur Molotow, die KreaDer Fünfjahresplan Kurs der Versöhnung gegenüber der Opposinen hintereinander als Reuige auf der Tri- turen Rudsutak und Kuibyschew schwankten, büne, beteuerten ihre Loyalität, klagten sich da noch nicht zu erkennen war, wie die Ent- Nun begann die Politik des Fünfjahres- tion bemühte, von einem Leningrader opposiselbst ihrer Verbrechen gegen die Partei an, scheidung fallen würde. Stalin bereitete sich planes. Am 1. Januar war ein Zirkular über tionellen Kommunisten erschossen. Es folgt bereuten ihre Disziplinlosigkeit und ver- zum Schlag gegen die Rechte vor. Er zog die Beschleunigung der Industrialisierung er- eine Hekatombe gegen kommunistische Oppodammten in den stärksten Ausdrücken ihre Woroschilow und Kalinin auf seine Seite. gangen. Im April nahm das Zentralkomitee sitionelle. Sinow jew und Kamenew und ehemaligen Freunde. Am 10. Dezember erhielt Kalinin so berichtet Boris Souvarine in die Thesen des Politbüros an. Im Mai gab der 17 andere, dazu 78 in der Verbannung lebende > optimalen Oppositionelle werden verhaftet, prozessiert, der Kongreß die Unterwerfungserklärung von seinem Buche über Stalin erklärte, er gehe Rat der Volkskommissare, der Kamenew und Genossen. Sie verzichteten mit Stalin, da dieser doch binnen kurzem Planvariante« seine Zustimmung. Als War- verurteilt unter der Anklage, mit Trotzki konsogar darauf, ihre Ansichten legal in der Par- tun werde, was Kalinin wolle. Die Rechte nung für Intelligenz und Spezialisten und spiriert zu haben und Terrororganisationen zu tei zu vertreten. Es folgte die Unterwerfungs- sah sich voll Schrecken in die Minderheit ge- Mahnung zum Gehorsam wurden im Mai drei begünstigen. 1936 beginnt die große Abrussische Techniker, schon im schlachtung auf dem Prozeßwege. erklärung von Rakowski und Genossen. drängt und am Rande des Abgrundes. Diese führende Diese Geschichte und dies Ergebnis Trotzdem wurden am 18. Dezember 75 füh- Entwicklung hatte ihre dramatischen Höhe- Greisenalter stehend, ohne Prozeß erschossen. Die Linke brach feierlich mit Trotzki, ist das Gesicht der Diktatur! rende Mitglieder der Gruppe Trotzki- Sinow- punkte. Vernichtung der Opposition sition aufgeben. Die Vernichtung der Opposition nahm nun Statistik ( Hitler am 30. Januar.) sah die Statistik» Unfall< durch und staunte, wieviel Leut auf Erden alljährlich überfahren werden. Schlamm junior zückte seinen Stift und rechnete: was mich betrifft, ich lasse 20 Wagen fahren in München Brauner Fasching Münchner Brief. Für den Fasching hat der Münchner seine hältnissen, . den Alldas zwei Erlebnisse schildern, die deutlich genug in den Gesprächen aus. Mit Widerwillen bedie angeheiterte Gesellschaft aufzeigen wie sich die Leute heute unter- trachtete man halten. der Ruhestörer und ein sichtliches Aufatmen ließen. so wie setzten Eine unpolitische Romanze » Kenner der spanischen Verhältnisse versichern, daß die Zahl der bestialisch In einem Schwabinger Kaffeehaus haben ging durch das Lokal, wie sie den Raum verAbgeschlachteten mit 170.000 eher zu nieIn eine Heidhausener Tanzunterhaltung drig als zu hoch angegeben wird. Nach eigene Tradition. Wer nur irgendwie einige sich die Nachbarn eingefunden, um diesen Leistungen der braven demokrati- Mark erübrigen kann, geht damit auf den alle Jahre bisher, im engeren Bekanntenkreis schen Revolutionäre in Spanien hätte die Maskenball. Politik und Wirtschaft treten in den Jahresschluß zu feiern. Eine kleine Ka- kam eine Maskengruppe, drei als Maroknationalsozialistische Revolution unter ZuDie älteren Leute kaner Verkleidete, die einen zerlumpden Hintergrund, man will einmal alles aus- pelle spielte zum Tanz. grundelegung unserer dreimal größeren bei ihrem Schoppen Wein oder Bier ten Mann an einem Strick mit sich führten. Bevölkerungszahl das Recht gehabt, schalten und bringt es doch nicht fertig. In saßen 4-500.000 Menschen umzubringen!<< früheren Zeiten bei halbwegs geordneten Ver- und unterhielten sich über vergangene Zeiten, Alles schaute mit Befremden auf diese unerwar der Fasching wirklich eine wo es noch> zünftig war. Um 2 Uhr früh wünschten Eindringlinge. Diese führten den Schlamm junior, Firma Schlamm und Lurch, tolle Zeit in der auch der minderbemittelte kamen einige jüngere Leute, anscheinend> Gefangenen<< durch den Saal und kleine Mann seine Freude haben konnte. Wer SS- Männer außer Dienst, angeführt sich dann an einen Tisch wo sie Bier bestelldie Zeiten kurz nach dem Kriege und während von einem schon ziemlich angeheiterten älte- ten. Der Gefangene mußte unter dem Tisch Es währte nicht lange, auf der Konjunkturperiode noch nicht vergessen ren Mann, in das Lokal. Der Anführer, ein Platz nehmen. hat, kann heute Vergleiche ziehen, die sehr Pasinger Amtswalter, wie sich spä- einmal war ein dichter Kreis von Menschen aufschlußreich sind für die Entwicklung der ter herausstellte, bestellte gleich für seine um diese Gruppe versammelt. Einer der Umpolitischen und wirtschaftlichen Situation im Freunde eine Runde Wein, der in kurzer Zeit stehenden fragte den Anführer der Gruppe, Reich. Früher ungezwungene Stimmung, die mehrere folgten. Zuerst unterhielten sich die was der blöde Maskenscherz eigentlich zu beLeute konnten sich noch etwas gönnen, heute Pgs. über die Erfolge der Partei im abgelau- deuten habe. Der Maskierte hatte nicht mehr kommandierter militärischer fenen Jahr und kamen dann auf Spanien Zeit eine Antwort zu geben. Von den HintenMaskenrummel. Wenn auch durch die zu reden. Den Widerstand Madrids konnten stehenden wurde nach vorne gedrückt und Aufrüstung und die militärstrategischen Bau- sie sich nicht erklären. Einer der SS- Männer ehe man sich umsehen konnte war die Gruppe ten viele Arbeit gefunden, so reicht der Ver- sagte unvermittelt,» ich kann nicht verstehen, an die Luft gesetzt. Kurz darauf erschienen dienst nicht aus um auch nur das beschei- daß die Nationalen, mit unserer Unterstüt- einige Polizisten, die beim Wirt Erkundigundenste Vergnügen mitzumachen. Diesem Um- zung, das Gesindel noch nicht zum Teufel ge- gen einholten. Der Wirt konnte niemand beim Der Amtswalter sprang vom daraufhin zogen sie wieder Namen nennen, stand hat auch die Partei und ihre Gliederun- jagt haben.<< Solche Vorkommnisse könnte man viele gen Rechnung getragen und so wie im Vor- Tisch auf und schrie:» Das wird nicht mehr ab. jahr einige Großbälle ohne Eintritt arrangiert. lange dauern, denen da drunten wern wir es anführen, die zeigen, daß es beim besten WilHeho! Doch eh' der Plan perfekt, KDF besorgt dabei das Programm. Außerdem schon zeigen.<< Die andern stimmten ihm zu len nicht möglich ist, sich ohne an die Weltwar Schlamm schon elend angeeckt. wird von jedem Krieger- oder Sparverein eine und beruhigten den erregten Kämpen der ereignisse erinnert Kaum ließen sich die Massen zügeln, Tanzunterhaltung gemacht, wo die Mitglieder, immerfort dasselbe wiederholte. Durch diesen sie wollten ihn spontan verprügeln. Die Bonzen mit ihrem Anhang feiern auf wenige Biere bezahlen Vorfall war das ganze Lokal ernüchtert. An Auch der Herr Richter machte kund, können, ein geselliges Zusammensein haben. allen Tischen wurde die Spanienfrage ange- andere Art und Weise. Da gehts hoch her im Statistik sei kein Milderungsgrund. Die Wirte klagen, daß bei diesen Unter- schnitten. Man konnte immer wieder hören, Deutschen Theater. Ein Kostümfest jagt das Und er erklärte wie auch richtig haltungen immer weniger konsumiert wird.» ja die Leute da drunten feiern ein trauriges andere. Feine Delikatessen und teure SchaumSchlamms Führerschein für null und nichtig. Von einer ordentlichen Küchenlosung kann Neujahr.<< Allgemeines Bedauern mit dem weine stehen dem zahlungskräftigen Volksund dies seit vielen, vielen Jahren. Von diesen 20 sapperlot fuhr einer einmal einen tot. Wo bleibt in dem Fall die Statistik, Wo das Gesetz der Zahlenmystik? Schlamm konstatierte wohlgemut: ich habe noch zwei Tote gut und sprang hopp hopp in seinen Wagen, um gleich den ersten zu erjagen. H- n auch wenn sie nur halten. zu werden zu unterman gar nicht mehr reden. Wir wollen kurz Schicksal des spanischen Volkes drückte sich genossen zur Verfügung. Wer Gelegenheit hat Blutig- wie am ersten Tag! Aufzeichnungen eines Häftlings aus dem Konzentrationslager Lichtenburg lich ist. So Solche befohlenen Meldungen lauten wörtdes gleichen Tages brachte ihm jedoch de Freiheit wieder. dich » Wir werden schon weich machen!< drohte der Kompagnieführer Ludwig. Wahrlich, sie haben ihn weich gemacht. Nur wenige Tage später wird Fischbock wegen angeblich unkameradschaftlichen Verhaltens mit 10 Tagen verschärftem Arrest bestraft. Wieder sind diese Tage um. Er geht daß ihm zu seiner Kompagnie und weiß, Es kann sich jeder in der Welt heute,| men sollten. Während meiner Zeit handelte| ist. Einige weigerten sich, diese unwahre wenn er will, davon überzeugen, daß wir es sich ausschließlich um SS- Leute, die Meldung abzugeben. Was half das aber? die unbedingt notwendige Einrichtung der Konzentrationslager aus den Bewachungsmannschaften des Lagers Nach» Sport< im Arrest, Prügel, ordentlich und sauber durch- Dachau stammten, oder um Pgs aus den Krummschließen und anderen führen, wie es überhaupt nur nach führenden Schichten der Partei. Sie waren Marterungen weigerte sich keiner mehr. Schlimmes bevorsteht. Drei Tage weilt er im menschlichem Ermessen mög- abgesondert, im übrigen jedoch den AngeDie Bewachung der Konzentrations- hörigen der Kompagnien gleich- lich: lager durch die Hundertschaften der SS- gestellt. Seit dem 30. Juni 1936 befand Totenkopfverbände verbürgt Diszi sich neben anderen der plin, aber auch eine gerechte Walter Kleffel, Berlin menschliche Behandlung, denn wir sind keine Polizei des Staates gegen das Volk, sondern die aus dem Volk gewachsene Polizei des Führers für das Volk. ( Reichführer der SS und Chef der deutschen Polizei Heinrich Himmler in einem Presseinterview am 29. Januar 1937.) wegen nur einen kleinen Teil veröffentlichen können. Kreise seiner Kameraden, die ihn achten wie kaum einen anderen. Dann verhängt der Kommandant erneut 21 Tage verschärften Arrest über ihn:» weil er zu langsam über den Hof gegangen ist«. Drei Wochen, eine lange Zeit im Lagerleben, länger noch für den, der sie im Arrest verbrin>> Schutzhäftling Schöbel, Waldenburg: Sportschriftsteller bestraft mit 6 Tagen verschärftem Arrest, früher Ullstein- weil er seinen Vorgesetzten höhverlag, bis zu seiner Verhaftung Beauftrag- nisch anlachte.<< ter des Reichssportführers von Tschammer->> Schutzhäftling Markus, Breslau: beOsten bei der Reichssendeleitung in Ein- straft mit sechs Tagen verschärftem Arrest, rers, Rudolf Heß, der Homosexualität anlachte«. zelhaft. Er hatte den Stellvertreter des Füh- weil er seinen Vorgesetzten frechen muß, gehen ins Land. Wieder hat Paul bezichtigt. Selbst Kleffel in Angehörigen ihre Strafe. halten der nur Fischbock seine Strafe verbüßt und kehrt zu den Kameraden zurück. Die Kompagnien sind zum Abendappell angetreten. Da ruft der Arrestdiensthabende den Gefangenen Fischbock heraus.» Erschießen Sie mich! Aber ins Arrest gehe ich nicht mehr!<< Gleich einem Protest gegen vergewaltigtes Menschentum klingt dieser Schrei über den weiten Hof. Von Posten mit geladenem Gewehr geschleppt und gestoßen wird der verwachsene, schwache Mensch ins Arrest gebracht.> 42 Tage verschärften Arrest, weil ich meinen Vorgesetzten angeschnauzt habe!« lautet die ihm befohlene Meldung. den Füßen bis zur so veranlagt, schien er>> Schutzhäftling Kemp, Duisburg: beüber das Leben und Treiben dieser Kreise ge- straft mit sechs Tagen verschärftem Arrest, Ein entlassener politischer Häftling, der nau unterrichtet. Bei Revision des Arrest- weil er seinem Vorgesetzten frech vom Januar bis zum September raumes vermied man, Kleffels Zelle zu öff- gekommen ist.<< 1936 im Konzentrationslager Lichten- nen. Ich habe berechtigten Grund anzuneh- Für die den einzelnen Kolonnen zugeteilburg gefangen gehalten wurde und monate- men, daß Einzelhaft gehalten ten Wachmannschaften war es ja so leicht, lang als Arrest kalfaktor die an sei- wurde, weil er zuviel wußte. irgend einen unserer Kameraden der» Frechnen Kameraden verübten Mißhandlungen mit Isolierhaft bedeutete Untersuchungs- heit«, der Faulheit oder ungenügender Aransehen mußte, stellte uns haft im Lager. Sie wurde gleichmäßig über beitsleistung zu bezichtigen. Keiner von denen, seine Aufzeichnungen zur Verfügung. SS- Angehörige und Häftlinge verhängt. Wir verbürgen uns die mit dem Beschuldigten am gleichen Platz Gelinder Arrest wurde für die Wahrhaftigkeit der Schilderungen, von von arbeiteten, durfte seine Meinung äußern noch Wachttruppe wurde jemand darum befragt. Die Aufdenen wir allerdings des knappen Raumes verbüßt. Er bedeutete lediglich Frei- fassung des SS- Mannes genügte. heitsentziehung. Im übrigen aber ist Am Platze erfolgte die sofortige die Behandlung und Verpflegung wie in der Festnahme. Die Einlieferung in den ArDie Lagerordnung Kaserne. Die Arrestanten Eines Morgens hing Fischbock mit nach dürfen lesen, rest vermochte dann niemand aufzuhalten. schreiben oder sich in anderer Weise selbst vorn geneigtem Kopf am Gitter der Zelle. Für die Schutzhaftgefangenen des Kon» Schutzhäftling Paul Stroh, Grenzmark: Die Arme waren ihm auf dem verzentrationslagers Lichtenburg besteht beschäftigen. Die meisten verschliefen bestraft mit 21 Tagen verschärftem Arrest wachsenen, kranken Rücken so eine vom Inspektor des Konzentrationslagers, wegen unvorschriftsmäßiger weit als möglich unter die SchulVerschärfter Arrest ist das Meldung.<< Gruppenführers Eicke, herausgegebene terblätter gedrückt, mit SchließLagerordnung. Darin sind folgende übliche Strafmittel gegen SchutzhäftStroh war ein völlig kranker ketten und Schloß gefesselt. Der Strafen festgelegt: Einzelhaft Ar- linge. Die Vollstreckung erfolgt in ver- Mensch, über 60 Jahre alt, körper- Körper ruhte auf den Fußspitzen rest Prügel und Erschießen. finsterten Zellen. An Verpflegung er- lich schwach, magen- und nieren- und war von Rechte oder die Möglichkeit zu Bedie Arrestgefangenen täglich 300 leidend und mit völlig zerrütte- Brust mittels Stricken am Gitter schwerden haben die Eingekerkerten Gramm Brot mit einem Topf Was- ten Nerven. Krumm und gebückt laufend, befestigt. Das nannten die Bestien nicht. Während meines Aufenthaltes in ser, nur an jedem vierten Tag eine warme war er das Wrack eines Mannes. Beim Be-» krummschließen<. Von morgens bis anschließend daran 24 Stunden treten des Schutzhaftlagers unterließ er es, 6 Uhr abends währte diese Folter. Kleidung Lichtenburg, Januar 1936 bis September 1936 Mahlzeit, lang das allgemeine Häftlingsessen, dann den dort befindlichen Lagerführer Remmert und Wäsche waren durchnäßt und voller Kot, wurde diese Lagerordnung einmalig bekanntgegeben. Dazu mußten alle aus den Zellen. wieder drei Tage nur Wasser und Brot. Die zu fragen:» Bitte, eintreten zu dürfen«. We- die Arme unbrauchbar, am Körper blaue und Beklemmend war die Stille, die Wirkung auf Schlafstelle besteht aus einer gemauer- gen Unterlassung dieser Worte erfolgte seine rote Streifen. Völlig gebrochen kam Fischten Pritsche mit Holzeinlage, Strohsack sofortige Abführung. 21 Tage Arrest bock am folgenden Morgen zum Waschen. Eine Vernehmung der angeschuldigten und drei Decken, die jeden Mor- hielten die Gewaltigen des Lagers Ich will ihm behilflich sein.> Lassen Sie Gefangenen fand in den wenigsten gen herausgelegt werden müs für erforderlich, um den schwerden Lumpen, der verstellt sich Fällen statt. Ich habe oft erlebt, daß einge- sen. Am Tage besitzt der Arrestant nichts kranken Menschen zur richtigen nur!< ruft mir der Kompagnieführer Ludweiter in der Zelle als den Nachtkübel. Das Meldung zu zwingen. lieferte Arrestanten keinerlei Ahnung dauerte in vielen Fällen bis sechs Wovon einem Verstoß gegen die Lagerordnung hatten. Alle Haft-, Arrest- und Prügelstrafen chen lang. Ein Lebenszeichen von seinen wurden Angehörigen erhält niemand während dieser im Keller des Flügels C vollzogen. Jede der Zeit. 13 Arrestzellen besitzt ein Gitter, das den Willkür und Roheit Gefangenen die Möglichkeit nimmt, sich der Für die mit Arrest Bestraften gibt es Tür zu nähern. Diese ist verschlossen keine ärztliche Untersuchung auf und verriegelt. Vor den Fenstern be- Arrestfähigkeit, keine Rücksicht na h- Dessau, war ein Krüppel: etwa 1.50 m Kompanie führer Breuning, SchǎZollstarke Gitter finden sich mit me auf Alter, Krankheit oder Ge- groß, körperlich schwach, der Rücken fer, Ludwig und der Rapportfüh eisernen Blenden zum Verdun- brechen. Ob 60 Jahre, ob 18 Jahre, sie völlig verwachsen. Kurz vor der letz- rer Fettke den Schwitzenden Aufsicht über den Arrestraum leiden das gleiche Schicksal. Bei der Einlie- ten Wahl im Jahre 1936 gab die Lagerver- nackten Oberkörper abwechselnd Kompagnie führer Lud- ferung auf das schärfste durchsucht, abge- waltung bekannt, daß diejenigen, die sich im des tastet und befühlt, kommen sie in ihre Zel- Besitz Wahlrechtes befanden, ihren wig, Lichtenburg, übertragen. Schutzhaft- len. Bei Beginn der Strafe trägt ihnen der Wahlschein anfordern sollten. FischEinzelhaft wurde über Prügelstrafe mit den übrigen Arrestdiensthabende eine Meldung auf, bock weigerte sich und wurde dafür am frü- Entsprechend der Lagerordnung durfte gefangene verfügt, die Lagerinsassen in keinerlei Berührung kom- die jedem, der die Tür öffnet, zu erstatten hen Morgen ins Arrest geworfen. Der Abend die Prügelstrafe nur vom Inspektor der Kondie Lagerinsassen erschütternd. auch das Krummschließen< keln. Die war dem in den Frühstunden an diesen VergnügungsKrummschließen Krankheit, wig zu. Bei dem Häftling Kiwitt wurde die Strafe des» Krummschließens« noch dadurch verschärft, daß die SS- Leute den Ofen und wäre sie noch so schlimm, bildet keinen Grund, eine ver- heizten, bis Kacheln und Ofentür sich hangene Arreststrafe zu unterbrechen oder herausdrückten und die Zelle selbst einem gar zu erlassen. Backofen glich. Während der Gefangene am Gitter hing, überschütteten die Schutzhäftling Paul Fischbock, mit Kochsalz. hat sich der Bolschewismus an der Bourgeoisie und ihrer Entartung.< Lesen wir richtig? Entartung des Vorsicht! Sind doch in der Minna aller- 1 in Michels Bauernhaus eindringt, mit dem stätten der gehobenen Schichten vorüberzu- hand scharfe defaitistische Worte gegen die Rufe:» Auf, auf! Eure Interessen in Markommen, kann die Besoffenen sehen, die von Unsinnigkeit des Krieges enthalten, wenn wir rokko sind bedroht!<< Der Bauernfamilie ihren Kameraden in eleganten Autos heim- nicht irren. Das kann man ja streichen am Mittagstisch bleibt vor Staunen die Kar- Nationalsozialismus spricht hier ein befördert werden. Auch auf den wieder so und es wird im Dritten Reich an der Klassik toffel im Halse stecken. Die Satire hatte Röhm aus dem Grabe oder handelt es sich nur man nichts mächtig herumgestrichen aber die Sätze zwar noch nichts mit 1936 zu tun, sondern um schlechtes Deutsch? Der Schluß mit dem beliebten Offiziersbällen sieht den kriegerischen Unsinn stehen richtete sich gegen Wilhelms künstlichen» entstanden hat sich« läßt mehr darauf schlievon der Not des Volkes. Paradeuniformen aus gegen feinstem Tuche, die neuesten Modeschöpfun- immerhin dort. Und» Nathan der Weise<<, bis Agadirkonflikt, sie muß jedoch in der Zeit Ben, daß sich hier wieder einmal die in der gen der Pariser Salons werden von den Da- heute das stärkste Drama gegen Antisemi- des deutschen Feldzugs in Spanien und dito Nazipresse beliebte Mißhandlung men vorgeführt. Die Schlemmerei hat ein bis- tismus, kann doch nicht nicht ganz wegge- Engagement in Marokko als schlimmerer schen Sprache rächt. Uns aber war es mehr des Landesverrat gelten denn damals. um folgenden Satz zu tun: her noch nie gekanntes Ausmaß erreicht. Ein leugnet werden. Das wäre also> Tiefe Was also das Urdeutsche dieses uns bekannter Fliegeroffizier sagte, daß un- menschlichen Herzen«...> zuchtvolle Welt> bestes Preußentum«...? Hochverräters anbetrifft, so haben wir weiter seinen Kollegen der spanische Krieg und anschauung<. die möglichen Rückwirkungen auf das Reich Wir haben nichts dagegen, aber wie soll sich ter nichts dazu zu sagen, wie jedoch die eine Wurschtigkeitsstimmung mit dem Hinweis, liebt wer kann. aufkommen das Volk da noch zurecht finden? es dauert so nicht mehr der deut» In Europa sind es, einschließlich Irland, nur elf Staaten, in denen die kommunististische Partei noch erlaubt ist. Mit der bezeichnenden Ausnahme der Tschechoslowakei haben sämtliche Staaten, die geographisch Sowjetrußland näher liegen als Westeuropa, diesen( wen? Die Red. des » N. V.<<) zum Staatsfeind erklärt. Aber selbst England hat in Britisch- Indien seit zwei Jahren die Kommunistische Partei verboten, ebenso Holland in seinen Kolonien.< Und wo ist die Naziparted erlaubt? Nicht Hitlerjugend sich noch zurecht finden soll, ließ, gegen die schon mehrmals von höheren Dasselbe Blatt bringt eine Würdigung zur wenn sie die Wahrheit, wenn sie alles erKommandostellen gewarnt wurde. Die jungen wiederkehr von Ludwig Thomas Sieb- fährt... Keine Bange, sie erfährt nicht einFlieger besaufen sich bei jeder Gelegenheit zigsten. Das knallt nur so von» urdeutsch... mal die Hälfte. Wo bliebe sonst das Dritte jahrhunderte- Reich? Und wenn sie auch Hochverräter und Jäger- und Bauernnatur... lange, dann sind wir hin. Drum sauft und altes Jägergeschlecht... altes deutsches Blut- Judengenossen waren ganz kann Hitlererbe...<< Ja, dieser Thoma entdeckte sogar deutschland, wie jeder verstehen wird, auf die>> heimlichen Zusammenhänge von Heimat einige urdeutsche Namen nicht verzichten, einmal in den Gefilden ihrer Verbündesonst blieben ja als Kronzeugen des tausend- ten, nicht einmal in deutschen LanVorsicht. Derselbe urdeutsche Mann hielt jährigen Reiches nur die gleichgeschalteten den wie Südtirol und Oesterreich. Auch darin Da findet man sich oft nicht ganz hinein. dicke Freundschaft mit dem bereits auf den Nebbiche übrig. Wir sagen ja auch nur: Vor- ist das Hakenkreuz dem Sowjetstern verDa wird>> Minna von Barnhelm< aufgeführt und das Dortmunder Naziblatt schreibt über Index gesetzten völkischen Rasseschänder sicht! Das mit Lessing und das mit Thoma wandt. Wozu also das Geschrei? seiner jüdischen Frau, könnte man für boshafte Meckerei halten, Ganghofer und gern die stünde es nicht in der absolut kommandoleitete den Simplicissimus, der so knalldeutsche treuen Nazipresse. Völkischen verhöhnte den Verfasser: Vorsicht erkannt und Rasse...< und > Wie wenige hatte er die Höhen und Tiefen des menschlichen Herzens und erschaut. Und nicht aus galliger Ironie Typen hochhing, darunter die unvergeßlichen noch schmerzvoller Skepsis entstand Gestalten der germanischen Professoren. >> Minna von Barnhelm<, sondern aus preußi- Th. Th. Heine und Gulbransson wurden daEntartung Gegen die Meckerer Br. Wozu sollen die Beschwerden? Freiheit ist genug auf Erden, Wenig, viel und nichts zu werden. Man Durch die Nazipresse geht ein Artikel, der schem Ethos, als eine sittliche Forderung mit weltberühmt, derselbé Gulbransson, der gegen das bequeme England los zieht. des Dichters an sich selbst. Mit Sturm und Anklage gegen welschen Geistesstand nach dem 5. März in Braun umlernte, wäh- liest da: ganze unabhängige, freisinnige Leistete die ihn Thoma- Richtung verboten wurde. wuchs in Lessing als Ideal eine zucht- rend die volle Weltanschauung, die Dinge seines Lebens und seines Werkes sich doch dieses Witzblatt 1911 ein satiriunter dem Schein des Preußentums sehen ließ.<< sches Bild, darauf eine großkopfete Uniform » Denn der Bolschewismus ist nicht im Kampf gegen den Nationalsozialismus entstanden oder durch dessen Entartung gerechtfertigt, sondern entstanden und gerechtfertigt Freiheit ward uns in Gewerben, Im Vertun und im Verderben, Im Verhungern und im Sterben. Weiter kannst du's hier nicht bringen; Andre Freiheit zu erringen, Wird dir dort nur erst gelingen. ( Hofmann von Fallersleben.), zentrationslager, Gruppenführer Eicke, verhängt werden. Die Formel für diese Strafe im Arrestbefehl lautete: 25, bezw. 50 Stockschläge auf Gesäß und Rükken«. Sie enthielt ferner den Vermerk:» Vom Diese Gruppenführer genehmigt am Bestimmung steht aber nur auf dem Papier, Nutzen besaß sie für uns keinen. Der Kommandant Bananovsky verhing die Strafe aus freiem Ermessen, ohne jemand zu fragen oder sich daran hindern zu lassen. Zur Durchführung war ein sogenannter > Prügelbock« vorhanden. Auf vier kräftigen, nach außen gestellten Balken war eine 5 cm starke Holzplatte im Ausmaß 60mal60 mit einem Neigung von 35 bis 40 Grad befestigt. Durch die beiden vorderen Beine und die Platte waren starke breite Riemen gezogen. Sie dienten zum Anschnallen und Festhalten des Körpers während des Prügelns. Durch die Neigung des Bocks wurde das Gesäß stark durchgedrückt. Der Kopf lag an der tiefsten Stelle der Platte. Das Anschnallen erfolgte an den Füßen, unmittelbar über den Knöcheln, am Körper nicht möglich. Betriebsverbundenheit durch Ketten and Ermächtigung der Unternehmer Zurückbehaltung des Arbeitsbuches werden in der 7. Anord-» Reine Wolle«,» garantiert und wollgeDie Frage» Warum Vierjahresplan« wurde sprochen wird, so noch am 15. November v. J. im» Arbeiter- nung die genannten Gewerbe in einer Einzel- mischt wird es künftig nicht mehr geben. aufzählung derart weit ausgedehnt, daß es Dafür aber müssen Waren, die bis tum« wie folgt beantwortet: mit künstlichen Spinn» Dieser Vierjahresplan soll dem Zweck nicht schwer fällt, bei jedem Einzelfall des zu 20% dienen, das deutsche Volk in wirtschaft- Stellenwechsels eine Rechtswidrigkeit zu stoffen hergestellt sind, von jetzt licher Hinsicht vom Ausland unabhängig konstruieren. ab als wollene Waren« ohne jeden zu machen... aber nicht nur die Sicherheit der Wehrmacht, sondern auch die Erhal- Der betreffende Arbeiter oder Angestellte Zusatz bezeichnet werden. Es ist tung der Arbeitsplätze aller deut- kann ohne Arbeitsbuch keine andere Be- also verboten, auf die Beimischung von Kunstschen Volksgenossen ist in die Erfüllung schäftigung antreten, die Bestimmungen für fasern hinzuweisen. Das gleiche gilt für eingeschlossen.< Erst wenn die Waren die Ausstellung eines sind baumwollene Waren. Ersatzbuches Die Durchführung dieses Kriegswirtgleichfalls entsprechend verschärft worden. mit mehr als 20% künstlichen Fasern gein der schaftsplanes hat inzwischen weder Der Arbeiter ohne Arbeitsbuch mischt sind, dürfen sie als» Wolle mit....< Frage der Rohstoff- noch der der Lebensist im Dritten Reich Freiwild. gekennzeichnet werden. mittelversorgung Fortschritte bringen könIn der Begründung wird zwischen den ZeiDie spätere Anrufung des Arbeitsgerichts len zugegeben, daß es sich braucht nicht ernst genommen zu werden. um eine Täunen. Um so nützlicher aber erweist sich der Plan für das kapitalistische UnternehmerDie Arbeitsfront gibt weiter bekannt, daß schung der Verbraucher handelt. Man weiß tum, die Arbeiter der Kriegsindustrien zu knebeln und jede Lohnentwicklung durch den die so von ihrem Betriebsführer des rechts- aus den Kundgebungen der TextilunternehBeauftragten Göring verhindern zu lassen. widrigen Verlassens ihres Arbeitsplatzes be- mer, daß der Absatz von Mischgeweben auf und unter den Armen. Eine Bewegung ist Göring hatte am 7. November 1936 in sechs zichtigten Personen auch der Unterstützungs- großen Widerstand stößt. In der Begründung Lohndekreten und einer nichtsagenden An- ansprüche als Erwerbslose verlustig gehen. heißt es nun, daß» von der Verbraucherschaft ordnung für die älteren Angestellten die Sie haben überdies auch für die Folgezeit mit gar nicht erwartet werden könne, daß sie die der einzelnen Spinnstoffe Diese Strafe wurde bis zum 1. April 1936 richtig bewerte«. Darum also soll sie durch vor allen im Karree angetretenen Zwangsbewirtschaftung der deutschen Arbeit einer Sperrfrist der Arbeitslosenunter- Eigenschaften zu einer des Lagers vollDiese teuflische Versklavung des Arbei- eine betrügerische Bezeichnung Er hat jetzt eine siebente Anordzogen. Der Delinquent mußte dazu den Bock nung folgen lassen, die eine ausgesprochene ters wird vom Präsidenten der Reichsanstalt richtigen Bewertung« gezwungen werden. und die Rohrstöcke zirka 1 m lang und Ermächtigung der Betriebsführer darstellt Dr. Syrup in einem Werk über» Ziele des 1 bis 12 cm dick aus dem Keller des ArArbeitseinsatzes« folgendermaßen umschrie- Der Befähigungsnachweis restes, etwa 50 m über den Hof in die Mitte In Bartenstein, Ostpreußen, ist die Stelle dieses Karrees tragen, um sich dort an» Der Arbeiter und Angestellte muß, eines Stadttierarztes und Schlachtwill er seine Arbeitskraft verwerten, die schnallen und prügeln zu lassen. hofleiters zu besetzen. Der Bürgermeister Arbeitsgelegenheit finden. Der Unternehmer andererseits muß, will er den Betriebs- macht bekannt: zweck erfüllen, den benötigten Arbeiter oder Angestellten finden. Dieses Zusammenfinden erfordert in jedem Falle eine beiderseitige Einigung.<( DAK Nr. 272.) Schutzhäftlingen und war der Außer allen Schutzhaftgefangenen die gesamte Lagerleitung, der Arzt ein Bereitschaftszug Wachtruppe mit gefällten, schußfertigen Gewehren zur Sicherung anwesend. eingeleitet. und unter dem Kennwort stützung zu rechnen. rechts- ben: » Arbeitsbuch- Zurückbehaltung bei widriger Lösung des Arbeitsverhältnisses<< an die Gefolgschaften verabreicht wird. Nach der 2. Anordnung sollte der Abwertung von Arbeitern in der Metallindustrie begegnet werden.( N. V. Nr. 180/1936.) Es war bestimmt worden, daß Neueinstellungen, soweit sie innerhalb dreier Monate die Zahl zehn überschreiten, Arbeitsamt genehmiErst später etwa vom April 1936 an gungspflichtig sind. Damit war bis zu wurde die Prügelstrafe auch in den Ar- Neueinstellungen immerhin ein, wenn resträumen vollzogen. geringer, Spielraum für den Wechsel des Arbeitsplatzes übrig geblieben. Die» Gefahr< den Wechsel einer Lohnverbesserung durch Mord vom 10 auch Zu den Erschwerungen im Arrest treten die unzähligen Schikanen, Strafdien- des Arbeitsplatzes war also noch nicht ganz ste und Strafarbeiten, die gleich gebannt. Mit der neuen Anordnung ist nun schwer empfunden wurden. Die» Führer« der für die Eisen- und Metallwirtschaft, einzelnen Kompagnien ordneten sie an, und Ziegeleiindustrie und die gesamte Landwirtvon der Stunde der Ankunft bis zum Tage schaft» dafür Sorge getragen, daß die Arbeider Entlassung machten sie einem jeden das ter und Angestellten ihren Arbeitsplatz nur Leben zur Hölle. Ich selbst war mit blo- nach ordnungsgemäßer Lösung ihres ArbeitsBen Händen in der vollen Abort- verhältnisses verlassen<. grube beschäftigt, mußte die Kläran-> Die Verantwortung trägt der Unternehmer.<< lage reinigen, täglich die Müllgrube ein nur Diese 7. Anordnung beleuchtet nicht auch die Betriebsdiktatur, sie kennzeichnet den Schwindel von der sogenannten» Sozialen Selbstverwaltung«. So rühmt das>> Arbeitertum« in seiner letzten Ausgabe die neuerrichteten 3000 Arbeitsausschüsse als die » Organe der Sozialen Selbstverwaltung<<. Wenn Worte einen Sinn haben sollen, der » Bewerbungen mit Lichtbild, ausführlichem Lebenslauf, beglaubigten Zeugnisabschriften, Nachweis der arischen Abstammung des Bewerbers und der Ehefrau sowie Mitteilung über die Zugeund deren hörigkeit zur NSDAP Gliederungen sind bis zum 1. März 1937 an den unterzeichneten Bürgermeister zu richten. Ferner ist das Wehrverhältnis anzugeben und Mitteilung über die evtl. frühere Logenzugehörigkeit zu machen.<< Vorzeitig eingedeckt? Kaffeeplantage im Hochland von Angola umständehalber billig zu verkaufen. Anfragen unter L 2036 an Ala- Hannover. Die Frage nach der ehemaligen Logenzugehörigkeit ist neu. Aber die Liste Unter den Aufgaben ist u. a. zu lesen: die ließe sich immer noch verlängern. Wie wäre » Der Zusammenhang von Lohn, Selbstkosten und Konjunktur im Rahmen der es beispielsweise mit einer genauen AufstelLage der Volkswirtschaft... alle Fragen, lung aller Lokale, in denen der Bewerber die irgendwie Unruhe oder Mißstimmung je ein Bier getrunken, sämtlicher Zeit unin die Betriebe tragen könnten..., sollen gen, die er je in der Hand gehabt hat? Auch von diesen Ausschüssen behandelt werden.< einige Siegestrophäen aus verflosseDer Arbeitsausschuẞ soll vor allem der nen Saalschlachten in Gestalt von Knochen oder Schädeln könnte der FörderungsbedürfDie Entscheidung, was> ordnungsgemäß« Befriedung innerhalb der Fachgruppe gleichdem hier zum artiger Betriebe dienen. tige beibringen. Und ein Dutzend Zeugen daumwühlen, viele, viele Wochen lang. ist, fällt der Unternehmer, für, daß er keinen Juden oder Marxisolcher ersten Male auch die Rolle des Richters über Wenigen nur blieben Strafarbeiten dann müßte der Wechsel des Arbeitsplatzes sten jemals anders als gemein und unanArt erspart. Auf Ablösung war nur zu hof- seinen Gefolgsmann übertragen wird. den Aufgaben>> Die Unternehmer dieser Industrien innerhalb einer Industrie in Das war ständig behandelt hat. Die braunen Postenfen, wenn ein anderer» auffiel<. werden durch die 7. Anordnung ermäch- bereich der» Sozialen Selbstverwaltung< dieverteiler haben zwar einiges zugelernt, aber allerdings leicht. Die Hände auf dem tigt, im Falle unberechtigter, vorzeitiger ser Arbeitsausschüsse fallen. Aber weit ge- in ihrer Art sind sie immer noch Stümper. Rücken tragen, über den Hof Lösung des Arbeitsverhältnisses das Ar- fehlt Einzelstreitigkeiten gehören, wie beitsbuch solange zurückzubericht rasch genug laufen, halten, bis die Beschäftigung nach ord- ausdrücklich bemerkt wird, nicht zum AufWort, eine Redewendung im Brief nungsgemäßer Kündigung enden würde.<< gabengebiet der Arbeitsausschüsse. In und andere ähnliche Kleinigkeiten genügten. Die DAK gibt selbst zu, daß das Zurück- 7. Anordnung bleiben denn auch diese AusGefürchtet war» Sport«. Junge und das schüsse unerwähnt.» Die Verantwortung Alte, Gesunde und Kranke mußten behaltungsrecht des Unternehmers für Arbeitsbuch mit schweren wirtschaftlichen trägt der Unternehmer< und basta. dazu antreten. Fünfzigmal und öfter KnieIn gleicher Weise sind die sogenannten Arbeuge mit vorgestreckten Armen in sehr Schädigungen des Arbeiters verbunden sein von der Uebersozialen langsamem Tempo. Im Hocksitz, die Hände kann. Es erhellt daraus das große Maß von beitskammern vor den Knien gefaltet, um den Hof herum- Verantwortung, das der Unternehmer trägt«. wachung der Durchführung des VierjahresSo verrät und verkauft das Dritte Reich planes ausgeschaltet. Die Kriegswirtschaft springen eine Uebung, die beim den Arbeiter an seinen Brotherrn, so voll- duldet keine soziale Selbstverwaltung, Hinlegen Militär verboten ist. zieht sich im Faschismus die förmliche Ent- nicht in der dürftigen Art der ArbeitsausAuf, Hinlegen Auf! Laufschritt, marsch, Arbeit und Lohn marsch! Dazu Fußtritte und Schmä- mündigung des schaffenden Menschen. Dabei schüsse und-kammern. reden diese Heuchler noch von dem Recht der werden zentral durch den Wirtschaftsbeaufhungen, Stöße mit Gewehrkolben Persönlichkeit im Betrieb, von Kamerad- tragten, betrieblich durch den Betriebsdirekund Fäusten, gleichgültig, ob das Opfer Herausgeber: Ernst Sattler; verantbestimmt. Sie legen tor schaft und Betriebsgemeinschaft. wortlicher Redakteur: Wenzel Horn; 60 oder 20 Jahre alt ist. Manche der Gequälden Arbeiter an die Unternehmerkette und Arbeitskräfte werden gleich Schachfiguren Druck:> Graphia; alle in Karlsbad. ten wurden ohnmächtig, manche wanZeitungstarif bew. m. P. D. Zl. 159.334/ VII- 1933. den sich in Krämpfen. Die Wachmann- feiern dann die>> Betriebsverbundenheit«. Wenn verschoben und eingesetzt. > Das Recht der Persönlichkeit aber wird Printed in Czechoslovakia. schaften viele 17jährige Burschen darunnicht durch hochtrabende Worte, sondern, Der» Neue Vorwärts« kostet im Einzelter nehmen kaum Notiz davon. allein durch den Beweis aufrechter Kame- verkauf innerhalb der CSR Kč 1.40( für ein radschaft auch von seiten des Betriebs- Quartal bei freier Zustellung Kč 18.-). Preis führers gewahrt.<<(» Recht der Arbeit« Nr. der Einzelnummer im Ausland Kč 2.--( Kč 298/1936.) 24. für das Quartal) oder deren Gegenwert in der Landeswährung( die Bezugspreise für das Quartal stehen in Klammern): Argentinien Pes. 0.30( 3.60), Belgien: Belg. Frs. 2.45( 29.50) Bulgarien Lew 8.-( 96.-). Danzig Guld. 0.45 beuge, Laufschritt, Liegestütz, Hebt dabei von dem Fall der rechtswidrigen Lösung< des Dienstverhältnisses geI den Unternehmer auch Die Die siebente Anordnung besagt deutlich, zu zu ( Deutsche Allgemeine Zeitung, vom 31. 1. 1937.) Neuer Vorwärts Sozialdemokratisches Wochenblatt An einem drückend heißen Tage machte der Kompagnieführer Breuning auf dem mannschaften der Wachtruppe kommen, legen schattenlosen Hof mit den jüdischen Ge- den Toten auf eine Bahre und tragen ihn in fangenen> Sport«. Die Angehörigen der das Lazarett. Ihnen auf dem Fuß folgt der daß diese Deklamationen nur bestimmt sind, Wachtruppe weideten sich an der Marterung, Kommandant. Eine kurze Spanne Zeit später den wahren Zweck des Vierjahresplans standen in großer Zahl herum und spornten diktiert der Gewaltige des Lagers als Ursache verdecken, die kriegsorganisatorische Be-( 5.40), Deutschland Mk. 0.25( 3.-), Estland Breuning zu> höheren Leistungen< an. Knie- in den Totenschein:» Ignatz Manasse deutung des Arbeitsbuches vernebeln. E. Kr. 0.22( 2.64), Finnland Fmk. 4.-( 48.-), Diese Anordnung wird die deutsche Arbeiter- Frankreich Frs. 1.50( 18.-), Großbritannien d 4.-( Sh. 4.-), Holland Gld. 0.15( 1.80). Italien Lir. 1.10( 13.20), Jugoslawien Din. 4.50 können, daß sie ihre sozialpolitischen Tages-( 54.-), Lettland Lat. 0.30( 3.60). Litauen Lit. Sie 0.55( 6.60). Luxemburg B. Frs. 2.45( 29.50), Oesterreich Sch. 0.40( 4.80); Palästina P. Pf. 0.020( 0.216), Polen Zloty 0.50( 6.-), Portugal Esc. 2.( 24.-). Rumänien Lei 10.-( 120.-). Schweden Kr. 0.35( 4.20), Schweiz Frs. 0.30( 3.60), Spanien Pes. 0.70( 8.40). Ungarn Pengö 0.35 ( 4.20), USA 0.08( 1.-). schaft in ihrer Erkenntnis bestärken nur erfordernisse nicht isoliert sehen lutionären Bewegung. darf. Senkt, erlag einem Gehirnschlag«. Wir Hebt Senkt! 15-, 20-, 25mal. Dazu sen- aber, die Zeugen dieses Vorganges waren, gende Hitze und die Gefangenen in vol- wissen es besser! Manasse wurde im wahr ler Kleidung. Bendix( Rechtsanwalt, Ber- sten Sinne des Wortes totgetreten. Unlin), Schoops- Neiße, Landsmann- sere Tischler bauten mit viel Liebe den Sarg fließen zusammen mit dem Strom der revo- Norwegen Kr. 0.35( 4.20). Frankfurt, Manasse- Berlin brechen zusam- und betteten den Toten hinein. Als die Woche men. Fußtritte und Kolbenstöße der Wach- zu Ende ging, fuhren ihn die Kameraden von mannschaften! Hört Ingnatz Manasse noch der III. Kompagnie auf einem Wagen, der sonst zum Befördern von Steinen und Müll die furchtbaren Beschimpfungen: fluchte, fette Judensau!<> Steh Verwendung findet auf den kleinen Friedhof Die verschiedenen Wirtschafts- und FachEinzahlungen können auf folgende Postalte auf oder ich trete dich zusam- der Gemeinde Lichtenburg. gruppen der Textil- und Bekleidungsindustrie, scheckkonten erfolgen: Tschechoslowakci: und die Reichsinnungs- Zeitschrift» Neuer Vorwärtse Karlsbad. Prag men!<< Fühlt er noch wie er von dem an- Mutter und die junge Frau des zu sowie des Handels, waren zuge- verbände der Damen- und Herrenschneider 46.149. Oesterreich: Neuer Vorwärtse Karlswesenden Wachtposten der II. Kompagnie Tode Gemarterten Verordneter Betrug » Ver Eine Bezeichnungsgrundsätze für bad. Wien B- 198.304. Polen:> Neuer Vorwärts< ( Richter) mit den Stiefeln in den gen, als ihn die Erde nahm. Niemand sonst haben neue Körper und an den Kopf getreten durfte ihm die letzte Ehre erweisen. Wolle, Baumwolle und Waren aus ihnen ver- Karlsbad. Warschau 194.797. Schweiz:> Neuer wird? Starr und strack, ohne einen Laut Wenn die Tischler einen neuen Sarg zim- einbart. Der Zweck dieser Vereinbarung, die Vorwärts Karlsbad Zürich Nr. VIII 14.697. Ungarn: Anglo- Čechoslovakische und Prager Konto Neuer von sich zu geben, liegt er am Boden. Einige merten, so taten sie es mit der bangen Frage: unter dem Schutz der Behörden eine Verord- Creditbank Filiale Karlsbad Male wälzt sich Manasse noch, dann hört» Für wen diesmal?< Wir alle waren nung darstellt, ist, dem kaufenden Publikum Vorwärts Budapest Nr. 2029. Jugoslawien: Prager Creditinnerlich auf das gleiche Schicksal vorberei- die Unterscheidung zwischen reiner Wolle, Anglo- Čechoslovakische und bank, Filiale Belgrad. Konto Neuer VorSeine Kameraden werden weggeführt, tet. Denn erst mit dem Tode hörten für viele bezw. reinen Wollwaren und gemischten Wa- wärtss, Beograd Nr. 51.005. Genaue Bezeich der Platz wird abgesperrt. Sanitäts- die Marterungen im Lager auf. nung der Konten ist erforderlich. auch das auf. ren zu erschweren.