Neuer Vorwärts diler sifat Sozialdemokratisches Wochenblatt Verlag: Karlsbad, Haus„ Graphia" Preise und Bezugsbedingungen siehe Beiblatt letzte Seite asb gouladdk.novo ob 12 A bredt av 20 Nr.192 SONNTAG, 14. Februar 1937 Aus dem Inhalt: Methode Ribbentrop Malaga Die Kolonialerpressung Die Elite der Nation Verzweiflungsstreik in Schlesien Bilder von der Versklavung der deutschen Arbeiterschaft sobre nosib unrentabel und sie seien auf dem Weltmarkt mit ihren hohen Gestehungspreisen nicht konAm Freitag, dem 5. Februar, brach in der| maske, ohne jeden menschlichen Beistand, Die Bezahlung der Arbeiter ist geradezu| durchzusetzen. In der heimischen Glasindubekannten Glashütte Josephinen- mußte Ziegert in die Giftgaskammer, die kei- erbärmlich, besonders wenn man die Gefähr- strie würden leider noch zu hohe hütte<< ein mehrstündiger Streik aus. Die nen Luftzuzug noch-Abzug hat und nach 5 lichkeit der Arbeit und das rücksichtslose Löhne gezahlt, dadurch würden die Betriebe Betriebsleitung hatte vor Weihnachten einen Minuten war Ziegert eine Leiche, er wurde Ausbeutungssystem in Betracht zieht. neuen Betriebsleiter aus Kunzendorf O. L. tot am Boden liegend aufgefunden. Keine dieengagiert. Dieser Herr, namens Ko B, führte ser Giftkammern hat irgendwelche SchutzUnbarmherziger Lohndruck kurrenzfähig und so weiter. Die Arbeiter hörstrenge>> Disziplin« ein und schikanierte und vorrichtung, noch Luftzuzug, das hat man bei In den Glashütten des Schreiber- ten sich den Kohl ohne jedes Interesse an. peinigte die Arbeiter seiner Abteilung bis zum dem pompösen Bau vergessen. algehauer Gebietes werden zur Zeit weitere Nach der Rede des Herrn der Arbeitsfront Weißbluten. Einer seiner ihm unterstellten Die Krankheits- und Betriebsunfallziffer Lohnkürzungen im Einverständnis und Dul- erhob sich der Betriebsführer der Arbeiter, den er dauernd schikanierte, be- l steigt von Tag zu Tag und ist so stark dung der Arbeitsfront durchgeführt, obwohl Josephinenhütte und erklärte, daß die ging aus Verzweiflung Selbst- geworden, daß die Krankenkasse in Hirsch- erst im Frühjahr 1936 15 Prozent Lohnabzug Betriebsleitung trotz der finanziell schlechten mord. berg, der der Betrieb angeschlossen ist, bei dekretiert wurde.. iv cla Bei den neuen Mustern Lage der Betriebe sich erlaube, im Interesse Diese Tatsache löste bel seinen Mitarbeider zuständigen Behörde nachgesucht hat, und von der Betriebsleitung festgesetzten der» Volksverbundenheit« jedem Teiltern hellste Empörung aus und sie verlangten für die Zellwolle- AG eine eigene Betriebs- neuen Akkordsätzen sind die Verdienstmög- nehmer zwei Biermarken gratis kategorisch vom Betriebsführer die sofor- krankenkasse einzuführen, da sie nicht in lichkeiten der Kunstglasschleifer weiter her- zu spenden. Der Pferdefuß dieser Spende tige Entlassung dieses Unmen- der Lage sei, den hohen Krankenstand der abgedrückt worden. Bei den neuen jetzt her- kam sofort hinternach. In gleichem Atemzug schen. Der Betriebsführer lehnte dieses Zellwolle- AG weiter zu tragen, sie ginge ausgekommenen Modellen arbeiteten vier erklärte der Herr Betriebsführer, daß nach » freche Ansinnen, wie er sich ausdrückte, daran finanziell zugrunde. Mann drei Tage und verdienten zusammen dem gehörten Vortrag des Herrn RechtsberaJedoch ab und so trat die gesamte Abteilung, Die Arbeiter werden an den Maschinen so netto 25.20 Mark, so daß also ein Tagesver- ters und im Einverständnis mit den Herren 90 Glasschleifer, am Freitag vormittags in den stark überanstrengt, daß sie nach einigen dienst von kaum 2 Mark pro Arbeiter her- der Arbeitsfront ab Neujahr Streik. Am Nachmittag holte der Be- Monaten Nervenzusammenbrüche bekommen auskommt. Alle Einwendungen gegen diese alle tariflichen Löhne um 10 Prozent getriebsführer den Amtswalter der Arbeitsfront und wochenlang arbeitsunfähig sind. enorme Herabsetzung des Akkordsatzes bei kürzt und auch alle Akkordsätze um 10 zur Hilfe. Derselbe forderte unter Drohun- Sehr stark sind die Erkrankungen Kunsterzeugnissen half nichts, der Betrieb Prozent herabgesetzt werden müßten. gen aller Art die Arbeiter auf, sofort die Ar- der Atmungsorgane und der kann nach Ansicht der Betriebsleitung und Das erfordere die Rentabilität der Betriebe beit wieder aufzunehmen, da sie sonst wegen Lunge. Es wird berichtet, daß viele Arbei- der Vertreter der Arbeitsfront um konkur- u. w. In der darauf folgenden Aussprache bedes>> Verbrechens wider Volk und ter, die erst ein halbes Jahr im Betriebe renzfähig zu bleiben, einen höheren Akkord- schwerten sich einzelne Glasarbeiter über die Staate strengste Bestrafung zu erwarten arbeiten, dem baldigen Tod geweiht sind, ihre satz nicht zahlen, die neuen Muster seien mit nochmaligen Lohnkürzungen und daß sie sich hätten. Diesen Drohungen des gewerkschaft- Lungen seien vollständig zerfressen und sie den neu kalkulierten Preisen heraus und nun für die dann verdienten Löhne kaum das lichen Amtswalters gelang es dann, daß die siechen langsam dahin. Die Säuren zerstören könne nichts mehr geändert werden. allernotwendigste für den Lebensunterhalt Arbeiter nachmittags 3 Uhr die Arbeit wie- auch sehr bald die Zellengewebe und rufen Kurz vor Weihnachten wurde in Schreiber- kaufen könnten. der aufnahmen. entsetzliche Krankheiten hervor. Der Betrieb, hau ein Betriebsappell für die GlasAber die Ruhe war deshalb unter der Be- der seit etwa einem halben Jahr voll im Be- arbeiter des Bezirkes angesetzt. Es legschaft nicht eingetreten, im Gegenteil. Am trieb ist, beschäftigt zur Zeit 900 Arbeiter, erschienen etwa 500 Arbeiter. Der RechtsbeSamstag, dem 6. Februar, verlangte erneut die in drei Schichten à 300 Mann Tag und rater der DAF aus Hirschberg hielt ein langdie Belegschaft der Abteilung, die fristlose Nacht arbeiten, auch Sonn- und Feiertags. weiliges Referat und erzählte u. a. den VerEntlassung des Koẞ. Der Betriebsleiter lehnte Die Menge der zur Zeit hergestellten Schieß- sammlungsteilnehmern etwas vom» deutschen auch hier wieder die Entlassung kategorisch baumwolle beträgt wöchentlich etwa für Sozialismus«<, von der Volksgemeinschaft<<, ab mit dem Bemerken, er brauche diesen 500.000 Mark. Die Fertigware wird täglich von der Pflicht der Arbeiter, alles daranzuschneidigen Betriebsleiter, damit endlich mal in Lastkraftwagen abgeholt, den Bestim- setzen, daß die Betriebe gut florieren und daß deutsche Disziplin in den Betrieb Einkehr mungsort weiß niemand, außer der Betriebs- es notwendig und erforderlich sei, die Aufhalte und die alte Schlamperel von früher führung. aufhöre. Aehnlich äußerte sich auch der Amtswalter der DAF den Arbeitern gegenüber. Nur die Angst, den Arbeitsplatz zu verlieren oder gar Infolge Denunziation durch den Arbeitsfrontbonzen schwere Strafen zu gewärtigen, hielt die Leute von einer weiteren Arbeitseinstellung ab, aber der Bann ist gebrochen und die Arbeiter wissen jetzt, wie sie von den Betriebsführern und ihren getreuen Vasallen, den Arbeitsfrontvertretern behandelt werden. Die Ruhe selbst wird nicht mehr einkehren, trotz aller angedrohten Maßnahmen. Jetzt sucht man elfrig nach dem>> Anstifter<< des Streiks, um ihn an den Galgen zu liefern. Die Ausbeutung, der Rüstungsarbeiter aus In der Schlesischen ZellwolleAG. in Kunnersdorf bei Hirschberg, einem halbstaatlichen Betrieb, der aus staatlichen Mitteln errichtet wurde und etwa 900 Mann Belegschaft hat, wird hauptsächlich Schießbaumwolle für die Heeresleitung hergestellt. Der Betrieb selbst steht unter Aufsicht der Heeresleitung und ist auf das beste eingerichtet. Tiefe betonierte Keller und Aufbewahrungsräume, Säure- und Giftkammern Eisenbeton befinden sich in den Fabriksanlagen. Die Arbeiter werden auf das unerhörteste ausgebeutet. Der Betrieb arbeitet dauernd Tag und Nacht in drei Schichten à s Stunden, auch Sonn- und Feiertags müssen die Arbeiter durcharbeiten, selbst zu Weihnachten war der Betrieb voll im Betrieb. Die Arbeit selbst ist sehr gefährlich und vor allem gesundheitsschädlich, so daß tägliche Betriebsunfälle an der Tagesordnung sind. Erst kürzlich verunglückte der Klempner Richard Ziegert aus Herichsdorf tödlich, als er in einer der Giftkammern ein Rohr ausbessern mußte. Ohne jede Schutzrechterhaltung der Betriebe mit allen Mitteln Streicher für die Kinder Ihnen wurde von dem anwesenden Vertreter der Arbeitsfront ganz energisch erklärt, sie sollten ja ruhig sein und arbeiten, sie müßten Gott danken, daß sie überhaupt noch im Betriebe tätig sein könnten und wenn sie im Akkord so wenig verdienten, so sei das ein Beweis dafür, daß sie faule Kerle seien und nicht wert seien, dem Staate des großen Führers Hitler zu dienen!!! In der Arbeiterschaft der Glasindustrie des Riesengebirges herrscht ob diesem Vorgehen der Glasindustriellen, die alle ein glänzendes Geschäftsjahr hinter sich haben, eine starke Erbitterung. Man erwar tete allgemein, daß dieses Vorgehen der Unternehmer und die Duldung ihrer brutalen Unternehmermaximen durch die DAF, ja sogar die Befürwortung der Abzüge durch die Gewerkschaftsbonzen der DAF auch dem letzten Nazianhänger die Augen öffnen werden über die Unternehmerstützen der DAF. Die Versprechungen vom 2. Mai 1933, daß den Arbeitern ihre Rechte und Ansprüche an die Gewerkschaften auch unter dem neuen Regime voll garantiert würden, ist zum Hohn geworden. Nicht nur, daß die DAF öffentlich für die Unternehmer und ihre Interessen eintritt und sich damit vor aller Welt als Kapitalszuhälter entlarven, kommt auch noch hinzu, daß sie den Arbeitern ihre statutarischen Rechte auf Unterstützung in einer Weise verschlechtern, daß es überhaupt kaum der Mühe lohnt, noch Unterstützung zu beantragen. Nicht nur, daß erst genau geprüft wird, ob der Arbeitslose eine Gewerkschaftsunterstützung würdig ist und notwendig hat, bekommt er im Unterstützungsfall die ersten sieben Tage nichts. Dann acht Wochen lang pro Tag 45 Pfg. bei Frau und einem Kind, das sind 2.70 Pfg. die Woche. Früher, in den freien Gewerkschaften erhielt derselbe Arbeiter bei demselben Beitrag pro Woche neun Mark, und zwar 13 Wochen lang. Den Schwindel mit der Arbeitsfront erkennt jetzt aucй der dümmste Arbeiter und man nennt die DAF im Volksmund nur noch die SBV. Staatliche Bonzenversorgung. Arbeitslosigkeit Uebereinstimmend wird von verschiedenen Seiten mitgeteilt, daß die Arbeitslosigkeit stark im Steigen ist. Dies Bild stammt aus einem unsagbar schmutzigen Bilderbuch für Kinder, das Streichers entgegen den amtlichen Mitteilungen durch Radio und Presse » Stürmer- Verlag« herausgegeben hat. Die Hausreparaturen, die kommunalen StraBen- und Aemterbauten sind durchwegs beendet oder aber es stehen keinerlei staatliche oder kommunale Mittel mehr zur Verfügung. Das einzige, was noch den Arbeitsmarkt entlastet, seien die Rüstungsbetriebe, aber auch da sei ein langsames Abebben bemerkbar. Die Arbeitsämter Görlitz, Liegnitz, Hirschberg, Kohlfurt usw. sind jetzt wieder stark mit Arbeitslosen überfüllt und mit banger Sorge blicken alle amtlichen Stellen der Zukunft entgegen. Dabei wächst der Unwille der Arbeitslosen immer mehr über die niedrigen Sätze der Arbeitslosen- und Wohlfahrtsunterstützung, die infolge der großen Preissteigerungen auf allen Gebieten des täglichen Bedarfs nicht ausreichen, um auch nur das allernotwendigste für den Lebensunternicht zu sprechen. Militärischer Drill Methode Ribbentrop Der deutsche Interventionsfeldzug in England vom verständnisvollen Der deutsche Botschafter in London,| letzten Botschafters in London sollten die| Es gehört zur inneren Verfassung EngHerr von Ribbentrop, übermittelt den Eng- Schwächen und die Hinterhältigkeiten der lands, daß eine solche Parteibildung mögländern ein getreues Bild des Dritten Rei- wilhelmschen Diplomatie zudecken. Aber lich ist, obgleich diese Gruppe nach außen ches. Die Zeiten sind vorbei, in denen das der Fürst Lichnowsky war auch innerlieh hin nicht als Partei erscheint. Im Grunde er machte nicht mit, genommen handelt es sich um eine Kabale System sich nach außen hin eine Maske ein Grandseigneur vorgebunden hat. Heute ist es brutal auf- wenn die wilhelmische Diplomatie einen im größten Stil, um eine Art Verschwörichtig, wie Mussolini bei der Vorbereitung Kurs einschlug, der die Methoden des Drit- rung gegen die offizielle englische Politik, der Art der Verschwörung, wie des abessinischen Krieges. Herr von Rib- ten Reiches vorempfand. Herr von Ribben- von bentrop verbirgt den Engländern nichts trop ist mit ganzer Seele dabei. Drei neue sie in der Weimarer Republik außergegen die und also haben sie auch nicht die Ent- Gebäude, ein Festsaal für tausend Perso- halb der Verfassung und schuldigung, sie seien getäuscht worden. nen, ein ganzer Park teurer Autos, die Verfassung betrieben worden ist. Alles, startbereiten Flugzeuge auf dem Dache was gerade aus diesen Kreisen gegen die Der Stil des Herrn von Ribbentrop ist und über allem ein eigener Radiosender bolschewistische Methode der Einmischung halt zu kaufen, von Miete oder Kleidung gar eine Mischung aus Wilhelm und Adolf, illegal, wie die englische Regierung fest- in die inneren Verhältnisse eines Landes seine Diplomatie eine Steigerung der wilhelminischen. Wie er über die Brutalitäten gestellt hat alles bestimmt zur Erobe- vorgebracht worden ist, läßt sich in potenhelminischen. Wie er über die Brutalitäten Zur Zeit werden in Schlesien die allgemei- des Systems, über Konzentrationslager und rung der englischen Society. Es paßt zwar zierter Form auf das Verhältnis zwischen schlecht zu der Propagandathese, die dem Hitlersystem und dieser englischen nen militärischen Musterungen durch die Be- Gefangenenmiẞhandlungen denkt, hat er Deutschland zu den>> Have- nots<, zu den Adelspartei anwenden. zirkskommandos vorgenommen. Alle Männer vor einiger Zeit schriftlich von sich gege Proletariern unter den europäischen Völ- Man stelle sich nur diese Verhältnisse vom 20. bis 45. Lebensjahr müssen zur Stel- ben. Seine Ethik ist die der Gestapo. Was kern« rechnet, aber Herr von Ribbentrop umgekehrt vor! Man stelle sich vor, daß lung gehen, ob sie gedient haben, den Krieg er vom Frieden, hat es nicht mit dem Unterhaus zu tun, eine Gruppe von Leuten aus der deutschen mitgemacht haben oder nicht. Fast alle wer- Nebeneinander der Völker denkt, hat er sondern mit der Aristokratie, die VerCberschicht in großen Zusammenkünften den für militärtauglich erklärt und den ver- bezeugt mit seiner Unterzeichnung des ständnis für den Kavaliersstandpunkt hat, mit dem englischen Botschafter die Konschiedensten Truppengattungen zugeteilt. Sie deutsch- japanischen Vertrages. Das der für die Elite der Nation andere Maßzeption einer Politik entwickeln würde, müssen dann jeden Samstag und Sonntag an Diplomatie mit dem Knüppel, und man er- stäbe anlegt als für die ordinäre Masse. die mit der offiziellen Hitlerpolitik prinden Uebungen des sogenannten» GrenzdienMan ist in England unruhig geworden, zipiell unverträglich wäre. Was bei Ribbenstes<< teilnehmen, zwangsmäßig, werden dort neuen Wilhelm, der seinen Botschafter weil man erkannt hat, daß das Auftreten den stolzen militärisch gedrillt und langsam ausgebildet. instruiert:» Wir werden es litik heißt, würde in Deutschland VerAus einem kleinen Ort im Riesengebirge sind englischen Hunden schon zeigen, wer wir Ribbentrops in London auf der Unterstüt- trop und seinen englischen Freunden Pozung eines Teils der englischen Aristokra- schwörung, Hochverrat, Landesverrat, kriallein 700 Mann ausgehoben worden und müs- sind! Als dieser Knüppel nicht wirkte, tie beruht. In der Tat ist seit dem Beginn minelles ehrloses Verbrechen genannt wersen regelmäßig jetzt an den Zweitageübungen hat Herr von Ribbentrop bei einem seiner des Hitlersystems neben der offiziellen kurzen Besuche in London dem englischen englischen Politik noch eine zweite, eine den. Die Leute, die dabei ertappt werden daß das König sein>> Heil Hitler!« ins Gesicht ge- inoffizielle Politik geführt worden. Sie ist würden, müßten gewärtig sein, schrien gleich dreimal, damit eine wich- Hitler sehr nützlich gewesen. Sie hat es System sie ungefähr mit den gleichen Worten diffamieren würde, die die Angeklagtige Affäre daraus würde. Diese Art von ermöglicht, daß er durch die Gefahrenzone ten in den Moskauer Prozessen gegen sich Propaganda hat einige Aehnlichkeit mit der Aufrüstung ohne Unfall hindurch ge- selbst gebraucht haben. Sie würden allerder Propaganda, die die italienische Presse an den Fall von Irun. Damals wurde sicht bei Beginn des abessinischen Krieges ge- englische Luftfahrtminister Lord Lon- dings nicht nach Moskauer Muster prozesdie der frühere kommen ist. Die Rolle, bellen durch Deutschland und Italien den Re- gen England geführt hat, als sie jeden Tag donderry dabei gespielt hat, ist ganz| schrie: mit England sei es aus, und Italien eindeutig. Hitler besitzt in der englischen des 30. Juni sei auf dem besten Wege, der Nachfolger Aristokratie eine Partei. Diese Partei wirkt tet werden. Englands in der Beherrschung der Welt und der Meere zu werden. teilnehmen. Malaga Der Fall Malagas weckt die Erinnerung bar, daß die Bewaffnung der spanischen Reist kennt dahinter deutlich die Gestalt eines Das sind siert werden, sondern nach dem Muster man in Deutschland erschossen. Für viel weniger 1934 in Massen abgeschlachbellen ein militärisches Uebergewicht gab, Wie war es mit dem Genewährend die Politik der sogenannten Nichtvon Schleicher? War das intervention wie eine Blockade gedurch ihre Mittelsmänner auf das Kabi- ral nett. Sie hat ihre Sprecher im Unterhaus schlimmste, daß Hitler ihm vorwarf gen die rechtmäßige spanische Regierung wirkte. Der Fall von Irun Der Unterschied ist nur der, daß Herr wie im Oberhaus. Ihre Organisation ist und man weiß nicht einmal, ob mit Recht denunzierte den wahren Charakter dieser von Ribbentrop mit dieser groben provo- die Organisation der oberen Zehntausend, nicht ungefähr das, daß er mit fremNichtinterventionspolitik. katorischen Methode nicht einen Konflikt und die deutsche Botschaft in London den Diplomaten so verkehrt habe, wie ein Um die Jahreswende schien es, als ob vorbereiten, sondern Konzessionen und ein verhält sich zu dieser reaktionären und Teil des englischen Adels mit dem BotFrankreich und England sich aufraffen wür- politisches Bündnis erreichen will! Diese hitlerfreundlichen Adelspartei wie die Exe- schafter Hitlers in London verkehrt? Für den, um der Politik der Nichtintervention ein Methode spekuliert auf die Gesinnungs- kutive der Kommunistischen Internationale das, was Herr von Ribbentrop in England anderes Gesicht zu geben. Der Skandal schrie gemeinschaft, die zwischen einem Teil der zu einer angeschlossenen Sektion. Die ge- systematisch organisiert, wird zum Himmel. Auf der einen Seite schickten englischen Oberschicht und dem braunen meinsame Basis für diese Partei und die Italien Kriegsmaterial in System besteht. Auf diese Schicht ist das Hitlerpolitik ist der Antibolschewismus, schon wird man in Deutschland in KonDeutschland und Massen und Truppen zu Zehntausenden nach Kraftmeiertum im wilhelminischen Stil, ist der Klassen haß gegen die Emanzipation Spanien, auf der anderen Seite setzten Eng- der äußerliche Prunk berechnet, die Ver- der unteren Volksschichten, kurzum die zentrationslagern zu Tode geprügelt, wenn man nicht den Kopf abgeschlagen beland und Frankreich die Blockade gegen die schwendung, die der Botschafter Hitlers in gegenrevolutionäre Gesinnung. kommt. Das alles ist nicht ori- dieselben Kreise, die der deutschen und spanische Regierung fort. Die Weihnachts- London betreibt. Wilhelm italienischen Intervention in Spanien mit Das ganze ist ein Beitrag zum Thema noten der beiden demokratischen Mächte for- ginell, sondern Nachahmung. gegenüberstehen, die große Nichtintervention. derten Deutschland, Italien und Portugal auf, glaubte den Weg zum Bündnis mit Eng- Sympathie gegenüberstehen, die große Nichtintervention. Das Prinzip der Nichtkeine Truppen und kein Material mehr zu land zu finden über die englische Ober- Summen für General Franco gesammelt intervention gilt immer nur zugunsten der Gegenrevolution. senden, und die offenkundige Intervention schicht die prunkvollen Feste seines haben. gegen die spanische Regierung zu beenden. Berlin und Rom gaben verklausulierte Zustimmungserklärungen ab. Seitdem sind an- ganz nach den Thesen der Hitlerpolitik. Ueber den Leichen in Bukarest. Die Leichen wer-| zwungen wurden, ihre Lebensbedürfnisse vom Unternehmer zu kaufen, so daß sie in völlige die rechtmäßige Regierung, die sich verzwei- den deshalb nach Rumänien transportiert. derthalb Monate verflossen. Die Marokkofelt wehrt, wird von den Mächten, die ihr Am Sonnabend, dem 6. Februar, trafen die Abhängigkeit auch als Konsumenten von ihm affäre hat die Aufmerksamkeit von der beistehen müßten, die Blockade verhängt. Es Leichen in Berlin ein. Sie wurden von gerieten. Dies System war ein Symptom ihrer eigentlichen gravierenden Tatsache abgezogen: daß Deutschland und Italien ist die Methode Italiens gegen Abessinien, einer Kompanie der Hitlerschen Leib- völligen Unfreiheit und Abhängigkeit. Die englischen Labour- Abgeordneten haKrieg führen gegen die rechtmä- auf Europa übertragen unter der Firma: Er- standarte mit klingendem Spiel in EmpBige spanische Regierung, daß sie haltung des europäischen Friedens. Woraus fang genommen, die ihnen die Ehrenbezeu- ben mit ihrer Anfrage die Aufmerksamkeit Die Leichen wurden bis zum darauf gelenkt, daß die deutschen Arbeiter auf die englische und französische Nichtinter- man den Schluß zu ziehen hat: der europä- gung erwies. heute in einer Unfreiheit leben, die dem Zuventionsnote geantwortet haben mit der Ver- ische Friede von heute besteht in der Frei- Weitertransport feierlich aufgebahrt. heit für die gegenrevolutionären Mächte, un- Die Eisernen Garden« in Rumänien sind stand vor den Anfängen der europäischen schärfung dieser Kriegsführung. Wenn das internationale Gewissen nicht gestraft Krieg gegen kleinere Länder führen eine verbotene, formell aufgelöste gegen- Sozialpolitik entspricht. Sie haben aufgerevolutionäre Formation. Das hindert nicht, zeigt, daß es nicht freie Arbeiter sind, die schon längst vor die Hunde gegangen wäre, daß ihr Einfluß in Rumänien wieder im Herr von Ribbentrop nach London kommanmüßten die Umstände des Falles von Malaga Wachsen ist, es hindert auch nicht, daß das diert hat, sondern Arbeitsklaven aus einer einen Sturm der Entrüstung hervorrufen. Dritte Reich die beiden Führer der verbote- Despotie. Weil die Position Francos schwächer und Es ist auffallend, daß die Menschen im nen Organisation, die sich eines Delikts geschwächer wurde, haben Deutschland und Dritten Reiche sich nur noch grundlos, also gen ihre eigene Regierung und eines Verbre- Instruktionen gegen Italien alles daran gesetzt, um eine militä- wohl aus purem Uebermut das Leben chens gegen die spanische Regierung schulrische Entscheidung zu erreichen, noch ehe nehmen. Wenigstens wissen die Zeitungen dig gemacht haben, feierlich und offiziell sie politisch zum Rückzug gezwungen werden fast nie mehr einen Grund anzugeben. Dabei ehren läßt. Diese Ehrung zeigt, zu welchem würden. Der Fall von Malaga ist die Folge hat es den Anschein, als geschähen die SelbstZiele das ständig wachsende Eindringen des der Vereinbarung zwischen Göring und Mus- morde immer häufiger an auffallend Dritten Reiches in Rumänien führen so... solini, Etwa 20.000 Mann italienische Trup- sichtbaren Stellen. Seit Jahresbeginn pen zu dürfen. » Gründe unbekannt«< Die internationale Gegenrevolution zieht Erniedrigte Arbeit es ist gleichgültig, ob sie dem Heer warfen sich bereits zwei junge Menschen vor ihre Fäden von Spanien bis zum Balkan. oder der faschistischen Miliz entnommen die Berliner Stadtbahn, einer auf dem worden sind sind nach Spanien transpor- Stettiner, einer auf dem Steglitzer Bahnhof. tiert worden, um Malaga zu nehmen. Diese Gründe natürlich unbekannt. Viele SelbstSendung hat sich unter den Augen der ganmörder alte und junge, Männer und Frauen zen Welt, unter den Augen der englischen und französischen Regierung, unter Augen des sogenannten Nichtinterventionsausschusses vollzogen. An dem Kampf um Malaga hat das deutsche Panzerschiff>> Adden miral Graf Spee<< offen aktiv teilgenommen. Die materielle Verteilung der Kräfte spricht deutlich über den Erfolg der sogenannten Nichtinterventionspolitik. springen auch von Kirchtürmen, Brücken. Dachböden, laufen in fahrende Straßenbahnen und Autobusse. Man könnte die Art dieser sich mehrenden Verzweiflungstaten schon fast für eine Demonstration halten. Aber da die Gründe den Zeitungen immer unbekannt sind, nur um den handelt sich's vielleicht auch Ausdruck wachsender Zufriedenheit. Verbündete innere Unruhen Auf einem Appell der SS in Düsseldorf wurde eine neue vertrauliche Anweisung bekannt gegeben. Sie verlangt von den SSLeuten scharfe Beobachtung aller Widerstandserscheinungen und gibt Instruktionen, wie solche Feststellungen am geschicktesten gemacht werden können. Außerdem wird verlangt, daß die SS Unruheerscheinungen Herr von Ribbentrop hat für die Umbau- sofort mit allen Mitteln zu ersticken hat. Man arbeiten, die er an der Deutschen Botschaft werde nicht zögern, Häuserblocks oder Stadtin London hat vornehmen lassen, 120 Arbei- teile, die als Sitz der Unruhe angesehen werter aus Deutschland nach London beordert. den können, mit Minen zu belegen. Härte Abgeordnete der Arbeiterpartei haben im Un- beim Niederschlagen der ersten Versuche sel terhaus angefragt, in welcher Form die Ent- das einzige Mittel, um gefährliche Wiederholohnung dieser deutschen Arbeiter erfolgt sei. lungen zu vermeiden. Es ist bemerkenswert, Sie haben die Vermutung ausgesprochen, daß daß die Führer der Formationen der Auffasdie deutschen Arbeiter nur Wohnung und sung Ausdruck gegeben haben, daß im Laufe Verpflegung, aber keine Entlohnung in briti- der Durchführung des Vierjahresplanes>> unscher Währung erhalten hätten. Eine solche ruhige Zeiten« kommen könnten. Entlohnung aber würde einen Verstoß gegen die Truckgesetzgebung darstellen. Das Verbot des Trucksystems hat in den Wir reden nicht vom Völkerbund. Zwei Großmächte überfallen ein kleineres Land, indem sie eine Militärrebellion unterstützen. Lebensgefährliches Parteiamt An den Kämpfen vor Madrid haben zwei Sie schicken ihre Truppen und ihre KriegsMan liest in der> Preußischen Zeitung<< Nr. schiffe, sie führen Krieg gegen die recht- Führer der rumänischen Eisernen Garde« Anfängen der europäischen Sozialpolitik einer 37:» Am 5. Februar verstarb plötzlich in der mäßige Regierung des sich auf der Seite der Rebellen teilgenommen. Sie der schlimmsten und primitivsten Ausbeu- Ausübung seines verantwortlichen Parteimachtpolitsch dieses Landes zu bemächtigen. sind beide gefallen. Die rumänische Eiserne tungsmethoden ein Ende gemacht. Das Truck- amtes, der Blockleiter der NSDAP Emil BanWas geschieht? Der Krieg wird>> isoliert<< Garde< plant eine große Demonstration mit system bestand darin, daß die Arbeiter ge- dowski im Alter von 32 Jahren.<< Landes, um Der Raubzug auf die Die Diktatur der Generaldirektoren Sterbekassen Eine Abfuhr für die Arbeitsfront. front im an Das Aktienrecht des Dritten Reiches nur Aus Beuthen OS wird uns berichtet: Schon Jahre vor dem Ausbruch des Drit-| Ihr wichtigstes Recht, die Bilanz und damit| bedeutet diese Bestimmung keine BeschränIn den letzten Wochen wird von der Arbeits- ten Reiches hatte sich der Enqueteausschuß die Höhe des für Gewinnverteilung zur Ver- kung der Besoldung von Vorstand und Aufoberschlesischen Industriegebiet des Reichstages und ein Gremium bedeutender fügung stehenden Reingewinns zu beschlie- sichtsrat, sondern eine Anweisung, wie sie planmäßig der Versuch unternommen, sich in Fachjuristen mit der Frage der Aktienrechts- Ben, ist ihr genommen. Sie darf nur noch über bei sinkenden Ausgaben für die Belegschaft den Besitz der Grubensterbekassen zu setzen. reform beschäftigt. Nach dem großen Bank- die Verteilung des Reingewinns mitentschei- gesteigert werden kann. Mit ihren freiwilliAuf einigen Zechen ist ihnen dies auch ohne krach von 1931 wurden einige Aenderungen den. Es wird also den Aktionären ein Stück gen Spenden an die Arbeiter gibt der BeWiderstand gelungen. Aber bald kam auch des geltenden Aktienrechts vorgenommen, u. vom großen Kuchen zugeteilt, und sie dürfen triebsführer der Belegschaft allenfalls die Kehrseite zum Vorschein, denn während a. den Gesellschaften die Verpflichtung auf- dann allenfalls mitbestimmen, wieviel sie da- einen Bruchteil dessen zurück, was er ihr durch man sich besonders um solche Sterbekassen erlegt, die Bilanzen durch amtlich bestellte von selbst essen dürfen. Früher mußten Fra- die vom Regime geförderte verschärfte Ausbemüht, die Reserven besitzen, die in die Bilanzprüfer kontrollieren zu lassen. Die Re- gen in der Generalversammlung beantwortet beutung abgepreẞt hat. Aber zumeist bekomZehntausende von Mark reichen, wird mit der former waren sich klar darüber, daß der Feh- werden, jetzt hat der Vorstand darüber» nach men die Arbeiter diese freiwilligen Spenden Uebernahme der Sterbekasse durch die Ar- ler nicht in einem Zuviel an Sicherungen be- pflichtgemäßen Ermessen zu entscheiden«. gar nicht in die Hand, sondern sie werden beitsfront gleichzeitig die Leistung stand, die etwa die>> Initiative<< der General- Früher konnten die Aktionäre gegen die Höhe einem Fonds zugewiesen, mit dem die Firma die Angehörigen herabge- direktoren behinderten, sondern in dem Kon- der Rückstellung wirksamen Einspruch er- arbeitet und an dem sie verdient. In jedem setzt. Diese Tatsachen wurden unter den trast zwischen gesetzlicher Vorschrift und heben, wenn ihnen durch sie die Dividende Falle: Je gründlicher der Befehl des Führers Kumpels bekannt. gesellschaftlicher Wirklichkeit. Sie waren allzusehr beeinträchtigt schien, jetzt darf an die Löhne stabil zu halten, durchgeführt wird, Als nun auch auf die Kastelengo- allerdings nicht soweit gekommen, zu begrei- den vom Vorstand festgesetzten Rücklagen um so mehr der» Betriebsführer< freiwillig grube der Versuch unternommen wurde, fen, daß die einzelne Aktiengesellschaft prak- nichts geändert werden. Man durfte anneh- soziale Leistungen gestatten, um sich selbst sich der Sterbekasse zu bemächtigen, for- tisch zu bestehen aufgehört hatte, weil sie men, daß das soviel angefochtene Depot- höhere Einkünfte bewilligen zu können. Was derten die Arbeiter sofort eine Beleg- einem Konzern oder Kartell in einem Gebilde stimmrecht der Banken, also eine Form der sich als» mittelbare Beteiligung der Gefolgschaftsversammlung, die die Verwal- von nicht mehr nur privater, sondern von ge- Zinsknechtschaft, beseitigt würde, seine Be- schaft am Gewinnergebnis<< ausgibt, ist in tung zunächst nicht zulassen wollte. Dann sellschaftlicher Macht aufgegangen war, daß rechtigung wird aber, im Gegenteil, ausdrück- Wahrheit eine gesetzlich getarnte Bereichewurde sie plötzlich einberufen und erklärt, die vom Staat festgesetzten, aber von Priva- lich bestätigt. Bei der üblichen Interessenver- rung einiger weniger leitender Personen auf daß Nichtteilnahme an der Versammlung die ten angewendeten Sicherungen versagen muß- bindung zwischen kreditgebender Großbank Gefolgschaftskosten. Der Zusammenhang zwiZustimmung bedeute, daß die Arbeitsfront ten, weil hier nur eine gesellschaftliche Kon- und der über die Kreditnahme entscheidenden schen staatlich anbefohlenem Lohndruck und die Sterbekasse übernehme. Neben Reserven trolle einer gesellschaftlichen, aber von pri- Verwaltung bedeutet das eine neben der Ent- dieser Art Gewinnbeteiligung wird sogar im von etwa 15.000 Mark kommen monatlich vaten Einzelnen beherrschten Macht gewach- rechtung der Aktionäre zusätzliche Stärkung» Deutschen Volkswirt<< in der Form zugegegegen 400 bis 600 Mark ein und dies betrachsen sein konnte. der Verwaltungsmacht. ben, in der das im Dritten Reich gestattet ist, tete die Arbeitsfront als einen fetten Bissen. in der Form der Ableugnung. Es heißt in der Nummer vom 29. 1. 1937; in die Arbeitsfront einsetzte, nicht weiter erKonvention, da auch Polen in der Sterbekasse sind, die man dann von der Arwurden die Sätze auf 480 Mark gekürzt. An der Reform des Aktienrechts ist auch im Sinne schauung auf Er darf in die Geschäfts» Gegen die Vermutung, daß bei dieser Form der Regelung die Tatsache eine Rolle gespielt hat, daß Lohnerhöhungen gegenwärtig aus den bekannten volkswirtschaftlichen Gründen nicht vorgenommen werden dürfen, spricht die Erwägung, daß...< Aber der» Unternehmer auf Aktien« kann Der Aufsichtsrat eine Kulisse Wie groß war aber die Ueberraschung, als im Dritten Reich eifrig gearbeitet worden. Auch der Aufsichtsrat wird in Zukunft die Belegschaftsversammlung einen Andrang Es wurde ein besonderer Aktienausschuß der nur noch ein Messer ohne Klinge sein. Sehr wie noch nie erlebte und der Vertrauensrat, Akademie für Deutsches Recht gebildet, nur häufig konnte er maßgebenden Einfluß auf der sich für die Einbeziehung der Sterbekasse lief diese Reform nicht in der gleichen, son- die Richtung der Geschäftspolitik ausüben. dern den bisherigen Bestrebungen gerade ent- Das ist ihm jetzt ausdrücklich untersagt und sprechen durfte und einfach vom Stuhl ge- gegengesetzter Richtung. Die Sicherungen vor der Aufsichtsrat auf die Funktion der Aufder Willkür der Konzernleiter wurden nicht sicht beschränkt. stürzt wurde, einige Fußtritte verabfolgt erhielt und hinausbefördert wurde. Dann ausgebaut, sondern fast völlig beseitigt. Im führung nicht mehr dreinreden und ist da- die Erhöhung seiner Einkünfte auch ohne jede griffen einige Kumpels das Wort, protestierJahre 1935 wurde der Oeffentlichkeit das mit nur noch eine dekorative Figur, denn von Mehrausgabe für freiwillige soziale Leistunten gegen diesen neuen Betrug der Arbeits- neue Aktienrecht in seinen Grundzügen be- außen her ist wohl die Geschäftsführung gen erreichen und ohne daß er den Staatsfront, wobei durch Zwischenrufe die ordinär- kanntgegeben. Nach der Verkündung des zu beeinflussen, aber nicht die Ge- anwalt zu fürchten braucht. Er kann AusStaatssekretärs Schlegelberger, der als der schäftsleitung sten Worte gegen die Arbeitsfront und die zu beaufsichtigen. gaben, die sonst auf anderen Konten verBonzen fielen. Ein Angehöriger der polniInspirator des Entwurfs anzusehen ist, sollte Dem Aufsichtsrat ist also die Mitbeteili- bucht sind, einfach auf das Konto: Freiwillige schen Minderheit protestierte gegen die Ein- die Generalversammlung nur noch ein» abge- gung an der Geschäftsführung genommen, Sozialleistungen buchen, z. B. Spenden für die beziehung und berief sich auf die Genfer setzter König« sein, das Führerprinzip sollte und nur noch die Mitverantwortung Winterhilfe oder sonstige Zuwendungen an die der nationalsozialistischen Weltan- geblieben. Er hat noch das Recht, den Vor- nationalsozialistische Kasse. So läßt sich bedas Verhältnis des General- stand zu ernennen und zu entlasten. Aber da quem die Wohltätigkeit, die die Industriebeitsfront nicht betreuen will. Es wurde fest- direktors zur Gefolgschaft seiner Aktionäre die Direktoren sich wenigstens formell nicht führer an sich selbst verüben, als Wohltat für angewendet werden. Nach seiner Verkündung gut selbst anstellen können gestellt, daß anderwärts von den Sterbein der Praxis die Belegschaft, ihre Selbstbereicherung als schien der Entwurf in der Versenkung ver- geschieht das wohl recht oft kassen durch die Betriebe an die Angehörigen so muß schon Gewinnbeteiligung ihrer Arbeiter und Angeschwunden zu sein. bis 600 Mark für den Sterbefall gezahlt wurAnderthalb Jahre lang irgendein Organ da sein, das das besorgt. Die stellten tarnen.» Der deutsche Volkswirt<< den und als sie die Arbeitsfront übernahm, entschiedenen Widerstand geleistet. Er wollte der Aufsichtsrat, der an ihrem Zustandekom- ren geradezu in freiwilligen Sozialleistungen schwiegen darüber alle Flöten. Schacht hatte allein vom Vorstand festgesetzte Bilanz hat fürchtet sogar, daß sich die Herren DirektoDiesen Betrug lasse man sich auf Kastelengo- nicht, daß durch die völlige Entrechtung der men nicht beteiligt ist, zuzustimmen. Stimmt übernehmen könnten,> daß der Drang Leials Mittel der Geldbe- er nicht zu, können beide Teile sich an die stungen sozialer Natur herauszustellen, sehr schaffung entwertet würde. Die gewaltigen Generalversammlung wenden. Zumeist ent- gesteigert, vielleicht sogar etwas überspannt Kapitalinvestitionen des Vierjahresplans kön- stammen Vorstand und Aufsichtsrat der glei- wird.< Man darf allerdings nicht übersehen, nen nicht ausschließlich mit Arbeitsbeschaf- chen Interessengruppe, aber auch sonst wer- daß in die Vorstände und Aufsichtsräte nach Da diese Belegschaftsversammlung sehr fungswechseln finanziert werden. Das Staats- den sie die diskrete Einigung der Austragung Errichtung des Dritten Reiches vielfach betumultartig verlief, kam die Opposition gegen monopol der Verfügung über die Kapital- ihrer Differenzen in der Oeffentlichkeit vor- vorzugte Pgs. eingezogen sind. Es handelt die Arbeitsfront wirksam zum Ausdruck, zu- reserven muß gelockert und das private, ziehen. Von der Flucht aus der Verschwiegen- sich also um eine Beteiligung am Gewinnmal durch Zwischenrufe immer wieder betont allerdings mit Staatsgeldern genährte Kapital heit der Beratungszimmer in die Oeffentlich- ergebnis weniger für die Belegschaft als für wurde> wir sch..... auf die Arbeitsfront< zur Finanzierung von Neuinvestitionen her- keit der Generalversammlungen dürfte also die alten Kämpfer, die als neugebackene > fort mit den Gaunern<> jagt die Hunde angezogen werden. Wahrscheinlich spekuliert kaum jemals Gebrauch gemacht werden. zum Teufel Betriebsführers« entrechtet. Der Aufsichtsrat kann künftig dem Vorstand einen Vorsitzenden vorsetzen, der bei Meinungsverschiedenheit im Vorstand entscheidet, und zwar auch gegen alle anderen Vorstandsmitglieder. Damit wird der Generaldirektor zum Diktator erhoben und das Herrschaftsprinzip des politischen Regimes auf die wirtschaftliche Unternehmung übertragen. Damit ist aber auch die Aktiengesellschaft ihres Wesens entkleidet, praktisch hat sie ein abgesetzter aufgehört zu bestehen. Die Frankfurter Zeitung trifft das Richtige, wenn sonWirtschaftsführer ein arbeitsloses Einkommen beziehen. Das neue Aktienrecht ist eine Handhabe für die Wirtschaftsführer, die für die Durchführung der wirtschaftlichen Mobilisierung nötigen Finanzreserven auf Kosten der Arbeiter und Aktionäre anzusammeln. Auch die paar Konzessionen, die man Schacht hat zugestehen müssen, werden kaum verhindern, daß das ausländische Kapital von der Beteiligung an den deutschen Aufrüstungsgewinnen eher abgeschreckt als angelockt wird. G. A. F. WIR und die böse Welt > Es mag sein, daß wir Deutschen in der Welt uns nicht immer allzu großer Beliebtheit erfreuen. Das kommt daher, weil wir so fleißig, so mutig, so genau, und so pflichtgetreu gründlich sind.<< ... und weil alle anderen Völker in ihrer 80 nicht versucht, die Zwischenrufer zu Die Hauptversammlung stellen, nur die Arbeitsfront droht, daß sie In seiner Festrede zum 30. Januar, gehalKönig. dort Ordnung schaffen wird. sie ten in einer Neuköllner Volksschule und durch Die> Vorurteile<<, die in nationalsozialisti- schreibt,» die Aktiengesellschaft sei nicht alle Reichssender übertragen, sagte GöbAuf der Redenhütte bei Hindenburg schen Kreisen gegen die anonyme Form der mehr» eine Gesellschaft der Aktionäre zum bels: ist es dem Betriebsleiter Dr. Hübschen ge- Unternehmung herrschten, werden endgültig Zwecke gemeinsamen Geldverdienens<, lungen, die Sterbekasse mit der Arbeitsfront zum Schweigen gebracht durch die Erklärung dern künftig die Aktie mehr ein Finanziezu begründen, nachdem der Belegschaft mit des Reichsjustizministers Dr. Gürtner, die rungsinstrument für den Vorstand als eines Entlassung gedroht wurde, wenn sie dem Existenzberechtigung der Aktiengesellschaft Unternehmers auf Aktien'<<. neuen Plane nicht zustimmt. Trotzdem setz- sei heute unbestritten. Zwar habe es in der Im ursprünglichen Entwurf waren die vom ten die Arbeiter ihre Proteste schriftlich Vergangenheit Auswüchse gegeben, besonders Konzern abhängigen Gesellschaften völlig der ein und verweigern die festgestezte Zahlung im Konzernwesen, aber hier sei Abhilfe ge- Konzernspitze unterworfen, die Diktatur der Faulheit, Feigheit, Liederlichvon 15 Pfennigen für jeden Sterbefall bei schaffen durch die erhöhte Publizität und Konzernführer gesetzlich verankert. Ueber keit, Pflichtvergessenheit und etwa 900 Mann Belegschaft, wenn sie selbst durch die Kontrolle der Finanz- und Ge- diesen Punkt gleiten die bisher veröffentlich- Oberflächlichkeit solche Tugenden über die Gelder nicht bestimmen dürfen. schäftsgebarung. Zwar wird die Publizität ten Erläuterungen zum neuen Gesetz mit un- nicht ausstehen können. So hätte er folgeAuch bei dieser Gelegenheit wurde offen beibehalten, aber die Kontrolle dessen, was bestimmten Andeutungen hinweg. Offenbar richtig fortfahren müssen. gegen die Arbeitsfront und die Mißwirtschaft publiziert wird, beseitigt, die Macht des Vor- sind auf diesem Gebiet Schacht die meisten Protest erhoben, was den Vertrauensrat stands gewaltig gestärkt und die Funktionen Konzessionen gemacht worden. Aus dem Hardtwegen veranlaßte, die Belegschaft an- der beiden anderen Organe der Aktiengesell- Wortlaut des Gesetzes wird man ersehen, zuklagen, daß sie schon ganz vergessen habe, schaften, Hauptversammlung und Aufsichts- wie weit sie gehen. daß man im nationalsozialistischen Deutsch- rat, zu bloßen Kulissen herabgewürdigt. Der land lebe. Niemand grüße mehr mit Heil Vorstand hat künftig> unter eigener Verant- Die gesetzliche Verankerung der Selbst- politischer Kunst ein Kunst gewerbe geHitler<, jeder ziehe sich mit» Guten Morgens wortung die Gesellschaft so zu leiten, wie das herrlichkeit des» Wirtschaftsführers« wird worden ist, genauer noch: Maschinenund> Glück auf« davon und jetzt sehe man Wohl des Betriebes und seiner Gefolgschaft mit einem sozialen Mäntelchen umhüllt, das arbeit, am laufenden Band hergebed der Sterbekasse offen die Opposition. Mit und der gemeine Nutzen von Volk und Reich eine soziale Maskerade ist. Es wird nämlich stellt, rein mechanisch erdacht, ohne den Meckerern müsse Schluß gemacht wer- es fordern<. Die Generalversammlung ist bestimmt, daß ein angemessenes Verhältnis Eigenart, ohne Kultur. So mit Franzosen den und nun setzte die Belegschaft mit wirklich nur ein abgesetzter König. Ihr bleibt zwischen den freiwilligen Sozialleistungen und Politik zu treiben, macht keine Freude. >> Schluß< ein, daß der Vertrauensrat seine künftig nur die rein dekorative Aufgabe, die den Verwaltungsbezügen zu bestehen habe, Wir lieben Ritterlichkeit, ein Spiel Rede nicht weiter fortsetzen konnte. Beide Entlastung der Verwaltung auszusprechen, Notfalls kann sogar der Staatsanwalt ein- gleich zugleich, kein Herumhacken mit Vorfälle werden im Industriegebiet eifrig also die gleiche Rolle zu spielen wie die Ab- schreiten, aber er wird kaum jemals dazu Menschen.<< diskutiert und zur Nachahmung empfohlen. geordneten im Reichstag des Dritten Reiches. Veranlassung finden, denn in Wirklichkeit Die soziale Maskerade Kavaliere und Feinmechaniker >> Auch für den Bewunderer französischen Stils muß es ein enttäuschendes Gefühl sein, zu beobachten, wie aus alter, französischer >> Westdeutscher Beobachter<. 49. 743 Der Sinn der Kolonialerpressung Kolonien für Rüstung nicht für Versorgung Noch steht die endgültige Entscheidung| schaft der Hitler- Diktatur die Ernäh-[ päischen Staaten und den USA vornahm, aus, aber wenn nicht alles trügt, ist Hit- rungs- und Rohstoffschwierigkeiten be- um die Gläubiger prellen zu können, führte ler dank der Festigkeit Englands und ginnen. Gewiß hatte Deutschland nach ebenso zu einer Verschlechterung der Frankreichs in Spanien und Marok- Eintritt der Krise durch die Art seiner deutschen Ausfuhr. Denn wer die Einfuhr ko zum Rückzug gezwungen. Es wäre die Agrarpolitik, die die besten Abnehmer der anderen unterbindet, unterbindet zuerste außenpolitische Niederlage der Dikta- seiner Industriewaren schwer schädigte gleich die eigene Ausfuhr. tur und der Prestigeverlust beträchtlich. und sie zur Verringerung ihrer Einkäufe Hat also die nationalsozialistische Kürzlich Je haben sich von jeher in betontem Maße bel der Weiterleitung der ihnen zufließenden Gelder von sozialpolitischen Rücksichten leiten lassen. Sie sind die Hauptgeldgeber des gemeinnützigen Wohnungsbaues. mehr die Anstaltshypothek durch die Privathypothek verdrängt wird, desto schwieriger wird es sein, den aus sozial- und bevölkerungspolitischen Rücksichten in gleicher Weise vordringlichen billigen Kleinwohnungsbau zu fördern. Die Verschiebung der Finanzierungsformen des Wohnungsbaues hat also zunächst dazu geführt, daß der für die schaffende Bevölkerung tragbare Kleinwohnungsbau nicht in dem gewünschten und auch notwendigen Maße die Unterstützung fand, die seiner zentralen Bedeutung entspricht...< Klar ausgedrückt liegt also die Wandlung, Finanzierung des Wohnungsbaues zu verlers das Reich, die Gemeinden, die Sozialverliche Mittel für den Bau von Arbeiterwohnunden diese Mittel alle von der Regierung mit gen zur Verfügung gestellt haben. Jetzt werBeschlag belegt und zur Herstellung von Kriegswaffen, Munition und anderem Kriegsmaterial verwendet. Für den Arbeiterwohnstättenbau bleiben nur geringe Beträge übrig. Als Folge dieser Wandlung ist festzustellen, daß der Kleinwohnungsbau in den letzten vier Jahren nur geringen Umfang gehabt hat. Die Versorgung Wohnungsnot, die in Deutschland von den ärmeren Bevölkerungsschichten schon vorher als drückend empfunden wurde, ist seither noch schlimmer geworden. Noch folgenschwerer wäre die psychologi- in Deutschland zwang, durch die Einfüh- Wirtschaftspolitik sich die Erschwerung sche Wirkung. Die beiden großen Demo- rung des Kontingentsystems und andere des deutschen Außenhandels selbst zuzukratien des Westens hätten die Erfahrung Maßnahmen selbst seine Exportfähigkeit schreiben, so wäre selbst dies nicht hingemacht, daß ein energisches Auftreten schon geschädigt. Aber das waren Harm- reichend gewesen, die Versorgungsschwie- die seit dem Beginn des Hitlerregimes in der selbst jetzt nach der großen Machtver- losigkeiten, verglichen mit der Wirt- rigkeiten zu schaffen; diese sind vielmehr schiebung zugunsten Deutschlands aus- schaftspolitik der Diktatur. Die agrarische das alleinige Produkt der über zeichnen ist, darin, daß bis zum Antritt Hitreicht, um die Angriffslust der Diktatur in Autarkiepolitik führte zwar nicht zur spannten Aufrüstung. Schranken zu halten, und diese Erfahrung» Nahrungsfreiheit<< der Satz von 20 bis hat der» Economist<< dafür den schlüssigen sicherungsinstitute und die Sparkassen erhebkönnte recht fruchtbar werden. Es ist 30 Prozent, den wir für die Ernährung Beweis erbracht. deshalb nicht verwunderlich, daß die Dik- aus dem Ausland beziehen müssen, hat Das Blatt untersucht die Gestaltung tatur ihr Zurückweichen an einer Stelle sich nicht wesentlich geändert, aber zur der deutschen Rohstoff- und Nahrungssofort mit einer neuen Offensive zu be- Erhöhung der industriellen Selbstkosten mitteleinfuhr und vergleicht zunächst den mänteln sucht, und einen breit angelegten und zur teilweisen Zerstörung der Han- Stand des Hochkonjunkturjahres 1929 mit Angriff in der Kolonialfrage delsbeziehungen mit den wichtigsten Ab- dem von 1935. Das Resultat ergibt sich unternimmt. Trotzdem wäre es falsch, in nehmern. Die Einfuhrdrosselungen, die aus folgender Tabelle( in tausend dem mit dem ganzen propagandistischen Schacht gegenüber den wichtigsten euro-| Tonnen): Aufwand geführten Vorstoß nur einen taktischen Zug, eine Art Ablenkungsmanöver zu sehen; für die nationalsozialistische Kriegswirtschaft, die Deutschland in immer steigendem Maße die Rohstoffund Ernährungsschwierigkeiten beschert hat, wird die Erwerbung reicher wickelter Rohstoffgebiete eine unerläßliche Bedingung In der Textilgruppe machte die ge-| Dagegen war die Versorgung mit EisenFortführung der Rüstung. Die steigerte Erzeugung von Stapelfaser und erz infolge Abnahme der Einfuhr und der Kunstseide eine etwas geringere Einfuhr inländischen Erzeugung um 10 Prozent Der Ernährungsphysiologe der Die Inlandsproduktion von Flachs von Wolle und Baumwolle mehr als wett. geringer. Daß die Eisenerzeugung auch in Leipziger Universität, Prof. Dr. nahm diesem Jahre gestiegen war, ist durch Scheunert, hielt in der Sitzung der Sächebenfalls etwas zu, während gleichzeitig einen Rückgriff auf die Vorräte und die sischen Akademie der Wissenschaften einen auch die Einfuhr von Flachs, Hanf und Mehrverwendung von Schrott zu erklären. Vortrag, für den ihm eigentlich das Kriegsund jedenfalls kann es nach den Einfuhr- Versorgung mit Textilrohstoffen eine Zu- Blei ging etwas zurück, was aber durch zuteil werden sollte. Jute etwas stieg. Im ganzen zeigte die Die Einfuhr von Kupfer, Zinn, Zink und Kohlrübenverdienstkreuz am Sauerkrautband entder Hoffnung, auf dem neu erreichten Stand zu einer gewissen Verminderung wenigstens der einmaligen, außerordentlichen Ausgaben zu kommen, hat anläßlich der Gegenwehr der anderen Staaten getrogen, zahlen der Kriegsrohstoffe im Jahre 1936 keinem Zweifel unterliegen, daß Rüstungsausgaben Gesamt1929 1935 • • Einfuhr 754 2.429 16.837 49 930 Inlands- Gesamterzeugung Versorgung 53 103 6.373 807 2.532 23.210 2.532 2.407 Einfuhr 759 3.478 14.043 3.478 910 Inlandserzeugung 91 430 6.044 430 1.520 850 3.908 20.087 3.908 2.430 Textilrohstoffe Mineralöl Eisenerz Kautschuk Nichteisenmetalle 1.477 nahme von etwa 5 Prozent. Die Versor- die Zunahme Essen macht schwach der einheimischen Erzeu- Bericht: Eine ganz andere Entwicklung zeigt Rüstungsproduktion und gung mit Petroleum vermehrte sich um gung kompensiert wurde. etwa 50 Prozent infolge einer 40prozen1936 gegenüber 1935 noch gewachtigen Steigerung der Einfuhr und einer das Jahr 1936. Danach erhalten wir für sen sind und 1937 sicher keine Vervierfachung der Inlandserzeugung, wo- die ersten elf Monate die nachstehenden Verminderung erfahren werden. Die Forderung nach Kolonien nichts anderes, als das Eingeständnis der Diktatur selbst, daß Tempo und Ausmaß der Kriegsvorbereitung über die deutsche Wirtschaftskraft hinausgetrieben worden Mineralöl ist, daß die Diktatur hier an eine Schranbei nur Rohöl und nicht die Produktion Zahlen in tausend Tonnen: von künstlichem Benzin berücksichtigt ist. ist ke gestoßen ist, die sie nicht mehr ökonomisch, sondern nur politisch, durch Erwerb neuer reicher Gebiete, zu über1935 1936 Inlands- GesamtEinfuhr erzeugung Versorgung Textilrohstoffe . 709 3.121 12.826 84 1391 5.540 W 67 810 1.397 793 3.512 18.366 67 2.207 Einfuhr 587 3.494 17.109 72 Inlandserzeugung 136 405 5.762 GesamtVersorgung 723 3.899 22.871 72 935 1.428 2.363 Eisenerz Kautschuk Nichteisenmetalle metallen zu. Er sagte nämlich laut » Die Verbrauchssteigerung an Fetten sei ernährungsphysiologisch besonders ungünstig, da diese Stoffe meist so gut wie vitaminfrei sind. Die vermehrte Verwendung von Fetten, raffinierten Produkten und weißen Mehlen habe bei uns schon zu Erkrankungen geführt, die auf einen Mangel an diesem Vitamin zurückgingen. Hier sei der Verzehr von Brot, und zwar möglichst Vollkornbrot und Kartoffeln wichtig. Als Forderungen stellte Prof. Scheunert auf, die unerwünschte Verschiebung unserer Ernährungsweise zur fett- undfleischreichen, ballastarmen Kost rückgängig zu machen und damit die möglicherweise zu befürchtende Schwächung eines Bevölkerungsteiles zu vermeiden. Für eine genügende Bereitstellung an Vitamin- A- haltigen Stoffen sei dadurch zu sorgen, daß die Lagerfähigkeit billiger Gemüse erhöht werde.<< Butter und Eier, Fett, Fleisch und Wurst um Man möchte die Menschen gern wieder so einen kleinen Die Einfuhr von Textilien wurde 1936| denz, daß die ganzen deutschen Schwierigwinden hoffen kann. Wenn Hitler in sei- außerordentlich stark verringert und trotz keiten und vor allem die fortgesetzte Verner letzten Rede beteuert hat, er fordere der Zunahme der einheimischen Produk- schlechterung der Lebenshaltung auf die Kolonien nur zu rein wirtschaftlichen, tion von Stapelfaser und Stapelfaser und Kunstseide simple Tatsache zurückzuführen sind, daß nicht zu strategischen Zwecken, so ist die nahm die Versorgung ab. Dagegen stieg auf Hitlers Gebot die eingeführten Rohklare Antwort auf diesen Täuschungs- die Mineralöleinfuhr stark an und die stoffe nicht mehr zur Herstellung von versuch die: er fordert sie zu kriegs- Eisenerzzufuhr wurde plötzlich um über Konsumgütern und von Waren, die im sind also gar nicht knapp, sie werden dem wirtschaftlichen Zwecken, 33% Prozent gesteigert und ebenso nahm Ausland gegen Konsumgüter ausgetauscht deutschen Volk nur weise vorenthalten, deren Erfüllung ihm die Erreichung seiner auch die Versorgung mit Nichteisen- werden könnten, verwendet werden dür- seine>> Schwächung zu vermeiden<. strategischen Ziele ermöglichen soll. fen, sondern zur Herstellung von Munition, Daß die deutschen Rohstoff- und Er- Mit Recht folgert daraus der» Econo- Kanonen, Flugzeugen usw. Daraus ergibt strotzend sehen, wie im Winter 1917/18, da nährungsnöte eine Folge der überspann- mist«, daß verglichen selbst mit sich aber auch politisch, und das beginnt sie nach Scheunertschen Rezept ernährt wurten Aufrüstung sind, ist zu evident, als dem Hochkonjunkturjahr 1929 man endlich auch draußen, namentlich in den und vor lauter Uebermut spitalreif auf daß es noch vieler Beweise bedürfte. Die Deutschland weder 1935 noch England, einzusehen, daß die Abtretung den Straßen zusammenbrachen oder sich im alten deutschen Kolonien haben kaum vier 1936 einen ernstlichen Mangel von Kolonien an Deutschland nur die ein- Vollbewußtsein ihrer Kraft Prozent zum deutschen Außenhandel bei- an Rohstoffen in Wirklich- zige Folge hätte, das deutsche KriegsHungertyphus leisteten. getragen und für die Versorgung Deutsch- keit gehabt hat. Aber 1929 hatte potential zu stärken und noch mehr Rohlands mit Nahrungs- oder Rohstoffen eine Deutschland auch noch nicht die riesige stoffe der Kriegswirtschaft zur Verfügung Deutsche Kurzberichte ganz untergeordnete Rolle gespielt. Eben- Aufrüstung. Die sogenannte Aushunge- zu stellen. Deshalb die Erklärung der sowenig wie die skandinavischen Länder rung an Rohstoffen trifft eben ausschließ- englischen und französischen AußenminiDer Einzahlungsüberschuß bei den deutoder die Schweiz, heute in Europa die lich den Zivilbedarf. Die Beherrscher ster, daß irgendwelche Wirtschaftsverschen Sparkassen ist im Jahre 1936 Länder mit der höchsten Lebenshaltung Deutschlands haben diesen Weg freiwillig handlungen nur im Rahmen einer um mehr als 180 Millionen RM niedriger als der Massen, hat Deutschland nach Ueber- gewählt, welche Opfer immer dadurch dem meinen politischen Bereinigung möglich wicklung, die zeigt, daß die Sparer immer vorallge- in dem voraufgegangenen Jahre. Diese Entwindung der Kriegsfolgen Rohstoffschwie- einst so großen deutschen Export und den rigkeiten gekannt, trotz des Anstiegs der Ernährungsbedürfnissen des Volkes auf- wären, die eine Begrenzung der deutschen sichtiger werden, wirkt um so auffälliger, als Lebenshaltung von 1924 bis 1930; von 1924 bis 1930; ein erlegt worden sind. Es handelt sich also Rüstungen und eine Garantie gegen die das Arbeitseinkommen für 1936 angeblich deutschen Angriffsabsichten stetig steigender Export sorgte dafür, daß nicht um irgend einen vorher überlegten gewährlei- etwa 4 Milliarden höher sein soll als 1935. Gerade das aber will die Diktatur der Einfuhrbedarf stets reibungslos ge- Boykott, um eine Erdrosselung oder wirt- stete. deckt werden konnte und selbst noch nach schaftliche Opferung Deutschlands durch nicht, und mit aller Deutlichkeit hat es Die Zahl der Eheschließungen Eintritt der Krise blieben Versorgungsandere Länder, sondern um die unausbleib- Hitler in seiner letzten Rede ausge- weist eine rückläufige Tendenz auf. schwierigkeiten infolge von Einfuhrhem- liche Rückwirkung einer innerhalb sprochen. Hitler will nicht ver- deutschen Großstädten kamen 1934 auf mung eine völlig unbekannte Erschei- Deutschlands von dessen eigener Regierung handeln, er will erpressen. Da- 10.000 Einwohner 126 Eheschließungen, 1935 nung. Wenn aber jetzt die Nationalsozia- systematisch befolgten Politik auf seinen gegen gibt es allerdings nur eines: sich 108 und 1936 98. Auch die Zahl der Lebendlisten und ihre Presse darangehen, dem Außenhandel. der Erpressung mit stärkerer Macht zu geburten in den Großstädten bleibt 1936 hinter der des Jahres 1935 zurück. Wandlungen kalen Wandlung treffen aber Arbeiterwohnstättenbau den besonders stark.< deutschen Volke einzureden, das böse Aus- In der Tat zeigen die Zahlen zur Evi- widersetzen. land verhindere den deutschen Export und erschwere die deutsche Einfuhr, so ist das bewußte Lüge, um die Kolonialforderung zu einer Massenforderung es unter den verschlechterten Lebensverhältnissen leidenden Volkes machen und seine Aufmerksamkeit von den nationalsozialistischen Verderbern auf das» feindliche Ausland< abzulenken eine psychologische Kriegsvorbereitung. zu Denn so wenig zu leugnen ist, daß während der Krise die meisten Staaten dem internationalen Handel schwere Hemmungen bereitet haben, so wenig kann andererseits die Tatsache aus der Welt geschafft werden, daß erst unter der HerrIn den Der amtliche BekleidungskostenIndex wurde im Januar 1933 mit 106.9 ausgewiesen. Im Januar 1937 wird er mit 124.2 angegeben. Die in den vier Jahren HitlerBekleidungskosten beträgt demnach mehr als herrschaft vor sich gegangene Erhöhung der 16 Prozent. Im Deutschen Volkswirt« vom 29. Januar lesen wir in einem Artikel» Sorgen des ge- Es wird dann festgestellt, daß auch die meinnützigen Wohnungsbaues<<: Pfandbriefanstalten und Sozialversicherungs> Die Wohnbaufinanzierung zeigt nun institute, die früher in großem Umfang Aneine bedeutsame Wandlung. In den System- leihegeber für den Wohnungsbau waren, jetzt jahren, also zur Zeit der sogenannten Haus- nur noch in bescheidenem Umfang als solche zinssteuerhypotheken, stammte mehr als Im Ruhrkohlenbergba u betrug die die Hälfte aller Kapitalien, die dem Wohin Betracht kommen. Belegschaft 1934 im Durchschnitt 224.000 nungsbau zuflossen, aus öffentlichen Mit->> Eine solche Wandlung«, heißt es dann Mann. Im Jahresdurchschnitt 1936 war sie teln. Der ganz überwiegende Teil aller weiter,> macht von vornherein eine planWohnungen wurde mit Unterstützung der mäßige Wohnungsbaupolitik und auf 244.000 Mann gestiegen. In der gleichen öffentlichen Hand erbaut. Das hat nun auf- eine sinnvolle Lenkung des für die vordring- Zeit wurde die Ruhrkohlenförderung arbeitsgehört. Von den im Jahre 1935 zur Verwen- lichen Aufgaben des Wohnungsbaues er- täglich von 298.00 auf 353.000 Tonnen gedung gekommenen 1,6 Milliarden RM ent- forderlichen Kapitals unmöglich. Der steigert. Eine nur um 9 Prozent vermehrte fielen nur noch rund 200 Millionen RM auf organisierte Realkredit, also in erster Linie Belegschaft mußte demnach eine um 19 Proöffentliche Mittel; 1936 ist der Anteil noch die Pfandbriefanstalten, die sozialen Vergeringer. Die Folgen dieser radisicherungsanstalten und die Sparkassen, zent größere Kohlenmenge fördern. Nr. 192 BEILAGE die ganze soll.< Neuer Vorwärts 14. Februar 1937 Die» Elite der Nation«< SS- Wachtgruppe im Konzentrationslager Lichtenburg: Korruption Diebstahl Unterschlagung Mißstimmung Selbstmorde >> Die SS ist in ihrer Art etwas derart er zurückkam, mußte ich ihm Spargel vertrat, schon immer mächtig unterschlagen.,>> Schnüffler<< so sagten die Wachtruppen. Einmaliges und Gewaltiges, oft bis zu zehn Pfund, Salat, 200 Mark dürfte er im Monat Ihnen verbarg die Lagerleitung die aus daß sie als Keimzelle und Kraftquelle auf dem Wege vorangehen muß, den einmal auch Steckpflanzen, Gurken oder durch falsche Buchungen» ver-» altem und gestelltem Material< angefertigdeutsche Nation beschreiten Erdbeeren einpacken. Die Waren wur- diente haben, aber Ludwig machte ihm ten Prachtgegenstände. Ich mußte auf Geden von Schutzhäftlingen in Körben natürlich die Mauer, und die>> Bücherrevision< heiß des Arrestdiensthabenden über dem herbeigeschafft und waren stets durch an- fiel entsprechend aus. Ganovenehre! Spion der Zelle 36. das ist ein Sehloch dere, nicht auffällige Erzeugnisse verdeckt. Allerdings hatte Ludwig selbst allen Grund, einen Nagel einschlagen und daran eine ( Ebenso handelten andere SS- Führer, u. a. die wahren Zustände in der Photostube zu Häftlingsmütze aufhängen. So konnte Oberscharführer Scharer.) verheimlichen, denn er vertrat den Kössing keiner sehen, was der Raum barg. Ich Obgleich von der Kommandantur ver- ja in jeder Weise- auch beim Stehlen. Zu hatte strengen Befehl, die Zelle boten war, Motorräder ins Lager zu mir sagte er, wenn der Kommandant den 36 keinesfalls zu zeigen. Nach der » Schnüffler< ordnete die bringen, fand Ludwig doch immer Gelegen- Bericht bemängle, könne er noch immer die Abreise der Das Schwarze Korps<, Jahrgang 1936, Folge 45. Wir brachten in unserer vorigen Nummer Aufzeichnungen eines entlassenen politischen Häftlings aus dem Konzentrationslager Lichtenburg. Heute setzen wir die Veröffentlichung fort und drucken jenen Teil des Berichtes, der sich mit der moralischen Beschaffenheit der SSWachmannschaft und ihrer Offiziere befaßt. * Die Wachmannschaften der Konzentrationslager haben angeblich die Aufgabe, die inhaftierten politischen Gegner ziehen<<, sie im Geiste Hitlers zu» erzu>> schulen«. Man sollte meinen, es läge ihnen also daran, den Gefangenen zu zeigen, daß die Nationalsozialisten moralisch hochstehendere Menschen seien als die Marxisten, als das sogenannte Untermenschentum. Ich Manchmal ein Tierquälerei gleichfalls nur auszugsweise heit, seine» Standard«-Maschine durch die Ausrede brauchen, er sei Fleischer Lagerleitung an, daß die Möbel in die WerkHauptwache zu schmuggeln. Kamen Von dieser und verstehe von Buchführung stätten zurückgebracht wurden. Maschine wußten die ältesten wieder unerwünschte Gäste, so begann das Häftlinge nichts. übrigens zu erzählen, sie stamme aus einem Spiel von neuem. Ein Rottenführer Waggon von der Gestapo beschlagAll das waren keine Einzelerschei Der Rottenführer Herbert Waßmut- nungen. Ob Ludwig oder Thieme, Kössing nahmter Motorräder. Ludwig ließ in den versteckten Räumen des Arrests, über Torgau, der als Stenotypist im Lager ar- oder Schmidt, Waßmut oder Zarradnik, der Kommandant den er die Aufsicht führte, von den Ge- beitete, war Spezialist für Fahrrad die b- Breuning oder Schäfer, stähle. Er» organisierte« auf diesem Ge- oder der Rechnungsführer alle waren von fangenen alle Reparaturen an seinem biet im großen. Fahrräder von SS- Leuten, der gleichen Raubsucht beherrscht. So sah Rad ausführen, er bestellte Elektriker Elbe< und Mechaniker, Maler und Dre- die auswärts Dienst hatten, verschwanden der» Totenkopfsturmbann her. Da solche Arbeiten aus dem Schuppen, W a ẞmut verkaufte verboten waren, aus, der die Besatzung des Lagers Lichtenoder verlieh sie für Geld an seine burg bildete. mußten die dazu gezwungenen Häftlinge immer damit rechnen, eine Arreststrafe schwarzen Kameraden. habe fast ein Jahr in enger Ge- dafür zu bekommen. Selbstverständlich gab nahm er die Räder auch auseinander, fügte Zur Lust am Stehlen kam die Lust am es für den geleisteten Dienst kein Wort des hier und da einen unbrauchbaren Teil Dankes. Auch Brennstoff und stellte aus den so gewonnenen Materia- Quälen. Sie wurde nicht nur an den Gelien» fast neue« Räder zum Verkauf fangenen ausgetobt, die Furchtbares erdulher. deten. Auch Tiere waren willkommene Objekte. So wird der in der SS- Küche beAber so trieben es alle schäftigte Schutzhaftgefangene Schmidt vom Wer immer es sein mochte, ein jeder Küchenchef, dem Scharführer Schmidt, aufunter den Angehörigen der Wach- gefordert, le bendige Schleien in truppe war bestrebt, sich auf siedendes Wasser zu werfen. Kosten der Allgemeinheit er sich weigerte, diesen Befehl auszuführen, insbesondere der Gefangenen erfolgte seine sofortige Ablösung und zu diesem harten Urteil, sondern mein naher zu bereichern. Schuhe und Kleidung Versetzung zu den Abortreinigern. persönlicher Umgang mit ihnen, zu dem ich >> erwarb< die SS mit möglichst wenig Un- Derselbe Scharführer Schmidt stellraum für Motorräder füllte ich dann den als Arrest kalfaktor in besonderer kosten. In vielen Fällen z. B. lauteten die war von einem fanatischen Haß gegen Inhalt des Eimers in Ludwigs Maschine und Weise gezwungen war. Sie schreckten weder Bestellscheine auf Vorschuhen der Katzen erfüllt. Einer seiner Kameraden, wurde von ihm unter Abgabe der gleichen Stiefel«<, die Schuhmacher jedoch mußten der damalige Rottenführer Schumann, besaß vor Urkundenfälschung noch vor Meldung sofort zurückgeführt. Betrug, weder vor Diebstahl noch vor Aber damit Die Schuhmacherei arbeitete Unterschlagung zurück. nicht genug: sie zwangen auch die für Ludwig. meinschaft mit 600 SS- Männern leben müssen, ich kenne sie betrunken und nüchtern, in ihrem Denken und Handeln, ich habe sie beim Stehlen und Betrügen, beim Schinden und Totschlagen gesehen, und ich weiß, daß ihnen nicht einmal an dem Schein eines vorbildlichen Lebenswandels, einer vorbildlichen Geisteshaltung gelegen ist. Nicht Voreingenommenheit gegen die SS bringt mich und Oel wurden» organisiert«. Befand sich die Maschine nicht innerhalb des Lagers, dann schüttete der Arrestdiensthabende den Treibstoff in einen Eimer, deckte diesen mit einem Lappen zu, drückte mir den Scheuerbesen in die Hand. Ausgerüstet mit Trichter, Eimer und Schrubber, mußte ich in Begleitung Ludwigs die Hauptwache passieren. Dort meldete er:» Ein Posten und ein Gefangener zum Scheuern!<< Im Unterund Weil vollkommen neue anfertigen. Woher eine hübsche, schwarzweiße Katze. Sie hielt oft sie das Material nahmen und ob sie für den sich größtenteils im Arrest auf. Wir alle Er brachte gleich sechs Diebstahls ins Arrest gingen, war ihre Sache. hatten das Tier recht gern, fütterten und Gefangenen zu den gleichen Ver- Paar Schuhe an, darunter solche seiner In den Handwerkerbetrieben besonders in pflegten es. Eines Tages ist sie verschwunFrau, derart heruntergerissen, daß ich der Tischlerei stellten die Gefangenen den und kehrte nie wieder. Rottenführer gehen. modern binden, ließ und Tischlerei für sich arbeiten stehlen zu lassen. Alle Gegenstände, die er für seinen Haushalt oder als Geschenk >> rasch<< benötigte, bezog er auf diese Weise umsonst: Tabletts und Bügelbretter, Schreibzeuge kästen, Briefmarkenkassetten und Geldkästchen vielseitig waren und NähArresthölle. zur mußten dann das Schreien der Tiere, hörten an die Schwänze aber erlebte ein Einschreiten der Lagerleitung. Geistige Stumpfheit Ein besonderes Merkmal der Wachmanndie geistige MinderbeEs sollen hier nur einige Fälle geschildert mich geschämt hätte, sie einem Handwerker ganze Zimmer- und Wohnungs- Schumann teilte mir einige Tage später mit, werden. Die Liste der Diebe und Betrüger zu übergeben. Die in der Schuhmacherei be- einrichtungen her, und zwar für den daß er unterrichtet sei, wie die Katze vom in schwarzer Uniform ließe sich beliebig ver- schäftigten Häftlinge mußten Leder und Kommandanten ebenso wie für die Scharführer Schmidt halbtot geschlalängern, denn diejenigen aus der Bewachungs- sonstige Materialien Wie anderen» Führer< bis hinunter zum Rottengen und dann von ihm in das offene mannschaft, die sich nicht in skrupelloser der herstellung aus den Lager- führer. Sie schufen aus alten Möbelstücken Feuer des Küchenherdes geworWeise bereicherten, bildeten eine verschwin- beständen stehlen, falsche modernste Schreibtische, präch- fen wurde. dende Minderheit. Buchungen machen. Wehe, wenn sie sich ge- tige Schränke, fertigten Näh- Oft veranstalteten die Angehörigen der weigert hätten! Uebrigens nahm kein SS- und Spieltische an, stets mit Ein Kompagnieführer den Wachtruppe unter dem Schutze der Nacht Mann daran Anstoß, auch nicht der Werk- herrlichsten vielfarbigen Fournierein Jagden auf Katzen. Wir vernahmen Kompagnieführer Breuning hatte die meister des Betriebes, Scharführer lagen, bauten Kinderstühle und Buchbinderei unter sich. Dort ließ er Zarradnik( Wien). Es ist so Brauch. Klubsessel. Die Bestellzettel trugen das Klappern der Blechbüchsen, seine und seiner Freunde Bücher neu und Und in der Fertigkeit, das Fehlen größerer wohl den Vermerk:> Aus altem oder die ihnen die Schwarzen Familienbilder und Leder- oder Stoffmengen zu vertuschen, sind gestelltem Material. Aber das war banden, fanden sie am nächsten Tage zerSportdiplome aus seiner Jugend, die viele, die>> Erzieher« der Gefangenen wahre Mei- nur ein Vorwand. In Wahrheit waren auch viele Jahre unbeachtet gelegen hatten, ein- ster. Gab es keinen anderen Weg, so wurden hier die Häftlinge zum Stehlen gezwun- nem Fell in irgendeinem Winkel. Keiner schlagen mit heruntergerisserahmen. Außerdem benützte er seine Stel- eben die Gefangenen des Dieb- gen. So brachte z. B. der Nachfolger des lung als Kompagnieführer dazu, die Gefan- stahls bezichtigt. Irgendein in der Rechnungsführers Kraus einen Schrank, der genen in der Schuhmacherei und in der Schuhmacherei beschäftigter Häftling so die frühere Armut des Besitzers erschreckend Schneiderwerkstatt, in der Photo- z. B. Paul Männchen, Halle wanderte dann zeigte. Aus diesem» gestellten Material<< erstube, in der Wäscherei und in der für 21 oder mehr Tage in die stand ein in Birke gehaltener, 1.80 m breiter Wäscheschrank. So ließ der schaften war Auch in der Küche wurde tüchtig ge- Kommandant Bananowski einen wertigkeit und Stumpfheit. Viele stohlen. Ludwig der in meiner nächsten alten Schreibtisch zum Diplomaten- SS- Führer und-Unterführer konnten kaum Nähe arbeitete und den ich deshalb am schreibtisch umbauen. Er, der früher schreiben, geschweige denn rechnen oder besten beobachten konnte brachte täglich nie ein Herrenzimmer besessen hatte, gar einen Bericht formulieren. Einmal das Abendbrot für seine Familie in den erhielt die Möbel für ein solches im Lager absichtigte der Arrestdiensthabende Ludwig Arrestkeller, vier bis fünf Portionen hergestellt. eine Strafmeldung gegen den ArrestWurst, Butter, Fett, Käse, GurAnfang August 1936 ließ die Lagerver- gefangenen Fischbock zu erstatten. Ich sollte ken, Tomaten usw. Er sagte mir: waltung plötzlich alle Möbelstücke, die sich die Anzeige schreiben, unterließ es aber. Als Noch ein Kompagnieführer Die können daneben stehen, ich in den Werkstätten in Arbeit befanden, in ich am frühen Morgen in die Dienststelle Vom gleichen Schlage war Kompagnie- klaue ihnen doch, soviel ich will den Arrestkeller befördern. Durch kam, saß Ludwig führer Ludwig, der sich übrigens auch als Brot kaufte er sich während der sechs Mo- zwei Eingänge kamen die Lackierer, die schmierter Zettel und» arbeitete< Menschenschinder besonders hervortat. Hem- nate, die ich mit ihm leben mußte, über- Tischler und Polsterer und schleppten fertige Meldung. Bisher waren die Vermungslos organisierte« er alles, was haupt nicht. und halb vollendete Einrichtungsgegenstände suche erfolglos gewesen. Er zur Bestreitung seines Haushaltes und seiner Neben der Arrestaufsicht verrichtete herzu. In ganz kurzer Zeit war die brachte es einfach nicht fertig, persönlichen Bedürfnisse nötig oder gerade Ludwig vertretungsweise Dienst für den Lei- Zelle Nr. 36, ein Raum für 20 Mann, solch ein Schriftstück abzufaszu erlangen war.> Organisieren< ter der Photostube, Rottenführer Kös- vollgestopft mit Flurgardero- sen. Auf diese Weise unterblieb die Andas bedeutete in der SS- Ganovensprache: sing. Ludwig ließ alles, was in seinem ben, Kinderbetten, Schreib- und zeige. Der Kompagnieführer HinkelStehlen.( Vielleicht leitete sich der Aus- Haus und in seinem Freundeskreis lebte, auf Nähtischen, Gartenmöbeln und mann konnte nicht einmal die Eintragundruck von der nationalsozialistischen» Neu- die Platte bringen. Die unzähligen Aufnah- Lehnstühlen, Kleider- und Bücher gen in das Arresttagebuch machen, die von organisation<< der Gewerkschaften und ande- men, in größtem Format, auf bestem Papier schränken. Es herrschte ein wüstes mir vorgeschrieben waren. Vier bis fünt rer sozialistischer Arbeiterinstitutionen her.) und Karton teilweise äußerst geschmack- Durcheinander. In den Räumen des Ar- Zeilen enthielten 15 bis 20 FehLudwig paẞßte seine amtlichen Verrichtungen los sind nie verbucht, nie bezahlt restes, die zu betreten nur wenigen gestattet 1er. Rottenführer Schumann erzählte mir. seinem Raubbedürfnis an. Sie bildeten den worden. Wieder mußte ein Schutzhäftling war, kamen und gingen jetzt die Handwer- daß die Angehörigen der Wachtruppe FrageDeckmantel für Diebstähle in Küche für seinen Peiniger stehlen. Eines Tages| ker, arbeiteten dort an ihren Werkstücken| bogen über ihre Abstammung erhielten. und Garten, bei der Tankstelle, in ordnete der Kommandant Bananow- weiter. Die ordentlichen Betriebe aber waren Hinkelmann ließ das Formular liegen. den Werkstätten der Schuhmacher und ski eine Revision der Bücher an und be- wie ausgefegt. Die Oberen im Lager alle Aufforderungen der Kommandantur erSchneider. Führte er Gefangene zur Frei- auftragte mit der Prüfung aller Unterlagen schwärmten wie die Bienen herum. Was war folglos blieben, erteilte der Lagerführer stunde in den Garten, so machte er sich an den Betrüger Ludwig. Nun hatte geschehen? Eine Besichtigungs- Remmert dem Rottenführer Schumann der den Leiter der Gartenarbeiten heran. Wenn zwar Rottenführer Kössing, den Ludwig kommission war eingetroffen. Auftrag, gemeinsam mit» Ede« Hinkelmanı seine Wünsche und Aufträge. vor einer Anzahl bean der Als die gewünschten Angaben einzutragen. Die] Brüder kannten sich untereinMiftstimmung mögen Die hier geschilderten Zustände mögen ander, wußten von ihren Fähig ohnehin dafür Zeugnis geben, daß es den keiten und Qualitäten. Als im SS- Leuten nicht sehr um ihre sogenannten Frühjahr 1936 die auf der Kammer beschäftigten Häftlinge abgelöst und an ihrer Stelle Angehörige der Wachtruppe verwendet werden sollten, widersetzte sich der Rottenführer Schumann als Verwalter der EffektenSturmbannführer Daus Hannover Kaserne die Pulsader auf. Auch hier war der Sohn eines Spediteurs in Hannover. blieb die Tötungsabsicht ohne Erfolg. PulsEr hatte die Absicht, aus dem Schwarzen nitz wurde von seinen Kameraden gefunden Korps auszuscheiden. Der Vater war bereit, und rechtzeitig zum Arzt gebracht. Nach Ideale zu tun war. Aber sie sprachen auch den Sohn in sein Geschäft zu nehmen. Trotz- seiner Gesundung fand er in der SS- Küche dem wurde das Entlassungsgesuch abgelehnt. Verwendung. aus, daß ihnen der ganze Kram< bis Daus suchte nun, durch Widersetzlich- Anfang August 1936 erschoß sich im zum Hals stände. Während der sechs SS- Sturmmann EdelMonate, die ich im Arrest arbeitete, war mir keit eine fristlose Entlassung zu provozie- Abort der ren. Dafür ging er oft in Arrest: drei Erfurt. Obwohl wir alle wußten, daß er wie kaum einem Zweiten Gelegenheit gegekammer und erklärte:» Lieber arbeite ben, mit vielen SS- Leuten zusammenzukom- Tage, fünf Tage, wieder drei Tage, wieder Selbstmord verübt hatte, ein großer Teil von ich mit fünf Häftlingen als mit zwanzig SS- Leuten.< Jene fünf seien zuverlässig, tüchtig und leisteten mehr als men, mich mit ihnen zu studieren. Selbst bei strengung und fünf Tage, aber los kam er doch nicht. unterhalten, sie zu größter An- Fristlose Entlassungen kamen gründlichem allerdings auch vor. Ein> zu enger Umgang diese zwanzig. So unterblieb die Ablösung Nachdenken vermag ich mich mit den Häftlingen< also ein wenig der fünf Schutzhaftgefangenen. nicht eines Falles zu erinnern, in Menschlichkeit galt z. B. als Grund. Aber dem die Zugehörigkeit zur SS mit ob» schimpflich ausgestoßen<< oder fristlos Ueber- entlassen keinen sah ich traurig Eine schlimme Rolle spielte im Lager die nationalsozialistischer Alkohol war Gefangenen den Schuß hörte und den Abtransport der Leiche sah, erfolgte seine Aufbahrung in der Kirche des Lagers. Letztere wurde abgesperrt. Keiner der Gefangenen durfte an ihr vorübergehen. Essenholer und andere Kolonnen mußten andere Wege gehen. Die Freistunde Singen und Marschieren während der Freizeit auch der» Sport< unterblieb von der Lagerleitung verboten. In der Kirche aber zog alle zwei Stunden die Ehrenwache auf. Als nach mehreren Tagen die Leiche zur Ueberihre Dienst aufgaben in be Wachtruppe auszuscheiden, sprachen sie oftführung in die Heimat nach dem Bahnhof trunkenem Zustand. Solche Tage mals aus. Jeder war unzufrieden und fragte, Es ist sehr wahrscheinlich, daß die gebracht wurde, geschah dies in Begleitung waren schwer für uns alle. Irgendeinen be-» wie er mit den paar Pfennigen über Selbstmordversuche und Selbst des Musikzuges und der gesamten zeichneten die Torkelnden dann als> ganz Monat kommen sollte«. Der Klage, die Angroßen Lumpen«, holten ihn aus der gehörigen der Wachtruppe seien» Gefan- morde unter den Angehörigen der Wach- Lagerbesatzung in militärischer Zelle und jagten ihn im Vorraum des Ar- gene mit Gewehr«, begegnete ich wie- truppe während meines Aufenthaltes mit Gewe restes einem etwa 50 Meter langen Gang derholt. Auch wurde das Konzentrations- Lager mit der geringen Entlohnung und mit erbarmungslos hin und her, bis der Ge- lager häufig mit dem Namen» Korruppeinigte liegen blieb. tionslager Lichtenburgs belegt. Trunksucht der SS- Leute. Nicht zeugung begründet wurde. Für alle darüber. Wohl aber erhielt ich in einigen entzog man uns. Das dienstlich angeordnete selten währten die Saufgelage auch war es eine Existenzfrage. Immer bildeten Fällen Zigarren und Zigaretten mit den > Kamera dschaftsaben de« genannt das niedrige Einkommen, die hohen Worten:» Rauchen Sie eine Zigabis zum hellen Morgen. Dann er- A bzüge, der lange Dienst den Gegen- rette mit mir! Jetzt gehöre ich füllten die Wächter besonders die beiden stand unserer Gespräche. Die Absicht, eine zu Ihnen.<< Kompagnieführer Ludwig und Hinkelmann lohnende Stellung zu suchen und weiter. war aus der den Selbstmorde im Weise. * Traueranzeigen der Mutter der politischen Ernüchterung zusammen- und seiner zwei Schwestern sowie des hingen. > Totenkopfsturmbannes Elbe« in den ErfurDer größte Teil der Arrestanten aus den Einmal zeigte mir Kompagnieführer Ludwig So schoß sich Pfingsten 1936 der Rot- ter Zeitungen, die unsere dort beheimateten Kameraden erhielten, gaben einen» Unfall Reihen der SS wurde wegen Trunken- das Hoheitsabzeichen und fragte, ten führer Clauswitz in Torgau, wo heit eingeliefert. Mitunter war es ganz was das Blechstück vorstelle. Als ich vor- er seinen Urlaub verbrachte, ein Loch in im Dienste als Todesursache an. schlimm. Vier, fünf, ja acht Mann sichtig antwortete, ich sei seit drei Jahren die Brust. Mehrere Monate lag er zwigingen an einem Tag oftmals eingesperrt und kenne dies nicht, erklärte er schen Leben und Sterben im dortigen KranSadismus, Brutalität, Kornoch betrunken in Arrest. Aber mir lachend:» Mensch, das ist der kenhaus. Als er Ende August 1936 geheilt ruption, Dummheit, innere es nalf nichts, und die Auswahl recht Parteispatz. Sag das aber nicht, wenn nach Lichtenburg zurückkam, versah er sei- Leere bis zum Lebensüberdruß zufällig. Die anderen trieben es genau so du draußen bist, sonst wirst du sofort wie- nen früheren Dienst weiter. Wenige Wochen so sieht die SS im Lager Lichtenburg, der abgeholt.<< Den Stahlhelm nannte jeder später nahm der Sturmmann Pulsnitz so oder ähnlich sieht sie im ganzen Reiche Ein trübes Kapitel bildeten die Kan- SS- Mann den» Parteihute. eine Rasierklinge und schnitt sich in der aus. tinengelder. Die Gefangenen hatten das Recht, wöchentlich bis zu 15 Mark zur Bestreitung persönlicher Bedürfnisse und zur Beschaffung von Zusatznahrungsmitteln aus der Kantine zu verwenden. Der Umsatz betrug bei einer Belegschaft von ca. 600 Mann wöchentlich etwa 650 bis 700 RM. Die SS- Leute erhielten für alle Waren, die sie in der Kantine kauften, Bons, so daß nach Jahresschluß eine Rückvergütung von 10 Prozent ausgezahlt werden Was Walter Frank, einstmals in der.> Sy-| nen Presse ein großaufgemachter Artikel aus und intensivster Auslese! Man hat soviel unter konnte. Wir zahlten die gleichen stemzeit bei akademischen Prügeleien in seiner Feder unter dem ominösen Titel:>> Wo dem Nachwuchs gesiebt und reglementiert, des nationalsozialistischen bleiben die Gelehrten?« Er konsta- bis das Objekt dieser Erziehungsarbeit unter Preise wie die SS, mußten uns jedoch häu- vorderster Front SO zusammengefig mit den Waren begnügen, die minder- Studentenbundes, unter den braunen Histori- tiert nach vierjähriger intensiver Umorgani- den Händen der Erzieher -wertig waren und keinen Absatz fanden. kern ist, das ist Ernst Krieck unter den sierung des deutschen Hochschulwesens den schrumpft ist, daß man die Katastrophe alarAber auch für unsere Waren wur- Philosophen und Pädagogen. Man darf ihn drohenden Zusammenbruch in der entschei- miert. Wer aber ist schuld daran? Die früden der Kasse Bons entnommen als einen der Einpeitscher des neuen Wissen- denden Frage: Er hat zahlund die darauf entfallenden 10 Prozent Rück- schaftsbetriebes bezeichnen. vergütung einem besonderen Fonds zuge- reiche Hochschullehrer unter Drohungen zur führt. Aus diesen von den Gefan- Gleichschaltung genötigt und an miẞliebigen genen aufgebrachten Mitteln Konkurrenten jeglicher Rasse sein Mütchen die sogenannten Kantinen gel- gekühlt. Gleich nach Hitlers Machtantritt bestritt der Totenkopf- wurde er Rektor der Frankfurter Universität sturmbann Elbec Sauf- und prominenter Verkünder der national> Wissenschaftslehre<< neben gelage. An solchen Tagen schlichen diese sozialistischen Führer besoffen in den Küchen und Rust. Räumen umher oder lehnten zum Ekel Aber nun welche Ueberraschung! der Eingekerkerten hilflos an Mauern und gesellt sich dieser Günstling zu den Meckerern! Soeben läuft durch einen Teil der brauNeuer Massenmord unter den Hochschullehrern den dern Türen. seine Derschlichte Gesandte Märchen für das deutsche Lesebuch. Er kam aus dem schlichtesten Lande der Welt, bewohnt von den schlichtesten Recken. Man aẞ dort nur Eintopf und hauste im Zelt und schlief unter härenen Decken. Schon als er sich nahte, der Repräsentant dieser heldischen Welt des Entsagens, da schämten die Herren im britischen Land sich baß ihres satten Behagens. Krieck kündigt eine» Operation« an: Drittelung der deutschen Hochschulen und radikale» Zusammenfassung« des professoralen Mannschaftsbestandes heiraten, wobei entsprechend der Sanftmut der Autorin jede politische oder weltanschauliche Tendenz vermieden wurde, um den Buchabsatz nicht zu gefährden. Da wird die alte Dame sie hat soeben die 70 erreicht von den Kesselpauken des Dritten Reiches zu heroischen Spätleistungen angespornt. Im Lehmann- Verlag in München gibt sie soeben Erinnerungen» Aus halbvergangenen Tagen heraus, die mit Recht die parteiamtliche Abdrucksgenehmigung erhalten haben, weil die alte Tante Auguste alle braunen Passagen vom Dolchstoẞ bis zur Rettung treu imitiert. Unter anderm berichtet Und siehe- er kam und er grüßte gar stolz sie ein Erlebnis aus dem Jahre 1918 mit dem Gruße der ehernen Norden. Er duldete um sich nur schlichtestes Holz im Stile der Kreuzritterorden. Er lebte gar hart. Sein spartanisches Tun kam dem Ruf seines Landes zugute, - aus > Es ist kein Geheimnis, daß der qualitative und quantitative Mangel an Nachwuchs die Hauptgefahr für die Zukunft der deutschen Hochschule darstellt. In einer ganzen Reihe von Fächern ist here Hochschulpolitik und ihre Nährväter, versteht sich. Liberalismus und Marxismus In der Systemzeit hätte man, sagt Krieck, Hohlräume geschaffen, Expansion auf Kosten der Qualität, und die Wissenschaft und Nachwuchs- und Ergän- die Hochschule nur als Durchgangsstadien zungsfrage schon fast zu einer für stets breitere Berufsfelder betrachtet. Die In Katastrophe geworden. drei neue Habilitationsordnung sei bis zur Stunde Lehrgängen der Dozentenakademie habe ich beispielsweise unter rund 120 Kamera- noch nicht in der Lage gewesen, an dieser Siden einen einzigen Juristen zu sehen bekom- tuation in sachlicher wie in materieller Hinsicht etwas zu bessern: men.< Dies ist also das Resultat unzähliger Schulungskurse, akademischer Gepäcksmärsche » Denn die erste Voraussetzung ist, daß in Hochschule und Wissenschaft ein > Erzberger meinen Sie.<< schen Erfahrungen anmutet. Die Handlung ist Die drei kriegsmüden Frauen strahl- völlig nebensächlich, sie geht in nichts über ten förmlich auf. Einstimmig kam die das Durchschnittliche hinaus, aber die daBeteuerung:» Jo, den< Aus vollem Herzen gestand ich zu, daß zwischen gestreuten philosophischen Betrachauch ich diesem Schädling und Verräter an tungen sind für das erneuerte Deutschland Deutschland den Lohn für sein Ver- immerhin neuartig und beachtlich. Unsere halten wünsche, und wir schieden im besten Einvernehmen.< Ja, der Erzberger, der Jud! Geschieht ihm schon recht! Er hat den Krieg gemacht, er hat ihn verlängert, er hat die Front erdolcht, nachher immer weiter nichts als verraten! Auguste Supper ist begeistert, daß später ihr Landsmann den>> Lohn< durch zwei Mordbuben erhielt, mit denen sie herzverbunden war. Wer bei dieser Dichterin etwa das goldige deutsche Gemüt vermissen sollte, wird von ihr an anderen Stellen des Buches durch erder Zeit, als die Miẞmacher Orgien feierten<. Da sei sie einmal ins Wartesälchen eines kleinen Bahnhofs gekommen und habe die Gespräche dreier Frauen mitangehört, Krieger- greifende Schilderungen von Frauenleid und äußere und unsere innere Welt haben nicht den gleichen Mittelpunkt, sagt Felix, dazu ist diese Welt viel zu gemein, sie läßt von unseren Jugendidealen nichts mehr übrig: » Das Leben selber peitscht auf diese makellosen Rösser des Ideals los, es rupft ihnen die Schwingen Feder um Feder aus, sie können bald nicht mehr fliegen, sie sehen sich bald gezwungen, auf irdischen Bahnen zu bleiben, sie verwandeln sich bald unter dem Beifall der Verwandten, Vorgesetzten, Chefs und aller vernünftigen Menschen überhaupt in nüchterne, tüchtige Postgäule.< Später mahnt uns> das Gutes, man muß frauen voller Verlangen nach ihren Männern Mutterschmerz entschädigt, oft übersonnt von sich Tag um Tag gegen diese Mahnungen zur und mit der Seele zugleich nach den Schul-» lächelndem Humork. So wird sie denn von Wehr setzen, denn man kann den anständigeof die ältesten Lords selbst verbeugten sich nun digen für die lange Dauer des Hanns Friedrich Blunck und Heinz Steguweit ren Regungen ja doch nicht folgen: vor dem neuesten adligen Blute. Krieges suchend: mit Recht zum einstigen Dichtersitz Thomas » Verschieße sot mer den! Auf- Manns geleitet und mit einem Jubelkranz geEin Vorbild das war er, vom Führer er- knüpfe muß mer den elende schmückt:> eine deutsche Dichterin!<< wählt, die Gegner durch Schlichtheit zu zähmen. Und wenn Euch's ein Engländer anders erzählt, so lügt er und sollte sich schämen. Die Mord- Auguste Eine herzige deutsche Dichterin Auguste Supper war bis 1933 eine Unterhaltungsschriftstellerin für Backfische aller Lebensalter. Leicht bluboüberwiegend pflegten in ihren Romanen seriöse Männer liebenswerte, überwiegend blonde Mädchen zu Tropfe!< 3 burg?< Frau Supper fragte, so berichtet sie weiter, wer denn damit gemeint sei:» Ludendorff?< >> Noi, noi!<< > Hinden>> Noi, noi!<<» Der Kaiser?< Das typische Ende H. Felix Riemkasten war einmal sozialließ demokratischer Redakteur, sich eine man » Das kommt davon, daß man unter Menschen lebt. Man muß heulen mit ihnen. Es fragt sich eigentlich nur, wie laut. Und hier, an diesem Punkte, blühen die wenigen, staubtrockenen Blumen des Guten. Wir nehmen dir den Halunken nicht übel, den du spielen mußt, aber hübsch wäre es, wenn du überall da, wo das diese Theater geschlossen werden kann, häßliche Schminke abtun wolltest. Kurz gesagt: gut ist der, der nur da schlecht ist, wo das Gutsein gar zu hart bestraft werden würde durch verbrannte Finger. Gut ist der, der zum wenigsten eine kleine innere Welt inmitten der großen äußeren Welt zu erhalten bemüht ist. Bemüht.<< >> Noi, noi, das wurd mer den Kaiser meine!< dreckige Affäre zuschulden kommen, mußte Kurz darauf löste sich das Geheimnis fol- abtreten, schrieb einen pamphletistischen Roseine früheren Parteigenossen, gegen gendermaßen: wurde von den Hakenkreuzlern wohlgefällig aufgenommen und landete bei Hitler. Mehrfach wirkte er bei Festspielen des Dritten Da kam mir plötzlich die Erleuch- Reiches mit, Jetzt ist im Brunnen- Verlag ein tung. Der Name, den so viele der Ein- Roman von ihm erschienen, der stellenweise sichtigen damals zähneknirschend aussprachen, fiel mir ein. wie ein Epilog der bisherigen Riemenkasten-| der » Ha wissen Se, den, der wo schuldig ist, daß der Krieg so lang net ausgeht! Den wie heißt er doch au ?< So gemein ist die Welt? Und das inmitten neuen Volksgemeinschaft, die jedem Auftrieb zur Neugestaltung) von innen her einsetzt. An einigen Stellen ist der Durchstoß schon kräftig erfolgt. Kommt eine Wissenschaft, die wirklich in positiver Mitgestaltung und Mitverantwortung vor deutscher Volksgemeinschaft und deutscher Zukunft steht, dann wird solche erneuerte Wissenschaft auch dann eine mächtige Anziehungskraft auf die gute Jugend üben, wenn der Jugend dabei Opfer und Entbehrungen zugemutet werden. Das schwarze Femekorps Exekutierter Maler zitternde Presse der Düster spricht das Schwarze Feme- Korps Immer mit dem nötigen Körnchen Salz[ früher belasteten Kiepenheuer- Verlag genossen: augenblicklich gibt es im Dritten» Neue Tag, der» Katholische Kunstwarte, von» Flötentönen<<. Es sind die Schalmelen Reich keine interessantere Zeitung als das der» Hamburger Anzeiger, die» Kölnische der Würgengel, die den Gezeichneten das >> Schwarze Korps. Allwöchentlich er- Zeitung« und die» Berliner Börsenzeitung«. Kainsmal aufprägen:» Warte nur, balde<... scheinend, entwickelt sich das obligatorische Hier wäre nämlich u. a. über das Werk Pan- Furcht und Schrecken ersticken die letzten Publikationsorgan der SS immer stärker zum koks zu lesen, daß man sich zu diesen Künst- Spuren schöpferischer Leistung und jagen drakonisch funktionierenden Oberzensor ler noch bekennen wird, wenn die herr- die höllischen Versucher eigener Meinungsder zensierten Presse, womit es im schenden Kunstrichtungen bildung in allen deutschen Redaktionsstuben Zeitungswesen genau die Rolle der SS als längst verschollen sind. in schimpfliche Flucht. Darauf also will Krieck hinaus! Ihm ist Gendarmerie für die SA übernommen hat. an den deutschen Hochschulen trotz redlich- Wo angeblich die astrale Idee des NationalDazu genügt aber das liberale oder romantische» stille Wachsenlassen« nicht. Es muß vielmehr endlich an Hochschule und Wissenschaft eine geistige Führung einsetzen.< H. ster Bemühung mit Zuckerbrot und Peitsche sozialismus angetastet wird, wo noch jemand Nationaler Atheismus hischen Weltanschauung unseres Blutes weil gionsbücher aufgezwungen. In Königsberger Verlag erschien dieser Tage >> das neue Religionsbuch für die evangelischen Volksschulen Ostpreußens«. Wie die>> Preußische Zeitung« schreibt, zeigt das der>> Geist<< noch immer nicht einheitlich, d. h. wagt, in politischen, weltanschaulichen und total genug. Die Führung entbehrt noch im- ästhetischen Dingen auf der schmalen Spur Der braune Heidengott. mer der gebotenen Straffheit. Noch immer einer eigenen Meinung zu wandeln: erbittert sind zuviele>> Lücken« da, die das national- stellt das>> Schwarze Korps< den Schuldigen tums macht im Dritten Reich rasche FortDie Entchristlichung des Christensozialistische Erneuerungswerk nicht ausreizur Rede und übergibt ihn dem Pranger. Fortschritte. Den Schulen werden neue Relichend ausfüllen konnte bestimmte laufend veröffentlicht die braune Presse lange einem Kreise der deutschen Wissenschaft nicht be- Riemen aus dem>> Schwarzen Korps« und greifen wollen, daß die Forschung und ihre stellt sich demonstrativ auf seine Seite; man Resultate von den politischen Maximen der kann ja nie wissen, ob man sich nicht eines Diktatur bestimmt werden. Erst wenn die Tages, auch nur aus Versehen, eine Zweckbestimmung der Wissenschaft als Magd rechte oder linke» Abweichung<< leistet und des Regimes bis zum letzten Lehrstuhl ein- die schwarze Exekutive auf sich lenkt. In der wandfrei stabilisiert ist, wird sie nach Kriecks einstmals bürgerlichen Presse gibt es heute Meinung die nötige Anziehungskraft auf die zahlreiche gleichgeschaltete Journalisten, die > gute Jugend« ausüben können. Jeder neuen Nummer des» Schwarzen Korps< mit Zittern und Zagen entgegensehen. Wie soll dieses Ziel erreicht werden? Krieck empfiehlt eine Radikalkur: die rücksichtslose Aufhebung etwa eines Drittels der bestehenden deutschen Hochschulen, verbunden mit einer gründlichen Siebung, über deren Prinzipien man nicht im unklaren gelassen wird: alles was unter den Hochschullehrern noch unterirdisch suspekt ist, soll endlich ausgemerzt werden. Was danach an> MannKrieck denkt in noch schaftsbestand< Reichswehr- und SA- Formationen übrig bleibt, wird zusammengefaßt und neugeformte. wenn * Buch vereinbar ist.<< nur > die Es gibt nur ein Diesseits und Ewigkeit des Alls und unseres Volkes...< Das ist nationaler Atheismus; die anderen Freidenker sind nur zu ehrlich, solche Gottesleugnerei noch christliche Religion nennen und Worte wie > Gott<< und den» Allmächtigen« zum politischen Bauernfang zu mißbrauchen. zu Lasset die Kindlein >> wie das aus den Fesseln des Judentums zu mir kommen! herauswachsende Christentum im deutschen Volksraum seine Prägung fand und sich Durch die deutschen Zeitungen geht ein mehr und mehr von den artfremden Bestandteilen zu lösen suchte. Der offensichtlich vom Rassenpolitischen Amt Tod Christi wird zum Sieg über die finste- der NSDAP verschickter Artikel über die ren Mächte eines in Haß und Lüge, in Hochmut und Selbstgerechtigkeit verstrickten» Neuausrichtung der Hilfsschulen«. Darin heißt es: zum Jetzt wird der bekannte Maler und GraJudentum s. Das Kreuz wird phiker Otto Pankok in den Anklage- Zeichen der Versöhnung mit Gott.<< zustand versetzt. Im Verlag Kiepenheuer Das christliche Bekenntnis und seine Sadas Leben und kramente werden damit erledigt, denn sie bepublizierte er eine>> Passion Leiden des Menschensohnes<<, das sich nach tonen Christi Kampf gegen die Sünden und dem>> Schwarzen Korps« nicht einmal für Leiden der gesamten Menschheit, Hottentotten geziemt. Der Verräter Judas Mit dem Kreuz will Jesus laut christlichem habe darin das» nach jüdischer Vorstellung Dogma die Sünden und Leiden der ganzen freche Aussehen eines Gois«. Maria Welt auf sich nehmen. Darin liegt das erdgleiche einer der sinnlich sentimentalen Jü- umspannende, übervölkische der christlichen dinnen nach den Büchern der Lasker- Schüler, Idee. Das Naziotentum macht einen kleinen während Petrus als mittelalterlicher, unver- Provinzglauben, einen schäbigen KonkurrenzKrieck ist nicht der Mann, der sich mit schämterweise arischer Saufaus dargestellt kampf daraus, der allen Geboten der christlieiner papierenen Operation begnügt. Ton- werde. Christus selber aber habe chen Ethik widerspricht. angebend im zuständigen Ministerium, teilweise die ausgeprägten Getritt er als Sturmbote eines neuen sichtszüge Lenins, teils doch das akademischen Massenmords auf muß man im Wortlaut lesen: den Plan. Unter den Hochschullehrern, die bis zur Stunde geglaubt hatten, in leidlicher Deckung noch eine letzte bescheidene Insel eigener Dank- und Forscherarbeit zu besitzen, hat der Kriecksche Aufsatz alarmierend gewirkt. Es wird das ist das Gesetz der von ständiger Angst um ihren Bestand erfüllten Totalität nicht eher Ruhe gegeben, bis nicht jeder Universitätskatheder von einem SA- Standartenführer besetzt ist. Eine solche Klärung hat, um gerecht zu sein, vom Standpunkt des Kampfes um die Wiedereroberung der politischen und geistigen Freiheit, auch ihre Vorzüge. Wenn lauter Kriecks> Wissenschaftsträger sind, wird sich das künftige Reinigungswerk an an den deutschen Universitäten ungeheuer vereinfachen und beschleunigen lassen. Howald. aus » Unter Sonderschulen sind alle Schulen und Erziehungsanstalten zu verstehen, die sich mit der Erziehung und dem Unterricht aller irgendwie körperlich oder geistig geschädigten Schüler befassen. Statt nach der früheren liberalistischen Einstellung durch Erweckung des Mitleides die Fürsorge unnötig zu belasten, erstrebt die heutige deutsche Sonderschulerziehung die Weckung aller inneren Widerstände des Sonderschülers gegen sein Schicksal, um ihn, wenn irgend möglich, zu einem brauchbaren Mitglied der Volksgemeinschaft zu machen.<< Hinter diesem harmlos klingenden Satz birgt sich eine beispiellose Infamie. Nur kein Mitleid! Weckt salle Widerstände des Sonderschülers gegen sein Schicksal> Für>> Die Psalmen und Kirchengesänge wer- sorge« zu entkommen trachten. Sei es durch den interpretiert und nur unterrichtet wer- Flucht in die Unbeschütztheit, in das Preisden, wenn sie im Einklang mit dem gegebensein des sogenannten Landdiennationalsozialistischen Geiste stes, sei es durch Selbstmord, sei es durch eine Verzweiflungstat, die lebenslängliche>> Sicherungsverwahund für den rung«, unter schlechtesten Staat billigsten Bedingungen im Gefolge hat. Denn das Geld, das bisher für die kranken Kinder ausgegeben wurde, wird jetzt zur Herstellung jener Werkzeuge gebraucht, mit deren Hilfe man den Gesunden zu Leibe rlikDiese Entchristlichung unterstreicht auch der Erlaß für den Religionsunterricht in den Schulen von Anhalt. Auch in diesen Richt>> Bewußt ist hier Christus als Jude linien kämpft Christus nur» gegen den jüdimit allen rassischen Merkmalen schen Gott<<, das alté Testament» wird nur dieser Rasse dargestellt, und zwar in nach geschickt ausgewählten Auseiner Malweise, die ihre geistige Abstammung von George Grosz und im Holz- zügen gelehrt werden...<< Geschickt ausgewählt so lauten die behördlichen Anordschnitt von Frans Masereel nicht verleugnen kann. Der mit Vorliebe angewandte nungen. Der Katechismus werde von der aszetische Ausdruck gleicht Beispielen Kirche gelehrt, aber: praktischen Anschauungsunterrichts einer Schwachsinnigenanstalt, wo körperliche Mißgestaltung und idiotische Körperverrenkung die verheerenden Wirkungen eines erbkranken Nachwuchses aufzeigen...< Was alles nicht im Einklang mit dem Die Folgen für Otto Pankok sind verheenationalsozialistischem Geiste steht, hat kürzrend. Er wird als Gottlosen- Propa- lich bereits das SS- Organ im Namen gandist und als> sadistischer Por NSDAP festgestellt: Es gibt kein Jennograph« der Gestapo zur dringenden Be- seits nach kirchenchristlicher Auffassung, achtung empfohlen. Mit ihm aber werden es gibt keinen Gott, der das Böse bestraft eine ganze Reihe von Zeitschriften und und das Gute belohnt, das ist: Zeitungen vor das Sondergericht zitiert. Das sind neben dem kulturbolschewistisch von sind.<< der > für den Menschen nordischer Rasse unerträglich, weil es mit der ken kann. 1 Volksgenossen erst den Sinn seines Daseins| Reich mehr denn irgendwo und irgendwann| phrase und braucht heimlich das Sichabfinden und muß, wie der Johst, dieselbe» zersetzende offenbart und gerettet hat, wie die Nazi- in den letzten tausend Jahren. Alles ist eitel mit einer durch Rohheit und Korruption ver- Asphaltkunst verleugnen, phraseologie täglich predigt?! Hören wir dazu Illusion: den erneuerten Riemkasten: > Es ist eine banale Sache mit dem Leben. Wehe dem, der nicht langsam leben kann. We he dem, der nachdenkt... Wenn du schon lauerst und wartest auf etwas, das sich verlohnen soll, so hast du deine Zeit verloren. Nein, von außen kommt nichts. und > Wir sind nicht geboren irgend wofür, denn alle Zwecke, die wir uns setzen, werden demnächst überholt und auf manchen Zweck sind wir schweißtriefend und herzbeschädigend zugerannt, der nachher ein Gipfel war, auf dem wir weiter nichts begehrten, mit Grausen, als Zurück, zurück von der er herböserten, verschlechterten Welt. kommt. Auch ihn haben die 400 Jahre BauDarum konnte dieser Roman erscheinen ern- Ahnen nicht gehindert, von einer» jüdiund darum wird er seinen Weg durch die schen Verirrung« zu profitieren. Charaktere Nazipresse fortsetzen. B. Br. Kinder des Asphalts fehlen uns, sagt Göring. Gut gemeckert Zu den preisgekrönten braunen Strebern Das Dritte Reich hat den Nobelpreis in dies allein: Zurück, marsch, marsch!« gehört auch Eberhart Wolfgang Möller, die Acht und Bann getan, weil es Angst haben Die Menschen wachsen heran alles sinnlos, heult mit rechte Hand des Präsidenten der Reichsthea- muß vor jedem neutralen Wettbewerb und glauben, alles Vorige sei nichts den Wölfen, denkt nicht nach, kämpft nicht ter- Kammer. In einem Interview erzählt er jeder Art neutralem Gericht. Die amüsangewesen gegen das, was sie nun hervor- für Ideale, sondern seht zu, daß jeder für sich dem>> Westen<<, er könne seine Ahnen> über 400 teste Begründung gibt ein Berliner Boulevardzubringen gedächten. Sie bringen aber nichts hervor, das so groß wäre. Sie ma- ein kleines Stück eigener innerer Welt rette, Jahre zurück als Bauern nachweisen... Un- blatt: chen ein paar Erfindungen im Schönen und jeder ein kleiner Individualist in der Westen- ter dem tuts heute drüben kein brauner SkriNützlichen und glühen in den Sekunden tasche so lautet für diesen>> Sucher< das bent, also nichts für ungut. Verübeln jedoch mit Augen die langen, großen Schritte des Jämmerliche Ergebnis von vier Jahren deut- muß man es dem jungen Karrieristen, wenn er Fortschritts, aber bald danach sehen sie, scher Erneuerung. Es ist die Philosophie der dem Publikum über die> innere Not<< nach daß nach wie vor Mühe und Wurschtigkeit, der Glaubenslosigkeit 1918 erzählt: Elend, Armut, Roheit und Ge- und ein eingestandener Bankrott. Es ist schäft die Welt beherrschen. Das andere, das Gute, blüht im Blumentopf ab- eine Philosophie jener dumpfen Resignation, des Erfindens auf. Sie sehen förmlich seits.< Ja, alles bleibt, wie es war, auch die > neuen Menschen«, die heranwachsen, werden älter und werden zum Narren«, sagt Felix und niemand widerlegt ihn, ewig bleibt das Fragezeichen: die sich heute drüben breiter Massen bemächtigt hat. Wo aber wird dieses Opus der Glaubenslosigkeit nachgedruckt, täglich vier Spalten? Im Königsberger Naziblatt. Man könnte >> Es schierte das neue Deutschland wenig, daß einmal Einstein und andere jüdische Wissenschaftler, die in Deutschland wohnten, oder der nun ausgebürgerte demokratische Schriftsteller Thomas Mann den Preis erhalten hatten. Das waren Männer aus einer abgeschlossenen Periode.<< Aber im neuen Deutschland hätten andere Männer zur Verfügung gestanden, als der rote Hetzer von Ossietzky<. Darum der neue Nationalpreis, der>> wie ein Fanal<< wirken und sagen soll: >> Wir sind zwar ein armes Land, aber reich genug, um auf internationale Preise verzichten zu können. Was Deutschlands Söhne der Welt schenken, das können wir selbst prämiieren.< >> Wir waren in eine Welt hinein entlassen, die uns unverständlich war und die doch die unsere sein sollte. Wir tasteten uns vorwärts, bis wir eines Tages aufgenommen wurden von der großen Bewegung der Erneuerung. Es wäre falsch, zu behaupten, daß wir das voraus gewußt hätten. Wir wußten gar nichts...< denken, ein Kuckucksei wurde hier in einen Darum ließ sich Herr Möller zunächst ein braune Redaktion bißchen tragen von der marxistischen Volks>> Mit und ohne Fortschritt, mit und Roman gewickelt, eine von der bühnenbewegung, der er heute tapfer ohne Erschießen, Abbau und Aeng- wurde meuchlings hereingelegt. Doch stigung wird immer nur das Leben sein, Kuckuckseier sind zu viele und sie gerieten schweigt. Sein erstes Stück» Douaumont< das einfache Leben mit seinen greulichen Frageaugen und seinem herz- auch zu groß. Die pflaumenweiche Resigna- wäre wahrscheinlich aus dem Schubfach nie abschnürenden Nicht- Antwor- tion des Romans scheint also erwünscht, er- heraus gekommen, wenn sich die Volksbühnen ten. Oh, wie magst du so töricht sein, all- füllt ganz offenbar einen bestimmten, gewoll- seiner nicht angenommen hätten. Die Heimzu viele Fragen zu stellen, und wie voll- ten Zweck: Riemkasten serviert unauffällig kehrertragödie gebärdete sich auch durchaus ends bist du ein Narr, du Narr; auch gar zwischen der Handlung eine Morallehre des defaitistisch und kam ebenso in expressioni- Ihr Geschmack.>> Die 1906 von Bodo noch mit Fäusten gegen die Tür zu trom- Verzichts und der zivilistischen stischer Manier daher, seine nächsten Ebhardt erbaute burgartige Vilmeln und eine Antwort durchaus zu verlangen. Nichts hast du zu verlangen,<< Feigheit, wie sie jeder Despot für Versuche. Das war noch 1928, als der Tap- la der alten Klein- Machnower Familie v. Hake ist von einer Reichsbehörde Steuern hast du zu zahlen, Kinder zu krie- seine Untertanen braucht. Die Dik- fere» noch nichts wußte<<. Heute ist dieser käuflich erworben worden.<<( Berliner Zeiim Dritten tatur lebt öffentlich der Erneuerungs- Möller wohlbestallter Oberbannführer der RJF tungsmeldung.) von gen und das Maul zu halten wie Wir machen unseren Dreck alleene und was für die Welt von Bedeutung ist, das bestimmen wir! Man muß zugeben; das ist prima gemeckert. Front und Führung sind eins Arbeitsausschüsse und Arbeitskammern bei Kammern in gleicher Weise wie bei Arbeitsausschüssen sichergestellt: > Kein Organ entscheidet, oder befiehlt, jedes dient nur der sachlichen und fachlich richtigen Beratung der Männer, die leiten.< es Alle diese Selbstverantwortungsorgane, Arbeitsausschüsse und Arbeitskammern sollen die>> vorwärts strebende Sozial- und Wirtschaftspolitik« und den sozialen Frieden sichern. zur braunen Die ganze Proklamation Selbstverantwortung schließt mit der FestAehnlich diesen Bezirkskommando- Kam- stellung: Der Mangel an einer die Arbeiter wirklich, mern nach langer Zeit wieder Auferstehung| Betriebsführer und ein williges Gefolgschaftserfassenden Organisation macht im Dritten gefeiert, deren es im Dritten Reich 26 an der mitglied der im Gau vertretenen Betriebe. In Reich nicht nur den Generalen Sorge, die im Zahl geben soll. Sie reichen in ihrer Tätigkeit der arteigenen Sprache der Nazis wird eine kommenden Krieg nach dem völligen Versa- über das betriebliche und fachliche hinaus, solche Zusammensetzung erläutert: gen der Arbeitsfront keinerlei innere Verbin- sie sind eines der Instrumente für den wehr>> Hier sind also Front und Fühdung zwischen Armee und Volk zu sehen ver- politischen Arbeitseinsatz. Ihre demokrati- rung in einem Organ der sozialen Selbstmögen; auch das Unternehmertum muß heute sche Zusammensetzung sieht etwa wie folgt verantwortung vereinigt.<< nach der Zerschlagung der Kollektivverträge aus. jede über betriebliche Regelung der Als Mitglieder gehören einer Kammer an: mern ist dann zentral als oberstes Organ die>> In diesem Frieden gewinnen wir den Lohn- und Arbeitsverhältnisse missen. Das die Abteilungsleiter der Gauwaltung, die Reichsarbeitskammer zusammengesetzt. Das Kampf um den deutschen Sozialismus!<< Wegengagieren der Facharbeiter war nur Gaubetriebsgemeinschaftsleiter, die Kreisob-| Büro der Reichsarbeitskammer nennt sich: Und sollte es Krieg geben, so sind. wie eines der Zeichen für die wild wuchernden männer, Vertreter der Partei, des Nährstan-» Amt Soziale Selbstverwaltung«. schon gesagt, Front und Führung Konkurrenzverhältnisse. Das Arbeitsord- des, der Wehrmacht usw., ferner je ein Die demokratische Selbstbestimmung ist rechtzeitig vereinigt. nungsgesetz hat zwar die Betriebsdiktatur für den Unternehmer gebracht, aber es hat gleichzeitig den Betrieb isoliert und nun tasten die Nazi- Organisatoren wieder einmal mit Reorganisationsexperimenten herum, um irgendwie überbetriebliche Organe der Arbeiter in Gang zu bringen. Der Bankrott in der braunen Sportbewegung Am Vorabend zu decken. Doch der Berliner Olympiade| tionalsozialistische Zwangsorganisation im so was als staatsfeindliche Einstellung beMan sieht allmählich ein, daß die Leysche mußten die ehemals bürgerlichen Sportver- DRL ergibt sich deutlich aus folgender Ge- wertet und geahndet werden. Die Notlage der Arbeitsfront unverbesserlich geworden ist, so bände Deutschlands ihre Selbstauflösung offi- genüberstellung: Ein' kleiner Verein mit 25 großen Vereine ist nicht geringer. Die Mehrhat Herr Schacht nach einem ausführlichen ziell beschließen, nachdem die Hakenkreuz- Mitgliedern und bisher 12 Jugendlichen hat belastung wirkt sich bei ihnen noch drückenBericht des> Arbeitertums<< vom 1. Februar sportführer, die in den Bezirken, Kreisen und jetzt an Reichsbund- und Fachamtsbeiträgen der aus. Diese Vereine nahmen bisher Zuseine>> Leipziger Vereinbarung« ausgegraben, Gauen von den Nazi eingesetzt, waren, dem insgesamt jährlich rund 100 Mark abzuführen. flucht zu Veranstaltungen, um aus diesen die er im März 1935 mit dem Ley getroffen, Verbands- wie Vereinsleben schon jede Selb- Dazu kommen noch die Bezugsgelder für die Ueberschüssen Ausgaben d. h. ihm diktiert hatte. ständigkeit genommen hatten. Da die Jugend einzelnen Zeitungen wie das Reichssportblatt auch dieser Weg ist versperrt, weil die VerDa die Lohnfragen und die sozialpolitischen mit dem röhmischen Ehrendolch in Deutsch- des Junkers von Tschammer und Osten, den anstaltungen derart schlecht besucht werden, Erfordernisse innerhalb der Arbeitsfront von land bekanntlich zur Staatsjugend erklärt Dietwart, das Gauverordnungsblatt usw. in daẞ Ueberschüsse nicht mehr erzielt werden jeder Erörterung ausgenommen sind, aber wurde, wurde nunmehr in einem Gesetz be- Gesamthöhe von jährlich 40 Mark. Zusammen können. Der Bankrott der braunen Sportpolischließlich doch täglich im Konkurrenzkampf stimmt, daß alle Jugend nur der Hitler- Ju- sind das 140 Mark, die dieser Verein allein tik und Organisation findet eine treffende Beder einzelnen Unternehmungen eine Rolle spie- gend angehören darf und muß. Die Sport- abführen muß. An Mitgliedsbeiträgen nimmt leuchtung durch den Umstand, daß beispielslen, so sind ganz losgelöst von der Leyfront vereine als solche dürfen keine eigenen dieser Verein jährlich jedoch nur 124 Mark weise im Gau Sachsen neuerdings eine Unörtlich bezw. bezirklich Arbeitsausschüsse Jugendabteilungen mehr unterhalten. ein, wobei die Jugendlichen 20 Pfennig, einige masse Vereine durch den Gauführer gesperrt vorgesehen worden, die in den verschiedenen Die Kinderabteilungen der Sportvereine müs- arbeitslose Mitglieder 25 Pfennig und die in worden sind, weil diese Vereine die Beiträge Wirtschaftszweigen, d. h. unter der Konkursen in das braune Jungvolk überführt wer- Arbeit stehenden Mitglieder 50 Pfennige Mo- an den» Reichsbund für Leibesübungen< renz>> einen gerechten sozialen Ausgleich den. Als Jugendwarte dürfen nur solche über- natsbeiträge entrichten. Einer Einnahme aus( DRL) nicht abgeführt hatten. Allein im herbeiführen sollen. Das» Arbeitertum« stellt nommen werden, die Mitglieder der Hitler- Beiträgen von 124 Mark stehen also 140 Mark Kreis Zwickau i. Sachsen und im Unterkreis fest, daß bis jetzt 3000 solcher» Arbeitsaus- Jugend sind. Die vom» Deutschen Reichsbund allein an Organisationsabgaben nach der brau- Aue- Schwarzenberg sind 25 Vereine aus dieschüsse« errichtet werden konnten, in denen für Leibesübungen« bestellten Gau-, resp. nen Berliner Zentrale gegenüber. Bei der glei- sem Grunde gesperrt worden. Die Aufhebung insgesamt 35.000 Betriebsführer und Gefolg- Kreisjugendwarte werden den Gebiets- und chen Höhe der Mitgliedsbeiträge hat ein sol- der Sperre kann nur durch den Gauführer nach schaftsmitglieder sitzen. Die Mitgliederzahl Bannstäben der Hitler- Jugend zugeteilt. Die cher Verein vor der Hitlerdiktatur an den Vorlegung des Belegs, der die Bezahlung der eines Ausschusses bewegt sich zwischen 6 bis Sportvereine dürfen keine eigenen Kinder- Arbeitersportverband jährlich 37 Mark für Beiträge an Berlin ausweist, erfolgen. noch die reinsten Revolutionäre. Als 18 Mann, das Arbeiterelement wird in Gestalt abteilungen unterhalten, dürfen keine eigenen Bundesbeitrag, Zeitungen für 10 Mark, Kreis-, ein Opfer dieser Zustände ist der Schwimmvon Syndicis, Personalreferenten und bewähr- Jugendwandergruppen aufstellen, keine Ju- Bezirksbeiträge zusammen 14.80 Mark, insge- verein> Poseidon<, Leipzig, anzusehen. Dieser ten Nazis aus den Reichsbetriebsgemeinschaf- gendfahrten, Wanderungen, Zeltlager usw. samt 61.80 Mark abgeführt, so daß ihm von Verein war einer der angesehensten und renten repräsentiert, so daß nichts passieren veranstalten, aber auch keine Heimabende, seinen 124 Mark Mitgliedsbeiträgen 62.20 tablesten Sachsens. Er ist finanziell derart kann. Gegenüber diesen» Arbeitnehmervertre- Jugendversammlungen und Jugendunterhal- Mark in der Vereinskasse verblieben. Jetzt, verfahren und durch die neue Zwangsorgatern< waren die Gelben des seligen Lebius tungsabende abhalten. Das alles wird aus- im goldenen braunen Zeitalter aber muß der risation des DRL so überlastet worden, daß schließlich nur von der Hitler- Jugend betrie- Verein seine gesamten Mitgliedsbeiträge nach sich dieser Verein im Dezember 1936 zur Die Leitung liegt bei den Gaubetriebs- ben und ist den Sportvereinen verboten. Berlin abführen und außerdem noch 20 Mark Selbstauflösung entschließen mußte. gemeinschaftswaltern, die bei jeder Gau- Die starke Beschränkung der erzieheri- drauflegen. Eine famose Sache für die brau- Im Bankrott offenbart sich das Ergebnis waltung ein> Büro der Arbeitsausschüsse« er- schen Tätigkeit der Sportbewegung, die Un- nen Bonzen. der Hakenkreuzkultur. Das ist nicht allein richten. Das Büro sorgt für den zweck- terbindung der von ihr bisher geleisteten JuIn manchen dieser kleinen Dorfvereine ist wirtschaftlich- politisch gesehen so, sondern entsprechenden Einsatz der Aus- gendarbeit fördert die Unzufriedenheit unter von den Funktionären schon des öfteren auf der ganzen Linie. Auch die Sportvereine der Sportlerschaft ganz außergewöhnlich. allen Ernstes die Auflösung des Vereins er- machen hier keine Ausnahme, und das um so Da die Arbeiter und Angestellten bei der Diese Unzufriedenheit jedoch ist keine plötz- wogen worden, und nur die Furcht vor der weniger, da ja das Ziel der braunen Sportganzen Einrichtung nicht das geringste zu liche Neuerscheinung im Organisationsleben braunen Gewalt, vor den Konzentrationslagern politik ebenso kriegerisch ausgerichtet ist wie melden haben, so nennt man die Einrichtung des gleichgeschalteten Sportes, sondern sie und Zuchthäusern hat sie davon Abstand neh- die Innen- und Außenpolitik der hakenkreuzgriff bereits Platz, als dem ersten Freuden- men lassen. Denn ohne viel Federlesens kann lerischen Kriegshetzer. rausch der bürgerlichen Sportführer über die brutale Zerschlagung des deutschen Arbeiterschüsse. der Arbeitsausschüsse: > Organe der Sozialen Selbstverantwortung< sich strafbar. Das Arbeitertum< bringt dann eine lange sportes der erste Katzenjammer folgte. Als Der Klapperstorch Liste von Aufgaben, sie umfassen nahezu alle sie merkten, daß ihre Rolle eine ungewöhnim Korrektionslager Arbeitsfragen der Betriebsarbeiter, d. h. das lich schäbige sein mußte, daß die ernannten gesamte sozialpolitische Gebiet, das vorher der braunen Sportführer aus der bürgerlichen Wer nicht genug Kinder bekommt, macht Arbeitsfront aus ihrer Tätigkeit genommen Sportbewegung eine Untergliederung der worden war. Tarifordnung, Unfallverhütung, NSDAP machten und die bisherigen Exponen- Im Württembergischen Landespressedienst Fürsorge, Mutterschutz, Leistungslohn, Ak- ten der bürgerlichen Sportbewegung aller Tra- des DNB fordert der Leiter des Würtkordlohn, Lohngruppenverhältnisse, Nach- dition zum Gespött rücksichtslos ihres Ein- tembergischen Landesgewerbewuchsfrage, Berufsumschulung usw. werden flusses entkleidete. Doch auch Maßnahmen amts Pg. Oberbaurat Meuth: organisatorischer Art schürte Mißmut und im einzelnen aufgeführt. Die Ausschüsse haben wie alle Diktatur- Unwillen, wie auch die allgemeine wirtschafteinrichtungen» der Befriedung« der gewerbliche und politische Entwicklung auf die lichen Wirtschaft zu dienen. Haltung der Sportanhänger wie Mitglieder >> Ist ein Ausschuß einberufen worden, nicht ohne Einfluß blieb. so bleibt er bei seinen Beratungen unter sich.< finden nicht statt, vielmehr soll die Antwort auf eine gestellte Frage >> durch Aussprache und gegenseitige Aufklärung und Belehrung< gefunden werden. Durch diese neue Form der Demokratie A. armen Betriebsführer? Muß er seinen Profit mit kinderreicheren Kollegen teilen oder wird bei den Führern ohnehin Erbuntüchtigkeit vorausgesetzt? Neuer Vormärts Sozialdemokratisches Wochenblatt >> Scheu vor Ehe und Kindersegen müssen den Beamten bei seinem dienstlichen Herausgeber: Ernst Sattler; verantFortkommen ebenso belasten wie fachliche Untüchtigkeit, manwortlicher Redakteur: Wenzel Horn; gelnder Eifer und Unzuverläs- Druck:» Graphia<; alle in Karlsbad. Zeitungstarif bew. m. P. D. Zl. 159.334/ VII- 1933. sigkeit.<< Printed in Czechoslovakia » Nach der Doch auch die finanziellen MehrbelastunAber das Rassepolitische Amt Der» Neue Vorwärts« kostet im Einzelgen, die den Vereinen von der neuen braunen der NSDAP geht noch weiter. Es will verkauf innerhalb der CSR Kč 1.40( für ein Jedes Ausschußmitglied wird abwechselnd Dachorganisation, dem» Deutschen Reichsbund nicht nur den Beamten, es will auch den Ar- Quartal bei freier Zustellung Kè 18.-). Preis einmal den Vorsitz führen. Abstimmungen für Leibesübungen< mit dem Junker von beiter für seine>> Kinderscheu<< bestraft wis- der Einzelnummer im Ausland Kč 2.-( Kč 24. für das Quartal) oder deren Gegenwert Tschammer und Osten als Reichssportführer sen. Die Deutsche Presse< teilt mit: in der Landeswährung( die Bezugspreise für an der Spitze, auferlegt worden sind, zücheiner Veröffentlichung des das Quartal stehen in Klammern) Argentinien ten Unzufriedenheit, Miẞmut, Verbitterung. Sachbearbeiters für praktische Pes. 0.30( 3.60), Belgien: Belg. Frs. 2.45( 29.50) Denn die Abgaben, die heute die Sportver- Bevölkerungspolitik im Rasse- Bulgarien Lew 8.( 96.-) Danzig Guld 0.45 politischen Amt eine nach Berlin abführen müssen, die geNSDAP,( 5.40), Deutschland Mk. 0.25( 3.-). Estland Prof. Dr. Staemmler, wird ein Maß der E. Kr. 0.22( 2.64), Finnland Fmk. 4.-( 48.-), samte Mehrbelastung der Vereine überhaupt >> wird der Wille zur Mitformung der neuen Entschädigung gefunden werden, das dahin Frankreich Frs. 1.50( 18.-). Großbritannien macht durchschnittlich 10 bis 50 Prozent, teilSozialordnung der Wunsch zur Besserung führt, die Kinderreichen materiell den Kin- d 4.-( Sh. 4.-), Holland Gld. 0.15( 1.80) Itavon Unzuträglichkeiten als selbstverant- weise sogar noch darüber hinaus, aus. Infolge- derarmen oder Ledigen desselben Einkom- lien Lir. 1.10( 13.20). Jugoslawien Din 4.50 wortliche Mitarbeit in der Form der Bera- dessen stecken die Mehrzahl der Vereine in mens gleichzustellen... ( 54.-). Lettland Lat. 0,30( 3.60). Litauen Lit. tung der verantwortlichen Führung nutz- Geldsorgen, die sie früher nicht gekannt habar gemacht< ben. Beschwerden und Klagen gehen überSo beschäftigen sich die Arbeitsausschüsse reichlich an die Kreis-, bezw. Gauführer, in mit den sozialen Fragen eines engeren Fachdenen mit oft mit erstaunlicher Offenheit die gebietes. Im übrigen kann der Treuhänder Finanznöte der Vereine als Folge der unerund der Amtswalter ohne Rücksicht auf Arträglichen neuen Mehrbelastungen und die beitsausschüsse machen, was er will: Gefahren für die Existenz der Sportvereine » Seine Aufgabe, begründet in seinem Führertum, ist es ja, aus der Fülle der geschildert werden. Immer häufiger stößt Beratungen das Richtige zu erkennen man unter der aktiven Mitgliedschaft und und danach zu handeln.< insbesondere im Kreise der Funktionäre auf Der Arbeitsausschuß hat also in letzter Meinungen, wie:» Das ist nun der Reichsbund. Linie nichts zu sagen, das eben ist das Große Einen großen Apparat, viele neue Bonzenan diesen» Organen der Sozialen Selbst- stellen und wir müssen blechen bis zum Weißverantwortung<. bluten. Das nennt sich nun VereinheitliBei dem Lastenausgleich wird zwischen 0.55( 6.60). Luxemburg B Frs. 2.45( 29.50), dem Werklohn, also dem reinen Arbeits- Norwegen Kr. 0.35( 4.20): Oesterreich Sch. entgelt, und dem Familienlohn unter- 0.40( 4.80). Palästina P Pf 0.020( 0.216), schieden werden. Während der Ledige nur Polen Zloty 0.50( 6.-). Portugal Esc. 2.auf den Werklohn Anspruch haben wird,( 24.-). Rumänien Lei 10.-( 120.-) Schwesoll beispielsweise der Vater von fünf Kin- den Kr. 0.35( 4.20). Schweiz Frs. 0.30( 3.60), dern einen entsprechenden Familienlohn er- Spanien Pes 0.70( 8.40) Ungarn Pengö 0.35 halten. zwischen Der Unterschied dem( 4.20) USA 0.08( 1-) Werklohn und dem Familienlohn, den man Einzahlungen können auf folgende Postalso als Familienzulage bezeichnen kann, scheckkonten erfolgen: Tschechoslowakei: soll nach der Veröffentlichung Prof. Dr. Zeitschrift» Neuer Vorwärts Karlsbad Prag Staemmlers bei einer systematischen Rege- 46.149. Oesterreich: Neuer Vorwärts Karlslung nicht dem Betriebsleiter bad. Wien B- 198.304 Polen:» Neuer Vorwärts< aufgebürdet Dieser Karlsbad Warschau 194.797. Schweiz: Neuer Mehrbezug soll vielmehr die Vorwärtse Karlsbad Zürich Nr VIII 14.697. Ausgleichshilfe notwendig ma- Ungarn: Anglo- Čechoslovakische und Prager chen, die von den Kinderarmen Creditbank Filiale Karlsbad Konto Neuer und Ledigen in irgendeiner Art Vorwärtse Budapest Nr. 2029. Jugoslawien: aufgebracht werden soll.< Anglo- Čechoslovakische und Prager Creditbank Filiale Belgrad. Konto Neuer Vorwärts. Beograd Nr. 51.005. Genaue Bezeich nung der Konten ist erforderlich. werden. Mit dieser Neubelebung der Arbeitsaus- chung, Vereinfachung, nationalsozialistische schüsse haben auch die aus der Leipziger Ausrichtung.<< Vereinbarung hervorgegangenen Arbeitskam- Die ungeheure Mehrbelastung durch die na- 10 h n«. Was geschieht übrigens dem kinderDas ganze heißt dann> Leistungs