Nr. 193 SONNTAG, 21. Februar 193? (&os!a(dcmolraHfd)eg Verlag: Karlsbad, Haus„Graphia"— Preise und Bezugsbedingungen siehe Beiblatt letzte Seite Aus dem Inhalt: Hinter den Kulissen von Krupp Eine halbe Milliarde Rüstun gsgewinn Die Maske des Friedens Internationale Entspannung?— Keine Kriegsgefahr, nur Kriegspsychose?— Deutschland, das Friedenslamm? Der deutsche Reichsaußenminister von Neurath hat in einem Interview behauptet, daß die außenpolitische Konstellation weitgehend entspannt sei, daß Deutschland absolut friedfertig sei, und daß eine wirkliche Gefahr nur in der Kriegspsychose bestehe, die systematisch von Leuten geschürt werde, die ein Interesse an einer derartigen Tätigkeit hätten. Eine schöne Entspannung beobachten wir, wenn wir um uns blicken! In Spanien wird ein Krieg geführt, dessen Schamlosigkeit nur noch von den diplomatischen Lügen übertroffen wird, mit denen der klare Tatbestand verdunkelt werden soll— sei es in Berlin oder Rom, sei es im englischen Parlament. In D a n z i g werden die letzten Reste der verfassungsmäßigen Freiheit und damit des Ansehens des Völkerbundes zu Boden gestampft. Gegenüber der Tschechoslowakei wird ein haßerfüllter Propagandakrieg voll wilder und unverhohlener Drohungen geführt, der in seiner Art schon Kriegsgefahr ist. Auf dem Balkan wird eine Zersetzungsarbeit betrieben, die alle Elemente friedlicher Ordnung auflösen soIL Gegen Osten reißen die Feinderklärungen gegenüber Sowjetrußland nicht ab, gegen Westen werden die alldeutschen Kolonialforderungen vertreten, Italien, Hitlers Partner, sucht Keile zwischen England und Frankreich zu treiben mit der Versicherung, England werde am Binde die deutsche Forderung mit französischen Kolonien honorieren. Dem spanischen Konflikt im Westmittelmeer entspricht ein Konflikt Frankreich- Türkei im Ostmittelmeer, in Südosteuropa herrscht Verwirrung. Und dabei haben wir noch nicht einmal von den Rüstungen gesprochen. Rüstungen in Deutschland, in Frankreich, in Sowjetrußland wie in der ganzen Welt— und nun dazu das gigantische englische Rüstungsprogramm, das nichts anderes ist als unmittelbare Vorbereitung auf einen ganz nahe gefürchteten Krieg.— Nicht das Mutterland allein rüstet, sondern auch die Dominien, und wenn etwas die Zweckbestimmimg dieser Rüstung aufzeigt, so die Tatsache, daß die südafrikanische Union bei den Rüstungen der Dominien vorangeht. Diese Rüstung des englischen Weltreichs richtet sich gegen Deutschland und Italien. Wozu denn die Rüstungen, wenn die außenpolitische Konstellation weitgehend entspannt ist, wozu der deutsche Vierjahresplan, wozu die englische Rüstungsantwort auf diesen Vierjahresplan? Soll man annehmen, daß diese Rüstungen nur der Ausfluß der böswillig erzeugten Kriegspsychose sind, von der der deutsche Außenminister gesprochen hat? Es gibt allerdings eine»Kriegspsychose«, die keinen Wahn darstellt, sondern ein Gefühl für die Wahrheit! Der einfache Mann auf der Straße nimmt an, daß diese gigantischen Rüstungen einen Zweck haben müssen, und der Zweck von Kriegsrüstungen ist bekanntlich der Krieg. Hat denn nicht die Politik des Dritten Reichs die Kriegsdrohung zum Mittel ihrer Politik gemacht? Droht sie nicht ununterbrochen mit dem Amoklauf, mit der allgemeinen Brandstiftung in Europa, wenn ihrem gemeingefährlichen Treiben nicht freie Bahn gelassen werde? Sucht sie nicht dauernd, kleinere und schwächere Länder unter den dauernden Druck einer unverhohlenen Drohung mit dem verbrecherischen kriegerischen Ueber- fall zu halten? Dies Treiben ist so deutlich, daß heute selbst die Diplomatie offen von der deutschen Politik des internationalen Terrors spricht. Angesichts dieser Zustände in Europa sollen die Völker sich nicht vor dem Krieg fürchten? Wie steht es denn in Deutschland? Jeder, der Berichte aus Deutschland erhält und die Lage unbefangen prüft, weiß es: landauf, landab eine einzige große Kriegsfurcht, schlimmer noch als bei anderen Völkern! Wer sind denn hier die Leute, die nach den Worten von Neurath»in ihrem Interesse systematisch die Kriegspsychose schüren?« Sind diese Leute so mächtig, daß sie gegen das Reichspropagandaministerium, gegen die gleichgeschaltete Presse, gegen die Gestapo das ganze Volk in Kriegspsychose versetzt haben? Oder sind es nicht vielmehr die Taten der deutschen Regierung selbst, die die Kriegsfurcht im Volke erzeugen— eineberechtigteKriegsfurcht? Ein System, das die letzten Reserven der Volkswirtschaft in die Rüstung wirft, das seine Qualitätsarbeiter Tag und Nacht nur Waffen und Munition erzeugen läßt, das seinen ganzen Erziehungsapparat auf Erzeugung von Kriegsbegeisterung abstellt, erzeugt Kriegsfurcht en gros. Wozu dann das Gerede von der internationalen Entspannung, von der unbegründeten, künstlich erzeugten Kriegspsychose? Weil das Treiben der deutschen Politik die Kriegsgefahr so unmittelbar nahe gebracht hat, daß für die Kriegspropaganda die Schuldfrage von Bedeutung wird. Dies Interview des deutschen Reichsaußenministers steht im Dienste einer neuen Unschuldslüge des' kriegslüsternen deutschen Militarismus. Eis soll ablenken von der Tatsache, daß der neue deutsche Militarismus die Kriegsgefahr von heute heraufbeschworen hat, daß er es ist, der alle Völker auf die Bahn des Wettrüstens gezwungen hat. Der deutsche Reichsaußenminister befolgt eine altbekannte und bewährte Taktik, wenn er schreit: Haltet den Dieb! Aber wen glaubt er heute noch täuschen zu können? Der holte Mootutrelch in Donzis Die Taktik der Nationalsozialisten Der Freistaat Danzig befindet sich heute in der gleichen Lage wie Deutschland im Mai 1933. Die Verfassung ist tatsächlich gebrochen. Mit einigen formalen und terroristischen Handgriffen zerreißen die Nazis die wenigen Zwirnsfäden, die davon noch vorhanden sind. In der Vorwoche hat der Senat durch eine Verordnung einen neuen verfassungswidrigen Anschlag gegen die Rechte der Volks tagsabgeordneten durchgeführt. In einer von ihm erlassenen Novelle zum Volkstagswahlgesetz wird angeordnet, daß als Verzicht auf das Abgeordneten-Mandat auch anzusehen sei, wenn sich ein Abgeordneter außerstand setze, die Pflichten, die ihm sein Amt insbesondere zur Mitarbeit auferlegt, zu erfüllen. Die angebliche Pflichtversäumnis eines Abgeordneten soll festgestellt werden durch den vom Senat eingesetzten Wahlausschuß, der zu zwei Dritteln aus Nationalsozialisten besteht. Diese Verordnung ist bereits in einem Falle, und zwar gegen den sozialdemokratischen Abgeordneten Johannes Krupp- ke aus Tiegenhof, Kreis Großes Werder, angewandt worden. Durch die neue Verordnung wird den verfassungswidrigen disziplinarischen Maßnahmen gegen oppositionelle Abgeordnete Tür und Tor geöffnet. Im Falle des sozialdemokratischen Abgeordneten Kruppke hat der Naziterror gewirkt: dies dem Genossen Kruppke aberkannte Mandat hat sich inzwischen in ein nationalsozialistisches Mandat verwandelt Nachdem der Führer der Deutschnationalen, Dr. B lavier, mehr als 3% Monate im Danziger Polizeigefängnis in Schutzhaft gesessen hat, hat er sich jetzt unter dem Druck der gegen ihn durchgeführten Maßnahmen veranlaßt gesehen, auf sein Abgeordnetenmandat im Danziger Volkstag zu verzichten. Dr. Blavier befindet sich aber nach wie vor in Schutzhaft Augenscheinlich will man von ihm eine Erklärung erpressen, sich in Zukunft nicht mehr politisch betätigen zu wollen. Auch in diesem Falle ist das Ziel, den Mandatsnachfolger durch Terror zum Stimmen für die NSDAP zu pressen. Gelingt dies, so fehlt den Nationalsozialisten nur noch eine Stimme an der verfassungsändernden. Mehrheit! Das ist die Taktik, und sie ist nicht neu. Bis ist dieselbe Methode, die im Frühjahr 1933 in deutschen Ländern und Gemeinden, zum Beispiel in Braunschweig, geübt worden ist. Diese mit terroristischen Methoden zusammengeschobene verfassungsändernde Mehrheit soll es dem Völkerbund ermöglichen, gegenüber dem offenkundigen Rechtsbruch das Gesicht zu wahren. « Der offene Terror In der letzten Woche hat die Danziger Polizei zu einem Schlag gegen die Zentruma- partei ausgeholt, gegen die bereits seit einigen Wochen eine besonders heftige Hetzkampagne durch die NSDAP entfacht worden war. Unter dem Vorwand, ein Ersatzblatt für die verbotene»Danziger Volkszeitung«, das Organ der Danziger Katholiken, herausgegeben zu haben, wurde der 1. Vorsitzende der Partei, der Volkatagsabgeordnete und Geistliche Studienrat D.r. Richard Stachnick, von der politischen Polizei verhaftet, ohne daß der Volkstag vorher seine verfassungsmäßig verankerte parlamentarische Immunität aufgehoben hätte. Dr. Stachnick wurde, gemeinsam mit dem Herausgeber des angeblichen Ersatzblattes,»Das kleine Blatt«, Grzenla, einem Angehörigen der polnischen Minderheit, vor ein Schnellgericht gestellt und zu 6 Monaten Gefängnis verurteilt. Dr. Stachnick wurde sofort in Haft behalten. Er hat gegep das Urteil Berufung eingelegt. Nachdem nun auch Dr. Stachnick verhaftet worden ist, befinden sich jetzt die Führer sämtlicher drei Oppositionsgruppen in Danzig hinter Gefängnismauern, neben Dr. Stachnick und Dr. Blavier bekanntlich auch der I. Vorsitzende der polizeilich aufgelösten Sozialdemokratischen Partei, Abgeordneter Arthur Brill, der wegen der bekannten Waffenbesitz-Legende, die auch zur Begründung der Partelauflösung diente, bereits vor zwei Monaten In Untersuchungshaft genommen worden ist. Anfang Februar hat die polltische Polizei femer eine große Aktion gegen ehemalige Mitglieder des polizeilich aufgelösten A r b e 1- ter-Turn- und Sportverbandes der Freien Stadt Danzig durchgeführt. 13 Mitglieder der ehemaligen Ortsgruppe Danzig-Lang- fuhr dieses Verbandes befinden sich wegen angeblicher Fortführung der verbotenen Organisation seit dem 4. Februar in Polizeihaft. Am 12. Februar ist nun auch der bisherig* 1. Vorsitzende des Arbeiter-Tum- und Sportverbandes, das sozialdemokratische Mitglied der Stadtbürgerschaft Hermann Thomat, ein Redakteur der verbotenen»Danziger Voiks- stimme«, von der polltischen Polizei verhaftet worden. Gegen die Arbeitersportler soll eine Gerichtsverhandlung durchgeführt werden. Entgegen der sonstigen Uebung hat die Polizei sie nicht sofort vor des Schnellgericht gestellt, augenscheinlich weil man die Folgen von Mißhandlungen durch die Beamten der politischen Polizei, denen die Sportler während der Vernehmungen ausgesetzt waren, nicht publik werden lassen will. Vom System ermordet Nach amtlichen deutschen Berichten sind in den letzten Tagen drei Hinrichtungen wegen Landesverrats erfolgt. Was heute in Deutschland Landesverrat ist, ist nicht zu übersehen. Es muß angenommen werden, daß es sich um politische Justizmorde handelt. Gleichzeitig wird mitgeteilt, daß der Kommunist Johann Eggert hingerichtet worden ist, weil er sich bis zu seiner Verhaftung für die Komintern betätigt habe. In diesem Falle also wird zugestanden, daß der Kommunist Eggert wegen der Propaganda einer Gesinnung abgeschlachtet worden ist. Dieser Kommunist hat nichts anderes getan, als was die Agenten des Herrn Bohle— jetzt in amtlicher Eigenschaft— unbehelligt in allen Ländern der Erde tun. Er hat nichts anderes getan, als daß er eine Propaganda getrieben hat, wie sie Herr von Ribbentrop täglich in London treibt. Der sogenannte»Antibolschewismus« des braunen Systems ist nichts andere« als der blutige Terror gegen jede Freiheitsregung— und der Ermordete hat die gerechte Empörung gegen dies blutbefleckte System mit seinem Tode besiegelt. Hüler läßt wählen Die Wahlmaschine gegen die evangelische Opposition. Das Regime will Wahlen ausschreiben für eine»verfassungsgebende Generalsynode der Deutschen Evangelischen Kirche«. Die Reste der alten Kirchenbürokratie haben sich bisher Immer noch gegen die Glelchschaltungsabalch- ten von Hitlers Kirchenminister Kerrl gehal- ten— wobei man nicht verkennen darf, daß dieser Widerstand keineswegs auf prinzipiell antifaschistischer Gesinnung beruht. Eine Reihe von kleineren Konflikten hat schließlich dazu geführt, daß der sogenannte Reichskirchenausschuß zurücktrat— das ist der Nachfolger des Reichsbischofs— well er sich mit Kerrl nicht mehr verständigen konnte. Den Anlaß dazu bildete ein Kanzelverbot für sieben Lübecker Pfarrer. Diese Fehden zwischen bürokratischen Organisationsspitzen sollen nun durch allgemeine Kirchenwahlen beendet werden. Das ist das Patentrezept, das Hitler bereits einmal angewandt hat. Nach dem Hinauswurf Hugenbergs aus der Regierung und der Entmachtung der Deutschnationalen wurde durch die allgemeinen Kirchenwahlen vom Yersdiärlte Blockade? Die Sdhande der einseitigen Niditintervention Ab 20. Februar mitternachts sollen a den Ländern des Nichtinterventlonsabkommens keine Freiwilligen mehr nach Spanien gehen dürfen, ab 6. März soll die spanische Küste international kontrolliert werden. Wen täuscht dieses Manöver noch? Seit dem Fall von Malaga sind in Cadlz und Malaga aufs neue starke Kontingente italienischer Trnppen gelandet worden, in einem Falle in Malaga direkt von einem italienischen Kreuzer. Nach den Berichten der Beuter-Agentur hat es sich bis Juli 1933 die deutschnationale Machtstellung zum 15. Februar um rund 15. 000 Mann in den evangelischen Landesklrchenverwaltun- gen gebrochen. Unter dem Druck der SA endeten diese Wahlen mit dem überwältigenden Siege der»Deutschen Christen«. Die alte deutschnationale Reaktion flog aus Pfründen und Machtstellungen heraus, der Weg zu den Pfründen wurde frei für die nationalsozialistischen Revolutionsgewinnler. Das Verhältnis, das sich nach diesem ersten großen Schub herausgebildet hat, ist seitdem einigermaßen stabil geblieben— trotz dem Kleinkrieg, der sich zwischen Pfarrern und Gestapo, zwischen Reichsbischof und Landeskirchen abgespielt hat. Dieser Kleinkrieg hat die Grundlagen des Systems nicht berührt. Kirchliche Opposition ist keineswegs gleichbedeutend mit Opposition gegen Aufrüstung und Krieg. Hitler hat deshalb diese Dinge gehen lassen, sein eigener engerer Kreis zeigt durch den Austritt aus der Kirche, daß ihn diese Fragen nicht interessieren. Da jetzt ein größerr Konflikt unbequem zu werden drohte, wird er mit dem altbewährten Mittel ausgetreten. Denn allgemeine Wahlen im Hitler- systexa bedeuten Einsatz der Wahlmas chlne, und Einsatz der Wahlrfaschine bedeutet, daß künftig die totalitäre Regelung der Kirchenfragen den nationalsozialistischen Parteidienststellen übertragen wird. Damit wird die Religion in den neuen gehandelt— und diese Versendungen sind noch nicht zu Ende. Wenn die neue Nicht- interventionsmaßnahme nicht die Zurückziehung dieser Truppen vorsieht, so wird sie nur ein einseitiger, bewußter Schlag gegen die spanische Regierung sein. Die bisher bekannt gewordenen Texte aber enthalten über eine solche « Zurückziehung der italienischen und deutschen Truppen kein Wort. Das bedeutet, daß nunmehr, nachdem die Rebellen mit Kriegsmaterial und Truppen zu einem Generalangriff auf Madrid und Valencia tainreichend versorgt sind, die Blockade gegen die sich verzweifelt wehrende Regierung verschärft wird. Die Blockade der demokratischen tänder gegen die demokratlscbe Regierung! Das bedeutet, daß die Entsendung von italienischen und deutschen Truppen bis zu diesem Zeitpunkt gewissermaßen legalisiert wird. Was immer der Sinn der Nichtinterven- tionspolitik der französischen Volksfront gewesen sein mag— das kann sie nicht ertragen. Die Wirkung einer solchen Politik mag den Absichten reaktionärer Konservativer in England entsprechen, aber sie ist unvereinbar mit den Grundpfeilern der französischen Volksfrontpolltlk. Der Zynismus, mit dem im englischen Unterhaus die italienischen Trup- Vlerjahresplan einbezogen und bereitgestellt 1 pen amtlich als»Freiwillige« bezeichnet wer- zur Erzeugung der notwendigen Kriegsbegei- sterung, Marke Weltkrieg. Bürokratie und MonopolparteS Das neue»Deutsche Beamtengesetz« Kit einem»Deutschen Beamtengesetz« vom 26. Januar 1937, dessen Einzelheiten Jetzt hier und da in der gleichgeschalteten Presse kommentiert werden, bat das Regime nunmehr Jenes andere und»vorläufige« vom Frühjahr 1933 abgelöst, mit dem Hitler seinerzeit den wüstesten Gesinnungsterror in allen Ministerien und Präsidien bU hinab zur letzten Zollwächterbaracke praktizierte. Das neue Gesetz tritt allerding» erst ab X. Juni dieses Jahres bestimmungsgemäß in Kraft, was darauf schließen läßt, welches große Generalrevirement unter den»Festbe- soldeten« die Herren noch vorhaben, um mit den neuen Bestimmungen nicht in die Luft zu stoßen. Im ganzen gesehen erscheint das neue Gesetz als das Gesetz eines Kompromisses zwischen den persönlichen Ansprüchen Hitlers als dem auch von Bürokratie und Armee getragenen»Souverän« und den Erwartungen und Ambitionen seiner Nationalsozialistischen Partei und aller ihrer Würdenträger. Das berühmt-beröchtigte»Verhältnis zwischen Staat und Partei« in Hitlerdeutschland ist Ja das große Sorgenkind seiner Doktrinäre und Kronjuristen seit Je. Wie es»eigentlich« Ist, darauf gibt jeder braune»Rechtswahrer« in den vielen hundert Abhandlungen, die schon zum Thema erschienen sind, eine andere Antwort Hitler od bat hat durch einander sich förmlich aufhebende re thorische Formeln in seinen»großen« Führe rreden den ungeheuren Wirrwarr nur noch vermehrt. Jetzt statuiert das neue Gesetz ausdrücklich»die Innere Verbundenheit mit der Partei« als»Voraussetzung für die Ernennung zum Beamten«. Weiter:»Der Beamte hat sich jederzeit rückhaltlos für den nationalsozlalisttschen Staat einzusetzen und sich in seinem gesamten Verhalten von der Tatsache leiten zu lassen, daß die NSDAP In unlöslicher Verbindung mit dem Volke Trägerin des deutschen Staatsgedankens ist«. Man beachte: nicht des Staates, sondern nur des Staatsgedankena ; ein feiner, aber vieldeutiger Unterachied! Immerhin wirkt Heß als des»Führers« Stellvertreter jetzt bei Jeder Beamtenernennung durch Erteilen des notwendigen Parteiattestes mit, was in einem besonderen Gesetz noch künftig festgelegt werden»oll. Alle Beamten sind jetzt gehalten, auch Vorgänge, die nur »den Bestand der NSDAP gefährden«, dienstlich zu verfolgen, auch wenn der Betreffende nur privat zu ihrer Kenntnis gekommen ist. den, mag gut sein für die Deckung der geheimen Absiebten Jener Engländer, die den Sieg der Regierung verhindern wollen— aber er darf niemals als diplomatische Fiktion von einer Regierung gleich der französischen Volksfrontregierung benutzt werden. Denn wenn die spanische Regierung— berannt von den Trnppen zweier Großmächte, an Bänden und Füßen gefesselt durch die einseitige Blockade der demokratischen Mächte— zusammenbrechen sollte, so würden die Wirkungen dieses Schlages nicht auf Spanien begrenzt bleiben. Es würde ein Schlag gegen die gesamte europäische Demokratie sein, der seine Rückwirkungen vor allem auch auf die Entwicklung in Deutschland haben würde! Worum geht es in Spanien Von Pietro N e n n i. Vertreter der SAI bei dem Internationalen Brigaden. An der Front vor Madrid, Februar 1987: Nach sechs Monaten Bürgerkrieg sind die wesentlichen Fragen, um die es in Spanien geht, immer noch die gleichen. Da» heißt, daß die polltische und soziale Zukunft Spaniens aufs engste gebunden ist, an den Ausgang des Krieges. Nichtsdestoweniger* hat«ich ein neues Element(von selber, möchte man sagen) in den Vordergrund geschoben; der Kampf für Spaniens Unabhängigkeit. In seiner Rede in Valencia hat der Präsident der Republik, Aza na,— ein langes Schwedgan brechend— mit Kraft und Nachdruck diesen Charakter des Krieges unterstrichen. Von»Invasionskrieg« sprach er und von direktem Angriff auf die Unabhängigkeit Spanien». Schon vor dem Präsidenten hatten die spanischen Arbeiterpartelen, insbesondere die Sozialisten, die Kommunl sten und die Vereinigte Jugend, den anti- nationalen Charakter des Unternehmens Fran- cos hervorgehoben. Heute ist in Spanien jedermann überzeugt, daß der Krieg nicht allein die politische und gesellschaftliche Ord nung Spaniens bedroht, sondern auch seine selbständige Staatlichkeit, den Bestand des Landes als unabhängige Nation. Manchen hat es mißfallen, daß die nationale Seite des spanischen Krieges mit so viel Nachdruck betont werde; sie haben über die patriotische Abweichung der Revolution und des Bürgerkrieges gezetert, die nach ihrer Meinung in Gefahr wären, im Burgfrieden unterzugehen. All dies sind kindliche Vorstellungen, Wortradikaliamus oder Schlimmeres. Die gegenwärtigen Ereignisse in Spanien bestätigen, daß es für die breiten Massen des Volkes nur ein Mittel gibt, das Vaterland zu verteidigen: das ist der Kampf gegen die Kapitalisten, die Grundbesitzer, die Klerikalen, die Faschisten, die Reaktionäre des eigenen Landes. Mag sein, daß Im Kopfe des einen oder des anderen Politikers der Gedanke spukt, Spanien von der Revolution und der sozialen Befreiung abzulenken. Indem man alle Anstrengungen gegen den nationalen Feind richtet. Aber dieser nationale Feind ist kein metaphysischer oder abstrakter Begriff; neben Hitler und Mussolini stehen Spanler, hinter Franco stehen bestimmte Klassen, bestimmte Interessen, in bestimmten Parteien und bestimmten gesellschaftlichen Schichten verkörpert. In dem Maße, als die ausländische faschistische Intervention den Bestand eines unabhängigen Spanien selbst bedrohte, hat sich«he»panische Volksfront erweitert; zugleich und aus den gleichen Gründen ist das Verbrecherische des Unternehmens der spanischen Faschisten den Massen des Volkes klar bewußt geworden: mit dem Ergebnis, daß die Kluft, die das Spanien des Volk«« von-dem monarchistischen, klerikalen und faschistischen Spanien trennt, nur immer tiefer wurde. So kann man heute wie In den ersten Tagen des Krieges sagen, daß das spanische Volk zugleich seine demokratische und seine soziale Revolution ausficht, wobei die eine wie die andere an den Ausgang des Freiheitskrieges geknüpft ist. Was zu begreifen schwer fällt, was«dn- zelne Teile der öffentlichen Meinung noch nicht recht begriffen haben, das ist die Unterordnung der demokratischen und der sozialen Revolution unter den Krieg. Daher rührt ein gewisser politischer Dilettantismus, der sich eher darin gefällt, Pläne für die künftige Gesellschaft auszuarbeiten, als er entschlossen ist, alles dranzusetzen, um den Krieg zu gewinnen und so die unerläßliche Voraussetzung der künftigen Gesellschaft zu schaffen. Die Regierung mußte und muß gegen diesen polltischen Dilettantismus ankämpfen, der hierzulande tief verwurzelt ist In dem eingefleischten Individualismus, in dem Partikularismus der einzelnen Landesteile und Gemeinden, in den Kirchturmgeist oder auch in einem Radl- kalisraus, der manchmal, Ja oftmals den Deckmantel für die faschistische Provokation abgibt. Man kann sagen, daß die wirklichen Fortschritte des»panischen Volkes gegenüber dem Spanien der Reaktion weit mehr darin zum Ausdruck kommen, was an wirksamen Maßnahmen für die Veremheitliohung und die Organisation des Heeres und der Wirtschaft durchgeführt wird, als in einzelnen militärischen Ereignissen an dieser oder jener Front. Heute ist der Einsatz klar und die Karten sind aufgedeckt. Was braucht das Spanien des Volkes, um zu siegen? Es braucht die strikteste Durchführung der Politik, deren Richtlinien die Regierung entworfen hat; Vereinheitlichung der Armee, Liquidation der Abtei hingen, die einer besonderen Fraktionsdiaziplin unterstehen, planmäßige Gestaltung der Produktion, Verschärfung der Disziplin von oben bis unten im militärischen wie im zivilen Apparat, Wiederherstellung des Sinns für Verantwortung und Autorität an allen Stellen. Dies hängt von Spanien ab, von seiner Regierung, von seinem Volk. Dies ist das Spanien des Volkes, seine Regierung, seine Bevölkerung zu tun im Begriff, eine Schwierigkeit nach der andern überwindend, einen Widerstand nach dem andern im Innern beseitigend. Aber das Spanien des Volkes braucht noch etwas anderes. Wenn es nur mit Franco, mit den Monarchisten und Faschisten zu tun hätte, mir mit dem Spanien der Reaktion, es erfreute sich schon längst der Früchte de« Sieges und genösse die Wohltaten des Friedens. Aber es steht Im Kampf gegen den Internationalen Faschismus, gegen Mussolini und Hitler. Darum muß es verteidigt werden gegen den internationalen Faschismus, gegen die ausländischen Truppen, die die faschistischen Diktatoren nach Spanien entsenden, nicht um spanischen Interessen, sondern um der Politik Mussolinis und Hitlers zu dienen, die die Einkreisung Frankreichs, die Herausforderung der Sowjetunion die Untergrabung des demokratischen Regimes, die Herbeiführung des Krieges will. Dies aber hängt nicht von Spanien allein ab; dies hängt ab von den europäischen Demokratien, von der sozialistischen Arbeiterbewegung Europas. Man mag die spanische Frage noch so sehr von allen Selten betrachten, man kommt Immer wieder zu der gleichen Schlußfolgerung, die Ich für mein Teil an diese Stelle schon vor Wochen und Monaten gezogen habe: Da« Spanien des Volkes hatte gegenüber den Völkern Buropa die Pflicht, der faschistischen Drohung entgegenzutreten und mit den Waffen in der Hand seine Freiheit, seine Unabhängigkeit, seine Gegenwart und seine Zukunft zu verteidigen. Das hat es getan, das tut es um den Preis gewaltiger Opfer, unter denen die Verteidigung Madrid» unter den schwierigsten Verhältnissen groß und dramatisch hervorleuchtet. Die Völker Europas hatten gegenüber dem Spanien des Volkes die Pflicht, die Wache an den apanischen Grenzen zu beziehen, um die Einmischung des Internationalen Faschismus zu verhüten. Man hat versucht, dies mit Mitteln zu errielen, die sich in der Vergangenheit als unzulänglich erwiesen haben. Nun sind wir in einen neuen und entscheidenden Abschnitt eingetreten. Diesmal gilt es, Erfolg zu haben— um so mehr, als es zum Erfolg nur eines bedarf: des Willens, und als der Mißerfolg für das demokratische Europa schlimmer wäre als ein Fehler, schlimmer als ein Verbrochen: es wäre der Selbstmord. Wer aus der Partei ausgeschlossen worden ist, kann nicht mehr Beamter sein. In den Ruhestand soll versetzt werden, wer nicht »den vollen Einsatz seiner Person für den nationalsozialistischen Staat« gewährleisten kann. Ruhestandbeamte, auch Witwen und Waisen verstorbener Beamter, die als nicht zuverlässig Im Sinne der Partei angesprochen werden, verlieren mindestens auf Zeit ihre Bezüge,.. Insofern wäre mit allen diesen Bestimmungen ein förmlicher neuer Stacheldraht um den »totalen« Parteicharakter des Dritten Reiches gezogen, wenn nicht folgende Bestimmungen des neuen Gesetzes gerade von der gegenteiligen Konzeption ausgingen: Wenn der Beamte gleichzeitig als Mitglied der NSDAP nicht nur der Gehorsamspflicht gegenüber seinem Dienstvorgesetzten, sondern auch dem zuständigen Parteiführer unterliegt, bat er sich im Konfliktsfall ausschließlich an die Weisungen des dienst- HchenVorgesetztenzuhalten und macht sich strafbar wenn er»als Nationalsozialist« handeln würde. Er ist auch gegenüber jedem Parteibüro noch einmal ausdrücklich an sein Amtsgeheimnis gebunden worden; Beobachtungen über Vorgänge Staats- und parteifeindlichen Charakters darf er nur auf den Dienstweg weiterleiten; er darf sie auch unmittelbar an den»Führer und Reichskanzler« weitergeben, nie aber sich damit unmittelbar an eine Par- teistelle wenden. Man muß wissen, wie unmittelbar die Nazi-Mandarine ü» den Dienstbetrieb der Behörden vier Jahre lang hineingepfuscht haben, um den Zweifel über die weittragende Bedeutung dieser Bestimmungen außer Acht lassen zu können. Es ergibt sich aus dieser Ueberprüfung des auf einen Kompromiß zurechtgeschnitte- nen neuen Sachverhalts des Beamtengesetzes einmal die Feststellung, daß das Regime— und zwar in seiner Doppeleigenschaft als behördlicher und als Partei-Zwangsapparat— die innere Organisation im Hinblick auf kommende Auseinandersetzungen mit dem Objekt seiner Anstrengungen, dem Volk in weitester Begriffsfassung, straffer und schlagkräftiger ausgestalten will. Aber dabei sucht der Be- amtsnapparat— auch wieder so viel praktisch wirksame Distanz zwischen sich und der Partei zu setzen, daß im Falle ihres Versagens und Unterganges immer noch seine eigene Autorität eine gesonderte Rolle spielen könnte. Das Dritte Märdienreidi »Auf Vorschlag des Oberbürgermeisters der Hansestadt Köln wird für die von der Märchenstraße gegenüber der Andersen- Straße nach Osten abgehende Straße die Bezeichnung»Aschenbrödel weg«, für die von dem Aschenbrödelweg östlich der M ä r- ohenstraße nach Süden zur Dornröschenhecke abgehende Straße die Bezeichnung»D ä u m 1 1 n g s w e g«, für den von dem Däumlingsweg nördlich der Dornröschenhecke nach Osten abgehenden Weg die Bgzelch- nung»Froschkönigawe g«, und für den ebenfalls vom Däumlingsweg nördlich des Froschkönigsweges nach Osten abgehenden und in eine Platzanlage ausmündenden Weg die Bezeichnung»Heulemännchenplatz« festgesetzt.« »Westdeutscher Beobachter«. Klapperbüchsen- Sozialismus im vierten Hitlerwinter der Küche werden. Die gesammelten Abfallmengen kommen Schweinemästereien zugute, die am Rande der Städte entstehen(?) sollen. Auch an die Errichtung von Silos ist dabei gedacht...< Diese Abfalleimer- Parole für jeden deutzur inneren Nach übereinstimmenden Berichten aus genannten Tage noch die bis dahin unerledig-[ des Reichsschatzmeisters< der Partei; sie dem Reich hat in diesem Winter der ten Aufnahmeerklärungen. Summa summar- fließen an jeder Kasse, die zur halbwegs ge- schen Haushalt gehört ebenso Schnorrer- Sozialismus des Hitler- um des Bestandes: 6,028.506> freiwilliges ordneten und kontrollierbaren Rechnungs- Kriegsvorbereitung wie alles andere. Der regimes Dimensionen und Formen ange- Mitglieder! legung verpflichtet ist, spurlos vorbei. nommen, die alles in Schatten stellen, was Schnorrer- Sozialismus ist ein ganzer Rattenbisher auf diesem Gebiete von ihm geleistet< daß hier ein Wunder vorliegen müßte, wenn schwanz des Drucks und Zwangs und des Auch der Gutgläubigste wird zugestehen, Plakettenindustrie und Terrors, teils im Interesse des künftigen worden ist. Einer der Antriebe dafür mag sich diese sechs Millionen alle so> freiwillig< Plakettendichtung Krieges, teils im Interesse und zur direkten die außerordentliche weitere VerschlechteMögen bei anderen Völkern Briefmarken Alimentierung der NSDAP. zur Kasse drängten. Es handelt sich hier um und alte Münzen gesammelt werden: der gute mus als schlechter Ersatz für die vom Dritten Reich zerstörte frühere staatliche und kommunale Sozialfürsorge, deren Fonds und Einkünfte zum größten Teil der Wiederaufrüstung zugeführt wurden. In diesem Notwinter mußte der Ersatz doppelt und dreifach heran. Der hitlerdeutsche Bettelsozialismus ist eine völlig neuartige, in das sehr fadenscheinige Mäntelchen der Freiwilligkeit<< gehüllte Form der direkten und indirekten Massenbesteuerung. Der Rummel um die» Volkstümlichkeit«, wie sie sie verstehen, ist eines der Rezepte moderner Diktaturen.» Normale< Steuern sind nun einwarF. E. Roth. Wurst und Wurst und Semmel! rung der Lebenshaltung der breiten Masse einen ähnlichen Regiefehler des Systems, Deutsche sammelt freiwillig und noch mehr» Führerrede« durch sein. Gewiß fungiert jener Schnorrer- Sozialis wie er schon bei den verschiedenen» Volks- unfreiwllig seit Hitlers> Machtübernahme< abstimmungen im Rausch der Ziffer ge- Plaketten! Kein Scherz! Die auf den ersten macht wurde: ein Weniger an klobigen Blick komisch wirkende Angelegenheit hat Renommierzahlen wäre fundierter und darum ihren zynischen Hintergrund! Denn Massenflucht vor den Lügen Adolf Hitlers! diese Aus Gleiwitz wird uns geschrieben: besser! Denn wenn wirklich sechs Millionen beim Spenden<-Rummel verausgabte Pla- Mehrere Tage vor der» Vierjahresrechtferti erwachsener Deutscher als aktive> Helfer kette ist ja die zielsichere Waffe des Terrors, gung« Adolf Hitlers mußten mit allen Mitteln in das System der Winterhilfe< und der der entsicherte Revolver der» Volksgemein- das Winterhilfswerk eingesetzt werden, um » NS- Volkswohlfahrt< einbezogen sind, wenn schafts<<- Bonzen! Entweder man erwirbt eine die Bevölkerung für den Gemeinschaftsempwirklich 33,35 Prozent aller deutschen Haus- Plakette am Sammeltag oder man ist minde- fang der Rede zum 30. Januar vorzubereiten. noch im Jahre 1933) serfaßte sind halte, also ein Drittel( gegen nur 1.8 Prozent stens zu vierundzwanzig Stunden oder noch In einzelnen Betrieben, besonders auf den Zelängerem Hausarrest verurteilt. Die Plakette chen, fehlte es nicht an Drohungen mit Entum, wenn schon diese Allgemeingültigkeit wirkt umgekehrt wie die Sträflingskleidung; lassungen, für Fernbleiben vom Gemeinwenigstens für alle, die noch halbwegs zahlen sie scheidet Bock und Schaf,>> Staatsfeinde< schaftsempfang. Aber die Kumpels wußten können, erreicht ist, bleibt man bei der Fik- und Reichsbürger<, die es sind oder noch sich zu helfen, sie wollten ohne Essen nicht tion der> Freiwilligkeit und damit vor allem werden wollen. Daß der Knopflochschmuck auf der Zeche bleiben. Die Betriebsleitung auch bei der Parteigebundenheit des organi- noch außerdem dem Hang der preußisch- hatte daher angeordnet, daß alle Bergleute, satorischen Monstrums? Hier wäre doch das arischen Seele zur Militarisierung und Uni- die zum Empfang blieben, Wurst und Semmel dankbarste Objekt für eine allgemeine und formierung alles Seienden, volkspsychologisch erhielten. Hitlers Süße über die» nationalgesetzliche steuerliche Einrichtung gegeben, geschaut, schmeichelt das nur nebenbei! sozialistische Revolution« erweckten Heiterdie noch dazu den Vorzug hätte, daß das Seit Jahren appellieren die amtlichen An- keitsausbrüche und es fehlte nicht an bosdeutsche Volk ganz aus eigenem Willensentpreisungen dieses Plakettensystems nach haften Bemerkungen über Fett und Butter! hätte? Aber das ist ja eben der Punkt, wo schluß sich gewissermaßen zu ihr bekannt zwei von uns aus der allerjüngsten Zeit aus- Nach uns vorliegenden Berichten, war dieser gewählten Kostproben folgendermaßen Vorgang nicht vereinzelt, sondern erstreckte gerade die dicken Zahlen das Verräterische an die Tränendrüsen der Hitlerschen» Volks- sich auf die Mehrheit der Gruben im oberdurchblicken lassen. Würde nämlich die gemeinschaft<<: schlesischen Industriegebiet. Wo die Tore > Winterhilfe< wirklich verstaatlicht, wäre es mit einem Schlage aus mit dem besonderen >> Das Winterhilfswerk hilft den Eifel- nicht von der SA abgesperrt waren, suchten bauern, indem es ihnen die Möglichkeit die Arbeiter durch die Kohlenhalden zu flüchgibt, zusätzliches Einkommen zu erwerben. ten, um sich den> Mist« nicht anhören zu Zu diesem Zweck hat es einen Auftrag von 6 Millionen Holzabzeichen in diese Gegend müssen. Da die zweite Schicht erst gegen vergeben. 810 Volksgenossen haben dadurch 5 Uhr eingefahren ist, konnte man feststellen, Arbeit und Brot gefunden und insgesamt daß die meisten Bergleute sich erst gegen 200.000 Reichsmark verdient.< mal nicht populär, nicht in der Freiheit und noch weniger in der politischen Versklavung. Der Diktator bedarf gerade hier des Zuckerwassers für seine< Massen! Jedoch die Ersetzung des Steuerprinzips durch den Schnorrer- Sozialismus unter der Fiktion der >> Freiwilligkeit<« hat auch noch den weiteren Vorteil für den Steuereintreiber, daß dem Steuerdelinquenten seine eigentlichen Leistungen nie recht bewußt werden, seine Geduld und Zahlfreudigkeit also wenigstens theoretisch ziemlich unbegrenzt bleiben. Bei Interesse der Nutznießer des Massentributs den>> normalen< Steuern weiß jeder Bürger genau, wie er daran ist und was er zu zahlen hat. Im Tributsystem des>> Winterhilfswerkes< weiß er das nie! Gerade die» normalen« Steuern hat nun das Hitlerregime im Interesse der unbekümmerten Fortführung an der Winterhilfe. Das ganze ginge dann aus der Verfügungsgewalt des Nazibonzen in die Kontrolle des Bürokraten über! Deshalb beläßt man es bei der eingeführten, den wahrhaften Staatsinteressen direkt entgegengesetzten Methode, wohl wissend, daß der seiner Kriegsvorbereitungen in aller letzter Parteizwang zur freiwilligen Wohltätigkeit< Zeit erst rigoros anziehen müssen. Daß es an Wirksamkeit in Nichts hinter den Mögdabei um den durch die Wehrfreiheit belichkeiten des behördlichen Steuerexekutors dingten riesigen Finanzbedarf des Reiches<< zurücksteht. Man beläßt es dabei, obwohl geht, sagte Hitlers Finanz- Staatssekretär dieses> Spenden< Reinhardt bei dem Presseempfang bei EinDrills die hohe Fiktion und ganze Lüge der führung der Dezembergesetze über die Re- Einrichtung in höchst drastischer Weise darmittlerweile die Zahlen tun! form der Realsteuern« frei heraus. Was konnte näher liegen, als gerade an diesem wed Zeitpunkt von der anderen Form der Aber auch insofern ist der MassenMassenbesteuerung, der getarnten im Klap- Spenden- Tribut vom Standpunkt des natioweit öffentliche FlüsterOder:' 4 Uhr auf den Zechenplatz zeigten, um sich die Rede des Führers nicht anhören zu müs> Die Ansteckabzeichen kommen aus sen. Zwar waren sie verpflichtet, schon um Kunstgießereien. Ihre kunstvolle Ausführung weist auf die künstlerischen Möglich- 1 Uhr anwesend zu sein, aber jeder hatte eine keiten des Eisengießverfahrens. Das Win- andere Entschuldigung. Auf Fiedlers Glück bei terhilfswerk gab einen Auftrag von 6 Mil- Beuthen, kamen die Arbeiter überhaupt erst lionen Abzeichen nach Oberschlesien. Es kurz vor 5 Uhr auf die Zeche und erklärten, half dadurch einem schwer ringenden Industriezweig. Die Kunstgießerei der Preußi- schon früher genug von Versprechungen sich schen Bergwerks- und Hütten- AG., in der angehört zu haben. Fiedlers Glück gilt von die Abzeichen hergestellt wurden, war jeher als eine nationalsozialistische Feste und durch den Auftrag vollauf beschäftigt und die Getreuen haben diesmal schon genug. konnte darüber hinaus noch 70 Arbeiter einstellen. Sieben Monate dauerte die Herstellung dieser Abzeichen.< Der Schnapsverbrauch ist in den vier Jahren der Hitlerdiktatur stark ge> Auf einer im Reichsstatthalterpalais merkt:»... Wenn die Amtswalter der NSV aufgestellten großen Karte sollen für sämt- auf dem Gebiete der Trunksuchtsbekämpliche Häuser der Stadt Zeichen aufgeklebt werden. Das Aufkleben erfolgt, sobald der fung so weit geschult wären, daß sie die erste Hausbewohner eine Spende für das Frühfälle erkennen könnten, so wäre man imWinterhilfswerk einbringt. Wenn auch der stande hier früher helfend einzugreifen als letzte Mieter eines Hauses seine Spende bisher. Aber diese Entwicklungslinie ist erst beigebracht hat, wird dieses Haus mit einer Fahne gekennzeichnet.<< in wenigen Orten erkennbar.<< folge des überhasteten Arbeitstempos in Die Zahl der Berufsunfälle hat inzugenommen. Bei sämtlichen deutschen BeOhne Wurst und Semmel hätte man jedenfalls den Gemeinschaftsempfang auf den perbüchsensozialismus, um SO rücksichts- nalsozialistischen ParteiinteressesDas bewegt sich auf demselben Niveau Grubenanlagen überhaupt nicht durchführen loser Gebrauch zu machen?! Hier fehlen alle besser«, als irgend eine Form normaler Be- sozialpolitischer Erkenntnis, wie die Stamm- können. zuverlässigen Angaben über ihr Aufkommen, steuerung, weil sich ja der Abgabezwang tischweisheit von früher. Ja, wenn wir wenigfür die man mindestens vor> Pressevertre- nicht nur auf die Einzelleistung der Mitglied- stens unser glorreiches Militär wieder hät- Das» glückliche« Deutschland tern< die Verantwortung übernehmen müßte! schaft im> Vereine beschränkt. Immerhin ist ten, gäbe es auch wieder Uniformschneider! Hier ist das Verschieben gewaltiger Summen diese, wenn auch grotesk gradulert, doch Mit der Generalstabskarte stiegen. 1931/32 betrug er im Deutschen zu dunkelsten Zwecken am leichtesten mög- auch einigermaßen fixiert; die Mitgliedschaft lich! Hier gibt es die unberechenbarsten selbst und mit ihr die für Mildtätigkeit Reiche 400.000 Hektoliter oder auf den Kopf Tantiemen für die am System interessierten meinung kann sich wenigstens ungefähr be- Einen beinahe belustigenden Beitrag zur der Bevölkerung berechnet 0.61 Liter. 1935/36 Steuerprofose aller möglichen Art und Uni- rechnen, was an regelmäßigen Organisations-> Freiwilligkeit<< des Spenden- Sozialismus hatte er die Höhe von 653.000 Hektoliter oder form! Bei diesem System fällt immer noch leistungen, mindestens örtlich, aufkommen lieferte jüngst die> Frankfurter Zeitung« pro Kopf 1 Liter erreicht, demnach beträgt die etwas ab für die politische Reklame und mag. Dagegen fließen die Ergebnisse des( vom 27. Januar 1937) in einem Bericht aus Steigerung 65 Prozent! Zu dieser Kulturahnungslose Engel von Ausländern à la permanenten Straßensammelbe- Mitteldeutschland, wobei hinzugefügt werden schande, die freilich des Dritten Reiches würLloyd George oder Sven Hedin lassen sich triebs in ein Faẞ ohne Boden. Gerade die- muß, daß es so und nur mit geringen Varian- dig ist, wird in dem Jahresbericht des gleichvon Göbbels wieder ein Stück> deutschen So- ser Betrieb ist in besonderem Maße an die ten eben, auch überall anderswo zugeht: geschalteten Deutschen Guttemplerordens bezialismus und verwirklichter» Volksgemein- Fiktion der Freiwilligkeit gebunden. Das schaft vorschwindeln. in eine staatliche Zwangsabgabe umgewandelte System müßte auf ihn völlig verzichZahlen der» Freiwilligkeit«< ten. Seine besondere Ergiebigkeit aber für Wie es um die> Freiwilligkeit und um die Alimentierung der regierenden Partei ist den> sozialistischen< Charakter des in diesem| begründet in der besonderen Kontrollosigkeit Winter besonders laut daher dröhnenden seiner Ergebnisse<. So ist gerade dieser > Winterhilfswerk< des Dritten Rel- Sammelrummel, von dem manche Gutmütige Man sieht: die Kriegstechnik bewährt sich ches bestellt ist, mögen jene Zahlen bewei- in den Anfängen der» Machtergreifung auch bei der Wohltätigkeit. Wehe den Häusen, die jetzt amtlich von dem Reichsleiter dachten, er wäre nur der unvermeidliche Aus- sern, die der Herr Reichsstatthalter nicht mit Deutschland in den letzten Jahren erheblich Hilgenfeldt gelegentlich einer Amtswalter- fluß des ersten Revolutionstaumels, bis in einem Fähnchen schmücken kann! parade der Monstreorganisation in Berlin be- die letzte Zeit hinein im Gegenteil systemakanntgegeben wurden. Träger des gesamten tisch erweitert, durchorganisiert, mit Mono- Das ,, Ernährungshilfswerk" rufsgenossenschaften sind in den nachstehenSchnorrersozialismus, von dem das Winter- polprivilegien für die Diktaturpartei ausgeden des Schnorrer- Sozialismus Jahren diese Berufsunfälle gemeldet hilfswerk< nur eine, wenn auch die sicht- stattet werden. Das» Durchkämmen war geUeber das Ernährungshilfswerke im Zubarste Lebensäußerung darstellt, ist die> N S- rade in diesem Krisenwinter besonders toll. sammenhang mit dem Hitler- Göringschen Volkswohlfahrt«; und diese ist wie Heuer hat es schon allein fast Vierjahresplan, das den Spendenzwang in derum eine der vielen unmittelbaren Filialen ein Dutzend> Eintopfsonntage jedem einzelnen deutschen Haushalt in nächAber hatte die gegeben! Die jeweilige Spendersumme, ster Zukunft noch steigern dürfte und der regierenden NSDAP. NSDAP bis vor kurzem eine rigoros gehand- die genannt wurde, ohne daß auch nur die jede einzelne habte Mitgliedersperre, damit der Kreis der geringste Kontrolle der als Aufbringer Be- jeden deutschen Küchenherd Nutznießer des> Aufbruchs der Nation< nicht teiligten sie bestätigen könnte, war z. B. bei beschnüffelung zu stellen verspricht, hat stattgefunden. allzu sehr zuungunsten der alten Kämpfer dem vom 11. Oktober vorigen Jahres 5,554.564 kürzlich der>> Reichsleiter« der NS- Volksbei der Mark, bei dem vom 8. November 5,503.000 wohlfahrt Hilgenfeldt auf einer Berliner Konan der Krippe sich erweitert, > NS- Volkswohlfahrt<< ist der Wohltätigkeit Mark. Daneben hat es allein bis Weihnachten ferenz folgende Angaben gemacht: dem Betätigungsdrang wirklich keine schon drei> ReichsstraßensammSchranke gesetzt! Hier weiß man nichts von 1ungen« gegeben; auch sie> brachten< Parteisperrziffern; jeder Streber wird auf- nach den amtlich- unkontrollierbaren Ziffern genommen, aber auch Eingeschüchterte und je drei bis vier Millionen Mark ein. Gibt es Vergewaltigte werden in Massen hineinge- offizielle Gelegenheiten, wie vor vier Wochen zwungen. Der Verein>> NS- Volkswohlfahrt« etwa den> Tag der Polizei<, ist es selbstververfügte am Ende des ersten Vierteljahres ständlich, daß auch bei diesen Festgelegender Hitlerschen Machtergreifung über genau heiten allenthalben die Sammelbüchsen klap350.506 Mitglieder. Jetzt hat er gerechnet pern. Gewaltige Summen kommen so>> blind< wurde von dem Gewährsmann Hilgenfeldt bis auf. Gewiß davon werden> auch< die Hilfszum Stichtag des 30. September 1936 ge- bedürftigen betreut, vorausgesetzt, daß nau 5,597.684 Mitglieder, also nicht mehr zuständige Parteibonze sie für würdig und nicht weniger als das Sieb- klärt. Wesentlich ist: die Gelder sind ganz zehnfache! Dazu kamen aber an dem und ausschließlich in der Verfügungsgewalt und 1 der erworden: 1932 820.309 1933 922.459 1934 1935 1173.544 1374.825 das Im Jahre 1936 hat nach den bisher bedeutsche Kartoffelkiste und kanntgegebenen Monatsergebnissen eine weiunter Dauertere erhebliche Steigerung der Berufsunfälle Eine Untersuchung der Besucherzahlen und der Benutzung der deutschen Univer>> Mannigfache Vorkehrungen sind für sitätsbibliotheken hat ergeben, daß die Erfassung notwendig. In allen die Studenten im Dritten Reich bedeutend Häusern müssen Sammeleimer weniger wissens- und lernbegierig sind als aufgestellt werden, die die früher. Wurden im Jahre 1932 Küchenabfälle aufnehmen, 16 Universischützen und Verderb verhüten. tätsbibliotheken von 37.000 Studenten beDie rechtzeitige Abholung verhindert wei- sucht, so drei Jahre später nur noch 23.000! tere Verluste. Sie erfolgt im Som- Aber wozu sollen die Studenten auch, wenn mer am besten täglich(!), wäh- sie sehen, daß zur Erlangung der höchsten rend im Winter eine zwei- bis dreimalige Abholung in der Woche genügt. Die Haus- Posten im Dritten Reich Wissen und Bildung frauen sollen sich auf die neue Einrichtung nur hinderlich sind, daß es nur auf die der Sammeleimer dadurch einstellen, daß Schnauze, sturen Haß gegen den Marxismus sie selbst für ihre Haushaltungen einen be- und auf die Verhimmelung des» Führers<< ansonderen Eimer für Abfälle bestimmen, Wie der Mülleimer, so muß auch der Abfallkommt, sich um die Wissenschaften kümeimer zu einer ständigen Einrichtung in mern? EA Die Vorbereitung des totalen Kriegesis Ausgaben Rüstungsausgaben in Millionen Reichsmark Jahr 1932/33 1933/34 6.700 9.700 1934/35 • 9 12.200 16.700 ca. 18.800 3.000 5.500 10.000 12.600 die Kürzlich hat Oberst Thomas in der die Kriegswirtschaft nur die Fortsetzung eine Folge des Facharbeitermangels, sondern 1935/36 Berliner Weltwirtschaftlichen Gesellschaft der Wehrwirtschaft, die in Deutschland an sie wird eine Dauererscheinung bleiben als 1936/37 einen Vortrag über Aufgaben der Welt- die Stelle der einstigen liberalistisch- marxi- Teil der wehrwirtschaftlichen Staatsführung<<. Darnach haben die gesamten Rüstungswirtschaft gehalten. Dieser Thomas ist ein stischen Friedenswirtschaft getreten ist. Am zufriedensten ist der Herr Oberst ausgaben die gewaltige Summe von rund sehr wichtiger Mann des Regimes. Er ist > Diese Wehrwirtschaft ist die geistige Um- aber mit der Geldwirtschaft der 31 Milliarden RM betragen. Das ist sicher Leiter des Wehrwirtschaftsstabes im stellung unseres ganzen wirtschaftlichen Den- Diktatur, die» die Wehrmacht dankbar an- ungeheuer viel, aber ist es genug? Eben Reichskriegsministerium und hat auf die kens und Handelns auf den Gedanken: Wie erkennt«.» All die großen Finanzierungs- kündigt der englische Schatzkanzler Organisation und Zielsetzung der deutschen kann ich meine ganze Arbeit gestalten, um wünsche für den Wiederaufbau unserer Ausgabe von Rüstungsanleihen im Betrage Wirtschaft als der maßgebende Mann des von 400 Millionen Pfund innerhalb der Kriegsministeriums einen sehr großen Einfluß. Man kann nur wünschen, daß dieser heit am besten zu dienen und seine wehr- gegenkommens des Reichsbankpräsidenten nächsten fünf Jahre an. Gleichzeitig wird stärken? und des Finanzministers erfüllt worden bekannt, daß die gesamten Wehrausgaben Vortrag im Ausland die nötige Beachtung ( ohne die der Dominions) also kein Wirt- und sind für den Soldaten nicht zum Sor- Englands schen Kretinismus, mit dem das Ausland so trachtet hat, ein Ende zu machen. Für den Vortrag ist zunächst charakteristisch der Geist dieses Exponenten der Generalität und der Diktatur. Für ihn ist das Kommen des Krieges gar kein Problem, sondern eine Selbstverständlichkeit, die aus den>> wirtschaftlichen Spannungen, die zur Zeit auf der Welt lasten<<, mit Notwendig keit folgt. Und um jeden Zweifel auszuschließen, daß der nächste Krieg der von der Hitler- Diktatur entzündete» Deutsche meinem Vaterlande im Interesse seiner Sicher- neuen Wehrmacht sind dank des Entwirtschaftliche Kraft zu Wehrwirtschaft ist schaft sein. Und findet, denn er ist geeignet, dem optimisti- schaftssystem und keine Organi- genkind geworden wie oft in der Ge- für diese Zeit 1200 Millionen Pfund( etwa lange Hitlers Kriegsvorbereitungen be- sation, sondern die richtung wei- schichte.< Und das, denkt der Soldat, ist 15 Milliarden RM, der Kaufkraft nach sende Bezeichnung für die wirt- eben die einzige Aufgabe der Geldzivilisten, aber noch mehr) betragen werden. schaftliche Tätigkeit aller solange bis wir fertig sind für den totalen England hat gesunde Finanzen, eine blüStaatsbürger. Krieg. hende, gesunde Wirtschaft und den höchsten Kredit der Welt. Und Und England Die Wirtschaft, die der großen vaterländi- Aber werden sie fertig, das heißt, beginnt erst sein Abwehrrüsten, und schen Aufgabe der Wehrfreiheit zu dienen den anderen überlegen werden? Die deut- wie England rüsten die anderen Staaten hat, muß eine vom Staate gesteuerte Wirt- schen Anstrengungen übersteigen, das gegen den deutschen Angriff. Die AusDer Wehrfreiheit dient die muß zugegeben werden, alles, was man sichten der deutschen Diktatur,» fertig zu Raumplanung, denn der deutsche Raum sich bisher als möglich vorgestellt hatte. werden<«<, scheinen sich nicht zu ist so knapp, daß jedes Stück verwendet wer- Der Londoner» Banker«, das angesehene Sie wird versuchen, angesichts der Abwehr bessern. den muß, wie es für die deutsche Wehrkraft Fachblatt der englischen Bankwelt, bringt der andern das eigene Rüstungstempo noch am besten ist. Ihr dient der Arbeitsein- in seiner Februarnummer eine kritische zu steigern, ohne» Rücksicht auf die WirtKrieg« sein wird, wird das alte deutsch- satz<, das heißt die Verwandlung der ver- Uebersicht über die vier Jahre national- schaftlichkeit«. Aber kann das zu etwas imperialistische Credo wieder einmal vormittels des Arbeitsbuches in Evidenz gehalte- sozialistischer Wirtschaft. Wir wollen aus anderem führen als zum Zusammenbruch gebetet. Ursache des Krieges, sagt nen deutschen Arbeiter in Kriegsdienstarbei- dieser sehr sorgsamen Darstellung, auf die oder zum Hasardspiel der Entfesselung des Oberst, und meint damit die Ursache der ter, die einheitlich nach den Gesichtspunkten wir noch zurückkommen werden, die Zah- totalen Krieges? Es ist ein wahnwitziges der Weltwirtschaft zu lenken sind. Denn die len über die Entwicklung des deutschen Spiel, das das deutsche Volk mit sich spieKriegsvorbereitung Hitlers, ist>> die wirtschaftliche Not des Volkes, der Kampf um Regelung des Arbeitseinsatzes ist nicht nur Reichsetats wiedergeben: len läßt. Dr. Richard Kern. den Lebensraum, das Ringen um die Existenz im Großen«.» Wenn wir, von diesem Gedanken ausgehend, unsere heutige Lage betrachten, so können wir unumstritten(!) feststellen, daß sich das deutsche Volk in einer solchen Notlage befindet!<< der Man sieht, das ist verdammt klar; der Krieg ist für Deutschland eine zwingende Notwendigkeit, darüber bedarf es keiner Diskussion. Am wenigsten mit denen, die die nun wirklich unbestreitbare Tatsache anführen wollten, daß diese Notlage das eigentliche Werk der Diktatur ist. Denn es ist die alles Maß übersteigende Aufrüstung des wirklich von niemandem bedrohten Die» tragische Diskrepanz« Löhne und Unternehmergewinne Die Zeitschrift:» Die Deutsche Volkswirt- erläuterte Zusammenhang lehre sehr deutlich, fast auf die Vermutung kommt, er wolle den schaft, Nationalsozialistischer Wirtschafts- daß der Vierjahresplan mindestens ebenso so Unternehmern zeigen, wie sie es machen soldienst<< hat die schwierige Aufgabe, zu be- sehr sozialpolitische wie wehrwirtschaftliche len. Er schreibt: gründen, wie sich das amtliche Verbot von Bedeutung habe. So ist es. Nur ist diese BeLohnerhöhungen mit der riesigen Gewinnstei- deutung sozialpolitisch negativ und nur wehrgerung der Unternehmer vereinbaren lasse. wirtschaftlich positiv. Die tragische DiskreDabei ergeben sich mancherlei Widersprüche. panz besteht darin, daß die Sozialpolitik durch » Das eiserne Gesetz«, so heißt es im 1. die Wehrwirtschaft aufgehoben wird, well, Februar- Heft 1937 dieser parteiamtlichen wenn die einen bei der innerdeutschen RohDeutschlands, die die Devisen-, Rohstoff- Zeitschrift, das der Industrie aufgezwungen stoffbeschaffung ihrer Raffgier frönen könund Nahrungsmittelschwierigkeiten erst über das deutsche Volk verhängt hat. Die werden muß, heißt: keinerlei versteckte Ge- nen, die anderen deren Opfer werden müssen. Kriegsvorbereitung hat die» Note geschaf- schleiernde Abschreibung ,, bescheidene winnne, keinerlei übermäßige gewinnver- Der> Nationalsozialistische WirtschaftsGe- dienst führt ein Beispiel aus der Maschinenfen, die jetzt ein neuer Krieg beheben muß. winnausschüttung.<< Vorläufig ist aber dieses Und wer daran zweifelt, wer der Meinung eiserne Gesetz noch nicht in Kraft und die sein sollte, daß der Krieg erst recht entsetzliches, unvorstellbares Elend über Deutschland und die Welt heraufführen industrie dafür an, wie die betrieblichen Veränderungen kosten- und ertragsmäßig sich unbescheiden. auswirken. Das Beispiel ist die Frankfurter Denn» leider ist festzustellen, daß mancher- Maschinenbau A.-G., vormals Pokorny& orts bei verantwortungslosen Unternehmern Wittekind, von der es heißt, es handle sich Unternehmer noch reichlich wird, mit dem wird nicht diskutiert, der eine gänzlich unnationalsozialistische Raff-> durchaus nicht um ein Unternehmen, das wandert ins Konzentrationslager. gier sich bemerkbar macht. Hierin liegt eine durch Umstände besonders günstig beeinflußt Denn das Elend des Krieges berührt soziale Gefahr.< Da muß man staunen. Wie worden ist. Aus den Ziffern ihrer Bilanz erden Herrn Obersten nicht, dem die Not im ist es denn möglich, daß im totalen Staat gibt sich folgendes Bild ihrer Entwicklung in Frieden so unerträglich erscheint. Darauf soziale Gefahren auftauchen? Mit den Lohn- zwei Jahren Drittes Reich: muß man das Volk vorbereiten und dank- erhöhungen zugleich sind Preiserhöhungen bar erkennt der Vertreter der Generalität verboten. Auf einem großen Lehrgang, den Umsatz die geistige Umstellung an, die der Natio- die Kommission für Wirtschaftspolitik der Gefolgschaft nalsozialismus für das deutsche Volk ge- NSDAP jüngst in der Hauptstadt der Bewe- Abschreibungen auf Anbracht hat. Er hat dafür gesorgt, daß gung lagen( 1000 RM) vor 1400 Parteigenossen veranstaltet Reingewinn( 1000 RM). alle Kräfte der Nation schon jetzt in den hatte, nannte Bernhard Köhler den Vierjahres- Durchschnittliche Dienst des künftigen Krieges gestellt wer- plan den> Befehl an die Wirtschaft, nach dem beitszeit je Woche den. Es wird der totale Krieg sein sie sich vier Jahre zu richten habe<. Der Durchschnittsverdienst und er wird anders aussehen als die bis- Wirtschaft wird kommandiert und sie hat zu Durchschnittsgehalt( in herigen. gehorchen. Man sollte meinen, daß es da keine eine RM) 1933 1934 1935 • • 100% 220% 300% 291 402 530 • 105 0 258 131 286 124 Ar40 46 48 0,90 0,91 0,98 .. 6176 6855 7622 Es ist also gestiegen der Umsatz um 200 » Und es entsteht die Gefahr, daß Versuche unternommen werden, durch Wandlung des Abnehmerkreises oder auf andere Art der formalen Bestimmung zu genügen, dem Sinn der Preisbildungspolitik aber Gewalt anzutun. Die Gefahr ist besonders groß, wenn nach der Marktlage weniger der Käufer als die Ware gesucht ist. Ein Kunde, mit dem vor dem 17. Oktober noch keine Geschäftsverbindung bestand, kann sich auf seinen früheren Einkaufspreis nicht berufen; und die damaligen Verkaufspreise seines neuen Lieferanten gegenüber anderen Abnehmern nachzuweisen, wird ihm schwer fallen, solange er die Offenlegung der Bücher nicht erzwingen kann. Man hat auch die Tendenz bemerkt, Rabatte, die gegenüber bestimmten Abnehmergruppen gewährt wurden, dadurch einzusparen, daß man die Geschäfte auf einen anderen Kundenkreis verlagert. Oder es werden>> neue Artikel geliefert, die sich qualitativ kaum von früheren unterscheiden, wohl aber den unbequemen Individualpreis vom vorigen Oktober nicht kennen.< Da außerdem die Preisverordnung» überall Ausnahmen, also Preiserhöhungen, zuläßt, wenn die wirtschaftliche Kalkulation, die Existenzsicherheit des Betriebes das langte, sind die Ausnahmen, die das Regime den Unternehmern bewilligt oder die Unternehmer sich selbst bewilligen, so zahlreich, daß der Höchstpreis fast zum Mindestpreis degradiert wird. Der deutsche Sozialismus< des Konkurrenzentwickelt eine neue Form ver> Wir wollen uns klar darüber sein, daß er Gelegenheit zur Betätigung von Raffgier gibt. Prozent, die Abschreibungen um fast 200 Pro- kampfes, nachdem die alten Formen durch die in der Heimat mit derselben Schärfe und Köhler wollte aber wohl nicht den gegenRücksichtslosigkeit geführt werden wird wie wärtigen Zustand des deutschen Sozialismus zent, der Reingewinn von 0 auf 124.000, der Dekretwirtschaft mehr und mehr unterbunden an der Front. Nicht Heere und Flotten werden schildern, sondern ein Programm für bilanzmäßige Ueberschuß, d. h. Abschreibun- werden. Sieger ist der, der den totalen Staat kämpfen, sondern Völker werden um ihr ferne Zukunft entwerfen. gen und Reingewinn insgesamt um mehr als am besten anzuschmieren versteht. Betrug ist 300 Prozent, das Durchschnittsverdienst der das Mittel, den Druck der Zwangswirtschaft Sein oder Nichtsein ringen. Die Wirtschaft und > Wenn<, meint der nationalsozialistische mit ihr der ganze Menschenapparat der HeiWirtschaftsdienst,> die Tariflöhne seit 1933 Arbeiter um 9 Prozent und zugleich ihre Ar- auf den Konkurrenten abzuwälzen. Die Pränur um 0.01 Prozent angestiegen sind, wenn beitszeit um 20 Prozent, das Durchschnitts- zeptoren des großen Lehrganges der Kommat wird zu einem Organ der Kriegsuns die Rohstoff- und Lebensmitteleinfuhr gehalt, worin aber die Gehälter der leitenden mission für Wirtschaftspolitik treffen also den führung wie irgendeiner der Wehrmacht- im Augenblick nicht gestattet, die Tarifeinkommen teile, und jede Organisation der Heimat, mag Beamten offenbar eingerechnet sind, um nicht Nagel auf den Kopf, wenn sie alle sich einig der breiten arbeitenden Millionenbevölkerung zu erhöhen, so kann man ganz 20 Prozent. Wenn die sichtbaren Ge- waren, daß die Gesetze der Ehre jegliche sie herkommen, wo sie will, wird nur einen sich darauf verlassen, daß die Reichsregie- winne, von den versteckten ganz zu schwei- Handlung zu bestimmen haben und daß diese Zweck haben, den Dienst am Volk zur Errung eine Einkommens- und Gewinninfla- gen, im Verhältnis doppelt so hoch gestiegen Gesetze, darum auch die einer wirklich freien ringung des Sieges. Und gerade für die Wirttion der oberen Einkommensklassen( sie schaft wird sind wie der Umsatz, so kommt das daher, daß Wirtschaft sind, wobei die Ehre der Nation diese totale Kriegsführung äußert sich in Ueberliquidität) mit den etwas grundlegend anderes bedeuten als ihre energischsten Maßnahmen entgegentreten noch mehr als die Mehrproduktion die Mehr- über alles gehe<. wird... Es ist auch der Wunsch der Reichs- ausbeutung zugenommen hat. Der Anteil der Einstellung selbst zum letzten großen Kriege, regierung, daß in Zukunft einmal die Ein- Löhne am Gesamtwert der Produktion ist der doch immerhin schon die enge Verbindung kommen bis 800 oder 1000 RM monatlich stärker gefallen, als die Erzeugung gestiegen von militärischer Kriegsführung und Wirtschaftskrieg an den Tag gelegt hat.<< weniger hoch steuerlich belastet als das heute der Fall sein muß... werden, aber ist. Soviel zum Thema der> tragischen Diskrepanz<.. Aber nach der Meinung von Göbbels' » Angriffe gibt es sie gar nicht, denn er schrieb am 8. Februar: >> Die Dividenden sind im Verhältnis zum Aktienkapital in den letzten Jahren zweifellos erheblich gestiegen, man kann aber auch bel strengster Beurteilung nicht sagen, daß sie im Durchschnitt eine unangemessene Höhe erreichen.< Na also! G. A. F. es geht eben heute noch nicht.<< Die Verkaufspreise der Unternehmer lassen Es darf nicht wieder vorkommen, daß Eine Lohnerhöhung um ein hundertstel sich eben nicht mit dem gleichen Erfolg Munitions- oder Lebensmittelmangel die Prozent in vier Jahren ist allerdings nicht Stillgestanden kommandieren wie die Löhne Kriegführung hindern wie im letzten Krieg, gerade viel. Das macht bei einem Jahresein- der Arbeiter und die Gehälter der Angestellder>> ich kann es offen aussprechen, bereits kommen von 2000 Mark 20 Pfennig pro Jahr; ten. Es gibt zwar einen Reichskommissar für verloren war als wir in dem Kohlrüben- wieviel pro Woche oder gar pro Tag soviel die Preisbildung, den der Führer beauftragt winter 1916/17 hineingingen<< eine bün- Nullen gibt es gar nicht, um das auszudrük- hat,» die volkswirtschaftlich gerechtfertigten dige Widerlegung übrigens der Dolchstoẞ- ken. Da müssen die Arbeiter mangels konzi- Preise und Entgelte<< zu sichern. Welche legende, die festgehalten zu werden ver- stenterer Nahrung mit Versprechungen vor- Preise sind aber gerechtfertigt? Die vor dem Ueberhaupt dient. Und um dem vorzubeugen, wird heute lebnehmen. Daß es eben heute noch nicht 17. Oktober 1936 von der Diktatur, die die Militärs deshalb geht, nennt der» Nationalsozialistische Wirt- nicht erhöht werden, sollen also als Höchst- ben der Ausschaltung der Juden > Wir erwarten vom Vierjahresplan neso hoch schätzen, die Wirtschaft auf die schaftsdienst<< eine> tragische Diskrepanz«, preise gelten. Da gibt es aber reichliche Mög- aus der Führung der Wirtschaft die grundBedürfnisse des kommenden totalen Krieges deren man sich völlig bewußt sein müsse, um lichkeiten, diese Höchstpreise zu umgehen und sätzliche Steigerung unserer Gütererzeugung umgestellt. Denn wie für Clausewitz der zu erkennen, wie dringend notwendig das Ge- dem Preiskommissar ein Schnippchen zu überhaupt.< Krieg die Fortsetzung der Politik mit ande- lingen der Maßnahmen der innerdeutschen schlagen.» Der deutsche Volkswirt<< äußert ren Mitteln war, so ist für den Herrn Oberst Rohstoffbeschaffung geworden ist. Der hier sich darüber mit solcher Offenheit, daß man vereinbarten. Sie dürfen Ley in einer Unterredung über den Vierjahresplan.(> Preuß. Ztg.< Nr. 39.) Nr. 193 BEILAGE Neuer Vorwärts 21. Februar 1937 Hinter den Kulissen von Krupp Aufrüstungsgewinn von vier Jahren: eine halbe Milliarde Mark Ein Beitrag zum deutschen Rüstungsskandal von Gerd Kreyssig Vor einigen Wochen hat die Friedr.- KruppAG, Essen, ihren Jahresabschluß für das am 30. September 1936 abgelaufene Geschäftsjahr 1935/36 veröffentlicht. Nach 14jähriger Pause merkt Herr Hitler die Ironie, daß für die Krupp- Millionäre erst jetzt die berühmten> 14 Jahre der Schmach< vorüber sind? wird zum ersten Male wieder eine Dividende auf das Aktienkapital von 160 Millionen ausgeschüttet werden: 14,4 Millionen sen, man wer 1½, Milliarde RM! danach altem 1684 Mark JahresDurchschnittslohn im Krupps Bilanzen und Geschäftsberichten derum mit Angaben der offiziellen Berichte ,, wird heute die Frauen und Mädchen nicht die sorgfältig verschleierten und versteck- gemacht: wir behaupten, daß unser besser entlohnen als es Brauchtum ten Geheimnisse zu lüften vermag, der und alter Geschäftstradition dieses stählerentlarvt nicht nur ein schamloses Ge- Ergebnis weitgehend stimmt. schäft, sondern trifft Hitler! Eine Hier das Resultat unserer Beobachtun- nen Hauses entspricht. Wir glauben also, daß wahrlich lohnt, eine Zunahme von rund 20 Prozent vorsichdenn Aufgabe, die sich gen für vier Jahre Aufrüstungstaumel: damit fällt die Maske und der von der tig geschätzt ist und als gegeben angenomGestapo so sorgfältig bewachte Vorhang Gesamtumsatz fast men werden kann. vor dem ganzen schamlosen VolksAm Ende des vierten Jahres beträgt die betrug, der mit der Aufrüstung 1931/32 beträgt der angegebene Umsatz Belegschaft somit über 110.000 Mann. seit vier Jahren betrieben wird. die 13prozentige Steigerung Das Haus Krupp macht es einem nicht 170 Millionen; sogenannter>> Reingewinn< werden ausgewie- leicht, hinter die Geheimnisse zu kommen, die im nächsten Jahr erbringt 192 Millionen( 191 Schamlose Ausbeutung: A und davon wird man den> Aktionä- man lüften möchte. Reden wir gar nicht von Millionen ist die letzte ausgewiesene Ziffer). Für 1933/34 wird über eine Umsatzsteigeren bescheidene 4 Prozent Dividende zah- den offiziell veröffentlichten Bilanzen: len, wozu man 6,4 Millionen Mark benötigt. des naiven Glaubens ist, daß dem rung von 56 Prozent berichtet: wir halten bei Wir wissen, daß die Berechnung von Wenn die Generalversammlung dieser Firma Rüstungsgeschäft mit dem Rechenschieber 299.5 Millionen. Für das Jahr 1934/35 wird Durchschnittsverdiensten ein heikles Problem zusammentritt, erscheint Frau Bertha Krupp und dem noch so gründlichen Studium der eine auf 35 Prozent geschätzte Umsatzist. Trotzdem wollen wir sie mit den notan der Seite ihres Prinzgemahls von Bohlen Bilanzen und Geschäftsberichte beikommen steigerung in gut informierten Zeitungen gewendigen Einschränkungen machen. Ueber und Halbach... und die Aktionäre sind voll- könne, irrt sich. Sie sind nur ein notdürftiges meldet: der Jahresumsatz beträgt hunderttausend Menschen schuften 404 Millionen. Für 1935/36 gibt es bisher ständig versammelt. Denn Frau Bertha Krupp Gerippe, das einige allerdings nicht unwichKrupp- Konzern, mindestens 90.000 im ist die alleinige Besitzerin der> Waffen- tige Anhaltspunkte gibt. Die erläuternden keine näheren Schätzungen. Die Relationen Stammbetrieb Essen der Friedr.- Krupp- AG. schmiede Deutschlands<. zum Fabrikations- Rohertrag, zur Summe der ebenfalls Wie viele Tausende sind bereits bei Krupp zur BeMan muß lesen, was das Direktorium die- durch eine Sprache aus, hinter der man nur gezahlten Löhne und Gehälter und Leben geworden? ser Frau Bertha Krupp als Bericht vorlegt ahnen kann, was eigentlich vorgegangen ist. schäftigtenziffer lassen eine weitere Steige- Krüppel für ihr ganzes und was Frau Bertha Krupp dann als» Ge- Aber immerhin: sind Anhaltspunkte. rung um mindestens 25 Prozent als unterste Wie viele hat der wahnwitzige Produktionsprozeß getötet, zermalmt? Wie viele hat die neralversammlung über sich selbst der Oef- Allerwichtigste Ziffern und Erläuterungen Grenze mit größter Wahrscheinlichkeit anim Krupp- Konzern stationierte Gestapofentlichkeit vorsetzt! Da wird auffällig und pflegen hingegen aus gutem Prinzip heraus nehmen: der Jahresumsatz im vierten aufdringlich unterstrichen, daß die Inhaberin grundsätzlich zu fehlen. Fachkennern sind stungsjahr beläuft sich danach auf minimal Hauptwache ins Gefängnis und ins Konzentrationslager befördert? Wieviel Not, Erder Firma über ein Jahrzehnt lang auf jede Umsatz- und Belegschaftsziffern z. B. wich- 505 Millionen. Dividende verzichtet habe, um das Unterneh- tige Hinweise: also raus aus dem Geschäfts- dann während der vier Jahre insgesamt min- bitterung und Grauen und men über die>> zweimal sieben mageren Jahres bericht! In die Bilanz und in den Geschäftsdie Verwal- bericht gehört nur, und wenn was zur Irreführung hinwegzubringen, tung jetzt wieder zur Dividendenausschüttung nützlich ist, was die patriotische Gesinübergeht, so komme darin das> Vertrauen nung, die soziale Einstellung erkennen läßt, Belegschaft: über 110.000! mit wie vielen Menschenleben Krupp seine zu der stark gestiegenen Ertragskraft des den Anschein des» ehrsamen Kaufmannes<< Familienunternehmens zum Ausdruck<. Man wahrt... und: dem Gesetz formal und dem wird sich hüten, zu sagen, daß dem Fiskus einigermaßen Genüge leistet! Hitlerkurs etwas verdankt man o nein: man hat wieder ausreichendes Vertrauen> zu sich selbst VaterSeptember 1933 werden 55.713 bekannt ge- land< mit verwie sie es auffassen-ruft? Wir wissen bis heute nur, daß drei Arbelter in Essen und Kiel ihre Köpfe unter das Henkerbeil der Göringschen Geheimen Staatspolizei legen mußten: Vaterlandsverrat? Dividendengefährdung für Frau Bertha Krupp! Entlarvungsgefahr für braune Gangster! an noch einen Jahreslohn von halten können im ersten Jahre der Machtergreifung Hitlers sinkt er der erste braune von Wo steht Krupp heute? geben, für September 1934 bereits 75.240. Das ist die große Frage, die beantwortet Man muß sich leibhaftig vorzustellen werden muß! Welch merkwürdiger Zufall: suchen, was eine Zunahme von 20.000 ArbeiKrupp kennt und den Werdegang dieser» national die letzte bekanntgegebene Umsatzziffer mit tern innerhalb Jahresfrist bedeutet, um erkönnen, welcher Höllenrachen 191 Millionen RM stammt.... vom 30. Sep- messen zu gesinnten Männer, die die Millionen zusamtember 1933, aus dem gleichen Jahre, in dem sich da aufgetan hat!( Den größten Sprung mengeräubert haben, verfolgt hat, dem ist es man noch einen Verlust von drei Millionen machte Krupp wahrscheinlich zwischen dem möglich, sowohl aus den Bilanzen einiges 30. September und 31. Dezember 1933 mit Wir können aber wenigstens ungefähr herauszulesen, als auch den Worten des Ge->> auswies Vertrauen< immer, daß man den Abnehmer des sich weiter gestaltet, bleibt dessenungeachtet keine exakte Zahl mehr in den Kruppberich- Heile des Führers und zum Wohle des Haukein absolutes Geheimnis: die prächtige ten angegeben. Für 1934/35 erfährt man, ses Krupp. Im letzten> Jahre der Schmach< ganzen Arsenals von Mordwerkzeugen, die kapitalistische Konkurrenzwirtschaft, der weil Krupp Wert darauf legt( die Unruhe hatten die Gewerkschaften( deren Zerschlaman Tag und Nacht heute in drei Schichten Quotenkampf um Förder- und Verkaufszif- wächst schon!), wissen zu lassen, daß seine gung Herr Krupp mitfinanziert hat wie alle mit 125.000 Menschen produziert, fest an der fern für Eisen, Stahl, Bleche, Schienen, Kohle Arbeiter mehr verdienen, daß die Löhne und anderen großen Verbrechen in und Gurgel hat!> Vertrauen< bedeutet in Kruppscher schlichter Sprache, daß man die Kon- etc. zwingt zum Ausweis der Ziffern, denn sie Gehälter um rund 33 Prozent, die Beschäf- Deutschland) kurrenz niedergekämpft und ein Monopol in bedeuten ein wichtiges Stück Machtposition tigtenzahl aber nur um 24 Prozent gestiegen durchschnittlich 1951 Mark der Tasche hat, mit dessen Hilfe sich die in der Familie der gierigen Wölfe, mit denen sei. Die Belegschaft nähert sich also be- trotz schwerster Krise; man so lange gemeinsam heult, bis man wie- reits der Hunderttausend- Grenze und steht nach Millionen> en gros< verdienen lassen! Sollte das unter der Herrschaft der Na- der einen auffressen kann! Und diese Ziffern am 30. September 1935 auf 93.300. Im Ge- bereits auf 1553 Mark: steigen, steigen! Daß sie in einem gewissen schäftsbericht wird dazu vermerkt, daß da->> Bonus ist hereingenommen! Der Durchtionalsozialisten anders geworden sein auch produktionsmäßig zum ersten schnittsverdienst Verhältnis zum Umsatz stehen, ist klar, steigt im Geschäftsjahr deutscher Zeitalter gespenstischer Wirklichkeit, in dem die Parole:> Gemein- die Relation mag sich verschieben, aber im Male> Vollbeschäftigung erreicht worden sei. 1933/34 auf 1627 Mark: der Betrieb hat was heißt> Vollbeschäftigung« für schon die Tourenzahl erheblich erhöht, aber nutz geht vor Eigennutz doch nicht etwa großen und ganzen bleibt sie relativ konstant. Aber Das zweite wichtige Merkmal: die Be- Krupp, wenn das Vaterland offenbar eine der Bergbau hat noch reichlich Feierstunden. nur ein geflügeltes Wort, sondern die Basis Sie erleiden ein Voller- Beschäftigung verlangt? In 1934/35 steigt der errechnete Durchder Volksgemeinschaft ist? Es würde natür- legschaftsziffern. Im Geschäftsjahr 1935/36 gibt schnitt nochmals, auf 1760 Mark: der Gelich böses Blut machen, wollte man 25 Mit- ähnliches Schicksal wie die Umsatzziffern. es mit> Volllionen Reingewinne ausschütten, wie es im Man gibt die Belegschaftsziffern etwas unbe- es Rekordziffern, die über den Hoch- schäftsbericht ' letzten Kriegsjahr vor dem Zusammenbruch kümmerter bekannt, denn man will der Oef- konjunkturstand der Jahre 1927/28 hinaus- beschäftigung« und völligem Wegfall Feierschichten. Nirgendwo ist etwa eine es zeigt viel sinnfälliger die fentlichkeit gerne zeigen, für wie viele hung- gehen. Sensationelle Steigerungen: Lohnerhöhung sichtbar: es wird länger ge>> wahre<, jetzt natürlich nationalsozialisti- rige Mäuler >> Nation< soll wissen, daß Frau Bertha in arbeitet, schneller geschuftet aber was sche Haltung der Familie Krupp, wenn ihrer dividendenlosen Bescheidenheit 250.000 pro Stunde bei dauernd steigenauch trotz der 1933 einsetzenden Auf> Seelen« ernährt! Auch ein Stück alte Tra- Die Belegschaft steigt natürlich weiter, dem Verschleiß der menschrüstungswelle noch drei Jahre darbt, sogar dition und gehütetes Brauchtum. aber die Welt durch irgendwelche verfäng- lichen Arbeitskraft verdient einmal drei Millionen Verlust hat, ehe>> beAllerdings gibt es Grenzen: wenn das liche Andeutungen wissen zu lassen, daß wird, wird immer weniger. scheidene< Reingewinne erzielt werden. 14 Aufrüstungstempo gar zu rasend wird, wenn jetzt bei Krupp allein weit über 100.000 Preise steigen täglich, das Arbeitstempo bei Jahre dividendenloses Hungerdasein ist Menschen Tag und Nacht Mordwerkzeuge Krupp wächst, die gehetzten Hunderttausend wahrhaftig eine> nationale Leistung. Seit die ganze Welt aufhorcht und die Riesenfabrizieren, ist höchst unerwünscht. Ab- stehen am laufenden Band, dessen Geschwin3½ Jahren steht der Krupp- Konzern unter belegschaft in der deutschen Waffenschmiede in gar zu gefährlichen Gegensatz mit solutes Schweigen im Geschäftsbericht ist digkeit der Hebel im Kontrollbüro des MaVolldampf, und wenn man jetzt zum ersten also wieder einmal das nationale Gebot der schinensaales bestimmt! und hungern! Male wieder bescheidene 6.4 Millionen Mark sprichwörtlichen Friedensliebe Stunde! schweigt man lieber! gerät, dann Wenn unsere Berechnungen sich als richso kommt man.... Reingewinn auszahlt, Per 30. September 1934 gibt man zum Die Löhne und Gehälter steigen in tig und stichhaltig erweisen, sinkt der als letzter der großen Stahl- und Eisenletzten Male offiziell bekannt, wie viele diesem übervoll beschäftigten Rekordjahr Durchschnittsverdienst für 1935/36 auf 1684 betriebe! Die anderen haben Menschen der Konzern beschäftigt! um knapp 15 Prozent. Für 1934/35 wurde RM: die billigen weiblichen Arbeitskräfte Trotzdem bleibt das gewünschte Ergebnis die steigende Lohnsumme neben der effek- sind es schon an die 20.000 wie im glorfür Krupp unbefriedigend: Umsatz und tiven Arbeiterzunahme mit dem Wegfall von reichen Vierjahresabschnitt des großen Stahlalles Lohnsumme und Belegschaft haben Feierschichten begründet: schuftete bades? wirken sich aus, in Kruppscher Das ist ein Stück echte Kruppihrerseits bestimmte Relationen, und vor- seitdem also zu 100 Prozent! Wenn jetzt im Sprache sagt man, daß die> vorsichtige Gesche Tradition, ein Stück mustergültisichtige Schätzungen in dieser oder jener vierten Jahr der Hitlerrüstung die Lohn- schäftspolitik« sich auf die Ertragsrechnung gen Kruppschen> Brauchtums Brotgeber ist, die der des Führers Roheisenproduktion Rohstahlproduktion Walzwerkerzeugung um 21,6% . um 17,6% um 17,0%. weib- lassen Die aber: sie sind noch zu hoch!! Denn in der ganzen Lohn- und Gehaltssumme, die die Krupp- Bilanzen ausweisen, stecken auch die Riesengehälter drin, die die Herren Direktoren, Prokuristen, Ober- Millionen Reingewinne. Der Reingewinne[ stungsfirma Vickers- Armstrong zu Friedens- Ziffern nur um die Fabrikationserlöse, bezw. Ingenieure etc, erhalten. Die errechneten betrüge danach knapp 1,9 Prozent vom Um- zeiten verkauft hatte mit dem Ergebnis, daß Reingewinne der Friedr.- Krupp- AG., Essen, Durchschnitte pro Kopf der Belegschaft satz und knapp 3,5 Prozent vom Rohertrag?? tausende deutscher Soldaten einen> patentier- nicht um Zahlen für den ganzen Konzern, lassen das Arbeitseinkommen des einzelnen Stille Reserven tierten Heldentod< sterben mußten, den die noch um ein gewaltiges höher liegen. Arbeiters noch höher erscheinen, als es Ihnen.... der Landsmann Krupp» geliefert< Während der Aufrüstungsperiode vor dem verschleierte Riesengewinne hat. Diese Ehrenmänner haben nach dem Kriege stand das Verhältnis von Rohgewinn tatsächlich ist! Befragt man die Bilanz, so ist die Ant- Kriege die Schamlosigkeit gehabt, die zu Reingewinn 1,64: 1; während der vier Sprunghafte Steigerung wort höchst bescheiden. Die Anlagen der Vickers- Armstrong auf die nachträgliche Kriegsjahre verhielten sich Rohgewinn zu des Rohertrages Krupp AG.. die 1932 mit 183,22 Buch Zahlung der Lizenzgebühren zu verklagen. Reingewinn wie 1,91: 1; und heute soll sich In den vier Jahren der Hitlerkonjunktur standen, betragen 1935 nur noch 176,86 Mill- Sechs Millionen( 150.000) hat Krupp an dieses Verhältnis so ungünstig gestellt haben, weist Krupp im ersten Jahr 3,07 Millionen lionen sind also rund 6½ Millionen niedri- Lizenzen verlangt, für jeden Schuß aus daß erst auf 29,14 Rohgewinn- Millionen eine Mark Verlust, in den drei folgenden ins- ger bewertet. Das Anlagenkonto verrät also englischen, französischen, russischen, austra- Reingewinn- Million kommt? gesamt 31,39 Millionen Mark Gewinne aus, nichts über den Umfang derjenigen Gewinne, lischen, amerikanischen Geschützen, den Legt man die Vorkriegsrelation zwischen so daß ein Reingewinn von 28,32 Millionen die sofort in neue Anlagen gesteckt worden Vickers- Armstrong geliefert hat, um die Kruppschen Rohgewinnen und Kruppschen Mark das ganze... magere Ergebnis ist. sind. Welchen feststellbaren Umfang der Landsleute des> ehrsamen Kaufmanns Krupp( wohlgemerkt immer noch frisierten!) ReinDavon gibt man Frau Bertha in ihre Privat- sogenannten> Selbstfinanzierung« hinzuschlachten!! So macht man Geschäfte. gewinnen zugrunde, so würden 816 Millionen schatulle jetzt bescheidene 6,4 Millionen. Um kann man demgegenüber ermitteln? Die Ge- Kehren wir zu den Zahlen zurück: unsere Rohgewinn mit 497 Millionen Reingewinn dieses wie gesagt und gemessen an den schäftsberichte, die immer mit hohem Pathos Feststellungen zeigen, wie lächerlich es ist, gleichbedeutend sein; die Anwendung der Profiten anderer, weniger» pflichtbewußter< die vorsorgliche Finanz- und Anlagepolitik wenn die deutsche( und die ausländische!) Kriegsrelation würde für 816 Millionen Rohso>> bescheidene< Ergebnis zu des Unternehmens rühmen, plaudern darüber Presse mit geradezu tödlichem Ernst von den gewinne 427 Millionen Reingewinne beerlangen, bedurfte es in Kruppscher einiges aus. Aus ihnen erfährt man, daß in bescheidenen 4 Prozent Dividende und dem deuten! Man könnte einwenden bescheidenen Reingewinn von 14,4 Millionen und das ist das Mark schreibt. einzige Argument, das gegenüber In Wirklichkeit verbirgt sich hinter der Feststellungen Gewicht haben zurechtfrisierten Krupp- Bilanz das scham- daß sich eventl. die Bilanzierungsmethoden loseste und raffgierigste Millionengeschäft, geändert haben und sich daraus eine andere das jemals ein Krupp gemacht hat. Nicht Methode der Berechnung des Rohertrages 28,32 Millionen Reingewinn hat Krupp in ergeben habe. Abgesehen davon, daß dieser vier Jahren verdient sondern: mehr als Einwand bei einem so traditionstreuen Hause eine halbe Milliarde Reingewinn! wie Krupp wenig Wahrscheinlichkeit für sich Konzerne Sprache nicht nur» des vollen Einsatzes den vier Blütejahrenh -trieb selbst! insgesamt 111,9 Millionen in Neubauten, Erweiterungsbauten, Bodenerwerbungen ( neue Schießplätze?) etc. hineingesteckt worden sind. unseren könnte » frisiert< von rund 800 der industriellen Produktionsmittel, ihres Ausbaues auf mannigfaltigsten Gebieten<<, sondern natürlich auch der ganzen freudigen Arbeitsleistung der Gefolgschaft in allen ihren Schichtungen«. Eine klassische Krupp- Diese 112 Millionen sind natürlich ebenfalls sche Formulierung, die der Völkische in den vier Jahren verdiente> Reingewinne Freude im Be- Millionen sonstige Rückstellungen neben der Neuling unter den Rüstungshyänen ist, viel- Daß aber Krupp während der vier Hochgesetzlichen Reserve von 26 Millionen. Die mehr» Tradition< hat. Ohne Einblick in das konjunkturjahre des Weltkrieges nicht nur Aber zurück zu den>> Reingewin- Vorräte, die Krupp in der Bilanz aus- geheime Hauptbuch in Essen wird allerdings die ausgewiesenen(!) 226 Millionen verdient nene. Jeder Mensch weiß, daß sie eine fik- weist, betragen 75 Millionen gegenüber 38 kein Mensch jemals in der Lage sein, genau hat, ist bekannt. Sein wirklicher Kriegstive Größe sind. Die sogenannten Rein- Millionen vor Beginn der Aufrüstung eine sagen zu können, wie viele hundert Millio- gewinn wurde später auf den phantastisch gewinne in den Bilanzen besagen also nichts. Zunahme um genau 37 Millionen nen das patriotische Haus Krupp bisher ins- anmutenden Gesamtbetrag Wichtig dagegen und weit aufschlußreicher oder 98 Prozent. Die Verdoppelung der Vor- gesamt an seinem Vaterland<< verdient hat. Millionen beziffert! Und diese Schätzung ist sind die Rohgewinne oder auch Fabri- räte läßt auf weit höhere, ebenfalls rein ver- Aber es gibt Parallelen verhängnisvolle bis heute niemals ernstlich widerlegt worden. kations- oder( wie bei Krupp) Bediente Millionen schließen. Schließlich gibt Zusammenhänge verhängnisvolle Wir bleiben also bei unserer Meinung, triebsüberschüsse genannt. Sie es noch einen anderen wichtigen Posten, der Vergleichsmöglichkeiten: sie daß Krupp im Hitlerreich bisher mindestens stehen wiederum in einem gewissen Ver- überhaupt nur glatte Reingewinne darstellt: sind es, die uns das ganze korrupte Dritte eine halbe Milliarde verdient hat. Dieses Erhältnis zum Umsatz, zur Belegschaft etc., die Einnahmen aus Erträgnissen von Betei- Reich entlarven und uns Fingerzeige ja gebnis unserer Untersuchung ist bereits und was das Wichtigste ist: sie liefern kal- ligungen, aus Lizenzen etc.: sie sind mehr: eine an Sicherheit grenzende Wahr- sensationell genug: wir machen kulatorisch und in Kombination mit den an- von 4,38 Millionen Ende 1933 auf 10,25 Mil- scheinlichkeit geben, wie Deutschland aus- weder einer Demagogie noch irgendwelcher deren bekannten oder ermittelten Ziffern die lionen Ende 1936 gestiegen und haben im gefleddert wird. gewollter Effekthascherei schuldig, wenn wir Basis für die tatsächlich erzielten Gewinne. Laufe der vier Jahre den ansehnlichen Ge- Das Geheimmis des tatsächlichen Rein- behaupten, daß aller Wahrscheinlichkeit nach Dieser Rohertrag hat von 108 Mil- samtbetrag von 61 Millionen erbracht' gewinnes lüftet sich aus dem> traditionellen der Millionensegen noch höher gewesen ist. lonen im letzten Jahre vor Hitler seinen Risikolos reinverdiente 61 Millionen!! Sie Zusammenhang zwischen Rohgewinn, also Vor allem aber muß unterstrichen werden, Ausgang nehmend folgende Entwicklung lassen nicht nur erkennen, daß es auch den Betriebsüberschüssen, und Reingewinn, der daß Krupp diese Riesengewinne eigentlich Unternehmen, an denen Krupp beteiligt ist, sich aus früheren Blüteepochen des Hauses nicht in vier Jahren, sondern innerdreier Jahre verdient hat, was recht gut ergangen ist, sondern sie werfen Krupp aufdecken läßt. Wir stellen gegen- halb auch ein Licht auf das schamloseste und über: das Ausmaß des Skandals noch erheblich steigert. Hschauerlichste Geschäft, das die Kruppsche Im Dritten Reich braucht Krupp Waffenschmiede betreibt: den Verkauf keinerlei Oeffentlichkeit, kein Parlament mit mit Anfragen, keine Instanz unliebsamen Anschauungen über den Uneigennutz nationaler Männer, keinerlei Zeitungskritik oder fachmännische Aufsätze mehr zu befürchten, die in früheren Blütezeiten immerhin wenigunver0816 Millionen!! stens eine Bremse für ein gar die> patriotische Haltung und Handlungs- Bedarf es dazu wirklich noch eines Kom- schämtes Wuchergeschäft waren. Alle diese Rund 1½ Milliarden Umsatz 815,5 Millio- weise des Kanonenkönigs Krupp vor 1914, mentars?? Ist dieser Vergleich nicht kleinen Unannehmlichkeiten und Hemmnisse, nen Rohertrag 453,1 Millionen Gesamt- der seine Lizenzen auf Granaten- und Gra- schlechthin erschlagend? die sich einem reibungslosen Fluß der Hunsumme der Löhne und Gehälter 28,82 natzünderherstellung an die englische Rü- Wohlgemerkt: es handelt sich bei allen dertmillionen- Gewinne früher entgegenstellin den vier Jahren genommen: 1932/33 1933/34 1934/35 1935/36 . 118,0 Millionen • • 177,4 232,3 287,8 " 39 " 1 4 letzten Vorkriegsjahre: Rohgewinn: Bilanzen der: 207 Millionen Reingewinn: 126 Millionen 4 Kriegsjahre: 226 Millionen 4 Hitler- Jahre: 28 Millionen? Eine respektable Leistung: 815,5 Millio- ihrer Produktionsgeheimnisse nen Mark in vier Jahren! Und von und patentierten Verfahren an diesem Rohertrag von 815,5 Millionen will die Gegner des nächsten Krieges. Krupp uns glauben machen, seien insgesamt Die Demokratie der Nachkriegszeit hat 432 Millionen nur 28,32 Millionen Reingewinne erzielt einiges viel zu wenig leider und ohne worden? Vergessen wir nicht, was wir bis- Konsequenzen zu ziehen her bereits ermittelt haben: An die Stillen Wenn einer dir von einem Unrecht spricht Und sagt, ein Unrecht wohl, doch dients dem Staat, So bleibst du stumm und merkst dir das Gesicht, Denn einem solchen Mann antwortet nicht Ein andrer Mann, der keine Waffe hat. aufgehellt über ohne KZ, ohne Blockwarte, uns zu aber Es ist nicht leicht, zu bleiben, was man ist.| Staaten um uns Vater( hilflos umhersehend). Wie soll Wer eine Waffe nimmt, der hats nicht schwer. mit völliger Freiheit?! Es geht ihnen besser ich dir das begreiflich machen? Die Parteien Ihr andern, die ihr abseits steht und wißt, als Deutschland. existierten für das private, nichtpolitische Sollt spüren, daß mit euch gerechnet ist, Sohn. Das müssen seltsame Zeiten ge- Leben überhaupt nicht. Jeder durfte sich seine Denn wenn der Tag kommt, dann seid ihr wesen sein, damals in Deutschland... Da Partel wählen, aber fürs Kind gabs überhaupt das Heer! brauchten sich die Eltern nicht mal vor den keine. Das durfte lernen oder spielen. Kindern zu fürchten? Sohn. Und wurde nicht befördert, wenn Vater. Vor niemand. Keiner schaute es die Eltern anzeigte? nach hinten, alle geradeaus. Ilon Vater. Ich sage dir doch, das galt als Sohn. Alle geradeaus... Das muß spas- widernatürlich, als verbrecherisch, so wie sig gewesen sein, diese Sorglosigkeit... Und etwa Elternmord. Keine Partei, keine Behörde der Vater durfte seinen Kindern sagen, wenn hätten so etwas auch nur zu vertreten gewagt, Das Blutsband zwischen Eltern und Väter und Söhne Sohn. Und du sagst, Vater, damals konnUnd glaubt dein Bub, mit Drohung und Ge- te in Deutschland jeder aussprechen, was er schrei politisch dachte? Wirbt man erfolgreich für ein schlimmes Land, Kann sein, du schweigst und läßt das Kind dabei Stumm wünschend, daß ihm nicht beschieden sei Nutzloser Tod für dieses Vaterland. Was aber sagst du, wenn die Frau sich grämt, Well dich das Schwelgen, das du trägst, entstellt. Manch Nachbar hat sich leichter anbequemt, Und wer Bescheid weiß, ist ja doch verfemt, Auch wenn er sich am Arbeitplatze hält. Was nützt es, daß du nicht so denkst wie die, So lang du ihrem Fest dich grollend fügst! Die andern haben Tritt und Melodie, Du hebst die Hand zum Gruß, marschieren sie, Und wenig Freude macht dirs, daß du lägst. Die Wahrheit hat für dich kein gut Gesicht, Noch wärmt der Schwindel manchen, der ihn glaubt. Du hörst von Spanien und du jubelst nicht, Denn dort ist Kampf. Du leistest nur VerVater. Jeder. W Sohn. Und wenn es Kritik am Staate er mit der Schule nicht einverstanden war? war? Vater. War völlig unbekannt, alles hätte gelacht darüber. Sohn. Vielleicht hast du es vergessen, es muß doch irgendwas gegeben haben, das auf die Hausbewohner aufpaẞte... Vater. Wie so muß es? Eine Demokratie braucht keine Hausspitzel. Sohn. Und im Radio konnte jeder hören, nicht mehr recht. Vater. Die Eltern sagten ihrem Kinde, Kind machte solchen Verrat unmöglich. Vater. Dann erst recht, kein Gemein- was sie für richtig hielten. Sohn. Blutsbande, Bluterbe, Ahnenwesen kann ohne öffentliche Kritik bestehen. Sohn. Und wenn die Kinder es anzeigten? erbe das haben wir gestern in der Schule Sohn. Und es gab keinen Hauswart, keiVater. Was anzeigten? Eine politische gehabt nen Blockwart? aber wichtiger als die Partei?? Meinung? Niemand hätte gewußt, was er Sag mal, Vater, war das nicht ein... ein mit einer solchen Anzeige anfangen sollte. weichlicher Staat, wo die Kinder keine KarDas entartete Kind aber hätte in Zwangs- riere machten, wenn sie ihre Eltern bei der erziehung kommen können. Gestapo anzeigten? Sohn. Strafe statt Belohnung? Keine Vater( beherrscht sich mühsam). GeZwangserziehung für die Eltern? Das kann stapo gabs überhaupt nicht! Red nicht von nicht sein, Vater, du erinnerst dich vielleicht Dingen, die du nich verstehst.( Verliert die Beherrschung.) Verdorben seid ihr, wißt ihr Vater. Das ein Kind seine Etlern an- nicht mehr, was Blutsbande und was BlutVater. Die ganze Welt konnte er hören. zeigte, galt als völlig widernatürlich, wie schande, was moralisch und was unmoralisch, Sohn( mit großen Augen). Die ganze heute noch bei allen demokratischen Völkern. was tapfer und was feig, was anständig und Welt... Es gibt noch Leute in der Welt, die Solch Kind wäre eine Schande für die ganze was gemein ist! Dieser Staat war auf der dürfen reden, was sie wollen und dürfen so- Familie, für die ganze Zeit gewesen.. Die Wahrheit, der Freiheit und Gerechtigkeit aufgar hören, was sie wollen... Wer kam da- Behörden hätten solch einem Kind das vierte gebaut ( besinnt sich, schaut sich um, mals eigentlich ins Konzentrationslager? Gebot klar gemacht, hätten das Kind nach lächelt schief und unbestimmt) auf der GeVater. Niemand. War völlig unbekannt, Hause geschickt und die Eltern auf diesen rechtigkeit aufgebaut, so sagen die Meckerer, hätte als Staatsschande gegolten. unerhörten Fall von Entartung aufmerksam verstehst du, die Meckerer, aber zu denen gehört dein Vater nicht... was er wollte? Sohn. Und der Staat brach nicht zusam- gemacht. zicht. Wer will sich selbst noch glauben was er men? glaubt! Sohn( fassungslos). Die Eltern waren Vater. Siehst du nicht heute noch große für das Kind wichtiger als die Partei?? Sohn( wendet sich zum Fenster, grient in sich hinein, denkt: Jetzt kann ich mir was ten, hat Herr Hitler radikal beseitigt! Vor allem aber ist das wichtigste Hindernis aus früheren Jahren gefallen; das Heeresbudget in der vom Reichstag begrenzten Höhe(wenn es auch recht häufig hedmlich überschritten wurde): im Rahmen dieser Budgets fochten die Heeres- und Marine- beschaff ungsämter vor und während des Krieges mit den Lieferanten um das Maximum an Material und bemühten sich wenigstens, die Wucherpreise des nationalen Hauses Krupp zu drücken. Außerdem gab es auch noch ausländische Konkurrenz. Heute?— Heute gibt es nur ein Ziel: Rüstung und nochmals Rüstung! Heute gibt es keine Devisen für störende ausländische Konkurrenten,— bisher gab es kein Limit für Rüstungsausgaben, bisher spielten ein paar hundert Millionen mehr oder weniger bei einer 25-Milliarden-Verschuldung Deutschlands keine Rolle. Krupp bat ein Betätigungsfeld vor sich, so ideal wie nie zuvor! Alles, was Hitler tat, brachte Krupp eine überreiche Millionenernte! Fassen wir zusammen, ziehen wir die Bilanz für Krupp nach vier Jahren Hlt- lerwirtschaf t: Zunahme 1936 gegenüber 1932 ..... 1500 Millionen 200 Prozent Gesamtumsatz in vier Jahren.......... Gesamtbelegschaft Uber 110.000 Menschen............ Erzielte Fabrikationsgewinne........... 815.5 Millionen .......... 458.1 Millionen .......... 28.8 Millionen Gezahlte Löhne und Gebälter........... Ausgewiesene Beingewinne............ Feststellbare sonstige Reingewinne(Neuaniagen, Vorratssteigerung etc.).............. Steigerung der offenen Bescrven.......... 214.2 Millionen 86.0 Millionen 145 167 120 9« Reingewinn: Uber 500 Millionen! Diese Daten, in Beziehung gebracht mit den analogen Vergleichsmögiichkelten aus der Vorkriegs- und Kriegszeit, ergeben die Bilanzfürden unstrittig größten Rüstungsskandal, den Deutschland jemals erlebt hat. Dag System hat dem deutschen Volk über eine halbe Milliarde Mark ausgepreßt, einzig und allein nur für die Bereicherung einer Firma,— einer Frau! Und wenn wir schließlich noch einen kurzen Blick werfen auf das Konto>Sonstige Aufwendungen« der Kruppschen Gewinn- und Verlustrechnimg,— dann brauchen wir nicht mehr nur zu vermuten, mit wieviel Korruption, Bestechung, Schweigegeldern und anderen»traditionellen Geschäftsmethoden« Krupp seine halbe Milliarde unter Dach und Fach gebracht hat,— dann sehen wir es gegenständlich vor unsern Augen: für diese ominösen»sonstigen Aufwendungen« gab Krupp Im Geschäftsjahre 1931/1932 ziemlich genau 11 Millionen aus. Schon 1933 braucht man 2 Millionen mehr, per 30. September 1934(das Geschäft hat richtig eingesetzt!) ist der Betrag auf 19.6 Millionen gestiegen, — im nächsten Jahr klettert er weiter auf 28.8 Millionen und am 30. September 193G werden 32 Millionen angegeben! Krupp weiß, daß man den»Kleinen«, armseligen Halunken und Gaunern, etwas zukommen lassen muß, wenn man»ganz groß« ins Geschäft kommen will,— Kruppsche Tradition war es außerdem immer, den großen Freunden und Gönnern des Hauses mit sinnigen Geschenken und dezenten Ergebenheitsadressen seine Verbundenheit und den Dank des- Nöte des Vaterlandes so national mitfühlenden Hauses zum Ausdruck zu bringen. Hat jemand Zweifel, daß das im Dritten Reich auf Schwierigkeiten stoßen könnte? »Sdiießplalf Spanien« Kann man die Bilanz dieser gehäuften Verbrechen an Deutschland abschließen, ohne auf die brutale Skrupellos igkeit einzugeben, die Krupp in Spanien praktiziert? Vier große Artillerie-Schießplätze, die jeden Mllitarfachmänn neidisch machen, nennt das Haus Krupp sein eigen: zum»privaten Gebrauch!« Dort worden die Proben aufs Exempel gemacht,— dort werden die modernsten Mordwaffen eingeschossen, ausprobiert, abgenommen. Tagtäglich führt Krupp dort seinen»Privatkrieg«,— doch man hat's wahrlich schwer! Zwar läßt sich allenfalls [ noch erproben, ob die neue Panzergranat« den Tank auch durchschlägt, bezw. der neueste Tank der Granate von gestern Wiederstand leistet,— aber vieles, vieles, was man gerne wissen möchte, läßt sich in Friedenszeiten eben doch nicht erproben, weil solche Probe aufs Exempel Menschenleben kostet. Durchschlägt die neueste Bombe wirklich glatt sechs Stockwerke? In Madrid hat man genügend Objekte! Halten die Tanks, die man in Magdeburg serienweise fabriziert, russischen Granaten stand? Am Mazanares kann man es erproben, die Opfer fallen als Heldensöhne: für Deutschlands Ehre 7— für Kruppsche Experimente!•—...... aber dennoch im pflichtgetreuen Kampf gegen das Untermenschentum, nicht wahr? Man kann die Marokkaner mit den modernsten Maschinengewehren ausrüsten: erprobt sich die Mordwaffe nicht, sind die Waffen anderer Herkunft besser,— dann kostet es eben ein paar tausend Wüstensöhnen das Leben. Liegt aber etwa das Versagen-der neuesten Modelle an der Unfähigkeit der farbigen Truppe?,— dann schickt Hitler die SS-Standarte »Deutschland« In den Kampf vor Madrid! Solche» W intermannöver« kann sich Krupp auf seinen Schießplätzen in Deutschland denn doch nicht leisten,— und auch die neuesten Torpedos lassen sich besser gegen spanische »Bolschewistenkreuzer« ausprobieren,— von der unersetzlichen»Praxis« der Flugzeuge und ihrer Armierung gar nicht zu redeut Der Krieg bleibt der»beste Lehrmeister«! In Deutschland bekommen die Mütter Nachrichten, daß die Söhne beim Manöver tödlich verunglückt seien,— die Experten von Krupp schicken ganz andere Berichte nach Deutschland. Um weitere 500 Millionen verdienen zu können,— dafür lohnt es sich schon, auch ein paar tausend deutsche Söhne Ins Gras beißen zu lassen! Das sind für Krupp auch nur»sonstige Aufwendungen«, — von Hitler und seinen gewissenlosen Schacherern und Fledderern sogar kostenlos zur Verfügung gestellt.(Gewisse»Unkosten« hat das Haus Krupp schon seit jeher gerne anderen zu tragen überlassen.) Glückt der Coup, den Hitler in Spanien landen will,— dann sind die Kosten und Verluste rasch»amortisiert« und Krupp kann neue MUlionengewinne einscheffeln: Kupferminen, wichtige Erzlager, Rüstungsrohstoffe eröffnen lukrativste Aussichten. Deutschland? Nein: Hitler, Krupp lechzen danach! Geben wir dem Hause Krupp zum Schluß noch einmal das Wort; an irgendeiner Stelle im Geschäftsbericht heißt es:»Besondere Aufgaben sind der Firma aus der Wiedergewinnung der deutschen Wehrhohett erwachsen.« In der Tat; sogar in Spanien und Marokko! Setzen wir alle Kraft daran, daß die Hit- ler-Krupp da« deutsche Volk nicht auch noch an Leib und Leben ausbluten lassen können! Deutsche und Hunnen Ein kleiner offener Brief an den»Beichs- kulturwalter« Pg. H I n k e 1. Man schreibt uns: Zufällig kommt mir das Heft Nr. 1/37 der»Monatsblätter der Reichspropagandaleitung der NSDAP« zu Gesicht, In dem Er, Pg. Hlnkel, sich in einem Artikel darüber auszulassen versucht,»W a s Juden heute sagen und was sie sind«. Da zitiert Er, Pg. Hlnkel, nun den Teil einer Rede des Zlonlsten Dr. Joachim Prinz, der von»jüdischer Nation«,»Freiheit der Nation«, vom»eigenen jüdischen Land« usw. spricht und stellt die ganz neue Tatsache fest, daß»damals« die»deutschen Staatsbürger jüdischen Glaubens« im»Central-Vereln« genau die gegenteiligen Behauptungen aufgestellt und Erklärungen abgegeben hätten. Er ruft, Pg. Hinkel, von keinerlei Sachkenntnis getrübt, aus:»Zu spät, Ihr überschlauen Juden, zu spät! Das hättet Ihr vor 10 und 20 Jahren Euren Raasegenossen sagen müssen!« Als»Sachbearbeiter« für diese Fragen braucht Er, Pg. Hlnkel, natürlich nicht zu wissen, daß sowohl die Zlonlsten schon vor 10 und 20 und mehr Jahren genau das gesagt haben, was sie heute sagen, als auch die deutschen Staatsbürger Im Central-Vereln genau das Gegenteil davon ebenfalls schon vor 10 und 20 und mehr Jahren erklärt haben. Es reicht, Herr Kulturwalter Pg. Hlnkel, bei'hm vielleicht zum Unteroffizier, allenfalls zum Feldwebel, aber von Kultur lasse Kr seine Finger, ebenso wie es alle seine Pgs. tun sollten. Sonst wüßten sie, daß es nichts deutscheres gibt, als Mendelssohnsche Musik: »Wer hat Dich, Du schöner Wald......«, und nichts deutscheres als die»Loreley« von Heinrich Heine, wenn auch diese Lieder durch Gröhlerei aus deutschen Bierkehlen oft genug profaniert worden sind. Und Seine Peges, Kulturwalter Hinkel, schämen sich nicht, den deutschen Schulkindern In deutschen Schulbüchern vorzulügen, die»Loreley« sei von einem unbekannten Dichter.»Diesbezüglich« — ein Lieblingswort von ihm, Pg. Hlnkel,(o du arme deutsche Sprache) möchte ich nur noch sagen: Wir, wir sind Deutsche, er und seinesgleichen sind— Hunnen. Eine deutsche Frau. Gemeinnutz Die Zeitungen melden aus Nürnberg: »Gauleiter Julius Streicher vollendete am Freitag sein 52. Lebensjahr. Am Vormittag überbrachte, wie durch das Städtische Nachrichtenamt bekanntgegeben wird, Oberbürgermeister Liebel in Begleitung von Bürgermeister Dr. Eicke- meyer dem Gauleiter die Glückwünsche der Stadt der Reichsparteitage. Zusammen mit einem Blumenstrauß in den Stadtfarben überreichte der Oberbürgermeister dem Gauleiter als Geburtstagsgeschenk ein Exemplar der im Jahre 1543 erschienenen seltenen Ausgabe von Martin Luthers Buch»Von denJüden und ihren Lügen«. Das mit einer Titelzeichnung von Lukas Cranach geschmückte in Schweinsleder gebundene Buch weist über 60 Federzsichnungen und Randbemerkungen eines zeitgenössischen Lesers auf. Die flotten. In ursprünglich-derber Welse der damaligen Zeit gefertigten Zeichnungen beziehen sich auf den nebenstehenden Text und stammen nach dem handschriftlichen Eintrag des humorbegabten Lesers aus dem Jahre 1544. Dieses berühmte Luther-Buch wurde dem Gauleiter in einer kunstvollen Lederkassette übergeben, die von dem Nürnberger Buchbinder Hans Lang geschaffen worden ist. Im Senatoren-Saal des Hitler-Hauses füllten sich bald die Wände mit herrlichen Blumen und der lange breite Tisch mit Geschenken.« Das 400 Jahre alte Lutherbi;ch stammt natürlich aus deutschem Volksbesitz. So geht ein wertvoller Kunstschatz nach dem anderen in private Führerhände, vom Gemeinnutz In den Eigennutz über. Wieder»Vorkriegstmre« »Vorige Tage war der Vertreter einer Firma bei mir, der die Produkte seines Geschäftes anbieten wollte. Mit geheimnisvoller Miene bedeutete er mir, daß diese Ware »noch« aus Qualitätsstoffen hergestellt sei, die wegen der Materialverknappung In vier Wochen vielleicht nicht mehr beschafft werden könnte. Alle neuen Gegenstände dieser Art seien schon aus synthetischen Erzeugnissen gefertigt. Da solle Ich mir doch die Gelegenheit nicht entgehen lassen und noch schnell...« Westfälische Landesztg. Nr. 23. wünschen. Jetzt ist er mächtig ausgerutscht, jetzt schlägt er mir"« nicht ab.-• Vielleicht den Pullover, oder die neuen Marschstiefel, oder ein Dolchmesser...) B. Br. Das eherne Muß Dieser Roman muß noch geschrietoen werden, dieser Roman eines Romandich teirs, der sich nicht von seinem Volke, seiner deutschen Leserschaft trennen wollte, weil er ohne diese Gemeinschaft nicht leben mag. Br kann nur deutsch denken, er muß zu breiten Kreisen deutsober Leser sprechen— er siebt keinen anderen Sinn seines Leben«. Er schluckt alle Bitterkeit des braunen»Umbruchs«, er will hinweg sehen Uber die Berge von Gemeinheit, will«ob absperren von der Pest, um dichten, um v für Deutschland schreiben zu können. Doch was soll er sagen, wenn nicht die Wahrheit? Wie soll er wirken, wenn nicht für Gerechtigkeit und Menschlichkeit 7 Mensch sein, heißt für ihn, der Wahrheit und der Wirklichkeit dienen. Er muß im Ausland leben, weil beute diese Art Im Dritten Reiche erschlagen wird. Er stürzt sich auf einen gewaltigen historisch-reUgiösen Stoff, er verstopft seine Ohren gegen dl« Greuel der Gegenwart. Er schreibt von sich:»Ich bin weit eher zum Repräsentanten geboren als zum Märtyrer, weit eher dazu, ein wenig höhere Heiterkeit In(he Welt zu tragen, als den Kampf, den Haß zu nähren...« Doch da er ein Ringender, ein ewig Wachsender ist und kein kalter Routinier, muß er ab und zu»sein Herz waschen«, well er sonst vergehen müßte. Immer wieder muß er seinem»Abscheu vor dem, was zu Hause In elenden Worten und Taten geschah, unverhohlen Ausdruck geben,..« Schreiben ist ihm eine moralische Tätigkeit, mag das daheim auch die ganze Schrift tumak ammer vergessen und das Schreiben zum Sklavendienst erniedrigt haben. Und so kommt dieser Schriftsteller zu ablehnenden Gesten und stillen Protesten. Die Despoten suchen solche« zu ignorieren, denn der»Kritikaster« ist weltberühmt, Nobelpreisträger, sein Wort hat Internationalen Klang. Er aber muß Immer wieder seine Seele lüften, so stickig, so schmutzig Ist all das, was er übersehen soll; er kann nicht mehr atmen, er reißt das Fenster weiter auf. Es kommt, wie es kommen muß: Ausbürgerung, Raub»eines Eigentums. Aberkennung des Ehrendoktor». Ein demokratisch o« Land gibt ihm neues Heimatsreoht. die Havard- Universität schlägt der hitlerdeutschen Reichakulturkammer Ina Gesicht, indem Me dem Beraubten einen anderen Doktorhut reicht. Ein nicht zum Märtyrer, nicht zur Polemik Geborener steigt in den Kampf gegen die neudeutsche Barbarei. Es gibt für Menschen des Wortes in dieser Zelt nichts anderes, wenn sie nicht verderben, nicht ersticken wollen. So(he Vision, die den aufgeschloeaenen Loser befällt, wenn er Thomas Manns Jüngst erschienene Schrift liest.(E i n B r 1 e f- Wechsel, Europa-Verlag). Sein Brief an jene philoaophiscbe Fakultät in Bonn, die ihn befehlsgemäß aus der Liste der Ehrendoktoren strich, ist eine konzentrierte, nachdrückliche Abrechnung mit Deutschlands Verderbern und wird immer ein packende« Dokument dar Humanität und ein Zeugnis brauner Schande bleiben. Die geheimnisvolle Hanna oder: Die befreite Presse. Endlich ist er heraus, der braune Jour- na liste nfilm. Er entspringt einem Preisausschreiben der Tobis, erhielt dss Prädikat »staatspoliUsch wertvoll« und erlebte jetzt in Berlin seine Uraufführung. Der Film beginnt in der verruchten Weimarer Demokratie, die es zuließ, daß das Geld ausländischer Konzerne ins deutsche Pressewesen eindrang. Der journalistische Held des Films, Herr Togger, wehrt sich dagegen, und eine geheimnisvolle Mitarbeiterin, namens Hanna, gezeichnet »Lux«, spielt ihm das Material zum Kampfe in die nervigen Fäuste, Unterstützt wird der Kampf selbstverständlich nur von der Nazi- preese, die sich bekanntlich nie aus den Kassen von Konzernen schmieren ließ, wie ja auch die NSDAP nie kapitalistische Gelder nahm— abgesehen von den lumpigen 12 Millionen. die ihr 1932 von kapitalistischer Seite vorgehalten wurden. Den Schluß des Films schildert die DAZ so: »Nach dem Selbstmord des Zeltungsbesitzers bekommt der Reuler-Konzern das Blatt in seine Fänge. Togger gebt und alle anderen fügen sich. Nur einer, der junge Reporter Peter, greift den Kampf wieder auf. So hoffnungslos seine Aussichten auch sind, so verhilft doch der politische Um- schwung des Jahres 1933 seinem Kampfe um die Sache Toggers zum Siege und dem jungen Peter zu dem Mädchen Hanna, alias»Lux«. Die Spannungen zwischen den Parteien, Klasse nhaß und Wirtschaf Uverf al I büden den dunklen Hintergrund, der der Filmfabel Ihr Gewicht und ihre Bedeutung, über das gezeigte Einzelgeschick hinaus gibt.« Schon aus der Geschichte von dem geheimnisvollen Mädchen, die selbst die DAZ »eine problematische Rolle« nennt, weht jedem das Kitschige der Handlung entgegen. Wann aber folgt die Fortsetzung? Sie sieht so aus: Nach der Befreiung des Blattes durch den nationalen Umbruch entsteht jener E b e r• Konzern, der ein gleichgeschaltetes Blatt nach dem anderen mehr durch Peitsche als durch Zuckerbrot in seinen Besitz zwingt. Der junge Peter, der doch den Kampf um die Unabhängigkeit der Presse auf»eine Fahne geschrieben hat, endet Im KZ, während die geheimnisvolle Hanna sich rechtzeitig die Haare wachsen läßt und den Absprung in den BdM sucht und findet. Die Zielten sind vorbei, da deutsche Zeitungen»überfremdet« wurden, wir Uberfremden selber, in ausländischen Blättern rollen, über Konto Filmreklame etc., die Schmiergelder des Propagandaministeriums, indes den hochgestellten Aktionären des Eber- Konzerns die Millionen der»befreiten Presse« in die weit geöffneten Taschen fließen. Diese Fortsetzung jedoch wird erst im Deutschland der Zukunft geschrieben werden können. Spontan »München: Der Führer übergab dem Relchsscbatzmeister Schwarz den Verwaltungsneubau der NSDAP. Obwohl der Besuch des Führers nicht bekanntgegeben war, hatte sich eine zahlreiche Menschenmenge, darunter Müncbener Schulklassen, vor dem Verwaltungshause angesammelt, die den Führer mit herzlichen Heilrufen begrüßten.« (Deutsches Nachrichtenbüro.) trobes Geheimnisvolle Ehrengerichts- Urteile Verbot der Berichterstattung brista mis BUR Amiibon bou Ehrendolch, Schulterriemen und vedeld Nazi- Figuren in voller Kriegsbemalung, mit Mehrladepistole, stattgefunden. Kein Wunder, wenn sich der höfliche> Erbfeind« so unpathetischvernünftig inspiriert fühlte. Die Deutsche Arbeits- Korrespondenz, von Presse, einen Originalbericht der amtlichen Oeffentlichkeit von den Widerstandsregungen Meine in Schande ... der die gesamte Arbeitsfrontpresse mit den Korrespondenz über ein Urteil des Ehrenge- Kenntnis geben wollte, die täglich und literarischen Erzeugnissen der Volksgemein-| richts nachzudrucken. Da gibt es nur eine wachsender Zahl in allen Teilen des Reiches deine Schande schaft täglich versorgt wird, bringt in ihrer Erklärung die Unsicherheit der und in allen Berufen festgestellt werden>> Die Angeklagten werden in den Kerkern Ausgabe vom 10. Februar 1937 in Fettdruck Nazigewaltigen und die schlot- können. der Gestapo nicht nur körperlich gequält. folgende Anweisung: ternde Angst vor der Arbeiter- Es gärt im Volke, aber der Welt soll das Sie werden vor allem seelisch in barbaFür die Schriftleitungen schaft. Die Tatsache, daß eine schamlose Gegenteil vorgetäuscht werden: Freude, Zu- rischer Weise gepeinigt und gefoltert. Die in Nr. 31 der Deutschen- Arbeits- Ausbeutung der Arbeiter und ein völliges friedenheit und Begeisterung der schaffenden Die marternden Verhöre der Gestapo gegenüber Korrespondenz vom 9. Februar 1937( Blatt Versagen der Faschisten hinsichtlich des pri- Menschen für die Diktatur. In der Presse des den Angeklagten pflegen Tag rung des Arbeitsfriedens< wird hiermit zu- mitivsten Arbeiterschutzes bis in die Reihen Dritten Reiches triumphiert die Lüge. Sollte nicht abzureißen. Die Angeklagten werden rückgezogen. DAK- Hauptschriftleitung. der Arbeitsfront- Funktionäre hinein die aber eine der jammervollen Schreiberseelen dauernd aus dem Schlaf 4) erschienene Notiz» Unbedingte Sicheund Nacht gescheucht. Sie werden mit grellen Lampen erschreckt. Finstere Todesdrohungen werden dauernd gegen sie ausgestoßen Sie dürfen sich viele Stunden lang nicht setzen und nicht einmal an die Wand anlehnen. Was ist geschehen? Es soll nachträglich Kampfbereitschaft und die Klassensolidarität der Deutschen Arbeitsfront auch nur einen verboten werden, über die Glanzleistungen der Entrechteten und Unterdrückten wecken Tag die Wahrheit sagen, dann sorgt die des Nationalsozialismus auf dem Gebiet des muß, das war's, was bekannt werden sollte. Hauptschriftleitung nach höchstens 24. StunArbeitsfriedens zu berichten. Man sollte an- Es war zum erstenmal, daß die gleich- den, daß sie wieder» zurückgezogen wird. nehmen, daß mindestens die Ehre der Arbeit geschaltete und von oben kommandierte Dabei hat man sogar die> Unbedingte verletzt worden ist, wenn sogar die DAK, die Presse in einem besonders zugespitzten Fall Sicherung des Arbeitsfriedens<< wieder zurück- Auf diese schamlose Weise zermürbt die Geartigste aller arteigenen Zeitungen so derb wenn auch nur versehentlich zensuriert wird. Aber weit gefehlt, es handelt sich um einen Bericht des Sozialen Ehrengerichts, dessen voreilige Publikation einen Tag später rückgängig gemacht werden mußte. Die nicht mehr einzustampfende Berichterstattung der DAK vom 31. Februar lautete wörtlich: der gezogen. Was bleibt, ist der Kampf. Intensivierte Ausbeutung stapo die Widerstandskraft ihrer unschuldigen Opfer. Spitzel werden ihnen vorgeführt und legen in ihrer Gegenwart> Geständnisse< der widerlichsten Art ab. Den Angeklagten wird dann gesagt, sie bekämen wieder Ruhe, Die Diktatoren über Deutschland können| unklar zu halten. Wir sind jedoch in der wenn sie endlich auch derartige nicht mit Erfolg bestreiten, daß die derzeitige Lage, an ein paar Beispielen aus der deut- Geständnisse ablegen. Nach den wirtschaftliche Konjunktur mit einer erheb- schen Braunkohlenindustrie zu zeigen, in dauernden Peinigungen sind diese arme Men» dak Das Soziale Ehrengericht für lichen Intensivierung der Ausbeutung der welchem Umfang die Rationalisierung und schen schließlich ohne jeden eigenen Willen den Treuhänderbezirk Mitteldeutschland menschlichen Arbeitskraft durch den kapita- die Ausbeutung der Arbeiter unter der Herr- und plappern wie die Papageien hatte kürzlich einen bedauerlichen Fall zu listischen Unternehmer verbunden ist. verhandeln, der Gelegenheit gab, den unSie schaft der Nationalsozialisten vorgetrieben alles nach, was die Gestapo ihnen vorbedingten Willen des neuen Reiches zum rechtfertigen diese Tatsache mit dem angeb- worden ist. Sie zeigen durchwegs, daß die sagt, nur um in Frieden gelassen zu werden. Arbeitsfrieden zu bekunden. Der Tatbestand lich gebotenen Tempo, in dem die militäri- Erhöhung der Belegschaftsziffern im Jahre Mit war folgender: derartigen» Geständnissen<< von besche und wirtschaftliche Aufrüstung Deutsch- 1935 im Vergleich zu 1933 nur wenige Pro- dauernswerten Menschen, die an Leib und Ein Geschirrführer arbeitete mit etwa lands erfolgen müsse. Daneben bemühen sie zent beträgt, während die Produktionsziffern Seele ruiniert worden sind, arbei40 bis 50 Stammarbeitern auf der von einem Amtmann bewirtschafteten Domäne. sich, die Industriestatistiken, aus denen der Steigerungen bis zu 100 und mehr Prozent tet die Gestapo bezeichnenderweise.<< Er war Betriebszellenobmann und auch Steigerungsgrad der Ausbeutung zu ersehen erfahren haben. Es betrug bei: Vertrauensmann. Die Stammarbeiter er- sein könnte, möglichst unübersichtlich und hielten als Entlohnung neben dem Deputat Bargeld und» während der Erntezeit« Prämien in Form von Stundenzuschlägen. Bubiach Berlin: Leider war hier eine genaue zeitliche Begrenzung nicht angegeben. So kam es natürlich zum Streit. Der Vertrauensmann, anscheinend noch ganz in der irrigen Auffassung befangen, Vertreter nur der Gefolgschaft zu sein, verlor alle Vernunft Grube Leopold A.- G.: und forderte nach kurzer, zunächst vergeblicher Verhandlung mit dem Inspektor des Amtsmanns die Gefolgschaft mit Erfolg auf, nicht weiter zu arbeiten. Die Landesbauernschaft und der TreuhänBelegschaft. Braunkohlenförderung Briketterzeugung Stromerzeugung Ziegelsteinerzeugung Belegschaft Braunkohlenförderung Briketterzeugung Ziegelsteinerzeugung boa Stromerzeugung Belegschaft Braunkohlenförderung Briketterzeugung Bergbau A.- G.: Belegschaft der der Arbeit wurden verständigt, worauf Hubertus Braunkohlen- A.- G., es nach einigen Stunden, jedoch nicht ohne Vermeidung von Schäden, wieder zur Arbeitsaufnahme kam. Später wurde noch auf einem Betriebsappell auf Ilse das Ungesetzliche und Verantwortungslose der Handlungsweise der Gefolgschaftsmitglieder, die da mitgemacht hatten, hingewiesen. Braunkohlenförderung Briketterzeugung Stromerzeugung Ziegelsteinerzeugung Belegschaft Braunkohlenförderung Ziegelsteinerzeugung ( ,, („ 39 (" Steigerung in 1933 1935 3552 ( in Mill. t) 4,6 ,,) W1,5 3656 5,4 1,7 in Prozent 2,9% 16,8% 39 („ kWh) 194,0 343,3 33 (" Stück) 7,1 11,2 10,4% 77,0% 56,9% " 1400 1450 3,6% ( in Mill. t) 1,33 1,78 25,6% (, 0,27 0,36 32,2% kWh) 38,4 49,2 28,0% 33 Stück) 2,63 7,50 185,0% Brügge: 551 558 1,3% ( t) ( t) 687.000 815.000 18,6% 385.000 446.000 15,8% 4614 4812 4,3% ( in Mill. t) 6,76 8,62 27,6% (.. 39 „) 2,18 2,34 7,7% kWh) 135,0 155,0 3 („ Stück) 7,46 14,93 14,0% 100,0% 3902 3963 ( in Mill. t) („ 39 5,49 5,67 Stück) 9,04 13,69 1,6% 3,3% 51,0% Es war selbstverständlich, daß gegen den Vertrauensmann ein soziales Niederlausitzer Kohlenwerke: Ehrengerichtsverfahren eingeleitet wurde. Das Urteil war denn auch hart genug durch die Verhängung der schwersten Strafe. Das EhrenWir können diese Beispiele noch vermeh- duktionsleistungen auf die fortschreitende gericht erkannte nämlich auf Entfernung des Angeklagten von seinem bisherigen Ar- ren. Die Oberbayrische Aktiengesellschaft Maschinisierung im Braunkohlenbergbau zubeitsplatz.( Urteil vom 21. X. 1936 E. V. für Kohlenbergbau hatte 1935 im Vergleich zu rückzuführen. Zuerst belegen sie, daß die Arb. I 20/36.) In dem Urteil wird u. a. auf 1933 ihre Belegschaft um 5,5 Prozent abge- kapitalistischen Ausbeutungsmethoden im den Schaden hingewiesen, der durch das Verhalten des Angeklagten entstanden ist. baut. Gleichzeitig konnte sie die Pechkohlen- Dritten Reich heute viel schärfer zur AnwenDie weiteren Ausführungen beweisen die förderung um 8,3 Prozent steigern. Nichteignung des Gefolgsmannes zur Ausfüllung einer so wichtigen Stellung innerhalb der Betriebsgemeinschaft, so daß den anderen Gefolgschaftsmitgliedern eine weitere Zusammenarbeit nicht mehr zugemutet werden kann.< Nur zu einem Teil sind diese höheren ProSonniges Kinderspiel In der Kaiserstraße in Rastenburg verDer Berichterstatter spricht anschließend >> ein offenes Wort zu dem» richtigen Ur- spürte ein Fußgänger plötzlich einen hefteil. Streiks seien völlig falsche und überdies tigen Schlag gegen den linken Fuß. Es stellte sich heraus, daß eine Tevolksschädliche Mittel, um Unstimmigkeiten im Arbeitsleben zu beseitigen. Er versichert schingkugel den Fuß dicht am Knöchel gleichzeitig, daß im neuen Strafrecht alle durchschlagen hatte und im Strumpf Sicherungen für den Arbeitsfrieden vorgesehen hängen geblieben war. Man konnte zwar festseien. stellen, aus welcher Richtung der Schuß gekommen war, doch konnte man den leichtfertigen Schützen nicht ausfindig machen. Es dürfte sich wahrscheinlich um eine geDie ganze Berichterstattung zeigt die Absicht, die verwerflichkeit des Streiks darzulegen und das Urteil als warnendes Beispiel bekannt zu geben. Dennoch fährt die Haupt- fährliche Spielerei dummer Junschriftleitung das schärfste Geschütz gegen gen mit einer Schußwaffe handie Veröffentlichung auf und desavouiert sich auf höheren Befehl selbst. den S deln. * dung kommen. von einem anderen, bisher noch nicht ermittelten Schüler vermutlich mit einem Terzerol in das Gesäß geschossen und verletzt. Der Junge konnte sich noch in seine elterliche Wohnung begeben, wurde dann aber sofort nach dem Auguste- ViktoriaKrankenhaus gebracht. werfen, daß sie in ihrem Bericht das wich- 15jährige Paul W. und der 18jährige Alfred Höflicher Wink mit dem tigste unerwähnt läßt, nämlich die elen- E. hatten sich, um auf Spatzenjagd zu gehen, Gehirnabszef den Arbeitsbedingungen, wie Höhe zwei Teschings gekauft. Sie hatten Das ist kein Absatz aus dem Braunbuch. Das haben wir wörtlich aus der nationalsozialistischen» Preußischen Zeitung abgedruckt. Wir haben nur ein paarmal für GPU Gestapo eingesetzt, wodurch der Sinn, wie sich zeigt, in keiner Weise entstellt worden ist. Der Kulturschreck In Wiesbaden fand eine» Gaukulturtagunge der NSDAP statt. Die» Frankfurter Zeitung< ( Nr. 84) berichtet: » Sonntag vormittags veranstaltete die Hitler- Jugend im großen Saal des Kurhauses eine Morgenfeier in der liturgischen Form, die hier bereits traditiomit Fahneneinmarsch, nell geworden ist Wechsel von kleinem Blasorchester, Einzelsprechern und einstimmigem Knabenchor und einer Rede als Mittelstück. Diese Rede hielt der stellvertretende Leiter des Kulturamtes der Reichsjugendführung, Obergebietsführer Cerff, der schon bei vielen Gelegenheiten mit programmatischen Erklärungen hervorgetreten ist. Er begann mit der Zitierung eines Verses von Hanns Johst, den er der Morgenfeier zugrundelegen wollte:» Wir sind der Schreck der kommenden Zeit, wir Jungen, wer uns gewann, hat Ewigkeit errungen.< >> Wir sind der Schreck< und die ganze > kulturelle< Erziehung im Dritten Reich ist dazu angetan, diesen Schreck noch schrecklicher zu machen. Neuer Vorwärts Sozialdemokratisches Wochenblatt Herausgeber: Ernst Sattler; verant wortlicher Redakteur: Wenzel Horn; Druck: Graphia<; alle in Karlsbad. Zeitungstarif bew. m. P. D. Zl. 159.334/ VII- 1933. Printed in Czechoslovakia ( 96 in einem Abstand von wenigen Tagen. Dabei Diese Zeitungsmeldungen folgten einander Der» Neue Vorwärts« kostet im Einzelist zu bemerken, daß Vorfälle dieser Art verkauf innerhalb der CSR Kč 1.40( für ein regelmäßig nur in den Blättern jenes Bezir- Quartal bei freier Zustellung Kč 18.-). Preis kes zu lesen sind, in dem das Unheil ge- der Einzelnummer im Ausland Kč 2.-( Kč schah. Uns stehen aber nur wenige deutsche 24.- für das Quartal) oder deren Gegenwert in der Landeswährung( die Bezugspreise für Zeitungen zur Verfügung. Unzählige ähnliche das Quartal stehen in Klammern) Argentinien auch schwerere Fälle werden ganz ver- Pes. 0.30( 3.60), Belgien: Belg. Frs. 2.45( 29.50) schwiegen, besonders wenn sie sich in den Bulgarien Lew 8. Danzig Guld. 0.45 Wäre die DAK eine Korrespondenz, die In einer Bäckerei in Tilsit ereignete sich Lagern und auf den Uebungsplätzen der Hit-( 5.40). Deutschland Mk. 0.25( 3.-). Estland E. Kr. 0.22( 2.64). Finnland Fmk. 4.-( 48.-), sozialen Arbeiterinteressen dienen ein folgenschwerer Unfall, dem ein lerjugend ereignen. Frankreich Frs. 1.50( 18.-). Großbritannien möchte, so könnte man ihr höchstens vor- Menschenleben zum Opferfiel. Der d 4.( Sh. 4.-), Holland Gld. 0.15( 1.80). Italien Lir. 1.10( 13.20), Jugoslawien Din 4.50 ( 54.), Lettland Lat. 0.30( 3.60) Litauen Lit. 0.55( 6.60) Luxemburg B Frs. 2.45( 29.50), Norwegen Kr. 0.35( 4.20). Oesterreich Sch. des Barlohnes, Arbeitszeit und Verpflegung, zusammen mit ihrem Arbeitskameraden Ru- Der berühmte Chirurg der Pariser Sor- 0.40( 4.80). Palästina P Pt 0.020( 0.216), Zustände, die offenbar die ganze Empörung dolf B. in der gemeinsam bewohn- bonne, Vincent, den die> Berliner Medizi- Polen Zloty 0.50( 6.-). Portugal Esc. 2.dieser Landsklaven erst hervorgerufen haben. ten Stube Schießübungen veran- nische Gesellschaft zu einem Vortrag über( 24.-). Rumänien Lei 10.-( 120.-) Schwe den Kr 0.35( 4.20). Schweiz Frs. 0.30( 3.60), Es muß im Dritten Reich schon schlimm sein, staltet. eine> Neue Behandlungsmethode bei subkuSpanien Pes 0.70( 8.40) Ungarn Pengö 0.35 wenn die Nazi- Proleten zur Waffe des Streiks Als die 11jährige Schülerin Erna Fähnrich tanen und chronischen Gehirnabszessen der( 4.20) USA 0.08( 1 greifen. Aber diese Schonung des Ausbeuters zu ihnen in die Stube kam, zeigte B. ihr einen Großhirnhemisphäre eingeladen hat, begann Einzahlungen können auf folgende Postim Bericht war sicher nicht der Grund des Tesching. Dabei löste sich ein Schuß und seine Darlegungen mit folgenden Worten: Scheckkonten erfolgen: Tschechoslowakei: Zeitschrift Neuer Vorwärtse Karlsbad Prag Publikationsverbots. Die langatmige Verur- drang dem Mädchen in der Herzgegend>> Meine Damen und meine Herren! Für 46.149. Oesterreich: Neuer Vorwärtse Karlsteilung jeder kollektiven Arbeitsniederlegung, durch den Körper. Die Schwerverletzte wurde die Zukunft der Menschheit und das Schick- bad. Wien B- 198.304 Polen:» Neuer Vorwärts< Bericht enthält, müßte dem ins Krankenhaus gebracht, sal der Völker erscheint es mir besser, Karlsbad Warschan 194.797 Schweiz: Neuer wenn man sich über Gehirnabszesse unter- Vorwärts Karlsbad Zürich Nr VIII 14.697. Regime eigentlich die willkommene Gelegen- Abend starb. hält, als wenn man sich gegenseitig solche Ungarn: Anglo- Čechoslovakische und Prager heit zur nationalsozialistischen Erziehung der in den Kopf schlägt.<< Creditbank Filiale Karlsbad Konto Neuer Gefolgschaften im Sinne des Arbeitsfriedens Berlin: Gestern nachmittag wurde vor dem Der Vortrag hat, wie wir der deutschen Vorwärts Budapest Nr 2029 Jugoslawien: sein, der schon in der Ueberschrift gefeiert Hause Lauenburger Straße 1 der elfjäh- medizinischen Fachpresse jetzt entnehmen, Anglo- čechoslovakische und Prager Creditrige Schüler Erhard Korzekwa, der sich vor dem Reichsärzteführer<<, dem stellver- wärts. Beograd Nr. 51.005. Genaue Bezeichbank. Filiale Belgrad Und trotz alledem, das Verbot an die auf dem Heimwege von der Schule befand, tretenden Gauleiter und vor anderen hohen nung der Konten ist erforderlich. wie sie der wird. * WO sie gegen Konto Neuer Vor