IVp. 194 SONNTAG, 28. Februnp 1937 Aus dem Inhalt; Moskauer Prozeßgeheimnissc England rüstet gegen Hitler Der Geist der Lüge Die braune Hand am Werke Verlag; Karlsbad, Haus„Graphia"— Preise und Bezugsbedingungen siehe Beiblatt letzte Seite Die Hlndetmörder als Fälscher Schamlose Bildfälschung des Streicherschen„Stürmer" entlarvt Die Fälsdinng des Stürmer SHeetyiitt de# Salmudiuden Die Nummer 8 des»Stürmer«, herausgegeben von Julius Streicher, die im Februar dieses Jahres erschienen ist, enthält Bilder aus Spanien. Unter der Ueber- schrift»Mordgier des Talmudjuden« bringt sie zunächst ein Bild einer Kirchen- tür, an der mumienähnliche Leichen in Särgen lehnen. Unterschrift:»In Barcelona rissen die von den Juden aufgehetzten Roten als Heilige verehrte Nonnen aus ihren Gräbern und gaben sie vor der Kirchentür dem Gespötte preis!« Danach folgen angebliche Auszüge aus dem Talmud. Unter diesem Text folgen wieder Bilder— drei Bildervon toten kleinen Kindern. Unterschrift:»Auch Kinder nationalgesinnter Familien werden von den Roten ermordet.« Als Quellenangabe steht unter diesen Bildern:»Stürmer-Archiv«. Dies ist die. schamloseste Bildfälschung, die jemals verübt worden ist. Bei diesen drei toten Kindern handelt es sich am Opfer eines Bombenangriffes deutscher Flieger auf Madrid, um die blutigen und verstümmelten Opfer deutscher Fliegerbomben! Aus den Opfern der deutschem Intervention in Spanien sind im»Stürmer« von »den Roten« ermordete Nationalistenkinder gemacht worden. Wir sind in der Lage, dies einwandfrei beweisen zu können. Diese Kinder sind bei dem Luftangriff vom 6./7. November 1936 getötet worden. In Nr. 180 des»Neuen Vorwärts« vom 22. November 1936 berichteten wir darüber: »Am 6. und 7. November führten die Bombenflugzeuge der spanischen BebeUen einen Luftangriff auf Madrid durch. In geringer Höhe fliegend, wählten die Flieger sich sorgsam Ihre Ziele aus. Sie warfen mit voller Absicht Ihre Bomben auf Märkte, auf denen Frauen einkauften, wie auf Plätze, auf denen Kinder spielten. Hunderte von Frauen und Kindern sind diesem Angriff Tum Opfer gefallen. Ks liegen uns Photographien von erbarmungswürdig zerfetzten Frauen und kleinen Kindern vor— aber auch Photographien von einer nlchtexplodlerten Fliegerbombe, die nach der Auffindung zerlegt worden Ist. Es ist eine deutsche Fliegerbombe. Sie trägt das Herstcl- lun gada tum: Juli 1930. Auf den Einzelteilen liest man:»Füllkörper für 8.« und»Zusatz- körper. Beinadorf, 8. Lief. 1936.« Dafür werden die deutschen Arbeiter zum Schuften In R iistun gsbetrl eben gezwungen, dafür muß das deutsche Volk hungern.« Wir haben damals BUder einer deutschen Fliegerbombe reproduziert. Die spanische Regierung hat diese Photographien versendet. Auch wir haben damals diese Photographien erhalten. Sie sind in einer großen Anzahl von Zeitungen reproduziert worden. Zum Beweise veröffentlichen wir L eine Reproduktion ans Nr. 6 des »Stürmers«, 2. Unmittelbar darunter die Photographien der Kinder, die dem Luftangriff vom 677. November zum Opfer gefallen sind. Daa spanische Propagandaministerium hat im Dezember 1935 noch einmal 13 dieser Kinderbdlder im Umdruck versendet, dazu ein Bild von der Aufbahrung der Opfer des Luftangriffs, ein Bild eines Bombenteils, und ein Bild flu di ßin&er notionalgefinntec{amilien©ctöcn oon öcn Hofen crmotöel Ott luDt iirgi mit Ott ngt M ifii mit Ott MW Die Kinderopfer des Luftonoriffs auf Hodriti von deutschen Junkersapparaten über Madrid. Der Text, den das spanische Propagandaministerrum dieser BUdver- öffentlichung in spanisch, deutsch, französisch und englisch beigab, lautete: »Ermordete Kinder in Madrid. BolUegende Photographie zeigt ein Beispiel für die»militärische» Aktion der Aufständischen über Madrid. Die Bombardements der Bevölkerung, die unausgesetzt fortgeführt werden, ohne daß jemand In Europa sie verhindert, haben als hauptsächliche Konsequenz den Tod von Kindern. Man hat die Ort« gesucht, wo sie sich aufzuhalten pflegen, wo sie spielten oder wo sie untergebracht waren. Man hat sie niederkartätscht, während sie ihre Mütter begleiteten, die ihre Einkäufe besorgten. In der Polizeidirektion ist alles dies festgestellt worden mittels Zahlen, die sprechender sind als alle Worte. Zahlen, die wie man sehen kann, sehr hoch sind, und diese Zahlen wachsen täglich höher, während einige Nationen ruhig diesem Massaker zusehen, ohne an Ihm tedlzunehmen und andere haßerfüllt mit tatkräftiger Hilfe dieses Verbrechen unterstützen. Es ist wahr, die Bomben, die über Madrid abgeworfen werden, explodieren nicht immer. Wenn sie es tun, entrüsten uns ihre Opfer. Wenn sie aber ganz bleiben, erfüllen uns d 1 e deutschen Marken, die man auf dem Metall lesen kann, mit gleich starker Empörung. Und die Flugapparate, deren schwarze Silhouetten am Himmel von Madrid erscheinen, sind unverwechselbar, alle sehen auf dem ersten Blick, daß es deutsche Junkers sind. Das Völkerrecht und der Nlcbtetnul- schungspakt haben heute dasselbe Schicksal in Europa.« Damit ist der Beweis für die Bildfälschung des»Stürmers« restlos erbracht, Die journalistischen Banditen des»Stürmer« haben ganz einfach aus den Opfern des deutschen Kindermords in Madrid »von den Roten ermordete Kinder« gemacht Sie haben unter diese dreist« Fälschung die Devise gesetzt:» Der Jude siegt mit der Lüge und stirbt mit der Wahrheit.<< Es ist ein typisches Beispiel für die moralische Verwahrlosung des braunen Systems, ein typisches Beispiel einer Der Geist der Lüge Die braune Hand am Werke Deutsche Nichteinmischung überall eine Der deutsche Außenminister Neurath die deutsche Propaganda Rumänien in die Rethe| Außenpolitik in der nächsten Zukunft Kriegslüge. So sieht der» Kulturkampf hat in Wien einen Staatsbesuch abgestattet. der faschistischen oder halbfaschistischen Län- besondere Bedeutung zu. Eine der ersten gegen den Bolschewismus« aus, den das Der Sinn des Besuches war, die österreichi- der einbeziehen. Diese Arbeit vollzieht sich Aufgaben des Gauleiters Bohle ist, sicherem Dritte Reich führt! Die Hunderte von er- sche Regierung daran zu erinnern, daß mit nicht mehr ausschließlich unter der Ober- Vernehmen nach, die Ueberprüfung aller im mordeten Kindern in Madrid hier, und die dem Abkommen vom 11. Juli 1936 Deutsch- fläche, sie wird jetzt schon ganz offen betrie- Ausland lebenden Reichsdeutschen und die schamlose Bildfälschung des» Stürmer< land neben Italien Herrschaftsansprüche auf ben und offiziell unterstützt. Schaffung einer Kartothek, in der die Zuda das ist die Ethik des Dritten Oesterreich erhalten hat. Neurath hat die Das braune System hat sich nicht damit verlässigkeit jedes Auslandsdeutschen vom Reiches. österreichische Regierung abermals auf den begnügt, die Leichen der beiden Führer der nationalsozialistischen Standpunkt aus verSatz festgenagelt, daß sie ihre Politik führen Eisernen Garde, dieser faschistischen Mord- merkt werden soll. Sämtliche deutschen Konwerde eingedenk der Tatsache, daß Oester- und Terrororganisation, beim Transport durch sulate im Ausland erhalten den Auftrag, bei reich ein deutscher Staat sei. Das offizielle Berlin feierlich zu ehren. Der deutsche Paßerneuerungen eine Kontrolle des AntragDer amerikanische Botschafter in Pa- Kommuniqué spricht von» völliger Ueberein- und der italienische Gesandte ha- stellers in bezug auf seine Zuverlässigkeit ris hat bei einer offiziellen Gelegenheit die stimmung über die der Außenpolitik beider ben in Bukarest an der demonstrativen Bei- für den Nationalsozialismus anzustellen und folgenden bedeutsamen Sätze gesprochen: Regierungen zugrundellegenden gleichartigen setzung teilgenommen obwohl die Eiser- hierüber eine Kartothekkarte anzulegen. >> Wir glauben, daß die Wahrheit ein Ding Bestrebungen zur Erhaltung und dauerhaften ne Garde in Rumänien eine aufgelöste und Ferner wird jeder Deutsche, der im Ausist, das wirklich existiert; wir bestreiten, daß Sicherung des allgemeinen Friedens«. Das verbotene staatsfeindliche Organisation ist. land eine Stelle annimmt, verpflichtet, der Anschauungen, die eine Propaganda der heißt also: außerhalb des Völkerbundes und Die rumänische Regierung hat sich gegen zuständigen Nazibehörde einen Bericht über Volksmeinung aufzwingt, Wahrhelten sind, gegen den Völkerbund, auf Grund der Metho- diese offene Einmischung zugunsten einer seinen Posten abzugeben und die Autorisaund wir empfinden eine dauernde tiefe Sym- den, die die Hitlerpolitik systematisch der Po- staatsfeindlichen Organisation zur Wehr ge- tion für die Annahme des Postens zu erpathie für jene Staaten, in denen die Men- litik der kollektiven Sicherheit entgegensetzt, setzt. Sie hat in Berlin und Rom Vorstel- langen. Er muß sich gleichzeitig verpflichschen frei bleiben und die Wahrheit, so wie auf Grund der Blockbildung, die die Hitler- lungen erhoben, aber sie hat nur erreicht, ten, fortlaufend Berichte über sie sie sehen, unterstützen können.<< politik für ihre Zwecke versucht. ik für Heser daß der deutsche Gesandte hochfahrende seine Firma und seine BeobachDiese Stimme kommt aus einem Land, Neben dieser offiziellen Handauflegung ist Ausreden gebraucht hat, und daß die Regie- tungen an die deutsche Stelle zu senden, in dem in der Politik noch nicht alle die Arbeit der braunen Hand sichtbar gewor- rungen von Berlin und Rom die rumänische was ja seit der Aufrichtung des Dritten ReiScham vor die Hunde entflohen ist. In den. Die Demonstrationen, mit denen Neurath Beschwerde ebenso hochfahrend abgelehnt ches auch schon geschieht. Auf diese Weise der europäischen Politik greift der Geist in Wien empfangen worden ist, sind alles an- haben. wird das bislang auf Freiwilligkeit der Lüge immer weiter um sich. Er dringt dere als spontane Ausbrüche. Auf Befehl haDie rumänische Regierung sieht sich hende nationalsozialistische über die Grenzen der faschistischen Län- ben die österreichischen Nationalsozialisten heute in einem schweren Abwehrkampf ge- Wirtschaftsspionagesystem legader, er löst alle sittlichen, humanitären unter dem Gesang des Horst Wesselliedes der drängt gegen die Tendenzen, die auch in lisiert und die Spionage zu einer StaatsGrundlagen der Politik auf. Einstmals österreichischen Regierung in die Ohren ge- Rumänien eine Diktatur errichten wollen, sei bürgerpflicht jedes Auslandsdeutschen schrieen:» Achtung, der Stellvertreter Eures es nach österreichischem, sei es nach grie- klärt. Gauleiter Bohle hat in seinem Amt Schutzherrn zieht ein!<< chischem Muster. Die Eiserne Garde ob- mit einem großen Mitarbeiterstab die vollwohl offiziell verboten tritt wieder mit ständige Gleichschaltung der Auslandsorganihervor. Seit langem arbeitet Die sation der NSDAP mit dem Apparat der Handlungen die deutsche terroristischen Propaganda in Rumänien, um das braune Hand ist am Werke, und die rumäni- konsularischen und diplomatischen Auslandsparlamentarische System zu erschüttern. Sie sche Regierung ist in der Verteidigung gegen vertretungen begonnen. Diese offizielle nationalsozialistische Wirtspekuliert auf die Furcht der reichen rumäni- die Intervention der braunen Hand. schen Gesellschaft vor dem Bolschewismus * schaftsspionage hat besonders in Polen das heißt vor jeder kräftigen Regung not- Der Berufung des Leiters der Auslands- große Beunruhigung hervorgerufen. Hier leidender Volksmassen. Wie die italienische organisation der NSDAP, Bohle, in das hat man seit langem die Arbeit der braunen Propaganda seit jeher auf dem Balkan alle Auswärtige Amt, kommt für die Absicht und Hand verspürt und befürchtet, daß sie intenauflösenden Tendenzen unterstützt hat, so will die Richtung der nationalsozialistischen siver als zuvor betrieben wird. wird die Geschichtsschreibung sagen, daß diese Jahre gekennzeichnet waren durch die Zersetzung der intellektuellen Ehrlichkeit in der Politik, und daß die Erschütterung durch diesen Prozeß stärker und verhängnisvoller gewesen ist als die Erschütterung durch Rüstungen, Krieg und Gewalttat. Der Geist der Lüge ist das anarchistische Element in der Politik des militaristischen Nationalismus. Die deutsche Politik beruht auf einer einzigen großen Lüge. Sie bemüht sich, heute schon die Geschichte zu fälschen in den Augen der Zeitgenossen. Das klas* beruerSo werden die deutschen Arbeiter gesische Beispiel dafür ist die Behandlung mischungspolitik, daß sie dem Geist der Ribbentrop, Marie von Tschammer- Osten, der Spanienfrage. Am 18. Februar Lüge zum Triumph verhilft. Sie vollendet Grete von Halt, Helene von Bülow- Schwante. zwungen, ihre Kerkermeister und Folterhat die Frankfurter Zeitung die neue den Zusammenbruch des Völkerbundes, Die Ausländer können nichts dafür, wenn knechte selber zu bezahlen! Phase der» Nichteinmischungspolitik« un- zwar nicht organisatorisch, aber mora- sie vom braunen System dekoriert werden. ter der Ueberschrift> Es war höchste lisch! Die Politik der großen Mächte ohne Für die deutschen Dekorierten aber ist es eine Eine große Internationale Zeit mit folgenden Sätzen eingeleitet: Ausnahme hat aufgehört, auf der Grund- wohlverdiente Ehre, eine nur zu wohlverdiente Konferenz für Spanien > Der Nichteinmischungsausschuß hat ge- lage der Wahrheit zu ruhen, die die Vor- Ehre! Wer vom braunen System dekoriert zeigt, daß er Entschlüsse fassen kann. aussetzung einer jeden demokratischen wird, ist für das künftige Deutschland ge(> Spät kommt Ihr, doch Ihr kommt«, sagte Politik ist. der deutsche Vertreter, Botschafter von Mit der Auflösung der politischen MoRibbentrop. Trotz allem ist es sehr spät, ral der Regierenden aber geht Hand in Volk wahrscheinlich Hand eine Auflösung Trüher das Ende seiner Tragödie gesehen Kräfte der Völker, ohne die weralischen weil zeichnet. Arbeitsfront besoldet SS Die Bureaus der SAI und des IGB sind am 17. Februar 1937 in Paris zusammengetreten, um auf Vorschlag der spanischen Organisationen über die Abhaltung einer Internationalen Konferenz zur Behandlung der spanischen Frage zu beraten. Nach kurzer Diskussion haben die beiden on Der Sold für die Folterknechte hätte, wenn der Londoner Aus- Demokratie, noch ein Völkerbund noch Zum Schutze ihres diktatorischen Regimes Bureaus einstimmig beschlossen, daß die Konschuß von Anfang an energisch überhaupt eine Politik des Rechts und der verlassen sich die Nationalsozialisten nicht ferenz am 10. und 11. März in London stattgenug gewesen wäre, das wirk Gerechtigkeit möglich ist. Wenn aber die nur auf den übernommenen Militär- und Po- finden wird. lich zu wollen, was der Zweck und moralischen Kräfte der Völker zerstört lizeiapparat, sondern sie haben sich in der Die politischen Parteien und Gewerkschaftder Sinn seiner Errichtung war. sind, dann ist das Schicksal Europas ge- Gestapo, der SS und der SA besondere For- lichen Landesverbände, die den beiden InterEs ist wesentlich das Verdienst wissenlosen Abenteurern ausgeliefert, den mationen geschaffen. Sie alle haben nur die nationalen angeschlossen sind, werden eingeder deutschen und der italieni- prinzipienlosen Technikern der Massen- eine Aufgabe, das Volk, das bei der letzten laden werden, möglichst zahlreiche Delegatioschen Regierung, daß es endlich beherrschung, den Hasardeuren des Im-» Wahl« fast hundertprozentig freudig mit Ja nen zu entsenden und insbesondere für eine zu wirksamen Schritten kommen perialismus. stimmte, in Schach zu halten. Denn das ist starke Vertretung ihrer Parlamentsfraktionen merkwürdigerweise immer noch notwendig! Sorge zu tragen. aber Januar und Februar hat sich aus der Reichswerden. wird. Herr von Ribbentrop konnte in Europa kehrt damit zurück in ein seiner Rede mit Nachdruck darauf hin- neues Zeitalter des Absolutismus. Die Diese Schutzgarden des Regimes kosten Es wurde beschlossen, eine gemeinsame weisen, daß die deutsche Politik von Anfang verantwortungslosen Techniker der Mas- ein sündhaftes Geld. Da alles was der Staat Sitzung der Exekutiven der SAI und des IGB das Ziel verfolgte, die theoretisch beschlossenbeherrschung, die den Geist der Lüge auf direktem Wege aus dem Volke heraus- am Tage vor dem Zusammentritt der Konsene Nichteinmischung in praktische Maß- zum Prinzip erhoben haben, nehmen die preẞt, von der Aufrüstung verschlungen wird, ferenz abzuhalten. nahmen umzusetzen.< Stelle der obsoluten Monarchen von ehe- und die Spenden, die in der>> Kampfzeit<< von Im Verlaufe der Beratung haben die beiden >> Der Londoner Beschluß hat über seine dem ein und führen die Völker neuen Krie- den Agrariern und den Industriellen in reich- Bureaus energischen Protest gegen die Tatpraktische Bedeutung hinaus einen allgemei- gen des Absolutismus entgegen, in denen licher Menge freiwillig gespendet wurden, sache erhoben, daß geschlossene italienische nen politischen Akzent. Er beweist, daß die Völker nicht Subjekte der Geschichte, nahezu völlig aufgehört haben, mußte eine Truppenteile am Angriff auf Malaga teilgeEuropa entschlossen ist, den Bürgerkrieg sondern Spielbälle in der Hand von Hasar- andere Quelle zur Finanzierung erschlossen nommen und Italienische Kriegsschiffe die die völlig in spanischen Grenzen einzu- deuren sind. Aufständischen unterstützt haben gerade in schließen und nicht übergreifen zu lassen.< Dabei haben die Machthaber auch wieder einem Augenblick, da über die Mittel zur VerJeder Satz eine Lüge! Frankreich Der Ordensregen die Vorzüge der Deutschen Arbeits- schärfung der Kontrolle und zur Verhinderung hat die Nichteinmischungspolitik vorgefront entdeckt. Diese Riesen- Zwangsorgani- jeder Einmischung beraten wurde. Hitler hat in Deutschand die Orden wieder sation, der alle irgendwie in der deutschen Der für die Internationale Konferenz in schlagen. Es hat die Blockade über die eingeführt- still und leise. Im Laufe des Wirtschaft tätigen Personen angehören müs- Aussicht genommene Zeitpunkt wurde gerade spanische Regierung verhängt Deutschland und Italien haben kanzlei ein reicher Ordensregen ergossen. Die Dutzende Millionen Reichsmark gesetzt, an welchem Tage bekanntlich die von sen, vereinnahmt jeden Monat einige im Hinblick auf das Datum des 6. März festdie Rebellen mit Waffen, Munition und Orden bestehen aus dem goldenen Parteiab- Zwangsbeiträge. Schon oft ist gefragt den Regierungen beschlossene Kontrolle in Truppen versorgt. Deutschland und Ita- zeichen, das gewissermaßen den Pour le worden, für welche Zwecke wohl die gewalti- Kraft tritt. lien haben die Nichteinmischungspolitik Mérite des Systems darstellt, dem Olympiasabotiert. Deutsche systematisch und Abzeichen erster und zweiter Klasse. gen Summen überhaupt Verwendung finden. italienische Schiffe, Flugzeuge und TrupWohl weiß man, daß das große Heer der Mit dem goldenen Parteiabzeichen sind die pen führen Krieg gegen die spanische Re- Minister bedacht worden, die bisher noch nicht nationalsozialistischen Bonzen der DAF Gegierung. Wer weiß das nicht? Einschlie- Parteimitglieder waren. Ihre Verantwortlich- hälter bezieht, wie sie vorher nie die AngeBung des Bürgerkriegs in die spanischen keit für die Gesamtheit der Hitlerpolitik ist stellten einer Arbeiterorganisation erhalten Es hat also keine Marokko- damit auch äußerlich festgestellt. affäre gegeben? Es gibt also keine Fest, Die Olympia- Abzeichen aber sind en masse schwendung können die Beiträge auf diese setzung des deutschen Imperialismus in ausgeschüttet worden. Es gibt keinen frem- Weise allein nicht vergeudet werden. Marokko, keine deutschen Batterien an den diplomatischen Vertreter, der es nicht er- Und so wird denn die Arbeitsder Straße von Gibraltar, keine deutsche halten hätte. Der Regen ist bis nach Japan, front zur Finanzierung der SS Agitation in Nordafrika, keine Heranzie- Südamerika und Südafrika gedrungen. In herabgezogen. hung von Eingeborenentruppen aus italie- Deutschland füllten die Listen der Dekorierten nisch- Somaliland Grenzen? zum Krieg gegen die ganze Seiten des>> Reichsanzeigers<<. Das Abzeichen zweiter Klasse haben die spanische Regierung? Wozu weiter beweisen? Die ganze Welt kennt die Tat- folgenden Frauen erhalten: Margarete Frick, sachen, und die ganze Welt weiß, daß die Emmy Göring, Magda Göbbels, Marie von Diplomatie sie mit eiserner Stirn ableug- Neurath, Gräfin Ehrengard Schwerin von net und verfälscht! Krosigk, Anna Pfundtner, Hildegard Meißner, Es ist das Verhängnis dieser» Nichtein- Elfriede Lammers, Luise Trunk, Annelies von web b haben. Aber trotz dieser beispiellosen VerWie im Weltkrieg Die Morgensuppe ist wieder da! Die Wirtschaftsgruppe Gaststätten und Beherbergungsgewerbes verweist auf die» Bedeutung zuckerhaltiger Morgensuppen, die bei unseren Vorfahren beliebt waren, und die für fünf bis sechs Stunden sättigend sind.<< ein Diese Propaganda der Morgensuppe läßt erkennen, woran in Deutschland Mangel ist: Brot, Weißbrot und Butter, Schmalz, Kaffee, Wir wissen aus zuverlässiger Quelle, daß Tee, Kakao. six joh die aus der Arbeiterbank hervorgegangene Von der Morgensuppe aber ist nur Bank der Deutschen Arbeit, das Geldinstitut Schritt bis zum Morgentrunk diesem entder Arbeitsfront, bei der auch die ein- setzlichsten aller Ersatznahrungsmittel ohne gehenden Beiträge deponiert werden, den Nährwert aus der Kriegszeit, dessen ScheußDienststellen der SS zu Anfang jeden Mo- lichkeit und dessen Herkunft sich keiner vornats rund einundeinhalb Millionen Reichs- stellen kann, der den Krieg in Deutschland mark überweisen muß! nicht miterlebt hat. 508 Die Wahrheit über Deutschland tenden englischen Parlamentsdrucksachen; d. kehren werden -O um zu regieren.<< » Schleichendes Gift« Die Parteivergangenheit steht auf. England rüstet gegen Hitler Aber die Minister wollen es nicht sagen? 3 zu stehen. Aber höchstwahr» News Chronicle<, eine der bekanntesten englischen Zeitung mit Millionenauflage, Mit gewaltiger Mehrheit hat das eng-[ den öffentlichen Feind Nr. 1. Den Inskip und Neville Chamberlain darüber schreibt in seiner Ausgabe vom 16. 2. 1937: lische Parlament die Regierung Baldwin Friedensbeteuerungen Hitlers schenken wir zu sagen hatten, läuft auf das Sprüch>> Seit drei Jahren gibt der Vorstand ermächtigt, eine Wehranleihe von 400 Mil- keinen Glauben.<< lein hinaus, da andere rüsteten, müsse der Sozialdemokratischen Partei lionen Pfund aufzunehmen. Es hat zu- Zwischen Wedgwood, der den Burg- man das leider auch tun, man wolle nichts Deutschlands in der Tschechoslowakei gleich einen Fünfjahresplan der Wieder- frieden und die nationale Einigkeit zum als den Frieden, und habe gegen niemaneine Monatsschrift heraus, die den schlichten aufrüstung, dessen Ausführung minde- Kampf gegen Hitler fordert, und den böse Absichten. Die Herren sind Titel>> Deutschland- Berichtex trägt. stens 1500 Millionen Pfund( 18 Milliarden Cripps, für für den die Regierung Bald- peinlich korrekt. Alle Welt weiß, daß die Sie ist klein, leicht geheftet und unauffällig Goldmark) kosten wird, zustimmend zur win als öffentlicher Feind Nr. 2 gleich neuen Rüstungen als Verteidigung geund enthält rund 150 eng beschriebene Kenntnis genommen. nach Hitler kommt, bewegt sich die Argu- dacht sind gegen eine Friedensstörung, Schreibmaschinenseiten auf dünnem tief- Im Jahre 1913/14, dem letzten vor dem mentation der Mitte. Auch Dalton und die man von Hitler, vielleicht von Hitler grünem Papier. Sie ist die offizielle Publika- Weltkrieg, gab England 77 Millionen Pfund Attlee denken über Hitler nicht anders als und Mussolini zugleich, befürchtet. Aber tion der Opposition. für Rüstungen aus. In den Jahren nach Wedgwood und Cripps. Aber sie sind in der diplomatische Takt und der faschistenFriedensschluß bis zum Machtantritt Hit- ihren Schlußfolgerungen nach beiden freundliche Flügel der konservativen ParIn dieser Monatsschrift findet man keine lers betrug der Durchschnitt etwa 112 Mil- Seiten hin weniger radikal. Ihre Kamp- tei verbieten, das offen auszusprechen. Greuelmärchen, keine hysterischen Ausfälle lionen jährlich. Das Jahr vor Hitler fesweise entspricht ungefähr der Art, in gegen Hitler, sondern nur ruhige, peinlich ge- 1932/33 ist mit 103 Millionen das billigste der die deutsche Sozialdemokratie als Op- englischen Zahlen auch ohne Kommentar In Berlin scheint man die Sprache der naue Feststellungen über alles, was tatsächder Nachkriegszeit. Noch im Jahre position in der Republik zu Wehrvorlagen richtig verstanden zu haben. Das zeigt lich vor sich geht. Sie ist weder überoptimi- 1934/35 bleibt der Rüstungsetat mit 113,8 Stellung genommen hat. stisch, noch das Gegenteil und so unabhängig Millionen die Betretenheit, mit der die dirigierte ungefähr beim Jahresdurch- In den politischen Kämpfen Englands Presse das Ereignis aufgenommen hat. und genau wie Hansard( die als offiziell gel- schnitt. Erst 1935/36 beginnt das Er- wird fortab die Wehrvorlage an vorderster Die flaue Stimmung blieb jedoch nicht Red.) und sie muß so sein, weil sie der Wachen: der Etat steigt auf 136,9, im Stelle stehen. Wie es scheint, glaubt die lange sichtbar. Ueber bange Gedanken Monats- Bericht einer tödlich ernsten, diszipli- nächsten Jahre 1936/37 auf 188 Millionen Regierung, mit ihr auch eine gute Wahl- hilft eine flotte Militärmusik immer noch Pfund. Für die kommenden fünf Jahre parole gefunden zu haben. Sie zeigt sich hinweg. nierten und unermüdlichen aktiven Kraft ist. sind je 300 Millionen als Mindestbetrag aktiv, sie appelliert an das Nationalgefühl, Hitler hat alle Ursache, seine UnterDiese Berichte sind nicht von Ausländern veranschlagt. Das ist, wenn man die sie schafft der Rüstungsindustrie Auf- tanen über die politische Niederlage hingeschrieben, um als Propaganda zu dienen, Pfundabwertung berücksichtigt, rund das träge, dem Handel Gewinne, den Arbeits- wegzutäuschen, die er in London erlitten sondern von Männern, die eines Tages zurück- Zweieinhalb fache dessen, was die losen Arbeit. Die Labour Party hätte hat. In seinem Buch» Mein Kampf<< verenglische Rüstung im letzten Jahre vor vielleicht lieber auf einem anderen Felde kündet er als höchste politische Weisheit, dem Weltkrieg gekostet hat. die Entscheidung gesucht. Denn das Nein, daß man England von FrankDie Opposition wurde in der Haupt- das sie der Wehrvorlage entgegensetzt, reich trennen müsse, um Frankreich sache von der Labour Party gestellt. kann eben kein ganz prinzipielles, volles zu zerschmettern. Wenn England jetzt Die Haltung der großen englischen Arbei- und rundes Nein mehr sein, es klingt schon seine ganze gewaltige Wirtschaftskraft In Deutschland hat sich eine neue Art von terpartei zu den Wehrfragen war in der wie ein» Nein obwohl«<, was beinahe einsetzt, um auf den Fall der Fälle vor> Wühlmäusen< herausgebildet, die den letzten Zeit starken Schwankungen unter- gleichbedeutend ist mit einem>> Ja bereitet zu sein, so tut es das offenbar Machthabern viel Kopfzerbrechen und Aerger- worfen. Auf der Rechten waren zahl- aber«. nicht, um Hitler bei der Zerschmetterung nis bereitet. Diese Burschen flüstern nicht, reiche Gewerkschaftsführer bereit, angeDie Labour Party lehnt die Wehrvor- Frankreichs zu helfen, und offenbar auch sie verteilen auch kein illegales Material sichts der drohenden deutsch- italienischen lage ab, obwohl sie die Größe der Gefahr nicht, um bei dieser Gelegenheit untätig i woher denn. Im Gegenteil, sie warten ihren Gefahr alle oppositionellen Bedenken nicht bestreitet. Wenn die Konservativen beiseite Freunden und Bekannten nur mit dem rückzustellen und für massive Gegenmaß- sagen werden,» Die Labour Party sieht scheinlich tut es das alles, um in einem nahmen zu stimmen. Auf der anderen wohl die Gefahr, sie will aber nichts gegen künftigen Weltkrieg mit Frankreich und parteitreu wie sie sind( und es handelt sich Seite vertraten einige Linksradikale die sie tun«<, so werden die Labour- Leute dar- Rußland gegen Deutschland zu kämpfen. häufig um die> ältesten Kämpfer<) haben sie Ansicht, daß man einer kapitalistischen auf antworten:» Ja, wir wollen schon Die Unklarheit, die die englische ReRegierung überhaupt keinen Mann und etwas tun, aber nicht so viel.<< Oder:» Ja, gierung über den Zweck ihrer Aufrüstung zettel, Flugblätter und Propagandabroschüren keinen Groschen bewilligen dürfe. Die wenn die Kosten von den Reichen getra- verbreitet, dient Hitler zur Rettung. Sie aus der Vorhitlerzeit fein säuberlich breite Mitte der Partei verkennt nicht die gen würden!« Oder:» Ja, aber dieser Re- hilft ihm, das deutsche Volk darüber hinaufgehoben. Und die weisen sie vor. Als>> Rari- Notwendigkeit der Aufrüstung, doch wei- gierung geben wir nichts, weil sie eine täten<. Im Betrieb, am Biertisch, beim Kegel- gert sie sich, so gewaltige Mittel weg zu täuschen, daß infolge seiner Poligewaltige Mittel einer schlechte auswärtige Politik treibt.<< tik die Entente von 1914 stärker noch Regierung in die Hand zu geben, zu deren Von diesen drei Argumenten ist das als damals wieder aufersteht. Auch daAußenpolitik sie kein Vertrauen hat. Der letzte bei weitem das stärkste. Denn, mals war es so, daß die Umrisse dieses neuen Vorlage hat sie auch deshalb Wider- wenn das englische Volk jetzt gezwungen gefährlichen Gebildes erst bei den ersten stand geleistet, weil sie von einer so gro- ist, seine Rüstungsausgaben nahezu zu Kanonenschüssen aus den englischen NeBen Anleihe inflatorische Wirkungen be- verdreifachen, so hat es das in der Tat der beln auftauchten. Soll es das nächste fürchtet und die Deckung aller Mehraus- schlechten Außenpolitik seiner Mal wieder so sein? Damals hätte Engschriebe, würde glatt geköpft. Aber kann gaben aus der Einkommensteuer verlangt. Regierung mitzuverdanken. Die Behaup- land den Frieden retten können, wenn es tung Attlees, die Regierung habe die rechtzeitig gesagt hätte, wo es im Falle ganda material der NSDAP besitzt Dalton, Attlee und andere sprachen, deutsche Aufrüstung geradezu begünstigt, eines Krieges stehen würde. Auch jetzt und es auf Verlangen auch ausborgt? Man nahm für die Rechte der Partei der Oberst mag agitatorisch überspitzt sein. Dennoch kann England den Frieden retten, wenn bleibt wahr, daß das englisch- deutsche es sich entschließt, klar und deutlich die kann es schwer, und deshalb stöhnt die Zeit- Wedgwood, für die Linke Sir Stafford schrift» Völkischer Wille<: Flottenabkommen von 1935 geradezu auf Wahrheit zu sagen: Cripps das Wort. Beide, obwohl sonst die Wahrheit, daß > Man glaube ja nicht, daß in den gegen- Gegenpole, sprachen gegen Hitler schärfer herauskam. Sicher ist der Vorwurf be- englische, das französische und jedes aneine Legitimierung des Vertragsbruches nicht nur das deutsche, sondern auch das wärtigen Zeitläuften, angesichts der gehar- als die eigentlichen Fraktionsredner. nischten Front, die den Nationalsozialismus Wedgwood sagte: rechtigt, daß die englische Regierung es dere Volk für die Hitlerherrschaft schützt, jener Kampf der Widersacher sich » Das Land ist in Gefahr, mehr als das, unterlassen hat, eine Politik zu treiben, unerträgliche Blutsteuer zu zahlen in Saalschlachten oder Straßendie geeignet gewesen wäre, Hitlers Rü- die Wahrheit, daß ganz England, kämpfen auswirken würde. Nein aber die Freiheit ist in Gefahr. Vor der Diktatur mit schleichendem Gift, mit aus- wollen wir nicht in die Knie sinken. Wenn solche Politik getrieben, sie hätte ihrem Hitlerherrschaft haẞt stungseifer zu dämpfen. Hätte sie eine einer winzigen Minderheit abgesehen, die geklügelten Vorspiegelungen, als Wolfim das Land in Gefahr ist, so kommt diese Ge- Volke viel Geld und vielleicht noch einiges die Wahrheit, daß England im Falle eines und verabscheut, Schafspelz und mit gefälligen Verfahr von Hitler, und wir sollen drehungen sucht man Bresche zu legen. andere ersparen können. Scheinbar harmlose Umbiegungen, die im Geld in der bestmöglichsten Weise Krieges zur Wahrung seiner WeltreichBetretungsfalle für Mißverständnisse Auch jetzt hat sie es unterlassen, die interessen und von er- den, um uns vor Hitler zu schützen.<< der Stimmung des Welt über den politischen politischen Sinn Volkes getrieben gegen Hitler marschieAuf der anderen Seite führte Stafford ihres Rüstungsprogrammes aufzuklären. ren wird. Cripps aus: Nicht einmal zum Völkerbund und Nur die Wahrheit kann den Frie>> Wir betrachten den Nazismus mit allem, zum Prinzip der kollektiven den retten, nur England kann sie so was er an Angriffslust, Brutalität und Un- Sicherheit hat sie sich mit klaren sagen, daß sie auch in Deutschland verMan hat aus früheren z. T. par- terdrückung der Freiheit mit sich bringt, als Worten bekannt. Alles, was die Baldwin, standen wird! teipolitischen Gedankengut einzelne Sätze herausgenommen und aus ihnen Braunsten vom Braunen auf. Aber sich auch die nationalsozialistischen Streuabend. Wer will ihnen das verbieten? Zwar sind auf den bewußten Zetteln die tollsten Versprechungen und die allerstaatsfeindlichsten, hochverräterischsten Absichten verzeichnet ( Verstaatlichung des Bankkapitals ist noch das Mildeste). Jeder, der heute Aehnliches man jemanden verhaften, weil er Propaklärt werden, biedere Behauptungen, schon längst auf dem gleichen Boden gestanden zu haben, Umdeutungen von gleißender Dialektik, das sind so die Waffen, mit denen man sich auf Schleichwegen anpirscht. Während für die zuoffizielle Richtung unser anwen9 Der Terror in Danzig Dieser Tage wurde in Danzig vor dem hat, von klagten Pörschke, Jäschke, Piotrowski und Potreck. Zwei Angeklagte wurden freigesprochen. Alle Verurteilten wurden sofort in Haft genommen. * * angebliche Wurzeln des Nationalsozialismus Galle, sondern auch die Druckerschwärze konstruiert, ohne zugeben zu wollen, daß Und wenn er das soll, so muß er natürlich zenden der Freien Turnerschaft Danzigdie nationalsozialistische Weltanschauung übergelaufen. Zwar reichte seine Besinnung ganz anders beschaffen sein als er seit 1933 Langfuhr, Baulain, 10 Monate Gefängnis, für ein in sich geschlossenes und organisch auf- noch so weit, die für den Gesinnungsterror beschaffen ist. Der> Fridericus< schließt mit den Gastwirt Schmidtke, bei dem die Zusamgebautes Ganzes ist, in dem herausgerissene Verantwortlichen» Unverantwort der Aufforderung, den» Unverantwortlichen< menkunft stattgefunden hatte, 9 Monate GeBruchstücke überholter Denkweisen über- liche« zu nennen, aber jeder weiß ohnehin, gehörig» die Zähne zu zeigen«. haupt keinen Platz hätten.< Wer fängnis für die Angeklagten Wollermann und I was gemeint ist, wenn er unter der Ueber- die Zähne zeigt, erzielt allerdings im Dritten Manhold, 6 Monate Gefängnis für die AngeFast jedes vor dem Jahre 1933 von den schrift» Gedankenfreiheit!<< liest: Reiche gewöhnlich nur den einen Erfolg: daß Nationalsozialisten herausgegebene Flugblatt > Es geht nicht an, ist ein solches> Bruchstück überdaß Unverantwort- sie ihm eingeschlagen werden. liche solche Meinungsäußerung damit abholter Denkweise«, denn Versprechun- tun, daß sie sagen:» Das überlassen gen sind für diese organisch aufgebauten< Sie gefälligst dem Führer, der Regierung, dem zuständigen Retter immer dann überholt, wenn ihre ErReichsminister, den Behörden! Schnellgericht ein Prozeß gegen 13 ehemalige füllung von den hereingelegten Gläubigen Nach fast viermonatiger Schutzhaft ist in Sie aber halten freundlichst den Mitglieder des polizeilich aufgelösten Arbeiter- der Vorwoche der Führer der Deutschnationanicht mehr erzwungen werden kann. Mund!<< Sondern das Wort auch des ein- Turn- und Sportbundes in Danzig durchge- len Volkspartei in Danzig, der frühere Senafachsten Staatsbürgers muß gewertet werden als ein Zeichen des Gefühls der Mitver- führt. Den Angeklagten wurde vorgeworfen, tor und Volkstagsabgeordnete Dr. Kurt antwortung um Staat und Volk, für die wir sie hätten die Absicht gehabt, die Tätigkeit Blavier, nunmehr aus der Haft entlassen alle das Beste wollen und für die jeder der verbotenen Sozialdemokratischen Partei worden. Blavier hat während seiner Schutzvon uns nicht nur das Wort, son- und des Arbeiter- Turn- und Sportbundes fort- haft sein Volkstagsmandat niedergelegt, bedern auch das Leben einzusetzen bereit sein muß.<< zuführen. Eine rein private Zusammenkunft hält jedoch weiter seine Partelämter und den der 13 Angeklagten in einem öffentlichen Vorsitz des Danziger Haus- und Grund» Bereit sein muß< Lokal diente als Begründung der Anklage. besitzer- Vereins. sammenkunft keinerlei Gespräche über Politik Alle Angeklagten erklärten, daß bei der ZuNach Meldungen Danziger Blätter soll der oder über Angelegenheiten der Arbeitersport- vom Dreier- Komitee vorgeschlagene neue ler geführt worden seien. Ein Gegennachweis Hohe Kommissar des Völkerbundes in Danzig, konnte auch von dem Staatsanwalt nicht er- Professor Dr. Burckhardt, Genf, dessen Erbracht werden. nennung bisher offiziell noch nicht bekannt» Gedankenfreiheit!« Selbst dem>> Fridericus<< wird übel. Weil das Blatt» Fridericus< als treuer Handlanger der Reaktion den Weimarer Staat seinerzeit aufs unflätigste bespuckt hat, glaubt es heute gelegentlich sanfte Einwände erheben zu dürfen, wenn ihm die mit seiner Hilfe herbeigeführten Segnungen schon zum Halse herauswachsen. Aber der Zensor wacht, die Unannehmlichkeiten reißen nicht ab, ein paarmal wurde schon mit dem Ver bot gewinkt, und nun ist dem geplagten Schriftleiter ob solchen Undanks nicht nur die aber vielleicht nicht bereit sein wird, wenn es nichts als Ketten und Maulkorb zu verteidigen gibt. Das ist deutlich, und doch wird es noch einmal unterstrichen: » Das deutsche Volk muß erzogen, aber es darf nicht dressiert werden. Der deutsche Staat soll nicht von Sklaven, sondern von freien Männern getragen und verteidigt werden.<< tt * Das Gericht fällte folgendes Urteil: 1 Jahr gegeben worden ist, bereits in dieser Woche 6 Monate Gefängnis für den früheren Vorsit- in Danzig eintreffen. England erkennt das Hitlersystem Späte, aber gründliche Einsichten ih da rückfallen. Göring behaupte, die Deutschen wollten lieber Kanonen als Butter, Niemand, der die deutschen Verhältnisse wirklich kennt, werde diese Gangsterlogik akzeptieren. Im Gegenteil, die Zeichen der Unruhe in den deutschen Betrieben mehWir haben bereits in unserem letzten Markte zu erzwingen. Das bedeute aber seine Rüstungsausgaben auf das engli- ren sich. Deutschland mag den Ausweg Artikel kurz auf das Februarheft von nicht, daß Deutschland nicht den Preis sche oder französische Niveau herabsetzen im Krieg suchen, aber augenblicklich sei > The Banker« hingewiesen, der repräsen- für seine enorme Rüstung zu zahlen ha- wollte, gäbe es kein deutsches Roh- es noch nicht fertig und in dem letzten tativen Zeitschrift der englischen Finanz. ben werde. Dieser Preis bestehe schon stoffproblem. Eine Reduktion der Aus- halben Jahr haben die Nationen, die zur Das Heft enthält eine umfassende Dar- jetzt in einer stetigen Erweiterung der gaben um die Hälfte würde Deutschland Beute des deutschen Militarismus werden stellung der vier Jahre nationalsozialisti- Staatskontrolle, in dem raschen Verbrauch noch immer ein ungeheures Rüstungsbud- sollen, die tötliche Gefahr erkannt. Gegen scher Wirtschaftspolitik. Sie gründet sich aller übernommenen Vorräte an Roh- get belassen. Aber alle seine Rohstoff- eine Kombination der friedliebenden Mächauf die Arbeit vor allem deutscher Sach- stoffen, Gold und Devisen und in einer und Lebensmittelschwierigkeiten hätten ein te unter Führung von England und verständiger auf militärischem, finanziel- langsamen, aber stetigen Verschlechterung Ende.<< lem und industriellem Gebiet. Aber was der Lebenshaltung der Bevölkerung, veruns entscheidend dünkt, ist nicht einmal bunden mit einer steigenden ökonomischen so sehr die Darstellung im einzelnen, so Isolierung von der übrigen Welt. wichtige Kenntnisse sie auch dem AusDer Rüstungs- in land vermittelt, als vielmehr die außerordentliche Klarheit, mit der das Wesen der deutschen Diktatur erfaßt ist. Alle England erwacht Frankreich wäre die deutsche Armee zu schwach. Aber diese Armee sei bisher ein sehr geeignetes Instrument für eine PoliPolitisch am wichtigsten sind jedoch tik der Erpressung. Was soll England die Schlußfolgerungen, die sich mit aller angesichts der deutschen ErpressungsverEntschiedenheit gegen die>> kleine, aber suche tun? Jede finanzielle oder territo*** Bürokratismus einflußreiche Gruppe, die in der Londoner riale Konzession an das gegenwärtige Eingehend wird die Staatskontrolle City eine ständige Propaganda zugunsten deutsche Regime würde die Tyrannei der ihre Maßnahmen werden unter dem ein- über die Wirtschaft geschildert. Als Hit- von Krediten für Deutschland macht«, rich- Gangster verewigen, die Europa in heitlichen Gesichtspunkt oder Kriegsvorbe- ler zur Macht kam, waren in Deutschland ten. Ihre Meinung, daß man Deutschland waffenstarrendes Lager verwandelt haben. reitung gesehen. Man habe darüber ge- kaum tausend Personen mit der Ueber- den Krieg gleichsam abkaufen könne, sei In der Erkenntnis, daß Friede und Nazistritten, ob die heutige deutsche Wirt- wachung der Devisenwirtschaft beschäf- ebenso lächerlich wie die andere, daß man methoden miteinander unvereinbar seien, schaft mehr Kapitalismus oder mehr So- tigt. Heute beträgt die Anzahl der mit Deutschland vor dem Kommunismus rette, dürfen wir einem Lande, das von Männern zialismus sei. Manche seien der Ansicht, der Aufsicht und Kontrolle der Zwangs- indem man eine grausame und treulose regiert wird, die die Gewalt verherrlichen, daß seit 1935 sozialistische Tendenzen wirtschaft hauptberuflich beschäftigten Despotie unterstützte. Es werde immer und nicht gezögert haben, den Mord als ein mehr hervortreten, und manche Maßnah- Angestellten nicht weniger als 500.000. deutlicher, daß die deutschen Diktatoren, Mittel der inneren und auswärtigen Politik men näherten sich in der Tat denen des Dabei entbehrt das ganze System jeder die jetzt mit den Lebensmitteln ihr Spiel zu gebrauchen, keine Konzessionen Bolschewismus. Aber diese Auffassung Einheit und systematischen Koordination. treiben, sich darauf vorbereiten, mit dem machen. zu entspreche nicht der vollen Wirklichkeit. Der deutsche Industrielle untersteht min- Leben ihres Volkes zu spielen. Das be- Es ist gut, daß man in der City zu Die Nazi haben jetzt ihre eigene ökonomi- destens sechs verschiedenen Behörden, ab- deute eine ungeheure Gefahr für den sche Theorie gefunden, die ihrer Ideologie gesehen von der politischen Beaufsichti- Frieden. Aber wenn die englische Regie- dieser Erkenntnis gelangt ist und noch entspricht die Wehrwirtschaft. gung durch die Partei. Die Häufung der rung und die anderen Mächte, die für besser, daß die englische Regierung die Sie habe sich im selben Maße entwickelt Vorschriften ist geradezu verwirrend. In Frieden und Freiheit eintreten, ihre Ver- Konsequenzen zieht, indem sie die Summe wie die Aufrüstung und sei nichts ande- manchen Wochen werden 700 bis 1000 teidigung verstärken und eine feste, ent- von 1½½ Milliarden Pfund, fast 20 Milliarres, als die Wissenschaft, die bereits im| Spezialverordnungen herausgegeben. Eini- schlossene Diplomatie verfolgen, werden den RM für die Rüstungen der nächsten Frieden lich sei, mit einer vollendeten militäriDas Rüstungsbudget ge von ihnen beziehen sich bloß auf ein zuhaltenden Vorschriften die Gefahren der deutschen Wiederauf5 Jahre bereitstellt. Dr. Richard Kern. Und so verbeingst du deine kurzen Tage... fremden ins UngemesMissionschefs Dr. die ganze Wirtschaft in den Dienst der totalen Kriegsbereitschaft um- oder zwei Betriebe, andere auf alle Be- rüstung auf das deutsche Volk selbst zuorganisiert. Kein anderes Land der Welt, triebe in einer bestimmten Gegend, wieaußer vielleicht noch bis zu einem ge- der andere auf eine ganze Industrie, noch wissem Grade Rußland sei in der Un- andere sind ganz allgemein gehalten, ohne terwerfung der ganzen Wirtschaftspolitik bestimmte Nutzanwendung. So wird die unter militärische Prinzipien so weit ge- geschäftliche Tätigkeit zu einem ununtergangen wie Deutschland. Die Aufmerk- brochenen Kampf mit der Bürokratie. Die Wir lesen in der in Berlin erscheinenden Wie in den vergangenen Jahren war auch samkeit des Auslandes müsse um so mehr einfachsten Zahlungen dürfen nicht ohne Zeitschrift» Der Wirtschaftsring<( früher dieses Jahr die Ausstellung» Grüne Wo auf diese Tatsache gelenkt werden, als offizielle Genehmigung erfolgen und so- unter dem Namen» Der Ring< als Organ des che« und das Internationale Reit- und Fahrdie gegenwärtige deutsche Regierung ent- bald es sich um Devisen oder ausländische > Herrenklubs< bekannt): turnier ein großer Erfolg, was sich in den schlossen sei, in den nächsten Krieg, der Rohstoffe handelt, wächst die Anzahl der » Am vergangenen Mittwoch gab der wachsenden Besucherzahlen dokumentiert. nach der Auffassung der Nazi unvermeid- auszufüllenden Formulare und die der ein- Führer zu Ehren der bei ihm beglaubigten Das Turnier erreichte am Sonnabendein Abendessen, an nachmittag mit dem> Preis von Deutschschen und ökonomischen Organisation ein- sene. Dazu ein Beispiel: Ein bestimmtes dem sämtliche in Berlin anwesenden Bot- and«, zu dem der Führer einen Ehrenpreis zutreten, so daß nur ein möglichst gerin- Geschäft bezweckte den Ankauf von 10.000 schafter, Gesandten und Geschäftsträger gestiftet hatte, seinen Höhepunkt. Wie schon ger Aufwand zur Umstellung von teilnahmen. den Pfund Wolle gegen die Ausführung von in den letzten Jahren wohnte Adolf Hitler -Friedens- auf die Kriegsverhältnisse not- deutschen Spielwaren. 680 Formulare Am Donnerstagnachmittag auch diesesmal diesem schweren Jagdsprinwendig wäre. stand die Berliner Innenstadt im Zeichen gen bei. Neben dem Führer sah man in der mußten ausgefüllt werden und erst 18 Moeiner Kundgebung der deutschen Eisenbah- Ehrenloge die Reichsminister Göring, nate nach dem getätigten Abschluß wa- ner. Etwa 20.000 Berliner Eisenbahner Frick, Dr. Göbbels, Kerrl, Rust, Darré und Diese Auffassung, die dem bei einem ledigt. Natürlich sind die großen Kon- waren in der Wilhelmstraße und am Wil- Seldte, ferner Generaloberst von Fritsch, die großen Teil der englischen Oeffentlichkeit zerne, wie der Farbentrust oder Siemens, herrschenden Optimismus ein gründliches durch die Reichsbank gegen die schlimm- den Dank abzustatten für die am 30. Januar mers und Reichssportführer Ende zu bereiten geeignet ist, wird nun sten Folgen der Behördeeinmischung gebei der Analyse streng festgehalten. Zu- schützt. Um so mehr leidet der Großnächst wird das deutsche Budget von händler oder der mittlere Industrielle. Es 1932/33 einer eingehenden Analyse auf ist unmöglich, die Kosten der WirtschaftsGrund von offiziellen deutschen Angaben kontrolle genau anzugeben. Eine verunterzogen. Dem letzten offiziellen Bud- trauliche halboffizielle Schätzung der get von 1934/35 wird sogar eine detail- direkten Kosten beziffert die Jahresauslierte Aufstellung der Einnahmen und gabe für Löhne und Bürokosten auf zwei Ausgaben für die 20 Hauptabteilungen des Milliarden Mark. Die indirekten Kosten deutschen Etats entgegengestellt und die sind natürlich weit höher. Eine Umfrage Entwicklung in den einzelnen Jahren ge- einer südwestdeutschen Handelskammer schildert. Wir können nur einige der bei mittleren Industriellen mit 100-200 Schlußfolgerungen wiedergeben: Beschäftigten ergab, daß bis zu 75 ProDie Gesamtausgaben des Reichsetats zent der ganzen Schreibarbeit zur Erledibetrugen: 1932-33 1933-34 6,7 Milliarden RM 9,7 99 99 1934-35 12,2 99 " 1935-36 16,7 99 99 99 99 1936-37 18,8 ( annähernd) Die Rüstungsausgaben allein betrugen: 1933-34 3,0 Milliarden RM 1934-35 1935-36 1936-37 ren die bürokratischen Formalitäten ergung der Kontrollvorschriften aufgewenhelmplatz aufmarschiert, um dem Führer Staatssekretäre General Milch und Dr. Lamvon Tscham erfolgte Rückführung der Reichsbahn unter mert und Osten. die Hoheit des Reiches. Zum ersten Male Am Abend des Sonnabends fand in Berhielt der Führer von dem Balkon der Reichs- lin der tradionelle Presseball statt, der seine kanzlei aus eine Ansprache. Form insofern gewandelt hat, als erstmalig Am Freitagnachmittag empfing künstlerische und kaberettistische Leistungen der Führer den Reichsbankpräsidenten Dr. den Gästen geboten wurden. Schacht und den Vertreter der Gefolgschaft Der Führer und Reichskanzler wohnte der Reichsbank. Sie überreichten dem dem von Wilhelm Furtwängler geleiteten Führer eine Urkunde, in der die Gefolgschaft Winterhilfskonzert der Philharmoniker bei, der Reichsbank ihre Freude und ihren Dank ferner Ministerpräsident Göring, die Minister über die Befreiung der Reichsbank von den Neurath und Göbbels.< letzten internationalen Bindungen zum Ausdruck bringt. det wurde. Die Durchschnittszahl der aus- Der peinliche Frieden zufüllenden Formulare für jede einzelne Transaktion betrug ungefähr 140. Bei alledem, so schließt dieser Abschnitt, hat diese Kontrolle nichts weniger zustande ge-| bracht, als eine wirkliche Planwirtschaft. Sie hat nur die Tätigkeit des einzelnen Kaufmannes und Industriellen in einer Weise eingeschränkt, daß er heute unter allen Nachteilen der Staatseinmischung leidet, ohne einen einzigen ihrer möglichen Vorteile zu genießen. Er trägt das ganze Der» Banker« schildert die gefährlichen Risiko des privaten Unternehmers, ohne Finanzierungsmethoden, namentlich die die Freiheit zu haben, sein Privatkapital Anhäufung der enormen schwebenden dort einzusetzen, wo eine genügende RenSchuld, die er auf etwa 16 Milliarden tabilität gesichert ist. 5,5 10,0 99 99 " 99 12,6 99 99 Summe in 4 Jahren: 31,1 Milliarden RM Eine nüchterne, objektive, boshafte Berichterstattung. Deutsche Kurzberichte Oder man schüttelt den Kopf und fragt sich: macht sich das Berliner Blatt nun über Im» Westen«, Berlin, lesen wir: sich selbst lustig oder über die Frie>> In den sogenannten Nachkriegsjahren densrederei der deutschen Anführer wollte niemand mehr etwas vom Krieg wissen, sofern er nicht gerade oder über das PropagandaministeEntentegeneral oder Rüstungs- rium, das ein derart deutliches Gemecker fabrikant war. Internationale Ligen als Patriotismus passieren läßt? gegen den Krieg wurden gegründet, Idealisten wollten am liebsten, daß alle Waffen zertrümmert würden, sie sagten, alle Menschen seien Brüder. Man nicht wurde das peinliche Gefühl los, daß dereinst sich nur noch Brüder in Aus dem Geschäftsbericht der deutschen den Haaren liegen würden. Auseinander- Girozentrale Deutsche Kommunalbank setzungen in der Verwandtschaft sind geht hervor, daß von den rund 4.2 Milliarden doch immer viel peinlicher als mit fremden RM kurzfristigen Leuten.< Schulden des Reiches und der Reichsbahn, die seit dem Jetzt natürlich kann von peinlichen Gefühlen gar keine Rede mehr sein. Die IdeaFrühjahr 1935 in 41/2 prozentige Anleihe umMark, die Hälfte der Gesamtschuld, be- Sehr interessant sind auch die Kapitel, listen, die von Völkerverbrüderung träum- gewandelt worden sind, bis Ende 1936 allein ziffert.( Wir selbst halten diese Angabe für die Schachts Herrschaft über die Kredit- ten, wurden in Deutschland erschlagen oder etwa 1.5 Milliarden RM von den deutschen zu niedrig, sie erklärt sich aber daraus, institute, den Währungswirrwarr und daß im wesentlichen die offiziellen Ziffern namentlich den Miẞerfolg der Darréschen gleichgeschalteten Blätter haben sich umgeSpar- und Girokassen übernommen worden aus Deutschland verjagt, die Mitarbeiter der sind. zu Grunde gelegt worden sind. Es handelt Agrarpolitik schildern. In Uebereinstim- stellt, sich also um ein Minimum. So unleugbar mung und Erweiterung mit der von uns brauchten sich nicht umzustellen, und die Rüstungsfabrikanten dadurch die Inflationsgefahr gegeben sei, bereits angeführten Beweisführung des so könne sie durch die ungeheuren Mittel» Economist wird gezeigt, wie der Rohder Diktatur sicher noch eine Zeitlang materialmangel und die Lebensmittelknappaufgehalten werden. Aus demselben heit ausschließlich auf die Ueberspannung Grunde sei es falsch anzunehmen, daß der deutschen Aufrüstung zurückgehen. Deutschland aus finanziellen Gründen in Daran könnte die Abtretung von Kolonien kurzer Zeit zu einer Verringerung seiner nichts ändern:» Da das Uebel durch Rüstungsausgaben gezwungen sei. Die Deutschland selbst entstanden ist, kann Macht der Reichsbank reiche aus, die auch nur Deutschland allein es zum VerUnterbringung der Reichstitel auf dem schwinden bringen. Wenn Deutschland Die Schultheiẞ- Patzenhofer >> das Thema vom Unsinn des Krieges und Brauerei A.-G. in Berlin konnte von 1932 der katastrophalen Bedeutung einer neuen bis 1936 ihren Bruttoertrag von 61.6 Millioblutigen Auseinandersetzung für Europa nen auf 76.9 Millionen RM erhöhen. Die Stelwurde in neuer Beleuchtung aufgerollt. Auf jeden Fall wechselte gerung beträgt mehr als 25 Prozent; die man stürmische Friedensbe- Löhne und Gehälter weisen in der gleichen teuerungen. Man erkannte, daß der Zeit eine Steigerung von etwas mehr als 12 deutsche Grundsatz: Macht gleich beste Prozent auf, nicht infolge Erhöhung der EinFriedenssicherung -die bessere Friedensparole ist. Gerüstet steht man sich zellöhne, sondern infolge höherer Beschäftignun gegenüber und schüttelt sich tenziffer und Erhöhung der Aufsichtsratsent um so achtungsvoller die Hand.< schädigung. Nr. 194 BEILAGE Δαδί Neuer Vormärts Jes 10b aborte si oba fold- do 28. Februar 1937 Moskauer Prozeßgeheimnisse wieder. i esbroad Enthüllungen eines führenden Bolschewisten über die politischen und psychologischen Hintergründe der Moskauer Prozesse und die Ausrottung der alten Bolschewisten mi orga dole ast U doub No edodoned shis ob fox fur han I. Der Sieg der Generallinie und der neue Kurs >> Sozialistischen Boten<< Das in Paris erscheinende Zentral- ner einige Trotzkisten exekutiert, die sich der russischen Revolution schilderten, der Ruin gelingen würde, die Felder zu bestelorgan der Sozialdemokratischen Arbei- im Auftrage ihrer Organisation in die Ge- getrieben von persönlicher Herrschsucht len und das Getreide einzubringen. Dies terpartei Rußlands> Socialistitcheski Vestnik<(> Der Sozialistische Bote«) heimabteilung der GPU eingeschlichen und Rachgier die Revolution an den Rand war zweifellos das Verdienst Stalins, der veröffentlicht in seinen Nummern vom hatten und ihre Genossen über die Ver- des Abgrundes gebracht habe. eine selbst bei ihm ungewöhnliche Energie 22. Dezember 1936 und vom 17. Januar räter in ihrem Kreise und über bevor- Gerade diese Seiten sicherten den Er- entfaltete und alle zwang, bis zur Erschöp1937( Nr. 23/24 und Nr. 1/2) den stehende Verhaftungen unterrichteten. folg für die Plattform Rjutins, sie waren fung zu arbeiten. Er begriff zweifellos, Brief eines nichtgenannten> alten Bolschewisten<<, der grelles Licht auf die Aber alle diese Erschießungen wurden es auch, die das spätere Schicksal ihres daß der Sommer 1933 die Entscheidung Strömungen und Kämpfe innerhalb der allseits als außerordentliche Maßnahmen Autors bestimmten. Man sprach viel über für ihn bringen müßte: würde die wirtregierenden Schicht der Sowjetunion angesehen, die nicht wegen Beteiligung die Plattform. Darum war es kein Wun- schaftliche Lage nicht verbessert, so würde wirft. Wir geben dieses aufschluß- an den inneren Parteikämpfen, sondern der, daß sie sehr bald auch auf dem Tische die Empörung gegen ihn diesen oder jenen reiche Dokument, das die Hintergründe der russischen Politik der letzten Jahre wegen Verrats der dienstlichen Pflichten Stalins lag. Es setzten Verhaftungen und Ausweg finden. Als es sich nun herausaufdeckt, in wortgetreuer Uebersetzung angewendet wurden. Derartige Vergehen Haussuchungen ein, wobei nicht nur die- stellte, daß die Ernte gut sei, trat in den hat die Sowjetgewalt stets strenger be- jenigen verhaftet wurden, die in irgend Parteikreisen ein psychologischer UmWenn man sagt, daß der Prozeß gegen straft: so wurde bei uns im Jahre 1924- einer Beziehung zur Verbreitung der Platt- schwung ein. Im Grunde genommen geSinowjew, Kamenew, Smirnow usw. uns 1925 ein Menschewist erschossen, der sich form Rjutins standen, sondern auch alle wannen weite Kreise der Partei erst jetzt hier auf das heftigste traf, so heißt das ins Sekretariat des Zentralkomitees einge- jene, die an der Verbreitung aller übrigen die Ueberzeugung, daß die Generallinie nur eine schwache Vorstellung von dem zu schlichen und irgendwelche Dokumente für Dokumente teilgenommen hatten. Rjutin, wirklich siegen könne und nachdem sie geben, was wir vor kurzem durchgemacht den entwendet der damals entweder in der Verbannung diesen Glauben gewannen, änderten sie ihre haben und noch heute durchmachen. Es hatte. Gleichzeitig jedoch wurde die Frage oder im Gefängnis saß( wo auch seine Haltung gegenüber Stalins, mit dessen handelt sich hier natürlich nicht um die nach der Anwendung der Todesstrafe ge- Plattform niedergeschrieben wurde), wurde Namen diese Linie untrennbar verbunden Stimmungen des sogenannten» Sowjetbürgenüber den Menschewisten selbst während nach Moskau transportiert und gab beim war.» Stalin hat gesiegt«, sagten selbst gers. Dieser hat im allgemeinen die Nase des sogenannten» Menschewistenprozesses Verhör seine Autorschaft zu. Die Frage diejenigen, die noch gestern gebeten hatvoll von jeder Politik und träumt von( 1931) niemals ernstlich gestellt. über sein Schicksal wurde im Politbüro ten, daß man ihnen die Plattform Rjutins nichts anderem, als davon, daß man ihn in Die Affäre Rjutin entschieden, denn die GPU hatte sich zur Lektüre verschaffen möge. Um so Ruhe läßt und sein Dasein nicht stört. Es ( natürlich im Auftrage Stalíns) für die dringlicher wurde damals die Frage, welche handelt sich vielmehr um die Stimmung Zum ersten Male wurde die Frage der Todesstrafe entschieden, und Rjutin ge- Wirkung die Besserung der wirtschaftjener Schicht ,, die noch vor kurzem der Todesstrafe wegen Teilnahme an der inner- hörte zu jenen alten und verdienten Par- lichen Lage für die Politik haben werde. Auffassung war, daß sie allein das Recht parteilichen oppositionellen Tätigkeit m teifunktionären, denen gegenüber das Ver- Die Lage wurde noch dadurch komplihabe, sich mit Politik zu beschäftigen Verbindung mit der Affäre Rjutin mächtnis Lenins die Anwendung der ziert, daß zu gleicher Zeit die Grundfraes handelt sich sozusagen um die Stim- aufgerollt. Das war Ende 1932, als die Todesstrafe nicht gestattet. gen der Außenpolitik in ihrem vollen Ummungen des Offizierskorps der herrschen- Situation im Lande ähnlich war wie zur Es verlautete damals, daß die Debat- fage aufgerollt wurden. In den ersten MoZeit des Kronstädter Aufstandes( 1921). ten im Politbüro einen sehr heftigen Cha- naten nach dem Machtantritt Hitlers schien Die Stimmung in diesen Kreisen war Es gab allerdings keine wirklichen Aufrakter trugen. Stalin unterstützte den es hier vielen, daß das Dritte Reich nur im letzten Frühjahr und Sommer ruhig stände, aber viele sagten damals, es wäre Antrag der GPU. Sein stärkstes Argument eine flüchtige Episode in der Geschichte und behaglich, wie schon lange nicht zu- besser, wenn man einen offenen Aufstand war sein Hinweis auf das Anwachsen ter- Deutschlands sein werde, und daß Hitler viele nicht wenig beunruhigende Symptome von einer heftigen Hungersnot betroffen. darunter auch im kommunistischen Ju- nach denen ein vor. Rückschauend stellen jetzt allerdings vor sich hätte. Die Hälfte des Landes war roristischer Stimmungen in der Jugend, sich kaum einige Monate halten werde, furchtbarer Zusammenfest. Aber das alles ist nachträgliche Auch alle Arbeiter saßen auf Hungerration. gendverband( Komsomol). Die Berichte bruch und die Revolution folgen würden. Weisheit. Damals jedoch herrschte überall Die Produktivität der Arbeit war stark der GPU strotzten von Mitteilungen über Kaum jemand hielt es für möglich, daß die Ueberzeugung vor, daß die schwerste gesunken, und es gab keine Möglichkeit, derartige Unterhaltungen in den Kreisen Zeit vorüber sei, und daß vor uns eine sie zu heben, denn es handelte sich nicht derartige Unterhaltungen in den Kreisen die» Imperialisten« Englands und Frankder proletarischen und studentischen Ju- reichs ihrem> Erbfeind« gestatten würden, Periode eines zwar langsamen, aber jeden- etwa um Böswilligkeit der Arbeiter, son- gend im ganzen Lande. Sie registrierten sein Aufrüstungsprogramm durchzufühfalls unzweifelhaften Aufstiegs sowohl in dern um die physische Unmöglichkeit, gut auch nicht wenige terroristische Akte, die ren, und die Phrasen Hitlers über den Feldvon Angehörigen dieser Schichten gegen- zug gegen die Sowjetunion nahm man bei liege. Die Bedeutung der neuen Verfas- ger erschöpft ist. In den weitesten Krei- über relativ untergeordneten Vertretern der uns nicht ernst. Nur sehr langsam dämsung hat niemand überschätzt. Man wußte, sen der Partei sprach man einzig und allein Partei- und Sowjetobrigkeit verübt wurden. merte die Erkenntnis auf, daß die Lage daß sie im großen und ganzen durch die nur darüber, daß Stalin durch seine Politik daß man Präventivmaßnahmen gegen HitAnforderungen der politischen Kriegs- Vor- das Land in eine Sackgasse geführt habe: Gegenüber derartigen Terroristen, mochten weit ernster sei als man glauben wollte, sie auch dem Komsomol angehören, bereitungen gezeitigt worden ist. Aber er habe eine Kluft zwischen der Partei und schreckte die Partei nicht vor der Anwen- ler im Westen nicht erwarten könne, und allgemein herrschte der Gedanke vor, daß den Bauern aufgerissen, und man könne dung des» höchsten Strafmaßes<( d. h. daß die Vorbereitung eines Feldzuges gegerade diese Anforderungen in absehbarer aus dieser Lage nur herauskommen, wenn der Todesstrafe) zurück. Stalin wies nun gen Rußland in vollem Gange sei. Zeit heftige Ausbrüche des Terrors un- man Stalin von seinem Posten beseitige. darauf hin, daß es politisch unrichtig und Einen starken Eindruck machten die möglich machen und die allgemeine Lage In diesem Sinne sprachen sich viele ein- unlogisch sei, wenn man die Vollstrecker Angaben der Untersuchungen über die einigermaßen stabilisieren würden. so grausam bestrafe, während man die- deutsche Propaganda in der Ukraine und Dies alles schuf die Stimmung einer aus, und es hieß, daß selbst im Politbüro gewissen Sicherheit für die nächste Zu- eine Mehrheit gegen Stalin vorhanden sei, jenigen schone, deren politische Propa- insbesondere die Ergebnisse der Untersukunft, und mit dieser Sicherheit gingen wir Die Frage: Was tun?, die Frage: Welch ganda diese Praxis stützte, bloß mit dem chung über die sogenannte» HomosexuelUnterschiede, daß sie nicht Kleinigkeiten len- Verschwörung. Diese Verschwörung, in den Sommerurlaub, der in unserem Le- ein Programm man an die Stelle der Sta- forderte, sondern den Schlag gegen die die Ende 1933 aufgedeckt wurde, bestand ben eine so wichtige Rolle spielt wie nie linschen Generallinie setzen müsse? wurde zuvor in früheren Zeiten. Nicht umsonst überall, wo Parteifunktionäre zusammenden Partei. wirtschaftlicher wie in politischer Hinsicht zu arbeiten. wenn der Körper durch Hunwerden. flußreiche Mitglieder des Zentralkomitees ris Spitze selbst. Denn die Plattform Rjutins, in folgendem: Einer der Gehilfen des deutso erklärte Stalin, sei nichts anderes als schen Militär- Attachés, ein Günstling des die Begründung der Notwendigkeit, ihn, Hauptmanns Röhm, trat mit homosexuellen Kreisen Moskaus in Verbindung und schuf unter dem Deckmantel dieser Firma, die damals bei uns vollkommen legal war, ein ganzes Netz für die nationalsozialistische Propagandaarbeit. Die Fäden gingen auch in die Provinz nach Leninnen Künstlers, der durch seine homoferner sexuellen Neigungen bekannt war, ist bei uns das Scherzwort verbreitet, daß kamen, erörtert. Kein Wunder, daß eine das Urlaubsrecht bei uns das einzige durch ganze Reihe aller möglichen Plattformen Stalin, zu ermorden. die Revolution eroberte Recht sei, das und Deklarationen von Hand zu Hand ginWie sich damals die Stimmung im Poselbst Stalin nicht wagen würde, den Par- gen. Stärkste Beachtung fand hierbei die litbüro verteilte, weiß ich heute nicht tei- und Sowjetwürdenträgern zu rauben.. Plattform Rjutins. Diese Plattform litbüro verteilte, weiß Anfang August wurde bekannt, daß ein trug einen scharf ausgeprägten bauern- mehr. Ich entsinne mich nur, daß sich am Teil der Mitglieder des Politbüros verreist freundlichen Charakter, indem sie die For- entschiedensten Kirow gegen die Todessei, daß bald auch Stalin verreise, und daß derung aufstellte, daß man die Kolchosen strafe aussprach, dem es denn auch ge- grad, Charkow und Kiew; in die Angelegenjene tote Saison anbreche, wo keinerlei auflösen und den Bauern die Möglichkeit lang, die Mehrheit des Politbüros für sich heit waren viele Vertreter der literarischen wichtige Beschlüsse bei uns angenommen aer wirtschaftlichen Selbstbestimmung ge- zu gewinnen. Stalin war vorsichtig ge- und künstlerischen Welt verwickelt: der und keinerlei wichtige Ereignisse erwartet ben solle. Aber nicht allein das lenkte die nug, die Angelegenheit nicht zum Konflikt persönliche Sekretär eines sehr angeseheAufmerksamkeit auf diese Plattform, denn zu treiben. Das Leben Rjutins wurde damals gerettet: er wurde damals für viele Nun kam statt der toten Saison ein bauernfreundlich waren damals nicht nur Prozeß, wie er selbst bei uns niemals statt- die Plattformen der Rechten<( wie z. B. Jahre in eines der strengsten Gefängnisse ein bedeutender wissenschaftlicher Mitgefunden hat. Erst jetzt beginnen wir zu die Plattform Slepkows), sondern auch der gesteckt, wo er sich in Einzelhaft befindet. arbeiter des Lenin- Institutes, der bereits uns zu kommen und allmählich zu ver- kürzlichen» Linken«, der Trotzkisten, die Es war aber allen klar, daß jene großen einige wissenschaftliche Arbeiten veröffentstehen, was eigentlich vorgefallen ist. Es im Grunde genommen die politische Ver- Fragen, die mit dieser kleinen Angelegen- licht hatte, usw. Diese Verbindungen wurwird hierbei klar, daß das Vorgefallene antwortung für die ganze» Generallinie<< heit aufgerollt waren, wieder in dieser oder den von den Deutschen nicht nur zur Gekeineswegs zufällig war. Zufälle gibt es trugen, da gerade sie ihre ersten Ideologen jener Form vor dem Politbüro auftauchen winnung militärischer Informationen, son-. dern auch zur Zersetzung der Sowjet- und bei uns überhaupt viel weniger als es dem waren. Aus der Reihe der übrigen Plattformen ragte die Plattform Rjutins wegen aber in einer ganz anderen Situation als die Leiter dieser Verschwörung setzten, Sie tauchten in der Tat wieder auf, Parteikreise ausgenutzt. Die Ziele, die sich Außenseiter scheinen mag. Unter den Vermächtnissen Lenins gibt ihrer persönlichen Zuspitzung es kaum eines, das bisher so eifrig von gegenüber Stalin hervor. Von den es die des Winters 1932/33 war. unserer>> Parteileitung eingehalten wurde, 200 Schreibmaschinenseiten, die sie um- Die Neuorientierung als sein dringender Rat, nicht die Fehler faßte, waren mehr als fünfzig der persönder Jakobiner zu wiederholen und nicht lichen Charakteristik Stalins, der Würdiden Weg der gegenseitigen Selbstvernich- gung seiner Rolle in der Partei und der tung zu beschreiten. Es galt als selbstver- Begründung der These gewidmet, daß für die Sowjetunion eine Periode des Um- und zur Schaffung der Volksfront in ständlich, daß man im Kampf gegen die ohne Beseitigung Stalins weder eine Ge- bruchs, und zwar gleichzeitig in der inne- Frankreich führten. Dieser Umschwung setzte sich naturParteiopposition alles mögliche unterneh- sundung der Partei, noch des Landes mög- ren wie in der äußeren Politik. mit großer Die Ernte des Jahres 1933 kam für gemäß nicht ohne heftige Auseinandermen dürfe, aber nur keine Erschießungen. lich sei. Diese Seiten waren Allerdings gab es in dieser Beziehung Kraft und Schärfe geschrieben und mach- alle das muß man jetzt anerkennensetzungen durch. Es war nicht leicht, das einige Ausnahmen von der Regel: man ten einen starken Eindruck auf den Leser, vollkommen unerwartet. Kaum jemand Beharrungsvermögen der früheren Orienhat Blumkin erschossen, man hat fer- indem sie Stalin als eine Art bösen Geistes hatte erwartet, daß es bei dem damaligen tierung zu überwinden, daß man mit den würden. gingen so weit, daß auch die Leiter der Sowjetpolitik weiter in die Zukunft blicken mußten. So entstand allmählich jener der Politik Umschwung in der Außenpolitik, der kurz Der Sommer und Herbst 1933 waren danach zum Eintritt in den Völkerbund Deutschen, selbst mit den rechtsstehenden, zusammengehen müsse, um die Macht der Stegerstaaten zu sprengen. Dies um so mehr, als die Orientierung in der Richtung der westeuropäischen demokratischen Parteien untrennbar verbunden war, mit starken Wandlungen auch in der inneren Politik. Gerade in dieser Zeit trat besonders K i r o w in den Vordergrund. Die Rolle Ton Kirow Kirow spielte im Politbüro überhaupt eine beachtliche Rolle. Er war ein»hundertprozentiger« Anhänger der Generallinie und zeichnete sich durch Unbeugsamkeit und Energie bei ihrer Durchführung aus. Das veranlaßte Stalin, ihn außerordentlich hoch einzuschätzen. Aber in seiner Haltung war stets eine gewisse Neigung zur Selbständigkeit, die Stalin erbitterte. Man hat mir mitgeteilt, daß Stalin, unzufrieden durch die Opposition Kirows in irgend einer spezieUen Frage, ihn im Verlauf einiger Monate unter dem Vorwand, daß Kirow in Leningrad unabkömmlich sei, nicht zu den Sitzungen des Politbüros nach Moskau einlud. Aber schärfere Maßnahmen gegen ihn zu ergreifen, wagte Stalin dennoch nicht, denn zu groß waren die Kreise der Unzufriedenen, als daß man leichten Herzens wagen durfte, einen so bedeutenden Parteifunktionär wie Kirow diesen Reihen zuzuführen. Dies um so mehr, als Kirow es verstanden hatte, sich in Leningrad mit Personen zu umgeben, die ihm vollkommen ergeben waren, und ein neuer Konflikt mit den Leuten in Leningrad zu ernsteren Folgen führen konnte als in den Zeiten Sinow- jews. Im Winter 1933/34 war die Lage Kirows so befestigt, daß er sich erlauben durfte, in gewissem Maße eine selbständige Linie einzuhalten. Diese Linie bestand nicht nur in einer konsequenteren Durchführung der sogenannten »westlichen Orientierung« in der äußeren Politik, sondern auch in der A n- wendung dieser neuen Orientierung in der inneren Polit ik. Die Frage, welche Schlußfolgerungen man aus dieser Orientierung in der inneren Politik ziehen müsse, stand bei uns so: Soweit der kriegerische Konflikt unvermeidlich war, müsse man sich für ihn nicht nur auf rein militärischem Gebiete durch Schaffung einer starken Armee usw. vorzubereiten, sondern auch auf politischem Gebiete rüsten, indem man die notwendige Stimmung im Hinterlande schuf. Auf diesem Gebiete waren zwei Wege möglich: entweder man setzte die frühere Linie der unbarmherzigen Unterdrückung aller Andersdenkenden, die konsequente Verstärkung des administrativen Drucks, wenn nötig sogar unter Verschärfung des Terrors, fort, oder aber man machte den Versuch einer»Aussöhnung mit der Sow- jetöffentUchkeit«, d. h. man versuchte die letztere zur politischen Vorbereitung des Hinterlandes für den kommenden Krieg freiwillig heranzuziehen. Als die bedeutendsten und Uberzeugtesten Anhänger dieser zweiten Linie traten G o r k 1 und Kirow hervor. Ueber die Rolle Gorkis, die in unserem Leben sehr groß war, müßte man besonders sprechen, um so mehr, als man jetzt, nach seinem Tode, darüber offener als bisher sprechen kann. Das ist ein besonderes und sehr wichtiges Thema, Gorkl hat einen starken, und man muß sagen auch wohltätigen Einfluß auf Stalin ausgeübt. Aber Gorki war bei all seinem Einfluß nicht Mitglied des Politbüros und nahm nicht unmittelbar teil an der Ausarbeitung seiner Beschlüsse. Um so größer war die Rolle Kirows. Kirow trat als Verteidiger der Idee des allmählichen Abbaus des Terrors, des allgemeinen und des innerparteilichen, ein. Man darf die Bedeutung seiner Vorschläge nicht überschätzen. Man darf nicht vergessen, daß Kirow einer jener Führer der Partei in der Zeit des ersten Fünf jähr ee- planes war, die die unseligen Feldzüge gegen das Dorf, die Feldzüge gegen die sogenannten»Kulaken« anregten und durchführten; in seinem unmittelbaren Machtbereich lagen die Küstengebiete von Kemj und Murman mit ihren Zwangsarbeitslagern; ihm war auch der Bau des Kanals von der Ostsee zum Weißen Meer unterstellt. Diese Hinweise genügen, um zu erkennen, daß man ihm keineswegs eine besondere Zimperlichkeit bei der Behandlung von Menschenleben nachsagen kann. Aber in dem Kreis, in dem er agierte, war das für ihn ein großes Plus: Nachdem sein Teil der Verantwortung für die Schrecknisse des ersten Fünfjahresplanes auf sich genommen hatte, konnte er mit um so größerer Kühnheit dafür eintreten, daß der Terror in der Periode des zweiten Ftinfjahreeplanes gemildert wurde. Sein Gedankengang war hierbei ungefähr folgender: Die Periode der Zerstörung, die notwendig war, das Element des kleinen Eigentümers im Dorfe zu zerstören, ist jetzt abgeschlossen. Die wirtschaftliche Lage der Kolchosen(d. h. der Kollektivwirtschaften) ist gesichert. Sie kann sich in Zukunft nur noch verbessern. Dies schafft eine sichere Basis für die weitere Entwicklung des Landes; in dem Maße, wie die wirtschaftliche Lage des Landes sich bessern werde, würden die breiten demokratischen Schichten der Bevölkerung sich mehr und mehr mit der Regierungsgewalt aussöhnen. Der Kreis der»inneren Feinde« werde mehr und mehr zusammenschmelzen, und die Aufgabe der Partei bestehe nun darin, die Sammlung der Kräfte zu fördern, die fähig wären, sie in dieser neuen Phase des wirtschaftlichen Ausbaues zu unterstützen und die Basis zu erweitern, auf die sich die Sowjetgewalt stützen könnte. Im besonderen trat Kirow als entschiedener Anhänger der Aussöhnung mit allen jenen Elementen der Partei auf, die in der Periode des Kampfes für den Fünfjahresplan in die Opposition getrieben worden waren und die jetzt nach Abschluß der»destruktiven« Entwicklungsperiode bereit waren, die neuen Grundlagen zu akzeptieren. Es heißt, daß er In einer seiner Rede erklärt hat;»Wir haben jetzt keine unversöhnlichen Feinde mehr, die eine ernstliche Macht darstellen.« Alle alten Gruppen in der Partei seien in der Periode des Kampfes um den Fünfjahresplan auseinandergefallen und man brauche ernstlich mit ihnen nicht zu rechnen. Was jedoch die neuen Gegner betreffe, die in dieser letzten Periode aufgetaucht seien, so gebe es mit wenigen Ausnahmen unter ihnen niemand, mit dem man sich nicht verständigen könne, wenn man eine Politik der Versöhnung durchführen werde. Diese Propaganda Kirows(die im wesentlichen und vielleicht mit noch größerer Kraft von Gorki betrieben wurde) hatte großen Erfolg bi den Sp'tzen der Partei. Man darf nicht glauben, daß diesen letzteren die Anspannung in der Periode des ersten Füfjahresplanes leicht gefallen ist. Die Greuel, von denen die Feldzüge gegen das Dorf begleitet waren, — von diesen Greueln hat man draußen nur eine schwache Vorstellung, aber die Spitzen der Jartei waren fortgesetzt über alles unterrichtet—, wurden von vielen äußerst schmerzlich empfunden. Man hat mir einen Vorfall berichtet, der in dieser Beziehung sehr aufschlußreich ist. Ich glaube, es war gegen Ende 1932, als in Leningrad eine Versammlung der literarischen Jugend abgehalten wurde, zu der auch K a 1 i n i n eingeladen war. Diese Versammlung fiel mit einem Jubiläum der GPU, ich glaube mit der FUnfzehnjahr- feier der Gründung der Tscheka(der Vorgängerin der GPU) zusammen. Es ist sogar möglich, daß diese Versammlung mit diesem Jubiläum unmittelbar zusammenhing. Jedenfalls wurden in der Versammlung viele Gedichte vorgetragen, die der Tscheka gewidmet waren. Die durchgehende Note in diesen Versen war der an die Tscheka gerichtete Wunsch:»Möge ihre Faust noch erbarmungsloser niedersausen.« Böse Zungen behaupten, daß Kalinin an diesem Abend etwas viel getrunken hatte. Wenn das stimmt, so zeigt das nur das eine, daß der Alkohol die Hemmungsorgane Kalinins geschwächt und ihm die Kühnheit gegeben hatte, offenherziger als sonst zu sprechen,— aber alle Teünehmer der Versammlung bestätigen einmütig, daß seine Rede wirklich wie der Schrei eines verwundeten Herzens klang. Nach einem der blutrünstigsten Verse erhob er sich während des Vortrages des Autors und begann fast mit Tränen in den Augen darüber zu sprechen, daß man zwar zuweilen gezwungen sei, den Terror auszuüben, daß man ihn abft- niemals verherrlichen dürfe.»Das ist unsere Tragödie«, rief er aus,»daß wir gezwungen sind, derartige grausame Maßnahmen zu ergreifen, aber wir wünschen nichts so sehnsüchtig, als die Möglichkeit zu haben, den Terror preiszugeben. Deshalb darf man nicht die Grausamkeit der Tscheka verherrlichen, sondern man muß den Wunsch aussprechen, daß baldigst die Zeit kommen möge, wo die»rächende Hand« der Tscheka zum Stillstand gelangen könne.« Diese Rede übte damals eine starke Wirkung aus, und man sprach darüber nicht nur in den literarischen Kreisen Leningrads, sondern auch in Moskau. Es beißt, daß Kalinin dafür einen mächtigen »Anschnauzer« erhielt. Jedenfalls zeigt dieser Vorfall, weshalb jene Leute, die den ersten Fünfjahresplan durchführten, so eifrig den Gedanken aufgegriffen, daß der Terror abgeschwächt werden könne, wenn einige objektive Voraussetzungen dafür vorhanden wären. Kirows Erfolg war ungeheuer, und dies um so mehr, als Stalin gegen seine Ideen offen nicht opponierte, sondern nur die praktischen Schlußfolgerungen daraus abschwächte. Eis heißt, daß diese Haltung Stalins dem Einfluß Gorkis zuzuschreiben war, der damals seinen Höhepunkt erreichte. Unter dem Einfluß dieser Ideen wurden schon im Sommer 1933— gleich nachdem die Ernteerträge annähernd festgestellt waren,— Kamenew, Sinowjew und viele andere frühere Opposifonelle in ihren Parteirechten wieder hergestellt, wobei ihnen gestattet wurde, sich eine Arbeit nach Belieben auszusuchen und einige von ihnen sogar zum Parteikongreß im Februar 1934 eingeladen wurden. Der Kongreß von 1934 und der neue Kurs Kirow erschien auf diesem Kongreß als eine Art Sieger. Seine Wahl in Leningrad war von einem Triumphzug wie kaum eine andere Wahl begleitet: Die Bezirkskonferenzen in Leningrad waren an einem und demselben Tage einberufen und Kirow fuhr von einer zur anderen, überall mit feierlichen Ovationen und Rufen begrüßt; »Es lebe unser Kirow!« Es war alles getan worden, um zu demonstrieren, daß hinter Kirow das gesamte Proletariat Leningrads stehe. Auch auf dem Kongreß selbst wurde Kirow feierlich begrüßt. Als er im Sitzungssaal erschien, wurden ihm Ovationen dargebracht. Und als er seinen Bericht erstattete, begrüßte und begleitete man ihn stehend. In den Couloirs des Kongresses wurde damals gestritten, wer mehr Ovationen erhalten hatte: Stalin oder Kirow? Das war natürlich eine Uebertreibung, denn Stalin wurde jedenfalls imposanter begrüßt als Kirow. Aber schon die Tatsache, daß man diese Ovationen miteinander verglich, zeigt, welche Rolle Kirow auf dem Kongreß gespielt hat. Kirow wurde nicht nur in das Politbüro wiedergewählt, sondern auch zum Sekretär des Zentralkomitees nominiert. Seine Uebersiedlung nach Moskau stand bevor, wo er eine ganze Reihe von Abteilungen des Parteisekretariats übernehmen sollte, die bis dahin von Postyschew oder Kaganowitsch geleitet wurden. Das sollte die konsequente Durchführung der neuen Parteilinie sichern, die von Kirow inauguriert worden war. Diese Uebersiedlung fand nicht statt: Offiziell wurde erklärt, daß man Leningrad nicht ohne verantwortlichen Führer lassen könne. Man begab sich auf die Suche nach einem Nachfolger für Kirow, aber man konnte und konnte ihn nicht finden. So wurde die Uebersiedlung Kirows nach Moskau immer wieder hinausgeschoben. An den Arbeiten des Politbüros nahm Kirow jedoch nach wie vor teil, und sein Einfluß war dort fortgesetzt im Wachsen. In einer der Sitzungen des Politbüros— ich glaube im Frühsommer 1934— wurde eine Frage aufgerollt, die im direkten Zusammenhang mit den Auseinandersetzungen anläßlich der Affäre Rjutin stand. Zu jener Zeit wurden einige Jugendgruppen— bei den Studenten und im Komsomol— aufgedeckt, in denen Gespräche über das Thema des Terrors geführt wurden. Aktionen terroristischen Charakters wurden ihnen in keiner Weise zugeschrieben, denn sonst wäre über das Schicksal der Teilnehmer dieser Gruppen eine Diskussion überhaupt nicht angeregt worden. Der Grundsatz, daß Mitglieder von Gruppen, die zum aktiven Terror übergegangen waren, physisch vernichtet werden müßten, war schon seit der Zelt des Bürgerkrieges als unerschütterlicher Grundsatz aufgestellt worden. Die»Handlungen« der Teilnehmer der Gruppen, die im FVühjahr 1934 aufgedeckt wurden, gingen nicht über ganz allgemeine Gespräche über das Thema hinaus, angesichts des vollkommenen Fehlens einer Parteidemokratie und der faktischen Aufhebung der Sowjetverfassung den oppositionellen Elementen im Lande kein anderes Kampfmittel übrig bleibe als das Mittel des Terrors. Früher wurde auch in solchen Fällen in der Regel das»höchste Strafmaß« angewendet. Aber angesichts des neuen Kurses verlangte die GPU Instruktionen. Es wurde ein ausführlicher Bericht angefertigt, in dem die Gespräche in allen erwähnten Gruppen wiedergegeben wurden. Nachträglich scheint es sicher, daß die Aufrollung dieser Frage keineswegs zufällig war, sondern daß Stalin und sein engster Kreis die Festigkeit des neuen Kurses ausprobieren wollten: Wie weit würde das Politbüro in seinem»Liberalismus« gehen? Die Instruktionen des Politbüros war ziemlich elastisch. Eine allgemeine feste Anweisung wurde nicht gegeben. Es wurde empfohlen, in jedem einzelnen Falle die individuellen Besonderheiten der Sache zu prüfen. Aber der allgemeine Ton des Beschlusses war der, daß das»höchste Strafmaß« nur in äußersten Fällen angewendet werden solle, wenn die»Unverbesserlichkeit« der einzelnen Teilnehmer den in FYage kommenden Gruppen erwiesen war. Angesichts dieses Beschlusses kamen die Teilnehmer der oben erwähnten Gruppen mit relativ milden Strafen, mit Einzelhaft oder Konzentrationslager, davon; in einigen Fällen wurden die Verhafteten sogar nur in Städte verbannt, die nicht besonders entfernt und gar nicht schlecht waren. In dieser Weise wurde der Fall der in Leningrad verhafteten Terroristen»liquidiert«. Die Nachrichten über den neuen Kurs wurden in weiten Kreisen der Partei bekannt. Zweifellos haben die letzten der bedeutenden Oppositionellen wie R a- kowski, Sosnowski und andere, die sich noch seit der Zeit der»großen Opposition« unversöhnlich verhielten, unter dem Einfluß dieser Nachrichten ihre Un- versöhnlichkeit aufgegeben. Dies wurde als ein großer Erfo1g der Versöhnungspolitik innerhalb der Partei eingeschätzt Den»Reumütigen« wurde sofort die Erlaubnis gegeben, sich in Moskau anzusiedeln und eine verantwortliche Arbeit zu übernehmen. R a k o w s k i wurde sogar eines persönlichen Empfanges bei Kaganowitsch gewürdigt Sosnowski wurde zu seiner alten Tätigkeit eines politischen Feuilletonisten zugelassen, allerdings nicht in der»Prawda«, wo er vor seiner Verbannung Redakteur gewesen war, sondern in der»Iswestija«. Ihren Höhepunkt erreichten die Erfo'ge Kirows in der Plenarsitzung des Zentralkomitees im November 1934. Dieser Sitzung wurde ein ganzes Programm konkreter Maßnahmen zur Bestätigung unterbreitet, durch die die grundsätzlichen Beschlüsse des letzten Parteitages verwirklicht werden sollten. Kirow war Hauptberichterstatter und Held des Tages. Wiederum wurde die Frage seiner Uebersiedlung nach Moekau aufgerollt und Im positiven Sinne entschieden. Es wurde beschlossen, daß eine Uebersiedlung im Laufe der nächsten Wochen, noch vor Neujahr, vor sich gehen müsse. Unter seine unmittelbare Leitung wurden alle Abteilungen des Parteisekretariates gestellt, die mit der»Ideologie« verbunden sind. Nach Leningrad kehrte er nur für ganz kurze Zeit zurück, um seinem provisorischen Nachfolger die Geschäfte zu übergeben. Um so schmerzlicher wurden alle durch das Telefonogramm aus Leningrad(vom 1. Dezember) betroffen, daß Kirow ermordet sei... Wird fortgesetzt. Die Spende Die deutschen Zeitungen melden: »Der Führer und Reichskanzler empfing eine Abordnung der Wachmannschaft der Strafgefangcnenlager Papenburg(Ems), die auf einsamen Posten, fem von allen größeren Städten Ihren schweren Dienst versieht. Die Abordnung überreichte dem Führer eine kunstvoll geschnitzte Kassette, die auf sieben Tafeln Je eine Scheck über 1000 Mark, Insgesamt 7000 Mark, enthielt, als Spende für das Winterhilfswerk.« Aua den uns vorliegenden zuverlässigen Berichten ersehen wir, daß ein verheirateter SS-Kampanieführer— mit zwei Kindern— im Konzentrationslager monatlich etwa 13 7 RM verdient. Die einfachen SS- Wachmannschaften erhalten entsprechend weniger, sie beklagen sich bitter über den»Hundelohn«, mit dem»nicht mehr auszukommen sei«. Kein Eingeweihter wird also glauben, daß die Papenburger Menschenschinder die großartige Spende aus Ihren eigenen und regulären Einnahmen aufgebracht haben. Andererseits Ist Ihnen sicher daran gelegen, sich an höchster Stelle beliebt zu machen, denn das Geraune Uber die beispiellose Korruption unter den KZ-Wachmannschaften wird selbst In Parteikreisen immer lauter. Wie unser Llchtenburger Bericht in der vorigen Nummer zeigte, ist durch Erpressung und Diebstahl selbst aus den bjtter armen Galeerensklaven, den politischen Häftlingen, noch allerlei herauszuholen, und so wird das prächtige Geschenk wohl aus ihren Taschen stammen. Auch die»kunstvoll geschnitzte Kassette« dürfte in der Gefangenen-Werkstatt hergestellt sein. An der»Spende« kleben Blut und Elend. Der Querulant Aus den Memoiren eines Staatenlosen Endlich war es so weit. Ich hatte einen Interimspaß in der Hand. Nun fehlte nur noch das Elnreteevisum jenes Staates, In den mich mein Freund eines Besuches wegen berief. Die schwierigsten Stationen hatte ich hinter mir: Polizeipräsidium, Fürsprache politischer Bürgen, Paßamt, Photos, wieder Paßamt, mahnen, warten, wieder zum Paßamt, mahnen, fragen, warten... Kann man ja auch nicht verlangen, solch Staatenlosen, der nichts hinter sich hat, als einen lebenslänglichen Kampf für die Menschenrechte, nichts vor sich, als eine höchst dunkle Zukunft," über die Grenzen reisen zu lassen, wie andere Menschen. Man hat in Genf zwar beschlossen, das der Emigrant auch ein Mensch ist und das darum zu seinen Ifenschenrechten auch der Paß gehört, aber wohin sollte die Welt geraten, wenn aus Beschlüssen immer gleich Konsequenzen gezogen würden! Jedoch, der Wahrheit die Ehre, ich bekam schließlich einen Paß, ich hielt ihn in den Händen, Kein Zweifel, es gibt noch eine Gerechtigkeit, es'gibt noch Länder der Freiheit. Nun nur noch das Einreisevisum jenes anderen Landes. Konsulat, Photos, Schreibgebühren, Bürgen angeben.»Kommen Sie in zehn Tagen wieder.« Ich erschien zehn Tage später, vierzehn Tage später, drei Wochen später. Das Visum kam nicht. Mein Freund schrieb mir:>Es drängt, beeile dich, in zwei Wochen muß ich abreisen, bis dahin will ich das mit deiner hiesigen Arbeitsgelegenheit besprochen haben. Fahre los, ich trage deine Kosten...< Wieder aufs Konsulat, mähnen, bitten, laufen, warten. Mein Freund schrieb;»Entweder du bist in einer Woche hier oder die Sache mit deiner Arbeitsgelegenheit Ist vorbei...« Aufs Konsulat, warten, mahnen, bitten. Ich schlief nicht mehr, aß nicht mehr, verfluchte mein Bmigrantendasein samt allem, was dazu gehört... Endlich, am vorletzten Tage der Frist, senkte sich das Visum auf mich herab, wartete ich die letzte Stunde im Konsulat des betreffenden Landes, hielt den fertigen Paß in den Händen, entrichtete die Visumsgebühr. Nun nur noch das Durchreisevisum. Ist die Angelegenheit einer halben Stunde, wie meine Freunde sagten. Meine Koffer warteten schon auf dem Bahnhof. In zwei Stunden ging mein letzter Zug. Hin zu jenem anderen Konsulat. Arbeit hing davon ab, Ordnung einer Bibliothek samt Kartothek, Glück einiger Monate, vielleicht länger. Schweißgebadet, atemlos, eine Viertelstunde vor Amtsschluß, erreichte ich jenes zweite Konsulat, jene letzte Station, die vor der Abreise zu absolvieren war. »Ja, lieber Herr«, sagte der Beamte und betrachtete mitleidig meine mit vielen amtlichen Stempeln versehenen Legitimationen, »ja. lieber Herr, mit dem Paß ist das anders. Da muß ein Gesuch eingereicht werden. Mit Photos. Entscheidung in zehn bis zwölf Tagen.« »Es handelt sich ja nur um die Durchreise durch ihr Land, nur die Durchreise! Ich weiß, daß es in solchen Fällen das Visum ohne weiteres gegeben wird. Zum Beispiel von der Schweiz, von Oesterreich, Tschechoslowakei...« »Von uns nicht.« »Versetzen Sie sich in meine Lage--« »Alles nur das nicht.« Abwehrend hob er die Hände. Dieser Mann war kein trockener Bürokrat, er lächelte bedauernd, er hörte mein Lamento mit an, er vermenschlichte den Schalter um ein Beträchtliches— aber es gab kein Durchreisevisum. Zwischen ihm und mir richteten sich drohende Grenzsteine, Verordnungen, Paragraphen auf. Mein letzter entscheidender Zug ging ohne mich ab, mein Freund im anderen Land fuhr davon, die Frist und meine Sohlen waren abgelaufen. Aus. Höhnisch grinste mich mein Interimspaß an. Er kostete mehr, als ich in einer Woche verausgaben darf. Einige Tage später berichteten die Zeitungen ein schweres Verbrechen, begangen in der Hauptstadt desselben Landes, durch das ich nicht fahren durfte. Mit Interesse las ich, daß der Täter nicht nur ein Ausländer, sondern ein mehrfach gesuchter Verbrecher war, von fünf Ländern steckbrieflich verfolgt. Sein Paß jedoch— sein Paß erschien tadellos, gefälscht zwar, doch echter anzuschauen als ein echter. Und nun beginnt mein Traum, denn es gibt ja Leser, denen es lieber ist, wenn gewisse Dinge nur geträumt werden. Das wirkliche Leben erscheint ihnen zu unglaubhaft, zum Beispiel, daß ich an jenem Abend wieder aus dem Bett kletterte, weil ich an die entgangene Arbeit dachte, nicht schlafen konnte, sinnlos durch die Straßen strolchte und schließlich in einem Cafehaus landete, in dem jener Beamte jenes Landes saß, durch das ich nicht fahren durfte. Zeitungslesend hockte er hinterm Kaffee, als ich ihm das Blatt mit dem Mordbericht unter die Augen schob, stumm, aber die entscheidenden Stellen des Mordberichts rot angestrichen. Er erschrak nicht einmal, ließ sich mit mir in einen Disput ein, denn er war, wie gesagt, beileibe kein kaltherziger Bürokrat. »Der Mörder durfte durch ihr Land fahren«, sagte ich. »Was heißt durfte? Sein Paß war zwar gefälscht, aber sonst normal. Glauben Sie, so was wird mit verdächtigem Paß reisen? Nur ein harmloses Gemüt fährt mit einem Papier, das der Aufmerksamkeit aller Behörden sicher ist.« »Aber ich harmloses Gemüt bekam kein Durchreisevisum!« »Ja Verehrtester, da geraten wir in' die polltische Philosophie... Ein Verbrecher wird gefaßt, oder er wird nicht gefaßt, in jedem Falle gehen die Akten in Ordnung. Ein Mörder wird geköpft, aber was macht man mit einem Staatenlosen, der nichts ausfrißt, nicht in ordentlichen Papieren existiert und plötzlich kein Geld mehr hat? Gendarmen reichen ihn über die Grenzen herüber und hinüber, niemand will ihn annehmen, niemand muß ihn annehmen, er kann auf die Dauer mehr kosten, als ein Mörder, und niemand weiß, wie man ihn buchen soll.« Ich nickte, wie man eben so im Traume nickt, sah dabei über die Zeltung hin und blieb an einer kleinen Notiz hängen. Sie kündete den Selbstmord eines Emigranten, der nicht mehr aus noch ein wußte. Ich tippte mit dem Finger auf die Notiz. Der Beamte schaute sachlich auf. Ganz richtig, da haben Sie es. Die arme Behörde! Ueberführungskosten, Begräbnis, womöglich noch lange Zellenschi nde- reien in der Presse, also ob dieser Staat ein Ungeheuer wäre. Rücksichtslos so was... Dabei ist dieser Fall noch glUcxlich verlaufen. Schlimm wirds, wenn so«ein Außenseiter auf den Gedanken kommt, kurz vor dem Tode zu demonstrieren und von der höchsten Brücke in die Donau zu springen, wie das vor Jahren in Budapest geschah. Die Bevölkerung komplizierte den Fall noch, indem sie den Mann rettete und im Triumphzuge ins Krankenhaus schleppte, statt ihn nach seinem Wunsche sterben zu lassen. Wie soll verbucht werden, was im Gesetz nicht vorgesehen ist?« Denn er war, wie gesagt, kein trockener Büromensch, überhörte lächelnd meine Einwände und fuhr fort:»Oder wie vor einigen Jahren jene Affäre auf jener Grenzbrücke, in deren Mitte sich so'n Staatenloser niederließ, auf neutralem Gebiet sozusagen, nicht zu vertreiben. Verhungern wollte er dort. Und wieder komplizierte die beiderseitige Bevölkerung die traurige Geschichte, indem sie dem Manne Trank und Speise zuschleppte, um so das Verhungern künstlich zu verhindern. Es war buchstäblich ein Skandal ohne Grenzen, das muß doch jeder einsehen. Ein Dieb ist ein Dieb, ein Mörder ist edn Mörder, Jede Behörde ist im Bilde, das Ressortmäßige ist klar, aber sagen Sie selber: Wohin gehört ein Mensch, der nicht weiß, wohin er gehört?! In unser Land nicht.« Ich nickte, wie man eben so nickt, denn er. loh, das Thema und die Geduld waren erschöpft Dann wallte es noch einmal in mir auf:»Also was, lieber Herr, was darf ich tun, wenn ich in dem einen Lande nicht mehr leben kann? Entweder ich habe keine Ausreiseerlaubnis oder keine Einreiseerlauhnis oder keine Durchrelseerlaubnis oder kein Geld für jegliches, erschießen soll ich mich nicht, ins Wasser soll ich mich nicht stürzen, weil das unangenehm auffällt und man gerettet werden könnte,— was Herr darf ich tun, wenn len nichts mehr tun darf?« Er war, wie schon vermerkt, ein ver- mensch lichter Schalter, aber mein Gerede schien selbst Ihm zu dumm.»Sie sind ein Querulant, mein lieber, eben habe ich Ihnen alles klar auseinander gesetzt, schade um tue Zeit, die man solchen Leuten widmet. Ein Narr und unheilbarer Querulant, der Sie sind.« Zahlte, stand auf und ging, indes ich mich langsam ins Leben zurück verwandelte. Sagte er nicht noch Im Abgehen ganz traumhaft; unlogisch:»Sie glauben nicht, wieviele Leute auf falschem Paß reisen«— indes ich erwiderte:»Glaube ich gern, nach den Erfahrungen, die ich mit dem richtigen Paß machte...« Sagte er das? Sagte ich das? In jedem Falle wäre solches völlig unlogisch, jeder Grundlage entbehrend— daher ja auch die Ueberschrift. K. R. Hitlers LIehlingssport schwer gefährdet Große Plakate im»Kampf gegen den Verderb« mahnen jetzt, ausgefüllt mit beweiskräftigem graphischem Vergleichsmaterial, an hitlerdeutschen Landstraßen vielfach: »Kraftfahrer, helft Devisen sparen!« Es heißt dann wörtlich: »Ohne Not soll kein deutscher Kraftfahrer über 50 bis 60 Kilometer fahren und sich immer bewußt sein, daß bei größeren Geschwindigkeiten Devisen verbraucht werden, die die deutsche Wirtschaft notwendiger zum Einkauf anderer Rohstoffe benötigt.« Vorausgesetzt, daß diese neue Verkehrsordnung des zweiten Hitlerschen Vierjahresplanes nicht nur für Landärzte und Schmierseifenvertreter, sondern auch für den»Führer und Reichskanzler« und alle SS- und SA- Führer gilt, wäre deren vornehmster Sport, nämlich das mit 120 Kilometer durch die deutschen Landschaft Brausen— auf Mercedes Benz, Luxusausgabe, selbstverständlich!— auf das Ernsteste gefährdet. Nehmen wir also an, daß wenigstens hier der Devisenkommissar ein Einsehen hat. Jahresausbeufe»rassischer« Hysterie Das»Gesundheitsstatistische Auskunftsbuch«, das vom Reichsgesundheitsamt herausgegeben wird und dessen Angaben in die regelmäßigen»Veröffentlichungen aus der Medizinalverwaltung(Jahrgang 36, Band 46, Seite 160) übernommen wurden, gibt folgende ziffernmäßige amtliche Auskunft über die Tätigkeit der deutschen Erbgesundheitsgericbte und Erbgesundheits- obergerichte im Jahre 1934: »Sterilisiert wurden im Deutschen Reich genau 56.244 Personen, etwa zu gleichen Teilen Männer und Frauen, das heißt: 28.286 Männer und 27.958 Frauen. 8962 Anträge wurden abgelehnt.« Bisher fehlten adle exakten Angaben über den genauen Umfang der deutschen Sterill- satlonspraxts. Hier also die»Ausbeute« allein des ersten Jahres der»Rassenschutz«- Gesetzgebung! Wir glauben, daß die geradezu ungeheuerlichen Zahlen den Grad von amtlichen Verfolgungswahnsinn deutlich genug erkennen lassen. Die Hellseher Es zog ein Flieger Uber Wien geheimnisvoll rundliche Schleifchen, er hat auch ein wenig nach rückwärt« gespien, so daß es den Wienern von weitem erschien, als wackle der Kerl mit dem Schweifchen. Doch seltsam— fern vom Ort der Tat da sah man viel grauseren Jammer und brüllte Ins Weltall per Rundfunk und Draht— man hatte die Meldung schon vorher parat— »Ganz Wien unter Sichel und Hammer!« Ob Spänien oder der Reichstag raucht, ob— durch einen Auspuff vertreten— die rote Gefahr aus der Wolkenwand taucht, BerUn hat den Vorfall geahnt— und gebraucht, Berlin ist die Stadt der Propheten. Und wenn die Welt»ich nur entschließt, der Gabe Beachtung zu schenken, dann weiß sie gar bald und noch ehe es schießt, von wo»ich die kommende Rriegsflut ergießt und wie die Verschwörer sich'« denken. Doch keiner scheint darauf erpicht, vom Witz der Propheten zu naschen, Schon möglich, das nächstens der Frledens- damro bricht. Herr Oöbbeis— der weiß, aber wir wissen nicht. Die Welt läßt sich gern überraschen. H— n Die lockende Freiheit Der Erfolg eines Buches, das sich von der Zelt abkehrt, ist immer ein Veto des Publikums wider die Gegenwart. Das erfolgreichste deutsche Buch der Kriegsjahre war Meyrinks »Golem«. 100.000 Exemplare wurden innerhalb weniger Monate abgesetzt, well dieses Buch so radikal von der Wirklichkeit des Weltkrieges hinweg führte. Im Dritten Reich genügt es dem Leser schon, wenn sein Buch ein Jahrzehnt vor der Hitlerei liegt. Die gleichgeschaltete Presse stellt fest, daß es Brinnerungsbücher sind, die mit den stärksten Erfolgen aufwarten können. Zu dem neuen Werke von Ernst Wle- chert, der vor kurzem vor Münchner Studenten eine meckerische Rede hielt, schreibt die »Köln. Volkszeitung«: »Aber ohne Frage erklärt»ich das Interesse für diese» Buch aus der gerade jetzt starken Neigung breiter Volkskreise, insbesondere der Altersgenossen des Dichter», in die Vergangenheit zurückzublicken und das eigene Ju- genderleben im Spiegel eines typischen Schicksals zu schauen. Hier stehen wir vor der Erklärung der auffallenden Tatsache daß sich Lebenserinnerungen heute der besonderen Vorliebe der deutschen Bücherfreunde erfreuen.« Der Dichter flüchtet in die Vergangenheit, well dort nicht so viele Fußangeln umher liegen, der Leser flüchtet mit, um wenigstens in seiner Phantasiewelt die Luft ehemaliger Freiheit zu atmen und freie Menschen von ehedem reden zu hören. Die Welt der Freiheit wird zum interessanten, lockenden, romantischen Stoff. Die Kinderstube Das Dortmunder Naziblatt hat einen In Deutschland laufenden, amerikanischen Unter- haltungafilm gelobt, was wiederum die»Deutsche Kämpferin« in den Harnisch bringt. Sie meckert:»Ist das nun Kunstkritik oder Kunstbetrachtung? Keins von beiden!« So geht drüben ab und zu der Streit darüber, ob die« oder jenes noch das ist, was das Propagandaministerium unter Kunstbetrachtung versteht. Katzbalgereien einer Kinderstube, die sich mit Kritik der Kritik behilft. Die»K&mpferin« aber geht In diesem Falle weiter und meint,»daß wir in Deutschland beute den amerikanischen Kitschfllm einer für uns erledigten Geschmacksverfallszelt entbehren könnten...« Leicht gesagt. Deutschland muß von USA ein bestimmtes Kontingent Filme abnehmen und umgekehrt. Die guten amerikanischen Filme jedoch gefährden den Schlaf der Despoten, denn sie zeigen die Dummheit, wie sie ist. Ein Beispiel: Zu den Filmen, die Deutschland von USA nehmen mußte, gehörte Viva Villa, ein wirkliches Kunstwerk, das die Ueberlegenheit de« Geistes über die dumpfe Vitalität des Banden- führers zeigt. Als der demokratische Präsident Madera von faschistischen Mördern hinweg geräumt wird, verliert der Bandenführer Villa jeden Halt, jede Orientierung, bricht das Unglück über alle und alles herein. Wie half sich das Dritte Reich? Der Geist im Hintergrunde, dem sich Villa kindlich und willig beugte, wurde mit einer Rie- senschere verschnitten, bis zur Unkenntlichkeit verstümmelt. Die wichtigsten Szenen fielen, weil in der Despotie kein Sieg des Geistes Uber die rohe Gewalt gezeigt werden darf. Der reichlich abendfüllende Film wurde derart gekürzt, daß ein anderer Film mit laufen mußte. Und so sah das deutsche Publikum eines der besten amerikanischen Kunstwerke neuerer Zeit In einer Verfälschung und Ver- scHkndelung, die für Amerika geradezu beleidigend war und gegen die es internationale Gerichte geben sollte. 3000 Jahre IVSD4P In einem Artikel der»Preußischen Zeltung« schreibt Gauschulungslelter Dargel über die neue Geschichtsschreibung: »Es ist eine weitverbreitete Meinung, daß der Nationalsozialismus etwas grundsätzlich Neues wäre. Diese Meinung ist irrig. Die Weltanschauung de» Nationalsozialismus ist genau so alt wie das deutsche Volk. Wäre das deutsche Volk frei von allen fremden Einflüssen geblieben, so hätte es gar nicht anders denken und handeln können als nach seinen ewigen Gesetzen diktiert von Blut und Rasse. Diese Gesetze wären in allen Jahrhunderten dem Sinn nach dasselbe gewesen, was für uns heute und für dienächstentausend Jahre das n a t i o n a 1 s o zl a 1 1 s 1 1- s c h e P r o g r a m m, die 25 Punkte der NSDAP, sind.« Rund 2000 Jahre»deutsches Volk« plus der nächsten 1000 Jahre, macht ungefähr 3000 Jahre brauner Weltanschauung. Es kann auch noch weniger sein, wie der Volkswitz sagt. Diese naUonaüdiotistiache Geschichtsauffassung für Analphabeten nennt sich in der Ueberschrift;»Grundlagen für weltanschauliche Erziehung«. Kein Staatsgeld für Leys Hausmusik Die große und die kleine Korruption im Dritten Reich Gemeinschaftsabende muß kleinen sich reden. Sicherlich sind 2 Millionen Menschen in allen Bauberufen und Betrieben beschäftigt, denn die Nazi haben das Baugewerbe» angekurbelt mit Kasernenbauten mit allem drum und dran; Flugplätze ober- und unterirdisch; Munitionsfabriken; Festungen aller Art und der wieder nach Hause ziehen und ihren Auftrag- nissen des Dritten Reiches leider keinen Aus- überall, an der West-, Ost- und Südgrenze; Die Sparte Verschönerungsverein Deutschen Arbeitsfront lies:> Amt für geber Ley benachrichtigen. druck. Gewiß möchte Herr von Schwerin- Reichsautobahnen; Fabriken für künstliche Noch sehr viel brüsker Schönheit der Arbeit« in der Sektion> Reichsdavon handelt Krosigk mit der brüsken Abweisung des Rohstoffe usw. usw. nur keine Wohnungen für bund Deutscher Beamter< war vor einiger die zweite Verordnung muß der Reichs- Leyschen Ansinnens wenigstens einen kleinen die Arbeiter. Alles geschah nur zum Schaden Zeit beim Reichsfinanzminister von Schwe- finanzminister das zweite Ansinnen, Amts- Ansatz zur Wiederherstellung jener Sauber- des ganzen Volkes. Im Namen der 2 Millionen rin- Krosigk in dringlicher Sache vorstellig gelder für» Gemeinschaftsfeiern« und» Ka- keit in der deutschen Beamtensphäre machen, Arbeiter zu sprechen, ist eine Frechheit und geworden. Sie sollte bei ihm und in seinem meradschaftsabende< verwenden zu lassen, auf die er selbst so große Stücke halten mag Anmaßung, denn die Druckauflage des>> Naziamtlichen Wirkungskreis für jenes» national- abgelehnt haben. Ausdrücklich heißt es in und hinsichtlich deren er vielleicht legendären Grundstein< beträgt im 4. Vierteljahr 1936 Nur das unverkennbarer Bezugnahme auf die Forde- Vorstellungen huldigt. sozialistische Gedankengut< werben, das nach eigenen Angaben 272.762 Stück. Davon geht mit Leys Parole:» An jeden deutschen Ar- rung der Leyschen Delegation so, daß die alles nicht genau nach dem Rezept, daß man sind noch viele tausende abzuziehen, die nicht beitsplatz mindestens ein Geraniumtöpfchen!« Bestimmung anders gar nicht verständlich die Diebe hängt oder von Bauarbeitern gelesen werden und wieviel seinen arteignen Beitrag zur Ueberwindung wäre in der zweiten Verordnung: doch hängen möchte, während die tausend an allen Stellen der Arbeitsfront liedes Marxismus und Abschaffung des Klas->> Die Beanspruchung öffentlicher Mittel für großen ganz zeit-. mindestens gen bleiben, läßt sich nicht einmal schätzen. senkampfes liefern möchte. Dieser» Schönabgelehnt system gemäß geworden sind? War Von den 2 Millionen Bauarbeitern, welche die werden. heit der Arbeit« sollten sich und darum Alle Ausgaben für den persön- der Herr Reichsfinanzminister nicht persön- Nazis selbst angeben, haben sich nur 1/2= ein lichen Verkehr, nach Möglichkeit aber auch ging der Bittgang auch alle Reichs- und die sachlichen Ausgaben sollen hierfür von lich dabei, wenn nicht gar damit befaßt, als Staatsbehörden nicht mehr verschlossen zei- den Verwaltungs- und Betriebsangehörigen man Hindenburgs Sohn von wegen der selbst getragen werden, wie auch die Feiern Erbschaftssteuer das dem Vater geschenkte Bereitstellung öfgen, was durch in die dienstfreie Zeit gelegt und ausfalWas hat der Gut im Grundbuch anhing? fentlicher Gelder zu diesem Zweck lende Arbeit nachgearbeitet werden soll.<< unter Beweis zu stellen sei. Mehr noch: für Es ist ganz offensichtlich, daß der Reichs- Herr Reichsfinanzminister gesagt, als und die Gemeinschaftsfeiern< > Kamerad- finanzminister, der selbst aus der>> OchsenHerr von Mackensen als geschlaschaftsabende« in den Aemtern sei künftig tour< eine ganze Domäne vom des höheren Durchschnittsbeamten gener Feldherr aus der Amtskasse das Freibier stammt, hier ganz allgemein einen Vorstoß Reich, trotz dessen Finanznot, vor zwei Jahzu spenden und der unentbehrliche Komi- gegen Moralauffassungen innerhalb der Be- ren verschreiben ließ? Wo und wie hat ker zu bezahlen... Man sieht, die Petenten hörden und Amtsstuben unternimmt, die seit protestiert, als Herr Hitler selbst das Lenwaren bei ihrer Aktion so ganz im Schwung Hitlers» Machtübernahme und dem Eindes>> nationalsozialistischen Gedankengutes«. tritt seiner» alten Kämpfer< als oft Nicht ohne gute Gründe hatte sich offen- übelbeleumundeter Personen in die Aemter die Landgüter aus staatlichem Besitzstand bar Herr Ley zu dieser Aktion veranlaßt ge- gang und gäbe geworden sind. Mit einem sehen. Die Unternehmer in den Privatbe- Fest- und Amüsierrummel ohne gleichen war, vergessen, die sich der Reihe nach eine Anum des Werkes willen geschlagen werden trieben halten nicht sonderlich viel von je- wie man sich erinnern wird, das ganze» Re- zahl Schreiberlinge des>> Reichbauernführers< ewesen zu sein bei den vielen Schlachten, die Darré( dieser selbst war schon vorher be- mußten.<< Den Hohn merken sich die Arbeiter der Leyschen volutions<<- Jahr 1933 ausgefüllt. Die Bedacht!) zuwenden ließen? Was hält er von und schreiben ihn mit auf die Rechnung zu >> Schönheit der Arbeit< und sind gar sehr für hörden, die einen neuen Polizeipräsidenten, produktivere Anlage ihres Geldes. Aber auch einen neuen Amtsvorsteher, einen neuen Bei- den kostspieligen Geburtstagsgeschenken, die den 51 Pfg. Stundenlohn, die sie bei den Erddie Arbeiter, sogar die unkritischen unter geordneten erhielten, taten nur so mit. Daß ein Mann wie der Streicher, sich alljährlich arbeiten an der Autostraße erhalten. Auch die ihnen, sehen das grobe Stück sozialer Heu- dabei» altpreußische<< Anschauungen über die aus öffentlichen Beständen zuführen läßt? Zeit kommt, wo der» Grundstein< wieder frei chelei und Kitsch in Leys Patent- und Lieb- Unantastbarkeit von der Behörde verwalteter Aber das ist die Diktatur! Dem kleinen ist und an die alten Traditionen wieder anFunktionär möchte sie lingsidee und machen jetzt knüpfen wird. Das Urteil über den Nazidafür auch nicht Gelder über Bord gingen, ist sicherlich grade Wasser predigen, während einen Finger krumm; sie drücken sich, wo dem alten Beamten bei Grundstein und was dazu gehört, ist heute von Schwerin- Krosigk nen » Sentimentalitäten<< sehr er bachbild> Bismarck< aus dem Besitz der Reichskanzlei in den privaten Salon des Herrn Göring zu überführen befahl? Hat er in Gut, Siebentel zwingen lassen, den Grundstein zu abonnieren. Das ist die Wahrheit: die Bauden Naziarbeiter lehnen die Arbeitsfront, Grund- stein, den Nationalsozialismus, Hitler, Ley, Harpe und Gesellen ab, die ihnen die Freiheit raubten und sie mit Bettelpfennigen abspeisen. Wie zum Hohn schreibt der> Betriebsführer Ostertag in der Festnummer des Nazi- Grundstein u. a.:»... Mutige und innerlich saubere Menschen, die nicht nur nach Geldverdienen fragten, haben in unseren vielen unbekannten Maurern, Zimmerern und Hilfsarbeitern Werke vollbracht, die einzig sind auf der Welt. Der höchste Lohn, den sie und alle dabei empfinden, ist der, mit dabei Hein v. Linden.. sie können. Bei dieser trüben Sachlage im nicht unbekannt geblieben. Jetzt benutzt er den großen Herren noch der Wein schon gesprochen für alle, die lesen und hörea Hinblick auf die> restlose< Verwirklichung die Gelegenheit, bei der Ley das aus der einer so ganz und gar» unpreu- können. seiner Idee in der privaten Wirtschaft mußte Amtskasse gestiftete Freibier und die ebenso Bischen< Empfänglichkeit Herrn Ley um so mehr daran gelegen sein, bezahlten» Kameradschafts- Zigarren< gewis- Strömen fließt! Und die die>> WürdiDie Feststellung wenigstens in den öffentlichen Betrieben da- sermaßen legalisieren lassen wollte, um ziem- gung der Finanzlage des Reiches In Aachen fand im Ballsaal des Alten Kurhauses im Beisein zahlreicher Vertreter von Partei, Behörden, Wehrmacht und Schutzpolizei eine sehr gut besuchte Tagung der Bezirksgruppe Aachen des nationalsozialistischen Rechtswahrerbundes statt, auf der der Chef der Kanzlei des Gauleiters, Gauamtsleiter Robert Thiel, Köln, über den Begriff des Politischen im Nationalsozialismus sprach. Er ging von der Feststellung aus, daß unser heutiges Zeitalter ein politisches genannt werden muß.< Diese Aufklärung verdient unter der Devise:» Durch Nacht zum Licht!< die weiteste Verbreitung! Sie beweist zugleich, daß es die Gauleiter Hitlers verstanden haben, sich ihrer Suite allmählich auch einen Intelligenzschen Arbeitsfront, das zu 2 Millionen Männern vom Bau spricht, tritt in seinen 50. Jahrgang ein. Bedingt durch Ihr großes Einigungswerk konnte aus einem einstigen Gewerkschaftsblatt die Zeitung aller bauschaffenden Männer Deutschlands werden, die, jenseits von Klassenhaß und Klassenkampf, Betriebsgemeinschaft und Leistungsgemeinschaft predigte, als Beitrag stab anzugliedern. zur Sicherung des sozialen Friedens auf den deutschen Baustellen usw. Heil, unser Führer! Schriftleitung des indian, Grundstein'<. Neuer Vorwärts Dennoch und wider alles Erwarten der Am 2. Mai 1933 brachen bewaffnete HitlerBeteiligten, wovon zur Zeit die ein wenig banden in die Räume des Deutschen Bauder verschlagenen Sprache Arbeitsfront- gewerksbundes ein und eroberten<< die Publizisten zur Sache zeugt: die Aktion hat Stühle und Schreibtische. Den deutschen Baukläglich geendet! Soeben hat der Reichs- arbeitern wurde das gesamte Eigentum gefinanzminister unter ausdrücklicher Be- raubt, das sie in über vier Jahrzehnten Getonung, daß damit der Bescheid auf die Pe- werkschaftsarbeit erworben hatten. Allein in tition des> Amtes Schönheit der Arbeit« er- der Zentrale stahlen sie RM 14,204.900.- an ginge zwei Verordnungen erlassen, Haus- und Grundbesitz, Wertpapieren und in von denen sich die erste mit der Frage der bar. Dazu kommen die ganzen Summen, die > Verschönerung« des Arbeitsplatzes für Be- in den einzelnen Ortsgruppen gestohlen wuramte und Behördenangestellte befaßt und den. Was stehlbar war, haben die Nazis geDas große Einigungswerk<< Hitlers war die zweite von den> Gemeinschaftsfeiern und stohlen, das materielle Eigentum und auch der größte Raub an der deutschen Arbeiter> Kameradschaftsabenden< in den Aemtern, die Namen, aber eines konnten sie nicht steh- schaft, die Versklavung eines ganzen Volkes, Sozialdemokratisches Wochenblatt vor allem und speziell aber auch von deren len: die gewerkschaftliche Ueberzeugung, die die Schändung des deutschen Namens und Herausgeber: Ernst Sattler; verantFinanzierung, handelt. gewerkschaftliche Idee, und so haben die Na- die Vorbereitung einer furchtbaren Ver- wortlicher Redakteur: Wenzel Horn; Nein > theoretisch< hat der Reichs- zis nichts behalten, als die Form. Wohl zwin- geltung. Aber diese>> Schriftleitung macht Druck:> Graph as; alle in Karlsbad. finanzminister gegen>> Schönheit der Arbeit« gen die dauernde Drohung mit der Brutalität sich bei allen Arbeitern> vom Bau« lächerlich, Zeitungstarif bew. m. P. D. ZI. 159.334/ VII- 1933. etwa im Paketpostamt oder auf dem Amts- entmenschter Hitlerhorden, die Sorge um die denn die kennen die Geschichte ihres Verban- Der Neue Vorwärts« kostet im Einzelgericht gar nichts einzuwenden.» Daß die Existenz durch einen Arbeitsplatz die Bau- des und ihrer Zeitung:» Der Grundstein«. Die verkauf innerhalb der CSR Kč 1.40( für ein arbeiter zur Beitragszahlung an die» Arbeits- Arbeiter denken an Theodor Bömel- Quartal bei freier Zustellung Kč 18.-). Preis front<<, soweit der Beitrag nicht gleich vom burg, Fritz Paeplow und viele, viele der Einzelnummer im Ausland Kč 2.-( Kč Lohn abgezogen wird, dennoch besteht zwiandere Kameraden, die den Verband schufen, 24.- für das Quartal) oder deren Gegenwert in der Landeswährung( die Bezugspreise für pisch, als nur sachlich. Dann aber kommt der schen den Bauarbeitern und der Arbeitsfront ihn groß und stark machten; sie erinnern sich, das Quartal stehen in Klammern) Argentinien ominöse Satz:> Die Erfahrungen der Technik eine weite Kluft. Aber für die Nazis ist das wie der Verband und der» Grundstein<< die in Pes. 0.30( 3.60), Belgien: Belg. Frs. 2.45( 29.50). und der Hygiene wurden schon immer bei Geld die Hauptsache, denn die Menschen ge- der Geschichte der deutschen Gewerkschafts- Bulgarien Lew 8.-( 96.-) Danzig Guld. 0.45 winnen sie ja doch nicht. Gestohlen haben die Nazis auch den Na- arbeiter>> vom Bau<< führten um Freiheit, men- Frankreich Frs. 1.50( 18.-), Großbritannien bewegung so bedeutenden Kämpfe der Bau-( 5.40), Deutschland Mk. 0.25( 3.-). Estland E. Kr. 0.22( 2.64), Finnland Fmk. 4.-( 48.-), men der Gewerkschaftszeitung des ehemaligen schenwürdige Löhne, menschenwürdige Ar- d 4.-( Sh. 4.-), Holland Gld. 0.15( 1.80). Ita» Maurerverbandes<, der sich später zum beitszeit, Bauarbeiterschutz usw. Die von den lien Lir. 1.10( 13.20). Jugoslawien Din. 4.50 ches? Also auch gar in den> vierzehn Jahren» Bauarbeiterverband< erweiterte und zuletzt Nazis durch ihr Hitlertelegramm verübte( 54.-), Lettland Lat. 0.30( 3.60). Litauen Lit. 0.55( 6.60), Luxemburg B. Frs. 2.45( 29.50), Schändung des Andenkens an den Bauge Norwegen Kr. 0.35( 4.20). Oesterreich Sch. werksbund, ihrer alten Kameraden und ihres 0.40( 4.80). Palästina P. Pf. 0.020( 0.216), > Grundstein« erwidern die Bauarbeiter nur Polen Zloty 0.50( 6.-), Portugal Esc. 2.erArbeitsplätze zweckmäßig und hygienisch sein müssen, ist selbstverständlich!< klärt die Verordnung kühl und eher schnipzahlreichen Neubauten der Behörden verwertet«. Nanu, also schon längst, bevor Ley seine soziale Mission erkannt hatte? Also auch schon vor Anbruch des Dritten Reider Schande<, obwohl sie doch, nach Hitler, eigentlich nur von Wahnsinnigen oder von Teufeln amtlich ausgefüllt worden sind? Das Entscheidende der Verordnung aber ist der nachdrückliche Hinweis:>> Besondere Mittel können allerdings in Würdigung der Finanzlage des Reiches gegenwärtig nicht zur Verfügung gestellt werden!<< Mit der den Schlußfeststellung der Verordnung in Ohren:»... doch kann natürlich der einzelne der der> Deutsche Baugewerksbund« war:» Der Grundstein«. Unter diesem Namen geben die Nazis eine Zeitung heraus für die Reichsbetriebsgemeinschaft Bau und möchten den Arbeitern einreden, daß sie die Fortsetzung des alten ruhmreichen» Grundstein< ist. Der Versuch ist lächerlich, denn die Arbeiter können zwischen dieser charakter- und gesinnungslosen Zeitung, der sich sogar die Gelben schämen würden, und einer Bauarbeiter- Zeitung unterscheiden... Würde der alte Grundstein« noch erBeamte für sich nicht unwesentlich zur Ver- scheinen, dann könnten wir jetzt auf sein schönerung seines Arbeitsplatzes beitragen< 50jähriges Bestehen zurückblicken und aus ( wir nehmen an, daß das der Minister diesem Anlaß erkühnen sich die Räuber des Ley- Delegation das auch mündlich mitge- Baugewerksbundes, an Hitler folgendes Telegeben hat, durften dann die betrübten Lohgramm zu schicken: gerber im» Reichsbund Deutscher Beamter< mit der tiefsten Verachtung. Printed in Czechoslovakia. ( 24.-), Rumänien Lei 10.-( 120.-). Schweden Kr. 0.35( 4.20). Schweiz Frs. 0.30( 3.60), Spanien Pes. 0.70( 8.40). Ungarn Pengö 0.35 ( 4.20). USA 0.08( 1.-). Einzahlungen können auf folgende Posterfolgen: Tschechoslowakei: scheckkonten Zeitschrift Neuer Vorwärtse Karlsbad. Prag 46.149. Oesterreich:> Neuer Vorwärtse Karlsbad. Wien B- 198.304. Polen:» Neuer Vorwärts< Dieser Nazi- Grundstein hat es nötig, gerade Hitler anzutelegraphieren, diesen Mann, der als Anstreicher und Bauarbeiter ablehnte, sich in die Reihen der organisierten Bauarbeiter zu stellen. Er war ein Feind der frei und solidarisch fühlenden Arbeiter, er wollte nicht zu ihnen gehören, er war ein deklassierter Karlsbad. Warschau 194.797. Schweiz:> Neuer und ist es heute noch. Zu den Arbeitern gehört Vorwärtse Karlsbad Zürich Nr. VIII 14.697. Ungarn: Anglo- Čechoslovakische und Prager er nicht, weil es jetzt die Arbeiter nicht wolCreditbank Filiale Karlsbad Konto Neuer len. Und der Mann wird heute antelegraphiert! Vorwärtse Budapest Nr. 2029. Jugoslawien: >> Wer stiehlt, der lügt«, ist ein altes deut- Anglo- Čechoslovakische und Prager Creditsches Sprichwort, altes> Brauchgute. Für 2 bank. Filiale Belgrad. Konto Neuer Vorwärts. Beograd Nr. 51.005. Genaue Bezeich >> Der, Grundstein', das Blatt der Deut- Millionen>> Männer vom Bau< wollen die Nazis nung der Konten ist erforderlich.