Neuer Vorwärts Sozialdemokratisches Wochenblatt Verlag: Karlsbad, Haus„ Graphia"- Preise und Bezugsbedingungen siehe Beiblatt letzte Seite Nr. 197 SONNTAG, 21. März 1937 Aus dem Inhalt: Neue Opfer des Terrors Die Intervention in Spanien Leon Blums Erfolg Wie Labour regieren will Spanien und die Internationale Noch kann der Weltfrieden gerettet werden! Die Konferenz der SAI und des IGB hat folgende Resolution beschlossen: die durchzusetzen, die der spanischen Demo-| spanische Frage nur gelöst, der Friede nur beste Hilfe, die wir den Kämpfern bringen kratie die Möglichkeit sichert, sich in dann wieder hergestellt, ein allgemeiner Zu- können, die in einem Kampf auf Leben und dann vermieden werden Tod für eine Sache stehen, die unsere Sache Die Konferenz der SAI und des IGB, auf voller Handelsfreiheit alle zu ihrer Ver- sammenstoß nur daß diese Hilfe darin besteht, be- kann, wenn man der Politik der kol- ist, Wunsch der spanischen Genossen in London teidigung notwendigen Mittel zu lektiven Sicherheit schaffen. durch den öffentliche Meinung der Welt aufzurütteln, am 10. und 11. März 1937 versammelt, sendet Völkerbund treu bleibt, die die beiden von der letzten Endes der Ausgang des vor allem ihren Gruß dem spanischen Volk, Es wird vorgeschlagen, alle gegenwärtigen Internationalen immer vertreten haben. Von Kampfes abhängt. das mit herrlichem Mut den Kampf gegen in Spanien kämpfenden Ausländer zurückzu- Tag zu Tag wird der Kriegswille der faschiWeil diese öffentliche Meinung schlecht die vereinigten Kräfte des Faschismus führt schicken. Die Stellung der wirklichen stischen Mächte offenkundiger. Jeder Erfolg, unterrichtet oder gleichgültig war, ist der und mit seiner Freiheit zugleich die Freiheit Freiwilligen, die, vom Glauben an ein hohes den sie erzielen, bestärkt sie in ihren Plänen. Angriff möglich gewesen. Weil sie die gut. und den Frieden Europas und der Welt ver- Ideal beseelt, in der Internationalen Brigade Nur vor der geschlossenen Aktion der den gesinnten Regierungen nicht genügend unterzur Freiheit der Völker kämpfen, unterschei- Frieden wollenden Völker werden sie Halt stützt, weil sie auf die übelwollenden Regieteidigt. Seit dem Beginn des Konfliktes haben die det sich wesentlich von der der Söldner, machen. Der Frieden ist dieser Völker ge- rungen nicht genügend Druck ausgeübt hat, beiden Internationalen vor der öffentlichen die die faschistischen Diktaturen in den meinsames Gut, er ist unteilbar. Gemeinsam deshalb ist die Politik, die die beiden InterMeinung der Welt stets sein wahres Wesen Dienst Francos stellen. Trotzdem ist die spa- müssen sie ihn behaupten oder wiederher- nationalen vertreten, so wenig befolgt woraufgezeigt. Nur allzusehr haben die Ereignische Regierung bereit, die Zurückziehung stellen. den. An den Völkern liegt es nun, eine genisse ihre Voraussicht bestätigt. aller in Spanien kämpfenden Ausländer anzuDie beiden Internationalen sind sich voll- fährlich gewordene Situation zu retten. Schon Heute ist es jedermann klar, daß wir es nehmen. Aber diese Zurückziehung kann nur auf der Solidaritätspflichten bewußt, die die ist es der sozialistischen und gewerkschaftmit einem vorsätzlichen Angriff des erfolgen, wenn sie wirklich gleichzeitig ge- Verhältnisse ihnen auferlegten. Sie werden lichen Propaganda gelungen, bedeutende Erfaschistischen Italien und des faschisti- schieht, wenn eine ernsthafte, durch Beob- kein Opfer scheuen, um sie zu erfüllen. Sie folge zu erzielen: Klarheit verbreitet sich, die schen Deutschland auf Spanien zu tun achter beider Parteien geführte Erhebung haben den spanischen Genossen stets ihre Geister geraten in Bewegung. Jetzt ist der haben und daß Spanien, nach den tref- die wirkliche Anzahl der vorhandenen deut- moralische Unterstützung vorbehaltlos und Zeitpunkt, alle Anstrengungen zu verdoppeln. fenden Worten des Präsidenten Azana, schen und italienischen Soldaten feststellt, begeistert dargebracht. Sie haben ihnen in Wenn jede unserer Organisationen ihre ganze nicht einen Bürgerkrieg, sondern den und wenn die Maßnahmen auch für die Ma- allen möglichen Formen materielle Hilfe ge- Pflicht erfüllt, dann wird der Sieg unserer Krieg für seine nationale Befreiung rokkaner gilt, die als Untertanen des Sultans boten. Sie werden sich bemühen, diese Hilfe spanischen Genossen gesichert und beschleuführt. noch zu steigern. Aber sie erinnern alle ihre nigt werden. Noch kann der Frieden Mit jedem Tag wird es klarer, daß die angeschlossenen Verbände daran, daß die der Welt gerettet werden! Die faschistischen Mächte haben sich, ihre Verpflichtungen brechend, nicht damit begnügt, die Aufständischen mit Waffen und Munition zu versorgen, sie haben ihnen die Flugzeuge geliefert, die ihnen fehlten und möglicherweise auch Kriegsschiffe. Sie haben überdies in Spanien starke bewaffnete Streitkräfte gelandet, deren Gesamtstärke der Tatsache, daß diese Mannschaften als>> Freiwilliges bezeichnet werden, ändert nichts an hier begangen wurde. Ausländer sind. Verschärfung der Gefahren Die Folgen der Nichtinterventionspolitik endi im mehrerer Armeekorps gleichkommt. Und die Der spanische Ministerpräsident hat in[ halb des Völkerbundes hat tatsächlich die lands aus der europäischen Politik, freie wenigen Worten die Lage geschildert, die Verfassung Europas verändert. Der Weg Hand für die faschistischen Mächte sich aus der Blockade für das republi- geht von der Idee der kollektiven Sicher- Osten und Südosten Europas alles in den Verbrechen gegen das Völkerrecht, das kanische Spanien ergibt. Wenn die Angrei- heit weg und zu den Konzeptionen Hitlers allem die logische Konsequenz aus der Lafer ihre Kriegsschiffe vor der ostspani- und Mussolinis hin. Die Politik der euro- ge, wie sie durch die NichtinterventionsWährend Spanien sich auf diese Weise, schen Küste konzentrieren, wenn die Inter- päischen Mächte gegenüber dem spani- politik in Europa geschaffen worden ist. unter offener Verletzung des Völkerbunds- ventionsmächte zu Kontrolleuren der Nicht- schen Kriege entspricht durchaus jener Diese Politik der» Friedenssicherung im pakts angegriffen sah, hat es nicht allein in intervention bestimmt werden, während Politik der Lokalisierung dieses Westen läuft darauf hinaus, Frankreich keiner Form die Unterstützung erhalten, die gleichzeitig ihre Truppen Schlachten ge- Konflikts, wie sie Hitler konsequent der und seine Verbündeten und die Gültigkeit es von Rechts wegen erwarten durfte, son- gen die spanische Regierung schlagen, so Idee der kollektiven Sicherheit gegenüber- der Verträge, die sie untereinander abgedern man hat ihm das selbstverständliche ist dies das traurigste Stück Diplomatie, stellt. Lokalisierung bedeutet aber Begün- schlossen haben, der Kuratel Englands und Recht verweigert, sich auf dem freien Markt das seit langem geleistet worden ist. Es ist stigung des Angreifers und wer kann Italiens zu unterstellen. Praktisch soll seiner Verteidigung unentbehrlichen das Ergebnis einer Diplomatie, die nicht heute noch zweifeln, daß die Politik der Mussolini, der Bundesgenosse Hitlers zum Mittel zu verschaffen. Gegen diesen Tatbe- mehr wagt, die Wahrheit zu sagen und Nichtintervention die grandioseste Begün- Schiedsrichter darüber eingesetzt werden, stand haben die beiden Internationalen stets das Recht öffentlich zu vertreten. stigung der faschistischen Interventions- ob Handlungen seines Bundesgenossen die zu Protest erhoben. nalen, durch Es sind nicht mehr nur Deutschland mächte darstellt, die man sich vorstellen Hitler einen Angriff darstellen und ob die Gegenwärtig will man die offenkundigen und Italien, und ihre Vasallen, die an der kann? Der Aufsatz der> Times<, den wir Bündnisverträge spielen sollen. Man stelle sich vor, Mängel eines Systems, dessen praktische An- Zerstörung des Völkerbundes und der kol- nachfolgend abdrucken, schlägt alle Zweidaß Sowjetrußwendung den Namen» Nichteinmischung kei- lektiven Sicherheit arbeiten, sondern auch fel und Beschönigungsversuche zu Boden land aus dem famosen Nichtinterventionsneswegs rechtfertigt, durch die Einrichtung die Diplomatie der demokratischen Mächte. obwohl er die Dinge immer noch zu ausschuß in London ausscheidet, daß Engeiner Kontrolle ausgleichen. Die Internatio- Die Politik der Kaltstellung des schönfärberisch darstellt. Der Nichtinter- land und Frankreich allein Deutschland die Erfahrung früherer Ver- Völkerbundes, die seit dem Beginn ventionsausschuß in London kommt in der und Italien gegenüberstehen, und man hat suche gewarnt, sind nicht überzeugt, des spanischen Bürgerkrieges geübt wird, Praxis auf einen Fünferpakt von ungefähr ein Bild von dem, was die faschidaß die getroffenen Maßnahmen zerreißt die rechtlichen und moralischen Großmächten hinaus, der den Völkerbund stischen Mächte anstreben. Und dann stelle wirklich die Sachlage verbes Grundlagen des Völkerbundes. In der No- beiseite schiebt. man sich weiter vor, daß eine bewaffnete sern werden. Angesichts des üblen Vor- te, die der spanische Außenminister an die Diese Entwicklung weiterzutreiben, den Aktion Hitlers in Zentraleuropa sich ersatzes der faschistischen Mächte wird die Völkerbundsmitglieder wie an die engli- Völkerbund zu zerstören und der Demo- eigne, und daß ein solcher Ausschuß darAusbildung der Beobachter, die auf den Schif- sche Regierung gerichtet hat, heißt es, daß kratie einen entscheidenden Stoß zu ver- über zu befinden habe, ob diese Aktion fen fungieren sollen, lange Zeit dauern und seit der Konstituierung des Völkerbundes sctzen das' st der Sinn der No- einen Angriff darstellt oder nicht! Genau während dieser ganzen Zeit wird die Ver- es keine skandalösere Verletzung der durch ten, die Deutschland und Ita das ist es, was» die Achse Berlin- Rom<< sorgung der Aufständischen fortgesetzt werden Völkerbundpakt auferlegten Verpflich- lien an die englische Regierung anstrebt. den, die der Regierungskräfte nicht. Die tungen auf dem europäischen Kontinent über die Frage des Westpaktes Wenn diese Pläne verwirklicht werden Lücke, die Portugal darstellt, ist nur gegeben habe als die faschistische Inter- gerichtet haben. Es war von vorn- würden, dann könnte jedes europäische sehr unzulänglich verstopft. Wir protestieren vention in Spanien. herein klar, daß es sich um ein diplomati- Land, das nicht zu den vier Großmächten dagegen, daß das Nichteinmischungskomitee Die Duldung dieser Zerreißung des sches Ablenkungsmanöver handelt. Die gehört, täglich zu einem die Ueberwachung der Mittelmeerküsten Spa- Rechts schließt große Gefahren für ganz diplomatische Maschinerie soll über pa- gemacht werden. Es hat nicht den Anund England der deutschen und italieni- Europa in sich. Wenn die Wahrheit erdros- pierne Dinge von papiernem Wert in Atem schein, als ob Frankreich schen Flotte übertragen hat, die in so selt und vernichtet wird, wenn das Emp- gehalten werden, während die faschisti- ernsthaft auf solche Vorschläge einzugehen entscheidender Weise mit den aufständischen finden für Recht und Gerechtigkeit bei schen Mächte mit Blut und Eisen sich gedächten, so sehr sich auch die faschiden Völkern politischer Opportunität ge- Machtpositionen schaffen. Die Lektüre des stischen Mächte bemühen, auf die schwaWenn, wie vorauszusehen, die Erfahrung opfert wird, wenn man die internationale englischen Blaubuches, das nach der Rhein- chen Punkte der Ersatz- Locarno- Front zu zum Beispiel in Belgien, wo zeigen wird, daß diese Maßnahmen nicht Moral abwürgt, dann wird die Bahn frei landbesetzung herausgegeben worden ist, drücken dieser Methode eine Politik gegen den Völkerbund und die innerhalb einiger Wochen der von den für die Ideen der nackten Machtpolitik, ist für die Erkenntnis kollektive Sicherheit geführt wird. Der faschistischen Mächten, den Aufständi- dann werden auf dem Umweg über die außerordentlich lehrreich. schen geleisteten Unterstützung ein Ende Politik der machtpolitischen Opportunität In der Sache enthalten diese Noten die Versuch, die wahre Lage durch diplomatimachen, wird es die Pflicht der den bei- die geistigen Grundlagen der Demokratie alten Thesen der Hitlerpolitik: Lokalisie- sche Fiktionen zu verschleiern, hat deshalb. den Internationalen angeschlossenen auch bei den demokratischen Völkern rung von Konflikten statt kollektiver Si- wenig Erfolgsaussichten. cherheit, Viererpakt der Großmächte statt Organisationen sein, mit allen ihnen zu Europas zerstört. Lie wahre Lage Europas ist jedenfalls Gebote stehenden Mitteln eine Politik Die Politik der Nichtintervention außer- Völkerbund, Hinausdrängung Sowjetruß- heute weitaus gespannter und gefährlicher niens Streitkräften zusammenwirken. neuen Spanien Der Zusammenbruch der Nichtinterventionspolitik Die Verantwortung für den internationalen Krieg in Spanien Die men. Mindestens eines dieser politischen ADkommen ist bekannt, in dem General Franco Italien verspricht, Spanien niemals an internationalen Maßnahmen, d. h. Sanktionen gegen Italien teilnehmen zu lassen, und keiner italienfeindlichen Schiffahrt den Gebrauch Die Freiwilligen Unter der Ueberschrift:> Die Inter- Bomber und Kampfflieger Seite gibt es wenigstens zwei deutsche Luft- spanischer Häfen zu gestatten. vention in Spanien. Die Bilanz der fremabwehreinrichtungen für den Schutz großer den Hilfe. Schätzungen eines Beobachtersc Gegenwärtig arbeiten etwa 100 deutsche Städte und veröffentlichte die> Timesc zahlreiche Feldbatterien. vom 10. und italienische Bomber für General Franco, deutschen Offiziere klagen, daß diese GeMärz den folgenden Aufsatz, der den und etwa 100 deutsche und italienische schütze, deren Mündungsgeschwindigkeit und internationalen Charakter des spanischen Krieges trefflich zeigt: Kampfflieger. Die meisten dieser Flugzeuge Genauigkeit sehr hoch sind, durch das » Wie schwach die kriegerischen Kräfte werden von Deutschen und Italienern ge- ständige Hin- und Herfahren auf spanischen lich, daß Deutschland und Italien reagieren daß die Garnisonen drei Straßen verdorben werden. neigt. begroße Der Oktober war zugleich die Periode der Werbung für die internationalen Kolonnen in Frankreich. Es war augenscheinwürden. Gegen Ende November herum trafen mehr deutsche Kampfflieger ein und 40 neue Italiener der gleichen Klasse. Von diesem an stellten Zeitpunkt die Beobachter in die Spanien fest, daß beiden Mächte sich 1. Die Savoias 81 und die Junkers 52, spezialisierten die Deutschen übernahmen die ihnen im Juli und August geliefert das Luftbombardement und die Italiener die wurden, im ganzen 40 der größten Bomber Luftgefechte. Die Italiener halfen außerdem Europas, ermöglichten es General Franco, den Rebellen, indem sie die Schiffsbewegunerstens seine Truppen von Marokko über gen aus russischen Häfen beobachteten. Acht die Straße von Gibraltar zu transportieren, russische Schiffe wurden nach Rebellenhäfen und zweitens die Regierungsflotte zu bom- gebracht oder versenkt. bardieren, welche die Straße von Gibraltar blockierte und sie in ihre Basis Cartagena Mannschaften, um zurückzutreiben. Das Hinüberwerfen der afrikanischen Armee Krieg hob die Lähmung Francos Guadarrama auf. an der Deutschland und Italien lieferten auch der internationalen Kolonne ein Gegengewicht zu bieten. Es scheint, in den spanischen daß zuerst nur Deutschland Mannschaften sandte. Die deutschen Freiwilligen, die aus der Armee ausgehoben wurden, kamen in 2. Mindestens 40 deutsche und italieni- drei Kontingenten an. Im Oktober SS motosche Kampfflieger kamen im August in risierte Spezialisten; Anfang Dezember und Spanien an. Diese, die die älteren und lang- schließlich Anfang Januar Infanterie. ZusamRegierungsflugzeuge aus Himmel schossen, während ihre Bomber von Deutschland streng geheim geschickt. die Mängel der afrikanischen Artillerie bei Mit Ausnahme von Spezialisten und der weBadajoz und Talavera ausglichen, machten nigen hundert Italiener unter Rossi, die auf Francos berühmten Marsch das Tago- Tal Majorka im September einfielen und die Insel entlang nach Madrid möglich. Iviza wiedernahmen, kamen nur 2500 italiesameren dem men wurden zwischen 12.000 bis 15.000 Mann in Spanien im Juli 1936 waren, kann ermessen flogen, und General Franco hat kaum andere werden an Hand der geheimen Instruktionen, Flugzeuge. Die Namen der Typen sprechen An drei kritischen Augenblicken für die die vor der Revolte von der Militärjunta aus- für sich selbst. Junkers 52, Heinkel 51, Rebellen hat die Intervention ihrer fremden gegeben worden sind. Darin war vorgesehen, Savoia 81, Caproni 135, Fiat CR 32, RO 37, Freunde die Waagen zu ihren Gunsten gevon Logrono, Burgos, Cant- und Macchi- Seeflugzeuge. Besonders Villadolid, Pampluna, Soria und Saragossa das italienische Material ist das modernste. sich gleichzeitig erheben sollten, und daß alle, Auf der anderen Seite sind etwa 80 moderne mit Ausnahme der Garnison von Saragossa russische Kampfflugzeuge, einige wenige der Garnison von Madrid zu Hilfe eilen soll- französische Devoitines 510, und ungefähr ten. Sorgfältige Vorbereitungen waren für 60 Bomber rumänischer Herkunft. Die Rusden Schutz dieser Kolonnen getroffen und sen fliegen ihre eigenen Flugzeuge. Die wenifür den Marsch über die Guadarrama, denn es gen anderen Typen werden von Spaniern gewar bekannt, daß die Regierung kürzlich flogen oder von Männern, die von den Enden 26 Panzerwagen für die Sturmgarden gekauft der Welt durch Inserate herbeigesucht worhat<<. Deshalb sollte jeder Kolonne ein Last- den sind. Fast das gesamte Luftmaterial auf wagen mit speziell vorbereitetem Panzer- beiden Seiten ist nach dem Beginn des Bürschutz voranfahren, auf dem ein kleines Ge- gerkrieges nach Spanien gekommen; schütz, das nach vorn über den Führerstand Viertel davon ist unter Bruch des Nichtinterzielen müsse, montiert sein müsse.» Fürchtet ventionsabkommens geschickt worden, und nicht so heißt es in dem Dokument die das meiste dieser drei Viertel unter AnteilLuftwaffe der Regierung. Sie haben keine nahme fremder Regierungen. Bomben, die schwerer als 15 Pfund sind, und Die mechanischen Landkräfte die eine Menge Lärm und sonst nichts sind gänzlich fremden Ursprungs. Für Genemachen.<< Von Luftabwehrartillerie ist keine ral Franco sind ungefähr 80 kleine Tanks, Rede. zum Teil das deutsche gewöhnliche ZweiDie Mannschaften, die auf die Guadar- mann- Armeemodell, zum Teil der italienische rama marschierten, waren spanische Truppen Zweimann- Armee- Zwerg, bekannt als der und Phalangisten. Die Mannschaften, die sich Flat- Ansaldo. Für Madrid, Barcelona und die ihnen entgegenstellten, waren ebenfalls Spa- Nküste gibt es sehr viel weniger russische nier, Sturmgarden, Truppen, und Volksfront- Tanks, die ein kleines Geschütz und eine Bemiliz. Im März 1937 sind die meisten dieser setzung von 3 bis 4 Mann tragen, sowie etwas wagemutigen Männer tot. Die Lastwagen mit mehr als 20 Panzerwagen. Sie werden Phantasieuniformen sind verschwunden, die wenn auch nicht immer im Gefecht Flugzeuge der Regierung sind gefallen, die fremdem Personal bedient. Deutsche 37- mm26 Panzerwagen der Sturmgarden liegen auf Antitankgeschütze des gewöhnlichen Reichsdem Schutthaufen, die 15- Pfund- Bomben wehrtyps( die zuerst 1936 nach Abessinien haben an Gewicht zugenommen. Regierung ausgeführt wurden), ein neues deutsches und Rebellen greifen mit fremden Luftflotten Antitankgewehr, daß das Monstrum auf 200 an, die meistens von Fremden in ihren nor- Meter tötet, und das Schweizer OerlikonDie Madrider Regierung ist zweimal durch wird von ihren eigenen Seeflugzeugen bemalen militärischen Formationen geflogen gewehr werden benutzt, um die mechanischen fremde Hilfe gerettet worden. Es war die An- gleitet, und wird wahrscheinlich an der Küste werden, und sie bekämpfen den Feind mit Kräfte auf beiden Seiten zu töten. Aber ge- kunft des neuen russischen Materials an zwischen Malaga und Valencia eingesetzt fremder Luftabwehrartillerie die legentlich werden die Tanks einfacher er- Flugzeugen, Tanks und Artillerie, sowie das werden. Es sind auch noch 3000 Iren unter Deutschen glänzen. Im Felde lassen sie ledigt durch deutsche Handgranaten und rus- Beispiel, das von der( XI.) Internationalen General O'Duffy da. Eine ungefähre Ziffer fremde Tanks gegen fremde Tanks kämpfen, sisches Benzin. Brigade und später von der( XII.) Inter- für die Zahl der Fremden, die unter General und begegnen einander mit fremden Antinationalen Brigade gegeben wurde, das Ma- Franco kämpfen, ist 60.000. tankgeschützen. Für die schwersten Kämpfe werden fremde Stoßtrupps als Versteifungen wobei von 3. Als Ende Januar eine Diversion erfor- nische Freiwillige Anfang Dezember nach derlich war, um die Lähmung vor Madrid Spanien. zu erleichtern, wurde von den italienischen Vom 1. Januar ab bis Mitte Februar hat Ratgebern von Franco die Lösung von Italien 40.000 Mann nach Spanien geschickt, Malaga gewählt. Es ist unwahrscheinlich, wohlausgerüstet mit Gewehren, Munition, daß Malaga genommen worden wäre ohne Handgranaten, Maschinengewehren, Motoren, die italienische Beteiligung von Infanterie Lastwagen und Benzin, und bezahlt von Itaund ohne das deutsche und italienische lien. Sie sind rekrutiert und organisiert von Bombardement durch Land- und Seeflug- der faschistischen Partei. Diese Expeditionsmacht bei weitem die stärkste in Spanien zeuge. Kritische Momente drid anfangs November rettete. Während die- Die internationale Kolonne unter dem Beide Seiten haben ihre fremden Stoß- ses Monats bedeckte fremdes, meist russi- Kriegsministerium von Valencia ist viel gebraucht. Madrid und Malaga verdanken truppen, fremde Stäbe und fremde Spezia- sches Material den Himmel von Madrid. In schwieriger zu schätzen. Die meisten von ihre verschiedenen Geschicke fremder Infan- litäten. Es heißt, daß die Luftverteidigung der Januaroffensive gegen El Pardo, nördlich ihnen sind in Frankreich rekrutiert worden von Barcelona russisch ist, auf der anderen von Madrid, und vielleicht auch in der oder durch Frankreich gekommen, aber sie terie. scheitert nur verschärft. Februaroffensive gegen die Jarama, südlich sind niemals in so großen organisierten Einals zu Beginn des spanischen Krieges. auf jeden Fall wurde der Mann damals von Madrid, wurden die Kosten der Schlacht heiten nach Spanien gekommen wie die von Der Versuch, sie durch die Politik der von der Gestapo verhaftet und in Einzelhaft von internationalen Freiwilligen getragen. Sie Deutschland und Italien. Sicherlich sind nicht Nichtintervention zu entspannen, ist ge- untergebracht. Freunden, die ihn im Gefäng- sind durch eine internationale Organisation, mehr als 1000 nach Nordostspanien gekomdiese Politik hat die Gefahren nis hin und wieder sprechen konnten, begeg- die kommunistische Partei, rekrutiert worden. nete er mit jener vielleicht allzu naiven Hal- Es kann kein Zweifel darüber bestehen, men, von Irun, d. h. nach Asturien. Perpigtung des ganz christlichen Menschens, der daß die fremde militärische Hilfe zuerst von nan, durch das die Majorität kam, berichtet sich nur auf sein gutes Gewissen verläßt. Da Italien und Deutschland gekommen ist. Die 12.000; aber die offizielle Ziffer, die auch der Staatsanwalt nicht wagte, ihm einen Savoia- Flugzeuge, die im Juli auf französi- Valencia publiziert wird, ist 15.000, und muß Ein neuer Mord im Konzentrationslager > Volksverratsprozeß anzuhängen, passierte schem Gebiet abstürzten, hatten ihre Flug- als über dem Minimum angenommen werden. Ein Deutscher, den ein christlicher Glaube ihm, was Zehntausende von» Marxisten« in befehle am 17. Juli, vor dem Aus- Im einzelnen ist bekannt, daß über 7000 dieSS- Opfer werden ließ. Der Fall Weißler mordet worden. Nach von Es müssen daher mindestens 15.000 fremde genau gleicher Rechts<-lage auch auszu- bruch der Revolte, erhalten, und ser Männer seit November in Madrid gedient Der ehemalige Landgerichtsdirektor, Zukosten hatten und haben; anstatt nun wenig- die deutschen Bomber begannen Anfang haben, und daß andere Brigaden an der Front letzt Büroleiter der Bekenntniskirche Dr. stens, nach langer quälender Untersuchungs- August einzutreffen. Ungefähr zur gleichen von Aragon und bei Cordoba gewesen sind. Weißler ist im Konzentrationslager er- haft, freigelassen zu werden, nahm ihn die Zeit wurden 18 französische Flugzeuge SS in Behandlungs. Anders ausge- aber nicht auf französische Initiative der Freiwillige in der Front dienen und es werden. Dr. Weißler war in der Republik Land- drückt: aus dem Gefängnis mit noch halb- Madrider Regierung geliefert. Andere deut- sicherlich Reserven in Albacete und in Barcegerichtsdirektor. Er entstammte einer ganz wegs geordneter Behandlung des Insassen ins sche und italienische Kampfflieger wurden lona ausgebildet. Sympathisierende Beobachund gar nationalen Familie. Weißlers Vater, Konzentrationslager mit ihm, wo Franco nach dem Fall von Badajoz geliefert. ter setzen die Ziffer auf 20.000 an. Sie ist auch dieser ein höherer Beamter, nahm sich jeder Häftling vogelfrei ist! Man kann sich All diese Interventionen in die spanischen notwendig vage, da diese Freiwilligen nicht am 19. November 1918 aus Gram über die die Gesichter der SS- Schläger schon vorstel- Angelegenheiten geschahen vor dem Nicht- in großen Schiffsladungen angekommen sind. Abdankung des Kaisers durch einen Revol- len, als ihrer> Erziehungsarbeite gerade nun interventionsabkommen, das am 28. August Eine unparteiische Schätzung muß deswegen verschuß in die Schläfe das Leben. Für den dieser> Mucker< anvertraut wurde! Im Kon- unterzeichnet wurde; sie wurden deshalb eine Ziffer zwischen 20.000 und den 35.000 Sohn war> streng nationale und gut christ- zentrationslager ist dann Dr. Weißler schon technisch durch diesen Akt normalisiert, und annehmen, die von den Gegnern von Valencia lich< ebenso identisch, wie für seinen Erzeu- nach einigen Tagen erhängt aufgefun- Intervention im Sinne dieses Abkommens angegeben wird, die aber sicherlich übertrie ger, dessen Charakter sicherlich so vieles vor den worden.... Der übliche Selbstmord, findet erst nach diesem Datum statt. ben ist. Viele sind wieder umgekehrt, und jenen ordensmaskierten Gespenstern, die im selbstverständlich! Von vielen Hundert So- dem 28. August und bis( wahrscheinlich) die Gesamtzahl aller, die seit Dritten Reich siehe Mackensen! dem Kriege wieder zialisten und Kommunisten hat man diesen Dezember, ist Deutschland nicht technischer nach Spanien gekommen sind, ist wahrscheindie große Mode geworden sind, voraus hatte. ja mit gleichem Erfolg auch gemeldet... Intervention überführt, auch nicht Frank- lich höher. Die meisten von ihnen sind FranAls sich die sogenannte» Bekenntniskirche Nur, in diesem Falle erklärt der» Schweizer reich. Dagegen ist Italien überführt; denn zur Rettung des durch> Reichsbischof< und Evangelische Pressedienst<<: zosen, dann kommen deutsche und italieni> Auf Grund es schickte Artillerie mit italienischem Regische Emigranten, SA bedrohten Evangeliums in Deutschland bestimmter Indizien ist es aus- mentspersonal es gibt 900 Engländer, ziemlich viel mehr Polen und Tschechen und bildete, quittierte Weißler seinen Dienst unter geschlossen, daß bei Dr. Weißler Aber in dieser ganzen Periode bewegt sich ein Gemisch von Chinesen, Abessiniern und dem Barett, um sich ganz den Aufgaben der wirklich Selbstmord vorliegt.<< der Rhythmus der Intervention von Deutsch- Iren. Sie haben schwere Verluste erlitten; zum moralischen Widerstand entschlossenen Pfarrer- und Laiengemeinschaft zu widmen. Aber der Mord genügte noch nicht. Eine Den Oktober hindurch strömte russisches halten. Die Italiener haben eben erst ihre denn sie haben die Front seit November geEr wurde Bürovorsteher bei der vorläufigen lutherische Kirchengemeinde ganz von natio- Material nach Nord- und Ostspanien, bis die Streitkräfte nach Spanien geworfen, und es nalsozialistischen» Deutschen Christen< Leitung der Bekenntniskirche in Berlin. Im beAnstrengungen der setzt die von Berlin- Westend Herbst 1936 erschien nun bekanntlich jene hat der ist zweifelhaft, ob Deutsche, außer Piloten ausgeglichen waren. Familie des Ermordeten sogar verwehrt, ihren Alle ihre Flugzeuge, und Spezialisten, in den Kämpfen festgestellt Denkschrift dieser Kirchenopposition, die sich über ihre Proteste in kirchlich- dogmatischen Toten auf dem ihr gehörigen Friedhof beiDingen hinaus zum ersten Mal des feig Erauch aus zusetzen, so daß der Leiche in Berlin- Stahnsdorf, erst christlichen Beweggründen gegen Hitler- schlagenen gute Freunde einen stillen Platz sche> Politica<«<, vor allem gegen die Schande der Konzentrationslager wendete. weit draußen, suchen mußten. im Oktober nach Spanien. land und Italien Rußland zu. faschistischen Mächte worden sind.< Tanks und Artillerie kamen damals an. Diese Lieferungen wurden gezahlt aus den spanischen Goldreserven, deren gesetzlicher Eigentümer die Madrider Regierung ist. Die deutDiese nüchterne Aufzählung, die sich schen und italienischen Lieferungen wurden sorglich von den politischen Momenten des teilweise bar bezahlt, teilweise durch Hap- Angriffkrieges der faschistischen Mächte Sei es nun, daß man in Weißler einen der Dieser Fall Weißler hat nicht nur in delsabkommen, gleich jenem, das die deutsche gegen die spanische Regierung fernhält, Verfasser dieser Denkschrift sah, sei es, daß schweizerischen evangelischen Kreisen, son- Firma Hisma ermächtigte, die Produktion zeigt den völligen Zusammenbruch, den er nur den Vertrieb unter den Anhängern der dern vor allem auch in England, große Em- der Rio- Tinto- Kupferminen zu beschlagnah- die Nichtinterventionspolitik der demokraBekenntniskirche büromäßig vermittelt hatte pörung hervorgerufen. men, und teilweise durch politische Abkom- tischen Mächte erlitten hat. Aus einer braunen Giftfabrik Neue Opfer der Terrorjustiz Wir enthüllen weiter das System tobt. gesessen. 23 Jahre Zuchthaus in Karlsruhe Wir haben in Nummer 192 des> Neuen Vorwärts< die Verhältnisse in der schlesi- Der in Karlsruhe tagende zweite Senat| Anerkennung und Achtung, denn sie wußte sofortiger Wirkung. Gewiß hat sich die Firma schen Glasindustrie und in der Zell- des Volksgerichtshofes Berlin verhandelte die Persönlichkeit zu schätzen. lange gegen den Druck der Nazis gesträubt, stoff- Fabrik Hirschberg beleuchtet. gegen drei Badenser wegen>> hochverräte- Als das Dritte Reich ausgebrochen und trotzdem war diese Handlung schofel und Dieser Bericht hat wie eine Bombe einge- rischen Unternehmungen«<, die, wie es in die Gewerkschaften beseitigt waren, verlang- ehrlos, denn soeben war Baumann von einem schlagen. In allen den von uns genannten Be- der Anklage hieß, sich in Süddeutschland ten die paar Nazis bei Lanz die Entlassung Unfall erst wieder hergestellt. trieben wurden Betriebsappelle veranstaltet, für die hochverräterischen Ziele der ille- Baumanns. Die Firma lehnte ab, weil sie es Gegen dieses Unrecht rief Baumann das in denen die Unternehmer und die Arbeits- galen SDP.( Sozialdemokrati- diesem Manne gegenüber wohl als ehren- Arbeitsgericht an. Die Firma verteidigte sich front gegen die Berichterstattung an uns los- sche Partei Deutschlands) be- rührig fühlte. Die Nazis drohten, schikanier- damit, daß die Belegschaft unruhig würde bei tobten. Es hilft ihnen nur nichts, und die Ar- tätigten. Die Angeklagten sind bereits ten, stänkerten, provozierten, damit Baumann Weiterbeschäftigung. Baumann konnte mit beiter erfahren auf diese Weise, daß sie nicht weit über ein Jahr in Untersuchungshaft selbst Anlaß zum Einschreiten geben sollte. guten Gründen sich darauf berufen, daß 90 verlassen sind und nicht wehrlos. Als ein Mann von Charakter lehnte Baumann Prozent auf seine Seite stehen. Ja, aber die Ueber die mörderischen Arbeitsbedingunkonsequent den>> Hitlergruß< ab. Niemals hat Nazis! Sie hätten gedroht, Baumann mit GeEs erhielten der Hauptangeklagte gen in der sogenannten Zellstofffabrik erfah- Baumann 10 Jahre Zuchthaus und 10 er sich vor diesem Geßlerhut verbeugt. Wer walt aus dem Betriebe zu entfernen. ihn mit» Heil Hitler< ansprach, den ließ er wird durch seine Weiterbeschäftigung der Jahre Ehrverlust, Hussong 8 Jahre Außer den im Bericht des>> Neuen Vorwärts< Zuchthaus und 8 Jahre Ehrverlust und wortlos stehen. Kommt da solch eine Dreck- Betriebsfrieden gestört, nicht umgekehrt. ( Nr. 192) angegebenen gesundheitlichen Stö- Heilig 5 Jahre Zuchthaus und 5 Jahre rungen treten noch besonders Erkrankun- Ehrverlust. gen der Augen auf. Arbeiter, die seit längerer Zeit in der Giftkammer arbeiten sind bereits derartig schwach auf den Augen, daß man sie in anderen Werkstätten beschäftigen muß, damit sie das Augenlicht nicht völlig verlieren. Seit drei Tagen spricht man in dem Werke davon, daß ein Arbeiter erblindet sei. ren wir noch folgendes: Die Belegschaft kennt die Gefahren und ist daher sehr unzufrieden, da die Unfall-, bezw. Krankheitsverhütung völlig ungenügend ist. Dazu wird uns geschrieben: Am 8. und 9. März verhandelte der 2. Senat des sogenannten Volksgerichtshofes Berlin in Karlsruhe neben anderen auch gegen unsere Führer nennt Ihr Bonzen und Eure Also seele ohne Anlaß an seine Drehbank und sagt Das Arbeitsgericht hat am 27. Februar provozierend» Heil Hitler. Baumann hörte 1935 die fristlose Entlassung für berechtigt nicht. Der Kerl provozierte weiter:» Gell, die Bonzen haben wir weggejagt.<< Nun kann sich erklärt, denn Baumann hat Schuld, nicht die Baumann wegen der Beleidigung seiner Nazis. Als Beweis wird auf all das hingewieFreunde nicht mehr halten und äußerlich sen, was oben gesagt und von Baumann nicht ruhig erwidert er:» Ja, mit dem Unterschied, bestritten wurde. Diese Jammerkerle von Arbeitsrichtern mußten im Urteil folgende Bonzen nennt Ihr Führer.<< Dieses Wort wird Ehrenerklärung für Baumann ausstellen: den Dreher Jakob Baumann aus Mannheim » Sein Verhalten zeigt, daß er nach wie vor später gegen ihn verwendet. und schickte ihn auf zehn Jahre ins ZuchtBaumann wehrt sich an seiner Einstellung festhält.< Die Kosten auch gegen die haus, verschärft durch zehn Jahre Ehrverlust des ganzen Verfahrens mit 600 Mk muß er zwangsweise Stärkung der Nazi- Kassen und wegen>> Hochverrat<<. Die Arbeiterschaft in kauft keine Abzeichen, Plaketten, Sträußzu der Vergewaltigung auch noch tragen. Mannheim verehrt diesen Märtyrer seiner chen etc. Selbstverständlich beteiligt er sich Jetzt haben feile» Volksrichter<< diesen Ueberzeugung um so mehr, denn Jakob Bau-| 1933 und 1934 nicht an den Maifeier- Schän- prächtigen Menschen zu zehn Jahren Zuchtdungen durch die Nazis. Aber noch immer haus verurteilt, nachdem er erneut fast 1½ arbeitet er bei Lanz. Jahr in Untersuchungshaft gehalten war; dieder Decke arbeiten mußten( Rohrleger Baumann arbeitete bei der Maschinen- Am 11. September 1934 erleidet er einen sem Ehrenmann lautersten Charakters und und Elektriker) wurden von starken fabrik Lanz und war dort viele Jahre der Betriebsunfall, der ihn arbeitsunfähig macht. herrlicher Ueberzeugungstreue auf zehn Jahre Kopfschmerzen befallen und mußten ständig immer wiedergewählte Betriebsratsvorsitzen- Während dieser Zeit, am 4. Oktober wird er der Ehre verlustig erklärt. Lächerlich! Als an die frische Luft gehen. Einige fielen de. Der Ortsverwaltung Mannheim des verhaftet unter der Beschuldigung des Hoch- wenn Nazis einem anderen die Ehre nehmen plötzlich von den Gerüsten, bezw. Deutschen Metallarbeiter- Ver- verrats. Im Gefängnis, am 28. November, die könnten. Die Nazi- Ehre ist nur eine BesudeLeitern und zogen sich z. T. schwere Kno- bandes gehörte er als Beisitzer an. Eine Folgen des Unfalles sind einigermaßen be- lung ehrenhafter Menschen. Jakob Baumann chenbrücke zu. Das lag besonders daran, daß markante, stattliche Person, von wahrhaft hoben, wird er wieder arbeitsfähig geschrie- bleibt unter den Parteigenossen und Gewerkanfangs keine Ventilatoren eingebaut waren vornehmen Charakter, zurückhaltend und lie- ben. Kurz darauf, am 7. Dezember 1934 wird schaftern, besonders unter den Metallarbeiund die Gase sich am meisten an der Decke benswürdig, war er unter den Mannheimer Baumann aus der unschuldig erlittenen Un- tern was er immer gewesen ist: unser guter sammelten. Inzwischen sind in alle Werkstät- Metallarbeitern der beliebtesten einer. Auch tersuchung entlassen. Am anderen Tage, am Kamerad, dem die Treue vergolten wird, wenn ten Ventilatoren eingesetzt worden. die Firma Lanz zollte Baumann die schuldige 8. Dezember entläßt ihn die Firma Lanz mit die Freiheit errungen ist. Die meisten Unfälle geschahen kurz nach Eröffnung des Betriebes, da noch nicht alles fertig. Besonders die Arbeiter, die oben an Die Hirschberger Arbeitslosen versuchen sich nach bestem Können zu drücken, niemand will dort eingestellt werden. Die Einstellungen erfolgen daher auch ständig unter Druck.( Unterstützungsentzug.) Zur Zeit sind schon viele auswärtige Arbeiter eingestellt. Vor einigen Tagen waren allerlei antifaschistische Losungen an etlichen Wänden zu lesen. Die Firma hat strenge Untersuchungen eingeleitet und alle Betriebsangehörigen mußten umfangreiche Fragebogen ausfüllen, worin auch die Fragen nach der ehemaligen Parteizugehörigkeit enthalten sind. mann stand bis zuletzt in ihren Reihen als Sozialdemokrat und Gewerkschafter. Die Arbeiter glauben ihnen doch nicht! zur Verhaftung des Lokomotivführers und Heizers, die aber bei der Beuthener Gestapo dabei verblieben, daß niemand anders in den Mißlungene Ablenkungsmanöver Unsere Herzen Lokomotivschuppen Zutritt hatte, sind in Spanien Die Gestapo provoziert! ein Provokateur und den müsse sich die Gestapo suchen. Nachdem die Aufschrift da war, hatAus Beuthen OS wird uns geschrieben: wagen, Betriebsleitung und Vertrauensrat ten sie keine Ursache, sie von der Lokomotive Sie haben vor uns doch Angste, ist erfahren können, daß man nicht ruhig alles zu entfernen. Die Verhafteten wurden zwar ein Ausspruch, den man jetzt wiederholt in hinnimmt, was befohlen wird. In einer Reihe wieder in Freiheit gelassen, kamen aber ob Gesprächen der oberschlesischen Kumpels von Gruben sind neue, größere Kohlenwagen des Verhältnisses nicht mehr auf ihre frühere hören kann, was nicht zuletzt durch verschie- angeschafft worden, worauf schon am ersten Arbeitsstätte zurück. Wie zersetzend die Gase sind, geht dar- dene Aktionen gegen die Meckerer durch die Tage auf der Kastelengo grube zu lesen Die Propaganda zieht nicht mehr. Arbeitsfront und verschiedene andere Nazi- war:» Du bist so groß und ich so klein und Ob nun die Nazis eine Jagd nach polnider noch kein halbes Jahr im Betrieb war, organisationen bestätigt wurde. Die Stimmung das soll Kraft durch Freude sein!«, oder auf schen Zeitungen veranlassen oder besondere der Arbeiterschaft untertage ist so aggressiv, einer anderen Schachtanlage der gleichen Kurse zum Schutz des>> deutschen Volkstums< erklärt ein Generaldirektor gegenüber dem Grube» Das ist eine neue deutsche Tat, die im Grenzland veranstalten, ob Heiligen- Bilder Vorsitzenden des Gleiwitzer Arbeitgeberver- der Vertrauensrat genehmigt hat! Daß man aus den Schulen entfernt werden oder Massenbandes, in Gegenwart des Gauleiters der Bres- die Wagen immer größer baut und uns noch austritte der Lehrer aus der Kirche veranaus hervor, daß der neuerbaute Schornstein, im Dezember 1936 schon derartig gewaltige Schäden aufwies, daß man ihn Anfang Januar außer Betrieb setzte. Man baute sofort einen provisorischen Holzturm, der innen stark mit Säurekitt belauer Nazis, daß man bald mit einem offenen mehr den Lohn beklaut!«. Alle Nachforschun- laßt werden, das alles wird jetzt mit ziemlegt wurde. Gleichzeitig ging man daran, den Widerstand rechnen kann und prompt erfolgt gen nach den Täterm blieben erfolglos, aber licher Sicherheit von den Arbeitern als nichts verhindern. und sah sich die Antwort des Nazigauleiters, daß es schon der Vertrauensrat erhielt dafür den Besuch alten Schornstein stark zu verkitten. Er kam anderes, denn Ablenkungsmanöver betrachtet, dann wieder in Betrieb, doch schon nach 14 lange auffällt, daß die oberschlesischen Kum- zahlreicher Beschwerdeführer weil man die offene Pleite des Hitlersystems Tagen mußte er wieder außer Betrieb gesetzt pels doch den Nationalsozialisten nichts glau- schließlich veranlaßt, zu sagen, daß nicht er nicht mehr durch neue Versprechungen verben. Das hätte sich insbesondere bei der die Schuld trage, sondern ausschließlich die decken kann. Wird wieder einmal die Russenwerden, da die Säuregase bereits den ganzen Durchführung von Versammlungen zur He- Kreisleitung der Arbeitsfront. Kitt zersetzt hatten und Fachleute erklärten, hetze im großen Stil aufgezogen, die dann bung der Stimmung, die die Arbeitsfront der Schornstein müsse einfallen, wenn nicht Unsere Herzen sind in Spanien. den Kumpels Unterhaltungsstoff bietet, so ist durch 12 Redner aus dem Reich durch den mit anderen Maßnahmen gegen den Zerfall Die Tatsache, daß es amtlich verboten ist, man mit der Antwort zurückhaltend und beeingeschritten werde. Vorgeschlagen wurde, sogenannten Aktionssturmtruppe veranlaßt früher die merkt, morgen bleibt wieder> die verbilligte hat, erwiesen, wo die Belegschaften einfach über Spanien zu sprechen, was den Schornstein innen mit Blei zu umkleiden, zum Kampf Mariechen weg«( Margarine), denn das Radio überrascht werden mußten, beziehungsweise Naziorganisationen ausgiebig was die wirksamste Methode gewesen wäre. zur Teilnahme direkt gezwungen wurden, und gegen die Bolschewisten ausgenutzt haben. hat angekündigt, daß in Rußland die HungersDies mußte jedoch aus zweierlei Gründen auch dann wurde noch jede Gelegenheit be- findet in der Arbeiterschaft lebhafte Kom- not ausgebrochen ist. Man sorgt auch innerabgelehnt werden. 1. Die Rohstoffknappheit nutzt, um sich vor den Betriebsappellen zu mentare, mit dem Hinweis, daß Hitler in Spa- halb der Kameradschaften dafür, daß frühere läßt nicht zu, daß hier hunderte Quadrat drücken. Der eine hatte eine kranke Frau, nien seine Kloppe weg hat< und darum will Nazis diese Unterhaltungen dem Vertrauensmeter Bleiblech verbraucht werden, 2. die ge der andere mußte waltigen Kosten. Daher wird zur Zeit der ausgerechnet an diesem man alles unterbinden, um die Wahrheit zu rat mitteilen, damit er nur ja über die StimTage einen Besuch abstatten, die BetriebsSchornstein innen nochmals Es ist ja kein Geheimnis, daß mung der Belegschaft den Kreisleiter der Armit Säurekitt appelle waren alle sehr, sehr schlecht bestark verkittet, außen kommt eine 20 cm eine Reihe Oberschlesier ihr Leben in Spanien beitsfront unterrichten kann. Alle können sie starke Schicht einer säurebeständigen Masse sucht. Was nützt unsere ganze Aktion, die bereits gelassen haben, auch Briefe aus Spa- doch nicht einsperren und es ist schon egal, glauben Arbeiter nien zirkulieren in Gesprächen, die der eine ob man hier oder im Gefängnis hungert, konndaran, die gleichzeitig dem Turm eine große nicht!<. Nichts natürlicher, als daß die Ar- oder andere von seinen Verwandten erhalten te ein Betriebsleiter aus der Heinitzgrube bei Festigkeit verleiht. Diese Arbeiten werden behat. Und auf beiter zu der Erkenntnis kommen, daß man der Karstenzentrumsgrube Beuthen erfahren, als er die Belegschaft eines schleunigt ausgeführt, da bereits bei dem konnte man eines Tages auf der Fahrtstrecke Vororts ob der dauernden Meckerei über alles, provisorischen Holzturm Einsturzgefahr bedoch vor ihnen Angst habe. groß und deutlich lesen:» Unsere Herzen sind was er anordnet, zu verwarnen versuchte. in Spanien«, die» Volksfront muß siegen> Sie haben vor uns Angst«, daß ist immerUnd obwohl man diese Aufschrift rasch be- hin ein Fortschritt in der Widerstandsbeweseitigt hat, so ging sie wie ein Lauffeuer gung der oberschlesischen Kumpels und sie nicht nur auf dieser Zeche, sondern innerhalb nutzen diese Tatsache aus, um höheres Geder Arbeiterschaft des Industriebezirks. dinge und bessere Behandlung zu erzwingen, was bisher vielfach mit Erfolg gelungen ist. So man hat.. steht. uns doch Es wird gemeckert. Die Opposition der Kumpels kommt verEinige andere Beispiele können noch aufschiedentlich zum Ausdruck, sei es, daß sie zeigen, welch gewaltige zersetzende Wirkung jetzt die Regelung des Gedinges mit die Säuregase ausüben: Die Röhrenleitungen jetzt die Regelung des Gedinges mit einem für Wasser, Dampf usw., die bisher aus Eisen Delegierten ihrer Kameradschaft und dem bestanden, mußten in etlichen Werkstätten Vertrauensmann erzwingen, sei es, daß durch bereits zum zweitenmale erneuert werden, da verschiedene Anschriften sie ständig von den Gasen zerfressen worden sind. Jetzt werden die ganzen Rohrleitungen, die eine Länge von einigen Kilometern aufweisen, durch Bleirohr ersetzt. neuer Maschinen, auf den Kohlenden Zerfall derselben nicht verhindern, sondern nur aufhalten könne. Provokateure mit falschen Parolen, Daß die Gestapo im oberschlesischen Industriegebiet nach all ihren Miẞerfolgen zur zumal das Ueberholen Provokation übergeht, konnte an einem Fall» Jedermann hat so viel zur Steuerung der auf der Abwehrgrube bei Klaus- winterlichen Not beigetragen, daß man sien berg festgestellt werden. Auf einer Loko- mit ruhigem Gewissen in den nächsten MoDie Maschinen litten ebenfalls unter In einigen Abteilungen, wo mit der Säure motive war des Morgens eine Aufschrift an- naten jeden Sonntag wieder Mehrtöpfiges Säurewirkungen, so daß sie ständig über- gearbeitet wird, besteht die Vorschrift, sofort gebracht, die besagte> bei Brünning und Pa- leisten kann, so man hat. Duftige Frühholt werden mußten. Jetzt hat die Firma den Arzt wenn ein Tropfen pen, hatten wir noch Braten, bei Hitler und lingsgemüseplatten und Salatschüsseln ahnt eine Anweisung an die Monteure herausge- Säure die Haut berührt hat. Kommt die Säure Göring, reicht es kaum auf einen Hering« und unser Geschmackssinn bereits bracht, daß nur noch notwendige Repara- auf den Anzug, so zerfriẞt sie sofort den die Belegschaft war sofort einig darüber, daß sogar österliche Eiergerichte, falls turen an den Maschinen gemacht werden Stoff und verbrennt noch die Haut. Das Werk dies nur Agenten der Gestapo ausgeführt ha- die Standesorganisation der sollen, das ständige Ueberholen der Ma- hat daher ständig einen Arzt und einen eige- ben, schinen käme teuerer als die Anschaffung nen Krankenwagen, aufzusuchen, vielleicht denn über den Quatsch unterhält sich Hühner dies billigt.<< kein Arbeiter mehr. Man schritt auch prompt ( Der> Westen<, Nr. 73, Berlin.), Moskauer Prozeßgeheimnisse Enthüllungen eines führenden Bolschewisten über die politischen und psychologischen Hintergründe der Moskauer Prozesse und die Ausrottung der alten Bolschewisten IV. Stalin gegen die alten Bolschewisten Exekutionen Dieser Entschluß Stalins ist hauptsäch- tien der Rechte des» Menschen und Bür-[ zen dem neuen Prozeß geben wollten. Die oder zu Grunde zu gehen. lich durch die zusammenfassenden Be- gers<< bringen würde. Nach den Plänen Vorarbeiten wurden streng geheim ge- haben vorläufig nicht stattgefunden, abrichte bestimmt worden, aus denen her- Stalins spielte die Verfassung jedoch eine führt. Im Politbüro wurde die Frage vor- gesehen von den Erschießungen vorging, daß die wirkliche Stim- ganz andere Rolle: sie mußte ihm helfen, her nicht erörtert. Molotow und Kali- der Ausländer, die sämtlich der Vermung in der überwältigenden uns endgültig jeden Einfluß auf die Ge- nin gingen in Urlaub, ohne wissen, bindung mit der Gestapo, der polnischen Mehrheit der alten Parteiar- staltung des Schicksals des Landes zu welch eine Ueberraschung für sie vorbe- Spionageabteilung usw. beschuldigt werbeiter ihm gegenüber absolut nehmen. Alles andere wurde durch mehr reitet wurde. Nach dem Fall Nikolajew ist den. Aber auf Wunsch werden in die feindlich sei. oder weniger zufällige Umstände bestimmt. für die Uebergabe angesehener Parteige- Listen dieser» Ausländer<< auch russische Die Prozesse und Untersuchungen nach Der Einfluß Gorkis war nach dem nossen an das Revolutionstribunal die vor- Staatsbürger hineingesetzt, es heißt, daß der Ermordung Kirows haben unzweifel- zweiten Kamenew- Prozeß stark gesunken. herige Zustimmung des Politbüro nicht man so mit L, Sosnowski verfahren ist... haft bewiesen, daß die Partei sich keines- Aber sein Stern war keineswegs endgültig erforderlich, wenn diesen Parteigenossen Von Einwanderern, auch wenn sie die wegs mit der persönlichen Diktatur Sta- erloschen: äußerlich fand eine Aussöhnung Handlungen terroristischen Charakters zu- Sowjetstaatsbürgerschaft erworben haben, lins ausgesöhnt habe; daß ungeachtet zwischen ihm und Stalin statt, und er war geschrieben werden. Von Anbeginn an braucht schon gar nicht geredet zu aller öffentlichen Erklärungen die alten bis zu seinem Ableben der einzige, mit war Wyschinski in diese Angelegen- werden. * dem Attentat Nikolajews zutage gefördert Die Vorbereitung wurden. Es muß anerkannt werden; Stalin hat für diese Tatsachen auch die Begründung gefunden und unerschrocken ( Schluß.) Die verkümmerte Textilmesse Bolschewisten sich im Grunde ihrer Seele dessen Meinung Stalin, wenn auch nur in heit eingeweiht. Die gesamte Leitung lag Wir alle alten Bolschewisten, die eine ablehnend gegen ihn verhalten; daß diese gewissen Grenzen rechnete. Wäre er am in den Händen Jeshows. mehr oder weniger beachtliche vorrevoluablehnende Haltung nicht abnehme, son- Leben geblieben, so hätte der August- Der Prozeß war nicht nur für die klei- tionäre Vergangenheit haben, sitzen jetzt dern wachse und daß die ungeheure Mehr- Prozeß möglicherweise dennoch einen an- nen Parteifunktionäre, sondern auch für in unseren Höhlen und zittern. Denn es ist heit aller jener, die ihm heute ihre gren- deren Ausgang genommen. Jedenfalls un- die Mitglieder des Zentralkomitees und ja theoretisch erwiesen, daß wir alle in den zenlose Ergebenheit versichern, ihn mor- terliegt es keinem Zweifel, daß der Tod mindestens für einen Teil der Mitglieder heutigen Verhältnissen unerwünschgen bei der ersten Wandlung der politi- Gorkis endgültig allen denen die Hände des Politbüros eine vollkommene Ueber- te Elemente sind. Es genügt, daß wir schen Situation verraten würde. freimachte, die in der nächsten Umgebung raschung. Stalin hatte seine Zustim- irgend einem, der mit der Untersuchung Diese grundlegenden Tatsachen stellte Stalins die Beschleunigung der mung gegeben und fuhr, als der Prozeß betraut ist, über den Weg laufen, damit wird. in vollem Gange war, zur Erholung nach unser Schicksal entschieden EinStalin aus dem Studium aller Materialien Abrechnung' forderten. fest, die durch die Untersuchungen nach e dem Kaukasus, damit man nicht eine treten wird ja doch für uns niemand. DaSitzung des Politbüros zur Erörterung der für aber wird der Sowjetbürger mit allen Frage über das Schicksal der Verurteilten möglichen Konzessionen und Erleichterunder Prozesse einberufen konnte. Diese Frage wurde gen überschüttet. Das geschieht bewußt: Ende Juli( 1936) fand in Moskau bei lediglich in den offiziellen Parteiinstanzen, geschieht bewußt, damit die Abrechnung die Schlußfolgerungen aus ihnen gezogen. geschlossenen Türen und natürlich unter im Präsidium des Zentralen Exekutiv- mit uns in ihrer Erinnerung untrennbar Die Ursache der geschilderten Haltung vollkommenem Ausschluß der Oeffentlich- komitees erörtert und dort wagte niemand, verbunden sein soll mit der Erinnerung liegt nach der Auffassung Stalins in der keit ein Prozeß gegen eine kleine Gruppe die Stimme gegen die Vollstreckung des an die von Stalin empfangenen Gnaden. Psychologie der alten Bolsche- jungkommunistischer Studenten statt, die Todesurteils zu erheben. Ein gewisser wisten selbst. Groß geworden unter der Vorbereitung eines Atten- Kampf fand nur bei der Frage über die den Bedingungen des revolutionären tats auf Stalin angeklagt waren. weiteren Prozesse und über den Kreis der Kampfes gegen das alte Regime, hätten Das waren fast durchwegs grüne Jungens. Personen, die zu ihnen herangezogen werwir alle die Psychologie von Oppositionel- Getan hatten sie nichts, und über Ge- den sollten, statt. Unter dem Druck einilen, von unversönhlichen Protestanten in spräche gingen sie nicht hinaus. Aber die ger Mitglieder des Politbüros wurde eine Mit den größten Anstrengungen bemühen uns entwickelt. Ob wir es wollten oder Gespräche waren ernst, und die Entschlos- Erklärung über die Rehabilitierung Bu- sich die Nazis, die gewaltig zusammennicht, unser Geist arbeite stets in der senheit, bis zu Ende zu gehen, war offen- charins und Rykows veröffentlicht, geschrumpfte Leipziger Messe wieder zu einer Richtung der Kritik alles Bestehenden. bar vorhanden. Es war einer von jenen charakteristischerweise ohne vorherigen Weltmesse auszubauen. Die Industrie, und Ueberall suchten wir in erster Linie die Fällen, die bei uns nicht selten sind, denn Verhör dieser Angeschuldigten selbst. Wirtschaftsverbände ordnen die ZwangsausJeshow stellung durch ihre Mitglieder an, damit schwachen Seiten. Kurz gesagt, wir sind Explosivstoff ist im Lande genügend vor- Diese Konzession wird jetzt von alle nicht Aufbauer, sondern Kritiker, Zer- handen. Vor Gericht leugnete die Mehrzahl bedauert, der unverhohlen davon spricht, nicht wie in den ersten Jahren der Naziherrstörer. In der Vergangenheit war das gut, der Angeklagten ihre Pläne nicht ab und be- daß es ihm schon gelingen würde, sie jetzt, wo wir uns mit positivem Aufbau mühte sich nur, einige persönliche Freunde korrigieren. Stalin blieb während seines stehen bleiben. Der Erfolg ist dennoch befassen müssen, ist das hoffnungslos zu retten, die zufällig auf die Anklagebank Urlaubs auf alle einschlägigen Fragen höchst unbefriedigender. Unmittelbar vor der schlecht. Mit einem solchen Menschen- geraten waren. Der Fall war nicht kompli- systematisch die Antwort schuldig, aber diesjährigen Frühjahrsmesse konnte man in material aus Skeptikern und Kritikastern ziert und an und Bekleidungsdem Charakter des Urteils jetzt hat er offen den Standpunkt einge- der Vereinigten Textilkann man nichts Festes aufbauen, wir aber wurde nicht gezweifelt. Denn nach dem nommen, daß die Säuberung bis zu Zeitschrift« in einem Aufsatz von Hans W. müssen jetzt vor allem an die Festigkeit Fall Nikolajew werden alle Gespräche über Ende durchgeführt werden müsse. Auch Aust über die Leipziger Textilmesse lesen: des Sowjetstaates denken, denn wir gehen Terror bei uns nach einem einheitlichen das Argument, wie die öffentliche Meigroßen Erschütterungen entgegen, die mit Schema bestraft. Um so mehr staunten nung Europas auf all diese Dinge reagiedem unvermeidlich kommenden die Richter, als der Vertreter der Anklage ren würde, übte auf ihn keine Wirkung Krieg verbunden sind. Auf verlangte, daß der Fall zur Nachunter- aus. alle derartigen Hinweise erAuch die Schlußfolgerung, die Stalin suchung weitergeleitet werde. widerte er verächtlich:» Tut nichts, aus dieser Feststellung zog, ist keineswegs Später wurde bekannt, daß er diese sie werden es schlucken!<< Dieschüchtern: Wenn die alten Bolschewisten, Forderung auf Anordnung der höchsten jenigen, die sich über den Prozeß entd. h. jene Gruppe, die heute die herr- Obrigkeit gestellt hatte, und daß diese rüsten würden, könnten auf die Politik schende Schicht im Lande bildet, für die letztere nach direkten Anweisungen aus ihrer Länder keinen entscheidenden EinAusübung dieser Funktion unter den neuen dem Sekretariat des Zentral- fluß ausüben, und» Artikelchen in Verhältnissen nicht brauchbar sind, und Bis zum Ende! zu schaft Tausende von Verkaufsständen leer sind > Es war einmal eine Zeit, da die Stadt Leipzig Mittelpunkt der textilen Welt war. Es war einmal eine Zeit, in der es eine Leipziger Textilmesse gab. Wieso, hört man fragen, die gibt es doch heute noch. Nein, verehrte Freunde, Leipzig, wie es sich heute dem Textilbesucher darbietet, ist nicht das, was man unter einer Messe versteht. Es ist eine Ausstellung, der einige Verkaufsstände angeschlossen sind. Es ist ein verkümmerter Ast an dem Baume des Daran deutschen Textilschaffens. ändert auch nichts, daß seit einiger Zeit der Name der Textil- und Bekleidungsmesse umgeändert wurde. So gut die Absicht ist, die Verwirklichung der Bekleidungsmesse ist auch vorläufig noch nicht erreicht, wenn einige Entschlossene dem Ruf gefolgt sind. Es ist ja noch nicht einmal eine wirkliche Textilmesse in den letzten Jahren zustandegekommen..< den der den so komitees handelte. Hier war beschlos- Zeitungen« sind ihm im höchsten Grade müssen sie möglichst schnell von ihren sen worden, diesen relativ unbedeutenden gleichgültig. Posten abgesetzt und durch eine neue Fall politisch auszuwerten. Die Nachunterherrschende Schicht ersetzt werden. Nach suchung wurde Agranow in die Hand den Plänen Kirows war die Aussöhnung gegeben und dies bestimmte sofort ihren Ob es zu weiteren Prozessen kommt, mit der parteilosen Intelligenz, die Hinein- Charakter. Von den angeklagten Studen- ist vorläufig noch unbekannt, aber aber die ziehung der parteilosen Arbeiter und ten wurden Fäden zu ihren Pro- Agranow erteilten Instruktionen Bauern in das gesellschaftliche und poli- fessoren für politische Wis- hart und unerbittlich: es soll bis zu Ende Das Eingeständnis dieses Fachmannes tische Leben des Landes ein Mittel zur senschaften Partei ge- gesäubert werden. Jagoda( der frühere steht in einem krassen Gegensatz zu der Verbreiterung der sozialen Basis der Re- schichte gezogen. In beliebigen Vor- Chef des Innenkommisariats) flog von sei- schreienden Reklame, die das Naziregime mit gierungsgewalt, ein Mittel zur Annäherung lesungen über die Geschichte der russi- nem Posten, da er in leichter Form angeblichen Aufwärtsenwicklung der der letzteren an alle demokratischen schen revolutionären Bewegung kann man Versuch machte, die Aufrollung des Pro- Leipziger Messe unter seiner Herrschaft Schichten der Bevölkerung. Im Plane mit Leichtigkeit ganze Seiten finden, die zesses, von dem er nur erfuhr, nachdem macht. Stalins haben die gleichen Maßnahmen die Entwicklung kritischer Stimmungen fast alles fertig war, zu verhindern: eine ganz andere Bedeutung erlangt: sie gegenüber der Regierung fördern und verlangte, daß die Prozeßfrage auf die müssen jetzt eine solche Umkrempelung junge, heiße Köpfe zeigen stets die Nei- Tagesordnung ,, Eignung vorausgesetzt" des Politbüros gestellt der herrschenden Schicht des Landes her- gung, ihre Schlußfolgerungen hinsichtlich werde. A granow erhob gegen ihn die Bei der Deutschen Reichspost soll wieder beiführen, daß aus ihren Reihen alle ent- der Gegenwart durch Hinweise auf Tat- Anschuldigung, daß er die alten Partei- eine Anzahl von Anwärtern für den gehofernt werden, die vom Geiste der Kritik sachen zu bekräftigen, die ihnen schon auf funktionäre decke, und jetzt befindet er benen mittleren Postfachdienst angesteckt sind, und daß eine neue herr- der Schulbank offiziell bestätigt worden sich faktisch unter Hausarrest. Jeshow, eingestellt werden. Die Bewerber, die das schende Schicht mit einer neuen Psycho- sind. Agranow brauchte nur die Wahl der die Leitung des Innenkommissariats 23. Lebensjahr nicht überschritten haben sollogie entsteht, die auf den positiven Auf- zu treffen, wen von den genannten Pro- übernahm, hat den ganzen leitenden Kopf sen( Ausnahme: gedienter Jahrgang 1914), bau gerichtet ist. fessoren man als» Mitverschworenen« be- der alten GPU abgesetzt, von den» alten müssen die Reifeprüfung abgelegt haben und er Es würde zu weit führen, im Einzelnen trachten müsse. Auf diesem Wege wurden hat er lediglich Agranow zurückbehalten. der NSDAP, der HJ, SA, SS oder dem darzulegen, wie die vorbereitenden Maß die ersten Angeklagten für den» Prozeß Der neue Apparat des Innenkommissa- NSKK angehören und dort die weltannahmen zur Realisierung dieses Planes der Sechzehn( im August 1936) gewon- riats in der Hauptstadt und in der Pro- schauliche Schulung der NSDAP durchgeführt wurden. Die größte Auf- nen. Noch leichter war es, von den jugend- vinz ist mit Leuten aus dem Apparat der mit Erfolg durchlaufen haben. merksamkeit wurde natürlich auf die Be- lichen Angeklagten Fäden zu den alten Parteisekretariate besetzt: das sind alles Bevorzugt werden diejenigen Bewerber arbeitung des Parteiapparates gelenkt, der Bolschewisten aus den Reihen der frühe- jene Leute, die auch schon früher mit sonstige Eignung vorausgesetzt -, die sich in vielen Teilen radikal» erneuert wurde. ren Oppositionsführer zu ziehen. Ein Teil Jeshow zusammenarbeiteten und seine vor dem 30. Januar 1933 für die nationalsoEs unterliegt auch keinem Zweifel, daß des Materials war schon früher vorbe- Vertrauenspersonen waren. Es gehen Ge- zialistische Volkserhebung außergewöhnvornherein entschlossen war, reitet. Agranow, der nach dem Fall rüchte, daß eine Anzahl der Verhafteten lich betätigt haben, und solche, die seine Maßnahmen in dieser Richtung zu Nikolajews alle Prozesse gegen Oppositio- im Gefängnis gestorben sind: Die Verhöre ihrer aktiven Dienstpflicht bei der WehrEnde zu führen, bis zur Verwirklichung nelle leitet, hat einen ansehnlichen Vorrat werden in grausamer Weise durchgeführt macht in Ehren genügt haben. Auf sportder neuen Verfassung. Wir erwarteten, entsprechender Dokumente angefertigt. und vor den Angeklagten steht die ein- liche Durchbildung wird besonderer daß jedenfalls den alten Bolschewisten Es handelte sich lediglich darum, welch fache Alternative, entweder alles zu ge- Wert gelegt. diese Verfassung immerhin einige Garan- leinen Umfang die höchsten Parteiinstan- stehen, was Agranow von ihnen verlangt, Stalin von ( Deutsche Zeitungsmeldung.) Nr. 19? BEILAGE_ Ifcogcllogtttficfö_ 21. Marz 19" Die innere Politik Leon Blums Neue Phase: Sidierung des Errelditeii. Von Dr. Bichard Kern. Ein großes Werk hat die französische Regierung unter der klugen und energischen Führung unseres Genossen Leon Blum vollbracht. Mit einem Schlag sind die sozialen Rückständigkeiten beseitigt worden, die, oft niedrigen, Löhne sind um ein Viertel bis ein Drittel gesteigert, der bezahlte Urlaub eingeführt, die Vierzigstundenwoche ohne Lohnabzug beschlossen und in den wichtigsten Industrien bereits verwirklicht worden: der Kollektivarbeitsvertrag ist zur herrschenden Form des Arbeitsverhältnisses geworden und das obligatorische Schiedsverfahren, das bei der politischen Machtverteüung ein wirksames Mittel zur Erhaltung und Erweiterung der sozialen Errungenschaften darstellt, ist in Kraft getreten. Zugleich ist die französische Gewerkschaftsbewegimg, früher von geringem und schwankendem Einfluß auf die Masse der Arbeiter, zu einer, mindestens zahlenmäßig, der stärksten Gewerkschaftsorganisationen überhaupt geworden, die jetzt geeint die Arbeitermaasen umfaßt. Diese Leistung ist um so bewunderungswerter als die soziale Struktur Frankreichs der Arbeiterschaft keineswegs eine so starke Stellung gibt wie in anderen Industriestaaten. Frankreich ist auch noch heute zunächst ein Bauernland. Fast genau die Hälfte der Bevölkerung lebt auf dem Lande, besteht aus kleinen und mittleren Bauern und der Familienbetrieb herrscht vor. Aber auch in der städtischen Bevölkerung überwiegt der kleine und mittlere Kapitalist, der Handwerker und Kleinhändler. Das französische Unternehmertum, so hat erst kürzlich der Kriegsmini- ster Daladier, der Präsident der Radikalen Partei, betont, besteht zu einem großen Teil aus kleinen und mittleren Unternehmern, die etwa 57 Prozent der gewerblichen Arbeiterschaft beschäftigen. Es gibt rund zwei Millionen Unternehmer, deren jeder weniger als zehn Arbeiter beschäftigt: in diesen Betrieben stehen aber mehr als fünf Millionen, während die eigentliche Großindustrie nur vier Millionen zählt. Die Großindustrie, und damit die großindu- strielle Arbeiterschaft spielen also in Frankreich eine viel kleinere Rolle als etwa in Deutschland, England und den Vereinigten Staaten. Andererseits übt das Schwergewicht der bäuerlichen Massen stets einen entscheidenden Einfluß auf die Wirtschaftspolitik jeder französischen Regierung aus: die Bekämpfung der Agrarkrise war deshalb eine entscheidend wichtige Aufgabe für die Regierung Blum, und durch die Einführung einer Art Getreidemonopols ist auch die Hebung der in der Krise völlig unlohnend gewordenen Preise gelungen. Die französische Regierung ist überhaupt, sozial gesehen, ein Bündnis der Arbeiterschaft mit großen Teilen der Bauernschaft und des kleinen und mittleren städtischen Bürgertums einschließlich eines erheblichen Teiles der Intellektuellen aller Art Es sind Schichten, die seit der französischen Revolution, deren Tradition stets lebendig und bestimmend geblieben ist, in Frankreich politisch progressiv sind und in«Hoti entscheidenden Momenten in der französischen Geschichte im Verein mit der Arbeiterschaft den Ausschlag gegen die Reaktion gegeben haben. Das soziale Reformprogramm der Regierung Blum erschien aber von Anfang an bedroht durch die finanziellen Schwierigkeiteu, die sich seiner Ausführung entgegenstellten. Die neue Regierung hatte eine schwere Erbschaft angetreten. Die Wirtschaftskrise dauerte noch an. Die Regierung Doumergue, Flan- din und Laval konnten trotz zum Teil harter Sparmaßnahmen das Gleichgewicht im Budget nicht erreichen; die Defizite wuchsen und die Deckung auf dem normalen Anleiheweg wurden angesichts der beständig zunehmenden Ansprüche des Staates immer schwieriger; die Kurse der Staatsanleihen sanken immer, und auch die Unterbringung kurzfristiger Schulden wurde stets schwieriger; das Mißtrauen in die Finanzen und, dadurch genährt, das Mißtrauen in den französischen Francs nahm zu und eine Welle von Kapitalflucht folgte bald der anderen. Der Goldschatz der Bank, der Anfang 1936 noch 66 Milliarden Francs betragen hatte, näherte sich immer mehr der Grenze von 50 Milliarden, einem Betrag, den der französische Generalstab als ein Minimum betrachtete, unter das der Goldbestand aus Gründen der Landesverteidigung nicht sinken dürfte. Der These der Rechtsregierungen hatte die Opposition die Auffassung entgegengestellt, daß eine Sanierung der Finanzen während der Dauer der Krise unmöglich sei oder zu mindestens Opfer erfordere, die dem Volke nicht zugemutet werden könnten. Die Herstellung des Budgetgleichgewichtes könnte nicht eine Voraussetzung der Ueberwindung der Krise sein, sondern umgekehrt: der Staat müßte durch große Arbeiten, durch Hebung der Massenkaufkraft, die wirtschaftliche Stagnation überwinden, die brachliegenden Kapitalien in den Wirtschaftskreislauf zurückführen und so eine neue Prosperität einleiten; dann würde die Sanierung der Finanzen leichter zu erreichen sein. In der ersten Phase hat die Regierung Blum nach diesem Programm gehandelt. Die Erspamismaßnahmen der früheren Regierungen wunden, soweit sie die ärmeren Schichten trafen, größtenteils beseitigt; die Lohnerhöhungen vermehrten die Kaufkraft der Arbeiter und die Agrar- maß nahmen die der Bauern. Geschah dies auch selbstverständlich zum Teü auf Kosten anderer Schichten— denn eine Vermehrung der Gesamtkaufkraft kann nur durch Steigerung der Gesamtproduktion und nicht durch andere Verteilung des Sozialprodukts erzielt werden— so stieg doch die Nachfrage nach den Gütern des Massenbedarfs und die Kleinhandelsansätze erfuhren eine merkbare Belebung. Zudem hatte besonders in der zweiten Hälfte des Jahres 1936 die Weltwirtschaftsbelebimg bereits ihr Tempo erheblich verstärkt und die Rückwirkung auf die französische Industrie begann fühlbar zu werden. Auf der anderen Seite bedeutete die auf einen Schlag erfolgte allgemeine Lohnerhöhung und die Einführung der Vierzig- stundenwoche einen starken Preisauftrieb. Das französische Preisniveau hatte sich aber auch während der Krise dem durch die Devalvation des Sterlingblocks und der Vereinigten Staaten veränderten Niveau der Weltmarktpreise noch nicht anzupassen vermocht. Das Mißtrauen gegen den Francs verstärkte sich, die Kapitalflucht setzte sich fort. In dieser Situation entschloß sich die Regierung Blum zur Devalvation. Der Goldgehalt des Francs wurde um ca. 30 Prozent herabgesetzt und der freie Goldverkehr eingestellt. Die Devalvation hat die Erwartungen nur teilweise erfüllt. Die Regierung wollte, im Gegensatz zu dem Vorgehen Hollands und der Schweiz, auf die Erfassung der Goldgewinne nicht verzichten und die Bank von Frankreich löste Gold nur zum alten Kurse ein. Dadurch wurde die Ablieferung des in hohen Milliardenbeträgen gehorteten und des ins Ausland verbrachten Goldes verhindert. Der Goldzufluß und damit die Stärkung der Währung blieben aus, ja die Spekulation gegen den Francs und die Kapitalflucht dauerte an. Die Devalvation bedeutete stets einen Preisauftrieb, über kurz oder lang setzt sich die Anpassung der Warenpreise an den verringerten Goldwert durch. Aber Tempo und Art des Preisanstiegs sind durch die allgemeine ökonomische Situation und durch außerökonomische— politische— Momente mit bestimmt. Die Devalvation des Sterlingsblocks erfolgte inmitten der fortschreitenden Krise; die Weltmarktpreise in Gold fielen weiter; England konnte deshalb sein Preisniveau in Sterling lange Zeit mit geringer Aenderung festhalten: die Kosten der Devalvation trugen zu pinpTn großen Teil die anderen Länder, die England zu sinkenden Goldpreisen weiter belieferten. Völlig anders lag die Situation in Frankreich, dessen Außenhandelsbeziehungen nicht entfernt so entscheidend für die eigene und die Weltwirtschaftsgestaltung sind wie die englischen und das zudem in einem Zeitpunkt rasch steigender Weltmarktpreise die Devalvation vollzog. Zudem konnte die französische Regierung, diese Regierung der Arbeiter, Bauern und des Mittelstandes, im Gegensatz zu anderen Regierungen die Kosten der Devalvation nicht auf diese Schichten abwälzen. Eine erste Folge der Devalvation ist ein Ansteigen der Großhandelspreise. Bleiben dann infolge behördlichen Drucks die Kleinhandelspreise zunächst unverändert, dann sinkt die Zwischenhandelsspanne, die Kleinhändler tragen die Kosten. Steigen aber schließlich die Detailpreise und bleiben die Löhne gleich, so sind die Arbeiter die Leidtragenden. Deshalb ist in Frankreich die politische Preisbekämpfung— die selbst in Ländern der Diktatur nur sehr schwer auf lange Zeit durchgeführt werden kann— von vornherein wenig aussichtsreich. In der Tat sind im Verlauf eines Jahres die Großhandelspreise um 36, die Kleinhandelspreise um 23 und die Lebenshaltungskosten um 11 Prozent gestiegen. Auf der anderen Seite sind aber die Preise und Löhne in allen weltwirtschaftlichen wichtigen Ländern in rasch aufsteigender Bewegung. Die Folgen der früheren Devalvationen sind mehr und mehr konsumiert und die frühere Diskrepanz zwischen dem französischen Preisniveau und dem englisch-amerikanischen ist weitgehend ausgeglichen. Die französische Wirtschaft hat auch bereits den Anschluß an die Weltkonjunktur gefunden: die Arbeitslosigkeit ist in starker Abnahme, die industrielle Beschäftigung nimmt zu, die Eisenbahnfrachten übertreffen um rund 10 Prozent die des Vorjahres, kurz, die Wirtschaftskrise ist überwunden. Aber damit war die Finanznot noch nicht beseitigt, und sie war zu groß, um etwa nach dem ganz anders gearteten amerikanischen Beispiel die Lösung zu vertagen, las aus der Besserung der Wirtschaft die Besserung der Finanzen sich automatisch ergäbe. Vincent Auriol hat von Anfang an die französische Finanzlage mit rücksichtsloser Klarheit dargelegt. Sein Budget wies im ordentlichen Etat ein Defizit von 3% Milliarden Francs aus. Dazu kommen aber die großen außerordentlichen Ausgaben. Ein Hauptteil— etwa 10% Milliarden Francs— entfällt auf die Rüstungsausgaben, deren Vermehrung durch das Ausmaß der deutschen Aufrüstung und die Besetzung des Rheinlandes bedingt ist; dazu über 6 Milliarden Francs für öffentliche Arbeiten zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit. Rechnet man hinzu ca. 6 Milliarden, die das vom Staat zu deckende Defizit der Elisenbahnen ausmachen dürfte, ca. 2% Milliarden, die der Pensionsfonds für die Kriegsteilnehmer aufnehmen muß, und einige kleinere Posten, so kommt man zu der Anleihesumme von 25 bis 30 Miliarden Francs, die der Staat in diesem Jahre insgesamt benötigt Zwei Wege standen zur Dek- kung offen. Blum hätte nach dem Beispiel der Diktaturländer verfahren und den Notenbankkredit in Anspruch nehmen können; verbunden damit wäre die Einführung der Devisenzwangswirtschaft mit der Kontrolle des Außenhandels und ihren anderen zwangswirtschaftlichen Folgen gewesen. Oder aber es mußte der Weg der Wiederherstellung des Budgetgleichgewichtes, der Einschränkung der Ausgaben der möglichst geringen Inanspruchnahme des Anleihemarktes eingeschlagen werden. Blum hat diesen Weg gewählt und er hat richtig gehandelt Denn die Herstellung des Gleichgewichtes ist die unumgängliche Voraussetzung, um die andere Alternative zu vermeiden, die Inflation, die zuletzt ins Verderben führt, wenn es manchmal auch lange dauert Das Gleichgewicht des Budgets ist die Voraussetzung für gute Finanzen, und gute Finanzen die unerläßliche Voraussetzung für die Unabhängigkeit der Politik. Das ist der Sinn der»Pause«, die Blum verkündet hat. Eine Pause in der Steigerung der Soziallasten, um das Preisniveau halten und die Konkurrenzfähigkeit der französischen Wirtschaft sichern zu können. Eine»Pause« in der Steigerung der öffentlichen Ausgaben. Die rasche Abnahme der Arbeitslosigkeit— auch in Frankreich macht sich in vielen Industrien schon Facharbeitermangel bemerkbar— erlaubt zunächst die Einschränkung der öffentlichen Arbeiten und die Einsparung von ungefähr sechs Milliarden. Die Erklärung, daß die Regierung jede Zwangswirtschaft und Devisenkontrolle ablehnt, hat das Mißtrauen in ihre Goldpolitik beseitigt. Die Spekulation gegen den Francs ist im Verschwinden und der Rückfluß der Fluchtgelder hat begonnen, zumal da das Gold jetzt zu seinem vollen Wert eingelöst wird. Der so lange verschlossene Kapitalmarkt ist wieder aufnahmefähig. Die Regierung ist vom Parlament ermächtigt worden, eine Verteidi- gungsanleihe von lOVz Milliarden EYancs aufzuerlegen, wobei die Zahlung von Kapital und Zinsen nicht nur in Francs, sondern auch in Dollar und Pfund garantiert ist Die erste Tranche von 5 Milliarden ist an einem einzigen Tage überzeichnet worden und die Zeichnimg der zweiten von 21/2 Milliarden Francs, die am 17. März aufgelegt wird, ist ebenso sicher. Der dann noch übrigbleibende Bedarf kann zweifellos durch kurzfristige Operationen befriedigt werden. Die Befreiung von der dringendsten Finanznot bedeutet auch die Befreiung der Regierung von der akutesten Gefahr, die ihrer Existenz drohte. Denn weder eine neue Devalvation, noch eine Einführung der Zwangswirtschaft hätte das französische Volk ertragen. Sie wären auch in Widerspruch gestanden zu dem Währungsabkommen, das die Regierung Blum mit England und den Vereinigten Staaten geschlossen hat. Umgekehrt stärkt Blums Vorgehen die wirtschaftliche Zusammenarbeit der drei großen Demokratien, die auch ihre politische Solidarität stärken muß. Nach einer ersten Phase stürmischer sozialer Eroberungen hat Bium in klarer Erkenntnis des der sozialen Struktur Frankreichs Angemessenen und deshalb allein Möglichen der französischen Arbeiterklasse die Aufgabe der Sicherung des Erreichten gestellt. Das ist die Pause, nach deren Ablauf neue Ziele ins Auge gefaßt werden können. Alles spricht dafür, daß die französischen Arbeiter Blums Führung folgen werden. Labour und Hitler Eine Einladung und eine Anmeldung. Die Deutsch-Englische Gesellschaft, eine Unterorganisation der Göbbelapropaganda, hat die Labour- Abgeordneten Dr. S a 1 1 e r, Dobbie, RidAley, Hudson und Cleary sowie einige Gewerkachafter zu einer Besuchs reise nach Deutschland eingeladen. Einige der Eingeladenen haben sofort abgelehnt, andere haben die Annahme an Bedingungen geknüpft, wie, daß sie Ossietzky besuchen dürfen oder daß ihnen der Besuch aller Konzentrationslager und die Unterhaltung mit den Gefangenen ohne Anwesenheit von Amtspersonen gestattet werde. Auf der anderen Seite hat der greise ehemalige Führer der englischen Arbeiterpartei Lansbury die Absicht geäußert, sich zu Ostern zu Hitler zu begeben, um ihn für die Abrüstung zu gewinnen. Lansbury ist ein Mann von tief christlicher Gesinnung; er glaubt, daß in der Seele eines jeden Menschen das Gute schlummert und nur geweckt werden muß. Wenn der Besuch zustande kommen sollte, so wird wohl niemand, außer dem Besucher selbst ihm eine politische Bedeutung beimessen. Er ist zufrieden »Der deutsche Arbeiter will keine Sozialpolitik, die bloß die Schäden des Kapitalismus beseitigt, sondern er will, daß der Kapitalismus selbst ausgerottet werde. Das Wichtigste aber, die Befreiung der Arbeit aus der Herrschaft des Kapitals, ist ja bereits geschehen und diese Tat ist tausendmal wichtiger als das persönliche Verhalten des Betriebsführers zu seinen Mitarbeitern.« (Der Leiter der Kommisaion für Wirtschaftspolitik der NSDAP., Bernhard Köhler, in der Universität München, »Münchner Neust. Nachr.« Nr. 37) Wie Labour regieren will Ein Kampf- und Regierungsprogramm Nchen und demokratischen Gesinnung Deutschland um ein Jahrhundert voraus zu sein. Trotzdem bleibt auch der englischen Arbeiterpartei die Sorge vor der drohenden Macht der Diktatoren nicht erspart. Die vorsichtigen und allgemeinen Formulierungen, mit denen die Agrarfrage und die Militärfrage behandelt werden, Der Jahreskongreß der englischen Arbei- Die Obstruktion von Interessenvertretun- Kräftige Maßnahmen zur Arbeitsbeterpartei, der im Oktober 1936 in Eding- gen und sonstigen in der Verfassung nicht schaffung sollen ergriffen werden. Die burgh tagte, übertrug dem Exekutivkomitee vorgesehenen Körperschaften werde man sich Schulpflicht wird bis auf das 15. und der Partei die Ausarbeitung eines> Pro- nicht gefallen lassen. Auf der anderen Seite sobald wie möglich grundsätzlich auf das 15. zeugen von dem Ringen mit einer Problemagramms des Sozialismus und die sozialen wolle man aber auch ungerechte Härten ver- Lebensjahr ausgedehnt. Durch bessere Pen- tik, die auch uns nicht unbekannt ist. Es ist, Reformens, das für den Fall eines Sieges bei meiden. Enteignet werden soll nur im öffent- sionen für Alte und Invaliden wird der Ar- im Gegensatz zu früheren programmatischen den nächsten Wahlen als das Arbeitspro- lichen Interesse gegen einen angemessenen beitsmarkt weiter entlastet. Die Bedürftig- Erklärungen, die in ihren Sozialisierungsgramm der Regierung für die neue Legis- Preis. keitsprüfung bei Gewährung der Arbeits- wünschen viel weiter gingen, ein sehr wohl losenunterstützung wird abgeschafft. Den abgewogenes, maßvolles ReformNotstandsgebieten soll ein besonderes Augen- programm. merk zugewendet werden. laturperiode dienen soll. Das neue Programm, Die einzelnen Maßnahmen das vor einigen Tagen veröffentlicht wurde, dient also einem doppelten Zwecke: es soll bei den Wahlen werbend wirken, und es soll dann der neuen Regierung als Richtschnur für ihre Arbeit dienen. Der nicht immer tadelnswerte Zug der Engländer zum Konservativismus zeigt sich auch darin, daß man immer noch ruhig von einem> Programme spricht, und nicht, wie auf dem Kontinent, von einem> Plan<. Man hätte ebensogut den zweiten Ausdruck Als erstes wird die Verstaatlichung der Bank von England gefordert. Sie sol!, das schon bei den Zentralbanken der Außenpolitische Landesverteidigung meisten anderen Länder der Fall ist<<, ein öffentliches Institut werden, das nach allgeZum Schluß faßt das Programm die Aufmeinen Anweisungen der Regierung von gaben auf außenpolitischem und militäriFachmännern geleitet wird. Daneben soll ein schem Gebiet zusammen: nationales Anleihe amt sich mit den speziellen Aufgaben der Kapitallenkung beschäftigen und die nötigen Summen für Wohnungsbau, Elektrifizierung, Verkehr und Verflüssiwählen können, zumal das neue Programm ein entscheidendes Merkmal des> Planes« angung der Kohle beschaffen. Ohne Rückkehr zum Goldstandard soll eine möglichst große sich trägt, nämlich die Zusammendrängung Stabilität der Wirtschaft und des Beschäfbestimmter Aufgaben auf einen bestimmten Zeitraum. Nichtsdestoweniger haben die Eng- tigungsgrades erreicht werden. länder darauf verzichtet, die kontinentale Mode des politischen Sprachgebrauchs mitzumachen. Sie sprechen von einem» immediate programm< einem» Sofortprogramm< der Arbeit. Sozialismus, Frieden, Demokratie Das Programm beginnt mit einer prinzipiellen Erklärung, deren erste Sätze lauten: Das Ziel der Arbeiterpartei ist die Sozialistische Gesellschaft. Die Partei ist entschlossen, alle Hilfsquellen des Landes auszunutzen, um einen wirklichen Wohlstand zu schaffen, an dem alle teilhaben sollen. Das Land soll dem Volke gehören, sein Gebrauch zum Nutzen der Allgemeinheit scll vom Staat kontrolliert werden. Ein Gesetz soll die Behörden ermächtigen, rasch und zu vernünftigen Preisen den Grund zu erwerben, den sie für Häuser, Schulen, Spielplätze, Parks usw. brauchen. Im Verkehrswesen soll überflüssige Konkurrenz ausgeschaltet, die Eisenbahnen und sonstigen dazu geeigneten Verkehrseinrichtungen sollen verstaatlicht werden. Die in England noch unglaubliche zersplitterte Kohlenindustrie, einschließlich des Kohlenhandels, soll von der öffentlichen Hand übernommen und zusamengefaßt werden, so daß die gesamte Lieferung von Wärme, Licht und Kraft in rationeller Weise zentralisiert wird. Die Wissenschaft hat die Mittel zur Erreichung dieses Ziels in unsere Hand geund Auf dem Gebiet der Ernährung wird geben, vorausgesetzt, daß Finanzen Handel, Industrie und Landwirtschaft unter in Aussicht gestellt:» Eine Arbeiterregierung Führung der Regierung nach einem natio- wird die inländische Produktion so organisie nalen Plan in Uebereinstimmung mitein- ren und die Einfuhr so kontrollieren, daß den ander gebracht werden. heimischen Erzeugern ein angemessener Preis Der totale F. St. Rüstungssklave Görings Vierjahresplan das Statut der neudeutschen Industrie- Leibeigenschaft. Eine Arbeiterregierung wird alle Au- Durch im ganzen gleich sechs> Anstrengungen machen, um die ökonomischen ordnungen zur Durchführung des Ursachen der internationalen Rivalität zu Vierjahresplans wurde bekanntlich beseitigen... Sie wird die Führung über- schon zu Ende des vergangenen Jahres die nehmen bei dem Bestreben, den Völker- Freizügigkeit der Arbeiter im Baugewerbe bund als ein Instrument der internationa- in der Ziegelindustrie, der Eisen- und Metalllen Zusammenarbeit und der kolektiven| wirtschaft und in der Landwirtschaft so gut Sicherheit wieder herzustellen und zu stär- wie abgeschafft.» Im Falle unberechtigter ken. Sie wird alles tun, um den gegenwärti- Lösung des Arbeitsverhältnisses< darf der gen verderblichen Rüstungswettrennen Unternehmer das von Ley eingeführte sogeEinhalt zu gebieten, durch internationale nannte» Arbeitsbuch zurückbehalten, und Abkommen die Abrüstung herbeizuführen, zwar so lange, als die> rechtmäßige<< Dauer die nationalen Luftstreitkräfte durch eine des Arbeitsverhältnisses sonst gedauert hätte. internationale Luftpolizei zu er- Ohne Arbeitsbuch bekommt aber niemand setzen und den zivilen Flugdienst zu einer mehr im Dritten Reich Arbeit. Was> berechinternationalen Einrichtung umzugestalten. tigt« oder» unberechtigte ist, bestimmt keine Eine Arbeiterregierung wird ohne objektive Gerichtsinstanz, sondern der UnterSchwanken diejenige bewaffnete nehmer oder aber der» Treuhänder<, also der Macht aufrechterhalten, die notwendig Staat als Ueber- Unternehmer... ist, um das Land zu verteidigen und seine Bei den Metallarbeitern wurden diese InPflichten als Mitglied der britischen Com- dustriehörigkeitsbestimmungen bisher so gemonwealth sowie des Völkerbundes zu er- handhabt, daß die Kumpels mindestens nicht füllen. Bei der Wehrmacht soll allen nach ihren Fähigkeiten ohne Rücksicht auf soziale Herkunft der Weg nach oben offen stelen, und die Rütsungsfabriken sollen verstaatlicht werden. mehr aus einem Arbeitsamtsbezirk in den anderen etwa um ihre Löhne zu verbessern abwandern durften. Daraus hatten die Unternehmer, wie jetzt auch die gleichgeschaltete Presse, wie zum Beispiel die» Soziale Praxis, zugibt, just das gleiche Lohndruckgeschäft allgemein gemacht, wie es schon Für den deutschen Beurteiler gliedert sich zur Zeit des Weltkrieges auf Grund ähnlicher Das Programm bekennt sich weiter zum und allen eine ausreichende und gute Ernäh- dieses Programm in drei Teile. Ein Teil sei- Bestimmungen des berüchtigten» Hilfsdienstwie die Verstaatlichung gesetzes< fromm und vaterländisch bestanFrieden und zu dem Willen, mit anderen| rung gesichert wird.< Wie das richtige ner Forderungen, Völkern zur Förderung des gemeinsamen Gleichgewicht zwischen Erzeuger- und Ver- der Bahnen, war in Deutschland schon vor den hatte: nämlich durch die sogenannten die sie selbst ausgaben, Wohls zusammenzuarbeiten. Es behandelt braucherschutz hergestellt werden soll, wird dem Kriege erfüllt. Ein anderer Teil, wie Abkehrscheine<<, dann in ein paar knappen Sätzen das Pro- nicht näher ausgeführt, sondern der Praxis die Bestimmungen über den Boden, die Sozial- zwangen sie die nun bezirksweise bereits geblem» Diktatur Demokratie<: überlassen. Auf alle Fälle soll die Handeis- versicherung usw. hat durch die Verfassung fesselten Arbeiter auch an dieselbe ArbeitsDie Arbeiterpartei steht fest zur Demo- spanne verringert werden. Für Kinder und von Weimar und die Sozialgesetzgebung der stelle am Ort selbst, damit den noch verkratie. Sie ist die unversöhnliche Geg- nährende Mütter sind besondere Einrichtun-| Republik seine Erfüllung gefunden. Für den bliebenen kleinen Rest einer Möglichkeit der dritten Teil Bankverstaatlichung, Kapital- Verbesserung unerträglicher Lohnverhältnisse nerin jedweder Diktatur, sei es einer Ein- gen vorgesehen. nun, insbesondere standen die Sozialdemokratie und versperrend. Jetzt war zelperson oder einer Gruppe. Allen Die Arbeiterregierung wird mit den Ge- lenkung um die die Gewerkschaften im Kampf bis zu dem nach Görings sechs» Anordnungen< dieses griffen auf die britische Freiheit, mögen werkschaften zusammenarbeiten, sie von innen oder von außen kommen, wird Löhne zu erhöhen; sie will durch das In- Augenblick, in dem Hitlers Staatsstreich sie Abkehrscheinsystem und-Geschäft die ganz große Mode im Dritten Reich gesie den entschiedensten Widerstand let- ternationale Arbeitsamt auf eine Besse- entwaffnete. rung der Arbeitsverhältnisse in Im ganzen kann man sagen, daß die deut- worden. in einem sozial- Eine siebente» Anordnung< Görings, die in Die Arbeiterregierung wird beweisen, der ganzen Welt hinwirken. Für sche Arbeiterbewegung daß das demokratische System unter Wah- öffentliche Feiertage und jährliche Urlaubs- politisch weiter fortgeschrittenen Lande um diesen Tagen erging, verfügt nun, daß auch rung der Freiheit und Respektierung der zeit soll der Lohn weiter gezahlt werden. Für dieselben Ziele gekämpft hat wie die eng- innerhalb des einzelnen ArbeitsMinderheitsrechte rasch und wirksam zu die Regelung der Arbeitszeit soll die Vier- lische. Dafür hat England den ungeheuren amtsbezirkes die Metallarbeiter arbeiten imstande ist. Vorteil, in der Erziehung zu einer freiheit- ihre Arbeitsplätze nicht mehr sten. Tugendspiegel Neudeutschland der Welt! Anzigstundenwoche Richtschnur sein. nebst Pöstchenverschiebung sind schlimm nicht noch schlecht. du sauberstes Ländchen Nur Unmoral werden die Führer nicht leiden Der Bürger lebt ständig im Scheinwerfer- Brecht Kassen und Eide, brecht Ehre und strahle der hohen Moral- Ueberwachungszentrale, die selbst den privatesten Winkel erhellt und jedem durch drohende Warnungssignale den Pfad in die Hölle vergällt und verstellt. Recht, Doch wehe euch, wenn ihr die Ehe brecht! Hugin Einst und heute wieder auch er>> Sozialist<,> Nationalsozialiste geworden ist. Er tut dies auf seine Art, Er klopft dem braven Arbeitsmann auf die Schulter, zeigt allerorts, wie sozial er im kann Umgang mit dem» Personal< sein und überhaupt mit den> unteren Ständen<. Wir haben gewiß mancherlei Arten der Gleichschaltung erlebt, die mehr helter als ernst stimmten. Hier aber, bei diesem Nachzügler, hört doch der Spaß auf. Er verdient, nicht zuletzt als Symptom, festgehalten zu werden.<< habern« die Republik vorm Untergang rettet und gleichzeitig gegen Feigheit und Falschheit der roten Machthaber ankämpft< wieso mußte er sich in den Dienst dieser Leute stellen? Hier wird der moralische Knacks eines ganzen Lagers sichtbar: sie stellten sich alle den» Novemberverbrechern< zur Verfügung, sie stellten sich alle auf den Boden der neuen Tatsachen, sie alle, die bei wieder späteren Winddrehungen auf die rechte Seite, ins völkische Lager geweht wurUns will vielmehr bedünken, daß Rumpelden; sie alle waren bereit, den Novemberstilzchen den braunen» Sozialismus« richtiger verbrechern ihr Ehrenwort zu verpfänden, um charakterisiert, in Amt und Würden und Posten zu gelangen. als das Eher- Blatt zugeben darf. Und was die Gleichschaltung anbelangt, Es erscheint uns darum recht gedächtnis- so braucht sich Stilzchen vor den Koryphäen das ihm nicht vom Staate zwecks Zuchtwahl seinem Nachkriegsroman, der laut Nazi- schwach, wenn sich die Nazipresse heute über des braunen Lagers mitnichten zu schämen. die betuliche Beflissenheit Gleichschaltriger Die meisten von ihnen waren bereit, den Novon den seelischen mokiert, wie neuerdings über Rumpel- vemberverbrechern aus der Hand zu fressen, » Das Buch handelt Konflikten und Erschütterungen, Er ist nämlich sofern die roten Machthaber ihrer Dienste in die stilzchens neues Buch. deutsche Männer gerieten, als sie, die wieder da, der alte völkische Plauderer und bedurften. An manchen Tagen konnten wir vier Jahre lang blutig die Heimat verteidigt hatten, beim Nachhausekommen sich Verleumder von ehedem, der die Nazis mit im A- und S- Rat den Andrang dieser Umin den Dienst einer Regierung groß stilzte und nach dem 5. März über sei- lerner kaum bändigen. stellen mußten, die sie im Inner- nen Monarchismus stolperte. Mit höhnischen Am Weg liegen Schlingen bald dort. bald hier und Wer wagt es, ein blondhaarig Mädchen zu lieben, verschrieben, wer pflanzt sich noch ohne Erlaubnisschein fort, wer wagt es, ein achtel Pfund Schmalz zu verschieben, wer wagt ein nicht vorher genehmigtes Wort? Der Deutsche ist längst gegen Sünden immun. Nur freilich die kleinen und kleinsten Vergehen, die kann auch der sauberste Staat übersehen. Politische Morde und Totschlag je nun, so Sächelchen können halt täglich geschehen, kaum lohnt es, dergleichen Erwähnung zu tun. Das Symptom Rumpelstilzchen, Bei der Hitlerjugend wird ein gewisser Wilhelm Kohlhaas als Kriegsdichter herumgereicht. In Dichterabenden liest er aus presse so aussieht: sten scharf ablehnten, der sie aber Glossen behandelte die Nazipresse vor einem Wie das Buch des Kriegsdichterlings doch halfen, Ordnung zu schaffen, weil sie das Land vor dem völligen Un- reichlichen Jahr sein Buch» Ende gute als Kohlhaas zeigt, werden diese schon damals tergang in Bolschewismus be- Grabgesang. Nun hat er ein neues Plauder- gleichschaltrigen Patrioten heute der braunen chen herausgebracht, mit dem er vorgibt,» in Jugend als Helden dargereicht.> Es war ja wahren wollten.< Wir quittieren gern, was hier endlich zu- der Reihe derer von heute zu marschieren...< nicht so gemeint, man tat mit, um Schlimgegeben wird: daß nämlich die sozialdemo- Er erzählt darin aufdringlich, wie herab- meres zu verhüten...< Tausende heute braukratischen Volksbeauftragten das Land vor lassend er auch früher schon Arbeitern die ner Würdenträger und Flaggenschwenker dem völligen Untergang im Bolschewismus« Hand gegeben, und er dokumentiert damit so atmen auf, endlich werden ihre verschiedenen bewahrten. Damit wird in einem Naziblatt naiv, was seines Erachtens im Dritten Reich Gleichschaltungen romantisch überpinselt. zur Verleumdung gestempelt, was die Nazi- unter Sozialismus zu verstehen ist, daß selbst Warum soll aber dann der Spaß ausgerechnet was von oben her kommt, ist presse mitsamt ihren Führern bisher über die> Münchner Neuesten Nachrichten«, die von beim Rumpelstilzchen aufhören? So eifrig schon recht, das> Novemberverbrechen< zusammen gelo- früher ein Herz für den schwarzweißroten wie Göbbels hat Stilzchen wohl nie bei jüdiauch Amtsunterschlagung gen haben und weiter lügen werden. Wieso Schleimer übrig haben, die Hände über dem schen,» halbmarxistischen< Verlegern antiaber mußte der merkwürdige geradlinige Kopfe zusammenschlagen: chambriert und dringliche Offerten eingeBereicherung, Bruch von Verträgen und Eiden Frontoffizier<, der mit den roten Macht>> Rumpelstilzchen will wissen lassen, daß reicht. Denn seht vermeiden? 1 wer will sie B. Br. aufgeben dürfen. Damit entrant freelich für die Unternehmer der Antrieb, die Situation noch durch> Abkehrscheine< besonders auszunützen. Was ihr Ideal ist, nämlich den zu jeder kleinsten Selbsthilferegung unfähig gemachten Arbeiter, haben sie ja jetzt. Die Metallarbeiter dürfen nach dieser siebenten>> Notverordnung nur noch dann sich im Bezirk eine andere Arbeitsstelle suchen, wenn das Arbeitsamt ihnen das in jedem einzelnen Falle durch Extraausstellung eines förmlichen> Erlaubnisscheins< gestattet. Weil aber die Unternehmer nunmehr ihre > Abkehrscheine< nicht mehr nötig haben, jubelt die braune Presse wieder einmal von einer» Errungenschaft des deutschen Sozialismus<, die so herrlich den Geist der neuen Zeit offenbare... Für so dumm halten die braunen Bonzen nicht nur die Arbeiter selbst, sondern auch das unbeteiligte Publikum, das solche erbauliche Dinge in der deutschen >> Wirtschaft durch die Zeitung beim Morgenkaffee erfährt! Worauf es dem System ankam, diese Neuordnung zu erlassen, die den bisherigen Zustand der Industriehörigkeit total macht, geht aus der weiteren Bestimmung der Verordnung hervor, daß nunmehr nicht nur alle gelernten oder angelernten Arbeiter in der Metallindustrie, sondern auch alle Meister, Zeichner, Techniker, Ingenieure den rigorosen Bestimmungen über die gänzliche Aufhebung ihrer Freizügigkeit unterliegen. Stoßtrupps gegen Arbeiter Werkprofite und Werkscharen Im Jahre 1928 wurden von der Körper- gen als die Gewinnsumme. Man wäre ver- und Antreibergarde aus den Reihen der Arschaftssteuer, der Einkommensteuer für Kapi- sucht, die Quelle dieser guten Profite beiter selbst organisiert, die die Bestimmung talgesellschaften, 40.000 Steuerpflichtige mit in den guten Preisen ZU suchen, mit hat, die Keime der wiedererwachten Betriebseinem Gesamteinkommen von 2.6 Milliarden denen das Dritte Reich eine Staats- solidarität auszurotten. Diese Organisation Mark erfaßt und von ihnen rund eine halbe konjunktur speist. Nach der amtlichen Sta- sind die Werkscharen. Dr. Ley hat in diesen Milliarde aufgebracht. Der Satz der Körper- tistik ist aber das Preisniveau wohl erheblich Tagen neue Richtlinien über ihren Aufbau schaftssteuer betrug also 20 Prozent. Für das höher als vor Hitlers Machtantritt, aber erlassen und sich selbst zugleich zum Reichslaufende, am 31. März zu Ende gehende auch jetzt noch niedriger als 1928. Der Index werkscharführer ernannt. Er hat angeordnet, Finanzjahr wird der Ertrag der Körper- der Großhandelspreise, auf die es hier wesent- daß in der Reichsorganisationsleitung im schaftssteuer auf 1,3 Milliarden Mark ge- lich ankommt, stand 1928 auf 135, im Januar Hauptamt NSBO eine Hauptstelle Werkschätzt. Man erwartet also für das vierte dieses Jahres auf 105. Wenn diese Ziffern scharen gebildet werden soll, um die WerkSteuerjahr des Dritten Reiches einen Ertrag einigermaßen der Wirklichkeit nahe kämen, scharen als Kampftruppe der Deutschen Arin Höhe von nicht weniger als der Hälfte des würde noch mehr als das Geldeinkommen des beitsfront zu unterstützen<<. Nach dem Bericht des» Angriff« wird im 1928 zur Körperschaftssteuer herangezogenen Großkapitals seine Kaufkraft zugenommen Gesamteinkommens. In der zweiten Hälfte haben. Aber selbst wenn man annimmt, daß Zentralbüro der DAF ein Oberstwerkin dessen Amt des letzten Steuerjahres war der Steuersatz die amtliche Statistik die Teuerung im Drit- scharführer amtieren, von 20 auf 30 Prozent erhöht worden, auf ten Reich unterschätzt, wesentlich höher besondere Abteilungen für die Verbindung diese Erhöhung entfallen von dem erwarteten als das Preisniveau von 1928 dürfte das heu- zum Reichsarbeitsdienst und zu den ReichsErtrag der Steuer etwa 300 Millionen Mark. tige kaum sein. Die Ueberpreise, deren sich betriebsgemeinschaften eingerichtet werden Bei dem alten Satz würde also der Ertrag zweifellos die Großindustrie erfreuen darf, sollen. Die Gauobmänner der DAF werden zunur 1 Mil- seit es eine Staatskonjunktur gibt, können gleich als Gauwerkscharführer funvon 1936/37 statt 1.3 Milliarden liarde betragen, demnach das Einkommen wohl die Gewinnsteigerung seit der» nationa- gieren. In den Kreiswaltungen leiten Werkder Steuerpflichtigen, das sind überwiegend len Revolution<< aber nicht seit 1928 erklären. scharbannführer und in den Ortsdie großen und größten Unternehmungen von Es gibt dafür keine andere zureichende Er- waltungen Hauptwerkscharführer. Industrie, Handel und Banken, rund 5 Mil- klärung als die verschärfte Ausbeu- Es gibt außerdem noch Werkscharliarden Mark. Das Großunternehmer- tung. stammführer, wozu verdiente Amtsträtum hätte darnach seinen Gewinn Die Jahresbilanzen der Großbanken zeigen ger der DAF ernannt werden können. Die Zuverglichen mit 1928, verdoppeln einen stetigen Rückgang in der Beanspru- gehörigkeit ist freiwillig, aber nicht jeder chung von Krediten durch Industrie und kann Werkscharmann werden. Für die AufEin gewisser Anteil am Zuwachs des ver- Handel, der in einem auffallenden Wider- gaben der Werkscharen ist nur eine ausgeauf die inzwi- spruch zur Zunahme der Neuanlagen, beson- siebte Mannschaft zu verwenden, die über >> Immer, wenn die Geschichte in großen, steuerten Einkommens mag führenden und gesundheitPersönlichkeiten Schicksal und schen verschärften Erfassungsmethoden der ders der zur Erfüllung des Vierjahresplanes die» politischen, rassischen Die oder erfüllt«<, Finanzämter entfallen. Wenn man annimmt, in Angriff genommenen steht. Sendung der Völker wandelt Groß- lichen Voraussetzungen« verfügen muß. Diese vor den industrie kann es sich leisten, Bankkredite auserlesene Schar soll nicht mehr als 8 bis schreibt die DAZ,» bildete sich im Lichtkreis daß die Differenz zwischen den glänzender Ereignisse und gewaltigen Ge- Finanzämtern verheimlichten Gewinnen jetzt zurückzuzahlen und auf die Aufnahme neuer 10 Prozent der männlichen Gefolgschaft eines schehens neues, Jahrhunderte und Jahr- und damals 10 Prozent beträgt, bliebe noch Bankkredite zu verzichten, weil sie imstande Betriebes umfassen. tausende überdauerndes Volks- immer eine Steigerung des groẞkapitalisti- ist, ihre Neuanlagen selbst aus den laufen- truppe gruppiert sich noch um eine Stammvon 2.9 auf 5 Milliarden, den Ueberschüssen zu finanzieren und fremde mannschaft, bestehend aus der alten gut, das in Märchen und Sage, in Legende schen Einkommens und Anekdote, in Liedern und epischen Ge- also um nicht weniger als 75 Prozent. Wie ist Finanzhilfe zu entbehren. Der nationalsozia- NSBO, den Waltern, Warten und Werkscharsängen seinen gehaltvollsten künstleri- diese ungeheure Profitzunahme zu erklären?| listische Staat hat es fertiggebracht, den männern zwischen dem 30. und 45. Lebenshat. Nur zu einem sehr geringen Teil durch Zu- Anteil der Löhne an den Produktions- jahr." schen Niederschlag gefunden So auch in Spanien. Und nun bringt sie Pro- nahme der Produktion, denn nach der amt- kosten dermaßen herabzudrücken, Angehörige der Werkscharen, die ihren ben neuer Volkslied- Schöpfungen des faschi- lichen Schätzung war die industrielle Pro- Großindustrie die Ausgaben für Abschreibun- Wehrdienst abgeleistet haben und noch nicht stischen Spanien. Wir geben ein Pröbchen duktion im Dezember 1936 nur um 16 Prozent gen und für Verzinsung und Tilgung des 30 Jahre alt sind, werden zu Stoßtrupps zuhöher als im Dezember 1928. Bei einer Ge- Fremdkapitals ersparen kann, weil ihr das sammengefaßt. Für diesen besonders stramwinnzunahme- um drei Viertel betrug die Pro- Dritte Reich dazu verholfen hat, sie auf ihre men Dienst sind also Leute ausersehen, die duktionszunahme nur ein Sechstel. Die Pro- Belegschaften abzuwälzen. Der Vierjahres- durch die Schule von NSDAP und Reichswehr duktionssteigerung bleibt also sehr weit hin- plan ist also für die Großindustrie gewisser- gegangen und jung genug sind, um von Trater der Profitsteigerung zurück, der Gewinn maßen kostenlos, es ist die Masse der Arbei- ditionen der Arbeiterbewegung unbelastet zu je Wareneinheit ist noch weit stärker gestie- ter und Angestellten, die die Bezahlung der sein. Der Jungmannschaft sollen alle Mänwirtschaftlichen Mobilmachung aufbringen ner angehören, die über 18 Jahre alt sind und muß. Daß Hitler die Selbsthilfeorganisationen noch keinen Militärdienst abgeleistet haben. der Arbeiter vernichtet hat, hat sich also für Es handelt sich also um eine streng militärisch aufgezogene Truppe mit Armeekorps, die Groẞindustrie rentiert. Regimentern und Kompanien, mit einem Die Stoßtrupps gegen Generalstab, Offizieren, Unteroffizieren und wieder: Neues Volksgut können. laub erhält, so hat er nicht nur ein Recht auf die von uns geschaffenen Erholungsreisen, sondern auch die Pflicht zur Zieh' mir die Bastschuhe an, setz' die Boina mir auf und reich' mir das Gewehr! Damit ich Rote töten kann mehr, als Blüten regnen im April und Mai. Bürgerkriege haben zu allen Zeiten und auf allen Seiten blutrünstige Lieder hervor gebracht, aber faschistische Mordpoesie als Volkslied- Schöpfungen und neues Volksgut zu verherrlichen das blieb bisher der Hitlerpresse vorbehalten. Jetzt ist auch die Denn erstens rentiert sich das Geschäft DAZ, einst eine Fackel anständig- konservati- besser, wenn die Abonnentenziffer möglichst ver Geistigkeit, auf dieser Stufe der Verlumpung angelangt. Wann endlich werden sie singen:» Komm schwarzer Bruder Morro und schlachte weiße Frauen...< Teilnahme.< von daß die wenn Und auch diese Kerndie Arbeiter Mannschaften und Kaders zur besonderen groß ist und zweitens kommt ein Untertan, In der Tat würde die wirtschaftliche Mo- Verwendung. Weder die Treuhänder noch die und des Veranstaltung billiger Reisen anderer der auch während der Ferien streng über- bilmachung empfindlich gestört, wacht wird, auf keine dummen Gedanken. In Führers Verbot Lohnerhöhungen auf wohlfeiler Vergnügungen haben sich demnach Wahrheit nehmen zur Zeit an den» Kraft- Widerstand stieß. Der Mangel an Fach- zur Sicherung der Volksgemeinschaft als ausdruch- Freude, Fahrten< in der Hauptsache arbeitern hat aber mit dem Bewußtsein ihrer reichend erwiesen. Die Werkscharen sollen Kleinbürger und Angestellte teil, Unentbehrlichkeit auch ihr Selbstgefühl und offenbar nicht nur die reibungslose Durchweil die Arbeiter das Reisegeld, so gering es das Gefühl der Zusammengehörigkeit erstar- führung der wirtschaftlichen Mobilmachungen sein mag, einfach nicht aufbringen ken lassen. Das Diktaturregime kann aber gewährleisten, sondern im Falle der Fälle können. Wie Ley das ändern will, weiß er nur nach dem Grundsatz: teile, um zu herr- auch die Produktion der nötigen Kriegsbegei>> Wenn wir darum kämpfen, daß der schen, regieren. Deshalb wird eine Spitzel- sterung besorgen. G. A. F. deutsche Arbeiter einen ausreichenden Ur- wohl selbst noch nicht. Urlaubs- Zwangsreisen In einem Aufruf für> Kraft durch Freude< schreibt Dr. Ley: | es druckt. Nun bliebe nur noch festzustellen, samkeit und Pflege der Behörden und Partei- gibt nur noch Harmonie. Das ist, was man im daß das Schicksal der Völker sehr vom Brot stellen innerhalb der kriegswirtschaftlichen Jüdischen Chuzzpe nennt. Auf dieser abhängt, den meisten Revolutionen gingen Gesamtmobilmachung Hitlerdeutschlands. Sie Höbe des Negers liebste Beschäftigung Miẞernten voran Moppi zieht in den Krieg erfreut sich zur Zeit der besonderen Aufmerk- keine Kruppschen Uebergewinne mehr, Mobilmachung der Hunde in HitlerDeutschland. den Schweinebraten und schon ist Presseauf dieser Höhe dietrich beim krassesten Materialismus angelangt. Es liegt uns fern, dem Chef der neudeutschen Presse marxistisch zu kommen >> So weit wir auch zurückblicken in der Geschichte: germanischem Erfin- oder ihm nachzusagen, daß er irgend eine dergenius, der der Natur ihre Geheim- Ahnung von marxistischen Gedankengängen nisse entrang und mit der Fackel seines habe, er hat nur gehört, daß der Marxismus Geistes der Wirtschaft voranleuchtete, >> Der Herr Reichsminister für Ernährung soll ein Mittel jener>> Nahrungsfreiheit ab- sind Jagd und Krieg und Landwirtschaft hat mit Schreiben vom geben, ohne die, wie man weiß, jeder begon- gehts weiter: 5. Februar 1937 mit Zustimmung des nene Krieg schon vor dem ersten KanonenHerrn Reichskriegsministers und schuß für Deutschland verloren ist. Kanindes Herrn Preußischen Ministers des Innern chenfleisch wird eben angeordnet, daß der Reichsverband für das der nächsten>> großen Zeit<< abgeben. WenigDeutsche Hundewesen e. V. Sitz München mit stens wird von der Propaganda des Systems allen seinen Gliederungen dem Reichsverband selbst so die Wehr«-Aufgabe der KleintierDeutscher Kleintierzüchter e. V. Sitz Berlih zucht ausgelegt und aufgegeben. Da hätte mit eigener Rechtspersönlichkeit und finan- also Moppi- nunmehr als Klient des>> Reichszieller Selbständigkeit anzuschließen sei. Berlin, 2. März. Reichsverband Deutscher Kleintierzüchter. Der Präsident: gez. Karl Vetter, M. d. R. Reichsverb. für das Deutsche Hundewesen. Der Verbandsführer: gez. Hans Glöckner.< * verbandes Deutscher Kleintierzüchter<< unter wohlwollender Assistenz der Generalität jetzt schon einige Chancen dicht hinter dem Kriegskarnickel... Politisches Kabarett und abenteuerlicher Unternehmungslust egalweg das Wirtschaftliche betont und das nordischer Seefahrer verdanken dies jüdisch- marxistisch- international sei. die weißen Rassen ihre jahrhundertelange Und nun schmeißen Pleite und Rohstoffwirtschaftliche Vormachtstellung in der' mangel das Primat der braunen Politik über Welt.< den Haufen. Wie sag ich's meinem Kinde? Und seit der Ueberwindung des Liberalis- Wie es gesagt wird, das kommt einer Kabamus>> wissen wir wieder, daß nicht die Wirt- rettnummer gleich. • Besonders interessant Auf dem kurmärkischen» Tag der Presse< Sündermann laut Reichsamtsleiter schaft das Schicksal ist, sondern die Politik...< Aber und nun kommt die geschichtliche Gemeinheit die Weltgeschichte weiß offenbar nicht genug von Am Komischsten sind die braunen Schwa- diesen Gesetzen, sie macht manchmal, was Der weltbewegende Vorgang wird jetzt droneure immer dort, wo sie sich selber aufs sie will, sie läßt in Weltkriegen ganze Reiche sagte unter den samtlichen Bekanntma- Maul schlagen müssen. Reichspresse- kaputt gehen, deren Politik nicht viel schlech- DAZ: chungen der deutschen Fachliteratur für chef Dr. Otto Dietrich veröffentlicht in der ter war, als die ihrer Gegner, wohl aber die Hundeliebhaber registriert. Das eine ist ihm Nazipresse eine Artikelserie, in der er gern Wirtschaft und die Rohstofflager. Kurz, der ganz sicherlich zu entnehmen: welch ein viel dartun möchte, daß die Politik das Primäre« Pressedietrich wird plötzlich ernster, es muß beanspruchter Mann zur Zeit der Herr Ge- sei, der sich die Wirtschaft unterzuordnen gesagt werden: heralfeldmarschall von Gefreitens Gnade, der habe.» Die Politik ist das Schicksal; sie steht Herr Reichskriegsminister von Blomberg ist, über der Wirtschaft...< Alles andere sei jüdem der> Akt<< zur dienstlichen Entscheidung dische, internationale Händlergesinnung, die mit anheimgegeben war! Worauf also nun wir Nazis beseitigt haben: Moppi ebenfalls> reingewaschen und im nüchternen Zustand< der allgemeinen Wehr- und Kontrollpflicht unterliegt... Aber Spaß beiseite! Hier gibt es außerdem noch gewisse Dinge, die weniger belustigend sind! Die sogenannte» Kleintierzucht< » Der Gemeinschaftsgedanke des Nationalsozialismus hat zum ersten Male in der Geschichte die Harmonie der wirtschaftlichen Interessen auf einer neuen Ebene menschlichen Zusammenlebens verwirklicht!<< Es gibt keine Lohnforderungen, es gibt >> Die Zeitungsgestaltung werde zu einer Persönlichkeitsfrage. Der Schriftleiter müsse nicht nur politischer Wegweiser, sondern auch Geschichtsschreiber der neuen Zeit sein... aus der Verschiedenheit der Zeitungen entwickle sich eine besonders interessante und vielgestaltige deutsche Presse.< » Der Besitz von wirtschaftlichen Rohstoffen ist zugleich zu einem entscheidenden politischen Machtfaktor geworden. Die Absperrung großer Völker von den Naturschätzen der Erde ist für sie in einer Welt des Unfriedens, des So hat sich der deutsche Leser WegweiMißtrauens und der latenten politischen ser, Persönlichkeiten, Geschichtsschreibung Spannung ein unerträglicher Zustand. Die aber Politik ist das Schicksal die und Vielgestaltigkeit in seinen AlpträuWirtschaft ist das Brot der men immer vorgestellt. Drum gibts im Dritten Reich auch keinen Abonnentenschwund Völker!< Also doch und auch noch gesperrt ge- und kein Zeitungssterben. (Do bleibt die holbe Hilliorde der Arbeitsfront? Der Sumpf— die deutsdie Arbeitsfront Die größte Korruptionsanstalt im Dritten Reich ist die Deutsche Arbeitsfront, diese Tatsache ist allgemein, auch in Deutschland anerkannt. Würden die Arbeiter nicht zur Beitragszahlung gezwungen, würden sie über. haupt gefragt, dann gäbe es gar keine Arbeitsfront. Durch die, jahrzehntelange Ge werkschaftsarbeit sind Millionen Arbeiter an eine saubere Führung gewöhnt; die demokratische Selbstverwaltung, die genaue viertel jährliche Abrechnung in allen Verwaltungsstellen. geprüft durch gewählte Vertrauensleute der Arbeiterschaft, ließ kein Mißtrauen aufkommen. Heute aber ist mit der Arbeitsfront die Frage identisch: wo bleibt unser Geld? Die Deutsche Arbeits-Korrespondenz— DAK—, das amtliche Organ der Deutschen Arbeitsfront, hatte im September fälschlich behauptet, Ley habe in Nürnberg einen umfassenden Rechenschaftsbericht gegeben und brachte nun einige Zahlen. Danach sollten die monatlichen Beiträge von 23.8 Millionen RM im August 1935 auf über 30 Millionen HM im August'1936 gestiegen sein. Gleichzeitig stiegen die monatlichen Ueberschüsse von 2 Millionen im Jahre 1935 auf 7.5 Millionen im Jahre 1936. Solch lächerlicher»Rechenschaftsbericht« wird von den Arbeitern nicht einmal zur Kenntnis genommen, denn er begründet nur den Verdacht schändlichster Korruption. Jetzt erscheint der»Schatzmeister« der Deutschen Arbeitsfront, Brinkmann, auf dem Plan, um die Geldverschleuderung durch einen»Bericht« zu vertuschen. Brinkmann wäre sicher in der Lage, die Wahrheit zu sagen, aber er hütet sich, eine ordentliche Abrechnung vorzulegen. Sollte er es wirklich einmal wagen im Stile der Wahrheit, so müßten wir die Richtigkeit bestreiten, solange die Zahlen nicht durch frei gewählte Vertrauensieute der Zwangsbeitragszahler geprüft und bestätigt sind. Für diesmal ist die Unwahrheit zu handgreiflich! Mitgliedcrzahl Die Zahl der Mitglieder anzugeben, müßte für den»Schatzmeister« doch das leichteste sein, zumal sie die Grundlage jeder Abrechnung ist. Die Gewerkschaften veröffentlichten darüber alljährlich sehr exakte Angaben, gegliedert nach männlichen, weiblichen, jugendlichen und Lehrlingsmit- gliedem, geordnet nach Beitragsklassen; ebenso aufgeschlossen die Beitrittszahlen, so daß jedes Mitglied schon danach die Einnahmen aus diesen Quellen berechnen- konnte. Bekanntlich haben die Nazis diese Korruption der Bonzen kurz vor dem»Zusammenbruch der Gewerkschaften« aufgehalten. Das war pünktlich am 2. Mai 1933 um 10 Uhr. In diesem Augenblick haben die Nazis die gesamten Einrichtungen der Gewerkschaften gestohlen, eine vollkommen exakt arbeitende Organisation: Mitgliederkarteien, Einnahmen, Ausgaben, alle Bestände, eine minutiös arbeitende Verwaltungseinrichtung usw. Jetzt, Anfang 1937, sagt der Brinkmann: »Erst nachdem die Organisation eine feste äußere Form gewonnen hatte, schlug gewissermaßen ausgangs des Jahres 1934 die Geburtsstunde der neuen Verwaltung. Als die Deutsche Arbeitsfront mit der Ausgestaltung des Verwaltungsapparates begann, zählte sie etwa 14 MUlionen Einzelmitglieder.« Das war im Dezember 1934. Also ein Jahr und sieben Monate dauerte es bis zur»Geburtsstunde«, bis dahin g-ab es noch keine ordentliche Verwaltung, sondern, auf gut bayrisch, einen Saustall. Die»feste äußere Form« hatte nach Brinkmann die DAF erst gegen Ende 1934 erreicht, aber der Rechtsanwalt Bähren— das ist der Karl Schmitt des Dr. Ley—, der alle Rechtsbrüche zu vertreten hat, behauptete im Kampf mit den Gewerkschaftern vor allen Gerichten wider besseres Wissen, daß die DAF bereits am 1. Juli 1933 fertig war als etwas ganz Neues, noch nie Dagewesenes, vollkommen Anderes als die Gewerkschaften und deshalb sei die DAF auch nicht die Rechtsnachfolgerin der Gewerkschaften und sei nicht zur Erfüllung ihrer Verpflichtungen genötigt. Brinkman weiß es natürlich besser als dieser Rabulist; nicht einmal»verwalten« konnten die Räuber mit Hilfe einer exakten Organisation, 19 Monate dauerte es, bis sie sich hineinfanden. Im Dezember 1934 werden endlich 14 Millionen Mitglieder der DAF ermittelt. Was vorher gewesen ist an Mitgliedern, Vermögen und Einnahmen, darüber schweigt Brinkmann, obwohl er es weiß mitsamt seinen Mitschuldigen Ley, Schumann. Biallas, Schmeer, Selzner und dem»Bankdirektor« Müller. Der Muchow gehörte besonders dazu, aber er ist ja frühzeitig von seinem Freund niedergeknallt worden, wofür beide auch ein Staatsbegräbnis erhielten. Der Muchow hat's verdient und in Neukölln vergißt man's nicht. Aus den 14 Millionen sind bis Ende 1936 rund 17 Millionen Einzelmitglieder geworden. Dazu kommen noch S Millionen korporativ angeschlossene Mitglieder, so daß die DAF insgesamt 25 Millionen Mitglieder zählt. Einnahmen Ueber die Einnahmen sagt der Schatzmeister möglichst wenig, denn gar zu offenkundig darf der Schwindel doch nicht werden. Nach ihm betrugen die Einnahmen im Dezember 1934: 16.5 Millionen RM. Legen wir diese Ziffer für das ganze Jahr zugrunde, so beträgt die Gesamteinnahme 198 Millionen RM. Im Jahre 1935 betragen die Einnahmen, nach Brinkmann, im Monat 23 Millionen, das ergibt 276 Millionen für das Jahr, und 1936 sollen es 28 Millionen im Monat sein, also 336 Millionen im Jahr. Diese Zahlen sind niedriger, als sie Ley und die DAK angegeben haben, aber dieser Widerspruch weist nur auf den Betrugsversuch hin. Die Beiträge zur DAF bewegen sich monatlich zwischen 1.20 RM und 12 RM. Nach genauer Abwägung aller uns bekannten Tatsachen müssen wir einen Durch- chnittsbeitrag von wenigstens 2.5 0 RM im Monat annehmen, denn die Beiträge aller Arbeiter in der Metall-, Bau-, Werft- und chemischen Industrie, im Bergbau usw. liegen erheblich darüber, und berechnen wir nur die angegebenen 17 Millionen Einzel- mltglieder, so ergibt sich eine monatliche Einnahme von rund 42 Millionen RM. Mit den Beiträgen der 8 Millionen korporativen Mitglieder erhöhen sich die Einnahmen aus den Beiträgen auf mindestens 45 Millionen RM. Dazu kommen noch die Einnahmen aus den Anlagen der DAF, aus Kapitalzinsen usw.. so daß sich die Gesamtjahresein- nähme der DAF auf die Mindestsumme von 500>HIIIonenBM errechnet. Der Ley und sein»Schatzmeister« haben Ursache, keine Abrechnung abzulegen, sondern alles zu verschleiern. Ausgaben Große Summen sollen der Oeffentlichkeit imponieren und so werden als Barunterstützung angegeben für..... 1933= 18 Millionen RM 1934=64 1935=80 Januar— Novemb. 1936= 72„„ im ganzen Jahre wären es.'...•= 78.55„„ und wie zur Entschuldigung der Steigerung fügt Brinkmann noch hinzu, daß sie durch die Anerkennung von in den früheren Gewerkschaften erworbenen Rechte entstanden sei. Die Zahlen lassen nicht erkennen, wie sie sich auf die verschiedenen Unterstützungszweige verteilen, denn nur aus der Kenntnis, wieviel auf Kranken-, Arbeitslosen-, Umzug-, Notfall- und Invalidenunterstützung entfallen, lassen sich Schlüsse ziehen, aber das soll ja vermieden werden. Schließlich beträgt die sehr anfechtbare Unterstützungsangabc noch nicht einmal 25 Prozent der behaupteten Einnahme. Für»soziale Betreuung« sind nach Brinkmann im Jahre 1935 ausgegeben 40.3 Millionen RM und von Januar bis Oktober 1936 insgesamt 39.5 Millionen RM, das wären im ganzen Jahre 47.4 Millionen RM. Darunter wird verstanden: »Linderung der sozialen Not, Schlichtung sozialer und arbeitsrechtlicher Streitigkeiten durch die Rechtsberatungsstellen, Förderung und Pflege des Heimstättengedankens, gesundheitliche Betreuung der Mitglieder, Sicherung des Arbeitsfriedens und Ausgleich der Interessengegensätze im Betriebe durch Vertrauensräte und Betriebsgemeinschaften, Lösung sozialer Probleme durch Arbeitsausschüsse und Ar- beitskammem.« Das sind alles nichtssagende Redensarten. Linderung der sozialen Not, darunter werden wahrscheinlich die Ausgaben für die Hitlerjugend gebricht, denn seit 1934 wird diese ganze Einrichtung von der DAF finanziert; so müssen die Arbeiter noch dafür bezahlen, daß die Kinder gegen die Eltern aufgehetzt und zu Denunzianten erzogen werden. Die gesundheitliche Betreuung der Arbeiter ist Aufgabe der Krankenkassen, aber weil die meisten durchG r a p b i a«; alle in Karlsbad. Zeitungstarif bew m. P. D. ZI. 159.334;VI1-1933. Printed in Czechoslovakia Der»Neue Vorwärts« Kostet im Einzelverkauf innerhalb der CSR KC 1.40(für ein Quartal bei freier Zustellung KC 18.—) Preis der Einzelnummer im Ausland KC 2.—(Kö 24.— für das Quartal) oder deren Gegenwert in der Landeswährung(die Bezugspreise für das Quarta) stehen in Klammern t Arfenrinien Pes. 0 30(3.60), Belgien; Belg Prs 2.45(29.50) Bulgarien Lew 8.(96» Danzig Guld 0.45 (5.40). Deutschland Mk 0.25(3.—). Estland E. Kr. 0.22( 2.64). Finnland Fmk 4.-(48.—). Frankreich Prs 1.50(18.—) Großbritannien d 4.—(Sh: 4.—). Holland Gld 0.15(1.80) Italien Lir. 1.10(13.20), Jugoslawien Din 4.50 (54.—), Lettland Lat 0.30(3.60) Litauen Ut. 0.55(6.60) Luxemburg B Frs 2.45(29 50), Norwegen Kr 0.36(4.20) Oesterreich Sch. 0.40(4.80). 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