Neuer Vorwärts Sozialdemokratisches Wochenblatt Nr. 198 SONNTAG, 28. März 1937 Aus dem Inhalt: Unfröhliche Ostern Die Politik des Vatikans Die Achillesferse der Diktaturen Neue Kriegswaffen Verlag: Karlsbad, Haus„ Graphia" Preise und Bezugsbedingungen siehe Beiblatt letzte Seite Diktaturen in der Klemme Neues Hasardspiel mit dem Weltfrieden Der glänzende Sieg der spanischen Re-| die spanische Regierung führt, der festi-, die Diktaturen die moralische Kraft des Die Grenzen der Politik des Bluffs und gierung über die italienischen Truppen an gend und anfeuernd auf die Opposition Rechts fürchten, wenn sie von der Nieder- des Terrors sind sichtbar geworden im der Front von Guadalajara hat die diplo- in Deutschland wirkt. lage des Rechtsbruchs ein Erwachen des Innern der Diktaturländer und nach außen. matischen Fiktionen zerrissen, mit denen Es ist unsere Sache, die in Spanien Freiheitsstrebens und des Willens zum Dieser Prozeß darf nicht gestört oder die Politik der Nichtinterventions- und der gegen die Interventionsmächte geführt Recht in ihren eigenen Ländern besorgen, wieder unterbrochen werden durch neue Kontrolle umgeben worden ist. Der italie- wird. Zwischen dem Sieg des Rechts und dann müssen die demokratischen Länder Kapitulationen vor den Tobsuchtsanfälnische Faschismus ist durch die Nieder- der Freiheit in Spanien und dem Kampf sich hüten, das Recht und die internatio- len von Diktatoren, die in die Klemme lage in ein tobsüchtiges Stadium ver- gegen die Diktatur in Deutschland be- nale Moral durch diplomatische Fiktionen geraten sind! setzt worden, in dem er seine Drohungen steht der engste Zusammenhang. Wenn zu schwächen. gegen den Frieden nicht mehr verschleiert. Ein neues Hasardspiel mit dem Weltfrieden beginnt. Rebellen. Die Ablenkung in Schlesien Antipolnische Propaganda Der andere Teilhaber an der Intervention in Spanien erfreut sich in diesem Augenblick der Tatsache, daß das Toben des italienischen Faschismus die Aufmerksamkeit von ihm abzielt. Dennoch ist das Aus Schlesien wird uns geschrieben: es in den Ausführungen der Redner des Tages, und durch Landschaften oder GeschichtsTreiben des deutschen Systems in Die Aktion der Arbeitsfront zur Beruhi- besonders der Kreisleiter Ring und Jonas, bilder ersetzt worden. Man will die katholiSpanien nicht minder gefährlich und nicht gung der Arbeiterschaft hat sich als ein Fehl- heißt, soll diese Kundgebung in erster Linie sche Bevölkerung gewissermaßen unter minder verbrecherisch. An der Jarama- schlag erwiesen. Nicht weniger als 12 Redner gegen die katholischen Einflüsse gerichtet Druck setzen und wendet in der Agitation Front sind maskierte deutsche Truppen aus dem Reich, dazu eine Reihe Vertrauens- sein, die sich immer noch auf Schritt und gegen die Kirche zugleich das Schlagwort eingesetzt, die Bombenangriffe aus der räte und Kreisleiter der Arbeitsfront wurden Tritt in Oberschlesien geltend machen und an, daß, wer katholisch ist, zugleich auch Luft werden in der Hauptsache durch im Verlauf von zwei Wochen eingesetzt, um die Aufbauarbeit des Nationalsozialismus der polnischen Stimmung verfallen ist. Man deutsche Flugzeuge ausgeführt, deutsche die Massenstimmung zu heben, aber die Ver- untergraben. Aber es ist notwendig, auch die müsse sich eben offen zum deutschen VolksSchiffe begünstigen die Operationen der sammlungen konnten nur mit Zwangsmaß-> Rettung des deutschen Volkstums<< zu tum und dadurch gegen die katholische Niederlage Mussolinis in nahmen durchgeführt werden, die Stimmung sichern, welches durch die Kirche gefährdet Kirche und vor allem gegen den polnischen Spanien ist Hitlers Niederlage. Der Nim- bei der Arbeiterschaft war durchwegs ab- ist, da noch immer der katholisch- polnische Gottesdienst bekennen.b bus der überwältigenden Kraft und der lehnend, und auf Redenhütte- Hindenburg Gottesdienst von vielen Meckerern benutzt Es ist nicht zu leugnen, daß in gewissen Unbesiegbarkeit, mit dem der neue deut- wurde der Zwischenruf laut:» Gebt uns But- wird, um sich vom neuen Deutschland zu di- Teilen der Arbeiterschaft, die das Manöver sche Militarismus sich umgibt, ist in Spa- ter und Brot und nicht bloß leere Verspre- stanzieren. In der Kundgebung wurden Be- der Ablenkung nicht durchschauen, die antinien zerrissen worden. Das Versagen der chungen. Die Arbeitsfront gibt in vertrau- schlüsse angenommen, die dahin gehen, daß kirchliche und antipolnische Propaganda auf deutschen Tanks, der Flugzeuge und der ten Besprechungen selbst zu, daß die Aktions- aus allen Amtsräumen und insbesondere ein gewisses Entgegenkommen stößt, zumal Infanterie hat bedeutende Schwächen der trupps ein Fehlschlag waren. Schulen die Heiligenbilder und Kruzifixe gesagt wird, daß die Republik sich zu einem deutschen Aufrüstung enthüllt.. Man hat jetzt auch ein anderes Mittel der entfernt werden, die den Eindruck erwecken, solchen Schritt gegen die Schwarzen<< nicht Auf diesem Nimbus beruhte die Politik Ablenkung versucht: Sogenannte» Grenz- als wenn die Schwarzen immer noch am aufgerafft hat. Aber innerhalb der klassendes Bluffs und des Terrors, die Deutsch- landarbeit zum Schutze des Volkstums«. Man Ruder wären. Diese Verbleibsel der> 14 Jahre bewußten Arbeiter weist man mit Nachdruck land und Italien seit dem abessinischen unternimmt große Aktionen Sicherung der Schmach< müssen schon in den nächsten hin, daß sich die Arbeiter von diesen NaziFeldzug betrieben haben. Dieses Bluffen des Volkstums, wobei die Führung dem Tagen verschwinden. phrasen nicht einfangen lassen sollen. Denn ist nach außen wie nach innen hin wirk-> Bunde deutscher Osten< übertragen ist, der Die Casinokundgebung in Hindenburg jetzt ist man gegen die Kirche, um zu versam gewesen, und die Wirkung nach in- sich die Wiedergewinnung der an Polen ver- soll wohl den Schlußstein einer Aktion bil- hindern, daß auch die katholischen Arbeiter nen hin war den Diktatoren wertvoller lorenen Gebiete zum Ziel gesetzt hat. Eine den, die schon seit Wochen durch Auf zur illegalen Aktion einbezogen werden, man noch als die nach außen. Denn diese Wir- Reihe von Schriften, die sich offen gegen legung von Listen und Unter- will die Arbeiterschaft in ihrer Abwehr kung nach innen ist von systemerhalten- Polen richten, die die oberschlesische schriftsammlungen durchgeführt schwächen und darum die Aktion gegen die der Kraft; hört sie auf, so wird die innere Grenze als» blutende deutsche Grenzex be- wurde, die als Kopf die Aufschrift tragen: Kirche und die angebliche Rettung des deutLage der Diktaturen schwierig und un- zeichnen, werden durch die Schulen, die Hit- Ich bin Deutscher nationalsoGeist der allgemeinen Opposition gegen zuletzt die Aktionstrupps nicht wenig bei- im Kirchenkampf geschützt. Jetzt, da die zialistisches Gedankengut<, hatte vor allem das System wirken würde. zuungunWas weite Volkskreise instinktiv fühgetragen. len, erkennt die bewußte Opposition klar Nazi- Bildersturm in aus. als bares Genfer Konvention am 15. Juli abläuft, auch die Chamberlainsche arische Abstam scheint man mit dem Kirchenkampf ein Ab- mungstheorie hinsichtlich des Stifters der lenkungsmanöver zu vollziehen. Vorher hat christlichen Religion schwungvoll vertreten und hier üben die spanischen EreigDeutsch- Oberschlesien man in den Landgemeinden des Industrie- und jeden einen Staatsfeind« genannt, der nisse die stärkste und positivste Wirkung gebiets eine Reihe junger Lehrer gezwungen, in dieser Beziehung der Bibel mehr glauben Eine Aktion zur Erhaltung des Deutschtums? Posten im Kirchendienst und kirchlichen Or- wolle, als Adolph Hitlers» Mein Kampfe. DarSie zeigen, daß die wahre Gewalt ohne Geist, die bloße technische und orga- Aus Hindenburg wird uns geschrie- ganisationen aufzugeben, da diese mit dem auf hat nun der freilich entschieden orthonisatorische Ansammlung von militärischer ben: Am 15. März haben die SA- und SS- Nationalsozialismus unvereinbar seien. Dem doxe frühere Generalsuperintendent der KurKraft ihre Grenzen hat. Die Anziehungs- Abteilungen aus Hindenburg und Umgebung sind auch die jungen Lehrer gefolgt, die man mark, D. Dibelius, in einer Form jetzt geantund Verführungskraft des bloßen Macht- eine große Kundgebung nach dem Casino der auch zu zahlreichen Kirchenaus- wortet, die mindestens recht ungewöhnlich idols schwindet dahin, Idee und Geist Donnersmarckhütte einberufen, die Tage vor- tritten bewogen hat. In den Hindenbur für die Verhältnisse des Dritten Reiches ist. werden als positive Kräfte wieder sicht- her organisiert war und an der alle maß- ger Schulen sind jedenfalls die Heiligenbilder Er hat dem Kerrl einen sehr polemisch gebar. Es ist der Kampf ums Recht, den gebenden Naziführer vertreten waren. Wie und Kruzifixe bereits vor Wochen entfernt haltenen» offenen Brief« geschrieben und ihn da ihm ja keine Zeitungsredaktion so ein] gefährliches Papier abnahm gleich durch die Bekenntnispfarrer< nach der Sonntagspredigt vorlesen lassen. Darin steht auf jeden Fall trutzig und sehr unbekümmert um jedes den Menschen<... Carl Mierendorff 4 Jahre im Konzentrationslager Die Politik des Vatikans Mit Hitler gegen Hitler. Eine Politik mit doppe.tem Boden » nationalsozialistische Gedankenguta: Jawohl, Der Vatikan hat die deutschen Katho- atheistischen Kommunismus reiht sich| Machtkampf zu benutzen. Wahrlich nicht Jesus von Nazareth ist nach seiner mensch- liken aufgefordert, auf einen offenen Kampf ein in die» antikommunistische Front< der um Freiheit geht es ihm! Die christliche lichen Natur aus dem Geschlechte Davids, mit dem nationalsozialistischen System ge- Diktaturländer, die in dem famosen Lehre enthält Grundelemente des Humaalso ein Jude!<< Wenn aber der Herr Reichs- faßt zu sein. Eine Enzyklika, das heißt deutsch- japanischen Antikominternpakt nismus. Das sind absolute Werte, die nicht minister den Pfarrer verwehren wolle, das zu ein päpstliches Rundschreiben an die Bi- ihren Ausdruck gefunden hat. Ihre Ideo- nach politischer Opportunität beliebig versagen, obschon es im Neuen Testament stehe, schöfe, wendet sich scharf gegen die na- logie zeigt alle die Elemente, die in dem teidigt oder preisgegeben werden können. dann' werde er erleben, daß ein evangelischer tionalsozialistische Ideologie, die die Be- faschistischen Kampf gegen den» Mar- Wenn man sich zur Demokratie bekennt, Geistlicher, komme es hart auf hart, eben griffe von Rasse und Volk zu heidnischen xismus«<, gegen den» Materialismus« des so muß das Bekenntnis allgemein gültig > Gott mehr gehorchen muß, als Idolen macht. Sie protestiert gegen die Marxismus, gegen den Sozialismus über- sein. Wenn man Freiheit will, muß man sie Verletzungen des Konkordats, namentlich haupt hervorgetreten sind. Sie ist das allgemein wollen. Die Freiheit, die nur die Auf die psychologische Situation, in deren in der Schulfrage, und beteuert feierlich, Programm zu der Politik, die der Vatikan Knechtschaft anderer ist, ist keine FreiZeichen sich künftig die von Hitler ange- daß die Kirche ihr Recht und ihre Frei- gemeinsam mit der europäischen Gegen- heit. Wer auf die Werte des Humanismus setzten Kirchenwahlen bewegen sollen, wirft heit im Namen des Allmächtigen vertei- revolution führt. pocht, der darf sie nicht anderwärts mit dieser Vorgang sicherlich einiges Licht. Zur digen werde. Diese Enzyklika ist von den Diese Politik hat in Deutschland auf Füßen treten. Sache selbst wäre freilich zu sagen, daß sehr Kanzeln verlesen worden. Die national- die Karte des gegenrevolutionären NatioZwischen der deutschen Enzyklika des viele Deutsche sicherlich der Meinung sein sozialistische Presse hat mit großer nalismus gesetzt siehe die Aera Kaas- Vatikans auf der einen Seite und der alldürften, daß eine wirklich christ Schärfe darauf geantwortet. Der> Völ- Brüning im Zentrum, sie hat in Oester- gemeinen Enzyklika und der gegenrevoluliche streitbare Theologie das Gebot kische Beobachter< wendet die These reich mit Seipel vorbereitet, was Dollfuẞ tionären Politik des Vatikans auf der anGottes, das da vor dem Gebot der Menschen» Recht ist, was dem System nützt auf das und Schuschnigg vollendeten, sie hat in deren Seite klafft ein vollendeter Widerzu gelten hat, bedeutend wirkungsvoller etwa Konkordat an und sieht mit zynischer Italien sich zum Bundesgenossen des Fa- spruch. Hier spricht man von Recht, von angesichts der Morde in den Konzentrations- Dialektik diesen Staatsvertrag als nicht schismus gemacht. Sie hat vier Jahre lang Verteidigung von Recht und Freiheit lagern ins Feld gegen die Mode- Regenten mehr existierend an. in Deutschland die katholische Volksop- dort verherrlicht man den abscheulichsten Deutschlands vorstoßen lassen sollte, als an- So ist eine Kampfsituation entstanden, position in ihrem opferreichen Kampfe Rechtsbruch, die Diktatur gegen das Volk, gesichts einer rassenschwärmerischen Schrul- in der die katholische Volksopposition in allein gelassen, solange sie nur hoffen predigt man die Unduldsamkeit und ruft le, selbst wenn sie heute das Dritte Reich als Deutschland wieder in Einklang gekom- konnte, durch Teilnahme an den histori- nach dem Gewissenszwang und der Staatssein Staatsgrundgesetz ausgibt. men ist mit den offiziellen Kundgebungen schen Verbrechen des deutschen Faschis- gewalt gegen die» Atheisten, nach der des Vatikans. Der Vatikan hatte in mus organisatorische Positionen der geistigen Diktatur. Dieser zynische MacDeutschland nicht mehr viel an organisa- Kirche zu behaupten. Sie hat an der chiavellismus soll eine moralische Position 40 Jahre alt torischen Positionen zu verlieren. Die Hetze des nationalsozialistischen Systems im Kampfe gegen das unsittliche braune katholische Presse ist vernichtet, die ka- gegen Sowjetrußland teilgenommen, statt System darstellen? tholische Jugend gänzlich dem katholisch- sich gegen diese offenkundige Kriegshetze Geht es denn der katholischen OppoAm 24. März ist Carl Mierendorff organisatorischen Einfluß entzogen, und zu wenden, sie hat den abessinischen sition in Deutschland wirklich nur um 40 Jahre alt geworden. Am 17. Juni 1933 der Kirche und wurde er verhaftet. Er ist niemals vor Ge- die Bekenntnisschulen sind entscheidend Feldzug Mussolinis gutgeheißen und ge- Recht und Freiheit richt gebracht, sondern aus einem Konzen- zurückgedrängt. Die moralische Position, segnet, auf daß die italienischen Legionen pfeift sie auf Recht und Freiheit andedie der Vatikan in Deutschland hätte ha- den Abessiniern auf der Spitze der Bajo- rer, auf Recht und Freiheit als allgetrationslager ins andere geschleppt worden ben können weit über die katholischen nette die Segnungen des katholischen meine Prinzipien? Will sie wirklch nur nur um seiner Gesinnung willen. Er teilt Kreise hinaus hat er selbst zerstört Glaubens brächten, und sie ist unmittel- die nationalsozialistische Diktatur durch die das Los anderer führender Parlamentarier durch seine Versuche, zum Bundesgenos- barer Teilhaber an dem Verbrechen des Inquisition ersetzen, will sie wirklich als der Sozialdemokratischen Partel, wie Ernst sen des nationalsozialistischen Systems, internationalen Faschismus in Spanien. gegenrevolutionäre Fraktion an der gegenHeilmann, Kurt Schumacher, Judas heißt, zum Teilhaber seiner Verbre- Diese Bundesgenossenschaft liegt vor den revolutionären Herrschaft beteiligt werlius Leber und Jasper, die alte chen zu werden. Diese Versuche erfor- Augen der ganzen Welt offen. Selbst wenn den? All die Opfer, die sie gebracht hat, Frontkämpfer und Kriegsverletzte wie er dern es, diese neueste Kundgebung des man nicht so weit gehen will wie Wickham nur um an die Stelle des Hitlersystems selt vier Jahren in der Hölle der KonVatikans, die sich auf hohe moralische Steed, der es für eine haltbare Hypothese ein italienisches oder österreichisches Mozentrationslager schmachten. Werte beruft, nüchtern im Lichte der erklärt, daß der Vatikan der Brennpunkt dell des Faschismus zu setzen? Wir glaubefinden sich mit ihnen in Konzentrations- vatikanischen Politik zu prüfen. der Verschwörung zwischen Deutschland, ben nicht, daß die Opposition katholischer Die katholische Volksopposition in Italien und Portugal gewesen sei, bleibt Volkskreise von dem gleichen gesinnungslagern und Zuchthäusern. Wir gedenken ihrer aller am Geburtstag unseres Freundes in der Deutschland, die sich gegen Bedrückung die offene Parteinahme des Vatikans für losen Opportunismus getragen ist wie die Diese Politik tritt festen Zuversicht, daß sie dereinst gemein- und Verfolgung, gegen Entrechtung und die abscheulichsten Verbrechen, die Auf- Politik des Vatikans. Unfreiheit, gegen die Barbarei und die reizung zu fortdauernder Gewalttat gegen zynisch die kulturellen und humanitären Unsittlichkeit des Systems wie die Segnung der rebellischen Elemente des Christentums zu Boden, sie gegen das Recht, staatlichen Gewissenszwang wendet, ist Waffen, die bestimmt sind, das spanische wird zum Lobredner des Rechtsbruchs, ein Teil des allgemeinen Freiheitskampfes. Volk in eine Knechtschaft zurückzuführen, der Gewalt, der Diktatur und des Krieges, Sie hat es gefühlsmäßig begriffen, daß, an der die Kirche als Bedrückerin ein ge- zum Verbündeten des faschistischen Imwer immer Recht und Freiheit für sich rütteltes Maß von Schuld trug. Während perialismus. Für welche christlich- moralivon Düsseldorf fordert, sie für alle fordern muß. Das der Vatikan in Deutschland gegen Rechts- schen Werte fordert sie denn Kampf und In Düsseldorf ist eine Bande von Steuer- aber ist keineswegs die Position des Va- bruch und Unterdrückung durch Hitler Opfer der deutschen Katholiken? beamten festgenommen worden, die die tikans, und es muß deshalb mit der größ- protestiert, ist er in Spanien gemeinsam Der Kampf gegen das Hitlersystem in Steuerzahler für eigene Rechnung ausge- ten Schärfe festgestellt werden, daß die mit Hitler bestrebt, das spanische Volk zu Deutschland ist ein großer moraliplündert hat. An der Spitze dieser Bande vatikanische Politik nichts, aber auch gar unterdrücken und den Rechtsbrechern zum scher Kampf. Er muß geführt werden stand der Herr Steuerdirektor nichts mit dem deutschen Freiheitskampf Siege gegen das Recht zu verhelfen. Wir von großen, allgemein- gültigen Prinzipien Esch selbst, und die erbeutete Summe wird zu tun hat. hoffen sehr, daß die freiheitliebende deut- aus. Er hat nichts zu tun mit einem widervorläufig auf eine Million Mark ge- Dieser für den Gebrauch in Deutsch- sche Opposition, die atemlos die spanische lichen Schacher um partikulare Rechte, bei schätzt. Neun Personen sind verhaftet. land bestimmten Enzyklika ist eine an- Entwicklung verfolgt, diese doppelte Mo- dem Moralprinzipien für Vorrechte verDas Auffällige an dieser Affäre ist nicht, dere, allgemeine Enzyklika eine Woche ral der vatikanischen Politik durchschaut. kauft werden sollen. Der vatikanische daß sie passiert, sondern daß sie herausge- vorhergegangen, die sich gegen den» athei- Es geht dem Vatikan in Deutschland Bundesgenosse Francos, Hitlers und Muskommen ist. Es gehört zum Wesen jeder stischen Kommunismus wendet. Diese um die Machtposition seiner kirchlichen solinis in Spanien und Oesterreich fehlt Despotie, daß sich ihre Statthalter auf Ko- Enzyklika enthält die Richtlinien der all- Organisation, nicht um eine geistige und jedenfalls die moralische Qualifikation, um sten der Bevölkerung in mehr oder weniger gemeinen Politik des Vatikans, und diese kulturelle Position. Das Aufbegehren ge- nur irgendwie als eine Kraft oder ein anrüchigen Weise bereichern. Wo kein Recht Politik ist die der europäischen Gegen- gen die Unterdrückung in Deutschland ist Bundesgenosse in diesem Kampfe angesemehr ist, ist der Untertan der Willkür der revolution. Die Enzyklika gegen den ihm gerade gut genug, um es für seinen hen zu werden. Beamten schutzlos preisgegeben. Die UeberTausende aufrechter Sozialdemokraten wenn die sam mit uns an dem Aufbau des freien Deutschlands wirken werden, Stunde der Befreiung geschlagen hat. Die Steuergangster M. K. fälle an Macht auf der einen Seite, die völ- Der großkapitalistische Kurs Zahl und das Aktienkapital der kleinen Ak- schen Schichten zieht auch eine Zunahme lige Ohnmacht auf der anderen reizt zum tiengesellschaften am Ende des Jahres 1936 thres politischen Einflusses nach sich. Mißbrauch. So erzeugt das System selbst Daß die Hitler- Diktatur den Interessen denen der großen Aktiengesellschaften gegen- Jedenfalls läßt diese Statistik erkennen, seine Korruptionisten, es sorgt aber im allge- des Großkapitals am weitesten entgegenüberstellt. daß der von den Nationalsozialisten angebmeinen auch dafür, daß nicht durch Bekannt- kommt, dafür spricht die Entwicklung der Nach einer in Nr. 4 von> Wirtschaft und lich verwirklichte> deutsche Sozialismuse in werden der Korruption die Staatsautoritäte deutschen Aktiengesellschaften in den letzten erschüttert wird. Der Fall Düsseldorf hat im Jahren. Diese Entwicklung hat das Ueber- Statistik enthaltenen Uebersicht waren Ende Wahrheit in nichts anderem besteht als in Gegensatz zu ungezählten anderen nicht ganz gewicht der Großen über die Kleinen bedeu- 1936 insgesamt 6560 Aktiengesellschaften mit einem Ausbau und in einer Festigung der einem Aktienkapital von 5000 bis 5 Millionen wirtschaftlichen und politischen Machtpositiovertuscht werden können. Es ist ein Be- tend verstärkt. RM vorhanden. Das entspricht 91 Prozent nen der großkapitalistischen Schichten. triebsunfall des Systems. Die Zahl der Aktiengesellschaften im ganIn einem demokratischen Staat würde zen hat sich von 1932 bis 1936 von 9634 auf der Gesamtzahl aller deutschen AktiengesellGöbbels beerbt Hugenberg ein solcher Fall bis in alle Einzelheiten auf- 7204 verringert. Die Abnahme beträgt 2430 schaften. Diese 6560 Aktiengesellschaften verfügten über ein Nominal- Aktienkapital von gedeckt, die Eiterbeule bis aufs letzte aus- oder rund 25 Prozent. Das Aktienkapital gebrannt werden. Von dem Düsseldorfer dieser Gesellschaften hingegen ist von 22.3 insgesamt 4801,6 Millionen RM. Da das geSkandal erfährt man nur so viel, daß die Milliarden RM auf 19.2 Milliarden oder mur verbrecherischen Steuerbeamten selbst- um 14 Prozent zurückgegangen. verständlich Pgs. sind und daß sie kapitals. Seit Monaten geht der Stunk um die Ufa. Die Aktionäre klagten über die Defizite, die Nazipresse über die Filme und die> Mißwirtschaft<<, Hugenberg über die Faktoren, deren wir nicht Herr sind...< Nun haben diese Faktoren gesiegt, die Ufa wird verstaatlicht. Der Aufsichtsrat wird eine Mehrheit nationalsozialistischer Vertrauensräte erhalten, die finanzielle Führung dürfte die Deutsche Bank übernehmen. Das Auslandsgeschäft schrumpfte dauernd und so stark, daß die Exporterlöse im letzten Rechnungsjahr von sieben Millionen auf vier Millionen sanken. Das Ausland lehnte die braunen Tendenzfilme ab. samte Aktienkapital aller deutschen Aktiengesellschaften 19.224,6 Millionen RM beträgt, Eine Aufgliederung ergibt nun die Tat- sind das rund 25 Prozent. Und nun die groBen Aktiengesellschaften mit einem Aktienzum Zwecke ihrer persönlichen Bereicherung sache, daß der Rückgang bei den kapital von 50 Millionen RM und mehr. Ihre nach bewährten Gestapomethoden gearbeitet kleinen Aktiengesellschaften haben. Zuerst wurden den unglücklichen Op-( unter 50.000 RM Aktienkapital) viel stär- Zahl betrug Ende 1936 insgesamt nur 55. Damit stellen sie nur 0,8 Prozent aller deutschen fern, wie der Bericht sagt,» in geradezu mit- ker ist als bei den mittleren und großen telalterlicher Weise Geständnisse ihrer an- Aktiengesellschaften. Haben sie von 5622 Aktiengesellschaften. Ihr Aktienkapital hingeblichen Steuervergehen erpreßt, und dann auf 3863 oder um rund 31 Prozent abgenom- gegen erreicht die Höhe von 6962,3 Millionen wurden diese Geständnisse benutzt, um Geld men, so beträgt die Verringerung der Zahl RM oder von 36 Prozent des gesamten Aktienvon ihnen zu erpressen. Wie viele von den bei den mittleren Aktiengesellschaften nur Während also die 91 Prozent der kleinen Opfern Juden waren, wie viele schon in den etwa 18 Prozent und bei den großen AktienKonzentrationslagern gelandet sind, wie die gesellschaften gar nur 0.9 Prozent. Aktiengesellschaften nur über 25 Prozent des Göbbels ist Sieger, Hugenberg bleibt auf Durch diese Verschiebung ist der Anteil Aktienkapitals verfügen, besitzen die 0,8 Pro- der Strecke. Alle antibolschewistischen Filme schmutzige Affäre ans Licht gekommen ist, das und vieles andere wird man wahrschein- der mittleren und großen Aktiengesellschaf- zent der großen Aktiengesellschaften 36 Pro- haben ihn nicht gerettet. Erst wurde der lich nicht erfahren. Das Interesse des Sy- ten an der Gesamtzahl der deutschen Aktien- zent des Aktienkapitals! Harzburger Bundesgenosse aus allen politistems fordert, daß der Sumpf so rasch wie gesellschaften wesentlich gestiegen. Durch die Aktienrechts- Reform und durch schen Stellungen herausgedrückt und jetzt möglich wieder zugedeckt wird. Noch schärfer tritt die Veränderung zu- die Wirtschaftspolitik der Nationalsozialisten aus seiner eigenen nationalen Fabrik. Der Düsseldorf gunsten des Großkapitals hervor, die in den überhaupt ist diese Entwicklung der Stärkung sture Bock fand gerissenere Böcke, denn alle ist ja nur eine Spezies des allgemeinen Gang- vier Jahren der nationalsozialistischen Dikta- des Großkapitals gerade in der letzten Zeit Schuld rächt sich auf Erden. Die seine sogar stertums, das den braunen Staatsbau in allen tur auf dem Gebiete des Aktiengesellschafts- weiter wesentlich beschleunigt worden. Diese schneller, als sich die Deutschnationalen hätseinen Rängen bevölkert. wesens vor sich gegangen ist, wenn man die wirtschaftliche Stärkung der großkapitalisti- ten träumen lassen. Das Steuergangstertum von Der nordische Block Sicherheit durch die Großen. Die Achillesferse der Diktaturen Die Reisen des belgischen Königs nach Durch ihre spanische Intervention ha- die z. T. mit Steinschloßflinten gegen Ma- sie sich anstatt der erwarteten» nackten London und des schwedischen Außenministers ben die beiden europäischen Haupt- Dik- schinengewehre kämpften, die nicht ein- Wildene todesmutig und begeistert für ihre Sandler nach London und Paris haben die taturländer sich nicht allein moralisch mal von der Existenz der Giftgase, ge- Sache eintretenden modernen Soldaten geAbsichten, die mit der Bildung des projek- kompromittiert. Sie haben wohl einmal schweige denn vom Schutz dagegen etwas genüber sahen. tierten sogenannten» nordischen Blocks ver- mehr ihre skrupellose Raub- und Abenteu- wußten, die nicht ein einziges Flugzeug, Dabei wollen wir den Kampfwert der bunden sind, etwas schärfer hervortreten las- rerpolitik zur Schau gestellt; zugleich aber nicht einen einzigen Tank besaßen usw. republikanischen spanischen Milizen keisen. Während des letzten Weltkrieges haben ist die Welt auch gewahr geworden, wie- usw. Aber, seien wir ehrlich: fast die neswegs überschätzen. Noch vor einigen Holland und die skandinavischen Länder den viel Bluff hinter ihrem großspurigen Auf- ganze Welt ist auf die Prahlerei des Fa- Monaten war er sehr gering, und er hat großen Vorteil der Neutralität genossen. trumpfen mit den Mitteln der Gewalt schismus mit seiner an den Abessiniern sich nur Schritt für Schritt gehoben. Noch Heute treibt sie die Sorge, daß sie bei einem steckt: diese Mittel stellen sich, so kost- bewiesenen Unüberwindlichkeit hereinge- jetzt fehlt es den republikanischen Trupkünftigen Kriegsausbruch in den Strudel der spielig sie auch sind, so sehr sie Wirt- fallen. pen sehr an qualifizierten Führern und an außenpolitischen Ereignisse mit hereingezo- schaft und Finanzen der Diktaturländer Nun sollte an den spanischen Milizen ausgebildeten Spezialisten für verschiegen werden könnten, und sie suchen dem vor- ruiniert haben, keineswegs als dem Preise der zweite Beweis für die unwiderstehliche dene Waffengattungen. Noch heute muß zubeugen. Dieses Bestreben findet naturge- angemessen, keineswegs als unwidersteh- Kraft des faschistischen Militärs erbracht persönlicher Mut und Erfindungsgabe des mäß starkes Interesse auch in anderen klei- lich heraus. Gerade Spanien lehrt: die werden. Was ließ sich anders erwarten, Soldaten manchen technischen Mangel ausnen Ländern, die, wie Belgien, von 1914 Diktaturen sind selbst rein militärisch als daß diese ungeschulten, schlecht be- gleichen. Daß gleichwohl eine solche 1918 Kriegsschauplatz gewesen sind, und die sehr viel schwächer, als sie einer einge- waffneten Haufen eines Volksheeres von Truppe raffiniert ausgebildete und bis aufs den begreiflichen Wunsch hegen, es nicht wie- schüchterten Welt weismachen wollen. den kriegsgeübten faschistischen Söldnern I- Tüpfelchen ausgerüstete Divisionen zu der zu werden. Aus solchen Sorgen und Zuerst war es die deutsche Auf- ebenso in die Pfanne gehackt würden als schlagen weiß, gerade das zeigt, wie Wünschen kristallisiert sich der Gedanke rüstung, die ihre schwachen Punkte die halbnackten Abessinier? Aber es ist weit die Armeen der Diktatur nannt hat. bereit sein. ren. Hat Mussolinis Diktatur all die ihm unbekannten Tatsachen auf den Soldaten hereinbrechen, und der Grabenkrieg bietet vielerlei Gelegenheit, sie zu übermitteln. Man sage nicht: der Soldat wird doch die Wahrheit nicht glaueiner Gemeinschaft, die durch Vereinigung offenbarte. Ganz im Gegensatz zu dem sehr viel anders gekommen: bei Brihuega von Unbesiegbarkeit entfernt der Kräfte eine gewisse Macht darstellt, die eingebildeten Gerede von den>> unnach- haben die Divisionen Mussolnis vor den sind. Daß es u. a. eine Truppe italieniaber ihre Macht nur dazu gebrauchen will, ahmlichen Wundern der deutschen Tech- verachteten Milizen Fersengeld geben müs- scher Emigranten, die Brigade Garisich nach Möglichkeit aus den blutigen Ver- nike stellte sich eine überraschende Min- sen; trotz ihrer Motorisierung, trotz ihrer baldi war, die den Sieg über Mussolinis wicklungen herauszuhalten. Das Ganze derwertigkeit des deutschen Rü- allermodernsten Bewaffnung haben sie Söldner mit erfechten half, das gibt der läuft also ungefähr auf das hinaus, was man stungsmaterials auf mehr als einem Ge- eine unbestreitbare Niederlage einkassiert. Sache noch eine besondere Note: sie zeigt, früher eine>> bewaffnete Neutralität< ge- biet heraus, namentlich aber auf dem Ge- Wundern kann das nur den, der blind wie gut Emigranten sich den Haß ihrer biet der Kriegs- Luftfahrt. Mag das über- an die» Wunder<< der Diktatur geglaubt Tyrannen verdienen können. Wer die RedDiese bewaffnete Neutralität will dem hastete Tempo der deutschen Wiederbe- hat. Die militärische Kraft eines Staates nergabe eines Nenni, eines Nicoletti Völkerbund treu bleiben und steht seinen waffnung als Entschuldigung dienen hängt nun einmal nicht von den Deklama- kennt, der wird nicht zweifeln, daß ein Hauptmächten, England England und Frankreich, Tatsache bleibt: zu der Zeit, als der An- tionen eines Duce oder eines Führers, paar im vordersten Graben aufgestellte wohlwollend gegenüber. Genauer gesagt, sie griff der deutschen Luftwaffe von den in sondern von sehr realen Umständen ab. Lautsprecher eine ganze Zahl von Maschimöchte den Schutz des Völkerbundes, das Frage kommenden Nachbarländern am Mit dem Phantom einer Wiederherstellung nengewehren ersetzt haben dürften! heißt vor allem Englands und Frankreichs meisten gefürchtet wurde, hätte ein Luft- des altrömischen Weltreichs mag man Es erhebt sich daraus die Frage: gegen einen möglichen deutschen Angriff für krieg wahrscheinlich in einer vernichten- Schullehrer und( wahrscheinlich noch Welche Rolle wird die Waffe der Zersetsich in Anspruch nehmen, sie möchte aber den deutschen Niederlage geendet. eher) Schulkinder begeistern; aber der zungspropaganda erst in einem Krieg auch auf keinen Fall durch ihr eigenes Ver- Ebenso wären die deutschen Tanks im Arbeiter, der industrielle wie der Landprohalten für einen solchen Angriff einen Vor- Kriegsfalle vor der ersten gegnerischen letarier, spürt zunächst den schweren den die Diktaturen nicht mit Eliteformaeuropäischen Maßstabes spielen, wand liefern. befestigten Linie als hilflose Wracks lie- Druck der Kosten dieser Erobe- tionen allein führen können?- Man muß Es versteht sich von selbst, daß man in gen geblieben. rungspolitik. Wenn der Italiener im neun- bedenken: gerade die Soldaten der DiktaLondon und mehr noch in Paris der Meinung Hat so der Nimbus der deutschen Be- zehnten Jahrhundert ein schlechter Soldat tur ziehen in den Krieg, zwar mit dumpist, wer nehmen wolle, müsse auch zu geben waffnung erheblich gelitten, der Nim- war, so lag das nicht an irgendwelcher fem Widerwillen, aber bisher von ihrer Die Idee der bewaffneten Neu- bus des deutschen Militärs blieb relativ Minderwertigkeit des italienischen Volks- Presse in völliger Ahnungslosigtralität während des Krieges ist mit der Idee unangetastet, weil es bisher noch nicht in charakters, als vielmehr an der Tatsache, keit über die wirklichen Tatsachen und der kollektiven Sicherheit nicht zu vereinba- Massen eingesetzt wurde. Dagegen ist dies daß das Gros der italienischen Volksmasse Zusammenhänge gehalten. Der Hinweis auf die eigene Schwäche mit italienischen Truppen geschehen. Es aus zerlumpten, ausgemergelten Analpha- kung läßt sich erwarten, wenn plötzlich und Hilfsbedürftigkeit wird durch den geplan- waren nicht gewöhnliche, sondern moto- beten bestand. ten Zusammenschluß zum Teil widerlegt: Zu- risierte Elite- Divisionen, die im Norden daran etwas geändert? Im Gegenteil! sammengeschlossen bilden die drei skandina- Madrids in den Kampf geworfen wurden. Sie hat die von der modernen Arbeitervischen Staaten nebst Belgien, Holland und Der Italiener hat während des ganzen bewegung geschaffenen Ansätze einer Beseventuell Finnland eine nicht unbeträchtliche neunzehnten Jahrhunderts nicht als guter serung zugleich mit jener brutal zerschlaMacht. Wenn sich diese Macht gegen die Soldat gegolten. 1859 und 1866 konnten gen. Mussolini mag seine Sklaven drillen, ben. Der Lügenapparat der Diktatur sorgt deutsche Bedrohung in den Schutz der West- die Italiener ihre Unabhängigkeit gegen einschüchtern, er mag ihnen die modern- automatisch dafür, daß jedes Vertrauen mächte begeben will, so wird sie um gewisse Oesterreich nur dank französischer, bezw. sten Waffen in die Hand geben;- nur zu der eigenen Führung verloren geht. Ein Gegenleistungen nicht herumkommen. preußischen Hilfe erringen. Auch im Welt- Begeisterung für seine Sache kann er ihnen Soldat, der z. B. zu einer» Uebung abDiese Gegenleistungen dürften den Hauptge- krieg waren die militärischen Leistungen nicht einprügeln. kommandiert wird und der sich dann in genstand der Besprechungen bilden, die mit der Großmacht Italien sehr bescheiden: Das Verhalten der Italiener bei Briden belgischen und schwedischen Besuchen be- mit Einsatz ihrer gesamten Armee ver- huega ist dafür charakteristisch. Sicher durch jeden Glauben an das, was seine Spanien wiederfindet, muß schon hiermochte sie die Isonzofront der gleichzeitig waren es im faschistischen Sinne beson- Vorgesetzten ihm sagen, verlieren. Und gegen Rußland und Serbien kämpfenden ders» zuverlässige« Truppen, im Kern aus dann sehen ja die Soldaten in Spanien mit Oesterreicher nicht zu durchbrechen; ja organisierten Schwarzhemden zusammennach dem Ausscheiden Rußlands aus der gesetzt, die Mussolini nach Spanien geworüber die dortigen Zustände daheim erzählt eigenen Augen, wie das, was man ihnen deutschen Presse Ententefront wurden die Italiener sogar fen hat. Selbst sie haben sich der Zer- hat, der blanke Schwindel war. bis zur Piave zurückgeworfen, und kamen s etzungspropaganda zuDer> Manchester Guardian<, eines der anähnlich wird es bei jeder künftigen Gelegesehensten Organe der englischen Zeitungs- dort nur dank französischer Waffenhilfe gänglich gezeigt. Ganze Abteilungen von ihnen sind übergelaufen, an- Streitkräfte zur Störung des Weltfriedens genheit sein, bei der die Diktatur ihre welt, beschäftigt sich in einem Leitartikel zum Stehen. Natürlich war dies militärische Versa- dere haben nach schwachem Widernoch nie in Presse. Er beklagt das Los der emigrierten gen nur darauf zurückzuführen, daß Ita- stand kapituliert. Wohl Nein, Diktaturtruppen sind nicht undeutschen Journalisten, aber er findet das lien damals noch keinen Mussolini an der den bisherigen Kämpfen konnte die repuDasein ihrer noch im Amte verbliebenen Kol- Spitze hatte! Nun aber ist den Italienern blikanische Regierung eine so hohe Ge- überwindlich, sie sind sogar relativ rasch legen nicht weniger beklagenswert. Er erin- in fünfzehn Jahren Diktatur der Helden- schütz- und Gefangenenbeute melden wie zu demoralisieren, wenn sie zugleich auf die geist der römischen Legionen eingeimpft bei Brihuega; ein Beweis, wie schlecht die entschlossenen tatsächlichen Widerstand schmachvolle Komödie, die der wahnsinnige worden und italienische Niederlagen kann Italiener gestanden, wie fluchtartig sie den der ist und bleibt erstes Gebot- und auf die Kraft einer überlegenen Provinzdespot Julius Streicher mit den Nürn- es seitdem nicht mehr geben. Erster Be- Kampfplatz geräumt haben. Dadurch gewinnt dies Gefecht histo- Idee stoßen. Denn sie selber sind ideenberger Journalisten aufführte, indem er sie weis: der Siegeszug in Abessinien. Allerdings gilt für die Diktaturen in rische Bedeutung weit über seine unmittel- lose, blinde Werkzeuge, die sich wohl mit Akrobatenkünste zu üben zwang. Der Leiter Maße das Wort aus bare militärische hinaus. Es zeigt: die der Aussicht auf raschen Sieg und leichte des Reichsverbandes der deutschen Presse, der deutschen Presse, hervorragendem Maße das Hauptmann Weiß, habe zwar in seiner Rede Schillers> Räuberne:» Bei nackten Nonnen Truppen der faschistischen Diktatur sind Beute zunächst in den Kampf jagen lasWobei keineswegs unbesieglich, sondern sie sind sen, die aber, wenn beides ausbleibt, allein an diesem skandalösem Vorgang eine sehr habt Ihr ein großes Maul...< zahme Kritik geübt, doch sei selbst diese der man statt» Nonnen nur» Wilde< einzu- sogar außerordentlich rasch demoralisiert, noch dem Zwang und der Furcht vor den Zensur zum Opfer gefallen. Das große eng- setzen braucht. Mussolinis Presse konnte sobald sie auf energischen Widerstand Vorgesetzten gehorchen. Offenbar hatten Mussolinis Elite- Das ist die große Lehre von Brihuega. lische Blatt findet den Vorgang symptoma- sich kaum genug des Sieges über undiszi- stoßen. plinierte afrikanische Stämme brüsten, formationen jede Kampflust verloren, als gonnen haben. Die Tragödie der mit dem Schicksal und Zustand der deutschen nert in diesem Zusammenhang an tisch: Der Gleichgeeinsetzt. Und M. > Ein unabhängiger Journalismus hat in Deutschland zu existieren aufgehört. Höchstens ist es möglich, in gewissen Zeitungen lung wie in Amerika, England oder Frank- feiern. Als Beweis der besonderen Eignung| Aehnlichkeit mit dem» Millionendiebstahl der von Zeit zu Zeit zwischen den Zeilen Spu- reich. Der Nazismus hat damit gründlich auf- ihres Leon in punkto Politik und Führungs Braun und Severing<<, der Hitlers zugkräfren einer versteckten Kritik zu finden; das tigste Wahlparole vor der Machtergreifung< ist aber auch alles... Selbst die deutschen geräumt. Er hat den deutschen Schriftsteller wird folgendes angeführt: > Ueber sein( Degrelles) Verhältnis zur bestreiten mußte. Man sieht: die> Führer< Korrespondenten im Auslande stehen unter und Journalisten seiner Menschenwürde bekatholischen Kirche sagte er einmal: ständiger Aufsicht. Ueber das Ausland raubt, ihn zu einem verachteten und verächthaben überall immer nur ein Rezept: die darf die deutsche Presse nur einen kleinen lichen Kuli herabgedrückt. >> Die katholische Kirche bedroht mich Spekulation auf die Ignoranz und die schlechmit dem Bannstrahl. Das ist mir aber ten Instinkte derer, die sie als>> das Volk< gleichgültig. Ich besitze ein Geheimdokuausgeben. ment über einen belgischen Kardinal, das ich der Oeffentlichkeit zur Kenntnis geben werde. Mehr als zweitausend katholische Geistliche haben in Belgien Unterschlagungen begangen und andere Verbrechen verübt, die dem belgischen Volk einen Schaden von Millionen zufügten.< Tell der Wahrheit sagen, und auch diesen schaltete ist im Grunde genommen noch übler nur propagandistisch zurechtgestutzt. England und die englische Politik werden den daran als der Emigrant, dem wenigstens das Deutschen in einem Vexierspiegel gezeigt, eine geblieben ist, ohne das ein anständiger dessen Bild sich von Tag zu Tag mehr zu Mensch nicht leben kann: die Selbsteiner bösartigen Karikatur verzerrt. achtung! Die unausbleibliche Konsequenz für die deutsche Presse war eine Knechtseligkeit und geistige Erniedrigung, die durch vierjährige Gewohnheit schon Sein Abziehbildchen halbfreiwillig geworden ist. Die Eroberung der Presse durch die Nationalsozialisten ist Der belgische Miniatur- Hitler vollständig, und eine ganze journalistische er dem Dritten Reich imponiert. Welt, die einst zu den freiesten und glänzendsten gehörte, ist vernichtet worden.<< - warum vor: Helft Devisen sparen! Die> Preußische Zeitung<( Nr. 63) schlägt >> In der Zeit, wenn die Eier knapp und teuer sind, kann man bei einem Küchenrezept Eier sparen, wenn man dem Teig Essig zusetzt. Ein Teelöffel Essig an Stelle eines Eies tut dem Kuchen urchaus keinen Schaden.<< Das mit dem» Geheimdokument über einen belgischen Kardinal< ist beinahe noch schöner, als der bekannte» Rettungsplan für das Die Machtprobe, die jetzt in der belgischen deutsche Volk«, den seinerzeit Herr Hitler So der>> Manchester Guardian<. Das Lob, Hauptstadt zwischen dem> Rex- Führer< Leon in seiner großen Auseinandersetzung mit Brü das er dem deutschen Pressewesen der Ver- Degrelle und dem Ministerpräsidenten van ning ebenfalls fix und fertig daheim, im Die Hausfrauen werden den guten Ratgangenheit spendet, gilt in erster Linie dem Zeeland bevorsteht gibt der Berliner Münchener braunen Haus, in der Schreib- gebern hoffentlich ihrerseits empfehlen, soder deutschen Republik. Unter ihr hatten» Zeitschrift für Politik Gelegenheit, den bio- tischschublade liegen haben wollte. Die» Mil- Jange das Eisen knapp und teuer ist, statt die Zeitung und der Journalist in Staat und graphischen Ruhm dieses Stützpunktes des lionen<, die zweitausend belgische Kleriker mit Eierhandgranaten mit Essiggurken zu Gesellschaft eine ähnliche angesehene Stel- Dritten Reiches im kleinen Nachbarland zu veruntreut haben, sind von verblüffender werfen. Unfrohlldie Ostern Die Sdiranken der Kriegswirfsdiaft »Brauchtum« ist eine schöne Sache und seine Pflege den Nazis eine teuere Sache. Ostereier sind ein schönes Brauchtum, aber dank den Erfolgen nationalsozialistischer Agrarpolitik sind die Ostereier nicht nur für die Konsumenten teuerer als je, sie fordern sogar Devisen. Zitieren wir einen Marktbericht vom 20. März: Dem um diese Jahreszeit eintretenden Mehrbedarf konnte durch reichliche Zufuhren aus inländischen Ueberschußge bieten und größere Auslandssendungen eher entsprochen werden. Die Legetätigkeit hat im gesamten Reichsgebiet mit wenigen Ausnahmen zugenommen. Dänemark, Holland, Belgien und Ungarn hatten gleichfalls wieder mehr Eier abzugeben. Unter diesen Umständen war es möglich, die Bevölkerung besser als bisher mit Frischeiern zu versorgen, wenn auch nicht allen Ansprüchen genügt werden konnte. Und in einem Bericht der sicher unverdächtigen»Neuen Züricher Zeitimg« vom 19. März heißt es: »Die Eierknappheit nimmt zeitweise groteske Formen an. Es ist keine Seltenheit, daß in den Läden um ein bis zwei Stück geradezu gebettelt werden muß. Es kann auch vorkommen, daß unter einigen im Laden gekauften Eiern manchmal jedes einzelne Stück aus einem anderen Lande stammt. Trinkeier sind zeltweise nicht erhältlich.« Nicht viel besser als um das Osterei steht es um den Osterkuchen. Es fehlt an Fett. Schon seit dem 1. Oktober 1936 wurde der Verkauf von Schlagsahne an den Verbraucher grundsätzlich verboten. Am Aschermittwoch wurde dann verordnet, daß nur zweimal in der Woche Gebäck in siedendem Fett hergestellt werden darf. Das Regime besteht darauf, den Fettverbrauch des deutschen Volkes um 25 Prozent zu verkürzen. Die augenblickliche Situation schüdert die»Neue Züricher Zeitung« so: »Die Milchversorgung ist sichergestellt, und es können keine Störungen festgestellt werden. Milchprodukte, wie Rahm und Butter, sind dagegen sehr knapp. Rahm tst normalerweise in den Läden Uberhaupt fiicht erhältlich. Abgesehen von den Kundenlisten und der dadurch bedingten Einschränkimg des freien Einkaufs sind keine Rationierungsmaßnahmen ergriffen worden. In letzter Zeit dagegen werden von den zuständigen Aemtern Erhebungen über den durchschnittlichen Butterkon- äum der Bevölkerung angestellt Man vermutet daher, daß künftig eine Rationierung der Butterabgabe eingeführt wird. Aehnüches steht für den Kauf anderer Fettarten bevor.« Aber es hapert nicht nur an Fett, sondern auch an weißem, zum Backen geeigneten Mehl. Die Mühlen dürfen in diesem Jahre den Weizen nur noch in zwei Formen vermählen: erstens zu einem sogenannten Vollmehl, wobei der Weizen nur in eine Mehlsorte, und die anfallende Kleie zerlegt wird, zweitens wird eine halbe Weizenmehltype zusammen mit einem dunklen Mehl hergestellt, wobei das Verhältnis 1: 1 vorgeschrieben ist. Das dunkle Mehl ist aber zu Backzwecken wenig geeignet, schmeckt schlecht und ist schwer verdaulich. Es begegnet also beim Konsumenten ziemlichen Widerstand. Die Mühlen erzwingen den Absatz, indem sie das dunkle nur in Verbindung mit dem hellen Mehl abgeben, und die Bäcker verkaufen deshalb auch den Hausfrauen helles Mehl nur bei gleichzeitiger Abgabe mit dunklen, obwohl das ein unerlaubtes Koppelgeschäft darstellt. Es wächst die Besorgnis, daß die Versorgung mit Weizenmehl Schwierigkeiten macht, und in einem Aufruf des Reichsinnungsmeisters des Bäckerhandwerkes werden nicht nur Maßnahmen gegen die»hauptsächlich in Großstädten entstandene Gepflogenheit, noch spät nachmittags und abends»weiße Ware« herzustellen«, angekündigt, sondern auch ein Verbot, frisches Brot abzugeben, in Aussicht gestellt. Nimmt man hinzu, daß auch Schokolade knapp ist und zum großen Teil durch Zucker ersetzt wird, so braucht man die deutsche Frau um ihre Sorgen in der Bereitung des Festgerichts nicht zu beneiden. Aber es handelt sich ja längst nicht mehr um die»Feiertagskost«, sondern um die stets größere Knappheit der»Werktagskost«. Immer weniger kann verschwiegen werden, daß die Autarkiepolitik des unfähigen Darre schmählich Bankrott gemacht hat. Als im letzten Winter endlich auch von dem verlogenen Reichsnährstand eingestanden werden mußte, daß die Getreide- und Futtermittel nicht ausreichen, daß die reichen Bestände aus den Vorjahren zur Aufzucht einer übergroßen Zahl von Rindern und Schweinen verbraucht worden sind, schätzte man, daß zur notwendigen Vermehrung der Einfuhr von Getreide und Futtermitteln etwa 250 Millionen RM an Devisen nötig sein werden. Im Februar mußte aber die nationalsozialistische »Deutsche Landwirtschaftliche Presse« zugeben, daß die Schätzung des Defizits an Brotgetreide und Futtermitteln auf 2 Millionen Tonnen zu niedrig sei. Das Blatt kommt jetzt auf einen Einfuhrbedarf von mehr als SVz Millionen Tonnen. Der Grund dafür ist die verrückte Planwirtschaft des Darre. Mit allen Zwangsmitteln hatte der Reichs-Unterernährstand die Bauern gezwungen, den Viehbestand zu vermehren. Betrug am 3. Dezember 1935 der Gesamtbestand an Schweinen 22,73 Mill. Stück, so am gleichen Tag 1935 schon 25.65 Mill., eine Vermehrung von fast 3 Millionen. Der Rindviehbestand vermehrte sich um über eine Million auf 20 (18.87) Mill. Stück und übertraf sogar den bisherigen Höchststand von 19.74 Mill. im Dezember 1933. Jetzt entdeckt das Organ des Reichsnährstandes, daß die 25M> Mill. Schweine 20 Mill. Tonnen Futtergetreide brauchen, die Zunahme von 2 Vc Mill. Schweinen bedeute einen zusätzlichen Bedarf von 2 Mill. Tonnen Futter; ein dem normalen Bedarf fehlen 1% Mill. Tonnen Futtermittel, und dazu kommt ein Defizit von% Mill. Tonnen Brotgetreide. Selbst das ist sicher noch optimistisch gerechnet, und man muß also das Defizit bis zur neuen Ernte jedenfalls auf über 4 Millionen Tonnen Getreidewert schätzen. Zur Verminderung dieses Defizits gibt es zunächst ein Mittel, die raschere Abschlachtung des Viehs. Diese kommt tatsächlich bereits in Gang, und das erklärt, warum die Fleischknappheit im Augenblick abnimmt. Eben erst hat der dumme Darre ein Buch geschrieben, in dem er nachweist, daß der»Schweinemord« von 1915 eine»jüdisch-marxistisch-bolschewistische Verschwörung« war, um eine deutsche Emährungskrise während des Weltkrieges herbeizuführen, eben ist der deutschen Presse verboten worden, von dem 80. Geburtstag von Professor Sering, des bedeutenden deutschen Agrarwissenschaft- lers, Notiz zu nehmen, und in demselben Augenblick muß der Darre einen neuen Schweinemord verüben! Nur daß kein Krieg und keine Blockade diese Maßnahme erzwingt, sondern seine eigene Unfähigkeit und die verbrecherisch-leichtfertige nationalsozialistische Kriegswirtschaft! Die fortschreitende Substanzvemichtung, die diese nationalsozialistische Wirtschaftspolitik überhaupt bedeutet, kommt in der Verminderung des Viehbestandes besonders kraß zum Ausdruck. Sind doch, um zum jetzigen Bestand zu kommen, nicht nur der Bevölkerung die Entbehrungen an Fleisch und Fett auferlegt worden, sondern die aus den früheren Getreibebeständen vorhandenen 1,45 Mill. Tonnen restlos verbraucht worden. Nach dem jetzigen Mord stehen also zur Wiederaufzucht keine Reserven mehr zur Verfügung, und auf die jetzige Milderung der Knappheit muß eine viel schlimmere und dauernde folgen; ihr Umfang wird dann ganz von dem un- vorsehbaren Ausfall der nächsten Ernte ausfallen. In der Tat führt ja die nationalsozialistische Autarkiepolitik in die Zeiten zurück, wo es noch keine internationalen Handel gab und eine Mißernte Hungersnot bedeutete. Das Ausmaß, das die Abschlachtung annehmen wird, wird von dem Betrag abhängen, den Schacht an Einfuhrdevisen zur Verfügung stellen kann. Dieser Betrag ist beschränkt durch den Bedarf der Rüstungseinfuhr. Er ist anderseits vermehrt durch die Konfiskation und teilweise Realisierung, der konfiszierten deutschen Auslandswerte. Wir haben kürzlich hier mitgeteilt, daß Schacht aus dieser Maßnahme, die nicht zuletzt aus dieser Notlage der deutschen Ernährung entsprungen ist, Beträge aus dem Ausland erhalten hat, die auf mindestens 280 Millionen RM geschätzt werden. Wir haben Grund anzunehmen, daß diese Schätzung stark hinter der Wirklichkeit zurückbleibt. Immerhin verfügt das Regime noch Uber erhebliche Devisensummen, um einer akuten Katastrophe durch Steigerung der Einfuhr vorzubeugen. Das hindert nicht, daß diese Not chronischen Charakter annehmen muß, und daß die Kriegswirtschaft hier an eine Schranke stößt, die friedlich nicht überwunden werden kann. Dr Richard Kern. Die Dlplomülle von Mniten Die für die englische Politik maßgebenden Kreise haben sehr lange Zeit gebraucht, um zu begreifen, daß es Hitler um ganz andere Dinge zu tun ist als um die Erhaltung des Weltfriedens. Es mußten schon sehr massive Dinge geschehen, wie die Einführung der Militärdienstpflicht, der Ueberfall Mussolinis auf Abes- sinien und der Krieg gegen die rechtmäßige spanische Regierung, um eine Wandlung der Anschauungen über das Wesen faschistischer Außenpolitik anzubahnen. Man beginnt zu erkennen, daß sich England nicht straflos an Europa desinteressieren kann, weil jeder Schritt vorwärts auf dem Wege zur faschistischen Vorherrschaft über Europa die Bundesgenossen schwächt, deren England zur Verteidigung gegen Angriffe auf seinen eigenen Besitzstand bedarf. Es setzt sich mehr und mehr die Erkenntnis durch, daß Englands politisches Schicksal in Europa entschieden wird und daß besonders die Bedrohung des europäischen Südostens zugleich das englische Weltreich selbst bedroht. Diese Erkenntnis dringt nicht überall mit gleicher Stärke durch, aber in sehr starkem Maße ist sie gerade in den Kreisen der Hochfinanz verbreitet, deren Feld das britische Weltreich ist und die jede Bedrohung seines Bestandes als Gefährdung ihrer eigenen Interessen empfinden. Vor einigen Wochen hatte die Zeitschrift»The Banker«, das Organ der englischen Großbanken, eine Sondernummer erscheinen lassen, die sich ausschließlich mit den»Ergebnissen von vier Jahren Nationalsozialismus« beschäftigt, worin das englische Finanzkapital gewarnt wird, der Hitlerregienmg Kredite zu geben und die Außenpolitik Hitlers als i Politik der Erpressungen gekennzeichnet i wird. In dasselbe Horn bläst der»E c o- nomist«, die älteste und angesehenste Wirtschaftszeitschrift der Welt. Seit Monaten wird in jeder Nummer England in Worten, die an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig lassen, ermahnt, vor der Aggression der faschistischen Mächte auf der Hut zu sein. »The Economist« vom 6. II. 19S7: »Die einzige Alternative, der einzige Schutz gegen den Krieg ist nicht mehr und nicht weniger als die Demokratie. In Ungarn, Polen und selbst Rumänien sind Anzeichen dafür vorhanden, daß diese Länder sich von diktatorischen Grundsätzen zu solchen demokratischer Regierungen hin entwickeln. Die Tschechoslowakei geht langsam, aber sicher den Weg des demokratischen Fortschritts. Die schwächsten Glieder des äußeren Europas müssen aus eigener Kraft stärker werden, aber unterstützt von der materiellen und moralischen Hilfe, die Frankreich, England und ihre Bundesgenossen irgend gewähren können. Ihre ökonomische und moralische Hilfe ist heute fähiger, Wohlstand zu sichern als Adler und Trompeten, die autoritären Schmuckstücke der Diktaturen. Die Zeit ist reif dafür, daß England und Frankreich alle Staaten ihres aktiven Beistands versichern, um die demokratischen Einrichtungen vor Unhell zu bewahren. Wenn die europäische Demokratie am Leben bleiben soll, muß sie zeigen, daß sie heute national wie international stark genug ist, das Gute durchzusetzen, wie sie es zu der Zeit war, als sie über die Welt ihre Segnungen verbreitete. Wenn sie durch ihr Versagen faschistischen Staaten erlaubt, ihre Solidarität zu schwächen und zu untergraben, würde sie ihre Anhänger preisgeben. In keinem Bezirk Europas würde dieser Prozeß raschere Fortschritte machen als im äußeren Europa.« »The Economist«, 27. IL 1937. »Die Moral von der Geschichte ist, daß weder Abessinien noch Spanien Präzedenzfälle darstellen, um vorauszusagen, was geschehen wird, wenn die Gangster sich ihre Beute in der Nähe suchen. Wenn die Internationale Quarantäne über Spanien Uberhaupt wirksam wird, würde sie dazu dienen, in gewissem Maße das Vertrauen zu Kollektivaktionen wiederherzustellen. Ein Jahrhundert später mag die Nachwelt die abessinl- sehen und spanischen Episoden als Höhepunkt der aufsteigenden Kurve faschistischer Machtpolitik ansehen. Soll das das Urteil der Geschichte sein, dann muß es die Aufgabe der demokratischen Regierungen Europas sein, vor der Diplomatie vom agents provo- cateurs und vor der Politik der Ueberfälle auf der Hut zu sein. Wenn Europa diese Lehren aus Spanien zieht, werden die spanische Tragödie und die Farce der Nichtinterventlon nicht fruchtlos gewesen sein.« »The Economist« vom 6. HI. 1987. »Unsere Regierung hat bereits öffentlich den Standpunkt eingenommen, daß Frankreich nicht als Angreifer auftritt, wenn es seinen Vertrag mit der Tschechoslowakei respektiert und Deutschland den Krieg erklärt, falls die Tschechen von den Deutschen angegriffen werden. Wenn Frankreich unter solchen Umständen in einen Krieg mit Deutschland verwickelt würde, werden es unsere Verpflichtungen Frankreich gegenüber wie auch unserer eigenen Lebensinteressen unmöglich machen, abseits zu stehen und Frankreich»einen Kampf allein auafechten zu lassen. Anderseits fordert das englische Lebensinteresse ebenso gebieterisch, Frankreich beizustehen, wenn das Opfer nicht die Tschechoslowakei, sondern ein anderes europäisches Land ist. Denn es macht keinen Unterschied, ob ein europäisches Land, das von Deutschland angegriffen und unterworfen wird, zufällig im Westen oder im Osten der gegenwärtigen Grenzen des Reiches liegt. Unsere Aufgabe ist die Erhaltung des europäischen Gleichgewichts, und wenn Deutschland dieses Gleichgewicht zerstört, indem es sich zum Herrn von Osteuropa macht, wird unser Land von seiner Gnade abhängig sein. Am Dienstag beantwortete Mr. Eden Ribben- trops Forderungen nach Rückgabe der ehemaligen deutschen Kolonien mit einem kategorischen Nein. Er bezog sich dabei auf Herrn Ribbentrops Drohung, Deutschland würde die Kolonien kraft seiner eigenen Stärke wiedererlangen. Das bedeutet, daß das Schicksal des britischen Reiches vom Gleichgewicht der europäischen Mächte abhängt. Das Geschick des britischen Reiches wird in der Tschechoslowakei entschieden. Die Regierung sollte schleunigst erklären, daß ihre Aufrüstung wie ihre anderen Hilfsmittel bestimmt sind, einem Angriff auf irgendeinen TeU Europas Widerstand zu leisten.« Es ist der britische Imperialismus, der Imperialismus der alten Schule, der am klarsten die Gefahren erkennt, mit denen der neue faschistische Imperialismus die Welt bedroht Der Yierjahresplan — ein Kriegsplan Geständnis(änes braunen Wlrtscbaftsmume«. In Münster sprach der Syndikus der Industrie- und Handelskammer, Pg. Dr. Jacobs- hagen, vor den naüonalsozlaUstischen »Rechtswahrem« über den Vierjahresplan. Bei dieser Gelegenheit gestand er eine Wahrheit, deren Erwähnung sonst streng vermieden wird. Wir zitieren nach der»Westfälischen Landeszeitung« Nr. 78: »Die vielverbreitete Meinung, daß der zweite Vierjahresplan in erster Linie der Wirtschaftsförderung diene und lediglich die Beseitigung der Rohstoff- knappheit im Auge habe oder nur die Nahrungsfreiheit sicherstellen, solle, alias nur aus wirtschaftlichen Gründen, sei nicht richtig, wenn auch diese Aufgaben einen westenlichen Bestandteil des Planes büdeten. Vielmehr sei der zweite Vierjahres- plan in erster Linie eine hochpolitische Angelegenheit... Es fehle dem deutschen Volke aa R a u m. Sowohl die Größe als auch die Güte, bezw. der Gehalt des Bodens seien zu bescheiden und beschränkt, um eine volle Unabhängigkeit vom Ausland sicherzustellen. Der zweite Vierjahres plan«wolle dleean Mangel, soweit es eben möglich»ei, ausgleichen und beheben. Alle Kräfte der Nation würden zu diesem Zwecke mo- bllislert. Das höchstmögliche Maß an Leistungssteigerung sei erforderlich, um die polltische Unabhängigkeit zu erzielen. »Der Kampf«, so sagte der Redner,»ist der Vater aller Dinge des Lebens. Entweder führt er zur Freiheit oder zur Sklaverei.« Deutlicher kann die Kriegsdrohung, die im deutschen Vierjahresplan liegt, wirklich nicht ausgesprochen werden. Nr. 198 BEILAGE 19 Heuer Vorwärts biola 28. März 1937 Die hingerichteten Menschenrechte. geknüpft haben. Was gilt in Hitlerdeutschland noch an» institutionellen Garantien«> Um der inneren Folgerichtigkeit unseres dogmatischen Aufbaues beim Staatsdenken willen muß die institutionelle Garantie daher endgültig dorthin verwiesen werden, wohin sie nach ihrer Entwicklungsgeschichte noch gehört: verfas. in das Museum für sungsrechtliche Begriffe des Liberalismus.<< Ein kleines Beispiel, unmittelbar wegen Existenz, die das Land der Lessing, der gesetz« vom 24. März 1933, das ja be-| storben! Du hast als Vater keinen AnEngland hat seine Magna Charta Arndt und Görres sich ertrotzte, in die kanntlich der einzige Ausgangs- und An- spruch auf dein Kind, es sei denn, daß es Libertatum, The Great Charters, den Reichsverfassung vom 28. März 1849 mit haltepunkt für die» Legalität« Hitlerscher der Führer« aus guter Laune so beläßt, im lange» Machtausübung< >> großen Freiheitsbrief<, den es vor heute übernommen Legislatorischen wie man es eben einstweilen noch länger denn fünfhundert Jahren seinem währte aber auch nur der Traum deut- darstellt. Es bestimmte u. a. ausdrück- gewohnt ist. Du darfst nicht mehr glauKönig Johann am 15. Juni 1215 ab- scher Idealisten. Weil diese Reichsverfas- lich:» Die von der Reichsregierung be- ben, was du willst; in dem Augenblick, in Gesetze allen Regierungen des schlossenen getrotzt hat. Es sind im ganzen 66 Arti- sung nicht von der dem es dem System einfiele, um des kel und zweiunddreißigmal in der Ge-» Bundes< anerkannt wurde, fielen auch die Reichsverfassung abweichen, soweit soweit sie» Aufbruchs der Nation<< willen, den Kult schichte des Inselreichs mußte, bis zum» Grundrechte< formell wieder schon am nicht die Einrichtung des Reichstages und des vergangenen Mexiko einzuführen und Ausgang des Mittelalters, die Krone diese 13. August des Jahres 1851. Die Bis- des Reichsrates als solche zum Gegenstand zur Staatsreligion zu erklären, müßtest du Reichsverfassung haben«. Der Beschluß hatte nur zustande- dich mit an Menschenopferungen beteiliArtikel bestätigen. Keine ausgesprochene marcksche es einstVerfassungsurkunde, und doch eine! Ihr war ein staatsrechtlicher Kontrakt nur von kommen können durch die auf kein Gesetz gen; welch ein Glück, daß er neununddreißigster Artikel, ihr wichtig- Fürsten, die politisches Handels- gestützte Austreibung der Kommunisten weilen noch nicht gerade will... ster, besagt:» Kein freier Mann soll fest- geschäft eingingen; sie war nicht zum aus der parlamentarischen Vertretung Da steht es ganz klipp und klar, nach genommen, gefangengesetzt, geächtet, ver- Hausgebrauch für den deutschen Staats- des deutschen Volkes. Aber selbst unter weitschweifigen» Beweisführungen«, warbannt oder irgendwie beschädigt werden, bürger( wenn es den im>> Reiche« überhaupt Beiseitelassung dieser Tatsache einmal die um es so sein muß und warum die in es sei denn durch ein Gericht seiner gab!) bestimmt; sie handelte auch gar Rechtmäßigkeit und gesetzliche Gültigkeit Rechtsgenossen und nach den Mitteln des nicht von ihm und seinen Rechten und des Beschlusses unterstellt Landes... Das ist Old- Englands größtes Pflichten und sie hatte ihre Wirksamkeit weniger als einem Jahr, am 14. Februar Geschenk an die Menschheit und zugleich und Geltung nicht über das bundesrätliche 1934, erfolgte durch einfaches>> Gesetz<< die unerschöpfliche Kraft seiner politischen Archiv hinaus. Es mußte erst ein so un- des Reichskabinettes die Aufhebung minWesensart, die immer die letzte Schlacht geheures, bis ins Letzte aufwühlendes Er- destens der einen hier » garantierten<< im irdschen Getümmel gewinnt, mögen an- lebnis eines bis in den staatlichen Bankrott Institution, des Reichsrates. Von der völdere den kriegerischen Ruhm militanter gejagten, besiegten und gedemütigten Vol- ligen Abschaffung des Reichstages und Improvisationen für sich im Anfang buchen. kes kommen, auch daß die Weimarer seinem Ersatz durch eine Art nationalAus diesem Bewußtsein des Briten um sich Verfassung vom 11. August 1919 in sozialistisches Ordenskapitel wurde man darf heute sagen: in lapi- durchaus» im Zuge der Entwicklung lieselbst hat das Land, das sein Verfassungs- würdiger Form den Versuch gend< leben an kein förmliches Gesetzeswerk darer und epochaler noch erst vor Wochen in politiknüpft gerade in den entscheidenden machte, die staatspolitische Existenz ihrer schen Kreisen rings um Hitler ganz offen geschichtlichen Momenten immer die zum Bürger durch besondere» Grund«- und ausgesprochen; es würde gar nicht mehr Enderfolg notwendigen Kraftreserven Verfassungsrechte erst zu fundieren. Mit überraschen( übrigens auch, bei der Bemoralischer und physischer Natur aus sich anderen Worten: das nachzuholen, was an- schaffenheit dieses Reichstages, sicher- dieses theoretischen Zusammenhanges der heraus entwickeln können. Die» Magna deren glücklicheren und politisch reiferen lich auch niemand groß aufregen!), wenn Praxis des Dritten Reiches auf anderem Charta<< steht am Anfang einer nationalen Völkern, sei es im ungeschriebenen Gesetz es eines Tages wirklich so weit wäre. Die Gebiet entnommen, mag dartun, was das Entwicklung, an ihren weiteren Haltepunk- der politischen Tradition, sei es in den ge- staatsrechtliche Entwicklung in der Ge- für jeden Deutschen über jene grausamen ten steht die>> Bill of Rights des Jahres schriebenen und gedruckten Formeln na- staltung der Reichspräsidentschaft, ihrer Buchstaben hinaus bedeutet! Da hatte ein 1689, die die Rechte des Parlaments auf tionalgeschichtlichen Werdens, in Fleisch Funktion und Voraussetzung im Reichs- alter, schon im Kaiserreich bediensteter Bewilligung von Steuern, das Recht des und Blut übergegangen war. Nichts schei- ganzen, die für Hitler ursprünglich noch und dann auch von der Republik bestallBürgers auf freie Wahlen und Freiheit der det die übrige Welt vom gegenwärtigen an viel kompaktere gesetzliche» Garan- ter, jetzt auf Hitler vereidigter beamteter Rede für ewige Zeiten statuiert; steht» Dritten Reich Adolf Hitlers mehr mit tien« geknüpft war, ist das gleiche auf Finanzspezialist, Ernst Reichardt, der Leiter der Reichskassenkommission ist auch jene Labour- Chartre, an deren Be- jenem Zwang des Instinkts, der den Ge- dieser Linie, griff und Namen in der Maiensünde des sunden und Starken den Kranken und Inund periodische amtliche reichshaushaltsWas bleibt also als garantiert« über- rechtliche Direktiven für die Reichsbehörsich entwickelnden Fabrikswesens die An- fektiösen meiden heißt und der stärker fänge der englischen Arbeiterbewegung an- ist, als auch eine begabtere Routine haupt noch? Kein Wunder, wenn auch den herausgibt, angedeutet, daß vielleicht diplomatischer Repräsentanten je aufbrin- die Gleichgeschaltetsten der deutschen doch einmal wieder, nach» Vollendung des eben seine brutale Rechtstheorie baß beunruhigt sind! Es ist Revolutionsaktes<<, das Reich zu halbwegs Die Vereinigten Staaten von gen kann: als Amerika begehen gerade in diesem und zynische Absage an alles, kein Zufall, daß gleich ein Trifolium deut- parlamentarischen Methoden seiner HausJahr die hundertfünfzigjährige Geltung was das politische Wesen der scher Jurisprudenz und zwar jeder für haltsfestsetzung gelangen müsse. Man beihrer Verfassung. Die Pilgerväter hatten Freiheit und der Verantwortlich- sich und völlig unabhängig von dem an- denke: hier handelt es sich um das primiden allerdings hoffnungslosen tivste und ursprünglichste Recht jeder über den Ozean mitgenommen, was im keit des Bürgers im modernen deren Versuch gemacht hat, aus dem täglich Volksvertretung, wie wenig sie auch sonst Mutterland Grundlage und selbstverständ- Staat ausmacht! mehr zusammenkrachenden Bau letzter den Namen verdienen mag, überhaupt! liche Voraussetzung der politischen ExiII. staatlicher Rechtsgebundenheit noch an Das Allererste, was sich der dritte Stand stenz jedes unbescholtenen Bürgers geworWas gibt es noch im Staate Hitlers an Rechts» mobiliar« zu retten, was irgendwie in Frankreich erkämpfte, war das Recht, den war. Nach dem siegreichen Unabhän> institutionellen Garantien? greifbar erschien. Sowohl Fischbach, Steuern mitbewilligen zu dürfen. Selbst gigkeitskampf wurde George WasDas ist die kummervolle Frage, die wie Dennewitz und Falck- be- die Landstände des preußischen Vormärz hington- Idealgestalt des freien Bürschon seit geraumer Zeit den gleich- kannte Namen im deutschen Recht gers einer neuen Welt der Vater der Verfassung vom 17. September 1787. Viel- geschalteten Juristen des Dritten Reiches haben in der Fachliteratur, teils in Buch- Haushaltsdingen, wenn auch eben nur in mals hat sie in der amerikanischen Ge- auf der Seele lastet! Gibt es noch ein form, teils in langen Zeitschriftenartikeln ihnen allein. Ganz und gar im Geiste sich die Mühe gemacht, diesen Zugriff des jenes geistigen und» rechtlichen<< Zustanschichte der letzten hundert Jahre Aende- Grundrecht des Deutschen rungen in ihren funktionellen Bestimmun- vor seinen ordentlichen Richter im An- Beteiligten und Benachteiligten auf das des des Dritten Reiches aber, der da frech Garantiert die letzte, dem Deutschen vermeintlich ge- von Museum und Rumpelkammer spricht, gen erfahren: ihre Prinzipien und Grund- klagefalle zu kommen? jetzt> reichsbürger- bliebene Recht- Grundrecht«,» institu- wo glücklichere und erfolgreichere Völker thesen von der Freiheit, Untastbarkeit, staatsbürgerliche, Selbstverantwortlichkeit der bürgerlichen/ liche« Gemeinschaft noch das Recht auf tionelle Garantie« oder, wie sie es nennen diese ihre Freiheit und ihr Recht vor dem>> Führerstaat« zu sal- ihre größte nationale Kostbarkeit bewahDaß es den>> Führerstaat« jetzt ren, raunzt den Beamten allein wegen dieund nirgends bestritten, das große Glau- Wieso ist noch Kultfreiheit gegeben? Oder vieren. eine bensbekenntnis jener größten und mäch- gar: inwiefern wird ein Recht auf Arbeit gibt, wollen sie gewiß als neue»> institutio- ser seiner bloßen Gedankensünde noch anerkannt? Die Weimarer Verfas- nelle Garantie« durchaus gelten lassen. hervorragende Hitlerkreatur, der LeipziFreund George Washingtons, mit ihm sung ging ja in ihrer Grundkonzeption viel Die Reichseinheit< sei jetzt auch> insti- ger Dozent Gerber, in Schmollers einweiter als die Statsgrundsätze der bürger- tutionell garantiert<. kameradschaftlich als einer der siegreichen lichen Emanzipation, für die das soziale Dienstzeit, ebenso der Arbeitsdienst usw. gebung, Verwaltung und VolkswirtMiliz- Generale im Freiheitskampf beson- Problem des Jahrhunderts noch nicht be- usw. Alle kommen sie ungefähr gleich- schaft an: ders verbunden, war der Marquis de Lafayette. Nach seinem Heimatland stand, und sie bekannte sich, wenn auch mäßig zu diesem> garantierten Schema. als Kompromiẞ zweier großer Ideenwelten Aber: etwa auch die Ehe und das FaTeil wörtlich an die Formulierungen Was- geboren, doch zu Fundamentalgedanken, milienrecht? Auch das Eigentum? Auch hingtons in der Verfassung der USA hal- die über eine individualistisch- bürgerliche die Kirche? Auch das Weltbetrachtung hinaus wenigstens den tum? Auch die kommunale Selbstverwaltend in Frankreich am 11. Juli Weltbetrachtung hinaus fast alles davon sei wei1789 als Vertreter der Adelskammer der Kreis sozialistischer Probleme der Gegen- tung? Jawohl ter> institutionell garantiert<... Generalstände die berühmte» Declaration wart und Zukunft überschnitten. des droits de l'homme et du citoyen<, die In der Tat: die Frage, und zwar eine Arme Professoren! Mindestens den > Erklärung der Menschenrechte< vor- Schicksalsfrage für jeden Deutschen, ob Geist des Dritten Reiches haben sie gründschlug, die dann wirklich der Verfassung er sich nun im Begriffs- und Namens- lich miẞverstanden, wenn nicht überhaupt des Frankreichs der Revolution vom 3. gestrüpp gelehrt juristischer Ausdrucks- verschlafen! Sie erhalten ihre derbe ZuSeptember 1791 einverleibt wurde. Ihren weise zurechtfinden will oder nicht-- rechtweisung jetzt durch das als halbamtGeist trugen die Sanskulottes Jourdans die Frage ist dringlich im Dritten lich anzusehende» Archiv für öffentliches und die Gardegrenadiere Napoleons weit Reich! Sie wird durch den Ablauf der Rechte. Es ist das schon darum eine mal mit der Parole einer Welt, man müsse über Frankreichs Grenzen sieghaft hinaus. politischen Tatsachen innerhalb der natio- hochoffiziöse Angelegenheit, weil bei ihm endlich die unkontrollierte Ge> Menschenrechte<-? Das war das große nalsozialistischen> Revolution<< in dieser die rechte juristische Hand des Reichs- walt beseitigen, die das hohenzollernsche französische Statut von der Freiheit, dem ihrer Dringlichkeit selbst aufgeworfen, da innenministers Frick selbst, der Ministerial- Soldatenkaisertum zur Beunruhigung und Eigentum, der Sicherheit der Person, dem sie heute umstülpten, was gestern noch rat Medicus, als Mitherausgeber fungiert. zum Hemmnis für die Zivilisation darWiderstand als berechtigte Notwehr gegen festzustehen schien und weil sie damit am Nein, nichts, gar nichts, nicht ein Bruch- stelle, so furchtbar zu Boden geschlagen Bedrückung... meisten jenen ihren» Führer selbst des- teil von nichts ist in einem Staat, wie worden ist. Und wenn ja, dann frage man Und Deutschland-? Hochgemut avouierten, der schon drei Monate nach einer zu sein das Dritte Reich die Ehre sich, ob nicht dieses Hitlerdeutschland hatte die Deutsche Nationalversammlung der Machtübernahme>> endgültig und hat, garantiert. und hat, garantiert. Wenn dich der Führer der Henker auch der ursprünglichsten im Jahre 1848 auch» Grundrechte dann noch weitere Male ebenso> definitive heute totschlägt, und er sagt, daß es so» Menschenrechte<< einer für das deutsche Volks als Reichs- das Ende der Revolution anberaumt und die Staatsräson, die er einzig und allein bereiten Welt noch ganz andere und viel, gesetz verkünden lassen und durchgesetzt, anbefohlen hatte. Bleiben wir allein beim verkörpert, eben will lieber Deutscher, viel schlimmere Blößen und Schwären daß diese erste Garantie staatsbürgerlicher sogenannten> Ermächtigungs- du bist dann eben von Rechts wegen gezeigt! Existenz blieben unversehrt und, nie das Eigentum, das tigsten Tochter Europas. zurückgekehrt, war er es, der sich zum man sich etwa das, erwarb? mögen besaßen eine Art Recht in staatlichen wie Die zweijährige mal berühmtem» Jahrbuch für Gesetzdas Berufsbeamten» Der Gedanke der einheitlichen politischen Führung gilt ohne Ausnahme für jedes Rechts- und Lebensgebiet des deutschen Volkes. Unwahrscheinlich erscheint mir daher die von Reichardt angedeutete Möglichkeit, daß der Reichstag der Zukunft auch nur beratende Rolle in haushaltsrechtlichen Angelegenheiten spielen könnte!( Das nach Gerber auch für die Gemeinde und Gemeindevertretung.) gleiche gilt eine Weiß der Deutsche noch, daß er einzur Abwehr F. E. Roth. Die» große Hochachtung Die Reichsfrauenführerin redet thr» Gefolge hungert Die Frau am Werke, das Frauenblatt der der Deutschen Arbeitsfront, gibt in der Februar- Nummer ein Gespräch mit Reichsfrauenführerin Scholtz- Klink wieder. Danach sagte die Dame wörtlich: > Im Gesamtleben unserer Nation stellt die Leistung berufstätiger Frauen heute einen unentbehrlichen und bedeutsamen Beitrag dar. Wir machen doch immer wieder die Erfahrung, daß gerade die Frauen, die aus irgend welchen Gründen auf eine Eheschließung verzichten mußten, dann in ihrem Beruf Hervorragendes leisten. Ich habe eine große Hochachtung vor den unzähligen alleinstehenden deutschen Frauen, die vielfach aus der Kriegsgeneration stammend heute im Arbeitsleben stehen und die Leistungsfähigkeit der Frau auch im Berufsleben erweisen.<< Gleiche Methoden Gleicher Kampf Im September 1853 entlarvten die bargen, besucht und aufgestöbert, er hat sie ihrer kleinen Kinder, die Brot von ihnen forim englischen Exil lebenden Emigran- an sein Herz gedrückt und damit das Sig- dern. Denn unter jenem Bonaparte, der Brot ten einen Spitzel der Geheimpolizei nal gegeben. Bald stürzten sich die Häscher für alle zu geben versprach, fehlt Napoleons III. Der Spitzel: Hubert, Gewiß ist Hubert ein Verbrecher. es an der sich das Vertrauen der Emigra- des Diktators auf diese neuen Opfer. Indes- Brot in Frankreich. Auch die Frau des tion erschlichen hatte, lockte Emigran- sen zählte Judas das erhaltene Gold und Kleinbürgers jammert, weil der Bankrott vor ten nach Frankreich, um sie dort ver- frohlockte über das Blutgeld. der Tür steht. Denn unter jenem Bonaparte, haften zu lassen und deckte die VerNie- der Handel und Gewerbe zu beleben verbindungen illegaler Zirkel auf, die nach Napoleons Staatsstreich den mals hat das glühende Eisen des Henkers sprach, sterben Handel und Gewerbe in Widerstand gegen die Diktatur fort- auf die Schulter von Fälschern oder Mör- Frankreich. Das ist das traurige Ergebnis setzten. Die Londoner Emigranten dern ein so entehrendes Mal aufgebrannt, lügnerischer Versprechungen. hat sich bellt wie es Freunde Familien immer verfaßten nach der Entlarvung eine wie das, das auf die Stirn dieses elenden kleine illegale Broschüre, die zur VerDas Geld, das man hier zum Bäcker hätte breitung in Frankreich bestimmt war. Spitzels gehört. Aber verbrecherischer noch tragen können, dort einem unbarmherzigen Ein Exemplar wurde jetzt in den Poli- sind diejenigen, die ihm solche elende Auf- Schuldner hätte geben können, dieses Geld zeiakten aufgefunden. Nach einer Beträge gaben. Seht sie euch an, Bürger verschleudert der Staat für Rüstungen und schreibung der Tätigkeit des Hubert wendet sich der Jerseyer Emi- Frankreichs, diese Arbeitermörder des Elysée für Spitzel. Das Elend wächst, die Steuern grationsausschuẞ mit folgen- und der Tuilerien. Die einen im priester- steigen, und währenddessen leidet die Naden Worten an das französische Volk: lichen Gewand, die anderen in der Uniform, tion, stirbt das Volk an Hunger. > Ja, Hubert, dieser Mensch, der Armut seht sie euch an. Sie haben im Dezember ge- So sieht die Diktatur aus. noch Ach, Frankreich, hast du und Tugend heuchelte, der seit fast zwei stohlen, geplündert und gemordet, Jahren von der Großmut der Emigranten ihnen beliebte. Männer, Frauen, Kinder, nicht genug Schande und Elend ertragen? Was die große Hochachtung der Frau lebte, dieser angebliche Funktionär illegaler Greise, niemanden haben sie verschont. Sie Wirst du noch lange die bonapartistische Reichsführerin den damit Beglückten nützt, Organisationen, der zehn Verbannte dazu haben unsere Brüder und Schwestern gefol- Fahne wehen lassen, auf die man an Stelle zeigt ein Arbeitsgerichtsbericht aus den> A 1- brachte, nach Frankreich zurückzukehren, tert und sie dem grausamen, langsamen Tod unserer heiligen Devise» Freiheit, Gleichheit, tonaer Nachrichten<. Es handelt diese Kreatur koondierte mit dem Poli- in den Konzentrationslagern ausgeliefert. Sie Brüderlichkeit> Heuchelei, Folterung und sich um die Klage eines aus einem Elms- zeiminister und i ♥ von der Geheimpolizei haben unsere Frauen, unsere ins Spitzeleix setzte Willst du an Gemeinheit horner Werk entlassenen Gerbers, der vor Bonapartes bezahler Spitzel. Gefängnis geworfen, unsere zer- und Verlogenheit zugrundegehen? Es ist dem Arbeitsgericht um Abfindung oder Achtzehn Monate hindurch hat Hubert stört und uns in die Emigration getrieben, Zeit, erhebe dein Haupt, erinnere dich an Wiedereinstellung kämpfte. In dem Bericht das Brot der Republikaner gegessen und ver- von der aus das Auge schmerzlich die ver- die stolzen Taten von 1792 und 1848 und des genannten Blattes heißt es: kaufte die Freunde der Republik, die er lorene Heimat sucht. schlage diese gemeinen Verbrecher, diese » Das Arbeitsgericht Pinneberg ver- seine Brüder nannte, an die Helden des Und das alles gent ihnen nicht! korrupten Arbeitermörder, diese herzlosen urteilte die beklagte Gesellschaft, die zum Staatsstreiches. Unter Mißbrauch seiner Sie kaufen sich ein Ungeheuer, das Men- Spitzel, diese ganze Bande, die dich ausraubt 2. September 1936 ausgesprochene Kündi- Eigenschaft als Verbannter hat Hubert allen schenantlitz trägt, sie hetzen ihn auf die und entehrt. Schlag zu! Wo die Freiheit gung zu widerrufen oder eine Entschädiihn auf uns los, verschwunden, fehlt es schnell an Brot, und gung von 550 RM. an den Kläger zu zah- Demokraten, die er entdecken konnte, die Menschenjagd und lass len. In den Entscheidungsgründen heißt es: Hand entgegengestreckt; er an nicht wie die Dogge, und beißt, das Elend tritt durch jene Tür, zu der das Kündigungen in diesem Betriebe waren ihrem Tisch, an ihrem Herd niedergesetzt, sondern wie die verlog Katze, die spielt Recht hinausgejagt wurde. Bonaparte gibt infolge Verknappung des Mate- hat ihnen Geld herausgelockt. Und dann sind und schmeichelt, bis dic Sunde des Verrats weder Brot noch Arbeit, er schafft nur Hunrials erforderlich, das zweifelt der Kläeuliche Falle ist ger und Elend. Wer nicht unablässig mitger auch nicht an. Es war aber die Frage, diejenigen, die ihn im Namen der Mensch- gekommen ist. ob gerade die Kündigung gegen den Kläger lichkeit und der Republik brüderlich aufgestellt, die französische igration hinein- hilft, das Kaiserreich zu stürzen, die demofür die Beklagte notwendig war und ob genommen hatten, von diesem Kain verkauft zulocken ist die Aufg Huberts, der kratische und soziale Republik zu errichten, diese Kündigung als unbillig hart und und ausgeliefert worden. Sie büßen heute Wunsch seiner Auftragger. den Ruhm Frankreichs wieder aufzurichten durch die Verhältnisse des Betriebes nicht hinter Gittern kaiserlicher Gefängnisse das Und um die Kosten ei solchen Polizei und die Volksherrschaft zu begründen, der als bedingt aufzufassen ist. Der Kläger meint, daß die Umstände erst zur Entlas- Verbrechen, nicht geahnt zu haben, welch zu bestreiten, werden Fra eichs Finanzen ist der Helfershelfer des Diktators. sung eines Betriebsfremden( der in seinen feiger Spitzel ihre Geheimnisse belauscht ruiniert. Schon erhebt d Arbeitslosigkeit eigentlichen Beruf hätte wieder überführt hat. ihr furchtbares Haupt. Die me Mutter, die werden können) oder einer der Hubert hat Illegale, die sich in Paris ver- Frau des Arbeiters, sie wein beim Anblick Frauen hätte führen müssen. Derartige Maßnahmen werden ja auch von der Reichsregierung propagiert ,, und von den Betrieben ist zu fordern, daß Das Landesarbeitsgericht in Altona verstand nichts träumen läßt. sie diesen Bestrebungen Unterstützung an- verwarf die Berufung der be-( Ostpreußen) standen jetzt 8 gedeihen lassen. Frauen sind nach klagten Gesellschaft und trat den ErAlter von 21 bis 28 Jahren vo. und nach aus einem derartigen kenntnisgründen der ersten Instanz bei, Betriebe, wenn nicht die Umzumal da in dem Betrieb noch fünf le- nachts vielfach Männer über stände etwas anderes erheidige Frauen in Arbeit stehen.< brutal mißhandelt un schen, herauszuziehen und ihrem Fünf schlecht entlohnte Spezialarbeiterin- raubt haben. Während der eigentlichen Beruf, dem der Hausfrau Der Ufafilm» Menschen ohne Vaterlande oder Mutter, wieder voll zuzuführen. Das nen, von denen bestimmt manche Eltern und traf die 3. Große Strafkammer Königsberg erhält. Was kümmert's die folgende erstaunliche Feststellung: Gericht ist deswegen zu der Ueberzeugung Geschwister sucht die Kämpfe der Baltikumer heroisch gekommen, daß zuerst eine der Reichsregierung, die derartige Maß>> Als sicher ist anzunehmen, daß eine und hitlerisch zu schildern. Jetzt proteFrauen hätte entlassen werden nahmen propagierte! Was kümmert's Reihe von Ueberfällen gar nicht stiert der Führer der Kameradschaft ehekönnen... Gegen dieses Urteil legte die die Reichsfrauenführerin Scholtz- Klink, die zur Kenntnis der Polizei gekom- maliger deutscher Freikorpskämpfer in einer beklagte Firma Berufung ein. Sie machte men ist. Jedenfalls sind aus den gegen- Presse- Erklärung gegen diese skitschige Igeltend, daß eine Kündigung für andere in lohnendem Sold emanzipierte Reden seitigen Bezichtigungen der Angeklagten Betriebsangehörige ebenso hart sein hält, während die ihr» unterstellten Arbeiwürde, auch für die Frauen, die meist terinnen schutz- und rechtlos als erste aus ihre Familie zu ernähren haben. den Betrieben fliegen. Die etwas geringere Entlohnung der Frau pro Stunde mache im Jahre tausende Mark aus; außerdem handle es sich bei Räuber gefaßt den in diesem Betrieb beschäftigten Frauen um Spezialarbeiterinnen, die an ihrem Platz besser geeignet seien als Männer, wie von den Männern zugegeben wird. Die Beklagte beantragt, die Klage abzuweisen. Flüsterballade Ein Flüsterfluch ohne Parteireferenzen begab sich ins Land der versiegelten Grenzen und fing an zu reden. Daß Wotan erbarm! Der Gauleiter starb fast an giftigem Harm, er schnauzte den Aether an, brüllte Alarm, aber es half nichts. Der Flüsterfluch wanderte unbeirrt weiter und fand unterwegs sogar Reisebegleiter. Zwei Neinsagerwitze, ein Meckerrapport, ein halblauter Spott und ein Miesmacherwort, die folgten ihm alle an jedweden Ort und redeten mit. Eine ( Einstimmig angenommen durch die Generalversammlung der republikanischen Emigration. Jersey, den 11. Nov. 1853.) Königsberg halten. So wandelt das Rechtsempfinden des e Leute im Volkes«, eines verprügelten und getretenen Gericht, die Volkes, in Wahrheit neue, ungeahnte Wege. 1len, sie ausge rhandlung Sie packen es nicht mehrere schwere Ueberfälle auf Darstellung Personen, die nicht ermittelt wer- Kampfes...< den konnten, festgestellt worden.<< date ihres männlichen > Es gibt Dinge, deren wir nicht Herr Wo gibt es so etwas in der Welt? Wahr- sind«, klagte kürzlich Herr Hugenberg. Entscheinlich haben sich die Burschen nur an weder das Publikum protestiert oder die Opfer entkommen Neinsagern vergriffen, wahrscheinlich rauhen Kämpfer<. Beiden zu gleicher Zeit Viel schlimmer als Wildwest. erschienen sie selbst in Braun. Das genügt kann es der deutsche Film nicht recht maDritten Reich geschehen wahrhaft heute in Deutschland, um Ueberfallene, Miß- chen; er ist um jede Orientierung gebracht Dinge, von denen sich der gesunde Menschen- handelte, Bestohlene von einer Anzeige abzu- und kreist hilflos im Strome der Zeit. Im Es ließ der Despot alle Türen belauern, nung za bilden. Die Folge: Kritiklosigkeit stungen der Sowjets in Wirtschaft, Volksbiles ließ der Despot alle Fenster vermauern, einer vorsichtig witternden Hammelherde. dung und Lebensgestaltung als Aufstieg empallüberall Horcher und Spitzelbesuch, allüberall Schergen in zweifarbnem Tuch Das > Qualität? gilt Das Wort und die Witze, der Spott und der werb gibt Fluch, lachten nur und flüsterten weiter. Hugin. Gides Wahrheiten auch für die Warenproduktion. finden muß. Wozu, da es ja keinen Wettbe- Der Standort der Gideschen Kritik ist hat man uns geantwortet?<< alles andere als bürgerlich, ist sozialistischDieser Konformismus, diese völlige Aufhe- revolutionär. Er erkennt: nicht das sozialibung der Persönlichkeit, soll zu einem neuen stische Proletariat regiert, sondern die konGlück, zur Zufriedenheit der Kritiklosigkeit terrevolutionäre Diktatur eines Führers. Fehlt führen und züchtet einen neuen Spießbür- nur noch das Zugeständnis, daß bei längerer ger, einen neuen Untertan, der aus Un- Dauer jede Diktatur in Cäsarismus einmünAndre Gides Reisebericht hat im Fran- wissenheit> glücklich< ist und in jeder neuen den muß. Die alten Revolutionäre sind zur zösischen raschen Laufs die Rekordauflage Hausmauer neue Kultur sieht. So geht denn peinlichen Last geworden... wäre es da nicht von 160.000 erreicht. Nun liegt es in deutscher auch die russische Kunst denselben Weg wie besser, jeder Wortklauberei zu entAusgabe vor:> Zurück aus Sowjet- in Hitlerdeutschland: Rückfall in Primitivität, sagen und offen anzuerkennen, der revoRußland<( Jean- Christophe- Verlag, Zü- Verflachung, Entgeistung. Nur was populär lutionäre Geist( und ganz einfach der kririch). Liest man das Buch, so kann man den ist, findet Förderung; was nicht volkstümlich tische Geist) sei nicht mehr angebracht, Zorn der Kommunisten verstehen, nicht aber daher kommt, gilt ais verdammenswerter man brauche ihn nicht mehr?...<< Gide hat ihr Geschrei:» Entstellungen, Verleumdungen,» Formalismus. Im Geistigen setzt sich die dieses Sowjetrußland zu heiß und unkritisch Man grüßte die Burschen, wohin sie auch Verzerrungen eines individualistischen Litera- Orthodoxie braver Unterwürfig- geliebt, um so tiefer ist nun die Enttäuschung, ten.. Mit Entstellung hat der Bericht keit durch und walzt jede starke Künstler- der Sturz aus holden Illusionen. Mit ihm schon gar nichts zu schaffen, man merkt im persönlichkeit nieder. reiste u. a. der verstorbene französische DichGegenteil in jedem Kapitel, wie gern der Ver- Die Nazipresse schlachtet das Buch ter Eugéne Dabit, linksradikal und Schilfasser heißen Herzens die wirklichen Leistun- Gides mit Behagen aus:>> Seht, so traurig derer der kleinen Leute seines Landes; er gen Sowjet- Rußlands anerkennt, mit welch stehts im bolschewistischen Staat.<< Aber man wurde von derselben Enttäuschung, vom selstarker Liebe zum Neuen er alles umfaßt, braucht den kritischen Partien dieses ben Bangen erfaßt, und so spricht denn Gide was er an guten, zukunftsträchtigen Zügen Reiseberichts nur Drittes Reich an Stelle auch in Dabits Namen. Beiden erging es, wie im jungen Aufbau entdeckte. Aber er kann des Wortes Rußland zu setzen alles einst dem rumänischen Dichter Panait Istrati. nun einmal nicht vorbei sehen an den Ver- stimmt aufs Haar. Bleibt nur der Unter- Die konformistischen Federn aller Grade, Sie wagten am Tor selbst des Herrschers zu wüstungen, die von der Diktatur angerichtet schied, daß in Hitlerdeutschland alte Kul- die heute von Gides Offenheit aus feiler Bewurden. Er sieht viel Armut, mehr als mit turwerte zerstört werden, die in Rußland auch rechnung oder politischer Inferiorität abrükder schäumte, der fluchte den Schergen und der Notlage des großen Reiches unbedingt unterm Zarismus nicht da waren: Meinungs- ken, verstindigen sich damit an der soziaverbunden sein müßte, er sieht manches po- freiheit, freier Wettbewerb in Kunst und Kul- listischen Sache. Wem Sowjetrußlands Zudie nicht genug wachten. Doch neben ihm temkinsche Dorf, sieht vor allem die schwe- tur, Qualitätssinn auf allen Gebieten. Und kunft am Herzen liegt, der kann diesem junkamen gar festlich, und die ihre Worte vernahmen, bewegten sie in sich und gaben sie auch den Nachbarn zu kosten nach altdeutschem Brauch, So drangen die Worte wie luftiger Hauch durch Türen und Ritzen. rütteln, Bütteln, dicht ertönte ein Flüstern: Sie helfen dir nicht. Nur eines vertreibt uns. Das eine heißt Licht. Sire, geben Sie Gedankenfreiheit!<< in und ren moralischen Schäden jenes Kon- daß in Deutschland breite Schichten leben, die gen, kritiklosen Volke nur mit objektiver formismus, der aus der Staatsräson jeder den Abstieg bitter empfinden, weil sie es ein- Kritik und mit der Wahrheit nützen. Diktatur erwächst: Erlaubt ist, was oben mal besser kannten, während das russische Alles andere dient der Gegenrevolution, ungefällt. Die> Prawda<< bestimmt die>> Linie< und Volk aus den Niederungen der zaristischen geistiger Verphilisterung und scheinrotem nach der Linie hat sich die öffentliche Mel-, Despotie kommt und immerhin manche Lei- Mameluckentum. Br. Seine langen Kerls » Leibstandarte Adolf Hitler*. endlich im Pflichtbegriffs, der erst in Preußen und nach langer Unterbrechung Dritten Reiche für das ganze deutsche Volk Die Einzelheiten Haltung und Richtlinien nach dem Führer- CFS gerieten rasch prinzip geworden ist. Friedrich Wilhelms zeit Neue Kriegswaffen am Riesenbrenner CFS von Oswald Spengler ist bald eine Jahr tot. Die nationalsozialistischen Weltanschauungskünder haben dem Eisenfresser und BlutSofort nach dem deutschen Umsturz im|> guten Verbindungen des Autors jedem ver- von Stackelberg ist man wieder ohne Getrinker der nationalsozialistischen SozialreakJahre 1933 begann die Firma Stoltzenberg ständlich ist. Daß das Buch ein Vorwort des brauchsanweisung für den Riesenbrenner tion, dem sie geistig so viel zu verdanken in Hamburg ihre Erzeugung chemischer Majors R. Masson, Präsident der schweizeri- CFS. Die maßgebenden deutschen Stellen haben, in seinen letzten Lebensjahren ge· jetzt! Ein Jahr nach ächtet; einsam und verbittert ist er gestor- Kriegswaffen, die sie seit dem Weltkrieg schen Liga für nationale Verteidigung und beeilen< sich nun nur gedämpft eine Einleitung des Präsidenten des schwei- Erscheinen des Buches und ein halbes Jahr ben. Das hinderte aber seine intellektuellen zwar nie unterbrochen, aber > die Erben nicht, sich die passendsten Stücke aus und getarnt weitergeführt hatte, mit Voll- zerischen Samariterbundes hatte, ist weniger nach der Verurteilung Stackelbergs den deutschen Deutung des Riesenbrenners CFS durch seinen Hinterlassenschaft anzueignen. Nicht dampf wieder aufzunehmen. Konstruktionen verständlich, mußte aber von neuen gefährlichen Kriegsgeräten, die Auftraggebern des Verfassers sehr angenehm v. Stackelberg ausdrücklich zu widerlegen<. nur, daß sie nach Spengler den alten Fritz Dafür bietet nun die Fabrik chemischer als den> ersten Sozialisten<< bezeichnen: in in der Zeit der ersten Republik auf dem Pa- sein. Der Autor, Baron Serge von Kampfwaffen, Stoltzenberg, den Riesenbrenihrer historisch- soziologischen Literatur zeigt pier entstanden und im Laboratorium war während des Welt- ner CFS selbst zum Kauf an. Zum Kauf für sich immer deutlicher die Tendenz, den Na- Kleinversuch geprüft worden waren, wurden Stackelberg, krieges im zaristischen Rußland Chef des welchen Zweck? Zur Geländeentgiftung! Sie tionalsozialismus als Testaments- und nun in die Wirklichkeit umgesetzt. Zu diesen neuen Kriegswaffen gehörte Kriegsgasdienstes der russischen Artillerie- behauptet, daß man ein Gelände entgiften Willensvollstrecker des altpreuwar der zaristische könne, indem man es eben mit dem RieBischen Feudalismus und Konser- auch der» Riesenbrenner CFS<. Mit diesem kommission. Natürlich wissenschaftlich und senbrenner CFS radikal mit Stumpf und vatismus auf höherer Stufe nachzuweisen. Spezialmodell eines motorisierten Flammen- Kriegsgasdienst ein werfers konnte man auch entgegen den organisatorisch schwachbrüstiges Gebilde. Stiel ausbrennt. In der Tat, ein sicheres Augenblicklich ist Friedrich Wilhelm I., der>> Soldatenkönig«, große historische Mode. Möglichkeiten eines normalen Flammenwer- Aber er reichte dazu, seinen Chef nach dem Mittel. Aber ein Rat, der nur eine wenig geMehrere Monographien rühmen ihn als den fers, der nur schwerer entzündliche flüssige Weltkrieg zum Gründer der» Croix Violette<<, milderte Abart der Stackelbergschen Eulenschleudert- hochexplosible einer»> internationalen< Vereinigung zum spiegelgeschichte sein dürfte. eigentlichen Schöpfer des staatspolitischen Mischungen Brennstoffe wie Benzin, Benzol und Petro- Schutz gegen den chemischen Krieg, zu Die Deutschen brauchen sich nicht so anleum brennend unter hohem Druck werfen. machen. Während sich sonst solche men- zustrengen, einen getarnten Verwendungszweck dieses Riesenbrenners schenfreundliche Vereine durch ihre ständige für ihre neuen geheimen Kriegswerkzeuge zu eine in der Anlaufs- Ebbe in der Kasse auszeichnen, stank diese finden. Der spanische Krieg, so kriegstechder nationalsozialistischen Aufrüstung violette Vereinigung förmlich nach Geld. Wie nisch simpel er auch geführt wurde, sagt mit allen Einzel- sich später herausstellen sollte, stank sie über manche Dinge so deutlich aus, daß sie > lange Kerls<, jene armen zusammengeraub- allgemeine Erscheinung Gasmasken- auch durch die deutschen Lügennebel nicht ten und zusammengeprügelten Burschen, an heiten in die Hände der Generalstäbe ande- nicht nur nach dem Geld die der sonst so knauserige König ein Vermö- rer Großmächte. Wenn man dort auch das fabriken, sondern einfach und schlicht nach weiter verhüllt werden können. Es hat sich im spanischen Krieg die von gen verschwendete, werden von der braunen Spezialgerät nachbauen konnte, so blieb doch deutscher Mark. Dieser Baron Serge von Stackelberg den kämpfenden Truppen selbst erzeugte Preußenlegende zu Symbolen soldatischer der eigentliche Verwendungszweck des RieZucht erhoben. Im allerneuesten Fridericus- senbrenners CFS unklar. Es war nicht er- schilderte also nun auch in seinem Buch den Brandhandgranate als eine der erfolgreichen Film, der nicht ohne Otto Gebühr! mit sichtlich, wieso man überhaupt die zähflüs- genauen Verwendungszweck des Stoltzen- Waffen gegen den angreifenden Tank gedieno zeigt. Mit einer explosiblen Flüssigkeit, mit materieller Unterstützung des Propaganda- sigen, fressend brennenden Brandmischungen bergschen Riesenbrenners CFS. Er ministeriums gedreht wurde; sieht man die der bisherigen Flammenwerfer durch hoch- zum Einsatz gegen Brandbomben. Dort, wo Benzin oder Petroleum gefüllt, wird eine blechbemützten Opfer der absolutistischen explosible, rasch verpuffende und teuere eine Brandbombe in fressendem Feuer wüte, Flasche an eine Handgranate gebunden und Tank geworfen. Tyrannei in einem Parademarsch, der jeg- leichte Brennstoffe ersetzen sollte. Es mußte habe man nur den Benzinstrahl des Riesen- so auf den ankriechenden liches braune Herz erglühen macht. für die Verwendung solcher Sonder- Flam- brenners CFS darauf zu richten. Für diesen Zugleich mit der Sprengfüllung explodiert eine auch die Flüssigkeit und dringt feurig Es ist also nur gebührlich, daß das Dritte menwerfer einen Spezialzweck geben, der den Irrsinn gibt dann Stackelberg noch Das unter spritzend durch Sehschlitze und MaschinenReich etwas besitzt, was dieser Truppe kon- deutschen Konstrukteuren bekannt war, den> wissenschaftliche Erklärung. Druck aufgespritzte» moderne« gewehröffnungen der Tanks. Die spanische gruent ist: die Leibstandarte Adolf aber die neuen Besitzer des halben Geheim- starkem Löschmittel Benzin beschleunige die Verbren- Praxis und theoretisch- technische ErwägunHitler. Sie ging aus einer Schar verwege- nisses erst aufspüren mußten. ner Leute hervor, die den Führer zu Beginn In diesem Stadium der prüfenden, tasten- nung der Füllstoffe der Brandbombe so, daß gen zeigen, daß man dieses Mittel mit Erseiner Laufbahn mit Pistolen und Peitschen den Versuche der Großmächte ließ die deut- sie in kürzester Zeit aufgezehrt wären. Den folg nicht nur gegen die kleinen Tanks, sonübrig bleibenden>> normalen< Brand könne dern auch gegen größere Einheiten einsetzen auf seinen Agitationsfahrten geleiteten, an sche Heeresleitung eine Gegenmine sprinihrer Spitze der heutige SS- Obergruppen- gen. Es erschien in einem neutralen Land, dann die Feuerwehr in der üblichen Weise kann. Sollte es nicht möglich sein, daß auch führer Brückner. Gleich nach der Macht- von einem seriösen ausländischen Gasfachergreifung wurden sie der Stamm der neuen mann, in französischer Sprache ein Buch, Es wird ein Geheimnis bleiben, ob die mit der Spezialist Dr. Otto Stoltzenberg diese > Leiber<. Aus allen Formationen der SS holte das unter anderem auch genau den Verwendieser Gegenmine angepeilten Großmächte theoretischen Erwägungen längst angestellt die geschilderte Prozedur mit dem Riesen- hat und sie im spanischen Krieg nur bestäman die längsten und strammsten Keris zu- dungszweck dieses neuen Flammenwerfers sammen, auf die man sich verlassen konn- schilderte. Das neutrale Land, in dem dieses brenner CFS tatsächlich unternahmen. Das tigt findet? Ist es nicht wahrscheinlich, daß te. Sie wurden auf das tadelloseste ausgerü- Buch erschien, war die Schweiz. müßte ein phantastisches Feuerwerk gege- im deutschen Heer die Kolonnen der Riesenstet und auf den Mann gedrillt; Spezialisten» Alerte aux Gas<<. Gasalarm, und wurde her- ben haben. Nach dem Strafmaß zu urteilen, brenner bereit stehen, um den Gegenangriff der Muskeln und der Waffen, die bei jeder ausgegeben vom Verlag Librairie Payot& das man ihm nach seiner Verhaftung in die- der Tanks gegen die deutsche Stoẞarmee in offiziellen Gelegenheit die besondere Macht Cie. in Lausanne. Es war ein sehr seriöses sem Ausmaß als ersten aufgebrummt hat, feurigen Nebeln zu ersticken? der Partei zu repräsentieren haben. Einer und fachmännisches Buch, könnte auch die Rechnung für diese EulenIng. Kurt Doberer. körperlich so stattlich und so wohlgenährt spiegelei mit dabei sein. wie der andere, sind die Leute der LeibEs hieß was bei den löschen. Der originelle Luftschutzspezialist Stakstandarte der stets aktionsbereite eiserne Trotzdem sind zwischen den langen Keris kelberg wurde am 15. Februar 1936 in Paris Soldatenbrief aus Spanien Ein deutscher Soldat, der bei der deutWall, der den Führer vor allzu naher Berüh- des Soldatenkönigs und der Leibstandarte, verhaftet. Ihm wurde der Prozeß als Spion nur äußerliche Vergleichsmaß- des nationalsozialistischen Deutschlands geschen Fliegertruppe in Spanien bei rung mit seinem Volke schützt. Sie ist das Adolf Hitler Zentrum der Söldner des Regimes stäbe vorhanden, Was vor 200 Jahren eine macht. Bis zu diesem Prozeß konnten solche der Bildstelle tätig ist, schickte kürzlich mit einer einen vervielfältigten Brief mit zu innerpolitischen Zwecken und private königliche Spielerei war, das ist heute Fälle vor den Zivilgerichten nur hat traditionsgemäß jeden fremden Gast des das eindrucksvollste Sinnbild für die Unter- Höchststrafe von fünf Jahren Gefängnis be- Allgemeinheiten, der von ihm selbst nur die Führers und Reichskanzler durch strammen werfung des eigenen Volkes. Die Stiefel der legt werden. Stackelberg wurde als erster Unterschrift trug. Von anderer Seite wurde Aufmarsch bei klingendem Spiel die imponie- Leibstandarte Adolf Hitler, unter denen der nach einer neuen Notverordnung verurteilt bestätigt, daß auch Angehörige anderer Soldaten die gleichen Briefe erhalten haben. Alrende Ueberzeugung von der totalen Sicher- Asphalt der Wilhelmstraße erzittert, gehen und mit zehn Jahren Zuchthaus bestraft. über die Leiber von Millionen hinweg. H.- Nach dem Ende der Laufbahn des Barons so auch das wird bereits> genormt> Hugh<, spricht Old Shatterhand,>> nichts mitiven an mir ergötzen und die, die Sein und Wort wurde von meinen Helden ehrlich einist launischer als Ruhm, nichts unberechen- Schein gern vertauschen, wie Taschenspieler? gehalten, wurde nur von Schurken gebrochen, barer als der Nachruhm. Was hätte ich frü- Welch ein barbarisch krauses Gefolge stürmt die ihren gerechten Lohn erhielten. Woher her drum gegeben, wenn mich ein Minister, da plötzlich hinter mir drein? Warum? also diese offiziöse Anerkennung ach wenn mich nur ein Régierungsrat mit des Flüsterns, der Gestapo, der KonzentraAnerkennung genannt hätte. Jedoch, es waren Nun gut, ich war auch einmal ein... ein tionslager, des Mameluckentums? Womit habe immer nur die Halbstarken, die Sechzehn- merkwürdiger Psychopath, ja doch, mir wur- ich das verdient, womit, großer Manitu, habe jährigen, die Unfertigen, Unreifen, Primitiven den einige Delikte nachgewiesen. Aber das ich mich versündigt? Daß ich einst ein Krioder Steckengebliebenen, die sich zu mir be- erwies sich doch nur als Durchgangsstadium, mineller war, kannten. Die Reifen sahen mit einem Lä- ich habe alles ehrlich abgebüßt, ich bin an- schaft das allein kann diese GefolgDie eigene Meinung Das Königsberger Naziblatt berichtet: > Kürzlich fand im überfüllten Saal der Aula der Berufsschule ein Elternabend der Gefolgchaft 1/1 statt. Nach einem Lied und der Begrüßung der Gäste sprach Be reichsführer Behringer zu den Eltern., Unser Bestreben ist, den deutschen Jungen zu einem anständigen Kerl zu erziehen, ihm eine eigene Meinung beizubrin gen.'< Wenn nötig mit dem Rohrstock. Mastvieh ade! In der» Nationalsozialistischen Landpost< war kürzlich die folgende Bekanntmachung zu lesen: cheln auf diese ihre Pubertätszeit zurück, und ständig geworden, geradezu bürgerlich honett Old Shatterhand bricht ab, eine Stimme ein Regierungsrat, der mich als seinen Favo- bin ich geworden. Ich habe sogar meine hat ihn aufgeschreckt.» Bist du es, Hoffmann riten proklamiert hätte, wäre eine komische Schulden zurückgezahlt, wenn es auch nicht von Fallersleben?< Figur gewesen, bestimmt wäre er nie ins Kul- gerade Anleihen bei Thyssen waren. Gott ja,>> Hugh, ich bin es, weißer Bruder. Was tusministerium gelangt. ich bin schließlich auch reich geworden, zerstöhnst du uns den Schlaf der Ewigkeit? denn du hast immerhin nur Heute bin ich hoffähig, heute bin ich Men- wenns auch nicht gerade zu Palästen aus- Tröste dich, tor von Führern, die das Kulturleben des gan- reichte oder zu Villen auf Capri. Ich habe Räuber- und Indianerpistolen erzählt. zen Planeten zu retten vorgeben und nichts auch in meinen Schriften allerhand ge- demokratischen Vormärzler dagegen, wir baulieber loslassen, als Reden über Kunst und schwindelt und vorgespiegelt. Nie war ich im ten am freien Deutschland! Wir dichteten in Kultur. Welch eine Genugtuung ward mir! Lande der Skipetaren, nie bin ich mit dem Tyrannos und für staatsbürgerliche Rechte schen Agrarpolitik! Wir >> Da die Verwendung ohnehin knapp zur Verfügung stehender Futtermittel zur Erzielung einer Ausstellungsmast in diesem Wirtschaftsjahr auf berechtigte Bedenken stößt, wird die für die Tage vom 6. bis 9. Mai 1937 vorgesehene Mastviehausstellung nicht stattfinden.<< Eine schöne Pleite der nationalsozialisti vermöge „ Deutscher Sozialismus" unter Tage Eine verräterische Grubenunfallstatistik er in den Kaufhäusern und Warenhäusern ganz bedeutend hinter dem des Jahres 1931 zurück. Am stärksten tritt der Umsatzrückgang in der Branche der Nähr- und Genußmittel in Erscheinung. Insgesamt kann aus diesen Ziffern die Herr Robert Ley hat es zur Zeit im Rah-| fassende Darstellung der Kohlenproduktion im rückgegangen. Die durch Spreng- Feststellung gezogen werden, daß die Vermen seiner Erfindung» Schönheit der Arbeit« Industriegebiet für 1935 einschließlich des stoffe und Zündmittel hingegen ringerung des Umsatzes der Kaufhäuser und in der DAF mit einer großen» Unfallver- Berichtsmaterials über die wichtigsten dabei kommen mit 17.6( im Jahre 1934 mit Warenhäuser keineswegs durch die geringe hütungsaktion< innerhalb der Montanindu- in Frage kommenden wirtschaftlichen und 18.4) Prozent auf eine seit 1925 Umsatzsteigerung, die die Fachgeschäfte strie zu tun. Wie es schon die Zielsetzung betriebstechnischen Vorgänge. Ihr entnimmt( 9.0 Prozent) noch nicht erreich1936 im Vergleich zu 1931 erzielt haben, solcher braunen Propagandabedürfnisse ist, man, daß zwar die Gesamtunfallzahl im Ruhr- te Höhe.< wettgemacht worden ist. Damit wird ber kommt es auch hier darauf an, mit möglichst bergbau mit 38.27 auf 1000 Mann of a st<< den Was heißt das? Das in abnormer Weise stätigt, daß trotz der Produktionskonjunktur viel Geschrei möglichst wenig Wolle zu erStand des Jahres 1926 in abfallender Kurve unfallfördernde Moment ist in der Hitlerschen und trotz der erheblich niedrigeren Arbeitszeugen. Veranstaltete Preisausschreiben, wie wieder erreicht habe( warum gerade das Jahr Gegenwart nicht so sehr die Tücke des Ob- losenzahl der Verbrauch des deutschen Volman» schlagenden Wettern< beizukommen 1926 als Vergleichsjahr herangezogen wird, jektes( in diesem Falle der allgemeinen kes nach den härtesten Entbehrungen langer als wenn darüber früher die Be- geht aus den amtlichen Angaben nicht her- Arbeitsverhältnisse, unter denen sich über- Krisenjahre noch immer niedriger ist als teiligten nicht nachgedacht hätten reden vor). Aber gleich dahinter befindet sich die haupt der Bergmann überall befindet), son- 1931 und erst recht viel niedriger als in den mit bewußter Verdummungsabsicht am Pro- weitere Feststellung: dern die Unbeschwertheit des Subjektes, vorausgegangenen Konjunkturjahren. blem ebenso vorbei, wie etwa der Befehl an nämlich des von keinem Gewerkschaftsfunktionär und Betriebsrat mehr behelligten Unalle» Werkzeitungen«, die von den einzelnen Montanbetrieben herausgegeben werden, daß ternehmerwillens, daß um jeden Preis gekünftig nach jedem Unfall in der Grube solförderte werden muß. Auch den allergefährche Kumpels, die ihn miterlebt hätten, ihre lichsten Arbeiten muß sich der Kumpel heute Beobachtungen dort in Druck zu geben hätmit jenem empörenden Risiko für seine Ge- koladenfabrik Sarotti A. G. weist im Versundheit und sein Leben unterziehen, das der gleich zum Vorjahre einen Rückgang der Direktion die höchste Gewinnquote sichert. für Löhne und Gehälter ausgezahlten Summe >> Immerhin verstärkt sich der Eindruck,» Schlagende Wetter< gibt es seit Hitler nicht aus. Dagegen erhalten die Aktionäre von dem daß der unfallfördernde Einfluß der Me- mehr, als früher, in deutschen Kohlenschäch- erzielten Profit einen größeren Betrag: die chanisierung und Rationalisierung im Berg- ten. Aber dafür ist der brüllende und schika- Dividende wird von 4 auf 5 Prozent erhöht. bau mit der Gewöhnung an diese Methoden nierende Antreiber und Stollenfeldwebel nachzulassen beginnt. Unter den tötlichen höchste Respektsperson geworden... So gilt Unfällen sind die durch Gas und Kohlen- auch hier, wie es vielfach für die Verhältnisse staub verursachten gemessen an der Ge- des Dritten Reiches gilt: an ihren Zahlen und samtzahl der der betreffenden Unfallart nicht an ihren dummen Phrasen sollt ihr sie gegenüber dem Vorjahr beträchtlich zu erkennen! ten. Man tut also so, als wäre die Lösung des Problems einzig und allein in der( bisher noch nicht genügend gegebenen oder sträflich vernachlässigten) Erforschung der> höheren Gewalten<< zu suchen. Und dabei ist doch die Sache so gar nicht» höher«, sondern sogar zynisch einfach! Gerade zur selben Gegenwartszeit veröffentlicht nämlich die staatliche Aufsichtsstelle über den Ruhrbergbau eine zusammenReden unter Galgen Auf einer Tagung der Reichspressekammer in Dessau ging es wieder einmal um die Aufgaben der Presse«. Hauptmann Weiß, Leiter des Reichsverbandes der deutschen Presse, forderte die Quadratur des Kreises, nämlich mehr journalistische Initiative: Die Zahl der durch Gewinnungswerkzeuge und-Maschinen verursachten Unfälle ist allerdings(!) mit 6.92 doppelt so hoch als in 1926.<< Noch deutlicher wird der folgende Passus der amtlichen Erhebungen: Jetzt hat der Reichsärzte führer fol-| glücklichsten Volk der Erde gemacht haben, so darf es eben keine Arbeitslosen mehr gegende Verordnung herausgegeben: >> Weil wir niemanden etwas im Glauben ben, selbst wenn sie noch zu vielen Hundertund in Konfessionsfragen vorschreiben, tausenden vorhanden sind. können wir auch die von anderen Stellen ergangenen Vorschriften in diesen Dingen niemals anerkennen und müssen daher auch Unbezahlte Arbeitskraft die Kündigungen, die wegen des Austritts aus der Kirche ausgesprochen werden, als Schutze der durch das Verhalten der charitativen Deutschland heute Der Bilanzabschluß der bekannten Scho* In welchem Tempo unter der Herrschaft der Nazis die Ausbeutung der Arbeiter gesteigert wird, das verspüren jetzt in der unerfreulichsten Weise die Saargrubenarbeiter. Im Jahre 1924 betrug die Förderleistung je Schicht und Kopf 708 kg. 1935 erreichte sie bereits 914 kg und wird für Ende 1936 auf kg geschätzt. » Saarwirtschaft zwei Jahre im Reich< bemerkt die Frankfurter Zeitung<: Wahrscheinlich wird die Schichtleistung je Kopf der Belegschaft in absehbarer Zeit auf etwa 1400 kg gebracht werden können. Also: von 1100 In einem Artikel die den Saargrubenkapitalisten erhebliche Mehrprofite abwirft. gefällig? 914 kg im Jahre 1935 auf 1400 kg im Jahre ungerechtfertigt ansehen. Zum Wie alljährlich um die Osterzeit geht in 1937; das ist eine gewaltige Steigerung der Krankenanstalten in ihren Stel- den Zeitungen des Dritten Reiches wieder das Ausbeutungsintensität len gefährdeten Aerzte verbiete ich Hausjahr- Getrommel los: hiemit, daß ein deutscher Arzt eine Stelle in einem Krankenhaus antritt die dadurch freigeworden ist, daß seinem Vorgänger wegen Austritts aus der Kirche gekündigt wurde.< So hat die Kirche wieder einmal einen >> Es darf nicht dazu kommen, daß man sich in den Redaktionen daran gewöhnt, kritiklos und instinktlos nach den Direktiven zu arbeiten, die dem Schriftleiter von irgendeiner der vielen Pressestellen und Presseämter täglich auf den Schreibtisch gelegt werden. Man darf es hier wieder einmal aussprechen: Wir haben zuviele Pressechefs im Deutschen Reich. Die Zeit, die in den Redaktionen lediglich damit verbracht werden muß, um alle offiziellen und inoffiziellen Hieb bekommen. Aber die ganze AngelegenWünsche zu befriedigen und miteinander in Einklang zu bringen, wäre nicht selten heit hat mit grundsätzlichen Fragen einer besseren Sache würdig.< in Wahrheit blutwenig zu tun. Hier handelt wie so oft, wenn in Selbst der Nazipresse scheint der Direk- es sich vielmehr tiven- Dschungel ungeheuerlich zu von werden, Deutschland Grundsätzen gesprochen denn sie bringt diesen Aufschrei in Fettdruck wird um ein reines Konkurrenzdie zahlenden und revoltiert damit gegen die eigene Partei, manöver. Die Patienten die ja am meisten Direktiven produziert. vor allem entscheiden sich, sofern ihnen Aber auch der Herr Hauptmann wußte sich eine Wahl gelassen ist, in überwiegender Zahl unter» journalistischer Initiatives im Dritten für die konfessionell geleiteten KranReiche nichts vorzustellen, denn bald darauf kenhäuser, weil sie dort von fähigen Aerzten feierte er das Verbot der Kunstkritik und nicht von SA- Führern mit Doktortitel * > Deutsche Hausfrau! Nimm ein junges Mädel in deine Familie auf. Es hilft dir bei allen Arbeiten, es unterFür» dickere Lohntüten« statt für> Freistützt dich in der Pflege und bierkultus< setzte sich auf einem SchulungsBetreuung der Kinder.< abend der Deutschen Arbeitsfront des Krei... und es bekommt dafür keinen Lohn, ses Braunschweig- Land der Gauschulungsmüßte es weiter heißen, aber die NS- Frauen- leiter ein. Freibier allein sei bei Kameradschaft drückt sich in ihrem Aufruf etwas schaftsabenden kein genügender Ausdruck für das Gemeinschaftsgefühl, das nicht nur komplizierter aus: >> Das Hausjahrmädel erhält freie Ver- die Anzahl der aufgelegten Fässer Freibier pflegung und soll, wenn möglich, im bewiesen werden könne so meinte dieser Hause wohnen. Vergütung ist nicht Gauschulungsleiter. Aber die Unternehmer zu zahlen.< kennen die Demagogie der Nazis zu gut: sie Im vorigen Jahr wurde den Hausfrauen noch werden weiter Freibier spenden nahegelegt, wenigstens ein Taschengeld und das Verteilen dickerer Lohnzu gewähren. Jetzt beruft man sich schon tüten bleiben lassen. In dieser Aufdarauf, der schulentlassenen weiblichen Ju- fassung der Volksgemeinschaft wissen sie gend werde durch das hauswirtschaftliche sich mit Hitler, Göring, Göbbels und Schacht Jahr die Möglichkeit einer un- durchaus einig, die ja gegen nichts einen als» folgerichtige Fortsetzung der national- behandelt zu werden hoffen. Diese Hoffnung unentgeltlichen Anleitung in der schärferen Kampf führen als gegen dickere sozialistischen Pressepolitik< und lieferte möchte man den Kranken nehmen, indem folgendes Durcheinander: man die Unterschiede zwischen staatlichen >> Die Kritiker des Kunsterlas- und kirchlichen Anstalten möglichst verses verkennten nationalsozialistische wischt. Der Nutzen derartiger Maßnahmen Grundsätze, wenn sie im Ernst glaubten, daß in Bezug auf die Kunst und auf das pflegt allerdings gering zu sein Theater usw. andere Gesetze gelten sollten richtete Schaden etwas größer. als in der allgemeinen Politik; -A denn es sei ein Fehler, anzunehmen, daß Die weggeschwindelte der angeNeuer Normärts Hauswirtschaft gegeben. Die klei- Lohntüten. nen Dienstmädchen, die zur Annahme dieser Stellen gezwungen werden, müssen also noch dankbar sein, wenn sie ihren Arbeitgeberinnen nichts zu zahlen brauchen. Dafür hat die Reichsanstalt mit dem Deutschen Frauenwerk eine Vereinbarung getroffen,> wonach künftig die Mädchen im hauswirtschaftlichen Jahr Hausjahr mädel heißen, während für die Aus dem von der Industrie- und Handels- Hausfrau die Bezeichnung Hausjahrmütheit hinein den Schwerpunkt auf die Frage, kammer Berlin erstatteten Bericht ist zu ent- ter eingeführt wird. Wenn schöne Namen sie ob die Aufführung, ob der Film usw. nach rein kunstästhetischen Geset- nehmen, daß im Jahre 1936 im Wirtschafts- begleiten, dann fließt die Ausbeutung munter zen als gut oder schlecht zu bewerten sei; gebiet dieser Industrie- und Handelskammer fort. aber es wurde selten erkannt, daß es viel noch insgesamt nahezu 100.000 Arbeitslose, wichtiger war, festzustellen, für welPresse und Kunst sich in zwei feindlichen Lagern gegenüberständen. Man legte bis in die jüngste Vergangenvor allem Mensch sein.< Arbeitslosigkeit unter 1931 Sozialdemokratisches Wochenblatt Herausgeber: Ernst Sattler; verantHorn; wortlicher Redakteur: Wenzel Druck:> Graphia«; alle in Karlsbad. Zeitungstarif bew. m. P. D. Zl. 159.334/ VII- 1933. Printed in Czechoslovakia. Der>> Neue Vorwärtsa kostet im Einzelverkauf innerhalb der ČSR Kč 1.40( für ein Quartal bei freier Zustellung Kč 18.-). Preis der Einzelnummer im Ausland Kč 2.-( Kč che Sache auf der Bühne gekämpft wurde. davon allein rund 18.000 Arbeitslose im Bau- Verbrauchsgüterumsätze bei dem Der Schriftleiter, der sich mit den Fragen gewerbe vorhanden waren. Diese der Kunst publizistisch beschäftigt, muß allgemeinen Geschrei von einem Facharbeiein politischer termangel auch im Baugewerbe überraschend Nach der offiziellen deutschen Statistik 24. für das Quartal) oder deren Gegenwert hohe Ziffer der Arbeitslosigkeit wird in dem soll sich nicht nur die deutsche Wirtschaft in der Landeswährung( die Bezugspreise für Von Kunst braucht der Kunstbeschreiber das Quartal stehen in Klammern): Argentinien Bericht damit zu erklären versucht, daß der im Zustand einer Hochkonjunktur befinden, Pes. 0.30( 3.60), Belgien: Belg. Frs. 2.45( 29.50), nichts zu verstehen, die 21 Punkte der Wohnhausbau alten Stils nur langsam vor- sondern auch die Lebenshaltung des Volkes Bulgarien Lew 8.-( 96.-). Danzig Guld. 0.45 NSDAP sind Richtlinien genug. Da klagt ein Pressechef über zuviel Pressechefs und weiß angehe, während die neuen Berliner Groß- soll eine weitgehende Verbesserung erfahren( 5.40), Deutschland Mk. 0.25( 3.-), Estland bauten sich in technisch vollkommenster haben. Wie wenig diese Behauptungen mit E. Kr. 0.22( 2.64), Finnland Fmk. 4.-( 48.-), Frankreich Frs. 1.50( 18.-), Großbritannien Weise, also» lohnsparend«, vollzögen. Aber den Tatsachen übereinstimmen, das ergibt d 4.-( Sh. 4.-), Holland Gld. 0.15( 1.80), Itadie Tatsache der 18.000 arbeitslosen Maurer sich bei einer Gegenüberstellung der von den lien Lir. 1.10( 13.20), Jugoslawien Din. 4.50 Fachgeschäften, Kaufhäusern und Waren-( 54.-), Lettland Lat. 0.30( 3.60), Litauen Lit. Umsätze 0.55( 6.60), Luxemburg B. Frs. 2.45( 29.50), Die Nazileitung der erzielten Wirtschaftsgruppe häusern im Jahre 1936 Norwegen Kr. 0.35( 4.20), Oesterreich Sch. Baugewerbe im gleichen Wirtschafts- mit den Umsätzen des Jahres 1931. 1931 muß 0.40( 4.80), Palästina P. Pf. 0.020( 0.216), gebiet allerdings macht sich die Sache viel bereits als ein ausgesprochenes Krisenjahr Polen Zloty 0.50( 6-), Portugal Esc. 2.leichter. Um das Versprechen des> Führers<, bezeichnet werden, in dem auch die Arbeits-( 24.-), Rumänien Lei 10.-( 120.-), Schwe er werde in vier Jahren die Arbeitslosigkeit losigkeit um das Mehrfache größer war, als den Kr. 0.35( 4.20), Schweiz Frs. 0.30( 3.60), radikal beseitigt haben, als hundertprozentig sie die Statistik des Dritten Reiches für 1936 Spanien Pes. 0.70( 8.40), Ungarn Pengö 0.35 ( 4.20), USA 0.08( 1.-). Setzt man die 1931 erzielten erfüllt hinstellen zu können, erklärt sie kurz aufweist. und bündig:» Arbeitslose gibt es im Bau- Umsätze gleich 100, so ergeben sich für gewerbe nicht mehr.<< 1936 die folgenden Ziffern: Fachzum Schlusse nichts Besseres, als die Zensur zu verschärfen. In den nächsten Tagen tritt wieder ein anderer aufs Podium und donnert zur Abwechslung:» Die Gesinnung allein tuts nicht!« Achselzuckend und um einen Sohwatz reicher, kehren die armen Kulis in ihre Ställe zurück. Kirchenaustritt und Krankenpflege Ein Schlag gegen die charitativen Krankenhäuser. und Bauarbeiter muß zugegeben werden. geschäfte Einzahlungen können auf folgende Postscheckkonten erfolgen: Tschechoslowakei: Zeitschrift> Neuer Vorwärts< Karlsbad. Prag Kauf- Waren- 46.149. Oesterreich:» Neuer Vorwärts< Karlshäuser häuser bad. Wien B- 198.304. Polen:» Neuer Vorwärts< 52,6 Karlsbad. Warschau 194.797. Schweiz:» Neuer 80,5 Vorwärts< Karlsbad. Zürich Nr. VIII 14.697. 75,0 Ungarn: Anglo- Čechoslovakische und Prager 93,2 78,2 Creditbank Filiale Karlsbad. Konto> Neuer 56,4 74,7 Vorwärts< Budapest Nr. 2029. Jugoslawien: Damit ist wieder einmal der Beweis erIn charitativen, hauptsächlich mit kirch- bracht, daß die Naziführer der Wirtschaft die lichen Geldern unterhaltenen Krankenhäusern tatsächlich vorhandene Arbeitslosigkeit ein- Nähr- u. Genußmittel 101,6 Denn das im Bericht Wäsche u. Bekleidung 102,2 ist es jüngst wiederholt vorgekommen, daß fach wegschwindeln. Handelskammer Hausrat und Möbel 111,9 Aerzte, dem Druck ihrer braunen Organisa- der Industrie- und angetion nachgebend, ihren Kirchenaustritt führte Beispiel aus Baugewerbe ist Sonstige Waren erklärten. Die katholischen und einige evan- durchaus keine Einzelerscheinung. Nur bei den Fachgeschäften liegt der Um- Anglo- Čechoslovakische und Prager CreditAber da nach Hitler bank, Filiale Belgrad, Konto» Neuer Vordie satz in den einzelnen Branchen im Jahre 1936 wärts<, Beograd Nr. 51.005. Genaue Bezeichgelische Krankenanstalten haben darauf gewöhnlich mit Entlassung geantwortet. Nationalsozialisten die Deutschen dem unwesentlich höher als 1931. Dagegen bleibt nung der Konten ist erforderlich. dem und Göbbels zu