Nr. 199 SONNTAG, 4. April 193? 6o$ialdmolraHfcfo0 Verlag: Karlsbad, Haus„Graphia"— Preise und Bezugsbedingungen siehe Beiblatt letzte Seite Aus dem Inhalt: Der Düsseldorfer Sumpf Kirchenkampf im Grenzland Mobilisierung der Landwirtschaft Furcht vor Wahlen System ohne hitenratMen Kredit Die Rolle der deutschen Berufsdiplomaten In einem seiner letzten Aufsätze hat der verstorbene Austin Chamberlain geschildert, wie die englischen Staatsmänner der Vorkriegszeit einer nach dem anderen zu der Ueberzeugung gelangten, daß mit einer Regierung wie der deutschen unter Bülow und Wilhelm II. jedes Abkommen unmöglich sei. Er schreibt die Hauptverantwortung dafür Bülow zu, der, falsch vom Kopf bis zu den Zehen und geschwollen vor Eitelkeit, die Lage gründlich verkannt habe. Es war indessen nicht nur die Schuld Bülows. Eis war ein Systemfehler, und der böse Geist saß überall fest, beim Kaiser wie beim Reichskanzler, im Auswärtigen Amt wie bei den Leitungen von Heer und Marine. Die englischen Staatsmänner von heute wiederholen die Erfahrungen ihrer Vorgänger von damals. Seit dem Ausbruch des Hitlersystems haben sie manches erlebt, was die Vorgänge von damals bei weitem übertrifft, Sie haben hartnäckig das Ziel verfolgt, zu einem Abkommen mit Deutschland zu gelangen, und sie konnten damit rechnen, daß ein gleicher Wille ihnen von der anderen Seite entgegenkommen würde. Gehörte es nicht zu den ursprünglichen Konzeptionen Hitlers, daß England unbedingt für Deutschland gewonnen werden müßte? Aber das braune System kann sich ein intimeres deutsch-englisches Verhältnis nicht anders vorstellen als es das wühel- minische System getan hat: Deutschland gnädigst Geschenke entgegennehmend dafür, daß es nicht den wilden Mann in Europa und der Welt spielt. Der böse Geist des wilhelminischen Systems geht auch im Hitlersystem um, und auch hier trägt die Hauptschuld nicht dieser oder jener, sondern es ist der gleiche System- fehler. Wie damals schon ist es auch heute üblich, mit den besonderen Eigenheiten der unverantwortlichen Spitze die politische Bürokratie zu entschuldigen und sie gewissermaßen als bessere Menschen erscheinen zu lassen. Man sucht heute eifrig nach Zedcben, die auf stärkere Einflußnahme der sogenannten Berufsdiplomaten auf die Politik des Reiches zu deuten wären, und wenn man solche zu erkennen glaubt, so meint man, daß die Berufsdiplo- niaten auf einen ruhigeren und vor allem vernünftigeren Kurs hinwirken würden. Ein Revirement, das demnächst unter dem diplomatischen Personal des Hitler- systems stattfinden soll, wird so illusionär angedeutet. Daß Herr Luther in Washington durch Herrn Dieckhoff ersetzt werden soll, und daß Herr von M a k- kensen von Budapest ins Auswärtige Amt in leitender Funktion berufen wird, gibt Anklammerungspunkte für die Hoffnungen jener, die immer noch glauben wollen, daß das System sich aus sich selber heraus zivilisieren würde, Solcher Glaube tut den Berufsdiplomaten bei weitem zu viel Ehre an. Die Traditionen aller auswärtigen Aemter und ihres Personals wurzeln viel stärker in der ferneren als in der jüngsten Vergangenheit Das ist ein allgemeiner Krebsschaden, und in Deutschland ist er stärker als anderswo. Von einer Tradition der Epoche der Weimarer Republik in der deutschen Berufsdiplomatie ist gar keine Rede, und wo hätte das berufsmäßige Personal, das unter Hitler hervorgetreten ist, gezeigt, daß es aus der Katastrophe der Politik, aus dem Geiste Bülows, Holsteins, Wilhelms und Tirpitzs gelernt hätte? Wofür wäre Herr von Neurath denn Außenminister Hitlers, wenn er nicht dem Geiste der süffisant lächelnden Katastrophenmacherei eines Bülow, wie überhaupt der kaiserlichen Tradition näher stände als der nüchternen Politik der Weimarer Republik, die sich vom nationalsozialistischen Machtwahn fernhielt? Ob dieser oder jener Wechsel im Personal erfolgt, das bleibt sich gleich. In der Sache ist bisher die Außenpolitik des Hitlersystems so gemacht worden, als ob sie von gewissenlosen Hasardeuren betrie- bei worden sei. Sie ist der Politik der wilhelminischen Epoche verzweifelt ähnlich, und der Geist, der sie treibt, ist der gleiche; der Geist amoralischer Gewalt, der Wille zur Vorherrschaft über andere, der Geist des Machtwahns und des Machtkitzels. Das Studium des englischen Blaubuches aus Anlaß der Rheinlandbesetzung sei allen empfohlen, die den Berufsdiplomaten gerne eine ausgleichendere, ehrlichere, würdigere und vernünftigere Rolle zuschreiben möchten als der Spitze des Systems. Die Charaktermaske des absolut friedfertigen Frontkämpfers, die sich die Spitze des Systems für die Zwecke dieser blutigen Hasardpolitik vorgebunden hat, täuscht heute nur noch komplette Narren, die glauben, den bösen Geist mit Gebeten bannen zu können. Aber die Maske der Honorigkeit und der relativen Vernünftigkeit, mit der die deutsche Berufsdiploma- täe von denen ausgestattet wird, die immer noch nicht klar sehen wollen, scheint immer noch zu täuschen. Schließlich haben die Herren deutschen Berufsdiplomaten schon allerhand zu verantworten. Nicht nur die gelungenen Streiche, sondern auch die mißlungenen. In den österreichischen Putsch, der Dollfuß das Leben kostete, war der deutsche Gesandte in Wien verwickelt. Diese Sache war übrigens der spanischen Rebellion gar nicht so unähnlich. In der Steiermark wurde heftig gekämpft und ohne die bekannte Brennermobilisierung hätten vielleicht damals schon die Westmächte Gelegenheit zu einem Experiment mit der einseitigen Nicht-Intervention gehabt. Auch in dem neuesten fehlgeschlagenen Putsch in Ungarn war das deutsche diplomatische Personal in Budapest verwickelt, und es ist wahrlich nicht sein Verdienst, daß dies Feuerchen nicht zu einem Brande geworden ist. Die Dokumente, die in Spanien über das Treiben des deutschen diplomatischen Personals aufgefunden worden sind, sprechen ebenfalls eine beredte Sprache. In manchem ist dort und vor allem in Marokko weitergeführt worden, was schon seit 1930, als es noch kein Hitlersystem gab, vorbereitet worden ist. Damals schon hat sich die geheime Politik der Berufsdiplomaten losgelöst vom Geist der Weimarer Republik und hat wieder aufgenommen, was mit dem Kaiserreich beendet schien: die weltpolitischen Treibereien, das Anlegen von Feuerchen an allen Punkten, wo man in näherer oder fernerer Zukunft Brände vorauszusehen glaubte, die Spekulation auf Friedensstörungen, immer mit dem Hintergedanken, daß man mit solchen Dingen wenigstens einen Schadenswert in den Augen anderer gewinnen und also erpressen könne. Kurzum, alles das, was in der Vorkriegszeit bei englischen Staatsmännern zu der Ueberzeugung geführt hatte, daß man mit einer solchen Regierung kein Abkommen schließen könne. Man lasse sich durch die größere Nähe der unmittelbaren Vergangenheit nicht die Perspektive verfälschen: Manches, was die deutsche Berufsdiplomatie seit Hitlers Machtantritt mitgemacht hat, hält durchaus den Vergleich mit jener berüchtigten Depesche Zimmermanns aus, die ein Kriegs- feuerchen zwischen Mexiko und den Vereinigten Staaten anzuzünden empfahl, und damit nur den Eintritt. Amerikas in den Krieg gegen Deutschland beschleunigte. Der Geist, aus dem jene Depesche entsprungen war— das ist genau der Geist, der heute in der deutschen Politik umgeht, und wenn er nicht in der Tradition der Berufsdiplomaten weitergelebt hätte, wo wäre heute das Dritte Reich? Radie an Frauen und Kindern Das braune System hat einen Raehefeld- zug gegen Frauen und Kinder deutscher oppositioneller Politiker unternommen. Eine neue Ausbtirgerungsllste enthält die Namen von 38 Familienangehörigen bereits ausgebürgerter Emigranten. Sie erstreckt sich auf die Familien folgender Sozialdemokraten: Großmann, Hertz, Hirschfeld, Kummer, Neumann, Schuhmacher; und folgender Kommunisten: Dahlem, Levlnö, Maslowski, Pieck. Die jüngste dieser Ausgebürgerten ist acht Jahre alt. Gentlemen'Agreeinent Nach offiziellen Berichten aus dem Dritten Reich hat sich Hitler mit Luden- d o r f f ausgesöhnt. Nach diesen Berichten haben beide miteinander eines der jetzt so beliebten Gentlemen-Agreementa getroffen, in dem sie sich gegenseitig Lobsprüche machen. Als sich die beiden das letztemal auf Ehrenwort miteinander verschworen haben, war das Ergebnis das Verbrechen des Novem- berputsches von 1923. Der eine ging nach dem Zusammenbruch aufrecht weg, wie er sich nachträglich in Prozessen bestätigen ließ, der andere lag auf dem Bauche und flüchtete in die Villa befreundeter Frauen. Bittere Feindschaft war das Ergebnis. Der eine wurde später zum Hanswurst einer wahnsinnigen Frau, der andere zum Diktator Deutschlands. Zu welchem Zwecke begraben sie jetzt das Kriegsbeü? Braucht Hitler einen Generalfeldmarschall neben Blomberg, oder ist eine neue, diesmal internationale Verschwörung fällig?, Mobilisierung der Landwirtschaft Görings Liebesgaben für den ostpreußisdien Großgrundbesitz Die nationalsozialistische Agrarpolitik hat Bankrott gemacht. Jahr für Jahr hat der Darre seine»Erzeugungsschlacht« geschlagen und das Resultat ist, daß die deutsche landwirtschaftliche Erzeugung heute fast die gleiche ist wie in den letzten Jahren des»schmachvollen Systems«. An der»Nahrungfreiheit« fehlt noch derselbe Prozentsatz von Futtermitteln und Fett. Nur daß es vor der Herrschaft Hitlers keine Nahrun gsmittelknapphedt gab, daß die Ernährung von Mensch und Vieh gesichert war. Denn unter dem»System« standen stets die Ausfuhrgüter zu normalen Weltmarktspreisen zur Verfügung, gegen die man die notwendigen Agrarpro- dukte einführen konnte. Dem hat die Kriegswirtschaft der Diktatur ein Ende gemacht. Ein Ende mit Schrecken? Zu weitgehenden Zwangseingriffen hat das Regime bereits greifen müssen. Die Ablieferungsfristen für Brotgetreide sind verkürzt worden; nachdem noch bis vor kurzem die Aufzucht des Viehs aus»hofeigenem« Fütter propagiert worden war, ist jetzt die Verfütterung von Roggen und Weizen zum Landesverrat erklärt worden; die Landwirte müssen ihr Brotgetreide gegen Füttermittel abliefern. En schlechtes Geschäft! Denn, sagt Göring selbst in seiner gleich noch ausführlicher zu erörternden Rede,»mein Aufruf zur Ablieferung von Brotroggen hat zwar den nötigen Widerhall gefunden, jedoch hat er zu volkswirtschaftlich nicht vertretbaren Verlusten bei den Betrieben geführt, die den Roggen abgegeben haben und dafür teuere Futtermittel kaufen mußten«. Auch die Opfer der Konsumenten haben nichts genützt, nicht die Beimischung von Kartoffelflocken und Maismehl zum Brot, nicht die höhere Aus- mahlung von Weizen und Roggen. Ein Teil der durch die Konfiskation der Aus- I an ds werte erlangten Devisen muß zu umfangreichen Getreidekäufen vornehmlich in den Balkanstaaten verwendet werden. Die Getreddepreise aber sind stark gestiegen. der Absatz auf dem Weltmarkt geht leicht vonstatten, und so sieht sich Deutschland gezwungen, den Balkanstaaten stark verbilligte Exportpreise für die deutschen Industriewaren einzuräumen und für das einzuführende Getreide erhöhte Uebemahmepreise zu bewilligen! Aber die Kriegswirtschaft bleibt oberstes Gesetz und den Nationalsozialisten bleibt nichts anderes übrig als auf dem Weg des Unheils fortzuschreiten.»Die dritte Erzeugungsschlacht ist nunmehr in das Stadium einer Großkampfoffensive ge» treten«, so erschallt jetzt Dar res neuer Kriegsruf, und Göring verkündet in einer Rede vor den»Bauernführern« am 23. März die»Mobilisierung der Landwirtschaft«. Eis handelt sich in der Tat um einen großen Aufwand, um die Landwirtschaft zu einer Produktionssteigerung zu veranlassen unter dem für die nationalsozialistische Wirtschaft allgemein gültigem Motto: Kostenpunkt Nebensache! Zur Förderung von Landeskulturarbeiten werden 200 Millionen RM für das Jahr 1937, davon 110 Millionen RM als Beihilfen des Reichs und der Länder eingesetzt. Diese Mittel erhöhen sich Jahr für Jahr bis auf 300 Millionen im Jahre 1940. Insgesamt ist also eine Milliarde RM vorgesehen. Weitere Mittel— der Betrag wird nicht angegeben— werden aus dem Reichsetat für die Flurbereinigung bewilligt, ebenso für die Umwandlung von schlechtem Grünland in Ackerland. Die Zuschüsse des Reichs betragen pro Hektar im ersten Jahr durchschnittlich 100 RM, die in dem nächsten Jahre ermäßigt werden. Reichsmittel werden ferner für mittelfristige Kredite bereitgestellt, die für schlechte Betriebe als Betriebsausbau-Kredite verwendet werden sollen. 44 Millionen RM sollen für den Bau von Werks- und Heuerlingswohnungen eingesetzt werden. Man sieht, es handelt sich um einige, mehrere Hundert Millionen RM. im Die Arbeiter kommen zuletzt Erst aber andere Gemüse, die ohne Fette bereitet werden müsBolschewismus in Theorie und Praxis im Druck in folgenden Sprachen erscheinen lassen: deutsch englisch ungarisch bulgarisch isländisch finnisch französisch griechisch polnisch portugiesisch holländisch brasilianisch schwedisch jugoslawisch rumänisch norwegisch italienisch Die Broschüre wird zur Weiterleitung dann»> Ueberprüfung der Löhne Damit sind aber die Kosten für die Der sogenannte Arbeitsminister Seldte sten können, kaum in diesem Umfang zeigt, agrarische Zwangswirtschaft nicht man mußte fast sind die Kinder der Frauen, die, wie Urban Entferntesten erschöpft. Die Reichsregie- hat lange geschwiegen >> auf Suppen, Brot und Wurst hauptrung hat soeben den neuen Etat ver- glauben, er schäme sich wegen des Verrats, sagt, abschiedet. Irgendwelche Zahlen werden den er an seinem> Stahlhelm begangen hat sächlich angewiesen sind, fast alle befallen. jetzt aber meldet er sich im> Völkischen Nun ist das allerdings eine ganz verräterinicht genannt, irgend eine Kontrolle exiBeobachter< ganz schamlos zum Wort, um sche Angelegenheit des Hitlerschen Wirtstiert nicht mehr. Nur aus dem» Gesetz über die Haushaltsführung werden ein das von Hitler- Göring erlassene Verbot von schaftskrieges mitten im Weltfrieden und des paar Angaben gemacht. Danach kann der Lohnsteigerungen zu rechtfertigen. Wörtlich Göringschen Vierjahresplans im besonderen! Reichsfinanzminister folgende Garantien erklärt er: übernehmen: 40 Millionen RM zur Ordnung des Eiermarkts, 360 Millionen RM zur Ordnung des Marktes für Getreideund Hülsenfrüchte, 12 Millionen RM zur Betriebskrediten für Beschaffung von Flachs- und Hanfröstereien, 100 Millionen RM für Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen auf dem Gebiet der Landeskultur, 30 Millionen RM zur Förderung von Landarbeiterwohnungen und schließlich 75 Millionen zur Preissteigerungen vor! Totale Bürokratie Ueber der höheren durch die NSDAP Gezur Veran geeignete ausländische schäftsfreunde kostenlos fügung gestellt. belsschen Blödsinn erhalten? belssche > Die deutsche Arbeiterschaft darf sicher sen, schmecken nicht. Also kann sich nur sein, daß die Reichsregierung, insbesondere noch der Begüterte heute in Deutschland der Beauftragte des Führers für den Vier- auch nur ein richtiges Sauerkrautgericht lei- Interessenten wollen die gewünschte jahresplan, Ministerpräsident Generaloberst nun ja, wenn die deutschen Zahl bis zum 15. d. M. bei uns bestellen.<<< Göring, wie bisher der Frage der Preisbil- sten. Obst aber ihre dung besondere Aufmerksamkeit Aepfel oder Birnen an sich schon nicht lanMan gewinnt hier Einblick in die Methoschenkt und keine gen, konnte man früher wenigstens zur billi- den der braunen Propaganda. Kann man zur gen ausländischen Banane, wohlfeilen sich übrigens wundern, wenn die Geschäfte zuläßt, die nicht unbedingt im Interesse Apfelsine, zur Traube aus Südtirol greifen. immer schlechter gehen, wenn ausländische des Wiederaufbaues und der Unabhängig- Aber da seien heute Göring und die Devisen Geschäftsfreunde statt barer Zahlung Göbkeit vom Ausland notwendig sind. Wie ich bereits sagte, kann zurzeit eine Erhöhung des Lohnniveaus aus den überragenden Förderung der landwirtschaftlichen Ideen des Gesamtaufbaues nicht zugelassen Siedlung. Der größte Teil dieser Garantien werden. Sobald aber einmal unsere großen Christus ähnlich wie Hitler dient nicht etwa produktiven Zwecken, die Durchdringung nationalen Aufgaben erfüllt sein werden, das sondern der» Marktordnung, Wie das» Evangelische Kirchenblatt« für wird die Reichsregierung sofort bereit sein, preußischen Bürokratie der einstige heißt dem ungeheuer kostspieligen System, die Löhne nachzuprüfen.< macht der Leiter der Personalabteilung im Württemberg berichtet, hat das zur zentralen Kontrolle jedes einzel- Also Preissteigerungen werden grundsätz- Reichsinnenministerium, Dr. Schütze, folgende Reichsvikar und enge Mitarbeiter des Reichssie finden in Angaben: bischofs Ludwig Müller, D. Engelke, eine nen Marktvorganges, zur Ablieferung an lich nicht ausgeschlossen wohl aber die Zentralstellen und der Wiedervertei- Wirklichkeit auch dauernd statt Die zwölf Oberpräsidentenstellen sind rest- Vortragsreise durch Württemberg übernomum in zahlreichen Ortsgruppen der lung von diesen aus, für die zunehmenden Lohnsteigerungen. Eben erst hat Göring den los mit Nationalsozialisten besetzt. Von 34 men, Volkskirchenbewegung» Deutsche Betriebsvor- Landwirten die Kartoffel- und Roggenpreise Regierungspräsidenten sind seit 1933 31 ausEingriffe in die einzelnen gänge usw. errichtet worden ist. Aber all erhöht, womit er sie allerdings nicht glück- gewechselt worden, diese 31 Stellen sind mit zu sprechen. Aufschlußreich diese Aufwendungen verschwinden noch lich machen wird, den Arbeitern aber wird Nationalsozialisten besetzt worden. Von 361 Aeußerungen in einem Gespräch. Er führte gegen die unmittelbaren Kosten von zugemutet, das fortgesetzte Sinken des Real- Landräten gehören 344 der NSDAP an. Seit hierbei u. a. aus: völlig unbekannter Höhe der Reichs- lohnes, das mit dem Steigen der Preise bei 1933 sind 293 Regierungsreferendare ange- Sohn in massiv- biblischem Sinn. Gott habe nährstandsorganisation selbst, die durch gleichbleibenden Nominallöhnen verbunden stellt worden, die zu 99 Prozent der NSDAP die nach der Höhe des Umsatzes erhobe- ist, geduldig zu ertragen. Erst wenn die gro- angehören, zu 66 Prozent seit der Zeit von nen Zwangsbeträge der Landwirte selbst Ben nationalen Aufgaben erfüllt sein werden, 1925 bis 1933 schon zur NSDAP gehörten. gedeckt werden. Es ist ein Ausmaß soll nachgeprüft werden. Wann aber wird das Dieser Nachwuchs so schließt Schütze unproduktiver Unkosten, das sein? Wenn die Aufrüstung fertig ist? Sie gebe die Möglichkeit, bei Stellenbesetzungen keine andere Agrarwirtschaft wird es nie! Oder bis Hitler seinen Krieg wieder das Fachbeamtenprinzip zur Geltung der Welt zu tragen hat. gewonnen haben wird? Wenn er ihn verliert, gelangen zu lassen. Dieser Aufwand ist, das bezeugen ja was dann? die zunehmenden Ernährungsschwierigkeiten, bisher schmählich vertan. Auch Die Unternehmer verdienen dick. Für die Arbeiter bleibt nichts als die Vertröstung auf die bisher aufgeführten Maßnahmen den St. Nimmerleinstag. Görings werden daran nicht viel ändern. Nach Investitionen von Milliarden wer- Hitlers„ Kriegskinder" im Der Fachbeamte« mit vorschriftmäßiger Gesinnung heißt das. Juden im KZ Christen< waren seine Christus sei nicht Gottes sich in ihm ähnlich wie in Adolf Hitler uns geoffenbart. Marxismus ( Schwarzes Korps.) Brauner Justizterror >> Es entspräche marxistischer Denkungsart, wollte man dem Bessergestellten sagen: es interessiert uns nicht, woher du das Geld für die Erziehung deiner Kinder nimmst, denn der Arbeiter hat es ja auch nicht.... Der Marxismus predigte den Klassenkampf, indem er jeden Besitz, jedes Briefsperre wegen Greuelnachrichten. höhere Einkommen, jede Bildung und >> Manchester Guardian< veröffentlicht einen jedes Bildungsbedürfnis als unden auf mehr oder minder geeignetem Die deutsche Zahnheilkunde zum» Vierjahres- Brief, den die Mutter eines jüdischen Ge- moralisch hinstellte.<< Boden vielleicht in Jahren etwas höhere plan« Görings. fangenen jüngst von ihrem Sohn erhalten hat. Hektarerträge erzielt werden, eine neue Eine sehr umfangreiche Untersuchung des Der Brief besagt, ins Deutsche rückübersetzt, unproduktive Verwendung deutscher Pro- Zahnärztlichen Universitätsinstitutes in Bres- folgendes: duktivkräfte. Die Getreideknappheit ist lau spricht, wie die Berliner» Umschau< mel-> Entlassene jüdische Schutzhäftlinge haben aber eine akute Sorge und deshalb Im Dezember wurde in Berlin die Frau det, von außerordentlich stark gehäuften Fäl- die menschliche Behandlung, die sie im Lakündigt Göring auch Maßregeln an, die len von Zahnkaries( Zahnfäule), die jetzt in ger erfuhren, schlecht gedankt, indem sie im des früheren Vorsitzenden des ADGB, des eine sofortige Steigerung des Rohertrages Deutschland bei ganz kleinen eben Ausland über das Lager Greuelnachrichten Genossen Leipart, verhaftet, weil sie einem bewirken sollen. Die Preise für Stickschulpflichtigen Kindern auftritt und alle verbreiteten. Die Blätter, die diese von jüdi- Sammler der Nazi- Winterhilfe gesagt hatte: stoffdüngemittel werden Zahlen früherer Jahre frappant hinter sich schen Emigranten behaupteten Unwahrheiten» Wie kann ich etwas geben, da man mir die Durchschnitt um 30 Prozent gesenkt, die läßt! Nach Angaben des Leiters des Insti- veröffentlichten, waren ausgesprochene Ju- Möglichkeit zum Arbeiten genommen hat.<< für Kalidüngemittel um 25 Prozent. Die tutes, Dr. Urban, der insgesamt rund 1200 denblätter. Der Lagerkommandant hat darum Für diesen unbestreitbaren wahrheitsgeEisenbahn ermäßigt die Frachtsätze für Kinder im Alter von sieben Monaten bis zu zunächst allen Juden verboten, Briefe abzu- mäßen Satz ist Frau Leipart zu sechs Düngekalk in einem noch nicht bekanntsechs Jahren ob der Endemie untersuchte, schicken oder zu empfangen. Dies teile ich Monaten Gefängnis verurteilt gegebenen Ausmaß und für Kali um 35 waren von den untersuchten Anderthalb- bis Dir im Auftrage des Kommandanten mit und Prozent, so daß die Kaliindustrie nur 20 Dreijährigen noch nicht einmal die Hälfte frei bitte Dich, solange Du keine andere MitteiProzent der Ermäßigung trägt. Göring von Zahnfäule ein medizinischer Sachver- lung erhältst, mir hat von den großen Opfern der Stickstoff- halt, der selbstverständlich ganz wesentlich schicken.<< Kriegsvorbereitungen. Aus dem westlichen und Kaliindustrie gesprochen, aber Industriegebiet erfahren wir: Im gesamten Westen bekommen alle Frauen, die jemals kann sicher sein, daß diese Industrien sich im Leben, besonders in den Betrieben, gearan den Kriegslieferungen zu einem großen Herr Dr. Urban ist auch den Ursachen der beitet haben, ein Arbeitsbuch( Arbeitspaẞ). Teil schadlos halten werden. Die Land- beobachteten Erscheinung nachgegangen. Er Man sagt, daß das für den Fall des Krieges wirtschaft bekommt aber nicht nur Preis- erblickt sie ausschließlich in der für die proDer Nachrichtendienst der deutschen Be- notwendig sei. Untersuchungen von Frauen ermäßigungen eines wichtigen Produk- letarischen Menschen in Deutschland heute kleidungsindustrie, Berlin W. 62, Kielgan- auf ihre Verwendbarkeit haben bis jetzt nicht Jungen über 14 Jahre tionsmittels, sondern auch PreisWährend straße 1, verbreitet folgendes Rundschreiben: stattgefunden. Alle gegebenen Ernährungslage. die Grenze, ohne dürfen nicht mehr über Betr.: erhöhungen für ihre Produkte. Rede des Reichsleiters Dr. Göbbels ausdrücklich die Genehmigung dazu Die sich nämlich die Erkrankung an Kindern solPreise für Fabrikkartoffeln werden von cher Mütter, die sich noch viel Gemüse und auf dem Parteitag Nürnberg 1936. holt zu haben. Hitlerjugend überhaupt nicht Die Außenhandelsstelle hat die große mehr. Es sei denn, der Kreisleiter hat seine 17 Pfennige auf 20 Pfennige je Kilogramm Obst als vitaminreichste Nahrungsmittel lei- Rede des Reichsministers Dr. Göbbels über Einwilligung dazu gegeben. erhöht, wobei jeweils am 1. Januar ein Zuschlag von einem weiteren Pfennig hinman die künftige Konstitution des herangewachsenen Menschen beeinflußen muß! Göbbels keine Briefe mehr zu Auslandspropaganda worden! eingezur Erzukommt. Diese Erhöhung soll> Voraus- Damit hat Göring zugleich den sozia-| Verlassen des Landes nicht nur, sondern Aber auch der Bauer wird immer setzung für die Ausdehnung des Kartof- len Inhalt seiner Agrarpolitik demas- der Wechsel der Arbeitsstelle ist ihm ver- mehr in die Fesseln der Zwangswirtschaft felanbaus, namentlich im Osten sein. kiert. Die Erhöhung des Roggen- und des sagt. An die Scholle ist er wieder gebun- geschlagen. Während bisher die Behörden, Das Ziel ist, die Flockenproduktion die Flockenproduktion zu Kartoffelpreises kommt vor allem dem den, und der Wechsel der Arbeitsstelle, resp. die Bonzen des Reichsnährstandes, vervielfältigen, um so eine weitere Grund- Großgrundbesitz des Ostens zugute, um etwas höheren Lohn zu erlangen, wird nur bei Erbhöfen Maßnahmen lage der Schweinemast zu erreichen<. Die für den gleichzeitig die Ermäßigung der als Kontraktbruch bestraft. Die Landhilfe zwingung der Bewirtschaftung ergreifen Flockenpreise selbst aber werden aus Düngemittelpreise am stärksten ins Ge- stellt seinen Ausbeutern kaum bezahlte konnten, verfügt jetzt Göring den Wirtöffentlichen Mitteln stabil erhalten. wicht fällt. Er wird auch den größten Teil Arbeitskräfte zur Verfügung. Jetzt wird schaftszwang für alle Betriebe. Die BeFerner wird der Roggenpreis im der Zuschüsse für Meliorationen für sich dieses System von Göring vollendet:» Ich hörde kann den Landwirt zu einer beDurchschnitt von 8 RM auf 9 RM erhöht. abzuschöpfen wissen. Und ihm dient auch werde für einen weitgehenden Einsatz des stimmten Art der Wirtschaftsführung aufDer Durchschnittsbrotpreis kann aber die restlose Versklavung der Arbeitsdienstes Der fordern, sie sorgen. kann die Wirtschaftsübernicht erhöht werden. Während bisher die Landarbeiter, die Göring die Göring gleich- Reichsarbeitsführer hat sich mir auch bewachung durch einen Vertrauensmann anKosten der Roggenpreissteigerung die zeitig ankündigt. Es ist eines der Ruhmes- reits voll zur Verfügung gestellt... Die ordnen, die Wirtschaftsführung einem Mühlen und die Bäcker durch Verringe- blätter der Weimarer Republik, daß an Landflucht, an die mancher heute Treuhänder übertragen oder aber den rung des Zwischenhandelsgewinns, und den Errungenschaften, die die Arbeiter- noch wegen einer momentanen Besser-» Nutzungsberechtigten, wie jetzt der Konsument in Form der andauernden schaft erreicht hatte, keine Schicht grö- stellung bei städtischer Arbeit denkt, muß einstige Eigentümer bezeichnenderweise Qualitätsverschlechterung tragen mußten, Beren Anteil hatte als gerade die Land- danach selbstverständlich aufhören. Ich tituliert wird, verpflichten, der Betrieb soll diesmal die Landwirtschaft selbst arbeiter des Ostens, denen die demokra- werde die Landflucht in Zukunft als ein pachtweise einer anderen Person zu überherangezogen werden. Die Zuschüsse zur tische Republik die Befreiung aus den Ausweichen vor der Verantwortung gegen- lassen. Die deutschen Bauern, die Hitler Brotverbilligung, verkündet Göring, wer- Fesseln der schmählichen Gesindeordnung, über der gesamten Volkswirtschaft zu zugejubelt haben, weil er sie von den anderen Einnahmearten der die volle Koalitionsfreiheit, kollektive Ar- werten und zu behandeln wissen. Und der Feinden des Eigentums« zu befreien verdeutschen Landwirtschaft, in erster Linie beitsverträge, moralische und politische Darré verkündet auch bereits den Ein- sprach, begreifen zu spät, was es mit beim Braugerstenpreis abgeschöpft wer Würde und ständige Erhöhung ihrer satz der Hitlerjugend bei der Früh- ihrem Eigentum in der nationalsozialistiden. Es kommt mit hierbei besonders dar- Lebenshaltung gebracht hat. Umgekehrt, jahrsbestellung, für die der Rust die schen Kriegswirtschaft für seltsame Bedie schwachen Schultern des keine Schicht hat die nationalsozialistische Schulbefreiung anordnet, der Blom- wandtnis hat, da es nun zum Instrument marktferneren und schlechten Diktatur stärker herabgedrückt und tiefer berg will unter Umständen den Einsatz geworden ist, sie in rechtlose StaatsBodens des Ostens auf Kosten entwürdigt als den deutschen Landarbei- der Wehrmacht ermöglichen, und auch sklaven zu verwandeln. der Landwirtschaft West- ter. Geraubt ist ihm nicht nur das Koali- die Verfügungstruppen der SS stehen bedeutschlands zu entlasten<. tionsrecht, sondern die Freizügigkeit. Das reit. den >> aus auf an, Dr. Richard Kern der Der Düsseldorfer braune üemelndesumpf Vorgestern Lumpensammler, gestern„Reiniger Deudsdilands", heute Folterknedit und Erpresser— Wie die braunen„Liditgesdaltcn" der republikanisdien Sladtrer waldung mitspielten D'e ausziehbare Ahnentafel Blamierte Vor- und zitternde Nachfahren. Das deutsche Ahnengeschäft steht in hoher Blüte, Groß- und Urgroßmütter werden allen, die zahlen können, von eifrigen Stammbaumläufern franko Haus geliefert, die Heraldiker polieren neue Wappen auf alt,»Sippensuchanzeigen« setzen Druckereien und Sender in Nahrung, der »Volksbund der deutschen sippe n- kundllchen Vereine(VSV) e. V.« gibt ein»Allgemeines Suchblatt für Sippenforscher« auf angeblich gemeinnütziger Grundlage heraus, der Eherverlag verdient schon seit langem an den vorgeschriebenen Abstammungslisten schweres Geld, und die Slebengebirgsbuchhandlung in Hannef am Rhein annonciert jetzt sogar einen»Ahnenpaß mit. ausziehbarer Ahnentafel«. So eine Ahnentafel kann— wenn es sich um die Karriere handelt— gar nicht lang genug ausgezogen werden, und alle an die Ahnenkette gelegten deutschen Volksgenossen zittern vor der Eventualität unangenehmer Ueberraschungen, Zugleich mit den Ahnentafeln werden nämlich häufig die armen Eltern, Großeltern, Urgroßeltern ausgezogen— und zwar nackt. Immer wieder stellt es sich heraus, daß es bei der Mutter vielleicht gerade noch stimmte, daß aber bereits die Großmutter ein»Malheurchen ihrer Tante« war und daß es um die Ehrpußligkeit der würdigen Vorfahren auch nur soso stand. Der»W e s t e n«, Berlin, plaudert in seiner Nummer 52 wie folgt aus der Stammbaumschule: »Als der Berliner Töpfergehilfe Georg Weber bei seinen Abstammungsforschungen die erstaunliche Entdeckung gemacht hatte, noch vier Geschwister zu haben. von denen er bislang nichts gewußt hatte, suchte er, deren Anschriften festzustellen. Das gelang ihm aber zunächst nur bei einer Schwester, einer 29jährigen Frau, die in Senftenberg verheiratet ist. So fuhr er also nach Senftenberg, besuchte die Frau und sagte:»Gestatten Sie, daß ich mich vorstelle— ich bin Ihr Bruder!« Manch einer wird den Kopf darüber schütteln, wie es möglich ist, daß man fünf Geschwistern gegenseitig ihre Existenz verheimlichte. Leider hat die Ahnenforschung unserer Tage mehr ähnliche Fälle zutage gebracht, als man für möglich halten sollte. Kastengeist, falsche Moralvorstellungen, Furcht vor Skandalen, auch Gleichgültigkeit gegenüber den Vorfahren haben in früheren Jahrhunderten häufig zu Vertuschungen und Heimlichkelten in Familiensachen geführt, die wir heute unbegreiflich finden. Manche Groß, und Urgroßeltern würden sich, wie der Volksmund sagt, im Grabe umdrehen, wenn sie wüßten, welche Ungelegenheiten sie damit den Kindern unserer Zeit bereiteten, die sich den arischen Nachweis besorgen müssen. Man kann dabei erfreuliche und unerfreuliche Entdeckungen machen. Aber die unerfreulichen sind bei weitem in der Mehrzahl. Möglich, daß die Urgroßeltern wirklich im Grabe rotieren— weil ihre Nachkommen plötzlich verrückt geworden sind, mit ausziehbaren Ahnentafeln nach Illegitimen Spatzen schießen und damit die rassische Zusammensetzung des deutschen Volkes noch fragwürdiger erscheinen lassen als sie es von Natur aus ist. „Schuld und SUline" Edelmütige Bitte für bestrafte»Volksgenossen«. Das»nationalsozialistische Recht« besitzt, ehe es noch das ihm angemessene Strafgesetzbuch ausgerichtet hat, eine Qualität, die es in der Rechtsgeschichte noch über die glorreichen tausend Jahre hinaus verewigen dürfte. Es schafft, teils durch Weltanschauung, teils zur Machtbehauptung, ununterbrochen besondere Anlässe zur Straffälligkeit, die es bis dahin nicht gab» Eis liefert Menschen den Fallstricken seiner Justiz aus, für Vergehen, die früher überhaupt nicht gesühnt wurden. Aber den kleinen und großen Diktatoren wird darüber allmählich etwas bange. Es werden dauernd so viele Lücken in die»Volksgemeinschaft« gerissen, daß man anfängt. sich Sorgen zu machen: wie man aus Bestraften und brotlos Gemachten treue Hitleruntertanen machen kann. Da gibt es den Pege Hilgen fe.l dt, den Reichsbeauftragten des Führers für das Winterhüfswerk, dem die braune Presse folgende Worte aus einem Vortrage zuschreibt: »Die besondere Sorge des Pg- HUgen- feldt gilt zurzeit dem Problem, die Volksgenossen, die nach Verbüßung einer Ge- fängnlshaft aus dem Berufsleben verdrängt sind, wieder in den Arbeltsprozeß und da- trut in die Volksgemeinschaft zurückzuführen. Er geht von der Tatsache aus, daß dle Hälfte aller Strafgefangenen nur ein- •nal im Leben straffällig werden und eine Strafe unter einem halben Jahr Gefängnis zu verbüßen haben. Diesen im Kern meist Aus dem Rheinland wird uns geschrieben: Düsseldorf am schönen Rhein, rivalisierend mit dem älteren Köln, ist eine Stadt ohne viele Tradition. Es empfing seine Bedeutung nicht zuletzt durch die preußische und wilhelminische Staatsräson, die sich im wirklich bodenständigen Rheinland und in einer Bevölkerung, die ihre Besten zu den Badenser und Pfälzer Achtundvierziger im»roten Jahr« in Scharen geschickt hatte, nie sonderlich wohlgefühlt hatte. Der Aufschwung der eng benachbarten Schwerindustrie in nicht einem halben Jahrhundert, deren Handelsund Speditionskontor die Stadt wurde, tat ein Uebriges zum überhasteten und künstlichen Wachstum der Großgemeinde, die es zu einer nennenswerten»Altstadt« innerhalb ihrer Mauern überhaupt nicht gebracht hat. Die Klassenwidersprüche und Klassenfeindschaften stoßen hier besonders hart aufeinander, wo sich vor einer Unzahl Tingeltangels und Kabaretts und Trocaderos am Abend die»schnittigen« Autos der Unternehmer und Fabrikherren aus dem großen»Kohlenpott« sammeln, um in diesem Lebensstil wieder drauf zu bringen, was ihnen tagsüber der Kumpel erarbeitet hat. Auch die braune»Revolution« war in Düsseldorf noch ungebärdiger, formloser, gemeiner und schamloser, als sie sich irgendwo sonst gab! Hier arrivierte ein dreiundzwanzigjähriger Bankstift— nur weil er zufällig der jüngere Bruder von Göbbels war, gleich von der Portokasse seines bisherigen Betätigungsfeldes zum Generaldirektor des großen dort zentralisierten Provinzialbank- und Versicherungsinstitutes. Hier wurde einer der übelsten Schläger in Naziradauversammlungen, irgend eine SA-Charge, gleich auf den ersten Anhieb Polizeipräsident. Es ist derselbe, der jetzt nolens volens— in einer Bekanntmachung in der Presse der Oeffentlichkedt von den sauberen Dingen Kenntnis geben mußte, die sich innerhalb der jetzt hundertprozentig von den braunen Deutschland-Rettern besetzten Düsseldorfer K o m m u n a 1 v e r w a 1 1 u n g abgespielt haben! Schon die Art und Weise, wie amtlich der Topf ausgeschüttet wurde, dessen stinkender Inhalt nun einmal nicht mehr zu verbergen war, kennzeichnen den Mann, der es als Polizeichef tun mußte, ebenso, wie das System, das er vertritt. Da wird so getan, als ob»auch« Nationalsozialisten an den erpresserischen Handlungen beteiligt gewesen wären, die hohe städtische Steuerbeamte gegen saumselige Steuerzahler begingen, denen sie mit dieser»mittelalterlichen Folterungsmethode«(so drückt sich der Polizeibericht selbst aus) rund eine Million Mark abknöpften, um diese in die eigene Hosentasche zu stecken.»Auch« Nationalsozialisten??? Du lieber Gott, unter den acht oder neun verhafteten braunen Gemeindemandarinen war kein einziger, der nicht schon seit Jahren das Parteibuch Hitlers am Busen gewärmt hätte. Was aber gar nicht in dem amtanständigen Volksgenossen muß es ermöglicht werden, daß s}e bald nach der Haftentlassung einem Beruf zugeführt werden. Dazu kommt, daß die nationalsozialistische Rechtsiwahrung viele Vergehen ahndet, die im liberalistisohen Staate nicht verfolgt wurden, und ein hartes Strafmaß verhängt. Mit diesen harten Strafen muß die Tat vollends gesühnt sein. Kein Gefolgschaftsführer hat das Recht, sich als Richter aufzuwerfen, indem er aus Bequemlichkeit oder Mangel an Verantwortungsgefühl einem solchen Volksgenossen eine weitere Strafe dadurch auferlegt, indem er ihm den Arbeitsplatz vorenthält.« Das sieht so aus, daß man selbst»Untermenschen« trotz notorischer rassischer Minderwertigkeit wieder auf die Fahrt zum braunen Paradies schicken will. Auch die»Politischen«? Vielleicht auch sie, wenn man sicher ist, daß die braune Spitzelapparatur in den Betrieben ausreichend funktioniert. Die Rüstungskonjunktur hat schließlich jeden Mann nötig— um so mehr, als die»Gestrauchelten« an der Hobelbank, am Schraubstock oder am laufenden Band höher qualifizierte Arbeit leisten, als die Gesinnungstüchtigen der braunen Gefolgschaft. liehen Bulletin zum Ausdruck kommt, auch noch nicht einmal andeutungsweise: wieso können gleich neun hohe Beamte ein und dasselbe Verbrechen in derselben Sache begehen, ohne daß das nicht früher ruchbar wird? Wie madig muß die ganze Behörde sein, wenn eine förmliche Gangster-Innung solche smarten Geschäfte, obendrein mit»mittelalterlichen Foltermethoden«, jahrelang betreiben konnte. Denn daß es sich um diese Uebung von Jahren handeln muß, zeigt ja die Höhe der Summe, von der offiziell zugegeben wurde, daß sie erpreßt wurde. Weiter; in welchem Lande der Welt ist es möglich, einen Mitmenschen gleich»mittelalterlich zu foltern«— nur, weil er eine falsche Steuerdeklaration abgegeben hat oder haben soll? Was muß das für eine Stickatmosphäre von allgemeiner Angst und endemischer Hundedemut, von kaltem Schweiß der»Objekte« und Paschaallüren der Subjekte sein, das da den stimmungsmäßig-schwülen Hintergrund der Affäre bilden muß?! Und was wichtiger oder sogar am wichtigsten ist: warum verschweigt der braune Polizeipräsident in seinem Bulletin, daß das Haupt der Gangsterbande, der Steuerdirektor Esch, seit 1930 die Gemeindeverordne t e n f r a k 1 1 o n der N ationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei »ge f ü h r t« h a t?! Herr Esch ist ein Mann, der, bevor ihn Hitler entdeckte und er den Hitler, mit vielerlei Sachen, mit warmen Würstchen und mit Lumpen gehandelt hat. In keiner der vielen»Branchen« hat er reüssiert; und an geleisteten Offenbarungseiden nahm er sogar den Rekord mit seinem Kölner Kompatrioten Ley auf, was wirklich was heißen will. So ganz der richtige Mann also, im»mandstenfreien« Deutschland Steuerdirektor zu werden! Im Kampfe gegen die»korrupte Demokratie und Parteienmißwirtschaft« hat ihn selbst in Düsseldorf unter seinen Parteigenossen niemand im Hinblick auf die Kraft moralisch geschwollener Stimmbänder übertreffen können. So fiel bei Beginn des »Aufbruchs der Nation« gerade diesem braunen Bußprediger die spezifische Aufgabe zu, die angeblich»korrupte« Düsseldorfer Stadtverwaltung zu»säubern«.. Gerade weil es sich in diesem Falle bei den Betroffenen nicht um»Marxisten« handelt, sondern Männer ausgesprochen bürgerlicher, ja sogar— im Falle des damaligen Oberbürgermeisters Lehr— unverhohlen sehwarzweißroter und deutschnationaler Gesinnun gszuge- hörigkeit die bedauernswerten Opfer wurden, können wir es heute und angesichts dieses Gangsterskandals mit besonderer Deutlichkeit sagen: Das, was sich unter Vorantritt jenes Subjektes Esch im Frühjahr und Sommer 1933 als Düsseldorfer Kommunaltragödie oder besser Kommunal-Räuberstück abspielte, wird immer die gemeinste aller Gemeinheiten des»erwachten Deutschland« darstellen. Eis würde zu weit führen, hier die Gründe darzulegen, warum in der sogenannten »Systemzeit« eine große Industriestadt von dem ausgesprochenen Charakter Düsseldorfs mit einer riesigen Bevölkerungsmehrheit, die entweder katholisch-kleinbürgerlich oder proletarisch-sozialistisch war, ausgerechnet von einem deutschnationalen Oberbürgermeister, eben Herrn Lehr, verwaltet wurde. Sagen wir nur, daß die großen Stahl- und Eisenkontore der Stadt als ausschlaggebende Steuerzahler auch die Hände auf den Schalthebel kommunalen Geschehens gelegt hatten und daß das Düsseldorfer Milieu in sich nicht ausgeglichen genug war, eine solche schrille Diskrepanz im demokratischen Rahmen zu vermeiden. Auf jeden Fall war Lehr, dem ein Finanzdezernent aus den Reihen des katholischen Zentrums zur Seite stand, ein qualifizierter Beamter mit einer untadeligen Laufbahn hinter sich; so fand sich die Stadt mit ihm ab. Als das»Rheinisch-Westfälische Elektrizitätswerk«(RWE), das monopolistische Ausbeuterbestreben auf im wesentlichen privatkapitalistischer Basis im ganzen deutschen Westen durchzusetzen bemüht war, sich die ihm am nächsten liegende Stadt Düsseldorf als Hauptangriffspunkt ausgesucht hatte, dergestalt, daß die halbe Million Düsseldorfer Verbraucher nunmehr auf Gnade oder Ungnade seinem Preisdiktat verfallen sein sollte, suchte Lehr halbwegs das kommunale Interesse bei der Transaktion, die er nicht vermeiden konnte und vielleicht auch bei seiner ganzen großbürgerlichen Einstellung nicht vermeiden wollte, wenigstens indirekt halbwegs zu wahren. Das»RWE« war ein sogenannt gemischtwirtschaftlicher Betrieb mit überwiegendem Elinfluß der großen rheinischen Wirtschaftsbarone a la Silverberg. Lehr erstand ein Aktienpaket der Unternehmung im Betrag von einigen zwanzig Millionen Mark zu Händen seiner Stadtverwaltung; das sollte dieser den hinreichenden Einfluß auf die Geschäfts- und Vertragsgebarung des mächtigen Liefermonopolisten, vor allem seine Preisgebarung sichern. Es wurde behauptet, daß Lehr damals die Stadtverordneten nicht hinreichend von dieser seiner»Aktion« unterrichtet habe. Sicher ist, daß, wenn der Ankauf des Paketes wirklich zustande kommen sollte, das Ganze mit hinreichender Diskretion durchgeführt werden mußte. Ebenso sicher ist es, daß diese Sicherung des kommunalen Interesses eine sogar dem Oberbürgermeister vorgeschriebene Pflichthandlung war, wenn die Einkreisung durch das Monopol da war. Als die große Krise 1930 dann hereinbrach, verlor die Stadt Düsseldorf durch Kursverlust an diesem ihrem Aktienpaket buchmäßig den Betrag von ein oder auch zwei Millionen. Diese in ihrem Wesen durchaus korrekte und einwandfreie Aktiengeschichte bildete nun den Vorwand für eine geradezu diabolische V e r 1 e u m d u n g s- kampagne, welche die Nazis gegen Lehr und seine Mitarbeiter schon vor der »Machtergreifung« gerade unter der Füh- rung des Subjektes Esch angezettelt hatten und nun, im Frühjahr 1933, als das Hakenkreuz glücklich auch über dem Düsseldorfer Rathaus flatterte, zur Vollendung und zu»Taten« gelangen ließen. Lehr wurde verhaftet. Sein Finanzdezement auch. Während der letztere, ein schon seit langem kränklicher alter Mann bald nach der Einliefe rang Inder Zelle Selbstmord verübte, blieb Lehr mindestens ein Jahr lang eingesperrt. Aller vierzehn Tage ungefähr hieß es in den Nazizeitungen, bald würde dem »Dieb und Halunken« der große Prozeß gemacht. Ueber ein Jahr hat der Staatsanwalt die Akten gedreht und gewendet, um irgend etwas, was vielleicht doch zu »fassen« gewesen wäre, dem Unglücklichen in der Zelle anzuhängen. Es ist nie zu einem wirklichen Verfahren gegen Lehr gekommen! Sogar braune Staatsanwaltschaften grauten sich davor... Es gibt wohl kaum einen Oberbürgermeister des deutschen Westens aus der früheren republikanischen Zeit, dem nicht von der braunen»Revolution« auf das Uebelste mitgespielt worden wäre. Instinktiv haßten hier die Nazis als entartete Repräsentanten der preußischen Kommis- seele das Prinzip der Selbstverwaltung und des Selbstbestimmungsrechts des Bürgers überhaupt; und da sie das Prinzip nicht foltern konnten, marterten sie wenigstens ihre Träger. Die Affäre Lehr aber war die dümmste, die gemeinste, die dreckigste von allen nationalsozialistischen»Säuberung s«- und»Ret- tungs«- Aktionen! Gerade weil der Düsseldorfer Oberbürgermeister das Gegenteil eines politischen Freundes von uns selbst war, wollen wir das heute wahrheitsgemäß feststellen, obschon es für jeden wissenden und anständigen Deutschen dieser seiner Ehrenrettung wirklich nicht bedarf. Erst recht wohl nicht, nachdem der Hauptfolterknecht in diesem neudeutschen Hexen- und Ketzerprozeß, ganze Scharen der Ermordeten, Entehrten, Ausgeplünderten hinterließ, jetzt sich als das herausgestellt hat, was er ist und als welcher er zum besonderen Hitlerdienst von vorneherein als disponiert und qualifiziert gelten durfte; ein Wegelagerer mehr als gemeingefährlicher Natur! Kirchenkampf im Grenzland Aus dem sächsischen Grenzland wird uns wir die Originaleinladung für die nächste geschrieben: Die Vorbereitung der Kirchenwahlen ist im vollen Gange. Ueberall werden Versammlungen abgehalten. Sie sind in der Regel sehr stark besucht. Es bestehen drei Gruppen: 1. Deutsche Christen, 2. Evangelisch- lutherische Bekenntniskirche, 3. Deutsche Glaubensbewegung( Richtung Hauer- Reventlow- Rosenberg). Mitte März fand in einem bekannten Städtchen nahe der Grenze eine Versammlung der Bekenntniskirche statt, mit dem Pfarrer.... als Redner. Der große Saal war überfüllt. Der Pfarrer wies die Gläubigen darauf hin, daß sie jetzt ihr Bekenntnis vertreten und verteidigen müßten. Die Bekenntniskirche sei allen Bestimmungen des Vereinsrechtes unterworfen. Was dies in der gegenwärtigen Zeit bedeute, brauche er nicht zu schildern. Man sei lange Zeit der die Kirche freiAuffassung gewesen, daß bleibe vom parte politischen Kampf. Das sei, wie es scheine, ein Irrtum gewesen. Die Kirche stehe im Mittelpunkt der politischen Auseinandersetzungen. Jetzt erst sei die Bewährungsfrist für die überzeugten Christen angebrochen. Es gelte den Beweis zu erbringen, wer das Bekenntnis ernst nehme, und was auch kommen möge, zu ihm stehe. Ueber der Versammlung lag fühlbare Angst vor dem Kommenden. Eine Diskussion war nicht erlaubt, wohl aber konnten schriftliche Anfragen eingebracht werden. Oettelversammlung bei, die folgende Kampfzielforderungen enthält: 1. Das Kampfziel der Deutschen Glaubensdes deutschen bewegung ist die Einheit Volkes in einem arteigenen deutschen Glauben. 2. Die Grundlage des deutschen Glaubens ist die Wesensart der nordischen Rasse und das durch sie bestimmte deutsche Volkstum. 3. Deutscher Glaube liegt jedem gesunden Menschen ungebrochener deutscher Art im Blute. 4. Deutscher Glaube kann sich nur in der Volksgemeinschaft auswirken und entfalten. 5. Das höchste Ziel deutschen Glaubens ist die Erhaltung der Art und die völkische Hochleistung auf allen Gebieten des Lebens. Er wird nicht als Konfession» geglaubte, sondern wird gelebt als selbstlose Tat, als schöpferische Leistung und als volksnotwendige Arbeit. 6. von Deutscher Glaube ahnt das Göttliche im unabänderlichen Gesetz des Lebens Mensch und All. Ihm ist die Forschung, ein Suchen Gottes. Deutscher Glaube weist dem Menschen Mitverantwortung zu an der Erhaltung der Basse und an der Ordnung von Staat, Volk und Sippe. 7. Kirche; das Göttliche bensartikel. 9. nicht der Glauder ehemaligen Linken Bundesgenossen, wenn sie auch nach außen programmäßig in Antibolschewistenhetze mitmachen. Ein Teil der Pfarrer, der schon frühzeitig zur NSDAP gegangen ist, hat inzwischen Anstellung als Heerespfarrer gefunden. Die Uebrigen sehen ihre Existenzen gefährdet. Das Gehalt wird mehr und mehr gekürzt. So wird uns ein Fall berichtet, wo dem Pfarrer an Stelle des Daraus folgt: die Deutsche Glaubens- bisherigen Gehaltes von 480 RM nur ein bewegung verneint das Christentum. Sie Monatsgehalt von knapp 200 RM ausgezahlt lehnt es in jeder Form ab, weil seine Grund- wird. Selbst die Chance, die einem Teil der Einziger Maßstab für alle Forderungen aus arteigenem Glauben ist das germanischdeutsche Sittlichkeitsgefühl. 10. forderungen den Lebensgesetzen von Volk schen Wesen artfremd sind. und Rasse widersprechen und dem deut- Pfarrer eine Zeitlang vorschwebte, als Missionär ins Ausland zu gehen, ist gering. Und auch der Missionsdienst wird von der Aus11. Sie kämpft kämpft für eine ausschließlich deutsche Erziehung ohne christlichen Zu- landsorganisation der Partei überwacht. Wie satz, für eine artgemäße Neugestaltung gerne würde ein großer Teil der Pfarrer sich der überfremdeten Feste des Jahrlaufes jetzt mit einer Sozialdemokratie abfinden, und der Sippe, für die Wiederherstellung die eine ähnliche Einstellung zur Kirche beder religiösen Ehre unserer vorchristlichen Ahnen, weil ihre Ehre auch unsere Ehre zöge wie die Sozialdemokratie Englands und ist, für eine seelische Wehrhaftmachung der skandinavischen Staaten. aus den Grundkräften deutschen Glaubens, für eine volkhafte Totenbestattung und Verzweiflungskampf Ahnenpflege, weil Friedhöfe Stätten der Volksgemeinschaft und nicht der Kirchen sind. 12. der Katholiken Die in Holland erscheinende katholische Sie kämpft gegen das Priestertum und Wochenzeitung» Der deutsche Wege beschäfseinen Anspruch auf die Seele des Volks- tigt sich in ihrer Osternummer mit der Lage genossen, gegen jeden Mißbrauch eines des Katholizismus in Deutschland. Was sie Dienstverhältnisses zu irgendwelchen Glau- schreibt ist für die Stimmung mindestens benszwang, gegen die Verdächtigung, daß Beichtzugehörigkeit zu einer christlichen eines Teiles der deutschen Katholiken kennKirche ein staatsbürgerlicher Mangel sei. 13. Die Tätigkeit der Deutschen Glaubensbewegung ist bestimmt durch die Notwendigkeiten des deutschen Volkes und des nationalsozialistischen Staates. zeichnend: >> Der Kulturkampf in Deutschland ist in eine Phase eingetreten in der es geht zwischen Mann und Mann. Wir können aber nur versichern, daß vieles, was wir wissen, uns mit Zuversicht erfüllt. Es gibt im deutschen Werte deutschen Glaubens sind Boden, Blut und Ehre. Sie verpflichten Die Pfarrer sind schon längere Zeit hoffzu bedingungslosen Einsatz für die Heimat und nungslos gestimmt. Eine Zeitlang bemühten Katholizismus eine große Zahl von besonders die Freiheit des Volkes. bei sie sich den Ausgetretenen vorzuspre- jugendlichen Menschen, die bereit sind, alles chen und ihren Wiedereintritt zu erreichen. einzusetzen, ja selbst das Leben. Sie burt 8. nicht die Taufe; die Ehe nicht Heilig ist deutschem Glauben die Ge- Das wird jetzt unterlassen. Sie sind nicht werden standhalten in dunkelster der Priestersegen; das Volk nicht die mehr nach rechts gerichtet, sie sehen eher in Nacht.< Der Führer verhindert die Wehrfreiheit Schacht gegen den Vierjahresplan Eine Woche vorher fand eine Versammlung der Deutschen Glaubensbewegung mit dem Redner Walter Oettel- Leipzig statt. Ein Hetzer schlimmster Sorte. Er begann, indem er sagte, daß diejenigen, die eine derbe Ausdrucksweise nicht vertragen können, am besten gleich wieder gehen sollten. Er sei gewohnt, die Dinge beim richtigen Namen zu nennen. Er habe schon des öfteren über sich das Urteil gehört:» Ich kann den gemeinen Kerl nicht vertragen.< Wer also schwache Der Verdacht ist nicht von der Hand zu Als Beispiel werden die Vereinigten Staa-| reiten müssen, denn> nach Kriegsausbruch Nerven habe, der solle nur gleich gehen, das weisen, daß Göring's Landwirtschaftspro- ten, also das Land der reichsten und mannig- wird die Anbahnung bisher vernachlässigter nehme er nicht übel. Es ging niemand, alle Dort Beschaffungsmöglichkeiten nur noch selten wollten beweisen, daß sie über starke Nerven gramm nicht so sehr den Zweck hat, durch- faltigsten Rohstoffquellen, angeführt. geführt zu werden, als dem Führer unter ist nach 1918 die Sicherung der Rohstoff- gelingen... In einem neuen Kriege läßt sich verfügten. Mit einer Bibel in der Hand bedem Schein der Bemühung um die Erfüllung versorgung für einen künftigen Kriegsfall angesichts der schlechten Erfahrungen, die gann er nun zum Thema:> Warum brauchen des Vierjahresplanes zu zeigen, daß sie nur systematischer als irgendwo anders vorbe- die Gläubigermächte nach 1918 gemacht wir keine Priester?< zu sprechen. Daß das unter Aufwendung riesiger Kosten und unter reitet worden«. Aber gerade bei diesen Vor- haben, nicht erwarten, daß neutrale, ja selbst Alte Testament eine jüdische Schreiberei steht die Aufgabe der Erhal- befreundete Länder noch Lieferungen aussei, wisse nun wohl jedes Kind. Darüber noch Opferung auch militärischer Interessen zu arbeiten erreichen ist. Sollte Göring nicht etwa den tung der Zukunftsreserve im Vordergrund führen werden, die nicht auf einer gewohnWorte zu machen, sei deshalb überflüssig. Leitern des Heeres und der Großindustrie als und nicht ihr Abbau. Von» manchen beson- ten Geschäftsbeziehung beruhen und die Er beschäftigte sich aus diesem Grunde nur Sprachrohr gedient haben? Der Eindruck ders hitzigen Vertretern des Autarkiegedan-| nicht mit Gold, Devisen oder wichtigen Ausmit dem Neuen Testament. Nachdem es der verstärkt sich bei der Lektüre des Artikels kens« wurde gefordert, den Abbau durch tauschwaren bezahlt werden. Infolgedessen Redner aufgeschlagen hatte, begann er zu > Wehrwirtschaftliche Grenzen hohe Schutzzölle lohnend zu machen. Dieser kann es dahin kommen, daß Gold zum kriegslesen:» Evangelium S. Matthäi.< Was heißt Weil Deutschdas? das heißt, daß es eine Schreiberei des der Selbstversorgung mit mine- Plan wurde von allen Sachverständigen ver- wichtigsten Rohstoff wird<. Juden Mathäus ist. Also auch wieder ein ralischen Rohstoffen«, verfaßt von worfen, weil seine Verwirklichung nur zu land aber diese kriegswichtigsten Rohstoffe Jude. Kommt für uns nicht in Frage, weg Dr. F. Eysen und veröffentlicht in Schachts einer vorzeitigen Erschöpfung der knappen nicht besitzt, muß die Sicherung von Aus> Der Organ deutsche Volkswirt< Vorräte im Boden führen würde, so daß in landsrohstoffen im Kriegsfalle zwangsläufig damit. Nächstes Kapitel: Evangelium S. Marci. Also eine Schreiberei des Juden Mar-( 12. 3. 37). Was sich hinter dem Titel ver- einem späteren Ernstfalle womöglich über- um so schwieriger werden, je stärker sich zur Verfügung stände«. schon vorher die Handelsbeziehungen gekus. Brauchen wir nicht, weg damit. Und so birgt, ist nicht mehr und nicht weniger als haupt nichts mehr ging es fort mit den Juden Lukas, Johannis, eine vernichtende Kritik am Vier-» Wenn schon die Vereinigten Staaten trotz lockert haben.<< geringen außenpolitischen Verwick- Aber selbst seine im Frieden einigermaßen Paulus und Petrus, bis er alle Ueberschriften jahresplan und eine glatte Wider- ihrer > der Führer« lungsmöglichkeiten, trotz ihrer einzigartigen ausreichende Eigenversorgung mit aus dem Neuen Testament geprüft und fest- legung alles dessen, zur Nürnberg Begründung seines Rohstoffaustattung und trotz gestellt hatte, daß es eine reine Judenschreider geringen mineralischem Rohstoff« bedeutet noch nicht berei< sei.>> Was bleibt nun übrige, rief der» unabänderlichen Beschlusses behauptet hat. Wahrscheinlichkeit, in einem etwaigen Kriege ausreichende Sicherung der Rohstoffversor> wehrwirt- von beiden Weltmeeren zugleich abgeschnit- gung im Falle eines längeren Krieges. Denn Redner aus: der Umschlag: Das ist alles. Da bei dieser Betrachtung die Erwägungen<< vorherrschen, ten zu werden, solche Vorsichtsmaßnahmen im Weltkrieg hatten auch die Länder mit Was ich anbete, will und muß ich aber sehen. schaftlichen die VerDas ist hier nicht der Fall. Bete ich ein macht sich der Verfasser von vornherein ge- für erforderlich halten, so gilt diese Notwen- den gewaltigsten Kohlenschätzen, Ofenrohr an, das hat einen Sinn, da sehe ich gen den Vorwurf, mit» kapitalistischen Vor- digkeit in vervielfachtem Maße für alle übri- einigten Staaten, England und Deutschland zahlreichen Gebieten unter>> zeitweilig geradezu verhängnisvoller wenigstens etwas, nämlich das Ofenrohr. Nun urteilen< beschwert zu sein, immun. Er zielt gen Großmächte auf werden natürlich die Zuhörer sagen, ja, was direkt wenn auf den Vierjahresplan, er ihrer Rohstoffversorgung... Vor allem be- Kohlennot« zu leiden, weil die Front immer hat denn die ganze Sache noch für einen schreibt, es liege» nahe anzunehmen, daß dürfen aber die ganz knappen Buntmetall- schärfer die leistungsfähigen ArbeiterjahrSinn? Keinen. Es kommt jetzt nicht mehr» namentlich aus wehrwirtschaftlichen Grün- lagerstätten Englands und Frankreichs, die gänge und die Verkehrsmittel in Anspruch und Ja- nahms. Deshalb> kann es für ein Land wehrdarauf an, in Deutschland 28.000 Pfaffen die den die Ausnutzung der heimischen Boden- etwas reichlicheren Deutschlands Existenz zu erhalten. Wenn sie kaputt gehen, schätze und der Verzicht auf fremde Einfuhr pans, in Deutschland aber auch die Vorkom- wirtschaftlich erwünscht sein, beispielsweise läßt es sich nicht ändern. Deutschland will gar nicht weit hochwertigem Eisenerz aus genug betrieben werden men von guten Eisenerzen, namentlich die- die Bezüge an wehrwirtschaftlich könne«, aber so sehr diese Auffassung ein- jenigen der leben. besonders dem Auslande nicht allzu weit absinken zu In der gleich offenherzigen Weise sprach leuchte und so sehr sie auch in wesentlichem wichtigen manganreichen Erze des Sieger- lassen<. Die Preisgabe der Erzeinfuhr, die der Referent über die Wahlen. Auf die Frage, Umfange zutreffe, so gelte sie doch nicht landes, sorgsamer Berücksichtigung im Sinne vom Führer gepriesene Selbstversorgung mit ohne Vorbehalte. Der» Vorbehalte< werden der Erhaltung von wehrwirtschaftlichen Zu- Eisenerz ist also eine Gefahr für die Versorwie und was gewählt werden soll, gab gung der Munitionsindustrie mit Arbeitern folgende klassische Antwort:> Ob ihr hin- nun so viele gemacht, daß aus dem Grund- kunftsreserven.<< geht zur Wahl oder nicht, ist nebensächlich. satz der Selbstversorgung fast das gerade und der Armee mit Soldaten. Daher: Unsere Wahl ist fertig. Besser ist natürlich, Gegenteil wird. ihr geht hin.< Als großes Staunen ob dieser er in was Schachts Organ empfiehlt also nicht den Abbau, sondern den Schutz der heimischen weil ihr Abbau dem In Nürnberg hatte der Führer behauptet, Eisenerzvorkommen, Auskunft vorhanden war, erklärte Oettel die deutschen Eisenlager seien» unbegrenzte.<< wehrwirtschaftlichen Interesse nicht entsprefreimütig: >> Wir haben uns in der Kampfzeit nicht gescheut, mit allen Mitteln günstige Resultate zu erzielen. Wir werden uns auch jetzt nicht irre machen lassen. Was tut es, wenn sich die Leute aufregen und sagen, es ist geschwindelt worden. Was wir machen, gilt.<< Es gäbe jetzt schon Taufen auf das Hakenkreuz, daran würden keinerlei Beschwerden und Proteste etwas ändern, vielleicht werde dies bald zur Norm werden. Auf dem Heimweg von dieser Versammlung sagte einer zum anderen:» Die machen noch lauter Verrückte aus uns.< Das ist in kürzester Form das Urteil des Volkes. Damit dieser Bericht aber nicht Greuelmärchen abgetan werden kann, fügen als In Schachts Organ heißt es: chen, sondern zuwiderlaufen würde. um einem >> Man treibt also im Frieden bewußt geradezu das Gegenteil einer auf Autarkie sich gerichteten Wirtschaftspolitik, besser für den Kriegsfall zu rüsten.<< Man tut also am besten das Gegenteil dessen, wozu der Führer unabänderlich entschlossen ist. G. A. F. In seiner Automobilrede verkündete > Im Gegensatz zu den Rohstoffen der organischen Welt wachsen die natürlichen der Führer« seinen Entschluß» die deutsche Vorräte an Mineralien nicht nach; sie sind Kraftverkehrswirtschaft von der Unsicherheit einmalig und unersetzlich. Wenn es auch Gesunde Wirtschaft Vorkommen von fast unbeschränkter Le- der internationalen Importe unabhängig zu >> Durch die Festsetzung von Erzeugerbensdauer gibt, wie namentlich die Kohlen- machen und auf eine solide, sichere eigene Balager Deutschlands, Englands, Polens und sis zu stellen<. Dagegen erklärt Schachts Or- mindest- und VerbraucherhöchstNordamerikas, so ist dafür bei den anderen die Gefahr der Erschöpfung um so dringen- gan, daß gerade diese> solide, sichere, eigene preisen sind die Handelsspannen sehr der... Die Versorgung der Weltwirtschaft Basis die unsolideste und unsicherste Basis genau festgelegt. Bei einer Reihe von Waren beruht für sämtliche wichtigeren Minera- ist, denn,» da kein Land die für die Kriegs- mußten sie aus volkswirtschaftlichen Gründen lien auf einigen wenigen Ueberschußgebie- industrie notwendigen Rohstoffe lückenlos so knapp sein, daß sie kaum die reinen ten, und in den meisten Ländern sind fast und ausreichend im eigenen Boden besitzt, Unkosten decken. Eine Statistik hat alle Mineralien, wenn überhaupt, nur in sehr eng begrenzten Mengen vorhanden... ein jedes also in mehr oder weniger großem sogar festgestellt, daß etwa die Hälfte Mit Ausnahme der Kohlen- und Salzlager Umfange für den Fall eines Krieges von des Umsatzes der Lebensmittelund allenfalls der französischen Eisenerz- längerer Dauer auf die Zufuhr aus dem Aus- geschäfte aus solchen Waren bevorkommen kennt man... nur wenige La- lande angewiesen bleibt, so ist die sorgsame steht, deren Spanne geringer ist als die gerstätten wichtiger mineralischer RohPflege des Außenhandels unerläßlich«. Und entstandenen Unkosten. stoffe, deren Lebensdauer auf mehr als zwar wird man sie schon im Frieden vorbe(» Der Westen<, Berlin, Nr. 80); einige Jahrzehnte gesichert wäre.< Nr. 199 BEILAGE Neuer Vorwärts 4. April 1937 Schacht- Wahrheit und Dichtung Jahre zu früh.< ( Schacht auf der Festsitzung im Reichswirtschaftsministerium.) Die geänderte Biographie >> Ich habe immer die Wahrheit ge-| eines Staatsbankrotts entgegen. Damit werde>> Vor der Wahl hat Ebert ihn gefragt, wie| durch die spätere nationalsozialistische Agisagt, meist allerdings ein bis zwei der Kredit des Staates zusammenstürzen und er zu einer eventuellen Berufung stehe. tation über den Bereich engerer sozialistiwürden besonders die Kriegsanleihebesitzer Schacht erwiderte u. a., daß er nicht So- scher Diskussionen hinausgedrungen und und Sparer betroffen werden. Der Grundsatz zialist, sondern Anhänger einer auf dem zum Sammelbegriff für die sozialistische des Privateigentums würde erschüttert, da Grundsatz der Leistung des einzelnen begrün- Linke Staatsbankrott Wegnahme des Eigentums be- deten Wirtschaft sei.<< deute.< Diese Stelle fehlt in der Ausgabe von 1933 und nicht zufällig, denn damals saßen die Deutschnationalen noch mit in der RegieDie Behauptung der Psychologie, daß jeder am lautesten von den Tugenden rede, die er nicht besitze, findet in den Reden selber Hjalmar Schachts mehr als eine Bestätigung. Da wimmelt es von Versicherungen > kaufmännischer Ehrlichkeit<<, als hätte es nie eine planmäßige Einschuldung des Dritten Reiches etwa auf dem Balkan gegeben, als würde kein ausländischer Gläubiger mit Hilfe der Registermark um sein Guthaben geprellt, kurz gesagt, als käme Deutschland nach liberalistischer Wirtschaftsmoral seinen inneren und äußeren Verpflichtungen nach. In seiner letzten Rede, die er zur Feier seines sechzigjährigen Geburtstages in der Festsitzung des Reichswirtschaftsministeriums hielt, hat Schacht in bekannter Bescheidenfeiert, die von den andern leider erst ein bis zwei Jahre später erkannt werde... 1937 liest sich das so: er » Vor der Wahl hat Ebert ihn gefragt, wie er zu einer eventuellen Berufung stehe. Schacht erwidert unter anderem, daß nicht Marxist, sondern Anhänger einer auf dem Grundsatz der Leistung des einzelnen begründeten Wirtschaft sei.<< geworden. Auch gab es 1923 eine Reihe nicht unbedeutender sozialdemokratischer Parteimitglieder, die nicht im schulmäßigen Sinne» Marxisten< waren. Wie wäre Schacht im Jahre 1923 also darauf verfallen, Ebert in der Sprache von 1937 zu antworten? Es kann kein Zweifel daran beer es SO rung und waren draußen im Land und in der Wirtschaft eine mächtige Gruppe, die einen solchen Angriff übel vermerkt hätte. Der stehen, daß Schacht sich, wie es in der ersten charaktervolle Wahrheitsfanatiker Schacht Ausgabe zu lesen stand, als Nichtsozialisten hat das Jahr 1937 und die Zertrümmerung bezeichnete und daß er 1937, im Besitz der der letzten deutschnationalen> WiderstandsWas hat Schacht nun eigentlich geantwor- goldenen Parteinadel einer angeblich nationester< abgewartet, ehe er zu seinem Fuß- tet? Ueber ein Gespräch, das er mit einer nalsozialistischen Partei, dieses Selbstbetritt ausholte. In diesen Zusammenhang ge- verstorbenen Persönlichkeit unter vier Augen kenntnis als störend empfand. Wenn hört auch, daß selbst die Bilder einer sorgführte, gibt der Wahrheitsfanatiker Schacht nun so hinstellen läßt, als habe er sich Ebert fältigen Umredigierung unterworfen wurden. zwei verschiedene Versionen. Zweifellos ist gegenüber als Nichtmarxist bezeichnet, Das Photo von der Harzburger Tagung, in eine solch schwerwiegende Aenderung nicht ist das also nicht nur eine Fälschung, sondern dessen Vordergrund neben Hitler der weiße ohne seine ausdrückliche Zustimmung erfolgt, auch ein starkes Stück von CharakterlosigSchnurrbart des» Silberfuchses< Hugenberg so daß der Vorwurf einer Fälschung des heute keit. Der angeblich so» unbequeme«,» störriheit sich als den Verkünder der Wahrheit ge- aufleuchtet, ist in der Neuausgabe verschwun- schon historischen Gesprächs an die Adresse sche« und» fanatische< Schacht erweist sich den, da es wohl nur peinliche Erinnerungen des Herrn Reichsbankpräsidenten gerichtet hier als recht anpassungsfähig und servil. an die> Regierung der nationalen Konzentra- werden muß. Dieser Tatbestand zeigt nicht Die Wahrheit, die Herr Schacht über seiWie wandelbar indes die Wahrheiten sind. tion< hervorrufen würde. nur, wie kritisch man den sonstigen Mitteinen Lebensweg im Jahre 1937 verkünden die Herr Schacht in seinem wandlungsreichen Aber das alles sind vielleicht nur Retu- lungen des Buches gegenüberzutreten hat, läßt, weicht von jener des Jahres 1933 nicht Leben verkündet hat, beweist erneut die so- schen, kleine feige Winkelzüge mit der unbe- sondern auch wie der verdächtig häufig be- unerheblich ab. Nur hat er sie, entgegen eben erschienene Biographie> Schacht< von quemen Wahrheit. Zu einer eindeutigen Ge- tonte Wahrheitsfanatismus Schachts zu be- seiner kühnen Feststellung auf der JubelDr. Franz Reuter, die von sich behauptet schichtsfälschung versteigt sich das Buch in werten ist. feier im Reichswirtschaftsministerium, nicht > auf Grund authentischen Materials< geschrie- dem Kapitel> Große Aufgaben«, in dem die Selbstverständlich spricht die größere zwei Jahre früher, sondern vier Jahre später ben zu sein. Und das ist zweifellos der Fall, Stabilisierung der Mark behandelt wird. Ueber Wahrscheinlichkeit dafür, daß Schacht sich verkündet. Was wird man von diesem Proda die umfangreichen Mitteilungen über die Ernennung zum Reichsbankpräsidenten Ebert im Jahre 1923 als Nicht sozialist pheten der veränderlichen Wahrheit noch familäre Dinge, die beigegebenen persönlichen hieß es in der Ausgabe von 1933: vorstellte. Der Terminus> Marxist< ist erst alles zu erwarten haben? Photographien usw. auf engste Zusammenarbeit des Verfassers mit dem Objekt seines Buches schließen lassen, Interessant ist nun, daß diese Schachtbiographie, Ausgabe 1937, nur die erweiterte Umarbeitung eines Schachtbuches ist, das mit gleichem Titel und gleichem Verfasser im Jahre 1933 erschien. Der Vergleich beider Ausgaben ergibt die überraschende Feststellung, daß Schacht 1937 allerlei Retuschen Herr Ein Führer" hinter Stacheldraht Adolf Hitlers ,, Volksnähe" bei näherer Besichtigung Ein Schweizer Journalist entdeckt das Panzerwerk»> Berghof«< B. M. Mit Recht hat die große Presse außerhalb spiel> an einer einzigen Stelle, einer Haar-, Regime an neuen Attraktionen und» Ueberan der Darstellung seines Le- Deutschlands dieser Tage besondere Aufmerk- nadelkurve<, an der man> Hitlers Haus einen raschungen« nichts anderes mehr im Köcher bensweges vornehmen ließ, die samkeit dem auffälligen, mit dröhnendem Augenblick siehte, es dem Chauffeur ver- hat, als die feierliche und rituelle Begehung keinesfalls bloße stilistische Aenderungen Schwung vorgetragenen Passus in einer Ber- boten ist, hier zu halten<. Und so aus- des Jahrestages des sogenannten> Judenboysind, sondern deutliche Korrekturen der liner Rede Hermann Görings, gewidmet, wo- schweifend präventiv geht es dann weiter, kotts<, den die Göbbels, Ley und Streicher > Wahrheit<, wie er sie 1933 verkünden ließ, nach er die» alten Kämpfer« aufforderte, bis etwa unmittelbar vor dem Plattnerhof im Frühjahr 1933 inszenierten. Sicherlich ist um sie 1937 als inopportun zu verleugnen. einen> Ring von Stahl< um den geliebten ein direkter Paßweg hinüberführt.( Zu Hit- dieser Massenpogrom im Laufe der vier Jahre Verhältnismäßig harmlos ist es noch, wenn» Führer< zu legen und allen Attentätern lers Privatwigwam nämlich! D. R.) Jetzt Hitlerscher Schreckensherrschaft von weitaus auf Seite 7, bei der Darstellung des Ent- einer näheren oder weiteren Zukunft dem steht hier eine große Tafel» Verboten er wüsteren Exzeßwellen gegen die>> Rassefremwicklungsgangs der Familie, Schachts Groß- Sinne nach verhieß, daß sie an ihrem Unter- Weg!< den« an Unerhörtheit und Brutalität in den vater nicht wie früher als> dänischer Kreis- fangen» verbrennen und versengen< würden. Fortifikatorisch gewiß eine Leistung! Aber Schatten gestellt worden. Sicher ist auch, physikuse, sondern als> dänischer, dann deut- Der Vorfall war um so auffälliger, als gerade es wäre gelacht, wenn nicht noch über wei- daß sich noch mancher im engsten Kreis um scher Kreisphysikus bezeichnet wird. Daß dieser Redepassus später in der reichsdeut- tere und entscheidendere Blockierungsmaß- den Führer und Reichskanzler«, der ReichsSchachts Geburtsort Tingleff in Nordschles- schen Presse offenbar auf höhere Anweisung nahmen der aufmerksame Lokalinspizient be- außenminister und der Reichsbankpräsident wig sich bei der Abstimmung mit Mehrheit fein säuberlich ausgemerzt war. Das soge- richten könnte. Zum Beispiel: allen anderen voran, mit Bestürzung erinnern für Dänemark ausspricht, wird übrigens nannte» Volk«, wenn man von den hier an->> Und es haben dort( nämlich rund fünf- mag, wie wenig glorios dabei das Regime ziemlich nebenbei und miẞverständlich mit- gesprochenen, gut dotierten braunen Respekts- zehn Kilometer rings um das Haus des Füh- gegen das Gewissen einer Welt, das noch geteilt. personen absieht, darf also nichts davon er- rers) viele Männer etwas zu tun. 150 SS- nicht ganz der Schreckenshypnose damals Auf Seite 27 der alten Ausgabe heißt es fahren, mit welchen doch immerhin eigen- Männer bewachen ununterbro- verfallen war, abgeschnitten hat und wie indann beim Uebergang Schachts in die Natio- tümlichen Sorgen so eine Diktatur es zu chen des Führers Haus und Dutzen- nerlich froh damals die Machthaber waren, nalbank, diese sei seit dem Tode von Julius tun hat. de von Kontrollstellen müssen pas- die Aktion vorzeitig abgeblasen zu haben. Stern stark heruntergewirtschaftet< worden. Erwies da nicht der preußische Minister- siert werden, um überhaupt in seine Nähe zu Ein solches Kompliment an die Adresse des präsident dem System einen etwas tölpelhaf- gelangen... Juden Stern, tüchtiger gewesen zu sein als ten Bärendienst? Sicherlich tat es jener Die SS- Männer aber tun es, weiß es Gott, seine Nachfolger, erschien Herrn Schacht Schweizer Journalist namens Paul Werner, nicht umsonst. Nämlich:> 46 Häuser hat und seinem Biographen wohl als unzeitge- dem es glückte, sich dem Führer und Reichs- der mäße Wahrheit und so lesen wir denn in der kanzler im Gebiet seines> Berghofs« auf schon aufgekauft und abgerisAusgabe 1937, die Nationalbank sei seit ge- Berchtesgadener Flur nahen zu dürfen und sen! Ja wofür? Im Zeichen der MateZeit stark heruntergewirtschaftet< nun dieses sein begnadetes Erlebnis auf drei rialnot? oder vier Spalten des> Berner Bundes<( vom Nun, das ist ganz klar: Hin und wieder Peinlich ist naturgemäß die Darstellung 22. März 1937) freudestrahlend veröffentlicht. trinkt der Führer und Reichskanzler<< ein der Mitgliedschaft Schachts in der Demokra- Der Zeitungsmann hat nicht Hitlerschen Glas Milch im» Hochlenzer< tischen Partei, die die nationalsozialistischen Plänen< nachgespürt und erst recht nicht Bergwirtshaus in diesem großen Fort). Er Agitatoren stets die Partei der Börsenjuden Wertungen sachlicher Art ins» Erlebnis« hin- trinkt die Milch nicht hinter ein Panzerhemd genannt haben. Schacht hilft sich damit, das eingetragen. Festzustellen, von welcher Farbe und hinter keinen Kugelfang, sondern hinter >> Gespenst des Bolschewismus als treibendes die Krawatte Adolf Hitlers ist, schien ihm eine >> alte Lederjacke<... Motiv für seine politische Tätigkeit auf der allein schon Reporters Schweiß wert. Doch Linken hinzustellen. Immerhin unterlief ihm was hat er in Wirklichkeit> erlebt den Weg zwischen den Tannen ein. An einer ist vom eine Holztafel angebracht und darauf steht: Schlechterdings alles müßte eigentlich Herrn Hitler selbst veranlassen, die unrühmliche Erinnerung an diese erste große Herausforderung der Welt, die er sich leistete, in den Parteiakten verschwunden sein zu lassen. Aber dem ist offenbar nicht so! Wie uns viele Berichte aus dem Reich, die in diesen Tagen einliefen, verraten, hängen jetzt bereits allenthalben die Monstreplakate des Reichspropagandaministeriums aus, die zu förmlichen Jubiläumsfeiern jener Tage aufforderten, die Herrn Julius Streicher zum reichsamtlichen Obergangster machten! Die nationalsozialistische» Volksgemeinschaft<< in all ihren Zwangskorporationen soll im Mai um den Judenskalp in Erinnerungsbegeisterung tanzen... Wie muß das welchen Abhub mag es für das Volk ausgeben, wenn die patriotische Phantasie der Regisseure zu nichts anderem mehr reicht?! Die Ablenkungsmaschinerie, vom Dritten Reich zu einem kunstvollen Mechanismus mit riesigem Räderwerk ausgebaut, kreischt heute immer trostloser. geständnis, seine politische Methode sei da-> Berghof< muß er der minutiösen Schilde- Verbotener Weg!« Aber den Reichskanzler Regime» das Volk einschätzen oder vielmehr mals> zunächst alten humanitär- liberalen rung widmen, wie sich der> Führer und scheint es nicht zu kümmern. Er schreitet Anschauungen entnommen« gewesen. Man be- Reichskanzler< dort in seinem oberbayrischen kräftig aus...< greift, wie unangenehm dieser Lapsus dem Tuskulum vor dem geliebten deutschen Volk Wie gerne täten wir es auch! Nach diesem Wirtschaftsdiktator eines Regimes sein muß- förmlich verschanzt hat! Das geht instruktiven Beitrag zur jüngsten vaterlänte, für das> humanitär< und>> liberal< gleich so los:>> Kurz außerhalb Berchtesgadischen Geschichte und um der frischen Luft Schimpfworte, wenn nicht gar Bezeichnungen dens, nach der ersten steilen Kurve, zieht willen. für moralische Minderwertigkeit sind. In der sich der Draht und Stacheldraht, Ausgabe 1937 ist dieser böse Zungenschlag der uns zuruft: Bis hierhin und nicht weiter! Kriegstanz um den denn auch getilgt. Schacht präsentiert sich Ein Fahrkilometer weiter: den Lesern seiner Biographie ohne humanitär-> Die Straße, die wir fahren, ist für den liberale Reminiszenzen. H. E. Juden- Skalp Da ist das Neue«, was Herr Hitler an praktischer>> Rassenpflege« immer noch hin und wieder zu bieten hat, doch schon einigermaßen reizvoller... Wie es jetzt herauskommt, ist den sogenannten» Viernichtoffiziellen Verkehr verboten. Pri- Der Tag des ersten Judenboykotts im DritAuf Seite 30 der Ausgabe von 1937 schil- vate Fahrzeuge müssen unten herum fahren ten Reich soll festlich begangen werden. dert Schachts Biograph die Haltung des Mei- und einen Umweg von ungefähr 15 Kilometer Vierteljuden dürfen im Driten Reich nicht te ljuden< in Deutschland schon mehr heiraten. vor einiger Zeit verboten worden, sters im Jahre 1923, in den bewegten Mona- machen<. ten des Ruhrkrieges:» Sehr scharf tritt Man sieht: ein ziemlich geräumiger Fe- Es charakterisiert die inner- und außen- überhaupt noch zu heiraten! Es Schacht in diesen Jahren der vor allem von stungsrayon! So genau wird es darin mit der politische Auswegslosigkeit der Hitlerdikta- mag sich hier um eine kürzlich ergangene deutschnationaler Seite befürworteten Idee> Liebe des Volkes« genommen, daß zum Bei- tur nach rund vierjährigem Bestand, daß das Ausführungsverordnung zu den>> Nürnberger Gesetzen< handeln, die man offiziell wahrscheinlich gerade wegen des>> christlichen< Eindrucks draußen nicht bekannt gab, von der aber der» Reichsärzteführer« WagBlütenlese aus faschistischen spanischen Zeitungen viele ner jetzt ganz ungeniert bei Gelegenheit der Wie sieht das> nationale< Spanien aus, und Arbeiter mit Gewalt in ihre Reihen, sicheren Tode durch die Mauren und Tercios Einweihung eines Aerztehauses in Thüringen das seit 7 Monaten den Befreiungskrieg auf zwingen. zu retten. Und unter diesen 150.000 Fliehenvor geladenen Gästen sprach. Sehr bewegt der Pyrenäen- Halbinsel führt? Wir armen, So wird man besser als die Nächstbetei- den, die einen fast hoffnungslosen Wettlauf schimpfend auf die wachsende Opposition, schlecht unterrichteten Ausländer haben es ligten folgendes kleines Erlebnis verstehen, mit dem Tode versuchten, von denen welche die> Rassenpflege< im breitesten Bür bisher schwer entdecken können. Wir sahen das in einer Schilderung der vielen Ueber- auf dem Wege nach Almeria starben, vor gertum, bei der Wissenschaft und vor allem nur den Aufstand machtlüsterner Generale, läufe aus dem Lager der Faschisten enthalten Hunger und Erschöpfung oder durch Granaauch in den kirchlichen Kreisen finde, stellte verbunden mit dem unermeßlichen Reichtum war: Die ersten Worte eines spanischen ten und Geschützfeuer, unter dieser aufgeer fest:>> Es ist bestimmt nicht unchristlicher, der Jesuiten, gestützt durch deutsche und Landmannes, der sich unter Lebensgefahr in scheuchten, unschuldigen Menge befanden für einige Tausend Vierteljuden den Ehe- italienische Diktatoren, die unter der Parole die Schützengräben Madrider Milizen gerettet sich 35.000 Kinder! zarte Wesen, die genehmigungszwang einzuführen, als hun- der Unterdrückung des Bolschewismus ihre hatte, waren:» Ich möchte mit jemand spre- selbst wenn sie ein gütiges Geschick lebend derttausend gesunden Männern das Zölibat eigennützigen imperialistischen Ziele ver- chen, der spanisch versteht<<. Verdutztes nach Almeria kommen ließ und selbst wenn aufzuerlegen.<<( So zu lesen in> Zeitschrift folgen. Also studieren wir ein wenig die Schweigen der Milizen, dann:> Aber wir alle sie in den nächsten Monaten des Vernichfür ärztliche Fortbildung, Heft 9, 37 Jena.) Franco- Presse, um uns zu belehren. verstehen spanisch, wir alle sind Spanier...< tungskrieges vor dem Tode bewahrt werden Dieser Zwang trifft nach Wagners weiteren Ein großer Teil dieser Blätter erscheint Rückfrage des Ueberläufers:» Seid Ihr denn sollten- bis in ihr hohes Alter die seelischen Angaben rund 100.000 Menschen in Deutsch- seit Monaten mit großen Schlagzeilen am keine Russen???< Wirkungen des Entsetzens und Grauens nie land, die hinter den rund 500.000> Halbjuden< Kopf: Fügen wir diesem Stimmungsbild folgen- überwinden werden, das hier im Namen der als» Vierteljuden«( Menschen ohne arische Ein Volk: das spanische, eine Religion: die des Zitat an, das als Leitmotiv, in Fettdruck alleinseligmachenden Kirche gegen Wehrlose und in Kästchenform eingerahmt, als Pendant begangen wurde. dem zu einem Wappenschild, neben Titel Aber es gibt ein Kind Spaniens, das Das>> nationale« Spanien ist leider unmusi- einer faschistischen Tageszeitung prangte: von all diesen Greueln verschont zu bleiben >> Es gibt einen roten Zarismus, der die hat, ein Kind, dessen Leben an Wert Anläßlich einer Huldigungsfeier für den viergeschwänzte Knute mit Blei- Millionen von Kinderleben auf> Generalismus«, der sich auch Staatschef spitzen gegen alle Verleumder anwendet. wiegt, die seit 7 Monaten von Hunger und titulieren läßt, berichtete die faschistische Mit dieser Knute züchtigen die Russen alle, Not, Verlust von Vater und Mutter, die oft ihren Befehlen wider- direkt vor ihren Augen hingemetzelt werden, > Morgendämmerung< von bedroht sind, und das ist das Töchterchen des» Führers<. Es ist Carmencita Franco. Dieses Mädchen begeht im März des glorGroßmutter) bezeichnet werden. Kirchenaustritt der Kreaturen Erfindung des Hitlersystems: der KetzerUntertan. katholische, ein Führer: Franco! I. kalisch... Milizen, die setzen.< sich III. ihrer ist das Himmelreich...< und schlecht. Zeitung Der zur Zeit vom nationalsozialistischen Saragossa: Staat ebenso wie von der regierenden Total> Die Musikkapellen intonierten unter Kommentar überflüssig.... partei geförderte Kirchenaustritt äußert sich stürmischem Beifall die Nationalhymnen grotesk in einigen Zahlen, die jetzt aus dem von Deutschland( Horst- Wessel- Lied), von>> Lasset die Kindlein zu mir kommen, denn reichen Jahres der Befreiung seinen 12jähriReich bekannt werden. So sind allein im Italien und Portugal, die Hymnen der Phagen Geburtstag. Um diesen gebührend zu Jahre 1935 in Schleswig- Holstein 2975 Per- lanx( spanische Faschisten), der Requetés feiern, wurden nach guter, alter spanischer sonen aus der evangelischen Landeskirche( Karlisten) und der Fremdenlegion.< Diktatorenverhimmlung bis ins... te Ge- Tradition in allen» befreiten« Provinzen des ausgetreten; und in Mecklenburg, DeutschWarum spielte man nicht die Hymne der Landes Gratulationsbogen ausgelegt, in lands bei weitem aufgeklärtestem< Winkel, Nationalisten Es zu verewigen in einem kostbaren Album, Witz! Rostock hat gerade 80.000 Einwohner. nale Spanien leider so unmusikalisch ist, daß hat sich bereits im Weltkrieg gezeigt, daß das der Kleinen überreicht werden sollte. So daß jetzt, unter Hitler, so ziemlich auf es noch keinen musikalischen Ausdruck für die Bombardierung von Schulen Das Ziel dieses riesigen Aufwandes an jedes Haus mindestens ein geeichter seine Idee gefunden hat. Allerdings nur ein und Krankenhäusern ein wirkungs- Energie in einer Zeit, die alle Kräfte benötigt und qualifizierter> Ketzer kommt. Ist das kleiner Schönheitsfehler oder doch mehr?? volles Kriegsmittel ist. Unsere Flieger sollen zum Kampf oder zu sozialen Hilfsmaßnahmen nicht ein geradezu mathematischer Beweis daher vorzugsweise Lazarette zum ist der:» Die Liebe und die Dankbarkeit aller dafür, unter welchen Gewissensverhältnissen» Ich möchte mit jemand sprechen, der spa- Ziel ihrer Bomben wählen.<< Sein> Sprecher< spanischen Mädchen für den Befreier unseres nisch versteht...< Queipo de Llanos sagte einmal:» Sowohl Vaterlandes auszudrücken in einer Huldigung Aus den offiziellen Berichten der spani- Mola, Franco, Cabanellas wie auch ich halten für das Wesen, das sich der Untertan des Dritten Reiches befindet? Wo eben der entsprechende Lokalbonze der Untertan bei Leibes- und Lebensstrafe gehalten, das Tier auch zu züchten. II. die Deutsche Festku'tur Geld nächst Gott und nächst der NSDAP seinen besonderen Vogel hat, ist schen Regierung und aus vielen Beobachtun- es für eine Barbarei, das Leben von Spanien von unserem glorreichen Führer gen ausländischer Journalisten, die in der 300.000 oder 500.000 Menschen in am meisten geliebt wird!< französischen und englischen Presse wieder- Madrid retten zu wollen<<. Um diesen Noch entschiedener manifestiert sich der gegeben wurden, ergibt sich, daß in Spanien bis zum Wahnsinn getriebenen Sadismus zu himmelstürmende braune Untertan in den zwar 50.000 oder gar 80.000 Italiener kämp- befriedigen, gab man die bekannten Befehle Zahlen und Angaben, die kürzlich die Kölner fen, in geschlossenen Formationen abtrans- aus, daß man in jedem Dorf nicht nur >> Die zahlreichen Freunde und» VerwandKirchenzeitung machte. Danach sind in Köln portiert, ohne vorherige Angabe des Reise- mit der Waffe in der Hand Betroffenen, son- tem< der 8.( M. G.) Kompanie des I. R. 1, die seit dem 1. Dezember 1936 rund 2700 Katho- ziels oder gar Befragung des einzelnen Sol- dern auch alle wehrlosen Frauen und Greise der Einladung zum diesjährigen Kompaliken aus ihrer Kirche ausgeschieden frei- daten, dasselbe trifft auf die Truppenkontin- ermorden sollte und vor allem die Kinder, niefest gefolgt waren, hatten es sich kaum lich, in der überwiegenden Mehrheit Sub- gente der deutschen Reichswehr zu; daß> damit man die rote Brut bis in ihre träumen lassen, daß sie im Alten Schützenalternbeamte der Behörden! So aber die Russen wohl Offiziere und Techniker, Saat ausrottes. haus mitten in den täglichen Dienstbetrieb ist es richtig! Den Herrn Oberpostassistent geschickt haben, aber keine Massen von Sol- Die bisherigen Taten der Befreier Spa- der» Einser« versetzt werden würden. Und den Gerichtssupernumerar packt mit daten; dies um so mehr, als die Regierung niens haben dies Programm bestätigt: Bom- doch dämonischer Gewalt das atheistische Urgefühl, genug Menschen zur Verteidigung zur Ver- ben auf Schulen und Kinderheime, von Kin- Bühne wurden zwei schwere nicht wahr?! Oder war es vielleicht nicht so? fügung hat und nur unter dem Mangel an derleichen in Badajoz, Fliegerbomben und Maschinengewehre in Stellung geWäre es denkbar, daß man schneller Post- Technikern und Instruktoren leidet. Den auf Schiffskanonen auf den wehrlosen Zug Flüch- bracht, das Kommando» Dauerfeuer< sekretär und Obersupernumerar werden der Seite der Generale Kämpfenden wird aber tender, die nach der Einnahme von Malaga, wurde gegeben, und ein Gurt Platzpatronen kann, wenn man erweist, wie erhaben man seit Beginn der Revolte eingehämmert, daß ohne Hab und Gut, viele ohne Mantel und ratterte durch die Gewehre, daß der Saal über die jüdischen Greuelmeldungen des Al- das ganze> rote<< Spanien in den Händen der Schuhe, zu Fuß einen Marsch von 200 Kilo- dröhnte.<< ten Testaments ist? Russen ist, die die armen spanischen Bauern meter unternahmen, nur um sich und Der Betriebsführer Wissen Sevor dem Was sagen die Kerle? Das Geld reicht nicht Der Etappenhase Die neue Schwank- Konjunktur. aus, spricht: se fräßen zum Frühstück schon längst trockne Brote ich sagte gerade zu meiner Frau, und brächten den Frauen so wenig nach Haus, was sich die Leute so für Schmerzen machen! daß ständig der Hauswirt mit Kündigung Mal' n bißchen weniger Fett, und gleich ist ein Radau, als stürzte die Welt ein.' s ja reinweg zum Lachen! Man tut doch wirklich, was irgend geht. Die Arbeiter mich wahr? sind Volksgenossen. Ich hab im Fabrikhof ein Blumenbeet, das müssen Se sehen! Ich hab's selber gegossen. Die Löhne? Aber mein lieber Herr, drohte. Die Kleiderstoffe zerbrächen wie Stroh, wat nützten denn Veilchen statt Fett in Suppe, sie liefen seit Wochen mit durchem Popo und ihnen sei Schönheit der Arbeit ganz schnuppe. war es So. Im» Gelände< lies: ( Preußische Ztg. Nr. 79) hier zwei Pröbchen jener Stücke herausgreifen, die jetzt drüben erfolgreich starten. Das eine nennt sich Lustspiel und besingt die Ein Bauer will sein > Lustspiele beherrschen den Spielplan<, Reichsautobahn. überschreibt die DAZ eine Jahresübersicht, Land nicht für die neue Straße hergeben, aber die der Bühnenproduktion gilt und sehr trok- ein Kriegskamerad bekehrt ihn> durch die ken anmutet. Denn Kritik ist verboten und Tat«, nämlich so: Besserung ist wiederum nicht zu melden. Das Schauspiel bevorzugt noch immer,» fast de ausnahmslos historische Stoffe, wobei ein hoher Prozentsatz aller Autoren. mehr oder minder auf konjunkturännliche Erfolgsmöglichkeiten hinarbeiten...< Man erwartet die neue Dramatik von den Jungen, aber denen fehlt>> das unentbehrliche Wissen um die Gesetze Bühnenkunst«. Es fehlt eine Generation: Nu hör'n Se! Das ist dann wohl Dankbarkeit? Das sind doch man möchte fast sagen Marxisten. man kann sich's doch nicht aus den Rippen De bleibt gar nichts übrig als mit der Zeit die größten Nörgler mal auszumisten. schneiden. Opfer bringen muß jeder. Da hilft kein Geplärr, das is mal nich anders in ganz großen Zeiten. Aber so sind se ja alle. Wenn's jeden Sehn Se, mein dritter Wagen ist reineweg Schund, ich hab' mir den vierten heroisch verkniffen. Das is Sozialismus, man spart sich's vom Mund, nur die Arbeiter haben noch gar nichts begriffen. wischt, erda müßt' ich die ganze Belegschaft entlassen. Hier muß mal SS her, da hilft weiter nischt, und muß se bei den Hammelbeinen fassen. Aber im Vertrauen gesagt schon nichts mehr, der welche die >... er setzt ihn in sein Auto und fährt ihn über das weiße Band der Autobahn durch blühendes deutsches Land. Die Tat ist stärker als alle Worte, Der Bauer begreift die Größe dieser Leistung und die Bedeutung der Tat, vor der kleinliche Interessen zum Wohl des Ganzen zu schweigen haben. Als Bekehrter kommt er heim, wo mittlerweile der junge, tüchtige Inge nieur der Reichsautobahn das Herz seiner Tochter Hanne erobert hat. Mit der Verlobung wird zugleich das Richtfest der großen Autobahnbrücke gefeiert. Stolz führt er selbst das Hofgesinde zum weißen Band.< >... es ist die hinter den wenigen erfolgreichen Autoren zwischen 35 und 45, denen die schöpferische Bühnenarbeit Berufung und Inbegriff des Lebens ist. Der nachfolAlso ein Schmarren, der im wilhelminigenden Generation kann es nicht leicht sein, schen Deutschland selbst von konservativen eine neue Haltung zu finden, überlegene Produktivität der Aelteren mit Kritikern als Hurrakitsch abgelehnt worden der weltanschaulichen Zeitaufgabe nicht wäre. Im Dritten Reiche wird so etwas als belastet, sondern beschwingt.<< > kerniges Volksstück, wie wir es brauchen<< Oder klarer ausgedrückt: die Generation,(> Westf. Landesztg.<) gepriesen. Wer darf die im Jugendalter noch Freiheit und Demo- dagegen mucken? kratie kannte, hat noch kritische Maßstäbe Ein anderer> Erfolge. Der Etappenim Tournister und weiß mit dem braunen hase genannt, Neuerdings verfilmt. Kriegsdas hilft auch» Umbruch« nichts anzufangen. Welches Genre stück mit Etappenspaß. Ab und zu springt machte also das Rennen? Die Unterhaltung einer auf und meldet sich, vom Kameradschaftsgeist gepackt, freiwillig an die Front. >> Dennoch könnten auch die Annahmen Clou der Sache: eine Katze wird gestohlen. und Erfolge der Theater recht nach- Rosenows Kater Lampe, schlecht plagiiert denklich stimmen, wenn man unterund militarisiert: suchte, welche Stücke, außer Revuen, vom Publikum her Kassenerfolge waren. Aber das ist ein Kapitel für sich.<< Und dies Kapitel anzuschneiden, hieße verbotene Kunstkritik treiben. Wir wollen Das Gemecker greift schon auf die Sturm- seichtester Art: führer über. Nur Krieg hilft. Da kommen die Stänker zum Heer Der Packhof auf Grünfläche zugestutzt, am Maschinenhaus Geißblatt und wilde Reben, und drinnen wird Ruhe. die Kantine geweißt und der Waschraum geputzt, wo hat es denn früher mal sowat gegeben? mein Lieber! Na, Pröstchen, H- n >> Man ließ sich den lustigen Soldatenstreich, der darin gipfelte, daß eine kleine Gruppe von Frontsoldaten doch zu ihrem Hasenbraten kam, und ein» Dachhasenbraten< kunstgerecht mit einem Die Unehelichen im braunen Irrgarten Der neue Ehrenbürger Wenn mehrere, auch nichtarische Väter in Frage kommen Szenerie in einem deutschen Rathause Der alte Hansasaal des Kölner Rathauses| Ley. >> In der geistigen und seelischen Hut, der Stirne Leys werden einige SchweißtropAn ganz versteckter Stelle, als ob sie sich erglänzt im Licht seiner schmiedeeisernen, des Führers!<<>> Hingabe, Opfer und Lei- fen sichtbar. Was ist ihm zugestoßen? Nun, schämte( nicht mehr vor sich selber, aber wappengeschmückten Kronleuchter. Fahnen stung<>> Befriedung und Befriedigung des es war weiter nichts. Eine kleine Vision hatte vielleicht vor manchem Leser) veröffentlicht des Dritten Reiches verdecken die Bilder auf deutschen Arbeitsvolkes durch Ihre organisa- den Fluß der Rede aufgehalten. Ley hatte soeben die braune Presse die amtlichen dem hölzernen Getäfel, die an wichtige Be- torische Genialität...< mit diesen Worten einen Blick durchs Rathausfenster geworfen, gebenheiten und große Männer der Stadt er- übergibt das Stadtoberhaupt dem Gefeierten als er am andern Ende der Salomonsgasse, innern. Da knarren die Dielen unter zackigen den Ehrenbürgerbrief. Zuckt nicht ein leises kaum hundert Schritte entfernt, das kleine Stiefelschritten. SA und SS marschieren ein Lächeln über die Gesichter der Wissenden? Hotel Deis erblickte. War es nicht hier, wo und postieren sich hinter dem erhöhten Po- Stoßen nicht einige Amtswalter ihre Nach- er das zitierte Blut nicht nur als Weltdium der Bürgermeister. barn leise mit dem Arm an? Es war gewiß anschauung, sondern im rötlichen Flusse 10 Uhr vormittags. Das Glockenspiel vom nur ein Irrtum, ein Trug der Sonne, die dieses wirklich erlebte? Er sah sich wieder als Held Rathausturm erklingt:» Ueb' immer Treu stadtgeschichtliche Ereignis mit sanften und Organisator des Ueberfalles vom April und Redlichkeit«. Diener springen aufgeregt Strahlen übergießt. 1932 in jenem Hause. Ley erinnerte sich an über die Steintreppen, legen die letzte Hand Da räusperte sich Dr. Ley, legt die Hand den harten Schlag gegen den Hals, den einer an die Pflanzen- und Blumenarrangements, an den Gürtel und hält seine Dankrede. Ihre seiner alten Kämpfer dem sozialdemokratiund ehe sie noch geendet, werden akkord- Länge verbietet es bei ihren sachlichen und schen Parteivorsitzenden Otto Wels versetzt reiche Autohupen hörbar:» Da sind sie! Der rhetorischen Schönheiten zu verweilen. Im- hatte, und an den vom Blute überströmten Oberbürgermeister, die Beigeordneten und merhin werden die Biographen des Ehrenbür- Kopf des Polizeipräsidenten Bauknecht. Welch gers folgende Stellen verzeichnen müssen: ein Schreck damals, als die Schupo kam und >> Erst mußten wir all den Schmutz weg- ihn zunächst für eine kalte Nacht in die schaffen, den Liberalismus und Marxismus Zelle steckte! Ja, das war die Zeit, wo seinesübriggelassen haben. Heute aber haben wir Richtlinien zum Abstammungsnachweis der Unehelichen. Unter all den Irrsinnssammlungen, die wir den Phänomenen des Dritten Reiches verdanken, ist dieses Dokument sicherlich eines der Erstaunlichsten. Alles, was die frühchristliche und mittelalterliche Scholastik an Thesen zur Sicherung des Kirchendogmas schuf, alles, was im Talmud an verzwickten Rechtsfloskeln zu finden ist: diese Richtlinien aus dem 20. Jahrhundert und aus dem Herzen Europas dürften sie weit in den Schatten stellen. Sehen wir zu, wie das zeitlose Wunder menschlicher Geburt ins wahnwitzige Gehege der Rassenvergottung gesperrt wird. Ein > blutmäßiger< Abstammungsnachweis, besonders bei Unehelichen, soll mit allen Vorfahren in einem besonderen Ahnenspiegel festgelegt werden. Dabei sind aber schwierige Komplikationen zu überwinden, denn nach den> Richtlinien« bestehen folgende Möglichkeiten: 1. Erfolgt die Legitimierung des unehelichen Kindes durch nachfolgende Ehe, so ist die Abstammung durch die Heiratsurkunde belegt und gesichert. Das ist relativ einfach. Wie aber, wenn der Mann bei der Heirat dem Kinde nur den Namen gibt, ohne es als von ihm erzeugt ausdrücklich anzugeben? In diesem Falle muß aus den Vormundschaftsakten ausdrücklich angegeben werden, wer der wirkliche Vater des Kindes ist, und damit beginnt ein langer Weg der Ermittlungen und der Inanspruchnahme eines großen behördlichen Apparates. der neue Ehrenbürger<< Die Stunde seiner feierlichen Einführung war gekommen, von der die lokale Presse schrieb, daß ganz Köln ihr entgegenfiebere. Der jugendliche Oberbürgermeister, ein schwarzhaariger, bebrillter Intellektuellentyp, der. die Uniform etwas auswattierte. betritt den Vorraum mit einem kleinen dicken Mann mit weinrotem Gesicht und winzigen Aeuglein, über denen die Lider schwer und müde er war es, » nach Bismarck sind Sie der Ehrenbürger der würdigsten einer.... ......«» Jut, jut, Pege Schmidt,<< antwortet der Reichsorganisationsleiter und Führer der Deutschen Arbeitsfront.» Wenn wirs hinter uns haben, dann ein feines Möselchen<... hängen.» Lieber Pege Ley< Eiskühler im Schlachtensaal. Mit einem fetten Happen dazu,< beruhigt ehrerbietig der Oberbürgermeister. freie Bahn. Der Vierjahresplan wird also gleichen» gefährlich« lebte, stets bereit, das zweifellos vollen Erfolg haben, und nach Blut anderer für seine Ideale hinzugeben. den vier Jahren werden wir sagen können: Zur Ehre des Recken darf gesagt werden, Deutschland ist wieder frei geworden. daß diese Vision schnell vorüber ging. Jenes Deutschland ist noch schöner geworden als in den vier Jahren Ereignis wurde die Basis seiner hohen Karvorher.<< riere. Der Führer rief den Bewährten kurz » Die Juden hatten den Arbeiter in die darauf nach München und ernannte ihn zum Drecklinie geführt. Davon haben wir sie Lohne für seine Verdienste um Volk und frei gemacht. Ihr Grundsatz ist geworden: Staat zum Reichsorganisationsleiter der ParFreut Euch des Lebens...< » Der Frühling ist so total wie tei. Selten hat Kraft so ergiebig mit Freude die Erneuerung, die uns erfaßt hat. geendet. Dank Dir, Du kleines Hotel da Wie ein Baum, der sein Blätterwerk ent- drüben! faltet, nicht fragen dorf, ob der Frühling * echt sei, so gibt es für Amtsstuben auch >> Steht schon im Mit frischen, begeistert aufgenommenen nicht die Frage: ist die Revolution auch echt... Sie ist echt, denn Märzstürme Worten beendet der Ehrenbürger seine Rede. vernichten das Krankhafte.<< Dann legt ihm der Oberbürgermeister eine Bisher hatte der Ehrenbürger in leidlicher klirrende und funkelnde Kette um den Hals. Sie sind im Hansasaale. Alles springt auf, Haltung gesprochen. Da geschah etwas Un- Die Zeremonie ist beendet:» Heute Abend Kameraden und zu neunzig Prozent Uniformen, in denen Bei- erwartetes. Eben hatte er zu diesem Satz die Sammelpunkt der alten geordnete, Ratsherren und einiges auserwähl- Stimme mächtig erhoben: Kämpfer drüben bei Deis. Tische sind resertes Volk stecken. Feierliche Pause, ausge->> Alle diese Schönheit zu empfinden, ist viert: der Ehrenbürger beruft seine Getreuen füllt vom deutschen Gruße. Da tritt der neue eine Frage des Blutes, das hat zum männerfesten Ehrentrunk, und alle denEhrenbürger ans » Erhält in älterer Zeit( vor 1850) das hakenkreuzgeschmückte mit Verstand und Bildung wenig ken noch einmal an den packendsten Satz uneheliche Kind den Familiennamen des Pult und der Oberbürgermeister, in der Hand zu tun«, zurück, den er zuvor gesprochen:» Wer an Erzeugers, auch ohne daß eine formelle eine vielseitig versiegelte Pergamentrolle, be- da trat eine jener Kunstpausen und Zun- das Glück glaubt, wer an sich selbst glaubt, Vaterschaftsanerkennung nachzuweisen ginnt seine Ansprache.>> In Deutschlands genhemmungen ein, die noch in der Erinne- der wird auch glücklich sein.<< wäre, so ist mit einer an Sicherheit schwerster Zeit.<< Sie, verehrter Doktor rung jeden Redner Alpdruck bereiten. Auf Andreas Howald. grenzenden Vermutung anzunehmen, daß er auch der wirkliche Erzeuger Wie schwierig die Sache ist, zeigt folgendes Beispiel aus den Richtlinien: war.< Warum diese Ermittlungen? erFrage kommen? Diese verzwickte Situation| differenzierte rassenpolitische Kläranlage er- aber wenn der» Beweis des Gegenteils<< wird in den Richtlinien durch folgende An- forderlich ist, während es sich früher in der bracht wird? In diesem Falle treten die weisung erhellt: verruchten marxistisch- liberalistischen Zeit Nürnberger Gesetze automatisch in Kraft. d) Es kommen mehrere Erzeu- beim unehelichen Kind im wesentlichen um Der arische Vater steht vor Zuchthausgefahr ger in Betracht: Steht nach Vormund- ein Windel- und Alimentationsproblem han- und die Mutter hat beste Aussicht, mit ihm schafts- oder Unterhaltsprozeßakten oder delte, werden auch anderen Quellen fest, daß die Mutter jetzt Geschlechterfolgen von wegen Begünstigung verurteilt zu werden. in der Empfängniszeit mit mehreren Män- Sippen- und Rassenforschern mit und ohne Vater, Mutter und Kind können sich nunmehr nern verkehrt hat, so ist von jedem der- Uniform mobilisiert. Ein einziger Nichtarier gemeinsam auf den besonnten Weg der deutselben der Abstammungsnachweis( neben unter» mehreren<< Vätern entscheidet über schen» Volksgemeinschaft« begeben. dem der Mutter) zu erbringen. Ist ein natürlich den Lebensweg des Kindes, Teil der in Frage stehenden Personen ariAbscher, ein Teil jüdischer Abstammung, so negativen Sinne, mag es sonst alle Merkmale ist eine Klärung der Rassezug e- des Ariertums vorweisen. hörigkeit nur durch eine erbDie Antwort gibt Punkt 2. Danach hat jedes uneheliche Kind den Nachweis zu führen, daß es von seiten des Vaters, der die Vaterschaft auch selbst anerkannt hat, arischer Abstammung ist. Dabei können sich im Detail Peinlichkeiten herausstellen, denn: > Haben mehrere Männer die Vaterschaft anerkannt, SO ist sämtlichen auch stammungsnachweis zu erbringen.< Ist der Erzeuger dem Namen und der Person nach bekannt, so muß er durch Vorlage einer Serie von Dokumenten die arische Abstammung nachweisen. Wie aber, wenn > mehrere< Väter, und unter ihnen einige nichtarischer Abstammung, von der in verwaschechten Hasenkopf ziert wurde, sehr gern gefallen. Vieles und herzliches Lachen im ganzen Hause.<< Wer diese Verniedlichung des Weltkrieges in der Demokratie gewagt hätte, wäre in der Uraufführung erst einmal ausgepfiffen worden, am energischsten von den ehemaligen Soldaten. Im Dritten Reich wird eine solche Travestie von Naziblättern also glorifiziert: im Zur Schau auf der Pariser Weltausstellung werden gegenwärtig Dokumente zum»> weltanschaulichen Umbruch« durch den Nationalund rassenkundliche Unter- Da hat es die nichtarische Mut- sozialismus gesammelt. Diese Richtlinien, suchung möglich. In diesen Fällen ter doch viel einfacher. Nach den Richtlinien übersetzt in alle Kultursprachen, verdienen ist eine Entscheidung der Reichsstelle für gilt ein von Sippenforschung im Verwaltungsverfahren ihr geborenes Kind, wenn der unter ihnen einen Ehrenplatz, weil es ihresherbeizuführen. Erzeuger nicht festzustellen ist, als nicht- gleichen in der Welt noch nicht gegeben hat. Man sieht, daß zu solch einer» Klärung« eine arisch bis zum Beweise des Gegenteils. Wie hinzu: Mama, Papa, Ich fühle, ich muß fort Kopfschuß ich habe gebetet vor dem Sterben seid nicht traurig. Ich küsse euch und die Schwestern Robert.<< Abwarten H. dem wahllosen Gebrauch der Phrase vom sie etwa zwanzig Jahre lang geblieben. Es machte dem derzeitigen Herrn Den Gleichgeschalteten der ReichkulturSenatspräsidenten Greiser garnichts aus, kammer wird manchmal vor der braunen daß er einer Mutter den letzten Bilderstürmerei bange. Dann warnen sie vor Brief ihres Sohnes vorenthielt. Er wußte die traurige Kriegstrophäe in sei-» Kulturbolschewismus«, hinter der die DiDie deutschen Zeitungen fügen gerührt nem Schubfach zwanzig Jahre lang! lettanten ihre Unfähigkeit verbergen, wie und schlief so ruhig wie ein Gerechter. > Ehrfürchtig nimmt man dieses Doku- Vielleicht sind die Eltern Battet inzwischen Prof. A. Ziegler, in einer Ansprache erOberste der bildenden Künste, jüngst der >> Diesen Hasen und noch einen anderen ment des Heldentums eines einstigen Geg- gestorben, ohne den leisen und schönen Gruß klärte. Ebenso wandte er sich gegen>> unzeitmuß man gesehen haben, will man sich geners zur Hand, eines blutjungen Fähnrichs, sund baden in einer Flut von derbem, ungeder rein und gläubig sein Leben für die ihres sterbenden Kindes empfangen zu haben. künsteltem Humor, in einem TrommelSache des Vaterlandes opferte.<< feuer lustiger Soldatenstrei- Schon recht aber warum nimmt man che, die keine Zimperlichkeiten, keine in- sie gerade jetzt» in die Hand Maman, papa, Je sens que je m'en vais blessure a la tête avant de mourir j'ai priè surtout n'ayez pas de peine. je vous embrasse et les Soeurs Robert senden können? denn aller und nun zitieren wir wieder die deutschen Zeitungen: gemäße Veröffentlichungen über die Kunst von gestern, die durch ungeschickte Bekämpfung nur gewinnen könne,..< Die Herren fühlen ganz richtig, welche Verantwortung sie für diese Kunst von ge>> hat der Senatspräsident dem franzö- stern mit zu tragen haben, wie rasch sich sischen Konsul in Danzig, Baron de auch die neuen Zeiten ändern könnten und la Tournelle, diese Dokumente überreicht Jetzt aber ist wieder die Zeit der leeren Gesten gekommen, wie sie unheilvollen internationalen Entladungen vorauszugehen pflegt, und jetzt und ihn gebeten, dafür Sorge zu tragen, daß daß man darum nicht weiß, wie die Kunstsie den Angehörigen der im Heldenkampf mode von übermorgen aussieht. gefallenen Gegner zugestellt und ihnen zugleich die ritterlichen Grüße des einstigen deutschen Gegners übermittelt werden.<< Beinahe nachfühlen ... In der Nacht zum Donnerstag wurde Die» ritterlichen« Grüße, die den deutschen der Aushängekasten für» Das Schwarze Nun, der Fall liegt etwas anders. Die Fa- Zeitungen helle Bewunderungsschreie ent- Korps< am Pfaffenstieg(!) eingeschlagen. milie des gefallenen Fähnrichs Battet hat locken, kommen nicht nur zwanzig Jahre zu Wir besahen uns am Morgen die Bescherung, die letzte Botschaft ihres Toten spät, sie sind auch alles andere als ritterlich. während auf der anderen Seite ganz in bis heute noch garnicht erhalten, Es wäre für Herrn Greiser eine selbst- Schwarz gekleidete Gestalten, mit ebenso verständliche Ehrenpflicht ge- breitrandigen Sombreros behauptet, ihrer wesen, die Sterbebotschaft sofort nach kindlichen Freude über die zerbrochene » Das Papier befand sich bisher zusam-: men mit den Ausweisen dreier anderer Kriegsende den Menschen zuzusenden, für die Scheibe freien Lauf ließen. Wir können es französischer Marineflieger im Besitz sie bestimmt war und deren Adresse er dem oder den Tätern und ihren HintermänDanziger Senatspräsiden- zum Ueberfluß noch schwarz auf weiß besaß. nern beinahe nachfühlen, daß ihnen ten Greiser. Er war Führer einer Flie- Daß dieser Ritter sich der verspäteten Nach- eines Tages der Kragen platzen gerstaffel auf der Seeflugstation Ostende. des Dort in den Kämpfen an der flandrischen holung einer einfachen Menschenpflicht auch mußte, daß sie sich nicht mehr bremsen Küste fielen ihm diese Papiere des franzö- noch rühmt und daß die Presse des Herrn konnten und klirrendes Glas ihnen ein unsischen Marinefliegers in die Hände.<< Göbbels sich zum Werkzeug der eklen Selbst- gefährliches Abführmittel für beweihräucherung macht, ist ein national- ihre überhitzten Gemüter zu sein Und in diesen unberufenen Händen sind sozialistisches Meisterstück. schien.<< ( Hildesheimer Beobachter.), (> Kölnische Volksztg.< Nr. 84) Furcht vor Vertrauensratswahlen Betriebsstoßtrupps statt Betriebswahlen Im erInis im> Deutschen Volkswirte vom 19. März bestätigt. Da heißt es: >> Die Leipziger Messe, früher dem reinen Verkaufsgeschäft vorbehalten, ist mit der Zeit als wirksames Propaganda werkzeug erkannt worden, das von den Ausstellern nicht nur nach ihrem Umsatzergebnis beurteilt wird...< An Stelle des Verkaufs, der Hereinnahme von Aufträgen, müssen sich die ausstellenden Unternehmungen heute mit der bloßen Propagandawirkung zufrieden geben. Und die ist, besonders bei den ausländischen Besuchern der Leipziger Messe, keineswegs hervorragend... ,, Bedarfsdeckung" Staatssekretär Reinhardt teilt in einer für Ehestandsdar... und natürlich verwendet werden müswenigstens für die Minderbemittelten dafür Die nazideutschen Siegesberichte von den ge- ungefährlich, da nach der Göbbels Methode| wurde bis zum 1. Mai 1938 verlängert. wonnenen Erzeugungs- und Arbeitsschlachten einzelne Streichungen die entsprechende Kommentar zum AOG wird die> Notwendighaben ihr Echo bei den ausländischen Lesern Stimmenhäufung für die verbleibenden Kan- keit einer kurzfristigen Erneuerung der Verdes deutschen Wirtschaftswunders allmählich didaten zur Folge gehabt hätten. trauenskundgebung durch eine jährliche Abeingebüßt. Die Scheinkonjunktur und die Aber hier setzte der Widerstand der Ar- stimmung« besonders unterstrichen. In der Pleite des Vierjahresplans sind vor allem dem beiterschaft ein. Sozialdemokraten und freie Praxis haben die Nazis die Amtszeit der 1935 eigenen Volk nicht verborgen geblieben. Eine Gewerkschaften hatten sich in ihren Aus-» gewählten« Vertrauensräte vorläufig auf allgemeine und tiefe Miẞstimmung hat alle landszentralen und den innerdeutschen Stütz- drei Jahre verlängert, soweit nicht die unVolkskreise und nicht zuletzt die Arbeiter- punkten der illegalen Bewegung zu der wirk- liebsamen Kandidaten inzwischen von der neu schaft erfaßt. Mehr noch als durch einzelne samen Parole vereinigt, zur Wahl zu gehen errichteten Abteilung des Amtes für>> Soziale sichtbar gewordene Widerstandsregungen und alle Stimmzettel ungültig zu Selbstverantwortung« ihre Abberufung wird die Situation durch eine protest- machen. Die völlig abwegige Anweisung fahren. artige Passivität, die stumme aber der Kommunisten, eigene Kandidaten ans Die Erkenntnis des Regimes ist dahin ge- neuen Durchführungsverordnung über die Gebeharrliche Ablehnung des Nationalsozialis- Messer liefern oder sich auf bestimmte Kan- reift, daß die Aenderung des Arbeitssklaven- währung von Ehestandsdarlehen mit, daß die Volkskreise und nicht zuletzt die Arbeiter- didaten zu vereinigen, scheiterte an der Be- gesetzes, soweit es sich um die Beseitigung Bedarfsdeckungsscheine klasse gekennzeichnet. Das Hitler- Rezept sonnenheit der Arbeiterschaft. Die geschlos- des Restes von>> Mitbestimmungsrecht<< im lehen» vom 1. April an auch zur Bezah> Mehr arbeiten und weniger verbrauchen« tut sene Aktion der sozialdemokratischen und Sinne des Nationalsozialismus handelt, nicht lung der Kosten für die Teilseine Wirkung. gewerkschaftlichen Kräfte hatte die Nazis in mehr lange auf sich warten läßt. Mit der nahme an einem Lehrgang einer Die antifaschistische Welt mag den Grad die tödlichste Verlegenheit versetzt. Noch Aufhebung der Vertrauensratswahlen hat die Reichsmütterschule des deutder Erschütterung der Hitlerschen Massen- wurde zwar im März 1936 ein letzter Ver- Hitler- Regierung auch gleichzeitig ihr Urteil schen Frauenwerks verwendet basis verschieden beurteilen, aber es gibt such gemacht, die Betriebswahl in eine po- über die ganze Institution der Vertrauenswerden dürfen.<< einen untrüglichen Gradmesser für das Aus- litische Vertrauenskundgebung für Adolf räte gesprochen. Die Nazis glauben selbst maß des wachsenden Mißtrauens im deut- Hitler umzubiegen. Die nationalistische Hoch- nicht mehr an einen Erfolg ihrer Scheinschen Volk- das eigene Urteil der Diktatur stimmung im Frühjahr 1936 schien der letzte organisation Arbeitsfront und ihres Schein- sen, wenn es befohlen wird. Mütterschulungskurse gab es in der Republik fast in jedem über ihre Verankerung in den Massen. Dieses Ausweg zu sein, die Wahlniederlage zu ver- Vertrauensrats. Die Absage der Wahl ist nur Selbsturteil ist soeben gefällt worden. Der hindern, aber schon am 11. März war auch eines der Zeichen der neueren Entwicklung größeren Ort, und die Teilnahme daran war anbrechende Frühling, der für den Reichs- dieser Traum verflogen, die für den 3. und des deutschen Faschismus in der Arbeiterpropagandaminister und Bezwinger der Ar- 4. April angesetzte Abstimmung frage. Da die Arbeiter mit all diesen Schwin- unentgeltlich. Jetzt muß die Gebühr nachträglich» abgestottert« werden, und beiterseele just der richtige Augenblick sein wurde plötzlich ganz abgesagt. delinstitutionen nicht zu gewinnen waren, mußte, wieder einmal an das Volk zu appel- Die Amtszeit der alten Vertrauensräte wurde sollen künftig stärkere Mittel zu ihrer» Er- trägt die Veranstaltung einen hochtrabenden lieren, sich in einer Abstimmung zum Füh- um ein Jahr verlängert. Wir haben bereits oberung eingesetzt werden. Künftig wird Namen. Das ist der ganze Unterschied. damals im» N. V.<< ausgeführt, daß die Ver- nicht der Vertrauensrat, sondern der tagung der Wahl einer dauernden Aufhebung Werkscharmann der Betriebspionier der Betriebswahlen gleich kommen dürfte. sein, um das» nationalsozialistische ArbeitsIn diesem Jahr haben die Nazis seit dem ethos« in die Köpfe der Gefolgschaften einJanuar immer wieder vorsichtig abgetastet,| zuhämmern. Die DAK gibt bekannt: ob sie eine nochmalige Wahl wagen könnten, » Das Gesetz unter dem die Werkscharen » Der deutsche Mensch will mehr als ohne sich einer riesigen Blamage auszusetantreten, heißt: Der Führer hat immer wohnen und sich kleiden. essen, trinken, zen. Die wiederholten Beratungen der StaatsRecht.<<< Bauer und Arbeiter, alle diese schaffenden Nach dem§ 9 AOG gehört es zu der vor- gewaltigen zogen sich wieder bis zum 1. März Die Werkscharen haben nach der neuesten Menschen verlangen, daß sie der deutschen nehmsten Pflicht der verantwortlichen Lei- 1937 hin und sie endeten mit dem Eingeständ- Proklamation eine entsprechende blaue Uni- Kultur in allen ihren Sparten und Errungentung des Arbeitslebens, alljährlich spätestens nis der Schwäche. Die Wahl wurde ohne Kom- form, Ehren und Abzeichen verordnet erhal- schaften teilhaftig werden. Der Klassenim April, die Listen für die Vertrauensrats- mentar abgesagt. Die Tagespresse wie die ten, dazu ein Dienstbuch, das auch die» Ge- kampf war nicht allein ein Lohnwahlen aufzustellen. Die Vertrauensratswahl Fachblätter der Arbeitsfront hüllen sich in war stets nur ein Arbeiterbetrug, denn die Schweigen. Versteckt und ängstlich findet sich unter Belegschaft durfte die Männer ihres Vertrauens weder nominieren, noch jemals wäh- den amtlichen Mitteilungen der einzelnen Reichsbetriebsgemeinschaften folgende kurze len. Sie hatte lediglich eine vom Unternehmer und dem Nazi- Betriebszellenobmann bezw. Betriebswalter aufgestellte Liste von Kapitalsknechten zu akzeptieren. Der sog. Vertrauensrat war eine machtlose Scheinvertretung, über deren Bedeutungslosigkeit in der Arbeiterschaft kein Zweifel besteht. Wahlmethoden waren ein Hohn auf jede Wahldemokratie. Das Wahlergebnis konnte also in keinem Fall irgendwie einen Einbruch in die faschistische Betriebsdiktatur bedeuten. Der Vertrauensrat ist für den kapitalistischen Betriebsführer ebenso gefahrenlos, wie für rer« zu bekennen, hat diesmal eine kleine und häßliche, furchtsam schweigende Regierung vorgefunden. Josef Göbbels verzweifelt am Erfolg einer Wahl, er fürchtet die Niederlage, Das Gesetz über die Ordnung der nationalen Arbeit ist in Unordnung geraten. Die Vertrauensmännerwahlen in den Betrieben sind abgesagt! den Hitler- Faschismus. Die So gering das Arbeiterinteresse also an diesem Schwindel eines> Vertrauensrats< Notiz: von Klassenkampf mit brauner Lyrik Wandlung, Irrtum oder was sonst? setze deiner Gemeinschaft« enthält. kampf, sondern vielmehr ein Kul>> Die Werkschar ist eine Gemeinschaft turkampf. Daß die Kultur und ihre Schönnationalsozialistischen Kämpfern. In heiten allein der besitzenden Klasse vorbeihr haben sich deutsche Arbeiter zusam- halten waren, empfanden Bauer und Arbeiter mengeschlossen, um ein stets einsatzberei- gemeinsam als Schmach, Schande und Entter Stoẞtrupp für den Nationalsozialismus ehrung.<< im Betriebe zu sein.<< Wo findet man diese ethisch- ästhetische popular- marxistischen Broschüre? Irrtum! Abteilung Vertrauensrat Auf Anordnung des Leiters des OrganiDie deutschen Arbeiter haben sich in vier sationsamtes der DAF Pg. Claus Selzner, ist beim Amt» Soziale Selbstverantwor- Jahren nicht willig gezeigt, dem Regime in tung<< eine Abteilung» Vertrauensrat«< ge- Betriebswahlen ihr Vertrauen zu bekunden. Begründung des Klassenkampfes? In einer schaffen worden, die alle mit Einsetzung Künftig sollen Werkschargeist und Werkdie Vertrauensund Abberufung von Vertrauensräten zu- schararbeit erreichen, was sammenhängenden Fragen einheitlich re- ratswahlen zu erreichen nicht vermocht hat, der Gefolgschaften:» Der gelt. Entsprechend ist auch in den Gau- die Bekundung büros für Arbeitsausschüsse ein Referat Führer hat immer Recht.<< >> Vertrauensrat« geschaffen worden. »> Beziehungseier«< Auch das gibt es. Er wird auch Recht behalten in seiner Die Hitler- Diktatur hat sich entschlossen, begründeten Angst, die Betriebsarbeiter noch auf Vertrauenskundgebungen der Arbeiter zu einmal über das Vertrauen zum Führer abverzichten, um nicht Mißtrauenswahlen zu stimmen zu lassen. Der Führer hat Recht, sosein mußte und so gleichgültig den Beleg- ernten. Die Amtszeit der Vertrauensmänner lange das Volk schweigen muß. schaften die personelle Zusammensetzung der Kandidaten- Puppen war, so wichtig blieb es doch, eine der wenigen legalen Möglichkeiten zu nutzen, um bei dieser Wahl ein politisches Bekenntnis der Arbeiterschaft abzulegen. Weder der Wahlterror, noch die Propagandalügen über die zahlenmäßigen Wahlergebnisse meiden, nicht etwa um die Produkte Legehuhnes, das sich konnten verhindern, daß bei den zurücklie- auserwählten genden Vertrauensratswahlen das grenzenlose Dienste am Vierjahresplan besonders anstrenMißtrauen der Betriebsarbeiter zur Hitler- gen muß. Der Sachverhalt ist diktatur in einer gewaltigen Demonstration bels>> Angriff< bekundet worden war. Bei der ersten Wahl im Jahre 1934 haben nach den Angaben des» Angriff< etwa 60 Prozent der Gefolgschaften die Wahl zum Zeichen ihres Protestes sabotiert, ein gleicher Prozentsatz ergibt sich bei den Abstimmenden für die Ablehnung der faschistischen Listen. Die Ablehnung war durch Streichungen aller oder einzelner Kandidaten zum Ausdruck gekommen. und Die folgende Wahl im Jahre 1935 vollzog sich unter einem Abstimmungszwang. Bei Vermeidung von Entlassung, Verfolgung und Verhaftung mußte jeder Arbeiter Angestellte zur Wahl< erscheinen. Das Ergebnis war indes für das Regime katastrophal. Die Göbbelsschen Wahlergebnisse wurden durch die Berichte der Belegschaften als eine einzige Lüge entlarvt. Im Januar 1936 setzte zum drittenmal der Wahlfeldzug gegen die Arbeiter ein. Die Trommler durchzogen das Land und versuchten mit wechselnden Parolen zu retten, was zu retten war. Zunächst wurde verkündet, Es handelt sich, um Irrtümer zu falle selbst schwieriger gestalten! Ist es nicht eine beißende Kritik, wenn im Deutschen Volkswirt« in einem Artikel über» Wehrwirtver- schaftliche Fragen der Selbstversorgung mit eines mineralischen Rohstoffen« zu lesen ist: im nach Göbvielmehr der folgende: die >> Man gewinnt den Eindruck, daß Eier entweder in stärkerem Maße als früher auf dem Lande bleiben oder, was vielleicht richtiger ist, daß sie nicht den wünschenswerten Weg über die Verteiler vom Sie Erzeuger zum Verbraucher nehmen. gelangen dem Anschein nach über persönliche Beziehungen vom Land in die Stadt und werden dadurch den Einflüssen der Marktordnung entzogen. Eine Folge davon ist, daß > persönlichen Bezieher< besser versorgt werden als die, die auf die Ladengeschäfte angewiesen sind, und noch dazu auf deren Kosten.<< die über Es handelt sich um eine Partie aus einem Leitartikel des> Angriffe von Mitte März die Beziehungen zwischen Land und Stadt. Sonst immer Ausgeburt von Dreck und Feuer, natürliches Bekenntnis aller Untermenschen, wird der Klassenkampf unter Göbbels Protektion auf einmal bengalisch beleuchtet. Hoffen wir, daß sich da nicht ein jüdisch- bolschewistischer Provokateur eingeschlichen hat... Neuer Vormärts Sozialdemokratisches Wochenblatt >> In den Vereinigten Staaten hat die Herausgeber: Ernst Sattler; verantSorge um die Bedarfsdeckung in bestimmwortlicher Redakteur: Wenzel Horn; ten Rohstoffen sogar zu der scheinbar pa- Druck:> Graphia«; alle in Karlsbad. radoxen Forderung geführt, den Friedensverbrauch und die Friedenseinfuhr an die Zeitungstarif bew. m. P. D. ZI. 159.334/ VII- 1933. Printed in Czechoslovakia. sen im eigenen Land nicht verfügbaren Stoffen möglichst zu steigern, z. B. von Der>> Neue Vorwärts« kostet im EinzelZinn und Nickel in Geräten des täglichen verkauf innerhalb der ČSR Kč 1.40( für ein Bedarfs, von Platin in der Zahnheiltechnik, Quartal bei freier Zustellung Kč 18.-). Preis von Quecksilber in neuzeitlichen Dampf- der Einzelnummer im Ausland Kč 2.-( Kč wird 24. für das Quartal) oder deren Gegenwert kraftanlagen. Im gegebenen Falle man, so wird geplant, zunächst auf die ent- in der Landeswährung( die Bezugspreise für sprechend gestiegenen Handelsvorräte, das Quartal stehen in Klammern): Argentinien aber auch teilweise auf die in der Pes. 0.30( 3.60), Belgien: Belg. Frs. 2.45( 29.50), Bevölkerung bereits in Benutzung stehen- Bulgarien Lew 8.-( 96.-). Danzig Guld. 0.45 den Metallmengen zurückgreifen können.( 5.40), Deutschland Mk. 0.25( 3.-), Estland Man treibt also im Frieden be- E. Kr. 0.22( 2.64), Finnland Fmk. 4.( 48.), wußt geradezu das Gegenteil Frankreich Frs. 1.50( 18.-), Großbritannien einer auf Autarkie gerichteten d 4.-( Sh. 4.-), Holland Gld. 0.15( 1.80), ItaWirtschaftspolitik, um sich bes- lien Lir. 1.10( 13.20), Jugoslawien Din. 4.50 ser für den Kriegsfall zu sten...< dann rüIn Deutschland tut man bekanntlich das Gegenteil. Wird das Schacht- Organ für diese Aeußerung, mit der es dem Göring und seinen wirtschaftlichen Mitarbeitern beschei( 54.), Lettland Lat. 0.30( 3.60), Litauen Lit. 0.55( 6.60), Luxemburg B. Frs. 2.45( 29.50), Norwegen Kr. 0.35( 4.20), Oesterreich Sch. 0.40( 4.80), Palästina P. Pf. 0.020( 0.216), Polen Zloty 0.50( 6.-), Portugal Esc. 2.( 24.), Rumänien Lei 10.-( 120.-), Schweden Kr. 0.35( 4.20), Schweiz Frs. 0.30( 3.60), Neulich versicherte Dr. Ley, daß im Dritten Reich der Sozialismus nicht nur als Produktionsprinzip, sondern auch in der Verteilung» restlos« durchgeführt sei. Das Blatt der Deutschen Arbeitsfront widerlegt jetzt seinen hohen Chef. Sollte es wissen, der er nigt, daß auch auf diesem Gebiete ihre Po- Spanien Pes. 0.70( 8.40), Ungarn Pengö 0.35 dank seiner>> Beziehungen« neben einem Likör- litik zu einer katastrophalen Pleite führen schrank auch eine gut assortierte Eierkiste muß, nicht einen Rüffel bekommen?! besitzt, die den darbenden Leib vor dem Schlimmsten behütet? Die Leipziger Messe ( 4.20), USA 0.08( 1.-). Einzahlungen können auf folgende Postscheckkonten erfolgen: Tschechoslowakei: Zeitschrift» Neuer Vorwärts« Karlsbad. Prag 46.149. Oesterreich:» Neuer Vorwärts< Karlsbad. Wien B- 198.304. Polen:» Neuer Vorwärts< daß die Abstimmung keine politische sei, Amerika, du hast es besser! Der Verlauf der diesjährigen Leipziger Karlsbad. Warschau 194.797. Schweiz:> Neuer sondern lediglich ein Votum der Gefolgschaft So mögen die deutschen Kriegsvorberei- Frühjahrsmesse ist als ein Erfolg bezeichnet Vorwärts< Karlsbad. Zürich Nr. VIII 14.697. über ihren Betriebsführer. Diese Parole mußte tungs- Strategen geseufzt haben, als Aber in Wirklichkeit war sie für Ungarn: Anglo- Čechoslovakische und Prager Creditbank Filiale Karlsbad. Konto> Neuer zurückgezogen werden, man erklärte, es gehe ausgerechnet in einem der ihnen willig zu die ausstellenden Industrien ein kaum gerin- Vorwärts<< Budapest Nr. 2029. Jugoslawien: darum, sich zu den Personen auf der Liste zu Diensten stehenden Organen vorgehalten gerer Fehlschlag als die vorhergehenden un- Anglo- Čechoslovakische und Prager Creditbank, Filiale Belgrad, Konto» Neuer Voräußern und es wäre zulässig, unerwünschte wurde, wie sehr sie durch ihre Rohstoffbe- ter dem Hitlerregime. wärts<, Beograd Nr. 51.005. Genaue Bezeichihnen worden. Kandidaten zu streichen. Dieser Trick war wirtschaftung die Rohversorgung im Kriegs- Das wird durch das folgende Eingeständ- nung der Konten ist erforderlich.