Neuer Vorwärts Sozialdemokratisches Wochenblatt Verlag: Karlsbad, Haus„ Graphia" Preise und Bezugsbedingungen siehe Beiblatt letzte Seite Der Marsch in den Krieg Führer, dich lieben wir! Führer, wir folgen dir! Alle Welt soll uns hören, Leben und Leib dir gehören! ( Flaggenspruch in den deutschen Volksschulen.) send Jungen und Mädchen sind durch Gesetz vom 1. Dezember 1936 in der Hitlerjugend organisiert. Sie tragen Uniformen, lernen die Biographie des Führers auswendig und üben sich im Kleinkaliberschießen. Nr. 215 SONNTAG, 25. Juli 1937 Aus dem Inhalt: Der Mord an Dollfuẞ Südosteuropa u. das Dritte Reich Deutsche Feste- Deutsche Kunst Der Vatikan gegen das Dritte Reich Der Krieg in China Ziele und Kräfte der japanischen Gewaltpolitik paner zu Herren der in rascher Entwickvor kurzem Acht Millionen fünfmalhunderttau- Zugleich und im Zusammenhang mit land gewährte. Das Ziel der Marine ist Hälfte des üblichen Preises geliefert werder außenpolitischen Spannung in Europa nach Süden gerichtet, nach der Inselwelt den. Vor allem aber machen sich die Jaist im Fernen Osten ein heftiger Konflikt des Stillen Ozeans. entstanden. Nachdem eben noch ein Streit Bis vor kurzem schien es, als würde es lung begriffenen chinesischen Textilinduzwischen Japan und Rußland um einige der nach den Wahlen neugebildeten Re- strie. Von den 5.4 Millionen Baumwollwirtschaftlich wie militärisch gleich be- gierung gelingen, die Politik der Armee in spindeln Gesamtchinas befinden sich 21 deutungslose Inseln im Amurfluß nicht zu- gewissen Schranken zu halten. Das wach- Prozent und von den 51.000 Webstühlen 24 Neulich hat das englische» Board letzt durch die Nachgiebigkeit der russi- sende Defizit, die zunehmende Passivität Prozent in Nordchina, vor allem in den of Education« über diese Jugend einen schen Regierung beigelegt wurde, ist es der Handelsbilanz, ständiger Goldabfluß, Zentren Tsingtau, Tientsin und Tsinanfu. Bericht herausgegeben. Es hat in ihren jetzt in der Umgebung von Peking zu hef- beginnender Rohstoffmangel, Preissteige- Von den 620.000 Spindeln in Tsingtau, Gesichtern» Anstrengung und Ueber- tigen Kämpfen zwischen japanischen und rung und wachsende soziale Gärung moch- nach Schanghai dem größten Textilsie hindern, neuen ernst<< festgestellt.» Körpererziehung chinesischen Truppenteilen gekommen. Ja- ten kostspieligen zentrum Chinas, befinden sich 562.000, von bis zum Exzeß«, heißt es in dem Be- pan sendet Kriegsschiffe und führt von Annexionsplänen und kriegerischen Aben- den 9161 Webstühlen 8790 in japanischer richt weiter,» unter Vernachlässigung den Inseln, Korea und der Mandschurei, teuern ihre Zustimmung In Hand; in Tientsin besitzen sie 70 Prozent zu geben. des Geistes und der Seele bei einer Na- aus Truppenverstärkungen heran. Das Ziel dieser Situation hat die japanische Okku- der Kapazität der Baumwollspinnereien. tion vom Range der deutschen kann für kann nicht zweifelhaft sein: Japan will pationsarmee den Knoten durchhauen und Nur in Tsinanfu haben die Chinesen ihren diese Nation selbst eine furchtbare Ge- die fünf Provinzen Nord chinas den Krieg mit China Krieg mit China begonnen. Die Besitzstand bis jetzt einigermaßen halten der chinesischen Wehrwirtschaft ist eine kost- können. Es sind aber große Ausdehnungen fahr werden und die ganze Welt in endgültig Zentralregierung entreißen spielige Wirtschaft, neue Er geplant oder bereits im Bau, in Tsingtau Verwirrung stürzen.<< und sie in der einen oder anderen Form oberung soll die Kosten decken. für 215.000 japanische Spindeln und 4640 Nordchina ist ein in rascher Entwicklung Webstühle, in Tientsin für 455.000 Spindeln seinem Vasallenstaat Mandschukuo angliedern. Die Entwicklung, die vor bald sechs begriffenes Land. Aber in offiziellen Nach- und 8700 Stühle. Nun hatte die japanische Jahren mit der Eroberung der Mandschurei richten des Außenpolitischen Rates der Regierung unter dem Druck der Währungsbegonnen, scheint jetzt ihre Fortsetzung chinesischen Regierung wurde vor kurzem und Devisenschwierigkeiten gesagt, daß Nordchina zu einer japani- ein Verbot der Kapitalausfuhr aus Japan finden zu wollen. Träger dieser Entwicklung ist das schen Kolonie geworden sei. Unter- erlassen. Nichts ist charakteristischer für Heer, das in Japan zu einem Staat im stützt vom japanischen Heer ist das japa- die japanischen Machtverhältnisse, als daß Staates übergriff, das ist in Japan in höch- nische Unternehmertum seit 1931 in die die Kwantung- Armee die japanische ReArmee, die Mandschukuo besetzt hält. Sie nordchinesischen Provinzen eingedrungen. gierung zwingen konnte, die notwendigen hat ihre eigene Kolonisierungs-, Sozial-, Ein großer Teil der lebenswichtigen Wirt- Gelder für die industrielle Expansion in Diese Maschine wird immer weiter Wirtschafts- und Finanzpolitik entwickelt; schaftszweige und Transportwege sind be- Nordchina trotzdem bereitzustellen! Denn ausgebaut. Ueber ihren Umfang und was Schleicher in den letzten Jahren der reits in Japans Hand. Es hat verstanden, Japan, das Ende 1935 erst über 500.000 ihre Funktion enthalten die Deutsch- Weimarer Republik aus der Reichswehr zu der chinesischen Regierung allmählich die Spindeln in ganz China besaß, soll nach Wirtschaftsplan der japanischen land- Berichte des Sozialdemokratischen machen suchte, eine staatspolitische Macht Monopole, die sie über Eisenbahnen, Schiff- dem in Tsingtau und Parteivorstandes( Heft 6, 1937) eine eigener Art, die von der Militärpolitik aus fahrtslinien, Kohlenbergwerke, Salzfelder Okkupationsarmee allmählich auf alle anderen Gebiete des und Elektrizitätswerke besaß, zu entreißen. Tientsin über je eine Million Spindeln verFülle von Material. Es gibt nicht bloß eine berittene Staats übergriff, das ist in Japan in höch- Obwohl Ausländern der Besitz von Berg- fügen und damit über die beherrschende Hitlerjugend, es gibt auch eine Flieger- stem Maß verwirklicht und die Politik des werken untersagt ist, sind drei der größ- Stellung in der nordchinesischen TextilHJ. In der Motor- HJ werden 36.000 Landes ist durch die Kompromisse be- ten Kohlenbergwerke vollständig und zwei industrie. Gegen die wirtschaftliche DurchdrinJugendliche geschult, in der Marine- HJ stimmt, die die Militärs jeweils der Regie- weitere teilweise im Besitze der Japaner, die Elektrizitätsgesellschaft von gung, in der sie mit Recht die Vorstufe 45.000. Aber das alles sind nur erst rung auferlegen. Wenn bisher die Etablie- ebenso Anfänge. Bis zu seinem achtzehnten rung einer offenen Militärdiktatur vermie- Tientsin. Die Pekinger Schiffahrtsgesell- zur endgültigen militärischen Okkupation Jahre muß der Hitlerjunge 22 Prüfun- den und die Formen einer parlamentarisch- schaft, die wichtigste chinesische Schiff- sah, suchte sich die chinesische Zentralgen über seine körperliche Tüchtigkeit konstitutionellen Regierung erhalten wor- fahrtsgesellschaft im Norden, steht unter regierung zur Wehr zu setzen. Die Schwieablegen. Er muß seinen Mann stehen in den sind, so erklärt sich das vornehmlich japanischer Regie. Die Japaner beherr- rigkeit war, daß die Japaner den unmittelGepäckmärschen, im Lagerleben, in Ge- aus zwei Gründen. Die Annexionspolitik schen bereits wichtige Eisenbahnlinien und baren Einfluß der chinesischen Regierung ländemanövern usw. Die 8000 besten und die Wehrwirtschaft haben auch Japan planen den systematischen Ausbau des in Nordchina bereits weitgehend ausgeSchützen aus der HJ des ganzen Rei- in eine schwere soziale, wirtschaftliche und Eisenbahnnetzes, Dieser Jugend wird nur ein einziges Ziel gezeigt: der Marsch in den Krieg. Ob man die Jugend beim Spiel beobachtet oder bei ernster Arbeit, ob man ihre Schriften liest oder ihre Heime besucht, ob man die Lehrpläne der Schulen studiert oder das Treiben in den Zeltlagern verfolgt, ein Wille beherrscht die ganze fein ausgedachte und immer besser arbeitende Maschine: der Wille zum Krieg. um die Ausfuhr der schaltet hatten. Unter dem militärischen ches wurden ausgesucht, um in einem finanzielle Krise gestürzt, die einen Teil Nordprovinzen unter ihre eigene Kontrolle Druck der japanischen Armee wurde ein Reichsschießwettkampf untereinander der Armee zögern läßt, die ganze Macht zu bekommen. Da die Salzproduktion Ja- politischer Rate gebildet, der ganz unter und damit die ganze Verantwortung zu pans gering ist und große Mengen dieses japanischem Einfluß stand und mit dem in Konkurrenz zu treten. 42.500 HJ- Heime werden gebaut mit übernehmen und es ihr geratener scheinen Stoffes für die Aufrüstung zur Herstellung allein die japanische Armeeführung über 170.000 Räumen. Jeder Gemeinde ist läßt, eine zivile Regierung zu dulden, der von Sprengstoffen und Giftgasen benötigt die Angelegenheiten Nordchinas>> verhandie Pflicht auferlegt, mindestens eine sie ihren Willen aufnötigt. Sodann besteht werden, so ließen sie im Oktober des Vor- deln< wollte. Es ist ein Zeichen der wachsolche Kaserne zu bauen; sie hat die ein außenpolitischer Gegensatz zwischen jahres die großen Salzfelder von Tschanglu senden Stärke der chinesischen Regierung, Kosten zu tragen und die Gemeinde- Armee und Marine. Das Ziel der Armee ist in der Provinz Hopei von ihren Truppen daß vor kurzem dieser Politische Rat, desauf Festlandsausdehnung gerichtet, auf besetzen. Nach langen Verhandlungen mit sen Chef der chinesische aber bisher ganz Japan abhängige General Sung bürger müssen beim Bau mithelfen. Was wird aus der Familie, was aus Unterwerfung Nordchinas, auf die Einver- den lokalen chinesischen Behörden wurden von der Schule, was aus den Kindern den leibung der inneren Mongolei, deren Be- die Salzfelder schließlich wieder freigege- Tsche- yuan war, ein Dekret erlassen hat, unglücklichen Produkten dieser Erzie- herrschung zugleich eine aussichtsreiche ben, aber nur unter der Bedingung, daß wonach alle Chinesen, die Landbesitz hung selbst? ziehen. rungen an strategische Ausgangsposition gegen Ruß- den Japanern große Mengen Salz zur Japaner verkaufen, mit dem Tode bestraft Kurs Die Eltern müssen zahlen und schweigen. Sie müssen Beiträge leisten Die Schule ist von genau demsel-|» Wissen ist Blei, Charakter Gold«,| quantitative hinzugefügt. Ob dies alles und Uniformen kaufen. Lassen sie sich Weisheits- wirklich der rechte Weg ist, um das damit Zeit, so wird ihnen mitgeteilt, ben Geist beherrscht. Die Lehrer, die lautet ein neudeutscher man werde ihre Einkommensverhält- vor dem Umsturz zum großen Teil poli- spruch, der in vielen Schulen ausge- Ziel zu erreichen, nämlich das deutsche nisse einer näheren Prüfung unter- tisch links standen, sind jetzt zu 97% hängt ist. Aber wo ist das Gold des Volk auf die denkbar höchste im nationalsozialistischen Lehrerbund Charakters, das durch diese Art der Er- der Kriegstüchtigkeit zu heben, muß Sie müssen vorsichtig sein in ihren organisiert. Der Geschichtsunterricht ziehung aus dem Schacht der menschli- die Zukunft lehren. Vielleicht aber lehrt sie noch etwas Gesprächen. Denn die Hitlerjungen sind erstreckt sich hauptsächlich auf Hee- chen Seele herausgeholt wird? Die Beverpflichtet,» staatsfeindliche Aeußeres- und Kriegsgeschichte, im Rechen- richte wissen von nichts anderem zu anderes. Wohl folgt ein großer Teil der zu' denunzieren. Sie müssen unterricht wird an militärischen Bei- melden als von einer Ueberheblichkeit, deutschen Jugend dem neuen noch mit großer Begeisterung, doch ihren Bücherschrank verschlossen hal- spielen geübt. Antisemitismus ist als Roheit, Heuchelei und Strebertum. Man fragt erstaunt und erschüttert, wohnen die Gegensätze nahe beieinten, denn es kommt vor, daß die Hitler- sogenannte» Rassenkunde<< Lehrfach. Militärische Uebungen und national- woher bei dieser Bildung des Nach- ander. Ein 18jähriger HJ- Führer jungen den Auftrag erhalten, nach Um- sozialistische Parteifeiern greifen im- wuchses in Zukunft die deutschen Ge- außen braun, innen rot berichtet mit >> marxistischen Hetzschriften< mer wieder störend in den Schulbetrieb lehrten, ja, woher auch nur die tüch- erstaunlicher Klugheit eine wesentlischau zu halten. Sie dürfen sich nicht beklagen, ein und machen jeden geregelten Un- tigen deutschen Facharbeiter kommen che Erkenntnis: denn auch die Lehrlingsaus->> Wenn die Jungens die HJ verlassen, verwenn ihre Kinder, Jungen und Mädchen, terricht unmöglich. Die Folge ist ein sollen spät in der Nacht übermüdet und er- starkes Zurückbleiben aller geistigen bildung leidet unter den Folgen dieses lieren sie die jugendliche Romantik. Und beschöpft nach Hause kommen, sie dür- Leistungen. Nach dem Urteil pädago- geist- und seelenlosen Betriebs. Man sonders die Jugend, die in die Betriebe geht, von denen frei- hat, um dem Mangel an Offizieren und fühlt, daß von der Theorie fen sich nicht beschweren, wenn die gischer Fachleute Kinder von ihren gleichfalls noch sehr lich keiner laut sprechen darf- blei- Ingenieuren möglichst rasch abzuhelfen, gemeinschaft zum wirklichen Leben ein weijugendlichen Vorgesetzten körperlich ben die Kinder in ihrer geistigen die Schuljahre der höheren Schule um ter Weg ist, auf dem meist die Begeisterung dem frü- eines vermindert und damit für die für den Nationalsozialismus verloren geht.<< und seelisch miẞhandelt werden. Es Entwicklung gegenüber Vorbildung der Akademiker zur quali- So marschiert die deutsche Jugend würde doch nichts nützen, und sie sel- heren Tempo um zwei Jahre zurück. Auf Wissen wird wenig Wert gelegt. tativen Verschlechterung noch die in den Krieg. Oder wohin sonst? ber könnten in Verdacht geraten. um die Volks In der Gestapohaft ermordet! 150.000 demonstrieren gegen Hitler? werden sollen. Es sind diese Maßnahmen gegen die japanische Wirtschaftsexpansion, die die japanische Besatzungsarmee Kein Rätsel mehr um den toten Stadtpfarrer bewogen haben, ihre von der Revon Brandenburg gierung bisher gehemmten Wir haben seinerzeit über den Terror- Fall Pläne durchzuführen, den Krieg des katholischen Stadtpfarrers von Brandenzu beginnen, damit die Regierung vor die vollendeté Tatsache zu stellen und sie zur Gefolgschaft zu zwingen. die SA- Leute und Schupo gegen Wallfahrtsteilnehmer Treuegelöbnis der Katholiken am St. Annaberg innerWürde es nur darum gehen, von einer ge- wurde, daß der Glaube und nicht die Nazis Kenntnis über Religion und Erziehung zu entscheiden burg berichtet, der gleichzeitig in dieser Stadt wöhnlichen Wallfahrtskundgebung der staatliche Gefängnisgeistliche war. Der zu nehmen, wie sie im oberschlesischen In- haben. Uns interessiert hier der religiöse man Teil dieser Veranstaltung nicht, wohl aber Geistliche war wegen» staatsfeindlicher Re- dustriebezirk nicht selten ist, könnte die breiten ArbeiterDer Krieg ohne Kriegserklärung den< ins Polizeigefängnis nach Berlin Alexan- über die Demonstration der 150.000 Katho- die Tatsache, daß es am Sonntag, dem 27. Juni, am St. massen als ihre Aufgabe betrachtet haben, hat begonnen, aber die Verhandlungen derplatz von der Gestapo eingeliefert worden. liken gehen weiter. Die japanische Regierung Ein kurzer Polizeibericht gab kurz darauf be- Annaberg zur Tagesordnung übergehen. Die so massenweise zu erscheinen, um dadurch muẞ heute nicht nur mit einem erstarkten kannt, er habe in seiner Zelle» Selbst- Katholiken haben aber am besagten 27. Juni zu beweisen, daß sie nicht gewillt sind, HitChina rechnen; dessen Nationalbewußt- morde durch Erhängen verübt. Trotz- unter Beweis gestellt, daß sie nicht gewillt ler als den einzigen Führer anzuerkennen, Hitlers zu wie es die Nazipropaganda gern der Oeffentsein, administrativer Zusammenhalt und dem verweigerte auf ausdrückliches Geheiß sind, dem Neuheidentum Adolf militärische Kraft es doch zu einem ge- des Berliner Bischofs die Kirche dem Verschie- verfallen. Seit Monaten werden die größten lichkeit einreden will. Zahlreiche Flugblätter den Einfluß kirchlichen, aber auch politischen Inhalts, fährlicheren Gegner machen als es im denen das rituelle Begräbnis nicht, wie es bei Anstrengungen gemacht, um japanisch- chinesischen Krieg gewesen ist. Selbstmördern kanonische Regel ist. Dem de- des Katholizismus auszuschalten. Angefan- die sich offen gegen den Nazismus wendeals staats- ten, kamen so an den Mann, der zum ersten Es stößt auch auf die Gegnerschaft der monstrativ großen Leichenbegängnis folgten gen bei den Marienbildern, die Stär- Male erfuhr, daß es auch eine Abwehr geGroßmächte. England, mit dem die ja- auch eine ganze Reihe von Bekannten protes- feindlich betrachtet werden, über die panische Regierung eben neue Verhandlun- tantischen» Bekenntnis<-Pfarrern, auf kung des Deutschtums durch Aufhebung des gen die» Teufelsbrut< gibt, wie der Natioim Verlauf dieser Kundgen anzuknüpfen versucht hat, hat zu- diese Weise ihr Mitleid mit dem Opfer des polnischen Gottesdienstes, durch die Beseiti- nalsozialismus nächst mit den Vereinigten Staa- Hitlerterrors, dem auch sie standzuhalten gung der Heiligenbilder und Kruzifixe in den gebungen bezeichnet wurde. Die Gegenaktion der Nazis, die durch ten Fühlung genommen, um Japan an der haben, wie auch der Todesfall gelegen haben Schulen, zur Anklage gegen die Mönche in Durchführung des Krieges zu hindern. mochte, bekunden wollten. Pilchowitz, es ist eine Kette des Ringens der Bergfeste, Sommerfeiern und ähnliche Verdie Teilnehmer dieser WallDer amerikanische Staatssekretär des Aus- Jetzt ist der Fall zur Genüge aufgeklärt Nazis, um nach dem Erlöschen der Genfer anstaltungen wärtigen, Hull, hat seinerseits eine un- und reiht sich damit würdig in die Reihe zy- Konvention auch die Kirche restlos gleich- fahrt entziehen wollten, ist restlos an dem zweideutige Warnung an Japan ergehen nischer Gangstertaten der beamteten Hitler- zuschalten. Man kann nicht sagen, daß sich Willen der antifaschistischen Kreise lassen. Die Erklärung ist um so wichtiger, banditen ein. Eine im Geheimen vorgenomme- der bisherige Widerstand immer tapfer voll- halb des Katholizismus gescheitert. 150.000 und fern, um als sie die allgemeinen Grundsätze der ne Recherche kirchlich- katholischer Kreise zog. Innerhalb der katholischen Lehrerschaft| Männer erschienen aus nah was Hitler auf diese Weise abzulehnen, weil ihnen amerikanischen Außenpolitik festlegt und Berlins, die sich auf Angaben noch nicht ganz ist die Gleichschaltung fast gelungen, damit auch für die europäische Situation verdorbener» alter< Beamten im Berliner Po- treu zur Kirche hielt, mußte in Pension eine andere Art des offenen Protestes nicht bedeutsam wird. In der Erklärung heißt es: lizeipräsidium stützen konnte, ergab jetzt, gehen, nirgends waren die Kirchenaustritte mehr möglich ist, und es kann ohne Ueber> Es bestehen zweifellos eine Anzahl von daß Pfarrer Schubert mit einer so vielfältig, wie bei den katholischen Jung- treibung gesagt werden, daß diese DemonRegionen voller Spannungen und Gefahren, Stirnschußwunde( also nicht er- lehrern, einige Geistliche in den Landbezir- stration gegen Hitler am St. Annaberg bei die auf den ersten Blick nur jene Länder hängt, wie der Polizeivermerk ken erwiesen sich als sehr getreue Jünger den Nazikreisen eingeschlagen hat. Sie konnbetreffen, die nahe Nachbarn sind, aber glauben machen wollte) tot in sei- des Nazismus, und das gegen den Willen der ten ihre grenzenlose Wut nicht mehr meiAls in den Abendstunden die Wallschließlich unvermeidlich eine Angelegen- ner Zelle aufgefunden worden ist. Bevölkerung, die, wenn auch durchaus nicht stern. heit der ganzen Welt darstellen. Jede Neben der Leiche lag ein Browning. Kurz vor- so fanatisch katholisch, doch derartig fahrer nach ihren Heimatsorten kamen, durfSituation, bei der ein bewaffneter Konflikt her war durch den» Spion< in der Zellentür hitlerfeindlich, daß die Kirche und ihre An- ten sie nicht mehr in geschlossenen Reihen im Gange ist oder droht, ist eine Situation, noch beobachtet worden, daß der Geistliche dachten vielfach als beste Gelegenheit zur nach den Kirchen gehen. Die Banner und durch die die Rechte und Interessen rubig sein Brevier las. Es ist ganz unglaub- Demonstration gegen Hitler betrachtet wer- Fahnen mußten eingerollt getragen werden, aller Staaten ernsthaft gefähr- haft, daß der Pfarrer, der bewiesenermaßen den. Die diesjährigen Fronleichnamsfeiern nur zu je zwei Personen in Entfernungen det sind oder gefährdet werden können. Es nie eine Schußwaffe besessen hat, so schlecht haben hiezu den besten Beweis geliefert, und von einigen Metern durften sich kann keine ernsthaften Feindseligkeiten bei seiner Einlieferung durchsucht worden an diesen schon nahmen Tausende von Anti- nehmer teils heim, teils nach der Kirche beirgendwo in der Welt geben, die nicht in die- wäre, daß das Mitnehmen einer solchen Waffe faschisten teil, überwiegend Männer, um so geben. In Bobrek, Karf, Beuthen, ser oder jener Weise die Rechte, Interessen in die Zelle den Gestaposchergen entgangen Protest gegen den Nazismus zu erheben. Klausberg, schlug die Schupo die TeilGriff bei Verhafteten, die die Massen- nehmer, die auf der Straße Es ist bezeichnend, daß gingen, und Verpflichtungen der Vereinigten wäre! Ihr erster Staaten berühren.< in Einzelzellen kommen, gilt in jedem Falle demonstration gegen Hitler und das Nazi- stieß die rohesten Drohungen aus, aber das Deshalb fühlt sich Hull zu einer Dar- allen solchen Gegenständen bis auf die Hosen- heidentum nicht etwa von einer religiösen Volk lachte dieses Treiben aus, die Kirchen mehr überfüllt, jeder legung über die Stellung der amerikani- träger, mit denen man seine Verzweiflungs- Sekte innerhalb der Katholiken ausging, son- waren dafür um so von der Industriearbeiter- wollte noch einmal beisammen sein, um zu schen Regierung gegenüber den inter- stimmung durch den Freitod entgehen könn- dern nationalen Situationen verpflichtet, die te. Auch die falsche amtliche Todesangabe schaft des Hinden burger Re- beweisen, daß die Abwehr gegen Hitler und von ihr mit großer Besorgnis betrachtet ist verräterisch genug. Wer also hat den Geist- viers, die am eifrigsten Propaganda für seine Bestrebungen an diesem Tage vollauf werden. Die Vereinigten Staaten befürwor- lichen, während er sein Gebet vielleicht noch die Wallfahrt nach St. Annaberg machte und gelungen ist. War es auch in erster Linie eine kathollten die Aufrechterhaltung des Friedens, verrichtete, in die Stirn geschossen? Welcher es kann ohne Uebertreibung gesagt werden, sowie>> den Verzicht auf Anwendung von Gestapo- Lump hat sich wieder einmal einen daß ihr dieses Unternehmen vollauf gelungen sche Kundgebung, so trug sie nicht unStimmung Gewalt und auf die Einmischung in innere höheren Dienstgrad durch ein nationale Hel- ist. Katholische Jungmänner, christliche Ge- wesentlich dazu bei, daß die und zahllose Antifaschisten innerhalb der ganzen Bevölkerung tagelang Angelegenheiten anderer Staaten«.( Spa- dentat erworben? Mindestens Göring, Himmler werkschafter dieser Demonstration am St. auf diese Demonstration am St. Annaberg nien!) Sie sind für die Einhaltung von und Dalugue, die führenden Polizei- Carbonari nahmen Verträgen, für deren Abänderung nur auf des braunen Regimes, werden ganz authenti- Annaberg teil, die durch die Anwesenheit gerichtet war und daß jeder Sprecher seiner friedlichem Wege, für die Wiederbelebung sche Auskunft erteilen können. In der jüng- des Kardinals Bertram aus Breslau Freude Ausdruck gab, daß man in diesem und Festigung des internationalen Rechts, sten Beförderungsliste ihrer Kreaturen dürfte ihr besonderes Gepräge erhielt und durch ein Kampf doch nicht so verlassen stehe, wie es an den für den Abbau von Handelsschranken und der neue Gangsterfall wohl vermerkt sein... Telegramm Papst unterstrichen vielfach den Anschein hat. gen, und an SO die Teilman die Herabsetzung der Rüstungen, sowie für die Ablehnung von Bündnissen oder Die Achse und die Vasallen zember 1935 bis zum 29. Februar 1986 ver- man sich, die Belegschaft zu>> belehren<, daß gefährlichen Bindungen. Es ist eine Kund- Die Vasallen der Achse, die mit dem handelt wurde. Der Voruntersuchung fielen> Lohnerhöhung eine Gefahr für gebung, die sich in erster Linie gegen das Großkreuz des Verdienstordens vom Deut- zwei von der Gestapo verhaftete Antifaschi- das Dritte Reich bedeutet! Dieser gewaltsame und vertragsbrüchige Vor- schen Adler ihre offizielle Abstempelung er- sten zum Opfer: der Hauptangeklagte Hage- Aufgabe unterzog sich Oberstleutnant gehen Japans richtet, aber nicht minder halten haben, liefern nun die Quittungen. mann starb an den Folgen der Vernehmun- Alemann, seines Zeichens Teilhaber der deutlich eine Warnung an die europäischen Eine Reihe von Großwürdenträgern des Dritdie Neuköllner Jungkommunistin Deichsel- Drahtwerke und Mitglied des NaziDiktaturen enthält. Die Vereinigten Staa- ten Reiches hat Erlaubnis zum Tragen von Margarete Walter sprang, nach der amtlichen reichstages.» Warum keine Lohnerhöhung?<, ten entfernen sich immer mehr von der ausländischen Orden erhalten. Es sind: Version, während einer Vernehmung aus dem beantwortete er einfach damit, daß jede LohnIllusion, sich von allen außeramerikani- Reichskriegsminister Blomberg: Groß- Fenster des Gestapo- Gebäudes; auch sie ist erhöhung es den Arbeitern ermögliche, mehr kreuz des Italienischen St. Mauri- ihren Verletzungen erlegen. Das Urteil er- einzukaufen und dadurch die Ernährung tius- und Lazarus- Ordens. regte in der ganzen Welt außergewöhnliches Deutschlands zu gefährden, was Legationsrat Heimburg: Großoffiziers- Aufsehen. Interesse des Vierjahresplanes liege. Aber kreuz des Bulgarischen St. Alexander- Die nationalsozialistische Regierung be- Lohnerhöhung bedeutet Mehrverbrauch und ordens, nutzt systematisch jede internationale Krise das wiederum ziehe eine Preissteigerung nach Konturkreuz mit dem Stern des Ungari- zur Vollstreckung von Todesurteilen, die den sich, treibe zum Wucher, der Deutschland dem Protest der Weltmeinung hervorgerufen ha- Ruin entgegenführe. Deshalb müsse jede Großoffizierskreuz des Ordens der Jugo- ben, Es besteht die große Gefahr, daß die Lohnerhöhung unterbleiben. Schließlich seien gegenwärtige außenpolitische Krise noch zu es keine Nationalsozialisten, die heute LohnAußenminister von Neurath: Großkreuz weiteren Hinrichtungen politischer Gefange- erhöhung fordern, was man ja auch nicht erdes Ungarischen Verdienstordens, ner ausgenützt werden wird. In den TodesGroßkreuz des Jugoslawischen Wei- zellen des Dritten Reiches sitzen noch mindestens 16 Opfer der Hitlerjustiz! schen Verdienstordens, slawischen Krone. schen Konflikten fernhalten zu können. Sie erkennen immer klarer, daß sie das ungeheure Gewicht ihrer Macht in die Waagschale des Friedens werfen, ihren Einfluß gegen das Kriegstreiben, nicht nur der japanischen Armee, sondern auch der deutschen und italienischen Diktatur einsetzen müssen. Aber nicht nur England und die Vereinigten Staaten, denen sich auch Frankreich hinzugesellt, findet Japan auf seinem Weg. Auch der deutsche Bundesgenosse sieht mit zwiespältigen Gefühlen auf das waghalsige Beginnen des Freundes. Gegen den Raubzug hätte er an sich gewiß keinen Einwand. Mit einer>> Lokalisierung des Konflikts<, das heißt mit der Die Erkennungsmarken sind ausgetauscht, Kontrolle und Entmilitarisierung Nord- die politischen Geschäfte sind im Gang. chinas durch Japan wäre Deutschland, so hat sein Botschafter dem japanischen Außenminister erklärt, schon einverstanden. chinesisch- japanischer Aber ein Krieg, der ist immerhin etwas anderes. Ein Krieg gegen China mit der Gegnerschaft Ben Adler- Ordens, Großkreuz des Bulgarischen St. Alexanderordens. Die Mordjustiz wütet Die Berliner Hinrichtungen und die demokratische Weltmeinung. nicht im warten kann, denn erst die Kinder oder Kindeskinder werden der Segnungen zuteil, die der Führer im Nationalsozialismus den deutschen Volksgenossen bieten könne, Wer aber Lohnerhöhung eine Gefahr auf Lohnerhöhung besteht, müsse aus der für das Dritte Reich! Volkgemeinschaft ausgestoßen werden. Aber mit diesen Vorträgen waren die ArAus Hindenburg wird uns geschrieben: Nach Meinung der Betriebsleitung der beiter nicht einverstanden, man sabotierte sie Deichsel- Drahtwerke in Hindenburg ist die durch Fernbleiben, von den 700 Mann erschieBelegschaft in der letzten Zeit sehr aufsässig nen knapp 250 bis 270 und die Werksverwalgeworden, weil sie den Vertrauensrat unter tung gab kurz entschlossen durch den VerDie Hinrichtung der drei Kommunisten Druck setzt, daß dieser wegen einer Lohn- trauensrat bekannt, daß, wer fernerhin den Die Deichsel- Vorträgen fernbleibe, die Volksgemeinschaft der Großmächte, mit dem russischen Feind Schulz, Zimmermann und Schrö- erhöhung vorstellig werde. im Hintergrund, das ist nicht die Vorstel- ter, die in dem sogenannten» Richard- Drahtwerke wollen sich dem Führer beson- schädige und aus der Arbeit entlassen werde. von straßen- Prozeß« zum Tode verurteilt ders erkenntlich zeigen, haben die Akkord- Als nun diese Bekanntmachungen erschienen, lung, die die Berliner Unruhestifter dem japanisch- deutschen Abkommen gegen wurden, stellt eine selbst für die Justizver- arbeit fast restlos abgeschafft, dafür aber ein blieben fast alle Arbeiter den Vorträgen des die bolschewistische Gefahr gehabt haben. hältnisse des Dritten Reiches außergewöhn- Antreibesystem im Betriebe eingeführt, wel- Oberstleutnants Alemann fern und von Mund Japan, in China verstrickt, verliert viel an liche Herausforderung an die öffentliche Mel- ches Leistungen erzielt, wie sie selbst bei zu Mund geht eine Propaganda, da LohnerhöBe- hung eine Gefahr fürs Dritte Reich sei, so Wert als Bundesgenosse gegen Rußland. nung der Welt dar. Es handelte sich in die- Akkordarbeiten nicht denkbar waren. sie um so nachdrücklicher forZum erstenmal seit ihrer Existenz ist die sem Prozeß bekanntlich um einen Zusammen- greiflich, daß davon die Arbeiter auch profi- müsse man Hitlerdiktatur für den Frieden gegen den stoß in Berlin- Neukölln am 15. Oktober tieren wollen und Lohnerhöhungen fordern, dern. Immer wieder werden Gruppen von Ar1931. Im April 1932 waren diese Vorgänge die man nicht gewähren will. Es genügt ja, beitern beim Vertrauensrat und der BetriebsKrieg. So ist Japan in einer keineswegs glän- Gegenstand einer Gerichtsverhandlung; da- wenn in die Betriebsleitung Naziführer, Re- leitung um Lohnerhöhung vorstellig und man zenden Isolierung und die Möglichkeit ist mals wurden alle Angeklagten freigesprochen. serveoffiziere und sonstige Günstlinge des sagt, daß selbst das Antreibesystem nicht noch offen, daß die Verhandlungen den Die Nationalsozialisten konstruierten, nach- Dritten Reichs aufgenommen werden. Aber vermag, die Arbeiter zu besseren Leistungen Krieg in einen>> Grenzzwischenfall«< zurück- dem sie drei Jahre lang Material gesammelt irgendwie mußte der Aufsässigkeite der Arzu bewegen, die seit den Vorträgen erheblich hatten, eine neue Anklage, die vom 15. De- beiter nachgegeben werden und so entschloß zurückgegangen sind. verwandeln. Dr. Richard Kern. Welschkraut. Nach Blums Abgang Südosteuropa und das deitte Reich Mit welcher Höflichkeit der Marxist Leon Blum von der Hitlerpresse toleriert wurde, als er ans Ruder kam das war geradezu verblüffend. Ein seltenes Erlebnis selbst für Kenner der Naziseele. Die ewig wiederkehrende Klage aller rumänischer und ungarischer Weizen, hang zwischen den ständigen KapituDemokraten im ganzen Donauraum: Frank- griechischer und bulgarischer Tabak lationen vor den Provokationen des Schacht in eigener und Person beeilte sich, eine Aussprache mit dem es hat Deutschland zu lange das Feld denkbaren Mengen zu anständigen Prei- der Entmutigung der Demokrajüdischen Untermenschen herbei zu führen. allein überlassen. Nun ist es zu spät, viel- sen verkauft werden können und der tie in Südosteuropa auf der anderen Selten hat man jemanden so rasch nach Paleicht schon zu spät, um wiedergutzu- Käufer in guten Devisen zahlt, die überall Seite ist geradezu greifbar. Der 7. März ris eilen sehen! Handelte es sich um Kredite, machen, was in den letzten vier Jahren ge- gegen die gewünschten Waren einge- 1936 und die Nicht- Interventionspolitik Wirtschaftsverträge,» Verständigung mit schehen ist. Für die sechs Länder Süd- tauscht werden können, dann fällt der An- in Spanien haben der Sache der DemokraFrankreich«. Die Hitlerblätter hatten einen weitaus laẞ fort, gerade an Deutschland zu ver- tie in Südosteuropa mehr geschadet als neuen Favoriten, Blum wurde der Umworben- osteuropas ist Deutschland zum wichtigsten Markt geworden. Von dieser kaufen. Dann bleiben zwar noch die na- alle Deutschland- Exporte zusammengeste unter allen demokratischen Ministern. Man sah förmlich die geheime Göbbelsanwei- Abhängigkeit können wir uns nicht mehr türlichen Voraussetzungen für einen in- nommen. Es sind historische Daten der befreien. Aus dieser wirtschaftlichen Bin- tensiven Wirtschaftsverkehr bestehen, Entmachtung Frankreichs und Englands, mehr die außerordentlichen historische Daten des Aufstiegs des deutweiteres mit größter Hochachtung und Scho- dung macht das Dritte Reich eine politi- aber nicht nung zu behandeln. Hinweise auf seine nicht- sche, die wir kaum mehr zu zerreißen ver- Umstände, die die deutsche Offensive er- schen und des italienischen Einflusses. mögen. Und überall zieht naturgemäß möglichten. Und selbst die natürlichen Vor- Darüber kann sich nur wundern, wer nicht der Faschismus oder wenigstens irgend- aussetzungen, verlieren an Kraft, wenn die ungeheure Kriegsangst kennt, die in eine Form der reaktionären Diktatur den Deutschland der Autarkie zusteuert und all den kleinen Ländern besteht, die ihre reich ist um einen' Zug zu spät gekommen, usw. auf dem Weltmarkt in allen Dritten Reichs auf der einen Seite sung:» Ministerpräsident L. B. ist bis auf arische Abstammung sind zu unterlassen...< Streichern blieb die Luft weg. Ja, gelegentlich wurde sogar von dem Lob, das Blum in der ausländischen Presse erntete, Notiz genommen. Oh Wunder über Wunder ein Jahr lang! Vorteil. Es ist richtig, daß sich der WirtEr zu es an dem devisenlosen Handel festhält. Staatlichkeit oder zumindest ihre heutiDie Annahme erscheint also nicht un- gen Grenzen erst dem Weltkrieg verdanschaftsverkehr zwischen Deutschland und berechtigt, daß der große Zauber, der bis- ken. Man ist sich dort der Tatsache wohl den Südost- Staaten Europas seit 1933 un- her den Südosten wirtschaftlich ans Drit- bewußt, daß das ganze Staatensystem in Nun ist Chautemps vorne an, nun hat er Für Bulgate Reich knüpfte, an Kraft in Bälde verSüdosteuropa auf dem Kräfteverhältnis über Handelsverträge, Kredite etc. mit zu ent- geheuer intensiviert hat. scheiden, nun genießt er die Höflichkeit der rien, Jugoslawien, Griechen- lieren und der Medizinmann Schacht beruhte, wie es bei Kriegsende bestand. und die Heute ist nicht nur dieses Kräfteverhältdeutschen Presse, dafür darf der Esel endlich land, Rumänien, Ungarn neuen Künsten seine Zuflucht nehmen nis völlig zerstört, man fühlt sich der nach dem Entthronten treten. Wie Pilze nach Türkei ist der deutsche Markt müssen wird, wenn er nicht selbst die deutschen und italienischen Angriffslust Positionen Deutschlands dem Regen, so quellen gehässige Ueberschrif- ausschlaggebend geworden. vor 1933 verwehrlos ausgeliefert. Wenn Frankreich ten gegen Blum aus den Spalten der Nazi- nimmt rund die Hälfte der gesamten Ex- lieren will. presse. Daß der gewesene Premier einer Ver- porte dieser Länder auf, Deutschland ist Aber es wäre verfehlt, wollte man aus und England Abessinien nicht schützen derberrasse entstammt, erfuhr mancher Le- für ihren Export ebenso wichtig wie die dieser wirtschaftlich ermutigenden Per- konnten, wenn sie die deutsche Kriegsvordeutsche ser jetzt erst, wie in der Karikatur eines Aus- ganze übrige Welt zusammengenommen. spektive voreilig auch Schlußfolge- bereitung nicht verhindern, die und italienische Invasion in Spanien nicht landsblattes jener naive Deutsche, der Blum Das ist so aus einer ganzen Reihe von rungen politischer Natur ziehen. zurückweisen konnten Ursachen. Das riesige deutsche Industriewer wagt Die deutsche Wirtschaftsoffensive hat das erste Mal gegenüber steht:» Ah, der Herr dann irgendeinem Kleinstaat Südostsind Jude?< Jetzt wird in der Nazipresse gebiet ist in sehr hohem Maße aus geo- einen politischen Vorstoß Deutschlands ernachgeholt. Ein Musterbeispiel liefert das graphischen und natürlichen Gründen der leichtert. Es steht keineswegs fest, ob ein europa zu garantieren, daß es ihnen an> Schwarze Korp s«, indem es über eine gegebene Markt und Lieferant der über- wirtschaftlicher Rückschlag des Dritten ders und besser ergehen würde, wenn das Seite hinweg die Bilanz des Kabinetts Blum wiegend agrarischen Länder im Südosten. Reichs im südosteuropäischen Raum auch Die deutsche Wirtschaftsattacke auf seinen politischen Einfluß mit der Mistgabel zieht. Da ist Blum ein» alt- Ihre gegenseitige Entsprechung war Hitler da und wird auch nach den tausend schwächen wird. den Südosten ist eine Sache. Sie wird testamentarischer Prophet... der gegen durch die Entwicklung selbst allmählich Schweinefleisch eine rituelle Abneigung hat Jahren weiterbestehen. Es hieße die Geschichte unzulässig revidiert. Eine andere und unvergleichund das französische Volk natürlich betrog. daß das Dritte Reich in einem Augenblick deutschen lich folgenschwerere Sache ist das ErDa wird das> Experiment Blum, auf das alle als Käufer geradezu unbegrenzter Roh- vereinfachen, wollte man den Juden und-genossen der Welt stolz sinde stoffmengen auftrat, als die übrigen Märk- Bemühungen eine entscheidende Rolle in starken des deutschen politider Gestaltung der Innenpolitik der süd- s chen Einflusses, weit mehr inund Blums Buch über die Ehe im niedrigsten te sich den Rohstoffproduzenten Während Westeuropa sich osteuropäischen Länder beimessen. Hier folge der Sünden und Schwächen der Gossentone abgehandelt. Und was hat er hin- schlossen. hat Importe abschloß, unter hat im Laufe der Weltkrise die ange- westeuropäischen Demokratie als aus terlassen? Nichts als Preistreiberei, Teue- gegen den stammte, eingeborene Reak irgendeiner Schachts Leitung das Dritte Reich geschichtlichen Notwendigrung und Währungsverfall.<< Die deutsche ge- Entscheidungen gefallen. Die kleinen So Länder wissen, daß sie von Deutschland vor Aber dazu kam, vererheblich Dritte Reich zur Offensive greift? überall sie brauder Weltkrise hätte überstehen können, dem Westen. Schon die bloße Zurückweian wäre. Papiermark, die bis Mitte absatzhungrigen Rohstoffländern auf der tion die Hauptarbeit geleistet. Sie hat keit. Noch sind keine unwiderruflichen 1933 gesund war, gilt heute in Ländern des Basis des Warenaustausches goldene Ber- unzweifelhaft in Deutschland eine Westens ein Drittel ihres Inlandwertes. Wer ge versprochen. Solange man nur die Wahl waltige Stütze gefunden, aber nicht heute im Auslande Papiermark einwechseln hatte, überhaupt nicht oder im Waren- sehr im deutschen Absatzmarkt, als in der keine Gnade zu erwarten haben und eine will, muß immer besorgen, daß sie nicht an- tausch, das heißt im Clearing zu verkau- moralischen und materiellen Verständigung mit diesem Partner von, genommen wird. Zeitweise wind sie von den fen, war man daher auf dem Balkan heil- Unterstützung, die das Dritte Reich einer Unterwerfung nicht zu unterscheiBanken völlig abgelehnt. Traurig für Deut- froh, nach Deutschland liefern zu können, überall den antidemokratischen Kräften den wäre. Starke Kräfte sind sche, die sich im Ausland mal nach Belieben selbst wenn man dafür gelegentlich Wa- angedeihen ließ. Es ist reichlich zweifel- zum Widerstand bereit, was satt essen wollen. Aber das SS- Organ weiß ren in Zahlung nehmen mußte, die man haft, ob die Balkanreaktion den Sturm chen, ist ein Zeichen der Ermutigung aus Rat. Einige Seiten hinter dem blumigen kaum gebrauchen konnte. Die gewaltige kommerzielle Offensive, wenn nicht in Deutschland die Entschei- sung der deutschen Forderungen nach dem Schimpfartikel bringt das dümmste Wochenblatt Deutschlands eine illustrierte Seite, auf die Deutschland in diesen Jahren im Süd- dung zugunsten des Faschismus gefallen angeblichen Zwischenfall der» Leipzig<< Gute Kenner Ungarns etwa ver- hat Wunder gewirkt. Der Londoner Ausder die>> neue Ernährung empfohlen wird. osten unternehmen konnte, war also Bilder von Seefisch, von deutschen Marmela- den Umstand gebunden, daß die unver- sichern, daß die ungarische Feudalreak- schuß hat gesehen, daß Frankreich den; daneben die deutsche Rübe, die kern- gleichlich zahlungsfähigeren, das heißt in tion im Wanken war, als Hitlers Aufstieg England den ganzen Kontinent mit sich Länder ihr neue Kraft brachte und gleichzeitig reißen können, wenn sie den Mut zur Abdeutsche Möhre und der germanische Kraut- freien Devisen zahlungsfähigen dem Tage die demokratischen Tendenzen unerhört wehr aufbringen. Von Heute ist das noch so. kopf. Wem läuft da nicht das Wasser im nicht kaufbereit waren. Ob es morgen oder übermorgen noch so Munde zusammen? Ueberschrift, ganz groß: an, da die Rohstoffe der südosteuropäi- schwächte. Noch weit folgenschwerer aber als der sein wird, wenn die große Politik der > Es geht auch soc. Ein Stück aus dem schen Länder auf dem Weltmarkt gegen gute Devisen verkäuflich wur- Sieg Hitlers war in dem ganzen unge- Westmächte sich weiter auf der Linie der Text: der Zauber heuren Raum zwischen Rhein und Schwar- Kapitulation bewegt und die Sowjetunion >> Die deutsche Hausfrau ist es, die an den, begann auch deutschen Marktes zu zem Meer die Art, in der Westeuropa auf durch ihre innere Zerfleischung sich selbst zur siegreichen Durchführung des Planes schwinden. Wenn jugoslawische Erze, seinen Aufstieg reagierte. Der Zusammen- ausschaltet, ist mehr als fraglich. K. T. diesem Kampfabschnitt wesentlich des beiträgt... Zu den deutschen Gemüsen, die sowohl im Feldanbau als auch in den Gärten überall gut gedeihen, gehören die verschiedenen Kohlsorten, die abwechslungs- auch in den kürzesten Fristen, die jemals er- Baupolizei reiche und bei richtiger und geräumt und ge- beinahe ein ungeheures verbrecherisches UnZubereitung reicht wurden. Der» Führer< befiehlt und sein schlossen, aber bis um 6 Uhr wurden glück geworden wäre. schmackhafte Mahlzeiten ergeben. Und Wort hat Schöpferkraft, in verbrecherisch noch Eintrittskarten zu hohen Preisen ver- Aber ist das nicht symbolisch für den dazu noch ein Stück deutschen Schweineganzen Schwindelbau des Dritten Reiches? bauchs, dann kann man gern auf ähnliche kurzer Zeit ist der Bau fertig und alle» Sach- kauft. verständigen unterstützen diese Verbrechen. Es knisterte bereits im Gebälk, der Putz Die» Deutschland- Halle< wird zugegebenerausländische Genüsse verzichten.<< So war es bei der Untergrundbahn am fiel von den Decken und die Tribünen hatten maßen zerstört durch die KriegsvorbereitunDas heißt, wenn es gerademal Schweinebauch zu erschwinglichen Preisen in der Nähe Brandenburger Tor, unter deren Trümmern sich gesenkt. Wie groß die Gefahr bereits gegen und noch rechtzeitig geschlossen. Auch zu ermessen. das» Dritte Reich« muß geschlossen werden, gibt! Wir müssen uns groß hungern, Sta- viele Bauarbeiter begraben wurden, nur weil wesen ist, vermag niemand denen unerfüllbare Fristen und enttäuschten Publikum wurden die Ein- beiterschaft wird sie stellen müssen. und ähnlichen den Geburtsort abzuzu solchem Schildniol und Knochen sammeln. Warum der Leiter das Hetztempo alle Sicherheit und alle Er- Wahrscheinlich wurde die Halle im letzten ehe es unter den Kriegsvorbereitungen zuder>> Geschäftsgruppe Rohstoffverteilung im mahnungen beiseite schob. Die Verantwort- Augenblick geräumt und dadurch ein furcht- sammenbricht und Millionen Menschen unter Stabe Göring kürzlich aus dem Amte flüch- lichen kamen nicht vor Gericht, sondern die bares Unglück verhütet. Dem erschrockenen sich begräbt. Wo ist die Baupolizei? Die Artete, wurde dem Volke verschwiegen. In kei- Ausführenden, nem Lande Mitteleuropas steht es um Wäh- gestellt wurden, die abzulehnen sie zu feige trittsgelder weder zurückgezahlt, noch eine rung, Ernährung und Rohstoffvorräte so fin- waren und die dadurch mitschuldig wurden. anderweitige Verwendung in Aussicht gestellt Wer darf Münchner sein Beinahe wäre wieder ein unermeßliches und die Ausländer konnten sich wenigstens ster und trüb, wie im Reiche des Flüsterns. Man will jetzt wohl dazu übergehen, den Darum darf dort auch über die sozialen Er- Unglück passiert, wenn nicht noch im letz- einmal über Deutschland wundern. Jahre ten Augenblick die Baupolizei eingegriffen Den Sängern wurde angeboten, das Kon- emigrierten Schriftstellern rungenschaften, die Blum in einem durchsetzte, nicht berichtet werden. Dafür wird hätte. Da für die riesigen Zusammenkünfte zert im Garten der Deutschland- Halle abzu- Verbrechern nicht nur das deutsche VaterStreicher entfesselt, zumal Schachts Hoff- des einigen deutschen Volkes< und die Re- halten, was aber abgelehnt wurde wegen des land, sondern auch mungen auf gute Geschäfte mit dem franzö- den der diversen> Führer« kein Raum, auch Konzerts< eines in der Nähe liegenden Rum- erkennen. Zumindest scheint das Naziblatt sischen Nichtarier bitter enttäuscht wurden. nicht der Sportpalast ausreichte, mußte die melplatzes. so mußte die ganze Veranstaltung» Das Volk< das Signal Deutsch sein heißt für die Nazis, Geld stinkt> Deutschland- Halle< gebaut werden, und sie ausfallen. Der Sängerbehörde wurde amtlich bürgerstreich geben zu wollen. In einer pathedaß die Beschädigungen der tischen Verfluchung des Romanciers Lion entstand als Rekord- Bau in Rekord- Zeit, ais mitgeteilt, in drei Tagen behoben Feuchtwanger heißt es daselbst: Wie peinlich, von diesem Gesindel gelobt, einigermaßen der» Größe des Führers< ange- Deutschland- Halle seien. Das glaubt natürlich kein Mensch und wie ehrenvoll, wie maẞlos ehrenvoll, von ihm messen. Am 24. Juni sollte ein Konzert des Sän- da die Halle immer wochenlang unbenutzt ist, beschimpft zu werden. ger- Gaues Berlin- Kurmark von etwa 1000 braucht man sich an die drei Tage auch nicht Sängern in der Deutschland- Halle stattfinden, zu halten. Die Ursache der Beschädigungen zugleich als Vorspiel zu dem großen bevor- soll in den militärischen Uebungen, in den ren. Er hat einen großen Teil seines Lebens Halle wackelt stehenden Sängerkrieg in Breslau. Die Gene- Erschütterungen durch vorbeifahrende Tanks dort verbracht. Und nun wagt er es, sich als Die Potemkinschen Bauten feiern in Nazi- ralprobe am 23. Juni war ohne Zwischenfall und in Schießübungen liegen, die nicht allzu Münchner zu bezeichnen. Die jüdische FrechDeutschland ihre Neuauflage, nur grandioser vorübergegangen. Am nächsten Tage kamen weit entfernt stattfinden. Aber warum bre- heit kennt eben keine Grenzen. Merk es dir, und unter Menschenopfern. Um die unerreich- die Besucher zu Tausenden aus Groß- Berlin chen darunter die anderen Bauten, selbst die vaterstadtloser Geselle: nur durch reinarische eines Rummelplatzes nicht Herkunft und Gesinnung erwirbt man das te Leistungsfähigkeit des Naziregimes der und der weiteren Umgebung. Auch viele Aus- leichten Buden nicht. Die Deutschland> Belustigend wirkt es, daß Feuchtwanger sich mit echt jüdischer Frechheit als Münchener zu bezeichnen wagt. Das sollte er einmal in München selbst versuchen!< Feuchtwanger ist 1884 in München geboWelt zu zeigen, werden nicht nur die größ- länder waren gekommen. Nachmittags um zusammen? Weil der Bau der Deutschland- Recht aus München zu stammen oder sonstten Bauten aller Zeiten aufgeführt, sondern 5 Uhr wurde die Halle plötzlich von der Halle ein noch größerer Schwindel ist und wo und überhaupt geboren zu sein!... Gäcing kommandiert der Rohstoffnot Vier Monate Rohstoffdekrete Kupfergehalt von 60 bis 70 Prozent hätten und der Rest aus Stahl bestünden. Walter Koehler hat das Amt des Leiters der Geschäftsgruppe Rohstoffverteilung im Stabe Görings niedergelegt. Er ist der Verantwortung dieses Amtes nicht mehr gewachsen, weil, allen einschneidenKadavergehorsam G. A. F. Zivilcourage wurde Die Rohstoffnot zwingt das Hitler- Größe der Betriebe, die Holzarten und Be- rische Oele und Fette zu Mayonnaisen und den staatlichen Eingriffen zum Trotz, die regime, die Verwendung der Rohstoffe zu triebsarten, Alter und Güte der Bestände, Salaten verarbeiten, bedürfen einer Arbeits- Rohstoffnot immer bedrohlichere Ausrationalisieren, um die Rohstoffvorräte zu die tatsächlichen und die durchschnittlich genehmigung. Von diesem Genehmigungs- maße annimmt. strecken. Das führt dazu, daß die Dispo- jährlich möglichen Erträge. zwang sind auch größere Gastwirtschaften sitionsfreiheit der Unternehmer immer Um dem fortschreitenden Raubbau am betroffen. kräftiger beschränkt wird, die Eingriffe deutschen Walde zu steuern, hat der Reichs-» Um einer auftretenden Verknappung der öffentlichen Hand in die private Wirt- forstmeister sich vorbehalten, die Höhe der einzelner Darmarten rechtzeitig wirksam be- Kadavergehorsam Zivilcourage. schaft immer zahlreicher und einschnei Einschläge für einige Holzarten festzusetzen. gegnen zu können«, wird den Darmimpor- In der» Deutschen Wochenschau<< dender werden. Die Verordnungen über- Angeordnet ist die Durchführung einer teuren und Großverteilern von Därmen an einem Redakteur übel- offenbar, als er die Sonstürzen einander und machen es dem Un- vollkommenen Erfassung aller Verbraucher befohlen, so viel Därme, wie einem normalen dergerichtsurteile durchlas. Er wagte natürternehmer von Tag zu Tag schwerer, sich flüssiger Kraftstoffe über das ganze Reichs- Vierteljahresbedarf entspricht, nicht auf den lich nicht zu spucken, er verlegte sich aufs in ihrer verschwenderischen Fülle zurecht- gebiet. Die Erhebung wird von den zu- Markt zu bringen, sondern auf Lager zu hal- Zureden: man solle doch nicht Kadavergehorsam mit Disziplin verwechseln, man solle doch Die nachstehend angeführten Ver- Maßnahme wird mit Ersparnis begründet, handel ist verboten, gestattet nur der direkte mal ein offenes Wort erlauben, man solle doch ordnungen, sämtlich erlassen in den ihr militärischer Nebenzweck springt aber in Verkauf an die Verarbeiter. Die Vorräte die Zivilcourage nicht erschlagen. Dann aber letzten vier Monaten, bezwecken die Augen. sollen also gestreckt und zugleich der Ket- rannte die Feder allein weiter: zufinden. ständigen Polizeibehörden durchgeführt. Die ten. Der Verkauf von Großhandel zu GroßAlle von Händlern getätigten Käufe und Verkäufe von zellwollenen Spinnstoffen sind der Ueberwachungsstelle zu melden. Die Streckung der Vorräte erfolgt ferner durch nicht nur die Bekämpfung der Rohstoff- Die Wirtschaftsgruppe Nichteisenmetall- tenhandel unterbunden werden. not, vielmehr wird diese zugleich als An- Industrie ist mit der Verteilung des Alumilaß genommen, schon jetzt die Organi- niums und einer Erhebung der Aluminium sation einer Kriegsvorratswirtschaft ins vorräte nach dem Stande vom 1. Mai beWerk zu setzen. Es handelt sich also auftragt worden. nicht nur um Ersparnis-, sondern vor allem um Kriegswirtschaftsmaßnahmen. Der Streckung der Vorräte dienen Die Verarbeiter von Platin und Platinmetall müssen laufend ihren Bedarf anmelden. Ueber die Verwendung von Platin sind Verwendungsverbote u. Ver- Vorschriften erlassen worden. Die zuständige Ueberwachungsstelle hat wendungsbeschränkungen einer Erhebung über die Bestände und UmBei Siedlungen und Bauten, die mit öffentlichen Mitteln errichtet werden, sollen an Stelle der eisernen Oefen wieder nur Kachelöfen verwendet werden. Das verlangt nicht nur die Logik, sondern das beim Deutschen besonders empfindlich entwickelte Rechtsgefühl Der Nationalsozialismus wäre ja auch nicht er selbst, wenn er annähme, daß aus den Millionen uneigennütziger Kämpfer für seine Idee eines Tages Millionen mit Kadavergehorsam werden könnten, vielleicht nur, weil sie durch ihn» etwas geworden« sind! Das wäre Erniedrigung des Kampfgeistes! Beimischungszwang und Zwang zur Verwendung von Abfällen und Altmaterial Von der Reichsmonopolverwaltung darf sätze von Lumpen und Reißwolle angeordnet. nur noch ein einheitlicher Kraftsprit abgeZur Regelung des Verkehrs mit Fellen geben werden, der zu einem Drittel aus und Häuten ist das Reichsgebiet in 15» An-| Methanol und zu zwei Dritteln aus Alkohol wird er sie finden fallgebiete« eingeteilt. Häute und Felle dür- besteht. Bisher hatte der Treibsprit nur der Leute mit Zivilcourage sind erfahrungsgemäß anständige Leute. Und nach anständigen Leuten scheint sich. der Schreiber zu sehnen. Er braucht nur noch ein kleines bißchen weiter zu rummeln. Dann im Konzentrationslager. den braunen Bataillonen Die Deutsche Reichspost hat für die Laufbahn des gehobenen und mittleren PostdienDie Verwendung von Weißblech und fen aus ihnen nur entfernt werden, wenn sie 20 Prozent Methanol enthalten. Der Heiz- Die Posten frei Weißband zur Herstellung von Verpackun- an einen Verarbeiter verkauft worden sind. wert des Methanols, eines Abfallsprodukts gen für eine große Anzahl von Nahrungs- Dadurch soll» eine bessere Kontrolle der chemischen Großindustrie, ist geringer mitteln, chemisch- technischen und kosmeti- über Qualität und Preisbildung ermöglicht als der des Spiritus. Im kommenden Wirtschen Erzeugnissen ist verboten. werden«. Verarbeiter dürfen nur noch von schaftsjahr soll eine Einschränkung Verboten ist ferner die Herstellung echter einer Häuteverwertung oder einem Groß- Kartoffelbrennerei durchgeführt werden. stes bisher nur Bewerber mit Abitur eingeNach einer Verordnung vom Mai müssen stellt. Von nun an werden auch junge Leute halt an und bestimmter Gegenstände aus bar, den Kettenhandel zu unterbinden, eine alle Kadaver von Rindern, Einhufern, Schwei- zugelassen, die aus der Obersekunda abgeSilber: Tafelaufsätze, Damenhandtaschen, Kontrolle der gesamten Lagerhaltung zu er- nen, Schafen, Ziegen und Hunden, die Becher, Kaffee- und Teemaschinen, Lampen möglichen, die durch die Monopolisierung der Abdeckereien beseitigt werden, abgehäutet Mindestalter von 16 Jahren noch usw. Für Auslandsaufträge gelten diese bei- Großunternehmungen ge- und die Häute oder Felle der Verarbeitung nicht erreicht haben, macht wird, und dadurch zugleich das Ham- zugeführt werden. Zuwiderhandlung wird schäftigung finden. Wie die deutschen ZeiSilberwaren von einem bestimmten Feinge- händler kaufen. Der Hauptzweck ist offenden Verbote nicht. Verboten ist auch die Verwendung von Gold für bestimmte Porzellanerzeugnisse. Die Benutzung von Pneumatiken für Pferdefuhrwerke ist verboten, desgleichen die gewerbsmäßige Verarbeitung von Lebertran( Fischtran) zu Lebertran- EmulsionsMischfutter. übersichtlicher bestraft. in gangen sind. die Selbst Bewerber, das können Be» alle Bewerber der NSDAP, der HJ, der SA, der SS, dem NSKK oder dem NSFK angehören, und dort die weltanschauliche Schulung der NSDAP mit Erfolg durchlaufen haben. Bevorzugt werden diejenigen Bewerber sonstige Eignung vorausgesetzt die sich vor dem 30. Januar 1933 für die nationalsozialistische Volkserhebung außergewöhnlich betätigt haben.<< stern zu verhindern. tungen melden, wird allerdings streng die BeAus ähnlichen Motiven hat die Ueber- Gebrauchte Säcke, Planen und Umhüllun- dingung gestellt, daß wachungsstelle für Eisen und Stahl mehr- gen von Ballen dürfen nicht im Betriebe fache Bestellungen von Eisen, Walzwerks- selbst verwendet werden, etwa als Aufwischerzeugnissen usw. für den gleichen Bedarf, tücher usw., sondern müssen sofort nach EntGegengeschäfte und Koppelgeschäfte verbo- leerung an Aufkäufer abgeliefert werden, ten, unrichtige Angaben über Art und Zweck aber nur an solche, die im Besitz einer ZuDie Verarbeitung von gebleichtem Sulfiteines Auftrages unter Strafe gestellt. Mit lassungsgenehmigung sind. dem Altzellstoff bei der Herstellung von holzLieferungen und Bezug von Terpentin- material muß schonend umgegangen werden. freiem Papier und holzfreien Kartons wird erzeugnissen sind nur auf Grund einer Geneh- Die Fachgruppe Musik der Wirtschaftsbegrenzt. Ausfuhrlieferungen sind davon ausgenommen und Ausnahmen vorgesehen. Diese migung der zuständigen Ueberwachungsstelle gruppe Einzelhandel empfiehlt die VerwenAnordnung wird damit begründet, daß Sulfit- gestattet. Betriebe, die pflanzliche oder tie- dung ausrangierter Baẞseiten, da sie einen tums schreitet fort. zellstoff in erhöhtem Maße für andere Zwecke verwendet wird( Munition). Verboten ist die Ausfuhr von Phenol, Kresol, Kupfervitriol und außer Kurs gesetzten Silbermünzen. der Auf Anordnung des Präsidenten Reichspressekammer Amann darf der Bedarf von Papier für den Druck von Zeitungen und Zeitschriften nur in der zulässigen Die Leiter der Wirtschaftsgruppen Einzelhandel und Groß- Ein- und Ausfuhrhandel sowie des Reichsstandes des Deutschen HandDie Wiederherstellung des BerufsbeamtenDee Vatikan gegen das deitte Reich auftrat> autoriim Papierverbrauch für Zwecke der Presse könnten nicht nur auf die Größe ihrer Hei- handlung des bisherigen deutschen Gesandten tären« Regiment der Offiziere und Landlords die Einsparung bis an die Grenze des ver- matstadt stolz sein, sondern vor allem auch am Vatikan bestand darin, von der Kurie in die Zähne gezeigt. Die Beziehungen zum legerisch und staatspolitisch Verantwort- Stolz empfinden ultimativer Form zu verlangen, daß sie> Freimaurer« Franco in Spanien sind seit lichen durchgeführt wird. Ueberschüssige Be> auf die Größe Ihres vortreff- den Kardinal zur Ordnung rufe und womöglich dem Fall von Bilbao und der Austilgung aller stellungen sind zu streichen. lichen Kardinalerzbischofs, der kirchendisziplinarisch maßregele. Sollte nicht baskisch- katholischen Freiheiten durch den bei der Verteidigung der Rechte Gottes und ein tiefer Sinn darin liegen, daß die erste bersekerhaften» Sieger< sicherlich für Rom der Kirche zum Heile der Seelen so mutig souveräne Macht, die auf Hitlerdrohungen nicht besser geworden. Das ist eine geschlosnicht mit höflichen Beschwichtigungen und sene Kette sehr beachtlicher Erscheinungen werks richten an ihre Mitglieder einen Auf- mit seiner ganzen Autorität, vor den Kardi- solche>> Macht ist, die weder über Kanonen Das Haupt der katholischen Kirche ist da- faulen Kompromissen antwortet- gerade eine und Entwicklungen. Der Standpunkt der Kirche mit ihrer fast ruf gegen unrationelle Verwendung von Ver- nal Mundelein getreten, vor ihn, vor seine packungsmaterial. noch über Bombergeschwader verfügt?! Die vollkommenen Anpassungsfähigkeit an Sie werden aufgefordert, die Wahrheit nicht verfärbende» Tapezierer«- große Linie der gegenwärtigen Politik des Staatsformen, der aus ihrer transszendentaihre Abnehmer und Kunden entsprechend auf- Rede, vor den freien Deutsch- Amerikaner, der Vatikans hat nach langen und wahrlich nicht len Sinngebung des Daseins resultiert und in die Bürgerideale, die drüben gepflegt und ge- ehrenvollem Schwanken, das die ganze ku- vielen Fällen zu absoluter ideologischer GleichImmer mehr treten an die Stelle der Ver- hegt werden, als Angelegenheit der Männlich- riale Nachkriegspolitik ausfüllte und in Mexi- gültigkeit gegenüber jedem echten politischen wendungsverbote Ermächtigungen, die den keit behandelt wissen will. Man beachte, daß ko ebenso spürbar wurde, wie etwa in Wien, Ideal geführt hat, umfaßt in der korrekteren, Zweck haben, dem Staat und seinen Orga- die Form, die der Kardinal Mundelein damals heute dafür optiert, in der von ihr als unver- bei jedem wirklich entscheidendem Sachvernen die Verfügung über die Verteilung der >> schlechten Tapezierer« wählte, Rohstoffe zu sichern und eine Uebersicht über meidlich erkannten Auseinandersetzung zwi- halt sich vordrängenden Form doch auch den gerade auch von jenen großen Mitspielern in die Rohstoffvorräte zu verschaffen. schen vernünftigem politischem und sozialem kanonischen Anspruch, daß der katholider zeitgenössischen Demokratie abgelehnt Fortschritt und menschenschänderischer Re- sche Glaube seine sittlichen MinVerordnungen sind also zugleicch und als peinlich empfunden wurde, die das aktion den Platz und den Raum für den Glau- destforderungen an eine jede Maßnahmen der Rohstoff- zeremonielle Blindekuhspiel gegenüber dem ben und die Kirche jetzt schon so zu sichern, Staatsform und an ein jedes weltdritten Reich erst auf die Weltbühne gebracht daß die große Woge aufflutenden erfassung zur Vorbereitung Dritten Reich erst auf die Weltbühne gebracht heits- und Zivilisationsprotestes der Zukunft aber nun ist das für die heutige Linie der Mensch- liches Regime zu stellen hat. Das einer kriegsmäßigen Roh- Mangel an politischer Kombinationsgabe. nicht auch sie überspülen und wegspülen mag. Kirche entscheidende: Diktaturen der heutizuklären. stoffbewirtschaftung Diese gegen den moraDarin bestand gerade Mundeleins befreiende Das ist der Sinn der Pacelli- Fahrt gen Form vernichten auch dieses moralische Eine Verordnung des Reichsforstmeisters und erlösende Tat, daß die von ihm sicherlich nach Paris gewesen und der Reden, die da- Minimum. Die Kirche begeistert sich grundmit voller Ueberlegung gewählte Redeform ermächigt die Marktvereinigung der deutOesterreich sätzlich für keine, auch die beste Demokratie bei gehalten wurden! In schen Forst- und Holzwirtschaft, die Zutei- diesem kläglichen Versteckspiel vor spricht man ganz offen von immer stärker und es wäre sehr fruchtlos, von ihrem weltlischen Tatsachen, die jeder weiß und die je- werdender Entfremdung zwischen dem Bun- labgewandten Blick einen Beifall verlangn zu lung und den Absatz von Holz und Erzeugder vergessen machen möchte, ein Ende mach- deskanzler des hier aufgerichteten komplet- wollen, den sie aus ihrem Wesen heraus nicht nissen der Forst- und Holzwirtschaft zu rete. Die Demonstration des katholischen Kir- ten Polizeistaates, und den großen kirchli- geben kann. Aber in der Unterscheidung zwigeln. Sie ist befugt, von einem Betrieb vechenoberhauptes auch für die Form der reits gekaufte Ware einem anderen Betrieb chen Kulissenschiebern, die von der Entwick- schen dem> größeren« oder» kleineren< Uebel Mundeleinschen Rede, nicht nur für ihren lung der Dinge« ziemlich enttäuscht seien und dieser Welt optiert der> Fels Petrik in einer Inhalt und Zweck, gewinnt so eine bevor allem beobachteten, wie die vornehme Lage, in der es um Sein oder Nichtsein gesondere politische Bedeutung. Aufgabe der Verteidigung des Glaubens gegen hen kann, durchaus nach einem sehr gesunDas Dritte Reich und Hitler selbst haben neuheidnischen Massenwahn, immer mehr an den und durch Jahrtausende geschärftem die damit eine diplomatische Ohrfeige erhalten. die katholische Presse der Schweiz statt der Selbsterhaltungstrieb. F. E. Roth. zuzuweisen. Für den Juni und Juli 1937 ist vom Reichsforstmeister eine Forsterhebung angeordnet worden, die sich auf sämtliche deutsche Forsten erstreckt. Sie ermittelt Nr. 215 BEILAGE llcutftbtiimrfs 25. JuK 195? Der erste Akt IHe Tragödie Dollfuß— der Beginn der europäisdien Katastrophe Das Organ von Göbbels, der»Angriff«, hat sich aus Anlaß des japanischen Ueber- falles auf China über das veraltete Völkerrecht lustig gemacht:»Längst über- ziehtmansichandersmitKrieg, wortloser, verschwiegener und immer raffinierter.« Sie wissen es; denn sie handeln selbst längst nach diesem Rezept. Sie haben es von den ersten Tagen ihrer Herrschaft an befolgt. Der Dollfuß- Putsch in Oesterreich, die Ermordung von Alexander und Barthou, die Treibereien auf dem Balkan und der Krieg in Spanien bezeichnen ihre Praxis. Am 2 5. Juli 1934— vor drei Jahren— wurdeDollfußinWien ermordet. Ein von der nationalsozialistischen Partei befohlener Putsch sollte Oesterreich dem Dritten Reich gleichschalten. Dieser 2 5. Juli 1934 ist ein verhängnisvolles Datum. Zwar brach der Putsch zusammen— aber Hitler hatte zugleich erkannt, wie weit er in der offenen Verhöhnung des internationalen Rechts gehen konnte. Er hat gegenüber Oesterreich alle Methoden der Kriegfüh- rong ohne Kriegserklärung geübt, die wortlosen wie die wortreichen, die verschwiegenen wie die offen brutalen, die raffinierten wie die plump gewaltsamen. Der Angriff auf Oesterreich ist seit dem März 1932 vorbereitet worden. Am IS. März 1933 schon erfolgte eine Art von Ultimatum. Der Reichsjustizkommissar Frank warnte die österreichische Regierung,»etwa die Nationalsozialisten im Reich zu veranlassen, die Sicherung der Freiheit der deutschen Volksgenossen in Oesterreich zu übernehmen.« Oesterreich protestiert. Am 27. Mai verhängt der Reichsinnenminister die Tausendmarks per- re gegen Oesterreich, am 11. Juni erfolgt in Innsbruck ein Attentat eines deutschen Nationalsozialisten auf Dr. Steddle, am 12. Juni beginnt in ganz Oesterreich der terroristische Bombenfeldzug, am 13. Juni wird in Berlin unter Bruch der Exterritorialität der Presseattache der österreichischen Gesandtschaft verhaftet. In Bayern wird die sogenannte österreichische Legion zusammengezogen, Hitlers Gauleiter für Oesterreich, Habicht, leitet den Feldzug gegen die österreichische Bundesregierung. Da die österreichische Bundesregierung nicht kapituliert, wird der Apparat der deutschen Propaganda gegen sie losgelassen. Des Aetfaers und der Lüge Wellen Längst überzieht man sich anders mit Krieg— so heißt es heute im»Angriff«. Die braune Praxis gegen Oesterreich schildert Konrad Heiden in seinem Buche »Ein Mann gegen Europa«. »Viele Gesiebter hat der moderne Krieg. Während auf dem Lechfeld die Legion an den Minenwerfern übt, wühlt Habicht das Volk von Oesterreich gegen seine Regierung auf. ®ne wunderbare Waffe ist der Rundfunk, eine wunderbare auch das Flugzeug; beide namentlich gegen einen schwächeren Feind, der wenig große Sender und immer noch zu viel Behutsamkeit in deren Benutzung hat. Der Breslauer und namentlich der Münchner Sender eröffneten eine Belagerung des österreichischen Aethers. die vielleicht für künftige Kämpfe von Land zu Land als Muster gelten wird. Die Pressestelle des bayrischen Rundfunks kündigte an, die Sendungen sollten die Hörer in Oesterreich über die Lage unterrichten; nach Oesterreich geschmuggelte Flugblätter forderten auf, den Münchener Sender zu hören. In vierundachtzig Agitationsvorträgen forderte dieser Sender den Sturz der Regierung Dollfuß; Habicht, der nunmehr in München residierte, hielt davon einundzwanzig. Er spricht am 5. Juli 1933 einen »Aufruf an das deutsche Volk Oesterreichs« ins Mikrophon: am 10. August ruft er die Bevölkerung Oesterreichs zum Kampf gegen ihre Regierung auf, die er dabei aufs schwerste beschimpft: am 19. Februar 1934 ermuntert er, die Aufregung des Landes über die blutige Niederwerfung der Sozialdemokratie durch die Heimwehr ausnützend, üben: alle deutschen Sender die österreichische Wehrmacht, ihrer Regierung den Gehorsam zu verweigern. Der unglückliche Tauschi tz(der österreichische Gesandte in Berlin) muß protestieren und sich im Auswärtigen Amt verhöhnen lassen; eine Note der Reichsregierung vom 1. Februar 1934 bedeutet ihm:»Die Behauptung der österreichischen Regierung, daß im deutschen Rundfunk eine Verhetzungskampagne betrieben werde, ist nicht richtig. Die Vorträge des Rundfunks richten sich an die reichsdeutschen Hörer und unterrichten diese über die Entwicklung in Oesterreich.« Die gedruckten, stenographierten, auf Schallplatten genommenen Beweise des Gegenteils lagen in den österreichischen Akten und Registraturen. Gleichzeitig stiegen von Bayern Flugzeuge auf und warfen Flugblätter über die österreichischen Grenzstädte. Kufstein, Salzburg, Reutte, Hallein, Zell am See und andere Orte wurden durch die Propaganda beregnet. Es waren manchmal ganze Flugzeuggeschwader. Die Erfahrungen, die Tauschitz mit seinen Protesten im Auswärtigen Amt zu machen schon gewohnt ist, sind diesmal besonders lehrreich. Zuerst erfährt er, daß die bayrischen Behörden von Propagandaflügen nach Oesterreich nichts wüßten. Dann läßt sich der Staatssekretär von Bülow selbst herbei, zu erklären, es hätten mit großer Umsicht und Gründlichkeit Erhebungen stattgefunden; von keinem öffentlichen Flugfeld Bayerns sei ein solches Flugzeug gestartet. Alle Privat- und Sportflugzeuge in Bayern hätten ihr Alibi nachweisen können. Somit war alles in bester Ordnung bis auf die Kleinigkeit, daß die Flugzeuge geschwaderweise über Oesterreich erschienen waren; auf den abgeworfenen Blättern war zum. Steuerstreik und zur Abhebung der Spareinlagen aufgefordert worden. Bülow meinte weise, das seien eben der Behörde unbekannte Flugzeuge, und sie seien vielleicht von irgend einer Wiese aus gestartet. Tauschitz hätte erwidern können, die stille Wiese sei vermutlich das Lager Lechfeld, und wenn der Flugzeugpark der österreichischen Legion den deutschen»Behörden anbekannt sei, so sei das nur eine von den neuen zu den vielen alten Erfahrungen über deutsche Zustände seit dem 30. Januar 1933«. So wandten sich die Leiter und die Puppen der deutschen Politik zwischen Standpunkten und Ausflüchten hin und her. Die Erklärungen und Beschönigungen wechselten: treu blieben sie sich in der dauernden Entfernung von der objektiven Wahrheit. Tatsache blieb der gewaltsame Kampf einer hinter Unwahrheiten verschleierten Macht gegen den kleinen Nachbar.« Der Anfang des Grundübels Dollfuß aber kapituliert nicht. Er nimmt den Kampf auf, er verläßt sich auf die Interessen der Westmächte und der Kleinen Entente. Welche Hilfe fordert er? Heiden schildert: »Für Hitler ist dieser Kampf der erste große Probeschritt aufs europäische Gelände. An der öerterreiohi sehen Pulsader tastet er ab, wie tief er das europäische System ohne Widerstand anschneiden darf. Der Griff nach Oesterreidh fordert Italien und Prankreich direkt heraus und weckt die Sorge Englands, das Verwicklungen in Mitteleuropa immer fürchtet(denn so entstehen Kriege), sie aber kaum je wirksam hindert(denn so wird man in den Krieg hineingezent). Aus dreiviertel Einsicht und halben Entschlüssen entwackelt sich eine diplomatische Komödie, deren Ergebnis, weit über Oesterreich hinaus, eine Ermunterung für Hitler und eine bittere Lehre für Dollfuß ist. Frankreich fordert von der Welt einen Protest zum Schutze Oesterreichs; England läßt sich zum Mittun bewegen. Dagegen Italien, über den nationalsozialistischen Terror in Oesterreich vielleicht am meisten erbittert, betrachtet das Donauland so sehr als eigene Domäne, daß es sich nicht einmal in deren Schutz mit andern teilen will; vor allem aber will es zwar Hitler aus Oesterreich hinausmanövrieren, doch nur, damit er sich um so wilder auf das übrige Europa stürze und Italiens alten Feind Frankreich kräftig in Schach halte. Darum lehnt es die Teilnahme an dem gemeinsamen Protestschntt der Mächte ab, der in den ersten Augusttagen des Jahres 1933 reif ward. Die ganze Aktion, zur Lösung des Feuers unter einem europäischen Pulverfaß erster Ordnung unternommen, hatte als wirkliches Ergebnis, die Uneinigkeit unter den ehemaligen Allüerten des Weltkrieges schallend zu verkünden. Dies ist die geschichtliche Bedeutung der Schritte vom 5. und 7. August 1933, und man muß feststellen, daß Hitler sie sofort erkannt hat. Er nützte seinen Vorteil. Ein amtliches Kommunique über den französisch-englischen Schritt und seine Zurückweisoing, das offenkundig von ihm persönlich stilisiert war, sagte: »Der französische Botschafter hat heute vormittag unter Bezugnahme auf den Viermächtepakt zur Sprache gebracht, daß nach Auffassung der französischen Regierung die deutsche Propaganda mit Bezug auf Oesterreich in gewössen, in der letzten Zeit vorgekommenen Fällen mit den bestehenden vertraglichen Bindungen nicht vereinbar sei. Dem Botschafter woorde erwidert, daß der Reichsregierung eine Anwendung des Viererpaktes in dieser Form nicht angebracht erscheine, daß auf deutscher Seite Vertragsverletzungen irgendwelcher Art nicht vorlägen, und daß Deutschland daher diese Einmischung in die deutsch-österreichischen Auseinandersetzungen nicht für zulässig halte. Der englische Geschäftsträger, der nachmittags in der gleichen Angelegenheit vorsprach, erhielt denselben Bescheid.« Unhöflich bis in die Form und skrupellos in der Ableugnung weltbekannter Tatsachen, sagt dies Kommunique den Alliierten, daß Hitler ihnen die Einmischung in Oesterreich verbiete und sie sich selbst vorbehalte. Die Getroffenen empfanden die Niederlage und nahmen sie hin. Mit diesem diplomatischen Triumph begann eine Serie außenpolitischer Erfolge Hitlers, die alle auf der Grundeinsicht beruhen, daß in der Politik einer mehr ist als drei Halbe. Es begann zugleich die Serie jener wirksamen Versprechungen, die dem nationalsozialistischen Regime lange Zeit so viel Zugeständnisse und zuletzt so viel Mißtrauen eingetragen haben.« Dollful! sudif Sdiu�f Nun steigt der Krieg mit Bomben und Papierböllem auf den Höhepunkt. Hitler droht offen. Am 15. Dezember 1933 erklärt Reichsinnenminister Frick dem österreichischen Gesandten: »Wir haben den Kampf aufgenommen. Sie werden wohl im Laufe ihrer Tätigkeit die Ueberzeugung gewonnen haben, daß wrtr jeden Kampf, den war einmal aufgenommen haben, kompromißlos zu Ende führen. Sie können auch überzeugt sein— und ich kann Ihnen versichern, daß ich in vollkommener Ueber- einstimmung mit meinem Führer spreche— — daß auch dieser Kampf, wie er begonnen wurde, so weh er unsem deutschen Herzen tut, bis zum Schluß durchgeführt wird.« Dollfuß sucht Hilfe bei Mussolini. Am 18. März 1934 werden in Rom zwischen Mussolini, Dollfuß und Gömbös die römischen Protokolle unterzeichnet. Hitler aber holt zum entscheidenden Schlag aus. Die nationale Erhebung vom März 1933 im Reich soll in Oesterreich wiederholt werden. Der Plan des Aufstandes Ueber den Kriegsplan Hitlers gegen Oesterreich berichtet Heiden: »Das geschichtliche Phänomen der Wiederholung ist oft ein Hinweis auf einen zunächst nicht erkennbaren oder nicht beweisbaren Zusammenhang. Der nationalsozialistische Aufstand in Oesterreich am 25. Juli 1934 wiederholt ein früheres wichtiges Ereignis der nationalsozialistischen Parteigeschichte so auffallend, daß die gewissermaßen stilistische Aehnlichkeit einer Enthüllung gleichkommt. Im Lauf des Juli wurde in München der Putschplan ausgearbeitet. Durch einen Zufall ist er bekannt geworden. Am 26. Juli fiel der österreichischen Zollwache an der Grenze bei Kollerschlag ein deutscher Kurier, der stellenlose Hotelsekretär Franz Heel in die Hand. Man fand in seinem Hemd und in den Schuhen versteckt zwei Dokumente, von denen eines einen vollständigen Aufstandsplan und das andere einen Chiffre-Schlüssel enthielt. Die erste Zeile dieses Chiffre-Schlüssels lautete; Dollfuß f alte Besteckmuster eingetroffen. Der Tod von Dollfuß war also geplant, vorgesehen oder erwartet; er stand, das läßt sich mindestens sagen, an der Spitze aller Erwartungen. Das zweite Dokument, der eigentliche Aufstandsplan, wurde etwas zerfetzt aus den Schuhen Heels herausgeholt, so daß einige wenige Worte unkenntlich geworden waren. Der Sinn ist aber deutlich geblieben. Das Schriftstück begann: »1. Es besteht die Möglichkeit, daß die Regierung Dollfuß eines Tages zum Rücktritt gezwungen...wort»Sommerfest« entweder wird eine neue Regierung ernannt oder es entspinnt sich ein Kampf um die Nachfolge. 2. In jedem Falle entsteht auf gewisse Zeit, wenigstens eine Stunde, ein gewisses Vakuum. Die Exekutive gehorcht nicht mehr der alten Regierung, sie hat aber auch noch keine Befehle der neuen Regierung und ist infolgedessen in ihren Entschlüssen und in ihrer Tatkraft gelähmt. 3. Dieser tote Punkt muß ausgenutzt werden. Auf die Nachricht vom Rücktritt Doll- fuß unternimmt die SA überall sofort selbständig»unbewaffnete Propagandamärsche«, offiziell, um für die Neuwahlen zu demonstrieren, in Wahrheit, um sofort in den Landeshauptstädten und Bezirksamtsitzen die öffentlichen Gebäude und Aemter zu besetzen und die Macht zu ergreifen...« Ein blitzartiger Hinweis: Neuwahlen, scheinbare Propagandamärsche hierfür, in Wahrheit gewaltsame Machtergreifung. Ein hoher deutscher Diplomat, der Referent für Oesterreich in jenem Auswärtigen Amt zu Berlin, das sich nie in österreichische Verhältnisse einmischte, hatte von Tauschitz Neuwahlen verlangt; das Kollerschlager Dokument erläuterte nun, daß Neuwahlen das geheime Stichwort für den bewaffneten Aufstand war. Doch damit ist die Bedeutung des Dokuments lange nicht erschöpft. An einer späteren Stelle sagte es: »Das Motto lautet: Ein freies, selbständiges Oesterreich, ebenso unabhängig vom Reich wie von Italien, aber Wiederherstellung wahrhaft verfassungsmäßiger, gesetzlicher Zustände.« Die Gemessenheit dieser Formulierung sagt mehr als ein wilder Ausbruch; sie macht deutlich, daß die Instruktionen nicht von heißblütigen Rebellen, sondern von einer sorgsam prüfenden und namentlich auch die außenpolitischen Hemmnisse Deutschlands berücksichtigenden Stelle stammen. Daß diese Stelle ein kluger und in Rebellionen erfahrener Kopf sein mußte, ging aus den folgenden beiden Sätzen hervor: »Hiebei ist weder für noch gegen einen etwa neu ernannten Bundeskanzler Stellung zu nehmen. Dieser ist vielmehr zu ignorieren, so daß es nach außen hin fraglich bleibt, ob nicht die Machtübernahme mit seiner Billigung erfolgt.« Das Dokument faßt dann zwei Möglichkeiten ins Auge: daß die neue Regierung sich entweder den Nationalsozialisten füge, oder daß sie Widerstand leistete. Für diesen Fall befahl es Kampf um die Macht»mit allen Mitteln«. Diese Mittel waren seit langem vorbereitet, die Stichworte schon früher ausgegeben, das Dokument bedeutete nur eine letzte Mahnung zur Bereitschaft:»Kurz gesagt, aus dem»Sommerfest« entwickelt sich spontan das»Preisschießen« mit»italienischer Nacht« wie es bereits vorbereitet ist.« Den Bürgerkrieg nannten sie Preisschießen, und die Abschlachtung ihrer Gegner italienische Nacht. An einer Stelle hieß es; »Führende, uns feindlich gesinnte Köpfe aus Regierung und den Wehrverbänden sind umgehend festzusetzen, bei Widerstand unschädlich zu machen.« Dieser Befehl kam aus Deutschland; er macht das folgende erst ganz verständlich. Und schließlich die strategische und politische Krönung des Plans:»Ueber die Rückkehr der Legion ergeht besondere Weisung, sie wird schnellstens nach Wien geführt.« Dieser Feldzugsplan ahmte genau die Taktik der deutschen Nationalsozialisten In den Tagen der sogenannten nationalen Erhebung des März 1933 nach. In kritischer Stunde marschiert die SA, und zwar scheinbar nur zum Vergnügen: in Wirklichkeit nimmt sie sich die Macht, Praktisch ist dieser Plan nicht durchgeführt, sondern, offenbar in letzter Minute, durch einen anderen, abenteuerlicheren ersetzt worden.« Die Ermordung von Dollfuß Der abenteuerlichere Plan war der Handstreich, der am 25. Juli untern om- Deutsche Feste- deutsche Kunst Hitler donnert gegen schwefelgelben Himmel men wurde und der Dollfuß den Tod brachte. Dieser Handstreich ist dem Mordgeist des 30. Juni 1934 entsprungen. So wie Schleicher, Klausener und andere kurzerhand ermordet worden waren, so sollte ein mörderischer Handstreich in OesterDas Volk sammelt Abfälle das je anzudeuten wagten, der neue Kurs führe| Schandmauer. Da ist schon keine Bilderreich Platz für eine nationalsozialistische Dritte Reich feiert lärmende Feste. Göb- zurück in die Primitivität. Nein, das täten stürmerei kleinbürgerlicher Banausen Gleichschaltungsregierung schaffen. bels hat auf der Pfaueninsel aus- jene Schmierereien der jüdisch- liberalisti- mehr das ist der Irrsinn. Am 25. Juli 1934 stürmt ein Trupp ländischen Gästen ein Bachanal gegeben. schen Zeit, worunter er auch die wilhelmi- Die brüllende Schimpfrede mußten sich von 154 Rebellen in Armee- und Polizei- Hoppla, wir leben. Farbig gedämpftes nische Zeit verstanden wissen will. Daß Vertreter auswärtiger Mächte, Repräsenuniform das Bundeskanzleramt, Licht über dekorierten Tischen. Drei Ka- einige Repräsentanten der von ihm Bundesver- tanten der Kunst und Wissenschaft mitkanzler Dollfuß wird niedergeschossen. Er pellen spielten. Die Insel war abgesperrt. fluchten» Kunstvernarrung« inzwischen in anhören. Auf die ganze Prominenz prasDer Weg der Herrschaften führte durch der Berliner Ausstellung französischer Ma- selte eine kranke verblutet langsam, um dreiviertel vier ist ein Spalier weiblicher Statistinnen, Agitationsrede ein- lerei zu sehen waren, eine gute Presse hat- amusischster Art hernieder. Nur einer heitlich als Pagen kostümiert; später fun- ten und selbst vom» Völkischen Beobachter< fehlte, der eigentlich mit hin gehört hätte, Aber der Putsch bricht zusammen. gierten sie als Eintänzerinnen. Germani- mit Achtung behandelt wurden, verschlug ein brauner Kunstmäcen, der im Dritten Heer und Polizei marschieren. Die Rebellen sche Einfachheit und Keuschheit feierten ihm seine Gemeinplätze mitnichten.» Wahre Reich einen Liebermann ausstellte, als kapitulieren. In Kärnten und Steiermark Orgien, bei Champagner und Delikatessen. Kunst ist die, welche vom ganzen Volke ihm schon das Malen verboten war und der Wozu giebts die neue Volksgemeinschaft? verstanden wird. Es sind die Kritiker und in seinem Salon jene Malerei protegierte, wird tagelang gekämpft, dann wird die Einige Tage später waren auf der Insel Literaten, die das blöde Gerede aufge- die Hitler am Sonntag mit Bannflüchen Ordnung wieder hergestellt. eine Serie Arbeitervertreter zu Gaste und bracht haben, große Kunst werde vom belegte. Er heißt Ernst Hanfstängl, staunten, wie rasch sich Kulissen wandeln Volke nicht immer verstanden.<< Nichts war Hitlers intimster Freund, gewährte können. Es gab Würstchen, Kartoffeln und weiß er von Kunstleistungen, die erst von ihm nach der Flucht Bier.» Deutscher Sozialismus« heißt: Je- späteren Jahrzehnten anerkannt wurden, Putschfelde in seiner Villa Unterschlupf, nichts von Goethes kritischen Aus- wird sein Berater und Auslandspressechef. er tot. Mussolini mobilisiert. Italienische Divisionen besetzten die österreichische Grenze. Am 29. Juli schreibt der römische Messagero: >> Nur zu oft sind die Versprechungen der deutschen Regierung nicht eingehalten worden. Wir werden nicht auf dem Fuß moralischer Gleichberechtigung mit Leuten verhandeln, die mit solchen Zynismus die Beachtung der Eehrengesetze unterlassen. Jede Regierung in der Welt hat heute das Recht, ihre volle Freiheit hinsichtlich Deutschlands in Anspruch zu nehmen.<< dem das Seine. vom Münchner In München wurde drei Tage lang sprüchen über Masse und Kunst. Hat er der» Tag der deutschen Kunst« auch keine Ahnung davon, daß in diesem gefeiert. Straßen und Plätze waren deko- Punkte inzwischen schon die SS- Zeitung Ausgenommen riert, als schwömmen Staat und Stadt nur ihren Banausenstandpunkt revidiert hat? so im Gelde. Wochenlang arbeiteten Tape-» Deutsche Kunst für deutsche Menschen!<< Stoffen zu bespannen.>> Straßen und Plätze Münchener zierer, um ganze Straßenzüge mit farbigen fordert er. Dabei marschiert in einer Runderlaß angeordnet, daß künftig Festsschrift über deutsche Er spricht Hitler aber leugnet alles. von Bedauern und Verurteilung. Er geht zu einer anderen Methode über: zur wort- schen Stile losen, verschwiegen, raffinierten. Keine Konsequenzen! -B. Br. bleiben Fälle... Der Reichsführer der SS hat in einem >> die Polizeibehörden bei Bekanntgabe der amtlichen Ermittlungen über Straßenverkehrsunfälle an die Tagespresse den vollen Vor- und Zunamen sowie die Wohnung des Schuldigen, gleichgültig ob es sich um einen Fahrzeugführer oder einen Fußgänger handelt, in allen Fällen anzuge ben haben, bei denen nachweislich übermäßiger Alkoholgenuß zum Verkehrsunfall geführt hat.< Aber schon während er diesen Befehl nieund daß niemand, Autogardisten. Nach längerem Nachdenken > Ausgenommen bleiben Fälle, bei denen ganz besonders gelagerte Umstände eine Ausnahme notwendig machen.<< auf nie geschaute Art verzaubert«<, lautete Kunst vorne an ein Hans von Marées, eine Schlagzeile der» Münchener Neuesten laut DAZ der» soldatische Maler des deutNachrichten«. An die acht Millionen schen Idealismus<< mit der kernjüdiMark wurden darüber verpulvert. schen Mutter. Welch ein DurchHoppla, wir leben wenn auch auf einem einander! Selbst den Impressionismus will Vulkan. der Osaf nicht mehr gelten lassen, will daß ein Malerauge Die Baukosten für das im klassizisti- fürder nicht dulden, gehaltenen» Haus der etwa Wiesen mit blauen Schleiern sieht deutschen Kunst«, um dessen Ein- und den Himmel schwefelgelb. So hadert weihung sich der verschwenderische Rum- er mit Gott, der Natur und allen wirkmel drehte, werden mit neun Millio- lichen Kunstgesetzen, nennt sich und seine derschrieb, scheinen ihm Bedenken aufgestieDie Welt hat aus diesem Angriff keine nen Mark beziffert. Einer Marotte Hit- Anschauungsart die wirkliche Wirklich- gen zu sein. Ganz Deutschland weiß reinigenden Konsequenzen gezogen. Die lers zuliebe wurde ausgerechnet dieser keit, droht den anderen mit Kerker, den selbst Himmler weiß es demokratischen Westmächte begingen die Platz am englischen Garten gewählt, ob- erbkranken» Schmierern« mit Sterilisic- nüchtern oder betrunken, so durch die Gegend wohl die Fachleute vor dem sumpfigen rung und weiß nicht, wie sehr er in zu rasen wagt wie die schwarzen und braunen unglaubliche Torheit, Mussolini hinfort die Boden warnten. Das Festmachen des Bodens Giashause sitzt. Regelung der österreichischen Frage selb- allein dauerte bei Tag- und Nachtarbeit Warum wir an diesen wirren Unsinn fügte deshalb der SS- Fürst einem Erlaß den ständig zu übertragen. Die Auslieferung zwei Jahre. Bestünde in Deutschland auch einigen Platz verschwenden? Weil das etwas ungewöhnlichen Satz hinzu: Oesterreichs an Mussolini war die erste nur ein Minimum politischer Freiheit, so maniakische Gebrüll in Ton und Inhalt eine Vorleistung, die die Laval- Politik an den hätte man an den Einweihungstagen laute gefährliche Steigerung jenes Geistesitalienischen Imperialismus bezahlte. Die Protestkundgebungen empörter Massen er zustandes offenbart, der allen verhängnisvolle Kette begann, die über den leben können. Aber despotische Systeme Verantwortlichen Europas die abessinischen Krieg und die Rheinland- brauchen nun einmal nichts dringender als Augen öffnen müßte. Und weil an Und dieser kurze Satz sagt mehr über die besetzung zur Bildung der Achse Rom- Kulissen, Monumente, Festzauber, Blend- diesem Manne von seiner Umgebung stän- deutschen Rechtszustände aus, als die schönBerlin geführt hat. und wenn der Finanzbankrott ins dig ein Verbrechen verübt wird. Auch in ste Kundgebung des> Rechtswahrerbundes<<. Aschgraue steigt. Mag das Volk in Papier den Münchener Reden byzantinerten seine einher gehen und Knochen sammeln. Lakaien in der widerlichsten Weise. mehr die moralische Gleichberechtigung Eine Flut inhaltloser Reden ergoß sich war er der große Künstler<<, der das Der Unterschied über die Festteilnehmer. Man kennt die größte Monument unserer Zeiten geschaf- Die Wahlordnung« hält sich in der Form Platte von der» neuen deutschen Kunst<< fen hat, der große Bauherr, der dem genau an die westeuropäischen Beispiele, Freitrotzdem die Gleichgeschalteten über die weist, seit Jahren, sie ist immer die gleiche, Kunstschaffen unserer Zeit die Richtung ich müßten auch den geflissentlichsten Verwie der Reichspresse- Dietrich kündern der» Sowjet- Demokratie in Westdeutschen Kunstleistungen der letzten vier emphatisch ausrief. Dabei wissen sie alle, europa bei den Bestimmungen über das> WahlJahre recht resigniert und meckerisch ur- daß er bestenfalls ein lärmender Dilettant ist, der auf keinem Gebiete mit wirklichen vorschlagsrecht<< die Augen über den wahDen braunen Groll, der sich ob dieser Kenntnissen aufwarten kann. Alle wissen ren Charakter der neuen Manöver Die Vertragstreue, das Einhalten gegeabwartenden Zurückhaltung angesammelt es, keiner sagt ihm ein Körnchen Wahr- des bolschewistischen Staates aufgehen, bener Versprechungen, die Beachtung des hat, spürte man vor allem in Hitlers heit, alle steigern sie seinen feldwebelhaf-( im Artikel 56 ff.) klipp und klar gesagt Eröffnungsrede. Es war die einzige, ten Größenwahn, und so sind sie alle mit- wird, daß lediglich die kommunistidie aus dem Rahmen fiel und zwar schuldig an dieser Weltblamage, die auf sche Partei und ihre Organisatio gesetze sind inzwischen von ihnen mit ver- durch ihr maßlos aufgeregtes Geschimpfe. Kosten des deutschen Volkes geht. In der nen sowie die ausschließlich von ächtlicher Gebärde zum alten Eisen ge- Das knallte nur so von Schimpfworten wie: Ausstellung» Entartete Kunst, ihr beherrschten Verbände, wie die Literatengeschmeiß, Frechheit, Blödsinn, die einen Tag später eröffnet und von Hit- jungkommunistischen Organisationen, die GeAn die Stelle des Völkerrechts haben Kretinismus, Bilderschmierer usw. Aus dem ler mitbestimmt wurde, hängen Werke werkschaften usw., das Recht zum Vorsie zwei einfache Prinzipien gesetzt:» Ge- nehmende Meckerei und die Zweifel an der mann, Otto Dix, Pechstein Kandinsky, Cha- schlag eines Kandidaten im Wahlwalt geht von Recht« und» Alles ist er- braunen Zwangskunst. Mit überschnappen- gall usw. Auch das berühmte» Ecce homo« bezirk haben. Heute spricht Mussolini Hitler nicht werk ab, heute ist Oesterreich Objekt der römischen wie der Berliner Politik, Berlin und Rom verfolgen gemeinsam in Spanien, was Hitler 1934 in Oesterreich treiben wollte nur offener noch, zynischer und noch ungehemmter vor den demokratischen teilen. Mächten. internationalen Rechts worfen worden. laubt«. und der EhrenSchweigen >> In unserem Land herrscht ein böser Despot, ihm sind wir wie Sklaven zu eigen. Wir schlagen im Traum ihn erst lahm und dann tot. Wir( hassen gen. und schweigen und schwelSo klagte der Fremdling. Der Gastgeber sprach: >> Ihr wagt euch in Schweigen zu hüllen? Ihr Glücklichen! Schweigen! Wir lechzen danach. Wir hassen und brüllen und brüllen. In unserem Land ist das Schweigen verpönt, im Zuchthaus noch suchst du's vergebens. Wenn unser Tyrann uns mißhandelt und höhnt, dann singen wir» Freut euch des Lebens<<. Und wenn uns ein Stacheldraht vierfach umschließt, muß lauter das» Heil!«< noch erklingen, und wenn man uns peitscht und zum Spaß auf uns schießt, dann müssen wir Volkslieder singen. Da Radio röhrte die helle Wut über die zu- weltberühmter Meister, wie Nolde, Beckder Stimme fluchte er allen, die auch nur von Lovis Corinth baumelt Fünf aus Afrika an der da Preußische Zeitung Nr. 181. avancieren, Korporäle werden können.» Nicht| gezogen und derart geschnickt, daß er bald für einen Wald voll Affen...< Im Norden mit einem Herzknacks im Lazarett lag.» Was Wie wir von ehemaligen Häftlin- lockte die erneuerte Heimat und sie sollten die Fremdenlegion nicht fertig brachte<, heißt gen erfahren, befinden sich in einem in dieser Kommißhölle bleiben? Nein, nicht es in seinem Roman, > das gelang diesen deutschen Konzentrationslager fünf Fremdenlegionäre, die eingeliefert wur- einmal für die Leutnantstressen. preußischen Schindern in wenigen Monaten.< den, weil sie sich» im neuen Staat nicht Und dann landeten sie endlich in der Hei- Eine schwere Anklage gegen die deutsche Kaeingewöhnen konnten<<. mat, im Reich des Flüsterns, des Kadaverge- serne, aber Baldamus kannte das Dritte Reich Sie kannten die sengende Sonne Afrikas. horsams, der Lüge, der Meckerei, der schie- noch nicht. Wie viele gereifte Männer, die Den verzehrenden Dienst in den Tropen. fen Blicke nach hinten, der Block- und den Weltkrieg überstanden, haben sich den Wüstenmärsche. Wer liegen blieb, war verlo- Hauswarte, der Korruption, der Denunzianten Herzknacks im neudeutschen Arbeitsdienst ren. Nächtliche Kämpfe mit Mauren und Ara- und Spitzel, der unzähligen Bonzen und Ober- geholt! bern. Eiserne Disziplin, weil die versengten bonzen. Man kann es sich schenken, das große Und die KZ? Wir wissen nicht, was die Nerven ab und zu meuterten. Wenn der Bims Staunen der Fünf zu schildern. Es ging ihnen Fünf aus Afrika träumen. Wir kennen sie bei 35 Grad im Schatten unerträglich wurde, wie jenen Goldsuchern, die von weiten goldene nicht; wir wissen nicht mehr von ihnen, als brach ab und zu einer in Cafard aus: warf Berge sahen und Dreck fanden. die obigen Mottozeilen aussagen. Aber wir das Gewehr in den Sand, riß sich die Uniform Aber wer der afrikanischen Barbarei ent- kennen Dutzende, die Hitlers Erneuerungsvom Leibe, sang Spottlieder auf Vorgesetzte, schlüpft, ist immer noch ein Minimum Men- hölle entrannen. Ehemalige Kriegsverletzte Schaum vorm Munde. Dann wurde er gepackt schenrechte gewohnt. In der» Sklaverei der sind darunter. Nach dem Kriege noch hörten und einen Tag lang krumm geschlossen, Hän- Fremdenlegion< gibt es immer noch ein festes sie nachts Schießen, hörten berstende Grade und Füße nach rückwärts zusammen ge- Quantum Meinungsfreiheit. Das wurde den naten, träumten alle Schrecken der vier Jahre, Fünf zum Schicksal. Sie kamen daheim aus erwachten schweißgebadet und priesen das Ein Trost blieb es für die Fünf, daß sie dem Staunen nicht heraus, wollten sich nicht Glück, daß alles ein Traum, alles vorüber war. Zeitungen aus der deutschen Heimat beka- daran gewöhnen, daß die afrikanische Barba- Auch später, im neudeutschen KZ, wurden sie bunden. men. Da lasen sie herrliche Schilderungen rei erheblich menschlicher als die naziotische nachts von Kriegsträumen überfallen, berstenvom» neuen Staat«<, von der Erneuerung, vom sein sollte, gerieten ins Meckern, konnten sich de Granaten um sie her- und erwachten durch >> deutschen Sozialismus«, von der neuen Volks- nicht eingewöhnen«, meisterten den schiefen das Gebrüll unreifer Buben, die ergraute Mängemeinschaft.» Deutschland ist wieder sauber Blick nach hinten noch nicht. Sie lernten zwar ner,» Kriegshelden<, mit Peitschen und Gumgeworden...<> Es wird wieder gelacht in einst in langen schweren Dienstjahren das miknüppel aus den Betten jagten. Und die Deutschland...<< Und die herrlichen Führer- Maul halten, aber so routiniert, wie die Neu- Gequälten wünschten sich in den blutigen reden von der neuen deutschen Kultur, von deutschen, konnten sie es nicht zähmen. Hit- Kriegstraum zurück, weil die braune Wirkder neuen Freiheit, von der neuen Sonne über lerdeutschland hatte für diese heimgekehrten lichkeit grauenhafter war. befreitem Volke. Oh, welche Lust, ein Deut-> soldatischen Menschen< nur Platz im KZ. Und doch unserm Herrn liegt das Schwei- scher zu sein... Oskar Wöhrle, auch gen im Ohr. Und wenn uns der Hunger das Leben vergällt wir müssen den Hunger noch preisen, und wenn uns der Zellstoff am Leibe zerfällt, dann schreien wir:» Haltbar wie Eisen!<< Es brüllt, daß die Balken sich biegen. Er fürchtet und flieht es. Er zittert davor und weiß doch und weiß doch er wird ihm erliegen, das Schweigen wird siegen. Die Fünf aus Afrika es ist nicht mehr ein ehemaliger viel dazu zu sagen. Im Wüstensande haben sie Das Paradies lockte und sie verdorrten Fremdenlegionär, schildert in seinem lebendi- ihr Leben eingesetzt> heroische Naturen<, im afrikanischen Sande. Manchmal dachten gen urwüchsigen Jugendroman» Baldamus< wie es im Nazijargon heißen würde sie an Flucht, aber das Meer war zu weit die Qualen eines Legionärs. Wöhrle entfloh, Disziplin herrschte drakonisch, aber geschlaweg. Und dann kam endlich die Stunde der kehrte freudig in die wilhelminische Heimat gen, im Menschlichsten erniedrigt, ohne Heimkehr. Sie hätten bei der Legion bleiben, zurück, wurde in die preußischen Kaserne ein- Schuld beschimpft, gedemütigt, sadistisch und die Bei der Ahnensuche verunglückt Der Westen<, Berlin, hat eine Ahnen>> Suchecke< eingerichtet, in der serienweise Notschreie wie etwa die folgenden erscheinen: Hitler auf der Pariser Weltausstellung War Kopernikus ein deutscher Nazi? Die einschlägige gleichgeschaltete deutVoigt Carl Ludwig, Bürger von Ber- sche Fachpresse mußte dieser Tage die follin, Fuhrmann, starb am 23. Februar 1814 laut Eintragung in der Georgenkirche als gende ehemaliger Schlossermeister, 50 Jahre alt. anscheinend Wo und wann ist er geboren? Sommerfeld. Wo ist Friedrich Wilhelm Sommerfeld am 3. Juli 1826 geboren? Mertins. Wo im Kreise KönigsbergPreußen ist dem Gerichtsdiener Ernst Mertins am 29. April 1852 ein Sohn geboren worden? In der Rubrik> Antworten< findet sich in Nr. 180 unter Ueberschrift>> Deutschblütig?< die folgender niederschmetternde Feststellung: Die in der Suchecke der Nummer 166 gestellte Frage, wo eine am 9. November 1820 in der Umgegend von Berlin erfolgte Heirat von Konvath mit Suerland eingetragen sei, gibt uns Anlaß zu einer weiteteren Erörterung. Aber auseinnimmt.<<( Deutsche Medizin. Wochen- Gegenwart( die ja beispielsweise auch als schrift letzte Juli- Nr. 37). Beweis ihrer um so vieles fortgeschrittene welterschütternde Begebenheit nach Wie konnten aber die>> verbündeten« ren Vernunft einen Hitler produziert hat) im Propagandaministerium Beck- Polen auch, nachdem der> Führer einreihen und abstempeln zu können. selbst festgelegtem Text mitteilen: selbst den Thorner Stadtbürger Kopernikus wenn des» Führers< Hof- Akademiker Dante >> Die Gesellschaft Deutscher Naturfor- für den säkularen Wirkungsgrad seines eige- für einen Germanen und Jesus Christus soscher und Aerzte und die Deutsche Gesell- nen> Werkes<< erst vor kurzem reklamiert gar für einen echten Hinterpommern schaft für Geschichte der Medizin haben hat...?! Harmlose Besucher der Pariser geben, warum sollten die Polen bescheidener eine gemeinsame Erklärung veröffentlicht, der Meinung in der der Versuch einer polnischen Ausstellung möchten freilich Geschichtsfälschung auf der sein, daß die Wissenschaft um die ewigen Weltausstellung in Paris, Ko- Sterne, die jener Denker zwischen zwei Völpernikus als einen Hauptver- kern so förderte, weder ein reichsdeutsches, treter polnischer Geistesheroen im Nehmen sein? Im Gefilde der Seeligen, durch Jahrhunderto entrückt der Qual, unter Umständen Hitlers» Mein Kampf« von einem deutschen Gesandten oder Standesbeamten amtlich gedem braven schenkt zu erhalten, dürfte zu feiern, zurückgewiesen wird. noch ein polnisches Visum zu ihrer RechtFür die Besucher der Pariser Ausstellung fertigung und ihrem Ruhm benötigt. Noch Thorner es höchst Wurst sein, welcher natiosind im Deutschen Hause die urkundlichen harmlosere Globetrotter ohne jene intimen nalistische Trichinenbeschauer im seinem beBeweise für die deutsche Abstammung des Kenntnisse aller> Belange< des national- sagten Falle recht behalten soll. Nicht Schöpfers der modernen Astronomie allsozialistischen Brutkistenwahnsinns könnten» Wurst« ist es aber, wenn sich auf feinnervige gemein zugänglich gemacht worden. Darüber hinaus wird in der Erklärung aus- sogar die ketzerische Meinung vertreten, daß und taktvolle Weise das Dritte Reich und drücklich festgestellt, daß Nikolaus Cop- es ein ungeheures Blech, eine kindische Ab- sein Gott mit solchen geistigen Almeriapernick, wie sein Name eigentlich lautet, surdität sei, einen berühmten Zeitgenossen Taten auf der Pariser Weltausstellung dekolnicht nur rein deutscher Abstammung ist, sondern daß er einen der hervorragendsten Plätze in der geschichtlichen Entwicklungsreihe der deutschen Kulturforschung Sonderrichter Freund der Diebe In Osterode, Ostpreußen, ist soeben ein besonders weises Sondergerichtsurteil gefällt zu worden. des dreizehnten oder vierzehnten Jahrhun- letiert! Man könnte daraus lernen, wie aus derts nach den Begriffen von Zollämtern und Pathologien sogar unter Umständen WeltPaẞstellen der so unendlich vernünftigeren kriege entstehen könnten... sten Klatsches, dessen Hauptverbreiter der land, versammelt im Ordenssal der Marien32 Jahre alte Werner L. war... Er sprach burg. Auch der Ley ist unter ihnen, jawohl. nur noch von» Spitzbubene. Und nun weiß der Leser schon, wie die Sache weitergeht. Werner L. versicherte vor dem Sondergericht, er habe wahr- und wahr haftig nur die» unteren Dienststellen< gemeint. Aber auch das genügte dem Richter. Es ergibt sich, daß der Bräutigam, dessen Vorfahren aus Ungarn stammten, nicht deutschblütig ist. Es dürfte also die Frage zu stellen sein, ob hier ein artverwandtes Blut vorliegt. Es ist nicht Aufgabe des Sippenforschers, einer Parteistelle, einer Personaleinstellungsstelle usw., diese Frage zu entscheiden. Diese Aufgabe fällt vielmehr der Reichsstelle für Sippenforschung in Berlin NW 7, Schiffbauerdamm 26, zu, die über die Frage der Abkunft bindend entscheidet. Sie allein ist befugt, durch ein Gutachten entscheiden, ob jemand deutschblütig artverwandten Blutes oder fremdblütiger, Abstammung ist. Welche Folgerungen aus Ort, daß eine der festgestellten deutschblütigen oder art- stützte Familie auf ihrem Gabenzettel einen fremden Abstammung zu ziehen sind, das Has en verzeichnet fand. Darob große ist dann Sache der Partei oder Behörde. Freude. Aber siehe das Spendenpaket wurBestreitet ein Betroffener die Richtigde abgeholt, und der Hase war verschwunkeit des Gutachtens, so hat er seine Vorstellungen bei der Reichsstelle für Sippen- den.» Er ließ sich«, so versicherte die> Preuforschung vorzubringen hier eine Bische Zeitung«( Nr. 190),> trotz allen SuAenderung des Gutachtens zu erwirken. chens nicht finden. Irgendein Langfin- wird sich Schweigen um ihn breiten. Das ger, der nicht ermittelt werden nach dem Dieb gefahndet worden sei, wagt Behörde, die Partei usw. eine neue Schluß- konnte, mußte ihn an den langen nicht einmal die parteiamtliche> Preußische folgerung aus dem Gutachten ziehen. und Erst, wenn dies gelungen ist, kann die Vor einigen Monaten geschah es in diesem von der Winterhilfe unterJetzt tritt Stille ein und Herr Koch wird eine Rede halten. Erich Koch, Oberpräsident von Ostpreußen, Gauleiter, Sieger in der Arbeitsschlacht und was er sonst noch alles sein mag. Da spricht er schon. Mal flüsternd, mal > Durch die Beweisaufnahme wurde Wer- wild aufbrüllend. Fast wie der Führer kann ner L. einwandfrei überführt, wider den er das. Auch die Heiserkeit gemahnt ans große Artikel 1,§ 2, Absatz 1 des Gesetzes gegen Vorbild. Erst spricht er von den ollen Ordensheimtückische Angriffe auf Staat und Par- rittern, die nun» wieder auferstanden sind in tei sich gröblich vergangen zu haben. Er den rauhen Kämpfern der Bewegung.<< Die erhielt ein Jahr Gefängnis.<< Der Ankläger sitzt also im Gefängnis. letzteren fühlen sich geschmeichelt und schreiDer Hase bleibt verschwunden, und endlich Löffeln gepackt und fortgetra- Zeitung« zu behaupten. Zur Zeit, da diese Zeilen geschrieben wer- gen haben«. Sehr spaßhaft.» Irgendein den, dürften also die unglücklichen Nachfah- Langfinger« saß also im Büro der Winren des Herrn Konvath schweißtriefend von terhilfe, denn über dieses Büro war das der Sippenforschungsstelle zur geplünderte Gabenpaket nicht hinaus gekomNazikultur im Radio: Ist das - Deutschland? en Heil. Und dann... Man sollte es nicht für möglich halten, aber diesem Koch ist alles möglich. » Kameraden!« ruft er» Man sagt von Ostpreußen, es sei ein hinter der Kultur zurückgebliebenes Land, wo die Wölfe und Füchse einander Gutnacht wünschen. Darauf antwortete ich( er brüllt wie ein Stier): Ja, wir sind zurückgeblieben! Fünfzig Jahre und mehr sind Man tut es immer wieder. Man ärgert sich wir zurückgeblieben hinter dem modernen hinterher und läßt es doch nicht bleiben... Eine Zeit lang geschah nichts. Gar nichts. Hang zur Selbsquälerei? Oder Die gleichen>> Helfer« versahen ihr einträg- Heimweh? liches Amt in gleicher Weise weiter, und der nun, der Dieb war eben» nicht Partei, von der Partei zur Behörde, men. von der Behörde wieder zur Sippenforschungsstelle rennen und sich als arme Blutsverwandte in Erinnerung bringen. Und die Konvaths rennen nicht allein, aber Tausende verschreckte Sippensucher saußen wie sie ruhelos durch Deutschland. Wehe denen, die am Ende ihrer Irrfahrt> fremdblutig gesprochen werden! Während die lieben Deutschen solcherart beschäftigt und abgelenkt sind, würfeln ihre Herren, die sich um ihre eigenen Stammbäume den Teufel scheren, mit zynischer Verantwortungslosigkeit um Krieg und Frieden. Dieb war zu ermitteln«. Aber nun ist in dieser Sache endlich ein Urteil gefällt worden. Gegen wen? Gegen einen Mann namens Werner L. Er also ist der Dieb? Im Gegenteil. Der Gerichtsbericht erzählt: » Der verschwundene tote Hase war der Volksgenossin und ihren Nachbarn ein Kultur- und Zivilisationssumpf! Und wir maskiertes sind stolz darauf! Pg. Ley, grüße den Führer und sag ihm, daß hier an der Grenze Immer wieder: man dreht den Radioknopf, harte und stolze Menschen stehen!...<< französische, englische, tschechische Sprachfetzen flitzen vorbei, ein paar Takte Jazzmusik, Bravorufe von einen Sportplatz und ein Freund, der neben mir steht, Bürger eines dann... > Achtung! Hier Reichsender soundso!<< Deutschland!... Nein, nicht Deutschland. Nicht die Heimat ists, die da spricht. Sondern: der Feind,... der die Heimat besetzt hält. » Das also ist jetzt Deutschland?« fragt zivilisierten Landes. pfui! » Nein« erwidere ich.» Das ist nicht Deutschland, Dies hier ist Deutschland.<< Ich habe den Radioknopf weitergedreht. > hoch interessanter Gesprächs- Stimmengewirr, Geräusper, Gelächter. Das Aus Stockholm tönt deutsche Musik. Mendelsstoff« geworden. Es fingen an, sich Legenden zu' weben. Aus Andeutungen wurde mit der Zeit eine Lawine des übelwehrlos gequält wurden sie nicht. Dagegen All das hatte die gute Seele wirklich nicht gab es Rechtsmittel. Gegen braune Willkür gewußt. Eine deutsche Frau braucht halt gibt es keine. Jetzt träumen sie nachts lä- nichts zu wissen, sondern nur Kinder zu kriechelnd von der afrikanischen Barbarei, von der gen. Schinderei in der Legion und wünschen Hitler hat entschieden Pech mit den blonsich in den harten, rauhen Traum zurück, den, blauäugigen Nordbewohnern. Die wollen wenn sie früh auf den Pritschen des KZ er- vom Nazistaat nichts wissen, wohl weil er wachen, vor knüppelbewehrten rotznäsigen von lauter schwarzhaarigen Menschen regiert Sadisten antreten und Männchen machen wird... müssen. Brächen sie in Cafard aus, er endete nicht mit Disziplinarstrafe, sondern im Bleisang. sind erfährt man vom Sprecher sechshundert» alte Kämpfer< aus ganz Deutschsohn Hebridenouvertüre... Kurt Ketzer. jedoch in guter Gesellschaft: Ibsen aus Nor-, fahren sie nicht. Uhlig wird zwar nicht von wegen, Strindberg aus Schweden, Shaw der Gestapo gesucht, aber Freunde rieten ihm aus England mußten Aehnliches erdulden..< dringend einen Besuch als gefährlich zu unterDiese geistvolle Aeußerung druckt die lassen. Nazizeitschrift» Der Norden« glückstrahlend ab. Kamban ward also von der dänischen Presse in» Landesflucht« getrieben( einen deutschen Autor kann so was nicht passieren) lieber nichts erzählt. Ebensowenig wie es daDas freilich sind Tatsachen, von denen das für Else Brändström begeisterte Blatt der» Nordischen Gesellschaft« seinen Lesern ran Anstoß nimmt, daß zahllose der seinerzeit von Elsa Brändström betreuten Fronthelden heute in den Kerkern und Lagern des Nazismus oft weit schlimmeren Qualen ausKurt Ketzer. und deshalb stellt er sich in stolzer Bescheidenheit den Ibsen, Shaw und Strindberg gleich. Eine der wenigen Ausnahmen macht freiRichtig, diese großen Dramatiker sind in lich der berühmte Sven Hedin. Aber dessen ihrer Jugend von der reaktionären Kritik politische Aeußerungen werden in seiner Heinicht begriffen worden. Bedeutet das aber, Zum Verhängnis wurde ihnen, daß sie das mat nur belächelt, seit er 1914 die Schweden Dritte Reich für einen europäischen zum» heiligen Krieg« an Wilhelms Seite aufdaß jeder, der nicht gelobt wird, eben deswegesetzt sind, als einst in der harten sibirischen Gefangenschaft... Staat hielten und daß sie selbst nach dem rief. Und obendrein haben die schicksalsspin- gen ein Genie ist? Nein, Kamban gehört nicht in eine Reihe mit Ibsen, Strindberg und Shaw. ersten großen Staunen noch an so etwas wie nenden Nornen es so gefügt, daß Hedin Die Werke dieser großen Erzgermanen sind ein europäisches Gewissen glaubten, o Wotan! eine jüdische Großmutter sein nämlich weiß Kamban das nicht? fast Wie die deutschen Zeitungen melden, hat jenes>> europäische Gewissen<<, das sich mit der eigen nennt! sämtlich, mit Ausnahme nur einiger Jugend- Propagandaminister Göbbels in den Räumen braunen Bestialität abgefunden hat und selbst Jetzt aber welch ein Glück! hat dramen Ibsens, als» kulturbolschewistisch« und seines Ministeriums eine» Kommission zum Raub des Nobelpreises schweigt. Göbbels eine Neuerwerbung gemacht, auf die > zersetzend<< von den deutschen Bühnen ver-| zur Bewahrung von Zeitdokumener riesenstolz ist: einen waschechten Renombannt! ten« gegründet. miergermanen, einen Isländer sogar, den rühmlich unbekannten jungen RomanB. Brandy. Renommiergermanen **** Eine biedere Nazidame aus Königsberg, schreiber Gudmundur Kamban. von Er man In der gleichen Zeitschrift» Der Norden<< im Maiheft 1937 versucht man übrigens den Elsa Brandström zur» Renommiergermanin< zu machen. Da ist die Rede von dem » unermüdlichen Einsatz des Engels von Sibirien für deutsche Kriegsgefangene, für deutsche Heimkehrer und für deutsche Kinder... Deutschland steht in ihrer Schuld!< Mitglied von Hitlers Frauenschaft<<, kam wird gegenwärtig in Deutschland mit Pomp Gipfel der Frechheit zu erklimmen und sojüngst nach Schweden gefahren, um daselbst und Trara herumgereicht. Kamban hat einen gar in holder Sommerzeit den nordischen Men- Roman verfaßt, der im Norden von der Kritik schen<< kennenzulernen, dessen Lob und Preis teils nicht beachtet, teils tüchtig herunter so ausgiebig vom Führer und seinen Traban- gerissen wurde. Im Dritten Reich dagegen ten gesungen wird. Auf dem Schiff kam sie wurde sein Werk hohen Parteistellen mit einem Schweden ins Gespräch, und da empfohlen. Das erklärt einiges und erfuhr sie zu ihrem Schreck und Staunen, begreift, wenn Herr Kamban in einem Intersie wollte es erst gar nicht glauben daß der view das folgende erklärt: heilige Norden von lauter Sozialdemokraten regiert wird, und daß es nicht viele Skandinavier gibt, die etwas für das Hitlerreich übrighaben. Nicht mal einen einzigen Mann haben die schwedischen Nazis bei der Wahl im vorigen Jahr in den Reichstag hineinbekommen.. 4 Jubiläumsgründung » Zweck dieser Kommission ist, wie der Minister in einer richtungweisenden Rede ausführte, eine umfassende Zentralstelle für die Sammlung aller mit der Geschichte des Dritten Reiches zusammenhängenden Dokumente zu schaffen und Mittel und Wege zu finden, wie diese Dokumente für eine möglichst große Zeitspanne vor dem Verfall bewahrt und damit späteren Generationen erhalten werden können.<< Das deutsche Volk erfuhr von dieser epoSo spricht das Naziblatt von einer Frau, chemachenden Neuerung am 30. Juni. Diedie aus Deutschland emigrieren mußte, weil ses Datum ist an sich schon ein Zeitdokuihr Mann, der deutsche sozialdemokratische ment. Hoffentlich vergiẞt die Kommission » Das Verbot der Kritik in Deutschland ist eine Tat, der man im Laufe der Zeit Gelehrte Uhlig von den Nazis aus Amt und nicht, alle damit zusammenhängenden Erinüberall auf der Welt folgen müßte... Das Vaterland gejagt wurde! Er wirkt jetzt in nerungen in der Sammelmappe>> Männer, Verdammungsurteil der dänischen Presse Amerika. Elsa Brändström und ihr Gatte be- die uns groß machten<< unterzubrinüber meinen Roman, der in Deutschland suchen gegenwärtig zum ersten Mal wieder gen. Dort ist ja genug freier Raum entstanfreundlich aufgenommen wurde, hat mich zur Landesflucht(!) getrieben... Ich bin seit vier Jahren Schweden. Nach Deutschland den. Geundsätzliches züe faschistischen Sozialpolitik Gewaltleistungen der Arbeiter >> Dieser Leistungslohn kann aber nur in- wettbewerb der Betriebe ist Auszeichnerbetrieblich festgesetzt und nicht durch nung der musterhaften Ausbeu Gesetz und Verordnung bestimmt werden.<< tung. Die Nazis haben sich vier Jahre damit mehr das Objekt der» Betriebsgemeinschaft«.| den festgestellten Grundsätzen von Würz- Leistungskampf< ist der grundsätzliche Ver behelfen können, mit Schlagworten soziali- Am schärfsen äußerte sich diese grund- burg ein gerechter Lohn durchgesetzt werden. zicht auf den sozialen Schutz, der Leistungsstische und gewerkschaftliche Begriffe zu legende Haltung in der Rede des Hauptverfälschen. So konnte nach Zerschlagung dienstleiters Schmeer zur Sozialversicheder Lohntarife eine dem Tarifvertrag ähn- rung, die er in der bestehenden Form für liche Bezeichnung wie Tarifordnung die herr- falsch erklärte. Hier wird durch Antreiberei und Akkord- Diesem>> Leistungsprinzip<< ist auch die schende Lohndiktatur verdecken. Die Be>> Man kann nicht eine kurzfristige Wirt- schinderei zur>> Höchstleistung der Ausbeu- sog. Arbeitsfürsorge angepaßt worden. Die triebsräte wurden abgeschafft, eine Scheinschaftspolitik und eine langfristige Sozial- tung des Lohnarbeiters Tür und Tor geöffnet. Arbeitsfront gibt bekannt, daß in der heuvertretung der Belegschaft im Vertrauensrat politik betreiben.<< im tigen Wohlfahrt für Faulenzer und Nichteingeführt. Dieses Stadium, Die so erpreẞte» Leistung soll alsdann in dem die Warum die heutige Wirtschaftspolitik kurz- Betrieb die Norm für die allgemeine Lohn- nutze kein Platz<< sein darf. Die fristig geworden ist, kann in diesem Artikel bemessung bilden. Dieser wird nicht näher untersucht werden. Eine kurz der Lohnempfänger wird nun neuerdings aus- abgelehnt Sklavenwettlauf» Wohlfahrtspolitik«, die>> Fremdhilfe< der Arbeitsdienst dagegen ist seinem Ende zu. Die getarnte Sozial- und fristige Sozialpolitik aber wäre gedehnt auf den Reichsberufswettkampf die neudeutsche» Selbsthilfe<<. Da wird aus bisherige Sozialpolitik durch sozialdemagogische Phrasen ersetzt werden sollte, neigt sich Lohnpolitik muß bei der im Dritten Reich herrschenden Not allzuviel Begehrlichkeit wecken. Das Regime geht in neuerer Zeit dazu über, seine eigenen Grundsätze über Wirtschafts- und Sozialpolitik zu entwickeln. So hat Göring auf dem Internationalen Handelskammer- Kongreß erstmalig die AutarS ולה So wird Schmeling aussehen, wenn er um die Weltmeisterschaft kämpfen darf mehr der dern die Nation ist.<< zu ein Widerspruch in sich. Die Sozial- zum Leistungsbewerb der Betriebe. versicherung ist ein Einbau von MenschenDie>> Deutsche Arbeits- Korrespondenz< v. ökonomie in das kapitalistische System, sie 8. Juli gibt den Unternehmern die Vorauserstreckt sich auf das ganze Leben des setzungen bekannt, unter denen künftig der Arbeiters mit all seinen sozialen WechselBetrieb sich die öffentliche Anerkennung erfällen. Die Ablehnung der Langfristigkeit ringen kann. Da werden einige dekorative der Sozialversicherung heißt einfach Verneisoziale Erfordernisse erwähnt, z. B.>> Schönnung jeder wirklichen Sozialpolitik. Die Ent- heit der Arbeit<<, Betriebsordnung, Beschwerziehung der gesetzlichen Grundlage bedeutet ihre Abschaffung. Die Gleichheit der Unternehmer und Arbeiter innerhalb der Gesamtnation auf sozialem Gebiet ist eine setzlichen Arbeitsschutzes als überflüssig hinstellen zu können. Die antifaschistische Bewegung aber hat die Aufgabe, in das Wesen des Faschismus einzudringen, sie muß sehen, daß auf die Dauer innerhalb des Faschismus für den sozialen Arbeiterschutz kein Raum sein kann. mehr Bamberg berichtet, daß die Arbeitsfürsorge rassenhygienisch gesehen einen Ausleseprozeß vorgenommen und die» Drückeberger ausgemerzt, bezw. ins Arbeitslager verpflanzt hat. >> Allein 63 Familien sind in Bamberg im Laufe der» Musterung«< für die Arbeit einfach dem Wohlfahrtsamt fern geblieben, wodurch in einem Jahr rund 30.000 RM in Wegfall kamen.<< derecht, Kameradschaft des Betriebsführers mit seiner Gefolgschaft usw. Entscheidend aber ist der wirtschaftliche Die Nazis halten sich demnach nicht mehr Wettbewerb. Verwendung Lüge, um damit die Notwendigkeit des ge- der Rohstoffe, Wiederverwertung von Abfall- restlichen Sozialgesetzgebung abzuändern, sie devisenersparen- damit auf, einzelne Bestimmungen der noch material und ähnliche Details des Vierjahres- stehen im Begriff, mit der Faulenzer- Fürplans verschaffen im Reichsberufswettkampf sorge Schluß zu machen. die Aussicht auf den Sieg. Die Erschwerung, Für die Unternehmer ergibt sich überdies die dem Arbeiter aus der Verwendung des aus den Berufswettkämpfen ihrer Arbeiter minderwertigen Materials erwächst, ist noch eine billige Reklamemöglichkeit. So hat gleichgültig, je schwerer der Leistungslohn kürzlich eine Firma den Namen des» Siegers Der Ersatz für die abgebaute Sozialpolitik zu verdienen ist, um so höher die nationale einer Wettkampfgruppe» Halz- Drechsler<< in ist im Dritten Reich der sog. Leistungswett- Leistung. Man will» saubere Akkordlöhne« einem fett gesetzten Inserat veröffentlicht. kampf im Betrieb und unter den Betrieben, prämiieren, aber zur Gesamtbeurteilung der Natürlich war auch das Bild des Jungkameraden in Hitlerjugenduniform mit abgedruckt. >> Es wird in diesem großen Rahmen nicht Die eben eingeleitete Aktion soll beausschlaggebend sein, wieweit die mate- zwecken, daß sich diesmal möglichst alle rielle zahlenmäßige Leistung sicht->> aufrechten Unternehmer<< am Leistungsbar ist. Allein die Tatsache, daß der Be- kampf der Betriebe beteiligen. Die Gewalttrieb getragen von dem Willen der Pflicht- anstrengungen der Arbeiter, die hier systeerfüllung... ständig nach gemeinschafts- matisch gezüchtet werden, sollen nicht verund leistungsfördernden Möglichkeiten einzelt bleiben, sondern sie sollen zur Regel sucht, wird bestimmend sein.<< erden. Es liegt System drin Während noch vor zwei Jahren die wissenschaftliche Ermittlung des gerechten Lohnes angekündigt worden war, wurde jetzt in Würzburg erklärt: >> Der Leistungslohn im Arbeitsleben bedeutet, daß die Lohnbemessungsmethode nicht die Lösung der Frage nach dem gerechten Lohn sein kann.<< Lohnhöhe heißt es in den Richtlinien: Erst wenn die Leistung der einzige Maßstab jeder sozialen Rangordnung ist, kann nach Die Ersetzung der Sozialpolitik durch den nalsozialistischen Sozialpolitik! in der natioJedem Volksgenossen sein ein benzinteures Land ist und daß daher>> Ein sorgfältig durchgeführtes Kartender Benzinverbrauch des einzelnen Kraftfah- system«, so wird die niederträchtige ErfinVolksauto rers durchschnittlich geringer ist als im dung erläutert,» ermögliche es dem LandesKönig Heinrich der IV. von Frankreich Ausland. amt, an Gesundheitsämter und Fürsorgeversprach jedem seiner Untertanen ein Huhn Schlußfolgerung:» Solange eine entspre- träger jederzeit rasche Auskunft über die im Topf. Hitler versprach jedem seiner chende Preisermäßigung seiner chende Preisermäßigung des synthetischen Gemeinschaftswertigkeit und Erbgesundheit Volksgenossen ein Volksauto in der Garage. Benzins nicht möglich ist, muß daher der An- von Personen, die sich um Zuteilung irgendDie Autostraßen, auf deren glatter Fläche spruch auf Erfassung weiterer Bevölkerungs- welcher Art aus Mitteln der Allgemeinheit das Volksauto seinem Ziele zueilen könnte, kreise für die Motorisierung niedriger gestellt bewürben, zu erteilen. Jegliche zusätzliche sind gebaut, aber die Straße, die zum Volks- werden.< Damit ist den beiden großen Plä- Unterstützung von gemeinschaftsbelastenden, auto selbst führt, ist noch recht ungangbar. nen des Führers das Urteil gesprochen, dem wenn auch unter Umständen erbgesunden Das behauptete jedenfalls nach dem Bericht Volkswagen und zugleich dem Vierjahresplan. Personen, solle unterbunden werden.<< Sie sollen im Elend untergehen so will es die Rache der Herrschenden an denjenigen, die sich nicht hundertprozentig zum Nationalsozialismus bekehrt haben! Beschnüffelung der Fürsorgebedürftigen Neuer Vorwärts des>> Deutschen Volkswirt« Ministerialdirektor Dr. Brandenburg, der» kürzlich an Hand ausführlicher Unterlagen darauf hingewiesen hat, daß der Weg zur Unabhängigkeit der kie, die bisher eine zeitlich begrenzte Metho- deutschen Kraftstoffversorgung durchaus Die soziale Fürsorge, deren weitgehender de zur Durchführung des Vierjahresplan sein nicht so eben ist, wie es häufig angenommen Ausbau eine der unvergleichlichen Leistungen sollte, ausdrücklich als nationalsozialistisches wird.<< des Deutschlands von 1918 bis 1932 bleibt, ist Prinzip erklärt. Man sehe, so argumentierte Wenn aber das Auto so populär werden im Dritten Reich längst wieder in die berücher, in der nationalen Wirtschaft eine Voraus- soll, wie der Führer wünscht, dann muß der tigte Armenfürsorge umgewandelt worden. Gozialdemokratisches Wochenblatt setzung für die Einschaltung in die Welt- Vierjahresplan viel mehr leisten als den blo- Die Fürsorgeberechtigten werden heute wirtschaft. Die Autarkie soll die Waffe sein, Ben Ersatz der bisher vom Ausland bezoge- als lästige Personen behandelt, gleichviel, ob wortlicher Redakteur: Herausgeber: Ernst Sattler; verantsich auf dem Weltmarkt Geltung Wenzel Horn; ver- nen Kraftstoffe durch heimische Produktion. ihre Hilfsbedürftigkeit die Folge körperlicher Druck:> Graphia<; alle in Karlsbad. schaffen. Es gilt nach Schachts Organ» nicht nur, in Gebrechen oder der sozialen Verhältnisse ist. Zeitungstarif bew. m. P. D. ZI. 159.334/ VII- 1933. Die Grundlagen der Nazi- Sozialpolitik dem vom Vierjahresplan gesetzten Zeitraum Die Kontrolle, der sie unterworfen werden, Printed in Czechoslovakia. Kontrollpostamt: sind vor wenigen Wochen auf der Würz- den Bedarf der bisherigen Kraftstoffver- wird mit allen Poštovní úřad Karlovy Vary 3. Aufgabenur erdenklichen Schikanen burger Tagung des Sozialamtes braucher aus heimischen Quellen sicherzustel- ausgeführt. postamt Karlsbad 3. Der>> Neue Vorwärts kostet im Einzelder DAF kundgegeben worden. Das Wesen len, sondern es besteht zugleich der Zwang, Das thüringische Landesamt verkauf innerhalb der ČSR Kč 1.40( für ein der neuen Sozialpolitik wurde damit erklärt, auch für die Massen, die im Laufe der näch- für Rassewesen >> daß das Objekt dieser Sozialpolitik nicht sten Jahre der Motorisierung neu erschlossen neuen Steigerung gebracht, die sicher in den 24.- für das Quartal) oder deren Gegenwert hat es jetzt zu einer Quartal bei freier Zustellung Kč 18.-). Preis der Einzelnummer im Ausland Kč 2.-( Kč einzelne Mensch, son- werden sollen, Kraftstoffe bereitzustellen.<< übrigen Gebieten des Reiches sofort Nach- in der Landeswährung( die Bezugspreise für Der Führer wird von Schachts Organ dar- ahmung finden wird. Bei der von ihm durch- das Quartal stehen in Klammern): Argentinien Die Auswirkung für die gesamte Nation soll über belehrt, daß es nicht genügt, Volksautos geführten Bestandsaufnahme der Bevölkerung Pes. 0.30( 3.60), Belgien: Belg. Frs. 2.45( 29.50), ausschlaggebend sein. Nun ist gewiß Sozial- zu bauen, weil sie ohne Kraftstoff nicht in wird die neuartige Unterscheidung( 5.40), Deutschland Mk. 0.25( 3.-), Estland Bulgarien Lew 8.-( 96.-). Danzig Guld. 0.45 politik eine nationale Aufgabe, aber ihr Bewegung gesetzt werden können. Es wird meinschaftsbelastend gemein- E. Kr. 0.22( 2.64), Finnland Fmk. 4.-( 48.-), Zweck war stets die Wohlfahrt der nämlich> ein derartiges Kulturgut für ein schaftsfördernd« eingeführt. arbeitenden Klassen. Einen sozialen Volk erst dann wirklich verwendungsfähig, Frankreich Frs. 1.50( 18.-), Großbritannien Ob eine Frau oder ein Mann» gemein- d 4.-( Sh. 4.-), Holland Gld. 0.15( 1.80), ItaSchutz für die kapitalistischen Unternehmer wenn seine Rohstoffquellen die dafür nötigen schaftsbelastend<< lien Lir. 1.10( 13.20), Jugoslawien Din. 4.50 oder gemeinschaftsförzu proklamieren, blieb den Nazis vorbehalten. Stoffe liefern.<< Daß das gelingt, erscheint dernd« ist das entscheidet die Lebens- 0.55( 6.60), Luxemburg B. Frs. 2.45( 29.50), ( 54.-), Lettland Lat. 0.30( 3.60), Litauen Lit. Die moderne Sozialpolitik war kollektiv dem Ministerialdirektor recht zweifelhaft. führung«! Und die Lebensführung beurteilt Norwegen Kr. 0.35( 4.20), Oesterreich Sch. gerichtet, da das Schicksal des einzelnen Aber auch wenn die notwendigen Kraftstoffe wer? Natürlich eine nationalsozia- 0.40( 4.80), Palästina P. Pf. 0.020( 0.216), Arbeiters gleichzeitig das Schicksal seiner vorhanden sind,> dürfen die Preise das wirt- listische Partei- oder Behörden- Polen Zloty 0.50( 6.-), Portugal Esc. 2.Klasse ist, solange der Kapitalismus herrscht. schaftliche Leistungsvermögen der neu zu erstelle! Auch Anstalten und Träger der öf-( 24.), Rumänien Lei 10.-( 120.-), SchweDie Nazis lehnen nun ausdrücklich jeden schließenden Käuferschichten nicht überstei- fentlichen Fürsorge sollen gemeinschafts- Spanien Pes. 0.70( 8.40), Ungarn Pengö 0.35 den Kr. 0.35( 4.20), Schweiz Frs. 0.30( 3.60), Arbeiter- Kollektivismus ab, weil er ihrer gen. Und dabei spielen bekanntermaßen die belastende<< Personen an das Landesamt für( 4.20), USA 0.08( 1.-). » Volksgemeinschaft< widerspricht, sie ver- Anschaffungskosten die geringere und die Rassewesen melden. bieten die Solidarität der Arbeitnehmer und Unterhaltungskosten die größere Rolle<. Bei So wird also künftig noch mehr als bisher konstruieren einen Kollektivismus der ge- den Unterhaltungskosten stehe aber an erster das gesamte Leben der Menschen, die in 46.149. Oesterreich:» Neuer Vorwärtse Karlssamten Nation<<. Dieser nationale Schein- Stelle der Aufwand für Kraftstoff. Denn irgendeiner Form die Opfer der kapitalisti- bad. Wien B- 198.304. Polen:> Neuer Vorwärts< kollektivismus aber bedeutet schutz-> wenn dieser so hoch ist, daß der Fahrzeug- schen Gesellschaft sind, beschnüffelt werden, Karlsbad. Warschau 194.797. Schweiz:> Neuer lose Unterwerfung der Arbeiter besitzer aus Sparsamkeitsrücksichten seinen um ihre> Unterstützungswürdigkeit< festzu- Vorwärtse Karlsbad. Zürich Nr. VIII 14.697. des Unterneh- Benzinverbrauch einschränkt, so bedeutet das stellen! Und wer nicht vollständig Creditbank Filiale Karlsbad. Konto> Neuer Ungarn: Anglo- Čechoslovakische und Prager mertum s. Es ist nur logisch, wenn in auf die Einheit des mit dem Fahrzeug zurück- vor den» Führern und den Bonzen Vorwärtse Budapest Nr. 2029. Jugoslawien: Würzburg die Sozialpolitik als gesetzliche gelegten Kilometers der auf dem Bauche kriecht- der Anglo- Čechoslovakische und Prager CreditMaßnahme verneint wurde. Sozialpolitik im fixen Lasten, die bei der Haltung entstehen<. wird als unterstützungsunwür- wärts<, Beograd Nr. 51.005. Genaue Bezeichbank, Filiale Belgrad, Konto> Neuer VorDritten Reich wird von Tag zu Tag mehr und Heute sei es aber noch so, daß Deutschland dig abgewiesen werden! unter den Willen eine Verteuerung Einzahlungen können auf folgende Postscheckkonten erfolgen: Tschechoslowakei: Zeitschrift> Neuer Vorwärts< Karlsbad. Prag nung der Konten ist erforderlich.