Neuer Vorwärts Sozialdemokratisches Wochenblatt Verlag: Karlsbad, Haus„ Graphia" Preise und Bezugsbedingungen siehe Beiblatt letzte Seite Planmäßige Aggression Als am 24. Mai 1937 der VölkerNr. 218 SONNTAG, 15. August 1937 Aus dem Inhalt: Hitlerblamage in Brasililen Die Sünde wider die Volksernährung Planmäßige Aggression Gesundungsprozeß Gau Ausland Journalistenausweisungen aus England mit einem Worte, daß bundsrat in Genf zusammentrat, hofften Die englische Regierung hat drei Dieser anormale Zustand hat in Eng- die Meinungsbildung der englischen Pardie Westmächte, daß sie die angriffs- deutsche Journalisten ausgewiesen. Der lang große Unruhe hervorgerufen. Es teien eingreift, daß sie auf den verschielustigen Diktaturländer fesseln, den eine von ihnen war der Agent der Aus hat Anfragen an das Innenministerium densten Wegen so etwas wie eine hitleriStatus quo im westlichen Mittelmeer landsorganisation der NSDAP, deren im Unterhause gegeben, und das Innen- stische Parteigruppe in England zu orgawiederherstellen und eine Epoche rela- Zentralleiter Herr Bohle im Auswärtigen ministerium hatte Untersuchung zugesagt. nisieren sucht tiver Friedenssicherung und und wirt- Amt ist. Das englische Innenministerium Die jetzt ergriffenen Maßnahmen sollen sie auf das stärkste in die englischen inschaftlicher Entwicklung einleiten will so wird angekündigt das Trei- diesen anormalen Zustand beseitigen. nenpolitischen Verhältnisse eingreift, könnten. ben der Naziagenten in England strenger Indessen gibt es daneben noch eine an- während sie selbst aufs schärfste darüber dere Anomalie. Deutschland, wie alle wacht, daß ja keine Intervention in die Die englische Politik zielte nach der beobachten als bisher. Verhältnisse Diktaturländer, hat die Freiheit der Op- deutschen Empirekonferenz, die zur Zeit der erfolgt. In Es gehört zur Funktion des nationalder Deutschland ist das Delikt des LandesverKönigskrönung in position, der Meinungsbildung und London getagt sozialistischen Auslandsdienstes, in allen hatte, auf Ausgleich, Befriedigung der Ländern Zellen des nationalsozialistischen Versuch, eine von der offiziellen Parteibildung total abgeschafft. Jeder rats, begangen von einem Ausländer gegen abwei- das Deutsche Reich, geschaffen worden Diktaturen, Aufrechterhaltung des Terrors zu schaffen. Spionage und Indu- chende Meinung zu Gleichgewichts unter striespionage bilden, fällt unter in England läßt die deutsche Regierung europäischen laufen selbstverständlich Führung Frankreichs durch England. nebenher dazu sind im Ausland lebende selbst Todesstrafe für oppositionelle Mei- heiten Handlungen organisieren, die nach eines der barbarischen Terrorgesetze, die unter dem Schutze demokratischer FreiEs schwebte die Mission van Zeeland, Reichsdeutsche auf Grund der amtlichen Schacht fuhr nach Paris, der Rückzug Anweisungen des Herrn Bohle verpflich- Regierung aber betreibt das, alle unter dieses Delikt fallen würden. nungsbildung zulassen. Die deutsche der Rechtsprechung Belgiens aus den Locarnoverpflichtun- tet. Die Organisation des Terrors aber was sie im eigenen Lande ver- Diese doppelte Moral ist allen Diktapaktpläne unter Lockerung des Völker- dient dazu, die Befolgung dieser Anwei- bietet, in anderen demokrati- turregierungen eigentümlich- und desbundzwanges zu ermöglichen, Italien sungen zu erzwingen. In einem schen Ländern mit größter In- halb ist jede Paktierung mit ihnen eine hatte sich durch die diplomatischen Lande wie England entstehen so Herde tensität. Wir sprechen gar nicht von Fiktion, deshalb ist die Politik der NichtNachwirkungen der Niederlage von eines Terrors, der gegen die Verfassungs- der Agentenwirtschaft, den Cliquen, Ver- intervention in Spanien eine Farce, deshalb Guadalajara bereiterklären müssen, prinzipien, ja gegen die Strafgesetzgebung schwörungen und Bestechungen im Süd- ist es eine Illusion, daß man die äußere die Politik eines Landes und seine innere Verden Rückzug seiner Truppen prinzipiell des Landes durchgeführt wird, in dem die osten Europas. Tatsache ist, daß zu diskutieren. Freiheit geschützt wird. deutsche Regierung auf das stärkste in fassung völlig getrennt beurteilen könne. gen schien ein Neuaufleben der WestDeutschland und Italien berieten. * freien des Dritten Reichs diplomatischen wird Neurath nach London eingeladen, Sieg ausweiten sollen. am 16. Juni kehren Deutschland und Eine Reihe von Ereignissen läßt Italien in den Nichtinterventionsaus- ihnen den Augenblick zum Angriff für schuß zurück. gekommen erachten. Vom 9. bis 11. Die Offensive Francos gegen Bilbao tionsausschuẞ erhielt das Mandat, der vier Kontrollmächte, am 15. Juni| Francooffensive zum unter Einsatz aller deutschen und ita- diese Zurückziehung auszuhandeln. lienischen Machtmittel sollte ein Gegengewicht gegen ihre diplomatische ZuAn diesem 29. Mai stehen Deutschrückdrängung und eine Basis für neue land und Italien vor der Frage: RückVorstöße schaffen. zug aus Spanien, oder Durchbruch. Am Am 18. Juni, als das Schicksal Juni erfolgt in Moskau die AusAm 24. Mai trat der Völkerbund 29. Mai sendet der deutsche Admiral Bilbaos besiegelt ist, fordert Franco löschung des russischen Generalstabs zusammen. Die Anklage Spaniens gegen seine provokatorische Drohnote an die von England seine Anerkennung als mit ihren Folgen für die russische Deutschland und vor allem gegen Ita- spanische Regierung, am gleichen Tage kriegführende Macht. Auf diese Aktionsfähigkeit. Gleich darauf belien machte tiefen Eindruck, das Be- erfolgt der Zwischenfall mit Forderung, deren Erfüllung die ginnt die Krise der Regierung Blum, weismaterial zerriß alle Fiktionen. Am dem Panzerschiff» Deutsch- Nichtintervention zerreißen und die am 20. Juni mit dem Sturze Blums 29. Mai faßte der Völkerbundsrat 1 an d« bei Ibiza. Deutschland und Italien die Erwürgung endet. Am 19. Juni fällt Bilbao. eine Resolution, in der die deutschen Deutschland und Italien ziehen sich der spanischen Republik sichern muß, Greuel in Guernica verurteilt und die aus der Kontrolle zurück. England und konzentriert sich nun die Am 18. Juni behauptet das DeutZurückziehung der fremden Truppen Frankreich geben nach. deutsch- italienische Polische Nachrichtenbüro, auf den Kreuverlangt wurde. Der Nichtinterven- Am 12. Juni folgt das Abkommen tik und Provokation, die die zer» Leipzig seien Torpedos ab* 10 Antisemitischer Terror Einen überaus aufschlußreichen Einblick in die Methoden des amtlichen antisemitischen Terrors in Deutschland gewährt das nachstehende Protokoll der Berliner Ratsherrensitzung vom 3. Juni, das wir nach dem Original reproduzieren: Stenographischer Derbandlungsbericht über die Beratung mit den Ratsherren der Reichshauptstadt Berlin am 3. Juni 1937. 9. Gikung. Ratsherr Körner: Herr Stadtpräsident! Meine umjeren Deutschen dort fiegen. Persönlich berührt mich Barteigenossen! Ich möchte turz noch einige Anregungen von mir aus geben. Die sommerliche Zeit bedingt natürlich auch einen Dermehrten Badebetrieb. Wenn die Juden von sich aus irgendwo eine Institution aufsuchen oder Gelegen heiten fuchen, um fich entgegen ihren gefchichtlichen Erfahrungen trotzdem mit Baffer vertraut zu machen, ( Heiterkeit) dann schön. Aber ich halte es nicht für richtig, daß heute unfere öffentlichen Einrichtungen, die großen Freibäder oder meinetwegen die Badewiefe in Gatom und dergl. heute wieder zu Lummelplägen dieser Juden aemocht werden, die mum bunt durcheinander mit dieser Anblick außerordentlich unangenehm Ich sehe nämlich als Berliner Junge etwas sehr scharf in diesen Dingen und habe in fürzester Zeit jezt beobachtet, daß fie fich auch sehr start mit Arbeiterfamilien anfreunden, fich auf denselben Deden herumwälzen und auch sehr Scharfe Blicke nach unseren Mädchen wieder werfen, außerdem auch natürlich politische Diskussionen und Gespräche zum Teil entstehen( das läßt sich sehr harmlos beim Bidnid machen) und dergl. Ich möchte von mir aus die Anregung geben und den Antrag stellen, daß die Stadtverwaltung bei öffentlichen Einrich tungen die privaten Badeanstalten sollen im Moment gleichgültig feinertlärt: Der Zutritt von Juden ist unerwünscht Stadtmedizinalrat Dr. Conti: Zur Zeit ist es so, baß ein städtisches Hallenbad den Juden den Zutritt direkt verboten hat. In einem weiteren wird ben Juden fein Zutritt gewährt. Die übergroße Mehrzahl der städtischen Bäder, jowohl der Hallenbäder wie der Freibader, haben Tafeln daß das Baden von Juden unerwünscht fei. Cinige, darunter auch Bannjee, haben den Juden teinerlei Beschränkungen dieser Art bisher auferlegt. Ich habe mich erfundigt, wieweit wohl Mißstände beobachtet worden sind und bekam von den Badeanstaltsleitern die Auskunft, daß Mißstände gar nicht beobachtet worden seien. Ich halte es aber für möglich, daß diefe Beobachtungen nicht so scharf sind wie die Ihrigen. Es werden manche von diesen Leitern nicht den Blick dafür haben, wer wirklich Jude ist oder wer nicht Jude ist. Ich bin selber der Ansicht, daß wir diesen Zustand der Ausschaltung der Juden aus den Badeanstalten allmählich verschärfen sollten. Es durch irgendeine Anordnung von oben her zu tun, hielte ich für unzweckmäßig megen der außenpolitischen Ausmirtungen, die in feinem Berhältnis dazu stehen. Da gegen sollen die Badeanstalten den Tert ihrer Schilder allmählich verschärfen und gleichzeitig eine schärfere Kontrolle ausüben; das wäre an sich erwünscht. Ich habe die Badeanstaltsbesizer ermächtigt und ermahnt, auf Mißstände wie die Belästigung deutscher Mädchen ihr besonderes Augenmert zu menden und rücksichtslos zuzugreifen, ohne viel vom Juden zu sagen, dann den betreffenden Juden scharf zu paden und ihn einfach herauszuwerfen. Das gleiche sollen fie tun, wenn die Badekleidung irgendwie nicht den Anforderungen ge nügen sollte. Sie sollen bei den Juden gerade diese Gelegenheit benutzen, aber die antijüdische Seite der Sache nicht allzusehr in den Vordergrund stellen. Berord nungsmäßig liegt es noch so, daß wir die Juden aus der Benugung der Bäder nicht vollkommen ausschließen dürfen. Es gibt einen falomonischen Erlaß des Reichs innenministers, der ungefähr sagt: Man darf ihnen die Benuzung der Bäder insgesamt nicht ganz vermehren, aber wo Beschränkungen mit dieser Einschränkung durchgeführt werden können, tann es gefchehen. mären also 8. B: nach dem Erlaß in der Lage, alle Badeanstalten mit Berbotstafeln zu versehen bis auf eine, die wir ohne Berbatstafel belassen. Man fann dann, wenn ein Jude tommt und baden will, ihm fagen: Du kannst dahin gehen. Auf diesen Zustand als Endzustand, möchte ich hinaus und dazu die Badeanstalt in der Dennewigstraße auserjeben, weil der dortige Bezirk 2 Badeanstalten hat, und diese günstig nach Besten hin gelegen und außerdem, fehr wenig schön ift. Dann möchte ich diese eine. Badeanstalt ohne Schild belaffen und bei den anderen allmählich zur Berschärfung der Unterjagung fommen, ebenso wie bei den Freibädern. 1 Bir Ob es bei Bannsee ratfam ist? Banniee wird sehr viel von Ausländern besucht. Wannsee ist also der fritische Bunft. Ich habe mich dieser Ansicht bisher nicht anschließen fönnen. Sollten die Klagen zunehmen, so berichtet der Bezirksbürgermeister. Natürlich achte ich darauf sehr. Oberbürgermeister und Stadtpräsident Dr. Cippert: In bezug auf die Hallenbadfrage dürfte die Auskunft des Herrn Stadtmedizinalrats für Sie befriedigend sein. Ich würde mich freuen, Parteigenosse Conti, wenn diese von Ihnen ins Auge gefaßten Maßnahmen beschleunigt durchgeführt würden. Zur Frage der Freibäder Wannsee möchte ich folgendes fagen. Wir haben im Jahre 1935 dort ein Schild angebracht: Juden ist das Baden und der Zutritt verboten!" Auf Wunsch des Auswärtigen Amtes haben wir es wieder wegnehmen müllen, als die Borbereitungen zur Olympiade rollten. Es stimmt durchaus, was der Herr Stadtmedizinalrat fagte: insofern ist das Strandbad Wannsee ein wunder Buntt. Ich habe mit dem damaligen Leiter des Strandbades Wannsee gesprochen und ihn gewiffer maßen auf den Weg einer gefchickt formulierten Selbft hilfe verwiesen. Das hat fich eigentlich sehr gut bes mährt. Ich glaube, man sollte dies gerade in bezug auf das Freibad in einer Gegend, wo feine Absperrung stattfindet( Batomer Bademiese usw. usw.), nicht rein behördlich regeln, sondern daran denken, daß es schließ lich Gott sei dant SA.- und SS.- Leute gibt, die ohne Uniform auch fo, wie fie Gott erschaffen hat, da sind und fizen. Das sind unsere politischen Soldaten, die die Augen offen haben und sehen, was gespielt wird und unter Umständen auch mit der nötigen Forsche einschreiten. ( Ratsherr von Jagow: Das ist mit dem Bolizeipräsidenten gleich zu regeln.) Im Strandbad Wannsee hat es sich sehr gut bewährt, Herr Obergruppenführer. Dort haben sich die Su.. Leute vorher beim Strandbableiter gemeldet, fich als folche tenntlich gemacht und gesagt, sie würden da und da liegen, wenn irgend etwas vorfäme, so ständen sie zur Verfügung. Sie haben dann die Sache auch nicht fo gemacht, daß fie an Ort und Stelle einen furchtbaren Broch gemacht und einen großen Menschenauflanf inszeniert haben, sondern sie haben den Bademeister darauf aufmerksam gemacht. Der Bademeister hat den Betreffenden aufgefordert, das Bad sofort zu verlassen. Wo es nötig schien, haben die waderen SA.- Leute draußen im Balde außerhalb des Badebetriebes ein bißchen gewartet, bis der Mann herausfam. und ihm dann das nötige eröffnet. ( Heiterfeit) Dieses Berfahren foll sich, wie mir Barteigenoße Kiepe 1.3. berichtet hat, außerordentlich gut bewährt haben. ( Ratsherr von Jagom: In welchem Jahr war das?) Das war im vergangenen Jahr. Die Hitlerblamage in Brasilien Kampf um den brasilianischen Absatzmarkt gefeuert worden. Am 19. Juni fordert Deutschland Repressalien gegen die spanische Regierung und droht mit der Blockade der republikanischen Küste. Frankreich und England antworten am 23. Juni mit Drohnoten in Berlin, Hitler weicht vom Plan eines direkten Vorgehens zurück, er verspricht den Rückzug der Flotte aus dem Mittel- en handelspolitischer Natur berichtet, zwischen einer brasilianischen Delegation und der nordamerikanischen Regierung in raus meer, aber er tritt aus der Kontrolle mn. Rio de Janeiro, Ende Juli. lianisch- deutschen Handelsabkommen war überrascht, ist die absolute Ignoranz Wir haben bereits über die Verhandlun- aber in Rio de Janeiro schon längst ge- der Persönlichkeit, die diese Erklärung verdie kommen. faßt hat!< Nachdem er die Grundsätze der brasilianischen Handelspolitik dargelegt Besonders getroffen fühlte sich die Reichsregierung deswegen über einen wäh- hatte, fuhr er fort:»> Die Vereinigten Staain dem halboffiziösen» Observador economico aus, mit ihm Italien. Nun ist der Weg Washington stattgefunden haben und die die rend der Verhandlung erschienenen Artikel frei für für die Forderung der Zuerkennung der Rechte einer kriegführenden Macht an Franco unter dem Deckmantel der Nichtintervention. Die Drohung mit der unmittelbaren Kriegsgefahr hat ihre Wirkung getan. Wirtschaftspolitik des Dritten Reiches außerordentlich berühren. Im Zusammenhang mit brasilianisch- nordamerikanischen Verhandlungen über die Intensivierung des Kaffeeimportes und die Schaffung einer brasilianischen Zentralbank konnten die radikalen e financeiro<<, in dem die Notwendigkeit einer Revision des Handelsvertrages mit Deutschland unter rein brasilianischen Gesichtspunkten angekündigt wurde. In ihm wurde einleitend festgestellt, daß Brasilien keinen Anlaß besitze, auf wirtschaftspolitischem Gebiete gerade Deutschland besonders ten haben sich in unsere Angelegenheiten nicht eingemischt. Die Behauptung, daß uns die Vereinigten Staaten gebeten haben, von unserem bisherigen Wege abzuweichen, ist nichts anderes als eine niedrige Intrige! Brasilien ist in der Lage, das zu machen, was seinen Interessen entspricht, und zwar, ohne um die Zustimmung anderer Staaten zu bitten. So verliefen die gegenwärtigen Verwerden wir es mit Die englische Politik, im Glauben, brasilianischen Delegierten den Widerstand Hitler gebändigt zu haben, während der Regierung und der Wirtschaftskreise sie ihm nur in die Hände spielt, ver- der USA gegenüber den deutschen Dumping- entgegenzukommen, weil die deutsche Er handlungen, und so folgt ihre Linie der Versöhnung. methoden in Südamerika merken. Nordsatzstoffproduktion Deutschland und allen anderen Staaten auch halten in bezug auf unsere internationalen Am 25. Juni schlagen Chamber- amerika ist der beste Kunde Brasiliens: Es richtet sei, die in erster Linie Rohstofflieferangegen alle Länder gelain und Eden im Unterhaus versöhn- nimmt ihm die Hälfte seiner Kaffeeausfuhr ten sind. Ein solches Verhalten Brasiliens Beziehungen. Ich möchte aber erklären, daß liche Töne gegenüber Hitler an. Sie ab. Durch das brasilianisch- deutsche Komloben seine Zurückhaltung, und am pensationsabkommen leidet aber der Absatz 26. Juni verläßt die deutsche Flotte nordamerikanischer Industrieprodukte in das Mittelmeer. Brasilien empfindlich. Auf die Dauer muß davon natürlich auch der Export brasilianischen Kaffees berührt werden.... Aber am 26. Juni schreibt Mussolini im» Popolo d'Italia«: Italien sei nicht neutral, es habe gekämpft, und der Sieg werde der seine sein; am 27. Juni erklärt Hitler in Würzburg, er werde sich nicht durch Redensarten in Parlamenten oder von Staatsmännern einnebeln lassen. Gleichzeitig beginnt in der deutschen und italienischen Presse ein Hetzfeldzug gegen Frankreich, der mit den dreistesten Lügen geführt wird. Die Hochspannung in Europa, die alle Mächte erfaßt, ist sichtbar. Am 30. Juni richtet Japan an Sowjetrußland ein Ultimatum, das Rückzug der Russen von den Amurinseln fordert. Sowjetrußland nimmt das Ultimatum an, seine Truppen werden zurückgezogen. Am 7. Juli greift Japan China an. * es uns besonderes Vergnügen bereiten würde, wenn alle Staaten dieselben freundschaft lichen Manieren uns gegenüber beweisen würden wie gerade die Vereinigten Staaten von Nordamerika!<< sei unlogisch und widerspreche dem gesunden Menschenverstand, es sei bisher nur durch übergroße Toleranz und einen Mangel an Erfahrung gegenüber den neudeutschen Wirtschaftsmethoden zu erklären gewesen. Deutschland handle vielleicht in Wahrung Kennt man die Höflichkeit der brasilanieigener Interessen, wenn es andere Staaten schen Politiker, begreift man die Schärfe zu Kompensationsverträgen dränge, für Bra- dieser Polemik! Ein Brasilianer kann jeeinigten Staaten diese Fragen in der freund- silien müsse es sich aber ruinös auswirken, mandem kaum etwas Schlimmeres vorwerfen schaftlichsten Weise diskutierten, platzte wenn es auf diese Weise den Vierjahresplan als Mangel an guten Manieren... Während die brasilianische Handelsdeleder Vergation und die Sachverständigen weitgehende Aenderungen erfahren. Da die Brasilien subventioniere, müsse auf die BeReichsregierung die deutschen Exporte nach stimmung der brasilianischen Zollgesetzgebung zurückgegriffen werden, die in einem solchen Falle eine Verdoppelung der geltenden Zölle vorsehe. ein Protest der nationalsozialiunterstütze. Aus diesem Grunde müsse der stischen Regierung gegen» derartige nächstens ablaufende Handelsvertrag Die nationalsozialistische Presse beginnt Methoden eines nordamerikanischen Druckes< mun Brasilien zu drohen: wenn Brasilien sich in die Verhandlungen hinein. Der nordameriweigere, das Kompensationsabkommen mit kanische Botschafter in Berlin weigerte sich, Deutschland zu verlängern, werde der Exdiesen Protest entgegenzunehmen, so daß port brasilianischer Baumwolle nach seine Regierung offiziell die Einmischung Deutschland leiden. Diese Drohung hat in der Reichsregierung nicht zur Kenntnis den Wirtschaftskreisen Rio de Janeiro und nahm, sondern kühl beiseite schob. Die brasilianischen Staatsmänner reagierten dagegen Sao Paulos geradezu Heiterkeit erregt. Wenn Brasilien keine ärgeren Sorgen hätte als die, temperamentvoller: Sie verwahrten Die zwischen Brasilien und den Vereinig- seine Baumwolle abzusetzen, wäre es das sich auf das Schärfste gegen die ten Staaten von Nordamerika zutage tretende glücklichste Land der Welt! Für Baumwolle deutsche Beleidigung, sich von Harmonie hatte die Reichsregierung nun in von der Qualität der brasilianischen gibt es Washington unter Druck nehmen zu lassen. der zweiten Julihälfte zu einer neuen De- nämlich mehr als genug Käufer, SO daß Nachdem die Reichsregierung auf diese marche und zu einer heftigen Pole- Brasilien auf das Dritte Reich wahrhaftig Weise auf beiden Seiten abgeblitzt war, gab mik gegen die nordamerikanische Regie- nicht angewiesen ist! Deutschland soll sich sie einige Zeit Ruhe und kühlte sich die rung veranlaßt, obwohl sie an den Erfahrun- erst ein anderes Land suchen, das ihm BaumDie Westmächte versuchen die Finger, die sie sich so unvorsichtig ver- gen mit ihrer ersten Demarche in dieser An- wolle ohne Bezahlung in Golddevisen verNichtinterventionspolitik zu retten. Sie brannt hatte. Inzwischen gingen die Ver- gelegenheit eigentlich genug hätte haben kauft! In Wirklichkeit ist sich Dr. Schacht verhandeln. Nun nennen am 2. Juli handlungen zwischen Nordamerika und Bra- müssen. Die Antwort auf diese erneute Ein- über diese Schwierigkeiten völlig im klaren. Deutschland und Italien im Nichtinter- silien ungestört weiter. Es ergab sich, daß mischung gab Herr Oswaldo Aranha, der Er hat darum gegen das Außenpolitische ventionsausschuß ihren Preis: Zuer- Roosevelt nicht im entferntesten daran ge- brasilianische Botschafter in Washington, der Amt der NSDAP und insbesondere gegen die kennung der Rechte einer dacht hatte, auf Brasilien einen ungebühr zu den einflußreichsten Staatsmännern Süd- Auslandsorganisation die Ernennung des biskriegführenden Macht an lichen Druck auszuüben. Es erwies sich, daß amerikas gehört und unter anderem einer herigen Leiters der handelspolitischen AbteiFranco. Am 9. Juli wird angesichts seine Regierung nicht die leiseste Absicht der Vertreter Brasiliens auf der Panamerika- lung im Auswärtigen Amt, Ministerialdirekdes völligen Zerfalls der Nichtinter- hatte, Brasilien auf handelspolitischem Ge- nischen Konferenz von Buenos Aires war. tor Dr. Ritter, zum deutschen Botschafter in ventionsmächte England beauftragt, biete auch nur die geringste Vorschrift zu Er wies die Angriffe des Dritten Reiches auf Rio de Janeiro durchgesetzt. Die Aussicheinen Kompromißvorschlag auszuar- machen. Man verwahrte sich nur in Was- die USA in der denkbar schärfsten Weise ten, daß Ritter in Brasilien große Erfolge beiten. hington gegen die Dumpingmethoden der zurück: Brasilien benötige von Dritten keine erzielt, sind allerdings sehr, sehr gering. DaAm 6. Juli beginnt die Regie- deutschen Reichsregierung und bat in dieser Ratschläge, es ergreife seine Maßnahmen gegen sprechen neben den wirtschaftspolitirungsoffensive vor Madrid. Sie dringt Beziehung die brasilianische Regierung ,, in nur unter Berücksichtigung seiner eigenen schen Gegebenheiten schwerwiegende polibis Brunete vor. Deutschland und Ita- der freundschaftlichsten Weise, um Vorkeh- Interessen, nicht der anderer Staaten. Ueber tische Fehler der Reichsregierung, über lien beraten, ob sie in großem Maßstab rungsmaßnahmen. Die Einsicht von der den Inhalt der offiziellen deutschen Erklä- die bei passender Gelegenheit noch einiges Truppen schicken oder den englischen Notwendigkeit einer Abänderung der brasi- rung sagte er wörtlich:> Was mich besonders zu sagen sein wird. Plan abwarten' sollen. Am 14. Juli liegt der englische Plan vor: Zuerkennung der Rechte als kriegführende Macht an Franco, wenn der Rückzug der fremden Truppen in Gang ist. Der Propa afreispruch Wenn Generalsuperintendent Dibelius ein Marxist wäre... nehmen lassen, aus der sauren Zitrone flugs Demonstration in Berlin eine süße Apfelsine zu machen und dem AusAm vergangenen Sonntag hat in Berlinland darlegen, was es mit dem Rechtsstaat Dahlem einer der reichsten WohngegenDeutschland, auch wenn er nicht mehr libe- den von Berlin eine nach Tausenden zähAm 16. Juli kommt der Plan in Der Generalsuperintendent der Kurmark ralistisch verseucht ist, immer noch auf sich lende Menschenmenge von der Dahlemer den Ausschuß. Deutschland und Italien Dibelius, orthodoxer Kampfgenosse Nie- hat. Darauf möchten freilich, wie schon die Kirche aus auf der Straße gegen die Vertaktieren, sie erklären sich bereit, ihn möllers, der noch erst seinen Gerichtsurteils- Spezifica im Fall Dibelius liegen, nur die haftung des Pfarrers Niemöller demonstriert. zu diskutieren. Am 19. Juli beginnt spruch im Gefängnis erwartet, in den Reihen allerdistinguiertsten Sven Hedine noch herein- Die Polizei hat über hundert Sistierungen Francos Gegenoffensive gegen Brunete, der oppositionellen» Bekenntniskirche<< ist fallen! Sie müssen sogar gleich mausetot hin- vorgenommen, die Sistierten jedoch wieder am 20. Juli sprengen Deutsch- vom Berliner Sondergericht von der Anklage fallen, wenn sie an diesen> Rechtsstaat<< wirk- freigelassen. land und Italien den engli- der> Heimtücke<( nach bekanntem Hitler- lich glauben sollten, allein angesichts der Nach uns zugegangenen Berichten will schen Kompromißplan. Zwi- schem Justizterrorgesetz!) freigesprochen gleichzeitigen Tatsache, daß Herr Hitler zu Hitler auf dem kommenden Parteitag der schen dem 22. und 25. Juli landen worden, die gegen ihn erhoben worden war, Beisitzern an seinem> Volksgerichtshofe« ge- NSDAP in Nürnberg den Kirchenstreit liquiwie Eden am 29. Juli im Unterhaus zu- weil er es gewagt hatte, einen polemisch gerade wieder ein halbes Dutzend dieren und die Errichtung einer> deutschen gesteht-> mehrere Schiffe haltenen soffenen Brief< an eine solche SA- Führer, die nichts weiter> im Zivil« Nationalkirche unter nationalsozialistischer mit fremden Truppen von Autorität zu richten, wie es der jetzige sind, als gerade nur dieses, ernannt hat! Da Oberhoheit ankündigen. Osten kommende in Cadiz. Reichskirchenminister, ehemalige Gerichtsaktu- werden also zwar nicht» feine Leute<< wie Die Kirchenopposition, die sich dagegen Die Westmächte verhandeln mit Hitleruntertan zu sein hat. Wir haben den ihren Totschlägern arius Kerrl ganz ohne Zweifel für jeden Dibelius, aber eben» Marxisten< gleich von stemmt, besteht zu einem guten Teil vom 20. Juli bis zum Inhalt dieses> offenen Briefes<< schon in aller Form Personen, die dem System selbst angehören. 6. August. Krisen im Nichtinterven längerer Zeit veröffentlicht; wenn er Der Plan wird deshalb nicht so ganz eintionsausschuẞ, diplomatische GespräDie Aufruhrtat seines empörten protestan- fach durchzuführen sein. Dies erklärt auch, nicht, tischen Gewissens, eben den offenen Brief, den warum die Staatsgewalt relativ milde vorche. Am 6. August werden die hoff- mutig war, sehr aufwühlend war er schon allein angesichts der in ihm unter an- das Regime als> heimtückisch< empfand, ver- geht. Wenn Arbeiter auf nungslosen Beratungen vertagt. derem aufgeworfenen theologischen Examens- teidigte Herr Dibelius mit dem Hinweis dar- Lohnerhöhungen der Straße für demonstrieren würden, den Diktaturen Am Am vor gerichtet<> leider!< keine Antwort erhalten habe, ob- Aber diese Demonstration zeigt, daß im 2. August beschließt die oder doch, wie schon die Justiz im Drit- schon sie beide doch im Renommé gläubiger System selbst wie in der Bevölkerung starke ten Reich Ordre parieren muß, frei- christlich- lutherischer Gesinnung stehen. Diese spanische Regierung, den Mitte September zusammentretenden Völker- sprechen ließ. System einzige kleine eigentlich nebensächliche Festbund auf Grund der Artikel 15 und 16 einiges riskiert, Dibe- stellung ist mehr wert, als der ganze Prozeß Neue Ausbürgerungen des Paktes anzurufen: Angriff und lius nichts anders wie irgend einen» Marxi- Dibelius. Man weiß nicht recht, was erschütsten< traktiert hätte, wo es auf einen Tot- ternder ist: wie sich zwei Retterautoritäten Dritten Reiches, die 44 Namen Auf der neuen Ausbürgerungsliste des schlag in der Gefängniszelle nicht so an- neben Hitler im deutschen Kabinett in Fragen Reihe von Familienangehörigen umfaßt, finAm 7. August beschließt China kommt. Denn Herr Dibelius hat ganz sicher- des Gewissens mit dem Nichtzuständigkeits- den wir folgende Namen: die Teilmobilisierung, nachdem die lich sehr hochmögende gute Freunde in der Einwand in contumacia entschuldigen lassen Sanktionen. Eher hätte das wenn es Herrn und eine Japaner Peking und Tientsin besetzt Generalität und in der hohen Bürokratie. oder wie ein alter frommer,» nationaler und Kurt Löwenstein, sozialdemokratihaben. Und das Risiko möchten wir sehen, daß der konservativer Mann immer noch wähnt Planmäßiger Angriff in West- Führer« etwa gegenüber dem Reichswehr- trotz Hitler europa, planmäßiger, ursächlich da- komplex auf sich nähme! Seit dem 30. Juni in dem die Feigheit und die Unanständigkeit mit verknüpfter Angriff im Fernen weiß man da sehr genau Bescheid! So wird es sich also Herr Göbbels nicht abzeichen trugen! Osten! scher Reichstagsabgeordneter Stadtschulrat, und Robert Liebknecht, der Sohn von Karl Liebknecht, in einem Vaterland zu leben, noch keine Ehrendolche und Goldene ParteiKarl Misch, früher Redakteur an der > Vossischen Zeitungs. Warte nur, Baldur!" Röhmisches, aber nicht Katholisches. In Deutschland müssen die Katholiken dazu schweigen, daß ihre Geistlichen als angebliche Sittlichkeitsverbrecher durch Sieger Göring basi Eisenfreiheit und Kriegsrüstung zu schaffen.<< an zu die Gosse geschleift werden. In ihrer Schachts Organ» Der deutsche Volks- Schutz genommen, er habe sich die Grün- tung willen lebensnotwendige Produktion Auslandspresse wehren sie sich dagegen wirte hatte bereits vor vier Monaten, am dung einer reichseigenen Unternehmung erneut eingeschränkt werden, um so mehr, natürlich, wie sie können. Die in Holland 12. März, vorausschauend und vorsorgersparen können, da er ja ohnehin als als außer dem Mangel an Eisen und erscheinende Emigrantenzeitschrift» Der lich, wenn auch mit zweifelhaftem Erfolg, Diktator des Vierjahresplanes die Len- Menschen auch der Mangel an Kohle gedeutsche Weg< tut das durch Veröffentli- gegen die Pläne zur Verwirklichung der kung der Wirtschaft in der Hand, also die steigert würde. Darüber läßt sich Schachts chung eines unermeßlich reichen Mate- deutschen» Eisenfreiheit<< polemisiert, die Macht habe, sich die Privatwirtschaft Organ, wie folgt, vernehmen: rials über sittliche Verfehlungen in der nun dabei sind, unter Görings Führung auch ohne Einbringung privaten Besitzes» Außer dem Eisen aus unseren augenH. J. Wir entnehmen ihrer neuesten Liste Realität zu werden. Damals war nichts in eine vom Reich beherrschte Gesellschaft blicklich ohnehin knappen Mengen wird der folgendes: anderes bekannt als der unerschütterliche gefügig zu machen. Was als» Verstaat- Aufbau der neuen Werke auch Facharbeiter Wie kommt es, und wie verträgt es sich Wille des Führers, Deutschland von der lichung der Wirtschaft<< erscheinen und Hüttenarbeit benötigen. Uebergangsmit der Sauberkeit, daß die Straubiger Pg's Einfuhr ausländischen Erzes frei zu könnte, sieht Schacht vielmehr als die ge- probleme werden dadurch natürlich weniger Häffke von der HJ- Führung, Scheidacher, machen, aber Schacht sah offenbar schon eignete Methode an, die deutsche Eisen- für das Reichsunternehmen aufgerollt, das Führer der HJ- Singschar, und Westermei- angesichts der bloßen Zielsetzung die Ge- freiheit auf eine Weise zu betreiben, daß sich mit einem Machtwort durchsetzen kann, er, Jungbannführer, so lange unbestraft Min- fahr einer übermäßigen Belastung der In- die Schwerindustrie von der Sorge um die als für die Berufsgruppen und Werke, derjährige mißbrauchen konnten? Weshalb dustrie mit Fehlanlagen und der voll- Beschaffung ihres Erzbedarfs befreit und deren Lasten die Versorgung des neuen Aufkonnte der Hitlerjungen- Scharführer Josef endeten Abriegelung vom Weltmarkt her- zugleich das Reich mit ihren Kosten und baues mit Eisen und Arbeitern geht. Hinzu Hiltl nicht weniger als 6 minderjährige Jun- aufziehen. Deshalb ließ er in seinem Spe- mit ihrem Risiko belastet wird. Darüber tritt die Notwendigkeit, für die Gruben und gen verführen? Weshalb hatte der Stamm- zialorgan einen Dr. F. Eysen, einstigen schreibt» Der deutsche Volkswirt<<: Hütten entsprechende Ausrüstung, Arbeiterführer Ludwig Frankl aus Regensburg Ge- Propagandachef des Stahlwerkverbandes,» Der Einwand, daß die Vierjahresplan- wohnungen, Verkehrsmittel, vor allen Dinlegenheit, sich in einem HJ- Lager an Knaben vor der» Selbstversorgung mit minerali- Leitung dieselbe Lenkungsmöglichkeit auch gen auch Koks die Kokereien sind bereits unter 14 Jahren zu vergehen? Weshalb konn- schen Rohstoffen« warnen. Der Warner dann hätte, wenn es sich nicht um reichs- voll ausgenutzt te sich der Fähnleinführer Norbert Schik- trat nicht als Fürsprecher der von Kon- eigene Werke, sondern um rein privatwirt- Mit all diesen neuen Opfern und Einker von 1935 bis 37 ungestört an Knaben kurrenzunfähigkeit bedrohten industriel- schaftliche handeln würde, wie bei den bis- schränkungen würde aber nach Schachts vergreifen? Er hat sich stets nach sogenann- len Kreise auf, sondern als Wahrer der im herigen Gründungen unter dem Vierjahres- Geständnis nicht mehr erreicht, als daß ten Führerabenden mit jüngeren Jungen- Dritten Reich allein ausschlaggebenden plan, schlägt nicht durch. Gerade weil die Deutschland» künftig wenigstens für die schaftsführern vergangen; es kam regelmäßig Interessen der Kriegsrüstung. Um Privatwirtschaft und speziell die Schwer- lebensnotwendige Eisenversorgung zu sexuellen Ausschweifungen. In die Affäre sich nicht» reaktionärer« Gesinnung ver- industrie schon für die Zwecke des Vier- nicht mehr von dem guten oder schlechwaren etwa 12 Jungenschaftsführer verwickelt dächtig zu machen, ließ Schacht» libera- jahresplanes volkswirtschaftlich erwünschte ten Willen des Auslandes abhängig< aber eine noch weit größere Zahl von Ange- listische» Gedanken in kriegsmäßiger Aus- Aufwendungen in großem Ausmaß vorge- ist. Der kriegsnotwendige Betrieb bleibt hörigen der HJ. Irgend eine Kontrolle der vor- rüstung aufmarschieren. Es lasse sich, nommen hat man denke nur an die also nach wie Wozu vor ungedeckt. gesetzten Führer hatte anscheinend nie statt- hieß es da,>> vom wehrwirtschaftlichen Benzinhydrierung ist die Bewegungsfrei- also all die gefunden. Wir sind nicht so böswillig anzu- Standpunkt nicht verantworten, die heimi- heit entsprechend beeinflußt. Die Kapitalien, rade für den Kriegsbedarf die Eisenfreineuen Opfer, wenn genehmen, daß die Führer dieses Treiben be- schen Rohstoffe wahllos und unbegrenzt die hier neu festgelegt werden müßten, sind heit nicht erreicht wird und überdies>> die wußt gedeckt hätten. Weshalb konnte der abzubauen«. Je mehr die bereits mehr aber sehr groß. Sie müßten also, wenn sie Kosten solcher eisenarmen Erzverhüttung Jungenschaftsführer Josef Lehnert sich oder weniger erschöpften Erzvorkommen einmal festgelegt wären, auch unter dem Ge- höher sind als die der eisenreichen<> Erziehungsmethoden« man sich die Erhaltung der gerade im schont und pfleglich behandelt werden, weil Kriegsvorbereitung gerade der Teil des Da erfahren wir denn, daß für die Ostertag, Kriegsfalle wichtigen Zukunftsreserven. an ihnen das Wohl und Wehe großer Mut- Plans der entscheidende ist, von dem am die er Angehörigen der HJ gegenüber anwand- Im militärischen Interesse sei es, nicht tergesellschaften hinge, die ihrerseits wich- allerwenigsten gesprochen wird, nicht die te, der Reichsjugendführung so lange ver- den vorzeitigen Abbau der tigste volkswirtschaftliche Produktions- und Verbreiterung der heimischen Erzbasis borgen? Weshalb konnte der Jungvolkführer Reserveanlagen zu betreiben, Arbeitsstätten darstellen. Beim Staatshaus- an sich, sondern ihre Verwertung Georg Fischer aus Feldkirchen den min- sondern im Gegenteil strenge militärische halt dagegen schlagen die entsprechenden als derjährigen Schüler Berthold Brunnhu- Aufsicht darüber zu führen, daß der Ab- Kapitalien in Mittel räumlichen diesem Sinne nicht zu Verlagerung ber verführen? Und wie kommt es, daß der bau der begehrten Rohstoffe nicht Buch.< der EiseninduJungbannführer der HJ, Otto Max Desbal- schon verfrüht begonnen würde. strie, ihre Abwanderung aus den stratemer lange Zeit widernatürliche Unzucht mit Aber da man» in mehr oder weniger gro- gewaltigste Fehlanlage nicht Beim Staatshaushalt schlägt auch die gisch gefährdeten Grenzgebieten ins tieJosef Flötzinger treiben konnte? Weshalb Bem Umfang für den Fall eines Krieges weil der nationalsozialistische Staat kein strie hat diesen Teil des Rüstungsprozu Buch, fere Inland. Die chemische Indukonnte der HJ- Kassierer Lambert Schebel- von langer Dauer auf die Zufuhr aus dem Le in Hörlikofen lange Zeit ungestört Schul- Auslande angewiesen bleibt«<, sei» die mädchen unsittlich belästigen, bis die empör- sorgsame Pflege des Außenunerläßlich«, ten Eltern eingriffen? Weshalb konnten in handels und es Berlin könne» dahin kommen, daß Gold zum kriegswichtigsten Rohstoff wird<<.>> Man treibt also im Frieden bewußt geradezu das Gegenteil einer auf Autarkie gerichteten Wirtschaftspolitik, um sich besser für den Kriegsfall zu rüsten.<< Mit anderen des SS- Manns Karl Theodor stadtbekannte Homosexuelle Jugendführer werden? Weshalb gab man einer Mutter in Potsdam, die sich über die unsittliche Belästigung ihrer Jungen durch einen» Führer« beschwerte, den> guten Rat<<, die Sache auf sich beruhen zu lassen, da dieser Führer zu gute Beziehungen hätte? Weshalb, versetzte man diesen Jugendführer unter gleichzeitiger Beförderung? Und wie ist es möglich, daß man in Berlin SO etwa 25 Mitglieder der HJ verhaftete, weil sie sich lange Zeit hindurch als männliche Prostituierte betätigt hatten? In einem besonderen Artikel derselben Nummer desselben Blattes kann man sodann noch folgendes lesen: Daß das Material des» Deutschen Weg< noch keinesfalls erschöpft ist, soll nur aus einer Andeutung hervorgehen. für den Kriegsfall der schwedischen Erze zu versichern, als die heimischen schon im Frieden bis zur Grenze der Erschöpfung abzubauen. zur Bedenken hat, die Lasten, die er dem gramms bereits erfüllt, das Schwergewicht Großkapital abnimmt, den Massen des der Erzeugung von Stickstoff ist längst Volkes aufzuerlegen. Auch über diesen von Ludwigshafen und Köln nach der Punkt läßt Schachts Organ keinen Zwei- Gegend von Halle und Merseburg fel. Der Staat, meint er, habe es nicht verschoben. Für die Eisenerzeugung sind nötig, auf privatwirtschaftliche Rentabili- die allzu hohen Kosten des Erztransportes tät Rücksicht zu nehmen, denn die Kosten ein Hemmnis ihrer Verlagerung aus dieser Anlage trage das ganze Volk,» wo- Deutschlands Westen nach seiner Mitte. mit auch die Frage des Nutzens der An- Mit der Forcierung des Abbaues der Lager Worten: Er hält es für dringlicher, sich lage von der privatwirtschaftlichen auf in der Harzgegend und der Uebernahme die volkswirtschaftliche Ebene heraufge- ihrer Kosten durch das Reich wird die hoben wird«. Volkswirtschaftlich ist also Erzbasis für die kriegsnotwendige Vernach Schacht das, was das Volk bezahlen lagerung der Eisenindustrie geschaffen. muß. Er unterläßt auch nicht, dieses Damit erst ist Görings Grünschon jetzt damit vertraut zu machen, dung als Kriegsvorbereitung Die Warnung, daß» wehrwirtschaftlich daß» auch hier wie auf anderen Gebieten enthüllt. Schacht gesteht,> daß sich betrachtet<<>> zu der Ausbau der den vielen Opfern, die des Vierjahresplans das Ziel einer Ver- aus der Erschließung unserer eigenen höchsten Kriegsbereit- minderung der Abhängigkeit vom Ausland Erze unter Umständen schaft den Nationen auferlegt, in manchen nur weitreichende zeitweilige Einschränkungen regionale Verschiebungen auch für die Fällen auch eine Einschränkung der und Opfer erreicht werden kann«, tröstet weiterverarbeitende Industrie... ergeben Selbstversorgungsmaßnahmen gehören das Volk aber gleichzeitig mit der Ver- können<<. kann, ist in den Wind geschlagen worden. sicherung, daß diese Opfer und BelastunIn dem Kampfe zwischen Schacht und gen um so leichter tragbar würden, auf der einen im Dritten Görings Gründung besiegelt den Sieg Göring, und das heißt einer schwer- je breitere Schultern sie sich verteilen. Er maßgebenden Clique über die andere. Die Reich militärisch industriellen und plutokratischen Clique vergißt allerdings zu erwähnen, daß die Besiegte ist diejenige, die mit einer lanAllerdings ist Schachts Niederlage nur tern aber nicht breiter werden. eine halbe. Es kam ihm ja auch nicht so ein langer Krieg eine langfristige KriegsAber auch sonst hat Schachts Organ vorbereitung erfordere. Gesiegt hat aber sehr darauf an, die riesenhafte Fehlanlage nicht ganz vergessen, was es vier Monate die Richtung Göring, die kurzfristig speder> Eisenfreiheit« an sich zu verhindern, zuvor geschrieben hat. Es bezeichnet die kuliert und die fürchtet, im Wettrüsten auf dem Obersalzberg bekannt, der sich vor sondern vor allem seine großkapi- Schwierigkeit, vor denen die neuen mit anderen Mächten ins Hintertreffen zu etwa Jahresfrist ereignete. Wir wissen auch, talistischen Freunde vor Reichswerke daß es sich dabei nicht, wie man in Deutsch- ihren Kosten zu bewahren. Daß Uebergangsprobleme«. Dazu ge- jene von der englischen Zeitschrift>> The stehen, diplomatisch als geraten oder schon geraten zu sein und land munkelte, um Unterschlagungen handel- ihm das gelungen ist, daß also Görings hört z. B., daß die Durchführung des Banker gekennzeichnete und bisher so te, sondern um Dinge, die weit heikler sind, zukunftsträchtige Neugründung< der Planes, der die deutsche Eisennot beheben erfolgreiche Politik nicht länger fortund die sich mit dem Schlagwort Reinheit Schwerindustrie keine finanzielle Last auf- soll, selbst unmittelbar den der deutschen Jugend nur schwer oder viel- erlegt, sondern eine Subvention beschert, brauch und mit ihm auch den Bedarf an so sehr, um sie ins Feld zu schicken, sonEisenver- setzen zu können, die Kanonen baut nicht mehr garnicht decken. Wir könnten, wenn es wird mit einiger Genugtuung im» Deut- Facharbeitern steigern muß. Es gewünscht wird, auch noch deutlicher werden. schen Volkswirt< vom 30. Juli festgestellt. also um der Reichswerke Hermann Göring, lichen Erpressungen zu verwenden. müßte dern um sie zu politischen und wirtschaftVorerst mag diese Andeutung genügen! Dort wird Göring gegen den Einwand in um ihres Anteils an der KriegsvorbereiZwischen dem Staat und der Kirche sind schon viele Kämpfe geführt worden. Der Redaktion ist einiges über den ausge gegen die andere, blieb Göring Sieger. Belastungen immer schwerer, die Schul- gen Kriegsdauer rechnet und glaubt, daß Der Redaktion ist einiges über den ausge dehnten und nicht ganz freiwilligen Aufenthalt des Reichsjugendführers sagt Ludendorff G. A. F. sei Aber zum erstenmal geschieht es, daß klungen und durch andere mehr aggressive| hineingetrieben. In der Mitte des vorigen| weit der Verfall bereits gediehen ist, sich die Auseinandersetzung vollzieht auf Weisen ersetzt worden. In der von oben an- Jahrhunderts haben die Tatsache, daß nach der Krönungsrevue dem Niveau eines Streites darüber, wer geordneten antibritischen Attacke reitet die Juden ganz England mit ihren Ideen so den britischen Matrosen vom König eine besser Knaben schänden kann. Auch dies auch der große Ludendorff mit, der durchseucht, daß einer von ihnen Dis- Extraration Rum spendiert wurde... ist ein Symptom der sittlichen ErneueFeldherr des» totalen Krieges<. rung Deutschlands« durch den braunen Umbruch. Ludendorff prophezeit raeli schließlich die Politik des Landes Die» Morningpost« zitiert diesen Unsinn lenken konnte. Juden und Freimaurer hät- und bemerkt dazu, daß Ludendorff im WeltDer nunmehr mit dem Führer leidlich Versöhnte, als Religionsstifter offiziell An- ten auch England in den Weltkrieg gehetzt. krieg jedenfalls Gelegenheit hatte, Englands erkannte und in der Nazipresse wieder an- Sie hätten jedoch trotz aller Schlauheit zwei Schwäche< gründlich kennen zu lernen. Und erkennend Zitierte beschäftigt sich in seinem kapitale Dummheiten begangen. Die eine: was die Extraration Rum als DekadenzzeiEnglands Untergang Blättchen mit dem englischen Weltreich, als sie die Kraft des Landes durch das Chri- chen angehe, so müsse der britische Verfall Die sanften, um Liebe und» Verständnis< dessen sicheren und baldigen Un- stentum(!) unterminierten. Und die andere: bereits lange vor der Schlacht bei Trafalin dicken Tönen prophezeit. als sie das Imperium in einen Bund freier werbenden Töne gegenüber England, die eine tergang er gar eingesetzt haben, Zeitlang in der braunen Presse an der Tages- Juden und Freimaurer haben nach Staaten verwandelten und so sein Todesur- sei der Extrarum bei ordnung waren, sind nun so ziemlich ver- seiner Meinung das Imperium in den Verfall teil besiegelten. Kennzeichnend dafür, wie Tradition gewesen.., den schon damals feierlichen Anlässen Die Sünde wider die Volksernährung zu ausreichenden Preisen Das Elend der Hitler- Autarkie mit an ihrem Lieber fünf Jahre Dürre, als ein Jahr| Die Entwicklung des deut-|( im Halbjahr 76 Mill.) nach über bestimmt, was sie für ihr ArbeitsSchacht muß produkt bekommen, was sie für ihren Darré, sagen die deutschen Bauern, und, schen Außenhandels gewährt die- London verkauft. er- Produktionsbedarf zu zahlen haben. Die weiß der Himmel, sie haben Recht. Um se Sicherheit nicht. Zwar haben sich die also auf die durch die Konfiskation den Umfang des Bankerotts der national- Außenhandelsumsätze erhöht. Die Ein- langten einmaligen und letzten Reserven Wiederherstellung der bäuerlichen Unfreiheit ist bisher sozialistischen Agrarpolitik beurteilen zu fuhr ist im ersten Halbjahr 1937 auf 2519 bereits zurückgreifen. können, muß man sich immer wieder ver- gegen 2112 Mill. RM im ersten Halbjahr Die Situation wird sich aber von nun das einzige Resultat der» Nahgegenwärtigen, daß in den Jahren vor 1936, also um 407 Mill. RM gestiegen; die an bedeutend verschärfen. Die ungünstige rungsfreiheit<<. Hitler nicht nur die Selbstversorgung in Ausfuhr um 467 auf 2711( 1936: 2244) Ernte 1936 ergab 7,36 Mill. Tonnen Rog- Die agrarische Zwangswirtschaft ist Brotgetreide, Weizen und Roggen voll er- Mill. RM. Diese Steigerung fällt aber in gen und 4,51 Mill. Tonnen Weizen. Der eine ungeheuer kostspielige Sache. Dabei reicht war, sondern daß das Problem be- die Zeit einer Welthochkonjunktur, die normale Bedarf für Brot und Aussaat be- ist diese Wirtschaft mit ihren Milliardenstand, für Roggen genügenden Auslands- zugleich eine Zeit ungewöhnlich rascher trägt für Roggen und Weizen je 5,5 Mill. umsätzen, ihren Millioneneinnahmen absatz War der Tonnen. Umlagen, Durch die Streckungsmaßnah- Beiträgen und zu Belebung des Welthandels ist. ' sichern. Mit Polen und zeitweise mit Welthandel lange hinter der Steigerung men mag er um 1 Mill. Tonnen verringert riesigen bürokratischen Apparat völlig Rußland, den beiden anderen großen euro- der Produktion zurückgeblieben, so hat er sein. Auch ist mit weiterer Verschlech- un kontrolliert. Sie verfügt über rechnen. alle staatlichen Souveränitätsrechte auf päischen Roggenproduzenten, wurden Ex- jetzt das Volumen von 1929 erreicht und terung von Mehl und Brot zu portvereinbarungen getroffen, um die wird es in diesem Jahr voraussichtlich Reines Weizenmehl wird es nicht mehr ihrem Wirtschaftsgebiet und macht davon -Preise zu stützen. An eine Gefähr- überholen. Aber 1929 betrug die deutsche geben, sondern ein Gemisch aus Weizen, rücksichtslos Gebrauch. Um die Abliefedung der Brotversorgung dach- Ausfuhr rund 13,5 Milliarden, während sie Roggen und Mais, während das» Roggen- rung des Roggens den Bauern schmackte damals wirklich kein Mensch. in diesem Jahr kaum 6 Milliarden mehl« aus Roggen, Kartoffeln und Rüben hafter zu machen, wurde der Roggenpreis man es nicht Ebenso wenig gab es bis Hitler erreichen wird. Die Steigerung der Aus- bestehen wird. Aber die neue Ernte, etwas heraufgesetzt. Da ein Futtermittelproblem. Die fuhr ist um so ungenügender, da ein er- die eingestandenermaßen noch hinter der wagen kann, das elende Brot noch zu verFuttermittel konnten unbeschränkt zu den heblicher Teil dazu dienen muß, die er schlechten vorjährigen zurückbleibt, wird teuern, mußte den Müllern und Händlern niedrigen Weltmarktpreisen aus dem Aus- höhte Einfuhr an Agrarstoffen zu bezah- kaum über 4 Mill. Weizen und 7 Mill. Rog- ein Ausgleich gewährt werden. Die Mittel land bezogen werden. Sie wurden ohne ten. Das erklärt, warum in diesem Jahr gen ergeben, also gerade noch den Bedarf dazu verschafft sich der Reichsnährstand, verschlechterten Brot und die indem er die Brauindustrie jede Reibung mit einem Teil des Ausfuhr- in Gegensatz zu den Vorjahren und trotz an dem Es fehlen dann überschusses an Industrieerzeugnissen be- der ungeheuren Exportsubsidien sich eine Aussaat decken. den einer Steuer von 34 Mill. RM jährlich bezahlt. 1931 betrug der Einfuhrüberschuß Tendenz zur Passivierung der Handels- Bauern die 2 bis 2,5 Mill. Tonnen Futter- lastet. Die Abgabe ist so gestaltet, daß an Agrarprodukten 3329 Millionen Reichs- bilanz bemerkbar macht. Der Ausfuhr- roggen und etwa 600.000 Tonnen Futter- sie die Biere mit höherem Malzgehalt beein sonders stark belastet und die Ausdehmark, der Ausfuhrüberschuß an Industrie- überschuß, der im Januar noch 79, im weizen, die sie im Vorjahr, bereits starken Futtermangels, verfüttert nung der Großbetriebe erzeugnissen aber 6201 Mill. RM, also fast Februar 59, im März 53 Mill. betrug, sank Jahr hindert, Die In normalen Jahren haben sie 3 Schröpfung des Brauereikapitals wäre das Doppelte des agrarischen Einfuhrbe- im April auf 15, im Mai auf 9 Mill., um im das Schlimmste, aber daß darfs. 1935 war der Einfuhrüberschuß Juni zum erstenmal seit langer Zeit sich in bis 3,5 Mill. Tonnen und 1 Mill. Weizen noch nicht an Agrarprodukten auf 2443 Mill. RM ver- einen Einfuhrüberschuß von 23 Mill. zu verfüttert. Dazu kommt noch ein Minder- Steuern nicht für die Allgemeinheit aufringert, der Ausfuhrüberschuß an Indu- verwandeln. Der Grund ist der ertrag an Hafer und Gerste. Demgegen- gebracht werden, sondern um die Folgen strieerzeugnissen auf 2554 Mill. RM. In- Zwang zur vermehrten Ein über fällt der Mehrertrag an Zuckerrüben- der krassen Unfähigkeit des Darré undem die Nationalsozialisten den deutschen fuhr der fehlenden Agrarpro- schnitzeln nicht ins Gewicht. In diesem sichtbar zu machen, enthüllt das Export ruiniert haben, haben sie zugleich dukte. Ihr Ausmaß für Getreide allein Erntejahr wird also ein Einfuhrbedarf an nationalsozialistische auch die Nahrungsmittelnot geschaffen. zeigt folgende Tabelle. Darnach betrug Futtermitteln von mindestens 4 Mill. Ton- als betrügerischen Bankrott. Vor Hitler hatte Deutschland die Einfuhr in den fünf Monaten von Ja- nen entstehen im Werte von vielleicht 300 wirkliche» Nahrungsfreiheit«, nuar bis Mai in Tonnen: jetzt hat es ständig steigende Not. sie 1936 Weizen 9.184 Roggen 10.872 Gerste 30.852 2.819 111.833 di 1937 299.119 42.055 39.958 23.800 haben. mit ganze Wirtschaftssystem Dr. Richard Kern. Gedankenlosigkeit wird Mord Der» Vendredi« entnimmt einer Cairoer Zeitung die Nachricht von folgendem Vorfall. Ein italienischer Legionär, der freiwillig« in Abessinien kämpfte, wurde zu sechs Jahren Zwangsarbeit verurteilt, weil er gegen das faschistische Regime gemurrt hatte. Auf Mill. RM. Was davon wirklich eingeführt werden wird, das hängt davon ab, wie weit die Diktatur die Ernährung noch glaubt Aber das ist nur die eine Seite des herunterdrücken zu können, und dann von Bankerotts, die andere ist für die Natioder Entwicklung der deutschen Ausfuhr, nalsozialisten selbst noch viel schlimmer. Hafer deren geringe Ausdehnungsfähigkeit Mais > Nahrungsfreiheit bedeutet ja für 398.886 wir bereits hingewiesen haben. Jedenfalls nicht sichere und reichliche Ernährung dest Dieser Einfuhrbedarf, der durch die können die deutschen Bauern keineswegs Volkes, sondern Kriegsfreiheit, Ausfuhr nicht mehr gedeckt werden kann, damit rechnen, daß sie für das konfisAusdehnung der deutschen Agrarproduk- zerrt auch an den deutschen Gold- zierte Brotgetreide wirklich entsprechendem Transport, im Hafen von Port- Said getion in einem Ausmaß, daß sie ihren Krieg beständen. Wir haben seinerzeit dar- den Ersatz in ausländischen Futtermitteln weniger steht bis unabhängig von ausländischer Einfuhr be- auf hingewiesen, daß sich die Reichsbank finden werden. Noch für liebig lange durchhalten können. Und vornehmlich durch die Beschlagnahme der jetzt fest, welche Preise die Bauern deutschen diese Futtermittel werden zahlen müssen. darin ist ihr Versagen jetzt ganz offen- ausländischen Wertpapiere im kundig geworden. Deutschland ist von der Besitz und ihren allmählichen Verkauf im Von der Zuteilung und Preisbemessung sich von Herzen, daß sie nach so tragischen ausländischen Einfuhr von Lebens- und Ausland einen geheimen Goldbestand ge- ist aber das Wirtschaftsschicksal jedes Zwischenfällen den Sohn wieder in ihre Arme ganz abhängig. Sie Futtermittel abhängiger gewor- schaffen hat, der neuerdings in englischen einzelnen Bauern, den als je zuvor. Nur daß infolge Blättern, vielleicht etwas zu hoch, auf stehen, jeder politischen und organisatorider nationalsozialistischen Wirtschafts- 400 bis 500 Millionen beziffert wird. Im schen Unabhängigkeit beraubt, einem allpolitik es zu einem schwierigen Problem ersten Halbjahr 1937 belief sich die deut- mächtigen Monopolisten gegenüber, geworden ist, ob eine genügende Einfuhr sche Goldeinfuhr auf 147 Mill. RM. Aber zugleich diktatorisch über die Staatsmacht ausgeht. Der Sohn wurde erneut aufgegriffen. überhaupt noch gesichert werden kann. im Juni wurden 62 Mill. RM Gold verfügt, der allein und endgültig der darlang es dem Manne zu entfliehen. Er war italienischer Staatsangehöriger, aber in Alexandria geboren. Nach Alexandria, zu seiner Mutter kehrte er jetzt zurück. Die Frau freute schließen konnte. Indessen glaubte sie, daß sie, staatstreu, den Heimgekehrten bei der italienischen Konsulatsbehörde melden müsse. Es ist leicht zu erraten, wie die Geschichte Zwar machte er einen zweiten Fluchtversuch, aber als er aus 12 Meter Höhe von dem Laufsteg des italienischen Dampfers sprang, zerErst die Juden, dann die schmetterte er an der metallenen Kante der Polen! Pogromhetze in OS. P macht werden. 25 nazi IV ash sind die ersten Auswirkungen des Erlöschens der Genfer Konvention zum Schutz der naQuaimauer. Der absolute Soldat Die>> Kölnische Volkszeitung«<, einst ein katholisches Blatt, heute ein gleichgeschaltetes Reptil ekelhaftester Art, hat eine gute Nase für die Konjunktur. Sie wartet mit den>> Soldatenbriefen«, die zu 99 Prozent in den Redaktionsstuben entstehen und aus dem Weltkriege sattsam bekannt sind, nicht bis zum Ausbruch der Feindseligkeiten. tionalen Minderheiten. Die großen jüdischen In dem richtigen Gefühl, daß der Krieg Textilunternehmer in Beuthen und Gleiwitz, schon begonnen hat, widmet sie sich bereits heute der Serienproduktion. Dem Soldatenbrief Nr. I( Kölnische Volkszeitung vom tigten, zogen es vor, ihren Besitz schon vor dem 15. Juli zu liquidieren und sich ins Aus7. August) entnehmen die folgende Stelle: land zu begeben. Die kleinen jüdischen Unternehmungen werden jetzt Freiwild für die Naziaktionen. die zahlreiches christliches Personal beschäfDie Faschismen knüpfen die Bande des Aus Beuthen- OS wird uns berichtet:| ist, erst einmal sich die Juden vorzunehmen,| jüdische Geschäfte wollten, vom Eintritt ab- Familienlebens nicht fester, wie sie vorgeben die noch das Feld nach Ablauf der Genfer gehalten.» Juden heraus«, wurde im Chor von zu tun. Der Fall ist recht typisch, auch für Am Dienstag und Mittwoch, den 27. und Konvention nicht geräumt haben und dann den Hitlerjugend immer wieder wiederholt, Deutschland. Wenn es fraglich wird, was für 28. Juli, kam es in Beuthen und Hindenburg soll auch reiner Tisch mit den Polen ge- während die Bevölkerung diesen Szenen im die Angehörigen getan oder wann für sie gezu antisemitischen Ausschreitungen durch großen Bogen aus dem Wege ging. Es unter- schwiegen werden soll, ist eine derartige InHitlerjugend im Alter von 12 bis 15 Janren. daß Streichers stinktunsicherheit möglich, daß man erStreichers>> Stürmer<< hat eine besondere liegt heute keinem Zweifel, Die Ausschreitungen in Beuthen, die mit der » Stürmer« diese Aktion durch die» Ober- schrecken kann. Ausraubung eines Obstgeschäftes verbunden Oberschlesierausgabe Nr. 29. verbreitet, in der schlesiernummer< vorbereitet hat und daß waren, riefen im oberschlesischen Industrie- die heldenhaften Oberschlesier gegen die Juden führende SA- Leute in Beuthen und Hindenbezirk die schärfste Verurteilung durch die gehetzt werden. Jetzt sei für Oberschlesien Bevölkerung hervor. Das Gleiwitzer Polizei- das unter der Genfer Konvention vom Juden- burg diese Aktion befohlen und die Jungens hierzu ausgesucht haben. präsidium sah sich dadurch veranlaßt, eine joch bedrückt gewesen sei, die Freiheitsstunde Juden und Polen werden in einem Atem Presseerklärung an die Bevölkerung zu erlas- angebrochen. Darauf setzten in einer Reihe als Schädlinge hingestellt, die das Werk des sen, in der es kurz mitteilte, daß über angeb- von Ortschaften, besonders in Gleiwitz, Hinliche Ausschreitungen gegen Juden in der denburg und Beuthen, vertrauliche Versamm- Führers nicht anerkennen wollen und sich in Oeffentlichkeit Gerüchte verbreitet würden, lungen ein, in denen beschlossen wurde, die jeder Hinsicht staatsfeindlich betätigen. Das die jeder sachlichen Begründung entbehrten.» Säuberung Oberschlesiens von den Juden Lediglich in Beuthen sei es zu einem Zwischen- der Hitlerjugend zu überlassen. In Beuthen fall gekommen, der durch einen Juden verur- wurde daraufhin am Dienstag die Synagoge sacht wurde, der deutsche Kinder belästigte, demoliert, es wurden sämtliche Fensterscheiwas eine sofortige Gegenwirkung zur Folge ben ausgeschlagen und die Türen mit Teer hatte. Das Gleiwitzer Polizeipräsidium warnte beschmiert. Ebenso wurde ein jüdisches FleiHitlerjugend vor der Verbreitung dieser» alarmierenden schergeschäft behandelt. Gerüchte<<, wie sie auch durch die polnische zog dann auf den Beuthener Ring und stürmte Juden gehört, Presse verbreitet wurden, als wenn in Deutsch- ein Obstgeschäft, das einem Sturm Oberschlesien Unruhen gegen Juden und Po- warf die Waren auf die Straße, plünderte und Während im Industriebezirke der Da sind sie, alle die Kleinigkeiten, auf len zu verzeichnen wären. Freilich, so fuhr das vertrieb den Inhaber, der sich an die Schutzauf die Juden losging, vollzogen, Gestapoorgadie man achten muß, da sind sie, die harPolizeipräsidium fort, habe die antideutsche polizei gewendet hatte, aber von ihr abgewieten körperlichen Anstrengungen, die dem Aktion gegen Minderheitsangehörige in Pol- sen worden war. Ein anderer Teil der Hitler- ne in Oppeln Haussuchungen beim>> Bund der Polen in Deutschland<. Sie beschlagnahmten Ich keinen Spielraum mehr lassen in jugend sammelte die Beute von der Straße begreiflicherweise auf Biegen oder Brechen nur zu einem Ziele hinführen, dem absoluten Deutschland Entsetzen hervorgerufen, indes- und verschwand damit, ohne daß die Schutz- eine Broschüre, die sich mit den Minderheitsverhältnissen befaßte und die mit Zustimmung Versuch unternahm Soldaten. Nur der absolute Soldat hat sen seien nirgends Polen belästigt worden. Ge- polizei auch nur einen noch Berechtigung, und das Fragen gen die Ruhestörer in Beuthen, so versichert einzuschreiten. Erst, als die Hitlerjugend sich der Zensur gedruckt worden ist. Zugleich wurnach einem Wozu verstummt vor die Presseerklärung, werde mit aller Strenge entfernte und die Bevölkerung sich vor dem den auch Haussuchungen in der Genossenschaft» Rolnik<<, der polnischen Landwirtder großen Antwort, die uns die Geschäft ansammelte und ihrer Empörung gaben, die draußen waren. deutlich Ausdruck verlieh, erschien ein Poli- schaftstelle, und in der» Bank Ludowy< in Nur der absolute Soldat ist für den totaDie Erklärung des Gleiwitzer Polizeiprä- zeikommando und vertrieb die Zuschauer. Sie Oppeln unternommen, wo man» staatsfeindLerne schießen ohne sidiums übergeht wissentlich erklärte, daß der Jude provoziert liches Material<< beschlagnahmt haben will. len Krieg brauchbar. erst einmal das Tatsache, daß die antijüdische Aktion gehabe und nach Polen geflohen se i. Angeblich soll dies die Antwort auf die Un- zu fragen! Denn wenn terdrückung der deutschen Minderheit jen-» Wozu« eine Rolle spielt, so kann die Antfaschistische Staatsmänner und Aehnliche Vorgänge ereigneten sich in Hin- seits der Grenze und der Gesetzgebung gegen wort für Generale leicht tötlich ausfallen. thener Heim vorbereitet und befohlen worden denburg. In Gleiwitz wurden Käufer, die in die Deutschen sein. nisch- Oberschlesien vorgegangen. die gen die Beuthener Synagoge und gegen die dortigen Juden auf Geheiß der SA- im BeuDie wir >> Zur riesengroßen Mahnung standen sie auf, uns, den jungen Soldaten, die ewig lebenden Toten. und Nr. 218 BEILAGE Neuer Vorwärts Gesundungsprozeß Die Renaissance des Freiheitswillens 15. August 1937 André Gide hat seinem Buche,» Retour einsah, und der eines Tages entdeckte, daß der Freiheit in Deutschland und Europa nicht durch Organisation entstehen, sonde l'URSS ein Nachwort folgen lassen. sie dort mit Füßen getreten und obendrein maskiert. dern sich auf Persönlichkeiten gründen, Es nennt sich» Retouches à mon Retour noch bespien werden. Diese Bewegung ist Nach den Siegen der Gegenrevolution aus denen erlebte Wahrheit hervorbricht, de l'URSS<<. Es stellt im wesentlichen eine ein Teil des gesamteuropäischen geistigen haben manche Sozialisten, manche nicht- und daß keine» Straffheit<< die ursprüngReplik auf die Kritiken dar, die dem ersten Gesundungsprozesses, der die Voraus- sozialistische Intellektuelle, sich geistig liche Gewalt einer echten geistigen BeBuche widerfahren sind. Die Positionen setzung der Wiedereroberung der Freiheit und politisch an die Sowjetdiktatur ge- wegung ersetzen oder vermehren kann. des ersten Buches werden darin unter- ist. bunden. Heute ist ein Prozeß der Klärung Denn die geistige Strömung der Renaisstrichen, einige Tatsachen noch stärker Immer schon hat die Sowjetdiktatur die und der intellektuellen und moralischen sance der Freiheitsidee ist fast unmerklich herausgearbeitet, einige Statistiken und Denkenden und die Wahrhaftigen abge- Befreiungen von dieser Bindung im vollen gewachsen. Heute ist sie da, und wer GeStreif- stoßen einige persönliche Erlebnisse im Lager der demokratischen Gange. Es handelt sich dabei nicht nur fühl für die Zeit hat, der ahnt, daß sie lichter auf allgemeine Schäden den Sozialisten wie in den eigenen Reihen. Mit um Literatur, sondern um eine gei- in den kommenden Jahren unaufhaltsam Ge- unbeirrbar klarem Blick und Urteil hat stige Strömung, die weit über histo- anwachsen wird. Sie bricht aus vielen genüber der gehässigen Parteipolemik der Karl Kautsky von den Anfängen an ge- rische Kreise hinausgreift. Diese Strö- Quellen hervor. kommunistischen Literaten betont er sein Widersprechenden entgegengehalten. Prinzip: > Es gibt keine Partei, die bindet ich will sagen, die mich zurückhalten und die mich verhindern könnte, selbst der Partei die Wahrheit vorzuziehen. Sobald die Lüge auftaucht, werde ich unruhig; meine Aufgabe ist es, sie zu denunzieren. Es ist die Wahrheit, an die ich mich binde; wenn die Partei sie verläßt, verlasse ich gleichzeitig die Partei.< Was André Gide über die Zustände in der Sowjetunion und über das besondere Verhältnis der kommunistischen Partei zur Wahrheit sagt, ist an sich nicht sensationell und nicht neu. Wer es wissen wollte, hat es längst wissen können. Es hat dennoch großen Widerhall gefunden deswegen fallen die kommunistischen Literaten über ihn her. Dieser Widerhall rührt nicht daher, daß seine Kritik der Gegenrevolution willkommen wäre denn der Ausgangspunkt seiner Kritik, der unbedingte Dienst an der Wahrheit, ist gerade das, was jede Reaktion zu fürchten hat. Diese Kritik wirkt durch die Prinzipien, von denen sie ausgeht; weil sie ein Teil einer geistigen Bewegung ist, die in ihren Ansätzen klar sichtbar ist, und die sicherlich schon weiter und tiefer gegriffen hat, als ihre literarischen Ausprägungen erkennen lassen. Es ist die Bewegung, die die Idee der Freiheit als zentralen Wert aufs neue erlebt. nur Diese Bewegung wächst allmählich aus dem Erlebnis des totalen Staates hervor. Sie erhält jetzt mächtige Antriebe von der anderen Seite her: aus dem Erlebnis und der Erkenntnis der Sowjetdiktatur. Es ist ein Unterschied. Allen denen, die die Freiheit wahrhaft geliebt haben, ist der Faschismus so sehr fremd, so sehr Feind, daß aus seinem Erlebnis zunächst Haß, weißglühender oder kalter Haẞ hervorgewachsen ist, so stark bei vielen, daß an die Stelle des positiven Willens Freiheit der Wille zu vergeltender Unterdrückung getreten ist. Erst ganz allmählich greift das positive Bekenntnis Freiheit, das aus diesem Gegensatz geboren wird, um sich. Als literarische Repräsentation dieses Werdens ist nach ihrem Programm die neue Zeitschrift von Thomas Mann gedacht. die . Zur Siste PRESSE AUSWEIS im Politischen Journalisten über England TUTEPUNKTE FLUGPLATZ 107 über die von Diese geistige Strömung ist das Reale. Ihr gegenüber sind alle mechanistischen Konstruktionsversuche der letzten Jahre irreal. Weder die künstlichen mechanistischen Volksfrontkonstruktionen noch die Zusammenrechnung verschiedener Bevölkerungsklassen auf dem Papier, noch gar die berüchtigten kommunistischen Einheitsfrontmanöver können bewirken, was nur auf der Grundlage eines geistigen Gesundungsprozesses, auf der Grundlage unbedingter gemeinsamer Anerkennung der zentralen Werte der Freiheit, der Persönlichkeit und der Wahrheit gewonnen werden kann. Eine mechanistische Zusammenfassung jener Kräfte, die Hüter der Freiheitstradition im sozialistischen Lager waren und sind, mit jenen, die in ihrem beschworenen Vaterland Verbrechen um Verbrechen an der Freiheit begehen, wird nie zur Freiheit führen. Die Renaissance des Freiheitswillens bezeichnet zugleich, daß es mit diesen mechanistischen parteipolitischen Zusammenschiebungsversuchen zu Ende geht. Es dauert, was unbeirrbar auf der Grundlage der Freiheit steht, es wird wachsen, und ihm wird die Zukunft gehören. Ein geistiger Gesundungsprozeß ist im Gange. Er ist die Garantie künftiger politischer Befreiung. Max Klinger. Eine Zeitschrift von Thomas Mann Im Verlag Oprecht, Zürich, erscheint ab 1. September eine von Thomas Mann und Konrad Falke herausgegebene und von Ferdinand Lion nedigierte Zweimonatsschrift > Maß und Wert«. Als Mitarbeiter sind u. a. angekündigt: Karl Mannheim, René Schikkele, Ernst Krenek, Hermann Kesten und Golo Mann. In der Ankündigung heißt es: >> Die Bezauberungskraft, welche eine Weile von den durchaus depressiven» Ideen< ausging, die man die faschistischen nennt, ist im Schwinden begriffen; als geistige Mode kann der Faschismus heute schon als überwunden gelten, und aller Neuigkeitsreiz, aller Reiz von Hoffnung, Zukunft und eines echten, frohen geistigen Kämpfertums keit wie in der Freiheit, und welche nach unserer Zuversicht die Lebensluft des Europa von morgen bilden soll. In den Dienst der Arstellt sich diese Zeitschrift.<< System Radfahrer Der>> Niedersachsen- Stürmer«, Harburgzeigt, zu welchen Ergebnissen sie führen| mung findet verschiedenartige literarische ist auf seiten der Freiheit und Humanität Aber die russische Diktatur ist vielen müsse, und mit der gleichen Konsequenz Ausprägungen, die in Rang und Wert ver- einer neuen, vervollkommneten, erst zu erals eine wenn auch entartete Verwandt- hat ein Politiker wie Rudolf Hilferding sie schieden sind, denen aber allen eines ge- obernden, erst zu erarbeitenden und zu geschaft des freiheitlichen Sozialismus erkonsequent bekämpft. meinsam ist: daß die Rückkehr zur Frei- staltenden Humanität, einer wahrheitsliebenden schienen. Viele haben angesichts der Nie- Gleich in den Anfängen der Sowjetpolitik heitsidee zugleich ein Akt persönlicher Andacht zum Menschen, ebenso stark im Bederlagen der Demokratie Hoffnungen auf hat Rosa Luxemburg, die von glühender Befreiung ist. Wir haben hier seinerzeit wahren wie im Verändern, in der Frömmigsie gesetzt, weil sie sie als natürlichen Freiheitsliebe beseelt war, sich gegen die das Buch von Willi Schlamm Bundesgenossen gegen die faschistische Vergewaltigung der Freiheit und der Diktatur der Lüge und das Buch Diktatur empfunden haben, verzweifelte Demokratie gewendet. Ihr nachgelassenes A. Rudolf» Abschied von Sowjetrußland<< Hoffnungen, die der Erschütterung des Werk über die russische Revolution ent- besprochen. Rudolf hat späterhin ein wei- beit an ihr, des redlichen Kampfes um sie Glaubens an die Macht der Freiheitsidee hält prophetische Sätze, die in knappster teres Buch erscheinen lassen>> Die Wiederenthalten, entsprangen. Viele haben sie ohne ihr Prägung alles was über die entdeckung Europas«, in dem er ImpresWesen zu kennen- mit heißer Sehnsucht heutige Diktatur in Rußland zu sagen ist. sionen gibt: die Rückkehr aus Rußland in umfaßt. Aber die Denkenden und Ihnen allen gemeinsam war das Bewußt- den europäischen Kulturkreis, in den gröWahrhaftigen sind un- sein, daß die Freiheit die Voraussetzung Beren Reichtum Westeuropas, der an sich ruhig geworden. Die russische Dik- und das Wesenselement des Sozialismus ein Grundelement der Freiheit ist, die Wilhelmsburg klagt: tatur sorgt selbst dafür, daß ihr wahres ist. Paul Levi, Mitbegründer der Komin- Wiederentdeckung der westlichen Kultur, Antlitz sichtbar wird nicht nur dem tern, hat sich von der Sowjetdiktatur ge- der Mannigfaltigkeit und Farbigkeit forschenden Blick des objektiven Gesell- trennt und Abrechnung mit ihr gehalten, Lebens in der Freiheit, die Besinnung auf schaftskritiken, der hinter die äußeren und immer wieder haben sich Stimmen die Würde des Menschen. in diesem Zusammenhang, Erscheinungen dringt, sondern jedem, der Wahrheit über die Sowjetdiktatur er- dieses Buch der sich nicht parteipolitischem hoben aus Erkenntnis und Erlebnis. Ich weil es einen charakteristischen Rest entVorurteil von der Wahrheit abwen- selbst bin diesen Weg gegangen und habe hält. Der ehemalige Sowjetpropagandist den will. Aus dieser geistigen Un- ihn in meinen Schriften bezeichnet. Der fordert die Gegenpropaganda: » Von allen Kathedern, ruhe kristallisiert sich allmählich eine Historiker Artur Rosenberg hat ihn bekritische geistig- literarische Bewegung schritten, und mancher andere auch. Ein Vortragssälen, in allen Theatern, Kinos, heraus, die die Werte der Freiheit, der jeder, der die Sache der Freiheit gegen die Büchern, Zeitungen muß diese GegenoffenPersönlichkeit und der Wahrheit wieder Sowjetdiktatur vertrat, und sich weder sive geführt werden. Straff organisiert. Gean die Spitze der Wertordnung stellt. Sie von literarischem Terror noch von inne- leitet von den besten Vorkämpfern echter hat eine stark beeindruckende Kraft, weil rem Parteiterror beirren ließ, ist von der Freiheit. Systematisiert durch eine zentrale sie dem Erlebnis entspringt. Das Erlebnis kommunistischen Partei als Reaktio- Propagandastelle aller Demokraten.<< ist die Desillusionierung des Idealismus, när beschimpft worden von der Der Verfasser dieses Buches hat in- Staatsidee<< der seine Werte in die Sowjetdiktatur hin-| Partei, die sich heute als Vorkämpferin zwischen erlebt, daß geistige Strömungen Verdiener die Elite der Nation. aus des Ich erwähne aus sämtlichen >> Wer sieht in der überaus häßlichen und feigen Haltung des> Systems Radfahrer< nach oben buckeln, nach unten treten noch eine» menschliche Schwäche<, die zwar bedauerlich sei, der man aber doch nicht so viel Gewicht beizumessen habe, weil doch eben Achselzucken... eben: >> menschliche Schwächen«...? Wer sieht sich selbst? Erkennt euch und die Verwerflichkeit dieser Haltung und des darum verschwendeten Verständnisses. Denn-: Immer ist das arme Opfer dieses Systems der kleine Mann«, der Arbeiter, der Volksgenosse ohne Funktionen, ohne Machtbereich!< Und die nach unten treten sind immer Volksgenossen mit Machtbereich und Funksind immer die Träger der neuen tion die alten Kämpfer und neuen Kampf den Architekten » Unzuverlässige Planer« werden vernichtet nis. kammer landet sein. der arteten Architekten. Der Scherbenhaufen Wohin mit den Entarteten? Der germanische Expressionismus sein. In dieser Art. > Schulungslehrin es natürlicht sie mehr oder weniger, sondern man sucht den Ausdruck irgend einer inneren seelischen Kraft und Art zu gestalten... Die germanische Kunst ist also eine ausgesprochene Ausdruckskunst.< Die DAZ führt Beispiele an: Das achtge>> Wenn in der deutschen Kunst der vergangenen Jahrhunderte und der Gegenwart immer wieder die das Wesen der germanischen Kunst ausmachenden Elemente durchdringen, dann müssen wir das als ein Erbe unserer Ahnen erkennen und anerkennen.<< Daran ist vieles richtig, und schon darum seelische AusdrucksIm Dritten Reich zu malen, ist ein Wag- Es war vorauszusehen, daß die Ausstel-| bewährten Hände genommen, da muß die Im Dritten Reich zu bauen, grenzt an lung» Entartete Kunst« eine Sensation für Sache zu klappen. Richtlinien für diese> einSelbstmord. Gesetzt den Fall, die» Reichs- das In- und Ausland werden würde. Hier heitliche Ausrichtung<< werden an die Muund erlassen bildenden Künste« sind die großen deutschen Meister beisam- seumsleiter hat den Grundriß als artgemäß, das Dach als men, hier hängen europäische Namen, die gänge« eingerichtet. Wenn man die Richtdeutschblütig, die Fenster als sippengerecht noch Klang und deren Bilder noch in der linien genießen könnte! Hitler hat befohlen, anerkannt. Auf dem Wege dahin kann einer Kunstwelt hohen Wert haben werden, wenn daß Ordnung in die Kunst kommt, und wie- beinige Roẞ Wodans, die übertrieben schon dreimal ins Konzentrationslager und von der braunen Reichskunstkammer nur der einmal wächst dem Satiriker die braune staltete Waffe...< Der Schluß: viermal in irgendeiner Greuelausstellung ge- noch Historiker und Satiriker künden. Es Wirklichkeit über den Kopf. Schon beginnt Aber selbst wenn er durch- hat in Deutschland wohl noch keine Kunst- die Nazipresse ihres Führers Münchner Rede schlüpft, so ist damit noch gar nichts getan ausstellung gegeben, die solchen Andrang umzudeuten, um den Hohn der Weltpresse zu und für seine» Zuverlässigkeit« nicht das sah. In den ersten zwei Wochen war der dämpfen. Das» Schwarze Korps< sucht Mindeste bewiesen. Vielmehr hat der Rekordbesuch von rund 400.000 Personen zu einem langen Artikel der Welt zu erklären, Reichsarbeitsminister soeben einen Runderlaß verzeichnen. In derselben Zeit gelangte die was die Redaktion darüber meint, wie herausgegeben, durch den der Baupolizei Dilettanten- Ausstellung im» Haus der deut- Hitler meint. Ja, es sei richtig, der Führer >> wichtige Aufgaben im Kampfe schen Kunst« auf 120.000 Besucher. Wenn hat gesagt, die Wiese dürfe nicht blau sein, schlägt es den Hitler- Tiraden direkt ins GeDie angeführten> germanischen Elegegen unzuverlässige und unge- das keine Backpfeife für die braunen Protek- aber damit sei nicht gemeint, sie müsse grün sicht. eignete Planverfasser übertra- toren ist! Rund heraus gesagt: mente« sind Grundelemente des verruchten gen werden.«( Deutsche Allgemeine Zei- Vor allem möchten ausländische Samm- Im braunen Lager schämt man sich der Expressionismus. In jedem Lexikon tung Nr. 362) Die deutsche Baupolizei ler die Entarteten kaufen. Manchem von Münchner Tiraden und möchte sie umfärben. kann der braune Feldwebel nachlesen, daß kontrolliert und reguliert also ihnen hat Hitler mit dem Bannfluch einen Es ist wie mit so vielen Hitlerreden, es ist der Expressionismus nicht mehr sie kämpft. Gegen die ent- Kuriositätswert angeflucht, den das oder wie mit» Mein Kampf<. So manche Kern- kunst< ist und sein will, weil er die äußere jenes Bild bis dahin nicht hatte. Die ent- stelle wurde von den Zeichendeutern revidiert, Erscheinung» entnatürlichen« und auf seinen vom Führer nicht. Nebel und Ver- inneren Ausdruck bringen will. Hitlers Rede Was der Kunstkammer recht ist, muß der arteten Sammler sind bereit, hohe Summen nur Baupolizei noch lange nicht billig sein. Der zu zahlen und bringen die braunen Bilder- schwommenheit gehören zu den nazistischen fordert primitiv: Zurück zum>> Natürlichen<< Du glaubst nicht, mein Sohn, wie es Piefke sieht, die DAZ jedoch erklärt, Plan hat Blut und Boden unter den Füßen stürmer damit in eine schwierige Lage. Ver- Elementen. warum deutsche Kunst immer wieder von schon recht. Wie aber steht es mit kaufen sie zu hohen Preisen, so wird der mit wieviel Dummheit die Welt usw. usw. Wert der Bilder auch für den Blödesten Kurz, Görings Richtlinien sind sicher Ein- dieser primitiven äußerlichen Natürlichkeit dem verwendeten Material? Vieldeutlich. Verkaufen sie niedrig, SO ver- trittsgeld wert. Man müßte, um den Wirr- hinweg strebt. leicht bedarf gerade ein artgemäßes Dach zu schleudern sie Staatsgut und schädigen das warr voll zu genießen, sie in Gänze sehen. Keine Bange, die Bonzen werden die Ketseiner Stütze einiger Eisenstreben? die Sprache der Wer aber heute in Deutschland mit Eisen- Volk um Millionen. Verkaufen sie gar nicht, Während Nazi blätter die Führerrede ausdeu- zerei gar nicht merken, so bleibt in München ein gefährliches Pan- ten, loben Gleichschaltrige die verbotene Kunstgeschichte ist ihnen noch ungeläufistreben baut, ist im Sinne des VierjahrsAber theon der wirklichen Kunst. Verbrennen sie Kunst sofern sie dem Ausland herkömmliche Deutsch. ent- ger als das planes unzuverlässig, entartet, so stammt, und die DAZ meckert in einem Leit- die Wissenden lächeln diabolisch, ja, vielfaul bis auf die Knochen. Vielleicht die Bilder nach bisheriger Barbarenart, sie das leicht dürfte sogar Präsident Ziegler ein planst du heute Holz und morgen ist Holz gibt das in der Welt ein Echo, gegen den der artikel still vor sich hin, indem Lärm um die Bücherverbrennungen von 1933»> Wesen der germanischen Kunst< betrachtet. wenig stutzen, was ihn jedoch nicht hindern ein Kinderspiel bleibt. Wie sie es auch ma- Worin aber besteht dieses Wesen? In der wird, das nächste Mal den Führer byzantichen, sie machen es falsch. Der Menschheit» Ablehnung der Nachbildung natür- nisch wiederzukäuen. Ringsum aber türmt >> mathe- sich der Scherbenhaufen der neuen Kunstgroße Gegenstände lassen eben ihrer nicht licher Erscheinungen...< Denn spotten! matische Figuren oder die entnatür- ordnung. Ueber den Haufen hinweg stürmt Das Wahrscheinlichste ist ein Bilderdieb- lichten Tierkörper beherrschen die ger der braune Feldwebel mit eingelegten Rotstahl großen Stils. Billige> Geschenke« aus manische Kunst...« Dann aber kommt deutschen Museen für die Bonzen. Bei Göring noch Meckerischer: hängt bereits ein Cranach aus deutschen Galerien, Hitler hat Feuerbachs Nana der Münchner Galerie. Auf auf, die großen Auf Grund der Anzeige der Baupolizeibehörden nach dem Vorbilder sind gegeben! Göring hat die» ReiKammergesetz befinden dann nigung der deutschen Sammlungen in seine die Organe der Reichskammer darüber, welche Maßnahmen gegen den betreffenden Planverfasser zu ergreifen sind.<< Und wenn erst» Maßnahmen ergriffen werden«, ist alles aus. der der verboten? Dann kannst du heute von Kunstkammer gelobt und morgen von Baupolizei ausgerottet werden. Denn: >> Die Baugenehmigungsbehörden sollen nach rechtskräftigem Abschluß des baupolizeilichen Prüfungsverfahrens die Landsleiter verständigen, wenn gegen einen Planverfasser Tatsachen vorliegen, die die Annahme rechtfertigen, daß er die für seinen Beruf erforderliche Eignung und Zuverlässigkeit nicht besitzt. aus Der sparsame Minister Keine» überhöhten Bezüge« auf Lebenszeit! In einem Erlaß des Reichsinnenministers heißt es: um, es stift gegen schwefelgelbe Wolken und Franz Marc's entnatürlichte, stilisierte Pferde an, das SS- Organ deutet die Hitlerede in Gleichgeschaltete glorifizieren den germanischen Expressionismus und der Satiriker muß wieder einmal kapitulieren. >> Neben, und vereint mit den beiden andern, tritt als drittes Wesenselement der germanischen Kunst, der Wille zum mitunter bis auf höchste gesteigertem Ausdruck in Erscheinung. Man stilisiert die Figuren nicht nur und entstehen. Er bedeutet vor allem eine Mahnung ån die Kommunalaufsichtsbehörden,» Bestrebungen der Gemeindebeamten auf Gehaltsverbesserungen entgegenzutreten«. Die Leute vom Ratssekretär abwärts sind gemeint. Wahrhaft deutsche Führer denken an sich selbst zuletzt. Bruno Brandy. sammenkunft in Berlin. Meldungen erbittet Dr. Rudolf Freytag, Hamburg, Ohlendorffstraße 13. Freytag, Landgerichtsrat i. R. Was sich die Freitags leisten, wird man den Massen der Lehmänner, der Müller und Schulze nicht verwehren können. Diese Rückentwicklung zum Sippenstaat entspräche auch dem übrigen Absinken Deutschlands ins Mittelalter. Ein Irrsinn zieht den anderen nach sich. Man wird bald von Sippenhäuptlingen, Sippenführern hören und man darf gespannt sein, wie die Sippenzeitungen die Klassenge > Das Ziel, in absehbarer Zeit ein für das ganze Reichsgebiet geltendes, einheitliches Beamtenbesoldungsrecht zu schaffen, kann nur erreicht werden, wenn überhöhte Bezüge nicht auf Lebenszeit den Beteiligten belassen werden.< Also herunter mit den MinisterDer totale Staat kennt keine Parteien gehältern! Hinaus aus den Schlössern, Schluß mit den Privatinseln und fürst- mehr; die eine, so noch vorhanden ist, nennt lichen Jagdrevieren! Endlich scheint sich der Staat<<. Aber der Ersatz ist schon gensätze in den Sippen zu bändigen gedenken. Zurück zum Sippenstaat Nächstens wird überhaupt niemand mehr zu bauen wagen, es sei denn im Auftrage des Heeres oder besser noch der Partei. Wer allerdings einen solchen Auftrag in der Tasche hat, der darf alles. Der darf mit dem Material wüsten, der darf gewaltige Steinbaukästen mitten in Sümpfe setzen, der darf zwei Jahre lang Trockenpfeiler einrammen lassen, um darauf in einer Bauzeit von sechs Jahren eine klobige die 12000- Mark- Grenze in Kraft auf Kongreẞhalle zu errichten, die einmal jährlich acht Tage lang benützt wird. Wenn hier die Baupolizei zugriffe, bekäme nur den eigenen Kragen zu packen. Werkpolizei sie Im Morgengrau, wenn die Sirene erklingt, marschieren wir neben den schweigsamen Massen. Und eh das Fabriktor sie gierig verschlingt, wird unsere Schar schon durchs Pförtchen gelassen, Der Kriegsinvalid vor dem Wächterhaus steht stramm vor uns, Arm hoch und Blick geradeaus. Wir aber grinsen nur flüchtig. Der Arbeitssaal füllt sich. Wir stehen bereit. Ein Platz leer! Man geht, um den Meister zu holen. scheid. fohlen. dem Marsche: Deutschland bekommt Denn Anno dazumal, als die Freitags noch in ihrem Dorf beisammen saßen, da war die zu treten, die von der nationalsozialistischen Sippenverbände. Wir lesen in der DAZ: Die Familien Freytag, Freitag, Sippe eine Kommune mit Gemeineigentum an Partei vor der Machtergreifung so stürmisch Fridagt haben sich zu einem Sippenver- Feld, Wald und Weide. gefordert wurde. band mit eigener Zeitung zusammengeschlossen und planen für September eine erste Zu- Landgerichtsrat Freytag bereit sein wird, Aber nein. Das hieße den Erlaß miẞverHut. Aber ob der Herr Sie schuften und schweigen und sind auf der den, in welchem das Nützliche, z. B. Gewerbe,| Bande der Ordnung auflöst und die bestehenKunst und Handel, aufhörten, das Wichtigste de Verfassung des Reichs in den Grundtiefen Doch wir spitzen die zu sein?<< zerstört. Darum muß sie mit allen Mitteln, > Er würde«, sagte der Weltweise, ein die in der Gewalt der Cäsaren liegen, unterwir trauen einander neues Rom, ein neues Griechenland werden. drückt werden.<< Wir arbeiten nichts. Ohren. Nur schlimm ist nicht recht. Und manchmal wird uns schlecht. Die Liebe des Vaterlandes, die Liebe der TuChrysaores fragte darauf:> Wenn deine gevor uns selber gend und das heitere Gefühl des Daseins heiligte Person, o Cäsar, ein Mitglied des gewürden dann das Wichtigste werden. Nicht meinsamen Volkes wäre und ein obrigkeitliUnd vor dem Ehrenkleid der Nation, das wir aufhören sollen und werden die nützlichen cher Befehl jene Wahrheit Betrug hieße tragen. Beschäftigungen der Völker, aber nie das würde sie darum in dir aufhören können, Wichtigste derselben sein. Wo sie das Wich- Wahrheit zu sein? Und wenn man dich Gespräch über die Freiheit tigste sind, wie heutigen Tages unter uns, da mit Todesstrafe bedrohte, deine verlieren die Völker ihr Edelstes, und werden gungen abzulegen, würdest du sie ablegen zugleich ärmer als zuvor. Zurückführen und dich vom Gegenteil überzeugt halten könSiehe, o Cäsar, so ist's im Volk. Aus: Diocletian in Salona. Von Heinrich Zschokke. 1810. Hier unterbrach Diocletian den Redenden möcht' ich die Menschheit wieder zum Wah- nen? und sprach:>> Möchtest du das Nützliche aus Wir blinzeln uns zu, denn wir wissen Be- der Welt verbannen?< >> Keineswegs, o Herr!< erwiderte ChrysaWir haben den Mann zur Beachtung emp- ores:>> denn wir sind sinnlicher Natur und bedürfen desselben. Die Tiere suchen auch nach Jetzt Vorsicht, daß keiner den Mund be- dem, was ihnen nützt, und sind gleichgültig wegt! gegen das, was ihnen nicht hilft, Hunger oder Wir sind überall, wo ein Flüstern sich regt. Wollust zu stillen. Sie haben, gleich jenen Und recken den Kopf vor. Menschen, die der göttlichen Freiheit Dort steht eine Gruppe im Abladeraum. Sie sprechen. Da regt sich am Fenster ein Schatten. Sie fahren zusammen. Ein Traum? Ein Schreckbild? entren und Natürlichen! Seit die Menschheit von Gefängnisse, Verbannung, Verdiesem abfiel, oder, was dasselbe ist, von der stoẞung von Würden und AemNatur, ward alles verkünstelt, und die Ty- tern, selbst Hinrichtungen sind rannei vollendete das Wiederher- eitel, um herrschend werdende bringen der Barbarei.<< Ueberzeugungen auszurotten. Gegen die geistige Allmacht hilft nicht die Gewalt des Eisens, nicht des Goldes;-jene siegt, denn sie ist von göttlicher Abkunft.< > Es muß doch einer herrschen?<< Das Gesetz! >> Und wer soll es geben?< Das Volk, welches darnach leben soll, > Aber wenn nun, unter solchen Grundsätzen und Lehren, der Geist der Völker den bestehenden Ordnungen des Staates fremd wird?« fragte der Imperator. behren, keine Ahnung von Liebe des Schönen, durch seine Redlichsten und Einsichtsvollsten, des Wahren und Guten, und von der Verach- die es kennt. >> Wie? und was sollen die Cäsaren auf dem tung aller irdischen Güter für diese himmlichen Dinge, Nur was ihnen wozu nützt, hat Thron?< Chrysaores antwortete:> So werden diese Wert für sie. Aber der Mensch soll nicht Die Heiligkeit des Gesetzes bewachen Ordnungen auch der Welt fremd, und sie Wir sind schon im Nachbarsaal, flink wie Tier bleiben. Wir sind göttlichen Geschlechts! und die Wirkungen desselben befördern! werden, als nicht mehr zum Leben der Welt Aber dies ist es, welches von der> Ha<, rief Diocletian:» Luftgespinste aus gehörend, ohne alle Gewalt, durch ihre eigene Tyrannei gehaẞt wird. Denn die Ty- der Schule, die nicht in die Wirklichkeit ge- Menschheit, zusammenbrechen. Die Ueberzeurannei will allein Gottheit heißen; sie allein hören! Freund, vieles ist in der Schule un- gungen des menschlichen Geschlechts sind das herrschen; für sich die Völker geschaffen se- schädlich, was auf den Gassen Anstoß bringt; Leben und Gesetz desselben; alle bürgerlichen nichts Aehnliches neben sich dulden, vieles an und für sich richtig, was ins gemeine sichtbaren Stiftungen empfangen von diesen Leben nicht hineintaugt, sondern Verwirrung Ueberzeugungen das Zeichen des Wertes oder >> Ich weiß nicht«, sagte der Kaiser, ob stiftet. Jene Wahrheit, wenn sie auch an sich Unwertes, Leben oder Tod. Der Fürst, welcher die Ratten. Fünf Mann im Notizbuch auf einen Schlag. Fünf Mann ins Gefängnis. Ein furchtbarer Tag. Der Herr wird uns loben. Wie sie uns verachten! Die giftige Brut hen; nichts Höheres über sich.< ist gegen uns eisig und hohnvoll verschworen. ich dich begreife? Was würde ein Staat wer- Wahrheit ist, ist eine von denen, welche alle gegen die Ueberzeugungen des Zeitalters hungernde profetarische Sippengenossen ing seiner Villa aufzunehmen und ob er den Rittergutbesitzer Freitag veranlassen wird, armen Sippengenossen ein Stück Feld zu überlassen, das wird schon heute von vielen Freitagen sehr bezweifelt. Neue Meckerperspektiven tun sich auf und man wird in Sippenblättern bald lesen können, daß das Wort von der Volksgemeinschaft, von der Heiligkeit der Sippe und vom» neuen Sozialismus« wiedermal falsch verstanden worden ist. Raffkes 1937 geRothschilds Nachfolger- Adolf Hitler Resultat deutscher Forschung auf dem Historikertag Der jüdische Finanzier als Inspirator des 19. Jahrhunderts Karl Marx, sein» Bruder" Während in München ein mäßig begabter, geschichte, worin das» Große und Ursprüng-| Interessen in die internationalen VölkerbeAnsichtskartenmaler die>> Schmierage der Un- liche des geschichtlichen Lebens< endlich wie- ziehungen eingeführt. Die Rothschilds waren terweltkunst< als staatsfeindlich und sterili- der hervorgetreten sei... es, die die gesamte Politik kommerzialisierten sierungswürdig aus dem astralen Tempel der Es gab aber auf dem Erfurter Historiker- und damit der Demokratie auf die Beine Kunst verjagte, spielte sich ziemlich unbe- tage eine rhetorische Leistung, die alle an- halfen, soweit sie> die sittlichen Lebensideale achtet ein anderes Schauspiel des sozusagen deren weit in den Schatten stellte. Es sprach der Völker korrumpierten«. Sie sind zugleich In> Mein Kampf< schildert Hitler die geistigen Deutschland ab: in Erfurt tagt der Dr. Wilhelm Grau, der Leiter der For- die Schöpfer des» Lebens ohne Arbeit< geweZigarrenkiste, in der noch vor Deutsche Historikertag. Der Name schungsabteilung Judenfrage des Reichsin- sen kurz, alles, was Grau anfaßte,> Polifünfzehn Jährchen das ganze erweckt gute Erinnerungen. Man denkt an stituts für Geschichte des neuen Deutschland, tik und Wirtschaft, Idee und Realität der vorVermögen der nationalsoziali- Mommsen und Ranke, an Treitschke über das> Haus Rothschild<. Als erstes hitlerischen Aera Europas<< verwandelte sich stischen Partei untergebracht und Lamprecht, die, mochten sie auch na- Resultat der Arbeit eines neuen wissenschaft- in» Rothschild<, soweit der Herr Forschungswar. Heute liest man in den» Münchner tional überbetont und in ihren geschichtlichen lichen Unternehmens, dazu bestimmt, das un- stellenleiter seine Plattform gefunden hatte: Neuesten Nachrichten«( Nr. 213): Konstruktionen in Parallelen oft verschroben heilvolle Wirken jüdischen Untermenschen- daß nämlich als Rothschilds >> Es gehört in der Tat schon ein gründ- gewesen sein, die Deutschen Historikentagen tums in der Welt geschichtsnotorisch zu ma- Nachfolger und zugleich als Erlöliches Studium an Ort und Stelle durch Jahrzehnte wissenschaftliches Profil chen, wurde dieser Vortrag mit gespannter ser vor allen Erb- und Rothschilds dazu, will man auch nur annähernd und Ansehen gaben. Man wagte, wenn auch Aufmerksamkeit verfolgt. Wahrlich die Hö- Uebeln Adolf Hitler von Gott geArt und Umfang des Reichsparteitagge- in gezähmten und gefeilten Worten, hin und rer kamen auf ihre Kosten. Dr. Grau zeichnete sandt worden sei. Dem Führer sei es ländes erforschen, jener Baustelle, die heute die ausgedehnteste der Welt über- wieder die offene Sprache geschichtlicher Gründer und Erben des Hauses Rothschild nicht gelungen, das böse Rothschild- Prinzip wieder haupt ist. Würde man nur von dem Plan, Wahrheitsfindung auch dann, wenn sie der nur als raffgierige und skrupellose Juden. Er in sein Gegenteil zu verkehren: die Arbeit und nur von den Ziffern hören, mit landläufigen und pseudopatriotischen An- bewies vielmehr, daß die Rothschilds sozusagen nicht der Verzehr des Geldes zum Lebensgedenen hier operiert wird, man würde an einem Zahlenrausch glauben, der die schauung widersprach. In der Republik waren die Lokomotivheizer der gesam- setz zu machen, zum Segen des deutschen VolSuperlative um ihrer selbst willen diese Aussprachen deutscher Gelehrter, bei ten europäischen Geschichte des kes, des bekanntlich schwerindustriellen und braucht... Man muß sich einmal der Be- aller Reserve im einzelnen, ein Forum geisti- 19. Jahrhunderts gewesen seien, im großagrarischen Nutznießertums, Aktionäre, schränkung der ganzen riesigen Kultstätte, ger Freiheit, vor dem sich die Kräfte leben- Frieden wie im Kriege, in der inneren wie in Tantiemengenießer und junkerliche Seigneurs des ganzen Parteitaggeländes auf ein diger Jugend mit den konservativen Lehr- der äußeren Politik aller Großmächte: seit 1933 nur noch vom Hörensagen kennt, die einziges Ereignis im Jahr bewußt werden. Man muß bedenken, daß stuhlinhabern der ältern Generation in frischer Um der Stabilität dieser Spekulationen hohen Uniformträger mit eingerechnet. auch die Kongreẞhalle nur der Ver- Aussprache maßen. willen warf Rothschild die Würfel um Krieg Also ein>> wissenschaftlicher« Vortrag im sammlung des Reichspartei- In Erfurt präsentierte sich in diesem Jahre und Frieden. Er stand einmal im Lager der Dritten Reich, gleich welches Thema er betages dient, daß sie sonst nur betreauch Jugend aber was für eine! Reaktion und ein andermal im Lager der Re- handelt, ist nicht denkbar ohne einen Degenten werden soll von Besuchern, allein als Wallfahrtsstätte für den bloßen Beschauer Frisch aus dem Stall nationalsozialistischer volutionäre, gehörte aber niemand als sich, stoß gegen den angeblich längst besiegten ihre Tore geöffnet hält. Nichts kann deut- Wissenschaftsschule entlassen, erprobt als selbst und dem Judentum. So war es möglich, Urfeind des geretteten Deutschland, dem Bolficher offenbaren, daß hier in einer» alte Kämpfer<< oder von Rosenberg, daß damals die größten Entscheidun- schwismus. Auch Grau findet mühelos einen neuen Rechnung gedacht wird, Frank und Rust als verwendungsfähig gen der Völker, die Entscheidun- solchen Uebergang. Versippt seien die jüdidie das uns bisher gewohnte gezeichnet, führte eine Schar brauner Fohlen gen über Krieg und Frieden, über schen Finanzkapitalisten Zeitmaß sprengt.< versippt auch diezum ersten Male die Hohe Schule neudeut- nationale Ehre und nationale jenigen, die diesen Magnaten eine möglichst Von der Zigarrenkiste zur Reichskasse scher Geschichtskunde vor. Namen, die noch Wohlfahrt unter die Bestimmung nackter gleichförmig entwurzelte Menschenmasse> ausein beschwerlicher und demütigender Weg niemand gehört, Männer, deren wissenschaft- Finanzinteressen eines Mannes geriet, der im liefern« wollten! Also sei das Wort berechtigt: über die Geldschränke der Schwerindustrie. liche Leistung erst nach 1933 Universitäts- Jahre 1799 noch ein unbekannter Jude aus Rothschild und Marx sind Brüder> Westfälische Landeszeitung<( Nr. Maßstab gelten: inwieweit sie die poli- ber namens Möller beschenkte die deutsche Siegel des Beweises geben konnte. Er beklag210) veröffentlicht eine schleimige Betrachtische und geistige Revolution Bühne vor kurzem mit einem Opus: Roth- te sich, daß das große Rothschild- Archiv deuttung über das erste Geschäftszim- des Dritten Reichs bestätigten schild siegt bei Waterloo<. Darin scher Forscherarbeit noch verschlossen sei. der Bewegung im Sternecker- oder verneinten. Da» bewiese z. B. ein wird dem staunenden Volke gezeigt, daß die Wir wollen es ihm leise zuflüstern: hier lieDr. Steding aus Berlin, daß vor Hitler im Wende des napoleonischen Kriegsglücks we- gen in einem staubigen Winkel die Akten, aus 19. und 20. Jahrhundert im mitteleuropäischen der Wellington noch Blücher zu verdanken denen hervorgeht, daß vor genau 70 Jahren > Mit Ehrfurcht und ein wenig Scheu Raume» geschichtsloses Werdene ge- sei; der große Judenbankier habe vielmehr der Baron de Rothschild zu Paris die erste betreten wir das historische Zimmer hier also lebte und kämpfte vor 18 Jahren herrscht habe. Der Verfall einer Welt wäre un- Napoleon über seine Börseninteressen stol- Ausgabe des> Kapital« im Interesse seiner Adolf Hitler, hier tippte der Führer selbst ausbleiblich gewesen, wenn eben nicht mit der pern lassen. Diese These hat, wie man sieht, Sippe finanziert hat. auf einer uralten Schreibmaschine, die an Wiederherstellung der Ordnung in Deutsch- Dr. Grau mächtig über Napoleon hinaus erweidemselben Platz wie einst steht, die ersten land seit 1933 diesen Strömungen der Boden tert. Vor Rothschild schrumpfen alle HeldenEinladungen zu den Versammlungen der Partei, hier liegen noch das einfache entzogen worden sei. Ueberall, wo man die gestalten Schreibzeug und das Tintenfa B, Juden und Marxisten nicht vertreibe, bestände höchst kümmerlich zusammen, und wer weiß, die Gefahr,>> so etwa in den Städten in der ob nicht auch 1870-71 Rothschild der wahre Das einfache Schreibzeug«! Wo Schweiz, wo heute die Emigranten Kulturge- Sieger und Bismarck nur eine seiner Kuin der ganzen Welt lebt ein Staatsmann, der schichte machen, wie etwa Thomas lissenfiguren um einen Ausdruck des Dr. noch keinen> einfachen< Federhalter höchst Mann.<< Grau zu gebrauchen gewesen ist, um nach > So kann man auch vor allen Dignen. eigenhändig in ein» einfaches Tintenfaß geLebhafte Zustimmung in der Aussprache! dem Siege den großen Bankjuden endlich auch Sich manche heimlich- stille Wut stippt hätte? Und wo in der ganzen Welt Der Führer hat das» Verdienst«. Er hat das im wirtschaftlich erstarkten Einheitsdeutsch- Mit voller Kraft vom Leibe singen, außerhalb Deutschlands wird dieser Vor- alles rechtzeitig erkannt<. Keiner, der nicht land Ellenbogenfreiheit zu sichern. Man glaubt ja kaum, wie wohl das tut! Auch kann man zu dem Mittel greifen, gang auch nur erwähnt, geschweige denn mit historischen Beziehungen aufwartete Denn Rothschild hat nahezu alles dirigiert! Falls der Gesang allein nicht reicht, angesungen? Nur eine Sorte Bewegung er- belegt durch Voltaire, Jakob Burkhardt und Es ist, immer nach Grau, der eigentliche Sich obendrein noch eine zu pfeifen, zeugt solchen Schleim: eine Bewegung endlich durch> Mein Kampf<<, dem Werke letz- Erfinder des Imperialismus. Er Man fühlt danach sich doppelt leicht.<< ter klassischer Ausprägung deutscher Kultur- hat nämlich die wirtschaftlich- finanziellen Redakteure, lernt singen! von Parvenus. mer * Bräu zu München. Darin heißt es: das Adolf Hitler benutzte.< mungen der Menschen im Reich verbreitet zu werden drohte?<< » Vater der Cäsaren«, rief Chrysaores,» du hast Meinungen bestraft, nicht widerlegt, darum leben sie fort. Du hast Ueberzeugungen > Mensch zu sein!< antwortete Weltweise. -lief die Grenze, Polyphem des vergangenen Jahrhunderts Howald. Die Macht des Gesanges gemeinen Zeitung« sich niedersetzte, um das Deutsche Sängerfest in Breslau anzudichten, brach seine> heimlich- stille Wute in folgendem Vers zutage: Als der Hausdichter der» Deutschen Allkämpft, steht als Fremdling darin. Seine Ver- te der kaiserliche Greis mit einem etwas schieben sich fünf Mann durch die Tür, harm-| kritischen Situation jedes Mittel recht sein nunft ist nicht mehr die Vernunft des mensch- spöttischen Lächeln. los zivilistisch gekleidet, fragen einen an der wird, um sich von Polyphem zu befreien. Die der Werkbank:» Wo steht der Dreher Müller?« Bonzen wissen das, sie bangen selbst vorm lichen Geschlechts. Er wird als ein Boshafter Der Gefragte erschrickt, weist mit der Hand Kriege.<< verhaẞt oder als ein Tor verspottet werden.<< zur Seite. Die fünf umstellen einen Mann.> Und wie denken die Führenden sich die Der Cäsar schwieg einige Augenblicke > Legen Sie das Werkzeug weg. Kommen Sie Sache weiter? Sie spielen doch mit dem Krie nachdenkend und sprach dann:> Es scheint Das Blau des Sommers hing über den Hö- mit, so wie Sie sind. Machen Sie kein Aufse- ge, wie Kinder mit Streichhölzern!<< also, Chrysaores, du habest die strengen MaßNorden schoben sich einige hen.< Der Mann wird bleich, legt das Eisen> Sie bluffen, sie erpressen, sie hoffen auf regeln mißbilligt, mit denen ich den über- henzügen. Im in einigen Sekunden sind eine verwirrte Jugend, aber ein Krieg wird handnehmenden Unfug unterdrücken wollte, Turmspitzen über Wäldern empor. Dort war aus der Hand welcher durch die freien oder frechen Gesin- das Reich des Flüsterns. Durch die Wälder die fünf mit dem Gefangenen verschwunden. ja heute mit dem ganzen Volke geführt. Und Die Zurückgebliebenen atmen schwer, Hände wenn diese Jugend Steuern zahlen muß- Sie >> Wenn Sie die rechte Vorstellung von dem zittern. Polyphem hat wieder einen geholt, wissen ja, Steuernzahlen macht skeptisch... Druck haben wollen, müssen Sie an Polyphem keiner im Werk wird das Opfer wieder sehen. So bluffen sie in der Welt umher und was sie denken«, sagte mein Bekannter.» Sie kennen Wer wird es morgen sein? Ich oder mein sonst noch denken mögen ja, können doch die Sage von Polyphem, dem einäugigen Freund? Denn irgendwo hat jeder einmal ge- Sie mir sagen, was Verrückte glauben und ten in einer Riesenhöhle gefangen hielt. Rings- lacht, eine Anekdote erzählt oder einen verbo- sieht? Das ist eine Frage für Pathalogen und denen bekannt gemacht, welche sie nicht kannum rauschte das Meer. Jeden Tag griff sich tenen Sender eingestellt. Und ringsum Werk- klinische Forscher, und die wissen es auch ten. Du hast wider deinen Willen verbreitet, der Cyklop einen aus dem Kreise der Gefan- schar- Spitzel, Denunzianten, Postenjäger. nicht.<< was du auszurotten gedachtest; und unter Jeden Tag kön- Wir schwiegen. Ueber den Türmen ballten allen Völkern jenen Grundsätzen und Ueber- genen und fraß ihn. Gegenwehr war sinnlos. Wer wird es morgen sein? Alle zitterten vorm nächsten Tage. Wer wird nen Sie das in deutschen Betrieben erleben, sich hellgraue Wolken, mit seltsamen Bockszeugungen Lebendigkeit gegeben und Stärke, es morgen sein? Ich oder mein Freund? Ner- lautlos frißt die Gestapo unschuldige Men- gesichtern. Mein Bekannter warf seine Zigarre die du zu lähmen oder zu töten glaubtest.<< venlos, stumpf griff der menschenfressende schen, reißt sie aus der Mitte der ihren, wie in den Sand.» Der menschenfressende PolyDer Cäsar nickte ernst mit dem grauen Riese in den gelähmten Haufen, verschwand der Wolf ein Lamm aus der Herde reißt.<< phem da drüben schmeißt mit ErneuerungsHaupte eine Art Beifall und sagte» Ich weiß, mit dem Opfer vor die Höhle und niemand sah Die Dämmerung sank über die Hügel, phrasen um sich, das ist das Unerträglichste. daß ich allein leider zu schwach gegen das den Kameraden wieder. So lichtete sich der umwob sie mit einem hellgrauen Schleier. Daneben war der Cyklop der Odyssee immerVerderbnis dieses heillosen Zeitalters stritt.<< Haufen, bis Odysseus sich zur Tat aufraffte,>> Und Sie glauben, daß ein solches Schand- hin ein ehrliches Ungeheuer; als Sohn >> Die Völker der Erde werden nun aber be- den Riesen betrunken machte und blendete, regime mit einem solchen Volk einen moder- des Gottes Poseidon standen ihm Menschenhaupten und künftigen Jahrhunderten sagen, indem er ihm das eine Auge ausbrannte. An nen Krieg durchhalten kann?<< fragte ich. opfer zu. Er brauchte keinen antibolschewierwiderte Chrysaores, daß du nicht wider, die Bäuche einer Schafherde geklammert, Er schüttelte den Kopf,» Nein, das glaube stischen Schwindel. Poseidon rächte die Blensondern für das Verderbnis des Zeitalters ge- gelangten die Gefangenen aus der Felsenhöhle ich nicht. Das deutsche Volk ist keine Läm- dung seines Riesensohnes laut sage dadurch, stritten habest. Denn du habest für das ge- und entkamen...< merherde. Druck und Angst lähmen manche daß er Odysseus mit Stürmen von der Heimat verfolgt und sie damit durch Geräusch auch Cyklopen, der den Odysseus und seine Gefähr- meckert, zu einem Flüsterwitz höhnisch ge- wie es in den Köpfen von Psychopathen ausstritten, was nicht mehr zum Sinn und Heil Er schwieg, sah über den Bergkamm hin Widerstandregung, aber sie erzeugen auch un- fern hielt. Dem Polyphem da drüben wird der Völker passend, folglich verdorben und und sein Blick verlor sich in das andere Land. geheuerliche Verbitterung, Wut, Rachestim- einst kein Gott helfen, er hat alle Götter verunhaltbar geworden; und habest dich aufge- Man kann sich das hier schwer vorstellen. mung. Sie müßten hören, wie Nazis unter vier folgt, zerstört, geschändet: Treu und Glauben, lehnt gegen das Bedürfnis des menschlichen Es wird drüben möglichst nicht davon ge- Augen von ihren Führern sprechen, dann kön- Menschenliebe, Ritterlichkeit, Wahrhaftigkeit, Geschlechts, welches sich laut verkündet.<< sprochen, aber das Schweigen erdrückt. Den- nen Sie sich die Stimmung der anderen vor- Sittlichkeit. Ihm droht eine furchtbare Zu>> Und was denn wäre dies sogenannte Be- ken Sie sich einen Betrieb, die Arbeiter stehen stellen. Ein Gemisch von Angst, Schrecken kunft. Mit der Blendung eines Auges wird es dürfnis des menschlichen Geschlechts?« frag- an den Werkbänken, Maschinen rasseln. Da und Haß bei aber Millionen, denen in einer nicht abgehen.<< Karl Rothe. nach Zeitungsdienst Geaf Reischach" Vom Revolverjournalist zum Spion al das Chemiekulus, ein Lehrspiel zum Vierjahresplan«, zum Obligatorium für alle Kölner Schulkinder machte. Was ist das für ein Zauberer? Er ist der Direktor einer großer Knochenfabrik. Aus Knochen macht er Mehl, Lacke, Kerzen, Seife, Tinte und die Moral? Deutsche Kinder, man Zu den drei dieser Tage aus England aus-| den Konzeptionen und Intuitionen des» Füh- geschlossen. Was das unter dem sammelt Knochen! Denn der geldgierige Ongewiesenen deutschen Journalisten gehört rers« selbst, der sein» Bündnis mit England« Journaille- Stift Berndt gleichgeschaltete kel aus Amerika gibt diese Ware den Angaben der englischen Presse( gegen den welschen Erbfeind) visionär pro-» Deutsche Nachrichtenbüro<( früher das braucht davon jährlich für 1,300.000 Mark auch ein Herr von Langen, Vertreter des klamierte, zu welchem wohltuenden Zweck ja Wolffsche>> WTB<<) an publizistischen Gift- nur gegen Gold und Devisen. Ein Pimpf beZeitungsdienstes Graf Reisch- auch Herr Ribbentrop den Sektverkauf ein- blüten nicht selbst produziern und begießen ginnt mit Begeisterung, die anderen folgen ach< in London. Wir können Auskunft gestellt und das diplomatische Erdenwallen kann, weil dann der Geist dieser braunen nach, um dem Chemiekulus zu helfen, und geben über seine Firma, besagten» Zeitungs- begonnen hat. Hier entschied, daß Ley Regierungspolitik doch gar zu offenkundig zum Schluß singen sie dann alle, wie der dienst Graf Reischach«! Dessen Geschichte ist Zaster brauchte. Es ist leider nicht das würde beispielsweise besondere Greuel- Westdeutsche Beobachter« mitteilt, das neue so echt nazistisch» heroisch« und» mytholo- erste Mal in der Weltgeschichte gewesen, kloben aus Sowjet- Rußland oder» Rot- Spa- Lied, das fortan in allen deutschen Gauen jung gisch<<, daß es geradezu als psychologisches daß Metall stärker war als die Idee. Auf nien«) alles besorgt prompt, in und alt für das große Werk der KnochensammWunder erschiene, wenn der saubere> Reisch- jeden Fall der Graf Reischach, als Wirklichkeit mit gleicher offiziös- offizieller lung entflammen soll: das ach«<- Vertreter nicht spioniert hätte statt Privatsekretär nicht nur mitverantwortlich, Verantwortichkeit der regierenden Geister, Knochen- Devisenlied: Feuilletons zu schreiben. sondern auch in den begründeten Verdacht der Zeitungsdienst Graf Reischach< mit dem Graf Reischach und er ist ein Graf von verstrickt, dem Prinzen- Chef beim fulminanten empfehlend- gefälligen gräflichen Privattitel einigen zwanzig mehr oder wenigen feudal Erstlingsopus die Feder geführt zu haben im Firmenschild! verlebten Jünglingsjahren fand am deut- inaugurierte mit diesem> Gott strafe Eng- Der Spionagefall deutscher brauner schen Rhein den Weg zu Hitler ebenso wie land!<< seine hoffnungsvolle neudeutsche Pu-» Journalisten« in England gibt, gerade weil den in den geiststrapazierenden Beruf eines blizistenlaufbahn als knapper Achtzehnjähri- jener» Zeitungsdienst Graf Reischach<< eviechten Nazi- Journalisten. Damals war Hoheit ger. Seine durchlauchtigen Chefs Scheckbuch dent in ihn verstrickt ist, nicht nur auf lustige(!) Sammelt Knochen! Sammelt Knochen! Dem Chemiekulus zum Kochen! Drauf und dran! Pimpf und Mann! Für den Vierjahresplan! Rythmus und Inhalt bestätigen, daß dieser neue deutsche Volkssang die Qualitäten gerade achtzehn Jahre alt. Das heißt: der und Herrn Leys gleicherweise drückenden diese Weise einmal Gelegenheit, nachzu- einer echten Nationalhymne besitzt. Vielleicht Graf fand zuerst den Weg zum damals in Zechschulden im benachbarten Koblenz setz- weisen, auf wir abenteuerlich- pseudoromanti- in einem noch viel tieferen und symbolischeBonn am Rhein residierenden Prinzen von ten es dann durch, daß Herr Reischach auch sche Art ein solcher Spion an seinen Kom- ren Sinn als sein erfolgreicher Autor ahnt. irgend einem der Redakteur des dort erscheinenden Nazi- Skan- plex kommt. Das Reischach'sche ErstLinie, in der man zu Wilhelm dem Zweiten dalblättchens werden konnte, dessen größter lingswerk zugunsten der Ausrottung Eng- thusiasten des Dritten Reichs, sondern auch in Doorn aus Verschwägerungsgründen noch Skandal es freilich immer blieb, daß es seine lands liefert ja wohl hier den kriminalisti- für jene Heimtückischen, die der Meinung Onkel oder Großonkel sagen mußte. Der drei oder vier armen Setzer um ihren Wochen- schen Faden zur notwendigen Untersuchung. sind, daß der ganze Vierjahresplan aus Mark Prinz, ebenso gereift im Alter wie der Graf, lohn betrog und noch nicht einmal die In- Wichtiger ist, daß gerade jenem England, und Knochen des deutschen Volkes seine Schaumburg- Lippe Denn es ist nicht nur ein Lied für die EnSiegestrophäe zu konstruieren gedenkt. SA schnorrt Uniformen war auch ebenso tatenfroh. Mindestens zur validenmarken für sie klebte. das an das Ungeheuerliche des moralischen damaligen Zeit so um 1928 herum, also vor Als dann die Nazis mit dem ersten Hun- Hitlerkomplexes aus allen Gründen seines etwa acht Jahren! Denn gerade damals war dert Reichstagsabgeordneten aufwarten konn- eigenen Gentleman- Stiles zu glauben sich dank vor allem der tatkräftigen Hilfe, die der te und der Graf in Koblenz den Buckel voll konstant weigert, einmal dargelegt werden >> einfache Mann aus dem Volke<«, Herr Adolf noch nicht absolvierter Strafprozesse hatte, kann, wie die Geister beschaffen sind, die In Weißwasser- Oberlausitz wurden die 5000 Hitler beim Volksentscheid über die Fürsten- wurde dieser Prototyp des minorennen Nazi- heute angeben, das deutsche Volk und des- Arbeiter und Angestellten aller städtischen enteignung allen abgedankten Visitenkarten- Revolverjournalisten der Parlaments-> Bericht- sen Meinung zu repräsentieren. So sehr der Betriebe gezwungen, je eine Viertelstunde größen in Deutschland erwiesen hatte die erstatter« der Braunen. Von da datiert sein Lausjungenfall Reischach auch wirklich zur Mehrarbeit zugunsten des SA- Sturmes 31/19 Nazis, obschon zumeist ausgemergelte Klein- Firmentitel Zeitungsdienst des Graf Reisch- Satire und zum billigen Spott anreizen mag Weißwasser zu leisten. In den Zeitungen heißt bürger und noch schlechter lebende Lumpen- ach«. Im Dritten Reich wurde diese die Welt muß sehen, was hier an sitt- es( wir zitieren nach der» Westfälischen proletarier, mußten auf Geheiß des» Führers« üble braune Wurstküche natürlicher Verwahrlosung und grenzenlosem Zy- Landeszeitung« Nr. 197): für die Fürsten und gegen das Volk stimmen lich splendid augestattete offi- nismus auf sie losgelassen wird, um diesen dem Prinzen von Schaumburg- Lippe ein ziöse Subventionsangelegenheit Kontinent in jene Katastrophe zu treiben, in nicht zu knapper Anteil an der allgemeinen aller Reichsministerien- der die Gangster nun einmal glauben, sich beBeute in bar ausgezahlt worden. Was macht des Auswärtigen Amtes mitein reichern zu können. ein Prinz, der zu seinen notwendigen Millionen noch mindestens eine halbe hat, die» höheren Zwecken« dienstbar gemacht werden kann, ohne daß man gleich auf Herrenhaus benebst Mätresse zu verzichten braucht? Er widmet sich mit seinem Scheckbuch als aussichtsreichster idealer Sache der Politik und wird ein homo publicus, wie ja auch einmal>> der Führer selbst ausdrücklich» beschloß«, Politiker zu werden. Dazu brauchte er zunächst einen Privatsekretär, der die allfällige Schreibmaschine bedienen konnte. Der wurde par inter pares beim Prinzlein das Gräflein in der rheinischen Musenstadt. Aber was Aus großer Zeit als » Ich!<< » Ich habe mehr für die deutsche Kunst getan, alle jene Schmierer und Schwätzer!. » Ich habe dieses Haus gebaut...< >> Ich bin fest und unbeugsam entschlossen.. » Ich bin..< » Ich habe...< > Ich...< > Wenn es regnet dann?< >???< was sagt der Führer > Er sagt nicht etwa:» Es regnet<< nein! Er sagt:» Ich regne!<< * Der Meister. F. E. Roth. ben, alte Kuverts noch einmal zu verwenden und an Stelle von Konzeptpapier die Rückseite einseitig bedruckter Formulare zu benutzen! Nette Aussichten eröffnen sich da! Demnächst wird's wohl auch Papier nur noch auf Marken geben. Fragt sich nur, aus welchem Ersatzstoff man die Marken herstellen wird - angesichts des Papiermangels?... * >> Die Männer dieses Sturmes hatten im Verlauf der diesjährigen SA- Wettkämpfe, bei denen sie sich besonders auszeichneten, einen starken Verschleiß ihrer Uniformen und Ausrüstungsgegenstände zu beklagen, den sie allein nicht decken konnte n. Hier springt nun die Arbeiterschaft der ganzen Stadt in die Bresche, um» ihrem« SA- Sturm weiterzuhelfen. Auf Grund dieser vorbildlichen Hilfsmaßnahmen wird der SA- Sturm aus Weißwasser neben dem schlesischen Siegersturm jetzt an den SA- Ausscheidungskämpfen in Berlin teilnehmen können.< Die>> vorbildliche Maßnahme< hat, wie wir hören, inzwischen Nachahmung gefunden. Es gehört zum» Gesicht des neuen Deutschland«, daß ständig für die braunen Formationen geschnorrt wird, und daß diese braunen Formationen ständig leere Kassen und SchulSprachwissenschaft arisch gedrillt. Es gibt heute in Deutschland tatsächlich noch Sprachwissenschaftler, die sich wirk- den haben. So sehr wüsten die Verantwortlilich mit Sprachforschung befassen, statiert der» Völkische Beobachter< Nr. 194). kon- chen mit Staatsgeldern und Sammelgroschen: ( 1937, sie sind nicht einmal im stande, die Uniformen ihrer Meute intakt zu halten, sie müssen zu diesem Zweck eine Sonderbettelei veranstalten. Gleichzeitig feiern die Führer Feste, die Millionen verschlin>> Sie mögen dabei aufrichtig der Meinung sein, ihr Arbeitsgebiet, wie sie es aufzufassen gewohnt sind, vertrage keine Vergewaltigung...< Neuer Vorwärts Da haben sich die Herren aber gründlich gen. getäuscht. Das wird man ihnen jetzt beibringen, denn jegliche Sprachwissenschaft ist im Stürmerreich nur noch als HandlangeDer Führer hält Reden über die schönen rin der Streicherschen» Rassenforschung< erKünste. Ununterbrochen. In München beim laubt: Tag der deutschen Kunst, in Bayreuth bei den Wagnerspielen, in Breslau beim großen In dieser Tonart sprach der Führer bei zum politischen Sujet? Eine Republik, und der Einweihung des Münchener Kunsthauses. sei sie selbst so duldhaft wie die damalige Daraufhin begann man im Reich wie folgt deutsche, braucht schon aus Formalitätsgrün- zu flüstern: den Prinzen und Grafen nur in bescheidenen Quanten. Aber war da nicht der Mann, der» den Arbeiter der Faust und der Stirn< in Stadt und Dorf sammelte und gegen die Konkurrenz der richtigen Prinzen und Fürsten, die Schmutzkonkurrenz der» Bank- und Börsenfürsten«, Himmel und Hölle und mindestens auch zahlungswillige Scheckbücher in Bewegung setzte? Des> Führers« Satrap im Deutschen Westen, der» Befreier des Rheinlandes<( auf den Plakaten hieß er SO wirklich!), Herr Robert Ley hatte gerade wieder einen seiner periodischen Offenbarungseide schwören müssen. Die Möbel seiner Frau hatte das Debet- Konto seines > Westdeutschen Beobachters< wieder einmal verschlungen und kein Ritualmord wollte weit und breit passieren, keine arische Maus sich mehr in einen jüdischen Gulasch verlaufen, als daß man noch ein richtiges nordisches Zeitungsgelegenheitsgeschäft hätte machen können. Lausige Zeiten für den Mythos! Da kam zu ihm ein echter Märchenprinz! Sängerfest... Der Kunstruhm des Führers macht seinem Freund Hermann Göring schlaflose Nächte. Schließlich ist er auch noch da und verlangt das ihm zustehende Lorbeerquantum. Kein Wunder mithin, daß die deutsche Presse Gelegenheit bekam, das folgende zu melden: Rolle siegreich Gozialdemokratisches Wochenblatt Herausgeber: Ernst Sattler; verantwortlicher Redakteur: Wenzel Horn; >> Da man die Rasse gering schätzte, so hielt man sich bisher folgerichtig mehr an die Sprache und was sie uns sagen konnte. Man schuf Gedankengebäude, in denen der Druck:> Graphia; alle in Karlsbad. Sprache eine führende gegenüber Zeitungstarif bew. m. P. D. Zl. 159.334/ VII- 1933. dem Menschengeist zukam und das ist das Printed in Czechoslovakia. Kontrollpostamt: schnurgerade Gegenteil der Ueberzeugung, Poštovní úřad Karlovy Vary 3. Aufgabedie der Nationalsozialismus SO postamt Karlsbad 3. zum Leben erweckt hat... Rasse erzeugt Gesinnung, Gesinnung aber erzeugt Der>> Neue Vorwärts« kostet im EinzelSprache.< verkauf innerhalb der ČSR Kč 1.40( für ein Gesinnung erzeugt Sprache. Dies letztere Quartal bei freier Zustellung Kč 18.-). Preis der Einzelnummer im Ausland Kč 2.-( Kč >> In Kronenburg( Eifel) ist die Her- unterschreiben wir. Wir schmeicheln uns so24. für das Quartal) oder deren Gegenwert mann- Göring- Meisterschule errichtet worden. Sie ist ihrem Schirm- gar, bereits einen bescheidenen Beitrag zu in der Landeswährung( die Bezugspreise für herrn, dessen Namen sie trägt, unmittelbar der vom» Völkischen Beobachter< arisch er- das Quartal stehen in Klammern): Argentinien Philologie haben. Pes. 0.30( 3.60), Belgien: Belg. Frs. 2.45( 29.50), geleistet Auf der Münchener Ausstellung hängt be- Haben wir nicht immer und immer wieder Bulgarien Lew 8.-( 96.-). Danzig Guld. 0.45 ( 5.40), Deutschland Mk. 0.25( 3.-), Estland kanntlich auch ein Bild» Plenarsaal des auf den innigen Zusammenhang hingewiesen, E. Kr. 0.22( 2.64), Finnland Fmk. 4.-( 48.-), erst genommen werden mußten, ging dieser Reichstages nach der Brandstiftung. Man der zwischen der Gesinnung des Führers und Frankreich Frs. 1.50( 18.-), Großbritannien darf wohl annehmen, daß der junge hoff- dem von ihm gesprochenen und geschriebe- d 4.-( Sh. 4.-), Holland Gld. 0.15( 1.80). Itanungweckende Maler, der dies Werk schuf, nen Desperanto waltet? Freilich: ob dieses lien Lir. 1.10( 13.20). Jugoslawien Din. 4.50 bereits eines der aus Görings Meisterschule Phänomen obendrein rassisch bedingt ist, ob( 54), Lettland Lat. 0.30( 3.60), Litauen Lit. siegreich hervorgegangenen Genies ist... der Große etwa am Ende nicht vorschriftsder von Schaumberg- Lippe mit seinem Scheckbuch und mit seinem Privatsekretär, dem Grafen Reischach. Nicht ohne Barrieren, die ab. unterstellt.<< für Malerei > Fisternöll<<, wie man malerisch am Rhein ein kompliziertes, problemschwangeres Geschäft, einen gordischen Knoten zu bezeichnen pflegt, Mit des Prinzen Scheckbuch, jetzt das Scheckbuch des soeben neu angeworbenen > Arbeiters der Faust und der Stirn< wollte Ley sich gleich ein ganzes üppiges Verlags- Während manche meinen, der ganze wunhaus mit Garage kaufen, aber dafür wollte dertätige Vierjahresplan stünde vorerst * Kampf um Papier. nur der Prinz und das war mindestens ebenso auf auf dem Papier, beginnt dieses beausschweifend sich auch gleich gedruckt reits unter ihm dahinzuschwinden: sehen! Ley kaufte und druckte! Er druckte einen wüsten Gallimathias des Prinzen gegen England, das perfide Albion, dem man durchaus nicht aus rassi>> Die starke Inanspruchnahme des Holzes für neue Verwendungszwecke macht sparsamste Verwendung allen Papiers zur Pflicht!< neuerten zu mäßig alle seine Ahnen beisammen hat das wagen wir nicht zu entscheiden. Dafür ist der Streicher zuständig. K. Das Knochen- Devisenlied Aus einem fröhlichen Pimpfenspiel zum Vierjahresplan 0.55( 6.60), Luxemburg B. Frs. 2.45( 29.50), Norwegen Kr. 0.35( 420), Oesterreich Sch. 0.40( 4.80), Palästina P. Pf. 0.020( 0.216), Polen Zloty 0.50( 6-), Portugal Esc. 2.( 24.-), Rumänien Lei 10.-( 120.-), Schweden Kr. 0.35( 4.20), Schweiz Frs. 0.30( 3.60), Spanien Pes. 0.70( 8.40), Ungarn Pengö 0.35 ( 4.20), USA 0.08( 1.-). Einzahlungen können auf folgende Postscheckkonten erfolgen: Tschechoslowakei: Zeitschrift» Neuer Vorwärts< Karlsbad. Prag 46.149. Oesterreich:> Neuer Vorwärts< Karlsbad. Wien B- 198.304. Polen:» Neuer Vorwärtse Karlsbad. Warschau 194.797. Schweiz:> Neuer Vorwärtse Karlsbad. Zürich Nr. VIII 14.697. Wie macht man den Vierjahresplan popuSo beginnt eine Verordnung, abgedruckt lär? Es scheint, daß das Aufgebot von Induschen Gründen nachlaufen dürfe, sondern das im Ministerialblatt des Reichs- und Preußi- striekapitänen im Bunde mit SA und Gestapo Ungarn: Anglo- Čechoslovakische und Prager man vielmehr mittels eines vom Bolschewis- schen Ministeriums des Innern( 1937, Nr. 28). keineswegs genügt, um die materiellen und Creditbank Filiale Karlsbad. Konto Neuer mus bekehrten Rußlands für immer und Es folgen allerhand genau detaillierte Papier- moralischen Quellen des deutschen Volkes für Vorwärts Budapest Nr. 2029. Jugoslawien: radikal aus der zeitgenössischen Geschichte sparbefehle, die den Beamten unter anderem das große Werk zu erschließen kurz, ohne Anglo- Čechoslovakische und Prager CreditDas war zwar ein ge- sprengstens gebieten, den Schriftverkehr ein- die Pimpfe geht die Sache nicht, weshalb man wärts, Beograd Nr. 51.005. Genaue Bezeichbank, Filiale Belgrad. Konto Neuer Vorwaltiger Kinnhaken gegen die weit ausholen- zuschränken, möglichst engzeilig zu schrei- eine spezielle Schulfunksendung Zauberer nung der Konten ist erforderlich. ausradieren müsse.