Nr. 223 SONNTAG, 19. Sept. 1937 Aus dem Inhalt; Mussolini in Berlin Wer will den Krieg? Schachts Karriere Nürnberger Spiel mit den Arbeitern Verlag: Karlsbad, Haus„Graphia"— Preise und Bezugsbedingungen siehe Beiblatt letzte Seite Rasaryk und der Marxismus Ein Schüler von Marx In seinem Buch»Die Weltrevolution«, das Masaryk als 75jähriger erscheinen ließ, nennt er fünf Männer als seine wichtigsten politischen Lehrer: Pla- to, Vivo, Rousseau, Comte und Marx. Umgekehrt kann man sagen, daß Masaryk von den Schülern des Karl Marx einer der wichtigsten gewesen ist. Sicher auch einer der merkwürdigsten. Masaryk, Schüler von Marx, nach seinem eigenen Bekenntnis, war nämlich kein Marxist. Schon als Student in Wien zu Anfang der siebziger Jahre begann er die Schriften von Marx, insbesondere das»Kapital«, zu studieren. Die Erfahrungn des Finanzkrachs von 1873 vertieften den Eindruck der neuen Theorie. Aber fühlte sich der junge Philosoph von dem Titanen Marx immer wieder angezogen, so fand er doch immer wieder vieles an ihm, was ihn stutzig machte, ja zurückstieß. Schließlich hat er das Ergebnis eines dreißigjährigen geistigen Ringens in seinem 600 enggedruckte Seiten umfassenden Werk»Die philosophischen und soziologischen Grundlagen des Marxismus« niedergelegt, das im Jahre 1899 erschien. Es war die Zeit, in der sich der staatspolitische Reformismus Vollmars und der Revisionismus Bernsteins gegen die überkommene Theorie der sozialdemokratischen Partei erhoben hatten. Man sprach von einer Krise des Marxismus. Masaryks »Grundlagen« beschäftigen sich nicht nur mit dieser Krise, sondern sie geben eine kritische Darstellung der gesamten Lehre vom Marx und Engels. Gegen den Materialismus Masaryk war vor allem Philosoph und ein gründlicher Kenner der Geschichte der Philosophie. Das gab ihm die Möglichkeit, den Weg, den Marx von Hegel über Feuerbach genommen hat, deutlich aufzuzeigen. Feuerbach hat, wie Marx es ausdrückte, die Hegeische Dialektik vom »Kopf auf die Füße gestellt«. Er hat die Lehre vom der fortschreitenden Entwick- hmg, die sich in einer ewigen Entstehimg und Auflösung von Gegensätzen vollzieht, mit einem unhaltbaren erkenntnistheoretischen Materialismus in Verbindung gebracht Feuerbach, ein echtes Kind seiner Zeit, war der Urheber des berüchtigten Satzes:»Was der Mensch ißt, das ist er.« — Und wenn auch der Gerechtigkeitsfanatiker Masaryk bemerkt, daß dieser Satz gar nicht so schlimm sei wie er klinge, da Feuerbach mit dem Essen auch die geistige Nahrung gemeint habe, so fühlte er sich doch von solcher Plattheit abgestoßen. Mit um so größerer Freude begrüßt er den Versuch jüngerer Marxisten der damaligen Zeit, wie Eduard Bernstein und Konrad Schmidt, die sozialistische Weltanschauung von solchen Schlacken zu reinigen. Die Apologeten des Marxismus pflegen zu versichern, daß die materialistische G e- schichtsauffassung mit dem erkenntnistheoretischen Materialismus nichts zu tun habe. Das hindert Masaryk nicht, auch sie zu verwerfen. Er zeigt in ausführlichen Zitaten, wie Marx und Engels selbst bei verschiedenem Gelegenheiten diese Geschichtsauffassung verschieden definiert haben, und er meint, daß Marx und Engels jeden Beweis für die Richtigkeit ihrer Auffassung aus der Geschichte selbst schuldig geblieben seien. Das findet er sehr verständlich, denn aus dem ökonomischen Verhältnissen allein lasse sich die Entwicklung der menschlichen Ideen und Einrichtungen eben nicht erklären. Uebrig bleibe nur die Tatsache, daß die Belleidsk iindgebiing der Sozialdemokral isdien Partei Deutsdilands Der Vorstand der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands hat an Ministerpräsident Hodta das folgende Schreiben gerichtet: Sehr geehrter Herr Ministerpräsident! Wir trauern mit Ihnen und Ihrem Lande um den Hingang eines wahrhaft großen und edlen Menschen. Die Einheit seines Wesens war bestimmt durch den Willen zu wirkender Humanität, der er gedient hat als Lehrer wie als Staatsmann. Er war eine beispielgebende und wirkende Kraft in jeder allgemeinen, über Parteigrenzen hinausgreifenden Kultur- und Freiheitsbewegung, der wir alle dienen nach unseren besten Kräften. Heute, wo mehr denn je zuvor die beispielhafte Persönlichkeit eines großen Lehrers der Menschheit not ist, um die geistigen Grundlagen der europäischen Kultur zu verteidigen. fühlen wir den großen Verlust, der nicht nur Sie und Ihr Land, sondern uns alle getroffen hat. Im Schatten seines Geistes haben wir in schwerer Zeit Schutz und Asyl gefunden in Ihrem Lande. Das politische Schicksal hat uns gelehrt, daß der Geist wahrer Humanität und die unbedingte Achtung der Rechte der Menschen die Grundlage aller Kultur und allen Fortschritts sind. Wir huldigen heute dem großen, dahingeschiedenen Geiste, der sein Volk zu diesen Prinzipien erhoben und damit der Menschheit gedient hat. Prag, den 14. September 1937. Der Vorstand der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands » Er hat femer Beilcidskundgebungen gleichen Sinnes gerichtet an den Präsidenten der Tschechoslowakischen Republik, Dr. Edvard Bene&, sowie an den Gesandten D r. Jan Masaryk. ökonomischen Verhältnisse eine viel größere Rolle spielten, als die Geschichtsschreiber vor Marx und Engels gewußt hätten. Die Berechtigung der Klassenkämpfe verkennt Masaryk keineswegs. Aber er bestreitet ihre ausschließliche Bedeutung für den Gang der Weltgeschichte. Zur Begründung seiner, die Marxsche Theorie stark einschränkenden Auffassung weist er u. a. auf die Bauernbefreiung in Oesterreich hin, die durchaus nicht das Ergebnis eines Klassenkampfes und doch ein großer politischer und sozialer Fortschritt gewesen sei. Humanitismus Masaryk vermißt an dem marxistischen System jedes Eingehen auf die psychologische Seite der politischen und sozialen Phänomene, er beklagt an ihm sein innerlich widerspruchsvolles Verhältnis zur Ethik. Er stimmt Sombart bei, daß im Marxismus»kein Gran Ethik« enthalten sei. Auf der anderen Seite sei aber das ganze Marxsche»Kapital« in seiner Grundlage ethisch. Schon der Begriff des Mehrwertes sei nicht nur ökonomisch, sondern auch ethisch gemeint. Die ganze Erklärung des Kapitalismus gipfle bei Marx darin, daß die Kapitalisten die Arbeiter ausbeuten.»Die ganze Geschichte wird zum Kampf der Unterdrückten gegen die Ausbeuter. Die ganze Geschichte erscheint im»Kapital«, trotz aller positivistischen Gesetze, als ein Kampf um Gerechtigkeit.« Warum will Marx trotzdem»sein System amoralisch haben«? Warum spottet er über die»Liebessabbelei« älterer Sozialisten? Offenbar darum, weil er die Unfruchtbarkeit eines bloßen Gefühlssozialismus, der von guten Absichten strotzt, aber von der Welt nichts versteht, bekämpfen wollte. Masaryk ist offenbar auf einem ähnlichen Wege, wenn er gelegentlich das Wort prägt:»Aufregung ist noch kein Programm.« Deswegen bleibt es nicht weniger wahr, daß Masaryk auf einen inneren Widerspruch im marxistischen System richtig hingewiesen hat. Der Marxismus hat Riesenströme sittlicher Kraft frei werden lassen, ohne für ihre Existenz eine zureichende theoretische Begründung zu geben. Demgegenüber bekennt sich Masaryk ausdrücklich zum Humanitätsideal oder, wie er es nennt, zum Humanitismus. Aus der Verbindung dieses Humanitismus mit positivistischem Tatsachensinn bildet sich sein politischer Realismus. Die Politik, wie er sie sich vorstellt, wird von den Kräften des Tatsachensinns und des Verstandes zu den großen Zielen sittlichen Wollens gelenkt. Das sind die Ziele der allumfassenden Humanität, der Nächstenliebe, der Menschenliebe. Humanität auf politischem Gebiet ist Demokratismus.»Der Demokratismus«, lehrt aber Masaryk weiter,»ist nicht bloß ein politisches, sondern auch und vor allem ein ethisches System. Die demokratische Ethik hat ihr klares und bestimmtes soziales und politisches Ideal..... Die moderne Ethik ist nicht materialistisch... Sie glaubt an den Fortschritt, sie glaubt, daß durch die soziale Solidarität immer kräftigere und bessere Individualitäten ausgearbeitet werden. Individualitäten, nicht Egoisten.« Masaryk und die Revolution Mit Befriedigung bemerkt Masaryk— im Jahre 1899— die Entwicklung der deutschen Sozialdemokratie vom Revolu- tionarismus zum Evolutionsgedanken. Er ist nicht so revolutionsfreudig, wie es nach seiner Meinung Marx ist, aber er ist doch, wenn es sein muß, revolutionsbereit: »Wir müssen jegliche Gewalttätigkeit konsequent verwerfen— sonst kommen wir über die Gewalttätigkeit nicht hinaus. Wehren, verteidigen können, sollen, müssen wir uns. Im extremen Pail sogar mit dem Eisen____ Nicht jede Revolution ist ethisch verwerflich... Die Revolution kann eben bisweilen als Notwehr notwendig sein. Katholische und protestantische Theologen verteidigten sogar das Tyrannicidium(den Tyrannenmord), nicht bloß die Revolution. ... Staatsrechtlich wird das Recht auf Revolution von Theoretikern und Praktikern, zum Beispiel in der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung, für ein Naturrecht erklärt.« Es ist psychologisch verständlich, daß die Verteidiger des orthodoxen Marxismus, die damals mit Vollmar und Bernstein genug zu tun hatten, das Buch des Prager Professors niteht gerade freudig begrüßten. In der»Neuen Zeit« besprach es Antonio Labriola äußerst unfreundlich und sehr von oben herab. Der Meinung Masaryks, die Sozialdemokratie ententwickle sich von Marx und der Revolution zu Kant und dem Parlament stellt er die Frage entgegen, welchen Kant er denn eigentlich meine: den schlichten Philister aus Königsberg oder den Verfasser umstürzlerischer Schriften, den Heinrich Heine als Helden der großen Revolution ansah? Hätte Labriola das Buch aufmerksamer gelesen— er gibt selber zu, daß er das nur in großer Eile getan hat— so würde er selber bemerkt haben, daß Masaryk nur den zweiten Kant gemeint haben kann. Labriola aber schreibt höhnisch; »Zuletzt erfahren wir— falls ich richtig verstanden habe—, daß in der Rückkehr zu Kant und in dem Herabeinken des revolutionären Geistes zum Parlamentarismus das Wesentliche der Krise des Marxismus liege oder der Beginn der Epoche Masaryks in der Weltgeschichte.« Masaryk antwortet in einer Zuschrift an die»Neue Zeit« sehr bescheiden, er finde den Aufsatz Labriolas»gar nicht herausfordernd«. Im übrigen bestreitet er, Revolutionarismus und Parlamentarismus einander ausschließend gegenübergestellt zu haben. Gerade er habe doch vor einer Ueberschätzung des Parlamentarismus gewarnt. Labriola selber aber sei ja längst kein orthodoxer Marxist mehr, und es sei nur ein ganz natürlicher Prozeß, daß große Denker von ihren Schülern weitergebildet, umgebildet und korrigiert würden. Daß Labriola im Punkte Revolution gegen Masaryk unrecht hatte, ergibt sich aus dem oben wiedergegebenen Zitat. Obwohl Feind der rohen Gewalt— zustimmend zitiert er das Wort Wilhelm Liebknechts, die Gewalt sei stets ein reaktionärer Faktor gewesen— bekennt sich Masaryk zur Revolution aus Notwehr. In diesem Bekenntnis erkennt man schon den Mann, der fünfzig Jahre später den Weltkrieg als eine Weltrevolution begrüßt, in ihr eine bewußt revolutionäre Rolle spielte und damit tatsächlich eine Epoche Masaryk in der Weltgeschichte einleitete. Uns interessiert in diesem Zusammenhange jedoch nicht die Tätigkeit, die er während des Weltkrieges als einer der gefährlichsten Gegner der Mittelmächte ausgeübt hat, denn nicht von dem politischen Kämpfer und aufbauenden Staatsmann, sondern nur vom politischen Denker und Staatsphilosophen soll hier die Rede sein. Masaryk und der Kamp? um Deutschland Wenn Masaryk in seinen»Grundlagen« dem Marxismus den Vorwurf macht, er habe die Bedeutung der Nation in der Geschichte verkannt, so war er doch alles andere als ein landläufiger Nationalist. Zu den Panslawisten find sonstigen slawischen Chauvinisten stand er stets im schärfsten Gegensatz. Er bekämpfte das alte Oesterreich als die Verkörperung eines dem seinen widersprechenden Staatsprinzips. Aber er haßte kein fremdes Volk, am wenigsten das deutsche. Eh- hatte in Leipzig studiert, war in Wien Professor gewesen und war, obwohl er auch das Eing- lische, Französische und Russische vollkommen beherrschte, mit der deutschen Kultur enger verbunden als mit irgendeiner anderen. Allerdings kann man von einem Mann, der mit dem Nationalismus seines eigenen Volkes in heftiger Fehde lag, nicht erwarten, daß ihm der Nationalismus einer fremden Nation sympathi- acher sei In dem Verdammungsurteil, das er in seiner»Weltrevohition« über das Alldeutschtum im Weltkrieg fällt, ist auch schon das Urteil über das Dritte Reich mit eingeschlossen: >Die Deutschen lehnten das Naturrecht ab und ersetzten es durch das historische Recht. Zwar wurde Kant als führender Philosoph anerkannt, seine Neigung zum Naturrecht und zu Rousseau aber als Humanitätsideal zurückgewiesen... Krieg und Kriegsführung werden eine göttliche Einrichtung. Der preußische Militarismus benützte die Theorie des englischen Naturforschers(Darwin) zur Stärkung seines militärischen Autokratismus, der als Hauptdogma seiner sogenannten»Realpolitik verkündete, daß jegliches Recht aus Macht und Kraft geboren werde und Macht und Kraft wurden mit Gewalt identifiziert. Das deutsche Volk wurde zum Herrenvolk erklärt.« Man darf wohl sagen: alles, was deutsch ist in diesem großen Europäer empört sich dagegen, daß»das Volk der Philosophen und Denker, das. Volk Kants Mussolini in Berlin Entsdieidungcn über Krieg und Frieden Dem Erscheinen Mussolinis in Deutschland kommt große Bedeutung zu. Nicht wegen der Propagandawirkungen, der An- stachelung der nationalistisch-kriegerischen Stimmungen in Deutschland und Italien einerseits, der Einschüchterung der friedliebenden Staaten anderseits. Es werden vielmehr in Berlin Entscheidungen zu treffen sein, die um Krieg und Frieden gehen. Die»Achse« Rom — Berlin ist ein Militärbündnis im eigentlichen Sinne des Wortes. Sein Offensivcharakter unterliegt keinem Zweifel. Ja, es kann sich nur in der immer fortschreitenden Offensive behaupten. Die»Dynamik« des Angriffs ist sein Wesen. Ohne Verfolgung immer neuer und ausgreifender Ziele gegen die Außenwelt müßte es zerfallen. Die Gegensätze, die in Mitteleuropa zwischen Italien und Deutschland bestehen— Rivalität um Oesterreich, um den Balkan, seiner Außenpolitik berauscht. Er mag daran denken, die Situation für weniger gefährliche Fortschritte ausnützen zu können— Danzig, Oesterreich, selbst die Tschechoslowakei können ihm als geringeres Risiko erscheinen. Aber er ist nicht mehr frei, er ist mit Mussolini verkettet, und Mussolini will und kann nicht leicht zurück. Das ist die Gefahr. Die bisherige Politik der Erpressung stößt an ihre Grenzen, und der weitere Verlauf wird in dem Gespräch der beiden Diktatoren bestimmt werden. Im jetzigen Frieden gibt es augenblicklich drei Kriegsschauplätze. In Spanien kämpfen Italien und Deutschland unter dem durchsichtigen Vorwand des Krieges gegen den Bolschewismus um die Schlüsselstellungen zum Westeingang des Mittelmeeres an der spanischen und afrikanischen Küste und um die Positionen, die und Goethes, das für sich die Aufgabe in.„„,_,. i,-,•, Ansprach nahm, der Lichtbringer zu Sein« Emflußnahme Deutschlands auf das ost- die Verbindung Frankreichs mit semen so1 eher Verirrung verfallen konnte Kla-' hche Mittelmeer— würden es sprengen, kolonialen Nahrungs- und Soldatenreser- gend und mahnend bricht er schließlich in;wenn nicht gemeinsame Kampfziele nach voirs bedrohen und die Seewege Englands die Worte aus:»Corraptio optimi pessimal«»Die Verderbnis des Besten ist die Schlimmste.« In seiner»Weltrevolution« setzt Masa- ryk seine Kritik am Marxismus fort, nicht nur durch gelegentliche Rückkehr zum Hauptthema seiner»Grundlagen« sondern mehr noch durch die ausführliche Darlegung seines eigenen Systems, des »Demokratismus«. Im Gegensatz zum Marxismus bezeichnet er sich als einen»Aktivisten, vielleicht auch Voluntaristen«. Er bekennt sich zu dem Ideal des europäischen Westens, zur Organisierung der ganzen Menschheit, zur extensiven und intensiven Humanität, aber auch für Deutschland hofft er, daß es »seiner geistigen Isolierung entgehen, den Bismarckismus sittlich überwinden und zu den alten Ideen und Idealen seines Goethe, Kant und vor allem seines Herder und Beethoven zurückkehren wird«. Die Demokratie, die nach der Meinung mancher unserer Vulgärmarxisten eine entwicklungsgeschichtlich überwundene Epoche darstellt, ist nach seiner Ueberzeoignng überall erst in den Anfängen begriffen.»Alle demokratischen Staaten sind bisher nur Versuche mit der Demokratie.« Ueberall ist noch ein ungeheures demokratisches Erziehungswerk zu leisten, weil überall noch die Nachwirkungen einer jahrhundertelangen Erziehung durch die absolutistischen Demokratien fühlbar sind.»Die Demokratie ist die Staatsform der neuzeitlichen Organisation der Gesellschaft, der modernen Weltanschauung des modernen Menschen.... Die Anerkennung und Ausübung der Gleichheit aller Staatsbürger, die Zuerken- nung der Freiheit an sie alle, das Humanitätsprinzip der Brüderlichkeit nach innen und außen— das ist nicht nur ein politisches, sondern auch ein sittliches Novum.« Masaryks Humanitismus heißt, auf die Staatsverfassung angewandt, Demokratie, auf die Außenpolitik angewandt Frieden, auf die Wirtschaft angewandt Sozialismus. Wir kämen also mit Masaryk zu einem undogmatischen, ethisch fundierten, freiheitlichen und pazifistischen, doch auf den notwendigen Selbstschutz der Freiheit keineswegs verzichtenden Sozialismus. Das wäre dann ungefähr der Sozialismus der englischen Arbeiterpartei, von dem ihr Führer Attlee in seinem neuen Buch»The Labour Party in Perspective« sagt, daß er»auf Religion und Idealismus gegründet ist«. Auf Religion und Idealismus— Religion nicht im Sinne eines bestimmten Kirchenglaubens — gründet sich auch Masaryks Humanitismus und Demokratismus. Wickham S t e e d widmet in seinem Buch:»The Meaning of Hitlerism« Masaryk ein ganzes Kapitel. Denn in ihm erblickt er den konsequentesten und stärksten Gegner des Dritten Reiches. Ein schärferer Gegensatz im Geistigen wie im Moralischen läßt sich in der Tat kaum denken. Hier ist wahrhaftig jede Möglichkeit einer Synthese oder eines Kompromisses ausgeschlossen. Marx und Masaryk aber stehen im großen Kampf der Gegenwart trotz aller Kritik, die der Schüler an dem Lehrer übt, auf derselben Seite der Barrikade. Liefert uns der Marxismus zum Verständnis unserer Zeit notwendige Erklärungen, so gibt uns Masaryks idealistische Humanitätsphilosophie verstärkte sittliche Antriebe. Es muß also noch nicht»weniger Marx« heißen, wenn außen ihm immer wieder Festigkeit verliehen. Fortschreitender Angriff ist das innere Gesetz, die immanente Notwendigkeit seiner Existenz. Mussolini wird alle Anstrengungen daransetzen, Deutschland noch stärker in das spanische Abenteuer zu verstricken. Für ihn handelt es sich darum, zunächst das Mittelländische Meer in das mare nostro, in einen italienischen See, zu verwandeln und so die englische und französische Macht in ihrem Kern zu erschüttern. Deutschland eröffnet sich die Aussicht, an die Neuverteilung der Welt im Verein mit Italien und Japan zu schreiten, den neuen Raum in Europa und den Kolonien zu erwerben, dessen Notwendigkeit für das »Volk ohne Raum« soeben auf dem Parteitag aufs neue proklamiert hat. Mussolini wird bei seinem Streben, Deutschland auf Gedeih und Verderben in die Bahn seiner Außenpolitik zu ziehen, die Unterstützung des mächtigen Göring und des Abenteuer liebenden Göbbels finden. Wie weit die deutsche Diktatur im Atlantischen Meer gefährden. Unterdessen ist das Mittelländische Meer selbst zum Schauplatz des unbeschränkten Unterseebootkrieges geworden. Handelsschiffe aller Nationen werden ohne vorhergehende Warnung von»unbekannten« Torpedobooten versenkt, und auch die Angriffe auf Kriegsschiffe der Neutralen durch Flieger und Unterseeschiffe häufen sich. Die Angriffe erfolgen nicht nur im Bereich der spanischen Küste, sie vollziehen sich in allen Teilen des Mittelmeeres, auch im Osten, weit entfernt von jeder Basis, die den spanischen Nationalisten zur Verfügung steht. Zudem unterliegt es keinem Zweifel, daß die Nationalisten bis vor kurzem nur zwei alte Unterseeboote besaßen, die für diese Art Angriffe kaum geeignet waren. Nicht nur müssen die Nationalisten jetzt über eine größere Zahl Boote verfügen, die ihnen während der Nichtinterventionsverpflichtung von ihren ausländischen Bundesgenossen geliefert worden sind, sondern es müssen diesen Außenhandels kommt so mit einem Schlag zum Erliegen. Dieser Handel betrug in der ersten Hälfte 1937 in der Einfuhr 606 Millionen Stan- darddollar, in der Ausfuhr 483 Millionen, an dem die Vereinigten Staaten und England wesentlich interessiert sind. Noch stärker sind Englands große Investitionen in China bedroht. Die»Times« schätzen diese Anlagen auf 250 Millionen£, 50 Millionen£ sind davon in Anleihen angelegt, aber 200 Millionen£ sind geschäftlich investiert, davon 180 Millionen£ in Schanghai, mehr als zur Hälfte in Werften, Docks und Lagerhäusern. Aber die Beeinträchtigung der Wirtschaf tsinteressen ist noch nicht das Entscheidende. Die Japaner haben— völkerrechtswidrig, aber nicht minder wirksam — die Blockade über die chinesische Küste verhängt, und wenn sie auch zunächst beteuert haben, die neutrale Schifffahrt solle nicht beeinträchtigt werden, so haben sie bereits englische Handelsdampfer angehalten, durchsucht und sie gezwungen, andere Routen einzuschlagen. Sie haben chinesisches Gebiet an der Grenze des englischen Hongkong und des französischen Indo-China von der Luft und von der See aus bombardiert. Sie haben Inseln okkupiert und befestigt, die auf der Strecke von Hongkong südwärts nach Singapur liegen. Nicht nur Handel und Investitionen, auch territorialer Besitz Englands ist bedroht, wichtige Stützpunkte des englischen Empire sind gefährdet. Und der japanische Krieg ist erst im Beginn, seine Auadehnung noch gänzlich ungewiß, Gleichzeitig ist die»englische Lebensader«, der Weg durch das Mittelmeer nach Singapur und Hongkong, von»Piraten« bedroht— Piraten, die aber nicht gewöhnliche Seeräuber sind, sondern sehr wesentliche Glieder einer europäischen Großmacht. Und so ist es evident, daß es sich nicht um lokalisierte Kriege, daß es sich nicht um isolierte, voneinander unabhängige Kriegsschauplätze handelt, sondern auch die Stützpunkte eingeräumt worden um eine zusammenhängende Aktion, die bisher Immer an Ausdehnung hat— trot* Gentlemansein, von denen aus sie ihre Angriffe vor- Mussolini folgen wird, steht dahin. Das bereiten und wohin sie dann ihre�Zuflucht 1 un(j Bedeutung gewonnen Kriegsrisiko ist ungeheuer, wenn es um nehmen können. Eis ist kein Zweifel, daß Nichtinterventionsausschuß, den Kampf gegen die Westmächte geht, diese Hilfe von Italien stammt. Es ist Agreement zwischen Eiden und Ciano und Die Ernte ist schlecht, die Goldvorräte die wirkliche Antwort auf den Brief des Chamberlainbriefen. unzureichend, die Rohstoffknappheit wür- englischen Premier an Mussolini, durch gend, das militärische Material trotz der den die Annäherung Englands an Italien riesigen Anstrengungen noch nicht auf der Höhe und die Heeresorganisation kaum schon fertig. Aber eben zeigt das Beispiel Japans, daß all diese Erwägungen für eine Militärdiktatur nicht allein ausschlaggebend sind. Würden die objektiven Faktoren allein entscheiden, so wären die Friedensaussichten gut. Aber in der Diktatur handelt es sich um die subjektive Wertung, um die Einschätzung der Erfolgsaussicht durch den Diktator. Und der ist Hitler, und er trifft zuletzt die Entscheidung! kitler ist von den Erfolgen eingeleitet werden sollte. Der dritte Kriegsschauplatz ist China. Aus dem»Konflikt« ist trotz der mangelnden Kriegserklärung ein großer Krieg geworden. Und dieser Krieg erstreckt sich nicht, wie man zunächst erwartete, auf die Nordprovinzen; er verbreitet sich über ganz China. Der Hauptkampf konzentriert sich jetzt auf Schanghai. Ueber Schanghai gehen aber nicht weniger als 60 Prozent der chinesischen Einfuhr und mehr als die Hälfte der chinesischen Ausfuhr. Mehr als die Hälfte des chinesischen Und diese Aktionen richten sich alle zusammen nicht gegen den Bolschewismus, nicht gegen Rußland, sondern gegen England und zielen gegen sein Herz. Es sind die ersten isolierten und lokalisierten Kriegsakte, die dem totalen Krieg vorangehen und ihn vorbereiten. Ueber die nächsten werden sich Mussolini und Hitler besprechen. Das schließliche Ergebnis wird nicht zuletzt davon abhängen, ob der Sinn dieser Gespräche endlich doch von jenen verstanden wird, die den Gegenstand dieser Erörterungen bilden. Dr. Richard Kern. man sich im Kampf gegen die Despotie! den großen Bombenattentaten in Paris ge des braunen Barbarentums zur Parole be- gen zwei Bürohäuser von Industriellenv erkennt:»Mehr Masaryk!« Friedrich Stampfer. Internationale 4nardile Der Zustand der internationalen Unsicherheit hat sich trotz Völkerbund und Nyoner Konferenz eher verschärft. Die Beschlüsse von Nyon enthalten eine Zukunftsdrohung gegen die Piraterie im Mittelmeer, aber sie stellen die Rechtssicherheit des Verkehrs im Mittelmeer noch nicht wieder her. Die Tagung des Völkerbundes leidet darunter, daß die Großmächte alle wesentlichen internationalen Fragen vom Völkerbund fernzuhalten trachten. Die Großmächte sind zu den diplomatischen Methoden zurückgekehrt, die vor dem Ausbrach des Weltkrieges im Schwünge waren. Die Westmächte glauben, mit diesen Methoden die faschistischen Diktaturen fesseln zu können, die sich dem Völkerbund entzogen haben— in diesem Spiel haben jedoch die Diktaturen Schritt für Schritt ihre Position verbessern können. Die faschistischen Diktaturen zeigen eine höchst verdächtige Aktivität. Es läßt schaffen.« sich nicht mehr auseinanderhalten, was offizielle Politik und was internationale Konspiration ist. Die Methoden, die in Spanien angewandt worden sind, haben aufs Mittelmeer übergegriffen, und der Verdacht ist naheliegend, daß es sich bei bänden um eine Provokation handelt. Jedem Deutschen stellt sich angesichts dieser Attentate das Beispiel des Reichstagsbrandes vor Augen. Bisher liegen keinerlei Angaben darüber vor, aus welcher Richtung diese Provokation gekommen sein könnte. Ehnes aber ist klar: solche Provokationen gehören zu jenen Dingen, auf die die Achse in. Frankreich hofft. Wer denkt nicht an die dummen Lügen der Göbbelspropaganda über die unmittelbar bevorstehende Revolution in Frankreich und an die Errichtung einer Sowjetrepublik in Südfrankreich? Rekord der GroRmiltter »Wie in einer Arbeitsanweisung der Reiohswaltung des NS-Lehrerbundea festgestellt wird, muß von einem Erzieher des Dritten Reiches verlangt werden, daß er seine Abstammung bis 1800 zurück urkundlich belegen kann. In vielen Millionen Stammblättem wird dieses Werk des NS-Lehrerbundes seinen Niederschlag finden, um auf diese Weise den größten Ahnennachweis der Welt zu Deutsche Zeitungsmeldung Glück der Niederlage Also sprach Hitler in Nürnberg: »Wie oft überdenkt nicht mancher von uns die Frage, was wohl aus Deutschland geworden wäre, wenn uns das Schickaal im Jahre 1914 einen leichten schnellen Sieg geschenkt haben würde. Was wir damals alle mit heißem Herzen erstrebten, wäre vermutlich, von einer höheren Warte aus gesehen, für unser Volk nur ein Unglück gewesen. Dieser Sieg hätte wahrscheinlich sehr traurige Folgen gehabt. Für uns kann die Richtigkeit eines weisen Spruches als erwiesen gelten: Manches Mal äußert sich die tiefste Liebe der Vorsehung zu ihren Geschöpfen auch durch eine Züchtigung!« Kurz und gut:»Welches Glück, daß Deutschland im Weltkrieg geschlagen wurde! Jetzt bin ICH da!« Silex merkt« wa« los Ist In der»DAZ« schreibt Chefredakteur Süex über die Hitlerreden; »Schon wer vor dem Lautsprecher dem Vortrag dieser Gedankengänge folgt, merkt was los Ist Wer dazu den Redner sieht begreift den Anspruch, der gestellt wird, noch unmittelbarer. Er begreift auch, daß dieser Anspruch nicht gering ist. Man merkt, es würde unerträglich sein, wenn einer nicht in der Lage wäre, in der gleichen Folge der Gedanken des 1 Vortragenden vorzuschreiten und so den Weg nachzuschreiten, den Hitler gegangen ist. Es Ist eine Werbung um den letzten, der will, eine Werbung um sein Erkennen.(Wernichtwill, wird ganz anders angepackt.) Aber wer will, der soll eben nicht nur den Weg des Glaubens, sondern auch den des Erkennens gehen.« Ein Nazi- Schwindel in Danzig Das Schicksal des sozialdemokratischen Abgeordneten Wiechmann. Die braune Infiltration Der große SA- Angriff auf Amerika Im Dritten Reich selbst sind sie illusionslos über die Folgen Freundschaften und nicht verneint Die Pressestelle des Senats der Freien Dem letzten» Auslandsdeutschen< -schen Parteige walt mit allen ibero- amerikanische Stadt Danzig hat am 8. September ein KomOrgan des als komplette Bestandteilen und Requisiten Freundschaftsbezeugungen muniqué verbreitet, in dem sie behauptet, daß dem offiziellen der am 25. Mai d. J. von der Danziger Politi- Hitlerbehörde mit allen Vollmachten aus- des Terrors, auf dem sie ba- werden kann.<< schen Polizei verhaftete und seitdem ver- gestatteten> Deutschen Auslands- siert, in die Souveränität des Sie sind also genau im Bilde über das, schollene sozialdemokratische Ab- instituts in Stuttgart entnehmen amerikanischen Lebens mit was sie tun! Sie wissen, daß sie den DeutWorten feststellt, schen im allgemeinen und den Untertan des geordnete des Danziger Volks- wir den folgenden Passus eines der in ihm dürren tages, Hans Wiechmann, sich in regelmäßig abgedruckten Auslandsrappor- braucht nicht erst vermerkt zu werden. Dritten Reiches im besonderen überall in Spanien aufhalte. Als Beweis für ihre Be- te, in diesem Falle des von Newyork da- Wichtig ist vor allem das Eingeständnis, der weiten Welt und gerade da, wo man hauptung führt die Senatspressestelle an, daß tierten über die Nazi- Tätigkeit in daß nicht nur derjenige Amerikadeutsche, bisher mit gewissen» Freundschaften<<, für der noch drüben nach den Fremdengeset- schweres Geld erkauft, renommierte ein früherer Parteifreund Wiechmanns in den Vereinigten Staaten: >> Bedeutend wirkungsvoller( nämlich als zen als Ausländer gilt, sondern auch der verhaẞt gemacht und seine wirtschaftliche Danzig einen Brief aus Spanien erhalten habe, der von Wiechmann geschrieben worden und die Aufrechterhaltung und nazistische Kon- mit amerikanischen Bürgerrechten in die Betätigungsmöglichkeit veringert und erder zur Kenntnis der Polizei gekommen sei. trolle der bisherigen Organisationsform der Nazi-» Disziplin« miteinbezogen und ent- schwert haben. Ihr Prinzip ist wie in allen Die Senatspressestelle erklärt, daß es somit Amerika- Deutschen in Turn-, Gesang- und sprechend bearbeitet wird. Berlin diri- anderen absurden und katastrophalen Reeinwandfrei feststehe«, daß sich Wiechmann sonstigen Vereinen nach dem Geschmack der giert, wie in Newyork abge- gungen des Regimes auch hier das>> JustaHeimat D. R.) ist die weltanschauliche Schu- stimmt werden soll! Wir wüßten ment!« und das» Nun erst recht!<<. Zu zur Zeit in Spanien aufhalte. Den Freunden Wiechmanns lung wie sie der Amerika- deutsche nicht, wie eine penetrantere Intervention welchem Guten oder vielmehr Schlechten das muß erst die mysteriöse>> Briefaffäre« schon seit einigen Volksbund und die Deutschameri- in fremde Souveränitätsbezirke drastischer und Schauerlichen Tagen bekannt. Sie ist auch bereits in der kanische Berufungsgemeinschaft und wirkungsvoller noch zu handhaben wä- nahe Zukunft erweisen! Ausgabe des Warschauer» Robotnik« am 5. in ihren Jugendschaften, vor allem in den re, wenn man von der unmittelbaren EntSeptember eingehend geschildert worden. Vor großen Ferienlagern der amerika- sendung gleich eines Kreuzergeschwaders Nazitagungen in USA. etwa 10 Tagen erhielt ein früherer Partei- deutschen Jugend, wie sie über- oder einer Beschießung à la Almeria absefreund Wiechmanns in Danzig es handelt all entstanden sind, betreiben. Dort hen will. darauf, ist diese Die>> New Yorker Volkszeitung« stellt fest, daß daß die Naziorganisation 37 Tageszeisich um den ehemaligen Abgeordneten Brill, wird die Jugend nach dem Vorbild der Die Frage entsteht ja nun freilich, was tungen und Wochenschriften im Ausland herBdM in Zeltstädten, das denn Amerika den die Nationalsozialisten Anfang dieses HJ und des und nicht nur die Verei- ausgibt, darunter die in Portland erscheinenBlockhäusern Jahres während einer dreimonatigen Haft Jungvolk in festen unterge- nigten Staaten, sondern der ganze Konti- den» Nachrichten« für den Staat Wazum Verzicht auf sein Mandat zwangen bracht, in seinen staatsbürgerlichen Pflichten nent, der dieser» friedlichen« Invasion un- shington, den Pittsburger» Sonntagsbomit der Danziger Post einen Brief zugestellt, und seiner volkstumsdeutschen Sendung er- terliegt unternehmen wird, da es sich ten«, und zwei Wochenblätter in USA. Die der angeblich aus Spanien kam. Unmittelbar zogen, bei Sport und Spiel in straffster Dis- ja nicht gerade.um Oesterreich oder Ungarn Volkszeitung schreibt dazu: der Brief war noch nicht geöffnet ziplin gestählt und wächst so langsam als handelt. Die eigentlichen, mehr als zyni-» Greifen wir heute nur einmal die» Nacherschienen Beamte der Politischen Polizei, junge Mannschaft des kämpfen- schen Drahtzieher des Treibens in der nä- richten« in Portland heraus, um Anschauungsum den Brief zu beschlagnahmen. Der Emp- den Amerika deutschtums heran. Sehr heren Umgebung des» Führers« sind da unterricht zu erhalten, wie Göbbels in USA. fänger des Briefes wurde zum Polizeipräsi- zum Aerger der unentwegten Deutschenhetzer ziemlich illusionslos, wenn sie auch selbst- arbeitet. dium sistiert, in seiner Gegenwart der vom Schlage eines Samuel Dickstein, die auch verständlich das mörderischste Geschrei Brief geöffnet wurde. Er war aus Spanien da- in dieser amerikadeutschen Jugendarbeit ge- wegen angeblicher Vergewaltigung erhe- ten« in Portland ihren erstaunten Lesern kund tiert und trug die Unterschrift: Hans Wiech- tarnte Nazipropaganda sehen. Indessen dies ben werden, wenn die Sache zur Spruch- und zu wissen, daß sie die> Washington Der Brief verblieb in den Händen der Schlagwort verfängt nicht mehr. Denn auf reife über diplomatische Versteckspiele Staatszeitung« und die> Washingkeinem Gebiet kommt die Welle zur Einig- hinaus endlich kommen wird. So lesen wir ton Post« aufgekauft und mit den» NachBei dieser Briefaffäre handelt es sich ohne keit ,, die das Amerikadeutschtum durchzieht, gleichzeitig mit der obigen Feststellung richten< zu einer im Großformat zwölfseitig Zweifel um nichts anderes, als um einen klarer zum Ausdruck, als auf dem politi- in der ob ihres ursprünglichen und gewis- erscheinenden Zeitung für den gesamten ameneuen Versuch der Danziger Politischen Poli- schen. Das Deutschtum Amerikas hat kein sermaßen» gereiften« Nazismus brüchtig- rikanischen Nordwesten vereinigt hätten. Zu zei, den gegen sie von der gesamten Presse eigenes politisches Programm, will keinen ten» Zeitschrift für Geopolitike gleicher Zeit richtete es einen englischen Teil des Auslandes erhobenen Vorwurf, Wiech- Staat im Staat bilden, aber er ist sich einig( letzte Ausgabe) in einem Artikel über ein, in dem von Berlin aus Artikel in mann in ein reichsdeutsches Konzentrations- in der Erkenntnis der bolschewistischen Ge-» Panamerikanismus<<: englischer Sprache den Nazieinbruch mann. Polizei. WO Vor einem Jahr etwa taten die» Nachrichin lager verschleppt, bezw. ermordet zu haben, fahr für die USA. und fest entschlossen, in>> Weiter ist darauf zu rechnen, daß, was in die amerikanische Bevölkerung bewerkstelzu entkräften. Wiechmann wurde bekannt- den kommenden Wahlkämpfen seine Stimme begrüßenswert ist, die amerikanischen Staa- ligen sollen. In den Editorials der> Nachrichlich am 25. Mai, nachts 231/2 Uhr in einer nur solchen Bewerbern zu geben, die in der ten sich über einen gemeinsamen Schritt eini- ten« werden die Staatsmänner Amerikas menschenleeren Gegend des Danziger Vororts Vergangenheit bewiesen haben, daß sie Mann gen, durch welchen der Kommunismus als einer Weise angepöbelt, daß man die Langmut Oliva auf offener Straße von Beamten der genug sind, um die jüdisch- bolschewistische staatsfeindlich erklärt wird. Wahrscheinlich dieser Herren geradezu bewundern muß, wenn Politischen Polizei verhaftet. Bei der Verhaf- Hetze gegen ihr altes Vaterland nicht mitzu- ist aber, daß dabei gleichzeitig auch der sie wissen, daß Herr Göbbels in Berlin sich tung war bereits ein reichsdeutsches Auto zu- machen. So ist in der Stadt Newyork eine Faschismus und Nationalsozialismus mit ein- als> Besitzer<< dieses Blattes geriert. In gegen. Nach den Angaben der Polizei soll er deutsche Abwehrfront gegen den geschlossen werden und daß eines Tages Deutschland, wo Herr Göbbels jeden für Jahre ins Polizeipräsidium eingeliefert worden und Bürgermeister La Guardia im die auslandsdeutschen national einsperren läßt, der nur einen harmlosen nach einer einstündigen Vernehmung entlas- Entstehen, der außer den Stimmen eini- sozialistischen Organisationen Flüsterwitz über Hitler oder ihn selbst reißt, sen worden sein. Wiechmann ist seitdem ver- ger deutscher Kommunisten und Renegaten aufgelöst werden. In diesem Sinne rühmt man sich offiziell, hundertprozentigen schollen. Die Polizei weigerte sich länger als kaum auf die Stimme eines ehrli- darf eine gewisse, gegen die Träger dieser Einfluß auf ein Blatt zu haben, das Rooseeine Woche, eine Vermißtenanzeige zu ver- chen und rechtschaffenen Bür- Organisationen gerichtete Feindseligkeit, velt immer wieder vorwirft, er sei in den Hänöffentlichen. Sie beschlagnahmte alle aus gers deutscher Abstammung die in der liberalen Presse zum Ausdruck den der Frankfurter«, die ihn gefangen halkommt, nicht übersehen werden. Daß der ten und ihn den Weg nach dem jüdisch- bolscheländischen Zeitungen, die über den Fall be- rechnen darf.< richtet hatten. Erst unter dem Druck der Daß jeder zweite Satz dieses Geständ- Ausländer im allgemeinen und die wistischen Moskau Stalins führen. Ein Ameöffentlichen Meinung des Auslandes gab sie nisses jeden ersten dem Sinne nach völlig Nationalsozialisten im besonde- rikaner dagegen, der es wagt, Hitler zu kritispäter die Verhaftung zu. aufhebt und daß das Ganze das Ueber- ren nicht sehr gern gesehen sind, sieren, wird im Streicherschen Sauherdenton greifen der nationalsozialisti- ist eine Tatsache, die durch gelegentliche abgefertigt.<< Nach etwa einem Monat unternahm die Danziger Polizei sodann den ersten Versuch, den gegen sie erhobenen Verdacht, Wiechmann verschleppt bezw. ermordet zu haben, von sich abzulenken. Auf polnischem Gebiete, in der Nähe von Gdynia, wurden eines Tages Ohne Zweifel ein Aus großer Zeit > Rohheiten und Ausschreitungen sind zu unterlassen, ebenso grobe Täuschungen des Publikums.< Bravo! Leider handelt es sich hier lediglich um neue verschärfte Vorschriften für das Auftreten von Ringkämpfern in Jahrmarktsbuden... * * * neuen bemüßigt, ihren Lesern klarzulegen, warum Rabe das Britenland zum Schauplatz seines Stückes gemacht hat: » Vor allen Dingen spielt das Lustspiel » Der Unentbehrliche< deshalb in England, weil ganz tolle und korrupte Dinge darin passieren, die der Verfasser damit natürlich nicht unsern Verwandten jenseits des Kanals in die Schuhe schieben, sondern nur in eine entfernte Lustspielwirklichkeit verpflanzen will...< zynisch- unverhüllter Hohn. Denn ist es etwas anderes als offener Hohn, wenn Pg. Mende, der Leiter des sogenannten Sozialamtes der Arbeitsfront, in einem auf der Burg Vogelsang gehaltenen Referat das folgende erzählt: » Wir müssen uns klar darüber sein, daß all das, was heute an Verbesserungen des deutschen Arbeitslebens geschaffen worden ist, sich überhaupt nicht in Lohneinheiten ausdrücken läßt. Denken wir hierbei an die Betriebsgemeinschaft oder an die Gesundheitsführung im Betrieb. Es muß sich jeder klar darüber sein, daß es für ihn mehr bedeutet, wenn durch diese Maßnahmen seine Arbeitskraft um Jahre verlängert wird, als wenn er ein paar Pfennige Lohn mehr erhält. Gerade die Gemeinschaftsleitung schafft in den Betrieben den gesunden Geist...< die Ausweispapiere Wiechmanns gefunden. Ein neuer Runderlaß des Himm-, und deutschen Boden auf die Bühne zu brinDie polnische Polizei unternahm Ermittlun- ler enthält den lapidaren und unzweideuti- gen, so fühlt sich die Frankfurter Zeitung gen, die ergebnislos verliefen. gen Befehlssatz: waren die Papiere von der Danziger Politischen Polizei an die Fundstelle geschafft worden, um dadurch die Version entstehen zu lassen, Wiechmann habe sich nach Polen begeben, um einer Strafverfolgung zu entgehen. Tatsächlich ist aber niemals Strafverfahren gegen Wiechmann angestrengt Nun, man sieht jedenfalls: im worden, und die Danziger Polizei hat ja selbst ausdrücklich erklärt, daß sie Wiechmann nach Deutschland herrscht Ordnung und Sauberder angeblichen Vernehmung entlassen hätte. keit. Niemand hat das Recht, sich BrutalitäWir begreifen vollauf. Hätte Herr Rabe Da sich die Unglaubwürdigkeit der Ver- ten oder Schwindeleien herauszunehmen sion von der angeblichen> Flucht nach Polen« mit Ausnahme der eigens hiefür bestimmten als Ort und Handlung nicht London, sondern Berlin angegeben, so wäre sein Stück zwar sofort herausstellte, hat die Danziger Politi- Polizei-, Partei- und Regierungsstellen. nie und nimmer auf die Bretter, er selbst aber sche Polizei nunmehr den Versuch unternommen, der Oeffentlichkeit einzureden, WiechNeudeutsche Dramaturgie. Ein wohl gar ins Konzentrationslager gelangt. mann habe sich nach Spanien begeben. Auch im Reich offiziell geschätzter Hersteller mit- Denn» ganz tolle und korrupte Dinge« haben... der schon allein der beste und vollgültigUnterhaltungslustspiele, telmäßiger diese Version trägt den Stempel der UnglaubHerr sich nun einmal prinzipiell nicht im braunen ste Ersatz für anständige Bezahlung wäre. den Deutschland, sondern nur in einer» entfern- Aber Hitler knausert nicht. Er hat würdigkeit auf der Stirn. Abgesehen von allen Martin Rabe, hat ein neues Opus auf Markt geworfen. Es heißt» Der Unentbehr- ten Lustspielwirklichkeit«<, also zum Beispiel wahrer Verjüngungskünstler den Arbeitern oben bereits angeführten Umständen, muß man noch berücksichtigen, daß Wiechmann liche« und soll in Hamburg und Berlin dem bei>> unseren Verwandten jenseits des Kanals« gleich noch ein paar Jahre Arbeitskraft hinzugeschenkt. Die gewaltige Verteuerung aller Publikum viel Kraft durch Freude bereitet zu ereignen. der Polnischen Staatsbahnen war, der lebensnotwendigen Waren, chronische * in gesicherten wirtschaftlichen Verhältnissen haben. Des Stückes Handlung begibt sich in Fettmangel, das ungenießbare mit schönen lebte und eine Frau und zwei unmündige Kin- England, Und da es eigentlich doch die Pflicht Verjüngung durch den Führer. eines arteigenen Autors wäre, autark zu sein Früher mal dicken Wasserstreifen verzierte Göring- Brot, der besitzt. Wenn wirklich eine ziemlich lang ist's schon her. und nur deutsche Menschen, deutsches Blut das feierabendliche Zwangsexerzieren Flucht in Frage gekommen wäre, so hätte er versprachen die Nazis dem deutschen Arbeidiese» Verbesserungen des Arbeitslebens< sich selbstverständlich nach Polen gewandt ter bessere Löhne und höheren Lebensstanund bei der Polnischen Staatsbahn seine Ver- rade gezwungen, eine Erklärung über sind natürlich geeignet, die Gesundheit, Rüdard. Was haben sie gehalten? Der Reallohn stigkeit und Zufriedenheit des werktätigen setzung von Danzig in einen Ort auf polni- Verbleib Wiechmanns zu geben, weil zu der des vollbeschäftigten Arbeiters ist heute oft schem Gebiet beantragt, um die Existenz sei- Septembersitzung des Völkerbundsrats Volksgenossen so sehr zu heben, daß sich das der nicht höher als der Unterstützungssatz des >> in Lohneinheiten gar nicht ausdrücken läßt.<< ner Familie sicherzustellen. Hohe Kommissar des Völkerbundes in Danzig, Arbeitslosen unter der Regierung Hermann Es besteht kein Zweifel darüber, daß es Professor Burckhardt, dem Rat einen Bericht Müller. Zum Lohnraub kommt die politische So leben die deutschen Arbeiter herrlich sich bei dem angeblichen Brief Wiechmanns über die Lage in Danzig übermittelt hat, in Entrechtung, die Degradierung des Werktäti- in Kraft durch Freude. Je enger man ihnen aus Spanien um eine glatte Fälschung han- dem auch der Fall Wiechmann behandelt gen zum Sklaven. Und zu alledem kommt den Leibriemen schnallt, desto jünger und gedelt. Die Nationalsozialisten fühlten sich ge- worden ist. schließlich als Gratisdraufgabe noch offener sünder werden sie, und wenn sie nicht schon Beamter für ihn den * ein -all gestorben sind, dann haben sie auch das nur dem Führer zu verdanken. * ㄓ Sprüche und Widersprüche Schachts politische Karriere in Selbstdarstellungen und ist, muß werden von VolksverVölkerversöhnung oder Krieg. Aus Dr. Hjalmar Schachts>> Die Stabilisierung der Mark«, erschienen 1927: > Was ist der geistige Inhalt der Zusamund druck gefunden hat? Es ist die Ersetzung der alten Methoden von Diplomatie Krieg durch eine neue Methode, welche versucht, die Schwierigkeiten des menschlichen Zusammenlebens zu lösen.< Der geehrte Staatsfeind. Der Staatsanwalt fordert den Kopf des Angeklagten, der Richter verkündet den Tötungsbeschluß, der Führer unterzeichnet, der HenDie Meldungen häufen sich, daß Schacht> Nur wenn Arbeitswille und Tüchtigkeit| unsittlich... Solche Anträge sind lediglich die Hemmungslosigkeit nicht nur von seinem Amt als Wirtschafts- des einzelnen angestachelt und wachgehalten auf ker nicht minder routiniert greift zum Beil... minister zurücktreten, sondern daß er so- werden, ist mit den größtmöglichen Erfolgen sammlungen und Parlamenten moderner DeUnd der Verurteilte, der Todeskandidat? gar aufhören will, Reichsbankpräsident zu der Wirtschaft, ja mit einem Erfolge über- mokratien berechnet.<< Wer er auch sein mag ein relativ harmlo- sein. Es ist nicht unwahrscheinlich, daß haupt zu rechnen. Was man demgegenüber fälschlich mit dem ser Raubmörder oder ein gemeingefährlicher der Mann, der in seiner wandlungsreichen gemeinhin bis heute Freiheitskämpfer er hat den vereinigten Laufbahn schon oft die feinste Witterung Worte Sozialismus bezeichnet hat, und was Richtern und Henkern für ihre Bemühungen für Wandlungen der politischen Konjunk- in Wirklichkeit ein unverantwortlicher aufrichtig dankbar zu sein, denn diese haben tur bewiesen hat, die Verantwortung für am Erfolg direkt nicht interessierter politi- menarbeit, die in dem Dawesplan ihren Ausja nur den einen, rührenden Wunsch, an ihm die mehr und mehr nur auf Kriegsvorbe- scher Wirtschaftsbürokratismus von der Bildfläche verschwinden, einen Freundschaftsdienst, ja reinweg eine reitung gerichtete Wirtschaftspolitik Gö- wieder Ehrung zu vollstrecken. rings nicht länger mit diesem teilen wenn ein Wirtschaftserfolg erzielt >> Strafverfolgungsbehörde und Täter sind möchte, nicht weil er sie vor seinem sehr soll, der erst eine Verteilung überhaupt zukeine Gegenspieler mehr, sondern robusten Gewissen nicht verantworten läßt.< Mitwirkende des Strafverfahrens mit könnte, sondern weil er vor der Welt Aus Schachts Organ» Der deutsche grundsätzlich gleicher Ziel- seinen Ruf als Finanzfachmann nicht ver- Volkswirt« vom 30. Juli 1937: richtung. Der Täter ist ein Glied der Volksgemeinschaft, das im Auf- lieren will. Aber das harte Gewissen diesichnehmen der Strafe sich selbst entsühnt ses Mannes hat schon so häufig den Der Staat hat es aber auch nicht nötig, auf> Diesen Bestrebungen kann nur auf zwei und damit seine Zugehörigkeit zum Ganzen schwersten Proben standgehalten, und privatwirtschaftliche Rentabilitätsbedürfnisse Staates gegen seine eigene Tat. Die Strafe es wäre keine Ueberraschung, zu hören, Rücksicht zu nehmen; denn die Kosten dieser Wege einer starken Wehrhaftigkeit und eines erscheint daher als die Ehrung des daß er auch diesmal sein Verantwortungs- Anlage trägt das ganze Volk.<< Verbrechers, durch die der Täter als bewußtsein seinem Machtbedürfnis opfert. Staatskonjunktur. sich selbst entsühnendes Glied der Gemein- Der Mann, der ausgezogen war, der Welt Aus Hjalmar Schachts» Grundsätze Lebensrechte der Nation verteidigt... Dies das Gruseln vor staatlichen Eingriffen in deutscher Wirtschaftspolitik<< Mit einem Wort: Volksgemeinschaft von das Machtmonopol des Großkapitals zu>> Als ich Anfangs Dezember 1930 im ver- ger uns das Ausland durch Eröffnung und der Wiege bis zum Schafott! Diese ekelhafte lehren, mußte erleben, daß die Staats- trauten Kreise einer großen Handelskammer Erweiterung weiterer Märkte für unseren Mischung aus Staatsmystik und Sadismus bürokratie gerade unter der Regierung aussprach, wenn wir nicht alle zu Rebellen Warenexport die Möglichkeit der Rückzahkann natürlich einzig im Hirn eines neusich immer mehr zum Alleinherrscher über gegen dieses System würden, so werde das lung der ausländischen Kredite gibt. Da das deutschen» Rechtsschöpfers<< zum Ausbruch die Wirtschaft einsetzt, die ihn zu Deutsch- System die Wirtschaft vernichten, stieß ich Ausland hierzu keine Anstalten macht, so ist gelangt sein. Und das ist sie denn auch. lands Wirtschaftsdiktator erhoben hat. nur auf zweifelnde Verzagtheit. Schließlich es höchste Zeit, daß wir unsererseits die Reparationen und Auslandskredite. lebte man sogar zu einem Teil von den Auf- Einfuhr systematisch auf das notwendigste Der Umstand, daß Mindestmaß herabsetzen.<< Aus Dr. Hjalmar Schachts>> Die Stabi- trägen dieses Systems. die Staatsbürokratie ihre Hände immer belisierung der Mark«, erschienen 1927: >> Deutschland braucht ausländische Kre- gieriger nach der Wirtschaft ausstreckte, daß wieder herstellt. Er ficht an der Seite des schaft geehrt wird.<< Henkel heißt der Mann. Und seine Auffassungen werden im Deutschen Strafrecht<< ( 1937, Heft 7-8) respektvoll zitiert, aber schließlich doch abgelehnt. Weil sie nämlich zuhuman seien... Der merkt: K. K. reiche Daweszahlungen » Der Staat kann, was er will, anordnen... dite zur Wiederherstellung seiner Produk- die Politiker ein immer größeres Vergnügen tivität und zur Erzielung derjenigen Export- daran empfanden, auf Kosten des Reiches Das>> bestinformierte Volk« leistungen, aus denen möglichst umfang- Unternehmer zu spielen, führte sogar dazu, Arbeitsmann«, eine Leyschrift, vererfolgen würden. daß die Möglichkeit, Aufträge zu erlangen, Würde man Deutschland die Möglichkeit für einzelne immer größer wurde. Die Kreise >> Das deutsche Volk ist heute das poli- unterbinden, solche ausländische Kredite her- der deutschen Wirtschaft können nicht von tisch best informierte Volk der einzunehmen, so würde man Deutschland da- sich sagen, daß sie an dem Unheil, das eine Erde, es wird täglich durch Presse, Funk mit vollends unfähig machen, irgendwelche marxistisch beeinflußte Staatsbürokratie über sie gebracht hat, unschuldig wären.<< wichtigen Vorgänge des In- und Auslandes Daweszahlungen zu leisten.<< genau unterrichtet. Aus Hjalmar Schachts» Grundsätze Autoritäres Regime oder Parlamentarismus. sönliche Erfahrungen und Erlebnisse, deutscher Wirtschaftspolitik«<, erschienen die der einzelne gehabt hat und die oft stärker wirken als alles Wissen aus zweiter Hand.<< und Film in hervorragendem Maße über alle Dazu kommen perUnd da diese persönliche Erlebnisse zumeist widerlegen, was Presse, Funk und Film verbreitet haben, ist die» genaue Information< nicht ganz so verheerend, wie sie sein könnte. Die Fleischknappheit verschärft sich 1932: Aus Dr. Hjalmar Schachts>> Die Stabilisierung der Mark«, erschienen 1927: » Die Bezahlung der Kriegskredite aus gepumptem Gelde war ein politischer Unfug. Wenn man das Geld zur Bezahlung der Kredite sein ganzes Finanzierungssystem nicht hatte, so hätte man beispielsweise die Tribute schuldig bleiben müssen, nicht aber hätte man bei Privatleuten Geld aufnehmen dürfen, um die alliierten Regierungen zu bezahlen.<<< » Der Staatssekretär Helfferich baute auf den unsicheren Flugsand einer persönlichen Ueberzeugung von dem raschen Siege Deutschlands. Dieser Mißgriff beruht auf der Blindheit gegenüber moralischen Faktoren. In einem demokratischen Lande sind dem Fachexperten solche Verirrungen meiAus Hjalmar Schachts» Grundsätze deutscher Wirtschaftspolitik«, erschienen 1932: Wegen begegnet werden: einmal auf dem entschlossenen Wehrwillens, der in entscheidenden Augenblicken den Bestand und die wird um so mehr notwendig werden, je weniWeshalb Schacht Demokrat wurde. Aus Dr. Hjalmar Schachts>> Die Stabilisierung der Mark«, erschienen 1927: >> Als ich am Sonnabend, den 9. November 1918, mittags, auf die Straße trat und die entfesselten>> Roten< auf Lastautos mit wildgeschwungenen Gewehren und fuchtelnden Armen, Männer und Frauen durcheinander schreiend, durch die Straßen karriolen sah, stand bei mir die Ueberzeugung fest, daß sofort eine innerpolitische Aktion zur HerbeiZustände führung geordneter einzusetzen habe. Schon am Sonntag, den 10. November, trat eine Reihe gleichgesinnter Männer zu einer ersten Aussprache zusammen, und wir beschlossen noch am selben Tage die Gründung demokratischen Partei... Es darf vorweggenommen werden, daß es im wesentlichen der energischen Arbeit der Deutschen Demokratischen Partei zu verdanken ist, daß die nichtsozialistischen Kreise insbesondere auch die weiter rechtsstehenden Pareiner Rede Schachts, gehalten am Frühstücks- stenteils erspart, da er beständig die Wir- teien, deren Führer im Im Monat Juli hat die für die Fleischver- tisch im Jahre 1924 in Anwesenheit von sorgung des deutschen Volkes zur Verfügung Owen Young, zitiert nach Dr. Hjalmar stehende Menge abermals eine Verminderung Schacht,» Die Stabilisierung der Mark<<: > Wenn ich unter diesen berufenen Mänerfahren. Während im Juni insgesamt 2,470.000 einen dz für die Versorgung bereit gestellt werden nern als den besten Typ herauskonnten, waren es im Juli nur noch 2,390.000 greife, so bin ich Ihrer aller Zustimmung dz Fleisch. Auf den Kopf der Bevölkerung ent- sicher, daß Sie das nicht auffassen werden fallen demnach 3,52 kg, das sind rund 4% als eine Herabsetzung der übrigen, sondern weniger als im Juli 1935. Diese niedrige als eine Ehrung auch für alle anderen MitFleischmenge pro Kopf liegt auch noch unter arbeiter. Und dieser Typ, den ich herausdem Verbrauch von 1934 und 1913. Besonders greife, ist der Mann voll edlen Geistes, der Ich erhebe mein stark ist der Rückgang an Schweinefleisch, zu meiner Linken sitzt. Im Juli 1936 wurden auf den deutschen Groß- Glas und trinke in diesem guten deutschen märkten 476.000 Schweine zum Verkauf ge- Wein auf das Wohl des neuen Geistes, dem stellt, im Juni 1937 695.000 Stück, im Juli da- wir alle folgen wollen, denn er wird uns zu gegen nur 395.000 Stück. Die Ergebnisse der Frieden und Freundschaft führen, auf den kung seiner Handlungen auf die Gefühle des Volkes zu studieren genötigt ist. Aber auch ersten Augenblick des Zusammenbruches völlig verschwunden waren, den Mut zur Selbstbehauptung wieder fanden, und daß bei den Wahlen Nationalversammlung die sozialdemokratizur im Inlande, insbesondere vom Jahre 1917 ab, hat es an Stimmen nicht gefehlt, die gegen schen und weiter links stehenden Kreise in die Kriegsfinanzpolitik der Reichsregierung die Minderheit gedrängt wurden.<< aufgetreten sind. Nicht nur aus sozialdemokratischen Kreisen ertönte die Kritik, Und weshalb er es nicht geblieben ist. sondern auch der Demokrat Dernburg hat im Aus Hjalmar Schachts> Grundsätze November 1917 auf den badischen Fort- deutscher Wirtschaftspolitik<<, erschienen schrittler- Parteitag die Gelegenheit zu einer 1932: äußerst scharfen Kritik an den Ergebnissen>> Ein unversöhnlicher Gegensatz in der was wir in der Reichsfinanzpolitik ergriffen, und auch Wirtschaft dagegen ist das, er verlangte schon damals mehr Oeffentlich- Deutschland in der Nachkriegszeit fertiggekeit, mehr Mitarbeit und Mitkontrolle des bracht haben, daß nämlich ein großer Teil der Wirtschaft nicht mehr bewegt und Parlaments.< erAus Hjalmar Schachts» Grundsätze halten wird durch das verantwortungsbe letzten Viehzählung machen ein weiteres Ab- Geist, der verkörpert ist in Owen Young deutscher Wirtschaftspolitik«, erschienen wußte tüchtige Streben des einzelnen WirtAus Schachts Selbstbiographie, enthalten in Hjalmar Schachts» Grundsätze deutscher Wirtschaftspolitik<<: sinken des Schweineauftriebes in den nächsten Monaten sehr wahrscheinlich. Industriebeschäftigung >> 1929 von der Reichsregierung als Delegationsführer für die Pariser Young- Verim Rückgang handlungen berufen, Gegensatz zur ReichsDie in Heft 16 von» Wirtschaft und Sta- regierung beim Haager Schlußprotokoll, legt tistik<< wiedergegebene Industrie- Berichter- bei dessen Annahme durch die Reichsregiestattung enthält die Feststellung, daß im Juli rung sein Amt als Reichsbankpräsident niedie Zahl der geleisteten Ueberstunden aber- der, Herbst 1930 Reise nach den Vereinigten mals abgenommen hat. Wie im Juni, so ist Staaten, zu deren Aufklärung über die Triauch im folgende Monat das Arbeitsvolumen butfragen, nach Rückkehr Fortsetzung des besonders bei den Verbrauchsgüterindustrien Kampfes gegen die Tributpolitik gesunken. Die geleisteten Arbeitsstunden la- marxistische Regierungssystem in Deutschgen mit 102,2 bedeutend niedriger als im Vor- land.<< monat, in dem sie 106,2 betrugen( 1936= 100). Einen überdurchschnittlichen Rückgang des Arbeitsvolumens weist die Textilindustrie von 105,6 auf 101,1 aus, und die Bekleidungsindustrie von 104,1 auf 95,8. und das Kapitalismus und Sozialismus. Aus Dr. Hjalmar Schachts>> Die Stabilisierung der Mark«, erschienen 1927: dem >> Das kapitalistische System ist unerläßlich, weil es in der Natur der fortschreitenMit dem Rückgang des Arbeitsvolumens den Produktion begründet liegt, indessen, wir bei den Verbrauchsgüterindustrien wird das müssen es erträglich machen und von bisher schon bestehende Mißverhältnis in der bloßen materiellen Zweck loslösen durch das Entwicklung der Produktionsmittel- und der Gefühl moralischer Verantwortlichkeit. DieVerbrauchsgüterindustrien noch größer. sen Weg hat der Dawesplan beschritten. Seine Führer sind den Problemen näher gekommen, weil sie an die Stelle des politi2x2= 5 1932: schaftenden, sondern daß die Wirtschaft ver>> Aus dieser einfachen Feststellung ergibt dorrt unter einer kollektivistischen politisich bereits die Sinnlosigkeit jener demago- schen Bürokratie... und damit in der gleigischen Anträge über die gesetzliche Be- chen Verelendung enden muß, die wir heute schränkung der Einkommenshöhe... Solche am russischen Volke sehen.<< Forderungen sind vielmehr auch Wer weiß etwas? Gemeckerte Entrüstung Der Fridericus« schreibt: durchaus >> Es ist durchaus zu verstehen, daß in katholischen Kreisen Trauer herrscht, Trauer darüber, daß das geistliche Kleid von G. A. F. Jahren GeKleine Erpresser hängt man, die großen regieren In Leipzig wurde laut» Frankfurter Zeitung« ein Mann zu anderthalb fängnis verurteilt, weil er arme alte Frauen zum Abonnement einer Zeitschrift gezwungen Männern geschändet wurde, die jetzt in hatte durch die Drohung, sie würden sonst Zuchthäusern und Gefängnissen sitzen. Aber im Rathaus in eine schwarze Liste eingetrawas soll denn das, wenn über so etwas gesprochen wird und einer mit wichtiger Mie- gen und als Staatsfeinde angesehen werden. ne sagt:» Ja, in den Klöstern, das Das Urteil sagt, daß sich der Angeklagte zu ist natürlich eine Schweinerei, Unrecht als Parteimitglied bezeichnet habe aber bei der Hitler- Jugend und und daß sein Vorgehen geeignet gewesen sei, beim Bund Deutscher Mädel soll auch allerhand vorkommen!« Was das Ansehen der NSDAP zu schädigen. soll dieses> Soll«? Wer etwas weiß, der soll es sagen!< Auffälig ist, daß weder der Name des Angeklagten noch jener der Zeitschrift geWas soll das? Wir nehmen jede Wette an: nannt wird, zu deren Gunsten die Erpressung >> Die Rüstung beansprucht nur einen schen Machtwillens und des bloßen materiel- der Fridericus selbst weiß etwas«. verübt wurde. Abgesehen davon ist der Fall geringen Prozentsatz der deutschen len Gütererwerbes die Notwendigkeit in den Denn was in der Hitlerjugendvorgeht, bleibt klar. Der Mann wurde verurteilt, weil er auf Arbeit, der für die deutsche Wirtschaft Vordergrund gestellt haben, die Wohlfahrt in Deutschland nicht einmal den Schwach- eigene Rechnung im kleinen tat, nicht entscheidend ins Gewicht der Menschheit zu fördern.<< fällt.< Aus Hjalmar Schachts ( Göring auf der Jahrestagung der DAF deutscher Wirtschaftspolitik«<, in Nürnberg.) 1932: was die sinnigen verborgen. Warum» sagt es der NSDAP im großen betreibt. Er hat im Jagd» Grundsätze Fridericus nicht? Weil es ihm mit seiner Auf- revier der Partei gewildert und hat ihr Ererschienen forderung garnicht ernst ist. Er meckert pressermonopol durchgebrochen. Dafür ist er unterm Deckmantel der Entrüstung. bestraft worden. Nr. 223 BEILAGE 19. September 1937 Wer will den Krieg? Eine unpolitisdie Betraditung Nach den Gesetzen fast aller Länder, in denen die Todesstrafe besteht, ist der Vertreter der Anklage verpflichtet, der Hinrichtung beizuwohnen. Er hat die Todesstrafe gefordert; er soll mitansehen, wie man sie ausführt. Man will dadurch erreichen, daß der Staatsanwalt wisse, was er tut, daß er es wenigstens das zweite Mal wisse. Das Wort»Hinrichtung« soll für ihn Wirklichkeit werden, von lebendigen Menschen ausgeführt, von lebendigen Menschen erlitten. Vielleicht das Ergreifendste in Bernhard Shaws »Heiliger Johanna« ist die Erschütterung des jungen, fanatischen Priesters, der unerbittlich den Feuertod gefordert hat und dann das Mädchen auf dem Scheiterhaufen sterben sieht.»Man muß es sehen, man muß es sehen«, sagt er immer wieder in fassungslosem Entsetzen. Hier zeigt sich uns die Kluft zwischen dem nur verstandesmäßig Formulierten, dessen lebendiger Sinn in Worte eingekapselt ist, und der Wirklichkeit, die ohne Worte zu all unsern Sinnen spricht. Wenn es diese Kluft nicht gäbe, wenn etwa all die Schreckensnachrichten, die an einem einzigen Tage die Zeitimg bringt, Uns durch bloße Worte als vorstellbare Wirklichkeit übermittelt würden, wäre uns das Leben unerträglich. Wir verlören den Mut, fröhlich zu sein, wenn die Worte ihren entsetzlichen Inhalt freigäben, uns zur Anteilnahme zwingend mit der Mutter, der ihre fünf Kinder verbrannt sind, mit den Arbeitslosen, die der Hunger zum Selbstmord treibt, mit dem Verurteilten in der Todeszelle, mit all dem vielgestaltigen Jammer von Mensch und Tier. Eis ist nicht nur begreiflich und entschuldbar, es ist lebensnotwendig, daß wir Worte gebrauchen und weitergeben, ohne mehr als eine vage und verblichene Vorstellung ihres Inhalts zu haben. Auch der normalste Mensch verfiele dem Wahnsinn, wenn er teilnehmend miterlebte, was ein einziger Tag an Entsetz! i ch em bringt. Er läßt die Ereignisse in ihrer Wortkapsel. Wo sie ihr entwischen, weil irgend eine Analogie mit Selbsterlebtem eine Spalte schafft, verdrängt er sie, muß er sie verdrängen. Dieses Schließen der seelischen Augen vor einer Wirklichkeit, neben der wir nicht leben könnten, ist erhaltungsgemäß; es ist an sich so wenig ethisch oder imethisch, wie die Reflexbewegung, durch die(De Lider unsern Augapfel schützen. Wenn der Mensch aber handelnd fremde Schicksale mitbestimmt, kann das, was ihm zum Selbstschutz dient, den andern zum Unheil werden. Wenn ich von den Folgen meiner Handlungen für andere keine lebendige Vorstellung habe, so daß sie mir unwirklich bleiben und nicht an mein Mitgefühl appellieren, kann ich meinen Mitmenschen genau so gefährlich werden, wie ein Kind, das mit einem Revolver spielt. Ein großer Teü aller schicksalschweren menschlichen Entscheidungen wird aber ohne Wirklichkeitssinn getroffen, auf Grund von Worten und Zählen, die sich in keine lebendige Vorstellung übersetzen. Für welchen leitenden Staatsmann und»Realpolitiker« besäße z. B. die Wortreihe»eine Schlacht mit fünftausend Toten« irgend eine plastische Vorstellbar- keit, die seinem Gefühl oder seinen Nerven auch nur halb so nahe käme, wie ein Straßenunfall, dessen Augenzeuge er ist, von Leiden und Tod der eigenen Angehörigen ganz zu schweigen? Den bekannten Ausruf Wilhelm H. angesichts der Schrecken des wirklichen Krieges:»Das habe ich nicht gewollt«, kann man ihm glauben. Was der Krieg an Qual und Entsetzen gebracht hat, hat sicher keiner gewollt— es liegt soweit über jeder menschlichen Fassungskraft, wie die Wassermenge des Meeres über der Aufnahmefähigkeit unserer künstlichen Behälter. Wer* will den Krieg? Viele wollen ihn. Kein einziger will ihn. Als daä, als was er erlebt wird, als unermeßliche Summe von Qual und Jammer will ihn kein Mensch, weil er in keinem menschlichen Gehirn, in keiner Vorstellungskraft Raum hat. So wenig der Blindgeborene sagen kann: ich will diese Farbe, die ihm kein Sinn vermittelt, so wenig kann ein Mensch sagen: ich will den Krieg. Aber als Wort, dessen Gehalt sie nicht kennen, wollen ihn viele. Die Waffenfabrikanten und Schieber, um Geld zu machen, die Diktatoren, um ihre Macht zu festigen, die Diplomaten, weil ihre Verhandlungen keinen anderen Ausweg lassen, junge Heißköpfe, um Abenteuer zu erleben. Was aber an blutiger Wirklichkeit dahintersteckt, das kann keiner wollen, kaum der Teufel, wenn es einen gibt. Auch die Schwerindustriellen, denen er Millionen trägt, würden sich für das Geschäft bedanken, wenn ihnen mit dem Geld das Todesröcheln,«De verzerrten Züge und zerfetzten Glieder, der Gestank von Blut, Eiter und Fäulnis hörbar, sichtbar, riechbar würden. Aber nicht nur die UnzulängDchkeit unserer Vorstellungsgabe macht aus der Wirklichkeit»Krieg« eine ganz handliche Angelegenheit. Er spielt sich so fem von denen ab, die das Ja oder Nein zu sprechen haben! Sie brauchen nur auf den Knopf zu drücken, um den ganzen Mechanismus in Gang zu setzen, so daß die Wirklichkeit des Geschehens nicht nur vom seelischen Filter zurückgehalten wird, sondern rein räumüch außer Blickweite bleibt. Und dabei reserviert sich die Zentralstelle, die ankurbelt, alle Verantwortung. Das ist ihre allerwichtigste Aufgabe. Ohne dieses Monopol der Verantwortimg käme der Mechanismus schnell ins Stocken. Denn bei der Leitung des Kriegswillens vom Zentrum zur Peripherie wird die Wand der Unwirklichkeit immer dünner, bis sie schließlich ganz wegfällt; Schale um Schale, wie bei der Zwiebel, kommt das tränentreibende Innerste heraus. Vom Diplomatentisch zur Generalstabskarte, vom Kommando des Armeekorps zu dem der Brigade, von der Etappe zum Graben schält das Wort»Krieg« eine Hülle nach der andern ab, bis es in seiner blutigen Wirklichkeit dasteht. Nicht mehr als Nationalehre, Grenzlinien, Absatzmärke oder Rohstoffquelle, nicht mehr als Ziffern von Menschenmaterial, Geschützen, Tanks, als Ausfallslinie, Einkreisungs- plan usw., sondern als lebendige Menschen, die man ernähren, vor der Witterung schützen, kampfwillig machen muß, bis herab zum Einzelnen, der tötet und sich töten läßt Und diese lebendigen Menschen, denen die Wirklichkeit»Krieg« in alle Sinne dringt, erhalten den Mechanismus in Tätigkeit. Wo ihn der ungeheure Widersinn des Ganzen anbrüllt, das er in Gang halten muß, sagt sich der Einzelne: ich bin nicht verantwortlich. Keiner der Erlebenden ist verantwortlich. Man hat den Mechanismus sorgfältig so gefügt, daß die Verantwortung nie auf dem ruht, der das Einhaken des nächsten Zahns ermöglicht. Sie ist immer weiter oben. Die einen haben die Wirklichkeit des Krieges, ohne die Verantwortung, die andern die Verantwortung ohne die Wirklichkeit. Das ist ein Streich, den uns gewissermaßen die Weltgeschichte spielt, um aus den Menschen mehr Böses herauszuholen als in ihnen drin ist. Wer den Auftakt gibt, weiß nicht, was er tut; der es weiß, führt nur Befehle aus oder gehorcht einer durch fremde Befehle geschaffenen Zwangslage. Sein sittlicher Einspruch ist ausgeschaltet. Die Verantwortlichen sind oben, wo der Krieg in Worten, Ziffern, Linien existiert, nicht als zerfetztes Fleisch und angstgehetzte Kreatur. Aber die Verantwortlichkeit selbst ist ein leeres Wort. Vor wem verantworten sich denn die Herren? Wo wäre das Gericht, das ihnen Decharge gibt oder verweigert? Jedem Ausführenden hat man die Verantwortung genommen, die wie Sand im Mechanismus gewirkt hätte, hat sie wegeskamotiert und durch Phrasen ersetzt. Auf dem Weg nach oben ist sie verdunstet. Die Geschichte läßt ihre Zahlungen oft lange anstehen. Darum sind die »Herren der Völker« so überbereit, Verantwortung zu übernehmen, in der frohen Zuversicht, daß der Zahltag noch recht fem liege.»Ich übernehme jede Verantwortung«— sagen alle Diktatoren. Wahr daran ist nur, daß sie sie den andern nehmen. ••• Verwirklicht sich nicht aber gerade auf diese Art der große Plan der Weltgeschichte, vor dem der Einzelne und sein bißchen Dasein nichts ist und nichts sein darf? Könnte ein Mensch, mit der ganzen Last der Wirklichkeit beschwert, gelähmt durch Teilnahme und Erbarmen, jene Entscheidungen treffen, die über Jahrhunderte hinausgreifen? Muß er nicht»leichten Hauptes und leichter Hände« mit Menschenschicksalen spielen dürfen? Auf diesen Einwand, der die Menschen scheidet in Künstler und Ton, wobei der Künstler um so größer wäre, je fühlloser ihm der Ton scheint, ist mit einer Vorfrage zu antworten. Sind jene»Männer des Schicksals« selbst nur ein Teil eines außermenschlichen Mechanismus, oder weisen sie der Weltgeschichte schöpferisch den Weg? Sind sie Glied einer Kette, deren Ausgangs- und Endpunkt sich mensch- Es regnet Der Redner:»Wir brauchen ein stählernes Geschlecht, das allen Stürmen trotzt.« Der Redner zwei Stunden später. • dann er Wo lichem Begreifen entziehen, oder selbst und Terrorist eine Naturerscheinung,| Augenblick auf Schlauheit und Verstand| realistischen Kriegsfilme. Ausgangspunkt, der den Endpunkt be- die man bei allen gesellschaftlich lebenden verzichtet, fällt dann in Verzückungen Wirklichkeit wird, auf dem fernen Kriegsgreift? Lebewesen beobachten kann. Alt, wie die über die von der» ratio« erlöste Masse. schauplatz, da ist ihm das dem menschMit dem auf der ersten Annahme be- Geschichte, ist dieser Massentaumel ein Gewiß muß die lichen Tun Wesentliche genommen: man in der Politik das gründeten Einwand können wir nämlich beliebter Beweis dafür, daß die Völker in Irrationale in Rechnung setzen, aber als Verantwortung. Er tobt über die Menschen nicht rechten; er steht außerhalb des entscheidenden Augenblicken von irratio- einen Ballast, dessen man um so weniger hin wie ein Naturereignis. Und die, die den Bodens irdischer Kausalität. Mit außer- nalen Kräften geführt werden: von ihren bedarf, je mehr Ladung das Schiff führt. Krieg zum Naturereignis mit Eigenmenschlichen Zielen und Zwecken kann Kriegsgefallenen, von der Stimme ihres Es ist ein negativer Posten. Der Staats- bewegung werden ließen der einmal man nicht einmal in der Philosophie etwas Blutes, vom Genius der Nation, von Rom mann, der seine Unberechenbarkeit kennt, entfesselte Krieg ist ja nichts anderes anfangen, geschweige denn in der Politik. oder Wotan oder was man sonst noch be- trachtet danach, daß es möglichst wenig vergessen ganz, wieviel Berechnung, IrreIm praktischen Verhalten und die Po- mühen will. Leider lösen aber so wenig in die Politik einbreche, er betrachtet es führung, Blendung nötig war, durch wielitik ist praktisches Eingreifen in das ge- weltgeschichtliche Dinge, wie ein Box- als Gefahr und sucht es auf andere Ge- viel Kunst man diese Natur, durch wieviel sellschaftliche Kräftespiel- setzen wir kampf, ein Wettschwimmen, ein Auto- biete abzulenken. Daher das Wort aus der Schlauheit man diesen irrationalen Wahn, uns für Ziele ein, die unserm Denken und rennen, ein Absprung mit dem Fallschirm französischen Revolution, daß man nicht durch wieviel Geld man dieses Blut vorunserer Einbildungskraft als wünschens- einen ganz gleichartigen Massentaumel gleichzeitig die Kirchen und die Kneipen bereitet hat. Uebrig bleibt die Glorie und wert erscheinen, nicht für ein unfaßliches aus. Dieser ist ein an sich unpolitischer schließen dürfe. Für die heutigen Neu- das Grab des Unbekannten Soldaten, an Etwas, dessen Sinn und Inhalt ein Gott, Zustand, wie körperliche Müdigkeit, Hun- aufbauer ihrer Nationen ist das Irrationale dessen Votivflamme sich neue Kriege entoder der Geist der Weltgeschichte, oder ger, Alkoholwirkung. Geschickte Macher das Mistbeet, in dem die Herren ihre Kür- zünden lassen, mit vielen unbekannten der Genius der Nation setzt und begreift. verwerten ihn politisch, wie man auf in- bisse ziehen. Auf einer andern Ebene als der der differenter Nährgelatine die giftigsten menschlichen Werte könnten Krieg und Kulturen züchtet. Die Aber wir Frieden gleichgeordnet sein. Aber kennen diese Ebene nicht, können also auf diesem Boden nicht diskutieren. >> irrationalen Kräfte« führen nicht, sondern werden geführt. Daher die starke Nachfrage in Zeiten der Diktatur. Merkwürdig ist, daß Wenn nun aber die, die den Block ins man sie gerade dann anruft und sich auf Rollen bringen, unbekümmert um das, was sie beruft, wenn es gilt, die Massen zu er zermalmt, ein höheres menschliches Ziel etwas zu bringen, was ihrem vernünftigen voraussehen und erstreben? Wenn sie die Willen widerstrebt, während es sehr konSeher sind, vor deren Fernblick sich die kreten und rationellen Zwecken einer MinZukunft enthüllt, die Führer, die den Weg derheit dient. Diese Minderheit, die keinen aufwärts wissen und sollen, die aus einer künftigen Wirklichkeit Recht und Kraft schöpfen, die heutige Wirklichkeit Feuer und Eisen zu martern, auf daß sie Brücke werde zum anderen Ufer? mit Proklamation Mit dem, der von diesem Standpunkt Ich tu hiermit aufs feierlichste kund aus den Krieg rechtfertigt den Krieg, und stelle fest: die Erde ist nicht rund. den die Masse erlebt und erleidet, ohne Den Schwindel haben die Sozialisten, ihn zu begreifen und zu wollen haben die Pazifisten und andere Isten das Reich. doch nicht für wir einen festen Boden der Diskussion, zur Glaubenslehre gesetzt und erhoben. nämlich den mit Prosa asphaltierten Grund Für sie gibt es weder unten noch oben, der Tagespolitik. Kein ernst zu nehmender für sie sind die Menschen aus diesem Grund wird nüchterner Mensch gleich. unseren zeitgenössischen Führern, den Mussolini und Das gilt für den Abschaum Hitler den Seherblick zutrauen. Sie sind uns wirklich zu nahe, das tönende Erz und Ich sag: die Welt ist eine Pyramide. die klingende Schelle ihrer Reden sind Ganz unten hockt na werchen denn? allzu oft in unseren Alltag gedrungen. Wir können ihnen unmöglich intuitives Erkennen oder tieferes Wissen zuschreiben. Sie haben wahrhaftig keine Schwingen, die sie außerhalb der Tragweite unserer Kritik haben könnten. der Jüde. Ganz oben sitze ich, und die Nation schmiegt sich von unten her an meinen Thron. Zwischen oben und unten liegt nur Areal, das uns einst gehörte und das man uns stahl. Ab morgen wird dies in den Schulen gelehrt. Wer nicht daran glauben will, ist es nicht wert, ein Deutscher zu heißen. Grund Aus selbigem Aber sie begeistern doch die Masse und reißen sie mit sich? Ist es nicht gerade ihre messianische Sendung, die irrationalen Kräfte eines Volkes frei zu setzen und mach ich weiter dem Volke zu wissen und ihnen ein Ziel zu weisen, so daß der Einzelne seine Gegenwart freudig hingibt für die Zukunft des Ganzen? kund: Es erfolgt eine Abstimmung. Jeder bekennt, ob er sich freiwillig vom Irrglauben trennt. Die Frage auf euerem Abstimmungsschein heißt:» Willst du ein Deutscher sein nein?«< morgen ja oder Ja, die irrationalen Kräfte! Die sind jetzt nicht nur sehr in der Mode, sie sind auch stark in Gebrauch. Man sehe sich eine Masse an, wie sie zu allem, auch dem Ich befehle der Wissenschaft: Sie hat ab Unvernünftigsten, fähig ist. Aber da wirkt nicht etwa eine vom» Führer« oder gar für eine Fundierung des Weltbilds zu sorgen, als Pyramide erbaut und errichtet von einer Idee ausgehende Kraft. Das rein das physische Ueberspringen der Begeisterung das Kugel- Geschrei an der Wurzel vernichtet. in den zur Masse gestauten Menschen, das Zeitungen, Zeitschriften, Bücher, Broschüren, es ermöglicht, Tausende leichter zu lenken die auch nur von fern das Wort» Kugel«< beals Einzelne sie unter Umgehung des rühren, Gehirns zu lenken, genau, wie bei Panik sind künftig verboten, und wer sie ab jetzt Gedicht aus Deutschland Ich möchte frei sein wie der sausende Wind, frei sein, wie die stürmende Wolke, wie die Vögel, die unter dem Himmel sind über meinem leidenden Volke. Ich möchte frei sein wie die Sonne, die kreist, um die Schatten mit Licht zu besiegen und mich baden wieder in Wahrheit und Geist nach all den vergiftenden Lügen. Und möchte wieder mit Worten sein, ohne Sorge vor feilen Gesellen, um wie die Sterne, liebend und rein, das Tal der Zeit zu erhellen. August 1937. Der neue Mensch Ort: eine Ausstellungshalle. Die Führung ist im Gange. Der Führe Gräbern.. Solange die große Masse nicht hinter all diese Tricks kommt, bei denen sie sich Wer will also den Krieg? Als das, was gegen sich selbst ausspielen läßt, wird es es wirklich ist, erfaßt ihn keiner, kann ihn immer Kriege geben. Von keinem gewollt, keiner wollen. Da aber eine führende Min- verhüllt hinter einer Wolke der Unbewußtderheit vor allem das Rüstungskapital heit und des Schicksalsmäßigen, werden zwar nicht dem Kriegsergebnis, sie lawinenartig niedergehen, während wohl aber an seinen Begleiterscheinungen kluge Leute, die an kein Schicksal glauben, interessiert ist, sorgt sie dafür, daß die auf ihrem grauenvollen Spuren Gold einWirklichkeit ja nicht aus der Wortkapsel sammeln. daher das Verbot der entspringe an verbreitet, besitzt oder sonst damit hetzt, wird als Hochverräter bestraft und gerichtet. Auch dulde ich nicht, daß wer malt oder dichtet versteckt darauf anspielt, die Erde sei rund und müsse sich drehen. Man halte den Mund, anstatt auf kulturbolschewistisch zu schmieren und die Weltgeltung Deutschlands damit zu riskieren. Ich weiß schon leben, die werden sich schwerlich des Irrwahns begeben. die Menschen die heute noch Doch die Ungeborenen, die Helden von morgen, die werden's den greisen Idioten besorgen. Die nächste, die herrliche Generation, die weiß es nicht anders, die glaubt es uns schon so fest, als sei niemals ein Kepler gewesen. An dieser Jugend wird die Welt genesen die Welt in pyramidaler Gestalt, die Welt unter arischer Obergewalt. Heil sei, oh kommendes Junggeschlecht dir, heil als dem Zerschmettrer der Erdkugel MIR! H- n Deutsches Zeitgefühl > Meist häuft der Mensch viel zu viel Dinge um sich auf, deren Besitzwerk letzthin fraglich ist, die nur unnötige Belastungen sind. Eine Kleinwohnung und e in e Volksgasmaske genügen vollauf. Morgen schon können sich unsere Verhältnisse gänzlich verändert haben, und wenn wir dann nicht beweglich sind, müssen wir hoffnungslos einpacken.< » Der Westen«, Berlin. Nr. 236. Oda Olberg( Buenos Aires). Die Lockspeise >> In letzter Zeit tritt in Köln ein Betrüger auf, der sich als Organisator verschiedener Formationen der NSDAP. ausgibt. Er tritt an Wirte heran und stellt diesen den Besuch größerer Reisegesellschaften in Aussicht. Er verspricht den Wirten, größere Mengen Butter oder dergleichen zu besorgen, läßt sich das Geld zur Besorgung geben und verschwindet damit.<< > Westdeutscher Beobachter<. Kanonen wichtiger als Großmutter >> Bei Politischen Leitern wird von der Vorlage der großelterlichen Heiratsurkunde dann abgesehen, wenn die Urkunden aus dem Ausland beschafft werden müssen, da zum Zwecke der Devisenersparnis die Anforderung von Auslandsurkunden auf das geringste Maß zu beschränken ist.< ( Briefkasten der> Preußischen Zeitung<< Nr. 252.) Die totale Pause » Einzelne Vorfälle der letzten Zeit geben der DAF- Gauwaltung Köln- Aachen Veranlasdie Bezeichnung sung, festzustellen, daß Die Werkpause« nur für solche Veranstaltungen angewandt werden darf, die in gemeinschaftlicher Arbeit zwischen der Deutschen Arbeitsfront und dem Reichssender Köln von 12-13 Uhr in den Betrieben durchgeführt und vom Sender übertragen werden. Für andere Veranstaltungen, gleich welcher Art, ist die Bezeichnung > Werkpause« nicht zulässig.<< ( Kölnische Zeitungsmeldung vom 10. 9. 37.) die das Gesundheitsamt meine, daß das sich meist um Leute, ohnehin lebendig| liberalistischen Barbaren ein wirkliches KunstFett für Menschen genießbar sei. nicht wieder heraus gekommen wären. produkt, eine totale Erfindung gemacht, Der herrliche lockende rotbraune Käse hier von der Papierwindel bis zum gepreßten Erdwird gewonnen aus gegorener Moorerde mit holzsarge... Kohlrübensuden. Wurde an Sterilisierungs- Ich sehe ihre Augen hier zu diesem gitte>> Diese Halle hier, meine Herrschaften, reifen erprobt, von denen ja ohnehin nach der rigen Gegenstand wandern. Wie bitte? Nein, aus Holzwollfaser zur synthetischer Maulkorb, gilt dem autarken Menschen. Von der Wiege Operation etliche teils hinsiechen, teils bis zum Grabe hat ihn der totale Staat unab- Gänze eingehen. gedreht. Denn der autarke Mensch der erhängig gemacht von den ehemaligen reinen Hier unser neues Fett aus Holz. Von den sten Stufe ist ein geborener Meckerer; er Naturprodukten. Sehen Sie diese Haus- Insassen der Gefängnisse starben an den er- fragt zu viel wieso und warum; er kann noch daß Kanonen wichtiger sind modelle: die ehemaligen Blei- und Zinnrohre sten Ergebnissen noch nicht einmal zehn nicht einsehen, sind heute aus Glas, Türklinken und Fenster- Prozent. Das Vaterland wird das Andenken als die rohe ehemalige autochthone Kuhbutwirbel aus Gußeisen, Vorhänge aus Papier- aller in der Ernährungsschlacht Gefallenen ter. Aber bald wird der sichtbare automatische Gedankenleser und-Anzeiger fertiggetüll. Eines Tages können auch die Klosetts selbstverständlich in Ehren halten. wegfallen, es mußte ja im Kriege für Millioverschiedenen stellt sein, dann dürfte sich auch der Maulnen auch ohne gehen. Eichelwürste gekostet? Rot, braun, grün, korb erübrigen, weil dann der neue Mensch im Keime tilgen muß. Die Kleidung des autarken Menschen ist beige, in allen Farben vorhanden, je nach den schon die Gedanken ihnen bereits geläufig: die Schuhe aus einem verschiedenen Rinds-, Schweins- und Pferde- Der Gefühls- und Stimmungsregistrator wird aus Herbstlaub gewonnenen Kunstleder, die därmen plus Eichelpräparaten, aus denen sie folgen und den Meckersüchtigen schon Unterwäsche aus Vistra, die Kleider aus hergestellt werden. Verluste im Anfang fünf- vollzogener Tat der Gestapo anzeigen. Denn Wollstra. Papierkragen kannte auch die Sy- zehn Prozent, Zumeist nur alte Leute, die sich die Wissenschaft, meine Damen und Herren, hat dem totalen Staate zu dienen, und mit stemzeit schon, nur ist heute der liberalisti- der neuen Zeit sowieso nur mit Mühe sche, zuchtlose Schnitt vorne tief, wie bei passen können. Die nationale Ernährungs- dem Fett aus Holz stehen wir erst am Anfang Leuten, die gerne freiweg drauflosreden schlacht kostet Opfer, deren wir immer in des neuen Menschen...< einem männlichen Schnitt gewichen, der auch Ehren gedenken werden, und fern liegt uns das ewige Kopfdrehen nach hinten erschwert. jener jüdische Zynismus, der sich in der Führereigenschaft: der Haben Sie schon unsere Besondere Sorgfalt widmet totale Systemzeit in entarteten Witzen Staat allen Fragen der Ernährung. Von den wie: anauswirkte > Stirbt die Großmutter daran, so sind Kohlrüben- Marmeladen, Lehmaufstrichen und die Pilze gut...< B. Br. vor ungenügend Wie das neudeutsche Schulzeugnis aussehen wird. Torten aus milchisiertem Heidekrautmehl er- Der autarke Mensch ist der neue, gefahren Sie näheres in der nächsten Halle. reinigte, durch die deutsche Wissenschaft Die Oktoberzensuren in den deutschen Hier sehen Sie zunächst einmal das neue denaturierte Mensch. Was bisher so hieß, war Schulen werden zum ersten Mal» auf Grund >> Daily Telegraph<< berichtet aus Ber- Kraftbrot aus doppelt verschroteter und ver- grobes Naturprodukt. Erst Fett aus Holz der veränderten Wertung« erteilt lin, es sei den deutschen Chemikern gelungen, ein künstliches Fett aus Holz edelter Baumrinde. Es wurde an Häftlingen macht den Neandertaler zum Menschen. Un- werden. Wir wiesen schon einmal auf die herzustellen. Anfangs zum Einschmie- im Konzentrationslager ausprobiert. Dreißig termenschliches Gesindel wirft uns bekannt- neue Dreiteilung hin:» Charakterliche ren von Maschinen bestimmt, habe man Prozent starben bei der ersten Probe, schon lich Rückfall in die Barbarei vor. Bitte über- Entwicklung, körperliche Entnach weiteren Versuchen das Fett an bei der zweiten verringerten sich die Todes- zeugen Sie sich in diesen Kunsthallen, meine wicklung, geistige Entwicklung.<< Gefangenen in Gefängnissen ausprobiert. Die Ergebnisse seien positiv und fälle um zehn Prozent, und zwar handelte es Damen und Herren: Erst wir haben aus dem( Man beachte die Reihenfolge.) In der Ab Haie im Mittelmeer Gefahr gefährliche Waffe der Deutschland und Italien viel besonders gebauten von Strahlen vernichten U- Boote auf lischen Haushaltplan waren nichts als de Reklametrompete der Schlachtschiff- Fabrikanten. Unterseebootjäger Wir haben aus dem Vorhergehenden den von und Die Hauptstärke des neuen Torpedos Den Wachkommandos unhörbar, schoben| Einbau sehr vieler wasserdichten Kammern, am 22. September 1914 einige Elektromotoren die jede Torpedoexplosion sehr weitgehend drückt sich in einem geringen Gesamtgewicht Eindruck, daß es keiner der größeren Kriegsdas Unterseeboot U 9 an drei englische lokalisieren. Bei manchen Schiffstypen läuft bei verhältnismäßig hoher Sprengstoffladung schifftypen ist, der den Kampf mit dem Unwirklich ebenbürtig mit der Schlachtschiffe heran. Ein David mit gefähr- überdies um das Schiff unter der Wasserlinie aus. Während bei dem alten Torpedo das Ge- terseeboot licher Schleuder stand gegen drei schwer ge- noch ein eigner Torpedowulst, der den Tor- samtgewicht das Sechsfache der Sprengstoff- Chance eins zu eins aufnehmen könnte. Auf panzerte Goliaths. Wir wissen alle, wie die- pedo außerhalb der eigentlichen Schiffswand ladung ausmacht, beträgt dies beim neuen die Frage, ob es diesen Schiffstyp heute schon ser Kampf ausging. Die Torpedos des grauen zur Explosion bringt. Ein größeres modernes Torpedo nur das Zweieinhalbfache. Der Pul- gibt, können wir mit einem unbedingten Ja Es ist das motorisierte Schnellwenn es verrückstoß- Torpedo hat nur ein Kaliber von antworten. Zwerges schickten die drei auf den Meeres- Kriegsschiff kann also heute grund. Einige Zeit herrschte Panik bei den Glück hat sehr wohl auch mehrere Tor- dreihundertfünfzig Millimetern. Er dürfte die Kampfboot. Italien besitzt heute die beste Bau Flotte dieses Boot- Typs, dessen Erbauern der stolzen Schlachtschiffe. Dann pedovolltreffer überstehen. Großbritannien sträflich vernachlässigt wurde. lernte man es, mit Hilfe Die Kanone auf der Reise eines gigantischen Großkampfschiffe bringen eben für die engAbwehrsystems, auch dieser neuen Normale Torpedos besitzen heute eine Zwergunterseeboote werden. von zweihundertlischen Produzenten bequemer Gewinne. entgegenzutreten. Aus gesunkenen deutschen Sprengladung im Gewicht Im März 1936 schilderte Großadmiral Die italienischen MAS- Motoscafi Anti U- Booten holte man die Schlüsselbücher zu fünfzig Kilogramm. Als Füllstoff wird jetzt Unterseebootjäger haben den geheimen Radiogesprächen. Mit ihrer das hochbrisante Trinitrotoluol verwendet. Es Keyes, wie während der englischen Schiffs- Sommergibili Hilfe und einer riesigen Kontrollorganisation gibt aber bereits Torpedos, deren Kaliber auf konzentration im Mittelmeer die spionierenden zwei Maschinengewehre, zwei Torpedorohre verfolgte man den Weg jedes einzelnen deut- dreiundsechzig Zentimeter gesteigert wurde italienischen Unterseeboote wie Korkstücke an und sind gegen Unterseeboote noch mit WasZur serbomben ausgerüstet. Wenn es heute Engschen U- Bootes. Bei einer günstigen Gelegen- und die deshalb eine Sprengladung von drei- die Meeresoberfläche geworfen wurden. Handelsheit konnte es dann gestellt und versenkt wer- hundertsiebzehn Kilogramm Gewicht mit- selben Zeit erklärte der Abgeordnete Dechair land möglich wäre, jedem seiner in der Debatte über den Haushalt der Kriegs- schiffe zwei solche, nur sechzehn Meter lange den. Handelsdampfer wurden armiert und führen können. dann wäre seine dem Unterseeboot als U- Bootfalle in den Weg Einer der modernsten Typen ist der ame- marine, daß Großbritannien nunmehr über Schnellboote mitzugeben, Abwehr Schiffahrt besser gesichert als mit allen seigeschickt. Ging das U- Boot auf den Leim, so rikanische Davis- Geschoß- Torpedo. Er ist eine ein leistungsfähiges Werkzeug zur Solche konnte es aus nächster Nähe im aufgetauch- komplette Kanone, die man unter dem Meere von Unterseebooten verfüge. Es beruhe auf nen Zerstörern und Schlachtschiffen. reflektierender Strahlen. Der Torpedo dem Prinzip sind So- Schnellboote für Unterseeboote prakten Zustand mit einem Granathagel über- auf die Reise schicken kann. schüttet werden. trägt in seinem Kopf ein dünnwandiges Ge- bald sich ein Unterseeboot einem englischen tisch unangreifbar, während das Schnellboot schützrohr von zwanzig Zentimetern Kaliber, Kriegsschiff Torpedierungsentfernung| dagegen um so kräftiger zugreifen kann. Ein Torpedos gegen Unterseeboote Heute könnte man überdies die Handels- das beim Auftreffen des Torpedos auf die nähere, gerate es in die Gefahr augenblick- aufgetauchtes U- Boot ist ihm in keiner Weise ein- licher Vernichtung. gewachsen. Diese Schnellboote brausen mit dampfer mit dem Spezialtorpedo des engli- Schiffswand eine Brisanzgranate von ausrüsten. schen Kapitäns Burton Dieser hundertdreißig Kilogramm Gewicht abfeuert. Die Erfolge vor Malta gaben jedoch keinen unerhörter Geschwindigkeit heran. Im richtiTorpedo wurde vor einigen Jahren eigens für Man behauptet, daß solche Torpedos auf mehr- Grund, den Mund derart voll zu nehmen. Die gen Abstand stoßen sie die Torpedos aus den englischen Kriegsschiffe arbeiten nur nach Lancierrohren, Dann drehen sie sich am Ort die Verwendung auf Handelsschiffen konstru- fache Schiffswände glatt durchschlagen. wie Pferde auf den Hinterfüßen iert. Er ist viel kleiner als der normale vom Preßluftantrieb veraltet dem Prinzip des Echolotes. Statt vom MeeresUnterseeboot verwendete Torpedo, aber er Ein Torpedo, der bei der Explosion zur grund werden die Signale bei der neuen Ap- rasen mit gleicher Geschwindigkeit wieder aus kann dafür ohne Lancierrohre abgeschossen vollen Wirksamkeit kommen soll, muß mög- paratur von den Stahlwänden eines sich nä- dem Schußbereich. Unter dem Meer gefischt werden. Der Burton- Torpedo ist mit Raketen- lichst senkrecht zur Fahrtrichtung des tor- hernden Unterseebootes zurückgeworfen. Dakann man seinen Standort mühelos Man kann gegen das Kampf- Schnellboot antrieb ausgerüstet. Da zugleich mehrere sol- pedierten Schiffes auf die Schiffswand tref- durch einwenden, daß es vom getauchten Unterseecher Torpedos gegen das angreifende U- Boot fen. Ein oft erfolgreiches Abwehrmanöver ist feststellen. abgelassen werden können, Von diesem Augenblick an wird das ange- boot zwar nichts zu fürchten hat, jedoch zuwäre diese es deshalb, das Schiff mit dem Bug dem herWaffe sehr wahrscheinlich in der Lage, eine anzischenden Torpedo entgegenzurichten. In griffene Schiff selbst zum Angreifer und ver- gleich ihm auch kein besonders gefährlicher auf Handels- diesem Falle wird oft sogar die Explosion sucht das Unterseeboot zu überfahren. Ist Gegner mehr ist. Aber es gibt auch eine spewirkungsvolle Verteidigung schiffen zu ermöglichen. vermieden, in jedem Falle aber ihre Wirksam- es aber fast über ihm, dann werden sogenann- zifische Waffe gegen getauchte U- Boote, das wie sie die Der einfache Raketenantrieb den keit stark herabgesetzt. Dieses Manöver ist te Tiefenbomben ausgeworfen, die in der zu- sind die kleinen Lenkluftschiffe und die langsie zu Zwergtorpedos gestattet es, einem möglich, weil die Torpedos bis heute Preẞ- vor eingestellten Tiefe automatisch explodie- amerikanische Marine besitzt besitzen. Während der Fahrt ren. Bruchteil der Kosten eines normalen Torpe- iuftantrieb Daß diese Methode angewendet wurde, samflegenden Tragschrauber und Hubschraudos zu erzeugen. Trotz ihres kleinen Kalibers stößt der Torpedo die verbrauchte Preßluft zeigte damals eine Beschwerde der italieni- ber, von welchem Flugzeugtyp das Autogyro sind aber ohne Zweifel Treffer solcher Tor- in einem Blasenschwall von sich und zeichnet schen Regierung an die englische. In dieser des Spaniers de la Cierva das bekannteste ist. wurde die Wasser- Beschwerde gegen die Gefährdung Aus größerer Höhe kann auch ein sehr pedos dem Unterseeboote weit gefährlicher, damit seine Bahn deutlich auf italienischer Unterseeboote durch die Explo- tief getauchtes Unterseeboot noch bequem als es Treffer normaler Torpedos für ein oberfläche. Schlachtschiff sind. Moderne Torpedos, wie zum Beispiel die sion englischer Tiefenbomben protestiert. durch Sicht festgestellt werden. Jedes Flugverwenden großkalibrigen amerikanischen, Der Stiel wird umgedreht gerät, das nun genügend langsam dem geIm Weltkrieg hat man lange Zeit ver- deshalb statt des Preßluftantriebs den Elek- Das vortreffliche System der Anpeilung taucht fahrenden Unterseeboot folgen kann, sucht, Torpedos dadurch abzuhalten, daß man tromotorenantrieb. Allerdings ist dieser Weg feindlicher Unterseeboote hat natürlich auch um mit ihm genau gleichen Schritt halten zu unter dem Wasserspiegel Stahlnetze Durch eine ge- können, kann es exakt und völlig gefahrlos an nur bei den großen Kalibern gangbar, denn sofort seine Schattenseiten. Stangen um das Schiff hängte. Ganz abgese- wenn auch der Preßluftantrieb außer seinem eignete Apparatur kann das feindliche Unter- mit Tiefenbomben erledigen. Diese Möglichhen davon, daß diese Methode die Geschwin- Hauptfehler, der Blasenbahn auf der Meeres- seeboot die Suchwellen Panzerkreuzers keit ist besonders in der jetzigen Situation im digkeit des so geschützten Schiffes gewaltig oberfläche, daneben noch zu kompliziert, zu selbst auffangen und zu seiner eigenen Orien- Mittelmeer gegeben, weil ja ein Parallel einherabsetzt und seine Manövrierfähigkeit be- schwer und zu teuer ist, so steht ihm doch in tierung verwenden. Die deutschen Atlaswerke gesetzter Kampfflugzeugangriff hindert, hatte diese Methode noch einen weit diesen drei schlechten Eigenschaften auch der in Bremen bauen solche Einrichtungen für Aufspürballons und Aufspür- Sonderflugzeuge gefährlicheren Nachteil. Durch Granaten oder Elektromotorenantrieb nicht nach. den Empfang hochfrequenter Schallwellen im den wahren Feind dann offenbar werden ließe. Torpedos abgerissene Teile dieser Stahlnetze noch die Zusammendrei letzten Wasser, nach eigenen Patenten. Das blinde Dann ist aber immer gerieten leicht in den eigenen Steuermecha- Schwierigkeiten soll der französische Pulver- Unterseeboot wird mit dieser Einrichtung arbeit mit der eigenen Luftwaffe und den nismus oder gar in die Antriebsschraube. In rückstoß- Unterwassertorpedo bringen. Die auch ohne Periskop sehend und kann seine Flugabwehr- Spezialschiffen möglich. Wenn also Großbritannien den Feind unter diesem Falle war dann das Schiff hilflos den unangenehme Eigenschaft der Schwall- Linie Torpedolancierrohre einstellen. Die italieninur dem Mittelmeer ernstlich dann er allerdings auch. schen Unterseeboote vor Malta hatten finden will, weiteren Torpedos des Unterseebootes ausge- auf seinem Weg besitzt setzt. Aber er will durch erhöhte Geschwindigkeit höflicherweise keine Torpedos abgegeben. hätte es nach dieser Methode die Möglichkeit Man hat deshalb diesen passiven Schutz verhindern, daß die Sichtbarkeit seines Schuß- Daß nicht alle Unterseeboote so höflich sind, dazu. Autogyros für solche Spezialzwecke vor der Schiffswand neuerdings ganz hinter weges vom angegriffenen Schiff noch zu Ab- das zeigt der Angriff auf den britischen Zer- wurden im letzten Jahr in England genügend die Schiffswand gelegt. Dies geschieht durch wehrmanövern ausgenützt werden kann. störer Havock. Die großen Worte beim eng- gebaut. So Netze und Schotten bei nach dem bisher anerkannten Entwurf Einen Ausweg aus diesen Selbst des zu bekommen. Aber in der teilung> Charakterliche Entwicklung sollen ist doch auch Mut? Sollen alle» natio-| große Grausen die nal unzuverlässigen« Schüler in die Praxis sieht alles noch weit, weit schlimmer folgenden Eigenschaften zensuriert werden: sem Charakterfach eine Eins mit Sternchen aus, denn: > Arbeitswille, Ordnungssinn, Ge- bekommen oder darf der Lehrer im Zensurhorsam, Mut, Kameradschaftlich- buch wissentlich fälschen? wenn der bedrängte Schulmeister den geikeit, Führer eigenschaft.< Ein ostpreußischer Pädagoge, Oberstudien- stigen Mut nur als Minuspunkt in der Gebleiben noch genug rat Heinrich Klingenberg, stößt angesichts horsams- Quote wertet, dieser Aufstellung in der> Preußischen Zei- Schwierigkeiten. Denn wie steht es mit dem tung<( Nr. 245) einen SOS- Ruf aus. Obgleich körperlichen Mut? er allerlei Sicherungen einbaut, sich mehrfach auf das SS- Blatt» Schwarzes Korps<< bezieht und ganz unten durch einen Rechentrick zu dem vorgeschriebenen positiven Ergebnis kommt, bleibt sein Artikel eine gefährliche Miesmacherschöpfung. Wir zitieren: >> Derjenige, es auf diese » Ich erlaube mir, als alter Pangermane die Träger der nordischen Idee herzlichst zu begrüßen. Die Zukunft Norwegens ist mit der Zukunft Deutschlands verbunden.<< >> Die erste Voraussetzung, eine möglichst Knut Hamsun. treffende und gerechte Beurteilung zu erzielen, ist die Forderung einer klei> Als altem Pangermanen« war es freilich neren Klassenfrequenz. Wenn eine Quinta 55 Schüler hat, so ist schon die Herrn Knut Hamsun andererseits auch nicht von der Tatsache der KonUnterrichtsleistung in Frage gestellt. Wie gestattet, bisher man dann noch bei 5 Stunden- soviel wird zentrationslagermorde oder auch nur vom ein Klassenlehrer dort meistens erteilen Sachverhalt etwa der Emigration eines Thodie> charakterliche Entwicklung« überwader beim Schwimmuntermas Mann Kenntnis zu nehmen. Wo solche chen soll, ist ein psychologisches richt vom 3- Meter- Brett springt, tut Rätsel.< nicht- pangermanischen Versuchungen an Knut vielleicht nur aus Angst, von seinen Mitschülern ausgelacht zu wer- Und vorläufig sieht es nicht so aus, als Hamsun herantraten, hat er ihnen standhaft widerstanden, was in jenen nordischen Länden, wenn er es nicht wagt. Und mancher, sollten die Klassen kleiner werden. Im Gegender eine schwierige Handlung nicht tut, teil. Die Zahl der deutschen Schulen vermin- dern, wo die meisten Menschen zwar blond, weil er sich über die Folgen schon im klaren ist, gilt dann als feige.< dert sich von Jahr zu Jahr, da kon- aber darum doch nicht grade verrückt sind, schon was heißen will. Pangermanismus Und um nicht als feige zu gelten, sind be- fessionelle Anstalten aufgelöst, an ihrer Stelle > Was heißt Gehorsam! Ueber diesen schützt auch einen großen Dichter nicht daerrichtet Punkt gehen die Ansichten bei den einzel- reits Hunderte von Kindern bei den HJ- Uebun- aber keine selbständigen Institute als werden. So wächst das Schuldkonto der ver- vor, ein kleiner Möchte- gern- SA- Standartennen Lehrern oft weit auseinander. So sagt >> Schwarze gen den>> Heldento d< gestorben antwortlichen Gewaltherrscher ins unermeßnicht ohne Berechtigung das Korps«:» Der streng katholische Lehrer Opfer einer hirnverbrannten Ehrauffassung, die die sinnlose Tollkühnheit mit Männliche. Vorläufig schreiben sie sich ihre Zenverbindet mit dem Gehorsam noch Phantasie armut mit suren selbst. In allen Fächern unübertrefflich. christliche Demut, der in wilhelminischen lichkeit, kindischen Zeiten schweigende Erzieher verlangt, daß Gel Die Note, die ihnen die Geschichte unter der Rubrik» Führereigenschaft« erteilen man noch die Hände an die Hosennaht legt, Furchtlosigkeit, und wir, wir haben noch eine andere Auf- tungswillen mit Kraft verwechselt. fassung von diesen Dingen.<< Auch KameAm ratlosesten aber steht der Verfasser wird, dürfte wesentlich anders ausfallen. der Note Führereigenradschaftlichkeit« wird vom Schüdes Artikels betrachten ler- und Lehrerblickpunkt zu sein. Wenn jemand in der Klasse einen Un- schaft<: fug gemacht hat und die Klasse ihn nicht verrät, so ist das sicher Klassengeist, SchülerstandKameradschaft vom vor >> Es sind entwicklungsfähige Kinder, die wir vor uns haben. Nun soll ich einem„ Als alter Pangermane hochachtungsvoll Ihr Zwölfjährigen seine K- a · Führer zu sein. Verhöhnung der Mütter Der Oberbürgermeister von Dortmund hat die Ausgabe von Ehrenkarten für kinderreiche Mütter verfügt. Die Karten sichern den Müttern bei den Behörden bevorzugte Abfertigung! Was muß das wohl für ein Betrieb bei den FührerBehörden sein, wenn es besonderer» Ehreneigenschaft bescheinigen? Das karten« bedarf, um bei den Behörden nicht > Schwarze Korps« schreibt:...> am Ende Knut Hamsun an die SA, stundenlang warten zu müssen! Hat sich läuft noch eine Hälfte unserer Jugend mit der amtlichen Bestätigung hervorragender Der Festschrift, die jetzt über die kürzlich diese Maßnahme bereits jetzt bei Ausgabe der Führereigenschaften herum, und die andere abgehaltene Lübecker Tagung der Nordi- Butterkarten und der Fettbezugsscheine als gehtlangsam, aber sicheran Minschen Gesellschaft« vorliegt, entnehmen wir notwendig herausgestellt? derwertigkeitskomplexen grundes. Das Letztere glaube ich auch.<< den folgenden dichterisch bewegten Wortlaut Man muß wahrlich kein Pestalozzi sein, eines Begrüßungstelegramms von Knut Hamdas um vor den kinderschänderischen Treiben das sun: punkt aus. Ob aber auch der Lehrer diese Auffassung teilt? Natürlich müßte der Uebeltäter sich selbst melden. Und das ist doch Mut?< Er könnte hinzufügen: und wenn der> Unfuge in der Auflehnung gegen den Geisteszwang besteht, im selbständigen, kritischen Denken, das notwendig mit dem herrschenden System in Widerspruch geraten muß zuAuf jedem Fall: diese Dortmunder» Ehrenkarte« für kinderreiche Mütter ist eine Verhöhnung der Mütter. Nürnberger Spiele mit den Arbeitern Eigenart des gegenwärtigen Aufschwungs es > a l s um es handelt sich bei die sundheit dienen, sondern daß sie auf kaltem Wege eine direkte Rüstungssteuer geworden sind! Sachverhalt Bewährungs- oder Beobachtungsfrist vor einer richtigen nordischen Ehe? Wir lesen dritt- reich- amtlich( in einigen Die Nazi- Jahresausstellung in Nürn-| durch die mit den Wirtschaftskämpfen ver-> daß der Warenumschlag, dem die Wech- nicht mehr an gründlicher Untersuchung der berg ist beendet. Das Reichsparteitagsbundenen Streiks die Produktion statt sich sel ihr Entstehen verdanken, allerdings Patienten interessiert sind, wenn sie theater war geeignet, der Welt ein ge- zu erhöhen auch infolge der allgemeinen von besonderer Art ist<<, sich durch die Behandlung von Krankheiten treues Bild von der inneren Hohlheit und Disziplinlosigkeit immer mehr abnimmt, denn die Produktion, für die heute Zah- nicht unbezahlte Mehrarbeit aufzuladen Unwahrhaftigkeit dieser angeblichen müssen infolge Sinkens der Konsumgüter lungsmittel im Umlauf gesetzt und Wech- kranke Versicherte einfach nicht krank schreiVolksbewegung zu geben. Regie und Pa- die Preise im Verhältnis zu den Löhnen als sel ausgestellt werden, ist für den Krieg ben, dann werden wieder erhebliche raden, Prunk und Feuerwerk füllten Tage regulierender Faktor nur noch schneller bestimmt. Da diese Kriegsproduktion des Beträge durch die Nichtgewähund Nächte aus. In langweiliger Selbstals die Gehälter ansteigen.<< Reiches, wie Schacht sagt, rung von den Versicherten zubeweihräucherung reihte sich Führerrede Mit deutlichem Hinweis auf die demokra> ganz überwiegend keine kon sum- stehenden Leistungen eingespart. an Führerrede, denn» die Generalschau der tischen Länder, in denen die Arbeiter dank fähigen Güter schafft<<, Um diese Summen Bewegung dürfe nicht zum parlamentari- der Koalitionsfreiheit an der Gestaltung so muß das Mißverhältnis zwischen den der deutschen Krankenversicherung sicher um schen Diskutierklub herabsinken.<< Sie ihrer Lohn- und Arbeitsverhältnisse mit- umlaufenden Geldmitteln und den verzehr- etliche Millionen Reichsmark redeten gleich der ewig unverstandenen zubestimmen in der Lage sind, verstieg baren Produkten immer schlimmer werden. können dann wieder zur Rüstungsfinan Frau von der anderen Welt, die sie nicht sich der Führer zu der Aeußerung: Diese Produktion, die allein in Nürn- zierung mit Beschlag belegt werden. begreifen will. Mystik und nicht sehr wohl> Wenn in diesem Drama des Wahnsinns berg proklamiert worden ist, kann nur auf duftendes dauerndes Selbstlob sollten den Deutschland heute als ruhiger Zuschauer Kosten der Lohnempfänger und der VerSo wird es immer eindeutiger, daß der deutschen Mangel an Realität ersetzen. gelten kann, dann verdankt Sozialversicherungsbeiträge dies der braucher im Lande gehen. Schacht drückt Arbeiter nicht mehr der Sicherung seiner GeDie einzige Ueberraschung war die nationalsozialistischen Bewegung.< sich über diese gefährliche WirtschaftsKühnheit, mit der man diesen politischen Diesen Schwindel kann man vielleicht den lage vorsichtig aus, indem er von einer Zirkus als» Parteitag der Arbeit« zu be- im Fett sitzenden Nazibonzen vormachen,>> besonderen Eigenart des gegenwärtigen nennen wagte. Wie ein Schaubudendirektor die deutschen Arbeiter aber sind zu lange Aufschwungs< schrie der Ley zu Beginn des Appells auf durch die Schule des Sozialismus gegan- spricht, er hofft, daß sich aus der öffentder Zeppelinwiese: So was war noch nie da, gen, um zu wissen, daß die Preissteige- lichen Investition( d. h. für den Krieg) Ein komplizierter so was hat die Welt noch nicht gesehen: rung keine Folge der Lohnkämpfe ist, allmählich eine Ueberleitung der Investi34.000 Fahnen, 150 Scheinwerfer, diese sondern die automatische Begleiterschei- tion auf die private Wirtschaft Standardenträger kämpfen und opfern sich nung der Konjunkturschwankungen im Wandel durchsetzen möge. für das Volk, 140.000 Männer der Partei kapitalistischen System. Das Ende der sind anmarschiert, die anderen hängen am periodischen Wirtschaftskrisen im Kapita- klamation dürfte Herrn Schacht belehrt Der soziale Teil der Nürnberger ProRundfunk, um zu lauschen. Zwei Millionen lismus äußert sich bei jeder ansteigenden haben, daß eine Wandlung der Kriegswirt- reichsdeutschen medizinischen Fachblättern): Nazifunktionäre, so verkündete er,» sorgen Konjunktur im geringeren Angebot an schaft unmöglich bleibt, solange der Fasich Tag und Nacht um das Volk<<, Waren und damit in steigenden Preisen. Die Lohnkämpfe in den nichtfaschistischen Ländern dienen dem Zweck, die Krisenlöhne der verbesserten Weltwirtschafts- die künftige Gesellschaftsform im Dritten Diese» nur< sechzigtausend bezahlten lage wieder anzupassen. Nur im Dritten Reich unter Ablehnung des Sozialismus Parteibonzen geben der» Arbeiterpartei« Reich ist es den Arbeitern durch Terror das neue Schlagwort von der» verpflichtedas Gepräge. Was sonst an Arbeiter- versagt, ihren Anteil ten Volkswirtschaft« prägte, und an den Riesentum zu demonstrieren war, besorgte profiten der vom Reich subventionierten Schluß in der» Führung der Volksgemein» Kraft durch Freude«. Die KdF- Stadt hatte Unternehmer wieder geltend machen schaft<< den Weg zur Verpflichteten Volksvier gewaltige Hallen errichtet, um nach können. wirtschaft sieht, so ist damit lediglich ein Landsmannschaften gegliedert, Waldbüh- Die deutschen Arbeiter aber fragen wei- anderer Agitationsschlager für den abgenen, Marionettentheater, Handpuppen- und ter: wann wird die deutsche Produktion nutzten>> deutschen Sozialismus<< ausKalperltheater zur Entspannung zu bieten. endlich genügend gesteigert sein, un auch gegeben worden. Das frühere deutsche Ardie Aufbesserung der Elendslöhne als zeit- beitsrecht und die» liberalistische« Gleich- frist her! In jedem Falle ist es also nicht so >> Es hat sich langsam herumgesprochen, gemäß anerkannt zu erhalten? Da die Pro- berechtigung sind zugunsten des Führer- leicht, heute im Dritten Reich in» für die nicht unerwünschter< am duktion vom Vierjahresplan beherrscht prinzips im Betrieb abgeschafft. Der Par- Volksgemeinschaft Valznerweiher weist ein Programm auf, wird, so ist die Antwort: Niemals!. teitag der Arbeit hat den Arbeitern un- Weise an den Mann beziehungsweise die Frau wie es wohl selten gegeben hat.<< Die derzeitige beängstigende Auswei- zweideutig versichert, sie nationalsoziali- zu kommen. Die Parole>> Parteitag der Arbeit<< wurde tung des Zahlungsmittelumlaufs, mag es stisch erziehen zu wollen, und zwar weiter im Aufmarsch der 38.000 Zwangs- sich um Banknotendruck, um bargeldlosen arbeiter aus dem Reichsarbeitsdienst ver- Umlauf oder um Wechselinflation handeln, sinnbildlicht. Zum erstenmal marschierten zeigt nur allzu deutlich, daß in dieser reiauch 1500 Arbeitsmaiden in dieser» Er- nen Mordwaffen- Produktion für Lohnziehungsschule der Nation<<, die nach den entwicklung kein Raum mehr bleibt. Nicht Worten des Hierl mit ihren Spaten dem Klassenhochmut und dem Klassenhaß das Grab geschaufelt haben. >> 97 Prozent arbeiten ehrenamtlich, nur 3 Prozent sind hauptamtlich tätig, so was ist noch nicht dagewesen.<< Stolz schreibt die DAK: das» Kraft- durch- Freude«-Volksfest zu schismus am Ruder ist. Wenn schließlich die Proklamation als am > Erziehung des einzelnen Volksgenossen » Der Amtsarzt kann die Erteilung des Ehetauglichkeitszeugnisses davon abhängig machen, daß der eine oder andere, Partner während einer längeren Beobachtungsfrist seine Eignung, eine für die Volksgemeinschaft nicht unerwünschte Ehe zu schließen, unter Béweis stellen muß. Wenn hiefür in der Presse das Wort> Bewährungsfrist« gebraucht wurde, so ist dies bedauerlich. Denn dieser Ausdruck bringt die Gefahr der Verquickung mit strafrechtlichen Gedankengängen, die mit erbbiologischen Gedankengängen und Schlußfolgerungen nicht das mindeste zu tun haben.<< Beobachtungsfrist hin und Bewährungszu einem sozialen Pflichtbewußtsein, das Achtung! Postabonnenten! als Endresultat auch die Volksgemeinschaft im edelsten Sinne des Wortes ergeben wird<. zur Die Nürnberger Proklamation ist das Bekenntnis des deutschen Faschismus schwärzesten sozialen Reaktion. Der Gegensatz, der sich zwischen der braunen Führerclique und dem Lebensinteresse des deutschen Volkes aufgetan hat, ist überbrückbar, an ihm wird das Dritte Reich zerbrechen. unUm eine Unterbrechung im Bezug des>> Neuen Vorwärts« zu vermeiden, bitten wir Sie, das Abonnement sofort bei Ihrem Postboten oder im nächsten Postkontor neuern. zu er» Neuer Vorwärts<<. Die Aushählung der Krankenversicherung Wetter Vorwärts Sozialdemokratisches Wochenblatt in den demokratischen Ländern, die der Führer für wahnsinnig hält, sondern im Dritten Reich müssen infolge Sinkens der Nicht ganz so geräuschvoll verlief in Konsumgüter die Preise im ungesunden Nürnberg die Tagung des Hauptamtes Verhältnis zu den Löhnen steigen. Es ist NSBO. Dieser einstige Stoßtrupp der Na- ein Organ des Herrn Schacht, daß die heuzis in den Betrieben hatte zuviel Klassen- tige Produktion in Deutschland kennzeichtemperament entwickelt. Die NSBO mußte net, indem es schreibt: gereinigt werden, sie ist heute die einzige Naziformation, die einen Riesenmitgliederschwund aufzuweisen hat. Der verbliebene kleine Rest ist von der Last» der alten Kämpfer befreit und wurde in Nürnberg endgültig in die Partei eingereiht. Selbst Obwohl unter der Herrschaft der National- 1 ten Arzt zu entscheiden, den er dann in im Rahmen des nationalsozialistischen Ar- sozialisten das deutsche Sozialversicherungsdieser Zeit für sich und seine Familie nicht mehr wechseln kann.< beitertums mußte das Eigenleben einer werk bereits weitgehend zerstört worden ist, proletarisch zusammengesetzten Gruppe finden die Machthaber des Dritten Reiches, Die Entscheidung, die dem Versicherten Herausgeber: Ernst Sattler; verantbeseitigt werden. Als letzte Aufgabe durfte daß es den versicherten Arbeitern noch immer bleibt, darf er nicht zwischen den ortsansäsdie NSBO- Tagung in Nürnberg die ermit- zu viel Vergünstigungen und Leistungen ge- sigen Aerzten treffen, sondern nur zwischen währe. Und da sie schon seit langem darauf den ganz wenigen, die das Amt für VolksgeWas dann noch vom Parteitag der aus sind, auch die Sozialversicherungsbeiträge sundheit für die Auswahl zugelassen hat. Arbeit übrig blieb, waren einige Phrasen| der Finanzierung der Kriegsaufrüstung zuzuSo wird also mit einem Hieb zweierlei ererstens werden den nicht über das soziale Problem in der Prokla- führen, suchen sie nach immer neuen An- reicht: mation des Führers. Am 1. Mai 1935 hatte satzpunkten für die weitere Verkümmerung hundertprozentigen Aerzten die Ley angekündigt, daß eine Studien- der Angestellten-, Unfall-, Invaliden- und Patienten entzogen und ihnen damit kommission bis zum nächsten Jahr den Krankenversicherung. der Brotkorb höher gehängt. Mit Stockschlägen auf den Magen wird so denen heimgezahlt, die nicht rechtzeitig sich Hitler angeschlossen haben, oder die nach 1933 nicht einfach zu Gesinnungslumpen geworden sind. Das zweite aber ist wir zitieren wieder telten ersten 30 Musterbetriebe feiern. gerechten Lohn ermittelt haben würde. Besonders in der Krankenversicherung soll Das Ergebnis enthält die Proklamation es schon in der nächsten Zeit zur Einfühvom 7. September 1937. den Reichsärzteführer: wortlicher Redakteur: Wenzel Horn; Druck:> Graphia; alle in Karlsbad. Zeitungstarif bew. m. P. D. ZI. 159.334/ VII- 1933. Printed in Czechoslovakia. Kontrollpostamt: Poštovní úřad Karlovy Vary 3. Aufgabepostamt Karlsbad 3. Der»>> Neue Vorwärts« kostet im Einzelverkauf innerhalb der CSR Kč 1.40( für ein Quartal bei freier Zustellung Kč 18.-). Preis der Einzelnummer im Ausland Kč 2.-( Kč 24. für das Quartal) oder deren Gegenwert in der Landeswährung( die Bezugspreise für das Quartal stehen in Klammern): Argentinien Pes. 0.30( 3.60), Belgien: Belg. Frs. 2( 24.-), Bulgarien Lew 8.-( 96.-). Danzig Guld. 0.45 ( 5.40), Deutschland Mk. 0.25( 3.-), Estland E. Kr. 0.22( 2.64), Finnland Fmk. 4.-( 48.-), Frankreich Frs. 1.50( 18.-), Großbritannien >> Das Wichtigste ist folgendes: Heute d 4.-( Sh. 4.-), Holland Gld. 0.15( 1.80), Itawerde der Arzt nur für das Behandeln lien Lir. 1.10( 13.20), Jugoslawien Din. 4.50 von Krankheiten bezahlt, sein Einkommen( 54.-), Lettland Lat. 0.30( 3.60), Litauen Lit. sei um so höher, je mehr Krankenscheine 0.55( 6.60). Luxemburg B. Frs. 2.45( 29.50), er habe, nach dem neuen System bekommen Norwegen Kr. 0.35( 4.20) Oesterreich Sch. der Arzt für den Versicherten und seine 0.40( 4.80), Palästina P. Pf. 0.020( 0.216), Familie im Jahre eine bestimmte Summe. Polen Zloty 0.50( 6.-), Portugal Esc. 2.Damit habe er kein Interesse mehr am( 24.-), Rumänien Lei 10.-( 120.-), SchweKrankenschein und am Kranksein, sondern den Kr. 0.35( 4.20), Schweiz Frs. 0.30( 3.60), am Gesundsein seiner Patienten, denn die Spanien Pes. 0.70( 8.40), Ungarn Pengö 0.35 Krankheiten brächten ihm ja( 4.20), USA 0.08( 1.-). nur Mehrarbeiten, für die er nicht bezahlt werde.< rung neuer bedeutender Ver» Ich muß dieses soziale Problem von dem schlechterungen kommen. Nicht genug gesellschaftlichen deshalb trennen, weil damit, daß die versicherten Arbeiter die soder Bolschewismus überall nur das gesell- genannten Betriebsuntersuchungen über sich schaftliche Problem anfaẞt.< ergehen lassen müssen, bei denen Aerzte, Hinter dem Gespenst des Bolschewismus die nicht nach ihrer beruflichen Tüchtigkeit, verbarg sich in Nürnberg die Angst vor sondern nach dem Zuverlässigkeitsgrad ihrer der wachsenden Unruhe der entrechteten nationalsozialistischen Gesinnung ausgewählt und verelendeten Arbeitermassen, darum worden sind, über die Leistungsfähigkeit, d. h. Trennung des Sozialen vom Gesellschaft- über den möglichen Steigerungsgrad der Auslichen. Dann kam die prinzipielle Erklä- beutung entscheiden werden, sollen die Arbeiter rung zum gerechten Lohn, die den scham- künftig gezwungen werden, sich diesen hunlosen Lohndruck im Dritten Reich nun- dertprozentig nationalsozialistischen Aerzten Einzahlungen können auf folgende Postmehr zum Wirtschaftsgesetz erhebt. Hier auch außerhalb des Betriebes anzuvertrauen. scheckkonten erfolgen: Tschechoslowakei: hat der Führer den Werktätigen die vom Es wird also mit einem Schlage die Also ist der letzte Sinn der neuen reak- Zeitschrift> Neuer Vorwärtse Karlsbad. Prag Reichsparteitag der Arbeit erwartete Pa- freie Aerztewahl beseitigt. tionären Maßnahme der: es soll die 46.149. Oesterreich:> Neuer Vorwärtse Karlsrole in nicht mehr miẞzuverstehender Auf dem Parteiappell sagte der Reichs- Krankheitsziffer des deutschen bad. Wien B- 198.304. Polen:> Neuer Vorwärts< ärzteführer darüber in seinem Referat über Volkes künstlich herabgedrückt Karlsbad. Warschau 194.797. Schweiz:> Neuer Vorwärts Karlsbad. Zürich Nr. VIII 14.697. >> Indem durch Streik und Terror auf der» Rasse- und Gesundheitspolitik<: werden. Die schweren gesundheitlichen Ungarn: Anglo- Čechoslovakische und Prager einen Seite die Löhne eine fortgesetzte>> Wir werden deshalb schon in der näch- Schädigungen durch die unerhört gesteigerte Creditbank Filiale Karlsbad. Konto> Neuer scheinbare Steigerung erfahren, zwingen sten Zeit die jetzige un beschränkte Ausbeutung und durch die schlechtere Er- Vorwärts Budapest Nr. 2029. Jugoslawien: freie Aerztewahl insofern ein- nährung sollen nicht offensichtlich werden sie infolge der gleichbleibenden oder sogar schränken, als wir von jedem Versinkenden Produktion auf der anderen sicherten verlangen werden, sich immer für wenigstens nicht in der Statistik! Das ist das Seite die Preise zum Ansteigen... Da die Dauer eines Jahres für einen bestimm- zweite. Und das dritte ist: Wenn die Aerzte Weise verabreicht: Anglo- Čechoslovakische und Prager Creditbank, Filiale Belgrad. Konto Neuer Vorwärts<, Beograd Nr. 51.005. Genaue Bezeichnung der Konten ist erforderlich.