Neuer Vorwärts Sozialdemokratisches Wochenblatt Verlag: Karlsbad, Haus„ Graphia" Preise und Bezugsbedingungen siehe Beiblatt letzte Seite Nr. 226 SONNTAG, 10. Okt. 1937 Aus dem Inhalt: Geheimrede von Heẞ Alles für die Rüstung Brasilien erkennt die Gefahr Amerika greift ein Sie wollen die Weltherrschaft! Wir enthüllen weiter: Reichsminister Heß über die Kriegsziele des Dritten Reichs Das innere Verfassungsproblem Armee und NSDAP lonialgebiet, welches alles alles erNotwendige denklich umfaßt. Voraussetzung ist dann freilich, daß die Machtmittel derart sind, daß sie ausreichen, alle Zufahrtswege von den Kolonien gegen denkbar starke Koalitionen von Gegnern im Ernstfall zu schützen.<< Wir lassen heute in der Reihe unse- Zu den unwägbaren Grundlagen Volkes, sondern eine Schwächung seirer Veröffentlichungen der geheimen rechnet er die 1914 allgemein verbrei- ner Macht! Hierin liegt die ganze BruVorträge der nationalsozialistischen tete Ueberzeugung:» Deutscher talität dieser Machtlehre, die nicht von Reichsleiter aus dem» Nationalpoliti- Ansturm ist nicht aufzuhal- einer natürlichen Solidarität der Völker schen Lehrgang der Wehrmacht« einen ten, der Furor teutonicus ging 1870/71 ausgeht, sondern sich erheben will auf Vortrag des Reichsministers Rudolf über Frankreich hinweg, er geht auch Kosten anderer im Kampfe Heẞ folgen. Der Stellvertreter Hitlers 1914 über Frankreich hinweg, la ẞt gegen sie! In der Tat ist der Vorhat über>> Wesen und Wirken der alle Hoffnung fahren!« trag von Heß ein einziges großes GeNSDAP«< gesprochen. Der offizielle Ti- Für die» Macht« des Dritten Reichs ständnis: Wir bereiten systematisch den Nun sind alle Elemente beieinander, tel des Vortrags läßt nicht erkennen, sieht er so Unwägbares auch heute geworum es sich dabei gehandelt hat. geben.» Einen Teil dieser myRevanchekrieg vor! und nun ist völlig klar, was die StaatsHeß hat vor den Führern der Wehr- stischen Wirkung hat der Im weiteren Verlauf des Vortrags lehre des Nationalsozialismus für die macht die Staatsräson des Dritten deutsche Soldat sich geret- hat Heß den Gedanken geprüft, wie Welt bedeutet: die Bewaffnung bis an Reichs entwickelt. Es handelt sich um tet durch den Zusammen- der deutsche Militärstaat seine die Zähne, die totale Bereitstellung nationalsozialistische bruch hindurch.<< Macht erweitern könne. Er hat des ganzen Volkes für den Krieg ist Fassung der Lehre vom rei- Mit dieser Aufzählung ist sofort eine Absicht das Mittel zur» Stärkung der Nation<<. zur Vergrößerung des Machtstaat. Der Vortrag Klarheit geschaffen. Hier ist nicht die Raumes mit Gewalt bestritten. Das Hinter diesen Worten aber verbergen Rosenbergs hat mit seiner Leug- Rede von der Fülle des Wertbesitzes ist nur logisch: denn dazu muß die sie nur ihr wahres Ziel: nung aller Werte des europäisch- eines Volkes, es ist keine Rede davon,» Macht« zunächst überwältigend sein. Sie wollen die Weltherrschaft! amerikanischen Kulturkreises die Be- daß die Stärkung der Nation bezogen Die Veränderung dieses Faktors kann Die Verwirklichung des von Heẞ drohung der europäischen Kultur sei auf die Entwicklung der Menschen, jedenfalls nur die Folge, nicht der Be- gezeigten Kriegeszieles ist nur möglich durch das Dritte Reich gezeigt. Der die sie bilden. An die Stelle des Staats- ginn einer radikalen Aenderung der durch eine ungeheure Beraubung. Vortrag von Heẞ enthüllt die unmit- mystizismus der älteren Machtstaats- Machtlage sein. Dasselbe gilt für die Dies» alles Notwendige<< umfassende telbaren politischen Gefahren, die von theorie ist einfach ein Mystizismus, geographische Lage. Also zeigt Heß Kolonialreich können sie nur gewinnen dem totalen Militärstaat Deutschland eine Vergottung der Nation getreten. als Voraussetzung des Revanchekriegs: durch die Zerschlagung des ausgehen. Er ist ein Menetekel für alle Für die nationalsozialistische Lehre Völker Europas! gilt ganz eindeutig die nen Rüstung bis zum äußersten, oder wie englischen Weltreichs- woer sagt:» Sparen in der Bewaffnung anders ist diese Beute nicht zu holen. ist sparen am unrechten Fleck: Be- Die Beherrschung aller Zufahrtswege reitstellung des ganzen Volkes für gegen denkbar starke Koaliden Krieg; Stärkung des» Unwäg- tionen setzt voraus, daß das Dritte baren.<< Reich unbestritten zu Lande Europa T des Die nationalsozialistische Fassung Macht ist gleich Kriegspotential. der reinen Machtstaatslehre unterschei- Die Staatslehre, die Heß vor den det sich von der älteren, bis auf Hegel Führern der Wehrmacht entwickelt zurückgehenden Fassung nur dadurch, hat, bedeutet, da ẞ der Staat die daß sie überall statt des Begriffes Organisation derer ist, die Was ist das Unwägbare?» Ueber und Vorderasien militärisch >> der Staat<< den Begriff» die Na- gemeinsamen Krieg führen nichts wacht der Führer eifersüchtiger beherrscht, und daß die engtion< setzt. Diese Ersetzung ent- wollen oder sollen. Für die Na- als über die Ehre der Nation.« Oder, lische und amerikanische springt einem Existenzinteresse der tionalsozialisten ist Politik nichts an- wie es bei Rosenberg im Mythos heißt: Flotte auf dem Grunde nationalsozialistischen Partei, und wir deres als alle auf den Krieg gerichtete>> Die Idee der Ehre der National- Ozeans liegen. Beides ist ohne werden diesen Zusammenhang noch menschliche Tätigkeit. Das geht wie ein ehre wird für uns Anfang und einen Weltkrieg nicht zu erreichen. Dieaufzeigen. In der Sache selbst ändert roter Faden durch den Vortrag von Ende unseres ganzen Denkens und sen Weltkrieg aber bereiten sie vor, sie sich dadurch nichts. Als Zweck des po- Heß hindurch. Für sie, wie für Handelns. Sie verträgt kein gleich- wollen ihn, um das englische Weltreich litischen Handelns wird Stärkung Treitschke einst, ist das Wesen ihres wertiges Kraftzentrum gleich wel- zu beerben. Wir reden hier nicht von der Nation gesetzt, als Mittel Staates zum ersten Macht, zum zwei- cher Art neben sich, weder neben sich, weder die der schuldhaften, eine künftige Katazur Stärkung der Nation d'ie Macht: ten Macht und zum dritten Male wieder christliche Liebe, noch die frei- strophe begründenden Ueberheblichkeit Stärkung der Macht ist dem- Macht wobei Macht mit Kriegs- maurerische Humanität, noch die dieser Pläne. nach Stärkung der Nation. potential gleichgesetzt ist. Oder, wie römische Philosophie.«( S. 515.) Wir zeigen an der Hand eines offiUmgekehrt ist aber auch Rosenberg auch Rosenberg es in seinem» Mythos Wozu diese Idee der Nationalehre ziellen geheimen Vortrags des StellverStärkung der Nation Stär- des XX. Jahrhunderts« ausgedrückt das beliebteste Instrument in der treters des Führers vor den Führern kung der Macht.<< hatte: Hand totalitärer Kriegsmacher ohne der Wehrmacht, daß diese Pläne be>> Das Wesen des Staates kann inhalt- öffentliche Kontrolle dienen soll, stehen und daß die gesamte Politik lich verschieden sein, formell be- zeigen die ersten Operation en, des Dritten Reichs der Durchführung trachtet ist er stets Macht. Eine auf die Heẞ preisend hingewiesen hat: dieser Pläne dient. Macht wird auf dieser Welt nurim Kampfe im Kampfe auf Leben und Tod erfochten und erhalten.( Rosenberg, Mythos S. 502.) Nun ist in diesen Sätzen an sich noch nicht die reine Machtstaatslehre gegeben. Die Macht« eines Volkes ist von manchen liberalen Schriftstellern und Den. ern als gleichbedeutend mit seinem Reichtum und seiner Kultur, als sein tatsächlicher Besitz von Werten angesehen worden. Indessen hat der Begriff» Macht« in der nationalDas ist die Lehre, auf der die deutsozialistischen Lehre eine ganz an- sche Kriegsrüstung aufgebaut worden dere Bedeutung eben die, die ist. Diese Lehre reicht über die ältere er in der Lehre vom Machtstaat be- Machtstaatlehre bei weitem hinaus. Sie sitzt. Für diese Lehre ist Macht etwas, hat sie erweitert zur Lehre vom towas sich drohend über die talen Machtstaat, von der totalen Grenzen nach außen gegen Vorbereitung auf den totalen andere Völker richtet. Krieg. Heß hat seine Aufgabe der Heẞ hat darüber volle Klarheit darin erblickt, vor den Führern geschaffen, indem er die Grund- Wehrmacht die Idee zu vertreten, daß lagen der Macht entwickelte, so nur durch das Hinzutreten der NSDAP wie der Nationalsozialismus sie ver- zum neuen Heere das Volk total für die steht: Zwecke des Krieges erfaßt werden könne. >> Die in der Geschichte einzig dastehende Leistung, die der Führer in Welche Rolle spielt in der Staatsder Herauslösung Deutschlands auf lehre des Dritten Reichs die NSDAP? dem Versailler Vertrag vollbrachte, Heẞ preist sie der Armee als die Kraft ohne daß es hierbei zu kriegerischen an, die alle der Vorbereitung des ReVerwicklungen kam. vanchekriegs entgegenstehenden innerDas noch gefährlichere Unter- politischen Hemmungen beseitigt, alle fangen, die Wiederbesetzung der Kritik und Kontrolle des Geldbedarfes entmilitarisierten Zone am Rhein... der Armee abgeschafft habe: Ich glaube, daß die dauernde Hoffnung auf einen kommenden Zusammenbruch infolge dieser( wirtschaftlichen) Schwierigkeiten und Gefahren fremde Staaten immer wieder zögern ließ, uns in den Arm zu fallen, bis sie den Zeitpunkt versäumten, zu dem sie es ohne erhebliches eigenes Risiko konnten.<< Das ist gans konsequent der Weg 2. Macht und Bedeutung der In dieser Lehre liegt eine in den Revanche krieg, den die liegenden Nationen, Stärke oder offene Drohung nach außen.» Nationalehre« im Geiste. Hitlers und Schwäche der natürlichen Gren- Die feindselige Einstellung nach außen Rosenbergs fordert! hin enthüllt sich schon bei Punkt 2 der Heß hat nicht gezögert, auch das zu enthüllen: ein über die Kriegsziel 1. Die Größe des Raumes. zen. um3. Das Volk in seinem Gesamtwert. Heßschen Ausführungen 4. Die Waffen, die eine Nation sich Grundlagen der Macht. Das Dritte selbstgenügsames Weltschafft, der Menge wie der Güte Reich erblickt in Reichtum und Wert- wirtschaftsgebiet: nach. 5. Unwägbare Grundlagen. >> Sie wissen, daß der Nationalsozialismus dafür gesorgt hat, daß heute nicht mehr Lebensnotwendigkeiten der Nation von einem Reichstag zerredet und zum Schacherobjekt der Parteien gemacht werden können. Sie haben gesehen, daß im neuen Deutschland Entscheidungen historischer Tragweite innerhalb weniger Stunden durch den Führer und sein Kabinett getroffen werden Entscheidungen, die in anderen Ländern tage- und wochenlang Parlamentsdebatten vorausgehen lassen müssen.<< von Dies und seine weiteren Ausführungen über die Rolle der NSDAP sind Selbstgenügsamkeit kann so kräftig aufgetragen, der werbende, zugleich eine Stärkung des deutschen| hierbei gesichert sein durch ein Ko- stellenweise anreißerische Ton ist so fülle der umliegenden Nationen nicht >> Die gezeigt: Kann die Armee das Volk gegen die NSDAP ausspielen? Die Antwort ist: wahrscheinlich ja. auffallend, daß man eine innere dig, die den Nationalsozialisten schon von der» Nation< spricht! Diese lichen Machtlage genügt es indessen Unsicherheit der Führer der vor der» Machtergreifung vor Augen Verschiebung ist ein Ausdruck der sofort, zwei Fragen aufzuwerfen: Partei erkennt. Man erinnert sich geführt worden ist. In einer seiner letz- Furcht vor der Identität von Staat und der Nürnberger These:» Die Partei ten Auseinandersetzungen mit den Na- Armee! Geradezu lapidar hat Heẞ es befiehlt dem Staat.<< Der Vor- tionalsozialisten im Reichstag, bei der » Mancher von Ihnen mag vielKann die NSDAP das Volk gegen trag von Heß und mit ihm alle Vor- er die offen landesverräterischen Austräge der Reichsleiter der NSDAP, führungen Hitlers von Lauenburg an- leicht der Meinung gewesen sein, daß die Armee ausspielen? Die Antwort darunter drei Reichsminister, vor den prangerte, rief rief der damalige Reichs- heute, nachdem die früheren Par- ist evident und unbedingt: nein. den Führern der Armee lassen eindeutig wehrminister Groener NationalIn diesem Verhältnis zwischen Arteien verschwunden sind, auch die erkennen: sozialisten zu:» Im Kriegsfalle sind Sie NSDAP keine Daseinsberechtigung mee und NSDAP liegen auch die Eralle in meiner Hand!<< mehr habe.<<< klärungen dafür, daß die Spitze der die Partei befiehlt der Armee nicht! In wessen Hand wird im Kriegsfalle Kann man offenherziger ausspre- Partei neben dem Massenheer eigene Man fühlt aus diesen Vorträgen zu- die Armee sein? Und in wessen Hand chen, welche gefährlichen Konsequen-» Verfügungstruppen« braucht, nächst eines heraus: die Proble- die NSDAP? Das ist das Problem, das zen für die NSDAP aus der Entwick- daß Himmler für den Kriegsfall sich matik des 30. Juni 1934 wird von der NSDAP noch nicht als beendet beunruhigt. Es ist in gewissem Sinne wachsen? Und nun von der NSDAP noch nicht als beendet ganz offenkundig die Führer der Partei lung zum totalen Militärstaat heraus- unbedingt neben dem Heer eine» Einstellt sich die greiftruppe« schaffen will. angesehen. Das Wort:> Es müssen ein paradoxer Zustand: die Kriegs- NSDAP der Armee, die immer mehr Sie werden für notwendig gehalten, einige über die Klinge springen«, das partei fürchtet die Armee. zum Inhalt und Repräsentanten des weil das innere Machtproblem keinesHindenburg zugeschrieben wird, Mit Hilfe der Armee ist sie zur Dikta- Staates wird, gegenüber als ein Aus- wegs geklärt ist. scheint den Führern der Partei immer tur gelangt- jetzt muß sie wie vor druck der Volkssouveränität, noch in den Ohren zu klingen. He ẞ hat der Machtergreifung auf die Armee als wirkliche Volksvertretung, wie Durch diese innere Problematik der die soziale Differenz zwischen dem einreden, daß sie als Partei unentbehr- Heẞ sagt. Sie beruft sich darauf, daß Diktatur wird jedoch das gefährliche Offizierskorps der Armee und dem lich für die Armee, für die Kriegsfüh- sie die Volksstimmung kenne und be- Wesen des Dritten Reiches nicht beFührerkorps der Partei offen einge- rung und für den Krieg sei. Sie a gi- herrsche, daß» der Führer« durch die rührt. Es ist ein totaler, auf den Retiert bei der Armee mit ihrem Be- berüchtigten» Abstimmungen« immer vanchekrieg gerichteter Militärstaat. >> Daß in einem so jungen Führer- kenntnis zum Machtstaat, mit ihrer neue Autorisation vom Volke erhalten Die innere Gesetzmäßigkeit der Kriegskorps der eine oder der andere Un- innerpolitischen Herrschaft, um zu be- habe, daß die NSDAP also» das Kor- vorbereitung und der Opferung der terführer ist, der mit anderem Maß- weisen, daß sie notwendig mit von der rektiv einer wirklichen Volksvertretung Wirtschaft für den Kriegszweck treibt diesen Militärstaat auf dem Wege zum stab gemessen werden muß als dem, Partei sein müsse, ein notwendiger und gegen den» autoritären Staat« sei. welchen man etwa an Mitglieder unentbehrlicher Bestandteil des tota- Welch ein neues Paradox: Die Un- Kriege immer weiter vorwärts. Dieser Militärstaat erscheint heute eines Offizierskorps mit alter Tra- len Militärstaates. So wenig be- terdrücker der Freiheit des dition legen muß, wen wollte dies fiehlt die Partei» dem Staat«! Volkes, die Fälscher seines Willens, als ein zweiköpfiges Ungeheuer: Armee wundern?... Hier ist aber auch der Grund dafür, gebärden sich gegenüber ihrem gefähr- und Monopolpartei sind Ich weiß, daß in den Reihen des daß die von vorgetragene lichen Teilhaber an der diktatorischen Köpfe. Aber die Drachenhäupter könnnationalsozialistischen Führerkorps Machtstaatslehre den Ausdruck» der Macht als die Vertreter des ten sich eines Tages gegeneinander da und dort einer ist, von dem Sie Staat« vermeidet, und statt dessen Volkes! Zur Erkenntnis der wirk- wenden! meinen, er sollte besser abgesetzt werden. standen: Amerika greift ein Weltbund gegen die Angreifermächte? Meine Offiziere! Diesen Führern haben Sie es mitzuverdanken, daß keine Volksabstimmungen gegen die Wehrmacht wie einst gegen den Neubau von Panzerkreuzern stattfinden, sondern daß das Volk begeistert hinter dem Aufbau einer Die weltpolitischen Ereignisse haben hai und Nanking. Schuldige: Deutschland,| eine dramatische Zuspitzung erfahren. Auf Japan, Italien. neuen stolzen Wehrmacht steht.<< Es herrscht also alles andere, als die Prahlerei der Chefs der Achse Rom-ein Vertrauensverhältnis zwischen dem Berlin mit ihrer Macht ist Offizierskorps der NSDAP und den erfolgt, die die schuldhafte UeberheblichFührern der Partei. Die Männer der eine Antwort keit dieser Demonstration der Achse entten Staaten von Amerika hat erPartei haben ausgesprochene Minder- hüllt. Der Präsident der Vereinigihre und wertigkeitsgefühle Minderwertigkeit wird ihnen klärt, daß die Vereinigten Staaten einen offen zum Bewußtsein ge- Weltbund gegen die Angreifer begrüßen würden. bracht. Sie fühlen sich als die Leute, Diese Erklärung ist von größter Bedie man» die schwarze Arbeit machen läẞt<<, wie Rosenberg sich ausdrückte, deutung. Sie stellt die Autorität der Verals die Kohlenschipper, die eines Tages einigten Staaten hinter jene Länder, die verabschiedet werden könnten. Sie sehen mit Unruhe, was das Wachsen der Armee für im Völkerbund der Idee des Völkerbundpaktes und der kollektiven Sicherheit treubleiben wollen. Die Vollversammlung des >> In dieser Zeit des formalen Friedens werden Dampfer überfallen und von Unterseebooten torpediert, und all das ohne Grund und ohne Warnung.<< Schuldig: Italien. >> Es gibt Völker, welche Bürgerkriege anfachen und sich an ihnen in Ländern beteiligen, die ihnen niemals etwas Böses getan haben.<< Das ist der Fall Spanien: * die beiden Deutschland, Italien und Japan! » Es gibt schuldlose Völker und diese Völker werden ein grausames Opfer des gierigen Machtstrebens anderer Völker und ihres Strebens nach Hegemonie, welche der Gerechtigkeit und dem Geiste der Menschlichkeit widerspricht.<< Das ist die schärfste grundsätzliche Verurteilung der Politik der Achse und Schuldige: Japans, die jemals von einem Staatsoberusahaupt ausgesprochen worden ist. Sie zeigt Deutschland und Italien. sie >> Es gibt Völker, die für sich Frei. den Diktatoren, daß die Welt gegen heit verlangen, anderen Völkern jedoch aufstehen wird, wenn sie den Krieg bediese Freiheit absprechen.<< ginnen. die wahre Verfassung völkerbundes hat 2. Oktober Die Szene wird Deutschlands und für sie selbst bedeuten kann. Immer sichtbarer wird der Offizier zum ersten zum Tribunal >> Kabale und Liebe« in der Volksbühne Man weiß: die Herren Führer sehen es seit langem nicht mehr gern, daß der für Freiheit und andere staatsfeindliche Ideale eine Resolution, die Deutschland und Italien der Intervention in Spanien schuldig Stand, er nimmt den obersten Rang der spricht, und die Zurückziehung fremder sozialen Stufenleiter ein. Das innere Truppen wünscht, abgelehnt das heißt, Entwicklungsgesetz eines absoluten Mi- es ist nicht Einstimmigkeit darüber erzielt worden. Albanien, die Kolonie Italiens, litärstaates schiebt die Armee gegen- und Portugal haben diese Einstimmig unbequem entbrannte Dichter Friedrich Schilüber allen anderen Faktoren in den keit verhindert. Die Rede Roose- ler auf deutschen Bühnen überhaupt noch geVordergrund, es drängt in der Richvelts bedeutet, daß die Ver- spielt wird. Nicht etwa weil er die altbewährtung der Identität von Armee einigten Staaten diese Reso- ten Klassiker Johst und Euringer von dort und Staat. Wo bleibt angesichts solcher Entwicklung die These:» Die Partei befiehlt dem Staat«? Seinerzeit hat lution annehmen! verdrängen könnte sowas verhütet Göbbels laute Burschen vor die Front heraus und fragten den Obersten, wie teuer der Fürst das Joch Menschen verkaufe. Aber unser gnädigster Landesherr ließ alle Regimenter auf dem Paradeplatz aufmarschieren und die Maulaffen niederschießen. Wir hörten die Büchse knallen, sahen ihr Gehirn auf das Pflaster spritzen und die ganze Armee schrie: Juchhe! Nach Amerika!<< Gewiß, heute werden die Freiwilligen<< nicht so öffentlich, sondern mehr diskret aus dem Lande geschafft und das Todesurteil am aufmuckenden» Volksverräter< vollstreckt der Henker mehr in der Stille, soweit diese Die Folge der Rede Roosevelts ist, daß schon sondern well die Begeisterung der nicht von den Angstschreien des Opfer's- taktHans Delbrück als einen der mächtig- der Völkerbund eine Resolution beschlos- Schillerfreunde allzu oft sich an den umpas los gestört wird. Aber das ist Aeußerliches. sten Verfassungsfaktoren des wilhelmi- sen hat, die Japan des Angriffs gegen sendsten Stellen demonstrativ kundtut und Alle fühlen: das Wort, das da von der Bühne nischen Staates den folgenden Zusam- China schuldig spricht, und die darüber dann leicht in einen Applaus ausartet, dessen gellt, ist Stimme aus unserer Zeit, aus unhinaus den Völkerbundsmächten die Auto- staatsfeindlicher Hintersinn sich durch keine menhang bezeichnet: risation des Völkerbunds für jedes Vor- Zensurmaßnahmen verheimlichen läßt... » Eine Armee, die einmal diszipliVoriges Jahr hatte man im Deutschen niert ist, bleibt in der Hand des Of- gehen mit geeigneten Mitteln gegen Japan gibt. Ein gemeinsames Vorgehen der un- Theater« seine liebe Not mit einem gewissen fizierskorps. Und wenn der König mittelbar interessierten Mächte gegen den Marquis von Posa, der sich nicht entblödet, das Offizierkorps hinter sich hat, dann hat er auch die Armee hinter japanischen Angriffskrieg in China zeich- Gedankenfreiheit zu fordern, und desssen Pronet sich am Horizont ab. test wider den Geisteszwang die Herzen und sich.<<(» Regierung und Volkswille<<, Diese Rede Roosevelts ist darüber hin- Hände der Hörer zu jubelndem Widerhall S. 98) aus eine moralische und politische Verurteilung der Politik von Deutschland, Japan und Italien, die an Schärfe kaum mehr zu übertreffen ist. Ist Aufbegehren und Verserer Schmach. fluchung... Allabendlich folgt dieser Szene minutenlanger tief ingrimmiger Beifall, immer wieder anschwellend, nicht enden wollend. Die braune Presse versicherte nach der Premiere scheinheilig, daß der spontane Applaus bei offener Szene ganz ohne Zweifel Klöpfers starke Sprechkunst aufzufassen sei. weckte. Jetzt begibt sich ähnliches Tag um lediglich als eine Dankbezeugung für Eugen Tag in der Volksbühne, wo Schillers ohne Ganz Zweifel. Selbstverständlich. Kabale und Liebes gespielt wird, so- Der Beifall, den Posa seinerzeit fand, galt wesen... K. K Aber ist die Führerschaft der NSDAP gegenüber dem Offizierskorps des neuen Reichsheeres in der Rolle des lange es die Gestapo erlaubt. Allabendlich ja auch nur dem Darsteller, nicht dem FreiKönigs von Preußen? Ganz sicherDer amerikanische Präsident erklärt: fällt in jenem berühmten Auftritt zwischen lich nicht! Dieser ganze» national>> Die heutige Herrschaft des Terrors Lady Milford und dem alten Kammerdiener heitswort. Sonst wär's ja Hochverrat gepolitische Lehrgang« ist in seiner Verund der internationalen Gesetzlosigkeit das historische Kleid vom Geschehen ab. Zwianlassung und in seinem Inhalt ein hat vor mehreren Jahren begonnen.<< schen den Zeilen der Dichtkunst bricht einziges Zeugnis dagegen. Es Das sind die deutschen Vertragsbrüche besteht keine Identität von Staat, Armee und Partei. Es besteht kein Unter- und die Aufrüstung, die Drohung mit dem ordnungsverhältnis Partei über Staat, Kriege. Staat über Armee. Es besteht vielmehr das Problem: Was ist eigentlich im Dritten Reich der Staat angesichts der unverkennbar selbständigen Stellung der Armee? Das ist das geheime innere Verfassungsproblem des Dritten Reichs! Es wird mit dem wachsenden sozialen und politischen Einfluß der Armee immer brennender, würde im Kriegsfall auf die Spitze getrieben werden. So gut wie die Problematik des 30. Juni 1934 noch nicht tot ist, so gut ist auch eine andere Problematik leben-! es allen Hörern fühlbar die graue Wirklichkeit unserer Zeit hervor. Der halb erstickte Zornschrei des Kammerdieners wird zur vox populi unserer Tage, die Szene wandelt sich zum Tribunal, die Volksbühne von heute zum Volksgericht von morgen... >> Sie begannen mit der unberechtigten Einmischung einiger Staaten in die Angelegenheiten anderer Völker, sie beAllabendlich: der Kammerdiener berichtet gannen mit Ueberfällen auf fremdes von dem schändlichen Schacherhandel, den der Gebiet und mit der Verletzung der VerDiktator... pardon der Fürst mit deutschen träge.<< Soldaten betreibt, die nach Spanien, nein Spanien, Abessinien, Bruch des Kel- nach Amerika, aufs Schlachtfeld verfrachtet loggpaktes und des Locarnopaktes. Schul- werden, weil der Tyrann Erz oder Devisen dige: Deutschland und Italien. »> Ohne Kriegserklärung und ohne jede Rechtfertigung werden Zivilperso. nen, ja Frauen und Kinder heute durch Bomben gemordet.<< Das gilt für Guernica wie für Schang-| oder sonst etwas braucht. > Kammerdiener: Ich hab auch ein paar Söhne drunter! Selbstmörder gesucht Unter den Staatsfeinden im Dritten Reich sind die Charaktere offenbar selten oder sie verstehen es meisterhaft, sich zu tarnen und zu verstecken, was ebenfalls kein Beweis von Ueberzeugungstreue ist. Preußische Zeitung Nr. 260. ein Schlag! Die deutsche Presse meldet: > Bei feierlichen Anlässen, besonders Fahneneinmärschen, wird in Zukunft der Marsch» 70 Millionen- ein Schlag< von Peter Kreuder bevorzugt werden.<< Lady: Doch keinen gezwungenen? > Ein Schlag und du stehst im Hemd da<, Kammerdiener( lacht fürchtersagt der Berliner. Also ein Vierjahresplanlich): O Gott! Nein! Lauter Freiwillige! Es traten wohl so etliche vor- Marsch. Carl von Ossietky 50 Jahre Zum Mussoliniempfang abkommandiert >... Das Symbol mag seinen Wert haben, aber Ossietzky ist nicht nur ein Symbol, er ist etwas ganz anderes. Er ist eine Tat. Und er ist ein Mann.< So charakterisiert Professor Dr. Fredrik Stang, Präsident des Friedens- Nobel- Preiskomitees, Professor an der Universität in Oslo und ehemaliger Justiz- sämtliche Mitglieder minister, Carl von Ossietzky in seiner Rede bei der Nobelfeier am 10. Dez, 1936 in Oslo. Carl von Ossietzky, der am 2. Oktober 1937 fünfzig Jahre alt geworden ist, befindet sich noch immer in der Gewalt der Machthaber des Dritten Reiches. Er ist gewiß kein Verschwörer, kein Mann, der versucht hatte, das System der Barbarei zu stürzen, sondern nur ein Pamphletist, allerdings von seltener Kapazität; aber vor allem ein Mann, der auch dann nicht zurückgewichen ist, als das Regime auf ihn mit Drahtruten und Peitschen einschlagen ließ. Frauen an Die Deutsche Arbeitsfront befiehlt Spalierbildung Ein Gestellungsbefehl. daß diesen Vor uns liegt die gedruckte Aufforderung, Berliner die ein Großbetrieb an Reich ihre besten Mannschaften zusammenWir erfahren aus Deutschland: Zum Empfang Mussolinis hatte die Deut- geholt hatte. Dieselben SS- Truppen wurden sche Arbeitsfront Anweisungen gegeben, daß dann auch in Essen wieder verwendet. Um an der Spalierbildung die SS- Mannschaften in Berlin unterbringen teilnehmen müßten, Den einzelnen Ortsgrup- zu können, hatte man die Schulen gedie größtenteils als Unterpen waren bestimmte Kontingente zugewic- schlossen, sen worden, die sie mindestens auf die Beine kunftsräume für die SA verwendet wurden. Am Tage nach dem Empfang wurden zu bringen hatten. So hatte z. B. die Ortssofort diejenigen von den Betriebsobleuten gruppe X. die Anweisung bekommen, 5000 Leute mehr zu stellen als am 1. Mai. Im Ge- zur Rede gestellt, die sich an dem Aufmarsch gensatz zum 1. Mai mußten diesmal auch nicht beteiligt hatten. Wenn kein ganz triftiger und Kriegsbeschädigte Grund als Entschuldigung vorgebracht werder Spalierbildung teilneh- den konnte, stellte der Betriebsobmann an men. Wer wegen Krankheit nicht teilneh- den Vertrauensrat den Antrag, men konnte, mußte sich beim Betriebsobmann Leuten dieser Tag nicht bezahlt werden melden und der hatte zu entscheiden, ob der durfte. Mann von der Teilnahme befreit wurde. Der dieser Spalierbildung erfolgte In Hamburg geboren hat Carl von Os- Aufmarsch Jede sietzky schon lange vor dem Kriege für die nach Ortsgruppen der DA F. pazifistischen Ideen gewirkt und zum Beispiel Ortsgruppe hatte einen bestimmten Stellplatz. in der Zeitschrift>> März< im Jahre 1913 sich und auf diesem Stellplatz hatten die einzel- seine Belegschaft richtete. Sie hat folgenden in einem viel beachtenden Artikel, der ihm nen Betriebe unter Führung ihres DAF- Obsogar eine Beleidigungsklage eintrug, gegen manns geschlossen anzutreten. Bei der Aufdie Zabern- Affäre gewandt. Im Kriege hat er forderung zur Teilnahme an der Spalierbi! sich nicht gedrückt, jedoch das Kriegserlebnis dung war den Leuten zugesagt worden, daß festigte ihn in seiner unbeugsamen An- sie alle genug sehen würden, da das Spalier schauung, daß Deutschland nur leben könne nur aus drei Reihen gebildet werde und auch in Koordination mit den andern Völkern, aber nur eine Reihe SS davor stehen würde. Um so nicht als beherrschender Staat» über alles«. mehr schimpften die Leute am Tage nach dem In seiner ganzen publizistischen Arbeit hat er Empfang, weil sie zum Teil in 15 Gliedern das sich wieder an die Spitze drängende All- stehen mußten und davor standen noch deutschtum bekämpft und wurde mit tief- 3 Reihen SS. Die polizeiliche Ueberwachung stem Hasse von der dieses repräsentierenden war übrigens ausschließlich der SS übertraReichswehr verfolgt. Er erduldete Freiheits- gen, die zu diesem Zweck aus dem ganzen strafen, ging als lebendige Demonstration< sogar ins Gefängnis, aber er hielt das, was er am 27. Dezember 1927 geschrieben hat:» Man mag uns verurteilen, heute, morgen, übermorgen, wir werden es hinnehmen, aber unser Stolz wird sein, nicht gebessert«, sondern nur energischer, schärfer, dichter und zäher zu werden.<< konnte Wortlaut: » An alle Gefolgschaftsmitglieder! Anläßlich des Staatsbesuchs des Duce ist seitens der Reichsregierung September 1937 zum Staatsfeiertag erklärt worden, um der schaffenden Berliner Bevölkerung die Möglichkeit zur Teilnahme an der großen Kundgebung zu schaffen. dem Reichssportfeld portiert werden. Maifeld transDa unsere Gefolgschaftsmitglieder per Bahn zum Reichssportfeld gebracht werden, müssen wir um unbedingte Disziplin bitten. Den Anordnungen der uniformierten Kameraden, die den einzelnen Blocks zugeteilt sind, ist ohne Widerspruch Folge zu leisten. Nur so kann eine reibungslose Abwicklung des Antransportes erreicht werden. Angetreten wird in Sechserreihen. Tagesverpflegung ist mitzunehmen. Die Freifahrtscheine für Hin- und Rückfahrt werden am Bahnhof ausgegeben. Den Arbeitskamerad innen nahme freigestellt. ist die TeilDie NSBO- Stamm- Werkschar steht um.... Uhr auf dem....( Uniform mit Brotbeutel und Feldflasche). Für die Werkschar ergeht Sonderbefehl vom Hauptwerkscharführer. Heil Hitler!<< Folgt Unterschrift. Diese im militärischen Befehlston gehalder 28. tene Aufforderung kommandiert die Arbeiter zur Kundgebung ab. Die Arbeiter und Angestellten haben» anzutreten«<, um> abzurücken< und dann» transportiert« zu werden. Der ausdrückliche Hinweis auf die unbedingte Disziplin« bedeutet, daß keiner fehlen durfte, Die Betriebsgemeinschaft..... tritt am wenn er sich nicht den Verdacht der Staats28. September 1937 um.. Uhr vor der... feindschaft zuziehen und den Quälereien in an, um bereits um..... Uhr zum Bahnhof einem Konzentrationslager nicht ausgesetzt abzurücken, von dem die Teilnehmer nach sein wollte. Die»> Achse« und die Abwehr Die letzten Vorgänge in Südosteuropa Damit erhält die demokratische OppoK. T. Die herausfordernde Demonstra- gleichzeitig Italien eifrig bemüht ist, Jugoaußerordentliche in Jugoslawien hat slawien durch wirtschaftliche Zugeständ- sition tion der beiden Diktatoren in Berlin Vor einem solchen Manne den Degen zu Südosteuropas nisse festzuhalten, läuft Oesterreich über- Stoßkraft, die sie befähigen kann, nach senken und ihm den Respekt zu zollen, den die Probleme Mittel- und mit brutaler Deutlichkeit gestellt. Die dies Gefahr, der in den römischen Proto- dem kaum noch vermeidbaren Sturz Stoer jedem Kulturmenschen abnötigt, wirtschaftlichen Vor- jadinowitschs seine Nachfolge anzutreten. nicht von den zur Herrschaft gelangenden 115 Millionen, von denen Hitler und kollen enthaltenen braunen Bestien erwartet werden. Schon am Mussolini im Ueberschwang ihres Enthu- teile verlustig zu gehen; denn was Italien Schon jetzt aber wird es angesichts des 28. Februar 1933 um fünf Uhr in der Frühe siasmus immer wieder gesprochen haben, Belgrad gibt, nimmt es Wien. Schon jetzt Drucks dieser starken Opposition der Rebemächtigten sie sich Ossietzkys, und ein un- sind eine erdrückende Ueber- hat Oesterreich aus Warenlieferungen er- gierung nicht leicht fallen, ihre Annähevergleichliches Martyrium begann, dessen legenheit jedem heblich mehr als 30 Millionen Schweizer- rung an die Allianz der Faschismen fortdessen legenheit gegenüber selbstverständlich private Stationen die Spandauer Zitadelle, Zuchthaus der Länder Mittel- und Südosteuro- franken in Italien ausständig die es nur zusetzen. Die Sonneburg, Papenburger Moor heißen, bis er pas für sich allein. Nur vereint und durch Teilzahlungen wieder hereinbringen Reise Marschall Balbos durch Jugotodkrank nach Berlin in ein Hospital trans- gestützt auf die wachsame Solidarität der kann. Die italienische Freundschaft kommt slawien zeigt, daß man in Rom über den nun seit dem 8. westlichen Demokratien können sie gegen Oesterreich sehr teuer zu stehen! Es ist Verlust dieser eben eroberten Position bebestehen. Die alten, daher kein Wunder, daß die österreichi- sorgt ist. Auch hier gilt, daß energisches Juni 1936 sich in ärztlicher Behandlung be- diese Uebermacht für Hilfeangebote und einheitliches Vorgehen von London findet, ist sein Zustand heute noch besorgnis- stets aussichtslosen Versuche, sich gegen sche Diplomatie sich Deutschland auf Italien, gegen den brau- anderer Länder empfänglich zeigt. Der und Paris die Entscheidung herbeiführen erregend. nen auf den schwarzen Faschismus zu Besuch Hodžas und des Obersten Beck würde. Ossietzky wurde zum Symbol für die gefangenen und mißhandelnden Friedenskämp- stützen, sind nun wohl endgültig vorbei. in Wien weist auf neue Kombinationsversuche hin, politischer portiert wurde. Obwohl er • fer. An seinem Namen, an seinem Martyrium, Die Seiltänzerkünste, mit denen Schusch nicht recht deren kennischer Hintergrund Mehr Krüppel im Dritten Reich vor allem aber an seiner Gesinnungstreue nigg etwa die Balance zwischen Berlin klar ist. Um so entzündete sich das Weltgewissen und ehrte und Rom zu halten versucht, werden un- mehr, als dabei die Tschechoslowakei das mit Paris aufrechterhält Ossietzky durch den Friedensnobelpreis, der möglich. Kein Wunder, daß die diplomati- Einvernehmen den Außenminister Krofta In Frankfurt fand die 14. deutsche Taihm bekanntlich für das Jahr 1935 zuerteilt sche Geschäftigkeit im ganzen Donau- und durch Paris über das Projekt eines Wirtschafts- gung der Krüppelfürsorge statt. Auf ihr wurde, als er sich noch im Papenburger Moor raum neue Rekorde erreicht. Schon die Nyoner Konferenz blocks zwischen Oesterreich, Polen und wurde Material vorgetragen, das beweist, daß befand. Das braune Regime heulte getroffen auf. Der Reichslügenminister Dr. Göbbels wirkte wie ein Steinwurf in ein stehendes der Tschechoslowakei informiert hat. Auf das herrschende Regime und insbesondere die von Methoden der» Jugendertüchtigung« auch auf hatte gehofft, durch falsche Interviews, durch Wasser. Das rückhaltlose Zusammengehen der anderen Seite soll Deutschland Ent- Mussolini die Zustimmung zu einer die körperliche Entwicklung die Entlassung Ossietzkys aus dem Kranken- Englands und Frankreichs und ihre die zu verzeichnen sei. geradezu verein Miẞstandes herangehen haus am 7. November 1936 die Gefahr der schlossenheit, gegen die faschistische deutsch- östereichischen heerend wirken. Professor Schede aus LeipBe Piraterie im Mittelmeer vorzugehen, hat Zollunion erlangt haben. zig errechnete an Hand von Zahlen, die sich Preiszuerteilung abgewendet zu haben. Von weittragender Bedeutung sind die bei den Untersuchungen des Jungvolkes, der sonders in Schweden und Norwegen streute die Anliegerstaaten des Mittelmeers geman die Gerüchte aus, Ossietzky habe sich zwungen, Farbe zu bekennen. Mit einer innerpolitischen Vorgänge in Jugosla- Arbeitsdienstpflichtigen und der MilitärdienstAlbanien wien, dessen Schlüsselstellung für den pflichtigen ergeben haben, daß bei 90 Progegen die Institution des Friedensnobel- einzigen Ausnahme ganzen Südosten gar nicht hoch genug ein- zent der jungen Menschen preises früher ausgesprochen und sie lächer- haben sie sich der Führung der beiden lich gemacht. Kurzum, man hatte kein Mittel westlichen Großmächte unterstellt. Selbst geschätzt werden kann. Die Konkordats- Haltungsverfall der Wirbelgescheut, um die Niederlage zu verhindern. Griechenland, das unter der DiktaAls am 23. November 1936 fünf unbestech- tur Metaxa s' im Begriff ist, eine deut- kampagne, die wesentlich von der äußer- säule geradezu als Folge von Fußschwäche Os- sche liche Männer des Friedensnobelkomitees Os- sche Kolonie zu werden, Jugoslawien, sten Rechten getragen wurde, hat Stellung der Regierung Stojadino- Wenn er auch als Ursache dieser Verfallssietzky zum Laureaten erhoben, konnte man das durch den jungen abgeschlossenen witsch sehr verschlechtert. Eine Dikta- erscheinungen die Bedingungen einer angebaus den Wutanfällen Hitlers und Göbbels und Freundschaftsvertrag sich an Italien anihrer Trabanten feststellen, daß diese Preis- näherte und drauf und dran schien, sich tur, die sich gegen starke traditionelle lich übersteigerten Zivilisation bezeichnete, so anzuschlie- Kräfte im Lande zu wehren hat, ohne bei sieht er in ihnen doch Auswirkungen der zuerteilung unser erster großer Sieg war. an die» Achse Rom- Berlin<< wenn Ben, wagten es nicht, sich dem gemein- den Massen Sympathie zu finden, ist zum nationalsozialistischen Jugenderziehung. Denn Daran ändert sich auch heute nichts, zu Untergang verurteilt und die Hauptfrage nach einem Bericht der Frankfurter Zeitung< Ossietzky sich auch noch in den Händen der samen Willen von Paris und London braunen Schergen befindet. Wir wissen, daß widersetzen. Wieder ein Mal wurde deut- wird die nach dem Erben. In dieser Hin- sagte er, daß, wenn man im Großen an die er standhaft blieb, als man ihn mit Geld und lich, daß die ganze faschistische Maul- sicht waren während des Feldzuges der Behebung dieses Gewalt beeinflussen wollte, den Preis nicht wurfsarbeit in Südosteuropa ergebnislos Rechten gegen das Konkordat Befürchtun- wolle, dann müßten weitreichende soziale anzunehmen. Ossietzky wollte wohl auf das blieb, wenn England und Frank- gen berechtigt. Seither aber ist eine außer-( Beseitigung der Unterernährung!) und poGeld verzichten. Das war ihm, wenn auch reich nur entschlossen wären, sich ihr ordentlich bedeutungsvolle Wendung ein- litische Probleme aufgerollt werden<<. Die Kroatische Bauernpartei Er wandte sich direkt gegen den Leistungsvollkommen mittellos, nicht wichtig. Aber vereint zu widersetzen. Der einzige be- getreten. Neu- wettkampf, der heute in den Jugend- und auf die Ehrung, deren Bedeutung er sofort scheidene Erfolg des» Antibolschewismus« Matscheks, deren abwehrende verstand, wollte er nicht verzichten, und er der Diktaturen in Nyon bestand in dem tralität während der Konkordatskampagne Sportorganisationen des Dritten Reiches Ausschluß der Sowjetunion von der Kon- nicht wenig zur Schwächung der Stellung erster Stelle steht, und bezeichnete den Marsch nahm den Friedensnobelpreis an. Anläßlich seines fünfzigsten Geburtstages trolle, ein Erfolg, der nur möglich wurde, Stojadinowitschs beitrug, ist im Begriffe, als Mittel zur Leistungssteigerung als völlig gedenken wir dieses im wahrsten Sinne des weil England nichts Ernstliches dagegen sich mit der serbischen demokratischen ungeeignet. Er verlangte, daß dieser Erkenntdie Sowjet- Opposition zu verständigen. Matschek hat nis auch in den Jugendorganisationen liebDie engeren einzuwenden hatte und auch Wortes großen Deutschen. Freunde und darüber hinaus die gesittete union darüber die gesittete union darüber nicht unglücklich war. dieser Tage bekanntgegeben, daß in den gewordene Gewohnheiten geopfert werden. Welt haben die Aufgabe, endlich dem Lau- Wenn England und Frankreich auf dieser grundsätzlichen Fragen eine Einigung be- Es ist nicht wahrscheinlich, daß das Rereaten Ossietzky die verdiente Freiheit zu Linie fortschreiten, wäre die Achsenpoli- reits erzielt sei und nur mehr die Erörteerkämpfen. Es gehört zu den vielen Schänd- tik in Südeuropa trotz aller Kraftgebärden rung von Einzelfragen ausstehe. Der gime und seine Jugendführer< aus der auf lichkeiten des Systems der Großmäuligkeit, der Diktaturen rasch und für immer er- Grundgedanke der geeinten demokratider nicht gehaltenen Versprechungen, Os- ledigt. schen Opposition ist die Abhaltung freier vorgetragenen Erkenntnis die Konsequenzen Am stärksten und unmittelbarsten wird Wahlen unter einer geschäftsführenden ziehen. sietzky diese Freiheit, auf die er längst Anspruch vorzuenthalten. hat, Ossietzkys wohl Oesterreich der immer Regierung und die Ausarbeitung einer für den nächsten Krieg und sie Schicksal, das möge die Welt begreifen, ist weitergehenden Solidarität zwischen Rom neuen demokratischen und föderalistischen schleunigst herrichten alles andere und vor die Gesundheit des jungen Volkes gewählte Kon- allem die Tragödie des anderen, besseren Deutsch- und Berlin getroffen. Es büßt den Schutz Verfassung durch die so kommt erst in zweiter Linie. Kurt Randloff. Italiens gegen Deutschland ein. Und da stituante. lands. von der deutschen Tagung an für Krüppelfürsorge Die Diktatur braucht Schlachtopfer muß sie Brasilien erkennt die Gefahr! mn. Rio de Janeiro, Mitte September. I den, Was wir an dieser Stelle mehr als eindie Brasilianer verlieren allmählich die lassen!< einer lügnerischen Propaganda eine Rechtfertigung der Demokratie. Und warum war das möglich? Weil an ihrer Spitze außer dem Philosophen Masaryk sein Schüler Eduard diese Propaganda wiederaufleben zu Zu dieser Angelegenheit schrieb die bereits Beneš stand, der größte Staatsmann Zentralzitierte Zeitung, von der wir noch erwäh- europas. Hier, in Brasilien, kennen ihn wenige Allerdings sind sich die Brasilianer nen wollen, daß sie zu den in Südamerika von den Imitatoren einer Gewaltlösung. mal vorausgesagt haben, trifft jetzt ein: noch nicht völlig darüber im klaren, wie am weitesten verbreiteten gehört: Staatsmänner von demselben Schlage wie gefährlich die nationalsozialistische Pro->> Wollen die Anhänger der Diktatur noch dieser wohlverdiente Mann existieren noch Geduld über die ständigen Verletzungen paganda und Organisationsarbeit in Bra- ein wichtiges Faktum hören, das die größte mehr in der Tschechoslowakei, und deswegen der brasilianischen Souveränität durch die silien ist. Das betrifft insbesondere die Beachtung aller unparteilichen zeitgenössi- wird dieses Land aller Schwierigkeiten der nationalsozialistischen Ortsgruppen in den Förderung, die die NSDAP der faschisti- schen Soziologen gefunden hat? Es ist das, Gegenwart Herr werden.<< Staaten Espirito Santo, São Paulo, Rio schen Bewegung in Brasilien der Integra- was in der Tschechoslowakei geschehen ist! Man sieht also, daß alle Propagandalistischen Aktion angedeihen läßt., Dieser Staat hat als Schöpfung der Nach- künste und alle Propagandaaufwendungen Die brasilianischen Faschisten benützen kriegszeit eine ungleich schlimmere finan- des Dritten Reiches zum Mißerfolg verrechtsbürgerlicher Orientierung, weil wir zu ihrer Agitation das von den National- zielle Krise durchmachen müssen als Italien urteilt sind. Im entscheidenden Moment Doch ihre Staatsmänner und in den entscheidenden Fragen hat man nicht in den Verdacht kommen wollen, ein- sozialisten gelieferte Material über die Zu- und Deutschland. seitig eine der ausgesprochen linken Zei- stände in der Alten Welt. Seit einiger Zeit haben sich nicht verwirren lassen. Sie haben in Lateinamerika trotz aller gelegentlichen bemühen sich aber die Anhänger der De- sich nicht verführen lassen von der Möglich- Abweichungen zu der wirtschaftlichen, der tungen zu Worte kommen zu lassen, deren mokratie ebenfalls um Anschauungs- keit trügerischer Gewaltlösungen. Sie haben politischen, aber auch der militärischen Antipathie gegen das Dritte Reich schon in sich nicht beraten lassen von hohlen Pam- Kraft der demokratischen Staaten das älteren Datums ist. Der» Estado de S. material aus Europa. Sie erwähnen Ohne Zweifel gehört Paulo«<, das Organ der Paulistianer Re- dieser Hinsicht immer häufiger das Bei- phletisten und Feinden jeder vernünftigen größte Vertrauen. und besonnenen Geschicklich- dieser gute Ruf der demokratischen Staagierung und des Kandidaten für die brasi- spiel der Tschechoslowakei, um zu bewei- Ueberlegung zu den>> unsichtbaren Auslandsgutlianischen Präsidentschaftswahlen, der die sen, wie sehr sich eine Demokratie zu be-| keit. Die Tschechoslowakische Republik ver- ten größten Aussichten besitzt, gewählt währen vermag und wie vollkommen sie zichtete nicht auf den Geist der Demokratie haben«<, die unter allen Umständen, in allen Freiheit, Ordnung und Disziplin zum Vor- und des sozialen Verständnisses und wurde Situationen und auf allen Gebieten ihre teil ihres Volkes zu sichern imstande ist. so ohne all die grobschlächtigen Kunststücke Zinsen tragen... Grande do Sul, Parana und Santa Catharina. Als Beweis dafür zitieren wir eine der brasilianischen Zeitungen konservativwerden, schrieb am 4. September: zu Zurück in die Genfer Giftbude lehnt wurde. Arbeitsfront und Internationales Arbeitsamt > Im allgemeinen ist die 48- Stundenwoche sozial erträglich und eine gehobene Lebenshaltung bei normaler Arbeitszeit einer überstürzten Verlängerung der Freizeit mit ihren unausbleiblichen Auswirkungen auf die allgemeine Versorgung vorzuziehen.<< Das unwahre Gerede von normaler Ar>> Und besagte Direktion mit dem Engländer Butler an der Spitze sollte sich doch einmal daran erinnern, daß Albert Thomas der erste Direktor der IAA, zwar nie aus seinem marxistischen Herzen eine Mördergrube machte, aber doch bemüht war, eine wirklich internationale, also interparteiliche Basis zu wahren.... Diese Eintracht ist nicht mehr vorhanden.... schuld daran ist die Tatsache, daß in den letzten Jahren zu viele Marxisten zu Beamten des IAA ernannt worden sind.<< Solange Albert Thomas gelebt hat, waren beitsamtes die sozialistisch orientierten PerGenfer Arbeitspalast halten > Wenn man bedenkt, was in Oesterreich und Spanien passiert, ist zu befürchten, daß die Propaganda der nationalsozialistischen Ideen in kürzester Zeit ein delikates Problem für Brasiliens internationale Beziehungen schaffen wird, das Grund zu einer Verstimmung Brasiliens gegenüber Deutschland sein wird. Aus diesem Grunde würde es zweckKurz nach dem Raub der Gewerkschafts-| ferenz, der Beschluß zur 40- Stundenwoche in Berlin geht so weit, einen verstorbenen linksmäßig sein, daß die brasilianische Regierung, bewegung hatten die gelben Nazis Gelegen- der Textilindustrie, liegt natürlich nicht im sozialistischen Politiker im Grabe zu beschwöbevor das Uebel weiter wächst, radikale heit, im Juni 1933 ihre arbeiterverräterische Sinne der mit dem IAA augenblicklich diplo- ren, um Butler für die Vorbereitung der Maßnahmen ergreift, um die nationalsoziali- Haltung vor der Welt in Genf zu demonstrie- matisierenden Nazis( im> Arbeitertum« Rückkehr Deutschlands zu bekehren: stische Propaganda zu unterdrücken. Wir ren. Der Ley brachte damals auf der Inter- zeichnet sogar ein» Diplomaticus«). Für eine können in keiner Weise dulden, daß man un- nationalen Arbeitskonferenz im Bunde mit etwaige Rückkehr nach Genf formuliert die ter Miẞachtung unserer Souveränität in un- reaktionären Unternehmern aus allen Ländern» Soz. Praxis<< vorsichtig folgenden Standserem Lande einen Block zu organisieren nicht nur eine Aktion für die Vierzigstunden- punkt: sucht, der den Weisungen ausländischer Re- woche zum Scheitern. Der alkoholisch angegierungen folgt.<< kurbelte Präsident der Deutschen ArbeitsNachdem die brasilianische Zeitung die front hatte darüber hinaus gegenüber dem Tätigkeit der NSDAP mit der der Komin- französischen Arbeiterdelegierten Jouhaux tern vergleicht und versichert, daß die Be- ein so schmachvolles Benehmen gezeigt, daß wunderung des brasilianischen Volkes für sein weiteres Verweilen in Genf unmöglich das deutsche Volk mit diesen Differenzen geworden war. Er wurde offiziell hinausge- beitszeit, gehobener Lebenshaltung und allgenichts zu tun habe, erklärt sie, die Sym- worfen, mit ihm hatte die Nazi- Delegation meiner Versorgung im Dritten Reich läßt es die Nazis, die im Deutschen Reichstag unpathie für eine befreundete Nation könne das IAA verlassen. Zur Abkühlung wurde in vorausahnen, wie wahrheitsgetreu künftige ter den üblichen Schimpfereien gegen eine unter keinen Umständen dazu führen, daß Berlin eine Lustgartenversammlung gemacht, Berichte an das IAA ungefähr ausschauen Beteiligung Deutschlands am IAA gekämpft und die Etatposition des deutschen Beitrags Brasilien auch nur das kleinste Stückchen auf der der international geächtete Nazibonze würden. seiner Souveränität aufgebe: eine wüste Schimpfkanonade vom Stapel ließ, Immerhin wird zugegeben, daß das IAA demonstrativ abgelehnt haben. Heute soll der in der die internationale Arbeitsorganisation vor allem die Aufgabe haben sollte, das Ni- tote Marxist als Zeuge aufgerufen werden, als eine Giftbude ein für allemal abge- veau der sozial zurückgebliebenen daß der bürgerliche Direktor Butler des ArLänder dem der fortschrittlichen anzupasDrei Monate später erklärte das Dritte sen. Das wäre noch die einzige plausible Be- sonalkräfte hinauswerfen müßte, damit die Reich seinen Austritt aus dem IA A. gründung für einen Wiederaufnahmeantrag Parteigenossen des Diplomaticus ihren EinIn einer Begründung des Reichsarbeitsmini- des faschistischen Deutschland ins IAA. Der zug in den können. steriums kam ziemlich unverblühmt zum braune Diplomaticus lehnt es keineswegs Ausdruck, daß Teil XIII, Art. 389, des Ver- mehr ab, nach Genf zurückzukehren, sailler Friedensvertrages, in dem die Organi- nur: sation des IAA behandelt wird, vom Dritten Reich nicht erfüllt werden kann. Danach verpflichten sich die Mitgliedsstaaten, ihre Arbeiterdelegierten im Einvernehmen mit den unabhängigen Berufsorganisationen zu beEine solche» Beobachterstellung<< sollte es stimmen, vorausgesetzt, daß solche Organi- den Nazis ermöglichen, ihre Propagandabemunismus entflammt der Nationalsozialismus richte in den weltverbreiteten sozialpolitiüberall Haẞ und provoziert heftige ReaktioInzwischen hat Nazi- Deutschland alle So- schen Nachrichtendienst des IAA hineinzunen überall dort, wo er propagiert wird.<< zialpolitik zerschlagen und sich vor allem von schmuggeln, ohne sich allzu sehr an die BeWir haben mit Absicht den Satz zitiert, allen internationalen Bindungen der Arbeiter- schlüsse der Genfer Institution des den Nationalsozialismus mit dem Kom- schutzgesetzgebung frei gemacht. Das Gen- Aber Diplomaticus plaudert auch schon von munismus vergleicht, weil er zeigt, wie fer Arbeitsamt hat durch das Ausscheiden den Bedingungen, die zu stellen beabsichtigt sehr die Propagandaarbeit der der Nazis und die nur bedingte Teilnahme sind. Die Gewerkschaftsinternationale ist ihm NSDAP und der anderen Stel- Italiens nur gewinnen können, während das in der Arbeitskonferenz zu einflußreich. Er len des Dritten Reiches in Bra- Dritte Reich jedes soziale Ansehen in der wolle auch die Unparteilichkeit des englischen Rudolf Küstermayer, der wie erinnerlich, silien fruchtlos geblieben ist. Welt eingebüẞt hat. Die Schreiber der Ar- Direktors Butler nicht in Zweifel ziehen, aber im Prozeß gegen den>> Neuen roten Stoẞtrupp< Die Auslandsorganisation der NSDAP und beitsfront werden daher in neuer Zeit nicht doch behaupten, zu 121/2 Jahren Zuchthaus verurteilt wurde, die Beauftragten des Reichspropaganda- müde, beharrlich zu berichten, daß die 50 Einfluß bis ist, wie ein aus Brandenburg ministeriums versuchten nämlich den Bra- Mitgliedsstaaten nur noch den sehnlichsten nach Genf spürbar ist,<< Häftling berichtet, durch die lange Haft und silianern immer wieder einzureden, Hitler Wunsch hätten, die Nazis wieder in Genf zu ja noch mehr, Butler hat in seinem Bericht die erlittenen Miẞhandlungen derart geund seine Bewegung seien die beste, ja die sehen. Das» Arbeitertum<< vom 15. September die Einführung der 40- Stundenwoche in schwächt, daß für sein Leben ernsthafte Beeinzige Waffe gegen den Kommunismus, weiß, daß in Genfer Kreisen in ungleichmäßi- Frankreich>> wenn auch mit diplomatischer sorgnis besteht. Infolge eines in der Haft zuBrasilien besitze nur die Wahl zwischen gen Abständen immer wieder das Gerücht Verzierung«<, aber doch wiederholt« hervor- gezogenen rheumatischen Leidens bewegt er dem Kommunismus und einem Faschismus verbreitet würde, gehoben. Es ginge auch nicht an zu glauben, sich nur schwer am Stock vorwärts und gedeutscher Prägung. Und das Resultat die>> die Arbeitsfront käme wieder nach Genf.» autoritär regierte Staaten vorsichtig kriti- hört in Brandenburg zu der sogenannten ser( übrigens recht kostspieligen) Bemü- Es scheint also ohne uns, einem Volk von sieren zu dürfen<<. Ausgerechnet die Nazis» Krüppelabteilung«. Trotzdem hat er seit hungen? Die Brasilianer setzen die Nazintern und die Komintern einander gleich! » Unsere Pforten sind jedermann zum Eintritt geöffnet und wir empfangen jedermann mit offenen Armen, der kommt, um mit uns friedlich und ehrenhaft zusammenzuarbeiten. Aber niemandem können wir gestatten, daß er sich auf die eine oder die andere Weise in die Innenpolitik unseres Landes einmischt und Organisationen errichtet, die den nationalen Interessen Brasiliens zuwiderlaufen. Gleichgültig wie es um die Vorzüge des Nationalsozialismus bestellt ist, hat seine Propaganda außerhalb Deutschlands in all den Ländern, wo sie geschieht, große Störungen hervorgerufen. Aehnlich wie der KomDer» Estado de S. Paulo<< fordert darum die schärfste Untersuchung der nationalsozialistischen Tätigkeit in Brasilien und sagt zusammenfassend: die Behaup>> Sollte diese Untersuchung tungen bestätigen, die die Londoner>> Times<< erhoben haben, wird unsere Regierung verpflichtet sein, unverzüglich die nationalsozialistische sationen bestehen<<. meint »- aber den Zeitpunkt einer etwaigen Rückkehr der DAF ins IAA, und sei es auch nur zunächst als Beobachter, zu bestimmen, das möge man schon getrost uns überlassen.< >> daß ein links- französischer zu binden. Dieses ganze Nazi- Geflüster über Voraussetzungen einer Rückkehr des Ley nach Genf sollte genügen, um den demokratischen Mitgliedsstaaten die Gefahr aufzuzeigen, die aus dieser künftigen, neuartigen» Auslandszelle<< der NSDAP droht. Es war Albert Thomas, der dieser Internationalen Arbeitsorganisation einst die feste wirklich internationale und soziale Basis gegeben hat. Wem daran gelegen ist, dieses Fundament des Internationalen Arbeitsamtes zu zerstören, kann der Arbeitsfront und ihrem Ley goldene Brücken für die Rückkehr nach Genf bauen, SEL dad Das Schicksal wa Rudolf Küstermayers entlassener 95 Millionen Menschen, nun doch nicht zu raten alsdann Herrn Butler doch die> nicht einiger Zeit unter dem Haß eines Hauptwachtgehen.<( Bei dieser Einwohnerzahl sind offenbar künftige Annexionen schon mitgezählt.) Die> Soziale Praxis« dagegen redet dem von der anderen Seite gut zu und Führer schreibt: » Tatsächlich können wir auch ein Anwachsen und eine vermehrte Tätigkeit der internationalen Arbeitsorganisation feststellen, ihr Mitgliederkreis weitet sich, die Zahl der Konferenzteilnehmer steigt trotz des Fehlens der deutschen Vertreter.< ungesunden Grundlagen seines Werkes< durch meisters Neumann schwer zu leiden. ZusamPropagierung eines> parteipolitischen menstöße mit dem Hauptwachtmeister haben dazu geführt, daß Küstermayer ohne ersichtProgramms nicht zu stören.<< >> Ihm könnte zu gegebener Zeit Deutschland lichen Grund mit dauernder Einzelhaft wieder beitreten, und es sei hier eingestraft worden ist. flochten, daß zahlreiche Deutsche im Arbeitsamt unter ihnen sogar ein Parteigenosse! tätig sind.<< Die vernachlässigte Achse beIn der>> Preußischen Zeitung< Es scheint Diplomaticus nicht mehr erinnerlich zu sein, daß 1933 die im deutschen Nr. 273 lesen wir: Beamtenverhältnis stehenden Mitarbeiter des eins > Solange die Welt in dem bolschewistischen Rußland eine Staatsform sieht, solange sie glaubt, die geistig- seelisch- politische Auseinandersetzung in Spanien zwischen dem Bolschewismus auf der einen und den Kräften der Erneuerung auf der anderen Seite als nichts anderes denn einen Bürgerkrieg ansehen zu dürfen, solange wird sie auch der Achse Rom- Berlin nicht gerecht werden.<< Richtig. Es ist kein Bürgerkrieg, es Das Blatt verweist auf den erweiterten IAA vor die Wahl gestellt worden waren, in Propaganda zu verbieten und alle Aufgabenkreis, die neu errichteten Ausschüs- Genf zu bleiben oder ihre Pensionsansprüche die se und Sonderkonferenzen. Man widmet dies- an Deutschland aufrecht zu erhalten Organisationen aufzulösen, der Nationalsozialismus zu poli- mal auch der Arbeitskonferenz von 1937 aus- von beiden. Der Artikelschreiber der»> Soziatischen Zwecken errichtet hat. führliche Betrachtungen, spricht von> erfreu- len Praxis< Dr. Sitzler gehört sogar zu Es ist dann außerdem notwendig, die deutlichen Ansätzen einer Erneuerung« einer Zu- denjenigen, die damals bei Gefahr des Pensche Regierung mit aller Höflichkeit, aber nahme der Ratifikationen, während die>> Soz. sionsverlustes Genf schleunigst verlassen auch mit aller Festigkeit wissen zu lassen, Praxis< gleichzeitig die noch vorhandenen mußten. Daß ein Pg- Horchposten dort verdaß wir dieser Propaganda unter keinen Um-» Mängel« mit den Schwierigkeiten zu erklä- blieben ist, ist bisher nicht bekannt gewesen. ist ein Eroberungskrieg der Achse. ständen zustimmen können und daß wir es ren versucht ,, die sich aus der verschieden- Also der» parteipolitische Einfluß« des Inter- Wenn die Welt das endlich begriffe, würde als unfreundlichen Akt auffas- artigen Zusammensetzung ergeben müßten. nationalen Gewerkschaftsbundes muß gebro- sie der Achse vielleicht gerecht werden, ansen würden, wenn Versuche gemacht wür- Das positive Ergebnis der diesjährigen Kon- chen werden zugunsten der Nazi- Partei. Nazi- statt sie zu schmieren. Nr. 226 BEILAGE Neuer Vormärts 10. Oktober 1937 Geheimvortrag von Heß vor dem Offizierskorps der Wehrmacht Amtlicher Vortrag des Stellvertreter des Führers der NSDAP., Reichsminister Rudolf Heß, über die Machtgrundlagen und Ziele des Dritten Reiches Wir setzen unsere Veröffentlichungen aus dem» Nationalpolitischen Lehrgang der Wehrmacht« mit einem Vortrag des Reichsministers IIeß fort, den wir in seinen wesentlichsten Partien wiedergeben. Er enthüllt den unbedingten Kriegswillen und die Ziele des Dritten Reichs. Wesen und Wirken des braunen Systems Wenn früher ein Politiker vor Soldaten sprach oder umgekehrt ein Soldat vor Politikern, so konnte wohl im allgemeinen der Redner von vornherein damit rechnen, daß der Zuhörerkreis in Reserviertzumindest heit befangen war; wenn nicht gar ausgesprochenes Mißtrauen herrschte. Dies traf vor allem für die Zeiten des Zwischenreiches zu, für diese unsoldatischsten Zeiten deutscher Geschichte. Dem Politiker war im allgemeinen alles, was nur nach soldatischen Auffassungen, nach Disziplin, Gehorsam, Verantwortung roch, kurz alles Soldatische, so peinlich und zuwider, wie dem Teufel das Weihwasser. Auf der anderen Seite war aus umgekehrten Gründen den gesunden Soldaten der Politiker eben weil der damalige Politiker in seinem ganzen Denken und Handeln hochhielt, was der Soldat verabscheute eine höchst unerfreuliche Erscheinung, wenn nicht ein Greuel. Oft muß es geradezu als Provokation gewirkt haben, wenn Soldaten vor Politikern oder Politiker vor Soldaten das Wort ergriffen, und ich kann mir vorstellen, daß manchmal Mut dazu gehörte oder auch Frechheit! Meine Offiziere! Ich stehe aber vor Ihnen, ohne hierbei das Gefühl des einen oder des anderen zu besitzen. Allerdings habe ich auch die Ueberzeugung, kein Politiker der vor 1933 üblichen Art zu sein. Deshalb spreche ich auch vor Ihnen mit wirklicher Freude, so wie ich weiß, daß es heute zum Beispiel dem Generalfeldmarschall der Wehrmacht Freude bereitet, vor einem Auditorium sogenannter Politiker oder politischer Führer zu reden. Freilich sind diese Politiker und politischen Führer von heute in ihrer Mehrheit soldatische Menschen, Männer mit soldatischem Denken, Fühlen und Handeln. So wie ich selbst immer wieder stolz darauf bin, sagen zu können, daß ich Soldat war die ganze Zeit des großen Krieges hindurch, daß ich als Frontkämpfer in schwersten Schlachten des Westens das konzentrierteste Soldatentum durchlebte und in mich aufnahm. Der Zweck meiner Rede vor Ihnen ist, das Verständnis zu vertiefen für die große Organisation, durch die das politische Wollen im neuen Reich übertragen wird auf das Volk Die Grundlagen der Macht Die Grundlagen der Macht und zwar der Macht im weiteren Sinne sind: löschen vermochten an des feldgrauen Deutschen. Die Ziele Güte wie vielleicht möglich vorhanden gewesen sind- wenn im entscheidenden Augenblick an der Marne die drei Armeekorps, die das Heldentum der Große Generalstab gefordert hatte und die die Entscheidung hätten bringen können, fehlten, so; trug der Reichstag die Schuld. Ich zählte Ihnen die Grundlagen der Macht 1. Die Größe des Raumes, den die Na- auf. tion ihr eigen nennt sein Boden mit Den Raum wollen wir nicht vergrößern dem, was er enthält und was auf ihm zu auf jeden Fall nicht mit Gewalt. Die geogragedeihen vermag. phische Lage vermögen wir nicht zu ändern. des Rau- Dem zu engen Raum und der ungünstigen 2. Die geographische Lage zuzuschreiben, mes: Macht und Bedeutung der umliegen- geographischen Lage ist es den Nationen, Stärke oder Schwäche der wenn wir in unserem eigenen Gebiet nicht natürlichen Grenzen. Auch die klimatischen alles das hervorzubringen vermögen, was wir Verhältnisse sind bestimmend für Vorzüge an Rohstoffen und Lebensmitteln und Nachteile der Lage, insbesondere in friedigung des Eigenbedarfs benötigen. Dies wirtschaftlicher Hinsicht. bedeutet nicht nur eine wirtschaftspolitische Die Grundlagen der Macht sind weiter: zur BeDaher ist Sie wissen, daß der Nationalsozialismus dafür gesorgt hat, daß heute nicht mehr Lebensnotwendigkeiten der Nation von einem Reichstag zerredet und zum Schacherobjekt der Parteien gemacht werden können. Sie haben gesehen, daß im neuen Deutschland Entscheidungen von historischer Tragweite innerhalb weniger Stunden durch den Führer und sein Kabinett getroffen werden Entscheidungen, die in anderen Ländern tage- und wochenlang Parlamentsdebatten vorausgehen lassen müssen. Was das neue Reich hinsichtlich der mili3. Das Volk in seinem Gesamtwert, der Schwäche, sondern die Abhängigkeit von der sich zusammensetzt aus Zahl und der Güte Umwelt. So müssen wir unter Weltwirtim Durchschnitt, ergänzt durch den Wert schaftskrisen, die ohne unsere Schuld entsteder über die Norm des Durchschnitts hin- hen, mitleiden. Die Abhängigkeit von der Um- tärischen Ertüchtigung der Nation und der ausragenden Einzelpersönlichkeiten. welt bedeutet auf alle Fälle eine Beschrän- Bewaffnung ihrer Soldaten getan hat, braukung unserer Selbstbestimmung. che ich Ihnen den Offizieren unserer WehrSelbstbestimmung ist wirkliche Freiheit macht nicht darzulegen. Der Führer hat nur Hand in Hand mit Selbstgenügsamkeit es sich angelegen sein lassen, dafür zu sormöglich. gen, daß, wenn uns wirklich jemand angreift, nicht kostbares Blut hingegeben werden muß, weil vorher an Geld gespart wurde. Sparen in der Bewaffnung ist sparen am unrechten Fleck. 4. Die Waffen, die eine Nation sich schafft, der Menge wie der Güte nach. Zu den Waffen rechne ich auch die geistigen Waffen. 5. Unwägbares, wie die Achtung, die sich eine Nation durch ihre Haltung insgesamt, durch die Haltung ihrer Führer, ihrer Soldaten, ihrer Kinder im Auslande vor der Welt erworben hat; die Art der Wahrung des Ansehens der Nation, eines Ansehens, welches ihre noch so einsam wehende Flagge genießt, weil man weiß, daß nötigenfalls die gesamte Kraft der Nation sie schützt und hinter ihr steht. Von Freiruft: Die Selbstgenügsamkeit kann hierbei gesichert sein durch ein Kolonialgebiet, welches alles erdenklich Notwendige. umfaßt. Voraussetzung ist dann freilich, daß die Machtmittel derart sind, Diese Sparsamkeit kann sogar höchste daß sie ausreichen, alle Zufahrtswege Verschwendung bedeuten. Das Sparen von ein von den Kolonien gegen denkbar starke paar hundert Millionen Mark hier kann durch Koalitionen von Gegnern im Ernstfall Verlust eines Krieges die Verschwendung zu schützen. von Milliarden materieller Werte bedeuten stärkere Bewaffnung Hier liegt die Bedeutung der englischen ganz abgesehen von dem Verlust noch viel ligrath stammt ein Gedicht:» Fire but Seemacht zutiefst begründet. Das englische kostbarerer Werte, nämlich von Millionen der don't hurt the flag!«<, in dem ein englischer Weltreich ist in seiner Gesamtheit autark und Besten des Volkes. Hätte Deutschland bei Konsul auf ferner Insel einen englischen die Freiheit des englischen Volkes ist ge- Kriegsbeginn 1914 durch Aufwand von vielMatrosen lediglich dadurch vor fremden sichert, solange England die Verbindung zwi-| leicht einer Milliarde besagte drei ArmeeVerfolgern schützt, daß er ihm den Union- schen dem Mutterland und seinen Kolonien korps und durchweg's Jack umlegt und lakonisch den anderen zu- beherrscht. Solange Deutschland von MGs. und schwerer Artillerie besessen, >> Feuert, aber verletzt die Flaggé nicht seinerseits über ein autar- wäre hierdurch der Krieg 1914 zugunsten nicht!<< Keiner wagt es, Deutschlands entschieden worden: dem deutund Freiligrath kes Wirtschaftsgebiet verfügt, schließt:>> Wann kommt auch für uns der ist seine Freiheit nicht unbeschen Volke und nicht zuletzt seiner Wirtgroße Tag?! Ich glaube, der Tag ist nicht dingt gesichert: sie ist nicht unbe- schaft wären über 100 Milliarden, die im Verdingt gesichert, solange seine Wirtschaft nur lauf des Krieges aufgewandt und nach VerLassen Sie mich auf noch ein Beispiel un- in Gang gehalten werden kann durch die Zu- lust des Krieges an die Gegner abgeführt werfuhr unentbehrlicher Rohstoffe wägbarer Machtgrundlagen hinweisen. den mußten, erspart worden die jederzeit ihm feindlich Gesinnte zu sper- ganz zu schweigen von unseren Toten! ren vermögen. Der wirtschaftliche Ein sehr hohes Maß von Rüstung kann Vierjahresplan wird Deutschland der aber ein so hohes Risiko für einen Angreifer mehr fern!<< auf Wegen, wiederum Ein hoher Schweizer Offizier sagte mir einmal, daß seiner Beobachtung nach die größte Tragik und die schwerste Nachwirdas Verständnis zu vertiefen für die NSDAP, kung der Marneschlacht 1914 das plötzliche Selbstgenügsamkeit näherbringen. Die Wir- bedeuten, daß hierdurch ein Krieg mit seinen der politischen Schwinden der bis dahin beim Gegner Kraft der Massen geworden ist, so wie besondere bei den Franzosen die Wehrmacht der Träger der zelnden Ueberzeugung war: militärischen Kraft dieser Mas- sturm ist nicht aufzuhalten die zum Träger sen ist. insfestverwurdeutscher Andeutsche Arkung dieses neuen Planes ist gleichbedeutend unerhörten Lasten an Blut und Gut der Namit einer Erweiterung unseres Raumes und tion von vornherein erspart wird. Umgekehrt einer Verbesserung der geographischen Lage. kann eine schwache Rüstung geradezu zum Die Welt sollte es anerkennen, daß wir nicht Angriff herausfordern. Sie kann besonders mit Gewalt uns das Leben und die Freiheit dann zum Angriff herausfordern, wenn ein Beide verhindern das Chaos auf meen, die den Willen zum Sieg in sich traihrem Gebiet, beide treten ordnend, richtung- gen, sind nicht zum Stehen zu bringen. sichern, sondern durch den Einsatz unseres fremder Staat im Innern Schwierigkeiten Geistes und unserer gebend, vereinheitlichend Organisationskraft. durch leicht zu erringende kriegerische Erin Erscheinung. Der Furor teutonicus ging 1870/71 über Wenn ewige Schwarzsender nicht glauben, folge abzulenken. Der englische Minister Frankreich hinweg, er geht auch 1914 daß es möglich ist, die Wirtschaft unseres Hoare hatte recht, wenn er kürzlich sagte: über Frankreich hinweg: laẞt alle Hoff- Volkes derart umzustellen, wie es durch den» Ein großes Reich und zugleich ein schwaches nung fahren! Vierjahresplan geschieht, wenn sie bezwei- Reich ist eine Bedrohung der Stabilität der Die Tatsache aber, daß die deutschen Ar- feln, daß das Kapital aufgebracht werden Welt und eine Versuchung für Angreifer.<< meen plötzlich doch zum Stehen kamen, ja kann, welches in den ungeheuren neuen Fa- Deutschland aber wünscht nicht die Stasogar zurückgingen, bedeutete den Zusam- briken und Maschinenanlagen investiert wer- bilität der Welt zu bedrohen und eine Vermenbruch des Wunderglaubens, daß gegen den muß, so kann ich diesen nur erwidern: suchung für Angreifer zu sein. die deutsche Kraft kein Kraut gewachsen ist Schwieriger, als 6 Millionen Menschen in So wesentlich die Waffen sind bedeutete einen Prestigeverlust, der in einem wirtschaftlich vor dem Ruin stehenden wesentlicher sind aber die Menschen, die sie Das Verstehen dieser politischen Organisation, das Kennen ihres Wirkens, ihres Aufbaues, des Ineinandergreifens ihrer Glieder ist um so wichtiger für den Soldaten aber auch für jeden, der sonst auf einem Gebiete führt als diese Organisation zwar den Namen Partei trägt, aber doch so unendlich viel mehr ist als eine Partei von einst, weil sie so umfassend auf allen nur erdenklichen Gebieten in Erscheinung tritt und mit den Trägern des übrigen Lebens der Nation sich seiner Gesamtheit durch nichts wieder ein- Staat wieder in Arbeit und Brot zu bringen, führen, ihrer Zahl nach, ihrer körperlichen, berührt. Ich habe daher als Thema gewählt:» Wesen und Wirken der NSDAP<. Aufgabe alles politischen Handelns ist die Erhaltung und Stärkung der Nation. Gerade auch die Stärkung, da- wie überall, hier ganz besonders Stillstand Rückgang bedeutet vor allem je mehr die umliegenden Nationen ihrerseits an Stärke zunehmen. Das wesentlichste Mittel zur Erhaltung und Stärkung einer Nation ist die Macht. Stärkung der Macht ist demnach Stärkung der Nation. Umgekehrt ist aber auch Stärkung der Nation Stärkung der Macht; denn die Macht wurzelt in der Nation. zuholen war. die meisten Die Aufgabe der NSDAP ist es nicht, diese nun schon in Arbeit be- vor allem aber auch ihrer seelischen VerfasIm einzelnen blieb der Wunder- findlichen Menschen in andere Arbeitsrichtun- sung nach wesentlicher sind die Menschen, glaube bestehen: von gen zu lenken! Schwieriger, als eine Millio- die als Volk überhaupt hinter der bewaffneten Ihnen werden aus eigener Erfahrung wissen, nenarmee mit modernsten Waffen zu ver- Macht stehen. daß besonders auf dem östlichen und auf dem sehen, ist es nicht, neue Fabriken und neue italienischen Kriegsschauplatz das unerwar- Maschinen herzustellen für produktive Zwektete Auftreten deutscher Formationen an ke. wird wirtschaftspolitisch Stelle anderer bis dahin dort gewesener Trup- seine Freiheit sichern, so wie es militärisch pen Lähmung verbreitete und oft das Gefühl seine Freiheit gesichert hat. erzeugte, verloren zu sein, tatsächlichen Kräfteverhältnisse dies auch wenn die nicht im entferntesten rechtfertigten. Deutschland Das Vorkriegsdeutschland hat vielleicht versucht, eine Hebung der Zahl des Volkes zu bewirken; die Güte des Volkes zu erhalten oder gar zu verbessern, hat es unterlassen. Das Zwischenreich wirkte teilweise beDas Vorkriegsdeutschland pflegte und wußt darauf hin, die Bevölkerungszahl immer Rüstung geht allem vor Macht Presse, oft in Einen Teil dieser mystischen Wirkung stärkte in alter Tradition die realen Grund- mehr sinken zu lassen und die rassische Zuhat der deutsche Soldat sich gerettet lagen der Macht, vor allem die militärische sammensetzung zu verschlechtern. soweit es darin vom Parlament Film, Theater wurden eingesetzt durch den Zusammenbruch hindurch die nicht gehindert wurde. Denn wenn die Waf-| kaum merklicher Weise, dafür aber auf die weil auch die Zeiten der Schande Erinnerung in der Welt nicht auszu-| fen 1914 nicht in der Zahl und nicht in der Dauer um so wirkungsvoller den natür liehen Rasseninstinkt des Volkes, seine Abneigung gegen Juden und jüdisches Wesen, seine Abneigung gegen sonstige ihm fremde Rassen bis herab zu Negern zu überwinden. Wie entschieden das neue Reich mit der Gegenwirkung eingesetzt hat, wie stark es alles tut, den Geburtenüberschuß wieder zu erhöhen, wie es durch Gesetz und Erziehung die rassische Güte wieder erhöht, brauche ich Ihnen im Einzelnen nicht darzulegen. Völlig gefehlt hat im alten Reich eine wirkliche, tiefgehende seelische Beeinflussung des Volkes mit dem Ziele, es innerlich zum tragenden Faktor des Staates zu gescal ten, es hart zu machen für schwere Prüfungen, die das Schicksal auferlegt. Die Tendenz des Zwischenreiches verlief selbstverständlich in der entgegengesetzten Richtung. Erst das nationalsozialistische Deutschland hat den ganzen Einfluß, den es auf das Volk sich errungen hat, eingesetzt, es seelisch stark zu machen, es zum Staatsvolk zu erziehen, sein Denken und Handeln einzustellen auf die großen Erfordernisse der Nation. Diese Erziehung des Volkes, seine geistige Führung, Ist Aufgabe der NSDAP. Wie sehr das neue Reich darauf bedacht ist, die unwägbaren Grundlagen der Macht zu stärken, haben Sie während der Regierung Hitlers verfolgen können. U e b e r nichts wacht der Führer eifer süchtiger als über die Ehre der Nation. Die Imponderabilien der Madit Schon in der Zeit vor der Machtergreifung hat der Nationalsozialismus innerhalb des Volkes die Imponderabilien der Macht; Stolz und Widerstandsgeist— in einer Weise verbreitet, daß die Machthaber der Republik von 1918 darüber zu Fall kamen, weil sie selbst ja das Gegenteil dieser Tugenden verkörperten. Eis war bei ihnen reiner Selbsterhaltungstrieb, wenn sie alles taten, bewußt alles taten, um Stolz und Widerstandsgeist im Volke nicht aufkommen zu lassen. Sie mußten unterliegen, weil unser Volk der Geist der Ehre doch mehr anzog als der Geist der Unehre. Wesentlicher als im Frieden noch ist die seelische Beeinflussung der Gesamtheit des Volkes und insbesondere der Soldaten über die rein militärischen Tugenden hinaus während des Krieges. Und hier haben die Regierungen 1914 bis 1918 völlig versagt. Unsere Waffen waren 1918 nicht ausschlaggebend schwächer als die des Gegners. Sicher gab es viele Abschnitte im Verlaufe des Krieges, in denen sie sehr viel schwächer waren als 1918, in denen z. B. unsere Munition so gespart werden mußte, daß schwerste Feuerüberfälle kaum mit einigen Schuß beantwortet werden konnten. Und trotzdem hielten unsere Truppen damals stand. Der Geist der Menschen ermöglichte den Widerstand auch bei lächerlichem zahlenmäßigen Verhältnis und Mangel an Waffen. Entschlossene Verteidigungsnester hielten oft ganze Divisionen auf. Wesentlich unterlegene Kräfte erkämpften Siege, die in der Weltgeschichte für alle Zelten verzeichnet sind. Erst als die Menschen sich änderten, änderten sich die Kampfergebnisse. 1918 hatten wir Ueber- fluß an Munition, und zwar so weitgehend, daß die Erzeugung eingeschränkt werden mußte: Die BYonten aber brachen zusammen, weil die Menschen mürbe wurden. Die Menschen hatten sich geändert— vor allem seelisch geändert. Das Versagen der Menschen gegen Ende des Krieges war teils die Folge zahlenmäßiger Unterlegenheit, die eine Beanspruchung des einzelnen erforderte, die ein Vielfaches der Beanspruchung des Gegners bedeutete. Der Gegner löste seine Truppen zu wirklicher Buhe ab. Die Schanzarbeit ließ er durch eigens hierzu bereitgestellte Arbeltstruppen, die vielfach aus fremden Völkerschaften bestanden, ausführen. Wir hingegen verweilten fast dauernd im Schlamm und Dreck, wir mußten immer wieder ins Feuer geführt werden, in der sogenannten Ruhezeit schanzton wir und schleppten das Material, wir waren oft gezwungen, sogar auf den notwendigsten Schlaf zu verzichten. Das alles mußte natürlich seine Folgen zeitigen. Die Unterernährung tat ihr übriges— nicht zuletzt auch in der Heimat, deren Stimmung auf die Front zurückstrahlte. Das Wesentliche aber war, daß jedes Gegengewicht fehlte: Eine entsprechende Einflußnahme auf den seelischen Zustand von Front und Heimat. Hitlers Appell an den IVatlonalismus Ich fasse zusammen: Neben dem Versagen des Parlaments, das die Schuld trägt für unzureichende Bewaffnung und unzureichende Aufstellung von Formationen— obwohl die Menschen vorhanden gewesen wären— neben dem Versagen der Diplomatie, die uns unter den ungünstigsten Kräfteverhältnissen in den Weltkrieg eintreten ließ und die Hungerblok- kade ermöglichte, neben der Ueberanstren- gung infolge der zahlenmäßigen Unterlegenheit und Unterernährung, war die mangelnde seelische Beeinflussung der FYont und der Heimat schuld, daß die Deutschen den Endkampf abbrachen, vielleicht kurz vor dem Zusammenbruch des Gegners— oder zumindest kurz bevor dieser so weit mürbe war, daß er friedensbereit wurde zu tragbaren Bedingungen. Die mangelnde oder praktisch überhaupt nicht vorhandene seelische Beeinflussung erklärt sich aus dem Fehlen einer wirklichen Verbindung zwischen dem Volke und der Staatsführung— erklärt sich aus dem Fehlen volksverbundener Führer an maßgebender Stelle und aus dem Fehlen eines organisatorischen Bindeglieds zwischen Volk und Führern, eines Apparates, wie er etwa einer großen Partei zur Verfügung steht. Hier' ist die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei eingesprungen. Adolf Hitler erkannte nach der Rückkehr aus dem Felde die Lage klar. Ebenso klar zog er die Folgerungen und ging mit der ihm eigenen Tatkraft daran, eine neue Partei aufzubauen, die in den Massen des Volkes und mit den Mitteln arbeiten sollte, die beim Volke Erfolg haben— eine Partei, die jedoch ihren Ideen nach Im schroffsten Gegensatz zu den übrigen Parteien der Massen stand und obenan die Interessen der Nation stellte. Er appellierte daher an den wahren Sozialismus, der Gemeinnutz vor Eigennutz fordert, der die gemeinsamen großen Interessen der Gesamtheit höher stellt als die ESn- zelinteressen, der in dem Volksgenossen, sofern er nur irgendwie nutzbringende Arbeit leistet, ein achtenswertes Glied seines Volkes sieht. Um so achtenswerter, als die Erfahrung des Weltkrieges gezeigt hat, daß audh der Volksgenosse, der kaum etwas sein eigen nennt, das der Verteidigung wert ist, mit der gleichen hingebungsvollen Opferbereltschaft in der kritischen Stunde zu seinem Volke steht. Adolf Hitler appellierte aber zugleich an den wahren Nationalismus, der sein Volk und seine Nation über alles stellt, der weiß, daß nur der Einsatz bis zum Letzten für diese Nation ihre Erhaltung auf die Dauer und damit die Erhaltung des einzelnen ermöglicht. Der weiß, daß deshalb der wahre Nationalist zugleich Sozialist sein muß, weil er diesen Einsatz nur erwarten kann, wenn es dem einzelnen seines Volkes so gut geht, wie es unter den gegebenen Verhältnissen möglich ist, und der weiß, daß dieser Einsatz nur Aussicht auf Erfolg bat, wenn der einzelne Kämpfer an Leib und Seele gesund ist und gesui.Ü bleibt. NSDAP und Offizierskorps Im Werden und in der inneren Festigung begriffen ist ein neues, früher unbekanntes Führerkorps. Daß ein so junges Führerkorps, welches In revolutionären Zeiten entstand, noch hier und da Mängel aufweist, daß unter ihm der eine oder andere Unterführer ist, der mit anderem Maßstab gemessen werden muß als dem, welchen man etwa an Mitglieder eines Offizierskorps mit alter Tradition legen muß, wen wollte dies wundern?! In Zeiten des Kampfes— und diese Bewegung entstand in schwerem Kampf— müs� sen die Führer genommen werden, die gegen den Gegner, gegen den angetreten wird, am besten zu kämpfen verstehen. Im Kampf gegen den Marxismus, gegen den Kommunismus, gegen internationale Verbrecher, die unser Volk zugrunderichten, indem sie Teile des Volkes umnebeln und umgarnen, zur Gewalt gegen das eigene Volk aufstacheln— In diesem Kampf können die Führer nicht nach Gesichtspunkten ihrer Salonfähigkeit und ihrer Wohlan. ständigkeit im bürgerlichen Sinne ausgesucht werden. Nein; Maßgebend kann nur sein: wieweit ist der Führer, der oft in kritischster Lage zur kämpfenden Truppe stößt oder während des Kampfes die Führung ergreift, der wirklich geeignete Mann für den Kampf, der ausge- fochten wird. Eis ist eine bekannte Tatsache, daß im Feld sich vielfach Männer besonders bewährten, die alles andere als geeignet für das normale bürgerliche Leben im FVleden waren. In kritischen Lagen waren die Frontkompanien froh, über solche Gestalten zu verfügen, und die Kompanieführer sahen gern über vieles hinweg, was ihnen vom Gesichtspunkt der Friedenstruppe an diesen nicht paßte. Ich weiß, daß In den Reihen des nationalsozialistischen FUhrerkorps da und dort einer ist, von dem Sie meinen, er solle besser abgesetzt werden. Ich weiß aber auch meinerseits, daß diese Führer in schweren Jahren des Kampfes sich bewährten, mehr noch, daß der Erfolg wesentlich ihnen zu verdanken ist. Meine Offiziere! Diesen Führern haben Sie es sohin auch mit zu verdanken, daß keine Volksabstimmungen gegen die Wehrmacht, wie einst gegen den Neubau von Panzerkreuzern, mehr stattfinden, sondern daß das Volk begeistert hinter dem Aufbau einer neuen, stolzen Wehrmacht steht. Ich kenne Männer, die Opfer über Opfer brachten, die ihr Leben im Kampf um die Straße einsetzten, die sich oft durchhungerten, die vielfach darauf verzichten mußten, sich ein Heim zu gründen, um sich Ihr Leben bequemer zu gestalten. Ich kann heute solche Männer, nachdem wesentlich durch sie mit Deutschland gerettet wurde, nicht behandeln wie den Mohr, der seine Schuldigkeit getan hat, weil sie es noch nicht ganz verstanden haben, sich auf die»FTiedenszelten« umzustellen, weil ihre Sprache oft noch kriegsmäßig rauh und oft undiplomatisch Ist. Vergessen Sie im übrigen nicht, daß Sie wohl gelegentlich von Fällen hören, in denen Fehler begangen wurden. Sie sehen die Ausnahmen und nicht die Regel. Eis liegt Im Wesen der Sache, daß Sie nur selten hören von der unendlich großen Zahl von Führern, die in einwandfreier Welse Ihre nicht immer leichte Arbeit tun, die oft Vorbildliches leisten und obendrein— das möchte ich betonen— In der großen Mehrheit heute noch fast kein oder Uberhaupt kein Einigelt dafür erhalten. Sie sind noch heute Diener um des Dienens willen an der Sache und an der Idee, für die sie einst angetreten. Die Wehrmacht hat das Glück, nicht von Grund auf ihr Führerkorps aufbauen zu müssen, sondern sie kann zurückgreifen auf eine alte Tradition, die sie auch für das neue Führerkorps zur Grundlage nahm. Und sie hatte für den Aufbau des neuen Heeres einen Stamm in dieser Tradition erzogener Offiziere zur Verfügung, die das Verbindungsglied darstellten zwischen der ruhmreichen alten Armee zur Armee des neuen Reiches. Wie andere sähe das heutige Führerko-�s aus, wenn die Wehrmacht, ebenso von Grund auf anfangend wie die NSDAP, eine Führerschaft hätte schaffen müssen, die sich auf nichts vordem stützen kann, die ihresgleichen weder der Zusammensetzung, noch dem Wesen nach als Vorbild hat. Welchen Aerger hatte Friedrich Wilhelm I., ja hatte selbst Friedrich der Große noch mit seinen»Offiziers«! Was leisteten sich diese doch alles, was für heutige Offiziersbegriffe undenkbar und auch bei dem erst im Werden begriffenen politischen Führerkorps der NSDAP ausgeschlossen ist! 50 bis 100 Jahre hat es gedauert, bis aus dem damaligen preußischen Offizierkorps das Offizierskorps wurde, das heute Ihnen und uns allen selbstverständlich ist. Nach viel kürzerer Zeit wird das Führerkorps der NSDAP in jeder Beziehung dem politischen FUhrerkorps entsprechen, das dem Führer vor Augen steht. Die NSDAP hat hödiste Adifun» vor der Wehrmadit Die NSDAP, in der so viele alte Soldaten führend tätig sind, hat höchste Achtung vor der Wehrmacht; um so mehr als sie weiß, welch unerhörte Leistung diese Wehrmacht, der größte Teil ihrer Offiziere, Unteroffiziere und Mannschaften, durch die Aufrüstung In so kurzer Zeit vollbracht hat. Diese Achtung wird nicht im geringsten beeinflußt, wenn hier und da einmal einer der Wehrmachtsangehörigen, der noch nicht zum Nationalsozialisten wurde, und der das Wesen des Nationalsozialismus noch nicht begriffen, Handlungen begeht oder Worte spricht, die mit dem Nationalsozialismus und mit dem Wollen der obersten Führung des Heeres nicht im Einklang stehen. Die NSDAP denkt nicht daran, solche Ausnahmefälle zu verallgemeinern und dadurch das Bild, welches sie von der Wehrmacht hat, beeinflussen zu lassen. Ich weiß, daß die Wehrmacht in ihrer Gesamtheit das gleiche Verständnis gegenüber der NSDAP hat. Deshalb ist das Verhältnis zwischen den beiden Institutionen zu meiner Freude auch allerorts ein gutes geworden, soweit nicht das Verhältnis von je ein gutes war. Wie wäre es auch anders denkbar! Ist doch die Wehrmacht als Organisation der soldatischen Kraft angewiesen auf die Partei als die Organisation der politischen Kraft und umgekehrt. Die Partei Ubergibt der Wehrmacht körperlich und geistig zur Wehrhaftig- keit erzogene Menschen, die Wehrmacht gibt disziplinierte, soldatisch denkende Männer wieder in die Obheit der Partei. Die in der Geschichte einzig dastehende Leistung, die der Führer in der Herauslösung Deutschlands aus dem Versailler Vertrag vollbrachte, ohne daß es hierbei zu kriegerischen Verwicklungen kam, wäre nicht möglich gewesen, wenn er sich nicht auf das durch seine Partei geistig erzogene Volk einerseits, auf die durch ihn bereits zu einem derartigen Machtinstrument entwickelte Wehrmacht andererseits hätte stützen können. Das noch gefährlichere Unterfangen, die Wiederbesetzung der entmilitarisierten Zone am Rhein, war gleichermaßen nur denkbar dank der realen Stärke und der geistigen Stärke, die sich der Führer durch Wehrmacht und Partei im Volke geschaffen hat. Deutschland, das Land, in dem von jeher Ideen die tiefgreifendsten Auseinandersetzungen bewirkten, vermöchte in einer Zeit, die immer mehr hintreibt zu Auseinandersetzungen zwischen Weltanschauungen, nicht zu bestehen, wenn nicht die Partei die Einigkeit im Innern garantierte. Sie garantiert die Einigkeit, indem sie alles nach einer Idee ausrichtet und durch diese Idee die Volkskraft mobilisiert als Vollzugsorgan dieser Idee. Die Daseinsberecfaligung der NSDAP Mancher von Ihnen mag vielleicht der Meinung gewesen sein, daß heute, nachdem die früheren Parteien verschwunden sind, auch die NSDAP keine Daseinsberechtigung mehr habe. Die NSDAP hat nicht nur Daseinsberechtigung, sondern sie ist eine Notwendigkeit, gerade auch vom Standpunkt Ihres Interessengebietes. Eine um so größere Notwendigkeit, je mehr sich beute die Politjk und die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln; der Krieg— sich auf das ganze Volk stützen— die materiell- militärische Kraft— In Angriff und Abwehr zu organisieren und zu führen, so Ist der Parteiorganismus das technische Mittel, die geistig- politische Kraft des Volkes In Angriff und Abwehr zu organisieren und zu führen. Hierbei ergänzen sich beide Organismen und beeinflussen sich zugleich gegenseitig. Die NSDAP Ist eine Notwendigkeit gerade im autoritären Deutschland. Je autoritäter der Staat, desto mehr ist ein Korrektiv in Form einer wirklichen Volksvertretung geboten. Sie muß verhindern, daß die Regierung In der bequemen Möglichkeit, laufend völlig selbständig zu handeln, allmählich sich vom Volke entfernt und Maßnahmen vom grünen Tisch trifft, die weder durch das gesunde Volksempfinden beeinflußt, noch in der Wirkung Im Volke nachgeprüft werden, so daß aus dem Segen der autoritären Regierungsform ein Fluch wird und das Vertrauen zu ihr im Volke schwindet. Sie wissen, daß im übrigen der Führer nicht nur mit den Spitzen■ seiner»Volksvertretung«, der Partei, laufend Fühlung hält, sondern in größeren Zeitabschnitten in Volksbefragungen sich direkt an das Volk wendet, um es über ganz große Entscheidungen im Leben der Nation selbst abstimmen zu lassen. Er holt sich damit Immer von neuem Autorisation zur Führung. Dies ist der Weg der direkten Prüfung, ob eine Führung die Volksverbundenheit nicht verloren hat. Zugleich wird damit dem Volke seinerseits das Gefühl vermittelt, daß es die Verbindung mit seiner Führung nicht verloren hat. Viele mögen es als einen glücklichen Zufall ansehen, daß Adolf Hitler zur rechten Zeit dem deutschen Volke gegeben wurde. Ich bin der Ueberzeugung, daß nicht Zufall, sondern ein Schicksal die Völker, die nahe vorm Untergang stehen und die wert sind, nicht unterzugehen, befähigt, den Mann hervorzubringen, der sie vor dem Untergang bewahrt und zu neuer Größe emporreißt. Vielleicht war es auch geschichtliche Notwendigkeit, daß der furchtbare materielle und seelische Zusammenbruch 1918 kam, durch den Einrichtungen hinweggefegt wurden, welche später hindernd hätten im Wege stehen können. Denn unter diesen wäre nicht die Einigung des Reiches über traditionelle Landesgrenzen hinweg, wäre kaum die Ausschaltung der Parlamente und Parteien möglich gewesen, wäre nicht eine junge, rücksichtslose Volksbewegung in die Lage versetzt worden, das jüdische Gift auf allen Gebieten auszumerzen. So war selbst die Revolte von 1918 ein Teil jener Kraft, die das Böse will und das Gute schafft. Sie hat dem kommenden Führer den Neuaufbau von Grund auf ermöglicht. ...bis sie den Zeilpunkt versäumten Ich glaube auch, daß manches von dem, was in den vergangenen Jahren an Schwierigkeiten und Gefahren dem neuen Staate auferlegt wurde, letzten Endes uns zum Segen gereichte. Ich glaube, daß die dauernde Hoffnung auf einen kommenden Zusammenbruch infolge dieser Schwierigkeiten und Gefahren fremde Staaten immer wieder zögern ließ, uns in den Arm zu fallen, bis sie den Zeitpunkt versäumten, zu dem sie es ohne erhebliches eigenes Bi- ■ s.'ko konnten. Die letzte Hoffnung wohl war, daß das neue Reich auf wirtschaftlichem Gebiete scheltern würde— um so eher vielleicht scheitern würde, als seine Aufrüstung doch in einem Tempo und in einem Ausmaße sich vollzog, wie nie zuvor eine Aufrüstung in der Geschichte und wie sie niemand einst für möglich gehalten hat. Sogenannte Sachverständige im Ausland, die nur Zahlen, nur Mengen, nur Materialien, nur Arbeitskräfte kennen, stellten wieder einmal nicht in Rechnung, wie groß die Elastizität der deutschen Wirtschaft, mehr noch die Elastizität des deutschen Menschen ist. Insbesondere aber stellten sie nicht in Rechnung— weil es außerhalb jedes Rechenbegriffes liegt, wie groß die seelische Kraft dieses unseres Volkes ist, wie groß seine Fähigkeit sich einzuschränken, ja schwerste Opfer zu bringen, wenn es weiß, warum es sich einschrankt und wofür es diese Opfer bringt. Sie stellten vor allem nicht in Rechnung, was dieses Volk zu leisten vermag, wenn es eine Führung hat, zu der es Vertrauen besitzt. Unser Volk hat Vertrauen zu seiner heutigen Führung, weil an der Spitze dieser Führung ein Führer steht, der in einer Unzahl von Fällen bewiesen hat, daß er wirklich Führer ist. Ein Führer, der immer wieder den rechten Weg und den Ausweg fand. Ein Führer, der seine Energie einsetzte, unmöglich Scheinendes zu lösen. Ein Führer, der aus einem völlig zusammengebrochenen Volke, an dessen Wiederaufstieg niemand in der Welt mehr glaubte, an dessen Wiederaufstieg dieses Volk selbst am allerwenigsten glaubte. — ein Führer, der aus diesem gleichen Volk der Hoffnungslosigkeit, der Selbstzerflei- schung, der Selbstentehrung ein Volk gemacht hat, das stärker und stolzer denn je Patriotisdier Rat Rede Himmlers an die deutschen Offiziere Eh ihr einen Krieg beginnt,, kämpft zunächst im eignen Lande, achnickt die blöde Rasselbande, daß der Angstschweiß nur so rinnt! XXe SS— einssiebzig groß— kann euch an der Front nichts nützen. Laßt die allerbesten Schützen auf den Feind im Innern los! Wer den Kopf noch oben trägt, wird von uns zurechtgezimmert, bis er wie ein Hündchen wimmert und die Hand leckt, die ihn schägt. Zieht ins Feld! Wir halten Wacht. Solch ein herrlich Volk im Rücken muß euch jeder Weltkrieg glücken. Wagt euch ruhig in die Schlacht! Was der Knüppel nicht erzwingt, * schafft vielleicht das schlechte Futter. Jetzt schon fehlen Brot und Butte- Angst plus Hunger— das gehngt! Von der Memel bis zum Rhein— Furcht macht euer Volksheer stärker, leer die Bäuche, voll die Kerker, und der Sieg wird unser sein! Hugm Emigranten-Tragödie Die in Chur(Schweiz) erscheinende »Neue Bündner Zeitung« vom 13. September schreibt: »Am Freitag gegen Abend hörten einige in der Klubhütte stationierte Gemsjäger aus der großen Felswand herunter verzweifelte Hilferufe. Totz des Nebel- und Schneetreibens organisierten sie unverzüglich eine Rettungskolonne, die tapfer bergan kletterte. Sie kam denn auch bis in die Rufnähe des Verstiegenen; allein welter ging es nicht, da Das große Staunen In ihren Betrachtungen zum Tode Masa- ryks konstatierten die Naziblätter, der Verstorbene sei ein Kenner der natio nalsoziallstisohen Literatur gewesen. Das wurde mit Staunen, Genugtuung und Sperrdruck hervorgehoben, als sei solche Gründlichkeit ein Beweis für die Qualität der Nazischreiberel. Denn daß man die Literatur des Gegners liest, um sich zu informieren, daß man seine Gedankenwelt objektiv zu erfassen suchen muß, ehe man sich damit auseinandersetzt, darauf kommt der richtige Nazi überhaupt nicht. Die Bücher des Gegners verbrennt man, aber man liest sie nicht Das könnte anstecken. Hitler hat keine Ahnung vom marxistischen Gedankensystem, er hat keine Ahnung vom »Kapital« oder vom Kommunistischen Manifest, hat nie die Nase ernsthaft in ein marxistisches Werk gesteckt— und lebt seit 1919 von dem, was er Kampf gegen den Marxismus nennt. Die geistige Welt des Gegners nicht zu kennen, das gehört geradezu zum guten Ton des Nazilagers. Wo immer man Nazipresse und Nazischreiber am Werke sieht, immer besticht ihr Geschimpfe durch die Unkenntnis dessen, was sie beschimpfen. Ob sie um Sozialismus, Liberalimus, Revolutionsgeschichte oder Kulturentwicklung streiten— immer wieder macht die Ahnungs- loslgkeit staunen, mit der sie an Tatsachen, festen gültigen Begriffen vorbei sehen, Wissenschaft vermanschen und ihre eigene Un- kentnis naiv entblößen. Noch nie hat eine Bewegung der neueren Zeit mit so wenig Kenntnissen, mit so wenig Wissen auszukommen versucht, wie die Hitlersche. Wenn in ihrer Presse der internationale Sozialimus noch immer mit dem Märchen vom Teilen und der Entwertung aller Leistungsunterschiede identisch ist, so handelt es sich nicht nur um Böswilligkeit, sondern sie wissen wirklich nicht mehr davon. Man glaubt nicht, mit wieviel Dummheit noch im 20. Jahrhundert eine politische Bewegung gemacht werden kann, und wer nun einmal vom Erberinnern und Rasseinstinkt mehr hält als vom Lernen und Wissen, der muß ja wohl Dummheit und Ignorantentum über die großen Gegenstände der Menschheit entscheiden lassen. Für den gläubigen Leser der Nazipresse zwischen den übrigen Völkern steht! Würdig dieses erneuerten Volkes steht die neue Wehrmacht— würdig dieses erneuerten Volkes steht die Partei, Gemeinsam wirken sie an der schönsten und höchsten Aufgabe, die Menschen gestellt ist, gemeinsam wirken sie für ihre Nation, wirken sie für Deutschland und seine Zukunft. Indessen die finstere Nacht hereingebrochen war. Män rief dem Unglücklichen Worte des Trostes zu und bat, sich noch einige Stunden zu gedulden. Man werde in der Morgenfrühe wiederkehren und ihn holen. Dies geschah. Der Verstiegene befand sich in einer äußerst kritischen Situation. Unter großer Gefahr mußte er überklettert werden, und dann konnte ihm endlich von oben her ein Seil zugeworfen werden, an dem er mühsam emporgezogen wurde. Alles amete auf. Der Arme schien gerettet; allein mm zeigte es sich, wie furchtbar er gelitten hatte. Hände und Füße waren erfroren und die Kräfte waren am Ende. Aber der Aermste bewies eine bewunderungswürdige moralische Kraft. Keine Klage kam über seine Lippen. Er fragte noch nach seinen Freunden und dann überwältigte ihn die Schwäche, und der Tod drückte dem kaum Zwanzigjährigen die Augen zu. Erschüttert standen die wackeren Helfer im Bewußtsein ihrer menschlichen Ohnmacht im winterlichen Schwelgen der grausamen Natur. Die Leiche konnte wegen des tiefen Schnees noch nicht zu Tal gebracht werden. Die Bergung unter den vorliegenden Verhältnissen erwies sich als zu gewagt. Der Tote heißt M a n- del und ist aus Wien. Er trug keinen Rucksack und keine Papiere auf sich, sondern nur einen Regenmantel. VermutUch handelt es sich um einen Touristen und nicht um einen Ueberläufer. Die Leiche wurde gesichert und hängen gelassen. Sie befindet sich in einem lawinen- und steinschlaggefährdeten Gebiet. Mit den Klubhütten auf österreichischer Seite des Scesaplana kann nicht in Verbindung getreten werden, da diese über kein Telefon verfügen. Die Rettungsmannschaft hat eine schwere und mutige Arbeit geleistet.« Die Bergung der Leiche gelang erst seclis Tage später, am 17. September. Dabei stellte sich heraus, daß der Verunglückte der 22jährige Ernst Schöfer aus bleitb von Masaryk eigentlich mtr eins in Erinnerung: daß er sich auch mit Naziliteratur beschäftigt hat. Das maßlose Staunen darüber, daß sich ein anerkannter europäischer Geist mit den Argumenten des braunen Gegners vertraut macht. „Fristlos entlassen!" Immer wieder läßt das Regime versichern, daß die Mitgliedschaft bei der NSDAP, der Arbeitsfront und anderen nationalsozialistischen Organisationen eine»freiwillige« sei. Ebenso kehrt fortgesetzt die Behauptung wieder, daß die Gaben für die massenhaften»freiwilligen« Spenden ohne jeden Druck gegeben würden. Dagegen sprechen die Berichte über Verhandlungen und Urteile der Arbeitsgerichte eine andere Sprache. In der letzten Zeit sind wegen fristloser Entlassung eine Reihe Klagen anhängig gemacht worden: Dasi Dortmunder Landes-Ar- b e i t s a m t hat als Berufungsinstanz die Frage ohne Einschränkimg bejaht, daß der Austritt aus der NSDAP als wichtiger Grund zur fristlosen Entlassung gelten müsse. Der Kläger war ein Pfarrer, der im Gemeindeblatt Bochum über die letzten Stunden eines zum Tode verurteüten Gattenmörders berichtet hatte. Der Aufsatz war heftiger Kritik begegnet. Vom Justizfiskus wurde vor dem Landesarbeitsgericht geltend gemacht, daß allein schon die Tatsache, daß ein Staatsangestellter aus der Partei austrete, die fristlose Entlassung rechtfertige. Vom Konsumverein Laipzlg» Plagwitz wurde eine Verkäuferin entlassen, weil sie sich an der freiwilligen Spende für das Winterhilfswerk nicht beteiligt hatte. Ihre Klage auf Wiedereinstellung wurde vom Arbeitsgericht abgewiesen. Das Kölner Arbeitsgericht(die Reichsbahnfachkammer) hat die Klage eines Arbeiters gegen die Reichsbahn auf Wiedereinstellung abgewiesen. Der Arbeiter war, nachdem er aus der NSDAP ausgeschlossen worden war, entlassen worden. In der Urteilsbegründung wurde ausdrücklich gesagt, daß der Ausschluß aus der NSDAP vorwiegend ein Grund zur Kündigung sei, um so mehr, als es sich um eine Behörde handelte. Das Reichsarbeitsgericht hat die fristlose Entlassung des Leiter einer Devisenabteilung bestätigt. Die Entlassung war erfolgt, weil er sich nicht»entsprechend« an nationalen Spenden und Sammlungen beteiligt hatte, t keiner nationalsozialistischen Fachschaft angeschlossen war, beim Gesang des Horst-Wessel-Liedes den linken Arm nur in halber Höhe eingewinkelt und weil er »wenigtens teilweise« den Hitlergruß verweigert habe. Das Arbeitsgericht Berlin hatte sich mit der Klage eines Arbeiters gegen seine fristlose Entlassung zu beschäftigen. Breslau ist, der bis dahin als Emigrant in Prag gelebt hatte. Ernst Schöfer, der Sohn proletarischer Eltern, betätigte sich schon frühzeitig in der Sozialistischen Jugend in Breslau. 1933 wurde er wegen seiner illegalen Tätigkeit eines der ersten Opfer der Gestapo. Es gelang ihm, aus dem Gefängnis zu fliehen. Nach einer abenteuerlichen Wanderung durch mehrere Staaten Europas, bei der er elf Grenzen ohne Papiere überschritt, kam er schließlich nach Prag. Er erwarb sich hier seinen Lebensunterhalt als Schneider. Aber ohne Arbeitserlaubnis fand er stets nur Beschäftigung während einer kurzen Saison. 14- oder 16stündige Arbeitszelt ertrug er lieber als die Inanspruchnahme von Unterstützung. Als die Arbeitsmöglichkeiten immer geringer wurden und er von den kargen Einnahmen aus seiner Arbeit nicht mehr leben konnte, entschloß er sich, nach Frankreich zu übersiedeln, wo Freunde ihm Ar- beitsmögüahkeiten und Aufenthaltserlaubnis zu verschaffen hofften. Die Möglichkeit, legal zu reisen, wurde ihm leider nicht geboten. Die Tschechoslowakische Republik gab ihm zwar einen Emigrantenpaß, aber weder das französische noch das schweizerische Konsulat gaben ihm ein Einreisevisum. Um der Gefahr einer Festnahme in der Schweiz wegen unerlaubten Grenzübergangs zu entgehen, die schon für manche Emigranten die Auslieferung an Deutschland bedeutet hat, nahm er den Weg über das Hochgebirge an der Grenze von Vorarlberg und Graubünden, wo er sein junges Leben lassen mußte. In dem Schweizer Alpendorf Seewis wurde er begraben. Ein hoffnungsvoller junger Mensch ist ein sinnloses Opfer der Rechtlosigkeit der Emigranten geworden. IVielfsdie und Hitler Der Kampf um Nietzsche geht drübgn weiter. Im Eher-Verlag ist nunmehr ein Sie war erfolgt, weil er nicht damit einverstanden war, daß ihm die Beiträge für die Arbeitsfront vom Lohn abgezogen wurden. Er verlangte die Rückerstattung des einbehaltenen Betrages. Er wurde ihm ausgezahlt, gleichzeitig aber die fristlose Entlassung überreicht. Das Arbeitsgericht wies die Klage ab. Es sind nur wenige Fälle, In denen die Arbeiter bis vor das Arbeitsgericht gehen. In Wirklichkeit ist der Terror, mit dem die Teünahme an den freiwilligen Spenden und der Eintritt in die Partei erzwungen wird, a 1 1 g e m e.l n Schlafe auf Leder! Der Firma Karl Freudenberg in Weinheim a. d. B. soll es gelungen sein, aus Lederabfällen, die nicht für die Kunstledergewinnung geeignet sind, wie z. B. Kopfleder, ein Ersatz für Roßhaar herzustellen. Von diesem Ersatz wird gesagt, er gleiche»in Farbe und Kräuselung völlig dem Naturmaterial, sei mottensicher und hinsichtlich druckelastischem Verhalten, Füllfähigkeit, Bruchdehnung, Reißfähigkeit und dergleichen bestem Roßschweifhaar gleichzustellen. Dieser Roßhaarersatz aus Leder eigne sich nicht allein für Polsterzwecke für Matratzen, Möbel usw., sondern könne auch für die Roßhaarweberei und Besen- und Bürstenindustrie verwendet werden.« Ersaht für die Apfelsine In den»Nachrichten für den Außenhandel« wird berichtet, daß das Laboratorium für Konservierungsmethoden in Stavanger(Norwegen) die Verwendungsmöglichkeit des Seetangs für die menschliche Ernährung untersucht habe. Angeblich sollen die Versuche ergeben haben, daß Seetang, wenn er einem Gärungsprozeß unterworfen worden sei, Eds Speise für Menschen gut zu verwenden sei. Sein Vitamingehalt entspreche ungefähr dem der Apfelsine. Seetang für Apfelsinen— wie wird die nächste Errungenschaft aussehen? Zustünde Der Polizeipräsident teilt mit: Trotz meiner vor einiger Zeit erfolgten Warnung in den Tageszeitungen nehmen die Klagen in der Bevölkerung über das unerlaubte Schießen an von Menschen bewohnten und besuchten Orten nicht ab. Insbesondere werden im Stadtteil Marienburg von halbwüchsigen Burschen Schießübungen mit Luftbüchsen veranstaltet, wodurch Menschenleben gefährdet werden können. Um derartige Auswüchse zu unterbinden, werde ich in Zukunft rücksichtslos gegen Personen vorgehen, die außerhalb der polizeilich genehmigten Schießstände schießen...« »Kölnische Volkszeitung« Nr. 257. Buch erschienen, das festlegen soll, was Nietzsche mit den Nationalsozialisten verbindet und was beide trennt. Im Nachlaß Nietzsches fand man das Gebot:»Mit keinem Menschen umgehn, der an dem verlogenen Rasseschwindel Anteil hat...« Was hat einer, der den Hitler und Rosenberg so ins Gesicht schlägt, mit dem Naziotentum zu schaffen? Aber hören wir den Schluß des Buches(zitiert in der DAZ): »Nietzsche ist die Verkündung, nicht die Erfüllung; Dem Genie der Wertung mußte erst folgen das Genie der Gestaltung. Sollte Nietzsche nicht umsonst gerungen haben— dann mußte kommen der Mann aus dem Weltkrieg, der Philosoph aus dem Schützengraben, der Denker und Täter: Adolf Hitler.« Was ist nun schon der europäische Denker Nietzsche neben Hitler, dem Philosophen, dem Denker, dem größten Baumeister, größten Künstler, größten Soldaten, größten Staatsmann! Daneben verblaßt alles, was sich Byzantiner je geleistet haben. Krepiere beizeiten! »Man hat es gern, wenn es immer heißt, die Menschen würden— in Deutschland!— heute durchschnittlich um 20 Jahre älter als noch vor einem Menschenalter... 20 Jahre länger leben, damit ist es nicht getan. Der Nationalsozialist zieht hier die unerbittlichen Folgerungen, die sich aus der Lebensverlängerung des einzelnen für die Volksgemeinschaft ergeben. Sollen wir 20 Jahre länger leben, um 20 Jahre länger als Arbeitsunfähige und deshalb Arbeitslose herumlaufen? Das ist die ernste Frage, die sich hier ergibt. Und die jeder gerade Mensch mit einem scharfen»Nein!« beantworten wird, keiner will länger, als es durch Altersschwäche und-leiden unvermeidlich bedingt ist, seine Hände in den Schoß legen, seiner Familie oder seinem Volke zur Last fallen.« »Völkischer Wille«. Alles für die Aufrüstung Die deutsche Wirtschaft im englischen Urteil Waren aus des wirtschaftlicher Fortschritt Es ist ein häufig wiederholter Trick| Kupferversorgung zwischen 1929 und 1935| barsten deutschen Bodens dem Anbau wert- lichen Rat, sein verschwenderisches Umder faschistischen Mächte, ihre Raubzüge zugenommen hatte. Die Zunahme fand statt vollen Getreides entzogen worden ist und daß gehen mit den nationalen Reserven aufzuals Behelfe der Verteidigung zu tarnen, während eines Zeitraumes starker Schrump- die Flachssubvention den Erwartungen nicht geben: ihre Kriegsvorbereitungen als Mittel der fung des Welthandels und noch stärkerer entsprochen hatte. Mit der Kaufkraft und deutschen Außenhandels. deutschen Verbrauches Friedenssicherung, die Kriegsfanfaren als Schrumpfung des der deutschen Taubengirren. Leider finden sie nur allzu Nach der deutschen amtlichen Statistik war Haushaltungen ist also sehr verschwenderisch viele Gläubige, und es ist nichts gefähr- die Ausfuhr von Kupfer und umgegangen worden. Der deutsche Flachslicher für den Frieden als dieses irrige Kupferlegierungen von 173.929 Tonnen 1929 verbrauch ist kaum geringer als im SpitzenVertrauen zum bösen Buben, der sich als auf 19.365 Tonnen 1936 gefallen. be- jahr 1929, und es scheint, das er so gut wie verkannter Musterknabe tarnt. merkenswerte Zunahme der deutschen Vor- ausschließlich militärischen Zwecken gedient So wird von den nationalsozialistischen räte war also begleitet von einem Sinken des hat.<< Machthabern immer wieder versichert, Exports auf ein Neuntel in der Zeit von 1929 daß das Streben nach Vervollständigung, bis 1936.<< der deutschen Autarkie ihnen vom Ausland aufgezwungen sei, das ihnen die Rohstoffzufuhr sperre. Den amtlichen Zahlen läßt sich aber entnehmen, sen. Aluminium Die >> Aller hängt letzten Endes vom Frieden ab. Noch scheint die gegenwärtige Situation einer Richtungsänderung Deutschlands günstig. Der große Vorrat von Munition und Waffen müßte von jetzt an im Lande abgebaut werden. Sicherlich könnte ein größerer Teil der Rohstoffe zur Erzeugung von Ausfuhrwaren verwendet werden, für die eine große Nachfrage besteht, gegen Zahlung in bar und in Devisen.<< Gewissermaßen als Antwort auf diese Der Verfasser stellt fest,» daẞ Deutschland weit hinter seiner Leistungsfähigkeit zurückbleibt, nicht weil seine Arbeiter>> In der Zeit von 1929 bis 1935 waren In- schaft zu wenig arbeitet, sondern weil landsproduktion und Einfuhr zusammen von ein so großer Teil der Bevöl46.900 auf 88.700 Tonnen gestiegen, zugleich kerung mit unproduktiver Ardaß Deutschland niemals so gut mit die Ausfuhr von 4100 auf 200 gesunken, also beit beschäftigt ist und über- wohlwollende Mahnung hat Göring die ausländischen Rohstoffen versorgt ge- die in Deutschland verbliebene Menge von mäßige Lasten zu tragen hat, deutsche Eisenerzeugung auf heimisches wesen ist wie 1936. Die Rohstoffversor- 42.800 auf 88.500 Tonnen angewach- weil ein so großer Teil ihrer Hilfsquellen Erz gestellt und die vollständige Requisigung geht weit selbst über die des Die Weltproduktion von Aluminium brach liegt oder ohne gebührende Rück- tion des heimischen Getreides angeordnet. Rekordjahres 1929 hinaus. zeigt, nach einem scharfen Fall während der sicht auf die Einschätzung des wirklichen Vielleicht beweist dies der englischen Ziviler Verbrauch und Ausfuhr bleiben Depressionsjahre 1935 die gleiche Ziffer wie Nutzens mißleitet wird, weil seine gegen- Bankwelt, daß Hitler, wenn er die Veraber weit hinter 1929 zurück. Für das 1929. Zur gleichen Zeit hatte sich aber die wärtige wirtschaftliche Lage nicht der ständigung mit England erstrebt, nicht Entwicklung seiner wirklichen, aber laten- der Welt den Frieden, sondern sich die Rätsel des ungeheuren Mißverhältnisses Versorgung Deutschlands auf das Doppelte erten Kräfte angepaẞt ist<<. Der Verfasser Vorherrschaft über Europa sichern will. zwischen dem Gesamtkonsum und dem höht. 1929 verbrauchte Deutschland ungeG. A. F. zivilen Konsum von Rohstoffen gibt es fähr 18 Prozent des ganzen Weltbedarfs, gibt dem Dritten Reich den freundschaftkeine andere Lösung als die, daß riesen- 1935 absorbierte es mehr als 50 Prozent des hafte Vorräte für den Ernst- gesamten Weltverbrauchs.<< fall angesammelt werden, sei es in der Form der Lagerung, sei es in der verarbeiteten Form von Kriegsgerät. Auch hier wird also die Vorbereitung des Angriffs als Defensive maskiert. In dem Monatsbericht der Bauxit Bauten Das ergibt sich eindeutig aus der in Protest wider den Maulkorb sen. >> Wirtschaft und Statistik« 2. Juli- Heft ent>> Die Einfuhr von Aluminium Murrende Hitlerjugend. war 1936 haltenen Veröffentlichung über die Bautätigetwas zurückgegangen, aber die GesamtverDaß gewisse Journalisten innerlich keit im 1. Halbjahr 1937. Darnach waren im sorgung des Landes stark gestiegen, denn gleichsam gegen die eigene Gleichschaltung 1. Halbjahr 1937 im Wohnungsbau noch 11%, während dieses Jahres wurden große Alumiin ihre vom. Göbbels kon- im Nichtwohnungsbau 22.3% mehr protestierend niumwerke errichtet, in die ungeheure Kapi- trollierten Artikel hier und da vorsichtsvoll ge- vollendet worden als zur gleichen Zeit 1936. Die In- tarntes Gemecker einfließen lassen, ist weder Bei den im 1. Halbjahr des laufenden Jahres Lloyds Bank Limited, London, talbeträge investiert worden sind. noch erschütternd, sondern genugsam fertiggestellten Bauten, die also schon vorist ein Bericht über Deutschlands wirt- landsproduktion von Bauxit, dem wichtigsten neu Rohstoff für Aluminium, stieg von nur 1600 jedem bekannt, der sich das Mißvergnügen her amtlich genehmigt und begonnen worden schaftliche Aussichten enthalten. Er Tonnen 1932 auf 19.300 Tonnen 1934 und macht, deutsche Zeitungen aufmerkend zu waren, war die Zunahme erheblich stärker schließt mit einem vertrauensvollen Appell 40.800 Tonnen 1935. Die Einfuhr von Bauxit, lesen. Erheblich sensationeller und gewichti- als im Wohnungsbau. Aber zur gleichen Zeit an Hitlers Willen zur Verständigung mit das hauptsächlich aus mitteleuropäischen ger dürfte die Feststellung sein, daß neuer- ist von den Amtsstellen, die über die BewilliEngland und zum Frieden. In merkwürdiStaaten kommt, mit denen Clearingabkom- dings selbst in der ganz dickbraun abgestem- gung von Bauten zu entscheiden haben, der gem Gegensatz dazu steht allerdings folmen bestehen, und das zum größten Teil bis pelten Parteipresse manch offensichtliches Wohnungsbau zugunsten des Rüstungsbaues gende Feststellung: jetzt unbezahlt geblieben ist, hatte von Deuteln am Führerwort sich vorwagt. Es be- nicht nur benachteiligt, sondern absolut ein326.000 Tonnen 1934 auf 505.000 Tonnen 1935 darf wahrlich der ausdrücklichen Versiche- geschränkt worden. zugenommen. 1936 hatte die Bauxiteinfuhr rung, daß nicht ein Emigrantenblatt, sondern Im 1. Halbjahr 1937 war im Wohnungsbau nach der amtlichen Statistik die Menge von ausgerechnet das offizielle Organ der die Zahl der Bauerlaubnisse um 7%, die der 981.000 Tonnen erreicht. Angesichts dieser Hitlerjugend sich wie folgt vernehmen Baubeginne um 1.2% niedriger als 1936. astronomischen Zahlen ist das ließ: Nichtwohnungsbauten waren um 26% mehr Sinken der. Aluminiumeinfuhr 1936 von 18.000 auf 6200 Tonnen von verhältnismäßig geringer Bedeutung.< > Es ist charakteristisch für Deutschlands Lage in den letzten drei oder vier Jahren, daß ein wachsender Teil des Volkseinkommens, der angehäuften Ersparnisse und des Auslandskredits für die Aufrüstung verbraucht worden sind. Das Ergebnis war, daß lebensnotwendige Hilfsquellen der ertrag bringenden Entfaltung von Industrie und Landwirtschaft, der Bildung einer Devisenreserve, der pflichtmäßigen Erfüllung des Dienstes ausländischer Anleihen und vor allem der angemesse-» Die Einfuhr von Baumwolle hatte betra1929 nen Ernährung und Bekleidung des Volkes gen ungefähr 358.000 Tonnen, 1935 Aber die entzogen worden war... Ein Vergleich der 349.000 und 1936 325.000 Tonnen. bis Ende 1936 für die Bewaffnung eingeführ- deutsche Kunstseidenerzeugung war von 58 ten Rohstoffmengen mit dem Gesamtumfang Millionen lbs 1930 auf 112 Millionen lbs 1936 der gestiegen, und die Produktion von des Außenhandels zeigt, daß der Anteil StapelAufrüstung stark gestiegen ist; nicht minder fasern, die 1929 gleich Null war, von 10 Milder lbs richtig ist, daß die Ausfuhr aus Roh- lionen lbs 1933 auf 65 Millionen Baumwolle 1936. >> Die Tatsache einer eigenen Meinung erlaubt und um 75% mehr begonnen worden wird als Rückfall in vergangene liberalisti- als im Jahre vorher. Würde die Statistik nicht sche Zeiten mit Feuer und Schwert verfolgt nach der Zahl der Bauten, sondern nach ihund unterdrückt... Aus dem Herzen wird der letzte Funke persönlichen Muts ver- rem Umfang und ihren Kosten aufgemacht, tilgt... Das widerspenstige Gewissen wird so würde sich ein noch viel krasseres Bild damit beruhigt, daß eben Disziplin über zeigen. alles gehe und Gefolgschaft die Anbetung des Vorgesetzten bedeute. Ein Vorgesetzter wird sich nur auf Mitarbeiter verlassen können, die... ihm einmal die eigene Meinung sagen.«(» HJ<, Kampfblatt der HitlerJugend 1937, Nr. 36. Das ist nun wahrlich schon nicht bloßes Gemurr und Gemecker mehr. Sondern ungestoffen hergestellten Fertigwaren wie der Deutschland steht jetzt nach Italien unter den schminkte Auflehnung wider den Nürnberger Export im ganzen in den Jahren 1934, 1935 europäischen Erzeugern synthetischer Texti- Radiotrichter, regelrechte Kündigung des Kaund 1936 stark zurückgegangen war.<< Kupfer lien an zweiter Stelle. Der Verbrauch reiner davergehorsams Für den zivilen mit Reserven. rissen ist. wenn auch vorerst nur Neuer Vorwärts Sozialdemokratisches Wochenblakk Herausgeber: Ernst Sattler; verantwortlicher Redakteur: Wenzel Horn; Dann werden auf Grund von amtlichen Baumwolle ist der Textil- und Bekleidungs- auf dem Papier. Immerhin: auf welchem Druck:> Graphia<; alle in Karlsbad. Zahlen Feststellungen gemacht, aus denen industrie streng verboten. Papier! Auf dem der Hitlerjugend, der doch Zeitungstarif bew. m. P. D. Zl. 159.334/ VII- 1933. sich die Höhe der für Kriegszwecke auf- Bedarf werden künstliche Rohstoffe mit Recht nachgesagt wird, daß sie noch im- Printed in Czechoslovakia. Kontrollpostamt: gestapelten Vorräte ergibt. einer geringen Beimischung von Baumwolle mer am tiefsten und echtesten von der fal- Poštovní úřad Karlovy Vary 3.- Aufgabeverwendet. Es müssen also in Deutschland schen Anführerromantik gepackt und mitge- postamt Karlsbad 3. gewaltige von Rohbaumwolle für Munition und aus Baumwolle, erzeugten Gegenständen des militärischen Bedarfs vorhanden sein. Die Ausfuhr von Waren aus reiner Baumwolle hatte 1929 83.000 Tonnen betragen, 1936 nach den amtlichen Ausweisen der Export von baumwollenen Kleidungsstücken, Baumwollstrickereien und anderen baumwollenen Fertigwaren nur 18.357 Tonnen.<< Auf Grund amtlicher Ziffern wird gesagt, daß in der Zeit von 1929 bis 1935 die Summe von Inlandsproduktion und Einfuhr von Kupfer von 381.000 auf 406.000 Tonnen gestiegen, der Export von 48.700 auf 3100 Tonnen gesunken war, also die in Deutschland verbliebene Menge 330.000 auf 403.000 Tonnen zugenommen hatte. Dann heißt es weiter wörtlich: Zunahme der von Flachs Dennoch darf man es Der» Neue Vorwärts« kostet im Einzelverkauf innerhalb der ČSR Kč 1.40( für ein Wir zweifeln gewiß nicht, daß von oben Quartal bei freier Zustellung Kč 18.-). Preis her exemplarisch der Schriftleitung des HJ- der Einzelnummer im Ausland Kč 2.-( Kč Kampfblattes klargemacht werden wird, daß 24.- für das Quartal) oder deren Gegenwert Disziplin eben doch über alles geht. Ein ver- in der Landeswährung( die Bezugspreise für das Quartal stehen in Klammern): Areinzeltes jugendliches Aufbegehren- was gentinien Pes. 0.30( 3.60), Belgien: Belg. will das schon bedeuten! Nicht viel, gewiß. Frs, 2( 24.-), Brasilien 1 Milreis( 12.-), als Symptom einer Bulgarien Lew 8.-( 96.-). Danzig Guld. 0.45 Stimmung sehen, die heute schon mitten im( 5.40), Deutschland Mk. 0.25( 3.-), Estland > Obwohl auf Grund der Schätzung Sachbraunen Jugendlager rumort, einer Freiheits- E. Kr. 0.22( 2.64), Finnland Fmk. 4.-( 48.-), Frankreich Frs. 1.50( 18.-), Großbritannien sehnsucht, die heute noch schwächlich ist und d 4.-( Sh. 4.-), Holland Gld. 0.15( 1.80). Itaverständiger der zivile Kupferverbrauch zu leicht durch irgendwelche» Maßnahmen« zu- lien Lir. 1.10( 13.20). Jugoslawien Din. 4.50 mindestens 50 Prozent durch Ersatzprodukte ( wie Aluminium) verdrängt worden war, hat>> Die Flachseinfuhr war von 231.000 Ton- rückgedämmt werden mag. Die aber da ist( 54.-), Lettland Lat. 0.30( 3.60). Litauen Lit." nach obigen Ziffern gegenüber 1929 eine nen 1929 auf 242.000 Tonnen 1935 gestiegen. und wachsen und irgendwann einmal erstarkt 0.55( 6.60). Luxemburg B. Frs. 2.45( 29.50), Norwegen Kr. 0.35( 4.20), Oesterreich Sch. 0.40( 4.80). Palästina P. Pf. 0.020( 0.216), feststellbaren Es war ins Auge gefaßt worden, die heimi-| aller» Maßnahmen< spotten wird. Polen Zloty 0.50( 6.-), Portugal Esc. 2.Kupferversorgung um 70.000 Ton- sche Produktion mit Hilfe von Subventionen ( 24.-), Rumänien Lei 10.-( 120.-), Schwenen stattgefunden. Wenn auf zu steigern, aber die Dinge entwickelten sich den Kr. 0.35( 4.20), Schweiz Frs. 0.30( 3.60), 165.000 Tonnen geschätzten Verbrauch für nicht ganz so, wie geplant worden war... Spanien Pes. 0.70( 8.40), Ungarn Pengö 0.35 zivile Zwecke hinzurechnen, scheint es, daß Die Anbauer von Flachs erhielten, teils mit ( 4.20). USA 0.08( 1.-). von Staatssubventionen, teils auf rund 235.600 Tonnen zusätzlichen Hilfe Nach der Verfügung Görings muß Kupfers für die Bewaffnung und Kosten der unglückseligen Verbraucher, 250 Wohnungsbau wegen Eisenmangel hinter die scheckkonten besonders für Munition verbraucht wor- Prozent des geltenden Weltpreises für kriegswichtigen oder für kriegswichtig ge- Zeitschrift> Neuer Vorwärtse Karlsbad. Prag den sind. Soviel aus der Statistik hervorgeht, Flachs. Mit diesen Mitteln war die Anbau- haltenen Bauten zurücktreten. Die amtliche zeigt 1936 keineswegs einen Rückgang gegenüber fläche von Flachs auf das Zehnfache des Um- Zurücksetzung des Wohnungsbaues hatte Karlsbad. Warschau 194.797. Schweiz:>> Neuer 1935. Die Einfuhr von Kupfer war 1936 aller- fangs von 1933 gestiegen. Damals betrug sie aber schon eingesetzt, bevor der Mangel an Vorwärts Karlsbad. Zürich Nr. VIII 14.697. dings von 216.000 Tonnen auf 195.000 Tonnen 4500 ha, 1936 44.000 ha. Aber die Steigerung menschlicher Arbeitskraft und an Eisen Gö- Rumänien: Anglo- Čechoslovakische und Prager Creditbank, Filiale Bukarest, Konto zurückgegangen, aber die Nettoeinfuhr von des Flachsertrages entsprach in keiner Weise ring veranlaßt hatte, die Verwendung vor » Neuer Vorwärts<<, Bukarest Nr. 2088. 477.000 Tonnen der Zunahme der Anbaufläche. In Schlesien Menschen und Eisen nach einer Kupfererz von 395.000 auf Dringlich- Ungarn: Anglo- Čechoslovakische und Prager gestiegen. Nach dem Institut für Konjunktur- hatte vor dem Einsetzen der Staatshilfe der keitsliste zu regulieren. Creditbank Filiale Karlsbad. Konto Neuer forschung war die Indexziffer der heimischen Ertrag je ha zwischen 45 und 48 Doppelzent- Schon im ersten Halbjahr 1937 hatte der Vorwärtse Budapest Nr. 2029. Jugoslawien: Kupferproduktion( 1928 gleich 100) im Jahre nern betragen, heute beträgt er nach amt- Wohnungsbau dem Nichtwohnungsbau, d. h. Anglo- Čechoslovakische und Prager Creditbank. Filiale Belgrad. Konto Neuer Vor1936 von 186 auf 214 gestiegen... Wir haben licher Angabe nur 24 bis 27 Doppelzentner... dem Bau von Kasernen, amtlichen Pracht- wärts<, Beograd Nr. 51.005. Genaue Bezeichwelchem Maße die deutsche So sehen wir denn, daß 40.000 ha des frucht- bauten und Ersatzstoffanlagen weichen müs- nung der Konten ist erforderlich. gesehen, in wir den Wohnungsbau zurückgestellt der Einzahlungen können auf folgende Posterfolgen: Tschechoslowakei: 46.149. Oesterreich: Neuer Vorwärtse Karlsbad. Wien B- 198.304. Polen:> Neuer Vorwärts<