Neuer Vorwärts Sozialdemokratisches Wochenblatt Verlag: Karlsbad, Haus„ Graphia" Preise und Bezugsbedingungen siehe Beiblatt letzte Seite schen Nr. 234 SONNTAG, 5. Dez. 1937 Aus dem Inhalt: Europäische Gesamtlösung? Neue Schandurteile Gauleitung Kanarische Inseln Kommunismus und Demokratie Schachts Entpolitisierung Das Heer beherrscht die Wirtschaft bereitet. Am 26. November hat Hitler die Wir haben diese Entwick- Ehrgeiz und unstillbarem Machthunger, gebilligt hatte. Aber die nationaDemission Schachts als kommissari- lung vorausgesehen. Als im erfüllt, war Schacht nach dem listische Welle wuchs, Schacht entsich. Mit gewolltem Eklat Reichswirtschaftsminister ge- April 1936 Göring zum Devisenkom- Krieg einer der Gründer der schied nehmigt. Zugleich wird Schacht als missar ernannt wurde, erblickten wir demokratischen Partei, der sprang er vom Youngplan ab und Reichsminister ohne Geschäftsbereich darin den Uebergang der Wirtschafts- auf dem Ausschluß des allzu» nationa- wurde zu einem Führer des Naernannt und in seinem Dankschreiben diktatur von dem halben Außenseiter listischen« Stresemann bestand. Nicht tionalismus. Er war der gegebene zwischen Hugenbergs gibt Hitler der Erwartung Ausdruck, Schacht an den durch seinen systema- zufrieden mit dem auch von ihm unter- Vermittler daß Schacht noch viele Jahre als Prä- tisch ausgebauten Machtbereich wich- zeichneten Gründungsaufrufs erließ er Deutschnationalen und den Nationalsident der Reichsbank und als sein per- tigsten Mann der Diktatur. Wir wand- mit anderen einen zweiten, um mit sozialisten, einer der Begründer der sönlicher Berater tätig sein werde. ten uns gegen die offiziöse Tarnung, größerer Klarheit und entschiedenerem Harzburger Front. Er ebnete Damit findet eine der seltsamsten gegen das Vorgehen, durch diese Er- Nachdruck die Notwendigkeit Hitler den Weg zur Schwerindustrie, Ministerkrisen ihren vorläufigen Ab- nennung sei Schacht durch den Schild weitgehender Sozialisie- wurde der Sammler für Hitlers Wahlschluß. Denn seit Monaten hat Görings gegen die Angriffe des» radi- rung zu fordern. Mit Hilfe der So- fonds und schon vor der MachtergreiSchacht einen Kampf um seine Ent- kalen«,» sozialistischen« Flügels der zialdemokraten im Reich und in Preu- fung sein einflußreicher Wirtschaftsgeschützt, seine Ben, denen lassung geführt. Seit Monaten hat die Nationalsozialisten er sich als Feind des berater. In Hitlers Herrschaft ausländische Presse über die Gegen- Politik gestärkt worden. In Wirklich- deutschnationalen Helfferich, als sah er den Weg zu seinem sätze, die zwischen der Wirtschaftspo- keit begann damals die Entma ch- eifervoller Republikaner eigenen Anstieg litik Schachts und der Görings tung Schachts und der hinter ihm und glühender Demokrat Wieder Reichsbankpräsident, übernahm über die Fortsetzung der inflationisti- stehenden Wirtschaftskreise; sie war empfahl, vollzog er den entscheidenden er am 23. Juli 1934 das WirtschaftsDie Wirtschaftsdiktatur schen Finanzierung und das rasche im Grunde vollendet mit der ohne Sprung vom wenig bedeutenden Bank- ministerium. Vorantreiben der Autarkisierung ent- Schachts Wissen erfolgten Proklama- direktor zum Präsidenten der Reichs- war endlich in seinen Händen, und standen seien, ausführlich berichtet, tion des Vierjahresplanes im bank. Dezidierter Gegner der Renten- war nicht die Wirtschaft auch die während die deutschen Zeitungen kein Oktober 1936 und der Erweiterung der mark, wurde er zum Nutznießer ihres Grundlage für die politische Macht? Wort davon erwähnen durften. Schacht Wirtschaftsbefugnisse Görings, die Erfolgs und nahm später die Vater- Mit großer Energie und techniwollte weg, aber er durfte nicht. So von da an die gesamte Führung der schaft für sich in Anspruch. Dann er- schem Geschick hat Schacht die deutflüchtete er, da es keine deutsche Wirtschaft, der Finanzen, des Außen- kannte er den Anstieg der nationalisti- sche Wirtschaft der Diktatur, seiner Oeffentlichkeit gibt, in die ausländische handels und der Devisenverfügung schen Welle. Als überzeugter Anhän- Diktatur, wie er wähnte, unterworfen. Oeffentlichkeit. So oft er in letzter seiner Macht unterwerfen. Schachts ger des Privateigentums verließ der Das Mittel war ihm die Beherrschung Zeit ins Ausland kam, verkündete er Traum von einer Wirtschaftsdiktatur, Ueberzeugungslose die demokratische des gesamten Kreditapparats, die Delaut seine Demissionsabsicht; zuletzt die ihm den Weg zur ganzen Macht Partei, als sie die Stimmenabgabe über visenzwangswirtschaft und das Außenerklärte er am 26. Oktober bei einem offenhalten sollte, war ausgeträumt; die Fürstenenteignung freigab. Aber handelsmonopol; und zu diesen MitEmpfang auf der amerikanischen Bot- er wollte gehen, sich von der Mitver- noch schwankte er, und mit großer telt gesellte sich der Terrorismus des schaft in Berlin den angelsächsischen antwortung für das Kommende be- Genugtuung begrüßte er die Bildung Staatsapparats. Zwar ließ Schacht das Journalisten in gewollt sensationeller freien, im Hintergrund auf eine Gele- des Ministeriums Hermann Privateigentum und den privaten UnArt, er habe seit Mitte August also genheit warten. Es wird ihm nicht Müller. Gegen das Widerstreben ternehmergewinn bestehen, aber das seit der Verkündung der gestattet. Warum? Stresemanns betrieb er die Revision hinderte nicht, daß die Wirtschaft dem Neue Schandurteile Die Richter schämen sich dienen Wenn sich Hitlers neuen Eisengewinnungs- Vielleicht kein Zweiter hat der Dik- des Dawes plans und drängte zu Zwang der Diktatur sich fügen mußte, Pläne Görings- das Wirt- tatur so wichtige Dienste geleistet wie den Verhandlungen, die zum Abschluß daß sie zum Objekt des Herrschaftsschaftsministerium nicht mehr betre- Schacht. Ohne jede Gesinnung und des Young plans führten, den er apparats wurde, dessen außenwirtten, er betrachte sich nicht mehr als bar jeder Moral, aber von brennendem in allen entscheidenden Bestimmungen schaftlichen Zwecken sie im Amt befindlich, er gehöre der Reichsregierung nicht mehr an und wolle auch auf dem Posten des Reichsbankpräsidenten nicht mehr lange bleiben. Aber selbst dieser, unter den Verhältnissen des totalitäten Staates sicher ungewöhnliche Vorstoß führte noch nicht zum Ziel und Schacht mußte Aus Deutschland wird uns geschrieben:| Ein Angeklagter wurde freigesprochen.| sten und Monarchisten. gehorsam warten, bis jetzt die EntDer I. Senat des Hanseatischen Einem Genossen, der im Gerichtsgebäude und Mussolinis Journaille durchaus über Discheidung des Führers fiel... Oberlandesgerichts in Kiel anwesend war, fiel es auf, daß auf der sziplinlosigkeit mokieren will, bitte: Mehrere Diese Entscheidung erscheint zunächst als Kompromiß. Schacht hört verhandelte unter dem Vorsitz des Ober- aushängenden Sachliste die Namen der deutsche Flieger gingen in Spanien freiwillig auf, Wirtschaftsminister zu sein. Als gerichtsrats Dr. Lang vom 23. bis zum Richter am Morgen des Prozesses noch hinter den Linien der>> Roten<«< nieder, so daß Grund nennt das erwähnte Schreiben 26. September gegen sechs frühere Sozial- verzeichnet waren, daß sie aber nach dem Franco Befehl geben mußte, daß künftig die demokraten. Den Angeklagten, vier Frauen Verhandlungsbeginn mit einem un- anderen Flugzeuge einer Staffel auf solche Hitlers die Zusammenlegung des» Apparates des Vierjahresplanes<< mit dem und zwei Männern, wurde zur Last gelegt, durchsichtigen Streifen über- Deserteure zu schießen hätten. Und soll man ausländische Sender klebt wurden. Schämen sich die Rich- die Geständnisse der italienischen UeberläuWirtschaftsministerium. Als diese For- gemeinsam derung vor einigen Wochen in dem abgehört, Nachrichten weiter ter, die in solchen Prozessen amtieren oder fer wiederholen, die berichteten, daß nur die Sprachrohr Görings offen erhoben und verbreitet, illegales Material haben sie Angst? Es wird ihnen nichts Rücksicht auf die Angehörigen in der italiemit der Notwendigkeit einer einheit- der sozialdemokratischen Par- helfen, ihre Namen zu verdecken. Sie und nischen Heimat ganze Truppenteile von der lichen Wirtschaftsführung, der Ver- tei gelesen und sich so des versuch- ihre Auftraggeber haben im Gedächtnis Desertion abhalte?! Doch warum in die einfachung der Organisation und der ten Hochverrats schuldig gemacht der deutschen Arbeiterschaft einen Ferne schweifen? Vermeidung von Reibungswiderstän- zu haben. Die Zusammenkünfte seien als sicheren Platz. den begründet wurde, wurde das Blatt Handarbeitsklub getarnt gewesen. Zwei noch beschlagnahmt, um die offenkun- Frauen wurden freigesprochen. Genossin dige Krise vor der deutschen Oeffent- Damm erhielt zwei Jahre Gefängnis, Geverheimlichen. nossin Nels ein halbes Jahr, die Genoslichkeit zu Paul Liebmann und Paul sind die Forderungen Gö- sen Jetzt Menetekel Aus Wien berichtet die Presse, daß zwei Flieger der Staffel Richthofen bei Schärding am Inn über die deutschösterreichische Grenze gingen, zwei andere entflohen nach Holland. Sie befanden sich in Bayern auf Urlaub, erhielten Marschroute nach Spanien und zogen es vor, darauf zu pfeifen. Diese Menetekel dürften den heroisch aller Furchtbarkeit ist der spanische Krieg >> Dieses Urteil trifft den Nagel auf den noch kein Weltkrieg, sondern höchstens ein Kopf. Die Roten müssen unterliegen, weil schwächeres Vorspiel. Trotzdem meutert ein Mussolinis und Hitlers Deserteure. Der» Popolo d' Italia« hat sich von seinem rings erfüllt. Das Wirtschafts- Trost 12 Jahre und 9 Monate. Bericht ministerium wird eine technisch- admi- Vor den gleichen Richtern, diesmal als spanischen Korrespondenten einen über angebliche Demoralisierung und Diszinistrative Abteilung des Wirtschafts- II. Senat, fand vom 5. Oktober bis zum stabes Görings, sein künftiger Leiter 8. Oktober eine weitere Verhandlung gegen plinlosigkeit in der» roten Arme< liefern laswird der zum Reichs- und preußischen sieben frühere Mitglieder der Arbeiter- sen. Die>> Köln. Volkszeitung« druckt daraus redenden Diktatoren zu denken geben. Trotz Wirtschaftsminister ernannte Funk, jugend und der SPD statt. Ihnen wurde nach und gibt folgenden Schwatz dazu: ein früherer, wenig bedeutender, aber die Weiterführung einer verbotenen bezw. sehr strebsamer Handelsjournalist, der die Errichtung einer neuen Partei zur Last nach der Machtergreifung Staatssekre- gelegt. Die Anklage lautete auch hier auf tär bei Göbbels wurde; aber bis zu» versuchten Hochverrat«. Funks Amtsantritt am 15. Januar lei- gende Urteile wurden gefällt: tet Göring selbst die Geschäfte der Hans Schröder 42 Jahre Zuchthaus beiden Wirtschaftsministerien und führt die Umorganisation, die Eingliederung der Ministerien in seinen unaufhaltsam wachsenden Machtbereich durch. Senegal Zyan 4 Folbei ihnen die elementarsten moralischen beträchtlicher Teil der Abkommandierten daVoraussetzungen zum Siege fehlen, während sie im Heere Francos in der gegen, dort die» Zivilisation» zu retten und reinsten Ausprägung vorhan- hustet auf Führers heldische Tiraden; rasch wurden die Lügen durchschaut. Man denke den sind.<< 4 Jahre Zuchthaus Darum auch marschiert Franco seit einem sich einen von den Diktatoren verschuldeten Jahre Zuchthaus Jahre in Madrid ein, darum auch die fortge- Krieg! Zweifelt jemand daran, in welchen Jahre Zuchthaus setzten Füsiladen in der. Francoarmee, die Ländern die stärkere moralische Kraft sein 8 Monate Gefängnis Revolten unzufriedener Offiziere, die blutigen würde? Auf die Dauer bestimmt nicht in den 8 Monate Gefängnis Reibereien zwischen Republikanern, Falangi- Ländern der Despoten. Emil Bandholz 3 Ludwig Stahl Kurt Salau Europälsdie Gesamtlosunj»? Die Wiederholung eines gefährlichen Experiments hatte. Aggressiver Nationalist und Expa;,�ionist wie nur einer, betrieb Schacht die Wiederaufrüstung und stellte rücksichtslos und bedenkenlos die Reichsbank und die Kreditorganisation in den Dienst der inflationistischen Finanzierung, durch die Zwangswirtschaft die offenbaren Folgen einer Inflation zunächst hinausschiebend und hemmend. Die Hoffnung blieb, daß das wiedererstarkte Deutschland in Verhandlungen die politischen Konzessionen ertrotzten und wirtschaftlich die Kredite erlangen werde, die noch rechtzeitig die Inflation liquidieren erlauben sollten. Nicht minder groß waren die Dienste, die Schacht nach außenhin dem Regime erwies. Kaum einem anderen als Schacht, der als Reichsbankpräsident, als angeblicher Wiederhersteller der deutschen Währung, als Gegner unsolider Schuldenaufnahme, als Verfechter trotz allen liberal-kapitalistischen Prinzipien, in der internationalen Bankwelt ein ungerechtfertigtes, aber geschickt geschaffenes und sorgsam gepflegtes Ansehen genoß, an dem kritiklosen Gouverneur der Bank von England einen einflußreichen Helfer und in der City und Wallstreet mannigfache Freunde hatte— keinem anderen wäre die Expropriation der ausländischen Gläubiger, die Durchsetzung des Außenhandelsmonopols und Devisenzwangswirtschaft, die für das gesamte Ausland schwerste ökonomische Beeinträchtigung bedeuten, so leicht gelungen. Dank seiner engen Verbindung mit dem von den Nationalisten so verabscheuten internationalen Finanzkapital wurde die parodoxe Tatsache zur Wirklichkeit, daß das»feindliche« und neutrale Ausland einen erheblichen Teil der Kosten für die deutsche Wiederaufrüstung und die Durchführung der Autarkie getragen hat. Aber die noch so erfolgreiche, geschickte und nützliche Wirtschaftsdiktatur eines Außenseiters, noch dazu eines nicht ganz ungefährlichen, ist mit den Herrschaftsprinzipien der totalen Diktatur auf die Dauer unvereinbar. Ihr Ziel bleibt es, die hohen Bürokraten und die Minister, die sie zunächst wegen ihrer Routine und Sachkenntis nicht entbehren und durch Pg's nicht ersetzen kann, zu Technikern, zu bloßen Beratern und Hilfsarbeitern herabzudrücken, wie sie es zum Beispiel bei Neurath und der ganzen Wilhelmstraße gemacht hat. Dasselbe geschah mit dem viel wichtigeren, unentbehrlicheren, zugleich auch einflußreicheren Schacht, dem einzigen, außerhalb des eigentlichen Kreises der Diktatoren mit einem noch unabhängigem Machtbereich. Deshalb setzte sich Göring selbst in Bewegung, deshalb wurde der Prozeß nur allmählich und gar nicht mit der sonst gewohnten »Schlagartigkeit« vollzogen. Aber jetzt ist es erreicht. Der Sinn des Vorganges ist der; Schacht, der frühere Wirtschaftsdiktator, der als solcher noch in gewissem Grade eine selbständige politische Potenz war, ist endgültig entpolitisiert worden. Er hat der Diktatur das für sie brauchbare, ihren machtpolitischen Zwecken entsprechende wirtschaftliche System geschaffen. Das System ist errichtet, sein Urheber nicht mehr unentbehrlich, es kann auch von anderen weitergeführt werden. Schacht hat für die Diktatur so viel getan, daß ihm zu tun wenig übrig bleibt. Aber auch auf das Wenige will die Diktatur nicht verzichten. Schacht soll weiterdienen, aber entmachtet, zum bloßen Techniker und Hilfsarbeiter degradiert wie die Neurath, Schwerin-Krosigk, Seldte und alle übrigen. Denn im heutigen deutschen Wirtschaftssystem hat ein Reichsbankpräsident trotz des stolzen Titels ohne Verfügimg über die Devisenwirtschaft und das Handelsmonopol in Wirklichkeit nicht mehr die geringste Macht und Selbständigkeit. Er wird zu einem ausführenden Organ. Die wirkliche Macht ist bei Göring konzentriert. Für Deutschland selbst wird damit eine Entwicklungsphase abgeschlossen, die mit der Einsetzung Görings als Devisenkommissar begann. Es ist die Sanktionierung des bereits geschaffenen Zustandes, des absoluten Primats Die englisch-französischen Besprechungen in London eröffnen eine neue Periode diplomatischer Besprechungen, in denen das europäische Gesamtproblem geprüft werden soll. In jenen Ländern Europas, in denen noch demokratische Zustände vorherrschen, wird gegenüber dem Ergebnis der Londoner Besprechungen offizieller Optimismus zur Schau getragen. Die Tatsachen rechtfertigen diesen offiziellen Optimismus keineswegs. Er mag einem erzkonservativen englischen Politiker wohl anstehen, dem die Macht Englands über alles geht— vom Standpunkt der europäischen Demokratie aus gesehen aber liegt zu seinem Optimismus wenig Anlaß vor. Die Londoner Besprechungen lassen vielmehr erkennen, welche wichtigen Etappen Hitlerdeutschland und Italien bereits zurückgelegt haben bei der Durchführung ihres Planes, das Gesicht Europas nach dem faschistischen Modell zu verändern. England und Frankreich sind in die Methoden der Geh e i m d i p lo m a- t i e der Vorkriegszeit eingelenkt. Die amtliche Mitteilung über das Ergebnis der Londoner Besprechungen läßt noch weniger klare Linien erkennen als seinerzeit das Verhandlungsprogramm nach der Rheinlandbesetzung. Die erste Folge dieser amtlichen MitteUung sind weitere offiziöse Erklärungen, daß man die Mitteilung nicht falsch auslegen dürfe. Welches ist also die richtige Auslegung, und warum ist sie nicht sofort und öffentlich gegeben worden? Man erfährt aus der englischen Unterhausdebatte, daß H i 1 1 e r Lord Halifax gegenüber Forderungen gestellt hat. Die Kolonialforderung ist bekannt, ebenso, daß Hitlerdeutschland die Hegemonie zu- mindestens in Mittel- und Osteuropa fordert. Aber welche konkreten Einzel- und Anfangsforderungen sind gestellt worden? Darüber herrscht vollkommenes Schweigen, und dieses Schweigen ist Grund zu tiefster Unruhe. In der Sache wird nach wie vor von der Aufrechterhaltung des Prinzips der kollektiven Sicherheit gesprochen. Dies Prinzip hat in den vergangenen Jahren einen eindeutigen Inhalt gehabt. Es war verbunden mit dem Prinzip der Aufrechterhaltung des Status quo in Europa, es schloß in sich den Entschluß, keine Lösung der Fragen der Entwicklung Europas durch Gewalt oder unter dem der Wehrwirtschaft, der Aufrüstung, der Kriegsvorbereitung und der möglichst weitgehenden Autarkie. Mit Schacht sind zugleich alle Widerstände gegen den hemmungslosen Fortgang der Wehrwirtschaft und ihrer Finanzierung ausgeschaltet, alle politischen Bedenken gegen diese Führung der Außenpolitik beseitigt. Es ist dabei bezeichnend, welche Rolle im Stab Görings die Offiziere spielen. Ludendorffs Ideal des totalen Feldherrn beginnt sich in Deutschland schon im Flieden auszuwirken, die Führung der Wirtschaft wird immer mehr von der Armee übernommen. Mit Schacht werden die letzten»zivilistischen« Erwägungen zugunsten der militärischen zurückgedrängt. Damit vollendet sich zugleich die Integrierung zwischen der Diktatur und der Armeeführung, ihre immer mehr fortschreitende Vereinheitlichung. Die Stütze, die Schacht ursprünglich in der Reichswehr hatte, wurde in dem Augenblick morsch, als die Generale wahrnahmen, daß sie von Göring eine ungleich rücksichtslosere Durchsetzung ihrer Bedürfnisse erwarten konnten als selbst von Schacht. Etwas anders ist die Wirkung im Ausland, wo Schacht noch mit Recht oder Unrecht als Vertreter einer gemäßigten Politik gegolten hatte. Das Ausland wird jetzt um eine Illusion ärmer und mag endlich begreifen, daß es neben der Diktatur keinen selbständigen politischen Einfluß innerhalb ihres Umkreises geben kann. Aber eben um diese Illusion doch noch einigermaßen aufrechtzuerhalten, muß Schacht bleiben, darf dem Hund der Schwanz nur stückweise gestutzt werden, darf Schacht die Reichsbankpräsidentschaft nicht aufgeben. Schacht war viel stärker als Hugen- berg, aber er erleidet ein für diesen ehr- Druck aggressiv-militärischer Macht zuzulassen. Das Wort ist heute noch vorhanden, aber was ist heute der Inhalt des Begriffes? Die Machtkonstellation ist verändert, die Fronten haben sich verschoben, und die Front der wirklichen kollektiven Sicherheit ist erheblich geschwächt— auch von innen heraus. Die machtpolitischen Anschauungen der englischen Konservativen haben sich in den Vordergrund geschoben, und in der Sache ist das Prinzip des europäischen Gleichgewichts an die Stelle des Prinzips der kollektiven Sicherheit getreten. Das ist es, was Hitlerdeutschland wollte. Die englische und die französische Regierung erklären, daß sie nach einer europäischen Gesamtlösung streben. Seit den Versuchen mit dem Ostpakt, dem Mittelmeerpakt, dem Luftpakt im Westen, dem neuen Westpakt und der Zerreißung des Locarnopaktes ist es klar geworden, daß Hitlerdeutschland auf eine europäische Gesamtlösung nur eingehen wird, wenn es dafür weitgehende machtpolitische Zugeständnisse erhält— und das Ausmaß dieser Zugeständnisse müßte heute größer sein denn zuvor. Wer soll die Zeche bezahlen? Darüber herrscht Schweigen. Es war die Absicht Hitlerdeutschlands, in diplomatischen Einzelverhandlungen die Front der kollektiven Sicherheit zu sprengen, Sowjetrußland von England und Frankreich zu isolieren. Das war der Streitpunkt nach der Rheinlandbesetzung, und wieder bei den Fragen der Seekontrolle im Mittelmeer. Die Methode, die jetzt von Frankreich und England eingeschlagen wird, kommt dieser Absicht weit entgegen. Aus den Erklärungen des englischen Ministerpräsidenten im Unterhaus geht klar hervor, daß die Verhandlungen zunächst auf die Mächte des berüchtigten Viererpaktes beschränkt sein werden. Die Achse London— Paris wird im geheimen mit der Achse Berlin— Rom verhandeln. Wem fällt es nicht auf, daß weder im Communique noch in den Erläuterungen dazu das Wort Sowjetrußland nicht vorkommt? Was ist der französisch-russische Pakt heute in Wahrheit noch wert? Was schwebt den Regierungen in London und Paris heute als Inhalt einer europäischen Gesamtlösung vor? Die Sache der spanischen Republik ist geizigen und machthungrigen Mann noch ärgeres Geschick. Einflußlos, ohnmächtig muß er»im Boot, in dem sie alle sitzen« bleiben als Aushängeschild für eine Politik, deren Folgen er fürchtet, und für die er doch die Verantwortimg weiter trägt, von dem Wagen der Diktatur, aus dem er gestoßen wurde, nun mit vergoldeter Kette hinterhergezogen. Eine Holländerin in deutsdier Gefangenschaft Neue Schandtat von Gestapospionen. Hundert Meter von der deutschen Grenze in dem Limburgischen Bergarbelterdorf Waubach liegt das unansehnliche Buch- lädchen von dem früheren Bergmann Bene- dik. Die Leihbücherei besteht neben billigen Romanen in solcher Lektüre, die in Deutschland verboten ist und deshalb bei den in Waubach wohnenden Deutschen großen Anklang findet. Ist das der Gertrud Benedik zum Verhängnis geworden? Diese kränkliche Frau ging im 9. Oktober d. J. nach Düsseldorf, um sich durch einen Nierenspezialisten untersuchen zu lassen. Sie ist von dieser Reise nicht zurückgekehrt und sitzt seit dieser Zelt Im Gefängnis, verdächtig von»staatagefähr- liohen« Beziehungen zu deutschen Kommunisten. Diese Frau ist an Politik vollkommen uninteressiert, sie weiß nicht einmal � was ein Kommunist im genauesten Sinne eigentlich ist. Dir Mann befaßt sich sehr wenig mit Politik. Als er noch Bergmann war, war er Mitglied beim Modernen Bund. Das ist seine einzige»politische« Verbindung gewesen. Benedik hat kein anderes Ziel als sein Brot mit seinem Leihbuchladen zu verdienen. Er fährt jeden Tag zu seinen Kunden, um sein»Dubbeltje«(10 holl. Cents) pro Woche für jedes ausgeliehene Buch zu empfangen. Andere Sorgen kannte er nicht. Bereits mehr als einen Monat befindet sich ganz offenkundig verraten. Das bedeutet aber, daß England und Frankreich die durch den spanischen Krieg geschaffenen deutschen und italienischen Positionen in Südwesteuropa und im Mittelmeer zunächst stillschweigend hinnehmen. Sollen diese mit eklatantem Rechtsbruch und offener Gewalt eroberten Positionen zu Elementen einer künftigen europäischen Gesamtlösung werden? Man hört wieder, daß England und Frankreich auf eine europäische Konvention über die Rüstungen hinarbeiten wollen. Welche Machtverteilung soll einer solchen Konvention zu Grunde gelegt werden, welche Machtpositionen werden sich die faschistischen Mächte im Laufe der Verhandlungen über eine solche Konvention noch schaffen dürfen? Ganz abgesehen von der Frage, was eine Rüstungskonvention zwischen faschistischen Mächten und parlamentarisch regierten Ländern überhaupt wert ist. Anerkennung der gewaltsam erfolgten Verschiebung der Machtlage, Beschwichtigung des Expansionswillens der faschistischen Mächte durch koloniale und wirtschaftliche Zugeständnisse und dann Rüstungskonvention— wie reimt sich das zusammen? Was die Fragen Mitteleuropas anbetrifft, so ist eine Reise des französischen Ministerpräsidenten D e 1 b o s zu den Bundesgenossen Frankreichs in Mitteleuropa angekündigt. Schon einmal hat ein französischer Außenminister diese Reise unternommen, um die Verhältnisse in Mitteleuropa gegen imperialistischen Expansionswillen zu verteidigen. Ahr als B a r t h o u seine Reise unternahm, stand Frankreich noch auf der Höhe der Macht und vertrat eine selbständige Politik. Heute ordnet Frankreich seine Politik der Führung durch die englischen Konservativen unter, und das Gewicht der englisch-konservativen Anschauungen über die mitteleuropäischen Fragen ist heute größer als das Gewicht der französischen Interessen. Unter englischer Führung wird ein gefährliches Experiment unternommen: das Experiment, den faschistischen Mächten ihren unbändigen eingeborenen Macht- und Herrschaftswillen über Europa und die Welt durch Zureden und Konzessionen abzukaufen. Mit diesem Experiment sind bisher böse Erfahrungen gemacht worden. Wie oft und wie lange soll es noch wiederholt werden— und auf wessen Kosten? seine Frau im deutschen Gefängnis. Zwei kleine Kinder vermissen ihre Mutter. Niemand weiß, für wie lange. Familienmitglieder helfen In der Hauahaltui� und im Laden. Sie alle leben in großer Ungewißheit und Besorgnis um Gertrud Benedik. Der einzige Brief, den sie aus Düsseldorf schrieb, befaßte sich nur mit Nebensächlichkeiten. Die Zensur wacht darüber, daß sie nichts Bedeutendes schreibt, Eine holländische Frau sitzt vollkommen unschuldig in einem deutschen Gefängnis. Sie ist das Opfer von Gestapoapionen, die auf unserem Gebiet ihre schmutzige Arbelt tun! (»Het Volk«, 17. November.) Das Gaunerredit Unter den vielen Wort- und Sinnverdrehungen, deren sich das Dritte Reich zu seiner Rechtfertigung bedient, fällt die eine in letzter Zeit besonders auf. Hunderte von Rednern bemühen sich neuerdings, dem Volke klar zu machen, Gesetz und Recht seien entgegengesetzte Begriffe, eines schlösse das andere aus, und ein ganzer Mann müsse sich entscheiden, ob er sich»an das Gesetz klammern« oder dem freien Recht, das»im deutschen Blute lebt«, zum Sieg verhelfen wolle. Ein klassisches Beispiel dieses seltsamen Begriffswandels wurde soeben auf der Tagung der Gauamtsleiter und Kreisleiter in der Ordensburg Sonthofen geliefert. Dort sagte der»Reichsieiter des Hauptamtes für Kommunalpolitik«, Fieh- ler, laut Bericht:»• »Auch die Verwaltung müsse da selbstverständlich nationalsozialistisch sein. Rechtmäßigkeit, nicht Gesetzmäßigkeit, sei maßgebendes Verwal. tungsprinzip.« Worte solcher Art sollen ein Freibrief sein, ein Freibrief für alle Rechtsbrüche in Vergangenheit und Zu. kunft. Wenn eines Tages Recht wieder Gesetz und Gesetz wieder Recht ist, wird sich herausstellen, wieviel deutsches Volksvermögen im Namen nationalsozialistischer »Rechtmäßigkeit« vertan, verschoben, verpraßt und veruntreut worden ist. Staatenkonferenz für deutsche Flüchtlinge besserungsvorschläge: » Gauleitung Kanarische Inseln«< Hitlers große Flottenbasis in spe Vollständiges Repertoire des braunen Parteibetriebes der geDie Völkerbundversammlung hat im Jahre 1936 den Hochkommissar für deutsche Flüchtlinge beauftragt, eine Staatenkonferenz einzuberufen. Sie soll ein endgültiges Statut über die juristischen und sozia- Westlich von Nordafrika, im Atlantik,| Die Mittelschichten, rechts- und links-| kündigte schlimmste Vergeltungsmaßnahlen Verhältnisse der deutschen Flüchtlinge liegen die Kanarischen Inseln, von gerichtete, haben eine wahre Wegelagerei men an und drohte bei denen, deren Angeschaffen. Diese Konferenz, die ursprünglich denen die sieben größten, angefangen mit zugunsten und in die Taschen der Fa- hörige im Gefängnis oder an der Front für das Jahr 1937 geplant war, wird jetzt Teneriffa, relativ dicht besiedelt und we- schisten über sich ergehen lassen müssen. sind, mit Repressalien allen diesen gegenim Februar 1938 in Genf stattfinden. gen ihres sehr milden Klimas außerordent- Ihre Automobile wurden für den Dienst- über, wenn man an diesem Tage nicht Der Vorbereitung dieser Staatenkonferenz lich fruchtbar sind. Seit dem fünfzehnten betrieb der» Führer« mit Beschlag belegt seine Fenster geschmückt hatte oder nicht dient eine Sitzung des Beirats des Flücht- Jahrhundert gehören sie zu Spanien, mit oder um sie an der Front zu verwenden. auf die Straße gegangen war, um seinen lingsamtes, die am 13. Dezember in Amster- diesem nicht in der Form des Kolonial- Die Häuser der Privatpersonen wurden Jubel zu bekunden. Das alles geschah in dam oder London stattfinden wird. Der Bei- rechtes, sondern als eine der Landes- als Hauptquartiere der» Falange« requi- genau derselben Weise auch, als rat hat in einer früheren Sitzung eine Stu- provinzen, nicht anders wie Andalusien riert oder als Nonnenklöster. Man hat Geburtstag Adolf Hitlers dienkommission eingesetzt, die Abänderungs- oder Kastilien, verbunden. Ein Blick auf ihnen die Taschen geleert und tut ging die» Falange« von Haus zu Haus, vorschläge zu dem Entwurf des Hochkom- die Karte genügt, um festzustellen, welche das noch mit dem Eintopfgericht, mit feiert werden mußte. missars über das Flüchtlingsstatut, das der Bedeutung sie Was sie freilich mit diesen Zwangsals flottenstrategischen der vaterländischen Lotterie, mit Abgaben Staatenkonferenz vorgelegt wird, beschlossen Ausgangspunkt für eine Großmacht zur Abgaben für die» Kämpfer<< und Abga- anleitungen zur Begeisterung erzielen, ist hat. Sie enthalten einige sehr wertvolle Ver- See haben müßten, die im Kriegsfall den ben für die» Opfer der Bewegung und nur, daß das Volk sich noch mehr von englischen Handel nach Afrika oder Süd- mit Zwangszeichnungen, die es in unend- dieser importierten Diktatur abgestoßen 1. Als Flüchtlinge aus Deutschland sollen amerika oder auch nur fühlt und daß es jeden Tag mehr wünscht, die Schiffahrt licher Reihenfolge gibt. auch Staatenlose anerkannt werdurch die Meerenge von Gibraltar, an Diejenigen von ihnen, die im Anfang das Joch abschütteln zu können und die den, die früher in Deutschland gelebt deren westlicher Ausgangsseite sie wie den Aufstand unterstützten und Geld in Deutschen bis auf den letzten Mann wieder haben. Die Anerkennung als Flüchtsichere Ausfallbastionen von der Natur Masse dazu beisteuerten, weil sie glaubten, loszuwerden.<< ling soll erfolgen, wenn für seinen Auf- selbst angelegt zu sein scheinen, zu zer- daß sie es bald mit hohem Zins wieder Eintopfsonntag enthalt in Deutschland»> nicht die genü- stören gewillt wäre. Diese Bedeutung un- zurückvergütet erhielten, weil ihnen garantiert echt! genden Sicherheitsgarantien<< bestehen. » Die Sammlung beim Eintopfgericht terstreicht der vulkanisch- gebirgige Cha- Militärs das Volk zur vermehrten Aus2. Die Staaten sollen ermächtigt werden, rakter der Eilande, der>> bombensichere« beutung zur Verfügung stellen würden, be-(» el cobro del plato unico<), mit deren den Flüchtlingen auch den diploma- U- Boot- und Zerstörerschlupfwinkel in reuen es heute schwer, sind verängstigt Organisierung die weiblichen Mitglieder zu Hülle und Fülle gewährt. und am Rande des Ruins. Darüber hinaus der» Falange« betraut sind, stellt eine Praktisch sind diese Inseln beobachten sie die Machenschaften wahre Landplage dar, vor allem für die chen Fällen erfolgen, wenn ein endgül- bereits von Hitler okkupiert! der Deutschen auf den Inseln und ärmeren Klassen, die sich ja außerdem zweifeln darum an den erhofften Wohl- noch in größter Notlage befinden, buchtiges Urteil wegen schwerwiegender Die Kette von» Kraft- durch- Freude<<- Juxver- stäblich Hunger leiden und dennoch wöVergehen oder Verbrechen vorliegt. Aus- fahrten dorthin riẞ in einigen drei Jahren taten, die ihnen der Sieg Francos schaffen sollte. Heute sagen sie es im Ge- chentlich das bezahlen müssen, was die weisungen nach Deutschland sind über- der Hitlerei nicht ab; unter dem Deckmanam Eintopftel des von oben befohlenen Amüsements heimen, daß sie außerordentlich zufrieden> Falange« als Ersparnis haupt untersagt. es sich um eine» penetration wären, wenn sie zu den Tagen vor dem sonntag bezeichnet. Da ergeben sich Fälle 18. Juli( dem Termin des spanischen Mili- von offenkundigster Barbarei. Am Tage pacifique« der braunen Conquistadoren, die täraufstandes) zurückkehren könnten...< dieser Sammlung stellen sich die FalanArbeitser- an die Früb it kolonialer AbenteuerDie deutsche Kolonie Kanarische Inseln! gisten in den Häusern ein. Die Familien, Historie nur angepaẞt an die modernen >> Die großen Bananenfarmer, die von die es noch haben, bezahlen, auch wenn auch sozia- Formen solcher» Kreuzzüge<< tisohen Schutz zuteil werden lassen. 3. Die Ausweisung darf nur in sol4. Die deutschen Rassengesetze sol- handelte len keine Anwendung finden. 5. Den Flüchtlingen soll laubnis erteilt werden. 6. Die Flüchtlinge sollen erinnert. die len Schutz bei Arbeitsunfäl- Sogar die konservativen Engländer merk- riesigen Subventionen und fabelhaften Ge- ihnen immer größere Beträge abverlangt protegiert vom Mi- werden. Wenn sie nicht zahlen, setzt es litär gegen ihre Arbeiter, die bis zu sechs dicke Strafen. Aber die armen Famillen len genießen. Flüchtlingen gewährt werden. Der Verteidiger Nunmehr veröffentlicht das aus bekannten politischen Gründen dem gegen schäften träumten Peseten für das Tagewerk unverschämt können ja nicht zahlen... zu verlangen wagten sehen heute mit Gewöhnlich verlangen die Falang en nennt. ten es, daß der Generalfeldmarschall von 7. Die Rechte und Pflichten aus der Blomberg ausgerechnet seinen SommerSozialversicherung und der Ar- urlaub auf diesen Inseln in diesem Jahr beitslosenfürsorge sollen auch den verbrachte! Der Franco- Aufstand ermög- erheblicher Enttäuschung, daß alle Vor- von den armen Familien bei dieser Gelichte es, die schon praktisch vollzogene teile die Deutschen ein heim- legenheit fünf Peseten. Die Frauen, die 8. Für die Durchführung des Flüchtlings- deutsche Annektion dreister und wirkstatuts soll in jedem Lande eine Ver- samer zu machen, da die Kanarischen In- sen, die sich die Fruchterzeug- dann nur gar freundlich tun möchten, dawaltungskommission geschaffen seln eine wesentliche Rolle im Juli- Auf- tes Papiergeld einfach neh- greifen, erbleichen, aber sie wagen auch nisse gegen sehr zweifelhaf- mit jene sich nicht an ihren Männern verder eine Vertretung der stand des spanischen Militärs spielten, women-> Pancho- Villa- Scheine, wie das nicht zu protestieren. werden, an Flüchtlinge mitwirkt. bei gerade hier die Göbbels- Mark eine Volk das neue Papiergeld des>> Führers< Dann gibt es also zunächst einmal eine Der Hochkommissar hat zugesagt, einige noch größere Rolle gespielt haben dürfte, Menge von Entschuldigungen und Bevon diesen Vorschlägen in seinen Entwurf als etwa in Burgos oder Salamanca. Alle haben sie ihre private Ruhe ver- schwörungen, nur um auszudrücken, daß für die Staatenkonferenz aufzunehmen. loren, alle kennen sie kein Recht auf freie sie ja eben gar kein Geld haben. Meinung mehr. Nicht einmal die Zeitung» Nanu! Also Sie wollen, daß wir das wärtigen spanischen Kabinett Prietro- getraut man sich zu kommentieren. Die im Büro der> Falange« mitteilen?<< Das ist Negrin nahe stehende Organ der Soziali- Kommandantur» macht« die Zeitung und dann die Antwort der Sammlerinnen. stischen Partei Spaniens, unser Bruder- niemand darf irgendwie in Zweifel ziehen, blatt» El Socialista« in Madrid Ein- was sie jeweilig behauptet. Das Volk fühlt, zemeiten über den heutigen Status dieser wie es ständig unter Kontrolle steht, weil deutschen» Eroberung«, die beweisen, daß die Faschisten die schwere Menge von Frau auf der Straße die Worte zugeflüstert: Hitler den Kanarischen Inseln für seine Spitzeln und Spionen unterhalten: Nonnen, der, fangen an zu heulen. Die SammlerinDie Frauen entschuldigen sich also wieeigene Kriegssache mindestens dieselbe Be- Betschwestern, geheime Mitglieder der deutung zumißt, wie sie Mussolini» sei-» Falange« gibt es in allen Winkeln; und nen, aufgeblasen, stellen sich kaltlächelnd taub. Schließlich erklären sie, sich mit nem« Mallorca im Mittelmeer anweist. auch nur die leiseste Aeußerung von MiẞWenn man die Berichterstattung von» El vergnügen kann einen ins Gefängnis brin- dieses Mal!« Aber auch diese eine Pesete einer Pesete bescheiden zu wollen--> für Frauen den Angeklagten nach Erlaß der Socialista über den Befund auf sich als gen. Und wie man schon sagt:» Hinein Nürnberger Gesetze mehrfach in seiner Woh- Deutscher wirken läßt, fährt man sich un- kommst du leicht, aber heraus kommt so ist ja nicht da. Der Mann, der zu Hause nung besucht hatten. Der Verteidiger sagte willkürlich über die Stirn: Mensch, das da leicht keiner<. sitzt, ist ja schon seit Wochen arbeitslos. laut Bericht der> Preußischen Zeitung< Nr. Und wenn er schließlich auch wirklich hast Du ja so schon einmal alles erlebt, Den Tag verbringt man also, indem 314 in seinem Plädoyer: wieder Arbeit fände der Lohn ist heute in 1933, in 1934 oder wann immer; und man für den Triumph des» Führers< zu Die große Strafkammer des Landgerichtes Elbing( Ostpreußen) fällte gegen den 66 Jahre alten jüdischen Schuhmacher Abraham aus Stuhm ein Rassenschandurteil. Er hatte einer > Brauchen Sie Schuhe für sich oder Ihre Kinderchen, ich kann Ihnen welche geben.< Die Frau zeigte ihn an, und beim Zeugenverhör kam es heraus, daß zwei arische Nur Begriffs die Erwähnung des > Büro der Falange« erzeugt schon eine förmliche Panik. nichts anfangen könnte. > Der Heymann Abraham war Witwer. Sein Sinnentrieb war ungezügelt. Jüdinnen wenn jetzt statt Teneriffa hier zu lesen beten hat, indem man den Alphons- Marsch so miserabel, daß er damit so gut wie standen ihm nicht zur Verfügung in Stuhm, wäre Halle oder Dortmund und statt Ka- oder fremde Kriegslieder singt und sich also verfiel er auf arische Frauen. Nach narische Inseln Bayrischer Wald oder militärischen Drill gefallen lassen muß. blieb er ein Lüstling wie früher. Erlaß der Nürnberger Gesetze Oberlausitz weiß es Gott, Du wärst Manche verfallen auf den Ausweg, sich in Er ging im alten Trott weiter.< eigentlich ganz und gar zu Hause...! Bis der Uniform des Roten Kreuzes zu salAbraham wurde zu 3½ Jahren Zuchthaus auf Eintopf und Rhizinius verurteilt. Klassenkampf in der DAF Wie oft mal DAF- Zwangsbeitrag für den deutschen Arbeiter? Alles meckert... ―! vieren. Sowohl in den Schulen wie überall sonst Aber die Sammlerinnen lassen nicht locker. Man habe schon Geld. Was man nicht habe, sei eben Patriotismus. Eine müsse irgendwie herausgerückt Pesete werden... In vielen Fällen rennen dann die unHier die wesentlichsten Stellen aus der Schilderung des spanischen Regierungs- in ihrer Propaganda hat bei den Faschiblattes in möglichst getreuer deutscher sten nur der Kultus der drei» Gottheiten glücklichen Weiber zu ihren FreundschafUebersetzung: Platz: Franco, Hitler und Mussolini. Sie ten, um dort ein paar Pfennige zusamsind es, die für das Christentum und die menzukratzen, die die Falangistinnen einZivilisation allein kämpfen. Die Tages- stecken. In der Mehrzahl der Fälle bringt das Ganze aber doch nichts ein und dann den GeneralHerr Doktor Robert Ley hat sich, offen->> Die Mehrheit des Volkes auf den Ka- zeitungen proklamieren werden die Frauen oder die Männer, Verräter Franco täglich zum Spezialbar weil die Selbstbereicherung seiner Unter- narischen Inseln steht heute in Opposition abgesandten Gottes für diese schnöde die arbeitslos zu Hause hocken der» Arbeitsfront< allzu groß zur faschistischen Bewegung. Der Rest langistenquartier abgeholt. Dort hält man wurde und einige Amtswalter sich gedacht hat, wie das kürzlich ein prominenter sie zwei oder drei oder auch mehr Tage haben, daß das Rittergut, was dem Ley billig Mann der Rechten ausdrückte,>> die Nase Hitlers Geburtstag wird gefeiert. fest. Schließlich gibt man ihnen dort eine ist, dem Pg. Paschulke gerade recht ist, ver- voll von den Faschismen«... Nur der anlaẞt gesehen, folgende Bekanntmachung Terror hält die Leute nach außen hin in der Unterwürfigkeit. organe in zu erlassen: Welt. Ach * ins Fa>> Die kleinen Führer«, die es jetzt auf Wucht Prügel und Schläge und nach den Kanarischen Inseln ganz nach deut- der Mißhandlung bekommen sie auch schem Muster gibt, unterrichten ihre noch eine Portion Rhizinus als Purgativ > Ein(???) besonderer Fall gibt VerDie Arbeiter- Schicht verlor ihre besten Vasallen darin, alle möglichen öffentlichen verabreicht, damit sie für die Zukunft anlassung, darauf hinzuweisen, daß nur die Reichssachverwaltung das wissen sollen, was die Stunde geschlagen ( Schatzamt) der Leute; einige wurden ermordet, die ande- Veranstaltungen aufzuziehen, damit DAF als alleinige Dienststelle befugt ist, ren eingekerkert, wieder andere sind an Volk die Möglichkeit habe, seinen Jubel hat und sich entsprechend benehmen.<< Aufträge zum Druck von Beitragsmarken den Fronten.» Niemals haben wir so viel auch dann zu bekunden. Alle gloriosen zu erteilen. Des weiteren wird es sämtlichen Dienststellen der DAF untersagt, Hunger und solche Entbehrung gekannt, Zeitdaten müssen dafür herhalten. Der außer den offiziellen Beitragsmarken noch wie heute< sagen die Alten, wenn sie Geburtstag Adolf Hitlers, zusätzliche Beitragsmarken herauszugeben. sicher sind, daß sie kein Spitzel hört. Diejenigen Firmen, die derartige Aufträge von irgendwelchen Dienststellen der DAF annehmen, laufen Gefahr, daß diese Aufnoch lassen; um so klarer wird dann selbstver- Als der>> Generalissimus sein Dekret die Ueberschrift:» El hambre y el terror träge annulliert und daß sie auch ständlich nachher schadenersatzpflichtig gemacht werden.<< seine Abrechnung nach über die Vereinigung aller seiner Wehr- reinan en Canarias, hoy colonia alemana< Das klingt wie ein förmlicher Krieg zwi- Berlin, nicht wahr?! In den anderen Fällen verbände erlassen hatte, wurde extra ein oder auf deutsch:» Der Hunger und der schen Herrn Ley und seinen» irgenwelchen haben die Herren es sich mit ihren Lokal- besonderer Tag ausgesucht, damit das Terror regiert auf den Kanarischen Inseln, Dienststellen. In dem einen( ersteren) Falle zuschlägen zur Sklavensteuer durch das Volk seine jubelnde Zustimmung zu einer die heute eine deutsche hatte also so ein DAF- Bonze im Lande die Ausknobeln von Extramarken bequemer ge- solchen weisen Verfügung könnte aus- nie sind<... > echten<< Marken in eigener Regie herstellen macht... drücken. In Teneriffa und Las Palmas wie so ganz vertraute neudeutder sche Heimatklänge! Nur, daß sie von dort Tag des Ersten Jahres des Triumphes<< kommen, wo die Bananen und weniger sahen bei solcher festlichen Zwangsveran- die Bucheckern wachsen.» El Socialista< staltung alle vereint. gab dieser seiner Schilderung ausdrücklich KoloF. E. Roth. Sind die Juden kriminell veranlagt? Das Statistische Reichsamt untersucht Igelten, die besonders für Juden erfunden worden sind oder, ohne die Tendenz zur Austreibung der Juden aus dem gelobten Lande Deutschland, nicht von Juden begangen zu werden brauchten. Allein unter den wegen Das In einer Untersuchung über» Die Krimi-| ohne eine Spur kriminellen Veranlagung zu brechen mit 0.5 Prozent hinter ihrem Anteil Rassenschande Verurteilten sind von 358 Pernalität im Jahre 1936 kommt» Wirtschaft haben, beträgt der Anteil der Juden etwas an der Bevölkerungsziffer zurückbleibt, obsonen 262 Juden. 862 gleich 8 Prozent sind und Statistik<<( 2. September- Heft), die Zeit- weniger oder etwas mehr als 1 Prozent, ist er wohl anzunehmen ist, daß gerade in solchen wegen Uebertretung der Paßvorschriften, schrift des Statistischen Reichsamtės, zu also höher als ihr Anteil an der Bevölkerungs- Fällen gegen Juden besondere richterliche 116 gleich 8 Prozent wegen Uebertretung der Ergebnissen, durch die die Behauptung, die ziffer. Bei allen anderen Vergehen gegen das Strenge geübt wird. Am größten ist, abso- Devisenvorschriften bestraft worden. Juden seien besonders verbrecherisch veran- Strafgesetzbuch bleibt er dahinter zurück. lut und prozentual, unter den jüdischen Ver- sind im ganzen 1240 Fälle, also fast ein Dritlagt, keineswegs gestützt wird. Die Zahlen, Dabei ist zu berücksichtigen, daß im Dritten brechern die Zahl der wegen fahrlässiger tel aller bestraften Juden. die das Statistische Reichsamt über den An- Reich ein Jude einen Arier weit leichter be- Körperverletzung Verurteilten; es handelt Die Beteiligung der Juden an kriminellen teil der Juden an den gerichtlichen Verurtei- leidigen kann als umgekehrt und daß es sich wohl da hauptsächlich um Automobil- Vergehen liegt also nicht, wie das Statistische lungen ermittelt hat, sind alles andere als wenige Richter gibt, die den Mut aufbringen, zusammenstöße und ähnliches. Der amtlichen Reichsamt auftragsgemäß behauptet, über stürmerreif. In den Zahlen sind nicht ent- Juden, die wegen Betruges oder anderer De- Statistik ist also nicht ein Uebermaß ver- dem allgemeinen Durchschnitt, sondern ziemhalten die Strafen wegen politischer Ver- likte denunziert worden sind, freizusprechen, brecherischer Neigungen von Juden zu ent- lich weit darunter. Daraus folgt natürlich gehen,» die Aburteilungen wegen Verbrechen auch wenn ihre Schuld nicht nachweisbar ist. nehmen, sondern eher das Gegenteil. auch nicht, daß der» arische Teil des deutund Vergehen gegen Reichsgesetze, die zur Julius Streicher wird es besonders schmerz- Größer als die Zahl der jüdischen Ver- schen Volkes krimineller veranlagt ist als die Zuständigkeit des Volksgerichtshofes gehö- lich sein, den Zahlen des Statistischen Reichs- brechen unter den Straftaten sind ihre blos- Juden, sondern nur, daß Verbrechen und ren«. Ueber den Anteil der Juden an den amts entnehmen zu müssen, daß der Anteil sen Vergehen. Es sind aber zumeist solche, Strafen von anderen Umständen abhängen nichtpolitischen Straftaten äußert sich das der Juden an den bestraften Sittlichkeitsver- die in anderen Weltteilen nicht als Vergehen als von Eigentümlichkeiten der Rasse. Statistische Reichsamt wie folgt: Aus großer Zeit » Die Zahl der wegen Verbrechen und Vergehen gegen Reichsgesetze verurteilten Glaubensjuden, die vom Jahre 1936 ab von der Kriminalstatistik wieder festgestellt werden, beziffert sich im Berichtsjahr auf insgesamt 4104 oder 1.1 v. H. der Gesamtheit der Verurteilten, während der Der verbotene Büchsenschlüs- 1 sten, wenn man in Solingen ein Theater haAnteil der strafmündigen Glaubensjuden an der strafmündigen Zivilbevölkerung insge- sel. Haben Sie schon einmal versucht, eine ben will.... Aber das macht nichts. Ein Volk wie das deutsche, das täglich in harter Sammelsamt zur Zeit nur 0.6 bis 0.7 v. H. beträgt. Sardinenbüchse mit einem gewöhnlichen Do- Und diese reichlich skandalöse Praxis arbeit Knochen, Kaffeesatz, Haare und sonEs handelt sich bei diesen Angaben über senöffner aufzukriegen? Versuchen Sie's wird dann noch obendrein ausgerechnet mit stige Schätze aufspeichert, spart sich auf die jüdische Kriminalität nur um Mindest- mal! Es ist eine Heidenarbeit und außerdem dem leuchtenden Etikett>> Sozialismus« ver- diese Weise ja ein nettes Extrasümmchen zuzahlen, da die außerhalb der jüdischen stehenden Rasse- bekommt sie den Sardinen nicht gut, sie wer- sehen und als Volksbeglückung besungen! Glaubensgemeinschaft juden in der Kriminalstatistik aus techni- den zu Brei zerquetscht dabei... Wahrlich: weit gebracht! schen Gründen zur Zeit noch nicht als Weil dem so ist, hat eine weise Vorsehung solche erfaßt werden können.<< Auch auf diese kleine Kultursegnung muß das deutsche Volk nun Verzicht leisten. Die Herstellung von Dosenschlüsseln für Fischkonserven ist soeben streng verboten worden. Der Metallersparnis halber. Der * ㄓ Ramponierte Kirchenbücher. Wer heute in Deutschland heiraten, eine Stellung suchen oder sonst irgendwas will, der muß sich bekanntlich erst mal auf die Ahnensuche machen. Falls er das Glück hat, über warische« Vorfahren zu verfügen wo muß er sie sich zusammensuchen lassen? In diversen Kirchenbüchern von Anno dazumal. Die sammen und kann dann dafür dem Streicher seine perversesten Lieblingswünsche erfüllen. Gewiß: Fleisch ist knapp, Butter ist knapp. Aber das macht nichts. Wenn nur die Ahnenkartei in Ordnung ist!... * * * Die Schule wird abgebaut. Neulich erzählten wir hier, daß an den Schulen in Pommern jetzt von Staats wegen Nachhilfestunden für HJ- Führer erteilt werden. vom> Dienst< Weil die Führer« nämlich überanstrengt und in der Schule folglich zuDeutsche soll künftig im Schweiße seines An- Massenjagd auf arische Urgroßmütter hat rückgeblieben sind. In Hannover hat man gesichts derartige Büchsen mit dem gewöhnlichen Dosenöffner erbrechen und auf diese Weise ein Stück vaterländischen Arbeitsdienstes im Rahmen des Göringplanes ableinatürlich zur Folge, daß die ollen Kirchenbücher vom vielen Nachschlagen nicht gerade besser werden. Man kann vielmehr mit nahezu mathematischer Sicherheit den nicht ferdenn auch uns Sterblichen den SardinenWürden nicht nur die Glaubensjuden, son- büchsen- Schlüssel in die Hand gegeben, mit dern alle» Rassejuden« erfaßt, so würde zwar dem die Dose kurz und schmerzlos im Nu die Zahl der jüdischen» Verbrecher« steigen, geöffnet ist. aber zugleich auch der Anteil der Juden an der Gesamtbevölkerung. An dem Prozentverhältnis würde also kaum etwas geändert. Daß man seit vorigem Jahre die gerichtlich bestraften Juden statistisch erfaßt, dient natürlich nicht der reinen wissenschaftlichen Erkenntnis. Es soll vielmehr der zahlenmäßige Beweis dafür erbracht werden, daß die Juden verbrecherischer veranlagt sind als der>> arische<< Teil der Bevölkerung, und die obigen Zahlen sollen den Anschein erwecken, als sei der Nachweis erbracht, daß der Anteil der Juden an den Straftaten ihren Anteil an der Bevölkerungsziffer übersteigt. Zwar ist dieses Plus nicht besonders groß, aber immerdaß das Reichsstatistische es natürlich mit der Angst bekommen und hin groß genug, sich bittend an die Obrigkeit gewandt. NieAmt damit den gewünschten Eindruck zu ermand werde mehr Büchsenfische kaufen, wecken versucht. Sieht man aber näher zu, wenns keinen Schlüssel dazu gebe. Das bei welchen Delikten die Bestrafungen von Juden über dem Durchschnitt und bei welchen» Gnadengesuch« der betreffenden Unterneh- den. sie darunter liegen, dann kommt man zu dem mer ist jedoch abschlägig beschieden worden. Kanonen sind wichtiger als Konserven. genau entgegengesetztem Ergebnis. zu ähnliche Sorgen, aber man geht ihnen anders zu Leibe. Der dortige Oberbannführer, Herr Nickel, hat an die Schulleiter und Lehrer einen Appell gerichtet, in dem er sie sucht, mit Rücksicht auf die Hitlerjugend und laut sten. Wer einen hat, kann zur Not auch den nen Tag errechnen, an dem diese altehrwür- Frankfurter Zeitung«( 1937 Nr. 566/67) erEhrendolch zu Hilfe nehmen. Das Leben wird digen Dokumente so mitgenommen sein werhalt immer idyllischer im braunen Reich. den, daß sie Dienst und Auskunft verweigern die Sammelaktionen den Unterricht einzuIn der Fischkonserven- Industrie hat man Karl der Kühne. Als kürzlich der Das Statistische Reichsamt würde einem anderen Resultat gelangt sein, wenn es den Anteil der Juden nicht nur an allen be- Hamburger Nazigewaltige, der Gauleiter und straften Vergehen ermittelt, sondern sich Statthalter Karl Kaufmann auf einer bemüht hätte, die schweren, unter das Straf- Kundgebung sprach, zog ein Zuhörer eine mit gesetzbuch fallenden Straftaten von den Platzpatronen geladene Pistole und gab daleichteren zu trennen. Wegen Vergehen gegen mit einen Schuß in die Luft ab. Es handelte das Strafgesetzbuch wurden insgesamt ver- sich hier ganz offenbar um einen Geistesgeurteilt 288.553 Personen, davon 1756, also störten.«, hieß es in der amtlichen Nachricht 0.6 Prozent Juden. Der Anteil der Juden an über diesen Zwischenfall. Aber noch etwas anderes ist» ganz offenden Vergehen gegen das Strafgesetzbuch bleibt also hinter ihrem Anteil an der straf- bark. Nämlich, daß der Platzpatronenknall mündigen Gesamtbevölkerung zurück. Bei dem Kaufmann erheblich auf die Nerven gedieser überwiegen die wegen Vergehen ge- gangen ist. Als acht Tage nach dem Vorfall Hamburg der Fußball- Länderkampf das Strafgesetzbuch Verurteilten gen bei in * * und nur noch als Altpapier für irgend eine in Lumpensammelaktion Frage kommen. Hach, wie würde dann Alljuda triumphieren!... nannte schränken: Die HJ bittet... die Schule sich im Rahmen der schulischen Erziehung... auf das Mindestmaß zu beschränken.< Hier muß und wird also was getan wer- Am besten wärs vielleicht, man schaffte Und so ward denn beschlossen, soge- die Schule ganz ab. Die allgemeine Schul» Ahnenkarteien<< anzulegen und pflicht ist ja so wie so eine» liberalistiaußerdem sicher ist sicher sämtli- sche« Erfindung. Und was ein echter deutche Kirchenbücher Seite für Sei- scher Knabe ist, der braucht nicht mehr als te photographieren Zu lassen. das von Herrn Nickel gerade noch zugelasSechs Jahre wird diese Arbeit in An- sene» Mindestmaß« an Bildung, um sich als spruch nehmen. Und Kosten verursachen, die Kanonenfutter für die Herren Führer verin die Millionen gehen... Kindesraub Im Dritten Reich wird jetzt der Kindesraub durch die Rechtsprechung der willden Fällen fährigen Justiz legalisiert. Bei von Aberkennung der Erziehungsberechtigung der Eltern, die bisher bekannt geworden sind, handelte es sich bis auf wenige Ausnahmen um Elternteile, die jüdisch waren, während die Rassezugehörigkeit des Kindes nicht einwandfrei feststand. Jetzt liegt ein Urteil des Vormundschaftsgerichts Waldenburg, Schlesien, vor, in dem Eltern, die einwandfrei» arischer< Herkunft sind, das Erziehungs- und Sorgerecht für ihre Kinder entzogen wird. Das Urteil wird jetzt in der» Deutschen Justiz veröffentlicht. Die darin zum Ausdruck kommende Rechtsauffassung über die weitem die Verurteilungen gegen andere Deutschland gegen Schweden stattfand Reichsgesetze, also wegen harmloserer Delikte, dem auch Herr Kaufmann in seiner Ehrenda wurde fünf bei den Juden ist es umgekehrt. Allgemein loge beizuwohnen geruhte waren an der Zahl der Abgeurteilten die Ver Minuten vor Schluß des Spiels mit donnerngehen gegen das Strafgesetzbuch mit 75 dem Lautsprecherwort den Zuschauern beProzent, bei den Juden mit nur 42 Prozent kanntgegeben, daß niemand von seinem Platz beteiligt. Allgemein überwiegen also die aufstehen dürfe, so lange nicht der Gauleiter schweren Vergehen, bei den Juden die leich- das Stadion verlassen habe.... Es handelt sich hier ganz offenbar! ten. Das Statistische Reichsamt stellt mit Ge- um echt germanische Heldenkühnheit. nugtuung fest, daß seit 1934» eine bedeutende Abnahme< bei den» kriminalpolitisch>> Sozialismus«. In Solingen soll Erziehungsberechtigung der Eltern ist so unWie geheuerlich, daß wir den wichtigsten Teil wichtigsten strafbaren Handlungen« statt- ein neues Stadttheater gebaut werden. um den daraus zitieren müssen: gefunden habe. Wie groß ist der Anteil der die Nazipresse berichtet, haben als Bau zu ermöglichen die Arbeiter einiger Juden an diesen schwersten Straftaten, welche angeführt werden: Mord, Totschlag, Solinger Großbetriebe» beschlossen<(?) eine Abtreibung, Diebstahl, Unterschlagung, Raub Zeit lang eine gewisse Anzahl Gratisund räuberische Erpressung, Hehlerei? Insge- Arbeitsstunden zu leisten, deren Ersamt sind dafür bestraft worden 98.103 Per- trag für das neue Stadttheater verwandt sagt die Nazipresse sonen, davon 301 Juden, das sind 0.3 Prozent, werden soll. Das sei Darnach bleibt also bei diesen schwersten» nationaler Opfergeist<<,> Triumph der VolksStraftaten der Anteil der Juden um mehr ais gemeinschaft«<,> wahrhaftiger Sozialismus«.. die Hälfte hinter ihrem Bevölkerungsteil zu- Es soll ja auch früher, in den Jahren der rück. Wegen Mords wurde ein Jude verurteilt, Schmach, vorgekommen sein, wegen schwerer Körperverletzung einer, we- Städte Neubauten für kulturelle Zwecke ergen Totschlag drei, wegen Raubes und räube- richteten. Das haben ja nicht erst die Nazis rischer Erpressung keiner, wegen Diebstahls erfunden. Damals pflegte man. freilich von von insgesamt 71.182 Fällen 168, also 2.3 vom derlei Dingen nicht übermäßig viel Aufhebens Tausend. zu machen und vor allem man pflegte des Strafgesetz- die Baukosten aus dem Stadtsäckel zu nehGegen welche Delikte buches hatten Juden sich hauptsächlich ver- men und nicht aus Arbeiterlohntüten. Heute für angangen? Beleidigung 210, fahrlässige Körper- dagegen werden die Stadtfinanzen Verbrechen und dere Zwecke derart benaziparteiliche verletzung 411, Betrug 322, Vergehen wider die Sittlichkeit 113. Nur hei ansprucht, daß die Arbeiter> beschließen<(?) solchen» Verbrechen«, die man begehen kann, müssen, freiwillige(?) Gratisarbeit zu leidaß deutsche recht. wendbar zu erweisen. K. K. herische Einfluß der Eltern ausgeschaltet und gebrochen wird.<< Grundsätzlich stellte das Vormundschaftsgericht Waldenburg für die Frage des Erziehungsrechts der Eltern gegenüber ihren eigenen Kindern noch folgendes fest: Voraussetzung » Das Recht als völkische Ordnung vertraut den deutschen Eltern das Recht der Erziehung nur unter der wenn auch nicht ausdrücklich ausgesprochenen, So doch selbstverständlichen an, daß die Eltern dieses Erziehungsrecht so ausüben, wie Volk und Staat es erwarten dürfen.. Wer dagegen in Ausübung eines formell ihm zustehenden Erziehungsrechts in Kindern Ansichten weckt, die sie in unlöslichen Widerspruch zur Volksgemeinschaft bringen müssen, erfüllt diese selbstverständliche Voraussetzung nicht, so daß ihm schon aus Erwägung allgemeiner Art das Erziehungsrecht abgesprochen werden muß.< Das selbstverWaldenburger Urteil richtet sich nicht gegen Sozialdemokraten oder» Bolschewisten<, sondern gegen Eltern, die den In>> Eltern, welche den erzieherischen Ein- ternationalen Bibelforschern unfluß ihren Kindern gegenüber in der Richgehören. Das Gericht behauptet zwar, daß es tung ausüben, daß die Kinder in scharfen sich bei der Zugehörigkeit zu den BibelforGegensatz zur Volksgemeinschaft geraten, schern> bei diesen Eltern nicht um eine besonmißbrauchen, das ihnen zustehende Sorge- dere religiöse Ueberzeugung, sondern um die Wenn Eltern ihren Kindern durch Verneinung der einfachsten und ihr Beispiel eine Anschauung beibringen, ständlichsten Pflichten dem Staat und dem die sie in unlöslichen Gegensatz zu der Volk gegenüber handele<. Ueberzeugung bringen muß, zu der sich die Wenn diese Rechtsfindung jetzt allgemein weitaus überwiegende Mehrheit des deutso werden den Elschen Volkes bekennt, so bedeutet das einen zur Anwendung kommt, Mißbrauch des Sorgerechts. Dieser MIB- tern, die sich nicht hundertprozentig auf den brauch gefährdet die Kinder aufs höchste, Nationalsozialismus gleichschalten, die Kinweil er dazu führt, daß auch sie einmal der geraubt. Denn auf nichts anderes läuft außerhalb der Volksgemeinschaft zu stehen die Entziehung des persönlichen Fürsorgerechts hinaus, die den erzieherischen Einkommen. Zur Abwendung dieser habe das Vormundschaftsgericht die erfor- fluß der Eltern ausschalten und brechen soll. derlichen Maßnahmen zu treffen. Erfolg Einen solchen grausamen Terror gegen die verspricht hier nur die volle Entziehung des Eltern zur Erzwingung der Totalität einer Personen- Sorgerechts, sie allein bietet die Weltanschauung hat es in der MenschheitsGewähr dafür, daß der ungünstige erzie- geschichte noch nicht gegeben! Gefahr Nr. 234 BEILAGE Dezember 193? Kommunisrnns und Demokratie Von Karl Kautsky Die dänische Sozialdemokratie veröffentlicht demnächst eine Neuauflage des kommunistischen Manifest«. Karl Kautsky hat dazu ein Vorwort geschrieben, aus dem wir das folgende wiedergeben: Eines der auffallendsten Kennzeichen der Kommunisten war ihre Verachtung der Demokratie. Diese Verachtung, die gar mancher von ihnen beeinflußte Sozialdemokrat von ihnen annahm, hat sehr böse Früchte getragen. Sie schwächte das Proletariat, verewigte seine Spaltung, die in so vielen Staaten seit 1918 durch die Kommunisten herbeigeführt worden war und wurde eine der Hauptursachen der vielen und schmerzlichen Niederlagen der Demokratie der letzten Jahre. Doch die Konsequenzen dieser Niederlagen waren so bedenklich für den Sowjetstaat, daß er selbst sich genötigt sah, an die Hilfe der Demokratie außerhalb Rußlands zu appellieren. Er befahl jetzt den Kommunisten aller Länder für die Demokratie einzutreten und zu diesem Zwecke eine Einheitsfront mit den bisher so wütend bekämpften Sozialdemokraten zu bilden. Das wäre an sich mit Freuden zu begrüßen. Doch wird unsere Freude etwas gedämpft durch den Umstand, daß die Wandlung der Kommunisten nicht eine prinzipielle ist, sondern nur eine taktische. Sie verteidigen die Demokratie nur dort, wo sie in der Opposition sind. Sie vernichten sie und üben die grausamste Unterdrückung jeder Volksfreiheit dort, wo sie zur Herrschaft gelangen. Die Verdrängung der Demokratie durch einen gewalttätigen Despotismus in verschiedenen großen Nachbarstaaten des russischen Reichs, bedeutet für dieses eine ernste Gefahr. Jeder dieser Despotismen drängt seiner Natur nach zu militärischer Expansion. Zwei von ihnen, der deutsche und der japanische, bedrohen Rußland von Ost und West. Bloß auf sich allein angewiesen, vermöchte sich die russische Armee kaum der beiden Dränger zu erwehren. Rußland braucht Bundesgenossen, die findet es aber nur in den demokratischen Staaten des Westens. Auch in jedem dieser Staaten gibt es der Demokratie feindliche Elemente. Nicht minder sind sie Rußland feindlich. Nich nur an der Kraft dieser Staaten, sondern auch an der Kraft der Demokratie in diesen Staaten ist die Sowjet-Republik aufs stärkste interessiert. Daher ihr plötzliches Interesse an der Demokratie. Jedoch nur dort Ihr Eintreten für die Demokratie muß von jeder demokratischen Partei willkommen geheißen werden. Doch darf man nicht zu fest auf die russische Hilfe bauen. Sie geht bloß aus der auswärtigen Politik der gegenwärtigen Machthaber Rußlands hervor, und steht in vollstem Gegensatz zu ihrer inneren Politik. Sollte es dazu kommen, daß diese Machthaber sich mit Deutschland und Japan verständigen, dann würden die Kommunisten überall zu einer Hilfstruppe des Faschismus werden. Die demokratischen Parteien und Staaten der Welt hätten dann einen furchtbaren Kampf gegen einen antidemokratischen Block von ungeheurer Stärke auszukämpfen. Dabei wären sie allerdings insofern überlegen, als im demokratischen Staate die arbeitenden Massen mit Begeisterung an ihm hängen, bereit sind für ihn die schwersten Opfer zu bringen, indes in der Diktatur die Massen apathisch und verdrossen, oft direkt feindselig der Staatsgewalt gegenüberstehen. Wahrscheinlich ist eine Verständigung Stalins mit Hitler freilich nicht. Sie fände zu starke psychische Widerstände in den Nachwirkungen der bisherigen Agitation hüben wie drüben. Indessen wird in jedem der in Betracht kommenden Staaten die Staatsgewalt von ungeheuren stets wachsenden ökonomischen Schwierigkeiten bedrängt, die zunehmende Unsicherheit in den herrschenden Kreisen mit sich bringen, sowie steigende Gegensätze und Intrigen in ihren Reihen. Eine solche Situation vermag in einer schrankenlosen Despotie leicht über Nacht ganz unvorhergesehene Wandlungen der Staatspolitik hervorzurufen. Mit solchen haben wir in Rußland wie in Deutschland zu rechnen. Doch die Annäherung der Diktaturen hüben und drüben aneinander ist nur die eine der Möglichkeiten, die aus dieser Labilität der Staatsgewalt hervorgehen. Eher ist es denkbar, daß in Rußland jene Elemente zum Durchbruch gelangen, die in der Gewährung der Demokratie, die einzige Rettung für das in seinem Bestand bedrohte Staatswesen erblicken. Stalin selbst hat sich bereits genötigt gesehen, den demokratischen Gedanken Konzessionen zu machen. Er hat dem russischen Volk an Stelle der bisherigen Sowjetverfassung eine neue gewährt, die er selbst für die beste Demokratie der Welt erklärte. Mussolini und Hitler behaupten allerdings dasselbe vom Faschismus und vom Nationalsozialismus. Stalin hoffte wohl, damit die öffentliche Meinung der demokratischen Staaten für sich zu gewinnen. Dieses Ziel hat er freilich nicht erreicht. Nur politisch naive Elemente haben seine Art Demokratie ernst genommen. Es sind zumeist jene Elemente, die es bisher liebten, von den bestehenden demokratischen Verfassungen in Frankreich, England usw. wegwerfend als bloß»formaler« Demokratie zu sprechen. Wenn es eine Demokratie gibt, für die die Bezeichnung bloß formaler Demokratie zutrifft, dann ist es die jüngste Verfassung Stalins. Nichts von dem gibt sie, was für die wirkliche Demokratie erforderlich ist, keinerlei Bewegungsfreiheit der Massen, keine Freiheit der Rede, der Presse, der Versammlungen, der Organisationen. Ihr Parlament unfrei erwählt, ist eine bloße J asagemaschine. Wie sich das wirkliche Staatsleben unter dieser Verfassung gestaltet, zeigen die famosen politischen Prozesse, die seitdem von der Sowjetregierung in Szene gesetzt wurden und werden. Aber nicht nur den Aus den In den Jahren 1933 und 1934 haben die ersten Berichte aus deutschen Konzentrationslagern das Weltgewiasen alarmiert. Seither ist viel Nichtwiedergutzumachendes geschehen. Den Zeitgenossen mit Fantasie und der Fähigkeit des Mitleidens quälen die BUder zerschossener Städte in Spanien, zertrümmerter Menschenleiber in China. Metzeleien in Abesslnien, Bandenkrieg in' Palästina, Massenersohie- ßungen in Rußland drängen sich vor sein inneres Auge. Und doch besteht auch jenes Leid noch weiter, noch immer werden Menschen festgehalten, gequält, erschlagen in einem bis vor wenigen Jahren recht zivilisierten Lande. Ein Buch, das an dieses Unrecht erinnert, das den Menschen des französischen Sprach- und Kulturkreises erneut ins Gedächtnis ruft, was in Deutschland gelitten wird, muß von uns gebüligt werden, welche Einwendungen auch immer gegen dieses Buch zu machen wären. Es handelt sich um>L a-bas... dans l®8 geöles«, ein Titel, der sinngemäß etwa zu übersetzen wäre mit>1 n d e n K e r- kern... jenseits unserer Grenze«. Darunter steht:»Dreißig Monate Konzentrationslager«. Um es kurz zu sagen, wer einen reinen Tatsachenbericht erwartet, wird enttäuscht. An dem Buch haben zwei Autoren gearbeitet, ein Dr. Peter Martin,— das ist natürlioh ein Pseudonym— und ein Franzose, M. Dutrfeb. Man hat, um den Bericht schmackhaft zu machen, geglaubt, eine romanhafte Einkleidung wählen zu sollen. Das war kein glücklicher Einfall. Es geht dabei nicht ohne Sentimentalisierung ah. Rührende Episoden sind erfunden, von denen man im Interesse der Sache wünschte, daß sie weggeblieben wären. Eine andere Erwägung. die der sozialistische Leser angesichts dieses Buches anstellen wird, ist folgende. Man kann sich sehr gut den Verleger vorstellen, der den Rat gibt, ein Buch gegen die Konzentrationslager»unpolitisch aufzuziehen«. Die Lektüre von>La-bas..• dans les geftles« zeigt indessen, wie wenig damit gewonnen wird. Peter Martin war, wie das Vorwort seines Buches angibt, Redakteur einer katholischen Zeltung und Mitglied der»Liga für Menschenrechte«. Er hat vor Hitler als Ver- summlungsredner für einen unpolitischen Pazifismus geworben, als Frontkämpfer und Schwindelcharakter der»Demokratie« des heutigen Rußlands enthüllen sie. Der Umstand, daß sie nicht aufhören und ihre Opfer in den obersten Schichten des Reichs suchen, bezeugt, daß dieses von einer gewaltigen Unruhe erfaßt ist, die bis in die regierenden Kreise reicht und die trotz der blutigsten Repressionen kein Ende nimmt. Da dürfen wir noch gewaltige Ueberraschungen erwarten. Welche Gestalt immer diese zunächst annehmen mögen, sie verheißen, die Massen in Bewegung zu setzen und dadurch Konzessionen an die Demokratie zu bringen. Das Kommen wirklicher Demokratie in Rußland brächte aber das Aufhören des Gegensatzes zwischen Kommunisten und andern Sozialisten. Es brächte die baldige Wiederherstellung der proletarischen Einheitsfront auch außerhalb Rußlands in der ganzen Welt auf Grundlage weitgehender grundsätzlicher Uebereinstimmung, nicht als taktisches Manöver. Alle die anderen Diktaturen in der Welt werden dann unhaltbar, ein neuer siegreicher Vormarsch der proletarischen Demokratie in der gesamten Internationale beginnt. Die erste Internationale war bereits vom Geiste des KommunistischenManifest getragen gewesen. Doch hatte dieser Geist noch nicht die Arbeitermassen erfaßt. Es war nur die gewaltige Persönlichkeit eines Karl Marx, der den Beschlüssen der ersten Internationale ihren bis heute vorbildlichen Charakter verlieh. Als Marx durch Krankheit geschwächt war und nach der Zerschmetterung der Pariser Kommune der Uebergang der englischen Gewerkschaften ins liberale Lager und der Uebergang vieler romanischer und slawischer Sozialisten ins bakunistische Lager aufs äußerste lähmend wirkte, zerfiel die erste Internationale. Erst sechs Jahre nach Marx" Tode er- Kerkern als Christ. Er führt nun auch den Kampf gegen den Faschismus»unpolitisch«. Das siebt etwa so aus. Man zeigt uns einen alten Arbeiter, einen Dreher, er liest in seinen Musestunden Rousseau, Lassalle, Marx, Engel«. Der Mann ist unorganisiert,— er ist ein»Idealist«. Er wird Opfer de« Hitler- regimea. Muß dieser Arbeiter tatsächlich unorganisiert sein, um die Teilnahrae weiterer Kreise des französischen Lesepublikums gewinnen zu können? Wie ist es denn mit den Menschenrechten? Gehört zu ihnen nicht auch das Recht, sich für eine politische Partei au entscheiden? Ein sympathischer junger Arbeiter wird Kommunist. Mit der Begründung, die er in Martins Buch dafür gibt, hätte er ebenso gut emster Bibelforscher werden können. Man möge doch den deutschen Menschen bis 1933 nicht nachsagen, daß sie derartige Leisetreter gewesen wären. Und abschließend, der Faschismus, man wird nicht darum herumkommen, ist ein politische« Phänomen. Jeder Versuch, ihm »unpolitisch« zu begegnen, dient der Verdunkelung, dient dem Faschismus. M. F. Der Zahn der Zeit Im»Dresdner Anzeiger« vom 20. November 1937 lesen wir: »Die Zeit, in der man den Goldzahn als elegant betrachtete, ist glücklich überwunden. Und nun hat man auch einen Stoff gefunden, der sich mindestens ebensogut wie Gold für Zahnersatz eignet und sich dabei mit seinem schlichten plantinfarbenen Aussehen dem Ton der Zähne anpaßt, ohne Lichteffekte zu erzeugen. Vor allem aber hilft er das für die Devisenwirtschaft so nötwendige Gold sparen. Eis handelt sich um eine Legierung von Silber mit dem seltenen Plantinerz Palladium unter Zusatz von geringen Mengen Gold und anderer Metalle. Diese»weiße Edelmetallegierung« ist in den Laboratorien auf Herz und Nieren geprüft worden. Sie ist gewebefreundlich, verändert sich im Munde nicht, behält ihre Farbe und besitzt sowohl genügend Dehnbarkeit als auch Härte, um Bruchbildung bei Brücken zu verhindern.« Für devisenfreie Zähne wäre also gesorgt. Und nun wäre nur noch das alte Volkslied zu singen:»Lieber Gott, lieber Gott, den wir Vater heißen, wenn du uns schon Zähne gibst. gib uns auch zu beißen!« stand die zweite Internationale. Sie wurde nicht mehr vom Meister selbst geleitet, jedoch waren die Arbeitermassen viel mehr von seinem Geiste, dem des Kommunistischen Manifests erfüllt, als zur Zeit der ersten Internationale. Unaufhaltsam und siegreich marschierte sie vorwärts bis zum Ausbruch des Weltkriegs 1914. Zu den furchtbaren Schädigungen der Arbeiterschaft, die er mit sich gebracht hat, gehört auch die Zerreißung der Internationale, die er veranlaßte. Sie zerfiel nicht wegen des mangelnden internationalen Empfindens der Massen, sondern wegen der Unklarheit über die besonderen Ursachen, aus denen er hervorging. Doch die Zerreißung der Internationale war der schlimmste Nachteil nicht, den der Krieg brachte. Sofort nach seiner Beendigung erstand sie doch von neuem. Viel schlimmer war das Wirken des Bolschewismus, der den Krieg und seine Folgen dazu benützte, jede einzelne sozialistische Partei der Welt zu spalten. Jede zerfällt seitdem in zwei Teile: Einen der sich selbst regiert und einen der von Moskau kommandiert wird. Und dieser jammervolle Zustand dauert bis heute. Er bildet eine sonderbare Illustration des Rufes, mit dem das Kommunistische Manifest endet— des Appells»Proletarier aller Länder vereinigt Euch«. Das Ende des Weltkrieges brachte in verschiedenen Ländern der Sozialdemokratie gewaltigen Machtzuwachs. Aber wo immer gleichzeitig auch die Kommunisten erstarkten, schwächten sie die Sozialdemokratie, ohne selbst irgend ein politischer Faktor von Bedeutung zu werden. Der ununterbrochene Vormarsch der Arbeiterparteien der zweiten, auf dem Kommunistischen Manifest basierenden Internationale, der von 1889 bis 1914 unwiderstehlich vor sich ging, hat seitdem einem wirren Auf und Ab Platz gemacht, außer in den skandinavischen Ländern, die allein noch den stetigen Siegesmarsch der zweiten Internationale von 1914 bis heute fortsetzen und weiter fortsetzen werden. Gelingt es"icr die Demokratie— wirkliche, nicht bloß formale— in Rußland zum Durchbruch zu bringen, dann wird dieser stetige Siegesmarsch sich auf die Arbeiter aller Länder ausdehnen und vermöge der größeren Massen, über die sie verfügen und der geringeren Widerstände, auf die sie stoßen werden, wird er sich mit vermehrter Wucht und Geschwindigkeit vollziehen. Eine neue Epoche wird dann für die Menschheit heranbrechen. Es hängt vor allem von den Kommunisten Rußlands ab, wann sie kommt. Jetzt schon aber haben wir bei allen Verhandlungen und Diskussionen mit Kommunisten die Pflicht, sie vor allem auf diesen Umstand hinzuweisen und zu zeigen, wie sehr der weitere Vormarsch der Arbeiterparteien der Welt von der Gewährung wirklicher Demokratie in Rußland abhängt und wie sehr sie den internalen SoziaUsmus schädigen, solange sie dort von einer solchen nichts wissen wollen. Die Literatur der sozialistischen Emigranten ist heute von einem fieberhaften Suchen nach neuen Programmen, nach neuen demokratischen Grundlagen des Sozialismus erfüllt Gar viele glauben, daß die augenblickliche Machtlosigkeit der Sozialisten in den Ländern der Diktatur nur davon herrühre, daß unsere theoretischen Grundlagen veraltet seien. Bei allen diesem Suchen nach Neuem bleiben die Neuerer aber im Grund doch stets auf dem Boden des Kommunistischen Manifestes haften. Und mit Recht. Noch existiert keine neue Theorie, durch die es überholt wurde. Was wir brauchen, ist nicht ein neues grundsätzliches Programm, nicht eine neue Theorie des Sozialismus, sondern einen Machtzuwachs der Demokratie, einen gewaltigen Zuwachs, den nur die Kommunisten herbeiführen können, den sie morgen schon herbeiführen können, wenn ihre Führer es wollen. Kampf für die Demokratie, auch in Sowjetrußland! Das ist die Parole, aus der eine dauernde unwiderstehliche Einheitsfront des Proletariats in der Welt hervorgehen kann. Die„, Erbangst" In Deutschland greift eine neue Seuche um sich: die Erbangste. Viele Frauen, weitsichtiger als das Propagandaministerium, sagen sich( wir zitieren die Zeitschrift» Völkischer Wille<): nem Kinde wieder National->> Sozialismus« Jetzt wissen wir Bescheid, daß selbst schaftlichen Hochkonjunktur im Jahre 1936 1929/30 9,2 Milliarden RM, 1936/37 aber 11,5 chen Jahre die Höhe von 180.00 RM. dann ein krankes Kind zur Welt kommen weder die Produktion, noch das Volkseinkom- Milliarden RM. Die Zunahme beträgt dem- die Belegschaft von mehreren tausend Köpfen kann, wenn unser auf 300 Jahre zurück ermittelter Stammbaum keinerlei erbkranke men und die Löhne und Gehälter, noch der nach mehr als 2,3 Milliarden RM. gab die Firma für sogenannte freiwillige LeiSippenmitglieder aufweist, denn es kann Verbrauch die Höhe des Jahres 1929 erBesonders hervorzuheben ist auch die stungen nicht viel mehr aus als für die ja auch noch früher ein Erb- reichten, übersteigen die dem Volke aufge- erhebliche Zunahme der Lohnsteuer- ehrenamtliche Tätigkeit von einer paar Herkranker in unserer Ahnenreihe zwungenen Reichssteuern im Jahre 1936/37 hineingeraten sein, sein Erbleiden einnahme. Dieses Mehr wurde aus den ren des Aufsichtsrates und des Vorstandes. kann sich verdeckt( rezessiv) weitervererbt die Höhe des Steuerjahres 1929/30 bei wei- Arbeitern und Angestellten herausgepreßt, haben, und dann kommt es gerade in mei- tem. Ein Vergleich der Steuererträgnisse aus obwohl das Arbeitseinkommen aus zum Vorschein. Also diesen beiden Jahren ergibt folgendes Bild: Lohn und Gehalt im gleichen Jah- wurden dann schon lieber überhaupt keine Kinder oder jedenfalls kein wei1929/30 1936/37 re um fast 25 Prozent niedriger standes zwei» Dienstboten<«<, die als landwirtteres mehr.< in Millionen Mark war als 1929/3 0! Damals betrug es 43 schaftliche Kräfte tätig waren, in Schutz3.026 3.200 Milliarden RM, 1936/37 beträgt es höchstens haft genommen, weil sie ihre Dienststelle 1.204 33 Milliarden RM. Neben der höheren Bela- verlassen hatten. Angeblich hätten sie stung durch die indirekten Steuern auch» böswillige und ohne Grund vor dem Beginn die Umsatzsteuererträge sind fast um 130 der Ernte aufgegeben. Prozent höher als 1929/30 ist demnach auch der Lohnsteuersatz beträchtlich hinaufgeschraubt worden. Dagegen ist die Einnahme aus der Vermögenssteuer um nahezu 40 Prozent zurückgegangen. • 4 Der Reichsärzteführer mahnt, warnt vor Einkommensteuer dem zunehmenden Geburtenrückgang und davon Lohnsteuer. versucht, den Frauen all das wieder auszu- Körperschaftssteuer a reden, was er und seinesgleichen ihnen müh- Umsatzsteuer sam eingepaukt haben. In seiner Reichs- Vermögenssteuer wanderschau> Ewiges Volk ist eine Bild- Kraftfahrsteuer tafel zu sehen, auf der ein Brautpaar zögernd Beförderungssteuer vor einem Stammbaum steht, den zwei rote Reichsfluchtsteuer Fragezeichen zieren. Darunter die Inschrift: Zölle . 9 > Die Beobachtung der Erbgesetze soll Salzsteuer nicht dazu verleiten, nun übereifrig Tabaksteuer nur nach krankhaften Erbanla- Biersteuer gen in der Sippe zu forschen. Denke vor allem auch an deine wertvollen Erbanlagen, die es wert sind, in deinen Spiritusmonopol Kindern weiterzuleben.<< Zuckersteuer 9 • Fett- und Schlachtsteuer 558 1.540 1.050 1.013 2.400 542 340 210 130 • 364 240 70 •> 1.095 1.200 260 914 810 412 290 159 330 271 240 291 * sie Eisenbahner, die länger als 25 Jahre bei der Reichsbahn tätig sind, erhalten auf Verfügung des Reichsverkehrsministers neben einer Dienstprämie» Mein Kampf< als GeBei einem Volkseinkommen von 76,1 Milliarden RM betrugen im Jahre 1929/30 die schenk. Die Stadtverwaltung Köln schenkt Reichssteuern insgesamt 9,2 Milliarden, wäh- neuvermählten Ehepaaren ein Drei- Monatsrend sie für 1936/37, wo das Volkseinkommen Abonnement für die Zeitschrift» Neues Volk<<, nach den neuesten Schätzungen auf höch- die in Rasse und Bevölkerungspolitik macht. stens 62 Milliarden RM beziffert wird, 11,5 Und der oben zitierte» Völkische Wille<<, Die Verbrauchssteuern, die 1929/30 ins- Milliarden ausmachen. der gleichfalls den Reichsärzteführer zum Mitarbeiter hat, Leser an: * Eine schwarze Liste für Arbeiter, die ihre gesamt 1803 Millionen RM erbrachten, belieDer von den Reichssteuern beanspruchte Arbeitsstelle wechseln, wird für das Wirtfleht seine kinderscheuen fen sich 1936/37 auf 2,3 Milliarden RM. Ob- Anteil am Volkseinkommen betrug danach schaftsgebiet Nieder- Sachsen auf Veranlaswohl also der Verbrauch im vorigen Jahr 1929/30 nur 12 Prozent, und war bis 1936/37 sung des Reichstreuhänders angelegt werden. wesentlich tiefer lag als 1929/30, mußte das auf beinahe 19 Prozent angewachsen. Gegen die in das Verzeichnis aufgenommenen deutsche Volk einen wesentlich höheren BeArbeiter, die mit dem Verlassen der Arbeitsstelle vertragsbrüchig werden, behält sich der Treuhänder» die für den Einzelfall geeignet erscheinenden Maßnahmen<< vor. » Mehr Mut! Eine solche Erbangst hat keine Berechtigung. Ohne Waghis kein Elternglück. Wer nicht wagt, gewinnt es nicht!< Wir glauben nicht, daß Anfeuerungen dieser Art etwas nützen. Alle Mütter haben * trag an Verbrauchssteuern aufbringen. Dar- Die Pittler- Werkzeugmaschinen A. G. in aus folgt, daß die einzelnen Lebens-- und Leipzig teilt in ihrem Jahresbericht mit, daß Genußmittel mit wesentlich höheren Steuern der Gesamtbetrag für freiwillige soziale Leisorgt hat, gehört die Annahme, daß das ner, münzen sie in Falschgeld um und geistige Leben in Deutschland versuchen die Welt damit zu betrügen. Der unter diktatorischer Zensur stünde. Trick ist zu primitiv und zu leicht durchMan scheint gewillt zu sein, an dieser schaubar. Er wird sie nicht retten. an den Haaren herbeigezogenen Verleumdung um so mehr festzuhalten, je weniger man wirklich mit dem Wesensgefüge des Nationalsozialismus vertraut ist. Deutsche Jugend: Eine jede Beschäftigung mit den Fragen unserer Weltanschauung würde nämlich unweigerlich zu der Erkenntnis führen, daß eine geistige Diktatur mit der Ideenwelt des Nationalsozialismus schlechterdings unvereinbar ist.< größer und dümmer perlichen nicht immer Schritt gehalten zu haben. Simoneit stellte fest, daß die Abiturienten, die er zu prüfen habe, vielfach nicht nur erhebliche Wissenslücken aufweisen, sondern auch eine falsche Einstellung zu geistiger Arbeit haben. Im Zeitalter des Maschinenkrieges ist uns indes mit reinen Kraftmenschen, die im übrigen ungeistig sind, nicht gedient. Der Vortragende bezeichnete Dummheit und geistige Uninteressiertheit, die auf Trägheit schließen läßt, sogar als Charakterfehler, die jemanden als untauglich für die höhere militärische Laufbahn erscheinen lassen können.< lange ehe Rosenberg und Streicher geboren wurden recht gut gewußt, wieviel Unerwartetes und für die Eltern Unbegreifliches in der charakterlichen Anlage eines Kindes zutage treten kann. Sie haben dennoch nicht unter» Erbangst« gelitten. Und wir wetten: ein Großteil jener Frauen, die behaupten, von der Seuche befallen zu sein, sind auch heute nur Simulanten. Sie fürchten sich nicht vor mysteriösen Erbanlagen, sie fürchten sich vor einem viel handfesteren Schrecken vor dem Krieg. Sie wollen ihre Kinder Der» Westen«, Berlin,( Nr. 326) berichtet nicht gebären und großziehen, damit sie, von Reihenuntersuchungen an Jugendlichen, kaum gereift, erschossen, erstickt und verbei denen festgestellt wurde, daß die nach giftet werden. Wenn sie das ehrlich einge- Jede Beschäftigung mit dem Nationalso- dem Kriege geborenen Kinder durchschnittständen, kämen sie ins Konzentrationslager. zialismus führt zu der Erkenntnis, daß seine lich mehrere Zentimeter größer Also berufen sie sich anstatt dessen auf ihre verlogenen Bannerträger sich nicht einmal sind als die vor dem Krieg geborenen und Der Dr. Simoneit hat sich sehr geschickt rassische Ueberbedenklichkeit, an die sie selbst zu der geistigen Diktatur bekennen können, daß die Pubertät durchschnittlich um volle hinter klinischen Beobachtungen verschanzt, nicht glauben. Denn das Lügen haben die die sie selbst aufgerichtet haben. Sie morden zwei Jahre früher eintritt. Dann heißt es die mit dem Hauptthema nichts zu tun haben. deutschen Untertanen in den letzten vier den letzten Funken der Demokratie und weiter: Ein Zunehmen der Körpergröße Jahren gründlich gelernt. Die Erbangst schreien:» Wir sind die besten Demowird in der ganzen Welt beobachtet >> In einem Vortrag, den kürzlich Oberist Kriegsangst. Die Seuche heißt: kraten der Welt«. Sie schwelgen in blutiregierungsrat Dr. Simoneit hielt, die gleichzeitige Abnahme der Nationalsozialismus. der Leiter des Psychologischen geistigen Fähigkeiten ist eine SpeLaboratoriums im Reichskriegs- zialerscheinung, die auf die faschistiministerium, wurde die Tatsache des Die Falschmünzer » Nationalsozialistischen Monatshefte beschweren sich: >> Zu den hartnäckigsten Vorurteilen, für deren Verbreitung die deutschfeindliche Presse im Ausland geTierliebe Ein gelallter Monolog. an gen Miẞhandlungen und schwärmen auf der Rednertribüne vom deutschen Gemüt. Sie schlagen die Freiheit täglich hundertmal ans Kreuz, um sie anbeten zu können. Denn sie wissen, daß ihr Blutmythos im Ideenkampf der Menschheit unterliegen muß. Darum bedienen sie sich zum Schein der Wertbegriffe ihrer stärkeren GegHaaren. besoffen... früheren Einsetzens der Pubertät ebenfalls schen Staaten beschränkt bleibt. Daß diese vermerkt. Allerdings den scheint nach den Spezialerscheinung Militärfachleuten Ausführungen des Vortragenden, die den ernste Sorgen bereitet, ist Ironie des SchickPrüfungen galten, welche die zur Offi- sals, denn die Einschnürung der jungen Gezierslaufbahn sich meldenden Abiturienten ablegen müssen, die gei- hirne wird ja gerade im Namen des Militarisstige Entwicklung mit der kör- mus vollzogen. Wir freun uns. Der Rex steht mit borstigen ein Maurenkapitän.»> Sie können Feuer krie-| was heute jedem Hitlerpimpf geläufig ist: daß gen«. Was bedeutet das schon für ein pro- etwaigen Gegnern im Schützengraben einige und heult. Ob sich ein Tier dabei was denkt? minentes Mitglied der Reichsschrifttums- Gewehre und ein » Am 24. November begingen alle Tierpaar Handgranaten geschutzvereine und darüber hinaus alle kammer?> Vorwärts!< schnarrt dieser den nügt hätten, um das Auto samt Inhalt im Tierfreunde den vierten Jahrestag, Ich fühl mich schlecht. Mir scheint ich bin Chauffeur zu. Stumm, drohend fliegt das Handumdrehen zu erledigen. Dwinger aber dem das vorbildliche TierDorf heran.» Hindurch!<< Da taucht, oh tastet nach dem vergessenen Revolverchen, schutzgesetz des national- Denn die Tierliebe zeichnet ein Herrenvolk Schrecken, am Ende des Dorfes ein Schüt- sabbert etwas von sozialistischen Staates der> dunklen Lockung sen wurde.< zengraben auf.( Ein Schützengraben eines männlichen Zweikampfes... So, wie Vom deutschen Gemüt ist das beste zu hoffen. und das hat der Maurenkapitän nicht ge- es sich ein Quartaner bei der Lektüre von ( fällt unter den Tisch) wußt?) Doch nun muß man den Sänger des Wildwestgeschichten vorstellt: Ha, Schurken, Wir sind der Welt um tausend Jahr voraus. Heroismus persönlich genießen: noch habt ihr uns nicht! Der alte Gott lebt > Wie Eis fällt es in mein Blut, daß ich noch! keine Waffe habe, ich hatte es völlig vergessen jetzt tasten meine Hände erlas( Deutsche Zeitungsmeldung) Gestatten. Sturmtruppführer Walter Remmert, Konzentrationslagerleiter. Herr Ober, ein Bier. Verzeihn Sie. Hihi. Mir ist bißchen belämmert. Ich hab schon elf, zwölf Runden hinter mir. Wie gefällt Ihnen der? Er hat irisches Blut. Ich bin nämlich tierlieb wie all unsre Großen. Wer gut ist, ist auch zu den Tieren gut. Wenn ich und Rex so durch das Lager laufen, das sollten Sie sehen. Ein herrlicher Spaß. Er darf den Gefangenen die Kleider zerraufen. Das hat er gern. Herr Ober, noch ein Glas! aus. A. Lindhorst Heldenlatein Oder: Karlchen vorm Schützengraben Ein Kriegsberichterstatter, der seine Heldentaten besingt, statt die der FrontWo und wie hat dieser Mann eigentlich herum, suchen zitternd einen kalten Stahl, den Weltkrieg erlebt? Er ist ein Beiirgend etwas zum Schießen! Ich spiel dafür, welch lächerlich infantile Rückerinnere mich nicht, jemals ein scheuß- fälle ehemalige Frontsoldaten zeigen können, licheres Gefühl gehabt zu haben als in wenn sie dazu verurteilt sind, teutschen Heldiesem Augenblick der völligen Wehrlosigkeit ich war im Kriege einst in mancher dengeist auf Flaschen zu ziehen. Das SSschweren Situation, immer aber konnten Organ aber, das sozusagen ein Soldatenblatt die Hände tröstend eine Waffe umklam- sein will, gibt diese unsoldatischen, quarmern, immer stand die dunkle Lokkung eines männlichen Zwei- tanerhaften Blähungen eines verspäteten kampfes dahinter! Wie konntest du nur, Karl May bebildert und in großer Aufknirschte ich mich an, nicht einmal daran machung wieder. Neudeutscher Heroismus. denken... Nur einen Karabiner, nur einen Rahmen Patronen, um sie uns so lange vom Leibe zu halten, bis der brave maurische Kapitän...< Nicht knurren, Rex! Und nicht ans Tischbein kämpfer, ist ein besonderer Genuß. Wir meistoßen. nen in diesem Falle Herrn E. Dwinger. Er gehört drüben zu den Sängern des kriegerischen Heroismus. Nach 1918, als er aus russischer Kriegsgefangenschaft zurückkehrte, gab er sich defaitistisch, pazifistisch. Aber nach 1933, in seinem Roman der Baltikumer, zeigte er sich aufgenordet und als eine Art epischer Wildenbruch. На, wie sauste da die deutsche Klinge! Das waren Bis nämlich der sechs Kilometer entdeutsche Hiebe! Also der geborene Kriegs- fernt wachende brave maurische Kapiberichterstatter brauner Blätter. Ist er auch tän zu Hilfe kommt, um sie versprochener geworden, und schon erscheinen seine spani- maßen eventuell> heraus zu hauen<... schen Schmonzetten als Buch. Wir halten uns an eine Probe, die von der Nazipresse nachgedruckt wird. Die Herren Franco- Berichterstatter wollen von einem Ausflug in ihr Hauptquartier zurück, aber das Auto muß an einem noch nicht von Francotruppen besetzten Ort vorbei. Vielleicht sind noch Rote drin, orientiert sie sechs Kilometer vorher Nur eins ist seltsam. Er fängt an zu weinen, wenn geprügelt wird. Wehgeschret macht ihn nervös. Dann zittert er, zerrt mich an Armen und Beinen. Ihn schlägt doch keiner! Wär ja skandalös. Du, Rex, was war denn heut in dich gefahren? Heut hat sich im Lager ein Jude erhenkt. Die schlafende Stimme des Es ist mit der nordischen Stimme Blutes wie mit dem Schutzengei: wenn er gebraucht wird, ist er nicht da. Diese Stimme spricht nichtsdestoweniger mitunter SO » Aber unser Chauffeur hat es nicht stark, daß der deutsche Norde mit Mauren aufgegeben, geht es nicht vielleicht über und Arabern gemeinsame Sache gegen den den Acker hinweg? So braust er von der englischen Norden macht. Nun gar erst in Straße herunter, hart ist die Erde, hart wie Stein. Gott sei Dank, weit Skandinavien! Anfang November tagte in reicht der Graben nicht hinein, bald kann Dresden die> Nordische Gesellschaft<<; ihr er zur Straße zurück!<< Geschäftsführer Timm konstatierte in einer Welch eine rührende Vorstellung vom Rede: Krieg! Als ehemaliger Soldat weiß Dwinger, > Daraus ergibt sich von selbst eine Ge Des Familienwappens Man propagiert Vademecum für das Propagandaministerium. Und auf der Rückseite steht: 1. Es gackert auf dem Berge. >> Sind alle Bemühungen, ein altes, schon früher bestehendes Familienwappen wieder ( Aus einem Aufsatz der> Frankfurter| planes besonders geförderten Erzeugnisse in verboten werden kann, der in einem entspreaufzufinden, ergebnislos geblieben, und hat Zeitung über>> Rechtsnorm und Takt- Anspruch nehmen können: Zellwolle, synthe- chenden Zivilprozeß vor dem Reichsgericht alles Suchen in alten Urkunden und Briefen gefühl in der Werbung«.) tischer Treibstoff, und Kautschuk oder die jedoch obsiegte, wird man nur wünschen keinen Erfolg gehabt, so kann man zur NeuProdukte aus Kunstharz... Aber auch bei können, daß Wege gefunden werden, um die annahme und Neuschaffung eines Wappens den vom Vierjahresplan geförderten Erzeug- Verschiedenheiten möglichst bald auszugleischreiten. Bei der Wahl des Zeichens mag nissen, bei denen eine Erfindung vorliegt, chen... wie es das Bemühen des Werberats nun die Familie von ihrem Namen ausgehen,>> Die allgemeinen Grundsätze der Wirtdie einen Austausch ermöglicht, wo das alte ist, die Werbefreudigkeit nicht zu hemmen, wenn dieser eine Beziehung auf einen Gegen- schaftswerbung, daß sie wahr, klar, und neue Erzeugnis völlig einander gleich- sie aber von allen unerfreulichen stand hat, wie z. B. der Name» Henneberg«, deutsch sein und dem Handeln eines ehrder sich als Zeichen gut ausdrücken läßt, in- baren Kaufmannes entsprechen müsse, gel- lassen dürfen. Ein unmittelbarer Hinweis auf fügung stehenden Mitteln zu reiwertig sind, wird man diese Ausnahme zu- Auswüchsen mit den ihm zur Verdem man eine Henne(- aber ja nicht einen ten selbstverständlich auch hier... Der LeitOchsen!) auf einen Berg stellt.<< spruch, der Name, das Bild, das Schlagwort ist nur mit ausdrücklicher Genehmigung des den Vierjahresplan dagegen(> Hoflieferant«?) nigen.<< 2. Freyherr Pynsell zum Eyntopff. prägen sich dem Gedächtnis ein. Daher muß Werberats gestattet. Hier spielen die großen > Hat der Familienname keine Beziehun- auch der sogenannte Blickfang wahr sein. wirtschafts- und staatspolitischen Erwägun- Wenn es wahr ist, daß der gen zu einem Gegenstand, so kann auf den Es geht also nicht an, daß etwa in der gen eine entscheidende Rolle und drängen die Mensch selbst den Stil macht..., Beruf des Wappenträgers Bezug genommen Schlagzeile eine unwahre Behauptung aufge- allgemeinen werberechtlichen Grundsätze zu- so darf es nicht wundern, daß die Propaganda werden, indem beispielsweise der Angehörige stellt wird, die dann irgendwo im Text rich- rück oder setzen sie zeitweilig außer Kraft. des nationalsozialistischen Deutschlands dem eines technischen Berufszweiges ein Zahnrad tiggestellt wird. Wenn ein Teil der VerbrauAllerdings kann es sich hier nur um eine Menschen gleicht, dem dieses neue politische oder ein anderes Zeichen seiner Tätigkeit cher, so hat der Werberat festgestellt, irrevorübergehende Erscheinung handeln... Rüstzeug von Adolf Hitler anvertraut wurde. ( Zahnwehtuch?) als Bild nimmt.<< geführt werden kann, dann ist die Werbung unerlaubt... 3. Außen Sträußchen, innen Kanone. Neben diesen Erfordernissen Seine Meinung zum Punkt der Alleinstel- Die Einrichtung eines Ministeriums für Volks>> Die Helmdecke ist in der Regel zweifar- muß der Hinweis auf die Konkurrenz sach- lung hat der Werberat dahin zusammenge- aufklärung und Propaganda hat in der Welt faßt:>> Die Hervorhebung einer alleinigen zum erstenmal Deutschland getroffen.<< big, und zwar wiederholen sich die Farben lich sein. Jede Herabsetzung muß vermieden >> Sogleich erhebt sich die Frage, wie es des Wappens in der Art, daß die Farbe außen werden. Nicht schon jede Erwähnung einer Sonderstellung ist nur erlaubt, wenn die Sonungünstigen Eigenschaft, sondern erst dann, derstellung nach Umfang und Dauer wirt- denn um eine deutsche Oeffentlichkeit stehe. wenn sie als ein Makel empfunden wird, gilt schaftlich erheblich( verkehrserheblich) und Man erlag dem Irrtum, sie würden die Wahrals herabsetzend, auch wenn sie und das Metall innen erscheint.<< 4. Ernste Worte an die NochimmernichtInserenten. TOP objektiv wenn sie bewiesen werden kann.<< Propagator. heit nicht ertragen können. Mit Untertanen macht man keinen Nationalstaat. Die Deutschen brauchen lange, nach einem Wort Schillers aus Knechten des Hauses zu Kindern des um wahr ist... Persönliche Herabsetzung des Die Haltung des Reichsgerichts. Konkurrenten, Hinweise auf seine Vorstra->> Eine besondere Judikatur, die nicht ganz fen, auf seine Familienverhältnisse, auf seine einheitlich und nicht immer folgerichtig ist. wirtschaftliche Lage gelten schlechthin als hat sich beim sogenannten Systemver- Hauses zu werden. Die Kinder des Hauses gleich herausgebildet. Der Werberat selbst verwendet dieses Wort bei bedenklich.< > Es soll aber an dieser Stelle nicht versäumt werden, vor den sogenannten> heraldischen Instituten« zu warnen( Forschern, die lieber im VB inserieren als im> Westen<, wo doch nichts Neues ist), die für viel Geld ein Familienwappen. recht bunt und schön ausgemalt und mit einer irgendwo zusammen->> Eine Ausnahme von der grundsätzlichen seinen Richtlinien und Entschei dungen nicht.<< gestoppelten» Familiengeschichte« verbunden. Sittenwidrigkeit der vergleichenden Werbung eine offizielle oder gar anzubieten versuchen und sich dabei auf eine dürften wohl auch Gleichschaltung mangelhaft. Aber Autarkie geht vor. wollen nicht stumm dirigiert, sondern nachdrücklich angeredet sein. Die Ansprache als... Ei des Kolumbus, das der Nationalsozialismus gefunden hat... In diesem Sinne war selbst > Wappensammlung« beziehen, die nie be- verbindliche Stellungnahme liegt bis jetzt» Vom Standpunkt des Werbungstreiben- Demagogie nichts Verächtliches. die auf Grund des Vierjahres-' den aus, dem ein Werbetext vom Werberat Das Ziel verlangt Zeit.<< stand. Oder aber das Wappen wird willkür- nicht vor lich aus einem heraldischen Werk herausgenommen.< 5. Ritter mit rückwirkender Kraft. >> Ist der Entwurf des Wappens fertig, und die Familienangehörigen zur Annahme bereit, dann soll noch der letzte Schritt getan werden und das Wappen zur rechtmäßigen Eintragung in die Wappenrolle eines der großen heraldischen Vereine(> Herold<<, Berlin) weitergegeben werden, wo es noch einmal auf Herz und Nieren geprüft wird.<< Wobei sich wahrscheinlich Gallensteine herausstellen. Ist aber auch das behoben, so macht von nun an jeder seinen Klassenhaẞ und Standesdünkel scheene alleene. ( Aus dem> Westen<.) Eia Weihnacht Wir lesen in der» Preußischen Zeitung< ( Nr. 325) folgenden Schlachtbericht: > Mitten in das Schießen der Infanterie brummte plötzlich der große Bomber hinein, ließ seine sechs Bomben mit großem Getöse fallen und (> Die Literatur« 40/2 Nov. 37.) lange nicht entschieden. Man schickte jetzt| Kriegsdienst pressen ließ. In Berlin nun, geschehen wäre, zu Maria Theresia zurück. die Tanks vor. Ratternd kamen die Verlag Grote, 1936 erschien ein Roman, in Die Aufständischen senden 44 Vertreter nach Biester an, unaufhörlich schiedem Marie Veronika Rubatscher sich dieser Wien usw.< Bend. Aäh- ä- äää- ää- ä meldete die Attacke inzwischen der Funkwagen. Das Kriegsdienstverweigerer annehmen durfte. half aber alles nichts, auch die Flam- Die Achse Berlin- Rom hat wechselndes menwerfer, die feurigrot ihre Strahlen Wetter. An einem Tage, an dem der Himmel gegen die Tanks spien, vermochten den AnSo tion. Denn keineswegs steht zu befürchten, daß sie an irgend einem Orte mißverstanden worden sei, weder in Meran, noch in Berlin, Das wuchtige Getränk In Rüdesheim versammelten sich einige nationalsozialistische Zeitungsschreiber und griff nicht aufzuhalten. Da griff er zum bewölkt war, erhielt M. V. Rubatscher, letzten Mittel, er schickte seine Soldaten wird man vermuten dürfen, diese Autorisa- andere führende Leute, um die>> stolzen Lamit dem Nebeltopf vor. Im Nu hüllten dicke Rauchschwaden alles ein. Inzwischen waren die Jagdflieger gestartet und nutzten die Verwirrung aus.<< Ein Bericht aus Spanien? Aus China? noch auch von kritischen Referenten der Nein. Eine vorweihnachtliche» Literatur«, Deutsche Verlagsanstalt StuttSpielzeug reklame. Die> Preußische gart. Wir lesen: Zeitung fügt hinzu: » Der südtirolischen Erzählerin fällt die eigene Gegenwart aufs Herz, sie sieht die Meraner Söhne leibhaftig in ein fremdländisches Heer gesteckt, zu einem flotten >> Ist das noch Nürnberger Tand? Nein, das ist, obwohl es größtenteils auch aus Nürnberg kommt, Spielzeug, das einen tiefen Sinn hat.< Einen blutigen Sinn, der die Welt afrikanischen Feldzug verfrachtet. Vergessen erschauern lassen sollte. wird die ferne, die längst gewesene Kaiserin, freudig läßt die Erzählerin den Freiheitssinn Als ob nichts geschehen wäre der Bauern hoch auflodern und die Männer Es hat einmal, im richtete heillose Verwirrung an. Unendlich viele Tote waren zu beklagen... Das Flackgeschütz raste vor, noch bevor der Bomber seine Tätigkeit beendet hatte, und traf den Bomber an die Tragfläche, so daß sein Absturz nicht mehr zu verhindern war: Damit war die Schlacht jedoch noch allzu Jahre 1762, in der von alten Rechten, vom Landtag, vom fürgen und Jahrgänge der deutschen» Spitzenweine« zu probieren. Auch das ging nicht ohne Reden an die deutsche Nation ab. Wir lesen in der Kölnischen Volkszeitung« Nr. 321: >> Unter den edelsten Spitzengewächsen bezeichnete Herr Kreisbauernführer Werner den 21er als den besten Wein des Jahrhunderts, mit herrlicher Blume und mit viel Wucht«. Zur Bezeichnung des 1933 er reiche der Wortschatz nicht aus, um seine Größe und wunderbare Harmonie zu beschreiben. Der 1920er war ein Jahrgang, der mit viel Kenntnis behandelt werden müßte, nach seinem Ausbau aber als> wuchtig und stahlig< charakterisiert werden könne.< Meraner Gegend einen Aufstand gegeben, sorglichen, volksgerechten Landeshauptmann weil zu der Zeit, nach der Meinung der Süd- reden. Keinem aufmerksamen Leser wird der Zu einem gewaltigen und ehertiroler Bauern der siebenjährige Krieg bereits Umschlag ins Aktuelle entgehen. Er wirkt nen Hasenbraten genossen, stellt er zu lange dauerte und weil Maria Theresia herzbeweglich, hinreißend. eine nicht wiederzugebende Hochform des unbedenklich die Landessöhne zum Nach einer Weile kehren wir, als ob nichts deutschen Aufbruches dar. wenn meinsamkeit, ein Verstehen der nordischen Anpöbelei gegen den Führer«, weshalb die] Wer? Die Schriftsteller, die dramatischen und ein überspielter Star macht immer noch Völker aus dem Blutgefühl heraus... So» Pr. Ztg.< ein Einschreiten der schwedischen Büros? Wenden wir uns von diesem erneu- mehr Kasse, als gar keiner. Darum erschien steht zum Beispiel fest, daß die deutBehörden fordert. Schlimm für die erten Deutsch ab und eilen wir zum Schluß: kürzlich in deutschen Zeitungen folgende sche Ein- und Ausfuhr nach dem Norden seit 1933 fast von Monat zu Mo-» Nordische Gesellschaft<<, ungeheure Berliner Meldung: nat steigt, trotz allen Boykotts gegen Lesermassen mit dieser>> Hetze<< des GöteDeutschland, und obwohl dies der borger Blattes einverstanden sind und die Skandinavier von politischen VorStimme des Blutes erst von den Behörden eingenommenheiten her vorläufig manchmal noch gar nicht als erfreulich an- wach gerüttelt werden muß. erkennen will. Die Stimme des Blutes macht sich eben auch gegen den reinen Intellekt geltend, sogar in der Wirtschaft...< Ueberrüstungen keine ZifEntdeckt Deutschland >> Es hat aber einen bestimmten Grund, warum immer wieder als Ort der Handlung für deutsche Filme das Ausland gewählt wird: Man ist dann nicht gezwungen, auf die weltanschauliche Seite des Rückbesondere Geschehens sicht zu nehmen.<< Das ist es. Denn wenn auf die» weltanschauliche Seite< Rücksicht genommen >> In einigen deutschen Zeitungen sind in letzter Zeit Meldungen erschienen, denen zufolge die bekannte Filmschauspielerin Marlene Dietrich die amerikanische Staatsangehörigkeit erworben oder sich durch Unterschreiben von Aufrufen beziehungsweise durch Geldspenden für Rotspanien erklärt habe. Es ist einwandfrei festgestellt worden, daß diese Behauptungen in keiner Weise den Tatsachen entsprechen.< Zu diesen deutschen Blättern, die also von Göbbels Nachrichtenbüro gerüffelt werden, gehört auch das SS- Organ. Noch im Sommer dieses Jahres hetzte es eine ganze Die geknechtete Kunst Seite an die Verunglimpfung der> dekadenten Haben wir es ihnen nicht voraus gesagt? wird, hält das Publikum den braunen Zimt Vor allem ist infolge der deutschen Entdeckt einmal Deutschland, ihr Herren nicht aus. An den Festtagen jedoch wird die skandinavische Einvom Film<<, ruft eine breite Ueberschrift in man immer wieder das Gedröhn vom unauffuhr nach Deutschland gestiegen; für die der Filmbeilage des> Völk. Beobachters<<. haltsamen kulturellen Aufstieg auch des Ausfuhr wagte der Festredner Film? Es hätte ebenso gut heißen können: deutschen Films hören. fern anzugeben, es wäre auf eine Kompro-» Ihr Herren vom Theater.<< Bei manchen mittierung der Stimme des Blutes hinaus ge- Filmen, gesteht der> V. B.<< zu, mag die Verkommen, die ja auch, wie Timm zugibt, in legung ins Ausland nötig sein, der Politik völlig versagt hat. Ja, derart unbegreiflich verwirrt ist diese Stimme, daß die Nazipresse erst kürzlich gegen die Göteborger> Handels- und Seefahrtszeitung< abprotzen mußte, weil sie einen ganz üblen Hetzaufsatz gegen das nationalsozialistische Deutschland<< gebracht habe. Darin heißt es laut> Preuß. Ztg.<<( 14./11.): >... daß der Militarismus und der blinde Gehorsam dem Durchschnittsdeutschen ins Blut gegangen sei. In Deutschland sei der Wille, sein eigenes Ich zu behaupten, sehr schwach entwikkelt. Der Militarismus sei seit 1933> bis worden. ins Unglaubliche ausgedehnt< Deutschland habe eine» teutonische Militärdemokratie mit Kadavergehordie einer>> Menge same erhalten, sozialer und hygienischer Einrichtungen, Konzentrationsmit wie Arbeitslager, KdF, lager, Gestapo<, verbunden...< Am Schlusse folge eine» unverschämtei an > aber aus solchen Beispielen das Recht Ein Preis im Wert von über 6000 Mark, der Marlene<<. herleiten zu wollen, nach Möglichkeit jeden Da war sie ein degeneriertes LuFilm in Paris, Nizza oder London spielen von Mussolini für eine National- xusweibchen, von der sich die deutsche Frau zu lassen, dürfte einen Rechenfehler ha- hymne des italienischen Kaiser- abwenden müsse; eine Hollywooder Puppe, ben... Wir möchten nun im deutschen reichs ausgesetzt war, konnte nicht die durch perverse Aufmachung über ihre Film gern einmal deutsche Themen verteilt werden. Es hatten sich 200 Jahre hinweg täuschen und auf Lebegreise gestaltet sehen, genau so wie der Amerikaner seine amerikanischen Filme am lieb- italienische Komponisten dem Wettbe- wirken wolle. Ihre Fingernägel waren in grosten sieht.<< werb beteiligt, aber die Preisrichter, zu de- Ber, gefärbter Aufmachung zu sehen. Das Warum kann das nicht sein? Liegts am nen auch Mascagni gehörte, fanden keine und andere Verfemungen wird die deutsche deutschen Schriftsteller? Mitnichten: dieser Kompositionen eines solPresse nicht hindern, einen Singsang auf die chen Preises würdig. Nur 6 von den » Ich glaube auch >> göttliche Marlene« los zu lassen sowie der deutschen Schriftsteller so geistesarm 200 Hymnen wurden als beachtenswert sind, daß sie nicht deutsche Probleme dra- klärt. erste neudeutsche Dietrichfilm erscheint. matisch gestalten können. Ein Blick in die Und das» Schwarze Korps<< wird gern entdeutsche Literatur beweist es ja. Aber von denen, sprechende Reklameinserate bringen. Denn die deutsch denken und schreiben können, haben bisher nur wenige die Bedeutsch sein, heißt wahr sein: Man soll die achtung der dramaturgischen Büros gefunwenn Marlene Dietrich will wieder in Deutsch- Nicht- Peges, namentlich es Frauen den. Manchmal kommt einem wirklich der land filmen und man darf gern glauben, daß sind, nur so lange beschimpfen, als man von Gedanke, daß diese Menschen, wie der Bücherwurm von Spitzweg, niemals an die ihr das Dritte Reich goldene Brücken baut. ihnen keinen Nutzen hat. Aber auf keinen frische Luft kommen.< Der neudeutsche Film ist arm an Kräften, Fall länger. nicht, daß unsere (> Deutsche Allgem. Ztg.<) Marlenes Heimkehr er Braunes Dienstjubiläum Wie sich der Ley die Neuordnung der Sozialpolitik vorstellt steller auftreten.<<( Der letztere aber nur zu gar nichts. heute darauf an, jede einzelne Maßnahme den Lesern verständlich zu machen... Mehr denn je komme es auf.. Kommentare an... In diesem Zusammenhang stellte Stabsleiter Die» Internationale Rundschau«, herausAlso eine bescheidene Anfrage wird mit Rienhardt die Frage, welche grundsätzlichen im Einvernehmen mit dem Betriebsführer.) fristloser Entlassung bestraft. So ist es heute Maßnahmen denn in Zukunft auf dem Gegegeben vom Internationalen Arbeitsamt in Auch die Treue muß schließlich ordnungs- um die deutsche Arbeiterschaft bestellt, von biet der Regelung des Pressewesens zu seien Genf bringt in ihrem Heft 8/1937 eine zwanzig Seiten lange Abhandlung über die» Neu- gemäß ermittelt werden. Es liegt im Wesen der der Dr. Ley in seinem Kraft- und- Freude- und gab hierauf die Antwort: ordnung der Sozialpolitik im Deutschen des deutsch- rechtlichen Treueverhältnis, daß Jahresbericht eben wieder sagt, daß sie der Um ihre Existenz könne sich eine die nur der Unternehmer den> Treuerweis<< sei- Nationalsozialismus ganz > Herrenmen- Zeitung nur noch bringen durch Reich«, in der ein Naziwissenschaftler Wirkungslosigpublizistische historische Entwicklung der praktischen nes Gefolgsmannes ermitteln kann. Werkspolitik<< bis zum Jahr 1883 zurück verfolgt. Die Neuordnung im Dritten Reich stimmt nach den Darlegungen des Verfassers >> sowohl mit dem Grundnenner, als auch der breiten Linie« mit der Wissenschaft, wie den praktischen Versuchen der gelben WerksverFür die 50jährige Betriebstreue wird ein einspolitik überein. Man kann sich nur wunverliehen. Auch dern, daß das Zentralorgan des IAA ohne Glückwunsch des Führers eigene Stellungnahme diesen seichten Propa- für diese höchste Ehrung sollen neue Bestimerlassen werden. Der gandaartikel mit der Bemerkung enden läßt: mungen in Kürze >> Die Neuordnung der Sozialpolitik im Stabsleiter Ley gibt schließlich noch bekannt, Deutschen Reich ist sehr lehrreich und daß Ehrungen von Dienstjubilaren, die von > Lehnt der Betriebsführer von sich aus eine solche Ehrung ab, so wäre die Ueberreichung einer Ehrenurkunde seitens der DAF widersinnig, ganz gleich, ob die Beweggründe für die Ablehnung der Ehrung durch den Betriebsführer berechtigt sind oder nicht.<< schen< machen werde! Durch zweier Zeugen Mund. Parallelbericht des VB und der Frankfurter Zeitung. keit. Die Bindung an den Vierjahresplan beseitigt keineswegs die Vogelfreiheit des Provisionsreisenden, der mit gebundener Marsch>> Als krönender Abschluß... eine wuch- route Dinge vertreten soll, und noch dazu tige Großkundgebung mit... Dr. Robert mit ansteckender Begeisterung, bei denen ein Anlaß zur Begeisterung sich schwer erfinden ließe. Ley...< 1. Die apportierte Kultur. Preisrätsel: was ist der>> publizistischen >... Wir brauchten nur eine Idee in das Volk zu werfen, und das Volk nahm Wirkungslosigkeit« förderlicher: Schriftleiter mit der eisernen Existenzsicherheit von diese Idee auf.< 2. Wagner in homöopathischen Butterkarten- Staatsbeamten, die ein Blatt mit ewig gleichquantitäten. bleibender Pöbelei wie eine Wurst vollstop>... So sei von einem mangelnden fen, nach deren ersten Zipfel man sich schon Wollen und Begreifen des Arbei- übergibt oder einschläft; und die das bis zum ters die Rede. Natürlich dürfe man Men- jüngsten Tag tun können, solange dabei keine schen... nicht gleich Wagneropern bieten.<< Verletzung der Parteidisziplin passiert? Oder Journalisten als Kulis, die die Reize von Ani( VB) mierfräuleins entwickeln sollen, unter den aus 3. Kommunisierung der Ganglien, bekannten Gerhart Hauptmanns» Webern< »... Doch damit diese Gemeinschaft erhalten bleibe, müsse zu der Gemeinschaft der Hausordnungen sozialer Art; und bei diesem der Tat trottelhaften Raubbau sich natürlich bald BeGesinnung auch die Gemeinschaft kommen, das heißt, es müsse einen gemein- tätigungen zuwenden müssen, worin zwar die samen Besitz geben. Dieser sei jedoch Freiheit der Meinungsäußerung auch nur dem Ausland gegenüber besteht, die aber, trotz nicht in materiellen Dingen suchen, er liege in dem gemeinsamen Besitz oder wegen Abwesenheit sozialer Ideale, die Ausbeutung um einige Grade weniger grundder... höchsten geistigen Werte«. Also des sätzlich und rigoros betreiben. Und der Nachwuchs besteht schließlich nur aus Leuten, die der Chef verdient. wert der Beachtung der ganzen Welt.<< dieser» einheitlichen Regelung« abweichen, Das Arbeitsordnungsgesetz wird als eine künftig einzustellen sind. Diese letzte amtOffenbarung für die Verwendung der Sozial- liche Anordnung bestätigt nicht nur, daß im politik als Instrument der allgemeinen Dritten Reich das alte Arbeitsverhältnis abStaatspolitik gefeiert. Die Umwandlung des geschafft ist, sondern sie zeigt auch, daß im Arbeitsverhältnisses in ein» Treueverhältnis« Rahmen der deutsch- rechtlichen Regelung des zwischen Gefolgschaft und Betriebsführer neudeutschen Treueverhältnisses der Treuedarf in der> Internationalen Rundschau« ohne erweis seine Ordnung haben muß. Mit Recht jeden Einspruch» der ganzen Welt zur Be- wird in der» Internationalen Rundschau der achtung empfohlen werden. Mit dieser PubliArbeit<< Genf ausgeführt: kation werden aber auch all die Nazi- Dekla> Wer als Nichtdeutscher das Arbeitsordmationen von Ehre der Arbeit<<,> Fürsorge nungsgesetz nur als ein Gesetz von vielen Gedes Betriebsführers«,» Vermenschlichung des setzen betrachtet, wer es nicht im ZusammenArbeitsverhältnisses< usw. in den Bereich der hang mit den allgemeinen politischen BestreDiskussion über Sozialpolitik einbezogen. Die bungen des Dritten Reiches sieht, Tatsache, daß das frühere Arbeitsrecht liqui- diesem Gesetz folgenden sozialpolitischen diert worden ist, wird im Arbeitsordnungs- Maßnahmen außeracht läßt, wird in diesem Ley, der sogar Wagner abgebaut hat. gesetz erklärt. War früher der Dienstvertrag Gesetz weder den römisch- rechtlichen Gedankengängen eines Neubaues der Sozialpolitik auf dem Grundsatz von Leistung und Gegen- noch ein epoche machendes Zei- empfindlichsten Nerv der Deutschen, Eine deutsche Frau will Butter seine Reiselust, angepackt habe, habe leistung aufgebaut, Nazi- chen von übernationaler Bedeuman.. aus der Erkenntnis, daß die LohnNeuordnung auf alten deutsch- tung erkennen.<< Wer die Treueordnung frage nicht die entscheidende Frage sei, rechtlichen Treudienstvertrag. Der Be- der deutschen Faschisten als» Neuordnung triebsführer sorgt für das Wohl seiner Ge- der Sozialpolitik< gelten läßt, wird zum Ver- diese Aufgabe in Angriff genommen.< November 1937 hervorgeht, ist das nicht so nach folgschaft. So basiert die dem Der Gesetzgeber begnügt sich im Dritten Reich damit, Verordnungen über die Gestaltung dieses Treueverhältnisses wer die Grundpfeiler räter der Arbeiter und ihrer Menschenrechte. zu 4. Wanderschaft statt Lohn. >... Mit dem Amt» Reisen<<, das den · 5.» Messer, Gabel, Schere, Licht gibt man kleinen Kindern nicht.<< >... Der Führer sei wie ein Vater gezu erlassen. Kampf um die Freizügigkeit wesen: alles Gefährliche habe er seinen KinEs war z. B. notwendig, zum 1. Dezember 1937 eine Anordnung für die SO belangreich sind, es eigentlich unschwer und ohne linien möglich sein, Richtwann festzustellen, zu Alter Witz, zeitgemäß erneuert: >> Herr Leutnant, se ham uns de Fahne >> Wat for ne Fahne?< >> Die Bratfanne.< aus- 5. Kultur als Arsenik für überständige Pferde. So gehe das Volk den Weg zur schwerer arbeite es Durch eine Reihe von Verordnungen ist dern weggenommen, dafür habe er ihnen das schöne die durch die Verfassung gewährte Frei- Schöne gegeben: Reichsautobahnen, zügigkeit für die deutsche Arbeiterschaft Bauten, die Fahne.< Ehrung der Arbeitsjubilare herauszugeben. Eine solche Ehrung ist für völlig beseitigt worden. Es ist einem Arbeiter 25- und 40jährige ununterbrochene Betriebs- unmöglich gemacht, seinen Arbeitsplatz zugehörigkeit durch Verleihung einer Ehren- wechseln. Er hat sich mit dem vom Unter- jeklaut.<< urkunde angeordnet. Wenn nun schon solche nehmer gewährten Arbeitslohn abzufinden Anordnungen in der Neuordnung der und wird gezwungen, sich unter allen Umsollte ständen von dem Kapitalisten weiter Sozialpolitik beuten zu lassen, in dessen Betrieb er bei Inkrafttreten der verschiedenen Verordnungen Freiheit, es gar nicht ein Arbeiter diese Dienstzeit zurückgelegt beschäftigt war. Ein Versuch, sich dagegen denn je, und merke nicht müde dahat. Die Neuordnung, die der Welt zur Beach- zu wehren, ist» böswillige Störung des Ge-(???!) und werde von(-??-). Nach allem, was schon ertung empfohlen wird, sieht aber ein umständ- meinschaftsgeistes.<< liches Antragsverfahren vor. Der Antrag, ob Wegen einer solchen Beschuldigung ver- reicht sei, werde noch vieles mehr erreicht ( Frankfurter Zeitung.) der Jubilar geehrt werden darf, kann nur handelte kürzlich das Soziale Ehrengericht werden.<< Reichstreuhänderbezirks Brandenburg. vom Unternehmer beim Kreisobmann der des DAF gestellt werden, der ihn überprüft und Ein Feinmechaniker aus einer Berliner MaArbeitsan die Reichsbetriebsgemeinschaft weiter- schinenfabrik wollte eine andere leitet. Die weiteren Stadien dieses Verfahrens stelle annehmen. Seine Kündigung wurde vom Tagen das vierjährige Jubiläum und die Beteiligung der diversen Dienststel- Unternehmer nicht angenommen. len können hier wegen Raummangels nicht im einzelnen beschrieben werden. Bei der Prüfung der Voraussetzungen für die Ehrung ist festzustellen, ob sich der Dienstjubilar sowohl > nach Ruf und Verhalten, als auch in poliDas Soziale Ehrengericht ließ den Arbeitischer Erziehung würdig erwiesen hat<. Die Jubilarehrung ist» eine betriebs- ter nicht aus dem Betriebe gehen, sondern zu einer» Ordnungsinnere Angelegenheit«, doch werden für Ver- verurteilte ihn leihung der Urkunde, Ausgestaltung des strafe« von 500 RM. Wenn der Arbeiter usw. Richtlinien bekannt- weiter versuchen sollte, von dem in der noch Verleihungsaktes nicht beseitigten Verfassung gewährleisteten » Grundsätzlich entscheidet der Betriebs- Recht der Freizügigkeit Gebrauch zu machen, führer, zu welchem Zeitpunkt eine wird er wegen Staatsfeindlichkeit den Terror 25- oder 40jährige Tätigkeit des Diktatur- Apparates noch mehr zu spüren des anzusehen bekommen. gegeben. Gefolgschaftsmitgliedes als zurückgelegt ist.< Er versuchte deshalb seine fristlose Entlassung zu erzwingen. Angeblich soll er zu diesem Zweck an einem Tage im Betrieb eine Zecherei veranstaltet, dem Meister und dem Unternehmer ins Gesicht geschlagen haben. Kraft durch Sauftouren. Da» Kraft durch Freude« in diesen begeht, glaubte Gauwart Mierbach die Presse über den» Grundgedanken<< dieser Einrichtung belehren zu müssen. Er sagte in seinem Referat u. a.( zitiert nach der» Kölnischen Volkszeitung<< Nr. 313): kaufen. Wie aber, aus der nachstehenden Briefkastennotiz im» Dresdner Anzeiger« vom 20. einfach: C.» Ich bin in einen anderen Stadtteil umgezogen, kann aber keinen Butterhändler finden, der es übernehmen will, mich mit Butter zu beliefern. Ich muß darum meine Butter in dem früheren Geschäft holen, was mit viel Zeit und Straßenbahnkosten verbunden ist und dadurch das Stück Butter wesentlich verteuert. Vor einiger Zeit brachten Sie in Ihrem Blatt die Bekanntmachung, daß bei Aenderungen in der Personenzahl hinsichtlich der Butterzuteilung die Aenderung unverzüglich der zuständigen Wohlfahrtspolizeistelle gemeldet werden solle. Gilt dies auch für meinen Fall?< An sich wohl auch, doch wenden Sie sich wegen Zuteilung eines an die FachButterverteilers am besten gruppe Nahrungs- und Genußmittel der BezirksWirtschaftsgruppe Einzelhandel, fachgruppe Sachsen, Dresden A, Ringstraße 18.< Fachgruppe, Wirtschaftsgruppe, Bezirksfachgruppe in anderen Ländern gehen die ins Frauen in einem solchen Falle einfach Aber im Dritten nächste Buttergeschäft. Reich ist eben alles besser organisiert. Knute gegen Wissenschaft. Drohungen gegen den Nobelpreisträger Max Planck. Auf der Tagung der Deutschen Physikalischen Gesellschaft und der Gesellschaft für > Die Urlaubsfahrten sollen keine» Sauftechnische Physik, die im Herbst dieses Jahtouren sein, denen das Maß des Vergnügtseins abhängt von der Menge res in Bad Kreuznach stattfand, wurde zum desgenossenen Alkohols. Viele der erstenmal seit 1933 die dem Nobelpreisträger, Urlaubsfahrer suchen ihre Freiheit mit die- Professor Max Planck, dem Schöpfer der sem falschen Mittel der Freude zu geniebei Ben, sie gehen von einem Gastlokal in das Quantentheorie gewidmete» Planck- Medaille< andere, von einem Kameradschaftsabend in verteilt. Obgleich drei von den früheren fünf den zweiten, und sie steigen, den Angebo- Mitgliedern der Kommission, die über die ten des Fremdengewerbes folgend, von Verteilung der Medaille zu entscheiden hateinem Omnibus in den anderen. Das Ziel ihrer Reise aber soll nicht die Hetze, son- ten, unter ihnen Albert Einstein, Deutschland dern die Ruhe sein, Am Schluß bedau- nach Hitlers Machtantritt verlassen haben, von der gegenwärtigen ern verstimmte Mienen das hin- wurde die Medaille Alle geschwundene Geld. diese Kommission nicht einem der im Dritten Reich Nebenerscheinungen liegen an den Menschen selbst. Man wird ihnen künftig entgegenarbeiten.<< Es ist also wohl die Möglichkeit gegeben, Eine Frage- fristlose Entlassung fungierenden Lehrer der Deutschen Physik<, sondern vielmehr einem der drei emigrierten einem noch nicht als würdig erachteten JubiVor dem Arbeitsgericht in Gera klagte lar noch zehn Jahre Bewährungsfrist einzu- ein Arbeiter gegen seine fristlose Entlassung, Vier Jahre lang hat man ihnen nicht ent- großen Physiker, dem Nobelpreisträger, ProDas Schrödinger, zugesprochen. räumen, um dann nach Meinung des Unter- die deshalb erfolgt war, weil er in einer Be- gegengearbeitet, vielmehr wurden die Kame fessor für die Schwarze Korps«, das Organ der SS, setzt nehmers doch die zurückgelegte Dienstzeit triebsversammlung die Anfrage gestellt hatte, radschaftsabende und>> Sauftouren<< auf Befehl diese Entscheidung in Vergleich mit der Verals zurückgelegt anzuerkennen. Wenn bei der ob das Spenden für das Winterhilfswerk frei- Dr. Ley volles Verständnis hat den deutschen Errechnung Meinungsverschiedenheiten entwillig sei. Das Urteil des Arbeitsgerichts be- und unter Führung der Kraft- durch- Freuden- leihung des Nobelpreises an stehen, so ist wiederum ein besonderes Verder spender in Szene gesetzt. In Zukunft gelten Friedenskämpfer Carl von Ossietzky und verstätigt diese fristlose Entlassung, weil fahren und ein Eingreifen der Arbeitsfront| Arbeiter sich durch diese Anfrage als ein Veranstaltungen dieser Art als» wild«. Aber sucht für ihr Zustandekommen Prof. Planck nebst ihrer zahlreichen Dienststellen vorge- Gegner der Einrichtungen des heutigen Staa- gesoffen wird weiter. sehen. Es ist also nicht zutreffend, wenn im tes bekannt habe und weil seine Aeußerung Ausland immer wieder behauptet wird, eine Störung des Betriebsfriedens darstelle. Die Deutsche Arbeitsfront hätte Die Anfrage des Klägers in der Betriebsvergehende sozialpolitische Befugnisse. sammlung, ob das Spenden freiwillig sei oder diesem die nicht weitpersönlich verantwortlich zu machen und ihm politische Motive zu unterstellen. Das Blatt schließt seinen Angriff mit den Sätzen:» ProBraune Presse. Frankfurter Zeitung schreibt unter fessor Planck kann nun einwenden, daß die > Aus Anlaß der Gaukultur- Politik mit theoretischer Physik nichts zu tun Titel: >> Ruf, Verhalten und politische Würdig auf dem Gesetz beruhe, zeige, daß der Ar- woche des Gaues Koblenz- Trier hatte die habe. Das mag, vom fachlichen Standpunkt vom staatspolitikeit des zu ehrenden Arbeitsjubilars begutachtet der Kreisobmann. Liegen hinsicht- beiter damit den Zweck verfolgte, die übri- Reichspressekammer des Gaues eine Arbeits- aus betrachtet stimmen, Unbedenk- gen Arbeiter gegen das Winterhilfswerk ein- tagung nach Bad Neuenahr einberufen. Haupt- schen jedoch nicht. Professor Schrödinger hat lich der politischen der Stabsleiter des demonstrativ in politischer Hinsicht sich gelichkeit Zweifel vor, so ist der Kreislei- zunehmen. Wenn er sich nur sachlich hätte amtsleiter Rienhardt, ter der NSDAP zu hören.<< unterrichten wollen, so hätten ihm andere Reichsleiters Amann, sprach über die Grund- gen Deutschland gestellt; einen solchen Mann Wege offen gestanden. Er habe auch ganz züge der Arbeit der Reichspressekammer. wegen etwaiger fachlicher Verdienste auch bedeute noch zu ehren, ist ein Zeichen nationaler Entgenau gewußt, daß das Spenden freiwillig ist Die Bindung an das Gesamtwohl und daß der Betriebsleiter, wenn er vom aber keineswegs ein Ende der Freiheit. Die würdigung, wie es instinktloser nicht gedacht >> Spenden- müssen<< sprach, die moralische Arbeit in der deutschen Presse sei ungemein werden kann. Von> Absicht< wagen wir in Pflicht eines jeden meinte. Das weitere Berufungsverfahren sieht als nächste Instanz die Reichsbetriebsgemeinschaft vor. » Das Gefolgschaftsmitglied ist nicht antragsberechtigt. Nur der Betriebsführer oder der Betriebsobmann kann als Antragschwieriger als früher. Es kommt diesem Zusammenhang gar nicht zu reden.<