Her les bei er en Fillabbollcet, zel ofsen opan erlen ine mer du hin gen ng aus tet, LufHen Fett von Cen. inkuder termit cheeitig die Neuer Vorwärts Sozialdemokratisches Wochenblatt EN AVANT! Hebdomadaire en langue allemande Redaktion und Verlag: 5, Rue Mayran, Paris- 9. Téléphone: Trudaine 46-52 Und das Volk? Zwei Völker im Dunkeln Nr 247 SONNTAG, 13. März 1938 Aus dem Inhalt: Deutsche Zwangsarbeit Der letzte Karren Aera Metternich Prix Fr. 1,50 Elend hinter der Fassade Die wahre Lage Italiens Der neue russische Prozess hat eine Reihe von Fragen aufgeworfen. Man hat die Frage gestellt, ob diese SelbstIn der Debatte des englischen Unter- Staatsaufträgen für die Aufrüstung und werden kann. Die Folge ist ein riesenhafhauses über die Demission Edens war für kostspielige Autarkieexperimente, tes Anwachsen der Passivität der Hanenthüllung des russischen Regimes die es namentlich Winston Churchill, der deren Gelingen im rohstoffarmen Italien delsbilanz. Italiens Aussenhandel( ohne Stellung Russlands in der internatio- mit grossem Nachdruck darauf hinwies, noch weit aussichtsloser ist als in den für die Devisenbilanz gleichgültigen nalen Politik berührt oder nicht. In wie unnötig und unglücklich zugleich Deutschland. Der Konsum aber ist nicht Handel mit den eigenen Kolonien) zeigt der heutigen Lage Europas lässt sich die Nachgiebigkeit Chamberlains in ei- nur hinter diesem ,, Aufschwung" zu- folgende Entwicklung in Millionen Lire: dies Problem auf die einfache Frage nem Momente sei, in dem die würgende rückgeblieben, er ist auch absolut unter Jahr dies Problem auf die einfache Frage Wirtschaftsnot Italiens Mussolini bin- das bisherige, unglaublich niedrige Ni- 1934 zurückführen: wie wird sich Russland nen kurzem verhandlungswillig machen veau gesunken. Die Steuern auf alkoholi- 1936 im Kriegsfalle verhalten? müsste. In der Tat sind die finanziellen sche Getränke, Fleisch und sonstige Le- 1937 Einfuhr Ausfuhr Passivum 7564 4967 2597 5883 3830 2053 1 3488 7849 5640 Es gibt dahinter allerdings noch ei- und ökonomischen Verhältnisse Italiens bensmittel, die von den Gemeinden er- Im Januar 1938 beträgt das Passivum ne andere Frage: wie wird sich das nach bald 20 Jahren Faschismus wohl hoben werden, zeigen dauernd eine rück- 600 Millionen. Dieses Defizit ist entstanrussische Volk verhalten? Man weiss mit die elendsten in Europa geworden, läufige Entwicklung. Geradezu erschrek- den trotz der Exportprämie, welche die und besonders in den letzten Jahren kend ist die Entwicklung des Lebens- 40prozentige Abwertung der Lira gewenig vom russischen Volke. Was die nimmt das Tempo der Verschlechterung mittelumsatzes in Mailand, dem wichtig währte. Dieser Vorteil nähert sich inSowjetpropaganda darüber sagt, ist ein unheimliches Mass an. sten Industriezentrum Italiens. Der In- folge des Ansteigens der Inlandspreise Propaganda. Was man bei den Pro- Begreiflich genug: Denn auf die zwei dex für den Umsatz von 58 repräsenta- rasch der Erschöpfung, so dass die Auszessen von der Sowjetpropaganda ge- Jahre Kriegswirtschaft im Kampf um tiven Lebensmittelgeschäften, wobei Ja- sichten des Aussenhandels nicht günstig zeigt erhält, ist traurig: befohlene Re- Abessinien, die noch durch die den Aus- nuar 1934 gleich 100 gesetzt ist, bewegte sind. Die Passivität der Handelsbilanz senhandel schwer treffenden Sanktionen sich in den Jahren 1936 und 1937 nach bedroht aber den Goldvorrat immer stärsolutionen, in denen die Erschiessung verschärft war, hat Mussolini unmittel- Berücksichtigung der Preisveränderun- ker. Dieser ist nach den offiziellen Anvon Menschen gefordert wird, über de- bar eine verstärkte Wehr- und Autarkie- gen zwischen 70 und 85; auch in dem gaben von den 4 Milliarden vollwertiger ren Taten, Meinungen und Ansichten, wirtschaft aufgestülpt, die zusammen laufenden Jahr ist trotz der Zunahme Lire im Oktober 1936 auf die gleiche über deren Persönlichkeit die zur Ent- mit der Erschliessung Abessiniens, die der Industrietätigkeit keine Steigerung Nominalsumme von jetzt nur 40 Prozent den entwerteter Lire abgesunken. Zugleich schliessung Befohlenen nichts wissen. gegenwärtig Ausgaben von etwa 1 Mil- zu verzeichnen. Ebenso klagt in Soll liarde Lire im Monat(!) erfordert, unge- übrigen Landesteilen der Einzelhandel, sind die noch im Privatbesitz vorhanden man also sagen: die Massen heure, nicht zu leistende Anforderun- ausser über allgemeinen Rückgang über gewesenen und eingezogenen GoldbeRusslands werden werden ebenso ebenso sinnlos, gen an die Wirtschaftskraft von Land denUebergang des Publikums zu stände, sowie die Erlöse für die beschlagebenso hündisch ergeben auch im und Volk stellt. Denn man muss sich schlechteren und billigeren Qualitäten. nahmten Auslandswerte verbraucht worKriegsfall alles tun, was Stalin be- vergegenwärtigen, dass die Industrie- Die Entwertung der Lire um über 40 den. Es kann keinem Zweifel unterlieausrüstung Italiens unvergleichlich Prozent im Oktober 1936 hat zu einer gen, dass die Aufrechterhaltung der schwächer ist als etwa die deutsche, dass starken Preissteigerung geführt. Der all- Rüstungsrohstoffeinfuhr im bisherigen Was ist mit dem russischen Volke, Italien des entscheidenden Rohstoffs, der gemeine Preisindex ist von 62 im Jahre Umfang zur raschen Erschöpfung des was denkt es, was weiss es, was glaubt Kohle, im Gegensatz zu Deutschland fast 1934 auf 96,4 im Dezember 1937 gestie- noch verbleibenden Goldbestandes fühhundertprozentig politikfern, ganz entbehrt, dass schliesslich die Le- gen, Nahrungsmittel erhöhten sich um ren muss, da eine Steigerung der Ausist ihm ganz gleichgültig, was an der benshaltung der Bevölkerung so niedrig, 22,3 Prozent. Die vom Régime gezwun- fuhr für Italien höchstens in sehr beSpitze der gesellschaftlichen das Existenzminimum in vielen Teilen genermassen zugestandenen Lohnerhö- scheidenem Umfang möglich ist. Auch Pyrades Landes kaum erreichend war, dass hungen sind durch die Preissteigerun- in seinem Aussenhandels-, das heisst seimide vor sich geht? Es ist ein Geheim- eine weitere Herabdrückung viel rascher gen mehr als kompensiert worden. nem Rohstoffproblem ist Italien also einis, ein tief beunruhigendes Geheim- auf eine unübersteigbare Schranke Zu der fortschreitenden sozialen Ver- ner Katastrophe viel näher als heute nis. Wenn es nicht auch für Stalin stösst als in Deutschland. und die Seinen ein beunruhigendes elendung fügt die Wehrwirtschaft noch noch Deutschland-es ist ihm eben um Die industrielle Beschäftigung, die rasch wachsende ökonomische Schwie- zwölf Jahre Faschismus und einen kleiGeheimnis wäre, wozu dann der Ter- 1935 und 1936 infolge des Krieges und rigkeiten. Aufrüstungs- und Autarkiebe- nen Krieg voraus. fiehlt? LOSS t zu ihleund erlin mmt ende aren t? wie chaft irek nem riebe össte stün ft in ksdi achte ema ver Wäh te es setzte den hätte inter , un minell die cht? Als ver eine Deiter Not n an des Die g de tler sel ausge bar e Hi ror? der Schleier eines Geheimnisses. Wir der Sanktionen fast auf den Tiefpunkt darf haben eine namentlich im letzten Im Gegensatz zu Deutschland veröfvon 1932 zurückgefallen war, hat seit Jahr besonders grosse Einfuhr von Roh- fentlicht Italien, wenn zum Teil auch in Der Terror drängt das Volk in die dem wieder zugenommen. Aber diese Zu- stoffen bewirkt, die nicht durch eine unvollständiger und zurechtgemachter Politikferne. Ueber jedes unter Ter- nahme beruht ausschliesslich auf den entsprechend grössere Ausfuhr bezahlt Art, sein Budget. Die Staatsausgaben ror lebende Volk legt sich allmählich fällige Urteile über die aber beobachten den gleichen Prozess im- unterrichten will, der wird nach die- Neues gebracht. Auch in den folgenden Ta- blickt, sieht es im Grunde genommen mer deutlicher auch beim deutschen sem umfassenden Enquêtewerk grei- gen hörte man nur gleichgültige oder ab- keine Gegenwirkungen, es muss ihm Volke. Noch ist das Geheimnis hier fen. Es ist beunruhigend für die Län- kang als sicher festgestellt werden: nach erscheinen, als seien die Gegenwirkunnicht so undurchdringlich. Dazu ist der der europäischen Demokratie, ne- der Rede ist man noch mehr als bisher gen abgeschafft und als habe das Hitder Verkehr über die deutschen Gren- ben Völkern zu wohnen, die ihren überzeugt, dass das Volk in absehbarer Zeit lersystem allein das Monopol auf Poin den Krieg verwickelt sein werde." zen zu dicht und die Nähe der west- Willen und ihre Gesinnung nicht auslitik in Europa. Nur so ist es erkläreuropäischen Kultur zu gross. Nun hat Hitler in der letzten Stunde lich, dass man über die Hitlerrede vom Den- sprechen können. Indem die Sozialdenoch zeigen sich Erscheinungen der mokratische Partei Deutschlands die seiner Rede seine Ziele mit einer Bru- 20. Februar in Deutschland mit dem Politikferne und der Politikmüdigkeit. Stimmung und Gesinnung des deut- talität entwickelt, die er bisher in sei- Achselzucken Deutschlands sieht es als ihre Aufgabe um die europäische Demokratie ver- nicht angewandt hatte. Solche Urteile Das ist eine gefährliche Mentalität; Die Sozialdemokratische an, den Schleier des Partei schen Volkes erhellt, macht sie sich nen aussenpolitischen Reden des Geheimnisses dient. hinweggeht: ,, Auch noch nichts Neues Krieg gibts ja doch." über diese Reden zeigen, wie stark denn sie nötigt das System zu Aber wie denkt das deutsche Volk? sich die breiten Massen des Volkes gröbsten Mitteln, um einen Massennach Möglichkeit zu lüften. Ihre lebendigen Verbindungen in Der Kreis der ernsthaft politisch schon von der ernsthaften politischen rausch zu erzeugen, und das heisst, Reich geben ihr die Möglichkeit, Ein- Interessierten wird enger, der politi- Beobachtung abgewandt haben und von den Worten zu Ereignissen überMan sollte diese Dinge in den von Berchtesgaden hat effekt interessiert: gibt es Krieg oder demokratischen Ländern stärker belitik gibt, und dass alles im Zusammenhang steht. Es mag sein, dass für demokratische Politiker im schen Volkes zu erhalten. Sie kann Ultimatum von feststellen, ob die Propaganda des Sy- nach den uns zugegangenen Berichten nicht, und dass sie allmählich in einen achten. Man sollte sich vor Augen fühstems in bestimmten Fragen wirksam nicht die propagandistische Wirkung Fatalismus geraten, der das Spiel der ren, dass es nur eine europäische Pooder unwirksam ist, sie kann zeigen, gehabt, die das System sich davon Kriegspartei erleichtert. welche Propagandalügen nicht ernst versprochen hat. Bezeichnender noch Aber es ist nicht allein der Terror in viele genommen werden, wie die geistigen ist, wie die Rede Hitlers vom 20. FeStrömungen, die das System erstickt bruar aufgenommen worden ist: ohne Deutschland, der daran Schuld trägt, Westen heute das deutsche Volk hinzu haben glaubte, unter der Decke Interesse, mit Stumpfheit, ohne sichtnicht allein die Unterdrückung der ter der Fassade des Dritten Reiches doch weiter laufen. Ueber diese Be- bare Massenteilnahme. Aus einem BePressefreiheit und der Meinungsfrei- verschwindet- ein uninteressant geobachtungen wird monatlich in den richte aus Deutschland zitieren wir: heit und der Parteien, sondern auch wordenes Objekt. Aber eine kräftigere das Fehlen des diplomatischen Gegen- demokratische Politik im Westen ..Deutschlandberichten der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands" hätte man nur das gehört, was man schon spieles gegen die Aktionen des Hitler- ohne Scheu vor demokratischer, Ideoberichtet. Es gibt also die Möglichkeit, vielmal gehört habe, in der zweiten Stun- systems. Politik besteht aus für ent noc nder wir iefer kürd ersten sich darüber zu unterrichten, wie das de hätte er nur Zahlen gebracht, die an- und Reaktion. deutsche Volk denkt, und wer sich in der dritten Stunde hätte er auch nichts Volk heute über die Grenzen hinaus- werden! Aktion logie"- und die demokratische StröWenn das deutsche mung in Deutschland wird lebendiger schlossen 1935-36 mit einem Defizit von schen Anklagen wahr sind? 12,686 Millionen Lire, von dem der Westeuropa Wen in schauerliche Despoten Geseit Terror- Diplomatie In der liberalen englischen Presse Oesterreich von Eine Geschichte der Wallstrasse von Berlin- Charlottenburg, der Paragraph 164, Absatz 2 StGB. strafbaren Angeber gleich; denn er stellt damit eine will die Behauptung tatsächlicher Art über einen anderen auf, die geeignet ist, im Sinne grösste Teil 11,136 Millionen durch Dummheit des russischen des Paragraphen 164, Absatz 2 Massnahdie Ausgaben für Abessinien verursacht ausserhalb der Reihen seiner Kulis dazu folgt ein Alarmschrei dem anderen. Die Aufnahme von Verhandlungen zwischen men gegen den anderen herbeizuführen." wurde. Für 1936-37 beläuft sich das De- zwingen? Wer es tun wollte, würde nur der Regierung Chamberlain und Hitler Damit bestätigt das höchste Gericht, dass zeigt deutlich, welche Folgen der Syder verleumdete Arbeiter, wenn der Denunfizit auf 17,519 Millionen Lire und das die Zwecke der Henker fördern. Wir haben so viel von stemwechsel in England haben kann. ziant die Wahrheit gesprochen hätte, der des laufenden Jahres dürfte nicht allzu ständnisse? sehr darunter bleiben. Nun sind die menschlicher Selbsterniedrigung ,, News Chronicle" will wissen, welches Unterstützung durch das Winterhilfswerk Steuern und insbesondere die Ver- Jahren gesehen, dass wir auf solche Gedie Hitlerbedingungen für eine Verstän- verlustig gegangen wäre ,,, weil er zweimal brauchssteuern in Italien bereits bis zum ständnisse nichts geben. digung zwischen Deutschland und Eng- unentschuldigt von der Arbeitsstelle ferngeAeussersten angespannt; die teilweise Gegenüber dieser Form des Stalinter- land sind: Anerkennung des Rechts blieben war". Deckung der enormen Defizite war nur rors sind Gefühlsausbrüche unange- Deutschlands auf seine ehemaligen Ko- An die Stelle des sozialen Anspruchs ist Mass- bracht. Es handelt sich um eine Ange- lonien, Plebiszite in und wieder das Almosen getreten, das dem gedurch weitere konfiskatorische nahmen, wie die Zwangsanleihe beim legenheit der Politik und um eine An- Sudetendeutschland, Trennung Eng- geben wird, der demütig ist, der zur ZuGrundbesitz und die Vermögensabgabe gelegenheit der Moral. lands und Frankreichs von Sowjetruss- friedenheit seines Herrn apportiert. der Aktiengesellschaften, möglich. Aus- Eine Angelegenheit der Politik: ein land, englisch- deutscher Pressefrieden. ser zur Geldentwertung um 40 Prozent Despot, der mit solcher Kaltblütigkeit Dabei fehlt nur noch die Forderung, musste zu weiteren inflationistischen und Willkür mit dem Kameradenmord dass Deutschland als Garantie die KaMassnahmen, zu einer ständig steigen- die tiefste Missachtung gegen die Grund- nalküste besetzen müsse. Hitler Ganz ernsthaft fordert den Schatzwechselausgabe, Zuflucht ge- lagen der europäischen Zivilisation beEine Nacht nach Hitlers Ernennung zum Wahrheit und Recht ist England einen Pressefrieden. nommen werden. Aber die angeführten kundet Das Reichskanzler, 30. Januar 1933, wurden in Vermögenssteuern sind einmalige Ein- ein schlechtes Aktivum in der interna- freieste Land der Welt soll mit der äl- der Wallstrasse, einer proletarischen nahmen, das Defizit kehrt wieder; Abes- tionalen Politik. Parteien, die jedem testen Tradition seiner Presse brechen, Strasse sinien bleibt die geldfressende Pumpe Wink dieses Despoten gehorsam folgen, es soll die objektive Beobachtung und Schupomann Zauritz und der Sturmbannvor wie nach der Eroberung. Die Kosten sind schlechte Bundesgenossen für an- die wahrheitsgemässe Kritik unterdrük- führer Maikowski vom SA- Sturm 33 erder Erschliessung sind zunächst höher dere Parteien; denn es fehlt ihnen die ken. Wie Hitler sich die Durchführung schossen. Zauritz war ein guter Republikaals die des Krieges; der Unterhalt der Grundlage jedes ehrlichen Parteibünd- seiner Forderung angesichts der verfas- ner und als solcher der Bevölkerung beArbeiter, die die nötigsten Wege und nisses: die Unabhängigkeit von Mäch- sungsmässigen Zustände in England kannt, Maikowski aber, als der brutalsten einer unter den Führern der SA allgemein Bahnen bauen sollen, scheint nicht ge- ten ausserhalb der Partei. Wahre Par- denkt, ist höchst schleierhaft. Aber ver- verhasst. Zu einer objektiven Aufklärung ringere Summen zu verschlingen als die teien und staatliche Monopolparteien fassungsmässige Bindungen haben ihn des blutigen Vorfalls ist es niemals gekomnie interessiert, er pocht auf die Gewalt, men. Die Nazi, begierig einen Absprung in tauchenden Unruhen in dem unbefrie- Eine Angelegenheit der Moral: wo ist und sein Evangelium lautet: mit Ge- den geplanten Staatsstreich zu finden, bedeten Lande auf bedeutender Stärke ge- der Kommunist in Westeuropa, der von walt geht alles. schuldigten die meist kommunistischgehalten werden muss. Nach Erschöpfung den ungeheuerlichen Anklagen gegen die Times" meint in diesem Zusammen- sinnten Arbeiter der Wallstrasse, einen feider Vermögensabgabe- und Zwangsan- Opfer Stalins auch nur ein Wort glaubt? hang, dass Hitlers Warnung, Pressean- gen Mordüberfall verübt zu haben. Die leihemöglichkeiten in den letzten beiden Aber alle opfern ihren Intellekt, alle ge- griffe auf Deutschland würden Bespre- Kommunisten dagegen versicherten, ZauJahren bleibt nur der Weg einer offenen ben die stinkenden Erfindungen wieder, chungen zwischen beiden Ländern ritz sei von den Nazi absichtlich erschosInflation. Auch in der Staatsfinanzierung alle stimmen ein in das befohlene Ge- gegenstandslos machen, nicht zu leicht sen worden und in dem folgenden Kampfzeigt sich so für Italien die Grenze, die schrei der Meute:„ Den Hunden der genommen werden dürfe. Wie die Ver- getümmel sei auch Maikowski von einer SA- Kugel getroffen worden. schwer hinauszuschieben ist. Massen- Hundetod." Ach, sie können morgen alle handlungen Chamberlains mit MussoZauritz und Maikowski erhielten aus proelend, Finanzzerrüttung, Rohstoffknapp- selbst ,, Hunde" sein. Sie glauben nicht, lini, so beginnen auch die Verhandlunheit sind die Folgen der grossen Ruh- aber sie gehorchen. gen mit Hitler mit einer glatten Erpres- pagandistischen Gründen ein Staatsbegräb mestat Mussolinis, der Neugründung des Im Stalinschen System ist die Moral sung. Der Terror ist von der Achse als nis, das mit ungeheuerem Trauerpomp be Imperiums, der Erweckung der italieni- unbekannt, sie gilt als ein bürgerliches legitimes Mittel in die Diplomatie von gangen und durch den Rundfunk übertra gen wurde. Als der Sturm 33 anmarschierte, schen Nation. Es sind dieselben Folgen, Vorurteil, wie es scheint sogar bei den heute eingeführt worden. ved rief jedem unvergesslich, der es gehört Wir fürchten nur, dass das deutsche hat der Ansager in heller Begeisterung: welche die deutsche deutsche Wehrwirtschaft Opfern selbst. Aber wie soll Freiheit in fortzeugend gebärt, aber in dem ärme- Europa möglich sein ohne politische Mo- Volk diese terroristische Methode einst Und jetzt jetzt kommt der gefürchtete ren Italien sind sie deutlicher, fortge- ral? Und wer vermag an die Ehrlichkeit wird teuer bezahlen müssen. schrittener. Die Entscheidung nähert von Parteikommunisten zu glauben,' die sich. Eden und Churchill wollten, dass heute laut nach Freiheit rufen und im die moralischen Atemzug England, seiner Stärke bewusst, abwar- gleichen Armee, die wegen der immer neu auf- passen nicht zusammen. Kuli- Austausch 30 000 italienische Landarbeiter 33 Mordsturm 33!" ten und den Gegner herankommen las- Grundlagen der Freiheit auf das wider- nach Deutschland, um dem Menschenman- Sein Haupt fiel am 14. Juni 1934. Sechzehn sen sollte, der nicht mehr imstande wä- lichste verraten? re, den Angriff fortzusetzen, nachdem er dem Schein der Militärmacht die Wirt- Appell an Stalin Sekretäre der schaftsmacht aufgeopfert hat. Chamber- Die Präsidenten und lain will ihm goldene Brücken, in jedem S. A. I. und des 1. 6. B. haben ber eine Sinne des Wortes, bauen, fürchtend, dass Sitzung in Brüssel am 1. März beschlossen. der Verzweifelte schliesslich den Raub- folgendes Telegramm an die Sowjetregiekrieg beginnen werde als letzten Aus- rung zu senden: ,, Als im August 1936 der Prozess gegen weg. Erweist sich aber Chamberlains Präsidenten der ohne Sinowjew, den ersten Rechnung als falsch, kann er Preisgabe vitaler Interessen Englands Kommunistischen Internationale, angekünDiktators digt wurde, haben wir uns an die Sowjetdas Prestigebedürfnis des nicht befriedigen, scheitern die Verhand- regierung gewendet, um ein gerechtes und unparteiisches Verfahren für die Angeklaglungen, dann hat er selbst Mussolini auf ten zu erwirken, ungeachtet der scharfen den Weg gestossen, der zum Kriege Gegnerschaft, die sie gegenüber unserer Beführt, dann hat sich der Zauderer wie- wegung stets an den Tag gelegt hatten. der einmal als der grössere Hasardeur erwiesen. Dr. Richard Kern Trotz unseres Appells wurden Sinowjew und seine fünfzehn Mitangeklagten nach einer Verhandlung erschossen, welche in der Meinung der Welt starke Zweifel an der Gerechtigkeit der Urteile hinterliess. Ein Prozess mit falschen Zeugenaussagen, erzwungen durch entsetzliche Folterungen. endete mit der Verurteilung des 26jährigen fahren Kommunisten Richard Hüttig zum Tode gel in der deutschen Kriegswirtschaft ab- andere Arbeiter bildeten die Strecke bei zuhelfen. Sie sollen unter halbmilitärischem der Jagd auf Rotwild, die der gefürchtete Kommando neun Monate lang arbeiten. Für Mordsturm 33 in dem proletarischen Vier diese Arbeitsperiode erhalten sie einen tel Charlottenburgs veranstaltete. Die Wall Geldlohn von 350 Mark. Mussolini stellt Hit- strasse aber wurde ,, Maikowskistrasse" ge ler Kulis zur Verfügung. In einer Lobpreisung dieser Kulilieferung, die sich die ,, Neue Züricher Zeitung" aus Rom hat liefern lassen, heisst es: nannt. Jetzt ist bei Victor Gollancz in London ein Buch erschienen:„ Our Street"( Unsere Strasse), dessen Verfasser sich Jan Peter Angestellte werden heute zu Zehntausen- Englische übersetzt worden ist. Es gibt au sen nennt und das von Betty Rensen ins ,, Italienische und deutsche Arbeiter und den in die Lage versetzt, Schulter an Schulter zu arbeiten oder in fröhlicher annähernd 300 Seiten eine Geschichte der Feierabendgemeinschaft sich zu verbrü- Wallstrasse in Romanform. Der Verfasser dern. Morgen könnten diese Zehn- und versichert jedoch, dass abgesehen von Ein Hunderttausende Schulter an Schulter zelheiten, die zum Schutz verschiedener einer härteren Aufgabe als der Arbeit und noch in Deutschland lebender Personen ge der Unterhaltung nachkommen müssen..." ändert werden mussten, die Gesamtdarste Alles wie Kulis auf Befehl sei es als lung nur eine wahrheitsgetreue Wiedergabe Landsklaven, sei es als Kanonenfutter. Prolet, mach' schön! eigener Erlebnisse ist. Für die Richtigkeit seiner Versicherung spricht die Ursprüng lichkeit und Frische des Stils. Auch durch Vorbei sind die Zeiten, in denen der deut- liner durch. Das Buch ist ein Dokument die englische Uebersetzung schlägt der Ber arren Weise diesen Eindruck zu beseitigen ver- sche Arbeiter einen Rechtsanspruch auf So- der grauenhaften Geschichte unserer Der letzte Zel Der Prozess gegen Radek hat in keiner mocht und seither sind Hunderte ,, Der Angeklagte hatte einem Zellenleihätte der kontrollierende Beamte die kost bare Beute erwischt, wenn nicht ihr Tri Das Ende der Bolschewiki Menschen ohne öffentliche Verhandlung der Arbeitslosenunterstützung, der KrisenMitarbeiter erschossen worden. fürsorge und der Renten nur Bald werden die letzten von der tige Propaganda, die für das Buch gemach Jetzt, am Vorabend des Prozesses gegen Rechtslage abhing. In Band 91 der Reichs- wird. Es soll in Deutschland geschriebe und Freunde Lenins ausgelöscht sein, wird Bucharin, Sinowjews Nachfolger als Präsi- gerichtsentscheidungen in Strafsachen und in zwei Kuchen eingebacken über und von den alten Bolschewiki wird Bucharin, Sinowjews Nachfolger als Präsident der Kommunistischen Internationale, heisst es Heft V, S. 288, Urteil v. 16. Juli Grenze geschmuggelt worden sein. Fas nichts übrig bleiben als die Erinnerung gegen Rykow, den früheren Vorsitzenden 1937; iD 384-37: an das düstere Schauspiel ihres Unter- der Sowjetregierung, Rakowski, den früganges. Bucharin und Rykow sitzen auf heren Sowjetgesandten in London und Padem letzten Karren, mit ihnen ein Amal- ris, und andere prominente Kommunisten, gam erster Namen aus der Sowjetbüro- fühlen wir uns aufs neue verpflichtet, die der Sowjetregierung auf kratie: Krestinski, Jagoda, Rosengoltz, Aufmerksamkeit insgesamt 21 Angeklagte. Stalin lässt sie den Schaden zu lenken, der der Sache der Arbeiter in der ganzen Welt durch diese Proschauerlichen Zeremonien zesse und Hinrichtungen zugefügt wird. Wir wünschen nicht, uns in diesem Zeitmit schlachten. abter der NSDAP. bewusst wahrheitswidrig ger sie und sich selbst durch seine nie ver mitgeteilt, der O. sei zweimal grundlos Sagende von der Arbeitsstelle ferngeblieben; man Solche Geistesgegenwart gerettet hätte kitschige Sensationsreklame ver solle ihn deshalb nicht mehr beim Win- stösst gegen die Regeln illegaler Arbeit und Als der passt schlecht zu dem furchtbaren Erns terhilfswerke berücksichtigen. Angeklagte später über diesen Vorfall eid- der Sache. lich als Zeuge vernommen wurde, leugnete er wahrheitswidrig, dies dem Zellenleiter gesagt zu haben." Es ist nichts Neues, es ist nur ein echt punkt über den Inhalt der Anklage selbst Das Reichsgericht untersucht, ob eine Stalinscher Prozess. Und doch geht von zu äussern, so phantanstisch sie erscheinen Gesetzesvordiesem Prozess, wie von den vorher- mag. Aber wir können nicht ohne Beun- strengere oder eine mildere Branchitsch und Raeder, N Fü am Sta sch Ver ab sch leg kei abs Ma un brū Oe ve spr Vo ren ka we wa au ral ein der üb in pol teil geh zie sic Lan Wi gie sch ety öff die hat run flei ste. En erv ihr Feb völ in Un litis Mei wu de das ber the zur gan die sol tigt VOI sch tig ohr We Jal sch neu des kor Bör reic stü der kan F Fes und Abe niss reg die beide neuen militärischen Handlanger Hitlers, h gehenden, tiefe Erregung aus, weil Ver- ruhigung die Haltung der offiziellen Sow- schrift auf den Falscheid Anwendung zu ben Reichsministerrang erhalten und ne stand und Gefühl vieler Sozialisten in jetpresse betrachten, die unterschiedslos die finden haben. Uns aber interessiert der Ander Welt sich immer noch noch dagegen Angeklagten verurteilt hat, ehe noch irgend geber und sein Schicksal bei der Betrachsträubt, der Wahrheit in Stalinrussland ein Beweis erbracht worden ist. Ein solches tung des Falles wenig. Denunzianten hat elementaren Grundsätzen der Gerechtigkeit die Denunziation nach geltendem Recht men an den Kabinettssitzungen teil. Kardinal Faulhaber hat die deutsche ins Gesicht zu sehen. Sie fürchten sich. Verhalten scheint uns weit entfernt von den es immer gegeben. Wichtig ist allein, ob Katholiken aufgefordert, das Lesen natio offen herauszuschreien, was sie doch in- und geeignet, eine Stimmung zu erzeugen, Erfolg verspricht. Nach dem neuen deut- ten zu unterlassen, weil darin fortgeset nerlich fühlen; jeder solche Prozess ist die die ordentliche Führung des Prozesses schen Recht tut sie es. Denn das Reichs- der Klerus angegriffen und verleumd ein Verrat, eine Fenie. beeinträchtigen muss. Für den I. G. B.: Citrine, Präsident; Schevenels, Sekretär. Was hilft gegenüber der Grausamkeit dieser Wahrheit ein Suchen nach psychologischen Erklärungen, was die ge- Für die S. A. I.: de Brouckère, Präsident; naueste Analyse der Anklageschriften. Adler, Sekretär." In jedem dieser Prozesse sind bisher gröbliche Lügen und Fälschungen in den Anklageschriften nachgewiesen Pfarrer Niemöller ist wegen Kanzelmissbrauch zu sieben Monaten Festung verurworden, und auch jetzt wieder hat der teilt worden. Die Gestapo hat ihn nach dem russische Sozialist Dan eine grobe Erfin- Prozess in Schutzhaft genommen und in dung aufgedeckt. Aber wer wird ernst- das Konzentrationslager Oranienburg gehaft darüber diskutieren, ob die Stalin- bracht. gericht fährt fort: ,, Diese Behauptung enthielt eine üble Nachrede( Paragraph 186 StGB.); denn werde. Arbeitsmeldepflicht. Im Dritten Reich ihr Sinn war, O. habe einen triftigen die Arbeitsmeldepflicht für Schulentlasse Grund für seine Arbeitsversäumnis nur und die Genehmigungspflicht für Lehrling vorgetäuscht, und ein solches Verhalten einstellung eingeführt worden. wäre geeignet gewesen, den O. in der öffentlichen Meinung herabzuwürdigen... Wer sich, wie es der Angeklagte getan Wehrmacht. In militärischen Vorschr D oder leichtfertig durch eine Parteidienst- Militär" durch ,, Wehrmacht" ersetzt. hat, wider besseres Wissen, vorsätzlich ten in Deutschland wird überall das Wo stelle an das W. H. W. wendet, damit ei- Tatsache, dass Deutschland unter der Her stützung entzogen werde, steht dem nach damit nicht aus der Welt geschafft. Unrecht die Unter- schaft eines neuen Militarismus steht, nem anderen zu stor Ver der nis n 1n 11 99 ie Cs er e enes Ien feaer en nit en ufdes ielermolt euten, Am Be veimen, ünΠ ch 504 nzel( fuer Preis zugs ern) en 1.40 tsch 0.22 Fran mien 1.80) Din 3.60) g B 1.20) a P 3.Le 1.20) 0.70 0.08 Paris 9111 Neuer ster Wie värts eiz ΠΙΑ slova Buka ares slova Karls apest echo Filial gra Kon t Ihr Christentum Nazi- Christen in Schweden fohlen zu sein. holmer Parteifiliale, eingefunden. Als Pastor Enttäuschte Hoffnungen Die brasilianischen Nazis im neuen Kurs immer wieder $ schen Tendenzen seit der Staatsumwälmen in den nationalsozialistisch am Erst jetzt erfährt die schwedische Oeffentlichkeit Näheres über gewisse Skandalszenen, die sich anlässlich des Weihnachtsmn. Rio de Janeiro, Mitte Februar. auf dem Wege zu der Achse Rom- Berlin, silianer bei den brasilianischen Behörgottesdienstes in der deutschen Kirche in Für die weltpolitische Stellung des weil unsere Aussenpolitik seit jeher den den in den Verdacht, es mit ihrer Heimat Stockholm abspielten. Nach allem was Dritten Reiches ist die Entwicklung in Panamerikanismus als Grundlage hat. Wir Brasilien nicht loyal zu meinen, und durchsickert, scheinen die betreffenden Auftritte von Berlin her bestellt und anbe- Südamerika von grösster Bedeutung, sind ein amerikanisches Land und nichts sich danach zu sehnen, Untertanen eines weil nach nationalsozialistischer Ansicht würde rechtfertigen, dass wir uns politisch neudeutschen Kolonialreiches zu werDer an der deutschen Kirche in Stock- und Absicht von diesem Erdteil her ein an andere Kontinente binden. Wir betonen unser unerschütterliches den. Die Zusammenhänge zwischen der holm wirkende Pastor Ohly hatte sich mehr- Dolchstoss in den Rücken der angelsäch- Vertrauen zur Monroe- Doktrin. Wir gehen Auslandsorganisation der NSDAP. und fach schon Missfallen und Zorn der zur sischen Herrschaft Erfolgsaussichten be- ständig parallel zu den Vereinigten Staa- bestimmten deutschbrasilianischen Ueberwachung der Auslandsdeutschen be- sitzt. In keinem einzigen südamerikani- ten von Nordamerika, denen wir uns durch Gruppen erhöhte das Misstrauen der stimmten Nazistellen zugezogen. Er erwies schen Lande machen die Nationalsozia- die kontinentale Verbrüderung und durch Brasilianer gegenüber der Zuverlässigsich als ein entschiedener Gegner der reli- listen solche Anstrengungen, ihre aus- die engsten kommerziellen und ökonomi- keit der Teutobrasileiros ins Ungegiösen Gleichschaltungstendenzen der senpolitischen Absichten durchzusetzen schen Interessen verbunden fühlen. Die Be- messene! ,, Deutschen Christen" und gab zu verste- wie in Brasilien. Sie bedienen sich dafür hauptung, wir suchten eine Annäherung an hen, dass er den Auffassungen der protein erster Linie des Infolge der allgemeinen nationalistiEinflusses der die Achse Rom- Berlin ist ein blosses Phanstantischen Bekenntniskirche nicht allzu fern stehe. Die Folge war, dass die deut- Deutschbrasilianer und der Agitations- tasieprodukt." Zu diesen amtlichen Feststellungen sei zung und des Verhaltens der nationalsosche Kolonie von oben her einen Wink er- arbeit der nationalsozialistischen Parteizialistischen Auslandsorganisation in hielt, der sie bestimmte, dem Gottesdienst organisationen in Südbrasilien. Nach An- ausdrücklich bemerkt, dass es sich bei Brasilien ergriffen die Behörden in den des Pastor Ohly fernzubleiben. Eines Tages sicht der nationalsozialistischen Aussen- ihnen nicht um eine Beruhigungspille, letzten Wochen eine Reihe von Massnahum die Konstatierung einer jedoch kam ein neuer Wink und man än- politiker bedeutete die brasilianische sondern derte die Taktik. Zum Weihnachtsgottes- Staatsumwälzung vom 10. November des Selbstverständlichkeit handelt. Wie wedienst hatten sich zahlreiche Mitglieder der vergangenen Jahres einen wichtigen nig man ernsthaft von einer deutschen ärgsten verseuchten südbrasilianischen Nazikolonie, darunter auch Angehörige der Schritt zur Stabilisierung des deutschen Vorherrschaft in Brasilien oder auch nur Landstrichen. Sie stellten fest, dass in Gesandtschaft und Funktionäre der Stock- Einflusses in dem grössten südamerika- von einem überwiegenden Einfluss der zahlreichen, von treuen Pgs. dirigierten Ohly seine Predigt beendigt hatte, liess er nischen Lande. Die Presse des Dritten nationalsozialistischen Agenten in Bra- Schulen die( portugiesische) Landesspraein Gebet folgen, in dem er unter anderem Reiches und des faschistischen Italiens silien reden darf, erkennt man aus dem che überhaupt nicht im Unterricht verder Hoffnung auf bessere und lichtere Zei- berichtete darum sofort freudestrahlend, Vorgehen der Bundesregierung und der wendet wird! ten für die Menschheit Ausdruck gab, Bei dass die besten Aussichten für den An- einzelnen Staatsregierungen gegen die diesen Worten verliessen wahrschein- schluss Brasiliens an das Antikomin- nationalsozialistischen Ortsgruppen, die Einfluss unter den Deutschbrasilianern lich auf ein Signal hindie Nazis grösten- ternabkommen bestünden. Aus dem durch ihre Tätigkeit die Souveränität auf beiden Seiten die Leidenschaften erteils demonstrativ die Kirche, wobei es zu Dreieck Berlin Rom- Tokio sollte Brasiliens verletzen. Ueber Massnahmen regt haben, wären die Anordnungen der Ausbrüchen wilder Wut und zu lauten durch die innerbrasilianischen Umwäl- gegen die NSDAP. in Rio Grande do Sul Bundesregierung weniger scharf gewePfuirufen gegen Pastor Ohly kam. Eine zungen ein weltpolitisches Viereck wurde bereits berichtet. Im folgenden sei sen und manche Reibereien vermieden Frau, die die Tür, durch die sie hinauseine amtliche Meldung aus dem Bundes- worden. Die brasilianische Presse begehen wollte verschlossen fand, begann mit den Fäusten gegen die Tür zu schlagen und Wir haben an dieser Stelle sofort dar- distrikt Rio de Janeiro wiedergegeben, richtete unter anderem, dass der zustänerlitt einen hysterischen Anfall. auf hingewiesen, dass solche Ansichten sie ist nur eine unter mehreren gleichen dige militärische Befehlshaber, General Meira de Vasconcellos, DeutschbrasiliaUnter den Mitgliedern der deutschen eine völlig falsche Beurteilung der süd- Inhalts: ner verhaften lassen musste, die sich in Kirchengemeinde in Stockholm, die ja zum amerikanischen Realitäten im allgemei,, Schliessung eines Sitzes der nationalso einer die Bevölkerung aufreizenden Weigrossen Teil schwedische Staatsbürger sind, nen und der brasilianischen Belange im zialistischen Partei. Die Polizei teilt mit, herrscht grosse Erregung über diese Nazi- besonderen verrieten: Brasilien denkt dass sie eben den Sitz der nationalsozia se über die Nationalisierungsmassnahtreibereien, deren Regie von Berlin aus ge- nicht daran, seine Politik von Berlin her listischen Partei in Petropolis geschlossen men der Regierung im Staate Santa Caführt wird, und die ohne Zweifel den bestimmen zu lassen. Es betreibt über- hat. Es wurden Fritz Krauser und Gottfried tharina geäussert hatten. All das zeigt, Zweck haben, der deutschen Kirchenoppo- haupt keine Aussenpolitik, die es in die Bockermann, die die Leiter dieser Zelle wie unheilvoll die nationalsozialistische sition ihre Stützpunkte im Ausland rauben. zu Nähe eines europäischen Kampfbünd- waren, verhaftet und eine grosse Menge von Agitation die Lage der Deutschbrasilianationalsozalistischem Propagandamaterial ner gestaltet hat. Ohne die Tätigkeit der nisses bringen könnte. Es legt grössten wie Fahnen, Schilder und Abzeichen be- NSDAP. wäre keinesfalls der Anlass für Wert darauf, dass seine aussenpolitische schlagnahmt, auf denen in deutscher Spra- die Empörung und das Misstrauen BraLinienführung parallel zu der der Ver- che zu lesen war: ,, Der Tag des deutschen siliens gegenüber der Einstellung der einigten Staaten von Nordamerika er- Arbeiters in Brasilien." Teutobrasileiros entstanden, ohne die folgt.d Diese Massnahmen sind eine unmittel- Wühlarbeit der NSDAP. hätte die braDiese Ansicht wurde durch unmissNemesis es gibt einen Polnischen Westverband, der werden. Würde nicht der nationalsozialistische der Lage der DeutEs gibt einen Deutschen Ostverein, der für Ausbreitung des Deutschtums gen Osten wirbt und der NSDAP angegliedert ist. Und verständliche Erklärungen des Bundes- bare Folge der brasilianischen Staatsum- silianische Regierung keinesfalls die Naden Stiel umdreht, den Drang der Polen gen präsidenten Dr. Getulio Vargas, des wälzung vom 10. November, von der sich tionalisierungstendenzen derart forciert! Westen fördert. Im neuesten Heft beklagt Aussenministers Pimentel Brandao und die Reichsregierung soviel versprochen Die einzige Leistung der braunen Aussich die„ Deutsche Wochenschau" bitter des Botschafters in Washington Oswal- hatte. In Wahrheit brachte sie aussenpo- landsorganisation besteht also in einer über den polnischen Verband, denn er be- do Aranha eindeutig bestätigt. Erst in litisch nicht die erwünschte Kursände- Verschlechterung nutzte die Kampfworte der polnischen an- diesen Tagen hat der brasilianische Ju- rung, die den Pgs. vielleicht Massnah- schen und der von Deutschen Abstamtisemitischen Bewegung, um zur Unter- stiz- und Innenminister Franciso Cam- men gegen die deutschen Organisationen menden. Die Deutschbrasilianer, die als drückung des Deutschtums aufzurufen pos, auf den das Dritte Reich die gröss- hätte erträglich machen können, son- brasilianische Staatsbürger loyal zu BraSe den Woiwodschaften Pomerellens, Po- len Hoffnungen setzte, nochmals alle in dern nur die Verschärfung nationalisti- silien stehen, suchen darum in der letzsens und Schlesiens tobe sich ein wüster Boykott gegen die Deutschen aus. Ein vom Europa aufgetauchten Gerüchte über ei- scher Tendenzen, die sich in erster Linie ten Zeit nach Gelegenheiten, um sich von ne Kursänderung der brasilianischen gegen die deutschen Konspirationen in der NSDAP. zu distanzieren. Die KlügeAnzeigen- Kalender, der kostenlos in grosser Aussenpolitik entschieden dementiert. Südbrasilien richten. Bei dieser Gelegen- ren unter ihnen geben zu, dass sie in diezweiten Seite einen Boykottaufruf, der sich wörtlicher Uebersetzung: Auflage verteilt werde, bringe auf jeder Der amtliche Bericht darüber lautet in heit rächte sich zum ersten Male sehr ser Hinsicht sehr viel gesündigt haben. deutlich der Widerhall, den die national- Gegenwärtig herrscht jedenfalls über einem diese Kurzsichtigkeit grosse Katzenjamgleichermassen gegen Juden und Deutsche ,, Der Minister umschrieb die Position sozialistische Organisation bei Brasiliens im Hinblick auf die internatio- Teil der Deutschbrasilianer gefunden merstimmung und ein( nicht unbegrünnale Situation: Brasilien befindet sich nicht hat. Dadurch gerieten viele Deutschbra- detes!) schlechtes Gewissen... einige Beispiele: ,, Bei Juden und Deutschen kaufen, be/ deutet dem Feinde Festungen bauen." " Wer Juden und Deutsche ruiniert sein Vaterland." sind." Tasche zehren." ,, Du nimmst die na- stanz immer die richtigen führertreu ge." dröhnt durch den Raum, überunterstützt, dass es im braunen Deutschland also noch zenapparat als ,, durch und durch verdor- men dass Juden und Deutsche deine Feinde ,, Gedenke, hier und da Richter gäbe?... Vielleicht. ben" bezeichnet. ,, Herr Minister, es stinkt, tragen von einer unsichtbar eingebauten ,, Wir wollen nicht gestatten. Aber die nazistische Vorsehung hat dafür es stinkt, es stinkt wie die Pest!", mit die- Musikanlage. Nach einem feierlichen Vorspruch und dem Largo von Händel leitet dass Juden und Deutsche aus unserer gesorgt, dass jedenfalls in der letzten In- sen Worten schloss das Schreiben. Natürlich wurde der alte Herr schleu- der Standesbeamte den eigentlichen Akt der tionale Sache nicht ernst, wenn du bei drillten Diener ihres Herrn sitzen. Die letz- nigst vor Gericht gestellt und die Moabiter Trauung mit einer Ansprache an das BrautJuden und Deutschen kaufst" usw. te Instanz, das war in vorliegendem Fall Strafkammer brummte ihm wegen Beleidi- paar ein, in der er auf den Wert der gesunReich das Oberlandesgericht Köln. Es hob das gung des nationalsozialistischen Staates ei den Familie und den Wert der Rasse für hat den Rassenwahn mit allen Mitteln ge- staatsfeindliche Urteil selbstredend mit ne Gefängnisstrafe auf. Volk und Staat hinweist. Während die jungen Eheleute nach dem ,, Ja" die Ringe züchtet, hat einen Raubzug damit begründet, Donnerkrach auf und verwies die Sache an hat den Rassenwahn exporiert und anderen die Vorinstanz zurück mit dem kategoriDas ,, Berliner Tageblatt" brachte das Ur- wechseln und der Standesbeamte das Goegen 35 der Pfeil zurück. Nationalistische Demago- priori und selbstverständlich Anspruch Weltfremder Sonderling bekommt einen grenzt unser Leben, und viele Geschlechter Ablehnung ,, Rassen" the- Wort„ Ein Ring beanderer Länder warten schon lange darauf habe, mit viel milderem Mass geAuf ein brauchbares Stichwort. Wenn schon messen zu werden, als andere gewöhnliche sichtlich einbildete, im Dritten Reich unge endliche Kette", ertönt leise Daseins unstraft die Wahrheit einem Minister ins Ge- des Deutschlandliedes von Haydn. Danach sicht sagen zu dürfen, und der gar, auf den wird der Heiratsregistereintrag verlesen und Boykottierung anderer Sterbliche.. Ungefähr zur gleichen Zeit entschied in Gedanken verfiel, Herrn Frick zum Kampf und vom jungen Paar und den Zeugen unwarum dann nur Ablehnung der jüdischen Konkurrenten? Sitzen nicht einer andern Sache das Reichsgericht, dass gegen braune Korruption aufrufen zu kön- terschrieben. Beim Auszug der Hochzeitsauch deutsche Minderheiten in anderen Teilnahme am Weltkrieg, Verwundung, nen, ein solcher Mann ist in der Tat ein gesellschaft aus dem Eheschliessungssaal Ländern und ,, zehren am Mark des Gast- Besitz des Eisernen Kreuzes usw. durchaus weltfremder Sonderling, der nicht weiss, geht Griegs ,, Ich liebe Dich" in die jubelnals zu also bedrohten deutschen Minderheiten dür bewerten sei. Das dürfe vielmehr nur in spielt wird. Er hat nun seinen„ Denkzet grin" über."(„ Preussische Zeitung" Nr. 15.) Reiches bedanken. fen sich bei den Rassenhetzern des Dritten besonderen Ausnahmefällen geschehen... tel" dahin und sitzt im Gefängnis, wodurch Mildernde Umstände Punktum. Gut und Blut im Krieg für das Vaterland zu logischerweise hinreichend erwiesen ist, opfern, sei nämlich kein Verdienst, son- dass es weder wie die Pest noch sonst irdern ganz einfach Pflicht und Schuldigkeit. gendwie stinkt im braunen Reich, in welchem zwar nicht der Parteigenosse, der Alles Nazimitglied zu sein, ist dagegen korrupte Handlungen begeht, wohl aber Neulich stand ein„, alter Kämpfer" und sichlich ein Verdienst, das Frau Justitia ge- der ,, Volksgenosse", der davon zu sprechen SA- Sturmführer vor einem deutschen Landgebenenfalls gebührend in Anrechnung zu wagt, gerechter Strafe anheimfällt, gericht. Er war wegen eines Steuerverge bringen hat.. Schuld ausser Zweifel gestellt und zu leug.| nen gabs nichts mehr. Der Angeklagte ersuchte um besonders milde Bestrafung in Anbetracht der Tatsache, dass er altes akWeltfremder Sonderling Aus der Nazipresse erfährt man, dass in Normierte Zwangsweihe Internationale Konferenz Am 1. März hat in Brüssel eine gemeinsame Besprechung der Präsidenten und Sekretäre der Sozialistischen Arbeiter- Internationale und des Internationa,, Wenn heute in Düsseldorf ein Brautpaar len Gewerkschaftsbundes stattgefunden. zur Trauung schreitet, öffnet sich ihm im Es wurde beschlossen, für den 15. und tives Mitglied der Hitlerpartei und sogar Berlin ein Privatgelehrter namens H., ein Standesamt ein weiter, lichter Saal, der 16. März nach Paris eine gemeinsame Sturmführer sei. Das Gericht erklärte je alter Mann, der mitleidig als ,, komischer auch einer grossen Hochzeitsgesellschaft ge Konferenz der beiden doch, dass seine Parteizugehörigkeit un- Kauz" bezeichnet wird, einen Brief an den nügend Raum gibt. Von der Stirnwand Konferenz der beiden möglich als mildernder Umstand" in die Frick geschrieben hat, in dem er zunächst grüssen das Hoheitszeichen der Partei und einzuberufen, die einer gründlichen ErWage fallen könne... Schluss ziehen, und schliesslich den ganzen braunen Bon- vens kraftvoller Choral„ Die Himmel rüh Krieges im Fernen Osten dienen soll. Internationalen einige namentlich angeführte Nazibeamte die Büste des Führers. Ludwig van Beethoörterung der europäischen Lage und des Berichte aus Deutschland. Gestapo Verhaftungen im Wurmgebiet Aus Deutschland wird uns geschrieben: Politische Ehescheidung Deutsche Justizschande von heute Vor uns liegt dieses Dokument der Zeit:| bestand derselben innerhalb Deutschlands| Im Namen des deutschen Volkes! In Sache... gegen den hat die Kläger, Beklagten, Am 15. Februar und an den folgenden Tagen sind im Wurm- Kohlengebiet umfangreiche Verhaftungen von ehemals sozialdemokratisch organi- wegen Ehescheidung siert gewesenen Bergarbeitern erfolgt. für Recht erkannt: Die Verhaftungswelle erfasste, nach Die am... vor dem Standesbeamten den uns bis jetzt vorliegenden Meldun- in... geschlossene Ehe der Streitteile wird gen, rund hundert Personen aus den geschieden. Beklagter wird für den alleinschuldigen Teil erklärt und verurteilt, die Orten Merkstein, Alsdorf, Herzogen- Kosten des Rechtsstreits zu tragen. rath, Kohlscheidt und Baesweiler. Zum Teil wurden ganze Häuser heimgesucht, besonders in den Bergarbei- Standesamt in... die Ehe geschlossen, terkolonien. Tatbestand Die Parteien haben am... vor dem aus der zwei Kinder im Alter von zwei und einem Jahr hervorgegangen sind. Beide Die Verhaftungswelle ist noch im- Ehegatten sind Reichsdeutsche, Klägerin ist mer nicht abgeebbt, täglich finden franz.- reformiert, Beklagter katholisch. Die neue Verhaftungen und Haussuchun- letzte eheliche Verkehr war im Herbst 1935. Trennung erfolgte am 17. Mai 1936. Der gen statt. Die ganze Aktion geht nach Mit der Behauptung, dass der Beklagte, bewährtem Muster vor sich, indem der bereits vor dem Umsturz der sozialdemokratischen Partei angehörte, zwecks man alle als ehemalige Sozialdemo- Aufrechterhaltung derselben staatsfeindnommen. Gründe: Flucht Der Beklagte hat den Tatbestand des befasste. Er verstand es, eine Reihe von Verbrechens des Hochverrats nach dem UrPersonen für seine Pläne zu gewinnen, von teil in ganz aussergewöhnlichem Umfange ihnen erhielten 6 Angeklagte nach dem er- vorbereitet. Er hat sich seiner Verurteilung wähnten Urteil erhebliche Zuchthausstrafen durch die Flucht entzogen, muss aber desund 4 weitere Angeklagte empfindliche Ge- wegen dauernd ausserhalb des Reichsgefängnisstrafen. Der Beklagte hat sich am bietes bleiben und läuft Gefahr, ausgebürVorabend seiner beabsichtigten Verhaftung gert zu werden. Damit hat er das eheliche durch die Flucht einer Verurteilung bis jetzt Zusammenleben mit der Klägerin, die ofentzogen. Er lebt augenblicklich in... Das fenbar und mit Recht seine politischen AnUrteil sagt über ihn u. a. schauungen nicht teilt, unmöglich gemacht. Er hat ferner aus grobem Eigennutz über ,, Einer dieser aus der jungsozialisti- mehrere seiner Mitmenschen und deren Faschen Bewegung hervorgegangenen illegalen Funktionäre war der im Mai 1936 milien schweres Unheil heraufbeschworen, nach Holland geflüchtete. der gei- dadurch, dass er sie in seine Netze verstige Mittelpunkt und das Haupt der hier strickte. Es ist klar, dass der Klägerin ein zur Aburteilung stehenden Angeklagten- weiteres Zusammenleben mit einem solchen gruppe. Die Hauptverhandlung ergab ein Mann nicht zugemutet werden kann. ungefähres Bild seines Charakters. Es war daher nach Paragraph 1547 BGB scheint ein Seelenfänger besonderer Prä- wie geschehen zu erkennen unter Kostengung gewesen zu sein, insofern, als er folge nach Paragraph 91 ZPO. die Mehrzahl der hier Angeklagten mit Streitwert: 2.000 RM. Er der Verlockung literarischer, philosophischer und wirtschaftspolitischer Weiter-| bildung an sich zog, um sie dann allmäh- Stempel: Unterschriften: lich in seine Ziele einzuweihen und für Man kann den Richtern das Kompliseine hochverräterischen Zwecke einzu- ment der hohen Intelligenz, das sie dem kraten und zum Teil Kommunisten be- liche Umtriebe begangen hätte und sich der spannen." Beklagten machen, nicht zurückgeben. kannte Personen festnimmt, ohne den Verurteilung dieserhalb durch die Daraus ergibt sich für das Gericht zu- Mit etwas mehr Geschick hätten sie sich Schatten eines Beweises der illegalen entzogen habe und dass sie von diesem sei- nächst, dass der Beklagte offenbar ein aus- taktvoll aus der Affäre ziehen können. nem Treiben nichts gewusst habe, erhob serordentlich intelligenter, zielbewusster Natürlich konnten sie nicht sagen, dass Tätigkeit. Offenbar hat die Gestapo Klägerin Klage mit dem Antrag wie er- und verschlagener Mensch ist, der ganz in einem Denunzianten Glauben kannt. geseinem hochverräterischen Treiben aufging. es sich hier wieder um einen Fall hanDer Beklagte war in dem Prozess nicht Es ist deshalb ohne weiteres anzunehmen, delt, in dem Ehe- und Familienglück schenkt, dessen Name uns bekannt ist vertreten und nicht erschienen. Die Vor- dass er seine Frau über seine Tätigkeit und durch ein infames System in verbreche und der allgemein als Psychopath an- schriften des Paragraph 618 ZPO wurden seine Absichten im Unklaren liess, damit rischer Weise vernichtet wurde. Natür gesehen wird, dem sein Defekt sogar beachtet. durch sie nichts in unberufene Kreise drang lich mussten sie auch die Auflösung eiKlägerin wurde vernommen. Ein Durch- und sie ihm auch nicht aus Angst wegen ner Ehe aussprechen, die tatsächlich schon ärztlich bescheinigt wurde. schlag des Urteils des Oberlandesgerichts der hierdurch der Familie drohenden Ge- nicht fortgesetzt werden konnte, wenn Im ganzen Revier herrscht grösste Darmstadt aus den Akten D. O. Js. 13-36 fahren von seinem Treiben abhielt. Aus die- die Ehefrau dem Gatten ins Exil nicht Empörung über die brutalen Massnah- betr. Strafverfahren gegen Sturm u. A. we- sem Grund und bei dem Eindruck, den gen Vorbereitung zum Hochverrat war vor Klägerin gemacht hat, ist deshalb das Ge- folgen wollte oder nicht folgen könnte. men der Gestapo, sodass sich diese ge- dem Generalstaatsanwalt in Kassel mitge- richt überzeugt, dass sie von seinem Trei- Wohl aber hätten sie es unterlassen könzwungen sah, öffentlich in der Zeitung teilt worden. Auf den Inhalt desselben und ben nichts wusste, zumal sie ihrem Mann nen, einem Mann, der für seine Ueberzu erklären, dass die meisten Verhaf- der Akten im übrigen wird Bezug ge- auch innerlich schon seit Bezug ge- auch innerlich schon seit geraumer Zeit zeugung alles gewagt und geopfert hat, nicht mehr wie früher verbunden war ,,, groben Eigennutz" vorzuwerfen. Dieser teten wahrscheinlich wieder auf freien denn der letzte eheliche Verkehr war im Vorwurf fällt mit der ganzen Schwere Fuss gesetzt würden, sobald sich herAus dem Urteil des Oberlandesgerichts Herbst 1935, die Trennung der Parteien seiner Stupidität auf sie selber zurück ausgestellt habe, dass sie nur ge- Darmstadt vom 20.- 21. November 1936 in aber erst im Mai 1936. Der rechtliche Ge- Sie, die zähneklappernden Justizbeamten meckert" hätten. Das ganze Wurmge- dem vorerwähnten Strafverfahren geht her- sichtspunkt einer Verzeihung oder Zustim- Sie, die zähneklappernden Justizbeamten einer Regierung des Terrors, haben ihre vor, dass sich der Beklagte nach dem Um- mung zu dem Verhalten biet weiss, dass hier ein Justizverbre- sturz trotz des Verbotes der Sozialdemokra- kann daher nicht in Frage kommen. Damit Haut und ihr Gehalt gerettet, indem sie tischen Partei hartnäckig und nachhaltig ist aber die Klage nach Paragraph 1568 BGB nach einem Ehrenmann mit Schmutz Diesmal kann man gespannt sein, mit dem Wiederaufleben und dem Weiter- begründet. ob die deutschen Richter es wagen werden, auf den Aussagen eines Gei- heren Umsatz gehabt haben. Es kämen auf über die Frage der Entlastung und Entschä digung der ehrenamtlichen Bürgermeister steskranken eine Anklage aufzubauen. einmal Leute zu ihnen, die sie früher nie erstattet. Er schlägt vor: Entlastung der Das Material der Gestapo ist offenbar gesehen hätte. Der Grund lag wohl darin, dass die Leute angenommen haben, dass ja ehrenamtlichen Bürgermeister durch stär sehr ungenügend; denn wir bemerken, in diesem Geschäft nicht viel laufe und Lehrer aus dem Schuldienst entlassen worden. Die Entlassung wird damit begründet, Entschädigung der ehrenamtlichen Kassen kere Heranziehung von Hilfskräften, eine dass die Gestapo in der letzten Woche darum noch alte Ware auf Lager sein müsse. dass sie, bezw. ihre Familienangehörigen, verwalter in Höhe von 50 Prozent der Ent Bei einem Fachmann für Motorräder: Ich nicht rein arischer Abstammung sind. Der mehrere ,, Bergarbeiter" nach Belgien und Holland geschickt hat, mit dem für ein Motorrad erkundigt. Gab mich als der Opposition zu suchen sein, die sich hier habe mich wegen den Kaufsbedingungen Grund dürfte allerdings tiefer liegen und in schädigung des ehrenamtlichen Bürgermei Auftrag, sich als Flüchtlinge auszu- Käufer aus. Der Mann sagte mir gleich, ich in der Fachschaft der Lehrer seit Monaten geben und zu versuchen, etwas über müsste mit einer Lieferzeit von 4 bis 5 Mo- geltend macht. Die Lehrer, frühere Zentrumsangehörige, haben sich vor ihren Schüdie Verbindungen von Illegalen in Motorräder bestellt und von der Firma, lern wiederholt gegen die Judenhetze ausgeden beiden genannten Ländern fest- Wanderer- Werke Chemnitz, die Mitteilung sprochen und auch nicht für die Hitlerjuzustellen. Da muss das Belastungsma- erhalten, dass sie vor April, Mai nicht liegend geworben, wie dies anderwärts der terial sehr dürftig sein! chen vorbereitet wird. Warenknappheit naten rechnen. Er habe im November 37 fern könnten. des Beklagten Entlassung von Lehrern Aus Beuthen wird uns geschrieben: Zum 1. März sind in Oberschlesien 20 Fall ist. Unter den entlassenen Lehrern beGenau so ist es mit den Waschmaschinen. finden sich solche, die am oberschlesischen Bei der Firma wurde eine Waschmaschine Abstimmungskampf herovrragend beteiligt bestellt. Der Vertreter gab ihm jedoch den waren, auch ein schwer Kriegsverletzter Rat, ein anderes System zu nehmen, das er mit dem Eisernen Kreuz erster und zweiter noch auf Lager habe. Der Käufer beharrte Klasse befindet sich darunter. Wir erfahren aus Südwestdeutschland: Die Verknappung der Waren nimmt von jedoch auf seinem System, worauf ihm der Monat zu Monat stärker zu. Bei den Haus- Händler sagte, dass er vor Mitte Juni kaum frauen geht nun allgemein das Gespräch werde liefern können. Kritik verboten Ein Mord warfen. I Be de ne ha zu De Fu po S sin SO: wa Mi ter tat ge de ha ist ist eir tra ab Sel Vo eir Di hä de Be ne di ter sal ter set die Ba Vo vel Mi Unser tödlich bepfeiltes Geschlecht. Keiner kann's wehren: wi sin Selig die Schwangeren im Mai! Ihre Verleugnung Ewiger Schoss bleibt ewig im Recht! Selig die Zeugung, me ge ste Macht uns die Seele nicht frei." jüngsten Tr he de tis gre au: sters. Germanenromantik ,, Und trotzig wir mehren in unsern Frauen Diese Zeilen entstammen dem Werke des Dichters Johannes Baptist Wads das mit dem Stempel der Reichsschrifttums Das deutsche Nachrichtenbüro teilt mit: kammer versehen ist. Die braunen Jungma ,, Eine Hinrichtung wegen Hochverrats. del bereiten schon jetzt ein allgemeines Der vom Volksgerichtshof am 16. August Ausschwärmen im Mai vor, damit das be 1937 wegen Vorbereitung eines hochver- pfeilte Geschlecht termingemäss zum Zug räterischen Unternehmens zum Tode und komme. Man begreift nur nicht rech zu dauerndem Ehrverlust verurteilte warum das Führerorgan der Hitlerjugen 32jährige Ewald Funke aus Wuppertal- im Widerspruch zu diesen Strophen vor trage ausländischer Stellen der Komin- darf zu seiner Bestätigung des trotzigen A Elberfeld ist am Freitagmorgen hingerichtet worden. Der Verurteilte hatte im Auftern versucht, in einer Grosstadt Süd,, Konjunktur- Hochtouristen" warnt. Der tionalsozialistische Seelenaufschwung deutschlands eine kommunistische Orga- griffs auf die ewigen Schösse. nisation aufzurichten. Seine Verhaftung im Mai 1936 hatte seinem Treiben ein Ziel gesetzt." na tse bei be da: de mü hei Im de darüber, welcher Geschäftsmann noch ,, alte" Waren hat. Dies ist für die Hausfrauen zu einem wichtigen Moment geworden, da sie sammt und sonders auf die Aus Hindenburg wird uns berichtet: neuen Waren nicht viel geben. Erzählt ir- Die allgemeine Ablehnung der Hitlerrede gend eine Frau, dass dieser oder jener Ge- am 20. Februar hat die Gestapo in den Beschäftsmann noch alte Waren hat, dann trieben nicht ruhen lassen. Man wollte unkann der betreffende Geschäftsmann sicher bedingt wissen, wie die Stimmung innersein, in den nächsten Tagen ständig neue halb der Arbeiterschaft ist. In der RedenKunden zu gewinnen. Dies haben natürlich hütte in Hindenburg, wurde ein Werkmeiauch schon die Geschäftsleute herausgefun- ster befragt, was er von der Rede des Fühden und wenn nun ein Kunde kommt, der, rers halte. Obwohl dieser nichts weiter sagen wir einmal einen Arbeitsanzug sagte, als dass Hitler doch nichts Besondebraucht, dann ist sicher, dass ihm der res gesprochen hat, was man nicht schon Ein Zwangsaufgebot der Kleinsparer f Kaufmann ins Ohr flüstert, dass er noch ein früher von ihm hörte, wurde er kurze Zeit neue Reichsanleihe ist" in Durchfüh oder zwei alte Anzüge habe, die sehr preis- darauf sofort entlassen. Sein Einspruch bei sende illegaler Nazis bisher in Oesterreich rung. Obwohl infolge des scharfen Druk wert sind und einer von diesen ,, alten" der Arbeitsfront blieb ohne Erfolg, weil er kes der Behörden der grösste Teil de Anzügen wird dann auf eine solche wert- am Führer Kritik geübt hat. Wie uns be- getan haben! Was würde Hitler sagen, wenn es in Oesterreich Todesurteile gegen Nazis herein von den Sparkassen, den Versiche volle Mitteilung hin bestimmt gekauft. Auch richtet wird, hat man es seitens der Gedann, wenn er nicht ganz passend sein stapo besonders auf den oberschlesischen wegen illegaler organisatorischer Tätigkeit Industriebezirk abgesehen, weil bekannt ist, Der gleiche Vorgang ist bei den Schuh- dass hier sehr viel illegale Schriften gelewaren festzustellen. Hier sagte mir eine sen werden. So hat dieser Tage die gleichGeschäftsfrau( Schuhmachermeister mit ei- geschaltete Presse bekanntgegeben, dass für ner kleinen Schuhhandlung), dass sie gar illegale Schriften erhöhte sollte. Funke hat das gleiche getan, was taugegeben hätte? Die Futterkrippe die neuen Milliardenanleihe schon im vorn rungen, der Deutschen Arbeitsfront, ande ren Sozialinstituten und von schaftsverbänden übernommen den Wir werde musste, ruft der Sparerbund für das Deut Auf Veranlassung des Oberpräsidenten sche Reich die Kleinzeichner auf. Im..Ze Anzeigepflicht der Provinz Hannover hat der geschäftsfüh- chen wahren Sozialismus" sollen sie die nicht wisse, woher es komme, dass sie in besteht, weil gewisse Arbeiterkreise glau- rende Direktor des deutschen Gemeindeta- Gelegenheit zum Wertpapierbesitz ergre den letzten Wochen einen bedeutend hö- ben, dass deren Besitz straffrei ist. ges in Hannover, Loeblich, ein Gutachten fen. I dei än wi Nr 247 BEILAGE 112 NEUER VORWÄRTS m in en er 11eraeen in ng min begeeiDie auOSpt. mer гоäbbera rte, ört ng: tete gen gen. gen ode. ehn bei tete Vier Wallge don sere eter ins auf der isser Ein ener st 1l 13. März 1938 Neunzig Jahre nach Metternich Am 13. März 1848 fiel eine Diktatur Klemens Wenzel Nepomuk Lothar tete eine Angelegenheit von der Art, Wilhelm IV. von Preussen zu zitieren,[ Sturz sind aber ausgefüllt nicht nur Fürst von Metternich- Winneburg, der die später so alltäglich wurde, dass die mit dem„ Ludergeruch der Revolu- mit sozialen, wirtschaftlichen und am 13. März vor neunzig Jahren die bürgerliche Presse selbst des Auslan- tion" behaftet. Metternich würde sie teehnischen Umwälzungen, sondern Stätte seiner vierzigjährigen Herr- des kaum noch von ihr Notiz nahm! auch nicht mit einem Finger seiner auch mit wechsel vollen Kämpfen um schaft in Wien durch eine Hintertür Nein, im Verhältnis zu späteren Pe- fein behandschuhten Rechten berührt Herrschaft und um Freiheit. Der grosnicht se Metternich kam nach 1848 verliess, war gewiss auch ein Diktator, rioden war die Aera Metternich ein haben. aber doch aus anderem Holze ge- humanes und väterlich mildes Zeital- Dieser fundamentale Unterschied wieder, die kleinen Metterniche der schnitzt als manche seiner Berufskol- ter. Sie war eine Form des monarchi- zwischen dem System Metternich und deutschen Duodezstaaten haben sich legen anderer Zeit. Er war durchaus schen Patriarchalismus, eine Aera der den modernen Diktatursystemen be- nach der Niederlage der Revolution kein Rüpel und kein ordinärer Hals- statischen, nicht der dynamischen deutet für uns Trost und Hoffnung, sehr bald wieder eingefunden. Aber abschneider, sondern vielmehr ein Konterrevolution. Zu bewahren, was denn er spricht dafür, dass das Tempo auch sie konnten den Anbruch einer Mann von hoher Kultur, Geistigkeit gegeben war, das Ruhende nicht zu be- der Erledigung ein viel rascheres sein neuen liberalen Aera nicht verhinund moralischen Grundsätzen. Er wegen und es vor jeder Erschütterung wird. brüllte nicht, er hatte das nicht nötig: zu schützen, war ihre Aufgabe. Oesterreich, Deutschland und Europa fdmen verstanden ihn auch, wenn er leise sprach. Es ist überhaupt falsch, die Zeit des Vormärz, die heute vor neunzig Jahren auf den hundertundsechzig Barrikaden von Wien zu Ende ging, ohne weiteres zum Vergleich mit der Gegenwart heranzuziehen. Man darf sich auch nicht von den zahlreichen Parallelen verführen lassen, die sich im einzelnen ergeben, z. B. wenn man in den berühmten Aufsätzen von Marx über Revolution und Konterrevolution in Deutschland folgendes liest: ,, Wenn man über die Langsamkeit der politischen Entwicklung in Deutschland urteilt, sollte man niemals vergessen, die ungeheueren Schwierigkeiten in Betracht zu ziehen, die der Erlangung richtiger Einsicht auf irgend einem Gebiete in einem Lande im Wege stehen, wo alle Quellen des Wissens unter der Botsmässigkeit der Regierung sind, wo nirgends, von der Dorf-| schule bis zur Zeitung und zur Universität, etwas gesagt, gelehrt, gedruckt oder veröffentlicht werden darf, das nicht vorher die Genehmigung der Regierung erhalten hat. Nehmen wir z. B. Wien. Die Bevölkerung von Wien, die in Bezug auf Gewerbefleiss vielleicht keiner in Deutschland nachsteht, die an Geist, Muth und revolutionärer Energie sich allen anderen weit überlegen erwiesen hat, war doch unwissender über ihre wirklichen Interessen und beging mehr Fehler während der Revolution, als die Bevölkerung in sehr grossem Masse der fast absoluten Unwissenheit über die gewöhnlichsten politischen Verhältnisse zuzuschreiben, in der Metternichs Regierung sie zu erhalten gean anderen Orten, und dies war wusst hatte." 1 ge stel gabe gkeil üng urch Ber ment Zeit tüch ach ebe r die Fast kost Tr ver hätte ** Da kann man bei allem Respekt von der Grösse des Meisters nur sagen, dass er in diesem Fall stark übertrieben hat. Von totalitären Regierungsmethoden hatte er eben doch nur eine unzureichende Vorstellung. Wir sind ganz andere Masstäbe gewöhnt. Oder sollten uns noch die einst so berüch tigt gewesenen Karlsbader Beschlüsse von 1818 imponieren, die nur Druckschriften unter 20 Bogen zensurpflichtig machten, während dickere Bücher ohne weiteres gedruckt und gelesen werden durften? Es ist wahr, noch im Jahre 1835 wurde ein Bundestagsbeschluss erlassen, der den Verlegern neue Daumenschrauben anlegte, aber deshalb konnten die Junghegelianer, yer Erns eide s, h nes sche natio chrif esett amde ch is asse rling schri t. D Her ht, dern, sondern verschwanden ebe iso, Vor neunzig Jahren waren die mei- nur mit weniger Getöse, wie ihr grosses Vorbild. Der liberalen Aera folgte die Zeit der Sozialistengesetze, dieser wieder ein ungeheuerer Aufstieg der sozialdmokratischen Arbeiterbewegung. Die Gräber der Märzgefallenen im Berliner Friedrichshain waren vergessen, als die preussische Wahlrechtsbewegung sie wieder entdeckte und alljährlich am 18. März mit einer Flut roter Kränze und Bänder schmückte. In der Republik genossen sie zeitweilig fast offizielle Ehren, jetzt liegen sie wieder einsam und verlassen da. Wie lange noch? 000000 Die Banddeutschen ,, Rettet Euch, unser Schutzengel kommt!" CAP Weder die Perioden der Reaktion noch jene der Revolution oder des Fortschritts gleichen ihren Vorgängern. Aber es bleiben die Gesetze der Bewegung, des Wechsels zwischen ihnen, es bleibt die ermutigende Wahrheit, die Marx nach dem Zusammenbruch der Revolution von 1848 geschrieben hat: ,, Man kann sich keine entschiedenere Niederlage denken als die, welche die Revolutionspartei oder vielmehr Parteien des Kontinents auf allen Punkten der Schlachtlinie erlitten." Aber was hat das zu bedeuten! Hat nicht das Ringen des britischen Bürgertums um seine gesellschaftliche und politische Herrschaft achtundvierzig Jahre, das des französischen Bürgertums vierzig Jahre unerhörter Kämpfe umfasst? Und war sein Triumph nicht gerade dann am nächsten, als die wiederhergestellte Monarchie sich fester im Sattel fühlte denn je? Die Zeit jenes Aberglaubens, der Revolutionen der Böswilligkeit einiger Agitatoren zuschrieb, ist längst vorbei. Heutzutage weiss jedermann, dass überall, wo revolutionäre Erschütterungen eintreten, ein gesellschaftliches Bedürfnis dahinter sein muss, dessen Befriedigung durch überlebte Einrichtungen gehindert wird. Das Bedürfnis mag noch nicht so dringend, so allgemein empfunden werden, dass es unmittelbaren Erfolg sichert, aber jeder Versuch, es gewaltsam zu unterdrükken, muss es mit verstärkter Gewalt wieder hervortreten lassen, bis es seiwwwwwwwww Sollen wir uns also aus dem Unge- sten der deutschen Arbeiter, die auf ne Fesseln bricht. Wenn wir also konnten die Laube und Gutzow, die mach der Gegenwart in die gute alte den Barrikaden standen, Handwerks- geschlagen sind, so haben wir nichts Borne und Heine in Deutschland zahl- Zeit des Vormärz zurücksehnen? Mit burschen und keine Fabrikarbeiter anderes zu tun, als wieder von vorne reiche Leser finden, und selbst die nichten! Wir wissen, dass die verhält- Seitdem haben soziale Umschichtunstürmenden Verse Herweghs blieben nismässige Milde des Systems Metter- gen und Klassendifferenzierungen den gebildeten Deutschen nicht unbe- nich seiner Stärke entsprach, während stattgefunden in einem Umfang, wie kannt. Für politische Delikte gab die brutale Vehemenz der modernen sie sonst sich nur im Lauf von vielen Endes doch ein Jahrhunderten zu vollziehen pflegten. es Diktaturen letzten anzufangen." Hoffnung auf Spanien F. St. Festungsstrafen, die manchmal hart Zeichen der Schwäche ist. Diese mo- Die moderne Industriearbeiterschaft und brutal und auch langfristig waren. dernen Ditaturen bedeuten auch kei- ist ein ganz anderer, viel ernster zu Aber geschlagen wurde in den Gefäng- neswegs ein Zurückschrauben in die nehmender Gegner als die Achtund- ist das Buch des spanischen Krieges. Es ist nissen nicht. Welches Aufsehen er- Zeit vor 1848, sie sind vielmehr selber vierziger Volksfront von Ein literarischer Bericht ,, L'Espoir" von Malraux( NRF. Gallimard), Burschen- einmal ein Kriegsbuch schlechthin, es reiht sich, während wir es lesen, in unserer Vorregte der Fall des unglücklichen Pa- Erzeugnisse, wenn auch nur scheuss- schaftern und Zunftgesellen. Der grösstors Weidig, eines entfernten älteren liche Missgeburten, einer revolutionä- seren Stärke des Gegners entsprich busse, neben dem von Remarque. In einem Verwandten von Wilhelm Liebknecht, ren Entwicklung. Sie sind um einen auch die schärfere Brutalität der Un- Kapitel, in dem bei Malraux eine Kolonne der sich in einem hessischen Gefäng- Ausspruch eines anderen negativen terdrückung. nis die Adern aufschnitt und verblu- Märzhelden, des Königs Friedrich Die neunzig Jahre seit Metternichs stellung neben dem Kriegsroman von Barvon Tanks erfolgreich angegriffen wird, kann man nicht umhin, sich an den Ausgang von ,, Im Westen nichts Neues" zu er innern. Während dort der Tank die Waffe ist, gegen die in gar keiner Weise Widerstand geleistet werden kann, sind es hier— zwanzig Jahre später— die Unsrigen, die das neue Kriegsinstrument ausser Gefecht setzen. Die Hauptfigur in jedem Kriegsbuch ist der Tod. Nun sollte man meinen, der Tod müsste immer gleich fürchterlich sein; da aber Krieg und Bürgerkrieg sich insofern unterscheiden, als sich im Bürgerkrieg das Element der Destruktion ungemischter findet, so ist allerdings der Tod in dem Buche Malrauxs noch deutlicher gegenwärtig als in anderen Büchern ähnlicher Art. Der Freiwillige des Bürgerkrieges hat nicht den Auftrag zu vernichten, er fasst den Ent- schluss zu vernichten. Von diesem Entschlüsse, dem bewusst gemachten— vom Gewissen in Frage gestellt, vom Gewissen gebilligt— handelt L'Espoir. Der künstlerische Werf des Buches steht ausser Zweifel. Der Autor bedient sich der Kunstmittel der Epoche. Die naturalistische Genauigkeit des Details, die impressionistische Schönheit einzelner Augenblicksbilder, Symbolismen, sehr unmerklich verwendet, die gescheite Zeitgepflogenheit, einer Ro,- manhandlung im banalen Sinne entraten zu können, die weiträumige Breite des Schau- patzes, die für hundert Einzelbilder mit der vom Film geschulten visuell nachschaffenden Bereitwilligkeit des Lesers rechnet, das alles würde seine Wirkung auch dann nicht verfehlen, wenn es sich nicht um einen Gegenstand handelte, dem unsere Aufmerksamkeit von vornherein gehört, das Schicksal eines Volkes, zu dem seit zwei Jahren unsere Gedanken immer wieder zurückkehren. Der Autor war als Flieger in Spanien, man kann vermuten, dass weite Partien des Buches Augenzeugenbericht sind. Was er darstellt, sind Tausende von Kampfhandlungen, Angriffe auf Häuser, Strassen, Truppentransporte, belagerte Plätze, Verteidigung belagerter Plätze und in diesen Kampfhandlungen diejenigen, die sie ausführen: Kämpfende. Er gibt gleichsam eine Matc- rialsammlung zur Naturgeschichte des Mutes, er trägt Beispiele zusammen für die Frage nach dem Wesen des Befehls oder nach Wert und Unwert von Opfern. Man hat eingewendet, dass wenig ganz einfache Menschen geschildert werden, was wir kennen lernen, ist ein Schwärm von Unterbefehlshabern, ehemalige Ingenieure, Tonfilmfachleute, Studenten, Parteifunktionäre und so weiter. Das ist richtig. Es gibt zwar einmal eine Episode, in der ein spanischer Bauer eine Rolle spielt, eine sehr einprägsame Episode sogar, aber sie steht doch vereinzelt da. Malraux wird zum Geschichtsschreiber eben der Schicht, die er genau kennt. Dagegen, dass die bürgerliche Kritik ihm, dem Kommunisten, nachrühmt, es sei bei Malraux nun nicht mehr von Klassenkampf, von Lohnerhöhungen, von marxistischer Theorie die Rede, wird man ihn verteidigen müssen. Er hat gewiss diese Vokabeln nicht weggelassen, um einem weiteren Publikum gefällig zu sein. Es gibt Gespräche, Auseinandersetzungen in diesem Roman, in denen allerdings die formelhaften Wendungen der politischen Debatte vermieden werden, sie sind das eigentlichste des Buches. Die Handelnden fragen nach dem Sinn des Handelns. Zwischen Maschinengewehrfeuer, dem Einschlagen der Granaten und den blutigen Begleiterscheinungen des notwendigen Tuns erscheinen die Worte nicht leer, sie haben Gewicht, das eine oder andere haftet in der Erinnerung. Man kann, wenn man will, auch in diesen Gesprächen noch eine Spur von Demagogie finden. Es sagt z. B. einer: und wenn man nun, um den spanischen Bauer ökonomisch zu befreien, seine politische Knechtung herbeiführen würde? Und erhält zur Antwort: so müsste man also, um dies zu vermeiden, die Faschisten gewähren las sen? Der Sprechende fährt an dieser Stelle fort: in gewissen Fällen ist die gegebene Wahl eine tragische Wahl. Für den Mann, der denkt, ist die Revolution tragisch, aber für einen solchen Mann ist das Leben an sich tragisch usw. Da Hesse sich manches einwenden. Aber das ist ein weites Feld. Eine möglichst komplexe Erfahrung in Bewusstsein, in Gewissen umwandeln— fordert eine der Figuren Malrauxs: trans- former en conscience une experience aussi large que possible. Dieser Satz könnte das Motto des Buches sein. Es ist ein Wort, mit dem Malraux für Westeuropa votiert. Wir bringen nachstehend ein Bruchstück aus„L'Espoir, es ist charakteristisch für den Menschenschilderer Malraux. Piloten Aus Malraux„TEspoir" „Die Prüfung der Piloten dauerte an. Ein Freiwilliger, im Pullover trotz der Hitze, ging auf Magnin zu, in der ruhigen Helligkeit des Sommertages. — Hauptmann Schreiner. Das war ein kleiner, nervöser Wolf mit spitzer Nase und harten Augen, ehemaliger zweiter Kommandant der Staffel Richthofen. Magnin betrachtete ihn über seinen Schnauzbart hinweg mit Sympathie. — Wie lange ist es her, dass Sie nicht mehr geflogen sind? — Seit dem Kriege. — Teufel! Wfeviel Zeit brauchen Sie, um wieder in Form zu kommen? — Ich glaube, einige Stunden. Magnin sah ihn an, ohne etwas zu sagen. — Ich glaube, einige Stunden, wiederholte Schreiner. — Sie haben in der Flugzeugindustrie gearbeitet? — Nein, in den Bergwerken von Ales. Schreiner sah Magnin, dem er antwortete, nicht an, sondern das Uebungsflug- zeug, dessen Propeller sich drehten. Die Finger seiner rechten Hand zitterten. — Die Anweisung hat mich zu spät erreicht. Bis Toulouse kam ich auf Lastwagen. Er schloss seine kleinen Augen und hörte auf den Motor. Seine Finger, die nicht aufhörten zu zittern, spielten mit den Rändern des Pullovers. Magnins Leidenschaft für Flugzeuge war stark genug, um ihm das Gefühl zu geben, dass ihn etwas mit diesem Manne verband, dessen Hand am Pullover zerrte. Schreiner, ohne die Augen wieder zu öffnen, atmete tief die Luft, die vom Lärm erzitterte. So atmet man wohl, wenn man aus einem Gefängnis kommt, dachte Magnin. Der da würde befehlen können. (Magnin verstand es, sich seine Leute auszusuchen). Schreiners Stimme hatte die Knappheit, die vielen verantwortlichen Kommunisten und Militärs eigentümlich ist. Der erste Instrukteur, Sibirsky, kam über das Feld, das von Licht zitterte; der zweite rief Schreiner, der sich auf das Versuchsflugzeug zu bewegte, ohne Hast, aber immer noch mit verkrampften Fingern. Von der Bar und vom Uebungsplatze blickten alle Piloten herüber. Mehrere von ihnen hatten den Krieg mitgemacht, und Magnin war nicht ohne Unruhe; aber gegenüber diesem Manne, der zweiundzwanzig alliierte Flugzeuge heruntergeholt hatte, empfanden selbst die Söldner, die dem Apparat Sekunde für Sekunde mit den Augen folgten, nichts als professionelle Rivalität. Vom äussersten Ende des Feldes her, wo Karlitch die Leute, die ein Maschinengewehr handhaben konnten, erprobte, kam ein paar Mal der regelmässige Lärm der Mitrailleusen. Das Flugzeug löste sich vom Boden, mehr oder minder gut. — Das wird schwer sein, mit den Freiwilligen... sagte Sibirsky zu Magnin. Der letztere wusste übrigens, dass es nicht leicht sein würde, die für Geld Angeworbenen durch Freiwillige kontrollieren zu lassen, wenn diese Freiwilligen den Söldnern beruflich allzu unterlegen waren. — Ich danke Ihnen, dass Sie mir das Vertrauen geschenkt haben, mich als Instrukteur arbeiten zu lassen, Herr Magnin... Sie machten noch einige Schrifte, ohne sich anzusehen, beide blickten in die Luft, da oben bewegte sich das Flugzeug. — Sie kennen mich? — Ich glaube,.. Ich weiss nichts, dachte Magnin, während er sprach und indem er an seinem gallischen Bart kaute. Er empfand Sympathie für Sibirsky; obgleich Sibirsky blonde Locken hatte und ein kleines Bärtchen trug, Hess die Traurigkeit seiner Stimme an Intelligenz glauben, mindestens an Erfahrung. Magnin wusste in Wirklichkeit nichts über ihn, ausser, dass er brauchbar war. Darüber gab es keinen Zweifel. — Ich will Ihnen sagen, Herr Magnin: hier denkt man, dass ich ein Roter bin... Na ja, das ist vielleicht nützlich... Danke... Ich möchte, dass Sie wissen, dass ich auch kein Weisser bin. Sie verstehen nicht viel vom Leben, alle Flieger, selbst die, die nicht junge Leute mehr sind... Sibirsky betrachtete geniert seine Füsse. Er hob die Augen zu dem Flugzeug, folgte ihm mit dem Blick, nahezu eine Minute. — Schliesslich, er fliegt, das ist alles, was man sagen kann... Er sprach ohne Ironie, mit Angst. Schreiner war einer der ältesten Piloten, und es gab auf dem Felde nicht einen Flieger, der ohne Beklemmung wartete, was 46 Jahre— zehn davon in einer Fabrik— aus einem grossen Flieger machen können. — Wir brauchen mindestens fünf Flugzeuge für die Sierra, morgen, sagte unruhig Magnin. — Das Leben, das ich bei meinem Onkel in Sibirien führte, gefiel mir nicht. Ich hörte immer von Kämpfen sprechen, und ich sollte abreisen, ins Lyzeum. Als da die Weissen gekommen sind, bin ich mit denen gegangen... Schliesslich kam ich nach Paris. Chauffeur, dann Mechaniker, dann, von neuem, Flieger. Ich bin Leutnant der französischen Armee. — Ich weiss. Sie wollen zurück nach Russland, nicht wahr? Viele Russen, ehe- 1 malige Weisse, die in Spanien dienten, taten das, um ihre Loyalität zu beweisen, weil sie hofften, dass man ihnen dann er- j lauben würde heimzukehren. Eine neue Welle Maschinengewehrfeuer hörte man durch die übergrosse Helligkeit, i vom anderen Ende des Feldes her. — Ja. Aber nicht als Kommunist. Als Parteiloser. Ich bin hier, weil ich meinen i Kontrakt habe. Aber ich würde auch nicht I für die doppelte Summe zur anderen Seite j gehen. Ich bin, was sie einen Liberalen| nennen. Karlitch, der Hebte die Ordnung, er war ein Weisser; nun, wo wir Kraft und i Ordnung bei uns haben, ist er rot. Ich i liebe die Demokratie, die Vereinigten Staaten, Frankreich, England... Nur, Russ- Jand, das ist mein Land... Er betrachtete von neuem das Flugzeug, diesmal um dem Blick Magnins nicht zu begegnen. — Ich würde Sie gern um etwas bitten...! Ich möchte in gar keinem Falle Ziele treffen müssen, die in einer offenen Stadt Hegen. Für die Jagd bin ich ja vielleicht nicht mehr jung genug... Aber Erkundigungs- 1 flug oder Bombardement an der Front..• — Die spanische Regierung lehnt das Bombardement offener Städte ab - Nämlich früher mal, da hab ich den Befehl gehabt, den Generalstab mit Bomben zu belegen— und die Bomben sind auf eine Schule gefallen... Magnin wagte nicht zu fragen, ob der 'leneralstab— und die Schule— deutsch oder bolschevistisch waren. Das Flugzeug Schreiners schickte sich an, zu landen. — Zu lang, grollte Magnin, beide Hände an den Bügeln seiner Brille. — Zum Teufel, er soll noch mal Stoff drauf geben! Schreiner gab in der Tat noch einmal Gas. Magnin und Sibirsky hörten auf zui gehen und Hessen das Flugzeug nicht mehr1 aus den Augen. Das Feld war sehr weiträumig und wenn die erste Landung i" dieser Weise schief ginge... Magnin war an Prüfungen gewöhnt: er war Chef einer französischen Fluggesellschaft gewesen. Der Apparat kam jetzt zurück, nahm das Terrain ein wenig kurz, der Pilot riss an>| Hebel, das Flugzeug schlug mehrmals auf wie ein flacher Stein, den man über eine Wasserfläche wirft, und fiel mit seinem ganzen Gewicht zusammen, zerbrochen. Gut, dass die Uebungsmaschine für die Front nicht zu brauchen war, dachte- Magnin. Sibirsky lief auf das Flugzeug zu, kam zurück, Schreiner und der zweite Instruk' tcur hinter ihm. v— Entschuldigen Sie mich, sagte Schreiner. Der Ton seiner Stimme war so, dass Magnin ihm nicht ins Gesicht sah. — Ich habe Ihnen gesagt: ich brauche zwei Stunden... Weder zwei Stundea noch zwei Tage. Ich habe zu lange in de" Bergwerken gearbeitet. Die Reflexe sin1' nicht mehr da. Sibirsky und der zweite Instrukteiif wichen einander mit den Augen aus. — Wir werden darüber noch sprechemi sagte Magnin. — Nicht nötig. Danke. Ich kann ein Flu?' zeug nicht mehr sehen. Reihen Sie mich r die Miliz ein. Ich bitte Sie." M. F. Märtyrer Eine wahre liescliichle Mein Kollege neben mir im Büro ist SA- Mann. Aber völlig ungefährlich. Er hat seine eigenen Schmerzen. Nicht wegen den Vorgesetzten, dem Bims und den Meckereien, die er ringsum hören muss. Daran hat er sich mählich gewöhnt. Seine Not ist viel unmittelbarer, hat Haare auf den Zähnen und heisst Emma. Ihn hingegen nennen wir Emil. Emil hat das Gefühl, das wirkliche Mär- tyrertum des Dritten Reiches habe sich auf seine durchaus nicht breiten Schultern gesenkt, obwohl ihm die Kampfzeit und alles Nachfolgende bis 1935 gut bekam. Aber der Unfriede daheim, der Kampf mit Emma, der feiert im Frühjahr sein dreijähriges Jubiläum. Bis 1935 ging es an. Man wartete. Man hatte viel Beiträge gezahlt, viel Versammlungsqualm durchlitten, aber es war auch viel versprochen worden. Abwarten. Der Führer wirds schon machen, der Wohlstand wird sich bald zeigen und mehren. Doch einstweilen mehrten sich nur die Bonzen, die Autos, die Dekrete, die Sam- meleien, die Unterschlagungen und bei den Armen die Eintöpfe. Der Emma verging das Warten. Es wurde für Emil schwerer und schwerer, ihr die politische Situation klar und die Margarine schmackhafter zu machen. Sie behielt immer recht. Sie sagte voraus dass eines Tages auch das anständige Brot ein Luxus sein werde und behielt wieder recht. Was aber geschieht, wenn die wirtschaftliche Entwicklung immer der Frau und nie dem Manne recht gibt? Er verliert alle Autorität, er steht als Lügner und zum Schlüsse als Hanswurst da. Es hat eine Zeit gegeben, da sah Emma zu ihrem Manne auf. Erlasst mir, zu schildern, wieso und warum; Emil mag davon nichts mehr hören. Heute schmeisst sie'hm ein Dutzend höhnischer Fragen an den Kopf, wenn er ihn nach des Tages Last und Müh an ihrem Busen zur Ruhe betten will. Das versteht nur, wer die heutige Welt der deutschen Hausfrau kennt. Sie schlägt früh die Zeitung auf und sieht ein riesiges Bild mit Tuben, Altpapier, Knochen usw. und eine fette Zeile brüllt:„Wirf mich nicht weg!" Sie blättert weiter, da brüllt wieder eine Ueberschrift:„Hausfrauen, lernt Feuer machen!" Und breit wird ihr klar gemacht, welch geringe Menge Papier und Holz zum Feuermachen nötig ist, wenn man die Sache nach der neuen Vorschrift anpackt. Sie flüchtet ins Feuilleton und muss eine rührselige Geschichte lesen von einem Buben, der seiner Mutter das Sammeln lehrte und ihr von den Blättern des Waldes erzählt, die jedes Stück Altpapier dankbar belispeln, weil es einigen Blättern das Leben erhält. Sie geht einkaufen und muss wieder „ohne" nachhause, weil sie vergessen hat, das Einpackpapier(nicht zuviel! Sparen!) mitzubringen. Nachmittags erscheint eine BdM-Funktionärin und will der Emma klarmachen, wie man Wolle spart, Strümpfe stopft, Abfälle aller Art richtig aufbewahrt... Abends taucht Hitlerjugend auf und bettelt um die„Tagesabfälle", für ein Schwein, das in der Nähe gefüttert werden soll. Der Mann bringt ihr aus der Drogerie endlich die notwendige Hautcreme mit, sie öffnet den Karton, da schreit ein roter Zettel:„Achtung! Entleerte Tuben nicht wegwerfen! Für die Sammler aufheben!" Eines Tages packt sie ihm als Frühstück gekochte Kartoffeln in eine Tüte. Er fragt gar nicht, denn er weiss, eine Woche lang hat das Frauenami der DAF gerummelt unter der Parole:„Weg mit der Klappstulle! Wir haben die Klappstulle satt! Esst mehr Kartoffeln!" Nun rächt sich Emma, indem sie ihm auch das bisschcn Stulle verknappt. Als ob er den Vierjahresplan erfunden hätte! Es gibt Abende, da sich Emil nicht allein nachhause getraut. Das sind jene Tage, an denen plötzlich die Butter aus den Läden verschwunden ist oder sonstige Ueber- raschungen blühen: Einführung von la Fischwurst; eine Salaltunke, die Oel spart; das Mehl muss noch mehr gestreckt werden; beim Waschen ist ein neues Kleidungsstück um ein Viertel eingelaufen resp. zusammengeschrumpft. An solchen Abenden nimmt Emil nach Büroschluss gern seinen Scharführer mit heim. Der muss den ersten Zusammenprall abhalten, und sie spielen dann meist Karten bis gegen Mitternacht. Es gibt nämlich Tage, da getraut sich auch der Scharführer nicht heim. Denn Emma ist nicht allein. Hinter ihr steht ein Heer räsonierender Frauen, die heute alles vergessen müssen, was sie früher einmal über rationelle Ernährung gelesen und gelernt haben. Von ihrem Kampf mit den Ersatzstoffen gar nicht zu reden. Das alles mag recht komisch klingen, ist es aber gar nicht. Oft mischt sich der bitterste Ernst hinein. Wenn es sich um Kranke handelt, wenn die Menschen mit schlechter Verdauung zu reden beginnen. wenn die Sterblichkeitsstalistik spricht. Jüngst pirschte sich Emil zur Frühstücks- zeit an meine Seile und begann umständlich zu fragen: Meine Mutter sei doch mageO' krank gewesen; ob ihr da eine besonder' Kost geholfen und was der Arzt gesagt halH'; und wie alt man damit werden könne. „Willst du eine Tante beerben?" frag's ich. Er schüttelte den Kopf und sein sieht drückte Düsternis aus. Sein Schwi'" gervater leidet an Magenkrämpfen, di'" graue Brot bekommt ihm nicht, und En1' wagt nicht darüber nachzudenken, was m1 ihm daheim gemacht wird, wenn Em in11' Vater etwa eines Tages am Vierjahrespl3' eingehen sollte. M. B- Gott und Herrgott Adolf, wie hast du*s mit de' Kellglon I Gegen Ende seines Dreistunden-RedclU tarakts hat Hitler mit Tremolo den Ilc�T gott apostrophiert, auf dass männig'lC, sehe, welch einfältig-frommes Gemüt d' Herr Führer besitzt. Den„Herrgott". � Das ist nicht der gleiche wie der„Hebf, Gott der Christenheit. Hitlers„Herrgott" lSj ein ausgesprochener Herren-Göll, ist d'' überlieferte Schutzherr der Junkcrkas'fJ des Militärs, der„keinen Preussen verlas* (NB. vom Gefreiten aufwärts). Sein An''1, ist gefurcht und grimmig, ähnlich dem neunzigjährigen Totenkopf-Gcnerals, ll® seine Denkart ist die gleiche. Der gott" ist genau geschaffen nach dem Kb4,! bild seiner Anbeter und befindet sich � diesen in totaler Uebereinstimmung' Gesinnungen; er hat die Menschen gescb � fen, damit die den bunten Rock tragen"I1 auf dem Schlachtfeld den Soldatenlod'' den, wofür er ihnen den Rest ihrer S11! den vergibt. '-an sollt dülti ren �'es SOlc] "ein 'las Verj auf, den dem bea f AI feste der |*h, fest; v!be er-t Hc •ban Opfe •den. Von ber• pew So S als hetasen, ereuer Zeit, Als men icht eite alen ing, und Ich taausseug, zu en... Creflieicht ngsdas den Comauf der tsch zeug inde Stoff amal fzu nehr veitSin war iner 3. das sam auf eine inem en. -die chte kam truk Threi dass uche nden den sind kteur chen, Flug ch in F. agen dere habe: ragte Ge wie das Emil s mit nmas spla B. ler dek Herr glich iebe der t" ist t der kaste lässt ntlit eines und Herr Eben Die Reinigung Vor Rosenberg's Vorläufer Wo Hitlers Ariosoph abschrieb 99 von Germanoiden" durch eine beDer Angriff" klagt darüber, dass die ,, Besitzumstellung"- ein feinerer Ausdruck für die Enteignung jüdischer Firmen nicht rasch genug vor sich gehe. allem fehle es an Uebernahmekrediten, die Dunkel, wie alle Rassenfragen, sind die ring zurück. Aber die dunklen Begriffe von lese es ,, guten Nachwuchskräften", also alten Begriffsbestimmungen der antisemitischen Blut, von der Rassenseele und von den stimmte ärztliche Kommission. Kämpfern, ermöglichen könnten, in den Be- Rassephilosophen. Zweierlei ist ihnen allen Trieben des deutschen Volkes", die ewig sitz des jüdischen Eigentums zu gelangen. eigen: die sprachliche Unbestimmtheit ih- und unveränderlich sind und zu den mär- Verrücktheiten dieser Knallgermanen geDamals hat ganz Deutschland über die Wörtlich heisst es im ,, Angriff" weiter: rer Wertungen und die Widersprüche, in chenhaften, geheimnisvollen Vorstellungen lacht. Niemand ahnte, dass sie noch relativ ,, Da vorläufig noch geeignete Kredit- die sie sich vor allem bei Beurteilung des der braunen Rassephantasten gehören, hat menschliche Vorläufer des Dritten Reiches einrichtungen fehlen, stehen wir vor ei- Judentums verwickeln. ner merkwürdigen Entwicklung im Einwaren. Niemandem träumte, dass zwei Im Verlag die Brücke- Most, Prag, ist ein Widersprüche der antijüdischen Charakte- Dutzend Jahre später im Herzen Europas zelhandel. Wir sehen, dass Nichtfachleute Geschäfte aller Art aufkaufen, um Buch über ,, Volk und Rasse" erschienen, in rologie. Einmal betont er in seinem Mythus dieser Rassenwahnsinn zur dröhnenden Padort ihr Geld ,, arbeiten" zu lassen. Da dem sich der tschechische Sozialist Karel die unglaubliche Zähigkeit der jüdischen role und Staatsräson einer Regierung wergibt es den Margarinefabrikanten, der Moudry mit der politischen Anthropologie Gesinnungs- und Blutgemeinschaft", das an- den würde. ein Modenhaus erwirbt, und den Gutsbe- des deutschen Nationalismus auf breitem dere Mal bescheinigt er ihnen Mangel an Und was Rosenberg den Seinen heute von er unverändert übernommen. Ebenso die sitzer mit einem Damenwäschegeschäft. Raume auseinandersetzt und die wissen- Eigenwuchs und Seelengestalt" und an ge- der Erneuerung der Philosophie und GeDa diese Leute zwar über Geld, nicht aber schaftliche Unhaltbarkeit seiner über Fachkenntnisse verfügen, wird das Geschäft von einem ,, Geschäftsführer" geleitet, wodurch den Forderungen wird. Rassen- meinschaftbildender Fähigkeit. So erben forderte ,, Denn die Grundidee einer jeden wahren Philosophie die wir Ariosophie nennen wollen ist die Tatsache des göttlichen, überirdischen Ursprungs der arioheroiden Rasse und die Entgötterung dieser Rasse durch die Vermischung mit niederen Rassen..." theorie aufzeigt. Moudry stützt sich dabei sich in diesen Köpfen die gleichen fixen schichtsschreibung erzählt, das sagten seides auf die Ergebnisse der objektiven deut- Ideen, das gleiche pathologische Denken e Vorahmer viel einfacher und klarer. Einzelhandelsschutzgesetzes nach Sach- schen Wissenschaft, folgt den Rassemysti- wie eine ewige Krankheit fort. Charakter- Schon die Zeitschrift„ Ostara" und Fachkunde formal Genüge geleistet kern bis ins Dunkel der Urzeit und weist verschiedenheiten von Orientsemiten, West- 1906 Rückkehr zur„ arischen Urreligion", ihnen nach, dass schon das Evangelium von und Ostjuden werden nach Belieben und von der sich die Philosophie unter dem Einfluss ,, niederer Rassen" entfernt habe Daneben gibt es noch die Entwicklung der Rassenreinheit der alten germanischen Bedarf durcheinander geworfen. zu Konzernbetrieben. Auch An sich tüchtige Völker eine Legende ist. Dasselbe gilt von die braune Zuchtbullen- und und fordert Reinigung: und erfolgreiche Geschäftsleute haben zu den antisemitischen Theorien. Auch sie Kastrationspolitik hat ihre alldeutschen ihrem ursprünglichen Geschäft noch ein, konstruieren eine jüdische Rasse mit fest- Vorläufer. Weisungen für„ Hegehöfe" finzwei oder drei neue hinzugenommen, die oft in verschiedenen Gegenden Deutsch- stehenden, bleibenden Merkmalen, während den sich schon in der völkischen Literatur lands liegen." die Wissenschaft feststellt, dass auch das der Vorkriegszeit. In Zeitschriften wie Ein ekelhafter Anblick. Den jüdischen Judentum keine unwandelbare ,, reine Ras- Der Hammer" und„, Heimdall" wird 1905 Geschäftsinhabern werden ihre Läden weit se" darstellt, sondern seit dreitausend Jah- der germanoide und arioheroide"( soll unter Preis abgejagt das Geld wandert ren mit dem Blute verschiedener vorder- heissen: deutschrassige) Mensch projektiert Ziel und Zweck der angewandten Ariosoauf ein gesperrtes Konto durchmischt wurde. Schon seit altersher fohlen mit Polygamie für die Männer von edelrassigen Schmeissfliegen mästen des arioheroiden Menschen durch Reinisich an den Typus des hellen und des und Monogamie für die Frauen: dem Elend der Verfolgten. Der gibt es gung und Erhebung der Rasse. Hier ersteht Angriff" wittert hier nur gewisse„ Gefah- dunklen, des römischen, slavischen, deut,, Uebrigens müsste man einem eventu- Wotan und die religiöse Verbrämung der ren" für die Wirtschaft. Moralisch findet schen und romanischen Juden. ellen Zuchtmangel in derartigen Zucht- knalldeutsch- braunen Parole: Weltherrstationen durch strengste Aufsicht und schaft der auserwählten, gereinigten gerdurch die Bestimmung vorbeugen, dass manischen Rasse, ausgeübt durch das taudie Frauen im Gegensatz zu den Männern nur einen und denselben sendjährige Dritte Reich. Die alldeutschMann haben dürften. Auch müssten derartige Zucht- knalldeutsche Rassentheorie stellt kein gestationen anderen unzugänglich gemacht schlossenes Anschauungssystem dar, bewerden und von der übrigen Bevölkerung hilft sich mit den mystischsten Schlagworabgetrennt sein etwa auf Inseln der ten; aber sie genügt, um imperialistischen Nord- oder Ostsee und sie müssten ei- Grössenideen in wirren nem Ausnahmesitten gesetz unterliegen. scheinromantischen, ideologischen HinterDa die Rassennot, der Verfall der Rasse grund zu liefern. immer grösser wird, sind ausserordentliche und ganz ungewöhnliche Massnahmen gerechfertigt.. und Hunderte asiatischer und später europäischer Völker und seine Züchtung in Zuchtstationen emp- phie sei darum die erneute Vergöttlichung er an der Leichenfledderei nichts auszusetzen. Taschenspieler Darum auch widerspricht sich der Antisemitismus dauernd, wenn er das psychologische Bild des Judentums zu entwerfen sucht. Einer der hervorragendsten deutschen Ahnen dieser Rassenbelletristik ist der und GemeinZeiten einen Wir lesen in der ,, Preussischen Zeitung": Eugen Dühring, jener Privatdozent dessen Philosophie, Pseudowissenschaft ,, Der Leiter des Amtes für Volksgesundheit des Gaues Kurhessen, Dr. Rein- schon Marx und Engels gebührend brandhardt, machte in Kassel bedeutsame Aus- markten. Einmal stellt er das Judentum als führungen über die Mitarbeit der NS- Ge- festorganisierte Einheit hin, die hur Mittel meinschaft ,, Kraft durch Freude" bei dem und Wege sucht, um andere Völker ,, zu Karel Moudry betont am Schlusse seines Gesundheitsdienst der DAF in den Betrie- spalten und zu beherrschen", und bald wieinstruktiven Streifzuges, die ernste deutsche ben. Dr. Reinhardt stellte die Forderung der erklärt er, die Juden seien zu jeder auf, dass die Sozialversicherung die KdF- Art von Zusammenarbeit Wissenschaft habe diese gemeingefährliche Nämlich die Installierung des staatlich Rassenmystik stets abgelehnt. Das ist richFahrten ebenso wie den Aufenthalt in den schaftsbildung unfähig. Als radikaler Ra- approbierten Zuchtbullen. Heute wird die tig. Aber leider muss gesagt werden, dass DAF- Genesungsheimen zu verbilligten Sätzen als ein ärztliches Heilmittel an- tionalist lehnt er das Judentum vor allem Frage der„ Hegehöfe" im braunen Lager sie einer Auseinandersetzung mit diesem sehen müsse und daher diese KdF- Fahr- ab, weil es für ihn Träger einer Gottesidee ernsthaft diskutiert und in jedem Naziblatt Wahnsinn könnte stehen, was ,, Heimdall" damals über schweigt, wo sie reden müsste, dass sie ten von der Sozialversicherung übernom- ist, der die christliche entsprang. men werden müssten." flüchtet vor dieser Erkenntnis auf einen die neuen Goten phatansierte: sich dem terroristischen Zwange mehr fügt, Das bedeutet praktisch: die Deutsche Ar- naiven polytheistischen Standpunkt, ,, Der Vorrat an Ariern ist im Norden als es mit dem Wesen und den Traditionen beitsfront, die für die Beiträge der Zwangs- dem aus ihm die nordischen Götter näher verbraucht. Die Frage, wie neue zu be- ernster Forschung vereinbar ist. mitglieder ohnehin so gut wie nichts leistet, sind, als der christliche mit seiner verplant einen kleinen Raubzug auf die Gelder dächtigen Herkunft. der Sozialversicherung, von denen bereits ein hoher Prozentsatz in die deutschen Rü-| stungskassen fliesst. Wenn der Plan zur Ausführung kommt, dann zahlen die Arbeiter den KdF- Rummel nicht mehr doppelt, sondern dreifach: beitsfrontbeiträgen, ihren Beiträgen einmal mit ihren Arzum zweiten Mal mit zur Sozialversicherung, Er von ,, Die Deutschen brauchen wirklich keinen Hellenismus, um dem Judentum und den jüdischen Bestandteilen des Christentums eine bessere Anlage entgegen zu setzen. Ihre nordischen Götter haben ihren angeborenen Naturkern und in ihnen verkörpern sich die wahren Triebe und Gefühle der Vorfahren." schaffen seien, wird immer dringender. Welch hoffnungsvolle Ausblicke würden. sich uns eröffnen, wenn ein paar Millionen reinrassiger neuer Arier entstünden, frische Jugend, neue Goten mit deheute ausweicht, dass sie Deutsche Lehrer rg. nen wir zusammenhängende, von der an- ,, Im Hinblick auf Klagen, dass bei VerBevölkerung verlassene, wahr- kehrsunfällen und ähnlichen Ereignissen scheinlich im Osten Deutschlands gele- Lehrer mit ihren Schulklassen zur Besichgene Gebiete besiedeln könnten! Eine tigung am Unfallort erschienen sind und neue Arierheimat, ein neuer Jungbrunnen dadurch die Untersuchungsmassnahmen würde unserem Volke erstehen..." oder die Bewachung und Absperrung bezum dritten Mal, indem sie für jede einzelne Hier hat Rosenberg abgeschrieben. Sein Einer dieser Zucht- Germanoiden, Klaus hindert haben, hat der Reichserziehungs" Kraft durch Freude"- Fahrt eine Teil- ,, Mythus" ist eine Erweiterung und Neu- Wagner, erklärte in der Schrift ,, Der Krieg" minister angeordnet, dass bei solchen Unnehmergebühr entrichten, bei der die DAF bearbeitung von Dührings germanischer( 1906) die Rasse als Ausgangspunkt alldeut- fällen Lehrer und Schüler dem Unglücksort durchaus auf ihre Kosten kommt. Wie die Rassenromantik und dito Antisemitismus. scher Auffassungen, forderte staatliches fernzubleiben haben, zumal derartige BeRaubritter in den verschiedenen Aemtern Das ganze bisschen Weltgeschichte redu- Eingreifen in die Zeugungsschlacht( wie sichtigungen meist nur zur Befriedigung dieses Durcheinander ,, verbuchen" und auf ziert sich für ihn auf den Kampf zwischen man heute drüben sagt), bezeichnete Süd- der Neugierde und der Sensationslust dienwieviele Taschen sich die Arbeitergroschen Rassenseelen, der heute noch andauert. Mit amerika als deutsches Zukunftsland und ten und vom erzieherischen Standpunkt aus verteilen, wird nie jemand erfahren. dieser Belletristik fällt er noch hinter Düh- empfahl für diese Kolonisation eine ,, Aus- zu verurteilen seien."( Zeitungsmeldung.) Wie wenig dieser Herrgott der Gott der Göttersagen. Aber wer sich auf diesen schluss Gottes anheimstellt, steht der Ge-| konfrontiert. Aber keine echte Christenheit ist, das hat Hitler selber an Standpunkt stellt, der muss auch die Kon- danke im Vordergrunde, dass es der Glaube schauung, kein Diesseitsglaube drückt sich anderer Stelle seiner Rede dargetan, aller- sequenz besitzen und bekennen, dass er mit ist, der den Menschen selig mache; nach darin aus. dings zu Weltansen. Da wird mit tremolierendem Pathos Anfang, durch zweieinhalb Stun- dem Christentum als Lehre und Religion Luther ist es sogar ausschliesslich der Glau- Zweieinhalb Redemeilen weiter ist das denweiten von der Anrufung seines Herr- nichts zu tun hat. Für den Christen ist das be, während die katholische Kirche da- Bekenntnis zur Diesseitigkeit, zur Weltlichgotts entfernt, damit der Widerspruch dem Heil seiner Seele das Wichtigste im Dasein, neben auch die seligmachende Kraft guter keit, damit zum Heidentum bereits vergesvergesslichen Durchschnittshörer nicht of- streng genommen sogar das einzig Wich- Werke anerkennt, ohne das Primat des fenbar werde. Wir kennen die Stelle, wo tige, worauf er sein ganzes Augenmerk zu Glaubens irgendwie aufzugeben und aufzu- der Herrgott, den man eben wie Petrus verer den Bekenntnispfarrern um Niemöller richten hat. Bis zur letzten Konsequenz hat heben. höhnisch leugnet hat, zu, Schutz und Hilfe heraufbeLand ziehen, das könne ein jeder; Predigend durch das als religiöser Ethiker Soeren Kierkegaard Den Gedanken, ein Mensch könne zur schworen. Ja, welcher Herrgott? Der Gott sie diesen Gedanken durchgeführt. Aber ma- Seligkeit allein auf Grund dessen eingehen, kann es doch nicht sein, dessen Bekenner sollten lieber bei der Steigerung seiner Pro- chen wir von dem unerfüllbaren Absolutis- dass er an irgend einem Vierjahresplan mit- soeben wegen ihres Jenseitsglaubens lächerduktionsziffer- Kolumnen mit Hand anlegen! mus der Kierkegaardschen Forderung die geholfen, dass er die Eisen- oder Kohlepro- lich gemacht wurden?! zurief: Heidentum Das heisst mit dürren Worten:„ Ihr Her- stärksten Abstriche: übrig bleibt in jedem Ten Pfarrer, kümmert Euch mehr um das Falle für den Christen eine Höherbewertung Diesseits, weniger um das Jenseits!" In des jenseitigen Lebens gegenüber dem diessolcher Zumutung aber liegt der radikale seitigen. Wer also einem christlichen Prie- Konfession, als absolut heidnisch ablehnen. der unsterblichen Seele. Sicher ist: Wenn Bruch mit der christlichen Religion. Denn ster befiehlt: ,, Kümmere dich fürder nicht das Christentum, in welcher Form seiner um das Heil der Seelen, kümmere Dich vielVerzweigungen auch betrachtet, stellt einen mehr um weltliche wirtschaftliche Pla- Kern der spöttischen Bemerkung Hitlers an auf das Jenseits gerichteten Glauben dar, der nungen", der befiehlt ihm mit andern Wor- die Adresse der Pfarrer der den entscheidenden Teil des Daseins aus| dem irdischen Hüben ins himmlische Drü- lichen Lehre zu sein!" ben verlegt. Allem Es muss schon duktion auf Erden hat vermehren helfen, irgend ein heidnischer Vitzliputzli sein, diediesen Gedanken würde und müsste jede ser Herrgott, auf den Hitler sich beruft, ein christliche Kirche, ganz gleich welcher Medizinmann des Diesseits, aber kein Hirt als Gesinnung ist also der die Bekenntnischristen behaupten, Hitler sei im Innern kein Christ, so haben Bekenntnis- sie, ungeachtet seines ,, Herrgotts", im Kern ten: ,, Höre auf, ein Verkünder der christ- kirche. Sie bringt den germanischen Füh- der Sache durchaus recht. rer sogar in bedenkliche Nähe des semitischen Spötters Heinrich Heine und seiner berühmten Verse: Gewiss verbietet das Christentum die Christentum zugrunde liegt die praktische Tätigkeit für das diesseitige Bevon der Unsterblichkeit stehen nicht, wenn auch der Stifter der feste Ueberzeugung man unter dem Himmel hinweist, die ohne proWir wollen hier auf Erden schon Das Himmelreich errichten. Adolf 7 Justinian. Schmücke dein Heim! ,, Der 2. Zug des 6. Sturmes der 58. SSStandarte Köln hat im vergangenen Jahre Doch zwischen beiden besteht ein gewal- eine Wanderwiege gebaut und zur Julfeier bekennt sich im ,, Wintermärchen" pengemeinschaft innerhalb der SS zu pfleder Seele, die erst nach dem Tode des sie Religion selber sie ausserordentlich gering| beherbergenden Körpers zu ihrer wahren eingeschätzt hat, da er in berühmten WorBestimmung gelangt. In einem jenseitigen ten immer wieder seine Jünger auf das BeiLeben erwartet sie ewige Seligkeit oder spiel der Lilien auf dem Felde, der Vögel tiger Unterschied im Geiste: Heinrich Heine 1937 den Kameraden übergeben. Zweck dieHebt man diesen Glauben auf, so zerstört duktive Arbeit, ohne Erwerbssinn ihr Da- und trotzig als Diesseitsmenschen, deffen Opfertod des Gekreuzigten zur Erlösung der ben in diesem Punkt der Realität sehr weit- Engeln und den Spatzen" überlässt. damit das gesamte Christentum. Der sein fristen. Die christlichen Kirchen ha- kein Jenseits glaubt, der den Himmel, den Für Adolf Hitler aber ist das Diesseits von dem Mysterium seines Todes und sei- Konfession oder Sekte hat je gelehrt, welt- kein Glauben, sondern ner Wiederauferstehung bleibt nichts übrig. lich- tüchtiges Handeln allein reiche für den Pointe, mit der er den verhassten BekenntGewiss ist es dem heutigen Menschen un- Erwerb der Seligkeit aus. Soweit nicht die nispfarrern eins zu versetzen sucht. Da be- trotz ihrer Einfachheit als ein Schmuckbenommen, diese Dinge für Mythen zu hal- Lehre von der Gnadenwahl die Seligwer- nutzt er gern die Möglichkeit, die Besorg- stück für jede Wohnung bezeichnet werden. ten, die keinen höheren Glauben verdienen dung ganz dem menschlichen mit def schaf 1 und 1 fin Sün als die griechischen und eine rednerische ser Wiege ist, die Kameradschaft und Sipgen und zu fördern. Die Wiege nebst Stuhl holz hergestellt und mit Hakenkreuz, Leund Waschbecken, die aus gutem Eichenbens- und Sigrune verziert sind, können Verdienst nis um das Seelenheil lächerlich zu machen, Zu der germanischen entzieht und sie dem unerforschlichen Rat- indem er sie an den Sorgen des Diesseits buch." Wanderwiege gehört ein Sippen( ,, Kölnische Zeitung" Nr. 57.) Deutsche Zwangsarbeit Staatliche Anweisung des Arbeitsplatzes ,, deutsche Rationalisierung" sein. Es geht dabei weniger um neue Werkzeuge und Maschinen, als vielmehr um den deutschen Menschen. Um ihn hätte man sich bisher so gut wie nicht ,, Vor lauter Rohstoffproblemen und Or ganisationsfragen haben wir übersehen, dass in diesen Kräften, genauer gesagt, in den kämpferischen, denkerischen und handwerklichen Grundlagen die echten Reserven liegen, über die der Betrieb verfügt." Der deutsche deutsche Faschismus hat das ,, Die neue Binnenwanderung vollzieht reviere von der Zuwanderung" beson- gekümmert. zweite Jahrfünft seiner Herrschaft mit sich in den Formen des überbezirklichen ders bedacht. Der Zuwachs gegenüber den stärksten Kundgebungen seiner Arbeitseinsatzes". 1933 beträgt im Jahr 1937 in Weltmachtgeltung eingeleitet. Der Der Leiter der dazu geschaffenen +13,8% vierte, zwölfte und zwanzigste Februar Reichsausgleichsstelle fügt hinzu: +13,7% 1938 haben der Welt die Expansionsge- ,, Der Vierjahresplan macht den Einsatz Südwestdeutschland..+ 13,8% lüste des neu erwachten Pangermanis- geeigneter Arbeitskräfte fortgesetzt an den Die deutsche Arbeitsfront für den komNiedersachsen Mitteldeutschland Stadium der Konzentration aller Kräfte ständlich unterdrückt werden. Die Rich- sich erst in diesem Jahr vollziehen. im deutschen Menschen schlummern. Es mus und den Willen zur grenzenlosen verschiedensten Arbeitsstellen notwendig." menden Krieg ist bereits in der Aufstel- Die deutsche Rationalisierung soll Aufrüstung des Dritten Reiches unver- Landmannschaftliche Bindungen und lung begriffen. Die entscheidende Ver- nach Arnhold die gesamten geistigen" kennbar zu Gehör gebracht. In diesem ähnliche Sentiments müssen selbstver- pflanzung der Arbeiterschaft aber wird und„ seelischen Kräfte" freisetzen, die auf die bewaffnete Bereitschaft sind die tung dieser Arbeiterdeportierungen zeigt ,, Die Arbeitsvermittlung", so wird ange- werden Menschen voller persönlicher letzten Grenzen zwischen vorbereiten- sich bereits unverkennbar in einer Sta- kündigt ,,,, darf unter den heutigen Verhält- Einsatzfreudigkeit gebraucht. Wer die der Wehr- und akuter Kriegswirtschaft tistik, die vom Staatlichen Reichsamt nissen weniger denn je Kirchtumspolitik heutigen Arbeitsverhältnisse, die unbeausgelöscht. Mögen heute noch einige bekanntgegeben wird. Danach hat die sein. Die Arbeitsämter sind demnach mit grenzte Arbeitszeit und höchste AnspanNurpazifisten die letzten Friedensexperi- ,, Wanderung" bis Ende 1937 schon ihrer Regelung des Arbeitseinsatzes noch nung kennt, mag ermessen, welches mente am untauglichen Objekt bis zur sichtbare Ergebnisse gezeitigt. Wenn lange nicht am Ziel, wenn in ihrem Be- Maass an Ausbeutung der deutschen Arletzten Schwäche auskosten, die deut- man die Gesamtzahl der Arbeiter und zirk keine Arbeitslosenmeldungen mehr vor- beiterschaft bevorsteht, da die letzten liegen... Die eigentlichen Schwierigkei- echten Reserven" aus den Arbeitsmensche Arbeiterklasse ist sich ihrer Lage in Angestellten in den einzelnen Landes- ten beginnen erst, wenn es sich darum schen herausgeholt werden sollen. der totalen Kriegswirtschaft bewusst ge- arbeitsamtsbezirken mit der Berufszäh- handelt, die aufgefundenen Kräfte an eine worden. Sie sieht in der soeben vollzo- lung von 1933 vergleicht, so wird die neue, in einem anderen Bezirk gelegene Ar- Mit diesem Sozialprogramm einer Aufgenen Reorganisation der Arbeitsfront, Umschichtung der deutschen Industrie- beitsstelle zu verpflanzen." hebung jeder Arbeitsfreiheit und härteund arbeiter deutlich. Die Grenzbezirke in Vierjahresplan- Exekutive bevorstehende systematische ster Arbeitsfron tritt der deutsche FaReichswirtschaftsministerium, die Voll- Schlesien und Sachsen zeigen einen örtliche Rekrutierung der Arbeiter wird schismus in das Höchststadium endung der faschistischen Kriegswirt- Rückgang der Arbeiterschaft. Im Rhein- ergänzt durch eine äusserste Rationali- Kriegsvorbereitung gegen den äusseren schaftsführung. Die sogenannte Deut- land, diesem Industrierevier, ist der Zu- sierung, sie wird, wie Prof. Arnhold an- Feind. Der„ innere Feind" und die mit sche Arbeitsfront, deren Dasein so man- wachs von 1933 bis 1937 nur 4,2 Prozent. kündigt, zum Unterschied vom Ausland ihm unterdrückte Freiheit aber bleiben chesmal als überflüssig angesehen wer- Dagegen werden die neuen Rüstungs- eine unlöslich verbunden. den mochte, hat jetzt Sinn und Inhalt bekommen. Im sechsten Jahr der Diktatur gibt es nur noch zwei Fronten: die Wehrfront und die Arbeitsfront. Wehrmachi und Arbeitsheer sind heute zur Kriegseinheit verschmolzen. von Die Abschaffung der Arbeitsvermittlung und des freien Arbeitsmarktes und Diese Ein Sieg der deutschen Kunst « Bruch mit der Emigrantenliteratur» nationalsozialistischen Literaturbetrieb hat h f I S S gg وو h S fe h d je d di N G ho 0 der ei de te di S. A. lic té Ar P Fr ge de er zu geben brauchte, um weiter zu kom- tet, dass eine Weigerung mehr Staub aufmen!... So aber schlagen sie einen mit wirbeln würde als das Erscheinen des Verachtung und man muss schweigen... tschechischen Bändchens, von dem er vielSo ist es uns ergangen, so wird es uns leicht hoffte, es werde nicht bemerkt wer gehen armselig und geschunden den? Mit Hilfe seiner Spinoza- Epopöe holt unter den Händen der Unwissenden." Kolbenheyer jedenfalls Devisen ins deutEr besang den, Sohn Baruch, der ein sche Land. Wie wird er das Geld anlegen, Ausgestossener sich kärglich vom Schlei das ihm die Uebersetzung einbringt? Am fen optischer Gläser nährte: sinnigsten wäre es, wenn er den vollen Be ,, Preis und Verachtung, Ruhm und trag auf Julius Streichers Konto überweiSchmähung, Wissensdurst und Neugier, sen liess, um so am ,, Stürmer" gutzumachen, Demut und Ueberhebung haben sich un- was er wider den deutschen Geist gesün ter das Schwirren und Kreischen seines digt hat. Hm Schleifrades gemengt aber auch. Entsagung und Krankheit haben es oft übertönt Doch eines ist ihm, leuchtend von den grossen Sternen seines Himmels, in armen und reichen Tagen geblieben: das heilige Land der hohen Liebe und Gotteswahrheit." ihre Ersetzung durch den zentralen Ar- Die deutschen Kunstbetrachter haben] beitseinsatz waren die, unerlässlichen endlich einen Grund zum Jubeln gefunden. Voraussetzungen zur straffen Organisa- Ein anerkannter, mit allen Stempeln rassition der kriegspolitischen Arbeitsvertei- scher Echtheit versehener Dichter aus dem lung, wie sie nunmehr restlos durchge- eine Uebersetzung erzielt. Eine Ueberführt wird. Nach den Kommentaren der setzung ins Tschechische. Die amtliche ParNazis ist Arbeitseinsatz gleichbedeutend teipresse( wir zitieren die ,, Preussische mit dem ausschliesslichen Recht des Zeitung" Nr. 40 vom 10. Februar) frohlockt: Diktaturstaates, sowohl dem Arbeitsuchenden wie dem Beschäftigten den Arbeitsplatz anzuweisen. Es ist zu beachten, dass bei der soeben vorgenommenen Neugestaltung des Reichswirtschaftsministeriums die Geschäftsgruppen, soweit sie Arbeiterfragen betreffen, nach wie vor der Zuständigkeit des VierjahresplanBüros vorbehalten bleiben. Vor allem ist die Geschäftsgruppe ,, Arbeitseinsatz" dem Reichswirtschaftsministeriums nicht eingegliedert worden. Die Zuweisung des Arbeitsplatzes untersteht also unmittelbar den Befehlen des Generalfeldmarschalls Göring, d. h. dem Kriegsministerium. Schluss mit der Arbeitsfreiheit ,, Eine Prager Verlagsanstalt gibt in ihren tschechischen Neuerscheinungen ,, Die weissen Bücher" auch eine Uebersetzung des Romans von Kolbenheyer ,, Amor dei" heraus. Es ist wohl das erstemal, dass ein tschechisches Verlagsunternehmen einen solchen Schritt gewagt hat. Die tschechische Rechtspresse begrüsst diese Tat mit freundlichen Worten. Der agrarische ,, Venkov" ist erfreut über den langsam einsetzenden Bruch mit der Emigrantenliteratur, die bestrebt ist, Deutschland als das kulturentblösste Reich einer Militärdiktatur hinzustellen." Ueberschrieben ist die Notiz: Kollbenheyers ,, Amor dei" tschechisch. Bruch mit der Emigrantenliteratur." Ki gro he tre füb Zw siti rau für wi es der minondo We sic An die Bezieher des übe nut tise drü Er schüttelte den Kopf über die Unver Neuen Vorwärts! nunft derer, die einen Baruch Spinoza nicht begreifen wollten: Paris zu leiten auf Postscheck- Konto ,, Glauben und Meinung haben den Her- Wir bitten, Zahlungen nach zensacker erhärtet, und es mangelt in all der Dürre an dem läuternden Vernunftregen. Die Luft ist schwer und schwül. Wer aber berufen ist, von höchster Lehrkanzel zu säen, der darf nicht erst fragen müssen, ob auch der Herzensacker Neuer Vorwärts Paris 88.504 bereit sei, der muss das Bewusstsein tragen, dass seine Worte ein Aufjauchzen und Aufblühen bringen... Im zweiten Jahrhundert nach Spinozas Tod erglüh ten die Herzen neu. Die grossen Seher der Zeit verkündeten ihn und aus der Laute des Grössten strömte die Harmonie seines grossen Gottes und seiner Gottesminne wieder." Bezugspreise Dass der ,, Venkov" über den ,, Bruch" erfreut ist, lässt sich zur Not noch begreifen. Das Buch hat den Herren von der Schriftleitung sofern sie es, lasen offenbar Wenn bisher noch Unterschiede ge- gefallen. Sie haben sich den ,, Kulturausmacht worden waren hinsichtlich der tausch" schlimmer vorgestellt. Dass daFreizügigkeit der einzelnen Berufe, so gegen die nationalsozialistische Presse in hat seit dem 4. Februar die Freizügig- den Jubel des Venkov" einstimmt, ist keit aller Arbeiter- und Angestellten- schwerer verständlich. Dieser ,, Bruch mit gruppen ihr Ende gefunden. Die Verord- der Emigrantenliteratur" ist nämlich ein mungen für die Beschäftigung von Me- sehr komplizierter Bruch, den sich nicht Der Neue Vorwaerts» kostet im Einzel tall-, Bauarbeitern usw. sind überholt, die emigrierte Literatur, Und abermals hundert Jahre später, ge- ein Quartal bei freier Lieferung 18 Frs). Preis verkauf innerhalb Frankreichs 1.50 Frs( fuer jetzt bestimmen die militärisch orien- Kolbenheyer zugezogen hat und mit ihm nau 25 Jahre nachdem diese Worte ge- der Einzelnummer im Ausland( die Bezugs die Reichsschrifttumskammer. tierten Arbeitseinsatzstellen nicht nur Der Roman ,, Amor dei" ist im Jahre druckt worden waren, ,, erglühten" die preise fuer das Quartal stehen in Klammern für den Arbeiternachwuchs, sondern 1908 erschienen. Sein Verfasser, der da Herzen abermals neu, diesmal nicht für Argentinien Pes. 0.30( 3.60), Belgien auch für jeden Betriebsarbeiter die künf- mals dreissigjährige Dichter Erwin Guido Spinoza, und der Senator der Deutschen Belg. Frs. 2( 24.-), Brasilien 1 Milreis( 12.) tige Berufstätigkeit. Der Mangel an Kolbenhever aus Budapest, freigeisterte da Akademie der Dichtung, Erwin Guido Bulgarien Lew 8.-( 96.-), C. S. R. Kč 1.40 Fachkräften wird nach den neuesten mals in Wien und konnte noch nicht ah Kolbenheyer, stimmte seine Laute mit der( 18.). Danzig Guld. 0.45( 5.40), Deutsch Publikationen des Amtes für Betriebs- nen, dass ein in seiner nächsten Nähe wir Brechstange um. Als er 1933 den Literatur- land Mk. 0.25( 3.-), Estland E. Kr. 0.22 führung auf die bisher mangelnde Be- kender neunzehnjähriger Dekorationsmaler preis des Goethebundes verliehen bekam,( 2.64). Finnland Fmk. 4.( 48.-), Fran kreich Frs. 1.50( 18.). Grossbritannien aus Braunau dereinst darüber bestimmer hätte er schon nicht mehr öffentlich daran rufsplanung zurückgeführt. Die Neud 4.-( Sh. 4.). Holland Gld. 0.15( 1.80) sondern Herr In sen Boy pol Ani Aul ZW glei ricl eini hat züc hat Län der gen auf B Abl Ra P ordnung des Berufseinsatzes, d. h. die würde. was er, Erwin Guido Kollbenheyer zu erinnern gewagt, dass Goethe die ,, Got Italien Lir. 1.10( 13.20). Jugoslawien Din Zuweisung der Arbeitskräfte in die schreiben dürfe und müsse. Hätte er es tesminne" des jüdisch- spanischen Emigran- 4.50( 54.-), Lettland Lat. 0.30( 3.60) geahnt, der Roman ,, Amor dei" wäre nie tensprösslings verkündet hat. Und heute Litauen Lit. 0.55( 6.60). Luxemburg kriegsnotwendigen Berufe, soll bis zu Be- erschienen, der Verfasser hätte sich lieber dürften ihm manche Sätze aus seinem eige- Frs 2.45( 29.50), Norwegen Kr. 0.35( 4.20) ginn des Jahres 1940 abgeschlossen sein. die rechte Hand abgehackt als der Begei nen Roman eine Gänsehaut verursachen: Oesterreich Sch. 0.40( 4.80), Palästina Soweit es sich um den Nachwuchs han- sterung für seinen Helden freien Lauf zu..Sie häuften Schimpf und Schande über Pf 0.020( 0.216), Polen Zloty 0.50( 6. delt, heisst es in der letzten Schrift über lassen. Niemals hätte er geschrieben: Spinozas Grabhügel und wähnten damit Portugal Esc. 2.-( 24.-), Rumänien Le Nachwuchsbedarf: unsterbliche Taten zu ersticken. Aber 10.-( 120.-). Schweden Kr. 0.35( 4.20) das Reifen am Baum der Erkenntnis lässt Schweiz Frs. 0.30( 3.60), Spanien Pes. 0.70 ( 8.40), Ungarn Pengo 0.35( 4.20), USA 0.08 ,, Was konnten sie wider ihn. Er wusste. dass er den Weg der Zukunft ging; das ist der heilige Weg." ,, Während der Beruf in der Vergangenheit unter dem Einfluss der liberalistischen Gei- Niemals hätte er das geschrieben. Denn steshaltung und marxistischen Auffassung mit diesen Worten war nicht der junge Dezersetzt wurde, können wir ihn heute wie- korationsmaler gemeint, der schon damals der als Einheit von Lebensinhalt und Mit- zu den fürchterlichsten Hoffnungen berech tel zur Lebenserhaltung ansehen." tigte. Kollbenheyer kann nicht einmal sich nicht ersticken." Oder gar dies: keit." ( 1.-). B- 198.304. Polen : Zeitschrift der auc Län voll also fen Rei Paris « Neue « Neuer Vorwärts ,, Aller Schönheit bar ist allein der Hass, Einzahlungen koennen erfolgen: Hass, der morden will und an sein wa- Tschechoslowakei der bleiche, kieferschlotternde Credit Commercial de France, No 529111 ches Opfer nicht die Hand zu legen Vorwârts» Karlsbad. Prag 46.149. Oester wagt, der muss, dass er den Stein aufhebt und hinmit Ruten geschlagen sein reich:« Neuer Vorwärts» Karlsbad. Wie terhältisch wirft, der nur laut wird, Karlsbad. Warschau 194.797 Schweiz wenn er sich an Gewalt überlegen weiss« Neuer Vorwärts» Karlsbad. Zürich Nr VID dann aber zeigt er die ganze Hässlich- 14.697. Rumänien: Anglo- Čechoslova Der dreissigjährige Erwin Guido Kolben- rest, Konto Neuer Vorwârts», Bukares kische und Prager Creditbank, Filiale Buk heyer hat nicht geahnt, was er dem sechzig- Nr. 2088. Ungarn: Anglo- Čechoslova Kolbenheyer fand in diesem Spinozaro- jährigen Erwin Guido Kolbenheyer antat, kische und Prager Creditbank Filiale Karls bad Konto Neuer Vorwärts Budapes Nr. 2029. Jugoslawien: Anglo- Čecho Tschechische übersetzt worden. Hat Kolben- Belgrad. Konto« Neuer Vorwärts», Beo slovakische und Prager Creditbank. Filia Oft wird's einem schwer gemacht und heyer seine Einwilligung dazu gegeben oder Nr. 51.005. Genaue Bezeichnung der Das Hauptgewicht wird in den letzten nachträglich behaupten, er habe ihn ge Anordnungen der Reichsanstalt auf den meint und sein Buch sei eine Art Schlüsselroman. Diese Behauptung würde ihn ins sogenannten Reichsausgleich der Ar- Konzentrationslager bringen, denn der volle, beitskräfte gelegt, d. h. auf die Zwangs- Name seines Buches. Titel und Untertitel verschickung einzelner Arbeiter und Ar- ist allzu eindeutig. Er lautet: ,, Amor Dei beitergruppen nach strategischen, aber Ein Spinozaroman." auch innerpolitischen Gesichtspunkten. Nun ist der Roman Amor dei" also ins man dichterische Worte wider den Antise als er dies niederschrieb. Die Arbeitsämter sind angewiesen mitismus, die zu Herzen gingen. Er liess worden, eine neue ,, Binnenwanderung" den alten Michael de Spinoza klagen: der werktätigen Bevölkerung zu organisieren. bitter! Wenn man nur seine ganze Kraft vergass man ihn zu fragen? Hat er gefürchten ist erforderlich. N SA geri hen: Sch nen suel Anb tive Stur docl mög Was D MARQUE SYNDICALE Imp. Union, 13, rue Méchain, Paris. Le Gércnt: Maurice COQUET.