Zö. An nach mels,, Sie ei so inen aften ver alten Aber einen altes üher e es milie AufHauso be. lege. Sie will esem men hrem nie rsab Seiten schen ging einer sehen Hier , zu schaf ristete unden sein Stelle m ih ie ne etwas te ei aber selbst, amen Grenze t spie Paket ndern war, en in n der man Nichte eb die Einzelmes an en. sich Fährige t wor starb d, den Inhalt ie ver Ige tische em Ge nu. a ar von eleuch RM. S mässige rotech als 30 ewert 50 Pro OnjunkNeuer Vorwärts Sozialdemokratisches Wochenblatt EN AVANT! Hebdomadaire en langue allemande Redaktion und Verlag: 5, Rue Mayran, Paris- 9. Téléphone: Trudaine 46-52 Nr. 255 SONNTAG, 8. Mai 1938 Aus dem Inhalt: Minderheit unter Terror Hitleroffensive in Polen Um die Tschechoslovakei Prix Fr. 1,50 Der Verrat an Spanien Selbstverrat der europäischen Demokratie schwerstes Unrecht zu Ein neuer Akt der Nichtinterven- folgende Protestnote überreichen las- jund ihres Materials nicht allein die aus- des Völkerbundes verraten hat. Diese drückliche und feierliche Anerkennung der Note schiebt allen Versuchen, diesen tionspolitik ist in Vorbereitung. Der sen: Tatsache der italienischen Intervention, Verrat am Recht hinter einer NeuaufNichtinterventionsausschuss soll zu- ,, Mit tiefem Missfallen hat die spanische sondern auch ihre Legitimierung. Da die Regierung des Vereinigten Königs- lage der sehändlichen Nichtintervensammentreten, um über die Zurück- Regierung gesehen, dass die Regierung des Brief- reichs somit durch den erwähnten ziehung der fremden„ Freiwilligen" Vereinigten Königreichs in einem wechsel über die spanischen Angelegenhei- wechsel die italienische Intervention legi- tionskomödie zu verbergen, einen Rieaus Spanien zu beraten. Kommissio- ten, der dem englisch- italienischem Abkom- timiert hat, sieht sich die spanische Renen sollen gesandt werden, um die men vom 16. April beigegeben ist, die Hy- gierung gezwungen, in ihrer AufrechterhalZahl dieser Freiwilligen abzuschätzen. pothese zugegeben hat, dass die Menschen tung nicht allein ein offenkundiges und und das Material, das die italienische Re- augenscheinliches So bald diese Kommissionen in Spa- gierung nach Spanien geschickt hat, um erblicken, gegen das jeder rechtlich Dennien eingetroffen sein werden, will den Rebellen zu helfen, erst nach dem Ende kende sich nur empören kann, sondern dar des gegenwärtigen Kampfes zurückgezogen über hinaus eine Politik, die von der Ab Frankreich die Pyrenäengrenze sper- werden, was die Einwilligung einschliesst, sicht geleitet ist, die Rebellion gegen di ren und durch internationale Kontrol- dass die italienischen Truppen und das ita- rechtmässige Regierung Spaniens zu begün leure bewachen lassen. Auf den ersten lienische Material bis zu dem Augenblick stigen. Indem die Regierung der Republik den Blick ist sichtbar, dass nur Zeit für in Spanien bleiben, an dem dieser Kampf ein Ende gefunden haben wird. vorstehenden Erwägungen Rechnung trägt das Gewährenlassen der italienischen Diese Haltung, die unbestreitbar die sieht sie sich gezwungen, gegenüber dem Intervention gewonnen werden soll. höchsten Interessen des spanischen Staates Inhalt des Briefwechsels, der den Gegenin seiner Verteidigung gegen den fremden stand dieser Note bildet, ihren respektvolWozu so umständliche Lügen über Angriff verletzt, ist schwer zu vereinbaren len, aber auch festesten und energischsten mit den Prinzipien der Unparteilichkeit Protest förmlich vorzubringen." einen so einfachen und so schändliund der Objektivität, von denen sich trotz Diese Note müsste eine Regierung, chen Tatbestand? Wen täuscht man der dauernden Proteste der spanischen Renoch damit? Die Regierungen, die gierung die Regierung des Vereinigten Kö- die wahrhaft vom Geiste des internanicht zugeben wollen, dass sie die Sa- nigreiches bei ihrer Politik gegenüber Spa- tionalen Rechts erfüllt wäre, wie Feuer nicht zugeben wollen, dass sie die Sa- nien vorgeblich hat leiten lassen, seitdem brennen. Sie ist die vor der Geschichte che des Republikanischen Spanien im Juli 1936 die von fremden Mächten seMilitärrevolte nicht mehr wegzuwischende Feststelverraten, können nicht glauben, dass kundierte und unterstützte ausgebrochen ist. Im übrigen bedeutet die lung, dass die Regierung Chamberdie Parlamentarier ihrer Länder nicht Annahme der Verlängerung des Aufenthalain den Boden des Völkerbundpaktes sehen, was sich hinter dieser neuen tes der von der italienischen Regierung als Komödie verbirgt. Oder meinen sie, Hilfe für die Rebellen gesandten Truppen verlassen und die Rechtsgrundsätze damit den Parlamentariern Mittel zur Täuschung der Wähler, des Mannes auf der Strasse, in die Hand zu geben? Der Mann auf der Strasse in Frankreich und England weiss längst, dass dieser Nichtinterventionsausschuss nichts anderes ist, als ein Instrument Blockbildung Imperialistische statt ideologischer Blocks und dem 11. März Zur Stunde, in der wir schreiben, be-( Rheinlandbesetzung) zur Begünstigung der Intervention. rät Hitler in Italien mit Mussolini. Un- 1938( Besetzung Oesterreichs) hat er seinen ter gewaltiger Geldverschwendung hat eigenen Plan zerstört. Dieses Ergebnis der Mr. Chamberlain hat in einem Mussolini einen veritablen römischen Hitlerschen Politik wird eines Tages für Schreiben an die Herzogin von Atholl, Triumph für Hitler vorbereitet. Es fin- Deutschland ebenso verhängnisvoll erschei Russland und die Abweisung der Grey die ihm die innere unwahrhaftigkeit den Paraden, Flottenmanöver, Huldi- nen, wie es die Preisgabe des Vertrages mi seiner Politik vorgerechnet hat, offen gungsreden, befohlener Volksjubel statt. Haldaneschen Vorschläge in der Aera Wil Verdächtige Ausländer und vor allem in helms des Zweiten gewesen ist." zugegeben, dass seit den Anfängen Italien lebende deutsche Emigranten Unzweifelhaft aber ist, dass diese Alschaffen hat. des Bürgerkrieges reguläre italieni-( es gibt so etwas), sitzen hinter Schloss lianz heute nicht mehr jene moralische sche Truppen in Spanien gekämpft ha- und Riegel; denn die Diktatoren haben Kraft besitzt, die sie noch vor Monaten ben. Dieser Tatbestand ist indessen Angst. Alle Vorsichtsmassregeln sind und das war immer die These der getroffen, dass den Diktatoren kein Leid gehabt hätte. Sie wird bezahlt mit der Zerstörung des Prinzips der kollektiven widerfährt etwa in der Art jenes Sicherheit und mit dem Verrat an der Konservativen Regierung im engli- ruchlosen Attentats von Marseille, das Sache der spanischen Freiheit. Sie wird engli- ruchlosen schen Parlament- niemals zur Kennt- Barthou und König Alexander das Le- weiter damit bezahlt, dass die englische nis des Nichtinterventionsausschusses ben gekostet und freie Bahn für die Ex- Politik Frankreich zwingt, dem tschegekommen, er ist von der englischen pansion des deutschen Faschismus ge- choslovakischen Bundesgenossen immer Regierung viele Monate lang mit eiserDie englischen und französischen nehmen, eine Politik, die das tschech ner Stirn im Parlament bestritten Staatsmänner haben in London beraten, sche Volk und seinen Staat in die Rolle worden. Der Mann auf der Strasse und das Ergebnis ihrer Beratungen ist weiss längst, dass solche Regierungs- ein Bündnis, das als Defensivallianz be- eines blossen Objektes des Willens der erklärungen über die Dinge in Spa- hende Zusammenarbeit in der Aufrü- Die englische Politik geht über die nien zweideutige Ausreden und Un- stung und in der Kriegsvorbereitung rechtlichen und moralischen Werte mit Wahrheiten sind. Muss er nicht den- vor, wie es kaum jemals zuvor bei einem jener souveränen Nichtachtung hinweg, ken, dass die Leitung der äusseren Po- Bündnis der Fall gewesen ist, von der die die imperialistische Politik der Vorlitik notwendig mit Lügen verbunden gemeinsamen Vorsorge für die Beschaf- kriegszeit gekennzeichnet hat. Während ist? zeichnet wird. Es sieht eine so weitgemehr an Ansehen und Souveränität zu Grossmächte stösst. fung der kriegswichtigen Rohstoffe auf sie der Expansion des alldeutschen Dydem Weltmarkt bis zu genauen Abre- numismus gegen ihre eigene InteressenRiegel vorzuschieben den über die Fabrikation von Kriegs- sphäre einen Die spanische Regierung hat dieser material und über die Zusammenarbeit glaubt, gibt sie zugleich dem Geiste der schändlichen Entartung der Nichtin- im Kriegsfall. Diese Defensivallianz amoralischen und das Recht verachtenterventionspolitik mit unglaublicher rechnet ausserdem auf die wirtschaft- den Gewaltpolitik freie Bahn. diplomatischer Langmut zugesehen. liche Mithilfe der Vereinigten Staaten Tatsächlich wird jetzt an der BlockAngesichts der Tatsache, dass die engvon Amerika. lische Regierung die Freiheit Spa- laire" feststellt, die direkte und unver-| Dieses Bündnis ist, wie der„ Popu- und Frontenbildung gearbeitet. Es sind zu sondern solide imperialistische Blocks rem imperialistischen Abkommen mit schreibt dazu: Italien gemacht hat, hat sie nunmehr keine„, ideologischen Blocks". die jetzt gebildet werden, mit allen Ge,, Hitler hat in ,, Mein Kampf" den Plan fahren für den Frieden, die konkurrievertreten, Frankreich und England zu tren- renden imperialistischen Blocks innedem 7. März 1936 wohnen. dem englischen Aussenministerium die nen, aber zwischen LORD PERTH BLONDEL UND ICH 2 TRIP Unterhaltung über den Wert von Verträgen 5 gel vor. Mögen die Mächte auf der] Völkerbundstagung den Tatbestand hinter unaufrichtigen diplomatischen Formulierungen zu verstecken trachten, den Mann auf der Strasse täuscht man nicht mehr. Er nennt einen Verrat einen Verrat. lis Leidensgenossen Das Schweigen der Magdeburger Arbeiter auf Die italienischen Landarbeiterbataillone,| die zur Zwangsarbeit in der Landwirtschaft nach Deutschland abkommandiert worden sind, sind eingetroffen und Es gibt indessen nicht nur eine ita- verschiedene Gebiete verteilt worden. Ein lienische, sondern auch eine deutsche Trupp von ihnen ist zum Rübenbau in die Magdeburger Gegend geschickt worden. Intervention in Spanien, und über sie Zum Empfang dieser Zwangsarbeiter sind zu reden, ist selbst für Chamberlain die Magdeburger Arbeiter an den Bahnhof kommandiert worden. Sie sollten dort BeVerlegenheit, umsomehr, als sie immer geisterung und deutsch- italienische Verbrüstärker französische Verteidigungsin- derung markieren. Man kennt die Magdeteressen bedroht. Ihr gegenüber hilft burger Arbeiter und ihre Gesinnung. Hingehen mussten sie aber das war auch man sich mit einer anderen Form der alles, was sie getan haben. politischen Unehrlichkeit. Darüber beschwert sich ein strammer Nazi im Magdeburger Generalanzeiger vom ,, Manchester Guardian" berichtet 24. April: über die englisch- französischen Verhandlungen über die spanische Frage: ,, Wir waren bei der Begrüssung der italienischen Freunde und neuen Arbeitskameraden. Wir marschierten schon um 10 Uhr nach der Kölner Strasse und hatGauleiter Krebs Eine Provokation ten tausend Hurra- Rufe auf der Zunge. Trotz der grossen Menschenmenge erwischten wir noch Stehplätze auf den Fenstersimsen einer Gastwirtschaft und hatten eine feine Uebersicht. Reise ermüdeten Männer und Frauen stimmen sogar Lieder an, die Magdeburger aber gehen ruhig und gesetzt wieder ihren Weg. Konnte denn von dem Freudenstrom Ah, da kamen sie ja schon. Winkend der letzten Tage, welcher unser ganzes und freudig rufend, alle in den Wagen- Volk durchflutet, nicht auch etwas auf fenstern! Und die Leute auf dem Bahn- die neuen Arbeitskameraden und politisteig ruhig und gesetzt. Am liebsten wä- schen Freunde überfliessen? Sind wir denn so sehr mit Sorgen belastet, dass ren wir hinüber, um sie mitzureissen. Dann erschienen die Italiener auf dem wir uns nicht zu einer freudigen BegrüsKölner Platz, alle sauber und nett in sung von Menschen aufraffen können, einheitlicher Kleidung und mit hübschen die vielleicht zum erstenmal ihre warme Reisekoffern, gut geordnet. Da ist ja auch Heimat verliessen, um im kühlen Norder italienische Generalkonsul, schöner den schwere Landarbeit zu machen." Mann, gerade Haltung, freundlicher Was die ruhigen und gesetzten MagdeBlick. Doch wann kommt die stürmische burger gedacht haben, ist ganz eindeutig: Begrüssung der Magdeburger, fragt meine Frau? Auch ich kriege den Mund nicht Ihr seid Sklaven und wir sind Sklaven. auf, weil alles so gesetzt und ruhig ist. Euch haben sie sogar deportiert. Das kann Da machst du dich ja lächerlich, sagte uns auch passieren, denn wir sind Leidensich zu mir, wenn du schreist, während genossen. Das befohlene Theater überlasdie anderen schweigen. Die von langer sen wir den Nazis." S li G d ti V di L in T m er Ge de W er H nicht SC VC gi WI su leg ,, Wenn man Italiens offen bekundeten Entschluss berücksichtigt, die Truppen nicht vor dem Ende des Krieges zurückzuziehen, so ist dieser ganze Plan mit der bu anleihe bei den ausländischen Juden. Man Fällen, bei deren Beurteilung das Gericht Kontrolle der Pyrenäengrenze als einzige schätzt im Auslande, dass es sich bei der zu dem Beschluss kam, den Hauptangeeffektive Massnahme ein neuer Schlag geneuesten Massnahme um Milliardenbeträge klagten als einen gefährlichen Gewohngen die spanische Regierung. Spanien ist heitsverbrecher zu betrachten." vom handle, die der deutschen Kriegsvorbereiabermals verraten worden. Was die Akti- Der Oberregierungsrat Krebs Was Esch getan hat, geschieht in vität Deutschlands in Spanien anbetrifft, Reichsinnenministerium ist von Hitler tung dienstbar gemacht werden. auf die Herr Daladier den grössten Nach in den Rang eines Gauleiters erhoben des Faschismus am Geldmangel scheitern reich täglich Juden gegenüber. Es ist die Wer geglaubt hat, dass der Kriegswille Deutschland und jetzt vor allem in Oesterdruck legte, so scheint man übereingekom worden. Krebs lebt als sudetendeutscher werde, hat sich schwer geirrt. Die kriegs- halbamtliche Praxis des deutschen Judenmen zu sein, dass zur Zeit nichts Spezielles Emigrant in Berlin. Er ist aus der lüsternen Diktatoren finden immer wieder terrors. Der Unterschied besteht nur darin, gegen sie getan werden könnte und dass es nichts schaden könnte, wenn man zu gege- Tschechoslovakei geflüchtet, als er we- Geld. Sei es, dass sie es aus der Not der dass Esch sich beim Beutemachen bener Zeit oder noch früher das Wohl- gen der Bildung einer SA in der Tsche- arbeitenden Klasse münzen, sei es auf an- auf Juden als Opfer beschränkt hat. Wenn wollen des Generals Franco suche. Mr. choslovakei gerichtlich belangt werden derem Wege. Hitler lässt das Ausland be- Esch ein Gewohnheitsverbrecher ist, was die sind dann die Werkzeuge des antisemitiChamberlain sagte, dass Grossbritannien sollte. Seit 1936 ist dieser tschechoslo- zahlen und Mussolini erhält durch von Mister Chamberlain schen Terrors? einen freundschaftliche Beziehungen zu General vakische Emigrant deutscher Reichs- Milliardenbetrag von der Londoner City tagsabgeordneter von Hitlers Gnaden. geliehen. Sollte man nicht sagen, dass die Zu einem Gauleiter gehört auch ein Hitlersche Zwangsanleihe eine gesunde Gau, so wie einst zu dem Gauleiter Mahnung für jene Sorte von Kapitalisten sche Einfluss in Franco- Spanien zwar Frauenfeld der„ Gau Oesterreich" der ist, die sich beeifern, ihr Geld auf den weniger lärmend als der italienische, NSDAP gehörte und zum Gauleiter Faschismus zu setzen? aber umso wirksamer vordringt. Die Forster der ,, Gau Danzig". Es ist selbstschweren deutschen Batterien an der verständlich, dass zum Gauleiter Krebs der„ Gau Sudetendeutschland" gehört. Franco nach seinem Siege erwarte." Es ist unbestreitbar, dass der deutInternationale Zwangsanleihe Huld Zuerst ein Schloss Nicht nur Hitler hat sich auf Reichskosten für seine persönlichen und für Repräsentationszwecke in Berlin und in Berchtesgaden luxuriös eingerichtete Ge bäude mit vielen Räumen bauen lassen, Nach der Plünderung auch die ihm unterstellten ,, Führer", MiniDer Diktator über das eroberte Oester- ster, Reichsorganisationsleiter, Gauleiter Herrensitze, Pyrenäengrenze und an der Meerenge Während die Hitlerpresse, an der Spitze reich, der Gauleiter Bürckel hat in einem usw. sind alle Schloss- und mehrfache Vil von Gibraltar führen eine zwar noch der„ Angriff", auf das dreisteste gegen Erlass erklärt, dass der„ Arisierungspro- lenbesitzer geworden, obwohl sie vorher stumme, aber deutliche Sprache. Der die Tschechoslovakei hetzt und tsche- zess" in Wien fortan durch ihn persönlich beinahe alle verschuldete Existenzen waren. alte ist choslovakische Generalstabsoffiziere der geleitet werde.„ Ich werde" so hat er Prächtige Gebäude, Erzexport aus dem Baskenland durch verkündet ,, die Massnahmen auf abso- Schlösser, Güter mit ausgedehnten Waldun ganz in deutschen Händen. Die Aus- Provokation beschuldigt, wird tschechoslovaki- lut gesetzlicher Grundlage, aber aber umso gen sind ihnen von ihren Freunden beutung der Bodenschätze wird eben- diese Ernennung die sche Regierung auf das schwerste pro- gründlicher einleiten. Jüdische Hetze im dem Eigentum des Staates ,, geschenkt" wor so wie die Textilindustrie von deutvoziert. Der Mann, der nach der Los- Ausland wird allerdings wenig geeignet den. sein, dem Arisierungsprozess einen stei- Da muss man sich nicht wundern, wenn schen Ingenieuren und deutschen Ge- reissung des sudetendeutschen Gebietes gend loyalen Charakter zu geben." Nach auch die untergeordneten Organe nicht sellschaften organisiert, die Lufthansa dort den Diktator spielen soll, ist bereits dem neuesten Erlass über die Juden- eher an die Arbeit gehen, als bis ihnen enteinen Luftdienst Marokko- ernannt. zwangsanleihe besteht der loyale Charakter sprechende Räumlichkeiten zur Verfügung richtet Damit ist zugleich die Strohmannrolle offenbar darin, dass Juden nicht einfach gestellt worden sind. So erfährt man denn, Spanien ein. Franco hat praktisch bedes Henlein gekennzeichnet. dass die Reichswerke Hermann Göring AG. gekennzeichnet. So wie totgeschlagen werden. reits die wertvollsten Konzessionen Bürckel dem Seyss- Inquart vorgesetzt Im übrigen liegt in diesem Erlass das das Schloss und Gut Ringelheim gekauft und Eigentumsrechte an spanischen wurde, von dem niemand mehr redet, so Eingeständnis, dass man zunächst einmal haben, um in dem Schloss ein Baubüro aufBergwerken und Unternehmungen an wird der Henlein hinter dem Krebs ver- wochenlang die Wiener jüdische Bevölke- zumachen. rung der Ausraubung durch den antisemi- Es werden sich also die kleinen Bonzen deutsche Gesellschaften abgetreten. schwinden. tischen Pöbel preisgegeben hat. Die„, Be- einen netten Stall in diesem Schloss einrich freiung Wiens" durch die deutsche Armee ten und sie werden es sich dort wohler Was noch schwerer wiegt ist, dass er hat sich nach mittelalterlichem Rezept voll- gehen lassen, ehe noch überhaupt ein Stein über das von ihm besetzte Gebiet nur zogen: Nach der Eroberung Plünderungs- über den anderen an den Reichswerken ge mit Hilfe der Gestapo regieren kann. freiheit, und zwar nicht tagelang, sondern legt worden ist. Und wenn dann der ,, Gene inspizieren kommt, so Seine Staatspolizei ist deutsch Das Dritte Reich hat eine neue Finanzie- wochenlang. Ein feines Stück Arbeit der ralfeldmarschall" nur sie hält die Empörung in den eigenen rungsmethode für seine Kriegsvorbereitun- deutschen Armee: Freie Bahn für das Ver- braucht er nicht in einer Baubarake, das brechergesindel! Baubüro besichtigen, auch nicht in einem Wehe denen, die demnächst noch durch gewöhnlichen Miethaus, sondern er kann Reihen gegen die fremde Intervention gen erfunden: die internationale Zwangsanleihe. Durch eine neue Verordnung sind deutsche Bajonette ,, befreit" werden sollen. standesgemäss in ein Schloss einziehen. nieder. Das Wohlwollen Francos su- alle in Deutschland lebenden Juden geUnd so etwas geiferte einmal gegen die chen, heisst also das Wohlwollen Hit- zwungen, ihr über 5000 Mark betragendes angebliche Verschwendungssucht der Be Vermögen anzumelden, damit das Reich im lers und seiner Gestapo suchen. Auch Interesse der deutschen Kriegswirtschaft Beutekrieg im Innern hörden und öffentlichen Verwaltung im demokratischen Deutschland! diese angebliche Perspektive auf das darüber verfügen kann. Wie es heisst, sol- In der Urteilsbegründung gegen den DüsWohlwollen Francos ist nichts ande- len die Betroffenen für ihr Vermögen An- seldorfer Stadtsteuerdirektor Esch, der weteilscheine der Hermann Göring- Werke ergen schwerster Amtsvergehen zu 15 Jahren HJ schiesst in den Schützenvereinen. res als eine Täuschung des englischen halten. Im ersten Augenblicke erscheint die- Zuchthaus verurteilt worden ist, finden Alle Schützenvereine des Kreises Hannover Volkes über die wirkliche Lage und se neue Operation als eine auf die Juden be- sich Absätze, die ein bezeichnendes Licht haben der Hitlerjugend auf Verlangen ihre Bei näherem auf die innerdeutschen Zustände werfen. Plätze und ihre Gewehre zur Verfügung die wirklichen Absichten, ein Seiten- Hinsehen jedoch entpuppt sie sich als eine Es heisst darin: stellen. Damit sich die ,, schiessportliche stück zu der schändlichen Komödie Zwangsanleihe besonderer Art. Tatsächlich ,, Es kam die ganze Reihe der höchst mit den Vereinen vollzieht, hat jeder Ver Ausbildung" der Jungens ohne Reibereien der sogenannten Nicht- Interventions- nimmt sie allen Juden restlos die Verfüdungsgewalt über ihr Gesamtvermögen, und politik. Und welche Zumutung an die ässt ihnen zunächst nur die höchst zweiLogik des Mannes auf der Strasse! felhaften Dividenden aus den Anteilen der Man will Franco mit Hilfe der deut- Hermann Göring- Werke. Es handelt sich tatsächlich um eine Expropriation, bei der schen Gestapo siegen lassen, damit er die Entschädigung nicht von vornherein nach dem Sieg die deutsche Gestapo, festgesetzt ist. sondern jederzeit gleich null die deutschen Techniker und Gesell- gemacht werden kann. Nach dem grossen Raubzug in Oesterschaften und die deutschen Artillerireich nimmt diese Massnahme nicht weisten wieder hinauswirft? Wem er- ter Wunder. Was die Banden der SA. in zählt man das? schränkte Zwangsanleihe. Wien mit brutaler Brachialgewalt durchgeführt haben, wird an den in Deutschland Seit dem spanischen Aufstand ist lebenden Juden von Amts wegen mit einem und dafür umso die Methode der gröblichsten Partei- Federstrich nachgeholt, gründlicher. Diese Enteignung aber trifft lügen in die internationale Politik gleichzeitig auch alle Juden, die in wieder amtlich eingeführt worden. Deutschland leben und fremde Staatsbürger sind, wie alle im Ausland lebenden Juden, Nichts ist aber für demokratische Re- die Kapitalien in in Deutschland haben. gierungen und für die Demokratie Diese Massnahme hat erhebliche Beunruhiselbst gefährlicher, als wenn zwischen gungen bei den ausserdeutschen Regierungen hervorgerufen, und es sind Anfragen ihrer Logik und der Wahrheit sich in Berlin erfolgt. Aber es ist schliesslich eine unüberbrückbare Kluft auftut. nicht das erstemal, dass das Ausland für Der Verrat an Spanien ist ein Selbst- die deutschen Kriegsvorbereitungen bezahverrat der Demokratie. len muss. Auf die Enteignung der Gläubiger, Methode Schacht, erfolgt jetzt die Zwangsverbrecherischem gr Vö sie AL ha Be de: tsc aus sin ch gre spi als sie tri jet da wa un get we zu do un len tal 1 im an ne sal Ts 211 Er ke Kr un mi en die mi ha au ne Fr di üb Ma der Be sel H es: lei de Kulis in Uniform. Die reichsdeutschen raffinierten und mit Elan durchgesetzten Manipulationer ein schleunigst einen Jugendschiesswart gegenüber tatsächlichen Steuersündern aus den Reihen der Hitlerjugend aufzuneh oder solchen, denen man, teils mit Er- men, der darüber zu bestimmen hat, was folg, teils ohne Erfolg zu suggerieren der Verein irgend an Jugendertüchtigung versuchte, dass sie es wären, noch ein- tun kann. mal zum Vorschein. Der Vorsitzende behandelte mit besonderer Ausführlichkeit auch die fünf Fälle des Betrugs an Fir Jonrnalisten, die mit Hitler nach Italien men und Aerzten, in denen eine verbre- gefahren sind, mussten eine Spezialuniform cherische Zusammenarbeit des Esch mit anlegen. Diese Uniform wird künftig für seinen Helfershelfern im geeigneten Mo- alle deutschen Journalisten eingeführt wer ment, das heisst dann, wenn das Opfer den. Es werden sich unter dem Druck der Steuernach- Schaftstiefel getragen. Die Uniform kenn zu dieser Uniform forderungen und der Steuerstrafandrohungen in grösster Verlegenheit sah, als zeichnet das Handwerk: die Pressekuli rettender Engel erschien, der seine Hilfe Hitlers waten im eigenen Schmutz. mit Erfolg anbot. so dass es dann mit eiHitler und Co. Nach der Gleichschaltan ner einzigen Ausnahme( ein hiesiges der Wiener Presse beginnt das grosse Pres grösseres Industriewerk liess sich nicht sesterben und die Ausschlachtung auf einen Vergleich" ein) regelmässig zu einer reichen Beute kam. Besonders Beute. Der Eherverlag München hat bereits die die Blätter des Telegraph- Verlages ,, aufge erstaunlich waren die Vorgänge, schliesslich dazu geführt hatten, dass ein kauft". grosses Werk sich in der Erwartung auf eine später auszustellende Generalquittung bereitgefunden hatte, von einem Betrag von insgesamt 2.6 Millionen Reichsmark auf den man sich geeinigt hatte. 600 000 Reichsmark in bar ohne Quittung Panzerwagen gegen das Volk. Auf der Automobilausstellung in Berlin zeigte Krupp einen schwer gepanzerten sechsrädrige Krupp- Polizei- Streifenwagen" mit aufge bautem Geschützturm. Polizei mit Ge aushändicen zu lassen. Dieser Fall aus schütz? Kriegsschauplatz Innerdeutsch dem Jahre 1936 gehört mit zu den drei land! au , g n er d er TTt. Zu er st. age en ngeEuer en ch die nilgesst usnüen anan99. Die katholische Spaltung Die katholische Zeitung ,, Der deutsche Weg" spricht mit grosser Offenheit über nen will. zu finden. Hitleroffensive in Polen Auf der Suche nach einem polnischen Henlein das die Lage im deutschen Katholizismus, die Aus Polnisch Oberschlesien wird uns ge- Nach dem gewaltsamen ,, Anschluss sien anempfohlen habe, den Deutschtum durch die unter allen Anzeichen eines un- schrieben: Es war vorauszusehen, dass der Oesterreichs" an das Dritte Reich haben wohlwollender gegenüber zu stehen, nachmoralischen Verrats erfolgte Gleichschal- Grossangriff des Dritten Reichs auf Befrei- die Naziorganisationen einen grossen Auf- dem es im polnischen Auswärtigem Amt tung des Kardinals Innitzer hervorgerufen ung der deutschen Volksgenossen jenseits trieb erhalten. Aber der Konkurrenzkampf immer gegenüber dem deutschen Botschafworden ist. Unter der Ueberschrift ,, Spal- der Grenzen nicht auf die Tschechoslova- um die Führung ist dadurch nicht beendet ter bei Beschwerden geheissen hat, dass tung im grossdeutschen Katholizismus" kei beschränkt bleiben wird. Alle Anzei- worden. Das liegt daran, weil an Berliner der Einfluss dieses Amtes an den Grenschreibt sie: chen deuten darauf hin, dass trotz der mit Stellen selbst die einzelnen Persönlichkei- zen der schlesischen Wojewodschaft Halt „ Eine neue Phase des Kulturkampfes im Nachdruck betonten„ Freundschaft" mit ten in Polen hart umstritten sind und nicht machen müsse. Und man muss sagen, um Dritten Reich hat begonnen. Sie ist einge- den Warschauer Machthabern, auch gegen zuletzt die Zellen, die die finanzielle Be- den schlesischen Wojewoden Dr. Grazynski leitet worden durch das„, Heil Hitler!" des Polen die Offensive zur„ Rettung der un- treuung des Deutschtums in Polen inne ist es merkwürdig still geworden. Der„, AnKardinals Innitzer. eaterdrückten Brüder" aufgenommen werden haben. Neben der Auslandsleitung der schluss" hat auch innerhalb der deutschen Der Reichsdeutsche Katholizismus war soll. Freilich hängt dies in Polen in erster NSDAP des Gauleiters Bohle, führten der Minderheit in Polen gewirkt. Ziemlich über einige taktische Verschiedenheiten Linie davon ab, wieweit es gelingt, die„, Bund deutscher Osten", die Deutsche deutlich kann man selbst in polnischen hinweg einig unter sich, einig mit dem„ Einigkeit" unter den gleichgeschalteten Stiftung, der Volksverband für das Kreisen hören: ,, Nun kommt auch Oberkatholischen Volk, einig mit dem Papst. Naziorganisationen selbst herzustellen. Deutschtum im Ausland, einen harten schlesien dran". Die Arbeitsvermittlung Der Grossdeutsche Katholizismus zeigt we- Solche Versuche sind bisher am Wider Kampf untereinander, um sich der Leitung polnischer Bürger nach Deutschland übt der eine Einheit unter den Bischöfen, noch stand der Jungdeutschen Partei des Sena- der Deutschen in Polen zu bemächtigen. ihre restliche Wirkung aus, um Adolf Hiteine volle Harmonie mit Rom, noch ein un- tors Wiesner gescheitert, der sich nicht rest- Der Bund deutscher Osten steht restlos auf ler als den Retter aller Deutschen aus dem getrübtes Verhältnis zwischen Volk und los unter die Berliner Führung unterord- Seiten des Senators Wiesner, während die polnischen Joch erscheinen zu lassen. Bischöfen. Wir müssen sprechen von einer Deutsche Stiftung und der Volksverband Die Deutsche Vereinigung hat in Posen Spaltung, die sich zu einem unheilbaren Die im ,, Deutschen Rat in Polen" mit sei- die alten gleichgeschalteten Organisationen und Pommerellen am 24. April nicht weniRiss, zu einem Abgrund erweitern kann. nem Scheinsitz in Warschau vereinigten anerkennen wollen. In letzter Zeit ist es ger als 40 Versammlungen einberufen ,,, wo den der Wille zur Tat", das heisst, sich in AbDie Spaltung wird am offenkundigsten Naziorganisationen, wie Deutsche Vereini- zwar gelungen, zwischen VDA und auf einem gemischt religiös- politischen Geer- wehrstellung zu begeben, proklamiert biet. Ein Teil des grossdeutschen Katholi- gung in Posen- Pommerellen, Deutscher Bohleorganisationen eine Einigung zu Volksverband für Mittelpolen, Deutscher zielen und den BDO auszuschalten, aber wurde, in Oberschlesien veranstaltete man zismus scheint in der beispiellos rohen Er- Volksbund für Schlesien, Deutscher Volks- schliesslich musste man Wiesner Kon- nach deutschem Muster einen Leistungsoberung und rücksichtslosen Ausplünde- block für Schlesien, Deutsche Partei für zessionen machen, der in einer Kattowitzer wettkampf und eine Kundgebung zur Einirung Oesterreichs, sowie in der angestreb Bielitz- Biala, Verband Deutscher Katholi- Kundgebung, unter dem Protektorat des gung des Deutschtums, eine Belebung der ten völligen Vernichtung des österreichi- ken, Deutscher Volksrat für Kleinpolen und deutschen Generalkonsuls Nöldecke, den Angriffsposition gegen die Unterdrückung schen Menschen, die Vollendung der deut- Deutsche Volksvertretung für Wolhynien, Führeranspruch anmeldete, der ihm vom und das überall immer unter Hinweis auf schen Einheit zu sehen, eben das Reich. haben in den letzten Apriltagen auf ihrer Rat der Deutschen in Polen strittig ge- Adolf Hitler, der der Führer aller DeutDie anderen können in dieser durch bruSitzung in Posen beschlossen, eine national- macht wurde. schen ist! Die Arbeitslosigkeit und tale Gewalt geschaffenen rein formalen sozialistische Organisation für ganz Polen zu Der Kampf um den polnischen Henlein tiefe soziale Elend, in dem sich die DeutEinheit keineswegs die Erfüllung jener schaffen, mit einer straffen Leitung, wobei geht also weiter und während die Leute um schen Polens befinden, ist eines der besten Wünsche erblicken, die einst Uhland in keine der bisherigen Parteien die Leitung den Deutschen Rat in Polen willig jedem Agitationsmittel für die Naziorganisationen. der Paulskirche von Frankfurt ausgespro- oder Sonderinteressen beanspruchen darf. Befehl Berlins folgen, lehnt Senator Wies- Eine verfehlte polnische Minderheitenpolichen hat. Folgerichtig verherrlichen die Es gibt zwar unter den bezeichneten Orga- ner nach wie vor diese Befehle ab. Welche tik hat alle Voraussetzungen dazu geschafersten das von Adolf Hitler nun geschaffene nisationen viele Persönlichkeiten, die das Hintergründe hierfür massgebend sind, ist fen, um einer deutschen Irredenta in PoGrossdeutschland, und ein Kardinal er- Führungsrecht als 105 prozentige National- schwer zu sagen, nur ganz vertraulich len den Weg vorzubereiten, wie man sie aufklärt, es sei das Bekenntnis zu ihm hervor- sozialisten beanspruchen, aber die rich- wird behauptet, dass Senator Wiesner zu kaum je erwartet hat. Dabei machen die gegangen aus der Stimme des gemeinsamen tigen und wahren Führer" hat man bisher tief an polnische Stellen gebunden sei, was Deutschen keine Geheimnisse daraus, dass deutschen Blutes. Die anderen aber kom- nicht auffinden können. Es fehlt der deut- allerdings schwer zu beweisen ist. Dass ihre Befreiung" nur noch eine Frage der men nun dazu, über die formalen Eini- schen Minderheit in Polen eben ein Hen- die polnischen Stellen alle Ursachen haben, Zeit sei. gungserfolge hinaus den Gehalt genauer zu lein und man ist jetzt auf der Suche, ihn über den„ Einigungskampf" innerhalb des In der Unterstützung der deutschen Anbetrachten, sie sehen sich die Ideen an, die Deutschtums erfreut zu sein, geht immer griffe gegen die Tschechei geht ja nicht der Nationalsozialismus vertritt, sie erkenEs ist kein Geheimnis, dass dieser Hen- deutlicher daraus hervor, dass man den nur die Nazipresse Polens Hand in Hand en das absolut Undeutsche, Traditions- lein von Berlin in der Person des Dr. Koh- Kampf der Deutschen untereinander mit mit der reaktionären Presse Polens, sonfeindliche dieser Ideen, und sie kommen nert aus Bromberg, dem Vorsitzenden der grosser Aufmerksamkeit verfolgt und Sena- dern Henlein wird ja in der polnischen zu dem Ergebnis, das in der Zeitschrift Deutschen Vereinigung für Posen- Pomme- lor Wiesner möglichst wenig angreift, die Presse als jener deutsche Held dargestellt, Das wahre Deutschland",„ Auslandsblät- rellen, bereits gefunden ist, der aber vom übrigen Deutschtumsorganisationen ter der Deutschen Freiheitspartei", in der Senator Wiesner auf das entschiedenste ab- mit aller Deutlichkeit verdächtigt, im ben wird. Die tschechisch- polnischen BeUeberschrift eines Artikels aufleuchtet: Der Reichszerstörer". Von hier und von gelehnt wird, der eben diesen Führungsan- Dienste Berlins zu stehen. Und man muss ziehungen haben sich gerade seit der Henheute setzt eine neue Auseinandersetzung spruch aller Deutschen in Polen für sich sagen, dass diese Organisationen um den leinaktion verschärft und Polens Aussenmideutschen Kulturraum ein, die notwen- erzwingen will. Berlin mag diesen öster- ,, Rat der Deutschen in Polen" auch gar kein nister fordert die Autonomie für die Polen dig bis zu einer Auseinandersetzung auf reichischen Dummkopf" nicht, wie Bohle Geheimnis daraus machen, dass es den in der Tschechei nur aus dem einzigen politischem Gebiet führen wird." im Auswärtigen Amt sich gegenüber Ver- Tatsachen entspricht, wobei sie auf den Grunde, weil sie auch von den Sudetentretern der deutschen Arbeiter- und Ange- Volksverband der Polen in Deutschland deutschen gefordert wird. aus offiziellen Wie froh wäre das Deutschtum Polens, stelltenorganisationen ausgedrückt hat. Das hinweisen, der ja auch unterstützt wenn es die garantierten Minderheitsrechte hat seine Gründe, denn Senator Wiesner Quellen Warschaus finanziell hat es bisher abgelehnt, sich von Berlin wird. wie sie die Minderheiten in der hätte, aus Befehle erteilen zu lassen und hat sei- Die Offensive zur Befreiung der deut Tschechoslovakei haben! An einem solchen Zu den intimsten Freunden der Nazifüh- nerzeit die„, Nationalsozialistische Partei schen Brüder in Polen ist auf deutscher Gleichberechtigungsgesetz wären wohl alle er in Schleswig- Holstein, und auch Hit- in Bielitz" aufgelöst und sich den Namen Seite bereits durch den Bund deutscher Aspirationen Berlins gescheitert. Heute ist lers persönlich, gehörte der praktische Jungdeutsche Partei beigelegt, als im Drit- Osten vor Monaten eröffnet worden. Wir Polen daran, von einer Hitlerwelle überArzt Dr. med. Sally Saalfeld, Eutin. Er ten Reich Adolf Hitler ans Ruder kam. erinnern an die Aktionen jenseits der pol- schwemmt zu werden. Der Deutsche Preswar einer der eifrigsten Agitatoren der Na- Senator Wiesner ging bei den Christlich- nischen Grenze mit dem Kampf gegen den sedienst in Polen kündigt an, dass er alle zis, besonders in Ost- Holstein. Mit seinem sozialen in Wien durch die politische Vertrag von Versailles, an die Ausstellung polnischen Machinationen gegen die deutwurde dort die SA. eingekleidet und Schule und ist mit den Krebs und Jung aus Deutsche Entscheidungen im Osten", an sche Minderheit restlos diffamieren werde; erhalten. Der„ Führer" liess es sich nicht der Tschechoslovakei befreundet, die heute die Volksabstimmungsflugblätter,.Erst der die Presseabkommen zwischen Berlin und nehmen, bei seiner Anwesenheit in Eutin, namhafte Posten im Dritten Reich inne- Korridor dann Oberschlesien", an die Warschau geben Polen noch nicht das Dr. zahlreicher Angehöriger der Recht, die deutsche Minderheit zu schikaentdeckte im Jahre 1932 ein Mtiglied Deutschtums in Polen als eine Gefahr für polnischen Minderheit aus ihren Arbeits- nieren, das Novemberabkommen ist jedendes Tannenbergbundes einen kleinen die deutsche Minderheit ab, bezeichnet die stellen, weil sie an einer Ratiborer Kund- falls von Polen gegenüber der deutschen Schönheitsfehler bei diesem, inzwischen von Berlin abhängigen Führer der erwähn- gebung des Volksverbandes der Polen teil- Minderheit nicht innegehalten worden. Die zum Gauarzt avancierten Nazisten. In ei- ten Organisationen als alte Reaktionäre, genommen haben, an die Verhaftung eini- Presse des Westmarkenverbandes behem Beleidigungsprozess vor einem Lübek- die sich erst Adolf Hitler angeschlossen ha- ger führender Mitglieder einiger polnischer schwert sich bei den Warschauer Stellen, ker Gericht wies der Tannenbergbündler ben, nachdem ihre Politik unter der Sy- Organisationen im Oppelner Kreise und wie es möglich sei, dass solche Angriffe dokumentarisch nach, dass seine Mutter stemzeit Schiffbruch erlitten hat. Senator viele Einzelerscheinungen mehr. Die pol- amtlicher deutscher Faktoren geduldet gewesen sei. Daraufhin wurde Saal- Wiesner versucht ein Eigendasein zu be- nische Abwehr zeigt nicht mehr die Akti- werden. Die Offensive gegen Polen hat beetwas aus der vordersten Linie zurück- gründen, und man muss sagen, dass er eine vität, wie wir sie vor dem ,, Anschluss" ge- gonnen, das muss mit aller Deutlichkeit aber gleich nach der Machtergrei- sehr aktive Tätigkeit zum Schutz der deut- gen das Nazitum in Polen gewohnt waren. festgelegt werden. Die Deutschen sind im wenn diese Geheimnisvoll flüstert man in unterrichte- Angriff, trotz des Freundschaftspaktes, der auch am Widerstand der polnischen Be- ten Kreisen, dass Warschau seinem höch- ja nur die amtlichen Stellen in Warschau Im Herbst 1937 wurde die Bevölkerung hörden scheitert. antex austen Beamten in der Wojewodschaft Schle- und Berlin verpflichtet. durch die Mitteilung überrascht. dass Dr. S. wegen Abtreibung in vielen Fällen und verSuchter Notzucht, begangen an den ihm braunen Lehrschwestern, Die Bevölkerung ist allerdings der Auf-| Arbeitsfront eintritt. Die Nazis verlangen der für ner. den eien, Ever denrgen raph nach Verstimach 5.04 inzels( für im Geborstene Nazisäule Gerichtlich geleimt Gelde der Jüdin feld gezogen, gesetzt. fung 1933 wieder in Amt und Würden ein- schen Minderheit entwickelt, Frs) I( die n Igien [ sche Guld filreis ( 3.Fmk 18. olland 13.20 d La uxem 0.35 Pole anvertrauten fängnis eingeliefert worden sei. verhaftet und ins Kieler Untersuchungsge- fassung, dass der Freispruch auf andere Ur- dies aber. Respekt vor den Gesetzen des sachen, nämlich auf die freundschaftlichen Gastlandes?? Vor dem Lübecker Schwurgericht die Ver- rückzuführen ist. Die Leute flüstern sich deutsch- uruguayischen Kindern? Endlich in den letzten Märztagen fand Beziehungen zu den führenden Nazis, zu2. der Verherrlichung Hitlers aber der Benesch die Demokratie schon austreiSchön ist die Jugend Junge Burschen aus dem Gebiet MünsterLand werden zur Ableistung des Landjahvor res in die niederrheinischen Landbaubehandlung wegen Abtreibung und schwerer untereinander zu: ,, Was muss dieser Mann keit gegenüber dem Gastlande würde ver- Verpflegung sehr schlecht ist, rückten zwei Körperverletzung statt. Während der Ver- alles wissen und wie muss er dieses Wis- langen, dass die Kinder in erster Linie zur Jungens aus. Beide wurden nach kurzer handlung wurden zahlreiche Zeugen und sen angewandt haben, um nach fast sechs- Achtung vor der Regierung Uruguays und Zeit wieder gefasst und auf ihre Stelle zuSachverständige vernommen. Zum grössten monatlicher Untersuchungshaft freigespro- zum Treuegelöbnis ihr gegenüber angehal- rückgebracht. Zum Empfang hatte der OrtsErstaunen der endete dieser Prozess mit dem Freispruch nachgewiesen wurde, dass er die ihm zur halten auf Hitler einen Treueid zu leisten. sammengeholt. Auf Kommando des Jugenddes Angeklagten. In der Urteilsbegründung Last gelegten Delikte, für die andere jahreerklärte der Vorsitzende, dass eine Bestra- lang Zuchthaus bekommen, tatsächlich befung 24.en Kr Spa 8 0.35 Tsch wärts r Vor 79 194 d. Zi Angle griffe nur Oeffentlichkeit chen zu werden, obgleich vor Gericht ten werden. Statt dessen werden sie ange- jugendführer dann möglich gewesen wäre, gangen hat." können, wenn hätte festgestellt werden dass der Angeklagte unberechtigte Einbewusst gewesen sei. Diese Feststellung habe vorgenommen habe und sich dessen das Gericht nicht treffen können, obTerror überall zur die ältere Hitlerjugend zu3. Der Entlassung der beim Rio Negro- führers fielen alle HJler über die zwei AusWerk beschäftigten Juden? Dieses Bauwerk reisser her. Der eine brach nach kurzer während ist ein Auftrag der Uruguayischen Regie- Zeit blutüberströmt zusammen, rung, der an deutsche Firmen Aus- der andere sich zur Wehr setzte. Dieser dem Jugendführer führung übergeben worden ist. Massgebend wurde nachher von für die Anstellung von Arbeitern usw. selbst nochmals vorgenommen und solange Die Zeitschrift ,, Die Zeit" in Montevideo müssten daher die Grundsätze sein, die in eschlagen, bis er die Erklärung abgab, er Uruguay dafür gelten. Diese schliessen aber hätte die anderen Jungens aufgewiegelt. die Beschäftigung von Juden nicht aus Dieser Junge ist aus einer Familie, von der ,, Aber auch die Nazis führen das Wort Wenn also von den deutschen Nazifirmen der Vater, die Mutter und seine jugendliche Angeklagte dessen hätte bewusst sein von der Nichteinmischung in die inneren oder sofern sie dies nicht sind, auf Druck Schwester wegen politischer Vergehen im leich die Sachverständigen zum Teil die( Uruguay) schreibt: Eingriffe für unberechtigt gehalten hätten, und der Ansicht gewesen seien, dass sich der Kredi Vor Anglo Kredit T Vor lavien Prage Neue aue lich. Br dass figte tragen mit: müssen. Der Vorsitzende hob dabei hervor. Angelegenheiten des Gastlandes im Munde. von drüben die Anstellung von Arbeitern Zuchthaus sitzen. ein eigennütziges Motiv für unberech- Wie soll sich die Nichteinmischung ver- usw. nach in Deutschland heute herrschenEingriffe des Angeklagten nicht vor-| 1. dem Terror gegen Deutsche, die hier setzen stattfindet, so ist dies eine grob handen sei, wobei er den Angeklagten in laten den, in Uruguay nicht üblichen Rassenge den höchsten Tönen als einen Mann lobte. in Uruguay Arbeit suchen, somit den uru- Einmischung in die inneren Angelegenheipurlos verschwunden. Er hatte beim letzder für Notleidende stets eine offene Hand quayschen Arbeitsgesetzen allein unterste- ten des Gastlandes Uruguay und hatte und in ungewöhnlichem Masse Wohl hen. Die hiesigen Gesetze machen nicht zur wusstes Aufzwingen fremdländischer erwiesen habe. Pflicht, dass der Deutsche in eine deutsche setze." Verschwundener Bischof. Der Bischof on Augsburg, Sproll, ist seit einigen Tagen ein be- en Plebiszit nicht abgestimmt und die NaGe is hatten deshalb eine Hetzkampagne gejen ihn eröffnet. Berichte aus Deutschland Wahlterror Das nennt sich Wahl: stoischer Die Minderheit unter Terror Goebbels vom Gauleiter Lohse und die Flensburg- Dänen kommandierte Lohse eine von Fop ide fäll die hen Geg blos Wie uns aus verschiedenen Teilen Deutschlands noch ergänzend berichtet gation höflich an. ,, Staatsfeinde und Landesverräter". Er könne nichts ent wird, war das Interesse der Bevölkerung ,, Ein Freund von mir, der zahlreiche dä- scheiden, sagte er, aber er wolle die Sache an den Wahlen gering. Man liess das deutsche Presse ist Tag um Tag voll von ganze Goebbels'sche Aufgebot von Pres- flammenden Protesten" gegen die an- nische Bekannte hat, wurde neulich des an den Gauleiter weitergeben. Nach eini persönlich se, Propaganda, Radio, Versammlungen, gebliche„ Knechtung und Ausbeutung" wegen vorgeladen und von einem Gestapo- ger Zeit kam dann vom Oberpräsidenten Aufmärschen, Soldaten und Musik mit der Deutschen in der Tschechoslovakei. mann zur Rede gestellt und verwarnt. Ob und Gauleiter er denn nicht wisse, dass die meisten Dä- schriftliche Antwort nach Flensburg, die Schmähung Gelassenheit Das heisst: jetzt werden schon längst über sich ernen Staatsfeinde und Landesverräter nur als eine ungeheuerliche gehen. Man ging zur Wahl, weil man nicht mehr blosse Hetzproteste nach seien... Ein Deutscher, der mit diesen und Verhöhnung des ,, blutverwandten" Da sonst seine Arbeitsstelle verliert oder Prag gerichtet, sondern bereits ganz of- Kreisen mehr als notwendig Kontakt habe, nentums bezeichnet werden kann. Der Gauleiter teilte mit, dass er nich ins Konzentrationslager kommt. Im fene, ganz unverhüllte Kriegsdrohungen. mache sich verdächtig usw. Wahllokal bekam man den Stimmzettel Dass die Sorge um angeblich unter- Die Dänen haben hier in Flensburg eine einmal eine Nachprüfung der Uebelstände und gleichzeitig einen Bleistift über- drückte deutsche Minderheiten nur ein eigene Schule, in die früher fast sämtliche zusagen wolle, solange die Deutschen in dänischen Kinder gingen. Vom Oberpräsi- Dänemark„ geknechtet" würden. Die dro reicht mit der freundlichen Aufforde- sehr durchsichtiger Vorwand ist, denten Lohse in Kiel, der auch Gauleiter henden und erpresserischen Aeusserungen, rung, sein Kreuz gleich hier am Tisch um den pangermanischen Eroberungs- ist, ist an alle Nazistellen eine vertrauliche die die Nazifunktionäre gegenüber der di zu machen. War man kühn und fragte drang notdürftig zu maskieren, das be- Weisung ergangen, wonach mit allem nischen Minderheit getan hätten, seien werden schrieb der Gauleiter offensichtlich im nach der Wahlzelle, so musste man darf wohl keines erneuten Beweises Nachdruck darauf hingearbeitet Spiessrutenlaufen bis in die entfern- mehr. soll, dass die Schule ,, auffliegt". Man gibt Rahmen von Privatgesprächen erfolgt und sich auch die grösste Mühe und jedes Mit- er könne leider niemanden hindern, Pri teste Ecke des Wahllokals. Wir haben in diesen Blättern schon tel ist dabei recht. Erst in allerletzter Zeit vatgespräche mit Angehörigen der däni Einem Arbeiter wurde vom Wahlvor- mehrfach die Frage gestellt: Wie be- sind wieder auf einen Schlag über fünfzig schen Volksgruppe zu führen." steher gesagt: handelt eigentlich dasselbe Naziregime, dänische Kinder aus der Schule abgemel,, Unzuverlässig". das ständig die Minderheitenrechte im det und in die deutsche Schule überführt ,, Na, wenn Sie denn absolut wollen, Munde führt, seine eigenen auf deut- worden, wo sie ihre Muttersprache nicht ,, Schliesslich erklärte Lohse, dass grosse dass man nicht sieht, was für ein Vogel Minder- sprechen dürfen, zu Nazis erzogen werden Teile der dänischen Minderheit als unzu Sie sind, da in der Ecke ist die Wahlzelle" schem Reichsboden lebenden Was aber war diese„ Wahlzelle"? Sie be- heiten? Wir mussten wiederholt fest- und täglich die schlimmsten Racheschwüre verlässige Elemente zu betrachten seien. wachse, sei das nur gerecht. Wer aber stand aus zwei Lorbeerbäumen, die vor ei- stellen, dass kaum irgendwo in Europa, gegen ihr eigenes Volk anhören müssen, Wenn diesen Leuten daraus Nachteil er das Nordschleswig geraubt" habe." nen Tisch gestellt waren und über diesem vielleicht abgesehen vom faschistischen ,, unzuverlässig" zu gelten habe, darüber Tisch hing ein Hitlerbild. Und als dieser Italien, nationale Minoritätsrechte tieTerror und Erpressung. Feststellungen zu treffen, stehe einzig und Wähler sein Kuvert abgab, da meinte der fer und zynischer missachtet werden, ,, Die betreffenden Eltern sind ganz ein- allein der Nazipartei zu. In diese Dinge Vorsitzende noch:„ Sie sind aber wirklich als im Dritten Reich. Wohl gemerkt: fach gezwungen worden, ihre Kinder in babe sich keine Minderheitsvereinigung komisch. Bei dieser Abstimmung gibt es hier ist nur vom blossen Recht auf die die deutsche Schule umzumelden. Es han einzumischen. doch überhaupt keine MeinungsverschieLohses unverschämter Brief hat nich denheit. Wer da nicht mit Ja" offen stim- Pflege eigenen Nationalbewusstseins, ei- delt sich meist um kinderreiche minderbemittelte Familien, die auf irgendwelche so- nur bei den Dänen, sondern auch in der men kann, der ist gegen unsern Führer gener Sprach- und Kulturgüter die Rede. zialen Hilfsleistungen( Arbeitslosenunter- deutschen Bevölkerung Flensburgs und Denn bürgerliche Freiheitsrechte gestützung, Kinderbeihilfe usw) angewiesen ganz Südschleswigs tiefe Empörung ausge So war es überall. Das war die Methode niesst im braunen Deutschland natür- sind. Sie bekommen aber keinen Pfennig, löst, die aber natürlich nach aussen der Einschüchterung, die diesmal bis zur lich überhaupt kein Untertan, ganz wenn sie sich nicht bereit erklären, ihre nur selten gezeigt wird. Ich sass neulich letzten Konsequenz und mit äusserster Raf- gleich ob er der Nationalität nach Deut- Kinder in die deutsche Schule und in die in einem kleinen Lokal, in dem ein Laut finiertheit und Brutalität angewendet scher ist oder Angehöriger einer Minder- Hitlerjugend zu schicken und selbst aus sprecher aufgestellt war. Es war gerade heit. Hierin sind alle Reichsbürger tat- den Vereinigungen der dänischen Minder- die Rede eines Naziagitators zu hören. Der Redner sagte etwa, dass Deutschland nichts Aus einer Württembergischen Klein- sächlich gleichgestellt! Die dänische ,, Borgerforening" eine weiter verlange, als dass dem deutschen stadt: Entrechtetes Volkstum in Südschleswig. Vereinigung für die Interessen der Minder- Volkstum Achtung entgegenge Die Unterdrückung alles nationalen gestellt von Fällen, in denen Dänen von Volkstum heit- hat ein riesiges Material zusammen- bracht werde, die es selbst jedem fremden selbstverständlich jederzeit er Gleich am Eingang war ein Tisch, hier Eigenlebens der Minoritäten im Dritten den Nazibehörden und Parteistellen be- weise." wurden die Wahlzettel und der Bleistift Reich hat in letzter Zeit wieder eine beschimpft und in oben angegebener oder ,, Elende Heuchler!" ,, Einer von den Anwesenden, ein Arbeiter gegeben. Die Wahlzellen dagegen waren deutende Verstärkung erfahren. Immer ähnlicher Weise erpresst worden sind. ganz abgelegen angebracht, in vielen Wahl- rücksichtsloser wird mit allen Mitteln Mit diesem Material ist eine dänische De- hieb mit der Faust auf den Tisch und rie lokalen waren sie sogar noch zugenagelt. des Terrors und der Hetze eine totale legation Da kam gleich unter Führung von Dr. Jessen Elende Heuchler!" An dem Tisch konnte man nun das Kreuz Zwangs- ,, Germanisierung" betrieben. nach Kiel gereist zum Oberpräsidenten- Wirt angerannt und forderte den Arbeiter machen, wird aber von einem Amtswalter Gauleiter Lohse, der im Auftrag der Nazi- auf zu gehen und nie mehr in das Lokal Das spiegelt sich auch in einem Bebeobachtet. Trotz dieser schlauen Einrichführung die ganze antidänische Hetze lei- kommen. ,, Eigenlich wäre ich verpflichte richt wieder, den wir aus dem nördlichtet und auch für die Wühlarbeit jenseits Sie der Polizei zu melden, dann kämen tung gingen nun doch einige Leute in die sten Teil des Reiches, aus Flensburg, er- der Grenze in Sönderjylland die Anwei- ins Lager! Dass ich Sie nicht anzeige, kan Wahlzellen, diese wurden dann genau registriert. Nun stimmen aber die Zahlen der hielten. In und um Flensburg lebt be- sungen gibt. Lohse hat die Delegation nicht mir teuer zu stehen kommen." Es ware Nein- Stimmen mit denjenigen, die die kanntlich eine relativ starke dänische empfangen. Er liess sich durch einen un- nur wenige Menschen in der Wirtschaft und den werden wir uns merken." wurde." ,, An der Tür standen zwei SA- Leute, die immer nur 6 bis 8 Personen herein liessen. Wahlzellen benützten nicht überein, sodass Minorität. Unser Gewährsmann schreibt: heit auszutreten. Herr Lohse antwortet. dieselbe als der und bish mil beid ses seh poli hin Alli sche listi D sisc sche Fre lieg rück fens der das: setz gan Sie übe Stä grif Hit Ich selt den leic erk zus der sag die dig geg müs dur Schut der spr Gre dau me Brü Uni sicl der sch Laden zumacht. Es ist eine Schweinerei!" Soweit der Bericht aus Flensburg. Jeder Kommentar erübrigt sich eigentlich. tergeordneten Beamten vertreten. Er sei die der Besitzer alle kannte. ,, Wenn Fremde es diesmal mit der versuchten Kontrolle wegen Krankheit verhindert. In Wirklich- dabei gewesen wären", sagte er hinterher Essig war. Dagegen hatte man festgestellt, keit wusste man ganz genau, dass Lohse hätte ich die Sache anzeigen müssen. könnte sonst riskieren, dass man mir dass nur drei Wähler nicht gewählt hatten. ,, Mit Ausnahme fanatischer Chauvini- absolut nicht krank war." Diese sind Anhänger einer religiösen sten und solcher Leute, die vor den NaziSekte. Am Mittwoch nach der Wahl ver- gewaltigen nicht genug auf dem Bauch anstaltete nun die SA mit ihrem Anhang herumkriechen können, gibt es hier kaum ,, Die Dänen betonten bei Uebergabe des vor den Häusern der drei Nichtabstim- jemanden, der nicht im engeren Freundes- Materials, dass dieses trotz seines Umfan- Nirgendwo im nichtfaschistischen Eur menden eine grosse Demonstration. Man kreis mehr oder minder ausspräche, wie ges nur symptomatische Bedeutung habe, pa wird eine derartige Entnationalisi holte die Leute aus ihrer Wohnung heraus. empörend die Flensburg- Dänen von den denn in den überaus meisten Fällen seien rungspolitik gegenüber einer Minorität be Einer davon war sogar in Hemdsärmel und Nazis gequält und schikaniert werden. die vom nazideutschen Terror betroffenen trieben, wie sie Deutschland gegenüber in den Hausschuhen, schleifte sie durch Selbst richtige Nazis geben das im ver- Minoritätsangehörigen nicht bereit gewe- den ,, blutsverwandten" nordischen die Strassen, wobei sie auch angespuckt traulichen Gespräch zu und sagen, dass es sen, irgendwelche Angaben zur Verfügung schen anwendet, die das Unglück habe wurden. Rufe ertönten: ,, Hängt die Volks- ihnen manchmal schwer fällt, da mitzuma- zu stellen, weil sie fürchteten, dass darauf- Bürger des Dritten Reiches sein zu verräter auf" usw. Auf dem Marktplatze chen. Aber offen wagt man natürlich kein hin keine Abhilfe erfolgen würde, sondern sen. Nirgendwo aber ist so viel vom wurde über einen Lichtmast ein Kabel ge- Wörtchen zu sagen, denn niemand will ins im Gegenteil: Rache, erneute schwerste der Minoritätsrechte die Rede, wie in worfen und einem der Dreien um den Hals Lager gesteckt werden oder sonstwie mit Schikane, Verlust des Arbeitsplatzes usw. Goebbelspresse. gelegt. der Gestapo zu tun haben." Der Beamte hörte die Klagen der Dele- ,, Elende Heuchler!". Nachdem dieser Skandal über eine Stunde gedauert hatte, erschien endlich die Polizei auf dem Plan und brachte die drei Gemarterten in ,, Schutzhaft", wo sie sich heute noch befinden. Es handelte sich um drei ruhige selb- Krankenhaus. ständige und sehr gut angesehene arische Geschäftsleute. Die Empörung bei der bür- ebenfalls drei Nein- Stimmen. Man hatte eigerlichen Einwohnerschaft ist ganz ungeheuer über diesen Terror." Dorfe In einem benachbarten Men jetzt mit einem schweren Nervenschock im deutschem Mist zu säubern. Er wurde drückt, aus der er alles zu entnehmen mit Schimpf und Schande davongejagt, So berichtet man uns aus dem Rheinland waren und kann nun, ungestört durch sonstige Tätigkeit, über neudeutsche Freiheitsbe- dass unter keinen Umständen die Abspe griffe nachdenken. Gelernte Untertanen ,, In den Handzetteln wird u. a. hat gesagt rungen durchbrochen werden dürfen, sonst leicht Personen ,, zu Fall können". Niemand soll sich an du kommen den Wa gen des Führers drängen, um Autogram zu erbitten, der„ Führer brauche nach die sen Tagen der Anstrengungen Ruhe". ES wer die nen ganz bestimmten Verdacht auf drei Bauern, die als Anti- Nazi bekannt waren. Man holte sie ebenfalls aus ihren Häusern, Aus einem Dorf erfahren wir: schleppte sie durch das Dorf und verfuhr ,, Eine ältere Frau kam zur Wahl. Als ihr mit ihnen, wie mit der Frau. der Stimmzettel und der Bleistift gereicht In einem kleinen Städtchen wurde der Es klappt immer besser. Wenn Hitler re- dürfen auch keine Blumen geworfen wurde, fiel letzterer auf den Boden und Strassenwärter am Montag nach der Wahl verschiedenen dend durch Deutschland reist, dann fah- den, denn dadurch würde den Fahrern die Spitze brach ab. Der Wahlvorsteher fristlos entlassen. Er soll spitzte ihn wieder und unterdessen gab Mitbürgern gegenüber erklärt haben, der ren ihm Sonderzüge voran. Darin wird die Sicht genommen und es können Unglücks ihr der Listenführer seinen Bleistift und die Strassenmeister habe gesagt, man könne Bevölkerung verfrachtet, die stundenlang fälle entstehen. Unter keinen Umstände Frau machte das Kreuz auf den Zettel stimmen wie man wolle, der Deutsche sei die Strassen zu säumen hat, durch die am dürfen bei der Vorbeifahrt des Führer Am Abend wurden nun in dem Oertchen frei. Die Untersuchung erstreckt sich nun Abend sein Auto saust. Die Erfüllung die- Fotoapparate hochgehoben Bürgerpflicht ist im Dritten Reich durch würde ,, anderen Leuten nur die drei Nein- Stimmen festgestellt und eine auch auf den Strassenmeister, der jetzt na- ser Die nicht so einfach wie zu Wilhelms Zeiten, genommen" und alle Leute hätten der Nein- Stimmen hatte ein grünes Kreuz türlich leugnet, es gesagt zu haben. also die Farbe des Bleistiftes des Listen- Widerbesetzung der Stelle des entlassenen wo Hurraschreien und Hüteschwenken ge- Recht, den geliebten Führer zu sehen. führers. Die Frau war nun als Neinstimme- Strassenwärters ist bereits amtlich ausge- nügte. Aber Wilhelm war ja auch nicht Und diese Sorge der SS bei den Absper mehr so ein unmittelbar in der ersten Ge- rungen! Man konnte klar erkennen, rin erkannt und wurde noch am Abend neration von Gott Gesandter wie Hitler. die Anweisungen an die SS sehr streng aus dem Hause geholt. Sie erhielt ein Pla- Ein Strassenkehrer, der in dem von Da gehört zur Begrüssung schon ein biss- ren. Nicht einen Zentimeter gab man kat auf den Rücken, worauf geschrieben Hitler so glorreich befreiten Hitler so glorreich befreiten Deutsch- chen mehr. Das will gelernt sein. ,, Ich bin ein Volksverräter" und wurde den ganzen Abend von Wirtschaft land gelegentlich einer Wahl behauptet war: schrieben." werden; da Sich ein san F neu kei De da ver un bei die noc Ab nia nic mö ode Wehe, wer vom Bordstein herunterging das W nach Er Heute bekommt der Teilnehmer an einer wurde unerbittlich in die hinterste Reih zu Wirtschaft geschleppt, angespuckt und ,, Der Deutsche sei frei" wird nicht mehr Hitlerversammlung bereits im Sonderzug verwiesen und bei Weigerung, zurückz auf das wüsteste beschimpft. Die Frau liegt würdig befunden, deutsche Strassen von eine genaue Anweisung in die Hand ge- gehen, sofort festgenommen." Nr 255 BEILAGE NEUER VORWÄRTS 8. Mai 1938 Ein liobes Spiel Die Wahlen in der TscIiechaMovakei V) Prag, Anfang Mai. Gemein dewahlen in einem kleinen Staat sind gewöhnlich kein grosses politisches Ereignis. Die bevorstelienden Gemeindewahlen in der Tschechoslo- vakei sind es, denn es geht nicht darum, nach welchen kommunalpolitischen Grundsätzen die Gemeinden verwaltet werden sollen, sondern um die Verteilung der Macht in einem Lande, das im Mittelpunkte des Weltinteresses steht. Was heute in der Tschechoslovakei geschieht, kann morgen für das Schicksal Europas entscheidend sein. Die Ausschreibung von Neuwahlen — sowohl zum Parlament wie zu den Gemeinderäten— ist von der sudetendeutschen Partei K. Henleins gefordert worden. Diese Forderung ist teilweise erfüllt worden von der Regierung Hodza nach dem Austritt der deutschen aktivistischen Minister, das heisst von der ersten rein tschechischen Regierung, die es seit T'ielcn Jahren nun wieder gibt. Diese F.cgierung gibt der sudetendeutschen Partei eine neue Gelegenheit, sich als die Vertreterin der grossen Mehrheit der deutschen Bevölkerung im Staate zu legitimieren; sie tut das, wie man annimmt, in der Absicht, nach den Wahlen in Verhandlung mit ihr einzutreten, die eine Befriedung der Deutschen im Rahmen ''es Staates zum Ziele haben sollen. Die Männer, die die gegenwärtige hchechoslovakische Regierung bilden, sind zum Teil sehr kluge Politiker; silier sind sie alle klug genug zu hegreifen, dass sie ein sehr hohes Spiel spielen. Sic sind alle mehr Praktiker :tls Doktrinäre, und als Praktiker sind sie praktisch genug, sich auf die Dok- trin der Demokratie zu berufen, die •letzt, nach Ahlauf der normalen Man- •latsdauer, die Ansetzung von Neuwahlen fordert. Schwerlich hätten sie "nter anderen Umständen Bedenken getragen, aus Gründen der Staatsnot- Wendigkeit die Wahlen weiter hinaus- �Uzögern, den der Selbstmord aus Doktrinären Gründen liegt ihnen ganz "nd gar nicht. Ihr Entschluss, Wah- 'en auszuschreiben, war eine politisch- taLtische Entscheidung. , Man mag diese Entscheidung wie dinier beurteilen, sicher wäre falsch 'izunehmen, sie sei das Ergebnis ei- ller Panikstimmung. Sehr im Gegen- .Satz zu den Deutschen haben die �Schechen während der stürmischen Ereignisse der letzten Wochen gar englischer Rat direkt oder indirekt mitgewirkt hat. Auf alle Fälle ist man in Prag mit Rücksicht auf England bemüht, jeden Anschein zu vermeiden, als ob man unvorsichtig mit Explosivstoffen hantierte; man ist bestrebt, den Deutschen ein Mass von Entgegenkommen zu zeigen, das selbst Böswillige daran hindern soll, im Falle des Ausbruchs von Feindseligkeiten die Schuld bei Prag zu suchen. Bei alledem ist zu bedenken, dass es sich um ein Entgegenkommen nicht an die deutsche Bevölkerung selbst handelt, sondern an eine Partei, die blindlings der Führung in Berlin folgt und deren letztes Ziel zweifellos die Losreissung der deutschen Gebiete vom tschechoslovakischen Staate ist. Die Prager Regierung kann unmöglich so blind sein, das nicht zu sehen, sie weiss selbstverständlich auch. dass ein rein tschechischer Kleinstaat, der von einem deutschen 80-MiIlionen- Staat umklammert ist, ein politisches Eigenleben zu führen nicht mehr imstande ist. Sie weiss, dass es für den Staat Masaryks um Sein und Nichtsein geht. Irgendwann und wo wird also der Punkt erreicht werden, an dem sie den drängenden Forderungen der sudetendeutschen Partei ihren Widerstand entgegensetzen wird— vorausgesetzt natürlich, dass sie dann auch noch die Kraft haben wird, dies zu tun. Dazu gehört auch, dass sie dann wenigstens noch einen Teil der deutschen Bevölkerung hat, auf den sie sich stützen kann. Nachdem sich Agrarier und Christlichsoziale in der unrühmlichsten Art und Weise gleichgeschaltet haben, bleibt im deutschen Gebiet der Tschechoslovakei nur noch eine Partei übrig, die in Opposition zu Konrad Henlein steht, das ist die Deutsche Sozialdemokratische Arbeiterpartei. eine Nervosität gezeigt. Sie sehen den I\ Vrieg noch lange nicht in der Nähe "äd glauben zuversichtlich, dass er 'Mt ihrem, d. h. ihrer Alliierten, Siege eüden wird. Dieser Glaube hat durch 'e neuen Verhandlungen der West- j�ächte mit Italien neue Nahrung ersten; man glaubt, dass Mussolini, �geschreckt durch den Verlust sei- "Wf Stellung in Oesterreich, sich in die r0|U jener Mächte einreihen wird, eine Hegemonie Deutschlands � er Süd-Osteuropa nicht wollen. zeigte sich darum auch für den des(nebenbei gesagt jüdi- Co) englischen Kriegsministers 0re Belisha in Rom viel mehr inter- i S't'rt als für den Staatsbesuch Hit- iets, (j' dem man mehr dekorative Be- beimisst. 'cht unwahrscheinlich ist, dass ! hei den neuesten Entschlüssen dip Sie steht gegen eine fanatische, zu jedem Terror entschlossene Mehrheit in schwerem Kampf. Sie braucht zwar einstweilen noch nicht das Konzentrationslager zu fürchten, sie kann sogar einige Zeitungen herausgeben und Versammlungen abhalten, aber ihre Anhänger stehen unter dem schwersten gesellschaftlichen Druck und erleiden im wirtschaftlichen Leben jede nur denkbare Benachteiligung. Wenn diese tapfere Minderheit bisher noch nicht unter den Schlitten geraten ist, son�rn sich vielmehr mit bewunderungswürdiger Tapferkeit zum Kampfe stellt, so dankt sie das dem Umstand, dass sie bisher immer noch in der Staatsmacht eine Stütze gefunden hat. Würde ihr diese Stütze entzogen, so bliebe ihr nichts anderes mehr übrig als der Versuch der Selbsthilfe. Sic würde ihn vielleicht mit ihrem Untergang bezahlen, aber das völlige Verschwinden des Einflusses der j Präger Regierung würde die sichere 'Folge sein. I 0 Schon jetzt stehen die Dinge in den [deutschen Gebieten so, dass von einem geordneten Funktionieren der Staats- jautorität kaum noch die Rede sein kann. Die Anhänger Henleins benehmen sich, als wären sie schon im Dritten Reich, und die staatlichen Organe beschränken sich dabei auf die Rolle stummer Zuschauer. Dabei rächen sich auch die Fehler der Vergangenheit. Gerade jetzt erweist es sicli als höchst unheilvoll, dass die Prager Regierung in die deutschen Gebiete soviel tschechische Polizeibeamte geschickt hat, die die deutsche Sprache nur sehr unvollkommen beherrschen. Für den Staat wäre es hesser gewesen. hätte er sich rechtzeitig einen Stamm zuverlässiger deutscher Beamten geschaffen, als dass er jetzt lediglich aui tschechische angewiesen ist, die für ihre ungeheuer schwere Aufgabe nicht viel mehr mitbringen als ihre unanfechtbare Staatstreue. Wenn sich die Regierung bei der Ausschreibung der Wahlen auf die Doktrin der Demokratie beruft, so scheint das ungemein einfach. In Wirklichkeit liegen die Dinge recht I kompliziert. Die Henlcinpartei bildet eine Minderheit der Staatsbevölkerung, zugleich aber auch die Mehrheit der deutschen Bevölkerung. Soweit sie Minderheit ist, beruft sie sich— wie man sieht mit durchschlagendem Erfolg— auf die freiheitlichen Rechte, die einer Minderheit im demokratischen Staate zustehen. Soweit sie Mehrheit ist, pfeift sie auf alle freiheitlichen Rechte, und ist entschlossen, gegen ihre Minderheit mit allen Mitteln der Vernichtung vorzugehen. Unter solchen Umständen kann eine wahrhaft demokratische Regierung sich nicht damit begnügen, die Ansprüche zu befriedigen, die die Minderheit erhebt, sie ist auch verpflichtet, dieser Minderheit Einhalt zu gebieten, wo sie selber Mehrheit ist und ihre Macht als Mehrheit missbraucht. Wollte sie das nicht oder könnte sie [das nicht, so wäre damit bewiesen. dass es nur noch zwei auscinanderge- fallene Teile des Staates gibt, aber nicht mehr ein Stualsganzes. Die Deutsche Sozialdemokratische Arbeiterpartei ist die Klammer, die den deutschen Teil der Tschechoslovakei mit dem tschechischen verbindet; fällt sie, so gibt es überhaupt keinen Halt mehr. Hier ist das Problem, von dessen Lösung die Entscheidung im Innern des Staates abhängt, auch sie wird bccin- flusst werden durch die machtpolitische Entwicklung in Europa, der bis auf weiteres hier wie anderwärts das letzte Wort gehört. De** Dritien Reichen Hllfslisliiis Drückende der Hrie�srüstun� Die deutschen Kleinbürger haben Hitler zur Macht verholfen, weil sie von Ihm erwarteten, dass er ihren Traum von einem Staat Wirklichkeit würde werden lassen, in dem weder Zinsen noch Steuern gezahlt zu werden brauchten. Das Ideal des steuernlosen Staates ist aber im Dritten Reich keineswegs realfsiert worden. Die Höhe der Steuereinnahmen hat im 5. Jahre des Hitlerregimes einen Rekordstand erreicht. Selbst in den beiden Konjunktur jähren der Republik blieben die Steuereingänge weil hinter dem Stand von 1937 zurück. 1929 war das Jahr der höchsten Steuereinnahmen seil der Inflation. Sie hatten damals 15 Milliarden betragen. Dieser Stand war bereits 1930 mit 15,2 Milliarden leicht und 1937 mit 17,6 Milliarden um 18 Prozent überschritten worden. „Die Mittel, die der Staat auf dem Steuerwege durch„erzwungenes Sparen" an sich zieht", schreibt„Der deutsche Volkswirt"(14. April 1938),„sind beträchtlich", und er vermutet, die Quote des Volkseinkommens, die durch Steuern, Abgaben und Zölle von Reich, Ländern und Gemeinden erfasst wird, sei seit 1932„eher grösser als kleiner geworden". Man ist aber hier nicht auf Vermutungen angewiesen, sondern kann feststellen, dass der Teil des Volkseinkommens, den der Staat als Steuertribut einzieht, sehr beträchtlich grösser geworden ist. Der Steuerfiskus erhob vom Völkseinkommen 1932 23,4, 1937 25,9 Prozent. Nicht nur der Betrag des Steueraufkommens, auch sein Anteil(im Volkseinkommen ist seit der Inflation niemals so gross gewesen wie 1937. Auch in den beiden Konjunkturjahren vor der grossen Krise war die Belastung des Völkseinkommens mit Steuern des Reichs, der Länder und Gemeinden nicht entfernt so hoch wie 1937. 1928 gingen 20,8, 1929 21.4 Prozent des Volkseinkommens für Steuern drauf. Die Fachzeitschrift„Die Bank" (2. März 1938) enthält einen Artikel „Völkseinkommen und öffentliche Abgaben in Deutschland". Darin wird„die Zunahme der auf das Völkseinkommen gerechneten Steuerlast" auf die Erhöhung der Körperschaftssteuer zurückgeführt, und auf die Tatsache, dass viele Einzeleinkommen und Vermögen stark gewachsen und infolgedessen in Steuerstufen eingerückt sind, die sie mit höheren Prozentsätzen belasten. Aber die Gewinne konnten so stark wachsen, weil bei steigender Produktion und massloser Antreiberei die Löhne nicht steigen dürfen. Der vom Führer befohlene Lohnstop ist das Mittel, die Aufrüstung zu finanzieren und die Kosten auf die Arbeiter abzuwälzen. Aber der„kleine Mann" muss ausserdem noch einen beträchtlichen Teil der | Steuern aufbringen, die nicht so ge- jnannt werden, aber es tatsächlich sind. Die„Bank" schreibt: ..Den von Reich, Ländern und Gemeinden erhobenen Steuern muss man natürlich die' von„intermediären Finanzge watten er- j hohenen hilfsfiskalischen Abgaben hinzu- I rechnen". In solchem Kauderwelsch muss man [sieh im Dritten Reich ausdrücken, wenn man aussprechen will, dass auch die Beiträge der Z wnngs verbände in Wirklichkeit Steuern sind, weil ihre Verwendung der Kontrolle der Mitglieder entzogen ist und weil sie zwangsweise erhoben werden.„Den Charakter hilfsfiskalischer Abgaben", d. h. von Steuern, haben auch die„Beiträge und Spenden zur NSV. und zum WHW. usw." Diese Abgaben werden mit Recht als„Opfer" der einzelnen Volksgenossen bezeichnet", aber es sind doch eben Opfer nur in Gänsefüsschen, denn„als Forderei tritt hier— das ist das besondere dieser Beiträge. Spenden usw.— nicht der „Staat", sondern das„Völk" auf", abei es ist das Volk in Gänsefüsschen. Das Gesamtaufkommen allein des WHW. beitrug 1933-34 358 Millionen und war 1936-37 bereits auf mehr als 400 Millionen Reichsmark gestiegen. Speziel [die Beiträge mancher Berufsverbände werden„vielfach als drückend empfunden", zumal„die Nachteile der Doppel- Ibesteuerung, der Ueberwälzung, Umge- hung usw. sich mit der Vielzahl der Abigaben und der erhebenden Stellen ver- j inehrt haben". Diese„Nachteile" wirken sich so aus. dass die Steuernach- Fässe zugunsten von Kleinbetrieben sich als eitel Bluff erweisen, weil der„Hilfsfiskus" ihnen mehr abnimmt, als der Fiskus ihnen nachlüssl. Das wird von der ,, Bank" mit einem aufschlussreichen Beispiel illustriert, das zeigt, dass im Dritten Reich auch die kümmerlichsten Existenzen vom ,, Hilfsfiskus" nicht verschont werden. ,, Die Bank" schreibt: ,, Bis zur Realsteuerreform wurden in mit Nach dem neuen Reichsgewerbesteuergebetreibender, im Nebenberuf mit einer mowurde lich 55 Reichsmark aus zwei verschiedenen gewerblichen Nebenbetrieben festgestellt, dass zwar die Gewerbesteuer, die jährlich nur wenige Mark betrug, nunmehr wegfällt, dass dafür aber der glücklich Steuerfreie an zwei verschiedene em Ein Hitlerdiplomat Man schreibt uns: vor dem Baron Georg von Potters Nutzniesser fu T li K F mit au se ur dc Gi de ge fin ne Sc di Ae sta tio un od in du Bea bez Ja len nac U nis tet bla und Ausbeuter chen und schroffen Formen abgelehnt. Da-| Mission nach ,, oben" wiederaufnehmen. Er Wenn eine Waffenschiebungs-, Hochver- bei passierte es ihm regelmässig, dass er wollte Mussolini selbst sprechen und bat Württemberg nach dem Gewerbesteuergesetz rats- und Sprengstoffaffäre von internatio- ein Argument für den Antisemitismus gel- Neurath, damals Botschafter in Rom, um von 1928 auch die Kleinstbetriebe nalem Format aufgedeckt wird, so taucht tend machte, welches die Italiener gegen Vermittlung. Neurath hielt Hitler für einen niedrigen Sätzen zur Gemeindegewerbe- neuerdings in irgendwelchen Zusammen- seine Berechtigung anführen: die ziffern- ausgemachten Narren und er äusserte ziemsteuer herangezogen, da es praktisch eine hängen der Name Georg von Potters auf. mässig hohe Beteiligung der Juden an so- lich ungeniert seine Ansicht. Er lehnte die Freigrenze nicht gab. Begründet wurde Es gelang Potters, Der Mensch hat seine unsaubere Hand im zial wichtigen Fähigkeiten mit leitendem Vermittlung ab. dies damit, dass aus erzieherischen GrünSpiele der Cagoulards gehabt; er wusste Rang. Potters mochte in die Versammlung Farinazzi, dem ehemaligen Generalsekretär den grundsätzlich jeder zur Tragung der rechtzeitig zu fliehen. Der Mensch hätte à la Hitler- Streicher hineinbrüllen:„, Ueber der faschistischen Partei, bekannt zu werLasten der engsten örtlichen Gemeinschaft, sich neben dem Boris Toedtli all ist Judas Macht zu spüren." Der Ita- den. Farinazzi gehört zu den wenigen Itader Gemeinde, wenn auch in ganz bescheide- Schweizer Gericht wegen Spionage und liener gibt das zu, aber er denkt das so: lienern, die damals schon etwas für den nem Masse, mit herangezogen werden soll. Waffenlieferung aus Deutschland mit ein" Wir haben unter elf Generälen fünf jüdi- Antisemitismus übrig hatten. Heute ist er paar Spiessgesellen verantworten sollen; er sche; wir haben grosse Gelehrte, viele ju- sein Vorkämpfer. Trotzdem, Potter's wurde setz sind diese Betriebe steuerfrei. In einem ist entkommen. Er hat Hitler seinerzeit dische mit an der Spitze; unter unseren nur vom Innenminister Da Finzi, nicht von Einzelfall- kriegsbeschädigter Kleingewer- gleich nach der Preisgabe des Widerstandes Künstlern gibt es jüdische in Masse, im Mussolini selbst, empfangen. Nun begann Potters die arische Theorie anch natlichen Reineinnahme von durchschnitt- gegen die Ruhrbesetzung zum Putsch ver- Kommerz und in der Verwaltung spielen Chamberlain, Dinter, Stapel, leiten wollen, aber er ist gegen die anderen iüdische Männer mit beachtlichen Leistun- frei Ratgeber unterlegen und Hitler machte sei- gen Hauptrollen. Und das Volk, das uns Klagges zu entwickeln. Was die Arier, ihr nen Bierkelleraufstand erst zwei Monate diese Dienste erweist, sollen wir hassen?" ,, Hauptstamm" die Germanen besonders, für später. Für eine Weile war er beim Nazi- Was in Deutschland so verhetzend wirkte, prachtvolle Kerle, was die Semiten für eroberhäuptling etwas in Ungnade gefallen hat in Italien seine Wirkung völlig ver- bärmliche und Hitler ,, verbannte" ihn nach Italien. fehlt. Darüber war Potters, ein fanatischer seien, darüber wurde er unendlich redselig. Da Finzi hörte sich den Redner Auf diese Weise entging er dem ,, Hochver- Antisemit, totunglücklich. grosse Reichsverbände als Zwangsmitglied ratsverfahren", das später über Ludendorff, Auch ,, oben" war der Antisemitismus lange geduldig an. Dann gestattete er sich aus seinem Zwergeinkommen nicht weniger Hitler und Genossen erging und mit lä- schlecht angeschrieben. Ein Priester hatte die Einwendung:„ Ich will ja glauben, dass als 2 mal 12 gleich 24 Reichsmark Verbandsbeiträge jährlich zu zahlen hat, min- cherlichen Freisprüchen oder Bestrafungen die Weisen von Zion" destens das Fünffache seiner früheren Gewerbesteuer! Dabei ist diesem Volksgenos- Nach Italien bekam er seine besondere ehrte liess sich den Uebersetzer kommen wunderung und das wird wohl daher komMission mit. Er sollte den Antisemitismus und es entwickelte sich etwa folgender men, weil ich selber der semitischen Aussen wie wohl noch manch anderem beuter- und Nutzniesser- Rasse Dialog: noch nicht einmal aufgegangen, welchen dort populär machen und in die faschistiNutzen ihm als Kleinstgewerbetreibenden sche Staatsraison hineinbugsieren. RednerMussolini: ,, Glauben Sie daran, was Sie Ich kann darüber aber doch nicht so uner spricht ausgezeichnet da übersetzt haben?" auf einem württembergischen Dorf das gabe besitzt er, glücklich sein, wie Sie es wahrscheinlich Vorhandensein der beiden grossen Reichs- italienisch und auf Diplomatie versteht haben wollen, denn ich bin der Meinung, verbände in Berlin bringt, während er frü- sich der ehemalige Generalkonsul des kaidass die beiden, der Arier wie der Semit, her, als er noch über die paar Mark Ge- serlichen Oesterreich gut. so ungefähr von demselben Affen abstamAntisemitismus in Italien populär mameindegewerbesteuer ,, schimpfen durfte", men werden." immerhin einsah, dass ihm ,, seine" Ge- chen ist eine undankbare Aufgabe. Das ita- den Tod hineinkurieren wollen; dass dieEin Reinfall, der Potters die Lust verses Volk ohne Staat und organisierte Macht meinde dafür Schulen baute, Strassen un- lienische Volk hat kein ethnologisches darb, in Italien Antisemitismus hochzudie Weltherrschaft anstrebt?" terhielt usw." Ueberheblichkeitsgefühl. Es tut sich viel bringen. Wo immer er aber später intriPriester: ,, Im Grunde ist es so." gierte, konspirierte, Attentate vorbereitete, Früher durften die Kleingewerbetrei- darauf zugute, dass es viele Volksstämme Mussolini hat den Mann auf 1,5 Jahre ins Hochverratsdelikte inszenierte, die antisebenden auf die hohen Steuern schimp- eingegliedert hat und fragt nicht nach deren Herkunft. Ausserdem ist das Verhält- Narrenhaus bringen lassen. Ludendorff hat mitische Beigabe fehlte nie. Jetzt soll Potfen, aber auch erfahren, wozu sie ver- nis von jüdischen und anderen Italienern ihm das lange nachgetragen, Hitler kam ters wieder in den diplomatischen Dienst wendet werden. Heute dürfen sie weder etwa wie 1 zu 1000. Potters hat in vielen darüber hinweg. Nachdem Hitler seine fi- gegangen sein. Nach dieser Vergangenheit das eine noch das andere. Dafür dürfen Versammlungen die antisemitische Note dele Festungshaft angetreten hatte Hitler auch vollamtlich gut endete. ins Italienische Ihre Arier, Ihre Germanen zu allererst, übersetzt und die Schrift mit einem Vor- grossartige Menschen sind; mir fehlt aber wort Mussolini gewidmet. Der also Be- das Organ für Ihre uneingeschränkte BePriester: ,, Selbstverständlich." Mussolini: ,, Sie glauben also, dass jüdische Aerzte ihre christlichen Patienten in März kann ihn sie' des erhebenden Gefühls teilhaftig hineinklingen lassen, er wurde in höfli- 1924 musste Potters die antisemitische brauchen. sein, für die Kriegsvorbereitung zunächst ihr Gut, später auch ihr Blut hingeben zu dürfen. G. A. F. tember 1937 betreffend Richtlinien für die Verladung und Beförderung von Tieren. Das germanische Gemüt ,, Darin wird unter anderem hervorgehoben, Durch die Weltpresse ist die Nachricht gedass die Eisenbahnbeförderung altersschwacher oder gebrechlicher gangen, dass deutsche SA- Leute 150 burPferde eine tierquälerische Handlung Handlung genländische Juden auf einer mitten in der bedeutet und deshalb zu unterlassen ist." Donau stehenden schmalen Kaimauer ausAllerdings scheint die Hitlerjugend mit gesetzt haben, wo sie durch tschechische Staatsbürger gerettet worden sind. dem Reichsminister des Inneren nicht eiUnter den Hilflosen war unter ner Meinung zu sein, denn der Artikel beanderem richtet: eine kranke Frau, die alsbald ins Krankenhaus gebracht werden musste. Greise und Kinder waren bei der Gruppe. von Unterdessen beschäftigt sich Ministerialrat F. Grau in der Zeitschrift der Akademie für deutsches Recht 1938 S. 193 mit dem in Deutschland so ausserordentlich beliebten Thema des Tierschutzes. Er teilt die erwähnenswerte Anregung Elsters mit, den Tieren Rechtspersönlichkeit zuzusprechen, mindestens den Haustieren. Weiter erzählt er von dem lobenswerten Erlass Erlass des Reichsministeriums des Innern vom 9. Sepangehöre. sind, um die Geschlossenheit der Hitler-| mittel in den deutschen Schulen verwenjugend zu gewährleisten, fehlt es ganz det wird, eine kleine Rubrik ,, Tierschutz offensichtlich an genügenden Möglich- für Jugend" in seine Veröffentlichungen keiten, der Jugend tierschützerische Geeinfügt. danken näher zu bringen. Von verschiedenen Seiten ist deshalb schon der Vorzur schlag gemacht worden, die Hitlerjugend möge zu ihren sonstigen Erziehungsauf- Die Staatskirche. Eine nationalsozialistigaben auch die Aufklärung der jungen sche ,, Denkschrift Befriedung der deutschen Menschen über Tierschutzfra- evangelischen Kirche" setzt die letzten gen übernehmen. Dies wäre um so er- Schritte auseinander, die ,, den Einfluss der wünschter, als unser heutiger Tierschutz Bekenntnissynode auf das Kirchenvolk echtes nationalsozialistisches Gedankenge te V W IE T fä N was Stuc SO Be ei K sic re als pf ein ne na NS ter de pr de. lic du ha ger da: Eig ruf in ,, K xis l schu nend noch Mögl ,, Die Klagen, dass jugendliche und Kinder Tierquälereien begehen und keinerlei Verständnis für die Schmerzen der Tiere zeigen, wollen nicht verstummen. Man hat den Eindruck, dass der mit dem Erlass des Reichsministers für Möglichkeiten" fehlt, so scheint der Herr Verrechnet. Fürst Starhemberg ist zu Hitler Wissenschaft, Erziehung und Volksbil- Ministerialrat darauf anzuspielen, dass die übergelaufen, um seinen Besitz zu retten. früher bestehenden Tierschutzzeitschriften Der„ Völk. Beobachter" fordert trotzdem dung vom 15. November 1934 verfolgte für die Jugend eingegangen sind ,,, um die die Enteignung des Starhembergschen Be Zweck der Belehrung der Jugend über Geschlossenheit der Hitlerjugend zu den Tierschutz bisher nicht überall erge- sitzes, zu dem 13 Schlösser gehören, da die reicht worden ist... Seitdem die im währleisten". Diesem Uebelstand liesse Starhembergs bei den Protestantenverfol Rahmen der Tierschutzvereine bestehen- sich vielleicht dadurch begegnen, dass der gungen früherer Jahrhunderte protestanti den Jugendverbände aufgehoben worden ,, Stürmer", der anordnungsgemäss als Lehr- schen Bauern Land geraubt hätten. gut enthält und gerade die HJ besonders brechen sollen". In der Praxis ist die evangeeignet wäre, dieses Gedankengut ihren gelische Staatskirche schon da, und bald jugendlichen Angehörigen zu vermitteln." wird der braune Mythos das Christentum Wenn es ,, offensichtlich an genügenden daraus verdrängt haben. nach mehr Kam Pube das ist schei unter unter ,, R Der blaue Blickwürdigen Zeiten und deutete an, was der Nicht etwa mit Denunziation, nein, der sich die Mutter mit der Frage ab, was sie deutsche Arzt in der Sprechstunde alles zu kleine Heuchler wahrt das Gesicht. Er oder ihr Mann versehen oder versündigt Vier Jahre hatten wir uns nicht mehr ge- hören bekommt. Aber ich erfuhr nicht droht nur, er wolle dem Vater einmal so haben, dass der Sohn so entraten konnte. sehen. Nun sass sie mir gegenüber etwas viel mehr, als dass ihr Mann demokrati- nebenbei sagen, dass es nicht gesund sei, Sie gräbt am Stammbaum herum schmaler geworden, an den Schläfen der scher Gesinnung und ihr Sohn ,, auf der wenn man nachts zu laut träume, denn die neue Mode..." und erzählte ei- anderen Seite" sei. Sie schwieg wieder und sah an mir vor usw. usw. Folgen politische Drohungen. erste graue Schimmer niges aus ihren ärztlichen Erfahrungen. Ihr Leiden wich durch die elektrische Die Mutter fürchtet ein solches Gespräch bei. In ihrem schmalen Gesicht malten ,, Sie wundern sich, dass ich noch keine Massage nicht, im Gegenteil, sie klagte zwischen Vater und Sohn, weil sie weiss, sich Verlegenheit, Trauer, Hilflosigkeit. über znehmende Kopfschmerzen. Da wurde dass der Mann dann auch nicht mehr ,, Jetzt schlafe auch ich nicht mehr rich Kinder habe? Die Kindernärrin, nicht ich energisch: entweder alle Schmerzen schläft. Der Sohn kennt die Angst. der tig. Komisch, nicht? Die Aerztin, die wahr? Ja, diese Sehnsucht habe ich mir rund heraus sagen oder niemand kann Mutter. Fünfzehnjährige haben ja die Schlaflosigkeit heilen soll, verliert darüber etwas abgetragen. Vielleicht hängt das mit Ihnen helfen... Sie erschrack, gab sich schwachen Punkte ihrer Eltern sehr bald ihren Schlaf. Wie bitte? Nein, nicht wegen jener Frau N. zusammen, die wegen Schlafeinen Ruck, begann zu sprechen. Der heraus..." diesem einen Jungen. losigkeit zu mir kam. Eine Zeitkrankheit, fünfzehnjährige Sohn gehörte der Ich sagte Ihnen Hitler- Sie schwieg und trank ihren Kaffee. schon: das alles ist uns nicht neu, das ist in allen Ländern im Ansteigen begriffen, jugend an. Sein Schlafzimmer liegt neben Dann sah sie mich an und nickte in stum- kein seltener Fall. Man wird da von seiner vor allem in Deutschland. Man hat in Stutt- dem der Eltern. Die Fenster beider Schlaf- mer Sprache. Praxis schon etwas abgehärtet. Aber die gart deshalb ein Institut gegründet, das spe- zimmer stehen den grössten Teil des Jah- ,, Und Sie? Was haben Sie der Frau ge- Mutter hat da etwas noch Schwereres an zielle Heilmethoden gegen Schlaflosigkeit res offen. Der Vater träumt lebhaft und raten?" fragte ich nach einer Pause. gerührt. Sie fragt: Wie ist das möglich? entwickeln soll. In hartnäckigen Fällen ist spricht im Schlafe. Im Traume entladen ,, Was soll man da raten? Solche Fälle Was haben wir versündigt? Wie kann sol das beste noch immer die Psychotherapie, sich Bedrängungen und Verdrängungen sind ja heute bei uns leider nicht selten che Bösartigkeit plötzlich in Kinder fah mit der man hinter die seelischen Ursachen des Alltags. Auch in Worten. Der Sohn nun und man steht als Aerztin hilflos davor. ren, die bis dahin gutartig waren?! Darauf will gehört haben, wie sein träumender Ich habe versucht, die Sache zu bagatel- finde ich keine rechte Antwort, wenn Es war schwer, jene Frau zum Reden zu Vater das Hitlerregime in den tollsten Aus- lisieren, aber da gerät man natürlich in ehrlich sein soll... Die jetzige Umgebung bringen. Sie hatte offenbar auf medizi- drücken beschimpft habe. Sagt ich Ihnen Verlegenheitsphrasen, denn der Fall ist ja des Jungen, das Milieu, meinen Sie? Ja nische Mittel oder auf elektrische Behand- schon: der Vater ist ein Beamter, der we- unheilbar, solange der Junge droht ,,, dem das kann man sagen. Wenn das jedoch lung gehofft, aber das erschien zwecklos, gen seiner Gesinnung dauernd zurückge- Vater alles zu sagen". Man müsste mit dem richtig wäre, dann wäre es grauenhaft. Ein denn man sah ihr die seelische Verstörung setzt wird. Jungen reden. Einmal habe ich ihn gese- harmloses Kind kann in wenigen Jahren so auf den ersten Blick an. Ich war auf ir- Der Sohn, ein Frühaufsteher, muss die hen. Ein offenes, klares Gesicht, nichts entarten, ein Verräter seiner Eltern, ein gend welche Drangsalierungen gefasst, die Schimpfereien entweder vom Fenster oder Hinterhältiges, Gemeines zu erkennen. Was kleiner politischer Erpresser werden? Das sie gesehen, von denen sie gehört oder die von der Tür her abgehört haben. Einige soll man da tun? Hier ist die Medizin zu- Elternhaus gehört ja schliesslich auch zum sie erlebt: Schindereien durch die Gestapo, Tage später hat er der Mutter merken las ende und beginnt die Politik. Es gäbe eine Milieu, und das war gut. Man hat doch et Drohung mit Denunziation, Erpressung, sen, was er wusste. Es stimmte leider, denn politische Diskussion. Aber wer von uns was Menschenkenntnis. Der Vater hat mi die allgemeine persönliche Unsicherheit, die Mutter ist durch die nächtlichen Phan- kann sich heute mit solch einem Jungen seiner politischen Gesinnung dem aufgespeicherte Wut, die sich nicht entla- asierereien ihres Mannes mehrfach auf auf solchen Disput einlassen, ohne Gefahr immerhin das Beispiel eines nicht alltägli den kann, weil sie sich nicht einmal mit gewacht und kennt also den Refrain unge- zu laufen, dass einem die Praxis geschlos- chen, aufrechten Charakters gegeben. Worten heraus traut. Das alles gehört ja fähr. Seitdem hat der Sohn einen Trumpf sen wird?! Der Kummer der Mutter dieser günstigen Umgebung ist der Junge heute bei uns zu den häufigsten Ursachen in der Hand, den er gegen die Mutter zu liegt ausserdem tiefer. Nach ihrer Schilde- aufgewachsen. Und dann kann plötzlich der nervösen Erkrankungen. Darum ver- kleinen Erpressungen ausnützt. Sie muss rung war der Junge noch vor Jahren ein diese gemeine Wendung kommen?" sucht der tüchtige Arzt zuerst, auch poli- ihm heimlich mehr Taschengeld geben, gutartiges Kind, offen, aufgeschlossen, Sie tisch das Vertrauen des Patienten zu er- muss seine Ungezogenheiten des Leidens zu kommen sucht. ich Aber nicht Fälle Pube über an: ständ für E neuer Alles Ich chara Prop: Kopf. ,, Ne Frau kann Die F wie s auch und 1 zugeh lioner durch Gesell tioner chen rasch einem Vorre lichke Unter Wehr Sohn In heftet ihre grossen, grauen Augen übersehen, ohne Bösartigkeit. Eltern und Sohn kamen fragend auf mich. Die Situation hatte sich trischen Massage zu, sprach von den merk- Tritt sie dem Jungen entgegen, so droht er. liche kleine Kameradschaft... Jetzt quält ich sollte der Seelenarzt sein. Ich suchte langen. Ich redete ihr also bei der elek- kurz, sie hat die Direktion völlig verloren. gut miteinander aus. Es war eine ordent- verschoben. Ein Patient sass vor mir und 1 T e 1, r r r er h 5.S st, er emSe. nch g it, merzurite, seotnst eit gut enutz gen t istider ten der volk anbald tum itler ten. dem Bedie rfolanti; sie digt inte. sist vor alten t. richdie über egen hnen s ist einer die ; an lich? solfaharauf ich bung ? Ja, doch . Ein en so ein Das zum : h etDie weibliche Ersatzreserve Deutsche Akademikerinnen in Kriegserwartung Wenn auch der vor Hitlers Machtergrei- im zweiten Jahr der volkspflegerischen Lehranstalten, in den staatlichen Kliniken fung verkündete Grundsatz:„ Frauen, zu- Lehrzeit entgegenkommend" ein Taschen- und Krankenhäusern dahin gebracht werrück ins Haus!" von den Nationalsozia- geld bewilligt wird. Mehr als ein Taschen- den, ihre frauenfeindliche Einstellung auflisten preisgegeben wurde, sobald die geld bestimmt nicht, Vater muss weiter zugeben? Und wenn sie nicht dahin geKriegswirtschaft aller verfügbaren Männer-, zahlen. von bracht werden können sie haben die der Juristin offen stehen. Auch die Juristin findet genügend Berufsmöglichkeiten bei NS- Organisationen. Wichtig ist, dass sich die Juristin nicht nur auf ihre juristischen Kenntnisse und ein gutes Examen beschränkt, sondern dass sie sich auch sozial- pädagogische Kenntnisse aneignet, und dass es sich hier um politische Menschen handelt, die einmal fähig sind, in der politischen Arbeit der verschiedenen Organsationen- zu stehen." Nun aber lässt die ,, Beauftragte für Wissenschaft und Facherziehung" allen Spass beiseite und wird ganz deutlich: ,, In gleicher Weise ergeben sich auch Berufsmöglichkeiten für die Naturwissenschaftlerin, auch dann, wenn sie sich nicht dem höheren Lehramt zuwendet. Tüchtige Chemikerinnen und Physikerinnen, auch Mathematikerinnen, werden von der Industrie angestellt; stark gesucht sind zur Zeit Pharmazeutinnen. Unbestritten war immer die Arbeit der Medizinerin, deren Aufgabe heute vor allem auf dem Gebiete der Gesundheitsführung liegen. Hier ist in erster Linie die Arbeit der NSV- Aerztin zu nennen... Frauen und Kinderhände bedurfte, wenn Kein Wunder, dass diese prächtigen Möglichkeit, etwaige Anregungen von oben auch gegenwärtig Frauen aller Altersklas- Aussichten viele Abiturientinnen vom Stu- zu sabotieren wo bringt man dann die sen in den Fabriken, auf den Baustellen dium abschrecken. Die„ Oberschule für Akademikerinnen- Reserve unter, bis der und Feldern harte Arbeit leisten, so hatte Mädchen" ist auch garnicht darauf einge- Führer zu den Waffen ruft und alle, alle doch ein anderer Befehl bis vor kurzem richtet, die Mehrzahl der Schülerinnen an kommen? Es gibt nur einen Weg. Da die genügend Während staatlichen Stellen die Aufnahme verweiGültigkeit, der Befehl: ,, Frauen hinaus aus die Universität heranzuführen. den akademischen Berufen!" Obgleich es die Jungen zwischen Oberschule und Gym- gern, muss der Parteiapparat herhalten. gerade an akademischem Nachwuchs emp- nasium zu wählen haben, kennt das Mäd- Wenn schon zwei komplette Beamtenapfindlich mangelt, konnte der Konkurrenz- chenschulwesen nur eine Form der höhe- parate bezahlt werden, kommt es auf ein neid in dieser Sphäre nicht so rasch zum ren Schule. Koedukation ist grundsätzlich paar hundert neugeschaffene Posten nicht Schweigen gebracht werden. Die Juristin, ausgeschlossen. Während die Jungen ent- an, zumal man die Parteibeamtinnen, für die Volkswirtin, die Philologin, selbst die weder die mathematisch- naturwissen- die kein ordentlicher Tarif existiert, entAerztin hat noch heute wenig Aussicht, im schaftliche oder die fremdsprachliche sprechend schlechter besolden kann. staatlichen Dienst unterzukommen. Die na- Klasse der Oberschule besuchen dürfen, Seit einiger Zeit werden in der dirigiertionalsozialistischen Kollegen halten es für hat die Oberschule für Mädchen nur eine ten Presse zahlreiche Artikel veröffentunter ihrer Würde, Frauen als Mitarbeiter hauswirtschaftliche und eine sprachliche licht, die den jungen Akademikerinnen dieoder gar als Vorgesetzte in ihren Aemtern, Abteilung mit Englisch von der ersten und sen ,, Dienst am Volke" schmackhaft maChemikerinnen und Aerztinnen an die in den Schulen und Krankenhäusern zu einer zweiten Fremdsprache der chen sollen. Da liest man z. B. in der na- Front! Uebrigens war die Arbeit der Medulden. Deshalb werden die gehobenen sechsten ab.( Die Jungen lernen von der tionalsozialistischen Parteizeitschrift ,, Die dizinerin bisher durchaus nicht ,, unbestritBeamtenberufe schlicht als„, unweiblich" ersten Klasse ab Latein, von der dritten Bewegung": bezeichnet. Deshalb musste das letzte Klasse ab englisch, von der sechsten Klasse Jahrbuch der Lehrer der höheren Schu- ab eine weitere neue Sprache nach Wahl). len", das bitter über die Lücke im Lehrer- Unterricht in Griechisch, wie er im Gymnachwuchs klagte, gleichzeitig zugeben: nasium erteilt wird, und eine mathema,, Ungünstig liegen noch heute die Verhält- tisch- naturwissenschaftliche Klasse nisse der Philologinnen". Deshalb antwor- für die Mädchen überhaupt nicht vorgetet der ,, Sozialdienst" des„ Berliner Tage- sehen. Dafür müssen aber auch solche Abi- weibliche Jugend und der BDM. haben dete und praktisch geschulte Kräfte für blattes"( Nr. 121) einem besorgten Vater: turientinnen, die sich nicht für die haus- Sorge um den Nachwuchs an geeigneten den Kriegsfall nicht entbehrt werden kön,, Ihre Tochter ist gerade Assessorin wirtschaftiche Form der Oberschule entdie Aufgaben der Schulung und Erzie- Man wundere sich nicht, wenn künftig geworden und sucht nach einem geeigne- scheiden, nach Beendigung der Schulzeit hung." in allen illustrierten Zeitschriften des Dritten Arbeitsgebiet. Eine materielle Lebens- eine hauswirtschaftliche Prüfung ablegen, Und die ,, Beauftragte für Wissenschaft ten Reiches ansprechende, blonde Bildchen versicherung durch selbständige An- die keine geringen Anforderungen stellt. waltspraxis oder als Richterin erscheint Nur die Zahl der Turnstunden ist bei Bur- und Facherziehung im Amt Studentinnen auftauchen:„ Fräulein Doktor bei der ArIhnen nicht gegeben. Sie haben in der schen und Mädchen die gleiche: fünf Stun- der Reichsstudentenführung" Anna Kotten- beit" ,, Die junge Akademikerin Tat recht, wenn Sie diese mehr männli- den wöchentlich. hoff äussert sich in der Tagespresse: che Berufsausübung nur in Ausnahmefällen als für Frauen passend halten." sind Die deutsche Oberschule für Mädchen soll nicht zum Studium hinführen, sondern Deshalb wird auch. Nun aber folgt eine praktische Anregung, davon abschrecken. was das Mädchen nach etwa sechsjährigem die Mär von der„ Unweiblichkeit" fast alStudium beginnen könne: ler akademischen Berufe schon den Acht,, Es dürfte Ihnen bekannt sein, dass alle und Neunjährigen aufgetischt. Sozialen, das heisst volkspflegerischen Aber die Dinge liegen nicht so einfach, Berufe, jetzt mehr denn je Mangel an ge- wie es auf den ersten Blick scheinen mag. eigneten, geschulten und berufenen Kräften aufweisen. Diese Lücke dürfte Deutschland rüstet zum Krieg, und die Orsich in absehbarer Zeit auch noch nicht ganisatoren wissen genau, wie nötig im weiblicher Unser Rat geht Kriegsfall eine Reservearmee restlos füllen lassen. ten". Vielmehr weigern sich zahlreiche na,, Die NSV. beispielsweise braucht an tionalsozialistische Chefärzte an den Kliihren Volkspflegerinnenseminaren und niken und Krankenhäusern noch heute, an ihren sozialpädagogischen Schulen mit weiblichen Assistenzärzten zusammen Lehrkräfte mit abgeschlossenem Philolo- zu arbeiten. Unbestritten ist die Aufgabe gie- Studium; ihr Bedarf ist zur Zeit lange der Medizinerin nur insofern, als ausgebilnicht gedeckt. Der Arbeitsdienst für die Kräften für die kulturelle Arbeit und nen. usw. im Dienst für Volk und Staat" ,, Die deut,, Die Nachfrage nach männlichen und sche Frau als Volkswirtin" Diese weiblichen Arbeitskräften hat auch die Reklame hat mit den nationalsozialistischen Frage nach dem Frauenberuf und damit Grundsätzen nichts zu tun. Die Zehnkinnach dem Frauenstudium einer gesun- der- Mutter, deren geistiger Horizont über den, wirklichkeitsgebundenen Betrach- Kammer, Küche, Keller nicht hinausreicht, tung unterstellt." bleibt auch künftig das Ideal. Aber selbst ,, Gerade beim Frauenstudium sind die die Ideale unterliegen dem Kriegsreglement. Wirkungen eines jahrelangen Misstrauens gegen die Frauenberufstätigkeit nicht ohne weiteres auszuschalten. Die Ansicht, dass das Hochschulstudium für Frauen aussichtslos ist, weil angeblich akademischen Berufsmöglichkeiten also dahin: Die Jungjuristin mit volks- Akademiker gebraucht wird. Sie sehen mit In der nationalsozialistischen Presse erFrau weitestgehend verschlossen pflegerischen Neigungen wende sich an Sorge, dass diese Reserve bis heute fehlt sind, beherrscht auch heute noch in scheinen häufig Gedichte unter dem Pseueine der in den meisten Gauen vertrete- und dass die Zahl der Studentinnen weiter nen Volkspflegeschulen( Wohlfahrtssemi- abnimmt. Deshalb beginnt man in neuerer grossem Masse die öffentliche Meinung." donym ,, Haho". Ein Buch dieses Autors nare), oder an die örtliche Leitung der Die ,, öffentliche Meinung" hat zwar heute( Gezähmte Wespen") wird als Blüte brauNS.- Volkswohlfahrt, oder an die Vertre- Zeit, das Steuer herumzuwerfen und in noch recht, aber die„ gesunde, wirklich- ner Poesie weithin empfohlen. Im Lande terin des Deutschen Frauenwerks mit auffallender Weise für das Frauenstudium keitsgebundene" Kriegswirtschaft weiss der ,, freiesten Demokratie aller Zeiten" der Bitte um Nachweis des kürzesten und zu werben. Nur bis zu den Schulleuten ist praktischsten Weges zur Einführung in der Schrei nach studierten weiblichen die der sich zu helfen: den Dienst als Volkspflegerin. Die gesetz- Hilfskräften noch nicht vorgedrungen. Sie lichen dankbares Arbeitsfeld in der kulturellen Bestimmungen über die Ausbil- halten noch bei der gestrigen Parole, wie dung der Volkspflegerin sind locker ge- das im Bereich der deutschen Ueberorgahalten und ministerielle Sonderregelun- nisation, wo ein Amt nicht weiss, was das gen vorgesehen, so dass zu erwarten ist, dass Ihre Tochter bei wirklicher sozialer andere tut, so üblich ist. Es ergibt sich das Eignung kurzfristig die zusätzliche Be- erheiternde Bild, dass die Schulbehörden rufsschulung erhalten kann, um alsbald die Absichten der Vierjahresplan- Führer in die Praxis zu gelangen." sabotieren, ohne es zu wissen und zu wol» Kurzfristig", das bedeutet, wie die Pra- len. Man wird sie Mores lehren, sobald man xis lehrt, mindestens ein Jahr Volkspflege- Zeit dazu hat. schule, mindestens ein Jahr Hospitantin- Vorläufig hat man anderes zu tun. Man nendienst und wenn irgend angängig zerbricht sich den Kopf über eine hochnoch ein Jahr Säuglingspflegekursus dazu. wichtige Frage. Wie sollen die NationalsoMöglich, dass dem Fräulein Doktor bereits zialisten in den Gerichten, in den höheren' ,, Unsere Philologinnen finden ein Arbeit der NS- Organisationen: im Deutschen Frauenwerk, in der DAF, im BdM. Die Volkswirtin findet praktische Einals Sachbearbeiterin satzmöglichkeiten in den Sozial- und Wirtschaftsabteilungen der NS- Organisationen, insbesondere in der Abteilung Volkswirtschaft Hauswirtschaft des Deutschen Frauenwerks und darüber hinaus auch bei Befähigung die Möglichkeit, an leitender Stelle in der Verwaltung der Organisationen zu stehen.. Anzeige bei der Gestapo widmet dieser Haho denjenigen, die beim jüngsten Plebiszit den Mut zum Nein hatten, folgende Verse: ,, Doch wer das Gesindel kennt, Von dem kaum ein halb Prozent Weiss, dass diese Lumpen eben Ohne ihr Gewissen leben! Ob sie Meckerer, ob nur Kritikaster von Natur Heute, morgen und auch später Sind für uns sie: Volksverräter!" Nach Haho tragen diese Lumpen Besondere Unklarheit herrscht, immer Volksverräter bereits das„ Kainsmal". Da über die Berufsmöglichkeiten, die heute ist die Gestapo nicht weit. nach einer Erklärung. ,, Man müsste da bis zum Fanatismus? Und heute? Eine Ju-| Hier walten Geheimnisse der Natur, die] mehr wissen", sagte ich. ,, Man müsste die gend, die der hemmungslosesten Beschimp- mich gruseln machen. Ich habe so gern Kameraden des Jungen kennen, in den fung Wehrloser zujubelt; eine Jugend, für Kinder gewollt. Heute fürchte ich mich daPubertätsjahren ist das manchmal ent- die auch Ritterlichkeit eine lächerliche vor..." Scheidender als das Elternhaus. Ausserdem Angelegenheit geworden ist, gut genug, um Wir schwiegen und hingen unsern Geunterliegen Knaben in diesen Jahren mit- von ihren Führern bei Paraden miss- danken nach. M. B. unter seltsamen Verwirrungen." Aber auch diese nicht aus. Fälle, über an: Alles Ich Erwägungen ohne und schaffene Raumgefühl, das die Autobahnen entstehen liess, nun ohne Kompromisse aus... Jetzt beginnt die Zeit der wirklichen Grosstadt.( ,, Berliner Tageblatt" 1938 Nr. 171-72). Weil der Führer schon aus Sicherheitsgründen Berlin nur noch vom eiligst dahinsausenden Auto her kennt, her geschaffen werden. Das leuchtet ein. Zwischen dem siegreichen Marsch nach Wien und der nächsten„ Ueberraschung" Die Siegessäule also wird den im Auto die Zeit der Ueberraschungen ist be- bieten und dadurch ihren Sinn" bekomHerangleitenden einen ,, Halt im Raum". kanntlich vorbei wird Deutschland men. Solange sie den nicht hatte, war Berlin ein Dorf. Jetzt aber beginnt die Zeit der wirklichen Grosstadt und damit geht ein alter Lieblingsplan des Führers in Erfüllung. Es ist eine grosse Zeit, in der wir leben. schnell wieder mal ein bisschen ,, architektonisch erneuert". Der Führer will es so, Diesmal ist Berlin an der Reihe, das bisbraucht zu werden. Eine Jugend, die keiRichtig. Habe ich mir alles gesagt. nen Sinn hat für Wahrheit, Gerechtigkeit, reichen aufrechte, unbestechliche Gesinnung. Es ist Siegessäule- etwas verrückt musste das neue Raumgefühl" vom Auto ähnliche kein Wunder, dass dieser Jugend ein SchilIch kenne andere dabei handelte es sich nicht um ler nichts mehr bedeutet." Pubertätswirren. Die Jungen waren dar,, Es gibt auch eine andere Jugend", warf hinaus. Sehen Sie sich diese Jugend ich ein. ,, Sie kann sich bei Ihnen daheim Tugenden, die früher als selbstver- nur nicht öffentlich hervorwagen, ständliche Ideale der Jungen galten da- Selbstmord zu begehen." für hat heute ein beträchtlicher Teil der ,, Ja, die gibt es. Aber die andere! Wie neuen Generation nur Lächeln oder Hohn, zahlreich ist die. Ich weiss: das andere, her das Glück hatte, vom ,, Bauwillen" des die Menschheitsideale, das kommt wieder. Gottgesandten relativ stiefmütterlich beunwiderstehlich, mit der stürmenden Kraft handelt zu werden. Grosse Kunsttaten steredete etwas vom braunen Rundfunk, eines uralten rauschenden Mythos. Dass hen jetzt an der Spree bevor. Zum Beispiel: charakterloser Presse, Sie schüttelte traurig den jedoch dies möglich war, diese rasche Zer- die Siegessäule wird erstens höher und zweitens verrückt, um ein ter Mithilfe jugendlicher Massen! Man kann paar hundert Meter. Vom Königsplatz zum auch sagen Massenerkrankung, Irrwahn, Grossen Stern. Es handelt sich hier Aber nen alten Lieblingsplan des Führers." Na- folgendem nur das neue Milieu?" Propaganda. Kopf. demoralisierender Nein, reicht alles nicht. Wenn eine zugehören trampelung aller menschlichen Werte, un- 6,5 Meter um verTheaterspitzel Das ,, St. Galler Tagblatt" berichtet: ,, Wir fühlen uns der Bürgerschaft gegenVorkommnis Kenntnis zu geFrau einmal anfängt, darüber zu grübeln, Sie können alle Erklärungen der Psycho- sichern die braunen Schreiberum ,, ei- über verpflichtet, der Oeffentlichkeit von Die Frau hat ja diese Menschheit geboren, dieser Mensch ist doch von Generationen türlich. Wo immer in Deutschland ein Mu- ben: Herr Otto Kintzl, Operettentenor am wie sie ist, nicht wahr? Also ist die Frau geboren, die noch gesund waren. Nun mar- seum oder sonstwas gebaut oder eine alte Theater, hatte ein Engagement nach Osnaund Frau können einer anständigen Welt liche Mutter hinweg und lacht dabei über Lieblingsplan auch eine Quelle dieses Ungeistes. Mann schiert er mit kaltem Lächeln über die leib Kitschsäule umplaziert wird, geht ein alter brück. Dieser Tage erhielt er von der dortides Führers endlich der gen Direktion die telephonische Mitteilung, und in den Kindern, in Mil- die ,, verkalkte Welt" von ehedem. Das glorreichen Erfüllung entgegen. Das ,, Ber- das Stadttheater Osnabrück betrachte den untergehende Gesicht, das keinerlei Zeichen von Ver- durch die Verrückung der Siegessäule und Ankleideraum des St. Galler Stadttheaters überall, gut. Aber wie kann das sol- aufweist, mit blauem Blick und offenem Berliner Stadtbildes werde Berlin nun end- Konversation im St. Galler Theater sei dem andere ,, Neugestaltungen" des sich ,, deutschfeindlich" geäussert habe. Die bitte, was wohl? eine Gross- Theater in Osnabrück durch das hiesige deutsche Konsulat bestätigt worden. t mil Sohn ItägliIn Junge tzlich Augen sich ⚫ und uchte tionen lionen Kindern bricht der rohe Barbar hin- Schlimmste: sie lächeln darüber mit einem liner Tageblatt" aber erklärt reinweg, Vertrag als gelöst, weil er, Herr Kintzl, im durch? Weltkrieg, Krisen, Gesellschaftsordnungen, Miasmen, Infek- wahrlosung oder bösartiger Pathologie ein paar chen Massen scheinbar normaler Kinder so klaren Gesicht, in das die Natur keine lich eine rasch zum Verhängnis werden? Hat es seit Warnungszeichen gelegt hat, die für uns stadt werden: Vorrecht der Jugend gegolten, für Ritter- Antlitz scheinbar gesunder junger Meneinem Jahrtausend nicht immer als ein erkennbar wären. Sehen Sie, dies normale lichkeit, Wahrheitsliebe, Freiheit, Unterdrückung und Malträtierung gegen schen, die in Massen und hohnlachend alles des preisgeben, was der Jugend früherer Zeiten Wehrlosen und Unterlegenen zu kämpfen heilig war dies ist das Erschreckendste. ,, Sie( die Siegessäule) wird ein Raum- Es handelt sich also um eine Denunziaakzent, bekommt ihren Sinn als Halt im Raum für die von beiden Seiten im Auto tion, um einen klaren Spitzelfall. Die UnHerangleitenden... Zum ersten Mal tersuchung ist hier bereits amtlich aufgewirkt sich das Neue vom Auto her ge- nommen worden." Das Antreiberlohnsystem il lich werden Angehörige der Werkscharen übertariflich entlohnt. Ein anderes besonders agitatorisch mehr zum bringen und W di du mo tur WO tur Sch Dr. lei Ka übe him kat Der der eine getr Bise Spa Aufbau des Leistungsprinzips/ Abbau des Lohnniveaus baufgemachtes Mittel zur Akkord- Drükkerei sind die sogenannten ReichsbeDas Statistische Reichsamt veröffent- haltsbemessung handelt. Der nächste schlechtert werden. Der Arbeiter hat rufswettkämpfe. So wurden kürzlich in licht auf Grund seiner Lohnsummensta- Schritt zum Lohnabbau war die Verlän- bei sinkenden Akkordsätzen das ver- den Reichsbahnreparaturwerkstätten tistik eine Berechnung, wonach seit gerung der Arbeitszeit. Das letzte Mit- ständliche Bestreben, sein Einkommen 10 Prozent der Belegschaften gezwun1935 der Index der tatsächlichen Ar- tel bildet die Differenzierung der Lohn- auf gleicher Höhe zu halten, d. h. er gen, dieses Manöver mitzumachen. Die beitseinkommen gestiegen sein soll. bedingungen. Ist die Arbeiterschaft schuftet bis zur Erschöpfung. Nun war Sache ist freilich ins Wasser gefallen, Diese Berechnungen reichen bis 1928 schon organisatorisch atomisiert und früher der Akkordabbau noch den Be- da die Teilnehmer es am zweiten Tag zurück, obwohl die frühere statistische ausser stande gesetzt, auch bei erhöhter trieben überlassen, heute werden die vorgezogen hatten, nicht Methode der ermittelten tatsächlichen Arbeitsleistung das Gesamtlohnniveau Tarifordnungen der Treuhänder diesem Wettkampf zu erscheinen. Löhne mit der neuen Methode von er- kollektiv zu steigern, so werden mit der Zwecke dienstbar gemacht. Danach hat Die ,, Deutschland- Berichte" rechneten Lohnsummen bestimmter Be- Differenzierung und Individualisierung bei Meinungsverschiedenheiten der Be- weiter sehr eindruckvolles Material über triebszweige und Arbeitergruppen eine der Arbeitsverhältnisse auch die Inter- triebsführer den Akkord nachzuprüfen, die erheblichen Lohneinbussen, die den Vergleichsmöglichkeit überhaupt aus- essen der Arbeiter gespalten. Alle Vor- falls keine Einigung erfolgt, zu entschei- Arbeitern durch Rohstoffmangel schliesst. Diese amtliche Propaganda aussetzungen, der Lohnsenkung durch den. Zunächst ist die Akkordbasis ver- Ersatzmaterial erwachsen mussten. Der statistik ist für eine ernsthafte Erfor- gemeinsamen Widerstand zu begegnen, schlechtert durch die Ortsklasseneintei- Materialmangel hat vielfach lange Warschung der Lohnentwicklung im Dritten sind sozial, organisatorisch und auch lung. In einzelnen Tarifordnungen gilt tezeiten eingeschaltet, während der ArReich unbrauchbar geworden. Die Me- psychologisch wesentlich geschwächt. der Hilfsarbeiterlohn als Akkordbasis, beiter nur den Stundenlohn bekommt. thode der Lohnsummenerfassung würde Unter dem Druck der Not wird so dem während früher allgemein die Tarif- Das verschlechterte Material zwingt zu auch bei einer korrekten statistischen einzelnen Arbeiter die Steigerung seiner stundenlöhne die Basis bildeten. Nach Verlangsamung des Arbeitstempos, der Ermittlung bei der grundlegend ver- Arbeitsleistung als Ausweg aufgezwun- den Tarifordnungen galt der Akkordsatz Akkordarbeiter trägt den Lohnverlust. änderten Lohnpolitik in keiner Weise gen. Im Grunde genommen ist das soge- bisher schon als richtig, wenn die GeDie Darstellung über willkürliche Taein Bild von der wirklichen lohnpoliti- nannte Leistungsprinzip eine Restaurie- folgschaftsgruppe den Akkordrichtsatz rifunterschreitungen, ungeheure Abzüge schen Lage der einzelnen Arbeiter und rung des so viel kritisierten ausgespro- im Durchschnitt verdiente. Der Akkord und sonstigen Lohnverschlechterungen der Berufsgruppen geben können. So- chen liberalen Frühkapitalismus. Der wurde also so errechnet, dass er von runden das Gesamtbild ab. All die Sonlange es in Deutschland noch kollekti- individuelle freie Arbeitsvertrag feiert, einem Teil der Belegschaft nicht erreicht derzuwendungen, wie Weihnachtsgeve Lohnvereinbarungen und verbind- ergänzt durch ein ausgeklügeltes Antrei- wurde. In den neuen Tarifordnungen ist schenke, Bezahlung der Feiertage, Treuliche Tariflöhne gegeben hat, hätte man bersystem, fröhliche Auferstehung. eine weitere Verschärfung eingetreten. prämien usw, die als„ Sozialismus der Die Lohndifferenzierung unter Berücksichtigung der Zahl der erstreckt Es wird ein Prozentsatz von 70 und 80 Tat" bezeichnet werden, sollen Beschäftigten auch bei den Lohnsum- sich auf Stunden- wie auf Stücklöhne. Prozent der Akkordarbeiter festge- Ausgleich für die erhöhten Leistungsmen gewisse Schlüsse auf das tatsäch- Schon in den Tarifordnungen ist bis setzt, die den Akkordrichtsatz erreicht ansprüche darstellen. Sie bilden jedoch liche Arbeitseinkommen ziehen können. zum vollen Stundenlohn eine weite haben müssen, damit die Bedingungen in keiner Weise ein Aequivalent für die Im heutigen Deutschland stehen die Strecke von Abstufungen zurückzule- des Lohntarifs erfüllt sind. Die Einzel- Unterentlohnung, die mit dem geschilSätze der Löhne aus den sogenannten gen. Da sind vor allem die bezirklichen berichte aus allen Teilen Deutschlands derten Antreibersystem Wirklichkeit geTarifordnungen nur auf dem Papier. Lohngebiete nach Ortsklassen zerlegt. zeigen das ganze Ausmass der Akkord- worden ist. einen Riss D auf biet zism Die wirklichen Arbeitsverdienste sind Ihre Vielheit hat mit den Preisunter- schinderei. ,, Wer nicht mitkommt. ,, Es fragt sich allerdings", so schliesst durch ein äusserst kompliziertes System schieden von Gegenden, von Stadt und bleibt auf der Strecke und fliegt bei pas- der Bericht die Betrachtung dieser Ausvon Zu- und Abschlägen bedingt, die be- Land kaum noch etwas zu tun. In der sender Gelegenheit." beutungsmethoden, ob sich nicht auf zur An die Bezieher des ober rung ten sche sche Die tale Einh Wün der chen erste Gross klärt. gegar deuts men gungs betra der M nen feindl zu de Das ter de Ueber Der im dig politis Ge Zu rer in wusst jede kollektive Norm durchbre- Tarifordnung der Maler- und Lackierer- Von den Bauarbeitern wird berichtet, diesem Gebiet schliesslich jene Ermüchen und die rein individuell gestaltete gehilfen für Schlesien ist das Lohnge- dass die wüste Antreiberei sonst ver- dungserscheinungen bemerkbar machen Lohnbemessung schaffen sollen. All biet in nicht weniger als 11 Ortsklassen meidbare Unfälle verursacht. verursacht. Dann müssen, die der seit Jahren überbeanin den Tarifordnungen enthaltenen No- zerlegt. Zwischen der obersten und un- gibts noch Gefahrenzuschläge und Prä- Spruchte staatliche Organismus an anminal- Lohnsätze sind illusorisch gewor- tersten Ortsklasse klafft eine Lohn- mien für vorzeitige Fertigstellung der deren Stellen bereits erkennen lässt." den, weil sich vor allem das Verhältnis spanne von 30 Prozent, Dazu gesellt Bauten. Diese Prämien werden aber zwischen Arbeitsleistung und Lohn in sich die Abstufung nach Altersklassen. nicht ausgezahlt, sondern für Urlaubs- Tagung der„ Deutschen Gesellschaft für Aerzte und Kriegsvorbereitung. Auf der geradezu verhängnisvoller Weise ver Im Bauklempner- Tarif beziehen z. B. reisen mit K. d. F. angesammelt. Chirurgie" forderte Professor Kirschner schoben hat. Die Verschlechterung der Installateure und Klempner, die früher Das Leistungsprinzip" ist in einer dass die Verkehrsverletzten möglichst den Lohnbedingungen aber wird von der 96 Pfennig Stundenlohn hatten, heute Reihe von Klauseln in den Tarifordnun- Universitätskliniken zuzuführen seien, ganzen amtlichen Lohnstatistik bewusst von 84 Pfg. abwärts bis 65 Pfg., in der gen verankert. Entweder der Arbeiter weil ihre Verletzungen Verletzungen den Kriegsver verschwiegen.escalcolon tub untersten Altersklasse 68 Pfg. bis ab- holt das Letzte aus seiner Arbeitskraft letzungen ähneln und ,, die Medizinstuden heute ten Das Regime spricht ständig von Lei- wärts 50 Pfg. Leistungsteigerung heraus oder von heute leicht die Kriegschirurgen in de stungslöhnen, ohne zu sagen, wie sie In der Schuh- und Lederindustrie war aber ès droht ihm die Einreihung in die von morgen sein können." zustande kommen. Es ist das grosse 1932 der Tarifstundenlohn eines gelern- Kategorie der ,, minderleistungsfähigen" mitteilt, werden Briefe, die von Prag nach Briefschnüffler. Wie der Daily Telegraph ..Deutschlandberichte" ten Arbeiters 89 Pfg., im Akkord wurde Arbeiter, d. h. Lohnabbau. So wird auch London gehen, in Deutschland unter Ver der Sozialdemokratischen Partei bis 30 Prozent über dem Tariflohn ver- bei den Stundenarbeitern der Zeitlohn letzung der internationalen Postbestim Deutschlands, in das Dunkel der amtli- dient. Der Durchschnittswochenlohn niedrig gehalten, aber durch Leistungs- mungen geöffnet. chen Statistik hineingeleuchtet zu ha- betrug 55 bis 60 Reichsmark. Im Drit- prämien ergänzt. Im Gegensatz zur taben. Diese Lohnübersichten, die sich auf ten Reich ist der Tariflohn nur noch 75 riflichen Lohnerhöhung kann die Leidie Lohnpraxis stützen, haben schon in Pfennig, der Höchstsatz an Akkordzu- stungszulage nach einer Entscheidung den früheren Monaten das Bestreben der schlägen 10 Prozent. Das Wochenver- des Reichsarbeitsgerichts jederzeit ohne Nazis aufgezeigt, von den kollektiven dienst in dieser Industrie beläuft sich Kündigung abgeschafft werden. Der so- Neuen Lohnvereinbarungen zum individuellen durchschnittlich auf brutto 39,60 nach genannte Tariflohn ist lediglich noch Leistungslohn überzugehen. In Heft 3 den Abzügen von insgesamt 11,65 RM. eine untere Grenze der Leistung. Prak- Wir bitten, Zahlungen nach 1938 wird jetzt mit wissenschaftlicher auf 27,95 RM. Ein Werkmeister der tisch wird der Facharbeiter, der keine Exaktheit eine hinsichtlich ihrer Gründ- Schuhindustrie verdiente vor Hitler mo- Leistungsprämien erreicht hat, in eine lichkeit, Objektivität und Logik ausge- natlich 310.RM. heute brutto 250. niedrige Lohnklasse versetzt, z. B. ein zeichnete Arbeit veröffentlicht, in der von denen 67,49 RM. Abzüge zu leisten Facharbeiter der Maschinenindustrie die tatsächlich ausgezahlten Lohnbe- sind bleibt netto 182,51. träge in Beziehung gebracht werden zu Die amtliche Lohnsummenstatistik ohne sich auf Grund der Tarifordnung Neuer Vorwärts Paris 885.01 der gleichzeitig unerhört gesteigerten aber erzählt vom steigenden Index der dagegen wehren zu können. Der LeiArbeitsleistung. Diese Untersuchung tatsächlichen Arbeitseinkommen. stungslohn des Arbeiters soll ferner zerlegt das raffiniert aufgebaute Ak- Die gesamte Kriegsindustrie stützt nicht nur nach der Arbeitsleistung, sonkord- und Prämiensystem, wie es heute sich heute auf Akkordlöhne, die mit den dern nach seiner Gesamthaltung im Befür die endgültige Lohngestaltung allein Rationalisierungsmethoden ständig ver- trieb bemessen werden. Selbstverständnoch entscheidend ist. Verdienst Die Rationalisierung, über die wir an dieser Stelle schon ausführlich berichtet haben, vollzieht sich nur zum Teil in der Aufstellung neuer arbeitsparender Maschinen. Massgebend ist die gesteigerte Arbeitsleistung des einzelnen Arbeiters. Das Mittel für diese Art Rationalisierung ist jenes Lohnsystem, das unter der Bezeichnung ,, Leistungslohn" eingeführt und täglich weiter entwickelt wird. Zunächst mussten alle generellen Lohnerhöhungen unterbunden werden. Gab es noch im abgelaufenen Jahr Fälle, in denen die von der Kriegsindustrie benötigten Facharbeitergruppen durch Wechsel des Arbeitsplatzes bessere Löhne erreichen konnten, so ist heute durch die Göring- Verordnungen die Freizügigkeit reslos aufgehoben. Der Grundsatz keine Freizügigkeit keine Lohnerhöhung hat sich für das Regime voll be- e währt. Die neuen Kündigungsvorschriften, die nach Dienstalter abgestuften Urlaubsbestimmungen, die Prämien für Diensttreue( Betriebszugehörigkeit) usw. sind weitere Behelfsmittel, die Arbeiter und Angestellten zwecks Stabilisierung der heutigen Löhne an den Betrieb zu ketten. Die freie Konkurrenz ist ausgeschaltet, soweit es sich um Lohn- und GeMARQUE wird als Maschinenarbeiter verwendet, Goebbels dementiert Wir dementieren erstens, dass die Blätter, die wir in den westlichen Demokratien bezahlen und leiten, von uns inspiriert sind. Wenn sie ihre Meinung aus Deutschland beziehen, so tun sie es nicht etwa, weil sie geschmiert sind. Sie rutschen ganz gratis vor uns auf den Knien. Wir dementieren zweitens, DICALE Imp. Union, 13, rue Méchain, Paris. dass die Blätter, von denen soeben die Rede gewesen, sich gar mit politischen Fragen befassen. Sie lehren nur die, die gern Feuilletons lesen, ihr eigenes Staatswesen gründlich zu hassen und langsam am preussischen Geist zu genesen. Wir dementieren drittens, dass die Blätter uns etwa als heimliche Werkzeuge frommen. Wir kennen die Zeitungen garnicht und schwören, wir haben noch kaum ihre Titel vernommen. Nur mit den meist reichsdeutschen Herren Redakteuren sind wir mehr per Zufall- zusammengekommen. Wir dementieren endlich, dass die Blätter, von denen wir hier so ausführlich gesprochen, überhaupt existieren. Kurzum, wir erklären: Wir zahlen sie zwar, doch sie sind nicht bestochen. Wir lassen sie frei auf Kommando gewähren. Es gibt sie nicht. Unsere Erzfeinde kochen wie immer ihr Süppchen an kindischen Mären. Das Ganze hat wieder der Jude verbrochen. Vorwärts Paris zu leisten auf Postscheck- Konto M lers P Arzt L ! war ei zis, be Gelde erhalte nehme Bezugspreise Dr. Sa der en des Schönl zum G nem B ker Ge dokum Jüdin feld et gezogel fung 1 in Der Neue Vorwärts" kostet im Einzel verkauf innerhalb Frankreichs 1.50 Frs( fü ein Quartal bei freier Lieferung 18 Frs Preis der Einzelnummer im Ausland( di Bezugspreise für das Quartal stehen Klammern). Belgien gesetzt. Im 1 durch wegen Suchter anvertr Verhaft fängnis Argentinien Pes. 0.30( 3.60), Belg. Frs. 2( 24-), Brasilien 1 Milre ( 12.), Bulgarien Lew 8.-( 96.-), Tsche choslovakei Kr. 1.40( 18.). Danzig Guld 0.45( 5.40), Deutschland Mk. 0.25( 3. Estland E. Kr. 0.22( 2.64). Finnland Fmk Grossbritannien d 4.-( Sh. 4.). Holland Gld. 0.15( 1.80). Italien Lir. 1.10( 13.20 Jugoslavien Din. 4.50( 54.), Lettland 0.30( 3.60). Litauen Lit. 0.55( 6.60). Luxem burg B Frs. 2.45( 29.50), Norwegen Kr. ( 4.20). Palästina P. Pf. 0.020( 0.216). Pole 4.( 48.), Frankreich Frs. 1.50( 18. Lal 0.35 Zloty 0.50( 6.-), Portugal Esc. 2.( 24. Rumänien Lei 10.-( 120.-). Schweden Kr 0.3 0.35( 4.20), Schweiz Frs. 0.30( 3.60), Sp nien Pes. 0.70( 8.40), Ungarn Pengö ( 4.20), USA 0.08( 1.-). biz ola Endl Vor de handlu Körner handlu Sachve Erstaur Vor Einzahlungen können erfolgen: Tsch choslovakei: Zeitschrift Neuer Vorwärts endete Warschau 194 79 Karlsbad. Prag 46 149. Polen: ,, Neuer wärts" Karlsbad. Z des An erklärte fung n wenn 1 dass di Vor griffe L Schweiz: Neuer Vorwärts" Karlsbad. rich Nr. VIII 14 697. Rumänien: Angle Tschechoslovakische und Prager Kre bank, Filiale Bukarest, Konto ,, Neuer bewussi habe da Vor gleich 1 Eingrifi und de der An wärts", Bukarest Nr. 2088. Ungarn: Anglo und Prager Kredi wärts" Budapest Nr. 2029. Jugoslavien bank Filiale Karlsbad Konto Prage Neue Neuer Anglo- Tschechoslovakische und Kreditbank. Filiale Belgrad. Konto Vorwärts", Beograd Nr. 51 005. Genaue zeichnung der Konten ist erforderlich. Le Gerant: Maurice COQUET. 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