Nr. 135. Abonnements- Bedingungen: Abonnements-Preis pränumerando: Vierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 mt., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags: Nummer mir illuftrierter Sonntagss Beilage ,, Die Neue Welt" 10 Pfg. PostAbonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Eingetragen in der Poft Zeitungss Preisliste für 1900 unter Br. 7971. Unter Kreuzband für Deutschland und Defterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Erscheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 17. Jahrg. Die Insertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Rolonel zeile oder deren Raum 40 Pfg., für polttische und gewertschaftliche Vereinsund Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg. leine Anzeigen" jebes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inferate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der@ xpedition abgegeben werden. Die Grpedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Kernsprecher: Rmt I, Mr. 1508. Telegramm Adresse: Socialdemokrat Berlin" Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Fernsprecher: Amt I, Nr. 1508. Zur Lage in Ostasien. An dem seit dem japanisch- chinesischen Krieg ständig bewölkten ostasiatischen Himmel wetterleuchtet es wieder einmal. Der erst wenig beachtete Aufstand der Gesellschaft der Boyer beginnt zu einer hochpolitischen internationalen Angelegenheit zu werden. Nicht weil es sich um eine in China unbekannte Erscheinung handelt, oder der Aufstand diesmal einen besonders großen Umfang angenommen hat, sondern weil das unthätige, herausfordernde Verhalten der chinesischen Regierung die fremden Mächte zum Eingreifen in die inneren Angelegenheiten des morschen Riesenreiches zwingt. Donnerstag, den 14. Juni 1900. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Fernsprecher: Amt I, Nr. 5121. Schon seit sieben Jahren beschäftigt sich die Kommission mit dieser Frage. In der Sigung vom 30. Juni bis 3. Juli 1893 wurde der Fragebogen fertig gestellt. Im Oktober und November desselben Jahres wurden an 7791 Betriebe Fragebogen ausgegeben, wovon später 6608 bearbeitet und die Ergebnisse in Drucksache VI zusammengestellt wurden. Im November 1894 wurde beschlossen, eine Anzahl Wirte-, Kellnerund Köche- Vereine sowie Vorstände von Krankenkassen und das Reichs- Gesundheitsamt zu hören. geleistet. Rußland wäre es kaum sehr unangenehm, wenn es Anlaß schaften beschäftigten Personen zum Abschluß zu bringen. zur Absendung größerer Truppenmengen fände, deren Burüdziehung Seit der legten Beratung, in welcher der Inhalt der Vores sich mit Gewährung von allerlei kleinen Vorteilen bezahlen lassen schläge der Kommission festgestellt wurde, sind eine Anzahl könnte. Jedenfalls ist die augenblickliche politische Situation einem Eingaben, welche sich mit der Materie befassen, an Versuch der chinesischen Regierung, den Neid und die gegen die Kommission gekommen. Der Kellnerkongreß, welcher säglichen Interessen der verschiedenen Nationen gegen einander im Anfang März tagte, hat seine Beschlüsse und auszuspielen, durchaus günstig. Die Landerwerbungen Rußlands die Protokolle über die Verhandlungen eingesandt; im forcanischen Hafen von Mafampo und seine unverkenn- Frau Ihrer übersandte eine Resolution, welche in Absicht, dort auf halbem Wege zwischen Port Arthur und Wladivostok einer Versammlung im Grand Hotel gefaßt wurde; eine befestigte Flottenstation zu errichten, haben Japan aufs ärgste der Ausschuß der allgemeinen Sittlichkeitskonferenz machte verschnupft, während andrerseits der Plan der Erbauung einer eine Reihe von Vorschlägen zur Hebung der Sittlichkeit der China ist seit altersher das Land geheimer Gesellschaften und russischen Eisenbahn von Kiachta nach Peking, die zunehmende Er- Kellnerinnen, und die Erbprinzessin von Anhalt machte Vorlokaler Infurrektionen. Im letzten Jahrhundert dürfte kaum ein weiterung des russischen Einflusses in Persien und Afghanistan die schläge, die sich auf denselben Gegenstand beziehen. Die zuJahr vergangen sein, wo nicht hier oder dort in einer der Provinzen Spannung zwischen England und Rußland noch mehr verschärft lest genannten Eingaben werden im Bericht besonders er. tleinere oder größere Aufstände ausbrachen, fast alle mit der aus- haben. Dazu kommt die fühle Zurückhaltung der Vereinigten wähnt, aber an den Vorschlägen der Kommission wurde nichts gesprochenen Absicht, die herrschende Mandschu- Dynastie zu ver- Staaten, die jene Politiker, die nach der amerikanischen Aktion der geändert. treiben und frühere Zustände zurückzuführen. Nebenher läuft, feit Philippinen auf ein festes Bündniß zwischen England, Japan und den die Europäer ins Land eindringen und die christlichen Missionare Vereinigten Staaten rechneten, arg zu enttäuschen geeignet ist. ihrem Belehrungseifer die Zügel schießen lassen, ein steigender Was unter diesen verwickelten Verhältnissen die Folge der Aufstands Fremdenhaß. Die Leitung der gegen die Mandschus und die bewegung sein wird, läßt sich mit einiger Sicherheit kaum berechnen. Fremden gerichteten Bewegung liegt fast ausschließlich in den Händen Das Wahrscheinlichere ist jedoch, daß auch diesmal wieder der schon politischer Geheimgesellschaften, die in ihrer Organisation an die so oft hinausgeschobene Entscheidungskampf um die Herrschaft in italienische Maffia erinnern und häufig Namen und Kampfesweise Ostasien auf einen ferneren Zeitpunkt verschoben wird. Die meist wechseln. In kurzer Zeit entstehen durch Zusammenfassung kleinerer interessierten Nationen werden sich zu gemeinsamem Vorgehen verLokalvereine oft große Verbände, die, sobald sie öffentlich hervor binden oder, falls Rußland hierzu nicht geneigt sein sollte, sich über treten und einige Erfolge erzielen, große Massen Unzufriedener an- ein gewisses Hand- in- Hand- gehen verständigen; die Boyerbewegung Im Herbst 1898 wurden eine Anzahl Wirte, Kellner, Toden, um, sobald ihre Leiter in 8wistigkeiten geraten oder die Auf- wird unterdrückt und China zu allerlei Garantien und Konzessionen Kellnerinnen, Mamsells, Köche und Köchinnen vernommen über standsversuche niedergeschlagen werden, sich ebenso schnell wieder zu gezwungen werden, die es in Zukunft noch mehr zum komischen die Zustände und Mittel zur Beseitigung der Uebelſtände. Das zersplittern, bis dann vielleicht nach einiger Zeit eine dieser Gruppen unter Spielball der Interessentämpfe fremder Mächte machen. Denn so sehr umfangreiche Material bestätigte, daß schreiende Mißstände energischer Leitung und verändertem Aushängeschild von neuem gerne jede der hauptsächlich in Betracht kommenden Nationen auch sowohl in Bezug auf Dauer der Arbeitszeit, Mangel an auftaucht und eine Art Führung übernimmt. Die Heute viel- den Gegner verdrängte, so wenig sind sie andrerseits geneigt, das Sonntagsruhe, sowie große Ausbeutung des Personals der genannte Gesellschaft der Boyer scheint nur eine Zusammenfassung Nifiko eines Kriegs in Ostasien zu übernehmen. England bräche sicherlich Stellenvermittler vorhanden sei. älterer Ueberreste des Ko- lao- hui- Verbands( d. H.„ Aeltere Brüder- gar zu gerne Rußlands zunehmende Vorherrschaft, doch es ist zum Jeder unbefangene Leser der Erhebungen mußte zu der gemeinschaft") zu sein, die in 1891 eine Reihe christlicher Missions- Teil in Südafrika engagiert und überdies sicher, daß eine Ent- Ueberzeugung kommen, daß hier einschneidende Schutzanstalten zerstörte, wenigstens ist die Tendenz und die erwählte feffelung des Stampfes in Nord- China zugleich einen Einfall russischer bestimmungen erlassen werden würden, zumal hier auch keine Losung( China allein für die Chinesen") dieselbe. Entstanden soll Truppen in das von Hungersnot heimgesuchte und durch innere Bedenken, daß das Gastwirtsgewerbe im Niedergang bedieser Verband schon während des Taiping- Aufstands sein. Als wirrnisse geschwächte Indien zur Folge hätte. Vielleicht auch ließe griffen ist, in Frage kommen konnten. Denn durch Berufszählung Stifter werden Tsang Kuofan und Tsang Supdjian ge- Frankreich sich Englands Verlegenheit nicht entgehen, um in China fowie durch die Statistik über den Eisenbahnverkehr und den Biernannt, der Vater und der Onkel des bekannten späteren oder Siam einzudringen. verbrauch ist festgestellt, daß faum ein zweites Gewerbe Gesandten in London und Petersburg. Wie weit das Japan hat zwar ein kampffähiges Heer, aber es fehlt an jenem einen solchen Aufschwung zu verzeichnen hat, wie das Gaftrichtig ist, läßt sich nicht beurteilen; Thatsache ist jedoch, daß Gegenstand, der nach Montecuculis Ausspruch der allerwichtigste zum und Schankwirtschaftsgewerbe. Während in den Jahren von wie wir in Italien als Leiter der Waffia vielfach höhere Regierungs- Striegführen ist. Japan leidet an steigender„ Geldverteuerung", fo 1882 bis 1895 die Bevölkerung um 14,5 Proz. zunahm, stieg beamte finden, so auch in China die eigentlichen„ Meister" der daß bereits vor einiger Zeit die japanische Reichsbank sich zur Er- die Zahl der mit Gehilfen betriebenen Hauptbetriebe von Geheimbünde meist hohe Beamte sind, nicht selten die Vicekönige höhung des Diskontfazes auf über 9 Proz. gezwungen gefehen hat. 81 613 auf 176 207, alfo um 115 Proz, und die Zahl der und Taotais( Regierungsbezirksvorsteher) selber, die durch diese Zudem besteht trotz aller offiziellen Freundschaftsversicherungen durchschnittlich beschäftigten Personen von 226 015 auf 521 728, Verbände größeren Einfluß zu erlangen suchen. Tiang- Knochüan offenbar die Befürchtung in Japan, daß es von England heute also um 132,26 Proz. Der Bierverbrauch stieg in demwar beispielsweise Vicekönig von Nangting und auch sein Nachfolger ebenso wieder im Stich gelassen werden könne, wie im Kriege mit ſelben Zeitraum von 38 397 000 Hektoliter auf 60 595 000 Liu- Kunyi spielte vorden im Ko- lao- hui eine hervorragende Rolle. China oder bei der Occupation des Gebietes von Talienwan und des Hektoliter, und auf der Eisenbahn stieg der Personenverkehr Die unteren Mitglieder solcher Gesellschaft sind nämlich durch das Port Arthurs durch Rußland. bon 7 063 881 000 auf 13 917 284 000 Personentilometer. Das tönnte. Gelöbnis unbedingten Gehorsams völlig in die Hand der leitenden Und ebensowenig ist Rußland bereit, die Folgen eines nicht zur Familie des Wirts gehörende Personal besteht aus Personen gegeben, die oft ihre besonderen, den gewöhn- Kampfes gegen seine Rivalen leichthin auf sich zu nehmen, wie 273 940 männlichen und 387 374 weiblichen Personen. lichen Mitgliedern des Bunds unbekannten Zwecke verfolgen. rücksichtslos es auch sonst jede Schwäche Englands auszumuzen Darunter 10 428 männliche und 10 943 weibliche Personen im Durchaus nicht unwahrscheinlich ist zum Beispiel, daß einen bestrebt ist. Seine Finanzlage ist nicht viel günstiger, wie die Alter von unter 16 Jahren. Teil der oberen Leiter des Geheimbundes der Boxer nicht allein der Japans, sein ostasiatisches Geschwader der englischen und japanischen Alle ermittelten Mißstände will die Kommission mit Haß gegen die Fremden zur Entfachung des Aufstands getrieben Flotte gegenüber völlig unzureichend, seine im Amur- und Ussuri- folgenden Vorschlägen bekämpfen: hat, sondern auch die Erwägung, die Angriffe auf Leben und Eigen- gebiet stationierten Truppenmacht zur Ergreifung der Offensive zu tum der Europäer würden zu einem Konflikt mit den Westmächten schwach, während nach wenigen Jahren, wenn erst die mandschurische Halb je 24 Stunden eine ununterbrochene Ruhezeit von mindestens 1. In den Gast- und Schankwirtschaften ist den Hilfspersonen innerführen, dessen Ende die Verdrängung der Mandschu- Dynastie sein Bahn und die neuen Bahnbauten in Turkestan fertig sind, die 8 Stunden und außerdem in jeder Woche in der Zeit zwischen Chancen ungleich günstiger liegen. Deshalb die in den letzten 12 Uhr mittags und 9 Uhr abends eine solche von mindestens An und für sich hat der gegenwärtige Aufstand keine größere Jahren von Rußland befolgte Tattit, einem ernstlichen Entscheidungs- 6 Stunden zu gewähren. Bebeutung, wie so manche seiner Vorgänger; was der Empörung tampf auszuweichen und vorläufig überall neue Stützpunkte sich In Gegenden von mehr als 10 000 Einwohnern ist den Hilfs. diesmal besonderes Gewicht verleiht, ist der Umstand, daß der anzueignen: ein Bestreben, wobei es mit größter Umficht verfährt. perfonen alle drei Wochen, statt der auf die betreffende Woche entSchauplatz die Provinz Tschilt und zwar die Umgegend von Die ihm jetzt von China eingeräumte Konzession zum Bau einer fallenden sechsstündigen Ruhezeit, ein ganzer Tag frei zu geben. Beting ist, der Hauptstadt des Reichs, wo alle Leitungsfäden Bahn von Beling nach Kiachta im Anschluß an die transsibirische Bahn führen, in welches spätestens nach Ablauf jeder Woche einzutragen In jedem Gast- und Schankwirtsbetrieb ist ein Verzeichnis zu des mühsam zusammengehaltenen Reichs zusammenlaufen, und daß bietet dafür ein weiteres Beispiel. Als dem am 28. April vorigen ist, an welchem Tage bezw. Nachmittag einer jeden Hilfsperson andrerseits die Bewegung der Boyer bei der reaktionären Hofpartei Jahres zwischen England und Rußland zu stande gekommenen Ueber die für die Woche vorgeschriebene Ruhezeit gewährt wurde. Das. offenen Sympathien begegnet, vielleicht im geheimen direkte Förde- einkommen über die Abgrenzung der beiderseitigen Interessensphäre Berzeichnis ist auf Verlangen der Ortspolizeibehörde vorzulegen. rung findet. Es ist nach früheren Erfahrungen mehr als wahrschein- Murawiew die Zusagnote hinzufügte, daß Rußland freistehen sollte, 2. An höchstens 60 Tagen im Jahre darf eine Ueberschreitung. lich, daß hervorragende Mitglieder der Hofpartei zugleich geheime Gründungen von Eisenbahnen zu unterstügen, die von der der durch die achtstündige Ruhezeit bedingten täglichen Arbeitszeit Mitglieder der Borer- Gesellschaft sind und diese sowohl von allen mandschurischen Hauptlinie aus in in die südwestlichen Gebiete stattfinden; jedoch muß nach beendigter Thätigkeit eine mindestens Maßnahmen der Regierung unterrichten, als auch ihren Einfluß führen, ließ England diesen Zusatz unbeachtet. Der Bau einer neben achtstündige ununterbrochene Ruhezeit gewährt werden. aufbieten, ein energisches Einschreiten der Regierung gegen die Be- der Linie Niutschwang- Schanhaitian- Beting herlaufenden Konkurrenz zu führen, in welches jede solche Ueberschreitung der Arbeitszeit In jedem Gast- und Schankwirtschaftsbetrieb ist ein Verzeichnis wegung zu hintertreiben. Die Personen, die heute am Kaiferhof in linie erschien undenkbar; jezt aber hat Rußland sich auf Grund spätestens am ersten Tage, nachdem sie stattgefunden hat, einzutragen Beting eine Rolle spielen, gehören zu den verbissendsten dieser Klausel von China das Recht zum Bau einer südöstlichen Linie ist. Das Verzeichnis ist auf Berlangen der Ortspolizeibehörde vorund fremdenfeindlichsten des Reichs. Charakteristisch für von Kiachta nach Beting erteilen lassen, ohne daß England formell zulegen. den Geist, der dort regiert, ist es, daß vor einiger Beit ein Recht des Widerspruchs hat. Die neue Linie wird in russischer 3. Jugendliche Berfonen unter 16 Jahren dürfen in der verschlagene Kanghi zum Präsidenten des Amts für die inneren Spurweite gebaut werden, und öffnet Rußland direkt von Nordwesten der Beit von 10 Uhr abends bis 6 Uhr morgens nicht beschäftigt, Angelegenheiten ernannt worden ist, der frühere wegen feines den Bugang nach Beting, ohne daß die englisch- japanische Flotte oder und weibliche Personen unter 18 Jahren, welche nicht zu den Fremdenhasses bekannte Vicekönig von Schantung, Li- Bingh'êng, als ein Landungscorps den Verkehr zu hindern vermag, während be- Familienangehörigen des Wirts gehören, auch außer dieser Zeit nicht Vertrauter der Kaiserin fungiert und der auf Intervention der tanntlich die Linie Peking- Schanhaitwan- Niutschwang, die zudem zur ständigen Bedienung der Gäste verwendet werden. 4. Als Silfspersonen im Sinn dieser Bestimmungen gelten interessierten Mächte aus Schantung abberufene Gouverneur Yühfien solche Personen, welche als Kellner, Oberkellner, Kellnerlehrlinge, fürzlich als Vicekönig der Provinz Schansi installiert worden ist. als Köche, Kochlehrlinge, Köchinnen oder Mamsells beschäftigt Dennoch würde der Aufstand in China kaum mehr Bedeutung werden; Köchinnen und Mamsells jedoch nur dann, wenn sie beanspruchen können, als eine der üblichen Revolutionen in den füdAlle diese Errungenschaften wieder in Frage zu stellen, dürfte nach der Größe und Einrichtung des Betriebs als gewerbliche amerikanischen Republiken, wäre nicht die Eifersucht der fremden Rußland kaum geneigt sein, und so erscheint es als das wahrschein Gehilfen anzusehen sind. Mächte, die ein einheitliches Vorgehen gegen China hindert und die lichere, daß aus der Aufteilung Chinas, von der in den letzten Tagen Möglichkeit nahe legt, daß aus dem vorgeblichen Schutz der sog. so vielfach die Rede ist, vorläufig noch nichts wird. Aufgeschoben berechtigten Interessen sich ein allgemeiner Kampf um die chinesische ist jedoch nicht aufgehoben. Beute entwickelt, der leicht zu einem Weltkrieg zu führen vermag. Mit dieser Eifersucht rechnet die chinesische Regierungspartei, wenn sie der Borerbewegung freien Lauf läßt. Sie falkuliert, daß diese vielleicht doch dem Einströmen fremder Elemente gewisse Schranken setzt und daß, wenn wirklich die eine oder andre der Mächte Lust zu energischem Eingreifen und größeren Kompensationsforderungen verspüren sollte, fich dagegen die Eifersucht der übrigen auflehnt. Die Kommission für Arbeiterstatistit hatte in gewöhnlicher Spurweite fertiggestellt wird, auf mehreren Stellen nahe an die Küste heranreicht und teilweise in der Wirkungssphäre der Festungswerte von Taku liegt. Politische Meberlicht. Berlin, den 13. Juni. Bankrott der Socialpolitik. Zugleich spricht die Kommission den Wunsch aus, es möge gelegentlich einer Revision der Gewerbe- Ordnung darauf Bedacht genommen werden, daß zum mindesten an jedem Sonntage dem Personal für die Zeit von wenigstens zivei Stunden Gelegenheit zum Besuch des Gottesdienstes des betreffenden Bekenntnisjes zu geben sei. Wenn die Kommission hätte bankrott bankrott machen wollen, dann hätte sie es gar nicht anders machen können, wie sie es gemacht hat. Die Sonntagsruhe wird nicht als sociale, sondern lediglich als kirchliche Einrichtung beVielleicht hat überdies das diplomatische Andeutungsspiel hinter den im Reichsamt des Innern eine Sigung, um die Erhebungen handelt, und nur Kellner und Köche haben einen Anspruch Coulissen dieser chinesischen Auffassung noch besonderen Vorschub über die Verhältnisse der in Gast- und Schantwirt-' darauf. " Die Flottenwäsche. Für diese bevorzugten Leute will die Kommission auch, die Unterbeamten und Arbeiter zum Klassenbewußtsein ereine Nachtruhe. Ist aber ein Unglücksmensch nicht Kellnerin, wachen, infolge eines Streits zum Stillstand gebracht werden Der Redacteur der Täglichen Rundschau", Rippler, wird, wie Mamsell oder Köchin, dann braucht sie keine Nachtruhe und können. Und was der Minister fürchtet, ohne daß er es aus- Herr Schweinburg jetzt anfündigt, nachdem der Vorwärts" schon feine Sonntagsruhe oder Ersatz für dieselbe. Nun ist die zusprechen wagt, dem gab der Abg. Frhr. v. Erffa( t.) vor ein paar Tagen dies Ereignis vorausgesagt hat, in der Arbeitszeit der Küchenmädchen in der Regel schon länger Ausdruck, indem er auf die Streitbewegung der Straßen- nächsten Nummer des Blatts die Erklärung abgeben, daß Herr als die der Köchinnen, weil das Küchenmädchen Vor- bahner und auf die Aufforderung des Vorwärts" an die Schweinburg kein Börsenagent sei, daß er nicht geprügelt worden, daß er überhaupt einen vollkommenen Ehrenmann darstelle. Im bereitungen treffen muß, z. B. Feueranmachen, Kartoffel- Eisenbahner, sich zu organisieren, hinwies. Wie schlecht muß Dezember des vorigen Jahres hatte die" Tägliche Rundschau" beschälen usw., bevor die Köchin kommt, und wenn die Köchin die Lage der Beamten sein, wenn selbst ein so ausgesprochener tanntlich das Gegenteil behauptet und Herr Schweinburg deshalb fort ist und ihre achtstündige Ruhe genießen kann, dann muß Vertreter des Großkapitals, wie der nationailiberale Abg. Die Klage angedroht. das Küchenmädchen noch Töpfe und Heerd reinigen, die Küche von Eynern der Regierung zuruft, daß das Haus dem Am 28. April follte alles das erzählt Schweinburg jezt scheuern usw. Da die Mehrheit der in Gast- und Schant- Arbeitgeber, also in diesem Falle der Regierung, gegenüber felbst die Gerichtsverhandlung stattfinden. Am 25. April wurden wirtschaften beschäftigten Personen nicht zu denen gehört, auf den Standpunkt der Arbeitnehmer wahren müsse! ohne jegliches Buthun" von seiten Schweinburgs Verhandwelche dieser sogenannte Schutz Anwendung finden soll, so Jungen mit Herrn Rippler eingeleitet und zwar vom Präsidenten wird für diese eine Verschlimmerung eintreten. Der Wirt des Flottenvereins, der befürchtete, daß der Verein bei dem Prozez braucht einem Küchen- oder Stubenmädchen, Hausburschen usw. zu Schaden kommen könnte". Herr Nippler erklärte sich denn auch bereit, daß er„ sofort nach der dritten Lesung der Flottennovelle" feine Nachtruhe zu bewilligen, da die Kommission für Arbeiter die Ehrenerklärung für Schweinburg abgeben werde. Damit verstatistik beschlossen hat, daß für dieses Personal Nacht und zichtete Herr Schweinburg darauf, die schmutzige Wäsche des FlottenSonntagsruhe nicht nötig ist. vereins vor Gericht waschen zu lassen. Wie schmutzig diese Wäsche gewesen sein muß, das hat Fürst zu Wied in einer Borstandssigung des deutschen Flottenvereins gehalten hat. fagte über den Prozeß Schweinburg: Daß die Debatte ohne besonderen Erfolg für die Petenten auslief, bedarf keiner besonderen Erwähnung. Die Unterbeamten werden durch derartige Behandlungen ihrer Petitionen immer mehr zu der Ueberzeugung kommen, daß sie von der Bourgeoisie nichts für die Hebung ihrer Lage zu erwarten haben. Als die Kommission für Arbeiterstatistik im Jahre 1892 ins Leben gerufen wurde, hegten die Arbeiter vielfach große zur Warenhausftener. geradezu fenfationellen Bede verraten, die er am 7. Juni in einer Hoffnungen; sie glaubten, daß nun die schönen Worte in den §§ 120a bis 120e der Gewerbe- Ordnung praktische Bedeutung erlangen werden. Damals drängten die Arbeiter darauf, daß ihr Gewerbe untersucht werden solle. Diese neueste Leistung wird die schönen llusionen endgültig ber nichten und die Arbeiten der Kommission werden wohl nur noch den Wert haben, a 13 Material für Schweinburg und Konsorten zur Agitation gegen die Arbeiterschutzgesetze zu dienen. Das preußische Herrenhaus hat am Mittwoch den Mittwoch be Gefeßentwurf betr. die Warenhaussteuer nach längerer Debatte gemäß den Beschlüssen seiner Kommission angenommen, also die Steuergrenze auf einen Jahresumsatz von 400 000 M. festgesetzt und die Ausnahmebestimmung für Warenhäuser für Offiziere und Beamte genehmigt. Nunmehr muß die Vorlage wieder an das Abgeordnetenhaus zurüid. Ob eine Uebereinstimmung in den Beschlüssen beider Häuser herbeigeführt wird, ist fraglich. Noch fraglicher ist es, ob die Regierung dem Gesetz in der Fassung des Herrenhauses zu Denn wenn weibliche und jugendliche Personen in Hotel- stimmen wird, selbst wenn das Abgeordnetenhaus diesen Beschlüssen füchen länger als 16 Stunden täglich mit Bearbeitung von beitreten sollte. Mit der Steuergrenze von 400 000 m. wird sich Herr Nahrungsmitteln beschäftigt werden können, dann ist nicht v. Miquel allerdings noch zufrieden geben, unmöglich aber mit der einzusehen, weshalb bei derselben Arbeit dieselben Personen Bevorzugung der Warenhäuser für Beamte. in Ronservenfabriken nur 10 refp. 11 Stunden und nur sechs Ebenso dürfte die Vorlage betr. die Gewährung von ZwischenTage in der Woche arbeiten sollen. Die Verpackung, in welcher tredit bei Rentengutsgründungen, die bereits im die Ware in den Handel geht, ob auf Tellern oder in vorigen Jahre gescheitert ist, auch diesmal wieder scheitern, da das Blechbüchsen, ist für die Arbeiterinnen doch gleichgültig. Größere Herrenhaus nicht dem Beschluß des Abgeordnetenhauses( Streichung Triumphe als in diesen Beschlüssen liegen, haben die der Zweckbestimmung) beigetreten ist. Herren Bueck, Beumer, Schweinburg und Konsorten noch nicht Die Warenhaussteuer wird am Freitag im Abgeordnetenhause gefeiert. Unser Genosse Fischer hatte recht, als er vor etwa beraten werden. Das Herrenhaus berät neben kleineren Vorlagen fünf Jahren im Reichstag fagte: Das fociale König- ben Gesetzentwurf betr. die Maßnahmen gegen die Hochwasser. tum hat tapituliert, bor dem Kapitalis gefahren in Schlesien. mus. Damals bestritt Freiherr von Berlepsch die Richtigkeit dieses Sazes. Wir zweifeln, daß er heut noch seinen Widerspruch aufrecht erhält. Die Marinebegeisterung. Fürst Hohenlohe meinte in seiner letzten Vorlesung im Reichstage, die Flottenbegeisterung sei aus der Mitte des Bolts gekommen. Daß diese Meinung völlig falsch ist, beftätigt, wenn es einer Bestätigung überhaupt noch bedarf, die Rheinisch- Westfälische Zeitung", das Organ der stets flotteneifrigsten Kohlenbaronie von Westfalen. Sie sagt: 〃 ,, Schon bald nach Abschluß der ersten Flottenvorlage war besonders von alldeutscher Seite eine weitere Verstärkung der Flotte gefordert; natürlich ernteten diese Stimmen zunächst nur Angriffe und Schmähungen, nicht nur in freifinnigen und ultramontanen, sondern vor allem in jenen nationalliberalen Kreisen und Blättern, welche selbst innerlich haltlos immer erst auf den bannlösenden Wink von oben warten. Die Rhein- Westf. 8tg." hat danials mehrfach Beranlaffning gehabt, sich mit diesen Elementen zu schlagen, welche 6 Monate später schon die begeistert sten Schwärmer für die Flotte und Stüßen des Flottenvereins waren." Die Rhein- Westf. 8tg." irrt nur in der Frist, die sie dem Werden der Flottenbegeisterung fett. Nicht sechs Monate waren dazu nötig, nicht einmal sechs Wochen oder nur sechs Lage. Sogleich, als der„ bannlösende Wink" von Hamburg aus erfolgt war, fetzte die Begeisterung aller derer, die bei der Sache zu gewinnen dachten, ein. Das Volt" freilich nahm an dem Spektakel, der mun ausbrach, keinen Anteil. " Auch das Regierungsorgan, die„ Berliner Correspond.", bestätigt den wahren Ursprung der angeblichen Marinebegeisterung in dem Sage: Mit scharfem Auge erkannte der oberste Führer des Bolts den schwachen Punkt der deutschen Position, warnend erging sein Appell an das deutsche Volk, das anfangs verwundert und zurückhaltend, dann mit vollem Verständnis und mit voller Begeisterung dem taiserlichen Führer zujubelte." Schwungvoller noch feiert Herr Schweinburg den Quell der Marinebegeisterung: " " Deutsches Reich. Die Belohnung. Der„ Neichs- Anzeiger" teilt mit: Seine Majestät der König haben Allergnädigst geruht: den Vice- Admiral Tirpiz, Staatssekretär des Reichs- MarineAmts, Staatsminister und Mitglied des Staatsministeriums, in den erblichen Adelstand zu erheben. Ferner haben Seine Majestät Allergnädigst geruht: den nachbenannten Offizieren zc. Auszeichnungen zu verleihen, und zwar: den Noten Adler Orden zweiter Klasse mit Gichenlaub: dem Konter- Admiral Diederichsen, Direkter des Technischen Departements im Reichs- Marineamt; den Roten Adler Orden dritter Klasse mit der Schleife und der Königlichen Krone: den Fregatten Kapitäns v. Heeringen und Capelle, letterer beauftragt mit Wahrnehmung der Geschäfte des Borstandes der Etatsabteilung im Reichs- Marineamt; den Noten Adler Orden dritter Klaffe ast mit der Schleife: dem Korbetten- Kapitän a. D. von Holleben; die Königliche Krone zum Noten Abler Orden vierter Klasse: dem Korvetten- Kapitän a. D. Graf von Bernstorff; den Roten Adler Orden vierter Klaffe mit der Königlichen Krone: dem Kapitänlieutenant Gädete, Referent beim Torpedo- Verfuchskommando, bisher kommandiert zur Dienstleistung im ReichsMarineamt, und den Kapitänlieutenants Marks und Hollweg vom ReichsMarineamt; den Roten Adler Orden vierter Klasse: dem Kapitänlieutenant a. D. Bethge und dem Wirklichen Admiralitätsrat im Reichs- Marineamt Rüder; den Königlichen Kronen- Orden erster Klaffe: dem Vize- Admiral z. D. Paschen; den Stern zum Königlichen Kronen- Orden zweiter Klasse: dem Konter Admiral Sad, Vorstand der Waffenabteilung im Wenn jetzt das Reich eine seinem Heere ebenbürtige Flotte befizt und nach der inneren Einheit die ihm gebührende Stellung unter den Weltmächten sich zu sichern vermag, so ist das daber Reichs Marineamt; ebenso das persönliche Verdienst Kaiser Wilhelms II. Den weiten Blid, mit dem der regierende Kaiser die Weltmachtstellung Deutschlands und eine starke Flotte als das zur Erreichung dem Geheimen Admiralitätsrat und vortragenden Rat im Reichsdieses Biels notwendige Mittel fich zur Aufgabe gestellt hat, und Marineamt Koch; der alle hindernisse überwindenden Kraft und den Königlichen Kronen Orden dritter Klaffe: Energie, mit welcher diese Aufgabe durchgeführt worden ist, dem Korvetten Kapitän Dähnhardt, Kommandanten verdankt das deutsche Volt, daß wie der Traum der deutschen S. M. Kbt.„ Luchs", bisher tommandiert zur Dienstleistung im Weltmachtstellung Deutsch- Reichs- Marineamt, und ben Königlichen Kronen Orden zweiter laffe: dem Kapitän zur See a. D. Foß und " = Im Laufe der letzten Monate wurde uns in der Centrale aber klar, daß diese drohenden Prozesse fich als politischer Mehltau auf eine Menge vaterländischer Inftitutionen und patriotischer Unternehmungen legen würden und nicht zum wenigften auf unsern Flottenverein, und beschlossent daher, alles zu thun, um diese Prozesse aus der Welt zu schaffen. Es ist nun unsrem Kanzler Herrn v. Beaulieu durch eingehende Verhandlungen mit den drei beteiligten Herren, den Herren Schweinburg, Nippler und Stroschein, gelungen, die Streitagt zwischen ihnen zu begraben. Herr Schweinburg hat sich bei diesen Verhandlungen als ein Ehren mann und Patriot, für den ich ihn immer gehalten habe, bewährt." überwindung", das es Schweinburg gekostet haben müsse, um aus Fürst Wied rühmte dann das gewaltige Maß von Selbstpatriotischen Rücksichten" auf den Prozeß zu verzichten, und er schloß: " Bei der Durchführung dieser Prozesse hätten der Deutsche Flottenverein fowie der Flottengedanke im deutschen Volke den größten Schaden genommen; deswegen gezienit es sich, sowohl dem Herrn Schiveinburg, als auch den beiden andern beteiligteit Herren, die so freudig in den vom Deutschen Flottenverein herbei geführten Frieden willigten und durch ihr Entgegenkommen die Verhandlungen außerordentlich erleichtert haben, hiermit den Dank des Deutschen Flottenvereins für ihre aus patriotischen Rücksichten geübte Selbstüberwindung auszusprechen." Dunkel- drohend und schweigsam- vielsagend fügt Herr Schweinburg dann noch hinzu: „ Die Wissen den, welchen die wahren Gründe sowie die wirklichen Urheber und Leiter der unerhörten Angriffe gegen mich bekannt sind, werden es verstehen, weshalb ich mir zur Zeit Stillschweigen auferlegt und weshalb ich von vornherein darauf verzichtet habe, daß von irgend einer Seite mir Bedauern ausgesprochen wird." Nach diesen Andeutungen müssen wir nun überzeugt sein, daß der einzige Ehrenmann und einzige uneigennügige Patriot unter den Machern der Flottenbegeisterung Herr Schweinburg gewesen ist, in deren stürmisch bewegte Kloake er das ebenso teusch wie penetrant duftende Nosenöl seiner Wissenschaft glättend geträufelt hat. Welche Seelengröße steckt doch in solch einem Universal- Offiziösen, selbst wenn er aus Mähren oder Galizien ſtammt! Majestätsbeleidigung und Ehrverluft. Jm April d. J. hatte das Landgericht Dresden einen Arbeitet wegen Majestätsbeleidigung zu einem Jahre Gefängnis und fünf Jahren Ehr verlust verurteilt. Wir haben damals diesen Fall eines Rechtsirrtums besprochen, den man für unglaublich halten mußte, wenn nicht schon früher unser Genosse Peus von Magdeburger Richtern widerrechtlich aus Anlaß einer angeblichen Majestätsbeleidigung zu Ehrverlust verurteilt worden wäre. Ueber den Ausgang des Dresdner Falls berichtet eine Reichsgerichtskorrespondenz: Das Landgericht Dresden hat am 26. April den Handarbeiter Matthes Lißner wegen Majestätsbeleidigung zu einem Jahre Gefängnis und fünf Jahren Ehrverlust verurteilt. Der Angeklagte hatte am 8. Oktober v. J. im angetrunkenen 8ustande in einem Schanklokale fich damit gebrüstet, daß er dreimal wegen Majestätsbeleidigung bestraft sei und dann eine Aeußerung über den Kaiser gethan, in welcher von der großen Kinderzahl desselben die Rede ist. Der Angeklagte selbst hatte das Urteil nicht angefochten, sondern nur der Staatsanwalt zu Gunsten des Angeklagten. Gemäß dem Revisionsantrage hob das Reichsgericht bas Urteil bezüglich der Nebenstrafe auf und brachte den Berluft der bürgerlichen Ehrenrechte in Wegfall. Das Reichsgericht hat nun zwar den unglaublichen Rechtsirrtum aufgehoben, nachdem sogar die Staatsanwaltschaft das Bedürfnis empfunden hatte, zu Gunsten des Verurteilten einzuschreiten. Welches Vertrauen aber soll man zu solchen Richtern haben, die nicht die einfachsten Thatsachen des Strafgesetzbuchs beherrschen, die nicht wissen, daß der Majestätsbeleidigungsprozeß die Aberkemung der bürgerlichen Ehrenrechte nicht zuläßt. Wie soll man sicher sein, ein Jahr Gefängnis daß das Gericht die Höhe der Strafe halbwegs abzuschäßen verstanden habe, wenn es in seinem Urteil von einem thatsächlichen krassen Irrtum über den Inhalt des§ 95 ausging! Einheit so auch das Sehnen nach blidt mit derselben dankbaren lands in Erfüllung geht, und dem Geheimen expedierenden Sekretär und Kalkulator, RechnungsVerehrung wie zu dem ersten Kaiser als dem Begründer der rat im Reichs- Marineamt May. deutschen Einheit zu seinem jetzigen Kaiser als den kraft. bollen Führer zur Weltmachtstellung empor." Natürlich wird den Kreisen der höheren Bureaukratie und BourHöchstens die Alldeutschen und unter ihnen als führender geoisie auch materieller Lohn der Flottenfreudigkeit nicht Mann Herr Karl Peters dürfen beanspruchen, daß sie schon mangeln. Bahlreiche neue Offiziersstellen werden geschaffen und die bor dem„ bannlösenden Wink" Verständnis für die Weltmacht Geschäfte der Flottenlieferanten stehen in strogender Blüte. stellung" gehabt haben. Auch die Begeisterung der Panzer- Aber mit Bedauern sehen wir, daß den auserlesensten Förderern plattenlieferanten Blätter begann schon im Sonimer 1899, der Weltmachtpolitik bisher nicht der gebührende Lohn zu teil geworden Der historische Augenblick. In der letzten Sigung des als Herr Tirpitz bei den Eisen- und Kohlenwerken herumreisend den ist. Es betrübt uns, noch nichts davon im„ Neichs- Anzeiger" zu Reichstags fühlte der Reich stanzler am Schluß das Bedürfnis, Hamburger Wink in Aussicht stellte. lesen, daß Herr Müller aus Fulda in den erblichen Adelsstand den erhabenen Moment der Bewilligung der Flottenvorlage ein erhoben wurde. Die Verdienste des Centrumsführers um die Flotte wenig bengalisch zu beleuchten. So las er denn jene seltsame Rede Das Petitionsrecht der Beamten.find ohne Zweifel weit größere als die des Admirals Tirpit. dem verblüfften Hause vor. Wie er das that, schildert die flotten. Den Beamten des preußischen Staats ist zwar nach der Auch hoffen wir nicht, daß Herr Gröber den Adlerorden mit Eichenlaub fanatische Tägl. Rundschau" wie folgt: Verfassung das Petitionsrecht gewährleistet. Wenn sie aber entbehren soll, weil er durch Rettung eines unfittlichen Pfäffleins vor dem Zuchthaus ein Unwürdiger geworden sei. Wir erwarten zuversichtlich, daß dann Gebrauch machen und sich mit irgend welchen Wünschen die freiwilligen Reichstags- Offiziere am Flottenlohn beteiligt und nicht und Beschwerden an das Abgeordnetenhaus wenden, fo fallen hinter den pflichtmäßigen flotteneifrigen Admiralen und Seeoffizieren jedesmal die Herren von der Rechten im Bund mit der Regie zurücgefegt werden. rung über sie her. Nicht nur, daß die Wünsche der Beamten fcharf zurückgewiesen werden, müssen sie sogar heftige Strafpredigten über sich ergehen lassen. Thatsächlich steht das Petitionsrecht nur auf dem Papier; es ist in Wirklichkeit völlig illusorisch. Uus Hamburg wird telegraphiert: Der Kaiser hat an die Direktion der Hamburg- Amerika- Linie" auf deren telegraphischen Glückwunsch zur Annahme der Flottenborlage folgende Antwort gerichtet: " Plötzlich erhob sich zu allgemeinem Staunen der Reichsfanzler, um Bebels Bemerkung zu bekämpfen, daß die Flottenbegeisterung künstlich gemacht sei. Er wies mit brechender Stimme und unter unaufhörlichem Spähen nach dem rettenden Bettel darauf hin, daß schon vor fünfzig oder sechzig Jahren, als er selbst noch jung war, die Deutschen für den Flottenbau schwärmten. Immer tiefer versenkte sich der alte Herr in Reminiscenzen und Träume, selbstvergessene Träume huschten über sein liebes Greisengesicht. Zum Schluß hatten seine Better sich derart verwirrt, daß er ganz ins Stocken geriet und nach einer längeren Pause sich mit leisem Kopfniden empfahl. Ich danke Ihnen für Ihr Telegramm. Ich that Mein Bestes und bin dankbar und hoch erfreut, zum Ziele gelangt zu sein. Auch vom Komischen bis zum„ Erhabenen" ist, wie man sieht, Der treuen und unermüdlichen Hilfe aller Meiner Mitarbeiter laffe nur ein Schritt. Und der große, historische Augenblick wird hoffent Jch dabei in Dankbarkeit alle Anerkennung widerfahren. Nun lich dadurch nicht geringer, daß das rednerische Rotfeuer feucht war aber weiter, daß unsre Flotte auch bald wirklich Achtung ge- und mehr qualmte als leuchtete. Auch am Mittwoch stand eine große Zahl Petitionen von Unterbeamten der Staatsbahn auf der Tagesordnung des Abgeordnetenhauses. Die Konservativen verlangten, daß über alle diese Petitionen, etwa 100 an der Zahl, gemeinsam beraten werde. Dieser Versuch der Massenabschlachtung scheiterte bietend auf dem Meere erscheinen fann, als Kraftzuwachs in Zwei konservative Abgeordnete haben am Dienstag gegen aber an dem Widerspruch des Abg. Dr. Sattler( natl.) Es Meiner Hand, der Welt den Frieden zu bewahren! Wilhelm I. R. Das Flotten gesek in dritter Lesung gestimmt. Es sind dies mußten infolgedessen die Petitionen einzeln beraten werden. Als Wir zweifeln nicht, daß der Kaiser glaubt, durch die Flotteneifrigster Scharfmacher trat wieder der Minister v. Thielen vermehrung den Frieden zu sichern. Wir vermögen aber weder in der wegen seiner Stanalabstimmung gemaßregelte Landrat auf, der eine Untergrabung der Ordnung und Discipli vermehrten Kriegsschiffsgeschwadern einen Kraftzuwachs für das b. Bonin- Bahrenbusch, Vertreter für Neu- Stettin, sowie der v. Treuenfels, Vertreter für Güstrow- Nibniz. gerade bei denjenigen Beamten fürchtete, auf deren unbedingte deutsche Wolt, noch im gepanzerten Frieden einen wahrhaften Frieden ospitant der konservativen Partei, der mecklenburgische Gutsbefizer Zuverlässigkeit Staat und Gesellschaft den größten Wert legen Der Schlußfaz des taiserlichen Telegramms läßt vermuten, daß Der Großherzog von Oldenburg ist, 78 Jahre alt, gestorben. mußten. Herr v. Thielen schwebt offenbar in Angst und das Bautempo der neuen Kriegstolosse noch schneller ge- Er hieß Nikolaus Friedrich Peter, während sein Nachfolger den Sorge, daß auch die Staatsbahnen eines schönen Tags, wenn nommen werden soll als bisher im Flottenprogramm vorgesehen ist. Namen August trägt und 48 Jahre alt ist. zu erkennen. Für Reichstage- Diäten interessiert sich sehr das Bündlerblatt. Das leichtsinnige Geständnis, das im Festrausch von den wein- der Fortschritt in Gefahr? Reine Partei ist das Land und der Es schreibt:„ Wer die Reichstagsarbeit zu überschauen und zu durch- trunkenen Lippen flog, daß der Bergmann von dem Ertrag Staat selbst. Barteien werden alt und autoritär und betrachten schauen vermag, der wird zu der Ueberzeugung fommen müssen, daß seiner Arbeit nur den Pfennig erhält, während der Thaler zu den den Staat als Beute. Wer es mit ihnen gut meint, denkt zeitig an es so nicht weitergehen könne. Biele Neichsboten, die vor Unternehmern wandert, wird den Herrn im nüchternen Zustand ihre Verjüngung, die durch die Zufuhr neuer Ideen geschieht." zwei Jahren mit frischen Hoffnungen und Kräften in den Reichstag vielleicht bedenklich erscheinen. Immerhin wissen wir nun, wie idyllisch ulichleger konstatierte, daß die radikale Parteieintraten, beginnen jezt schon die Lust zu verlieren. Es werden mehrheit des Barlaments nicht auch die Mehrheit im Da bon andrer Seite die Berufs- und sich, wenn die Sache ſo fort geht, immer weniger Männer finden, die sich die Aktionäre die Arbeit der mit Gefahren für Leben und Gesund- Wolke habe. bereit sind, das große Opfer einer Reichstags- Kandidatur heit im Dienste des Kapitals frohndenden Arbeiter vorstellen. Ein Interessenorganisationen in die Debatte hereingezogen wurden, zu bringen. Die Sessionsdauer muß unbedingt ber- Stittel, ein Weib, etwas Brot zum Beißen und ein Liebchen noch trat darauf auch Wullschleger ein, indem er ausführte, daß sie fürzt werden. Es ist zu viel verlangt, wenn man den Ab- daneben der Aktionär flicht in den Hunger der Ausgebeuteten disciplinieren und den einzelnen wenigstens zu höherem Standpunkt geordneten zumutet, vom November bis in den Juni hinein ohne zum Hohn noch seine eigene Liebchen- Riederlichkeit hinein. emporheben. Man kann vom Klassenkampf und von der KlassenTagegelder mit wenigen Pausen in Berlin bei der gefezAuch sonst haben die Herren versucht, ihre eigne frivole Lüftern theorie denken, wie man will, wir haben einen Klassentampf und geberischen Arbeit zu sein. Die Einführung von Tage heit den Bergleuten anzudichten: es ist nur die Aufgabe, ihm humanere Formen zu geben. Nicht geldern oder Anwesenheitsgeldern wird sich nicht Zwang, sondern Freiheit gewährt der Proporz den Wählern und er umgehen lassen. Es wäre dringend zu wünschen, daß die gehört darum zu den Forderungen, die immer wiederkehren, bis sie, verbündeten Regierungen den Widerstand gegen diese Einführung erfünt sind. aufgeben möchten, der ja sachlich und innerlich jetzt nicht mehr be.rechtigt ist." Arbeiter ausspricht. Das ist alles! GrußUnd kehr ich heim zum Liebchen mein, :: Dann erschallet des Bergmanns Gruß Dann :: Glück auf! Glück auf!:,: bei der Nacht::: Die Bergleite sein trenzbrave Leut'; 240 :: Denn sie tragen das Leder vor dem A... pads bei der Nacht:: :: Und faufen Schnaps, in genug, daß die Arbeiter in Not zu Grunde gehen, um ihren Ausbeutern derlei Feste zu ermöglichen, sie müssen sich auch noch beim Champagner von der Gesellschaft zotig verhöhnen lassen. Ein neuer Fall Brüsewitz? Das Begehren wurde schließlich mit 73 gegen 45 Stimmen ( letztere aus den vier Socialisten, den Demokraten, mehreren Konservativen und Ultramontanen zusammengesett) abgelehnt. Ueber das Begehren betreffend die Volkswahl des Bundesrats referierte namens der Kommissionsminderheit wiederum GallatiMinderheit namentlich Hofmann und Scherrer St. Gallen sehr gut Glarus in der ihm eigenen geistreichen" Weise, während von der redeten. Frankreich. Der Kongreß der chriftlichen Gewerkschaften, der Pfingsten in Frankfurt a. M. getagt hat, findet in der Centrumspreffe wenig Beachtung. Zwar haben die größeren ultramantanen Blätter einen Bericht darüber gebracht, aber mit ihrem Urteil halten fie in auf Das ist in der That ein grelles Sittenbild, das aber nicht die abe fälliger Weise zurück. Die Kölnische Volkszeitung" Anschauungen der Bergleute, sondern die der schwelgenden Kapis widmet dem Kongreß in ihrer Sonntagsausgabe einen Artifel, talisten spiegelt! Man denke sich diese Herren vom Kapital, die bei Auch dieses Begehren wurde mit 79 gegen 33 Stimmen abats der eine Aeußerung der Frankfurter Zeitung" anführt als Be weis, daß die christliche Gewerkschaftsbewegung heute schon etwas reichlichen Speisen und guten Weinen von den Herrlich gelehnt. Die Doppelinitiative geht nun an den Ständerat, wo ihr bet cute und für die Zukunft gute Aussichten habe, der weiter die feiten des Bergmannslebens lallen, das, Bettelarmut die radikale Mehrheit das gleiche Schicksal bereiten wird. Danne Frage der paritätischen Gewerkschaften für eine Dottorfrage erklärt und betrogen um den erarbeiteten Thaler, doch kreuzfidel aber hat das Bolt das Wort und da kann das Schlußergebnis ein und sich für eine bessere socialpolitische Schulung der christlichen bei Schnaps und Liebchen vertollt wird. Welcher Abgrund besseres fein. Im Kanton St. Gallen hatten die Socialisten, Demokraten und bornierter Schamlosigkeit in diesen Unternehmer- Festliedern, die mit ultramontanen die Einführung der Proportionalwahl des Kantonsrats Recht deutlich spricht sich dagegen die Rheinische Voltsdem Elend der Ausgebeuteten ihr gemeines Spiel treiben! Nicht verlangt, sind aber mit ihrem Begehren gegen eine Mehrheit der st i m me" aus. Das centrumsagrarische Organ gesteht, daß es Liberalen von 17 Stimmen unterlegen. Damit ist aber die „ nicht vermag, den Beschlüssen des Kongresses bezüglich der LohnCampagne nicht beendet. Die Angelegenheit lag bereits im Jahre bewegung und natürlich immer noch türzerer Arbeitszeit besondere Eympathie entgegenzubringen. That 1893 dem Bolle zum Entscheide vor, das damals 19 000 Ja und sächlich ist der Arbeiterstand jezt besser gestellt als der mittlere 22 500 Nein abgab. Seitdem dürften sich die Aussichten für den und kleinere Bauer, und es wäre die höchste Zeit, einmal für die " Proporz" erheblich gebessert haben und die oben genannten Rettung der letzteren aus ihrer elenden Lage mit Entschiedenheit Ueber einen fast unglaublichen Vorfall meldet man uns aus Winderheitsparteien beabsichtigen daher die Aufstellung eines bezüg lichen Initiativbegehrens, um die Sache neuerdings zur Boltsund mit Hilfe großer Mittel einzutreten. Die einseitige Stettin: Begehrlichkeit der Industrie Arbeiter bedarf Mehrere Offiziere vom Trainbataillon Nr. 2 in Altdamm batten abstimmung zu bringen und diesmal vielleicht damit durchzubringen. wirklich keiner künstlichen Förderung mehr." am Sonntagabend eine Fahrt nach dem Bahnhof Finkenwalde bei Im Kanton Basel gelang es den Socialdemokraten und Diese Meinung dürfte wohl die in den Kreisen des Centrums Stettin gemacht. Schon während der Fahrt hatten sie sich allerlei Ronservativen mit Hilfe einiger Freisinniger gegen die übrigen Parteiallgemein geltende sein. Denn die Thatsachen beweisen es, daß anzügliche Nebensarten zu Frauen und Mädchen, die von den Aus- genossen der letzteren das Gefeß, betreffend die Proportionalwahl des dem christlichen Unternehmer die Organisationsbestrebungen der Ar- flügen in der Buchhaide nach Stettin zurückkehren wollten, erlaubt. Santonsrats, durchzufeßen. Das Gesetz war vor einiger Zeit schon beiter ebenso verhaßt sind, wie dem anders gesinnten, und Forde auch am Steuerhause zu Finkenwalde stocherten sie mit dem ent- parlamentarisch verabschiedet; aber es enthielt den von den Freirungen, die den Profit schmälern, stoßen beim ultramontanen Fabri- blößten Degen in der ihnen entgegengehaltenen Geldschaufel herum und sinnigen hineingeschmuggelten Stimmzwang, so daß verschiedene das Bundesgericht tanten und Bünftler auf ganz genau denselben Widerstand wie beschimpften die Stenererheberin. Am Bahnhof standen zwei Konservative gegen dessen Bulässigkeit an ultramontanen Gründern erdacht und bestimmt als Gegenorganisationen bringen wollten, und hier verlangte der eine Offizier von dem fehlt der Stimmzwang. anderswo auch. Die christlichen Gewerkschaften waren.[ von ihren Schlächtermeister aus Finkenwalde, die einen Freund zur Bahn refurrierten und damit auch Erfolg hatten. In der neuen Vorlage zu den bestehenden Gewerkschaften, als Stampfmittel gegen die Social- Schlächtermeister Dallmann, daß ihm dieser aus dem Wege gehen demokratie, als Sammelpunkte der guten, braven, bescheidenen Ar- sollte, obwohl Tallmann, mit dem Rücken an die Mauer des BahnEine stürmische Kammerfihung, die eventuell dem Ministerium beiter, die dem Unternehmertum um jeden Preis zu Diensten sind. Hofsgebäudes gelehnt, sich mit seinen Freunden unterhielt und Waldeck- Rousseau wieder gefährlich werden könnte, steht für nächsten Dem Centrum sollten sie folgfame Wähler, der Kirche eine gläubige nicht den Weg versperrte. Der Lieutenant bestand nun wieder Freitag bevor. Am Freitag wird nämlich vom Amnestie- Ausschuß Herde und dem Unternehmer willige Arbeitshände erhalten und er- holt darauf, daß der Schlächtermeister Dallmann fortgehe und die Amnestierung Déroulé des und Genossen empfohlen und von ziehen. als dieser in richtiger Weise ihm antwortete:" Ich stehe Ihnen doch Waldeck- Rousseau bekämpft werden. Meline, Kranz, Poincaré und Aber die Entwicklung, die die christliche Gewerkschaftsbewegung gar nicht im Wege und habe auch gar keine Veranlassung, hier fort- Stonforten sollen bereits alle Vorbereitungen dazu getroffen in der letzten Zeit genommen hat und die in Frankfurt zu so deutlichem zugehen," rief der Lieutenant aufgebracht:" Schen Sie nicht, wen haben, um einen Hauptschlag gegen das Ministerium zu führen. Ausdruck gekommen ist, entfernt sich weit ab von dem Ziel, das Sie vor sich haben?"- Schon vorher hatte er immer die Hand Die Nationalisten werden voraussichtlich alles aufbieten, um das diefer Organisation von ihren Gründern und Gönnern gesteckt war. am Degengefäß. Nun aber wollte er blant ziehen, wurde jedoch Ministerium zu Fall zu bringen, da sie nach Mißlingen dieses AnDie nächste Folge wird sein eine noch schärfere Bekämpfung der daran durch die Begleiter und Freunde Dallmanns verhindert. griffs ihre Hoffnung auf den Sturz des Ministeriums bis zum chriftlichen Gewerkschaften durch das Unternehmertum, als sie in der Einer der andren Offiziere fuchte ihn auch zu beruhigen, aber trok november vertagen müßten. Jedenfalls steht wieder eine große als legten Zeit schon üblich war. Im übrigen zeigt die Schweigfamkeit dem zog er blant, um dem Schlächtermeister mit dem Säbel stammerschlacht bevor. der Centrumspresse bezüglich des Frankfurter Kongreffes, wie wenig zu Leibe zu gehen. Hierauf faßte nun einer der Freunde Dallmanns Spanien. wohl den bisherigen Förderern der christlichen Örganisationen bei zu und hinderte den Lieutenant, von der Waffe Gebrauch zu machen. dieser Wendung der Dinge ist. Es geht nicht an, daß sie ihr auch der noch an seiner Seite befindliche zweite Offizier versuchte Spanien aufgehört haben, so hat damit noch keineswegs der WiderSteuerverweigerung. Wenn auch die Straßenkämpfe in eigenes Werk jest schon verleugnen oder verfluchen, aber ohne seinen Kameraden zu beruhigen. Aber immer wieder drang derselbe Zweifel werden die edlen Herrn vom Centrum und der Kirche ihre auf den Schlächter Dallmann ein. Ein Gefreiter des Trainbataillons, stand der Bevölkerung gegen die Regierung aufgehört. Stellung zu den christlichen Gewerkschaften revidieren müssen. der als Kutscher den Wagen, auf dem die Offiziere von der vielmehr ernstlich entschlossen, die Steuerverweigerung durchzusetzen. Das erste Anzeichen dazu ist zu sehen in dem Rücktritt des Niedermühle gekommen waren, beteiligte sich nun auch noch Der Vorstand des Nationalverbands hat beschlossen, sofort den Pfarrers Drießen vom Vorsitz des Kölner Vereins Arbeiter aner Rauferei, in deren Verlauf der Schlächtermeister Dallmann allgemeinen Laden und Fabrikschluß eintreten zu fchup". Dieser Führer der unversöhnlichen Nichtung hat sich schon derartig zugerichtet wurde, daß er ani Montagnachmittag gegen 6 Uhr laffen, sobald wegen der Steuerverweigerung gegen irgend einen Dem Schluß der Laden und Geschäftsmann vorgegangen werde. am Freitag von der christlichen Gewerkschaftsbewegung verabschiedet; verstarb. Die Anfregung unter den Bewohnern Finkenwaldes ist er erklärte, daß er sich nicht Bestrebungen widmen eine derartig große, daß die höchste Entrüstung von allen über das Fabriken würden weitere Unruhen naturgemäß folgen. könne, denen die Verteidigung der christlichen Welt Vorkommunis bekundet wird, umsomehr, da der Schlächter Dallmann Afrika. anschauung nebensächlich und überflüssig sei. als ein durchaus ruhiger and friedlicher Mensch bekannt ist. Weitere Klärung über die Stellung des Klerus zu dieser Frage wir hätten den Vorfall für unglaublich gehalten, wenn er nicht Eine nene Unglücksbotschaft von der Goldküste ist in wird die demnächstige Bischofskonferenz in Fulda bringen. Auf dem von andrer Seite bestätigt würde. Nach der„ Ostsee- 8tg." trug fich London eingetroffen. Ein Telegramm von dort besagt: jüngst abgehaltenen Delegiertentag des Verbands der katholischen der Schlußaft des Dramas so zu, daß die Schlächtermeister dem welcher der Entsatzkolonne nördlich von Brah, wo die Aschanti start Heute war ein neues Gerücht von einem Unfall im Umlauf, Arbeitervereine Nord- und Ostdeutschlands erklärte bei einem Offizier den Degen entwanden und dann davon liefen. Zwei Antrag, daß der Verbandstag Stellung nehmen solle zur Trainsoldaten verfolgten auf Befehl die Leute und schlugen verschanzt gefunden worden, zugestoßen ist. Schwerer Regen Gewerkschaftsbewegung, der Generalsekretär Dr. Hille, daß es Dallmann mit ihren Seitengewehren nieder. Auch fich empfehle, diese Frage bis zum nächsten Delegiertentag zurück- dieses Blatt meldet den Tod Dallmanns. Der in Frage stehende zulegen, da die diesjährige Bischofskonferenz sich mit dieser Frage Offizier ist nach einem uns zugehenden Privattelegramm der Reserveeingehend beschäftigen werde; speciell intereſſiere sich für die lieutenant Döring.Gewerkschaftsbewegung der Fürstbischof von Breslau, der sich mit Herren, die in dieser Frage sehr eingeweiht seien, in Verbindung gefeßt habe, um über diesen Gegenstand in Fulda zu referieren. Man darf auf die Stellungnahme der Bischofskonferenz, die in focialpolitischen Fragen Autorität beansprucht, gespannt sein.Unternehmerpoefie. ( Beim Champagner au fingen.) 〃 In Redlinghausen fand unlängst eine bergmännische Feier statt aus Anlaß des Einschlagens des Schachts fünf der Seche Schlägel und Eisen in das Steinkohlengebirge im Deutschen Hof zu Redlings hausen. Bei dieser Gelegenheit wurden von den Aktionären, Aufsichtsräten und Beamten Bergmannslieder gesungen, in denen sich die Nicht Arbeiter in ihrer Weise in die Seelen der Arbeiter hineinzuverjeten bemüht waren. Zunächst wurde, wie wir einem bürgerlichen Blatt der Gegend entnehmen, das Kapital gefeiert: Hurra hoch! Hurra hoch! Stoßt an, die Finanz, sie soll leben Stoßt an, die Finanz, sie soll leben Die die Aktien, die neuen so herrlich lanziert, Daß das Minus des Jüngsten ward glücklich pariert. Der Finanz ein Glückauf! Der Finanz ein Glückauf! Weiter wurde an die Börsen der Aktionäre appelliert: DIA ,, Kaum hat man Gang und Flötz erreicht Und ist nun voll Entzückung, Da findet sich nur allzu leicht Der Sprung und die Verdrückung: Du fäumiger Gewerke! Dann heißt's: Heraus mit Deinem Schatz, Es hat noch manch Milliönchen Blag In solchem schönen Werke." Dann aber wurde besonders der Bergleute gedacht: Der Grubensohn braucht wenig Zu seiner Seligkeit, Behält für sich den Pfennig, Den Thaler schickt er weit. Den Schlägel und das Eisen, Den Kittel und ein Weib, Und etwas Brot zum Beißen Braucht er für seinen Leib. Ein Liebchen noch daneben, Sein Glück zu übersehn, Das will er für sein Leben, Mehr nicht zum Wohlergehn. Drum ist der Bergmann König Von dieser reichen Welt, Denn er bedarf nur wenig Von ihrem vielen Geld. sid Ausland. Schweiz. Man ist verhindert den Vormarsch der Hauptentsazkolonne, welche noch füdlich von Prah steht. An der Küste herrscht große Besorgnis. Ein Einfall der Aichantis in die Kolonie wird befürchtet. Bezüglich des Schicksals von Kumassi hegt man große Besorgnisse." Einzelne Londoner Blätter empfehlen bereits; in Unterhandlungen: mit den Aschantis einzutreten und dem abgesetzten König Prempeh die Mückkehr zu gestatten. Man fürchtet, daß Stumaffi bereits gefallen sei oder doch angesichts des Mißerfolgs der zum Entsatz bestimmten Expedition fallen werde. Asien. befindet sich noch im gleichen Stadium. die Nachricht der„ Times" bestätigt, Bern, 13. Juni. Die von uns mehrfach behandelten Ausweisungsdifferenzen zwischen der Schweiz und Deutschland fanien heute im Nationalrat zur Sprache. Preußens Forderung, daß die in Preußen weilenden Schweizer den Ausweis über die Leistung des schweizerischen Militärdienstes beizubringen hätten, widrigenfalls enn fich freilich Der Bogeraufstand sie ausgewiesen würden, wurde von Wullschleger( Soc.), Prof. Zuercher( Demokr.) und Curti( Demofr.) als Versuch eines baß der Kanzler der japanischen Legation bot Bruchs des deutsch schweizerischen Verfaifungs- Soldaten der Leibgarde, der Kaiserin ers vertrags scharf verurteilt. Wullschleger tadelte außerdem die zu mordet worden ist, so dürfte darin eine Verschärfung der Lage große Nachgiebigkeit des Bundesrats." Bundespräsident Hauser und ein Aureiz für Japan erblickt werden, besonders energisch. erklärte, der Bundesrat habe seinen grundsätzlichen Vertragsstand- vorzugehen. Den„ Times" wird übrigens auch weiter gemeldet, punkt gewahrt, er werde auch den Gegenstand weiter verfolgen. daß der japanische Gesandte auf Anerkennung der japanischen Die Gründe, mit denen die Bern, 11. Juni.( Eig. Ver.) An vier Tagen hat sich in voriger Einflußsphäre in den Provinzen Tschekiang, Fokien und Tiangsi Woche der Nationalrat mit der Doppelinitiative befaßt, dränge. Auch habe die japanische Regierung vier weitere aber während er drei Sigungen der Proportionalwahl des National Striegsschiffe zur Verstärkung der Flotte nach Taku beordert. rats widmete, erledigte er das Begehren betreffend die Volkswahl Aus Petersburg wird gemeldet, daß infolge Einvers des Bundesrats in einer Sigung. Redner der Mehrheit die geforderte Proportionalwahl des National- nehmens der Mächte nach Port Arthur der Befehl ergangen rats bekämpften, waren in der Hauptfache Icere Nebensarten, die sei, 6000 Mann der dortigen Garnison bereit zu einen kritischen Politiker kaum zu überzeugen vermochten und die sich halten, um nach Tientsin abzugehen, sobald der russische immer um den unausgesprochenen, aber leitenden Gedanken drehten: Gesandte in Peking deren Entsendung verlange oder andre Umstände wir haben die Mehrheit und die Macht, wir haben Angst, es erheischten. durch die Einführung der Proportionalwahl des National Ferner liegen Meldungen über einen Zusammenstoß mit den rats beide zu verlieren oder doch einen erheblichen Teil Boxern vor! davon einzubüßen und darum wollen wir nicht! Mit welchen Das„ Reutersche Bureau" berichtet, daß bei Lanfang am Montag albernen Phrasen eine so wichtige Sache bekämpft wurde, mögen 2000 Boyer versuchten, eine Patrouille von 16 englischen folgende Säge aus der Rede des Referenten der Kommissions: Seesoldaten abzuschneiden, welche zwei Meilen vor dem Zuge, mehrheit, des Nationalrats Gallati Glarus, darthun: Den Nationalrats Wahlen liegen zu ungleiche Berhältnisse zu Grunde. der die ausländischen Truppen nach Peking beförderte, marschierten. Sie garantieren ohnehin Vertretung aller Parteien. Dem Englische Matrosen, die zur Hilfe eilten, drangen auf die Boger ein und ausgesprochenen Parteiwesen ist das Schweizer eröffneten ein lebhaftes Gewehr- und Maxim- Geschüßfeuer auf sie. volt abhold. Das Proportional Verfahren givinge aber 40 Boger wurden getötet und verwundet, die Engdazu. Durch Koalitionen fönnte es sogar dazu führen, die länder hatten keine Verluste. Die europäischen Truppen nahmen die Mehrheit der Minderheit zu unterwerfen ufw." Inwiefern Heute Verfolgung der Borer auf und bemächtigten sich zweier Dörfer. Die schon die bestehenden Verhältnisse den Minderheiten Vertretung garantieren, zeigt der Wahlkreis Zürich, wo im letzten Herbst die Bahnlinie ist stark beschädigt. Die Expedition besteht aus 915 EngSocialdemokraten 9000, die bürgerlichen Parteien 12 000 Stimmen ländern, 350 Deutschen, 300 Ruffen, 158 Franzosen, 104 Amerikanern, erhielten, erstere aber nur einen, legtere dagegen fünf Vertreter 51 Japanern, 40 Italienern und 25 Oestreichern, im ganzen gegen im Nationalrat haben. Bei diesem System der brutalsten 2000 Mann. Vergewaltigung der Minderheit steht sich die Mehrheit Schließlich wird noch der„ Agence Havas" aus Pefing gefehr gut, aber erstere wird mit Notwendigkeit dazu getrieben, eine meldet: Die Kaiserin hat mehrere Mitglieder des Tsung- li- Damen Aenderung dieser Verhältnisse herbeizuführen, wozu eben das Pro- beauftragt, auf den Gesandtschaften zu erklären, daß die chineportional Wahlsystem das geeignete Mittel ist. dad sischen Truppen sich dem Einrücken der fremden Aehnlich wie Gallati äußerten sich noch mehrere Redner der Mehrheit, während die Redner der Minderheit, vor allem Curti von Detachements in Peting nicht widersezen werden. St. Gallen und unser Genosse Wullschleger- Basel, das ProporzDie deutschen Landungstruppen in China. begehren mit Geschick und mit guten Gründen vertraten. Bon deutschen Truppen find ca. 80 Mann in Tientsin, 350 oder Curti jagte treffend: Seien wir aufrichtig: es sind einige Size der 450 Mann( genau ist diese Zahl nicht bekannt) befinden sich unterBartei, die jetzt die Mehrheit hat, in Gefahr. Aber ist damit auch wegs nach Beling, wo 50 Mann bekanntlich bereits früher ein getroffen sind. Die Besatzung nnfrer ostasiatischen Kolonien dürfte inzwilchen mobilisiert sein. 80V Mann Ablosungskommando für das Äreuzergeschwader treffen an Bord des Dampfers„Köln* nächster Tage in Tsingtan ein und werden, falls es nötig sein sollte, gleich falls zunächst als Landungsabteilung Verwendung finden. lieber die Lage auf de» Philippinen sind ans dem Wege über Spanien Mitteilungen an die Oeffentlichkeit gedrungen, die für die Amerikaner keineswegs günstig lauten. Die Mitteilungen stammen von Soldaten und Beamten, die unlängst als letzter Transport mit dem Dampfer„Alicante" von den Philippinen nach der Heimat befördert worden sind. Die Meldungen behaupten, die Filippinos dächten gar nicht an eine Unterwerfimg, sondern seien entschlossen, den Guerillakrieg auf unbestimmte Zeit hinaus fortzusetzen. Die wichtigsten K ü st e n p lä tz e seien, mit Ausnahme des Nordosten Luzons, im Besitz der Amerikaner, allein im Innern befänden sich größere Strecken noch in der unbestrittenen Herrschaft der Tagalen. Zu einer vollständigen Oeeupierung der Philippinen sei die Zahl der amerikanischen Truppen viel zu gering. Nach der spanischen Dar- stellung sind— im Gegensatz zu andren Darstellungen— die inegfiihrenden Tagalen bemüht, den das Land unsicher machenden Rauberbanden das Handwerk zu legen und den Krieg in durchaus loyaler Weise zu führen.— Aus vrr Fvmiettbenrrgimg. „Sötc wahren die Alt-Plätterinnen und Wäscherinnen ihre Interessen gegenüber den allgemeine» Preiserhöhungen? In Kellers großem Saal in der Koppeustraße sprach Frau Ihrer über dieses Thema vor einer dicht gedrängte» Zuhörerschaft. Jeder Winkel des weiten Raums war besetzt von meist jungen Arbeiterinnen. welche mit intensiver Anfmerksanikeit der Rednerin lauschten. Diese schilderte in kurzen, treffenden Worten die traurige Lage der Alt' Plätterinnen und Wüscherinnen(so genannt, weil sie die ge brauchte Wäsche behandeln, während die Neu- Plätterinnen und Wäscherinnen für die Wäschefabrikation thätig sind). Ihren anstrengenden Berns betreiben sie in Kellern,' oft dumpfen, lichtlosen Hinterhäusern in viel zu engen Räumen. Hausindustrie untersteht diese Arbeit leider nicht der behördlichen Regelung, welche trotz mancherlei UnVollkommenheiten doch einen heil samen Zwang gegen Mißbräuche ausübt. Es wäre dann unmöglich. daß zum Beispiel in diesen engen, überfüllten Räumen wöchentlich S2 Stunden gearbeitet werden kann. In Charlottenburg sind Wochen mit 100 ständiger Arbeitszeit vorgekommen I Wie oft hierbei die Nacht zum Tage werden muß, geht aus der Stundenzahl mit er- schreckender Deutlichkeit hervor. Die Nacht von? Sonnabend au Sonntag gilt ohnehin schon als rechtmäßige Arbeitszeit. Wir haben aber längst eingesehen, daß eine Arbeitswoche von VV Stunden ein Maximum bedeuten soll und erstreben eine Woche mit 48 Arbeitsstunden. Bedenkt man, ivelche schwere und an- greifende Arbeit Waschen und Plätten schon an sich ist und rechnet die unmenschlich lange Ausdehnung derArbeitszeit, so zeigt es sich, daß den schwachen Frauen ein Maß der Anstrengung zugemutet wird, welches auch den stärksten Schultern zu schwer iverden'muß. Kein Wunder, daß nach wenigen Jahren die Bernfskrankheiten mit unheimlicher Schnelle um sich greifen. Bei den Plätterinnen sind eS Kopf- und Magenleiden, teils durch die furchtbare Hitze, teils durch die nn- zweckmäßige Nahrung herbeigeführt; der Wäscherin bringt der heiße, feuchte Dunst und der rasche Temperaturwechsel Nheumatis mus und andre Erkältungskrankheiten böser Art. Jede Bemühung, die Arbeiterinnen zu gemeinsamer Abwehr anzuspornen, scheiterte bisher nach kurzer Zeit. Die Ursache lag vielleicht zum Teil in der Anschanung, daß die Arbeit für hier nur etwas Provisorisches sei, ein Uebergang zur Ehe, welcher sie sich zu- wende», sobald sich ein annehmbarer Freier zeigt. Aber wie selten kann man in Arbeiterkreisen die Mitarbeit der Frau dauernd ent- Hehren! Es kommen die Kinder und mit ihnen die größeren Aus- gaben— die Frau nimmt die alte Arbeit wieder auf. Nur steht jetzt statt des frischen jungen Mädchens die müde und abgehetzte, freilich auch klüger gewordene Frau am Plättbrett. Auch die Arbeitgeber selbst sind in diesem Gewerbe keineswegs reiche Leute. Als Inhaber kleiner Geschäfte sind sie um weniges besser daran als die Arbeiterin. Die allgemeine Verteuerung, be- sonders das Hinaufschnellen der Kohlenpreise veranlaßt daher mit Recht die Inhaber der Plättstnben, einen höheren Tarif auszu- arbeiten. Bisher erhielten die Arbeiterinnen die Hälfte des Tarifs, der für das Wäschestück gezahlt wird; jetzt müssen sie auch von der Steigerung ihren berechtigten Anteil beanspruiben. Nicht nur der materielle Vorteil wird auf diese Weise gewahrt. Jeder Fortschritt in der Lohnbewegung bedeutet zugleich einen geistigen Gelvinn. Und nicht minder wegen der Pflege des Geistes als des Körpers mutz, mit gleicher Entschiedenheit wie eine Lohn- erhöhung, zugleich eine Verkürzung der Arbeitszeit erkämpft werden. Als dritte unerläßliche Förderung gilt die staat- liche Aufsicht. Daß diese auch im kleinen Betriebe wohl durchführbar, zeigt das Beispiel Englands, wo die elenden Höhlen, ivelche früher als Arbeitsraum galten, ganz ver- schwunden sind. Einige Kleinmeister der Schneiderei oder Plätterei treten dort zusammen, und mieten gemeinsam einen Saal, der den gesetzlichen Anforderungen entspricht was sich hier sicher auch durch- führe» ließe. Aber dort so wenig wie anderswo werden die Reformen von Einzelnen durchgesetzt. Nur die große Masse kann eine dauernde. gründliche Besserung für die Allgemeinheit erkämpfen. Deshalb er- geht der dringende Ruf an die Alt- Plätterinnen, sich der Organi- fatio» anzuschließen, die sie hierher beschieden hat, die für sie kämpft und deren Macht mit der Zahl der Mitglieder an Umfang zunimmt. Die Sommerzeit als Höhepunkt der Saison für die Mehrzahl der Plätterinnen cst dem Vorhaben günstig. Benutzen Sie den Weg, der sich Ihnen öffnet. Vergessen Sie auch nie, daß Sie der Klasse angehören, welche die Werte schafft, die heutige Kultur mit starkem Arm baut und erhält. Verlangen Sie Ihre» Anteil an dieser Kultur, an der Mutze, sich derselben zu freuen. Ein frischer Geist ziehe durch Ihre Reihen und gebe Ihnen das frohe Bewußtsein der Zugehörigkeit zu einem Ganzen, in welchem die Rechte des Einzelnen geachtet und gewahrt werden. Schon während des kurzen eindrucksvollen Vortrags war der Beifall stürmisch hervorgebrochen. Die Besucherinnen, von denen wohl viele zum erstenmal einer Versammlung beiwohnten, gaben ihrer Freude darüber, daß ihre Lage gewürdigt und Abhilfe gesucht werde, rück- haltlos Ausdruck. Mit gleicher Heftigkeit wurde allerdings in der folgenden Diskussion manche Aeußenmg der Inhaber von Plättstuben zurückgewiesen. Die Meister verhielten sich im ganzen durchaus nicht feindlich; sie erklärten wiederholt ihre Zustimmung zu der Beivegung der Arbeiterinnen. Es geschah dies sogar mit einem etwas verdächtigen Eifer, welcher dem einen Redner die Er- widerung zuzog, er wünsche wohl, daß die Arbeiterinnen den Inhabern die Kastanien aus dem Feuer holten. Ein Mitglied des Vereins der Wäschebranckie, welcher die Ver- sammlung berufen hatte, hob die Vorteile der Mitgliedschaft hervor: Rechtsschutz in allen gewerblichen und Kassenstreitigleiten. Kranken- Unterstützung(für Frauen ein Zuschuß von 3, SSM.), Unterstützung in unverschuldeten Notfällen, unentgeltliche Benutzung der Bibliothek des Arbeitsnachweises— eine ebenso wichtige als angenehme Einrichtung. Daß sich viele neue Mitglieder aufnehmen ließen, ist ebenso erklärlich als erfreulich. Neue Gesichtspunkte bot die Debatte nicht, wenn auch manch treffendes Wort, manche schlagfertige Erwiderung Heiterkeit hervor- rief, mancher Angriff stürmische Abwehr erfuhr. Das ivichtigste Ergebnis war die Wahl einer Kommission von IS Mitgliedern aus der Zahl der Plätterinnen und der verwandten Berufe, welche die Forderungen der Arbeiterinnen zusammenzustellen hat. Das Resultat ihrer Beratungen wird in 14 Tagen einer neuen Versammlung zur Beurteilung und Beschlußfassung vorgelegt werden. Ohne Zweifel kann man auf eine mindestens gleich starke Beteiligung rechnen, da eine Entscheidung in den wichtigsten gewerblichen Fragen bevorsteht. Ein herzliches Glückauf'den Plätterinnen zu ihrem energischen Eintritt in die Lohnbewegung I Der Verein der Wäschebranche, welcher die Bewegung unter den Plätterinnen einleitete, hat sein Vereinslokal in Wendts„Central- Klubhaus*. Königsgraben 14 a. Neue Mitglieder können sich melden bei Frau Rosenstengl, Beitrag 10 Pf. die Woche, Eiuschreibegeld 25 Pf. GeivevksisMNlirfjes« Perlin und llmgegend. Mit der Lohnbewegung im Bäckergewerbe beschäftigte sich das Einigungsamt am Mittiooch zum zweitenmal. Nach Eröffnung der Sitzung gab Altgeselle M o st namens der Arbeiter die Erklärung ab, daß diese die in der vorigen Sitzung des Einigungsamts formulierten Vorschläge ohne jede Aenderung an- nehmen. Obermeister Bernard erklärte dagegen, die Meister- Versammlung habe den Punkt 6 der Einigungsbedingungen hanpt- sächlich deshalb abgelehnt, weil sie der Meinung war. daß die drei Delegierten, welche seitens der Arbeiter zu den Beratungen der Innung mit den Gesellenausschiissen nach Punkt 6 hinzu- gezogen werden sollen, den Beisitzern des Gewerbegerichts zu ent- nehmen seien. Der Vorsitzende v. Schulz stellte fest, daß diese Auffassung nicht zutreffe. Die fraglichen drei Delegierten sollten wohl dem Bäckergewerbe angehören, jedoch sei es nicht nötig, daß sie bei einem Jnnungsmeister arbeiten. Altgeselle M o st stimmte dieser Auffassung zu und erklärte sich bereit, einer dementsprechenden redaktionellen Aenderung der Einigungsbedingungen zuzu- timmen. Obermeister B e r n a r d bemerkte dagegen, dem Beschluß der Meisterversammlung müsse er Rechnung tragen. Der Punkt 6 sei nun einmal abgelehnt, und eine Zurücknahme des Beschlusses sei nicht angängig. Im übrigen meinte der Obermeister, dieser Punkt habe nicht die Bedeutung, die ihm die Gesellenvertreter beilegen, da ja der Jnnungs-Ausschuß für das Sprech- und Herbergs- wesen, dem auch Gesellenvertreter angehören, Gelegenheit habe, sich mit den in Punkt 6 vorgesehenen Angelegenheiten zu befassen. Die Meister hätten doch durch Annahme der übrigen Einigungsvorschläge ein so tveitgehendes Entgegenkommen bewiesen, daß die Gesellen wohl auf dieser Basis Frieden schließen könnten. Dem- gegenüber bemerkte der Gesellenvertreter Hetzschold, wenn der Punkt 6 abgelehnt werde, dann hätten auch die andren Punkte ür die Arbeiter keinen Wert. Wenn sich Herr Bernard auf den Ausschuß für Sprech- und Herbergswesen berufe, so könne Redner aus eigener Erfahrung sagen, daß dieser Ausschuß den Arbeitern nichts nutze, weil die letzteren in demselben in der Minderheit seien. Während die Gesellen jetzt ein bedeutendes Entgegenkommen bewiesen und dadurch ihre Neigung zum Frieden bewiesen hätten, sei die Stimmung der Meisterversammlung nichts weniger als riedliÄ gewesen. Wenn heut keine Einigung auf Grund der Vorschläge zu stände komme, dann sei die Masse nicht mehr zu halten und der Streik unvermeidlich. Obermeister B.e r n a r d: Uusre Versammlung hat ausdrücklich beschlossen, wenn eine Einigung ohne den Punkt S nicht zu stände kommt, dann mögen die Gesellen machen ivas sie wollen. Wir würden versuchen, bei den in Punkt 6 dehandelten Angelegenheiten zu den Gesellen- ansschiissen einige außerhalb der Innung stehende Gesellen hinzuzu- ziehen, ohne das jedoch ausdrücklich festzulegen. Hetzschold: Auch wir habe» viel von unsren Forderungen abgelassen, und obgleich wir deshalb Vorwürfe von unsren Kollegen zu erdulden hatten, haben wir uns doch auf den Standpunkt des Einigungsamts gestellt und dessen Vorschläge zur Annahme gebracht. Wir haben also durchaus loyal gehandelt. Der hier anwesende Vertreter Herr Schmidt hat dagegen in der MeisterversammIlUlg beantragt, wenn die Gesellen nicht auf den Punkt 6 verzichte», dann giebt es keine Einigung. Die Meister behaupten, es wird schon gestreikt. Das ist nicht der Fall, es handelt sich nur um Maßregelungen, die verschiedene Meister aus Anlaß unsrer Beivegung vorgenommen haben. Ohne den Punkt 6 haben wir ja gar keine Kontrolle über die Junehaltung der Einigungsbedingungen. Altmeister P ö r s ch: Was die Gesellen wolle», das haben wir bewilligt. Aber ivas die Agitatoren wollen,'das bewilligen wir nicht. Wir wollen uns nicht in nnsre eignen Angelegenheiten hineinreden lassen. Be- tehen Sie(zu Hetzschold) nicht auf Ihrem dicken Kopf— entschuldigen Sie— auf Ihrem Willen wollte ich sagen. Sie wollen ns kontrollieren? Zum Deixel nochmal, wir brauchen keinen Aufpasser! Bäckermeister Lehmann führte aus, die Meister eien durchaus nicht bange vor dem Streik, sie hätten schon für Arbeitskräfte von auswärts gesorgt. Nachdem die Debatten zwei Stunden gewährt hatten, einigten ich die Parteien dahin, daß der letzte Absatz des Punktes 6 folgende Fassung erhält: „Zu diesen gemeinschaftlichen Sitzungen sind drei bei nicht er Innung angehörenden Bäckermeistern ar- eitende Geselle» mit S i tz und Stimme hinzu- zuziehen.* Vorsitzender v. Schulz: Ich konstatiere, daß hiermit der Vergleich perfekt geworden ist und freue mich, die Sitzung schließen zu können, nachdem der Friede zu stände gekommen ist. Deutsche» Reich. Die Lohubewcgnng der Stcttiner Seeleute ist nach einer monatigen Daner zu Gunsten der Arbeiter beendet. Die Reeder haben die Forderung, Erhöhung der Heuer um 5 M. und des Ueber- cundenlohns um 10 Pf. anerkannt. Die Vereinbarung ist auf die Dauer von 2 Jahren, vom 1. Juli d. I. bis zum 1. Juli 1802 ab- geschlossen worden. Tie Schornsteinfeger- Gehilfen Hamburg» haben ohne Streik eine Verständigung nut der Innung herbeigeftihrt Bisher waren die Gesellen hauptsächlich auf Trinkgelder angewiesen, vom . Oktober ab sollen sie 15 M., vom 1. Agril nächsten Jahres an 18 M. erhalten. Das System der Schwarzen Listen wird von den Unter» nehmern zu immer größerer Verbreitung gebracht. In München ftreiken seit einiger Zeit die Tischler. Sie verlangen den Neun- tundentag. Die Unternehmer haben die Forderung abgelehnt und versenden nun die Listen der im Streik befindlichen Gesellen. Wie es scheint, haben sie die Verrufserklärung über ganz Deutschland ausgedehnt, denn die Mitteilungen wurden schon in niehreren Städten aufgefangen. So ist jetzt wieder das„Gothaer Volks- blatt* in der Lage, das Schreiben zu veröffentlichen. Die Textilarbeiter Leipzigs, die, wie mitgeteilt, da? Ver- langen der Einführung der zehnstündigen Arbeitszeit an den Unter- nehmerverband gestellt hatten, beschlossen, von einem Streik vor- läufig noch Abstand zu nehnien. Die abgelehnte Forderung wird zu gelegener Zeit wieder gestellt werden. Ausland. Zum Pferdebahner- Streik in Z?redrlkSberg-Kopenhagen wird uns geschrieben: Die Ursache desselben ist, daß durch Er- Öffnung einer neuen Linie die Arbeitszeit der einzelnen Beamten um ea' 1/s Stunde über die frühere hinan? erhöht wurde, da die Gesellschaft das Arbeitsreglement in einer Weise auslegte, die ihr diese Verlängerung ermöglichte. Hierin lag aber umsomehr ein Wortbruch, als von der Direktton früher versprochen war, bei Er Öffnung der neuen Linie den Zehnstunden-Arbeitstag einzuführen. Die Organisation der Pferdebahn- und Omnibus- beamten hatte deshalb die alte Arbeitsordnung zun: 1. Juli gekündigt und eine neue verlangt, die den Zehnstunden- Arbeitstag enthielt, nachdem Verhandlungen mit dem Ver- band vom Direktor abgelehnt waren. Die Fredriksberger Pferdebahngesellschaft lehnte die Forderung der Organisation ab. Im Brief der Direktion wird erklärt, die behauptete Berechtigung der Forderungen auf Grund einer Zusage der Direktion müsse auf Irrtum beruhen(obwohl damals diese Zusage in allen Zeitungen gestanden hat, ohne daß die Direktion es dementiert hätte). Außerdem hatte die Direktion an jeden Einzelnen ein Kündigungs- schreiben zum 1. Juli gesandt,„falls er sich nicht schriftlich bereit erkläre, den Beschluß des Verbands nicht zu befolgen*. Die Gesell- schast ist dadurch kontraktbrüchig geworden, da ausdrücklich in ihrem Vertrag mit der Gemeinde Fredericksberg die Bestimmung steht: „Das Organisationsrecht der Beamten erkennt die Gesellschaft an". Durch ihre unter Drohung verlangte Auflehnung gegen die Organi- sation hat sie sich zweifellos gegen den Vertrag vergangen, und könnte die Kommune sofort den Betrieb' übernehmen. Auf dieses Schreiben hielt der Verband eine Versammlung ab, die sehr stürmisch verlief und in dxr beschlossen wurde, bereits am nächsten Morgen die Arbeit einzustellen, damit die Direktion keine Zeit fände, neue Fahrer einzuüben. Der Streik ist ein vollständiger. Es fährt nicht ein Wagen, nur ein Ingenieur übt sich im Fahren, um die Streikbrecher anlernen zu können. Die Direktion droht, die Beamten wegen Kontraktbruchs zu verklagen. Die ganze Bevölkerung steht auf feiten der Streikenden. Der Krieg. Ein Sieg General MethuenS wird von Lord Roberts in folgender Form gemeldet! General Methuen marschierte am 12. Juni nach dem Rhenoster» fluß, wo er einen vollständigen Sieg über de W e t davontrug, sich des Lagers de W eVs bemächtigte und den Feind nach allen Richtungen zer st reute. Methuen und K i t ch e n e r marschierten heute in der Richtung nach Kronstad weiter. Ein früheres Telegramm besagt: Maseru, 12. Juni. Die Boeren im Südosten der Orangefluß-Kolonie(Orange- Freistaat) haben eine sehr ausgedehnte Stellung inne; sie sind aber durch die über 35 000 Mann und 50 Geschütze verfügenden Generale Methuen, Rundle und B r a b a n t vollständig umzingelt. Nach der Depesche des Lord Roberts ist es nicht klar, ob es sich um eine Niederlage der gesamte n umzingelten Boerenmacht oder nur um einen Teil derselben handelt. Rückzug der Boeren von LaiugS-Nek. General B n l l e r telegraphierte am 12. aus JoubertS Farm: Ich habe 4 Meilen von Volksrust ein Lager bezogen. Die Boeren haben gestern den Lnings Nek-Paß und den Majuba-Hügel geräumt. Die von Jngogo kommende Division überschreitet jetzt den LaingS Nek. Ich mußte hier wegen Wassermangels Lager beziehen. Letzte Meldungen. London, 13. Juni. Die Depesche des Feldmarschalls Roberts aus Pretoria von gestern, in der der Sieg über General de Wet gemeldet wird, berichtet ausführlicker folgendes: Pretoria und Johannesburg sind vollkommen ruhig. Nach der Uebergabe Pretorias ging General Botha nach einer 15 Meilen östlich an der Straße nach Middelburg gelegenen Stellung zurück. Ich erteilte Befehl, Botha am 11. d. anzugreifen, da aber seine Stellung in der Front thatsächlich unangreifbar war, umging die Division French sie zu unsrer Linken, Hamilton zur Rechten. Beide stießen auf großen Widerstand. Vor Einbruch der Dunkelheit gelang es zwei Jufanteriebataillonen von Hamiltons Streitmacht beinahe, den Schlüssel der Verteidigungsstellung des Feinds auf der Linken zu gewinnen. Die Truppe erhielt sodann Befehl, auf dem gewonnenen Boden zu bivouakieren. Die das Centrum einnehmende Division Pole- Carew rückte zur Unterstützung Hamiltons vor.— Auf die Nachricht, daß die Oranje-Boeren den liebergang der Engländer über den Vaalfluß sich zu Nutze machten, um unsre Verbindungslinie abzuschneiden, sandte ich Äitcheuer mit den verfügbaren Truppen av, um nach Süden vorzudringen und sich in der Nähe von Heilbron mit Methuen in Verbindung zu setzen; ferner befahl ich Methuen, mit aller Schnelligkeit nach der Eisenbahn-Hanptlinie vorzudringen. Am Abend des 10. d. Mts. vereinigten sich Methuen und Kilchener bei Vredefort Road Station und marschierten am folgenden Tage nach dem Rhcnosterflusse weiter, Ivo Methuen einen vollständigen Sieg über de Wet errang, dessen Lager eroberte und seine Truppen nach allen Richtungen zersprengte. Am 12. d. M. marschierten Methuen und Kitchene'r ans Kronstadt zu weiter.— Robert fügt seinen Meldungen die Bemerkung hinzu: Die Regierung Ihrer Majestät braucht keine Befürchtung über die Sicherheit der Armee in Südafrika zu hegen. Der Feind errang einen kleinen Erfolg, welcher bedauerlich ist. aber bald wieder ivettgcniacht werden soll. Die Instandsetzung der Bahn wird nicht viel Zeit erfordern. Ich bin jetzt im stände, die Linie zwischen Pretoria und dem Rhenoster mit starker Macht zu halten. Methuen wird bei seinem Vormarsch die Linie bewachen. Hunter sollte heute, den 12. d., in Potschefstroom eintreffen und wird dann nach Johannesburg weilergehen. Ich habe mich auch mit Buller verständigt, der ohne Zweifel bald die Anwesenheit seiner Truppen auf dem Schlachtfelde fühlbar machen wird. Die Verluste vom 11. Juni sind, wie ich hoffe, nicht ernst. Unter den Toten ist der Earl of Airlie. Kroonstad ist völlig sicher. Uvtzkv und Dopesrhrn.. Ostasiatische Wirren. London, 13. Juni.(W. T. B.) Eine amtliche Depes che be« sagt: Die unter dem Kommando des britischen AdmiraU //.ehenden internationalen Streitkräfte trafen am 11. d. M. auf die Boxers, die in beträchtlicher Zahl nahe der Eisenbahn bei Lang fang standen. Es entspann sich ein Kampf; die Boxers flohen und lie'ßen 35 Tote auf dem Kampfplatze zurück. Auf unsrer Seite keine Verluste. Paris, 13. Juni.(W. T. B.) Die„Agenee Havc'?* Meldet aus Tientsin: Nach einem Telegramm aus Port Arthur haben sich gester» 2000 Russen eingeschifft.'Bestimmungsort Taku. Paris, 13. Juni.(W. T. B.) In der heutigen Sitzung d-r Deputiertenkammer drückt Gnärin seine Absicht aus. die Regierung über die neulich von den Blättern gemeldete Demission des Generals Delanne zu interpellieren. Die Kammer beschließt mit 273 gegen 236 Stimmen, die Interpellation auf einen Monat zu vertagen. Darauf wird die Sitzung aufgehoben. Paris, 13. Juni.(B.H.) In der heutigen Kammersitznng wurde mit 323 gegen 133 Stimmen die Dringlichkeit für den Gesetzentwurf des Abg. Babier angenommen, der bezweckt, den nicht autorisierten aeist- lichen Orden die Erteilung von Unterricht zu untersagen. Das Geietz war bereits im Jahre 1L7S von der Kammer angenommen, 1880 aber mit nur 19 Stimmen Majorität vom Senat abgelebnt worden. Der Gesetzentwurf wurde schließlich dem Unterrichtsausschuß überwiesen. London, 13. Juni.(W. T. B.) Ein Brief des Gouverneurs von Klimassi vom 4. d. M. stellt fest, daß in Kumassi 700 ein- geborene und europäische Truppen stehen. Alle Mannschaften sind auf halbe Rationen gesetzt. Die Munitionsvorräte reichen zu offensiven Matznahmen nicht aus und man_ muß für den Fall, daß keine Verstärkungen eintreffen, sparsam damit umgehen. Ans Sierra Leone und Nigericn sind weitere 900 Mann als Verstärkungen nach dem Aufstandsgebiet beordert worden._ Verantwortlicher Redactem: Paul John in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Max Babing in Berlin. Hierzu 2 Beilagen und Iluteryaltgugsbla»». [ uberechtigter Abdrud untersagt.] 11 noi cappotti Altrad Nr. 135. 17. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Donnerstag, 14. Juni 1900. o Peking Beitsang Wangchia Nantsang Tudung minis Helang Jingring Huangchuang Pinchang Luthai Tientsin Ost- China. Eisenbahn Bahnproj Kanal, Kabel, Maassstab. --Dampferlinie Reichspostdpl Mission Kilom Der Schauplat der chinesischen Unruhen bei Tientsin. Das in unsrer beistehenden Karte wiedergegebene Terrain von Taku an der Mün dung des Peiho bis oberhalb Tientsinn reichend umfaßt dasjenige Gebiet, welches, gegenwärtig bei den zu einer direkten Bedrohung Tientsins führenden Unruhen unmittelbar in Frage kommt. Der Peiho ist für Seeschiffe größeren Tiefgangs nicht bes fahrbar, nur die kleineren Küstendampfer und Kanonenboote, die als Stationsfahrzeuge seitens der Marinen aller Mächte in den ostasiatischen Gewässern gehalten werden, können den Fluß bis Tientsin hin auf dampfen und dorthin hat sich auch das deutsche Kanonenboot Jltis" begeben, um die Deutschen in der Stadt und der Fremdenniederlassung zu schüßen. pul Huzho Sheng Asth Hsiahsiho Handschia onatio, amo 336 Dschen Dshu Hsiauwang Tsifu wand Thsan Jangegnana Pots chili Partaging Wintage Wutung Leur Linteching goan Pataibi Tsinan Taingan n Laitshar Praitsanghar Lex andsch Ta ho dien. Huan- di frnd weig Tiendschimial Neudschladsch Ischiangle Fandsch hadschuang Huangtsa Bodshiadsh Parting Yandschia, Wangdshiedsch Msi gtt südshie Limingdsh Wang tschuntshang Bokte chingting Arsenalu Yangliutsching ORutne Dadsha Fremden hnetun Niederlas Pulvermühl Tshenlin Wangachiadshot 201 0 Tangashiakor Hsiau& shygu Dadsgion on brodents g Dshanguid sh Wagrighing Aunstscra Tsing tschaf Ashau Dshadstadsh Rolitai blo Huadshiadsh, di sashang Tutsheno 6019 Thatning Tunge Kladens ohen 1chin Shang Raumidis Yangwudsh Yaudshiatsur duyan 1911 any Jentschow Th arts Waygdshiatsun Wulaid Wangash ashuranga Hsinko Gaudshoo Riho Dshangashian Todi Dayrdsch PDshaibeldschergashladsh shienhsin D sin si JoLiangnang b Petho putio ad Nigu Asteraandish Histnshatgic sid Dahandsch T A Kanal dogy and Wanghandt Dunglo Simpl jun trot dur imglu 1911 193100: olm Vino Shangasiaoshengshang 福 Petko Liarigds Tanggu Yeurshang Plendschang Gayatristhitichen Taku Nardi Fort Sual for Tientsin selbst, liegt am Peiho an jener Stelle, wo der Zusammenfluß mit dem Humho und die Einmündung des aus dem füdlichen Teile Chinas, vom Unterlauf des Yangifekiang nach Norden geführten staiserfanals stattfindet. Die weitere Umgebung mit w Tientsins ist mit Seen und Sumpfgelände bedeckt. Mit Taku ist Tientsin durch eine Bahnlinie, die älteste in China, verbunden, die von Taku in nordöstlicher Nichtung, der Küste des Golfs von Petschili etwa parallel gehend, nach Shanheitwan führt, um von da aus Anschluß an die russisch- mandschu rischen Bahnen zu gewinnen; andrerseits fährt die Bahn von Tientsin in nordwestlicher Richtung, den Beiho überschreitend, und über Langfang Zur Zeit sind Truppenabteilungen der fremden Mächte, die fort- I findet sich, außer dem Stationsfahrzeug ltis", demnächst das geführend nach Peking, vor dessen Thoren sie im Südwesten der Stadt gefegt nach Möglichkeit noch Verstärkung erfahren, in Tatu, Tientsin famte oftasiatische Strengergeschwader. bestehend aus den großen endet. Von dort aus führt dann in etwa füdlicher Richtung die und Beting, ftationiert, immer mehr zunehmendes inter- Streuzern Hertha"( Flaggschiff des Admirals Bendemann)," Hansa" neue, zum Teil im Bau befindliche Bahn über Fengtai und Baotingfu nationales Geschwader von Kriegsschiffen hat sich auf der Neede von und Kaiſerin Augusta" sowie den kleinen Kreuzern Frene" und nach Hautau, die bis Paotingfn fertig ist, num aber in den Besitz Tatu gesammelt, und fleinere Stationsfahrzeuge find den Beiho„ Gefion" vor Taku. der aufständischen Boyer gefallen ist. stromaufwärts bis Tientsin gedampft. Von deutschen Schiffen beans Mai. 2124 Unterm neuesten Kurs. 1. Kiel. Genosse Strause wegen Beihilfe zur Beleidigung 50 M. Geldstrafe. 2. Halberstadt. Drei Monate Gefängnis Genoffe MatthiesElbingerode wegen Beleidigung eines Werkdirektors. 4. Lübeck. Wegen Beleidigung Genosse Sasch einen Monat Gefängnis. 5. Freiberg. 50 M. Geldstrafe Genosse Schöpflin wegen Schkeudig. 9 M. Geldstrafe ein Genosse wegen Berübung groben Unfugs. Vegau. Genoffe Noad wegen Bergehens gegen das Vereinsgejez 50 M. Geldstrafe. " 7. Bochum. In der Berufungsinstanz Genoise Wolf 4 Wochen Gefängnis wegen Beleidigung eines Werkdirektors. " 9. Erfurt. Ein Maler wegen Verübung groben Unfngs 9 M. Geldstrafe. 17. Grünberg. Wegen Beleidigung eines Fabrikanten Genosic Stolpe einen Monat Gefängnis. Deffan. Je 100 M. Geldstrafe die Genossen Stelzer und Franke wegen Ministerbeleidigung. Striegan. 20 W. Geldstrafe Genofie einzel wegen Vergeheus gegen das Vereinsgesetz. 18. Dortmund. Genoffe Lebins 3 Monate Gefängnis wegen Beleidigung eines Strafauftalts- Direktors. Leipzig. In der Revisionsinstanz Genosse John Berlin 2 Monate Gefängnis wegen Beleidigung des Spandauer Magistrats. München. Wegen Verübung groben Unfugs Genoffe Gött fried 20 M. und die Genossen Schmid und Schwarz je 50 M. Geldstrafe. to " " " 19. Staffel. 1 Monat Gefängnis Genoffe Thiel wegen Beleidigung eines Polizeibeamten. Breslau. Genosse se li ha wegen Beleidigung eines Bergwerk- Direktors 1 Monat Gefängnis. Erfurt. Je 10 M. Geldstrafe sechs Nadler wegen Verans staltung eines nicht genehmigten Mai- Umzugs. 21. Leipzig. In der Revisionsinstanz Genosse Studien Altenburg wegen Beleidigung 1 Monat Gefängnis. Köln. Ein Zimmerer wegen Bergchens gegen das Vereinsgefcg 20 M. Geldstrafe. " Schwerin. Wegen Abhaltung einer nicht genehmigten Ver jammlung in Wismar vier Genoffen je 30 r. und fünf Genoffent je 15 M. Geldstrafe. Berlin. Der Redacteur des„ Handelsangestellten" 100 W. wegen Beleidigung eines Kaufmanns. 24. Stuttgart. Genoffe eil wegen Beleidigung cincs Staatsanwalts 3 Wochen Gefängnis. 25. Halle. 14 Tage Gefängnis Genosse Stubbe wegen Beleidigung eines Bädermeisters. 28. Sorau. Wegen Beleidigung eines Schneidermeisters die Genossen Wittrisch und 3appey Forst 20 bezw. 300 m. Geldstrafe. Wegen Hausfriedensbruch Genosse Wittrisch 80 und Schneider Matschte wegen Beihilfe 20 M. Geld Strafe. Halle. Der Vorsitzende des Vereins der Heizer 15 M. Geldftrafe wegen Vergehens gegen das Vereinsgesetz. 30. Cottbus. In der Berufungsinstanz der Schuhntacher Günther Lübben 30 M. Geldstrafe wegen nicht erlaubter Verbreitung von Druckschriften an öffentlichen Orten. Chemnitz. Wegen Vergehens gegen§ 131 des Str.-G.-B. Genosse Schiemann 6 Wochen Gefängnis. Magdeburg. Je 10 Mart Geldstrafe die Vorfizenden der Gesangvereine Liederkrang" und" Sudenburger ArbeiterGesangverein", weil die beiden Vereine am Grabe der Genoffin Berger ohne Erlaubnis gesungen haben. Insgesamt wurde erkannt auf 1 Jahr 4 Monate und 2 Wochen Gefängnis und 1368 M. Geldstrafe. Berlin, den 9. Juni 1900. その Der Parteivorstand. Der 10. deutsche Steinarbeiter- Kongreß. " Hart. Last. Beseka, Berlin, WSO " von 28 107 m. gegen das Vorjahr 1898. Für die Agitation Für die Agitation Außer drei Mitgliedern des Centralvorstands und dem Vor wurden 6700 m. verausgabt, wozu noch das zur Agitation sigenden vom Ausschuß waren Delegierte aus Hamburg, Berlin, herausgegebene Organ, der„ Steinarbeiter", und Fluge Dresden, Leipzig. Braunschweig und Königsberg anwesend, sowie auf schriften hinzukommen. Nicht gerechnet sind die Agitationstosten, Einladung des Centralvorstands Genosse Ingenieur Grempe- Berlin welche von den einzelnen Orten selbst testritten werden. Die mit beratender Stimme. Ausstände vom Jahr 1899 umfaffen 39 Orte, wovon die meisten Nachdem Abraham die Delegierten im Namen der Sektion Berlin erfolgreich waren. Internationale Beziehungen wurden mit der begrüßt hatte, erstattete der Vorsitzende Jerichow- Hamburg den Geschätz Schweiz. Oestreich- Ungarn, Schweden, Dänemark und Belgien ge- bericht. Er wies darauf hin, daß die im August des Jahres 1899 pflegt. Die Geiamtrechnung der Geschäftsleitung pro 1899 beläuft erst erfolgte Gründung des Centralverbands schon gute Frucht ge fich auf 186 884,16 m. Einnahme und 176 822,90 W. Ausgabe, so tragen habe; bereits seien etwa 800 Mitglieder vorhanden und in daß ein Kassenbestand von 10 061.26 07. verbleibt. Nach dem kurzer Zeit würde durch den Anschluß mehrerer Sektionen in vers persönlichen Bericht des Geschäftsleiters belief fich die Einnahme schiedenen Städten die Mitgliederzahl erheblich ansteigen. vom Januar 1900 bis 25. Mai auf 51 375,85 M., die Ausgabe Aus dem Bericht des Kassierers Schaumann geht hervor, daß auf 35 017,14 9., so daß ein Bestand von 16 858,71 2. verbleibt der Centralverband in den acht Monaten feines ersten Geschäftsjahres. Die Organisation der Steinarbeiter ist nach dem Ver- 1048,85 W. Einnahmen und 887,28 M. Ausgaben gehabt hat. Die trauensmänner System organisiert. In lekter Zeit hat thatfächliche Lage der Stassenverhältnisse ist jedoch bedeutend günstiger, sich vielfach das Bedürfnis nach einer strafferen, mehr zufammen- da mehrere Seftionen noch mehr oder minder lange Zeit im Rickfaffenden Organisation geltend gemacht und es wurde aus den stand mit ihren Abrechnungen sind. Reihen der Steinarbeiter der Wunsch nach Errichtung eines Zur Beratung der Zeitungsfrage wird eine Kommission von vier Centralverbands laut. Wie in fast allen Gewerkschaften ent: Berfonen gewählt, über deren Thätigteit Hoffmann- Dresden berichtet. stand hierüber auch in der Steinarbeiter- Organisation eine lange Ju turzen Ausführungen kommt Ingenieur Grempe auf die Aufgaben Polemit, welche zumeist im Fachorgan ausgefochten wurde. Das und den Inhalt einer eignen Zeitschrift zu sprechen, die natürlich viel führte mun dazu, daß auf dem diesjährigen Stongreß als einer der beffer die Interessen des Verbands vertreten könnte, als die bisher ersten Punkte die Organisationsfrage auf die Tagesordnung abonnierten fremden Zeitschriften. Nachdem die Ausführungen des gestellt wurde. Nach einer langen Debatte, die nahezit anderthalb Genossen Grempe in der Diskussion allgemeinen Beifall gefunden Tage in Anspruch nahm, wurde der Antrag Birna Hamburg: Die hatten, wird die Herausgabe einer eignen Zeitschrift auf Grund dieser jekt bestehende Tofe Organisation der Steinarbeiter Deutschlands, Anregungen einstimmig beschlossen; zur Zeichnung als verantwort beruhend auf dem Vertrauensmänner- eststem, in einen Verband licher Redacteur erklärt sich Elektromonteur Abraham bereit, was der Steinarbeiter Deutschlands abzuändern, mit 40 gegen acceptiert wird. Die erste Nummer der neuen Zeitschrift verspricht 13 Stimmen abgelehnt. Jugenieur Grempe Mitte Juli herauszugeben. Sierauf kam eine Resolution zur Verhandlung, in welcher ber Von den gestellten Anträgen wird zunächst derjenige ans Kongreß erklärt, daß tarifliche Vereinbarungen zwischen genommen, der den Mitgliedern, die durch lange Zahlungsrückstände Arbeitgeber und Arbeiterorganifationen zur Regelung und Festickung die Mitgliedschaft verloren haben, bei Neuaufnahme die Nachzahlung ber Lohn- und Arbeitsverhältnisse auf bestimmte Dauer und für den von drei Monaten Beiträge auferlegt, Dann wird beschlossen, den Wirkungsfreis der beiderseitigen Organisationen zu befürworten feien. Arbeitsnachweis in Hamburg zu centralisieren. Der Vorschlag, in Durch folche Abschlüsse würde die Organisation als die rechtliche einer Stadt auch nur eine Sektion anzuerkennen, findet Annahme, Vertretung des Arbeiters anerkannt und der forporative Arbeitsvertrag besgleichen wird der Antrag acceptiert, der den Vorstand beauftragt, an die Stelle des individuellen Vertrags gesett. Der Stongreß beauftragt Beziehungen mit gleichartigen Organisationen des Auslands zu: deshalb den Centralausschuß, mit der in Köln a. Mh.( am 14. Juni) pflegen. Für die Unterstützung Streifender und Gemaßregelter zusammentretenden Generalversammlung der Arbeitgeber des Stein- fchafft das sodann angenommene Regulativ befriedigende Verarbeiter Gewerbes in Verbindung zu treten und ihr diesbezügliche hältnisse. Anträge auf folgender Grundlage zu unterbreiten: a) Einführung In die Centraltasse besser zu stellen, liegt der Vorstandsder achtstündigen Arbeitszeit. b) Einführung( soweit möglich) der antrag vor, die Abführungen an diese Kaffe von 50 Proz Lohnarbeit. c) Einführung einer einheitlich über ganz Deutschland der Ortseinnahme auf 75 Broz. zu erhöhen. Einer Erhöhung. verbreiteten Gliederberechnung, und d) Durchführung aller in um 10 Bros.( also von 50 auf 60 Proz.) stimmt nach furzer Dishygienischer Hinsicht bereits durch Gesetz erlassenen ArbeiterschutzBestimmungen. Die Resolution wurde nach kurzer Debatte, in welcher empfohlen wurde, die Dauer der Vereinbarung ftets mir auf furze Zeit festzusetzen, damit sie rechtzeitig revidiert werden könne, ein stimmig angenommen. Die Anstellung eines Staffierers wurde mit 41 gegen 11 Stimmen angenommen. Diese starte Mehrheit zeigte, daß der Nongreß sich nicht von leinlichen Gesichtspunkten leiten ließ. Zum Punkt Streits wurden folgende Grundsäße aufgestellt: Als Streitunterstützung ist zn gewähren für Verheiratete 12 M., für Ledige 10 M. und für jedes Kind 1 M. die Woche. Streits und Aussperrungen sind von der Geschäftsleitung gleich zu behandeln. Bei Unterhandlungen muß ein Kollege zugezogen werden, der mit den örtlichen Verhältnissen vertraut ist. Bei größeren Streits ist die Geschäftsleitung befugt, eine Extrasteuer zu erheben und sind hierzu a 50 Pf. auszugeben. Marken Bunkt Agitation wird beschlossen, daß jährlich einige fuffion die Generalversammlung zu. Nachdem bestimmt worden war, daß die nächste Konferenz der Gewerkschaften Deutschlands zu beichicken sei, folgt die Vorstandswahl mit folgenden Resultaten: Jerichow- Hamburg, 1. Borsigender, Grebenstein 1. Schriftführer und Schaumann, Staffierer. Der dann gewählte Ausschuß scßt sich aus Mitgliedern verschiedener Sektionen zusammen. Diverse Anträge und Anregungen werden dem Centralvorstand zur Vorbereitung für die tächste Generalversammlung überwiesen. Der Vorsigende schließt hierauf die Generalversammlung, indem er den Delegierten seine Anerkennung für ihre Arbeit und Ingenieur Grempe den Dank für seine Anwesenheit und Mitarbeit ausspricht, mit einem Hoch auf den Verband. 11 2 Destreichischer Gewerkschaftskongreß. Wien, 12. Juni. Die heutige Sigung war mit der Debatte über die Frage der größere Agitationstouren unternommen werden sollen. Zu dem Organisation und Agitation ausgefüllt. An der Debatte Punkt Fachpresse wird berichtet, daß die Einnahme für das Fach- beteiligten sich besonders die Mitglieder der großen Gewerkschaften, blatt 13 823 M., die Ausgabe 10 508 m. betragen habe. Das die eine Verbesserung des Organisationsstatuts im Sinne einer Interesse am Fachblatt sei im Wachsen begriffen. In die Statistit strammeren Centralisation verlangten. soll eine Subrik für die Pflastersteinarbeiter aufgenommen werden. In die Centralleitung, welche in Berlin belassen wird, werden gewählt: Mitschte als Geschäftsführer. Schmidt als Redakteur, Hirtmann als Staffierer. Die Kontrollkommission wird nach Leipzig gelegt. Zu dem nächsten Gewerkschaftstongreß werden Mitschke und Biewig gewählt. Damit find die Arbeiten des Kongresses erledigt. Die Gewerkschaftskommission schlug ein Organisationsstatut vor, das folgende Organisationsformen fent: a) Berufsgewerkschaften. b) Verbindung verwandter Berufsgewertschaften zu Industries. verbänden, die sich über das ganze Reich zu erstreden haben. c) Umwandlung von Industrieverbänden in Unionen, soweit die Bedingungen dafür vorhanden sind. d) Ortsverbände der Gewerkschaften refp. Ortsgruppen zum Zwed und Abhaltung von Vorträgen und Unterricht. 2. Generalversammlung des Gentralverbands der Elektro- der Centralisation der Arbeitsvermittlung, der Errichtung von Herbergen deutschen Steinarbeiter statt, der von 56 Delegierten befchidt war. monteure und Berufsgenossen Deutschlands. Während der Pfingstfeiertage fand in Goth a der Kongreß der e) Bildungsvereine sowie gemischte Gewerkschaften. Für diese Nach dem Rechenschaftsbericht sind die Zahlstellen von 184 im An den drei Pfingstfeiertagen hielt der Centralverband foll festgesetzt werden, daß sie sich in Ortsgruppen oder Zahlstellen ihrer Jahre 1898 auf 228 in 1899 gestiegen. Die Zahl der der Elektromonteure und Berufsgenossen Deutsch Berufsorganisation umzuwandeln haben, wenn dies möglich ist. Organisierten betrug am 16. Juli 1899 10 400 Mann, eine lands in Berlin im Gewerkschaftshause seine zweite General- Bildungsvereine find in Zukunft nicht mehr zu gründen. Steigerung gegen das Vorjahr von ca. 600. Diefen Organis versammlung ab. Zu diesem Statut hat die Gewerkschaftskommission nun ein sierten stehen nach einer Zählung im Jahre 1899 an den Die Verhandlungen wurden am ersten Tage von Abraham- Regulativ verfaßt, in dem es heißt, daß die Gewerkschaften ver beteiligten Orten selbst noch 16 341 nicht Organisierte gegenüber. Berlin und 3 a hn Hamburg, am zweiten Tage von Bender wandten Industriezweige, in denen bereits ein Industrieverband Im ganzen giebt es aber 186 000 Stein- und Hilfsarbeiter in Braunschweig und Hoffmann Dresden geleitet; am dritten existiert, verpflichtet sind, demselben beizutreten. Gewerkschaften, die Deutschland. Welch ein riesiges Feld Harrt da noch der Beaderung! Verhandlungstage führten Schöber Leipzig und Voß Berlin dies verweigern, haben die Gründe der Kommission bekannt zu Die Beiträge beliefen fich 1899 auf 70 587,48 M., eine Steigerung den Vorsiz. geben, die jeden Fall genau zu untersuchen und eine Einigung zu = bersuchen hat. Beigt sich, daß die Gründe nicht stichhaltig find, fo| Direktion unterhandelten, ihren Kollegen untreu geworden waren, 1 ist der betreffenden Gewerkschaft die Unterstützung der Gesamtorgani- und deren Interessen deshalb nicht in der wünschenswerten Weife vertreten haben. Wie stehe es nun mit der Junehaltung be, es sunt mit der sation zu entziehen. Die Centralisation der gemischten Gewerkschaften wurde principiell beschlossen. Der Paffus b über die unionen wurde mit allen gegen zwei Stimmen angenommen. Zum Schluß wurde der Antrag auf Gründung von Frauenfektionen der Fachvereine dort, wo die Arbeiterinnen in größeren Massen beschäftigt sind und das Intereffe der Organisation es erfordert, angenommen, jedoch unter der Bedingung, daß die Vereinsleitung auf deren Leitung Einfluß haben soll. halten; fie find aber nicht getvillt, sich entgegen den klaren gefeßlichen Bestimmu n das Koalitionsrecht nehmen zu laffen; sie verpflichten fich vielmehr, treu und feit zu ihrer Organisation, dem Centralverband der Handels, Transports and Bertehrsarbeiter Deutschlands zu halten. Die großen Gewerkschaften, an ihrer Spige Genosse Beer namens der Vereinbarungen? Auf einigen Bahnhöfen sei der Dienst Der Metallarbeiter, versuchten mun diesen lezten Bassus den Abmachungen gemäß geregelt worden, auf andren sei nach der dahin abzuändern, daß Berufsorganisationen, die einem Industries Regelung eine zu lange Dienstzeit eingeführt, und wieder auf Die Versammelten protestieren mitt auer enjteoenheit gegen Gruppenverband, wo ein solcher besteht, nicht angehören, von der andren Bahnhöfen habe man die Regelung der Dienstzeit ganz Gewerkschaftskommission als Mitglieder nicht aufgenommen werden vergessen. Als Anfangsgehalt der Neueingestellten seien 85 M. zu- die Anschuldigungen des Ministers Thielen, daß die Angestellten sich an den während des Streits leider vorgekommenen Egcessen dürfen. Eine andre wichtige Frage war die der sog. gemischten gesagt worden. Trotzdem komme es jegt wieder vor, daß noch nicht Gewerkschaften". Der 2. Gewerkschaftsfongreß von 1896 hatte festangestelltes Personal nur an den Tagen, wo es beschäftigt wird, beteiligt hätten. Aus der eigenartigen Stellungnahme der Herren Minister v. Rheinbaben und b. Thielen den Straßenbahnern nämlich, um die allmähliche Umwandlung der Bildungsvereine in bezahlt werde. Das sei gegen die Abmachungen. Der Redner gegenüber werden diese die nöligen Konsequenzen zu ziehen Gewerkschaften zu ermöglichen, gemischte Gewerkschaften geschaffen, erinnerte mun an die eigentlichen Ursachen der gegenwärtigen Ver wisfeit. die in fleineren Orten, wo teine genügende Zahl von Angehörigen fammlung: die Weigerung der Direktion, die Beschwerdekommission durch einstimin Um 3 Uhr eines Berufs sich befindet, gegründet werden können. Die Metall- die Angestellten selbst wählen zu lassen, die Androhung, die Bersammlungs- Die Resolution fand ein st i minige Annahme. arbeiter behaupten mun, daß solche auch dort gegründet würden, wo besucher zu entlassen und die in legter Zeit erfolgten Maßwurde die Versammlung mit einem dreifachen Hoch auf die Be Fachvereine ganz gut denkbar wären, und sie verlangten, daß geregelungen. Daß es sich in der That um solche, nicht aber um wegung der Straßenbahn- Angestellten geschlossen. mischte Gewerkschaften überhaupt nicht im Rahmen der Gewerkschafts- Entlassungen aus andren Gründen handelte, das wies der Redner Vor dem Cirkus und in den Seitenstraßen waren während der organisation Plazz finden sollen. Denigegenüber steht ein unter Darlegung der einzelnen Fälle nach. Was die Direktion als Versammlung Hunderte von Polizeibeamten zu Fuß und Pferde andrer Antrag, daß für diese gemischten Gewerkschaften eine Entlassungsgründe angebe, fei bei verschiedenen der Gekündigten gar stationiert, doch fanden dieselben feinen Anlaß zum Einschreiten. Centralstelle geschaffen werden solle, die darauf zu sehen habe, daß nicht zutreffend. Leute, die sich dadurch ein Verdienst zu erwerben Um 1/26 Uhr morgens war fast die gesamte Schußmannschaft auf Es wurde mit der Möglichkeit gefie nur dann gegründet werden, wo sie nach dem Sinne des Organi- fuchen, horchen die Schaffner während der Fahrt aus und hinterbringen den Polizeiwachen konfigniert. fationsstatuts zulässig sind. der Direktion, was sie gehört haben wollen. Einer der Entlassenen, der rechnet, daß ein neuer Ausstand noch in dieser Nacht proflomiert Die Abstimmung, die abends vorgenommen wurde, ergab die feine Kündigung der Aushorchung durch den ihm unbekannten Inspektor werden könne, und so erhielten gestern abend die Schuylente den Annahme der Anträge der Gewerkschaftskommission( mit Ausnahme Witte verdankt, bestreite entschieden, die ihm in den Mund gelegten Befehl, sich früh um 1/26 Uhr auf ihren Revieren einzufinden. Nachdes Paffus e des Statuts, über das erst morgen abgestimmt werden Aeußerungen gethan zu haben. Jetzt heiße es, das Streiffieber sei aus dem das Ergebnis der Versammlung bekannt geworden, wurde sofoll); der oben erwähnte Antrag der Metallarbeiter( über die Amerika herübergekommen und es werde hier burch Hezer und fort auf sämtlichen Wachen die Ordre gegeben, daß die Reserve: Industriegruppen- Verbände) wurde in namentlicher Abstimmung mit Agitatoren verbreitet. Nichts sei verkehrter, wie eine solche Annahme. Schuyleute entlassen werden könnten. 53 717 gegen 26 234 Stimmen abgelehnt. Der Bazillus der Unzufriedenheit braucht nicht erst über das Meer herüberzukommen. Die Direktion der Straßenbahn thut ihr mög Erklärung der Direktion. lichstes, ihn unter ihren Angestellten zu züchten. Wenn Von der Direttion der Großen Berliner Straßens man von gewiffer Seite die Lohnbewegung der Straßenbahn geht der„ Nat.- 3tg." eine längere Mitteilung zu, in welcher bahner als das Werk focialdemokratischer Agitatoren hin- fie ihre Haltung durch die schon bekannten Gründe zu rechtfertigen zustellen suche, so müsse dem gegenüber betont werden, daß die sucht. Bezüglich der Beschwerdekommissionen heißt es Bewegung auch nicht das mindeste mit irgend einer politischen Partei wörtlich: zu thun habe, und daß es gerade die als socialdemokratische ezer verschrienen Verbandsleiter waren, welche die Bewegung in ruhige Bahnen gelenkt haben. Die Behauptung des Die Berliner Straßenbahner Eisenbahnministers v. Thielen, die Straßentrawalle feien durch die Streikenden hervorgerufen, sei durch nichts bewiesen. Wenn Haben die Probe auf ihr Solidaritätsgefühl und ihr Selbstbewußt Minister v. Thielen gesagt habe, die Forderungen der Angestellten sein bestanden. Es ist der Direktion nicht gelungen, die An- dürften im Jutereffe der Disciplin nicht bewilligt gestellten durch ihre terroristischen Maßnahmen einzuschüchtern. Etwa o müsse man doch fragen: Durch welche der Forderungen werde denn die Disciplin gefährdet? Die Antwort fönne 5000 Mann waren nach den übereinstimmenden Berichten der bürger- mur Ianten: Durch teine einzige! Was den Minister zu lichen Blätter in der Versammlung im Cirkus Schumann seiner schroffen Haltung gegenüber den Straßenbahnern veranlaßte, erschienen. Die Tage feit der erfolgten Maßregelung ihrer fei wohl die Befürchtung, daß auch die ihm unterstehenden EisenBertrauensmänner waren hingegangen, ohne daß auch nur bahner Forderungen stellen würden, wenn die Andie geringste Disciplinwidrigkeit der Angestellten hätte ge- gestellten der Straßenbahn durch ihr solidarisches Zusammenhalten meldet werden können, obgleich die Erregung unter ihnen etwas erreicht haben. Der Redner ging nun auf die legten Vordaß eine ungeheure war. Ruhig und pflichtgemäß thaten die An: fommnisse ein und teilte bei dieser Gelegenheit mit, er am Montag gemeinsam mit der Deputation der Angestellten ihren Dienst, ruhig und kraftvoll war der Protest, zu dem gestellten beim Oberbürgermeister Kirschner gewesen sei. sie sich in der Dienstagnacht vereinigten. Sie haben einsehen Nachdem die Besprechung kurze Zeit gewährt habe, habe gelernt, ihre Macht liegt in der großen Zahl. Was vermag die Redner sich verpflichtet gefühlt, sich als Vorstandsmitglied Gesellschaft gegen die 6000, wenn sie einig sind? Und sie sind einig; des Verbands vorzustellen, den die Angestellten der Straßenbahn selbst die Neueingetretenen haben die Hoffnung der Direktion, daß sie angehören. Darauf habe der Oberbürgermeister dem Redner zu sich zu Streifbrechern gebrauchen lassen würden, elendiglich zu Schanden verstehen gegeben, daß er mit ihm nicht unterhandeln gemacht. Sie haben sich mit ihren älteren Kameraden solidarisch lönne. In der weitern Zwiesprache über diesen Punkt habe der Oberbürgermeister gefagt, auch er würde sich gegebenen Falls auf Die Direktion hat denn auch bereits eingesehen, daß sie auf dem Zeuten, die dem Betriebe nicht angehören, zurüdweisen. den Standpunkt der Direktion stellen, und die Einmischung von von ihr betretenen Wege nicht weiter schreiten kann, ihre weiter Vergessen Sie nicht" habe der Oberbürgermeister beunten abgedruckte Erklärung befundet dies. Ebenso wenig, merkt ,, daß Sie nicht nur die Direktion, sondern auch die wie sich die Angestellten von dem brutalen Vorgehen der Regierung gegen fich haben." Redner habe es nach Gesellschaft haben einschüchtern lassen, ebenso sehr müssen sie nun dieser Unterredung für angebracht gehalten, sich zurückzuziehen, und den Lockungen der Direktion widerstehen, die auf Gründung die weiteren Verhandlungen mit dem Oberbürgermeister den übrigen eines neuen Verbandes abzielen. Was will die Direktion Deputationsmitgliedern zu überlaffen. Diese Verhandlungen seien anders damit, als durch die ihr genehmen Leute einen übermächtigen ohne Resultat verlaufen. Am Dienstagnachmittag habe dann der Einfluß auf denselben zu gewinnen, der diese Organisation ihr unterbreitet, was jedenfalls in der von den Zeitungen berichteten Oberbürgermeister die Deputation nochmals zu sich beschieden und in vollständige Abhängigkeit zur Direktion bringen würde. Diese Konferenz der Minister mit dem Oberbürgermeister und Lehre hat die Gesellschaft selbst den Angestellten eingepault mit der Direktion festgestellt worden sei. Danach sei die Direktion ihrem organisierten Spigelsystem. Eine Organisation unter der bereit, die Entlassungsgründe der Gemaßregelten zu prüfen, Protektion der Gesellschaft nützt den Angestellten nichts; das haben und die letzteren wieder einzustellen, wenn sie darum nachsuchen. diese begriffen und halten deshalb fest an ihrem Verband. erflärt. Ueber den Verlauf der Versammlung geht uns nachstehender Bericht zu: und " Hinsichtlich der sogenannten Beschwerdekommission müsse nachdrücklich darauf hingewiesen werden, daß die Einrichtung einer solchen in der früher( unter Nr. 8) geforderten Weise niemals zugestanden, ein derartiges Verlangen vielmehr ausdrücklich abgelehnt worden sei. Die feiner Zeit zu den Vermittelungs- VerHandlungen erschienenen Vertreter der Angestellten seien auch in Gegenwart des Herrn Oberbürgermeisters ausdrücklich veranlaßt worden, und hätten dies auch übernommen, ihren Auftraggebern hiervon Mitteilung zu machen und sie zu bedeuten, daß die Direktion lediglich zugesichert habe, Vertreter der Angestellten zu periodischen Besprechungen zuzuziehen, um ihnen Gelegenheit zum unmittelbaren Vortrag etwaiger Wünsche und Beschwerden zu geben. Die Frage, wie die Vertreter bestellt werden sollten, fei, wie der Herr Oberbürgermeister selbst bestätige, damals überhaupt nicht erörtert worden, insbesondere seien Zusicherungen, die Vertreter wählen zu lassen, niemals erteilt worden. Die Verwaltung sei daher an fich durchaus berechtigt gewesen, für die demnächstigen Besprechungen die dienstältesten Kutscher, Fahrer und Schaffner jeden Bahnhofs zu bezeichnen, zumal die Angestellten bereits dazu übergegangen feien, die Wahl von Mitgliedern der abgelehnten Beschwerdetommission auf die Tagesordnung von nicht durch sie selbst, sondern durch Dritte einberufenen Versammlungen zu sehen. Gleichwohl sei die Direktion bereit, ge= wählte Vertreter für die periodischen Besprechungen anzunehmen, wenn die Wahlen ohne Einwirkung Dritter auf den Bahnhöfen vorgenommen würden. Die verlangte Wiedereinstellung fämtlicher gekündigter Angestellter müsse abgelehnt werden, dem Einzelnen vielmehr überlafsen bleiben, sich an die Direktion zu wenden, wenn er glaube, nachweisen zu können, daß seine Kündigung zu Unrecht erfolgt sei. Wir haben daraufhin dem Herrn Oberbürgermeister weiter erklärt, daß wir uns freuen würden, wenn ihm die Beruhigung der erregten Gemüter gelingen sollte, und ihm schließlich für die Verhandlungen mit den Angestellten folgende zusammengefagte Erklärung übergeben: 1. Zu den gemeinsamen periodischen Besprechungen mit der Direktion zweds Entgegennahme der Wünsche der Angestellten in dienstlicher und persönlicher Beziehung werden Vertreter durch die Angestellten gewählt, wenn die Wahl ohne jede Mit= wirkung Dritter auf den einzelnen Bahnhöfen stattfindet; Verhandlungen mit einer sogenannten Depot- und Beschwerde= tommission im Sinne der früheren Forderung werden abgelehnt, da eine solche Einrichtung niemals zugestanden, ein hierauf bezügliches Verlangen vielmehr ausdrücklich abgewiesen worden ist. 2. Die Forderung der Wiedereinstellung sämtlicher Angestellten, denen aus Anlaß erneuten Agiticcens nicht wegen ihres Verhaltens während der Lohnbewegung gekündigt worden, wird zurückgewiesen. Es bleibt dem Ginzelnen überlassen, sich an die Direktion zu wenden, sofern er glaubt, den Nachweis erbringen zu können, daß die seiner Kündigung zu Grunde liegenden Thatfachen nicht richtig seien." Der Angeklagte, an dem man das Urteil sofort, ohne ihn an= wird wohl niemand etwas Ferner fei die Wahl der Besch: verdekommission zugestanden, fedoch solle dieselbe nicht befugt sein, Beschwerden über die Vorgesezten zu behandeln. Es frage fich nun, was sollen wir thun? Es stehe fest, daß die Direktion ihr Wort nicht gehalten habe und, entgegen den Abmachungen, Maßregelungen vorgenommen habe. Es Wenn die Direktion der Großen Berliner" geglaubt hatte, sie stehe weiter fest, daß die Direktion hente schon von dem noch vor könne durch Maßregelungen und Androhung von Entlassungen die einigen Tagen eingenommenen rigorosen Standpunkt zurüdAngestellten einschüchtern und dieselben an der Vertretung ihrer gewich en sei. Aus diesem Grunde schlage ich Interessen sowie an der Ausübung des Koalitions- und Versamm- sagte Redner bor, daß die Versammlung heute nicht lungsrechts hindern, so hatte sie ihre Rechnung ohne die Angestellten die fofortige Arbeitsniederlegung beschließt. Der Streit gemacht. Das bewies der äußerst zahlreiche Besuch der Versammlung, ist das legte Mittel, welches erst dann angewandt werden soll, die in der Nacht zum Mittwoch im Cirkus Schumann stattfand. wenn kein andres Mittel mehr zur Verfügung steht. Ebenso start, wie bei den Streifversammlungen war der An- Daß die Gemaßregelten fußfällig um ihre Wiedereinstellung bitten, drang der Straßenbahn- Angestellten auch diesmal. Auch jezt das giebt es freilich nicht!( Zustimmung.) Wir verlangen, daß die erschienen fie alle in Uniform, ohne Furcht vor Spigeln und Spionage. Direktion die Maßregelungen zurücknimmt, und daß sie die Abzuhören, vollstreckt hat, soll alſo nun nachweisen, daß er nicht Ein unvorhergesehener Zwischenfall hinderte die rechtzeitige Oeffnung machungen in jeder Hinsicht innebält. Wenn wir heute nicht den schuldig ist. Nach allen Rechtsgrundsätzen hat der Ankläger dem des Versammlungslokals. Die Maschine für das elektrische Licht Streit beschließen, so ist es nicht Furcht, was uns dazu bewegt. Alle geschuldigten die Schuld nachzuweisen. Gegen die Bedingung. versagte, und der Cirkus lag im Dunkeln. Niemand in der vor den die hier anwesend sind, nehmen es auch noch ein zweites Mal mit daß die einzelnen Depots die Wahlen selbständig, ohne„ MitEingängen harrenden Menge wollte an einen Zufall glauben. Das der Großen Berliner auf.( Beifall und Zustimmung.) Aber wir wirfung Dritter" vornehmen, ist eine Schiebung", so raunte man sich gegenseitig zu, uns foll wollen uns nicht nachsagen lassen, daß wir nicht alles versucht einwenden, wenn nur auch die Direktion sich nicht darein mischt; von die Versammlung vereitelt werden." Um halb zwölf lhr wurden die hätten, um den Frieden aufrechtzuerhalten.( Lebhafter Beifall.) feiten des Verbands war eine solche Einmischung in die Wahlen Wartenden in den Cirkus eingelassen, in dem die Notlampen ein trübes In der Diskussion, an der sich nur Angestellte der Straßenbahn jedenfalls niemals geplant. Bei einigem Entgegenkommen der GeHalbdunkel verbreiteten. Inzwischen hatten die Einberufer der Versamm- beteiligten, wurde zunächst die Haltung, welche der Schaffner Aicher sellschaft scheint uns eine Verständigung noch immer leicht mög lung alle Hebel in Bewegung gefeßt, damit die Beleuchtung in Funktion als Wiitglied der Deputation, die feiner Zeit wegen Beilegung des ſellſchaft scheint uns eine Verständigung noch immer leicht mögDie Verhandlungen sollen, wie berichtet wird, sofort auftrete. Endlich um 12 1hr blizte ein Teil der Bogenlampen auf, Streits mit der Direktion verhandelt hat, einnahm, scharf fritisiert. Ein lich. man sah nunmehr, daß der Cirkus schon mehr als zur Redner beschuldigte den Ascher des Berrats seiner Kollegen und ließ genommen werden. Hälfte gefüllt war. Um 12/4 Uhr wurde die Versammlung eröffnet durchblicken, daß Ascher von der Direktion gekauft sei, um die Annahme und der dichterisch veranlagte Schaffner Süste begrüßte feine der von derselben aufgestellten Bedingungen durchzusehen. Wie es Kollegen durch ein selbstverfaßtes Gedicht. Dasselbe lautet: heiße, soll Ascher. der selber keine Geldmittel besize, demnächst eine Restauration eröffnen. Einfiweilen betreibe er aber noch gemiciusam Aus Klein- Parvenupolis. Ein für die Gesinnung gewisser mit Gülzow auf Kosten der Direktion Propaganda für den von bürgerlicher Schichten bezeichnender Beleidigungsprozeß der Direktion protegierten nenen Verein der An- wurde gestern vor der vierten Straffamumer am Landgericht II vergestellten. Im weiteren erklärten sich die Nedner mit den Vor- handelt. Das Stadtverordneten Kollegium von Schöneberg schlägen Schumanns einverstanden. Einer der Gemaßregelten sagte, beschloß im vorigen Jahre, die neu zu begründende katholische er werde nicht um seine Wiedereinstellung bitten. Er gehe nicht nach Gemeindeschule vorläufig in dem nen erbauten Hause des ReformKanossa.( Bravo!) Entweder die Direktion stelle ihn und seine Gymnafiums unterzubringen. Dieser Beschluß der städtischen Vergemaßregelten Kollegen bedingungslos wieder ein oder fie laffe es tretung erregte das lebhaftefte Miß fallen des Bezirksvereins bleiben.( Lebhafter Beifall.) Botanischer Garten". In diesem Verein wurde der BeNach einem Schlußwort Schumanns gelangte folgende Reichluß gefaßt und zur Ausführung gebracht, eine Petition an das solution zur Abstimmung: Provinzial- Schultollegium zu richten mit der Bitte, dem Die am 12./13. Juni im Cirkus Schumann versammelten Beschlusse der Schöneberger Stadtverordneten- Bersammlung die Ge4500 Angestellten der Großen Berliner Straßenbahn erklären die nehmigung zu versagen. Begründet wurde die Petition damit, daß von der Direktion vorgenommene Entlassung ihrer Vertrauens die Söhne der„ besieren" Gesellschaftsklassen zu den Kindern der leute als eine Maßregelung, durch welche die Einigungsbedingungen niederen Stlassen, der Arbeiter und Handwerker, nicht passen vom 21. Mai seitens der Direktion gebrochen worden sind. Diese und moralischen Schaden leiden könnten. Das Maßregel ist um so verwerflicher, als den von derselben Be- Bildungsziel des Reform- Gymnasiums sei ein ganz andres, als troffenen keine Verteidigung gegen die zum größten Teil auf Un- das einer Gemeindeschule, deren Schüler doch nur zu Arbeitern und wahrheit und Entstellungen beruhenden Anschuldigungen gestattet Handwerkern erzogen würden. Diese Betition wurde am 13. Oftober und ihnen auch eine zum Zweck der Klärung der Sachlage vor. Js. auch in dem Bezirksverein Süd- Ost" zur Sprache gebracht. geforderte Gegenüberstellung der Demnzianten direkt verweigert Maurermeister Schulz wurde aufgefordert, sich zu rechtfertigen, worden ist. weshalb er diese Petition mit unterschrieben habe. Nachdem dies Schon wieder, Freunde, muß ich Euch begrüßenZu meiner Freude nicht, ich sag' es frei Nur eines tann das Bittre mir versüßen, Daß von uns allen teiner schuld dran sei. Wenn das, was uns durch Handschlag ist versprochen, Gehalten wurde, wie es Mannes Pflicht, Wenn dieses Wort nicht schnöde ward gebrochen, Dann ständen alle wir hier sicher nicht. Ich weiß es, Freunde, leicht wird es wohl keinem, Denn Friedensliebe ist des Deutschen Zier; Doch wie die Völker sich zum Schutz vereinen, So wollen stehn für die Entlajsnen wir. So feft, wie einst in längst vergangnen Tagen Für gutes Recht die Ahnen traten ein, So woll'n auch wir nicht fürchten und nicht zagen, Auf unser Recht vertrauend einig sein! Doch mun, Kollegen, hab' ich eine Bitte: Verliert die Ruhe nicht; zu feiner Zeit. Stets fei gefeßlich jeder unsrer Schritte Und unsre Richtschmur sei Besonnenheit. Dann mögen fall'n im Streit wir oder siegen, Eins fann uns rauben keine Macht der Welt: Uns ist die Achtung voll und ganz geblieben, Die nur an einen Ehrenmann man stellt. ( Lebhafter Beifall.) Die Versammlung wurde hierauf vertagt, weil ein Teil der Straßenbahner noch im Dienst und daher abwesend war. Als u 1 Uhr die Versammlung wieder eröffnet wurde, waren etwa 5000 Personen, alle in Uniform, anwesend. Der Verbandsvorsigende Schumann nahm das Wort zu einem einleitenden Referat. Er erinnerte an den Ausgang des Streiks, durch den ja bei weitem nicht alles, was die Angestellten forderten, erreicht worden sei. Der nicht allzu günstige Abschluß des Streits sei zu einem guten Teil dem Umstande zuzuschreiben, daß einzelne der Vertreter, die mit der Gerichts- Beitung. Die Versammelten erwarten, daß die Direktion der Großen geschehen, ergriff der Stadtverordnete Zimmermeister Valentin Berliner Straßenbahn ihr Unrecht cinsieht, dasselbe durch Wieder- röhlich das Wort zur Erwiderung und bemerkte dabei:„ Es ist einstellung der Betroffenen wieder gut macht und dadurch ihr in eine Frechheit, eine solche Betition an das Provinzial- Schulfollegium zn Gegenwart des Herrn Oberbürgermeisters von Berlin durch Hand- richten!" Durch diese Worte fühlten sich der Apotheker Richard Döhl und schlag gegebenes Ehrenvort einlöst. der praktische Arzt Dr. J. Bergemann, welche bei dem Zustandekommen der Petition mitgewirkt hatten, beleidigt. Beide beschritten den Weg der Privatllage. Das Schöffengericht sprach den Angeklagten frei, weil es demselben den Schutz des§ 193 zubilligte und ihm auch darin Glauben schenkte, daß es nicht seine Absicht gewesen sei, die Privatfläger zu beleidigen, die er gar nicht gefannt und von denen er auch gar nicht wußte, ob dieselben an der Petition beteiligt seien. Die Privattläger legten Berufung ein mit dem Erfolge, daß Herr Fröhlich zu 30 M. Geldstrafe verurteilt wurde. Die Versammelten erwarten muumehr bestimmt, daß die durch den Herrn Oberbürgermeister neuerdings seitens der Direktion gegebenen Zusicherungen unbedingt eingehalten werden. Sie beauftragen die Organisation andrerseits, falls dies nicht geschicht, eine neue Versammlung einzuberufen, welche dann die endgültige Entscheidung herbeizuführen hat. Die Versammelten find gewillt, die vor dem Herrn Oberbürgermeister vereinbarten Abmachungen auf das genaueste einzu Ein Schatten der lex Heinze fiel gestern in eine Verhandlung, I nicht interessierenden Gründen, welche mit dem Notwehr- Paragraphen die die 8. Straffammer gegen den Arbeiter" Wilhelm Heybaum zu nichts zu thun haben, eine mildere Bestrafung als möglich beerledigen hatte. Wie die Beweisaufnahme ergab, gehört der Anzeichnet." " Wetter Prognose für Donnerstag, den 14. Juni 1900. Sehr warm und schwül bei mäßigen südlichen Winden und etwas zu nehmender Bewölfung; Gewitter nicht ausgeschlossen, sonst traden. Berliner Wetterbureau. Verband deutscher Barbiere, Friseure ze.( Zweigverein Berlin.) Donnerstag, den 14. 6. M., abends 10 Uhr, bei Schiller, Rosenthalerstraße 57: Versammlung. Gäste willkommen. Marktpreise von Berlin am 12. Juni 1900 nach Ermittlungen des fgl. Polizeipräsidiums. Roggen, gitt Gate, gut +) " " mittel gering mittel 15,36 15,34 " " " gering " 15,32 15,30 15,40 15,23 " mittel " Rindfleisch, Keule 1 kg do. Bauch Schweinefleisch 15,21 15,19 Kalbfleisch 8,-6, 1,60 1,20 1,20 " 1,60 " 1,60 " gering 15,17 15,15 " Hammelfleisch 1,60 1, 14,80 14,30 Butter 2,60 2, " 14,20 13,70 Eier 60 sind 3,60 2,40 13,60 13,10 Karpfen 1 kg 1,80 1,40 15,90 15,30 Aale 2,80 1,60 " 15,20 14,60 Zander 2,601, " 14,50 13,90 Hechte 7,66 7,16 10, 6,80 Barsche Schleie " 40, 25, Bleie 1,40 0,80 45, 20, Krebse per Sajot 12, 3, 70 30, " " mittel gering 2,40 1,20 1,60 0,80 3,-1,20 getlagte zu jener Klasse gewaltthätiger Menschen, welche Prostituierte Abermals prügelnde Schuhlente. Aus Halle a. S. wird an sich fesseln, sich von ihnen ernähren lassen und sie in brutaler vom 12. Juni berichtet: In heutiger Straffammerfizung hatten sich Weise verprügeln. Der Gerichtshof war der Ansicht, daß solche der 27jährige Polizeisergeant Rudolf Schnelle und der 33jährige Subjekte stets möglichst lange ihrem wüsten Treiben entzogen werden Polizeisergeant Hermann Schreh, beide aus Giebichenstein, wegen müßten und daß die bürgerliche Gesellschaft ein Anrecht darauf habe, widerrechtlicher Einsperrung, Mißhandlung und Beleidigung des möglichst lange von diesem Gelichter befreit zu werden. Der An- 21jährigen stud. jur. Quandt zu verantworten. Quandt war in geklagte wurde deshalb zu drei Jahren Gefängnis, Chr der Nacht zum 23. Februar ds. Js. von einem in der Reichsburg in verlust und Stellung unter Polizei- Aussicht verurteilt. Giebichenstein stattgehabten Kommers der Burschenschaft Allemania"*) Welzen, gut D- Ctr.| 15,40 15,38 Startoffeln, neue, D- Ctr. Ein selten schnelles Gerichtsverfahren wird gegen den heimgefehrt und hatte in angetrunkenem Zustand mit seinem Spazier Am Sonnabend stod gegen eine elektrische Säule geschlagen. Sergeant Schnelle erblickte Bureauvorsteher Böhm zur Anwendung kommen. vor Pfingsten, am 2. d. M., brannte Böhm seinem Chef, dem Rechts- darin groben Unfug und brachte Quandt, der nicht gleich seine anwalt Ulrich, mit etwa 8000 M. durch. Drei Tage nach Pfingsten Studentenkarte vorzeigen konnte, nach der Polizeiwache. Dort befand sich wurde er in Neu- Strelit ergriffen und nach Berlin zurückgebracht. der Sergeant Schreh, der dem Quandt, als er bei dem Herausholen Von tiefster Neue ergriffen, legte Böhm bei seiner ersten Ver- feiner Karte sich mit dem Arm auf den Tisch legte, drei derbe Ohrnehmung ein offenes Geständnis ab. Sofort arbeitete Staatsanwalt feigen versezte. Quandt, der sich nun ausreichend legitimiert hatte Böhm ließ durch seinen Ber- und sich die Behandlung verbat, wurde nunmehr von Schrch in dem †) Safer, gut Riebenow die Anklageschrift aus. teidiger, Rechtsanwalt Morris, auf sämtliche Ladungsfristen ver- Genid gepackt, mit dem Fuß in die Kniekehlen getreten, von Schnelle zichten und beantragen, den Termin zur Hauptverhandlung bald- mit der Faust bearbeitet und dann in das Arrestlokal geworfen. berbe möglichst anzuberaumen. Hierzu ist bereits der kommende Sonn- Nach einer halben Stunde er wieder vorgerufen und dann, Hen abend in Aussicht genommen worden. als er dem Schreh fagte:" Sie werden sich wegen der Ohrfeigen zu Ghett verantworten haben", gegen den Kopf geschlagen, daß er auf eine Speisebohnen Stufe flog. Schnelle schimpfte den jungen Mann Hund und Schwein, Linsen gab ihm auch noch eine Ohrfeige und sperrte ihn wieder in das arrestlokal, wo er widerrechtlich bis früh 8 Uhr festgehalten *) ab Bahn. †) frei Wagen und ab Bahn. Produktenmarkt vom 13. Juni. Der Getreidefrühmarkt eröffnete und ihn nur eingesperrt haben, damit er sich in seiner Angetrunken- welches im unmittelbaren Anschluß an den starten Regen vor und gleich wurde. Die Angeklagten wollten es mit Quandt gut gemeint in matter Haltung, und zwar im Hinblick auf das andauernd schöne Watter, heit keinen Schaden zufügen konnte. Der Vorgesetzte, Komunissar nach Pfingsten den heimischen Saaten bereits merklich zu gute gefonimen Qutterbüse, schildert die Angeklagten als ein paar sehr ruhige fein soll. Mittags wurde die Tendenz ausgesprochen flau, da auch aus die Angeklagten eigneten fich vielleicht für alles andre, aber nur nicht auch vom Inlande lag nach langer Bause heute wieder ein mäßiges Angebot und kaltblütige Beamte. Der Staatsanwalt meinte aber, Destreich Ungarn matte Rotierungen famen und das sonstige Ausland feinerlei Anregung bot. Effettive ware war von Rußland reichlich offeriert, un Sicherheitsdienst und bezeichnete die Thaten als haar vor. Für Lieferungen fehlte die Nachfrage faft ganz, obwohl Abgeber ihre träubende Brutalitäten. Das Gericht verhängte über die Forderungen für Weizen per Juli um 0,50 m., per September um 1 Mr., Angeklagten je fünf Monate Gefängnis und gegen Schnelle für Roggen durchweg um 0,50 V. ermäßigten. Am Sa aartte war das Geschäft ruhiger, als in letzter Zeit; der Konsum scheint vor der Hand ver außerdem noch 20 M. Geldstrafe. forgt zu sein und die Preisgestaltung neigte zur Abschwächung. Mais lag gut behauptet, Mehl matter. Rüböl etwas fester auf Paris. Spiritus. Spiritus loco unverändert 50 M. Richtstroh In geradezu beftialischer Weise hat sich der Kreissäge schneider Hermann Fischer, der gestern wegen gefährlicher Körperverlegung vor der ersten Straffammer des Landgerichts I stand, an icinem 1/2 jährigen Kinde vergangen. Der Angeklagte lebte mit feiner Ehefrau in stetem Unfrieden und mißhandelte diese wiederholt. Einen Teil des Grolls, den er gegen seine Ehefrau hegte, übertrug er auf seine 11 Jahre alte Tochter Ida, bie er, wie er gelegentlich ausfprach, nicht sehen konnte". Als am 20. Januar die Mutter zum Ein holen gegangen war, fing das kleine Mädchen an zu schreien und reizte den Angeklagten derart, daß er das kleine Wesen zwischen die Beine nahm und das Gesäß des Kinds durch heftige Schläge mit feiner ausgearbeiteten Hand in der unbarmherzigsten Weise bearbeitete. Während des lezten Teils der Mißhandlung kam die Ehefrau hinzu und suchte das Kind dem Unmenschen zu ent: vinden, es gelang ihr aber nicht, sie wurde vielmehr zur Thür hinausgeschoben und diese Rechtsprechung in Oftelbien. Schon mehrfach ist darauf hinvon innen verriegelt. Die Mutter holte nunmehr einen Schuß gewiesen, daß gegen Landarbeiter furchtbar harte Urteile mann herbei. In der Zwischenzeit hatte der Angeklagte das gefällt wurden für verhältnismäßig geringe Vergehen, wenn Städtischer Schlachtvichmarkt. Berlin, 13. Juni 1900. Amts Kind noch weiter mißhandelt. Er machte Anstalten, es zum Landwirte als Laienrichter mitwirften. Das ift auch licher Bericht der Direktion. Zum Verkauf: standen: 383 Rinder, Fenster hinauszuwerfen, ließ sich aber durch das Jamuner- fürzlich wieder beim Schöffengericht Stuhm int West- 2701 Kälber, 855 Schafe, 9786 Schweine. Bezahlt wurden für 100 Bfund geschrei seiner zweiten im Zimmer anwesenden fünfjährigen Tochter preußen der Fall gewesen. Der Knecht Franz Klausa oder 50 Kilogramm Schlachtgewicht in Mark( beziehungsweise für 1 Bfund hiervon abhalten. In seiner Wut warf er dann das kleine Kind aus Klein- Ramsen war angeklagt, einen Inspektor beleidigt und in Pf.): Für Rinder: Ochsen: a) vollfleischige, ausgemästete, höchsten aus einiger Entfernung in sein Bett, wo es unter ziemlich starter seinen„ Herrn" mit einer Holzschaufel geschlagen zu haben. Der ausgemästete und ältere ausgemäftete 00-00; c) mäßig genährte junge und gut Schlachtwertes, höchstens 7 Jahre alt 00-00, b) junge fleischige, nicht Erschütterung des ganzen Körpers niederfiel. Dort fand es die mit Vertreter der Staatsanwaltschaft beantragte eine drei genährte ältere 00-00; d) gering genährte jeden Alters 00-00. Bullen: dem Schutzmann zurückkehrende Mutter in einem Ohnmachtszustand mou a tliche Gefängnisstrafe. Der Gerichtshof ging über den a) vollfleischige höchsten Schlachtwertes 00-00; b) mäßig genährte jüngere vor. Ein herbeigeholter Arzt stellte fest, daß der hintere Körperteil des Antrag weit hinaus und erkannte auf eine Gefängnisstrafe von und gut genährte ältere 00-00; c) gering genährte 60-00. Färsen und Kinds dicht mit roten und blauen Flecken bedeckt war, außerdem zwei Jahren. Die Frage ist wohl am Blake, welche hohe Strafe ühe: a) vollfleischige, ausgemäßtete Färfen höchsten Schlachtwerts 00-00; lag ein Bruch des Oberschenkels vor, der die Ueberführung diefelben Richter wohl verhängt hätten, wenn der Herr den Knecht b) vollfleischige, ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren 00-00; c) altere ausgemäßtete Kühe und wenig gut entwidelte jüngere in die Charité notwendig machte. Dort hat das Kind 15 Wochen beleidigt und geschlagen hätte? Kühe und Färjen 00-00; d) mäßig genährte Kühe und Färsen 00-00; lang gelegen, es dürfte vielleicht zeitlebens ein verkürztes Bein zurücke) gering genährte Kühe und Färjen 00-00. Kälber: a) feinste Masis behalten. Der Angeklagte war bald nach der That von hier vertälber( Bollmilchmast) und beste Saugfälber 74-76, b) mittlere Mastkälber schwunden, ist aber schließlich in Crefeld, wo er Arbeit angenommen und gute Saugfälber 66-70, c) geringe Saugfälber 55-60, d) ältere, gering hatte. gefaßt worden. Der Staatsanwalt hielt die That des Angenährte( greffer) 00-00.- Echaſe: a) Waſtlämmer und jüngere Maſt getlagten für so roh, daß er drei Jahr Gefängnis in Antrag brachte. Hammel 62-65, b) ältere Masthammel 50- C0, c) mäßig genährte Der Gerichtshof erkannte auf zwei Jahr Gefängnis und Hammel und Schafe( Merzschafe) 51-55, d) Holsteiner Niederungsnahm den Angeklagten sofort in Haft. schafe( Lebendgewicht) CO- 00.- Schweine: a) vollfleischige der feineren Rassen und deren Krenzungen im Alter bis zu 1 Jahren 46-47, b) Käfer 00-00, c) fleischige 44-45, d) gering entwickelte 42-43, 17 e) Sauen 40-41. 14 Verlauf und Tendenz. Bei den Rindern waren bei dem geringen 14 Umsag maßgebende Preise nicht festzustellen. Der Kälberhandel gestaltete 14 sich ruhig, aber ganz fest. Bei den Schafen blieben nur ein paar fleinere 17 Posien mageres Bieg unverkauft. Der Schweinemarkt verlief ruhig und fest und wurde geräumt. Witterungsübersicht vom 13. Juni 1900, morgens 8 1hr. Stationen Hamburg Berlin Barometer stand mm Windrichtung Windstärke 765 SO 767 2Better 4º R Zemp. n. G. 5° Sialionen Barometer stand mm Wind: rigtung Winditärte Wetter 4 heiter 5 wolfent 19 Petersburg 7642392 4wolfent 19 Cort 758 1 bedeckt 2wolfig Zu dem Prozeß gegen den Schriftsteller Brand schreibt uns Herr Rechtsanwalt Berg:" Die Behauptung des Angeklagten, winemde. 769 OSO 3wolfen 19 paparanda 7609 daß ich seine thätliche Beleidigung gegen den Herrn Reichstag Abgeordneten Dr. Lieber als Notwehr und deshalb für straffrei Franff./M. 763 O erachtet hätte, ist unwahr. Ich habe vielmehr stets den Angeklagten München auf die Strafbarkeit seiner Handlung hingewiesen und nur aus hier Wien 765 Still- wolfen! 765 S 2 wolfig 21 Aberdeen 4 wolfen! 19 Baris 16 7610 1 heiter 762 SSW 20tegen Achtung! Deutscher Achtung! VI. Wahlkreis. Achtung! Donnerstag, den 14. Juni, abends 8 Uhr, im Giskeller, Chausseestr. 88: Volksversammlung Tages Ordnung: 1. Vortrag des Genoffen A. Bebel über: Die Thaten des Reichstags. 2. Diskussion. 3. Wahl eines Romitees zum Sommerfest. 220/5 Zahlreichen Besuch erwarten Die Vertrauenslente. Arbeiter Berlins! Temp. 1. G. 5° G.= 4° R. Metallarbeiter- Verband. Todes- Anzeige. Montag, den 11. Juni, verstarb unser Mitglied, der Metallarbeiter Hugo Hertzog. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute, Donnerstag, den 14. Juni, nachmittags 5 Uhr, vom Krankenhaus Am urban statt. 113/11 Die Ortsverwaltung. Bähne v. 2 M. an Reelle Garantie! Teilzhl. Reparatur. in 2 Stnud. Plombieren von 1 M. an. Bon den Finsterwalder Cigarrenfabrikanten haben die nachfolgenden die Lohnforderungen der Arbeiter be. willigt: H. Sporn. Dietrich( Hanisch Nachf.). K. Weigel. R. Klähre. W. Enigk. 0. Wessly. R. Reinike. G. Franz. F. König. H. Müller. A. Kurras. R. Bär. Reinhold Kaiser. Karl Uhlich. Fritz Hartung. Paul Winkler Zahnziehen schmerzlos! Sprechz.8-8. Die Kommiffion der Berliner Tabakarbeiter. Blumenstr. 25, Bon jetzt ab steht dieses Inserat nur Donnerstags und Sonntags im Vorwärts". " Achtung! Bäcker. Achtung! Adtung! 10. Stiftungsfest des Gesangchors der Freireligiösen Gemeinde Sonnabend, den 16. Juni, bei Blaurock, Pankow, Wollank- Strasse No. 113. Der Gesangchor der Freireligiösen Gemeinde Ladet seine Freunde und Feinde Zum 16. Juni zu Blauroc ein, Recht reger Besuch wird ihn erfreu'n. Borträge ernfter und heiterer Art Hab'n wir für den Abend aufgefpart. Die Berbindung nach Bankow ist brillant, Speisen und Getränke gut, wie ja bekannt. Freundlicher Saal und herrlicher Garten, Botal: und Instrumentralfonzert warten Auf die Besucher, d'rum stellt Euch ein!! Dieses wünscht von Herzen Der Gesangverein. Billets a 25 f. sind bei allen Vereinsmitgliedern zu haben. Herren, welche am Tang teilnehmen, zabien 30 Pf. nach. Fahrverbindung mit der 14576 R. Lange, Ede Martusstraße. elektrischen Bahn Charlottenstraße- Bantom für 10 Bi. Anfang 8 Uhr. Brauer. Achtung! Verband der Bau-, Erd- u.gewerblichen Hilfsarbeiter. Gemäß den Beschluß der öffentlichen Versammlung vom 8. April bei Dräjel, Neue Friedrichstr. 35, veröffentlichen wir diejenigen, dem Verein der Heute, Donnerstag, den 14. Juni, nachmittags Brauereien Berlins und Umgegend" nicht angehörigen Brauereien, welche 4 Uhr Versammlung bei Keller, Koppenstr. 29. Tages Ordnung: die Forderungen der Fünfer- Kommiffion nicht alterfannt haben: Grauerei 1397b Pichelsdorf; Kaiser Brauerei, Charlottenburg; Stadtbrauerei A. Lorch, Belforterstraße: Pilsener Brauhaus, Beteranenstrasse; Brauerei Kink u. Comp., Aktien- Gesellschaft. Die Fünfer- Kommission. J. A.: L. Hodapp, 23 eißensee, Wörthstr. 13. Arbeits- Bekleidung Der abermalige Zusammentritt des Einigungsamts und unsre für Mechaniker, Bildhauer, Maler, Schloffer, Schlächter, Konditoren, Friseure. Beschlußfaffung über Streit oder nicht Streit. Zutritt nur mit Streiffondskarten. 14520 Die am Dienstag zur Ausgabe gelangten Stimmzettel sinb ungültig und werden deshalb an die Kollegen neue verteilt. Mit Brudergruß Die Lohnkommission. Verein deutscher Schuhmacher ( Zahlstelle Charlottenburg). Donnerstag, den 14. Juni, abends 82 Uhr, bei Leder, Bismarckstr. 74: Oeffentliche Versammlung. Tages Ordnung: Wie verbessern wir unsre Lage? Referent: Genoffe Bleed. Dis: 170/2 fussion. Verschiedenes. Jeder Schuhmacher wird ersucht, in dieser Versammlung zu erscheinen. Der Einberufer. Verein der Bananschläger Berlins und Umgegend. Heute, Donnerstag, den 14. Juni, abends 7 Uhr, bei Buske, Grenadierstr. 33: 34/3 General- Versammlung. Tages- Ordnung: Fortsetzung der Statutenberatung. Der Vorstand. Bezirksgruppe Berlin- Brandenburg En gros Detail. 4070L* D. Wurzel& Co., Wrangel- Strasse 17, Ecke Manteuffel- Strasse. Zähne 2 M. 10 Jahre Garantie. Vollkommen schmerzloses Zahnziehen I M. Plomben 1,50 M. Tellz. wöchentl. 1 M. ( Zahlstelle Schöneberg.) Sonntag, den 17. Juni 1900 4. Stiftungsfest bei Herrn Witte, Deutsch- Wilmersdorf, Berlinerstraße 40. Bon 3 1hr an Konzert im Garten ausgeführt von Civilberufsmusikern unter gütiger Mitwirkung der Gefang vereine Mote Nelfe Schöneberg, und den vereinigten Sängern Wilmersdorfs. Billets a 25 Pi. Billets a 25 Pf. Kinder, die in Begleitung Erwachsener erscheinen, erhalten eine Stod Taterne. Von 4 Uhr an im Saale Tanz. Herren, die daran teilnehmen, zahlen 50 Pf. Um rege Beteiligung der Verbandsmitglieder ersucht Zahnarzt Wolf. Leipzigerstr. 130. Sprechst. 9-7. Laabs Dampfer für Gesellschaften und Vereine, 125 bis 240 Personen faffend, sind noch an Sonn- und Wochentagen zu ver 1455b geben. Dietert, Berlin O. Richthofenstr. 18. Wer- Stoff- hat fertige Anzug 20 M., feinste Buthaten, faubere Arbeit, zwei Anproben.[ 47032* !!! Ohne Konkurrenz!!! !!! 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Der Wahlverein veranstaltet am Sonntag, Das zehnjährige Jubiläum ihres Bestehens konnte dieser den 17. Juni, einen Familien- Ausflug nach Hirschgarten Tage die Bergische Arbeiterstimme" in Solingen begehen. Am( Buverts Restaurant zum Aussichtsturm). Abfahrt vormittag 10 Uhr 1. i 1890 erschien die erste Nummer dieses Blatts, nachdem vom Schlesischen Bahnhof. Rege Beteiligung wird erwartet. 14 Tage vorher eine Probenummer in einer Massenauflage herausUeber zu frühen Beginn des Schulunterrichts im Sommer gegeben und verbreitet worden war. Die Parteigenossen von Brik veranstalten am Sonntag in bei der Mehrzahl der Schulen selbst für die kleinsten Kinder Es war der frühere socialdemokratische Reichstags Abgeordnete Schumacher, der sich Bathges Konzertpark, Chausseestr. 39, ein Vokal- und Instrumental- bereits um 7 Uhr ist in Berlin vielfach geklagt worden. In namentlich um die Gründung des Blatts verdient machte. Leider Konzert und ersuchen die Arbeiterschaft um regen Besuch. Siehe Dresden sind in dieser Angelegenheit, gemäß einem StadtverordnetenBeschluß, die Eltern der die Bürger- bezw. die Bezirksschulen( Boltsaber war auch er derjenige, welcher später seiner eignen Schöpfung Injerat am Sonnabend. ganz außerordentliche Schwierigkeiten bereitete; tein Parteischulen) besuchenden Kinder befragt worden. Das Ergebnis der UmOrgan hat wohl so viel unter inneren Parteifämpfen frage, bearbeitet vom Dresdener Statistischen Amt, ist jetzt der Stadtzu leiden gehabt, als dieses. Den Höhepunkt erreichten diese verordneten- Versammlung vorgelegt worden. Für 7 Uhr stimmten Konflikte im Herbst 1894, als Schumacher und sein Anhang Zweifitige Banktische sollen die gegenwärtig im Bau be die Eltern oder Erzieher von 4047 Bürgerschülern, 15 096 Bezirkssoweit gingen, direkt auf den Ruin der„ Arbeiterstimme" hin- griffenen neuen Gemeindeschulen, die drei Doppelschulen schülern, zusammen 19 143 Kindern, für 8 Uhr dagegen die Eltern oder zuarbeiten. Anfang 1895 gründeten Schumacher und Genossen sogar in der Duncker-, der Oderberger- und der Rostockerstraße und die Erzieher von nur 985 Bürgerschülern, 1281 Bezirksschülern, zu ein Konkurrenzblatt, die„ Solinger Freie Presse".- Redacteure des einfache Schule in der Grenzstraße bekommen. In den von der sammen 2266 Kindern. Die Unterscheidung nach Berufen ergiebt, daß Blatts sind nacheinander gewesen: Erichsen( zugleich Drucker), Stadtverordneten- Versammlung vor drei Jahren genehmigten Kosten- gerade von den kleinen Leuten" die meisten den 7 Uhr- Anfang Schumacher, Huth( jetzt in Brandenburg), Wilde und anschlag für diese Schulen waren die Kosten für drei und vier- wünschten. Den geringsten Beifall fand der 7 Uhr- Anfang bei Franzen. Die Leitung des seit 1891 in eine Genossenschaft um- fißige Banktische eingestellt worden. Wegen der durch die Be- den höheren Justiz- und Verwaltungsbeamten und den Rechtsgewandelten Geschäfts hatte bis zu seinem 1899 erfolgten Tode der schaffung zweifißiger Banktische Banktische entstehenden Mehrkosten im anwalten, den stärksten bei den Dienstmännern; von jenen stimmten Genosse Laisiepen, der sich neben den Genossen in der Gesamtbetrage von 21 000 M. für die oben genannten sieben Schulen nur inapp 61 Broz., von diesen 961/2 Proz. für 7 Uhr. Bu beachten Redaktion sehr um die Förderung des Blatts verdient gemacht hat. hat der Magistrat der Stadtverordneten- Versammlung eine besondere ist übrigens, daß in Dresden nur in den Monaten Juni bis Auguſt Neben diesen inneren Kämpfen wurde der Kampf gegen die Vorlage zugehen lassen. Darin wird der Uebergang zu dem zwei- bereits um 7 Uhr begonnen wird. Das Abstimmungsergebnis wäre natürlichen Gegner durchaus nicht vernachlässigt. Daß dabei die fißigen Banksystem damit begründet, daß das ältere System vermutlich anders ausgefallen, wenn der Unterricht wie in BerlinRedacteure mit den Strafparagraphen des Preßgesezes in Berührung nicht mehr den jezigen hygienischen Anforderungen in dem ganzen Sommerhalbjahr von April bis Ende September um tamen, ist selbstverständlich. Das Strafconto der„ Bergischen entspreche. Aus diesem Grunde seien auch schon in den beiden 7 Uhr anfinge. Arbeiterstimme" wurde wie folgt belastet. Die beiden ersten Re- zu Ostern fertig gewordenen neuen Doppelschulen in der als dacteure, Erichsen und Schumacher sind nicht in den Maschen Glogauer- und in der Wilmsstraße zweifigige Banktische auf Auf eine bedenkliche Weise scheint man der infolge der Aufder preßgeseglichen Bestimmungen hängen geblieben. Schlimmer er- gestellt worden. Wir sind aber der Ansicht," jagt der Magistrat in lösung der Privatposten eingetretenen Ueberlastung der Postging es schon dem Genossen uth, der wegen„ Beleidigung" in der Vorlage, daß die Wiederverwendung der veralteten brei- und beamten abhelfen zu wollen. Schon mehrfach ist Beschwerde mehreren Fällen zu einigen hundert Mart Geldstrafe verurteilt vierfigigen Banktische unter feinen Umständen zugelassen werden darüber geführt worden, daß die Bestellung der Postfachen mangelwurde. Schwer mußte Genosse Wilde seine redaktionelle Thätigkeit dürfe, wenn man, nachdem num schon für einige Schulen haft vor sich geht, was meistens darin feine Ursache haben mag, daß büßen. Im ganzen wurde Wilde zu 18 Monaten Gefängnis moderne Subsellien beschafft worden find, jetzt jetzt zu zu der die Briefträger die ihnen aufgebürdete Arbeit nicht mehr bewältigen zumal sich die fönnen. Auf eine solche Beschwerde ist einem unsrer Leser vom Postund einer geringeren Geldstrafe verurteilt, ausschließlich wegen Be- alten Subfellienform zurückkehren würde, leidigung. Seit anfangs Februar 1894 zeichnet Genosse Franzen Beschaffung der zweisitzigen Subsellien im Verhältnis zu den amt 21 folgendes geantwortet worden: " Die von Ihnen beklagte bedauerliche Verspätung bei der ersten verantwortlicher Redacteur. Obschon Gesamtkosten mit vergleichsweise geringen Mehrkosten erreichen Auflage manche gegen ihn erhoben wurde, ist es bis jetzt mur bei Geldstrafen ge- läßt." Es ist in den beteiligten Streifen" schon seit langem nicht Bestellung Ihrer Postfachen ist darauf zurückzuführen, daß eine unblieben. Verurteilt wurde Franken ebenfalls wegen Beleidigung in verstanden" worden, daß man für die Gemeindeschulen nicht gewöhnlich große Zahl von Postsendungen zur Bestellung vorlag und vier Fällen zu 400 M., von einigen kleineren Strafen abgesehen. Schon viel früher zu dem zweisitzigen System übergegangen ist. der betreffende Briefträger glaubte, innerhalb der vorgeschriebenen Zeit Der verstorbene Genosse Laisiepen, der eine Zeit lang für den Anscheinend sollen für neue Gemeindeschulen fünftig überhaupt nicht mit der Bestellung fertig werden zu können. Er hat daher Inferatenteil verantwortlich zeichnete, mußte acht Tage Gefängnis- nur noch zweifigige Bauktische beschafft werden. Das wäre mit eigenmächtig die Bestellung abgebrochen, um die zweite Bestellung strafe wegen Verrufserklärung verbüßen. großer Freude zu begrüßen. Hoffentlich entschließt sich die Schul- rechtzeitig antreten zu können. Für die Zukunft ist den BriefDie Abonnentenzahl der Arbeiterstimme" ist langsam aber verwaltung dann bald zu dem weiteren Schritt, auch für die älteren trägern jedoch ein derartiges Verfahren untersagt worden." Solche Abhilfe ist für Publikum und Beamte gleich probat. stetig gewachsen, so daß beschlossen werden konnte, das jest wöchent Schulen eine allmähliche Beseitigung des veralteten Bankſyſtems wenn der Briefträger außer stande ist, die ihm übergebenen Poſtlich dreimal erscheinende Blatt vom Jubiläumstage an täglich heraus durchzuführen. Unter den Vorzügen der zweifißigen zugeben. Technische Schwierigkeiten zwangen, diese Neuerung bis Bank ist einer, der für Berliner Verhältnisse ganz besonders wichtig sachen in der vorgeschriebenen Zeit zu bestellen, so läuft er eben so zum 1. Juli hinauszuschieben. ist: sie erschwert eine zu weitgehende Ausnugung lange, bis er mit allem fertig ist und tritt den zweiten Bestellgang des Raums. Auf einer vierfigigen Bant läßt sich zur Not noch um soviel später an. Dann fann sich niemand beschweren, daß er ein fünftes Kind unterbringen, aber eine zweifigige fann nicht gut seine Postfachen nicht mit der betreffenden Bestellung erhalten ein drittes mitaufnehmen. habe! Den deutschen Arbeitern, die den Internationalen Kongreß und die Weltausstellung in Paris zu besuchen gedenken, sei nochmals mitgeteilt, daß der deutsche Lesetlub 82 Rue Notredame de Nazareth, 3. Arrondissement, Brasserie des trois Suisses, Paris, bereit ist, den deutschen Genossen mit Rat und That zur Seite zu stehen, und daß er den in Paris anwesenden Genossen seine Räume, in denen deutsche Zeitungen zc. aufliegen, zur Verfügung stellt. Sociales. Wie lebhaft noch immer das Intereffe für die Sache Biethen ist, geht daraus hervor, daß an den Verteidiger Rechtsanwalt Victor Fränkt neuerdings wieder verschiedene Bufchriften gelangt sind, in denen neue Zeugen bisher unbekannte Thatfachen mitteilen. Alle diese Mitteilungen werden sorgfältig geprüft. Unter andrem wurde der Verteidiger darauf hingewiesen, daß in einem Orte Thüringens ein Barbier August Wilhelm lebe, der seit einigen Jahren trübfinnig fei. Die fofort angestellten Ermittelungen ergaben, daß in der That am fraglichen Orte ein Barbier existiert, der denselben Namen wie der verschwundene Lehrling Ziethens führt, doch ergab sich gleichzeitig ohne weiteres, daß die Identität nicht vorhanden war. Die Konferenz der Vorstände statistischer Aemter deutscher Städte, die am 7. d. Mts. in Straßburg i. E. zusammengetreten war, hat am Montag ihre Verhandlungen beendigt. Aus der dieses Jahr besonders umfangreichen Tagesordnung ist hauptleber Herrn Dr. Leo als Gewerberichter bringt auch die sächlich hervorzuheben die Fertigstellung der Entwürfe von Formularen Schneiderinnen feltsame Mitteilungen. Herrn Dr. Leo lag eine neueste Nummer des Anzeigenblatts der Schneider und für die städtischen Verwaltungsberichte, wobei auf die Vergleichbarkeit gewiffer Vorgänge und Ergebnisse der Verwaltungsthätigkeit der Klage vor, in der ein Schneider einige Ueberstunden tarifmäßig mit je großen Städte besonderes Gewicht gelegt wird. Eine eingehende ie einer Mark entschädigt verlangte, während der beklagte Unternehmer nur den gewöhnlichen Stundenlohn zahlen wollte. Er machte Würdigung fanden sodann die Vorbereitungen zur Ausführung geltend, daß der Arbeiter am 1. Mai gefeiert und die Arbeitsruhe der nächsten Volkszählung. Auch hierbei handelte es sich im wesentlichen นม die Erzielung einer einer Ginigung über im Einverständnis mit ihm, dem Unternehmer, durch Ueberstunden . Die d Der Stadtrat Marggraff ist gestern bei einem Spazierritt in Groß- Lichterfelde gestürzt. Herr Marggraff hat empfindliche Verletzungen davongetragen. Die Zahl der nächtlich obdachlosen Proletarier, welche im wundervollen Monat Mai" dieses Jahres im städtischen Obdach Zuflucht suchten und fanden, betrug 18 428. Darunter befanden sich 17-447 Männer und 981 Frauen. Von diesen Bersonen wurden 16 dem Krankenhause im Friedrichshain, 31 dem Krankenhause Moabit, 18. der Charitee, 4 der Anstalt für Epileptische Wuhlgarten", 23 der Ge= Geschlechtskrantenstation und 288 der Polizei überwiesen. badet haben im städtischen Obdach 9724 Personen. " = Am 1. Juni d. J. befanden sich in der Anstalt ferner 96 obdachgegen lofe Familien mit 318 Personen und 77 Einzelpersonen 98 Familien mit 359 Personen und 81 Einzelpersonen am 1. Mai 1900. Das Rohrpoft Porto wird nicht herabgesetzt werden. Ein entsprechendes Gesuch des Bundes der Industriellen ist vom ReichsPoftamt unter ziemlich nichtssagender Begründung abgelehnt worden. reichte das stomitee der Erholungsstätte vom Roten Kreuz in der Wozu Herr Thielen keine Zeit hat. Vor etwa vier Wochen Junfernheide" dem Herrn Eisenbahnminister ein Gesuch ein, daß er die möglichst gleichmäßige Auszählung der Bevölkerung. wieder eingeholt hätte, welche als Ersatz für die an einem nicht ge- den Patienten dieser Erholungsstätte die Benutzung von Arbeiterauf Anregung seglichen seiertag entgangene Arbeitsleistung nur nach dem ein- och en tarten auch außerhalb der sonst vorgeschriebenen Stunden der Städtestatistiker in das yom Reiche festgestellte Formular aufgenommene Frage nach dem fachen Tarif zu bezahlen wären. Be= gestatten möge. Zur Beantwortung dieses Gesuchs scheint Herr schäftigungsort und dem Wohnort, welche besonders für Als die Angelegenheit vor Herrn Dr. Leo verhandelt wurde, Thielen bisher keine Beit gehabt zu haben, denn noch immer werden die größeren Städte außerordentliches Interesse gewinnt, fand ein- gab dieser Richter ſein Urteil über die beanspruchte Höhe des den Arbeitern, welche die Erholungsstätte als Patienten besuchen, gehende Besprechung. Einzelne Städte beabsichtigen auch, die Stundenlohns in den Worten zum besten, daß ein solcher Lohn ja von den Eisenbahnbeamten Schwierigkeiten gemacht. Freilich hatte Dauer des Aufenthalts zu erfragen. Ebenso finden in einer unerhört fei; kein techtsanwalt oder Arzt und auch er ja auch Herr Thielen inzwischen wichtigeres zu thun: er mußte ja größeren Anzahl von Städten Erhebungen über die Wohnungs felbst als Richter verdiene so biel. Sum Unternehmer gebie Große Berliner" gegen ihre Angestellten scharf machen! wendet, fragte Herr Dr. Leo: Und so viel bezahlen Sie?! verhältnisse und den Wohnungsmartt statt. Wichtig war Es sei hier bemerkt, daß das lage- Objekt 41 M. und einige Die Einweihung der Zungenheilstätte für Frauen, die von sodann die Beratung bezüglich der Bearbeitung einer Statistik über die Pfennig betrug, der Unternehmer aber nach seiner Rechnung der Landes- Versicherungsanstalt Brandenburg in der Kottbuser Berteilung des Grundeigentums. Bezüglich der Be- 39,10. bezahlen wollte; ohne irgend welche von den Parteien ge-& orst errichtet worden ist, hat gestern in feierlicher Weiſe ſtattschickung und Mitwirkung der statistischen Aemter an der Dresdener Städte- Ausstellung von 1903, welche ein Bild von der Entwickelung gebene Veranlassung wies mum Herr Dr. Leo den Unternehmer noch gefunden. Die Anstalt liegt in der Nähe der Haltestelle Stollwitz in des deutschen Städtewesens am Ende des Jahrhunderts bieten foll, darauf hin, daß er außerdem gefeßlich berechtigt sei, so und Mitten eines 2000 Morgen großen Waldes und bietet Platz für wird für die nächstjährige Konferenz ein festes Programm aus- so viel Prozent als Schadenersatz abzuziehen, so daß die Summe 110 Krante. Alle Krankenräume sind nach Süden gerichtet, die GeZur Anstalt gehört auf 38,25 M. sinke. Der Unternehmer machte von diesem Rate bäude selbst halten alle schädlichen Winde ab. gearbeitet werden. Sämtliche Konferenzmitglieder haben ihre Mit- löblicherweise keinen Gebrauch, und da der Richter dem Kläger riet, ein prächtiger Garten. Sie ist bereits seit Montag in Betrieb gewirtung an einer einen längeren Zeitraum umfassenden vergleichenden Darstellung der bisher im„ Statistischen Jahrbuch" be- dessen Anerbieten anzunehmen, da er sonst bei einem neuen Termin nommen und mit 14 Frauen und Mädchen belegt worden. Ein Opfer feines Berufes ist der praktische Arzt Dr. Friedrich handelten Abschnitte zugesagt. Die Beratung der Finanzstatistit, die die Kosten event, auch für die Zeugen bezahlen müßte, so fügte er Revision des Flinzer- Ladnerschen Todesursachensystems, die Heraus- fich schließlich dem Angebot des Unternehmers. Rubinstein, Stegligerstr. 66 wohnhaft, geworden. Er hatte sich Vorher hatte der Kläger noch versucht, seine Meinung über die vor etwa drei Wochen bei einer Operation eine Blutvergiftung zu gabe des„ Statistischen Jahrbuchs deutscher Städte" und der Statistik Bezahlung der Ueberstunden zum Ausdruck zu bringen, jedoch wurde er gezogen, der er am Montagabend erlegen ist. Der Verstorbene, der der Lebensmittelpreise bildeten den Schluß der Verhandlungen. vom Richter mit dem Bemerken unterbrochen, daß er hier feine erit 37 Jahre alt war, zählte zu den bekannteren Aerzten Berlins. Eine Ungeheuerlichkeit in Bezug auf die Gewerbe- Bersammlungsreden halten solle. Als der Kläger noch eine Frage Er war einer der ersten Borkämpfer der freien Arztwahl und gab gerichts Wahlen wird uns aus dem Industriedorf Torgelow ſtellen wollte, entgegnete der Richter: Sie haben überhaupt bie Medizinische Reform" zuerst gemeinsam mit Dr. Heymann berichtet. Für den Kreis ledermünde besteht ein KreisGewerbegericht, welches in zwei Kammern eingeteilt ist. Siz der vor sich gingen, gab Herr Dr. Leo dem Unternehmer noch seine Während der Zeit, als die Formalitäten wegen des Vergleichs heraus. Daneben hatte er als langjähriger Assistent von Professor Schüller sich Uebung und Ruf als Chirurg erworben. Kammer 1 ist ledermünde, Siz der Kammer 2 ist Bajewalt. Zur Meinung darüber zum besten, wie er über die Forderungen der In seiner Wohnung erschossen hat sich in der vergangenen Kammer 1 gehört die Gruppe Eiſenindustrie. Der Siz der Arbeiter denke und welche indirekte Mithilfe er bei dem legten Streit Nacht der Tischler Adolf Bettriz, der Holzmarktstraße 37 wohnte. Eisenindustrie ist Torgelow. Dort find circa 800 er der Schneider den Unternehmern geleistet hätte. Er führte aus, Bettriß war seit längerer Zeit arbeitslos. wachsene Arbeiter in Der Eisenindustrie beschäftigt, während daß die Kundschaft es so machen müßte wie er, fie müßte so lange in Ueckermünde mur etwa 20 bis 25 Arbeiter der gleichen warten, bis die Schneider zu Kreuze gekrochen seien, Branche beschäftigt sind. Das Wahllokal. für die müssen erst mürbe gemacht werden Rammer I ist aber einzig und allein in ledermünde. Wollen nun die mindestens 500 Wahlberechtigten von Torgelow ihr Wahlrecht ausüben, so müssen sie samt und sonders nach leder münde reisen!( 13 kilometer Eisenbahnfahrt). Die Züge liegen aber so ungünstig, daß das einfach nicht anders möglich ist, als einen halben Tag Arbeit zu verfäunen, wenn man wählen will. Erfreuliche Zeichen. In hiesigen Zeitungen fand sich vor kurzem Machen also die Torgelower Arbeiter von ihrem Recht Ge- die Mitteilung, daß bei der Po st empfindlicher Mangel an Unterbrauch, fo müßten die Fabriken auf einen be am ten verspürt werde. Diese Meldung ist in den letzten Tagen wieder halben Tag geschlossen werden! Natürlich tritt holt worden. Die Blätter begingen dabei jedesmal die Unvorsichtigkeit, in Wirklichkeit das Gegenteil ein, die Arbeiter verzichten auf ihr die erschreckend niedrigen Gehaltsiä se der Post- und Telegraphen Wahlrecht. Bei der letzten Wahl( 1898) haben von ca. 500 Wahl- Unterbeamten anzugeben und dadurch solche jungen Leute, denen die berechtigten 17(!!) Mann ihr Wahlrecht ausgeübt. Diesem unhalt- Beamtentarriere verlockend erscheinen möchte, von vornherein abzubaren Zustand sollte nun ein Ende gemacht werden. Die jetzigen schrecken. Auch im Eisenbahnbetrieb soll von Ueberfluß an Vertreter der Arbeiter begaben sich zu dem Vorsitzenden des Arbeitskräften keine Rede sein, und die Thatsache, daß manche Eisenbahn: Gewerbegerichts, dem laut Streisstatut die Festlegung der Wahl- arbeiter es, trotz jahrelanger Dienstzeit vorgezogen haben, sich bei lokale obliegt, und baten, außer dem Wahllofal in Uedermünde den hiesigen Straßenbahn- Gesellschaften um Stellung zu bemühen, ein solches in Torgelow zu errichten. Damit wäre die ganze Frage mag ebenfalls in der höheren Bureaukratie gerade kein Behagen zu aller Zufriedenheit erledigt, denn auch die Arbeitgeber haben erwecken. doch Jnteresse, daß in Torgelow gewählt wird. Man glaubte sicher, Dem vorgeschrittenen Socialpolitiker find dies erfreuliche Zeichen. daß dem Ersuchen entsprochen würde. Aber weit gefehlt! Sie lehren, wie immer weitere Kreise des Proletariats die färgliche Der Herr Vorsitzende erklärte einfach: Es wird da gewählt, Entlohnung der staatlichen Unterbeamten und Arbeiter, die an sie wo der Siz des Gewerbegerichts ist! Weitere Schritte gestellte Zumutung, auf das unentbehrliche Koalitionsrecht find eingeleitet. Ob sie helfen? und auf die Zugehörigkeit zur Socialdemokratie zu verzichten, für etwas unerträgliches halten. Die harte Macht der Thatsachen zwingt den Staat so, wenn auch nicht nichts zu sagen. " die und aus= ungern." Lettere beide Bemerkungen sollen wiederholt von dem Richter gefallen sein. Richter gefallen sein. Man darf wohl auf eine amtliche Aufklärung dieser peinlichen Angelegenheit rechnen. " Beim Spielen ertrunken ist Dienstagnachmittag der acht Jahre alte Sohn Grich der Witwe Schulz aus der Königin Augustaftr. 11. Wohnung am Landwehrkanal, verlor auf der steinernen Ladetreppe Der Knabe spielte mit mehreren andren in der Nähe der elterlichen das Gleichgewicht und fiel ins Wasser. Von seinem eignen Wagen überfahren und getötet wurde Dienstagnachmittag der Kutscher Franz Müller vom Kottbuser Damm. Müller fiel, wahrscheinlich im Schlafe, von seinem mit Schutt be= ladenen Wagen, wurde überfahren und innerlich wie äußerlich so schwer verlegt, daß er bald darauf starb. Feuerbericht. Ein größerer Dachstuhlbrand erfolgte Mittwoch Ein erheblicher Teil der nachmittag 5 Uhr in der Paliſadenſtr. 34. Dachkonstruktion wurde eingeäschert. Vorher hatten Skaliberstr. 3 und Fällen erstickt werden konnte, bevor es großen Umfang annahm. Große Frankfurterstr. 73 Droguen Feuer gefangen, das in beiden Dienstagabend ging Köpenickerstr. 113 der Inhalt eines Schaufensters Dienstagabend ging Köpenickerstr. 113 der Inhalt eines Schaufensters in Flammen auf. Richthofenstr. 33 und Auflamerstr. 52 waren kleine in Flammen auf. Richthofenſtr. 33 und Anklamerstr. 52 waren fleine Sebastianstr. 72 a durch Fener beschädigt, während Wiesenstr. 17 und Zimmerbrände zu beseitigen. Fußboden und Schaldecke wurden Püdlerstr. 3 Padmaterial eingeäschert wurde. Aus den Nachbarorten. Der Aufsichtsrat der Berlin- Charlottenburger Straßenbahn hat beschlossen, der am 27. d. M. stattfindenden Generalversammlung eine Dividende von 8 Proz. vorzuschlagen. Es ist bes absichtigt, die Kosten für den Ausbau der neuen Linien in Berlin Freiwald will bie Angelegenheit, wenn erforderlich, bis zum Ober- Fuß gefeßt worden. Das Stanbrecht ist nicht proflamiert und und Wilmersdorf, welche bei vorsichtiger Veranschlagung sich auf Berwaltungsgericht durchfechten. Das Klageobjekt ist auf 2000 Mart dürfte nach dem jezigen Stande vor der Hand auch nicht proklamiert rund 4 Millionen Mark belaufen werden, durch Ausgabe von angesezt worden. werden. 3 Millionen Mark neuer Aftien und 1 Million Mark Obligationen Zum Bahnhofsumbau in Spandau werden jetzt die Vor- Bei Sprottau hat ein erheblicher Waldbrand stattgefunden. aufzubringen. Von dem Betrag der neuen Aktien werden voraus arbeiten in Angriff genommen. Am Dienstag fam eine aus zehn Nach vorläufiger oberflächlicher Schätzung sind fünf- bis sechstausend fichtlich im laufenden Geschäftsjahr nur 25 Broz. benötigt, während fichtlich im laufenden Geschäftsjahr nur 25 Proz. benötigt, während Herren bestehende Kommission des Ministeriums der öffentlichen Morgen Waldung mit teils fünfzehn- bis zwanzigjähriger Schonung, Der Rest von 75 Broz. erst im Laufe des nächsten Jahres nach Maß- Arbeiten und der Eisenbahn- Direktion Berlin nach Spandau und teils mit hohem Holzbestand vernichtet. Hieran ist die Stadt Sprottau gabe des fortschreitenden Baus zur Ausgabe gelangen foll. Das stellte den Plan für die Umänderungen in großen Umriffen feft. mit 2500 Morgen beteiligt; der übrige Schaden trifft den BurgLiniennes wird nach seiner Fertigstellung über 100 kilometer( gegen Wegen der Hochlegung der Lehrter und Hamburger Eisenbahn muß grafen zu Dohna- Mallmis, Grafen Solms- Klitschdorf und den Ritterüber früheren 27 Kilometer Pferdebahnlinien) betragen und das ge der hauptsächlich dem Berliner Güterverkehr dienende Rangierbahnhof gutsbesizer Rogalla v. Biberstein auf Buchwald, Kreis Bunzlau. famte Gesellschaftskapital wird sich auf 9 Millionen Mart Attien und aus Spandau verlegt werden; es ist dafür Scegefeld oder Wuster8 Millionen Mark Obligationen belaufen. mart in Aussicht genommen. Der Spandauer Güterbahnhof wird nach Staaten hinausgerückt, wo die Errichtung einer Haltestelle in Angriff genommen wird. einen Vortrag halten wird. Versammlungen. Die Elberfelder Militär- Befreiungs- Affaire treibt ihre Ans Ober- Schöneweide wird uns berichtet: Troy aller un folge, ergeben, daß zwei Militärpflichtige aus dem bergischen Lande, reise bis in weite Ferne. So hat sich, dem„ Dortm. Tagebl." angenehmen Erfahrungen, die dem Anitsvorsteher Rottmeter durch die gerichtlichen Entscheidungen bereitet worden sind, welche Söhne bessergestellter Eltern, sich vor längeren Jahren nach Hörde infolge seines gesetzwidrigen Vorgehens gegen den Arbeiterbegeben haben, um sich dort den Ersatzbehörden zu stellen, und zwar Bildungsverein notwendig waren, fezt diefer Beamte den unter ganz verdächtigen Umständen. Beide sind denn auch wegen der Kampf gegen den Verein fort. Seine legte Niederlage bestand in in dem großen Prozesse gegen Strudsberg und Genossen festgestellten der Freisprechung des Parteigenoffen Funke, der sich dadurch verfünstlichen Leibesschäden( Herzleiden und Rheumatismus à la StrudsDer Wahlverein im 4. Berliner Wahlkreis( Often) hielt berg) untauglich geworden. Das Verfahren ist wieder aufgenommen gangen haben sollte, daß er ein Vereinsmitglied nicht abgemeldet hatte.. am Dienstag eine sehr gut besuchte Versammlung in den Andreas- worden. Die Fälle, in welchen sich die Militärmüden mit StrucksbergVorher war schon der Parteigenoffe eftfälen ab. Genosse Rosenow referierte über das Thema Billen außerhalb ihrer Heimat den Ersatzbehörden gestellt haben, Grunow wegen desselben Vergehens unter Anflage gestellt und freigesprochen worden. Auf welche Weise der Verein bekämpft wird, Genossenschaften". Man könne die Genossenschaften nicht als End dürften nicht vereinzelt sein. lehrt ein Beispiel aus dem Monat März. In letzter Stunde erging nügen, immer in der Voraussetzung, daß die Begründer und Mitglieder zwed ansehen, sie aber immerhin als Mittel im Klassenkampf bes Ein Familiendrama hat sich bei Leipzig abgespielt. Ein die Verfügung, daß eine angemeldete Versammlung nur in dem der Genossenschaften darauf bedacht sind, nicht nur Konsums, sondern auch 28jähriger, aus Stettin gebürtiger Arbeiter, welcher bei einer Saale des Lokals, wo fie stattfinden sollte, tagen dürfe. Der Produktivgenossenschaften zu errichten, zugleich aber die frankhaften Arbeiterfamilie in der Vorstadt in Schlafstelle wohnte, unterhielt mit Saal war nicht geheizt; trotzdem blieben die Parteigenoffen unter Auswüchse der bisherigen Genossenschaften zu beseitigen bezw. nicht der 35 Jahre alten Ehefrau ſeines Logisherrn ein Liebesverhältnis. bann ohne Angabe von Gründen untersagt. Am verflossenen Sonnabend aufkommen zu lassen. Als solche Mißstände seien das Lagerhalter Gleichzeitig trat er mit Wissen seiner Geliebten in verbotenen Ummußte eine Sigung unterbleiben, weil der Amtsvorsteher annahm, daß fie Die Hamburger Arbeiter haben in diesem Sinne ihre Genossen- Mädchen. Das bedauernswerte Opfer wurde von der eignen Mutter mußte eine Sigung unterbleiben, weil der Amtsvorsteher annahm, daß fie wesen, Erzielung hoher Dividenden, Stellenjägerei ze. zu bezeichnen. gang mit beren Tochter, einem zwölfjährigen schwächlichen zu spät angemeldet sei. Auch gegen diese Maßnahme ist Beschwerde eingelegt worden. Alle solche Vorgänge haben bis jetzt keine andre haften begründet, um den wirtschaftlichen wie politischen Wert derselben zur Duldung der schwersten Verbrechen gezwungen. Als der Vater Alle solche Vorgänge haben bis jetzt keine andre Birtung gehabt, als daß der Verein stetig starter wurde. Birhung gehabt, als daß der Verein stetig starter wurde für die Arbeiterschaft zu erweisen. Aber nicht Aufgabe unfrer des Sinds von dem verbrecherischen Treiben Kunde bekam, erstattete Wir sind überzeugt, daß auch die Parteigenossen, die dem Berein bisschaften foune es nur sein, sich mit Gründung von Genossenschaften geschritten werden konnte, entfloh dieser, und mit ihm verschwand Wir sind überzeugt, daß auch die Parteigenossen, die dem Berein bis artei, sondern der Arbeiter als solchen, wie auch der Gewerker die polizeiliche Anzeige. Ehe aber zur Verhaftung des Arbeiters heute noch nicht angehören, bald ihren Beitritt erklären. Gelegenheit hierzu ist am nächsten Sonnabend gegeben, wo in der zu befaſſen, wenn der Blick immer auf die praktischen Verhält gleichzeitig seine Geliebte, die Mutter des Kinds. In Kösen traf fich das Paar wieder und beschloß, die Folgen seines verbrecherischen bei John stattfindenden Versammlung Reichstags- Abgeordneter uiffe gerichtet ist. Rosenow über den Kampf ums Dasein in Natur und Gesellschaft Referenten folgte nunmehr eine längere und recht lebhafte Be- gebunden stürzten sich beide bei Großheringen in die Saale. Ihre Den mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Ausführungen des Treibens einsehend, gemeinsam in den Tod zu gehen. Zusammenoofprechung, in deren Berlauf Eide, Drunsel, Döring, Leichen wurden univeit Weichau an das Ufer getrieben. Kommunales aus Rigdorf. Zur Begründung von 30 Frei Miller u. a. die Vorteile fowie Begünstigung der Genossen Explosion. Bie ein Telegramm aus Aachen meldet, explodierte stellen für erholungsbedürftige Kinder in der Sommerpflegejtätte ichaften empfahlen. Desener und Wenge Is erflärten fich unter in der Beijenecher Pulvermühle ein Trockencylinder. Zwei Lenzheim und von 6 Freistellen in der Brandenburgischen Kinder- vielfacher Unruhe der Bersammlung gegen die Genossenschaften mit Arbeiter wurden getötet, drei schwer verwundet. Heilstätte zu Colberg sind im Etat unsrer Stadt die nötigen Mittel der Begründung, daß diefe dem Klaffenfampf nicht förderlich, sondern vorgesehen. In diesem Jahre haben sich nun nicht weniger als eher hinderlich seien. Rosenow entgegnete hierauf in seinem 350 Kinder um die Freistellen beworben. Es find Schlußwort, daß mit dem Princip, der Genossenschaften auch die dies durchgängig blutarme, strophulöse und sonstige schwäch Gewertschaftsbewegung verworfen werde. Der Vorsitzende Paul liche Kinder, für welche ein Sonimeraufenthalt auf dem Schneider machte unter„ Verschiedenem" darauf aufmerksam, daß Lande aivedmäßig wäre. Aerztliche Untersuchungen haben für Vereinsmitglieder noch einlaßkarten zur Sternwarte in Treptow ergeben, daß die Zahl der Kinder, die einer Pflege in den genannten vorhanden seien. Anstalten ganz besonders dringend bedürfen, die Zahl der zur Verfügung stehenden Freistellen erheblich übersteigt. Die Parkettbodenleger waren am Dienstag zahlreich im schieden, daß jede Möglichkeit, in den fraglichen Pflegeftätten noch Berliner Firmen( außer Damke, Vertr. Peter, und Görlitzer, Vertr. Der Magistrat hat hierzu Stellung genommen und sich dahin ent- Gewerkschaftshaus versammelt, um den Bericht der Kommission über den Streif entgegenzunehmen. Nach demselben haben sämtliche mehr tranke Kinder unterzubringen, zu benußen sei. Leider find in Lenzheim nur noch vier bis sechs und in Colberg nur noch Classen) die Tarifvereinbarung unterzeichnet. fechs bis acht läge frei. Der Magistrat faßte den Beschluß, an die saben ihrer Zufriedenheit mit dem schnellen und günstigen Resultat, Stadtverordneten mit einer entsprechenden Vorlage heranzutreten. welches nur durch das einmütige Zusammenstehen der Kollegen Der Beitritt der Stadt Nixdorf zum Brandenburgischen stimmig für beendet erklärt. möglich war, lebhaften Ausdruck und wurde der Streit mun einStädtetage ist vom Magistrat beschlossen worden. Ueber die oben genannten Firmen Die Anlieger an den sogenannten historischen" Straßen Rigdorfs wird die Sperre so lange verhängt, bis auch sie unterschrieben sollen nächstens auch zu den Straßenherstellungstoften und den Kosten der Entwässerung ze. herangezogen werden. Es sind Die Stuccateure beschäftigten sich in einer am Montag abge dies die Straßen, die schon vor dem Inkrafttreten des auf Grund haltenen Versammlung mit den Abmachungen, die kürzlich betreffs des Baufluchtlinien- Gesetzes bon erlassenen Ortsstatuts der Firma Junkersdorf vor dem Einigungsamt abgeschlossen worden als Ortsstraßen ausgebaut und zum Verkehr im Orte und sind. Nach diesem Einigungsvertrage soll eine aus Arbeitern und zum Anbau bestimmt, aber bisher unbebaut gewesen sind. Die Arbeitgebern zusammenzusetzende Kommission bei etwa ausbrechenden Besitzer von Grundstücken an solchen Straßen können nicht zu den Differenzen in Funktion treten. Die Versammlung betraute die Anliegebeiträgen im Sinn des Baufluchtlinien- Gesetzes herangezogen bestehende Lohnkommission mit der Vertretung der Arbeiter in der werden. Nach andren Entscheidungen des Ober- Verwaltungsgerichts betreffenden Kommission. Nachdem diese Angelegenheit erledigt bietet jedoch§ 9 des Kommunalabgaben- Gesetzes den Gemeinden war, wurde längere Zeit diskutiert über die Verhältnisse bei ver eine willkommene Handhabe in einer Bestimmung, wonach sie berechtigt schiedenen Firmen, wo die aufgestellten Arbeitsbedingungen noch nicht find, behufs„ Deckung der Kosten für Herstellung und Unterhaltung von zur Durchführung gelangt sind. Veranstaltungen, welche durch das öffentliche Interesse erfordert werden, Beiträge zu ihren Kosten von denjenigen Grundeigentümern zu erheben, denen durch jene Veranstaltungen besondere wirtschaft liche Vorteile erwachsen." Der Magistrat hat beschlossen, von diefer Bestimmung Gebrauch zu machen. haben. Sämtliche Redner Ueber ein neues Verfahren zur Erzeugung hoher Tempe raturen durch Aluminium, worüber Dr. Hans Goldschmidt- Essen bei der Hauptversammlung der deutschen Chemiker in Hannover einen Vortrag hielt, wird der„ Neuen Freien Presse" berichtet: Das Verfahren beruht auf der Erfindung des Dr. Goldschmidt, mittels einer Mischung von Metalloryden und Aluminium, Thermit" genannt, einfach und schnell eine feurig- flüssige Masse von besonder hoher legierungen von großer Bedeutung. Zweitens wird es angewendet, Temperatur herzustellen. Das Verfahren wird in erster Linie angewendet zur Darstellung chemisch reiner fohlenstofffreier Metalle Chrom, Mangan, Banadin, Ferrobor und ist bei Eisenm Rohre und Schienen ohne Werkstatt an jedem Ort und jederzeit mit einfachem Ziegel bei erheblich billigeren Kosten zu schweigen. Die Schweigung ist vorzüglich und kann 400 Atmosphären Druck im Rohr aushalten. Die Rohre zerplazen eher in der Längsrichtung als an der Schweißstelle. Feurig- flüssiges Thermit auf einen Eisenblod gegossen, schmilzt ihn, wie heißes Wasser einen Schneehaufen. Diebes- und feuersichere. Kassen widerstehen nicht mehr. Bangerplatten werden durchlöchert. In Essen und Braunschweig werden die Straßenbahnschienen nach diesem Verfahren geschweißt. Die Schweißung wird wird ausgeführt, indem ein Ziegel mit einigen Löffeln Thermit gefüllt, etwas Entzündungsgemisch darauf gestreut und mit einem Sturmstreichholz angezündet wird. Es ist vollkommen ungefährlich. Dr. Goldschmidt demonstrierte das Berfahren auf dem hölzernen Experimentiertisch der Technischen Hochschule in Hannover. Temperaturen von mehr als 3000 Grad nehmen Operationen von 2-3 Minuten in Anspruch. Die Operation verläuft so rasch, daß der Tiegel falt bleibt und in die Hand genommen werden kann. Die feurigflüssige Masse im Tiegel besteht aus ge schmolzenem Eisen, es ist aluminothermisches Eisen. Obenauf schwimmt Korund, das ist Aluminiumoxyd. Mit diesem Verfahren ist ein neuer Wissenszweig entstanden, Aluminothermie. Briefkasten der Redaktion. Die juristische Sprechstunde findet Montag, Dienstag und greitag von 7-9 Uhr abends statt. Nied. Uns unbekannt. Der Verein zur Wahrung der Interessen der Maurer Berlins und der Umgegend hielt am Sonntag, den 10. d. M. eine Mitgliederversammlung in den Borussiasälen, Ackerstraße 6/7, ab. gum ersten Punkt der Tagesordnung erstattete Kollege Gehl Bericht über die Verhandlungen und die gefaßten BeReinickendorf. Im Ministerium des Innern fand diefer Tage schlüsse bom IV. Kongres der durch Vertrauensmänner eine Konferenz statt, die sich mit der Abführung der Klärwässer der centralisierten Gewerkschaften Deutschlands. Referent erläuterte einhiefigen sanalisation nach dem Tegeler See und der Panke gehend Punkt für Bunft der Tagesordnung desselben, und entspann beschäftigte. Außer verschiedenen Regierungsvertretern waren für sich nach diesem eine sehr lebhafte Diskussion, welche sich meiſtenden Kreis Nieder- Barnim der Landrat von Trestow, für Berlin teils um die Nichtbeschichung des internationalen Kongresses in Paris 3s. Informieren Sie sich in einer Vogelhandlung. Stadtrat Hirsetorn, für Reinickendorf Amtsvorsteher Wilke nebst zwei drehte, und wurde hierauf folgender Antrag angenommen: G. H. Die Beschwerde wäre aussichtslos, weil sie verspätet ist. But Schöffen und der Kreisphysikus Dr. Schulze anwesend. Während die Die heute am Sonntag, den 10. d. M. tagende Mitglieder- Eidesleistung würden Sie verpflichtet sein; melden Sie sich behufs Gr A. T. 16. Nein, Sie Stegierung auf dem Standpunkt stand, daß unbedingt Vorkehrungen versammlung der Maurer Berlins und der Umgegend nimmt sparung der erheblichen Kosten beim Gericht. getroffen werden müßten, damit die Stadt Berlin für die Kenntnis durch ihre Delegierten von den Verhandlungen und den fönnen nur Ihre Forderung im Wege der Klage geltend machen. 1412. Ohne Mitteilung, was die Werkstatt Folge Wasser aus Tiefbrunnen entnehme, erklärten die Beschlüssen des 4. Kongresses der Vertrauensmänner- Centralisation, B. 32. 3.&. 48. Nein. 2. B., Vertreter der Stadt, daß das Wasser aus dem Tegeler ist mit sämtlich gefaßten Beschlüssen einverstanden, und verpflichten fabriziert und wie alt das Mädchen ist, nicht zu beantworten. Tanzig. Ja. Natibor. Die Anfechtung ist zulässig, wäre aber zwf See das denkbae beste wäre, daß aber bereits Bohrversuche sich, dieselben durchzuführen." los, wenn fein Vermögen vorhanden ist. G. G. Sie müßten sich im Legeler Forst vorgenommen worden seien. Die Angelegenheit Der zweite Bunft: Abrechnung von der Urania- Vorstellung, zunächst an das Amtsgericht mit dem Antrag wenden, die Auseinander felbst sei aber mit Schwierigkeiten verknüpft; die Ausführung des wurde bis zur nächsten Versammlung zurüdgestellt. fegung mit dem Kind wegen des Muttererbteils herbeizuführen. plans würde 2 Millionen Mark und vier Jahre Zeit erfordern; Hierauf erstattete der Ausschuß über seine Thätigkeit Bericht, E. P. Da ein fester Preis vereinbart war, so sind Sie zur Zahlung 21. 2. 2. Jn 30 Jahren. jedoch hoffe man, die Zeitdauer abkürzen zu können. Eine längere nach welchem derselbe die Mitglieder with. Schmidt, Hoyer und der noch verlangten 3 W. nicht verpflichtet. Debatte rief die Frage der Ableitung der Kanalisationsabwäfier der öhme wegen Accordarbeitens aus dem Verein ausschloß, was von Beugen nicht aussichtslos. Sie müssen besonderes Gewicht darauf legen, D. S. 73. 1. Die Klage ist auch nach der nicht günstigen Aussage des Gemeinde Reinickendorf in den Tegeler See hervor. Die Gemeinde der Versammlung fanttioniert wurde. daß stets derselbe Preis gezahlt ist und mangels einer Vereinbarung auch Hatte ein Gesuch gestellt, ihr zu gestatten, daß sie die geklärten AbDer Kollege Kaspar erhielt, weil er als Riftungsgefelle syfte diesmal als vereinbart gelten muß. 2. Die Beleidigungsflage hat keine väsfer mittels natürlichen Gefälls na das Gefälle der Ge- Damt wurde bekannt gegeben, daß der Kollege Hermann Schulze die rechtigt.. dem See ableite. Der matisch leberstunden machte, von der Bersammlung eine Rüge. Aussicht auf Erfolg.-M. 2. M. Des Fabrikanten Forderung ist be= Amtsvorsteher Wilfe führte aus, daß 5. 100. Der Wirt ist im Recht. 2. 300. Gie fönnten markung Reinickendorf nach dem See gehe. Die Gemeinde letzten rückständigen Billets vom Maskenball abgerechnet hat. Hierauf lediglich beim Amtsgericht auf Zahlung der Ihrerseits geliehenen Summe der Kanalisation und Habe zur Herstellung E. K. Zum des Wasser- gab Kollege Kaufmann den Situationsbericht der vergangenen hut eines Schöffen unfähige Personen fönnen nicht zu Mitgliedern des flagen C. 23. 40. Geringfügige förperliche Fehler. averts eine Anleihe von 2 Millionen Mart aufgenommen; die Nicht- Woche. in welchem er die Lage des Streits der KanalGewerbegerichts berufen werden. 9. O. 23. Erscheint in nächster Zeit. genehmigung der Anlage bedeute unter Umständen den Ruin der maurer farlegte. Dieselben haben bekanntlich vor 5 Wochen M. 23. Nein. G. K. 11. In der Mark Brandenburg find die Gemeinde. Der früher genehmigte Plan des Ueberpumpens des die Arbeit niedergelegt weil sie den ortsüblichen Tage- Standesamter auf Grund des preußischen Gesetzes vom 9. März 1874 Wassers nach der Baute sei für die Gemeinde zu kostspielig, auch lohn und die nennstündige Arbeitszeit nicht erhalten seit dem 1. Oftober 1874, und auf Grund des Reichs gesetzes vom In Liege feine Ausführung nur im Interesse der Stadt Berlin; haben. - A. Kr. Schrift. Reinickendorf fühle sich zu solchen Ausgaben nicht verpflichtet, versucht, und dieser Zeit hat mun der Unternehmer Steinicke 6. Februar 1875 seit dem 1. Januar 18751 in Straft. in den Provinzblättern wie durch Fiche Antwort zu erteilen lehnen wir ab. Jeder Verkauf, der zur BenachStadtrat Hirsetorn dagegen bat, aus hygienischen Gründen die Ent- Agenten Maurer für Berlin für 50 fg. und 10 stündige Arbeitszeit teiligung drohender Gläubiger vorgenommen wird, insbesondere die Ueber: wässerung der Klärwässer nach der Banke so wenig wie nach anzuwerben. Es ist demselben aber bis dahin nicht gelungen, weil tragung des Geschäfts auf die Ehefrau u. dgl., ist ungültig und fann auf Grund des§ 288 Straf Gefeßbuchs überdies mit Strafe belegt werden, dem Tegeler See zn gestatten; zweckmäßig für die Vor- die streitenden Kollegen auf dem Poften waren. Dadurch hab ich gleichviet, in welcher Form der Verkauf stattgehabt hat- Dohrmann. orte fei es, Schwemmkanalisation einzurichten, Berlin könne der Unternehmer gezwungen, den Ausständigen Konzesfionen zu machen Schriftliche Antwort zu erteilen lehnen wir ab. Die Stoften des Ueberpumpens auf keinen Fall über- und zwar in der Weise, daß derselbe die 9 stündige Arbeitszeit und den sei denn, daß der Mutter das Erziehungsrecht entzogen wird. 3. Nein. nehmen. Der Landrat überreichte ein Dokument aus dem Stundenlohn von 60 Bfg. zugesagt hat. Es wurde mun den Streifenden Herbert H. 5. 1. Ja, lediglich während der vierwöchentlichen Unters Jahre 1776, wonach den Orten Neinickendorf und Dalldorf anempfohlen, vor Aufnahme der Arbeit sich mit der Kommission in fügung ist nichts zu zahlen. 2. Es ist ein Druckfehler: statt 330, 331 muß M. K. 100. Das tönnen Sie thun. Sprechen das Recht zusteht, ihre Abwässer in den Tegeler See zu leiten; er Verbindung zu setzen. Zum Schluß wies Stollege Altiers auf die am es 334, 335 heißen. bat, von diesem verbrieften Recht Notiz zu nehmen und Reinicken- 14. d. M. stattfindende Volksversammlung hin, in welcher Neichstags- Sie gelegentlich mit dem Arbeitsbuch in der juristischen Sprechstunde vor. Schröer. Rakowitz. dorf vom rechtlichen Standpunkt die Genehmigung zu erteilen. Den Abgeordneter Bebel über die legten Vorkommnisse im Reichstag 64 Nowawes. Falls nicht etwa Ausschluß der Kündigungsfrist ver: Ausführungen schlossen sich auch die Vertreter der Ministerien referieren wird. Hierauf erfolgte Schluß der gut besuchten Vereinbart war: 1. Nein. 2. Ja. an und gaben den Gemeinden anheim, sich wegen des Ueberpumpens sammlung. Der Klärwässer in die Banke zu verständigen. Der Vertreter der Verband der Bau, Erd- und gewerblichen Hilfearbeiter. Gemeinde Reinickendorf erklärte fich bereit, dem Berliner Magistrat Bahlstelle Berlin I. In der Mitglieder- Versammlung vom 10. Juni Das Projekt nebst der Kostenrechnung zuzustellen, vorausgesetzt, daß erstattete der erste Bevollmächtigte Bericht von der lezten Zahlstellenber Magistrat noch vor den Ferien einen Beschluß herbeiführt, welcher Konferenz. Er gab in kurzen Zügen ein Bild von den Verhand Der Stadtverordneten Versammlung im Monat September zur lungen auf der Konferenz und erklärte fich die Versammlung mit den Beschlußfassung vorgelegt werden kann. Das Ortsstatut zur Ein- Ausführungen des Bevollmächtigten einverstanden. Dann wurde richtung eines Gewerbegerichts hierselbst ist nunmehr von dem Wilhelm Kupsch an Stelle Böttchers zum Spediteur für den Osten Bezirksausschuß genehmigt worden. Die Wahl der Beisitzer wird gewählt. Unter Verbandsangelegenheiten wurden mehrere Fälle demnächst erfolgen. unsolidarischen Verhaltens seitens einiger Kollegen zur Sprache Annoncen -= 9. 100. Kommen Sie in die Sprechstunde. Boesch. Hat die Gewerbedeputation auf Ihre Klage entschieden, so beantragen Sie nunmehr die Beitreibung des Betrags. Daß nicht selten erst nach der Gesundung infolge des Zweifels, welche Staffe zu zahlen hat, Krankengeld gezahlt wird, ist eine leider be die Kaffe, bei der der Betreffende gemeldet ist, unbeschadet ihres Rückgriffs: tannte Thatsache. Abhilfe dagegen könnte dadurch geschaffen werden, baz rechts auf die eigentlich zur Bahlung verpflichtete Staffe zu zahlen bat. P. M. 70. Der Vater, nicht die Mutter müßte Sühnetermin nachsuchen und die Klage bis spätestens am 13. Auguft bei dent Amtsgericht einreichen. 11. G. W. 1. Nach der vom Kammergericht für gültig erachteten Verfrommungs- Verordnung vom 5. Oftober 1896 find an Sonn- und Feier tagen während des Hauptgottesdienstes geräuschvolle und auffällige Spiele, namentlich das Kegel, Billard, Starten- und Würfelspiel und andre Ber Die im März dieses Jahres in Pankow erfolgte Wahl gebracht. gnügungen und Lustbarkeiten in Schantwirtschaften verboten. Dieselbe Ver. unfres Parteigenossen Freiwald zur Gemeindevertretung war von ordnung befagt: Der Gewerbebetrieb der Drehorgelspieler, Buppenfpicier, Dieser Körperschaft beanstandet und für ungültig erklärt worden, weil Tierführer, Seiltänzer und sonstigen in§ 53b der Gewerbe- Ordnung keder Gewählte kein Angesessener sei. Freiwald protestierte gegen diese zeichneten Gewerbetreibenden, welche Mufitaufführungen, Schaustellungen Entscheidung beim Kreisausschuß, und sein Vertreter, Rechts- In Konth herrschte gestern Ruhe. Die anläßlich der letzten oder sonstige Luftbarkeiten öffentlich darbieten, ohne daß ein höheres Interesse anwalt eine, machte geltend, daß Freiwald die nach den§§ 46 Unruhen verhafteten Personen sind der Gymnafiast v. Sarnowski, der Kunst oder Wissenschaft dabei obwaltet, tann an Sonn- und Feiertagen und 50 der Landgemeinde Ordnung zulässige Vertretung eines die Arbeiter Bech, Ullrich und Barnell, der Schuhmacher Warmbier von der Ortspolizeibehörde von 3 Uhr nachmittags ab gestattet werden." An und für sich verbietet die Verordnung den mit Schießen, Würfeln und Forensen ausgeübt habe, und daß somit seine Wahl zu Recht be- und der Müllergeselle Rogalski. Die letzten fünf befinden sich noch dergl. verbundenen Gewerbebetrieb wie zu die ben in Haft, Gymnaftast v. Sarnowski, der durch einen Steinwurf ein oder geräuschvollen Arbeiten alle öffentlich bemerkbaren Stehe. Der Kreisausschuß erklärte ohne Angabe von Gründen, an Sonn- und Feiertagen. Ein Ana Beschluß der Gemeindevertretung für gültig und wies die Klage ab. Synagogenfenster zertrümmerte, ist vorläufig wieder auf freien trag auf gerichtliche Entscheidung wäre daher zwecklos. 2. Nein, Verantwortlicher Redacteur: Paul John in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Berlag von Max Bading in Berlin. 4 Vermischkes.