ken" abel Arti fften JuEt geegenquen" nals chen nach onalgesteauen leben i. Es issen ents beg für orfgestosse n verheisst übermen, skraft rollor mieren Nazierater noch graue egge rm im das chbre and daauch hat bild JOURNAL ANTIHITLERIEN Journal social- démocrate destiné Neuer Vorwärts Sozialdemokratisches Wochenblatt NOUVEL" EN AVANT!" Hebdomadaire en langue allemande Redaktion und Verlag: 30, Rue des Ecoles, Paris- 5. Téléphone: Odéon 42-58 72a aux réfugiés de langue allemande Nr. 338. SONNTAG, 10. Dezember 1939 Aus dem Inhalt: Philipp Scheidemann Der organisierte Hunger Deutschland heute Prix: ffrs. 1,50 Ausdehnung des Krieges Der Ueberfall auf Finnland und die Expansionspolitik Stalins . Verbrechen häuft sich auf Verbre- in den baltischen Staaten, sogleich aufs schreiten wird. Denn Stalin braucht die tors doch so gekommen und diese Wilchen... Stalins Raubzug gegen Finnland Ganze. In dem finnischen Grenzenstädt- schrankenlose Herrschaft über Finnland, lenskundgebung lässt einen wichtigen ist vielleicht nicht das grösste. Denn chen Terioki, das die Rote Armee be- um von da aus seinen Druck auf Schwe- Schluss zu. Stalin wird das Bündnis mit Was Hitler und seine entmenschten setzt hat, hat er durch den finnischen den und Norwegen ungehindert ausüben Hitler und die Möglichkeit, die ihm der berer Schutzstaffeln in Böhmen und Polen Kommunisten Kuusinnen eine soge- zu können. Wie weit er darin gehen Krieg Deutschlands mit den Westmächverübt haben, lässt sich an Tücke, nannte Regierung bilden lassen, sie als wird, steht zunächst ganz bei ihm. Finn- ten gewährt, aufs stärkste ausbeuten. Grausamkeit und Infamie nicht mehr einzig rechtmässige anerkannt und mit land leistet Widerstand, aber es ist Das Bündnis wird dadurch enger, fester überbieten, nur erreichen. Und erreicht ihm einen ,, Freundschaftsvertrag" ab- allein geblieben. Der schwedische Mi- und inhaltsreicher, jede Spekulation auf es Stalin mit seinen Bombardierun- geschlossen. Kuusinnen, der seit 1920 in nisterpräsident hat noch nach dem rus- den Zerfall unbegründeter. Wie weit gen offener Städte Finnlands, mit der Moskau lebt, ist einer jener kommunisti- sischen Einfall die Neutralität Schwe- Stalin im Einzelnen gehen wird, lässt Hinmordung von Frauen und Kindern, schen Söldlinge, die alle Schwankungen dens proklamiert. Aber es kann nicht sich nicht voraussagen, nur die äussermit der Beschiessung von ungeschützten der bolschewistischen Politik von der neutral sein, der will. Neutralität das sten Möglichkeiten lassen sich abzeichKüstenplätzen nach dem deutschen Vor- Verherrlichung Trotzkis über seine Ver- ist das Erleiden des Zwangs des Stär- nen. Man erhält so Grenzen des MögliMit Schmutz und bannung bis zur Erschiessung Sinowjews keren. Finnland ist ein warnendes Bei- chen, ohne damit sagen zu können oder Schande bedeckt ist diese Rote Armee und Bucharins gehorsamst mitgemacht spiel für die Fruchtlosigkeit der Neutra- zu wollen, dass aus dem Möglichen ebenso wie die deutsche, deren Flieger- haben, einer der verächtlichsten Sub- litätspolitik, aber sicher nicht das letzte. Wirklichkeit werden muss. Denn das Störer staffel fliehende Zivilisten, Greise, Frau- jekte aus dem verächtlichen Haufen der Die Folgen des Stalinschen Vorgehens ist ja das Charakteristische der heutigen en und Kinder in Polen mit ihren Ma- Sekretäre der Komintern. In dem sind unvorhersehbar. Wir haben auf die Konstellation, dass so viel abhängt von schinengewehren hinmähten. Freundschaftsvertrag verpflichtet sich schicksalschwere Bedeutung des russi- den subjektiven Entschlüssen der DiktaAber noch widerlicher als die Ver- dieser Kuusinnen zur Erfüllung all der schen Vorgehens gegen Finnland wie- toren, die fürs erste noch das Gesetz des brechen Hitlers ist die Untat Stalins militärischen Forderungen, die Stalin derholt mit Nachdruck hingewiesen. Ge- Handelns für sich haben. durch die schamlose Heuchelei, die sie die vollständige Beherrschung Finnlands rade wegen der unabsehbaren Konse- Es ist alte bolschewistische, in verbegleitet. Von Hitler wusste man oder sichern würde. Aber darüber hinaus quenzen, die eine Ausdehnung der krie- schiedenen Phasen verschieden begrünhätte es wenigstens wissen müssen, dass besteht kein Zweifel, und Kuusinnen hat gerischen Betätigung Russlands selbst dete Ideologie, dass England der Haupter im selben Moment über andere Völ- es bereits verkündet, dass diese ,, Regie- zur Folge haben kann, haben wir einen feind sei. Diese Ideologie ist jetzt zuker herfallen werde, in dem ihm seine rung", Stalins Gauleiter in Finnland, im gewaltsamen Angriff für das weniger gleich die neue nationalsozialistische. lerung Macht gross genug dünkte. Dass sein Schutze der russischen Bajonette zur wahrscheinliche gehalten. Es ist nun Wie weit wird Stalin an der Seite Hitlers Ziel Eroberung neuer Gebiete, Unterwer- völligen Bolschewisierung Finnlands nach dem Willen des russischen Dikta- in dem Kampf gegen England gehen? fung und Beherrschung anderer minderachen, tschen tionalandenls eintudien gründ ie aushüllen. Fälle curren ge ihn weiss n. und ass um recken nt mir kleine je ein n. Wo t. Auf and in gelesen Frie immer an ich an mir ht ihr ens zu .Br. e anland idersen rawda" wertiger Rassen sei und alle anderen ausser der deutschen sind ihm minderdaraus hatte der Verfasser wertig Von ,, Mein Kampf" nie ein Hehl gemacht. Lenin aber hatte aus dem sozialistischen Gedankengut gerade den Grundsatz des Selbstbestimmungsrechts der Nationen übernommen und mit der Vertretung Schieren... ren, 80 sich Deutschland heute Die SA in Funktion Wozu die SA benutzt wird und Kontrollorgane für die Einbringung| bankpapiercharakter, den das System dieder Ernte. Die deutsche Inflation Die Winterhilfe hat in früheren Jahren sen Inflationswischen gegeben hat, es lässt auch einen bezeichnenden Schluss zu auf das, was in Deutschland heute an Papiergeldersatz bereits im Umlauf ist! Denn wenn die Käufer, die dieses Wechselgeld" erhalten haben, nicht be99 reits an papierne 50- Pfennigscheine, neue ein- und fünf- Markwohl dieses Wechselgeld" nicht unbese39 Schwächen der Kriegswirtschaft und Ausarbeitung dieser Anschauung Die NS.- Parteikorrespondenz macht in keinen anderen als Stalin beauftragt. der November- Nummer einige Mitteilungen| Stalin lieferte die gewünschte Arbeit, über den Einsatz der SA. Aus diesen Mitund das Selbstbestimmungsrecht hätte teilungen ergibt sich, dass die SA nicht keinen unbedingteren Verteidiger fin- nur im Rahmen der Wehrmacht durch die Teile des gesammelten Geldes in Form von Lenin nicht, sich Georgiens mit Beihilfe le spielt, sondern dass auch geschlossene Zweck dienten die sogenannten Pfundspen- unene 50- P desselben Stalins mit Gewalt zu bemächSA- Formationen an den bisherigen Kämpfen den. Im Zeichen der Lebensmittelkarten scheine gewöhnt wären, dann würden sie teilgenommen haben. So wird z. B. mitge- ist diese Form der Hilfe nicht mehr mögligen. Immerhin rühmten sich die Bol- teilt, dass eine Brigade den Grenzauflich. Die Winterhilfe muss Geldspenden Jahre hen eingesteckt haben! staaten und Finnland die Freiheit gege- te und schon vor dem Kriegsausbruch natürlichsten Form, nämlich indem man| ben zu haben. Jetzt lässt Stalin mar- ,, Blutopfer" gebracht hat. Später sei diese an die Bedürftigen gewisse Beträge aushän. Formation in den Verband der Angriffs- digt. Sondern man drückt diesen Leuten Die Umstellung zur Kriegswirtschaft ist Stalin lässt die Rote Armee marschie- truppen eingereiht worden. Sie wurden für Wertscheine der Winterhilfe" zu 50 Pfg., abgeschlossen? So behauptete Funk in Stosstruppaufgaben eingesetzt. Ein schlesi- einer Reichsmark oder fünf Mark in die Wien. Wie wenig davon die Rede sein weil das 180 Millionen- Reich nur scher SA- Verband hatte angeblich hervor- Hände. Damit können sie Einkäufe unter kann, zeigen die Stellen- Angebote aller gegen die Angriffsabsichten des ragenden Anteil an der Besetzung des Vorlegung ihrer Karten tätigen. Das heisst deutschen Zeitungen. Vor allem der Fach3½ Millionen- Volkes schützen, nur so ostoberschlesischen Industriegebietes. Ein aber nichts anderes, als dass man für arbeitermangel ist enorm. Und das bereits Beine Sicherheit wahren kann. Den pol- sudetendeutscher SA- Verband ist an der einige hundert Millionen Mark im Reich jetzt, in einem Augenblick, in dem die noch hischen Raub suchte Stalin noch zu polnisch- slowakischen Grenze einfach neue Banknoten ausgibt. eingesetzt lange nicht alle im Falle grosser militärigesammelte Geld dient Kriegs- scher Operationen nötigen Männer mobilirechtfertigen mit der ,, Befreiung" der worden. Nach dem Vorstoss der regulären angeblich stammverwandten Weissrus- Truppen erhielten diese SA- Verbände die zwecken. Die Hilfsbedürftigen füttert man siert sind. Ein Blick in den„ Völkischen und Ukrainer. Die Finnen sind Aufgabe, das inzwischen zum Hinterland mit neuen Wertscheinen". Und im Wo- Beobachter" vom 19. November zeigt nicht aber den Russen ebenso wenig verwandt gewordene besetzte polnische Gebiet von chenbericht der Reichsbank, der sowieso nur bei industriellen Unternehmungen im Wie die Tschechen den Deutschen, also polnischen ,, Freischärlern" den Ausweis für Rentenbankscheine nicht privaten Sektor diesen Mangel an FachWerden sie zu Angreifern ernannt, wird- Das wird so richtig etwas für die SA ge- Notenausgabe der Stand der ausgegebenen trieben und Behörden. So sucht das Durchmehr bringt, bleibt ungeachtet dieser neuen kräften, sondern auch bei staatlichen Bewieder nach Hitlers Vorbild wesen sein. Da konnte sich die Brigade der der NichtSchwärmer von der„ ,, Nacht der langen Reichsbanknoten unverändert. Nun ist es führungsorgan der obersten Reichsbehörde griffspakt, der bis 1944 lief, einseitig Messer" nach Herzenlust austoben. Auch bezeichnend, dass die Bevölkerung diese für die Holzwirtschaft Sachbearbeiter für nichtexistent erklärt und dem Ver- bei der Bewachung und dem Abtransport Scheine erneut als zusätzliche Noten be- den Holzhandel und die Holzbearbeitung; mittlungsangebot Roosevelts durch den der Gefangenen wurden SA- Einheiten ge- trachtet; denn die ,, Westf. Landeszeitung" die Kriegsmarinewerft in Kiel sucht DipEinmarsch zuvorgekommen. Das Er- schlossen eingesetzt. Nachrichten- und Pio- polemisiert gegen die Kleinhändler, die über lom- Ingenieure, Ingenieure und Technibärmlichste und Niederdrückendste ist, nierstürme der pommerschen SA sind von den Umgang mit diesen Wertscheinen gar- ker, die Deutschen Waffen- und Munitionsdass die Arbeiter in den Betrieben und der Wehrmacht geschlossen übernommen nicht im Bilde zu sein scheinen. Sen rieden, te zum is gros , Klei tö dem er stemismus ist ein eispiel. it dem Kleinen e Kleimacht ARION für die zu säubern. Soldaten im Felde zu Versammlun- worden. Sie sind jetzt bei den Instandgen kommandiert werden, in denen der setzungsarbeiten eingesetzt. Im übrigen Vormarsch der heldenhaften Armee und Reich, so heisst es in dem Bericht, tuen die Vernichtung des imperialistischen(!) Angreifers gefordert wird. Und der Pö- Versenden des Nachschubs für die Wehrbel, in den die ,, Diktatur des Proleta- macht, sowohl was die Lebensmittel als SA- Formationen neben der Polizei den Streifendienst, leisten die Arbeiten beim det die willige Staffage für ihren Herrn! betrifft. Es sind aus diesen SA- Formationen Fiats" die Massen verwandelt hat, bil- auch was die Betriebsstoffe und Waffen In Finnland geht Stalin, anders als Stosstrupps gegen die, Hamsterer gebildet Das 33 fabriken suchen Konstrukterre, die Gesell,, Sie begingen sogar den sträflichen schaft für Luftfahrtbedarf, die FlugzeugUnsinn, die bei ihnen eingegangenen werke Junkers, Fieseler ,,, Weser", und WHW- Wertscheine an andere Käufer die Bayrischen Flugzeugwerke in Regenswieder als Wechselgeld ausgegeben zu burg. Daneben nach wie vor die grossen haben. Die haben viellach, wie das so Firmen wie I. G. Farben, Bayrische Motogeht, im Vertrauen auf die Zuverlässig renwerke, Telefunken, Siemens, Daimlerkeit des Händlers das Wechselgeld nicht Benz usw. Ueber viele Seiten geht der weiter überprüft und unbesehen einge- Schrei nach Fachkräften. Eine abgeschlossene Umstellung zur Kriegswirtschaft" sieht steckt." Dieser Satz zeigt nicht nur den Noten- wohl anders aus! Selbst•wenn er nach Möglichkeit vermeiden will, sich selbst mit all seinen Kräften in dem Kampf zu engagieren, kann er Hitler sehr weit und wirksam vorantreiben. Drei Hauptschauplätze bieten sich für ein russisches Vorgehen. Da ist zunächst der europäische Norden. Stalin ermutigt einen deutschen Angriff auf Schweden und Dänemark, nachdem er sich selbst in Schweden und Norwegen Teile der Beute gesichert hat; der Besitz oder Mitbesitz der schwedischen Erzlager und der Küste Dänemarks würde Deutschlands Position gegen England stärken; Russland selbst aber könnte dem Krieg mit England auch dann noch fernbleiben. Der zweite Schauplatz wäre der Südosten. Die Sprache der russischen Presse gegen die Türkei und Rumänien wird drohender; das mag darauf deuten, dass Russland Hitler den Weg nach Rumänien freigeben will. Der dritte Schauplatz wäre Asien. Die russischen Bemühungen, zu einer Regelung mit Japan zu kommen, werden dringender; wirtschaftliche und Grenzregelungsverhand- lungen werden zugleich in Moskau und Tokio geführt, das Verhältnis zu Tschi- angkaitschek verschlechtert sich, Stalin scheint zu neuem Verrat an China unter Zusicherung eines Beuteanteils bereit. Die deutsche Diplomatie sucht eine japanisch-russische Annäherung zu fördern. Japan, von der russischen Drohung befreit, könnte sich gegen Englands und Frankreichs Besitzstand wenden. Englands Macht hätte einen neuen Gegner, ohne dass Russland selbst notwendigerweise in den Kampf verwickelt würde, sorgsam abwartend, ob die Entwicklung einem eigenen Vorgehen gegen Indien günstig würde. Es sind Möglichkeiten, die mit grossen Risiken verbunden sind. Ein Vorgehen Deutschlands und Russlands auf dem Balkan kann Italien auf den Plan rufen und an die Seite der Westmächte führen. Ein Angriff Japans auf englischen und französichen Besitz könnte die Vereinigten Staaten nicht gleichgültig lassen und bei der völligen Unzuver- lässigkcit der Sowjetregierung wird sich Japan vor der Herausforderung der Vereinigten Staaten hüten. Schliesslich ist Russlands wirtschaftliche und militärische Stärke, ist sein innerer Zusammenhalt viel zu wenig erprobt, als dass Stalin das grösste Risiko, den eigenen Krieg mit den Westmächten leichthin wagen könnte, diesen Krieg, den seine gefährliche Politik einmal doch herbeiführen könnte. Nochmals: es handelt sich nur um Möglichkeiten, die nicht Wirklichkeit zu werden brauchen. Aber man muss diese ins Auge fassen, um diesen Krieg, der kaum begonnen hat, wenn er auch schon so entsetzliches Leid in der Tschechoslowakei, in Polen und anderswo erzeugt hat, nicht zu unterschätzen. Finnland ist eines der neuen Opfer und bezeugt die Ausdehnungskraft des Krieges. Es bezeugt zugleich den Willen Stalins, den Krieg zu verbreitern und zu intensivieren. Zielbewusst stösst er Hitler immer weiter, und Hitler muss ihm folgen nach dem Gesetz, nach dem er in diesen Krieg getreten. Deshalb ist Hitlers Niederlage das entscheidende. Mit Recht hat Chamberlain darauf hingewiesen, dass die Konstellation dieses Krieges erst im Werden ist, dass man noch nicht wisse, welche Staaten in ihn hineingerissen werden können. Aber dieser Krieg wird im Westen entschieden, wird entschieden durch die Niederlage Hitlers, die auch die Lahmlegung Stalins sein wird. Sicher arbeitet die Zeit für die Alliierten, sicher wird sie mit der ganzen Ueberlegenheit ihrer Wirtschaftsmacht ausgenützt, um die militärische Uebermacht zu sichern. Aber die Zeit drängt auch, um neue Opfer zu sparen und den objektiven Sinn dieses von Hitler und Stalin entfesselten Krieges zu verwirklichen: den Sieg der Freiheit und Zivilisation über Sklaverei und Barbarei. C liroiiik der Woche Der AngrllT gegen Finnland Montag, 27. November 1939 Die finnländische Regierung informiert die Sowjetregierung über Beobachtungen finnischer Grenzsoldaten, wonach Schiessübungen der russischen Artillerie zu einer Explosion an der Stelle führten, an der russische Soldaten getötet und verletzt wurden. Finnland habe an der Grenze nur Wachtposten, keine Artillerie. Die finnländische Regierung erklärt sich nichtsdestoweniger bereit, ihre Streitkräfte von der Grenze zurückzuziehen, wenn Russland das gleiche tut. Gegen die schwedische Schiffahrt wurden von den Deutschen bei Falsterbo grosse Minenfelder gelegt, die den schwedischen Zugang zur Nordsee sperren. Dienstag, 28. November 1939 Die rassische Regierung gibt im Rundfunk zahlreiche Entschliessungen bekannt, die von Arbeiterorganisationen, Kriegsschulen etc. gegen Finnland angenommen wurden und berichtet, dass die finnländische Bevölkerung mit ihrer Regierung nicht mehr zufrieden sei. Der russische Rundfunk sendet in finnischer Sprache. Deutsche Rundfunksendungen in schwedischer Sprache werden vom Königsberger Sender verbreitet. Die schwedische Regierung lässt in Berlin Protest erheben, weil Deutschland in vielen Stellen Minenfelder im Bereich der schwedischen Hoheitsgewässer gelegt hat. Hacha muss den sudetendeutschen Reichstagsabgeordneten Preibsch zu seinem Stellvertreter ernennen. Zehn deutsche Eisenbahner wurden wegen Sabotage verhaftet. Sie werden angeklagt das grosse Eisenbahnunglück bei Frankfurt a. M. verschuldet zu haben. Alle beurlaubten Mannschaften der Gar- inison Leningrad müssen sofort zurückkehren. Russland kündigt den russisch-finnischen \Nichtsangriffspakt mit der Begründung, dass Finnland den Angriffsakt vom 26. November ableugne, und dass es die Zurückziehung seiner Truppen von der russischen Grenze ablehne, um Leningrad unmittelbar bedrohen zu können. Die Sowjetregierung sehe sich daher gezwungen, feindselige Handlungen Finnlands zu konstatieren, die beweisen, dass Finnland den Nichtangriffspakt nicht länger einzuhalten wünsche, darum könne der Pakt auch von der Sowjetunion nicht länger respektiert werden. Mittwoch, 29. November 1939 Der stellvertretende russische Aussenmi- nister Potemkin überreicht dem finnländi- schen Gesandten in Moskau eine Note, in ider Russland den Abbruch seiner diplomatischen Beziehungen zu Finnland mitteilt. Die amerikanische Regierung lässt den Regierungen in Moskau und in Helsinki mitteilen, dass sie gern ihre guten Dienste zur Vermittlung anbieten wird, wenn die beiden Parteien diesen Wunsch haben. land offiziell angenommen und von Molo- low als gegenstandslos bezeichnet. Der finnische Reichstag sprach der seitherigen Regierung einstimmig sein Vertrauen aus, doch wurde der Sozialdemokrat Tanner mit der Bildung einer neuen Regierung beauftragt, die das russische Ultimatum annehmen und den Konflikt liquidieren soll. Moskau Paasikivi ist Minister ohne Portefeuille. Der neue finnländische Ministerpräsident Rgli erklärt in einer Rundfunkansprache: Wir sind bereit zu verhandeln aber nicht zu kapitulieren. Das finnländische Volk will sein Leben in politischer Unab- ■hängigkeit fortführen. Chamberlain gab im englischen Unterhaus die Erklärung ab, dass Finnland zu grossem Entgegenkommen gegenüber Russlands Wünschen bereit war. Die britische Regierung bedauere, dass die Sowjetunion so weitgehende strategische Massnahmen gegen ein so kleines Land wie Finnland für notwendig halte. Daladier erklärt in der Kammer, dass Frankreich über den Frieden verhandeln wird, sobald das den schwachen Nationen zugefügte Unrecht wieder gut gemacht werden kann, und wenn die dauernde Sicherheit Frankreichs errungen ist. Nach drei Monaten Krieg hätten sich noch keine militärischen Operationen von der erwarteten Heftigkeit entwickelt, doch beabsichtige Frankreich, das nur einen Krieg für seine Sicherheit und seine Freiheit führe, nicht die Initiative zu ergreifen. Es gedenke mit dem Blut seiner Söhne zu geizen. der Molotow lehnt Verhandlungen mit neuen Regierung in Helsinki ab und verkündet seine Absicht, mit der Volksregierung in Terijoki ein Abkommen zu schlies- sen. Roosevelt lässt der russischen und der finnischen Regierung eine Botschaft übermitteln, in der er den Abscheu des amerikanischen Volkes vor der Gewaltpolitü' 'und vor den Luftangriffen gegen die Zivilbevölkerung und gegen unbefestigte Gebiete zum Ausdruck bringt In den skandinavischen Ländern bemühen sich zahlreiche junge Männer um ihre Aufnahme als Freiwillige in die finnländi- schen Armee. Die französische Kammer bewilligte mit 318 gegen 175 Stimmen neue Vollmachten für die Regierung Daladier. Die tschechischen Kommunistenführer Gottwald und Smeral, die im März 1939 nach Moskau emigriert waren, konnten im Einvernehmen mit der deutschen und der russischen Regierung über Berlin nach Prag zurückkehren. Freilag, 1. Dezember 1939 Die neue finnländische Regierung Tanner lässt in Moskau erklären, dass Finnland sich dem russischen Ultimatum unterwirft. Russische Flugzeuge bombardierten weiter Helsinki. Ihr Ziel war offenbar der Zentralbahnhof und das Wasserwerk, doch fallen die meisten Bomben in Arbeiterviertel und führen dort wieder zu schweren Verlusten. Es werden von den russischen Fliegern auch Flugblätter abgeworfen, mit der Aufforderung an die Arbeiter, sich von der„kapitalistischen" Führung Finnlands zu trennen. Sonnabend, 2. Dezember 1939 Das Präsidium des Obersten Sowjet* beschliesst die finnisch-kommunistisebf Regierung Kuusinen anzuerkennen und diplomatische Beziehungen zu ihr aufzunehmen. Die Sowjetunion hat mit der finnisch- kommunistischen Puppen-Regierung eineu Beistandspakt abgeschlossen. Ein Teil Ka- reliens wird danach an Finnland abgetreten' während Russland ein Gebiet von fast viertausend Quadratkilometer auf der karelischen Landenge bekommen soll. Die Halbinsel Hangoe und benachbarte Insel11 werden nach dem Abkommen an Russlan'' zur Errichtung einer Militär-Luft- und rinebasis verpachtet und einige Inseln 1111 nördlichen Eismeer sollen für 300 MiH'0" nen finnl. Mark an Russland verkauft werden. Die finnländische Regierung hat beschlossen gegen den russischen Ueberfu" den Völkerbund anzurufen. Die russische Regierung führt einen lebhaften Radiokrieg gegen Finnland. Ein� ihrer Aufrufe zur Revolution schloss u" dem Salz:„Finnländisches Volk, wir ko1"' men dir zu Hilfe und bald wirst du eben5" glücklich sein wie die Völker der Sowje1' Donnerstag, 30. November 1939 Die russischen Truppen haben ohne vorherige Kriegserklärung Finnlands Grenze an vielen Stellen überschritten. Während des ganzen Tages werden Luftangriffe auf Helsinki und andere Städte und Dörfer Finnlands unternommen. 48 Personen wurden getötet und 70 verletzt, darunter mehrere Kinder, aber nicht ein einziger Soldat. Von russischen Kriegsschiffen aus wurde die finnische Küste bombardiert. Die rote Armee stösst überall auf lebhafte Abwehr der finnischen Truppen. Roosevells Vermiftlungsangebot im russisch-finnischen Konflikt wird von Finn- Der russische Rundfunk teilt mit, dass sich unter dem Vorsitz des finnländischcn Kommunisten Kuusinen in dem(von den Russen besetzten) finnischen Dorf Terijoki eine Volksregierung gebildet habe. Das Ziel dieser demokratischen Regierung sei der Sturz der Regierung Tanner, Verjagung der reaktionären Armee, Abschluss des Friedens und ein Beistandspakt mit der befreundeten Sowjetunion. Die Regierung Kuusinen bitte um die Hilfe der Roten Armee.— Kuusinen lebte seit 1918 in Moskau als Sekretär der Komintern. Die finnländisch-kommunis tische Gegenregierung Kuusinen richtet einen Appell gleichen Inhalts an die Arbeiter und Bauern Finnlands und erklärt, dass sie im Begriffe sei eine finnländische Volksarmee zu bilden. Sie fordert die Soldaten zur Revolte und zur Desertion auf, weil dem Widerstand der kleinen finnischen Generäle ein schnelles Ende bereitet werde. Dr. Richard Kern. Heimkehr. In einem grossen baltischen Zirkus treten zwei Clowns auf und verhöhnen allabendlich die neudeutschen Zwangsurasiedlungen. Der eine stopft Speck, Kaffee, Butter, Seife wie wahnsinnig in einen Koffer, der andere fragt; „Was machst du da, Fips?"—„Ich reise ab".—„Wohin?"—„Vom Butterland ins Mutterland". In Finnland wird nach der Proklamation einer kommunistischen Gegenregierung eine Regierung der Nationalen Einheit gebildet, der Vertreter aller Parteien angehören. Vorsitzender ist der Nationalbankpräsident Rislo Ryti, die beiden Sozialdemokraten Tanner und Pekkala leiten das Aussen- und das Finanzministerium und der finnländische Delegationsführer in Die finnländische Sozialdemokratie W die Gewerkschaften haben einen Aufruf cr' lassen, in dem sie die nach der VerfassuDo gewählte Regierung als die allein berufe1� Vertreterin des finnländischcn Volkes')e' zeichnen. Sie fordern die Arbeiter zum b6' waffnefen Kampf gegen die Gewalt lin für das Selbstbeslimmungsrecht des Vol�' auf. In Helsinki musste eine Aufnähmest*1')® eingerichtet werden für die Kinder,<*' sich während der Bombardements verit1� haben, oder die durch die Evakuien1"* von ihren Eltern getrennt wurden. Die ausländischen Legalionen in Helsi�1 organisieren die Flucht ihrer Staatsbürger' Ein deutscher Dampfer hat die deutsclifn' estnischen und russischen Bewohner llf Stadt abgeholt. Roosevelt hat in einer offziellen Erk'"1. rung die Erwartung ausgesprochen, die Fabrikanten und Exporteure arnerik- nischer Flugzeuge nicht an Staaten Iiefern! die Luftangriffe gegen die Zivilbevölker voi durchführen. Mehrere Flugzeugwerke ben bereits angekündigt, dass sie nicht 5 solche Länder liefern werden. Die schwedische Regierung hat mehrfre Reservisten jahrgänge einberufen. In England werden die 20 bis 23 J8� alten jungen Männer zur Fahne einberufe Der siejarreiclie Henker Hansell Iii nriolifunsren in Deutschland Die Siegesglocken, die anno 1914 so stürmisch durch ganz Deutschland hallten, sind in diesem Krieg vom Armsünderglöck- chen abgelöst worden, das die Siege auf dem Kriegsschauplatz Innerdeutschland bewimmert. Der deutsche Henker kennt keinen Feiertag mehr. Hier die Siegesmeldungen in drei aufeinanderfolgenden Nummern der„Frankfurter Zeitung": Am 20. November 1939— zwei Todesurteile, zwei Hinrichtungen. Eine Frau zählte zu den Opfern. Am 22. November 1939— drei Todesurteile, zwei Hinrichtungen. Am 23. November 1939— zwei Hinrichtungen. Einer der Delinquenten ist zum Tode verurteilt worden, weil er die Mutter eines Soldaten um 20 Mark betrogen hat. In Augsburg hat man zwei Neunzehnjährige zum Tode verurteilt, die„einen Soldaten betrogen haben". Zwei Einwohner von Reuthen und ein Einwohner von Kehl am Rhein sind wegen angeblichen Landesverrats hingerichtet worden. Die Auslandspresse veröffentlicht eine Statistik der Gestapo, nach der seit Beginn des Krieges 10 000 derartige Opfer im Alt- reich, in Oesterreich und der ehemaligen Tschechoslowakei gefallen sind. Wenn diese Statistik authentisch ist, so ist sie in jedem Falle lückenhaft. Denn die weitaus meisten Gefangenen sterben eines„natürlichen Todes", sie erliegen in Zuchthäusern, Gefängnissen und Konzentrationslagern dem üblichen Herzschlag oder sie begehen Selbstmord und tauchen in der Hinrich- tungsstatistik nicht auf. In den Zuchthäusern braucht man die auf diese Weise frei werdenden Plätze bitter nötig. Täglich kommt Nachschub, täglich melden die deutschen Zeitungen neue Zuchthausurteile wegen Einbruchs und Diebstahls, begangen während der Verdunkelung. Gleichzeitig mehren sich die Betrüger in Uniform. Besonders mit den ü- Boofs- und Fliegeruniformen scheint ein schwunghafter Missbrauch getrieben zu worden. Ein Freund im neutralen Ausland, der täglich deutsche Zeitungen schreibt uns:„Man gewinnt wirklich(lf dert." Aber die Hauptbetrüger in ui*"-.,,, die nationalsozialistischen Parteibeafl1'' Eindruck, dass ein Drittel des deulsc W* Volkes die beiden anderen Drittel ausp'"11 Unif�f' •tefl' von den Führern bis zu den Blockwar11 t tauchen nicht einmal im Gerichtsberi0 � auf, sie betreiben ihre Gangstereien st1"'1 los. so Tf, .......... lal au»c.«vil�jj, dass die blutigsten Abschreckungsmassa-1' men nicht mehr verfangen. Je höher � Fieberkurve der Hinrichtungen steigt. Jf? näher ist die Katastrophe. Die Helden Es ist den deutschen Naziführern vC�jf ten worden, sich in Uniform photograpk � ren zu lassen. Wahrscheinlich will 1,1 vö" auf diese Weise verbergen, wie wenige ihnen die Partei— gegen die Feldunif0� vertauscht haben. Unnützes Bemühen. G3 Deutschland weiss Bescheid. i Dem€