Nr. 140. Abonnements- Bedingungen: M Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagss Nummer mit illuftrierter Sonntagss Beilage, Die Neue Welt" 10 Pfg. Pofts Abonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Eingetragen in der Post Beitungss Preisliste für 1900 unter r. 7971. Unter Kreuzband für Deutschland und Defterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Erscheint täglich außer Montags. boda si 17. Jahrg. Vorwärts Berliner Volksblatt. Die Insertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Kolonels zeile oder beren Raum 40 Pfg., für politische und gewertschaftliche Vereinsund Berfammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in derExpedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 1hr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Bernsprecher: Amt I, nr. 1508. Telegramm- Adresse: " Socialdemokrat Berlin" Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Fernsprecher: Amt I, Nr. 1508. Die Landtags- Session. Mittwoch, den 20. Juni 1900. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Fernsprecher: Amt I, Nr. 5121. haben, planmäßig darauf gerichtet, durch künstliche Schluß des Landtags das Bedauern der Regierung darüber Mittel die Machtstellung des Junkertums zu aus, daß das Kanalprojekt, welches einem dringenden Verheben. Es sei in dieser Beziehung nur erinnert an die fehrsbedürfnis entsprochen und den Osten mit dem Westen Kaum jemals ist eine Session des preußischen Landtags vielen Vorlagen, die sich auf Eingemeindungen beziehen und der Monarchie wirtschaftlich noch inniger vereinigen soll, die fo unfruchtbar gelesen, wie die eben geschlossene. An die alle eine künstliche Verschiebung des Zustimmung des Hauses der Abgeordneten nicht gefunden pofitiven Arbeiten ist so gut wie nichts geleistet, und daß Stimmen verhältnisses für die Wahlen zu hat. Sie hält im allgemeinen Interesse der Landeswohlfahrt das wenige, was zu stande gekommen ist, nichts taugt, er- Gunsten der Konservativen zur Folge haben; es an diesem großen Werk unverbrüchlich fest und giebt sich der klärt sich ganz von selbst, wenn man die Zusammensetzung sei ferner erinnert an die Aenderungen von Be sicheren Erwartung hin, daß die Ueberzeugung von dessen Notdes Landtags und den in dieser Körperschaft herrschenden st immungen der Kreisordnung für die Provinzen wendigkeit und Bedeutung im Volk immer mehr Boden fassen Geist bedenkt. Ost- und Westpreußen, Brandenburg, Pommern und Schlesien, und daß es bereits in der nächsten Session gelingen eines der reaktionärsten Gesetze, die jemals in Preußen im wird, eine Verständigung darüber mit dem Landtag der Interesse des Junkertums erlassen sind. Monarchie herbeizuführen." Daß ein so erzreaktionärer Minister über die mit großer Mehrheit erfolgte Ablehnung des Antrags des Freifinnigen Dr. Barth betreffend Aenderung der Wahl bezirke für die Wahlen zum Abgeordnetenhaus- übrigens ein gar zu freifinnig" frisierter Antrag- seine helle Frende empfindet, fei nur nebenbei erwähnt. = = Und in der Thronrede, mit der der Landtag im Januar eröffnet wurde, betont die Regierung von neuem, daß sie nach wie vor an der Ueberzeugung festhält, daß die Herstellung eines Schiffahrtskanals vom Rhein bis zur Elbe zur teilweisen Entlastung der Staatseijenbahnen wie zur Hebung des binnenländischen Verkehrs notwendig sei. bei Verhältnismäßig die meisten Geseke sind aus dem Ministerium des Innern hervorgegangen. Der neue Minister fann im großen ganzen mit Befriedigung auf seine bisherigen Erfolge zurückblicken. Selbstredend bedeutet das für ihn kein Lob oder gar eine Anerkennung seiner Fähig. feiten. Im Gegenteil, wenn die Vorlagen eines Ministers vom Dreiklassen- Parlantent jo glatt erledigt werden, wie die des Freiherrn b. Rheinbaben, so kann man mit ziem licher Sicherheit darauf schließen, daß sie vor einer höheren Genau so wie die Novelle zum Kommunalwahlgesetz Gewiß, wir zweifeln feinen Augenblick daran, daß die Stritit nicht bestehen können. Ein bißchen Schneid' und bedeutet auch das Gesetz betreffend die Warenhaus Regierung nach wir vor an ihrer Ueberzeugung festhält, aber der Minister hat die Konservativen auf seiner Seite; dazu steuer eine Verbeugung der Regierung bor der sie wagt nicht, aus ihrer Ueberzeugung die notwendige ein bißchen Frömmelei und er hat auch die Klerifalen fonservativ- flerifalen Mehrheit des Hauses; mir mit dem Konsequenz zu ziehen aus Furcht vor dem Junkertum. Deut für sich. Und mit Hilfe diefes konservativ- Klerikalen Unterschied, daß es in diesem Fall nicht Frhr. v. Rheinbaben, lich genug haben ihr ja die Junker zu Beginn der Session Bündnisses kann man in Preußen alles erreichen, was sondern sein Herr und Meister Dr. v. Miquel ist, der bei der Besprechung der Interpellation über die modernen Anschauungen widerspricht, den einfachsten Gesetzen den Feinden des Fortschritts seine Reverenz erweist. Seit Beamtenmaßregelungen den Text gelesen, deutder Volkswirtschaft ins Gesicht schlägt oder socialpolitisch ver Jahren haben die Mittelstandsretter aller Richtungen im lich genug haben sie ihr noch jüngst bei der' kehrt ist. Abgeordnetenhaufe einen förmlichen Feldzug gegen die Waren- Beratung der Interpellation über den GroßKonservativ fleritalen Geistes voll ist in erster Linie das häufer eröffnet. Au ihrer Spike stand der konservative Abgeordnete schiffahrts Kanal Berlin Stettin und Gefes über die 8 wangserziehung oder wie fein neuer v. Brodhausen, der frühere Landrat des Kreises Dramburg, der Beratung des schlesischen Hochwasser Titel lautet, über die Fürsorge Erziehung für Jugendliche. Die dem das Glück zu teil wurde, wegen seiner Stimmabgabe Gesetzes zu verstehen gegeben, daß die Regierung sich dem Erfahrungen des öffentlichen Lebens lassen, wie es in der gegen den Wittellandkanal gemaßregelt zu werden. Energisch Willen der kleinen, aber mächtigen Bartei zu fügen hat. Und Thronrede heißt, leider eine zunehmende und für die religiöse ist diesem Versuch, einer natürlichen Entwicklung durch Gewalt wenn Fürst Hohenlohe im vorigen Jahre den Konservativen und sittliche Entwicklung des Volfs bedrohliche Verrohung mittel Halt zu gebieten, noch bis in die letzten Jahre hinein zugerufen hat, hat, daß ihr Stampf gegen die Kanalunter der Jugend erkennen. Um dieser Verrohung Herr v. Miquel entgegengetreten. Aber endlich fam er doch vorlage weittragende Folgen in Beziehung auf ihr Einhalt zu gebieten, ist natürlich ein neues Polizeigesetz er zu der Einsicht, daß es nicht möglich ist, in Preußen gegen bisheriges Verhalten zur Regierung haben wverde, forderlich. Flugs beordert der Minister einen seiner Geheim das Junkertum zu regieren; so opferte er denn seine Ueber- so mag der alte Herr in dem Augenblick, als er räte, einige neue Gesetzesparagraphen auszuarbeiten, in denen zeugung die ja bei ihm stets nach Opferung dürftet- und muter diefe Worte sprach, wirklich von ihrer Richtigkeit durchdrungen Gebet und Prügel als das Allheilmittel gegen die Verrohung ftügte die Konservativ- Klerifalen durch Einbringung einer Vorlage, gewesen sein, aber er hat doch die thatsächlichen Verhältnisse empfohlen werden, und Religion und gute Sitten sind dem deren Grundgedanken er noch vor wenigen Monaten bekämpft verkannt. Er hat übersehen, daß preußische Regierung und Volf erhalten; Frhr. v. Rheinbaben kann sich mit dem Glorien hatte. Irgend welche Bedeutung ist dem Gesetz kaum bei- preußisches Junkertum sich wohl auf wenige Tage entzweien, schein eines Retters des Vaterlands umgeben. zumessen, es wird die natürliche Entwicklung des Handels daß sie wie zwei Verliebte eine furze Zeit lang schmollen nicht aufhalten, sondern höchstens für bestimmte Streise ge- tönnen, aber nur um sich nachher desto inniger in den Armen wisse Belästigungen zur Folge haben. Wohl aber fönnen mm zu liegen. die Konservativen bei den nächsten Wahlen dem Mittelstande Regierung und Junkertum sind auf einander angewiesen. allerlei borreden, sie können um die Stimmen der unter Mit Hilfe des Junkertums hofft die Regierung ihre fulturgehenden fleinen Handwerker und Krämer buhlen, sie mit feindlichen Pläne durchzusetzen, mit Hilfe der Regierung hofft Aus einem sehr einfachen Grunde. Freiherr schönen Redensarten betören und hinterher, wenn sie unter sich das Junkertum das Volt weiter ausbeuten und nebeln zu v. Rheinbaben hält vor Eintritt in die Beratung eine wüste find, Herrn v. Miquel preisen, der ihnen die Bauernfängerei fönnen. So wird die Regierung auch im nächsten Jahre, um Hegrede gegen die Umstürzler, er redet dem Landtage vor, so sehr erleichtert hat. es mit den Junkern nicht zu verderben, die Kanalvorlage daß es mit Hilfe dieses Gescßes möglich sei, die Social- Das Junfertum hat somit allen Grund, mit Zufriedenheit ad acta legen, sie wird statt dessen wieder Geseze einbringen, demokraten aus den städtischen Parlamenten zu verdrängen, auf die Landtags- Session zurückzublicken, und fast noch mehr die jedem Fortschritt Hohn sprechen und eines modernen er bringt zunächst die Konservativen in in eine gewisse als über seine positiven Erfolge fann es sich darüber freuen, Staats unwürdig sind. Die Junker werden die von Herrn Hurraſtimmung und verfügt dadurch bereits beinahe daß es die Regierung verhindert hat, von neuem das Kanal- v. Miquel bereits angekündigten agrarischen Geseze, über die Mehrheit. In der Kommission wurden projekt einzubringen. sie werden das Knebelgeset für ländliche dann dem Centrum als Belohnung für seinen im Reichstage Wenn irgend etwas, so beweist das Verhalten der Ne Arbeiter erreichen, kurz die Regierung wird ihnen berübten Volksverrat einige Zugeständnisse gemacht, der Schacher gierung in der Kanalfrage ihre völlige Rapitulation jeden Gefallen erweisen, sie wird ihnen nach wie vor zu wird perfekt, und der Minister kann sich eines neuen„ Erfolgs" vor dem preußischen Junkertum. Erst legt die Diensten sein. rühmen. Regierung der Kanalvorlage einen so hohen Wert bei, daß Die Stoften dieses edlen Bündnisses hat natürlich das Ist der ausgesprochene Zweck des Kommunal- Wahlgefeßes sie unfrer Ansicht nach im Widerspruch zum Geiste der arbeitende Volk zu tragen. Kein Wunder, denn der preußische eine Schwächung des socialdemokratischen Einflusses in den Verfassung diejenigen politischen Beamten, die dagegen Landtag ist keine Volks, sondern eine Interessen Vertretung. Kommunen, fo find zahlreiche kleinere Vorlagen aus dem gestimmt haben, ihres Amts entsetzt. Ende August vorigen Jahrs Und daß dem so ist, hat auch die verflossene Session wieder Ministerium des Innern, die scheinbar nur lofale Bedeutung spricht der Ministerpräsident Fürst zu Hohenlohe beim von neuem bewiesen. Genau so leicht hat es sich der Minister des Innern bei der Reform des Kommunal- Wahlgesetes gemadit. Eine mechanischere Regelung des Wahlgefeges, eine rohere Art der Gesetzgebung, läßt sich faum denken. Und doch hat diese Vorlage die Zustimmung der„ Voltsvertretung" gefunden. Warum? Hepp! Hepp! Konig, den 18. Juni 1900. Hepp! Hepp! bildet den Grundaccord. Aber man beschränkt sich nicht auf blasse Allgemeinheiten; man spricht sich in den Juschriften deutlich aus. Ich gebe ein paar Proben. Da liest man: beuteten Landestinder zu benennen pflegte. Aber erfahrene Männer Konig, wohl aber in dem benachbarten Tuchel sind auch die Schans bemühen sich, dem Mangel abzuhelfen. In Manneshöhe ist an fenster einiger jüdischer Cigarren- und Kurzwarenhändler geeinzelnen Stellen des Zauns in deutlichen schönen lateinischen Buch- plündert worden. In Tuchel, das einen jüdischen Bürgers staben das Wort vorgeschrieben, das ungeschickte Kinderhände dann meister hat und bei 3500 Einwohnern fast ebensoviel Juden unten nachgetrahlt haben. Die öffentliche Erziehung der Jugend zählt, wie Konig, wird der angerichtete Schaden auf etwa 6000 M. wird also nicht vernachlässigt. begiffert. Am schlimmsten sind die jüdischen Proletarier, die Hausierer, daran, die mit dem Päckchen auf dem Rücken über Land ziehen. Die meisten haben ihr Geschäft einstellen müssen. An ein zelnen Gehöften flebt ein Verbot, das jüdischen Hausierern das Bes treten des Grundstücs untersagt. Und das Schicksal eines jüdischen Haufierers, der zwölf Kilometer vor Konig zwischen Görsdorf und Melanenhof bewußtlos und übel zugerichtet aufgefunden wurde, zeigte, daß man auch vor Verbrechen nicht zurückschreckt. Der Mann ist zwar nicht totgeschlagen, wie es zuerst hieß, aber der Arm ist ihm zweimal gebrochen und der Schädel eingehalten worden. Er liegt jetzt im katholischen Krankenhaus, im Borromäusstift zu Ronitz. „ Die Juden haben den Ernst Winter geschlachtet." " Jud Levy hat's gethan." Der verwüsteten Synagoge gegenüber liegt die Loge. Ich weiß nicht, wie sie heißt; vielleicht: humanitas. Das Logengebäude ist ein kleines Landhäuschen, das sich in einem tiefen, grünen Garten versteckt. Dort versammeln sich die Brüder; es sind fiebzig, achtzig Mann, Kaufleute, Beamte, Rechtsanwälte, ein paar Großgrundbefizer aus der Umgegend, ein paar Handwerker. Juden werden zwar nicht aufgenommen, drei haben sich aber doch Zutritt verschafft: sie find in andern Städten Logenmitglieder geworden und werden nun auch hier als Brüder geduldet. Die Loge ist der vornehmste Vergnügungsberein der Stadt. An schönen Nachmittagen spazieren die Frauen und Töchter der Mitglieder im Garten umher, und die Kinder ist vortrefflich. spielen auf dem Spielplag. Von sonstigen Thaten der Loge weiß ich nichts zu vermelden, sie interessierte mich auch weniger, als der Zaun, der ihren Garten von der Straße absperrt. Hepp, hepp, es ist bekannt gemacht, Die Juden haben ein' Christ geschlacht." Der Vers ist nicht sehr schön, aber die antisemitische Gesinnung Gin andrer Dichter wagt folgende Konjettur, die merkwürdiger weise noch nicht in der Staatsbürger Zeitung" gestanden hat: Der Juden- Doktor ist ein guter Mann, Weil er die Christen schlachten kann." Unter den sechs Aerzten, die Koniz hat, befindet sich allerdings tein Jude. Nur ein jüdischer Zahnarzt ift vorhanden, der natürlich auch einmal der That befchuldigt worden ist. Dagegen figen vier jüdische Juristen in der Stadt: zwei Rechtsanwälte unter acht christlichen Kollegen und zwei Landrichter. " Solche Vorgänge sind nur aus der tiefen Umvissenheit und der niedrigen Kulturstufe der Bevölkerung erklärlich. Eine große Rolle spielt der naive Glaube an die Wahrheit des gedruckten Worts. Die Zeitung schriewt es doch", heißt es. Und die Zeitung, die Staatsbürger- Zeitung", die ihre eifrigen Apostel hat in Konig stehen sie unter der Leitung des bekannten Agitators Werner aus Landsberg a. d. W.- schreibt ja sehr viel. Neben ihr ist das Stonizer Tageblatt" thätig, das mit dem amtlichen Kreisblatt in Der Geldgeber soll ein Baron demselben Berlag erscheint. Dieser Zaun ist sozusagen ein historisches Dokument. Auf ihm hat sich die Kinderfeele von Konig und auch die Seele vieler Erwachsener in zahllosen Inschriften niedergelegt, die zur Beurteilung der Geistes- und Gemütsverfassung des Städtchens nicht wertlos sind. Auch aus den Inschriften ist noch die Zeit zu erkennen, wo Sonitz friedlich und harmlos dahinlebte. Die Buchstaben und Zeichnungen der Vergangenheit sind freilich schon arg verwischt und überschrieben, aber noch tann man lesen, daß„ Stafimir verridt ist". daß„ Bruno" eine Vorliebe für Rahmtäje an den Tag legt, daß " Anna" dies und jenes gethan hat. Die Beschäftigung mit folchen Nichtigkeiten ist nun vorbei. vorbei. Die Konizer Die Konizer Stinder haben heute etwas andres habe die au schreiben. Ich habe „ Die Juden müssen lebendig begraben werden." Hepp! Hepp!", die an den Bretterzaun geschrieben sind, nicht Es ist ja nicht nur bei der Bestialität in Worten geblieben. gezählt, aber einige fünfzigmal kehrt das Wort wieder. Noch Die Zerstörung von Fensterscheiben ist noch das harmloseste. Böser Von der geistigen Dürftigkeit des Konizer Wurstblatts, das sich jchwantt die Orthographie diefes Schlachtgeheuls der westpreußischen ist schon der offenbare Versuch, die Synagoge in Brand zu steden in feiner legten Abonnements- Einladung ein ferudeutsches Blatt " Frotesen", wie Friedrich II. in seinen Privatbriefen die frisch er- und die Demolierung ihrer inneren Einrichtung. Zwar nicht in am Baum der deutschen Journalistik" nennt, kann man sich schwer Die Inschriftenschreiber ziehen mutig auch die notwendigen Folgerungen aus ihrem Wissen. Das Juden raus 1" tritt auch specialisiert in dem Wunsche auf: Die Juden müssen nach Palästina." Am besten aber hat den Sinn der antisemitischen Bes wegung folgende Inschrift zusammengefaßt: " v. Ecardstein auf Strojanten sein, ein Abfömmling des Armees Lieferanten Eckardstein in Berlin, der Anfang des neunzehnten Jahrhunderts feiner Verdienste wegen geadelt wurde. Der Sprößling gab bei der jüngsten Landtagswahl im Kreise seine Stimme für Lieberman von Sonnenberg ab. Politische Uebersicht. Das ist nicht etwa einem socialdemokratischen Flugblatt entnommen, I neuen Rätsel des rätselhaften Volts. Während die einen fit das zum heiligen Kampfe der Humanität und Bildung auffordert Berserkerzorn nach Rache für das vergossene deutsche Blut Berlin, den 19. Juni. gegen das hinter seinen Schuzzollmauern geistig erstarrte und sittlich schnauben, rümpfen die andern hochmütig die Nase über das Kulturheuchler und Kulturgecken. unentwickelte Junfertum, zum Stampfe auffordert gegen die Scharf- spießerhaft verzopfte Volf, das von den Herrlichkeiten der Die Vorgänge in China haben in der Presse die sonderbarsten macher, die das Proletariat hinter chinesische Mauern patriarchalisch modernen Kultur, dent Kanonen- Christentum, dem syndizierten Erscheinungen hervorgerufen. Man hat allen Ernstes die deutsche einzusperren suchen- nein, so revolutionär predigt die" Post". dieweil Industrie Raubrittertum, der Börsenjobberei und andern Kultur und die chinesische Barbarei entdeckt und daraus das gute der in seinen Interessen bedrohte Kapitalismus der blutigste, vor schönen Dingen nichts wissen wolle. Verblendete Zopfträger! Recht der Europäer abgeleitet, China mit den europäischen keinem Frevel und keiner Gewaltthat zurückschreckende Revo- Ob die getretene Riesennation sich zum Voltskrieg erSegningen brandichazend zu beglücken. Daß hinter dem Drang, lutionär ist:„ Denn hinter der chinesischen Mauer herrscht Despotismus, heben wird, läßt sich einstweilen noch nicht sagen. Aber daß das barbarische China zu kultivieren, mur kapitalistische Geschäfts- Infreiheit und Barbarei"- welche zutreffende Kennzeichnung von der Spaziergang der Mächte nach Peking nicht ohne Schwierig interessen ſteden, die nach nenten Ausbeutungs Gebieten Reichsprengen liegt in diesem Satz der" Post", die umstürzlerisch feiten von statten gehen wird, das steht fest.: gieren, das fagt niemand außer Börse, auffordert, die chinesische Mauer mit Gewalt niederzureißen. Wir Die 17 Forts von Taku sind genommen und Ruß. die die Wahrheit dadurch bekundet, daß sie über über die stellen fest, daß sich die„ Bost" in ihrem plöglichen Kulturfanatismus I and soll sich bezeichnenderweise in ihnen eingenistet haben. chinesische Geschäftsstörung sehr verstimmt ist. Auch die Folgerung zur Propaganda der That befehrt hat. Aber die chinesische Besatzung ist vor einem Kampf mit der zieht niemand daraus, daß es etwa das gute Recht Englands wäre im Kulturinteresse das größere Konig, so sich Westelbien nenut, zu annettieren. der = Es ist uns außerordentlich unklar, was an wahrhaften kulturellen Segnungen wir den Chinesen zu übermitteln vermöchten. Das bißchen Technik allein macht's doch nicht. Oder sollen wir die Chinesen, die ein Gelehrtenvolt sind, darüber belehren, daß sie unrecht thun, wenn sie nicht den jüngsten Lieutenant höher einschätzen, als den ältesten Gelehrten? Sollen wir sie mit dem Glauben an den allein felig machenden Polizeisäbel vertraut machen, oder sie durch die unmögliche Aufgabe verwirren, die Lehren des Evangeliums der Bergpredigt mit dem Evangelium der gepanzerten Faust zu reimen? Oder sollen wir ihnen die kulturelle Glückseligkeit eines Daseins preisen, daß Millionen in Not, Elend, Siechtum vegetieren müssen, um ein paar Bevorzugten der Gesellschaft ein strahlendes Dasein zu verschaffen? Ist die geistige Oede, die unseren, dem Schneidigkeitstult verfallenen Herrschenden Klassen eigentümlich ist, ein Fortschritt gegenüber dem chinesischen Gehirnfazletum"? Oder bedeutet die moralische und leibliche Hörigkeit, in die unser Staat die Massen wie den Einzelnen zu zwingen fucht, in Wirklichkeit ein so wertvolles Kulturgut, daß es den Chinesen mit Pulver und Blei einverleibt werden müßte? Stehen der preußische Landjunker und der fatholische Kaplan, die unsre Politik beherrschen, kulturell wirklich höher als ein Mandarine? Das Kaffeetischblatt des freisinnigen Bürgertums Berlins, soweit es noch nicht sich zur Scherlschen Geruchlosigkeit bekehrt hat, die Vossische Zeitung", freilich findet in China vom Standpunkt des Fortschritts eine scheußliche Verruchtheit. Mau denke bloß: „ Der Bestand des chinesischen Reichs ist der Protest gegen die von den Europäern gehegte Lehre, daß die Aufgabe des Menschengeschlechts die stetige Entwicklung, der unhemmbare Fortschritt ist. Nach chinesischer Lebensauffaffung ist der entschlossene Stillstand die wahre Aufgabe des Menschengeschlechts. Das ganz Gemeine ist's, das ewig Gestrige", was die Chinesen als göttlich verehren. Was den Menschen gut und heilsam ist, haben die Ahnen vor Jahrtausenden festgestellt, und die Pflicht der Nachkommen ist, die Ahnen zu verehren und ihre Gebote zu befolgen." " Wie dick und hoch aber unsre chinesische Mauer ist, das be- internationalen Flottenicht zurüdgeschredt, zeuge schließlich die agrarische Deutsche Tageszeitung", nach blutigem Stamps erst hat sie die Schanzen geräumt. Die deren Redacteur allerdings vielleicht infolge der Lektüre der Konizer Mächte kostete der Kampf 21 Tote und 57 Verwundete. Ein der geftüre der komi Berichte den Verstand verloren haben mag: russisches Kanonenboot wurde in den Grund geschossen. „ Deutsches Blut ist geflossen, der kostbarste Saft, Die verachteten chinesischen Truppen haben jedenfalls geden das deutsche Volf, ja man geht mit der Behauptung nicht fämpft, einem siebenstündigen Bombardement standgehalten, zu weit, wenn man sagt: die Welt kennt! Wenn wir auch nur und wenn sie weiter fämpfen werden, wird noch mancher drei Tote zu beklagen haben, so dürfen wir Deutsche die Leute europäische Soldat in die chinesische Erde gebettet werden. unires Bolts so hoch bewerten, daß gegen die drei gefallenen Auch das internationale Expeditions corps Blaujacken die englischen Earle und sonstigen vielen Offiziere, hat Peking nicht erreicht, sondern sich unverrichteter Sache die in dem grausamen, blutgierigen, ungerechten Kriege gegen nach Tientsin zurückziehen müssen. Ohne dringende unsre niederdeutschen Stammesbrüder in Afrika auf der Wahlstatt Not werden die 2000 Mann kaum das Feld geräumt haben. geblieben sind, für unser Empfinden federleicht in die Auch ihnen gegenüber muß sich der Feind zum Kampf ent Wagschale fallen, und unser Empfinden, die Gefühle des schlossen gezeigt haben. die bere deutschen Volts sind für uns allein maßgebend." Im weiteren führt das Blatt aus: der Expedition haben freilich auf eigene Fanst den Vormarsch zu erzwingen versucht, dafür sind sie aber auch einstweilen ver ich o llen. Aus Peking liegt feine weitere Nachricht vor. Der Draht ist ja längst zerschnitten. Ob die Gesandten noch leben, ob die wenigen Mannschaften der Mächte noch Widerstand England hat sein Anrecht auf die Erschließung Chinas verwirkt. Eine Macht, welche sich nicht scheut, eine harmlose, gottesfürchtige, stammverwandte Bevölkerung, also ein vielversprechendes Kulturelement zu bekriegen, hat keinen Anspruch mehr darauf, als Stulturmacht im europäischen Areopag anerkannt zu werden. England hat China gegenüber diesen Anspruch noch besonders dadurch ver- leisten oder bereits niedergemegelt sind, davon weiß man wirkt, daß es ihm mit Waffengewalt das entnervende Gift des Opiums nicht das geringste. Ebensowenig. hat man den geringsten aufgedrängt hat, nur aus dem Grunde, um seine Ausbeutung Judiens Anhalt darüber, was aus den 1700 vor Befing angekommenen ergiebiger zu machen. Russen geworden ist. Und es wird vermutlich auch noch manchen Tag dauern, bis das neue verstärkte Expeditionscorps in Peting eingezogen sein wird. Es ist jetzt die Zeit der Abrechnung gekommen für die Sünden Englands gegen die Menschheit. Gottes Mühlen mahlen langfam, aber sicher, und wir hoffen, daß wir in dem jetzigen Kriege gegen China das göttliche Walten erkennen dürfen.. Darin besteht in kurzen Worten das Programm der Zukunft Chinas. Neidlos werden wir Dentschen dem russischen Nachbarreiche die Vormacht in China lassen. Die ruffische Bevölkerung drückt die ihr unterworfenen Völker nicht, Grausamkeit ist ihr fremd. Die Franzosen find ein hoch entwideltes Kulturvolt, dessen Wirken in China nur ſegensreich fein kann." Dergleichen zu schreiben ist nur in Preußisch China möglich. Kein Chinese, auch wenn er nur das erste Eramen notdürftig bestanden hätte, wäre solcher barbarischen Wirrnis fähig. Der Krieg in China. Also der Ahnenkult ist es, was ausgerottet werden muß. Wenn wir nicht irren, legt die„ Bossische Zeitung" auf ihr christlichevangelisches Bekenntnis Gewicht, kraft dem auch die Ahnen der Boffin vor Jahrtausenden festgestellt haben, was den Menschen gut Die politischen Philister, die bisher den militärischen " Die Mächte rüsten nunmehr fieberhaff. England, Amerika, Frankreich, Japan, Deutschland senden Von Streitigkeiten schleunigst Verstärkungen ab. unter den Mächten hört man einstweilen nichts. Die gemeinsame Not schweißt sie zusammen. Der Augenblick, in dem sie wieder Atem schöpfen können, wird die Zwietracht wieder aufleben lassen. Dann folgt vielleicht als Nach. spiel des Fremdentriegs der Krieg zwischen den Fremden! bo Deutsches Reich. Prinz Heinrich. Heute war in Berlin das Gerücht verbreitet, Prinz Heinrich und heilsam ist. Im Zeitalter der Palästinareise sollte ein so Spaziergang nach Befing nur als eine Quelle erotischer schiffe sich nach China ein, um den Oberbefehl über die dortigen Loyales Blatt wie die„ Voss. 3tg." wirklich versichtiger sein und den Neuigkeiten betrachtet hatten, gut genug, um die Spalten der deutschen Truppen zu übernehmen. So weit bis zur Stunde NachAhnenglauben nicht als eine chinesische Rückständigkeit befehden. Zum unter der Sommerdürre und den Ferienreisen der Redacteure richten vorliegen, hat sich die Meldung nicht bestätigt. leberfluß aber beginnt die" Boff. 3tg." denselben Artikel, dem das leidenden Zeitungen zu füllen, reiben sich jetzt plöklich be- Wir glauben, daß es sich in dem Gerücht um eine, allerdings Gitat entnommen ist, mit einem feurigen Bekenntnis zur ewigen troffen die Augen und gestehen mit verlegener Miene, daß erklärliche Kombination handelt, die ihrerseits Folgerungen zieht aus Weisheit der Ahnen. Sie beruft sich nämlich auf. Herodot, der Kanonendonner von Tatu wahrscheinlich die den Reden, mit denen Prinz Heinrich bei seiner Ausfahrt nach den Vater der Geschichtsschreibung, der gesagt habe, daß der Kampfntroduktion zu einem in seinem Umfange und China begrüßt wurde und die er bei der Rückkehr selbst gehalten zwischen Europa und Asien der Mittelpunkt der menschlichen Ent- feinen Folgen noch gar nicht zu übersehenden Kriege hat. Im Dezember 1897 rief Kaiser Wilhelm II. seinem Bruder zu: widelung sei. Chinesischer könnte auch nicht ein in Ahnenchrfurcht mit China gewesen sei. Daß die Mächte, die den erstarrter Chinese argumentieren. -Auch die" Post" philosophiert über die„ chinesische Maner", die fie nicht nach Saarabien und ins grenzsperrefüchtige Junkerland im Reich der europäischen Mitte verlegt, sondern eben nach China: Der Geist, der China seit Jahrhunderten beherrscht, hat auch zu dem gegenwärtigen Kriegszustande zwischen den europäischen Mächten und dem Reich der Mitte geführt," schreibt die" Post". Sonderbar, daß der Geist, der Rußland seit Jahrhunderten beherrscht, noch nicht zu solchem Kriegszustande geführt hat! Ach nein, es ist der Herren Europäer eigner Geist der den blutigen Stonflift provociert hat. Der Geist Confutjes, des chinesischen Staatsphilosophen, braucht durchaus nicht vor dem christlichen Geist zu erblassen. Man höre weiter: Gemeinsamer Kampf, chrliche Waffenbrüderschaft gegen die Unfultur! Denn, um den Krieg zu kennzeichnen, er ist in der That ein heiliger Krieg Es ist der Krieg der Bildung und Humanität gegen ein hinter seinen Mauern geistig erstarrtes und fittlich unentvideltes Volf. Wir leben in Zeitalter des Vertehrs und die motorischen Sträfte, welche unire Tage und unser Tagewerk beherrschen, dulden keine chinesischen Mauern." „ Sollte es aber je irgend einer unternehmen, uns an unferm guten Recht zu kränken oder schädigen zu wollen, dann fahre darein Lorbeer um Deine junge Stirn, den niemand im ganzen mit gepanzerter Fauft und, so Gott will, flicht Dir den Deutschen Reich Dir neiden wird." Prinz Heinrich versicherte in seiner Antwort, ihn ziehe nur eines: ,, Tas Evangelium Eurer Majestät geheiligter Person im Ausland zu fünden, zu predigen jedem, der es hören will, und auch denen, die es nicht hören wollen." politisch fadenscheinigen Vorwand der Christenverfolgungen dazu benutzt hatten, um in einer chinesischen Provinz, die nicht einmal zu der Interessensphäre einer Macht gehörte, aufzutreten, als befinde man sich in einem heimischen Distrikt, über den der Belagerungszustand verhängt worden, gegen die elementarsten Grundsätze des Völkerrechts verstießen und die betreffende Nation in ihrem nationalen Empfinden aufs tiefste empören mußten, daran dachte niemand. Man bildete sich ein, daß ein Volf, das sich jahrtausendelang eine Obwohl mun nichts während seiner Reise geschehen, was in das chinesische Wirtschaft hat gefallen lassen, auch gegen die Evangelium der gepanzerten Faust eingeschrieben werden könnte, je europäische Wirtschaft nicht mucjen werde. Irgend sprach doch Prinz Heinrich bei seiner Rückfehr Februar 1900welches Verständnis für die eigenartige chinesische davon, der Gedanke, daß des Kaisers Flotte hinter ihm stände, habe Kultur, für die ökonomischen Vorbedingungen der poli- ihn zu immer neuen, erfrischenden, ermutigenden Thaten betischen Zustände des eigentümlichen Riesenreichs besaß man fähigt" nicht. Man glaubte einem Hundertmillionen- Volk einfach die Diese Thaten sind allerdings dem größeren Publikum nicht bekannt gepanzerte Faust auf den Nacken sehen, es bevormunden und geworden, dennoch darf man annehmen, daß sie, so wichtig sie an vergewaltigen zu können, ohne auch nur auf den Versuch sich gewesen sein mögen, nicht die Bedeutung gehabt haben können, eines ernsthaften Widerstands zu stoßen. Nun die Sache sich die einem versönlichen Eingreifen in den jetzigen chinesischen Aufdoch etwas anders angelassen, steht man vor einem stand inne wohnen würde. nur drei 11 Giu eine Vorstellung machen. Ich blätterte die legten Nummern durch. Dieser politische Bilderbogen mit seinen unglaublich dummen rotteten und Hepp! Hepp! schrien. Der eine oder andre der Honora Die Politik wird grundsäglich auf der ersten Seite abgethan. und rohen Bildern ist jetzt ein starker Handelsartikel in Konig und tioren schrie vielleicht auch mit. Dann fand der Haufe, um mit Reichstags- und Landtagsberichte werden in zwanzig bis dreißig Umgegend geworden. Zwei Buchhandlungen hat der Ort: in der Herwegh zu reden, Petitzeilen erledigt, die Leitartikel sind entweder Schnitt, oder fie einen liegt er zusammengeklappt im Fenster. Die andre begnügt ... den Stein der Weisen und warf Fenster ein." stammen aus einer Berliner offiziösen Fabrit, wie aus einigen Be- fich damit, neben Schulbüchern die Schrift des Herrn v. Langen: Das war doch wenigstens ein Ereignis. Soust ist es so langweilig merkungen über die Umsturzparteien" hervorgeht. Die Social„ Das jüdische Geheimgesetz" in unmittelbarer Nachbarschaft eines in Konig. Man kann in den stillen Hinterstübchen der Kolonialwarendemokratie ist in dem Kreise so gut wie nicht vorhanden; wir Büchleins:„ Die Sympathie als Heilmittel oder 436 bewährte händler, die hier alle nebenbei das Gastwirtsgewerbe treiben, doch nicht haben es bei der lezten Reichstagswahl auf 97 Stimmen, glaube Rezepter" auszulegen. fortwährend Schieberamich" um ein Schäumchen", so heißt hier ich, gebracht. Lokales und Provinzielles nimmt den Hauptplag Die geistigen Träger des Konizer Antisemitismus find offenbar die Flasche Seft, spielen. D ein. Die Nachrichten über die Mordaffaire sind dazu bestimmt, den Beamte. Konig, das keine nennenswerte Industrie hat Es wird tüchtig gezecht in Konig. Die Kulturöde und der Glauben zu nähren, daß nur Juden das Verbrechen begangen haben Brennereien, drei Brauereien und eine Getreidemühle sind vor- Stumpffimm des ganzen Lebens, das in diesen westpreußischen Landfönnen. Gegenwärtig schwanken die Gelehrten des„ Konizer Tagebl." handen ist der Siz vieler Behörden und einer großen Beamtenschar städtchen geführt wird, bedingt eine hohe Entwicklung der Trink| nur, ob es sich um einen Ritualmord oder um einen Sühnemord Da ist das Landgericht, das Gymnasium, die Poſt, das Landrats- sitten. An den langen, schmutzigen und ewig schnapsfeuchten Ladengehandelt hat. Für beide Annahmen werden die wundervollsten amt, das Hauptsteuer- und das Katasteramt, das Eisenbahn- Betriebs- tischen drängen sich die Trinker, um ihr Dittchen"( zehn Pfennig) Gründe angegeben. Nicht so offen, wie die„ Staatsbürger Zeitung", amt und fo fort. Die Einkommen der mittleren Beamten sind mäßig in Kornus" anzulegen. Er ist nicht theuer: ein Achtelchen" des aber doch noch deutlich genug wird angedeutet, daß die Untersuchung und reichen schwer aus, die Familien auf dem ursprünglichen focialen Fusels, der in eine breite flache Flasche eingemessen wird, kostet führenden Behörden mit den Juden unter einer Decke spielen. Im Niveau zu erhalten. An ein Weiterkommen ist nicht zu denken. 15 Pf. Die Produktionsstätten sind ja auch ganz in der Nähe. Jm Gespräch der Konizer hat sich dies zu der stereotypen Wendung ver- Anders steht es mit den jüdischen Kaufleuten. Ihre Geschäfte gehen Jahre 1894 hatte Westpreußen 246 Brennereien; 62 davon waren dichtet:„ Sie nehmen ja nichts gegen die Juden an". gut, sie machen Geld, sie können ihre Kinder fast ausnahmslos aufs in adligen Händen. Seitdem werden es noch mehr geworden fein. All diese Notizen sind in einem unglaublichen Mießnic- Stil ge- Gymnasium schicken. Unten den 300 Schülern der staatlichen höheren An den Tagen, wenn die Landbevölkerung in die Stadt kommt, schrieben. Ich sezze eine Probe aus einem harmlosen Bericht des Lehranstalt befinden sich fast 100 jüdische Kinder. Das muß zu herrscht fürchterliches Gedränge in den Schantstuben der Blättchens über den zeitgemäßen Brandmeister-( Feuerwehr) Tag, der bitteren Vergleichen anregen. Unter den jüngeren akademisch ge- Kaufleute. Die Landessitte will, daß jeder Kauf. begossen gestern und vorgestern hier stattfand, her:„ Wir aber rufen den bildeten Beamten mögen viele aus der deutsch- nationalen Studenten- wird. Für die„ Vornehmen" sind die Hinterstübchen da. Bor braven Feuerwehrleuten, den selbstlosen und unerschrodenen Ver- bewegung hervorgegangen sein. Alle diese Stimmungen blieben mittags zwischen elf und zwei und abends nach sieben wird dort teidigern unsrer Heimstätten gegen gierige Feuerzungen ein einfach lange isoliert. Uebereinstimmend wird versichert, daß bis zu diesem bei Bier, und wenn es zu machen ist, bei Sekt die Zeit mit halben und doch so inhaltschweres Wort zu:„ Gut Schlauch!" Frühjahr das beste das beste Einvernehmen Einvernehmen zwischen den einzelnen und ganzen Hazardspielen totgeschlagen. Ein ausgebreitetes PumpAuch im Annoncenteil blüht jetzt die antisemitische Propaganda. Bevölkerungsklassen und Konfessionen geherrscht hat. Das grauen- system fommt diefer anständigen Liederlichkeit zu Gute. So kündet dort die Deutschnationale Buchhandlung und Verlags- hafte Verbrechen an dem jungen Ernst Winter brachte die stille anstalt in Berlin folgende Schriften an: Rätselhafte Blutmorde. Flugschrift. 5 Pf. Die Juden und das Christenblut. 40 Pf. Das Menschenopfer des Nabbinismus. 60 Pf. Die jüdischen Blut- Mysterien. 50 Pf. = In diesen alkoholfeuchten Boden hat der Antisemitismus seine Samenkörner geworfen. Nun steht die Saat in Blüte antisemitische Strömung ans Licht. Schon an dem Abend des Tags, wo der zerſtüdelte Rumpf des Gemordeten gefunden wurde, Gestern sah ich mir das Kriegerfest in Tuchel an. Es war der soll von Ritualmord gesprochen worden sein. Heute wird Herr übliche Klimbim. Gutsbesizer, Beamte und Handwerksmeister Liebermann von Sonnenberg wohl recht haben, wenn er sagt, daß stellten das Kontingent der Veteranen. Als der Zug nach viele akademisch gebildete Kreise in Konig an den Blutmord Konig zurücfuhr, steckten einige mutige Krieger die Köpfe zu den glauben. Inzwischen hat die antisemitische Presse ja auch trefflich Coupéfenstern heraus und schrieen aus Leibeskräften: Hepp! Hepp! Hurra! Hepp! Hepp! Hurra! Klang es begeistert aus den bier Der Fensterscheibensturm wurde von den sogenannten bessern feuchten Kehlen der zurückgebliebenen Kameraden zurück, die den Moses und Gittel oder: Dreimal zum Strang verurteilt und Bürgern als ein unterhaltendes Schauspiel betrachtet. Man ging Abfahrenden das Geleit bis zum Bahnhof gegeben hatten. doch nicht gehängt. 60 Pf. auf der Straße spazieren und sah zu, wie fich halbwüchsige Burschen und Lehrlinge, Handwerker und Knechte aus der Umgegend zusammenDer Mord in Sturz vor Gericht. 60 Pf. Der bewiesene Blutmord in Polna. Flugschrift. 100 St. 1 M. gearbeitet. Zur Blutopferfrage. 1 M. Das Blutgeheimnis. Politischer Bilderbogen. 30 Pf. - Es war ein erhebender Moment: patriotische Flottenbegeisterung und Judenhezze in innigster Umarmung. Aus solchen Erwägungen erklärt sich jenes mit sonderbarer Bestimmtheit auftretende Gerücht, gegen dessen Richtigkeit allerdings die Thatsache zu sprechen scheint, daß Prinz Heinrich sich augenblicklich auf einem mehrmonatlichen Erholungsurlaub befindet. Regatta und Begräbnis. Der Kaiser hat seine Teilnahme an der Beisehung des Großherzogs von Oldenburg in folgender Form telegraphisch angezeigt: New York, 19. Juni. Nach einem Telegramm der„ New war großer Alarm in Europa, und wir, die wir damals in Peking York Tribune" aus Washington wies der Präsident Mac Kinley den lebten, erfuhren dort durch kurze Rückmeldungen von Renters Bureau, General Mac Arthur an, drei Regimenter regulärer daß wir eigentlich alle schon tot seien. Man nahm diese Meldungen Truppen, im ganzen 5000 Mann, von Manila na ch am Abend in dem hübschen fleinen Klubhaufe, das sich die Diplo Tientsin zu senden. Admiral Nemen wurde angewiesen, das maten und sonstigen civilisierten Einwohner Pekings haben bauen Schlachtschiff Oregon" dorthin zu senden. lassen, mit vielem Behagen zur Kenntnis und trant einen oder den London, 19. Juni. Wie das„ Reutersche Burean" erfährt, andern Short drink dazu. beschloß Japan, fofort 3000 Mann nach China zu senden. Simla, 19. Juni. Es ist beschlossen worden, nach China „ Aus alter Verehrung und Anhänglichkeit an sechs Regimenter Eingeborenen Truppen, eine Deinen verewigten Vater will ich persönlich an der Beiseßungs- Compagnie eingeborener Pioniere und eine Batterie Artillerie feier teilnehmen, obgleich das Datum des gewählten Tags mich zu senden. der Teilnahme an der Elbregatta und dem Fest des Senats von Hamburg für mich auf Fürst Bismarc" beraubt. Ich werde von Wilhelmshaven aus kommen und gleich nach der ist folgende detaillierte Meldung des Reuterschen Bureaus aus Beisetzung wieder abreisen. Jnnige Grüße an Elisabeth und Tschifu eingetroffen: Lotta. Wilhelm." Der Großherzog antwortete dem Kaiser: Für die zarte Rücksichtnahme, die Du für meinen veretvigten Vater nimmst, danie ich Dir herzlichst, auch zugleich im Ramen meiner Oldenburger, die mit mir Dir stets dafür in Dankbarkeit verbunden sein werden. Ich hoffe, daß Deine Abfahrt von hier zwischen t1 Uhr und mittag mög lich sein wird. Elisabeth und Lotta grüßen herzlichst dankend mit mir vereint. Friedrich Auguft.dis Versuchskaninchen. Der Preß- Ausschuß des ärztlichen Bezirksvereins in Chemnitz übermittelt der„ Chemnizer Boltsstimme" folgende Erklärung: Ueber das Gefecht bei Taku Die Forts von Taku auf beiden Seiten des Flusses sind jetzt besetzt. Die Chinesen eröffneten am 17. d. M. unerwarteterweise das Feuer. Die Verluste der Truppen der vereinigten Mächte sind folgende: Engländer 1 Maun tot, 4 verwundet; Deutsche 3 Mann tot, 7 verwundet; Ruffen 16 Manu tot, 45 verwundet; Franzosen 1 Mann tot, 1 verwundet. Die bei Tatu liegenden chinesischen Torpedoboote sind genommen worden. Zur Zeit, als der Schreiber dieser Zeilen in China war, haben die Borers noch nicht eriſtiert. Wenigstens hat er damals nicht das Bergnügen gehabt, einen Boyer persönlich kennen zu lernen; und wenn Boyers mit ihm verkehrt haben sollten, so haben sie jedenfalls ihre Anonymität bewahrt. Das wesentliche Moment zur Beurteilung dieser Sectierer ist aber doch, daß fie Chinesen sind. Damit allein ist ihre Inferiorität, ihre Widerstandsunfähig feit gegenüber einem ernsten Gegner bewiesen. Der Chinese ist im stande, die furchtbarsten Heldenthaten zu verüben wenn kein Feind da ist. Und da man sie nun schon seit Wochen und Monaten im Lande herumziehen und sie treiben läßt, was sie wollen, jo ist es natürlich, daß sie immer übermütiger werden und immer ärgere Ausschreitungen begehen. Wenn sich erst einmal die europäischen Mächte entschließen, die Unterdrückung des Aufstands selbst in die Hand zu nehmen, jo werden die Borers rasch ausgebort haben. 06 fie fanatisch sind oder nicht ob sie zehntausend an Zahl oder hunderttausend fie sind nicht fähig, einer europäischen Truppe zu widerstehen. Diejenigen, welche sich über die chinesischen Aufstandsnachrichten erregen, mögen doch um des Himmels willen nicht vergessen, daß die Chinesen feine Boeren sind. Sein Volk der Welt ist in militärischer Beziehung hilflofer Handwerkern und unendlich friedDie Prejie beschäftigt sich gegenwärtig( vergl.„ Volksstimme" Granate brachte das Pulvermagazin des russischen Kanonenboots Kaufleut als die Chinesen, diese Nation von Gelehrten, Ausland. Belgien. M samen Kulis." " Daily Erpreß" meldet aus Schanghai von gestern: Eine amtliche Nachricht über den Kampf bei Taku bejagt: Eine chinesische Nr. 134) in wahrheitsgetreuer und maßvoller Darstellung mit Au13 Mandschur" zur Explosion. Der„ Mandschur" flog in die Luft. ichreitungen der ärztlichen Forschung, welche Zeit an einer Univerfitätstlinit vorgekommen fiche in neuerer Es liegt uns Mehrere Blaujacken wurden getötet, viele verwundet. Der Artikel war vor dem Eintreffen der letzten Nachrichten aus daran, keinen Augenblick einen Zweifel darüber entstehen zu lassen, Die„ Times" melden aus Shanghai vom gleichen Tage: Die China verfaßt, er würde sonst wohl in etwas weniger zuversichtlichem welchen Standpunkt die Aerzteschaft des Bezirks Chenmig in dieser tief Forts von Taku eröffneten am 17. d. M. kurz nach Mitternacht das Tone geschrieben gewesen sein. Ueberhaupt scheint es uns eine an bedauerlichen Angelegenheit einnimmt. Wir verurteilen aufs Feuer. Die englischen, französischen, deutschen, russischen und japani- die Commis voyageur- Heberlegenheit erinnernde Unart der litteschärfte eine Dent- und Handlungsweise, welche ichen Striegsschiffe erwiderten dasselbe. Zwei Forts flogen in die rarischen Globetrotter zu fein, sich einzubilden, in ein paar Monaten zu einer derartigen Verkennung der ärztlichen Quft; die andern wurden von den internationalen Truppen im Sturm und alten Kulturnation, bis in die dunkelsten Winkel eingedrungen in die Psyche eines fremden Bolts, und noch dazu einer so großen Aufgaben führen konnte. Denn sie steht in einem schroffen genommen. Im Hafen von Tschifu liegen jezt 2 englische, 1 amerifa- zu sein. Man lacht über Leute wie Pierre Loti, die das Gegensaze zu jenem Mitgefühl von Mensch zu Mensch, welches in erster und letzter Linie dem Krauten gegenüber das Thun und Lassen niches und 5 chinesische Kriegsschiffe. unsinnigste Zeug über die Eindrüde einer Sprigtour durch Deutschdes Arztes bestimmen muß. Auch wir wünschen aufrichtig, daß es Der Verlauf des Gefechts wird folgendermaßen geschildert: Als land zusammenfaseln, und thut selbst, als ob man das 400 Millionenden vereinten Bemühungen after beteiligten Kreise gelingen möge, die Chinesen das Feuer eröffneten, fielen die ersten Schüsse wirkungs- Reich innerhalb etlicher Monate ebenso genau kennen gelernt habe, solche Verirrungen einzelner Mitglieder unsres Standes dauernd aus los ins Waffer. Die Chinesen trafen jedoch darauf den„ Iltis" wie seine Bestentasche. Daß die Chinesen erbärmlich feig seien, ist der Welt zu schaffen." und das englische Kriegsschiff„ Algerine" ungefähr dreizehnmal, die hunderttausend Mal behauptet worden, allein es haben auch ernst zu Soffentlich schließen sich zahlreiche andre ärztliche Vereine dieser fie böse zurichteten. Hierauf eröffnete die tombinierte Flotte nehmende Stimmen das gerade Gegenteil behauptet. Erklärung an! ein furchtbares Feuer. Ihre Distanz war von Anbeginn Dafür, daß Leute, die den chinesischen Volkscharakter doch auch genau getroffen und zwei Forts wurden buchstäblich in Stücke einigermaßen kennen dürften, ganz anders über die jetzige Bewegung geblajen. Die chinesischen Artilleristen waren über das sichere in China dachten, als Herr Goldmann, zeugt folgendes Telegramm: Feuern der Schiffe entsegt, da sie bestimmt geglaubt hatten, die London, 19. Juni. Der Korrespondent des Daily Telegraph" Schiffe leicht und schnell vernichten zu können. Ein russisches Corps in Shanghai telegraphiert unter dem gestrigen Datum: Ich erfahre Die Ergänzungswahlen für den Senat, die am Sonnabend unterstützte den Angriff von der Landfeite. Derfelbe dauerte bis von zuverlässiger Seite folgendes: Fünf bis sechs Wochen vor durch die Provinzialräte vollzogen wurden, brachten den Oppositions- Tagesanbruch. Hierauf landeten die Schiffe 2000 Mann, bestehend dem Ausbruch der Unruhen erklärte der deutsche Gesandte parteien einen Zuwachs von 12 Sihen, während die Klerikalen ebenso- ans Engländern, Amerikanern, Deutschen, Russen, Franzosen, in Beting, Freiherr v. Ketteler, in einer Beratung viele Size einbüßten. Oestreichern, Italienern und Japanern. Dieselben erstürmten die des diplomatischen Corps mit Entschiedenheit, daß die von den Forts; die fliehenden Chinesen wurden der russischen Landtruppe in Gesandten bis dahin getroffenen Maßnahmen unzureichend die Arme getrieben. An 400 Chinesen sollen gefallen sein. feien, und daß sowohl zum Schutz der Europäer in ganz Außerdem meldet noch eine Shanghaier Meldung der„ Times" China, wie der Gesandtschaften in Beting, von seiten über die Erstürmung der Forts von Tatu, daß der Kapitän des der europäischen Mächte energischere Schritte gethan werden Jltis" schwer verwundet worden ist.( Eine anderweitige müßten. Sonst würde in furzer Zeit ein großes Blutbad Bestätigung dieser Meldung liegt nicht vor. Kommandant des unter den Christen angerichtet werden, und selbst die Gesandten Ueber die Ministerkrisis, die wir in der gestrigen Nummer ltis" ist Stapitän Laus) Nach einer Shanghaier Dalziel" würden nicht verschont bleiben. unter„ Neueste Nachrichten" noch meldeten, besagt ein Telegramm: Drahtung follen 400 Chinesen bei Tafu getötet Rom, 18. Juni. Die Abendblätter finden die Veranlassung worden sein. Auf ihrem Rückzuge fielen sie russischen Landzur Demission des Ministeriums in Meinungsverschiedenheiten, welche truppen in die Hände. Diese Mitteilung ist angeblich Berichten aus in demselben über die Tragweite der von Gallo behufs Ver- chinesischen Quellen entlehnt. Man erwartet, diese Niederlage werde einbarung über die Geschäftsordnungsfrage der Kammer mit die Chinesen nach Nordwesten auf eine starte internationale Streit- onders interessieren. Chinas Bevölkerung wird auf 357 250 000 Ginder Opposition eingeleiteten Verhandlungen aufgetaucht feien. fraft treiben. Die Befehle zum Angriff auf die wohner geschäßt. Davon entfallen auf die von der Erhebung be Den Blättern zufolge hätten die Miniſter Visconti- Venosta, Flotte wurden durch ein persönliches Editt det troffenen Provinzen Petſchili 19,4, Kiangsu 21, Kwangji 5,2, Hunan Bonasi und Carmine erklärt, den Vorschlag einer Unter- aiserin übermittelt. Die Russen sind im Besiy 21 Millionen. Shantung besitzt 25 Millionen Einwohner. handlung mit der äußersten Linken abzulehnen und deshalb der chinesischen Forfs. ihre Entlassung gegeben, und dieses hätte zur allgemeinen Strifis geführt. Der Popolo Romano" giebt eine Dar wird gemeldet, daß einem aus Tscheng- tu eingetroffenen Privatstellung der Verhandlungen mit den Oppositionsparteien imd fagt, das Ministerium habe nicht zögern können, einstimuniq die telegramm zufolge in Stichwan( Proving Betfchili) eine Forderung der äußersten Linfen nach der Aufhebung der am 3. Mai „ Revolution" ausgebrochen sei. angenommenen Geschäftsordnung zurückzuweisen. Aber, da dieser Entschluß die unvermeidliche Folge der Wiederaufnahme der Tumulte in der Kammer und die Notwendigkeit nach sich ziehen würde, zu äußersten Maßregeln die Zuflucht zu nehmen, so habe das der Entschließung zu lassen. die Freiheit Heute abend wurde Saracco nach dem Quirinal berufen. So das Telegramm. Wie es scheint soll der Versuch gemacht werden, Pellong an die Spize des neuen Stabinetts zu stellen. Dem widersetzt sich aber aufs entschiedenste die äußerste Linte, die Die Oppositionsparteien haben nunmehr im ganzen 44 Size( statt bisher 32), die Klerifalen 58 Size( ſtaft 70). Die Sige der Oppofitionsparteien verteilen sich mit 37( statt 31) unter die Liberalen und 7( statt 1) unter die Socialisten. Italien. 41 Ministerium seine Entlassung gegeben, um dem Könige sabe das jezt Herrin der Situation ist. Afrika. Vom füdafrikanischen Krieg liegen auch heute nur sehr dürftige Nachrichten vor. Sie lauten: London, 19. Juni. Feldmarschall Roberts meldet aus Pretoria vom 18. Juni: Boden- Powell ist heute hier eingetroffen. London, 19. Juni. Feldmarschall Lord Roberts telegraphiert unter dem gestrigen Datum aus Pretoria: In Pretoria und Johannesburg ist alles ruhig. Seit der Belegung Pretorias find Ausrüstungen für 2000 Soldaten abgeliefert worden, welche für die freigewordenen Gefangenen benutzt worden sind. Die Zahl letzterer beträgt 3187. " Ueber die Ausbreitung der Erhebung Statistisches über China. Einige statistische Daten über China dürften gegenwärtig bes Beres die Von Landtruppen sind in China vorhanden: Mandschu, die Provinzial- und die irregulären Truppen. Die Sollstärke der Mandschu- Truppen beträgt 300 000 Mann, indeffen entspricht ihre Effektivstärke keineswegs ihrer Sollstärke. Ein großer Teil dieser Truppengattung steht in Beting feine Stärke entzieht sich indes ebenfalls jeder Schätzung. Mitteilung, daß die Gefahr am Yangtjee- Kiang und Tjetihnen sich brechen Chinas" fonstatieren können, daß ein General in Beling, In der Dienstagsgung des Ministerrats machte Delcaffé dic ford hat in seinem kürzlich erschienenen Werke„ Das Auseinander vermindert habe. Die Lage in Yunnan, dem Hinterland von Tonking der sich gerühmt habe, 10 000 Mann zu kommandieren, in Wirklich ist beunruhigend. feit nur 800 Mann zur Verfügung gehabt hatte. Der militärische Die Pariser Blätter fordern die Regierung auf, sofort energiiche Wert dieser Truppengattung soll ein sehr geringer sein. Schritte zu unternehmen und die Schiffsdivisionen in den asiatischen Etwas besser soll es um die den Vicekönigen und Gouverneuren Gewässern und die Streitmacht in Hinterindien zu ver- unterstellten Provinzialtruppen stehen, deren Stärke etwa 200000 bis stärken. dem Minister des Auswärtigen Delcassé die formellsten Ver- feit ihrer Kommandierenden differiert auch die Qualität dieſet Dem Figaro" zufolge gab der chinesische Gesandte 300 000 Mann beträgt. Je nach der Gewissenhaftigkeit und Fähig ficherungen, daß alle nötigen Weisungen an die Behörden in Yünnan Truppengattung, deren Ausrüstung teilweise in Speeren und Feuerstein. erteilt werden würden. An den Vieetönig von Jünnan fandte der gewehren, teilweise auch in Henry- Martinis und daß alle an die fürdan Mauſergewehren chinesische Gesandte folgendes Telegramm: " Da es mir nicht möglich ist, nach Peking zu telegraphieren, nehme ich es auf mich, Sie aufzufordern, daß sie François und seine Leute beschüßen und deren Reise nicht hindern. Andernfalls fällt die Verantwortung für das Leben aller dieser Franzojen auf Sie zurück. Wollen Sie mir den Empfang dieser Depesche telegraphisch bestätigen. französischen Konsuls in Mongtse Mr. Francois und Troß dieses Telegramms hält man in Paris die Lage des der übrigen Franzosen für sehr gefährdet. bereit. Man zögert hier jedoch, den Befehl zum Vormarsch zu er An der Tonkinggrenze stehen Truppen zum Einfall in Yünnan teilen, um die Franzosen nicht zu gefährden, die zum Teil noch Das Ministerium Schreiner ist in der Kapkolonie gefallen 400 Kilometer weit im Innern weilen und gänzlich der Gnade der und hat einem rein englischen Ministerium Platz gemacht. Schreiner, Chinesen ausgeliefert sind. ein Afrikander, der mit den Boeren sympathisiert, verfolgte die Politik der Aussöhnung des englischen und holländischen Elements, Ein Urteil über China. die an sich ja die einzig vernünftige Politik in Südafrika ist und sei hier der Vollständigkeit wegen wiedergegeben, trotzdem es uns schließlich auch von der englischen Regierung wird adoptiert werden nicht zutreffend erscheint. Der frühere Storrespondent der Frank. müffen. Durch den Krieg geriet er zwischen zwei Stühle. Er wollte vermitteln, und machte sich auf beiden Seiten unmöglich. Beitung", der China vor nicht allzu langer Zeit bereiſte, veröffentlicht Das neue Ministerium ist für eine Politik der Strenge gegen das Stellen entnommen seien. Der Verfasser schreibt: in der Wiener Neuen Freien Presse" einen Artikel, dem einige Afrikandertum. Sie weit es fommen wird, werden wir bald schen. HE leber die Der Krieg in China. Deutschland macht mobil. 10 Tagen zur Ausreise fertig zu machen. ang find is oral Rüstungen der übrigen Mächte " = besteht. Die Kriegsflotte besteht aus 71 Schiffen( davon 47 Tor pedoboote) mit 249 Geschüßen( davon 142 Torpedo- Lancierrohre). Die Zahl der in den Vertragshafen ansässigen Fremden betrug 1898 mm 13 421, darunter 5148 Engländer. 1043 Deutsche, 1624 Japaner, 2056 Amerikaner, 920 Franzosen. Letzte Meldungen. weitere 20 000 Mann ab. meldet aus Paris: Rußland, welches bereits 4000 Mann unterwegs Frankfurt a. M., 19. Juni.( B. H.) Die Frautf. Zeitung" nach Beting hat, schickt, wie ganz zuverlässig bekannt wird, sofort Wien, 19. Juni.( B. H.) Hiefige diplomatische Kreise erklären, eine Berwicklung unter den Mächten wegen China sei völlig ausgeschloffen. Wien, 19. Juni.( B. H.) Die Pol. Korresp." bestätigt, daß die russische Regierung mittels Cirkulardepesche den Mächten mitzur Verfügung gestellt habe. Die Truppen feien bereits im chinesischen geteilt hat, daß sie der russischen Gesandtschaft in Peking 4000 Mann Hafen Littorelo gelandet, Paris, 19. Juni.( B. H.) Im heutigen Ministerrat erklärte der Minister des Auswärtigen, daß vollständiges Einver nehmen zwischen den Großmächten in betreff der chinesischen Angelegenheit besteht. Die Verbindungen mit Tientsin sind noch immer unterbrochen. Infolge der Vorstellungen, welche seitens des chines fifchen Botschafters in Paris bei dem Vicekönig von Yünnan erhoben wurden, hat der Vicekönig den Behörden Befehl erteilt, das Leben und Eigentum der Europäer zu schüßen. " Wer einmal in China gewesen, bringt vor allem die Erfahrung mit nach Hause, daß die Dinge dort, aus der Nähe gesehen, sich ganz anders und in der Regel weit weniger ichlimm ausnehmen, als man sie in Europa sich vorstellt. Der Schreiber dieser Zeilen hat im Oftober 1898 in Beting geweilt, zu einer Zeit. die an außerordentlichen Vorgängen der jetzigen wenig Paris, 19. Juni.( W. T. B.) Eine Note der„ Agence Havas". Aus Kiel erhalten wir folgendes Telegramm: Kiel, nachgab. Die Kaiſerin- Witwe hatte ihren Staatsstreich gemacht, der befagt: Die französischen Streitkräfte, welche sich bereits in China 19. Juni. Das, Seebataillon bis zum Jahrgang 1895 er: Staiser war abgesetzt, das Volk war unzufrieden. Die alte Kaiserin befinden, oder noch zur See nach Taku unterivegs sind und zwischen hielt hente 5 Uhr den Mobilmachungsbefehl. Auch der und ihre Berater hezten das Wolk gegen die. Aus dem 25. Juni und 3. Juli dort eintreffen, belaufen sich auf Panzerkrenzer, Fürst Bismarck" erhielt Ordre, fich innerhalb länder, und bald liefen Gerüchte in Pefing un, welche be- etwa 2000 Mann. Die Streitkräfte, welche Frankreich am fagten, die Europäer hätten die Kaiserin zur Abjegung 29. Juni in zwei Transporten verlassen werden, werden 2200 Mann des Kaisers gezwungen, die Europäer hätten den Kaiser um betragen. Mit der Krenzerdivision, welche gegenwärtig armiert wird bringen lassen usw. Beting war in diesen Tagen also kein be- und spätestens am 29. Juni von Frankreich abgeht, werden fich liegen folgende Meldungen vor: haglicher Aufenthaltsort für Europäer( was es übrigens in andren französischerseits in den chinesischen Gewässern 7 Kreuzer, 1 Aviso Toulon, 19. Juni. Infolge der Vorgänge in China herrscht im Tagen auch nicht ist). Drohungen schwirrten durch die Luft, der und 4 Kanonenboote befinden. hiesigen Hafen eine rege Thätigkeit, um für alle Fälle die Aufruhr gährte, und in den Gesandtschaften teilte man sich Aeuße- Rom, 19. Juni.( B. H.) Die Regierung beschloß die Absendung notwendigen Vorbereitungen zu treffen, doch haben bis jetzt nur rungen von Mandarinen mit, welche gesagt hatten, da die Gesandten eines größeren Truppentontingents nach China. zwei Kreuzer Befehl erhalten, zur Abfahrt bereit unter allen Europäern die ersten scien, müsse man zuerst auch Mailand, 19. Juni.( B.:) Die Panzerfrenzer„ Carlo zu ein. Es ist auch die Rede davon, daß eine Division die Gesandten totschlagen. Die Gesandten telegraphierten. ganz so Alberto"," Strombolino" und" Vesuvio" erhielten Befehl, sich zur Teichter Kreuzer gebildet werden soll. Die vierte wie jezt, an die Kommandanten der vor Tatu vereinigten Abfahrt nach China bereit zu halten. Brigade der Marine Infanterie hält sich zur europäischen, amerikanischen und japanischen Kriegsschiffe und er- London, 19. Juni.( W. T. B.) Die gegenwärtig in Portland etwaigen Verstärkung der kolonialen Kontingente baten die Entsendung von Detachements zum Schuß der Legationen liegenden englischen Kriegsschiffe Diadem" und" Furious" haben bercit nach Peking. Inzwischen wurde die Gefahr, in welcher die Europäer Befehl erhalten, nach China zu gehen. Der Marineminister Lanessan teilte im Ministerrat mit, daß der in Beting schwebten, an die europäische Presse berichtet. Da die London, 19. Juni.( W. T. B.) Unterhaus. Der Unterstaats Kreuzer Guichen" am 23. d. M. nach Taku und die Kreuzer Berichte einen Weg von etwa 12 000 Meilen zu durchlaufen hatten, sekretär des Aeußern Brodrick erklärt, daß von Peting keine NachAdmiral Charner" und Friant" am 21. d. M. ebendort- so hatte diese Gefahr Zeit, unterwegs ganz beträgtlich zu wachsen. richten späteren Datums als die bereits dem Hause mitgeteilten hin in See gehen werden. Gleichzeitig sollen 2 Bataillone Und als gar der Pöbel in Peking einige Excesse verübte und mehrere vorliegen. Die Admiralität habe Anordnungen getroffen, um und 2 Batterien auf dem Transportschiff Nive" vom Bahnhof kommende Engländer, als sie die große, durch die Verstärkungen an den wichtigsten Binukten des Yangise- Kiang aufeingefchifft werden. Chinesenstadt führende Straße durchritten, mit Steinwürfen empfing, zustellen. Die britischen Kriegsschiffe werden, wenn notwendig, mit D " boots von der Rückkehr des Admirals. " wurde, Deutsches Reich. eines ben Vicefönigen zur Aufrechterhaltung der Ordnung gemeinsam handeln, In die Handelskammer eingezogen ist( unfres Wissens als in der Nähe des Reineteschen Neubaues in der Potsdamerstraße, Gegenwärtig haben sich keine Umstände am Yangtfe- Kiang ergeben, erster Socialdemokrat) der Parteigenosse Paul Hug in Bant. auf dem die Arbeiter streiften. welche ein weiteres Eingreifen notwendig machen. Die letzte Er wurde im Amtsbezirk Jever mit 35 gegen 4 Stimmen in Für dieses Vergehen wurden die llebelthäter von der PolizeiNachricht stammt vom Kommandanten des„ Endymion" bei Wei- die Handelskamuner des Großherzogtums Oldenburg gewählt. behörde auf Grund einer lokalen Polizeiverordnung, welche das Fai- wei und ist von gestern abend 81/2 Uhr datiert. Dieselbe sagt, daß die Forts von Tatu, welche das Feuer am 17. Juni auf die Die Maifeier der Partei in Halle vor Gericht. Wie vor Stehen bleiben auf den Bürgersteigen in verkehrsDie Maifeier der Partei in Halle vor Gericht. Wie vor hemmender Weise" verbietet, mit einem Strafmandat von Schiffe der vereinigten Geschwader eröffneten, nach sechsstündigem auszusehen war, hat die Polizeiverwaltung mit dem gerade nicht je 9 m. bedacht. Der erhobene Widerspruch hatte nur den Erfolg, Gefecht zum Schweigen gebracht und besonders schwungvoll eingefädelten Maiprozeß gründlich Fiasko von den vereinigten Streitkräften besetzt wurden. Verstärkungsmannschaften zum Sturm gemacht. Die birgerliche Bresse in Halle schien das vorauszusehen daß das Schöffengericht diese Strafe auf je 2 M. ermäßigte. der Forts waren am vorhergehenden Nachmittag von den Schiffen und hatte ihren sonstigen Gewohnheiten entgegen feinen Berichtan Land gesandt worden. Die britischen Schiffe, welche sich auf dem erstatter in die Verhandlung gesandt. Insbesondere ist es nicht ge- Die Leipziger Stellmacher sind am Montag in den Streik Flusse selbst am Gefecht beteiligten, waren die Korvette Algerine" lungen, wie feiner Zeit im Publikationsorgan der Polizei behauptet getreten. Der Vorschlag der Innung, die Bewegung um acht Tage und zwei Torpedoboot- Zerstörer. den Nachweis zu erbringen, daß die mitangeklagten zu verschieben, weil am 24. Juni erst eine außerordentliche JunungsDie letzten beiden nahmen bier chinesische Torpedoboot- Zerstörer. Die Verluste auf der sechs Latcher" 2c. aus Interesse an der Maifeier an dem zu versammlung stattfindet, wurde einstimmig für unannehmbar erklärt. Algerine" find leicht, die Verluste der Sturmtolonnen find un- Gegenteil stellte es fich gleich bei Beginn der Verhandlung ein Streit der dort beschäftigten 2a dierer ausgebrochen. Bei der Tausenden zählenden Morgenspaziergang teilgenommen haben. Im In der Waggonfabrik von Rathgeber in München ist bekannt. Die verbündeten Admirale hielten einen chinesischen Socialdemokratie nichts heraus, daß diese Leute mit der Kreuzer zweiter Klaffe auf der Außenseite bon Taku zurüd. Dem britischen Kontre- Admiral war bis 2 Uhr gemein haben. Sie sagten: An eine solche Sache, die vom focial- genannten Firma find thatsächlich noch Ladierer beschäftigt, welche nachmittags des 17. Juni feine Nachricht zugegangen, daß der kom demokratischen Redacteur Swienth geleitet wird, beteiligen pro Tag 2,60 M. verdienen. Auf wiederholtes Vorgehen der Lohnmandierende Admiral nach Tientsin zurückkehrte. Diese Meldung ist wir uns nicht. Wir fehren uns überhaupt nicht an die Mai- fommission der Lackierer und des Arbeiterausschusses betreffs Abneuer als die gestern eingegangene Nachricht des japanischen Torpedo- feier und fahren im Tarameter, wenn wir Geld haben." schaffung der Ueberstunden, Sonntags- und Feiertagsarbeit sowie Als eine direkte Verhöhnung der Arbeiterschaft muß es um Einführung des Neunstundentags und Festsegung London, 19. Juni.( W. T. B.) Bis jetzt liegt weder auf der haft befindliche Arbeiter Emil wolf, der am 2. Mai einen Arbeiter Betriebsingenieur abgewiesen. Es befinden sich bis jetzt 50 Mann bezeichnet werden, daß der wegen Totschlags in Untersuchungs- Minimallohns von 3,00, 3,50 und 4,00 m. wurden sie von dem Admiralität noch an einer andern Stelle eine Bestätigung des erstochen hat, mit unter den angeklagten Parteigenoffen er im Streif.- Zuzug von Ladierern nach München iſt ſtreng fernGerüchts vor, daß zwei englische Kriegsschiffe bei dem Angriff auf schien. Kein einziger von den 20 Polizeibeamten und auch zuhalten. die Forts von Taku in den Grund gebohrt sind. Man hält hier das fein andrer Zeuge konnte befunden, daß Wolf an der Ein chriftlicher Verband der Schneider, Schneiderinnen 2c. Gerücht für unbegründet. Maifeier teilgenommen hat und er selbst stellte es eben mit dem Sig in München soll demnächst ins Leben gerufen falls in Abrede. Als Genosse Ebeling dem Oberpolizei werden. Eine Kommission ist mit der Durchberatung der Statuten Inspektor Weydemann die Frage vorlegte, wer denn den beauftragt worden; bisher bestanden nur in einigen Städten, so auch Wolf mit als Teilnehmer notiert habe, zudte Herr Wehdemann mit in Berlin Lofalvereinigungen. den Schultern. Dabei sagte aber Zeuge Weydemann, als er wiederholt vom Genossen Swienty und dem Vertrauensmann Reimand zur Rede gestellt und es etwas laut wurde: Ich habe geglaubt, ich Die Tabakarbeiter von Kopenhagen find, 500 Mann habe es hier mit anständigen Arbeitern zu thun. Im Vorjahr hätte start in den Streit eingetreten. Es ist wahrscheinlich, daß in den sich nach feiner eigenen Angabe die Socialdemokratie bei der Mai- nächsten Tagen weitere 400 Mami gezwungen werden, die Arbeit feier meisterhaft benommen, aber in diesem Jahr habe sie niederzulegen. verbotwidrig gehandelt, Blantziehen habe er lassen, weil er annahm, Dänische Eisenbahnarbeiter streiken. Etwa 278 Arbeiter der der Zug" habe das ganze Polizeiaufgebot wegschwemmen" Strede Taestrup- Roskilde- Köge haben die Arbeit einwollen. Die heiteren Episoden der fünfeinhalbstündigen gestellt, weil sie nur 2,20 Tagelohn haben bei 10%/ aftündiger ArbeitsSchöffengerichts- Verhandlung hier alle aufzuführen, würde zu weit zeit. Sie hatten in einer Versammlung des Transportarbeiter- Verführen. Es sei aber gesagt, daß eine ganze Anzahl von den 37 An- bands beschlossen, 3 kr. pro Tag zu verlangen und diese Forderung geklagten zufällig in den Zug hineingeraten ist. Ein Bau- der Oberbahndirektion übermittelt. Dieselbe wollte 2,40 Kr. zahlen, unternehmer, dessen 30 Leute feierten, die er bei dem Spaziergange worauf die Arbeiter aber nicht eingingen. Es wird gewarnt, daß fuchte, war auch mitangeklagt. Die mitangeklagte Frau Weise be- sich Streifbrecher melden. wunderte, daß ihr 5 jähriges Söhnchen, das am Spaziergange teilgenommen, nicht mitangeklagt war. Genosse Swienth bestritt Leiter In Budapest find 3000 Arbeiter der Maschinengewesen zu sein und beantragte seine Freisprechung, damit dargelegt fabrik der ungrischen Staatsbahn in den Ausstand ge= werde, daß die Polizei nicht parteiisch vorgehen darf. Das Resultat treten. Die Ursache des Ausstandes ist die Nichtbewilligung der geder Verhandlung war, daß 22 Angeklagte wegen Teilnahme am forderten Lohnerhöhung. Umzuge" zu je 9 M. Geldstrafe verurteilt, 11 freigeiprochen wurden und gegen 4 Angeklagte die Sache vertagt wurde. Partei- Nachrichten. Buchdrucker und Socialdemokratie. " In Nummer 128 des„ Vorwärts" wird unter der Ueberschrift: Buchdrucker und Socialdemokratie ein Brief des Geschäftsführers der Schlesw. Holst. Volksztg." J. Krause abgedruckt. Zu diesem Briefe sind schon in Nummer 134 des Vorwärts" einige Ergänzungen erfolgt. Der Brief schildert in einer so einseitigen Weise eine den Unterzeichneten persönlich angehende Angelegenheit, daß ich nicht umhin kann, zu dem Bericht folgendes zu bemerken. Krause schreibt: Der Metalldreher W., ein thätiger Genosse und geschickter Arbeiter, war Preßkommissionsmitglied, als es sich bei uns um die Aufstellung einer Zwillings- Rotationsmaschine handelte, und machte unsern Handelsgesellschaftern plausibel, zur Schüßung des in die Maschine gesteckten Kapitals einen mit dem Maschinenmaterial vertrauten Mann als Maschinenmeister anzustellen. Als dann der Frage der Anstellung eines solchen in einer Sigung im vorigen August näher getreten werden sollte, empfahl er sich selbst und wurde probeweise auf ein Vierteljahr mit 36 M.. pro Woche auch gewählt. Demgegenüber stelle ich fest: Die ganzen Jahre meiner Preßkommissions- Thätigkeit, schon Yange, ehe überhaupt an eine Rotationsmaschine gedacht wurde, habe ich immer und immer wieder auf die milde ausgedrückt fehlerhafte, verkehrte Behandlung der Maschinen in der„ Volkszeitung" hingewiesen. Auch bin ich es nicht allein gewesen, dem diese Ueberzeugung fich aufdrängte und aussprach. Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Zur Straßenbahner- Bewegung. Ansland. Sociales. „ Es kommt Besuch". Folgender merkwürdiger Fund wurde, wie der Rhein- Westf. Arb.-tg." mitgeteilt wurde, in der Grube der Zeche, Kaiserstuhl" gemacht: Es ist ein offenes Couvert, das am Kopfe die gedrudte Aufschrift trägt: Dortmund. Ich habe mich in keiner Weise für den Posten als MaschinenGewerkschaft der Beche ver. Westphalia, meister empfohlen, sondern in derselben Weise beworben, gestützt auf meine Zeugniffe, wie andre Personen auch; nur mit dem UnterDie Aufschrift des Couverts, mit Blauschrift geschrieben, lautet: Die Direktion der Großen Berliner Straßenbahnschied der Forderung eines Lohns von 36 M. pro Woche. Das sind Gesellschaft hat, wie es in einer Lokalkorrespondenz heißt, Herrn Aufsichtshauer Klodt. In dem Couvert befindet sich ein 6 M. mehr, als der schon in der Druckerei beschäftigte Maschinen- durch eine Verfügung bestimmt", daß die Wahlen der Magazins Gutschein von Schacht Kaiserstuhl II, wie solche die meister erhielt. Der Geschäftsleitung war bekannt, daß ich Bahnhofs Vertrauensleute, die als Beschwerdekommiffion Steiger mit sich führen, um den Leitungen Bescheinigungen für zu durch eine erfolgreiche Bewerbung mich in teiner Weise die Wünsche der Angestellten der Direktion gegenüber vertreten sollen, empfangende Materialien auszustellen. Auf der Rückseite dieses im Lohn und Arbeitszeit verbessert haben würde. Den baldigst vorzunehmen sind. Je der Bahnhof hat einen gefundenen Bettels finden sich mit Blauftift geschrieben die ominösen speciellen Nachweis hierüber hat die Geschäftsleitung in Händen Fahrer respektive uticher und einen Schaffner Worte: Es tommt Bejuch. gehabt. Als Grund meiner Bewerbung gab ich der Geschäftsleitung als Beschwerdeführer zu entienden. Der Kommission Die Bergleute wissen, was diese Worte zu bedeuten haben. Ihr an: eine Arbeitsstelle zu gewinnen, wo ich meinen agitatorischen ist jedoch nur die Berechtigung zur Vorbringung von Wünschen auf bißchen Vertrauen zur vielgepriesenen Berginspektion schwindet denn Bestrebungen in meiner freien Zeit nicht die Rücksichten aufzuerlegen dienstliche oder persönliche Verhältnisse gestattet. Etwaige Be- auch immer mehr und wendet sich in steigendem Maße der Arbeiterbrauchte, wie bis dato. Den Sizungen, in denen über die An- schwerden fiber Vorgesetzte 2c. dürfen durch sie der Direktion nicht partei und der Arbeiterpresse zu. stellung eines Maschinenmeisters beraten wurde, habe ich nur insoweit unterbreitet werden. beigewohnt, als ich gerufen wurde, mich zu erklären, wie ich mich zu einer dreimonatlichen Probezeit stellte. Rud. Wissel = Eine Schröpfung des Publikums beabsichtigt nun auch der Da nach früheren Erfahrungen Beschwerden über Borgesetzte Landesverein badischer Apotheker nach dem Muster nicht in die Hände der Direktion gelangen, so find die Unter- ihrer sächsischen und bayrischen Kollegen vorzunehmen. Er versendet Zu der ganz deplacierten Bemerkung Krauses, daß ich anständig beamten natürlich gezwungen, zum Schuße gegen llebergriffe feitens an die Apotheker ein Cirkular, in welchem er den Beschluß des entschädigt" fei, habe ich zu erklären, daß mir, der ich auf ein der Borgesetzten auch für die Zukunft die Silfe der Deffent- Bereins mitteilt, der dahin geht, Specialitäten, zu deren Verkauf der Vierteljahr Probezeit angestellt war, für die Zeit, wo ich infolge lichte it in Anspruch zu nehmen. Die Unterstützung des Publi- Apotheker allein berechtigt ist, nur nach dem Grundsatz zu verkaufen, meiner Wiederentlassung arbeitslos war, 4 Wochen, auf meine Forde- tums und der gesamten Presse, soweit sie nicht die Inter- daß ein Minimalnngen von 371/2 Pro 3., das ist 60 Proz. rung das bei meiner Einstellung vereinbarte Gehalt ausgezahlt effen der Aktionäre und der Scharfmacher vertritt, wird den auf den Einkaufspreis, verbleibt. Es scheint, daß den Apothekern erhielt. Straßenbahnern auch in Zukunft zu teil werden. Es wäre verfehlt, die Hunderttausende von Mark, zu denen sie jetzt ihre Apotheken Ob es mangelndes Wollen oder können war, was den Geschäfts- wollte man annehmen, daß die Angestellten nun vollständig ge- losschlagen, nicht mehr genügen und daß sie den Wert derselben auf führer Krause zu seiner Darstellung veranlaßte, lasse ich dahin wonnen hätten. Nicht allein, daß sie Beschwerden über Vorgejezte Millionen hinauftreiben wollen. gestellt. Jenen ehrlichen Mut der Selbstüberwindung hat Krause nicht vorbringen dürfen, auch das wenige, was der Direktion nicht, selbst seine Darstellung zu ergänzen. Auf einen aus Anlaß sonst durch Harten Stampf entrissen werden mußte, ist nur feiner Darstellung an ihn gerichteten Protestbrief lehnte er ab, ein- o lange ficher, als die Direktion sich einer starten zugehen, da die Angelegenheit hinter ihm liege". Er bestätigt mir Organisation gegenüber befindet. Die Maßregelungen der legten Versammlungen. aber, daß er seinen Brief geschrieben habe ohne Ahnung, daß er in Beit sollten ja den Erfolg herbeiführen, daß die Massen aus Furcht die Deffentlichkeit tonimen würde. As ob man nicht für jedes seiner der Organisation den Rücken tehren. Das hat die Direktion nicht Gewerkschaftsbewegung und politische Parteien. In der Worte immer einzutreten habe. erreicht. Die Ruhe, die gegenwärtig unter den Angestellten herrscht, öffentlichen Versammlung der Lithographen, Steindruder Kiel, 15. Juni 1900. ist nur eine scheinbare, unter der Oberfläche gährt es weiter. und Berufsgenossen, die am Montag im Gewerkschaftshause Es wird von dem ferneren Verhalten der Direktion abhängen, ob tagte, um die Diskussion über das Bebelsche Referat fortzufezen, Jm Saalfelder Parteiblatt schreibt Genosse A. H.: wieder Ruhe und Frieden in die Reihen der Straßenbahner ein- würde auf Antrag Sillier folgende Resolution beschlossen: Die Ich hätte in der That nicht geglaubt, daß jemals eine Gelegen- tehrt. Jedenfalls werden sich dieselben ihr koalitionsrecht am 18. Juni im Gewerkschaftshause tagende Versammlung der heit täme, bei welcher ich mich in der unangenehmen Situation be- feinesfalls nehmen lassen. Lithographen, Steindruder und Berufsgenossen hält nach dem finden würde, gegen den Deutschen Buchdrucker Verband, dent ich Es wird ferner noch mitgeteilt: Nachdem der poetische Vortrage des Reichstags- Abgeordneten Bebel über Gewerk und politische Parteien und der sich annun das 20. Jahr angehöre, eine Zeile schreiben zu müssen, und Schaffner Suste von der Direktion gemaßregelt worden, duldet schaftsbewegung It a ch wie bor an der Ansicht doch thut jetzt eine Erklärung bitter not. Zu der am es auch den Vater der Straßenbahn Poesie nicht länger schließenden Diskussion, des immer engeren daß infolge Zusammenschlusses 17. Juni im Saale des Meininger Hofs" stattfindenden mehr in seinem Dienste. Der poetische Schaffner Gallay, ber feſt, Gutenbergsfeier sollte der Volksblatt- Redacteur Genosse R. Levy die den Passagieren der den Westen Berlins befahrenden Linien bekannt der Unternehmer zu Vereinen, Ringen 2c., die Arbeiter sich gleichfalls Festrede halten; das Festkomitee hatte ihn darum ersuchen lassen und ist, hat um die Enthebung von seinem Posten nachgesucht. Er tritt immer enger, ohne Rücksicht auf deren politische und er hatte bereitwilligst zugeiagt. Da kommt min jetzt Gegenorder: das jetzt in einem hiesigen, denmächst zu eröffnenden Warenhaus in religiöse Anschauungen zusammen zu schließen haben, um Fesikomitee verzichtet auf die Festrede. Und warum? Man wolle alles Stellung. als Arbeiterklasse dem Unternehmertum zwecks Erringung einer vermeiden, was irgendwo und irdendwie Anstoß erregen und die höheren Lebenshaltung wirksam entgegen treten zu können. Feier als politisch erscheinen lassen könne. Dieser Beschluß sagt unDie Versammlung ist mit Bebel der Ansicht, daß in den Organi Die Fachvereine der Bäckermeisterföhne von Deutschland endlich viel. Er kennzeichnet einfach eine Hafenfüßigkeit, eine Angst, und Oestreich haben sich zu einem Verbande zusammengethan. Es fationen Arbeiter Klassenpolitit zu pflegen ist, durch irgendwo und bei irgendwem anzustoßen, daß es einem alten Verwaren hier in Berlin Delegierte anwesend aus Berlin, Hamburg, schleierung der Thätigkeit der gewerkschaftlichen Organisation, durch welche der Klaffenkampf- Charakter hochgehalten wird. Jede Verbandsmitgliede wie mir, der für seine Gewerkschaft mehr als zehnmal Altona, Magdeburg, Halle, Kaffel, Nürnberg. Wien usw. Sie be- Schleierung der Thätigkeit der gewerkschaftlichen Organisation, durch welche eine Harmonie zwischen Kapital und Arbeit für möglich ges die Feuerprobe bestanden hat, geradezu grausen muß. Und dieses zweden, einen„ tüchtigen und angesehenen Meisterstand" zu schaffen, welche eine Harmonie zwischen Kapital und Arbeit für möglich geGrauen, es wuchs, als mir die Liste der persönlich Einzuladenden Hebung des Bäckerhandwerks usw. Sollte es sich hier nicht um halten wird, ist entschieden zu meiden. bekannt wurde. Um also ja nicht bei irgend einem bürgerlichen Organisierung von Streitbrecherkolonnen handeln? Stupiditus den Verdacht zu erweden, daß der großmächtige Deutsche Buchdruckerverband in irgend welcher Weise mit Socialdemokraten, Die Kommission der Tabakarbeiter in Rigdorf teilt mit, mit Arbeitern, in Verbindung zu bringen sein könnte, stößt man daß Herr Schulz den tarifmäßigen Lohn wieder zahlt, lieber der gesamten Arbeiterschaft vor den Kopf! Was würde die gegen Herrn Schulz gefaßten Beschlüsse damit rüdgängig geGutenberg, der zu feiernde Altmeister, wenn er's sehen fönnte, für macht seien. eine Freude" an seinen windelweichen Jüngern haben, die so tiefe Zum Spandauer Maurerstreik wird uns berichtet: Der Die Versammlung war leider nur schwach besucht. In der Bücklinge vor der Beschränktheit machen! Das wird aber natürlich nicht abhalten, die schwarze Kunst am Festtage als die Be- Bauunternehmer Balke hat die Forderungen der Streifenden be- langen Diskussion, die sich teilweise um die Person Tischendörfers freierin der Menschheit, als Führerin aus Nacht zum Licht in willigt. Die Unternehmer hielten am Sonnabendabend mit etwa brehte und in der der Theologe Burm gegen den abwesenden GeSpiel zu feiern. Und wie sich doch die Zeiten ändern! As in 30 Maurern, welche sich auf das bekannte Inserat des Unternehmer- noffen Bebel polentisierte, äußerten sich im übrigen alle Redner im Jahre 1891 der Buchdruderstreit ausbrach, fanden es die hiesigen erhalten", eine Versammlung ab. Da unter diesen Versammlungsverbandes gemeldet hatten, um das ganze Jahr über Arbeit zu Sinne der vorstehenden Resolution. führenden Gehilfen ganz selbstverständlich, daß dieses Thema in besuchern jedoch zum weitaus größten Teile Verbandsmitglieder einer öffentlichen Boltsversammlung erörtert wurde und es genierte und Streitende waren, welche von den Forderungen der auch gar nicht, daß der Referent meine Benigkeit vorher als Maurer nicht abzuweichen erklärten, so verlief diese Ber- Lehte Machrichten und Depelihen. 1. Punkt über den Erfurter socialdemokratischen Parteitag Bericht Frankfurt a. M., 19. Juni.( B. H.) Nach einem Telegramm erstattet hatte! Ja, damals waren die Zeiten ernst, da brauchte man die sammlung resultatlos. Gegenwärtig sind nur noch 36 Streikende ( von den ursprünglich 171 Streifenden) am Orte vor Sympathie und den Zuschuß der Massen, heute feiert man Feste und auf handen. Am Montag haben sodann wieder einige Accord der Frantf. 8tg." aus New York lehnt es Roosevelt pofitiv ab, fich haben sodann wieder einige Accord diesen sind bezwickerte Gesichter aus den„ besten Streifen" würdigere maurer" und italienische Maurer auf mehreren Bauten Arbeit ge- als Standidaten für die Vicepräsidentschaft aufstellen zu laffen. Repräsentanten als die Besizer schwieliger Hände. Lange genug nommen. Dagegen haben vier arbeitswillige Accordmaurer" auf London, 19. Juni. Unterhaus. Auf eine Anfrage, welche hat's gedauert, die Antipathie der übrigen Arbeiterschaft gegen dem Bastianschen Bau wieder aufgehört. Die Situation ift fort- finanziellen Silfsquellen der indischen Regierung zur Bekämpfung Pioniere der Arbeiter" auf ein erträgliches erträgliches Maß, gefeßt der Hungersnot zu Gebote ständen, erklärte der Staatssekretär für zurüdzudämmen, dieses Demutwinseln des Gutenberg- Fest- geſetzt eine den Streikenden günstige, da die Bauluſt in Spandau in Indien, Lord Hamilton, der genannten Regierung stehe in England diesem Jahre besonders groß ist. fomitees bor der Beschränktheit bürgerlicher Streise aber zu Anleihezweden ein bisher unberührter Fond von 9 Millionen wird die Kluft wieder erweitern helfen auf das frühere Maß Es geht auch ohne Zuchthausgefeh. Während des Ausstandes Pfund zur Verfügung. Ein Teil desselben folle im nächsten Monat und jeder denkende Arbeiter, der stolz ist auf seine auf dem der Bau- und Erdarbeiter in Spandau Ende April d. J. standen zur Verwendung gelangen. Boden der modernen Arbeiterbewegung stehende Organisation, auf eines Tages die Maurer Taube und Hahnert und einige Stunden Rom, 19. Juni.( Meldung der Agencia Stefani.) Der König seine politische Ueberzeugung, er wird es vorziehen, einem solchen hierauf auch die Arbeiter Schönfeld, Rauschte und Gehring furze Zeit beauftragte den Präfidenten des Senats, Sarocco, mit der Bildung Fest fernzubleiben. auf dem Bürgersteige( wie diese behaupten, jedoch an der Bordschwelle) eines Kabinetts. Verantwortlicher Redacteur: Panl John in Berlin. Für den Injeratenteil verantwortlich: Th. Glode in Berlin. Drud und Verlag von May Bading in Berlin. die Die Versammlung hält es aber auch für notivendig, daß die Arbeiter neben der gewerkschaftlichen Organisation fich auch politisch organisieren, um in Fragen, welche in der gewerkschaftlichen Organis fation nicht zu regeln sind, auf die Gesetzgebung einwirken zu können. Die ganze fociale Gesetzgebung, Vereins-, Zoll- und sonstige indirekte Steuerpolitit 2c. zwingen die Arbeiter zu dieser Stellungnahme." Hierzu 2 Beilagen und Unterhaltungsblatt. " Nr. 140. 17. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Eine Bresche. " Paris, 17. Juni. treffen. Um über die Verhältnisse der Verkäuferinnen Klarheit zu erhalten, veranlaßte der Centralverein für Arbeiter- Wohlfahrtseinrichtungen in Dresden eine Privaterhebung. An erfahrene Verkäuferinnen wurden. ausführliche Formulare verteilt, deren Beantwortung die Lage in Dresden, welche wohl für Deutschlands Mittelstädte typisch sein mag, genügend erhellt. " Mittwoch, 20. Juni 1900. Gerichts- Beitung. Lehrer Richard freigesprochen. der unter Ueber die gedrückte Lage der Handelsangestellten haben die Er- Erfolge errungen hat, so zum Beispiel in Frankfurt a. M. die hebungen der Reichskommission für Arbeiterstatistik Licht verbreitet. Durchführung der allgemeinen Sonntagsruhe. Es wäre sehr Hiernach war der Laden nur bei 14 Proz. weniger als 12 Stunden, wünschenswert, daß dem Verband mehr als bisher aus den be= Die ministerielle Feste weist in eine gähnende Bresche auf, die dagegen bei 22 Proz. bis zu 13, bei 17 Proz. bis zu 14, bei 18 Proz. treffenden Kreisen Verstärkung zu Teil werde. von Ministerium selbst gelegt worden ist. Was die reaktionäre bis zu 15, bei 21 Proz. bis zu 16, bei 6,5 Prog. über 16 Stunden Opposition in einem Jahre fortwährender wütender Attacken nicht täglich geöffnet. Mehr als die Hälfte der Geschäfte verlangte daher erreicht hat, hat das„ Ministerium der republikanischen Verteidigung" von ihren männlichen und weiblichen Angestellten eine 14 Stunden haben keineswegs die Absicht, aus Gleichheitsfanatismus etwa die Die Dienstpflicht der Franen. Man erschrecke nicht; wir in einem Tage- mit einer Einsichtslosigkeit ohne gleichen- volltäglich übersteigende Arbeitsleistung. bracht. Es ist ein Selbstmord, dessen Mißlingen nicht das Verdienst Diesen offenkundigen Notständen wird durch den Reichstags- Frage zu erörtern, ob unire Frauen im Dienste des Vaterlands der selbstmörderischen Regierung ist, wenn übrigens in diesem Fall beschluß vom 5. Dezember 1899 einigermaßen gesteuert, indem eined in Königs Rod einige Jahre Stechschritt üben und„ Griffe von einem Verdienst überhaupt die Rede sein kann: lieber ein rascher Mindestruhe von 10 Stunden für Gehilfen, Lehrlinge und Arbeiter, floppen" sollen. Nur einige harmlose Worte wollen wir einent Tod als ein flägliches und entehrtes Fortvegetieren... die in offer Verkaufsstellen oder dazu gehörigen Schreibstuben und wahrscheinlich sehr harmlosen Narren widmen, dem citierten Stichworte ein Buch geschrieben hat. Das Das ist geschehen in der Freitagsizung der Kammer gelegentlich Lagerräumet beschäftigt sind, festgesetzt wird. In Gemeinden über Untertitel: der Interpellationsdebatte über die Megelei in 20 000 Einwohner ist die Ruhezeit auf 11 Stunden erhöht; kleinere Buchträgt den „ Ein Beitrag zur Lösung Chalon- sur- Saône. Den Sachverhalt habe ich bereits an Orte können durch Ortsstatut diese Bestimmung einführen. Eine der Arbeiterinnenfrage" und sein Inhalt wird in der Buchhändler= dieser Stelle mitgeteilt. Die Debatte hat die vom Interpellanten, angemessene Mittagspause ist gleichfalls vorgeschrieben, welche für Anzeige wie folgt gekennzeichnet: dem Abgeordneten Simhan, gegebene Darstellung in feinem Punkte die außerhalb Speisenden mindestens 11/2 Stunden betragen muß. Miterverb gezwungen ist, und die mangelnden hauswirtschaftlichen Der Verfasser weist darin nach, daß die Arbeiterehefrau zum erschüttert. Der socialistische Abgeordnete Renon, der als Delegierter Das Gefeß sieht Ausnahmen vor für Arbeiten betreffs Verhütung Kenntnisse das Eheleben der Arbeiter ungünstig beeinflussen. Er unsrer Kammerfraktion in Chalon persönliche Informationen ein- des Verderbs von Waren, zur Aufnahme der Inventur und bei Kenntnisse das Eheleben der Arbeiter ungünstig beeinflussen. Er führt sodann aus, daß die Fortbildungsschulen den Arbeiterinnen geholt, hat Simhans Darstellung bestätigt. Der Ministerpräsident Umzügen, wogegen sich kaum etwas einwenden läßt. Sehr führt sodann aus, daß die Fortbildungsschulen den Arbeiterinnen Baldeck- Rouſſeau konnte nicht bestreiten, daß die Gendarmen ohne bedenklich dagegen ist eine weitere Ausnahme von jährlich die hauswirtschaftlichen Kenntnisse nicht verschaffen können, und fonnte nicht bestreiten, daß die Gendarmen ohne jede Notwehr für die einzelnen Geschäftszweige der Ortspolizeibehörde anheim: Wie sich der Verfasser die Ausführung der Sache denkt, ob er die geſeßlich vorgeſchriebenen drei Verwarnungen geschossen haben; er höchstens 30 Tagen", deren Bestimmung im allgemeinen sowie chlägt deshalb eine gesegliche dreijährige Dienstpflicht in bürgerlichen Häusern vor." Berechtigung jene mörderische Gesezesverlegung verübt haben; er gegeben ist. fonnte nicht bestreiten, daß der Präfekt zur Zeit der Mezelei nicht Eine andre Bestimmung befiehlt den Ladenschluß von 9 Uhr sich darüber überhaupt Gedanken gemacht hat, wissen wir nicht, da an Ort und Stelle war, was seine Pflicht und Schuldigkeit gewesen abends bis 5 Uhr früh, leider auch mit einer Reihe von Ausnahmen, würde auf erhebliche Schwierigkeiten stoßen, die nötige Anzahl„ Herruns das schnurrige Buch noch nicht vorliegt. Wir fürchten aber, er wäre; er fonnte endlich nicht bestreiten, daß die Gendarmen in jener von denen nur die eine für unvorhergesehene Notfälle" Geltung schaften" aufzutreiben. Uebrigens haben wir auch noch ein weiteres erheb Gegend besonders mordwütig gegen Streifende gestimmt sind, weil beanspruchen kann. Falls 2/3 der Geschäftsinhaber eines Orts den liches Bedenken. Wenn der Verfasser selbst auf den Gedanken gekommen fie fast alle Kandidaten zum Wächterposten in den Fabriken find Ladenschluß von 8 Uhr abends oder bis 7 Uhr morgens wünschen, ist, daß die Arbeiterehefrau zum Miterwerb gezwungen ist, so liegt und daher schon in der militärischen Uniform sich als Hansknechte kann die höhere Berwaltungsbehörde die entsprechende Anordnung doch der weitere Gedanke recht nahe, daß sie für die in dem dreides Unternehmertums auszuzeichnen suchen.. Troydem aber verschauzte er sich einfach, wie jeder beliebige Polizeiminister, hinter den Bei allen diesen Bestimmungen fällt zunächst die weitgehende Arbeiterhaushalte keine rechte Verwendung haben dürfte; wenn sie in jährigen Dienste erworbenen Hauswirtschaftlichen Kenntnisse in ihrem Lügenberichten der schuldigen Lokalbehörden, die alle Schuld auf die Verfügungsfreiheit auf, welche sowohl den unteren, wie den oberen die Fabrit gehen muß und keine Zeit hat, sich um ihren Haushalt zu Ausschreitungen" der Streifenden abwälzen. Behörden eingeräumt wird, wodurch sich der Wert der ohnehin nicht Es ist wahr, daß die Streifenden nach einem mehrwöchentlichen sehr beträchtlichen Verbesserungen sehr herabmindert. Ein weiterer fümmern, so helfen ihr die besten Hauswirtschaftlichen Kenntnisse Fensterscheiben der Fabrit eingeworfen haben. Dieser Vorfall steht geschäften. Wie sehr aber auch in den andren Zweigen eine Besse- halt des braven Bürgers aus dem Mittelstande zu walten, und Ausstand die Geduld verloren und im Laufe einer Kindgebung die Mangel ist die Beschränkung auf Angestellte in offenen Laden- nichts. Viel nötiger schiene es uns da schon noch, daß die Mädchen, die einmal berufen sind, als" echte deutsche Frau" züchtig im Hausaber in feinem Zusammenhang mit der Megelei. Um diese zu recht rung erforderlich ist, beweist der lezte Jahresbericht der sächsischen deren off erschreckender Mangel an hauswirtschaftlichen Senntfertigen, schügten die Lokalbehörden vor, die Manifestanten hätten Fabrikinspektoren. Es heißt dort aus Annaberg:" Es scheint nisjen gar zu häufig, wie tvir uns haben zuerst geschossen; aber es konnte keine einzige Spur einer privaten geboten, den Auswüchsen, die sich rücksichtlich der Ausnutzung des kaufſagen Revolverfugel aufgefunden werden außer den 21 von den männischen Bersonals, namentlich der Lehrlinge und der Comptoir wirtschaftlichen" Dienstpflicht unterworfen würden. lassen, das Auskommen" unmöglich macht, einer hausGendarmen abgeschossenen Kugeln. Ebenso haltlos ist der mädchen in Verlagsgeschäften( Textilwarenverlag), Fabriken 2c. heraus dienung etiva in einem Arbeiterhaushalt, wo man das Sparen Ihre Abbehördliche Hinweis auf die Steinwürfe der Manifestanten, gebildet haben, entgegenzutreten. Die jungen Leute müssen öfters lernen fann, würde vielleicht manchem bürgerlichen Hause zum Segen da legtere im Augenblic der Mezzelei tveit von täglich von 7 oder 8 Uhr bis in die Nacht hinein thätig sein und den Gendarmen entfernt waren. getroffenen Opfer war denn auch ein ganz unbeteiligter Zuschauer, schäftsleute sind schon längst zu der Ueberzeugung gekommen, daß es Fabrit nachgehen könnte. Die Kosten der Sache würden doch wohl, Das erste der drei tödlich werden nicht selten bis auf das äußerste ausgenugt. Einsichtige Ge- gereichen und hätte außerdem die nicht zu unterschätzende Nebenwirkung, daß die Arbeiterehefrau sorgloser ihrer Dienstpflicht in der Der friedlich an der Schivelle seiner Elternwohnung stand. nicht nötig ist, Lehrlinge und Comptoirmädchen bis zur Ermüdung da es sich ja um eine Angelegenheit von eminentem öffentlichen Jedenfalls durfte Walded- Rousseau desto weniger die Lokal zu beschäftigen; auch ist von den hier in Betracht kommenden Interesse, um die Hebung des Mittelstands und eine ganz ernsthafte behörden„ deden", als ihm genau bekannt sein muß, daß fie Arbeitnehmern der Wunsch nach Erlaß einer Gesezesbestimmung laut nationalistisch- melinistisch gesinnt sind und nur auf die Gelegenheit geworden, die ihnen einen Schuh hinsichtlich der Länge der Arbeits- Lösung der Arbeiterinnenfrage handelt, ebenso durch Steuern aufTauern, durch ein Blutbad die Geschäfte der Reaktion zu besorgen. zeit bietet." gebracht werden, wie die Kosten des militärischen Dienstes? Der Ministerpräsident nahm also in Schutz die Werkzeuge seiner Feinde gegen die niedergemetelten Arbeiter. Der Chef der republikanischen Verteidigung" fand kein Wort des Tadels gegen den melinistischen Bräfetten und den nationalistischen Gendarmenofffzier, der selbst das Schreckensgesetz gegen die Aufläufe" verlegt hat, eines Die Schöneberger Schulangelegenheit beschäftigte gestern die Gesezes, von dem Walded Rousseau selber bei der Beratung der zweite Straffammer des Landgerichts II unter dem Borsiz des melinistischen Interpellation über den Massenstreit von St. Etienne Die Verkäuferin beginnt, von Ausnahmefällen abgesehen, ihre Landgerichts- Direktors Garz. Der Lehrer Paul Richard hatte sich gefagt hatte, es lajje fich nicht gegen Straßenfundgebungen anvenden, Laufbahn als etwa 15 jähriges Lehrmädchen, welches nichts zahlt wegen fahrlässiger Tötung zu verantworten. Er erklärte, daß er sich so lange die„ materielle Ordnung" nicht verlegt ist:" Es gehört viel und nichts erhält. Ihre Arbeit besteht in allen jenen Verrichtungen, nichtschuldig fühle. Als er am 11. Oktober 1897 in der dritten Vorsicht, viel Toleranz" gegenüber Straßenfundgebungen, die mit welche den Verkäuferinnen zu schlecht sind, wie Abstäuben der Waren, Klasse der Schöneberger Gemeindeschule Unterricht erteilt habe, sei Streits unzertrennlich verknüpft seien. Im Gegensaß zu diesen duld- Reinhalten des Bodens( die gröbste Arbeit ausgenommen), Ver- ihm durch einen feiner Schüler, den 11 jährigen Knaben Rudolf jam- demokratischen Erklärungen sprach Walded- Roussean anr Freitag packen usw. Ob sie etwas für ihren Beruf lernt, hängt von der Fischer, vicl. Merger bereitet worden. Derselbe hatte seine Schulwie ein Chef der polizeilich militärisch- kapitalistischen Verteidigung. ersten Verkäuferin ab, welcher fie unterſtellt ist; der Chef fümmert arbeiten nicht gemacht, fonte eine ihm gestellte leichte Er lehnte sogar die zuerst von socialistischer Seite beantragte sich nicht darum. Nach drei Monaten erhält sie einen Monatslohn Rechenaufgabe nicht lösen und zeigte sich wiederholt unaufparlamentarische Enquete über die Vorgänge in Chalon von 1 W., welcher nach abermals einigen Monaten allmählich auf merijam. Er habe sich sich deshalb veranlaßt gesehen, dem ab. Es genügte ihm die famose gerichtliche Untersuchung, die bereits 20 M. stei Falls sie sich nicht durch ungewöhnliche Tüchtigkeit Knaben eine Büchtigung zu erteilen. Fischer mußte sich zur Verurteilung mehrerer Arbeiter geführt hat, die den auszeichnet, wird sie mm entlassen, um einem neuen Lehr- vor das Katheder stellen und eine gebückte Stellung einnehmen. Gendarmenkugeln entgangen find!... Diese Untersuchung werde mädchen für die niedern Verrichtungen Platz zu machen. Eine Dann habe der Angeklagte ihm mit einem dünnen Rohrstock einen schon das nötige Licht schaffen.... Ein blutige Hohn, der nicht neue telle firdet sie meist durch die Zeitung eine ebenso geringe Schlag über das Gefäß versetzt. Der Knabe sei nicht zu bewegen unfreiwillig genannt, nicht einer augenblicklichen Gedankenlosigkeit als zuvor, da sie, als 16-17 jährige Ausgelernte Teine höheren gewesen, die gebückte Stellung beizubehalten, weshalb der Angeklagte zugeschrieben werden kann, denn die Antwort des Ministerpräsidenten Ansprüche machen fann, als auf 20 M. monatlich. Hiervon zu leben ihn im Genic bei den Kleidern gepackt und ihn über den ersten auf die Interpellation war, wie immer in solchen wichtigen Fällen, und außerdem eine nette Kleidung zu beschaffen, ist so unmöglich, Schultisch gezogen habe. Mit einer Hand den Knaben auf den Tisch Gegenstand der Beratungen im voraufgegangenen Ministerrat. daß viele Geschäfte nur Mädchen nehmen, deren Familienverhältnisse niederdrückend, habe er ihm mit der Rechten noch drei weitere Schläge Hat die Regierung ihr Lebensprincip in resignierter Einsichts- es gestatten, daß sie die Arbeit halb imisonst leisten. Daß andern veriezt und ihn dann losgelassen. Fischer sei dann mit seinem Tofigkeit verraten, so hat die reaktionäre Opposition das ihrige mit falls das junge Mädchen gezwungen ist, ihren Unterhalt durch Ge- Störper über die etwas geneigte Tischplatte, die am unteren Ende eine frisch- fröhlichem Cynismus verraten. Méline und Konsorten, schenke eines Freundes" zu ergänzen, ist klar. Wer darin Unfitt- hervorstehende abgerundete Leiste hatte, auf den Fußboden geglitten, die Vorkämpfer der Unternehmer und der Militärgewalt, stimmten in lichkeit finden will, suche sie nicht bei dem Opfer der Verhältnisse, er habe sich aber sofort wieder erhoben und auf seinen Play gesetzt. Masse gegen ihre eigenen Werkzeuge, gegen den Präfetten und den sondern in diesen selbst. Der Knabe sei ein mittelmäßiger Schüler gewesen, der ihm Gedarmen; sie stimmten für die parlamentarische Enquete und gegen Doch weiter: Im Durchschnitt wird eine halbwegs tüchtige aber Ir felten Veranlassung zu Rügen oder die Regierung, die die kapitalistischen und nationalistischen Henkers- Verkäuferin in einem guten Dresdener Geschäft vom 20. Lebensjahr 3 üchtigungen gegeben habe. Die Schüler, welche Inechte gedeckt" hat!. Warum auch nicht? Wäre das Ministerium ab monatlich etwa 40-50 M. Gehalt beziehen. Das ist etwa Beugen des Vorfalls in unmittelbarer Nähe gewesen waren, gaben gestürzt, so würde ein mélinistisches Ministerium schon dafür sorgen, daß wöchentlich 9-11 M. Niemand wird im Ernst glauben, daß ein eine Schilderung, die sich mit der des Angeklagten deckte. Rettor die parlamentarische Enquete den Präfekten und die Gendarmen rein- Mädchen davon leben und zugleich sich gut kleiden kann. Piepke, der Vorgesezte des Angeklagten, bekundete, daß am 12. Oktober wäscht. Der 3wed, die Eroberung der Regierungsgewalt, heiligt die Das Gehalt steigt sehr langsam von Jahr zu Jahr bis 60, 80, die Chefrau Fischer zu ihm gefommen sei und angezeigt habe, daß Mittel. Und die Reaktion glaubte bereits die Macht in ihre Hände ja 100 M. In seltenen Ausnahmefällen auch höher. Jedoch ist ihr Sohn die Schule nicht besuchen könne, er sei am Tage zuvor vont bekommen zu haben, nachdem auch die Vertreter des bisher minister diese Steigerung durchaus willkürlich und kann bei jeder Zwischen Lehrer Richard so hart bestraft worden, daß sich Erbrechen eingestellt freundlichen Flügels der Socialisten fich für die Enquete aus: stufe ihr Ende erreichen. Kleine Ausgaben und kleine Zu habe. Da bisher noch keine Beschwerden über den Lehrer Richard gesprochen hatten, nachdem insbesondere der allemanistische Abge- vendungen, die sich gelegentlich ergeben, ändern nichts an dem all- eingelaufen scien, so habe der Zeuge anfänglich nicht angenommen, ordnete Renon in geharnischter Form seine bisherige Minister gemeinen Bild. daß die erwähnte Krankheitserscheinung auf die Züchtigung zurüdfreundlichkeit abgeschworen hatte. In besseren Geschäften ist es üblich, Ferien zu geben, jedoch nur zuführen sei, erst später, als der Zustand des Knaben sich verIn der entscheidenden Abstimmung über die Enquete siegte dennoch den älteren und bewährten Kräften, die mindestens einige Jahre in schlimmerte, habe er Anzeige erstattet. Die Frage, ob eine Züchtidie Regierung, wenn auch nur mit 270 gegen 250 Stimmen. derfelben Stelle thätig waren. Die Dauer von 3-8 Zagen fan gung überhaupt nötig gewesen sei. lasse sich schwer beantworten. Das erklärt sich daraus, daß nur 22 Socialisten für die Enquete natürlich für eine Erholung nicht genügen. Oft werden auch die Eine folche nur wegen Unaufmerksamkeit vorzunehmen, stimmten, während 14 Socialisten, als votierten und vier sich der Ab- Inappe Einnahme so schwer belastet. merljamen Verhaltens, das eine strengere Maßregel erheische. stimmung enthielten. Man sieht, ein geschlossenes Botum der Socia Ein eignes Kapitel bilden die Berufskrankheiten der Verkäuferinnen, müsse eben jeder Fall für sich beurteilt werden. Wenn ein listen für die Enquete hätte den Sturz des Kabinetts zur Folge die noch nicht genügend beachtet worden sind. So leiden die Ver- Knabe sich zur Empfangnahme der Strafe nicht bücken wolle, so gehabt. Ungefähr ebenso spaltete sich die socialistische Fraktion in fäuferinnen in Parfümeriegeschäften unter den den eigentümlichen müsse im Interesse der Disciplin Gewalt angewendet werden. der Gesamtabstimmung über die Vertrauensformel, welcher durch ein Dünsten der ätherischen Ocle so start, daß nach jahrelanger Thätig- Die Zengin Fischer, die Mutter des verstorbenen Knaben, will ordinäres nationalistisches Manöver ein wie eine Faust aufs Ange passen- feit schwere Nervenertrantungen eintreten, in Gummigefchäften ist bei ihrem ersten Besuch beim Rektor ein wenig freundliches Gehör der Zusatz angehängt wurde, worin die„ kollektivistischen Theorien, mit die Gummiluft" berüchtigt. Manche Waren vertragen die Wärme gefunden haben, erst später habe der Rektor andre Saiten aufgespannt denen man die Arbeiter täuscht, verworfen" werden!... 16 Socialisten nicht; die Verkäuferinnen sind in derartigen Geschäften niederen und sie gebeten, ihren Sohn in der Klasse zu belassen, er werde stimmten gegen die Vertrauensformel, 4 enthielten sich und die Temperaturen im Winter fast schutzlos preisgegeben. Bei großer dafür sorgen, daß der Lehrer Richard ihn nicht übrigen 20 stimmten dafür. In dieser Abstimmung fand die Re- Kälte machen sich besonders an den Fingern und Zehen die Ein- wieder strafe. Am 23. Oktober sei ihr Sohu verstorben. gierung ihre durchschnittliche Mehrheit von 46 Stimmen wieder. wirkungen des Frostes bemerkbar; natürlich sind in diesen Läden Die Gutachten der medizinischen Sachverständigen, KreisEin schlimmer, trauriger Tag für alle Parteien ohne Aus- auch Erkältungstrankheiten nicht selten." physikus Dr. Elten, Dr. med. Pfleger, Medizinalrat Dr. Lindner nahme wohl noch trauriger für die Sieger als für die Besiegten. Den, Schluß des Artikels bildet eine indirekte Ermutigung zum und Geheimrat Prof. Sonnenburg gingen übereinstimmend dahin, Mit Ausnahme der 22 bezw. 16 Socialisten haben die Vertreter Eintritt in die Organisationen der weiblichen Angestellten des Handels- daß der Knabe an einer zerreißung des Wurmfortsates beider Stampflager Fahnen und Waffen gewechselt, um den Feind zu stands, an die Bemerkung anknüpfend, daß sie zur Besserung der verstorben sei. Die Entzündung müsse aber schon längere Zeit vor überrumpeln. Ein hinterhaltiger Stampf voll Fallstriden, ein all- Verhältnisse schon beitragen fönnen, indem sie an den bestehenden der Züchtigung des Knaben bestanden haben. Es sei keineswegs seitiger Frontwechselt mitten in einer Schlacht, die in ein Einrichtungen Stritit üben. Mißstände auf socialem Gebiet würden anzunehmen, daß die Verlegung durch das Hinüberziehen des Knaben verworrenes und sinnloses Handgemenge ausartet, ein abstoßendes schneller beseitigt sein, würde man dieselben überall fennen. über den Tisch verursacht worden sei, möglicherweise sei dieselbe Schauspiel, das selbst in den Annalen der chaotischen Deputierten- Die Reichsgesetzgebung steht den Angestellten des Handelsgewerbes durch das heftige Strampeln mit den Beinen verursacht. Jedenfalls fammer einzig in seiner Art ist Eine Regierung, die einen so mit Wohlwollen gegenüber; man darf zu ihr das Vertrauen haben, tönne man einen unglücklichen Zufall als vorliegend annehmen. Der beschämenden parlamentarischen Tag verschuldet, pflegt gewöhnlich daß fie helfen wird, wo es ohne schweren wirtschaftlichen Nachteil Staatsanwalt stellte unter diesen Umständen die Freisprechung des bei einer nächsten Gelegenheit mit einem Sturzvotum bestraft zu möglich ist. Auch die in Kreisen der kaufmännischen Angestellten Angeklagten anheim, indem er hervorhob, daß es im Interesse der zu werden. Aber im Jahre der Weltausstellung? vielfach gewünschte Ernenmung städtischer und staatlicher Laden wahrenden Autorität des Lehrers diesem gestattet sein müsse, den So viel scheint jedenfalls sicher zu sein, daß die Regierung, wie inspektoren wird durch die Reichsregierung unter bestimmten Voraus- Widerstand eines Schülers mit Gewalt zu brechen. Der Verteidiger aus den Artikeln bisher minifterfreundlicher Socialisten hervorgeht, fegungen bei dem weiteren Ausbau unsrer Socialgesetzgebung Rechtsanwalt Dr. Werthauer führte noch weitere Gründe an, ein zweites Mal in ähnlichen Umständen nicht mehr auf rettende vielleicht Entgegenkommen finden." aus denen er die Freisprechung des Angeklagten beantragte. Der Stimmen aus dem socialistischen Lager zählen kann. Der optimistische Verfasser, welcher vielleicht" Entgegenkommen Gerichtshof fällte ein freisprechendes Urteil, mit der Bevon der wohlwollenden Regierung hofft, möge feine Hoffnungen gründung, daß in dem Verhalten des Angeklagten eine Fahrlässigkeit alle erfüllt ſehen. Mit dem von ihm bezeichneten Hilfsmittel, dem nicht zu finden sei. " fahen, mit der Regierungsmehrheit das Ministerium in Gefahr freien Tage nur zur Instandsetzung der Toilette benutzt, welche die sei wohl nicht angebracht, es gäbe aber eine Art unaufAus der Frauenbewegung. Arbeitsverhältnisse der Verkäuferinnen. " Es Ausbau der Vereinsthätigkeit, können wir uns durchaus einverstanden Der Freispruch mag nach Lage der Dinge erklärlich und erklären. Er nennt beispielsweise den Kaufmännischen Hilfsverein begründet erscheinen. Aber der traurige Fall ist damit nicht Unter diesem Namen erhalten wir einen Sonderabzug, einer für weibliche Angestellte" in Berlin, welcher 11 000 Mitglieder zählt, abgethan. Wir schäßen die Lehrerschaft im ganzen zu hoch ein, um Arbeit von Johannes Corwey, aus dem Arbeiterfreund" des Geh. eine Stellenvermittelung, Krankenversicherung und Rechtsschutz glauben zu können, daß sie die Prügelpädagogit nicht in innerster Regierungsrats Prof. Dr. Böhmert, welcher manche interessante befizt. Wir möchten außerdem noch auf den Centralverband der Seele verurteilt. Die Elemente unter den Lehrern aber, die da Einzelheiten über seinen Gegenstand enthält. Durchaus sachlich ge- Handlungsgehilfen und Gehilfinnen Deutschlands" hinweisen, meinen, daß jeden Tag der Bakel geschwungen werden muß, werden halten, mit offenbar grundsäglicher Vermeidung jedes persönlichen welcher erst seit furzer Zeit besteht, aber trotz seiner verhältnismäßig fich hoffentlich den durch seltsame Stomplitationen herbeigeführten Urteils läßt der Autor die Thatsachen für sich sprechen.. noch Kleinen Mitgliederzahl durch energische Agitation schon manche Tod des Kingben Fischer vor Augen halten und die Frage erwägen, pb dem vornehmen pädagogischen Ziel, ohne den Prügelstod seinem Entsetzen, daß der Koffer auf den dazu gehörigen Gepääſchein fertig zu werden, nicht ernsthafter als bisher nachzustreben sei. Witterungsübersicht vom 19. Juni 1900, morgens 8 Uhr. Stationen " " " " " " Grbfen Barometer ftand mi Wind: richtung Windstärfe 763 W Wetter Temp. n. 6. 5°.4" R. Stationen Barometer stand mm Wind: richtung Windstärke Wetter 4wollent Temp. n. 6. 116° 6.-4° R. 13 461b. bed. 14 35lb. bed. 2wolfen! 1wolfig 3woltig 17 Haparanda 761 N 15 Petersburg 15 Cort 757 3 16 Aberdeen 760 1 bedeckt 15 Baris 762 NA 2 wolfig 15 765 S Marktpreise von Berlin am 18. Juni 1900 nach Ermittlungen des tgl. Polizeipräsidiums. mittel gering mittel Startoffeln, neue, D- Ctr. do. Schweinefleisch Kalbfleisch Hammelfleisch 12 6, 1,60 1,20 1,20 1, 8, " 9 Rindfleisch, Keule 1 kg Bauch" " 15,15 1,60 1, " 1,60 1. " #I gering 1,60 " " 14,70 14,20 Butter 2,40 1,80 n mittel " " 14,10 13,60 13,50 13,10 15,70 15, Eier 60 Stiid 3,60 2,20 Karpfen Aale 1 kg 2,80 1,40 " " 14,90 14,20 Zander 2,60 1,20 14,10 13,50 Hechte 2,40 1,20 " 7.16 6,50 9,90 6, 40,- 25, 45, 20, 70, 30, Bariche Schleie Bleie Krebse 1,80 0,80 2,80 1,20 " 1,40 0,80 gering mittet gering per hot 15,3, längst abgeholt worden fci. Mit dem Reisen war es nun vorüber. Towel begab sich auf die Polizei, um seine Erlebnisse dort zu Protokoll zu geben, es wurde nach Hamburg und Bremen teleDie Reise nach Amerika, die der brave Müllergeselle graphiert, nirgends aber der ungetreue Landsmann angetroffen. Towel aus dem Bommerichen im vorigen Jahr angetreten hatte, Dem jungen Mann blieb nichts übrig, als reumütig in das heimathat in Berlin ein schnelles Ende gefunden. Der gute Towel faß liche Dorf zurückzukehren und dort der jammernden Mutter zu beichten, still und friedlich auf seinem Dorfe im Hause seiner Eltern und hatte wie es ihm in der Fremde ergangen war. Inzwischen hatte Bark den winemde 762 WNW heiter 763 Hamburg sich durch Fleiß und Sparsamkeit ein Sümmchen von etwa 190 M. Jnhalt des Koffers zu Geld gemacht und die darin vorgefundenen Berlin zurüdgelegt. Da wurde es ihm auf einmal zu eng in den dörflichen Legitimationspapiere bei der Ausübung verschiedener Diebstähle Frantf./m. 763 O Verhältnissen, der Mut übte in der Brust seine Spannkraft und eine bezw. Unterbringung der gestohlenen Sachen so dreist benutzt, daß München unüberivindbare Sehnsucht nach einer Fahrt über das große Wasser und schließlich der so schnöde hintergangene Provinziale in dringende Wien nach dem freien Lande Amerika kam über ihn. Da wollte es der Gefahr geriet, als Einbrecher verhaftet zu werden. Schließlich wurde Zufall, daß einer, der sich damit brüstete, Amerika aus dem ff zu Barz festgenommen und wegen einer Reihe von Einbruchsdiebstählen kennen in das Dorf kam und die Sinne des jungen Mannes bald zu acht Jahren Zuchthaus verurteilt. Er konnte sich nicht ganz gefangen nahm. Es war der Kutscher Paul Bary, der an entschließen, seine Freiheit fangs und langlos aufzugeben; als er ins Weizen, gut D.- Str. 15,40] geblich mehrere Jahre in Amerika das Leben studierte, in Wahrheit Zuchthaus übergeführt werden sollte, sprang er aus dem aber ebenso lange hier im Zuchthaus gesessen und Wolle gezupft in voller Fahrt befindlichen Eisenbahnwagen) Roggen, gut hatte und nun in sein Heimatdorf gekommen war, um wieder Ver- und entfam. Schon nach kurzer Zeit wurde er wieder eingefangen bindung mit dem Leben zu suchen. Seine Phantasie war unerschöpf- und verbüßt zur Zeit seine Zuchthausstrafe. Gestern hatte er sich lich in der Erfindung kleiner Geschichten aus Amerika und er wußte vor der zweiten Straffammer des Landgerichts I wegen seines Trics Gerste, gut einen wahren Nimbus um seine Person zu verbreiten und überall auf der Amerikafahrt" zu verantworten. Er benahm sich auf der für das Märchen gläubige Seelen zu finden, daß er drüben" Anklagebaut so frech, daß er auf Beschluß des Gerichts an den eine gut dotierte Telegraphisten- Stellung inne gehabt habe und ihm Händen geschlossen werden mußte. Da diese von ihm begangene †) Hafer, gut die gebratenen Tauben sozusagen nur so in den Mund geflogen Unterschlagung zeitlich vor den schon abgeurteilten Strafthaten lag. seien. Der reiselustige Towel und sein gutes Mütterlein hörten mit so wurde er zu neun Monaten Gefängnis verurteilt und Nichtstroh offenen Augen und Öhren zu und da Bark erklärte, daß er wieder diese auf eine Zusatzstrafe von 3 Monaten Zuchthaus zurückgeführt. Seu nach Amerifa zurückreisen wolle, da wurde im Rate der Towelschen Familie beschlossen, daß der Sohn, der darauf Aus Leipzig wird berichtet: Das Reichsgericht verwarf Dienstag Speifebohnen brannte, das alte Lied" Das Wandern ist des Müllers die Stevision des früheren Boten in Wolffs Telegraphen- Bureau" Linsen Luft", auch seinerseits zu Ehren zu bringen, sich ihm Dörfert, der wegen Depeschendiebstahls vom Landgericht I Berlin +) frei Wagen und ab Bahn. anschließen sollte. Die gute Mutter padte den Sonntagsanzug des am 8. Februar d. J. zu 2 Monaten Gefängnis verurteilt wurde, fowie Produktenmarkt vom 19. Juni. Die bedeutende Steigerung der Sohns sowie einige Hemden und sonstiges Weißzeug in den Koffer, des Writinhabers des Hirschschen Telegraphen- Bureaus" Kurt veinte einige herzerleichternde Thränen, gab ihm ihren mütterlichen Hirsch, der wegen Anstiftung zum Diebstahl und Hehlerei zu drei Weizenpreise an den Börsen zu New York und Chicago tam bei uns aut Es wurde ausgesprochen, Frühmarkte in höheren Forderungen der Abgeber zum Ausdruck. Da jedoch Segen und ein Bündel guter Ratschläge mit auf den Weg und bald Monaten Gefängnis verurteilt wurde. flang es durch die Dorfstraße: Ade, Du mein lieb' Heimatland, daß in den gedruckten Depeschen mit Recht fremde bewegliche Sachen die Nehmer hierauf nicht reagierten, obwohl auch aus Destreich- Ungarn feſte erblickt worden sind. Meldungen famen, so gaben die Preise mittags nach, ohne aber Käufer zu lieb' Heimatland, ade!" Unter der Aegide seines Landsmanns Barg finden. Die Unternehmungslust für Lieferungen wie für effeftive Ware trat Towel jun. seine große Reise nach Amerika an, die zunächst über Katholischer Religionsunterricht. Der katholische Pfarrer gleich Null, hauptsächlich wohl im Hinblick auf das anhaltend prachtvolle Berlin ging. Hier wollten sich beide noch einmal recht gütlich thun Peter Michels ist am 23. März vom Landgericht Saar- Wetter. Offerten waren reichlich vorhanden in russischent Roggen und und eine recht gute Erinnerung über das große Wasser mitnehmen. gemünd wegen Körperverlegung im Amt zu 30 M. Geldstrafe turer und weit außer Rendement. Inländisches Angebot war nicht voramerikanischem Weizen. Erstere waren wenig erhöht, letztere wesentlich Der Koffer wurde auf dem Lehrter Bahnhof beim Portier abgegeben, verurteilt worden. Er erteilte im vorigen Jahre in der Schule zu handen. Im Lieferungshandel setzte Weizen nominell 1 M., Roggen 0,50 den Gepäckschein nahm aber Barz an sich, da er mit solchen Dingen Münster Religionsunterricht. Für die großen Ferien gab er sieben bis 0,75 Wt. höher ein; im Laufe des Verkehrs gingen beide Artitel langbesser Bescheid wisse". Barz führte seinen Reisefollegen durch die Stapitel aus dem Statechismus auf und drohte denen Prügelstrafe an, fam wieder zurück; Roggen schloß wenig über gestern, Weizen war zuletzt verschiedensten Stationen des Berliner Lebens und ließ diesen freund- die ihr Pensum nicht gelernt haben würden. Mehrere Kinder konnten wieder fester auf hohes Liverpool. Mehl notierte 0,15 M. höher. Ant lichst bezahlen, da er vorgab, nur amerikanisches Geld zu befizen dann später seine Fragen nicht beantworten und wurden von ihm Futtermarkte war Hafer bei mäßigen Umfäßen schwach behaupter, Mais Rüböl auf mangelndes Angebot 0,40 W. höher. und dieses erst wechseln zu müssen. Um ein Tanzlokal zu besuchen, geprügelt, so daß er in Schweiß geriet. Ein Schüler konnte sich am leicht abgeschwächt. wurde der reiselustige Müller veranlaßt, zwei neue Hüte und zwei Paar Nachmittag nicht sehen, so schmerzte seine Kehrseite. Auf die Spiritus loco unverändert 50 m. neue Stiefel auf gemeinschaftliche Rechnung" zu faufen, Ausgaben Revision des Angeklagten hob das Reichsgericht das Urteil an f häuften sich auf Ausgaben, und schließlich erklärte er, nichts mehr und verwies die Sache an das Landgericht zurück, weil das Beausgeben zu wollen, da er sonst nicht genug behalte, um nach wußtsein von der Ueberschreitung des Züchtigungsrechts nicht festAmerika kommen zu können. Nunmehr hielt Bark die Zeit für ge gestellt sei. tommen, sein amerikanisches Geld zu wechseln und ließ den Landsmanu„ auf furze Zeit" allein. Dieser wartete geduldig, aber Stunde auf Stunde verrann und der amerikanische Cicerone ließ sich nicht wieder sehen. Von bösen Ahnungen erfüllt, lief Towel zum Lehrter Bahnhof. um nach dem Schicksal seines Koffers fich zu erkundigen und erfuhr dort zu Socialdemokratischer Wahlverein für den 5. Berliner Reichstags- Wahlkreis. im Donnerstag, den 21. d. M., abends 8 Uhr. ., Rosenthaler Hof", Rosenthalerstraße 11-12: Versammlung. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Redacteur Ströbel über„ Die allgemeine politische Lage". 2. Diskussion. 3. Vereins: angelegenheiten.- Gäste sehr erwünscht. Zahlreichen Besuch erwartet Der Vorstand. Charlottenburg. 245/8 Socialdemokratischer Wahlverein für TeltowBeeskow- Storkow- Charlottenburg. Tonnerstag, 21. Juni, abends 9 Uhr, in der„ GambrinusBrauerei", Wallstr. 94: Derlammlung. Tages Ordnung: 1. Der Schnaps und die Arbeiter. Referent Gen. Dr. Leo Arons. 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten. Gäste haben Zutritt. $ Wetter Prognose für Mittwoch, den 20. Juni 1900. Zeitweise heiter, vielfach wolfig, am Tage etwas kühler mit Regen: fällen und schwachen westlichen Winden. Berliner Wetterbureau. *) ab Bahn. Briefkasten der Redaktion. Die juristische Sprechstunde findet Montag, Dienstag und Freitag von 7-9 Uhr abends statt. B. M. 8. Anmeldungen an das Wöchnerinnenheim am Urban find schriftlich oder auch mündlich von 3-4 Uhr einzureichen. Noipsch. Leider ist die Landesversicherungsanstalt nach§ 18 des Ju balidenversicherungsgesezes im Recht. Beschwerden würden Sie an das Reichversicherungsamt zu richten haben. Maler. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Gentral- Santen. Sterbe ( Zahlstelle Berlin.) Hente, Mittwoch, im Gewerkschaftshaus, Engel- fer 15: W Vertrauensmänner Versammlung für sämtliche Bezirke und Branchen. Tages Ordnung: kasse der Maler und veriv. Berufsgen. Deutschlands E. H. 71 Berlin I Nord. Freitag, den 22. Juni, ab. 9 1hr, im Kaffenlotal Ruppinerstr. 42: 1. Der Arbeitsvertrag nach dem Bürgerlichen Geſetzbuch. Referent: Mitglieder- Versammlung. Rechtsanwalt Dr. Heinemann. 2. Bericht über Werkstattstreiks und Differenzen, Berbandsangelegenheiten. 90/15 In dieser Versammlung werden die Stimmsettel zur Ur: abstimmung eingezogen. Jede Werkstatt imus vertreten fein. Bertrauensmännerfarte nebst Berbandsbuch legitimieren. Die Ortsverwaltung. Tages Ordnung: 1. Stellung zur Generalversamm lung. 2. Wahl der Delegierten. 123/1 Die Verwaltung. Außerordentliche Achtung! Rixdorf. Achtung! General- Versammlung Deutscher Holzarbeiter- Verband. Mittwoch, den 20. Juni, abends& Uhr, bei Klemke ( Deutsches Wirtshaus), Bergstr. 136: Die reftierenden Mitglieder werden erfucht, thre Beiträge in dieser Ber: titglieder- Drrlammlung fanimlung zu begleichen. Hat Wohnungswechsel stattgefunden, ist dieser zu wielden. [ 250/9] Der Vorstand. Achtung! Schneider Berlins! adtung! Mittwoch, den 20. Juni, abends 8½ Uhr: Tages Ordnung: 1. Berichterstattung durch Kirchner vom Verbandstage. 2. Die An gelegenheiten der Fabrik von Pfaff. 3. Verbandsangelegenheiten und Ver schiedenes. 90/16 Die Mitglieder der Zahlstelle Rigdorf, welche bei Pfaff arbeiten, sind Die nächste Vertrauensmänner- Sigung findet Hierzu besonders eingeladen. am Dienstag, den 26. d. M., abends 8 Uhr, bei Preil statt. Die Ortsverwaltung. Großze öffentl. Versammlung Achtung! in der Berliner Ressource, Kommandantenstr. 57. Tages Ordnung: I Achtung! Maler, Lackierer u. Berufsgenossen. der Delegierten der Orts- Krankenkasse für das Barbiergewerbe am Mittwoch, den 27. Juni cr., abends 10 Uhr, im Restaur. Schiller, Rosenthalerstr. 57. Tages Ordnung: 1. Freie Arztwahl. 2. Diskussion. 3. Abänderung der SS 41-51. 4. Verschiedenes. Uut recht zahlreiches und pünkta liches Erscheinen ersucht Der Vorstand. J. A.: Kitschmann, Vorsitzender. 272/6 1. Arbeiterschutz in der Schneiderei. Referent: Rollege Trilse- Raffel. Donnerstag, den 21. Juni, abends si hr, bei Nümann, Etablissement„, Südost“ 2. Wahl der Delegierten zu dem am 20. August in Halle a. S. tagenden Kongreß der Schneider und Schneiderinnen Deutschlands. 3. Verschiedenes. Es ist Pflicht aller Herren, Maß-, Kostümns, Militär- und Konfektions: Schneider und Schneiderinnen, in dieser Versammlung zu erfcheinen. 16/32 Der Vertrauensmann. Konsum- Verein Berlin- Rixdorf. Eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht. Auf Grund des§ 133 des Genossenschaftsgesetzes hat sich die nach: folgende nochmalige Bekanntmachung der Bilanz notwendig gemacht. Bilanz für das erste Geschäftsjahr 1898-1899. Activa M. Pf. Passiva W. Pf. Waren- Conto. 3357,30 Guthaben der Mitglieder 2109,75 Inventar- Conto. 1279,52 Refervefonds- Conto 162,00 30,00 Creditoren Conto 1081,72 Außenstehende Forderungen 179,50 Darlehn- Conto 1200,00 Baftagen Conto Caffa- Conto • 1054,92 Gewinn- und Verlust- Conto 1347,77 Summa 5901,24 Summa 5901,24 Das erste Geschäftsjahr begann mit dem 1. Oftober 1898. Die Er öffnung der ersten Verkaufsstelle erfolgte am 26. November desselben Jahres. Der Warenumfag betrug 23 977,76. Der Verein begann sein erstes Geschäftsjahr mit Im Laufe des Jahres sind eingetreten. Zum 1. Oftober 1899 gekündigt B 67 Mitglieder 236 Insgesamt 303 Mitglieder 4 Bleibt Bestand 299 Mitglieder. Die Saftsumme der Mitglieder beträgt 8970 m. Der Vorstand: Wilh. Jäger. W. Conrad. W. Jöchel. R. Ahrens. A. Volkmann. Für den Aufsichtsrat: J. Niffen. Hugo Bürschel. R. Krause. Gleichzeitig fei den Mitgliedern zur Nachricht, daß am Donnerstag, den des Herrn Brüder. 28. Juni, abends 8 1hr, im Lokal Waldemarstr. 75, die ordentliche Halbjahrs: Generalversammlung stattfindet. " Tagesordnung: 1. Bericht des Vorstands. 2. Nochmalige Beschlußfassung über Abänderung des§ 26 des Statuts. 3. Antrag auf Anschluß an den Allgemeinen Verband der deutschen Erwerbs und WirtschaftsGenossenschaften" und den„ Revisionsverband der Provinz Brandenburg". 4. Antrag Böhut betr. Beschlußfassung über einen Minimalgehalt und eine Marimal- Arbeitszeit für alle befoldeten Angestellten. 5. Anträge der Mitglieber auf Grund des§ 13 Abs. 2 bes Statuts. Der Vorstand. 268/3 Wilh. Jäger. W. Conrad. Brunnenstraße Nr. 188: Gr. öffentliche Versammlung der Maler, Lackierer und verw. Berufsgenossen. Tages Ordnung: Waldemarstr. 75.[ 4906L* Mehrere Sonnabende u, Sonntage im Juni, Jult zu vergeben. 1. Bekanntmachung der Statuten ber Lokal- Organisation. 2. Aufnahme Achtung! 126/16 von Mitgliedern für dieselbe. 3. Verschiedenes. Um zahlreiche Beteiligung, speciell der früheren Mitglieder der aufgelösten Filiale II, ersucht Der Einberufer: G. Genz. Centralverein der Maurer Deutschlands Filiale Berlin III. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Verbandskollege August Turau verstorbent iſt. am 11. Juni im Alter von 50 Jahren 252/10 Die örtliche Verwaltung. Bliz" Befohl- und Reparatur- Werkstatt I. Ranges, Schönhauser Allee 52, gegenüber dem Exerzierplatz. Schnell, 15386 und billig. 100 M. zahle dem, der nachweist, daß ich je Kopfleder verarbeite. Nur Kernleder wird verwendet. Natur- Heilverfahren. Hant:, Harn- u. Blasenleiden, Frauen- Krankheit.. heilt sicher ohne Bernfsstörung.[ 3978* R. Wagner, Invalidenſtr. 151/1 ( fr. allraße 23.) 9-2, 5-9, Sonntags 9-2. Schultze, Wasserthorstr. 1/2, 1. Behandlung aller Haut, Harn: und Blasenleiden ohne jegliche Berufsstörung. 3973L* Sprechstunden 9-2 u. 5-9. Donnerstagvormittag feine Sprechstunde. Bei Vorzeigung der Berbandskarte 10 Proz. Braner. Achtung! Gemäß dem Beschluß der öffentlichen Versammlung vom 8. April bei Dräsel, Neue Friedrichstr. 35, veröffentlichen wir diejenigen, dem„ Berein der Brauereien Berlins und Umgegend" nicht angehörigen Brauereien, welche die Forderungen der Fünfer- Kommission nicht anerkannt haben: Brauerei 13976 Pichelsdorf; Pilsener Brauhaus, Veteranenstraße. Die Fünfer- Kommission. 3. A.: L. Hodapp, Weißensee, Wörthstr. 13. Vorsicht, Mütter! Mütter! Konsumverein für Schöneberg und Umgeg. " Zum Schrecken der Frauen erkranken und sterben sehr viele Kinder nach dem Genuß von Milch in der Zeit, wo die Kühe mit Gras gefuttert werden, weil die Kuhmilch infolge der Grünfütterung bei den Kindern die heftigsten Darmkrankheiten hervorruft. Zärtliche Eltern bestellen deshalb rechtzeitig die Kindermilch von Trodenfütterung, die für den Preis von 35 Pf. 1 2tr. von der Milch kur Anstalt Schweizerhof", N.W., Emdenerstraße 40-41, frei ins Haus gebracht wird; wem eine tägliche Ausgabe von 50-60 fg. nicht zu schwer fällt, wählt die ausgezeichnete Prof. Gaertners Säuglingsmilch, welche dem Alter des Kindes angepaßt, trinkfertig, sterilisiert und mit Milchzuder verfest bei der ge nannten Anstalt zu haben ist. Prof. Gaertners Säuglingsmilch übertrifft alle andren Kindermilchsorten, alle übrigen Erfazmittel der Frauenmilch und hat die glänzendsten Ernährungsresultate geliefert, die je bei der fünstlichen Säuglingsernährung erzielt worden sind. 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Schreibmaschine 5 M. extra. Vierteljährliche Abendkurse: in getrennten Kursen für Damen und Herren. Beginn 3. Juli, Honorar 10 M. monatlich pränumerando zahlbar. Lehrfächer: doppelte Buchführung, kaufmännisches Rechnen, Wechsel- und Handelsrecht, Korrespondenz. 22/7 Brieflicher Unterricht: Einfache Buchführung 5 M., doppelte Buchführung 7,50 M. inkl. Contohefte zur Bearbeitung. Prospekte gratis. Erste Referenzen stehen zur Verfügung. Für den Juhalt der Inserate abernimmt die Nedaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Mittwoch, den 20. Juni. Urania " Tanbenstrasse 48/49. Im Theater abends 8 Uhr: Von den Alpen zum Vesuv". Invalidenstr. 57/62: Schauspielhaus. Die Journalisten. Tägl. Sternwarte. Anfang 7 Uhr. Neues Opern Theater( Kroll). Der Mikado. Anfang 72 Uhr. Leffing. Daisy( A runaway girl). Anfang 72 Uhr. Berliner. Die deutschen Kleinstädter. Anfang 72 Uhr. Residenz. Die Dame von Maxim. Anfang 72 Uhr. Nenes. Flitterwochen. Anfang 8 Uhr. Weften. Die Geisha. 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Achtung, Bautischler! und dies betrifft hauptsächlich die jüngeren und außerhalb Berlins woh nenden, die aber bei Neueinstellung von der Firma, wie es ja ruchrere der Unterzeichner an sich selber erfahren haben, bevorzugt werden, vor Aehnlichem, wie oben geschildert, bewahrt bleiben. Die Lohukommission. J. A.: H. David. [ 195, 19 Br. 140. 17. Jabrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Raubmordversuch. ant Kommunales. " Dann nahm er aus den Kleidert auf und entnahm ihm Der Ausschuß erkannte die monumentale Auffassung des Architekten Bevölkerung ihr Mittwoch, 20. Juni 1900. zu Wer es Der ebenfalls geraubt hatte. Es ist eine Nadel, die einst der städtischen Behörden zu behaupten, in der legten Water bes Hofphotographen Pflaum vom König Victor eit gar zu deutlich geworden wären. Der Magistrat sucht in der Vorlage die Befürchtungen zu widerEin schweres Verbrechen ist gestern in der fünften Morgenstunde Emanuel zum Geschent erhielt und die nach dem Tode des in der Königstraße verübt worden. Das Opfer ist der königliche Baters der Sohn in seinem Geldspind aufbewahrte. Nach dem legen, die daran geknüpft worden sind, daß die StraßenbahnSofphotograph Georg Pflaum, der Thäter ein bei diesem Lokaltermin gestand Hille dann bei einem abermaligen Verhör im Gesellschaft die staatsbehördliche Genehmigung über 1919 hinaus beschäftigter 16 jähriger Lehrling Namens Hugo Hille. Ueber Polizeipräsidium, daß er ins Ausland habe auswandern und sich schon jetzt nachgesucht und bis 1949 erhalten hat. Er hält es jedoch deu Vorfall gehen uns die nachstehenden Mitteilungen zu: durch den Raubmord die Mittel dazu habe verschaffen wollen. Der angesichts dieser Thatsache für erforderlich, die Entwicklung der Dinge Im Hanje Königstr. 57a/ 58, an der Ede der Spandauerstr., befindet Verbrecher wurde den Nachmittag und die Nacht hindurch im Polizei mit besondrer Aufmerksamkeit zu verfolgen und die Stellung fich das photographische Atelier von Pflaum u. Co. Den größten Teil präsidium in einer Einzelhaftzelle behalten, um heute vormittag nach der Stadtgemeinde gegenüber der Straßenbahndes Hauses nimmt die Strickgarnfabrik von Gebrüder Grumach ein. Moabit in das Untersuchungsgefängnis übergeführt zu werden. Gesellschaft zu stärken. Dem lettren Zweck soll der in der Wohnräume enthält das Grundstück im wesentlichen nur für den Das Mordwerkzeug, ber Revolver, der Hille bei feiner Vorlage näher begründete Plan dienen, eine Reihe neuer StraßenPförtner Kasdorf, so daß es nachts fast ganz menschenleer ist. Der Flucht über das Dach entfallen war, die mit Blut besprigte bahnlinien, deren Bau als im Interesse des Berkehrs liegend weder der„ Großen Berliner Straßenbahn" Hofphotograph Georg Pflaum, der bei seiner Mutter Witwe Pflaum Kleidung, die Flasche mit Spiritus und die Schachtel mit Streich- erachtet wird, andren privaten Unternehmer zu übertragen, am Schöneberger Ufer Nr. 33 wohut, hat neben dem Empfangs- hölzern wurden von der Kriminalpolizei beschlagnahmit. Die un- noch einem rante feines Ateliers ein kleines Schlafzimmer, in dem er hin glücklichen Eltern des jugendlichen Verbrechers erhielten erst nach sondern durch die Stadt ausführen und betreiben zu lassen. Von und wieder übernachtet, namentlich wenn er abends in Ge- mittags Kenntnis von der Unthat ihres einzigen Sohnes. Wie er der Uebertragung der Linien an einen andern privaten Unternehmer sellschaft gewesen ist und spät heimfehrt. Diese Gepflogen- dazu gekommen ist, fönnen sie sich nicht erklären. Der verlegte glaubt man befürchten zu müssen, daß der„ Großen Berliner heit hat der jugendliche Wordbube für seinen räuberischen Photograph ist noch vernehmungsunfähig, wird aber voraussichtlich Straßenbahn" dadurch die Möglichkeit geboten würde, das so entPlan ausgenugt. stehende Konkurrenzunternehmen sehr bald wieder unschädlich zu In das Atelier trat 1. April in drei bis vier Tagen ziemlich wieder hergestellt sein. dieses Jahres ein neuer Lehrling ein, der sechzehnjährige Hugo machen, indem sie es auffauft. Eine volle Sicherheit hiergegen bietet in der That nur die llebernahme der Linien durch die Stadt. In Hille. Seit der Zeit tamen fortgesezt Diebstähle vor. Aus dem er und in den Darbrochenen Pult wurde Geld gestohlen, aus einem Koffer, der in der Begründung der Magistratsvorlage einem Spind aufbewahrt wurde, der Reise- Apparat des Herrn Der Ausschuß der Stadtverordneten Versammlung zur legungen der Verkehrsdeputation, die sich der Magistrat zu der Vorlage als weitere Begründung Pflaum. Der Verdacht, diese Diebereien zu verüben, fiel jedoch nicht Borberatung der Magistratsvorlage betreffend den vorläufigen Ent- eigen gemacht auf den Lehrling, sondern auf einen in dem Geschäft schon länger wurf zum Neubau eines neuen Verwaltungsgebäudes hat beigegeben hat, wird nur wenig von den Schwierigkeiten thätigen Hausdiener, und dieser wurde entlassen. Erst gestern in seiner am Montagabend unter Vorsitz des Stadtverordneten- und Gefahren geredet, mit denen ein städtisches Straßenbahnwie man uns vorher lange genug versichert hat morgen erhielt man in furchtbarer Weise Aufklärung, wer der vorsteher- Stellvertreters Michelet und in Anwesenheit der Magistrats- wesen Dieb war. vertreter Stadtbaurat Hoffmann und Baumeister Mazdorf statt- zu kämpfen haben würde. Der Gedanke, daß die Stadtgemeinde Hofphotograph Pflaum lehrte erst um 4 1hr gestern morgen gehabten Sigung sich mit dem der Versammlung vorgelegten Vor- ein eigenes System von Straßenbahnlinien herstelle und selbständig aus einer Gesellschaft zurück und benutzte wieder sein Schlaf- entwurf mit der Maßgabe einverstanden erklärt, daß die Fenster betreibe, sei sehr wohl ausführbar und das Unternehmen liege auch zimmer im Atelier. kaum war er eingefchlafen, thunlichst verbreitert und erhöht werden. Die Grundfläche durchaus im Interesse der Stadt. Es ist bedauerlich, daß der Magistrat erst heute, wo die Verals er drei Beilhiebe über den Kopf erhielt und dieses Gebäudes ist 1500 Quadratmeter größer als die des Ratschwer verwundet wurde. Der Lehrling, der seine Absicht, hauses der Stadt Berlin und es stehen zu Bureauzwecken zc. hier hältnisse thatsächlich erheblich ungünstiger liegen als noch vor wenigen bedauerlich, daß er erst abends auszugehen, kannte, hatte sich abends einschließen lassen und, rund 6000 Quadratmeter mehr zur Verfügung als für das Rathaus Jahren, diesen Standpunkt einnimmt mit einem Küchenbeil und einem Revolver bewaffnet. hinter einer zur Verfügung standen. Das Gebände erhält eine geräumige Wartehalle heute zu der Erkenntnis fommt, einen wie schweren Fehler Kommode im Schlafzimmer die Nacht über verstedt gehalten. und inmitten der in der Jüdenstraße gelegenen Front einen turmartigen die städtischen Behörden damit begangen haben, Sobald er annehmen konnte, daß sein Lehrherr schlafe, froch er Aufbau. Die Gesamtkosten des Voranschlags belaufen sich auf der Großen Berliner Straßenbahn" nicht schont behutsam aus seinem Versteck heraus und führte drei wuchtige 6 960 000 M. Die Ausarbeitung des speciellen Entwurfs soll noch viel früher das Handwerk zu legen. wie geschickt diese GeHiebe mit dem Küchenbeil nach dem Kopfe feines Opfers. in diesem Jahre abgeschlossen werden, so daß spätestens am 1. April noch nicht gewußt haben sollte, Dann nahm er aus den Kleidertaschen des Ueberfallenen die nächsten Jahres mit der Bau- Ausführung begonnen werden kann. fellſchaft gegenüber den städtischen Behörden und der Berliner wahren verstanden Schlüffel des Geldspinds, dieses Interesie allezeit 550 Mark bares Geld. Hiermit nicht zufrieden, verlangte er des Gebäudes als durchaus berechtigt an. Zum Berichterstatter ist hat, der könnte es jetzt aus der Vorlage entnehmen. Aus jeder in der sich die von Pflaum auch die Herausgabe der Wertpapiere, der Stadtverordnete Regierungs- Baumeister Körte gewählt worden. Beile spricht die Verlegenheit, städtische Verwaltung diesem geriebenen kontradie sich noch in dem Geldspinde befinden müßten. Der Verwundete, Auf der Tagesordnung für die Situng der Stadt henten gegenüber befindet. Aber sie hat eigentlich keinen der sich von den Hieben inzwischen etwas erholt hatte, vom Blut- verordneten- Versammlung am Donnerstagnachmittag 5 Uhr Grund, fich darüber zu beklagen. So mußte es kommen, weil man verlust aber start erschöpft war, packte den Wordbuben, mußte ihn stehen n. a. folgende Gegenstände: Vorlagen betreffend die Her- nicht schon früher die Entwicklung der Dinge mit besondrer Aufaber wieder loslassen, als er einen Schlag auf die Hand belam. Er konnte sich jedoch ans Fenster schleppen und zu dieſem ſtellung noch zweier Reinigungsräume für die Schwimmhalle des merksamkeit verfolgen" und„ auf eine Stärkung der Stellung der hinaus um Hilfe rufen. Der Pförtner, Schußleute und ein städtischen Volksbads Turmſtr. 85a; die Abänderung der Vorschriften Stadtgemeinde Bedacht nehmen" zu müssen geglaubt hat! über die Benutzung und Unterhaltung der Dienstwohnungen 2c.; den Magistrat will, den Anregungen der Verkehrsdeputation folgend, jezt Wächter eilten zum Atelier hinauf, fanden aber nicht sogleich Erwerb der zum Bau der Grünauerbrücke verwendeten Flächen des den begangenen Fehler nach Kräften wieder gut Einlaß, da die Thür von innen verschlossen war. Unter deffen rang Pflaum mit dem Mörder auf Leben und Tod. Landwehrkanals; die Genehmigung der Entwürfe und Kostenanschläge ma chen und zu retten suchen, was noch zu retten ist. Wird auch Kaum hatte er den ersten Hilferuf ausgestoßen, da packte ihn Hille, für den weiteren Ausbau des Wasserwerks Lichtenberg und für drei die Stadtverordneten- Versammlung, werden auch die Wortführer ihrer Mehrheit dafür zu haben sein? der für einen Augenblick vom Geldspinde abließ, an den Beinen große Druckrohrstränge nach und in dem Weichbilde ven Berlin, die Nachweisung der Flammen zur öffentlichen Beleuchtung, der Gasund schleppte ihn vom Fenster zurück in die Stube. Während er am produktion und des Gasverbrauchs für das Vierteljahr JanuarBoden lag, fette er ihm den mit sechs scharfen Patronen Schulärzte. Den Beschlüssen der städtischen Behörden ents März 1900, die Beschaffung zweifigiger Banttische für geladenen Revolver auf die Stirn, verlangte noch die speciellen Entsprechend sind, wie der„ Voss. 3tg." berichtet wird, von der Schuleinige im Bau begriffene Gemeindeschulen, einunal die Herausgabe der Wertpapiere und drohte Pflaum, würfe zum Neubau einer Turnhalle für das Berlinische als Schulärzte bereits übernommen haben. Es find dies die Herren deputation nunmehr zehn Aerzte ausgewählt, welche die Funktionen ihn auf der Stelle zu erschießen, falls er sich noch Gymnasium zum grauen Kloster an der Neuen Friedrichstraße, Dr. Baul Meyer( für die Schule Nr. 27/44 in der Wilhelmstraße), Während der Räuber sich dann dem Geldspinde wieder näherte, iowie eines zweiten Werkstattgebäudes auf dem Grundstück der An- Dr. A. Lewando: vski( 126./143. Schule in der Kulmstraße), Dr. Gossels Berichterstattung über die Vorlage betr. die gelang es dem Ueberfallenen, abermals das Fenster zu erreichen, Aufnahme einer auf dem Schomburgschen Grundstück Alt- Moabit 95/97( 133./149. Schule, Bergmannstraße), Dr. Igel( 114./122. Schule, und noch einmal um Hilfe zu rufen. Zu seinem Glück ließen sich aber die Helfer bereits am Eingang des Ateliers vernehmen. projektierten neuen Straße 18 A in Abteilung VII des Bebauungs- Semler( 59./181. Schule, Dieſtelmeyerstraße), Dr. Bertram( 162./197. Des Schule, Danzigerstraße), Professor Dr. J. Bagel( 70./202. Schule, Hille, der ihre Tritte und die Oeffnungsversuche hörte, hatte nun plans zwischen der Straße Alt- Moabit und der Spree. feine Zeit mehr, seine Drohung wahr zu machen, sondern ergriff gleichen über den Antrag von Mitgliedern der Versammlung betr. Stavenéstraße), Dr. Start Streder( 190./198. Saule, Graunstraße) und die Flucht, indem er sämtliche Thüren hinter sich verschloß und die Einschränkung der Abgabe von Coats aus den städtischen Dr. Buttmann( 172./185. Schule, Bremerstraße). Gasanstalten. Desgl. über die Vorlage betr. die architektonische verriegelte, um die Verfolger aufzuhalten. Durch den Kopierraum des Ateliers erreichte er das Dach, ließ sich von dem steilen Neben: Gestaltung der Roßstraßen Brücke. Vorlagen betreffend: die derart getroffen, daß jedem Arzt zwei nebeneinanderliegende Schulen, dach auf das flachere Hausdach herab und durch eine unentgeltliche Neberweisung des Grundstücks Hannoverschestraße 21 ie eine für Snaben und Mädchen, überwiesen wurden; von den Luke auf den Boden. Ein Entrinnen gab es nicht. Postan die Straßenreinigungs- Deputation zur Erweiterung des Haupt- Erfahrungen, die mit diesem Verfuch gemacht werden, soll es abbeamte von dem an das Grundstück anstoßenden Haupt- geräte- Depots Hannoverschestraße 22, anderweite Regelung der hängen, ob die Zahl der Schulen beziehungsweise der Aerzte erGehaltsbezüge der Zeichenlehrer an den höheren Lehranstalten, Postamt in der Spandauerstraße hatten die Feuerwehr aus die speciellen Entwürfe für das Verwaltungsgebäude auf dem Nochmals die Affaire von Broich. Die Direktion der der Neibelstraße gerufen und diese besetzte die Ausgänge. fowie zum Aftiengesellschaft Pionier" greift jezt ebenfalls in die Affaire Broich Die Sicherheitsbeamten, die mit dem Pförtner Ginlaß erhielten, nach Grundstück des Strankenhauses Moabit. dem Pflaum ihnen die verriegelte Thür geöffnet hatte, juchten ben pathologisch- anatomischen Institut und Leichenhaus auf dem Grund- ein. Sie versendet eine interessante Erklärung, in der es unter die Neuwahlen anderm heißt: Obwohl es unserm Gefühl widerstrebt, in diese öffentliche Boden des Hauses ab und fanden den Verbrecher in einem Winkel stück des vierten Krankenhauses an der Seestraße, der Mitglieder und der Stellvertreter der hiesigen Voreinan der Giebelmauer unter dem schrägen Dach versteckt auf. Er hatte ich ägungskommission für die drei Steuerjahre 1901-1903, Polemik einzugreifen, so sehen wir uns um der Wahrheit willen sich mit einem Sack zugedeckt. Als ein Schuhmann den Sack weg die anderweite Festseßung von Fluchtlinien für die Straße 48 a leider dazu gezwungen, denn die Herren von Broich sind nahm, grüßte der Bursche, als wenn nichts vorgefallen wäre, mit zwischen Ebeling- und Kochhannstraße, die Aufhebung der Fluchtlinie unsre Schuldner, aber nicht unsre Gläubiger! Unser einem guten Morgen, meine Herren". Dann wurde er, nicht allzu der Straße 58 a und Abänderung der Fluchtlinie der Straße 62b in früheres Verhältnis zu diesen Herren betrachten wir seit dem fanft, gefaßt und hinuntergebracht. Ein Feuerwehrwagen brachte der Abteilung X 2 des Bebauungsplans, den Kauf und Verkauf 4. Januar d. J. als gelöst, nachdem an diesem Tage die Generalden Festgenommenen in Begleitung der Schußmänner nach dem von Wasser- und Uferflächen des Spandauer Schiffahrtskanals an Versammlung unsrer Gesellschaft einstimmig beschloß:„ die Be21. Revier in der Neuen Friedrichstraße 4. Bon dort wurde er ber Seller- bezw. Sandkrugbrüde, den Bau und Betrieb ftellung der Herren von Broich, Vater und Sohn, zu Mitgliedern Rechnung Straßenbahnlinien für der des Aufsichtsrats zu widerrufen und sie sofort abzusetzen!" Stadtgemeinde und Uebertragung der Verwaltung des Aus dem Bericht dieser Generalversammlung geht hervor, daß nach§ 59 der Städte- Ordnung, die Genehmigung der speciellen unire Borgsdorfer Ziegeleien nebst Terrains für sich privatim er städtischen Straßenbahnwesens an eine besondre Deputation Theodor v. Broich am 28. Juni 1899 durch notariellen Kaufvertrag Kostenanschläge und Zeichnungen über die Banausführungen in den warb, und ein Restlaufgeld von 130 000 m. bar zu zahlen sich verstädtischen Gaswerten und am Gasröhrensystem für das Etats- pflichtete. Hierauf zahlte er nur 3000 M. Dagegen zahlte er für jahr 1900, sowie den Abschluß eines Vertrags mit der Gemeinde früher von uns erworbene und ihm aufgelassene andre Terrains Tempelhof über die Einlegung eines Drudrohrs der Kanali- incceſſive das Reſtkaufgeld von 80 000 m. in kleineren Poſten biz fation von Berlin in die Berlinerstraße von Tempelhof und über September 1899. Außerdem zahlte er eine Acceptschuld von 17 000 1899, mit der ausdrücklichen Bemerkung, diese Summe habe er von die Aufnahme der Abwässer aus einem Gebietsteil dieser Gemeinde Mark auf Grund eines rechtskräftigen Erkenntnisses Ende Dezember in eines der Druckrohre der Kanalisation von Berlin. seinem Bruder erhalten. Weitere Zahlungen haben wir von Herrn Theodor von Broich auf seine vorstehenden Verpflichtungen nicht erhalten, und von seinem Vater haben wir überhaupt keinerlei Gelder empfangen! einmal rühre. später gefesselt der Kriminalpolizei zugeführt. = stalt Wuhlgarten. It eit er Berliner Partei- Angelegenheiten. Die Lokalkommission. Köpnickerstraße), Dr. Hoesch( 62./123. Echule, Annenstraße). Dr. P. weitert wird. " Die Auswahl ist Der jugendliche Verbrecher ist in vollem Umfang geständig. Er räumt die Absicht, seinen Lehrherrn zu ermorden und zu berauben, ein und giebt auch zu, diesen Plan schon lange und zu berauben, ein und giebt auch zu, diesen Plan schon lange verfolgt zu haben. Zur Ausführung habe er sich gestern abend mit dem Küchenbeil, das er oben gefunden, und dem Revolver einschließen laffen. Sille, ein lang aufgeschossener, schmaler Junge, ist der Sohn geachteter Eltern. Sein Vater ist Maler. Mit dem Zeugnis für den einjährig freiwilligen Militärdienst verließ der Laugenichts ein hiesiges Realgymnasium. Seinen Eltern machte er viel summer, da er sich gern herumtrieb und liederlich lebte. Geldverlegenheiten, die dieser Lebenswandel mit sich brachten, machten ihn zum Verbrecher. Auch die Diebstähle an dem Geld und dem Apparat räumte er ein. Diesen hatte er unfrantiert zur Post gegeben; er wurde auf dem Amte noch ermittelt. Zur Lokal- Lifte. Das Lokal von A. Sa chon, Müllerstr. 166, Wenn Geheimrat v. Broich mun schreibt, von der Erbschaft seines Der überfallene Hofphotograph Pflaum befindet sich in der Sohns seien unsrer Gesellschaft 300 000 M. zugeflossen, so können wir Wohnung am Schöneberger Ilfer in ärztlicher Behandlung. Die steht den Genossen zu Versammlungen zur Verfügung. In Hiebe sind mit dem Gehäuse des Beils geführt worden, die Ver- Birkenwerder an der Nordbahn steht das Lokal zum Boddensee diese Behauptung nur als eine völlig willkürliche bezeichnen. In OberDer Inhaber Ebel der Arbeiterschaft zur Verfügung. legungen nicht unmittelbar lebensgefährlich. Verwundete ist noch nicht vernehmungsfähig. Schöneweide. Am 30. Juni veranstaltet die Aug. Elektricitäts- gleicher Weise ist es unwahr, daß wir Ende November oder überWegen des Raubmordversuchs fand gestern mittag noch eine Gesellschaft( Stabelwerk Oberfpree) in dem gesperrten 2otal baupt 12 000 9., die Freiherr von Broich nach seiner Bestätigung Im übrigen berufen wir uns auf den neuesten Rechenschaftseingehende Ortsbesichtigung statt, zu der u. a. Staatsanwalt Krebs, Wilhelminenhof" einen Sommernachtsball. Die Parteigenossen, be- von einem Arzt empfing, erhalten haben sollen! Polizeidirektor von Meerscheidt Hüllessem und Kriminalkommiffar sonders die von Ober- Schöneweibe, werden hiermit ernstlich an ihre bericht unsrer Gesellschaft, der genaue Mitteilungen über unser Verhältnis zu den Herren von Broich enthält." Thiel in dem Pflaumschen Atelier erschienen. Der jugend Pflicht ermahnt. liche Verbrecher wurde Thatsächlich enthält der Rechenschaftsbericht vom 11. Juni 1900 einem Kriminalbeamten Friedrichsfelde. Im Wahlverein, Prinzen Allee 30, spricht gefesselt vorgeführt. Von dem Thatort wurden drei photo- Kogte Donnerstag über die Geschichte Englands. Auch sonst ist die eine eingehende Schilderung des Verhältnisses zwischen dem Freis herrn, seinen Söhnen und dem Pionier", in der die Geschäftsgraphische Aufnahmen gemacht. Bei der Durchfuchung der Tagesordnung wichtig. Räume fand man noch eine Flasche mit Spiritus und eine Die Parteigenoffen von Adlershof werden nochmals auf manipulationen der ersteren grell beleuchtet und scharf charakterisiert neue Schachtel mit Streichhölzern, die von Pflaum nicht hinein die heute bei Schmauser stattfindende Versammlung des werden. gebracht worden waren. Hille beftritt, sie mitgebracht zu haben, und Socialdemokratischen Vereins aufmerksam gemacht, in der Dr. Weyl 935 067 Fahrkarten für den Stadt- und Ringbahn: sowie wollte von ihrem Zwed nichts wiffen. Es wurde aber durch über das Reichs- Seuchengesetz spricht. Es ist notwendig, daß jeder für den Vorortverkehr find am zweiten Pfingsttage verkauft weitere Nachforschungen ermittelt, daß er beides, Spiritus Genosse der Organisation beitritt. Aufnahmen finden statt außer in worden. Dies ist die höchste bisher erreichte Tagesziffer. Es ents und Streichhölzer, gekauft und für seine verbrecherischen der Versammlung beim Kassierer Neumann, Meßzerstr. 5, und Gustav fielen eine halbe Million Fahrkarten allein auf die Stadt- und Pläne mitgenommen hat. Man vermutet, daß er die Absicht Tempel, Kronprinzenstr. 6. Ringbahn, 134 727 auf die Strecke Potsdamer Bahn- Werder, hatte, nach verübter That das Atelier in Brand zu stecken, um 98 825 auf die Görlizer( Königs- Wusterhausen) und 64 108 Fahr die Spuren feines Verbrechens zu vernichten. Am ersten Nur der Widerstand farten auf die Strecke Stettiner Bahn- Oranienburg. feines Opfers und das noch rechtzeitige Dazwischentreten des Pfingstfeiertage wurden nur" 808 183 Fahrkarten verlangt, 458 165 Bförtners und der Sicherheitsbeamten hat ihn an der Ausführung davon für die Stadt- und Ringbahnzüge. Aehnlich gestaltete sich dieies weiteren Plans gebindert. Er selbst bestreitet das freilich. Spät fam er, doch er kam der Entschluß des Berliner das Verhältnis an den beiden Osterfeiertagen; denn am zweiten Nach dem ersten Geständnis wurde er später überhaupt zugeknöpfter. Magistrats, dem von der städtischen Verkehrsdeputation gemachten Festtage fuhren 692 344, am ersten 469 384 Personen auf unmittelbar Єo gab er auch auf die oft wiederholte Frage, was er Borschlag beizutreten, daß neue Straßenbahnlinien in dem Raubmord beabsichtigt habe, welchem besondren Berlin tünftig nur noch für Rechnung der Stadt- gelöste Fahrkarten. Miststände im Stadtvogtei- Gefängnis. Unglaubliche Zu8wed das geraubte Geld hätte dienen sollen, gar keine gemeinde gebaut und betrieben werden sollen. Antwort. Auch blieb er hartnäckig dabei, daß er sich außer den Dieser Entschluß und die entsprechende( von uns bereits mitgeteilte) stände herrschen, wie die Berl. 3tg." meldet, im Stadtvogteis 550 M. nichts angeeignet habe. Als man ihm aber später die Vorlage an die Stadtverordneten- Bersammlung wären vielleicht auch Gefängnis am Moltenmarkt. Den dort Inhaftierten wird Kleider auszog, um an diesen die Blutspuren genau festzustellen, jezt noch nicht gekommen, wenn nicht die Bemühungen der Brot geliefert, das did mit grünem Schimmel bedeckt und Großen Berliner Straßenbahn", sich auch über mit Bilzwucherungen durchzogen ist. Nicht nur einer Person, sondern fand man in der Weste, unter dem Kragen in den Stoff eingestedt, auch eine tostbare Slipsnabel, die der Verbrecher das Jahr 1919 hinaus und gegen den Willen der einer ganzen Reihe von Zenten ist diese Soft geliefert worden, und mit dazu bon " Lokales. Städtisches Straßenbahnwesen. erst als die Leute sich durchaus weigerten, derartiges Brot zu effen. 1 lieferte man ihnen andres. Ferner flagt man darüber, daß man fa st Aus den Nachbarorten. Dent Neu- Weißenfee. Ungerecht und ungefeßlich" wird vom lathoAus Schöneberg wird uns berichtet: Des Spruches eingebent, lischen Kirchenvorstand das Vorgehen der Mehrheit der Gemeindeimmer schmuzige Wäsche bekommt. Während in allen andren daß Reinlichkeit das halbe Leben ist, hat man es jegt endlich auch vertretung bei der Bewilligung von Geldern aus Gemeindemittelt Gefängnissen den Häftlingen nach der Personalaufnahme reine Laken in Schöneberg für nötig befunden, die Erbauung von Volt 3 vädern zum Bau einer evangelischen Kirche bezeichnet. und Deckenbezüge geliefert werden, müssen sich hier die Leute in insofern ins Auge zu fassen, als von einigen Stadtverordneten Gemeindevertretern, welche die Gelder bewilligt haben, sowie den schmuzige Betten legen, da in der Stadtvogtei nur alle vier beantragt werden soll, die Wahl einer Deputation für Volks- Behörden wird in einem ihnen zugesandten Schreiben ganz gehörig Wochen reine Bezüge geliefert werden. Ob nun der Vor- bäder vorzunehmen. Wenn man sich den traurigen Zustand der der Text gelesen. Namentlich den Behörden als Vertretern der gänger Ungeziefer oder eine häßliche Krankheit gehabt, Badegelegenheit in Schöneberg betrachtet- bei annähernd 100000 Ein- politischen Gemeinde werden verschiedene Ratschläge erteilt, wie die bleibt sich vollständig gleich, Rücksicht darauf nimmt die Gefängnis- wohnern eine einzige nicht sehr große Privat- Badeanstalt so weiß man Rechte aller Gemeindemitglieder unparteiisch gewahrt werden verwaltung nicht und dem Aermiſten, wenn er sich nicht auf den wirklich nicht, soll man sich mehr wundern über die große Gleichgültigkeit sollen. Weiter wird der Antrag an die Vertretung gestellt:" 3 zußboden legen will, bleibt nichts übrig, als das ihn amvidernde der Bürgerschaft, die es ruhig über sich ergehen läßt, daß in dieser Unterſtügung des fatholischen Kirchenbaues die Summe Bett zu benutzen. Ferner beschwert man sich darüber, daß Leute, geradezu gesundheitswidrigen Weise an ihr gehandelt wird, oder von 20.000 m. aus Mitteln der politischen Gemeinde zu bewilligen." die wegen eines geringfügigen Bergehens nur ein oder zwei Tage über die Rigorosität der Behörden, die unerbittlich die Tausende von Für den Fall der Ablehnung dieses Antrags soll klagbar gegen die Haft abzufigen haben, mit allem möglichen Gesindel zu Steuergroschen einjacken, für schleunige Asphaltierung von ganz Gemeinde resp. Behörden vorgegangen worden. sammengesperrt werden und gezwungen sind, deren Gesell- neuen Straßen in dem vornehmen Viertel der Stadt bereitwilligst ſchaft über sich ergehen zu laſſen. Daß das auf jugendliche, zum hohe Sumunen hergeben, auch für sonstige ziemlich nebensächliche erstenmal inhaftierte Personen nicht gerade förderlich wirkt, liegt auf Zwecke zu haben sind, während sie für die hygienische und damit auch fociale Wohlfahrt der Gesamtheit knapp das geringste thun. der Hand. Umzugstermine. Für den bevorstehenden Wohnungswechsel fei darauf hingewiesen, daß der nach§ 3 des Gesezes vom 30. 1834 ( Gef.-S. S. 92) am 2. Juli d. J. beginnende Umzug bei fleinen, aus höchstens zwei Zimmern nebst Zubehör bestehenden Wohnungen an demselben Tage, bei mittleren, aus drei oder vier Zimmern nebst Zubehör bestehenden Wohnungen am 3. Juli, mittags 12 Uhr, bei großen, mehr als vier Wohnzimmer umfassenden Wohnungen aber am 4. Juli, mittags 12 Uhr, beendet sein muß. = nommene Manipulationen unbedingt beobachtet worden wären. brauch gemacht. angefallen und er Centralverband der Konditoren. Heute, abends pünktlich 9 Uhr, bei Schiller, Rosenthalerstr. 57: Mitglieder Bersammlung. Freie Vereinigung der Civil Berufsmusiker Berlins und Um gegend. Donnerstag, den 21. Jini, vormittags 11 11hr, Mitgliederversamm lung bei Schiller, Rosenthalerstr. 57. Tagesordnung wird in der Versamm lung bekannt gegeben. Vermischtes. 79 Die Christianiaer So unerfreuliche Aussichten dieser Antrag auch für die Einwohnerschaft Weißensees bietet, die so wie so schon unter drückender Stenerlast feufzt, so steht doch fest, daß mit einem gewissen Rechte die Angehörigen der katholischen Konfession gleiche Beridjichtigung Für die wissenschaftliche Dauerballonfahrt, welche die und dieselbe Behandlung fordern können, wie ihre evangelischen MitHerren Berson vom Meteorologischen Juſtitut als Leiter, Dr. Güring in ihrer Sigung am Montag die Einrichtung von Wechsel tann, trägt diejenige Mehrheit der Gemeindevertretung, die in blinder Schöneberg. Die Stadtverordneten- Verfammlung genehmigte bürger. Die Schuld, daß eine solche Forderung erhoben werden vom Astrophysikalischen Institut und Zeféli- Potsdam vorbereiten, wird jetzt der Ballon hergestellt. Der Ballon erhält 25 Meter Durch Coeten an der höheren städtischen Mädchenschule, da Bewilligungslust feiner Zeit über die Steuergroschen der Bürger messer und 80 Meter Umfang, so daß seine Oberfläche nahezu die jebige 10. Klasse bereits 32 Schülerinnen zählt und die Zahl 40 des Ortes verfügt hat. Auf die Stellung, die jene Herren zu diesem 2000 Meter, sein Inhalt gegen 9000 kubilmeter beträgt. Die Hülle nicht überschritten werden darf. Bei den Volksschulen nimmt man Antrage einnehmen werden, darf man gespannt sein. Wenn in dem oben genannten Schreiben der katholische Kirchendes Ballons bildet eine doppelte Lage Leinewand, zwischen welche es bekanntlich nicht so genau, dort sind Klasien von 70-76 Schülern Guttapercha gepreßt ist. Obgleich der Unterschied zwischen dem gar nichts Seltenes. Auch die benötigten Mittel zur Austellung vorstand( spiritus rector Herr Dr. Stephan) davon spricht, daß Druck des Gases im Ballon und dem der umgebenden Luft natur- einer wissenschaftlichen Lehrerin im Betrage von der evangelische Kirchenrat aus 3artgefühl es ablehnen werde, 1050 M. wurden ohne Debatte genehmigt. gemäß ganz geringfügig ist, ist der Ballonstoff doch so fest, daß er Die Asphaltierung Gelder anzunehmen, die auch von Natholiken aufgebracht sind, so einen Luftdruck von anderthalb Atmosphären auszuhalten im stande der Martin Lutherstraße wurde vom Magistrat unter An- ist das ein Zeichen von Naivetät. Die Gigenschaft, welche sich diese ist. Um den Gummi vor den Einwirkungen der Sonnenstrahlen gabe von Dringlichkeitsgründen verlangt und von den Stadt- Mitbrüder in Chrifto gegenseitig andichten, wird jeder Unbefangene möglichst zu schüßen, ist die Hülle gelb gefärbt. verordneten nach längerer Debatte genehmigt, nachdem sich heraus- in diesen Kreisen noch immer vergeblich gesucht haben. gestellt hatte, daß die Berlinische Bodengesellschaft zwei Drittel der Kosten, die Große Berliner Straßenbahn den Rest der Straßenpflasterung tragen richtet, daß der von Herrn Cohn gerettete Mechanifer Arthur Ulbrich Zu dem Bootsunfall auf der Oberſpree wird uns noch befoll. In den Ausschuß für Ausschreibung der Lieferung von bereits wieder seiner Beschäftigung nachgeht, während sein Berufs Armenjärgen ward u. a. Genosse Obst gewählt. Für die hiesigen Volksschulen sollen zum 1. Oftober drei Lehrer, zwei wiffen- genosse Erichson schwer an einer Lungenentzündung daniederliegt, die schaftliche und eine technische Lehrerin neu angestellt werden. er sich infolge des Unfalls zugezogen hat. Erichson hat 9 Kinder, voit denen 7 noch unerwachsen sind. Friedenau. Nach einer vom Gemeindevorsteher hierselbst aufgenommenen Wohnungs- Statistik sind augenblicklich vorhanden: 2607 Wohnungen, davon 752 große mit 4 Zimmern, und Die amtliche Untersuchung zur Feststellung der Ursachen 1855 fleine. Von den großen find 739 bewohnt und 13 mmbewohnt, des verhängnisvollen Straßenbahnunglücks am Königsthor von den kleinen 1847 bewohnt und 8 unbewohnt. Eine Bauist zwar noch nicht beendet, doch hat die Besichtigung des Motor- thätigkeit giebt es so gut wie gar nicht und daher dürfte die Folge wagens, der den lufall verursachte, ergeben, daß die Brems- die Vertenerung besonders der kleinen Wohnungen sein. vorrichtung an demselben sich in Ordnung befindet. Der Wagen Ranbmord an einem Radfahrer. Der bei dem Zimmerführer, ein gelegentlich des Ausstands der Straßenmeister, Blantenburg in Strausburg beschäftigte Maurer bahn Angestellten neu eingestellter Beamter. Thiele, ein noch junger Mann, war am vergangenen Sonntag dessen Ausbildung im Fahrdienst erst kürzlich beendet ist, behauptet, mit seinem Rade in Wernenchen gewesen und fuhr kurz nach Mitter: Von der russischen Polarexpedition. das Opfer eines Ra che atts() geworden zu sein. Dies ist jedoch nacht nach seinem eiwa eine Weile von Werneuchen entfernten Wohn- Beitung„ Aftonposten" meldet aus Tromsö: Tas russische Transport, schon deshalb unmöglich, weil der von ihm bediente Zug ort Wesenthal zuriick; jedoch sollte er dort nicht mehr schiff Rurit" traf hier ein mit der Nachricht, daß die russische Gradstart bejegt war, auf sämtlichen Plattformen sich Passagiere lebend eintreffen. Er hatte bereits das Dorfe Hirschfelde meffungs- Expedition sich nach der lleberwinterung auf Spizbergen befanden und etiva ant der Bremsvorrichtung borge pajfiert und nahezu die Wesenthaler Feldmark erreicht, als wohl befinde. Die wissenschaftlichen Ergebnisse feien sehr bes niedergeschlagen wurde. Arbeiter, die friedigend. Der Versuch, durch mitgenommene Brieftauben die erste Wahrscheinlich iſt der Fahrer mit Kontaktstärke 3 den steilen Berg dort am frühen Montag morgen des Weges famen, sahen Rachricht abzuschicken, mißlang, denn die Tauben kehrten sofort zur der Friedenstraße hinuntergefahren und hat dadurch die Herrschaft imveit der Chauffee aus dem Ader zwei Hände und zwei Füße Station zurüd. Aftronomische und physikalische Arbeiten wurden über den Stoloß verloren. Von der Handbremse hat er feinen Ge- herausragen. Als sie die Erde wegscharrten, fanden sie einen mensch planmäßig getrieben, das Observatorium fungierte immunterbrochen, lichen Leichnam, der eine so schredliche Stopfverlegung aufwies, daß Im Frühjahr wurden Photographien von Nordlichten aufgenommen Bei der gestrigen Juſtruktion für Wagenführer wurde die schon der Tod wohl sofort eingetreten sein muß. In ihm wurde der Maurer und spektral- analytische Beobachtungen gemacht. Von Keithaus- brä nordfrüher erlassene trotzdem häufig übertretene Verfügung, nach welcher Thiele erkannt, dem mit einem einzigen Schlage mit einem schweren wärts bis Hedgehog ist das Land erforscht und das füdliche SpiyWagenführer beim Befahren von abschüssigen Straßenzügen den Spaten der Schädel mitten entzwei geipalten war. Daß Thiele einem bergen durchkreuzt worden. Strom auszuschalten und die Bremsen anzuziehen haben, wieder in gemeinen Raubmord zum Opfer gefallen war, konnte nach Lage der Erimerung gebracht. Ueber die entsprungenen und wieder eingefangenen Sträf Sache keinem Zweifel unterliegen, da außer seinem Rade auch die linge Wierczoch und Kuß wird dem„ Geselligen" aus Konig bes Zur Wohnungsnot. Der Berliner Spar- und Banverein Uhr, das Portemonnaie und seine Stiefel fehlten. Die fofort benachrichtet: Seit etwa drei Tagen hielten sich die beiden aus dem nahm am Sonntag die Verlosung der in dem großen Neubau an richtigten Ortspolizeibehörden und die Gendarmerie find in Thätigkeit, Grandenzer Zuchthause entspringenen Zuchthäusler Wierczoch und der Schönhauser Allee( Ede Stargarder- und Greifenhagenerstraße) um des oder der Raubmörder so schnell als möglich habhaft zu uz in den großen Waldungen bei Czersk auf und hatten dort vorhandenen 125 Wohnungen vor. Bei einem überaus starten, in werden, ehe zu großer Vorsprung gewonnen werden kann. Man ein förmliches Lager aufgeschlagen. Von dort aus unternahmen fie einem solchen Maße bisher noch nie hervorgetretenen Andrang von vermutet, da die Blutthat mit einem Spaten, wie ihn Arbeiter ihre Raubzüge. In der Nacht zum 16. Juni versuchte Bierczoch in Genossen, die auf eine Wohnung reflektierten, dauerte der Aft von führen, geschehen ist, auch die Stiefel des Ermordeten gestohlen sind, Long einen Einbruch beim Pfarrer Worzalla. Kuz ſtand Schmiere. früh morgens 8 Uhr bis nachmittags 4 Uhr. Die Nachfrage war so daß dem Thiele von einem oder mehreren polnischen Arbeitern auf- Hierbei gestört, suchten die Verbrecher unter Zurücklassung ver groß, daß bei kleineren Wohnungen oft über 50 Bewerber an der gelanert worden ist, daß. während der eine das Nad zum Stehen schiedener Diebeswerkzeuge das Weite. Am Sonnabend traf Verlosung teilnahmen. Stundenlang zogen die Intereffenten durch brachte, ihn der andere niederschlug und beide ihn dann nach dem ein Mann aus Ezersi, welcher im Zuchthause Kalfaktor gewesen die verschiedenen Abteilungen des umfangreichen Baues, von Etod Acker schleppten und mit demselben Spaten, womit er den Todesstreich und im Januar 1900 entlassen worden war, mit den Verbrechern zu Stock und von Wohnung zu Wohnung, um einen Treffer zu empfangen hatte, auch vergruben. zufammen. Der nächste nächtliche Besuch sollte der Forstlasse Czerst erhaschen. Da die Mitgliederzahl, die Spareinlagen und die Ueber die Stellungnahme des Ausschusses der Charlotten gelten, hieran sollte sich der Mann aus Czersk beteiligen. Dieser Zahlungen auf den Geschäftsanteil sich von Monat zu Monat in burger Stadtverordneten: Versammlung zur Vorlage über die benachrichtigte aber den Gendarm Sauer. Auf dessen Auraten außerordentlicher Progression steigern, ist die baldige Inangriff Erweiterung des Straßenbahnneges der Berlin Charlotten traktierte der Mann die Verbrecher mit Schnaps und lockte sie unter nahme einer weitern, der fünften Kolonie, geplant, wofür Beleihungen burger Straßenbahn waren kürzlich irrtümliche Mitteilungen dem Vorgeben, sie sollten die Kleider wechseln, Sonntagabend in in beträchtlicher Höhe bereits gesichert sind. verbreitet worden. Wie die Neue Zeit" hört, hat der Ausschuß feine Wohnung. Dort hatten sich die Gendarmen Sauer aus Czersk, beschlossen, dem Stadtverordneten- Kollegium zu empfehlen, daß der Schuß aus Elbing und Scheffsti aus Marienburg im Dachstübchen Eine Vorführung der Feuerwehr vor dem japanischen Gesellschaft zwar die in Frage kommenden drei neuen Linien( nach verborgen. Als die Verbrecher die Wohnung betreten hatten und Prinzen Kotohito Kan- in erfolgte gestern früh auf dem Hofe der Halensee, Wilmersdorf und von der Kantstraße oder vom Kurfürsten- gerade mit Anpassen von Stiefeln beschäftigt waren, wurden sie Hauptwache in der Lindenstraße. Dieser Umstand gab für die Polizei damm durch die Leibnizstraße nach der Berlinerstraße) genehmigt durch die Beamten festgenommen. Wierczoch führte einen Revolver einen Grund ab, an der Ecke der Schüßenstraße einen Schumann werden, jedoch zugleich zu befürworten, daß fünftig neue Straßen- und 20 Patronen, Stemmeisen usw. bei sich. Die Verbrecher wurden hinzustellen, der den von der Kommandanten traße kommenden Fuhr- bahnlinien nur noch in städtischer Stegie gebaut und entweder werken die Weiterfahrt durch die Lindenstraße zu verwehren hatte. auf Rechnung der Stadt betrieben oder verpachtet werden sollen. Die Kutscher mußten den Umweg durch die Schüßenstraße machen. Anlaß zu diesem Beschluß des Ausschusses hat namentlich die That Beim Spielen ertrunken ist gestern ein siebenjähriger Knabe jache gegeben, daß das Berliner Polizei- Präsidium der Großen Willy Heitmann aus der Wilsnackerstraße. Dieser verlor, als er am Berliner Straßenbahn die Konzession bis 31. Dezember 1949 verUfer des Spandauer Schiffahrtskanals spielte, vor dem Hause Nord- empfehlenswert gehalten, fünftig neue Straßenbahnlinien Privatlängert hat. Es wird daher jetzt auch in Charlottenburg für ufer 5 das Gleichgewicht und stürzte ins Wasser hinab. Einem Schiffer, der den Unfall bemerkte, gelang es, mit einem Bootshaken gesellschaften überhaupt nicht mehr zu konzessionieren. die Kleider des Ertrinkenden zu fassen und ihn noch lebend ans Land In Reinickendorf findet demnächst eine Neuwahl zur ziehen nicht allein Warschau und die Umgebung, sondern auch das zu bringen. Ein Schußmann brachte den Geretteten nach der Unfall- Gemeindevertretung statt, da ein Vertreter der dritten Abteilung flache and, um junge, hübsche Mädchen anzuwerben, um verschleppen. zu station in der Lindowerstraße. Als man jedoch hier aufam, war fürzlich gestorben ist. follen angeb das Leben bereits ganz erloschen. Der Stationsarzt konnte nur noch Gewerbegerichts ist der Amtsvorsteher Wilke, zum Stell- lich in der Pariser Weltausstellung angestellt werden, und zwar vor den Tod feststellen. vertreter der Gemeindeſchöffe Anvende gewählt worden. Für das allem im Echalterdienst zum Verkauf der Eintrittsbillets, des Vergiftet hat sich in ihrer Wohnung Wasserthorstr. 47 die Gericht foll an der Oranienburger Chauffee ein Neubau errichtet Satalogs, des Führers für die Bahnverbindung der Weltansstellung 23 Jahre alte Möbelpoliererin Elisabeth 2003. Diese wohnte seit werden. Eine kürzlich erfolgte Personenstands- Aufnahme ergab, daß und dergleichen. In Wirklichkeit hat man natürlich den Mädchen dem 1. April mit ihrer 20jährigen Schwester, der Arbeiterin Anna eine andre Bestimmung zugedacht. Daß es sich um einen förm Reinickendorf 14 020 Einwohner zählt. Loos, zusammen und hatte oft ihren Aerger darüber, daß die jüngere Tegel. Ein neues wissenschaftliches Justitut der Luft lichen Verkauf handelt, geht daraus hervor, daß für besonders hübjche Schwester noch spät abends ihren Geliebten in die Wohnung mit- ichiffer- Abteilung ist an dem südöstlichen Ende des großen Mädchen 1000 Rubel und mehr an die Eltern bezahlt werden. brachte. Die Vorwürfe, die sie ihr deshalb machte, führten dahin, Schießplates fertiggestellt worden. Es besteht aus einen Verdaß Anna am Donnerstag vor acht Tagen die Wohnung verließ, waltungsgebäude und einem Aussichtsturm, auf welchem elektrische während Elisabeth auf ihrer Arbeitsstelle war, und nichts mehr von Scheinwerfer angebracht sind, um auch zur Nachtzeit experimentieren fich hören ließ. Zu dem Gram, den die ältere Schwester hierüber zu fönnen. Die Anlage dient aeronautischen Zwecken und steht in empfand, kam noch hinzu, daß sie etwas tränkelte und fürchtete, Verbindung mit den meteorologischen Instituten. bleichsüchtig zu werden. Da die Wohnung für sie allein zu teuer Die Mangelhaftigkeit der Fürsorge für eintretende Unglückswar, so wollte der Hauswirt sie vom Vertrag entbinden. Seit fälle auf unsren Bahnhöfen ist vor furzem erst von uns an Donnerstag voriger Woche aber ließ sie sich nicht mehr sehen. einem besonders in die Augen springenden Fall geschildert worden. Die vielgejungene, weit bekannte„ Gigerlkönigin". Salabert, der Gestern endlich schritt man dazu, die von innen verschlossene Wohnung Auch die Morgenpost" weiß von einem schlimmen Vorfall dieser ein großer Mufitkenner ist, entdeckte aber bald, daß die„ Gigerlgewaltsam zu öffnen und fand die junge Injassin angekleidet tot Art zu berichten: Als der vorgestern nachinittag von Tegel kommende tönigin" nichts weiter jei als die ziemlich ungenierte„ Nach auf dem Bette liegen. Sie hatte sich vergiftet. Ein Milchtopf, der Arbeiterzug die Station Dalldorf verließ, blieb der mit Thürschließen dichtung eines bekannten amerikanischen Volkslieds. Er flagte mit einem Reste der giftigen Mischung auf einem Stuhle stand, beschäftigte Hilfsarbeiter Mottte aus Reinickendorf mit dem Aermel daher auf Annullierung des Vertrags und auf Schadensersaz. In und die Briefschaften der Toten wurden von der Revierpolizei am Thürgriff so unglücklich hängen, daß er auf die Schienen geriffen der ersten Verhandlung des Prozesses wurde Prof. Dubois, der beschlagnahmt, die Leiche nach dent Schauhause gebracht. und ihm der linke Fuß abgefahren wurde. Man ersuchte mun den Stationsvorsteher. den Verunglückten sofort mit demselben Leiter des Pariser Konservatoriums, als Sachverständiger ver Zeugen gesucht. Die Personen, welche am Sonnabend, 19. Mai, Zuge nach Berlin schaffen zu lassen, doch wurde die Erlaubnis nommen. Auch er erklärte Linkes Komposition für ein Plagiat. abends 61/4 Uhr, gelegentlich der Straßenbahnaffaire, gesehen haben, Bazu verweigert. Man brachte den Ohnmächtigen nach den Der gewissenhafte Gerichtshof war aber mit dieser Aussage noch wie am Alexanderplay an der Litfaßsäule bei der Landsbergerstraße Warteraum, um ihm dort die erste Hilfe zu leisten, boch stellte sich nicht zufrieden und ließ sich in einer zweiten Sizung die Linkesche Melodie und die amerikanische Urmelodie durch zwei- Photoein junger mit Strohhut bekleideter Mann von einem Schumann heraus, daß ebenso wenig wie vorher eine Tragbabre, jest festgenommen wurde, ohne daß es ihm möglich war, die Adressen erbandszeug vorhanden war. Einer der Arbeiter graphen vorspielen. Selbst ein„ unmusikalisches" Ohr mußte die der sich anbietenden Zeugen zu erfahren, werden gebeten, sich bei unterband daher dem Verlezten die Schlagader, und ein verblüffende Aehnlichkeit zwischen den beiden Melodien herausfinden. Der Gerichtshof hat daher Salaberts Klage als berechtigt auerkannt Emil Thimet, Mulachstr. 5, per Adresse Müller au melden. andrer stürzte Hals über Kopf nach der nahen Frrenund Paul Linke zur Zahlung einer Entschädigung verurteilt. Die 10117 Passagiere des Omnibusses der Linie anstalt, Zeugen gesucht. von dort einen Arzt zu holen. BergeblichSchadensersazjumme wurde auf 2842 Frant festgejezt.Iv ar tein ganzen Anstalt a lt= Arzt Hallesches Thor- Landsberger Thor, welche am 19. Mai, mittags in der Ein Mißverständnis. Von der dieser Tage verstorbenen gegen 1 Uhr, bei dem Straßentrawall in der Leipzigerstraße an den zutreffen, und so schaffte man den Unglücklichen mit dem Kolonaden sahen, wie ein junger Mann mit schwarzem Anzug von nächsten Zuge nach Berlin. Trozdem man der Stationsvorsteher Frau Gladstones Vergötterung ihres Gatten wird aus London der einem Wachtmeister ergriffen würde, der ihn durch einen Schußmann gebeten hatte, daß er telephonisch einen Krantenwagen nach dem Frankfurter Zeitung" folgende Geschichte berichtet: In parlamen abführen ließ, sowie die umstehenden Augenzeugen, werden dringend Stettiner Bahnhof beordere, war das nicht geschehen, und tarischer stürmischer Zeit erhielt Frau Gladstone Besuch von einer gebeten, ihre Adressen bei Herrn Rechtsanwalt Freudenthal, erst eine Viertelstunde später traf cin Wagen und mehrere Freundin, mit der sie im Salon eifrig die verwickelte politische Lage Kommandantenftr. 16 abzugeben. Die Kosten werden vergütet. Aerzte ein, so daß dem Unglücklichen jetzt endlich wirkliche Hilfe zu besprach. Lassen wir die Hoffnung nicht finken", sagte die Freundin, indem sie sich zum Weggehen erhob, der dort oben wird alles Die Direktion der Treptow Sternwarte macht befannt, daß von Es ist begreiflich, daß die Eisenbahn- Behörde feine Zeit hat, sich zum Besten lenten"." Oh, wartet Sie noch einen Augenblick", vers jest ab täglich um 7 Uhr nachmittags ein Projektionsvortrag stattfindet, zu dem auch die ermäßigten Vereinssillets Guitigkeit haben. Die Benus eingehend um solche Mißstände zu kümmern, wo sie ihr ganzes fezte Frau Gladstone, die Freundin zum Bleiben auffordernd,..er wird in dieser Woche mit dem Riesenrefrattor wieder am hellen Tage von Augenmerk darauf richten muß. Die Eisenbahn- Angestellten von der wird( die Augen zur Decke erhebend) sofort herunterkommen. Er Ausübung ihrer Stoalitionspflicht abzuhalten. wäscht sich nur eben die Hände!" 2-8 1hr gezeigt. Von 8-12 Uhr Jupiter und Saturn. Verantwortlicher Redacteur: Paul John in Berlin. Für den Injeratenteil verantwortlich: Tb. Glocke in Berlin. Drud und Verlag von Mag Bading in Berlin. teil wurde. entwaffnet, gefesselt und in der Nacht zum Montag durch die Gendarmen Sauer und Schutz ins Inſtizgefängnis in Konig eins geliefert. Am Montag wurde ein Korb voll aufgefundener, von den Ginbrüchen der Sträflinge herrührender Silbersachen usw. dem Staatsanwalt überbracht. Warschau meldet, ist der schändliche Handel mit lebender MenschenMädchenhandel für die Weltausstellung. Wie man aus ware in legteier Zeit starf im Gange. Zahlreiche Agenten durch Zum Vorsitzenden des neu zu errichtenden sie nach Paris 17 Sie Paul Liuckes Gigerlfönigin". In dem Prozesse des Pariser Mujitverlegers Salabert gegen Paul Linke, den Kapellmeister des Berliner Apollo- Theaters, hat die 1. Civilfammer des Seine- Gerichts dieser Tage das Urteil gefällt. Neber die Vorgeschichte des Prozesses ist wiederholt berichtet worden. Der Pariser Verleger hatte von Linke mehrere Kompositionen, die der letztere als sein geistiges Eigentum bezeichnete, erworben und sich das Verlagsrecht derfelben für Frankreich gesichert. Unter diesen Kompositionen befand sich auch