Nr. 141. Abonnements Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 mt., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags= Nummer mir illuftrierter Sonntags: Beilage ,, Die Neue Welt" 10 Pfg. Pofts Abonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Eingetragen in der Poft Beitungss Preisliste für 1900 unter Br. 7971. Unter Kreuzband für Deutschland und Defterreich Ungarn 2 Mart, für bas übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Erscheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 17. Jahrg. Die Insertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Rolonel. geile oder beren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inferate für bie nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der@ rpedition abgegeben werden. Die Erpcbition tft an Wochens tagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Befttagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Mernsprecher: Rmt I, Mr. 1508. Telegramm Adresse: Borialdemokrat Berlin Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Fernsprecher: Amt I, Nr. 1508. Die Abänderung des Krankenversicherungs- Gesetzes. IV.( Schluß.") Donnerstag, den 21. Juni 1900. = " Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Fernsprecher: Amt I, Nr. 5121. Neben dieser Propaganda durch die praktische Thätigkeit sollte auch die eigentliche Agitation gegen die Verschlechterungen des Gefeßes nicht unterbleiben. Es sollten namentlich die Kassen es sich angelegen fein lassen, Material zu sammeln, durch welches die Schädlichkeiten der geforderten Aenderungen bewiesen werden Insbesondere fehlt bisher tönnen. um nur zwei Beispiele - ausreichendes statistisches Material, welches herauszugreifen die Schädigung der Orts Krankenkassen durch die Errichtung von Betriebs- und Jnnungs- Krankenkassen und die damit verknüpfte nachweist. Herausnahme der gefunden und kräftigen Arbeiter Es fehlt ebenso ausreichendes statistisches Material über die Bes lastung der Krankenkassen durch die Fürsorge für die Unfallverlegten, und doch wäre gerade dies Material von wesentlicher Bedeutung bei Erörterung der Frage, ob den Arbeitgebern ein vermehrter Einfluß auf die Stassenverwaltung zugestanden werden soll oder nicht. bezahlten Arbeiter herabzudrücken. Der Lohn sollte innerhalb wirkt, teils durch die Zusammenlegung der günstigen und der ungünstigen der für die Versicherungspflicht vorgesehenen Grenzen voll zur Gefahrenklassen, die Ausdehnung der UnterstützungsAnrechnung tommen, da es ohnehin, namentlich vom da u er wesentlich erleichtern, ja vielleicht mitfeiner nur geringfügigen hygienischen Standpunkt, tief bedauerlich ist, daß das Krankengeld Erhöhung der Beiträge durchführbar machen wird. Dann aber wäre stets nur einen Bruchteil meist die Hälfte des sonst üblichen auch der zweite wesentliche Vorteil des Entwurfs, die obligatorische Arbeitsverdienstes darstellt, während der Krante im allgemeinen Ausdehnung der Unterstüßungsdauer auf 26 Wochen, ihrer HauptVon den sonstigen Ausführungen Hoffmanns sind vielleicht einer besseren und daher auch teueren Pflege bedarf, als der Gesunde. bedeutung entkleidet, und es wäre abermals unfren Genossen der praktisch weniger bedeutungsvoll, aber doch für den Geist der ge- Die Wöchnerinnen Unterstüßung auf sechs Wochen Widerstand gegen die arbeiterfeindlichen Bestimmungen der Novelle planten Reform" überaus charakteristisch die Bemerkungen, in auszudehnen, und eine eben so lange Arbeitspause obligatorisch erleichtert. welchen gesagt wird, daß und warum an den bestehenden Vor- zu machen, erscheint vom hygienischen Standpunkt unbedingt an- In dieser praktischen Thätigkeit, in dem freiwilligen Eintreten schriften über die Gründung von Krankenkassen- Verbänden festzu- gezeigt, wie es auch notwendig ist, der hochschwangeren für die Centralisation, in dem freiwilligen Ausbau der Krankenhalten, also die Bildung von Verbänden, die über Frau die Erwerbsarbeit zu untersagen und sie fürsorge, liegt zugleich die beste Waffe gegen jede Verschlechterung des den Bezirk einer Aufsichtsbehörde hinausgehen, dafür durch Gewährung von Krankengeld ant Gefezes, gegen jede Minderung der Rechte der Arbeiter. Indem die ver auch fünftig nicht zu gestatten sein wird. Damit sept gemessen zu entschädigen. sicherten Arbeiter und ihre Vertreter in den Kassenverwaltungen in diesem sich H. zunächst einigermaßen in Widerspruch mit dem Loblied, daß er Die Ausdehnung des Versicherungszwanges Sinne wirken, widerlegen sie zugleich die Behauptung Hoffmanns auf die Centralisation" und ihren Einfluß auf die gesteigerte auf land- und Forstwirtschaftliche und unständige von dem Mißbrauch der Kaffenbertvaltungen" usw. Die Arbeiter Krantenfürsorge gesungen hat; denn die Bildung solcher Verbände Arbeiter, sowie auf das Gesinde entspricht einer alten schaft würde damit den Beweis erbringen, daß sie fähig ist, ihre stellt doch im Steim eine über die Grenzen des Gemeindebezirks Forderung unsrer Partei. Bedauerlich ist nur wieder, daß zur eignen Angelegenheiten, so wie es sich gehört, zu verwalten und daß hinausgehende Centralisation dar und sollte daher nur freudig Schomung des patriarchalischen Verhältnisses" und, was noch es daher ein schreiendes Unrecht wäre, sie auch auf diesem Gebiet begrüßt werden. Wenn dann weiter Hoffmann seine ablehnende schlimmer ist, zur Entlastung der Arbeitgeber" die behördlich bevormunden zu lassen. Haltung damit begründet, daß alleiniger Zwed" solcher Kassenver- Befreiung der Arbeiter von der Versicherung unter gewissen Umbände die Abhaltung von Verbandstagen ist, wo über allgemeine, ständen zulässig sein soll. Daß die Entlastung der Arbeitgeber" zum Teil in recht losem Zusammenhang mit der Krankenversicherung in diesen Fällen mur durch Verschlechterung der Krankenfürsorge stehende Fragen diskutiert wird" und daß ein greifbarer Nutzen" möglich ist, darüber wird sich Hoffmann angesichts seiner durch für die einzelne Stasse selbstredend aus diesen Erörterungen nicht" aus zutreffenden Auseinandersetzung über die Vorteile der Centralierwächst, es tritt darin wieder einmal der Gegenia zwischensation nicht zweifelhaft sein können, wo der Kleinbetrieb spart, fann Reichsversicherungsamt und preußischem handels- es nur auf Kosten der Qualität möglich sein. Und so schädigt dieses ministerium öffentlich zu Tage. Das Reichsversicherungsamt Entgegenkommen gegen die Arbeitgeber wieder einmal die lebensist anscheinend über die Bedeutung solcher Verbandstage ganz andrer wichtigsten Interessen der versicherten Arbeiter. Meinung, denn es entsandte im Jahre 1899 zur Jahresver- Von einer Besprechung der Hoffmannschen Ausführungen über fammlung des„ Central- Verbands von Ortstrantentassen im Deutschen die afsenarztfrage sehen wir für heute ab. Von dieser Reich" einen eignen Vertreter, den Regierungsrat Dr. Klein nach Frage abgesehen haben wir dann die wichtigeren Punkte aus Hannover, der nicht allein den Verhandlungen als aufmerksamer offmanns Aufsatz betrachtet, und es bleibt nur noch übrig, Buhörer folgte, sondern sich auch aktiv an den Grörterungen be- einen Rüdblid auf das Gesamtbild zu werfen und die Frage zu streifen, teiligte. Und das, trotzdem dieser Orts- Krankenkassenverband sich was die Arbeiterschaft, was insbesondere die Krankentassen und ihre nicht auf den Bezirk einer unteren Verwaltungsbehörde beschränkt, Mitglieder zur Abwehr der drohenden Gefahr unternehmen können. Ueber diese und ähnliche Fragen sollten die Krankenkassen bald= sondern ganz Deutschland umfaßt, der Vertreter des Reichs- Versiche Man scheint in maßgebenden Kreisen auch bei der Novelle zum thunlichst möglichst umfangreiches Material sammeln und es an eine ringsamts sich also, nach einem Ausspruch des Genossen Dr. Friede Krankenversicherungs Gesetz an den altbewährten Verfahren fest- Centralstelle einsenden, der dann die einheitliche Verarbeitung Auf der vorjährigen Berliner berg, einer Gesezeswidrigkeit intellektuell mitschuldig" machte. halten zu wollen, notwendige Verbesserungen des Krankenversicherungs- derselben obliegen würde. Freilich wunderbar ist diese Stellungnahme der preußischen Re- Gefeßes nur dann zu gewähren, wenn gleichzeitig einige Bertrantentaffen- Ronferena", auf welcher annähernd ein gierung nach ihrer sonstigen Haltung nicht. Diese größeren Ver- schlechterungen das heißt Umgestaltungen des Gesetzes im Unter- Viertel der versicherten Arbeiter durch Delegierte vertreten war, ist Centralkommission bände gaben ja schon bisher trop der Beschränkung, welche ihnen die nehmerinteresse bewilligt werden. Wie bei der Beratung des als eine solche Centralstelle die Gesetzgebung auferlegte, den Bertretern der versicherten Arbeiter Invaliditätsgefeßes im Jahre 1897 wird die Regierung fich dagegen der Krantentassen Berlins") bestimmt worden, und Gelegenheit, gemeinsam über Abänderungen der Versicherungs- sträuben, daß ihr die Korinthen aus dem Kuchen" genommen dieser wäre dies Material und eventuell auch anderweitige Wünsche, gesetzgebung zu beraten und zu Reformplänen der Regierung werden. Es wird also voraussichtlich auch diesmal so kommen, daß betreffend die Abänderung des Krankenversicherungs Gesetzes, zu Stellung zu nehmen. Diese Verbände bildeten also eine Art Gegen- unsre Partei schließlich vor die Frage gestellt wird, ob mehr Vor- unterbreiten. Der Hoffmannsche Aufsatz zeigt ja den Krankenkassen, gewicht gegen den Centralverband deutscher Industrieller" usw., teile als Nachteile geboten werden, und daß sie danach die Frage: was ihnen droht, wenn sie sich nicht energisch zur Wehr sezen. deffen Stellungnahme zu den Versicherungsgesetzen ausschließlich Annehmen oder Ablehnen? entscheiden muß! durch das Unternehmerinteresse beeinflußt wird. Daß bei der Nun liegt die Sache so, daß einer der Hauptvorteile, welche die freundlichen Haltung der Regierung gegenüber den Industriellen Novelle nach den Ausführungen Hoffmanns bieten soll, die Politische Uebersicht. ,, wir arbeiten ja nur für Sie, meine Herren" es ihr nicht er: Centralisation auch nach dem heutigen Stande Berlin, den 20. Juni. wünscht sein kann, diesen Kassenverbänden die gefeßliche Grundlage der Gesetzgebung annähernd in demselben Um Polizei, Verfassung und Gefeß. In Anknüpfung an das und damit die Möglichkeit einer gesteigerten Thätigkeit zu geben, ist fange erreichbar ist, wenn nur die Arbeiterschaft den festen flar. Um so mehr aber sollten bei der Reform des Kranken- Willen hat, alle fleinlichen Bedenken, welche bisher diesem Verbot, welches das Polizeipräsidium jüngst über eine von den versicherungs- Gesetzes die Arbeitervertreter bemüht sein, jene läftige Blane entgegenstanden, beiseite zu Tassen und durch Antisemiten zur Erörterung des Konizer Mordes berufene VerBerl. Neueste Beschränkung zu Falle zu bringen, und damit den in den energischen Entschluß auf Gebiete sammlung verhängt hat, wird von den Krankenkassen organisierten Arbeitern das Recht einen prattischen Beweis für die so oft betonte Nachrichten" nach einem neuen Umsturzgefeßlein gerufen. Das die in den Berufs zu verschaffen, welches die Je Organ der Großindustriellen muß zugeben, daß das ganze Ver Solidarität der Arbeiterschaft zu liefern. genossenschaften organisierten Unternehmer thatkräftiger die Krankenkassenmitglieder die Zeit, welche noch bis sammlungsrecht der Willkür der Polizei ausgeantwortet wäre, Tängst befigen. zur Einbringung der Krankenkassengesez- Novelle bleibt, zur Förderung wenn es der Polizei zustände, lediglich wegen der Natur Die Einteilung der Mitglieder in Lohntlassen der Centralisation ausnutzen, um so niedriger werden unsre Genossen der zu verhandelnden Gegenstände eine Versammlung wird selbstverständliche Voraussetzung der Centralisation sein müssen; bei der Schlußabstimmung die Vorteile, welche der Entwurf bietet, aus vermeintlichen Gründen der öffentlichen Sicherheit zu verbieten. es fann ja nicht der Zweck der Vereinigung sein, die gesamte bewerten können, und um so stärkeren Widerstand werden sie allen Deshalb sei der Weg der ergänzenden Gesetzgebung" notwendig. Arbeiterschaft eines Gemeindebezirks auf das Niveau der am schlechtesten Verschlechterungen, insbesondre der Entrechtung der Arbeiter, So lange das nicht geschehe, könne man der Polizei nicht verdenken, pentgegensegen fönnen. Denn darüber kann ja wohl ein gweifel nicht bestehen, daß die Centralisation, teils durch die Ersparnisse, die sie be*) Berlin SO., Engel- Ufer 15( Gewerkschaftshaus). " *) Siehe„ Vorwärts" Nr. 128, 129 und 130. Sociales aus Koniz. M Sonig, den 20. Juni 1900. Excellenz" Lewy steht jetzt nachmittags manchmal wieder ein Viertelstündchen vor der Thür seines Hauses. So hat der Konizer Wizz das kleine schwächliche und verschüchterte graue Männchen getauft, weil er einen Posten vor der Thür stehen hat und nur unter militärischem Schuße ausgehen und über Land fahren darf. Er hat sein Gewerbe aufgeben müssen und will nach Berlin übersiedeln, sobald er sein Häuschen verkauft hat. Dorthin wird ihn auch der Prozeß führen, den er gegen die„ Staatsbürger- Zeitung" wegen Beleidigung durch Abdruck der sogenannten Schuhschrift des Schlächters Hoffmann angestrengt hat. = diesem " C. F. hartem Kampf. Der Reichstags- Wahlkreis befindet sich in polnischen ziehen fort. In vielen Orten des Kreifes und in Konig selber find Händen. Bei der Landtagswahl aber ist der nationalliberale Guts- die Ausverkäufe schon im Gange. In Tuchel ist ein Rabatt- Spárbefizer Osiander mit einer Stimme Mehrheit über den polnischen verein in der Bildung begriffen, der den jüdischen Geschäften die Gegenkandidaten Sieger geblieben. Den Ausschlag gaben die Kunden entziehen will. In andern Städtchen und großen Dörfern liberalen Wahlmänner, zum größten Teil Juden, von denen werden von polnischer Seite Konsumvereine gegründet oder Zweig manche bei den Wahlmännerwahlen mit Hilfe der Polenstimmen ge- niederlassungen bestehender Konsumvereine geschaffen, die ausschließ Das wählt worden waren. hat große Erbitterung erregt, lich Manufakturwaren führen. und die polnischen Blätter der Provinz, die Gazetta Gdanska" in Danzig und das„ Thorner Blatt", suchen seitdem im Verein mit dem ultramontanen Westpr. Voltsblatt" die Antisemitenblätter im Gegen zu überbieten. " Am schlimmsten aber sind die jüdischen Proletarier getroffen. Die Hausierer wagen sich mit ihren Backen nicht mehr aufs Land, obwohl sie doch von altersher daran gewöhnt sind, als Parias be handelt zu werden. Das Glaserhandwerk liegt fast ganz in den Händen von In der ganzen Gegend ist der gesellschaftliche und wirtschaftliche Juden. Auch sie trauen sich nicht mehr hinaus. Von christlicher Boykott über die Juden verhängt. Die christlichen Kaufleute erzählen Seite erhalten sie keine Aufträge mehr. In Czerst, einem großen einem mit schmunzelndem Gesicht, daß ihre jüdischen Konkurrenten Fabrikborf in der Umgegend von Konig, war ich in der Wohnung In Koniz und in den andern kleinen Raubstädten und Fleden sich auf die Dauer nicht würden halten können. Kommt ein Käufer eines jüdischen Glasers. Welches Elend! Die Hagere, braune Frau der Gegend ist jetzt alles rubig. Aus Brandenburg und Ostpreußen in den Laden, so erkundigt er sich vorsorglich, ob er auch in einem faß mit einem Säugling an der Brust und sechs weiteren Kindern sind ein paar Dußend Gendarmen in den Kreis beordert und christlichen Geschäft sei. Das Urteil nach der Nasengestaltung ist doch in der finsteren, schmutzigen Küche um eine Schüssel Kartoffeln, die in die Ortschaften und Dörfer verteilt worden. Die Jahrmärkte zu trügerisch. Träger von Paketen, deren Umhüllung den Namen das Mittagbrot bildeten. Der Mann war nicht zu Hause. Ich werden verboten, um das Zusammenströmen der Landbevölkerung zu einer jüdischen Firma aufweist, werden entrüstet gefragt:" Vom wurde in die Borderstube geführt, wo ein paar Betten, ein Tisch, verhüten. Diese Maßregel ist aber äußerst bedenklich und kann nur Juden? Vom Juden?" Die jüdischen Schlächter, die vom Rindfleisch ein paar Stühle und ein Schrank standen. Das war alles. Ein Del ins Feuer gießen. Die Viehmärkte, die mit den Jahimärkten die Vorderviertel an ihre jüdische Kundschaft verkaufen, werden die Hinter- paar alte Tassen und eine emaillierte Blechkanne standen als Schmuck berbunden sind, bedeuten für viele Bauern und kleine Besizer die viertel nicht mehr los und bieten das Pfund Ochsenfleisch jetzt schon mit auf dem Schrank. An der Wand hingen in einer Ecke ein paar zereinzige Möglichkeit, bares Geld ins Haus zu bekommen. Sie müssen 35 Pf. aus. Die jüdischen Geschäftsinhaber erhalten anonyme Briefe. Ich fezte Kleidungsstücke. Kein Bild im Zimmer, keine Gardine am Fenster, Hypothekenzinsen und Steuern zu bezahlen, fie müssen die Waren- las folgenden:„ Ich warne ihnen, das sie gehen, sonst pafiert was, nur table Armut. Daß man bei Juden war, zeigte nur ein schulden begleichen, die sie bei den Krämern haben, und so rechnen rath ihnen, den es geth loss". Die christlichen Viehhändler entlassen Stückchen Mazzes, das oben an die Kalkwand genagelt war.„ Ja, fie mit dem Verkauf ihres Kleinviehs, das sie jetzt nicht los werden. ihre jüdischen Angestellten. So steht seit einigen Tagen im Koniger es geht nicht gut", sagte die Frau in singendem Ton, während in Da in der ganzen Gegend eine Mißernte zu erwarten steht, Tageblatt" folgende Annonce:" Der Vorläufer( der das Vieh aus der Küche, die Kinder schrien.„ Wenn der Mann in der Woche 6 M. so. sehen manche polnische, kassubische und deutsche Kleinbauern wählt und Handgeld giebt) J. Heymann ist nicht mehr bei mir in verdient, muß man schon zufrieden sein. Jetzt bringt er aber gar ihren Ruin vor Augen. Der Gerichtsvollzieher, der der Send- Stellung. Emil Weydert". Kein Wunder, daß solche Maßregelungen nichts mehr nach Hause". Sie erzählte von Abweisungen, die er bote deutscher Kultur in den Kassubendörfern und Bußtowien erfolgen, wenn in den Dörfern Zettel angeklebt werden, wie folgender, bei früheren Kunden erfahren habe. Sie wollen vom Juden keine Arbeit mehr haben". Und dann kam die unerschöpfliche Klage, die ( Stellen) ist, wird seines Amtes walten. Pfändowatsch" der in Gostoczin angeschlagen war: sagen die Kassuben. Das ist eins der wenigen deutschen Worte, die„ Die Juden find Mörder der Christen. Hepp! Hepp! Hepp! man überall hört, über die täglichen Beschimpfungen, in denen sich So wird die die christlichen Nachbarn gefallen. Judenstänker" ist noch der harmin ihre Sprache gedrungen sind. Das Verbot der Jahrmärkte aber Raus mit dem jüdischen Ungeziefer nach Palästina". wird den Juden auf Rechnung gestellt. sociale Unzufriedenheit der hungernden Käthner, Justleute und loseste Ausdruck. Das nimmt man weiter nicht übel. Besonders beliebt ist jetzt die Geberde des Halsabschneidens. Die nationalen Gegensäge spielen auch ihre Nolle in den Vor- Knechte auf die Juden abgelenkt. gängen der letzten Zeit. Gerade im Kreise Koniz- Tuchel liegt der Die wohlhabenden Juden können sich den Drohungen und dem mit dem Centrum verbündete Polonismus mit den Hakatisten in Boykott immer noch entziehen. Sie geben ihre Geschäfte auf und " Dabei ist es in Czersk im Vergleich zu andren Orten noch am ruhigsten zugegangen. Kaum daß ein paar Fensterscheiben eingeworfen daß sie auf die veraltete Bestimmung des§ 10 II, 17. 2.-N. ihr Verbot einer Versammlung stüße. Die„ Berl. Neuesten Nachr." suchen hier in dieselbe Kerbe einzuhauen, die Rosin und nach ihm die„ Nordd. Allg. 8tg." vor einigen Jahren erfolglos versuchten, Recht habe, sich über Gefeße hinwegzusehen, ja daß dies im Interesse der öffentlichen Sicherheit und Ordnung" notwendig fei. Das Organ der Großindustriellen vergißt, daß Preußen eine beschworene Verfassung hat und daß diese, nicht das Ermessen der Polizei, und die auf Grund der Verfassung erlaffenen Gesetze auch für die Polizei bindend sind. Nach Artikel 29 und 30 der Berfaffung fann es nicht zweifelhaft sein, und ist vom Oberverwaltungsgericht in ständiger Bragis anerkannt( vergl. z. B. Entscheidungen vom 16. Oftober 1889 und 3. April 1894), daß die aus§ 10 II. 17 abgeleitete Befugnis der Polizei gegenüber den Vereinen und Versammlungen durch die Verfaffung und das Gesetz näher begrenzt ist. Danach darf die Polizei ihr Einschreiten gegen eine Versammlung nur auf das Vereinsgesetz stützen, falls das Einschreiten lediglich aus dem Grunde erfolgt, weil von dem Vereins- oder Versammlungsrecht Gebrauch gemacht wird wie es betreffs der Konizer Versammlung der Fall war. Das Verbot dieser Ber Das Berbot Dieser Berfammlung war also ungefeglich und berfassungs widrig. sämtliche Fremden in Zaku samt ihrem Per- mit Ja gestimmt haben. Aus dem Protokoll dieser Sigung konnten jonal ermordet hätten. Die Gesandtschaften hätten den die nationalliberalen Blätter ersehen, daß bei der gleichen Abstimmung verzweifeltsten Widerstand geleistet, sich aber schließlich wegen mehrere unsrer oben genannten Genoffen ihre Nein- Stimme abAusgehens der Munition ergeben müssen. Die Chinesen gegeben hatten. Es waren selbstverständlich nur äußerliche Abhaltungen, die das Fehlen einiger unsrer Abgeordneten bei der Schlußabstimmung verursacht haben. hätten die größte Todesverachtung an den Tag gelegt. Die Rüstungen der Mächte dauern in ver größertem Maßstabe fort. 3 Deutsches Reich. Centrum& ftimmen. Einen Ridblid auf die verflossene Seffion des Reichstags werfen die Centrumsblätter Rheinische Voltsstimme" und Aachener Voltsfreund". Die Voltsstimme" schreibt: " Die Kaiserin und die Socialdemokraten. Wie der Kaiser, fo scheint sich auch die Kaiserin sehr für die Socialdemokratie zu interessieren. Bei dem Mansfelder Bergfest wurde der Vorsitzende des Vereins reichstreuer Berg und Hüttenleute, G. Krone Gerbstedt, von der Kaiserin ant 12. Juni empfangen. Krone wurde, wie der Bergbote" erzählt, dann von der Kaiserin gefragt, wie stark der reichstreue Verein sei und ob auch Socialdemokraten unter der gewertschaftlichen Arbeiterschaft zu finden seten. Die Antwort lautete: Die Mansfelder berg=' " Die Flottenfere thun so, als ob der Reichstag in dieser Frage männische Bevölkerung hält bis jetzt und hoffentlich für alle Zeit an dem Zwang einer elementaren Volksstimmung gefolgt fet, welche dem alten treuen Glauben und der Vaterlandsliebe, die sie von den die Mehrheit des derzeitigen Parlaments im Falle einer Ab- Vätern ererbt hat, fest. Wirkliche Socialdemokraten beTehnung zermalmt haben würde. Schreiber dieses steht mitten im finden sich unter ihr nicht, wohl aber noch hier und da schwache, Bolte und würde wissentlich die unwahrheit sagen, wenn verführbare Naturen. Diese zu stärken und auf dem er schreiben würde, er habe von der Flottenbegeisterung ber Wege des Guten und der Pflicht zu erhalten, ist eine HauptMaffen etwas bemerkt. Für die Flotte begeisterten" sich dieselben aufgabe des reichstreuen Vereins. Letzterer zählt jetzt gegen Leute, welche jeder Vermehrung des Militarismus zuzujubeln 9300 Mitglieder." pflegen. Eine Auflösung des Reichstags infolge der Ablehnung Die Kaiserin sprach Krone ihre große Freude darüber aus, daß der Flottenvorlage würde für ihre Gegner nur von Vorteil ge- ein so guter Geist unter der gewerkschaftlichen Arbeiterschaft herrsche. wesen sein, Aus dem agrarischen Gnadenquell Miquels werden, wie Schweinburg erzählt, in der nächsten Session des preußischen Landtags u. a. folgende Vorlagen rieseln: ein Gesetz über das FideiKolonisation, und Maßregeln zur V " " Die Reaktionäre suchen vergeblich sich darauf zu berufen, daß das Ober Verwaltungsgericht auch wegen Feuersgefahr und dergl. erlaffene polizeiliche Verbote von Versammlungen für gerechtfertigt erachtet habe. Diese Verbote erachtete das Ober VerwaltungsDer Voltsfreund" geht mit ben Centrums- Abgeordneten gericht deshalb für gerechtfertigt, weil es von der auf dem Konizer sehr scharf ins Gericht. Nachdem er seine Meinung über die schwere Fall durchaus unanwendbaren Grundsatz ausging, daß das polizeiliche Belastung des Wolfs geäußert und die Stellung der Mehrheit des Einschreiten nicht lediglich um deswillen rechtswidrig wird, weil Reichstags zu dem Flottengesetz von 1898 und der Militärvorlage fommißwesen, Aenderungen der Gesetzgebung über die innere die Versammlungsluftigen oder Versammlungsbesucher ihr Ver- von 1899 erörtert, fährt er folgendermaßen fort: sammlungsrecht ausüben. jemand, der im Sinne der Berl. Neuesten Nachr." die Polizei in einer Versammlung aufforderte, antisemitische oder socialdemo- Sie sind noch in aller Gedächtnis.... noch im Dezember fratische Versammlungen zu verbieten, wiewohl er Versammlungsbesucher ist, wegen Aufforderung zum Bruch der Geseze und wegen gröblicher Beleidigung der Polizei sistiert werden können. Nach diesem Grundsaz würde also il Doch, was hier vorging, war das reinste Kinderspiel im Sontrattbruchs ländlicher Arbeiter gutung des Das Ober- Verwaltungsgericht hat den wiederholten Angriffen bisher standgehalten, die dahin gingen, es zu der Ansicht zu bewegen, den§ 10 II 17 A. 2.-N. allgemein auf Versammlungen anzuwenden. So lehnte es bekanntlich vor wenigen Jahren noch das Ansinnen ab, polizeiliche Versammlungsauflösungen für gerechtfertigt zu erflären, die deshalb ergingen, weil der Beamte die polnisch redenden Redner nicht verstand. DasVerbot der antisemitischen Versammlung läßt sich durch Das Gesetz nicht rechtfertigen. Die Versuche, es zu thun, gehen von der mit unferm Staats- und Verwaltungsrecht unvereinbaren Auffassung aus, daß die Polizei über Gesetz und Recht stehe, und daß ihr die Befugnisse zustehen, die in einer absoluten Monarchie dem absoluten Herrscher zuständen. Der Humor bei der Sache ist freilich, daß von solchem ungesetzlichen Verbot die reaktionäre, polizeifreundliche Antifemitenpartei getroffen wurde. Der Krieg in China. Was heute an Depeschenmaterial über China vorliegt fteht unter dem Zeichen des vollständigsten Widerspruchs. Drahtungen, die bereits Aussichten auf das Zufreuzet riechen Chinas und die Wiederherstellung der Ruhe erwecken, stehen Telegramme gegenüber, die ein noch wütenderes Auflodern des Fremdenhasses verkünden. Man wird gut thun, beiden Lesarten die nötige Portion Stepsis entgegenzubringen. Handelt es sich doch bei den Nachrichten nicht um thatsächliche Meldungen, sondern um die Weiterberbreitung mehr oder minder, meist aber sehr wenig zuberlässiger Gerüchte, die auf chinesische Quellen zurüdzuführen sind, die in Anbetracht der Verhältnisse nicht gerade als lauter anzusehen sind. Vergleich zu den Vorgängen bei der neuen Flottenvorlage. Die Brotwucherer. Der ständige Ausschuß des deutschen Landwirtschaftsrats hat in feiner legten Sigung eine Erklärung beschlossen, in der es heißt: Es ist eine unabweisbare Forderung, die gesunkenen Preise für landwirtschaftliche Erzeugnisse wieder so hoch zu ge stalten, daß die Landwirtschaft lebenskräftig und entwickelungsfähig bleibt." Die Schutzgarde des Junkertums mobilisiert. gab es im Reichstag noch kein Dußend Leute, die an die Notwendigkeit der Flottenvermehrung glaubten. du fondsugg Unter der Einwirkung eines, durch einen mächtigen Einzelwillen verursachten Druckes und des landauf landab betriebenen Flottenrumniels, fotvie der der servilen„ nationalen" Presse fam der Mehrheit der Reichstagsboten nach und nach die nötige„ Erleuchtung", die dann im April so weit vorgeschritten a war, daß man fühlte, das sic volo, sic jubeo Die Nuglosigkeit der Warenhauschikaneficuer gestehen so will ich's, so befehle ich's sei manchen Leuten ganz erschrecklich in die die Regierungsoffiziöfen nunmehr ein, nachdem die mittelstandsGlieder gefahren... Vom Centrum hat immerhin etwa ein fängerische" Borlage unter Dach und Fach gebracht ist. Die Regierung habe, so schreibt Schweinburg, ihren guten Drittel die jetzt angenommene Vorlage nicht gutgeheißen, was nach all den Treibereien, die in der Centrumsfraktion Willen gezeigt. Aber helfen werde die Warenhaussteuer gegenüber zu Gunsten der Flottenvorlage offen und im geheimen der übermächtigen Konkurrenz der Großbetriebe nicht. Die Kleinveranstaltet wurden, fogar angenehm überraschen muß. händler müßten nun selbst sichrüsten": Die in dor abgeschlossenen Reichstags- Seffion gemachten Wahrnehmungen eröffnen einen trüben Ausblick in die Zukunft; fie lassen die Zeit voraussehen, da es eine Opposition gegen Militär- und Marineforderungen, von den Socialisten und im einigen Freifinnigen und Demokraten abgesehen, Reichstag überhaupt nicht mehr geben wird. zu " Ihre Aufgabe wird es sein, schleunigst im Wege der Selbst, Hilfe diejenigen Organisationen und Einrichtungen zu schaffen, welche die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit ihrer Be triebe zu der mit für den erfolgreichen erfolgreichen Mitbelverb den erforderlichen Höhe Warenhäusern erforderlichen heben gea eignet find. Sie werden, insbesondere durch Errichtung von Einlaufs- und Verkaufs Genossenschaften, für preiswürdige, Waren und lohnenden Absatz zu sorgen haben. Vor allem werden sie sich aber zu derjenigen Regelung der Kreditverhältnisse, in welchen eine der Hauptstärken der Warenhäuser liegt, einigen müffen. Sie werden sich stark zu machen haben, nur gegen bar einzufanifen und zu verkaufen und Waren weder auf Kredit zu nehmen noch auf Kredit zu geben. Aufgabe der unter der Konkurrenz der Warenhäuser schwer leidenden Inhaber Kleiner und mittlerer Handelsgeschäfte und Handwerker ist es, die ihnen durch die Waren haussteuer gewährte Ruhe pause voll auszunuzen, um sich durch geeignete Einrichtungen wirtschaftlich stark für den Konkurrenz tampf mit den Warenhäusern zu machen. Der Staat hat das feinige gethan; an dem gewerblichen Mittelstand ist es jetzt, durch energische Selbsthilfe sich seine Lebensfähigkeit gegen die groß... Wie flüglich vermeinten gewisse politische Neunmalweisen, die Lawine des Militarismus und Marinismus zum Stillstand bringen zu können, wenn sie das meiste von den Flottenforderungen bewilligen, die neuen Auslandsschiffe aber streichen würden Sie dachten damit einen schönen Ausgleich" zwischen dem„ Notwendigen" und dem Ueberflüssigen" geschaffen zu haben!! Und nun haben diese naiven Parlamentarier noch nicht die Reiseschuhe ausgezogen und noch nicht zur Ruhe von ihren Arbeiten und Kompromißfizungen auf den aus dem Reichstage mitgebrachten Lorbeeren" daheim sich niedergelassen, da tönt ihnen von höchster Stelle die Mahnung entgegen: das Versäumte nachzuholen, bald das begonnene Wert" zu frönen, d. h. was jetzt im Reichstag noch abgelehnt wurde, in nicht ferner Zeit auch zu bewilligen! tapitalistische Konkurrenz zu sichern." Wir meinen, daß voltsfreundliche Abgeordnete viel richtiger handelten, wenn sie sich die Maxime des Prinzen Ludwig von Bayern zum Leitmotiv wählten, als den Blick auf einen Einzelwillen, der schließlich eine Aera eintes neuartigen AbsoIutismus über Deutschland heraufführen wird, wenn aus dem Wolfe selbst nicht eine energische Gegenwehr mehr und mehr sich herausbilden wird. Auf die Mehrheitsparteien ist in diesem Sinne gar nicht mehr zu rechnen." Zum Schluß liest er noch dem Kaplan Dasbach und Dr. Hille, Vertreter für Aachen- Stadt und Land, gehörig den Tert, weil sie für die Flottenvorlage eingetreten sind. Zu den beruhigenden Nachrichten gehört in erster Linie die, daß Admiral Seymour mit dem internationalen Expeditionskorps nicht nach Tientsin zurückgekehrt sei, sondern im Gegenteil am 17. Juni Peting erreicht habe. Auch seien bei dem Eintreffen der internationalen Truppen die Gesandtschaften in Peking noch undersehrt gewesen. Eine andre Meldung behauptete, daß auch die russischen Truppen Peking von zwei Seiten angegriffen hätten. Als Sympton einer günstigeren Entwicklung der Dinge wird ferner mitgeteilt, daß Li- Hung Tschang eiligst nach Peking gerufen worden sei, was als Dummer Schwat. In einigen nationalliberalen Blättern Zeichen dafür angesehen werde, daß die Mandschu- Partei die findet sich der drollige Versuch, das Fehlen einiger socialdemokratischer Hoffnung aufgegeben habe, den Mächten Widerstand zu leisten. Abgeordneter bei der Schlußabstimmung über die Flottenvorlage Die chinesische Presse verbreitet die Nachricht, die Regierung habe burch Gründe besonderer Art zu erklären. Da Schippel im stenodie Verhaftung des Generals Tung- Fu- Siang und des Vicefönigs graphischen Bericht der legten Reichstags- Sizung als erkrankt, von Betschili angeordnet und beide dem Strafgericht über- v. Vollmar als entschuldigt und Heine neben Haase und Kloß aber geben. Nachrichten, die ebenso gut wahr wie auf die unentschuldigt fehlend angegeben werden, so wird die Möglichkeit erfabelt, es fönne Verständnis für die Wehrkraft" dahinter stecken. Täuschung der Mächte berechnet sein können. Dieselben Blätter, die sich an solch luftigen Vermutungen ergögen, geben fich zugleich Mühe, zur Entschuldigung flottenfreundlicher Abgeordneter, die ebenfalls bei der Schlußabstimmung fehlten, festzustellen, baß diese bei der namentlichen Abstimmung über§ 1 des Flottengesetzes Das Fragezeichen ist freilich auch hinter jene Nachricht zu fezen, daß die Chinesen, Truppen und Volt, in Beling aus Erbitterung über die Zerstörung von Tatu Ein worden sind. In Czersk hat sich die Großindustrie angesiedelt, die In ganz Konig werden 5-600 Arbeiter, gelernte und un ein Dorado der Ausbeutung dort gefunden hat. Große Holz- gelernte, vorhanden sein. Die Löhne find etwas höher, als in Czerst. bearbeitungsfabriken sind in den letzten Jahren gegründet worden So verdienen die Maurer, bei einer Arbeitszeit von morgens 6 bis und die Einwohnerzahl des Dorfes, das an der Ostbahn liegt, ist seit 7 Uhr abends 3,25-3,50 M. täglich, während die Bauarbeiter 2 M. 1894 von 3000 auf 6000 gestiegen. Eine Cylinderfaß- Fabrit, mehrere erhalten. Dieser Satz ist die Regel für ungelernte Arbeiter, für Sägemühlen, ein paar Goldleistenfabriken sind entstanden. Holz das gewöhnigliche Volt", wie man in Konig fagt. Es haust in den liefert die Tucheler Heide und Menschenmaterial die Heimat der Hohen Höfen", einer frummen Straße, die sich über einen Hügel Sachsengänger. Fast 2000 Arbeiter, Männer und Frauen, fronden etwas entfernt von der eigentlichen Stadt hinzieht. Die Arbeiter dort im Dienst des Kapitals. Die Arbeitszeit in den Fabriten familien wohnen in einer einzigen Stube, die als Wohn-, Schlaf- und dauert mit den Bausen 13 Stunden, die Löhne betragen 12-13 Pf. Stochraum dient. Dafür müssen sie 28-30 Thlr. jährlich zahlen. sah einjähriges Kind im Winter, 14-15 Pf. im Sommer für die Arbeiter. Die Die Kindersterblichkeit ist groß. Arbeiterinnen gehen mit 80-90 f. täglich nach Hause. ich an einem schwarzen, in den Schmutz gefallenen Kartoffeltloß Wie da die Lebenshaltung beschaffen ist, braucht nicht erst saugen. Die Familien, die noch über einen Stall für eine Biege gesagt zu werden. Hering und Kartoffeln und Fusel sind verfügen, find zu zählen. Wasserleitung hat die Stadt nach den Hohen Höfen nicht gelegt. die Vollsnahrung. Der Arbeiter liest nicht und denkt nicht, er ist der gehorsame Sohn der Kirche. Von dem selbstbewußten Ringen An dem einen Brunnen standen scharenweise Frauen und Kinder mit der Arbeiterklasse hat er nie etwas gehört. Der Stummiche Eimern und Kannen und warteten, bis die Reihe an fie tam. Zukunftsstaat ist hier schon verwirklicht. Gelegentlich stellt der Wasser ist überhaupt ein rarer Artikel in Koniz. Das Wasser aus Fabritherr durch Accordarbeit fest, wie viel bei äußerster Anstrengung dem verschlammten und verwachsenen Mönchsee ist unbrauchbar, und geschafft werden kann. Dann verdienen die beneideten Auserwählten der große Müstendorfer See mit seinem klaren Sandgrunde liegt 3-4 M. täglich. Aber diese Ueppigkeit dauert nur kurze Zeit, dann mehrere Kilometer ab. werden die Accordleistungen zum alten Tageslohn verlangt und die Intensität der Arbeit wird allgemein erhöht. Wer in Konig ein Bad nehmen will, muß ins Krankenhaus gehen. Aber die Erkrankung am Reinlichkeitsbedürfnis kommt bei Chriften wie Juden nur selten dort vor. der Stadt. Im Gasthof zu Czersk Hagten ein paar Gutsbefizer der NachNoch immer liegt das Militär in unverminderter Stärfe barschaft über die Leutenot. Knechte seien taum noch zu erhalten, selbst wenn man dem verheirateten Knechte außer Wohnung und in Aber es amalgamiert sich mit der BevölfeFeuerung 500 m. jährlich böte. Die Sachsengängerei führe die rung. Es giebt am Abend kaum eine Hausthür, an der und hinter angen Burschen und Mädchen nach dem Westen. Wie die Grä- der nicht Soldaten mit frisch errungenen Bräuten ständen. Und die Hinnen fleiden sich die Mädel, wenn sie zurückkommen mit 2-300 m. Bürgermädchen flanieren eifriger denn je durch die Straßen. Die in der Tasche," rief ein alter Sägemühlenbefizer. Fürs Fressen Schlochauer- und Danzigerstraße find die Hauptpromenade. Zwischen wird nichts ausgegeben, höchstens für Schnaps, aber Hüte müssen 8 und 10 Uhr abends sieht es dort so aus, als wenn ein RiefenMädchenpensionat ununterbrochen spazieren geführt würde. Die die Frauenzimmer tragen und Bänder und Schleiftas." Duennen fehlen freilich, aber dafür find die Löwen" von Konig auf dem Posten, Techniker, junge Beamten und Gymnastasten. Sie suchen die Konkurrenz mit dem bunten Euch zu bestehen. 〃 Die Klage über Arbeitermangel hörte ich auch von Konizer Handwerksmeistern. Alle wollen nach Berlin," flagte ein Tischlermeister. 7 Gesellen könnte ich beschäftigen, aber 3 habe ich nur. Von Kost und Logis wollen sie auch nichts wissen."" Was zahlen Sie denn?" Na, 6 M. die Woche, wenn der Geselle bei mir wohnt und ißt. Da spart er noch. Und 16 M. sonst." Dies öffentliche Liebesleben ist ein besonderer Bug in dem Stadtbilde. und Die Regierung fürchtet mit Recht, daß der Mittelstand" rebellisch werden könnte, wenn keine der Hoffnungen sich erfüllt, die sie auf die reaktionäre Gesetzgeberei gebaut haben. Der Innungss fram wurde gewährt nach Jahrzehnte langen Kämpfen jetzt, wo das Ziel erreicht, merken die Kleinbürger, daß sie genarrt worden sind. Die gleiche Erfahrung werden sie mit der Warenhaussteuer machen. Und so rührt denn die Regierung ein neues Morphiumpulber ein, das die Schmerzen des Mittelstandes lindern soll. Die Regierung will mit all diesen wohlwollenden" Berfehlt. heiten nicht dem Mittelstand eine Ruhepause" gewähren, sondern sich selber. Sie will die an einer innerlich überwundenen rüdständigen Betriebsform Haftenden und Leidenden möglichst lange vertrösten und beruhigen, um diese Elemente nicht zur Aufklärung über ihre thatsächliche Lage und damit zum Anschluß an die proSo wirft die Regierung deni„ Mittelstand" neue töbernde letarische Bewegung gelangen zu lassen. Hoffnungen hin, nachdem sie den Bankrott der Staatshilfe erklärt hat. Hoffnungen hin, nachdem sie den Bankrott der Staatshilfe Denkschrift Materialien zu einer katholischen lex Heinze. In Neumarkt bei Bozen wurde, der Frankfurter Zeitung" zufolge, der förtner des bortigen Kapuzinertlofters wegen jabre. langer, an Knaben von 6-12 Jahren begangener Sittlichkeits. verbrechen verhaftet. Bis jetzt wurden 18 Knaben vernommen. Die Verhaftung des Frater, der schon viele Jahre dort als Pförtner fungierte, erfolgte um Mitternacht durch den Gendarmeriepostenführer. Unter der Bevölkerung herrscht begreiflicherweise große Erbitterung gegen dieses Scheusal von einem Klosterbruder. Volksschullehrer ohne Gehalt. Der in Bunzlau erscheinende Niederschlesische Kurier" entwirft folgendes Bild aus dem Kulturstaat Preußen: = Am schönen Bober liegt eine betriebsame, freundliche Stadt, Bunzlau geheißen, Kreisstadt, Siz königlicher Behörden, Provinzial Irrenanstalt, höhere Schulen, rege Töpferei- Industrie 2c.( fiehe Konversationslexikon) und unfern dieser Stätte moderner Betriebsamkeit liegt das idyllische Dorf Groß Krauschen, das neben Der zweite Lehrer dort ist es nun, dessen Gehaltsvorstehen. andern Vorzügen eine Schule befigt und zwei Lehrer, die derselben ansprüche nach dem Muster seiner spanischen Kollegen geregelt" find. Das Patronat über die Schule hat Prinz Reuß, auch die Gemeinde und der Staat find natürlich da. Zwischen den örtlichen Interessenten bestehen min seit langem Verhandlungen über die Aufbringung dieses Lehrergehalts, wobei sehr geteilte Meinungen Nun sollte man meinen, war es Sache zu herrschen scheinen. Regierung, einstweilen bis zur endgültigen Ents scheidung ein Provisorium für den betreffenden Lehrer zu schaffen. Nun, ein, sonst allerdings in Regierungsfreisen nicht sehr beliebter Dichter fingt: Und da keiner wollte leiden, daß der andre für ihn zahl, zahlte teiner von den beiden, ein System, das sich empfahl". Und nach diesem prächtigen System wartet nun ein Mann, dem ein unendlich wichtiger und verantwortungsvoller Beruf obliegt, seit Beginn des neuen Jahres auf sein ihm gesetzlich zustehendes Gehalt. der Was liegt auch daran, wenn ein paar Volksschullehrer zufällig verhungern sollten. Wir haben ja die herrliche Flotte! verhungern sollten. Wir haben ja die herrliche Flotte! Bestrafte Boerenhilfe. Den Times" wird aus Berlin gemeldet: Der bekannte Major v. Reigenstein, Generalstabs Offizier, der in Südafrika bei den Boeren mitfocht, ist nach seiner Rückkehr nach Deutschland im Mai bor ein Kriegsgericht gestellt und zut fech& Monaten Festungshaft verurteilt worden, die er in Glaz zu verbüßen hat. Ueber die Stellung des Poftaffiftenten: Verbands zur Poftverwaltung gewährt der Bericht der Deutschen Postzeitung" über den am 8.- 10. d. M. stattgehabten Verbandstag interessante Ausland. Schiveiz. In der sich hieranschließenden Diskussion wurden die alten Borwürfe nochmals wiederholt, schließlich gelangte aber die nachstehende Resolution gegen etwa 20 Stimmen zur Annahme: " Aufschlüsse. Den Vorwurf socialdemokratischer Blätter, daß der einst| dem Ausfall der bevorstehenden Landtagswahlen abwarten zu müssen.| Verhältnissen entsprechend den Hinterbliebenen Oertels gegenüber so fest und unabhängig auftretende Verband sich zu einer Schuh Er kann das mit un so größerer Rube thum, als er ganz genau in einer Weise benommen, daß nach keiner Richtung hin ein truppe des Herrn v. Podbielski" durchgemausert hätte, weiß, daß die Vollspartei mit der Verfassungsreform keine Geschäfte Vorwurf gemacht werden könne. Die Genossen könnten die Geglaubte der erste Vorsitzende des Verbandsausschusses, Schubert, mehr machen wird. Die Suppe ist falt geworden und selbst für die währ mit nach Hause nehmen, daß es überall vollständig ehrlich zuzurückweiſen zu müssen. Wie wenig er dazu ein Recht hatte, geigten Schwaben nicht mehr genießbar. Die Fraktionsführer des Centrums gegangen sei. feine weiteren Ausführungen: Allgemein ist die Klage, daß in und der Deutschen Partei gaben denn auch kurze Erklärungen ab, Bezug auf die Zahl der Dienst stunden gegen früher an in welchen sie sich auf ihre Programme bezogen und sich für die vielen Stellen eine fühlbare Verschlechterung eingetreten Zukunft durchaus freie hand vorbehielten. Im übrigen wurde die ist.( Sehr richtig!)..."; aber der Zustand ist nun einmal da Interpellation in eifigem Schweigen erflict. Sie fand keinen Die Porteileitung ist bei Ueberführung des Verlags der und muß ertragen werden... Bekämpfen wir Resonanzboden. Es ist aus mit der Verfassungsreform. Fränkischen Tagespost" und" Fürther Bürgerzeitung" in Parteideshalb alle Mißstimmung darüber und helfen wir Eigentum, die auch im Interesse der Familie Oertel lag, forrett unsrer Behörde, die Kalamität zu überwinden." Und weiter über verfahren; die Versammlung spricht ihr daher das vollste Bertrauen die feit einigen Jahren so sehr verschlechterten Anm aus. Die Versammlung erklärt sich ferner, einverstanden mit der stellungs- Verhältnisse:" Wenn auch eine Beschleunigung lebernahme des Verlags und der Buchdruckerei der Fränkischen des Tempos sehr erwünscht ist, so müssen wir uns doch gegen wärtig halten, daß es in dieser Beziehung bei ber gefeges hat nun nachträglich noch ein persönliches Opfer gefordert. Bern, 18. Juni.( Eig. Ver.) Die Verwerfung des Versicherungs- Tagespost" durch die Handelsgesellschaft Herm. Sydow u. Co." Hoffentlich sind damit die Differenzen innerhalb der ParteiPoſt immer noch nicht schlechter bestellt ist, als bei Der Bater des Gesezes, Nationalrat Forrer, Abvotat in Winter- genossen Nürnbergs, die sich aus Aulaß des Tods unsers unglücklichen andren Verwaltungen..." Also genau dieselben Argumente, thur und der erste Führer der herrschenden radikalen Partei, hat sich Genossen Oertel entwickelt hatten, endlich beseitigt. wie die Regierungsvertreter sie haben. Dafür aber, so fährt er fort, entschloffen, von der Parteis und Tagespolitik zurückzutreten und den Polizeiliches, Gerichtliches univ. baben wir die Unkündbarkeit" erhalten. Dieser gebührt Lob Posten des Direktors des internationalen Centralverbands für Eisenund Preis, denn bei jedem Akt des Einschwenkens kann man sich auf sie be- bahn- Transport in Bern anzunehmen, den zuletzt der verstorbene Alt- des Altonaer Landgerichts die Verbreitung von Flug-Oeffentlich bemerkbare Arbeit soll nach einer Entscheidung rufen. Die Hoffnung vieler Tausende und auch wohl eines großen Teils Bundesrat Droz inne hatte. Der Posten ist mit 18 000 Fr. befoldet blättern fein. Eine Anzahl Altonaer Genossen hatten im der 2000, die im letzten Jahr dem Verbond den Rüden und bietet daher eine um 8000 Fr. höhere Jahreseinnahme als 6. fchleswig Holsteinischen Reichstags Wahlkreise Flugblätter verfehrien, zeichnete Schubert ganz richtig:„ Eine Zeitlang schien vie eines Bundesrats; allein cs, als wenn der für den Stand kämpfende Verband Bahnallein Herr Forrer, als einer der breitet und deswegen Strafmandate bekommen. Ste beantragter brecher werden sollte, nicht bloß für seine Standesangehörigen, bisher schon ein nicht viel geringeres Jahrescinkommen ersten und stark begehrten Advokaten der Schweiz, dürfte dirfte gerichtliche Entscheidung mit dem obigen Erfolg. sondern für alle Beamten mittleren Ranges, daß er ge= gehabt wissermaßen eine Reform der gesamten Anschauung eine behagliche und beschauliche Existenz, bei der man angenehm Der Krieg in China. haben. Aber der besagte Direktorposten über die Stellung des Beamten im Allgemeinen im Sinne der leben und alt werden kann. Herr Forrer stand in seinen jüngeren Erstrebung einer freieren Stellung anbahnen Jahren auf dem äußersten linken Flügel der ehemals sehr radikalen Die Erstürmung von Taku sollte..." Allerdings, der Hoffnung lebten Tausende und auch zürcherischen Demokraten, verkehrte viel und gern mit Socialdemo- hat die Mächte anscheinend größere Berluste gekostet, als die wohl diejenigen, denen vor 10 Jahren die Broschüre: Die fraten, ließ Bebel und Liebknecht hoch leben und war daher bis in gestrige Meldung zugab. Aus Petersburg wird nämlich gemeldet: Neue Zeit und die alte Deutsche Reichspost", ihre Entstehung ver- die letzten Jahre hinein bei den Arbeitern noch recht populär, denen dankte. Heute ist die Entwicklung des Verbands eine entgegen er übrigens in zahllosen Haftpflichtprozessen gegen geringe Entgesezte. Und unter dieser absteigenden Entwicklung werden sich die schädigung erfolgreich zur Seite stand. Mit der zunehmenden VerScihen des Verbands noch sehr lichten. schärfung der Parteifämpfe trat auch Herr Forrer immer schroffer gegen Schuh vor Schuhleuten! Wie seiner Zeit auch an dieser die Socialdemokratie auf, deren Geschichte und Wesen er übrigens Stelle berichtet, wirde im Februar d. J. in Groß- Moyeuvre gut kennt. Seiner Partei hat er große Dienste geleistet und es war ( Lothringen) ein etwa 16jähriger Arbeiter, der sich der Verhaftung nicht unwahrscheinlich, daß er noch in den Bundesrat kommen würde. durch einen Gendarmen mittels der Flucht zu entziehen suchte, von Bei der Beobachtung der Thätigkeit des Herrn Forrer als Parteidiesem auf kurze Entfernung durch mehrere Revolverschüsse führer und Politiker hatten wir nur immer den einen Wunsch: es niedergestreckt und schwer verwundet. Die Mutter des Ver- möchte der schweizerischen socialdemokratischen Partei ein ebenso hafteten wurde, weil sie dem Sohne bei der Flucht befähiger, energischer und rücksichtsloser Führer erstehen, wie die radikale hilflich war, vor Gericht gestellt und vom Schöffengericht Partei in Herrn Forrer einen hat beziehungsweise hatte. Rombach unter der Anklage des Widerstands gegen die Staatsgewalt zu acht Tagen Gefängnis verurteilt. gefordert hatte. Italien. bietet " : 512 395 Der Generalstab der Marine erhielt aus Port Arthur vom Vice- Admiral Alerejeff nachstehende telegraphische Mitteilung: Am 17. d. M. wurden Sie Forts von Tatu nach siebenstündigem nächtlichen, durch die Chinesen veranlaßten Kampf von den Landingstruppen genommen. Hieran nahmen teil: die russischen Kanonenboote„ Korejez", Giljat" und Bobr", das deutsche Kanonenboot " Iltis", das französische Kriegsschiff Lion" und die englische Korbette Algerine" unter dem allgemeinen Kommando des ältesten der Kommandierenden, des russischen Kapitäns ersten Ranges Dobrowolski. Die russischen Verluste betragen: ein Lieutenant tot, einer tödlich, einer schwer und einer Teicht verwundet, 16 Mann getötet und 67 verwundet. Das Kanonenboot Giljat" ist ernstlich beschädigt. Das= selbe erfordert eine Ausbesserung im Dock, da der Unterwasserteil durch ein Geschoß ein Leck erhalten hat. Das Kanonen= boot Korejea" hat sechs Lede erhalten: eine Kajüte ist zerstört. Das Kanonenboot Bobr" ist nicht beschädigt; Verluste von Menschen sind auf demselben nicht vorgekommen." " Danach beziffert sich der russische Verlust allein auf 87 Mann, während gestern von einem Gesamtverlust der Mächte von 78 Mann die Rede war. " Auch die vorläufige Verluftliste der übrigen Mächte wird wahrfcheinlich noch ergänzt werden müssen. Dienstag, 9 1hr 45 Minuten meldet: Der englische Stoful in mole Ein Telegramm der Central Netve" aus Shanghai vom ist noch ohne Nachricht über die Verluste bei Taku. Aber japanische Melbungen besagen, daß Kapitän Hattori von der japanischen Marine und 5 andre fremde Offiziere getötet, 40 Matrofen getötet, 35 verwundet wurden. Die Verwundeten wurden an Bord des japanischen Dampfers Safebo" aufgenommen. Die Straffammer des Landgerichts Meg bestätigte vor kurzem auf Die italienische Minifterkrisis dauert fort. Da eine Re eingelegte Berufung dieses Erkenntnis. Dabei wurde in der Ver- konstruktion des Kabinetts Bellour fich als unthunlich erwiesen hat, handlung festgestellt, daß die gegen den Beamten eingeleitete Unter- wurde der Präsident des Senats Ser acco, einer der wenigen fuchung ergeben hatte, er habe in rechtmäßiger Aus- gouvernementalen Bolitiker Italiens, die sich nicht vollständig abübung seines Amts von der Schußwaffe Gebrauch gemacht, genutzt und noch etwas Ruf zu verlieren haben, mit der Bildung und daß daher die Untersuchung gegen ihn niedergeschlagen worden eines neuen Kabinetts betraut. Seracco war schon früher Minister sei. Diese Entscheidung der Disciplinarbehörde muß um so mehr unter Crispi, dem gegenüber er sich allerdings eine gewisse überraschen, als seiner Zeit selbst die streng regierungsfreundliche Unabhängigkeit bewahrt hat. Nach Mitteilungen aus Nom soll sich " Straßburger Post" auf Grund des genauen Sachverhalts das Vor der Crispiner Sonnino für das Zustandekommen eines Ministeriums gehen des Gendarmen aufs schärfste mißbilligt und seine Bestrafung eine gilt für den„ lomnienden Mann" Italiens. Er glaubt, Seracco bemühen, in dem er jedoch keine Stellung einnehmen will. Herr daß Crispi höchstens noch auf ganz turze Zeit an die Spize der Regierung gelangen kann, und will sich für die Beit aufsparen, wo der König feinen andern Regierungschef mehr hat. Was Crispi betrifft, so ist er nicht bloß in der Kammer wieder aufgetaucht, sondern auch bei Hof, an dem er eine Beitlang sich nicht zeigen durfte. Unfre italienischen Genossen folgen den Bemühungen zur Bildung einer neuen Regierung mit größter Zuversicht und Gemütsruhe. Bei der Präsidentenwahl der Kammer hat sich die Schwäche der Regierungsparteien offenbart und unsre Genossen wissen, daß sie Deutschen und Russen den chinesischen Kreuzer" Hay ang" genommen Zum Gefecht bei Talu wird ferner noch gemeldet, daß die jedes parlamentarische Ministerium verhindern können, hätten. Auch hätten 6 chinesische Torpedoboote während des Gefechts das an der Geschäftsordnungs- Guillotine und an der parlamentarischen den verzweifelten, aber erfolglosen Versuch gemacht, durchzubrechen. und unparlamentarischen Gewaltpolitik festhält. Ihre Losung ist jetzt: Rückkehr zur Geseglichkeit." Allerdings eine Ironie der Geschichte, aber nicht vereinzelt, denn auch in Deutschland muß ja die Socialdemokratie gegenüber den sogenannten Ordnungsparteien, die stets auf Ausnahmegeseze und Staatsstreiche hindrängen, die Afrika. " Auch die deutsche Verlustliste war bis heute mittag weber im Auswärtigen Amt noch im Reichs- Marine- Amt eingetroffen. Die Lage in Peking And Baden, 19. Juni.( Eig. Ber.) In der heutigen Dienstag Sigung der II. Stammer erfolgte die einstimmige Annahme des nenen Einkommenſtener Gesetzes nach den Vorschlägen der Kommission. Zu principiellen Erörterungen gab mur die Bestimmung vielseitigen Anlaß, daß die bisherige Grenze der von der Staats steuer befreiten steuerbaren Einkommen von 500 auf 900 W. hinaufgesetzt werden soll. Das bedeutet einen Wegfall der vier intersten Stufen der Cenfiten, umfassend ca. 47 Prog.( 208 000 Per sonen) mit einem Steuerertrag von 548 000 M. Da bisher ein Biertel davon unbeibringlich war, schützt die Regierung vorwiegend steuertechnische Schwierigkeiten vor und erklärt, daß eine entsprechende Reduzierung der Gemeindesteuerpflicht nicht beabsichtigt fei. Da von der Entrichtung einer solchen Steuer das Gemeindewahlrecht abhängt, begegnete die Neuerung wegen der Gefährdung des proletarischen Wahlrechts politischen Bedenken, welche der Abg. Dreesbach für die socialdemokratische Fraktion zum Ausdruck Geseglichkeit verfechten. brachte. Unfre Partei würde einer solchen Stenerbefreiung, Wir registrieren in chronologischer Folge die Telegramme: die etwa 2 Mark für den Pflichtigen im Jahr aus: macht, London, 20. Juni. Der„ Daily Expreß" meldet aus Shanghai: die Aufhebung der Fleischaccise vorziehen, welche Vom füdafrikanischen Kriegsschauplah sind folgende Tele700 000 Mark einbringt. Aus Chifu, von wo bis jetzt zuverlässige Juformationen gekommen Wir können uns mit dem jezigen gramme eingelaufen: Gesetzesvorschlag indessen insofern befreunden, als das Danaer- London, 20. Juni. Feldmarschall Lord Roberts telegraphiert aus find, wird gemeldet, daß die chinesischen Truppen und der geschenk der erweiterten Steuerfreiheit mit der Klausel verpackt ist, Pretoria vom heutigen Tage, daß die Borhut des Generals Hunter Mob, wütend über die Nachricht der Zerstörung Tatus, sämtliche daß zuvor durch Festsetzungen im Gemeinde- Wahlrecht allen für die welcher einen großen Transport nach Heilbron geleitete, schlug Gesandtschaften sollen verzweifelt gekämpft und sich erft ergeben am 18. Juni Strügersdorp ohne Widerstand besetzte. Lord Methuen, Fremden mit ihrem Personal in Peking ermordet hätten. Die wird. Da das neue Steuergesetz nur das thatsächliche Vermögen gestern eine Truppe der Boeren unter Christian Detvet in die Flucht. haben, als die Munition erschöpft war. Die chinesischen Vers in Heilbron 31 Sieg nur durch rücksichtsloſe ( unter Berücksichtigung der Schulden und Zinsen) und Einkommen trifft, bedeutet dasselbe einen wesentlichen Fortschritt in der badischen Finanzgesetzgebung. verwehren. General Huttons berittene Jufanterie eroberte zwei Geschüße des Kommandanten Duplessis. Die Eisenbahn und die telegraphische Verbindung mit Kapstadt find wieder vollständig hergestellt. Die Läden in Johannesburg find geöffnet, der Handel wird täglich lebhafter. kann man als beruhigender oder als äußerst ernst ansehen, je nachdem man den sich diametral widersprechenden Meldungen Glauben schenken will. Am sichersten geht man entschieden, wenn man einstweilen jämtliche Nachrichten mit größter Reserve aufnimmt. Aufopferung des Lebens möglich war. Doch wollen die hiesigen Fremden nicht an die Nachricht glauben. Aus Sczechnan tommen Nachrichten, wonach alle chinesischen Christen ermordet und einige Fremden bedroht sein sollen. Aus Hantau tommen ähnliche Nachrichten. In Wuhu hat das revolutionäre Element die Oberhand und macht gemeinsame Sache mit den Beamten. welche von hiesigen ausländischen Beamten für glaubwürdig geShanghai, 20. Juni. Nachrichten aus chinesischer Quelle, halten werden, besagen, daß die Gesandtschaften in Beking am 17. Juni unversehrt waren und daß Admiral Seymour mit der ausländischen Truppe Beking erreichte. gramm vor: diriz Das Ende der württembergischen Verfassungsreform. Stuttgart, 16. Juni 1900. Als im Jahre 1895 aus ben Landtagswahlen eine Kammer London, 20. Juni. Das Neutersche Bureau" meldet unter dem herborging, welche einstimig auf das Programm einer demo. 18. d. M. aus Hammonia: Eine große Streitmacht der Boeren ist fratischen Verfassungsreform gewählt war, fonnte man das Zustande gegenüber der Front Rundles konzentriert; fie sucht füdwärts durch kommen einer solchen Reform, insbesondere die Entfernung der zubrechen. An ihrer Spige stehen De Villiers und Hermanus Steijn, Privilegierten aus der Zweiten Kammer gesichert halten. Jetzt ist der Bruder des Präsidenten, welch Testerer gleichfalls anwesend ist. die Verfassungsreform endgültig tot und begraben; heute wurde Die Hauptstadt des Oranje- Freistaats ist jest Bethlehent. Das ihre Grabrede im Landtag gehalten, die Regierung hat die Scholle Hauptlager der Boeren ist uni 5 Meilen näher an Ficksburg verlegt London, 20. Juni. Die„ Times" melden in einer zweiten Ans auf ihren Sarg geworfen und sprach sich sehr ungläubig aus über worden. Die Boeren beschossen heute das englische Lager bei ihre mögliche Auferstehung. Die Voltspartei, welche den Fidsburg. Die Yeomanrys waren auf der linken Front mit Unter- Direktors der Eisenbahnen, Scheng, überbrachtes Telegramm bestätigt gabe aus Shanghai von heute: Ein durch den Courierdienst des Erfolg der Reform, wenn sie zu stande gekommen wäre, aus- brechungen den ganzen Tag in Aktion. Die Transvaal- Boeren die Nachricht, daß Admiral Seymour und die ausländische Truppe schließlich für sich allein in Anspruch genommen hätte und ihren gehen vor den Truppen Bullers zurück und stoßen zu den Freistaat- am 17. Juni in Beling eingetroffen find. Es fehlen jedoch EinzelTriumph sogar schon mehrfach vorausgenommen hat, muß Boeren. heiten über etwaige Verluste oder den Stand der Dinge in Pefing; num auch das Odium des Mißerfolgs über sich ergehen lassen. Vom Aschantikrieg liegt wieder einmal eine Meldung vor. in Bezug hierauf herrscht große Sorge. Es ist den offenen und geheimen Gegnern der Reform Dieselbe lautet: London, 20. Juni. Dem„ Reuterschen Bureau" Auf die gelungen, das Reformwerk zum Scheitern zu bringen und die wird aus Prabiu vom 19. Juni gemeldet: Eine Abteilung der westBerufung Li- Hung- Tschange Demokratie dadurch aus ihrer dominierenden Stellung hinauszu- afrikanischen Grenztruppe unter Führung des Hauptmanns Wilson werben ebenfalls Hoffnungen gefeßt. Hierüber liegt folgendes Telemanövrieren. Die Verfassungsreform ist heute ein ausgeblafenes wurde auf dem Marsche von Belwai nach Kwissa am 16. Juni bei Ei; mit dem„ demokratischen Musterstaat", der neben dem liberalen Essentwanta angegriffen. Der Feind wurde völlig geschlagen, London, 20. Juni. Die„ Times" melden aus Shanghai vom Musterstaat" Baden einen neuen Typus bürgerlicher Verfassungs; aber Hauptmann Wilson und 10 Mann wurden getötet, geftrigen Tage: Um der dringenden Aufforderung, nach Beling zu ideale gebracht hätte, ist es Essig. Die Interpellation, mit 27 Mann verwundet.- Kwissa( oder Quisa) liegt auf der Stoute tommen, Folge zu leisten, berläßt Li- Hung Tschang am welcher heute der Abg. Fr. Haußmann die Regierung und die nach Sumaffi.Freitag Canton. Mit Rücksicht hierauf und da fie auch Parteien auf gewisse Reformforderungen, Ausscheiden der PriviZur marokkanischen Frage. Dem Oestreichischen Telegraphen- andre Symptome als Zeichen dafür ansehen, daß die Mandschu legierten, Listenwahl und Proporzfestzulegen gedachte, ist elend Korrespondenz- Bureau" wird aus Langer gemeldet: Der Bertreter Partei die Hoffnung aufgegeben hat, den Mächten Widerstand zu verknallt und verpufft. Nachdem der Juterpellant in einstündiger des Sultans für auswärtige Angelegenheiten in Tanger, Mohammed- leiften, haben die eingeborenen Beamten vollständig die Front ge Rede ſeine Anfrage mit unheilvollen Klagegeberden begründet, erhobel- Tores, lenfte im Auftrage des Sultans die Aufmerksamkeit der wechselt. Um diese Ansicht zu stärken, meldet die einheimische Breffe, fich Herr v. Mittnacht und verlas eine Erklärung des Staats- europäischen Vertreter auf die angebliche Besetzung marokkanischen die Regierung habe die Verhaftung des Generals Tung- Fu- Stang ministeriums, in der es heißt: Gebiets durch französische Truppen. und des Vicekönigs von Petschili angeordnet und beide dem Straf Mit dem Scheitern dieser Vorlage( vom Jahre 1897) gericht übergeben. ist den geseggebenden Faktoren und jedem ein zelnen derselben die volle Freiheit der Entschlichung Auch bezüglich der bezüglich aller in ihr enthaltenen Bestimmungen zurückgegeben worden. Die Regierung hält sich daher an Der Fall Oertel" tam in der letzten Generalversammlung jenen Entwurf nicht mehr gebunden, weder im ganzen noch des Socialdemokratischen Vereins" zu Nürnberg nochmals zur in seinen einzelnen Vorschlägen. Sprache. Der Genofie Diez aus Stuttgart, der nach dem Tode Der Inhalt einer fünftigen Verfassungs Dertels als Sachwalter der Familie Oertel aufgestellt wurde, errevision ist abhängig von Umständen, die zur Beit nicht stattete den Bericht über die Webernahme der Fränk. Tagespoft" in überblickt werden können und sich daher als durchaus Partei- Eigentum. Er gab eine Darstellung der Lage des Geschäfts, ungewiß darstellen. Vor allem wird das Ergebnis der wie er sie vorgefunden hat, und bezeichnete die Lösung, die die ganze Neuwahlen und die fünftige Zusammense gung Angelegenheit fand, als die beste, die sie überhaupt hätte finden der Kammer auf das Schicksal der Berfassungsrevision von fönnen. Er habe der Kommiffion, nachdem er alles geprüft, geraten, die wesentlich mit bestimmendem Einfluß sein. Sache so zu machen, und sein Vorschlag sei einstimmig geDie Familie Dertel sei in glänzender Von den Der wüttembergische Ministerpräsident ist ein Virtuos des nehmigt worden. Konstitutionalismus. Wie er nach dem Wahlausfall von 1895 in nobler Weise abgefunden worden und der Obervormundschaftsder Verfassungsfrage die Initiative ergriffen hatte mit der Moti- richter habe ihm selbst gegenüber seinen Dant ausgesprochen für diese zeugen folgende Telegramme: vierung, das eine tonftitutionelle Regierung dem einmütig glüdliche Lösung. Das sollte man den Leuten vorhalten, die f. 8. aus Berlin, 20. Juni. Auf Befehl Seiner Majestät werden ausgesprochenen Willen des Volks durch eine Gefeßes Unkenntnis der Berhältnisse der bürgerlichen Presse Helferdienste beide Seebataillone durch Freiwillige des aktiven Dienstvorlage Rechnung tragen müsse, so giebt er auch jetzt wieder leisteten, in dem Glauben, der Familie Dertel zu nüßen. Das stands der Armee auf Kriegsstärke gebracht und wird der an, die Entscheidung über die Stellungnahme der Regierung nach Fazit der ganzen Angelegenheit sei: Die Partei habe sich ihren Transport nach China vorbereitet. Außerdem soll das " Partei- Machrichten. Ausdehnung des Aufstands seien einige Meldungen mitgeteilt: London, 20. Juni. Den Times" wird aus Hongkong vom 19. Juni gemeldet: Die Bewegung der Boxers breitet sich am Westluß aus. Aus Wutschou verlautet, daß die Stadt Lungtschau ( Liutschan(?) genommen worden ist. Canton ist ruhig. In Gumanfu sollen 600 Chriften ermordet, die franzöfifchen Wissionen niedergebrannt und der französische Konsul mit drei Missionären gefangen fein. Auch in Shanghai soll die Stimmung eine sehr fremdenfeindliche sein. fieberhaften Rüstungen der Mächte Ausland. Perfonal für 6 bespannte Geschütze von Kiantschou gestellt in Mongtfe noch immer bedenklich sei. Es kämen oft Beunruhigungen Meister wohnen, welche bewilligt haben, errichten die streikenden werden und eine vollständige Batterie 8,8 Centimeter vor; bis jetzt hätte sich keinerlei ernster Zwischenfall ereignet. Gehilfen Barbierstuben. Geschütze mit Personal, aber ohne Pferde, and den Beständen Rom, 20, Juni.( W. T. B.) Senat. Visconti- Venosta teilt der Armee abgegeben werden. ein Telegramm des italienischen Konsuls in Shanghai mit, das heute eingetroffen ist und versichert, daß die Gesandtschaften in Peking itaatlichen Maschinenfabrik haben am heutigen leyten Aus Budapest wird einem hiesigen Blatt gemeldet: In der unversehrt seien. Die„ Boffische Zeitung" nimmt von dem Gerücht Notiz, daß noch weitere Kreuzer nach Ostasien geschickt werden sollten. Sie läßt sich darüber aus Kiel schreiben: " " Sociales. Die Frage der ,, Leutenot" auf dem Lande scheint nun endgültig gelöst. Ein Inserat im Leipziger Tagebl." lautet: Tschifu, 19. Juni.( W. T. B.) Nach Meldungen aus Tatu Termin 700 Mann die Arbeit wieder aufgenommen, während " Das Gerücht, daß noch weitere Kreuzer nach China gehen sind dort gestern 3000 Russen, ferner ein englisches und ein deutiches 2300 Mann noch ausständig sind. Die letzteren erklärt die Direktion follen, erhält sich mit großer Bestimmtheit. Es wird behauptet, daß Detachement zum Schuße der Niederlaffungen in Tientsin an Land für entlassen. Finanzminister v. Miquel sich in Travemünde in einem ähnlichen gegangen. Das chinesische Nordgeschwader ist nach dem Yangtse ab= Sinne geäußert habe. Hier wurde heute behauptet, daß die Linien- gefahren. Von dem Entsazcorps unter Seymour istheit dem 13. d. M. fchiffe Sachsen" und Württemberg" zeitweilig außer feine Nachricht nach Tatu gelangt. Dienst gestellt werden sollten und daß die Besatzungen zur Bemannung der Kreuzer Freya" und Victoria Luise" bestimmt seien, deren Entsendung nach Ostasien bevorstehe. Wenn eine Verstärkung der deutschen Seestreitkräfte sich in Ostasien als dringend herausstellen sollte, so würden voraussichtlich der große Kreuzer Vineta", Kommandant Kapt. z. S. da Fonseca- Wollheim, und auch der Kleine Kreuzer Geier", Kommandant Korvettentapitän Peters, herangezogen werden." " " " " Ferner läßt sich das genannte Blatt aus Wilhelmshaven telegraphieren, daß insgesamt 2100 Mann Marineinfanterie in acht Tagen mit den Lloyddampfern Frankfurt" und" Wittekind" nach China abgehen würden. London, 19. Juni. Die gegenwärtig in Portland liegenden englischen Kriegsschiffe Diadem" und" Furious" haben Befehl erhalten, nach China zu gehen. " Washington, 20. Juni.( W. T. B.) Der amerikanische Konsul in Tschifu meldet telegraphisch, daß die Mission in Santschou geplündert worden sei, der dortige chinesische General habe aber die Missionare nach einem andern Orte man wisse nicht welchem in Sicherheit gebracht. Die chinesischen Echiffe vor Tschifu seien südwärts in See gegangen. Die Russen führen fort, Truppen in Tatu zu landen. Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. # Rittergut 8oeschen( an der Merseburg Leipziger Chauffee) gewährt sofort 15 bis 20 bleichsüchtigen oder sonst stadtsiechen, aber sonst arbeitswilligen Mädchen und Frauen längeren Erholungsaufentbalt mit freier Station inkl. reichlicher Lieferung bester Milch. Dieselben müßten, je nach Arbeitsleistung, gegen fünf bis fieben Pfennig Stundenlohn bereit sein, täglich mindestens sechs Stunden in Gärten, Baumschulen und Wiesen leichte Arbeit zu übernehmen, könnten aber auch durch Accordarbeit reichlichen Verdienst haben. Bettstellen sind mitzubringen resp. werden abgeholt. Meldungen 2c. Das ist in der That das probateste Mittel, den Arbeitermangel Der unlängst beendigte Streik in der Alabaster- Industrie, Ueber auswärtige Truppen entfendungen sind der seiner Zeit von den Arbeitern als refultatlos verlaufen erklärt folgende Telegramme zu verzeichnen: werden mußte, hat den hiesigen Unternehmern doch noch eine ganz Paris, 19. Juni. Eine Note der„ Agence Savas" besagt: empfindliche Schlappe beigebracht. Die Herren Fabrikanten find zu beseitigen, es ist billig und bringt seinem Anvender noch den Die franzöfifchen Streitkräfte, welche sich bereits in China befinden, nämlich seit Ausbruch des Ausstands bis zum heutigen Tage, also Ruf eines Wohlthäters ein vorausgesetzt, daß sich stadtfieche oder noch zur See nach Tafu unterwegs sind und zwischen dem während voller sieben Monate, nicht im stande gewesen, ihre Frauen und Mädchen" finden, die der Wohlthat teilhaftig werden 25. Juni und 3. Juli dort eintreffen, belaufen sich auf etwa Betriebe auch nur annähernd wieder auf die gleiche Höhe wollen. 2000 Mann. Die Streitkräfte, welche Frankreich am 29. Juni in wie vor dem Streit zu bringen. Begreiflicherweise sind zur Eine weitere Erhöhung der Kohlenpreise haben die zwei Transporten verlassen werden, werden 2200 Mann betragen. Streifzeit ein größerer Teil der für Berliner Fabriten be- Waldenburger Sohlenwerte beschlossen und solche bereits Mit der Kreuzerdivision, welche gegenwärtig armiert wird und stimmten Warenbestellungen in den Etablissements in Thüringen eintreten laffen. Sie beträgt für Kohlen 3 Pf.; im Laufe dieſes spätestens am 29. Juni von Frankreich abgeht, werden fich fran- gemacht worden, da doch die hiesigen Geschäfte zu dieser Zeit nicht Jahres ist damit der Preis der Kohle bereits um 11 f. pro zösischerseits in den chinesischen Gewässern 7 Kreuzer, 1 Aviso und lieferungsfähig waren. Dies Verhältnis scheint sich nun auch bis Centner in die Höhe gegangen. Schmiedekohle ist ebenfalls seit 4 Kanonenboote befinden. jetzt erhalten zu haben, denn die Fabriken an andren Orten haben Beginn dieses Jahres um 20 Pf. pro Centner gestiegen. Der Preis vollauf zu thun, während hier in zwei Fabriken die Arbeiterzahl für Coats wurde je nach Qualität um 45, 60 und 90 Pf. pro Centner fogar bis unter die Hälfte des früheren Bestands gesunken ist. Die erhöht.- Arbeitslöhne find unfres Wissens gar nicht oder Produktion bon Alabasterwaren hat sich also mehr nach nur ganz minimal erhöht worden. außerhalb verschoben und zwar lediglich infolge des Streits. Rückgang der Handweberei. Aus dem soeben erschienenen größeren Nachteil hiervon haben wohl die Unter- fünfzigsten Jahresbericht der Handelskammer zu nehmer, da die Arbeiter alle anderwärts Beschäftigung gefunden Schwe i dniß entnehmen wir folgendes: Im Handelskammerbezirf, haben. Und das hat einzig und allein die Hartnädigkeit und Herrich wozu die Kreise Schweidnig, Waldenburg und Reichenbach in Schlesien sucht der Unternehmer gethan. Hoffentlich ziehen hieraus die Ar- gehören, haben sich im Berichtsjahre die mechanischen Webstühle um 241 beiter auch eine Lehre und halten die Organisation fester im Auge. vermehrt. Ende 1898 gab es deren 8863 und Ende 1899 9104. Achtung, Filzschuharbeiter und Arbeiterinnen! Laut Be- Die Handweber- Bevölkerung hat wiederum eine erhebliche Ver schluß der am 18. d. Mts. stattgefundenen Branchenversammlung minderung erfahren, und zwar von 5721 Personen auf 5267, der Filzschuhmacher dauert die Sperre über die Filzschuhfabrit von also um 454 Köpfe. Im Februar 1896 betrug die Zahl der HandKusche, Büschingstr. 24, unverändert fort und ersuchen wir, diesen weber noch 7300; fie ging zurück im Jahre 1896 auf 6759, Beschluß zu beachten und den Zuzug bis auf weiteres fernzuhalten. im Jahre 1897 auf 6310, im Jahre 1898 auf 5721. Der Rückgang Die Ortsverwaltung. während der letzten vier Jahre, wo sich infolge der Ausbreitung der Fabriken die Verminderung ant stärksten bemerkbar machte, betrug demnach 2033 Stöpfe oder rund 27,85 Proz. Wien, 20. Juni. Wie das Neue Wiener Abendblatt" erfährt, erging seitens des Marinekommandos gestern der Befehl, die erste Kreuzerdivision, bestehend aus den Torpedorammschiffen Sarl VI.", " Raiserin Königin Maria Theresia"," Kaiserin Elisabeth", zur Abfahrt nach China bereit zu stellen. Das vor Tatu befindliche Kanonenboot Beuta" bleibt bis auf weiteres dort und soll sich eventuell der Kreuzerdivision anschließen. London, 20. Juni. Japan mobilisiert 25 000 Mann. Säntliche Schiffe der Nippon Yusen Kaisha- Gesellschaft sind für den Truppentransport gechartert. Den Die augenblicklichen Flottenstreitkräfte in Oftafien. In den ostasiatischen Gewässern sind augenblicklich folgende Seestreitkräfte der verschiedenen Mächte konzentriert: Deutschland Ueber die Straßenbahner gehen einem hiesigen Blatt von ist, wie bereits gemeldet, durch die großen Kreuzer" Hertha"," kundiger Seite" mehrere Nachrichten zu. Ein neuer Konflikt droht " Hansa"," Kaiserin Augusta", ferner durch die kleinen Kreuzer durch das Verhalten der Controleure gegenüber den Fahrern und " Frene“ und„ Gefion" und die Kanonenboote„ Jaguar“ und„ Iltis" Schaffnern. Sie haben schon immer nicht gut miteinander gestanden; Aus der Frauenbewegung. vertreten. Das Kanonenboot" Tiger" hat die Ausreise bereits an- fcit dem Ausstande aber wissen die Controleure sich so sehr eins getreten, und der große Kreuzer Fürst Bismarck", das designierte mit der Direktion, daß sie nicht mal mehr die Grüße Verein für Frauen und Mädchen der Arbeiterklaffe. Flaggschiff des Geschwaders, wird baldmöglichst folgen. England der ausständig geweſenen Angestellten erwidern. Es bedarf nur Montag, den 25. Juni, abends 84,2 Uhr, in den„ Arminhallen", verfügt über 3 Schlachtschiffe, 5 große Kreuzer, 16 fleine Streuzer eines geringen Anstoßes, um der Empörung offenen Ausdruck zu Kommandantenstr. 20: Vortrag des Herrn Dr. Franz Oppenheimer und 4 Torpedofahrzeuge. Diesem Geschwader sollen sich noch geben, was höchstwahrscheinlich neue Maßregelungen zur Folge über:„ Ehe und Erziehung in der Zukunft." Gäste sind sehr will1 Schlachtschiff, 2 kleine Kreuzer und 8 Torpedofahrzeuge an hätte. Obere Beamte haben sich dahin geäußert, daß die kommen. schließen. Direktion in Zukunft für 25jährige Thätigkeit der Fahrer und Frankreichs Geschwader setzt sich zusammen aus 1 Schlacht Schaffner weder den bisher üblichen Glückwunsch abſtatten, noch ein Tekte Nachrichten und Depelthen. schiff, 3 großen Kreuzern, 19 fleinen Kreuzern und 5 Torpedo- Geldgeschent machen will. Herr Ascher, der Leiter des ersten AusFahrzeugen. Rußland hat 3 Schlachtschiffe, 4 große Streuzer, stands, hat seinen Posten als Schaffner aufgegeben und wird in der 10 fleine Kreuzer und 2 Torpedofahrzeuge in Oftafien ftationiert, Frankfurterstraße eine Kneipe eröffnen. Die Mittel dazu soll er auf der Ausreise befinden sich 1 Schlachtschiff, 3 große Kreuzer und plöglich in der Lotterie gewonnen haben.( In welcher? Hoffentlich 11 Torpedofahrzeuge. nicht in einer verbotenen? Red. d.„ Vorw.") Die ostasiatische Station der Vereinigten Staaten Marine ist mit 3 Schlachtschiffen, 1 großen Kreuzer, 17 Kleinen Kreuzern und 1 Torpedofahrzeug besetzt. Vermehrt werden diese Streitkräfte noch durch 21 kleine Kreuzer. Dentsches Reich. Kiel, 20. Juni.( W. T. B.) Se. Majestät der Kaiser hielt bei der Enthüllung der vor der Garnisonkirche aufgestellten Christusfigur eine Ansprache, in welcher er etwa folgendes ausführte: Meine lieben Kameraden, Offiziere und Mannschaften, Eure Gattinnen und Verwandten! Als das alte Jahrhundert zur Neige ging und das Der Gutenbergbund als Streifbrecher- Organisation. Das neue emporstieg, regte sich in mir der Gedanke, für die gesamte Schidjal, durch eine Gerichtsverhandlung als Streifbrecher Organi Marine ein einheitliches Erinnerungszeichen zu schaffen, welches sation charakterisiert zu werden, ist in einer Verhandlung vor dem Die andren europäischen Mächte stellen nur schwächere Kon- Effener Schöffengericht am 16. Juni cr. dem„ Gutenbergbund" wider- dieselbe in dieser Weise noch nicht besißt, welches die Traditionen, tingente: Dänemark hat einen kleinen Kreuzer, die Niederlande haben fahren. In einer Preßfehde mit dem Centrums- Abgeordneten und die Ueberlieferungen festhalten soll. Sie leben zwar in Herz und all dies genügt nicht und Heinen Kreuzer, Italien einen großen und drei fleine Kreuzer und Gutenbergbündler, die er als Rausreißer für die gemaßregelten von Erinnerungszeichen zu geben fei. afien und den Sunda- Inseln versammelt. Portugal befizt einen liche Gefimmung zu beweisen, auf die bei ihm beschäftigten braven ich erivog lange bei mir den Gedanken, in welcher Form dieſes von Erinnerungszeichen zu geben sei. Jährlich durchwandre ich die Destreich macht mit einem kleinen Kreuzer den Beschluß. Daß außer ihn gemaßregelten Verbandsmitglieder engagierte, berief, bezeich Schlachtfelder, doch alle jene Denkmäler und schlichten Tafeln dünkten dem die ganze japanische Flotte in den toreanischen und nete der Vorsitzende des christlichen Bergarbeiter Verbands, Aug. Bruft. mich nicht geeignet, ihre Stelle hier zu finden. Es galt die ganz chinesischen Gewässern tonzentriert ist, braucht kaum erwähnt zu den Gutenbergbund als Streitbrecher- Organisation. Das Verhalten eigentümlich schwere Aufgabe, die in der Marine liegt und in den der Gutenbergbündler bei verschiedenen Kämpfen zwischen Gehilfen Im Bordergrund des Intereſſes liegt augenblicklich der Hafen und Prinzipalen, so auch in Bezug auf die Differenzen im„ Berliner Offizieren und Mannschaften verkörpert ist, richtig darzustellen, und von Tientsin. Dort antern nach den neuesten Informationen die Lokal Anzeiger" bezeichnete Brust als schmuzige" Handlungs- der Zufall, oder lieber gesagt, Gottes Fügung hat es gewollt, daß fünf russischen Kreuzer und Schlachtschiffe Gremischschi"," Dimitri weise. Dies gab dem Vorsitzenden des Gutenberbundes, sowie ich bei dem Besuch eines Künstlerateliers diese packende und Donsfor", Siffos- Weliky"," Gardanak", Wjadmik" und zwei 12 Mitgliedern Veranlassung, wider Brust Strafantrag wegen Be- einen überraschenden Eindruck machende, diese gewaltige Schöpfung Torpedoboote, ferner der englische Panzerkreuzer„ Orlando" und leidigung zu stellen. Brust erbot sich, den Wahrheitsbeweis zu er- fah, und wie ein zuckendes Feuer durchfuhr es mein Herz, daß die Sloop" Algerine", der französische Kreuzer" Descartes" und der bringen. Das Gericht ließ denselben aber nur beschränkt zu und dies das Richtige sei. Jede Gefahr im Beruf führt die Gemüter italienische Kreuzer„ Elba". Auf dem Wege nach Tientsin ist der zwar betreffs der Gutenbergbündler in ihrem Verhalten beim Streit mehr zu Gott. Wie viel mehr der Beruf in der Marine und die deutsche große Kreuzer„ Kaiferin Augusta" und ein großer japanischer im Berliner Lofalanzeiger". Durch die Bekundung des Buchdruckers Aufgabe, die er stellt. Dieses Denkmal mit der zu Chrifti Füßen Kreuzer. Massini Berlin, dessen Aussagen durch Verlesung der prototollierten kommissarischen Vernehmung reproduziert wurden, hielt das liegenden Frau soll auch für Sie, meine verehrten Damen eine ErGericht den angetretenen Wahrheitsbeweis für erleichterung bedeuten." bracht. Wegen formaler Beleidigung wurde trozdem auf eine Seine Majestät wies dann auf den großen Unterschied hinsichtlich Geldstrafe von 20 m. erkannt. der Berufsgefahren, zwischen dem Dienst an Land und dem zur See werden. Letzte Meldungen. " " = " " Zur italienischen Ministerkrisis. London, 20. Juni.( W. T. B.) Die Admiralität erhielt von dem brittischen Konter- Admiral in Taku Bruce eine dort am 17. Juni abgesandte, in Tschifu heute abtelegraphierte Meldung über die EinIn der Frage der neutralen Gewerkschaften stehen sich hin und schloß:" Und wenn das Denkmal für Sie ein solches Trost nahme der Forts von Tatu durch die vereinigten Geschwader, in innerhalb der christlichen Gewerkschaften zwei Richtungen diametral bringendes Erinnerungszeichen sein kann, dann ist mein Wunsch welcher es noch heißt: Am morgen des 17. Juni war der chinesische gegenüber. Die Kölnische Richtung will nichts wissen von einem erfüllt. Und so übergebe ich das Denkmal der Marine mit der HoffAdmiral in einer beratenden Versammlung der vereinigten Flotten chwaigen Anschluß an die freien Gewerkschaften, wie Giesberts und nung, daß es in Ehren gehalten werden möge. So falle denn die führer zugegen; er erklärte sich bereit, bei der Flotte der vereinigten fanntlich auf dem christlichen Gewerkschaftsfongreß den Sieg davon Bruft ihn befürworten. Die letztere( Gladbacher) Richtung hat be- Hülle?" Mächte vor Anker zu gehen und seine Feuer zu löschen. Eine Nachdem ein Choral vorgetragen war, nahm Admiral Köster weitere Meldung des Kontreadmirals vom 18. d. M. besagt: Von getragen. Der Kölner Verein Arbeiterschutz" hat nun in einer das Wort, um im Namen der Marine den Dank für die Scheutung Admiral Seymour und der internationalen Truppe liegen teine neuen und wurde nachstehende Resolution angenommen: Bersammlung Stellung genommen zu den Frankfurter Beschlüssen „ Uns, die wir Die Ver zu Ausdruck zu bringen, und sagte dann: Nachrichten vor. Tientsin iſt abgeschnitten; von dort wurde gestern sammlung des Verbandes„ Arbeiterschutz" bedauert lebhaft, daß hier vereinigt sind, wird das Denkmal ein Wahrzeichen sein, daß Nacht heftiges Feuern gehört. In Laku find 3000 Russen unter auf dem zweiten christlichen Gewerkschaftstongres in Frankfurt a. M. wir uns Gottes Willen zu beugen haben, und daß wir in einem Generalmajor. Meine Beziehungen zu den Vertretern der bereinigten Mächte sind die der größten Harmonie. gelegentlich des Antrages des Verbandes: Stellungnahme rechter Frömmigkeit und im Gebet die Kraft suchen müssen, die London, 20. Juni.( W. T. B.) Unterhaus. Unterstaatssekretär 8 den paritätischen Gewertschaften", von einigen durchaus erforderlich ist. Es wird uns ein beredtes Wahrzeichen Brodrick verliest eine heute über Tschifu eingegangene Meldung Gegnern dieses Antrages der sachliche Boden verlassen und die in sein von der Liebe und Gnade unires heißgeliebten Kaisers." Der des britischen Konsuls in Tientsin, die, wie Brodrick bemerkt, wahr dem Antrage zum Ausdruck gebrachte Stellungnahme als" Quer- Admiral wies dann auf die traurigen Vorgänge im fernen Osten treiberei" unfres Vorsitzenden bezeichnet worden ist. Demgegenüber ſcheinlich vom 18. Juni datiert. In derselben heißt es: Die Boger erklärt die heutige, von Weitgliedern der verschiedenen christlichen hin und schloß mit dem Nuf:„ Seine Majestät der Kaiser Hurra!" beschädigten gestern abend sehr die Eisenbahnlinie nördlich von Gewert, katholischen Arbeiter- und Gefellenvereine zahlreich besuchte Tientsin und brannten die römisch- katholische Kirche, die Missions Versammlung des Verbands Arbeiterschutz, daß sie nach wie vor an tapellen, sowie zahlreiche chinesische Häuser nieder. Die chinesischen dem christlichen Charakter der Gewerkvereine als unbedingte des Kabinetts beschäftigt, welche Fortschritte macht. In gut umerNom, 20. Juni.( W. T. B.) Saracco ist eifrig mit der Bildung Truppen machten feine merkliche Anstrengung, sie an dem Angriff Notwendigkeit festhält und die periönlichen Angriffe auf unfren richteten Streisen teilt man mit, daß Saracco Präsidium und Inneres auf die Fremdenniederlassung zu hindern. Die fremden Schutz verdienten Vorsitzenden mit aller Entichiedenheit zurückweist. In der übernehmen werde. Rubini, ein hervorragender Finanzpolitiker, wachen töteten etwa 100 Boger. Kampf mit den Forts von Lalu am 17. b. Mits. find lant Bekannt- andres bedeutet, als daß die Mitglieder dieser Gewerkschaften fich zur finanziellen Gleichgewichts mitgearbeitet hat, soll den Schatz überLondon, 20. Juni.( W. T. B.) Die britischen Verluste bei dem Erwägung, daß die Bezeichnung christliche Gewerkschaft nichts welcher als Präsident der Budgetkommission an der Herstellung des christlichen Weltanschauung bekennen, daß sie das christliche machung der Admiralität 1 Matrofe tot, 1 Unterzahlmeister und Sittengesetz anerkennen, daß fie im Rahmen der gegenwärtigen Bonza di San Martino bleibt Kriegsminister. Morin soll das nehmen, Gallo das Unterrichts-, Carcano das Finanzministerium. Gesellschaftsordnung die wirtschaftliche Hebung des Arbeiterstands Paris.( W. T. B.) Der französische Konful in Mongtse erhielt vom französischen Stonjul in Jinnan, François, folgende Depesche, anstreben, daß sie den Klaffenbaß als unfittlich und unMarines, Gianturco das Justizministerium übernehmen. Die Ver vom französischen Konful in Jünnan, François, folgende Depesche, christ I ich verwerfen, in der Erwägung ferner, daß es den christlich teilung der übrigen Portefeuilles ist noch nicht endgültig festgesetzt. datiert vom 15. d. Mts. aus Jünnanfu: Wir wurden am ristlich 10. d. Mts, als wir Jünnanfu verlassen wollten, angegriffen gesinnten Arbeitern gegenwärtig und für alle Zukunft abfolut un Der Krieg in Südafrika. und gezwungen, in die Stadt zurückzukehren. Unser ganzes Gepäc heutige Versammlung des Verbands Arbeiterichuz es für zivedlos, öffentlicht ein Telegramm aus Lourenço Marques, nach welchen. möglich ist, diese Grundanschauungen aufzugeben, so erklärt die Kapstadt, 30. Juni.( W. T. B.) Der„ Capstadt- Argus" verwurde geplündert, die Missionsanstalten und Eisenbahnen in Brand irreführend und widerspruchsvoll, wenn von seiten einzelner christgesteckt. Nur mein Haus blieb unverlegt, wo ich meine Landsleute versammelt hatte, und wo wir uns mit unsern Gewehren hielten. licher Gewerkschaftsführer statt der christlichen sogenannte neutrale Feldmarschall Roberts Botha aufforderte, sich zu ergeben, um einen weiteren Blutvergießen vorzubeugen. Botha suchte um einen fünf oder paritätische Gewerkschaften in Aussicht gestellt werden." Nach Verlauf von 48 Stunden ergriffen die Mandarinen endlich Maßtägigen Waffenstillstand nach, der aber abgeschlagen wurde. Det regeln; ich habe sie dringend aufgefordert, uns an die Grenze zu In Frankfurt a. M. streiten die Stupferschmiede. Stampf wurde wieder aufgenommen.- Die Nahrungsmittel in führen und ich erwarte, daß sie sich für die Wege verbürgen. Es ist Die Barbier und Friseurgehilfen von Frankfurt a. M. Johannesburg find jezt billiger als vor Ausbruch des Kriegs. dringend notwendig, daß die französische Regierung gebieterisch fordere, find in den Streik eingetreten. Die Meister hatten die Regelung daß man uns ziehen lasse, da wir geradezu Gefangene sind. Es ist der Gehilfenlöhne" in der Art vorgenommen, daß sie durch Erhöhung Paris, 20. Juni.( W. T. B.) ( W. T. B.) Das Zuchtpolizeigericht ver. jedoch notwendig, daß Indochina die Begleitmannschaften nicht über der Preise diesen die Trinkgelder entzogen( wöchentlich etwa 3 M.), urteilte den Nedaeteur des Echo de Paris", Gemeinderat Lepelletier bie Grenze lasse. Augenblicklich sind alle Franzosen wohlbehalten. die Löhne aber nur um 1 M. pro Woche erhöhen wollten. Ein wegen Beleidigung des Oberstlieutenants Picquart zu 2000 Fram Der Vicetonful in Mongtfe fügt dieser Meldung hinzu, daß die Lage Teil der Meister hat bewilligt. In den Straßen, in denen gar keine Geldbuße und 100 000 Frant Echadenersatz. 12 Mann verwundet. " Verantwortlicher Redacteur: Paul John in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud und Verlag von Max Bading in Berlin. Hierzu 1 Beilage und Unterhaltungsblatt, Nr. 141. 17. Jahrgang. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Donnerstag, 21. Juni 1900. Berliner Partei- Angelegenheiten. Die Parteigenoffen des 5. Berliner Reichstagswahlkreises halten am nächsten Sonnabend in der Brauerei Friedrichshain" am Königsthor ein Voltsfest ab, zu der die Arbeiterschaft Berlins und der Umgegend hiermit eingeladen wird. Das Fest besteht aus Konzert und Tanz; um 9 Uhr findet die Aufführung der Lebenden Bilder Aus dunkler Zeit" statt. " neten Roeren bei dem Kunsthändler Wendler Attitudien fahren, als vom Westen her ein elektrischer Wagen der Linie beschlagnahmt, später aber freigegeben worden sind. Herr Wendler Schöneberg Alexanderplaz tam. In der Eile sah er den Mechaniker teilt nun hiesigen Blättern mit, daß er trop diefer Freigabe die W. aus der Görligerstraße nicht, der ihm begegnete. Er fuhr ihn größte Schwierigkeit hatte, die freigegebenen Bilder wieder umt und stürzte selbst mit dem Rade. Der Führer des elektrischen in seinen Besiz zu bekommen. Die Sache zog sich trotz Wagens fonnte diesen glücklicherweise noch rechtzeitig zum Stehen mehrfacher Schreiben des Herrn Wendler von März bis Mai bringen. Der Mechaniker erlitt schwere Verlegungen am Kopf und hin. Schließlich erhielt er nur einen kleinen Teil, nämlich am rechten Bein, der Radfahrer leichtere am linken Knie und 12 von 242 beichlagnahmten Bildern, wieder. welche sich außerdem rechten Arm. Beide mußten nach der Unfallstation in der Kronenin einem solchen Zustand befanden, daß sie für ihn völlig unstraße gebracht werden. brauchbar waren. Jufolge dessen sah sich Herr Wendler verDer Kindesmörder Adolf Gagel aus der Lübederstr. 40, anlaßt, dem Polizeipräsidium eine Rechnung von 202 Mart der sich durch einen Schnitt in den Hals zu töten versuchte, wirb über die unbrauchbaren und fehlenden Exemplare. zu präsentieren. am 1. Juni erſchien Herr v. Me'erigeibt ülleilem im voraussichtlich am Leben erhalten bleiben. Er liegt als BolizeiGeschäftslokal des Kunsthändlers und sagte, er würde das Geld von gefangener im Sommerlazarett der Charité. Der Schnitt, den er der Polizei erhalten, er solle sich nur noch einige Tage gedulden. ich beibrachte, ist bedeutend und hat auch die Luftröhre so schwer Herr Wendler wartete bis zum 18. Juni vergebens. Dann übergab verlegt, daß dem Verwundeten eine Kanüle eingesetzt werden mußte. er die Angelegenheit zur Erhebung der Klage seinem Rechts- Das Befinden des Verletzten hat sich gebessert. anwalt. und Reiter gesperrt. Achtung, 5. Wahlkreis! Die Genossen werden ganz be sonders auf die heute Abend im„ Rosenthaler Hof". Rosenthalerstraße 11/12, stattfindende Versammlung aufmerksam gemacht, in der Genosse Ströbel über Die allgemeine politische Lage" sprechen wird. Gäste sehr erwünscht. Achtung, 6. Wahlkreis! Um denjenigen Arbeitgebern. welchen es an Zeit mangelt, Gelegenheit zu bieten, sich dennoch in die Wahllisten zu der bevorstehenden Gewerbegerits Straßensperrung. Die Schillstraße von der Wichmannstraße Wahl eintragen zu lassen, haben sich untenstehende Genoffen bereit erklärt, Anmeldungen in Empfang zu nehmen und richtig ab bis zum Lützow- Ufer wird wegen Umbaues der Straßenbahn von Dummheit, oder was sonst? Etliche nationale Blätter ziehen zuliefern. Auch sind daselbst Formulare zur Eintragung in die jezt unbändig über die Bilsener Brauereien her, beren heute ab und die Fehrbellinerstraße von der Schönhauser- bis Bahlliften zu beziehen und wird jede Auskunft erteilt: Für den hiesige Vertreter folgendes Cirkular versandt haben:„ Nachbem die Kastanien- Allee vom 25. Juni ab bis auf weiteres für Fuhrwerke 37. Wahlbezirk bei: Hoppe, Ackerstr. 21; Diete. Erhöhung des Bolts auf ausländisches Bier vom Reichstage Aderstr. 123; ilgenfeld, Bergstr. 60; Geisler und Bundesrat angenommen ist und am 1. Juli cr. in Kraft treten Ein Zusammenstoß zwischen zwei elektrischen StraßenbahnVeteranenstr.. 4; insow, Anklamerstr. 53; für den wird, sehen sich unterzeichnete Vertreter böhmischer Brauereien ge- wagen und einem Break fand Dienstagnachmittag in der Prenzlauer 40. Wahlbezirt bei: Seidel, Neue Hochstr. 38, zwungen, von diesem Tage ab einheitlich einen Zuschlag in Höhe straße statt. Der Führer des Breats, ein Pferdehändler, wollte einen Krause, Müllerstr. 7a, Giesel, Bohenstr. 40, Dobath, des Mehrzolls und zwar als Flottengo II" mit 3,40 m. pro ihm folgenden Straßenbahnwagen der Linie Danzigerstraße- Nollen Sellerstr. 3; für den 46. Wahlbezirk bei: rawcza!. Bettoliter zu erheben. Die bisherigen Bierpreise und Konditionen dorfplatz aneveichen, als ein zweiter Motorwagen derselben Linie Müllerstr. 159a, Tauschel, Wiesenstr. 29, Dornbusch. Base bleiben bestehen." aus der entgegengesezten Richtung heransauste. Das Pferd des walferstr. 9. Ein hiesiges Agrarierblatt begeht sogar die Thorheit, zu schreiben, Breaks fcheute, sprang auf das Geleise zurück und das leichte Fuhr Wir ersuchen unsre Genoffen, welche Arbeitgeber sind, sich jeder vernünftige Mensch habe sich bei Bewilligung der Flottendeckung werk geriet zwischen die beiden Elektromotoren. Es wurde total zahlreich eintragen zu lassen und überhaupt sich recht rege an der gesagt, daß die mäßige Bollerhöhung auf ausländisches Bier zertrünmert und der Pferdehändler auf den Fahrdamm geschleudert. Wahl zu beteiligen, um zu verhindern, daß Leute gewählt werden, felbstverständlich von den ausländischen Erzeugern ge- Er erlitt nur unerhebliche Kontufionen, während das Pferd schwer deren Urteil durch den engherzigen Klassenstandpunkt beeinflußt wird. tragen werden müsse. verlegt wurde.Charlottenburg. Heute abend findet in der Gambrinusbrauerei Ob das Blatt ein Beispiel namhaft machen kann, wo sich die die Versammlung des Wahlvereins statt, in welcher Genosse Dr. Leo uralte Bismarckische Gimpelfängerphrase, daß das Ausland den Arons über.„ Der Schnaps und die Arbeiter" Vortrag halten wird. 3oll zahle, nicht als Schwindel erwiesen hat? Wie kann man beJu Rummelsburg findet Freitag, den 22. d. M., abends Kosten der Welt- und Wafferpolitit tragen sollen, sonders von ausländischen Unternehmern verlangen, daß fie die 812 Uhr, im„ Café Bellevue" eine Volts versammlung statt. Herren doch mit aller Deutlichkeit gesehen haben, wie das Genosse Adolf Hoffmann spricht über die Stellung der Social- eutiche Unternehmerhum sich in den legten Monaten herzhaft drückte, für das nationale" Unternehmen mit seinem Geldbeutel Die Parteigenoffen von Adlershof werden nochmals auf einzutreten? Man darf auch wohl fühnlich behaupten, daß der die heute, Donnerstag bei Schmauser stattfindende Versammlung Patriotismus der deutschen Bourgeoisie nicht einmal so weit reicht, des Socialdemokratischen Vereins aufmerksam gemacht, in der Dr. um den sonst so arg verpönten Boytott, für den das Blatt dem Weyl über das Reichs- Seuchengefez spricht. Es ist notwendig, daß Pilsener Bier gegenüber eintritt, mitzumachen. Patriotismus ist jeder Genosse der Organisation beitritt. Aufnahmen finden statt ein schönes Ding, aber er darf weder Geld fosten, noch Abstinenz außer in der Versammlung beim Kassierer Neumann, Megerfir. 5, fordern. und Gustav Tempel, Kronprinzenstr. 6. demokratie zur Kirche. Tokales. Die neneste Phase in der Streitklausel- Angelegenheit hat das lebhafte Mißfallen des Bauunternehmer Verbands erregt. V סטן Auf der elektrischen Straßenbahn verunglückt ist gestern nachmittag der 67 Jahre alte Arbeiter Karl Pietscher aus der Muladstr. 1. Er wurde an der Ecke der Rosenthaler- und Auguststraße umgefahren und ein Stüd Wegs mitgeschleift und zog sich Ein Schußmann einen schweren Bruch der rechten Schulter zu. des 12. Reviers brachte den Verunglückten in ein Krankenhaus. Ein ,, Parodie- Theater- Ensemble" tritt unter Leitung des Herrn Hugo Busse zur Zeit im Friedrich Wilhelmstädtischen. heater auf. Cavalleria, Heimat und Troubadour müssen bluten, und man kann sagen, daß den biederen Künstlern die Salauer und überraschenden Wendungen oft nur so aus dem Aermel fallen. Ob die Gesellschaft trotzdem reusfieren wird, mag dahin gestellt bleiben, nach dem die Erfahrungen der letzten Jahre gezeigt haben, daß auch das sonst Zu dem Raubmordverfuch an dem Hofphotographen für derbe Scherze recht empfängliche Berliner Publikum der parodistischen Pflaum wird uns noch mitgeteilt, daß der Lehrling ille am Kunst, die ihm z. B. in der Oranienstraße geboten wurde, nicht allzu Montagabend fich dadurch verdächtig gemacht hatte, daß er nur begierig nachgelaufen ist. Die im Friedrich- Wilhelmstädtischen zögernd das Geschäft verlassen wollte. Der Hausdiener, der die Theater auftretenden Herren und Damen sind in ihrem Fach wohl Thür zu schließen hatte, forderte ihn energisch zum Fort- beschlagen und überwinden die Tragik der von ihnen verarbeiteten Stoffe mit hervorragender Eleganz. Was dem Ensemble einen bei gehen auf, begab sich dann ins Atelier um dort nach Sem alledem fast zur Wehmut stimmenden Reiz giebt, ist der Umstand, Rechten zu sehen, und fand bei der Rückkehr Feuerbericht. Mittwochnachmittag wurden Grüner Weg 67 verschiedene Bodenkammern und ein Teil der Dachkonstruktion durch Feuer beschädigt. Vorher erfolgten Alarme nach Neue Hochstr. 18 und Fruchtstr. 73 aus unbedeutenden Anlässen. Am vorhergehenden Abend entzündete Leuchtgas in der Markgrafenstr. 53 eine Bretterwand. Kleinere Zimmerbrände waren Auguſtſtr. 61, Chorinerstr. 12 und Möckernstr. 133 a zu beseitigen. Durch Selbstentzündung ers folgten Kastanien- Allee 18 und Zionstirchstr. 52 Breßtohlenbrände. Bekanntlich hat das Berliner Magistratskollegium befchloffen, die ins Hinterzimmer den Lehrling nicht mehr vor. In dem Glauben, daß ein ehedem auf der Operettenbühne hochangesehener Stünstler, Aufnahme der Streifflausel in die Bauverträge abzulehnen. Den daß, Sille unbemerkt fortgegangen sei, verschloß der Hausdiener das Herr Karl Swoboda, parodistisch mitwirft. Wer das vor zwanzig Deputatianen soll anheimgestellt sein, von den bisher üblichen Aus- Geschäft. Hille hatte sich, wie bekannt, unterdeß in der Dunkel Jahren prophezeit hätte! schreibungen engerer Submissionen abzusehen und die Arbeiten in fammer versteckt. Herr Pflaum hat den verhältnismäßig Kießlings große Specialfarte vom Grunewald, 6farbig, öffentlicher Submission auszuschreiben. Sofern sich dabei geeignete günstigen Ausgang der Affaire lediglich dem Umstand 311 M., ist bei Alerius Kießling in Berlin SW. soeben in siebenter Unternehmer nicht finden sollten, sollen die Arbeiten in eigner Regie banken, daß er erst in früher Morgenstunde, als bereits Auflage erschienen. Die in dem großen Maßstabe 1: 25 000 geausgeführt werden. Personen im Hause auf den Beinen waren, nach Hause gekommen zeichnete Starte giebt ein treues Bild des gegenwärtigen Zustands. Hierzu sendet der Vorstand des Verbands der Arbeitgeber im ist. Zu nächtlicher Zeit hätte der jugendliche Verbrecher ohne Zweifel Chauffeen und Pflasterwege, sowie alle lohnenden Touristenwege find Baugewerbe für Berlin und die Vororte der Scharfmacherpresse seinen Blan leicht ausführen können, da die Vorbereitungen zu dem in besondren Farben angelegt; eine Anleitung zur sicheren folgende Mitteilung zu: Ueberfall mit raffinierter Umsicht getroffen waren. Wie fich u. a. Orientierung in dem umfangreichen Waldgebiete, sowie Vorschläge Wenn sich die Nachricht bewahrheiten sollte, hat der Magistrat noch herausstellte, hatte Hille sich aus einer Rouleaugschnur einen zu 30 größeren Grunewaldwanderungen sind der Karte beigefügt, durch diesen Beschluß den bisherigen ungerechten Zustand, daß derben Strick zusammengeflochten, um auch diesen als Angriffs- die auch einen vollständigen Straßenplan der Gemeinden Grunedie Bauarbeitgeberschaft bei ausbrechenden Streits der Willkür waffe gegen seinen Prinzipal zu benugen; auch hatte der wald- Schlachtensee enthält. der Arbeiterschaft: preisgegeben ist, sanktioniert und damit un Lehrling, um von sich den Verdacht möglichst abzulenken, die leugbar jenen gefliffentlich die Wege geebnet. Das Stärfeverhältnis Arbeitskleider des Herrn Pflaum angezogen. In der Jacketttasche zwischen Arbeitgeber und nehmer ist durch diesen Beschluß wiederum fand man das Portemonnaie des Hille, welches den sich etwa auf zum Nachteil der ersteren in einseitiger Parteinahme für letztere 17 Mark belaufenden Juhalt der Tagestasse enthielt, die bereits in gefestigt, was für die fernere sociale Entwidlung und Gestaltung der Nacht von ihm geleert worden war. Während seiner Wirksam int Baugewerbe von einschneidender Bedeutung sein wird. Die Kehr feit im Geschäft hat der Verbrecher sich kaun besonders auffällig ſeite des Beschlusses wird alsbald die sein, daß die„ Zielbewußten" in benommen, wenigstens hielt keiner seiner Mitarbeiter ihn einer Un ihrer Hoffnungsvollen Siegesfreude ob dieser einseitigen gehörigkeit, geschweige denn eines schweren Verbrechens fähig. Kommunalwirtschaft ein übermäßiges Selbstbewußtsein Das Befinden des Herrn Pflaum ist derart zufriedenstellend, daß erlangen und bei der Verlängerung des Vergleichsvertrags er in wenigen Tagen das Krankenhaus wird verlassen können. mit Forderungen auf dem Plane erscheinen werden, deren Gestern ist er von Beamten der Staatsanwaltschaft kommissarisch Aus den Nachbarorten. Unannehmlichkeit von vornherein jedem und bor allem vernonummen worden, über das Ergebnis dieser Bernehmung ist jedoch ihnen selbst flar sein wird. Wenn damit die Berliner Bauarbeit nichts bekannt geworden. Kommunale Sparbüchsen. Nach den Abmachungen für den geberschaft nicht bewilligen kann, dann wird es der Magistrat Bau des Teltower Kanals sollen diejenigen Gemeinden, die der Haupt- und Residenzstadt des Deutschen Reichs sein, der mit Der Raubmörder Gönczi und seine Ehefrau sind zum sich von dem Kanal besondere Vorteile versprechen dürfen, zu erfeinen Bauverträgen, in denen er die Unternehmer nach allen Seiten heutigen Donnerstag vor dem beauftragten Richter des dritten höhten Kostenbeiträgen für das Unternehmen noch besonders heranhin bedrängt und in ihrer Bewegungsfreiheit hemmt, Civilfenats des Kammergerichts geladen, um in dem mehr- gezogen werden. Damit nun die Aufbringung dieser Beiträge den liebevoll die Hand zur Erreichung aller, selbst der ungerechtfertigtsten fach besprochenen Erbschaftsprozeß der Witwe Nobiling und Ge- beteiligten Gemeinden nicht zu große Schwierigkeiten verursacht, hat Arbeitsforderungen bietet. Ob von diesem Gesichtspunkt aus der noffen gegen den Nachlaßpfleger des Gips- Schulzeschen Nachlasses Landrat v. Stubenrauch angeregt, daß diese Gemeinden beizeiten und zugleich moderne sociale Geist arbeiterfreundlicher Reals Beugen eidlich vernommen zu werden. Beide sollen in Gemäß schon einen Kanal- Kostenfonds anlegen mögen, formen den Magistrat zu dem obigen Beschluß verleitet hat, heit des von dem Gerichtshof gefaßten Beschlusses über die That- empfohlen, diesen Fonds namentlich die Mehrbeträge an Umsatzsteuer mag dahingestellt bleiben, interessant ist es nur, daß das social- fache Auskunft geben, welche von den beiden ermordeten Frauen, zuzuführen, auf deren Eingang die Gemeinden infolge der regen demokratische Organ noch am 6. d. M.„ bei den städtischen Behörden die Witwe Schulze oder Fräulein Klara Schulze, zuerst ver Grundstücksspekulation, wozu der Kanalbau den Anlaß gegeben, in ein solches Maß socialpolitischer Einsicht nicht vorausseßen zu können stor ben ist. Die Situation des Ehemanns Gönczi, der bekanntlich den nächsten Jahren mit einiger Zuversicht rechnen dürfen. Die glaubte" und nunmehr jubelt, daß der„ reaktionäre" Magistrat sich immer noch seine Unschuld beteuert, ist eine ganz eigenartige. Nach Gemeindevertretung von Groß Lichterfelde hat dieser Anregung in zu einem solchen Beschluß aufgerafft" hat. Daß der Magistrat sich der Prozeßordnung hat er das Recht, die Antwort auf die an ihn ihrer legten Sigung bereits eine praktische Folge gegeben, indem beDamit ftrupellos über den jeweilig offenbarten Standpunkt der gerichtete Frage zu verweigern. Andrerfeits kann er auch die sich schlossen wurde, das nach Abschluß der Rechnung des laufenden Etatsgefeglichen Bürgerbertreter in der Stadtverwaltung und ihm so eigentümlich bietende Gelegenheit benutzen, unter dem Eide jahrs ich ergebende Mehr an Umfaz- und Wertsteuer als Grundstock den Beschluß der Stadtverordneten- Bersammlung, welche in ihrer die Thatsache der Ermordung beider Frauen abzuleugnen. Die Ehe für einen derartigen Fonds zu verwenden und mit der Ansammlung Sigung vom 10. Mai den Antrag Singer auf Ablehnung der Streif- frau wird wahrscheinlich ihre Nichtwissenschaft bekunden. Es ist von Geldern für den gleichen Zweck auch in den folgenden Jahren flaufel mit 80 gegen 38 Stimmen ablehnte, hinweggesetzt hat, übrigens noch zweifelhaft, ob Gönczi zum Termin transportiert fortzufahren. ift in diesem Fall natürlich kein Verstoß gegen die sonst üblichen Ver- werden wird. Voraussichtlich wird der beauftragte Richter unter waltungsprincipien. Etwas andres ist es ja, wenn es sich darum den obwaltenden Umständen ersucht werden, die Vernehmung des handelt, für die Arbeitgeber möglichst harte Submissions. Raubmörders im Untersuchungsgefängnis zu bewirken. bedingungen festzusetzen, da müssen die Anträge der socialDer Stadtrat Zabel hat wegen Verlegung seines Wohnsitzes Eine Episode aus den Straßenunruhen bei Gelegenheit demokratischen Stadtverordneten in erster Linie berücksichtigt aus Berlin sein Amt niedergelegt. des Ausstandes der Straßenbahner beschäftigte gestern die werden. Ein etwas zweifelhafter Punkt ist der, wo der Magistrat das Recht hernimmt, den, vom Gelde der Steuerzahler gefüllten Die vielgenannte Gattenmörderin Jda Braune aus Rüders- 7. Straftammer des Landgerichts I unter Vorsiz des LandgerichtsStadtsäckel nur um eines Princips wegen um Tausende in dorf ist geistestrant. Sie hat den Behörden nach mehreren Richtungen Rats Busch. Am 19. Mai tam es in der Prinzenstraße an einer einem Fall sollen es 27 000 m. gewejen fein zu verringern. Jit viel zu schaffen gemacht, da lange Zeit auch durch die sorgfältigsten dortigen Straßenbahn- Haltestelle zu einer großen Menschenanjamm dies mit der Städte Ordnung vereinbar, vor der der Stadtver- Beobachtungen nicht festzustellen war, ob ihr Verhalten auf Krant- lung. Die wenigen im Betriebe befindlichen Wagen der Straßenbahnen heit oder geschickte Verstellung zurüdzuführen ſei. Am wurden von dem angesammelten Publikum mit Hallo und Geschrei em ordnete Singer so gern warnt? die Frau durch ihre Flucht aus der pfangen. Nach der Aussage der Schußleute Hartmann und Otto ist Täuscht nicht alles, so soll durch dies Elaborat die Regierung meisten machte von sich reden, zu Gunsten der Bauunternehmer gegen den Magistrat scharf gemacht Charité die sie gemeinsam mit einem der Backer Gust. Pilz, der in bloßen Hemdsärmeln an der Haltestelle stand, werden. Die Haltung der Minister Thielen und heinbaben jungen Manne nach einem äußerst schlau angelegten und durch auf einen der Wagen gesprungen und hat die Kontaktstange mit beim Straßenbahner Ausstand hat die Herren offenbar ermutigt, geführten Plan bewerkstelligte. Erst nach vielen abenteuerlichen einem fühnen Rud ausgeschaltet, so daß der Wagen ganz plöglich Da der eine Schuhmann beobachtet haben einen solchen Ausfall zu riskieren. Recht komisch macht sich noch Kreuz- und Querfahrten wurde sie mit ihrem Begleiter wieder er zum Stillstand fam. der Vorwurf der Begünstigung socialdemokratischer Tendenzen gegen griffen. Am 4. März v. J. wurde Jda Braune aus der Strafanstalt wollte, daß Pilz diese Thätigkeit schon bei mehreren Wagen ausgeübt denselben Magistrat, der sich bisher energisch geweigert hat, selbst zu Delitzsch zur Beobachtung wieder nach der Charité gebracht. hatte, so wurde schließlich zur Sistierung des Pilz geschritten. für die bescheidene Forderung einzutreten, daß in den Submissions Von dort ist sie gestern als unheilbar frant der Irrenanstalt zu Die Menge wurde dadurch außerordentlich erregt. dem Sistierten bedingungen die Unternehmer zur Zahlung von Gewerkschafts- Dalldorf überwiesen worden. Ihr Nervensystem ist vollständig lich soll der Arbeiter August Wendt wiederholt zugerufen haben, daß er nichts gethan habe, Weiteres Vorgehen der Polizei gegen Antisemiten. Die Teute von der Menschenmenge unterstützt worden sein und es soll soll dann in der Anwendung von Beleidigungen gegen die SchutzDie städtische Schuldeputation läßt jest infolge des Beschluffes Staatsb. 8tg." schreibt: Heute erhielt der Buchhändler E. Keil, auch wiederholt der Versuch gemacht worden sein, die Beamten von der Stadtverordneten- Bersammlung in Bezug auf die großen Sommer- Friedrichstr. 238, vom Polizeipräsidium die Aufforderung, bei Ver- dem Sistierten zu trennen. Bei der Abführung des Pilz erhielt der ferien in Gemeindeschulen über folgende vier Fragen Erhebungen meidung von 50 M. Geldstrafe, das Aushängen von Politischen eine Schuhmann einen halben Mauerstein von hinten ins Kreuz geanstellen: 1. Wieviel Schüler waren im Juli 1899 in jeder Klasse? Bilderbogen zu unterlassen. Man beruft sich auf Gesetzes 2. Wieviel dieser Schüler waren im Anschluß an die Sommerferien paragraphen, die hier absolut nicht zutreffen, so auf§ 9 des Preß- worfen, große Holzstücke kamen gepflogen, furz, die Situation war eine nicht ungefährliche. Die Folge diefer Scenen war gegen 1899 beurlaubt? 3. Wieviel beträgt die Zahl der Schüler der jetzigen gesetzes, welcher den Verleger einer Zeitschrift zur Einreichung eines Pilz eine Anflage wegen Gefährdung eines Eifenbahn. Stlaffe( 1900), die Geschwister auf höheren Schulen haben? 4. War Pflichteremplars zwingt. transports, gegen Wendt eine solche wegen versuchter der Klaffenlehrer oder die Klassenlehrerin selbst ini Jahre 1899 im Gefangenenbefreiung und Beleidigung. Außerdem Anschluß an die Sommerferien beurlaubt? waren beide wegen groben Ünfugs angeklagt. Der Staatsanwalt erachtete den von den Angeklagten bestrittenen Thatbestand durch die Beweisaufnahme für erwiesen, nachdem auch der als Sachverständiger Löhnen angehalten werden. Nackte Frauen im Polizeigewahrsam. Wir haben feiner Beit die Mitteilung gebracht, daß auf Denunziation des Abgeordgerrüttet. " Ju eine gefährliche Lage gerieten gestern Mittwoch, nach mitag um 121/2 Uhr mehrere. Personen an der Ecke der Leipzigerund Mauerstraße. Hier wollte ein Kaufmann H. aus der Wilhelm straße mit seinem Zweirad über den Damm der Leipzigerstraße Gerichts- Beitung. Nament vernommene Betriebswerkstätten-Vorsteher Münde belündet hatte, baß ein so plötzliches Ausschalten der Kontaktstange bei einem in Fahrt be- griffencn Wagen zweifellos eine Gefährdung des Wagens darstelle. Der Staatsanwalt erkannte an, daß sich die Straßenbahner selbst bei dem Ausstande durchweg ruhig verhalten haben, hielt es aber für notwendig, diese„gefährlichen Exzesse eines radauluftigen Mob" mit aller Schärfe zu bestrafen, da jeder, der sich an solchen Skandalen beteilige, eine große Gefahr für die Sicherheit der Mitbürger hervorrufe. Er beantragte gegen Pilz ein Jahr, gegen Mendt 6 Monate Gefängnis.— Rechtsanwalt Dr. Lieb- k n e ch t hielt den Thatbestand nicht für genügend aufgeklärt und be- mängelte namentlich das Strafmaß. Nicht bloß der Mob, der Jan- Hagel und arbeitsscheues Gesindel habe den Straßenbahnern Sympathie bezeugt, sondern die gesamte Bevölkerung Berlins und wenn die untere Bevölkerung um die Mittags- zeit ihre Sympathie in unzulässiger, allzu intensiver Weise be- kündete, so könne dies nicht zur Verschärfung der Strafe Anlaß geben. Der Gerichtshof war der Meinung, daß das Verfahren der Äuge- klagten keineswegs Anspruch auf Sympathie habe, es vielmehr be- dauerlich sei, daß der„Berliner Janhagel" einen solchen Anlaß zu derartigen Exzessen ausbeuten konnte. Solch roheS, gewaltsames und gemeingefährliches Vorgehen erheische nachdrückliche Sühne. Der Gerichtshof verurteilte beide Angeklagte zu je neun Monaten Gefängnis, ordnete auch ihre sofortige Verhaftung an, obwohl beide verheiratet sind. Polizeipräsident und„Satyr". Der Polizeipräsident v. Windheim war gestern im Gerichtsgebäude erschienen, um in zwei Anklagesachen, die seine Person als den Beleidigten betrafen, als Zeuge aufzutreten. Zunächst stand Termin vor der ersten Strafkammer gegen den Redacteur der„Welt am Montag" Herrn Gerhard Fließ und Herrn v. G e r l a ch an. Es handelte sich um einen Leitartikel, der am 2. April in der genannten Zeitung erschienen war und daS Verhalten des Polizeipräsidiums gegenüber der Zeitschrift„Satyr" in einer Weise kritisierte, wodurch die Staatsanwaltschaft sich veranlaßt fand, An- s klage wegen Beleidigung des Polizeipräsidenten zu erheben. Da der i Angeklagte Fließ wegen plötzlicher Erkrankung am Erscheinen ver- hindert war, so mußte die Sache vertagt werden. Die zweite Anklage richtete sich gegen den Herausgeber des „Satyr", Dr. Alexis Schleimer, welcher einen Artikel ähnlichen Inhalts in der Nummer der„Welt am Montag" vom 23. April veröffentlicht und die Verantwortung für diese Nummer durch Zeichnung selbst übernommen hatte. Der Artikel rügte, daß das Polizeipräsidium in besonders schroffer Weise gegen die Zeit- schrift„Satyr" vorgehe und mit den Beschlagnahmen gegen dieselbe fortfahre, obgleich eine ganze Anzahl Richter die Beschlagnahme wieder aufgehoben habe. Es wurde u. a. behauptet, daß das Polizei- Präsidium„unter kalter Nichtachtung des öffentlichen Rechtsbcwußt- feins die Beschlagnahmen fortsetze." Es wird auch von„unerhörter Vergewaltigung" gesprochen. Der Angeschuldigte betonte, daß ihm eine beleidigende Absicht gegen den Polizeipräsidenten ferngelegen habe, er habe deshalb geflissentlich stets vom„Polizeipräsidium" gesprochen, um darzuthun, daß er nur die Sache habe treffen wollen. Im übrigen sei er auch heute noch davon überzeugt, daß bei der Beschlagnahme des „Satyr" nicht sachlich vorgegangen sei. sondern daß man sich habe rächen wollen, weil in der Zeitschrift das Polizeipräsidium zum Gegen- stand spöttischer Angriffe gemacht worden sei. Er sei bereit, nach ver- schiedenen Richtungen hin den Beweis der Wahrheit anzutreten. Der Angeklagte berief sich darauf, daß bezüglich einer ganzen Anzahl von Erzählungen und Gedichten, die im„Satyr" gestanden und von der Polizei als unzulässig betrachtet worden, die Gerichte andrer Ansicht gewesen seien, als das Polizeipräsidium. Er verwies auf die ganz abnorme Häufigkeit des Verbots des Straßenverkaufs des„Satyr" gegenüber andern Blättern, die auf demselben Standpunkt stehen, auf die ungewöhnliche Schärfe bei der Durchführung der Kon- siSkationen und überreichte eine Anzahl von Witz- und TageSblättern, in welchen Pikanterien der allerstärksten Art unbeanstandet geblieben seien. Der Angeklagte blieb dabei, daß es die Tendenz der Polizei sei, unter allen Umständen dem„Satyr" etwas anzuhaben und daß bis zur Nr. 20 nur solche Nummern verboten worden seien, welche Angriffe auf die Polizei enthielten.—Zeuge Polizeipräsident v. Wind heim bestritt die Richtigkeit dieser Ausführungen. Der inkriminierte Artikel mache ihm den Vorwurf, daß er nicht von sachlichen, sondern von persönlichen Momenten sich leiten lasse und sich willkürlich über das Gesetz hinwegsetze. Das Gegenteil sei der Fall. Der Staatsanwalt hielt bei der Schwere der Beleidigung eine Freiheitsstrafe geboten, er beantragte d r ei Mo nate Gefängnis und Pnblikations- befugnis für denPolizeipräsidenten.DerVorsitzende, Landgerichtsdirektor v. Winterfeldt, verkündete das Urteil dahin, daß der Angeklagte der Be- leidigung aus Z 186 Str.-G.-B. schuldig sei. Jhm sei aber insofern der Schutz des§ 193 zugebilligt worden, als er der Hoffnung sein konnte, daß durch den beanstandeten Artikel weniger scharf gegen den„Satyr" vor- gegangen werden würde. In der Form liege aber eine Beleidigung vor, der Beweis der Wahrheit sei mißlungen, der Polizeipräsident i» seinem Recht. Es sei auf eine Geldstrafe von 500 M. erkannt und dem Polizeipräsidenten die Publikationsbefugnis in der„Welt am Montag" zugesprochen worden. Der Giftmord am TcufclSsee, der morgen, Freitag, das Schwurgericht zu Potsdam beschäftigen wird, erregt das lebhafteste Interesse weitester Kreise, da er in seinen krassen' Einzelheiten und in seiner Verquickung mit dem tollsten abergläubischen HokuS- pokus das Unglaublichste ist, was die Kriminalgcschichte der letzten Jahre gezeitigt hat. Bemerkenswert ist., daß der Angeklagte I ä n i ck e, der erst 25 Jahre alt ist, behauptet, große Mengen Goldes herbeizaubern zu können; das Pulver, das er der von ihm getöteten Luise Berger gegeben, ist seiner Angabe zu- folge nach dem Rezept eines Zauberbuchs hergestellt worden. I ä n i ck e hat sich wegen Mordes und schweren Raubes zu verantworten. Dem Vernehmen nach beabsichtigt der Verteidiger, nochmals Zweifel an der geistigen Zurechnungsfähigkeit des Aiigc- klagten geltend zu machen. Ein großer Betrugsprozeß wird demnächst in Moabit zur Verhandlung kommen. Es handelt sich dabei um den seit März dieses Jahres in Untersuchungshaft befindlichen Ingenieur Seele, der unter der Maske eines genialen Erfinders es verstand, leichtgläubig? Kapitalisten um hohe Summen zu prellen. Er richtete in Berlin ein großes Bureau ein und engagierte verschiedene Ingenieure, Buchhalter und Schreiber, um seine Kreditgeber verlrauens- voll zu machen. Letzteren erzählte er von epochemachenden Erfindungen, die er patentamtlich angemeldet habe, und die ihm Riesensummen einbringen würden. So stehe er mit dein Eiscnbahnfiskus in Unterhandlung wegen Verkaufs seiner Er- sindung, die es ermögliche, daß die heftigen Stöße beim Fahren auf der Eisenbahn beseitigt würden. Für Abtretung des Patents erhalte er vom Fiskus 800 0()0M. Auch mit seinen angeblichen Beziehungen zu hochstehenden Personen renommierte er. Dem Kaiser wollte er vorgestellt sein und ihm ein neuerfundenes Untersee-Torpedoboot vorgeführt haben. Auch behauptete er, vom Bankier Roth- schild mit der Bildung einer großen Finanzgruppe zur Gründung industrieller Unternehmungen betraut' zu sein. Durch solche Renommistereien gelang es ihm, zahlreiche Geld- und Geschäftsleute zur Hergabe von Geldsummen zu bewegen. Auch Grundstückskäufe schloß er ab, obgleich er keinen Heller Geld besaß. So schloß er unter andcrm auch einen Kauf- vertrag mit einem Fabrikbesitzer in Luckenwalde ab und bewog dann mehrere Geschäftsleute, als Teilhaber in das Geschäft mit einzutreten. Als Anzahlung auf die Fabrik gaben jene Teilhaber Wechsel in Höhe von 20 lXX) M., doch hat Seele die Accepte einfach versilbert und seine Privatfchuldcn davon bezahlt. Die gerichtliche Verhandlung wird jedenfalls mehrere Tage in Anspruch nehmen, da der Staats- anwalt allein über 30 Zeugen geladen hat.' VevsÄmmlunsrn. Der Streik in Finsterwalde wurde am Dienstag in einer Versammlung der Tabakarbeiter und-Arbeiterinnen besprochen. Die Referenten, B e r n st aus Finsterwalde und Kiesel schilderten die Situation folgendermaßen: Der Streik währt jetzt bereits in der zehnten Woche. Von den 497, meist weiblichen Personen, die in den Streik traten, sind mir sechs abgefallen, die Streikbrecherdienste leisten. Ein Beweis, daß die Streikenden fest entschlossen sind, auszuharren, bis ihnen ihre Forderungen bewilligt werden. So gering auch die Forderungen der Streikenden sind, sträuben sich doch die Fabrikanten beharrlich, dieselben anzuerkennen. Sie behaupten, die Konkurrenz mache ihnen die Bewilligung unmöglich. Dabei sei zu bedenken, daß die Finster- walder Fabrikanten es sind, die eine wahre Schundkonkurrenz hervor- gerufen haben. Sie verkaufen in Berlin das Tausend Cigarren zu 13—19 M., die in Finsterwalde selbst zu 24—25 M. abgesetzt werden. Um Stimmung gegen die Streikenden zu machen, habe ein Finsterwalder Fabrikant einem Berliner Kunden geschrieben, die Finsterwalder Tabakarbeiter verdienen 19 bis 20 M.. und die Arbeiterinnen 15 M. wöchentlich. Das sei eine krasse Unwahrheit. Wenn nur der dritte Teil der Arbeiter und Arbeiterinnen solche Löhne erzielt hätten, dann wäre es nicht zum Streik gekommen. Bei den seitherigen Löhnen haben die Wickel- niacherinncn einen Durchschnittslohn von höchstens 5—7 M., die Rollerinnen einen solchen von 8—9 M. und männliche Arbeiter durchschnittlich 11,63 M. verdient.— Wie das immer der Fall ist, so seien auch bei diesem Streik seitens der Fabrikanten alle möglichen Maßnahmen getroffen worden, um den Erfolg des Lohnkampfs zu hintertreiben. Zunächst habe man die Arbeiterinnen unter allerlei Versprechungen zur Wiederaufnahme der Arbeit zu bewegen gesucht. Zu diesem Zweck seien einzelne Fabrikanten sogar persönlich zu den Arbeiterinnen ge- gangen. Aber alle Mühe sei vergebens gewesen. Die Arbeiterinnen hätten ein so festes Zusammenhalten gezeigt, wie es wohl noch bei keinem Streik dagewesen sein dürfte. Auch in noch andrer Richtung hätten manche Unternehmer ihren Einfluß geltend gemacht. So habe man einigen Arbeiterinnen, deren Mütter Armenunterstützung bezogen, gedroht, den altenFrauen werde das Armengeld ent- zogen, wenn ihre Töchter die Arbeit nicht wieder aufnehmen. Die Drohung habe zwar den gewünschten Erfolg nicht gehabt, wohl aber sei einer der betreffenden alten Frauen die Unterstützung, die sie bis dahin erhielt, thatsächlich entzogen worden.— So weit jetzt in den Fabriken gearbeitet wird, geschehe es ohne Rücksicht auf die Bundesrats-Verordnung. Die Arbeiterinnen würden länger be- schäftigt, als es die Verordnung zuläßt und auch des Sonntags werde gearbeitet. Diese offenbaren Gesetzesverletzungen hätten die Streikenden der Polizei angezeigt, doch sei noch nicht bekannt gc- worden, daß die Behörde dagegen eingeschritten wäre.— Einem Polizeibeamten, der auch Cigarren fabrizieren ließ, die er bei Gast- Wirten absetzte, habe man das Handwerk gelegt, indem diese An- gelegenheit öffentlich besprochen wurde. Weiter wiesen die Redner darauf hin, daß es sich bei dem Finsterwalder Streik um eine Machtprobe handle, an der nicht nur die Cigarren- fabrikanten, sondern auch die übrigen industriellen Unter- nehmer interessiert seien, den» wenn es den Tabakarbeitern gelinge, ihre Löhne aufzubessern, dann würden auch die Unternehmer andrer Branchen, namentlich der Textilindustrie, die Löhne erhöhe» müssen. Aus diesem Grunde halte das gesamte Unternehmertum in Finsterwalde zusammen, um eine dauernde Niederlage der Arbeiter herbeizuführen. Darum gelte es, diesen Kampf auf feiten der Arbeiter mit aller Energie durchzufechten. An die Berliner Arbeiter- schaft werde appelliert, daß sie den Kampf unterstütze. Die Berliner Arbeiter hätten die Pflicht, dahin zu wirken, daß die Schankwirte, bei denen sie verkehren, keine Cigarren von Finsterwalder Fabrikanten führen, die nicht bewilligt haben.— Die Versammlung nahm eine Resolution an, des Inhalts, daß im Einverständnis mit der Gcwerkschastskommission und den Vertrauens- leuten der Partei Volksversanunlungen einberufen werden sollen, um die Berliner Arbeiterschaft zur Unterstützung deS Finsterwalder Streiks in obigem Sinne zu interessieren. Die Marmor- und Gramtarbeitcr hielten am Dienstag eine Versammlung im Gewerkschaftshause ab, in tvclcher der Geschäfts- leiter Mitschke über den 10. Kongreß der Steinarbeiter Deutsch- lands berichtete. Nach einer längeren Diskussion, die dem ausführ- lichen Bericht folgte, gelangte einstimmig eine Resolution zur Au- nähme, in der sich die Versammelten mit den Beschlüssen des Kon- zresses einverstanden erklärten und sich verpflichteten, für die Durch- ührung derselben zu wirken. Eine weitere Resolution, in der es verurteilt wird, daß der Bericht im„Vorwärts" über den Kongreß, trotz rechtzeitiger Einsendung desselben, erst einige Zeit später und in zu sehr gedrängter Form erschienen ist, im Gegensatz zu den Berichten von Verhandlungen andrer, sogar gegnerischer Organisationen, soll der Preßkommi'ssion zur weiteren Veranlassung unterbreitet werden. Als Mitglied des CentralauSschusses wurde Gerstenberger und in die Agitationskommission G e r st e n- b e r g e r und Schütz gewählt. Unter Verschiedenem wurde zur rechtzeitigen Einzeichnung in die Wählerlisten zu den Gewerbegerichts- Wahlen aufgefordert und sodann auf das am 24. d. M. in den Arminhallen stattfindende Sommervergnügen hingewiesen. Anfangs Juli soll eine Versammlung stattfinden, in der über die notwendige Beitragserhöhung beschlossen werden ivird. Die Dekateure hielten am Montag eine stark besuchte Ver- sammlung ab. Genosse Jahn referierte unter lebhaftem Beifall über„Das kommende Jahrhundert". Der Vertrauensmann 3t a s ch erstattete hierauf den Bericht über seine Thätigkeit, solvie über Ein- nahmen und Ausgaben zur Slgitation im vorigen Jahre. Nachdem die Revisoren die Richtigkeit der Abrechnung bekundeten und die von ihnen beantragte Entlastung erteilt ivar, wurde 3t a s ch aufs neue als Vertrauensmann einstimmig ernannt. L e tz i n erstattete nun- mehr den Bericht über den Verlauf der Lohnbewegung im vergangenen Monat. Wenn es auch nicht möglich war. alle aufgestellten Forderungen zu erlangen, könne man aber mit' dem in so kurzer Zeit, ohne Arbeits- einstelluug Errungenen wohl zufrieden sein, da auch die Organisation erheblich gestärkt wurde, indem fast alle Berussgenossen derselben gegenwärtig angehören. Der bis zuletzt geleisteten Widerstand der Firmen Tack und Blumenthal sei ebenfalls überwunden. Für die Zukunft müsse man darauf bedacht sein, nicht nur das Errungene zu erhalten, sondern auch das Versäumte nachzuholen, insbesondere die Durchführung der neunstündigen Arbeitszeit. Die Erhöhung der Lohnsätze: für Meister resp. Werkführer 35 M., für Sluffchlägcr 26, für Abkocher 25, Wickelbockdreher resp. Abdrcher 21, desgleichen für Hilfsarbeiter, Kutscher 23, Avlieferer 30, zweite Abliefcrcr 24 M. pro Woche:llcbcrstunden doppelterLohnsatz. Maifeier, Entnahme dcrArbeitS- kräfte vom Arbeitsnachweis der Organisation, gelten vom 28. Mai d. I. Im Verlauf der sehr lebhaften Besprechung, an welcher sich eine Au- zahl 3tedner beteiligten, wurde u. a. bemerkt, daß einige Firmen, insbesondere Gottschalk u. Laska, Kattarschaffka u. Geiger, unrecht- mäßig Ucberstunden verlangen, bezw. nur die früheren Löhn- und Arbeitsbedingungen gelten lassen wollen. Einem Antrag Kapsel entsprechend, werden alle Dekateure und Berufsgenossen verpflichtet, für Jnnehaltung der neuen Lohnsätze zu sorgen und alle Beschwerden sofort dem Vertrauensmann mitzuteilen. Die Sperre über die Firma B ö m e k(Mühlberg) bleibt bestehen. Zum Schluß wurde zur pünktlichen Zahlung der Beiträge an die Organisation, sowie zur regen Beteiligung an den Gewerbegerichtswahlen anfgefordert. Zu Gunsten der Konsumvereins- Bewegung fand am Montag eine zahlreich besuchte Volksversammlung m Ballschmieders Saal in der Badstraße statt. Die Tagesordnung lautete: WaS haben die Socialdemokraten und Gewerkschaftler bisher zur Beseiti- gung des Lebensmittel-Wuchers. der kapitalistischen Ausbeutung und der wirtschaftlichen Anarchie gethan? Der Referent Genosse v. Elm schickte seinem Vortrage die Bemerkung voraus: Die aufgestellte Tagesordnung habe— wie ihm gesagt worden sei— bei manchem Parteigenoffen Anstoß erregt. Er wolle deshalb gleich sagen, daß hier keineswegs ein Attentat auf die Partei aus- geübt werden solle. Keiner, und er am wenigsten könne behaupten, daß die Partei und die Gewerkschaften auf dem in der Tagesordnung bezeichneten Gebiet nichts gethan hätten. Das Thema sei nur des- halb in dieser Form gewählt, um Jntereffe für die Versammlung zu erwecken und einen guten Besuch zu erzielen, denn in Berlin, wo das Interesse für die Konsumvereine noch gering sei, bedürfe es eines zugkräftigen Themas. In seinem Vortrage erörterte der Referent das Wesen und die wirtschaftliche Bedeutung der Konsumvereine, in Vervindung mit Produktivgenosfenschaften. Wie die politische und gewerkschaftliche, so sei auch die Genossenschaftsbewegung ein Zweig der Emancipations- bestrebungen des Proletariats. Der Redner ivi'es im einzelnen nach, welche wirtschaftlichen Vorteile dem Konsumenten aus der Organi- satiou des Konsums erwachsen, und führte weiter aus, daß es Pflicht eines jeden denkenden Arbeiters fei, das Genossenschaftswesen, welches nnt den socialdemokratischen Ideen durchaus im Einklang stehe, zu fördern.— Dem Vortrage folgte eine längere Aussprache, in der principielle Einwendungen' gegen das Genossenschaftsillesen nicht erhoben wurden. Wie aus den Ausführungen einiger Redner hervorging, hatte die Versammlung in erster Linie den Zlvcck, Propaganda zu machen für den Konsumverein Nord, der in nächster Zeit zwei neue Verkaufsstellen zu eröffnen gedenkt. Verband der Tapezierer. In der am 13. d. Mts. statt- gehabten kombinierten Versammlung berichtete Leo Schmidt über die letzte Sitzung der Achtzehncrkommission. Es wurden noch folgende Punkte festgesetzt: bei Nachtarbeit wird 100 Proz. Aufschlag, bei Sonntagsar'beit 50 Proz. Kufschlag gezahlt, für Nliheriniieir beträgt der Stundenlohn 32 Pf., Ueberstund'en werden mit 10 Proz. Auf- schlag berechnet. Bei Sonntagsarbeit hat der Unternehmer für die polizeiliche Erlaubnis Sorge zu tragen. Ferner wurde beschlossen, daß in Lohnwerkstätten' Accord nicht eingeführt werden darf. Bezüglich der Reisespesen wurde kein bestimmtes Resultat erzielt, es bleibt daher der freien Vereinbarung überlassen: den Kollegen wird es zur Pflicht gemacht, sich vor Antritt der Reife mit dem Unternehmer hierüber ins Einvernehmen zu setzen. Sämtliche nachträgliche Bewillungen werden gedruckt und so eingerichtet, daß sich die Kollegen dieselben zur besseren Orientierung in ihre Mitgliedsbücher einkleben können. Der Abrechnung vom Streik ist zu entnehmen, daß die Einnahme 4413,89 M. betrug, dazu an Darlehn 4750 M., macht zusammen 9163,89 M. Ausgegeben wurden 6572,52 M., an Darlehn zurück 2250 M., niacht zusammen 8822,52 M., bleibt Bestand 341,37 M. Mithin sind von den aufgenommenen Darlehen noch 2500 M. zurück- zuzahlen. Die Abrechnung ist von den Revisoren geprüft und für richtig befunden und wird dem Kassierer einstimmig Decharge erteilt. Auf Antrag des Kollegen Pönicke Ivird beschlossen, bis zur Regelung des Beitrags durch die Generalversammlung 30 Pf. pro Woche zum Reservefonds zu kleben. Ferner wird ein Antrag des Kollegen Grosser angenommen, welcher bestimmt, daß wir in Berlin den Wochenbeitrag inkl. des Beitrags zum Reservefonds auf 40 Pf. erhöhen, gleichviel ob die Generalversammlung 20 oder 25 Pf. Verbaudsbcitrag festsetzt, die Delegierten werden dementsprechend für Berlin den Druck von 40 Pf.- Marken beantragen. Auf eine Anfrage betreffs Gründung einer Filiale der Kleber bittet Wels, diese Sache der Ortsverwaltung zu überweisen und wird dem« entfprechend beschlossen. Die Liste derjenigen, welche bei unsrer Lohn- bewegung Streikbrecherdienste gethan, wurde verlesen. Der Vorstand wird dieselbe noch ergänzen und dann diese Ehrenmänner zur öffent- lichen Kenntnis bringen. Hierbei ist zu bemerken, daß auch die Klein« meister Winkelmann und Otto Zack während des Streiks die Rolle von Arbeitswilligen übernommen hatten. Die an Holzbearbcitungs-Maschinen beschäftigten Arbeiter Berlins und Umgegend hielten am 11. d. M. im Englischen Garten, Alexanderstr. 27o, ihre regelmäßige Mitglieder- Versammlung ab. Genosse Th. Metzner hielt einen mit Beifall aufgenommenen Vortrag über:„Die Sittlichkeit der heutigen Gesellschaft." Eine Diskusston fand nicht statt. In die Werkstatt-Kontrollkommission für den Bezirk Süd-Osten wurde Kollege Brock, als Obmann derselben Kommission Kollege Lehr gewählt. Nachdem noch mehrere Verbandsangelegenheiten erledigt waren, gab der Vorsitzende noch bekannt, daß die nächste Mitglieder-Ver- sammlung eine Generalversammlung sei und am 9. Juli im Eng- lischen Garten stattfindet. Den Mitgliedern diene zur Mitteilung, daß der Vorstand für Bezirk Süd-Westen eine Zahlstelle bei Werner, Hagelsbergerstr. 2, errichtet hat, und wird Kollege PäSke von jetzt ab jeden Sonnabend von 8 Uhr an daselbst Beiträge entgegen- nehmen. Die Zahlstelle I des PuNervcrbandS hielt am Sonntag, den 10. d. M. ihre regelmäßige Mitgliederversammlung ab. Zunächst teilte der Vorsitzende mit, daß die Kollegen Dietrich und Berger ver- storbcn sind. Den Verstorbenen zu Ehren erheben sich die Mitglieder von ihren Plätzen. Darauf hielt Genosse Grempe einen beifällig aufgenommenen Vortrag über die Elcktricität und Maschinen im Baugewerbe. Nach Beendigung der IDiskussion über den Vortrag gab'der Vorsitzende bekannt, daß noch keine weiteren Meldungen von den Zahlstellen der Umgegend, über die Kollegen, die sich nnt Putz- arbeiten beschäftigen, gemacht worden sind, außer von der Zahlstelle Lichterfelde. Vom Kollegen Budach wurde zum) Einschreiben in die Listen zur Gewerbegerichtswahl aufgefordert. Der Unterstützungs- kommission wurden außer den Geldern vom Januar 100 M. bewilligt. Nach einer kurzen Debatte über Rechtsschutzsachen wurde der Kollege Mathes als Ehrenmitglied ernannt. Darauf erfolgte Schluß der gut besuchten Versammlung. Der Verein der Plätterinnen tagte am 13. Juni in FeindS Lokal. Weinstr. 11. Herr Porth hielt einen Vortrag über die Lohn- bewegung in der Wäschebranche. Dem Referat folgte eine rege Diskussion. Die Abrechnung vom Maskenball ergab eine Ausgabe von 213,25 M. und Einnahme 415, 50M., somit einen Ueberschuß von 197,25 M. Frl. Milz als Revisorin bestätigte, alles in der besten Ordnung vorgefunden zu haben. Ferner wurden einem kranken Mitgliede 50 M. auS der Vereinskasfe zugesichert. Darauf tvurde auf die am 26. August stattfindende Dampferpartie nach dem Müggelsee aufmerksam gemacht. Damit schloß die gutbesuchte Ver- sammlung. Der Fachverein der Mnsikinstrnmenten- Arbeiter hielt am 13. Juni seine regelmäßige Mitgliederversammlung ab. H a f f n e r erstattete Bericht vom Kongreß der durch Vertrauensmänner centrali- sierten Gewerkschaften. In der regen Debatte, die hierüber stattfand, wurde besonders das Thema„Gewerkschaften und Politik" eingehend erörtert und hervorgehoben, daß die Politik, besonders die Vertretung der socialdemokratischen Principien, in den Gewerkschaften durch» aus notwendig und für die gesamte Arbeiterschaft nutzbringend sei. Zum Schluß fand eine Resolution einstimmige Annahme, die iich mit den auf dem Kongreß gefaßten Beschlüssen einverstanden er- klärt und nur bedauert, daß von einer Beschickung des internationalen Arbeiterkongrcsses zu Paris Abstand genommen wurde. Endlich wurde beschlossen, im Osten Berlins eine Zahlstelle des Fachvereins zu gründen. Berel» der amtlich geprüften Masseure, Heilgehilfen für beiderlei Geschlecht Berlins und Umgegend. Versammlung am Donners- tag, den LI. d. M., abends S>/z Uhr, Rosenthalerstr. 11/12. Berband deutscher Barbiere, Friseure und Perrllckenmacher (Zweigverein Berlin). Donnerstag, den 21. Mai, abends lO'/i Uhr, im Gewerkschastshaus, Engel-User 15: Versammlung. VcvmiMkes« AuS Könitz liegen folgende Nachrichten vor: Der Matrose W r a n k e von hier sollte mit dem ermordeten Winter am Mordtag zuletzt zusammen gewesen sein; er ist jetzt, da er bisher auf der Seereise war, in Bremerhaven vernommen worden. Er erklärte, Winter nicht gesehen zu haben.— In den beiden letzten Tagen sind durch Militär zwei Verhaftungen vorgenommen worden. DaS Militär verläßt Donnerstag Könitz und die Aufrechterhaltung der Ordnung wird von der Gendarmerie übernommen.— Der Untersuchungsrichter Dr. Zimmermann erläßt folgenden Aufruf: In Sachen 4 I. 433/00 ist die Vernehmung derjenigeii drei Knechte als Zeugen erwünscht, die am ersten Osterfeiertag dieses Jahrs mittags bei der(zur Zeit in Untersuchungshaft befindlichen) Gesindevermieterin Roß Hierselbst gewesen sind und um Verschaffung von Arbeitsgelegenheit gebeten haben. Einer derselben hat der Frau Roß für die Wintersche'Mordsache erhebliche Mitteilungen gemacht und dabei erzählt, daß er aus Christfelde oder Barkenfelde sei. Die drei Personen werden aufgefordert, sich zu melden. Das hiesige rufskrankheiten.- Oeffentliche und häusliche Krankenpflege. Heil, HausSchöffengericht wies gestern den Kaufmann Lewin mit seiner und Geheimmittet. Kurpfuscherei. gegen den Oberlehrer Dr. Soffrichter angeftrengten Beleidi- und gungsflage ab. in 25 Heften komplett vorliegen. Das Bert wird in Sieferungen, bon je 32 Setten a 20 Pf. erfgeinen Briefkasten der Redaktion. Bestellungen nehmen alle Buchhandlungen und Kolportenre entgegen. Alle vierzehn Tage erscheint ein Heft. Zur Geschichte des Verbands der deutschen Buchdrucker. Seine Einrichtungen, sein wirken und seine Bedeutung. Von L. Reyhäuser. Selbstverlag des Verbands. Marktpreise von Berlin am 19. Juni 1900 nach Ermittlungen des fgl. Polizeipräsidiums. Kartoffeln, neue, D- Ctr. Rindfleisch, Keule 1 kg mittel Brandkatastrophen. Dienstagmorgen erfolgte in den Waschräumen einer chemischen Waschanstalt zu Dresden eine furchtbare Explosion von Benzingasen. In dem sofort in Flammen gesetzten Raum befanden sich drei in der Anstalt beschäftigte Wäscher. Sie wurden durch den gewaltigen Druck der Explosion, am ganzen Körper brennend, durch ein zertrümmertes Fenster auf die Straße geschleudert, wo ihnen die hellauflodernden Kleider von herzugeeilten Arbeitern vom Leibe gerissen wurden. Sie haben sämtlich schwere Weizen, gut D.- Str. Brandwunden davongetragen. Ferner brannte in Werda u die Vigognefpinnerei von Hugo Schmelzer, eine der größten gering derartigen Fabrikanlagen, infolge von Selbstentzündung der Wolle Roggen, gut vollständig nieder. in ber In dem massiven, vierstödigen, Front 28 Fenster zählenden Gebäude lagerten etwa 30 000 Bündel Wolle, die rasch ein Raub der Flammen wurden. Der Heizer und ein Arbeiter wurden von einstürzendem Gebält und Gemäuer ber= schüttet, wobei dem ersteren beide Beine zerschmettert wurden. verschied bald nach der Einlieferung ins Krankenhaus. In der Fabrit liefen 27 000 Spindeln; über 500 Arbeiter sind brotlos. " " " " mittel gering " Gerste, gut mittel gering " Er) Hafer, gur " mittel " gering " " Eine Feuersbrunst zerstörte heute eine chemische Färberei und Nichtroh Waschanstalt in Montreuil- sous- Bois. Ein Kessel mit Sen Benzin explodierte. 20 Personen wurden verletzt, darunter 6 schwer. Erbsen Das Emil Rittershaus- Denkmal wird heute in Barmen enthüllt. Eine fächsische Ordnungsstüte. Der Landrichter Gieß mann in Röhrsdorf ist, wie aus Leipzig gemeldet wird, unter der Anschuldigung, daß er mehr als 40 000 m. veruntreut habe, berhaftet worden. Gestohlene Orgelpfeifen. Ein Diebstahl, von dem man jedenfalls nicht recht weiß, ob er auf Gewinnsucht oder einen Racheaft zurückzuführen iſt, wurde an der Chororgel des Straßburger Münsters verübt. Von dieser wurden nämlich die beiden größten Orgelpfeifen" C" und" Cis" herausgenommen und entwendet. Gabriele d'Annunzio verunglückt. Der italienische Dichter und Politiker Gabriele d'Annunzio hat vor einigen Tagen, als er in einem kleinen Wagen, den er selbst lenkte, von Florenz nach seiner Villa in Settignano fuhr, einen schweren Unfall erlitten. Er verlor plöglich die Herrschaft über das Pferd, das mit dem Wagen über Stock und Stein davonraste. Um nicht hinausgeschleudert zu werden, sprang der Dichter in einem geeigneten Augenblick auf die Erde, wobei er ziemlich schwere Verlegungen davontrug. Das Pferd war mittlerweile in einen Graben gesprungen, wo der Wagen vollständig zertrümmert wurde. Speisebohnen Linsen " Ste juriftliche Sprechstunde findet Montag, Dienstag und Freitag von 7-9 11hr abends statt. Luckenwalde. Eine solche„ Dntelle" unbekannt. Weisgerber 34. Befing zählt nach neueren Feststellungen etwa 500 000 Seelen. Krüger. Sie follten sich zunächst wegen Entschädigung an die Ge sellschaft wenden und uns dann mitteilen, was bort als Entschuldigung angeführt wird. C. B. 100. 1. Nein, es sei denn, daß der Betreffende bis zu feinem Tod Unterstützungen erhalten hat. 2. Ja. 3. Das hängt vom Inhalt des Testaments ab. Werden die Kinder nicht als Erben eingesetzt, so tönnen sie das Testament als ungültig anfechten. Brieß. Der Mörder Conrad ist im Jahre 1882 hingerichtet worden. B. S. 67. 1. Sie brauchen Ihren Geburtsschein, die Sterbe- Urkunde Ihrer verstorbenen Frau und ein Auseinanderseßungs Attest des Amts: gerichts. Ein Beispiel für einen auf Erteilung des AuseinandersetzungsAtteftes gerichteten Antrag finden Sie auf Seite 224 des Führers durch das 2,40 1,80 Bürgerliche Gesetzbuch. 2. Ihre Zufünftige gebraucht ihren Geburtsschein, 3,60 2,20 das mit Rechtsfraft- Attest versehene Scheidungsurteil und ebenfalls ein seiner Ehefrau geborenen Kindes hat 2,60 1,20 feststellen laffen. Buständig für Klage auf Unehelichkeit ist das Landgericht. 2,40 1,20 2. Ja, aber es muß der Ehebruch bewiesen werden. Für das Sühne1,80 0,80 verfahren ist das Amtsgericht, für die Ehescheidungsklage das Landgericht do. Bauch» Schweinefleisch " Kalbfleisch Hammelfleisch " 8,- 6, 1,60 1,20 1,20 1, 1,60 1, 1,60 1, 1,60 1 Butter Eier 60 t Karpfen 1 kg 15,70 15,30 " 15,20 14,80 Bander 14,70 14,30 Hechte " 7,50 7, Barsche 10, 6,40 Schleie 40, 25 20, 30, ㄧ ㄧ ㄧ 一 一场 164710 40 45 70 Aale " Auseinandersetzungs- Attest. P. P. 2,80 140 urtett bie Unehelichteit bes th. 100. 1. 3a, so lange, bis er durch 1,40 0,80 Bleie Krebse per djot 15, 2,80 1,20 bes Beztuts zustänbig, in dem der Ghemann wohnt.-. B. 35. Mein. H. N., Berlin. Wem die Erziehung des Kindes nach 3,- Scheidung zusteht, hängt davon ab, welcher Teil für schuldig erklärt ist. st nur die Mutter für schuldig erklärt, so gebührt dem Vater, ist nur der Bater far fchuldig erklärt, der Mutter die Erziehung. Sind beide Ehegatten für eine Tochter ber Mutter, für einen über 6 Jahre alten Sohn dem für schuldig erklärt, so steht die Sorge für einen Sohn unter 6 Jahren ober braucht Folge nicht geleistet zu werden, Anspruch auf Entschädigung steht Bater zu. J. P. M. 1. Nein. 2. Jn 5 Jahren. 3. Der Ladung dem Bernommenen nicht zu. 4. Nein, es fonnte schriftliche Meldung erfolgen. Die Tendenz war Bullen: Samann. Nein, es müssen mindestens 200 Marten vor der Heirat *) frei Wagen und ab Bahn. Produktenmarkt vom 20. Junt. Getreide. heute matter, ba Amerita schwächere Breismetbungen fandte und das Wetter nach wie vor die Ernteaussichten begünstigt Am Frühmarkt hielt sich der Berkehr in den engsten Grenzen. Offerten tamen nicht in Betracht, da in ländische fehlten und ausländische außer Rendement sind. Mittags wurden spekulative Herbstverkäufe, namentlich in Roggen vorgenommen, wodurch die artifel per September 1 Mt. nachgeben mußten, während Juli 0,75 M. geklebt sein. R. Ch. 1. Falls in Ihren Mietsverträgen nichts Ent: gebrüdt war. Auch Weizenlieferungen lagen matt, vorn 0,50, Serbit 0,75 m. gegenstehendes vereinbart ist, so muß spätestens innerhalb der ersten drei niedriger. Späterhin waren beide Brotfrüchte auf Deckungen erholt. Safer Tage des Quartals gekündigt werden. 2. Nein. 3. Wenn in Ihrem Bertrag war loco etwas schwächer, Lieferungen behauptet. Rüböl still, preishaltend. Sie thun gut, ein wechselseitiges Testament zu machen. Die Mutter tann nichts, Gegenteiliges steht, genügt mindliche Stündigung. 2.23. 1000. Städtischer Schlachtvichmarkt. Berlin, 20. Juni 1900. Amit licher Bericht der Direftion. Zum Verkauf ftanden: 311 Ninder, auf das Pflichteilsrecht gesezt werden, die Schweſter iſt, falls sie nicht int 3147 Kälber, 1834 Schafe, 9932 Schweine. Bezahlt wurden für 100 Pfund Testament bedacht wird oder falls nicht die Errichtung eines Testaments oder 50 Kilogramm Schlachtgewicht in Mark( beziehungsweise für 1 Pfund unterlassen wird, nicht erbberechtigt. S. W. 25. 1. Ja. 2. Nein. 3. Ja, in Pf.): Für Ninder: Ochsen: a) volilfleischige, ausgemäßtete, höchsten es sei denn, es liegt ein unittlicher Vertrag vor. 4. Auch für die Frau ausgemäßtete und ältere ausgemäßtete 00-00; c) mäßig genährte junge und gut" Wo nichts ist, hat der Kaiser sein Recht verloren." Schlachtwertes, höchstens 7 Jahre alt 00-00, b) junge fleischige, nicht und der Firma gegenüber gilt der Einwand des kappadzoischen Königs: genährte ältere 00-00; d) gering genährte jeden Alters 00-00. 20., Nigdorf. Ja. a) vollfleischige höchsten Schlachtwertes 00-00; b) mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere 00-00; c) gering genährte 46-50. Färsen und Kühe: a) vollfleischige, ausgemästete Färfen höchsten Schlachtwerts 00-00; b) vollfleischige, ausgemäßtete Kühe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren 00-00; c) ältere ausgemtäftete ühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Färsen 00-00; d) mäßig genährte Kühe und Färsen 46-48; e) gering genährte Kühe und Färsen 42-44. Kälber: a) feinste Mast fälber( Bolmilchmaft) und beste Saugfälber 68-72, b) mittlere Mastfälber und gute Saugfälber 60-65, e) geringe Saugfälber 50-55, d) ältere, gering genährte( Fresser) 35-40. Schafe: a) Mastlämmer und jüngere Mast Gesundheitsschutz in Staat, Gemeinde und Familie, heraus: hammel 62-65, b) ältere Masthammel 56-60, c) mäßig genährte Swinembe 760 Stin gegeben unter Mitwirkung von Aerzten und Fachgelehrten von Emanuel Hammel und Schafe( Merzschafe) 51-55, d) Holsteiner NiederungsWurm, Verlag von J. H. W. Diez. Von diesem neuen Lieferungswert sind schase( Lebendgewicht) 00-00. foeben Heft 1 und 2 erschienen. Aus den Gebieten, die der Gesundheits- Rassen und deren Kreuzungen im Alter bis zu 14 Jahren 45-46, Schweine: a) vollfleischige der feineren Hamburg 759 SSD 3bededt 1 heiter schutz" behandeln wird, heben wir das Nachstehende hervor: Geschichtliches b) Käfer 00-00, c) fleischige 42-44, d) gering entwidelte 40-41, Franff./M. 759 Still- bedeckt über Gesundheitswesen. Hygiene und Volkswirtschaft. Entwicklung der e) Sauen 37-39. München 763 Still hlb. bed. Lebewesen. Die Abstammung des Menschen.- Bau und Leben des Verlauf und Tendenz. Vom Rinderauftrieb blieben ungefähr lieben Wien 762, Still heiter Menschen. Unfre tleinsten Feinde( Batterien). Boden und Waffer: 40 Stück unverkauft. Der Kälberhandel gestaltete sich gedrückt und schleppend; Welter Prognose für Donnerstag, den 21. Juni 1900. berseuchung. Die Wohnungsfrage.- Körperpflege. Nahrungs und auch wird schwerlich ausverkauft. Bei den Schafen wurde der Bestand bis Genußmittel. Voltseinkommen und Voltsernährung. Etwas fühler, ziemlich trübe und regnerisch bei mäßigen westlichen Geschlechtsleben. auf etwa 450 Stüd geräumt. Der Schweinemarkt verlief matt und schleppend Pflege des Säuglings und Kindes. Ansteckende Krankheiten. Be- und wird taum ganz geräumt. Berliner Wetterbureau. Eingegangene Druckschriften. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Rebaftion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Donnerstag, den 21. Juni. Schauspielhaus. Romeo und Julia. Anfang 72 Uhr. Neues Opern Theater( Kroll). Der Mikado. Anfang 72 Uhr. Leffing. Daisy( A runaway girl). Anfang 7/2 Uhr. Berliner. Berlin bei Nacht. Anfang 72 Uhr. Residenz. Die Dame von Marim. Anfang 72 Uhr. Nenes. Flitterwochen. Anfang 8 Uhr. Westen. Die Geisha. Anfang 712 Uhr. Schiller. ( Morwiz Oper.) Das Glöckchen des Eremiten. Anfang 712 11hr. Central. Berlin nach Elf. Anfang 8 Uhr. Carl Weiß. Am Spieltisch des Lebens. Anfang 8 Uhr. Victoria. Sündige Liebe. Anfang 8 Uhr. Friedrich Wilhelmstädtisches. Cavalleria rusticana. Heimat. Der Troubadour. Specialitäten: Vorstellung. Anfang 8 Uhr. Belle Alliance.§ 184. Anfang 8 Uhr. Schiller Theater Urania ( Wallner Theater). Morwitz- Oper. Donnerstag, abends 72 Uhr: Das Glöckchen des Eremiten. Komische Oper in 3 Aften von Maillard. Freitag, abends 7%, ur: Amelia oder Ein Maskenball. Sonnabend, abends 72 Uhr: Populäre Vorstellung ( bei halben und ermäßigten Preisen): Czar und Zimmermann. Sonntag, nachmitt. 3 Uhr: Populäre Borstellung ( bei halben und ermäßigten Preisen): Das Nachtlager in Granada. Sonntag, abends 7 Uhr: Die Hugenotten. Metropol- Theater. Täglich 9 Uhr 10 Min.: Der Zauberer am Nil. Burleste Ausstattungs- Operette Mumien Ballett. Vorher: Metropol. Specialitätenvorstellung. Mizi- Gizi Der Zauberer am Nil. Anfang 8 Uhr. und das brillante Apollo. Specialitäten Boreung. Juni- Specialitäten- Programm Venus auf Erden. 8 Uhr. Reichshallen. Anfang 8 Uhr. Anfang Anf. 8 Uhr. Rauchen überall gestattet. Stettiner Sänger. Passage Panoptikum. Speciali täten Vorstellung. Urania. Invalidenstr. 57/62. Apollo- Theater. Um 9 Uhr: Täglich abends von 5-10 1hr: Mit sensationellem Erfolg: Sternwarte. Taubenstraße 48/49. Abende 8 Uhr( im Theatersaal): Bon den Alpen zum Vesuv". Central Theater Anfang 8 Uhr. Sensationeller Lacherfolg! Venus auf Erden. Ferner: Iben Obed- Frères Hoste. Neu! Neu! Neu! Neu! Bernhard Mörbiz. Brothers Morelli- Eva Saller. Krüger u. Kirsten. Berlin nach Elf. Kosmograph. Gr. Posse in glänzender Ausstattung. Staffeneröffnung 6 Uhr. Garten: " Taubenstrasse 48/49. Im Theater abends 8 Uhr: Von den Alpen zum Vesny". Invalidenstr. 57/62: Tägl. Sternwarte. Nachmittags 5-10 Uhr. Passage- Panopticum. Vorletzte Woche! Riesen u. Zwerge. Von 7 Uhr ab: Specialitäten- Vorstellung CASTANS PANOPTICUM Friedrichstr. 165. Magische WunderVorstellungen. !! Eine sensationelle Neuhelt!! Nen! Neu! Rumänische OriginalKonzert- Gesellschaft Senescu". Die Helden des Transvaal- Kriegs. Victoria- Theater. Alexanderplatz. Sündige Liebe. tenorama in 4 Aft. v. A. Steinmann. !! Kleine Preise!! Anfang 8 Uhr. Sanssouci Kottbaserstr. 4a. Jut prachtvollen Die fenfationellen Schlager Ronzert 6 Uhr.- Anfang der Bor: Natur- Garten Eisenbahn- Quartett! Cordula' Aufzug der Parfums. ( Blendendes Ballett.) Morgen und folgende Tage: Berlin nach Elf. Carl Weiss- Theater Gr. Frankfurterstraße 132. Vorletzte Woche! Am Spieltisch des Lebens. Sensationsschauspiel in 8 Bildern von Ritterfeldt und Siener. Anfang 8 Uhr. Borzugsbille ts haben Gültigkeit. Im Garten: Neues Juni- Programm. 25 toloffale Nummern. Anf. 512 Uhr. Sonnabend: Gr. Sommernachtsfest. stellung 8 Uhr. Reichshallen. Täglich: Stettiner Sänger. Anfang: Wochentags 8 Uhr. Sonntags 7 Uhr. Entree 50 Pfennig. Vorverkauf 40 Pf. jeden Donnerstag u. Sonntag humorist. Soiree der „ Norddeutschen Quartett- Sänger" Gäme, Cahnbley, Walder 2c. Anfang Sonntags 7 Uhr. Entree 50 Pf. Donners tags 8 Uhr, Entree 30 Pf. Donnerstag u. Sonntag im gr. Saal Tanzkränzchen. Tanz frei! Donnerstags haben die im Winter ausgegebenen Vereinsbillets u. Bassepartouts Gültigkeit. Säle und Garten zu Festlichkeiten. Die Kaffeeküche ist von 4 Uhr an geöffnet. 48922 di Witterungsübersicht vom 20. Juni 1900, morgens 8 1hr. Stationen Berlin Winden. Barometer tand mm Wind richtung Windstärfe 760 23 Wetter Temp. n. C. ( 6°.= 4º 91 Stallonen Barometer fland mm Windrichtung Windstärke Wetter Temp. n. G. 25° C.= 4° N. wolfent 17 paparanda 768NNO 4wolten! 12 15 Petersburg 18 Cort 15 Aberdeen 18 Baris 16 Arbeiter Berlins! 755 WSW 2hlb. bed. 13 753 0 2bedeckt 12 760 S 2heiter 19 Von den Finsterwalder Cigarrenfabrikanten haben die nachfolgenden die Lohnforderungen der Arbeiter bewilligt: H. Sporn. Dietrich( Hanisch Nachf.). K. Weigel. R. Klähre. W. Enigk. 0. Wessly. R. Reinike. G. Franz. F. König. H. Maller. A. Hurras. R. Bär. Reinhold Kaiser. Karl Uhlich. Adolf Hartung. Paul Winkler. Max Puschel. Die Kommission der Berliner Tabatarbeiter. Bon jetzt ab steht dieses Juferat nur Donnerstags und Sonntags im Vorwärts". Im Zoologischen Garten Ausstellung unsrer neuesten Kolonie Samoa Samoanisches Dorf. Urwald. Eingeborne Männer. Frauen, Kinder. Dorfjungfrau. Häuptlinge. Krieger in vollem Kriegsschmuck. Spassmacher. Einzig in der Welt dasteh. 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Juni, vormittags 10 Uhr, im Saal des Herrn Schulz( früher Buske), Grenadierstraße 33: Ausserordentliche General- Versammlung. Tages Zu Dampfer: und Landpartien vorzüglich geeignet. Otto Beyers Restaurant„ Zur Schleuse" 1000 Personen faffend, Kegelbahnen, Kaffeeküche, Volksbeluftigungen. Für Vereine und Fabriken coulanteste Bedingungen. Gewerbegericht zu Berlin. Nr. 264 Gew.- Ger. 00. In Sachen Ueberstunden, welche in der übrigen Zeit des Jahres behufs Bewältigung etwaiger Mehrarbeit notwendig werden, find gleichfalls nach den vorstehenden Lohnfäßen zu vergüten. Das Backgeld fällt in Zukunft dem Meister zu. 1. Berichterstattung über die Aenderungen des Kaffenstatuts und Be Einzige Dampfer- Anlegestelle in Neue Mühle. euch beg to Buch, ben arbeit: Roſt und Logis beim Meiſter bleiben schlußfassung darüber. 2. Die Santtionierung des Vorstands- und Ausschuß- Beschlusses betreffs Aerzte- Vertrag. 3. Innere Kassenangelegenheiten. Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. Mitgliedsbuch legitimiert. Der Vorstand. J. A.: H. Metzke. 38/6 Würzburger Hühneraugenmittel der Lohnbewegung der Bäcker Berlins und Umgegend wird gemäß§ 366 des Gesetzes, betreffend die Gewerbegerichte vom 29. Juli 1890, und§ 75 des Ortsstatuts für die Stadt Berlin vom 5. Weihnachten, Ostern und Pfingsten 26. Oftober ist jedem Gesellen je eine freie Nacht 1892, [ 14186 2. November betreffend das zu gewähren. Gewerbegericht zu Berlin, hierdurch 6. Darüber, ob die unter 1 nicht öffentlich befannt gemacht, daß in benannten Gesellen noch fernerhin in Sigung des sowohl von gebern als auch von den Arbeit sollen, sind sofort seitens der beiden nehmern des Bäckereigewerbes als Innungen mit den entsprechenden Ginigungsamt angerufenen Gewerbe- Gesellenausschüssen gemeinschaftliche gerichts vom 7. Juni 1900, an welcher Erhebungen anzustellen und über die teilgenommen haben: Zweckmäßigkeit und Unzweckmäßig eit der bisherigen Einrichtungen 06, 1. Gewerberichter von Schulz, als Vorsitzender; beziehungsweise inwieweit das Kost: Be und Logiswesen beizubehalten schluß zu fassen. bon Dr. H. Unger. Gegen 30 Pfennig auf 10 Pf. Anweisung frei fort. Das Hühnerauge selbst in 3 Tagen.( Enthält Salicylsäure u. indischen Ohne Zweifel die bequemite u. wirksamite Hilfe. Der Schmerz ist in 5 min. Hanfertraft.) Dr. H. Unger in Würzburg. Hauptdepot in Berlin( 20 Pf.) Salomon- Apotheke, Charlottenstraße. München: Schützen- Apotkeke. Stuttgart: Hirsch- Apotheke. Breslau: 46192* Achtung! Rummelsburg u. Umgegend. Achtung! Victoria- Apotheke. Freitag, den 22. Juni, abends 82 Uhr, im großen Saal des ,, Café Bellevue": Volks- Versammlung Tages- Ordnung: Die Stellung der Socialdemokratie zur Kirche. Referent: Genosse Adolf Hoffmann. Diskussion. Verschiedenes. 222/15 Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vertrauensmann. Achtung! Militär- Sattler. Arbeits- Bekleidung für Mechaniker, Bildhauer, Maler, Schlosser, Schlächter, Konditoren, Friseure. 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Durchschnittlich betragen die Löhne für die Gesellen mit Ausnahme derer der Werkmeister und der Lohnbewegung der Bäcker Berlins Kneter pro Woche 10 M.( zehn Mart) und Umgegend ist der unter dem ausschließlich, soft und Co. 7. Juni 1900 mit Vorbehalt geWerkmeister und Kneter sind entschloffene Bergleich in der Sigung sprechend höhere Löhne zu zahlen. des Einigungsamts vom 13. Juni 1900 feitens der Parteien mit der 3. Bestehende Arbeitsverträge, welche Maßgabe endgültig angenommen, daß den Arbeitnehmern höhere Löhne als der Absatz 3 der Nr. 6 vorstehend zusichern, und nach welchen Worten: zu diesen" bis„ hinzuzu Koft und Logis von den Meistern nicht ziehen", wie folgt, abgeändert wird: zu entnehmen sind, werden durch die Bestimmungen zu 1 und 2 nicht berührt. 4. Ueberstunden, welche in der Woche vor Weihnachten, Ostern und Pfingsten sowie an diesen Feiertagen selbst ge= leistet werden, sind den Wertmeistern mit je 50 Pf. ( ie fünfzig Pfennig), den Knetern mit je 40 Pẞf.( je vierzig Pfennig), den übrigen Gesellen mit je 35 Pf. ( ie fünfunddreißig Pfennig) zu vergüten. Grüner Weg 3,( 49309 Zähne 2 M. Hauschild& Kettnitz. von den Bu diesen gemeinschaftlichen Sizungen sind 3( drei) bei nicht der Jnnung angehörigen Bäder: meistern arbeitende Bädergesellen mit Siz und Stimme hinzuzuziehen. b. g. u. gez. v. Schulz. Paul Lucht. E. Bernhardt. A. Körsten. R. Ahrens. W. Pärsch. J. Bernard. Karl Vogler. K. Höpfner. Wilhelm Most. Karl Hetzschold. Beglaubigt: Schimmelpfennig, Gerichtsschreiber. 10 Jahre Garantie. Vollkommen schmerzloses Zahnziehen I M. Plomben 1,50 M. Tellz. wöchentl. 1 M. Zahnarzt Wolf, Leipzigerstr. 130. Sprechst. 9-7. Etablissement ,, See- Terrasse" Röderstrasse 6, zwischen Landsb. Allee( Steuerhaus) und Lichtenberg. Grösstes und vornehmstes Sommer- Etablissement Berlins. Erstrangige Konzerte. Gondel- Korso auf dem herrlichen 32 Morgen grossen See. Variété- Theater. 4 grosse Kegelbahnen. 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