Nr. 143. Abennements- Bedingungen: Abonnements-Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 mt., wöchentlich 28 Pfg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags: Nummer mir illuftrterter Sonntags Beilage, Die Neue Welt" 10 Pfg. Poft Abonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Eingetragen in der Poft Bettungss Preisliste für 1900 unter Br. 7971. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Erscheint täglich außer Montags. Poison provize stories17. Jahrg. Vorwärts Berliner Volksblatt. Die Insertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Rolonels geile oder beren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Bersammlungs- Anzeigen 20 Bfg. Kleine Anzeigen" jebes Wort 5 Pig. ( nur das erste Wort fett). Inserate für die nächste Nummer müffen bis 4 Uhr nachmittags in der Erpedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Fefttagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Mernsprecher: Anit I, nr. 1508. Telegramm- Adresse: ,, Borialdemokrat Berlin Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Fernsprecher: Amt I, Nr. 1508. Die Seemanns- Ordnung. Sonnabend, den 23. Juni 1900. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Ferusprecher: Amt I, Nr. 5121. Dies find in furzem die schwerwiegendsten Verbesserungen, zu für unsre Anschauung beizubringen, dem auch die Münchener welchen aber noch eine Reihe minder bedeutungsvoller hinzu kommen, Allgemeine Zeitung" die Glaubwürdigkeit nicht ganz wird absprechen die aber trotzdem für die seemännischen Proletarier wertvoll find. tönnen. Abgelehnt als Paragraph zur Seemannsordnung aber als Bischof Anzer, der Leiter der deutschen Mission in China, Resolution angenommen wurde auch noch folgender socialdemofchreibt: fratischer Antrag: In der 15. Sigung der jetzt geschlossenen Session des Reichstags am 21. Januar 1899 erklärte der Staatssekretär Graf Posadowsky auf eine Anfrage nach dem Stand der seit Jahren in Aussicht gestellten Novelle zur Seemanns- Ordnung, daß der Entwurf einer neuen See-" Jedes Schiff ist vor seiner Ausreise aus einem deutschen Safen manns- Ordnung abgeschlossen" sei und würde noch diesem Reichstag vom Seeamt einer Prüfung darüber zu unterziehen, ob das Schiff vorgelegt werden können, wenn nicht geschäftstechnische Gründe" in seetüchtigem Zustande, gehörig eingerichtet und ausgerüstet, dagegen sprächen, ihn noch in der laufenden Session mit der gehörig bemannt und verproviantiert ist, ob die Vorräte wichtigen und umfangreichen Materie" zu belasten. an Speisen und Getränken genügend und in gutem Zustande Dafür aber werde sie sofort nach Beginn der neuen Seffion sind, ob die Gerätschaften zum Laden und Löschen tüchtig, ob dem hohen Hause" vorgelegt werden. Stauung nach Seemannsgebrauch gehörig, ob das Schiff überladen ist, ob es mit dem nötigen Ballast und der erforderlichen Garnierung versehen ist. Vorhandene Mängel hat das Seeamt abzustellen und bis zur Abstellung der Erinneringen das Auslaufen des Schiffs zu verhindern." " " Wie hat nun der edle Graf sein Versprechen eingelöst? Der Reichstag trat am 15. November wieder zusammen. Ende Dezember ging der am 21. Jamar schon abgeschlossene" Entwurf dem Bundesrat zu, laut Publikation im Reichs- Anzeiger" und ca. drei Monate später, ausgangs März und kurz vor Beginn der Osterferien wurde diese wichtige und umfangreiche Materie" dem " hohen Hause" unterbreitet. Alfo am 21. Januar 1899 erschien es dem Herrn Grafen schon zu spät, Ende März 1900 aber noch früh genug, diefe wichtige und umfangreiche Materie" in der laufenden Session zum Abschluß zu bringen, wie er fich in der 176. Sigung am 26. März bei der ersten Lejung des Entwurfs äußerte. Jeder Abgeordnete, der mit der Materie vertraut war, nicht nur, sondern jeder, der den Entwurf auch nur einer oberflächlichen Brüfung unterzog, mußte sich dagegen sagen, daß an eine Fertig stellung bei der damaligen Geschäftslage gar nicht zu denken war. Und so ist es denn auch gekonimen. Der Entwurf fist unter den Tisch gefallen. Es bleibt nun abzuwvarten, imvieweit es dem mächtigen Einfluß der Herren Reeder bei der„ maßgebenden Stelle" gelingen wird, diese Kommissionsbeschlüsse wieder zu Fall zu bringen, so daß sie seitens der Regierung bei der dem Reichstag in der nächsten Seffion aufs neue zu unterbreitenden Vorlage unberücksichtigt bleiben würden. Im Ins tereffe der seemännischen Arbeiter aber wäre zu wünschen, daß nicht nur die bereits beschlossenen Aenderungen aufrecht erhalten blieben, sondern daß auch der noch übrige Teil der Seemanns- Ordnung in entsprechender weise umgestaltet und der also in der That verbesserte Entwurf vom Reichstag zum Gesetz erhoben würde. Dann erst wäre die Seemanns- Ordnung was sie sein soll und muß ein Gefeß zum Schuße des Lebens, der Gesundheit und des Rechts unfrer braven Seeleute. Politische Uebersicht. Vor der Befegung von Riautichou erfreute sich bie Mission beim Bolle ebenso wie bei der Regierung des besten Rufs. Die Mandarine selbst haben nicht selten in offenster Form der Mission ihre Anerkennung gespendet, und die kaiserliche Res gierung in Peking hat feiner Zeit durch die Verleihung eines hohen Rangknopfs dieses anerkennende Zeugnis offiziell bestätigt. Anders allerdings wurde die Sache nach der Besetzung von Kiantfchon. Man konnte seit der Zeit hier und da von Mandas rinen und Gelehrten abfällige Urteile über die Mission vernehmen... Während früher, vor der Besegnung von Kiantschon, die Mandarine, int allgemeinen gesprochen, sich nicht genug thun fonnten im Lobe Deutschlands, kann man seit dieser Zeit nicht selten die greulichsten Anschuldi gungen und gehäffigsten Gerüchte über unsre deutschen Landsleute und insbesondere über Kiantschon vernehmen. Die katholische Mission von Südfchantung fann trog ihrer Jugend schon auf eine Ver gangenheit und Erfahrung von nahezu zwei Jahrzehnten zurückbliden. Gewiß hatten wir während eines so langen Zeitraums oft über Unruhen und Verfolgungen zu berichten. Jedoch dieselben zeigten in der Zeit vor der Besetzung von Kiautschou einen ganz andern Charakter, wie die Unruhen, welche wir nach der Besetzung zu überstehen hatten. Vor der Besetzung von Niantschon waren dieselben, wenn in ihrem Verlaufe noch so stürmisch. doch immer nur beschränkter lokaler Natur und waren meistens rasch beigelegt. Nach der Besetzung von Kiautschou handelte es sich nicht mehr um lofale Ausbrüche des Fremdenhaffes, sondern um eine allgemeine, gegen die ganze Mission als solche planmäßig in Scene gesetzte und von den Beamten beschützte Verfolgung, um eine planmäßige Bernichtung des Christentums. Der erste und bedeutendste Grund der Verfolgung war also die Besehung von Kiautfchon. Die Einnahme von Kiantschou war für den chines fischen Nationalstolz eine iief schmerzende Wunde. Port Arthur, Weihaiwei, die demütigenden Zeitungsprojekte von einer bevorstehenden Teilung Chinas, alles das datierte für die Chinesen von Kiautfchou her. Wenn auch das gewöhnliche Volk derartigen politischen Entwicklungen tein großes Interesse entgegenbringt, so empfinden doch die gebildeten Chinesen und namentlich die Mandarine aufs tiefste die Schmach und finnen, wie das selbstverständlich, auf eine geeignete Gelegenheit zur Rache. Für den politisch ungebildeten Durchschnittschinesen bilden alle Ausländer ein solidares Ganze: die fremden Teufel." Und da der Missionar nicht selten der einzige Fremde ist, welcher seit Jahren in seinem Gesichtsfelde erscheint, so macht er diesen und seine Christen, die Teufel zweiten Rangs", für alles verantwortlich, was immer von Ausländern geschehen ist; ebenso für die Bejcgung von Kiautschon wie für jede Ohrfeige, die irgend ein Europäer einem gaffenden Chinesen applizierte. Eine der ersten Forderungen der Seelente betrifft die Umwandlung Wie aber die gebildeten Chinesen, die Mandarine, denken, das hat der Seemanns- Aemter im Juland in See- Schöffengerichte. Diese Forderung wird nur dann verständlich, wenn man weiß, daß in einigen Nichts kläglicher als die großmäulige Feigheit, mit der mir der Gouverneur Jühlien von Schantung selbst offen erklärt. etiva die Münchener Allgemeine Zeitung" in einer langen Weil die Missionare ermordet wurden, deshalb find die Deutschen Bundesstaaten, darunter Bremen und Hamburg, das Seemanns- Aint aus einer Berfon, dem Wasserschout- einem ehemaligen Kapitän Bolemit bie Saltung des in der „ Borwärts" gekommen, darum Kiautfchon und alles, was darauf folgte. Du besteht. Dieser Herr Seemanns- Amt" hat mun selbstherrlich zu chinesischen Fragel die Verantwortung Deutschlands für die hast die Deutschen gerufen," sagte mir der genannte Gouverneur; entscheiden in Streitfällen zwischen den Kapitänen und den Schiffs- ichigen Borgänge zu vertuschen sucht! Erst mit stolzen Geberden ,, wären feine deutschen Missionare und keine von ihnen geleiteten Leuten über Lohn- und Arbeitsverhältnisse nicht nur, sondern die raffende Weltmachtpolitit feiern und fördern, und dann, wenn Christen in Schantung, so wäre Riautschou, Port Arthur usw. auch in Strafsachen bei Disciplinarvergehen der Mannschaft. fich die Folgen zeigen, die Hände in Unschuld waschen, dafür aber nicht in fremde Hände gekommen. Ihr seid schuld an allem." eine Anzahl von Entscheidungen dieser Herren- die beschimpfen, die den Mut der Wahrheit haben. Die Besetzung von Stiautschou ist also nach dem Zeugnis dieses Seemannsämter viel weniger den Grundsaz: streng aber Die Münchener Allgemeine Zeitung" meint, wir hätten die Bischofs, dessen Eachverständigkeit niemand bezweifeln kann, die gerecht", als vielmehr den entgegengesetten: wenn nicht gerecht, so doch streng" als Nichtschnur erkennen lassen, so wird leitenden deutschen Kreise als die eigentlichen Urheber des im Ursache des auflodernden Fremdenhafses. In der That, wenn die man verstehen, aus welchen Gründen die Seeleute ein aus mehreren äußersten Osten ausgebrochenen Kampfes dem Abscheu und der Miß- christlichen Missionare von dem Evangelium der Liebe reden und Bersonen bestehendes Gericht fordern. Nun, die Kommission hat achtung der civilisierten Welt denunziert". Halten wir einstweilen die Thaten der Deutschen dem Evangelium der gepanzerten Faust diefe Forderung als berechtigt anerkannt und beschlossen, daß der das wertvolle Geständnis fest, daß unter der Voraussetzung, die in entsprechen, dann müssen die Chinesen glauben, daß die christliche Vertreter des Semannsamts bei Erledigung von Straffachen zwei Siautschou geübte Gepanzerte- Faust- Politik bilde die erste Ursache Lehre, so wie fie die Missionare vortrugen, eitel Humbug und fachverständige Schöffen hinzuzuziehen habe, wovon einer ein be- des jezigen Boger- Aufstands, dann der Abschen und die Miß- Heuchelei sei, daß die Missionare folglich nur verkappte Sendboten fahrener Seeman sein oder gewesen sein muß. Von wesentlicher Bedeutung ist auch der die Bulaffung der achtung der civilisierten Welt gegen Deutschland notwendig und des morbluftigen Feindes feien. natürlich sei. den Seeleuten sehr verhaßten freien Vereinbarungen" und be natürlich fei. Das Münchener Blatt bestreitet nun diese Borausfonderen Verabredungen" einschränkende Beschluß der Kommission, fetzung: der also lautet: Die mit der Beratung beauftragte, aus 21 Mitgliedern zuſammengefegte Kommission hat es in den abgehaltenen 15 Sigungen nur bis zum 59. der 122 Paragraphen der Seemanns- Ordnung gebracht und hat dann am 22. Mai die weitere Beratung als völlig 642- sid drier Berlin, den 22. Juni. aussichtslos aufgegeben. Es ist durchaus unverständlich, wie die Die welke Gefahr. nun( oflidolen Regierung dazu gekommen ist, die Vorlage so spät einzubringen, da Die Barbarei der europäischen Civilisation, über die Professor ihr doch die durchaus berechtigten Ausstellungen der seemännischen Förster so eindringliche Vorworte geschrieben hat, spiegelt sich beArbeiter nicht allein, sondern auch die der Kapitäne und Schiffsoffiziere fonders scharf in dem Verhalten der deutschen Presse zu den bekannt waren, und fie fich sagen mußte, daß bei der Fülle von Ein- chinesischen Wirren. Es sind ausschließlich die socialdemokratischen wendungen die Kommission lange Beit auf die Prüfung derfelben Blätter, die am Maßstab der Bernunft, Wahrheit und Gerechtigkeit werde verwenden müssen. Es erweckt fast den Anschein, als habe Graf die Ereignisse sicher und ohne jedwedes Schwanken beurteilen. Die Pojadowsky fich der Hoffmmg hingegeben, die Kommission werde weniger gewissenhaft verfahren und unter Ablehnung aller Ab- bürgerliche Presse hingegen taumelt in einem fast unzurechnungsänderungsanträge die Regierungsvorlage unverändert annehmen. fähigen Zustande, in dem sich Unwissenheit, Ungewißheit, GroßDas ist nun aber nicht geschehen. Im Gegenteil, die Kommission sprecherei und dumpfe Angst vereinigt. hat sämtliche 108 Abänderungsanträge, von welcher Seite sie auch famen, einer eingehenden Diskussion unterzogen und mehrere davon angenommen, so daß der durchberatene Teil( ein wesentlich andres Aussehen erhielt wie in der Regierungsvorlage. Bon den eingebrachten Abänderungsanträgen, die sämtlich Berbefferungen im Sinn der Seeleute bezweckten, entfällt der größere Teil, nämlich 68 auf die focialdemokratischen Kommissionsmitglieder, als die berufenen Vertreter der seemännischen Arbeiter. Die dadurch herbeigeführten Verbesserungen find zum guten Teil von tief einschneidender Bedeutung für die Seeleute, wie nach stehender Ueberblick erkennen läßt. Da " Die Vorschriften der Seemanns Ordnung sind, soweit nicht eine anderweite Vereinbarung ausdrüdlich angelaffen ist, der Abänderung durch Bertrag entzogen." Ferner ist die Arbeitszeit in tropischen Häfen von 10 auf 8 Stunden heruntergesetzt und die Lösch- und Lade- Arbeiten im In- und Ausland an Sonn- und Festtageit verboten. Weiter ist die dreiteilige Wache auf Dampfern in großer trans. atlantischer Fahrt für das Maschinenpersonal und die Schiffsoffiziere beschloffen worden, d. h. auf vierständige Arbeit hat eine achtstündige Ruhepause zu folgen. Anerkannt wurde ferner durch einen diesbezüglichen Beschluß die Forderung der Seeleute auf Zusicherung des Anspruchs auf Heuer( Lohn), Soft und Logis vom Tage der Anmusterung bezw. des Dienstantritts, wenn diefer vor der Anmusterung erfolgt, bis gum Tage der Abmusterung, sowie die kostenfreie Bermittelung von Geldsendungen der Seeleute in die Heimat durch die Seemannsämter im In- und Auslande. Desgleichen das Recht auf die durch die etwa während der Reise verminderte Mannschaft ersparte Heuer für die verbliebene Mannschaft wie auf Vergütung bei infolge mangelhaften oder verborbenen Proviants erlittenen Entbehrungen. In ihrer Not versuchen es einzelne Organe über uns herzufallen und gegen uns ein nationales Entrüftungsstürmchen anzublajen. Die Braven wählen den Augenblick sehr unglücklich und fie kennen die öffentliche Stimmung in Deutschland sehr schlecht, die in der chinesischen Berwicklung ein blutiges Gericht über die Gloire Politik der frivolen Abenteuerei, der phantastischen Phrasen, der Schneidig feit, der verblendet- gierigen Ausbeutung und der KonsequenzenFurcht ahut. Das schrechaft- heldenmütige, großfprecherisch- leere Wesen, das der Südfranzose Daudet an seinen Landsleuten im Typus des Tartarin verspottet, ist in den letzten Jahren zum Naturell unsrer reichsdeutschen weltpolitischen Elemente geworden. " gegen Will man im Ausland über die Art und Weise, in der chinesische Vorgänge deutscherseits beurteilt werden, nicht irrige Anschauungen auftommen lassen... so muß man sie mit dürren Worten als das bezeichnen, was sie sind: als bewußte und gewollte grobe Lügen und systematische Entstellungen, die nur zum 3wed der Jrreführung, der öffentlichen Meinung in die Welt gefett würden, als einen Ausfluß der von Grund aus vaterlandsfeinds lichen Gesinnung ihres Urhebers und zugleich als einen dreisten Versuch, den deutschen Kaiser, der das Wort von der gepanzerten Faust einft gesprochen, urbi und orbi( der Welt) als einen riide fichtslosen Stürmer und Dränger, als einen Störer bes Welt friedens zu denunzieren. Die Socialdemokratie hat mit tiefem Ingrimm in die Verabschiedung des Gesetzes zur Verstärkung unfrer maritimen Wehrkraft fich finden müffen; fie hat mit schwerem Verdruß fonstatiert(???), daß die flottenfreundlichen Ideen des Kaisers bis in die Reihen ihrer sonstigen Wahlmitläufer hinein Antlang und Verständnis fanden, und so sucht sie nun durch die Schmähungen und Verdächtigungen der kaiserlichen Politit sich Revanche zu verfchaffen." d Auch der Reichsbote" bekennt die Schuld Europas, wenn er auch vorsichtigerweise von einem allgemeinen europäischen Ver schulden redet: Es ist sehr zu befürchten, daß die Gier der Europäer um eines Augenblidsvorteils willen in einen circulus vitiosus hinein gerät, der die gerechte Strafe für die Unersättlichkeit wäre. Ueber haupt haben ja die Europäer die Wahrheit erfordert, dies ein augestehen China gegenüber manches auf dem Gewissen. Der englische Opiumkrieg" ist eine der größten Schändlichkeiten der Geschichte, und der schwunghafte Kulihandel in dem portugiesischen Macao ist auch gerade kein Ruhmesblatt für die europäische Menschheit. Statt China mit Gewalt zu erschließen", hätte man es lieber sich selber überlassen und nur der Missionsthätigkeit öffnen sollen." Freilich nach der Logik der Münchener Allgemeinen Zeitung" hätten die Boeren, anstatt den Einfall Jamesons bewaffnet ab zuwehren, ihm zurufen sollen: Lieber Jameson, Du bist die überlegene Stultur, set so freundlich, erobere uns und richte Dich bei uns nach Gefallen ein. Da die Boeren aber nicht so fultiviert waren, hätten die europäischen Mächte gemeinsam dem Jameson zu Hilfe eilen müssen. Statt dessen tam bekanntlich das Staisertelegramm an Ohm Krüger. Wir haben wahrlich keinen Anlaß, hochmütig auf die chinesische Rückständigkeit herabzubliden, wenn ein vornehmes" deutsches Blatt durch derlei Auslassungen den europäischen Geist prostituiert. Die Münchener Allgemeine Zeitung" hat den sehr un Als eine wesentliche Verbefferung darf ferner hervorgehoben fonftitutionellen Geschmack, die Person des Kaisers vorzuschieben. werden die Verpflichtung des Bundesrats zum Erlaß von Be- Unire Angriffe aber gelten nicht der kaiserlichen Politit, die stimmungen betreffend Einrichtung von Wasch- und Baderäumen es in unsrem tonstitutionellen Bundesstaat verfaffungsmäßig namentlich auf Dampfschiffen. Auch der Beschluß ist von hoher Bedeutung, der die Seemanns- nicht giebt, sondern der Politik der verantwortlichen ReAemter verpflichtet. bei erhobenen Beschwerden der Schiffemanufchaft gierung. über die Seeuntüchtigkeit des Schiffs, die Beschaffenheit des Pro- Die Wahrheit unsrer Behauptung aber entfräftet das Münchener viants 2e. außer erreichbaren Sachverständigen auch die Beschwerbe- reichsoffiziöse Organ nicht dadurch, daß es sie verleumderisch als eine führer hinzuzuziehen. I wiffentliche unwahrheit schmäht. Wir begnügen uns, ein 8eugnis platten Ein neues Flottenprogramm. Den Berl. Neuest. Nachr.", dem Blatte der PanzerLieferanten, dienen die chinesischen Vora gange zum geeigneten Anlaß neuer waghalsigster Marine forderungen. Das Kruppblatt sieht neue Marineverdienste Winken: „Unbedingt werden die Folgen der jetzt sich im Golf von Petschili abspielenden Ereignisse für die nahe Zukunft eine Besetzung der ostasiatischen Station— und zwar so st a r k wie nur möglich— erfordern. Wir haben vor einigen Tagen bereits darauf hingewiesen, dast auch die AnSlandflotte n o t w e n d ig ein Liniengcschwader. zum mindesten eine Liniendivision haben muß. Die zunächst liegende Sorge aber ist es. das Landungscorps zu vergröstern, das jetzt zu- nächst durch die beiden«eebataillone-c. verstärkt werden soll. Schon seit Jahr und Tag haben wir darauf hingewiesen, daß in Kiautschou auch einige Torpedoboote— und zwar Hochseeboote— dringend am Platze sind. Das Fehlen derartiger schneller und seetüchtiger Fahrzeuge in der Hand des Chefs des Kreuzergeschwaders macht sich jetzt bitter fühlbar. Denn bei dem Vorhandensein solcher Fahrzeuge könnten dieselben den Ordonnanz- und Depeschendiens't zwischen Taknrhede und Tschifu versehen, nachdem die Drahtverbindungen aufgehört haben, man in der Heimat ohne die Nachrichten über die jüngsten Ereignisse ist und durch die Verhältnisse gezwungen wurde, erst einen Postschiffsdienst zwischen den vorgenannten Plätzen zu organisieren. Die chinesischen Wirren werden nicht nur unsrer Marine- und Armeeverwaltung, sondern der ganzen Nation noch manche wichtige Lehren vor Augen führen, die unbedingt werden beherzigt werden müssen, wenn wir bei derartigen Ereignissen unsren Platz an der Sonne behaupten wollen! Wir erinnem bei dieser Gelegenheil nur an das Vorhandensein größerer kriegsmäßiger Ausrüstungen für die Truppen zur Verwendung im Tropendienst usw." Das jüngst bewilligte Flottenprogramm forderte zwei Panzergeschwader, 19 Linienschiffe a 25 Millionen Mark zur . Sicherung Deutschlands gegen andre Seemächte in den deutschen Meeren. Die„ W e l t p o l i t i k" verfolgt aber, wie wir stets sagten,„höhere Ziele". Jetzt setzt bereits die Propaganda für Schaffung einer ganzen Schlacht flotte ein, die dauernd in den ostasiatischen Wassern stationiert bleiben soll. Die Augen werden dem deutschen Volk noch übergehen, wenn erst alle Konsequenzen der Hans Dampf-in-allen-Meeren-Politik hervortreten werden. Wenn man in China Krieg führen will, wenn man um des chinesischen „Sonnenplatzes" willen sich in Konflikte mit andren Seemächten einlassen will, dann wird man freilich ins Ungemessenc Schiffe und Soldaten in jene Fernen entsenden müssen. Und Kiautschou ist nur ein„Platz an der Sonne", wir haben deren noch mehrere, bereits recht viele, in Afrika und im Stillen Ozean. Auf den„Plätzen an der Sonne" wird noch nianch Hundert Millionen aus den Taschen der deutschen Steuerzahler zerschmolzen werden.— nicht Die daß Der Krieg in China. Auch die neuesten Nachrichten auS China deuten auf ein Abflauen der fremdenfeindlichen Bewegung hin. : gewaltigen Rüstungen der Mächte beweisen hinlänglich, man sich auf einen langwierigen und schweren Feldzug gefaßt macht. Die optimistische Auffassung, daß man doch nur mit einem Aufstand der Boxer, einer Revolte des„Pöbels", zu thun habe, zu dessen Niederwerfung das schneidige Vorgehen einiger Tausend Soldaten ausreiche, weicht in den Blättern mehr und mehr der Auffassung, daß es sich diesmal um einen vcritablcn Krieg gegen China handle, der eine ungewöhnliche Machtentfaltung der Mächte erfordere. Ob wohl die Erstürmung der Forts von Taku die Kriegserklärung in aller Form bedeutet, ist es bisher von den Mächten ängstlich vermieden worden, gegen China offiziell den Krieg zu erklären. Man sucht den auffallenden Widerspruch, daß man China ganz als feindliche Macht behandelt, chinesische Festungen crstürnit, chinesische Hauptstädte besetzt und ganze Provinzen �in Kriegszustand versetzt, ohne nach den Fornien des Völker rechts vorher den Krieg erklärt zu haben, dadurch zu bemänteln, daß manvorgiebt, nichts Bestimmtes darüber zu wissen, ob dieRc gierung in Peking den von ihren Gouverneuren und Generalen den Mächten entgegengesetzten Widerstand billigt. An der wirk- lichen Sachlage, an der Thatsache des Kriegs gegen China wird durch diese scheinbare Rücksichtnahme auf die chinesische Regierung nichts geändert, für die Mächte erwächst aus der eigentümlichen Situation dagegen der Vorteil, Krieg führen zu können, ohne die verfassungsmäßige Autori- sierung der Volksvertretung einholen zu müss en. Wie kraß der Widerspruch der Haltung der Mächte ist, geht auch aus der Mitteilung hervor, daß dieselben sich in ihrer Aktion auf drei Punkte geeinigt hatten: Erstens Ent setz u ng vonTientsin und Peking: zweitens ! Erlangung von G e n u g t h u u n g für die stattgefundene 'schwere Verletzung europäischer Interessen und drittens Schaffung von Garantien gegen die Wiederholung ähnlicher Vorgänge für die Zukunft. Auf die weitere Haltung der Mächte werde es namentlich von Einfluß sein, was in- zwischen in Peking sich ereignet habe. Man verfährt also einstweilen, als ob die Regierung in Peking gar nicht existiere, führt den Krieg gegen das gegen die Fremden sich erhebende Volk, um nach siegreicher Beendigung des Kriegs die Regierung für alles Geschehene verantwortlich zu machen. Wenn man dieRegicrung für verantwortlich hält, so sollte manihrdoch bereits jetzt diese Verantsportlichkeit aufbürden und die Konsequenzen daraus ziehen, das heißt nach dem Brauche des Völkerrechts den Krieg gegen China erklären. Das vermeidet man aber geflissentlich, man behandelt China als„wildes Land", als herrenloses Gut, dem gegenüber die Macht das Recht ersetzen muß. Dafür, daß die chinesische Regierung in der ganzen Affaire eine zum mindesten zweifelhafte Rolle eingenommen hat und noch einnimmt, sprechen alle Anzeichen. So finden wir in der „Post" und andren Blättern eine Darstellung aus Peking. die vom 30. April datiert ist und den passiven Wider- stand der Regierung gegenüber den Flottendemonstrationen und Kollektivnoten der Mächte beleuchtet. Erst am 17. April, als es schon zu spät gewesen sei, habe_ sich die Regierung endlich zum Erlaß eines Edikts herbeigelassen. Wer die Ge- schichte der Vorbereitung und Entstehung des deutsch-fran- zösischcn Kriegs von 1870/71 kennt, wird es der in der Notwehr befindlichen chinesischen Regierung nicht allzusehr verdenken können, daß sie sich hütete, offen Farbe zu be- kennen. Der erwähnte Bericht aus Peking zeigt uns übrigens die Volksbewegung in teilweis neuer Beleuchtung. Er erklärt, daß die Bewegung gegen die Missionare schon sehr alt sei. daß sie aber diesmal eine große territoriale Verbreitung aufweise und bei dem Eintreten einer Miß- ernte, die bei dem herrschenden Regenmangel zu befürchten sei, unabsehbare Dimensionen annehmen könne. Ein Artikel der„National- Zeitung" behandelt die „Interessensphären" der Mächte. Auch dieser Artikel muß zu geben, daß die Abgrenzung der„Interessensphären" seit dem „Eintreten Deutschlands in die ostasiatische Arena" und der „Pachtung" Kiautschous begonnen hat. Erst infolge der deuffchen Gebietserwerbung habe„ein Wettlau um Beherrschung größerer Gebietsteile durch fremde Nationen" begonnen. Der Ein fluß auf die„Interessensphären" bestand namentlich im Auswirken von Eisenbahn-Konzessionen. Bei den Einsenbahn- Bauten gerierte man sich als Herren ini fremden Lande. Der Regierung waren die Konzessionen erpreßt worden, das chinesische Volk machte seinem Haß gegen die Eindringlinge in Beschädigungen des Materials und Angriffen auf die Ingenieure Luft."Gegen diese Rebellen wurden dann, sofern die chinesischen Behörden keine genügende Sühne gegeben zu haben schienen, militärische Streitzügc organisiert, schon damals operierte man im fremden Lande wie in einem annektierten Gebietsteil. lieber die wirkliche Lage in Peking tappt man noch immer im Dunklen. Abermals liegen Nachrichten vor, daß das internationale Expeditions- Corps unter Admiral Seymour in Peking angekommen und die Gesandtschaften unter seinen Schutz gestellt habe. Ein andres Gerücht— es verdient immer wieder hervorgehoben zu werden, daß wir es vorläufig stets nur nnt Gerüchten zu thun haben— meldet dagegen, daß Seymour gezwungen gewesen sei, nach Tieutsin zurückzukehren. Eine dritte Lesart ist die. daß Seymour Peking erst erreicht habe, unterwegs aber fünfmal von den mit großer Tapferkeit kämpfenden Chinesen angegriffen worden sei. Anch T i e n t s i n ist noch immer isoliert, wenn auch eine Entsatztruppe, darunter 130 Amerikaner, gegen Tientsin vorrückt. Am 15. und 16. sollen heftige Kämpfe mit den Chinesen stattgefunden haben, bei denen die Mächte einen Verlust von 100 Mann gehabt haben sollen. Die Verluste der Chinesen, die ihnen namentlich von den Russen beigebracht worden seien, seien sehr große gewesen. Eine spätere Nachricht besagt, daß reguläre chinesisch eTruPpen dieStadt bombardierten und daß die Lage eine sehr kritische sei. Laut amtlicher japanischer Meldung wurde die Fremden Niederlassung am 18. Juni eingeäschert. Wenn man bedenkt, daß außer 2000 Russen noch einige hundert Mann der andren Mächte nun schon so lange in Tientsin eingeschlossen sind, so wird man nicht verkennen können, daß die Zahl der Aufständischen eine sehr große und ihr Vorgehen ein sehr entschiedene;: sein muß. Für wie ernst die Mächte die Lage in China halten, be weist der Umfang der Rüstungen. Japan ent sendet abermals 4 Kriegsschiffe nach China, 12 andre werden in Bereitschaft gehalten. Im ganzen sollen 18 Schiffe mobi lisiert werden. Auch in Shanghai wird die Lage für nicht un gefährlich gehalten. Durch Daniederliegen des Handels sind 20 000 Kulis brotlos. Die Konsuln erbaten telegraphische Unterstützung. In dem in der Nähe von Shanghai belegenen W u s u n g sind zum Schutze der Telegraphcnstation Marine Mannschaften gelandet worden. Die Anzeichen des Volks krieg s scheinen sich also zu mehren.— Deutsches Meich. Gegen die Koalitionsfreiheit wühlt unablässig die„Post", die den Sommer über ansckieiiiend von diesem Steckenpferd nicht mehr heruntersteigen wird. Die„Post" hat sogar für ihre Zwecke ein neues socialdemolratisches Endziel entdeckt: „Wer Augen hat, zu sehen, erkennt jetzt, daß cs sich bei den Bestrebungen der Socialdemolrateii nicht lediglich um den Kampf um die Herrschaft in den Privatbetrieben handelt, sondern daß dieser Kampf nur den ersten Schritt auf dem Wege planmäßig von Etappe zu Etappe fort- schreitender Minierarbeit nnt dem Endziel der Vernichtung der Disctpli» in Heer und Flotts bedeutet. Die Schlußfolgerung liegt auf der Hand. Wer den Socialdemokraten mit Aussicht aus Erfolg den Weg zu diesem Endziel verlegen will, muß dafür sorgen, daß. entgegen ihren Bestrebungen, der Grundsatz, daß auch in den Privatbetrieben der Vetricbsleitcr Herr im eignen Haufe sein muß, intakt erhalten bleibt. Umgekehrt werden diejenigen, welche jetzt die Forderung des Uebergangs zum konstitutionellen System in den Privat- betrieben erheben, den Vorwurf nicht abweisen können, den auf die Vernichtung der Disciplin im Heere gerichteten Bestrebungen der Socialdemokraten die Wege zu ebnen." Vielleicht verlaugt nun die„Post", daß der Konsequenzen wegen die Fabrikordnung durch das militärische Dienstreglement und die Gewerbe-Ordnuug durch das Militär-Strafgesetzbuch ersetzt werde.— soll— nach Andeutungen preußischen Landtags be- Ein christliches VolkSschulgeset, der„Post"— die nächste Session des chäftigcn. Es scheint, als ob die preußische Reaktion demnächst auf der ganzen Linie vorzugehen beabsichtigt— mit dem agrarischen Generalfeldmarschall Rückwärts, Herrn v. Miquel, an der Spitze.— DaS Duell als Zahlungsmittel. Man schreibt unS: Eine ganz neue Methode, sich unbequeme Gläubiger vom Leibe zu halten, hat der Artillerielieutenant a. D. KarlHelfer in Schiltig- heim bei Straßburg i. E. zur Anwendung gebracht. Er schuldete einem Straßburger Geschäftsmann eine kleinere Summe, wurde mehrfach vergeblich zur Zahlung aufgefordert und erhielt dann einen Mahnbrief.' Durch den Inhalt des letzteren, der sich von den üblichen Zuschriften ähnlicher Art in nichts unterschied, fühlte sich der Herr mit der militärischen Ertra-Ehre beleidigt und bedrohte den Buchhalter des gläubigcrischen Geschäfts mit einem Duell. In dem Drohschreiben betonte der Herr Lieutenant a. D. mit besonderem Nach- druck, er werde dem Kaufmann einen höheren Stabsoffizier als Kartellträger auf den Hals schicken. Dem Geschäftsmann lag begreiflicherweise mehr daran, deutsche Reichsmünze in seinen Beutel als eine Kugel in den Leib zu erhalten. Er ging auf das freundliche Duell-Alibieten seines Schuldners nicht ein, übergab vielmehr die ganze Angelegenheit durch die Presse der Oeffentlichkeit. Der rabiate Herr Lieutenant a. D. hat sich in jüngster Zeit mehrfach als wütender Flottenapostel hervorgethan und zu Gunsten der Ver- stärkung unsrer Marine auch öffenrliche Vorträge gehalten. Er hat eS deshalb gewiß nicht verdient, von unserni Reiche der Flotten- Milliarden dermaßen auf dem Trocknen sitzen gelassen zu werden, daß er sich in die Zwangslage versetzt sieht, Zahlungsaufforderungen einer Gläubiger statt baren Geldes nnt Duelldrohungen beantworten (U müssen. Ob solcher Undankbarkeit m u ß ein richtiger Flotten- chwärmer ja rabiat werden!— Aus Waldenburg wird uns geschrieben: Der Wahlkampf ist hier nun aufs äußerste entbrannt. Da unS nur sehr wenig Säle zur Verfügung stehen, so haben unsre Genossen sehr zeitig mit der Agitation begonnen und in den wenigen Lokalen mehrere Wähler- Versammlungen abgehalten, die alle sehr gut besucht waren. Namentlich als am 10. Juni die Genossen Bebel und Sachse im großen Garten des Gasthofs zum Kaiser in Reußendorf sprachen, waren 3000 Per- sonen anwesend. Nächsten Sonntag verbreiten wir daZ dritte Flugblatt. Die Stimmung ist sehr gut. Trotzdem annähernd zweitausend Wähler nach Westfalen ausgewandert und dafür viele Arbeiter aus rückständigen katholischen Kreisen eingewandert sind, haben wir die besten Hoffnungen, denn es sind anscheinend sehr viele Wähler inzwischen doch zu der Einsicht gekommen, daß sie von den Kapitalisten und ihre» Helfershelfern nichts zu erhoffen haben. Als ein Unrecht wird es allgemein empfunden, daß gerade während der Wahl mehrere hundert Landwehrleute zu militärischen U e b u n g e n eingezogen werden. Die Militärbehörde bringt mindestens S00 Mann um ihr Wahlrecht. Im letzten Augenblick ist cs uns noch gelungen, zwei große Säle zu gewinnen. Es werden Sonnabend, Sonntag und Montag noch mehrere Versammlungen abgehalten, in welchen unter ander»» Gc- uosse Liebknecht sprechen wird. Die freisinnige Kandidatur ist nicht ernst zu nehmen. Die Freisinnigen haben noch kein Flugblatt verbreitet und bisher nur eine Versammlung abgehalten und wollen, wie wir hören, auch die Stimmzettel nur in dem Wahllokal verteilen. Umso rühriger sind aber die„gemäßigten" Parteien. Sie sind erst seit Sonnabend in den Wahlkampf eingetreten und legen sich nun mit aller Macht für den freikouservativen Dr. Ritter ins Zeug, für welchen auch die Nationalliberalen und das C e n t r u m sehr eifrig agitieren. Die Konservativen hausieren wieder mit ihren alten ob- gedroschenen patriotischen und nationalen Phrasen. Um ihre Volks- feindliche Politik beim Wahlkampf zu verschleiern, greifen sie zu lügenhaften persönlichen Angriffen gegen Gcnoffe Sachse. Anch Bebel und Liebknecht müssen tüchtig herhalten. Die Gegner handeln nach ihrem alten Recept. Verleumde nur, es bleibt doch etwas hängen. Am schofelsten führt sich die C e n t r u m s Partei auf. In separaten Flugblättern fordert sie die katholischen Wähler auf, für den Freund des Königs Stumm, Herrn Dr. Ritter zu stimmen, denselben Herrn Dr. Ritter, über dessen„bitteren Haß" sich die Centrums- Abgeordneten im Abgeordnetenhause bei Be- ratung des preußischen Berggesetzes so bitter zu beklagen hatten. Das Centrumskomitee fördert in dem genannten Flugblatt und in Versammlungen das lächerlichste Zeug zu Tage. Sie erzählen ihren gläubigen Schäfchen, daß die Socialdemokraten die in christ- lichen Gewerkschaften organisierten Arbeiter boykottieren, ihnen d i e F r ü h st ü ck s s ch n i t t e n n e h m e n u n d s i e obendrein noch verhauen. In diesem Ton ziehen sie auch in Versamm» lungen los. Diskussion gestattet man natürlich nicht. Denn könnten wir diese Mätzchen und Lügen in ihren Versammlungen richtigstellen. so wären die Herren vor ihren Schäfchen entlarvt. Die hiesige Arbeiterschaft wird ihnen am 26. Juni die Antwort geben. Pflichttreue Ceutrumö-Abgcorduete. Krefeld, 21. Juni. Der„Aachener Volksfreund" kann sich anscheinend über das Schicksal der lex Hcinze und die Annahme der Flottenvorlage durch die Schuld der Ccntnnnsfraktion nicht beruhigen. In seiner letzten Nummer müssen die Centrums- Abgeordneten Hess e- Paderborn und der badische Dekan Dr. L e n d e r her- halten. Er weist nach, daß Hesse während der ganze» Session noch nicht ein einziges Mal im Reichstag war. und verlangt kurzer Hand, daß Hesse sein Mandat niederlege, oder aber es ihm genommen werde. Scharf geht er mit dem Dekan Lender inZ Gericht. Er behauptet, daß derselbe nur zur Abstimmung über die Flotten- Vorlage nach Berlin gekommen sei. Selbstverständlicki habe er für die Vorlage gestimmt, wie er überhaupt seit dem Jahre 1893 nur nach Berlin komme, um für HeereZ- o d e'r Di a r i n e f o r d e r u n g e n zu stimmen. Sogar bei der Beratung der lex Heinze habe er gefehlt. Der„Volksfreund" fährt dann fort:„Daß es bei einem geistlichen Herrn einen doppelt peinlichen Eindruck machen muß, wenn er sozusagen nur im Reichstag erscheint, um Vorlagen des Militarismus und Marinismus zuzustimmen, durch welche der Nation ftirchtbare Opfer auferlegt werden, bedarf kaum der Er- wähnung." Zum Schluß erhält noch Ballesirem seinen Hieb. DaS Blatt schreibt nämlich:„Was die lex Heinze angeht, so sei hier zum chluffe nur konstatiert, daß dieselbe, da die aus den„Konservativen", dem Centrum ec. bestehende Mehrheit fest zusammeichiclt, keines- wegS abbröckelte und sozusagen vor dem Abschlüsse der Materie stand, ztveifellos angenommen worden wäre, wenn der Präsident Graf Baliestrem sich nicht„berufen" gefühlt hätte, dem Ganzen eine„Schwenkung" zu geben, so daß die Posttion der Mehrheit schwer erschüttert, ja' unhaltbar wurde. Daß er hierbei in Uebercinstimmilna mit Mitgliedern der Regierung handelte, war in Reichstags- Kreisen allgemeine Annahme. Die „Kölnische Zeitung" wußte sehr wohl, was sie lhat, als ie nach dem Schluß des Reichstags dem Grafen Ballesirem über- chwängliche Lobsprüche erteilte."— Karlsruhe, 21. Juni.(Eig. Ber.) Inder VerfassnngS- k o m m i f s i o n der Kammer kamen die Anträge aus Abänderung der Wahlkreiseinteilung gestern zur Verteilung. Es lagen Entwürfe vor, ztvci von dem Centrum und 1 von den Nationalliberalen. Die letzteren möchten gar zu gern in den größeren Städten die Bezirks- einteilung durchführen, um auf diese Weise wieder einige ihnen verloren gegangene Mandate zurückzuerobern. Selbst- verständlich giebt die Opposition nie und nimmer ihre Hand dazu, den Nationalliberalen indirekt einige Mandate zu- zuschustern und so die Macht der Nationalliberolen zu stärken. Die Anträge des Centrums wurden in der Kommission angenommen. Da aber im Plenum zu der erforderlichen Zw ei drittel- Mehrheit einige Stimmen fehlen, ist auch diese Arbeit prc» niliilo gemacht. Die Verantwortung hierfür tragen einzig und ollein die Nationalliberalen. Bei den nächsten Landtagswahlen er- halten sie die Quittung für ihre Schindluderpolitik.— Kandidaten der staatlichen Zwangserziehung. Aus Baden schreibt man uns: Die studentischen Ausschreitungen in der Musenstadt Heidelberg, deren Corps mit zu den„feinsten" aller Universitäten des Reichs zählen, mehren sich in jüngster Zeit in Aufsehen erregender Weise, lieber den neuesten Studentenkrawall größeren Stils berichten badische Blätter vom 19. d. Mts. das Folgende:„In der gestrigen Nacht mutzte ein Student wegen groben Unfugs und Widerstands festgenommen und in das AmlSgesängniö verbracht werden. Seine Corpsbrüder versuchten denselben zu befreien, indem sie erst dem Am t s g e f än g n i s zuliefen und dann zum Wachlokal sin Rathause stürmten und die Thür desselben mit Faustschlägen und Stockhieben bearbeiteten. Etwa vierzig Studenten waren an dieser Ausschreitung be- teiligt, während mehrere hundert Zuschauer dieselben durch Johlen usw. animierten. Erst nachdem mehrere Studenten verhaftet und einem Verhör unterzogen worden waren. gelang es. der Polizei, die Menge zu zerstreuen und die Ruhe wieder herzustellen. Es ist dies bereits der zweite große Studentenskandal im laufenden Seme st er." Das Sommernachts-Vergnügen der„gebildeten" jungen Herren sieht also einem L a n d f r i e d e n s b r u ch verteufelt ähnlich und würde ihnen, wenn sie eben nicht die Söhne der besitzenden Klassen wären, deren judendlichein Thatendrang unsre Gerichte nur allzu leicht manches zu gute halten, langwierige Freiheitsstrafen ein- tragen. Die„mehreren hundert Zuschauer", die die Excedenteu durch Johlen usw. animierten, setzten sich wohl a»S jenen Heidelberger Spießern zusammen, die hinter dem Biertisch über die Verrohung der Proletarierjugend jammern, die Roheiten ihrer geliebten„Müsen- söhne" aber mit ermunterdcm Beifall begleiten, Ausland. Die Konfufion und Zersegung in den leitenden politischen Kreisen macht jede Vorausberechnung unmöglich. Fest sind mir wir von der äußersten Linken. Die parlamentarische Knebelafte muß fallen. Und sie wird fallen. Mit einstimmiger Annahme der Statuten und ebenso einstimmiger Wahl des bis dahin nur provisorisch ernannten Vorstands war die thatsächliche Gründung rasch vollzogen. -Für nächsten Monat ist eine Versammlung mit wissenschaftSo unser Korrespondent. Der Telegraph hat das Gelingen der lichem Vortrag in Aussicht genommen, für Anfang August Soraccofchen Bemühungen noch nicht gemeldet. Die Bildung eines ein Ausflug ins Freie. Die Mitglieder, welche gewiß möglichst neuen Ministeriums erweist sich so noch schwieriger als vermutet vollzählig mit ihren Familien teilnehmen werden- um dies zu erreichen, ist ein Sonntag gewählt worden finden hier Gelegenom telegraphieren: Eine Rundgebung Crispis. Die Frtf. 3tg." läßt sich aus heit, sich in fröhlichem und ungezwungenem Verkehr persönlich näher zu treten. Crispi veröffentlicht in der„ Tribuna" einen flammenden Artikel. Das lebhafte Interesse, welches sich in dieser ersten Ver um das Land aus der Lethargie bezüglich der äußeren Politit sammlung durch lebhaften Anteil an der Diskussion fund gab, zu wecken. Er fordert mit ernsten Worten die attive Teilnahme berechtigt zu den besten Hoffnungen auf die Zukunft des jungen Staliens an der Befreiung Chinas, sonst müsse Italien ab- Vereins. Möge er nun von den Frauen und Mädchen in Schöne danken. Hierauf zeigt er an der Geschichte der letzten zwanzig Jahre, wie berg und Wilmersdorf durch zahlreichen Beitritt kräftig unterstützt sehr Italien sich geschadet habe, daß es seine ganze politische Thätigkeit und gefördert werden. auf die inneren Parteifämpfe beschränkte. Der Brief macht in ernſten politischen Kreisen einen großen Eindruck, um so mehr, da wegen der Kabinettstrifis Visconti Venosta teine Initiative betreffs China nehmen will." Der Londoner Dockerstreik. London, den 20. Juni. Seit mehr als einer Woche spielt sich im Londoner Hafengebiet( Docs, Flußwerften usw.) ein größerer Ausst and ab. Den unmittelbaren Anlaß gab ein Konflikt der Hafenarbeiter ( Docker-) Gewerkschaft mit einem Unternehmer, der die wurde. Lade Arbeiten einer Schiffslinie übernommen hatte, welche diese vordem direkt durch die Gewerkschaftsmitglieder besorgen ließ. Die Gewerkschaft verlangte, daß der Unternehmer seine Leute außerhalb der Docs aniverben solle, da an den Werbeplägen innerhalb der Docks die Arbeiter nicht in der Lage sind, in voffer Un gezwungenheit über ihre Arbeitsbedingungen zu verhandeln. Auf die Weigerung des Unternehmers, hierauf einzugehen und andre als die vom Schiffsreeder- Verband anerkannten Löhne zu zahlen, forderte die Gewerkschaft ihre Mitglieder zum Ausstand auf. Nicht nur diese, sondern auch eine große Anzahl von Nicht- Gewerkschaftlern leisteten der Aufforderung Folge und bald dehnte sich die Bewegung, die an den Albert- Docs begonnen hatte, auf andre Docks und Werften aus. Große Versammlungen mit Ben Tillett, Tom Mann, Tom Chambers, 3. Ortrell und andren als Rednern find abgehalten und auf diesen die Forderungen der Arbeiter wie folgt formuliert worden: Anwerbung der Arbeiter an anerkannten Werbeplägen außer halb der Dods und zu bestimmten Werbezeiten, nämlich 6.45, 7.45 und 8.45, vormittags, 12.45 und 5.45 nachmittags. Leute, die um 5.45 angeworben werden, sind von einer Stunde vorher ab zu bezahlen. " hielt am 12. Juni eine Versammlung ab, in der Dr. Borchardt über Der Frauen und Mädchen- Bildungsverein in Rigdorf die Entwickelung der Elektricität und ihren Einfluß auf die Kultur einen beifällig aufgenommenen Vortrag hielt. Eine Diskussion wurde nicht beliebt. Der Verein bewilligte 20 M. für die streikenden Tabatarbeiter in Finsterwalde und für zwei franke Mitglieder je Herr Grispi will sich anscheinend in empfehlende Erinnerung bringen. Seine Phrase von der Befreiung Chinas" muß in in der That noch. daß sich Italien durch Crisvi in nene welternsten" politischen Kreisen allerdings Eindruck machen. Das fehlte 5 Mart. politische Abenteuer patichen ließe. Jtaliens Blamage in Abessinien und Spaniens weltpolitischer Bankrott find auch allzu verlockend! es Der Krieg in China. " Die Zahl der Stimmen, die die italienischen Socialisten leber Admiral Seymours Kolonne stellen wir folgende Arbeit, die zwischen 7 Uhr morgens und 5 1hr nachmittags bei den letzten Parlamentswahlen erhalten haben, ist jest genau Nachrichten zusammen: berrichtet wird, ist als Tagesarbeit, solche, die zwischen 5 Uhr festgestellt worden. Es wurden für die socialistischen Kandidaten im Totio, 21. Juni. Der japanische Konsul in Shanghai meldet: nachmittags und 7 Uhr morgens verrichtet wird, als N a chtarbeit ganzen 215 841 Stimmen abgegeben. Die Zahl der socialistischen Admiral Seymour ist in Beting eingetroffen. Das diplomatische zu bezahlen. Tarif für Tagesarbeit: 8 Pence, für Nachtarbeit: Stimmen hat sich also feit 1895 fast verdreifacht, denn 1895 ver- Corps ist unversehrt. 1 Schilling die Stunde Mindestlohn. Kein Arbeiter soll mit weniger einigten die socialistischen Kandidaten 1111r 76 359 Stimmen Brüssel, 22. Juni. Wie das Petit Bleu" mitteilt, erhielt ein als für vier Stunden Arbeit ausgelohnt werden. auf sich, während im Jahr 1897 schon 134 502 großes Brüffeler Geschäftshaus gestern vormittag eine Depesche aus Etwas höhere Forderungen 9 Pence pro Stunde für Tag- arent. Bei den diesjährigen Wahlen wurden gezählt: in China, nach welcher die internationale Truppenabteilung gleichzeitig arbeitstellen die auf dem südlichen Themse- Ufer beschäftigten der Lombardei 37 361 socialistische Stimmen, in Piemont 47 029, mit der besonderen russischen Kolonne in Beting eingerückt sei. Das Arbeiter der Steam Navigation Company. in Ligurien 10 253, in Venetien 12 845, in der Romagna Telegramm meldet weiter, daß die Gesandtschaften unversehrt und die Außerdem verlangt die Gewerkschaft volle Anerkennung 27 068, in Toscana 18 785, in Umbrien 2500 usw. Im ganzen Belgier wohlbehalten seien. der Organisationen der Arbeiter von seiten der brachte es die vereinigte Opposition( Socialisten, Radikale und Ein aus Shanghai eingelaufenes Telegramm schildert die AnUnternehmer und die Einsegung eines Einigungs- Republikaner) auf 345 594 Stimmen, die sogenannte konstitutionelle funft Seymours in Peking und die voraufgegangenen Kämpfe Oppofition( Anhänger Zanardellis, Giolittis. Rudinis usw.) auf wie folgt: Nach mühevollen, durch Gefechte unterbrochenem Angesichts der allgemeinen Preissteigerung und insbesondre der 303 891. Diesen 649 485 oppofitionellen Stimmen stehen mur Mariae tamen die vereinigten europäischen Truppen am Sonntag großen Steigerung der Mieten im East- End können die geforderten 611 425 Stimmen für die Kandidaten der Regierung gegen nachmittag in Beling an. Die Chinesen, die auch etwas Lohnerhöhungen durchaus nicht als unmäßige bezeichnet werden. über. Es muß, der Wahrheit gemäß. bemerkt werden, daß die Kavallerie hatten, griffen die Truppen fünfmal an, Die Leitung der Peninsular- and Oriental- Linie( furz P. u. O." ge- 215 841 Stimmen, die für die socialistischen Kandidaten abgegeben fochten mit großer Tapferfeit, waren aber schlecht bewaffnet. Ihre nannt) hat sich auch schon zu ihr verstanden, doch" ist es noch zu wurden, nicht durchweg socialistische Stimmen sind, da infolge des Verluste werden auf 500 ote geschägt, die der Europäer werden feiner Einigung mit ihr gekommen, weil sie die Gewerkschaft nicht Wahlbündnisses der radikalen Parteien auch Republikaner und nicht mitgeteilt. anerkennen will. Radikale für socialistische Kandidaten gestimmt haben. Diese radifalen und republikanischen Stimmen werden aber reichlich kompensiert durch die socialistischen Stimmen, welche schon in der Hauptwahl für radikale und republikanische Kandidaten abgegeben wurden. Spanien. amta. H Die Kämpfe in Tientsin schildern folgende Telegramme: Nach Angabe der Führer der Arbeiter sind zwischen 8000 bis 9000 Arbeiter im Ausstand, dessen Aussichten sich täglich verbesserten, die Schiffsherren- Bresse behauptet dagegen, daß höchstens 3000 ArLoudon, 22. Juni.„ Daily Expreß" meldet aus Shanghai beiter von der Bewegung erfaßt seien. Ihr zufolge hätten die Unter unter dem gestrigen Datum: Tientsin wurde am 15. Juni von zwei nehmer genug Arbeitswillige zur Verfügung, um die laufenden Seiten von Bogerbanden angegriffen. Dieselben beschossen zunächst die Arbeiten zu bewältigen und den Ausstand zu besiegen. Die WahrUeber die Krisis in Spanien liegen folgende Telegramme vor: Eingeborenenstadt an zwölf Stellen und rückten gegen die Fremdenheit wird wohl in der Mitte liegen. Zu Gunsten der Arbeiter spricht einer Unterredung, daß nach den bei den hauptsächlichsten Steuer- Truppenabteilung von 2000 Mann mit 10 Geſchützen befeht. Madrid, 22. Juni. Der Minister des Innern erklärte in niederlassung vor. Die Eisenbahnstation war von einer russischen Als die Die allgemeine Lage des Arbeitsmarkts, der gerade für nuskelkräftige Arbeiter besonders starke Nachfrage hat. Dagegen verweigerernt vorgenommenen Beschlagnahmungen die Steuer- Borer dort ankanten, gaben die Russen hintereinander 50 Salven ab. find die Unternehmer hinsichtlich der Organisation den Arbeitern erhebung ihren Fortgang nehme. Im ganzen Lande Ihr Feuer scheint den Bogern unerwartet gekommen zu sein; es fehr überlegen. Nur ein geringer Prozentjazz der Hafenarbeiter herrscht Ruhe.(?) richtete ein großes Blutbad an; etwa 300 Borer wurden gegehört in London der Dockerunion an, deren Mittel nicht ausreichen, Die Kaufleute haben in Madrid und andren Städten infolge tötet, 200 verwundet. die Kosten eines größeren Ausstandes längere Zeit zu bestreiten. des Vorgehens der Regierung gegen die Steuerverweigerer die Die Union hat denn auch ein Rundschreiben an die Gewerkschaften Laden geschlossen. Englands erlassen, worin sie deren Unterstützung anruft. Afrika. Washington, 21. Juni. Admiral Kempf telegraphiert vont heutigen Tage über Tschifu: Die Chinesen bombardieren Tientsin. Das amerikanische Konsulat und ein großer Teil der Fremdenfongeffionen find zum Teil zerstört. Eine Hilfstruppe, darunter 130 amerikanische Soldaten, gehen nach Tientsin ab. Laut amtlicher japanischer Meldung aus Tschifu wurde die Fremdenniederlassung in Tientsin am 18. Juni eingeäschert. Aus Peking ,, Das Koalitionsrecht", heißt es darin, ist von den Schiffs- Vom Boerenkrieg liegen diesmal bedeutsame Nachrichten vor. Herren und ihren Kontraktunternehmern samt den Dockgesellschaften Nach einer Drahtung aus Pretoria hat bei Pretoria eine zweitägige bedroht. Die größten Kapitalverbindungen, welche dieses Land je Schlacht stattgefunden. Die Armee Roberts machte am Montag einen gesehen, find gegen alle mit dem Laden und Lichten im See allgemeinen Borstoß, um Botha, der mit 8000 Boeren eine fast unTransportgewerbe verbundenen Arbeiter aufgeboten. Die Unregel- angreifbare Stellung auf einem Höhenzuge 12 Meilen ostwärts von Tschifn, 21. Juni. Wie hierher gemeldet wurde, ist Tientsin mäßigkeit der Arbeit macht die Arbeiter in vielen Fällen zur leichten Pretoria inne hatte, anzugreifen. Die Schlacht wütete bis Mittwoch. zwei Tage lang beschossen worden. Die Verluste sollen 100 Mann Beute der auf Zerschmetterung der Gewerkschaften gerichteten Be- Die Boeren leisteten an jedem Punkt hartnädigen, zuweilen ver- betragen.- Gin unbestätigtes Gerücht bejagt, Admiral Seymour ſei strebungen des Synditats. Es ist eine Verbindung von Kapitalisten, zweifelten Widerstand, aber die britischen Truppen brangen gezwungen worden, nach Tientsin zurückzukehren. die brutal darauf aus find, alles gewerkschaftliche Recht und Ver- widerstehlich vor. Stellung um Stellung wurde genommen und die liegen seit 14 Tagen keine Nachrichten vor. mögen der Doder und Schiffsarbeiter zu erdrücken Boeren auf allen Bunkten mit empfindlichen Verlusten geschlagen; Shanghai, 22. Juni. Aus Tientsin kommt die Meldung, daß Woche. Sie müssen Tag und Nacht auf das Aufgebot der Spruit am Mittwoch statt. Die Boeren nahmen den Kampf entschlossen Lage sehr kritisch ist. " Die Leute haben im Durchschnitt weniger als 12 Schillinge die aber sie kämpften entschlossen. Ein Nachhutgefecht fand bei Bronthorst reguläre chinesische Truppen die Stadt bombardieren und die dortige Schiffsagenten warten, und es ist bekannt, daß sie in Zeiteen der Not an; Hamiltons Kavallerie und Huttens berittene Jufanterie umgingen Die Lage in Shanghai. von dem Abfall essen, den Hindu- und Kuli- Arbeiter wegwerfen. In indes die Boerenstellung wiederum, worauf die Boeren sich allgemein Shanghai, 21. Juni. Das Konfularcorps trat heute hier zu vielen Fällen dürfen sie ihren Plaz nicht vertassen, wollen sie nicht zurückzogen. Donkerbrook war der Schauplatz eines andren Treffens, einer Beratung über die Lage zusammen. Man war der Ansicht, jede Aussicht auf Arbeit verlieren, die sich etwa darbieten könnte. wobei die Boeren von starken britischen Streitkräften aus ihren ver- daß das Fehlen von Nachrichten aus Peking von übler Vor Das Darniederliegen des Handelsverkehrs macht Gruppen auf Gnade und Gebot der Unternehmer zu warten. Steiner fangen genommen. Der britische Verluste wird auf 120 Tote und 20 000 Kuli- Arbeiter brotlos. Die Konsulu beschlossen, den Doyen Firma im Maschinenbau- oder Textilgewerbe würde es erlaubt Verwundete geschätzt. Die Schlacht dehnte sich über ein Gelände von der Konsuln in Tichifu telegraphisch zu ersuchen, sich mit den werden, Leute in einem Verschlag zu halten, um sie für kurze 20 Meilen aus. Die Boeren zogen sich in der Richtung auf Middel- dienstältesten See- Offizieren in Tatu wegen sofortiger Unters Arbeitsperioden aufzurufen. Alles, was wir verlangen, find feft- burg zurüid.- Gine„ Times"-Drahtung aus Pretoria jagt, der Wende- ftügung in Verbindung zu setzen. Die Konsuln glauben, daß man normierte Zeiten für die Antverbung und bestimmte, von den Zenten punkt des Feldzugs sei numehr erreicht. felbst gewählte Werbepläge, wie sie üblich waren, bevor die Schiffs- Bullers Einfall vom Südosten, endlich die Hemmung de Wets den chinesischen Eisenbahn- Direktor Scheng um bezügliche Mits herren inmitten des Winters den am Hungertuch nagenden Arbeitern müßten die Isolierung der Republiken zur Folge haben. Die That- teitungen ersucht. ihre Bedingungen aufgwangen." sache, daß 5000 Waffen in Pretoria während der letzten 14 Tage Shanghai, 21. Juni.( Meldung des Reuterschen Bureaus".) übergeben worden seien, kennzeichne die Stimmung der Transvaaler. In Wujung sind zum Schutze der Telegraphenstation Marinemann Jn wenigen Tagen werde überdies die ganze Hauptarmee, aus- schaften gelandet worden. genommen Smith Doriens Brigade. in der Lage sein, mit Bullers Worstoß zu fooperieren. In den letzten Säßen hat man die Kehrseite des Bildes, welches die Unternehmerpresse in Deutschland vom Streit giebt. Die verbündeten Schiffs- und Dodgesellschaften haben innerhalb der Docks Verschläge bezw. Schuppen errichtet, wo sich die arbeitsuchenden Arbeiter einzufinden haben, um zu erfahren, ob Aussicht auf Arbeit für sie da ist oder nicht, wobei sie dann selbst im ersteren Fall oft stundenlang zu warten haben, bis es zum Aufrufen bezw. Aussuchen und Mieten kommt. Daß es in diesen Schuppen immerhin etwas menschlicher zugeht, als früher zuweilen vor den Dockthoren, soll nicht bestritten werden. Aber dafür giebt es da nur eine Kontrolle die der Unternehmer und ihrer Zwischenagenten. Der Arbeiter hat bloß die Wahl, die Arbeit zu den von jenen gestellten Bedingungen anzunehmen oder nicht; ein foalitionsmäßiges Vorgehen ist in gewöhnlichen Zeitläuften unmöglich. Weitere Telegramime lauten: Rüftungen der Mächte. London, 22. Juni.„ Daily Mail" meldet aus Yokohama vom 21. d. M., daß 15 Transportschiffe schon gecharrtert sind; 4 Striegsschiffe gehen nach China ab, 12 andre seien in Bereitschaft. Dieselben werden wahrscheinlich nach Formosa gesandt, von wo aus man die Hand auf die Provinz Fokien legen kann. Die Boeren 18 Striegsschiffe mobilisiert. Es werden im ganzen London, 22. Juni. Das„ Neutersche Bureau" meldet aus Hammonia vom 19. d. Mts: Eine ziemlich starke Boerentruppe besette während der Nacht einen einzeln stehenden Berg. um von dort aus Patrouillen der Yeomanry abzuschneiden. wurden aber von Rundles Artillerie überrascht, die sie so wirksam Yokohama, 22. Juni.( Meldung des Reuterschen Bureaus".) beschoß, daß sie sich zurückziehen mußten. London, 22. Juni. Eine Depesche des Feldmarschalls Ford 22 Schiffe des stehenden Geschwaders find in Safeho versammelt. Roberts aus Pretoria vom heutigen Tage beiagt, daß General Jan Es werden wahrscheinlich noch mehr Kriegsschiffe nach China ge fandt werden. Hamiltons Kolonne gestern Springs erreicht habe und sich auf Wien, 22. Juni. Das östreichisch- ungrische Kriegsschiff„ Kaiserin dem Marsche nach Heidelberg befinde, General Bullers Truppen Fühlung dort mit Königin Maria Theresia" hai den Befehl erhalten, so bald wie mög lich nach Ostasien abzugehen. Es ist daher nur natürlich, daß die organisierten Arbeiter eine Zeit besonders guter Nachfrage nach Arbeitern dazu ausersehen, eine 811 gewinnen, welche Henderung dieses Verhältnisses zu erfämpfen. Ob ihre Forderung gestern Paardekop erreicht hatten. Morgen werde die Kolonne auf Wiederherstellung des Anwerbens außerhalb der Docks besonders in Standerton sein, um die Verbindungen zwischen Pretoria London, 22. Juni. Annähernd tansend Matrosen sowie eine glücklich formuliert ist, mag man bezweifeln, als Ausdruck eines und Natal zu eröffnen und eine vereinte Aktion der Transvaal- und große Abteilung Seefoldaten find von Portsmouth zum Dienst in der chinesischen Station beordert worden. Ebenso ist nach Plymouth ihre Oranje- Boeren zu verhindern. Baden- Powell ineldet aus Rusten Princips hat sie sicheres Publikuma igung. Die große Maffe fteht dem Stampf bis jetzt burg, er habe bei seiner Rüdreiſe aus pretoria die Boeren en der Befehl ergangen, die Marine- Artillerie und-Infanterie für absolut teilnahmlos gegenüber. Es fehlt ihm das pathetische licher Stimmung gefunden. Während seiner Abwesenheit sind der fofortige Verwendung bereit zu halten. Element, das den vor elf Jahren geführten Doderstreit zu einem Kommandant Steijn und zwei Feldkornets gefangen genommen And Kiel wird der„ Tägl. Rundschau" über die Rüstungen ges Ereignis für London, wenn nicht für ganz England machte. worden. Bei dem Verwalter des Rustenburger Distrikts seien an Blätter, die jenem Streit ganze Spalten widmeten, widmen 3000 Gewehre abgeliefert. dem heutigen Streif faum fo viel Zeilen. Und doch hängt von der Sympathie des Publikums und Vou der Goldküfte ist eine neue Siobsbotschaft eingelaufen. der Presse Ein Telegramm aus Accra meldet vom 21. Juni: biel für ſein Gelingen ab. Diese zu erwecken, werden nun Nach Meldungen von Eingebornen find bei dem letzten AusDemonstrationen aller Art veranstaltet. So eine folche auf Tower falle aus Kumassi der Gouverneur verwundet und Hill, dem hügelig aufsteigenden Plaz an der Nordwestseite des acht Offiziere getötet worden. Towers von London. Amerika. schrieben: Die augenblickliche Lage erinnert unwillkürlich an die aufregenden Tage in Kiel nach der Besetzung von Kiautschou. Unkontrollierbare Meldungen über die Entsendung einer Reihe von Kriegsschiffen wurden verbreitet; in den Kasernements herrschte eine aufreibende Thätigkeit. Wahrheit und Dichtung waren kaum zu unterscheiden. Heute heißt es, daß mehrere im Ausland stationierte Kreuzer Segelorder nach China erhalten haben. Bis zur Minute find feine Ent scheidungen getroffen. Die Ausrüstungsarbeiten auf„ Fürst Bismard" und„ Luchs" werden mit großem Eifer fortgesezt. Man beabsichtigt, einen Teil der in der Heimat noch verfügbaren Kreuzer in Seebereitschaft zu setzen und nach China zu entsenden. Außer den ganz veralteten jogenannten Panzerfreuzern „ König Wilhelm"," Kaiser" und" Deutschland" liegen in Kiel, Danzig und Wilhelmshaven die großen Kreuzer Freya" und Victoria Luise", die fleinen Kreuzer Prinzeß Wilhelm", Sperber",„ Bussard", Gazelle", die veralteten Artona" und" Alexandrine", sowie eine den Frauen der südwestlichen Vororte ein langgehegter Wunsch er- Anzahl wenig geeigneter ehemaliger Avisos. Welche und wie viele füllt worden. In der ersten Mitgliederversammlung, welche im diefer Schiffe ins Ausland gehen, dürfte in den nächsten Tagen be Klubhaus, Hauptstr. 5-6 stattfand, gedachte die Vorsitzende zunächst stimmt werden. Die Indienststellung der Neubauten„ Niobe" und der früheren Versuche zur Vereinsbildung, welche damals resultatlos" Nymphe" wird beschleunigt. Die Urlauber sind schon heute zurüdverliefen, und nun doch durch beharrliches Festhalten an dem als gekehrt. Die Stellungsorders an 900 Reservisten sind gestern abend richtig Erkannten zum Ziele geführt haben. Ein Mittelpunkt sei jetzt auf drahtlichem Weg befördert worden. Die beiden Bataillone sollen Der Senator Sarocco, der mit der Bildung des neuen geschaffen, für diejenigen Frauen und Mädchen des Arbeiterstandes auf eine Kriegsstätte von je 1000 Mann gebracht werden. Es heißt. Kabinetts beauftragt worden ist, gehört unter die farblosen in unsrer Vorstadt, welche nach höherer Bildung, nach weiterer Auf- daß außerdem die Stammcompagnie für das dritte Bataillon 250. Politiker, obgleich er stets mit Crispi gelaufen ist. Ob er flärung streben und gern mit Gleichgesinnten einen fördernden und Mann stellen wird, die auf dem Kreuzer Fürst Bismarck" unterein Ministerium zu stande bringt, läßt sich noch nicht sagen. anregenden Verkehr pflegen wollen. gebracht werden sollen. Aus der Frauenbewegung. Italien. Zur Präsidentenwahl. Wie der Frankf. 3tg." aus New York 3ur Ministertrise schreibt man uns aus Rom, d. d. telegraphiert wird, wurde Mac Kinley in der Nationalfonvention 20. Juni: So hat Herr Bellour fich also schließlich doch dazu verder republikanischen Partei als Kandidat für den Präsidentschaftsstanden, seine Entlassung zu geben, was er fofort nach dem Bekannt- posten nominiert. werden des Wahlergebnisses hätte thun müssen. Denn ein unzweideutigeres Mißtrauensvotum konnte das Land unter dem herrschenden Wahlgesez ihm nicht erteilen. Er hoffte wieder an die Gewalt be= rufen zu werden, weil er glaubte unentbehrlich zu sein. Inzwischen Mit der Gründung des neuen Vereins in Schöneberg ist wird er sich wohl überzeugt haben, daß dies eine Selbsttäuschung war. Der Hof und die Reaktion haben den Glauben an einen Mann verloren, dessen ganzes politisches Handeln, seit das Standrecht auf gehoben ist, in einer fortdauernden Reihe von Fehlern und Schwächen besteht. Er tam nie über Anläufe hinaus und schreckte stets im entscheidenden Moment vor der Entscheidung zurüd. # " = Zwiftigkeiten innerhalb der chinesischen Regierung? Die chinesische Presse in Shanghai behauptet, in der Mandschupartei feien ernste gwiftigfeiten ausgebrochen. Im Balaste zu Beting herrsche Verwirrung. Die Kaiserin- Regentin schicke sich an zu fliehen. Prinz Tuanhsutung und Kunghi seien entschiedene Widersacher Junglus und der Gemäßigten, welche dem Throne raten, die fremden Mächte zu versöhnen. Die meisten diefer in der chinesischen Presse auftretenden Gerüchte sind Meldungen der chine fischen Provinzialbeamten entnommen. erhöht haben wollten. Die Aussperrung in der Steinindustrie dauert fort, aber auch da scheinen die vorher so hochmütigen Arbeitgeber zu einer Lösung der Streitfrage geneigt zu sein. Der Steinarbeiter- Verband hat Gebirgsland gekauft und einen kooperativen Produktionsverein ge gründet, wo die Hälfte( 600 Mann) von den durch die Aussperrung arbeitslos Gewordenen jegt beschäftigt sind. Verlammlungen. um als andren Auch in Spandau hat man alle Hände voll zu thun, um vorstehenden Gutenbergfeier für eine Gewaltmaßregel, machte abert den Kriegsbedarf an Munition zu versenden. den Vorschlag, den Arbeitern vorläufig bis zur nächsten StadtDer Unterstügungsverein der Kupferschmiede Deutschlands Ueber die beiden von der deutschen Regierung gecharterten verordneten- Bersammlung eine Lohnerhöpung von 20 Pf. pro Tag Dampfer des Norddeutschen Lloyd" in Bremen erfahren wir: Die zu gewähren, wenn die Leute die Arbeit sofort aufnähmen. In( Filiale Berlin) hielt am 16. 5. M. im Gewerkschaftshause seine beiden Schiffe Wittekind" und" Frankfurt" sind Postdampfer, einer Versammlung des Verbands der städtischen Gasarbeiter wurde Mitglieder- Versammlung ab. Vor Eintritt in die Tagesordnung da Schnell Schraubendampfer eine so so große Anzahl von dieser Vorschlag der Bürgermeisterei einstimmig abgelehnt. große Anzahl ehrte die Versammlung das Andenken des im 19. Lebensjahre an Ausland. Baffagieren und Mannschaften nicht zu fassen vermögen. Der der Lungenschwindsucht verstorbenen Kollegen Schulz in üblicher Weise. Zu Punkt 2 wurde an Stelle des Ausschußmitglieds Wittekind", welcher 5500 Tonnen faßt, ist erst gestern von New Castle Der Fredriksberg Kopenhagener Pferdebahnarbeiter Bei S. Keiner Kollege Niebel gewählt. der Neuwahl der tommend, in Bremerhaven eingelaufen, da er eine wesentliche Ber: Konflikt vor der Gemeinde- Vertretung. Der Transportarbeiter Arbeitsnachweis Kommission ging Kollege F. Neumann größerung seines Rauminhalts in Shields erfahren hat. Sonst wird verband hatte an die Gemeinde- Vertretung die Anfrage gerichtet, Obmann, Spittler, Fechner, Seidel, Städer, Ehring, Lolf, Der Wittekind" als Salondampfer der Linie Buenos Ayres benut ob die Behauptung der Gesellschaft, daß sie wegen Vereinbarungen übner und glischkowsky als Controleure hervor. In betreff und steht unter dem Kommando des Kapitäns Traue. Die Frant mit der Gemeinde feine fürzere Arbeitszeit bewilligen fönnten, zu der Lohnbewegung teilte furt"( Kapitän Groß) ist wesentlich größer als der erstgenannte treffend fei, darauf mußte der Vorfigende, Dr. Jacoby, der selbstlichen Meistern sämte der Vorfizende mit, daß Dampfer. Sie faßt etwa 7500 Tonnen und ist ein Touren- Salon die Vergleichsverhandlungen geleitet hat, erklären, daß allerdings worden ist und daß am Sonntag, den 10. d. M., sich infolge unsrer und Fabrikanten unfer Lohntarif zugesandt dampfer der Linie Bremen- Baltimore. Die Frankfurt" sollte damals der zehnstündige Arbeitstag von der Gemeindevertretung ab von Bremen nach Amerika abfahren, doch ist infolge ihrer der Kupferschmiederei- Befizer Deutschlands( Bezirksverein Brandenjebigen Verwendung bereits für einen Ersaz gesorgt worden. Beide gelehnt sei und nur 3 Arbeitsschichten für 2 Tage feſtgeſetzt seien. Wenn Forderungen 4 streifende Kollegen gemeldet haben. Der Verband Schiffe find bereits„ feeflar", D. H. aur fofortigen Abfahrt bereit. aber die Direktion zu kürzerer Arbeitszeit geneigt sei auf Forderung der burg) hat den in seiner Generalversammlung gefaßten Beschluß, den Schiffe find bereits feellar", d. h. zur sofortigen Abfahrt bereit. Arbeiter, brauche sie nur eine Anfrage an die Gemeindevertretung Minimallohn auf 4712 Pf. die Stunde zu erhöhen, gehalten, während Die Distance von Bremen nach Tafu, dem Ziel ihrer Fahrt, beträgt ca. 12 000 Seemeilen und wird, da beide Schiffe vorzüglich und zu richten, so würde dieselbe zweifellos bewilligt werden. Damit von den Innungsmeistern in drei Fällen wegen der Forderung Entficher den Kurs halten, auch nirgends für längere Zeit anzulegen ist also dieser Einwand der Direktion hinfällig geworden. notwendig haben, in noch nicht 40 Tagen zurückgelegt sein, so daß aus. Es haben jezt auch die Arbeiter an der Strecke Haslev Gesellen ebenfalls den Minimallohn nicht, so daß ein Mitglied die Der dänische Eisenbahnarbeiter- Streit breitet sich immer weiter laffungen zu melden waren. Innungsmeister Hente und Herjing entließen je 1 Kollegen, Obermeister Münster bewilligte seinen die Ankunft in Tafu in der ersten Hälfte des August zu erwarten ist. Wie wir schließlich hören, sollen beide Schiffe während der Olstrup die Arbeit eingestellt, die den Tagelohn von 2 Kr. auf 2,40 Arbeit niederlegte, ein Mitglied und zwei Unorganisierte weiter arDauer der Unruhen in einem chinesischen Hafen bleiben. beiten. Es wurde den streikenden Kollegen die ihnen zustehende Der Bauarbeiter- Ausstand in Stockholm tann jezt als Unterſtügung zugesprochen und die vollständige Durchführung des beendet betrachtet werden, seitdem sowohl Arbeitgeber wie Arbeiter Minimallohns dem Vorstand und Innungsausschuß überlassen. Ein sich einem Schiedsgericht unterworfen haben. Der Spruch dieses Mitglied frug an, wie die zum Teil unwahre Notiz über unsre Schiedsgerichts wird in einigen Tagen zu erwarten sein. Die Arbeit Lohnbewegung in die„ Volts- 3tg." gekommen wäre, ob dieselbe vom wurde Montag wieder aufgenommen. Vorstand ausginge. Der Vorfizende teilte darauf mit, daß nur dem Vorwärts" ein Auszug aus unsrem Vereinsprotokoll zur Berüdfichtigung gesandt würde, Mitteilungen an Privatpersonen über Vereinsangelegenheiten, unfre dieselben Beitungen zugehen zu laffen, werden nicht gemacht. Nur bie Annoncen und Versammlungsberichte, die über unsre Gewerkschaft im Vorwärts" stehen, sind als vom Vorstand ausgehend zu betrachten. Zu Punkt 5 erklärte sich die Versammlung mit dem Vorschlag des Vorstands, den Filialbeitrag von 0,25 auf 0,40 M. zu erhöhen, einverstanden. Unter Gewerkschaftlichem wurde bezüglich eines Unterstüßungsgesuchs beschloffen, dasselbe beim Centralvorstand zu befürworten. Revisor Stolte erstattete Bericht über die Revision der Bibliothek. Der Vorsitzende und der Ver trauensmann machten auf die in diesem Jahre stattfindenden GeOhne Zuchthausgesetz. In Wiesbaden wurde am 24. Mai werbegerichtswahlen aufmerksam, sowie auf das am 28. Juni statt der Italiener Maligetti, der dem Verband der Bau- und Erd- findende Sommervergnügen( Mondscheinfahri). Nachdem noch mitarbeiter als Dolmetscher dient, des Morgens um 6 Uhr aus dem geteilt worden war, daß auch die Kollegen in Frankfurt a. M. in Bett geholt und verhaftet. Einige Tage zuvor hatte er mit einem eine Lohnbewegung eingetreten find, und daß die am 17. Juni im Trupp italienischer Arbeiter, die von den Unternehmern als Gewerkschaftshause stattfindende Provinzial- Konferenz, zu welcher Arbeitswillige" herangeholt worden waren, und in einem der Centralvorsigende Kollege Bischoff aus Hamburg sein Erscheinen Restaurant unter Aufsicht einiger Unternehmer mit Speise und Trant zugesagt hat, fich auch mit der Erstrebung befferer Arbeitsregaliert wurden, eine lebhafte Unterhaltung gepflogen. Die Unter- bedingungen in der Provinz Brandenburg befassen wird, erfolgte nehmer fürchteten, ihre Schüßlinge könnten abspringen und fuchten Schluß der gut besuchten Versammlung. vorzubeugen. Maligetti furz darauf die Wirtschaft verließ, wurde er von einem Schuhmann berhaftet, Die Rabihspanner hielten am Sonntag, den 17. Juni 1900, aber nach lurzem Verhör wieder entlassen. Einige Tage später bei Feuerstein eine gut besuchte Mitgliederversammlung ab. Genoffe erfolgte jedoch die oben bezeichnete Verhaftung. Am 18. Juni, Stiefel hielt einen Vortrag über Zweck und Nutzen der Organisation In also nach fast vierwöchentlicher Untersuchung, war endlich die Ge- und wurde dem Referenten hierfür reicher Beifall gezollt. richtsverhandlung. Dieselbe würde vielleicht auch jetzt noch nicht die Ortsverwaltung wurden gewählt: Quade als erster Be stattgefunden haben, wenn der Verband die Angelegenheit nicht in vollmächtigter, Döring als zweiter, Sterften als Schriftführer und die Hände des Herrn Rechtsanwalts Dr. Loz gelegt hätte. Als Merrier als erster Staffierer. Beugen waren zwei Unternehmer erschienen. Die Anklage Ferner wurde einstimmig der Beschluß gefaßt: Bei allen Firmen, lautete auf Nötigung und Drohung. Der Staats- wo ein Minimallohn von 60 Pf. pro Stunde noch nicht gezahlt wird, anwalt beantragte 8 Monate Gefängnis; der Gerichtshof sprach jedoch haben die Kollegen am Montag, den 18. Juni, früh, die Forderung den Angeklagten wegen Mangel an Beweisen frei; die Kosten wurden auf 60 Pf. zu stellen. Bei Nichtbewilligung dieser Forderung ist der Staatstaffe auferlegt. Es ist schwer verständlich, wie in diesem am Dienstag, den 19. Juni, die Arbeit nicht aufzunehmen. Fall überhaupt Klage erhoben werden konnte; haben doch die Unter nehmer ohne Zweifel kein Wort der Unterredung verstanden. Ihre Denunziation genügt trozdem, einen Mann, der mur seine gewerk fchaftliche Pflicht und fein gefeßliches Recht ausübt, wochenlang hinter Schloß und Riegel zu bringen. Bom ,, Iltis" liegt eine englische Meldung vor, wonach derselbe bei dem Kampfe bei Taku erheblich beschädigt worden ist. Auch sei Kapitän Lans, der Kommandant, verwundet. Ferner meldet die„ Weseler 8tg.": Hiesige Verwandte des Korvetten- Kapitäns Lans, Kommandanten des Kanonenboots Jltis", erhielten heute folgende Depesche, datiert Tschifu, 21. Juni, 7 Uhr 10 Min. nachm.: Befinden gut. Wilhelm". Letzte Meldungen. Berlin, 22. Juni.( W. T. B.) Vom Chef des Kreuzergeschwaders find aus Tatu folgende Meldungen hier eingegangen: 1. vom 20. abends: Aus Tientsin hier angekommener fran. zösischer Offizier hat gemeldet, Tientsin seit 3 Tagen von chinesischen Truppen beschossen. Die Munition sei knapp. 2. vom 21. nachmittags: S. M. S. Irene" mit 240 Seefoldaten angekommen. Haben sofort Vormarsch begonnen, zusammen mit 380 Engländern und 1500 Ruffen( Infanterie und Artillerie), um Tientsin zu entsetzen. Eisenbahnkörper von Taku bis 15 Stilo meter von Tientsin ist im Stande. Von Beting und dort hingeschickten Truppen noch feine weiteren Nachrichten. Den Verwundeten geht es befriedigend. London, 22. Juni.( W. T. B.) Unterhaus. Unterstaatssekretär Brodric machte Mitteilung über die Verluste bei dem Kampfe in Tientsin am 17. d. Mts. Die Verluste betragen: 1 Engländer tot, 5 verwundet; 1 Deutscher tot; 2 Italiener verwundet; 7 Russen Tschifu, 22. Juni.( Meldung des Reuterschen Bureaus.) Bon amtlicher Seite wird hierher gemeldet: Tientsin wird an banernd mit großen Geschüßen beschoffen. Die fremden Kon zeffionen find nahezu alle eingeäfchert; das amerikanische Konsulat ist zerstört. Die Ruffen am Bahnhof find hart bedrängt. Verstärkungen find dringend nötig. Die Verlufte tot, 5 verwundet. find schwer. New York, 22. Juni.( W. T. B.) Der Sekretär der„ Methodistischen Ausland- Missionsgesellschaft" empfing ein Telegramm, daß die Namen von drei durch ein Kanonenboot geretteten Missionaren meldet. Daraus schließt er, daß die übrigen 24 Angehörigen der genannten Mission in Tientsin, unter denen eine Anzahl Frauen sind, ermordet wurden. Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. " Sociales. Arbeiter und Unternehmer. Zwei Rechtsfälle, die sich trefflich ergänzen und eine glänzende grustration zu unsren Rechtszuständen liefern, geben wir ohne weitere Bemerkungen, so wie sie uns zugegangen find. Als den armen 27 " In einer Branchenversammlung der Filzschuharbeiter und Arbeiterinnen, die am 18. d. M. stattfand, hielt zunächst der Sollege H am a cher an Stelle des am Erscheinen verhinderten Genossen Schütte, einen Vortrag über:" Die treibenden Kräfte der modernen Arbeiterbewegung, an welchen sich eine Diskussion nicht anschloß. Eine längere Diskussion rief jedoch der 2. Punkt der Tagesorgnung:„ Die Sperre über die Filzschuhfabrik von Kusche", hervor. Während die Ortsverwaltung mit dem Einverständnis der Bertrauensmänner für Aufhebung derselben eintrat, wandte sich die Mehrzahl der Redner gegen Aufhebung derselben und wurde die Aufhebung der Sperre denn auch zum Schluß mit großer Majorität abgelehnt. Eine öffentliche Gewerkschafts- Versammlung fand am Das gute Herz" des Großunternehmere. Wenn jemand der Auficht gewesen sein sollte, die Mißachtung der Arbeiter schuß- Bestimmungen in der Reichs- Gewerbe- Ordnung durch das Unternehmertum sei lediglich auf gewinnjüchtige Motive zurüd zuführen und müsse deshalb strenge geahndet werden, so ist er durch eine dieser Tage vor der Strafkammer des Landgerichts 8a bern stattgehabte Verhandlung eines andern belehrt worden. Dort hatte fich der Direktor einer Baumwollspinnerei in Grandfontaine, Engel, zu verantworten, weil er jugendliche Arbeite An die Arbeiterschaft Berlins und der Umgegend! Eine gutbesuchte Versammlung der Riftenmacher tagte am Schon die zehnte Woche befindet sich nahezu die gefante innen über die gefeßlich zulässige Beit hinaus beschäftigt Montag, den 18. d. M., im Gewerkschaftshaus. Genosse Kozle hielt abatarbeiterschaft von Finsterwalde im Ausstand. Mitleid" gehandelt habe, um hatte. Er suchte sich dabei damit zu entlasten, daß er aus einen mit reichem Beifall aufgenommenen Vortrag über Politit Kindern einen und Gewerkschaften". An der Diskussion beteiligten sich die Kollegen Obgleich fie nur eine ganz geringe Aufbesserung ihrer elenden Löhne etwas größeren Verdienst zu ermöglichen. Der Vorsitzende Tschernig und Suckel. Unter Verschiedenem wurden die Listen zu ( 75 Bf. pro 1000 Stüc Cigarren) forderten, lehnten die Fabrikanten behandelte den Herrn Direktor denn auch mit ausgesuchter Höflichkeit den Gewerbegerichts- Wahlen ausgegeben, alsdann wurde noch ber dieselbe ab. Die Arbeiter halten fest zusammen. Von den 497 meist weib- und gab ihm wiederholt die offenbar zur Abschredung von weiteren Vorfall der Firma Rudorf, Grüner Weg 117, debattiert und der lichen Personen, die in den Streit traten, sind nur sechs abgefallen. wird Ihnen gewiß fein Mensch einen Vorwurf aus Gesegesverlegungen ähnlicher Art bestimmte Versicherung: Es Kommiffion überwiesen. Für die Unternehmer handelt es sich um eine Machtprobe, die Ihrer Handlungsweise machen, Herr Direktor!" nicht bloß von den Cigarrenfabrikanten allein, sondern von dem Auch der Staatsanwalt fand nur durchaus anständige Be- 14. Juni bei Schellhase in Steglitz statt, wo Genosse Flemming bereinigten Unternehmertum von Finsterwalde ausgefochten wird. weg gründe" für die Zuwiderhandlung des Angeklagten Charlottenburg über Bauarbeiterschutz und Mißstände in den Werk Dasselbe meint, daß, wenn erst die Cigarrenfabrikanten zu höheren Löhnen gezwungen sind, auch die übrigen Industriezweige die Arbeitslöhne ländisches gegen die Gewerbe- Ordnung. Es ist dies, wie uner reichsstätten referierte. Referent empfahl, teine besondere Kommission zu der Parteiorgan feststellt, derselbe Herr, wählen, sondern die Angelegenheit der Gewerkschafts- Kommission zu gegen werden erhöhen müssen. einige Steinarbeiter überweisen, welche als Bindeglied mit der Berliner Kommission der Zaberner Gegend bor Arbeiter Berlins! Die Fabrikate von Finsterwalde Monaten eine 14 tägige Gefängnisstrafe beantragte, einigen weil sie Fühlung nehmen soll. In der Diskussion sprachen Fritsch und werden nahezu ausschließlich in Berliner Restaurationen, Fabriken und auf der Arbeitsstätte an ihre Kollegen ihr Fachorgan, sowie Statuten Meißner im Sinne des Referenten und wurde hierauf der Vorschlag Konjumvereinen verkauft. Wir glauben im Sinne der Arbeiterschaft und Aufrufe verteilt hatten. Das gute Herz" des Direktors Engel. Obmann mit, daß die Schuhmacher eine Lohnforderung gestellt hätten. einstimmig angenommen. Unter Gewerkschaftlichem teilte der Berlins zu handeln, wenn wir hiermit die Aufforderung an sie er- dessen Firma an jugendliche Arbeiterinnen trotz der gefezwidrig gehen lassen, bein Einkauf ihrer Cigarren und Tabakfabrikate darauf zu achten, daß dieselben nicht aus Finsterwalder Fabriken langen Arbeitszeit in 14 Tagen ganze 11 bis 12 Mark Accorblöhne Aber obgleich die Innung die Forderung anerkannt hätte, zahlten Herstammen. zahlt, verdiente dagegen eine milde Beurteilung, die in dem staats- die Herren Adler, Ahornstraße, Seiffert, Albrechtstraße, und anwaltlichen Antrag auf 10 Mart Geldstrafe zum Ausbrud fam. Ser it en, Marlsteinstraße, den Tarif nicht. Hierüber entspann fich Diejenigen Fabrikanten, welche bis jetzt und nachträglich den aber auch diese Buße, eine wahre Bagatelle für einen Baumwoll- eine lebhafte Debatte und wurde die Gewerkschafts- Kommission be Tarif bewilligten, werden seitens der Kommiſſion der Berliner baron, ichien bem Gerichtshof noch au graujam. Er erkannte auftragt, mit den Herren Rücksprache zu nehmen und den Bewert Zabalarbeiter im Inseratenteil des Vorwärts" Donnerstags und auf drei auf drei Mark Geldstrafe, weil der Angeklagte nur schaften umgehend über das Ergebnis der Verhandlungen Mitteilungen Sonntags veröffentlicht. Arbeiter Berlins! Achtet auf die Veröffentlichung und verhelft und eigennütige, Motive nicht vorlägen. im Interesse feiner Arbeiterinnen gehandelt habe zu machen. Nun ist Nach Erledigung verschiedener Angelegenheiten folgte Schluß der dadurch den streikenden Tabalarbeitern und Arbeiterinnen zum den Bestimmungen unsrer Gewerbe- Ordnung in den industriereichen Versammlung. Siege. Der Ausschuß Vogesenthälern mit ihrer bedauernswert rüdständigen, aufs schlimmste ausgebeuteten Arbeiterschaft gewiß Geltung verschafft! Man be dente: 3 M. Geldstrafe für einen steinreichen Unternehmer, der dazu Lehte Nachrichten und Depeschen. noch aus Mitleid zum Märtyrer des barbarischen Gesetzes geworden hätte der Mann für fein gutes Herz" nicht anstatt der Strafe eine öffentliche Belobigung verdient?! der Berliner Gewertschaftskommission. ist M Bom Spandauer Maurerstreik. Die Spd. 8tg." schreibt in Der Krieg in Südafrika. threr Dienstagnummer: Is heute morgen die Maurer, welche Amfterdam, 22. Juni.( Meldung des Reuterschen Bureaus.) von Herr Bastian an dem Neubau an der Ecke der Lynar- und Der Niederländisch Südafrikanischen Eisenbahn- Gesellschaft ist die Neuendorferstraße beschäftigt werden, zur Arbeitsstelle tamen, ber Gegen die Bäckereiverordnung. Die Herren vom Badtrog amtliche Mitteilung angegangen, daß 1400 ihrer Beamten mißten sie ihre Arbeitstleider, welche fie für gewöhnlich bort haben sich noch immer nicht mit der Verordnung abgefunden, die mit Familien ausgewiesen worden seien. Der niederländische zurückzulassen pflegen. Nach längerem Suchen wurden die ihrer Ausbeutungsfreiheit einige Beschränkungen auferlegt. So nahm Konful in Lourenço Marques telegraphiert, nach vertrauenswürdigen Kleider in der Latrinengrube des Baues, natürlich in der Werbandstag der Bäderimmungen der Proving Sachfen, Anhalts Mitteilungen sei eine Bekanntmachung veröffentlicht worden, daß unbrauchbarem Zustande wiedergefunden. Man glaubt, und Thüringens folgende Resolution an: Die in Schönebed am diejenigen Beamten der genannten Gesellschaft, welche sich weigern, daß es fich um einen Racheaft handelt, 18. Juni auf dem XV. Berbandstag des Germania- Zweigverbands bei englischen Militärtransporten mitzuwirken, über East London und es wird dabei unwillkürlich an einen oder der Provinz Sachsen, Anhalt und Thüringen versammelten Bäcker- nach Europa zurückgeschafft werden sollen. mehrere ber streitenden Arbeitskollegen gedacht(!). meister erklären, der Bundesrats- Verfügung vom 4. März 1896 der London, 22. Juni.( W. T. B.) General Buller meldet aus Ob dieser Verdacht irgend welche Berechtigung hat, wird die ein Eigenartigkeit des Bädereibetriebs wegen nicht nachlommen Staalboich von heute: Die Infanterie ist, nachdem sie 22 Meilen geleitete Untersuchung ergeben." Schmod treibt also auch bei diefem u können, ohne eine erhebliche Schädigung zu erleiden oder marschiert war, heute hier eingetroffen. Die Kavallerie hat Maurerstreit wieder sein Wesen; ohne daß auch nur der mindeste ihre Waren dem Verderben auszufeßen. Sie erklären ferner, Standerton besegt, ohne Widerstand zu finden. Der Feind ist gestern Anhalt für die Annahme, daß die Streikenden, deren Be- daß die Verordnung die Autorität der Meister abgerückt, nachdem er die Eisenbahnbrücke in die Luft gesprengt und nehmen bisher ein geradezu musterhaftes war, die betreffende untergräbt, und demzufolge eine demoralisirende, das noch weiteren Schaden angerichtet hatte. Schandthat begangen haben fönnten, weiß die überhigte gute Verhältnis zwischen Meister, Gefellen und Lehrlingen zerPhantasie gewiffer Leute doch bereits, daß die Streifenden törende Wirkung zeitigt und das Bädergewerbe in seinen zu der Sache in Beziehung zu bringen sind. Die Streilleitung der Griftenzbedingungen als sete ingewerbe bedroht. Die ver Hamburg, 22. Juni.( W. T. B.) Der Hamburgischen Börsens Maurer bestreitet ganz energisch die Berechtigung der hinterliftigen sammelten Bädermeister beauftragen ihren Vorstand, beim hohen halle" wird aus Melbourne vom 19. d. M. gemeldet: Goldſucher Verdächtigung und hat dem Blatte, welches von dem Unternehmer Bundesrat und bei den Handwerkerkammern der Provinz Sachien, berichten von der Entdeckung eines wertvollen Alluvial- Goldfeldes in Berbande als Moniteur benutzt wird, eine geharnischte Berichtigung Anhalts und Thüringens zu beantragen, die Abänderung des Deutsch- Neu- Guinea; die Leute wollen die Dertlichkeit nicht eher augestellt. Maximalarbeitstags in eine Minimalruhezeit von täglich genau bezeichnen, als bis ihre Unterhandlungen mit der deutschen Deutsches Reich. 10 Stunden zu bewirken." Es sind das immer wieder Regierung zum Abschluß gekommen sind, Gasarbeiterstreit in Mainz. Die Gasarbeiter der städtischen diefelben alten, schon oftmals widerlegten Einwände. Pflicht der Paris, 22. Juni.( W. T. B.) Die Amnestieľommission der Gasanstalt find in eine Lohnbewegung eingetreten. Verhandlungen Gesellenschaft ist es, diefer Agitation, die beharrlich auf Beseitigung Deputiertentammer nahm nach langer Beratung einen Antrag an, mit der Bürgermeisterei haben bisher noch zu feinem Resultat ge- der Verordnung hinarbeitet, entgegen zu treten durch den Nach- dahingehend, die Regierung aufzufordern, traft ihres Rechts der führt. Die Bürgermeisterei erklärte den Ausstand anläßlich der beweis, wie notwendig die Bestimmungen der Verordnung find. Initiative eine vollständige Amnestie- Borlage einzubringen. Verantwortlicher Redacteur: Paul John in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich Th. Glocke in Berlin. Drud und berlag von May Bading in Berlin. Hierzu 2 Beilagen. r. 143. 17. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonnabend, 23. Juni 1900. 100 000 m. barauf gewinnen würde. Davon beanspruche er 1/3 und A n= Bräf.: Was wurde Der Just. Der Mordprozeß Jänicke. 1/3 der Mann, der das Glücksrad drehe. Diesem müsse er auch als Was haben Sie Just gesagt?- Angell: Ich sagte ihm, ich Handgeld die 60 m, zahlen. Es liegt dann auch noch ein legter fei mit der Beschwörung am Teufelssee nicht sehr zufrieden. Just Bor den Schwurgericht zu Botsdam begann gestern vor Brief von der Hand der Bergner vor, in welchem sie schreibt, daß fie tonnte an diesem Tage nicht mit hinausfahren und so sollte die mittag die Verhandlung über die mit so romantischen Nebenstommen und 40 m. mitbringen würde. umständen verbundene Mordthat am Teufelssee, deren Opfer die wir zu dem kritischen Tage, an welchem Sie den Präs.: Nun kommen Beschwörung mit der weißen Taube am nächsten Tage vor sich gehen. Präs. Wollten Sie nicht etwa den Just auch über Seite 32jährige Schneiderin Luise Bergner aus Berlin geworden ist. Der Andrang des Publikums zum Schwurgerichtssaal, in welchem die bringen, da er Ihnen ein unbequemer Zeuge sein fonnte? n- ondasHokuspokus am Teufelsfee Berhandlung stattfindet, ist außergewöhnlich groß, insbesondere ausführten. Sie fagen, Sie haben ein gauberbuch gelesen, in geflagter: Nein. Bräf.: Satten Sie nicht etwa auch wieder Ange! L: nehmen zahlreiche Damen im Kleinen Zuhörerraum Platz. Den Vor- welchem etwas von Pygmäen die Rede war. Wissen Sie denn, eine Flasche mit Blausäure oder Strychnin bei sich? fiß führt Landgerichtsrat Rademacher, Beisiger find Land- was Pygmäen find? Angeklagter: Zwerge. Ich habe ein. Präf.: Na, in die Tasche konnte Ihnen niemand fehen. gerichtsrat Weigel und Gerichtsaffeffor Sirschfeld, die An- folche Zwerge selbst gesehen am Teufelssee. Bräsident: Sie sind nun mit Just ganz dicht in die Nähe des Orts gekommen, flage vertritt Erster Staatsanwalt v. Ditfurth, die Verteidigung Wollen Sie auch uns hier noch Ihre Narrenspossen vormachen? wo Ihre Beschwörung so mißlang. Haben Sie nun den geringsten Verfuch führt in Vertretung des Justizrais A ßmy der Gerichtsaffeffor Dr. Sollte es nicht besser sein, wenn Sie sich hier mehr an die Wirklich gemacht, fich nach dem Schicksal der armen Bergner zu erkundigen? Baum. Mit Rücksicht auf den Umfang der Verhandlung werden feit hielten. Angefl: Ich fann nur sagen, daß ich Zwerge ge- nge11: Rein. Bräf.: Wohl aber haben Sie den Mut gehabt, zwei Erfaßgeschworne ausgeloft. Angellagt ist der Töpfer Eugen fchen habe. Bräf.: Sie haben mun mit dem Hausdiener Just jetzt noch den Hofuspofus mit dem andern vorzunehmen, der Ihnen Jänide aus Nowawes, ein schlank gewachsener junger Mann mit etwas und der Bergner die Fahrt nach dem Teufelssee und die Beschwörung wahrscheinlich sehr unbequem werden konnte. Wollten Sie denn melancholischem Gefichtsausdruck, dessen ganze Erscheinung nicht ver- besprochen. Der Just hat wohl schon öfter Beschwörungen mit Ihnen wirklich eine Beschwörung mit der Taube vornehmen?- AngelL: muten läßt, daß er eines Kapitalverbrechens fähig war. vorgenommen? Angell: Ja wohl. Präs.: Was wolltten Jawohl. Die Taube sollte geopfert werden. Er ist am 2. September 1876 in Nowawes, wo seine Eltern noch Sie denn durch jene Beschwörung erzielen? Angell: Die denn aus der Taube? Angel: Die hat Just aus Versehen Präs: leben, geboren, war früher Töpfer und hat sich zulegt als Arbeiter Berguer sollte viel Geld gewinnen und andrerseits follte sie zur fliegen lassen und dann sind wir nach Hause gefahren. ernährt. Er ist evangelischer Religion, nicht Soldat gewesen, ver- Liebe für Just bewogen werden. Präs.: Die Bergner hatte Sie haben mun dem Just über das Schicksal der Bergner alles heiratet und einmal wegen Diebstahls mit 7 Tagen, einmal wegen einen hohen Grad von Gläubigkeit Ihnen gegenüber bewiesen, Just Mögliche vorgeschwindelt und ihm aufgebunden: der Geist sei zornig Körperverlegung mit einem Tag Gefängnis vorbestraft. Unter den scheint darin noch weiter gegangen zu sein. Angell: Just geworden und habe die Bergner in einer Flamme davon trai: mehr als 50 Beugen befindet sich die Ehefrau des Angeklagten, der hat oft meinen Beschwörungen beigewohnt. Bräs.: Sie getragen. Der Angeflagte bestätigt dies und giebt dann auf fleine Gehilfe des Angeklagten bei der Zauberei", Schulfnabe haben also alle brei den Plan verabredet und sind wohl Befragen des Vorsitzenden eine Robert Misch, die Großmutter und die Tante des Angeklagten und auf den Teufelsfee gekommen, weil fie diesen rings von Bergen Darstellung der weiteren Ereignisse Kriminalinspektor Braun aus Berlin. Als Sachverständige sind umgebenen, düsteren See kannten. Wann( wollen Sie denn die bis zu seiner Verhaftung. Er bestätigt die schon bekannte Thatsache, Phyfitus Dr. Passauer, Dr. med. Schlichting, Dr. Starft und Zwerge gesehen haben?- Angel: Schon als Junge. Brädaß er beim Berlassen der Bergnerschen Wohnung den Verdacht der Gerichtschemiler Dr. Bischoff- Berlin zur Stelle. Der gleichfalls Haben Sie aber niemals von Ihren wunderbaren Erlebnissen jemand Der gleichfalls Haben Sie aber niemals von Ihren wunderbaren Erlebnissen jemand daß er beim Berlassen der Bergnerschen Wohnung den Verdacht der dort vorhandenen Fran Beck und des Hauswirts erregt hat, daß geladene Profeffor Dr. Mendel- Berlin meldet sich beim Auf- etwas erzählt? Angefl.: Nein. Präs.: Kamen denn die aber auf den ruf nicht. Zwerge aus der Luft oder aus dem Wasser, oder woher? Was Frau Beck ihn eines Tages begleitete, er und daß Weg ihr entwischte, von er dann schleunigst Der Angeklagte wird beschuldigt, am 21. März cr. die machten sie denn? Angel: Sie spielten umher. Präs.: Schneiderin Quife Bergner Wollen Sie uns wirklich solche thörichten Dinge denkbar machen? Berlin nach Dalmin zu seinen Eltern abgereist ist. vorfäßlich und mit Ueberlegung getötet zu haben. Er bekennt sich Beschwörung schaffen? Sollten die Zwerge Ihnen nun das Geld ohne weiteres durch die Borsigende stellt fest, daß der Angeklagte sich mit dem Gedanken gerohe auf die Frage des Vorsigenden für nichtschuldig und erklärt, daß Gold uns an Füßen legen. Präs: Wieso ist denn um Berlin gefchickten, angeblich von seiner Frau herrührenden, aber von berent sich Beschwörung schaffen?- AngelL: Die Geiſter ſollten bas he tragen habe, in Kopenhagen, Chriftiania oder in der Schweiz Arbeit zu suchen und daß er durch einen schlauen Coup, nämlich einen nach höchstens eine Fahrlässigkeit bei der Beschwörung vorliege. Aus der Kleine Wisch mit von der Bartie gewesen? Bruno Misch ihm selbst geschriebenen Brief versucht habe, falsche Gerüchte über den Akten wird festgestellt, daß der Angeklagte noch mehrere Wale war Ihnen von seinem Vater in Pflege gegeben worden? vorbestraft ist. Der Verteidiger beantragt, mit den Feststellungen anget I.: Ja. Bruno Misch hat öfter solche Beschwörungen mitseinen Verbleib zu verbreiten. Der Angeklagte bleibt dabei, daß die ans einem nach dieser Richtung hin und mit den Befragungen des Angeklagten gemacht und wollte gern auch am Teufelssee dabei sein. Beschwörungsformel Just nach seinen persönlichen Verhältnissen zu warten, bis Prof. Dr. erhaltenen Buche entnommen habe. Bei seiner Abreise von Berlin Mendel zur Stelle sein werde, da die Aeußerungen des Angeklagten hat er das Pflegekind Misch und außerdem noch ein zweites in dieser Beziehung für die Beurteilung feines Geisteszustands Auf weiteres Befragen des Vorsitzenden erzählt der Angeklagte:( Säuglings-) Pflegekind mitgenommen. wesentlich sein dürften. Der Vorsitzende sieht keinen Grund Nach Verabredung sei er mit der Berguer und dem Bruno Misch Die Zauberbücher. zu einer Verzögerung der Berhandlung ein, auch der Staats- der Just sei nicht erschienen- um 6 Uhr von Berlin mit der Auf Befragen des Vorsitzenden bezeichnet der Angeklagte ein anwalt widerspricht, der Verteidiger veranlaßt veranlaßt aber einen Wannseebahn weggefahren und sei um 7 Uhr in Potsdam anGerichtsbeschluß. Dieser geht dahin, daß in der Ver- gekommen. Sie feien an Observatorium vorbei die Telegraphen- bestimmtes Buch, aus welchem er die Beschwörungsformel entnommen handlung fortgefahren wird und bei dem Brofeffor Dr. Mendel flangen entlang gegangen nach dem Heinen Ravensberge. Dort haben will. Diese zur Verlesung gebrachte Formel ist eine Zuſammenstellung des unglaublichsten blühendsten Unsinn. telephonisch über sein Erscheinen an Gerichtsstelle anzufragen. am 1 fleinen Thurm sei eine Einleitungsbeschwörung vor Der Berteidiger verweist noch Der Verteidiger verweist noch auf den Inhalt des Buches Der Vorsitzende stellt fest, daß der Angeklagte im Jahre 1895 zu genommen, er habe den mitgenommenen Mantel ausgebreitet, Sechstes und siebentes Buch Mosis" und eines Potsdam wegen Diebstahls an einem Bett zu einer Woche, in Ham- mit cinem großen, deni Just gehörigen Zaubermesser unter dem Titel" Feurige Drachen". Ein andres Buch burg 1897 wegen Diebstahls an zwei Jadetts, in demselben Jahre einen Kreis gezogen und die Bergner hineintreten wegen Bodendiebstahls zu 6 Monaten, außerdem wegen Körper- lassen. Er habe sich eine Maske vorgebunden und babe giebt Rezepte, Jugendschönheit zu erlangen und Herzenssehnsucht bei andern zu erregen. Es heißt darin etwa: Man nehme das Herz berlegung zu einem Tag Gefängnis vorbestraft ist. Auf Befragen Bauberformeln gesprochen. Bräf.: Sie hatten zwei Flaschen eines unschuldigen Täubchens und lasse es durch eine Viper verschlingen. des Vorsitzenden erklärt der Angeklagte weiter zu seinen Personalien: mitgenommen. Was enthielten diese?- Angel: Die eine ent Die Viper wird sterben, dann nehme man den Kopf der toten Viper, Er ist seit Juli vorigen Jahres verheiratet; aber seit dem 1. Oktober hielt Strichnin und die andre Blausäure, daraus follte eine Mixtur zerstoße ihn in einem Mörser zusammen mit der Pflanze Canabis vorigen Jahres verfah er in Berlin eine Portierstelle, wofür er freie gebraut werden, welche die Berguer trinken sollte. Präs. Aber in Bulver, scße ein Quantum vierjährigen Weines und etwas Wohnung und 3 M. wöchentlich erhielt. Daneben arbeitete er von fonnten Sie als Mensch mit gesunden Sinnen sich denn nicht sagen, Laudanum hinzu und man wird volle Jugendfrische erhalten. Weihnachten bis Februar in der Gewehrfabrik von Löwe, bis seine daß eine solche Mixtur tödlich sein müsse? Angekt.: Au der Der Angeklagte erklärt noch auf eine Frage des Vorsitzenden, daß Frau frank wurde.- Präs.: Sie haben Annoncen erlassen, wo- Flasche mit Blausäure follte die Berguer bloß riechen, die Schädlich- Kartenlegen. Sympathiemittel und derartige Weisheiten in seiner keit des Strichning follte durch die Blüte von Haidekraut, Fichten- Familie erblich seien.- Kreisphyfitus San. Rat Dr. Passauer nadeln und Harz gemildert werden. Angell: Jawohl! Präs.: Was sollte denn das Niechen an der Blausäure be- und Dr. med. lighting geben Auskunft über den Befund der Leiche bei ihrer Auffindung. Die Obduktion hatte einen besondern Ich lege Karten und sage aus dem Ei wahr. Angekl: Das sollte die Sinne anregen. PräfAnhalt für eine Vergiftung nicht gegeben und als Todesursache war Bräf.: Wie machen zwecken? Sie denn das? Angel.: Ich schlage das Ei ins Waffer. Haben Sie denn derartige Beschwörungen mit Blausäure ſchon öfter Gefrieren angenommen. Dr. Bassauer hat auch den Angeklagten, Präs. Wann haben Sie die Luise Bergner kennen gelernt? vorgenommen? Präs.: Angel.: Nein, zum erstenmal. der vorgiebt, wiederholt an epileptischen Anfällen zu leiden, auf Angel.: Weil wir es so verabredet aber feine seinen Geisteszustand untersucht, Spur einer Angell.: Ich lernte sie im Februar kennen. Sie wollte Karten ieso kamen Sie dazu? Bes gelegt haben, das that ich. Präs: Haben Sie denn der Berguer etwas davon Eine Präs.: Was haben Sie ihr denn hatten. ernsteren Störung feststellen fönnen. längere prophezeit? Angefl. Aus den Karten war zu sehen, daß fie gesagt, daß sie Strychnin schlucken sollte?- Angell: Jawohl, obachtung des Geisteszustandes halte er nicht für geboten. bald neue Arbeit erhalten werde, und das ist auch eingetroffen. sie hat es gewußt. Präs.: Wußte sie überhaupt, was Der Verteidiger hält es doch Angesichts der gangen Präi.: Bräs: Hat Frl. Bergner Ihnen Geld bezahlt?- Angel.: Strychnin ist? Angell.: Das weiß ich nicht. Bräf. Sachlage und mit Rücksicht auf die von dem Angeklagten behaupteten Jawohl. Sie hat mir nachher mehr bezahlt, weil sie von mir Auf- Sie behaupten, daß Sie die Beschwörung, so wie Sie sie ausgeführt Aufälle für geboten, in diesem Fall, wo es sich doch um ein schlüsse über die Kartenlegerin Frau Cordus haben wollte, mit welcher haben, in einem Menschenleben handele, doch einen Psychiater mit der längeren Be sie Lotterie spielte. Zauberbuch ,, Kabale und Liebe, obachtung des Angeklagten zu betrauen. Präs.: Jänide, trauen Eie sich denn selbst einen unklaren Verstand nach Sie sich zum Kartenlegen erbieten. Konnten Sie denn Karten legen? verwendet? 1 tenne dieses Mittel schon von früher. Eine Beschwörung. dort " er eine bor. wie von er in in solcher oder Dr. Faust's Baubertrant" gelesen haben? Angell.: Das Wie gewinnt man viel Geld? ist richtig. Ich habe aber auch schon vorher mehrfach mit Giften. Bräs: Sie haben ja wohl dann selbst mit der Bergner Baubercien betrieben. Präs.: Nennen Sie uns doch einmal einen Lotterie spielen sollen. Wie kam das? Angeklagter: folchen Fall.- Angel.: Ich habe einmal einer Frau, die wegen 2 Angel.: Weiter nichts, als daß ich die Geister gesehen Beil ich aus ihrer Hand und den Karten erfah. daß sie ihres Mannes zu mir kam, Arfenit gegeben; den hat sie habe. Der vernommene Untersuchungsrichter Gillischewsti beGlück habe. Bräf. Sie hat Ihnen dann 40 M. für ein Los auf Schokolade gesprenkelt und die Echofolade hat ihr Mann fundet. daß er während der ganzen Dauer der Boruntersuchung der preußischen Lotterie gezahlt, das Geld haben Sie aber für sich gegeffen. Braj.: Hat das Mittel denn geholfen?- Anget I.: teinerlei Bedenken bezüglich der zurechnungsfähigkeit des Angeklagten Angell: Ja. Bräs.: Glaubten Sie denn mit ja wohl! Präs. Sie behaupten, daß Sie am Teufelsjee gehabt habe. Der Verteidiger stellt den bestimmten Antrag auf der Bergner zu gewinnen?- Angefl.: Ja; ich habe mit ihr einen Bauberspruch abgelesen, den Sie aus Bücherit zusammengestellt fychiatrische Untersuchung des Angeklagten. Der Gerichtshof behält Aachener Lotterie gespielt und ein Sympathiemittel zum haben. Hier liegen vor uns eine Anzahl von Büchern, die bei Just fich die Beschlußfassung über den Antrag bis nach Schluß der Gerichtschemiker Dr. Bischoff Gewinnen angewendet. Präs.: Was ist denn das für ein Mittel? vorgefunden worden sind und seltsame Titel tragen, wie Höllen- Beweisaufnahme bon der Methode, Darstellung -Angell: Die Lose müssen Dämpfen aus Stechapfelblättern, zwang",„ Das 6. und 7. Buch Moses"," Zauberfalon von Bellachini", giebt Myrthen und Weihrauch ausgeicht werden. Bräs.: Wer hat Ludwig von Cyprian, des Weltweifen Höllenzwang". Fauftae der Leiche nach ihrer Erhumierung Strychnin Ihnen denn zu diesen Narrenspoffen geraten?- AngelL: J Höllenzwang von Dr. Joh. Faust",„ Vollständige Sammlung ge Menge vorgefunden hobe, daß schon die Hälfte des Quantums töd Präs.: Das Räuchern druckter und ungedruckter Gef einmittel."- Ueber die weiteren lich wirken mußte. Er hält es für sehr möglich, daß nicht gleich half aber nichts?- AngelL: Nein. Später kam die Bergner Ereignisse am Teufelssee erzählt der Angeklagte auf Befragen des das erste Hinfallen der Bergner den Tod derselben bedeutet habe, öfter zu mir und ich zu ihr. Präs.: Sie haben ihr dann noch Vorsitzenden: Am See angelangt, habe er einen Mantel an einem dieser vielmehr erst nach 10 bis 15 Minuten eingetreten sein dürfte. ein Sympathiemittel angegeben, unter der Vorspiegelung, daß großen Baum ausgebreitet und man habe sich, ohne ein Wort zu Die von ihm untersuchte Schale hat gleichfalls Spuren von Strychnin jie daraus ersehen könne, ob Frau Cordus gegen fie etwas untersagen, gesetzt. Die Bergner habe ihr Portemonnaie weglegen müssen, ergeben, aber keine Spuren von andern Zuthaten, wie Heidekrautnehmen würde. Was war das nun wieder? Angell: Sie da man bei dem Zauber Papier und Geld nicht bei sich tragen blüten, Fichtennadeln usw. sollte sich vor den Spiegel stellen und Schwefel und Weinſpiritus dürfe. Dann habe er mit dem Baubermesser einen Kreis gezogen Als erster Zeuge anzünden. Wenn sie dann etwas im Spiegel fchen würde, würde und Misch mußte in einer Echale aus dem See Waffer holen. Er wird der 10jährige Bruno Schmidt, der bei Jänides in Pflege sie annehmen können, daß Frau Cordus gegen sie etwas vornehmen und die Bergner tranten das Wajier fast aus, gewissermaßen um sich wahr, vernommen. Er ist mehrfach vom Angeklagten zur Berguer würde. Präs. Sie hatten wohl mit ihrer Wahriagerei über- innerlich zu reinigen. Mit dem Rest des Wassers besprengte er den geschickt worden, um Geld zu holen, hat auch folches bekommen. haupt viel zu thun? Angel: Ja, sehr viel, ich hatte den Kreis. Dann mußte der kleine Wisch nochmals Wasser holen, er Er ist auch einmal mit zu Just gewesen und hat gesehen, daß dort ganzen Tag zu thim, mischte die Zaubermirtur in die Schale, and die Bergner mußte mit einer Flüssigkeit, die aus einer Flasche gegossen wurde, ge= von Morgens früh bis Abends spät. dreimal die vorgeschriebene Beschwörungsformel fprechen räuchert wurde." Als Jänicke die Partie nach dem Teufelsfee Die Herrschaften bezahlten, ohne daß ich etwas forderte. Aus und dann die Schale in drei Abjäzen leeren. Dann ging man in machte, hat Frau Jänide den Jungen mitgeschickt, damit dem mehreren zur Verlesung gelangten Briefen, die am Kopfe ein den Wald hinein. Angeklagten nichts passiere. Von der Vorbeschwörung" am Der Tod der Bergner. mystisches Sympathiezeichen tragen, geht hervor, daß der AngeTenfelsiee weiß der fleine Zeuge nichts. Bei der richtigen flagte der Bergner die tollsten Sachen einzureden verstand. Nach etwa 17 Schritten fiel Frl. Bergner auf das Geficht. Er Beischwörung habe Jänide die Kutte und die Maske angelegt und In einem Briefe vom 6. März jagt er, es thue ihm sehr leid, ihr will sie umgedreht, ihre Taille aufgemacht und sie angerufen haben, als er in die kleine mit Wasser gefüllte Schale das weiße Pulver mitteilen zu müssen, daß er Frau Cordus noch nicht aufgefunden ohne daß sie noch ein Lebenszeichen von sich gab. Er hat sich dann hineinstreute, habe er sich erst nach der Berguer umgesehen, damit habe. Er glaube, man werde schweren Stand mit der Frau haben ihr Portemonnaie und ihre Schlüssel angeeignet und auch wahr diese nichts sähe. Er habe dann die Schale der Bergner gereicht und bitte um ihren Besuch. Ein Brief der Berguer an den Anscheinlich in der Annahme, daß es sich um ein Wertobjekt handle und gesagt: fie solle aber auch alles austrinken und keinen Tropfen getlagten spricht u. a. davon, daß sie mit der Flamme" feine große einen Talisman, den sie um den Hals trug, angeeignet, diesen aber darin lassen. Sie that es, mußte die Schale über ihren Nach etwa 15 Schritten Mühe gehabt habe. In einem Briefe vom 9. März bittet Jänide weggeworfen, als er sah, daß es sich um werthlofes Papier handelte. Rüden werfen und ihm folgen. un Geld. Er brauche es wirklich dringend. Wenn sie morgen zu Dann hat er die Schale, die Kutte und die Larve weggeworfen und sei die Berguer niedergestürzt, Janice habe gesagt, fie ihm komme, dann solle fie feiner Frau nichts sagen und nichts von ist, ohne sich um die am Boden liegende Bergner weiter zu bewerbe wohl ein Gespenst gesehen haben. Jänicke habe ihr etwas den Geschäften sprechen, fcnft gelinge es nicht, man müffe zu fümmern, mit dem kleinen Misch schleunigst nach Berlin gefahren. vom Halse abgebundeft, was schwarz aussah und aus geug bestand, jedem Dritten stillschweigen, das sei Bedingung. Er verlangt Bräs.: So schlug Ihnen das Gewissen! Und in Ihrer und habe es weggeworfen, indem er sagte: davon sei sie gewig 16 M. und 4 w. für seine Auslagen. Dann muß Fräulein unendlichen Geldgier find Sie in Sie in Berlin fofort in die ohnmächtig geworden. Sie sind dann beide von der Bergner weg Bergner aber wohl mißtrauisch gegen die angebliche Bauberei des Wohnung der Bergner geeilt, haben diese mit dem in Ihrem gelaufen und nach nach Berlin gefahren. Unterwegs hat ihn Angeklagten geworden sein, dafür spricht ein Antwortsbrief des Besig befindlichen Schlüffel geöffnet und dort nach Herzensluft ge- Jänice gefragt, ob die Bergner Geld habe und legteren, in welchem er sehr unangenehm wird. Er schreibt darin: plündert.- Angell: Der fleine Misch, welcher in meinem Auf- es liege? Eie find dann sofort in die Bergnersche Wohnung was sie eigentlich von ihm dente, sie habe ihn außerordentlich ge- trage tags vorher bei der Bergner gewesen war, hatte mir erzählt, gegangen, genommen und der Kleine fränkt, wenn sie nicht Abbitte leiste, dann würde er nichts mehr mit daß in der Küche noch viel Geld liege und da dachte ich, es wäre hat ihn beim Wegschaffen der Sachen nach der Pfandleihe, wo ihr zu thun haben. Er gebe ihr zu erwägen, was sie thun wolle. doch schade drunt, wenn er sich dasselbe nicht aneignete. Präs. Jänicke etwa 28 M. erhielt, geholfen. Dem Jungen ist von dem AnEr sei im stande, sie wohlhabend zu machen und überlasse ihr mun, Von der Beschwörung war bei Ihnen nun nichts mehr zurück geklagten bedeutet worden, nicht von dem Borgefallenen zu sagen, was sie unternehmen wolle. Entweder vertraue sie ihm und schide geblieben. Sie dachten jezt nur noch an sehr Reales: an Geld und sonst tomme er auch ins Gefängnis, und hat 1,05 m. von dem Anihm das, was er branche, oder aber sie rechne auf, was sie ihm bis Geldeswert. Sie holten sich das Geld aus der Küche der Bergner, geflagten erhalten. Aus Furcht hat der Zeuge bei seiner babin gegeben und ihre Verbindung sei abgebrochen. Der Annahmen die Stoffe, aus denen Röcke angefertigt werden ersten Vernehmung vor dem Untersuchungsrichter nicht gleich getlagte erklärt, daß er nur deshalb zornig auf Frl. Bergner ge- follten, in einem großen Bündel an sich, stablen ferner einen Pfand die Wahrheit gejagt. Auf Befragen des Verteidigers bestätigt wesen sei, weil sie ihm gesagt habe, die Cordus fcheine schein, auf den die Bergner einmal einen Regulator verjeszt hatte der Beige, daß die Bergner es gesehen hat, als Jänice die doch besser zaubern zu können, als er. In und verfepten diese Sachen schleunigst bei einem Pfandleiher. Nun Flasche mit Blausäure im Walde auspackte, daß sie aber nicht ge= einem ferneren Briefe teilt er ihr wieder mit, daß er ihr ein fam Just, dem Sie vorgeredet hatten, daß bei ihm eine Beschwörung fragt habe, wozu dieselbe sein solle. Der Angeklagte behauptet: Serienlos vom Bigeimerhauptmann Petermann verschaffen tönne. mit einer weißen Taube stattfinden müsse, um die Bergner in ihn er habe, als er das Pulver in die Schale geschüttet, daran genippt; Gie solle ihm 60 m. schiden und löune sicher sein, daß sie mindestens verliebt zu machen. es habe sehr bitter geschmedt und da habe ihm die Bergner die er hat das Geld Schale weggenommen und gesagt: Ach, Sie sind ja ein Hasenfuß, geben Sie mal her! Hierauf trat die Mittagspause ein. Just. Der Diener Hermann In st, augenblicklich außer Stellung, hat den Jünicke im Februar infolge einer Annonce kennen gelernt, in ivelcher er sich als.Zigeuner Jünicke" zum Kartenlegen und Ei- deuten anpries. Er glaubte, ein Mittel zu erhalten, um Frauen und Mädchen Liebe zu ihm, dem verheirateten Manne, einzuflößen. Der Angeklagte sagte, daß er das machen könne und gab ihni ein rötliches Pulver, womit er einen Brief schreiben und den Brief einen Tag liegen lassen sollte. Außerdem sollte er eine Blume in eine rötliche Flüssigkeit stecken und trocknen lassen und sie in den Brief legen. Er hat 5 oder 6 M. dafür bezahlt.— Präs.: Haben Sie das Mittel auch probiert?— Z e u g e: Ja, mit einem Mädchen in der Pcrlebcrgcrstraßc, eS hat aber nichts genutzt. �Heiterkeit.)— Präs.: WaS geschah nun, als das Mittel versagte?— Zeuge: Dann gab er mir ein Pulver, welches nach Naphthalin roch und welches ich aus die Treppenstufen streuen sollte.— Präs.: Haben Sie es auch gethan?— Zeuge: Ja wohl, mit einer altern reichen Dame, aber es hat nichts gewirkt.(Heiterkeit.)— Präs.: WaS geschah dann?— Zeuge: Er sagte, dann müssen wir die Geister beschwören, wenn ich Mut habe. Er räucherte alsdann mit einer Flüssigkeit, ich mußte„Mephisto" sagen. aber der Geist kam nicht.— Präs.: Warum denn nicht?— Zeuge: Er sagte, ich müßte den Geist erzürnt Ijabcn und es müßte nochmals versucht werden. Ich mußte mit Blut einen Zettel schreiben, der etwa folgenden Wortlaut hatte:„Lieber Geist, ich wünsche von Dir. daß Frau Friederike v. B. von dieser Stunde an bis aus Ende . mich liebt über alles und alle meine Wünsche sofort erfüllt. Sie soll für mich sorgen und mir sofort aus Liebe zu mir 150 M. schenken. Später soll Frau H. und Frau G. mich lieben mit der ganzen Glut ihres Heraus. Diese drei Weiber sollen keinen andern lieben als mich � allem. Lieber Geist, wenn Du es niackst, daß alle diese Weiber ohne -mir keine Ruhe haben, so will ich Dir ewig dienstbar sein."— .Präs.: Nun, konnten Sie sich denn nicht selbst sagen, daß ein so unglaublicher Unsinn Ihnen nicht helfen konnte?— Zeuge: . Geholfen hat's ja allerdings nicht.(Heiterkeit.)— Der Zeuge erzahlt ; auf weiteres Befragen des Vorsitzenden, daß Jänicke»hm alsdann gesagt habe, eS müsse der Geist zunächst versöhnt werden.— Präs.: Haben Sie ihm nochmals Geld gegeben?— Zeuge: 15 M.— Präs.: Haben Sie für den Angeklagten mal Blausäure und Strychuin besorgt?— Zeuge: Jawohl, die Blausäure für den Hund und das Strychuin für Mäuse. Wenn der Angeklagte seine Beschwörungen vornahnl, murmelte er immer unverständliche Worte. Einmal sagte er, er habe den Geist in Gestalt einer schlvarzen Katze mit großem Schwanz auf meiner Schulter gesehen, ich habe aber nichts davon gemerkt. Heiterkeit.) Der Angeklagte hat dann dem Zeugen in Aussicht gestellt, daß er mit Hilfe der Zwerge am Teufelssee den Geist versöhnen und 1�0 Rt. erlangen könnte. Er hat sich dann mit ihm auf den Weg gemacht, hat in Rowawes eine weiße Taube gekauft und beide giiigcu au den Teufelssee. Dort umschritten sie den See, Jänicke kniete nieder, murniclte etivas und gebot ihm. die Taube fliegen zu lassen. Als das geschehen war. sagte er: Sie haben nun erreicht, wonach Tauscnde sich sehnen. Der Zeuge erklärte, daß der Geist aber nicht erschienen war. Jänicke erwiderte: Desto besser, sonst wäre es Ihnen vielleicht so gegangen, wie der Bergner.„Was ist mit der Bergner?" fragte der Zeuge und Jänicke erklärte: Sie ist tot! Sie hat die ihr gewordenen Weisungen nicht befolgt und da hat sie der Geist mitte» aufs Wasser geführt, eS sei eine Flamme cmporgeschlagen und Frl. Bergner war nicht mehr. Auf der Rückfahrt. während der Zeuge noch erschüttert war von der Nachricht, hat Jänicke ihm gesagt, er niüsse noch ein Werk für den Geist verrichten. Er müsse zur Wohnung der Frl. Bergner in der Reichenbergerstraße gehen und zwei Nähmaschinen für ihn holen. Dessen hat er sich geweigert, es fcanit aber übernommen, einen Zettel nach der Reichenbergerstraße. m welchem Jänicke so that, als lebte die Bergner fort, zu tragen. Auch diesem Zeugen hat der Angeklagte anbefohlen, von der Beschwörung am Teufelssee niemand etwas zu sagen. Kriminalinspettor Braun berichtet über die Recherchen, die nach der vermißten Bergner an- gestellt wurden und über die bekannten Ilmstände', unter denen die� Verhaftung Jänickes schließlich erfolgte. Dieser stellte zunächst die ganze Sache als harmlose Beschwörung dar. Nach Ansicht der Polizei hat wohl Jänicke die Absichi gehabt. Just auch nach dem Teufelssee zu führen und ihn gleichsfalls dort ver- schwinden zu lassen. Er mochte sich wohl gesagt haben, daß, wenn der verheiratete Just dort am Teufelssee bei der Bergner gefunden wurde, man sicher auf ein Licbesdrama und Selbstmord schließen würde. Der Zeuge hat den Jänicke keinesivegs für geisteskrank, sondern für einen ganz verschmitzten Menschen gehalten, der von vornherein tvnßte, was er nnt der Bergner machen wollte und in seiner Bauernschlauheit die übrigen gefoppt hat.— Der Verteidiger Dr. Braun meint. daß damit doch die unglaubliche Dummheit in Widerspruch stehe, daß der Angeklagte zu solcher That den kleinen Misch mitgenommen hat.— Zeuge giebt zu, daß es eine Dummheit war, den Jungen auch noch in die Wohnung der Bergner mitzunehmen, nieint aber, daß er sich wohl in der Intelligenz des ' Knaben getäuscht habe. Zeugin Frau Beck hat nnt der Bergner als Flurnachbarin in demselben Hause gewohnt und von ihr von der Frau CorduS gehört. Die Bergner habe früher manchmal gesagt, sie wolle nach Granada gehen, dann aber habe sie plötzlich gesagt, sie brauche das nicht mehr, de'nnihr sei viel Glück prophezeit; Frau CorduS habe ihr gesagt: wenn die Bäume blühen ivcrden. werde auch ihr Glück blühen.' Von Jänicke hat sie nichts erzählt. Am 20. März hat sie mitgeteilt, daß sie am nächsten Morgen ganz früh nach Potsdam reisen müsse, sie hat die ganze Nacht gearbeitet und die Zeugin hat sie dann nicht wieder gesehen. Den Angeklagten hat sie am 21. März mittags mit dem kleinen Knaben vor ihrer Thür gesprochen. Er hatte angeklopft und gesagt, Frl. Bergner lasse grüßen und bitten, sich nicht zu ängstigen, wenn sie spät abends oder erst morgen früh komme.� Er behauptete, sie wäre seine Cousine und befände sich bei ihm Beusselstraße 4. Die Zeugin schildert ausführlich. wie der An- geklagte unter dem Vorgeben, daß er etwas mitbringen solle, die� Wohnung der Bergner aufgeschlossen und dann, mit großen Bündeln bepackt, das Haus verlassen habe. Am nächsten Tage hat dann Just den angeblich von Fräulein Bergner geschriebenen Zettel überbracht, sie sah, daß dies nicht mit deren Handschrift ivar und so ist denn der Verdacht immer größer ge- worden, namentlich als Jänicke am nächsten Tage wieder im Hause erschien und von der Zeugin und dem Hanswirt Rudolph gestellt wurde. Er hat sich Engen Müller genannt und gesagt. Frl. Bergner habe sich den Arm verbrannt und weile bei ihm in der Beusselst'r. 4. Darauf folgte die bekannte Sccue. daß die Zeugin den Angeltaglen nach der Beusselstraße begleitete und dieser in der Turm- straße ein Haus nrit doppeltem Ausgonge benutzte, um zu entwischen. Die Zeugin erklärt mit großer Lebhaftigkeit, daß Jänicke sie erst aufgefordert habe, mit ihr in einer Droschke nach Moabit zu fahren. Das hätte sie aber um keinen Preis gethan. denn sie hätte das bestimmte Gefühl gc- habt, daß er sie dann auch um die Ecke gebracht haben würde!— Es wird librigcns festgestellt, daß zu der Zeit, als Fräulein Schnell den Angeklagten kennen lernte, dieser große Ohrringe(nach Art der Zigeuner) getragen hat. Mit der Zeugenvernehmung wird noch bis zu später Abendstunde fortgefahren und dann die Sitzung auf Sonnabend S>/s Uhr vertagt. Berliner Partei-Angelegenheiten. Ter Wahlvercin des zweiten Reichstags-Wahlkreises veranstaltet zun« Sonnabend einen Ausflug nach der Treptow- Stern warte. Herr Direktor Archeuhold hat sich mit dankensiverter Freundlichkeit bereit erklärt, den Mitgliedern einen Vortrag zu halten über:„Meine Beobachtung der totalen Sonnen- finstern'is in Algier". Die Mitglieder werden daher ersucht, kurz vor 9 Uhr vor der Sternwarte zu sein. Um 9 Uhr beginnt der Vortrag, danach Besichtigung des Fernrohrs. Billets sind zu dem ermäßigten Preise von 50 Pf. in allen Zahlstellen erhältlich. Ein Kinderfest, das von den Parteigenossen des 4. Reichs- tZags-Wahlkreises Osten arrangiert worden ist, findet am Montag in JmbS Ostbahn-Parl, Rüdersdorferstr. 71, statt. Wie in früheren Jahren, so wird auch diesmal zu erwarten sein, daß die Arbeiterschaft sich mit Kind und Kegel zahlreich an dem der Jugend gewidmeten Fest beteiligt. Die Parteigenossen des S. Berliner Reichstags-Wahl- kreiscs halten am heutigen Sonnabend in der„Brauerei Friedrichs- Hain" am Königsthor ein V o l k S f e st ab, zu dem die Arbeiterschaft Berlins und der Umgegend hiennit eingeladen wird. Das Fest be- steht auS Konzert und Tanz; um 9 Uhr findet die Aufführung der lebenden Bilder„Aus dunkler Zeit" statt. Achtung, 6. Wahlkreis! Um denjenigen Arbeitgebern, welchen es an Zeit mangelt, Gelegenheit zu bieten, sich dennoch in die W a h l I i st e n zu der bevorstehenden Ge Werbegerichts- Wahl eintragen zu lassen, haben sich untenstehende Genossen bereit erklärt, Anmeldungen in Empfang zu nehmen und richtig ab- zuliefern. Auch find daselbst Formulare zur Eintragung in die Wahllisten zu beziehen und wird jede Auskunft erteiit: Für den 37. Wahlbezirk bei: Hoppe, Ackerstr. 21; Dieke, Ackerstr. 123; Hilgenfeld, Bergstr. 60; Geisler, Veteranenstr. 4; L i n s o w, Anklamerstr. 53; für den 40. Wahlbezirk bei: Seidel, Neue Hochstr. 38, Krause, Müllerstr. 7a, Giesel. Bohenstr. 40, D obath, S ellerstr. 3; für den 46. Wahlbezirk bei: Krawczak, Müllerstr. 159a, Tausche!, Wiesenstr. 29, Dornbusch, Päse- walkerstr. 9. Wir ersuchen unsre Genossen, welche Arbeitgeber sind, sich zahlreich eintragen zu lassen und überhaupt sich recht rege an der Wahl zu beteiligen, um zu verhindern, daß Leute gewählt werden, deren Urteil durch den engherzigen Klastenstandpunkt beeinflußt wird. Vommunktles. Schulversäumnisstrafeu. Nacks einem Schreiben des Oberpräsidenten von Berlin an den Magistrat haben der Kultusminister und der Minister des Innern unter Abänderung des bisherigen Ver- fahreus, wonach die F e st s e tz u n g und die Einziehung von S ch u l v e r s ä u m u i s st r a f e n ans Antrag der städtischen Schul- dcputation durch das Polizeipräsidium bewirkt wurde, genehmigt, daß die Befugnis zur Festsetzung und Einziehung von Schulversäumnisstrafen in Berlin bis auf weiteres den« Ober» b ü r g e r m e i st e r übertragen werde. Das vorgeschlagene Ver- fahren soll nach Beschluß des Magistratskollegiums vom 1. April 1901 in Kraft treten. Auf 98 700 Mark belaufen sich, wie jetzt festgestellt ist, die Kosten, die den Berliner Steuerzahlern aus der StraßenauSschmncknng bei Gelegenheit des vom ö st r e i ch i s ch e n Kaiser hier ab- gestatteten Besuchs erwachsen. Wegen der Nachbewilligung der 48 700 M. mag es vielleicht noch eine recht interessante Debatte im Stadtparlament geben. An Stelle der auf den« Riesclgut HcinerSdorf eingerichteten H e i m st ä t t e für Genesende, welche bekanntlich durch Blitzschlag unbrauchbar gemacht worden ist, sollen nach Beschluß des Magistrats- kolleginms daselbst zwei Baracken zu je 16 bis 13 Betten, um die Pfleglinge vorübergehend daselbst unterbringen zu können, errichtet werden. Vom FleischtranSport. Das Magistratskollegium hat be- schlössen, dem vom Polizeipräsidenten beabsichtigten Erlaß einer Polizeiverordnung betreffend den Transport von' Fleisch seine Zu- stiminung zu erteilen._ Uoksles. Für Kartoffelesser sind Juni und Juli die schlimmsten Monate deS ganzen Jahrs. Um diese Zeit sind die alten Kartoffeln schon recht leuer und obenein schlecht und die neuen sind noch nicht billig. Die alljährliche Steigerung der Äartoffelpreis'e beginnt in der Regel schon in, Lauf des Winters, doch ist sie da zunächst noch gering. Fühlbarer wird sie gewöhnlich erst im Frühjahr, zu Beginn des Sommers aber erreichen die Preise meist eine ganz außerordentliche Höhe. Wenn 10 Pfund Kartoffeln beim Grünkramhändler im Oktober 25 Pf. kosten, dann hat man für dieselbe Menge im Juni 40 Pf. und im Juli oft 50 Pf. zu be- zahlen. Die Karioffelesser aus Liebhaberei— es giebt solche, doch sind sie ziemlich rar— sehen über derartige Preissteigennigen viel- leicht eher hinweg. Aver die Kartoffeleffer aus Zwang— die einpfinden es bitter, daß sie j e tz t s a st doppelt so viel wie im Herb st für ihre Kartoffeln ausgeben müssen. Diese Kartoffeleffer aus Zwang sind leider sehr sehr zahlreich! In ärmeren Familien gehört die Kartoffel neben dem Brot zu den H a u p t n a h r u n g s m i t t e I n. Eine Familie von 2 Erwachsenen und 4—6 Kindern verbraucht davon so große Mengen, daß schon geringe Preiserhöhungen sehr bald recht bemerkbar werden. Wo an jedem Tag durchschnittlich 10 Pfund Kartoffeln verbraucht werden, da müssen iniJuni und Juli für dieses Nahrungsmittel täglich 15— 25 Pf. mehr ausgegeben werden als im Oktober oder November. Das macht etwasaus, wenn man mit Groschen und Pfennigen rechnen muß! Und dieser Mehrausgabe kann sich der Unbemittelte ans keine Weise cnt- ziehen, weil es für ihn gerade bei der Erhöhung der Kartoffelpreise ein Entrinnen nickt mehr giebt. Die Kartoffel ist ja ohnedies schon die letzte Zuflucht des Armen. Sie spielt die wichtigste Rolle in seinem Haushalt, sie be- bauptet Tag für Tag den ersten Platz auf seinem Tisch. Sie ist eS auch, die ihm immer wieder als Ersatz für andre, wertvollere Nahrungsmittel dienen muß.(sobald d'ese im Preise zu steigen beginnen: für Fleisch, für Brot, für bessere Gemüse. Wenn aber die Kartoffel selber teurer wird, dann ist kein Ersatz mehr möglich; eS giebt eben kein Nahrungsmittel, das noch billiger und schlechter wäre als die Kartoffel. Bei richtigen Kartoffel- teueningcu pflegt daher den Allerärmsten auch heutzutage immer »och nur der eine Ausweg zu bleiben, daß sie selbst ihren Verbrauch an Kartoffeln einschränken, d. h.— Hunger n. Die deutschen Richter erfreuen sick in der Scharfmacherpresse hockgetürmten Lobes, wenn sie brav Klassenjustiz üben. Wehe aber einem Richter, wenn er sich getraut, auch dem Arbeiter Gerechtigkeit widerfahren zu lassen. Tann kann er darauf gesaßt sein, daß die Presse, die sich sonst für Stärkung der Autorität um jeden Preis begeistert, ihm ungeniert die angenehmsten Insulte au den Kopf wirft. Ein solches Beispiel giebt gegenwärtig die von Herrn v. Stumm ausgehaltene„Deutsche volkswirtschaftliche Korrespondenz". In seiner letzten Nummer leitet das Uitternehmcrblatt einen Artikel mit folgenden Worten ein: Daß in unsrer Zeit socialpolitischcn Ilcberschwangs sich im großen Publikum zuweilen die klarsten Rechtsbegriffe zu Gunsten w ohlge n, ei nrer Gefühlsregungen verwirren. ist nichts Neues mehr. Daß aber auch im preußischen R i ch t c r st a n d die moderne Socialpolitik bereits die Köpfe zu verdrehen beginnt, dafür hier ein Beispiel. Fragt man nun, wodurch der deutsche Richterstand die schwere Beleidigung verdient habe, daß sich in ihm die Köpfe zu verdrehen beginnen, so rückt das Blatt mit der Meldung heraus, daß ein Arbeiter, her in einem rheinischen Fabritetablisseincnt eine für ihn zu schwere Arbeit nicht verrichten wollte und deshalb stehenden Fußes auf die Straße gesetzt wurde, den schuldigen Lohn für 14 Tage vom Amtsrichter zugesprochen erhielt. In den angeführten Urteils- gründen heißt es: Kläger ist stets seinen Verpflichtungen zur Zu- fr i e d e n h ei t der Beklagten nachgekommen, nur in diesem Fall hat er sich geweigert, die ihm aufgetragene Arbeit auszuführen, obwohl er als Arbeiter dazu verpflichtet war. Wenn ihm auch wiederholt der Auftrag zum Fortbringen der Rohre erteilt ist und er alle diese Aufträge abgelehnt hat, so ist er doch nur einer Verpflichtung nicht nachgekommen. Das Gesetz giebt aber ein Recht zur sofortigen Entlassung nur dann, wenn der Arbeiter beharrlich seinen Versfflicht'ungen nicht nach- kommt. Beklagte hatte also abwarten müssen,' ob Kläger auch noch in einem andren Fall sich weigerte, seine Pflicht zu lhun; dann erst wäre er Verpflichtungen nicht nachgekommen. Diese selbstverständliche Auslegung des§ 123, für die auS jedem Gewerbegericht Dutzende Beispiele beigebracht werden können, und die auch bei aller juristischen Tiftelei gar keiner andren Auslegung Platz machen kann, wird in der„Korrespondenz" zu Gunsten des in seinem Dünkel gekränkte» Unternehmers in eine„erhaben einsam" dastchendeJnterpretation umgeloge». Und das alles, weil das in Betracht kommende Gericht nicht begriffen hat, daß die Unternehmer- Autorität etwas höheres ist als die Autorität der G e- rechtigkeit. Der von dem Unternehnierblatt insultierte Amtsrichter kann noch von Glück reden, wenn es bei der ihm öffentlich zugefügten Beleidigung sein Bewenden hat und er nicht darum, daß er ein gerechtes und daher dem Unternehmertum unbequemes Urteil fällte, mit dem gesellschaftlichen Boykott belegt tvird. Im Berliner fiädtischeu Siechenhause an der Prenzlauer Allee war die Besuchszeit bisher für alle Tage der Woche im Sommer auf die Stunden von 2— 5 Uhr nachmittags festgesetzt. Hierin soll eine den, Publikum wie den Hospitalite» sehr unangenehme Aenderung eintreten. Am Eingang in der Fröbelstraße ist am linken Thorflüge'l ein Blechschild angebracht, worauf bekannt gegeben wird, daß der Besuch vom 1. Juli ab nur Sonntags, MittlvochS und Sonnabends von 2—3 Uhr gestattet sein soll. Die Insassen des Siechenhauses sandten ein mit vielen Unter- schriften versehenes Gesuch um Aufhebung dieser Maßregel an das Kuratorium ab, ohne daß ein Erfolg erzielt wurde. Bedenklich wäre es, wenn das unter den Hospitali'ten verbreitete Gerücht sich be- stätigen sollte, daß die Aendcrnng vornehmlich auf Antrieb des jetzigen Arztes eingeführt ist. der seinen Rundgang uni 5 Uhr be- ginnt, während der frühere Arzt erst um 6 Uhr zur Stelle war. Durch diese Aenderung soll es den Wärte- rinnen unmöglich geworden sein, rechtzeitig ihre Arbeit zu beendigen. Statt nun unter solchen Umständen den Arzt zu bitten. daß er den Rundgang zu einer späteren Stunde beginne, hat man den Bewohnern des Siechenhauses, die doch nicht gut als Gefangene betrachtet werden können, den Verkehr mit ihren Verwandten und Bekannten Ivesentlich beschränkt. Hoffentlich giebt man nun- mehr den lvohl gerechtfertigten Wünschen der Hospitaliten statt und läßt es bei der alten Ordnung. Das Fest der HanStvirtc. Des Alltags ewiges Einerlei weiß eine für den Staat besonders wertvolle und ivegen ihrer Verdienste auch mit Vorrechten aller Art ausgestattete Menschengruppe sich zwei- mal im Jahre angenehm zu verschönern. Zur Sonnwendzeit im Juni wie im Dezember heben frohe Feste an, die vor andren Festen das Angenehme voraus haben, daß sie statt etwas zu kosten, ihren Veranstaltern immer eine hübsche Summe Geldes einbringen. Die Leute, die so des Lebens ungemischte Freude zu schlürfen wissen, heißen Hauswirte und ihre Feste sind als Miets- steigerungen bekannt. Auch jetzt beginnt wieder ein allgemeines Hinanfschraub'cn und bringt die Mieter, vor allem soweit sie kleine Leute sind, fast zur Verzweiflung. Mit welcher Energie diesmal besonders gegen Arbeiterwohnungen vorgegangen wird, zeigt ein Beispiel aus Rixdorf. Dort ist die Mietskaserne Berliner- straße 85 von etwa 60 Partien bewohnt, die sich vorgestern, soweit es möglich war, samt und sonders der Aufmerksamkeit ihres Haus- wirths, eines in Berlin wohnhasten Thierarztes, zu erfreuen hatten. Die Mietspreise in dem Hause sind durchweg um den dritten Teil des bisherigen Betrags erhöht worden; so fordert der Wirt z. B. für eine Behausung, die bisher 13 M. monatlich kostete, jetzt 19 M., und für solche Mietsräume, die 15 M. einbrachten, 20 M. In ähn- licker Weise gehen die Mietspreise in den meisten Arbeitervierteln in die Höhe; und weder dem Staate noch der Stadtgemeinde fällt es ein, wider den Notstand, den die Hauswirte hervorrufen, einen Finger zu rühren. Wohl aber müht sich der Staat, durch Zuchthaus- gesetze, Streikpostenverfolgung und ähnliche Mittel die Arbeiter zu bekämpfen, die mit Hilfe des Koalitionsrechts bestrebt sind, ihre vom ordnungsstützenden Hauswirt beträchtlich verringerte Lebenshaltung annähernd auf alter Höhe zu erhalten. Tie Berliner Musikiustrumeuten-Fabriratio» und von ihren Zweigen ganz besonders der Klavierbau und die damit in Verbindung stehenden'Betriebe der Holz-, Metall- und Filzfabrikation haben sich in den letzten Jahren recht gedeihlich entwickelt. Im Deutschen Reich waren im Jahre 1875 etwa 340 Betriebe mit 5560 Arbeiten: vor- banden. Bei der letzten BerufSzählung hatte sich diese Zahl auf 6745 Betriebe mit einer Arbeiterzahl von 29 233 Personen gesteigert. In der Hausindustrie sind außerdem noch über'2000 Personen be- jckäftigt. Die innerhalb der Spielwaren-Jndustrie beschäftigten Be- triebe und Arbeiter, die zum Teil Musikinstrumente als Spielzeug herstellen, sind hierbei nicht berücksichtigt. Auf die Berliner Fabrikation entfällt in diesem Geschäftszweig mehr als der vierte Teil der Gesamtindustrie Deutscklands. Die Sektion„Berlin" der Benifsgenossenschaft der deutschen Musik- instruincnten-Jndustric zählte 1895 bereits 382 Betriebe mit 11 612 Arbeitern; seitdem find beide Ziffern noch beträchtlich erhöht worden. — Die Gesamtproduktion hatte 1875 einen Wert von annähernd 15 Millionen Mark. 1897 betrug sie 70 Millionen Marl und dürfte bis 1899 um iveitere 10 Millionen Mark gestiegen sein. Auf die AuSstlhr entfallen davon 55—60 Proz. Die Eröffmmgsfeier des in Groff-Lichterfelde errichteten KrankeuhauscA des Kreises Teltow findet am Dienstag, 26. Juni, nachmittags 1 Uhr, statt. Eine furchtbare Familientragödic hat sich gestern früh in der Wrangelstraße abgespielt. Die Eheftan des Klempners Heinrich S o g o I e w s k i hat nach einem Streit mit ihrem Mann ihre vier Kinder aus dem Fenster des vierten Stocks auf den Hof hin abgeworfen und dann sich selbst durch einen Sturz aus dem Fenster umzubringen versucht. Tie Katastrophe ist um so ent« setzlicher, als die Veranlassung nickt, wie in früheren ähnlichen Fällen, in grenzenloser Not und Verzweiflung, sondern mehr in augenblicklich aufwallender Leidenschaft zu suchen ist, wenn auch der Rückgang der wirtschaftlichen Verhältnisse dabei eine Rolle spielte. Üeber die Einzelheiten der furchtbaren That wird folgendes berichtet: In dem Hause Wrangelstr. 126 wohnt seit drei Jahren im zweiten Stock des Quergebäudcs der 29jährige Klempner Heinrich Sogole w Ski mit seiner gleichaltrigen Frau Anna geb. Hozekowsli. Aus der Ehe gingen vier Kinder hervor: Harry, geb. am 28. April 1394, Wall», geb. am 10. Januar 1896. Charlotte, geb. am 18. November 1897. u»d ein 8 Monate alter, nock nicht getaufter Knabe. Sogolewski hat einst bessere Tage gesehen. Als Waisenknabe stand er unter der Vormundschaft eines Gönners, der ihn gut erziehen und in der Klempnerei ausbilden ließ. Er heiratete aber, bevor er Soldat gewesen, und während seiner Militärzeit schrumpfte sein Vermögen von ungefähr 3000 M. arg zusammen. Der Rest ging dann während einer Krankheit drauf. Der Mann arbeitete als Klcnipnergeselle an verschiedenen Stellen, zuletzt in einer Fabrik in der Köpnickerstraße, während Frau S. dic Hausrcinigung besorgte und auch durch Aufwarten noch etwas dazu verdiente. Trotzdem wollte es nicht vorwärts gehen, und von der hübsche» Einrichtung verschwand nach und nach manches Stück. Die ungünstige wirtschaftliche Lage gab häufig zu Verstimmungen zwischen den Eheleuten Anlaß. Im Jäh- Der zorn freß fich Sogolewski auch hieæreißen, sich an seiner Frau Bäder August Scheiding, der feit dem 7. d. M. in Berlin ist und in für den Radfahrverkehr zu verbieten. Unter diesen Umständen thätlich zu vergreifen. Später that es ihm leid und jedesmal der Herberge in der Auguststraße wohnt, nachdem er vorher bei brauchten die Polizeibehörden für Bekanntmachungen der fraglichen strebte er bald eine Versöhnung an, die auch immer zu stande tam. Rummelsburg in Pommern als Hofgänger beschäftigt gewesen war. Art nicht die Form von Polizeiverordnungen zu wählen. Zu den Nachbarn äußerte die Frau oft, sie werde das Leben auf die Scheiding wurde vor dem Hause Frankfurter Allee 100 von einem Straffenat des Kammergerichts verwarf aber die Revision der Dauer nicht ertragen. Am Sonnabend hatten sie noch in voller elektrischen Straßenbahnwagen umgefahren und fünfzehn Schritt weit Staatsanwaltschaft mit folgender Begründung: Der Senat habe Eintracht den Geburtstag der Frau gefeiert. Vorgestern abend jedoch geschleift. Er zog sich eine schiere Quetschung des linken Hüft: allerdings früher die Ansicht der Staatsanwaltschaft geteilt. Jetzt kam es wieder zu einem heftigen Auftritt, weil der Mann nicht so gelents und Abschürfungen am Kopf und an den Schienbeinen zu, nehme er indessen an, daß die Befugnis der unteren Polizeiviel Geld gab, noch hatte, als die Frau erwartete. Es tam aber erhielt auf der Rettungswache I einen Verband mud mußte dann behörden, einzelne Straßen für den Radfahrverkehr zu verbieten, bald wieder zur Aussöhnung, bis gestern morgen plöglich die mit einem Lüdschen Rettungswagen nach dem Krankenhaus am nur ausgeübt werden könne durch den ordnungsmäßigen Katastrophe eintrat. Die Mutter der Frau, die in der Alten Friedrichshain gebracht werden. most Erlaß von Polizeiverordnungen. Die hier angezogene Jakobstraße wohnt, hatte gestern Geburtstag. Frau S. hatte ihr eine Aus den Nachbarorten. VorVersammlungen. eine gut besuchte Versammlung in der Rosenthalerstraße statt. " englische Belargonie gekauft und ihre Kinder heute früh bereits Feuerbericht. Der Löschzug 8 wurde Freitagnachmittag nach Anordnung des Amtsvorstehers von Adlershof sei somit rechts angekleidet, um mit ihnen das Geburtstagsgeschent zu über- Reichenbergerstr. 72 gerufen, wo ein Kind von einem elektrischen gültig und die Freisprechung des Angeschuldigten gerechtStraßenbahnwagen überfahren war. Das Kind wurde von der fertigt. bringen. Die Freude der Kleinen auf den Besuch bei der Straßenbahnwagen überfahren war. Großmutter follte ein furchtbares Ende nehmen. Den Anlaß gab Feuerwehr zwar noch lebend unter dem Wagen hervorgezogen, verstarb aber auf dem Transport zur nächsten Sanitätswache. eine Richtigkeit. Sogolewski wollte von der Pelargonie einen fleinen mittags brannte Blücherstraße 37 Gerümpel im Keller. Donnerstag Ableger nehmen, während seine Frau befürchtete, daß die Blume abend war in der Beuffelstraße ein Bauzauu böswillig in Brand geeingehen könnte. Es gab Streit, der wieder so heftig wurde, daß steckt, doch konnte der Thäter nicht ermittelt werden. Im Wahlverein für den 5. Wahlkreis fand am Donnerstag der Mann im Jähzorn seine Frau ohrfeigte. Als er auf Arbeit geRedacteur Ströbel hielt einen interessanten Vortrag über„ Die gangen war, begab sich die Frau in leidenschaftlicher Aufregung zu allgemeine politische Lage" mit besonderem Hinweis auf die gegen einer Nachbarin, Frau Mann, und schüttete ihr ihr Herz aus. Frau wärtigen Verhältnisse in Ostasien. Unter Vereinsangelegenheiten Man bot alles auf, sie zu beruhigen, und beschwor fie, keinen ersuchte der Vorfigende 8ie gewig die Mitglieder um sofortige und unseligen Schritt zu thun. Sie glaubte auch, ihr Ziel erreicht Die Leiche des bei dem Bootsunglück auf der Oberspree am genaue Angabe ihrer Adressen bei Wohnungsveränderung, da von zu haben, und ging zum Bäder, um das Frühstück zu holen. Montag verunglückten Mechanikers Karl Frante ist jetzt von ben unlängst an die Mitglieder ergangenen Einladungen eine sehr Während dessen ging Frau Sogolewski in ihre Wohnung, fam mit Fischern gelandet worden. Wie uns noch mitgeteilt wird, haben sich erhebliche Zahl von der Post beim Vorstand als unbestellbar zurückihren vier Kindern bald wieder heraus und ging mit ihnen, die an dem Rettungswert außer Herrn Cohn noch mehrere Personen, so famen. Die beim heutigen Sommerfest des 5. Wahlkreises in der nichts ahnten, die Treppe des Quergebäudes hinab und im Vorder- die Herren Bootsmann Schwandt, Buffetier Kammla, Bademeister Brauerei Friedrichshain" mitwirkenden Genossen werden ebenfalls hause wieder hinauf, bis zum Flurfenster im vierten Stock. Dort Rehbinder und Bootsverleiher H. beteiligt. ersucht, frühzeitig zu erscheinen, um alle Störungen in der Aufführung riß sie das Fenster auf und warf blizschnell ihre drei ältesten Die Eröffnung der Fernsprechverbindung zwischen Berlin zu vermeiden. Ferner werden alle diejenigen Genossen, welche Kinder auf das Pflaster des Hofes hinab. Ein Bädergeselle hörte und Paris wird demnächst erfolgen. Die Leitungen von Berlin noch im Besis von, an die Mitglieder gratis zu verteilenden Parteizuerst das Aufschlagen der Körper auf das Pflaster, nach ihm auch bis zur französischen Grenze sind bekanntlich schon seit Monaten be- fchriften sich befinden, ersucht, diese unverzüglich an den Vorstand andre Hausgenossen. Starr vor Entfegen blickten die Leute noch auf triebsfertig hergestellt. Auch die beteiligte Ober- Postdirektion hat abzuliefern. Eine von Hildesheim beantragte Resolution, die die mit zerbrochenen Gliedmaßen daliegenden Kinder, als ihnen auch jetzt berichtet, daß die besonderen Vorkehrungen, welche zur Er- Breßlommission zu veranlassen, daß im Vorwärts" teine Anzeigen schon die Mutter mit dem jüngsten Kinde im Arm nachgesprungen fam. öffnung des Sprechverkehrs zwischen Deutschland und Frankreich von Arbeitsgesuchen aufgenommen werden, wenn in dem betreffenden Sofort wurde die Rettungswache von Bethanien und die nächste seitens des Reichs- Postamts angeordnet worden waren, getroffen Beruf eine Organisation mit gut eingerichtetem Arbeitsnachweis beUnfallstation alarmiert. Aerzte waren bald zur Stelle, fonnten aber nicht viel mehr helfen. Der älteste Sohn gab noch schwache Lebens- find. Von deutscher Seite steht der Eröffnung des Betriebs nichts steht, zeitigte eine ganz unerwartete, und lebhafte Besprechung über nicht viel mehr helfen. Der älteste Sohn gab noch schwache Lebens- mehr im Weg. Dem Vernehmen nach ist auch der französische Teil die Gewerkschaftsfrage. Biegewis erachtet diesen Antrag für zeichen von sich, starb aber bald. Die andern Kinder waren gleich der Verbindung fertiggestellt. Eine amtliche Nachricht darüber ist überflüssig, da diese Frage schon des öfteren in der Preßkommission tot, das jüngste unter der Mutter erdrückt. Diese lebte noch und jedoch in Berlin noch nicht eingegangen. Offenbar ist die franzöfifche genügend erörtert worden sei. Liepmann erklärt sich in dem wurde bewußtlos mit einer Tragbahre nach dem Krankenhause Telegraphen- Verwaltung noch mit den Vorbereitungen für die Er- felben Sinne ganz entschieden gegen den Antrag, ba Bethanien gebracht. Ob fie mit dem Leben davontommen öffnung des Fernsprechbetriebs beschäftigt. wird, ist sehr zweifelhaft. Sie hat schwere Verlegungen am Stopfe, tomplizierte Brüche des rechten Armes und schwere innere Verlegungen davongetragen. Auch die Kinder wurden einstweilen mit einem Rünzelſchen Rettungswagen nach Bethanien gebracht, wo allerdings nur noch der Tod aller vier festgestellt werden konnte. 0100 Gerichts- Beitung. " eine derartige Kontrolle nicht nur äußerst schwierig, am Ende doch zwecklos fein würde. Auch könne er darin feine Empfehlung der neutralen Gewerkschaften" erblicken. Würde der Vorwärts" diesem Antrag gemäß verfahren, dann sei es fast ummöglich, die Arbeitsnachweisanzeigen für den Vorwäris" zu erlangen. Treffender könne Zu der Familientragödie wird nachträglich noch mitgeteilt, daß Die Ausschreitungen an Rosenthaler Thor. In dem aber der innere Widerspruch der neutralen" Gewerkschaften garnicht gekennzeichnet werden! Aber weil diese Idee von Bebel, der auf auch die schwerverletzte Frau wohl kaum mit dem Leben davon Prozesse betreffend den Krawall am Rosenthaler Thor wurde gestern kommen wird. Ihr Befinden war gestern abend unverändert und die Beweisaufnahme zu Ende geführt. Die Zengenvernehmung be- gewerkschaftlichem Gebiet gar keine" Autorität" sei, ausgesprochen andauernd schlecht. Die Leichen der vier Kinder wurden gestern, wegte sich in demselben Rahmen wie am ersten Verhandlungstage. wurde, glaubt plöglich ein jeder in den neutralen" Gewerkschaften Man möge doch be nachdem der Tod festgestellt war, gleich mit dem Rünzelschen Wagen Bei dem argen Durcheinander, welches bei derartigen Menschen- den Stein der Weisen gefunden zu haben. nach dem Schauhause gebracht. Der Streit am Donnerstagabend ansammlungen herrscht, war es den als Belastungszeugen auf denken, daß fast alle bisherigen Lohnkämpfe, wie auch der Ausstand der Straßenbahner, ausschließlich nur von socialdemokratisch entstand aus einer Verlegenheit gegenüber dem Vollziehungsbeamten, tretenden Schußlenten nicht immer möglich, das, was sie mit ihren der die fälligen Steuern einziehen wollte und den die Frau nicht eignen Sinnen wahrgenommen, streng von dem zu unterscheiden, gesinnten und geleiteten Gewerkschaften geführt wurden. Jedenfalls Er wie Barte befriedigen konnte. woraus fie nur Schlußfolgerungen zogen. Die Verteidigung schenkte werde man bald zu andrer Einsicht gelangen. diesen Punkten besondere Aufmerksamkeit. So hatte sie als Sach- find übrigens der Meinung, daß die Gewerkschaften die beantragte verständigen den Hofbüchsenmacher Barella laden lassen, welcher be- Kontrolle selbst ausführen könnten. We Is erklärt sich in längeren gutachtete, daß man sich über die Himmelsrichtung und die Ent- Ausführungen gegen Liepmann, in der Meinung, daß namentlich die fermung, aus der ein Schuß abgefeuert worden sei, leicht irren könne centralen Gewerkschaften bereits seit 16 Jahren die neutrale" und daß auch der Knall eines Revolvers mit dem von einem Explosions- Tattik verfolgen. Uebrigens jei wohl jeder Zohukampf, wie der der ſtoff herrührenden leicht verwechselt werden könne. Die Angeklagten Straßenbahner,„ revolutionär“, indem die dadurch aufgerüttelten blieben dabei, daß man in ihnen die nicht bei den Ausschreitunge affenbach erklärt sich ebenfalls gegen Liepmam für den Antrag, Berufsgenossen zum größten Teil doch Socialdemokraten würden. thätig Gewejenen ergriffen habe. Einer der Angeklagten, der mit einem Stein gegen den Straßenbahnwagen geworfen haben sollte, den man nur als Ausdruck längerer und reiflicher Erwägung be behauptete, daß es nur ein Cigarrenstummel gewesen sei, den er zeichnen könne, um die Organisationen zu schützen! Roth der Preßkommissiou erklärt sich im Der jüngste Angeklagte, der als Mitglied 13 jährige Schüler Bruno Müller hatte sich ebenfalls an dem Liepmanns ebenfalls gegen den Antrag, der nach einigen Werfen mit Eteinen bestätigt. Als er von einem Schußmann er 20 Stimmen abgelehnt wurde. Ein Antrag Mud: Die als Erwiderungen aller genannten Redner mit allen gegen eriva griffen wurde, trat die Menge für ihn ein, der Beamte war argen Führer durch das neue Invalidenversicherungs- Gesez bezeichnete für die 3wede meiner Mißhandlungen ausgesetzt, bevor seine Kollegen ihm zur Hilfe fommen fonnten. Einer der Angeklagten, der Arbeiter Gehrmann, Broschüre an die Mitglieder des Wahlvereins gratis zu verteilen, entschuldigte sich mit Trunkenheit. Von einer Aufforderung der wurde, nachdem sich Schrolle und Wels dagegen erklärt hatten, Schuyleute an die Menge, auseinanderzugehen, will er ebensowenig Philharmonie für Vergnügungen zu erwirten, wird auf Vorschlag ebenfalls abgelehnt. Ein Antrag ägener: Die Freigabe der gehört haben, wie einer der übrigen Angeklagten. des Vorsitzenden der Lokalkommission überwiesen, woraufhin Schluß der Versammlung erfolgte. Der Brief eines Harmlosen. In einem von dem früheren Regierungs- Referendar Dr. v. Kayser aus Punta Arenas( Chile) an einen hiesigen Freund gerichteten Brief finden sich folgende interessante Stellen:„ Ich habe gehört, daß der Harmlosen- Prozeß noch einmal zur Verhandlung gelangen wird. Obwohl es für mich ungeheuer hört wäre, nachdem einmal unfelige Berhältnisse nteiner Beamtenlaufbahn ein jähes Ende bereitet haben, wieder eine eben ergriffene, solide und hoffentlich nicht erfolglose Thätigkeit in Grund und Boden ruiniert zu sehen, werde ich mich dennoch einer erneuten Verhandlung nicht entziehen. Inzwischen habe ich die ganze Ostküste von Südamerika, von Pernambuco bis Feuerland, kaufmännisch bereist, Farmen und Plantagen besucht, ganz Uruguay durchquert und je vier Wochen in Rio de Janeiro nnd Buenos Ayres angestrengt D im Bogen" fortgeworfen babe. Sinne und Umgegend hielt am 16. d. M. im Wirtshause zur Tanne" Vortrag über: Aus der Geschichte Englands" Der Vortrag fand allgemeinen Beifall. Eine Diskussion wurde nicht beliebt. Nachdem noch einige Vereinsangelegenheiten erledigt waren, erfolgte un 114 Uhr Schluß der gut besuchten Bersammlung. Der Socialdemokratische Wahlverein für Reinickendor um Gesellschaft gearbeitet. Jezt foll foll ich nach Europa mit Berichten und Projekten, um dann baldmöglichst und dauernd nach Südamerika zurückzukehren. Die gefund aufstrebenden Zustände in Südamerika bieten jeglicher Art von Unternehmungen, jei es auf fommerziellem, folonisatorischem, journalistischem oder auf welchem Die Verhandlung wird heute zu Ende geführt werden. Gebiet sonst immer die größten und sichersten Chancen, sobald ernste, sachverständige Arbeit auf solider Basis zielbewußt Der Aberglaube im Lande der Denker. Heute, wo in Berlin der Prozeß Jänide die Oeffentlichkeit beschäftigt, verdient eine Gerichtsvorgeht." Das soll am Ende heißen, daß man in Südamerika nicht un- affaire, in der jegt vom Reichsgericht das letzte Wort gesprochen feine Mitgliederversammlung ab. Genosse F. Koyle hielt einen bar" spielen darf. worden ist, besondere Beachtung. Das Landgericht Nürnberg hat am 29. März die Mechaniker- Ehefrau Margarete Bithum Der mutmaßliche Mörder Tiedes verhaftet. Wie das wegen Aufforderung zur Begehung eines Mordes an ihrem Ehemann Polizeipräsidium mitteilt, wurde infolge des veröffentlichten zu 3 Monaten 1 Woche Gefängnis verurteilt. Die Angeklagte bot Signalements gestern abend in Eberswalde der Arbeiter der Näherin Schön 100 M. und ein seidenes Kleid und der BrotKrüger als mutmaßlicher Mörder des zwischen Werneuchen und händlerin Johanna Ehrhardt 50 W., wenn sie ihr ein 3 anber In Adlershof fand am Sonnabend, den 16. d. M., eine Wesendahl ermordet aufgefundenen Maurers Tiede verhaftet. mittel gäben, durch welches ihr Mann vom Leben zum Tod ge- öffentliche Volksversammlung statt. Genoffe Adolf Hoffmann sprach Der Verhaftete hatte auf den Namen Karl Schmidt lautende bracht würde. Sie war des Glaubens, daß diese beiden Damen wirk über die lex Heinze und die fittlich Empörten". Zum Schlny Papiere bei fich, bei ihm wurde das Fahrrad und die Uhr des Erlich im Besiz solcher Zaubermittel seien. Ihr Mann ist, wie es im fordert Referent die Arbeiterschaft von Adlershof auf, sich der hier mordeten vorgefunden. Urteil heißt, ein Säufer und mondfüchtig, die Ehe deshalb eine um- bestehenden Organisation anzuschließen. In der Diskussion sprachen Trinkerheilanstalt. Die von dem Verein gegen den Mißbrauch glückliche. Die Schön ließ an den Ehemann Vigthum von Berlin Inl. Hildebrandt und Meier, der zum Austritt aus der Landeskirche das 7. Buch Mosis" senden und geistiger Getränke mit dem Charakter einer Boltsheilstätte errichtete aus wollte dadurch aufforderte. Ein vorliegender Antrag konnte nicht erledigt werden, Berliner Trinkerheilanstalt bei Fürstenwalde wird Anfang Juli ihrer den Teufel veranlassen, den Mann der An da der überwachende Beamte die Versaminlung wegen der einBestimmung übergeben werden. Der Pensionspreis ist auf 100 m. getlagten zu holen. Schließlich merkte aber die Angeklagte getretenen Polizeistunde für aufgelöst erklärte. monatlich festgesezt; Krankenkassen, Landarmenverbänden, Landes- doch, daß der Teufel ihren Mann nicht hole, und wurde argwöhnisch. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, den 24. Juni, vorm. 8%, Uhr, versicherungsanstalten, Kommunalbehörden. Berufsgenossenschaften Die Schön gab ihr noch mehrere Mittel, die sie bei sich tragen sollte, im oberen Saal des„ Englischen Gartens", Aleranderstr. 27c: Bersamm usw. werden auf Grund besondrer Verträge Pflegefäße gewährt, die und empfahl ihr die Ehrhardt. Bei dieser ließ sich die Angeklagte lung. Freireligiöse Borlesung." Um 10% Uhr vormittags ebendaselbst: den Berliner Säßen für Kassentrante entsprechen. Die Aufenthalts- zuerst die Karte schlagen und fragte dann, ob sie, die Ehrhardt, Vortrag des Herrn Dr. Bruno Wille:„ Die Fortentwicklung des Materialisdauer wird auf mindestens 6 Monate bemessent. ihren Mann aus dem Leben schaffen könne. Die E. gab ihr schließ- mus." Gäfte, Damen und Herren sehr willkommen. lich ein Fläschchen mit einer braunen Flüssigkeit, die sie bei sich Das Befinden des Hofphotographen Pflaum, gegen den tragen sollte. Ju 7-13 Tagen, fagte fie, fei der Mann dann tot. von seinem Lehrling der ausführlich geschilderte räuberische lleber Da er aber auch nach mehreren Wochen noch immer lebte, kam die fall verübt wurde, ist durchaus befriedigend. Herr Pflaum hatte Angeklagte zu der lleberzeugung", daß die Ehrhardt„ doch nicht gestern bereits die Absicht, einen längeren Spaziergang zu machen. Macht genug hatte". Das Landgericht hat die Schön und die Der mit dem Beil geführte Echlag traf mit der Breitjeite den Kopf Ehrhardt wegen Betrugs verurteilt, da sie den Glauben der St., fie und glitt ab, so daß die dadurch entstandene Wunde nicht gefährlich fömten durch Sympathiemittel deren Mann töten, genährt Berliner Cogitanten- Gemeinde. Sonntag, 24. Juni, vormittags war. Die übrigen ziemlich belanglosen Wunden hat sich dann Herr haben. Die St. wurde, wie erwähnt, der Aufforderung 10 Uhr, Kommandantenstr. 20: Vortrag von Dr. Eduard Löwenthal: Bilaum beim Ringen mit seinem Gegner zugezogen. Glaube und Wissen, Landeskirche und Cogitantentum. Die Revision zum Mord für schuldig befunden. = Allgem. Kranken- und Sterbefaffe der Metallarbeiter( Filiale Rirdorf). Bersammlung am Sonnabend, den 23. Juni, abends 9 Uhr, Biethenstr. 69 bei Preßler: Berichterstattung von der Generalversammlung. Neuwahl der Ortsverwaltung. Lokalverband der Elektromonteure und Berufsgenoffen Berlins und Umgegend. Heute 82 Uhr Sigung und Vortrag im Restaurant Bum alten Plätteisen", Schillingstr. 36. bau- steen ge allot Vermischkes. wird be teue der Vigthum tam am Donnerstag vor dem Reichsgericht Bolizeilicher Schuh für die Chinesen. Ein Berichterstatte zur Verhandlung. Die Angeklagte verlangte ihre Freisprechung oder schreibt: In der Nähe der chinesischen Gesandtschaft am Königsplak Berweisung der Sache an das Schwurgericht.- Der Reichsanwalt. fann man jeit einigen Tagen mehrere Kriminalschuglente beobachten. beantragte die Verwerfung der Revision. Festgestellt sei, daß die Wie wir erfahren, hat es hiermit folgende Bewandtnis: Bei der Schön und die Ehrhardt nicht gewillt waren, etwas zu thun, was Ans Konis wird berichtet: Hier herrscht wiederum große Er= Gesandtschaft lief anfangs dieser Woche ein Schreiben ohne Unter den Tod des Ehemanns Vigthum hätte herbeiführen können. Daher bitterung. Anlaß dazu gab die Verhaftung einiger Leute durch fáhrift ein, welches eine Art Drohbrief darstellte. Der Schreiber er- fönne Anstiftung zum Morde nicht angenommen werden, und das nicht im Dienst befindliche Soldaten. Gestern traf der Befehl ein, mahnte die Gesandtschaft, recht bald die Beilegung der Zwiftigkeiten Verlangen der Angeklagten, vor das Schwurgericht gestellt zu werden, daß das Militär auf unbestimmte 3eit hier zu vers im Heimatlande zu veranlassen, da sonst die in Berlin lebenden erscheine ungerechtfertigt. Der§ 49a sei nach seiner Meinung richtig weilen habe. Demzufolge erhalten die Mannschaften dieser das be Chinesen 2c. 2c.! Das Schreiben wurde der Polizei zugefandt, und angewendet. Die Entscheidung des Reichsgerichts lautete wie Tage die Folge war die Kommandienung von Kriminalschußleuten zur folgt: Das Urteil wird aufgehoben und die Angeklagte Viz- Aussage des Matrosen Montierungsstücke nachgesandt. Infolge der Wrante wird gerichtsbehördBewachung des Gesandtschaftsgebäudes. Ferner wurde angeordnet, thum von der gegen sie erhobenen Anklage freigesprochen. Es lich wiederum nach den beiden Personen gesucht, die daß die uniformierten Schußleute die sich auf den Straßen be: wurde angenommen, daß in dem festgestellten Thatbestande teine von dem Schneidermeister Plath und andren Bürgern an dem wegenden Chinesen im Auge zu behalten haben, um erforderlichen Aufforderung zu einem Morde zu erblicken ist, da der" Mord" mit Mordtage zwischen 2 und 3 Uhr nachmittags in Gesellschaft des falls sofort eingreifen zu können. übersinnlichen, immateriellen Mitteln nach dem Winter in der Danziger Straße gesehen worden sind. Die eidlichen Wenn diese Mitteilung auf Wahrheit beruht, dann scheint die willen der Angeklagten ausgeführt werden sollte, das Reichs- Bernehmungen dauern fort, doch ist es sehr schwer. Thatsachen zu Polizei den Chauvinismus der Berliner bedeutend zu überschäzen. Strafgesetz aber nur materielle Mittel voraussetzt. erfahren, zudem die Vertreter der Presse wenig zuvorkommend Ein entsetzlicher Anblick bot sich am Freitagvormittag in der Ungültige Polizeiverordnung. Der Amtsvorsteher von behandelt werden. Der verbotene Jahrmarkt wird nach einer Danzigerstraße dar. Am Eingange zur Weißenburgerstraße, wo sich Adlershof hatte in einer einfachen Bekanntmachung angeordnet, daß Bekanntmachung des Regierungspräsidenten am 5. Juli stattfinden, die Endstation der Rixdorfer Linie befindet, rannte infolge falschen bestimmte Wege von Radfahrern nicht benutzt werden dürften. Der allerdings unter außerordentlichen militärischen Vorkehrungen. Der Bremsens ein elektrischer Wagen so heftig gegen das Pferd eines Radler Everbeck handelte dieser Anordnung zuwider und wurde des Geh. Ober- Regierungsrat M a ubach erhielt zahlreiche Zuſchriften, einspännigen Pferdebahnwagens an, daß das arme Tier überfahren halb mit einem Strafmandat bedacht. Das Landgericht als fo auch eine von dem Vorstand der deutsch- israelitischen Gemeinde wurde und der„ Elektrische" aus den Schienen sprang. Dem Pferde Berufungsinstanz sprach ihn jedoch mit der Begründung frei, daß zu Jerusalem. Seine Anwesenheit hier hat vornehmlich den Zweck, war mehrfach der Vorderfuß gebrochen und es frümmte jene Bekanntmachung keine Rechtskraft habe, weil sie nicht sich gründlich zu unterrichten, damit er später bei einer Interpellation sich unter entseglichen Schwierzen. Acht Mann hatten große in der Form einer Polizeiverordnung und ohne Zustimmung des im Reichstag Auskunft geben kann. Auf kommiffarischen Bericht an Mühe, den Gaul unter Sem schweren Wagen hervor- Amtsausschusses erlassen worden sei. Die Staatsanwaltschaft legte den Minister des Innern ist Kriminalkommiffar Klatt aus Berlin in zuholen. Ueber 1½ Stunden hatte das verwundete Tier dann noch Revision ein und beantragte beim Kammergericht, die Vorentscheidung Konig eingetroffen. Man spricht auch davon, daß der journa auf der Straße auszuhalten, bis es endlich der Roßschlächterei in aufzuheben und E. zu einer Geldstrafe zu verurteilen. Der Ober- istische Drahtverkehr unter Censur gestellt werden Der Greifswalderstraße überwiesen wurde. Staatsanwalt schloß sich diesem Antrage an, indem er folgendes aus- ott. Auf der Straßenbahn verunglückt ist gestern, Freitag führte: Die unteren Polizeibehörden hätten durch eine Ober- Die Eröffnung der Schiffahrt auf dem Elbe- Trave- Kanal bormittag um 11 Uhr der 49 Jahre alte, aus Thüringen gebürtige präsidialordnung unbeschränkte Vollmacht erhalten, bestimmte Wege i hat am Dienstag ihren Anfang genommen. Der deutsche Aerztetag ist gestern in Freiburg im Breis gau eröffnet worden. Es wurde ein Antrag Becher- Berlin auf obligatorische Leichenschau durch Aerzte angenommen; ein Antrag Göz Leipzig betreffend die Ausbildung von Medizinern durch praktische Acetylen: Explosion. Auf dem Grundstüd des Kurgartens in Bab Kösen explodierte ein Acetylen- Gasometer, wobei zwei Arbeiter gräßlich verstümmelt und getötet wurden. 23. N. 28. Auf die auffallend oft wiederkehrende Frage, ob lebensfänglich" und zeitlebens" dasselbe ist?": beide Begriffe unterscheiden sich von einanber ebenso wie schnuppe" und„ egal". 3 m. Nein. M. P. Die Mitgliederliste der politischen Vereine muß allerdings der Polizei ein gereicht werden. Das fann aber für Handlungsgehilfen feinen Grund ab-Y g. 25. Ja. 6. S. 100. Die Postanstalt auf Spitzbergen, die sich in den beiden legten Sommern zur großen Freude der Ueber einen betrügerischen Justizrat wird der Dtsch. ansichtspostkartenschreibenden Spizbergenfahrer am Gisfjord in West- Polizei Privaten mitgeteilt werden, Thut sie es dennoch, so würde sie sich gszig." aus Altona berichtet:" Der Anfang dieses Jahrs ver- spigbergen aufgethan hatte, wird nicht wieder in Thätigkeit treten. ftrafbar und den etwa Geſchädigten vol schadensersazberechtigt machen. Inter- Kontraft. Ja. D. 2. 4. Die Frage ist seit dem 1. Januar storbene Justizrat Jessen, der, troßdem er sich vergiftet hatte, mit Die Vesteraalenſche Dampfergesellschaft, die eine regelmäßige 1900 fireitta, aber nach zutreffender Ansicht zu verneinen. größtem Bomp zu Grabe getragen wurde, hat sich, wie wir f. 8. bereits Sommerverbindung Hammerfest- Spißbergen errichtete und an der J. B. Bredow. 1. Sie können gegen Ihre Auftraggeber auf Erfas gemeldet haben, bedeutender Unterschlagungen zum Nachteil seiner Endstation im Eisfjord ein„ Hotel" erbauen ließ, nimmt die Fahrten des Geldes eventuell Gerausgabe der Sachen flagen. 2. Wechselfchulbo Klienten schuldig gemacht. Durch seine Betrügereien, die er jahrelang nicht wieder auf, da die Linie nicht den nötigen Zuspruch fand. Die sind auch ohne Vereinbarung vom Verfalltag ab verzinslich. zu verdecken wußte, hat er viele Personen, darunter Witwen und deutschen Touristen, die den größten Teil der Spigbergenfahrer Ja. Weißwasser. 1. Es liegt fein Grund zu einer erfolgreichen AnWaisen, an den Bettelstab gebracht. Ganz besondres Aufsehen er- bilden, benutzen vorwiegend die Hamburger Schiffe, bei deren Anfechtung des Testaments vor. 2. Da Sie nicht erbberechtigt find, it beg regt eine neuerdings befannt gewordene Unterschlagung zum Nach funft der Bostmeister von Spizbergen" stets viel zu thun hatte. teil einer hiesigen wohlthätigen Anstalt. Dieser waren 3000 Mart testamentarisch vermacht. Die Zinsen waren alljährlich zur Verteilung an die Insassen von dem Verwalter bereit gestellt. Jetzt hat sich herausgestellt, daß der Verstorbene sich nicht gescheut hat, auch dieses Kapital zu unterschlagen. Die armen Jnfassen haben das Nachsehen. Die Forderung bon 3000 m. ist jetzt zur Masse des Verstorbenen angemeldet worden. Für den Inhalt der Inserate Abernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Sonnabend, den 23. Junt. Schauspielhaus. Nathan der Weife. Anfang 72 Uhr. 0 Uhr. Neues Opern Theater( Kroll). Der Mikado. Anfang 7 Leffing. Daisy( A runaway girl). Anfang 72 Uhr. Berliner. Berlin bei Nacht. Anfang 712 Uhr. Residenz. Die Dame von Marim. Anfang 7 Uhr. Neues. Flitterwochen. Anfang 8 Uhr. Westen. Rhodope. Anfang 7/ 2hr. Schiller.( Morwitz- Oper.) Zar und Bimmermann. Anfang 72 Uhr. Central. Berlin nach Elf. Anfang 8 Uhr. Thalia, Jm Himmelhof. 7 Uhr. Carl Weik. Anfang Am Spieltisch des Lebens. Anfang 8 Uhr. Victoria. Sündige Liebe. Anfang 8 Uhr. Friedrich Wilhelmstädtisches. Wilhelm Tell. Bajazzo. Tann: häuser. Anfang 8 Uhr. Belle Alliance.§ 184. Anfang 8 Uhr. Metropol. Specialitätenvorstellung. Der Zauberer am Nil. Anfang 8 Uhr. 0 Urania Taubenstrasse 48/49. Im Theater abends 8 Uhr: Testamentsvollstreder nicht verpflichtet, Ihnen über die Höhe des Nachlasses Angaben zu machen. E.. 50. 1. Nein. 2. Es müssen Beweismittel 3. Das Amts: beigebracht werden, ob Zeugen oder Urfunden, ist gleich. 2. B. 43. X: Beine in geringem Grad Leichte asthmatische Bes A. W. Die Brenn und Brausteuer ist teine preußische, sondern eine schwerden. Sehschärfe normal. Kleine Erhöhung der rechten Hüfte. LandReich 3 steuer. Die Brennsteuer wird nach einem Reichsgefe von 1887 er: fturm mit Waffe. hoben, die Brausteuer nach einem vom Jahre 1872. Briefkasten der Redaktion. ingericht, in deffen Bezirf gepfändet ist, ist für eine Interventionstlage zuständig. Prater- Theater. Kastanien- Allee 7-9. Täglich: Der wilde Jäger, rom. Sage m. Gesang u. Tanz in 4 Abt. b. Hugo Schulz, Musik v. A. Kerſten. , Von den Alpen zum Vesuv". Ballett unt. Leitung d. Ballettmeisterin Frl. Döring. Auftreten d. Excentric: ChansonnetteMollyVerch, d.Grotesques Duettisten Gebr. Milardo, Tauma: Invalidenstr. 57/62: Tägl. Sternwarte.artett, Ueberle- Truppe, Afrobaten, Nachmittags 5-10 Uhr. " Passage- Panopticum. Vorletzte Woche! Riesen u. Zwerge. Von 7 Uhr ab: Specialitäten- Vorstellung CASTANS PANOPTICUM Friedrichstr. 165. Magische WunderVorstellungen. !! Eine sensationelle Neuheit!! Neu! Nen! Apollo. Specialitäten Vorstellung Rumänische OriginalVenus auf Erden. 8 Uhr. Meichshallen. Anfang 8 Uhr. Anfang Stettiner Sänger. Paffage Panoptikum. Specialis täten- Vorstellung. Urania. Invalidenstr. 57/62. Täglich abends von 5-10 Uhr: Sternwarte. Taubenstraße 48/49. Abends Konzert- Gesellschaft ,, Senescu“. Die Helden des Transvaal- Kriegs. Thalia- Theater. 8 Uhr( im Theatersaal):" Bon Tel. Amt IVa 6440. Dresdenerstr. 72/73. den Alpen zum Vesuv". Schiller Theater ( Wallner Theater). Morwitz- Oper. Sonnabend, abends 72 Uhr Populäre Vorstellung ( bei halben und ermäßigten Preisen): Czar und Zimmermann. Sonntag, nachmitt. 3 Uhr: Populäre Vorstellung ( bei halben und ermäßigten Preisen): Das Nachtlager in Granada. Sonntag, abends 72 Uhr: Die Hugenotten. Montag, abends 72 Uhr: Das Glöckchen des Eremiten. Dienstag, abends 72 Uhr: Der Wildschütz. Central- Theater Anfang 8 Uhr. Sensationeller Lacherfolg! Berlin nach Elf. Nach Beendigung der von fenfatio: nellem Erfolge begleiteten EnsembleGastspiele in Hamburg u Hannover Wiedereröffnung: Dienstag, den 26. Juni. 8 um 189. Male: Im Himmelhof Große Ausstattungspoffe. Victoria- Theater. Alexanderplatz. Sündige Liebe. Sittendrama in 4 Aft. v. A. Steinmann. !! Kleine Preise!! Anfang 8 Uhr. Apollo- Theater. Um 9 Uhr: Mit sensationellem Erfolg: Venus auf Erden. Iben Obed Ferner: Brothers Lebré, Perche- Akrobaten, Fred u. Max, Chinesen. The Greenwood, Pantomime:„ Die musit. Schmiede".. Konzert. Jm Saale: Ball. Anfang 4 Uhr. Eintritt 30 Pf. Numerierter Plazz 50 Pf. Kalbo. Puhlmanns Vaudeville- Theater. Schönhauser- Allee 148. Kastanien- Allee 97-99. Täglich: M Konzert, Theater und Specialitäten Borstellung. Künstler I. Ranges. I'm renovierten Saale: Großer Ball. Anfang 4 Uhr. Lehmann. Ostbahn- Park Hermann Imbs 71 Nüdersdorfer Straße 71 am Küstriner Platz. Täglich Konzert, Theaterund Specialitäten- Vorstellung. Nur erstklassige Nummern. Anf.: Sonntags 4 Uhr. Entree 20 Bf. Kinder 10 Pf. Sperrfis Nachzahl. 20 Bf. Anf.: Wochent. 5 Uhr. Entree 10 f. Kinder 10 Pf. Sperrsiz Nachzahl. 10 Pf. Hermann Imbs, Direktor. Halensee. Sommer Theater Kurfürstenpark" 99 Ludwig Kluge. 9000 See- Terrasse Röderstr. 6, Lichtenberg ( zwischen Landsberger Allee und Dorf Lichtenberg). Verbindungen: Spittelmarkt- Landsberger Allee( Ringbahnhof); Spittelmarkt- Frankfurter Allee( Ringbahnhof), von da mit der Herzberger Pferdebahn bis vor die Thür; Spittelmarkt- Eldenaerstrasse( Central- Viehhof). Herrlichstes Sommer- Etablissement mit 3/2 Morg. grossem See und grossem Vergnügungs- Park 25 000 Personen fassend. Gondel- Korso, Aussichtsturm, Kaffeeküche, täglich geöffnet, vier gedeckte Kegelbahnen, Kinder- Sportplatz, Luftschaukel, 2 grosse Tanzsäle und Variété- Theater. Sonntag, Montag u. Donnerstag: Grosser Tanz. Wochentags: Entree frei! Avis! Sonntag, den 24. Juni: Grosses Doppel- Konzert. TERBELLSCHA See- Terrasse Lichtenberg) b/ Berlin DEUTSCHE BERLIN M.B.H. Brillant- Land- und Wasser- Feuerwerk, grosse Schlachtmusik. 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Weizen, gut *) Roggen, gut " " 222 Kartoffeln, neue, D- Ctr. Rindfleisch, Keule 1 kg do. Bauch Schweinefleisch Kalbfleisch Hammelfleisch Butter D.- Ctr. mittel gering " 9,-6, 1,60 1,20 " 1,20 1, " 15,30 1,60 " mittel gering " 1,60 " " " +) Gerfte, gut mittel gering " 14,70 14,20 14,10 13,60 " 13,50 13,10 " " t) Safer, gut mittel gering " 15,70 15, 14,90 14,20 " 14,10 13,50 " Nichtroh 7,32 6,82 " Hen 9,80 6,20 Cier Karpfen Aale Bander Hechte Barsche Schleie 60 Stüd 1,60 2,40 1,80 3,60 2,20 1 kg dile: 2,80 1,40 2,60 1,20 " 2,40 1, 1,80 0,80 " 2,80 1, Erbsent 40, 25 Bleie Speisebohnen per Schot 20, 1,40 0,80 3, Linsen " 70, 30, Paoli Pengthen Ningho Cove sho 45, 20, Krebse *) frei Wagen 1 Waggon. †) frei Wagen und ab Bahn. Produktenmarkt vom 22. Juni. Getreide. Niedrigere Notierungen im Auslande sowie namentlich Realisierungen, welche eine natürliche Folge der gestrigen Hausfebewegung darstellten, bewirkten matte Tendenz. Amerika fandte allerdings feste Kurse, da jedoch New York und Chicago die Preise 5 Cents höher einsetzten und nur noch 3 Cents höher schlossen, fo ergiebt sich daraus ein Rückgang im Laufe des Verkehrs. Am hiesigen Frühmarkte war die Tendenz ausgesprochen matt, der Verkehr sehr still. Für effektive Ware zeigte sich feine Stauflust. Offerten waren reichlich am Markte, wenn auch außer Rendement. Mittags gaben die Preise noch weiter einen günſtigen amtlichen Saatenstandsbericht aus Preußen erwartet. ym Lieferungshandel stellten sich Weizen und Roggen durchschnittlich 1-1,50 M. billiger als gestern. Der Markt für Futterartikel lag sehr still, Hafer ziemlich behauptet, Mais unverändert. Rüböl verkehrte nach leicht erhöhten Anfangskursen zu gestrigen Preisen. Spiritus loco unverändert. Witterungsübersicht vom 22. Juni 1900, morgens 8 1hr, man Paoting 2139. 1200 3139 Hankau Baigana Estanghsien Chlanguish Badshow Boiguain Baudingusien Silishian Dashing ho Shanghsiho Beitsanga ana Dingdsa signa Tientsin Jangliutshin Wadshygungcheng Shandw gdio Baiting Sin Wangdshiadsh Paiho Asinshaigu Goga Taku Duliudsher oTshenghaihsien MoboTshenghaiksien Wenen 1988.08 Tenkin Tatcheng Kart.Inst. Beseke, Berlin 30 Stationen Better Stationen Wetter Temp. n. 6. Swinembe 758 SSW 1heiter Hamburg 756 0 0 Berlin 758 SSW Franff./M. 758 SW München 3 bedeckt 2wolkig 18 Haparanda 760S 14 Petersburg 760 NO 18 Cort 2wolfen! 11 1 bedeckt 9 76193 4wollig 14 4 bedeckt 16 Aberdeen 755 N 1516. bed. 15 Wien 768 SO 762 Still 3 bedeckt 16 Baris wollig 16 763S 3 bedeckt 15 Unfre Karte zeigt den Schauplatz der sich gegenwärtig in Ostasien| fechte mit den Aufständischen bestanden haben. Tientsin wurde abspielenden Kämpfe. nach den letzten Nachrichten von regulären chinesischen Truppen Vor Tatu antert die internationale Flotte, die fortwährend bombardiert. durch neu eintreffende Schiffe der Mächte verstärkt wird. Die Truppen Admiral Seymours sind auf der Karte als Zwischen Tafu und Tientsin befindet sich eine auf 7000 auf dem Marsch zwischen Tientsin und Peking befindlich verzeichnet. Mann geschäßte chinesische Truppe, bestehend aus Regulären und Ob sie inzwischen in Peking eingerückt sind, wie gerüchtweise verlautet, Borern, die dem gegen Tientsin vorrückenden Entfazcorps ver- läßt sich nicht feststellen. Ebenso wenig läßt sich über die Lage der mutlich den Weg abzuschneiden suchen wird. Die Bahnverbindung Legationen in Peking und die bei( oder in) Peking stehenden zwischen Talu und Tientsin ist zerstört. 1700 Ruffen etwas Bestimmtes sagen. Zur befieren Orientierung benute man die beiden Artikel„ Der Krieg in China". In Tientsin selbst befinden sich 2000 Stuffen und mehrere Hundert Mann der übrigen Mächte, die bereits mehrere blutige Ge5 Wetter Prognose für Sonnabend, den 23. Juni 1900. Ein wenig fühler, vorherrschend wolkig mit leichten Regenfällen und mäßigen westlichen Winden. Berliner Wetterbureau. Briefkasten der Redaktion. Freitag von 7-9 1hr abends statt. Die juristische Sprechstunde findet Montag, Dienstag und G. Hellmuth, Berlin O., Langeftr. 22, Auskunft. R. 111. Ueber Krankenpflege und Samariter- Kursus giebt Ihnen M. F. Das Eisenbahn- Unglück in Steglitz hat sich am 2. September 1883 ereignet. Vereind. Maſchiniſten, Heizer 0000000000000000000000000000000 Verband der Möbelpolierer. und Berufsgenossen Berlins u. Umgegend. Todes- Anzeige. Am Mittwoch, den 20. d. M., ist unser Kollege 138/13 Bernhard Riemkeur verstorben. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 24. b. M., nach mittags 4 Uhr, vom Trauerhause, Stralau, Dorfstr. 52, aus statt. J. A.: Hermann Holz. Danksagung. Für die rege Beteiligung bei der Beerdigung meines lieben unvergeß lichen Manns, des Zimmerers Neuendorf, sagen allen Freunden und Bekannten, insbesondere dem Beerdigungs- Verein Berliner Bimmerleute herzlichsten Dant. Die trauernden Hinterbliebenen. Ostend- Oberschöneweide. Restaurant Sportshans. Empf. Vereinen, Gesellschaften m. Saal, Garten, Regelb. u. Staffeet. Dobslaw. W. Schonerts Restaurant ,, Neu- Seeland, Stralau. Größtes u. schönstes Vergnügungs- Etablissement am Rummelsburger See. 5 Minuten von den StadtbahnStationen Stralau- Rummelsburg und Teptow, sowie Haltestelle der Elektrischen Untergrundbahn. Sonntag, den 24. Juni 1900: JO Großes Sommerfest veranstaltet vont Verband aller im Handels- und Transport- Gewerbe beschäftigten Hilfsarbeiter Berlins und Umgegend. Großes Garten- Konzert. Specialitäten- Vorstellung 1. Ranges. Auftreten der berühmten Ketten- Afrobaten Mr. Manzoni, sowie der Gebr. Helbig, die Könige der Luft, und der Gebr. 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Die Kollegen werden ersucht, sich zahlreich an der Wahl der ( Bewerbegerichts- Beisiger zu beteiligen. Heute Ausgabe der SchlußDer Vorstand. Quittungen. Achtung! Achtung! Centralverband der Brauer und Berufsgenossen ( Sektion der Hilfsarbeiter). Sonntag, den 24. Juni 1900, nachmittags 3 Uhr, im Englischen Garten, Alexanderstraße Nr. 27c: General- Derlammlung Tages Ordnung: 1. Bortrag des Genossen Jahn über: Die Arbeiterfrage der Gegenwart". 2. Wahl des Ausschusses. 3. Diskussion. 4. Verschiedenes. Es ist Pflicht, daß jeder Kollege pünktlich erscheint. Der Vorstand. Achtung! Brauer. 41/2 Achtung! Gemäß dent Beschluß der öffentlichen Versammlung vom 8. April bei Dräsel, Neue Friedrichstr. 35, veröffentlichen wir diejenigen, dem„ Verein der Die Forderungen der Fünfer- Kommission nicht anerkannt haben: Brauerei Brauereien Berlins und Umgegend" nicht angehörigen Brauereien, welche 13976 Pichelsdorf; Pilsener Brauhaus, Veteranenstraße. Die Fünfer- Kommission. J. A.: L. 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