Nr. 147. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 mt., wöchentlich 28 Pfg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5$ fg. Sonntagss Nummer mir illuftrierter Sonntagss Bellage, Die Neue Welt" 10 Pfg. Poft Abonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Eingetragen in der Post Beitungss Preisliste für 1900 unter Mr. 7971. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Erscheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 17. Jahrg. Die Insertions- Gebühr beträgt für die fechsgefpaltene Kolonels geile oder beren Raum 40 Pfg., für politische und gewertschaftliche Vereins. und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg Kleine Anzeigen" jebes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inferate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in derExpedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Mernsprecher: Hmt I, Mr. 1508. Telegramm- Adresse: Socialdemokrat Berlin" Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Fernsprecher: Amt I, Nr. 1508. Ein Sieg. Donnerstag, den 28. Juni 1900. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Fernsprecher: Amt I, Nr. 5121. Die Lage Seymours. Arbeit in den Bergwerken geübt hat. Aber darüber hinaus noch hat diese Wahl eine allgemein politische hohe Be Ein neues Telegramm des deutschen Konsuls in Tschifu, das Die Waldenburger Wahl hat mit einem glänzenden deutung. am Mittwoch früh in Berlin eingetroffen ist, berichtet: Siege der Socialdemokratie geendigt. Das Wolffsche TeleDas Wolffsche Tele- Seit vielen Monaten spricht man von der Flottenbegeisterung Admiral Seymour ist 14 Kilometer von Tientsin umzingelt, graphen- Bureau giebt die folgenden Zahlen als Ergebnis der Wahl: im Bolte, und fabelt davon, die Socialdemokratie, die Feindin des 62 Todte, 200 Verwundete, sehr bedrängt, verlangt 2000 Waldenburg, 27. Juni. Bei der gestrigen Reichstagswahl Flottenwahns und der modischen Weltpolitik, habe in dieser Frage die Mann Hilfscorps, die 25. Juni morgens von Tientsin ausrückten erhielten Sachse( oz.) 13 167, Ritter( Kartell) 11 761 Massen nicht hinter sich. Niemals war die Situation günstiger unter russischem Oberkommando." und Feige( frs. Vp.) 1336 Stimmen. Ersterer ist mithin für den Flottenkurs, als gerade in diesen Tagen der erregenden Auch aus andren Quellen wird die große Bedrängnis diefer gewählt. Nachrichten aus Ostasien und die uns und die uns gegnerische gegnerische frei- Truppen berichtet, dagegen verlautet nichts über etwaige Erfolge Unire Partei erzielte 70 Stimmen mehr als die Gesamt- tonservative Partei ist die eigentliche Flottenpartei. Die der Truppen, die zu seiner Unterstützung aus Tientsin ausstimmenzahl der gegnerischen Parteien beträgt. Im ersten Wähler haben ihr Urteil gesprochen über die Flottenverdoppelung, gerückt find. Die Gesandten als Geisel? ahlgang errangen wir den Sieg, während bei den früheren über die ins Meer geworfenen Milliarden, über die Politik der Wahlen, die günstig für uns verliefen, der Sieg erst Ueberseephantasterei und Chineserei. Der Zorn der Proletarier über in der Stichwahl erkämpft werden fonnte. Und bei die Weltpolitik, die das Volk zu Hause knechtet und ihm den Brotteiner früheren Wahl erreichten wir in der Stichwahl forb hochhängt, hat uns den Sieg wesentlich erleichtert. eine so hohe Stimmenziffer als bei dieser Wahl im ersten Und zu alledem der Brot und Fleischwucher. Das Wahlgange. 1890 hatten wir im Waldenburger Wahlfreise 6334 hat gewirkt. Die Kornwucher- Parteien haben hier einen Vorgeschmac Stimmen, 1893 im ersten Wahlgange 11 386, 1898: 11 403; bei der der kommenden Wahlen. Wahl am gestrigen Dienstag vermehrte sich unsre Stimmenzahl auf Der socialdemokratische Sieg in Waldenburg ist die denkbar 13 167, d. h. wir hatten seit zwei Jahren einen Zuwachs von nicht schärfste Berurteilung der von den Gegnern mit Hurra weniger als 1764 Stimmen. Dagegen erhielten die gegnerischen befürworteten Weltpolitit und ihrer Zwillingsschwester, der Parteien nur 54 Stimmen mehr als der freitonservative Kandidat Brot und Fleischwucher- Politik. in der Stichwahl von 1898 erhalten hatte und über 1000 Stimmen weniger als die bürgerlichen Barteien damals in erster Wahl erzielten. Der Fremdenkrieg. Während auch heute noch Telegramme verbreitet werden, nach denen sich die Gesandten bei den Truppen Seymours befinden, teilt die französisch- amtliche Agence Havas" mit: „ Der französische Konsul in Shanghai meldet von gestern: Die Trippen der vereinigten Mächte rückten in Tientsin ein. Die fremden Gesandten verließen Peking auf der Nordseite mit einer chinesischen Eskorte. Man vermutet, dieselben schlagen die Richtung auf Shán- hai- twan längs der großen Mauer ein. Der Konsul fügt hinzu, der Vicekönig von Nanking und der Vizekönig Chang chihtung hätten ihn beauftragt, der französischen Regierung die Versicherung zu übermitteln, daß sie für den Schutz der Missionare und fremden Kaufleute im Yangt fetiang Gebiet jorgen. Ein Telegramm des Konsuls in Tschifu von gestern bestätigt gleichfalls den Entsazz Tientsins und die Abreise der Gesandten von Peking." Die natürlichste Dentung dieses Telegramms ist die, daß die Chinesen die Gesandten in Sicherheit gebracht haben, um sie als Die Kämpfe um Tientsin. Ueberholte Ereignisse berichtet das folgende Telegramm des russischen Konsul in Tschifu: Laut hierher gelangter Meldung des russischen Oberoffiziers entsegten die russischen Zandtruppen Tientsin. Dieselben hatten 4 Tote und 20 Verwundete. Kleine Abteilungen der andren Mächte rückten in Tientsin zusammen mit ruffischer Artillerie ein. Diese Nachricht wird durch die folgende ergänzt: Der Sieg ist um so glänzender, als er unter überaus widrigen Umständen erfochten wurde. Zahlreiche unirer Man giebt sich jetzt allgemein feinen Illusionen mehr Wähler find in den letzten Jahren aus dem Kreise verzogen, um hin. Man hat jetzt die Ueberzeugung, daß es sich nicht mehr sich in Westfalen lohnendere Arbeit zu suchen. Katholische Arbeiter um eine kleine Revolte handelt, sondern um einen organi- Geiselu zu verwenden. aus Oberschlesien, zu denen noch niemals das Wort der Freiheit gesprochen fierten, vorbereiteten Freiheitskrieg der hat, rüdten an ihre Stelle. Dazu lebt die Bevölkerung, welche an Chinesen gegen die fremden Eindringlinge. die Wahlurne gerufen war, unter einem wirtschaftlichen Druck, wie Eigentlich neue und vor allem zuverlässige Meldungen er im übrigen Deutschland kaum irgendwo so schwer lastet. Und liegen auch heute nicht vor. Ueber den Truppen- Einzug in diesem wirtschaftlichen Druck entspricht der politische Druck: Tientsin laufen bestätigende Meldungen ein, die zugleich dem Kapitalismus hat sich der Feudalismus zugesellt, und beide einige unbestätigte Einzelheiten über die vorangegangenen thum ihr möglichstes, um den Arbeiter in Dummheit zu halten und Stänipfe bringen. Von Admiral Seymour wird berichtet, daß an der Ausübung seiner politischen Nechte zu hindern. Eine er in schwerer Bedrängnis sei. Von den Gesandten und schüchterung und Beeinflussung wurden in unglaublichem Grade Fremden weiß man immer noch nichts Sicheres. Nach einem geübt. Socialistische Flugblattverteiler wurden verhaftet, die Säle Gerücht sind die Gesandten von den Chinesen als Geisel systematisch abgetrieben, die Vorkämpfer der Arbeiter aufs schmähins Innere verschleppt worden, was sicherlich eine als die barbarische lichste verleumdet. Und den„ guten Arbeitern" wurden goldene Berge flügere Politik der Borer wäre versprochen oder um nicht zu übertreiben silberne Uhren, und zwecklose Tötung der Gesandten, zugleich aber auch beweisen die auf den First Pleßschen Gruben jedem Arbeiter, der 25 Jahre würde, daß der Borer Aufstand nur die Maste eines wohldort gearbeitet, nach der Wahl berabfolgt worden sollten. Ob die berechneten allgemein- chinesischen Feldzugs wäre. Auf der Uhren jezt noch geschenkt" werden? andren Seite wird wiederholt, daß sich die Gesandten bei Seymour befinden. Die Engländer und Amerikaner rückten in Tientsin ein, nachdem die Geschüße des chinesischen Arsenals zum Schweigen gebracht und die chinesischen Linien durchbrochen waren. Die andern fremden Truppenabteilungen folgten unmittelbar dahinter. Verluste gering. Ein Telegramm des Vice- Admirals Alegejeff an den Kriegs minister vom 22. Juni bejagt:„ Ein Bericht des Oberst Antiffimoff aus Tientsin vom 19. d. M. bezeichnet die Lage der dortigen Besazung als sehr gefährlich. Der Verkehr sei unterbrochen, chinesische Horden hätten Tientsin umzingelt und befchössen es mit schweren Geschützen, die Der Kandidat, der allein gegen uns ernsthaft in Frage tam, Verluste seien bedeutend, Offiziere und 150 Soldaten feien Kommerzienrat Dr. Ritter, Bergwerksdirektor in Fürst Pleßichen Mehrfach wird wieder von einer Ausbreitung des Auf- tot oder verwundet, ihre Munition für Gewehre und Geschüße sei Diensten, ist Typus eines Vertreters des allgewaltigen Gruben- stands berichtet. Die chinesische Armee unter Tung- Fu- Siang inapp; es halte schwer, einen Durchbruch nach Laku zu erzwingen, fapitalismus. Dieser waschechte Stumm Geselle erhielt soll sich, 60 000 Mann start, den Borern angeschlossen haben. zumal als man Frauen, Kinder und verwundete Soldaten mitnehmen Wahlhilfe von den Nationalliberalen sowie vom Centrum. Die Meldungen über eine Vermittler- Rolle Li- Hung- Tichang müsse. Die Eisenbahn sei vollständig zerstört. Der Bericht ist mir Der fatholische Klerus unterstützte den rücksichtslosen Feind der und andrer Vicefönige fönnen höchstens als Schachzüge durch einen glücklichen Bufall übermittelt worden. General Steffel Arbeiter gegen den Verfechter der Armen und Ausgebeuteten. chinesischer Diplomatie Beachtung beanspruchen, wenn es nicht landte am 20. Juni alle Truppen, die ihm in Tatu zur Verfügung Der Wahlsieg bedeutet die Rechtfertigung und den Dank des auf das Vorhandensein verschiedener Strömungen in der ſtanden, Anissimoff zur Hilfe und er hoffte am 21., nach der Grubenvolts für die Thätigkeit, welche die Socialdemokratie im chinesischen Politik deuten sollte. Reichstage in den Fragen der Berggesetzgebung, des Schutzes der Um den Mord. = Landung der Artillerie, unter Hinterlassung einer Besatzung in Tatu, mit seiner übrigen Streitmacht abrüden zu können. Der Ernst der Lage zwingt mich, außerordentliche Maßregeln zu treffen und heute antisemitischen Konizer Tageblatt" beteiligt sei. Und diese Verleumdung wird geglaubt. Einrichtungen und Mächten. Schon jetzt steht die Autorität der Justiz in diesem konservativsten Teile Deutschlands auf schwachen Konig, den 25 Juni 1900. Füßen. Wie oft habe ich in diesen Tagen das Wort gehört:„ Die Der erste Bürgermeister von Konig gefällt ihm nicht. Herr Nichts unterbricht die graue Eintönigkeit der Tage in diesem Juden decken mit ihrem Gelde alles zu. Rothschild bezahlt alles." Deditius hat nicht gethan, was von ihm erwartet wurde, er hat den fchlafenden Landstädtchen. Das Militär ist da, und so lange es da- So unendlich blödsinnig solche Rebensarten auch find, daß Schlächter Lewh nicht sofort als Mörder eingesperrt. Flugs wird er bleibt, wird nichts geschehen. Der Heldennut, der zum Einwerfen fie geglaubt und zur festen Voltsmeinung werden konnten, ist mittelt, daß er eine Jüdin zur Frau hat. Er nimmt auf sechs Wochen von Fensterscheiben erforderlich ist, hält sich flugerweise im Baum, eine furchtbare Anklage gegen die preußische Volksbildung. Urlaub; sogleich wird versichert: er kommt überhaupt nicht wieder. bis wieder die friedliebenden Ortsgendarmen, die der Stoniger Stimmung Die Koniger Volksschulen- die Stadt hat zwei sechstlaffige Knaben Seit die offizielle Untersuchung die Ritualmordfabel beiseite geschoben Rechnung tragen und das letzte antisemitische Spektakelstück„ gar und zwei Mädchenschulen werden in ihren Leistungen dem Durch zu haben scheint, wird sie mißtrauisch überwacht, werden ihr, wo es nicht so schlimm" finden, die einzigen bewaffneten Vertreter der schnitt durchaus entsprechen. Daß in engen, dunklen Räumen 60 geht, Steine in den Weg geschoben. Ein ganzer Berg haltloser, staatlich garantierten Ordnung und Toleranz sind. Daß es bis 70 Kinder zusammengepfercht werden, trifft man ja auch ander anonymer Denunziationen hat sich aufgestapelt, und eine Reihe von dann aber wieder losbrechen wird, kann man von honetten Konizern wärts an. Was aber geben diese Schulen den Kindern an Einsicht Meineidsprozessen bilden das Gefolge der Untersuchung und wird die allenthalben hören. Freilich, die Leute, die solche Versicherungen und Kraft fürs Leben mit? Wo die Socialdemokratie und die an sich schon erschreckend hohe Ziffer von Weineiden noch mehr in besonders gern abgeben, denken zu allerlegt daran, selber einen Gewerkschaften nicht die Erziehung übernehmen, bleiben die stumpfen, die Höhe schnellen, die schon in ruhigen Zeitläuften Jahr um Jahr Stein hochzuheben. Der anständige Bürger" hütet sich, seine Haut hilflosen Heloten sich selbst überlassen, bis sich der Antisemitismus ihrer im Bezirk des Oberlandesgerichts Marienwerder zur Aburteilung zu Markte zu tragen; gern aber schaut er vom sichern Ort aus zu, bemächtigt und ihrer unklaren Unzufriedenheit ein Ziel giebt. Diese öden, gelangen. Die Sucht, die hohe Belohnung, die auf die Entdeckung wenn fich die volkstümliche Politik zur Erhaltung eines christlichen von der Industrie noch nicht berührten Landstädtchen mit ihrem flein des Mörders gesezt ist, ganz oder teilweise einzuftreichen, wirkt Mittelstande scheibenklirrend Bahn bricht. Man sieht ja auch bäuerlichen und gutsherrlichen Hinterland werden feine Festungen, verderblich. den Erfolg. Die jüdischen Ladeninhaber machen wirklich aus denen ihn der schwächliche Liberalismus nicht mehr verdrängen Hört man Konizer Antisemiten sprechen, so liegt der geheimnisschlechtere Geschäfte, als früher: in einem Manufakturwarenladen, tann. So hat Arnswalde Friedeberg Ahlwardt gewählt, so wird volle Morb eigentlich ganz klar, und es ist nur die unverzeihliche. dessen Besitzer Pole und Katholik ist, hat sich der Andrang der Koniz- Tuchel Herrn Bruhn in den Reichstag senden, wenn es einmal Schwäche der Justiz, wenn die Mörderbande nicht schon längst hinter Käufer besonders aus der Landbevölkerung so gesteigert, daß der gelingen sollte, den polnischen Schlachtschizen zu verdrängen, der jetzt Schloß und Riegel sigt: die Juden brauchten wie alljährlich so auch glückliche Inhaber zu Oktober die Eröffnung eines großen Waren- das Mandat inne hat. in diesem Jahre zu ihren geheimnisvollen Osterritualien Christenhauses, des ersten in Konig, trotz der Miquelschen Warenhaussteuer Konitz ist heute bereits eine solche Burg des Antisemitismus. Er blut. Konizz war diesmal für die Lieferung des Safts an der Reihe. ankündigt. Die fleinen christlichen Kaufleute haben also den Trost, hat sich in der Stadt häuslich niedergelassen und einige staatliche Wie zur Substription auf ein Buch ging ein Zettel unter den Juden tünftig nicht von„ raffenfremdem Ungeziefer", sondern von ihres- Funktionen gleich mit übernommen. In der Mordsache führt er die von Konig und den Nachbarstädten herum, auf dem sich die Mörder gleichen aufgefressen zu werden. Untersuchung auf eigene Faust und ganz ohne die würdige Un- einzeichneten. Hin und wieder erhob eine besorgte Frau oder Tochter Zu der Hoffnung auf materiellen tritt die Ueberzeugung vom nahbarkeit der staatlichen Justiz. Er vernimmt die Zeugen in Widerspruch gegen den gefährlichen Plan und zwar so laut, daß ihre moralischen Erfolge. Es herrscht nur eine Stimme darüber, daß rauchigen Hinterzimmern von Branntweinschänken, er sett Anklage warnenden Stimmen von den an den Stubenthüren lauschenden bie angeblich beschlossene Verhaftung des Schlächters Hoffmann schriften auf, die ein Mann unterzeichnet, gegen den selbst die Vor Dienstmädchen gehört werden konnten. Aber es nügte nichts. Eine nur durch die Tumulte vom 10. Juni verhindert worden sei. Daß untersuchung noch schwebt, horcht auf die Mitteilungen, der Warnerinnen starb in Berlin eines plöglichen Todes. Vielleicht die Staatsgewalt vor dem Volkszorn tapituliert hat, ist zum festen die ihm über den Verlauf der amtlichen Untersuchung wußte sie zu viel und ist umgebracht worden. Den Juden ist jede Glauben in diesem Teil der preußischen Vendee geworden. Man von irgend woher kommen. Den unsinnigften Weiberklatsch, die Schandthat ohne weiteres zuzutrauen. Die That wurde also beschlossen. murrt über den verdammten Judenstaat", in dem man lebt; doch Schauergeschichten, die Dienstmädchen an den Thüren erhorcht haben Nur scheint man eine Zeitlang geschwankt zu haben, wer das Opfer hoffen alle guten Royalisten und Republikaner gedeihen hier noch wollen, nimmt er bereitwillig entgegen und verbreitet ihn. Er hat sein sollte. Ein Knecht, der einem jüdischen Schlächter ein Stück nicht daß ein„ Machtwort von oben" dem jüdischen Treiben bald Freunde und Zuträger in Beamtenkreisen. Der Wortlaut von Bieh bringen sollte, scheint zuerst auserforen gewefen zu sein. Doch Einhalt gebieten werde. Ein Brei tonfuser politischer Vor- Depeschen, die in Konitz aufgegeben worden sind, wird in der rettete ihn sein blasses Aussehen; die Blutmenge, die er liefernt stellungen füllt die Köpfe. Die Minierarbeit der antisemitischen Staatsbürger- Beitung" veröffentlicht. Und um den kleinen Beamten fonnte, war wohl zu gering. Dann verfiel man auf Winter. Der Agitation, die sich mit aller Kraft auf die Stadt und die Provinz Mut zur Pflichtverletzung zu machen, tuschelt er ihnen ins Ohr, daß junge Mann wurde vielleicht mit Hilfe einer jüdischen Gegestürzt hat, zerstört allmählich das Vertrauen zu den hergebrachten der Landrat des Kreises, ein Freiherr von Zedlig, materiell an dem liebten einen dunklen Ort gelockt und dort von der 11 an nacht sofort ein Bataillon deS 10. Regiments abzuschicken, ohne daS Eintreffen von Truppen aus Wladiwo'stock zu erwarten." Die Bewegung der Chinesen. Das deutsche Kanonenboot„Iltis", welches den Peiho nach Tientsin zu aufwärts gefahren ist, meldet, daff große Abteilungen von Chinesen sich Tongku nähern und daß ein sofortiger Angriff erwartet werde. Die Ausländer in Tschifu glauben, dah die chinesische Armee unter Tung-Fuh-Sieug, welche kürzlich den Mohammedaner- Aufstand unterdrückte, sich jetzt vollzählig der Bewegung der Boxer anschließt. Man nimmt an. daß sechzigtausend gut bewaffnete chinesische Soldaten um Peking und Tientsin versammelt sind.— Die chinesischen Offiziere verkünden, daß sie 400 000 Soldaten zur Verfügung hätte». Die Ausländer in China haben den dringenden Wunsch, daß 100 000 Mann europäischer Truppen, davon mindestens 50000 für Peking, in China zusammengezogen werden; auch sind sie für eine große Klotten- demonstration in allen Vertragshäfen, um die in ihrer Haltung schwankenden chinesischen Kaufleute zu beeinflussen.— Diese Meldung spiegelt die große Aufregung, in der sich alle Fremden in China befinden. Infolge von Berichten von Erfolgen der Chinesen gegenüber den Mächten zeigt sich die Volksmasse in wachsender Erregung. In Tschifu eintreffende Kausleute berichten, daß in Niulschwaug Boxers in den Straßen exerzieren. Wie sich herausgestellt hat, haben Soldaten des chinesischen Heers Geschütze und Ausrüstungsgegeustäude an die Boxer verkauft. Ter englische Konsul in Futschau hat die Bitte um Entsendung von Kriegsschiffen aus- gesprochen. Wie es heißt, rücken die Chinesen auf Niutschwang vor. Ausbreitung des AufstandS. Nach Berichten aus Söul zeigt sich eine wachsende feindselige Stimmung gegen die Christen in Korea. Ferner wird aus Hongkong gemeldet: Der Dampfer„Samchui" ist aus Wutschau am Wcstfluß mit einer Anzahl weiblicher Missionare eingetroffen. Der Kapitän meldet. daß die Chinesen im Augenblick der Einschiffung der Frauen eine frcmdenfeindliche Kundgebung veranstalteten, indem sie riefen: „Schlagt alle fremden Teufel tot!" Die in Wutschau zurück- gebliebenen Europäer sind darauf vorbereitet, jeden Augenblick ab- zureisen.— In Kweichiu dauern die Unruhen fort. Der Wasser- stand des West-FlusscS ist niedrig und es ist dem englischen Fluß- dampfer„Sandpiper" unmöglich, Nan-niug zu erreichen. Die chinesische Regierung giebt nur durch zweideutige Kundgebungen von ihrer Existenz Kunde. So haben die Vicekönige in Nanking Liu und in Wutschang Chang-chihtung den Doyen der Konsuln davon in Kenntnis gesetzt, daß sie die Verantwortung für die Aufrecht- erhaltuug des Friedens in ihren Provinzen übernehmen und daß sie 6 Kriegsschiffe aus Shanghai beordert haben, mit deren Hilfe sie sich erbötig machen, für die Aufrechterhaltung der Ordnung und den Schutz der Ausländer in ihren Bezirken sich zu verbürgen. Das sind belanglose Ausstreuungen. Die deutsche Mobilisierung. Das„Marine- Verordnungsblatt" veröffentlicht folgende Kabinets-Ordre. betreffend die Bildung eines Expeditions- Corps nach China: Ich bestimme: 1. Für die Entsendung nach China ist von meiner Marine ein Expeditious-Corps zu bilden, bestehend aus dem 1. und 2. See-Bataillon, einer fahrenden Fcld-Batterie und einem Pionier- Detachemeut. 2. Dem Befehlshaber des Expeditionscorps verleihe ich die gerichtsherrlichcn und disciplinaren Befugnisse eines Divistons- kommaudeurS. 3. Sein Stab besteht aus: einem Stabsoffizier als Chef des Stabs, einem Hauptmann, einem Oberlieutenaut, einem Ober-Stabsarzt, einem Ober-Zahlmeistcr, einem evangelischen und einem katholischen Marinepfarrer, sowie dem erforderlichen Unter- personal. 4. Für das 1. und 2. See-Bataillon ist in Kiel und Wilhelmshaven alsbald je ein Ersatz- Bataillon zu bilden. Aus- führungSbestimmungen erläßt der Staatssekretär des Reichs-Mariue- amts. 5. Die Jnstradierung und Abwickelung des Transports liegt der Marinestation der Nordsee ob. Kiel, an Bord meiner Dacht„Hohenzollern", den 25. Juni 1900. Wilhelm. An den Reichskanzler(Reichs-Mariueamt). Weitere Meldungen siehe letzte Seite Hauptblatt. Nolikiflszv Uebevfichk. Berlin, den 27. Juni. Welt- Wirren. Die Politik der gepanzerten Faust bat die natürliche Wirkung, auf allen Seiten gepanzerte Fäuste zu cutfcsseln. Es sind nicht nur die Fäuste der Boxer und der chinesischen Soldaten, auch eine andre Faust erhebt sich bereits gegen uns: die Faust Japans. Die gestern von uns veröffentlichte Kundgebung aus Mörderbaude abgeschlachtet. Wie die Sccue im einzelnen vor sich gegangen ist, wie es gelungen ist. der kräftigen jungen Burschen zu überwältigen, zu entkleiden und ihm dann den Schächtschnitt beizubringen, das weiß man nicht. Vielleicht ist er von den Juden hynotisiert worden, vielleicht kennen die Juden ge- Heime Zaubersprüche aus der Kabbala. An dem Körper des Ge- mordeten sind, soweit seine Stücke gefunden worden sind, keine Ver- letzungen entdeckt worden, die auf einen vorausgegangenen Kampf schließen ließen. Der chemische Sachverständige hat auch keine Spuren von irgend einem Narkotikum cutdecken können, das zur vorherigen Betäubung angewandt worden wäre. Aber— iver weiß— vielleicht ist auch er gekauft. Auch über den Ort der That sind die Gelehrten des Antisemitismus geteilter Ansicht. Die einen enffcheiden sich für den Keller des Schlächters Lewy, die andren für die Synagoge selber. Beide Vermutungen sind gleich gut, um ein phantastisches Schauergemälde von dem Verlauf der Dinge am Mordabcnd zu ermöglichen. Die takt- festen Antisemiten treten mehr für die Synagoge ein, die unmittelbar in der Nähe der Fundstelle des Rumpfs liegt, und wo ja auch ein Fläschchen angebliches Hühnerblut gefunden worden ist. Die Gemäßigteren glauben mehr an den Lewyschen Keller, der ein geeigneter Schauplatz für den Fall ist, daß nicht ein Ritualmord, sondern ein Sühnemord vorliegt. Diese letzte Version gründet sich auf die weit verbreitete Erzählung. daß ein jüdisches Synedrion über Winter zu Gericht geseffen und ihn wegen Ver- führung eines oder mehrerer jüdischer Mädchen zum Tode verurteilt und hingerichtet habe. Dieser Wahnwitz, diese tolle Ausgeburt des Aberglaubens und der Phantasie schlechter Kolportageromane wird geglaubt. Dafür steht und fällt Könitz. Mau hält die Verbreitung dieser unsinnigen Fabeln so lange für unmöglich, als man nicht den Glößschen Bilder- bogen„Das Blutgeheimnis" in der Hand gehabt hat, der großen Absatz in der Gegend findet. Auf diesem Bilderbogen ist deutlich zu sehen, wie es die Juden treiben. Der Mittelpunkt des im dunklen Brandrot gedruckten Bogens ist eine große Zeichnung. die einen säulengetragenen Saal wohl im Hause des Ober- rabbiners der ganzen Judenheit darstellt. Besagter Rabbiner sitzt mit einem furchtbaren Schächtmesser in der einen und mit einem Fläschchen Blut in der andern Hand an einem Tisch, aus dem sich eine ganze Sammlung derartiger Flaschen mit Zetteln, die .den Ursprungsort nennen, befindet. Er weiht einen„Bocher", der zu seinen Füßen sitzt, in die großen Mysterien ein. die durch ein am. Japan ist in dieser Beziehung höchst lehrreich. Wir erinnerten auch bereits au die Vorgänge von 1895, wie Deutschland sich damals mit Rußland und Frankreich verbündete, um Japan die Siegesbciste seines Krieges mit China abzujagen. Bei früherer Gelegenheit konnten wir nachweisen, ivie schon durch jene ivcltpolitische That der gepanzerten Faust die deutsche Industrie und der deutsche Handel geschädigt ivorden sind. Jetzt kommt, nach dem ökonomischen, der politische Rückschlag. Japan verfügt ohne Zweifel über die weitaus größte Land- und Seemacht in Ostasien, und schlimm würde es sein, kehrte Japan diese Macht gegen Deutschland, in welchem es den Verbündeten seiner Feinde, der Russen, erblickt. In Rußland bereitet man sich bereits auf alle Eventualitäten vor. Ans einer absolut sicheren Quelle erfahren wir.„daß das russische Kricgsministerium an alle zuständige» Behörden telcgraphisch und vertraulich de» Befehl geschickt hat, alles für die Mobilmachung Notwendige vorzubereiten". Die Ordre ist am 18. und 19. dieses Monats(nach uusrem Kalender gerechnet) ergangen. Die russische Mobilmachung für Sibirien wird schon amtlich bekannt gegeben. Es bandelt sich aber um m e h r. Die Lage ist jedenfalls außerordentlich kritisch. In England, in Frankreich tagen die Parlamente und müssen die Regierungen der Volksvertretung Mitteilung über den Stand der Dinge machen. In Deutschland ist dcrReichstag geschlossen. Das deutsche Volk erfährt nichts über den Stand der Dinge und wird mit verbundenen Augen im Irrgarten der Wcltpolitik geführt, an dessen Rand Abgründe starren. Es ist wahrlich Zeit, daß unser Volk sich der ihm dräuenden Gefahren bewußt werde und von der Regierung Aufschlüsse und Rechenschaft verlangt.—_ Wehrpflicht iu China. Die Vorgänge in China haben die dringliche Frage auf- geworfen, ob deutsche Soldaten zur Ableistung der Dienst- Pflicht in außereuropäische Garnisonen verschickt und nach dem Belieben des Militärkommandos im überseeischen Kriege verwendet werden dürfen. Die eifrigen Befürworter der Weltpolitik bejahen diese Frage. Aber ihre Gründe sind nicht st i ch h a l t i g. Die„Berk. Neuest. Nachr." berufen sich auf Artikel 3 der Reichsverfassuug, wonach alle Deutschen dein Auslände gegenüber gleichmäßig Anspruch auf den Schutz des Reichs haben sollen. Dieser Verfassuugsgruudsatz bedingt aber selstverständlich noch keineswegs, daß die Regierung das Recht habe, einseitig zu bestimmen, in w e l ch e r W c i s e der Schutz des Reichs erfolgen solle. Zwar hat der Kaiser unter Zu- stimmung des Bundesrats das Recht der Kriegserklärung, aber der Reichstag ist dadurch nicht zu völliger Eiuflußlosigkeit verurteilt. Er hat das Recht der Bewilligung oder Verweige- rung der erforderlich werdenden Gelder. Hiervon aber abgesehen ist zweifelsohne durch die neueste Phase der deutschen auswärtigen Politik, durch die„Weltpolitik" die ganze Frage in ein neues Stadium eingetreten. Als die Bestim- mungen über die Wehrpflicht Gesetz wurden, war von Erwerbungen in fernen Zonen und überseeischen Gewässern natürlich keine Rede. Für die heutigen Verhältnisse passen diese Besti m m u n g e u nicht mehr. Leider hat der Reichstag sich jüngst mit einer überaus schwäch- lichcn Resolution begnügt, in welcher der Regierung empfohlen wird, „thunlichst" die nach China bestimmten Truppenkörper aus Freiwilligen zusammenzusetzen. So hat die Militärbehörde jetzt Freiwillige aufgeboten, aber eS gehen auch Truppenteile nach Oftasien, deren Angehörige nicht befragt worden sind, ob sie bereit sind, in die Ferne zu gehen, um auf chinesischem Boden ihr Leben daranzusetzen. Wenn die Weltpolitik sich weiter wie in den letzten Jahren ent- wickelt, dann könnten bald einige Zehntausend deutscher Soldaten nötig sein zur dauernden Besetzung von festen Plätzen in Ostasien und gegen etwaige Kriegsgefahren. Solche Aussichten rufen in den weitesten Kreisen des deutschen Volks größte Bc- denken und Besorgnisse hervor, die durch die klimatisch ungünstigen Verhältnisse in Kiautschou noch verstärkt werden.— Iemjches Iieich. Die Furcht vor der Verautivortnng. Die Presse, die eben noch in weltpolitischen, ivild klirreude.i Phanta- und Prahlereien schwamm, zeigt sich jetzt, Ivo den Worten der Ernst folgt, außerordentlich geduckt. Als iu den achtziger Jahren in Frank- reich Ferrh den mit furchtbaren Opfern an Blut und Gut unter- Boden liegendes, mit dem obligaten Schächtschnitt versehenes totes Christenkiud verdeutlicht sind. In der einen Ecke steht der Schutz- heilige aller Juden, Gotthold Ephraim Lessing, auf einem Postament und sieht sich die Sache mit zufriedenem Lächeln mit an. Als Symbol für die jüdische Geldmacht steht rechts eine offene Edelsteiulade, die als„Depot der Fürsten" bezeichnet wird, während links eine mächtige Geldtruhe sichtbar wird, die den„Socialdemo- kratischen Fonds" enthält. Einige Bücher stehen und liegen umher, auf deren Rücken man„Talmud" und„Schulchan AruÄ" lesen kann und an der Wand hängt eine„Proskriptionsliste der Antisemiten"; als erster steht noch Ahlwardt neben Stöcker darauf, während Bruhn und Liebermann von Sonneuberg gar nicht genannt sind. Das ist der einzige Fehler in dem sinnreichen Bilde. daL von einer Liste sämtlicher Ritualmorde seit dem 13. Jahrhundert und von kleinen Eckbildern umgeben ist. die den Raub von Christenkindern durch Juden und mittelalterliche Judenverbrennungen darstellen. Nur insofern ist das Mittelalter ein wenig modernisiert, als man in den Straßen des mittelalterlichen Berlin bereits Firmenschilder wie „Erster Schuhwaren-Bazar" und„Leihhaus" lesen kann. So hat der Künstler auch ftir die Schwachen im Geiste gesorgt. Ich habe diesen Bilderbogen so ausführlich geschildert, weil er mir in seiner Narrheit und Roheit dem geistigen Zustand, in dem sich weite Kreise der Konitzer Bevölkerung befinden, am besten zu ent- sprechen scheint. Dieser Roheit begegnet man in allen Gesprächen. So ist die Sühnemordfabel auf die Formel gebracht:„Er(Winter) hat die Judenschicksel treffe gemacht, und da haben sie ihn.. Folgt die Handbewegung nach der Kehle. Größeren Eindruck noch machte folgende Erzählung eines glücklichen Vaters auf mich: „Vor vier Wochen ist meine Frau niedergekommen. Na, wir wohnen etwas eng in einem alten Hause. Da sagte unsre Nach- barin, eine Jüdin, die noch gelegentlich zu uns kommt und mit der wir früher fteundschaftlich verkehrten, zu meiner Frau, sie solle doch nachmittags in ihren schönen, sonnigen Garten kommen und sich dort erholen. Meine kleine, siebenjährige Tochter hört das mit an, und wissen Sie, was das Kind ruft?: In Deinen Garten sollen wir kommen? Nicht wahr, damit Ihr kille kille macht und uns abschlachtet!— Ja, das Kind ist sehr hell für sein Alter."— Es war ein sogenannter Gebildeter, der mir das im behaglichen Tone erzählte.-- Ich habe es bisher unterlassen, ein Urteil über den Mord selber zu äußern. Zur Begründung einer festen Ansicht fehlt dem Außen- stehenden das Material. Ich neige zu der Vermutung, daß es haltenen Abenteurer-Feldzug in Tonkin begann, war die öffentliche Meinung in Deutschland einig über die verbrecherische Narrheit solcher Gloire- Politik. Und unsre Chauvinisten äußerten damals ihre Schadenfreude über den durch seine eitle Ruhmsucht an den Rand des Abgrunds geführten Erbfeind.; Inzwischen sind wir ja selbst solche Gloire- Politiker geworden, nur daß wir uns Weltpolitiker neuneu. Doch zeigen sich die Helden unsrer Weltpolitik äußerst klein, nachdem sie die Folgen ihrer Handlungen spüren. Mau ist so verzagt, daß mau nicht einmal die Socialdemokratie in der üblichen Weise zu beschimpfen wagt, daß sie, die diese Weltpolitik erbittert bekämpft hat und die Folgen vorausgesagt hat, nun„vaterlaudSloS" fortfährt, die Wahr- heit zu sagen. Nur die„Müucheuer Allgemeine Zeitung" hat den kläglich miß- lungenen Versuch unternommen, unsre Haltung zu schmähen. Wir haben gebührend geantwortet, und das Blatt versucht jetzt eine Antwort, in der sich stilistisch die litterarischen Erinnerungen eines erregten Gymnasiallehrers wunderbar komisch austoben. In den ersten drei Vierteilen ihres laugen Artikels beklagt sich die „Müucheuer Allg. Ztg." über die„Feigheit" deS„Vorwärts", daß er seine Kritik nicht gegen den Kaiser, sondern gegen die verautwort- liche Regierung gerichtet hat. Wir haben jetzt nicht einmal mehr die cynische Offenheit Richards III., wenn wir unser vaterlandsfcindlichcs, auf Vergiftung der öffentlichen Meinung zielendes Handwerk betreiben. Wen» wir erst aus dem Wort von der gepanzerten Faust unermüdlich herumreiten, und dann uns gegen die verfasiungsmäßig verautwort- liche Regierung wenden, so„kneifen" wir. so spielen wir den Ein- fältigen und Harmlosen, anstatt offen zu erklären, daß wir Republi- kaner seien und den Thron unterminieren wollen. Hätten wir das gethan, dann wäre das Münchener Blatt so gütig gewesen, zwar unser Verhalten „nach wie vor als vaterlandsfcindlich zu brandmarken, immerhin aber wäre daS mannhaft gesprochen gewesen, während das jetzige Ausweichen des socialdemökratischen Centralorgaus allzusehr niir an das Gcbahren jeuer ertappten Missethäter erinnert, die alles leugnen und den Gegenbeweis erwarten, oder an das Treiben solcher unreifen Burschen, die hinter der Hecke hervor mit Steinen werfen, sobald man sie jedoch beim Ohr nimmt, es ent- weder nicht gewesen sein, oder sich bei ihrem Stcinwurf doch nichts Arges gedacht haben wollen." Wir können und wollen die„Münchencr Allgemeine Zeitung" nicht hindern, wenn es ihr Vergnügen bereitet, dem Kaiser die ganze Verantwortung für die jetzigen Ereignisse aufzubürden, obwohl uns Republikanern es scheinen will, als ob überzeugte Monarchisten damit ihrer Sache keinen großen Dienst erweisen. Wir hin- ehren die Verfassung, wir rechnen damit, daß der Kaiser ver- gsmäßig nicht verantwortlich zn macheu ist, und daß wir deshalb die Regierung verantwortlich machen müssen, die bereit ist. die de» kaiserlichen Worten entsprechende Politik der gepanzerten Faust zu decken. Andrerseits ist es natürlich, daß die Chinesen. die keine Verfassung kennen, sich naiv lediglich an die W o r t e des deutschen Kaisers halten, in dessen Person für sie der Begriff einer deutschen Regierung sich erschöpfen muß, zumal sie von dem persönlichen Hervortreten Wilhelms II. offenbar eben so viel gehört. wie sie wenig von der deutschen Regierung vernommen haben dürften. Daher ist es auch ganz selbstverständlich, daß, wenn man die Stimmnngcu und die jetzigen Handlungen der Chinesen verstehen will, man i u ihrem Sinn an das rednerisch bekundete Programm des deutschen Kaisers erinnern muß.s Wenn die„Münchencr Allgemeine Zeitung" so mutig ist, in dieser Hinsicht chinesisch zu denken, so bleibt ihr das unverwehrt. Nur gestatte sie nnS, so frei zu sein, iu Hinsicht der deutschen Politik, für die das chinesische Volk ja den Kaiser verant- wortlich machen mag. unsrerseits uns au die verfassungsmäßig allein zur Verantwortung zu ziehende Regierung zu wende». Indessen die„Münchencr Allgemeine Zeitung" macht ihren eignen chinesischen Mut wieder sofort dadurch zu Schanden, daß sie zwar dem Kaiser die Verantwortung im allgemeinen zuschiebt, iu diesem Falle aber leugnet, daß ans„seine" Politik die jetzigen Ereignisse zurückzuführen sind, die wir jetzt beobachten. Wir halten uns auf das' unverdächtige Zeugnis des Bischofs Auzer, des Leiters der Missionen in China, berufen, der klipp und klar ausgeführt hat, daß die Verfolgungen der Missionare in ihrem„ersten und be- deutendsten" Grunde veranlaßt seien durch die Besetzung Kiautschous. Die gebildeten Chinesen hätten aufS tiefste die Schmach empfunden und selbstverständlich seitdem auf eine geeignete Gelegenheitzur Rache ge- 'onneu. Und die ungebildeten Chinesen machten dann alle Europäer, auch die nichtdcutscheu,' etwa östreichischeu, Missionare für jene Eroberung-- Politik verantwortlich. Die..Müucheuer Allgemeine Zeitung" wagt nun allerdings nicht, die Ausführungen Anzers im Wortlaut mitzuteilen; sie begnügt sich mit einem kleinen zusammenhanglosen Citat, auS dem der Sinn nickit g a u z k l a r zu ersehen ist. Aber selbst wer nur dieses Citat liest, mit dem die„Münch. Allg. Ztg." zu entwischen sucht, muß über die plumpe Frechheit staunen, mit der das Blatt den Sinn zu alschen bemüht ist, indem es bemerkt: „Nach diesem Anzerschen Zeugnisse hat weder das kaiserliche Wort von der gepanzerten Faust, noch auch die Jnbesitznahiue von Kiautschou, oder sonst eine diplomatische, beziehungsweise sich bei dem Mord um den individuellen Racheakt eines beleidigten Gatten oder VaterS handelt, der im Jähzorn den ertappten Liebhaber niederschlug und den Leichnam zerstückelte, um die Theile getrennt und unanffällig fortschleppen zu können. Sieht man die Photographie des Getöteten, so begreift man, daß er Frauen gefallen konnte. Und er stand ja auch in dem Ruf. Daß die Untersuchung noch zu einem Ergebnis führen wird, jetzt, wo beinahe vier Monate seit der That vergangen sind, wagt man kaum noch zu hoffen. Die Unterlassungssünden, die in den ersten Tagen begangen worden sind, können nicht mehr gut gemacht werden. Könitz ist nicht so groß, daß nicht eine gründliche Durch- suckmng aller Häuser nach den fehlenden Leichenteilen möglich ge- wescn wäre. Aber man hatte ja die Packleinwand, in die der obere Teil deS Rumpfes eingenäht war, und als man festgestellt hatte, von welchem Schneidermeister sie stammte, glaubte man schon die Hand auf den Mörder gelegt zu haben. Daneben ging vom ersten Tag ab die amtliche Untersuchung, ob ein Ritualmord vor- liegt. Die Synagoge liegt in unmittelbarer Nähe des Fundorts. also wurde dort geforscht. Aber jeder Gegenstand, der in den Mönch- see geworfen wird, mutz in der Nähe der Synagoge gefunden werden, denn sie liegt durch einen später verbrannten und jetzt wieder hergestellten Bretterzaun getrennt an dem einzigen Zugangs- weg von der Stadt aus zum See. Diese ersten Schritte der amtlichen Untersuchung, bei der u. a. auch das Dienstmädchen des Rabbiners gefragt worden sein soll, ob diesem eine solche That zuzutrauen sei, haben die antisemitische Strömung mitgefördert. Seit vielen Wochen beschäftigen sich jetzt Berliner Kriminalisten mit der Lösung des Rätsels. Ich wünsche den Herren vollen Erfolg, wundere mich aber doch, wie die Berliner Kriminalpolizei in der Provinz eigentlich in den Ruf gekommen ist, sie könne Kapitalverbrechen ent- decken.--. Ich nehme Abschied von dem Städtchen. DaS Scheiden wird einem nicht schwer. Selbst die nicht verwöhnten Offiziere sehnen sich nach der Weltstadt Graudcnz zurück. Aber sie müssen bleiben und richten sich für längeres Bleiben ein. Die Verheirateten unter ihnen haben ihre Frauen nachkommen lassen. Ich will nicht undankbar sein. Ein menschliches Wort nehme ich doch au- Könitz mit. Es steht über dem Eingang zum jüdischen Traueracker und lautet:„Der Gedanke unsrer Nichtigkeit und Ver- gänglichkeit— das Bild unsrer Gleichheit und Brüderlichkeit." In Manneshöhe aber war darunter an die Mauer geschrieben: Hepp s Hepp! " militärisch- maritime Aftion, sei es von deutscher, sei es von] Kandidatenmache bei den Antisemiten. Jm Wahlkreis I große Mehrheit des Lands und das Parlament eine unerschütterliche andrer Seite, den Anstoß zum Ausbruch des Boyer- Aufstands ge- Rintelen- Hofgeismar ist als antisemitischer Kandidat. wie bereits Grundlage in ihrem Vertrauen, zu den freien Einrichtungen. geben, sondern im allgemeinen das Mißvergnügen der Chinesen mitgeteilt, ein Fabrikbefizer Rudolf Bogel aus Oberweiler bei„ Dieses Vertrauen allein," so fährt die Erklärung fort, hat uns mit der Ausdehnung des westlichen Einflusses in ihrem nicht Badenweiler aufgestellt worden. Ein Bericht der„ Deutschen Wacht" veranlaßt, uns unter den gegenwärtigen Verhältnissen in den Dienst mehr durch unübersteigbare Schranken abgeschlossenen Reiche. läßt einen Blick thun in die Art, wie bei den Antisemiten Kandidaten des Königs und des Vaterlands zu stellen. Es ist nicht der MoDieses Mißvergnügen richtet sich auch keineswegs in erster Linie gemacht" werden. In der Versammlung, die Herrn Vogel zu einer des Königs und des Vaterlands zu stellen. gegen die fremde Diplomatie oder die fremden Garnisonen, antisemitischen Volksvertreter- Kandidatur verhalf, waren nach diesem ment, große Programme aufzustellen. Die Wirtschaftspolitik des sondern gegen die Missionare, deren Thätigkeit das Ein- Bericht etwa 20 Vertrauensmänner" anwesend, darunter die Ab- Lands, die Organisation der Justiz, der Verwaltung, der Finanzen, dringen abendländischen Geistes und abendländischer Unter- geordneten Liebermann v. Sonnenberg und Werner, der Geschäfts- der Schule und des Heers werden Gegenstand von Reformen seitens nehnungen in das Herrschaftsgebiet des Sohnes des Himmels nach führer der Partei Dr. Giese und der Kandidat Herr Vogel selber. der Regierung und des Parlaments bilden. Wir sind fest überzeugt, fich gezogen habe." Einer der Anwesenden ging vor der Abstimmung noch weg, ein daß die Unzufriedenheit im Volte auf die wirtschaftliche Notlage Ju der That, einen solchen Schwindel bekäme selbst die" Post" andrer enthielt sich der Abstimmung. zurückzuführen ist. Unsere erste Pflicht wird sein, dem Parlament nicht fertig, wie dies vornehure Münchener Blatt. Die ganzen Aus- Herr Bogel ist also von etwa einem guten Dutzend Parteiführungen Anzers find dem Nachweis gewidmet, daß der Haß der führern zum Kandidaten gemacht worden und jetzt, nachdem der Maßregeln vorzuschlagen, um wenigstens teilweise den wirtschaftChinesen gegen die Missionare nichts Ursprüngliches, sondern erst Standidat proklamiert ist. liegen sich die Führer obendrein noch in lichen Notstand zu verringern. Später werden wir dann nach eindurch die Besetzung von Kiautschon veranlaßt sei, worauf die un- den Haaren deswegen. Die Deutsche Wacht" erklärt nämlich jetzt, gehenden Studien unser Programm wichtiger Reformen darlegen. gebildeten Chinesen jeden Europäer mit der deutschen Aktion daß sie diese von Herren v. Liebermann betriebene Aufstellung" Die Regierung wird niemals allzu weitgehende Versprechungen identifizierten was dann den Aufstand gegen alle bedauert und daß für sie jede Empfehlung der Kandidatur aus- machen, aber die Zeit ist gekommen, durch Thaten zu zeigen, daß Fremden erklärt und die Münchener Allgemeine Zeitung" geschlossen sei. wir die Notwendigkeit einsehen, die Gefahren einer Sachlage hat den Mut, darin den Beweis zu sehen, daß die Politik der Im Jahre 1894, veröffentlichte nämlich Herr Vogel in den zu vermeiden, welche in einem gewissen Augenblick bedrohlich deutschen Faust nicht die Schuld trage. Die Fälschung ist nicht deutsch- socialen Blättern, auch einem antisemitischen Blatt, ver- werden könnte. einmal abgefeimt, sie ist elende Stümperei. schiedene Artikel, in denen ein Herr Welder, damals Redacteur der In der Eile müssen wir uns jezt darauf beschränken, von der Deutschen Wacht" und Reichstagskandidat der Antisemiten im Jahre 1898, der ehrenrührigsten Dinge bezichtigt wurde. Das hat Rammer zu verlangen, daß fie vorläufig dem Budget ihre Zu zwar Herrn Welder in der antisemitischen Partei einen Abbruch ge- ftimmung gebe sowie dringenden Maßregeln, um den regelmäßigen than, aber auch Herr Vogel hat seine Freunde behalten. Gang der Verwaltung zu sichern, und ferner dafür Sorge zu tragen, Man kann sich nun noch auf ein kleines Zwischenspiel gefaßt daß das Parlament wieder in normaler Weise arbeite. So machen, wobei sich hoffentlich Zimmermann- Welder auf der einen wie wir von der größten Hochachtung für die Majestät der Volksund Liebermann- Vogel auf der andern Seite nicht zuviel Zwang vertretung erfüllt sind, verlangen wir auch von allen Parteien die anthun. Den antisemitischen Wählern wird es übrigens nichts thun, gleiche gegenseitige Achtung, und daß man wieder sich die Mä ßiwelche von beiden Gruppen schließlich als Sieger auf dem gung in der Haltung und im Ausdruck zu eigen mache, Kandidaten- Kampfplag zurückbleibt; sie haben ja doch nichts dazu welche immer der Rednertribüne in der italienischen Kammer zum zu sagen. Ruhmie gereichten. Aber dieser Versuch, die Schuld von Deutschland abzuwälzen, enthält zugleich eine schwere Beleidigung für die gegenwärtige deutsche Regierung, die sicherlich nicht davor zurückschrecken würde, die Berantwortung für die notwendigen Folgen ihrer früheren Handlungen zu tragen, wie es das offiziös bediente Blatt in ihrem Namen thut. Ja, eigentlich nicht einmal in ihrem, der Regierung, Namen, sondern im Namen des Kaisers! Hat die Münchener Allgemeine Zeitung" denn gar kein Gefühl dafür, daß sie bei ihrer Anschanung von der Verantwortlichkeit des Kaisers durch ihre Furcht vor der Verantwortung die Perion des Monarchen selbst in den unberechtigten Verdacht bringt, daß auch er nicht geneigt sein möchte, für seine Thaten und ihre notwendige Wirkungen einzustehen? mann • er bei früheren Streits " = Als alter, dem Wie man Socialdemokraten züchtet! Wir werden eifrig darauf bedacht sein, den öffentlichen Kredit Die" Post" hat sich kürzlich den Kopf der Socialdemokratie intakt zu halten, das Gleichgewicht des Budgets zu befestigen, die Der ,, jüngste Fall von Streifterrorismus“, zerbrochen und erörtert, wie diese es anfängt, nach und nach alle wirtschaftlichen Kräfte des Landes weiter zu entwickeln und jeder mit dem die„ Post" einen bösen Reinfall erlebte, wird auch ferner von Verkehrsarbeiter und schließlich das Heer und die Marine für ihre Unordnung durch eine fleißige und energische Verwaltung vordem genannten Blatt und der übrigen Scharfmacherpresse weidlich aus- Ideen zu gewinnen. Das Organ des Herrn von Stumm geht zubeugen. Gestützt auf ihr Vertrauen, fest in dem Beschluß, uns zuschlachten versucht. Hat unjre, dem Halleschen Volksblatt" durchaus nicht fehl in der Annahme, daß die Socialdemokratie alle nicht von den guten, gesunden Regeln des konstitutionellen entnommene Kennzeichnung des entlassenen Wüstemann auch den Arbeiter zu gewinnen trachtet. In diesem Bestreben findet sie reich- Parlamentarismus zu entfernen, werden wir die ganze und volle Ton der„ Post" etwas gedämpft, fo giebt sie es doch noch nicht liche Unterstützung bei der Regierung und den herrschenden Parteien. Verantwortlichkeit auf uns nehmen. auf, aus dem Vorkommnis Kapital für ein neues Zuchthaus- Recht drastisch zeigt sich das wieder an der Beurteilung, welche die Am Schluß seiner Ausführungen fagt Saracco, sein langes und Vorschläge der Kommission für Arbeiterstatistik beziehentlich des bescheidenes Leben nähere sich seinem Ende, er sei daher frei von gefez zu Die Angaben des„ Volksblatt" schlagen. Die Angaben feien unkontrollierbar". Uebrigens stehe in dem Schreiben des Arbeiterschutzes im Gastwirts- Gewerbe seitens der betreffenden Ehrgeiz und der Leidenschaftlichkeit der Parteien. Betriebsleiters nur, daß die Arbeiter Stellung gegen Wüste Arbeiterkategorie erfahren. weil genommen hätten, Jegt find es genau zehn Jahre, seitdem der damalige Minister Rönige ergebener Liberaler fordere er diejenigen zur Einigkeit auf, als Arbeitswilliger fungiert habe." Demnach" ist nach der" Post" v. Berlepsch auf Anregung socialdemokratischer Redner im Reichs- die mitarbeiten wollen, die freiheitlichen Institutionen zu heben, die dem Betriebsleiter von den übrigen Verfehlungen des W." nichts tag erklärte, daß die Lage der Gastwirtsgehilfen eine Befferung Organisation des Staats zu festigen und das Prestige und die Straft bekannt geworden. Barum„ demnach"? Kann Herr Prinzler dringend heische und daß diese durch ein Specialgesetz herbeigeführt der Dynastie zu mehren. diese Umstände in dem Schreiben nicht verschwiegen haben- vielleicht werden solle. Sieben Jahre lang haben dann die statistischen Das Haus hörte die Erklärungen Saraccos mit großer Aufabsichtlich? Aus dem Bericht des Halleschen„ Voltsblatt", den wir nicht Erhebungen seitens der Kommission für Arbeiterstatistik gedauert, merksamkeit an. in seinem vollen Umfange zum Abdruck gebracht haben, geht in der Berge von Material, das geradezu ungeheuerliche Zustände in diesem Minister waren, anwesend. Nachdem Saracco seine Rede beendet Gewerbe feststellte, wurden zusammengetragen. Jeder, der das That hervor, daß der Betriebsleiter auch von den Material näher prüfte, mußte erwarten, daß die Kommission, auf hatte, beschloß das Haus, am folgenden Tage die Wahl des Präfiandern Gründen der Arbeiter durch deren Deputation erfahren hat. Es heißt dort: Betriebs- deren Urteil die Regierung sich natürlich ſtützt, tiefgreifende Vor- denten vorzunehmen und dann in die Beratung über die ministeriellen leiter Brinzler jagte natürlich, über 1/2 Million zählenden Arbeiter- Erklärungen einzutreten. er habe nicht gewußt, was schläge zu Gunsten der für ein Mensch der W. ist." Daraus geht hervor, daß die Depu kategorie machen werde. tation, welche die Entlassung das W. forderte, auch die moralische Die beginnende Wahlbewegung in den Vereinigten Staateit. Qualifikation desselben mit ins Feld geführt hat. New York, 15. Juni. Außer der in allen 45 Staaten am 6. November vorzunehmenden fo hatte sie die Babe being thrie Gründe; Gründe, die vielleicht bei den Scharfmachern sehr viel Verständnis finden werden. Jedenfalls ist es bemerkenswert, daß in dem Schreiben ganz überflüssigerweise die vollen Namen und die Berufsart der vier Delegierten der Arbeiter schaft angegeben sind. Von den Arbeitern selbst wird übrigens bezweifelt, daß 2. das Empfehlungsschreiben aus eignem Antriebe verlangt habe. Neben der" Poft" nimmt auch die„ Kreuz- Zeitung" und das Krupp- Organ Stellung zu der Angelegenheit, felbstverständlich auch dieje im Sinne der Scharfmacherei. Der Voffischen Zeitung", die fiber den Fall leitartikelte, ehe sie Kenntnis von den Darlegungen des„ Volksblatt" hatte, wird die Ehre zu teil, von der" Post" zum großen Teil abgedruckt zu werden. Die„ Post" findet, daß das„ liberale" Blatt„ ganz den Standpunkt" vertrete, den auch sie einnehme. Während die Voss. Btg." im Abendblatt unsre Ausführungen nachholt und sich bereits eits in der Rückzugskanonade befindet, bringt das„ Berliner Tabl." noch in der Abendausgabe wohl das Schreiben des Betriebsleiters und jammert über den Parteifanatismus der Socialdemo läßt aber die Aeußerungen der Arbeiter ganz unberührt. Die Germania" ertennt an, daß, falls die Darſtellung des " Voltsbl." richtig ist und daran ist nicht zu zweifeln in " von 11113 ehrlichen und anständigen Arbeitern nicht verargen könne, wenn sie es ablehnen, mit einem solchen Menschen gemeinsam zu wirken". Die Germania" verlangt aber trotzdem kategorischem Ton eine Antwort auf die„ principielle Frage" Ist es ein berechtigtes Verlangen der Arbeiter, die EntTaffung eines andern Arbeiters lediglich deshalb, weil derselbe bei einem früheren Streit als Arbeitswilliger sich mißliebig ge= macht hat, zu verlangen?" Das ist eine ganz thörichte Frage. Es ist ganz unmöglich, alle Fälle von Arbeitswilligkeit" schablonenhaft zu behandeln. Im allgemeinen pflegen die Arbeiter nach Friedensschluß alles Vorhergegangene der Vergangenheit zu übergeben. Wir können aber die Neugier des Centrumsblatts nicht soweit befriedigen, ob nicht auch Fälle denkbar find, in denen die Arbeitswilligkeit so bösartig in die Erscheinung trat, daß ein Zusammenarbeiten mit dem Brecher der Solidarität ausgeschlossen erscheint. Das Urteil der anständigen Leute hat die Entscheidung.äußerst bescheidene Wünsche gestellt und so warteten sie geduldig Auch die Angestellten selbst hofften dies natürlich; hatten sie doch fieben lange Jahre. Was die Vorschläge der Kommission bringen, Saal und Tribünen waren start besetzt; alle das haben wir schon mitgeteilt; dieſe legte focialpolitiche That wird Erwählung der„ Elektoren"( Wahlmänner), welche ihrerseits infanten su am besten gekennzeichnet durch den Vorschlag einer Ruhezeit Monat Präsident und Vice- Präsident der Vereinigten Staaten zu von acht Stunden. Mit dürren Worten gesagt, heißt dies eine wählen haben, sowie mit Ausnahme von Oregon, wo dies bereits Arbeitszeit von 16 Stunden. Mit diesem„ Fortschritt" Anfang dieses Monats geschehen der Abgeordneten zum Refollen aber auch nur die Kellner, Köche, Köchinnen und Mansells präsentantenhaus des Bundeskongresses, finden im selben Monat in begnadet werden. 28 Staaten volle oder teilweise Staatswahlen statt. Wir werden Wie sehr diese Art von Socialreform selbst in den Kreisen der diesmal also eine recht lebendige Wahlcampagne haben! äußerst anspruchslosen gastwirtschaftlichen Arbeiter erbittert, davon Ein„ volles Ticket"( Gouverneur, Sonstige Staatsbeamte hier eine Probe. Die Hotel Revue", das Organ eines sehr und Legislatur- Abgeordnete) ist in den Staaten Connecticut, " patriotischen" Sellnerverbands, schreibt: aber feine, Echoming mehr! Idaho, Illinois, Indiana. Kansas, Massachusetts, Michigan, Wenn sich diese Nebraska, New York, South Carolina und Teras aufzustellen; Kommission, die im Laufe der Jahre vollständig verfnöchert zu in Colorado, Missouri, Montana, New Hampshire, N. Carolina, sein scheint, zu weiter nichts aufschwingen konnte, als zu so fümmern. und S. Dakota, Tennessee, Utah und Washington find Gouverneur lichen Vorschlägen, und diese trotz des Kongreß- Berichts, der ihr und sonstige Staatsbeamte zu wählen; in Delaware ein Gouverneur, in also vorgelegen hat, auch noch bestätigte, so soll sie sich mit graben laffen. Man bietet uns Steine statt Brot. Aber wir ihrer ganzen jocialpolitischen Pfuscharbeit beNu werden die Antwort nicht schuldig bleiben. Ohio ein Staatssekretär 2c., in Jowa ein desgleichen, in Pennsylvanien stentuch werden, dem wegen seines„ Old Nye Whisky"( altem Kornzwei Legislatur- Abgeordnete. Necht heiter kam es im" blutigen" branntwein) berühmten und wegen seines in den Gebirgen von Mondscheintern" gebrannten allermiserabelsten Fusels ebenso berüchtigten Staat. V Bei dieser Sachlage verzichten wir vollständig auf eine Besserung der Verhältnisse auf dem Wege der Verordnung durch den Bundesrat, von dem ebensowenig zu erhoffen ist, als von der famosen -„ nian Dort find außerzeitlich ein Gouverneur und Lieutenant- Gouverneur zu Kommission. Wir werden vielmehr auf das vom Minister wählen. Bei der letzten Wahl beanspruchte sowohl die demokratische wie v. Berlepsch versprochene Specialgesetz dringen und erwarten republikanische Partei den Sieg für diese Aemter, die in ihrer vom Reichstag eine andre, unsren Forderungen günstigere Saltung. großen Mehrheit demokratische Legislatur sprach ihn der ersteren Und diese Hoffnung ist nicht aussichtslos. Wir wissen aus zu und die Sache schwebte noch vor dem obersten Staatsgericht, als guter Quelle, daß den Wünschen der Gastwirts- Gehilfen außer der demokratische Gouverneurs- Aspirant, Göbel, ermordet wurde; der socialdemokratischen Fraktion auch die Nationalliberalen und worauf, da im Todesfall des Gouverneurs auf bestimmte Zeit der Konservativen, vielleicht auch die Freisinnigen geneigt sind, daß Lieutenant Gouverneur ait. dessen Stelle zu treten hat, wir also eine Mehrheit für uns haben werden. Dagegen der demokratische Kandidat für dieses Amt den Posten besetzte. Die ist auf das Centrum wahrscheinlich nicht zu rechnen; der Münstersche Führer der republikanischen Partei widersetzten sich allen bezüglichen fatholische Professor, Abg. Dr. Hize, muß es übel vermerkt Maßnahmen, ihr Gouverneurs Aspirant Taylor berief sogar eine haben, daß der von katholischen Kaplänen in Köln a. th. be- Legislaturfizung nach einem in republikanischer Gegend" belegenen gründete Kellnerverband mangels Teilnahme jo bald wieder ent- Ort, während dieselbe laut Konstitution in der Hauptstadt zu tagen schlief und die Erwartungen des Centrums täuschte. Dieser biedere hat; es hatte mehreremal den Anschein, als ob es zu Mord und Volksbeglüder scheint nun am Kellnerstand Vergeltung üben zu Totschlag kommen wolle. Das Staatsgericht gab aber seine Ents wollen. Sonst hätte er als Matador der Kommission in Gemein- fcheidung zu Gunsten des demokratischen Kandidaten ab, das Oberschaft mit Molkenbuhr die Beschlüsse der Kommission sicher in Bundesgericht, an welches die Republikaner appellierten, erklärte sich Kellnerfreundlichem Sinne beeinflußt. als inkompetent, und damit trat endlich Ruhe ein. Inzwischen Wir werden den Mut nicht sinken lassen; wir appellieren an hatte die Untersuchung über die Ermordung Göbels angeblich den gesunden Sinn des Reichstags, daß er über die Beschlüsse ergeben, daß ein Komplott republikanischer Parteiführer vorlag; es der Kommission zur Tagesordnung übergehe und ein Gesetz im wurden Anklagen gegen mehrere derselben erhoben, zulegt auch gegent Sinne der Gehilfenschaft schaffe. Wir appellieren an das Mit- Taylor, der sich indeffen nach Indiana drückte, dessen Gouverneur gefühl des ganzen deutschen Volks, von dem die Gastwirts- seine Auslieferung verweigert. gehilfen einen so großen, nicht unwichtigen Teil bilden, mit dem Der demokratischen Bartei, welche den Kampf gegen fast jedermann beständig in nähere Berührung kommt. Wir die Trusts" für die bevorstehende Wahlcampagne als eine appellieren an die Mithilfe der mächtigen Tagespreise, daß sie uns ihrer hauptsächlichsten Parolen auf die Fahne geschrieben hat, ihren Schutz in der Stunde der Entscheidung nicht versage. Wir ist dieselbe durch eine recht interessante und lehrreiche appellieren an das Gerechtigkeitsgefühl der ganzen gesitteten Welt, Episode in der Metropole in sehr unangenehmer Weise alteriert" die mit sicherem Justinkt herausfühlen muß, welches schwere Unrecht einer einzelnen Bevölkerungstlaffe zu Jst den Wählern, welche die Liste einsehen wollten, dies gefügt werden soll. Wir appellieren endlich an das Standes mur bezüglich ihres eignen Namens gestattet und ihnen jede weitere gefühl der deutschen Gehilfenschaft im Gastwirtsgewerbe selbst, daß Einsicht abgelehnt worden, so hat der betreffende Beamte unzweifelfie sich solcher Sklavenverordnung, wie vorgeschlagen, nicht ohne haft ein Verfahren beobachtet, das die Zwecke, die mit Kampf füge und mit uns zu jedem Opfer bereit sei, das herbe Schick: der Offenlegung verbunden sind, vereitelt. Die fal vollständiger Knechtschaft und socialen Todes, das ihr von jener Liste muß auch über die steuerlichen Verhältnisse der einzelnen nichtsnügigen Kommission zugedacht ist, abwenden zu helfen." Bürger Auskunft geben, und es ist nicht gestattet, im Hinblick auf So das Kellner- Fachblatt, dessen Redacteur sich sonst seiner Bestimmungen der Steuergeseze die Offenlegung der Liste zu patriotischen und monarchischen Gesinnung sehr zu rühmen pflegt. verkümmern. Insbesondre darf die Kenntnisnahme Aber das Gift der unzufriedenheit" schleicht überall um. der eingetragenen Steuerbeträge denen, welche Wo es der Socialdemokratie, wie hier, wegen der patriarchalischen Einsicht in die Liste nehmen wollen und dürfen, nicht ver- Arbeitsverhältnisse etwas schwer wird, Eingang zu finden, führt die sagt werden. Das Recht auf Kenntnisnahme von dem Ju- Regierung und die herrschenden Parteien die Masse der Arbeiter halt der Liste der stimmfähigen Bürger hat durch die auf die Ge- ihr zu. heimhaltung der Verhältnisse der Steuerpflichtigen abzielenden Vorschriften des Einkommensteuer Gesezes vom 24. Juni 1891 feine Einschränkung erfahren. Ein Verfahren, wie es im vorliegenden Fall beobachtet worden ist, hat die ungültig= feit der Wahlen zur Folge, da es an der eine Voraus- In der Deputiertentammer verlas Ministerpräsident besitzt! setzung für die Gültigkeit der Wahlen bildenden gejezmäßigen Saracco eine Erklärung des Ministeriums. Sie fordert Noch eine andre Blase ist durch die Affaire aufgestochen worden. Auflegung der Liste fehlt." die Deputierten auf, ihrerseits dabei mitzuwirken; daß In der„ Central Federated Union", diesem Centralförper der Bure und Simple-", sowie der früher einmal, Progressiv" gewesenen Das Wahlrecht des Geldsacks führt zu Folgen, die den Geldsacksleuten selbst nicht behagen. Landtagswählern in Bahn, Regierungsbezirk Stettin, war verwehrt worden, in der Wählerliste die Steuerberanlagung andrer Wähler einzusehen, weil diese Einsichtnahme gegen die Geheimhaltung der Steuerveranlagungen verstoße; es wurde ihnen nur gestattet, den eigenen Namen und die eigene Steuerveranlagung einzusehen. Das OberVerwaltungsgericht hat nun in dieser Frage folgende Entscheidung gefällt: " Ausland. Das italienische Regierungsprogramm. " worden. Der„ Eis- Trust" hatte eine Erhöhung des Eispreises auf beinahe das Doppelte des früheren Sages angekündigt, worauf das dem Silberminenbefizer Hearst gehörende Journal"( unzweifelhaft weniger aus„ Sensations"-Bedürfnis, als aus Rache dafür, daß die New Yorker demokratische Staatskonvention die Silberplante" aus ihrer Platform gestrichen hatte, den Umstand aufdeckte, daß die hervorragenden Führer der demokratischen Partei in der Stadt New York an jenem Trust beteiligt feien, jo u. a. der Mayor( Bürgermeister) Van Wyd, welcher 4000 Aftien desselben befize. Derselbe welcher fein eigenes großes Vermögen befigt, resp. besessen hat- will das benötigte Geld, 250 000 Dollars, vom Präsidenten des Eistrusts geliehen" haben, während andrerseits vermutet" wird, er habe die Aktien als Belohnung dafür erhalten, daß er einen zum Nachteil des Trusts gefaßten Beschluß des Stadtrats bezüglich Ueberlassung städtischer Docks an denselben gegen eine weit unter dem regulären Sazz stehende Miete mit seinem Veto belegt hatte. Es kam dann weiter ans Licht, daß derselbe, zur Partei der„ Trust- Killer"( Töter) gehörende Herr für ebenfalls 250 000 Dollar Aktien einer voriges Jahr gegründeten, vom Standard Oil Trust kontrollierten" Kupferminen- Gesellschaft " Es giebt für die wohlhabenden Steuerzahler, ein einfaches Mittel, dem Verrat ihrer Vermögensverhältnisse zu entrinnen. Man die parlamentarischen Arbeiten in ruhiger Weise vor fich Gewerkschaften brachte einer der Delegaten die Eistrust- Angelegenheit beseitige nur das unsinnige Dreitlassen- und Geld- Wahlsystem, führe gehen, damit man hierdurch dem Lande diejenigen Wohlthaten aufs Tapet. Das gab aber einen Tanz! Die ganze Sigung gehörte das gleiche Wahlrecht ein und in feiner Wählerliste braucht dem sichere, auf welche es Anspruch hat. Die verschiedenartigen den Schleppern der demokratischen und republikanischen Partei, welche Namen des Wählers der Steuerbetrag, den er zahlt, beigefügt Strömungen, welche den modernen Geift bewegten, erzeugten unbei dieser Gelegenheit ihre Maste vollständig fallen ließen. Ein Ivernünftige Wünsche. Jnmitten dieser Träume habe die Vorspiel zu dem, was die bevorstehende Wahlcampagne bringen wird! werden. Abbauunter da ૐ Socials Rechtspflege. Die Schweiz. richtet worden. Bon 1300 in den Fabriken beschäftigten| Wiederausbau, die Stügung des in die Steinmaffen gehauenen Basel, 25. Juni.( Eig. Ber.) Das Wohnungsgeset Arbeitern( Töpfer, Glafurstubenarbeiter, Kutscher, Brenner usw.) Gangs) in Wegfall gelommen ist. Da nun zur Sicherung wurde in der gestrigen Voltsabstimmung leider verworfen, und legten 1250 einmütig die Arbeit nieder. Nachdem die Arbeiter alles des Weiterabbaues weitergebaut werden muß, ohne daß es awar mit 4412 Nein gegen 2366 Ja. Dieses Abstimmungsergebnis versucht hatten, um den Streit auf gütlichem Wege beizulegen, eine Entschädigung dafür giebt, so beträgt vielfach die Lohn ist sehr zu bedauern und es drängt sich die Annahme auf, daß im riefen sie am Montag, nachdem die Arbeit niedergelegt war, sofort erhöhung gerade so viel, wie das in Wegfall gekommene Kanton Basel wie in der ganzen Eidgenossenschaft auf längere Zeit hinaus den Herrn Landrat v. Steinmeister als Vermitler Baugeld betragen hatte, von einer wirklichen Lohnerhöhung Rede aljo teine ſein. Bei einer guten teine Aussicht für irgend einen größeren socialpolitischen Fortschritt an. Auch die Bemühungen dieses Herrn, welcher sich stundenlang fann besteht. Bemerkenswert ist vor allem wiederum die geringe Be- in anerkennenswerter Weise bemühte, die Fabrikanten zum Frieden stelle allerdings fann bei großem Fleiß infolge der Erhöhung teiligung der Bürger an der Volksabstimmung; von ca. 13 000 zu bewegen, scheiterten an der Hartnäckigkeit dieser Herren. Einige der des Gedinges ein etwas höherer Berdienst erzielt werden, bei Stimmberechtigten find nur etwas mehr als 30 Proz. an die Urne felben haben sich bemüht, uns in vielen andren Betrieben der Umgegend schlechten Abbaustellen dagegen, wo die Förderung nur langsam vor gegangen, ein neues Zeichen der Abstimmungsmüdigkeit der Bürger. von Welten die Arbeit abzuschneiden, in einigen ist es, wie es scheint, sich geht und das„ Bauen" viel Zeit erfordert, kann der Verdienst Zuzugeben ist immerhin, daß das verworfene Wohnungsgefeß nicht geglückt, da man daselbst keine Beltener Arbeiter in Arbeit nimmt, der Arbeiter trotz der„ Lohnerhöhung" noch sehr geschickt abgefaßt ist: es sieht zu sehr polizeilich und bureau- im allgemeinen jedoch ist der Erfolg, den diese Herren gehabt haben, Niveau des früheren Verdienstes fallen. kratisch aus, und dafür ist nun einmal die Mehrheit des Schweizer- ein sehr minimaler. Die Hartung der Streifenden ist Grubenverwaltungen fahren trotzdem fort, diese famose Lohn volks nicht zu haben, sich neue Vögte in Gestalt einer mächtigen eine musterhofie; sie sind gewillt, in diesem Kampf auszuharren, erhöhung als Grund für immer weitere Kohlenpreissteigerungen vors Bureaukratie zu schaffen. Mit dieser Volksstimmung sollte von den bis die Herren Zugeständnisse gemacht haben. An die deutsche zuschützen. Politikern und Gesetzgebern mehr als es gewöhnlich geschieht, ge- Arbeiterschaft richten wir die Bitte um moralische und rechnet werden, sie würden dann weniger pro nihilo gefeggeberisch materielle Hilfe, dann wird der Sieg unser sein! arbeiten müssen. Alle Zuschriften richte man on Arthur Schmidt, alle eld Frankreich. sendungen an Alb. rämer, beide in Velten, Victoriast.. 17, Der Babeanstalt8: Befiher Jungermann verlangt im Klage Restaurart Luisenbat. wege von der Kassiererin G. 15 M. erstattet, die er einem jungen Generalstab gegen Kriegsminister. Mehrere Bariser Blätter melden, Generalstabschef Delanne habe einen Tagesbefehl Die Hutmecher in Lunwalde haben voraussichtlich eine mädchen laut Quittung am 9. März 1900 für Vertretungen gezahlt erlassen, in welchem er, ohne im geringsten den Lohnbewegung zu gewärtigen wegen beträchtlicher Lohnherabsetzungen, gat. Die Empfängerin hat die Beklagte öfter an Sonntagen ver vom Kriegsminister André vollzogenen Ernennungen bis jetzt von zwei Fabrikanten bei etwa 40 Arbeitern vers wurde. Tage das Arbeitsverhältnis des Fräulein G. bei dem Kläger bis zu 20 Proz., die in der gegenwärtigen ungünstigen Geschäftszeit treten, und zwar in der Zeit vor dem 1. Oftober 1899, an welchem Rechnung zu tragen, anordnete, daß die abberufenen wurde. Die Beklagte bestritt Offiziere, deren Vertreter sowie die Vicedirektoren in den Da aber die Arbeiter diese Lohndrückereien zurwiesen, er- gelöst vor des Gewerbegerichts, welcher die einzelnen Abteilungen ihren Pienft weiter zu verfehen folgte deren Entlassung. In der Hutfabrikation in Lucen- Die Kammer VI des haben. „ Gaulois" bemerkt dazu, daß diese Entscheidung Delannes walde sind gegenwärtig etwa 1200 Personen beschäftigt, wovon Sache verhandelt wurde, vernahm die Vertreterin als Beugin. überaus ernſt ſei und sie beweise, daß der Generalstabschef sich nahezu die Hälfte weibliche und eine erhebliche Anzahl jugendliche Diese gab zu, der Beklagten seiner Beit auf die Frage geantwortet amtlich geweigert habe, die vom Kriegsminister getroffenen Maß- Arbeiter, für äußerst niedrige Löhne thätig sind. Es ist daher auch zu haben, sie wäre ihr für die Vertretung nichts schuldig. Die Beugi nahmen anzuerkennen. Troß des Widerstrebens der Regierung verständlich, daß eine am Montag stattgehabte und sehr start besuchte nahm infolge gewisser Erfahrungen an, daß Jungermann sie entwerde die Angelegenheit noch vor Schluß der Session in der Volksversammlung sich mit den bisherigen Ausgesperrten einmütig idhädigen würde. Eine Logisgenojjin der Beklagten hat diese ebenfalls Rammer zur Sprache gebracht werden. solidarisch erklärte. mehrfach aus Gefälligkeit" vertreten. Der Kläger wurde mit folgender Begründung abgewiefen: Maßgebend wäre, daß beide Vertreterinnen von Fräulein G. für die Vertretung nichts forderten und daß die eine, die später die 15 M. erhielt, sogar ausdrücklich erfärte, sie hätte feinen Anspruch en sie. Wenn Herr Jungermann noch nachträglich, Dame 15 zahlte, dann könne das nicht in Betracht kommen. sogar lange nach der Lösung des Arbeitsverhältnisses, der einen Er sei auf jeden Fall abzuweisen. Paris, 27. Juni.( W. T. B.) Auf dem Jnternationalen Kongreß für fociale Arbeiterversicherung referierten gestern die Herren Dr. Bödifer und Zacher. Der Professor der Rechte an der Universität Paris, Jay, und Graf Krajensti sprachen sich mit Nach drud für die obligatorische Versicherung aus und zollten dem deutschen System Beifall. Heute abend wird der Kongreß im Handelsministerium empfangen. Belgien. Die Klemper in Kiel haben om Dienstagabend in gegeimer Abstimmung mit 75 gegen 2 Stimmen die Arbeitsniederlegung zu Montagmorgen beschlossen, nachdem die Jumung die zwischen dem eines Normallohns von 45 Pf. für sämtliche und von 48 Pf. für Gesellenausschuß und dem Innungsvorstand vereinbarte Abmachung selbständig arbeitende Kollegen, verworfen hätte. Aufgestellt wurde wieder die ursprüngliche Forderung: 50 Pf. Stundenlohn für selbständig arhitende und 45 Pf. Minimallohn für sämtliche Kollegen. Prozentum. In Magdeburg hatten die Metallarbeiter sich an die Unternehmer gewandt mit Lohnforderungen von recht bescheidenem Umfang. Die minimalen Forderungen sind seitens der Unternehmer nicht einmal Gegenstand von Verhandlungen gewesen. Die Antwort lautet kurz: Magdeburg, den 18. Juni 1900. Herrn Otto Boß, Magdeburg. Wir haben Ihr Cirkular, datiert im Juni 1900, am 7. d. M. erhalten. Da Sie sich mit diesem Cirkular an die einzelnen Arbeitgeber gewandt, so lehnen wir es ab, auf seinen Inhalt hier einzugehen und haben demgemäß auch keinen Anlaß zu einer Konferenz. Hochachtungsvoll Der Krieg in China. London, 27. Juni.( W. T. B.) Unterhaus. Unterstaatssekretär Brodric teilt mit: Ich habe zwei kurze Telegramme empfangen, welche die aus nicht amtlichen Quellen bereits eingegangene Meldung bestätigen, daß Tientsin entsetzt worden ist.( Beifall.) Das erste Telegramm ist von dem Konsul in Tientsin; es datirt vom 23. Juni und ist heute in Tschifu aufgegeben. Es lautet:„ Die britischen Landtruppen unter Major Morris und die Marinebrigade unter Craddock, zusammen 550 Mann, trafen heute, den 23. Juni, mittags hier ein. 1500 Russen sind, wie berichtet wird, auf der Eisenbahnstation von Tientsin. Ferner sind 150 Amerikaner und 50 Jtaliener angekommen." Brüffel, 26. Juni.( Boss. 3tg.") Am 2. Juli beginnt vor dem Brabanter Schwurgericht in dem Brüsseler Justizpalaste der Prozeß Sipido, das heißt die Verhandlung über den Anschlag, der auf dem Brüsseler Nordhahnhof gegen den Prinzen von Wales verübt worden ist. Die Untersuchung hat ergeben, daß es sich um einen wahren Dummenjungenstreich handelt, an dem hier geistig unreife, sonst des besten Leumunds genießende Burschen beteiligt sind, daß der Anschlag die Folge einer albernen Wette ist. Sipido hatte sich erboten, für 5 Fr. auf den Prinzen von Wales zu schießen, zu schießen, eine Wette, die die Mitwettenden Meire und Peuchel nur als einen Scherz ansahen. Es fehlt also unserm Konteradmiral dem Anschlage jede Der Verband der Metallindustriellen Magdeburgs und Umgegend. ernste Das zweite Telegramm ist von Teufel, Vorsitzender. Bedeutung; überdies war die Waffe ein alter, nicht recht in Tafu am 25. Juni 3 Uhr nachmittags expediert und heute Die Metallarbeiter nahmen in einer Zahl von 3500 Stellung aus Tschifu abgegangen. Es lautet: Kommandant Craddock, der dienstfähiger Revolver. Um so verblüffter ist man in Brüssel, zu diesem Schreiben; sie werden sich dabei nicht zufrieden geben. Befehlshaber des britischen Kontingents, der zum Entsaz von daß der Vorsitzende des Schwurgerichts, der Rat Jamar am Appell- Gewiß sollen zunächst noch alle Mittel erschöpft werden, die geeignet Tientsin entsandten Truppe, berichtet, daß man mit Tientsin Verhofe, Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung sind, eine friedliche Lösung herbeizuführen, die Metallarbeiter Deutich bindung bekommen und am 23. Juni Verstärkungsmannschaften dort trifft, die der ganzen Geschichte einen Anschein von Wichtig lands werden aber schon jetzt ersucht, den Zuzug nach Magdeburg hineinbekommen habe. Der Oberkommandirende befindet sich, wie teit geben sollen, in Wahrheit aber nur berechtigten Spott fern zu halten. gemeldet wird, zehn Meilen von Tientsin, in seinem Marsche ge Hervorrufen. So werden die Wachen des Schwurgerichtssaales verDie Former Nürnbergs befinden sich bereits seit 9 Wochen Hemmt durch die Kranken und Verwundeten, und kämpfend mit dem dreifacht; 30 Gendarmen in bürgerlichem Gewande werden im Saale im Streit. Sie fämpfen um den Neunstundentag, den ihnen Feind." verteilt, die Anwälte dürfen nur im Amtsgewande, die Zeitungs- die Unternehmer nicht bewilligen wollen. Bei der Firma Braun Brodrick fortfahrend: Das ist unsre offizielle Information, aber berichterstatter nur mit Sonderkarten ausgerüstet den Saal betreten. find 120 Mann in den Ausstand getreten, davon sind nur 8 Mann das Haus wird sich erinnern, daß nichtamtliche Telegramme, die in Den Zeichnern illustrierter Blätter ist der Eintritt nicht gestattet, abtrünnig geworden; allerdings ist es der Gesellschaft gelungen, andern Bunkten zutreffend berichten, besagen, daß die Truppen nordjedes Zeichnen im Saale ist streng verboten. Selbst den fleinen 48 Arbeitswillige, alles minderwertige Kräfte, zu gewinnen. In wärts gezogen sind, um mit dem Oberkanumandierenden in Fühlung Zeitungsburschen, die den Zeitungen stückweise die Berichte ihrer Arbeitsvermittelungsamt wiederum glänzend einer Versammlung wurde bemerkt, daß sich das städtische zu fommen. Baric, 27. Juni.( W. T. B.) Der Marineminister Lanesian Berichterstatter überbringen, ist der Zutritt zum Saale nicht ge als Arbeitswilligen Lieferungsbureau bewährt erhielt heute von dem Direktor des Arsenals in Futschou Dohère die telegraphische Mitteilung, daß derselbe die Frauen und Kinder der im Arsenal von Futschou thätigen Franzosen nach Hongtong schide. stattet. Afrika. Vom Boerenkrieg. V habe. Ein Arbeiter Sekretariat haben die Gewerkschaften TuttLingens errichtet. Dasselbe wird am 1. Juli eröffnet werden. Alle Briefe, Geldsendungen 2c. sind zu richten an Karl 3immer mann, Tuttlingen, Schaffhäuserstr. 24. Sociales. Das„ Reutersche Bureau" meldet aus Maseru vom 26. Juni, daß eine Abteilung Basuto- Arbeiter, welche unter englischen Ingenieuren bei Kroonstad arbeiteten, von den Boeren angegriffen wurden. Sie verloren 20 Mann an Toten und Verwundeten und 200 wurden gefangen genommen. Dieser Vorfall ereignete sich gleichzeitig mit dem Unglück, welches das Derbyshire- Regiment betraf und bei welchem die Eingeborenen zugegen waren, die nun Löhne städtischer Arbeiter. Ueber die Löhne der in einer glauben, daß die Boeren die Engländer zurücktreiben. Der Unter- Lohnbewegung befindlichen städtischen Arbeiter in Stettin, deren kommissar in Ladybrand wurde nach Maseru zurückgerufen, da Forderungen in der nächsten Stadtverordnetenfizung zur Verhandlung wie verlautet, der Boerenführer Olivier, mit einem Kom- kommen werden, macht das Organ des Magistrats, die Neue mando von Süden kommend, die Reihen der Briten durch- Stettiner Zeitung", folgende Mitteilungen: brochen hat. Amtlich wird bekannt gemacht, daß keine Truppen vor Beendigung des Kriegs Südafrika verlassen werden. Aus Kapstadt wird berichtet: Die Mitglieder der gefez gebenden Versammlung Botha und Sauer find unter Anklage des Hochverrats verhaftet worden. Botha hatte die holländischen Distrikte der Kapkolonie bereist. Gewerkschaftliches. Deutsches Reich. Petersburg, 27. Juni.( W. T. B.) Ein Telegramm des Viceadmirals Alexejeff aus Port Arthur von gestern an den Kriegsminister lautet: General Stößel ist am 24. d.. nach einem Stampf in Tientsin eingezogen und hat sich mit Anissimow vereinigt. Die Verluste sind nicht groß. Details folgen. Eine weitere amtliche Mitteilung besagt, daß gegenwärtig unter dem Kommando des Generals Stößel in Tientsin sich ein russisches Detachement, bes stehend aus fünf Schüßenbataillonen, acht Geschützen und vier Mörsern( Kugelwerfern) befindet. Unter der Truppe des Generals Stößel auf dem Zug gegen Tientsin befanden sich nach den bereits eingegangenen Nachrichten 140 Amerikaner und 100 Japaner. Sehr wahrscheinlich ist, daß den russischen Truppen sich auch 750 Mann Deutsche anschlossen, die am Tage nach dem Abmarsch der russischen Truppen aus Tatu nach Tientsin gelandet wurden. Ueber die Beteiligung von Truppen andrer Nationen an der Entsetzung Tientsins ist bisher keine Nachricht eingegangen. Paris, 27. Juni.( W. T. B.) Die Budget Kommission der Deputiertentammer bewilligte den vom Marineminister verlangten Kredit von 3 Millionen Franks für die Beförderung der Truppen nach China und die Verpflegung derselben sowie einen Ergänzungstredit von einer Million in Hinsicht auf die Vorgänge in China. „ Die Löhne betragen für die ständigen Arbeiter, von denen 160 bis 170 beschäftigt sind, bei einer Arbeitszeit von 7 Uhr morgens bis 12 Uhr mittags einschließlich 1/ 2stündiger Frühstücspause, und von 2 Uhr nachmittags bis 7 Uhr abends einschl. 1/ 2stündiger Besperzeit, innerhalb der ersten 3 Jahre 2,30 m., für Ueberstunden wurde der zehnte Teil ihres Tags- Lohusages gezahlt, vom 3. bis 6. Jahre erbielten sie einen Tagelohn von 2,50 M., und nach 6 Jahren 2,70 M. Die nicht ständigen Arbeiter erhalten einen Tagelohn von 2,50 M. Die ständigen Arbeiter sind in zwei Kolonnen geteilt, welche abwechselnd Sonntags vormittags einige Stunden thätig sind, sie er London, 27. Juni.( Meldung des Reuterschen Bureaus.) Der halten jedoch sämtlich dafür den vollen Tagelohn. Hierdurch stellt englische Konsul in Tientsin telegraphiert, er habe von dem General fich der Tags Lohnsatz in den ersten drei Jahren durchschnittlich inspektor der Zölle, Hart, einen Brief, datiert Peking auf 2,70 M., in den darauf folgenden Jahren auf 2,90 M. und nach 19. Juni, 4 Uhr nachmittags, erhalten, in welchem es heißt, die 6 Jahren auf 3,15 M. und zwar ununterbrochen Winter und fremden Gesandtschaften seien aufgefordert worden, Beting innerSommer."( Aber doch nur, wenn die Sonntags arbeit als halb 24 Stunden zu verlassen. Gratis arbeit betrachtet wird! Red.) Ziegelei Arbeiterbewegung in der Mark. In Lehnin waren die Arbeiter der Ziegelei Probé in eine Lohnbewegung eingetreten. Sie verlangten eine Zulage von 10 Bf. pro 1000 Steine zu streichen. Obwohl die Erhöhung doch nur einem Washington, 27. Juni.( Meldung des„ Neuterschen Bureaus".) Lohn entsprechen würde, wie er sonst überall in der Mart bezahlt wird, lehnte der Unternehmer die Forderung ab. Darauf fündigten Es bewiese derartigen Hungerlöhnen gegenüber einen un- Der hiesige chinesische Gesandte Ku- Ting- Fang erhielt von Tjungli welches bedie Arbeiter. Die übrigen Ziegeleibefizer warteten nun gar nicht gemeinen ſocial- und kommunalpolitischen Tiefstand des Stettiner Damen ein vom 19. d. M. datiertes Telegramm, der fremden Mächte und übrigen erst ab, ob ihre Arbeiter ebenfalls die Forderung stellen würden, Stadtverordnetenkollegiums, wenn es die Forderungen der städtischen iagt, daß die Gesandten Fremden in Beling wohlbehalten und unversehrt seien, und fondern fündigten 8 Tage später allen Arbeitern, und verpflichteten Proletarier ablehnen würde. daß Maßregeln ergriffen seien, sie unter Bedeckung aus fich bei 1000 m. Konventionalstrafe, keinen derselben wieder einzuWie Landproletarier hausen. Einen drastischen Beitrag zu der Stadt zu führen. Das Telegramm fügt hinzu, die Gesandten stellen. Aber nicht genug damit, verfolgt man die Aus gesperrten auch nach außerhalb, so daß einige Arbeiter, die in diesem von uns so oft behandelten Kapitel liefert folgender Vorfall: hätten bereits um die Erlaubnis ersucht, daß Schußmannschaften für Das Amtsgericht in Strelno hat am 9. Mai 1900 gegen den die Gesandtschaften nach Beling hineinkommen dürften; diesem Vers Werder und anderwärts Arbeit gefunden hatten, wieder entlassen Arbeiter Nikolaus St. einen Strafbefehl auf Bahlung von 15 M. langen sei zugestimmt worden. Darauf verlangten die Gesandtwurden. Die Unternehmer Schulze in Lehnin und Schulze in Nahmitz zogen ihre Bewilligung, die sie, ohne daß es zum Streit bezo. 3 Tage Saft wegen Verlaffen des Dienstes ohne geseh- schaften, daß diese Schußmannschaften verstärkt würden, was jedoch gekommen war, gegeben hatten, wieder zurüid. Die Haltung der mäßige Ursache erlassen. St. stand bei einem Rittergutsbesiger in abgelehnt wurde. Sukowy in Diensten, der ihm zumutete, mit seiner Familie Yokohama, 27. Juni.( Meldung des Reuterschen Bureaus".) über 400 ausgesperrten Arbeiter, welche alle dem Fabrik-, und der seiner Schwiegereltern, zusammen mit 14 Personen, Der Kaiser von Japan hat die Berausgabung von 50 Millionen Yen Land und Hilfsarbeiter Verband angehören, ist eine mustergültige, der größte Teil derselben ist abgereift, und eine Stube zu bewohnen. St. vermochte einen derartigen Zustand nicht 15 Millionen, wie zuerst gemeldet- zu militärischen Zweden nicht zu ertragen und verließ den Dienst. Das Amtsgericht in fanttioniert. hat an entfernten Orten Arbeit bekommen. Streifbrecher Strelno erblickte jedoch in den grauenhaften Behausungsverhältnissen des St. keine gesetzmäßige Ursache für das Verlassen des Dienstes, 50 Arbeiter nach Lehnin gekommen, um hier ihren Brüdern weshalb es obigen Strafbefehl erließ. Troßdem existiert für unsre Agrarier nur ein städtisches Wohnungselend und die Leuteflucht ist ihnen nur ein Beweis für die bedenkliche Zunahme einer ausschweifenden Genußsucht! am bom Orte sind nicht zu leider nicht zu verzeichnen, aber find Central= Arbeitsnachweis in Berlin(!) Tekte Nachrichten und Depeschen. in den Rücken zu fallen. Wenn es den Arbeitern gelingt, den Zuzug Wiesbaden, 27. Juni.( W. T. B.) Wie der Rheinische Kurier" meldet, traten heute die Vorstände der preußischen bon Streifbrechern zu verhindern, so ist ihnen der Sieg gewiß. Landwirtschaftskammer unter Vorsiz des Grafen SchwerinBewilligt hat bis jetzt nur Bohnstedt in Negen, welcher sofort 25 Mann mehr einstellte. Im Streit resp. Aussperrung be Die Lohnaufbefferung der Zwickauer Bergarbeiter be: Löwiz zu einer Konferenz zusammen, an welcher insgesamt finden sich folgende Biegeleien: Probé, Schale, Bräz, Sehran und handelt ein Artikel des Sächsischen Volksblatts", der den zahlen- 50 Delegierte aus allen Provinzen des preußischen Staates teilnahmen. Gustav Schulze in Lehnin, Georg Schulze- Michelsdorf, Krummwied- mäßigen Nachweis erbringt, daß es sich bei dieser in der Es wurde in der heutigen Sigung Bericht erstattet über die Berich Rädel, Große- Regen und Friedr. Schulze- Nahmitz. 8widauer Unternehmerpresse so marktschreierisch verherrlichten Lohn- tigung einer Central Landwirtschaftskammer, über den Schutz des Alle Arbeiter- Blätter werden um Abdruck gebeten. Zuzug ist aufbesserung, die man gar als Ursache für die deutschen Kapitalismus und über die zukünftige Handelspolitik. In Steigerung der fernzuhalten. Kohlenpreise zu erklären die letterer Beziehung wurde beschlossen: Den Landwirtschaftsminister um Eventuelle Anfragen an W. Funt, Berlin N., Stettiner- Stirn hatte, viel Geschrei und wenig Wolle handelt. zu ersuchen, derselbe möge mit aller Entschiedenheit dahin wirken, Straße 26. Die Lohnaufbefferung der gwidauer Bergarbeiter besteht darin, daß daß in dem neuen deutschen Zolltarif ein höherer Zolljah als man zwar die Schichtlöhne( Löhne pro 12stündige Arbeitsschicht) bisher für Oelfrüchte aufgenommen werde. Die Verhandlungen Zum Weltener Töpferstreik. Der Streit der in den Veltener und teilweise auch die Ge dinge( Leistung einer gewissen Menge werden morgen fortgefest. Rom, 27. Juni.( W. T. B.) Jm Senat verlas Minister Ofenfabriken beschäftigten Arbeiter ist am Sonnabend allgemein Arbeit um einen bestimmten Lohn) um ein Geringes, nämlich den geworden. Ueber die Verhältnisse, welche diesen Kampf gezeitigt Schichtlohn um 5-25 Pf., das Gedinge um 10 Bf. aufgebeffert präsident Saracco unter lebhaftem Beifall des Hauses dieselbe Er Haben, ist vorige Woche an dieser Stelle ausführlich be- hat, daß dafür aber das Baugeld( die Entschädigung für den Klärung des Ministeriums wie in der Deputiertentammer. Hierzu 2 Beilagen und Unterhaltungsblatt. Berantwortlicher Rebacteur: Paul John in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud und Verlag von Mag Bading in Berlin. Mr. 147. 17. Jahrgang. 1. Beilage des„, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Donerstag, 28. Juni 1900. Ein Hochverrats- Prozeß. Leipzig, 26. Juni. Der heutige Tag war ausschließlich den Angeklagten Kolenda und Melerowicz gewidmet. Die Anklage gegen diese beiden ist ohne äußeren Zusammenhang mit der Antlage gegen Zeitgeber. Der polnische Handwerkerverein in Dortmund ist der Boden, auf dem sich die jenen beiden Angeklagten zur Last gelegten Handlungen abgespielt haben sollen. Die heutige Verhandlung begann mit der Vernehmung Kolendas. Er leugnet mit großer Entschieden heit, zu Beiträgen für den polnischen Nationalschaß aufgefordert zu haben. In dem polnischen Handwerkerverein, der im April 1899 gegründet worden sei und dessen Vorsitzender er war, habe man das Geld für eigene Zwede nötiger gebraucht, als daß man es hätte nach auswärts schicken mögen. seit 1898 verlassen hat, da sie ihm auf seiner weiteren Fahrt ins nicht sympathisch gegenübersteht. Die Krankenkassen wie sie jest anarchistische Lager nicht folgen wollte. Seitdem hat sich der sind, können einen Druck auf die Aerzte und Apotheker ausBund, nicht zum mindesten wegen der gehässigen Bekämpfung seitens üben, was bei einer Centralisation nicht der Fall ist. Die CentraliNieuwenhuis', immer mehr uns genähert, und jetzt sind seine Mitglieder sation, wie sie möglich ist, bleibt nur ein Stückvert, denn die Betriebswieder ganz gute Socialdemokraten geworden. Es war kein Grund und Innungskassen bleiben davon ausgeschlossen und es nehmen die mehr für die Scheidung der beiden Parteien vorhanden und so Betriebs- Krankenkassen den Löwenanteil aller Mitglieder. Die Leipziger centralisierte Orts- Krankenkasse soll nun unser Vorhaben sie sich heut vereinigt. Es wurde beschlossen, unsre Partei als die gemeinsame Organi- bild sein, weil sie mit ihren 131 179 Mitgliedern die größte in Deutschſation: anzunehmen, so daß faktisch der Socialistenbund aufgeht land ist. Berlin hat 350 000 Mitglieder, und je größer die Kassen sind, in unserer Partei, welche ihn auch wohl an Umfang fünf oder desto größer sind auch prozentual die Verwaltungskosten. In Leipzig sechsmal übertrifft. Jedoch wurde beschlossen, auf dem nächsten betragen die Verwaltungskosten pro Kopf 2,15 M. in Berlin hin Kongreß unsrer Partei zu beraten, ob vielleicht einige fleine Pro- gegen nur 1,82 M. Daraus ist zu ersehen, daß die Verwaltungsfosten hier auch steigen würden. Allerdings liefert die Leipziger grammänderungen und eine Namensänderung wünschbar seien. ich leit und von greude über die jest erreichte Einigung aller gerade die weiblichen Mitglieder verursachenden Kaffen die meiſten Die Stimmung auf dem Kongreß zeugte von größter Brüder Kasse für die Familien- Angehörigen freien Arzt und Medizin. Aber Socialdemokraten. Kosten; es ist somit die Berliner Kaffenlage eine viel günstigere wie die Leipzigar. Von polnischen Dingen habe er um so weniger erfahren, als er eine Deutsche geheiratet und infolge dessen weniger Gelegenheit zum Socialismus wohl abgeschlossen. Eine Organisation besteht, Hiermit ist auch die Periode des nebelhaften anarchistischen Verkehr mit Polen gehabt habe. Bezirks- Polizeikommissar Göhrke aus Dortmund bekundet, wenigstens zwischen Anarchismus und Socialdemokratie nicht mehr. daß er den polnischen Handwerkerverein in Dortmund überwacht Leider hält der Abgeordnete Van der Zweeg fich noch immer abseits. habe. Kolenda sei mit seinem Schwiegervater in Streit geraten, Eine Organisation, selbst eine Wahl Organisation vertritt er dem die Thätigkeit Kolendas in jenem Vereine verdächtig erschienen aber nicht. sei. Nachdem dann im Oktober v. J. bei der Polizei eine Ein braver Parteigenosse ist den Reihen des kämpfenden Denunziation des Schreiners Franz Sniegodi gegen den Broletariats durch die Proletarierkrankheit entrissen worden. Der Verein eingelaufen sei, habe er den Verein noch schärfer überwachen Verstorbene, Genosse Conrad Vogel, wohnte seit einem Jahr lassen. Den Kolenda habe man ihm als Socialdemokraten zehnt in Nedarau, woselbst er sich, wie auch vorher schon in geschildert. feinem früheren Aufenthaltsorte, mit größtem Eifer und bestem Erfolge der Partei gewidmet hatte. Der Socialdemokratische Verein in Neckaran verliert an ihm ein rühriges Vorstandsmitglied, ebenso das Gewerbegericht, dem er seit sechs Jahren angehörte, einen gewissenhaften Beisiger. Ehre seinem Andenken! Der Anklagte Kolenda erklärt wiederholt, daß er sich mit Politit gar nicht befaßt habe; es sei nicht auch möglich, daß man zugleich für die großpolnische und socialdemokratische Sache wirte. handelte. Nach den Satzungen, welche verlesen werden, hatte der Verein die Behandlung politischer und religiöser Angelegenheiten aus geschlossen. Eine Versammlung am 29. Januar d. J. iſt einberufen worden zur Feier von Raisers Geburtstag.(!!!) Kolenda hat eine entsprechende Rede gehalten und sie mit einem Hoch auf Kaiser und Papst geschlossen. Es folgt die Vernehmung des Angeklagten Meletowic 3. Er bestreitet ebenfalls mit großem Eifer, zu Beiträgen für den Schatz aufgefordert und selbst dazu beigesteuert zu haben. Als er in der Schweiz war, sei er in Rot geraten und habe durch einen Studentenverein Unterstützung aus dem polnischen National fchaz erhalten, den er für einen Hilfsverein angesehen habe. Wenn er in Dortmund 2 M., die er vom Handwerkerverein für Klavierspielen erhalten hatte, nach Rapperswil gesandt habe, fo habe er es nur in der Absicht gethan, für die empfangene Wohlthat teilweise Ersatz zu leisten. Die Anklage sucht nachzuweisen, daß Melerowicz mit voller Kenntnis von den Zweden des Schayes gehandelt hat und daß auch Kolenda sich der Tragweite des Vorgehens des Melerowicz im Vereine nicht nur voll bewußt gewesen sei, sondern es auch unterftüzt habe. Ein Antrag des M., für den Schatz zu sammeln, soll am 30. Mai gestellt worden sein. Nach den Protokollen des Vereins hat der Vorstand am 10. Juni befchloffen, sich die Sache nochmals zu verschaffen. zu überlegen, und in der Versammlung am 20. Junti ist beschlossen worden, die Sache auf sich beruhen zu laffen. Es werden noch eine Anzahl ehemaliger Mitglieder des polnischen Handwerkervereins in Dortmund vernommen und zwar zunächst meist uneidlich. In Welche Vorteile soll nun eine Centralisation herbeiführen. Es wird kein Gefeß gemacht für eine Stadt, sondern fürs Reich, und da werden die Militäranwärter ihren Einzug in den centralisierten Stassen halten, und die Regierung hätte einen Fingerzeig, wo sie ihre Anwärter hinstecken kann. Die 15 Krankenkassen, die unter 26 Wochen Unterstützung zahlen, tönnen auch ohne die Centralifierung dazu bewegt werden, ihre Unterstützung auszudehnen. Redner wünscht dringend, die Centralisation abzulehnen. An der Diskussion beteiligte sich zunächst Dähne von der Orts Krankenkasse der Maurer. Er führte aus, daß eine Aenderung herbeigeführt werden müßte, denn im Baugewerbe geht es von einer Kasse in die andre und eine Kontrolle wäre unmöglich. Auch ist die Besoldung der Beamten hiesiger Kassen eine sehr minimale. Wir wollen nicht über den Kopf) bezahlen, aber doch ein angemessenes Gehalt. Die Verhältnisse liegen im ganzen so, daß wir im Interesse unsrer Mitglieder eine Centralisation schaffen müssen. 311 Die Sächsische Fürsorge für Versammlungsbesucher. Glauchau bildete in der legten Sigung des Stadtverordneten Sächsische Fürsorge für Versammlungsbesucher. Stollegiums die Handhabung des Polizeigeiezes durch schaffen, weil hier in Berlin eine sehr große Zahl winziger Kassen Dr. Freudenberg empfiehlt dringend eine Centralisation zu die Polizei den Gegenstand einer lebhaften Verhandlung, die bestehen mit sehr minimalen Leistungen. Das Deficit, welches die durch eine aus Arbeiterkreisen eingegangene Beschwerde veranlaßt Leipziger Kaise gehabt hat, ist dadurch entstanden, weil sie von Einen Krankenworden war. Wie anderwärts bewies auch in Glauchau die Polizei- Anfang zu große Leistungen gezahlt hat. behörde stets dann eine rührende Sorge für Leben und Gesundheit kassen- Verband der Versammlungsbefucher, sobald es sich um Arbeiterversammlungen Vorzüge, die die Leipziger Kafie ihren Mitgliedern gewährt, gründen ist gesetzlich unzulässig. Die Beschwerde ersuchte deshalb die Stadtverordneten, werden von keiner Berliner Kaffe geleistet, deshalb ist die Schaffung so lange die Ausgaben für den Posten des verantwortlichen Zeiters einer Centralisation dringend am Plak, und dann würden auch die des Polizeiressorts zu verweigern, bis bezüglich des Verfammlungs Rosinen aus dem Kuchen genommen, der dem Reichstag vorgefegt vejens eine Besserung eingetreten sei. Der Bürgermeister erklärte, werden soll. die vom Ministerium anläßlich der Theaterbrände crlassenen lottenburg, verliest ein Schreiben vom Regierungspräsidenten aus daß er persönlich für weitgehendste Versammlungsfreiheit sei, daß jedoch Sabor, Vorsitzender der Allgemeinen Orts- Krankenkasse CharVerfügungen berücksichtigt werden müßten. Das Stadtverordneten Potsdam mit der Anfrage, wie sich die Klasse zu dem neuen Kollegium nahm jedoch einstimmig einen von dem Stadtverordneten Gesetzentwurf stellt. Redner bedauert, daß die Centralisation nicht flugt geschickt vertretenen Antrag an, daß entweder die Polizei von schon lange herbeigeführt ist. Hierauf verliest Simanowski eine einDie heute am 22. Juni 1900 in der„ Bergegangene Resolution: den Verfügungen in toleranterer Form oder aber für alle Versammlungen in der gleichen Weise Gebrauch zu machen habe. liner Ressource" tagende Bersammlung der Berliner Orts- StrankenSache des Bürgermeisters wird es nunmehr sein, dem energisch be- fassen usw. erkennt an, daß die Centralisierung der Ortskaffen fundeten Wunsche des Stadtverordneten- Kollegiums auch Beachtung wünschenswert und im Interesse der Versicherten unbedingt notwendig ist. Sie beauftragt daher die Centralkommission der vom Boltsblatt für Halle" von der Staatsantvaltschaft die Auflage führung dieses Gedankens in die Bege zu feiten." Wegen Gotteslästerung war gegen den Redacteur Swienty Krankenkassen, recht bald geeignete Schritte zu thun, um die Durcherhoben worden, und zwar sollte die Gotteslästerung dadurch be Mechaniferkaffe, spricht sehr scharf gegen die Centralisierung. Alsdann gangen worden sein, daß in einer Kritik eines von der Magdeburger wird die Diskussion vertagt. Straffammer gefällten Urteils von der unehelichen Geburt des Stifters der christlichen Religion" als einer Thatsache gesprochen worden war. Die beschließende Straffammer des Anitsgerichts in Halle vermochte sich jedoch den Deduktionen des Staatsanwalts nicht anzuschließen und lehnte deshalb die Eröffnung des Verfahrens ab, indem sie betonte, daß das nach§ 166 des Strafgesetzbuchs vor auszujeßende Merkmal der Beschimpfung in dem inkriminierten Sage nicht enthalten sei. " Der Schreiner Franz Sniegodi, der Denunziant, befundet, daß er der eigentliche Gründer des Vereins gewesen sei und Kolenda, den er als angesehenen Mann kannte, zum Vorfizenden vorgeschlagen habe. Er behauptet, Melerowicz Habe am 30. Mai solche Stellen verlesen, in denen davon die Nede war, daß, venn es einmal zum Aufstand komme, aus dem Nationalichage die dazu erforderlichen Mittel entnommen werden sollten. Von dem Nationalschaz habe er, Zeuge, schon vor 3 Jahren in Gnesen gehört.( Er ist Ein gefegneter Pressänder ist der Genosse Ad, Thicles 22 Jahr alt.) Ob Melerowicz gerade die Stelle verlesen habe, in der Halle, gegen den jezt die Prozesse, die während der Reichstags: von den Feinden der Nation die Rede ist, wisse er nicht. Auf die Session ruhen mußten, weitergeführt werden. Die Zahl der Prozesse, Bemerkung des Zeugen, mit Kolenda stehe er noch auf freundschaft- die zum Teil aus dem Jahr 1898, zum Teil erst aus dem vorigen lichem Fuße, ruft Stolenda mit großer Entschiedenheit: nein! Jahr stammen, beläuft sich auf zehn oder elf. Bereits sind gegen zu bemerken ist, daß Kolenda den Zeugen wegen unpassenden unsren Genossen ein Termin vor dem Schöffengericht, zwei vor dem Verhaltens aus dem Verein hinausgewiesen hat. Dies ist am Landgericht und einer vor dem Reichsgericht angesetzt. 10. Oftober 1899 geschehen. Drei Tage später hat Sniegodi den Verein denunziert. Krankenkassen- Centralisation. " Schröder, Unter Verschiedenes macht Herr Dr. Lenhoff Mitteilungen über die schnelle Entwicklung der Erholungsstätte in der Jungfernheide. Die ersten Bedenken, ob die Stätte genügend besucht werde, find gänzlich geschwunden. Die Stätte war für 100 Personen gedacht, und es sind jetzt 140, die dort verpflegt werden. Es wird erforderlich sein, in nächster Zeit in verschiedenen Stadtteilen solche Erholungsstätten zu errichten; auch die weiblichen Mitglieder sollen bedacht werden. Aus der Frauenbewegung. Die Lohnbewegung der Plätterinnen und Wäscherinnen. Die Versammlung der Alt- Plätterinnen und Wäscherinnen, welche am 26. ds. Mts. in Kellers Festsälen tagte, zeigte ein eigenartig bewegtes Bild. Für den, welcher in der Arbeiterbewegung den mächtigen Hebel erkennt, dessen Kraft die Kultur zu einer noch ungeahnten Höhe tragen wird, bietet der Eintritt einer zahlreichen Berufstlaſſe in den Kampf um bessere Lebensbedingungen ein freudiges Schauspiel. Und freudig gehoben war auch die Stimmung, trotz aller Versuche der zahlreich erschienenen Meister, die Freude zu dämpfen. Die Iliruhe, welche eine Versammlung von zum großen Teil ganz unerfahrenen Besuchern stets anhaften wird, hatte sich bei Beginn der Verhandlung etwas gelegt, als ein böser Zufall die Der Zeuge Ignaz Szymanski war in der Versammling vom 13. Juni anwesend und behauptet, gehört zu haben, Kolenda habe gesagt, der Schatz sei für die polnische Revolution bestimmt Eine Versammlung der Krankenkassen Vorstände und jeder Pole müsse eher für ihn, als für etwas andres steuern. und Verwaltungsbeamten Kolenda erklärt es für unmöglich, daß er derartiges gesagt habe. fand am Freitag, den 22. Juni, in der Berliner Ressource statt. Die weiteren Zeugen, sämtlich frühere Mitglieder des Vereins, Einberufen war dieselbe von der Centralfommission der Krankenmachen ziemlich unbestimmte Angaben. Sämtliche polnischen Zeugen lassen Berlins. Auf der Tagesordnung stand: 1. Liegt die Versammlung fast gesprengt hätte. Der Ruf:" Feuer" tönte durch wurden nachträglich vereidigt, mit Ausnahme des Denunzianten und Centralisation der Krankenkassen im Interesse der versicherten den Saal und die Mehrzahl cilt mit fliegender Haft nach den Thüren. Hauptbelastungszeugen, der wegen Unterschlagung und Betrugs vor: Arbeiter? Referent: Herr Stadtverordneter Borgmann. Korreferent: In dem brausenden, Lärm verhallen die Stimmen, die zur Ruhe und bestraft ift. Gegen 3 1hr wurde die Beweisaufnahme geschlossen. Herr Rendant P. Magnan. 2. Verschiedenes. Besonnenheit mahnen. Als aber die Forteilenden erkannten, daß das Morgen früh werden die Plaidoyers stattfinden. * Die Verteidiger plädierten für Freisprechung. Das Urteil lautet: Leitgeber wurde zu einem Jahr Festung unter Anrechnung von drei Monaten der Untersuchungshaft verurteilt, Kolenda und Melerowicz wurden freigesprochen. Partei- Nachrichten. Vertreten waren 42 Orts- Strautentassen, 4 Fabrit- Krankenkassen, Feuer, welches im Nebenhaus ausgebrochen, thatsächlich unbedeutend 3 Junungs-, 22 Hilfs- und 4 Vororts- Krankenkassen, in Summa 75. und ungefährlich war, fehrten sie zurück. und nach halbstündiger Bause Der Prozeß wurde am Mittwoch zu Ende geführt. Der Ober- Der Referent Borgmann führte aus: Die Idee der Centralisation wurde die Beratung des neuen Lohntarifs fortgesetzt, welchen die reichsanwalt verzichtete darauf, die Behauptungen des Zeugen ist ja nichts Neues, es ist schon lange der Winsch gewesen, die Kommission aufgestellt hat. Er lautet: Eniegodi als glaubwürdig zu Grunde zu legen. Krankenkassen zu centralisieren und es war zu dem Zweck vor Lohntarif. Die Reichsanwaltschaft beantragte gegen Leitgerber sechs Jahren eine Kommission gewählt worden. Die Kommission zwei Jahre Festungshaft, gegen Melerowicz neun Monate Festungs: war bemüht, die Verwaltungsbehörde auf den großen Wißstand 1,20 m. Oberhemden, gestickt oder Falten, per Dutzend 1,50 W. Für Blätterinnen( Accordpreis): Oberhemden, per Dugend haft, gegen Kolenda Freisprechung. unsres Strankenkassenwesens aufmerksam zu machen. Im Jahre 1896 hat nun die Gewerbedeputation an sämtliche Westen, per Stid 20 Pf. Stragen, per Dutzend 30 Pf. Manschetten, Chemisetts, per Dutzend 60 Pf. Krankenkassen ein Schreiben gerichtet und auf verschiedene Nachteile, per Dutzend Paar 60 Pf. welche die Mitglieder von einer Centralisation haben, hingewiesen. Chemisetts, gesticht oder Falten, per Dutzend 75 Pf. Chemiſetts, zugleich wurde von den Vorständen verlangt, einen Bericht eingu 25 Pf. Damen- Oberhemden, mit Tollen, per Stück 30 f nur fleine, ver Dußend 50 Pf. Damen- Oberhemden, per Stüd schicken darüber, wie die Mitglieder über die Sache denken. Es sind Wochenlohn für Plätterinnen: Pro Woche 21 M nun die meisten Berichte von den Vorständen eigenmächtig eingesandt worden und zwar im Sinne einer Verneinung der Centrali- ochenlohn für Wäscherinnen: Pro Woche 21 M mit Kost 15 M., pro Tag 2,50 M. fation. Arbeitszeit: Sommer: von 7-7 1hr. Pausen: 812-9, Von der Agitation. Nach dem Schluß des Reichstags unter 120( infl. Jnnungs- und Betriebskaffen) unter gewissen Bedingungen 4-5 Uhr. Es hatten sich unbedingt für Centralisation 4 Krankenkassen und 12-1, 41/ 2-5 lihr. Winter: von 8-8 Uhr. Pausen: 9-912, 12-1, nahm Genosse Baudert eine Agitationstour durch Ost- und Westpreußen. In allen Versammlungen bildete die politische dafür ausgesprochen. Das Krankenkassenwesen würde durch eine Centralisation sehr Die Vorsitzende Frau Ihrer gab die notwendigen Erläuterungen Lage, unter Berücksichtigung der in der letzten Session des Reichstags gehoben werden und es brauchte die Centralisierung der Wenigen zu den Zahlen. Es war bisher fiblich, daß der Preis für das einem zur Größe der Stadt verhältnismäßig fleinen Saale, war die halber, die eine höhere Unterstützung zur Zeit erhalten, nicht zu einzelne Stüd zu gleichen Teilen an Inhaber und Arbeiterin fiel. scheitern. Als aber vor Pfingsten die allgemeine Teurung die Meister bewog, Bersammlung überfüllt. In Tilsit haben sich die Genossen Es hat hier in Berlin noch keine Krantentaffe es fertig gebracht, ihre Preise zu erhöhen, ließen sie die Arbeiterin an dem Mehrein eignes Lokal geschaffen. Ein einfacher Raum, 18-20 Meter Familienmitglieder mit aufzunehmen, und wenn nun Erkrankungs- gewinn nicht teilnehmen; einige einzelne Ausnahmen kamen nicht lang und 5-6 Meter breit. Die Polizei hat verboten, Petroleum- fälle in einer Familie vorkommen und der Mann die Kosten in Betracht. Und doch hat die Plätterin ebenso sehr unter der beleuchtung anzubringen, deshalb wird der Raum mit rings an den Wänden angebrachten Talglichtern beleuchtet. Infolge mangelnder nicht erichwingen kann, so tritt die Stadt ein und der Mann geht Teurung zu leiden, wie jeder andre, Dieser Uebelstand soll mit der ohnehin schon das Eristenzminimum nur eben überschreitet oder auch Siggelegenheit( die Genossen haben sich erst ein paar Dugend Stühle Centralisation aus der Welt geschafft werden, in der Weise, daß nur erreicht, wenn ihre Arbeitszeit grenzenlos ausgedehnt wird. In fchaffen können) nahmen die Teilnehmer dicht zusammengedrängt, die Familienmitglieder mit versichert werden, wie es bei der der Diskussion gab es scharfe Worte, und der Lärm, absichtlich und in und außerhalb des„ Saals" an der Versammlung teil. unwillkürlich, erschwerte es, die einzelnen Redner zu verstehen. Die In Memel ließ der Besuch infolge eines an demselben Leipziger Krankenkasse der Fall ist. Es wird auch von der Regierung eine Centralisierung geplant, Arbeitgeber, welche vor einer Woche in einer Meisterversammlung Tage stattfindenden Volksfestes etwas zu wünschen übrig. welche in der Novelle zum Krankenversicherungs- Gesetz zum Ausdrud gleichfalls einen neuen Tarif entworfen hatten, fanden, daß ein freiDesto überfüllter, in sehr geräumigen Sälen, waren die Versamm: fommen wird, und wenn das von der Regierung geplant wird, so williger Lohnaufschlag von 25-30 Broz, ein ganz ungewöhnliches Gelungen in Elbing und Danzig. Eine in dem Schifferort kommen selbstverständlich bei Besetzung der Stellen zuerst die Civil- fchent an die Arbeitnehmer fei, von 100 Proz., wie es der Tarif vorsieht, Seu bude geplante Versammlung wurde, trotzdem der Saal zukönne keine Rede sein. Wären die fadenscheinigen Argumente auch bessergegesagt war, dadurch vereitelt, daß der Lokalinhaber unter dem Ein- Versorgungsberechtigten in Betracht. wesen, so hättenauch bessere Beweise nichts ausgerichtet, denen gegenüber. fluß behördlicher Organe sein Lokal in letzter Minute verweigerte. Nach allen gemachten Wahrnehmungen geht es in Ost- und Westwelche wissen, daß ihr Fehler höchstens ist, daß sie zu lange geschwiegen und welche nichts fordern als auskömmlichen Lohn für preußen mit unsrer Bewegung vorwärts. eine sehr schiere Tagesarbeit. mehr, weil ihre Einnahme Wenn nun von den Kassenmitgliedern eine Centralisation geschaffen wird, dann hat die Verwaltungsbehörde kein Recht, die Rechte der Mitglieder zu inhibieren; denn es haben dann 350 000 Mitglieder auch ein Wort mitzusprechen. Es hat auch eine Die Einigung der beiden holländischen socialdemokratischen centralisierte Kasse einen ganz andren Ueberblick über ihre Mit: Organisationen ist am 24. Juni zur Wirklichkeit geworden. Es glieder, als es jegt bei der Zersplitterung der Fall ist, und darum geschah, wie uns aus Amsterdam geschrieben wird, auf einem vom ist es Zeit, mit der Centralisation anzufangen, ehe die Novelle zur Socialistenbund einberufenen speciellen Kongreß, wo die Lokal- Beratung tommt. Borgmann bittet, auf die drohende Gefahr hin Organisationen vom Socialistenbund und von der Socialdemo- jich die Sache reiflich zu überlegen. Fratischen Arbeiterpartei anwesend waren. Der Socialistenbund ist Der Storreferent Magnan führt aus, daß die Verwaltungsdie einstige Nieuwenhuissche Organisation, welche er aber behörde der Centralisation, wie sie von der Kommission geplant ist, spottenden Zustand der Wäsche. Eine Einschränkung der Arbeitszeit Doch mehr Begeisterung als die Lohnerhöhung weckten die Beſtimmungen über die Arbeitszeit. Doppelt nötig bei den schweren Berufskrankheiten in dem so anstrengenden Gewerbe des Waschens und Plättens; bei ersterem teilt dazu die Gefahr der Ansteckung durch infizierte Wäsche und außerdem, wie eine erfahrene Wäscherin mit drastischen Worten schilderte, den oft jeder Beschreibung thut hier besonders not. Daß auch den Blätterinnen, wie den andern durch, der Angeklagte ging nach Wien in Arbeit und hat sich dort erst das neuen Bürgerlichen Geſetzbuch." Der Arbeitsvermitter berichtete im schlechtgezahlten Berufen, von mancher Seite Unfittlichkeit vorgeworfen Reisegeld zusammengespart, um den Berufungstermin hier wahrnehmen 2. Punkt der Tagesordnung, daß im verflossenen Monat Differenzen wird, kann niemanden wundern, der weiß, daß fie oft auch das Not- au fönnen. Inzwischen ist der angeblich Bestohlene auch von Berlin in einer Reihe von Betrieben stattgefunden haben, die aber alle beiwendige nicht verdienen können, oder doch nur mit Ueberstunden, die ihr weggegangen und unauffindbar geworden. In der Zwischenzeit hat gelegt wurden, ohne daß es zum Streit gekommen wäre. Nur bei Leben zu einer Sklaverei jondergleichen machen. Leider ist die Haus- aber festgestellt werden können, daß der Leumund des schon vor- Stellmagit fam es zur Arbeitsniederlegung, während bei Nichter die industrie dem Fabritgefeß nicht unterstellt, welches der Arbeiterin einen bestraften Belastungszeugen ein recht schlechter ist, und gestern führte Unterhandlungen noch nicht beendet sind. begrenzten Arbeitstag giebt. Da aber die Erweiterung des Gesetzes, der Verteidiger den Nachweis, daß der Angeklagte am Tage vor dem Auf Antrag der Ortsverwaltung wird beschlossen, bei Werkstattso notwendig fte wäre, auf sich warten läßt, müssen die Plätterinnen angeblichen Diebstahl seinen Lohn von seinem Meister ausgezahlt streits die Unterstützung auf 12 M. für ledige und 15 M. für verfich selbst das schüßende Gesetz schaffen und mit Mut und Energie erhalten, daß sich unter den Geldſtüden auch ein Zehnmarkstüd und heiratete Mitglieder zu erhöhen, wenn diefelben die im neuen Statut verteidigen. ein Zweipfennigftück befunden habe und die sogenannten Mertzeichen vorgesehene Karenzzeit hinter sich haben. Diejenigen Mitglieder, Das Argument der Blättstubeninhaber, daß es ihnen selbst schlecht sich auf verschiedenen Geldstücken dieser Art vorfinden. Der Gerichts- welche die Extrabeiträge regelmäßig geklebt haben, erhalten einen gehe, sie nicht besser daran seien als die Plätterien, wurde teil- hof hielt denn auch die Schuld des Angeklagten nicht für dar Zuschuß von 3 M. pro Woche. Bei Branchenstreiks wird die Unterweise als richtige Thatsache angefehen, aber nicht als Grund für gethan, hob das schöffengerichtliche Urteil auf und erkannte aufstügung nach wie vor von der Generalversammlung festgesetzt. Verzicht auf beffere Entlohnung. Der ganze Tarif wurde mit Eins Freisprechung. Eine Versammlung von Konfektionsschneidern, die am stimmigkeit angenommen. 1/1190 Saffierer Stanowsky, Höchstestr. 40. Gerichts- Beitung. admonis Ent 0 Eine Reihe von Diebstählen, die mit außerordentlicher Frech- Montag Brunnenstraße 15 tagte, stimmte dem schon von einer Der Borsigende des Vereins der Wäsche und Krawatten heit ausgeführt waren, wurden gestern vor der achten Straffammer früheren Versammlung genehmigten Lohntarif, sowie der Forderung: branche", Trinks, gab mun an, welche Schritte zunächst zu an, welche Schritte zunächst zu des Landgerichts I erörtert. Jur Laufe des verflossenen Winters Einführung von Betriebswerkstätten zu und beschloß, diese Fordethun seien, unt die Forderung durchzusetzen. Es werden von morgen an Tarifzettel ausgegeben, welche die Ar- gelangten innerhalb furzer Zeit sieben Diebstähle von Fuhrrungen der Kofektionsschneider am 1. Oktober den Unternehmern beiterinnen an den bezeichneten Stellen abholen können, um sie werfen zur Anzeige, die von den Führern für kurze Zeit unbeauf- einzureichen. In der Aussprache, welche dem Beschluß vorherging, den Meistern zur Unterschrift vorzulegen, was bis spätestens Somm sichtigt auf der Straße stehen gelassen worden waren. In fast allen betonten Möbius, Kulid und andre Redner mit Rücksicht auf abend geschehen muß. Bis Sonnabend, 7. Juli, ist eine Bedentzeit Fällen waren Fuhrwerke von Köpenicker Waschanstatten abhanden den schwachen Besuch der Versammlung, daß, wenn die geplante gegeben, jedoch so, daß im Fall der Ablehnung die Kündigung der gekommen. Die Wagen mit Inhalt wurden später in einer Lohnbewegung Erfolg haben soll, das Interesse der KonfettionsDer entlegenen Straße gefunden. Dieb hatte sich mur schneider an derselben ein lebhafteres werden müsse. Ritter, BerArbeiterin als am Sonnabend, 80. Juni, geschehen gelten foll. das Pferd nebst Geschirr angeeignet. Der Schlächtergeselle trauensmann vom Centralverband der Schneider, suchte den AnDenn die vierzehntägige Kündigung muß innegehalten werden, Bermid zeigte an, daß er eines Tags mit dem Fuhr- wesenden klar zu machen, daß die Vorbedingung einer Lohnbewegung wie auch jede andre Form eines ruhigen Lohukampfs. Die Meister werden gebeten, gleichfalls eine Kommiffion zu wählen, werk seines Herrn auf der Straße gehalten habe, als ein Mann an der Anschluß an eine große, leistungsfähige Organisation sei und Die Meister werden gebeten, gleichfalls eine Kommission zu wählen, ihn herangetreten fei, der ihm den Vorschlag gemacht habe, einen das von der lokalen Vereinigung ins Wert gesezte Vorgehen der welche mit der Arbeiterinnenkommission die Differenzen hoffentlich frieblich erledigen wird. Die arbeitslos gewordenen Blätterinnen Roffer aus der Frankfurterstraße zu holen. Der ihm angebotene Konfektionsschneider wenig Erfolg verspreche, wenn dieselben nicht und Wäscherinnen mögen sich an den Arbeitsnachweis des Vereins Lohn von 5 M. jei zu verlockend gewesen. Vor einem bezeichneten Fühlung nehmen mit ihren Kollegen der andren Branchen des wenden, welcher ihnen unentgeltlich Stellung verschafft. Dieser ist Sause angekommen, habe sein Begleiter ihn aufgefordert, den Koffer Schneidergewerbes. aus einer Hinterwohnung herauszuholen. Als er nach vergeblichem bei C. Sergt, NO., Landwehrstr. 1, Ede Gollnowstraße, Suchen wieder auf die Straße getreten sei, sei das Fuhrivert ver- im Friedrichstädtischen Kasino" in der Friedrichstraße stattfand und In einer Versammlung der Schneider, die am Dienstag Cigarrengeschäft. Eine Resolution, daß die Arbeiterinnen, in der Neberzeugung der Person des vielfach vorbestraften Kutschers Gustav Schulze referierte Ritter über die Frage: Welche Konsequenzen zieht die schwinden gewesen. Es gelang endlich, den gefährlichen Dieb in von über 1000 Personen, darunter auch viele Frauen, besucht war, nur festes Zusammenhalten könne zum Ziel führen, beschließen, alle zu ermitteln und zu verhaften. Er hatte mit den Pferden einen Arbeiterschaft aus dem Wortbruch einzelner Unternehmer? dem Verein der Wäsche und Kravattenbranche beizutreten, wurde schwunghaften Handel betrieben und einige derfelben für so niedrige Die Firmen: Bortrefflich, Baum, A. Wertheim, einstimmig angenommen. Einige Ansprachen von Arbeiterinnen, und Horwiz varen brieflich : welche die Anwesenden mahnten, was sie mit Begeisterung begonnen, Preise verkauft, daß die Käufer, die Droschkenkutscher Jung und Westend Chloting dieser Versammlung eingeladen worden. Der trog mit Festigkeit zu vollenden, auch die andern Kolleginnen mit allen Ruhnke, in den Verdacht der Hehlerei gerieten und deshalb gestern u Mitteln der lleberredung zu ihrer Anschauung zu bekehren, fanden neben Schulze auf der Anklagebaut Plaz zu nehmen hatten. Schulze des ungünstigen Wetters überaus starte Besuch der Versammlung begeisterte Aufnahme. Den Schluß der Versammlung bildete ein war unter dem Namen eines Pferdehändlers Schneider aufgetreten. fennzeichnete am deutlichsten das rege Intereffe der Beteiligten. Referent Bezeichnend war es, daß er stets das Bürgerliche Gesetzbuch bei sich erwähnte zunächst, daß der von den Schneidern aufgestellte Lohntarif brausendes jubelndes Hoch auf die Plätterinnenbewegung. Die Tarifzettel für die Unterschrift der Unternehmer werden ab- führte. in der jüngsten Lohnbewegung im allgemeinen zwar anerkannt, aber Der Gerichtshof verurteilte den Angeklagten Schulze zu acht nach Verlauf der flotten Geschäftszeit von den Unternehmern wie üblich geholt im Bureau der Lohnkommission bei Buske, Grenadier- Jahren Gefängnis; die beiden mitangeklagten Droschten vielfach wieder rückgängig gemacht worden sei. In dieser Hinsicht Straße 38. futscher wurden freigesprochen. hatten die Firmen A. Wertheim, Horwig u. Cie., Vortrefflich, Wolf Die Frage, ob Musiker Gewerbegehilfen sind, stand in. Steller u. a. sich besonders hervorgethan. Die Firma Baum rächte einem Strafverfahren gegen den Mufifdirektor Jahrow zur Entfich dadurch, daß bis jetzt zivar feine Abzüge gemacht, dafür aber scheidung. fcheidung. Der Beschuldigte hatte einen minderjährigen Musiker alle unzufriedenen Elemente am Pfingst Sonnabend entlaffen mehrere Monate beschäftigt, ohne daß dieser im Befig eines wurden! Die von der Lohntommiffion dagegen erhobenen Einbag, von der Firma mit einent längeren Eine schwere Strafe beantragte gestern der Staatsanwalt arbeitsbuds war. Dadurch solite Jahrow die§§ 107 und 150 wendungen wurden Als Rechtfertigung für gegen den Rollkutscher Fris Törlig, der vor dem Schöffengericht der Gewerbe- Ordnung übertreten haben. Das Schöffengericht verschwulstigen Schreiben beantwortet. ftand, um sich wegen Körperverlegung, Beleidigung und Vergebens urteilte Jahrow zu einer Geldstrafe; das Landgericht als die Entlaffung derjenigen Arbeiter, die bis dahin zur Zufriedenheit gegen§ 153 der Gewerbe- Ordnung zu verantworten. Es handelte Berufungsinstanz sprach ihn jedoch frei und führte aus der Firma gearbeitet, wurde u. a. ausgeführt, daß fie nur austands. denn die Arbeiter hätten sich auch hier um cine Straßenscene aus der Zeit des Straßen Die Leistungen der Kapelle des Angeklagten befriedigten halber beschäftigt worden seien, 15 Mark verdient, aber 30 Mart erhalten. bahner Ausstands. Der Angeklagte war am 21. Mai, d. h. auch ein höheres Kunstintereffe; Kunstinteresse; die einzelnen Mitglieder eigentlich nur zu einer Zeit, als der Ausstand thatsächlich schon ein Ende gefunden der Kapelle seient deshalb als Künstler und nicht als Ar- während sie der Firma sogar 60 Mart pro Woche gekostet hätten! Die Schuld ant solchen Vorgängen hatte, ohne Kenntnis der Sachlage an einen im Betrieb be- beiter anzusehen, die minderjährigen unter ihnen brauchten also( Stürmische Heiterkeit!) findlichen Motorwagen herangefahren und hatte dem Schaffner, fein Arbeitsbuch zu führen. Auf die Revision der Staatsanwalt tönne man aber bei den Firmen Baum und A. Wertheim weniger der aushilfsweise die Nolle des Führers versah. einen schaft hob indeffen das stammergericht die landgerichtliche Ents den Juhabern als den Angestellten zuschreiben. Der Zuschneider Sieb mit der Beitsche verjeßt, indem er ihm zurief:" Du icheidung wieder auf und verwies die Sache noch einmal an die Stanis bei Baum lönne besonders als Beispiel angeführt werden. viel Lohntarife als ArStreifbrecher!" Der Schaffner wollte sich dies nicht gefallen Vorinstanz zurüd. Der Straffenat des Revisionsgerichts nahm im Bei Wertheim seien oft ebenjo daß beiter. Die Firma Wolf u. Seller wolle eingesehen haben, lassen, sondern sprang vom Wagen und eilte dem Angeklagten nach. Gegensaz zu seiner früheren Pragis an, Musiker daß die Zustände unter dem neuen Tarif unhaltbar seien, aber jeien. Als er an dessen Wagen herangekommen war, erhielt er noch einen viele Gewerbegehilfen bei ob sie hauptsächlich zweiten Peitschenhieb. Der Staatsanwalt hob alle die Strafscheidend wäre. fünstlerischen darüber nicht mehr mit der Lohnkommission, sondern nur mit den Arbeitern verhandeln. Die Firma Adam rechtfertige sich damit, oder Aufführungen bei folchen niederer verschärfungsgründe hervor, die in andern ähnlichen Prozessen bereits musikalischen geltend gemacht worden sind, hielt auch ein Vergehen gegen§ 153 Gattung mitwirkten. Das Landgericht müsse darum nachprüfen, in daß sich die Arbeiter selbst für 25 anstatt 27 M. angeboten hätten. der Gewerbe- Ordnung für vorliegend und beantragte 4 Monate welcher Weise der junge Mann, um den es sich hier handle, bei. Die Firma Goldschmidt, welche fiberwiegend Stellnerfachen anfertige Gefängnis. Rechtsanwalt Dr. Schwindt verwies dagegen thätig gewesen sei. Wenn er vorwiegend bei minderwertigen Musik( Rufe: Frad 8 M. 1). habe namentlich bei den Heimarbeitern beauf den guten Leumund und die bisherige Unbescholtenheit des An- aufführungen mitgewirkt habe, dann sei er als Gewerbegehilfe zu deutende Abzüge gemacht. Da aber bedauerlicherweise gerade die geklagten und bestritt die Anwendbarkeit des§ 153, da der erste behandeln und der Angeklagte hätte ihn ohne Arbeitsbuch dann nicht Heimarbeiter es feien, welche sich gegenseitig selbst unterbieten, Peitschenhieb gar nicht bezweckte, den Schaffner zum Niederlegen der beschäftigen dürfen. Das Landgericht stellte nunmehr fest, daß ohne sich um die Forderungen der Organisation oder die Bestimmungen Arbeit zu bewegen, sondern mur der Ausdrud des Univillens darüber, daß der junge Miami zwar bei künstlerischen Konzerten mit thätig der Gewerbe- Ordnung zu kümmern, müsse immer wieder die der Schaffner in der Arbeit verblieben war, darstellen sollte. Der geweien fei, die überwiegende Anzahl seiner Leistungen aber Stontrolle der Heimarbeiter durch die Gewerbe- Aufsicht Gerichtshof fchied auch den§ 158 der Gewerbe- Ordnung um fo mehr auf Echüßenfeste, Tanglustbarkeiten und ähnliche Veranstaltungen gefordert werden. Aber auch die Innungsmeister, namentlich die Herren aus, als der Ausstand thatsächlich schon ein Ende gefunden hatte, entfalle. Hieraus zog das Gericht den Schluß, daß man es hier mit Collin und Obermeister Strause, hätten ihrem Ummut über deinr und verurteilte den Angeklagten zu 50 M. Geldstrafe event. 10 Tagen einem Gewerbegehilfen im Sinne des neuerdings vom Tarif brieflich Ausdruck gegeben und ihren eignen, eigentlich Gefängnis. Kammergericht aufgestellten Grundjages zu thun habe. Obwohl das Der frühere Oekonom der bekannten Trarbachschen Wein- Gericht so den Thatbestand der§§ 107 und 150 der Gewerbe- 5 Tarife, ausgearbeitet. Diese Serren feien aber der Meinung. stuben in der Markgrafeustraße. H. E. Rudolph, stand gestern Ordnung objektiv für vorliegend erachtete, wurde Herr Musikdirektor daß eine Besserung der Verhältnisse wohl möglich sei, wenn auch unter der Anklage des Hausfriedensbruchs und der Bedrohung vor Jahrow dennoch wieder freigesprochen, und zwar deshalb, die Meister organisiert wären! Redner faßt das Ergebnis feiner dem Schöffengericht. Rudolph übernahm im Februar v. 3. die weil er sich über den Begriff des gewerblichen Arbeiters im Irrtum ausführlichen, etwa anderthalbstündigen Darlegungen dahin zu Weinstuben. Er sollte 3000 W. Staution stellen. Die Firma Trarbach befunden habe und dieser Begriff nicht dem Strafrecht fammen, daß man als beste Antwort auf das wortbrüchige Bererklärte, daß sie es nicht liebe, wenn der Mieter die Lieferanten zur angehöre. Die Staatsanwaltschaft legte abermals Revision ein halten der Unternehmer zunächst die Stärkung der Organisation Ferner sei in der Zwischenzeit eine fortBeschaffung der Kaution in Anspruch nehme. Rudolph versicherte, und machte geltend, der Irrtum des Angeklagten schüße ihn nicht betrachten müſſe. daß er im stande sei, dies aus eignen Mitteln zu bewerkstelligen. vor der Strafe. Das Stammergericht erklärte denn auch nach dauernd rege Werkstätten- Agitation zu entfalten, um Es wurde dann vertragsmäßig festgelegt. daß das Miets- langer Beratung dieses Urteil des Landgerichts ebenfalls für falsch den Kampf mit neuen Kräften zum Herbst wieder aufnehmen verhältnis fofort gelöst werden solle, wenn eine Zwangs und verurteilte 3. zu einer Geldstrafe. Es nahm an, der Ans zu fönnen. Dann werde man auch die auf den nächsten Schneidervolftredung gegen den Mieter vorgenommen würde. Bald erfuhr geklagte habe sich in einent strafrechtlichen Jrrium befunden, den er Rongreß in Halle zur Beratung gelangenden Forderungen: Einführung fester Lohutarife, Errichtung von Betriebswerkstätten und die Firma Trarbach, daß ihr neuer Dekonom von Gläubigern bedrängt wurde. Am 27. April erhielt die Firma ein gerichtliches Die Bestimmungen der Gewerbe Ordnung über die strenge Stontrolle der gesamten Heimarbeit aufs Neue mit Nachdruc Berbot, die Kaution dem Hinterleger zu verabfolgen. Hierauf erhielt Sonntagsruhe sollte der Fuhrherr Funble in Groß- Zichter- 3ur Geltung bringen können.( Lang anhaltender Beifall.) Vom Vorsitzenden Schulz zur Entgegnung aufgefordert, verRudolph ein Schreiben, daß er die Räume am folgenden Morgen felde dadurch übertreten haben, daß er Sonntags in einer ihm ge- inchten die Herren Viethen und Herzberg von der Firma um 9 1hr abzutreten habe. Rudolph weigerte sich, worauf es zu hörigen Schmiede arbeiten ließ. F. befigt ein großes Speditions A. Wertheim, die Schilderungen des Referenten zu widerlegen, und einem bösen Auftritt kam. Der Prokurist Brawig von der Firma und Abfuhrgeschäft, in welchem anmähernd 25 Pferde gehalten namentlich ihr persönliches Verhalten den Arbeitern gegenüber Trarbach holte sich nach seiner Abweisung mehrere Weinküfer und werden. Die erforderlichen Schmiede- Arbeiten läßt er regel zu rechtfertigen. Auch ein Herr Lippmann als Vertreter seiner erklärte, daß er von seinem Hausrecht Gebrauch machen wolle, mäßig mehrere eigens Betrieb für seinen an: hochachtbaren, seit 25 Jahren bestehenden Firma" in der Hamburger Rudolph, der sich mit seinen Angestellten ungeben hatte, erklärte genommene Schmiedegesellen ausführen. Die ihm zum Vorwurfstraße verliest eine schriftliche Rechtfertigung, die darin gipfelt, daß dasselbe. Er holte einen Revolver aus seinem Comptoir und drohte, gemachte Sonntagsarbeit in der Schmiede diente lediglich dem feine" Arbeiter alle zufrieden" seien; daß man auch mir den von jeden niederschießen zu wollen, der ihn anrühre. Brawig zog es eignen Fuhrbetriebe. Das Schöffengericht sprach den Ange- der Schneider- Innung ausgearbeiteten Tarif bezahlen könne, da der bor, es nicht zu den vollständigen äußersten kommen zu lassen, er zog lagten frei, während das Landgericht als Berufungsinstanz ihn von den Arbeitern aufgestellte Tarif nur sich mit seinen Hilfstruppen zurück und nahm die Polizei in An- wegen Vergehens gegen die§§ 105 b umb 146 a der Gewerbe- Rüdgang der ganzen Schneiderei" herbeiführen werde!( Stürmische spruch, deren Anordnungen Rudolph Folge leistete. Der Staats- Ordnung zu einer Geldstrafe verurteilte, indem es davon aus: Seiterkeit!) Bohn verweist besonders auf die Schmuh anwalt hielt beide Vergehen für erwiesen und beantragte gegen den ging, daß die Schmiede Fundtes ein selbständiger Betrieb sei, der fonkurrenz der Meister und Unternehmer, die Angeklagten eine Geldstrafe von insgesamt 40 M. Der Verteidiger den Bestimmungen des§ 105b über die Sonntagsruhe unterstehe. einmütiges Vorgehen aller Arbeiter beseitigt werden könne.( Beifall.) Rechtsanwalt Dr. Grünfeld bestritt, daß das vorläufige Zahlungs- Auf die Revision des Angeklagten hob das Stammergericht das Stoltenberg und einige andre Redner widerlegen unter viels verbot als eine 8wvangsvollstredung anzuschen sei, es sei vielmehr landgerichtliche Urteil wieder auf und wies die Sache zu nochmaliger facher Seiterfeit und Entrüstung der Versammlung die Recht nur eine vorbereitende Handlung und die Firma Trarbach könne Verhandlung und Entscheidung an die Vorinstanz zurüd. Begründend fertigungen der Vertreter der Firma Wertheim, deren Angestellte daraus nicht die Berechtigung folgern, den Mieter Hals über Stopf wurde ausgeführt: Von dem Speditions- und Abfuhrbetriebe des nicht nur durch Lohndrückereien, sondern auch ganz ungebührliches hinauszufezen, sondern sie habe die vereinbarte Kündigungs- Angeklagten sei das Abfuhrgeschäft als Hauptgeschäft anzusehen und Betragen gegen Arbeiter und Frauen vielfach drangfalierten. Es frift inne zu halten. Jedenfalls habe der Angeklagte fich in dem dem Verkehrsgewerbe zuzurechnen. Darauf fei aber nach müffe darauf gedrungen werden, daß bei Wertheim nur ein Tarif Glauben befunden, daß er im Nechte sei und werde dies angenommen,§ 105 i der§ 105b nicht anzuwenden. Da mum die Schmiede des für alle Arbeiter Geltung habe. so habe er sich bei der Bedrohung im Zustande berechtigter Notwehr Angeklagten nicht selbständig betrieben werde, sei sie als ein Ritter empfiehlt in seinem Schlußwort als Antwort gegenüber befunden. Teil feines Verkehrsgewerbes zu behandeln und den Unternehmern nachstehende Resolution:„ Die Versammlung der Die beiden legten Gründe wurden von dem Gerichtshof als nicht als Werkstatt im Sinne des§ 105 b. Somit tönne Schneider Berlins protestiert energisch gegen die Willkür mehrerer stichhaltig anerkannt und der Angeklagte wurde deshalb frei obwohl er an verschiedenen Sonntagen in der Schmiede arbeiten Unternehmer, bie in jeder ehrlichen Gesinnung hohnſprechenden gesprochen. ließ, nicht wegen Vergehens gegen die fraglichen Bestimmungen Weise den im Frühjahr 1900 bewilligten Tarif nicht mehr imeder Gewerbe Ordnung bestraft werden. Der Senat habe ihn in halten. Die Anwesenden erklären, mit allen zu Gebote Sechs Wochen unschuldig in Untersuchungshaft gesessen hat der Tischler Wichaltet, der aus Wien hierher geeilt ist, um dessen nicht ohne weiteres freisprechen können, denn es bleibe noch stehenden Mitteln alle diese Unternehmer und ihr Gebahren während zu prüfen, ob F. nicht etwa gegen die Regierungsvorschriften ver- der flauen Geschäftszeit öffentlich zu brandmarken! In dieser gestern vor der Berufungskammer des Landgerichts I erscheinen zustoßen habe, die zum Schuße der äußeren Heilighaltung der Sonn- Erwägung werden die Leiter der Organisation resp. der Vertrauens können. Er hatte eines Tages Aufenthalt in einer hiesigen Herberge und Feiertage erlassen seien. Das Landgericht habe die entsprechenden mann der Schneider Berlins beauftragt, zu geeigneter Zeit dahin zu genommen und war ausgegangen, um das Zeughaus zu besichwirken, daß die mit den Unternehmern vereinbarten Forderungen tigen. Kaum war er dort angelangt, jo tam ihm ein Mann Feststellungen vorzunehmen und demgemäß zu entscheiden. der Herberge nachgelaufen und beschuldigte ihn, ihm sein Die Unruhen, welche in Hannover während des dortigen auch von diesen endgültig anerkannt werden." Nachdem Schulz Portemonnaie mit Inhalt gestohlen zu haben. Michallet Straßenbahn Ausstands entstanden sind, beschäftigen noch zur regen Beteiligung an den bevorstehenden Gewerbewies diese Anschuldigung entschieden zurück, der Bestohlene blieb gegenwärtig das Schwurgericht. Es haben sich vorläufig 7 Personen gerichtswahlen aufgefordert, wurde obige Resolution ein dabei und ließ den Angeklagten festnehmen. In seiner Hosentasche als„ Mädelsführer" zu verantworten; etwa 60 Bengen find geladen. it im mig langenommen und hierauf die imposante Versammwurde ein gehumartstück und ein gweipfennigftüd vorgefunden und Einer der Angeklagten, Namens Kramer, mußte aus der Unter- lung spät nach Mitternacht geschlossen. Oeffentliche Versammlung der Bauarbeiter Berline und Hierdurch der Verdacht gegen ihn noch verstärkt, denn der angeblich suchungshaft entlassen werden, da der Staatsanwalt im Laufe der Bestohlene hatte als den Juhalt feines Portemonnaies auch Geld vorgestrigen Verhandlung erklärte, gegen ihn den Strafantrag nicht Umgegend vom 24. Juni im großen Saale des Gewerkschaftshauses. Ueber die Agitation der Bauarbeiter in der Proving stücke dieser Gattungen angegeben. Außerdem fanden sich an letzteren aufrechterhalten zu können. Brandenburg" hatte Behrendt Wilmersdorf das Referat überauch gewisse Eigentümlichkeiten, die der Bestohlene als Kennzeichen feines Geldes angegeben hatte. Das Schöffengericht erachtete ſeiner nommen, derselbe entrollte in furzen, treffenden Zügen ein Bild der Lage der Bauarbeiter. Dieselben feien als ungelernte Arbeiter bei Zeit den Angeklagten für überführt und verurteilte ihn zu vier Monaten Gefängnis bei sofortiger Verhaftung. Nach sechs In einer gut besuchten Vertrauensmänner Versammlung einem wirtschaftlichen Aufschwung die letzten, welche davon profitieren, Wochen setzte Rechtsanwalt Dr. Löwenstein, der dem An- des Holzarbeiter- Verbandes referierte am 20. d. Mis. im Ge- aber bei dem Niedergange die ersten, die denselben verspüren, und geklagten für die Berufungsinstanz beisprang, dessen Haftentlassung wertschaftshaus Dr. Heinemann über:„ Der Arbeitsvertrag nach dem zwar aus dem einfachen Grunde, weil die Bauarbeiter keine gevertreten müsse. durch Versammlungen. 160 durch Marktpreise von Berlin am 26. Juni 1900 nach Ermittlungen des fgl. Polizeipräsidiums. Startoffeln, neue, D- Ctr. Weizen, gut D.- Ctr. mittel Rindfleisch, Keule 1 kg gering do. Bauch" Noggen, gut Schweinefleisch " Amts Städtischer Schlachtviehmarkt. Berlin, 27. Juni 1900. licher Bericht der Direktion. Zum Verkauf standen: 288 Rinder, 2518 Kälber, 2638 Schafe, 7288 Schweine. Bezahlt wurden für 100 Pfund oder 50 Kilogramm Schlachtgewicht in Mart( beziehungsweise für 1 Pfund in Pf.): Für Rinder: Ochsen: a) vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwertes, höchstens 7 Jahre alt 00-00, b) junge fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemäftete 00-00; c) mäßig genährte junge und gut Bullen: genährte ältere 00-00; d) gering genährte jeden Alters 00-00. 10-17,-) bollfleischige höchsten Schlachtwertes 00-00; b) mäßig genährte jüngere 10-13- und gut genährte ältere 00-00; c) gering genährte 46-50. Färsen und 1,60 1,20 Rühe: a) vollfleischige, ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwerts 00-00; 1,20 1, b) vollfleischige, ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren 1,60 1, 00-00; c) ältere ausgemästete ühe und wenig gut entwidelte jüngere 1,60 1, Kühe und Färsen 00-00; d) mäßig genährte Kühe und Färfen 46-48; Kälber: a) feinste Masts e) gering genährte Kühe und Färsen 42-44. tálber( Bolmilchmast) und befte Saugkälber 66-70, b) mittlere Mastfälber und gute Saugtälber 60-64, c) geringe Saugfälber 50-55, d) ältere, gering genährte( Freffer) 35-40. Schafe: a) Mastlämmer und jüngere Mast62-65, b) ältere c) mäßig genährte Dammel unb Schafe( Wieraicafe), 51-55, d) Holſteiner Niederungschafe( Lebendgewicht) 00-00. Schweine: a) vollfleischige der feineren Raffen und deren Kreuzungen im Alter bis zu 1 Jahren 47-46, b) Stäfer 44-45, c) fleischige 40-42, d) gering entwidelte 00-00, e) Sauen 00-00. nügend starke Organisation besigen. Es sei zwar in Berlin nebst feit für das Jahr 1899 Mitteilung und wurde dann die Versammurbe dann bie Umgegend gelungen, dank der Organisation beffere Lohn- und lung geschlossen. Arbeitsbedingungen zu erringen. Die Kollegen hätten aber gerade Verband deutscher Barbiere, Friseure ze.( 3weigverein Berlin.) deshalb die Pflicht, zur Verteidigung des Errungenen für den Donnerstag, den 28. b. W., abends 10%, Uhr, bei Schiller, Rosenthaler Ausbau der Organisation nun erst recht thätig zu sein. Es sei straße 57: Versammlung. Vortrag des Kollegen Deichsel. nötig, hauptsächlich eine regere Agitation unter den Bauarbeitern in der Provinz zu betreiben, damit auch dort die Kollegen den Wert Sämtliche Diskussionsredner Wetzen, gut einer Organisation begreifen lernten. Sämtliche Diskussionsredner traten für eine regere Agitation unter den Bauarbeitern in der Brovinz ein. Ein Antrag Gebhardt, der Agitationstommiffion 1000 Mark zu überweisen, wurde einstimmig angenommen. Zur Verstärkung der*) Kommission wurden Rennthaler und Heidemann gewählt, als stän diges Mitglied derselben wurde Behrendt bestätigt. Hierauf erstattete Gaßmann seinen Bericht als Gewerbegerichts- Beisitzer. Als Kandidat zur Ersagwahl für Gaßmann, welcher ausscheidet, wurde Böttcher aufgestellt. Der Antrag Heidemann, die statistischen Fragebogen des Hauptvorstands durch die Lohnkommission resp. Baudeputierten auszugeben und wieder einzuziehen, wurde angenommen. Auf Antrag wurde die Tellersammlung einem franken Kollegen überwiesen. Nichtstroh Ferner wurde auf die Arbeitseinstellung der Kleinschen Deckenarbeiter Seu der Firma Besell und der der Rabizspanner der Firmen Knauer und Erbsen Knaus hingewiefen und ersucht, diesen gegenüber das Solidaritäts- Speiſebohnen gefühl zu beweisen. In der Versammlung der Brettschneider erstattete Görs Bericht über den beendeten Streit. An Einnahmen waren 1900,70 M. vorhanden, die Ausgaben beliefen sich auf 1797,45 M., der Ueberschuß wurde dem Kassierer überwiesen. Sodann wurde eine Kommission von drei Mann gewählt, die mit dem Verein der Bretterträger über eine eventuelle Verschmelzung der Vereine verhandeln soll. Die Mitglieder des Centralverbands der Glafer hielten am Donnerstag eine Versammlung ab, in welcher die Delegierten Hoffmann und Nochow den Bericht vom Verbandstag in Stuttgart gaben. Es war daraus zu entnehmen, daß die Einnahmen 1000 m. mehr betrugen froß größerer Ausgaben, und find dem Verband 800 Mitglieder neu zugeführt. Nach einer lebhaften Debatte, worin besonders der späte und so turze Bericht im Vorwärts" gerügt wurde, machte der Gewerbegerichts- Beisiger Starke über seine Thätig Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Bublikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Donnerstag, den 28. Juni Opernhaus. Geschloffen. Schauspielhaus. Geschlossen. Neues Opern Theater( Kroll). Der Mikado. Anfang 72 Uhr. Leffing. Daisy( A runaway girl). Anfang 7/2 Uhr. Berliner. Berlin bei Nacht. An fang 71/2 Uhr. Residenz. Die Dame von Mayim. Anfang 72 Uhr. Menes. Flitterwochen. Anfang 8 Uhr. Westen. Rhodope. Anfang 712 Nr. Schiller. Die Hugenotten. Anfang 712 11hr. Central. Berlin nach Elf. Anfang 8 Uhr. " 1,60 1, " " 15,25 " " " mittel gering " Kalbfleisch Hammelfleisch Gerfte, gut 14,80 14,40 Butter " mittel 14,30 13,90 Gier 60 Stud " " gering 13,80 13,40 Karpfen 1 kg 15,60 14,80 Aale #A " mittel gering 14,70 14, Bander " 13,90 13,20 Sechte " 7,- 6,16 Barsche 9,40 6,20 40, 25, Schleie Bleie 45, 20, Krebfe " 70, 30, +) Hafer, gut Vinsen *) ab Bahn. frei Wagen und ab Bahn. 2,40 1,80 3,60 2,20 2,80 1,40 2,60 1,20 2,40 1,20 1,80 0,80 2,60 1,20 1,40 0,80 per Schod 20,- 3, Berlauf und Tendenz. Vom Rinderauftrieb blieben ungefähr 50 Stüd unverfauft. Der Kälberhandel gestaltete fich langsam. Bei den Schafen fanden ungefähr 1100 Stück Abjaz. Der Schweinemarkt verlief glatt, Schluß fest und wurde geräumt. Briefkasten der Redaktion. to uni Die juristische Sprechstunde findet Montag, Dienstag und Freitag von 7-9 Uhr abends statt. Produktenmarkt vom 27. Juni. Getreide. Starte Ver fäufe der Hauffiers und Realisierungen des Kontinents haben gestern in Amerita einen scharfen Rückgang der Weizenpreise um 4 Proz. herbeigeführt. Daraufhin feste der Artikel auch am hiesigen Frühmartt fehr matt ein und war über 3 W. billiger offeriert. Ant Mittagsmarkt blieb die Tendenz für Weizen anfänglich matt, da auch Destreich- Ungarn schwache Preismeldungen 9. S. 1900. 1. Die Garnisonverwaltung hat das Gehalt abzüglich fandte. Roggen wurde davon nur wenig berührt und blieb durchweg be- des etwaigen Krantengelds zu zahlen. 2. Nein. Richter. Ob Sie den. hauptet. Am Weizenmarkt trat späterhin wieder eine Erholung ein, da die Vertrag mündlich, schriftlich, notariell oder gerichtlich abschließen, ist unInteressenten offenbar der alten Baueruregel, daß Regen am Sieben: erheblich: er ist stets ungültig, wenn er in der Absicht der Benachteiligung. Moabit. Das Wert können schläfertage"( 27. Juni) eine längere Regenperiode in Aussicht stelle, Be von Gläubigern geschlossen werden soll. D. 2. 3. 1. Ja. 2. Vomt deutung beilegten. Nach sehr wenig belebtem Verlauf des Verkehrs schloß Sie in jeder Buchhandlung erhalten. D. 25. 1. Nein. 2. Wegen Weizen noch per Juli 2 M., per September 2,50 M. ntebriger als geften. 1. Oktober ab tritt bas Geſet in Gültigkeit. Roggen blieb ziemlich unverändert. Hafer war unter dem verflauenden geringer Fehler zurückgestellt. Richard. 1. Die Adressen der Kreisphyfici Einfluß der Gesamttendenz 0,75 billiger zu haben. Meht nach schwächerem find aus dem Adreßkalender zu ersehen. 2. Es kann die Zulaffung unter Beginn zuletzt etwas fester. Rüböl preishaltend. btesen Umständen versagt werden.- A. D., Charlottenburg. Sie können Spiritus loco 0,10 m. höher. selbst bestimmen, in welcher Religion Ihr Kind erzogen werden foll Urania Metropol- Theater. Victoria- Brauerel. Prater- Theater. Belle- Allance- Theater. 99 Tanbenstrasse 48/49. Täglich 9 Uhr 10 min.: Im Theater abends 8 Uhr: Von den Alpen zum Vesuv". Invalidenstr. 57/62: Tägl. Sternwarte. Nachmittags 5-10 Uhr. Der Zauberer am Nil. Burleste Ausstattungs- Operette. Mumien- Ballett und das brillante Juni- Specialitäten- Programm Anf. 8 Uhr. Rauchen überall gestattet. Lützowstr. 111/112. Im Garten oder Saal カ Täglich: Norddeutsche Sänger ( Führmann, Horst, Walde). Anfang: Sonn his tags 7, Wocheneitags 8 Uhr. Entree Kastanien- Allee 7-9. Sonnab., 30. Juni: Gastspiel Fregolina. Im herrlichen Sommergarten: Täglich: Der wilde Jäger, Grosses Garten- Konzert. rom. Sage m. Gesang u. Tanz in 4 Abt. v. Hugo Schulz, Mufit v. A. Kersten. Ballett unt. Leitung d. Ballettmeisterin Frl. Döring. Auftreten d. Ercentric: ChansonnetteMollyVerch, d.Grotesque Duettisten Gebr. Milardo, Tauma Quartett, Ueberle- Truppe, Afrobaten, Brothers Lebré, Perche- Akrobaten,& red u. Max, Chinesen. The Greenwood, Pantomime: Passage- Panopticum. Sanssouci free 50 Bf. Borverkauf 40 Bf. Consett.- Jim Saale: Ball. Anfang Letzte Woche! Riesen u. Zwerge. Von 7 Uhr ab: Jm prachtvollen Natur- Garten jeden Donnerstag u. Somm tag humorist. Soiree der Norddeutschen Quartett- Sänger" Gäme, Cahnbley, Walder 2c. Thalia. Im Himmelhof. Anfang Specialitäten- Vorstellung fang Sonntags 7 Uhr. 72 Uhr. Carl Weiß. Am Spieltisch des Lebens. Anfang 8 Uhr. Victoria. Sündige Liebe. Anfang 8 Uhr. Friedrich Wilhelmstädtisches. % Im Garten: Großes Konzert u. Specialitäten- Borstellung. Belle Alliance. Im Märchen: walde. Anfang 6 Uhr. Metropol. Specialitätenvorstellung. Der Zauberer am Nil. Anfang 8 Uhr. Apollo. Specialitäten Borstellung. Venus auf Erden. Anfang 7 Uhr. Meichshallen. Stettiner Sänger. Anfang 8 Uhr. Baffage Panoptifum. Specialis täten Vorstellung. Urania. Invalidenstr. 57/62. Täglich abends von 5-10 Uhr: Sternwarte. CASTANS Entree 50 Pf. Donners tags 8 Uhr, Entree 30 Pf. Donnerstag u. Sonntag im gr. Saal PANOPTICU okränzchen. Taus frei! Friedrichstr. 165. Nen!! Neu!! Neu!! Das Sensations- KolossalTableau: Das Liebesdrama im EisbärenZwinger! Die Porträt Figur Gönczis! in der ,, Schreckenskammer"! Die vorzügl. Rumänische National- Damenkapelle. Taubenstraße 48/49. Abends W. Noacks Theater. 8 Uhr( im Theatersaal):„ Von den Alpen zunt Vesuv". Schiller Theater ( Wallner Theater). Morwitz- Oper. Donnerstag, abends 72 Uhr Die Hugenotten. Brunnenstraße 16. Täglich Theater und SpecialitätenVorstellung. Hunderttausend Mark Bosse mit Gesang in 1 Aft von E. Braune. Musit von Thiele. Donnerstags haben die im Winter ausgegebenen Vereinsbillets u. Passe: 49282* partouts Gültigkeit. Säle und Garten zu Festlichkeiten. 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Grüne Jungs. Neum Sönigsthor. Haltestelle ber elettr. Ringbahn. Am Friedrichshain. Operetten- Posse in 1 Aft von Leopold Ely. Musik von Victor Holländer. Glöckchen des Eremiten. at: Großer Ball. Sonnabend, abends 72 Uhr: Populäre Vorstellung ( bei halben und ermäßigten Preisen): Die beiden Schützen. Sonntag, nachmitt. 3 Uhr: bei halben Preisen: Czar und Zimmermann. Sonntag, abends 72 Uhr: Wilhelm Tell. Central Theater Anfang 8 Uhr. Sensationeller Lacherfolg! Berlin nach Elf. Gr. Poffe in glänzender Ausstattung. Die fenfationellen Schlager: Eisenbahn- Quartett! Cordula! Aufzug der Parfums. ( Blendendes Ballett.) 4 Uhr. Gintritt 30 Pf. Numerierter Platz 50 Pf. Kalbo. Reichshallen. Täglich: Stettiner Sänger. Anfang: Wochentags 8 Uhr. Sonntags 7 Uhr. Entree 50 Pfennig. Vorverkauf 40 f Specialitäten Vorst. 1. Ranges. Weltbekannte Illumination. Sensationell: Jm Märchenwald! Anf. 6 Uhr. Eintr. 50 Pf. Ende 11 Uhr. Freitag: I. Elite- Tag. Halensee. SommerTheater Kurfürstenpark" Ludwig Kluge. 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Die Zahl der Genoffen, sowie die Geschäftsguthaben und die Haftsumme der Genossen haben sich im Jahre 1899 weder vermehrt, noch vermindert. Die Gesamt- Haftsumme beträgt 380 Mart. Hermann Teupel, Geschäftsführer. Friedrich Viehöfer, Raffierer. Theodor Dochow, Borsigender des Aufsichtsrats. Achtung! Moabit. Achtung! Donnerstag, den 28. Juni, abends 8 Uhr, im Moabiter Gesellschaftshaus, Alt Moabit 80-81: Grosse öffentliche Volksversammlung. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Reichstags Abgeordneten Heine über: Einiges vom neuen Recht aus dem 220/6 Bürgerlichen Gesetzbuch". 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Frauen sind besonders hierzu eingeladen. Der Vertrauensmann. Arbeiter Berlins! Von den Finsterwalder Cigarrenfabrikanten haben die nachfolgenden die Lohnforderungen der Arbeiter be:. willigt: H. Sporn. Dietrich( Hanisch Nachf.). K. Weigel. R. Klähre. W. Enigk. 0. Wessly. R. Reinike. G. Franz. F. König. H. Müller. A. Hurras. R. Bär. Reinhold Kaiser. Karl Uhlich. Adolf Hartung. Paul Winkler. Max Püschel. Die Kommiffion der Berliner Tabakarbeiter. Von jetzt ab steht dieses Juferat nur Donnerstags und Sonntags im„ Vorwärts". Konsumverein Berlin- Rigdorf Eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht. Heute, Donnerstag, den 28. Juni, abends 8 1hr, im Lokale des Herrn Brüder, Waldemarstraße Nr. 75: General- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Bericht des Vorstands. 2. Nochmalige Beschlußfassung über Ab: Enderung des§ 26 des Statuts. 3. Antrag auf Anschluß an den„ Allgemeinen Verband der deutschen Erwerbs: und Wirtschaftsgenossenschaften und den Revisions- Verband der Provinz Brandenburg". 4. Antrag Böhm Betreffend: Beschlußfassung über ein Minimalgehalt und eine Maximalarbeitszeit für alle besoldete Angestellte. 5. Antrag Hahn betreffend: Abänderung der§§ 13, 16, 40 des Statuts. 6. Antrag Hoffmann auf Abänberung des§ 8 des Statuts. 7. Anträge Möller und Grauel auf Abänderung der§§ 18 und 26 des Statuts. Mitgliedsbuch legitimiert. Der Vorstand. Wilh. Jäger. W. Conrad. 268/5 Deutscher Holzarbeiter- Verband. Morgen, Freitag, 29. Juni, abbs. 8 Uhr, im Gewerkschaftshaus", Engel- Ufer 15: Sigung der Ortsverwaltung und der Werkstatt- Kontrollkommission. clout Achtung, Parkettleger! Heute, Donnerstag, den 28. Juni, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15: Kommissionsfizung mit Vertrauensleuten. Es ist notwendig, daß sämtliche Firmen vertreten sind. Ferner werden die Kollegen darauf aufmerksam gemacht, daß jeder Arbeitslose sich auf dem Arbeitsnachweis anmelden muß. 91/7 Bauhandwerker- Krankenkasse els für Berlin und Umgegend ( Eingeschr. Hilfskaffe Nr. 118). Am Sonntag, den 29. Juli, vormittags 10 Uhr, im Saal des Herrn Schulze, Grenadierstraße 33: Ordentliche Generalversammlung. 1. Bericht des Kafferers vont 2. Dutartal, ſowie Revisionsbericht 2. Bericht des Vorstands und des Ausschusses. 3. Wahl sämtlicher Hilfs: taffierer. 4. Jnnere Kassenangelegenheiten. Die Bersammlung wird pünktlich eröffnet. Mitgliedsbuch legitimiert. Der Vorstand. J. A.: H. Metzke. Ferner machen wir die Mitglieder darauf aufmerksam, daß durch Generalversammlungs- Beschluß vom 1. Juli die Aenderung mit den Aerzten eintritt und find vom Sonnabend, den 30. Juni im Bureau der Kasse, fowie bei sämtlichen Hilfskassierern die neuen Aerzteverzeichnisse in Empfang zu nehmen. Bei Inanspruchnahme fremder Aerzte haftet die Kaffe nicht und müssen die dadurch entstandenen Kosten von den Mitgliedern sel bst ge tragen werden. D. D. Jedes Wort: 5 [ 38/7] Pfennig. Nur das erste Wort fett. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. Verkäufe. Für die zahlreichen Beweise herz licher Teilnahme sowie die reichen Blumenspenben bei der Beerdigung meines geliebten Mannes sage ich allen Kollegen, Freunden und Be fannten meinen tiefgefühlten Dank. Minna Schultz,[ 4999 Huffiten Straße Nr. 29. Schultze, Wasserthorstr. 1/2, I. Behandlung aller Haut, Harn- und Blasenleiden ohite jegliche Berufsstörung. 3973L* Sprechstunden 9-2 u. 5-9. 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Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Aus dem Reich der Großen Berliner. vor, mit den einzelnen Arbeitern zu verhandeln und nicht nur mit Mufit hören möchten, die aber die 10 oder 15 Pf. Eintrittsgeld der Organisation, und will den Lohn für die Streiftage in Abzug scheuen und auch das Freikonzert wegen des mit dem freien Eintritt bringen. Von der Gemeindevertretung war beantragt, eine 20stündige verbundenen Trinkzwangs noch für zu teuer halten. Diese Zaun Fahrzeit einzuführen, wodurch die 10stündige Arbeitszeit sich von gäste lauschen draußen auf der Straße den Klängen der Mufit, die selbst verstanden hätte; aber auch dies lehnte die Direktion ab, sie aus dem Garten zu ihnen herausdringt, mindestens mit derselben Die Erbitterung, welche die vor kurzem erfolgten Kündigungen 10 Stunden 57 Minuten in sich schließt, und nur größere Pausen hier sehr wenig Anlaß, ihren Eifer zu bethätigen, und sie macht sich will den alten Beatrieb aufrecht erhalten, der eine Arbeitszeit von Andacht, wie da drinnen die zahlenden Besucher. Die Polizei fände unter den Angestellten erregt haben, scheint doch nicht ohne Wirkung während des Betriebs geben. Die Pferdebahn- Beamten haben auch selten bemerkbar. Das Publikum ist hier selber Polizei; auf die Direktion geblieben zu sein. Nicht etwa, daß fie fich den in einer Nachtversammlung die meisten Bunfte in Fassung der Gewer Störungen verursacht, wird rasch und erfolgreich zur Ruhe vergewerkschaftlichen Bestrebungen des Personals gegenüber wie es eigentlich selbstverständlich sein sollte- völlig passiv verhielte. Bu ſellſchaft angenommen, nur Buntt 1 lautet 60-68 Arbeitsstunden, wiesen. völlig passiv verhielte. 3" einem solchen Standpunkt vermag fich progenhafter Unter- ein Vorschlag, der vom Fabrikanten Johnsen, Gemeinderatsmitglied und Direktionsmitglied der Gesellschaft gestellt ist. nehmerdinkel, noch dazu wenn er bei Ministern Rückhalt findet, nicht aufzuschwingen. Gerochen wird es nach wie vor, wenn einer der Angestellten sich rückhaltlos als Vertreter der Arbeiter intereffen bekennt; zwar seht ihn die Direktion nach den unangenehmen Erfahrungen die sie mit ihrem Yeşten Vorgehen gemacht hat, nicht mehr ohne weiteres auf die Straße, sondern fie läßt der Entlassung einen Wint mit dem Baumpfahl vorangehen. Der Schaffner Oberpichler, einer derjenigen, die der Kommission angehörten, die feiner Beit wegen Beilegung des Streiks vor dem Oberbürgermeister mit der Direktion verhandelten, der aber nicht zu den Leuten vom Schlage Aschers gehört, erhielt folgendes Schreiben: Berlin SW., 18. Juni 1900. An den Schaffner Herrn Oberpichler 1233 Bahnhof 24, Lichtenberg. Nachdem zu unsrer Kenntnis gelangt ist, daß Sie neuerdings durch aufreizende Nedensarten den agitatorischen Bestrebungen im Sinn der abgeschlossenen Lohnbewegung wiederum Vorschub leisten, warnen wir Sie hiermit eindringlichst und bemerken, daß wir im Wiederholungsfall genötigt sein würden, Ihre sofortige Entfernung aus unsern Diensten in Aussicht zu nehmen. Große Berliner Straßenbahn. Die Direktion. v. Stühlewein. Köhler. In der Erwartung, daß diesem Vorspiel die endgültige Maß regelung doch über kurz oder lang folgen werde, hat Oberpichler um feine sofortige Entlassung nachgesucht, mit der Bitte, daß ihm die Direktion, da er schon länger als zehn Jahre im Dienst war, eine einmalige Unterstüßung gewähren möge, wie sie die alten Leute erhielten, die vor einiger Zeit entlassen worden sind, um, wie man mit Recht annahm, die in Aussicht stehende Pensionskasse nicht zu belasten. Die Entlassung hat Oberpichler ohne weiteres erhalten, aber die Unterstützung fann ihm, wie die Direktion in dem betreffenden Schreiben fagt, nach den bestehenden Grundsägen nicht bewilligt werden. Was die in der ersten Hälfte dieses Monats erfolgten Maßregelungen betrifft, so hat ein großer Teil der Gemaßregelten um Burücknahme der Kündigung nachgesucht, und diese Gesuche sind auch mit einer einzigen Ausnahme bewilligt und die Betreffenden wieder in Dienst gestellt worden. bie D Außerdem Wenn man dem Treiben der Zaungäste aufmerksam zuschaut, wenn man beobachtet, wie dieselben Personen fast Abend für Abend wiederkommen und ihren gewohnten Blaz an dem Zaun einnehmen, Pferdebahnbeamten- Streit in Stockholm. Das Personal dann verspürt man so gar keine Rust, einen spöttisen der Söstra- Gesellschaft"( Südbahn) hat in einer Nachtversammlung on in das Wort„ Zaungast" hineinzulegen. Es beschlossen, vom Sonntag ab die Arbeit einzustellen, wenn ein ver- ist so mancher unter ihnen, deffen Anblick eher den Beobachter abfchiedeter Maschinist nicht in Arbeit genommen wird. Am Sonn ernst und nachdenklich stimmt. Das halbe Stündchen, das tag war der Betrieb eingestellt. Die Gesellschaft teilte dem Personal fie da vor dem Zaume zubringen dürfen, und die paar Klänge mit, daß alle sich für entlassen anzusehen haben, wenn der Betrieb einer oft recht minderwertigen Musik, die sie dabei aufnicht bis 10 Uhr aufgenommen wäre, was aber nicht geschehen ist. Der Maschinist ist entlassen, weil er für den Anschluß an defangen, find für viele die einzige Erholung und Erhebung, die ihnen vergönnt ist. Transportarbeiter Verband gewirkt hat. 8aungaft" Das Wort hat überhaupt für die Mehrzahl hatte das Personal eine Lohnerhöhung von 15 bezw. 10 Kr.( fie er derjenigen, die sich vor dem Konzertgarten zu den Baumgästen halten jezt 90-100 beziv. 65-75 kr.) verlangt, sie aber schon auf 10 und 5 Str. herabgesetzt, die auch wegen der schlechten Lage der gesellen müssen, noch eine andre, eine viel umfassendere Bedeutung. Wie viele müssen sich nicht bloß hier mit der Rolle Gesellschaft" abgelehnt wurde. eines Baungastes begnügen! Die breite Masse der unbemittelten Bevölkerung ist ja ziemlich in allem. und jedem mehr oder weniger jo etwas wie ein bloßer aungaft". Einer befizenden Minderheit, die aus dem Vollen genießen darf, steht eine besiglose Mehrheit gegenüber, die froh sein muß, wenn auch für sie von den Freuden des Lebens etwas abfällt. Der Baungast vor dem Konzertgarten ist ein ziemlich er zumeist angehört: des getreues Abbild der Klasse, der Proletariats. Tokales. Thielensche Socialpolitik. Der Vorstand des Voltsheilstätten- Vereins vom Noten Streng" hatte, wie wir vor einigen Tagen mitteilten, unterm 16. Mai an den Minister Thielen ein Gesuch gerichtet, daß den Patienten der „ Erholungsstätte" in der Jungfernheide gestattet werden möge, Arbeiter. Wochenkarten auch außerhalb der sonst vor geschriebenen Stunden zu benutzen. Auf dieses Gesuch hat der Herr Minister unterm 20. Juni die langersehnte Antwort erteilt; fie lautet: An Auf die Vorstellung vom 16. v. M. gez. Thielen. den Vorstand des VolksheilstättenVereins vom Roten Kreuz hier. Ueber ein recht befremdliches Vorgehen einer GemeindeSchullehrerin schreibt uns ein Lefer: Schon vor einiger Zeit teilte mir meine neunjährige Tochter mit, daß ihre Lehrerin, ein Fräulein S. in der katholischen Gemeindeschule am MariannenUfer den Kindern verboten habe, am Freitag mit Fleisch oder Wurst belegte Stullen in die Schule zu bringen. Am letzten Nach den bestehenden Vorschriften werden Arbeiterfahrkarten Freitag hat die Dame sogar einer Schülerin die Wurst von der Stulle herunter genommen und den schönen Belag in nur zur Fahrt zwischen Wohnort und Arbeitsstelle ausgegeben; ben Papierkorb geworfen. Diese Handlungsweise ist von Arbeiter, die die Erholungsstätte Jungfern der Lehrerin feineswegs begangen worden, um die nicht mit heide aufsuchen, haben mithin auf die Ver- Wurststullen beglückten Kinder vom Lafter der Begehrlichkeit abfolgung von Arbeiterkarten überhauptteinen abzuhalten, sondern einzig von wegen des katholischen Dogmas, das Anspruch und müssen sich gewöhnlicher Fahrtarten den Fleischgemuß am Freitag für unthunlich hält. Mag man sich in bedienen, die im Berliner Stadt- und Ringbahn- Verkehr über- streng katholischen Gegenden auch noch an diesem Brauch halten, so wird in Berlin der katholisch Getaufte, wenn er es dazu hat, durchaus niedrig bemessen sind. weg ebenso wenig auf den Fleischgenuß am Freitag verzichten mögen, wie der Jude auf den Genuß guter Schinkenstullen; und das sollte auch die Lehrerin bedenken. Ebenfalls sollte die Dame sich vor Unzufriedenheit herrscht in den Kreisen der Straßenbahner Augen halten, daß, wenn einmal das Wurstessen am Freitag darüber, daß entgegen den Abmachungen beim Streit die als Sünde gilt, das Wegwerfen von Nahrungsmitteln, Ueberstunden auf einigen Bahnhöfen nicht bezahlt werden, und daß An dieser Antwort ist zunächst bemerkenswert, daß der Herr einem selber gar nicht einmal zu eigen gehören, wohl die zugesagte Einstellung von Signalwärtern an den belebten Minister nur fünf Wochen gebrauchte, um auf ein Gesuch die zum mindesten ebenso fündhaft ist. Vielleicht erhält die Kreuzungspunkten immer noch auf sich warten läßt. Die versprochene ablehnende Antwort zu finden; selbst im Zeitalter des Verkehrs" vehrerin von oben herab einen Wint, in Zukunft derartiges zu probeweise Lieferung von Regenmänteln ist ebenfalls noch nicht Sodann aber unterlassen. erfolgt. Recht sonderbar erscheint es den Angestellten, daß ihnen hat eine derartige Firigkeit etwas Ueberraschendes. jezt ein Schriftstück zur Unterschrift vorgelegt wird, worin sich der hat Herr Thielen in dieser Antwort abermals Zeugnis für sein tiefes Die Deputation für die städtischen Jrrenauftalten hat in Unterzeichner verpflichtet, der am 1. Juli ins Leben tretenden Ben- socialpolitisches Verständnis abgelegt. Statt der erbetenen Verkehrs- ihrer am Dienstag unter Vorsiz des Stadtrats Struwe stattgehabten sionskasse beizutreten, ohne daß man den Angestellten die Sagungen erleichterung, durch die armen Kranken die Möglichkeit zur Wieder- Sigung verschiedene Neubauten beschlossen und zwar bei der Frrender Bensionskasse bekannt gegeben, oder ihnen über Beitragshöhe herstellung ihrer Gesundheit geschaffen und damit die Volts- anstalt Herzberge zu Lichtenberg soll auf dent vor kurzen für und Leistung der Kasse etwas mitgeteilt hätte. gesundheit gefördert werden jollte, verfügt der Herr die Anstalt Vier Familien erworbenen Schußstreifen ein Minister eine weitere Erschwerung, indem er furzerhand wohnhaus für die jetzt in den Krankenhäusern wohnenden ver Die Große Berliner versteht es nicht bloß, das Fahrpersonal diesen Kranken überhaupt die Benuzung von Arbeiter- heirateten Angestellten errichtet werden. Ferner soll zum Zwed app im Lohn zu halten, auch die Handwerker, die sie auf den Bahnhöfen beschäftigt, stehen sich dort schlechter, als in andern Be- ochenkarten versagt. Und der Grund? Die gewöhnlichen befferer Beaufsichtigung des Eingangs zu der Anstalt und Sicherung des an die Herzbergerstraße anschließenden Anstaltstrieben. Es wird uns darüber mitgeteilt: Bei der Straßenbahn- Fahrkarten sind im Berliner Stadt- und Ringbahnverkehr überaus gebietes gegenüber dem sehr stark gesteigerten Verkehr das EinfahrtsGesellschaft besteht eine Abteilung für Hochbauten, eine andre für niedrig bemessen." Das mag zutreffen für Personen, die über ein thor bis nahe an die Anstaltsgrenze gerückt und dort ein PförtnerTiefbauten. Die Hochbau- Abteilung besteht aus Bauhand- Ministereinkommen verfügen; aber arme Kranke, die mit einem häuschen errichtet werden. Schließlich sollen umfangreiche Erwertern und Hilfsarbeitern, etwa 50 an der Bahl. Diese haben die Krankengeld von täglich 1,50 M. sich und ihre Familie erhalten weiterungsbauten auf dem Gutshofe der Anstalt vorgenommen Reparaturen auf allen Bahnhöfen in und um Berlin auszuführen. sollen, werden selbst den Mindestbetrag für eine zweimalige Fahrt werden, darunter die Errichtung eines Wagenschuppens und Bes Die Lohnfäße find folgende: Maurer 50 Pf., Zimmerer 40-50 Bf- 20 Pfennige keineswegs für überaus niedrig bemeffen" erschaffung von zwei Familienwohnungen für die auf dem Gutshofe Klempner 45 Pf., Dachdecker 40 Bf.. Rohrleger 35-45 Pf. und die Arbeiter 32½ Pf. pro Stunde; Schlosser erhalten 3 m. achten. Freilich für den, der die sonstigen Proben Thielenscher beschäftigten verheirateten Bediensteten. Bei der Anstalt Epileptische in Wuhlgarten sollen, wie dies bei den beiden 25 Pf. pro Tag. Nun haben die Leute oft einen stunden- Socialpolitik kennt, hat dieser Bescheid nichts lleberraschendes. weiten Weg zur Arbeit; die bessergestellten Leute haben zwar Selbst die Boss. 8tg.", die doch wahrlich nicht im Geruch allzu Irrenanstalten bereits früher geschehen ist, Infektionsbaracen errichtet werden je eine für Männer und Frauen. Diese Baraden Freitarten, aber die Arbeiter müffen entweder laufen oder aus ihrer starker Arbeiterfreundlichkeit steht, kann sich nicht enthalten, in dieſem ſollen nicht nur beim Ausbruch einer Epidemie Verwendung finden, Tasche bezahlen. Vou den 19,50 M., die ein Arbeiter bei der Fall dem Minister den Text zu lesen:" Bom Standpunkt der sondern überhaupt zur Unterbringung einzelner an ansteckenden Großen pro Woche verdient, geben aber 15 Pf. Altersrente, 50 Bf. starren Bureaukratie ist der ablehnende Bescheid des Herrn Strankheiten leidenden Kranken dienen. Krankenkassen- Beiträge( die Gesellschaft zahlt nichts dazu); sodann von Thielen wohl zu verstehen. Im trassen Widerspruch steht er muß etwa 1,50 M. Fahrgeld in Abzug gebracht werden, so daß dem aber mit der socialen Richtung, die das Kennzeichen der Politik In diesem Sommer- Halbjahr bestehen in Berlin 287 Ge. Manne für den Lebensunterhalt seiner Familie 17,35 m. verbleibt. unsrer Regierung sein soll. Warum in aller Welt soll eine Ver- meindeschulen mit zusammen 4178 Klaffen( einschließlich Die Gesamtzahl der verfügbaren Klassenzimmer Im Winter, wenn der kurzen Tage wegen vielfach eine Reduzierung günstigung, die dem gefunden Arbeiter gewährt wird, dem franten 58 Nebenklassen). der Arbeitsstunden eintritt, verringert sich der Lohn pro Woche noch Arbeiter vorenthalten werden? Die billigeren Arbeiter- Fahrkarten ist 4148. davon find 53 unbesetzt. Von den Klassenzimmern befinden. um 2-4 M. Der Tiefbau Abteilung liegt das Schienen werden ausgegeben, um den gesunden Arbeitern die Erlangung von fich 3702, einschließlich 29 unbefester, in eignen Schulhäusern der Tegen ob. Diese Leute müssen bei Wind und Wetter, bei Tag und Arbeit zu erleichtern. Der kranke Arbeiter fährt in die Erholungs- Stadtgemeinde, 446, einschließlich 24 unbeschter, in gemieteten bei Nacht auf der Strecke zubringen. Dieselben erhalten 30-35 3f. ftätte, um seine Gesundheit wieder zu erlangen, was für ihn die Räume it. In wirklicher Benzung sind demnach 3673 KlaffenStundenlohn und sind daher, wenn sie ihre Famile nicht Not Borbedingung für die Wiederaufnahme der Arbeit ist. Ganz zimmer in eignen Schulhäusern der Stadt, 422 in gemieteten leiden lassen wollen, gezwungen, außer ihrer Tagesarbeit noch fo billig, wie Herr v. Thielen Herr v. Thielen annimmt, ist für den Räumen, zusammen 4095 Klassenzimmer. Die Zahl der fliegenden zwei, drei Nachtschichten pro Woche machen. Für solche Arbeiten franken Arbeiter die Fahrt nach der Jungfernheide bei der Klassen ist bedauerlicherweise immer noch 83, es wird also im ganzen wird sonst überall 35-45 Pf. bezahlt. Die einzelnen Arbeiter, die Benugung der gewöhnlichen Fahrkarten im Verhältnis auch in 4178 Klaffen unterrichtet. In den Gemeindeschulen waren eines bisher gewagt haben, Zulage zu fordern, sind von der Direktion nicht. Sie foftet ihm wöchentlich je nach der Länge der geichult: am 1. Mai d. J. 209 080 Kinder( 103 942 Knaben und Fahrt 1 M. 40 Pf. oder 2 M. 80 Pf., das macht bei 105 138 Mädchen), am 1. November 1899 206 702 Kinder noch stets abgewiesen worden. Soweit die Zuschrift. Ist die Angabe, daß die Direktion einen einem wöchentlichen Krankengeld von 9 bis 12 M. im Verhältnis( 102 862 Anaben, 103 840 Mädchen), daher Beitrag zur Krantentasse nicht leiste, richtig, so würde diese sich einer recht viel aus. Zu beachten ist aber auch, daß sonst die Eisenbahn- gegen 1. November 1899 mehr 2378 Kinder( 1080 Knaben und Gesezwidrigkeit schuldig machen. verwaltung un bemittelten Kranten bei Fahrten zur 1298 Mädchen). Kur nicht geringe Vergünstigungen gewährt. Aehnliche Bergünstigungen werden auch den Schwestern, die zur KrankenPflege reisen, zu teil. Es ist nicht recht erfindlich, warum Herr Thielen gerade für die unbemittelten Kranken, welche die Erholungsstätte zur Rur besuchen, nichts übrig hat." Baungäste! für am 1. Mai 1900 Die Unverschämtheit unsrer Handbesitzer offenbart sich in hren eigentümlichen Handlungen von Tag zu Tag deutlicher. Jetzt hat sich ein Haus- und Grundbefizer- Verein beschwerdeführend an die Polizeidirektion Schöneberg gewandt, um das Lärmen der Kinder auf der Straße zu verbieten! Der Schöneberger Polizeidirektor scheint aber den prozigen Standpunkt jener Herren nicht anerkennen zu wollen, denn er hat dieses etwas dreifte Aufinnen mit folgender treffenden Begründung abgelehnt: Die Klagen der Hauswirte in der Nollendorfstraße über den Achtung! Filzschuh- Arbeiter und Arbeiterinnen! Im Laufe des gestrigen Tags haben sämtliche Arbeiter und Arbeiterinnen der Filzschuhfabrit von Schmolling, Neue Königstr. 11, die Arbeit niedergelegt. Die Ursache zu diesem Vorgehen ist darin au suchen, daß die Arbeiter dem Fabrikanten einen Lohntarif unterbreiteten, durch welchen eine geringe Aufbesserung der teilweise äußerst niedrigen Lohnsäge erzielt werden sollte. Herr Schmolling" 8aungast"! Das Wort ist von großer Anschaulichkeit, aber lehnte jedoch sowohl jede Lohnaufbesserung als auch die Vermittlung der nicht ganz frei von Spott oder je nach der Abficht, in der es geOrtsverwaltung rundweg ab, so daß den Arbeitern nichts weiter braucht wird auch von Mitleid! Der Berliner liebt es. mehr durch Kinder verursachten Lärm und Unfug haben sich nach übrig blieb, als zu dem legten Mittel, dem Streit zu greifen. Die Spott als Mitleid in dieses Wort hineinzulegen. Mancher von den angestellten Ermittelungen als start übertrieben herausBahl der Ausständigen beträgt 14 Personen, die sämtlich orga- denen, die es nicht nötig haben, sich selber unter die Baumgäfte zu geftellt. Die Ordnung im Hause aufrecht zu erhalten, ist Sache des nifiert find. Bereits in den nächsten Tagen wird sich eine öffent- mischen, spricht sogar nur mit Geringfchägung und Ber- betreffenden Hauswirts, und was das Spielen der Kinder auf der liche Filzschuhmacher Versammlung mit der Ange- a chtung von den Zaungästen. Ihm sind die Baungäste mir eine Straße anbetrifft, so ist der beregte, kaum abzu ändernde legenheit des näheren beschäftigen. zu jedem Radau und Skandal leicht aufgelegte Gesellschaft von Uebelstand nicht allein in der Nollendorfstraße, sondern in allen Müßiggängern und Bummlern, die höchstens wert sei, Straßen vorhanden, in denen derartige mit Seiten- und Quermöglichst rasch und möglichst nachdrücklich von einem Schugmann gebäuden errichtete Häuser vorhanden sind, mithin zahlreiche Arbeiterauseinander getrieben zu werden. familien wohnen." Wer den Berliner Baungast tennen lernen will, der hat gerade Konkurs der Hilfe". In dem Konkurs über das Vermögen jest reichlich Gelegenheit, ihn zu beobachten. Draußen in den Border Hilfe", Strantentasie für Deutschland, eingeschriebene Hilfstafie, städten, wo sich inmitten des Häusermeers noch so mancher kleine stellte der Verwalter Brinkmeyer den Forderungen ohne Vorrecht von und große Konzertgarten behauptet hat, da kann man ihn um 56 000 W. eine Dividende von 3 Proz. in Aussicht. diese Zeit in ganzen Scharen antreffen. Da stehen an schönen Der Verband der Schuhmacher. Ausland. Ernte- Arbeiter Streit in Ungarn. Aus Budapest wird dem Bureau Herold gemeldet: In Kozma ist ein Streit der Ernte- Arbeiter ausgebrochen. Ein Gutsverwalter, welcher vermitteln wollte, wurde von den Ausständigen getötet. Die Gendarmerie nahm mehrere Verhaftungen vor. 17 Fredriksberger Pferdebahn- Streit. Die Direktion hat jetzt Abenden vor einem solchen Garten auf dem Trottoir und oft selbst In die hiesige Tollwut- Schutzstation gebracht wurden gestern die Organisation der Angestellten aufgefordert, ihre Wünsche auf- auf dem Damm Hunderte von Leuten und harren vor dem Zaun aus zwei Kinder aus Rogalinek bei Moschin. Beide sind von einem tollzustellen. Die Hauptforderungen waren: 1. 60 Arbeitsstunden die bis in die sinkende Nacht. wütigen Hunde gebissen worden. Woche; 2. Lohn der Hilfsarbeiter 90 Sr.; 3. Uniformen werden von Sind das nun wirklich Müßiggänger und Bummler, sind es der Gesellschaft geliefert; 4. Entlassungen, die die Organisation radauluftige Elemente, die nur auf eine Gelegenheit zu Standal Die in der Sternbergschen Angelegenheit unter dem Verbeanstandet, werden einem Ausschuß von je 2 Vertretern beider warten? dacht der Beihilfe verhaftete Auguste Wender, gegen welche Parteien überwiesen. Die Direktion hat darauf bei einer münd- Es sind zwar ungebetene, aber feineswegs am 23. d. M. Termin vor der 9. Straffammer anstand, der aber lichen Verhandlung erklärt, daß fie„ Erleichterungen" in der Dienstzeit Iästige Gäste: fleine Handwerksmeister, die eben ihr Tagewert vertagt werden mußte, ist nunmehr auf Antrag des Berteidigers cinräumen wolle, aber auf das Maximum von 60 Arbeitsstunden nicht beendet haben, junge Arbeiter und Arbeiterinnen, die aus der Fabrit Rechtsanwalt Werthauer ohne Bürgschaft aus der Haft entlassen eingehen könne. Ferner behält sich die Direttion das Recht und Arbeitsstube heimgekehrt sind- Leute, die gern ein bißchen worden. Zum Kuftos des neuen Juftituts für Meereskunde hängig gemacht, daß die Ordnung unter Anlehnung an die Muster Quittungsbuch über rigtig gezahlte Miete, fowie an der Universität Berlin ist Dr. Dinse, bisher Bibliothekar der ordnung, die das Ministerium festgestellt hat, umgearbeitet werde. die legte Steuer quittung vorlegen fann. Man will das städtischen Volksbibliothek zu Charlottenburg, ernannt worden. Der Magistrat hat sich nunmehr dieser Aufgabe unterzogen Gemeinwesen von Elementen säubern, die nichts zum Wohl des des Projekts bei der Stadtverordneten- Versammlung beantragen, Fiskalismus im Reiche des Herrn v. Podbielski. Der erste und wird demnächst das neue Produkt vor die Stadtverordneten selben beitragen, sondern ihren Mitbürgern zur Past fallen! Die treibende Kraft zu diesen Beschlüssen fann wesentlich nur die Nachtrag zur außerordentlichen Ausgabe des Verzeichnisses der 15 m. soll nur für dieses Jahr gelten. Für die Zeit vom 1. April 1901 Ueberzeugung dieser Leute von der Unentbehrlichkeit ihres Standes Teilnehmer an der Stadtfernfprecheinrichtung ab ist eine weitere Erhöhung und zwar auf 20 M. vorgesehen. gewesen sein. Auf den Gedanken, daß diejenigen, welche man in Berlin, welche zum 1. April erschienen war, ist fertig gestellt und Das Feuermelbewelen in Rigborf soll reformiert werden. obdachlos machen will, durch ihrer Hände Arbeit, von Ausnahmen gelangt heute zur Ausgabe. Der Nachtrag bringt an seiner Spize Infolge Umbaues der Fernsprechvermittlungsstelle tönnen bei Aus- abgesehen, unendlich mehr zum Wohle der Gesamtheit beitragen, eine Reihe von neuen, wichtigen Bestimmungen. Bei der nächsten bruch von Feuer die Verbindungen mit dem Rathause in der Nacht als ein, feine Mieten mühelos einfacender Hausbesizer, dieser GeNeuauflage des Verzeichnisses, so heißt es, werden die ein nicht mehr hergestellt werden. Auch am Tage hat die Feuermeldung danke dürfte diesen Leuten bei ihrer höheren socialpolitischen Einzelnen Fernsprechanschlüsse unentgeltlich nur einmal und zwar in dem Verzeichniß desjenigen Fernsprechneges, an welches die Sprech- durch den Fernsprecher sich in manchen Fällen als ungeeignet ficht" noch nicht gekommen sein. Für die aufgeflärte Arbeiterschaft stelle angeschloffen ist, aufgeführt. Anschlüsse in den Vororten erwiesen, weil die Leitung mechanischen und Witterungseinflüssen ein Anjporn mehr, durch Agitation auf die Beseitigung einer Gewerden demnach unter Berlin ein zweites Mal nur noch gegen schon mehrfach fellschaftsordnung hinzuwirken, in der Schmaroßer als edle Triebe ausgesett ist. Der Magistrat hat deshalb Bezahlung aufgeführt. Kostenfreie Hinweise auf die erste Ein- mit dem Berliner Polizeipräsidium, Abteilung für Feuerwehr, und am Boltstörper betrachtet werden. dem Pranddirektor Giersberg über die Neueinrichtung des Feuers tragung in den Fällen, in welchen der Name des Inhabers eines melbewesens in Rigdorf verhandelt. Die genannten Behörden und Ueber das Elend einer Landarbeiterfamilie in der näheren Fernſprech- Anschluſſes mit seiner im Handelsregister eingetragenen Bersonen haben ihre Mitarbeit zugesagt. Voraussichtlich wird das Umgebung von Berlin wird hiesigen Blättern als vollkommen verFirma nicht übereinstimmt, und bei Anschlüssen, die bon vom Polizeipräsidium nach Rigdorf verlegte Polizeifabe: benust bürgt folgender Vorgang mitgeteilt: Die Familie Witt, bestehend mehreren Rechtsanwalten gemeinschaftlich benutzt werden, werden dürfen. Die Genehmigung wird davon abhängig gemacht, aus Mann. Frau und sieben Kindern( sämtlich unter 14 Jahren) zog sowie auf Eintragungen im Teilnehmer Verzeichnis eines andren Fernsprechnetes als desjenigen, an welches die Sprechwerde, das Projekt für die Aufstellung der Feuermelder soweit aus-( Pächterin Ober- Amtmannswitwe Fritsche) als" Justleute" in Dienſt. daß es der Feuerwehrabteilung des Polizeipräsidiums überlassen vor 9 Monaten von Spandau nach der königl. Domäne Ruhleben stelle angeschlossen ist, sind nicht mehr statthaft. Coll ein Anschluß an zweiter 2c. Stelle aufgeführt werden, so ist dafür zuarbeiten, als die Benutzung des Sabels in Betracht kommt. Die Bei freier Wohnung in einem alten Hause erhielt der Mann 2 M. in jedem Fall eine jährliche Gebühr von 5 Mart für die hierdurch entstehenden Kosten werden auf etwa 350 M. geſchäst, Der Monate lag diefe aber an einem Beinschaden in einem Krankenhauſe. Lohn täglich; auch die Frau arbeitete gegen Bezahlung mit. Mehrere Druckzeile zu entrichten. Die jetzt bestehenden tostenfreien Hin Magistrat will die Bereitstellung dieses Betrags für die Ausarbeitung Der Pächterin genügten deshalb die Arbeitskräfte der Familie nicht weise werden in der Neu- Auflage nicht mehr Aufnahme finden. Von einer Magistratsvorlage an die Stadtverordneten über die mehr und sie fündigte ihr am 15. Mai auf den 15. Juni. An diesen sofern sich die Teilnehmer nicht bis zum 20. August zur Zahlung der unentgeltliche Hergabe des zum Bau des Teltow- Kanals er- Tage wurde die Familie mit ihren jammervoll bedürftigen HabGebühren schriftlich bereit erklären. Im übrigen sind die Alendeseligkeiten aus der Wohnung gebracht. Da der Mann trot vieler rungen und Vervollständigungen, welche in der für den Monat Oftober forderlichen Geländes in der Gemarkung Rigdorf soll so lange ab. Mübe ein andres Unterkommen nicht hatte finden können, so lagerten beabsichtigten Neu- Auflage berücksichtigt werden sollen, spätestens bis gesehen werden, bis rechtsverbindliche Erklärungen der beteiligten zum 13. Oktober schriftlich und portofrei der kaiserlichen Oberpost- Grundbefizer, das erforderliche Terrein unentgeltlich der Staabe die obdachlos gewordenen neun Personen unter freiem Himmel bei strömendem Regen an dem vorüberdirektion in Berlin mitzuteilen. zutreten, vorliegen. Mit der Einrichtung eines Igartens auf einem städti- fließenden Elsgraben. Von andren Personen wurde der Ortsstraße 126, die Klempnerfrau Sogolewski und ihre vier Kinder, erklärt. Der Antrag eines Unternehmers, ihm die Erlaubnis zum hausten die neun Menschen acht volle Tage auf Strobiäden; Die fünf Opfer der Familien Tragödie in der Wrangel- fchen Grundstück hat sich der Magistrat principiell einverstanden gendarmi auf das Elend der Familie aufmerksam gemacht, und der Beamte brachte sie dann in dem Amtsgefängnis unter. Hier wurden gestern, Mittwochnachmittag um 6 Uhr auf dem Neuen Aufstellen sogenannter Adreßpavillons zu geben. wurde Nahrungsmittel besaßen sie fast nicht. Offiziersfamilien Thomaskirchhof an der Hermannstraße zu Rigdorf in eine gemeinsame abgelehnt. aus der benachbarten Kaserne der Schießschule sorgten dafür, daß Gruft zur letzten Ruhe bestattet. Die Beerdigung fand unter Beteiligung Schöneberg. Für den Neuban der Gemeindeschule in die Kinder warmes Effen erhielten. Am neunten Tage wurde die der Geistlichkeit statt. Der Kirchhof war von 5 Uhr ab bis zur der Beckerstraße hat der Magistrat den Kostenanschlag der Stadt- Familie im Armenhause der Stadt Spandau aufgenommen. Beendigung der Feier polizeilich geschlossen. Gegen 200 Personen, verordneten- Versammlung vorgelegt. Ebenso ist der Be Mann hat auch alsbald in der Stadt Arbeit gefunden. die am Eingang sich versammelt hatten, wurden nicht zugelassen. Schon bauungsplan für das West gelände der Stadt der Stadto am Dienstagnachmittag um 4 Uhr hatte sich eine große Menschen- verordneten- Versammlung zur Genehmigung unterbreitet worden. Aus Johannisthal wird uns berichtet: Ein heftiger Streit menge, wohl 5-600 Personen eingefunden, um der Beerdigung Für die Abführung der Abwässer in die Charlottenburger ist unter den Frommen unires Orts entbrannt. Eine kleine Minderbeizuwohnen. Der Kirchhofs- Inspektor mußte die Hilfe der Polizei Kanalisationsleitung pro 1900 hat Schöneberg 109 068,12 2. 3 stellung eines besonderen Geistlichen für Johannisthal, heit verlangte in der letzten Sigung der Kirchengemeinde die Anin Anspruch nehmen, um dem Andrang zu wehren. Schuleute zahlen, 1796,81 M. mehr als angenommen. Weitere für das Wohl standen von 4 bis 6 Uhr an der verschlossenen Pforte Posten. Die der Stadt von dem Magistrat beschlossene, der Versammlung noch während die Mehrheit es bei dem bisherigen Zustand belassen will, Menge zerstreute sich erst, als man ihr sagte, daß die Beerdigung vorzulegende Anträge beziehen sich auf die Beschaffung eines Des- wonach der Paſtor aus Rudow hier den Gottesdienst abhält. Die infektions- Apparats für die Desinfektion der Schulen, und Minorität ſucht den Umstand, daß die Kinder zum KonfirmandenAus Fenersgefahr wurden Dienstagabend bei einem Brande soll mit demselben während der Ferien desinfiziert werden. Von unterricht nach Rudow gehen müssen, für ihre Zwecke auszunuzen, in der Rüdersdorfer Straße 21 dreißig Pferde ge- der Erhebung eines Lesegelds an den Schüler bibliotheken obgleich man es für selbstverständlich halten sollte, daß der in Johannisthal erteilt. Die rettet. Hier befindet sich das Fuhrgeschäft von 2. Bethge, deffen soll in diesem Jahr versuchsweise Abstand genommen werden, um Mehrheit weist dem gegenüber mit Recht darauf hin, daß Pferdebestand in einem etwa 50 Meter langen einstöckigen Stalle dadurch die Werke den Kindern leichter zugänglich zu machen. die Anstellung eines besonderen Seelenhirten eine Erhöhung untergebracht wurde. Der Dachraum diente als Fouragekammer Der Amtsvorsteher als Hansbefizer. In Pankow peti- des Gemeindesteuersages von 150 auf 160 Broz. zur Folge haben und war mit Häcksel und Hen angefüllt. Abends gegen 10 Uhr tionierten vor kurzem die Lehrer und Gemeindebeamten wird, und daß es dann doch zunächst einmal notwendig sei, die bemerkten nun heimkehrende Kutscher, daß Feuer und Rauch durch um Erhöhung des Wohnungsgelbzuschusses. Sie überaus traurigen Schulzustände zu beseitigen. Wie arg das Dach des Fourageschuppens drangen. Sie schlugen Lärm und da führten zur Begründung die bekannte und leider univiederlegbare es hiermit steht, beweist der Umstand, daß der Lehrer der dritten. unt jene Zeit noch verschiedene Kutscher auf dem Hofe waren, so ging Thatsache an, daß die Wohnungsmieten, wie überall, so auch in den Klaffe 83 Kinder, 41 Knaben und 42 Mädchen zugleich unteres schleunigst an die Rettung der Pferde, von denen augenblicklich nördlichen Vororten unerträglich in die Höhe gegangen sind. Die richten muß. sich 30 Stück im Stall befanden. Billig folgten die ersten Gemeindevertretung lehnte das Gesuch ab, und führte als Tiere ihren Führern, doch mit jedem Augenblick wurde die Rettung Grund für ihr Verhalten an, daß ja auch ein Sinken der Mietsschwieriger, da der Stallraum nicht nur start verqualmt war, sondern preise für die nächste Zukunft nicht ausgeschlossen sei. Diese Stellung weil auch brennender Häcksel auf die Tiere herabriefelte. Dadurch der Gemeindevertretung wurde, wenn wir nicht irren, auch von dem wurde es äußerst schwierig, an die wie wild um sich schlagenden Amts vorsteher des Orts, Herrn Gottschalt gebilligt. Wie Quelle erfahren die Münch. N. Nachr.", daß General Graf Zeppelin Zum Aufstieg des Zeppelinschen Luftschiffs. Aus sicherer Tiere heranzukommen. Die mittlerweile erschienene Feuerwehr über- sehr die petitionierenden Lehrer aber dennoch Recht haben, bestimmt beabsichtigt, den ersten Aufstieg mit seinem lenkbaren Luftnahm dann die Rettung der letzten Pferde, ging aber auch gleich- und wie wenig die Hoffnung der Gemeindevertretung be- schiff noch vor Ende des laufenden Monats zu unternehmen. Da zeitig mit drei Dampfsprißenrohren gegen das Feuer vor und brachte gründet ist, dafür hat der Amtsvorsteher dieser Tage selber dies aber immerhin von den Witterungsverhältnissen abhängt, so ist es bald zum Stehen. Der Dachstuhl mit seinem Inhalt wurde einein augenfälliges Beispiel gegeben. In der Breitenstraße 24 der Tag des ersten Aufstiegs noch nicht genau bestimmt und kann geäschert. Mehrere Kutscher, die ihre Anzüge in Kisten auf dem Dachboden aufbewahrten, erleiden Verluste, da sie nicht versichert steht ein für den Abbruch reifes Hinterhaus, in welchem sich wohnungen, bestehend aus Stube, Kammer und Küche befinden; das Klosett liegt auf dem Hofe. Gasbeleuchtung giebt es im Hause nicht, Auf dem Bau verunglückte gestern nachmittag der 19 Jahre und unser Gewährsmann wäre fast gestürzt, als er neulich abends alte Willy Rosenow aus der Wolgasterstr. 11, der auf dem Grund- um 9 Uhr die unbeleuchtete Treppe hinauftappen mußte. Dies stück Dorotheenstr. 45 arbeitete. Infolge eines Fehltritts stürzte er aus gehört dem Herrn Amtsvorsteher Gottschalt vom zweiten in den ersten Stod hinab und zog sich einen Bein- au eigen. Bis vor Jahresfrist wurden die hier beschriebenen auf dem städtischen Friedhof in Friedrichsfelde stattfinde. find. bruch zu. richtet wurde. Wohnungen für 144 M. jährlich vermietet. Nachdem das Grundstück dann in den Besitz des Amtsvorstehers übergegangen war, erfolgte eine Steigerung auf 207 M. Vor einigen Tagen erhielten etliche Mieter des Hauses abermals den bekannten Eingeschriebenen, in welchem ihnen angekündigt wurde, daß die Wohnungen vom 1. Oftober ab dreihundert Mart tosten sollen. Das bedeutet also binnen Jahresfrist eine Mietssteigung um über 100 Prozent. Dermilchtes. Der wohl überhaupt nur ganz kurz zuvor bekannt gegeben werden. Am Tage des Aufstiegs sollen von den verschiedenen größeren Hafenpläßen Ertra- Dampfboote die Schaulustigen nach der Manzeller Bucht befördern, von der aus der Aufstieg erfolgt. In dem am nächsten gelegenen Hafenplatz Friedrichshafen sollen dem Vernehmen nach schon legt alle verfügbaren Wohnungen besetzt sein. " Jn Hörde ruft der Selbstmord des Hauptkassierers" des Hörder Bergwerks und Hüttenvereins", Hermann unze, großes Aufsehen hervor. Es werden hierzu folgende Einzelheiten bekannt: Während Kunzes Frau den Markt in Dortmund besuchte, erhängte er sich im Keller des von ihm bewohnten Hauses. St. wurde vor einigen Tagen, ohne daß seine Frau eine Ahnung hiervon hatte, aus seiner Stellung entlassen, weil sich bei einer un vermutet vorgenommenen Revision der von ihm verwalteten Kasse Unregelmäßigkeiten herausgestellt haben sollen. Er wurde infolgedessen aufgefordert, die Bücher vorzulegen und Abrechnung zu halten. Als K. vermißt wurde, hielt die Frau Nechforschungen nach seinem Verbleib, und fand schließlich im Keller ſeine Leiche auf. St. lebte in guten Verhälten, doch soll er durch verfehlte Börsenspekulation in legter Zeit in eine mißliche Lage geraten sein. Zwei Verschollene, die zulezt in Berlin wohnten, sollen jetzt für fot erklärt werden. Der eine Fall erinnert an das Verschwinden des Studenten Fiedler, über das in der letzten Zeit mehrfach be Es handelt sich um einen Studenten Siegfried Behrens, geboren am 28. März 1853 zu Hamburg, der im Jahre 1872 aus seinem damaligen Aufenthaltsort Berlin verschwand und seitdem verschollen ist. Auf Antrag feines Pflegers, des KaufWir glauben, daß die Lehrer und Gemeindebeamten unsres Vormanus Martin Philipp Ganz, hat das Amtsgericht Hamburg auf orts Pantow gut thun, es nunmehr abermals mit einer Petition den 13. Februar 1901 einen Aufgebotstermin anberaumt. Der um Erhöhung des Wohnungsgeld- Zuschusses zu versuchen. Sie zweite Fall betrifft den am 24. März 1842 zu Potsdam geborenen werden angesichts der hier mitgeteilten Thatsachen dann ganz gewiß Handarbeiter Karl Adolf Heinrich Zeiz, dessen Frau früher in teinen eifrigeren Verfechter für ihre Forderung finden, als den AmtsLudau ausässig war und jetzt hier wohnt. Der Aufgebotstermin vorsteher selber und mit seiner Hilfe ohne Frage ihr Ziel erreichen. ist auf den 20. Februar 1901 beim Amtsgericht in Berlin angesetzt Auch wird in Anbetracht der erfolgten Mietssteigerungen zu er warten sein, daß niemand energischer als Herr Gottschalk dem in Aus Furcht vor dauernder Verkrüppelung ins Wasser ge- Bankower Honoratiorentreisen üblichen Gerede über Arbeiter gangen ist die 33 Jahre alte Frau des Drechslers R. ans der begehrlichkeit entgegentritt. Landsberger Allee. Frau R., die seit sechs Jahren verheiratet und Pankow. Die Gemeindevertretung beschäftigte sich in ihrer bekanntlich vielfach beobachtet, daß während der Verfinsterung der Mutter von zwei Kindern war, hatte als Mädchen das Unglück, schwer legten Sigung mit dem vom socialdemokratischen Ar- Sonne das Geflügel sich sehr unruhig zeigte. Die Hühner fletterten zu fallen, und litt seitdem am rechten Bein. Vom 1. Oktober bie beiter Verein gestellten Antrag, betreffend die direkte Ein- auf die Hühnerstange, weil sie der unvernünftigen Ansicht waren, zum 1. Februar lag sie im Augustahospital, wo ihr die rechte Knie- taffierung der Steuern und Abgaben. Genoffe lingen- daß die Nacht hereingebrochen sei, und als dann die Finsternis icheibe herausgenommen werden mußte. In der letzten Zeit verberg begründete den Antrag mit dem Hinweis auf die räumliche vorüber war, tamen sie wieder herunter und legten in ihrem Unschlimmerte sich nun auch noch der rechte Fuß und die Frau fürchtete, Ausdehnung des Orts und dem Zeitverlust, den die Steuerzahler bei verstande am heißen Nachmittag Eier, weil sie glaubten, daß soeben daß sie ihn müsse abnehmen laffen. Am vergangenen Freitag ging Entrichtung der Steuern haben; auch führte er aus, daß der Raum, der Morgen angebrochen sei. Dieſe Beobachtung genügte, um die fie von Hause weg. Gestern landete man die Unglückliche als Leiche in welchem das Kassenbureau untergebracht ist, völlig ungenügend Phantasie eines amerikanischen Journaliſten zu herrlichen Thaten zu an der Gasanstalt am Stralauer Plaz aus der Spree. sei. Bei Ablehnung dieses Antrags müsse aber wenigstens der Unter- begeistern. Er erzählt, daß in Georgia und Alabama die Farmer worden. Großartige Ausbeutung der Sonnenfinsternis. Es ist so gekommen, wie man es erwartet hatte: die Yankees korrigieren die Natur. Die letzte Sonnenfinsternis hat in dem erfindungsreichen Gehirn der Amerikaner staunenerregende Ideen gezeitigt. Es wurde Eingegangene Druckschriften. Die Internationale Urania gastiert z. 3. mit dem Dr. antrag, den mit der Mahnung betrauten Beamten zu ermächtigen, durch das hocherfreuliche doppelte Eierlegen der Hühner am SonnenMeyerschen Schöpfungsdrama„ Bis ans Ende der Welt" am Stadt- Steuern in Empfang zu nehmen, angenommen werden. Nach finsternis- Tage auf die Idee gebracht worden seien, jetzt jeden Tag theater zu Breslau mit großem Erfolge. längerer Debatte, in welcher besonders hervorgehoben wurde, daß für die Hühner eine fünstliche Nacht zu schaffen. Man jagt die hinfort dann noch mehr Beamte eingestellt werden müßten, wurde Hühner in die Hühnerställe, schließt diese so fest zu, daß kein LichtFeuerbericht. Mittwochnachmittag wurde die Feuerwehr nach der Antrag abgelehnt, dagegen der Unterantrag angenommen. schein hineindringt, und wenn das dumme Huhn dann wieder ans Sophienſtr. 8 gerufen, wo in der Fabrik für präparierte Pflanzen Ein fernerer Antrag des genannten Vereins, die Errichtung Licht kommt, legt es außer dem morgendlichen noch ein nachmittagvon Tadmann zwei Arbeiter starke Brandwunden erlitten hatten. einer Bolts bibliothek im Orte betreffend, wurde mit denen liches Ei. Beide, nämlich die unverheirateten Arbeiter Albert Schenker, August Hinweis auf die unentgeltliche, von der Gemeinde subventionierte straße 92, und Franz Jung, Wienerstr. 24, wollten einen mit Farbe ge- Bibliothek des Bürgervereins abgelehnt. Diese Bibliothek ist füllten Kessel vom Feuer nehmen, wobei die Masse überkochte und beide Per- in einem Zigarrengeschäft untergebracht; in den Statuten des Vereins sonen derart verbrühte, daß sie ins Hedwigs Krankenhaus gebracht wird hervorgehoben, daß bei event. Auflösung des Vereins die Berlin. werden mußten. Da Feuer weiter nicht entstanden war, konnte die Bibliothek der Gemeinde zufällt. Trotzdem wurde in der Debatte 20 Pf. Wehr sofort wieder abrücken. Vorher hatte sie Am Werderschen Markt 9 behauptet, daß die Bibliothek der Gemeinde gehört. einen unbedeutenden Brand abzulöschen, Dienstagabend ging Rüders- Auf eine Anfrage, wie weit die Vorarbeiten, betreffend die Erdorferstr. 12 und Alt Moabit 134 Wäsche in Flammen auf. Lützow- hebung einer Grundwertsteuer gediehen seien, wurde den ftraße 112 hatten Möbelstücke Feuer gefangen, während Luisen- Fragestellern der Bescheid, daß diese Erhebungen nahezu beendet Otterbein. Für das Augusta Victoria Heimt und das Ufer 11 ein Quantum Del und Kastanien Allee 27 übergekochtes Fett find, und der Gegenstand nächstens auf die Tagesordnung ge- andhaus zu Eberswalde find Frei- Exemplare ebenso wie für die Heil: stätte am Grabowsee überwiesen. Warum sollte der Vorwärts" dort nicht fetzt wird. gelesen werden dürfen? brannte. 0 Aus den Nachbarorten. Der verhaftete Arbeiter Krause, der unter dem Verdachte stand, den Kutscher Glude aus Teschendorf im Walde bei Hermsdorf ermordet und beraubt zu haben, hat sein Alibi nachgewiesen und dürfte aus der Untersuchung entlassen werden. Deutscher Liederschat. Zusammengestellt von Karl Weise, Lehrer in Verlag von A. Anton u. Co.( Paul Weise) in Berlin. Preis Briefkasten der Expedition. Witterungsübersicht vom 27. Juni 1900, morgens 8 Uhr. Zur Lokallifte. Die Vertrauensleute, Mitglieder der Lokal: fommissionen und sonstige Parteigenossen in den Vororten und Für den Bau der neuen Kleinbahn Rigdorf- Mittenwalde Stationen der Umgegend von Berlin, welche Mitteilungen zur LokalListe zu veröffentlichen haben, werden dringend ersucht, ihre Zu find jetzt zwischen Rigdorf und Briz die Arbeiten in vollem Gange sendungen einzig an den Parteigenossen Karl Scholz. Wrangel- und bereits sehr weit vorgeschritten. Von Briz führt die Bahn über Die Bestraße 110, Berlin SO. zu richten. Mitteilungen der erwähnten Art, Buckow, Rudow, Groß- Ziethen usw. nach Mittenwalde. die der Redaktion des ,, Vorwärts" direkt zugehen, werden völkerung der in Betracht kommenden Ortschaften knüpft große Hoffnicht publiziert, sondern in allen Fällen dem Genossen Scholz nungen an die Bahn. zugesandt. Barometers stand mm WindBunzpa Windstärte Wetter Temp. n. 6. 84 5.4" R. Stationen stand mm Barometer Wind: richtung Windstärke Wetter Temp. n. C. -wolfent 15 paparanda 757 Still 14 Petersburg 755 N 765R 1 6° C.= 4° N. 759 winembe. 753 ſtill-wolfig 754 NW Hamburg Berlin 752 SW 4 Regen Grantf./m. 759 WSW 4 bedeckt 763 8 München Wien 3 bededt 13 Cort 18 1wolfent 17 13 1 bedeckt 14 Aberdeen 12 Paris 763 NW 7642 3 Regen 13 14 Neu- Weißensee. Die hiesigen Grundbesizer Vereine 7 bedeckt 1'wolfent 14 Kommunales aus Nigdorf. 3 heiter Die neue Hundesteuer haben den Boden zu„ gemeinsamer Arbeit" gefunden. Die grimme ordnung, die schon mehrfach die städtischen Körperschaften be- Fehde von früher ist vergessen, der überzeugende Gedanke von der Wetter Prognose für Donnerstag, den 28. Juni 1900. schäftigt hat, ist immer noch nicht endgültig Gesetz geworden. Der hehren„ Mission" eines Hauspafchas hält die Geister" gefesselt und Etwas wärmer, zeitweise heiter, aber noch veränderlich mit geringen Oberpräsident hat seine Zustimmung nur für die Dauer von feiert seine Triumphe. Nach gemeinsam gefaßten Beschlüssen soll Regenfällen und mäßigen südwestlichen Winden. nicht sein Berliner Wetterbureau. 6 Monaten gegeben und die endgültige Zustimmung davon ab- niemand eine Wohnung mehr erhalten, der Berantwortlicher Redacteur: Paul John in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von May Bading in Berlin. "