Nr. 160. = Abonnements Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags= Nummer mir fluftrterter Sonntags= Beilage ,, Die Neue Welt" 10 Pfg. PostAbonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Eingetragen in der Post- BeitungsPreisliste für 1900 unter Mr. 7971. Unter Kreuzband für Deutschland und Defterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Erscheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblaff. fidism 17. Jahrg. Bte Insertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Kolonel seile oder deren Raum 40 Big., für politische und gewertschaftliche Vereinsund Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. ..Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inferate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der@ gpedition abgegeben werden. Die Grpcbition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Kernsprecher: Bmt I, nr. 1508. Telegramm- Adresse: " Socialdemokrat Berlin" Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Fernsprecher: Amt I, Nr. 1508. Aus den Berichten der sächsischen Fabrikinspektoren. I. Die Arbeiter in der geschäftlichen Hochkonjunktur. Freitag, den 13. Juli 1900. Expedition: SW. 19, Bently- Straße 3. Fernsprecher: Amt I, Nr. 5121. Die Zunahme der Arbeiter. Die Textilindustrie hat bei einer In Tientsin verschlimmert sich fortgesetzt die Lage. Abnahme der Arbeiter um etwas über 200 ebenfalls eine Mandschurei scheint in vollem Aufstand. Ueber Stämpfe in Kiautschou Verminderung der Betriebe um 80 zu verzeichnen. erhalten wir aus englischer Quelle Nachrichten, die von deutscher Seite nicht beglaubigt, aber auch nicht bestritten werden. deutsche amtliche Nachrichtendienst ist am allerschlechtesten organisiert. Eine chinesische Rechtfertigung. Der Der industrielle Aufschwung äußert sich ferner auch in einer starken Vermehrung der Arbeiterzahl. In sämtlichen zählpflichtigen Anlagen wurden 1898, 501 677 Die seit einigen Tagen vorliegenden Berichte der sächsischen beschäftigte Personen gezählt, im verflossenen Jahr aber Fabrikinspektoren offenbaren denselben socialpolitischen Geist, 527 523, mithin ist eine Steigerung um 25 846 zi fonstatieren. der schon seit Jahren Gegenstand schärfster Kritik gewesen Nach übereinstimmenden Meldungen in den 13 verschiedenen Der chinesische Gesandte in Washington hat dem Staatssekretär ist. Mehr denn je scheinen sich die sächsischen Aufsichts- Berichten würden die Arbeiter eine noch weit größere Ver Hay eine vom 29. Juni datierte telegraphische Mitteilung des beamten von der Erkenntnis entfernt zu haben, daß es mehrung erfahren haben, wenn die Nachfrage hätte befriedigt chinesischen Staatsrats übermittelt, in welcher die Verantwortung ihre Aufgabe ist, die in gewerblichen Betrieben beschäftigten werden fönnen; es war besonders großes Verlangen nach der für die Inruhen abgelehnt wird. Nach einem Himveis auf die zügellose Ausbreitung der BoyerPersonen an der Hand der einschlägigen Gesetze gegen eine billigen weiblichen Arbeitskraft. bewegung betout die Mitteilung, die Erlaubnis Chinas, nachteilige Gestaltung ihrer Arbeitsverhältnisse zu schützen. Die Arbeiter hatten von diesem glänzenden Aufschwung, daß fremde Truppen Peking betreten dürften, sei ein B Oft ist ihre Stellungnahme gegen die Arbeiter geradezu der durch vorstehende Angaben veranschaulicht wird, so gut weis für fein Bestreben, die freundschaftlichen Beziehungen zu den feindlich die Kritik gewerblicher Mißstände in Versammlungen wie nichts. Wohl wird aus der Mehrzahl der Bezirke Mächten aufrechtzuerhalten. Die fremden Truppen hätten aber, wird vom Dresdner Aufsichtsbeamten als Verhehung erklärt ein Steigen der Löhne gemeldet; das Mehr wird aber durch statt sich auf den Schutz der Gesandtschaften zu beschränken, zeitund oft muß ein abfälliger Ton, der selbst bis zur Gehässig die höheren Lebensmittel- und Mietspreise wieder völlig aufweise die Straßen durchstreift. teit geht, das Verständnis für die wirtschaftlichen Verhältnisse gewogen. So berichtet der Dresdner Beamtend der unteren Volksklasse ersehen. allein " 1 den Krieg mit ausgeführt, obwohl das nicht einverstanden geKlagen von Leuten eingegangen, die durch verirrte Kugeln. Eine geringe aber stetige Steigerung der Löhne war zu getroffen feien. Sogar in dem Bereich der Kaiserpalastes hätten die Unter solchen Verhältnissen ist es kein Wunder, wenn beachten. Eine wesentliche Werbefferung der wirt Fremden einzudringen versucht. Dies alles habe die chinesischen das Vertrauen der Arbeiter zur sächsischen Gewerbe- Aufsicht schaftlichen Lage tann aber hieraus nicht abgeleitet Soldaten und das Volk provoziert und ruchlose Lente hätten mehr und mehr schwindet und der Verkehr der Arbeiter werden, da auch die Aufwendungen für Wohnungsmiete und begonnen, chriftliche Konvertiten zu töten und the Eigentum mit den Beamten trotz der Bemühungen derselben um Lebenshaltung gegen früher gestiegen sind." zu verbrennen. Die Regierung habe ungesäumt Befehle zur Unters die evangiſchen„ Arbeiter"-Vereine ein lächerlich geringer ist. wirtschaftſchlüſſig Aehnlich lauten die Meldungen der Freiberger und brüdung der aufständischen Elemente erlaffen, fich aber doch Die Stellung der Inspektionsbeamten im wirtschaftlichen Leipziger Beamten; im Bezirk Bauten ist die wirtschaft schlüssig gemacht, die fremden Gesandten zu ersuchen, im Interesse ihrer persönlichen Sicherheit sich für einige Zeit nach Tientsin zu begeben. Getriebe wird übrigens gar nicht so übel durch die Thatsache liche Lage der Arbeiter sogar etwas ungünstiger" während noch über diese Frage beraten wurde, erfolgte die Erbeleuchtet, daß durchschnittlich die Zahl der bei ihnen vor- geworden. Die Lohnerhöhungen, von denen die Rede mordung des Freiherrn von Ketteler durch den Freiherr von Ketteler hatte dem Thung- li- Yamen sprechenden Unternehmer 10 bis 20mal größert, dürften wohl in erster Linie auf eine ausgebreitete bel. als die der Arbeiter ist. Jm ausgebreiteten Dresdener Im ausgebreiteten Dresdener Ueberstundenarbeit zurückzuführen sein. Es existieren am Tage vorher angekündigt, daß er ihm einen Besuch ab Bezirk erschienen nur 19 Arbeiter im ganzen verflossenen var darüber bestimmte Angaben nicht, aber die mit behörd- statten wolle, und diesen Besuch Jahr an Inspektionsstelle und der Chemnizer Beamte hatte licher Genehmigung von den Frauen geleistete Ueberarbeit Tjung- li- Damen mit dem Besuch bei 371 vorsprechenden Unternehmern 20 Arbeiter zu ver- läßt einen Schluß zu. Wurden doch von 82680 Arbeiterinnen wesen sei, da es befürchtete, der Gesandte könne auf seinem Wege belästigt werden. Inzwischen sei die Haltung der aufzeichnen; im Zwidauer Bezirk waren unter 346 vorsprechenden in 18 243 Betrieben insgesamt 1114 658 Ueberstunden ge- rührerischen Glemente immer drohender geworden. Der Gedanke, Bersonen nur 23 Arbeiter und 3 Arbeiterinnen; der Beamte im Ausbeutung der Männer durch Ueberarbeit dürfte wohl noch fifchen Getorte fortzufchaffen, fei schließlich aufgegeben worden, arbeitet. Die an teine behördliche Genehmigung gebundene die Diplomaten in Beling unter dem Schuß einer chineMeißener Bezirk tonferierte mit 212 Fabrikanten, Technikern 2c., weit umfangreicher sein. Eine sehr deutliche Sprache redet auch die chinesischen Schußmannschaften jeien aber angewiesen, dagegen nur mit 12 Arbeitern. Nur der Annaberger Vorsichtsmaßregeln gu treffen. In Tafu erfreut sich eines größeren Vertrauens der Arbeiter: bei ihm die Vermehrung der Fabrikarbeit verheirateter Frauen, die umfaffendere China denke erschienen bei 160 sonstigen Personen 75 Arbeiter, die sich sich, wie wir noch später sehen werden, nur durch den geringen, hätten die Europäer zuerst gefeuert. Großmächten. Der Auskunft holten und Beschwerden vorbrachten. Von diesem unzureichenden Verdienst des Manns erklären nicht an Beamten hören wir denn auch, daß er den Verkehr mit den läßt. Uebrigens erfahren wir aus den Berichten, daß die Staatsrat weist die chinesischen Gesandten im Auslande an, den bes treffenden Regierungen obigen Bericht zuzustellen und ihnen zu ver Arbeitern pflegte und in vielen Fällen auch in deren Wohnungen Löhne der Weber im Plauenschen Bezirk 11-14 m. betragen fichern, daß dem chinesischen Militär der Schutz der Gesandschaften Arbeitern pflegte und in vielen Fällen auch in deren Wohnungen und ein Fabritarbeiter giebt demselben Beamten auf die bis zum äußersten zur Pflicht gemacht sei und daß mit den Auf gegangen ist, um mit ihnen Rücksprache zu nehmen. Sonst deutet leider nichts darauf hin, daß die Fabrit. Frage, weshalb er seine Frau in die Fabrik schicke, die Ant rührern so streng verfahren werde, als die Umstände es gestatten. Eine Kritik dieser Kundgebung, die bestrebt ist, die chinesische inspektoren bemüht gewesen wären, mit den Arbeitern wort, mit 1,60 M. pro Tag fönne er seine achtköpfige Familie nicht ernähren. Megierung, die früher einmal bestanden hat, zu rechtfertigen und die außerhalb der Betriebe in Berührung zu kommen; mit Ausnahme des Annaberger Beamten, der wenig Die mit der Hochkonjunktur meist verbundene forcierte Verantwortung für die Unthaten des Böbels" dem Verhalten Arbeitsweise und stens ein Wort der Anerkennung findet, ist man in den die vermehrte Accordarbeit der Vertreter der Mächte zuschreibt was übrigens autreffend sein Berichten aus allen übrigen zwölf Bezirken mit Eifer und äußern sich sehr deutlich in den Unfallstatistiken. Aus dürfte eine Kritik im einzelnen erübrigt sich deshalb, weil dieser bewunderungswürdiger Konsequenz bemüht, die Bestrebungen allen Bezirken wird eine wesentliche Vermehrung der Unfälle Erlaz des chinesischen Staatsrats offenbar von den chinesischen Vers in Beling unterrichtet sind. Jahre die Gewerkschaftsorganisationen einen 2493 Berlegungen, 285 mehr als im Vorjahr, im Zwickauer der Arbeiter totzuschweigen. Obwohl gerade im verflossenen gemeldet, die nicht allein durch die größere Arbeiterzahl zutretern im Ausland hergestellt ist, die selbst nicht über die Borgänge erklären ist. So berichtet der Chemnizer Beamte über Peking und Tientsin. glänzenden Aufschwung genommen haben und Bezirk zeigen 2432 Unfälle eine Steigerung um 3 Proz., und Ein Privatbrief and Peking, datiert vom 24. Juni, der in in Dresden zwölftausend Mitglieder zählen, und die mehrfach eingeführten Neuerungen, wie die Arbeitslosen- im Leipziger Distrikt 3231 eine solche von 8,4 Proz. an. Im Tientsin am 30. Juni eintraf, fagt:„ Wir find in Todesgefahr, wie die Arbeitslosen- Meißener Unterſtügung, zum Studium geradezu anreizen, werden diese Meißener Bezirk ist die erhebliche Steigerung von 649 auf 809 30 000 Truppen greifen uns an, wir haben nur noch Vereinigungen in den Berichten nicht einmal erwähnt; zu berzeichnen, es mehrte hier allein ein Eisenwert zu proviant für drei Tage. Wenn teine Hilfe kommt, scheint alles hoffnungslos zu sein. Die italienische, holländische und bagegen führt man Spar- Vereine einzeln auf und registriert mit Eich a die Unfälle von 97 auf 207. An die Einhaltung der Arbeiterschutz- Geseze können sich amerikanische Gesandtschaft sind niedergebrannt, die britische Sorgfalt alle sogenannten Wohlfahrtseinrichtungen in Fabriken und die Unterhaltungsabende der evangelischen Arbeiter die Unternehmer noch immer nicht gewöhnen. Diese ErLegation teilweise." Während diese alte Nachricht den Thatsachen zu entsprechen vereine. Wenn ein Bau- oder Spar- Verein ein Haus erscheinung erklärt sich wohl schon allein aus der Thatsache, richtet hat, so wird das ebenso forgfältig verzeichnet, daß nach wesentlicher Vermehrung der Verstöße die Zahl der fcheint, find die Meldungen über die spätere Entividhung in wie ein Fabrikvergnügen oder die verliehenen Aus- Bestrafungen rapid zurüdgegangen ist, trotzdem Beling leere Erfindungen. So wird von chinesischer Seite aus Besonders be- gesprengt, daß zwischen den Führern der verschiedenen Parteien ers zeichnungen für Treue in der Arbeit". In diesem fie schon im Vorjahre lächerlich gering war. Verhalten gegen die Arbeiter liegt entschieden System, das merkenswert ist aber, daß auch die groben Verstöße, wie un- bitterte Feindschaft herrsche. Ein Offizier des Generals Jung- lu jei Der Privatjekretär des Kaisers und Stanzler der Universität Beling wohl von den in der Regierung herrschenden Grundsägen be- zulässig lange Beschäftigung von jugendlichen Arbeitern und nach einem Attentat auf den Brinzen Tuan enthauptet worden. stimmt sein dürfte. Wenn auch direkte Einwirkungen auf die Frauen, Nacht- und Sonntagsarbeit sich von 173 auf 282 Sun- chianai jei mit seiner ganzen Familie und seinen übrigen Inspektionsbeamten nicht stattfinden, so sagen diese sich doch bermehrt haben und die Bestrafungen trotzdem von 71 auf Leuten, insgesammt 60 Personen, von den Borern ermordet worden. Inspektionsbeamten nicht stattfinden, so sagen diese sich doch 55 zurückgingen. Da auch die Strafen, die meist 5-10, im Chinesische Beamte wollten wissen, daß General Nich seine Truppen wohl, daß es unmöglich ist, durch denselben Minister Berichte höchsten Fall aber 15-20 m. betragen, in feinem Verhältnis von Tientsin zurückgezogen habe und auf Beling marschiere, um über Arbeiterorganisationen herausgeben zu lassen, der der Vater aller jener berühmten Verfolgungsmaßregeln gegen die zu dem durch die gesetzwidrige Ueberarbeit erzeugten Nugen den Prinzen Tsching in seinem Bemühen, der Kaiserin- Wittwe beiorganisierte Arbeiterschaft ist, die besonders im Zwickauer stehen, ist es erklärlich, daß die Unternehmer wenig Neigung auftehen. zu helfen. Bur Ermordung des deutschen Gesandten wird der„ Daily Bergarbeiter- Streit in so krasser Weise zu tage getreten sind. zeigen, sich nach den gesetzlichen Bestimmungen einzurichten. Mail" aus Shanghai berichtet, nach angeblich offizieller minefiBergarbeiter- Streit in so traffer Weise zu tage getreten find. Warum sollen sie nicht 10 oder 20 M. riskieren, wenn ein scher Darstellung sei Baron Ketteler unter den Eingeborenen Belings Ganz kann sich indeß auch die schlechteste Fabrik- Warum beträchtlicher Nußen sicher ist. inspektion den durch die rapide industrielle Entwicklung fehr unpopulär und als gewaltthätig bekannt gewesen. Unfre gedrängte Schilderung zeigt zur Genüge, daß die Er habe oft Chinesen, welche ihm in den Weg tamen, mit dem Stock geschaffenen Thatsachen nicht verschließen. Die Angaben über Betriebsvermehrung und das Auwachsen der Arbeiterzahl ver- nur Ueberanstrengungen und, wie die Unfallstatistik beweist, vielleicht habe jemand, der sich die beſtehende Erregung zu Nuze Betriebsvermehrung und das Auwachsen der Arbeiterzahl ver- geschäftliche Hochflut den Arbeitern keinerlei Vorteile, sondern geschlagen. Er sei deswegen ein„ gezeichneter" Mann gewesen und anschaulichen die außerordentliche wirtschaftliche Hochflut mit den Riefenprofiten für die Unternehmer und den größere Gefahren für die Gesundheit gebracht hat. Mit Mühe Placereien für die Arbeiter im Berichtsjahre. Die zähl- und Not ist es ihnen durch lleberarbeit und gewerkschaftliche pflichtigen Betriebe vermehrten sich im verflossenen Jahre von Kämpfe gelungen, die Steigerung der Unterhaltungskosten 17781 auf 18818, alfo um 1034 oder 5,83 Proz.; im vorigen Jahr auszugleichen; das ist aber auch alles. Diese geradezu nieder brückende Thatsache spricht deutlich und unzweideutig aus den war nur eine Vermehrung von 241 Betrieben zu verzeichnen. Der Berichten der Gewerbe Aufsichtsbeamten im industriell ent Hauptteil entfällt auf die mit Motoren ausgestatteten An- wickeltsten Bande Deutschlands, wo man die Bestrebungen der lagen; hier beträgt die absolute Steigerung 575 oder Arbeiter auf Verbesserung ihrer wirtschaftlichen Lage mit 8,42 Broz, während die Anlagen mit Dampfmaschinen nur um 282 oder 4,37 Proz. und die Betriebe ohne Straftbetrieb Polizeigewalt zu hindern sucht. Die Lage in China. machte, aus Rache auf ihn geschoffen. Darauf sei der Zusammen sto zwischen chinesischen und deutschen Soldaten erfolgt. Legtre hätten das Tjung- li- Damen zerstört, worauf dann das Leben aller Ausländer in Beling in Gefahr geraten sei. Die Borer hätten von diesem Augenblick an die Oberhand erhalten. Ausländer in Beting in Gefahr geraten fei. Die Borer hätten von fischer Herkunft die Fremden am 5. Juli noch am Leben geErwähnt sei noch, daß nach Shanghaier Meldungen chine wesen sein sollen. er Der Ueber die Lage in Tientsin liegt eine, wie immer aufechtbare, Meldung des Daily Expreß" vor. Danach habe General Ma die verbündete Streitkraft, die das eingenommene chinesische Arsenal um 180 oder 3,98 Proz. gegen das Vorjahr gewachsen sind. im Osten von Tientsin hielt, besiegt und die Stellung wieder nachdem bejezt, Das starke Anwachsen der mit Motorkraft ausgestatteten Beden Berteidigern große Verluste aus gefügt hatte. Kampf dauerte sechs Stunden triebe ist wohl auf die Elektricität zurückzuführen, die auf der einen Seite die Einführung der Motorkraft erleichtert und auf Während die Meldungen über die Zustände in Peting jezt nicht und wurde beiderseits mit großer Entschloffenheit ausgefochten. An der andern die der Dampfmaschinen der größeren Bequem- einmal mehr erfunden werden, und der ganze Nachrichtendienst über den japanischen Befehlshaber wurde das dringende Gefuch gerichtet, lichkeit wegen hindert. An der Vermehrung nehmen fast alle haupt fast versagt, bemüht sich die chinesische Diplomatie, ihrerseits Stund- fchleunigft Verstärkungen zu senden, da die Verbündeten hart bedrängt jeien und in Gefahr schwebten, Betriebsarten teil, nur in der chemischen und Leder Industrie gebungen zu vertreiben. So wird heute eine angebliche Auslassung eine gründliche Niederlage zu erleiden. Tientsin scheint die Aufsaugung der Mittelbetriebe auch in Zeiten ge- der chinesischen Regierung man weiß nicht, welcher vom hat burch fortgefeßte heftige Befchießung schwer gelitten. schäftlicher Hochflut vor sich zu gehen, denn hier ber- 29. Juni verbreitet, die das Verhalten der Mächte teilweise für den Die Kosaten plünderten fast alle verlassenen minderten sich die Anlagen bei nicht unbeträchtlicher Aufstand verantwortlich macht. Fremdenhäuser und verübten Ausschreitungen gegen die www Familien der Flüchtlinge. Die Offiziere mußten zwei Stojaken nieder- 1 Es heißt, Japan habe fich verpflichtet, blog ein offenbarer Uebereinstimmung mit seinen Kollegen noch am 10. Junt Schießen, ehe Ordnung hergestellt werden konnte. Armeekorps nach China zu schicken; in England scheint man nicht an Das„ Bureau Reuter" meldet aus Tschifu vom 8. Juli: Das ein solches Versprechen zu glauben. Und sollte es wirklich gegeben worden Artilleriegefecht dauert in Tientsin noch immer an. Die sein, so ist Rußland die letzte Macht, die sich beschweren oder gar chinesischen Geschüße sind so gut mastiert, daß die wundern könnte, wenn es nicht gehalten würde. Verbündeten große Schwierigkeit haben, ihren Standort festzustellen. Ein Telegramm des Daily Expreß" aus Shanghai vom 11. d. M. besagt, daß faft alle Häuser der Fremden in Tientsin verlassen sind. " Der blutige Wiz des englischen Blatts, daß die Kosaken sich an der Plünderung beteiligt hätten, illustriert nicht übel diesen Feldzug der verbündeten Civilisation Europas". Ein Borer ist sicherlich cibilisierter als ein Sofat. " Kämpfe in Kiautichou. Einer Kantoner Drahtung des„ Daily Telegr." zufolge soll am 10. Juli in Kiautschon ein blutiger Zusammenstoß zwischen deutschen Truppen und Boxern stattgefunden haben. Viele Boger sollen getötet worden sein. Von deutscher amtlicher Seite liegt bisher keine Bestätigung vor. Das Stocken des Nachrichtendienstes Rachrichtent wird von Rußland dadurch zu erklären versucht, daß der Verkehr auf der großen fibirischen Telegraphenlinie in letzter Zeit infolge an haltender täglicher Gewitter und Beschädigungen der Leitung in Transbaikalien durch Stürme und Waldbrände behindert war. Die durch die Ereignisse in China veranlaßte ungewöhnlich große Zahl von Depeschen erfchivere, zudem eine schnelle Beförderung derselben, so daß sie mehrere Tage aufgehalten wurden. In der Mandschurei. Genug im Schatten der chinesischen Ereignisse hat sich bereits zwischen den interessierten Mächten ein diplomatischer Krieg abgespielt, der für den Fall, daß es bei Lösung des chinesischen Rätsels zum Krieg kommt, die Gruppierung der in Frage kommenden Hauptmächte für den Weltkrieg erkennen läßt. * Was die deutschen Rüstungen anlangt, so hat die HamburgAmerifa- Linie" vier und der„ Norddeutsche Lloyd" sechs ihrer Dampfer an das Reichs- Marine- Amt verchartert zum Zweck der Ueberführung von 12000 Mann samt der Munition und dem sonstigen Material nach China. Tie beutife Politit.ly Grund gehabt zu haben, die persönliche Sicherheit des Gesandtschaftspersonals durch die schon getroffenen Vorkehrungen telegraphirte der Gesandte hierher, er habe die weiteren 350. Mann, für hinreichend gewährleistet zu halten. An diesem Tage welche der Chef des deutschen Geschwaders nach Tientsin gesandt und ihm für Peting zur Verfügung gestellt hatte, angewiesen, in Tientsin zu bleiben, da das Pekinger Detachement keiner Verstärkung bedürfe. Die letzte Nachricht, die von unsrem Gesandten hier eintraf, ist vom 12. Juni datiert und besagt, daß der fremdenfeindliche Prinz Tuan, der Vater des im Weg der Adoption zum Thronfolger erhobenen Prinzen Pu- chün, zum Mitglied des Tsung- li- Yamens ernannt worden, und daß jekt die Loslassung der regulären chinesischen Truppen gegen die Fremden zu befürchten fei. Seitdem sind keine direkten Nachrichten von unsrer Gesandtschaft in Peking eingetroffen, da seit dem 13. Juni jede telegraphische und sonstige Verbindung der chinesischen Hauptstadt mit der Außenwelt völlig unterbrochen ist. Nur vereinzelt sind seither noch chinesische Boten mit spärlichen Mitteilungen durchgedrungen. Graf v. Bülow hat am 11. Juli Graf v. Bülow hat am 11. Juli alio ungefähr vier Eine Nachricht, an deren Richtigkeit leider kein Zweifel mehr bleibt, chinesischen Aufstand hierher gelangten ein Rundschreiben Gesandten Freiherrn v. Ketteler in den Straßen von Peking durch Wochen, nachdem die ersten bedrohlichen Nachrichten über den war die erschütternde Kunde von der Ermordung des Kaiserlichen an die Bundesregierungen erlaffen, das die„ Nord- chinesische Soldaten. Die Gerüchte von einer Niedermekelung deutsche Allgemeine Zeitung" veröffentlicht. Wir entnehmen dem fämtlicher in der Hauptstadt befindlichen Europäer und der Schriftstid das Folgende: Zerstörung aller Gesandtschaften haben bis jetzt eine authentische Bestätigung nicht gefunden. Die deutsche Politik. Die jüngsten Vorgänge in China haben wie überall in der cibilisierten Welt, so auch in Deutschland in hohem Maße die öffentDer Versuch der vor Taku versammelten Geschwaderchefs, durch liche Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Die Anteilnahme des deutschen ein unter Admiral Seymour stehendes internationales Expeditions: Volts an dem Gang der Ereignisse in Ostasien findet ihre RechtDie amtlichen russischen Blätter veröffentlichen folgendes Tele- fertigung nicht allein in den hervorragenden kommerziellen und corps von über 2000 Mann, von welchem mehr als 500 Mann der deutschen Marine einen gewichtigen Bestandteil bildeten, nach Peking gramm ans Nitolstoje im Uffuri- Gebiet vom 5. d. M.: Es verlautet sonstigen Interessen, welche wir in Ostasien besitzen, sondern auch vorzubringen, scheiterte an der Zerstörung der Bahn Tientsingerichtweise, daß in Mukden der französische Bischof ermordet, darin, daß durch die Ermordung des kaiserlichen Gesandten in Bering und an der gewaltigen numerischen Uebermacht der Chineſen. ein hoher chinesischer Beamter vergiftet und die Missionsgebäude Peking die deutsche Nation in besondere Mitleidenschaft gezogen Nur mit großen Anstrengung gelang es, die umzingelte und schwer verbrannt seien. Ueber das Das Erscheinen von Borerbanden in Tie- ling worden ist... und von Agitatoren in Arbin sind viele übertriebene Gerüchte Mit den augenblicklich bedrängte Entsazkolonne zu befreien. Die ersten amtlichen Nachrichten von einer auf- int China gelandeten Streitkräften einen nochmaligen im Umlauf. Ein hoher chinesischer Beamter in Tie- ling übersandte rührerischen Bewegung in der Provinz Tschili stammen dem Chef des Eisenbahndistrikts eine Bekanntmachung, in welcher er von Mitte Januar d. J. Zunächst wurde der Bewegung von Vorstoß auf Peking zu versuchen, ist nach der einder Bevölkerung mitteilt, daß die Boxer und ihre Anhänger die den Vertretern der Mäte in Pefing eine ernstere stimmigen Ansicht der Admirale zur Zeit aussichtslos, da zwischen der Hauptstadt und Tientsin die bestaus Todesstrafe verwirkt hätten. Thatsächlich werden aber, Bedeutung nicht beigemessen. Die Gesandten wurden in gebildeten und bestbewaffneten chinesischen Truppen stehen. wie es scheint, leine Maßregeln gegen diefelben dieser ihrer Auffassung der Sachlage dadurch bestärkt, daß die von Schweren Herzens haben sich daher die Geschwaderchefs entschloſſen, ergriffen. Aufrührerbanden zwangen Engländer, welche in den chinesischen Geheimgesellschaften des„ Großen Messers" und der um nicht vergeblich neue Opfer an Menschenleben zu bringen, mit russischen, auf chinesischem Gebiet liegenden Kohlengruben arbeiteten, Roten Faust"( Boxer) im vergangenen Jahr in der Provinz weiteren militärischen Operationen zu warten, bis die nötigen Verdie Gruben zu verlassen. In Kirin herrscht allgemeine Bestürzung, Schantung verursachten Unruhen durch das energische Einstärkungen eingetroffen sein werden. Die jezt an Ort und man befürchtet dort einen Aufstand. greifen des kaiserlichen Gouverneurs von Kiautschou im Stelle vorhandenen internationalen Truppen Nach einem Telegramm der„ Times" aus Shanghei von gestern Verein mit dem neu ernannten chinesischen General- Gouverneur scheinen höchstens auszureichen, um Taku und Tientsin befagt eine Depesche des russischen Gouverneurs in Port Arthur, der Provinz, Jüan- schi- lai, ohne allzu große Anstrengung zu halten. dak 40 000 Mandschu: Soldaten hatten bewältigt werden können. 12 Meilen von nur Für den deutschen Vertreter In dieser letzteren Stadt hatten sich gleichfalls seit Anfang Juni Niu- tschwang entfernt ständen. Am 7. d. Mts. sei eine fleine lam hinzu, daß in der Provinz Tschili außerhalb von Tientsin die Ereignisse in einer für die Europäer bedenklichen Weise und Peking, welche beiden Orte damals noch für durchaus un ruffische Abteilung fünf Meilen von dem russischen Bachtgebiet auf gefährdet galten, weder deutsche Missionare noch sonstige Reichs- Geschwaders von einem Offizier und 25 Mann zum Schuße zugespigt. Am 4. Juni wurde ein Detachement des deutschen diese Mandschus gestoßen. Es habe sich ein Kampf entsponnen. Die angehörige lebten, jedenfalls also specifische deutsche Interessen von der deutschen Niederlassung dorthin gesandt, das später verſtärkt Depesche aber besagt nichts über den Ausgang desselben. nennenswertem Umfang nicht direkt bedroht waren. Die in Niu- tschwang ansässigen Fremden seien durch Matrofen eines russischen Kanonenboots an Bord von Dampfschiffen gebracht worden. Die Mandschus sollen in der Nichtung auf Je- hot marschieren. Der frühere Polizeidirektor von Port Arthur ist in Tientsin an gekommen. Er teilt mit, daß die Chinesen Nin- tschwang ge: plündert und in Brand gesteckt haben. Die Chinesen zerstören auch die Mandschurische Eisenbahn und brandschaßen die unbeschützte lingegend von Port Arthur. Ferner wird aus Tschifu vom 9. Juli berichtet: Aus Niu- tschwang sind Frauen und Kinder hier angekommen. Wie berichtet wird, treffen täglich Borer in Niu- tschwang ein und halten in der Stadt militärische Uebungen ab. Die russische Niederlassung, welche drei Meilen oberhalb der Stadt gelegen ist, rüstet sich zum Widerstand für den Fall eines Angriffs. Die Mächte. " " " Gleichwohl sahen sich die diplomatischen Vertreter in Peking wurde. Am 10. Juni waren in Tientsin 650 Mann fremder Truppen bereits am 27. Januar d. J. veranlaßt, bei der chinesischen Re- zum Schuße der Europäer zusammengezogen. Als die Chinesen begierung Vorstellungen zu erheben. Von dem deutschen, französischen, von Tientsin, sowie in den Forts von Taku reguläre Truppen englischen und amerikanischen Vertreter, denen sich später auch noch der Noten übergeben, in denen das Verlangen gestellt wurde, die chinesische Vertreter Italiens anschloß, wurden dem Tfung- li- Yamen gleichlautende autonzentrieren, richteten die versammelten fremden Befehlshaber ein Ultimatum aut den chinesischen Komman danten der Taku Forte, bis 2 1hr nachmittags des Regierung soll durch ein Edikt die Sekten der Roten Faust" und 17. Juni seine Truppen zurückzuziehen. Der Kommandant antwortete des Großen Meffers" als staatsgefährlich und fremdenfeindlich damit, daß er um 1 Uhr nachts am 17. Juni das Feuer auf die vor bezeichnen und deren Mitglieder als dem Gesetz verfallen er Zaku liegenden fremden Kriegsschiffe eröffnen ließ. Nach fiebenklären. Da die chinesische Regierung die Gesandten durch unstündigem Geschüßkampf waren die chinesischen Batterien zum zureichende Maßnahmen hinzuhalten suchte, kündigten dieselben ihr Schweigen gebracht, so daß die Forts von den vereinigten euro. Erscheinen auf dem Tungli- Yamen an. Unter dem Eindruck dieses päischen Marinemannschaften erstürmt werden konnten. Den vereinten Schritts überfandte die chinesische Regierung den fremden Vertretern Anstrengungen der internationalen Truppen gelang es, nach heftigen eine Note, der zufolge bereits ein dem verlangten identisches Edift Kämpfen das von Borern und chinesischen Soldaten eingeschlossene vom Generalgouverneur von Tschili veröffentlicht worden sei. Nachdem und hart bedrängte Tientsin am 23. Juni zu entsetzen und am sich jedoch herausgestellt hatte, daß in diesen Edikt nur die Sette 27. Juni die Befestigungen des dortigen Arsenals zu nehmen. der„ Noten Faust", nicht aber auch die vom Großen Meffer" als An diesen Kämpfen haben unsre Marinemannschaften hervorragenden staatsfeindlich namhaft gemacht worden war, stellten die fremden und ruhmvollen Anteil genommen. Vertreter von neuem die Forderung, daß auch letztere für gesetzDie militärische Lage hat sich jetzt anscheinend dahin gestaltet, widrig erklärt und das betreffende Edikt in der amtlichen Belinger daß die Chinesen den Kaiserkanal bei Tientsin durchstochen haben, Beitung" publiziert werde. Das Tsung- ligamen ließ erst nach um den Anmarsch auf Beling von Süden her durch Ueberschwemlangem Verhandeln die Veröffentlichung des Edikts in der ge- mung zu hindern, und daß Tientsin selbst von Norden wünschten Weise erfolgen. und Osten her durch große andringende feindliche eeres massen ernstlich bedroht ist. " erschien. " M Was die zur Bekämpfung des Boreraufstands von Seiten der Mächte bisher getroffenen Maßnahmen anbelangt, so waren bis zum 28. Juni in Taku deutscherseits gelandet 46 Offiziere, 1500 Mann mit Was TeleAus Petersburg erhält die allerwelts offiziöse Politische Korrespondenz eine Zuſchrift, welche die russische Politit in China in folgenden Satz zusammenfaßt: Rußland will ein chinesisches China, ein japanisches oder englisches China könnte es nicht dulden; es würde ein Preisgeben der Daseins interessen Rußland bedeuten, wenn es einem andern Staate die Mög Die unheilvolle Wirkung eines so offenbaren Mangels lichkeit böte, zur Stellung einer Vormacht in China in moralischem an gutem Willen und einer derartig zur Schau getragenen wie im materiellen Sinne zu gelangen. Das Ziel der Mächte in Lässigkeit der Pekinger Centralregierung blieb nicht aus. China muß auch weiterhin ein konservatives, nämlich die Wieder- Das endlich ergangene Edikt hatte keinen sichtbaren Erfolg. Viel herstellung normaler Zustände und die ungeschmälerte Erhaltung mehr nahm die aufrührerische Bewegung immer größere 4 Kanonen und 7 Maschinengewehren. Die Ruffen hatten zu derdes Reichs bleiben und die Ansprüche, welche die Mächte an Dimensionen an. Ende April dieses Jahres wurden Anhänger felben Zeit etwa 6000 Mann ausgeschifft, die Engländer 3000 Mann, zumelden haben dürfen mit diesem Princip nicht im Widerspruch der Roten Faust" Sefte in der Umgegend von Tientsin beobachtet. Die Japaner 4000 Mann, die Franzosen 400 Mann, die Amerikaner stehen. Nur auf dieser Grundlage kann die Bürgschaft dafür ge- Die Christenverfolgung nahm in bedenklicher Weise zu. Kapellen 350 Mann. Dazu tamen noch Kleinere Kontingente der Oestreicher wonnen werden, daß sich nicht aus der Abrechnung mit China eine und Häuser französischer Missionare wurden zerstört und und Italiener. Weitere, sehr erhebliche Nachschube für die ver solche zwischen den anderen Mächten entwickele. niedergebrannt. Der französische Vertreter in schiedenen Kontingente treffen inzwischen fortgesetzt ein. Dasselbe hat mit ein wenig anderen Worten auch Graf Bülow Beling machte vergebliche Versuche, die dortige insbesondere Deutschland anbelangt, so ist am 3. Juli von ausgeführt. Regierung zum Einschreiten für seine Schuh Wilhelmshaven auf den Dampfern Wittekind“ und„ FrankDas ist die deutsch russische Chinapolitit. Inzwischen befohlenen zu bewegen. Ende Mai zeigten sich furt des Norddeutschen Lloyd unter Führung des Generalerfahren wir aus englischen Blättern doch einige Aufhellung in der Nähe von Beking aufrührerische Banden. Die Ausschreitungen majors v. Hoepfner ein Expeditionscorps abgegangen, bestehend über die Einigkeit" der Mächte. derselben beschränkten sich nicht mehr auf die Chinesenchristen, sondern Centimeter- Geschüße), 110 Pionieren und ( sechs 8,8 Wir wissen jezt mit positiver Gewißheit, daß die Gefahr einer begannen einen allgemein fremdenfeindlichen Charakter anzunehmen. aus 2 friegsstarten Seebataillonen, einer fahrenden Batterie chinesischen Wolfserhebung gegen die Fremden schon Ende Mai Die Aufrührer besetzten die beiden von Tientsin und Bautingfu graphisten, einem Sanitätsdetachement, zusammen 69 Offizieren den Gesandtschaften in Peking bekannt war; daß, angeregt durch nach Peking führenden Bahnen, so daß die Hauptstadt selbst bedroht und 2432 Mannschaften. Ferner hat die 1. Division des 1. GeEngland, Japan sich damals schon zur Entfendung von Runmehr beantragten, da die chinesische Regierung augenschein- schwaders unter Konteradmiral Geißler Befehl erhalten, nach Ost22000 Mann nach Beking erbot, und daß die Entfendung lich umvillig oder unfähig zu energischem Einschreiten sei, die Ber- aften zu gehen. Dieſelbe ſetzt sich aus den Linienschiffen„ Kurfürst Wörth" und durch den kategorischen Protest Rußlands verhindert wurde. treter aller derjenigen Mächte, welche Striegsschiffe in den chinesischen dem Aviso„ Hela" zusammen. Die Gesamtstärke der Besatzung be is Es ist kaum mehr zu bezweifeln, daß die Fremden in Peking Gewäffern stationiert hatten, bei ihren Regierungen die Entsendung läuft sich auf 91 Offiziere( einschließlich Aerzte, Ingenieure und nicht der Bernichtung preisgegeben worden wären, wenn die russische von Marinedetachements in Stärke von je 50 Mann zum Schuß Zahlmeister), 1522 Mami Matrofen und 789 Mann Heizerpersonal, Eifersucht nicht in der Anwesenheit der Japaner eine größere Gefahr der Gesandtschaften und deren Schußbefohlenen. Dem Antrag unsres insgesamt also auf 2402 Stöpfe. Die Hinaussendung einer aus Freierblickt hätte, als in dem drohenden Aufstand. Gesandten wurde von der kaiserlichen Regierung sofort entwird als 8 Bataillonen Infanterie, 3 Eskadrons Kavallerie, Wir wissen jetzt feruer, daß sich an den Protest Rußlands sprochen, so daß das deutsche Detachement am 3. Juni inwilligen zu bildenden kombinierten Brigade ist im Werk. Diefelbe sehr ernste Erörterungen mit England getnüpft Beting eintraf. Nachdem dort auch die Detachements der 4 Batterien Feldartillerie und den erforderlichen Specialwaffen, Vereinigten Staaten, Frankreichs, Rußlands, Destreich- Ungarns, Munitionskolonnen und Trains bestehen. Englands, Japans und Italiens eingerüdt waren, verfügten die Die von uns getroffenen militärischen Maßnahmen sollen Wir wissen des weiteren und dies ist von dem englischen Gesandten ohne Hinzurechnung der in Peking ansässigen waffen uns in den Stand setzen, an der von allen Mächten für not. Unterstaatssekretär des Aeußern, Brodrick, in der Dienstags- Sigung fähigen Europäer über eine Schuhwache von etwa 450 wendig erachteten militärischen Aktion in China in einer der des Unterhauses ausdrücklich erklärt worden, daß die Japaner Mann, welche fie als für alle Eventualitäten aus: politischen Bedeutung Deutschlands entsprechenden Weise ihr Anerbieten der Entfendung einer Expedition nach China, auf reichend angesehen und bezeichnet hatten. Es darf hierbei teilzunehmen. Durch die Vorgänge in China und das so erfolg als im Jahre 1898 bei den reiche deutsche Missionswert in fernen Often, sind der blühende die dringende Aufforderung Großbritanniens" hervorgehoben werden, daß, - at the urgent appeal of Great Britain- gemacht haben. damaligen Ausschreitungen gegen die Europäer ein deutsches deutsche Handel in Ostasien und endlich die in der Provinz Verbinden wir hiermit die frühere Mitteilung Brodrics, daß die Detachement von 30 Seejoldaten und einem Offizier nach Beling Schantung im Entstehen begriffenen großen deutschen Vereinigten Staaten von Nordamerika sich der Aktion Englands gelegt worden war, dieses in Verbindung mit den übrigen, etwa fchaftlichen Unternehmungen in gleichem Maße bedroht. Diese dem Zweck wir mit allem angeschlossen haben, so kann also an dem Bestehen des ostasia bollfommen genügt hatte. Da die Gesandten angesichts des unter- Nachdruck schützen. Das Ziel, das wir verfolgen, tischen Dreibund 3 zwischen England, den Vereinigten brochenen Eisenbahnverkehrs nach Peking und der Zerstörung einer ist die Wiederherstellung der Sicherheit von Person, EigenStaaten und Japan nicht mehr gezweifelt werden. Es ist der beiden Telegraphenlinien, welche die Hauptstadt mit der See tum und Thätigkeit der Reichsangehörigen in China, Rettung dem Ausland verbanden, die Befürchtung dies beiläufig eine natiitliche Kombination, auf welche sofort nach und hegten, der in Peking eingeschlossenen Fremden, Wiederherstellung der wegnahme der Marianen durch die Amerikaner von socialistischer der Aufstand könne gefährlichere Dimensionen annehmen, so und Sicherung geregelter Zustände unter einer geordneten wurde auf ihren Antrag von den Mächten; den Geschwaderchefs chinesischen Regierung, Sühnung und Genugthuung für die Seite hingewiesen ward. den Gesandten geeignete geeignete Maßregeln verübten Muthaten. Wir wünschen keine Aufteilung Chinas; Ob Rußland zu der Entsendung japanischer Truppen nach China die Weisung erteilt, mit wir erftreben keine Sondervorteile. Die kaiserliche Regierung nachträglich feine Zustimmung gegeben hat, darüber sind zur Sicherung der Verbindung mit Befing zu vereinbaren. Wenige Tage nach dem Eintreffen der Schußdetachements in ist von der lleberzeugung durchbrungen, daß die Aufrechterhaltung wir noch nicht im Reinen. Es wird behauptet, die Zustimmung Beting schien sich die dortige Regierung darauf befümen zu wollen, des Einverständnisses unter den Mächten die Vorbedingung fei für ein einziges Armeekorps ertheilt worden. Allein dann daß sie endlich Schritte zur Unterdrückung des Aufstandes thun müsse. für die Wiederherstellung von Frieden und Ordnung in geschah es unter dem Drud unabweisbarer Notwendigkeit und Die chinesischen Minister erklärten, die Kaiſerin- Witwe und der Kaiser China ist, und wird ihrerseits in ihrer Politik diesem Gesichtspunkte jedenfalls nicht in freundlichem Sinn. Die russische Preise fpeit feien sich ihrer Verantwortung bewußt und entschlossen, mit Waffen auch ferner in erster Stelle Rechnung tragen. Die von den fremden Instrukteuren ausfeit einigen Tagen Gift und Galle gegen Japan. Sie dellamirt, gewalt einzuschreiten. Die im Vorstehenden dargelegten Gesichtspunkte haben die volle Rugland wolle ein chinesisches China und fein japanisches gebildeten Truppen erhielten Befehl, in die Hauptstadt einzurüden. Zustimmung des Bundesrats- Ausschusses für auswärtige Angelegen Sie wurden jedoch nach kurzer Zeit wieder in ihre Lager außerhalb heiten gefunden. der Stadt zurüdgeschidt, weil sie zu scharf gegen die Boyer Die Wahrheit ist: Rußland will ein russisches China und vorgegangen feien. Diese Maßnahme und verschiedene andre zumal wenn Vorgänge die Die vorstehende Darstellung des Grafen Bülow ist nicht sonder der Kaijerin= Witwe betrachtet heute Japan als die einzige Macht, die zeigten, daß Rat England und Amerika hinter ihr stehen. die Pläne Rußlands in fremdenfeindliche Partei mehr und mehr die Oberhand ge- lich aufschlußreich. So wird bestätigt, daß die in Peking versammelte wonnen hatte. Immerhin scheint Freiherr v. Ketteler in Diplomatie feine Ahnung von dem Wesen und der Kraft der chine Bezug auf China und überhaupt Asien zu vereiteln im Stande ist. haben. China. im = wirt fischen Volksbelegung hatte. Obwohl schon im Januar bedrohliche p Der absoluten und prozentual stetgen den Einfuhrp Krupps Weizen blüht. In der Bossischen Zeitung Lesen Nachrichten kamen, fühlte man sich doch so sicher, daß die Vertreter Ameritas nach Deutschland steht eine absolte und prozentuale wir:„ Der Geh. Kommerzienrat Krupp in Effen entwidelt sich der Mächte es wagten wie es schon die russische Darstellung er- Abnahme unsrer Ausfuhr nach der Union gegenüber. immer mehr zu einem internationalen Groß- Industrielle 11. Aus Share bed, einer Vorstadt von ivies die chinesische Regierung zum Kampf gegen ihre eignen Unter- Diese Zahlen beweisen, wie schwer Deutschland unter der Brüssel, wird uns heute gemeldet: Kr upp taufte ein bedeutendes thanen gebieterisch aufzufordern, als ob sie die eigentlichen Herren im differentialen Behandlung seitens der Vereinigten Staaten Gelände in Mergem bei Antwerpen, um eine Gießerei dort Lande wären. Diese schneidige Haltung der Gesandten hat augenscheinlich gelitten hat, so wurde besonders die Textilindustrie geschädigt. zu errichten." zum Ausbruch der Katastrophe wesentlich beigtragen. Welche Künftig werden. z. B. die Zölle für baumwollene Strumpf- In Effen soll momentan infolge der unterbrochenen KanonenBehandlung der Vorfämpfer der nationalen Befreiung die Gesandten waren und andre Artikel des amerikanischen Massenkonsums und Panzerplatten- Lieferungen für China eine leine Geschäftsstodung von der chinesischen Regierung verlangten, wird rüdsichtsvoll ver- für Deutschland um 20 Proz. herabgesetzt. Bei andern Ar- eingetreten sein. Es verrät dem gegenüber das fommerzielle Genie des Kanonenkönigs, schwiegen; aus der russischen Quelle kennen wir das christlich tifeln wird der Zoll um 15 bis 5 Proz. ermäßigt. daß er trotzdem im AusHumane Berlangen nach der allgemeinen Verhaftung bezw. Hin- Es ist von dem Handelsvertrag ein Aufschwung der Ausland neue Filialen seines Riefenbetriebs gründet. Er weiß, richtung der Boyer. fuhr nach den Vereinigten Staaten zu erwarten. Die Berl. Krieg gebiert neuen Strieg, die Weltmachtspolitik erzeugt immer neue Händel, der internationale Bedarf an Panzerkähnen und Kanonen Die offiziellen Angaben über den Stand der chinesischen Be- Neuesten Nachrichten" nehmen an, daß die Union diese zu jeden Kalibers steigt mit jeder Expansion der europäischen Kultur. wegung wissen nichts Neues zu berichten. Daß der direkte Verkehr mit geständnisse ohne Gegenleistungen von deutscher Bemitleidenswerte Nationen, glüdlicher Strupp! Befing längst unterbrochen, wird bestätigt, ebenso, daß die Truppen Seite gemacht habe; das ist einigermaßen sonderbar, da Die schwänzende Centrumsfraktion im Dreiklaffenhause. der Mächte keinen Vormarsch auf Peting wagen können, daß die gerade jetzt das deutsche klerikal konservative Lebensmittel- In einer Versammlung des Volksvereins für das tatholische DeutschLage in Tientsin sehr bedrohlich sei usw. Bucher Kartell das Verbot der Einfuhr vonamerikanischen Fleisch land in Mülheim a. Mh. rügte der Landtags- Abgeordnete 2. Bleß Auch die Angaben über die Ziele der deutschen Politik kommen waren erreicht hat. Man wird einstweilen die näheren Einzel- nach dem Bericht des dortigen Kreisblatts scharf die auch beim nicht über die bereits bekannten Allgemeinheiten hinaus: Gemein heiten des Vertrags abwarten müssen, ehe ein abschließendes Centrum vorgekommene häufige Abwesenheit der Abgeordneten, wo fames Vorgehen der Mächte, Wiederherstellung geordneter Verhält- Urteil möglich ist. doch oft eine einzige Stimme den Ausschlag geben fönne; es feien nisse, Rettung und Schutz der Fremden, Sühne für die Unthaten, vielleicht nur zwanzig Mitglieder vom Centrum von Anfang bis zu Ende der Seffion regelmäßig auf Teine Aufteilung Chinas. ihrem Posten gewesen". Nicht erwähnt wird dagegen, daß die deutsche Politik, indem sie fich Japans Auerbieten widersetzte, das Mandat für die Mächte zu übernehmen, die einzige Möglichkeit hintertrieb, die Fremden wirkjam und rechtzeitig zu schützen. * Die Tagespresse wird ja mun wohl über diese nichts weniger als aufklärende Darstellung das übliche Entzücken äußern. Die Borniertheit, Gewissenlosigkeit und Verlogenheit, mit der unsre bürgerlichen Tagesblätter die chinesische Frage behandeln, ist genau dem Stil der französischen Nationalisten nachgeahmt- nur daß man forgfältig auf jeden Aufwand von Geist verzichtet. " " * * Deutsches Reich. M 1 Geschäftsstockungen infolge des chinesischen Kriegs werden. Erhöhung der Tabakstenern und Zölle in Sicht. Die Die aus den verschiedensten Gegenden Deutschlands gemeldet. Deutsche Tabat- Zeitung" sieht sich veranlaßt, auf die Iserlohner Nadelindustrie ist durch die chinesischen Gefahr hinzuweisen, die den Tabatinteressenten und-Konsumenten Birren derartig in Mitleidenschaft gezogen, daß, wie sich die von einer Erhöhung der Steuern und Zölle auf Tabak Voss. 3tg." aus Iserlohn telegraphieren läßt, die meisten Fabriken droht. Die Regierung gebe sich zwar den Anschein, als den Betrieb einstellten. In Fabrikantenkreisen hegt man ob sie feine Anregung auf Aenderung der bestehenden Zölle und Besorgnis, daß der gesamten Iserlohner Industrie eine dauernde Steuern geben werde, allein es sei nur zu wahrscheinlich, daß diese Schädigung erwachsen könnte. Auch Essener und Dort Anregung gelegentlich der für die nächste Reichstagsfeffion munder Firmen haben bereits die wirtschaftlichen Folgen der in Aussicht genommenen Herstellung eines neuen Bolltarifs weltpolitischen Zettelung in China zu spüren bekommen. Selbst von andrer Seite tommen werde. Auch legt es das Blatt Krupp soll momentan über Beschäftigungslosigkeit zu klagen haben. den Handelskammern derjenigen Kreise, in denen die Tabakindustrie Der internationale Kanonenkönig wird freilich nach Beendigung des besonders stark vertreten ist, nahe, ganz energisch gegen die Dagegen findet man in den Wochenschriften eine mehr kritische Strieges mit Aufträgen überschüttet werden; nicht ihn, sondern erwiesenermaßen unrichtige Produktionsstatistik, die man den BeBetrachtung der Vorgänge. So äußert sich z. D. das Deutsche seine Arbeiter treffen deshalb die Folgen des China- Abenteuers. ratungen über den neuen Zolltarif zu Grunde zu legen beabsichtige, Wochenblatt", das die Traditionen der Bismarckichen Politik zu Ferner ist den Arbeitern der Weltfirma Artminsterteppich zu protestieren. befolgen strebt, sehr abfällig über die deutsche Weltpolitit in China. Fabrik von Koch u. Co. in Oelsnit durch Anschlag bekannt Die Gefahr einer Erhöhung der Steuern und Zölle auf Tabat Die Mobilmachung habe gezeigt, daß rein gar nichts fertig ge- gegeben worden, daß infolge des durch die politische rise liegt um so näher, als durch den chinesischen Krieg die Finanzkräfte wesen sei. verminderten Umsatzes auf dem Weltmarkt die Arbeitszeit um des Reichs bedenklich in Anspruch genommen werden dürften. Der Alles hatte in unheimlicher Ueberstürzung und mit denkbar täglich drei Stunden vermindert werde. Transport und die Unterhaltung der 20 000 Mann, die man schon größtem Aufwand an Kosten noch im letzten Augenblick zur Stelle So erhalten die Arbeiter bereits einen Vorgeschmack der Vor- jetzt nach dem Kriegsschauplatz zu werfen beschlossen hat, kann uns gebracht werden müssen. Die Schiffe, die Truppen, ihre Bekleidung, teile, die ihnen die den chinesischen Volksaufstand und vielleicht noch bei langer Dauer des Kriegs Hunderte von Millionen Die Munition, die Verpflegung. Man sieht, alles andre Schlimmeres heraufbeschwörende Weltmachtpolitik bringen wird. toften. Die Frage des chinesischen Striegs wird zweifellos auch die besigen unsre maßgebenden Kreise eher als Weltpolitik. Wir lesen in der Preffe: Die Hungersnot Schaffung einer respektabeln Solonialarmee sein. Man wird staatsmännischen Blid, welcher den Ereignissen in Indien ist nach einem Ausspruch des indischen Staatssekretärs also trog der momentan günstigen Finanzlage des Reichs auf neue Da wird denn auch wohl der vorauseilt. Will aufre Regierung auf solche Weise Welt- die furchtbarste dieses Jahrhunderts. Die Hungerzone Einnahmequellen finnen müffen. politik treiben, so thäte sie wahrhaftig beffer von ihr ab- umfaßt etwa 800 000 Quadrat- Kilometer, auf welcher Fläche über Tabat bluten sollen. Nicht nur die Fabrikantenkreise, sondern vor zulaffen. Denn so bringt sie sich in Zeiten, wo sie das 10 Millionen Menschen hungern. Nach der Schilderung allem auch die Taballonsumenten haben also alle Ursache, den Bertranen der Nation in erhöhtem Maße in Anspruch nichmen muß, eines in London weilenden Chefredacteurs eines indischen Vorberatungen zum neuen Zolltarif ihre Aufmerksamkeit zu um dieses völlig, zumal ihr nicht unbekannt sein kann, daß es Blatts sind die Ursachen der Hungersnot zweifacher Art: schenken. ohnchin schon recht schwach ist." die erste, die natürliche, ist die Trodenheit, das Der Verfasser wendet sich ferner dagegen, daß die Chinesen ein Ausbleiben der Monsum- Regengüsse und deren Folgen, die absterbendes Volk seien. Ein Volk, das absterbe, sei nicht mehr zweite, die unnatürliche, ist die britische Landesverwaltung. fähig, sich für eine große Idee zu begeistern, wie sie in der Boyer- Diese macht es möglich, daß aus Indien Jahr um Jahr 30 Millionen Pfund Sterling( 600 Millionen Mark) ausgepreßt werden. In einem Der Ausbruch des chinesischen Kriegs gegen die Fremden scheint bewegung zu tage trete. Die Sekte der Boxer sei schon vor Zeitraumme von 109 Jahren, von 1769 bis 1878, hat man in dem überall das Signal zur Empörung gegen die kolonisatoren" zu Yü- shen zur Zeit des japanischen Krieges entstanden; anfangs blieb britischen Indien 22 Hungerjahre, in den Eingeborenen- Staaten deren geben. fie allerdings schwach: 13 gezählt. Der indische Redacteur äußert sich sehr erbittert über die Nach einer aus der Hauptstadt Cyperns, Lebkosia, im Yildiz„ Erft der eigentümlichen pachtweisen Singabe gegenwärtige Verwaltung und den zur Zeit amtierenden Staatssekretär Palais eingegangenen Nachricht soll daselbst eine aufvon kiautschou an Deutschland zur Sühne des an zwei für Indien, Lord Hamilton. Wortfreiheit. Vereinsfreihet, Preßfreiheit rührerische, gegen England gerichtete Bewegung deutschen Missionaren begangnen Mords und der ihr folgenden existieren nicht mehr. Vor zwei Jahren hatten zwei indische Redacteure an zu Tage getreten sein. Die Königin von England fei hierBefizergreifung von Port Arthur durch Rußland und von Wei- gewissen Regierungsmaßnahmen Kritik geübt. Sie wurden ohne von verständigt und es sei ihr nahe gelegt worden, sich an den hai- wei durch England war es vorbehalten, das Wert von Jü- Prozeß 22 Monate eingesperrt. Ein vornehmer Indier faßte die Sultan zu wenden. Einige Mitglieder der revolutionären Partei shen zu der glüdlichsten Entwicklung zu bringen. Jcht weiß Stimmung der eingeborenen Bevölkerung in folgendem Satz zu feien verhaftet. Die Ruhe sei wiederhergestellt, doch herrsche die ganz China, was Europa im Schilde führt. Jetzt sammen: Wir haffen den Engländer mehr als Hunger, Ansicht, daß die Bewegung von neuem zum Ausbruche gelangen fand das Feldgefchrei der Borer den lautesten und Best und Cholera und eines Tages wird es gehen wie in werde, wenn nicht entsprechende Anordnungen getroffen würden. weitesten Wiederhall. Yü- shen ist es sogar geglückt, die China und alle Fremden werden totgefchlagen werden." In englischen Kreisen Konstantinopels ist allerdings von einer alte Bürgermiliz, die feit Jahrhunderten sich nicht mehr Will man die kulturellen Segnungen der Welt ganz ermessen, derartigen Bewegung absolut nichts bekannt. Man glaubt, daß die zu Waffenübungen vereinigte, von neuem durch militärisch so halte man dazu, daß England noch die einzige Macht ist, die über- Urheber der Nachricht, darunter mohamedanische Geistliche, zu persön geschulte Leute zu einem Landsturm zu organisieren; und er war haupt zu kolonisieren versteht. lichen Zwecken die Nachricht verbreiten. Mohamedanische Geistliche Ses Zulaufs um so sicherer, als er in sehr geschickter Ausbeutung der Gewaltthätigkeiten Offizielles Poftarchiv", offiziöse Neue Post" und und der Mufti von Levkosia sind nach Konstantinopel berufen, um Fremden, besonders der französischen Missionare, die es zu Kampfe gegen das Organ der Bostunterbeamten, den Deutschen die Mißstimmung gegen England zu schüren. Socialdemokratie. Um Herrn v. Podbielsti in seinem ridsichtslosen Aufklärungen zu geben. Jedenfalls wird auch von Rußland alles nötige geschehen, um arg getrieben hatten, die Bewegung auch auf das religiöse Gebiet hinüberzuleiten verstanden hat. Viele Provinzen Chinas haben vollständigen, erfolgte vor einigen Jahren die Gründung eines Postboten", zu unterstützen, bezw. den Ruin dieses Blattes zu ver fich erhoben, andere werden ihnen zweifellos bald Gefolgichaft zweiten Ünterbeamten- Blattes, genannt„ Neue Poſt". Abgesehen Teisten, und Regierung wie Dynastie werden mit fortgerissen werden, davon, daß dieses Blatt den Unterbeamten mit allen Mitteln beFür nütliche Thätigkeit während des Bergarbeiter: wenn sie nicht schon jezt im Bunde mit den Boyern stehen. hördlichen Wohlwollens aufgedrängt wurde, daß die Amtsvorsteher streiks ist eine große Anzahl von Gendarmen und Polizisten Fürwahr, so stirbt teine Nation ab." als freiwillige Abonnentensammler sich in den Dienst des protein Oestreich- Schlesien von der östreichischen Regierung ausgezeichnet gierten Konkurrenz- Organs stellten, behauptete man auch, und worden. Es wurden Ehrendiplome und Geldbelohnungen ausgeteilt. dieser Behauptung wurde auch im Reichstag Ausdrud gegeben, Ein großer Teil der für ihre Verdienste" belohnten Beaniten war daß der Juhalt der Neuen Post" im Reich 3- Postamt während des Streits in äußerst brutaler Weise gegen die Arbeiter fabriziert werde. Wie nicht anders zu erwarten, stellte die Bost- aufgetreten. 350 Politische Uebersicht. der " " " " Ausland. Fremdenbewegung in Cypern. " Oestreich- Ungarn. Rußland. nichts. Berlin, den 12. Juli. verwaltung jedwede Verbindung der bezeichneten Art in Abrede. Die reine Militärdiktatur scheint in der galizischen MusterDeutsch- amerikanischer Handelsvertrag. Jetzt, im Juli- Heft, veröffentlicht das amtliche, wissenschaftliche stadt der Militärmißhandlungen und Brutalitäten zu herrschen. Man Aus Washington kommt die überraschende Meldung, daß Organ des Reichs- Postamis, das" Postarchiv", einen 15 Seiten will die Urheber der verschiedenen Zeitungsnotizen, die sich mit den Staatssekretär Hay und der deutsche Botschafter v. Holleben langen Aufsatz über die postalischen Verhältnisse der militärischen Mißständen befaßten, zur Bestrafung bringen. So hat ein Abkommen unterzeichnet haben, nach welchem auf die Schweiz, der Wort für Wort der offiziösen Reuen man einige völlig unschuldige Soldaten verhaftet. Die Anllage lautet Post"( Mai Juni- Nummern d. J.) entnommen ist. auf Aufruhr in der Kaserne. Ohne jede gerichtliche Ver deutsche Einfuhr die bisher andern Ländern gewährten Zoll- Eine Quellenangabe hat das amtliche Blatt nicht für nötig ge- anlaffung hat man seit einigen Tagen bei verschiedenen erleichterungen Anwendung finden. Präsident Mac Kinley halten. Zweierlei ist nur möglich: Entweder hat das Organ fich Genossen feitens der Polizei Haussuchungen vorgenommen. Man werde demnächst eine Proflamation erlassen, welche die er eines groben Plagiats schuldig gemacht, das mit Rückfuchte Manuskripte der Soldaten und fand, wie immer mäßigten Zölle in Kraft sett. sicht auf seinen wissenschaftlichen Charakter und die daraus Gegen die Genossen Reger und Kolfiewicz schwebt eine UnterDamit sind die handelspolitischen Differenzen mit den entspringenden Pflichten gegen die Autorschaft um so schwerer wiegt, fuchung wegen Verleitung von Militärpersonen Vereinigten Staaten beglichen und ein Handelsvertrag zu oder aber es besteht zwischen dem offiziellen Bostarchiv" und der zum Aufruhr". Die fortwährenden Veröffentlichungen von stande gekommen, der dem Deutschen Reich seitens der Ver- Neuen Post" eine so innige Gemeinschaft, daß beide Re Brutalitäten in den Kasernen scheinen die Ortsgewaltigen ganz aus einigten Staaten das bisher verweigerte Recht der Meist daktionen nicht bloß figürlich, sondern in Wirklichkeit ein Herz und dem Häuschen gebracht zu haben. eine Seele, eine und dieselbe Person sind, woraus begünstigung gewährt. Deutschland war bisher namentlich dadurch beeinträchtigt, fich denn die doppelte Verwendung eines und desselben Artikels erklärte. Die Ruffifizierung Polens wird von der Zarenregierung daß der amerikanisch- französische Handelsvertrag gerade den Spaßhaft sind die Ausführungen, die beide Blätter über das weiter betrieben. Das neueste auf diesem Gebiet ist eine kaiserliche französischen Artikeln große Zollbergünstigungen zugestand, schweizerische Wahlbeamtentum und die Jufizierung der Beamten Verordnung, welche flipp und flar den privaten Unterricht der die auch Deutschland nach Amerika exportierte. Dadurch mit socialdemokratischen Ideen zum besten geben. Die polnischen Sprache unter Strafe ftellt. Da die russischen wurde das Deutsche Reich gegenüber der französischen Wählbarkeit mache die Schulen in Polen den polnischen Sprachunterricht vollständig ver Ronkurrenz erheblich geschwächt. Stellung des Beamten dem Staat gegenüber zu einer fast nachlässigen, ja selbst die Schüler, welche innerhalb der Schulräume schutz- und rechtlosen und berge die Gefahr in sich, daß in in ihrer polnischen Muttersprache sich unterhalten, mit aller Strenge Zeiten der politischen Erregung mißliebig gewordene, bestrafen, blieb den Polen nur der Weg der privaten, geheimen fonft aber tüchtige Beamte ihrer Stellung verlustig gehu. Der Unterrichtserteilung übrig. Die Verordnung aber will im un Unsicherheit der Beamtenstellung sei es auch zuzuschreiben, daß sich erschütterlichen Streben zur dauernden Erziehung der Jugend im bei den eidgenössischen Beamten socialdemokratische Bestönigreich Polen im russisch staatlichen Geist" beitragen. strebungen nicht geltend machen können, und daß Vor einigen Jahren bildete sich in den Kreisen der polnischen Bourgeoisie ein Zusammenschluß der Beamten zu Vereinen, die der Vereine Richtung, welche durch eine versöhnliche Politik waltung gegenüber eine feindliche Haltung einnehmen, einfach die Gunst der Zarenregierung für das Land erwerben wollte. unmöglich wäre." Diese Politik feierte im Jahr 1897 bei dem Empfang des Schutz und rechtloser als das Beamtentum in monarchischen Baren in Warschau ihre widerlichsten Orgien. Ein Jahr später verLändern, trotz der teilweisen Unkündbarkeit desselben, ist der öffentlichte die polnische socialistische Partei das geheime schweizerische Beamte sicher nicht. Dort würde es eine Unmöglich- Memorial des Generalgouverneurs von Polen mit einem Socialdemokraten an einem Tische gesessen hat, oder des- die Zarenregierung absolut nicht daran denkt, ihre Gewaltpolitik feit sein, einen alten Beamten deshalb zu disciplinieren, weil er Zaren. Das Memorial ließ feinen Zweifel mehr darüber, daß Halb, weil er an eine im Geruche socialdemokratischer Ideen stehende gegen die Polen zu ändern und daß fie nur tattifer vorgehen Frau eine Wohnung vermietet. Uebrigens braucht man nur an die will. Die Versöhnungspartei betam einen fräftigen Stoß, von dem preußische Konfliktszeit oder an den Kanalban mit seinen Maß fie fich heute noch nicht erholt hat. Die neueste Veröffentlichung regelungen politisch mißliebiger Beamter zu erinnern, um zu er versetzt aber den ganzen Versöhnungsschwindel in eine geradezu tennen, wo die größte Rechtlosigkeit liegt. fomische: Lage, in der die wirtschaftlich interessierten garendiener. politischer Zungen ruhig weiter beharren können. Das deutsche Handelsverhältnis mit der Union hat sich in den letzten Jahren wie folgt gestaltet. Die Einfuhr aus den Vereinigten Staaten betrug: 1893 . 458,1 Millionen Mark 1894 532,9 • 1895 . 1896 511,7 584,4 " " " 1897 658,0 " 1898 1899 877,2 907,2 " Während im Jahre 1893 der Anteil der Einfuhr aus den Vereinigten Staaten an unserer Gesamteinfuhr 11,1 Proz. betrug, stieg er 1896 auf 12,8 Proz. und 1899 auf 15,7 Pro3. Die Ausfuhr Deutschlands nach den Vereinigten Staaten ergab folgendes Bild: 1893 . 354,3 Millionen Mark 1894 1895 271,1 368,7 " " " " 1896 383,7 " " 1897 397,5 " " 1898 334,6 " " 1899 377,6 " Der Anteil der vereinigten Staaten an der Gesamt- Ausfuhr Deutschlands fant von 10,9 Proz. im Jahre 1893 auf 10,2 1896 und 8,6 Proz. im Jahre 1899. Jüdischer Charakter.„ Rachsucht liegt num einmal im jüdischen Charakter, und das Auge um Auge, Zahn um Zahn, entspricht der jüdischen Anschauung von jeher" so versichert heute die Staatsbürger Zeitung" einer Besprechung über einen schmutzigen Prozeß. Aber Bachler, so etwas schreibt man doch nicht in einer Zeit, wo wir uns in einem nationalen Feldzug der Rache gegen China befinden! Afrika. alt den Vom Boerenkrieg. Der holländische Minister des Auswärtigen hat von dem holländischen Generalfonful in Pretoria ein Telegramm vom 11. d. M. erhalten, welches besagt, daß die Mitglieder der zweiten holländischen Ambulanz vom Rothen Kreuz als Kriegsgefangene nach Kapstadt gebracht worden sind unter der Beschuldigung, Partei- Nachrichten. om " Eingegangene Druckschriften. sie hätten Briefe in die Linien der Boeren hinübergebracht. Der| Der Franff. 8tg." wird aus Amsterdam berichtet: Drei Für die eventuelle Errichtung einer Schuhfabrik des Verbands Minister des Auswärtigen ließ durch den niederländischen Gesandten große Versammlungen der streifenden Schiffsarbeiter fanden gestern Neuenstadt boten die Behörden brieflich allerlei Vergünstigungen an, In London von der englischen Regierung die Freilaffung der Ge- in Rotterdam statt. Auch die Bäcker beabsichtigen, die Arbeit einzu- wie Gratisabgabe des nötigen Bodens und der Kraft, Holz und fangenen verlangen. stellen. Eine Einigung mit den Schleppern und Fuhrleuten, die fich Steine, auch wird Kapital sowie Steuerfreiheit angeboten. bom Arbeiterbunde trennen wollen, wurde noch nicht erzielt. Verschiedene Verbandsvereine wollen, wie wir vernehmen, dem egen Mangel an Anfuhr mußten einige Garnfabriken in Twente nächst mit dem Schuhhandel beginnen. schließen. Zwei Preßsünder standen heute in Privatklagesachen vor dem Rotterdam, 12. Juli. Obwohl die Vereinigung der FrachtSchöffengericht in Bochum. Zuerst betrat der Redacteur der fuhrherren und Frachtfuhrleute in den Blättern erklärt ,; daß der Deutschen Bergs und Hüttenarbeiter- Zeitung", F. Langhorst, Ausstand beendigt sei, haben die Fuhrleute und Arbeiter die Anklagebant, der den früheren Direktor Dannenberg vom nach einer Besprechung mit einem Führer der Socialisten die Jm Verlag von J. H. W. Die Nachf. ist soeben erschienen: Gewerk: Hänicher Steinkohlenwert( Plauenscher Grund) durch eine Zeitungs- Arbeit heute nicht wieder aufgenommen. Auf mehreren Dampfern schafts- Bewegung und Politische Parteien von August Bebel. torrespondenz beleidigt haben sollte, in welcher davon die Rede war, ist die Arbeit wieder durch eine bedeutende Anzahl englischer 32 Seiten Oktav. Preis pro Eremplar 15 Pf.( Partei- Organisationen er: daß der Privatkläger von seinem Posten gegangen" worden sei und Schiffsauslader, welche von der Shipping federation" in London halten Partiepreise.) Der von Bebe I am 31. Mai im Gewerkschaftshaus in Berlin gedaß, feit er sich wieder auf dem Werk sehen ließe( er ist Aktionär der geschickt sind, aufgenommen worden. Dieselben sind durch eine haltene Vortrag über das im Titel der oben angezeigten Broschüre bezeichnete Gesellschaft), die Gedinge und Löhne wieder herabgingen. Das Kundgebung des Präsidenten der National sailors, firemen and Thema hat eine lebhafte öffentliche Diskussion hervorgerufen, bei der es ohne Urteil lautete auf 50 M. Geldstrafe. Langhorst, der von Dr. fishermen Union of Great Britain" Wilson aufgefordert worden, Mißverständnisse nicht abgegangen ist. Infolge dessen hat sich der VorWallach II verteidigt wurde, wird noch Berufung gegen das Urteil nicht zu arbeiten. tragende veranlaßt gesehen, seine Darlegungen im Drud erscheinen zu lassen, einlegen. folgte der Redacteur Ihm Genosse vielfach ergänzt und ausführlicher behandelt in den Einzelheiten, als dies 23oIf vom„ Voltsblatt". Er sollte den Mühlenbesizer Hangsch in im Vortrage selbst hat geschehen können. Dahlhausen beleidigt haben, weil er ihm vorgeworfen, daß er Mehl in Handel gebracht, welches mit wertlosen Substanzen( Schlemmfreide) vermischt gewesen sei. Wolf, dem selbst einer der Geprellten ein Ristchen solcher Ware in die Redaktion gebracht, wurde auf Grund der Zeugenaussagen und des geladenen Sachverständigen, der sein Gutachten zu Gunsten Wolfs abgab, freigesprochen. Die Kosten des Verfahrens sind dem Privatkläger auferlegt worden. Woher der Mann den Mut nahm, überhaupt noch zu flagen, ist uns unerfindlich. Genosse Röske, Redacteur der Holzarbeiter- Beitung", ist vom Schöffengericht in Karlsruhe wegen Beleidigung eines Wertmeisters zu 100 M. Geldstrafe verurteilt worden. Auch in diesem Fall konnte Genosse Röste nur durch Anwendung des ambulanten Gerichtsstandes vor das Karlsruher Gericht citiert werden, da der Erscheinungsort der Holzarbeiter- Zeitung" bekanntlich Hamburg ist. Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Der Londoner Dockerstreit ist nach Meldungen bürgerlicher Blätter zu Ungunsten der Arbeiter beendigt worden, die die Arbeit am Montag bedingungslos wieder aufgenommen hätten. 12 ma Sociales. Der chinesische Krieg. Von uns werden immer mehr Berlin, 12. Juli. Nach einer Meldung des Chefs des Kreuzers geschwaders aus Talu vom 9. Juli dauert die Beschießung Die Kohlenverteuerung, deren Ende trog des enormen Breises Tientsins durch die Chinesen noch fort und bleibt die Lage ernst. Köln, 12. Juli.( W. T. B.) Die Familie des in Peking er der Kohlen gegenwärtig noch lange nicht erreicht sein dürfte, wird von den Kohlenbaronen, die dem Kohlensyndikat angehören, künstlich mordeten deutschen Gesandten Frhrn. v. Kettler hat, wie die immer weiter getrieben. Trotzdem genügende Kohlenvorräte vor Kölnische Voltszeitung" aus Münster i. W. meldet, durch Verhanden sind und die Kohlenproduktion eine durchaus normale ist, mittlung des deutschen Konsuls in Kanton eine Beileidsdepesche haben die Grubenmillionäre es sich in den Stopf gefegt, des Vicekönigs Li- Hung- Tichang erhalten. das deutsche Volt, aus dem fie durch die bisherige London, 12. Juli.( Meldung des Reuterschen Bureaus".) Eine Preissteigerung bereits ungezählte Millionen Extra Profite herausgepreßt haben, durch weitere Preistreibereien bis aufs Depesche des Admirals Seymour aus Tientsin vom 7. Juli besagt: äußerste zu schröpfen. Während der Centner Steinkohlen vor Jahres: Die Chinesen sehen den Kampf fort, indem sie die NiederGranaten beschießen. Sie dehnen ihre frist 90-100 f. toftete, toftet er gegenwärtig bereits 130-140 3f., Taffung heftig mit trotzdem soll der Preis nach der Absicht der Kartellierten auf 160 Schügenlinien am Lutai- Kanal im Nordosten aus und zeigen sich in bis 170 Bf., also auf die doppelte Höhe des normalen größerer Menge im Westen der Stadt. Gestern bombardierten wir Die Lohnbewegung der Fliesenleger wurde in der Versamm Preises, hinaufgetrieben werden. Selbst der Kapitalisten die Stadt und die nächstgelegenen Vorstädte, wodurch das GeschützYung am Donnerstag besprochen. In einer einstimmig angenom- presse, unter anderm dem Organ des König Stumm, ist feuer der Chinesen für einige Zeit zum Schweigen gebracht wurde. menen Resolution werden alle Fliesenleger, denen die Forderung, dieser Beutezug der Kohlen- Millionäre zu arg, verteuert Die französische Niederlassung und der Bahnhof sind mehr dem 75 Bf. Stundenlohn und neunstündige Arbeitszeit nicht er doch auch die Produktionskosten der Großindustrie. bewilligt wird, berpflichtet, die Arbeit sofort einzustellen, Auch die Agrarier haben bereits ein energisches Eingreifen der chinesischen Angriffe ausgesetzt. Wir werden heute wieder wie soweit dies nicht bereits geschehen ist. 3 Firmen haben bereits be Staaten gefordert, sie, die die Gesetzgebung ihrem schamlosen Brot gestern ein Bombardement eröffnen. willigt. Die Arbeit darf nur dann fortgesezt oder wieder auf wucher dienstbar zu machen angesichts der neuen Handelsverträge Geschütze aufgestellt. Es find hier jetzt 10 000 Mann Truppen ver genommen werden, wenn sämtlichen Arbeitern einer Firma be- alle Anstrengungen machen. Weil die verschiedensten Kapitalisten fammelt, es ist jedoch um Entsendung weiterer Mannschaften ersucht willigt ist und die Arbeiter, die im Bureau der Fliesenleger, Grenadierftr.33 Iliquen dergestalt die Voltsauspowerung systematisch betreiben, ist worden. Sowohl Russen als Japaner werden erwartet. ausgestellte Arbeitsberechtigungskarte aufweisen. Als Unterstügung auch wenig Aussicht vorhanden, daß der frechen Kartellwirtschaft der London, den 12. Juni. Das„ Reutersche Bureau" meldet aus bom dritten Tag ab erhält jeder Ausständige 2 M. pro Tag; Kohlenbarone Einhalt geboten würde. Der Kampf gegen die sog. Tientsin vom 6. Juni: Die Russen gingen gestern im Norden Verheiratete für jedes Kind 1 m. pro Woche extra. Fischer vom Auswüchse des Kapitalismus ist ziemlich aussichtslos, es gilt, für vor und machten und machten einen Scheinangriff auf die die chinesischen Gewerkschaftstartell hatte die Unterstützung zugesagt. die Beseitigung des Kapitalismus in jeder Form zu kämpfen. Geschüße, welche in der Front durch heftiges Feuer unterstützt Lohnbewegung der Adressenschreiber. Im Beruf der wurde. Unterdeß gelang es ihnen, zwei Lokomotiven und drei Proletarierjugend. Wie freudlos der Mehrzahl der Proletarier Güterwagen von der gefährdeten Station in den Schutz des russischen Adressenschreiber, der sonst immer überfüllt ist, weil sich in ihm viele finder der Daseinsabschnitt, der stets als der schönste des Lebens Lagers zu bringen. Es war dies ein glänzendes Manöver und Erwerbslose aus andren Beschäftigungen zusammendrängen, die eine einigermaßen flotte Handschrift haben, ist dieses Jahr ein Mangel gepriesen wird, verstreicht, wird durch folgende Stelle aus dem wurde bewunderungswürdig ausgeführt. Die europäischen Frauen Jahresbericht des Schuldirektors in Hohenstein( Sachsen) und Kinder haben Tientsin verlassen. Die Gefahr der Lage an Arbeitskräften vorhanden. Diesen Umstand wollen die Adressen- illustriert:" Im Monat Februar d. I. fand eine Zählung der wächst dadurch bedeutend, daß die Europäer von der chinesischer schreiber benutzen, um sich einen höheren Lohn zu erringen. Für Kinder unter 14 Jahren statt, die im Gewerbe außerhalb der Telegraphenleitung nach Tschifu oder Wei- hai- wei über Tichifu ab tausend Adressen, die oft mühevoll aus den verschiedensten Adres: Fabrit regelmäßig thätig sind. Es hat sich hierbei herausgestellt, hängig sind und die chinesischen Telegraphenbeamten unzweifelhaft büchern und Listen herausgezogen werden müssen, werden jetzt bag von den ca. 2400 Schulkindern der Stadt, etwa 1450 oder die Nachrichten, welche durch ihre Hände gehen, verwerten. 2,50 M. bezahlt. Die schnellsten Schreiber brauchen dazu 13 bis 14 Stunden, sodaß also nur die Gewandtesten auf einen Wochen- oder mit knüpfen, Treiben, Spulen. Drehen von gegen 60 Prozent mit Arbeiten London, 12. Juli.( W. T. B.) Unterhaus. Der Erste berdienst von 15 M. rechnen können. Solche, die weniger eingearbeitet sind, verdienen nur 9 bis 10, höchstens 12 M. Quasten, Nähen, Formen 2c. beschäftigt sind. Bei Lord des Schayes Balfour erklärt, daß Generalmajor Gafelee, bie Woche. In einem hiesigen Adressenverlag cirkuliert manchen Kindern fällt die Arbeitszeit bereits vor den Beginn welcher den örtlichen Rang als Generallieutenant erhalten soll, unein Rundschreiben, in des Schulunterrichts und erstreckt sich bis in die gefähr am 23. d. M. in Tatu erwartet wird. Parlamentssekretär des dem die Schreiber aufgefordert späteren Abendstunden hinein." Man begreift an- Aeußern Brodrick erklärt, daß er feine neuen Nachrichten aus Peking und werden, fich zu vereinigen und dann die Forderung gesichts solcher Zustände, daß die sächsischen Behörden weder von keinerlei Bestätigung der verschiedenen aus chinesischen Quellen Aufführungen noch von Recitationen der„ Weber" von Gerhart stammenden Gerüchte erhielt. Auf eine Anfrage Monks, ob es nicht Hauptmann etwas wissen wollten. zu stellen, daß fünftighin für 1000 Adressen wenigstens 3,50 M. be zahlt wird. Da dieses Jahr, wie schon angedeutet, eher ein Mangel als ein Ueberfluß an Arbeitskräften vorhanden ist, so hätte die Forderung bei einiger Einmütigkeit auch Aussicht auf Erfolg. Der Ausstand der Rammer in Nigdorf ist zu Gunsten der Arbeiter beendet. Herr Wickel hat den Lohntarif schriftlich anerkannt. In Spandau wollte der Steinfegmeister Igler die zehnstündige Arbeitszeit wieder einführen. Auf Vorstellungen der Lohukommission der Steinfeger hat derselbe jetzt erklärt, den Berliner Tarif anzuerkennen. Deutsches Reich. 696 Eine Maschinensetzer- Zusammenkunft in Hamburg, die von ben Maschinensegern aller Systeme in Norddeutschland beschickt war, nahm einstimmig folgende Resolution an: am Webstuhle, möglich sei, authentische Nachrichten von dem chinesischen Gesandten in London zu erhalten, giebt der Parlamentssekretär keine Antwort. Der Jahresbericht der städtischen Arbeitsnachweis- Anstalt zu Köln, der soeben erschienen ist, beschäftigt sich ausführlich mit Loudon, 12. Juli. Wie dem„ Reuterschen Bureau" aus Tschifu der Erklärung des Dienstboten Mangels. Er führt diesen von 9. d. Wits. gemeldet wird, haben die Deutschen mit Rücksicht zunächst auf das gestiegenre Bedürfnis nach Dienstboten und die auf die in Tatu eintreffenden Verstärkungen Truppenabteilungen werbe und Industrie zurüd. Dann aber heißt es in dem Bericht: seien im Vormarsch auf Tsingtau. immer wachsende Beschäftigung von Arbeiterinnen in Handel, Ge- von dort nach Tsingtau gezogen, da gemeldet wird, Rebellen Der Schwerpunkt ist jedoch der, daß eine derartige Beschäftigung einem Dienstverhältnis meistens vorgezogen wird. Der Grund Rom, 12. Juli.( W. T. B.) Senat. Auf eine Anfrage mag zum Teil in der größeren persönlichen Freiheit Vitelleschis über die Abfichten der Regierung bezüglich der Vorgänge, jedenfalls aber auch in China erklärt der Minister des Auswärtigen Visconti- Venosta, die und Selbständigkeit zu suchen sein, barin, daß bei der socialen Gefezgebung der Dienstboten Regierung beabsichtige nicht, in China Expansions: oder Abenteurerstand gegenüber dem Stand der gewerblichen Arbeitnehmer benach politit zu treiben. Ihr Programm gehe dahin, dafür zu sorgen, " Die heutige Versammlung der Maschinenseger von Hamburg, teiligt wurde. Während die Gewerbeordnung den letzteren einen daß Italien auch ferner mit den übrigen Mächten in China zu Das Geschwader und die Landtruppen, welche Bremen, Bremerhaven usw. erklärt sich mit der Gründung des weitgehenden Schutz gewährt, bestehen für die Dienstboten immer sammenwirte. hinnaussende, follen zeigen, bag Stalien sich an norddeutschen Maschinenseger Vereins einver- noch die veralteten Gesinde ordnungen, die auch durch Italien Wir konnten nicht", so schließt standen und hält sich für verpflichtet, darauf hinzuwirken, daß alle das neue bürgerliche Gesezbuch wenig berührt werden. Während der gemeinsamen Aufgabe beteilige. in Norddeutschland an der Segmaschine arbeitenden Kollegen sich hier die Arbeitszeit gefeglich geregelt ist, bleibt sie dort der Visconti- Venosta, unsre Landsleute einzig und allein dem Schutze dem Verein anschließen, um auf diesem Wege für die Bestimmung des Arbeitgebers überlassen, der dieses Recht manchmal andrer Mächte anvertrauen und auch nicht bei dem Werke der Bei der Civilisation und des Fortschritts, welches die Mächte in China Kollegen die möglichst günstigsten Tarifverhältnisse herbeizuführen." in unverantwortlicher Weise ausnut. Kranten und Unfallversicherung sind die Dienstboten verfolgen, völlig unbeteiligt bleiben."( Lebhafter Beifall.) Bitelleschi Der Streit der Nieter auf der Reiherftieg- Schiffswerft ebenfalls start im Nachteil... Von dem Recht der freiwilligen erklärt sich mit den Auslassungen des Ministers völlig einverstanden. in Hamburg dauert unverändert fort. Eine am 10. Juli tagende Krankenversicherung wird seitens der Dienstboten äußerst wenig Ge- Auf den Antrag Bitelleschi's und Mariotti's sendet der Senat den Versammlung der auf Werften beschäftigten Rieter erklärte sich mit branch gemacht, weil sie in diesem Falle die Beiträge allein zu nach China abgehenden Soldaten und Matrosen einstimmig seinen dem Vorgehen der Nieter auf der Reiherstieg Werft einverstanden und tragen haben. Der Unfallversicherung unterliegt das Gesinde leider Gruß. Die Sigung wird dann aufgehoben. versprach moralische und finanzielle Unterstützung. auch nur dann, wenn es in einem der Unfallversicherung unter liegenden Betriebe regelmäßig beschäftigt wird. Tagtäglich kann man jedoch in den Zeitungen lejen, daß Dienstboten verunglückten durch Abstürzen von Leitern, beim Fenſterpußen, beim Fenern, Butzen, Kohlen- Lehte Nachrichten und Depelthen. transport und dergleichen; ferner ist den gewerblichen Arbeitnehmern Gelegenheit geboten, in ihrer freien Zeit Bildungs- und Haushalts- Frankfurt a. M., 12. Juli.( B. H.) Die Frantf. 8tg." meldet schulen zu besuchen; dazu mangelt indeß den Dienstboten entschieden aus Bern: Das internationale Friedensbureau in Beru hatte die die Zeit." Schließlich sagt der Bericht:„ Nach unirem Dafürhalten französische Regierung um Vermittlung im südafrikanischen dürfte es zur Hebung des Dienstbotenstands wesentlich beitragen, Krieg ersucht. Die franzöfifche Regierung beschränkte sich darauf, wenn die socialpolitischen Geseze auch auf diesen Stand Ausdehnung den Empfang des Gefuchs zu bestätigen. Das Friedensbureau hatte der englischen Regierung von dem Gesuch Kenntnis gegeben, finden würden." worauf diese ihm durch den englischen Gesandten in Bern mit teilen ließ, fie bedaure nur, daß Vermittelungsversuche nicht gestellt wurden, ehe die südafrikanischen Staaten von der kontinentalen Bresse ermuntert, das Ultimatum erließen und englisches Gebiet an sich riffen. Der Streik der Klempner und Mechaniker in Hamburg nimmt seinen Fortgang, da sich die Verhandlungen mit den Unternehmern zerschlagen haben. Zuzug ist fernzuhalten. Die Maurer in Hannover beschlossen mit 1185 gegen 80 Stimmen sofort in den Ausstand einzutreten, da ihnen ihre Forderung von 50 Pf. statt bisher 45 Pf. Stundenlohn nicht bewilligt worden ist. Zuzug ist streng fernzuhalten. Lohubewegung der Zimmerer in Bielefeld. Da sich die Zimmerer in Bielefeld in einer Lohnbewegung befinden und der Ausgang ihrer mit den Unternehmern gepflogenen Unterhandlungen noch zweifelhaft ist, ist der Zuzug von Zimmerern nach Bielefeld streng fernzuhalten. Andland. Lemberg, 12. Juli.( W. T. B.) Die Flüsse Dniester und Stryi sind ausgetreten und haben das anliegende Land überschwemmt. In Halicz wurden 10 Häufer vom Wasser zerstört, 100 stehen unter Wasser. Mehr als 500 Menschen find obdachlos. Die Stadt Stryi ist überschwemmt, alle Bahuverbindungen mit Stryi sind unterbrochen. Diese Darlegungen verdienen umsomehr Beachtung, als die Verwaltung des Kölner städtischen Arbeitsnachweises zu gleichen Zeilen aus Unternehmern und Arbeitervertretern besteht. Interessant ist auch noch folgende Stelle in dem Gefchäftsbericht:„ Es ist uns in den wenigsten Fällen möglich, die Mädchen zur Annahme einer Zum Hafenarbeiterausstand in Rotterdam meldet die Dienststelle in einem Restaurant zu bestimmen, Lemberg, 12. Juli.( B. H.) Infolge der seit mehreren Tagen Voffische Ztg." in einem Privattelegramm, daß die Zahl der aus- und die in diejenigen, solchem bisher gedient bisher gedient haben, anhaltenden Regengüsse ist in Galizien Hochwasser eingetreten. ins meistens Stellung in Privathäusern. Sämtliche Flüsse haben ihre Ufer überflutet und eine größere Anzahl ständigen gegenwärtig 13 000 betrage. Die Streifenden tragen eine wünschen bei Grund dafür wird vielfach die lange Arbeitszeit Ortschaften unter Wasser gesezt. Viele Eisenbahnbrücken sind eingroße Siegeszuversicht zur Schau. In den Versammlungen sprachen Als die Frauen den Streifenden Mut zu, und einzelne Frauen hatten ihre angegeben. Da es für Restaurants äußerst schwer ist, weibliches gestürzt. Der Eisenbahnverkehr ist infolgedessen teilweise gestört. Männer direkt zur Niederlegung der Arbeit veranlaßt. Die im Personal zu bekommen, sind viele dazu übergegangen, an Stelle Der Konstantinopeler Expreßzug, der nach Berlin verkehrt, ist bisher Dienst der Rheinschiffer stehenden Arbeiter hatten sich mit dessen männliches Personal( 1) einzustellen." Hier nicht eingetroffen. den Hafenarbeitern solidarisch erklärt und sich geweigert, Ber- zeigt sich wieder unabweisbar die Notwendigkeit eines ausgiebigen Tabungsarbeiten zu machen, dagegen hatten es die Frachtfuhrarbeiter gefeglichen Schutzes der Gastwirtsgehilfen, der aber keineswegs er abgelehnt, mit den Hafenarbeitern gemeinsame Sache zu machen, sie blickt werden kann in den schwächlichen Vorschlägen, wie sie die feien vielmehr gewillt, nach Bewilligung ihrer Specialforderungen Mehrheit der Reichskommission für Arbeiterstatistik zu machen beliebte. die Arbeit wieder aufzunehmen. Nach dem genannten Blatt haben die Hafenarbeiter als Forderungen aufgestellt: 1. Abschaffung der Verband schweizerischer Konsumvereine. An der Delegierten Nachtarbeit, 2. Wiederannahme der entlassenen und ausständig ge- verfammlung in Neuenburg nahmen 62 Verbandsvereine wordenen Arbeiter. Während die Unternehmer zum zweiten Butt 126 Delegierten teil. Außerdem waren Gäste aus England und ihre Einwilligung geben würden, erklärten sie jedoch, die erste Forderung, Italien und 28 Nichtdelegierte antvesend. Es wurde prinzipiell die auch die für das Uebergangsstabium verlangten Löhne für die Nacht- Schaffung einer Unterstügungstaffe für die Beamten und Angestellten arbeit nicht bewilligen zu können. Berlangt wurden 3 Gulden des Verbandes in Fällen von Krankheit und Arbeitsunfähigkeit befür die Arbeitszeit von 6 Uhr abends bis 6 Uhr morgens. schlossen. Sa Der Streit macht sich auch in Hamburg bemerkbar. Die Für die Beschaffung von Steinkohlen sollen Schritte gethan Dampfer Maas" und" Rhein", die für Rotterdam bestimmt sind, werden. fönnen nicht auslaufen, da man sie in Rotterdam nicht löschen fann. Als Ort der nächsten Delegiertenversammlung wurde Glarus Die Bartei Organe an der nordischen Wasserfante warnen die bezeichnet. Hafenarbeiter, sich als Arbeitswillige nach Rotterdam anwerben zu Von dem Komitee der Gewerbe- Ausstellung in Basel lag eine Einladung vor. laffen. Paris, 12. Juli.( B. H.) Die Offiziere des ersten KüraffierRegiments haben ihrem strafversetten Obersten Bougou eine Bronzefigur mit der Inschrift:" Politische Männer verschwinden, Frankreich wird bleiben", zum Gefchent gemacht. Die Worte der Inschrift gebrauchte der Oberst bekanntlich bei seiner Abschiedsrede vom Regiment. Paris, 12. Juli.( B. S.) Die Geldsammlung zweds Maneranschlags des Demissionsgefuches Jamonts ist heute mit 42 000 r. geichloffen worden. Simla, 12. Juli.( Meldung des„ Neuterschen Bureaus".) Dreis hundert kriegsgefangene Boeren verlassen in wenigen Tagen Kapstadt und werden nach Ceylon gebracht. Verantwortlicher Redacteur: Hugo Poetsch in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud und Verlag von May Bading in Berlin. Hierzu 2 Beilagen und Unterhaltungsblatt. Br. 160. 17. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. farieben: Etwas aber hat diese Nuhe mit der Begeisterung für die Boeren gemein. Ihre Gegensätzlichkeit zur.„ höchsten Stelle". Daß Wilhelm II. mit den Engländern sympathisierte, ist bekannt. Das fanatischer Weise für die Boeren. In mehreren temperamentvollen Reden deutsche Volk dagegen ergriff Partei gegen England, begeisterte sich in fast fordert Wilhelm II nun auf zum Vergeltungskrieg gegen China. Er sprach von unerhörten Schandthaten und Gräueln, die Sühnung erheischten, von Deutschlands beleidigter Ehre von Strafe und Rache. Aber das Volk bleibt ruhig, foweit es sich nicht gegen die Weltpolitit ausspricht. Einige Blätter, versuchten zwar das Volt aufzustacheln, aber vergebens. Der Chinese, sonst wohl als Muster der Arbeitsamkeit und Genüg famkeit geschildert, jetzt soll er der schreckliche Barbar, das Ungeheuer sein, das im Interesse der Menschheit vernichtet, ausgerottet werden müsse aber das Volk bleibt ruhig. Die dunkle Ahnung, des durch die wilde und blinde Profitgier des europäischen Kapitalismus heraufbeschworenen Unheils und auch wohl Gerechtigkeitsempfinden nimmt die Volksseele gefangen, läßt feine Begeisterung, feine Rachelust aufkommen. bleiben. verlangen tann. Freitag, 13. Juli 1900. von 22-26 Jahren, sowie ein älterer Geschäftsreisender ein. Die organisation sein; wenn nicht, dann heiße es den Kampf ums Recht Stimmen aus dem Volke. jungen Leute schienen Verwaltungsbeamte zu sein. Unter ihnen aufnehmen.( Lebhafter Beifall.) mischten sich in die Unterhaltung über ein projektiertes Vergnügen Der zweite Referent, Herr Redacteur v. Gerlach, ist eben Aus dem rheinisch- westfälischen Industriebezirt wird uns ge- auch einige Gespräche über China. Einer der jungen Leute bemerkte falls der Meinung, daß die Not um Dienstboten erst mit der sarkastisch:„ Die Chinesen haben doch kein Unrecht. Sie werfen einfach aber die Bekämpfung der Gesinde- Ordnung zur Aufgabe, Er fand Not der Dienstboten verschwinden werde. Besonders machte er sich Welch ein Umschwung! Vor wenigen Wochen noch überall die Fremden, die sich bei ihnen nicht als Gäste benehmen, hinaus. treffende Worte für diese längst überlebten, zum Teil uralten Begeisterung für die Boeren. Oft in stürmischer Weise brach sich was würden wir sagen, wenn China den Hamburger Hafen unter Gesetzesvorschriften, die mit alten patriarchalischen Verhältnissen eng die Begeisterung Bahn. Sogar zu Ungerechtigkeiten verleitete die Zuhilfenahme von Kanonen und Kriegsschiffen auf 99 Jahre verwachsen gewesen seien und die, nachdem jene Verhältnisse zu Sympathie für die Boeren in Transvaal. Das gesamte englische Zuhilfenahme von Kanonen und Kriegsschiffen auf Bolt wurde als barbarisch, räuberisch, verbrecherisch verlästert. Und pachtete? Wenn wir nachher könnten, hauten wir ihnen die Jade Grabe getragen, schon lange der Verscharrung harrten. Es käme nicht doch war, oder ist vielmehr der Krieg in Südafrika ebenso gut eine voll und würfen sie bis zum letzten Mann hinaus und was Du darauf an, ob die schlimmsten Bestimmungen der Gefinde- Ordnung Folge fapitalistischer Beutepolitik, wie es die China- Wirren find. sehen, kämen die Chinesen hierher, um uns zum Buddhismus zu praktische Bedeutung nicht mehr habe. Allein das bloße Gefühl, daß nicht willst, das man Dir thu' usw. Auch wollte ich den Aufruhr heute noch allgemeiner angewendet würden. Da sei das sogenannte Züchtigungsrecht, das sicherlich für die meisten Dienstboten in der Stadt eine Doch diesen gegenüber bleibt das Volk trotz der nicht unter- bekehren!" bliebenen Aufstachelungsversuche eisig- ruhig, obwohl in die ChinaDer Empörung der Dienstboten entflammen. Wirren Deutschland direkt verwidelt ist, bereits Blut deutscher junge Ehemann, der das Gespräch augenscheinlich man unter einer solchen entehrenden Bestimmung stehe, müsse die Schon deshalb: Weg interessiert verfolgte, es schien ein Fabrikhandwerker damit! und auch weg mit dem Ausnahmegesez von 1854!( 3Landestinder geflossen ist... Aber nirgends im Volt Begeisterung fnitpfte gleich wieder an und bemerkte:" Das Tollste stimmung.) llebrigens machten unsre Behörden, z. B. der Regierungszu sein, für einen Rache- Kreuzzug. bei der Geschichte ist aber noch, daß die jetzt Verhanenen, die Euro- präsident v. Heydebrandt in Breslau durch Verfügung darauf aufpäer, den Chinesen selbst erst befähigt haben, sich seiner Haut zu merksam, daß trotz des Bürgerlichen Gesetzbuches weiter gewehren. Krupp und andre liefern ihnen die besten Waffen und prügelt werden dürfe. Ein eigentümliches Vorgehen, wenn man Munition dazu; europäische Offiziere reorganisierten und organi- bedente, daß tein Regierungspräsident den Arbeitern ihr Koalitions fieren das chinesische Heerwesen; in unsren Zeitungen, die natürlich recht in Erinnerung bringen werde.( Beifall.) Ein Gegenſtück zu dent Heydebrandtschen Erlaß finde man in der„ Vossischen Zeitung" auch von Chinesen gelesen werden, schreibt man offen über die„ chrift- in einem Aufruf, der von Hausfrauen Herstammen solle. Darin lichen Aufteilungsabsichten in Bezug auf China und dabei verlangt werde geradezu zur häufigeren Anwendung des Ausnahme- Strafman noch, die Chinesen sollen sich das gefallen lassen und ruhig gesetzes von 1854 aufgereizt und außerdem verlangt, daß alle UnDas ist doch mehr, als wie man von einem Christen tugenden der Mädchen ins Dienstbuch geschrieben werden sollen. Umsomehr müßten die Dienstboten auf dem Posten sein und dafür Zum Schluß noch die Meinung eines alten Veteranen. Es war sorgen, daß sie aus Stieffindern rechte Kinder des Staats würden. auf einer Fahrt von Duisburg nach Essen. Außer einigen andren( Stürmischer Beifall.) Herren saß ein alter Veteran und dessen verheiratete Tochter mit angestellten", äußerte sich in lebhafter und geschickter Weise im Sinne mir in einem Wagen- Abteil. Der alte Herr eröffnete die Unterhaltung. ber Referenten. Sie führte die vernünftigen Ansichten einer wohlEin Dienstmädchen, Mitglied vom Hilfsverein weiblicher HausWenn die Missionare und die Kiautschou- wollenden Dienstherrin an und stellte ihr gegenüber eine Frau Meier Bachtung nicht wären, dann konnte dieser Krieg auch nicht kommen," so aus der Hollmannstraße, die ihr Dienstmädchen schlechter behandelt äußerte der Herr. Ich nichte einfach zustimmend. Dann fuhr jener habe, wie die Pfote des häßlichsten Hundes.( Pfuirnfe.) fort:" Die Chinesen sollen schlechtes Gesindel sein, das kommt mir genannte Hilfsverein werde thörichterweise vielfach von Hausfrauen als alter Veteran doch höchst sonderbar vor. Was da in den Zeitungen bekämpft. Er wolle allerdings Mißstände beseitigen, zugleich sehe er gesagt wurde, stimmt ja gar nicht, die Chinesen werfen ja nur aber auf Pflichttreue bei seinen Mitgliedern. Dann müßte auch wohl die Fremden, die sich ruppig benehmen, aus ihrem Land hinaus, ieder es auerkennen, daß der Verein u. a. ein Heim für altersschwache Im Gegenteil, oft genug tommt Schadenfreude über die von und kranke Hausgehilfinnen schaffen wolle. Die christlichen den Chinesen der europäischen Diplomatie und den kapitalisti- genau doch dasselbe, was man von uns als Patrioten verlangt! Heime" feien nicht empfehlenswert. Ein Mädchen mit einem schen Weltmachtspolitikern zu Inaden gegebene Nuß zum VorWaren unsre Freiheitstriege 1813 denn im Grunde etwas offenen Fuß habe dort den Fahrstuhl bedienen andres, als was jetzt die Chinesen unternehmen? Ich habe drei müssen, weil sie fein Geld für die Kost gehabt habe. schein.Daß die Stimmung im Volte wirklich so ist, erfahre ich jeden Feldzüge mitgemacht. 1864 kämpften wir mit den Oestreichern zusammen Den Ausführungen der Rednerin folgte lebhafter, langanhaltender Tag. Täglich zwingt mich mein Beruf zu einer Eisen gegen Schleswig. 1866 mußten wir schon gegen unsre Kampfes Beifall. Herr Damaschte, der bekannte Bodenreformer, ist für Tag. Täglich zwingt mich mein Beruf zu einer Eisenbrüder, die Oestreicher, zu Felde ziehen, alles aus Patriotismus. den Verein für Dienstherrschaften und Dienstangestellte", weil ihm bahnfahrt von Essen nach Dortmund und zuriid. Oft fomme ich auch weiter bis nach Duisburg heraus. Auf dieser ganzen zusammen, einschließlich Engländer, über die Chinesen herfallen wünscht aber nicht die Anwendung des freien Arbeitsvertrages" auf 1870 hieß es gegen die Franzosen zichen und num sollen wir alle ein Zusammenwirken mit den wohlwollenden Hausfrauen zweddienlicher erscheint. Er erkennt alle gerügten Mißstände als solche, 60 Kilometer langen Strede herrscht ein außerordentlich starter Ver- was ist denn da eigentlich noch Patriotismns, wenn jetzt die Chinesen das Dienstverhältnis. Zwischen Hausgenossen dürften nicht talte Para fehr. Stets sind die Züge überfüllt. Seit den letzten 14 Tagen Dienstmädchen A. weist in habe ich fast noch keine Fahrt gemacht, ohne im Zuge eine Unter- nicht patriotisch sind?" Darauf konnte ich allerdings teine Antwort graphen das Bindeglied bilden. haltung über die China- Wirren angehört zu haben. Werde ich nicht geben. Ich bemerkte mur: hier läßt man die Fremden nicht so längerer, außerordentlich logisch aufgebauter Darlegung nach, daß geveit kommen vie in China, Oestreicher oder Angehörige wiffenlose und unfähige Dienstherrinnen die meiste Schuld daran trügen, direlt in das Gespräch hineingezogen, gefalle ich mir am besten it irgend einer andern Nation, die sich nach Polizeibegriffen daß so viele Dienstmädchen, ehe sie die im Haushalt vorkommenden tauder Rolle des stummen Zuhörers. Man lernt so. die Stimmung des läftig machen, werden einfach ausgewiesen, die Chinesen, ſend Kleinigkeiten erlernt hätten, sich andren Berufen zuwendeteir. Wolfs am besten kennen. Das Reisepublikum rekrutiert sich hier die sich nicht wollen beschimpfen, unterdrücken Rednerin wundert sich, daß man in den Zeugnissen unter Aus aus den verschiedensten Schichten des Bolts. Kaufleute, beuten lassen von den christlichen Fremdlingen in ihren Lander,( Großer Beifall), weil sie auf dem Hängeboden nicht schlafen wollte trittsgr grund noch niemals gelesen habe: weil sie nicht satt wurde Neifende, Handwerker, Spießbürger, Landwirte, Beamte usw. und von Vertretern aller dieser Stände hörte ich schon wiederholt sollen dafür ausgerottet werden, ihnen wird Strafe und Rache an( Lebhafte Zustimmung), weil sie sich die Belästigungen des HansUnd von Vertretern aller dieser Stände hörte ich schon wiederholt gedroht. Man braucht die Niedermegelung der Europäer an sich nicht herrn oder des Hansjohns nicht gefallen ließ( Stürmischer Applaus). Meinungsäußerungen über die China- Wirren – aber noch keine, die zu billigen, aber das Vorgehen der Chinesen kann man wohl vermit mutsern Weltmachtspolitikern sympathisierte. Nachdem noch Rektor Buchholz der Bewegung seine Sympathic Um die Stimmung zu fennzeichnen, will ich einige der verstehen. Zu bedauern ist nur, daß wahrscheinlich noch mancher Soldat befundet und Herr v. Gerlach ein Schlußwort gehalten hatte, sprach durch diese Geschichte seinen Tod finden wird." sich die Versammlung in einer Resolution dafür aus, daß die veralteten ungerechten Bestimmungen für das Gesinde aufgehoben und durch moderne im Wege der Reichsgesetzgebung ersetzt werden. nommenen Meinungen ans den legten Tagen reproduzieren. " Es war am Freitag vergangener Woche. Ein Schneidermeister, ein Hausbefizer und ein Geschäftsreisender unterhielten sich im Eisenbahnwagen über das Thema. Ich drückte mich still in eine Ede. Der Geschäftsreisende bemerkte:„ Die Chinesen haben eigent lich ganz recht, sie wehren sich doch nur ihrer Haut. Wir würden doch auch nicht dulden, daß sich Fremde in unfrem Hause einnisten.... Ganz richtig!" warf der Schneidermeister ein. Es geht doch niemand hin, um den Chinesen ettvas zu bringen, alle suchen dort doch etwas zu holen und dabei werden fie noch frech; als Herren treten sie auf. Da tai man es den Chinesen nicht übel nehmen, wenn sie die aufdringlichen, frechen Eindringlinge hinauswerfen.".. Ganz meine Meinung," ließ sich nun der Hausbefizer vernehmen. Was die Engländer in Transvaal wollen, die Einheimischen unterdrüden, das möchten die Europäer auch in China- und schließlich müssen wir, besonders die Hausbesizer, den ganzen Rummel berappen." In diesem Geiste wurde die Unterhaltung weiter geführt. Daß der deutsche Soldat dabei allen andern gegenüber darausgestrichen wurde, änderte an der eigentlichen Stimmung nichts. " Natürlich China: 11"> und aus Und wer ist schuld?" warf, der alte Herr ein. Dann raunte er mir einige Aeußerungen zu, die ich aus gewisser Vorsicht nicht wiedergebe.".... Ist das trop der Rüsterei, trotz der Kriegerei laut fie wollen, die Arbeiter dürfen streifenbesser geworden? Nein! Die Agrarier dürfen ja heute schreien, so aber der Bürgersmann muß immer zuhig sein, für ihn giebt's hier nur Polizeistaat".. Man sieht, der Reichsnörgler ist fein Socialdemokrat. Den angeführten Stimmungsbildern könnte ich noch Duzende beifügen und tagtäglich nehme ich neue auf. Der Die Alt- Plätterinnen und Wäscherinnen waren am Mittwochabend wieder zahlreich in Sellers Saal versammelt. Es handelte sich darum, über die zunächst bevorstehenden Schritte in der Lohnbewegung einen Beschluß zu fassen. Der Referent Trints schilderte den feitherigen Verlauf der Bewegung. Er betonte, daß der aufgestellte Lohntarif den alten Brauch berücksichtige, wonach die Blätterimien stets die Hälfte des Preises erhalten haben, deir die Inhaber der Plättereien von den Kunden beziehen. Wenn die Geschäftsinhaber jetzt die Forderungen des Tarifs unverschämt nennen, dann würde doch diese Bezeichnung auf die Preiserhöhung der Plättanstaltsinhaber erst recht zutreffen. Die Aus der Frauenbewegung. letzteren hätten doch ihre Preise um 100 Proz. heraufgefeßt, den Blätterinnen möchten sie aber nur eine Lohnererhöhung von 12/2 Prog. Eine von etwa 400 Personen besuchte Versammlung bewilligen. Daß der von den Blätterinnen aufgestellte Tarif nicht Freunde der Dienstbotenbewegung teilnahmen, tagte am Mittwoch hervor, daß verschiedene Geschäftsinhaber denselben anstandslos bes weiblicher Dienstboten, an der auch einige Hausfrauen und wie jest behauptet werde- unannehmbar sei, gehe schon daraus abend weit draußen im Westen, in den Augusta- Victoriasälen in der zahlen, ja in Dampfwäschereien werde teilweise sogar noch mehr Lutherstraße. Die Tagesordnung lautete: Wie kann die Dienst boten Kalamität beseitigt werden?" Herr rinnen zum Frieden geneigt und zu Verhandlungen vor dem bezahlt. Der Referent betonte zum Schluß, daß die ArbeiteRedacteur Perlmann als erster Referent führte dazu Einigungsamt bereit seien. Sollten sich die Geschäftsinhaber auf den Am selben Tage noch, auf der Rückfahrt, wandte sich ein vom aus, daß der seit Jahren fühlbare Dienstbotenmangel nur Standpunkt stellen, gar nichts zu bewilligen, dann werde eine Markt heimkehrender Landwirt an einen im Coupé Zeitung lesenden beseitigt werden fönne durch eine allgemeine Bejjerung Ginigung nicht zu stande kommen, und es werde dann nichts andres der Arbeits 0 und Kaufmann ganz zutraulich mit der Frage:„ Na, wat malt denn de Lebensverhältnisse der Hausgehilfinnen. übrig bleiben als der Streit. Ein Plättanstaltsbesiger, der hierauf Chinesen?" Sofort wurde die Unterhaltung von mehreren der Mit- Die vernünftigen Hausfrauen hätten deshalb alle Ursache, den Dr das Wort nahm, bezeichnete die Forderungen der Plätterinnen als reisenden aufgenommen. Ein Herr bemerkte:„ Die Pfaffen ganiationen der Dienstboten nicht hinderlich zu sein. Die Mädchen zu hoch und bemühte sich, ihnen vom Streit abzuraten, denn ein solcher wollten doch auch weiter nichts, als Menschen unter Menschen zu werde erfolglos fein, da ja die Plätterinnen feine Streitkasse hätten. Richtig," tönte die Stimme sein. Leider hätten sie, feit sie ihre Wünsche fundgegeben, manche Darauf entgeguete Körsten als Vertreter der Gewerkschaftskommission, eines andern.„ Gerade diese sind die Hetzer, sie hetzen ja Anfeindung erfahren. Es treffe hier das Goethesche Wort zu: daß sich die Geschäftsinhaber auf den Mangel an Streitgeldern nicht selbst unter und gegen einander. Anstatt Friedensapostel, sind es Wenn ich dimmm bin, lassen sie mich gelten; verlassen dürften, denn wenn es zum Streit kommen sollte, dann Kriegsschürer. Wenn die Chinesen der pfäffischen Hezzereien einmal Wenn ich Recht will, wollen sie mich schelten. ständen die gesamten Gewerkschaften Berlins für die Aufbringung der müde, ihnen ihre Abneigung deutlich zum Ausdruck bringen, dann Die Dienstbotenbewegung fönne als letzter Teil der Frauen Gelder ein. Weiter machte der Redner darauf aufmerksam, daß die schreien die Missionare nach europäischem Militär und mit Säbel belvegung angesehen werden. Die besten Anknüpfungspunkte Lohnbewegung erst auf Veranlassung von Blättereibefizern ent böten sich so zwischen den bestehenden Frauenvereinen und den bestanden sei. Nun diese Herren mit Berufung auf die Lohnbewegung und Kanonen sollen dann die Chinesen christlich" gemacht stehenden Dienstbotenvereinen. In Holland gehörten denn auch die eine Preiserhöhung beim Publikum durchgesezt haben, rechtfertige Ein Bahnbeamter, der zum Examen fuhr, warf nun die Vereine der Hausgehilfinnen dem Bund der Frauenvereine an. In sich auch eine entsprechende Lohnaufbesserung. Wenn diese ver Frage auf, zu welcher Religion sich eigentlich die Chinesen betennten, Deutschland und besonders in Berlin schienen ihm jedoch die Damen weigert wird, dann werde auch das Publikum die Preiserhöhung, die oder ob biefe gar feine Religion hätten? Auf dieſe Frage der Frauenbewegung auf dem Standpunitt zu ſtehen: rühret, es bis jest willig zahlte, nicht mehr als gerechtfertigt, anerkennen, hielt ich es für angebracht, turz Aufklärung zu geben. rühret nicht daran! Mit bloßen Besprechungen der Lage, und die Plättereibesiger würden sich auch Widerstand auch von Darauf platte der Landmann heraus: Dat es alver wie fie vereinzelt vorgekommen, fei nichts gethan. Es dieser Seite gefaßt machen müssen. Das sollten nur die Geschäfts doch dull, hier könnt sich de Geistliken nich ed unnern anner ver- müßten im Anschlusse daran Wünsche geäußert und zu inhaber bedenken. Ein Entgegenkommen von beiden Seiten und dragen, hier heft vi en ganzen Haupen Religiannen, de Blagen in wingenden Bedingungen festgelegt werden. Aus eine Festlegung des Lohntarifs vor dem Einigungsamt sei für beide de Schanle wet all ophiffet, dat se fit wegen de Religiaun verführlich behandelte Redner die Wünsche der Dienstmädchen, deren Teile das beste. find hauptsächlich schuld!..." werden." D An unter witjet, und dann welt se de Chinesen, de met ehre Religiaun in gelegenheit, Abschaffung der Dienstbücher und Einführung besondrer licher Weise die traurige Lage ihrer Berufsgenossinnen schilderten und je be in hauptsächlichſten ſeien: Gute Behandlung, gute Koſt, gute Schlaf- anderm verſchiedene Wäscherinnen und Blätterinnen, die in anſchane Raue und Frieden lewet, befchren ne dat ed wirklich te dull!" Zeugnisse, Abschaffung der Gesinde- Ordnung, Regelung der Arbeits- mit aller Entschiedenheit betonten, daß sie, wenn ihre Forderungen Nun nahm ein andrer Mitreisender den Faden der Unterhaltung vermittelung und mehr freie Zeit. Die Notwendigkeit dieser abgelehnt würden, vor dem Stüd nicht zurückschredten. Die Ver auf: Ja, meine Herren, denten Sie, die Chinesen haben eine Forderungen zeigte er an einer Reihe von Thatsachen, die ihm als fammlung beschloß, daß in Verhandlungen vor dem Einigungsamt alte, jahrtausendalte, einheitliche Religion, bei der sie sich wohl Redacteur der Hausgehilfin" bekannt geworden sind. Es ging eingetreten werde." Mit der Vertretung wurden betrant: Fran fühlen. Nun kommen die Missionare, orthodore Russen, englische daraus hervor, daß die gesetzlichen und polizeilichen Vorschriften be Budow, Frau Hill, Frau Ihrer, Fräulein Seeger, Herr Trinks. Die Staatsfivaler, Lutheraner, Katholiken und vielleicht noch einige, noch züglich der Schlafräume vielfach bewußt übertreten werden, ohne daß die Verhandlungen des Einigungsamts finden am Freitag, vormittags echtere Christentums- Bertreter und jeder verlangt von den Chinesen Bolizei dauernde Abhilfe schaffen kann. Anzeigen unterbleiben häufig aus 10 Uhr, im Bürgerfaale des Rathauses statt. als Berkünder der allein- seligmachenden Religion anerkannt zu Behandlung fonnte Herr Berlmann hübsch illustrieren, wobei auch Furcht vor der Kündigung. Auch die angeblich allgemeine gute" werden. Selbst die Missionare einer Stirche, aber verschiedener einige tritische Streiflichter auf die schiedsrichterliche Thätigkeit der Nation, rivalisieren noch untereinander, jeder will die beste Mission Polizei fielen. Ein nach großer Wäsche wegen geringfügiger Ursache haben. Man baut Kirchen, höhut des Konfuzins und wollen sich die spät abends im nassen Kleide auf die Straße gejagtes Mädchen, das Der Centralverband der Zimmerer hielt am Mittwoch cine Chinesen das nicht gefallen lassen, werden Straferpeditionen sich zu feinem Bruder geflüchtet hatte, wurde am andern Tage qutbesuchte Versammlung für die Mitglieder sämtlicher Bahlstellen ausgerüstet! Die Chinesen wären wirklich wert, ausgerottet zu polizeilich zur Rückkehr in den Dienst aufgefordert und erhielt Berlins imd Umgegend im Gewerkschaftshause ab, in der Kube werden, blieben sie dabei ruhig und geduldig" der Zug hielt, ich mußte ichließlich noch auf Grund des polizeilicherseits aufgenommenen über die Verhandlungen mit dem Arbeitgeberbund wegen Errichtung Protokolls einte Geldstrafe von 15 Mark Der Antrag eines paritätischen Arbeitsnachweises ausführlich berichtete. ausfteigen: De verb... Papen", hörte ich den Landmann auf gerichtliche Entscheidung hatte die Freispechung des Bericht war zu entnehmen, daß die Verhandlungen völlig gescheitert noch in seinen Bart kuurren. Mädchens zur Folge. Redner schloß mit einem Aufruf zum Anschluß sind und in den verschiedenen Sizungen, die in dieser Sache Am Tage darauf. Ich benutzte einen Abendzug zur Fahrt nach an und zur Agitation für die Organisation. Wenn die Hausfrauen, stattgefunden haben, kein Resultat erzielt worden ist. Der Dortmund. Im Coupé jaß bereits ein junges Ehepaar, mit dem was er wünsche, den guten Willen zeigten, die gröbsten Mißstände zu von den Arbeitnehmer Vertretern in Vorschlag gebrachte jungen Sprößling tändelnd. Mit mir stiegen noch drei junge Leute beseitigen, dann werde die Vereinigung der Dienstboten eine Friedens Statuten Entwurf für den Arbeitsnachiveis, in dem die 1 Versammlungen. Dem D G off mint " Barität für beide Tetle wirklich gewahrt ist, wurde von den sechs Wochen, versucht der Unternehmer, diesen Lohntarif zu durch die Kleinhändler fein Zubertrauen hätten. Ebenso verhalte es sich Unternehmern abgelehnt. Diefelben beharrten ihrerseits auf einem brechen. Vor acht Tagen wurde vier Kollegen 2 bis 3 M. Lohn mit der Sauberkeit der Halle. Das verdorbene Obst und sonstige EBStatut, das den Unternehmern alle Rechte und den ganzen Einfluß verkürzung in Aussicht gestellt. Als sie damit nicht einverstanden ware lägen morgens bis 10 Uhr haufenweise herum, und es liege eine Geauf den Arbeitsnachweis sichert. Die Verhandlungen selbst haben waren, erhielten sie die Kündigung. Alle übrigen dreizehn Kollegen fahr vor, daß dadurch Strankheit entstehen könne, da die armen Leute noch anch ergeben, daß der von den Unternehmern geplante Arbeits- erklärten sich mit den Gekündigten solidarisch und kündigten ihrerseits. diese verfaulte Ware( Obst, Räucherware und Fische) aufheben und davon nachweis lediglich ein Mittel im Kampf gegen die um bessere Der Unternehmer lehnte jede Berhandlung mit den Worten ab: Es essen. Zum Schluß richtete der Referent die Mahnung an die Händler, Eristenzbedingungen ringende Arbeiterschaft sein soll, womit man giebt nichts darüber zu sprechen, wer dafür nicht arbeiten will, ist ent- fich zu organisieren. In ger darauf stattfindenden Diskussion sprachen Tonnsch, insbesondere die agitatorische und organisatorische Thätigkeit unter- laffen. So wird es denn nächsten Freitag zur Arbeitseinstellung fommen. drücken will. Nur so ist es zu verstehen, daß die Unternehmer den In der Diskussion wurde darauf hingewiesen, daß der Unternehmer Luther und Kleinow im Sinne des Referenten. Eine Resolution, die Arbeitern keinerlei Entgegenkommen zeigten und auch alle schon früher sein Wort gebrochen habe, da er seine Arbeitskräfte, die Beseitigung der kritisierten Mißstände forderte, wurde einstimmig Abänderungsvorschläge, die geeignet waren, wenigstens einiger den Abmachungen zuwider, nicht von der Lohnkommission bezogen angenommen. Die Möbelpolierer, Filiale Nord, hielten am 9. Juli ihre maßen einen Ausgleich zu schaffen, rundweg ablehnten. Dem- habe. nach ist keine Aussicht vorhanden, daß in nächster Zeit eine Beim Punkt 2 beschäftigte man sich mit der öffentlichen Sammlung regelmäßige Monatsversammlung ab. Der Kollege Gustav Reuter vernünftige, geregelte Arbeitsvermittelung stattfindet und das bisher zum Streiffonds. Allseitig wurde betont, daß diese Sammlungen sprach über das Thema„ Unser Beruf einst und jetzt." Der Redner übliche, zeitraubende und unangenehme" Umschauen" nach Arbeit im fortgesetzt werden müssen, schon mit Rücksicht auf die zweifel- gab ein interessantes Bild über die Entwickelung des Berufs der Baugewerbe beseitigt wird, wenn nicht die Arbeiter selbst schließlich bafte Haltung der Bädermeister den Vereinbarungen gegen Möbelpolierer und beleuchtete die früheren und jetzigen Zustände im die daran gehen, einen Arbeitsnachweis, eventuell für alle Bauarbeiter über, auf dem Einigungsamte getroffen worden sind. Möbelpolier- Beruf. Redner legte dann des weiteren bar, mit welchem auf geeigneter Grundlage zu errichten. Die Versammlung erklärte sich mit 20 Pf. Wochenbeitrag ein- Material man früher und jezt arbeite, und zeigte dann, wie der Nach einer längeren Diskussion, in der alle Redner, so wie der verstanden. Bedauert wurde, daß die Kollegen vom Verband sich Schellack, der Lack, der Spiritus gewonnen wird, überhaupt alles, Referent, darauf hinwiesen, daß durch die von den Unternehmern nicht an diesen Sammlungen weiter beteiligten und ihre Kollegen was zum praktischen Bedarf innerhalb dieses Berufs zum Verarbeiten gewünschte Arbeitsvermittelung nur eine Verschlechterung der bis- von der Lohnkommission zurückziehen wollten. Man war allseitig verwendet wird. Der Vortrag war überaus lehrreich. Redner erntete An der Diskussion beteiligte sich der Kollege herigen Berhältnisse eintreten würde, und in der aufgefordert wurde, der Ansicht, daß dadurch das so mühsam Erreichte in Frage gestellt reichen Beifall. Faaker. Es wurden dann noch einige Angelegenheiten erledigt. In ben Unternehmer- Arbeitsnachweis in der Spandauerstraße unter allen würde. Umständen zu meiden, gelangte folgende Resolution zur Annahme: Unter„ Verschiedenes" tamen noch einige Vereinsangelegenheiten seinem Schlußwort richtete Reuter einen zündenden Appell an die Verfammlung, worin er die Anwesenden aufforderte, nicht nur in geDie außerordentliche Versammlung des Centralverbandes der zur Erledigung. Zimmerer von Berlin und den Vororten nimmt Kenntnis von den Der Fachverein der Musikinstrumentenarbeiter hielt am iverkschaftlicher Hinsicht ihre Schuldigkeit zu thun, sondern auch in Verhandlungen mit dem Verband der Baugeschäfte von Berlin und 9. Juli eine gut besuchte Generalversammlung ab. Der Kassierer politischer Hinsicht. Vor allen Dingen müffen aus den ArbeiterUngegend zweds Errichtung eines gemeinschaftlichen Arbeits- Hensel gab die Abrechnung vom zweiten Quartal 1900, die bei einer freifen die bürgerlichen Schundblätter verschwinden, der„ Vorwärts" nachweises für das Baugewerbe und erklärt sich in allen Teilen mit Einnahme von 410,60 m. und einer Ausgabe von 325,10 9. einen müsse in die weitesten Arbeiterkreise eindringen. der Haltung der Arbeitnehmer- Vertreter einverstanden. Wie aus eberschuß von 85,50 M. ergiebt. Die Revisoren bestätigten die Centralverein der Bureau- Angestellten, Mitgliedschaft Berliin. dem Protokoll über die Verhandlungen ersichtlich, ist der Verband Richtigkeit der Abrechnung, worauf dem Kassierer Decharge erteilt Am 5. Juli fand in Dräsels Festsälen eine gut besuchte Monatsder Baugeschäfte, welcher für sich viel mehr Rechte als die wird. Alsdann erfolgte die Ersatzwahl des Vorstands. Neu- resp. versammlung der Bureau- Angestellten statt. In Ermangelung eines Arbeitnehmer Organisationen eingeräumt haben wollte, allein wiedergewählt wurden folgende Kollegen: 1. Borsigender Darsow, Referenten fiel Bunkt 2 und 3 der Tagesordnung aus. Unter Berdafür verantwortlich zu machen, daß ein für beide Teile 2. Staffierer Aigner, 1. Schriftführer Gerndt, Beisiger Haffner, schiedenes" entwidelte sich eine lebhafte Debatte bezüglich der zufriedenstellender Arbeitsnachweis nicht zu stande gekommen Bibliothekar Schröter und als Revisor Hüttig. Weiter Stellungnahme der Delegierten zu der Generalversammlung betr. ist. Die Versammlung erklärt im Weiteren, ihre Zustimmung nur wurden neugewählt int die Agitations Kommission fünf Krankontrolle. Die Absendung eines Cirkulars an die Arbeitgeber einem Arbeitsnachweis zu geben, in dem die volle Gleichberechtigung Kollegen und in die Arbeitsnachweis Kommission acht zur Erreichung einheitlicher Gewährung von Ferien wurde durch der Arbeitnehmer gewahrt ist. Aus diesem Grunde machen es sich Kollegen. Aus dem Bericht der Arbeitsnachweis- Kommission ist Beschluß für dies Jahr abgelehnt. Die Kollegen wurden auf die alle Verbandsmitglieder zur Pflicht, den vom Verband der Bau- hervorzuheben, daß eine ganze Anzahl Stellen nicht besetzt werden am 21. Juli einberufene, in Dräsels Festsälen, Neue Friedrichstr. 35, geschäfte eingerichteten Arbeitsnachweis zu meiden. fonnte, da Arbeitsuchende nicht vorhanden waren. Ferner ist, wie stattfindende öffentliche Bersammlung zur Verfolgung der Juteressen Nachdem sodann auf die Bedeutung der Gewerbegerichte hin- besonders hervorgehoben wurde, die indirekte Vermittelung im der Bureau- Angestellten der Gerichtsvollzieher hingewiesen. Nach gewiesen, wurde Rüdert als Kandidat und N. Schröder als Ersatz- Verkehrslokal eine bedeutende gewesen. Die Kollegen werden daher Erledigung verschiedener unwesentlicher Punkte wurde die Versammmann für die im September stattfindenden Gewerbegerichtswahlen ersucht, sich bei Arbeitslosigkeit sofort in unsern Nachweis eintragen lung um 12 Uhr geschlossen. nominiert. Unter„ Berschiedenes" wurden verschiedene Mißstände zu lassen. Der Vertrauensmann, Kollege Piepenhagen, ersuchte die Weißensee. Am 10. Juli hielt der Socialdemokratische Arbeiterauf einzelnen Blägen erörtert, insbesondere für die Bermeidung der Bersammlung, rege für die Sammlung zu unserm Streitfonds ein- verein seine Generalversammlung bei Hählings ab. Die Neuwahl Ueberstundenarbeit plädiert und zum Schluß zur regen Beteiligung zutreten. Es wird noch bekannt gemacht, daß als Beitragsammler des Gesamtvorstands ergab folgendes Resultat: Peudert, Vorsitzender; an dem am 11. August bei Keller, Stoppenstraße, stattfindenden für den Osten Kollege Bleul gewählt ist. dafond mad Baudert, Kassierer; Wegner, Schriftführer; Elzner, Gark, Kloz, 17. Stiftungsfest des Verbandes aufgefordert. Versammlung der Fliesenleger. Eine von über hundert Reste, Wendt, Beisiger; Herzig, tittler, Bibliothekare; Eschbach, Der Verband der Bau, Erd. und gewerblichen Hilfsarbeiter, Fliesenlegern besuchte Versammlung nahm am 10. Juli den Bericht Franz Lubomersky, Schumann, Revisoren. Bahlstelle Berlin I, hielt am 8. Juli seine regelmäßige Mitglieder über den Stand der Lohnbewegung im Lokal Grenadierstr. 33 ent Kranken- Unterstützungs- und Begräbnisverein der Schmiede versammlung ab. Zum ersten Bunft erstattete der Kassierer den gegen. Der Vorsitzende führt an, daß am 9. Juli in fünf Geschäften Staffenbericht vom zweiten Quartal. Danach beträgt die Einnahme bie Kollegen einmütig die Arbeit niedergelegt haben. In drei Ge2294,28 M., die Ausgabe 1782,04 M.; das Guthaben bei der Haupt- schäften mit 30 Kollegen ist die Forderung bewilligt worden. Wenn Die Stoeger im Stampf ebenso ausharren, wie sie einmütig die Arbeit Zum zweiten Punkt wurde beschlossen, das Versammlungslokal nach eingestellt haben, so muß der Sieg unser sein. In der Diskussion wurde hallen, Kommandantenstr. 20: geschäftliche Sigung. Aufnahme neuer Mit: Naunynstraße 27 bei Graumann zu verlegen. Unter Verbands von einer Reihe von Kollegen die unsolidarische Handlungsweise der Verein der Kurbelsticker. Sigung jeden Sonnabend nach dem 1. Angelegenheiten rügte Gutsch die Nachlässigkeit der Kollegen betreffs in den Geschäften Rosenfeld, Villeroy u. Boch, Ende arbeitenden und 15. jeden Monats im Restaurant„ Altes Plätteisen", Schillingstr. 36. Anmeldung von Unfällen an die Arbeiterschußkommission. Zum Fliesenleger aufs schärfste verurteilt, worauf folgende Resolution ein- Heute außerordentliche Sitzung. Schluß kam eine Sache die Kollegen Gottlieb Tinius und Most be- ftimmig angenommen wurde:" Die heutige Veriammlung der Wetter Prognose für Freitag, den 13. Juli 1900. treffend zur Verhandlung. Dieselbe wurde jedoch der nächsten öffent Fliesenleger Berlins und Umgegend beschließt in Anbetracht des Ein wenig wärmer, zunächst meistens heiter und troden bei ziemlich lichen Versammlung überwiesen. Beschlusses der Versammlung der Fliesenleger vom 19. Juni: Da frischen östlichen Winden; später Zunahme der Bewölkung. Berliner Wetterbureau. die Hartnäckigkeit der Unternehmer zur con Der Fachverein der Berliner Bäcker beschäftigte sich am der Streit durch 10. Juli in der regelmäßigen Monatsversammlung mit den Thatsache geworden ist, da der Student̃ohn von 75 fok aus, daß, so lange die Bäckerei in andere Hände übergegangen ist, schäften Kollegen die Arbeit einmütig niedergelegt. die Besizer bemüht gewesen sind, die Organisierten aus dem Betriebe Die heute tagende Versammlung der Fliesenleger verurteilt die unherauszubringen, um billigere Arbeitskräfte hinein zu bugsieren, die solidarische Handlungsweise der in den Geschäften Rosenfeld, fchließlich in Accord arbeiten und eine Quantität Ware herstellen, Billeroy u. Bock, Ende u. Perieno arbeitenden Fliesenleger ganz daß für deren Güte die Organisierten nicht garantieren entschieden und verpflichtet dieselben, ihren Arbeitgebern die Forderung Durch einmütiges Zusammenstehen sämtlicher dort zu unterbreiten und im Fall der Nichtbewilligung, die Arbeit am beschäftigten Arbeiter ist es gelungen, derartige Anschläge 11. Juli früh unbedingt niederzulegen." Ferner wurde folgender zu verhindern. Der Unternehmer wollte ant 1. Juli eine Antrag angenommen: Die heute am 10. Juli 1900 tagende VerFabrifordnung einführen, die in manchen Punkten einem Bäder- sammlung der Fliesenleger macht es den Kollegen zur Pflicht, mit gesellen noch nicht einmal die Rechte eines Zuchthäuslers lassen den Unternehmern keine Verträge einzugehen, sondern etwaige Vorwürde. Die Zumutungen waren jo entwürdigend, daß sie selbst die schläge der Kommission zu überweisen." Kutscher entrüstet zurüdgewiesen haben. So sollten sich die Arbeiter Eine Versammlung der Händler und Händlerinnen mit Leibesvifitationen gefallen lassen, jeder Schaden, auch der nicht bös- dem Thema:„ Die Mißstände der Central- Markthalle und die Lage willig herbeigeführte, sollte erfegt werden, alle Arbeiter sollten dem der kleinen Händler" fand am 6. Juli in Buskes Saal statt. bom Unternehmer bestellten Vorgesezten in Bezug auf Arbeit und Der Referent Schröder führte in seinem Referat aus, daß die 60 Minuten usw. Im übrigen erschen Sie alles wünschenswerte auf tempo". Fabrikeinrichtungen unbedingten Gehorsam leiſten usw. usw. Diese Mißstände in der Central- Markthalle trok jahrelanger Agitation einem guten Schulatlas, natürlich nicht das begehrte„ DurchſchnittsHändler noch ebenso fortbestehen wie vordem. Fabrifordmung beantworteten die Kollegen mit Lohnforderungen. der W. u. B., Steglik. Eine Annonce im„ B." besagte, daß int Durch das einmütige Zusammenstehen der Kollegen wurde der Unter- Thätigkeit der Sachverständigen der Halle wurde einer scharfen Stritit American- Theater ein Wann zu sehen set, der 2,50 Meter groß ist. Damit nehmer gezwungen, diesen Lohntarif zu unterschreiben. Jezt, nach unterzogen, da die Sachverständigen Engros- Händler scien, zu denen dürfte auch Ihre zweite Anfrage beantwortet sein. Carl Weiss- Theater und verwandten Gewerbe Deutschlands. Sonntag, den 15. Juli, vormittags 9½ Uhr, Versammlung bei Lorenz, Boltafir. 43. 8 Berliner Kranken Unterstüßungs- und Begräbnis- Verein für glieder. Differenzen in der Bobelichen Brotfabrik. Stollege Schneider führte nicht bewidigt wurde, haben am 9. Juli amt 9. Juli in fiinf Ge- Briefkasten der Redaktion. fönnen. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Medaktion dem Publikum gegenüber feinerlei Verantwortung. Theater. Freitag, den 13. Jult. Opernhaus. Geschlossen. Schauspielhaus. Geschlossen. Renes Opern= Theater( Kroll). Geschlossen. Leffing. Rhodope. Anfang 72 Uhr. Defidenz. Die Dame von Maxim. Anfang 7 Uhr. Flitterwochen. Vorher: Sommerregen. Anfang 8 Uhr. Die Fledermaus. An Nenes. Westen.. fang 71 Uhr. Schiller. Die Hugenotten. Anfang 712 11r. Central. Berlin nach Elf. Anfang 8.115r. Thalia. Geschlossen. Carl Weiß. Die Tochter Beltals. Anfang 8 Uhr. Friedrich Wilhelmstädtisches. Geschlossen. Belle Alliance. Französisches Gast: Metropol.. Specialitätenvorstellung. 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Alinit in der Ziegelstraße nach dem alten Thomas- Kirchhof in der Hermannstraße statt. Um recht zahlreiche Beteiligung ersucht Der Vorstand. im Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15. Deutsch. Metallarbeiter- Verband ( Verwaltungsstelle Berlin). S Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher: Amt VII, 353. Gewerkschaftshaus", Sente, Freitag, abends 8% Uhr, im Engel- Ufer 15: Gentralverband der Handels, Sitzung der Orts- Verwaltung. Transport- und Verkehrs- Sonnabend, den 14. Juli, abends 8% Uhr, im Lokal bes Herrn arbeiter Deutschlands Verwaltungsstelle Berlin. Vertrauensmänner- Konferenz für den Norden. Am Dienstag, den 11. 6. M., berarb infolge eines Unfalls beim Fahren das Mitglied, der Kutscher Albert Kofke. Er war ein langjähriges und treues Mitglied unsrer Organisation. Wir werden sein Andenken stets in Ehren halten. Die Beerdigung findet am Sonn Unterzeichneter erlaubt sich die er gebenste Mitteilung zu machen, daß abend, den 14. d. M., nachmittags 503922 Uhr, von der Königl. Klinit( Biegel straße) aus nach dem alten Thomas: Kirchhof in Kiydorf statt. ich das Internationale Um rege Teilnahme ersucht [ 67/19 Die Ortsverwaltung. Am 11. Juli entschlief sanft nach Leiden lieber Mann und Maßgeschäft, Kantstraße 56m 87. Nebenblaze von Herrn Rosenthal fäuflich übernommen habe und bitte alle Freunde und Gönner des früheren Inhabers, ihr Vertrauen auf mich übertragen zu wollen, indem ich mein Am Friedrichshain. Bestreben darin suche, jeden pünktlich und reell zu bedienen. Ergebenst Konzert, Theater, Ballett, Specialitäten- Vorstellung, Ball. Flammentod Familie Patty- Frank einer indischen Witwe, ausgeführt Fritzi Destrée, Don - Serpentin: u. Flammentänzerin. Catrini- Ballett, 7 Damen. Eugen Jeden Abend 10 1hr: ( 6 Pers.) Parterre- und Luft- Afrobaten. Hombert und Renardo, musikalische Excentrics. Milardo, Ella Bertini, Moderne KarikaturTanz- Soubrette. Volksbeluftigungen aller Art. Die Spinatwachtel", nie. Entree 30 Big. ausgeführt 5 Uhr. In Vorbereitung: bom Theater- Ensemble( 20 Personen). Die lustigen Weiber von Berlin. Anton Kawiecki, früherer Zuschneider des Schneidermeister, Internationalen Maßgeschäfts, Rautstraße 56, jckiger Nachfl. des Herrn H. Rosenthal. Natur- Heilverfahren. Sant, Haruu. Blajenleiden, Frauen- Krankheit.. hellt sicher ohne Berufsstörung.( 39789 Juvalidenstr. 151/ I Max Kliems Sommer- Theater R. Wagner, Danificate 23, Hajenheide 13-15. Artistische Leitung: Paul Milbitz. BF Täglich; Grosses Doppel- Konzert, Theater und Specialitäten- Vorstellung. Jeden Montag: Sommerfest. Kinderfeste. Mittwoch: Die beliebten Donnerstag! Elite- Tag. Die Staffeeküche ist täglich von 2 Uhr an geöffnet. 2 hochelegante Regelbahnen, Würfelbuden, Konditorei, Blumenstand 2c. Sonntag, Montag und Donnerstag: Familien- Kränzchen. Max Kliem. Verein der Lithographen, Steindrucker und Berufsgenossen Deutschlands. Filialen Berlins. Sonnabend, 14. Juli, bei Pahlmann, Schönhauser Allee 148: Sommerfest berbunden mit Konzert, Theater- und Specialitäten- Bor 9-2, 5-9, Sonntags 9-2. monatlich 10 M. Teilzahlung tefert elegante Garderobe nach Maß, auch bar Kaffe zu billigsten Breifen. J. Tomporowski, Schneidermeister, Neanderstr. 16. Dieke, Aderstraße 123: Achtung, Schraubendreher! Wegen des Sommerfestes fällt die Vertrauensmänner- Konferenz am 114/8 15. Juli aus. Dieselbe findet erst am 29. Juli statt. Montag, den 16. Juli 1900, abends 8 Uhr, bei R. Müller, Rummelsburg, Thürrschmidstr. 37: Versammlung der Rummelsburger Mitglieder. Sonnabend, den 14. Juli: Dampferpartie nach Neptunshain. Abfahrt 6, 7 und 8 Uhr ab Jannowißbrücke. unfer guter Bater, der Wietalldreher Grokes Garten- Konzert Oswald Münzberg Gesangsvorträge des Männer- Doppelquartetts ,, Harmonie" Lebensjahre. 1896b Die Beerdigung findet am Sonntag, den 15. Juli, nachmittags 5 Uhr, von der Leichenhalle des St. Sebastian Kirchhofes in Reinickendorf, Humbold: straße, aus statt. Die tiefbetrübten Hinterbliebenen. Kranken- Unterstützungs- und Sommernachts- Ball. Billets zum Preise von 75 Pf. sind im Verbandsbureau, Engel- Ufer 15, ferner beim Kollegen Lay, Graudenzerstr. 7, sowie in den Zahlstellen des Oftens zu haben. Sonnabend, den 14. Juli: Begräbnisverein der Bau- u. Grosses Sommerfest der Schraubenbranche Langestr. 65: gewerbl. Hilfsarbeiter Berlins.in Joels Victoria- Garten, Köpenicker Landstraße. Sonntag, 15. Juli, vorm. 10 Uhr, Grosses Konzert Tagesordnung: Vorträge des Männer- Gesangvereins ,, Georgina" General- Versammlung 1. Abrechnung vom 2. Quartal 1900. schiedenes. Ver2. Bereinsangelegenheiten und Ber 42/11 Neue Mitglieder vom 16. Jahr bis 45. Jahr jeben Berufs werden da: jelbst aufgenommen. Sommernachts- Ball. Kinder- Fackelpolonaise. Anfang des Konzerts 6 Uhr. Billets zum Preise von 25 Pf. find im Berbandsbureau, sowie bei den Kommissionsinttgliedern zu haben. Auch können sich neue Mitglieder jeben Berufs Sonntag nach dem 1., vormittags von 9-11 Uhr, CuvrySonntag, den 12. und 19. August, vormittags 9 Uhr, straße 25, beim Genoffen Erbe, und findet für unsre Mitglieder in der Urania, Taubenstraße, je ein jeben Sonntag nach bent 15. vor: Projektions- Vortrag statt über: mittags von 10-12 Uhr, im Lokal des Herrn Koczorowski, Langeftr. 65, durch den Rendanten Herrn Deredder aufnehmen laffen. Der Vorstand. ,, Die Pariser Weltausstellung". Billets infl. Garderobe a 50 Pf. sind bei den Kassierern, sowie im Verbandsbureau, Engel- Ufer 15, zu erhalten. Die Ortsverwaltung. Eberts Klub- Haus. Fachverein der Holz- und Bretterträger 72. Kommandantenstr. 72. Bühne in den Monaten Berlins und Umgegend. Fertige Garderobe, vou Maßschneider Sält September bis April noch frei. Sonntag, den 15. Juli, vorm. 10 Uhr, in Graumanns Salon gearbeitet, ftets vorrätig.[ 49180* Tischler- Verein Sonnabend, den 14. Juli, abends 8 Uhr. Melchiorstr. 15: General Bersammlung. Tages Ordnung: 1. Wahl des ersten Vorsitzenden eventuell Ersatzwahlen. 2. Abrechnung bom zweiten Vierteljahr. 3. Bericht über die Bibliothet. 4. Wahl eines Bibliothekars. 5. Abrechnung von der Dampferpartie. Ausgabe der Billets zum Sommervergnügen und Vereinsangelegenheiten. Mitgliedsbuch legitintiert. 198/18 Der Vorstand. ſtellung unter gütiger Weitwirkung des Gesangv. Senefelder. Achtung! Zimmerer. Achtung! Ju Saale: Tanz. Herren, welche daran teilnehmen, zahlen 50 Pf. nach. Fackelzug. Kinder erhalten an der Kasse eine Stoclaterne gratis. Programme an der Kaffe gratis. Billets a 30 Bf. find zu haben im Vereinsbureau Engel- Ufer 15( Gewerkschaftshaus); W. Brall, N. Bolliner Straße 9; M. Mescha, S. Adalbertstr. 24, und bei den unterzeichneten Komitee: mitgliedern: P. Bieber, Graudenzerstraße 3; F. Bösel, Biesenthalerstraße 8; H. Colosser, Mariendorf, Chausseestr. 13, 1 Tr.; Heyn, Reichenbergerstr. 142; Sonnabend, den 21. Juli 1900: Grosser Sommernachts- Ball zur Feier des ( früher Renz), Naunynstraße 27: Mitglieder- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Abrechnung vom 2. Quartal. 2. Vereinsangelegenheiten. 3. Ver schiedenes. Der Vorstand. Die Vereinsversammlungen finden nur noch im obengenannten 84/11 Botale statt. Achtung, Zimmerer! ( Vertrauensmänner- Centralisation.) Sonntag, den 15. Juli, vormittags 10 Uhr, bei Cohn( gr. Saal). Benthstraße 20, 1 Treppe: Zweite General- Versammlung des Vereins der Zimmerer Berlins und Umgegend. Tages Ordnung: 1. Abrechnung vom zweiten Quartal 1900. 2. Vortrag des Kameraben Th. Fischer über:„ Arbeitsnachweis und Unternehmertum." 3. Neuwahl eines ersten Schriftführers. 4. Vereinsangelegenheiten. Es erivartet vollzähliges und pünktliches Erscheinen der Mitglieder Der Vorstand. J. A.: Jonny Hinrichsen. J. Hass, Gormannſtr. 22, 1 Tr. I.; Kundtke, Solmisſic. 6; Pommert, Char VII. Stiftungs- Festes des Vereins der Zimmerer 257/8 lottenburg, Schlüterstraße 63; F. Rose, Landsöergerstraße 16; W. Schmidt, Lothringerstr. 58; Schlimbach, Morisstr. 11. Zahlreichen Befuch erwartet orod Das Komitee. 96/6 Central- Krankenkasse der Sattler Hoffnung". ( E. H. No. 64.) Sonnabend, ben 21. Juli 1900: Grosses Sommerfest zum Besten der ausgesteuerten Mitglieder in den Gesamtränmen ber ,, Arminhallen", Rommandantenstr. 20. Großes Konzert. Auftreten des beliebten Berliner Ulk- Trio. Berlins und Umgegend in L. Kellers neu renovierten Festjälen, Stoppenstr. 29. Die Musik wird von Mitgliedern der Freien Vereinigung der CivilBerufsmusiker unter Leitung des Dirigenten Herrn G. Raabe aus: geführt, unter gütiger Mitwirkung des Berliner humoristischen Ult- Trio. Um 1 Uhr Kaffeepause. Festrede, gehalten vom Genossen Kotzke. [ 1897b] Anfang 8 Uhr abends. Ende?? Billets für Herren 50 Pf., Damen 25 Pf. Billets find bei sämtlichen Bezirksfaffieren sowie bei den Komitee: mitgliedern zu haben. Zu freundlichem Besuch ladet ein Das Komitee: Albert Höhle, Insterburgerstr. 4; C. Jänsch, Hochftr. 43; H. Hein, Antonftr. 2; J. Beler, Emdenerstr. 50; H. Blaumann, Antonstr. 35. Kinder- Fackel- Polonaise. Bet start befektem Orcheſter: Großer Ba. Fachverein der Musikinstrumenten- Arbeiter Entree 30 Pf. Tanz 50 Anfang 4 Uhr. Programme gratis. Die Staffeeküche steht den geehrten Damen von 3 Uhr au zur Verfügung. Um recht zahlreichen Besuch bittet Das Komitee. 192 Billets find zu haben: In fämtlichen Zahlstellen, Verbandsversammlungen fowie bei den Kollegen 23. Giese, NW., Paulstr. 6 III; 23. Tuschte, und Berufsgenossen Berlins und Umgegend. Montag, den 16: Juli: O., Langestr 103 III; F. Wolfert, C., Kleine Stralauerstr. 8 I und bei Gr. Sommerfest Achterberg, Adalbertstr. 62. 18886 An 21. Juli bleiben sämtliche Zahlstellen und das Stassenlokal geschlossen. bei Herrn Kliem, Hafenheide 14-15. 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Berschiedenes. 157/18 Alle in der Geschirr und Wagenbranche beschäftigten Kollegen find bringend eingeladen. Filiale II: Treibriemen- Arbeiter. Sonnabend, den 14. Juli 1900, abends 9 1hr, bei Buske, Grenadierstraße Nr. 33: Mitglieder- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Abrechnung vom zweiten Quartal 2. Werkstattangelegenheiten. 3. Verschiedenes. Filiale III: Koffer- und Taschenbranche. Dienstag, den 17. d. Mts. abends 9 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer Nr. 15: Regelmäßige Versammlung. Filiale W: Militärsattler. Sonnabend, den 14. b. M., abends 8 1hr, in den Arminhallen, Kommandantenstraße 20: Mitglieder- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Bericht der Agitationstommission. 2. Wahl eines Kassierers. 3. Vers fchiedenes. Gäste find in allen Bersammlungen willkommen. Um zahl: reiches und pünktliches Erscheinen ersuchen Die Vorstände. Empfehle meine Säle zu Bers September und Oftober noch einige Sonnabende und Sonntage frei.[ 48902* Den Kollegen im Often zur Nachricht, daß sich bie Zahlstelle bei Cohns Festsäle, fammlungen. Schwartzer, Frankfurter Allee 99 befindet. Dafelbst können jeden Sonnabend Beiträge bezahlt werden. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Der Vorstand. 142/3 Beuthstrasse 19/20. Schloss Weissensee. Sonntag, den 15. Juli 1900) aldeWaterfois. Großes Sommer- Heft 80 veranstaltet von den Herrenund [ 50059* KnabenParteigenossen des 4. Berl. Reichstags- Wahlkreises Garderobe bestehend in Grossem Früh-, Mittags- und Nachmittags- Konzert, W Mallen- Gesängen von ca. 500 Mitgliedern des Arbeiter- Sänger- Bundes. Radfahrer- Corlo W - auf festlich geschmückten Rädern. Auftreten sämtlicher Specialitäten im See- Theater. Volks und Kinderbelustigungen aller Art. 13. und Kinderg Bei eintretender Dunkelheit: Grokes Brillant- Feuerwerk. Bon 4 Uhr nachmittags ab TANZ. Herren, welche am Tanz teilnehmen, in beiden Sälen zahlen 50 Pf. nach. Die Kaffeeküche ist von 2-6 Uhr geöffnet. Jedes Kind erhält beim Eintritt einen Bons zu einer Stocklaterne gratis... Anfang 8 Uhr morgens. Billets a 25 Pfg. find in sämtlichen Zahlstellen des Wahlvereins zu haben. Zu recht zahlreichem Besuch ladet ergebenst ein Das Komitee. Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. 215/9 Sonntag, den 15. Juli, vorm. 11 Uhr, bei Keller, Koppenftr. 29: Uebungsstunde. ( 16/10 Man verlange gratis und franco mein Preisbuch. Jacques Raphaëli Inh. Th. Büsing An der Spandauer Brücke 2. modernste Façons, Schuhwaren, Garderobe, 918 Arbeitskleidung für alle Berufsarten bei Julius Lindenbaum Gr. Frankfurterstr. 141, Ede Fruchtstraße. Specialität: Maßanfertigung. Schultze, Wasserthorstr. 1/2, I. Behandlung aller Haut, Harn: und Blasenleiden ohne jegliche Berufsstörung. 3973L Sprechstunden 9-2 u. 5-9. Donnerstagvormittag feine Sprechstunde.. 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Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt. Tokales. Dritter Wahlkreis. Heute abend 81/4 Uhr findet im Gewerk schaftshaus eine Volksversammlung statt, in der Reichstags- Abgeord neter Wolfgang Seine über die Thätigkeit ini Reichstag und die politische Lage sprechen wird. Die Arbeiter der Firma Biedermann u. Die Lokalliste! Die Lokalkommission. Freitag, 13. Juli 1900. tein Knochen verlegt. Die Fleischwunde ist zwar sehr groß, aber Aus Rigdorf. Wir weisen nochmals darauf hin, daß die nicht gefährlich. Die Verunglückte wurde in ein Krankenhaus berichtigte Wählerliste für die Stadtverordneten- Wahlen vom 15. bis 30. Juli cr. im Zimmer 36 des hiesigen Rathauses( Berlinergebracht. " Als Ein schrecklicher Unglücksfall ereignete sich vorgestern abend straße 63, 1.) öffentlich ausliegt und wochentags 8-3, Sonntags gegen 8 Uhr in Charlottenburg. Um diese Zeit überschritt die 8-10 Uhr vormittags eingesehen werden kann. Eingetragen sind ins vierzigjährige Arbeiterfrau Werner die Schloßbrücke der Nachbar- gesamt 15 755 Wähler, welche zusammen 995 333,14 M Stentert Residenz und versuchte dicht vor einem herankommenden Pferdebahn- zahlen und sich wie folgt verteilen: 1. Abteilung 34, 2. Abteilung 692 und 3. Abteilung 15029. Im Vorjahre waren Czarnikow, Kreuzbergstraße 7, veranstalteten am Sonnabend, den wagen den Fahrweg zu kreuzen. Die W. wurde von den Pferden 16 400 Wahlberechtigte mit 792 816,10 m. Steuern eingetragen; 14. Juli, eine Landpartie nach Zeuthen, Künzels Restaurant. Wir zu Boden gerissen, und da es dem Kutscher nicht gelang, die Tram- die jetzige Verminderung der Wahlberechtigten ist darauf zurüd machen darauf aufmerksam, daß das genannte Lokal für die Arbeiter- wah rechtzeitig zum Stehen zu bringen, geriet fie unter den schweren zuführen, daß im vorigen Jahre auch alle Nichtprenzen, die bekanntWagen. Die W. wurde derartig zwischen die Räder und den Kasten lich nicht wahlberechtigt find, in der Liste irrtümlich Aufnahme_geschaft gesperrt ist. eingeklemmt, daß es unmöglich war, die Aermite zu befreien. Erst Den Gefangvereinen, welche beim Boltsfest des 6. Kreise mit- mit Hilfe einer größeren Zahl Bassanten, die Augenzeugen des Un- funden hatten, in diesem Jahre aber gestrichen worden sind. wirken, zur Nachricht, daß am Montag, den 16. Juli, abends 81%, Uhr, glidsfalls waren, mußte der schwere Pferdebahnwagen hochgehoben Die Steuergrenze bilden in der ersten Abteilung 2122,40 m. und in der zweiten Abteilung 153,47 Mart. Der erste im Weddingpart, Müllerstr. 178, die Probe stattfindet. Wir bitten, werden, worauf die inzwischen ohnmächtig gewordene Arbeiterfrau sich zahlreich daran zu beteiligen. Somitag, den 15. Juli, vor aus ihrer qualvollen Lage befreit werden konnte. Die W. hatte eine Steuerzahler der dritten Abteilung hat 153,33 M. zu entrichten. Die mittags 9 Uhr, Komitee- Sigung bei Dieke, Ackerstr. 123. Quetschung des Brustkastens, sowie durch einen Hufschlag eine erheb- Höchstbesteuerte ist die Vereinsbrauerei, welche jährlich 60 113,38 m. Die umfangreichen und schwierigen Bahnbauten, die durch liche Verlegung am Kopf erlitten und mußte nach dem Charlotten- an die Gemeinde zahlt. Eine unter mysteriösen Umständen aufgefundene Kindesdie enorme Ausdehnung des östlichen Verkehrs für die Schlesische burger Krankenhause übergeführt werden. und Ostbahn notwendig geworden, find in ihren ersten Stadien bei Zu dem Unglücksfall in der Druckerei der Firma Ulstein leiche beschäftigt augenblidlich die Schöneberger Kriminalpolizei. Am Mittwoch wurde im Hause Grunewaldstraße 106 auf einem TreppenStralau Rummelsburg zum Abschluß gelangt. Die vier Tunnel- u. Co. erhalten wir von Herrn Rudolf Ulstein folgende Berichtigung: bauten für den Nord- und Südring find beeudet und der Körper In Nr. 159 des„ Vorwärts" wird berichtet, daß ich zu dem Ab- flur die noch warme, in hellgraues Backpapier und eine Nummer der für die neuen Vorortsgeleise der Schlesischen Bahn fertig gestellt. teilungsvorsteher der Stereotypie aus Anlaß des Betriebsunfalls, Berliner Morgenpost" vom 10. d. M. eingewickelte Leiche eines neuDer gebornen Kindes männlichen Geschlechts aufgefunden. Nachdem die alte Bahntrace innerhalb des Gebiets von Rummels- der den Stereotypeur Krüger betroffen hat, geäußert hätte: burg auf die notwendige Höhenlage gebracht worden, ist schon Mann war wohl besoffen?" Diese Mitteilung ist unwahr. Schlackensteine als Pflasterungsmaterial fommen jetzt vers vor einiger Zeit der neue Bahnhof Nietz Rummelsburg, mir der Abteilungsvorsteher Meldung von dem Unfall machte, fuchsweise in dem Vorort Rummelsburg zur Anwendung, und zwar der etwas mehr nach Berlin 811 verlegt worden ist, sprach ich ihm mein Bedauern darüber aus und erkundigte mich wird die Prinz Albertstraße mit diesem in der Form den Wiener zunächst provisorisch in Betrieb genommen worden. Der dann nach dem Hergang. Da Krüger ohne für mich zunächst er Kopfsteinen gleichenden Pflasteringsmaterial versehen. Die SchlackenFernverkehr der Ostbahn wird bekanntlich mit demjenigen der fennbare Veranlassung zu Boden gefallen war, ſo ſtellte ich steine bestehen aus den Schmelzresten der Müll- Verbrennungsöfen Schlesischen Bahn vereinigt und erst furz vor Karlshorst wird die die Frage:„ Er ist doch nicht betrunken gewesen?" Es war dies eine und find, wenn sie massiv, eisenhart. Im allgemeinen sind die Ostbahn sich von der Schlesischen Bahn abzweigen, um bei Biesdorf fachgemäße Frage behufs Ausfüllung des Formulars für die Steine jedoch porös und mitunter vollständig hohl, so daß von dem sich an die alte Strecke wieder anzuschließen. Die Verbindungs- Unfallanzeige." gelieferten Material sich große Mengen als unbrauchbar erweisen. strecke, die eine Länge von 4 Kilometern haben wird, befindet sich Trotz des massenhaften Bruches jedoch soll sich das Plaster wesentlich schon im Bau. Sie besteht in ihrer ganzen Ausdehnung aus einem billiger stellen als Steinpflaster, welches es angeblich an Widerstand hochliegenden Bahndamm, so daß bei der bedeutenden Entwicklung ganz erheblich übertreffen soll. der östlichen Vororte die etwa durch Anlagen neuer Straßenzüge noch notwendigen Unterführungen unter dem Bahnkörper mit Leichtig Auch der neue Bahnhof Karlshorst feit hergestellt werden können. befindet sich schon im Bau. Derselbe erhält in Rücksicht auf den an Renntagen herrschenden Verkehr eine bedeutende Ausdehnung. Um untersuchen. war, ist jezt die Boruntersuchung abgefchlossen. Mit die Fertigstellung des Bahnkörpers für den Vorortsverkehr nach In einer polizeilichen Ermittelungsfache ist es erforderlich, derselben war, wie berichtet, der Charlottenburger Stadtfynditus Möglichkeit fördern zu können, sind die Bauarbeiten gleichzeitig an daß sich die Eltern des Knaben melden, der am Sonntag, den Schulze vom Regierungspräsidenten betraut worden. Die Aften verschiedenen Stellen zwischen Sadowa, Köpenick und Friedrichshagen 1. Juli cr., abends gegen 10 Uhr, in der Lychenerstraße von einem der Voruntersuchung sind bereits an die Disciplinarbehörde ab in Angriff genommen. Auf der Strecke Friedrichshagen- Erfner, Bon dem dem Ergebnis der Boruntersuchung wird woselbst die Bauarbeiten keine Schwierigkeiten bereiten, wird mit angetrunkenen Mann mit einem Stock über den Kopf geschlagen gegangen. worden ist. Personen, die zu diesem Vorfall Angaben machen können, es 111117 abhängen. ob das 18 Disciplinarverfahren gegen denselben erst Ende dieses Jahres angefangen. Leider wird es wollen sich während der Vormittagsstunden im Zimmer 332 des Kuhlow weiter verfolgt und Anklage erhoben wird. Der faum möglich sein, den neuen Betrieb im Jahre 1901 zu eröffnen, Polizeipräsidiums melden. ehemalige Stadtsekretär ist nach wie vor als Vorsteher und so wird sich auch die Ausdehnung des Stadtverkehrs nach Lichtenberg, die für den Sommerfahrplan 1901 in Aussicht genommen des Bureaus der städtischen Gasanstalten thätig, an das er worden war, bis dahin schwerlich verwirklichen lassen. nach der Beendigung des Prozesses Gehlien versetzt wurde. Auch gegen drei andre in der Angelegenheit Gehlfen verwvidelte Beamte der Charlottenburger Gemeindeverwaltung schwebt das Verfahren noch. Sie werden beschuldigt, Material, von dem sie in amtlicher Eigenschaft Kenntnis erhalten hatten, Gehljen zur Veröffentlichung mitgeteilt zu haben. Die Beamten waren zu einer kleinen Geld= strafe verurteilt worden, die Anklagebehörde hatte aber Berufung eingelegt. Das Verfahren schwebt noch in der zweiten Instanz. Beide Beamte bleiben suspendiert und auf halbes Gehalt gefekt. Mädchen wurde in Nixdorf der 33 Jahre alte Tischler Lange aus Wegen Sittlichkeitsvergehend gegen noch schulpflichtige der Admiralstraße 6 in Berlin verhaftet und in das AmtsgerichtsGefängniß eingeliefert. Diese Angaben werden in weiterer Zuschrift von dem Stereotypeur Herrn August Schmeider bestätigt. Wie aus unserer Mitteilung leicht ersichtlich, ist uns die Schilderung von einer Seite zugegangen, die eine richtige Darstellung geben konnte. Ob von unserem Gewährsmann unberechtigter Weise eine schroffere Redewendung wiedergegeben und empfunden wurde, tönnen wir bei dem späten Uebermitteln der Zuſchrift nicht mehr Einen tötlichen Ausgang hat der Unfall genommen, über den wir am Dienstag von der Ecke der Friedrich- und der Kochstraße berichteten. Der 37 Jahr alte Arbeiter Johann Starwitty aus der Die Pensionskaffe der Großen Berliner Straßenbahn- Marienburgerstr. 32a, der dort mit einem Handwagen unter einen Gesellschaft zählt jezt etwa 4000 Mitglieder, während 1000 An- mit Gijen beladenen Nollwagen geriet und überfahren wurde, ist im gestellte die Beitrittserklärung teils noch nicht abgegeben, teils ver- Moabiter Krankenhaus seinen Verlegungen erlegen. weigert haben. In dem Disciplinarverfahren gegen den ehemaligen Stadtsekretär, Kuhlow in Charlottenburg, welches aus Anlaß der Verhandlungen im Prozeß gegen den sogenannten Reichsglöckner Gehlsen vom Charlottenburger Magistrat eingeleitet worden Ein gefährlicher Dachstuhlbrand, der mehrere Personen in Einen merkwürdigen Umbau erfährt gegenwärtig das Haus Erstichungsgefahr brachte, wütete in der Nacht zum Donnerstag in Markgrafenſtr. 64a/ 65 an der Ecke der Krausenstraße. Während alle der Rückerstr. 6a, Ede Linienstr. Das große Ecgrundstück, wird von andern Häuser in dieser Gegend der Stadt nach und nach zu Ge- etwa 50 Mietern bewohnt, von denen ein erheblicher Teil bisher schäftszwecken neu oder umgebaut werden und im Erdgeschoß große nicht versichert war. Auf dem Dachboden des Quergebäudes lagerte Schaufenster erhalten, hat man hier alle Ladenfenster ausgebrochen unb birch feinere erlegt, wie man sie sonst nur an Wohnhäusern neben allerlei Hausrat ein größerer Poften Tabakrippen, so daß dem sieht. Diese seltsame Umgestaltung in einer Hauptgeschäftsgegend Feuer, das hier kurz vor 2 Uhr zum Ausbruch kam, reiche Nahrung geboten wurde. Jedenfalls hatte es schon länger geschweelt, denu hat schon viel Aufmerksamkeit erregt. Das Haus wird aber nach als es schließlich zufällig bemerkt wurde, waren sämtliche Treppen Aus Groß- Lichterfelde schreibt man uns: In den beiden dem Umbau nicht, wie man annahm, privaten, sondern öffentlichen bereits total verqualmt, da das Zinkdach den Rauch niederdrückte. großen Sammelbecken für allerlei journalistischen Unrat,„ Berliner Zwecken dienen, und zwar der Militärgerichtsbarkeit. Das alte Die durch gellende Feuerrufe aufgeschreckten Mieter der oberen Lokalanzeiger" und" Morgenpost", war dieser Tage ein Bericht aus Arrestgebäude an der Linden- und Ritterstraße reicht nach der Gr- Stockwerke fanden ihre Wohnräume ebenfalls start verqualmt und Groß- Lichterfelde enthalten, wonach im Lokale des Herrn Pagel, richtung des Reichs- Militärgerichts lange nicht aus, und das neue riefen deshalb aus den Fenstern nach Hilfe. Nachdem sich die Chauffeeftr. 104, am Sonntag ein gewaltiger Erces stattgefunden Gebäude, das dieses Gericht aufnehmen soll und an der Lehrter erste Bestürzung gelegt hatte, rissen die Eltern ihre Kinder habe, wobei das Meffer eine Rolle spielte und einige Beteiligte fogar straße erbaut wird, ist kaum im Entwurf fertig. Der Militärfiskus aus den Betten und stürmten mit ihnen die Treppen hinab. Am schwere Verlegungen davongetragen haben. Die Vorgänge find vollhat daher das genannte Eckhaus an der Markgrafen- und Strausen härtesten bedrängt waren zwei ältere Frauen, die fleine, unmittelbar ständig entstellt wiedergegeben und ungeheuer aufgebauscht. Wie uns straße auf fünf Jahre für den jährlichen Mietszins von 75 000 M. gemietet. Der letzte Eigentümer war der Gastwirt Pollin, der in an den Brandherd stoßende Dachwohnungen inne hatten. Sie ge- Augenzeugen berichten entstand der Streit durch einen betrunkenen dem Hause seit dem Jahr 1891 das Hotel zum Roten Adler betrieb. langten indes mit Hilfe von Nachbarn ins Freie, noch bevor die Arbeiter, der sich unanständig benahm. Sofort wurde dem Mann Von Bollin erwarb das Grundstück ein Unternehmer aus der Feuerwehr erschien. In der begreiflichen Aufregung hatten die das Lokal verwiesen, und innerhalb fünf Minuten war der ganze Hansbewohner nicht an die Alarmierung der Wehr gedacht, und so Streit vergessen. Thatsache ist nur, daß einer der vermittelnden Emdenerstraße, der es an den Fiskus vermietet hat und jetzt um- fam es, daß Straßenpassanten, die vom Rosenthaler Thor aus das Personen einen Schlag ins Gesicht bekam. Von schweren Verletzungen Feuer bemerkten, noch eher an der Brandstätte eintrafen, als die und Messerstecherei kann nicht im geringsten die Rede sein; daß der Eine Defraudation von 9500 M. Hat der Kaffenbote Albert Wehr. Lestere versicherte sich bei ihrem Eintreffen zunächst darüber, ganze Vorfall geringfügiger Natur war, beweist schon der Umstand, Strud, wohnhaft Nen- Weißensee, Langhausstr. 18, begangen. Struc daß feine Menschen mehr in Gefahr waren, und unternahm dann daß die Lokalpresse vernünftigerweise desselben mit feiner Silbe war bei der Firma Ferd. Vogts u. Co., Unter den Linden 56, be- den Hauptangriff von dem Nachbargrundstück aus, da von dem erwähnt, schäftigt Für die Wiederherbeischaffung des Geldes hat die betroffene brennenden Hause aus dem Feuer nicht beizukommen war. Firma eine Belohnung von 500 M. zur Verfügung gestellt. ganze Dachstuhl wurde eingcäschert, und haben mehrere nicht versicherte Mieter erheblichen Feuer- und Wasserschaden erlitten. Erst nach 5 Uhr fomite die Wehr wieder abrüden, bauen läßt. wollen. Aus den Nachbarorten. Der Sociale Rechtspflege. Das königliche Polizeipräsidium teilt mit: Am 11. d. M., vormittags 10% Uhr, ist eine Tame auf dem Kemperplate von ne Ein Benguisstreit. Der Klempner L. beanspruchte von dene einer Droschte überfahren worden, welche nach dem Unfall in Feuerbericht. Reichenbergersir. 179 wurde Donnerstag früh Klempnermeister Lüttich im Klagewege u. a. ein Zeugnis, daß er schnellster Gangart ihren Weg fortgesetzt hat, in der Bellevueftraße die Tachkonstruktion durch Fener beschädigt. Bald darauf war Kraut bei ihm zuerst als Helfer und dann als Rohrleger ges eine zweite Dame überfahren und noch mit andrem Fuhrwerk straße 38a ein Schadenfeuer in einer Tischlerei zu beseitigen. Brunnen- arbeitet habe. Der Beklagte hatte den Kläger in einem Zeugnis zusammengestoßen sein soll. Alle Personen, die von dem Borgange ftraße 119 war in einer Fahrradhandlung ein Brand ausgebrochen, nur als Helfer bezeichnet. Vor dem Gewerbegericht erflärte er, er Stenntnis haben, werden gebeten, ihre Wahrnehmungen im Central- der aber rasch beseitigt wurde und keinen erheblichen Schaden ver- fönne den Kläger nicht bescheinigen, daß er Rohrleger gewesen sei, bureau des Polizeipräsidiums sobald als möglich mitteilen zu ursachte. Durch Selbstentzündung entstand Lüneburgerstr. 7 ein denn insoweit 2. Rohrlegerarbeiten ausgeführt habe, fei dies Preßfohlenbrand, während Oranienstr. 2 der Inhalt eines Schau- unter Aufsicht geschehen. Von einer selbständigen Rohrlegerthätigkeit Ein Familienereignis im Pferdebahnwagen gab es vor- fensters durch Feuer beschädigt wurde. Andreasstr. 28 gingen Papier- des Klägers könne nicht die Rede sein. 2. behauptete demgegenüber. er habe verschiedene selbständige Arbeiten gemacht. Die Kammer V gestern nachmittag gegen 5 1hr in der Luisenstraße. Ein 25 jähriges fartons in Flaimen auf. verurteilte den Beklagten mit Rücksicht auf seine eignen Angaben, Dienstmädchen Pauline M. aus der Linienstr. 219 wollte die Charité das Zeugnis dahin zu ergänzen, daß Kläger teils als Helfer und aufsuchen und bemißte einen Pferdebahnwagen der Linie Kastanien teils unter Anleitung des Meisters auch als Rohrleger Allee- Nollendorsplay. Sie wurde aber schon unterwegs überrascht und brachte ein fräftiges Mädchen zur Welt, das bald mit lauter Groß- Lichterfelde. Das diejährige Sommerfest des focial- gearbeitet habe. Das Gericht war der Meinung, daß letzteres ebenEtimme von seinem Dasein Kunde gab. Ein Arzt, der zufällig im demokratischen Vereins findet am Sonntag, den 15. Juli, von nach falls im Zeugnis zum Ausdruck kommen müsse. Wagen war, leistete Hilfe und ließ dann Mutter und Kind in einer mittag 3 1hr ab im Etablissement des Herrn Bagel, Chausicefir. 104, Kündigungsausschlußt wandte der Kaufmann Brabant gegen Droichte durch einen Schugmann nach der Charité bringen. Ihrem statt. Der Vorstand hat alles aufgeboten, das Fest zu einem schönen die Lohnentschädigungsklage des Kutschers S. vor dem Gewerbe Schreien nach war es der jungen Weltbürgerin gar nicht recht, daß und würdigen zu gestalten und erwartet daher auch zahlreichen Be- gericht ein. Ein Beuge, der hierüber vernommen wurde, bekundete, sie schon so früh mit der Polizei zu thun hatte. such seitens der Parteigenossen. daß tägliche Kündigung" vereinbart gewesen fei. Dies sieht sowohl Bei der Arbeit verunglückte vorgestern der 33 Jahre alte Bur Charlottenburger Wohnungsnot. Nach dem letzten der Zenge als auch der Beklagte als einen Ausschluß der Bur Charlottenburger Wohnungsnot. Nach dem letzten Kündigungsfrist an, der die Entlassung jederzeit gestatte. Die Böttcher Gustav Bank aus der Stettinerftr. 20. Bank wollte gegen Monatsbesicht des Statistischen Amts gab es Ende April in ganz Stammer VII unter dem Vorsiz des Dr. Meier erklärte jedoch den Abend in einer Pappenfabrik in der Köpniderstraße ein drei Centner Charlottenburg nur noch 482 leerstehende Wohnungen. Wohnungen Beklagten für verpflichtet, dem Kläger eine Entschädigung von 4 M. schweres Faß in den Keller schaffen, konnte es aber nicht halten und von einem Zimmer mit Zubehör standen nur 8, Wohnungen von zwei für einen Tag zu zahlen. Der Vorsigende führte aus, tägliche fiel die 15 Stufen zählende steinerne Treppe rüdlings hinab. Das Zimmern ebenfalls 8 Icer; es gab affo nur 16 leerstehende Wohnungen, Kündigung bedeute, daß der Arbeiter von einem Tag zum Faß rollte nach, traf ihn und brachte ihm schwere Verlegungen bei. die für den Arbeiter, den kleinen Handwerker oder Beamten in Frage andren, d. h. für den Abend des nächsten Tags gekündigt Ein Arzt stellte einen Knöchelbruch am rechten Fuß und bedeutende tamen. Die Zahl der leerstehenden Wohnungen mit drei Zimmern Wunden am Kopf und linken Arm fest, verband den Verunglückten betrug 69, die mit 4 Zimmern 118, mit 5 Zimmern 57, mit 6-8 werden müsse und ohne weiteres nicht Abends cutlassen werden und ließ ihn auf seinen Wunsch mit einer Droichte nach seiner Bimmern 179, mit 9-10 Bimmern 33 und mit 11-15 Zimmern 11. Wohnung bringen. Hier verschlimmerte sich sein Zustand alsbald so Außerdem standen 176 Läden mit Wohnung und 99 Läden ohne sehr, daß auf ärztliche Anordnung ein Lückscher Rettungswagen den Wohnung leer. Angesichts dieser Buhlen ist eine Wohnungsnot Berunglückten dem Augustahospital zuführen mußte. faum noch zu lenguen. Von Jahr zu Jahr verringert sich die Ein durch Gendarmen inhibierter Maskenball. 3wet unbekannte Männer find hilflos aufgefunden und der Bahl der leerstehenden Wohnungen; sie betrug im November 1898 noch 789, im November des folgenden Jahres 645 und 17. Febritar d. J. fand im Kubuschen Lokal zu Waidmannslust Charité zugeführt worden. Der eine ist ein alter Herr mit weißem Vollbart, der feit vorgestern abend Unter den Linden auf einer Bank Ende April dieses Jahres mur 482. Wohnungen, die nur aus einem ein Maskenball statt, der größtenteils von Arbeitern und deren Anjaß und schließlich einem Schutzmann auffiel. Er führte wirre Reden Bimmer ohne Küche bestehen, und von denen früher immer einige gehörigen besucht war. Wald nach 12 Uhr, als nach Ansicht der und konnte fiber seine Person teine Auskunft geben. Der andre und Küche standen im November 1898 noch 78 leer, jetzt nur noch 8; erreichen sollte, erschienen im Saal zwei Gendarmen. Sie forderten leer standen, sind überhaupt nicht mehr frei. Wohnungen aus Zimmer Festteilnehmer das Vergnügen eigentlich erst seinen Höhepimkt Mann wurde in Bankow aufgefunden und auf Beranlassung die Zahl der leerstehenden Wohnung von 2 Zimmern ist von Halb- den Wirt auf, Feierabend zu gebieten, was dieſer auch that.( G des Gemeindevorstands hierher gebracht. Er scheint krampfleidend jahr zu Halbjahr immer mehr gesunken; und zwar von Halbjahr handelt sich nämlich um ein Arbeiterlokal, welches für diesen Fall bis 12, Glück im Unglück hatte vorgestern Nachmittag eine junge Dame, und jetzt auf 8. Auch die Zahl der leeren Wohnungen von drei untersagten den Musikern, weiter zu spielen und forderten die Gäste die vor dem Brandenburger Thor unter einen Pferdebahnwagen Zimmern ist von 149 auf 69 zurückgegangen. Nur die leeren Woh- auf, das Lokal zu verlassen. Die Masten begaben sich nun nach geriet. Die 17 Jahr alte Eva Fehsenfeld, die sich seit 14 Tagen nungen von 4 Zimmern haben eine tieine Vermehrung erfahren, der Garderobe, um sich umzukleiden, Mäntel, Hüte 2c. in Empfang hier zu Besuch bei ihrer Tante aufhält, fam beim Absteigen von während die großen Wohnungen, sogar die von 11-15 Zimmern, zu nehmen, was geraume Zeit in Anspruch nahm, da die Garderobens einem Pferdebahnwagen am Brandenburger Thor zu Falle und fnapper geworden sind. Daß die Hauswirte sich eine so günstige Ge- räume sehr eng sind. Außerdem kommit hinzu, daß in jener Nacht wurde überfahren. Ein Rad quetschte ihr am rechten Unterschenkel legenheit zu Mietssteigerungen in unerhört hoher Weise nicht sehr schlechtes Wetter Herrichte. Regen, mit Schnee vermischt, riejelte vom Knöchel bis zum Knie das Fleisch ab. Glüdlicherweise wurde lentaeben lasien ist einleuchtend. beständig hernieder, und die Gäste, die meistenteils weite Wege bis zu zu fein. fönne. Gerichts- Beitung. Ant zu Halbjahr immer mehr gesunken, und zwar von 109 auf 50, 31 sonst sogar nur bis 10 Uhr Polizeistunde hatte.) Die Gendarmen und " daran ihren Wohnungen zurüdzulegen hatten, hielten sich in den Borräumen| Erefutivbeamten ist unbedingt Folge zu leisten. Zuwiderhandlungen werde wohl niemand leichten Herzens thun. Dagegen hätten die den genossenschaftlichen des Lokals auf, um wenigstens ein Nachlassen des Regens abzu- gegen obige Vorschriften unterliegen einer Geldstrafe bis zum Be- Produzenten bereits Vertrieb der Milch an die Sonden zu organisieren, falls varten. Die Gendarmen verlangten aber, daß auch in diesen Räumen trage von 60 M. usw. siemand verweilen solle und notierten nun verschiedene Personen, die Gegen das Strasmandat legten die Streifenden Berufung ein. die Händler die Preiserhöhung nicht zahlen. Dem Einwand, daß sich nach dreimaliger Aufforderung nicht entfernt haben sollen. 31 Das Echöffengericht sprach sie frei und begründete das Urteil damit, die Kleinhändler vom Publikum keine höheren Preise fordern können diesen gehören auch die Arbeiter Eberhard, Räder und Wendland daß die Auslegung einer solchen Verordnung nicht ins Belieben mit Rücksicht auf die Konkurrenz Bolles, begegnete Herr Ring mit aus Dalldorf. Sie haben gegen das Urteil des Schöffengerichts, wo eines einzigen Beamten gestellt fein dürfe, und hier liege nach der Bemerkung, Bolle habe erklärt, er werde den Milchpreis fofort erhöhen, wenn es auch die übrigen Händler thäten. Verschiedene nach fie aus dem vorstehend geschilderten Anlaß in eine Geldstrafe von objektivem Empfinden keine Beimruhigung des Publikums vor. je 5 M. genommen sind, Berufung eingelegt, und die Angelegenheit fam Gegen dieses Urteil legte der Amtsanwalt Berufung ein und Redner aus den Reihen der Milchhändler vertraten die Ansicht, daß infolgedessen am Donnerstag vor der Strafkammer am Landgericht II stand die Sache vor der Straffammer zur Verhandlung. Die sie die Preiserhöhung gern bewilligen würden, aber in diesem Jahre zur Verhandlung. Die Gendarmen Hante und Naß, welche als Polizeibeamten erklärten, daß sie von dem sei es noch nicht möglich. Seitens der milchproduzierenden GutsZeugen auftraten, fonnten nichts weiter befunden, als daß sie eine Färbereibefizer aufgefordert feien, dafür Sorge befizer trat dann noch der Graf v. d. Schulenburg in die Anzahl von Personen, die der Aufforderung zum Verlassen des zu tragen, daß die Streitposten entfernt würden. Schranken, um den Händlern die Preissteigerung plausibel zu Lokals nicht nachgekommen waren, in den zum Schankbetrieb ge- Es follten sich auch einige Lehrlinge durch das Auf- und Abgehen machen und sie zur Einigkeit mit den Produzenten zu er Nachdem noch mehrere Redner von beiden Seiten hörenden Räumen" aufgeschrieben hatten. Welche Räume dies der Posten in der Nähe der Fabrik beunruhigt gefühlt haben. mahnen. waren, und ob insbesondere einer der drei Angeklagten zur Merkwürdigerweise waren die Lehrlinge nicht als Zeugen gesprochen hatten, wurde folgende Resolution angenommen: befunden fraglichen Zeit sich in einem der Räume hatte, zur Stelle. Wohl waren zwei Arbeitswillige als Zeugen Die Versammlung erklärt, auf den von den Herren Milchproduzenten die nach Ansicht der Gendarmen zum Echantbetrieb ge- da, welche erklärten, sie hätten sich absolut nicht geforderten Preisaufschlag von 2 Pf. pro Liter vom 1. Oktober d. J. hören, darüber founten die Beamten feine bestimmten Angaben beunruhigt gefühlt, denn die Streitenden wären ab nicht eingehen zu fönnen, weil sie die Forderung als eine den machen. Sie blieben nach eingehender Befragung durch den Ver- ihnen in feiner Weise zu nahe getreten. Trotz dieser natürlichen Verhältnissen entsprechende nicht anerkennen tann. Es würde teidiger, Rechtsanwalt Wolfgang Heine dabei, daß die Namen der Aussage und trozdem nachgewiesen wurde, daß die Streifenden den Ruin des reellen Milchhändlerstands herbeiführen und dadurch Angeklagten von ihnen notiert seien, und diese also zu den Persone:: nirgendwo stehen geblieben waren und dadurch vielleicht den Verkehr auch zum Schaden der Herren Michproduzenten ausfallen. Gern gehören mußten, die die Schanträume nicht verlassen hatten. Auf gestört haben tönnten, beantragte der Staatsanwalt die Bestrafung sind die Milchhändler bereit, gemeinsam mit den Herren Milchden Einwand des einen der Angeklagten, er habe im Billardzimmer, und zwar eine Geldstrafe von 20 beziv. 30 M. Er erklärte, es produzenten jede durchführbare Maßnahme zu einer besseren Milchvo übrigens feine Getränke mehr verabfolgt wurden, auf seine handle sich hier um Terrorismus, durch das Bostenstehen versorgung und Förderung der Verwertung zu ergreifen. Frau gewartet, die noch in der Garderobe war, entgegnete follten die übrigen Arbeiter eingeschüchtert werden, Oberamtmann Ring und Amtsrat Schmidt hatten angeregt, daß wir keine Zeuge Hanke: Darauf durften Rüdsicht weil 11111 sich dem Anschein nach grüne Jungen die Vorstände der Vereinigungen der Milchhändler mit den Ver Wir hatten von unsren Vorgesezten den Auftrag, handle, so müsse die Strafe höher ausfallen, als wie die tretern der Produzenten in Verhandlungen wegen der Preiserhöhung den Maskenball um 12 1hr zu inhibieren, und deshalb mußte jeder Strafmandate gelantet haben, dadurch ließen sie sich vielleicht in treten. Dieser Vorschlag fand auch bei einem Teil der Versammlung das Lotal verlassen. Zenge Naß meinte jogar, der Angeklagte habe zulumit abhalten, an derartigen Sachen teilzunehmen. Bemerfen Anklang, als aber am Schluß der Versammlung darüber abgestimmt ja( obgleich es reguete!) auf der Straße seine Frau erwarten fönnen. wollen wir noch, daß es sich hier um Arbeiter von 18-25 Jahren werden sollte, machte sich lebhafter Widerspruch dagegen bemerkbar. Die Angaben der Angeklagten wurden durch zwei andre Zengen handelte. Das Gericht verurteilte jeden der fünf Angeklagten zu Nachdem Oberamimann Ring und Milchhändler Bolle den Antrag bestätigt. Während der Staatsantvalt die Verwerfung der Be- einer Geldstrafe von 10 M. und begründete das Urteil damit, nochmals warm empfohlen hatten, wurde derfelbe angenommen. rufung beantragte, erkannte das Gericht, dem Antrag des Rechts- daß das Kontrollieren der Fabrik gegen obige Polizeiverordnung Aus diesen Verhandlungen wird wahrscheinlich, wenn auch nicht anwalts Seine gemäß, auf fostenlose Freisprechung der Angellogten, verstoße und bezwede, Arbeitswillige von der Arbeit abzuhalten. für die nächste, so doch für eine spätere Zeit, eine Preiserhöhung da denselben nach Lage der Sache ein Verschulden nicht zur Last ge- lnter allen Umständen müßten aber die Arbeitswilligen geschützt hervorgehen, die natürlich die Konsumenten zu tragen haben. legt werden könne. Gegen dieses tief in die Arbeiterbewegung einschneidende Urteil Die Bütower Krawalle vor dem Schwurgericht. Stolpi. Pist Revision angemeldet. Zu der Polizeiverordnung sei bemerkt, daß 11. Juli. Vor demselben außerordentlichen Schwurgerichtshof, der sie ihr Entstehen dem Krefelder Färberstreit vom Herbst 1899 verauf Anordnung des preußischen Justizministers vorgestern und gestern dankt. Sie ist eine Frucht der bekannten Eingabe der Färbereibesizer, über die Krawalle in Stolp zu urteilen hatte, gelangten heute die in welcher ein Verbot des Streifpostcnstehens verlangt wurde Der bei der Katastrophe im New Yorker Hafen in Brand Lärmscenen zur Verhandlung, die sich acht Tage nach den Stolper geratene Dampfer Saale" flott gemacht worden; in demselben Unruhen in dem kleinen hinterpommerschen Städtchen Bütow Kapitalisteumoral. Die in Börsenkreisen vielgenannte Har- wurden noch 24 Leichen gefunden. Die Gesamtzahl der Toten des abgespielt haben und deren Spizze sich gegen die jüdischen pener Bergbaugesellschaft möchte gern ihre in der Zeche Amalia be- Schiffs beträgt demnach 60. Einwohner dieser Stadt richtete. Während jedoch die Anklage- schäftigten Vergleute aus leicht erkennbaren Gründen in der Nähe Ein netter Priester. Die Münchener Allgem. 3tg." berichtet behörde bei den Stolper Unruhen den Standpunkt verirat, daß dieser Betriebsstätte ansiedeln. Sie hat deshalb schon vor Jahren die Umtriebe hiesiger und auswärtiger antisemitischer Kreise den einen dort belegenen, zum Gemeindebezirk Dellwig- Holte gehörenden aus Regensburg: Bekanntlich hatte sich vor längerer Zeit die NachStrawall mit verschuldet hätten, nimmt sie im Bütower Falle an, größeren Hof angekauft und ist wegen Errichtung von Arbeiter- richt verbreitet, Kooperator Nüth von Kallmünz werde vermißt. Es daß hier die Tumulte dem herausfordernden und die Christen wohnhäusern mit den Gemeindebehörden in Verhandlungen getreten. wurde damals beigefügt, daß der allgemein beliebte Seelsorger" beleidigenden Auftreten der Bütower Judenschaft zur Last zu Diese zerschlugen sich aber, weil die reiche Gesellschaft der an einem Kopfübel gelitten und wohl gelegentlich eines SpazierTegen feien. So soll der jüdische Kantor in Bütow an dem Tage, armen Dorfgemeinde, wo 250 Proz. Zuschlag zur Einkommen- gangs an der Naab von diesem Leiden befallen worden sei, ſich als die Danziger Renesten Nachrichten" die inzwischen dementierte steuer und 200 Broz. zur Realsteuer erhoben werden, leberschläge gemacht habe, hierbei vom Schwindel erfaßt, in den Nachricht brachten, ein Arm des ermordeten Gymnasiasten Winter zu den durch eine Ansiedlung der nehmen. " werden. " Dermischtes. " voraus Fluß gestürzt und ertrunken sei. In Wahrheit war Rüth flüchtig der Berglente in Konik ſei bei dem christlichen Schlächtermeister und Stadt- sichtlich neu entstehenden Schul- und Kirchenlasten nur einen gegangen, nachdem er längere Zeit hindurch an mehreren Kindern verordneten Hoffmann in Konig gefunden worden, mit dem Zeitungsverhältnismäßig Teijten. geringen Beitrag wollte. Sittlichkeitsverbrechen verübt hatte. Rith hatte sich nach der Schweiz blatt in der Hand auf den Markt in Bütow gelaufen sein und ge- Die Sache wurde nun von einer andern Seite angepact. Es erschienen begeben, von wo er indessen, nachdem ihm die Mittel ausgegangen, rufen haben:„ Also ist doch so ein Christ der Mörder des Winter zwei Vergleute auf der Bildfläche und ersuchten die zuständige nach Regensburg ausgeliefert wurde. In der gegen ihn gepflogenen gewefen. Daraufhin muß ich mich mit Seft besaufen!" Ferner foll Bolizeiverwaltung von Lüttjen- Dortmund um den Konsens zur Verhandlung vor dem Landgericht in Regensburg wurde festgestellt, eine jüdische Näherin einer katholischen Christin zugerufen haben: Erbauung je eines Wohnhauses auf jenem Terrain, das in 13 Par- daß Rüth in der Zeit vom Herbst vorigen bis anfang dieses Jahres Ihr Katholiken habt den Winter geschlachtet. Wir brauchen fein zellen geteilt norden war. Die Bauprojekte stimmten vollkommen in der Schule( auf dem Katheder), in seinem Zimmer und im WirtsChriſtenblut zu unsren Mazzes, aber Ihr braucht ja das Blut zu überein. Sie erhielten weder die Banerlaubnis, noch die später verlangte hause au vier schulpflichtigen Kindern unittliche Handlungen vorEurem Beihwasser!" Diese und ähnliche Aeußerungen machten am Genehmigung zur Ansiedelung. Es wurde angenommen, daß hier die Annahm. Begen dieser Verbrechen wurde Rüth zu 1 Jahr 6 Monaten 30. Mai dieses Jahres in Bitow, wo gerade Markt war, die Runde, legung einer& o Ionic beabsichtigt werde, wozu die Genehmigung des Gefängnis verurteilt. und am Spätnachmittage desselben Tages standen plötzlich Streisausschusses erforderlich sei. Die Beschwerde beim Landrat hatte Ein großer Brand in Dirschau vernichtete in der Nacht zum Hunderte von Menschen auf dem Markt, schrien Hepp! Hepp! und keinen Erfolg. Der eine Beschwerdeführer, Schroer, wiederholte sein Donnerstag vier große Geschäftshäuser am Markt. Sämtliche WarenJuden raus! und warfen mit Steinen nach den jüdischen Geschäfts- Gesuch um einfache Bauerlaubnis, die die Harpener Bergbau bestände sind vernichtet. leuten. Im Anschluß daran zog die Menschenmenge auch zur gesellschaft natürlich zu nichts verpflichtet hätte, und flagte Es wird Hochwasser mit stellenweisen Ueberschwemmungen Synagoge und zertrümmerte dort die Fensterscheiben und Thüren. gegen den ablehnenden Bescheid beim Kreisausschuß des Landkreises Dem energischen Einschreiten der Polizei gelang es bald die Tumul- Dortmund, ohne indessen Erfolg zu haben. Auch der Kreis- Aus- längs des Dnjefter, des Pruth, des Bystrzyca und mehrerer andrer Der Bahnverkehr auf den tuanten zu zerstreuen, Eine Reihe von Personen, die der Teilnahme schuß nahm an, daß die Bergbaugesellschaft eine kolonie Nebenflüsse des Dujester gemeldet. an dem Krawall befchuldigt sind, haben sich nun heute unter Anklage( Ansiedlungen außerhalb der geschlossenen Ortschaft) anlegen wolle. Streden Stanislaus- Stryt und Stanislaus- Woronienka wurde des Landesfriedensbruchs, der Körperverlegung, Sachbeschädigung uji. Schroer legte Berufung ein und machte geltend, er habe die fragliche eingestellt. Barzelle von der Bergbau- Gesellschaft gekauft und wolle auf eigne Die Straßenbahn in städtischer Regie. Der Breslauer Den Vorsitz im Gerichtshofe führt Landgerichtsdirektor Wahren- Rechnung bauen. Der Bezirksausschuß verwarf aber Magistrat beschloß, die Straßenbahnen fortan nur in städtischer Regie burg, die Anklage vertritt Erster Staatsanwalt Braumann, die Berufung, hörte nach dem noch den Amtsmann über die zu erbauen und zu leiten und alsbald die Konzeſſion für die erſte die Verteidigung haben die Rechtsanwälte Zielfe und Runde Verhältnisse in Dellwig- Holte und begründete dann sein Urteil städtische elektrische Straßenbahn Königsplay- Friebeberg nachzuvon hier übernommen. Auf der Auflagebant erscheinen folgende folgendermaßen: Rach einem bei den Atten befindlichen fuchen. zu verantworten. Die schweizerischen Polizeibehörden ersuchen unter Aus 15 Personen: Tischlerlehrling Hermann Dahlte, Schuhmacher- Formular sei die Bergbau- Gesellschaft die Baugeldgeberin und lehrling Otto Lingstädt, Zimmergeselle Emil Hente, Zimmerlehrling Hypothekengläubigerin. Sie stelle danach gewisse Bedingungen über Emil Pommerening, Arbeiter Hermanu Bittelfow, Schmiedelehrling die Verzinsung und Rückzahlung und die Käufer von Barzellen auf sehung einer Belohnung von 500 Frks. um Nachforschungen nach den Gustav Gebauer, Schuhmachergeselle Richard Bord, Arbeiter Otto dem Terrain müßten sich verpflichten, nur Angestellte der Zeche als Mördern der Frau Puchat in Genf, die in der Nacht zum 14. Juni Szilfe. Arbeiter Kart Mesec, Arbeiter Ferdinand Eland, Arbeiter Mieter aufzunehmen. Mit dem Arbeitsverhältnis folle das Miets- durch Erwürgen getötet wurde. Gustav Heyer, Klempnerlehrling Valentin Sabisch, Malerlehrling verhältnis aufhören und weiter behalte sich die Gesellschaft vor, zu Als Mörder tommt zunächst in Betracht der 40 jährige SchuhFriedrich Borkowsky, Schmiedelehrling Georg Bagel und Arbeiter entscheiden, ob dieser oder jener als Mieter aufzunehmen macher Antonio Guiseppo Berardo aus Alpignano bei Turin. Der Robert Trapp, dieser aus Treblin bei Bütow, alle übrigen aus sei oder nicht. Es lasse sich ein ganzer Plan zur felbe führt Legitimationen des 1859 zu Borgaro geborenen Kutschers gezogen ist. inne " Marktpreise von Berlin am 11. Juli 1900 |--15 1119 nach Ermittlungen des fgl. Polizeipräsidiums. Kartoffeln, neue, D- Ctr.| 12,-| 8, Rindfleisch, Seule 1 kg do. Bauch Schweinefleisch Kalbfleisch Hammelfleisch Butter Gier 1,60 1,20 " 1,20 1, " 1,60 1,10 " 1,60 1, " 1,60 1,10 " 2,60 1,80 60 Sfid 1kg Bütow. Der Angeklagte Bagel ist taubftumm, weshalb der Taub- Anlegung von Arbeiterwohnungen erkennen. Augenscheinlich foll Chiarotta bei sich und nennt sich auch mitunter Cattaneo. Er führt stummenlehrer Jäckel- Stolp als Dolmetscher zur Verhandlung hinzu- ein Bergmann nach dem andern als Parzellenbefizer um die einfache in der italienischen Verbrecherwelt einen Namen, der der deutschen Bauerlaubnis bitten, wenn diese erst einmal erteilt worden sei. Bezeichnung„ Eisenschädel" entspricht. Er ist 1.60 bis 1,70 Meter groß, Den Angeklagten wird Teilnahme am Landfriedensbruch, Sach- Nach alledem sei anzunehmen, daß der von Schroer projektierte Bau von ſtarter Figur, hat rötlichbraunes, Hochstehendes Haar und beschädigung, Beleidigung usw. zur Last gelegt. Bei ihrer Ver- nur ein Teil einer von der Harpener Bergbau- graumelierten Bart, der jetzt voraussichtlich rafiert ist. Als besondere nehmung geben die Angeklagten zunächst zu, sich der Menschen- Gesellschaft beabsichtigten Kolonie Anlage Kennzeichen werden sein lebhafter Gang und eine Tätovierung der aufammlung auf dem Markt aus Neugier angeschlossen zu haben. sein solle. Somit tönne, da die Genehmigung des Kreisausschusses Buchstaben C. P. auf dem linken Vorderarm genannt. Als MitEs sei allgemein über das Verhalten der Bütower Juden zur Anlegung einer Kolonie fehle, auch eine Bauerlaubnis thäter fommt ein ungefähr 25-30 Jahre alter Unbekannter von schaft gesprochen und das Auftreten des jüdischen Kantors kritisiert nicht erteilt werden. Uebrigens würde nach der Auskunft des schwächlicher Statur in der Größe von 1,60-1,65 Meter in Betracht, der etwas stottert. Beide sind jetzt elegant gekleidet und pflegen worden. Im Anschluß daran habe man Hepp! Hepp! und Juden Amtmanns die Bebauung des ganzen Terrains der schr raus! gerufen. Die Angeklagten Lingstädt, Pommerening und armen Gemeinde Dellwig- Holte etwa 300 Schulkinder zuführen, ihre Kunst im Billardspiel zu zeigen. Wahrscheinlich werden sie nach Von den geraubten Sachen fällt Szilke wollen dann beobachtet haben, daß aus dem Hause des sodaß eine Schule gebaut werden müßte. Ferner wäre die An- Amerika zu entkommen fuchen. jüdischen Kaufmanns Wolfram Steine auf die Menge geworfen stellung eines Amtsdieners erforderlich. Es würden der Gemeinde besonders eine aus 18karätigem rötlichem Golde bestehende Cylinderwurden. Die Maffen feien nun immer erregter geworden und man große Ausgaben erwachsen, die sie mit ihrem jetzt schon hohen uhr mit den Numunern 14 604 und 2456 auf in deren Deckel auf der habe angefangen, das Wolframiche Haus und ferner die Läden der Steuerzuschlag nicht aufbringen fönnte. Es erscheine auch un- Außenseite zwei verschlungene Hände, auf der Innenseite ein Kind jüdischen Kaufleute Easpari, Simon und Abrahamjohn mit Steinen erheblich, ob die Bergbaugesellschaft unmittelbar umgeben mit Namen eingraviert sind. 31 bombardieren. Die meisten Angeklagten wollen in diesem Augen- oder mittelbar durch von ihr abhängige Arbeiter blice davongegangen sein, während die übrigen zugeben, sich an zur Anlegung einer Kolonie schreite. Auf jeden Fall wäre das dem Steinewerfen beteiligt und den Zug zur Synagoge mitgemacht gesetzliche Verfahren für die Anlegung zu haben, wo später die Scheiben und Thüren demoliert wurden. zu halten, wodurch eine befriedigende Regelung der Schul- und Weizen, gut D.- Ctr. Angeklagter Borkowsky giebt an, man habe überhaupt alle ähnlicher Gemeinde- Angelegenheiten gewährleistet sei. Das OberJudenläden mit Steinen beworfen, er habe sich aber nicht daran Verwaltungsgericht als Revisionsinstanz warf zwar dem beteiligt. Präs. Haben Sie Grund zum Haß gegen die Juden? Bezirksausschuß einen groben Mangel des Verfahrens vor, weil*) Dioggen, gut mittel Angell.: Nein. Dahlte gesteht zu, eine Scheibe in der Syna- dieser durch Anhörung des Amtmanns nach der Urteilspublikation gering Präs. Was hatten Ihnen denn die gewissermaßen noch für Zwecke der Urteilsbegründung hinter goge eingeworfen zu haben. Juden gethan? Angell. Nichts. Aber zwei fremde Maurer dem Rücken der Parteien eine Beweis aufnahme veranstaltet habe; Angefl. materiell hielt es aber das Urteil der Vorinstanz zivangen mich, zu werfen und Juden raus!" zu rufen. Lingstädt, 16 Jahre alt, giebt an: Er habe bei Aaron und völlig aufrecht. Wolffram, sowie auch in der Synagoge Fenster eingeworfen. Präf.: Hatten Sie denn einen Grund, gegen die Juden vorzugehen? Angell. Ja, fie hatten mich zuerst mit Steinen beworfen. Präs: So tamen die Steine her? Angell.: Aus Wolfframs und Aarons Die Preissteigerung der Milch seitens der Produzenten Grbsen Haus. Erster Staatsanwalt: Ist der Angeklagte denn getroffen? hatte die Berliner Milchhändler veranlaßt, am Donnerstagnachmittag Speisebohnen Angefl.: Nein, aber der Gärtner Kaufmann. Wie kommt dann der Angeklagte dazu, zur Eynagoge zu gehen und wieder eine Versammlung nach dem Concordia- Saal zu berufen, die Linjen Die Milchhändler hatten diesmal auch die Fenster einzuwerfen? Angell.: Beil alle hingingen und weil sehr zahlreich besucht war. den Vorstand des Vereins märkischer Milchproduzenten, von dem †) frei Wagen und ab Bahn. es hieß, es sollten alle Fenster eingeschmissen werden, denn die Juden die Preiserhöhung ausgeht, eingeladen, um eine Verständigung Produktenmarkt vom 12. Jult. Von den Getreidebörsen Nordfollten rans. Bräf. Sie wollten also Rache an den Juden nehmen? mit demselben herbeizuführen. Nachdem der Referent, Milchhändler ameritas wurden heute ebenso wie gestern festere Preise gemeldet, doch blieb Angell. Ja.( Heiterkeit.) Bolle( nicht identisch mit Klingelbolle), in längeren Ausführungen die Wirkung derselben bei uns wiederum auf die erste Stunde des Verkehrs Streifpoftenstehen verboten, so hat die Krefelder Straf- dargelegt hatte, daß die Milchhändler, obwohl sie mit den Pro- beschränkt. Am Frühmarkte wurde Weizen 0,50 M. höher gehalten. Weittags luft unterdrückte und außerdem Realisationsbedürfnis für den laufenden fammer am 10. Juli er. entschieden. Der Sachverhalt ist furz duzenten gern Hand in Hand gehn möchten, zur Zeit nicht in der ging dieſe Avance wieder verloren, da das schöne Wetter die Unternehmungsfolgender: Im April dieses Jahres war in einer Krefelder Färberei Lage seien, den erhöhten Preis( 2 Pf. pro Liter) zu zahlen, nahm Monat sich geltend machte. Trokdem ist die Grundtendenz nicht gerade als Düppel, als Führer der märtischen schwach zu bezeichnen; das Charatteristikum des heutigen Berkehrs war ausein Streit ausgebrochen. Die Streikenden stellten selbstverständlich Oberamtmann Ring Er suchte die Preiserhöhung der geprägte Stille. Weizen wurde in beschränktem Umfange, Roggen fast gar Posten aus, unit den Zuzug zu kontrollieren; doch wurden sie sofort Milchproduzenten das Wort. von Polizeibeamten aufgefordert, die Straßen in der Nähe der Milch zu rechtfertigen, indem er behauptete, daß den Produzenten nicht gehandelt. Die Lieferungspreise bewegten sich auf gestrigem Niveau. Fabrit zu meiden. Dieser Aufforderung leisteten die Streifposten bei dem gegenwärtigen Preise fein Rugen bleibe. Natürlich sollen späterhin gaben dieselben nominell noch eine Kleinigkeit nach, da auch feine Folge, und erhielten ein polizeiliches Strafmandat über 10 M. ja die Milchhändler den Preisanfschlag nicht aus ihrer Tasche zahlen, Destreich- Ungarn feine nennenswerte Anregung bot. Für effeftive Ware zugesandt, und zwar auf Grund folgender Regierungs- Bolizei- in Berlin sei ja der Preis der Milch niedriger wie in anderen Großstädten, waren Offerten klein und wenig dringend, speciell aus dem Süden war verordnung vont 26. März 1900: und das Publikum könne die Erhöhung des Preises tragen. Der Redner nichts offeriert. Am Futtermarft war Hafer ſehr ſtill, im Preise behauptet, Mais infolge einiger Klagen über unbefriedigende Beschaffenheit ange: Den zur Erhaltung der Bequemlichkeit, Reinlichkeit, Sicherheit, führte weiter ans, daß die Milchproduzenten ja die Produktion einschränken tommener Ware in guter Qualität gefragt, geringere Sorten mehr an Ordnung und Ruhe auf öffentlichen Straßen, Wegen, Plätzen und fönnten, um durch Berminderung des Angebots die Händler zur geboten. Rüböl notierte etwas schwächer. Spiritus loco wurde mit 50,30 Sasseistraßen ergebenden Anordnungen oder Aufforderungen der Bahlung des geforderten Preijes zu zwingen. Aber einen solchen Schritt wie am Montag gehandelt... Staatsanwalt: Versammlungen. 1 3,60 2,20 2,80 1,40 " mittel gering " " 15,10 " " " " +) Gerfte, gut 14,90 14,40 " " mittel gering " 14,30 13,90 13,80 13,40 †) Safer, gur " " mittel gering " 2,60 1,20 14,10 13,30 Hechte 2,40 1,20 Nichtstroh 7, 6,- Barsche 1,80 0,80 " Hen 8,40 5,70 Schleie 2,40 1,20 " 40, 25, Bleie 1,40 0,80 45, 25, Krebse per Shot 20, 2,50 70,- 30, *) ab Bahn. Karpfen Aale 15,10 14,20 Bander 16,10 15,20 111 Berantwortlicher Redacteur: Hugo Poeksch in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von May Bading in Berlin.