Nr. 166. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagss Nummer mit illuftrierter Sonntags: Beilage ,, Die Neue Welt" 10 Pfg. Poft Abonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Eingetragen in der Post- Zeitungss Preisliste für 1900 unter r. 7971. Unter Kreuzband für Deutschland und Defterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Erscheint täglich aufer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 17. Jahrg. Die Insertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Kolonel zeile oder beren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Kleine Anzeigen" jebes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inferate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in berExpedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochens tagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Kernsprecher: Amt I, Mr. 1508. Telegramm Adresse: Bocialdemokrat Berlin" Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Fernsprecher: Amt I, Nr. 1508. Freitag, den 20. Juli 1900. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Fernsprecher: Amt I, Nr. 5121. Chinesisches Volk, Mandarine und die Obhut eines Mandarinen nach China kommt, vom Bolt in Stücke in China fühlt, daß er sehr start dabei beteiligt ist. Und weshalb? fremde Diplomatie. - Wir veröffentlichen nachstehend in der Uebersetzung mit einigen Kürzungen einen in den Anfängen des Vogeraufstandes in der„ North- China- Daily- News" veröffentlichten englischen Brief, der sich an den Herausgeber des Blattes wendet. " Daher würde ein Fremder, sobald er selbst unter der wachsamen unsre Gesandten derselben Meinung zu sein, obgleich jeder Fremde gerissen werden, zur Befriedigung eines eingebildeten Hasses. So 1. Weil diefe reformatorischen Ideen mit den unfren vollständig behaupten sie auch, das Volk hasse alle fremden Erfindungen. Wenn übereinstimmen. Wir sind die wahren Schuldigen und der Fremde Telegraphenstangen aufrichten würde, sollte er überzeugt obgleich es den Mächten nicht paßt, das auszusprechen, wiffen sie sein, daß das Bolt fie als eine verlegende Einmischung in ganz genau, daß es so ist. Sie" schmähen den Often, weisen aber sein Fungshui" niederreißen würde mäßig eintraf. Das Volt würde es niemals zugeben, daß Eisen- die Reihe an uns; was denn auch regel- auf den Westen und sobald man mur den Mut dazu findet, kommt bahnen die Gräber ihrer Vorfahren entweihten, sobald Schienen gelegt werden, müßten sie wieder aufgerissen werden und das wurden sie denn auch. Grubenbauten, die die Adern des heiligen Drachen durchkreuzten, müßten aufgehalten, Bergwerke zerstört werden. Es wurde alles getreulich befolgt. -braucht. Peking behauptet, das Land wäre noch nicht reif für 2. weil die Jdeen gesund sind und gerade das was China Reformen, während es hingegen überreif ist, und wenn die Reform sich nicht bald zeigt, aus Fäulnis zusammenzubrechen droht. Der Brief scheint von einem guten Renner und scharfen Beobachter geschrieben, und seine Ausführungen sind geeignet, für das ungemein schwierige chinesische Problem einige Aufflärung zu bringen, ohne daß wir uns mit seinen Ansichten im 3. sind die Fortschrittler unsre Freunde, und in einem Lande, Einzelnen identifizieren wollen. Besonders scharf betont der Ver= Diese Komödie ist von den Fremden außerhalb der Mauern in dem wir nur wenig Freunde haben, dürfen wir nicht zugeben, faffer den Gegensatz des fremden- und reformfreundlichen Bekings lange genug geglaubt worden, in Beting selbst ist man daß sie zur feindlichen Seite übergehen. Wer einem Freund in der Bolts gegenüber dem Mandarinentum. Seine Ausführungen jegt wohl andrer Ansicht. Jedenfalls jahen die Mandarinen sich ge- Not nicht hilft, dem wird auch in der Not nicht geholfen; über die Unfähigkeit der diplomatischen Vertreter in zwungen, ihre eigens errichteten Vogelscheuchen in Stücke zu 4. ihre Feinde, die Neaktionäre, sind unsre Feinde und die China, die gerade die fortschrittsfeindliche reaktionäre Mandarinen- schlagen. Sie sahen sehr bald ein, daß Telegraphen und ähnliche Ursache alles Uebels; politik unterstützten, find jetzt besonders bemerkenswert, da neben den Erfindungen unentbehrlich waren, und so hatte denn tas Publikum, 5. ist die Hinrichtung und Verfolgung der Fortandren Ursachen ihres Untergangs auch ihre eigne Blindheit ent- wo und wie sie auch eingerichtet wurden, nichts dagegen einzufchrittler schredlich ungerecht. Die Geschichte vom scheidend mitgewirkt hat. wenden. Wir sehen daher amtliche Telegraphen, Eisenbahnen, Berg- Kaiser Kuang Hiü und seinen Reformatoren ist werke und Fabriken in allen Teilen, der Stadt, unbehelligt vom eine der traurigsten des Jahrhunderts; Publikum. Ich könnte eine Menge Städte anführen, aus denen 6. ist es unrecht, eine Ungerechtigkeit gutzuheißen, besonders Fremde, die sich im eigenen Interesse niederließen, durch das wenn ein Protest von unfrer Seite zur Zeit des Staatsstreichs dem Volt" vertrieben wurden, gegen die Fremden aber, die in Re- ganzen Verlauf der Ereignisse eine andre Wendung gegeben hätte. gierungsangelegenheiten dorthin gesandt wurden, hatte es nicht das Es bestand die Ansicht, den Kaiser auf dem Thron und die Geschicke Geringste einzuwenden. des Lands in der Hand derjenigen zu belassen, die es am meisten lieben, dann wäre auch unsre Lage von der angenblicklichen ganz verschieden gewesen. Der Brief ist überschrieben:„ Warum tommt es in China zu keinem wesentlichen Fortschritt?" und lautet: fönnten. Sir! Die beste Illustration zu diesem schlauen Vorgehen finden wir in den weitverbreiteten, und so zu sagen populär gewordenen Empörungen gegen die Fremden, wie wir sie hier in den letzten zehn Jahren oft genug zu sehen bekommen haben. Vor dem japanischen Krieg hatten wir deren eine ganze Reihe und jetzt nehmen sie im Norden auch kein Ende. Wie sind diese Dinge zu erklären? 7. Die allgemein übereinstimmende Ansicht der Fremden und Eingebornen geht dahin, daß die augenblickliche Bewegung in einer Empörung enden wird, unter der wir alle gleichmäßig au leiden haben werden. Aber den Augen unsrer Gesandten blieben diese Dinge verborgen. Sie schicken den Urhebern all dieses llebels ruhig ihre Damen zum Thee und beglückwünschen sie, während jeder vernünftige Europäer in China in Sadkleinwand unhergehen und sein Haupt in Asche hüllen möchte. Es kann in China zu feinem Fortschritt kommen, bis die Gesandten die Verhältnisse nicht in demselben Licht erblicken wie die Fremden- Vereinigungen. Hantow, 21. April. Die Lage in China. von Weil unsre Vorstellungen in Beting nicht das richtige Verständnis finden. Paulus sagt, Moses wäre von den Juden nicht verstanden worden;„ als Moses zu ihnen sprach, war ihr Blick getrübt, ein Schleier umhüllte ihn". So wird auch der Geschichtschreiber aus der letzten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts berichten müssen, daß die englische Gesandtschaft nie das richtige Verständnis für China gehabt habt, denn ihr Blid war getrübt; sie sah nichts als Mandarinen und selbst diese nur durch einen dichten, rosig gefärbten Schleier. China zerfällt in zwei ganz verschiedene Teile, in das China der Mandschu- Mandarinen und in das des chinesischen Volkes-und das sind Dutzende von kompetenten Beobachtern würden ohne Zögern antawei ganz verschiedene Welten. Das letztere ist das echte China, das worten:„ Die chinesische Regierung trägt selbst die Schuld an all schon vor soviel tausend Jahren existiert hat und existieren wird, dem Unglück." Wenn man sieht, wie einfach Beamte entlassen, gelange nachdem der Mandschualp, unter dem es momentan leidet, fangen genommen oder verbannt werden, während diejenigen, die geschwunden sein wird. Der echte Chinese steht dem Fremden fich der Feindseligkeiten rühmen zu den höchsten Aemtern gelangen, keineswegs feindlich gegenüber. Es giebt überhaupt keinen be- so ist es weniger zu verwundern, daß hin und wieder Empörungen quemeren Menschen als den Chinesen, noch einen, der weniger ausbrechen, als daß überhaupt jemals Friede herrscht. Vorurteile gegen Fremde hätte. So lange diese sich ruhig ver Die Interessen des chinesischen Volles sind mit denen der halten und alles richtig bezahlen, findet er an ihnen Fremden übereinstimmend. Beide wünschen den Frieden, das nichts auszusetzen. Er hält es sogar für seine Pflicht, Emporblühen und Gedeihen des Landes, und beide müssen sich sie gut zu behandeln, den Konfuzius hat gesagt:„ Es steht zusammenthun, wenn es irgend einen Fortschritt im Lande geben amule uns gut an, Fremde aus fernen Ländern zu haben". In soll. Wenn Chinesen in fremde Länder gehen, sind gewisse Maßden Innlandprovinzen ist der Ninpoese und Kantonese genau ebenso regeln notwendig, um die Interessen der Einwohner zu schüßen, die Auch heute werden wieder allerlei Nachrichten verbreitet, die bes als Fremder angesehen wie der Europäer, und doch sind beide über- unter der Nähe der Aufömmlinge zu leiden haben, und es ist durch all willkommen. Als bester Beweis dafür, wie freundschaftlich die aus natürlich, daß China sich in ähnlicher Weise vor eurostimmt versichern, die Fremden in Peking seien nicht niedergemezelt chinesische Nation den Fremden gegenübersteht, mag gelten, daß päischem Einfluß zu verwahren hat. Aber die Fälle sind nicht worden. Man behauptet, sie seien in sicheren Verstecken, und ders englische Missionare in fast allen Zeilen der Proving ansässig ge- identisch. Es wandern chinesische Arbeiter und Handwerker aus und dann gleichen mehr. Wenn auch bisher noch keine einzige Nachricht über worden waren, lange bevor die Konsuln vor mehreren Jahren her- gewöhnlich in solchen Massen, daß sie den Platz überschwemmen und die Wegelei vorliegt, die man wirklich als zweifelfrei betrachten kann, ausfanden, daß sie kein Heimats- oder Eigentumsrecht erwerben alle andren Arbeiter mit ihrer Arbeit verdrängen. In China aber so sind doch andrerseits die Meldungen über die Rettung noch weniger Das war ihnen aber ohne amtliche Unter- kann der fremde Arbeiter niemals mit dem Eingebornen fonturieren, glaubwürdig. ſt üzung, und trotz der oft sehr heftigen Opposition der denn die Fremden kommen nur vereinzelt, sie gehören einer besseren in Tientsin gemeldet. Die Lage in der Mandschurei ist nach wie Sonst werden heute noch einige Einzelheiten über die Rämpfe Mandarinen sehr wohl gelungen, denn die Landbevölkerung steht Selasse an, und suchen ihren Einfluß auf die Eingebornen geltend zu in Tientsin gemeldet. Die Lage in der Mandschurei ist nach wie Fremden durchaus sympathisch gegenüber. machen, indem sie sie auf eine höhere Stufe zu bringen versuchen. vor für die Russen schwierig. Die schlaue russische Diplomatie arDer echte Chinese neigt sehr dazu, fremde Ware zu kaufen, Das augenblickliche Eystem, die Fremden auf die offenen af en ben Chinesen als Netter zu erscheinen. So wird in grellem beitet gleichzeitig offenbar darauf hin, durch freundliche Beteuerungen fremde Sitte anzunehmen, es sei denn, daß er zu der Einsicht ge- städte zu beschränken, ist das beste Mittel, um ihre tommen wäre, daß seine einheimischen Produkte besser sind. Die Zahl und Macht in Schranken zu halten. Die Welt ahnt Gegensatz zu dem wüsten Nachegeschrei deutscher Blätter endlose Zahl von Dampfern, die aus aller Herren Länder herbei- gar nicht, daß wir so beschränkt werden, es ist so einfach, der russischen Regierung erklärt, man wolle freundschaftliche, eilen, um Waren nach China zu bringen, sind der beste Beweis man verwehrt uns wenn auch energische Maßregeln zur Herstellung der Ordnung er das Necht. Geschäfte ins Jnnenland zu dafür, daß die Chinesen fremde Ware kaufen, und nur ihre tragen oder Grundbesitz außerhalb der Hafenstädte zu erwerben. greifen, und wünsche keinen Krieg. eigne Armut und die durch den Transport nach den von Hafen In dieser durchaus nmötigen Beschränkung liegt der Haupts plägen abgelegenen Orten verteuerte Ware hält sie davon hinderungsgrund von Chinas weiterer Entwickelung. Das sollte zurück, die zehnfache Quantität zu eriverben. Neue Erfindungen aufgehoben werden, aber unsre Gesandtschaften sehen das nicht ein. Aus Tschifu wird telegraphiert: Ein Telegramm aus Shanghat finden rasch bei ihnen Eingang: das Streichholz hat schon lange Unfre Gesandten haben, austatt die Dinge mit eignen Augen vom 16. d. M. besagt, daß über die Lage in Peking seit dem Feuerstein und Stahl verdrängt, die Petroleumlampe schon längst anzusehen, angefangen, alles durch die Augen der Mandarinen 13. Juli keine authentischen Meldungen vorlägen. Viele das Dellämpchen mit dem Docht aus Baummart. Nähmaschinen zu betrachten. Wieviel glänzende Gelegenheiten zur Entwickelung Gerüchte, die natürlicherweise den größten Befürchtungen Ausdruc und japanische Spinnereien findet man überall, wer nicht fremde haben wir dabei eingebüßt! Während der„ Taiping- Rebellion", als gäben, feien im Umlauf in der ausländischen und chinesischen Presse. Kleidungsstücke näht, präpariert das Rohmaterial für fremde die Mandschu- Herrschaft die Hälfte des Reiches an die Chinesen Eisenbahudirektor Scheng indessen, durch den man einzig und allein Spinnereien. Selbst elektrisches Licht wird an Ortschaften gefunden, verloren hatte und der Fremde gezwungen war, Partei zu Nachrichten erhalten könne, erkläre, er habe keine weiteren Nachan denen man es am allerwenigsten vermutet. ergreifen, um dem Streit ein Ende zu machen, schwankte richten empfangen. Das echte China widerstrebt teiner Reform. Des es so sehr, daß jede Partei, zu der wir uns geschlagen Amerikanische Zeitungsberichterstatter melden, daß die Fremden Kaisers Versuche nach dieser Richtung, so durchgreifend sie auch sein hätten, Sieger geworden wäre. Wir waren damals selbst in Peking am 6. Juli einen Ausfall gemacht hätten, darauf bommögen, werden vom Volt. mit freudigerem Entgegen Empörer und hätten es in unsrer Macht gehabt, in Pefing die bardiert worden wären und sich seit dem 9. Juli in bombentommen begrüßt, als der fanguinistische Fremde Polizei zu stürzen, die uns mehr als hundert Jahre unterdrückt und sicheren Verstecken befänden. Der Kaiser sei tot, Prinz Tuan das für möglich halten würde. Thatsache ist, daß der Chinese unwürdig behandelt hat. Hätten wir uns auf feiten der Empörer habe den Thron an sich geriffen. General Nieh, der zu Gunsten der mit all seiner Achtung vor dem Althergebrachten einen mehr als gestellt, so wäre die Emancipation Chinas damals erreicht Fremden aufgetreten, sei zum Selbstmord gezwungen worden. Der durchschnittlichen Menschenverstand besitzt. Jede Neuerung, die worden, wir aber bekämpften und entthronten den Kaiser, später deutsche Post dampfer meldete, am 7. Juli hätten sich die feine eignen Verhältnisse verbessern, oder der rasch aber, unter Leitung der Mandarinen, kämpften wir wieder für ihn. Fremden in Peking noch am Leben befunden. wachsenden Familie neue Erwerbsquellen erschließen könnte, wird er Die Empörung wurde unterdrückt und wir bekamen den ver- Auch der französische Minister des Aeußern Delcaffé erhielt aus mit Frende begrüßen. Er würde sich freuen, wenn er sein Vater- dienten Lohn. Der größte Teil der kaiserlichen Armee bestand Shanghai eine Depesche, welche bejagt, nach Mitteilung des land geachtet und im Emporblühen sehen könnte. Seit einer aus Hunan Regimentern und ihnen ist sorgfältig bei Gouverneurs von Shantung wären die Gesandten in langen Reihe von Jahren aber ist es damit bergab gegangen; gebracht worden, daß sie sich, sobald sie die„ Taipings" ausgerottet Beling und ihre Familien unverfehrt, die Gefahr sei aber immer er denkt, daß jede Aenderung eine Wendung zum Besseren hätten, an die fremden Teufel" machen sollten. Diese Männer fehr groß. Der Vicekönig benachrichtigte den stonjul, daß er nach bringt, und wird sich feiner Neuerung widersetzen, selbst wenn sie fehrten, erfüllt von diesem Gedanken, in ihre Heimat zurück, und Peking um Schutz der Gesandtschaften telegraphieren werde. Ueber Rettungsmöglichkeiten wird der„ Kölnischen fich im blutigen Gewand der Empörung Einlaß verschaffte. haben die ganze Provinz von Hunan mit der antifremden Manie Beitung" aus London geschrieben:„ Die wirklichen Einzelheiten des Das China aber, das der Welt durch den Mandschu- Mandarin erfüllt. So hat die Devise( Sha- hang- twei- tra) töte die fremden letzten Tages in Beling wird man wohl nie vernehmen. Zwar hat dargestellt wird, ist ein ganz andres. Er will uns glauben machen, Teufel" viel Köpfe verwirrt. Diese liebenswürdige Absicht hat immer be- man in diplomatischen Kreisen früher oft von einem angeblichen der Chinese verabscheute die fremden Teufel und all' ihre standen, nur waren Zeit und Gelegenheit zur Ausführung nicht geeignet. unterirdischen Gange erzählt, der Berte. Um feine eignen Worte anzuführen, soll hier wiederholt Es würde ganze Bücher füllen, wollte man aufzählen, wo ichaft, die ja früher die Behausung eines Prinzen gewesen, hinaus werden, was der Autor von Defensio Populi"( Verteidigung des überall durch Raub, Mord und Brandstiftung die feindlichen Absichten führen soll. Bejagter Gang vermittelte aber, wie bie, bie es Volfs) vor acht Jahren veröffentlichte.„ Der Chinese verfolgt die der Mandarinen uns gegenüber und zur Wahrung der Interessen lichen Stadtviertel. Wenn also die Geschichte wirklich wahr sein sollte. wiffen fonnten, versicherten, nur die Verbindung mit dem kaiserFremden mit einem Haß, den nur der nachempfinden kann, der Chinas zum Ausdruck gekommen sind. Die merkwürdige Haltung fo wird auch wohl kaum jemand auf diesem Wege entronnen sein. ihm lieb und heilig ist, alles, was ihm als unsrer Gesandten der Reformbewegung gegenüber ist oft genug Die einzige Möglichkeit, daß der eine oder andre dem Verderben Rasse und Nation eigentümlich, Auffassung, Kultur und Kunst in besprochen worden. Die Ansicht der Mandarinen besteht darin, daß entgangen wäre, bestände vielleicht darin, daß Chinesen ihn verborgen Gefahr weiß, unwiderbringlich entstellt und zerstört zu sehen." diese Geschichten uns nichts angingen und merkwürdigerweise scheinen hätten. Es hat vor einigen Tagen geheißen, awei Europäer feien alles, was " 29 # Was ist in Peking vorgegangen? mit dem Leben davon gekommen. Von wirklicher Rettung würde Die fünfte Sektion der Bahn ist bereits verlassen, auch die sund die Reserven ständen auf 19 Millionen Pfund man aber jedenfalls erst nach geraumer Zeit hören können, da Sektion Ryschowe ist von der Schußmannschaft verlassen und die niedriger als zu irgend einer Zeit des Jahres. Sie Gerettete und Retter, wenn ihnen ihr Leben lieb ist, darauf bedacht östliche Sektion ist geräumt worden. Es verlautet, Charbin sei in würden noch niedriger sein, wenn nicht der Bank ein neues sein müssen, den Schleier des Geheimnisses und der Verborgenheit westlicher, südlicher und nördlicher Richtung abgeschnitten. Die füd- Notenrecht über nahe an eine Million Pfund im Laufe nicht zu früh zu lüften." liche Sektion Charbins ist gleichfalls von den Arbeitern verlassen, die nach Norden abgingen; ebenso die zweite. Das Benehmen der des Jahres zugeflossen wäre. Chinesen den Russen gegenüber unterscheidet sich von dem andren Nationen gegenüber beobachteten dadurch, daß sie die Ruffen auffordern, das chinesische Gebiet zu verlassen, während andre fofort angegriffen werden, was sich durch die guten ökonomischen Beziehungen beider Reiche erklärt. Wie dem" Standard" aus Shanghai gemeldet wird, begeben sich die Gouverneure von Hunan und Hupe an der Spige ihrer Truppen nach Peking. Ausstreuungen chinesischer Diplomaten! * * * Die Kämpfe um Tientsin. Von dem Chef des deutschen Kreuzergeschwaders ist in Berlin nachstehende Meldung eingegangen: Diese vorsichtig umschriebene Ankündigung der herannahenden schrecklichen Kriese zeigt sich nun jetzt schon allenthalben. Die Berichte der fontinentalen Börsen atmen die ver zweifelte Stimmung der kapitalistischen Profitmacher, die auf weitere Fortentwicklung der guten Wirtschaftslage gehofft hatten Auf der östlichen Sektion der Eisenbahn arbeiten die Chinesen und sich jetzt plöglich vor dem Krach sehen. Aus allen Industrienoch, so daß Hoffnung vorhanden ist, durch freundschaftliche zweigen werden bereits Klagen laut und bald wird nun wohl Ab Taku 16. Usedom meldet: Infolge der Angriffe am 13. energische Maßregeln nach Ansicht des Generalstabs und des auch die goldene Zeit der Kohlenbarone dahin sein. wurde am 14. früh dem Sturm der umwallten Chinesenstadt durch Finanzministeriums Ordnung und Ruhe wieder herzustellen, da Ist doch die Ursache der Kohlennot und der hohen KohlenJapaner, Engländer, Amerikaner faum noch widerstanden. Die auch Rußland an Krieg nicht deute und ihn nicht wünsche. preise fast ausschließlich in der Spekulation zu suchen. Stadt ist in den Händen der Verbündeten. Auf der Ostseite am Auf Grund der einschlägigen Gesetze werden das Amur- Gebiet, Die Industrie hat, um von den Preissteigerungen der Kohlen 14. nachmittags noch Kampf der Russen um den Besitz der chinesischen der erste Distrikt des Chabarowskischen Bezirks, ein Teil des Küsten nicht allzu sehr betroffen zu werden und bauend auf die Lager. Am 15. früh wehen auf der Citadelle in den chinesischen gebiets sowie die Städte Blagowieschtschenst, Chabarowst, Nikolst, Fortdauer des guten Geschäftsgangs, auf lange Zeit Lagern russische Fahnen; damit ist die Eroberung der Stadt furi und Wladivostok als seit dem 17. Juli von Rußland im ihren Kohlenbedarf vertragsmäßig abgeschlossen. Zwingt Fortdauer des guten Geschäftsgangs, Uljedom über Politik. so Uſebont melbet her bas Gefecht am 13. früh: Er ſei im Die deutiche Botine. In schlechter Geschäftsgang zu Betriebseinschränkungen, Hauptquartier von Alexejeff gewesen; beteiligt gewesen seien die werden viele Etablissements die Kohlenmengen nicht Compagnien Wedding von Gefion" und" Frene" und Kopp von Der Hamburger Korresp." begründet die Verhängung der " Staiſerin Augusta" unter dem Oberbefehl von Weniger. Eine Depenschencensur über die chinesische Gesandtschaft damit, daß die abnehmen können, so daß die Bergarbeiter am Stunde nach dem Beginn des Angriffs fand 600 Meter von deutscher europäischen Vertreter Chinas noch immer mit Peking in Verbindung ehesten die Verschlechterung zu fühlen bekommen. So wird und ruffischer Infanterie eine ungeheure Explosion statt, so daß stehen. Die Uebermittelung des bekannten Rechtfertigungs- Edifts uns aus dem fächsischen Industrierevier Chemnitz beviele Leute umfielen und die Maultiere der französischen Gebirgs vom 29. Juni habe dies hinreichend bewiesen. Zugleich war damit richtet, daß dort einem großen Werke ganz plöglich Oels. Artillerie durchgingen. General Stößel war einziger Leicht erwiesen worden, daß die Machthaber in Peking nur ihnen niger Kohle über Kassel angeboten wird. Dort sind verwundeter dabei, konnte nach einer Stunde weiterführen. Er genehme Nachrichten ins Ausland gelangen laffen. Wenn also schon größere Mengen verkaufsfrei geworden. In beendet. Deutsche hervorragend geführt. äußerte, er habe nie bessere, Soldaten als unsre( Matrosen) gesehen. man jezt dem chinesischen Gesandten die Möglichkeit der Bias hat sie 1800 Arbeiter beschäftigende General Stößel hat bei allen Kämpfen um Tientsin Russen und nehme, nach Peking über die militärischen Rüstungen Stammgarnspinnerei Kaiserslautern bereits durch Anschlag und sonstigen Vorbereitungen zum Feldzuge untontrolliert Arbeitsentlassungen bekannt gegeben. Die KleineisenDaß die Deutschen an diesem Tage so wenig Verzu berichten, so sei dies eine Vorsicht, die den militärischen Aktionen industrie befindet sich in der schlimmsten Situation und Iuste erlitten, liegt an dem sehr schnellen sprungweisen der Mächte nur zu ſtatten kommen könne. Der Vertreter einer Vorgehen. Um 7 Uhr in Gemeinschaft mit Russen chinesische Stellung europäischen Macht würde natürlich die Verhängung der Depeschen- bald werden andere Industriezweige nachfolgen. mit 12 Geschüßen genommen. Unfre Leute machten um 9 Uhr einen censur damit beantworten, daß er seine Pässe verlangt. Ob der frischen Eindruck frog zehnstündigem Marsch, wurden in diesen chinesische Gesandte diese Konsequenz ziehen wird, muß man abtrotz Stellungen bis 11 Uhr von der Citadelle mit Geschüßen beschossen, warten. ohne Verluste; nur erhielt v. Wolff beim Abmarschieren nach Ablösung durch frische Russen ein Shrapnel in das Knie. Die ermüdeten Compagnien rückten gegen 1 Uhr wieder in die Quartiere. Die chinesische Gesandtschaft hat diese bisher unerhörte Maß regel nicht beantwortet, die zweifellos die formelle Kriegserklärung seitens Deutschlands bedeutet. Die Köln. 3 tg." ffizziert offiziös die Haltung der deutschen " Es ist immer dasselbe Bild. Während die Kapitalisten, bei den ersten Zeichen der beginnenden Strife rasch, wenn auch mit Verlusten, ihr Geld aus den gefährdeten Produktionszweigen durch schleunigen Verkauf ihrer Papiere retten, ergießt sich die volle Schale des Unglücks über die frohndenden Massen der Proletarier. Dafür haben sie während der Prosperität Am 14. früh war Usedom mit den 2 Reservecompagnien, die Regierung in der Bülowschen wohlwollend- nichtssagenden Art ge- durch die Ausdehnung der täglichen Arbeitszeit ins Endlose, aber nicht gebraucht wurden, für kurze Zeit in der Chinesenstadt, die dämpft- energischer Allgemeinheiten. Es ist ganz die Methode der durch die Vermehrung des Arbeiterrifikos, welches sich zeigt in bereits in Brand gesteckt und verwüstet war. Der größte Anteil an unklaren Sammelpolitit, die man auch im Innern anwendet. Man den enorm gestiegenen Unfallzahlen der Berufsgenossenschaften, deren Eroberung fällt den Japanern zu. In der letzten Zeit sucht die schroffen Gegensäge aus der Welt zu schmeicheln. Der für die Mehrung des kapitalistischen Profits sich anstrengen hatte die immer zahlreichere chinesische Artillerie immer heftiger ge- Offiziofus Bülows kündigt an, daß nach Eintreffen der Verstärkungen müssen. Jezt rettet sich die Kapitalistenklasse in den Hafen schossen, selbst das verhältnismäßig gut geschüßte deutsche Konsulat, mit allem Nachdruck politisch und militärisch der Vormarsch gegen mögen die Proletariermassen zusehen, wie sie auf dem Wrack die Bank, der Klub, worin unsre Verwundeten waren, wurden Peking anzutreten sei. Deutschlands Politik sei weder eine der verkrachenden Industrie zurechtkommen. fast täglich getroffen. Dies hinderte das notwendige Ausruhen Politik der Toleranz noch der Zurüdseßung andrer: Arbeitslosigkeit, Hunger und Verzweiflung wird der Lohn zwischen den großen Marschstrapazen. Eine Regierung und ein Volt, die sich selbst achten, müssen für den jahrelangen Fleiß der deutschen Arbeiter sein dank als eine heilige Pflicht die Sühne solcher Verbrechen = Der Erlaß von Majestät, betreffend Belohnung für Be freiung der in Peking Eingeschlossenen findet bei allen Nationen hier dankbare Aufnahme. Der Erlaß ist verbreitet. Japanischer Konsul in Tientsin hofft Boten für Peking finden zu können. Am 15. und 16. trafen ein: etwa 1000 Japaner als erster Teil der in Aussicht gestellten Division, am 16. erster Dampfer mit indischen Truppen. An diesen offiziellen Meldungen ist bemerkenswert, daß man in Tientsin und Tatu anscheinend noch nichts von dem Massakre in Beling weiß, nicht einmal gerichtweise trotz der geringen Entfernung. Die Nachrichten über das Blutbad sind sämtlich aus Shanghai gekommen. Demnach kann man allerdings noch immer, wenn auch geringe Zweifel hegen, ob die Fremden wirklich ihren Untergang gefunden haben. In Wie aus russischer Quelle berichtet wird, ist die Lage in Zientfin schwierig, da 150 000 Chinesen und 221 Kanonen in der Umgebung der Stadt stehen. Schantung wird die wird die chinesische Miliz auf 450 000 Mann geschäßt. Nach Ansicht des Generalstabs werden die Ver bündeten bis zum 21. August 75 000 bis 80 000 Mann zur Verfügung haben. In Tientsin führt den Oberbefehl über die verbündeten Streitfräfte Vice- Admiral Alexejew mit dem Befehlshaber der japanischen Truppen. Die Ausdehnung des Ausstands. " " Ein chinesisch japanisches Bündnis. Der englischen Romanzeitung Daily Expreß" wird folgende abenteuerliche Botschaft angeblich aus Shanghai gemeldet: verfolgen, wie sie jest in Peking begangen worden sind, und wenn der erhabenen Weltpolitik des Kapitalismus. die Regierung es nicht schon aus eignem Antrieb thäte, so würde fie dazu gezwungen werden durch das Volk(?), das eine Schwäche in diesem Fall niemals verstehen könnte. Darüber, daß die Sühne erforderlich ist, wird wie zwischen dem deutschen Volk(?) und seiner Regierung auch zwischen den Mächten kein Zweifel herrschen. Was nach der Bestrafung des Verbrechens geschehen soll, das in den Einzelheiten zu erörtern, scheint augenblicklich noch „ Eine seltsame Entdeckung ist heute gemacht worden. Wie verfrüht. Deutschland, das in China nur wirtschaftliche Zwecke verfolgt, wird seine Stimme mit besondrer Ruhe erinnerlich, war im vergangenen Herbst viel die Rede von einemt Bündnis zwischen China und Japan; die Kaiferinund Unparteilichkeit erheben können, weil seine Wünsche sich auf Witwe hatte Liufchoschun als Specialkommissar nach Tokio gesandt. nichts andres richten, als daß China zwangsweise in eine solche Jezt verlautet aus unzweifelhafter Quelle, Liufchoschun sei beauftragt Lage versetzt werden soll, die es dem Fremden erlaubt, ohne gewesen, dem Kaiser von Japan Vorschläge für einen geheimen Besorgnis für Freiheit, Ehre und Leben seinen Beschäftigungen im Vertrag zu machen, der den Zwed haben sollte, jeden Lande nachzugehen. Man wird an China die Anforderung stellen europäischen und amerikanischen Einfluß zut müssen, daß es sich in dieser Richtung wenigstens annähernd denvernichten und alle Fremden in China und Japan jenigen Pflichten anbequeme, die ein halbwegs civilisierter Staat allgemein niederzumeheln; China und Japan sollten auf sich nehmen muß. Man hat bisher geglaubt, daß China auf dann das ganze Ostasien von Birma bis Sibirien unter sich teilen. dem Wege natürlicher Entwicklung dahin gelangen werde, eine Li- Hung- Tichang befürwortete diese Vorschläge in Depeschen, Annahme und Hoffnung, die durch die letzten Ereignisse so gründ die er an den Marquis Jto und den Kaiser von Japan richtete. lich wie mur möglich zerstört worden ist. So bleibt Europa denn Letzterer lehnte es ab, über die Vorschläge zu verhandeln. Nichtsnichts andres übrig, als hierfür diejenigen Bürgschaften destoweniger übergab Liuschoschun ihm einen von Li- Hung- Tichang aufzuerlegen, die ihm nötig und geeignet erund dem Taotai Scheng abgefaßten geheimen Code, mit dessen scheinen werden, und die vollständig ausreichen, Hilfe der Kaiser mit der Kaiserin- Witwe torrespondieren konnte. um die Wiederholung von Ereignissen, wie der Dieser Code ist niemals benutzt worden; daß er existiert, Gesandtenmord und die Verfolgung der Europäer ist im englischen Auswärtigen Amt bekannt. auf immer unmöglich zu machen. Die Vorbedingungen der Schaffung einer solchen politischen und wirtschaftlichen Lage Diese Meldung umspinnt offenbar einen Kern von Wahrist aber die Niederwerfung des Aufstands und die Bestrafung der heit mit üppiger Sensationsphantastik. Daß Bemühungen im Schuldigen. Erst wenn das erreicht ist und die heutigen Zeiter Gange waren, ein chinesisch- japanisches Bündnis zu schließen, der europafeindlichen Bewegung beseitigt sein werden, wird auch dürfte wahr sein. Aber es hat sich zweifellos weder um ein der chinesische Stolz und die chinesische Un- Bündnis zur Niedermegelung der Fremden gehandelt, noch um wissenheit eine ausreichende Lehre erfahren eines, das gegen Reformen gerichtet war. Ganz im Gegenteil muß haben, um sich dem europäischen3wang zu unter- man annehmen, daß der Gedanke eines gelben" Bündnisses werfen." von den reformfreundlichen Kreisen Chinas ausging, die Die Meldungen über den Ausbruch von Unruhen in Ringpolöfen Diese Andeutungen sollen wie ein festes Programm aussehen, sich aber gegen die europäischen Absichten der Aufteilung", der find, wie die„ Times" aus Shanghai unter dem 16. Juli er- lösen sich aber bei näherer Prüfung in lauter Fragezeichen auf. Unterjochung der„ gelben Rasse" zu wehren bemüht waren. fahren, sehr übertrieben. Dort ist vielmehr alles ruhig. Unter den wie will man das Verbrechen bestrafen? Welcher Art sollen die Selbstverständlich hat Rußland alles aufgeboten, um solch ein Chinesen in Ningpo war eine Panit ausgebrochen, welche allmählich Bürgschaften sein? Wie soll der europäische 3 wang- ohne Bündnis zu hintertreiben, und die immer noch dunklen Vorabnimmt. Zweifellos ist dieselbe im wesentlichen durch Berichte von Eroberung!- ausgeübt werden? gänge am Pefinger Kaiserhof, die Entthronung des Kaisers der Tötung unschuldiger Chinesen in Tientsin verursacht worden. Es Uebrigens scheint diese Auslassung, die hinter äußerlicher Ent- und der Sieg der Kaiserin- Mutter, mögen wohl mit russischen sind indessen nunmehr von der städtischen Verwaltung durch die schiedenheit nur mangelhaft die thatsächliche Verlegenheit verhüllt, Intriguen im Zusammenhang gestanden haben. Gilden zum Schuße der chinesischen Einwohner in der Fremden weniger bestimmt zu sein, den Chinesen zu imponieren oder ein Niederlassung beruhigende Erklärungen erlassen worden, die eine gute flares Programım der Politik zu geben, als vielmehr bei den Der New York World" wird aus Tschifu telegraphiert, der andren Mächten gewisse infolge anderer Kundgebungen entstandene Gouverneur von Schantung habe die Beamten durch ein Schreiben Vorurteile zu überwinden. angewiesen, die christlichen Eingeborenen zu zwingen, daß sie ihren Glauben abschwören und Bürgschaft dafür stellen, daß sie nicht mehr zur christlichen Kirche zurückkehren, sowie das Vermögen der getauften Chinesen und der Kirchen einzuziehen. Es sind öffentliche Aufforderungen an das Volk ergangen, die Plünderungen gegen christliche Chinesen, die dem Christentume wieder entsagen, einzustellen. „ Daily Mail" berichtet aus Shanghai: Das Eigentum aller Ausländer in der Provinz Schantung sei zerstört, die Truppen des Gouverneurs Juan- schi- fai hätten hätten diejenigen des Generals Tung- fuh- fiang unter großen Verlusten bei Tjang- tschou südlich von Tientsin nahe der Grenze der Provinzen Tschi- li und Schantung, geschlagen. Aus Tichifu erfährt dasselbe Blatt unter dem 15. Juli, die Lage in Niutih wang sei sehr ernst. Siebzig Kosaken ständen in dem Ort und vor der Stadt lägen zwei japanische und ein russisches Kanonenboot. Die Boyer hätten die Stadt eng eingeschlossen. Amtlich wird gemeldet, die fremden Frauen und Kinder seien aufgefordert, die Häfen am Yangtse- Siang zu ver lassen. Am Poyang- See ist in der Nähe von Kiu- tiang ein Aufruhr ausgebrochen, mehrere Missionare sind getötet und die Kirchen eingeäschert worden. Der Telegraph ist zwischen Hankau und Kiufiang unterbrochen. Politische Uebersicht. Berlin, den 19. Juli. Der kommende Krach. Es mehren sich jetzt täglich die Anzeichen, daß, sofern es den Mächten nicht gelingt, den chinesischen Wirren ein baldiges Ende zu bereiten, woran niemand mehr glaubt, das chinesische Abenteuer die kapitalistische Schwindelherrlichkeit zum Krach bringen wird. Selbst die kapitalistische Presse giebt jetzt das Schönfärben auf und gesteht offen ein, wie schlimm es in allen Teilen des Weltmarkts aussieht. Angesichts der fallenden Börsenkurse, die so schlecht harmonieren wollen mit der fümmerlich aufgebügelten Theaterbegeisterung für den Chinesenkrieg, deren sich die offiziöse Presse befleißigt, wäre es ja auch verlorene Liebesmüh', noch daß die chinesische Wirrnis schließlich doch zu einem Bündnis Uebrigens ist die Annahme nicht von der Hand zu weisen, der gelben Rasse" führen wird und den europäischen Weltbeutepolitikern die erhofften Früchte ihrer blutigen Abenteuer entrissen werden. " Deutsches Reich. Ursachen des chinesischen Fremdenhaffes. Der Beglarer Anzeiger" ein reisblatt amtlichen Charakters veröffentlicht Soldatenbriefe aus Kiautschou. In einer Schilderung aus der Zeit der Pachtung" finden wir folgende bemerkenswerte Einzelheit: " An einem schönen Morgen brach die Compagnie denn auch Sehr ausführlich und genau ist der russische Nachrichtendienst auf, schwerbeladen mit Hartbrot und Patronen. Nachdem wir cin über die Kämpfe in der Mandschurei. Dem Generalstab wird aus paar Dörfer passiert hatten, hielten wir in einem Gößentempel Chaborowsk vom 15. d. M. gemeldet: Die Bewegungen General Gribstis am linken Anzurufer gegenüber Aigun und die Beschießung vor der Stadt Tsimo. Au den Göttern hingen wir unsre Hängematten auf zum größten Erstaunen der uns au von Blagowjestschensk beweisen, daß die Chinesen sorgfältig vorbereitet und mit viel Munition versehen sind. Auf der Linie gaffenden Chinesen, welche alle Augenblicke glaubten, die Götter würden Aigun- Sachalin sind chinesische Truppen mit Artillerie zusammenAber vernichten. fie wollten gezogen. Im Bezirk Banseijst verblieben in den mandschurischen etwas zu verheimlichen. nichts mit uns zu thun haben und wir haben die Nacht Dörfern nur Greise, alle Waffenfähige verließen das rechte Amur- Von allen Seiten stürzen jetzt die schlimmen Nachrichten famos geschlafen. Tjimo ist der Siz des Mandarins Ufer. Im Bezirk Basensty streifen bewaffnete Chinesen, auch in den über uns herein. Ein hervorragender Bankfachmann, Herr auch liegen da fünf Compagnien chinesischer In Bezirken Giltschinst und Zavitinst bilden sich bewaffnete Gruppen. fanterie." Die Truppen des Generals Gribsti sind nach Blagowjesischenst delir Schuster zu London, hat auf der vor einigen Tagen stattgehabten Generalversammlung der Union, Wenn einmal die Chinesen in Deutschland eine Bachtung vors zurückgekehrt. Unterm 13. Juli wird aus Chabarowst gemeldet: Oberst Bank of London in Bezug auf die Marttlage gesagt, nehmen sollten und dann in den christlichen Kirchen an den HeiligLieutenant Winilga, welcher in östlicher Richtung von der Station die verschiedensten Anzeichen deuteten darauf hin, daß der tümern der christlichen Religion spottend ihre Hängematten anfTaimagu vorrüdte, wurde am 9. Juli bei Charbin von Chinesen höchste Stand der Aufwärtsbewegung erreicht hängen, so find natürlich dann die fromm- gläubigen Deutschen ver überfallen. Die letzteren wurden zerstreut, die russische Sotnie sei und man nahe vor dem Umschwung stehe. Die pflichtet, sich über solche Verhöhnung ihrer heiligsten Empfindungen verlor einen Toten und einen Verwundeten. Alle Stationen Preise mancher Waren seien, verglichen mit dem ja nicht aufzuregen und sich gegen die Freunden aufzulehnen, sonst der Sektionen der Bahn wurden angezündet und geplündert. Die Stande von vor einigen Monaten, bereits beträchtlich wären sie Barbaren, Bestien, weiße Teufel. Telegraphenverbindung mit Charbin ist gestört. In der Stadt selbst gesunken. Dazu trete, daß die Aussichten in China und Man erkennt aus solchen Mitteilungen, mit welchem Zartgefüht ist die Lage bedenklich. Infolge der kritischen Lage in Blagowjestschenst erhielt Indien wenig erfreulich seien. Infolge dieser Lage werde der unsre europäischen Civilijatoren ihre Mission ausführen. General Gribski Verstärkungen. Wegen der Lage dieser Stadt gegenwärtige niedrige Geldpreis faum noch eine wundert sich aber auch nicht mehr über die jetzigen Ereignisse, die so Der Gold vorrat der Bant furchtbar erklärlich sind. an der Grenze ist man um die Sicherheit der Eisenbahn- lange Dauer haben. arbeiter der mandschurischen Bahn in großer Besorgnis, von England sei unter 31 Millionen Pfund a es unten Man Abgekühlte Weltpolitiker. " Ein merkwürdiges Privilegium des Befihes. Neuerdings Derselbe tonfiskationslustige Staatsantvalt hat übrigens deu Aus Thüringen sendet man uns folgenden naturgetreuen" find die Prüfungsvorschriften für das höhere Baufach abgeändert verantwortlichen Redacteur des Naprzód verklagt, die von ihm Bericht: worden und man findet dort eine sehr merkwürdige Bestimmung. für eine beleidigte" Militärgröße eingesandte Berichtigung nicht Ueber Nacht hat sich hier bei vielen Kolonialschwärmern eine Den jungen Bauführern, die ein praktisches Jahr bei einem Privat- aufgenommen zu haben. In der Berichtigung nannte der Staatsverleumderisch". anscheinend anhaltende Ernüchterung eingestellt. So lange die architekten oder einem Kommunal- Baubeamten absolvieren, sollen anwalt die Behauptungen des„ Naprzód Fererei für Erweiterung neudeutscher Macht und Herrlichkeit den Edlen sechs Monate davon angerechnet werden, aber nur, wenn die Be- Daraufhin hat das Gericht die Klage des Konfiskationsapparats nichts weiter toftete als Phrasen, so lange flötete man in allen Ton- schäftigung unentgeltlich erfolgte. Warum dieje Bevorzugung abgewiesen. arten die gegebene Parole nach:" Deutschland muß Kolonien und der befizenden jungen Leute auf Kosten derer, die in der Wahl ihrer eine große Flotte haben". Nun wird aus diesen Kreisen die Kehrseite Eltern weniger glüdlich waren und gezwungen sind, schon frühder gleißenden Medaille bekannt. Es kommen nämlich jene beim zeitig auf Verdienst zu sehen und sich bezahlen zu lassen? Militär dienenden Söhne oder Verwandten nach Hause, die sich nach China einzuschiffen haben, um von ihren Angehörigen Abschied zu nehmen. Jegt gilt's nun für den im christlichen Geiste geführten Rachekrieg das Liebste hinzugeben und darum die schnelle Ernüchterung aus dem Taumel. Das, was gestern noch hoch und erhaben erschien, hat plöglich allen Wert und Glanz verloren. Der Zufall ließ mich Zeuge mehrerer aufregender Ab schiedsscenen sein, die sich letzten Montag zwischen Eltern und " Ausland. Von der Vereinigten Civilisation. Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Bei der Speditionsfirma Frahm, Siemensstraße, sind zwei Neue Brutalitäten der russischen Herrschaft Kutscher infolge ihrer Verbandszugehörigkeit gemaßregelt in Polen teilt die Nummer 7 des in London erscheinenden polnischen worden. Da die Kollegen aus diesem Grunde in eine Bewegung Parteiblatts Przedswit" mit. eintreten, andrerseits auch der Juhaber versuchen wird. Hilfskräfte Der Inhaber der Konditorei, in welche sich f. 3. in Warschau heranzuziehen, so richten wir an die Kollegen das Ersuchen, dies zu China- Freiwilligen abspielten. Geradezu klassisch erschienen mir dabei die die Maimanifestanten vor den Kosalen geflüchtet hatten, wurde ohne beachten. Alle Anfragen sind zu richten an die Ortsverwaltung öpenid und Umgegend. Otto Nidel, Köpenick, Schloßstr. 23, Vorsitzender. Deutsches Reich. Worte einer Witwe, einer ehemaligen Pfarrerstochter, die jetzt ihren Sohn auch mit hergeben muß. Sie sagte: Mein Gott, was macht mir der Junge da wieder für Schmerzen und Sorgen! Als ich als junge Frau 1870 seinen Vater mit nach Frankreich ziehen lassen mußte, da wußten ivirs nicht anders und dachten, es müßte eben so sein, denn es hieß, wenn unsre Soldaten nicht nach Frankreich zögen, fämien Turkos und Zuaven nach Deutschland und wüsteten alles, und diese hat 111131 immer getröstet und aufrecht erhalten. Heute aber liegen die Dinge doch ganz anders, denn die Chinesen wären im Leben nicht nach Deutschland gekommen und wären überhaupt zufrieden gewesen, wenn man sie in Ruhe gelassen hätte." Ich war erstaunt darüber, in welcher Weise diese in ihrem Wesen so schlichte Frau Schlüsse zog und das Richtige traf. jede Schuld daran mit 300 Rubel Strafe belegt. Der Portier des Hauses ließ die Manifestanten in den Hof eintreten und muß dafür zwei Wochen im Polizeiarrest büßen. Einen andern Portier, Namens Sotolonsti, hat man bei Weitere 500 Werftarbeiter gemaßregelt! Unser Hamburger dieser Gelegenheit nach der Wache geschleppt und derartig miß- Bruderorgan berichtet über diese nene Provokation der Hamburger ver handelt, daß er in einigen Stunden verstarb. Die Stümmlinge wie folgt: Teitere schreckliche Möglichkeit Warschauer Portiers( Hausmeister), welche durch ihre Abhängigkeit Auf der Blohm u. Voßschen Werft find am 18. Juli von der Polizei sich bisher ständig zu Spigeldiensten gebrauchen annäherud 500 Schlosser gemaßregelt worden! Den Schlossern ließen, sind in heller Entrüftung. Mitte Juni hat man in Warschau wurde heute der Auftrag erteilt, Streitbrecherarbeit auf den der Amerika- Linie gehörenden Dampfern, Batavia" und„ Sardinia" wieder einige Arbeiter verhaftet. Dies brachte den Oberzu verrichten, was verweigert wurde. In Wlodawet, einer Provinzstadt nicht weit von Warschau, Scharfmacher derartig in Aufregung, daß er sofort die das Solidariätshat das Söldnertum vor einiger Zeit einen empörenden princip hochhaltenden Leute ablohnen ließ. Dadurch werden die von Theaterstandal verübt. Es war ein sogenannter Galatag" ein ber Reichsregierung zum Truppentransport nach China gecharterten In einem andern Falle hatte sich der Sohn eines auf sein Saijer oder Fürstengeburtstag, die offiziell gefeiert werden müssen. Dampfer nicht fertiggestellt werden, denn die verbleibende ArbeiterRefervelieutenantspatent furchtbar eingebildeten kolonialschwärmerischen So hatte auch die Theaterkapelle vor der Vorstellung die Zaren- schaft wird sich durch diese Massenaussperrungen nicht abhalten Großkaufmanns ebenfalls ohne Wissen seiner Eltern als China- hymne gespielt. Vor dem letzten Akt forderte der völlig belassen, ihr Ehrenschild rein zu halten. Die gestrige Massenfreiwilliger gemeldet. Auch hier gab es die heftigsten Vorwürfe hmne gespielt. und großen Jammer. Und als der Sohn andern Tages glid trunkene Polizeimeister Lagunow die nochmalige Abspielung der versammlung der Werftarbeiter hat bekanntlich beschlossen, Streit, strahlend wieder daheim erschien, um mitzuteilen, daß das Los ihn Hymne. Ein Musiker erklärte ihm, daß es schon geschehen sei und sowie ein größeres Maß von Nacht- und Ueberarbeit unter allen Umständen zu verweigern. Da die englischen Schiffsbauerorganis als lleberzähligen bestimmt habe, da sich in seiner Garnison zu die Kapelle nicht mehr zur Stelle sei. Zur Antwort schlug der Herr fationen von dem Stand der Dinge in Hamburg in Kenntnis gejezt viele gemeldet hätten, da kannte die Frende des reservelieutenant- Polizeimeister den Musiker mit einer Spigrute. Der Ge- worden sind, dürften die Scharfmacher, welche Aufträge nach Eng lichen Vaters teine Grenzen, obwohl dieser unermüdliche Krieger- schlagene erwiderte die mit einigen fräftigen Ohrfeigen. Daraufhin land geben möchten, alsbald gewahr werden, daß die internationale vereins Festredner mindestens jedes Jahr zehnmal darauf gingen zwei anwesende Offiziere in die Kaserne und holten Solidarität der Arbeiter nicht bloß auf dem Papier steht. In toastet, wie schön es sei fürs teure Vaterland zu sterben". Abends 32 Soldaten. Gie fielen in den Caal, mit gezüdten ber Schöfferwerkſtatt bieſer Werft arbeiten zur Zeit nur nom floß der Wein thatsächlich in Strömen. Noch mehr erstaunte ich aber, Säbeln ein und schlugen alles, was auf dem Wege war. Erst zehn Mann. als der Mann mich gestern auf der Straße anredete und im Verlaufe des Gesprächs mit Nachdruck versicherte, daß er heute der festen die Gendarmerie machte dem Treiben ihrer Komplizen ein Ende und leberzeugung sei, daß die ganze Weltmachtspolitik und ließ das Publikum heraus. was drum und dran hänge, uns bloß Schaden und Verlegenheiten brächte. So dachten freilich die Socialdemokraten schon immer; manche Leute aber bedürfen erst extrakräftiger Nasenstüber, cher sie ganz Naheliegendes begreifen lernen. Das Lübecker Streifpoftengeseh. Einer der reaktionärsten deutschen Politiker, Dr. v. Buchta, interzieht in der Deutschen Juristenzeitung" das Lübecker Verbot des Streikpostenstehens einer Kritik und kommt zu dem Ergebnis seiner Rechtswidrigkeit. Er führt u. A. aus: Auf den andern Werften ist bis jetzt nichts Besonderes vor gekommen. Nur auf der Reiherstieg- Schiffswerft ist ein Mann entlassen, welcher Streitbrecherarbeiten verrichten sollte. dessen er sich Der Musiker ist verhaftet worden. Im Arrest wurde er von weigerte. Die Tankdampfer Willkommen" und" Gut Heil" sollen dem Polizeimeister überfallen und fürchterlich miß repariert werden und sind, wie verlautet, nach Stettin abhandelt. Die ganze Sache schien selbst der russischen Regierung gegangen. Ob die Stettiner Arbeiter die Reparaturen ausführen zu toll zu sein, denn sie hat dem Militärkommando eine milde Ver- iverden, steht noch in Frage. Die Werftbesizer wollen alle Schiffe, warnung gesandt und dem Polizeimeister die Entlassung. Der arme die notwendige Reparaturen haben, nach England gehen lassen. Am Musiker wird aber in aller Strenge verurteilt werden. Das 18. Juli haben die Werftbefizer eine Sigung gehabt. Welche Bealles sind nur ganz kleine Stichproben aus der gemeinschlüsse sie gefaßt haben, ist noch nicht bekannt, Von der Rostocker Neptun Werft find 59 mit dem samen Stultur", für welche der heilige Kampf" im Osten Versprechen eines Tagelohns von 8. M. geföderte Arbeitswillige nach Asiens entbrannt ist. Hamburg abgereist, um den Dampfer„ Batavia" als Lazarettschiff herzurichten. Eine daraufhin einberufene, am 18. Juli stattgehabte Werftarbeiter- Versammlung nahm folgende Resolution an: " Frankreich. Afrika. " Französische Höflichkeiten. Das„ Journal des Débats" bcDie libische Polizeiverordnung, welche das Streifpoftenstehen mit Strafe bedroht, bezieht sich unzweifelhaft auch auf gewerbliche spricht Aeußerungen deutscher Blätter über die Grenzregulierung Arbeiter, deren Verhältnisse in der Gewerbeordnung bereits eine zwischen Kamerun und dem französischen Kongo und sagt:" Obgleich reichsgesetzliche Regelung erfahren haben. Durch§ 152 dieses es sich nur um Abmachungen von geringerer Bedeutung handelt, Gesezes sind alle Verbote und Strafbedingungen gegen Gewerbe- find wir erfreut, wieder einmal die gegenseitige Rittertreibende, gewerbliche Gehilfen, Gesellen oder Fabritarbeiter wegenlichkeit und den Billigkeitssinn fonstatieren zu Verabredungen und Vereinigungen zum Behufe der Erlangung fönnen, womit die Abgrenzung der afrikanischen Kolonialgebiete günstiger Lohn- und Arbeitsbedingungen, insbesondere mittels Gin Deutschlands und Frankreichs durchgeführt wird." Nichts wäre erfreulicher als eine wirkliche Annäherung Deutschftellung der Arbeit oder Entlassung der Arbeiter aufgehoben, und nur einige bestimmte Handlungen sind in§ 153 mit Strafe bedroht. lands und Frankreichs. Aber leider besagen solche Liebenswürdig feiten der Presse nicht viel. Wenn also hiernach das Koalitionsrecht der gewerblichen Arbeiter reichsgefeglich garantiert ist, so umfaßt nach dem sehr allgemein lautenden Inhalte der genannten Be stimmung jenes reichsgefeglich zugelassene Koali Boerenkrieg. Zwischen Bethlehem und tionsrecht auch alle diejenigen Handlungen, 1500 Oranjeboeren eingetroffen, die von Bethlehem entwelche zu dem Zwecke vorgenommen werden, tamen und in Eilmärschen weiterzogen. Britische Kavallerie verit 11t Verabredungen und Vereinigungen folgte fie und ein Gefecht gilt für unmittelbar bevorstehend. zum Behufe der Erlangung günstiger Lohn- und Die Engländer verhafteten den Burgher Wolmarans, dessen Arbeitsbedingungen vorzubereiten und berbei- Hans innerhalb der britischen Linien bei Hatherley liegt. Man fand zuführen, insoweit sie nicht unter den§ 153 der dort eine Anzahl Waffen und 6000 Pfund Sterling ungemünzten Gewerbeordnung fallen, und daß zu solchen Hand- Goldes verborgen. lungen an und für sich auch das Streikposten stehen gehört, wurde auch regierungsseitig nicht in Abrede gestellt. Nach einer dem Reichsfanzler gegenüber abgegebenen Erklärung des libischen Senats soll nun aber die angefochtene Polizeiverord Partei- Nachrichten. = find A „ Es ist Pflicht eines jeden hiesigen Arbeiters, die Aufforderung der Neptunverft, nach Hamburg zur Aushilfe zu gehen, stricte abzulehnen, und eventuell deshalb Gemaßregelte zu unterstützen. Weiter wurde befchloffen, sofort Sammellisten für die Hamburger Ausgesperrten in Umlauf zu sehen, Hoffentlich beweisen die Werftarbeiter der übrigen Hafenstädte, und nicht nur dieje, das gleiche Solidaritätsgefühl. " Der Maurerstreik in Hannover dauert unverändert fort, da die Bersammlung des Arbeitgeberverbandes im Baugewerbe mit 120 gegen 22 Simmen die Forderungen der Streifenden ablehnte und sich nur dazu bereit erflärte, vom 1. Januar 1901 ab eine Kleine Lohnerhöhung, für die Gesellen" auf 48 Pf., die Arbeiter" Denselben Standpunkt auf 38 Pf. pro Stunde, eintreten zu lassen. Lindley nahmen auch die Vertreter der Meisterschaft ein, sodaß die Verhandlungen als gescheitert angesehen werden müssen. 1000 der streikenden. Maurer, Zimmerer und Bauarbeiter werden diefer Lage Hannover verlassen, da auswärts genügend Arbeit vorhanden ist. Der„ Volks wille" ist der Ansicht, daß die Bauunternehmer ihre schroffe Haltung noch bitter bereuen werden. : Wie es ausländischen Arbeitern bei uns in Deutschland gehen kann! Der Maurermeister Hirschberg in Neu- nppin batte eine Solonne von 11 ungrischen Maurern von Budapest aus bei 38 Pf. Stundenlohn und gegen eine Reise Entschädigung von ung sich überhaupt nicht gegen das Streikpostenstehen als Zur Elberfelder Stadthallenfrage. Die Elberfelder Stadt- 240 m. brieflich engagiert. Als die Ungarn nun die Arbeit beginnen solches richten, sondern vielmehr gegen die Ausschreitungen verordneten- Versammlung hat sich aus der bösen Situation, in die wollten, erklärten die auf dem Bau beschäftigten einheimischen und lebelſtände, welche nach den Erfahrungen der sie durch den schmählichen Treubruch in der bekannten Stadthallen Maurer, welche eben erst einen Streit siegreich durchgefochten und letzten Jahre in Lübeck das Streitpostenstehen regelmäßig zur angelegenheit geraten ist, dadurch herauszuziehen versucht, daß fie die Arbeit niederlegen zu wollen, da die Ungarn nicht, gleich ihnen, die ausländischen Arbeitswilligen" zur Genüge kennen gelernt hatten, Folge hatte und die in Schlägereien, Körperverlegungen, Sach die wesentlich für Abhaltung politischer Versammlungen in Aussicht organisiert seien. Darauf hin entließ Herr Hirschberg die 11 llngarn, beschädigungen und unerträglichen Störungen der Ruhe und genommene Stadthalle nunmehr für Veranstaltungen poli- organisiert seien. Darauf hin entließ Herr Hirschberg die 11 Ungarn, Ordnung auf den Straßen und im öffentlichen Verkehr bestanden. tischer Vereine überhaupt gesperrt hat. Wenn sich Die Entlassenen reichten deshalb gegen Herrn H. eine Entschädigungsohne ihnen auch nur die versprochene Reise- Entschädigung zu zahlen. Hiernach würde es sich also lediglich um eine Verordnung zur das Stadtverordneten Kollegium eingebildet haben sollte, das Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ruhe Handeln, unfren Elberfelder Genossen angethane schmähliche Unrecht durch sich der Unternehmer verpflichtete, jedem der Kläger, zur völligen durchflage über je 100 M. ein: es tam zu einem Vergleich, durch welchen deren landesgefegliche Zulässigkeit nach§ 366, 10 des Str.-G.-B. diesen Schöppenstädter Beschluß vergessen zu machen, so außer Zweifel steht. Dieser amtlichen Erklärung des libischen dürfte es inzwischen durch die Ausführungen unfres Elber- neunzehn Mark zu zahlen, und ihnen danern de" Beschäftigung Ab fin dung( 1) eine einmalige Entschädigung von je 19, sage und schreibe Senats gegenüber ist jedoch zu bemerken, daß die hier betonte, nur felder Bruderorgans eines besseren belehrt worden gegen gewisse Begleiterscheinungen des Streitpostenstehens gerichtete Die Elberfelder Freie Presse" geißelt insbesondere auch die bei 40 Pf. Stundenlohn( die Ungarn schlossen sich auch sofort der Tendenz der Verordnung in dem Wortlaut derselben einen ent- jämmerliche Haltung der freisinnigen" Stadt- Maurerorganisation an) zu gewähren, vorausgesezt aber, daß die sprechenden Ausdruck nicht gefunden hat. Im Gegenteil wird durch verordneten in der betreffenden Sizung, die zwar für einen Arbeitsleistung der Ungarn der Bauleitung genügte. Kurze Zeit hierauf trat der Umstand ein, daß die Bauleitung den Inhalt der Strafandrohung, welche gegen Personen gerichtet Antrag stimmiten, die Stadthalle sämtlichen politischen Parteien ist, die planmäßig zum 3wed der Beobachtung oder Bezur Verfügung zu stellen, die sich aber ängstlich davor hüteten, auch( es handelt sich um Stafernenbauten) über die schlechte Arbeit der sämtliche Ungarn befanden einflussung der Arbeiter an einem öffentlichen Orte sich auf nur mit einem Wort an dem schimpflichen Verhalten der Majorität grischen Maurer Klage führte und halten, die Befugnis dergewerblichen Arbeiter sich zur Kritik zu üben und für den Antrag eine Lanze zu brechen, wahr ansprüche hatten sie aber durch jenen, von ihnen sehr leichtfertig gesich jetzt definitiv auf der Straße. Ihre EntschädigungsErlangung günstigerer Lohn- und Arbeitsscheinlich aus Furcht, die ablehnende Majorität in eine bedingungen zu vereinigen, direkt berührt, und Minorität verwandeln zu können! Die freisinnigen Stadtväter schlossenen Vergleich aus den Händen gegeben. Da die Spandauer derartige Beschränkungen des Koalitionsrechts tönnen gegenüber find sich eben allerorts gleich. Einige Tage zuvor hatte eine Bauunternehmer sich sehr heiß bemühten, diese ungrischen Maurer. trog ihrer behördlich dokumentierten mangelhaften dent§ 152 der Gewerbe- Ordnung nur durch die Reichs- socialdemokratische Massenversammlung eine äußerst scharf gestellte eistungen als„ Arbeitswillige" in Arbeit zu nehmen, und da gefeßgebung eingeführt werden. Es wäre daher wünschens Resolution angenommen, in der es u. a. heißt: wert, wenn der libische Senat die in Rede stehende Polizei- Die Elberfelder Stadtverwaltung hat mit ihrem Beschluß vom verordnung einer Revision unterzöge, um dem mit ihr ver- 26. Juni d. J. fich in flagranten Widerspruch mit dem§ 4 der folgten gefeggeberischen Zwecke einen adäquateren Ausdruck zu ver- preußischen Verfassung gesetzt; sie hat nicht allein der Gleichberechti leihen, der die Möglichkeit eines Konflikts mit der bestehenden gung vor dem Gesez, sondern überhaupt dem Princip der Gerechtigkeit Reichsgesetzgebung ausschließt." einen Faustschlag ins Gesicht verabfolgt: sie hat den Grundsatz von Treue Wenn Minister ihres Amtes entlassen werden, nehmen sie häufig und Glauben über den Haufen geworfen und mit ihrem Vorgehen meisten Bauten die Arbeit fast vollständig. Maurerftreik in Essen. Seit dem 18. Juli ruht auf den Von den 800 am an Einsicht stark zu. Als in den letzten Tagen der Reichstagsfession die Einwohnerschaft Elberfelds herausgefordert, der Stadtverwaltung Ort anwesenden Maurern werden höchstens 100 Anspruch auf die Socialdemokratie über die verschiedentlichen einzelstaatlichen Ein- auch in andren Dingen mit dem allergrößten Mißtrauen zu be- die Qualifikation Arbeitswillige erheben können. Bis Mittwoch brüche ins Reichsrecht interpellierte, war wenn wir nicht irren Herr v. Buchka noch Kolonialminister und mithin im Verbande der Die Versammlung spricht demgemäß der Stadtverwaltung ihr mittag wurden bereits 500 Streittarten ausgestellt, dazu find in voriger Woche schon 200 Maurer abgereist. Die Regierung, deren Vertreter behauptete, in der Lübecker Verordnung entschiedenes Mißtrauen aus, und erklärt, bei jeder Gelegenheit auf Bolizei in der Stadt verhält sich neutral, nur in der Umgegend nichts Reichsgesetzwidriges finden zu können. Schade, daß die Entrechtung eines größeren Teils der Einwohnerschaft hinweisen Herr v. Buchka damals nicht den Kollegen Nieberding eines besseren und nicht eher ruhen zu wollen, bis der socialdemokratischen Partei belehrt hat. Vielleicht wird auch Herr Nieberding einmal seinen die Stadthalle sowohl zu Versammlungen wie Festlichkeiten zur Verjuristischen Scharfsinn zur Bertretung einsichtiger Meinungen verfügung gestellt wird." wenden, wenn er nicht mehr in Amt ist. Wenn selbst Herr v. Buchka, der Erzreaktionär, jezt das Koalitionsrecht verteidigt gegen gesezwidrige Angriffe, so fann man von allen Ministern noch eine verständige Zukunft erhoffen, wenn sie gewesen sind. Unter welchen Umständen mag übrigens Herr v. Buchka aus dem Ministerium geschieden sein, daß er die Herren, die eben noch seine Stollegen waren, so grimmig desavoniert. Der neue chinesische Gesandte Mumm von Schwarzenberg begiebt sich am 24. Juli nach China. Er wird aber zunächst in Tfingtau( bei Kianschou) stationiert werden. gegnen. die Leute völlig mittellos waren, nahm fich schließlich die Maurerorganisation ihrer an und beförderte die bedauernswerten, um eine Erfahrung reicher gewordenen Leute auf Verbandskosten in ihre Heimat! scheinen noch einige Unterbeamte sich verpflichtet zu fühlen, die Arbeiter in ihrem Stampfe durch besondre Maßnahmen zu behindern. Erwähnt mag noch werden, daß die größere Anzahl der christlich organisierten Maurer, entgegen dem ihnen aufoktrohierten Beschluß, ebenfalls die Arbeit niedergelegt haben. Wenn kein Zuzug erfolgt, dürfte der Streit in furzer Zeit zu Gunsten der Arbeiter beendet sein. Der ,, Naprzód", das Krakauer Organ der polnischen socialdemokratischen Partei hat seit unsrer lezten Meldung wieder einige Konfiskationen zu verzeichnen. Darunter wurde ein Artikel: Der zukünftige Weltkrieg. Dic Mobilisation der Die Bauklempner und Installateure in Düsseldorf be streichischen Armee" von der ersten bis zur letzten Zeile konfisciert. Wie das Blatt mitteilt, war der Artikel nach Abhand- schlossen am Sonntag in stark besuchter Versammlung, am 30. Juli lungen einiger Lerika und Nachschlagewerke zusammengestellt. Das die Arbeit niederzulegen. Die Kollegen werden ersucht, Düsseldorf Blatt spottet: Und die schreckliche Frage taucht auf, was die vielen zu meiden. geachteten Familien anfangen werden, wenn sie erfahren, daß Meyers Legiton, der einzige Quell ihrer Weisheit und ihres Wifiens. einer Konfistation unterlegen ist!" Die Ortsverwaltung der Metallarbeiter- Berband J. A.: H. Jäker, Benzenberger Straße 50. " " Versammlungen. Die Generalversammlung des niederrheinischen Weber- ständigen Raffineuren der Firma Arbeckle in Philadelphia hat durch| woraufhin beiden die beantragte Entlastung erteilt wurde. Einem berbands fand am 15. Juli in Viersen statt. Nachgeben des Zuckertrustes sein Ende gefunden. Aber gerade so besonderen Antrag gemäß soll die genaue Abrechnung in der nächsten Es ist das jene Sonderorganisation der Weber, welche im Jahr wie es der Firma Arbedle gelungen ist, sich neben dem Zuckertruft, öffentlichen Versammlung erfolgen, dem Vertrauensmann werden für 1898 im März in Krefeld gegründet worden ist. Durch ihre einem der mächtigsten Nordamerikas, aufrecht zu erhalten, gelang es Zeitversäumnis und Mühewaltung während der Lohnbewegung, 25 M. Gründung wurde bezweckt, die Gesamtmassen der katholischen Weber auch einer Reihe industrieller Gesellschaften, die seit 1. Juli 1899 mit Entschädigung gewährt. Der Antrag Gerniz: die Lohnkommission am Niederrhein in eine Organisation hineinzubringen und den teils recht beträchtlichem Stapital gebildet wurden, mehreren der größten aufzulösen, wurde mit der Begründung abgelehnt, daß in nächster Zeit Anschluß dieser Organisation an den Deutschen Textilarbeiter- Ver- Truste erfolgreiche Konkurrenz zu bieten. Zu den so bekämpften Trusts ge- noch ein Tarif ausgearbeit werden sollte. Einem zweiten Antrag ent band" zu bewerkstelligen. Er sollte also gewissermaßen eine Etappe hören unter anderm die American Steel and wive Comp., Die American sprechend, bleibt die Kommission bis zum 1. August dieses Jahrs für diejenigen Weber sein, denen der sofortige Schritt, in den Deutschen Tin- plate Comp., die National Tube Comp., die American Telegr. beſtehen. Janell giebt bekannt, daß seit dem 1. Juli cr. neue Textilarbeiter- Verband" einzutreten, zu weit war. Mittlerweile find and Teleph. Comp., die International Paper Comp. und die Marken verausgabt und von allen Vertrauensleuten vom Verzwei Jahre vergangen, Berbände is no saten, och der zusammenschluß der beiden Asphalt Comp. Auch haben zahlreiche Geſellſchaften Betriebs- trauensmann entnommen werden können; frühere Marten und er wird in absehbarer erweiterungen vorgenommen, um sich im Bezug von Halbfabrikaten sind nicht mehr zu benüßen und sofort abzuliefern. In den Beit nicht erfolgen. Im Gegenteil ist zwischen den beiden Verbänden von den Trusts unabhängig zu machen, und sind schließlich als 52 Wochenrubriken enthaltenden Streiftarten find arbeitslose ein Kampf entbrannt, welcher die Hauptthätigkeit, den Kampf gegen Konkurrenten ihrer früheren Lieferanten dieser Halbfabrikate auf- und Krankheits- Wochen besonders zu vermerken, da es wohl das Kapital, bedeutend erschwert. getreten. undenkbar sei, daß ein Dachdecker 52 Wochen im Jahr arbeiten könne! Der Textilarbeiter- Verband hat auf seiner GeneralversammUeber mangelhafte Schuhvorrichtungen auf Bauten Iung in Gößniz beschlossen, jedes Kartellverhältnis mit dem Weberwurde lebhaft geflagt und beschlossen, diese Angelegenheit in der Verband abzulehnen und die Mitglieder aufzufordern, allesamt übernächsten Versammlung zum besonderen Gegenstand der Besprechung zutreten. Dieser Aufforderung sind nicht viel Mitglieder gefolgt. Eine gut besuchte Versammlung der Rabikpuker tagte zu machen. Hierbei wurde die Gefühlsroheit mehrerer Stollegen zu untersuchen, wer an diesen bedauerlichen Zwiftigkeiten die am Mittwoch in den Arminhallen. Zunächst wurde über den Verlauf auf einem Bau getadelt und mit Entrüstung entgegengenommen, Hauptschuld trägt, ist nicht unsre Sache. Eine Thatsache ist, daß sie der Sperren berichtet. Nach dem Bericht, den Niete erstattete, hat weil diese Kollegen sich mit Bier- und Cigarrenspenden vergnügten, zum Gaudium der Fabrikanten und der christlichen Gewerkschafts- die Firma Boswan und Knauer mun ebenfalls sämtliche Forde nachdem foeben ein andrer lebensgefährlich vom Gerüst gestürzt führer vorhanden sind. Und daß der Weberverband" sich noch auf rungen unterschriftlich bewilligt, so daß damit die Sperre bezüglich war! Zum Schluß wurde u. a. auf die am fünftigen Sonntag ein langes Fortbestehen eingerichtet hat, bestätigen die Beschlüsse auf dieser Firma ihre Erledigung gefunden hat. Bei der Firma Gewiß stattfindende Hilfskaffen- Versammlung, sowie auf das der gestrigen Generalversammlung. R fonnten, und zwar lediglich infolge des lauen und unsoli- am 4. August stattfindende Stiftungsfest aufmerksam gemacht. Diese Generalversammlung war von 104 Delegierten besucht darischen Verhaltens der daselbst beschäftigten Arbeiter, die Die ordentliche Generalversammlung des socialdemo und da auf je 100 Mitglieder ein Delegierter kommt, so repräsen geforderten Arbeitsbedingungen bisher nicht durchgesetzt werden, kratischen Arbeitervereins in Spandau fand am Montag im tierten i iese Delegierten eine Mitgliederzahl von über 10 000, welche die Sperre wird demnach hier aufrecht erhalten. In den Ausschuß. Wehejchen Lotal statt. Aus dem von den Genossen Scholz und fich auf 30 Filialen verteilen. Der Verband hatte im letzten Jahre der die Durchführung der vor dem Gewerbegericht getroffenen Ver- Pieper erstatteten Geschäfts- und Kassenbericht geht hervor, daß die eine Einnahme von über 56 000 m., wovon er über 50 000 m. vereinbarungen zu überwachen hat, wurden Niete, Reichert, Mitgliederzahl auf 174 angewachsen ist und daß die Gesamteinnahme ausgabte. Und zwar ca. 32 000 M. für Streit- und Gemaßregelten- ämpfe, und als Ersagmänner Denker und Dörfel gewählt. im verflossenen Quartal einschließlich des alten Bestandes und des Unterstützung, über 10 000 m. für feine Fachzeitung, und den Rest Hierauf gab der Kassierer die Abrechnung für das zweite Quartal. Ueberschusses von der Maifeier( 88,80 M.) 357,99 M., die Ausgabe das für Gehälter, Agitationskosten, Rechtsschutz usw. Danach betrugen die Einnahmen und Ausgaben für die Hauptkasse gegen 51,27 M. betragen hat, daß somit der Bestand 306,72 m. beträgt. 574 M., für die Lokalkassen betrugen die Einnahmen 167,95 M., Die Decharchicrung des abwesenden Kassierers wurde einstweilen die Ausgaben 117,50 M., so daß ein Bestand von 50,45 M. ver- ausgesezt, da zunächst das Maifestkomitee noch seinen Rechenschaftsbleibt. Die Abrechnung murde von den Revisoren als richtig be- bericht erstatten soll. Hierauf wurde Genosse Pieper mit dem stätigt und auf deren Antrag der Kassierer entlastet. Amt des ersten Vorsitzenden an Stelle des verzogenen Genossen M Auf der Generalversammlung wurde beschlossen, nur im Falle der Not eine Macht zu repräsentieren, mit den vorhandenen Lokalund Bezirksorganisationen ein Bündnis einzugehen und dann ins gesamt sich der Geschäftskommission der Lokalorganisirten in Berlin anzuschließen. Derartige Lokal- und Bezirksorganisationen der TextilDie an Holzbearbeitungsmaschinen beschäftigten Arbeiter Schröer und Genosse Grieben mit dem Amt des zweiten Stassierers arbeiter bestehen in Aachen, in Elsaß- Lothringen, Schlesien usw. Berlins und Umgegend, hielten am 9. ds. Mts. im Englischen betrant. Ferner wurde eine fünfgliedrige Breßtommission Der Vorsitzende der Geschäftskommission, Herr Frig Kater aus Berlin, Garten, Alexanderfir. 27 c, ihre Generalversammlung ab. Zum für das am Ort bestehende Parteiblatt„ Die Laterne", bestehend aus welcher als Gast anwesend war, drückte seine Zustimmung zu dem 1. Punkt der Tagesordnung gab Kollege Sauerzapf die Abrechnung den Genoffen Zwirner, Abel, Hornig, Lemme und Hallecker, gewählt. Beschluß aus. von der provokatorischen Aussperrung im Februar ds. Js. Die Zu der am 12. August stattfindenden Parteikonferenz für den WahlWeiter beschloß man, den Wochenbeitrag für männliche Mit- Gesammt- Ausgabe beläuft sich auf 14 116 M. und 70 Pf. freis Potsdam Osthavelland wurden die Genossen Pieper, glieder von 10 auf 15 Bf. und für weibliche von 5 auf 10 Pf. zu Hierauf gab der Kassierer Kollege Kock die Abrechnung vom 3wirner und Abel entsandt. Ferner wurde nach längerer Diserhöhen. Die Hausweber sollen in Anbetracht ihrer schlechten 2. Quartal. Die Gesamt- Einnahmen incl. eines Kaffenbestandes fuffion beschlossen, den Kreisvertrauensmann zu ersuchen, auf die Erwerbsverhältnisse 10 Pf. Beitrag zahlen. Dieser Beschluß soll am vom 1. Quartal ist 20 051 M. 40 Pf., dem eine Ausgabe von Tagesordnung der Konferenz ein Referat über das Thema:„ Die 1. Oktober in Kraft treten. 15 537 M. 90 Pf. gegenübersteht. Die Abrechnung wurde Politik und die Gewerkschaften" zu feßen. Nunmehr entstand eine Weiter beschloß man, eine Urabstimmung darüber herbeizuführen, von den Revisoren als richtig bestätigt und auf deren Antrag dem sehr wenig erbauliche Debatte, welche auf private Streitigkeiten ob eine Sterbefasse mit einem Egtrabeitrag eingeführt werden soll. Kollegen Sauerzapf und dem Kassierer Koch einstimmig zwischen zwei einzelnen Mitgliedern zurückzuführen ist und welche Auch sollen örtliche Streitfonds angesammelt werden. Decharge erteilt. Man beschäftigte sich sodann zunächst mit den von dem erst fürzlich aufgenommenen Mitgliede O. Heraufbeschworen Ein Antrag, dahingehend, in Zukunft nicht allein Weber, sondern Wahlen. Es wurden in die Wertstellenkontroll- Kommission für den wurde. Dieser wurde schließlich nach einer ziemlich stürmischen alle Textilarbeiter aufzunehmen, und deshalb den Namen„ Verband Bezirk Südwest die Kollegen Engler und Schadow, als Debatte wegen einer unqualifizierbaren Aeußerung, mit welcher er der Weber und Berufsgenossen" anzunehmen, wurde angenommen. Obmann für die Arbeitsnachweis Kommission wurde Kollege sich außerhalb der Partei stellte, aus dem Verein ausgeschlossen.. Zum Schluß wurde noch das Streifreglement angenommen, se lemm, als Delegierter fürs Gewerkschaftskartell Sollege Hoff- Allgemeine Kranken- und Sterbekasse der Metallarbeiter welches der unbesonnenen Art und Weise, wie in letterer Zeit Streits mann gewählt. Ein Antrag Jert, jedes Vorstandsmitglied, welches( E. H. 29, Hamburg, Filiale Berlin 6). Sonnabend, den 21. Juli, abends in Scene gefegt wurden, ein Ende bereiten soll. an den Sizungen teilnimmt, mit 30 Pf. zu entschädigen, wurde ein- 9 Uhr: Mitgliederversammlung bei Diefe, Ackerstr. 123. Nach diesem Reglement muß, wenn Forderungen aufgestellt stimmig angenommen. Verein der Inkasso- Agenten. Heute. Freitag, den 20. Juni, abends werden, die Konjunktur eine gute sein, und 75 Broz. sämtlicher in 8 Uhr: Sigung in Eberts Klubhaus, Kommandantenstr. 72. Von 10 Uhr Betracht kommender Arbeiter mindestens 6 Monate einer Organisation ab: Fidelitas, Tanz. Gäste sind willkommen. Statklub„ Geschlossener Grand" tagt jeden Montag nach dem 1. des angehören. D Die nächstjährige General Versammlung findet in Süchteln ( Kreis Kempen) statt. Llusland. ihre geheimen Zusammenfünfte ab. schaft den neunten Kongreß abgehalten. wegung fann hier fortgeschritten ist, man aits V # Es Bisher Monats; Spielabend jeden Mittwoch bei Schwarz, Langefir. 105. Der chinesische Krieg. 11 Wien, 19. Juli. In einem in der Politischen Korrespondenz" veröffentlichten Berichte über die Teilnahme der Japaner an dem Versuche Seymours, Peking zu entsegen, heißt es, daß eine den Bogern abgenommene Standarte die Inschrift trug:" Auf kaiserlichen Befehl." wurde die Mobilisierung weiterer zwei Divisionen zur Ver Petersburg, 19. Juli.( B. S.) Seitens des Kriegsministeriums wendung in China verfügt wendung in China verfügt. Ebenso wurden dem Kollegen Sauerzapf, welcher seinerzeit mit der Führung des Streits betraut worden war, auf Antrag des Kollegen uhre 50 M. als Manko bewilligt. Unter„ Verschiedenem" gab der Borsigende bekannt, daß der Vorstand in nächster Zeit eine Werkstätten Vertrauensmänner Sizung abhalten werde. wurden die Vertrauensmänner zu jeder Sigung per Karte benachGlasarbeiterstreik in Belgien. Der neu gegründete, fechs- richtigt, von jezt an werden sie darauf verwiesen, auf tausend Mitglieder zählende Gewerkverein der Glasarbeiter im Gebiet den Inseratenteil des Vorwärts" zu achten, woselbst ihnen Frankfurt a. M., 19. Juli.( B. H.) Der Franff. 8tg." wird aus von Charleroi, kündigte nach der Frankf. 3tg." für alle seine Mit- das Versammlungslokal und Datum bekannt gegeben wird. Madrid gemeldet: Spanien hat sich entschlossen, den Kreuzer Carlo V." nach China zu entsenden. glieder zum 1. August den Arbeitgebern, falls diese nicht die ihrer Ueber den Bunft die Achtzehner Kommission" enspann sich Die Negierung traf die Organisation nicht angehörigen Arbeiter entließen. Sämtliche eine recht lebhafte Debatte. Schließlich wurde ein Antrag an hochwichtige Entscheidung, daß die Schullehrer, denen seit Jahren belgische Glashütten wollen infolgedessen voraussichtlich demnächst die genommen, die Achtzehner- Kommission für die Holzbearbeitungs- ihre gestundeten Gehälter im Betrage von 10 Millionen Besetas Arbeiter aussperren. maschinen- Branche als aufgelöst zu betrachten. Auch war etn Antrag geschuldet werden, nunmehr direkt vom Staat, anstatt von den Aus Lodz schreibt man uns: Gerade jetzt, wo bei Ihnen der eingebracht, in Zukunft die Verbands- Versammlungen im Gewerkschafts- Gemeinden ihre Gehälter bekommen. internationale Textilarbeiter- Kongreß tagt, find wir in der Lage, hause abzuhalten, derselbe wurde aber der vorgerückten geit halber die erfreuliche Meldung zu bringen, daß die Bewegung unter den vertagt und soll zur nächsten Mitgliederversammlung zur Verhandjüdischen Webern immer stärker wird. In einer Reihe von fleinen lung, fommen. Nachdem noch einige Verbandsangelegenheiten erFabriken find Weberstreits ausgebrochen, die mit dem Sieg der ledigt waren, machte der Vorsigende bekannt, daß die nächste Mit Arbeiter geendet haben. Auch war hier unlängst eine bedeutende gliederversammlung am 11. August im selben Lokale stattfindet. Demonstration anläßlich des Todes eines Kollegen; mehr als In der Versammlung der Tapezierer, die am 17. Juli bei 1000 Arbeiter nahmen teil an der Beerdigung. Cohn stattfand, berichtete artig über die Thätigkeit des Berliner Der neunte Bürftenarbeiter- Kongreß in Rußland. Die Gewerbegerichts. Darauf nahm man zu den bevorstehenden London, 19. Juli( B. H.) Einer Blättermeldung zufolge haben jüdischen Bürstenarbeiter Westrußlands bilden, wie bekannt, die Gewerbegerichtswahlen Stellung. Die Kleber, die zum großen Teil die Großmächte der englischen Regierung die Mitteilung sugehen einzige bemerkenswerte gewerkschaftliche Organisation in miferm totalorganisiert sind, verlangen die Aufstellung eines Kandidaten aus laffen, daß fie mit der Ernennung Lord Wolseleys zum Ober: Lance. Troy vollständigen Verbots sich zu foalieren, und sich zu ihren Reihen. Der Vorschlag findet Widerspruch. Der Vorsitzende Leo fommandierenden der internationalen Truppen in China einversammeln, ist ein großer Teil dieser Arbeiter gewerkschaftlich Schmidt schlägt namens der Verbandsleitung und der Werkstatt- verstanden sein würden. organisiert; fie geben ein Fachorgan heraus,„ Der Wecker", der in Vertrauensleute Böhnice als Kandidaten vor. Es kam infolgedessen zu London, 19. Juli. Unterhaut 3. Berburgh fragt an, ob die einer geheimen Druckerei gedruckt wird, und halten regelmäßig großem Lärm, da die anwesenden Mitglieder des Lokalvereins sich zurück- britische Regierung, in anbetracht, daß die fremdenfeindliche BeWie weit die Be- Bersammlungsteilnehmer Vorschläge machen könne. Die Kleber drohe, mit den Vicekönigen des Yangtsee Thales bezüglich der der schlugen nunmehr Untraut vor. Mit großer Majorität wurde Aufrechterhaltung der Ordnung in ihren Distrikten Tagesordnung dieser Zusammenkunft ersehen. Diese Tagesordnung jedoch öbni de gewählt. Straffer vom Kleberverein fündigte bereits Unterhandlingen begonnen habe oder zu unterhandeln beablautet: Stüd- oder Wochenlohn; die Kinderarbeit in dem Bürsten- an, daß sich die Kleber jetzt an den Ausschuß der Gewerkschafts- fichtige und wenn dies der Fall, ob die britische Regierung gesonnen gewerbe; die Möglichkeit des Kampfes um den Achtſtundentag: die kommission wenden würden, weil sie ihre Intereſſen im fei, den Vicekönigen bindende Zusicherungen zu machen hinsichtlich Agitation unter den chriftlichen Bürstenarbeitern; die Maifeier; die Gewerbegericht ohne einen der Ihren als Gewerbegerichts- einer Unterſtügung, die sie ihnen unter allen Umständen bei der Veranstaltung von Stiftungsfesten der einzelnen Bereine;" Der Beisigenden nicht genügend gewahrt glaubten. wurde Aufrechterhaltung der Ordnung leihen würde. Becker"; die Verbreitung der illegalen Litteratur; die Herausgabe beschlossen, dahin zu wirken, wirken, daß die einzelnen Beifizer Der Parlamentssekretär des Auswärtigen Brodrick erwidert, einer Broschüre über die Geschichte der Arbeiterbewegung unter den den Kammern des Gerichts zugewiesen werden, die für die britische Regierung habe, wie er bereits mitgetheilt, den GeneralBürstenarbeitern; die Mittel des Centralfomitees des jüdischen die Streitigkeiten aus ihrem Beruf zuständig find. Der dritte fonful Warren bevollmächtigt, den Vizelönigen mitzutheilen, Punkt der Tagesordnung: Unfre Stellung zur Wahl eines Ge- daß sie bei ihren Bemühungen, die Ordnung wiederzustellen, auf Bürstenarbeiter- Bundes in Polen und Littauen. hilfenausschusses für die Zwangsinung" führte ebenfalls zu einer die ausgiebigste Unterstützung der britischen Schiffe rechnen fönnten. sehr lebhaften und teils recht heftiger Debatte. Leo Schmidt Weitere bindende Zufagen feien nicht verlangt worden und schienen befürwortete die Wahl und machte geltend, daß man durch die auch nicht ntwendig. Teilnahme daran mindestens mancher Verschlimmerung vorbengen Auf eine weitere Aufrage erklärt Brodrick, alle Fremden seien Von dem kaiserlichen Musterbetrieb in Kiel. In der ver- fönne. Bi est er ist principiell gegen die Wahlbeteiligung, wünscht aber von Deutschen nach Shanghai gebracht worden. Ein Schiff jei ge= gangenen Woche machte ein Arbeiter der kaiserlichen Werft freiwillig eine solche mit der Maßgabe, daß ihr einziger Zweck sein solle, die heuert worden, um die Flüchtlinge von Tschunghing und falls es Jeinem Leben ein Ende. Wie auf Grund des Sektionsbefundes die Innung" illusorisch zu machen". Einige Redner waren gegen jede nötig fein follte auch aus andren Hafenplägen des Yangtie fortzu Aerzte fonstatierten, hat der Verstorbene seine That höchstwahrscheinlich Beteiligung, während andre sich Schmidts Ausführungen anschloffen. bringen. Kanonenboote und Mannschaften würden in Wujung bereit im Falle momentaner Geistesstörung begangen, da infolge einer in Mit großer Mehrheit wurde die Aufstellung von Kandidaten für die gehalten, um sich nach jedem Hafenplatz begeben zu können, wo man früheren Jahren erlittenen Gehirnhautentzündung ein Defeft verblieben Ausschußwahl beschlossen. Die Wahl fiel auf folgende Verbands- ihrer bedürfe. Der Generalfonful Warren sei am 12. Juli bevollwar, der diese Annahme ermöglichte. In zahlreicher Weise hatten anhänger: Krause, Grosser, Hoffmann, Straub, mächtigt worden, in Uebereinstimmung mit dem ältesten Marinedie Arbeiter der betreffenden Werkstätte, Schlosserei und Schmiede Wolf, P. Schmidt, Minn, Müller, Böhm und Böhnic e. des Refforts III( Schiffsbau) dem Verstorbenen das Geleit gegeben. Die anwesenden Lokalorganisierten ergingen fich, durch das Resultat offizier die zur Fortschaffung der Flüchtlinge nötigen Schritte zu thun. Andern Tags wurde nun, wie unserm Hamburger Bruderorgant aus verstimmt, in heftigen Protestrufen und unter großem Tumult eri- hung- tihang traf gestern Abend mit Gefolge hier ein. Hongkong, 18. Juli.( Meldung des Reuterschen Bureaus). Kiel geschrieben wird, den Arbeitern durch Anschlag bekannt gegeben, folgte der Schluß der Versammlung. daß der Baumeister erwarte, daß in Zukunft ein so zahlreiches Ueber die Lohnbewegung der Dachdecker berichtete am Heute Vormittag landete er und hatte eine lange Unterredung mit Fernbleiben der Arbeiter von der Arbeit unterbleibe. Im Mittwoch in einer gut besuchten Versammlung Gerniz namens dem Gouverneur. Er erklärte dem Gouverneur gegenüber, er habe fraglichen Falle babe ein Anlaß zu besonderer der Lohnkommission. Redner bedauert zunächst, daß man dieser bestimmte Nachrichten erhalten, daß die fremden Gesandten Ehrung des Verstorbenen gänzlich ferngelegen. Stommission leider nicht genügend Material verschafft habe, da sonst mit Ausnahme Kettelers am 8. Juli wohlbehalten gewefen unt den Auschlag noch wirksamer zu gestalten, wurde der ohnehin günstige Verlauf der Lohnbewegung ein noch besserer seien. Das Edikt, welches ihu nach Pefing rief, sei von der Kaiserindieses nochmals persönlich vom Baumeister gesagt, mit gewesen wäre. Wie bisher bekannt und durch Aufruf in der Ver- Witwe, und nicht vom Prinzen Tuan unterzeichnet gewesen; in dem der Hinzufügung, daß wenn die Arbeiter einmal 60 Bf. Stundenlohn von 61 Firmen mit etwa 520 Arbeitern Sung- Tichang hat Canton endgültig verlassen, er hat das Siegel familung nachträglich festgestellt wurde, ist der Neunstundentag bei Edilt werde er. zum Vicefönig von Tschili ernannt. Livielleicht zu einem est einen halben Tag frei bewilligt worden. Das aber noch eine erhebliche Anzahl Arbeiterung- Tichang hat Canton endgültig verlassen, er hat das Siegel haben wollten, er dem sich keineswegs ablehnend mehr vorhanden ist, fei zu erivarten, daß auch diese fast durchweg des Vicekönigs dem Gouverneur der Stadt Canton, Takolu, übergegenüber verhalten werde. Natürlich ist die Stimmung unter den neuen Lohnbedingungen arbeiten. Die Gesamteinnahmen geben und den letzteren beauftragt, die Ordnung aufrecht zu erDer Arbeiter über dieses Vorkomunnis eine äußerst erbitterte, der Lohnkommiffion betrugen 4366,90 M., bei einer Ausgabe von halten. Li- Hung- Tichang glaubt, Canton werde ruhig bleiben. Der Nieler Marine Musterbetrieb versteht es in der That ganz 4211,27 M. Der verbliebene Bestand von 155,63 M. wurde dem Der Gouverneur hat alles aufgeboten, Li Hung Tschang ausgezeichnet, feine Arbeiter in beständiger Gährung zu erhalten. Reservefonds überwiesen. Der vom Vertrauensman Jane II er zu überreden, in Canton zu bleiben. Li- hung- tschang erklärte noch, Weitere Arbeitseinstellungen wegen der chinesischen stattete Bericht ergab mit dem übernommenen Bestand es sei unmöglich, dem Edikt nicht zu gehorchen, indem er hinzufügte, Wirren. Die Kammgarn- Spinnerei in Kaiserslautern, das be- von 1664,17 Mart, eine Gesamteinnahme von 5254,50 Mart, er hoffe, die Angelegenheiten mit den Mächten zu ordnen und den deutendste Unternehmen der Pfalz in der Textilindustrie, das circa wovon 2796,45 M. durch Listen gesammelt wurden. Die Ausgabe 1700 Arbeiter beschäftigt, giebt diesen durch Anschlag an den Fabrit betrug 2684,05, 2., 2454,05 m. befinden sich als Guthaben mit Strieg zu vermeiden. Li- hung- tschang ist von hier nach Shanghai räumen bekannt, daß sie wegen der durch die Wirren in China ver- Zinsen auf der Baut; gegenwärtig verbleibt zu Händen des Ver- gereist, um sich von dort nach Peking zu begeben; bevor er Canton ursachten Geschäftsstockimg zu einer Arbeitseinschränkung gezwungen trauensmanns ein Kassenbestand von 232,60 M. Da leider noch verläßt hat er 5000 Mann in den Forts stationiert. ist und vorläufig bis auf weiteres an jedem Samstag den Betrieb eine Anzahl verausgabter Listen weder zurückgegeben noch abgeeinstellen will. rechnet ist, werden die Juhaber derselben ersucht, unver Tekte Machrichten und Depeschen. die Abrechnung zu erstatten. Die Revisoren beBefiegung der Trusts in Nordamerika durch freie Konzüglich Merau, 19. Juli.( B. H.) Der auf der Königsspize ab kurrenz. Der sogenannte Zuderkrieg zwischen dem großen nord- fundeten übereinstimmend, daß Gernig sowie Janell die amerikanischen Zudertrust unter Leitung Havemeyers und den selbst- Bücher 2c. und sonstige Abrechnung vorzüglich geführt haben, gestürzte Tourist ist der Turnlehrer Weigang aus Berlin. Hierzu 2 Veilagen und Nuterhaltungsblatt. Berantwortlicher Redacteur: Hugo Poetsch in Berlin. Für den Auferatenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud und Verlag von Max Badina in Berlin. Und bann den Vorarbeitern V Sociales. ( circa der Werkstätte 20 Manu) 10 Nr. 166. 17. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Bierter internationaler Textilarbeiter- Kongreß. " Berlin, den 19. Juli 1900. Vierter Verhandlungstag. Vormittags- Sigung. 0 3 Die Resolution lautet: Der vierte internationale Textilarbeiter- Kongreß erkennt an, daß das in der Textilindustrie Herrschende Elend nur beseitigt werden kann durch Verwandlung des kapitalistischen Privateigentums an Produktionsmitteln in gesellschaftliches Eigentum und durch die Verivandlung der Warenproduktion in socialistische, für und durch die Gesellschaft betriebene Produktion. Freitag, 20. Juli 1900. Die beDie Weiterberatung wird hierauf auf Freitag 10 Uhr vertagt. Hent nachmittag findet eine vom Komitee veranstaltete Dampfer Partie statt. Schluß der Sigung: 121/2 Uhr. Mordversuch und Raub. Das ganze Durchführung durch Gesez geschaffenen Fattoren so schlecht funt- Vergesellschaftung der Produktionsmittel, in naher Zukunft auch nicht tionieren. Wir find stolz darauf, daß bei uns in England so etwas erreicht werden könnte, so müsse man es doch aufstellen.( Lebhafter nicht passiert. Unfre Fabrikinspektoren sind meistens selbst aus dem Beifall bei den Deutschen, Oestreichern und Franzosen.) Der vers Beruf hervorgegangen, den sie zu inspizieren haben. Es sind Leute, brecherische Krieg, den England gegen Transvaal begonnen, scheine die Köpfe in England etwas verwirrt zu haben. Wenn aber erst die vollständig unabhängig dastehen und sich von niemand der Friede geschlossen sei, dann werde man sich auch in England beeinflussen lassen, am allerwenigsten von den Unternehmern. wieder der Frage der Vergesellschaftung der Produktionsmittel zuShbesch Brünn übernimmt den Vorsiz mit dem Hinweis auf Wehe dem Fabrikinspektor, der sich erdreisten wollte, seinen Pflichten wenden.( Lebhafter Beifall aller Nationen, mit Ausnahme der den gewaltigen Unterschied in der Behandlung der Nationalitäten- nicht nachzukommen! Wenn da nicht die Organisationen schleunigst Engländer.) frage durch die Arbeiter und die Bourgeoisie. Gerade Destreich ist Wandel schaffen könnten, so würde man sich sofort an den Minister Reichelt Chemnitz vermag nicht einzusehen, weshalb die durch die Nationalitätenfrage in furchtbare politische Wirren gestürzt. des Innern und von diesem an das Parlament wenden. Bei uns Engländer die Vergesellschaftung der Produktionsmittel als Die deutsche, die czechische, die polnische Bourgeoisie führt einen in England können derartige Mißstände nicht anhalten: man fürchtet im Gegenwartsstaat die deutlichsten Ausäße dazu. Was für das unrealisierbar betrachteten. Man habe ja bereits Vergewaltigungskampf gegen einander, und dieser Kampf hat das Reich Destreich in politischer Beziehung dahin gebracht, wo es dazu zu sehr die Oeffentlichkeit. heute steht. Die östreichische Arbeiterklasse aber hat durch Ich bin viel gereist, auf dem europäischen Kontinent sowohl, Eisenbahnwesen, für Post und Telegraphie möglich fei, das ließe sich auch für das Tertilgewerbe durchführen. Die Arbeiter aller Länder das Princip: Gleiches Recht für alle die Nationalitätenfrage wie in Amerika. Ueberall habe ich die Arbeiterschutz- Geseze studiert, müßten eben vor allem danach streben, eigne Vertreter in die überwunden. Die östreichische Delegation vertritt czechische, polnische und ich habe da gefunden, daß sie nirgends in dem Maße gesetzgebenden Körperschaften зи senden. In Deutschland und deutsche Textilarbeiter. Den Princip der Arbeiter: Gleich umgangen werden, wie in Deutschland.( hört! hört!) Selbst- hätte die Arbeiterklasse bei den letzten Wahlen 57 Socialdemokraten berechtigung der Nationalitäten, gehört die Welt.( Lebhafter verständlich: Wo teine Organisationen bestehen, da tennt man in den Reichstag gesandt; etwa 24 Millionen Wähler hätten ſocialBeifall.) Hätten wir in England demokratisch gewählt. Das und mehr noch müßte überall geschehen, Vom Bund der russischen Socialdemokraten" überhaupt keine Arbeiterschutz- Gesetze. feine starken starken Arbeiterorganisationen, so würde man dort auch in England. Und daher bitte er die Engländer dringend der ist folgendes Begrüßungsschreiben an den Kongreß gelangt: Werte Genossen! Wir begrüßen Sie im Namen der genau so verfahren, wie in manchen Ländern des Kontinents. Resolution zuzustimmen.( Beifall bei den Deutschen und Franzosen). Enghels Lille bekämpft die Auffassung der Engländer. Wenn socialdemokratischen Arbeiterpartei Rußlands, Die Stärke der Arbeiter liegt in ihrer Organisation. Diese die englischen Gewerkschaften sich bis jetzt nicht mit Politit beschäftigt deren örtliche Komitees eine ihrer Aufgaben in der Förderung und muß gehoben, muß zu einer anerkannten Macht werden. Dann wird hätten, so sollten sie es in Zukunft thun. Die Vergesellschaftung der Unterstützung der Bestrebungen der russischen Arbeiter auf wirtschaft- fie alle die Dinge, über die die Arbeiter sich heute beschweren, aus Produktionsmittel sei eine ökonomische Notwendigkeit. lichen Gebiet erblicken. Um die Textilarbeiter Westeuropas stets auf eigener Energie abändern können.( Lebhafter Beifall.) englischen Gewerkschaften sollten diese Entwicklung dem laufenden zu halten über die Lage und die Bestrebungen der Sie sollten sich von der Bourgeoisie Baudert Apolda erwidert, die Ausführungen des englischen schleunigen helfen. ruffischen Terilarbeiter werden wir dem internationalen Textil- Kollegen hätten ihn sehr interessiert, da vor einigen Jahren die ihre politischen Rechte nicht vorenthalten laffent, sie sollten ihr die arbeiter- Sekretariat periodische Berichte einsenden und begnügen uns jetzt bürgerliche Presse die Notiz gebracht hätte, daß man in England politische Macht entreißen. Nur die Vergesellschaftung der Prodamit, Ihnen einen turzen leberblick über die Textilarbeiter- Verhältnisse selbst die deutsche Arbeiterschutz- Gesetzgebung und ihre Durchführung duftionsmittel fönne ein menschenwürdiges Dasein für alle Ans Rußlands zu geben. Wie in Westeuropa die Textilarbeiter die ersten Vorkämpfer der als mustergültig hinstellte. Man sehe mun. welchen Wert man der gehörigen der Gesellschaft verbürgen. Und aus diesem Grunde sei artigen Mitteilungen unsrer Kapitalistenblätter beimessen könne. es die Pflicht aller, und nicht zum mindesten der englischen Arbeiter gegen den Kapitalismus gewesen sind, so stehen zur Zeit Enghels Lille kommt auf die gestern von Baudert citierte Arbeiter, an diesem großen Wert mit Aufbietung aller Kräfte zu ouch in Rußland die Textilarbeiter in der Vorderreihe der um die Mitteilung deutscher Blätter zu sprechen, wonach der Genosse Minister arbeiten.( Lebhafter Beifall bei allen Nationen, mit Ausnahme der Besserung ihrer Lage kämpfenden Arbeiter. Die zwei bedeutsamsten Millerand die deutsche Arbeiterschutz- Gesetzgebung weit als die erste übergroßen Mehrheit der Engländer.) Arbeiterschutz- Gefeße, das vom 3. Juni 1886, das den Mißbrauch der Welt bezeichnet habe. Er bestreitet, daß Millerand etwas Der des Geldstrafensystems seitens der Fabrikanten beseitigt hat, artiges beseitigt hat, artiges habe behaupten können. Höchstens hätte er auf sowie das Gesetz vom 2. Juni 1897, das die Arbeitszeit aller dem socialpolitischen Kongreß, der in Paris getagt, zugegeben, Fabrit- und Hüttenarbeiter auf höchstens 111/2 Stunden beschränkt daß Deutschland in einigen versicherungstechnischen hat, find unmittelbar durch Massenstreits der Textilarbeiter herbei- Ginzelheiten den übrigen Ländern voraus sei. geführt worden. Die von den russisch- jüdischen Webern erreichten Damit schließt die Debatte über diesen Punkt. Die deutsche Erfolge find Ihnen wohl aus den Bericht der Belostoker Arbeiter, Resolution wird einstimmig angenommen.( Großer Beifall.) der Ihnen vorgelegt werden sollte, bekannt. Bemerkenswert folgt 6: Mittel und Wege, Geseze für find auch die der Textilarbeiter des„ russischen die Arbeiterschaft zu erreichen." Erfolge Die schwere Blutthat eines kaum dem Knabenalter entwachsenen Manchester" der Stadt Jwanowo- Wosneffenst mit ihrer weiteren Feldmann Langenbielau: Karl Mary hat gesagt, daß wenn Burschen, die genau vor einem Monat begangen wurde, gelangte Umgebung( in Centralrußland), die wir aus dem Berichte des eine Bevölkerung erst auf ein gewisses Niveau herabgedrückt sei, sie gestern schon vor der vierten Ferien- Strafkammer des Landgerichts I Iwanowo- Wosnessenster Komitees über den Stand der dortigen sich dann nicht mehr aus eigner Kraft aufraffen könne. Dies Wort zur gerichtlichen Erörterung. Der Thatbestand, der noch in Erinnerung Arbeiterbewegung, den wir beauftragt sind, den Arbeitern trifft vor allem auch auf die Textilarbeiter zu, und besonders auf die sein dürfte, ist kurz folgender: Der Hofphotograph Pflaum, der im Westeuropa's befannt zu geben tennen lernen: Durch zähe Arbeiter in der Hausindustrie. Aus eigner Kraft können sie ihre Lebens- Hause Stönigstr. 57/58 sein Atelier besißt, hat neben diesent noch ein hartnädige Kämpfe der letzten 15 Jahre haben die Weber und lage nicht heben, nur mit Hilfe der Gesetzgebung fann man fleines Schlaffabinett eingerichtet, welches er nur benugt, wenn er Spinner der Stadt Iwanowo und Schuja den Neunstundentag, die ihnen eine bessere Existenz schaffen. Eine gute Zollgesetzgebung und spät in der Nacht nach Hause fommt, tommt, und seine im vollständige Abschaffung der Nachtarbeit und eine 36 stündige eine Ausdehnung der Arbeiterschutz- Gesetzgebung auf die Haus- Westen gelegene Wohnung nicht aufsuchen will. Sonntagsruhe errungen. In einigen Webereien und Spinnereien auf industrie ist für sie in erster Linie Notwendigkeit. Wir haben eine Haus dient Geschäftszwecken, 1111r ein Portier hat dort dem Lande um Iwanowo ist die Nachtarbeit zum Teil auch ab- Resolution eingebracht, die von den Destreichern und von den eine Wohnung inne. Am 1. April d. J. nahm Herr Pflaum einen geschafft, gauz abzuschaffen hofft man Franzosen bereits unterstützt ist. Ich bitte Sie, ihr möglichst ein- neuen Lehrling in der Person des 16 jährigen Hugo Hille an, den nächsten 2 bis 3 Jahren. Die Erreichung fo glänzender timmig zuzustimmen. Sohn eines hiesigen Malers.. Bald nach seinem Eintritt famen verErfolge findet ihre Erklärung in der außergewöhnlichen schiedene Diebstähle vor. Es wurde ein Pult erbrochen und Geld Prosperität, die bis zur letzten Zeit in der russischen Textilindustrie daraus entivendet, bald tam auch ein photographischer Reise- Apparat herrschte und in dem heftigen Konkurrenztampfe zwischen den abhanden. Der Verdacht der Thäterschaft lenkte sich auf den Haus Fabriken von Petersburg und Lodz einerseits und denen Centraldiener, der entlassen wurde. Erst später stellte sich heraus, daß der rußlands andererseits. Die Fabrikanten können deshalb nicht Angeklagte der Dieb war. Er hatte das erbeutete Geld in liederristieren, die Fabriten lange still stehen zu lassen. Die Kämpfe licher Gesellschaft verpraßt. Der Hang zum Wohlleben hatte dem der Textilarbeiter von Petersburg und Centralrußland werden in jungen Menschen dermaßen jeden moralischen Halt geraubt, daß er den der nächsten Zeit voraussichtlich die Bekämpfung der Ueberzeitarbeit Entschluß faßte, seinen Lehrherrn zu ermorden und zu berauben. zum Ziel haben. Mit unbegreiflicher Verwegenheit versuchte er die ungeheuerliche That Eine Erhöhung der Löhne founte bon den meisten auszuführen. Er wußte, daß Herr Pflaum in der Nacht zum russischen Textilarbeitern nicht erreicht werden. Nur mit großer Mühe gelang cs, die von den Unternehmern geplanten Lohnberab sein Schlafkabinett in der Königstraße benußen würde. Am Abend fegungen abzuwehren, und es stehen zur Zeit in Centralrußland vorher hatte er sich unbemerkt in das Haus geschlichen und sich die Löhne nur um ein ganz geringes höher, als vor 30 Jahren. nach dem Echlaftabinett seines Lehrherrn begeben. Er hatte sich mit Der Weber erhält im Durchschnitt ca. 33 M., der Spinner gegen einem Beil und einem Revolver versehen. Mit diesen Mordwaffen 40 M. monatlich. Bei solchen Löhnen kann natürlich nur ein in erwartete er, hinter einer Kommode versteckt, auf das Nachhausekommen hohem Grade menschenunwürdiges Leben geführt werden. Leider feines Lehrherrn. Dieser traf gegen 4 Uhr morgens ein, zog sich sind in der nächsten Zeit Kämpfe um Erhöhung der Löhne aussichtsCroß- Lancashire: Jahr für Jahr werden ähnliche Refolutionen im Halbdunkeln aus und legte sich zu Bett. Nach kurzer Zeit erfolgte los, weil das Herannahen einer industriellen Krisis sich bereits auf den Kongressen der Trades Unions beschlossen, aber sie bleiben der Ueberfall. seit Jannar dieses Jahres in einer Einschränkung der Produktion ohne praktisches Ergebnis. Beigt mir ein Land, wo es gelungen ist; Der Angeklagte ist ein langaufgeschossener Mensch mit abund zahlreichen Arbeiterentlaffungen fühlbar macht. ein Parlament so zusammenzusetzen, daß es bereit ist, die Produktions- stoßenden Gesichtszügen, die auf Hartnädigkeit und Verbissenheit Ein Koalitions- und Vereinsrecht besigt das russische Volt nicht. mittel in gesellschaftliches Eigentum zu verwandeln. Gewiß liegt deuten. Er hat gestern im Untersuchungsgefängnisse den Versuch Jeder Streit führt zu Maffenverhaftungen unter den Arbeitern, eine die Erreichung derartiger hoher Ziele in den Händen der Arbeiter: gemacht, sich zu erhängen, und ist seit dieser Zeit im Razarett untergroße Anzahl der Streifenden wird zwangsweise nach ihren Heimats- fie können ja solche Vertreter wählen, sie machen aber leider feinen gebracht worden. Den Vorsiz führt Landgerichtsrat Döring, die Dörfern abgeschoben, ein Teil der Verhafteten wird in der Regel ge- Gebrauch davon. Besser, als solche Ziele, die in den Wolken liegen, Anklagebehörde vertritt Staatsanwalt Krebs, ein Verteidiger steht richtlich zu einer Gefängnisstrafe bis zu 1 Jahr 4 Monaten verurteilt. zu verfolgen, ist es, schrittweise nach dem Muster der dem Angeklagten nicht zur Seite. Die Diejenigen aber, die im Verdacht stehen, bei Streiks eine leitende Rolle englischen Gewerkschaften vorzugehen. Was helfen alle Resolutionen, gespielt zu haben oder sonst unter den Arbeitern organisatorisch wenn wir zu schwach sind, sie in die Wirklichkeit umzusetzen. Sucht thätig zu sein, wandern auf administrativem Wege", ohne gericht die Schuhgefeße, die Ihr habt, auch wirklich durchzuführen und sorgt gestaltet sich folgendermaßen: Vors: Wann sind Sie geboren? Angefl.: Am 16. Juni 1884. Vors. Also waren Sie zur liche Verhandlung auf jahrelang ins Gefängnis 111d in die Ver- für eine starte Organisation. Das ist mehr wert. als nichtssagende Beit der That gerade 16 Jahr alt. Welche Schulbildung haben Sie hannung. Der Jwanower Bericht enthält vier Biographien von Refolutionen, mit denen nichts erreicht wird.( Lebhafter Beifall bei genossen? Angell.: Ich besuchte die vierte Realschule bis Obere Märtyrern der Bewegung unter den Textilarbeitern Centralrußlands, den Lancashirern.) Sekunda. Vors: Dann sind Sie in die Lehre gekommen und die im Gefängnis und in der Verbannung einen durch seelische Mils Lancashire vertritt denselben Standpunkt. Unfre Haltung Qualen herbeigeführten freiwilligen oder durch materielle Ent- ist eine ganz entgegengesetzte zu der der Freunde vom Kontinent. behrungen hervorgerufenen frühzeitigen freiwilligen Tod gefunden Wir wollen, so lange wir leben, etwas erreichen, und nicht an Dinge Unter folchen Umständen ist es begreiflich, daß die Massen denken, die in hundert Jahren vielleicht möglich find. Gerade da durch haben wir soviel erreicht, daß wir immer an die Gegenwart der russischen Textilarbeiter nicht. organisiert sind, die geheime gedacht haben. Die deutsche Resolution ist zu gigantisch, zu ideal. Organisation mußte im fleinen aufangen und konnte sich bis jetzt wir beeinflussen in England unsre Parlamentsmitglieder. Wir nur langsam ausdehnen. In Jwanow- Wosnesienst begann sie im fonferieren mit ihnen, und solche Konferenzen werden selten abJahre 1892 mit einem geheimen Cirkel von 7 Mann, nach 3 Jahren geschlagen. In letzter Linie wenden wir uns an das Kabinett. Der waren es ihrer 15, und trotz der in den Jahren 1896, 1897 und 1898 Minister hatte jüngst die Absicht, die Arbeiterschutz- Gesetze zu verstattgefundenen Verhaftungen und schwerer Bestrafung von schmelzen. Wir fürchteten, dabei schlecht zu fahren, wir hätten hunderten von Genossen, die der Zugehörigkeit zur ge den Behnstundentag bekommen, während wir jetzt fast den heimen Organisation in Jwanowo angeklagt wurden, hat sich Neunstundentag haben. Der Sturm der Entrüftung, der durch das gegeben. Bors. Nun erzählen Sie erst einmal, wie Sie zu dem schreckdiese vermehrt und gefestigt und umfaßt heute bereits einige Hundert Land ging, zwang den Minister, den Gefeßentwurf wieder zurückzu- lichen Entschluß gekommen sind, Ihren Prinzipal zu ermorden und zu Arbeiter. Bei den wirtschaftlichen Kämpfen gelingt es den Mit zichen. Die Vorschrift, daß jeder Gesezentwurf, bevor er vom Bar- berauben. Angell: Die Absicht. ihn zu töten, hatte ich nicht. gliedern dieser Organisation, die Leitung über die Massen in ihre lament beraten wird, 40 Tage lang auf dem Tisch des Hauses ge- Am Sonntag, den 15. Juni hatte mein Vater mich heftig ausHände zu bekommen. Im Jahre 1898 hat sie sich der socialdemo- legen haben muß, giebt der Agitation im Lande Raum. Auch die gezantt, weil ich ihm nicht bei seiner Arbeit geholfen hatte. fratischen Arbeiterpartei Rußlands angeschlossen, um im Verein mit deutschen Arbeiter sollten auf die Parlamentsmitglieder nach eng- Mein Vater ist hochgradig nervös. Staatsanwalt: Der den Genoffen der andren Städte Rußlands die politische Befreiung lischem Muster Einfluß zu gewinnen trachten.( Beifall bei den Angeklagte vergißt hinzuzufügen, daß sein Vater schwer arbeiten Rußlands anzustreben. Dieses langsame, aber allem Anschein nach Lancashirern.) fichere Wachstum der Organisation unter den Textilarbeitern Central- Biltinson regt an, der englischen Delegation durch Ver- mußte, um seinem Sohn eine gute Schulbildung angedeihen zu lassen. Vors. Ist das richtig, Angeklagter? Angel.: Ja. Rußlands erfüllt uns mit großer Freude. Wir glauben, hoffen tagung der Abstimmung Zeit zu geben, sich über die Resolution Vorf.: Num fahren Sie fort. Angell: Ich hatte mir 811 dürfen, daß die russischen Textilarbeiter, die bisher schlüssig zu machen. Es wäre möglich, daß diese dann mit einigen bei Erkämpfung des Arbeiterschutzes in den vordersten Reihen fleinen Abänderungen auch von den Engländern einstimmig genehmigt vorgenommen, ins Ausland zu gehen, und am 18. faßte ich den Plan meinen Lehrherrn zu berauben. gestanden haben auch in dem früher oder später unvermeid- werden würde. Die englische Delegation wolle sich daher zur BeDie Ausführung des Vorhabens. lichen Entscheidungskampfe um das Recht und die Freiheit des ratung zurückziehen. gesamten russischen Volkes die Fahne vorantragen werden!" Reichelt Chemnitz meint, diese Zeit könne man doch dadurch Ich nahm mir vom Hause eine Pistole und ein Stemmeisen Der Kongreß setzt hierauf die Beratung über Punkt 5: Wie ist sparen, daß die Engländer während der Mittagspause darüber mit. Am Abend desselben Tags schlich ich mich ins Haus und eine bessere Durchführung der Arbeiterschutzgesetzgebung zu er berieten. wartete in der Dunkelkammer, bis Herr Pflaum fam. reichen?" fort. Die Engländer sind damit nicht einverstanden: ihre Mittags- Vors: Am Thatort wurden dieser Lederriemen, diese lange Schnur Die deutsche Delegation hat hierzu folgende Resolution ein- pause brauchten sie zum Diner.( Heiterkeit.) und diese Flasche boll Aether gefunden, Angell: Ich wollte ihn mit gebracht: Holmes Lancashire bittet, an die Verschiedenartigkeit der sollten diese Gegenstände dienen? Der Kongreß hält eine bessere Durchführung der Arbeiterschutz gewerkschaftlichen Zustände auf dem Kontinent zu denken. In Deutsch- dem Aether betäuben, dann mit dem Niemen und der Schmuir Vors.: Blieben Sie völlig angekleidet? gefezgebung nur dann für möglich und den Interessen der Arbeiter land ständen die Gewerkschaften auf socialdemokratischem Boden, in fesseln. entsprechend, wenn die Arbeiter durch die Erringung der politischen England nicht. Die englischen Gewerkschaften seien aber rein und aus- Nein, ich hatte meine Stiefel ausgezogen und auch meinen Rock. Macht einen größeren Einfluß auf die Gesetzgebung gewinnen. Mit schließlich Gewertschaften( Trades Unions purs and simples). Also müßten Anstatt des Letteren hatte ich mir einen Rock des Herrn Pflaum aller Energie ist dahin zu streben, daß die von fachmännischer Seite die festländischen Kollegen es verstehen, daß die Engländer bei aller zurechtgelegt, den ich mir nachher anziehen wollte. Als ich glaubte, auszuübende Gewerbe- und Fabril- Inspektion auf die Hausindustrie Sympathie für alle Arbeiterbestrebungen ein derartiges Hineintragen daß mein Prinzipal eingeschlafen sei, schlich ich mich an sein Bett. ausgedehnt wird und dazu aus den Kreisen der Arbeiter und der Politit in die Gewerkschaften nicht billigen tönnten.( Beifall bei Es stand ein Stuhl vor dem Bett, gegen den ich mit dem Fuß Arbeiterinnen von denselben gewählte Beamte hinzugezogen werden." den Engländern.) anstieß. Durch das Geräusch erwachte Pflaum und richtete sich mit dem Oberkörper in die Höhe. Er fing sofort an zu schreien, worauf ich ihm mit der scharfen Kante des Beils einige Siebe gegen den Kopf versetzte. Ich schlug nur schwach zu, weil ich ihn nicht töten wollte. haben. : Um aber eine Erleichterung der in der Textilindustrie oft geradezu unerträglichen Zustände schon jetzt herbeizuführen, fordert der Rongreß einen wirksamen Ausbau der Arbeiterschußgefeßgebung, insbesondere die Ausdehnung der letzteren auf die Hausindustrie. 19. Juni d. J. in Gesellschaft war, spät nach Hause kommen, und Um dies zu erreichen, erwartet der Kongreß, daß die Arbeiter der Textilindustrie aller Länder mit den übrigen Arbeitern zu einer Klaffenpartei vereinigt, sich an den Wahlen zu den gefeßgebenden Körperschaften beteiligen und durch ihre Organisationen einen Einfluß auf die Gesetzgebung ausüben".( Lebhafter Beifall bei den Deutschen, Oestreichern und Franzosen.) J Holmes Lancashire: Ich bedauere, daß ich habe hören müssen, Turner Yorkshire ist persönlich für die Annahme der Rewie wenig auf einem Teil des Kontinents die Arbeiterschuß- Geseze solution. Leider repräsentierten die Yorkshirer nur eine ganz beachtet werden. Ich bedaure, daß die zur Ueberwachung dieser geringe Zahl der Arbeiter. Sie glaubten aber, wenn das Ziel, die Vernehmung des Angeklagten. 3 wem?- Angel.: Zunächst zum Photographen Ziegler, dann mehrere Diebstähle begangen zu haben? zum Hofphotographen Pflaum. Vors: Nämnen Sie ein, dort Vors.: Haben Sie nicht früher auch Ihren Vater, mehrere Diebstähle begangen zu haben? Angell: Jawohl. der ein außerordentlich fleißiger Mann ist, sowie Ihren Ontel bestohlen?- Angel.: Ja, das ist wahr! orf.: Haben Sie nicht auch einmal Ihrem ersten Lehrherrn einen ori. Haben Sie nicht auch einmal Ihrem ersten Lehrherrn einen Hundertmarkschein entwendet?- AngelL.: Ja, ich nahm den Schein aus seiner Brieftasche. Vors. Sie gerieten damals nicht in Berdacht? Anget: Nein. Bors: Was haben Sie mit dem Geld gemacht? Angefl.: Ich habe es nach und nach ausVors.: Auch in Mädchenkneipen? Anget: Auch. wozit Anget: Zengenvernehmung. Versammlungen. Briefkasten der Redaktion. Die juristische Sprechstunde findet Montag, Dienstag und Freitag von 7-9 Uhr abends statt. ift. Langjähriger Abonnent. Ihrem Wunsch können wir nicht mid: fahren, da die Erfüllung desselben mit technischen Schwierigkeiten ver: nu. 18. Für solche Aufforderung steht den Abonnenten nur der Borwärts" offen. Im andern Fall verweisen wir Sie auf den Inferatenteil. 21. Schilderung ist die Absicht des Vormundes es auf den Namen des anzulegen, durchaus zweckmäßig. 3. Wenn Sie Vormund des Kindes werden meiner Ehefrau meinen Namen, so daß es fortan( Namen 2c.) heißen solle". Dies Schriftfiüd batieren Sie und lassen Ihre Unterschrift notariell oder gerichtlich beglaubigen. Darunter ſegen Sie:„ Mit der Erteilung des Namens( Ihr Namen) an mein Kind beziehentlich mein Mündel bin ich einverstanden." Folgt Ort und Datum. Dies lassen Sie von Ihrer Ehefrau und dem Vormund des Kindes unterschreiben und auch deren Unterschriften notariell oder gerichtlich beglaubigen. Sodann überreichen Sie diese Urfunde dem Standesbeamten, in dessen Standesregiſter die Geburt des Stube eingetragen ist und beantragen: Auf Grund dieſer Ginment) utgivandein. den Namen... auf der Geburtsurture then Pflaum fchlug mit den Armen um sich, sprang zum Bett hinaus Erscheinen seines Opfers gewartet. Es gäbe wohl faum eine Blutund pacte mich. Wir rangen mit einander. Ich hatte das Beil that, die 10 wohl vorbereitet war, wie diese. Wie ein Arzt, der eine weggeworfen und schlug ihn mit dem Kolben der Pistole mehrmals schwere Operation vornehmen wolle, habe der Angeflagte sich mit gegen den Kopf, nachdem er zu unterst am Boden und ich auf ihm allerlei Instrumenten, Betäubungs- und Fesselungsmitteln versehen. lag. Nun fagte er, ich solle ihn doch leben lassen, er wolle mir sein Vieles spreche dafür, daß der Angeklagte einen Mord beabsichtigt Geld geben. Die Schlüssel zum Geldschrank lägen unter seinem hatte, bei dem entschiedenen Lengnen des Angeklagten nach dieser Kopftiffen. Er wolle auch einen Schwur leiften und sein Ehrenvort Richtung hin und da ſeine Behauptung nicht strikte zu widerlegen geben, daß er mich nicht anzeigen wolle. Nun ließ ich von ihm sei, fönne nur schwerer Raub angenommen werden. Er beantrage ab, nahm die Schlüssel an mich und ließ mir von ihm den zum hierfür sowie für die Diebstähle die höchste zulässige Gefängnis Geldschrank passenden zeigen. Wir gingen beide in den Nebenraum, strafe von 15 Jahren. Der Gerichtshof trat der Ansicht des A. M. 100, Brieg. 1. Die Bestimmungen über die Arbeitsordnung wo sich der Schrank befand, ich öffnete ihn und nahm das vor: Staatsanwalts betreffs der Kennzeichnung der vorliegenden Straf: finden Sie in der Gewerbe: Ordnung§§ 134a bis 134h und im Arbeiterrecht handene bare Geld, etwa 560 m. an mich. Ich fragte ihn, wo er thaten bei, beließ es aber bei einer Gesamtstrafe von 7/2 Jahren S. 214 bis 224. 2. Den Klageweg gegen Krankenkassen ersehen Sie aus 371, 372 des Arbeiterrechts. 3. Beiträge für die Partei fönnen Sie sein Chedbuch habe, er erwiderte mir, er hätte feins. Ich verlangte Gefängnis. direkt unter der Adresse Gerisch, Berlin, Kreuzbergstraße 30, einsenden. mum, daß er sich aufs Bett legen sollte, ich wollte ihn betäuben und Cals 250. 1. Da es sich um ein Kind handelt, das bereits vor dem dann fesseln. Er ging auch wieder in das Schlafkabinet zurüd, lief 1. Januar 1900 bier Jahre alt wurde, so stand dem Vater das Recht zu, aber aus Fenster, öffnete es und rief hinaus: Hilfe! Räuber! Mörder!" von Bollendung des 4. Lebensjahres ab die Erziehung des Kindes zu Ich packte ihn an den Beinen und zog ihn zurück, wir bes Die Stuccateure Berlins hielten am 16. Juli bei Buske, begehren und, falls ihm das Kind nicht übergeben wurde, die Weiterzahlung gannen wieder zu ringen, wobei er fortwährend um Hilfe Grenadierstr. 33, eine gut besuchte Mitgliederversammlung ab. Nach des Vormundes das Vormundschaftsgericht im Intereffe des Kindes der Alimente zu unterlassen, es sei denn, daß auf Antrag der Mutter oder rief. Ich hörte schon Leute die Treppen hinaufkommen, schnell sprang Bunft 1 der Tagesordnung, Quartalsabrechnung, teilte Kollege( 3. B. wegen der Unfähigkeit des Baters sein Kind zu erziehen) angeordnet ich ins Nebenzimmer, eilte von dort nach dem Atelier und schwang Daschütt der Versammlung mit, in welcher Weise Herr Jungermann batte, daß das Kind auch nach dem vierten Lebensjahre von der Mutter mich durch ein Fenster aufs Dach. Ich hoffte, über die Dächer zu feine gegebene Tarifunterschrift vor dem Gewerbegericht als ungültig erzogen werde. Ginen dahin gerichteten Antrag können Sie noch fellen entkommen, mußte aber auf einen Boden flüchten, wo ich ergriffen hinzustellen juchte. Die Versammlung gab sich der Hoffnung hin. Die Alimente hat der Bater auf Grund des ergangenen un serveigeutst wurde. Vori. Haben Sie diese graufige That nim nie bedauert? Angell.( der bisher eine ziemliche Gleichgültigkeit zur Schau trug, daß die dort arbeitenden Kollegen die geeigneten Mittel finden zu zahlen, bis das Urteil infolge einer Klage des Vaters wegen verweigerter bag ich versuchen, toll):( a, ich habe auch meinem Vater geſchrieben, werden, den Herrn Jungermann zur Abgabe einer rechtlich bindenden herausgabe geändert ift. 2. Die artimentengelber ſtehen dem& i n b e zu. Nach Unterschrift zu Hierauf berichtete Mitglied daß ich versuchen will, alles gut zu machen, wenn ich wieder aus dem der Lohnkommission über das Ergebnis des Streits bei wollen, so müſſen Sie einen dahin gerichteten Antrag beim VormundschaftsGefängnis heraus bin. Auch an Herrn Pflaum habe ich geschrieben, daß der Firma Jädel, Wilmersdorf. Die dort beschäftigten Werkstatt- gericht unter Darlegung der Gründe ſtellen, welche im Inzereſſe des Kindes er mir verzeihen möge. Vors.: Haben Sie viel von dergleichen Mord- Stuccateure hatten sich eine rühmliche Ausnahme dazu auf für die Uebernahme der Vormundschaft durch Sie spredjen. 4. Den vor: thaten gelesen und Gefallen daran gefunden?- Angett: Ja. Bori. Haben Sie auch von der Wordthat gelesen, die gegen die gerafft, die von den Bau- Stuccateuren errungene 81/2 stündige ehelichen, von Ihnen nicht gezeugten Kinde Ihrer Ehefrau fönnen Sie Justizrat Levyschen Eheleute begangen wurde? Angekl: Ja. Arbeitszeit auch für sich zu beanspruchen. Durch das solidarische Ihren Namen beilegen. Bu diefem Behufe würden Sie etwa folgendes Vori.: Was haben Sie denn nun in den langen sechs Stunden Eintreten der letzteren wurde dies auch erreicht. Im letzten Bunkt Schriftstück ausstellen:„ Meine Ehefrau hat vor der Ehe ein nicht von mir gemacht, bis Ihr Lehrherr tam, haben Sie die ganze Zeit im Ver- der Tagesordnung wurde, um die Errungenschaften der diesjährigen erzeugtes Kind, Namens 2c., geboren. Ich erteile hierdurch dem Kinde sted zugebracht? Angel.: Nein, ich habe auf dem Sofa ge- Bewegung einheitlich zu gestalten, ein Tarif durchberaten, der den feffen. Bori. Und ist Ihnen dabei nie der Gedanke gekommen, Firmeninhabern demnächst zur Unterschrift vorgelegt werden wird. von dem Verbrechen abzustehen? Angell: Nein. Monatsversammlung der Brauer im Gewerkschaftshause. Bor Eintreten in die Tagesordnung ehrt die Versammlung das Andenken des Kollegen Reich in der üblichen Weise. Das Protokoll Zeuge Pflaums Darstellung von dem Vorgang weicht in ver- wird ohne Widerspruch angenommen. Der Vorfißende giebt bekannt, fchiedenen Punkten von der des Angeklagten ab. Er fei natürlich daß das Referat des Genossen Rosenow ausfallen müſſe, da schlaftrunken gewesen, als er sich nach 4 Uhr zu Beti legte. Er dieser durch Abreise am Erscheinen verhindert sei. In müsse auch kaum eingeschlafen fein, als er durch ein verdächtiges folgedessen wird in der Diskussion über die Beschlüsse des O. N. 10. 1. Die Novelle zum Krankenversicherungs- Gejeg räumt dem Geräusch wieder geweckt wurde. Eine Halbbekleidete große Gestalt Delegiertentages fortgefahren. Besonders wird von den meisten Bundesrat das Recht ein, Sausindustrielle( auch für beſtimmte Gewerbs. zweige und für örtliche Bezirke) für frankenversicherungspflichtig zu erklärent. fei auf Händen und Füßen vom Fußende des Bettes her näher ge- Rednern hervorgehoben, daß die Entschädigungsfrage der Zweig Ferner gestattet die Novelle, durch statutarische Bestimmung mit Genehmigung frochen, plötzlich aufgesprungen und habe sich dann auf ihn gestürzt vereins- Vorstände durch die gefaßten Beschlüsse feineswegs gelöst sei. Der höheren Verwaltungsbehörde festzusetzen, daß und inwieweit in& äffen, Sie hätten mit einander gerungen, wobei der Zeuge zum Bett Viele Delegierte hätten eine Inkonsequenz begangen, indem sie zwar in welchen die Beschäftigung von Hausgewerbetreibenden burch zwiſchen hinaus gefallen sei. Der Angreifer habe auf ihm gekniet und ihn mit allen Sträften zu erwürgen versucht. Jetzt habe er zu gegen Erhöhung der Beiträge, wohl aber für den Extrabeitrag personen vermittelt wird, diejenigen Gewerbetreibenden, in deren Auftrag die find gestimmt hätten. Einige der Zwischenpersonen die Waren herstellen oder bearbeiten laffen, die Krankenkassenfeinem Schrecken erſt ſeinen Lehrling erkannt. Er habe ihm gejagt, daß Ansicht, dass durch die Gazteinteilung die Agitation entschieden ver- Beiträge und Eintrittsgelber für die Hausgewerbetreibenden forte für den er sich die Schlüssel, die unter dem Kopfkissen lägen, holen und sich Gefellen( Gehilfen) und Lehrlinge einzuzahlen und Beiträge zu einem teuert worden sei. Eine Fortsetzung dieser Debatten in nächsten Drittel aus eignen Mitteln zu entrichten haben. 2. Da Sie lediglich für das Geld nehmen möge. Möglich sei es, daß er dabei das Versprechen Versammlungen findet nicht statt. Der Vorsitzende fragt die Vereinen Arbeitgeber arbeiten, to find Sie zweifellos flebepflichtig. Wenden gegeben habe, den Räuber nicht anzeigen zu wollen. Erst nach Beendigung des Kampfes habe er bemerkt, daß sein Gesicht mit sammlung, ob die Hinterbliebenen unires an der Proletarierkrankheit Sie sich mit dem Antrag, den Arbeitgeber zum Nachtleben und ferneren Blut überströmt war. Während der Angeklagte sich bei dem Geld- dahingeraften treuen Kollegen Hildebrandt das Sterbegeld erhalten Kleben anzuhalten, an den Magiftrat, Abteilung für Invalidenversicherung, G. 2. Vor dem 1. Januar 1900 war es in einigen Staaten schrank zu schaffen machte, sei er aus Fenster geeilt und habe mehr Mitglied war? sollen, trotzdem derselbe, durch seine Krankheit verhindert, nicht Klosterstr. 41. Einstimmig werden 50 Mark bewilligt, möglich, mehrere als Bäter eines unehelichen Kindes zur Alimentenzahlung " Hilfe" gerufen. Von einem nochmaligen Ringen mit dem Auge ebenso flagten sei ihm nichts bewußt. Er entfinne sich nur noch, daß der soll das Krankengeld für ihn erhoben werden, und zu verurteilen. Das Bürgerliche Gefeßbuch läßt den Einwand, daß der Angeklagte gerufen habe:" Hallunke, wo hast Du Dein Checkbuch!" zwar für den Monat Auguft. Die Einladung der Kupferschmiede utter innerhalb der Conceptionszeit ein andrer Mann beigewohnt bevor er die Flucht ergriff. Der Zeuge meint mit Sicherheit, daß zum Besuch der Urania im Monat August wird abgelehnt, dagegen habe, zu. Wird dieser Einwand bewiesen, so wird die Alimentenflage abfür einen späteren Monat ein Besuch in Aussicht genommen. Die Bierversorgung zu unsrer am 12. August stattfindenden Dampferpartie, über welche man sich nicht sogleich einigen konnte, wurde bahin geregelt, daß alles Diesbezügliche dem Arrangeur der Partie, Stollegen Gärtner, überlassen bleiben solle. Da Kollege N. sich über das Berhalten einiger Brauereien beschweren zu müssen glaubte, sah Stationen sich Rollege Richter veranlaßt, namens der Fünferkommission zu er flären, daß nunmehr auch die letzten Braunereien ihre Zustimmung zu dem vom„ Ringe" anerkannten Tarif gegeben hätten, man also wohl mit dieser Errungenschaft zufrieden sein könne. Sollte sich Krebs hebt hervor, daß dieser Fall deshalb bezeichnend sei, weil der aber irgendwo Grund zur Beschwerde ergeben, so wisse jeder, daß vor Gericht stehende jugendliche Verbrecher nicht aus der Hefe des er sich an die Fünferkommission zu wenden habe. Nur ein Punkt Volfs hervorgegangen, sondern ein Mensch sci, der Realschulbildung harrt noch der Erledigung. Der Arbeitsnachweis für die ringfreien genossen habe und das Neifezeugniß zum Einjährigen besize. Aber Brauereien sei indes nicht leicht in einer alle Teile befriedigenden Wien mit welchem Raffinement, mit welcher Ueberlegung sei der Angeklagte Weise zu regeln, darum möge man der Kommission vertrauen und vorgegangen, welch eine Energie der verbrecherischen Gesung habe ihr geit lassen. Damit schließt die mittelmäßig besuchte Verer an den Tag gelegt! Während voller 8 Stunden habe er auf das jammlung. es darauf abgesehen war, ihn ums Leben zu bringen. Der folgende Zenge, Dr. med. Meyer, hat den Ueberfallenen behandelt. Die Kopfwunden seien nicht lebensgefährlich gewesen, die Schläge seien seitvärts geführt worden und augenscheinlich abgeglitten. Es jei aber nicht ausgeschlossen, daß eine tödliche Wirkung hätte herbeigeführt werden können. Der Angeklagte versicherte wiederholt, daß er nicht daran gedacht habe, seinen Prinzipal zu töten, er habe ihn nur einschüchtern wollen. Achtung! Der Staatsanwalt MAURER. zur Gauverwaltung Achtung! Sonntag, den 22. Juli, vorm. 10 Uhr, in den Borussia Sälen", Ackerstraße 6-7: General- Versammlung gewiesen. umzuwandeln. Witterungsübersicht vom 19. Juli 1900, morgens 8 1hr. Swinentde Hamburg Berlin Frantf./M. wünchen Barometer stand mm Wind: richtung Windstärte Wetter 2 heiter Temp. n. C. Stallonen Barometerstand mm Wind richtung Winditärke wolfent 20 aparanda 7575 18 Petersburg 762 2 7649 3wolfenl 21 Cort 2wolfent 21 Aberdeen 763 28 20 Baris 7640 20 768 N 766 NO 767 SO 768 SO 767 SO 7679 2 heiter 2wolfen! Wetter Temp. n. 6. 26097653 2 Regen 13 1wolfen! 17 2 Nebel 1wolfig 1wolfent 23 16 19 Wetter Prognose für Freitag, den 20. Juli 1900. Etwas wärmer, vorwiegend heiter und troden bei mäßigen östlicher Winden. Berliner etterbureau. Agtung! Staker. Agtung! Todes- Anzeige. Nach langem schwerem Leiden ver: schieb am 18. b. t. mein lieber Sonntag, den 22. Juli cr., mittage 12 Uhr. im Lokal des Herrn Mann, unser guter Ontel und Jannasch, Infelstr. 10, 11: Deffentliche Versammlung des Vereins zur Wahrung der Jnteressen der Maurer Berlins und der Umgegend. aller im Stakerbetrieb beschäftigten Personen. Tages Ordnung: 1. Abrechnung des Kassierers vom II. Quartal 1900, der Bibliothek und Urania Borstellung. 2. Bericht des Ausschusses. 3. Bortrag des Genossen Adolf Hoffmann über: Auf was wir stolz sind". 4. Diskussion. 5. Verschiedenes. 129/10 # Pflicht eines jeden Stollegen ist es, pünktlich in dieser Versammlung zu erscheinen. Der Vorstand. 3. A.: Julins Gehl. Central- Verband der Zimmerer Zahlstelle Berlin und der Vororte. Sonntag, den 22. Juli, vormittags 10 Uhr, im großen Saale der Arminhallen, Kommandantenstraße 20: General- Versammlung. Tagesordnung: 1. Abrechnung vom II. Quartal und des örtlichen Fonds. 2. Berbandsangelegenheiten. Kameraden! Grscheint rechtzeitig und zahlreich in dieser Versammlung, wenn auch die Tagesordnung nicht reichhaltig, so find doch unter Punkt 2 wichtige Angelegenheiten zu erledigen. 254/18 Der Vorstand. J. A.: H. Knüpfer. Oeffentliche Versammlung für sämtl. Berliner Lederarbeiter, als Weißgerber, Lohgerber, Lederfärber usw. Kranken- und Sterbefaffe Tages Ordnung: 1. Die wirtschaftliche Lage der Stater und der bei dieseit beschäftigten Arbeiter". Referent: Kollege Gustav Behrendt. 2. Diskussion. 3. Ver schiedenes. 30/8 Es ist Pflicht aller Bauarbeiter, bie Staker auf diese Ber: fammlung aufmerksam zu machen. Die Lohnkommiffion der Bauarbeiter Berlins und Umgegend. J. A.: Oskar Böttcher. Verband d. Technischen Bühnenpersonals. Sonnabend, den 21. d. M., abends 11 Uhr, Neue Rokstraße 3: General- Derlammlung. 19756 Tages Ordnung: 1. Rassenbericht. 2. Verbandsangelegenheiten. 3. Verschiedenes. Um zahlreichen Besuch ersucht Achtung! E Der Vorstand. Kistenmacher! Achtung! d. aller gewerblichen Arbeiter Freitag, ben 20. Juti bor, bende 81 Uhr, im Lokal des Herrn für Schöneberg u. Berlin ( eingetr. Hilfsf. 115/132). Sonntag, 29. Juli, vorm. 10 Uhr Jim Saale v. Obst, Grunewaldstr. 110 General- Versammlung 95/1 am Sonnabend, den 21. Juli 1900, abends 8 Uhr, im ,, Gewerkschaftshaus", Engel- Ufer 15. Tages Ordnung: Tagesordnung: Stechert, Andreasstr. 21: Versammlung. Tages Ordnung: 1. Wetterberatung des Tarifs. 2. Berschiedenes. Alle Kollegen müssen in dieser Bersammlung erscheinen! Der Vorstand. J. A.: Karl Judel. Schwager, der Gastwirt Gustav Laskowski, im 51. Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet Freitag, den 20. b. M., nachmittags 5 Uhr, vont Trauerhause, Warschauerstr. 13, aus nach dem Georgenkirchhof, Lands: berger- Allee, ftatt. Allen Freunden und Bekannten die traurige Mitteilung, daß unser lieber Sohn, Bruder und Schwager, der Feilenhauer Otto Dusterhoff fin Alter von 18 Jahren am Sonn abend den 14. d. Mts. beim Baden am Herzschlag verstorben ist. Die trauernden Hinterbliebenen Fritz Oehme nebst Familie. Die Beerdigung findet am 20. d. M., nachmittags 7 Uhr auf dem Stralauer Kirchhof von der Leichenhalle dort: selbst statt. [ 1976 Danksagung. ur bie rege Teilnahute an bem Für Begräbnis meines lieben Mannes sage ich den geehrten Herren Kollegen fowie den Mitgliedern des Radfahrer: Vereins Fahr wohl" meinen innigsten Dant. Die fefbetrübte Witwe Antonie Eckersberg geb. Tessel. Verein der Rohrer Berlins u. Umgegend. Herren1910 1. Vortrag über: Tarifgemeinschaften". 2. Diskussion. 3. Bericht der 1. Salbjährlicher Kaffenbericht. Delegierten zur Gewerkschaftskommission. 4. Neuwahl der Delegierten. 2. Bericht des Vorstands über 5. Wahl der Revisoren zur Abrechnung des Vertrauensmannes. 6. Aufstellung die Thätigkeit vom Jahre 1899. Sonntag, den 22. Juli 1900, vormittags 10 Uhr, im Lokal von eines Gewerbegerichts- Beisigers für die Lohgerber. 7. Gewerkschaftliches und 3. Verschiedene Rasenangelegenheiten. Verschiedenes. Kollegen! Bei einem dergleichen hochwichtigen Thema ist es wohl Pflicht eines jeden, pünktlich zu erscheinen. 103/3 Der Vertrauensmann. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Heute. Freitag, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshaus", Sitzung der Orts- Verwaltung. Engel- Ufer 15: Brennspiritus. 105/3 Detaillisten, erkauf von Brenuſpiritus in Literflaschen welche unter günftigen Bedingungen den übernehmen wollen, bitten wir, sich bei uns zu melden. 61389* Bank für Sprit- und Produkten- Handel. Neanderstrasse 12. Wilke, Andreasstraße 26: Tages: Ordnung: Um päntiliches und zahlreiches Er- Mitglieder- Versammlung. scheinen sämtlicher Mitglieder ersucht Der Vorstand. 628/ 17** [ 268/18 und [ 50052 Knaben1. Abrechnung bes Staffierers sowie Bertrauensmanns spm weiten Garderobe Quartal 1900. 2. Stellungnahme zum Stiftungsfest. 3. Vereinsangelegen HaDer Vorstand. Gentral- Kranken- u. Sterbebeten NB. Hiermit werden besonders die Kollegen der Firma B. 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Auch für die Anlegung des großen die, um ihren Konkurrenten aus dem Felde zu schlagen, denselben Durchfahrtsthors in dem der Gesellschaft für den Bau von um 25 Broz. unterbieten, wollen den Lohn auf 35 Pf. herabdrücken. Hoch- und Untergrundbahnen gehörenden Hause Bülowstr. 70 sind Die Behörde kommt den Unternehmern entgegen und gewährt ihnen die Arbeiten schon ziemlich weit vorgeschritten. Dieses Thor, welches einen Aufschub. Die Unternehmer überschreiten diese Frist um das die Wagen durchfahren müssen, nachdem sie die große über die GeDoppelte, ohne ihre vertraglichen Pflichten zu erfüllen. Sie er- leisanlagen der Potsdamer Eisenbahn hinwegführende und jetzt warten als selbstverständlich, daß die Behörde sie in ihren ge- nahezu fertige eiserne Brücke passiert haben, wird bis zur dritten 1. Bericht der Agitations- Kommiffion. linde gefagt unschönen Geschäftspraktiken unterstützt, und brechen Etage emporreichen. Der Stadtverordnete Neutner Hermann Jordan ist int 2. Wie organisieren sich die Landarbeiter der Provinz Branden dann in herzbewegende Klagen aus, wenn fie, nachdem sie die Ausführung ihres Bertrages vier Wochen lang verzögert haben, endlich 64. Lebensjahre gestorben. Er gehörte der Stadtverordnetenver burg? zur Erfüllung desselben angehalten werden. Wenn mun die Unter- sammlung seit dem Jahre 1889 an und war im ersten Wahlkreise nehmer durch Zahlung der vertragsmäßigen Versäumnisstrafen für der dritten Abteilung bei den letzten Wahlen für 1900/1905 wiederdie letzten 14 Tage des Streits, den sie selber heraufbeschworen gewählt worden. haben, Nachteil erlitten, so ist das ihre eigne Schuld. Sie hatten 3. Agitation und Organisation. 4. Die Presse. 5. Anträge. Die Parteigenoffen aller in Betracht kommenden Wahlkreise werden gebeten, die Wahlkreiskonferenzen refp. Parteiversammlungen zu berufen, um Stellung zur Tagesordnung zu nehmen und die Wahlen der Delegierten zu vollziehen. Jeder Wahlkreis ist be rechtigt, drei Delegierte zu entsenden. Den Delegierten ist cin Mandat auszustellen. Mandats- Formulare werden zugesandt. Event. Anträge sind bis spätestens 18. August dem Unterzeichneten einzusenden. Mit Parteigruß Agitations Kommission für die Provinz Brandenburg. J. A.: Karl Dimmid, Berlin S., Quisen- Ufer 11. Lokales. Stimmungsmache für die Streifflausel. Einem Bericht der Baugewerks- Zeitung" zufolge, gelangte in der am 13. d. M. abgehaltenen Borstandssitzung des Deutschen Arbeitgeberbundes für das Baugewerbe folgendes Schreiben der Neu- Ruppiner Maurermeister zur Verlesung: fönnte. Traurige Folgen hat wieder einmal ein an und für sich ja 14 Tage Zeit, um die Angelegenheit in der einen oder andern geringfügiger Unfall gehabt, dem nicht die gehörige Aufmerks Weise zu regeln. Man kann doch weder von den Arbeitern, noch famkeit geschenkt wurde. Der 29 Jahre alte Arbeiter Maximilian von der bauausführenden Behörde verlangen, daß sie die Konkurrenz Selimmert aus der Müllerstraße Nr. 55, der in dem Müllabfuhrgeschäft von Scheller in der Müllerstraße beschäftigt war, manöver der Unternehmer unterstützen. quetschte sich vor einem Vierteljahre beim Abladen die rechte Sand zwischen zwei Müllkasten. Er achtete nicht auf die Verlegung. sondern arbeitete ruhig weiter. Nach vierzehn Tagen schwoll die and so stark an, daß eine Operation notwendig wurde. Der Verletzte stellte aber auch jetzt die Arbeit noch nicht ein. Nun drang trotz des Verbands Schmuz in die Wunde, und so kam es zu einer Blutvergiftung. Schon seit sieben Wochen war der Mann in ärztlicher Behandlung. Seine Lage machte ihn schwermütig und trieb ihn zum Selbstmord. Als seine Frau, die er vor anderthalb Jahren als Wittwe mit sechs Kindern im Alter von 3 bis zu 10 Jahren. heiratete. vorgestern Abend zum Einholen weggegangen und die Kinder auf dem Hof und im Garten spielten, erhängte er sich in der Verzweiflung an einem Fensterhafen in seiner Stube. Dieser Fall zeigt recht deutlich, wozu den Unternehmern im Baugewerbe die Streifflausel dienen soll: Hat jemand durch kolossale Ünterbietungen einem leistungsfähigen Konkurrenten einen Auftrag entriffen, so sest er einfach den Lohn der Arbeiter so weit herab, daß ihm, dem Unternehmer, troß des fabelhaft niedrigen Preises noch ein ansehnlicher Gewinn bleibt. Lassen sich die Arbeiter eine so schäbige Handlungsweise nicht gefallen, so verschlägt das dem Unternehmer gar nichts. Die Streitklausel bietet ihm ja die Möglichkeit, so lange zu warten, bis die Konjunktur auf dem Arbeitsmarkt ihn in den Stand setzt, Arbeiter zu Hungerlöhnen zu beschäftigen. Sollte die Ausführung dringender Arbeiten des halb auch monatelang verzögert werden, sollten die Interessen der Allgemeinheit und solche kommen bei öffentlichen Bauten ja stets in Frage auch auf das schwerste geschädigt werden: was fümmert das den Unternehmer! Sein Profit ist gerettet, seine Absicht ist erreicht. Der Neu- Ruppiner Fall, mit dem der Arbeitgeberbund für die Streiftlausel Stimmung machen wollte, muß jeden urteilsfähigen Menschen bestimmen, sich gegen die Streifklausel zu erklären. 53 Jahre alte Former Clemens Säfer aus der Siemensstr. 6. Vor den Augen seiner Tochter ertrank vorgestern abend, der Schäfer ging am Abend um 7 Uhr mit seiner 7 Jahre alten Tochter Elise nach dem Verbindungskanal bei Plößensee, um zu baden. Nach dem er eine Viertelstunde im Wasser gewesen war, verweilte er eine Zeitlang am Land und ging dann um 81/2 Uhr noch einmal hinein. „ Wir hiesigen Maurermeister haben gemeinsam den Kasernenbau übernommen. An dem Tage, an welchem mit der Arbeit begonnen Der Blumenthal gesperrt! Der schönste Wald in der Um- Plöglich ging er unter und kam nicht wieder zum Vorschein. Sein werden sollte, verlangten die Maurer eine Lohnerhöhung und legten gebung Berlins, der meilenweite, östlich von Berlin, nördlich von Töchterchen, das diesen Vorgang vom Ufer aus sah, fing an jämmerlich fofort ohne Antwort abzuwarten, die Arbeit nieder. Wir wehrten Strausberg gelegene Blumenthal soll für das Publikum ge- zu schreien. Schiffer, die in der Nähe waren, hörten das Geschrei, uns vier Wochen lang tapfer, mußten dann aber auf Drängen der sperrt werden. Die Besucher haben angeblich zu vielen Schaden eilten zu Hilfe und holten den Ertrinkenden noch lebend heraus. Behörde fast alles bewilligen, was die Leute verlangten. angerichtet und da hat die freiherrliche Familie von Edardstein, Während das Kind weinend nach Hause lief, starb Schäfer nach zehn Die Arbeit wurde aufgenommen, aber unfre jungen Leute die Besizerin des Waldes, kurz resolviert, daß das Publikum in dem Minuten. Die Leiche wurde nach dem Spritzenhaus in Blößensee waren weg und hatten auch bereiiwilligst Arbeit ge- herrlichen Revier nicht mehr zuzulassen sei. Auf ein Gesuch der gebracht. Der Ertrunkene hinterläßt seine Frau mit drei Kindern inr funden, besonders in Spandau. Jetzt fam für uns wohl das Berlince Touristenvereine hat man dann gnädigst zugebilligt, Alter von 8, 7 und 4 Jahren. bei Zahlung eincs der Schlimmste. Die Behörde trat in schroffster Weise gegen. uns auf. daß Eintrittspreises Besuch zu Beim Fensterputzen abgeftürzt ist vorgestern nachmittag die fam. Die freiherrlich voit Eckardsteiniche 15 Jahre alte Rosa Manteufel, die in der Wallstr. 57 im ersten Stoc Sie brachte nicht allein die Versäumnisstrafen für die Streiftage in gelaffen werden wird Anrechnung, sondern machte uns auch des weiteren für allen und Berwaltung auf entsprechende Gesuche solcher Per des Quergebäudes bri ihren Eltern wohnt. Sie fiel infolge cines jeden Verlust verantwortlich, der aus der Verzögerung noch entstehen ionen, von denen voraussichtlich Beschädigungen Fehltritts auf den Hof hinab, schlug mit dem Kopfe auf und zog fich Außerdem wurde uns eröffnet, daß, wenn wir nicht inner- der durchwanderten Forsten nicht zu erwarten einen so schweren Schädelbruch zu, daß man sie schleunigst in ein halb 4 Tagen 200 Maurer auf dem Bau beschäftigt hätten, würde sind, Erlaubnisscheine ausstellen, und zwar gegen Zahlung von Krankenhaus bringen mußte. Vergiftet und ertränkt haben sich wegen unglücklicher Liebe uns die Arbeit abgenommen werden, die Behörde würde Maurer an- 1 M. für 1 Person, 2 M. für 2 Personen, 3 M. für 3-7 Personen, nehmen, woher fie sie bekommen könnte und wenn sie 1 M. für die 5 M. für 8-10 Personen, 7 M. für 10-19 Personen, 10 M. für der 23 Jahr alte Tapezierer Carl Mühle aus der MünchebergerStunde zahlen sollte. Bei einem derartigen Standpunkt feitens der 20 und mehr Personen. Diese Erlaubnisscheine werden von dem straße 32 und seine Geliebte, die 17 jährige Arbeiterin Frieda Behörde mußte jeder Skrupel aufhören, schweren Herzens und nur fönigl. Forstassessor Wahl in Prözel ausgestellt. Die Ausstellung Kremniz aus der Rüdersdorferstraße 46. Mühle, der seit 21/2 von der Not gedrängt, entschlossen wir uns, Maurer aus Streiforten der Scheite gegen Entgelt soll den Zived haben, den Zustrom der Jahren in dem Tapeziergeschäft von Heckert in der Münchebergers anzustellen. Die Verantwortung dafür müssen wir der Behörde großen Menge von den Gefilden des Blumenthals nach Möglichstraße 9 beschäftigt war, lernte das Mädchen, das in der Strumpffabrik von Landé in der Markusstraße arbeitete, vor einem Jahr in überlassen. Wir glauben, daß niemand in der äußersten Not anders keit fernzuhalten. hätte handeln können. Im übrigen können wir berichten, daß den Ein recht sauberes Stückchen feudalen Uebermuts. Fehlt mir einem Gefangverein kennen. Die Eltern seiner Geliebten widerans Streiforten nach hier beschäftigten Maurern bereits gekündigt noch, daß auch die fiskalischen Wälder wegen der schrecklichen Be- jezten sich der ehelichen Verbindung, weil er zwar ein geschickter Arbeiter, worden ist. Wenn uns noch gestattet ist, hier eine Bitte vorzutragen, schädigungen durch das Publikum Entree erheben oder den Zutritt aber ein leichtfertiger Mensch und Schuldenmacher war, sie selbst aber so ist es die, der Bund wolle mit allen ihm zu Gebote stehenden ganz verbieten, dann können die Berliner unsre schönen deutschen wollte nicht von ihm lasien. Wiederholt mußte das Mädchen von Mitteln darauf hinwirken, daß die Behörden ihren oben erörterten Bolkslieder von des Waldes lieblicher Stühle, von seiner Poesie und den Eltern zur Rede gestellt werden, weil es abends spät nach Hause Standpunkt aufgeben und den Unternehmern in solchen Notlagen Schönheit auf dem Gendarmenmarkt oder dem Alexanderplatz fingen. fam. Die hochachtbaren Leute waren um ihr Kind um so mehr ihre Unterstügung angedeihen zu laffen, anstatt sie durch so überaus Da wird jo viel geredet von der zunehmenden Verrohung, von dem besorgt, als es die einzige Tochter war. Aber alle Vorstellungen harte Zwangsmaßregeln zur Verzweiflung zu bringen". materiellen Sinn der Bevölkerung, die nur darauf ausgehe, den fruchteten nicht. Erst am Sonntag blieb das Mädchen wieder bis In dem vorstehenden Schreiben entschuldigen sich die Neuruppiner armen Unternehmern immer höhere Löhne abzunehmen, von der in die Nacht hinein weg und entschuldigte sich damit, daß es den Maurermeister bei dem Vorstand des Arbeitgeberbundes, weil sie, Bergnügungs- und Verschwendungssucht der jungen Leute, die allen Dampfer verfehlt habe. Am Montaguachmittag ging es nicht zur entgegen dem Veschluß des letzteren, Maurer eingestellt haben, die edleren Vergnügungen abhold seien. Und den Wald, die Stätte Arbeit, legte vielmehr den Sonntagsstaat an und holte den Geliebten, aus Orten gekommen sind, wo gestreift wird. Soweit das Schreiben des reinen, edlen Naturgenusses und körperlicher Erquicung verder ein möbliertes Zimmer bewohnte, aus diesem ab. Auf die Frage der Wirtin Mühles, der Zimmermannsfrau Halle, was diesen Zweck verfolgt, interessiert es ja nur die beteiligten Unter- schließt man! nehmer, denn es fann weiteren Kreisen des Publikums sehr gleichGerade der Blumenthal mit seinen uralten Laubbäumen, feinen es denn vorhabe, erwiderte daß Paar, daß es auf einen verreisen wolle. Am andern Tage jedoch erhielten gültig sein, durch welche angeblichen oder wirklichen Thatsachen die tiefen Seen, seiner märchenhaften Stille müßte der erholungsuchenden Tag Neuruppiner Maurermeister ihren Verstoß gegen einen Berliner Bevölkerung erhalten bleiben. Freilich, wir leben im Zeit- die Eltern des Mädchens einen vier Seiten langen, von Mühle ge Bundesbeschluß entschuldigen suchen. Nun fühlt sich alter des Privateigentums und wenn die freiherrlichen und sonstigen schriebenen und von ihrer Tochter mitunterschriebenen Brief, indem eine hiesige Korrespondenz, die sonst mir Gerichts- edlen Familien, deren Vorfahren die Wälder in ihren Besitz gebracht sie des weiteren ausführten, daß sie sich gemeinsam das Leben berichte liefert, bewogen, für die weiteste Verbreitung des Schreibens haben, Luft verspüren, den Zustrom der großen Menge abzuhalten", nehmen würden, weil sie sich auf Erden nicht angehören könnten zu sorgen, indem sie es den Tageszeitungen zustellt. Allem Anschein dann wird sie faum jemand daran hindern können. Zufriedener mit Der Brief war in Treptow auf die Post gegeben worden. An seine nach geschieht das auf Veranlassung des Vorstands des Arbeitgeber den herrschenden Zuständen wird man aber die Menschen durch solche Arbeitsgenossen in der Werkstatt schrieb der junge Mann zu gleicher Zeit aus Ober- Schöneweide folgende Bostkarte: Liebe Kollegen! bundes, welcher auf diese Weise die herzbewegende Klage der Ruppiner selbstherrliche Maßregeln nicht machen. Ener aller Erstaunen möchte ich nicht sehen. Ich habe mich selbst, nebst meiner Braut Frieda entschlossen in den Tod zu gehen. Hoffentlich werdet Ihr mir die lezte Ehre erweisen, und bei das legte Geleit geben. Unglückliche Liebe. Bereitet, die Kasse darauf vor. Sorgt auch dafür, daß wir beide im Tode nicht getrennt werden. Wir haben uns vergiftet und extränkt. Herrn Tiedke( das ist der Werkmeister) meinen besten Dank für alles Gute. Leyten Gruß! Karl Mühle." Vorgestern nachmittag mietete ein Pärchen von dem Bootsverleiher Stieler zu Wilhelminenhof an der Oberfpree ein Boot, fuhr weg und fehrte nicht wieder zurück. Ginen Ueberzieher, den der junge Mann als fand zurückgelaſſen hatte, erfamute gestern ein grbeits genoffe ühteg als dessen Eigentum. Die Leichen waren bis gestern nachmittag noch nicht gefunden, aber man zweifelt nicht mehr daran, daß das Am Mittwochmorgen wurde Pärchen seine Absicht ausgeführt hat. der Nachen im Schilf steckend, etwa eine Viertelstunde von dem 100 000 M. Reinicke wollte diese Arbeit für 80 000 M. ausführen. Der Pilsener Bierkrieg ist beendet, ein glorreicher Sieg der oben genannten Restaurant aufgefunden. In demselben lag ein Er hatte seinem Angebot den Stundenlohn von 45 Pf., den er já deutschen Flottenpolitik, der Feind hat sich bedingungslos den Herrenbut und ein Fläschchen mit Gift. Es ist anzunehmen, daß das weitergezahlt hätte, zu Grunde gelegt. Die vereinigten Ruppiner Berliner Gastwirtsvereinigungen ergeben. Das Bürgerliche Brauhaus Baar erit Gift genommen und dann gemeinsam in das Wasser geMaurermeister aber unterboten den auswärtigen Konkurrenten um in Pilsen und die Vertreter desselben in Berlin zahlen 2,40 M. des sprungen ist. Die Leichen waren bisher noch nicht gefunden Anfangs batten sie sich sogar bereit er Flottenzolles und unsre Berliner Gastwirte 1 M.; das sind die worden. flärt, die Arbeit für 50 000 Mark auszuführen, später Friedensbedingungen. Vereinsamung hat den 31 Jahre alten Arbeiter Karl Hohn aber erhöhten sie ihr Gebot auf 60 000 Mark und er hielten den Zuschlag. Als 111111 Sydra, Gella, Schneeball: oder Lawinensystem. Unter aus der Müllerstr. 138c in den Tod getrieben. Der seit acht Jahren das Kellergeschoß fertig war, und die Arbeit von den Ruppiner Unternehmern mit denselben diesem Namen beginnt ein Geschäftsgebahren Verbreitung zu finden, verheirathete Mann mußte vor vierzehn Tagen seine Frau nach dem das geeignet ist, das Publikum in empfindlicher Weise zu schädigen. Moabiter Strankenhause bringen, da sie an einem Nierenleiden schiver Maurern weitergeführt werden sollte, die bei Reinicke für 45 Pf. Das System besteht darin, daß dem Erwerber eines Hydra-( Gella- 2c.), daniederliegt, und seine drei Kinder, die 7 und 5 Jahre und beschäftigt waren, da sagten die Maurer: Es ist uns, die wir in Gutscheines die Lieferung eines im Werte erheblich über den Preis 2 Monate, zu seinem Schwager in Obhut geben. Seit Montag vers Ruppin ansässig sind, darum zu thun, daß wir mit den hiesigen bes Gutscheines hinausgehenden Gegenstandes, vornehmlich einer Uhr, mißten ihn die Hausgenossen. Als vorgestern nachmittag die Polizei 45 f. bestehen, sondern für 40 B. arbeiten. Die Ruppiner stimmte Anzahl von Gutscheinen käuflich erworben, diese an andre Personen deshalb nicht auf der Weiterzahlung des Stundenlohnes von ständen, in Aussicht gestellt wird, sobald er von der Firma eine befand sie seine bereits stark verweste Leiche in der Küche an der Thürflinte hängen. Meister gingen aber nicht darauf ein, sie wollten mnr 35 abgefegt und jede von diesen Personen wiederum auf ihren Gut- Ihren Verlegungen erlegen sind der Diätar Oskar Förster und die bisher bei Reinicke für 45 Pf. beschäf schein die gleiche Anzahl von Gutscheinen von der Firma bezogen aus der Stegligerstr. 82, der sich in der Wohnung ſeiner Braut eine tigten Maurer fingen deshalb bei den Ruppiner Meistern hat. Ohne die Schwierigkeiten, die der Erfüllung dieser Bedingungen Kugel in den Stopf schoß unn nach dem Elisabeth- Krankenhause genicht an. Die bauausführende Behörde gewährte aber flanjel, foll, Maurermeister in die Zeitungen zu lancieren sucht, um Stimmung Die Fluß- Bade- Anstalten haben in den letzten Tagen einen für die Streifklausel zu machen. Die Sehnsucht nach der Streif- Ansturm auszuhalten gehabt, wie seit langem nicht. Am größten die durch den Neu- Ruppiner Fall begründet werden war die Schar der nach Abkühlung verlangenden Besucher am wird ja auch am Schluß des Schreibens in dent: Montag und Dienstag, während sich am Mittwoch schon wieder ein lichen Worten ausgesprochen. Es lohut sich deshalb, an Nachlassen bemerkbar machte. Von den städtischen Anstalten haben der Hand der Thatsachen zu zeigen, daß gerade in dem vor- mehrere an den Tagen des stärksten Besuches wiederholt die Staffe liegenden Fall von einer durch ungerechtfertigte Forderungen der für einige Zeit schließen müffen, weil die Bassins für diesen Andrang Arbeiter erzeugten Notlage der Unternehmer gar keine Rede sein kann. zu klein waren. Allein in den in der Oberspree gelegenen städtischen Der wirkliche Sachverhalt ist folgender: Anstalten haben am Montag rund 10 000 Personen und am Dienstag Es handelt sich um den Neubau einer Kaserne in Neu- Ruppin. etwa ebenso viele gebadet. An dem selbst für einen Julitag ganz Die Aufmauerung des Nellergeschosses hatte der Maurermeister ungewöhnlich heißen Montag die Durchschnittstemperatur betrug Rapide aus Spandan übernommen. Er beschäftigte bei dieser Arbeit 27 Grad Celsius war in einigen dieser Anstalten der Besuch bis Ruppiner Maurer, denen er einen Stundenlohn von 45 Pf. bezahlte, zu zehnmal so groß wie am Montag vor acht Tagen, der mit einer während der bis dahin in Ruppin übliche Lohnfaz 35-38 Pf. betrug. Durchschnittstemperatur von 12,6 Grad Celsius für einen Julitag Der über das Kellergeschoß hinausgehende Teil des Baues wurde ungewöhnlich falt war. in einer besonderen Submission vergeben. Er war veranschlagt mit 20 000 Mark. zahlen, 11 it It Wir wollen meinem den Ruppiner Unternehmern einen Auf- entgegenstehen, zu erkennen, werden leichtgläubige Personen durch bracht wurde, und die 12 Jahre alte Tochter Franziska des schub von 14 Tagen, um ihnen Zeit zur Einigung mit den die Aussicht auf den Erwerb eines anscheinend wertvollen Gegen Tischlers Huc aus der Adalbertstr. 60, die bei einer Explosion Gesellen zu lassen. Seitens der letzteren sind auch sofort Verhand- ſtandes für einen unverhältnismäßig niedrigen Betrag zum Ankauf schwer verbrannte und in dem Krankenhaus Bethanien Aufnahme lungen mit den Meistern angebahut worden, wobei sowohl die Bau- von Gutscheinen verlockt und in der Mehrzahl der Fälle geschädigt. fand. Der Minister für Handel und Gewerbe hat die Polizeibehörden Straßensperrung. Der Fahrdamm am Kreuzungspunkt der leitung wie auch der Bürgermeister von Neu- Ruppin zu Gunsten der beauftragt, diesem gemeingefährlichen Geschäftsgebahren durch öffent- Wichmannstraße und des Kurfürstendamms wird wegen AusArbeiter zu vermitteln suchten. Aber es war alles vergebens. Die liche Warnung des Publikums und, soweit das rechtlich möglich ist, wchselung des Gleisdreiecks der Straßenbahn vom 23. Juli ab bis auf Unternehmer beharrten auf ihrem Standpunkt: nur 35 Pf. pro weiteres für Fuhrwerke und Reiter gesperrt. Stunde zu zahlen. Sie ließen nicht nur die 14tägige Frist, sondern auf dem Wege der Strafverfolgung entgegenzutreten. noch weitere 14 Tage verstreichen, ohne nachzugeben. Jetzt erst, Mit dem Viaduktbau für die elektrische Hochbahn ist mum nach vier Wochen, verlangte die Behörde da der Bau am auch in der Bülowstraße begonnen worden. An den SerenzungsDie Lokalkommission von Schönwalde macht darauf auf 1. Oftober bezogen werden soll daß die Arbeit endlich begonnen punkten der Blumenthal, Steinmez- und Potsdamerstraße sind auch zum werde, widrigenfalls die Bauleitung selber die Arbeit ausführen, teils bereits die mächtigen Steinpfeiler errichtet worden, merkjam, daß am Sonntag ein Eängerfest stattfindet, dessen Maurer aus Berlin kommen lassen und ihnen einen Stundenlohn welche den hier zu montierenden Straßenüberführungen Arrangements in einem von der Arbeiterschaft gesperrten Lokal von 60 f. zahlen werde. Nun gaben die linternehmer endlich nach, als Stüßpunkte dienen. Leider hat die früher so schöne Mittel- getroffen sind. Wir bitten die Parteigenossen, die Lokalliste zu be fie bewilligten 40 Pf. und die Arbeit wurde aufgenommen. I promenade durch die vor kurzem beendeten Fundierungsarbeiten der achten, mithin dem Fest fernzubleiben. Aus den Nachbarorten. Gerichts- Beifung. Vermischkes. Johannisthal- Niederschöneweide. Der hiesige socialdemo- 1 Beide hatten eine Bierreise unternommen und lehrten am Nachmittag grundstück und im Müggelschlößchen verpachtet habe, gewerbsmäßig fratische Verein hält am Sonnabend, den 21. Juli, abends 82 Uhr, in das Jahn'sche Lokal zu Spandau. Dort nahmen sie sich mehrere handelte, könne dahin gestellt bleiben. Auf jeden Fall liege der Beim Lokal von Mertins eine Mitgliederversammlung ab. Auf der Handgreiflichkeiten gegen die Wirtin und die Kellnerin herans, trieb einer öffentlichen Fähre vor, denn jedermann, der die Lokale Die Ver Tagesordnung steht ein Vortrag des Genossen A. Hoffmann über: was ihnen von diesen und dem hinzukommenden Wirt untersagt besuchte, wurde auf sein Verlangen übergesetzt. Glaube und Vernunft." wurde. Sie schlugen mm auf die Wirtsleute ein und fügten ihnen ordnung, auf die die Anklage geſtüßt sei, könne aber einige Verlegungen bei, wurden aber schließlich mit Hilfe des in wegen ungültigkeit nicht zur Anwendung fomment. Weißensee. Die Mitglieder des Socialdemokratischen Arbeiter der Nähe arbeitenden Malers Urban aus dem Lokal heraus- Sie ſei erlassen auf Grund des§ 37 der Gewerbe- Ordnung, vereins werden ersucht, an dem Zahlabend oder von den Beisigern gebracht. Als Urban dann wieder an seine Arbeit ging und der die Regelung des Verkehrswesens betreffe, während§ 6 der die Broschüre Weltkrach und Weltmarkt" abzuholen. Mitgliedsbuch dabei auf einer Leiter stand, kamen die Burschen wieder und rissen Gewerbe- Ordnung direkt bestimme, daß die Bestimmungen der legitimiert.ie sind nada ddmm Der Vorstand. die Leiter um, sodaß der Maler zu Boden fiel und sich Gewerbe- Ordnung auf die Unterhaltung öffentlicher Fähren nicht Reinickendorf. Die Generalversammlung des Wahlvereins hierbei Verlegungen zuzog. Nun kam der Schankwirt Heide- anzuwenden seien. Also könne eine Ausführungs- Verfindet am Sonnabend, den 21. d. M., abends 81/2 Uhr, in Böttchers mann dem Bedrängten zu Hilfe, er erhielt aber von einem ordnung zu§ 37 nicht den Betrieb einer öffentlichen Fähre oder Stich Seepart, Markstraße, statt. Wir bitten die Genossen recht zahlreich der Burschen einen Schlag in das Gesicht von einer Genehmigung abhängig machen. 8 weifelhaft fei, des Polizei- Verwaltungszu erscheinen. Der Vorstand. und wurde von beiden dermaßen heftig zu Boden ge- ob nicht auf Grund des Zur Lokalliste! In Spandau stehen der Arbeiterschaft stoßen, daß er beim Fallen ein Bein brach und fich fofort gesetzes derartige Verordnungen möglich wären. Diese Frage auch die Lokale von Fr. Arnold, Mittelstraße 22, und das flüchteten alsdann vor den hinzugerufenen Polizeibeamten, und zwar eine solche Verordnung nicht in Betracht komme.. früher Klucowsche Gartenlokal, Pichelsdorferstraße 5, lief Günther in das Härtnersche Maschinenhaus, in welches ihn der welches in den Besitz des Genossen H. Dudsch übergegangen ist, Maschinist durch sofortiges Verschließen der Thür einsperrte, während kampf als Kartellträger überbracht zu haben, hatte sich am Unter der Anklage, eine Herausforderung zum Zweizur Verfügung. Zuhl auf die Dächer flüchtete, wo ihn die Beamten einstweilen nicht Mittwoch der Tierarzt Heinrich Freels aus Treuenbriezen vor der Die Lokalkommission von Spandau und Umgegend. erwischen fonnten. Beide Excedenten sind inzwischen verhaftet und Potsdamer Ferienstraftammer zu verantworten. Mit ihm zugleich Aus verletztem Ehrgefühl hat sich der 60 Jahr alte Arbeiter dem Gericht zugeführt worden. wegen Herausforderung zum Zweikampf war der praktische Arzt Friedrich Bader aus Buckow das Leben genommen. Im Februar d. I. Ein Unfall mit tödlichem Ausgang ereignete sich in der Dr. med. Hermann Schulze angeklagt, doch war derselbe inzwischen ward vom Amtsdiener Mäding aus Briz, wie er amtlich in Buckow Artillerie- Werkstatt in Spandau. Der Klempner Otto Schön und verstorben. Schulze glaubte fich von dem Rechtsanwalt Teuscher in zu thun hatte, die Mitteilung geworden, daß dem Landwirt Christian der Arbeiter Michael Farin hatten den Auftrag erhalten, die Dach- Treuenbrießen beleidigt und schickte deshalb am 5. Dezember v. J. von seinem Felde Rüben gestohlen seien und wurden ihm als die rinnen der Eisenniederlage und der Schmiede zu reinigen. Die den Angeklagten zu demselben, um ihm eine Forderung auf schwere Diebe der Arbeiter Bade, dessen Ehefrau und deren 15jähriger Sohn Arbeit ging auch ganz gut von statten, bis beide Leute das Dach, Waffen( Piſtolen oder Säbel) zu überbringen, die derselbe anfänglich bezeichnet. Der Beamte begab sich sofort nach, B.'s Wohnung und auf welchem sie zuerst beschäftigt gewesen, verlassen wollten, um sich auch annahm. Aus dem Duell wurde aber nichts, weil später Rechtsforschte die allein anwesende 12jährige Tochter aus, 100 auf ein andres zu begeben. Echön glitt auf dem durch die Hige anwalt Teuscher die Herausforderung ablehnte und die Sache zur Anzeige die gestohlenen Rüben seien. Die Tochter sagte, fie hätten wohl weich und schlüpfrig gewordenen geteerten Dache aus und brachte. Der Staatsanwalt beantragte 2 Wochen Festungshaft. Der zwar Rüben im Hause, die feien aber nicht nicht gestohlen. stürzte durch eine Glasdachung 71/2 Meter herab auf Steinpflaster. Gerichtshof erkannte auf 3 Tage Festungshaft. Als der Beamte daran zweifelte, betenerte das Kind Sein Tod erfolgte sofort und der herbeigerufene Arzt, Dr. AbrahamDie Serienbilder in den Chokoladen- Automaten, über unter Thränen, daß seine Eltern keine Diebe seien. Auf die Anzeige sohn, konstatierte Schädelbruch als Ursache. Die Leiche wurde nach welche Tegteren jetzt seitens der Regierung Erhebungen angestellt des Amtsdieners Mäding erhielten die Eheleute und deren Sohn dem Kommunalfriedhof gebracht. vom Amtsvorsteher Regling zu Briz jeder ein Strafmandat über werden, um zu prüfen, ob sie nicht für die Jugend unheilvoll wirken, je zehn Mart. Die Frau wandte sich an einen Bureauvorsteher bildeten die Grundlage zu einer am Mittwoch vor der Potsdamer eines Rechtsanwalts, welcher für sie Berufung einlegte, mit dem Ferienstraffammer verhandelten Diebstahlsanklage. Der 13jährige Bemerken, daß es nicht nötig sei, auch für ihren Mann und Knabe Ludwig Graupner aus Nowawes hatte in Gemeinschaft mit Sohn Berufung einzulegen, da da die eine Berufungsschrift für dem noch nicht strafmündigen Knaben Otto Behlau den im VorDrei Anklagen wegen fahrlässiger Tötung gelangten heute garten des Restaurateurs Hilbert in Nowawes stehenden Automaten alle drei Personen Geltung habe. Dies war aber ein unmittelbar hinter einander vor der ersten Ferien- Straffammer am erbrochen und um die Serienbilder zu erlangen, 60 Tafeln gestohlen. großer Frrthum, denn nur die Frau wurde 811 einem Landgericht II zur Verhandlung. Im ersten Fall handelte es sich Der Staatsanwalt beantragte wegen schweren Diebstahls 3 Monat Termin nach Moabit vorgeladen und erzielte ihre Freisprechung. 3 Der Vater und der Sohn wurden dahingegen, weil sie die zehn einmal um den leichtfertigen Umgang mit Schußwaffen. Der Schuh- Gefängnis; der Gerichtshof erkannte nur wegen einfachen Diebstahls Mark nicht bezahlt hatten, zu der nun in Kraft getretenen Haft- macher Adolf Raschte aus Rirdorf hatte seinem Kunden, dem auf 14 Tage Gefängnis. altes doppelstrafe abgeholt. Diese Schmach, daß er und sein Sohn ein Dieb Totengräber serenzisch in Mariendorf ein Am 19. Januar dieses Jahres sei und im Gefängnis gefeffen habe, glaubte B. nicht ertragen zu lieferte Raschte bei dem Totengräber ein Paar bestellte Stiefeln läufiges Terzerol verkauft. fönnen und äußerte zu wiederholten Malen, daß er sich das Leben ab. nehmen werde. Wenn er im Gefängnisse ein Messer gehabt hätte, daß er mit der Schußwaffe betrogen worden sei, da dieselbe nicht Bei dieser Gelegenheit führte letterer Klage darüber, Die Ballon- Katastrophe in Neapel. Aus Neapel schreibt fo hätte er sich dort schon die Pulsader geöffnet. Am Sonntag hat funktioniere. Najchte wollte das nicht glauben, ließ sich die Waffe man, uns unter dem 16. Juli: Gestern um 7 1hr stieg in der er nun seine Abficht ausgeführt. Als ſeine Frau von einem Gang hebt den Batronen geben, lub und schoß auf dem Hofe einen Schuß Hygiene- Ausstellung der freie Ballon" Napoli" auf; in dem B, ber zurückkehrte, fand sie ihren Mann in der Schlafkammer erhängt vor. ab. Der hinzugerufene Arzt konnte mur den schon eingetretenen Tod Der zweite Schuß versagte. Naschke ging num wieder in die befanden sich der Luftschiffer Graf Paterno di Montecupo, der feststellen. Stube und legte die Waffe auf den Tisch, an welchem der Toten- Kommandant Vanni und Salvatore Pelizzoni, Redacteur des gräber saß. Dabei ging der siggengebliebene Schuß los und die" Don Marzio". Heute früh verbreitete sich hier das Gerücht, Die schweren Vergehen von Arrestbruch, Einbruch und Kugel ging dem Totengräber in die Brust. Der herbeigerufene Dr. Wo gel daß der Ballon ins Meer gefallen sei und daß ein nach Balermo Widerstand gegen die Staatsgewalt hat sich ein angesehener ordnete die fofortige Ueberführung des Verlegen in ein stranken- abgegangener Dampfer ihn nach Neapel bugfiere. Die Nachricht Stegliger Bürger zu Schulden kommen lassen, gegen den eine dies haus an.. Doch wurde die Kugel durch einen operativen Eingriff war leider nur zum Teil wahr. Als der Ballon, der sich beim Aufbezügliche Untersuchung eingeleitet worden ist. Der Betreffende ist entfernt. Die Operation an sich war nicht gefährlich, der Verlegte stieg sehr langsam erhoben hatte, eine Höhe von 300 Meter erBefizer eines Hundes, der sich in den Straßen in Steglit maul- verstarb aber an den Folgen seiner Verlegung. Der Angeklagte reichte, blieb er mehrere Minuten auf derselben Stelle; dann schlug forblos umhertrieb und dort von Fangbeamten des deutschen Tier- suchte nun die Sache so darzustellen, daß er nur die eine Kugel in er, von einem leichten Südwestwind getrieben, die Richtung nach schutzvereins aufgegriffen wurde. Die gefangenen Tiere wurden vor der Waffe hatte, die er abschoß. Hinter seinem Rücken habe Strenzisch dem Meer ein, und 20 Minuten später sahen die Bewohner übergehend in einen von dem Verein zu diesem Zweck gemieteten die Waffe noch einmal geladen und auf den Tisch gelegt, dabei sei von Procida, daß der Ballon rasch sant; aber plötzlich stieg Stall gebracht. Um das polizeilich vorgeschriebene Fanggeld nicht der Schuß losgegangen. Die Beweisaufnahme ergab aber doch eine er, wahrscheinlich nachdem der Ballast ausgeworfen war, wieder in zu bezahlen, hat nun der oben erwähnte Herr den Stall erbrochen, grobe Fahrlässigkeit seitens des Angeklagten, der darauf zu zwei die Höhe und verschwand rasch. Um 8 Uhr erhielt die Hafenbehörde den Befehl, ein Dampfboot abgehen zu lassen, das die Luftseinen Hund mitgenommen und die übrigen eingesperrt geweſenen Wochen Gefängnis verurteilt wurde. Tiere laufen lassen. Die umbesonnene Handlung dürfte ihm aller- Der zweite Fall zeigte, wie es mit dem Wärterpersonal in schiffer suchen sollte; da jedoch erst Feuer angezündet werden mußte, dings teuer zu stehen kommen. manchen privaten Frrenanstalten bestellt ist. In der Dr. Wald- um die Maschine in Gang zu bringen, ging viel Zeit verloren. schmidt'schen Frrenanstalt in der Nußbaumallee auf Westend be- Bald darauf ließ das Hafenkommando, in höchster Sorge wegen des Die Schöneberger Arbeiterschaft und die Gastwirte. Vor fanden sich neben andren Geisteskranken zwei solche, welche selbst- Ausbleibens von Nachrichten, noch ein zweites Dampfboot abgehen. wenigen Tagen ging durch die Presse eine Notiz, daß von den mordlustig waren, darunter ein gewisser Gede de. Derartige Krante Dieses suchte während der ganzen Nacht das Meer ab und meldete früh durch den Küstentelegraphen( Semaphor) von 50 auf 60 Pf. in Aussicht genommen sei. Um diese Forderung sichtigung war auch angeordnet, trotzdem gelang es dem Gedecke, vom Stap Miseno, daß man den Ballon gefunden und eine nicht illusorisch zu machen, griff man zu dem ganz vernünftigen Mittel fich am 31. Mai d. J. im Klosett aufzuhängen und dabei den gewünschten Person, den Grafen Paternö di Montecupo, gerettet habe. einer größeren Flugblatt- Verbreitung, in welchem den Berufs: Tod zu finden. Die Verantwortung für diesen Vorfall wurde dem Von den andern beiden Luftschiffern habe man keine Nachricht. Diese Nachricht rief in ganz Neapel eine große follegen folgendermaßen ins Gewissen geredet wurde:„ Die denkende Krantenwärter Erich Wollert aus Berlin aufgebürdet. Arbeiterschaft, welche zumeist in Betracht kommt, wurde demselben zur Last gelegt, daß er den Patienten allein nach Aufregung hervor, da sie keine Einzelheiten enthielt und nicht einmal hat die volle Berechtigung unsrer Preisfestsegung anerkannt, wofür Sem Klosett gehen ließ. Der Angeklagte gab zu seiner Ent mitteilte, was Graf Montecupo gesagt hat. Bald darauf televiele Beispiele vorliegen. Im Bewußtsein, daß sie ihre Lage in den schuldigung an, daß er früher Schreiber gewesen sei. Da er graphierte aber Simeoni, Hafenbeamter in Stap Weiseno, an das letzten Jahren erheblich gebessert haben, erkennen sie unsre gerechte arbeitslos war, habe er die ausgeschriebene wärterſtelle an- Marinekommando:" Ich benachrichtige Sie, daß Graf Montecupo Forderung gern an. Die Preise für alle Lebensmittel, insbesondere genommen. Ihm habe jede Vorbildung und Erfahrung für diese mittels einer Barke hier eingetroffen ist. Er weiß nichts über das Fleisch, sind erheblich gestiegen, aber selbst die Preise für Feuerung Beschäftigung gefehlt, trotzdem habe man ihn nach ganz kurzer Schicksal seiner Genossen und bittet, Hilfe in die Gegend von Capri find in lezter Beit bedeutend in die Höhe gegangen. Kollegen! Beit die beiden Die zu senden, wo, seiner Ansicht nach, die beiden gegen 2 Uhr heute Selbstmordverdächtigen übergeben. Bedenkt die hohen Löhne, die für gutes Dienstpersonal, be= selben lagen in in zwei Zimmern, die durch eine offene morgen gescheitert sind." Graf Montecupo sagte ferner, daß Vanni sonders Mädchen, gerade in unfrem Gewerbe gezahlt werden Thür getrennt waren. Der eine der Patienten war bett- und Pelizzoni sich, als der Ballon herabstieg, ins Meer stürzten, um müssen, bedenkt die Ansprüche, die an Zeitungen zc. an uns gestellt lägerig, der andre, Gedede, konnte sich frei bewegen. Er durfte schwimmend die Küste zu erreichen. Sie hatten jedoch ihre Kräfte werden; alle Parteien wollen ihr Recht haben! Bedenkt die denselben allein nach dem Klosett gehen lassen, denn auf dem Korridor und die Entfernung von der Küste nicht richtig geschäßt. Weshalb hohen Steuern und Extraſtenern, die auf unfrem Gewerbe ruhen, standen andre Wärter. Die Beweisaufnahme ergab übrigens, daß fie ins Meer gesprungen sind, weiß man noch nicht, wahrscheinlich welches eins der schwersten ist, bedenkt Eure Familie. Eure Gesund der Todeskandidat zu retten gewesen wäre. Als derselbe dem Wärter aber, weil sie fürchteten, von dem Gewicht des Ballons erdrückt zu heit, die meist frühzeitig zerrüttet ist. Die Wieten sind mindestens zu lange blieb, sah dieser nach und sah den Kranten hängen. Er werden. Der plöglich um mehr als 150 Kilogramm leichter geums Doppelte bis Dreifache gestiegen! Nehmt Euch ein Beispiel wurde sofort topflos und statt denselben abzuschneiden, lief er im wordene Ballon stieg rasch wieder in die Höhe und Graf Montecupo an den Arbeiter- Organisationen, schließt Euch einem Fachverein an Hause herum und alarmierte das übrige Personal, das der Sache ihn mehrere Fischer und retteten ihn. Er soll schwere Verletzungen blieb hilflos im Schiffchen zurück. Kurz vor Sonnenaufgang erblickten und helft arbeiten an der Verbesserung Eurer Lage!" auch erst ratlos gegenüberstand. Der Verteidiger nannte es unverSo der Notschrei der Schöneberger Gastwirte, mit welchen in antwortlich, unausgebildete Leute auf solch schwierigen Bosten zu die größten Vorwürfe, weil sie nicht Sorge dafür getragen habe, davon getragen haben. Man macht jetzt der Ausstellungs- Leitung vielen Punkten die denkende Arbeiterschaft übereinstimmit. stellen. Der Staatsanwalt stellte den Gerichtshof die Entscheidung Auch wir sind der Anschauung, daß bei der Preishöhe unfrer Lebens- anheim und dieser erkannte im Sinne des Verteidigers auf Freidaß ein Schiff dem Ballon folgte, um bei einem etwaigen Absturz und Genußmittel für 50 Pf. nicht viel zu wollen" ist. Wir haben sprechung. die Luftschiffer sofort aufnehmen zu können. nur einen Wunsch, und der geht dahin, daß sich die Schöneberger Der dritte Fall hat sich ursprünglich als Kindesmord Pest. Aus Konstantinopel wird gemeldet: Die bakteriologische Gastwirte auch bei andren Gelegenheiten der„ denkenden" dargestellt. Am 8. April d. J. wurde im Rinnstein der Gossowstraße Untersuchung der verdächtigen Krankheitsfälle in Beiruth ergab, daß Arbeiter erinnern und diesen, die zumeist in Betracht zwischen der Mozz- und der Neuen Winterfeldtstraße durch den es sich um Best- Erkrankungen handelt. ommen", bei Gelegenheiten, in welchen die ernsten und Friseur Hackbarth ein in braunes Backpapier verschnürtes Paket wirtschaftlichen Interessen derselben erledigt werden sollen, ihre gefunden. Schiffsunglück. Der Dampfer Falconhurst", 1998 Register. " Es In demselben befand sich bei der Eröffnung ein Räume zur Verfügung stellen. stellen. Leider muß man vom Körper losgetrennter Kinderkopf. Die sofort avisierte Polizei tons groß, auf der Reise von Barry nach Diego Suarez ist, wie in dieser Beziehung von einem" Nicht denten" der Gastwirte fand an der Emballage die Adresse der Frau Geheimrat M. in der telegraphisch gemeldet wird, an der Küste von Madagaskar auf ein sprechen. Als vor mehreren Monaten die denkenden Schöneberger Eisenacherstraße 8. Dort diente das 28jährige Mädchen Johanne Riff gestoßen und vrad geworden. Der Kapitän, der erste und Arbeiter" darangingen, die sämtlichen Säle dortselbst frei zu be- Wegner. Diese wurde ins Gebet genommen und gestand, daß sie zweite Offizier, der Schiffsjunge sowie acht Maun der Besazung kommen und fich zu diesem Zwecke an die Vorstände der beiden am 2. April heimlich einem Kinde das Leben gegeben habe. Sie ertranten. Die Ueberlebenden wurden vom Dampfer" Djemna" hiesigen Gastwirtsvereinigungen wandten, ging man über habe dasselbe über Nacht in ihrem Bett liegen lassen und früh sei nach Aden gebracht. Die Ladung des Schiffs ist verloren. diese Petition"( so nannte man das Schreiben) zures tot gewesen. Um die kleine Leiche unauffällig zu beseitigen, habe Tagesordnung über. Ein weiterer Versuch, eine Ver- sie dieselbe zerstückelt. Die Arme habe sie durch das Klosett gehen ständigung mit den Saalbefizern zu erzielen, scheiterte ebenfalls an lafien, den Kopf habe sie fortgeworfen, den Rumpf habe sie aber der Aengstlichkeit jener Herren vor Polizeichikanen, und durch das noch in ihrem Kasten liegen. Dort wurde derselbe auch vorgefunden. Weizen, gut beeinflussende Auftreten eines Herrn, welcher, I auter Doktoren Die Anklage ist nun nicht wegen Kindesmordes, sondern nur wegen zu Kunden hat, und nun einen Maurer mit seinem in ein fahrlässiger Tötung erhoben worden. Die Verhandlung fand unter rotes Schnupftuch gewickelten Frühstück nicht aufnehmen könne". Ausschluß der Oeffentlichkeit statt und endete mit der Berurteilung) Roggen, gut Die Gastwirte hierselbst scheinen ja mumehr in dieser Be- der Angeklagten zu neun Monaten Gefängnis. ziehung etwas anders werden zu wollen. Sie sehen wohl ein, und " " " " ". " Marktpreise von Berlin am 18. Juli 1900 nach Ermittlungen des fgl. Polizeipräsidiums. D.- Etr. Kartoffeln, neue, D- Ctr.| 11 ,. Rindfleisch, Keule 1 kg mittel gering STTTTTT 5, 1,60 1,10 " 14,75 do. Bauch Schweinefleisch " 1,20 1, " 1,60 1,10 " miffel gering Stalbfleisch Hammelfleisch " 1,60 1, 1,60 1,10 〃 " 15,20 14,80 Butter 2,60 1,80 " mittel gering 14,70 14,30 Gier 60 Stüd 3,60 2,20 " 14,20 13,90 Karpfen " 1 kg 16,50 15,50 " mittel Aale 15,40 14,40 Bander 2,80 1,40 " 2,60 1,20 14,30 13,30 Hechte 2,40 1,20 " 6,50 5,83 Barsche 1,80 0,80 " 7,60 40, 25, 45, 25, Schleie Bleie Strebse 2,40 1,20 1,40 0,80 70, " 30, 5,50 per Smot 20,- 2,50 Wegen unerlaubten Fährbetriebes war Herr Wallburg, t) Gerste, gut ihr Flugblatt betont es ja auch, daß sie nicht nur jeder Partei der Besizer der Brauerei Friedrichshagen und des beverpflichtet sind, sondern daß sie in erster Linie an jene zu denken tannten Müggelschlößchens, angeklagt worden. Nach der haben, die für ſie„ zumeist in betracht" kommen. Die Schöneberger Inbetriebſegung der Köpenick- Friedrichshagener Dampffähre am Ein- Safer, gutt Arbeiterschaft, welche ihre Bedürfnisse zum großen Teil in diesen gering Lokalen deckt, wird es noch einmal versuchen, die Probe auf das gang des Müggelfees hatte W. auf dem Brauereigrundstück in der Nähe des Wassers eine Tafel mit Richtftroh Ercenipel zu machen: Ob der„ denkenden Arbeiter Friedrichshagen in Unentgeltliche Ueberfahrt" der Aufschrift ans peu schaft" auch ein„ denkender Gastwirtsstand" gegen- bringen Es lasjen. find denn Personen durch Erbsen. auch über steht!" unentgeltlich einen Bootsmann nach dem Müggelschlößchen Speisebohnen Rummelsburg. Hier wurde gestern Nachmittag an der und umgekehrt von dort nach dem Brauereiausschaut übergesezt Linsen *) ab Bahn. Thürschmidt und Kantstraßen- Ede die 84 Jahre alte Frau Pottei worden. Hierdurch sollte W. eine Polizeiverordnung übertreten haben, +) ab Bahn und frei Wagen. von einem Flaschenbierwagen überfahren und schwer verletzt. die jeden öffentlichen Fährbetrieb von einer obrigkeitlichen GenehmiProduktenmarkt vom 19. Juli. Die gestern und vorgestern vor: Spandan. Die fieberhafte Thätigkeit der hiesigen militärischen gung abhängig macht. Außerdem wurde ihm ein Vergehen gegen handene Regengefahr ist wieder verschwunden und da mumehr die unInstitute, welche durch die Chinawirren verursacht wird, erstreckt sich die Straßenpolizeiverordnung für Friedrichshagen vorgeworfen. Da- gestörte Erledigung der Ernte- Arbeiten als gesichert betrachtet wird, verfehrie auch besonders auf die Armee- Konservenfabrik in Haselhorst bei nach dürfen Reklameſchilder ohne polizeiliche Erlaubnis nicht an den der heutige Getreidemarkt in ausgesprochen flauer Tendenz. Am Frühmartt Straßen angebracht werden. Herr Wallburg wurde jedoch in war es iehr still, Kaufluft für effettive Ware fehlte gänzlich; Rußland war Spandau. Hier konnte der Bedarf an Klempnern und andern HandInstanzen freigesproche 11. allen Das Kammer wieder mit bedeutenden Offerten am Markt, die namentlich auf die Roggen: werfern anfänglich nicht sofort gedeckt werden, da die bisher gezahlten als Revisionsinstanz führte auts: Eine leber preise drückten. Mittags war die Situation unveränderf. Ueberall Abgabeniedrigen night gericht bor, weil die lust, minimale Nachfrage. Von den ausländischen Pläßen lagen ähnlich tretung der Straßenverordnung liege nicht lautende Meldungen und Preisnotierungen vor. Bei uns waren Weizendiese Löhne erhöht worden, und sofort fanden sich auch Arbeitnehmer Tafel 25 Meter von der Steaße entfernt sei und weil nicht an- und Roggenlieferungen 2 W. billiger zu haben. Eine zu Beginn des Mittagsin genügender Anzahl. genommen werden könne, daß die Verordnung auch Wasserverkehrs eintretende leichte Breiserholung ging bald wieder verloren. Einen brutalen Roheitsakt vollführten am Dienstag die Straßen meine. Auch wegen der Ueberfähre fönne W. nicht be- Futterartikel tendierten gleichfalls schwach. Rüböl lag ruhig, im Preise unSattler Gustav 3uhl und Emil Günther in Spauda u. straft werden. Ob er, der die Ausschantstätten auf dein Brauerei- verändert. Verantwortlicher Redacteur: Hugo Poetsch in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud und Verlag von Max Bading in Berlin.