Nr. 178. • Abonnements Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 mt., wöchentlich 28 Bfg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagss Nummer mir illuftrierter Sonntags. Beilage, Die Neue Welt" 10 Pfg. Poft Abonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Eingetragen in der Post- Beitungs Preisliste für 1900 unter Dr. 7971. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für bas übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Erscheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 17. Jahrg. Die Insertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Rolonel zeile oder deren Raum 40 Pfg., für, politische und gewertschaftliche Vereins. und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pig. Kleine Anzeigen" jebes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inserate für bie nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Erpedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Kernsprecher: Rmt I, nr. 1508. Telegramm Adresse: Socialdemokrat Berlin Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Fernsprecher: Amt I, Nr. 1508. Die Wohnungsnot. IV. Freitag, den 3. August 1900. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Fernsprecher: Amt I, Nr. 5121. * * Die Lage in Peking. Den Times" wird aus Peking vom 21. Juli gemeldet: doch läßt unsere Bachfamkeit aus Furcht vor Ueberraschungen Die Feiudseligkeiten haben seit dem 18. Juli aufgehört, nicht nach. Die chinesischen Soldaten, die aus Truppen unter der Mauer der kaiserlichen Stadt, feuern aber nicht mehr, da es unglu und Tungfubjiang bestehen, verstärken fortwährend die Barrikaden rings um den belagerten Platz und ihre Geschütze auf ihnen wahrscheinlich an Munition mangelt. Hand in Hand damit müßte die Einführung einer Bau- Dann haben die Chinesen die Nachricht von dem Untergang der plazsteuer gehen. Wie bei der Beratung des Kommunal- Fremden ausgefprengt. Warum? Wollten sie die Truppen aus abgaben- Gesezes ganz richtig betont ist, sind die Besitzer von Tientfin herausloden? Warum haben sie jetzt wieder die Wahrheit Baustellen bestrebt, sie erst dann zu veräußern, wenn die mitgeteilt? Es steht doch in chinesischer Willtür, ob sie Nachrichten Ebenso wie das Reich und die Einzelstaaten, haben auch Spekulation ihre Schuldigkeit in vollem Maße gethan hat, paffieren oder nicht passieren lassen wollen? Wünschen sie den die Gemeinden in ihrer Mehrheit bisher nur wenig zur wenn der zu erwartende Wertzuwachs im wesentlichen erfolgt Frieden oder bereiten sie sich auf einen Entscheidungskampf vor? Linderung der Wohnungsnot gethan. Wohl haben es Städte- ist. Daraus ergiebt sich die Neigung, mit der Bebauung solcher Wie steht es mit der Kriegserklärung? Alles dies sind mit den vertage als eine der hervorragendsten Aufgaben der Gemeinden Stellen zurückzuhalten, und das ist eine der Ursachen der fügbaren Mitteln unlösbare Fragen. bezeichnet, den Mißständen auf dem Gebiete des Wohnungs- Wohnungsnot. Ebenso geheimnisvoll ist das Verhalten der fremden Truppen. wesens mit allen zulässigen Mitteln abzuhelfen, wohl ent- Die Wohnungen werden nicht in dem Maße vermehrt, Bisher erklärten die Befehlshaber, es sei unmöglich, mit den nehmen wir aus den Verwaltungsberichten verschiedener wie es notwendig wäre, um die Bevölkerung mit guten und 20 000 Mann nach Peking zu marschieren. Jetzt thun sie es doch. Städte, daß derartige Wohnungskrisen stets mit einer wohlfeilen Wohnungen zu versehen. Werden aber die Bau- Sind sie sicher, daß sie es nur noch mit den Boxern zu thun haben empfindlichen Inanspruchnahme der Mittel für Armenzwecke stellen höher besteuert, so wird dadurch dem Besitzer wenigstens werden? Kommen sie, um der chinesischen Regierung zur Herstellung borbunden sind, aber trotz alledem haben sich erst sehr die Erwägung nahe gelegt, ob er die Kosten, die ihm die geordneter Zustände behilflich zu sein? Amerika stellt sich nach wie wenige Gemeinden, vornehmlich in Süddeutschland, Steuer verursacht, sich nicht doch lieber dadurch erleichtern vor auf diesen klugen Standpunkt. Die jetzige Aftion steht unter dazu entschlossen, eine vernünftige Wohnungspolitik in will, daß er baut. englisch- amerikanischer Leitung. Fast könnte man glauben, daß der Angriff zu nehmen. Fast überall ist der Einfluß der Derselben Ansicht war auch der Minister v. Miquel; jezige Vormarsch wesentlich deshalb unternommen wird, um die Hausagrarier in den kommunalen Vertretungen so groß und er wies darauf hin, daß gerade in Deutschland die chinesischen Mirren zur Entscheidung zu bringen, ehe der von deutscher so schädlich, daß dadurch gesunde socialpolitische Maßnahmen Spekulation mit den Baupläßen mehr als in andern Ländern Seite angekündigte verhängnisvolle Nachefeldzug großen Stils aus burchkreuzt werden. Ja, es fehlt fogar nicht an Beispielen, dahin geführt habe, daß die Baupläge in der Nähe der Städte geführt wird, daß alles geordnet ist, bevor die deutschen Rächer wo städtische Verwaltungen selbst Grundstücksspekulationen im unverhältnismäßig verteuert werden und daß infolge dessen landen. Es wäre nicht die ungünstigste Lösung der schweren Wirrnis, großen Maßstab betreiben. die Mieten so sehr steigen. Derjenige, der einen solchen Bau- aber sie hängt von Faktoren ab, die wir nicht übersehen können. Bei einigermaßen gutem Willen könnten die Kommunen play besitzt, risfiert jezt die Zinsen des Kapitals, welches er Selbst darüber ist keine Klarheit zu gewinnen, ob der Vormarsch auch in der heutigen Gesellschaftsordnung mancherlei zur für den Bauplatz hergegeben hat. Dies verhindert ihn häufig schon begonnen worden ist oder nicht. Die Nachrichten darüber find Hebung der Wohnungsverhältnisse der großen Maffe bei nicht, längere Zeit mit dem Verkauf zu warten, er schließt nicht einwandfrei. In Berlin Deutschland kommt bei diesem tragen. Vergessen wir nicht, daß die Mieten, auch abgesehen den Bauplatz zu, die Spekulation ist ihm noch nicht weit genug Vormarsch allerdings so gut wie gar nicht in Betracht weiß man von den Bodenpreisen, vielfach so hoch sind, daß eine große gegangen. So bleiben solche in der Nähe der Städte un noch nichts, daß der Vormarsch bereits erfolgt sei. Zahl von Arbeitern sie gar nicht erschwingen fann. Hier bedingt zur Bebauung notwendigen Grundstücke unbebaut fönnten die Gemeinden mit Leichtigkeit abhelfen, liegen, weil der Preis immer noch nicht hoch genug geworden indem sie nicht nur die von ihnen beschäftigten ist, den der Juhaber dafür erwartet. Wenn Sie nun einen Arbeiter höher entlohnen, sondern auch allen solchen Bauplahbesizer neben dem Zinsverluste, den er hat, Arbeiten, welche sie vergeben, den Unternehmern die Ver außerdem noch anhalten, eine dem Werte des Bauplages an pflichtung zur Zahlung eines bestimmten Mindestlohnes auf gemessene Steuer zu bezahlen, wird er geneigt sein, erlegen, wie es z. B. in Paris und zahlreichen englischen den Bauplatz viel eher auf den Markt zu bringen, und es Städten bereits wiederholt der Fall gewesen ist. Weiter ist den Gemeinden die Möglichkeit gegeben, selbst Söhe- treiben der Preise, nicht in dem Maße stattfinden wird das Verschließen der Baupläge, das fünstlich In- diefleine Wohnungen zu bauen, die sie unter mäßiger Verzinsung tönnen." des Anlagekapitals an Angehörige der Stadt vermieten, sie Trotzdem die Gemeinden in den Verhandlungen über das können Genossenschaften, die keinen Handel mit Häusern treiben, Kommunalabgaben- Gesetz auf die Bauplatzsteuer direkt hin- lichen Truppen verlassen Peking, um der Entsatzarmee entbillige Darlehen und Steuerermäßigungen gewähren, fie gewiesen sind, haben sie doch nur wenige Städte eingeführt, gegenzutreten. Es kommt jetzt Proviant an und die Lage der können Baukonzessionen zu großen vornehmen Häusern davon und auch diese haben sie nach kurzer Zeit infolge der Macht es den Umständen nach gut, die Einrichtung des Hospitals ist Eingeschlossenen beginnt sich zu bessern. Den Verwundeten geht abhängig machen, daß der Unternehmer auch eine Anzahl stellung der Hausagrarier und infolge gewisser Schwierigkeiten, ausgezeichnet; 150 Stranke wurden dort schon behandelt. erlassen, die dem schädlichen System der Mietstasernen den maßen wird die Bauplatzsteuer dadurch ersetzt, daß man die eine Abschrift der Depesche des Kaisers an die Königin Viktoria zu Kleinerer Wohnungen mit anlegt, fie fönnen Bauordnungen die sich in der Praxis ergaben, wieder aufgehoben. Einiger ausgezeichnet; 150 Stranke wurden dort schon behandelt. Das Tjungli Yamen hat dem englischen Gesandten Macdonald Garaus bereiten. Man glaube nicht etwa, daß Bauordnungen Grundstücke nach dem gemeinen Wert, nicht aber nach gestellt, in welcher alle vorgekommenen Gewaltatte Banditen einen direkten Einfluß auf die Miete ausüben, denn die Miete dem Nuzungsmert besteuert. In Köln hat die Umrichtet sich nicht nach dem Preis des Grund und Bodens, legung der Grundsteuer nach dem Wert eine Ermäßigung der zugeschrieben und die Königin um Vermittelung gebeten wird. Die sich nach dem Mietsertrag. Bauordnungen fönnen also fehr ganz beträchtliche Erhöhung für solche Grundstücke zur Folge am 2. Juli ein kaiserliches fondern umgekehrt: der Preis des Grund und Bodens richtet Lasten für Wohnhäuser, eine Erhöhung für Fabriken and eine Depesche an die Königin Bittoria wurde dem Thungli Jamen am 3. Juli durch den Großen Rat zugestellt. Inzwischen war wohl den Bodenpreis ermäßigen, und der Erlaß solcher Ortsgehabt, die die Eigenschaft von Baustellen haben, bisher aber welches die Boxer auffordert. in ihrem patriotischen am 2. Juli ein kaiserliches Edift veröffentlicht worden, Baustatuten, welche eine übermäßige Ausnutzung des Bodens nur der unveränderlichen Grundsteuer unterworfen waren. und die Herstellung ungesunder Wohnungen ausschließen, ist Werke fortzufahren und die Christen auszurotten, und das An Mitteln zur direkten oder indirekten Hebung der daher eine durchaus vernünftige Maßregel. Wohnungsnot fehlt es den Gemeinden also nicht, wohl aber den Bicekönigen und Gouverneuren befiehlt, alle Missionare zu verVor allem aber ist es Pflicht einer Gemeinde, die ihre fehlt es ihnen in den meisten Fällen an dem guten treiben, die Chriſten zu verhaften und sie zu zwingen, ihrem Glauben zu entsagen. socialen Pflichten erfüllen will, eine vernünftige Boden- Willen. Die Hausagrarier in den Gemeindevertretungen Gin andres Defret wurde am 18. Juli veröffentlicht; dieses politit zu treiben. Jede Gemeinde sollte streng darauf widersetzen sich gewöhnlich allen gesunden Reformen auf dem Dekret bedeutete einen vollständigen Ilmschwung, der halten, daß auch kein Fuß breit Land von ihr verkauft wird. Gebiete des Wohnungswesens, weil sie ihr eigenes Interesse durch den Sieg der Verbündeten bei Tientsin(?) hervorgerufen Alzu groß ist ja der städtische Grundbesitz in den meisten über das der Gesamtheit stellen. Eine kommunale Wohnungs- war.(??) In dem Dekret wird zum erstenmal der Ermordung des Fällen infolge der Sünden früherer Jahre nicht mehr. Die politik tann erst dann Erfolg haben, wenn diese ungerechte Freiherrn v. Ketteler Erwähnung gethan, die Räubern zugeschrieben in direktem städtischen Besitz befindliche und innerhalb des Bevorzugung der Hausbesizer beseitigt, wenn das Dreiklassen wird, unzweifelhaft aber ein wohl überlegter Mord war, der, wie Stadtbezirks belegene Fläche beträgt von der Gesamtfläche wahlsystem aus der Welt geschafft ist. In energischer Dolmetscher Cordes beweisen kann, von einem faiserlichen diefes Bezirks nur in ganz wenigen Städten noch mehr als Weise aufgenommen ist der Stampf gegen dies System Offizier berübt wurde. die Hälfte; vielfach gehört kaum der zehnte Teil oder noch bisher nur von der Socialdemokratie.. Wem es wirkweniger der Stadtgemeinde. Jn Berlin z. B. waren es lich Ernft ist mit der Linderung der Wohnungsnot, der hat Trümmern liegt, unterminiert; der Gesandte Bichon hatte sich aber Die Chinesen hatten die französische Gesandtschaft, die jetzt in im Jahre 1895 nur noch 8,8 Proz., in Dresden 3,5 Proz., in daher die Pflicht, die Socialdemokratie in ihrem Stampfe gleich am ersten Tage der Belagerung in die englische GesandtPotsdam 3,4 Proz., in Charlottenburg fogar nur zu unterſtüßen. Wer statt dessen, wie z. B. einer der Führerschaft geflüchtet. Die größte Gefahr für uns bestand in der 2 Proz. Einen durchgreifenden Einfluß auf den Grundstücks- der Bodenbesigreformer bei den vorjährigen Stadtverordneten Möglichkeit, daß die Gesandtschaft in Brand gesteckt würde. Um markt ist also den meisten Städten heute gar nicht mehr Wahlen in Berlin, den Versuch unternimmt, einen Social bie englische Gesandtschaft zu zerstören, trugen die Chinesen sogar möglich. demokraten aus einem sicheren Sitz zu verdrängen, un Um so mehr sollten sich die Gemeinden dazu entschließen, bekümmert barum, ob daburch einem Arbeiterfeind das ein Bedenken, die Hanlin- Akademie, welche an die Gesandtschaft wenigstens durch eine vernünftige Handhabung der ihnen zu Mandat zufällt, der erweckt den Schein, als ob er wohl schöne grenzt und die eins der heiligsten Gebäude Chinas war und eine stehenden Steuergesetzgebung dem Schacher mit Worte übrig hat, aber wenn es zur That kommt, seinen Grund- in der Beitang- Kathedrale eingeschlossenen Europäern sind wir noch einzig dastehende Bibliothek enthielt, in Brand zu stecken. Von den Grund und Boden ein Ende zu machen. Man fägen zuwiderhandelt. ohne Nachricht. Die meisten kaiserlasse sich nicht beirren durch das Klagen und Jammern der Die Socialdemokratie, die stets für die Hebung der Getötet wurden 56 Ausländer und alvar 5 Engländer, Haus- und Grundbesitzer über angeblich zu großer Belastung Lage der Arbeiterklasse gekämpft hat, wird auch auf dem 7 Italiener, Citroff von der Russisch- Chinesischen Bank und andre durch die heutigen Steuern. Diese Klagen find so Gebiete des Wohnungswesens Reformen anzustreben suchen, 3 Ruffen, 10 Deutsche, der Kommandant der Zenta", Kapitän unbegründet, daß selbst das preußische Herrenhaus über die sie wird sich aber stets bewußt bleiben, daß eine wirkliche Thomann und 4 andre Oestreicher, 7 Amerikaner, 8 Japaner, 11 FranPetitionen der Hausbesizer- Vereine zur Tagesordnung über Abhilfe, eine vollständige Beseitigung der Wohnungsnot erst zosen; verwundet wurden 138 Ausländer. Alle Gesandten nud gegangen ist. mit der Beseitigung der kapitalistischen Wirtschaftsordnung, Gesandtschaftsmitglieder mit ihren Familien find wohlanf. mit der Bergesellschaftung aller Produktionsmittel, zu denen Der allgemeine Gesundheitszustand in der europäischen Kolonie auch der Grund und Boden gehört, möglich sein wird. ist gut. Der Vormarsch. Der New York Herald" veröffentlicht ein Telegramm aus Tientsin, demzufolge die japanische Avantgarde geschlagen sein und 150 Mann an Toten und Verwundeten verloren haben soll. Die Ruffen sollen in der Richtung auf Beking belegene, zehn Meilen von Tientsin befindliche Forts genommen haben. Die Besagung, welche 10 000 Mann zählte, habe die Flucht ergriffen. Die Nachricht bedarf sehr der Bestätigung. Den Gemeinden ist auf Grund des Kommunal- Abgaben gesetzes die Möglichkeit der Einführung einer Umsatzsteuer gegeben, d. h. einer Steuer, die jedesmal beim Verkauf eines Grundstücks zu entrichten ist. In der Presse, auch in der Der Vormarsch nach Peking. unfrer eignen Partei, begegnen wir mitunter der Anschauung, als würde diese Steuer auf die Mieter abgewälzt werden. Eine zutreffende Beurteilung der Situation in China ist deshalb Das fönnte nur in ganz seltenen Fällen zutreffen, etwa, so schwierig, weil wir ganz und gar nichts zuverlässiges über die wenn gleichzeitig eine Wohnungsnot herrscht und Mangel an Absichten der Chinesen wissen, weil das Verhältnis zwischen den Bauplägen vorhanden ist; im allgemeinen aber wird der Borern und der Regierung unklar bleibt und ihre militärische Stäufer die Umsatzsteuer bereits in seine Stalfulation ein- Leistungsfähigkeit nicht beurteilt werden kann. rechnen und diejenigen Summen, die er für den Bauplat Die Chinesen die regulären Truppen und die Boyer haben Das„ Reutersche Bureau" meldet aus Tientsin vom 26. Juli: anlegen tann, entsprechend niedriger bemeffen. Die Erfahrungen die Gesandtschaften Wochen lang beschossen, sie aber nicht eingenommen. in der Praxis haben gelehrt, daß die Befürchtung, die konnten sie das nicht? Dann bedeutete das eine vollständige Im, japanischen Hauptquartier herrscht emfige Thätigkeit. Eine Steuer tönne auf die Wieter abgewälzt werden, hinfällig militärische Ohnmacht. Ein paar schwere Geschüße, ja ein ernst- große Anzahl von Kulis werden angeworben, alle Transportvorbereitungen werden beschleunigt. Die Truppenförper, welche ist., Recht beachtenswert ist auch der in Dortmund gemachte hafter Angriff hätten genügt, um die Häuser zu zerstören. Richtiger annähernd zum Abmarsch bereit sind, find die japanischen. Versuch, einen mit der Wertsteigerung des Grundstücks seit der ist also wohl anzunehmen, daß sie die Gesandtschaften gar nicht Gesamtzahl der hier befindlichen fremden Truppen beläuft sich auf legten Veräußerung steigenden Zuschlag zur Umsatzsteuer zu zerstören wollten, sondern nur die Uebergabe zu erreichen etwa 17 000 Maun. Verstärkungen treffen täglich ein, aber nicht erheben. mit der wünschenswerten Beschleunigung. fuchten. Danach hätte der Vormarsch noch gar nicht begonnen. Die Morning Post" meldet aus Washington: Das Kriegsamt hat den General Chaffee heute beauftragt, gemeinsam mit den chinesischen Truppen zu operieren, falls diese ernstlich versuchten, die Boyerbewegung zu unterdrücken. Widersprechende Ansichten. In Berlin an unterrichteter Stelle sind, wie die" Post" offiziös schreibt, his Donnerstag noch keine beglaubigten Nachrichten über den Beginn des Vormarsches der alliierten Truppen gegen Peting eingegangen. Einem solchen muß jedenfalls ein mit Einstimmigteit gefaßter diesbezüglicher Beschluß der Admirale vorangehen, hiervon verlantet jedoch nicht; desgleichen sei über die Frage des Oberkommandos noch feine Einigung erzielt worden, ein Umstand, der ebenfalls gegen die Wahrscheinlichkeit eines sofortigen Worstoßes gegen die Hauptstadt spricht. In Deutschland scheint man einen sofortigen Vorstoß, an dem mur 300 Dentiche teilnehmen würden, nicht gerne zu sehen. So warnt die" Post":" Das erneute Scheitern eines Zugs gegen Peking würde nur das Sicherheitsgefühl der Chinesen verstärken und das Leben der Fremden in Peking eher gefährden, als vor Schaden bewahren." weltbel Andrerseits ist die sehr wenig weltpolitisch schwärmende Kreuz- Zeitung" sichtlich erfreut und meint im Gegensatz zu den Kaiserreden, daß ein etwaiger Zug auf die Grenzen beschränkt werden müsse, die der Bedeutung der Dinge entsprechen. 1916 " Die chinesische Politik. Der englische Standard" hält es für wahrscheinlich, daß die chinesische Regierung versuchen werde, von den große Zugeständnisse als Entgelt für die Der Europäer in Peking zu erpressen. Gerüchtweise verlautet, fie dürfte die Räumung von Port Arthur und von Weihaiwei und das Aufgeben eines Vorstoßes der verbündeten Streitkräfte auf Peting fordern. Wie der„ Standard" aus Tientsin vom 22. Juli berichtet, geht aus Schriftstiden, welche man im Tsung- li- Yamen gefunden hat, hervor, daß der Vicekönig von Tschili den Boxers in jeder Weise Unterstützung zu teil werden ließ. Dasselbe Blatt meldet aus Shanghai vom 22. Juli: LiHung Tschang habe an den Thron eine Denkschrift gerichtet, in welcher er erklärt, seine Bemühungen, den Frieden wiederherzustellen, feien fruchtlos, so lange die Regierung nicht ernstlich anfange, die Borer zu unterdrücken. Die Haltung Rußlands. Auch Rußland hat wie die übrigen Mächte vom chinesischen Kaiser ein Gesuch im Vermittlung erhalten. Rußland hat aber nicht die würdige Schneidigkeit" des Grafen Bülo: v belicht, man sci nicht in der Lage, das Gejuch an den Zaren weiterzugeben, sondern hat die folgende Antwort erteilt: Oder wollten wir etwa die Hände müßig in den Schoß legen? diesseits des Rheins gewaltigen Widerspruch, so wurde, als Papst Wehe uns, wenn wir träge und läffig wären, während sie das harte, Pius IX. drei Jahre später den gleichen Ausdruck aufgriff, blutige Handwerk treiben! Wehe uns, wenn wir hinter den die Unterstellung weniger tragisch genommen. Die bedrängten Schranken dem großen Schauspiel uur neugierig zusähen, während Katholiten empfanden es zwar mit gläubiger Genngthuung, als ihr sie ringen in heißem Todeskampf! Das wäre Kains- Geist firchliches Oberhaupt in der Hize des Kulturkampfes vor aller Welt mit der grausamen Sprache: ,, Soll ich meines Bruders flagte, daß in Deutschland in der Person Wilhelms I. ein Hüter sein!" Das wäre Treulosigkeit gegen unsre braven Brüder, Atilla herrsche; aber die liberale Presse half sich in jenen der die ihr Leben einsetzen! Religionsschmähung bedingt frei gegebenen Tagen über solche Nimmermehr! Wir wollen nicht nur Bataillone von Majestätsbeleidigung mit dem billigen Wit hinweg, daß ein Ezel Kriegern machen, nein auch eine heilige Streitmacht von ihr immer noch lieber sei als ein Tezzel; und nur der damals ein Betern. wenig in den Schmollwinkel gestellten konservativen Presse schien es Ja, wie viel giebt es doch für unsre ins Feld ziehenden nicht geheuer, daß der Papst seines vornehmsten Amtes, die weltliche Brüder zu erbitten und zu erflehen. Sie sollen der starke Arm Autorität zu stärken, so schmählich vergaß. sein, der die Meuchelmörder bestraft; fie sollen die gepanzerte Fauft sein, die in das wüste Treiben hineinfährt; fie sollen mit dem Schwerte in der Hand eintreten für unsre heiligsten Güter. Heute würde man an solchen Vergleichen überhaupt keinen Anstoß nehmen, sondern eine Ehrung darin erbliden. Alles gut! Um den nach China eingeschifften Truppen zu ermöglichen, für So wollen wir sie mit unsren Gebeten geleiten, hinaus aufs wogende Meerhin auf ihre Märsche, hinein in den Donner einen verhältnismäßig billigen Preis ihren Angehörigen in Deutschland von Zeit zu Zeit Nachrichten vom Schauplatz ihrer Thaten zuder Schlacht und in die Stille der Lazarette+ wollen Gott tomment aut faffen, ist vom Reichs- Poftamt ein techniſch ſehr vollzu stehen den Herrn bitten, daß sie männlich und start stehen auf fommenes Chiffriersystem aufgestellt worden. Es wird den Soldaten ihrem Posten, daß sie heldenmütig und unverzagt ihre Schlachten ein Verzeichnis von Nachrichten zur Verfügung gestellt, für erfahrungsgemäß ein Der allschlagen, daß sie tapfer und ſtill ihre Wunden tragen, die während des Striegszustand erfahrungen nötig, daß Gott denen, den Lohn der Treue gebe, kurz, daß er die die Nummer der Nachricht, die er zu telegraphieren wünscht nebst daß Gott denen, die im Feuer zusammenbrechen, ein feliges Ende gemeines Bedürfnis vorliegt. beschere und ihnen den Krieger zu Helden mache und die Helden zu Siegern und sie feiner eignen Nummer anzugeben. Diese Nummern werden in eine dann mit dem Lorbeer un den Tropenhelm und mit dem Ehren- Bahl zusammengezogen, nach Berlin telegraphiert. Hier hat man zeichen auf der Bruſt heimbringe in das Land ihrer Bäter. Gata and in Hanstelegraphenamt ein Verzeichnis der in China befindlichen nebst deren Nummern und für jeden Soldaten Oder glauben wir etwa nicht an die heilige Macht der außerdem eine Angehörigen- Adresse. Die täglich in einem SammelFürbitte?! Num denn, was sagt unser Text? So lange telegramm einlaufenden Nachrichten werden dechiffriert. Jede Zahl Moses seine Hände emporhielt, siegte srael!" zeigt je an den Absender, die Adresse in Deutschland und die zu Die heißen Gebete eines Moses machten die Schwerter der Feinde gebende Nachricht, die mm von Berlin aus an die deutsche Adresse stumpf, sie schoben sich wie ein Keil in die feindlichen Schlacht- abtelegraphiert wird. Der Soldat hat für ein solches Telegramm reihen, brachten sie ins Wanken und hefteten den Sieg an die nur 3 M. zu entrichten. flatternden Fahnen Israels. Und wenn das die Gebete eines Moses vollbracht, sollten nicht auch unsre Gebete solches vermögen! Gott hat feine Silbe von seinen Verheißungen zurückgenommen trene Gebete können noch heute die Drachen banner in den Staub werfen und die Krenzesbanner auf die Manern pflanzen.". Blick hin, dort in Jerufalem liegt die junge Christengemeinde auf den Knien ihr Führer, ihr Vater liegt gefangen im Kerker - und siche, mit ihren Gebeten rufen sie den Engel Gottes ins Gefängnis uud er führt den Petrus unversehrt heraus. Und unsere Gebete jollten nicht die Kraft haben, noch heute die Thüren der Bedrängten, Ge= fangenen, Verfolgten zu sprengen und ihnen die Engel zur Seite zu stellen? spids of mak 31 „ Der Kaiser von Rußland sieht mit Bedauern die Ereignisse im himmlischen Reiche wegen ihrer schweren Folgen. Die volltommene Unfenntnis über die Lage in Peking, die Abwesenheit von Nachrichten über das Schicksal der kaiserlichen und der andern Missionen sowie der russischen und andern europäischen Unterthanen erschweren jede Vermittelung Gunsten Chinas. Die Bestrebungen Rußlands find auf ein Ziel gerichtet: auf die Mitwirkung zur Herstellung der Ordnung und Ruhe im chinesischen Reich. Die ruffische Regierung, die fich durch stete Freundschaft zu China leiten läßt, wünscht, daß China die ihm drohende Gefahr und die Komplikationen abwende, und in dieser Hinsicht ist Rußland stets bereit, zur Unterdrückung der ausgebreiteten Bewegung jede Hilfe der legalen chinesischen Regierung angedeihen zu lassen. Der Kaiser hofft, der Bogdochan werde in dem vollen Bewußtsein seiner Verantwort lichkeit als oberster Chef der Gewalt die energischten Maßregeln zur Herstellung der Nube in seinem Reiche und zur Sicherung des Lebens und des Eigentums nicht nur der russischen, sondern auch der europäischen in China lebenden Unterthanen ergreifen." Man sieht: Auch die kluge russische Diplomatie hat das Verfahren Mac Kinleys eingeschlagen, anstatt der deutschen Corpsstudenten Methode. = Die Kämpfe in der Mandschurei. Ein Telegramm des Generals Grodefow an den Kriegsminister bom 1. August berichtet: Um die von der starken chinesischen Garnison der Festung Hunchu und von Savelovka bedrohten Posten von Novolijevsfoje und Prosjet zu befreien, beorderte ich ein Detachement unter General Aigustow, Hunschun zu nehmen. Am 29. Juli wurde der Vormarsch bewerkstelligt und der Kampf eröffnet. Die Chinesen widerstanden hartnäckig. Am 30. Juli wurde Hunschun bezwungen. Unfre Berluste betragen 2 Offiziere tot, 6 Mann tot, 4. verwundet. Erbeutet wurden viele Geschüße. Die Einnahme der Festung Hunfchun ist von großer Bedeutung für den gesamten Gang der militärischen Operationen auf dem nördlichen mandschurischen Schauplatz. Politische Uebersicht. Berlin, den 2. August. Predigt nach der Hummenrede. " Der Kaiser hat am 29. Juli an Bord der„ Hohenzollern" eine Predigt gehalten, deren Wortlaut die Kreuz- Zeitung" mitteilt. Der Text der Rede war zweites Buch Moses, Kapitel 17, Vers 11: Solange Moses seine betenden hände emporhielt, fiegte Israel; wenn er aber seine Hände niederließ, siegte Amalet." Oder unerkannten Macht Von der Heil'gen Beten, Ohne das wird nichts vollbracht Got biGo in Freud als Nöten. Miso Schritt für Schritt Das ist alles sehr gut. Aber stellenweise recht komisch wirkt das Verzeichnis von fünfzig Nachrichten, das den Soldaten initgegeben wird. Es ist darin nur von vollkommener Gesundheit und bester Verpflegung die Rede. Das Reichs Postamt scheint also schon vorher zu wissen, daß die Mannschaften niemals Grund zu irgend einer Klage haben und mit den Zuständen stets vollkommen zufrieden sein werden. Wir geben hier zur Probe das Schema der ersten 25 Telegramme: 01. Vollkommen gesund. Gruß. 02. Gefecht mitgemacht. Vollkommen gesund. Gruß. 03. Gefahrlos erkrankt. Im Lazarett in guter Pflege. Gruß. 04. Falls Krankheit gefährlich werden sollte, telegraphiere ich. Gruß. 05. Befinden zufriedenstellend. Gruß. 06. Befinden unverändert. Gruß. 07. Be finden fortgesetzt gut. Gruß. 08: Alte Sorge unnötig. Herzlichen Gruß. 09. Erwartet tein weiteres Telegramm, δα bald wieder ganz hergestellt. Gruß. 11. Wieder gesund. Bleibe noch einige Beit zur Schonung hier. Gruß. 12. Wieder bei der Truppe. Völlig gesund. Gruß. 13. Wieder an Bord. Völlig gesund. Gruß. 14. Wieder gesund. Gehe in Erholungsheim Yokoha ma. Gruß. 15. Werde bei nächster Gelegenheit nach Heimat befördert. Gruß. 16. Trete heute Heimreise an. Befinden gut. dig grund Gruß. 17. Trete heute Heinreise an. In guter Pflege. 19. Freund und ich So zum Sieg der Freunde 16 traGruß. 18. Abreise verschoben. Gruß. dauernd völlig gesund. Gruß. Wie zum End der Feinde. Bena hrichtigt Angehörige. 21. Freund schwer verwundet, aber in guter Pflege. Gruß. Benachrichtigt Angehörige. 23. Freund leicht erTranft, ins Lazarett aufgenommen. Benachrichtigt Angehörige. Selbst völlig gesund. Gruß. 24. Freund lange nicht gesehen. Will sofort nach ihm forschen. Gruß. 25. Vleibe voraussichtlich noch einige Zeit hier. Alles wohl. Gruß. gebill wirkt es mit an 1 48 Ja, der alte Gott lebt noch? Der große Alliierte regiert noch der heilige Gott, der Sünde und Frevelthaten nicht fann triumphieren lassen, sondern seine heilige Sache führen wird wider ein unheiliges Volk der allmächtige Gott, der durch die stärksten Mauern greifen kann, als wären es Spinngewebe, und der die größten Massen zerstreuen kann Man sollte das Verzeichnis wirklich um einige Nummern verwie Sandbaufen der barmherzige, getreue Gott, mehren, um den Mannschaften auch Gelegenheit zu geben, sich ebent. der das Wohl und Wehe seiner Kinder auf seinem Vaterherzen über schlechte Pflege, ungenügende Ernährung, gesundträgt, der jeden Seufzer hört und jede Not mitfühlt. Fromme beitsgefährliche Zustände zc. zu beklagen. Gebete öffnen seine Baterhand, und sie ist gefüllt mit Segen. Heiße Gebete öffnen sein Vaterherz, und es ist voll von Liebe. Ja, trene, anhaltende Gebete, sie holen den lebendigen Gott vom Himmel herab und stellen ihn in unsre Mitte. Und ist Gott für uns, wer mag wider uns sein! aid torist wilem Wohlan denn! Droben in den Tauern hängen seltsame Glocken auf Bergeshöh! Von keines Menschen Hand werden fie geläutet. Still und stumm hängen sie im Sonnenschein. Aber wenn der Sturmwind kommt, dann beginnen sie zu schwingen, heben an zu läuten, und ihre Glockenklänge hört man weit hinab ins Thal. im Gott der Herr hat in jedes Menschenherz die Gebetsglode hineingehängt. Doch, im Sonnenschein und Glück des Lebens, wie oft hängt sie still und stummm! Went aber der Sturmwind der Not hervorbricht, dann hebt sie an zu klingen. Wie mancher Kamerad, der das Beten verlernt, wird drüben Kampf auf Leben und Tod doch wieder die Hände falten. Not lehrt beten! 80 foll es auch in der Heimat sein!-Laßt. die ernsten Tage, die angebrochen, laßt die Kriegswetter, die über uns heraufgezogen, die Gebetsgloden wieder in Schwingung setzen! Laßt uns beten für funsre kämpfenden Brüder!... Wie wird es sie stärken, begeistern, entflammen der Gedanke: Tausende, nein, Millionen daheim tragen uns auf betendem Herzen. Der König aller Könige ruft: Freiwillige vor! Wer will des Reiches Beter sein! O wenn es auch hier hieße: Der König rief und alle, alle kamen! Fehle kein einziger von uns! ,, Der ist ein Mann, der beten kann." Die Weltgeschichte wird einst die Kämpfe dieser Tage beschreiben. Aber der Mensch siehet nur, was vor Augen ist, er kann nur sagen, was die Weisheit der Führer, der Mut der Truppen, was die Schärfe der Waffe gethan. Aber die Ewigkeit wird einst noch mehr offenbaren fie wird es zeigen, wie die berborgenen Gebete der Gläubigen eine Großmacht getvesen in diesen Kämpfen wie sich wiederum erfüllt die alte Verheißung: „ Rufe mich an in der Not, so will ich Dich er= retten." Wiederum hat sich heidnischer Amalekitergeist geregt im fernen Asien mit groß macht und viel List, mit Sengen und Morden will man dem Durchzug europäischen Handels und europäischen Geistes will man dem Siegeszug christlicher Sitte und christlichen Glaubens wehren. Und wiederum ist der Gottesbefehl ergangen:„ Erwähle Dir Männer, zeuch aus und streite wider Amalet!" Ein heißes, blutiges Ringen hat begonnen. Schon stehen viele unsrer Brüder drüben im Feuer- viele fahren den feindlichen Küsten zu und Ihr habt sie gesehen, die Tausende, die auf den Nuf:" Freiwillige vor! Wer will des Reichs Hüter sein?" sich jest sammeln, um mit fliegenden Fahnen mit einzutreten in den Kampf. Aber wir, die wir zurückbleiben müssen in der Heimat, die wir durch audre heilige Pflichten gebunden sind jagt, hört Ihr nicht den Ruf Gottes, der an Euch ergeht und der es Euch fagt: Steige hinauf auf den Berg! Hebe Deine Hände empor zum Himmel. Das Gebet des Gerechten vermag viel, wenn es ernstlich ist!"- ragender Weise auch Japan beteiligt ist, das nicht dem ChristenWohlan denn: drüben in der Ferne die Scharen der Kämpfer, tum anhängt. " das sei das hier in der Heimat die Scharen der Veter heilige Schlachtenbild auch unsrer Tage. Mahne denn diese stille Morgenstunde, fie mahne uns an die heilige Pflicht der Fürbitte, sie erinnere uns an die heilige Macht der Fürbitte. Christen, damit unsre Brüder draußen fröhlich bleiben auch Und darum: Haltet an am Gebet! Amen! So weit die Predigt! Es sei erwähnt, daß an dem Zug gegen China in hervorDeutsches Reich. Ezzel. Dem Hunnenkönig Ezel, dessen Thaten den nach China gehenden in der drückendsten Not, tren bleiben auch in der schwersten Pflicht, Truppen als Vorbild dienen sollen, ist vor fast einem Menschenalter unverzagt bleiben auch in der größten Gefahr dazu brauchen schon zweimal das Geschick beschieden gewesen, daß die Deutschen sie mehr als Munition und scharfe Waffen, auch mehr mit ihm und seinen Hunnen verglichen wurden, damals allerdings als jugendlichen Mut und flammende Begeisterung, zum lebhaften Verdruß aller Nationalgesinnten". Zuerst geschah dazu brauchen sie Segen von oben, Lebenskräfte und dies 1870 nach der Katastrophe von Sedan, als die Pariser Siegesmächte von oben sonst können sie nicht gewinnen Boulevardpresse im Verein mit dem Erzbischof von Orleans die und den Sieg behalten- und diese himmlische Welt, fie deutsche Armee ein Hunnenheer schalt, das mit Wilhelm öffnet sich nur dem Gebet. Das Gebet ist der goldene Atilla an der Spiße die Hauptstadt der cibilisierten Schlüssel zur Schatzkammer unfres Gottes. Aber wer ihn hat, der Welt dem Erdboden gleich machen wolle. Erregte hat auch die Verheißung:„ Wer da bittet, der empfängt". dieser aus der Sachlage erklärliche Vergleich bei den Chauvinisten Ultramontane Königsheher. Auch die katholischen Blätter empören sich mit den üblichen Kraftworten über das Attentat, sie beklagen besonders den Mangel an monarchischem Gefühl, der in Italien zu Tage trete und führen alles auf die Mißhandlung der Kirche in Italien zurück. Demgegenüber ist es ganz interessant, an die Stellung zu er der Papst an der Spizze innern, wie sie der katholische Klerus vom Beginn der Thronbesteigung Victor Emanuels gegen den nenen König von Italien eingenommen hat. Seinen ganzen Zorn schüttete der Papst über Victor Emanuel aus, als dieser 1861 den Titel eines Königs von Italien angenommen hatte. In einer Protestation des damaligen Papstes Pius des Neunten gegen den König heißt es: er „ Ein katholischer König, jedes Pris zip vergessend, jedes Recht miszachtend, jedes Geset jedes Gesch mit Füßen tretend, hat sich, nachdem zuvor das erhabene Oberhaupt der katholischen Kirche nach und nach des größten und blühendsten Teils seiner rechtmäßigen Befizungen beraubte, jetzt den Titel eines Königs von Italien beigelegt. Mit diesem Titel hat er die vollbrachten kirchenschänderischen Usurpationen besiegeln wollen, welche feine Regierung, wie fie bereits bekundet hat, zum Schaden des heiligen Stuhls zu vervollständigen ge sonnen ist. in Obwohl der heilige Vater dem Maße, in welchem er Attentate gegen seine Souveränität verüben sah, in solenner Weise protestiert hat, so liegt ihm doch gegenwärtig die Verpflichtung ob, einen neuen Protest gegen die Au nahme dieses Titels zu erlassen, der dahin strebt, die Ruchlofigfeit so vieler Thatsachen zu legitimieren. Ueberflüssig würde es sein, hier an die Heiligkeit des Besizes des Erbguts der Kirche erinnern zu wollen; das Recht, welches der Papst darauf hat, ist ein umbestreitbares und zu allen Zeiten und von allen Regierungen anerkanntes Recht. Darum wird auch der heilige Vater nie den Titel eines Königs von Italien, den sich der König von Sardinien angemaßt hat, anzuerkennen im stande sein; es verlegt dieser Titel die Gerechtigkeit und das geheiligte Eigentum der Kirche, und darum erläßt der heilige Vater hiermit den umfassendsten und förmlichsten Protest gegen diese Ursur pation." In seiner Ansprache an das versammelte Konzil sagte der Papst im Juni 1862: Wir reden nicht von jener abschenlichen Heuchelei, womit die Häupter und Spießgefellen dieser Auflehnung und dieser Unordnung, besonders in Italien, sich den Schein geben, als wollten sie, daß die Kirche fich der Freiheit erfreue, während sie mit kirchenschänderischer Frechheit täglich mehr und mehr die Rechte der Kirche mit Füßen treten." Der König war aus der katholischen Kirchengemeinschaft erfommuniciert und bei seiner Beerdigung im Jahre 1878 durften nur Priester niedern Rangs teilnehmen. Und nach des neuen Königs, des jetzt gemordeten Humberts, Thronbesteigung wurden die Proteste feierlich erneuert. Es wird protestiert gegen die ,, ruchlosen Unternehmungen, die nach und nach von der piemontesischen Regierung gegen die zeitliche Herrschaft des heiligen Stuhls gerichtet waren, weil nach dem Tode des Königs sein ältester Sohn durch die Annahme des Titels eines Königs von Italien den vollzogenen Raub gleichsam zu fanttionieren glaubte." Jezt schreibt die katholische Köln. Volks.- 3tg.": Bor 30 bis 40 Jahren hat man in Italien die„ revolu tionären deen" freudig begrüßt. Jetzt reifen allmählich die Früchte, und diese sind weniger schmackhaft. Die Revolution verschlingt wie Saturn ihre eignen Kinder, und das Buzzurri regiment gleicht dem Zauberlehrling, der verzweifelt ausruft: Die ich rief, die Geister, werd' ich nun nicht los." Man könnte versucht sein, umgefehrt zu sagen, wo der König von dem Papst und seinen Vertretern mit derartigen rüden Be= ichimpfungen öffentlich überschüttet wird, da ist der Boden und die Stimmung gut vorbereitet für einen Mann mit Dolch und Revolver. Aber wir erheben solche Anklagen nicht. Wir beschuldigen niemand, und nichts als jenes furchtbare System, das die Massen in geistigem und körperlichem Elend erhält, aus dem es mir eine Rettung giebt: den Socialismus. Demokratische Scharfmacher. Die, Frankfurter 8ei tung", die es liebt, in der Rolle fauften und gerechten Wohlwollens zu posieren, schreibt über das durch die Ermordung Humberts veraulaßte Umsturzgeschrei: daß Peking, die Stadt mit den drei Manern, die Chinesen, 1 die Tartaren- und die kaiserliche Stadt von Grund aus zerstört würde und daß dann, falls die Mächte es aus politischen Gründen für erforderlich halten sollten, an demselben Plage die Regierungscentrale wiederum zu errichten, die Chinesen gezwungen würden, auf den Trümmern der alten, ihre neue Hauptstadt wieder aufzubauen als eine Stadt ohne Mauern und Festungswerke, als eine nach den Grundsägen des Abendlandes gedachte und durchgeführte offene Stadt, in der jeder Fremde frei und unbehelligt aus- und ein und seinen Geschäften nachgehen fann." Die Köln. 8tg." scheint nun tief betrübt zu sein, daß es mit den Pekinger Greueln nichts war, die so könnte man beinahe von den Chinesen erfunden und verbreitet worden Es scheint uns sehr zweifelhaft, ob es diesmal gelingt, die glauben gesetzgeberischen Faktoren von nüchternen Ertvägungen abzubringen scien, um gegenüber dem ekelhaften europäischen Kulturgeschwätz den und sie zu einer blinden Politik der Furcht anzutreiben. Wir Beweis zu liefern, wie bestialisch man in Europa denke und haben ja in Deutschland die Frucht der Aufhebung des schreibe. Dieses Bedauern über die chinesische Civilisation, die ja Die deutsche Social die Gesandten leicht hätten massafrieren können, wenn sie es ernstSocialistengesetzes vor aller Augen. demokratie hat seitdem eine starke Entwicklung durch lich hätten thun wollen, äußert sich in einer Notiz gegen den„ Vorgemacht, die immer noch im Fluß ist und die sie mehr und wärts", in der es heißt: mehr der praktischen Mitarbeit und erreichbaren Zielen zuführt. Jede Wahlbeweging bietet beredte Beispiele hierführ. arbeiten denn die Apostel der socialdemo fratischen Lehre vor den Wählern noch mit ihrem Endziel? Stellt die Partei nicht vor den Massen überall ihre Reformthätigkeit weit voran? Freilich wollen die Scharfmacher darin nur Heuchelei und Verstellung erblicken, indessen wäre das doch eine selbstmörderische Taktik. Denn wenn die Socialdemokratie ihre Anhängerschaft den eigentlichen Zielen entfremdet, wie fönnte sie im" Ernstfalle" bei dem märchenhaften großen Kladderadatsch auf ihre Gefolgschaft rechnen? Das einzige, was die Scharfmacher jegt an Material für sich noch beizubringen wissen, sind einige schwülstige Artikel des Vor= wärts" über China. Das ist aber ein magerer, wenn auch unästhetischer Spaz, gegen den da die Kanonen einer neuen Ausnahmegesetzgebung gerichtet werden sollen." " Den von der Frankfurter Zeitung" ausgebrüteten mageren, wenn auch unästhetischen Spazz" schenken wir dem Blatt selbst und dem„ Kladderadatsch". Dies demokratische Organ muß ja in der Chinafrage als Bülow- Offiziosus ganz gegen die alttestamentarischen Sagungen mit verbundenem Maul leeres Stroh dreschen, nur wagt es höchstens einmal unter dem Strich demokratisch zu denten. Ueberhaupt hat der Vorwärts" eine beleidigend geringe Meinung von der Jutelligenz seiner Leser, wenn er ihnen zum Beispiel auch das folgende zu bieten wagt:„ Es steht nunmehr fest, daß die Gesandten leben. Auch von dem englischen Gesandten liegt jetzt eine direkte Meldung vor. Bugleich geht aber auch aus diesem Brief hervor, daß die Gesandtschaften zwar nicht beschoffen, aber von den Chinesen militärisch abgesperrt worden sind. Damit scheint auch erwiesen, daß die Chinesen die Gefangenen als Geiseln verwerten werden. Nachdem der Rachefeldzug so für alle Mächte, mit Ausnahme Deutschlands, grundlos geworden, kann von einer gemeinsamen Aktion der„ Civilisation" feine Rede mehr sein." Daß die Gesandtschaften nicht beschossen worden sind", geht aber aus dem Briefe nicht hervor, sondern nur, daß das Feuer am 16. d. M. eingestellt wurde. Ist es nicht aber gradezu erbaulich, daß der„ Vorwärts" den„ Nachezug" jetzt als ganz hinfällig geworden erklärt, da die Chinesen ja weiter nichts gethan haben als die Gesandten ihrer Freiheit zu berauben und sie als Geiseln einzuschließen! Ein solches Verfahren erscheint dem Vorwärts" nur ganz forrekt, und daß man so etivas rächen könnte, ist ihm unverständlich, wobei er vielleicht daran denken mag, daß ja auch die französischen Boyer während des Kommune Aufstandes unschuldige Geiseln erschossen haben. Welches aber auch die Hintergedanken des„ Vorwärts" fein mögen, wir glauben, daß er die große Mehrheit seiner Leser doch zu niedrig einschäßt, wenn er durch solches Geflunker sie bewegen will, die Sympathien den gegen unsre Truppen zu Felde stehenden Chinesen und Bogern zuzuwenden." V Die Intelligenz des die Pekinger Ammenmärchen gläubig nachbetenden Blattes gestattet es natürlich nicht, daß der„ Vorwärts" nicht hat behaupten wollen, die Gesandtschaften seien niemals beschossen worden, sondern daß hinter dem„ beschossen" ein„ werden" durch einen Sakfehler ausgefallen ist. Aber die Gnadenarie, die das Blatt anstimmt, um mildernde Umstände für die Socialdemokratie zu erwirken, verdient ein Wort der Kritit. Wenn das demokratische Organ gegen ein Ausnahmegesetz nichts weiter geltend zu machen weiß, als daß die Socialdemokratie sich gemausert habe und von dem Endziel nichts mehr wissen wolle, dann giebt es indirekt den Scharfmachern recht, die jene Voraussetzung milder" Behandlung, die von der Frankfurter Zeitung" gemacht wird, mit Recht für unrichtig halten und darum nach Ausnahme gefezzen schreien. Wenn die Frankfurter Zeitung" nicht einmal mehr Im übrigen aber sind wir allerdings nach wie vor der Meinung, den Mut hat, daß auch die ungemauserte Socialdemokratie daß die Mächte, die im Gegensatz zu der deutschen Politik eine beauf dem Boden des gleichen Rechts für ihre Ziele sonnene Chinapolitit treiben, keinen Rachezug führen werden. lämpfen dürfe und müsse, wenn sie sich nicht begnügt, einfach die die Folgen einer Politik fördern, die sie selbst von Anfang an Unter allen Umständen aber wird die Socialdemokratie niemals schamlose Heuchelei der Reaktionäre zu brandmarken, denen nichts willkommener ist als ein Mord, dann soll sich das Blatt bekämpft hat. Der Aufstand ist in erster Linie die Wirkung der mur getrost mit der" Post" verschmelzen. Es ist wahrlich fein Unter- Stiautschou Politif. Deutschland hat in China überhaupt nichts zu schied, ob man der Socialdemokratie unter der Voraussetzung des suchen, als wirtschaftliche Interessen, und diese hat es durch die weggemauferten Endziels Pardon geben will oder ihn ihr, so oder Pachtungspolitik und die Proklamierung der gepanzerten Faust aufs 1o, verweigert. Diese unwahre Politik der mildernden Umstände schwerste geschädigt. ist mur eine demokratische Hilfeleistung für die Scharfmacherei. Berechtigte Barbarei. In Greifswald hat Mitte Juli eine Versammlung stattgefunden, in der ein Prof. Lezins in einem Vortrag die folgende Parole ausgab: " „ Es müssen gegen fie die schärfsten Mitte!" gebraucht werden, denn in dem Kampfe mit den... ist ein gesunder Egoismus, eine moralische Ungerechtigteit, ja sogar eine moralisch berechtigte Barbarei durchaus gerecht fertigt." Prof. Lezins verlangt diese Barbarei aber nicht gegen die Chinesen, sondern gegen die Polen. Die Borer tönnen sich trösten! Auch die Bewohner des deutschen Vaterlands werden von den Barbaren nicht besser behandelt, bald müssen die Polen, bald die Juden, bald die Socialdemokraten die Rolle der Bestien übernehmen, denen tein Pardon gegeben werden darf! = Den Chinesen aber gestehen wir allerdings das Recht zu, ihre nationale Unabhängigkeit gegen die offen verkündete Fremdherrschaft zu verteidigen, und in der Notwehr sind auch an sich verwerfliche Mittel zu entschuldigen. Der friegerische Einfall in ein friedliches Land und ohne Kriegserklärung ist zum mindesten ein so schwerer Verstoß gegen das Völkerrecht, wie die Festnahme von Gesandten als Geiseln. Die Chinesen, als die zuerst Augegriffenen, hätten ein Recht zur Rache, nicht aber die Deutschen. mich in den Tempel des Konfuzius. Er war voll von Menschen, und faum waren wir eingetreten, so wurden wir mit ohrenzerreißendem Geschrei von dem hier angesammelten Pöbel(!?) empfangen, der„ Tod den Teufeln!" rief. Ich behalte faltes Blut. Ich erkannte sofort die Situation. Ich trete zum Gouverneur und feinen Mandarinen hin und mache sie mit lauter Stimme berantwortlich für alles, was geschieht. Die Mandarinen vehrten ab, entschuldigten sich. Indessen sah ich, wie sie verschmitt lächelten = M mur der Chinese versteht es, so zu lächeln und ein ver stohlenes Zeichen zu weiterem Lärm und Aufruhr gaben... Dabei aber lud mich der Gouverneur zu einem Mahle ein, das zu meinen Ehren stattfinden sollte. Ich lehnte ab. Die Leute im Tempel heulten von neuem. Ich verlor nicht den Mut, ich brach mir Bahn durch die erregte und lärmende Menge. Ich padte einen Mandarin am Arm- ich zwang ihn, sich zu meinem Sutscher auf den Bock zu setzen und uns durch seine Gegenwart vor dem Böbel zu sichern. Wir verließen Jentschoufu. Die Sache kam vor das Tjung li Yamen. Die hohe Körperschaft erklärte sich nicht kompetent, zu entscheiden über meine Anklage gegen den Gouverneur und die Mandarinen von Jentschoufu und über mein Anliegen, mich dort niederzulassen und meinte, die Sache sollte dem Kaiser vorgetragen werden. Und sie kam vor das Ohr des Kaisers. Und Kaiser Kwangju richtete streng über das Gebahren der Mandarineir von Jentschoufu. Er entschied: Sie sollen verurteilt sein, mic ein hans in der heiligen Stadt zu laufen. Sie follten in einer Proklamation an das Volk bekennen, daß sie sich mir gegenüber frebelhaft und schändlich benommen. Die Rädelsführer sollten in den Kerker geworfen werden. Die schuldtragenden Mandarinen sollten für eine Anzahl von Jahren ihres Ranges verlustig gehen." Das Urteil tam aber nicht zur Ausführung. Anzer erwirkte den Verurteilten Straflosigkeit gegen das Versprechen, nicht wieder gegen ihn etwas zu unternehmen. Kann sich noch jemand, der solche Schilderung aus dem Munde Bischof Anzers vernimmt, über die Ereignisse wundern? Man fragt sich doch wohl vernünftigerweise vor allent, ob es durchaus ein Gebot der Religion und des Amtes war, daß Bischof Anger seinen Wohnsitz an einem Ort er= 3wingen mußte, der den Chinesen als heilig gift!? Welche Mißachtung der den Chinesen heiligen Gefühle liegt dariu? Wir haben kein Bedürfnis, hier die chinesische Kultur zu feiern, und noch weniger ist ein Grund, das chinesische Religionswesen sehr hoch zu stellen, aber ein Bolt, das Tausende von Jahren vor mus schon im Befige einer eigenartigen Sultur war, deffen Religion, wie gering man auch über die einzelnen Erscheinungen, Gebräuche und Ansichten denken mag, doch Moralgesetze hervorbrachte, die in mancher Beziehung den uniren nichts nachgeben, ein Bolt, das, so verschroben uns auch seine Gelehrtenwelt erscheint, doch auch Denker und Dichter hervorbrachte, deren Weisheit von unsren Denkern und Dichtern des Studiums wert gehalten wurde ein solches Volf, meinen wir, sollte man doch, eingedenk der Lehre Christi, die nicht den Hochmut, sondern die Demut als Tugend kennt, nicht wie einen Haufen stumpffinniger auftralischer Wilden behandeln. Wie mun, wenn damals Bischof Anzer, als er nach dem Tempel des Konfuzins zog, vom schwer gereizten Bolte niedergeschlagen worden wäre! hätte man da wirklich von einem zu Ehren des Christentums gefallenen Opfer reden können?! Gewiß hätte man dies gethan, man hätte im Namen der Religion der Liebe, wie so oft, Rache, Rache, Blut, Blut gerufen. Aber ziemt es uns, einer Nation, ein wenig die auf ihre Gesittung so stolz ist nicht, nachzudenken? Und sobald wir nachdenken, sobald wir einen Vorgang, wie ihn Bischof Anzer mit so großer Genugthuung schildert, darauf ansehen, ob er uns Ehre macht, ob er im Auge der Ge= rechtigkeit bestehe, müssen wir uns da nicht schämen schämen auch als Christen, schämen als gefittete Menschen? Die Stiere, die die Spanier zu ihrem Vergnügen in die Arena schleppen und mit verabscheuenswerter Kunst zur Wut reizen, um sie dann von buntgeputzten Helden" abschlachten zu Tassen dieje Tiere bedauern wir. Und da sollten wir kein Gefühl und fein Verständnis für ein Volt haben, das, wie man es auch sonst seiner üblen Eigenschaften wegen verachten mag, doch ein Recht auf ein flein wenig Achtung vor seinen durch Jahrtausende gewürdigten Lehren hat! Handeln wir gerecht, handeln wir flug?" Von der Köln. 3tg." freilich glauben wir schon, daß, wenn munt einmal im Wandel der Zeiten die Chinesen eine erfolgreiche Gegenvifite in Deutschland abstatten sollten, das Blatt die erhabenen Träger höherer Kultur zur Pachtung Deutschlands beglückwünschen und jeden einen Schuft und Narren nennen wird, der sich in verblendetem Fremdenhaß an irgend einem der neuen Herren vergreifen sollte. Will sich schließlich die Kölnische Zeitung" mit den Thiersschen Massenmördern der Kommune identifizieren, so ziehen wir es aller- So befennen min die Missionare und ihre Fürsprecher selbst dings vor, als. Boyer zu erscheinen. die Verfündigungen, die das Christentum in China beging, indem eine Konfession das Unrecht der andren geißelt. Erst mußte der in Verhaftungen von Anarchisten greifen auch in Deutschseinen heiligsten Gefühlen gekränkte Chinese sich gegen die Unver land um sich. Aus Elberfeld wird berichtet:„ Die Polizei verträglichkeit der Fremdenherrschaft erheben, die um so unerträglicher haftete Dienstagabend einen italienischen Erdarbeiter namens Es ist außer Zweifel, daß das Verhalten der christlichen erschien, als sie sich mit der gleißnerischen Phrase schmückte, eine Bernordi, der hier bei der Legung elektrischer Stabel thätig ist, weil missionare in China auf die Landesbevölkerung überaus ungünstig höhere und reinere Lehre zu bringen, erst da erinnerte er Landsleuten gegenüber erklärte, der König Humbert fei gewirft hat. Nicht mit Sicherheit festzustellen ist bisher mur, ob die man sich der Verfehltheit und Schlechtigkeit des Begimens jest" taput", nächstes Jahr tommt Kaiser Wilhelm protestantischen Verkündiger des Evangeliums oder die des- andern. Als aber zwei Missionare ermordet worden, vielan die Reihe. Die Polizei leitete eine umfassende Untersuchung katholischen die größere Fähigkeit, sich und die von ihnen ver- leicht weil sie noch weit mehr die Empfindungen der Eingeborenen ein; weitere Verhaftungen sind wahrscheinlich. Verschiedene Briefe fündigte Religion mißliebig zu machen, bewiesen haben. Jeder der an Italiener sind beschlagnahmt worden." beiden Konfessionen erzählt die erbaulichsten Dinge über die andern und so kommt die Wahrheit zu Tage. 1 Die Miffion in China. Sachsen Weimar.( Eig. Ber.) Endlich hat das Staatsministerium die Neuwahlen zum 29. ordentlichen LandBon katholischer Seite war den protestantischen Missionaren Untage ausgefchrieben, dieselben haben im Monat Ottober statt fenntnis der chinesischen Verhältnisse, falsche und aufdringliche Bezufinden. Unfre Genossen sind rührig an der Arbeit, um erfolgreich handlung der Chinesen vorgeworfen worden. Auch Bischof Anzer aus dem Wahlkampfe, der diesmal ein fehr lebhafter zu werden hatte derartige Vorwürfe erhoben. Jetzt wenden sich die protestanverspricht, hervorzugehen. Das Wahlmännersystem und der Um- tischen Chinabelehrer gegen Anzer. Durch die Blätter geht ein stand, daß jeder Wähler außer der Staatsangehörigkeit auch das beachtenswerter Artikel:„ Bischof Anzer und die Chinesen." Bürgerrecht in einer Gemeinde des Großherzogtumis haben Da liest man: muß, erschwert die Agitation sehr. Wie schon an dieser Stelle berichtet, hat der politische Hochdruck der Aera b. Wurmb dazu geführt, daß ein Wahlbündnis zwischen der freifinnigen Volkspartei und der socialdemokratischen Partei zu stande gekommen ist. Um allen Mißdeutungen zu begegnen, sei be merkt, daß jede Partei für sich geschlossen in die Agitation eintritt, daß aber bei dieser Wahl eine gegenseitige Bekämpfung ausgeschlossen ist und eine Verständigung über die Besetzung der einzelnen Wahlkreise stattgefunden hat. Dem unerhörten Drucke gegenüber, ist dies ein Att der Notwehr und in Anbetracht des Umstandes daß bei den Wahlmännerwahlen die einfache Stimmenmehrheit entscheidet, ist es ein Att der Klugheit. Kölnische Abwässer. Am 1. Juli 1896 begrüßte die ,, Kölnische Zeitung" Li- HungTichang mit einem Artikel, in dem sie ausführte: „ Wenn wir aufrichtig mit einander sind, müssen wir uns gestehen, daß wir( die Chinesen und Deutschen) bis jetzt uns als jo etwas wie Barbaren betrachtet haben. Wir waren den Chinesen die rotharigen Teufel und für uns waren die Bewohner des Reichs der Mitte eben die Chinesen, Leute, denen der Zopf stets hinten hängt, weil wir einander nicht kannten. Es braucht nicht untersucht zu werden, auf welcher Seite der größere Teil der Schuld lag, gesündigt wurde hüben und drüben und aus dieser Verständnislosigkeit entsprang viel Unheil. Auch nach dieser Richtung hin erscheint uns die Reise Li- Hung- Tichangs als ein willkommenes Anzeichen, daß zwischen dem Osten und dem Westen fortan bie Anerkennung der Menschenrechte und der Menschenachtung gelten soll, ohne die kein ersprießlicher Verkehr, auch kein anständiger Handelsverkehr möglich sein fann." Vier Jahre später raste das Blatt, indem es sich durch die plumpen Erfindungen über die Greuel in Pefing dupieren ließ: „ Es ist internationaler Brauch geworden, wenn Wilde und Neger sich am Leben des Abendländers vergreifen, die ganze Ortschaft, zu der die Mörder gehören, zusammenzuschießen und niederzubrennen. Soll aber die Strafe gelinder ausfallen bei einem auf seine alte Kultur stolzen Volk wie die Chinesen, die sich zum großen Teil der Schandthaten, die sie verübt, bewußt sein mußten, als bei Wilden und Kannibalen? Sicherlich nicht, denn die höhere Kultur ist für sie ein erschwerender Umstand. Die Konsequenz aus alledem wäre daher, 14 verlegt hatten als der obige Artikel vom Bischof Anzer erzählt, und als. Deutschland darob ein Stück chinesischen Landes nahm, da vernahm man kein Wort des Protestes, der Warnung aus dem Munde der ebenso frommen wie mutvollen Bekenner. Ausland. Der Thronwechsel in Italien. Aus Nom, 30. Juli, schreibt man uns: Heute mittag veranstaltete der" Avanti" eine Sonderausgabe, um seine Ansichten über das Verbrechen in Monza zu äußern. Viele Personen haben diesen Artikel aber nicht gelesen, denn das Blatt wurde sofort tonfisciert. Der Zweck dieser Konfiskation ist durchsichtig: man will bei dem großen Publikum den Verdacht wecken, der„ Avanti" habe etwas gesagt, das die Solidarität der Socialdemokratie mit dem Attentäter oder eine Beschönigung des Vers brechens bezenge. Bischof Anzer refidierte, wie er einem Mitarbeiter der „ N. Fr. Presse" erzählt, seither in Tsimning. Der Wohnort genügte ihm jedoch nicht, denn er legte es darauf an, seinen Wohnsitz in Jentschoufu aufzuschlagen, einem Orte, der als Stätte, wo der große Lehrer der Chinesen, Konfuzius lebte und lehrte, als heilig gilt. Dieses Verlangen rief, wie der Bischof berichtet, einen lebhaften Kampf hervor. Zunächst habe er fein Verlangen dem französischen Gesandten zur Kenntnis gebracht, denn damals hatte Frankreich das Protektorat über alle katholischen Was hat der„ Avanti" in dem tonfiscierten Artikel aber wirklich Christen. Er erhielt jedoch bald vom Tiung- li- Damen gefagt? Er verurteilt das Attentat auf das schärfste, die That ſei den Bescheid, daß die Chinesen keine christliche Niederlassung ebenso bedauerlich als zwecklos. Bedauerlich, denn die Socialdemo= an einer Stelle wollten, an der einst der Stifter ihrer traten achten jedes Menschenleben, gleichviel ob Bettler oder König. Relegion gelebt." Bischof Anzer erzählt dann weiter:" Das Die Socialdemokratie verwirft die Gewalt in jeder Form, sei es in der Protektorat über die deutschen Christen war mittlerweile an Deutschland übergegangen. Der deutsche Gesandte Herr Form des Attentats, sei es, daß eine arme, gequälte Volkemenge sich zur v. Brandt stand zu den Großen Chinas besonders gut. Doch Revolte hinreißen läßt. Zwecklos ist der Gewaltaft, da Italien gerade jezt auch er hinterbrachte mir bald die Auskunft, ich sollte mich feinen nach einer Periode großer politischer Reibungen und nicht unbedenke weiteren Illusionen hingeben. Alle Kunst des Ueberredens war licher Konflikte in verhältnismäßig ruhige Bahnen eingelenkt war. vergeblich die Chinesen würden das Andenken des Nach den jahrelangen Verfolgungen, denen die Socialdemokratie auss Konfuzius entweiht glauben, wenn ein christlicher gefegt war, hoffte gerade sie, daß jetzt eine Periode ruhiger fleißiger Bischof fich in Jentschoufu niederlassen wollte."" Ich blieb gejeggeberischer Arbeit kommen werde. Die Gewalt dient fest, und endlich glaubte ich mich am Ziele angelangt. Ich hatte von Peking her die Erlaubnis bekommen, mich in Jentschoufu zu Sodann aber suchte der Artikel auch die Ursachen aufzuweisen, etablieren. Dem Gouverneur daselbst ward vom Bicekönig von Schantung der Auftrag, mich und die Meinen freundlichst auf die zu der Verzweiflungsthat geführt. Es sei kein Zufall, daß die zunehmen, in einer Art, die meinem Range als Mandarin Italiener das traurige Privileg für sich in Anspruch nehmen könnten, gebührte. Ich steige in einem Gasthof ab. Der die Mehrzahl der Attentäter zu stellen. Nevolten und Attentate Gouverneur läßt mich begrüßen und mir sagen, er werde mich erstehn auf demselben Boden: Verdummung, politische und geistige den Tag darauf im Tempel des Konfuzius festlich Stnechtung, wirtschaftliches Elend erzeugen jenen Grad von Verempfangen. Indessen sehe ich von meinem Gasthause aus, zweiflung, der zu allem fähig macht. Die Bourgoisie und die wie unten an den Mauern große Plakate angeschlagen werden. Ich schicke meinen chinesischen Sekretär himmter, damit er mir Regierung thut nichts, das grauenvolle Elend zu mildern. Kunde bringe über den Inhalt der Plakate. Verstehen Der Artikel schloß mit einem Rat an die neue Regierung, die Eure bischöfliche Gnaden chinesisch?" Der Bischof:" Ich spreche Symptome der Gärung in den Massen zu beachten, die Besserung Chinesisch besser als Deutsch..." Und der Bischof fuhr fort: der socialen Zustände anzustreben, denn ihr falle die Verant Mein Sekretär tommt nach einiger Zeit zurück und meldet mir: wortung zu. Die Plakate fordern mit dem Aufrufe" Tod den Teufeln!" zu Gewaltthätigkeiten gegen mich und die Meinen auf... Ich mache mich bald aus dem Hause. Ich will erfahren, welche Stimmung Einige Zeitungen beginnen schon ihr:„ Nieder mit den gegenüber uns im Orte berricht. Ueberall ist Rubenirgends Socialisten"- andre, wie die„ Tribuna" warnen davor, eine Partei geschieht uns ein Leid. Der Tag war angebrochen, für die That verantwortlich zu machen. an dem uns der Gouverneur festlich begrüßen sollte. Ich begebe " immer nur der Reaktion. Telegraphenbureaus und Beitungen jegen die Fabrikation von Grufelnachrichten über eine große anarchistische Vorschwörung, die dem Attentat Bressis zu Grunde liegen solle, eifrig fort. In Italien hat man einen Anarchisten Lanner verhaftet, von dem die Blätter also berichten: " Wie gerichtweise verlautet, hatte Lanner unividerruflich den Tod König Humburts beschlossen und er hätte, wenn der Word anschlag in Monza fehlgeschlagen wäre, einen neuen Anschlag bei der denmächst stattfindenden Tausendjahr- Feier in Jorea qusgeführt, welcher der König und die Königin beiwohnen wollten." Von derartigen auf den blödesten Leser spekulierenden Nach richten wimmelt es in den Zeitungen dugendfach. Die Anarchisten, von deren Plänen man vorher nicht das mindeste erkennen tonte, bekennen plötzlich ohne jede Not alle möglichen graufigen Anschläge. Zu diesen müßigen Erfindungen gehört jedenfalls auch die Nachricht aus Rom, daß ein Genosse Bressis am Abend der Ermordung König Humberts ebenfalls bereit gestanden habe und zwar an einem andren Ausgange des Turnplages. Der Revolver, der auf dem Boden liegend gefunden wurde, habe offenbar dem Genossen Bressis gehört und war von diesem weggeworfen worden, als die That vollbracht war. Monza, 2. Auguft. Der König hat durch Dekret vom heutigen Tage das gegenwärtige Stabinet bestätigt. Alle Minister, mit Ausnahme des Kriegsministers und des Justiz ministers, die in Rom zurückgeblieben sind, find in Monza anivefend und leisteten dem Könige den Eid. Ein ,, Attentat" auf den Schah. Aus Paris, 2. August, wird berichtet: Ein Mann, der wie ein Arbeiter gekleidet war, durchbrach plöglich die Reihe der Polizeibeamten und versuchte auf den Tritt des Wagens zu steigen, in dem der Sch a h von Persien fuhr. Der Mann hielt einen Revolver in der Hand, den er auf den Schah richtete. Der Großvezier, welcher bei dem Schah im Wagen faß, fah diese Bewegung und es gelang ihm, dem Manne die Waffe zu entreißen. Der Mann wurde von Polizeibeamten verhaftet und von ihnen gegen die Menge, welche sich auf ih türzte, geschützt. Er wurde auf das Polizei- Kommissariat geführt und dort verhört, beschränkte sich aber darauf zu antworten, es sei eine Angelegen heit zwischen ihn und seinem Gewissen; er fügte dann noch hinzu, er bedauere, daß sein Versuch nicht geglückt fci. Der Revolver war mit fünf Kugeln geladen. Wahrscheinlich ist der Attentäter durch die Zeitungsartikel über die asiatische Bestialität verrückt gemacht worden. Afrika. Sympathien mit den Boeren. Wie dem„ Daily Telegraph" aus Kapstadt gemeldet wird, wurden in Pretoria wichtige, aus Enland stammende Schriftstücke vorgefunden, durch welche gewiffe Parlamentsmitglieder und andre Politiker, die mit ihren Gesinnungen auf feite der Boeren stehen, tompromittiert erscheinen. Das wäre nur ehrenvoll für die Kompromittierten". Partei- Machrichten. Bartellitteratur. Die Agitationsschrift:, wie ein Pfarrer Socialdemokrat wurde" von P. Göhre ist in ihrer ersten Auflage( 20 000) bereits vergriffen. Nächster Tage erscheint die zweite Auflage und gleichzeitig ist zur Verbreitung als Massen Flug blatt eine Separat Ausgabe ohne Umschlag hergestellt worden. Zu diesem Zwecke sind die sämtlichen Fremdworte verdeutscht worden. Uni die Massenverbreitung zu ermöglichen, ift der Preis schon bei Bezug von 1000 Exemplaren auf 1/2 Pf. festgesezt worden, der bei höherer Auflage noch verbilligt wird. Parteipreffe. In die Redaktion der Erfurter Tribüne" ist der Genosse Richard Levy, bisher am Saalfelder Volksblatt" thätig. eingetreten. Sociales. Secessionisten tam es zu einem derartigen Tumult, daß der über-) wachende Beamte zur Auflösung schritt. Eine Petition an den Bundesrat und den deutschen Solzarbeiter- Berband. Heut abend: Sigung der Orts- Reichstag wird seitens der Fachkommission der Gastverwaltung im Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15. wirisgehilfen Deutschlands abgesandt. Die Petition, deren Wortlaut zur Zeit in der Fachpresse zum Abdruck gelangt, Die und Deutsches Reich. Ziegeleiarbeiter Bewegung in der Mark. Der Kampf der wendet sich gegen die Vorschläge der Kommission für Arbeiterstatistit, Biegeleiarbeiter in Lehnin und umgegend ist nach sechs die den Gastwirtsgehilfen in feiner Weise genügen. Die berechtigter wöchentlicher Dauer am 31. Juli beendet worden, und zwar gelang und sehr bescheidenen Forderungen, wie sie in der Petition aufes den Arbeitern, den Angriff der vereinigten Ziegeleibefiger abgestellt sind, stüßen sich in allen Punkten auf die von uns seiner zulvehren. Wie bekannt sein wird, streiften ca. 40-50 Arbeiter einer Beit mitgeteilten Beschlüsse des allgemeinen Fachkongresses der Biegelei um Erringung höherer Löhne, Die Antwort der Kapitalisten Gastwirtsgehilfen. Im Herbst will die Gehilfenschaft in eine war eine allgemeine Aussperrung von über 500 Arbeitern und die lebhafte Agitation eintreten, um ihren Wünschen bei den gesetzForderung, die Arbeiter follten eine Stunde länger arbeiten. gebenden Störperschaften mehr Nachdruck zu verleihen. im drei Monaten Soldaten als Konkurrenten des Handwerks. Auf die vom Haltung der erst seit Fabrik ist Hilfearbeiter Verband organisierten Arbeiter eine Verband der elsaß- lothringischen Gewerbeverein geführte Beschwerde imusterhafte zu nennen. Die übergroße Mehrzahl der Streitenden darüber, daß zahlreiche Offiziersfamilien und Civilpersonen Soldaten fuchte sich auswärts Arbeit. Dieselben mußten 3-4 Stunden weit aur selbständigen Ausführung von Handwerkslaufen, viele kamen die ganze Woche nicht nach Hause, fie arbeiteten arbeiten heranzögen und den Civilhandwerkern damit eine bes unter teilweise noch schlechteren Verhältnissen als daheim, und trotz- denkliche Konkurrenz bereitet würde, ist vom Kommando des 14. und dem fand sich kein Streitbrecher unter ihnen. In der letzten Woche, 15. Armeecorps Bescheid dahin ergangen, die Beschiverde sei als nach 6 wöchentlichem Kampfe, war die Zahl der Arbeitslosen, die begründet zu betrachten und an die Truppenteile deshalb Weisung unterstützt werden mußten, auf kaum 30 Mann zurückgegangen und erst zu wirksamer Abstellung der gerügten Mißstände ergangen. Vom 5 Streitbrecher waren zu verzeichnen, die von auswärts herangezogen 16. Armeecorps steht die Antwort noch aus. worden waren. Arbeitswillige wurden zum größten Teil abgefangen und zurückgeschickt, da gaben die Herren endlich nach. Sie erklärten Aus der Frauenbrwegung. ihre Forderungen fallen zu lassen, und da sie sich verpflichteten, Die Kölner Genossinnen beschäftigten sich in einer öffentlichen feinerlei Abzüge und Maßregelungen vorzunehmen, sowie den Bere Frattenversammlung mit der Besprechung von Genoffinnen aus dem band anerkannten, so wurde von der Streitleitung der Kampf als beendet erklärt und am 1. August die Arbeit wieder aufgenommen. ganzen Reiche, welche von den Berliner Genofsinnen vorgeschlagen In wie glänzendor Lage die Ziegelei- Arbeiter im allgemeinen noch worden ist. Die Stölner Genojfinnen begrüßten den Vorschlag, da heute teilweise leben, das mag nur ein Beispiel zeigen. Einige der ihrer Ansicht nach eine Erörterung der Fragen notwendig ist, wie die Streifenden tamen nach KI. Kreuz bei Branden Agitation unter den proletarischen Frauen fräftiger und umfassender burg auf eine Ziegelei. Hier mußten fie unter folgenden geführt werden kann; was geschehen muß, bamit mehr BroleBerhältnissen lampieren: Für 16 Arbeiter war eine mäßig farierinnen zur regen Mitarbeit in der Bewegung herangezogen große, mit werden. Die Genossinnen Zeise, Rieger, Ziez und Gotthufen beMauersteinen gepflasterte Baracke vorhanden, dieselbe diente als Aufenthalts-, Eß- und Schlafraum. teiligten sich an der einschlägigen Debatte und gaben ihrer UeberIn der Mitte steht ein eiserner Ofen, an diesem liegt der Kehricht zeugung Ausdrud, daß die Besprechung gute Früchte zeitigen werde. fußboch, indem derfelbe einfach zusammengefehrt wird; während der Die Versammlung beschloß einstimmig, sich in Mainz vertreten zu acht Tage, während der unsre Gewährsmänner dort waren, wurde lassen und wählte Genossin Zeise als Delegierte. Möbel sind nicht vorhanden. Wenn man nun bedenkt, daß der Ziegelei derselbe nicht einmal entfernt. Spinden, Kasten oder derartige Arbeiter sich Brot, Schmalz, ned und sonstige Nahrungsmittel für Bremerhaven, 2. August.( W.T.B.) Um Uhr famen der Kaiser die ganze Woche mitbringt, und keinen Gegenstand hat, wo und die Kaiserin an Bord des" Rhein": Der Kaiser und die er dieselben hinlegen fain, sondern dies einfach auf dem Kaiserin besichtigten das Schiff. Beim Verlassen des Schiffs rief der Tisch liegen lassen muß, so wird man sich sehr leicht Staiser ,, Adieu, Kameraden!" Dann begaben sie sich nach der denken können, wie appetitlich diese Sachen wurden bei der Wärme Adria". Der Kaiser verließ auch hier das Schiff mit dem Nuf der letzten Wochen und bei der Fliegenplage. Noch schlimmer steht Adieu, Kameraden!" Der Kaiser und die Kaiserin fuhren es mit der Schlafeinrichtung. Es sind für die 16 Bewohner dieses dann nach der Hohenzollern" zurück. Um 5 Uhr setzten sich„ Rhein" Balastes allerdings 16 Betten vorhanden, dieselben stehen an und„ Adria" hintereinander in Bewegung. 2 Wänden zu je 8 Stück, und sind zu 4 längsseit neben 4 zu 2 Petersburg, 2. Auguft.( W. T. B.) Nachrichten des Generalübereinander gestellt. Einen Zwischenraum resp. Gang zwischen stabs. General Solivassow meldet aus Chaborowsk vom 30. Juli, den einzelnen Betten giebt es nicht, sondern sie stehen er habe aus Shanghai erfahren, daß die Gesandten in Peking dicht nebeneinander, nur an einer Seite der 4 resp. am Leben seien, und daß bei der Verteidigung der Gesandtschaften 8 Betten ist ein ganz Wer schmaler Gang. hinten 80 Matrojen gefallen. Die russische Gesandtschaft sei wenig hinein will, muß entweder am Fußende einsteigen, oder über beschädigt. Seit dem 16. Juli hätten die Angriffe aufgehört. die andren Betten resp. Schläfer hinwegturnen. Wenn man nun General Ivanow berichtet am 29. und 30. Juli aus Taschkent, bedenkt, daß zu derartigen Zuständen noch hinzu kommit, daß eine daß nach den Berichten des Generals Chigalin die russische Grenze Arbeitszeit von 4 Uhr morgens bis 8 Uhr abends und Löhne von vom Fort Naryn in Kofano bis Bachth gegenüber von Tschuqutschat 1,70 M. pro Tag durchaus nichts Seltenes find, so wird man be mit Grenzposten ist. Der russische Konsul in Kuldsha meldet greiflich finden, daß gerade in den Kreisen der Ziegelei- Arbeiter noch die Anfunft von 500 Sal müden in Sujdun, einem Grenzviel zu thun ist. Doch der Anfang ist gemacht, hoffen wir, daß punkt bei Kieldsha. Aus Urumzi erwarte man acht Ljanz Lehnin die Centrale wird, von wo aus Licht in jene dunklen Ber-( Bataillone) Soldaten, etwa 2000 Manu; in Neujujdun werden Wälle hältnisse geworfen wird. Vorwärts! sei die Loiung. für die Geschütze applaniert. Die Chinesen in Raschagar sollen mit Wenn " " Der chinesische Srieg. Zur Hamburger Maffen- Aussperrung schreibt das Samb. 10 000 Stöden(!) bewaffnet werden, um den Soldaten zu Hilfe zu Echo": Der unerhörte Gewaltakt der Hamburger fommen. In Suidun herrscht unter den Russen Panit; viele kehren Werftbefizer hat in den Kreisen der deutschen Arbeiterschaft nach Rußland zurüd. Der Konsul aus Tschugutſch at erfährt, tiefe Entrüstung hervorgerufen, die sich nicht nur in Sympathie- daß das Detachement Torguten dort infolge der Gerüchte von der fundgebungen für die brutalisierten Hamburger Werftarbeiter oder Mobilisierung des Nachbargebiets auf 500 Mann gebracht werde. in Solidaritätserklärungen feitens der Werftarbeiter der fremden Den chinesischen Behörden wurde befohlen, keinen Anlaß zu MißSafenstädte fundgiebt, fondern auch dadurch recht greifbar in Er- verständnissen mit den Russen zu geben. Aus Tientsin berichtet, daß die meisten chinesischen Truppen und scheinung tritt, daß überall für die ausgesperrten Hamburger wird von Tientsin, werden. Gestern und heute Boyer bei Jantsien, 30 Werft nördlich Geldsammlungen veranstaltet der Leitung der Ans- sich sammelten. Die Detachements des gefallenen Generals vielen find namhafte Geldsammlungen bei geam Beihoflusse hätten nach den der gesperrten eingetroffen. auch Metallarbeiter- Nieh Zum Ausschluß Buebe und Sickels aus der socialdemokrati- Verband gerüstet ist, noch für lange Zeit ganz allein die Kosten des habten Verlusten fast aufgehört zu existieren. Weiter nördlich gebe Stampfes zu tragen, so find solche Freundschaftsbezeugungen doch es wenig Truppen; man rechnet, daß sich in Peking 50 000 Mann fchen Partei hat nunmehr auch die Parteikonferenz des zweiten immer recht genehm, da sich der Umfang und das Ende des Stampfes ausgebildete Truppen und eine große Zahl von Boxern befinden, Ludwig) Stellung genommen, indem sie sich der diesbezüglichen noch gar nicht absehen lassen. Eine besonders namhafte Geldsumme deren Kraft noch nicht gebrochen sei. Der Marsch auf Entscheidung der Mülhauser Wahlvereinsversammlung einstimmig haben die Rostoder gesandt, und zwar, wie sie selbst dabei bemerken, Beling vor dem Ende der Regenzeit erscheine sehr ristant. anschloß. Ebenso erhob die Konferenz auch den Beschluß zu dem gewissermaßen als Revanche dafür, daß sich einige ihrer Kollegen Das Wetter ist sehr unregelmäßig. ihrigen, den gegen Schlumberger unterlegenen Genoffen Emmel bereit gefunden haben, als Arbeitswillige nach Hamburg zu gehen." auch fernerhin als Kandidaten im Kreise beizubehalten. Emmel Die Klempner Altonas sind in den Ausstand eingetreten. Sie wurde auch als Delegierter zum Barteitag in Mainz bestimmt. Der hatten, gleich den Hamburger Klempnern, eine 9%, stündige Arbeitszeit Berlauf der Konferenz, die von 20 Delegierten aus allen wichtigen und einen Stundenlohn von 55 Pf. gefordert. Die Unternehmer Orten des Kreises besucht war, berechtigt zu der Erwartung, daß die wollten die Herabsetzung der Arbeitszeit bewilligen, wollten aber 30 Minuten nach Paris zurück, alsbald stattete ihm Präsident der Partei aus dem Fall Bueb erwachsenen Schwierigkeiten bald nur 58 Pf. pro Stunde zahlen. überwunden sein werden. Tette Machrichten und Depeschen. Das Attentat auf den Schah. Paris, 2. August.( W. T. V.) Der Schah tehrte um 4 Uhr Loubet einen Besuch ab. Die Zusammenkunft, welche sehr Herzlich war, dauerte fünf Minuten. Einige Pers Die Errichtung eines Gewerbegerichts für Kolberg, die jonen bekundeten auf dem Polizeikommissariat, sie hätten eine Keine Hegerei. Der Gesangverein Liederlust" in Elberfeld von dem dortigen Gewerkschaftskartell beantragt worden war, lehnte Person, von der sie auch eine Beschreibung gaben, mit dem Berüber wollte in der neuen so schnell berühmt gewordenen Stadthalle eine der Magistrat ab. Der Antrag war schon 1897 einmal gestellt. Die des Mordanfalls gegen den Schah sprechen und im Augenblick des Festlichkeit abhalten, worauf ihm der Bescheid wurde, daß zunächst Ablehnung erfolgte durch die üblichen Redewendungen: es sei kein Verbrechens fliehen sehen. festgestellt werden solle, ob der Verein ein politischer sei. Bedürfnis vorhanden, es feien in den legten Jahren so wenig Paris, 2. Auguft.( W. T. B.) Der Untersuchungsrichter Balles Eine weitere Antwort hat der Verein von der Stadthallen Gewerbestreitigkeiten vorgekommen usw. ist mit der Untersuchung des auf den Schah verübten Attentate Berwaltung noch nicht bekommen, weshalb man annehmen tönnte, daß sie mit ihren Feststellungen" noch nicht zu Ende gekommen sei. Die Lohnsätze in der Buchdruckerei der„ Kempener Zeitung" betraut worden. Der Verbrecher wurde auf dem Polizeibureau Aber vielleicht gelingen ihr nun bald die nötigen Feststellungen. Der hatten wir fürzlich einer absprechenden Kritik unterzogen. Die Jn photographiert. Da er gefeffelt war, toimte er feinen WiderVorstand des Vereins, der seit 15 Jahren unbehelligt bestanden hat, hat haberin der genannten Offizin, die Firma Klödner u. Mausstand leisten, doch senkte er beständig den Kopf. Balles versuchte jest plöglich die polizeiliche Aufforderung erhalten, innerhalb berg in Kempen( Nhein) sendet uns darauf nachfolgende Berich vergebens ihn zu vernehmen. Der Untersuchungsrichter glaubt nicht, daß der Verhaftete einen ausländischen sondern einen bastischen Accent brei Tagen fein Mitgliederverzeichnis einzutigung: reichen, da er als ein politischer Verein anzuhat. Er ist ungefähr 30 Jahre alt, 1,71 Meter groß, hat braune Augen, fehen sei. Die Stadthallen- Verwaltung wird dankbar die Polizei hellblonden Schnurrbart und dunkle Gesichtsfarbe. preisen, die ihr in so schwieriger Lage die Möglichkeit gab, ihre zeitsuchungsrichter hat etwa 15 Personen vernommen, welche Zeugen raubenden Feststellungen alsbald beendigen und dem Verein des Attentats waren und wird heute abend den Mörder nach dem Gefängnis de la Santé überführen lassen. natürlich mit dem Ausdruck des Bedauerns mitteilen zu können, daß nach den angestellten Ermittelungen" usw...., weshalb bie Stadthalle nicht zur Verfügung gestellt werden könne. Totenliste der Partei. Jm Alter von 67 Jahren starb in Dessau der Parteigenofie Heinrich Griebsch. Er hat in der Beit des Socialistengesezes der Partei wichtige Dienste geleistet burch Aufbewahrung verbotener Schriften. Er hat bis in seine legten Tage im Kampfe gestanden. Die Genossen in Nürnberg beklagen den Tod des Partei genossen Georg Hugler, eines braven Arbeiters, der stets seine Pflicht im Dienste der Partei gethan hat. Berichtigung. Der Naprzod" in Krakau ist vom 1. April ab nicht, wie gestern irrtümlich gedruckt, 73 mal, sondern 23 mal tonfisziert worden. Gewerkschaftliches. Berlin und Imgegend. Den Bauarbeitern und Bauhandwerkern zur Kenntnis, daß der Streit der Fliesenleger noch fortdauert. Wir bitten um Unter ftüßung namentlich dadurch, daß man etwaigen Arbeitswilligen auf Bauten deren unsolidarisches Verhalten vor Augen führt. Jn Nr. 170 Jhrer Zeitung ist eine Notig veröffentlicht, die sich mit Differenzen in unsrer Druckerei und den von uns gezahlten Löhnen beschäftigt. Dieselbe ist in wesentlichen Punkten falsch, weshalb wir auf Grund des Preßgesezes um Aufnahme einer Berichtigung ersuchen. Lohndifferenzen lagen nicht vor, sondern die fünf Verbandsmitglieder fündigten freiwillig, weil wir die unfrerseits wegen un genügender Beschäftigung erfolgte Kündigung eines Verbandsmitgliedes nicht zurücknehmen fomiten. Einem andern Verbandsmitglied hatten wir wenige Wochen früher aus gleichem Grunde gekündigt. Ein Empfohlener" war erst für eine spätere arbeitsreichere Zeit in Aussicht genommen. " An Lohn für 9ftündige Arbeitszeit ohne Entschädigung für Ueberstunden erhielten: 3 Gehilfen je 5 Gehilfen je 21 M. 1 1 " 20" 19 " 18 M. 1 # 1 19 Jahr alt 15 18 " 14 " " Der Unters Wien, 2. August.( W. T. B.) Nach einer Wreldung der„ Neuen Freien Presse" ist der in Turin verhaftete Lanner, welcher aus Triest stammen soll, den östreichischen Behörden als Anarchist nicht bekannt, dagegen aber Franz Widner, der zu den„ Anarchisten schlimmster Richtung" gehört und bis zum vorigen Jahr in Triest lebte. Er flüchtete dann nach Paterson, wo er ein anarchistisches Blatt herausgiebt. Bern, 2. August.( W. T. B.) Gegenüber der Mitteilung eines Genfer Korrespondenten des Pariser, Matin", daß Bressi vor alvei Jahren in Genf gewesen sei, ist die Schweizerische DepeschenAgentur" zu der Erklärung ermächtigt, daß ein Individuum namens Bressi in den Registern der Schweizerischen Bundes- Anwaltder Schweiz schaft nicht eingetragen steht und niemals in Derselbe ist der Polizeibehörde gänzlich bemerkt worden ist. unbekannt, so daß bestimmt anzunehmen ist, daß er sich nie in der Die Genfer Blätter dementieren ebenSchweiz aufgehalten hat. falls diese Meldung des Pariser Blatts. Ferner erhielten fünf junge Leute im Alter von 16, 17 und 18 Jahren: 8, 10 und resp. 11 M. Diese stehen aber im ersten Jahre nach ihrer nur dreijährigen Lehrzeit, die bisher bei uns und nur noch in einer zweiten hiesigen Druckerei in Geltung war, während, wie jeder Fachmann weiß, fast alle Druckereien vierjährige Lehrzeit haben. Daß die Leistungen junger Leute im ersten Jahre nach ihrer dreijährigen Lehrzeit nicht besser sein London, 2. Auguft.( W. T. B.) Im Unterhause erklärte ber tömnen, wie die solcher in andren Druckereien die im vierten erste Lord des Schaßes Balfour, die britische Regierung habe Lehrjahr stehen, ist klar. Der„ Schundlohn", den diese jungen der belgischen Regierung mitgeteilt, daß sie in dem Ergebnis Lente bei uns erhalten, ist aber zum Teil der gleiche, zum des Prozesses gegen Sipido einen schweren unfeligen Mikgriff Teil höher als wie er selbst in sogenannten„ tariftreuen" Drudereien ohne„ ultramontane Zeitung" an junge Leute gezahlt der Justiz erblicke und daß sie mit Bedauern und Ueberraschung ers fahren habe, daß die belgische Regierung keinerlei Maßnahmen ge wird, die im vierten Jahre ihrer Lehrzeit stehen. Selbst diese Berichtigung" muß die Thatsache recht geringer troffen habe, Sipido festzuhalten, so lange noch keine Entscheidung Lohnsäge zugestehen. darüber getroffen war, was mit Nüdsicht auf den Wabrspruch des Gerichtshofs zu erfolgen habe. Die belgische Regierung habe bisher nicht geantwortet. Der englische Imperialismus" erweist mit dieser Beschwerde seinen reaktionären Charakter. Wie haben englische Richter seiner Zeit über die Echuldigen des Jameson Einfall geAusland. Die Lohukommission der Fliesenleger. Der polizeilichen Auflösung berfiel eine ausdiener Versammlung, in welcher der Anarchist Dempwo If refe rierte. Die Versammlung war von einigen ehemaligen Mitgliedern der früheren Lokalorganisation der Hausdiener einberufen worden, 1200 Banarbeiter in Bozen find in den Streik eingetreten, welche mit der nunmehr erfolgten Einigung der beiden Verbände unzufrieden sind und die Gründung eines neuen Lokalvereins vor weil die Unternehmer es versuchten, den Arbeitern wiederum die genommen haben. Erschienen waren nur etwa 100 Mann. Bei den Accordarbeit aufzuzwingen, welche die Arbeiter im Jahre 1898 Auseinandersetzungen zwischen den Verbandsmitgliedern und den durch einen dreitägigen Streit abgeschafft hatten. Berantwortlicher Redacteur: Wilhelm Schröder in Wilmersdorf. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud und Verlag von May Bading in Berlin. urteilt? M Hierzu 1 Beilage n. Unterhaltungsblatt. Nr. 178. 17. Jahrgang. rinnen statt. jezt = Tohales. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt. hört, ist von dem Molkereibesizer Grunske in Generalpacht genommen, Freitag, 3. August 1900. heit und Abgeschlossenheit. An dem materiellen und geistigen Nutzen schleunige Abhilfe, damit einer weiteren Preissteigerung im tommen der modernen, vom Klassenbewußtsein getragenen Arbeiterbewegung den Herbst vorgebeugt wird, ferner die endliche Aufstellung der Freie Wolfsbühne. Die neuen Mitgliedstarten kann jeder teilnehmen, der den guten Willen dazu hat; ist doch ihr längst bewilligten Coatszerkleinerungsmaschinen. Die Versammlung der Wintersaison 1900 bis 1901 gelangen von jest ab in allen Bahl- Biel, die Gesamtheit der Elenden und Ausgebeuteten zu einer stellt ausdrücklich fest, daß das im Vorjahr bei den Stadtverordnetens stellen für alle Abteilungen zur Ausgabe. Die ersten 4 Abteilungen Zahl- Arbeiter- Aristokratic" heranzubilden. wahlen feierlich gegebene Versprechen der Stadtverordneten, eine find geschlossen und können Aufnahmegefuche neuer Mitglieder für Herabsetzung der überaus hohen Leuchtgaspreise noch in diesem Jahre diefe Abteilungen nicht berücksichtigt werden. Anmeldungen neuer schreienden Jammers und Elends bietet sich seit Freitag Eine ganze Familie obdachlos! Ein Bild zum Himmel erfolgen zu lassen, bis jetzt noch nicht eingelöst ift." Mitglieder für die neue 7. Abteilung werden täglich in allen vormittag voriger Woche vor dem Hause Müllerstr. 132 Als ein alter Zuchthäusler entpuppte sich der in der FilzBahlstellen entgegengenommen. Das Einschreibegeld beträgt ebenso bar. Dieses Haus", eine alte baufällige Barade, das vielleicht vor warenfabrik von St. angestellte Vorarbeiter Kehling. Auf Grund wie der monatliche Beitrag 65 Pf. Die Vorstellungen finden einem halben Jahrhundert, als Berlin noch nicht die Polypenarme vorzüglicher Zeugnisse hatte Herr R. vor zwei Jahren S. engagiert wiederum abwechselnd im Lessing- Theater und im Karl Weiß- feiner Wietstafernen soweit hinausstreďte, errichtet wurde und einem und dieser erwies fich als eine ebenso zuverlässige als tüchtige Straft Theater unter Witwirkung namhafter erster Künstler und Künstler vornehmen Berliner Bankinstitut, der Mitteldeutschen Kreditbank, ge- und erwarb sich bald das volle Vertrouen seines Chefs. Nach einiger Die artistische Leitung der Vorstellungen im Karl Weiß- In diesem Hauſe, eine Hühnerstiege hoch, wohnte in einer ein gemacht, daß in der von ihm( 8.) geleiteten Abteilung Diebstähle aufmerksam Theater liegt in den Händen des Herrn Oberegiffeurs A. Steinert. fenftrigen Stube" und düsteren" Kammer" der Arbeiter 2. mit vorgekommen seien. Der Thäter, der unbedingt unter den Ange Als Eröffnungs- Vorstellung wählte der Ausschuß für das seiner Frau und sieben Kindern, das älteste ist dreizehn Jahre alt ſtellten zu suchen war, stahl Rohmaterialien und auch fertige Waren Reffing Theater: Leo Tolstojs„ Die Macht der und das fleinste ist noch ein Säugling. B. war längere Beit arbeits- und wiewohl der Fabrikant als auch der Werkführer sorgfältigit Obacht Finsternis." Für eine in jeder Beziehung würdige Darstellung los imb fonnte beshalb die Miete für Zuni und nicht be- gaben, gelang es doch nicht, den Hansdieb zu ermitteln. Diefer Lage dieses Stücks verpflichtete sich die Direktion des Leſsing- Theaters Sorge zahlen. Da er vorige Woche wieder Arbeit bekommen hatte, tonnte nun bemerkte St., als er zufällig in die Arbeitsstube trat, in welcher zu tragen. Die Mitglieder werden besonders darauf aufmerksam ge- und wollte er seine Mietsschulden nach und nach abbezahlen. S. gerade damit beschäftigt war, Rohmaterialien an Hausarbeiter macht, daß llmschreibungen in andre Bahlstellen uur Der Bächter des Hauses ließ sich aber darauf nicht ein; ale ani auszuteilen, daß der Wertmeister einem der Arbeiter einen größeren legt vollzogen werden können, jedoch miüiffen die vorigen Freitagvormittag Frau B. einen Augenblick die Wohnung Posten Waren übergab, die dieser sofort in einem Storbe verschwinden Ieuen Mitgliedskarten aus der bisher inne gehabten Zahlstelle abgeholt und in die neue Zahl- und jegte die wenigen Habseligkeiten der B.jchen Familie auf den war, lich sofort den Arbeiter festnehmen und der Berhaftete legte verlassen hatte, nahm sich Herr Gr. zwei Leute von der Straße an ließ. Der Fabrikant, der von seinem Personal nicht gesehen worden stelle überführt werden. Die Aushändigung der Karte erfolgt of. 3. nußte für die, Wohnung" auerit 11 Mart, dan 12 Mart alsbald ein volles Geständnis ab. st. hatte bei der Arbeitsausgabe nur gegen Begleichung etwaiger Beitragsreste! Berlegt ist die Bahistelle Nr. 31 von Scheithauer, Rosen- monatliche Miete geben; die Familie, die heute einzieht, ist auf ihm stets einen Posten Ware verabfolgt, die der Ungetreue im thalerstraße, nach der Jüdenstr. 35, Restaurant G. Mörschel. Die Verwaltern zu gehören, die selbst in Berlin Berlegt ist die Bahistelle Nr. 31 von Scheithauer, Rosen- 14 Mark gesteigert worden. Gr. scheint zu jenen Hausbesitzern und Hauſterhandel vertrieb. Den Erlös pflegte er allabendlich mit St. zu Zahlstelle 11, früher Witte, befindet sich jegt bei ori fagen zu den Seltenheiten gehören. In einer der letzten Nächte, Gelegenheit stellte sich heraus, daß die bei seinem Engagement Herrn und das will viel teilen. Nun wurde auch der Vorarbeiter verhaftet und bei dieser Gigarrengeschäft im Gewertschaftshaus, Engel- als es requefe, wollte eine im selben Sauſe wohnende Mieterin. vorgelegten Zeugnisse gefälscht waren. St. ist schon vielfach Der Vorstand. J. A.: G. Winkler. wenigstens den tleinsten Kindern ein Obdach geben; auch dies ließ Gr. wegen Eigentumvergehens, zuletzt mit Zuchthaus, bestraft worden. Zur Berliner Gewerbegerichtswahl. Auf Grund der Neu- nicht zu. Polizeibeamte sagen, fie tönnen sich nicht einmischen, dies Ihren Brandwunden erlegen ist die 22 Jahre alte Frau einteilung und Vermehrung der Gemeindewahlbezirke finder für das sei Sache der städtischen Armenverwaltung. Der Amtsvorsteher hat die Luise Anterbach aus der Elsasserstr. 45/46, die am 30. v. Mts. in diesem Jahre ausscheidende Drittel der Beisitzer für das Berliner Familie angewiesen, sich eine Wohnung zu suchen, er werde dann entsetzlich verunglückte. Die Frau goß Spiritus auf einen brennenden Gewerbegericht in folgenden Wahlbezirken Ergänzungswahlen staft: die Miete bezahlen. Man kann sich leicht vorstellen, daß jezt, wo Rocher und führte so eine heftige Explosion herbei. Es find zu wählen: im 1. Wahlbezirk 5 Arbeitgeber und 4 Arbeit- die Wohnungen so gesucht sind, kein Hauswirt daran denkt, eine so nehmer, im 4. Wahlbezirk 4 Arbeitgeber, 4 Arbeitnehmer, im 7. Wahl- elend gestellte Familie, zumal mit vielen Stindern gesegnet", bei fidh 54 Jahre alten Schneider Hermann Czarlinski aus der Belforterstr. Vermögensverlufte und die Krankheit seiner Frau scheinen den bezirk 4 Arbeitgeber, 4 Arbeitnehmer, im 10. Wahlbezirk 5 Arbeit aufzunehmen. Die Familie kann also auch weiterhin die Aussicht in den Tod getrieben zu haben. Der Mann fam vor einem Jahre aus geber, 5 Arbeitnehmer, im 18. Wahlbezirk 4 Arbeitgeber, 5 Arbeit haben, auf der Straße liegen zu bleiben. nehmer, im 16. Wahlbezirk 5 Arbeitgeber, 4 Arbeitnehmer, im Rastenburg nach Berlin. Verluste machten ihn tiefsinnig, zumal er 19. Wahlbezirt 5 Arbeitgeber, 4 Arbeitnehmer, im 22. Wahlbezirk der ehemaligen Garde Küraifier Saferne hinweg nach lauter Töchter, zu sorgen hatte. Dazu kam noch, daß die Frau seit Für den Durchbruch der Alten Jakobstraße über den Hof für eine Frau und sechs Kinder im Alter von 9 bis 22 Jahren, 5 Arbeitgeber, 4 Arbeitnehmer, im 25. Wahlbezirk 4 Arbeitgeber, der Gitschinerstraße zu werden jetzt endlich die ersten Vorbereitungen drei Monaten von einem inneren Leiden geplagt wurde. 4 Arbeitnehmer, im 28. Wahlbezirk 5 Arbeitgeber, 4 Arbeitnehmer, getroffen. Die Grundstücke Gitschinerstraße 102a und 103, welche Dienstagmorgen ging Czarlinski angeblich in Geschäften von Hanſe im 31. Wahlbezirk 4 Arbeitgeber, 4 Arbeitnehmer, int 34. Wahlbezirt bei dem Durchbruch in erster Linie in Frage kommen und schon seit weg und kehrte nicht wieder zurück. Die Nachforschungen der An 4 Arbeitgeber, 5 Arbeitnehmer, im 37. Wahlbezirk 4 Arbeitgeber, mehreren Jahren vollständig umbebaut daliegen, werden jezt planiert gehörigen blieben erfolglos, ein Arbeiter aber fand den Mann gestern 4 Arbeitnehmer, im 40. Wahlbezirk 4 Arbeitgeber, 5 Arbeitnehmer, und so für die Durchlegung der Alten Jakobstraße vorbereitet, nachmittag an dem großen Teich, dem sogenannten Froschteich, im im 48. Wahlbezirk 4 Arbeitgeber, 5 Arbeitnehmer, im 46. Wahlbezirt während das Terrain bisher mit fleinen Hügeln und Gruben bedeckt Friedrichshain als Leiche an einem Baume hängen. 4 Arbeitgeber, 5 Arbeitnehmer; zusammen 70 Arbeitgeber und war und einen sehr wüsten Eindruck machte. Vor ungefähr neun Ufer 15. In der Herberge am Engel- Ilfer. Der W in Am Fenerbericht. In den beiden letzten Tagen erfolgten nur ver einzelt unbedeutende Brände, die fast alle ohne Zuthun der Wehr Dachkonstruktion in Brand geraten, der aber abgelöscht werden konnte, befeitigt wurden. Oranienstr. 167 hatte Donnerstagmittag Wäsche auf dem Hängeboden Fener gefangen. Gitschinerstraße 76 war die burgerstr. 50 und Urbanstr. 102. Aus ganz unbedeutenden Anlässen bevor er nennenswerten Schaden that. Kellerbrände erfolgten Oranien erfolgten noch Alarme nach Spandauerstr. 49, Auguststr. 76, Chauffeestraße 46, Mühlenstr. 40 und Schwedenstr. 19. Im Theater des Westens tann die für heute angesetzte Vorstellung werden, statt dessen gelangt die Fledermaus" zur Aufführung. Boccaccio" wegen plöglich eingetretener Hindernisse nicht gegeben Aus den Nachbarorten. WT 70 Arbeitnehmer. Behufs Ausführung dieser Wahlen hat der Magistrat Jahren wollte der Besitzer auf dem Grundstück einen Neubau errichten Eine anscheinend geisteskranke Frau im Alter von ungefähr einen Termin auf Freitag, den 21. September d. J., von lassen, doch wurde ihm, als eben ein Teil der Grundmauern fertig 20 Jahren versuchte vorgestern nachmittag am Schlütersteg in die 12 Uhr mittags bis 9 Uhr abends anberaumt. Die Wahl- war, die Fortführung des Bancs mit Rücksicht auf den damals Spree hinabzuspringen. Sie wurde an ihrem Vorhaben gehindert, Totale für obige Wahlen werden durch den Magistrat in nächster schon geplanten Straßendurchbruch untersagt. Die Grundmauern da man bereits längere Zeit ihr auffälliges Benehmen bemerkt Zeit öffentlich bekannt gegeben werden. sind in etwas ruinenhaftem Zustande noch heute vorhanden und hatte. Passanten sorgten für ihre Ueberführung nach der Charité. werden nun gleichfalls beseitigt. Für den Durchbruch muß auch ein Ein Schankaften- Diebstahl ist in der Nacht zum Donnerstag Teil der ehemaligen Ställe des Sürassier- Regiments fallen, was furz nach 2 Uhr bei dem Uhrmacher F. Deicke in der Oranienstr. 99 Die Freude des Wanderburschen- Daseins ist in gar vielen jest um jo mehr geschehen kann, als die Kaserne zur Zeit vom verübt worden. Die Spitzbuben brachen zwei Schlöffer der Holz. Liedern und Schwänken alter Zeit verherrlicht worden. Füfilier- Bataillon des Alexander- Regiments besetzt ist und die Ställe verkleidung auf, zertrümmerten dann die starke Scheibe und ent Kapitalismus hat, wie durch manches Idyll, auch durch die Wander- Gitschinerstr. 104 gelegene Serankenhaus, welches erst seit einigen von über 500 M. Der Kasten enthielt im ganzen 150 Uhren, bie dadurch frei geworden sind. Aber auch das auf dem Grundstück wendeten 36 goldene Uhren, darunter 20 Damenuhren im Werte burschenherrlichkeit einen dicken Strich gezogen, und statt des Zunft- Jahren besteht und int Volksmunde der„ Kleine Urban" heißt, muß Einbrecher wurden jedoch durch Straßenreiniger verscheucht. Baffanten gesellen, der guter Dinge das Meistergeschenk und andere Spenden eine Front von zwei Fenstern für den Durchbruch hergeben. Die wollen gesehen haben, daß drei Männer Schmiere standen". einstedte, bevölkert ein in Hunger und Ungeziefer verkommenes Numerierung der Häuser in der Alten Jakobstraße hat bereits dieser Proletariat die Landstraße. Langsam macht sich ein im Verhältnis Aenderung Rechnung getragen, denn jenseits der Neuenburgerstraße zur Maffe des Elends allerdings noch schwaches Streben, der hat auf der Westieite das legte Hans die Nummer 147, während graufigen Not zu wehren, geltend. Freilich weniger in Arbeiterkolonien, Herbergen zur Heimat und ähnlichen Einfo daß der neugebildete Straßenteil bereits in die Numerierung das gegenüberliegende Hans, auf der Oftieite, die Nummer 166 trägt, richtungen der polizeichristlichen Orthodoxie, die mur auf mit hineingezogen ist. die heruntergekommenen Opfer der göttlichen Weltordnung rechnen, und um deren Ruf es womöglich noch bedenklicher steht, Die Beisetzung des in Rußland verstorbenen Werner als um den der modernen Armenpflege. Wer sehen will, wie und wo von Siemens hat gestern hier auf dem Jerufalemer Kirchhof in der Hebel angefegt werden muß, der soll die Fürsorge der modernen der Bellealliancestraße stattgefunden. Arbeiterorganisationen, der Gewerkschaften, für ihre reisenden Mitglieder betrachten. In richtiger Erkenntnis sagen die Gewerk- den Herren Berjon vom meteorologischen Justitut, Dr. Süring Für die wissenschaftliche Daner- Luftschiffahrt, welche von schaften sich, daß es im Interesse der Arbeiterschaft für sie nicht so sehr vom astrophysikalischen Justitut und 3etéli Potsdam vorbereitet darauf ankommt, dem verelendeten Proletarier der Landstraße ein sind, ist heute der Ballon aus Hannover in Friedenau Bettelbrot hinzuwerfen, als darauf, seiner Berelendung, feiner eingetroffen und soll im Laufe des Monats zum Aufstieg bercit moralischen Verkommenheit, die sich meist in Streifbrecher- gemacht werden. Das Ungetim war in eine Siste von 23 Centner Qualifizierung ausdrückt, nach Kräften vorzubeugen. Daher Gewicht verpackt, so haben die besseren Organisationen der flaffenbewußten Arbeiterschaft auf bahnhofs in Schöneberg zur Ausladung daß der große Krahn des Militär- Die Kreiskonferenz für den Reichstags- Wahlkreis Teltow die Wanderunterstübung ihrer reifenden Mitglieder und im Beeskow- Storfow- Charlottenburg ist zum 19. Auguft einberufen. Anspruch ge= noniment werden mußte. Der Ballon, der über 9000 Anträge, welche auf der freistonferenz ihre Erledigung finden sollen, Verein damit neuerdings auch hier und da auf deren Beher- Subifmeter Gas faßt und an 80 Meter Umfang hat, ist aus zwei- müffen bis Freitag, den 10. August, in Händen des Kreisvertrauensbergung ihr Augenmerk gerichtet. Diese Beihilfe soll der bis vierfach gummiertem Ballonstoff angefertigt. Der Rohstoff manns Wilhelm Eberhardt, Charlottenburg, Wilmersdorferwandernde Arbeiter nicht als eine Gnade erbitten, für die er sich besteht aus Maccopercal mit diagonalen Querfäden. durch eine entsprechende Portion Demut und Scheinfrömmigkeit 6 Zonen mit Stegentrauffen und Berreißvorrichtungen gearbeitet. Er ist in straße 38a, fein. erkenntlich zu zeigen hat; er foll fie beanspruchen als sein gutes Bu seiner Herstellung mußte die Continental Kauschut Compagnie Schöneweide hält am Sonnabend, den 4. August, abends 81/2 Uhr, Der Socialdemokratische Verein für Johannisthal.Nieders Recht, als ein Mittel, das ihn befähigt, seine Manneswürde zu in Hannover einen besonderen Saal von 150 Meter Länge erbauten, im Lolal von Senftleben eine Mitgliederversammlung ab. bewahren. In der Neichshauptstadt ist durch die Gründung des Gewerkstellung des Ballons haben 40 Arbeiter seit mehreren Monaten um den Stoff ausbreiten und bearbeiten zu können. An der FertigAus Nigdorf. Gegen die Wählerliste zur Stadtverordneten fchaftshauses wie für die hiesigen, so auch für die hier zu- gearbeitet. Der Aufstieg zur Dauerfahrt ist nunmehr um Ende wahl find insgesamt 13 Einsprüche erhoben worden. Zur Prüfung oder durchreifenden Arbeiter, soweit sie ihrer gewerkschaftlichen August oder Anfang September geplant. derselben soll am 15. d. W. eine außerordentliche Sigung der Stadt Organisationspflicht genügt haben, ein segensreicher Schritt geverordneten- Versammlung stattfinden. schehen. Das Museum für Völkerkunde hat dieser Tage eine bedent- Ein gefährlicher Kinderfreund wurde in der Person Ein Uebereinkommen zwischen den Hauptsächlichsten Central- fame Bereicherung erfahren. Aus Staatsmitteln wurde die Mineralien- des 56jährigen obdochlofen Ferdinand Arnholz von Privatpersonen organisationen und der Hausverwaltung sichert den reisenden Gewerk- fammlung des Mittergutsbesizers Janson auf Schloß Gerdauen für auf den Köllnischen Wiesen festgenommen und der Polizei übergeben. schaftsmitgliedern die benötigte Anzahl guter Betten in der stattlichen den Preis von 150 000 M. angekauft und dem genannten Museum A. wurde dabei betroffen, als er mit zwei kleinen Mädchen uns Herberge. Die Verwaltung thut ferner ihr mögliches, um den zugeführt. Von der reichhaltigen Sammlung werden einzelne Stücke züchtige Handlungen vornahm. Er hatte die Kinder durch Bonbons Reisenden die Nast angenehm und erquicklich zu machen. Zu mäßigem an die Provinzialmuseen verteilt, der Rest" verbleibt als Eigentum an sich gelockt. Preise werden schmackhafte Speisen und Getränke verabreicht, für das dem Völkermuseum. Bedürfnis nach Belehrung und Unterhaltung ist durch ein Lese- und Die Gemeinde Britz beabsichtigt, den Ort mit einer Waffer Spielzimmer Gorge getragen, und was die Hauptsache für ein solches Feuerbestattung wollen auf dem demnächst stattfindenden Verbandstag zu schaffen. Bei letzterer sollen die Schmugwässer und Fäkalien nach Feuerbestattung im Kriege. Die Berliner Anhänger der leitung zu versorgen und gleichzeitig auch eine Entwässerungsanlage Haus und seine Gäste ist, ein strenger Sinn für Ordnung und Rein der deutschen Feuerbestattungsvereine einen Antrag zur Beratung Schwederfchem System geklärt, die Regenwässer aber oberirdisch in lichkeit wirkt dahin, daß die Beherbergten vor der Gefahr, förperlich stellen, der darauf hinausläuft, die deutschen Kriegsverwaltungen zu Teiche geleitet werden. Die Ministerialfommission zur Beaufsichtigung zu verkommen, geschügt bleiben. ersuchen, Erwägungen anzustellen, ob es sich nicht empfehle, die der Berliner Nieselanlagen hat beide Projekte eingehend geprüft und Freilich, wer sich den Herbergsgästen des Getverkschaftshauses Leichen der Soldaten, die im Stampf gegen China fallen, zu ber barüber ein Gutachten an die zuständigen Minister erstattet. Bur freundlich zugefellt, merkt bald, daß sie mit den beflagenswerten brennen und die Asche der Gefallenen den Hinterbliebenen zu über Beit wird Britz durch Brunnen mit Wasser versorgt, von denen fich duften Kunden der Herbergen zur Heimat, deren einige zuweilen jenden. Gleichzeitig follen den Kriegsministerien die Verbrennungs- jedoch ein Teil als verunreinigt herausgestellt hat; in dem Gut auch diese Stätte aufsuchen, nicht allzuviel gemein haben, daß sie, systeme, die bei einem Feldzuge in Betracht kommen können, namihaft achten wird die polizeiliche Schließung dieser Brunnen beantragt, so bescheiden ihre Ansprüche aus Leben auch sind und fein milffen, gemacht werden. wohl oder übel sich mit dent Vorwurf abzufinden haben, daß sie welche inzwischen durch den Regierungspräsidenten angeordnet einer Arbeiteraristokratie angehören. Der„ Berliner" ist. Kupfergraben nähern sich nun endlich ihrem Abschlusse und voraus der Ansicht, daß es aus hygienischen Gründen wünschenswert sei, die Die Arbeiten auf dem ausgedehnten Baugelände Am worden ist. Bezüglich der Stanalisation ist die Kommission oft in ansehnlicher Rundung, fast ständig vorhanden, die Kleidung fichtlich im November wird die Straße Am Kupfergraben wieder dem Schmugwässer in die Rigdorfer Kanalisation zu leiten, was durchweg in gutem Zustande, und felten, sehr selten stößt man auf ein Gesicht, auf dem sich die trostlose Apathie des Landstraßen- Berkehr freigegeben werden. Die Kafernements sind im Außenbau teine große Belastung der Gemeinde Rigdorf bedenten würde und Elends fraß ausdrückt. Ereten wir zu abendlicher Stunde in den fertiggestellt und die Abrüstungsarbeiten sind im vollen Gange. Anch technisch leicht ausführbar sei, da das Rigdorfer Druckrohr durch Aufbewahrungsraum, wo jeder Gast sein Gepäck niederzulegen hat, die Höherlegungsarbeiten der Ufermauern sind beendet, sodaß dem- Briz gelegt ist. Ju nächster Zeit werde sie Stadtgemeinde Nixdorf so finden wir dort neben den andren Siebensachen auch etliche nächst mit der Aufschüttung des neuen Fahrdamms begonnen ein zweites Druckrohr durch Briz legen wüssen und sei hierbei GeFahrräder postiert, deren Nüglichkeit ihre Gigentfimer werden kann. Im April nächsten Jahres werden die Gebäude des legenheit geboten, den Briger Anschluß zur Bedingung zu machen. auf der Landstraße noch mehr schäzen gelernt Katasteramts niedergelegt und der Durchbruch von der Oranien- Nur wenn wider Erwarten diese Verhandlungen scheitern sollten, haben, als früher in der Großstadt. Und doch: ist hier dank der burgerstraße nach der Museumsinsel und die Ueberbrückung der könnte das Schwederfche System für Briß zur Anwendung gelangen, von der Organisation gewährten Unterstigung, das stumpfe Elend Spree und des Kanals im Zuge des im Bau befindlichen Kaiser wobei später die Abwässer nach erfolgter Reinigung dem Teltow auch nicht zu Haufe, so spürt man ebensowenig etwas von der alten Friedrich- Museums erfolgen. Das Kaiser Friedrich- Museum selbst stanal zuzuführen seien. Die Verhandlungen zwischen den Ge rüden Luftigkeit der Zunftherberge, der unsre Bäter oft mit feuchter wird zum Oftober 1901 fertiggestellt werden. meinden Rigdorf und Briz sind bereits im Gange. Wehmut gedenken. Die Unterhaltung ist ernst und dreht sich meist Die Protestversammlung der Coats- und Gas- Jntereffenten, Schöneberg. Die Keuch buften Epidemie, welche in um die Arbeitskonjunktur und die Ereignisse der. Zeit, und wenn es die der Centralverband selbständiger Gewerbetreibender zu gestern den westlichen Vororten, hauptsächlich in Schöneberg und Steglig wirklich hier und da einmal überschäumt, so glätten fich abend nach dem Sabelschen Saale einberufen hatte, beschloß folgende heftig auftrat, ist nunmehr im Erlöschen begriffen. doch bald wieder wieder die Wogen. Der zünftige Handwerks Resolution: Die Versammlung spricht ihre Entrüstung darüber Für die Ausführung der Unterführungsarbeiten unter bursche der alten Zeit wanderte, weil es so Brauch war, aus, daß die städtische Verwaltung die großen Coats vorräte des den Gleisen der Dresdener- und Anhalter Bahn im Zuge des Wanderns willen; der organisierte Arbeiter von Vorjahres zu jedem annehmbaren Preise losgeschlagen und mitten des Tempelhofer Weges verlangt der Fistus von der Stadt Heute reist, um baldmöglichst wieder annehmbare Arbeit zu bekommen. im Winter einen erheblichen Teil der täglichen Coatsproduktion an die respektable Summe von 120 000 M. Nach dem Projekt soll an Von der Romantit des zunftgerechten Handwerksburschendaseins weiß Spekulanten abgelassen hat, wodurch eine geradezu wucherische Preis- ftelle der jetzigen Brücke eine 20 Meter breite Unterführung her er nichts, ebenso fremd ist ihm aber auch die zünftlerische Beschränkt steigerung für Coats hervorgerufen wurde. Die Versammlung fordert gestellt werden. Der Magistrat hat sich mit dieser Forderung eine werden, 24 Versammlungen. Witterungsübersicht vom 2. August 1900, morgens 8 Uhr. Stationen Wetter Siaiionen Wetter 4 bedeckt 3 bedeckt 4wolkig 20 Cort 2 wolfig 19 Aberdeen 20 Haparanda 755 Still Gebedt 13 16 Petersburg 758 WNW 4wolfig 745 S 16 3 woltig 14 762 23 4 heiter 20 Paris 1woltent 14 761 N Marktpreise von Berlin am 1. August 1900 nach Ermittlungen des tgl. Polizeipräsidiums. D.- Ctr. " " " Weizen, gut mittel gering Roggen, gut mittel gering " " " " verstanden erklärt und wird nunmehr die Genehmigung der Stadt- 1 Angeklagte sich damit, daß er eine franke Frau und fünf unmündige verordneten einholen. Kinder habe, seine Not sei groß gewesen. Der Gerichtshof berückDie Durchführung des elektrischen Betriebs der Straßen- fichtigte dies sowie den Umstand, daß der Angeklagte nicht die bahu bis nach Lichtenberg ist bereits bis zum 10. August in Aus Beaniteneigenschaft besaß. Das Urteil lautete auf 4 Monate Geficht genommen. Bis jegt verkehren die nach Lichtenberg bestimmten fängnis, während der Staatsanwalt 1 Jahr beantragt hatte. Decjigwagen bekanntlich als Anhänger der elektrischen Straßenbahn bis zum Central- Vichhof, um von dort mit Pferden nach Dorf Swinemde 755 S Lichtenberg gezogen zu werden. Bis zum 10. August soll die Hamburg 754 SS elektrische Ausrüstung und die Stromzuleitung für die End- Eine allgemeine Mechanikerversammlung fand am Mittwoch Berlin 755 SSD strecke Central Bichhof- Lichtenberg betriebsfähig hergestellt abend im Gewerkschaftshause stalt. Einberufen war die Verfamm- Franff./M. 758 S so daß die Wagen Spittelmarkt- Lichtenberg durchweg lung, damit die Kollegen Stellung nehmen sollten zu der seitens der München elektrisch verkehren können. Die Wagen verkehren alle 8 Minuten. Deutschen Gesellschaft für Mechanik und Optik beschlossenen Ein- Wien Mit der Einführung des elektrischen Betriebs auf der Straßenbahn fegung einer gemischten Kommission zur Regelung des Lehrlingsnach Lichtenberg wird die Zahl der Vororte, welche noch durch Pferde- wesens. Robert Schmidt hielt ein einleitendes Referat über bahn mit Berlin verbunden sind, wieder um einen vermindert. Pferde- das Handwerkergeses mit Beziehung auf den Vorschlag bahnlinien gehen dann nur noch nach Tempelhof- Mariendorf, nach der Gesellschaft für Mechanik und Optik. Man sollte, meinte der Rigdorf, Friedrichsberg, Dalldorf und Charlottenburg. Aber auch im Redner, einerseits die Rechte, die das Handwerkergesetz der GehilfenBerkehr mit Rigdorf, Dalldorf und Charlottenburg ist der Betrieb schaft gegeben, nicht unterschäßen, andrerseits aber dem Vorschlag, heute schon zum großen Teil elektrisch. So ist die Mehrzahl der wie ihn die Deutsche Gesellschaft der Gehilfenschaft gemacht habe, Linien nach Rigdorf und Charlottenburg elektrisch, nach Dalldorf nicht zu großen Wert beilegen, da eine frei gewählte Kommission wird nur die Endstrecke von der Tegeler Chaussee ab mit Pferden nicht die Rechte habe, die das Handwerkergesetz der Gehilfenschaft+) Gerste, gut befahren. einräumt. Dem Vortrage, der mit großem Interesse verfolgt und mit lebhaftem Beifall aufgenommen wurde, folgte eine überaus rege Arbeiterrifiko. Ein schwerer Unglücksfall ereignete sich am Diskussion, die sich im allgemeinen mit den Ausführungen des Vor- ††) Hafer, gut Mittwochnachmittag auf dem Hofe der deutschen Waffen- und tragenden deckten. Näther gab der Meinung Ausdruck, daß aller= Munitionsfabrik in Martinidenfelde. Behufs Legung einer bings die Funktionen dieser Stommission beschränkte feien, daß aber Röhrenleitung waren hier tiefe Ausschachtungen vorgenommen, die Kollegen trotzdem zur Wahl derselben schreiten möchten, schon Hen Nichtstroh wobei eine genügende Absteifung der Erdmassen unterlassen sein um zu verhüten, daß die Gesellschaft nicht selbst nachher Erbsen muß. Unerwartet erfolgte ein Einsturz des Schachtes und begrub Kollegen wähle, die mit den organisierten Kollegen außer Ver- Speisebohnen den Rohrleger H. unter die abbröckelnden Erdmassen. Der Ber: bindung ständen. Nachdem die Diskussion erschöpft war, beschloß die Linsen unglückte mußte mittelst Droschke in ein Krankenhaus gebracht Versammlung, gegen etwa 12-15 Stimmen, die Wahl der Kommission vorzunehmen. Es waren demnach 5 Gehilfen und 5 Ersatzmänner zu wählen. Ein Unterantrag, der dahin ging, daß die zu wählenden Kollegen organisiert sein müßten, wurde einstimmig angenommen. Gewählt wurden Mangold, Friedrich, Grau, Schwarz und Schröder und als deren Ersatzmänner Meier, Schleich, Schröter, Fleck und Hilmer. werden. Beim Baden ertrank in der Nähe von Karolinenhof der 20jährige Schriftjeter Gustav Both. Troßdem der junge Mann gewarnt war, ging er an einer Stelle ins Wasser, die wegen ihres fieil abfallenden Grundes gefürchtet ist. Plötzlich verschwund der junge Mann und fonnte trotz eifriger Bemühungen nicht gefunden werden. Erst vorgestern Abend wurde die Leiche an die Oberfläche des Waffers getrieben. wenn Gerichts- Beitung. arbeiterversammlung in Nr. 147 des Vorwärts" steht: Berichtigung. In dem Bericht über die öffentliche MetallSchlenker warnt vor der Wahl von Verbandsmitgliedern." Gerade das Gegenteil habe ich gesagt. Ich verlangte, daß Kollegen zu Kandidaten ernannt werden sollen, welche fähig und geeignet wären, das Amt eines Gewerbegerichtsbeisigers zu befleiden, unbefümmert darum, welcher Organisation diefelben angehören, und ersuchte schließlich die Anwesenden, den Antrag Näther, wonach nur Verbandsmitglieder vorgeschlagen werden dürfen, abzulehnen. Erh. Schlenker, Naunynstr. 72. " " mittel gering mittel gering Schweinefleisch Kalbfleisch Kartoffeln, neue, D- Ctr. Rindfleisch, Keule 1 kg 9,00 4, 1,60 1,20 do. Bauch 1,20 1" " 1,60 1,10 1,60 1,10 " 15,40 14,90 Hammelfleisch Butter 1,60 1,20 2,60 1,80 " 14,80 14,30 Eier 60 Stüc 3,60 2,40 " 14,20 13,70 Karpfen 1 kg 16,40 15,40 Male " " 3, 1,40 15,30 14,30 Bander 2,60 1,40 " " 14,20 13,30 Hechte 2,40 1,20 " " 6,32 5,66 Barsche 1,80 0,80 " 7,30 4,90 Schleie 2,40 1,20 " 40, 25, " 45, 70, 25, 30, Bleie Krebse 1,40 0,80 per Schot 15,- 2,50 †) frei Wagen und ab Bahn.++) frei Wagen und ab Bahn. Produktenmarkt vom 2. Auguft. Höhere von den amerikanischen Getreidemärkten gemeldete Preise und das für die Weizenernte ungünstige Regenwetter bewirkten an der heutigen Getreidebörse regere Nachfrage für Weizen, der sich um 1,75 M. höher stellte. Roggen war zu Beginn underändert, 30g aber schließlich um 0,75 M. an, als aus Mecklenburg ungünstige Erdruschresultate gemeldet wurden. Für russische Ware war Angebot vor: handen jedoch fein dringendes. Hafer war wenig verändert. Rüböl stellte fich um 10-20 Pf. niedriger. Briefkasten der Redaktion. A. M. 100. Da Sie zum was Eine öffentliche Bildhauer- Versammlung fand am Dienstag, den 31. Juli im Gewerkschaftshaus statt. Sie war sehr gut besucht und der große Saal gut besetzt. Zunächst referierte Genosse E. Rosenow über das Thema:„ Was droht der Arbeiterklasse aus Asien?" Er wies in seinen Ausführungen nach, daß die Entwicklung Die juristische Sprechstunde findet Moutag, Dienstag und Im Humboldthain. Sie schien stark nervös zu sein. Als sie der Dinge in China, die Erschließung des Riesenreichs durch den Freitag von 7-9 Uhr abends statt. Den rotseidenen Pompadour auf die Brüstung des Anklageraums Kapitalismus für die kapitalistische Produktionsweise in wenigen G. K. Die Fahrt von Bremerhaven bis Hongkong dauert 30, bis stellte, ihn mit zitternden Händen auseinanderzog und dem Jirbalt Jahrzehnteit eine derartige Ueberschwemmung des Wareumarkts mit Shanghai 35, bis Tatu 40 Tage. ein Papier entnahm, das sie zunächst zwischen die Lippen fleimte, billigen Produkten zur Folge haben werde, daß dadurch nicht sowohl Zwei Streitende. Katholische Pfarrer dürfen nicht heiraten. ließ sie die Tasche von dem unsicheren Stützpunkt fallen. M. 56. Das ist möglich. Voraussetzung für den Bezug der Gleich eine Entivertung der Waren, sondern vor allem auch der mensch Invalidenrente ist, daß 200 Beitragswochen geklebt sein müssen und daß der darauf machte sich ein starker Duft von Kölnischem Wasser bemert- lichen Arbeitskraft herbeigeführt werde. Beides führe nach einem Betreffende dauernd erwerbsunfähig geworden, oder während 26 Wochen un bar, ein ungewohnter Geruch im Gerichtsjaal. Eine im Pompadour lebergangsstadium der Üleberproduktion und Arbeitslosigkeit zum unterbrochen erwerbsunfähig( z. B. infolge andauernder Krankheit) gewesen aufbewahrte Flasche mußte zerbrochen sein. Das feingejänittene schließlichen Bankrott der kapitalistischen Produktsweise. Dem iſt. Erwerbsunfähig im Sinne des Juvalidenversicherungs: Gesetzes ist Gesicht der Angeklagten überzog sich mit Röte. Dann wandte sie Vortrag folgte reicher Beifall. Hierauf nahm die Versammlung den iemand dann, wenn er nicht mehr im stande ist, durch eine seinen Kräften es mit einem verlegenen Lächeln dem Richtertisch zu. Bori. Bericht des Bertrauensmanns und der Revisoren, sowie des Delegierten und Fähigkeiten entsprechende Thätigkeit, die ihm unter billiger Berück Fräulein, ich denke, ruhig zu, dann ist die Sache bald zu Ende. Angeflagte: gewerkschaftlicher Angelegenheiten ihren Schluß erreichte. Sie geben die unüberlegte Aeußerung zur Gewerkschaftskommission entgegen, worauf sie nach Erledigung sichtigung seiner Ausbildung und seines bisherigen Berufs zugemutet werden tann, ein Drittel desjenigen zu erwerben, was förperlich und geistig ge nee, so leichte jiebt die Lotte Sp sunde Personen derselben Art mit ähnlicher Ausbildung in derselben Gegend sich doch nich, ick will mir hier von diese jlühende Stelle aus verdeffendieren, denn der den Arminhallen eine öffentliche Bersammlung ab. Liere sprach über der etwa errichteten Rentenstelle Die Barbier und Friseurgehilfen hielten am 28. Juli in durch Arbeit zu verdienen pflegen. Der Anspruch auf Invalidenrenie ist bei für Berlin bei der Abteilung des Schuhmann, der sich an een schwachet Weib verjreift, is in meine die Bedeutung der Gewerbegerichte und vertrat den Stand- Magistrats für Invalidenversicherung Klosterstraße 41 anzumelden. Oogen een Vori: Seien Sie ruhig, ich sehe schon, ich habe punkt, daß, wenn es auch dem übergroßen Teil der Barbiergehilfen des Jahres gerechnet, in dem die Kosten entstanden sind. 2. In der Mark 21. R. 100. 1. Gerichtstoften verjähren in vier Jahren vom Ablauf mich in Ihrer Persönlichkeit geirrt. Also Sie sind die unverehelichte nicht möglich ist, an den Wahlen teilzunehmen, weil sie als solche Brandenburg herrschte auch für vor dem 1. Januar 1900 geschloffenen Ghen Charlotte Sp. 49 Jahre alt und unbestraft? Anget: das wahlfähige Alter( der frühen Selbständigmachung wegen) teine Gütergemeinschaft, sondern Gütertrennung. 3. Die Frau haftet nicht Jawohl, un mein Vater war föniglicher Beamter. Borj. Das nicht erreichen, es doch wünschenswert wäre, wenn wir von unsrer mit ihrem Vermögen für die Schulden ihres Mannes, auch nicht für die ist Nebensache. Angefl.: Id meene doch, wenn ich hier wejen Seite einen Kandidaten aufstellen würden. Die darauffolgenden dem Mann erwachsenen Gerichtskosten. Beanitenbeleidigung uf die Folterbank muß, un werde zur Wache Distuſſionsredner sprachen in gleichem Sinn und wurde Kollege Termin nicht erschienen ſind, ſo iſt höchstwahrscheinlich Verſäumnisurteil jeschleppt wie' ne Mörderin un muß zwischen alle die Männer Riere als Beisiger zum Gewerbegericht nominiert. Als Delegierter gegen Sie ergangen. Das betreffende Urteil braucht Ihnen nur dann zu: eenen Kleenen Naum stehen un mein Signalement uf jeben, det mir vor Scham die Luft knapp wird, un wo zur Gewerkschafts- Kommission wurde au Stelle des freiwillig zurück- gestellt werden, wenn Pfändung vorgenommen werden soll. Sie werden gut thun, wenn Sie die in der Klage beanspruchte Summe nebst den dort verlangten Zinsen sowie Kosten zahlen. Durch eine Zwangs doch sonst in Berlin uf Sitte un Anstand jehalten wird, un ick ufgetretenen Wermte Liere gewählt. det lebhafteste bedauere, det det Heinze- Jesez durchjefallen is, denn Die Bauanschläger hielten am Dienstag bei Schulz, Grenadier- vollstreckung würden erhebliche Kosten erwachsen. H. Ei. Ja. M. W. 88. die Zucht mit die Unzucht in Berlin is nich zu beschreiben, dena straße 33, eine öffentliche Versammlung ab, in der über den mit den Der Frau steht kein Recht auf Rückerstattung von 7. 3. oder 2. 3. Das Kind fann sich an das Vormundja, wat wollte ich doch jleich sagen? Vorf.: Ja, Sie haben den Unternehmern vereinbarten Lohntarif verhandelt wurde. Der Tarif Marten zu. schafts- Gericht( Amtsgericht) wenden. 2. S. 00. Riegt lediglich ein Faden verloren, das tommt davon, wenn Sie so viel reden. Geben soll gedruckt und zusammen mit dem Statut an die organisierten Stauf auf Abzahlung vor, so ist die Forderung verjährt. Ist aber Sie furze und präcise Antworten und schweifen Sie nicht ab. Nun Bananschläger unentgeltlich abgegeben werden. Hierauf wurde behäufig geschieht im Vertrage vereinbart, daß bis zur Zahlung der Kauferzählen Sie mal furz, was Sie am Morgen des 20. Mai mit dem schlossen, die bisherige Lohnkommission aufzuheben und deren Funk- summe das Eigentum dem Verkäufer verbleiben soll, so ist zuvor die Forde Schuhmann im Humboldthain vorgehabt haben. Angefl.: Wat tionen dem Vorstande der Organisation zu übertragen. Die restierenden rung auf Zahlung der Raten, nicht aber das Recht, die Rückgabe des MusikE. M. Nein: auf definitiven Bescheid denken Sie denn, Herr Jerichtshof, sowat triege id nich ieber meine Beiträge für den Streiffonds sollen möglichst bald eingezogen und werfs zu verlangen, verjährt. R. N. 80. Am 31. Dezember 1901. Lippen, det is mir denn doch zu scharnierlich. Ich habe det zu Hause in der September- Versammlung über die Abrechnung der beiden tönnen Sie nicht dringen. F. S. 100. Die Kosten fönnen sehr wohl so viel betragen. Zahlen aflens schön zu Papier gebracht, hier is et.- Bors: Nein, das tann Raffierer der Bericht gegeben werden. Dem Kaſſierer der Lohn Sie dieselben nicht, so würden durch Pfändung usw. nochmals ungefähr uns nichts nügen, hier haben wir mündliche Verhandlung. Es wird kommission wurden 30 M., den Hilfskafsierern je 10 M. als Ent- ebenso viel Stoften entstehen. Sie thun also gut, die Sache gütlich zu regeln. wohl so schlimm nicht sein. Angeti.: Herr Präsident, et is schädigung für ihre bisherige Thätigkeit bewilligt. K. T. 31. Weigert ein Schuldner die Leistung des Offenbarungsschön im Humboldthain. Wenn im Frühjahr die Vöjel singen un die Sonne durch det friene Laub uf die sauber jeharkten Weje scheint, Eids oder erscheint er in dem zur Gidesleistung anberaumten Termin nicht, so kann der Gläubiger Erlaß eines Haftbefehls beautragen. Auf wenn allens so still is un die janze Natur Ruhe un Frieden atmet, Grund des Haftbefehls fann er den Schuldner durch einen Gerichtsvollzieher wenn der Flieder seine Jerüche durch die Atmosphäre ziehen läßt, ( also nicht durch die grüne Minna, die Polizei- Inventar ist) verhaften lassen, wenn er die erforderlichen Verpflegungskosten auf mindestens einen Monat Borj.: Aber verschonen Sie uns bloß mit elegischen Ratur( in Breußen 24 M.) vorausbezahlt. Die Gebühr des Gerichtsvollziehers Schilderungen, tommen Sie zur Sache. Angefl.( fortfahrend): für die Berhaftung beträgt 15 M. Die Haft darf nicht 6 Monate überdurch die Atmosphäre ziehen läßt, dann figt et sich schön uf' ne steigen. Der Gläubiger hat die Verpflegungskosten allmonatlich im voraus schattige Banke. Ich nehme denn mein Striczeich mit un esse meine zu entrichten. Der Schuldner kann zu jeder Zeit bei dem Amtsgericht bes Schrippe zu. So hatte id et ooch an jenen betreffenden Morjen jemacht. Haftorts beantragen, ihm den Eid abzunehmen. Dem Antrag muß unver Ja war eben mit meine Schrippe fertig un leje in die halbe Zeitung, züglich stattgegeben werden. Die Haft besteht in einfacher Freiheitswo ich ihr injewickelt jehabt hatte. Mit eenem Male sehe ich, det entziehung. Der Häftling fann also in seiner Zwangswohnung arbeiten, was er will, und darf zu feinen Arbeiten gezwungen werden. zwee Studenten, die jeder eenen Hund an die Leine führen, uf meine P. F. 00. Bant lossteuern. Ich denke: Nanu? Wat soll nu loswer'n? Un Die Landsturmpflichtigen unterliegen in Friedenszeiten feiner militärischen Kontrolle. Sie fönnen in Fällen außerordentlichen richtig, der eene fezt sich rechts un der andere links von mir, wobei Freiherr v. Münch als Attentäter. Aus Mühringen Bedarfs zur Ergänzung des Heeres und der Marine herangezogen werden. fie höflich an ihre bunten Mügen faffen und fragen, ob et erlaubt in Württemberg wird uns berichtet: Der frithere Reichstags- Ab- Die eingezogenen Mannschaften unterliegen den gleichen Borschriften we is. Wat sollte id machen? Ich blieb ruhig fizen und las meine geordnete, der bekannte Freiherr v. Münch, Majoratsherr in Müh- 1. Militärpflichtige, welche mit unheilbaren( bleibenden) törperlichen Gedie der Landwehr. Dem Landsturm ersten Aufgebots sind zu überweisen: Zeitung weiter. Die beeden Studenten fangen an, fich wat zu erringen, Oberamt Horb( Württemberg), gab gestern auf seinen Schweizer brechen behaftet sind, die die Heranziehung zum Dienst im stehenden Heer zählen, als wenn ich jarnicht da wäre, allerhand dumme Wize, aber während eines Streits fünf Revolverschüsse ab und verlegte sowie in der Ersatzreserve zwar ausschließen, eine Verwendung im Landid dhat, als hörte ich nischt; dann fing der eene an zu fingen: ihn so schwer, daß kaum Hoffnung auf Erhaltung seines Lebens be- fiurusei es zum Waffendienst oder zum Dienst ohne Waffe, und im beSie hat' n Flo sie hat en Florentiner Hut, und auch ein steht. Die gerichtliche Untersuchung ist bereits eingeleitet. Herr fonderen zu solchen militärischen Dienstleistungen und Arbeiten( als töstliches Geschmeid." Det tochte in mir, aber ich ließ mir nicht v. Münch gab schon vor Jahren durch allerhand Extravaganzen zu Apotheker, Techniker, Handwerker, Erdarbeiter usw.), welche ihrem bürgernoch zulaffen ohne Rücksicht auf das MilitärBors.: Warum standen Sie nicht auf und suchten eine erkennen, daß es in seinem Hirn zuweilen sehr rumort, und ist, lichen Beruf entsprechen andere Bank?- Angell: Nee, mu wollte ick jerade sehen, wie wenn wir nicht irren, auch bereits unter Kuratel gestellt worden. pflichtjahr, in welchem sie sich befinden. 2. In der Regel Militärpflichtige, weit die Jemeinheit wohl jinge. Det dauerte uich lange, so ließen welche wegen zeitiger Untauglichkeit zurückgestellt sind und auch in ihrem die beeden Studenten ihre Hunde so weit locker, det sie mit einander Ein eigenartiger Bergsteigerunfall hat sich der„ Gaz. de dritten Militärpflichtjahre nur bedingt tauglich oder noch zeitig untauglich fpielen konnten, un wie Hunde nu so find, jerade vor meinen Laus." zufolge letzten Freitag am Montblanc ereignet. Beim Abstieg befunden werden. 3. Militärpflichtige, die als einzige Ernährer, Stütze des arbeitsunfähigen Grundbesizers, Pächters, Gewerbetreibenden usw. zurüds Dogen det sage ich nich, det kann der von der" Aiguille" geriet der Führer Josef Simond am Chamonix gestellt sind, auch in ihrem dritten Militärpflichtjahre von der Ober- ErfazSchußmann erzählen. Ick stand wütend uf un jing mit einem französischen Bergsteiger und noch einem zweiten Führer tommiſſion berücksichtigt sind. 4. Ueberschüssige Ersatzreservisten. 5. Durch weiter. 60. nach etwa hundert Schritt bejegnet in ein heftiges Gewitter. Auf einmal schlug der Blig in die kleine Ministerialverordnung aus besonderen Billigteitsgründen dem Landsturm een Schußmann. Ick sebe mir um, die beeden Studenten sind jerade Gruppe, die am Seil ging, zerriß dieses, und warf den Simond in ueberwiesene. Erfolgt ein Aufruf des Landsturms ersten Aufgebots in ufjestanden un ziehen mit ihre Hunde los.„ Herr Schußmann" sage die Tiefe, wo er später als Leiche aufgehoben wurde. Der Ver- Friedenszeiten, so find die Landsturmpflichtigen zu zwei Uebungen von 8 bis 14 Tagen verpflichtet. Hoffnung. Solches Institut ist uns leider nicht id, arretieren Sie mal die beeden Studenten da, fie haben Hunde unglückte hinterläßt Weib und Kind. befannt. 23. M., Weißenburgerstraße. 1. und 2. Ja. 3. Nein. bei sich." Ja, jagt er, det sehe ick. Aber sie führen die Hunde ja Ein echtes Zigeunerstückchen haben dieser Tage zwei an der Leine un det dürfen sie."„ Sie haben aber mein fitflichet Bigeunerinnen, eine ältere von etwa 40 Jahren und eine jüngere Anstandsgefühl beleidigt," sage id." Wer? Die Studenten?" von etwa 16, bei dem in Dalsper( Oldenburg) wohnenden Landfragt er. Nee, die Hunde" sage id. Un wat giebt er mir dadruf zur mann Büsing verübt. B., der sich schon in vorgeschrittenem Alter Antwort?" Ra, wenn't weiter nischt is, iu lassen Sie sie befindet, hat einen erwachsenen Sohn, der schon längere Zeit mit man loofen. Die sind ooch schon zu weit weg". Und damit will er Krankheit behaftet ist, und um die Krankheit zu bannen, sprachen die weiter jehen. Det war mir denn doch een bisken zu ville. Herr! Zigeunerinnen bei ihm vor. Nach allerhand mystischen Ceremonien fage id, Sie wollen Beamter sind? Jck will Ihre Nummer wissen, berlangten sie, wie die N. f. St. u. 2." erzählen, schließlich von denn ich will mir bei Herrn v. Windheim beschweren. Vors.: B., daß er den Schlüssel zu dem Schrank, in dem er sein Geld verSie sollen aber noch einige recht grobe Schimpfworte gebraucht wahrte, an einem bestimmten Ort niederlegen sollte. Hier müsse der haben, worauf der Beamte Sie zur Wache führte. Angefl: Schlüffel vier Tage und Nächte liegen bleiben, falls die Besprechung Wat jagt man nich alles in der Erregung. Ick bitte um eene der Krankheit von Erfolg sein solle. B. ließ sich zur Herausgabe des gelinde Geldstrafe. Vors.: Das ist wenigstens ein vernünftiges Schlüssels verleiten. Staum hatte er jedoch denselben aus der Hand ge Die Angeklagte kommt mit einer Geldstrafe von 10 M. geben, als er merfte, daß er sich nicht wohl fühlte und von einem mächtigen Drang zum Schlafen befallen wurde. Was um ihn her passierte, Schlechte Erfahrungen hat die Postbehörde mit dem Tuch- bermochte er weder zu verhindern noch wahrzunehmen. Als er aus der macher Stein gemacht, der zu den Personen gehörte, die während Betäubung erwachte, waren die Zigeunerinnen verschwunden. Eine der Weihnachtszeit aushilfsweise angestellt wurden, weil die Post Revision des Schrants ergab, daß der ganze von B. vorrätig ge= Wie man er= den gewaltigen Verkehr mit ihren eignen Beamten nicht zu behaltene Barbetrag dem Schrank entnommen war. wältigen vermochte. Stein wurde auf dem Anhalter Bahnhof be- zählte, soll die Summe reichlich 400 M. betragen. Offenbar haben schäftigt, er hatte die Pakete von den Zügen nach dem Sortier- die schlauen Töchter der Pußta zur Unterstüßung ihrer unsauberen raum zu schaffen. Hier fand Gelegenheit, sich un- Machination ein Betäubungsmittel benutzt, um den arglofen B. unbemerkt fleinere Wertpafete anzueignen. Er öffnete fie gestörter rupfen zu können. auf dem Alosett, beseitigte beseitigte die Umhüllung und nahm den Inhalt an sich. Erst als er zum 17. Male dies Manöver ausmerken. Wort. davon. aber nee, er mir Dermischtes. " Wetter Prognose für Freitag, den 3. August 1900. Etwas fühler, veränderlich, vielfach woltig mit Regenfällen und ziemlich Berliner Wetterburenn. führte, wurde er ertappt. Im gestrigen Termine entschuldigte der frischen westlichen Winden. Buchhandlung Vorwärts, Berlin SW., Benthftr. 2. Socben erschien der vom Genossen Paul Singer erstattete Bericht über die parlamentarische Thätigkeit der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion vom 14. November 1899 bis 12. Juni 1900. Die Broschüre ist 48 Seite start, mit Umschlag versehen und toftet 10 Bfg.-Porto 3 Bfg. ftehend Der Berfaffer- felber in der Borderreihe des parlamentarischen Kampfes schilbert in gedrängter und übersichtlicher Weise die Stellung unferer Partet zu den verschiedenen Positionen des Reichshaushalts- Etats und zu den einzelnen Gesez- Entwürfen, sowie die gesammte umfassende Thätigkeit unferer Frattion, die, auf dem Boden unseres Programms stehend, ein tüchtiges Stück prattifcher parlamentarischer Arbeit im Dienste der arbettenden Klasse verrichtet hat. Hierin liegt der große agitatorische Werth des Büchleins, das wir hiermit bestens empfehlen. Syür den Jiilialt der Inserate ndcriiimmt die Nedaktio» dem Publiknnl gegciiiibcr keincelei Beraiitwortnnff. Ghestev. Freitag, d e n Z. A« g u st. Dpernkiauö. Geschlossen Schauspielhaus. Geschlossen. Neues Lpcrn- Theater(Kroll). Geschlossen. TeucschcS. Die Weber. Anfang 7'/- Uhr. Lessing. Die Geisha. Anfang 7'/- Uhr. Residenz. Die Dame von Maxim. 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Humboldstr. 22. «malienstr. 28. Verband Fabrik-, Deutsch. Metallarbeiter- Verband Verein der Bauauschläger Sifsarbeit. 1. Arbeiterinnen und sur sodidint ons Verwaltungsstelle Berlin. Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher: Amt VII, 353. Sonntag, den 5. August, vormittags 10 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer Nr. 15: Versammlung der Heizungs-, Gas- u. Wafferrohrleger u. Helfer Tages Ordnung: Berlins und Umgegend. Sonntag, den 5. Angust, vormittags 10% Uhr, im Lofale des Herrn Schulz, Grenadierstr. 33: Verlammlung. Tages- Ordnung: 1. Aufnahme neuer Mitglieder. 2. Berschiedenes. Der neue Tarif und die neuen Statuten gelangen zur Ausgabe; es sind dieserhalb beide Karten vorzulegen. 34/7 Die Billets von der Dampferpartie sind umgehend mit dem Der Vorstand. Somitee abzurechnen. Achtung, Fliesenleger, Hilfsarbeiter! Berichterstattung über die Stellung der Unternehmer zu dem neuen Lohntarif und Beschlußfassung über den Eintritt in die Freitag, den 3. Auguft 1900, abends 8 1hr, im Lokale des Herrn Lohubewegung. Montag, den 6. August, abends 8½ Uhr: Ordentl. Generalversammlung im Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer Nr. 15. Tages Ordnung: 1. Kaffenbericht und Bericht der Revisoren. 2. Neuwahlen zur Orts: verwaltung. 3. Antrag auf Abänderung des§ 3 des Ortsstatuts. 4. Antrag auf Unterstützung der ausgesperrten Hamburger Kollegen. 114/17 Chue Mitgliedsbuch kein Zutritt. Die Vertrauensleute sind verpflichtet, den Kollegen die Mitgliedsbücher auszuhändigen. Die Ortsverwaltung. Central- Verband der Maurer Deutschlands Zahlstelle Berlin 1( Putzer). Sonntag, den 5. August, vormittags 11 1hr, in den Arminhallen, Kommandantenstraße 20: Mitglieder Versammlung. Tages Ordnung: 1. Wie regeln wir unsre Arbeitszeit vom Herbst bis Frühjahr. 2. Ver Bandsangelegenheiten. 134/14 Um recht zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht Die örtliche Verwaltung. Schulz, Grenadierstraße 33: Leffentliche Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Der Stand unsrer Lohnbewegung. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Ich ersuche die Kollegen, fich rege an dieser Versammlung zu beteiligen. 56/20 Der Vertrauensmann der Bauarbeiter lokaler Richtung. Rabitzipanner und Träger! Verband der Banarbeiter Deutschlands. Zahlstelle Berlin 5. Sonntag, den 5. Angnit, vormittags 10 Uhr: Mitglieder- Versammlung im Lokale des Herrn G. Jannaschk, Juselstr. 10. Tages Ordnung: 1. Unser Klebewesen. 2. Stellungnahme zum Vergnügen. 3. Verbands: angelegenheiten. 4. Verschiedenes. Es ist Pflicht eines jeden Kollegen, pünktlich zu erscheinen. [ 2211b] Die Ortsverwaltung. u. Deutschlands. ( Bahlstelle Nixdorf) Todes: Anzeige. Am 30. Juli verstarb unser Mit: glied, der Gummi- Arbeiter David Schippke im Alter von 47 Jahren. Die Be erdigung findet am 3. August, nachbolt dem Kreis: mittags 5 Uhr Krankenhaus Briz aus statt. Ehre seinem Andenken! Zahlreiche Beteiligung erwartet 22036 Die Ortsverwaltung. Todes- Anzeige. Den Mitgliedern des Tischler: vereins zur Nachricht, daß unser Kollege Franz Badur, Ratiborstraße 19, im 55. Lebensjahre am Diens: tag, den 31. Juli, verstorben ist. Die Beerdigung findet ſtatt heute( Freitag), nachm. 5 Uhr, von der Leichenhalle des fathol. Friedhofs in Mariendorf aus. Reger Beteiligung sieht ent: gegen Der Vorstand. Am Dienstagabend 11 Uhr verschied nach langem schweren Leiden unser innigft geliebter Vater, Großvater, Schwiegervater, Bruder und Schwager, der Klempner Julius Habermann Achtung! im 65. Lebensjahre. Achtung! Ristenmacher. Achtung! Sonnabend, den 4. August, abends 812 Uhr: Versammlung im Gewerkschaftshaus( Saal I), Engel ilfer 15. Tages Ordnung: 1. Die gegenwärtige Lage in unsrer Brauche. 2. Verschiedenes. Das Erscheinen sämtlicher Kollegen ist notwendig. Jede Werkstatt Der Vorstand. J. A: Karl Jnckel. Verband der Bau-, Erd- und gewerbl. Hilfsarbeiter verticten sein. Deutschlands. Zahlstelle Berlin 1. Sonntag, den 5. Auguſt, vormittags 10% Uhr, in Graumanus Festsälen, Naunynstraße 27: Mitglieder- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Das Accordsystem, seine Licht und Schattenseiten. Referent: Kollege 0. Rennthaler. 2. Distusfion. 3. Verbandsangelegenheiten. Die Mitglieder, welche in Besitz von Billets zum Stiftungsfest find, werden ersucht, daniit in der Bersammlung abzurechnen. 42/17 Die Ortsverwaltung. muß 95/3 Fachverein der Musikinstrumenten- Arbeiter Sund Berufsgenossen Berlins und Umgegend. Montag, den 6. August, abends 8 1hr, bei Herrn Graumann, Nannyustrasie 27: Mitglieder- Versammlung. Tages: Ordnung: 1. Bortrag des Reichstags: Abgeordneten Rosenow über: Die indirekten Lasten und die arbeitende Stlasse." 2. Diskussion. 3. Vereins 142/6 Die Kollegen werden ersucht, so schnell wie möglich mit den Billets vom Der Vorstand. Sommerfest abzurechnen. Verband der Bau-, Erd- und gewerbl. Hilfsarbeiter angene Deutschlands. Zahlstelle Berlin III. Sonntag, den 5. August, vormittags 10 Uhr, im Lokale des Gerrn Zimmermann, Badstraße 58: Achtung! Achtung! Mitglieder- Versammlung. Böttcher und Arbeiter Berlins. Tages Ordnung: 1. Bortrag des Genoffen Nachtigall über: Wozu führt der Kampf, hen die Arbeitertlaffe gegen die Tyrannei des Unternehmertums fämpft? 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten. 42/16 Um rege Beteiligung ersucht Die Ortsverwaltung. Jubelfeier zum 25 jährigen Bestehen von ,, Waidmannslust" Restaurant Hubertusbad. Morgen, Freitag: Grosses Konzert und Volksbelustigungen jeder Art. 22136 Oskar Mende, Gastwirt. Feuerwerk.-Kaffeeküche. Fluß- Badeanstalt und Ausspannung. 10 Jahre Garantie. Vollkommen schmerzloses Zahnziehen 1 M. Plomben 1,50 M. Teilz. wöchentl. 1 M. Zahnarzt Wolf, Leipzigerstr. 130. Sprechst. 9-7. Zähne 2 M. Treptow. Reftaurant Karpfenteich, an der Köpenicker Landstraße. Jeden Sonntag: Frei- Konzert. Jm Saale Tanz. Jedes Wort: Lossow Folgende Brauereien haben die neuen Lohn- und Arbeitsbedingungen für Böttcher nicht anerkannt: Verliner Bock- Brauerei, Tempelhofer Berg; Norddeutsche Brauerei, Chausseestraße; Brauerei Habel, Tempelhofer Berg, und Gambrinus: Brauerei, Charlottenburg. 39/7 Der Vorstand. Orts- Krankenkasse Charlottenburg. M. Schmerberg( 50182 des Töpfergewerbes zu Berlin wilmersdorfer Strasse 127, Sonnabend, den 11. Auguft cr., abends 7 Uhr, im Lokal des Herrn Lange, Dragonerstrasse 15: Ausserordentliche General Versammlung fämtlicher großjährigen, im Besize ber bürgerlichen Ehrenrechte befind lidhen Staffenmitglieder sowie der zur genannten Staffe meldepflichtigeu Arbeitgeber. Tages Ordnung: 1. Abänderung des Stassenstatuts (§§ 1-66). 2. Verichiedentes. 272/18] Der Vorstand. In Bertretung: Krause. Uhrmacher und Goldarbeiter. Großes Lager von Uhren und Goldwaren zu äußerst billigen Preisen. Optische Artikel. Shriöcher werden schmerzlos gestochen. Natur- Heilverfahren. Hant, Harnu. Blasenteiden, Frauen Krankheit.. heilt ficher ohne Berufsstörung.( 3978* ( fr. Wallstraße 23.) 9-2, 5-9, Sonntags 9-2. R. Wagner, validenir. 151/1 Die Beerdigung findet am Sonn abend, den 4. August, nachm. 4 Uhr, von der Leichenhalle des St. Thomas: Kirchhofs ans statt. Die trauernden Hinterbliebenen. Banksagung. 22126 Für die vielen Beweise herz licher Teilnahme bei der Beerdi: ging meines lieben Manns Johannes Siewert fage allen Verwandten, Freunden und Bekannten meinen innigften Dant. Die trauernden Hinter bliebenen. Wwe. Hel. Siewert Hierdurch Nachricht, daß unsre liebe Schweiter Schwägerin Martha Halbritter geb. Müller ant 31. Juli verstorben ist. Die Bes erdigung findet am Freitag, 3. August, nachin. 5 Uhr von der Leichenhalle des Auferstehungskirchhofs, Weißensee, aus statt. E. Nauck und Frau. Todes- Anzeige. Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß unsre liebe Tochter und Schwester Eise im Alter von 934 Jahren fanft ents 22076 schlafen ist. Die Beerdigung findet Sonnabend um 4 Uhr vom Kaiser FriedrichKinder Krankenhaus nach dem St. Golgatha- Kirchhof statt. K. Habank u. Familie. Arbeiter- Radfahrer- Verein ,, Berlin". 27/10 Sonnabend, 4. August, Treffpunkt abends 101/2 am Anhalter Bahnhof. Abfahrt per Bahn 11,20 bis Wittenberg, dann per Rad nach Halle a.S. ( Konferenz), Geiststraße 5. Sonntag. 5. August, mittags 11/21 Hallefches Thor, nach Kl.- Machnow ( Türk). Schultze, Wasserthorstr. 1/2, 1. Behandlung aller Haut, Harn und Blasenleiden ohne jegliche Berufsstörung. 3973L* Sprechstunden 9-2 u. 5-9. Donnerstagvormittag feine Sprechstunde. Bei vorzeigung der Berbandskarte 10 Proz. Partei- Speditionen: RosenBerlin vierter Wahlkreis O.: Robert Wengels, Große: Frankfurterstr. 133, Hof part.- SO.: Frizz Thiel, Sfaligerstr. 35 v. part. Sechster Wahlkreis( Moabit): Karl Anders, Salzwedelers Straße 8, part. im Laden. Wedding und Oranienburger GesundVorstadt: Emil Stolzenburg, Wiesenstraße 14. brunnen: Wilhelm( aßmann, Grünthalerstr. 65. thaler Vorstadt und Schönhauser Vorstadt: Star1 Mars, Kaftanien Allee 95/96. Charlottenburg: Gustav Scharnberg, Sefenheimerstr. 1, Ecke Goethestr., v. 1 Treppe.- Deutsch- Wilmersdorf: Th. Müller, Berlinerstr. 132/133, rechter Seitenfl. und M. Nickel Augustafir. 3, v. I. Friedrichsberg- Friedrichsfelde: Carl Welt, Berlin O., Friedrich Karlstraße 4, vom 1. Juli ab Frank furter Allee 177. Grünan: Engel, Dahmestraße 6. Rixdorf: Ostermann, Erfstr. 6. Schöneberg: Wilh. Bäumler, Apostel Paulusstr. 13, Quergebäude Hochp. Ober- Schöneweide: Nieder- Schöneweide: Otto John, Wilhelminenhofstraße 18. Johannisthal: Paul Mann, Friedrichstr. 39, 1. Adlershof: War Worbs, Wiegerſtraße 4. Sari Weber, Cigarrengeschäft. Cöpenick: Franz Weber, Cigarren- Handlung, Grünauerstr. 1. Friedenau- Steglitz: H. Berufee, Kirchstraße 15 in Friedenau. Bestellungen nehmen entgegen in Steglitz: H. 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