Nr. 6. Erscheint täglich außer Montags. Abonnements Preis für Berlin: Bierteljährlich 3,30 Mf., monatlich 1,10 mt, wöchentlich 28 Pfg. frei in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 30 Mt.pro Quartal. Unter Kreuzand: Deutschland u. DesterreichUngarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mr.pr.Monat. Eingetr. in der Post Beitungs- Preisliste für 1892 unter Nr. 6652. Vorwärts 9. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Grpedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Eern sprech- Anschluß: Amt VI, Nr. 4106. Berliner Bolksblatt. Bentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: Beuth- Straße 2. Fiasko über Fiasko. Freitag, den 8. Januar 1892. Expedition: Beuth- Straße 3. zu beobachten um die schlagendsten Beweise bei ihr selbst zu mit der guten Gesellschaft haben wir ihnen schon auffinden. genöthigt; von der Mammonsjagd der besitzenden In der ultramontanen Bresse macht sich wieder einmal Unsere angebliche geistige Unfähigkeit z. B., welche das Klassen müssen sie sich augenverdrehend abwenden; ein großer Leitartikel breit, welcher das Thema: Die Fiasko des Erfurter Kongresses verursacht haben und dabei der Papst muß sich wohl oder übel um die Führung in Sozialdemokratie am Ausgange des Jahres 1891", behandelt 10 besonders scharf hervorgetreten sein soll, hat für die der Sozialreform, anderen allerhöchst gestellten Sozialund zu dem für die schwarzen Seelen so überaus erfreu- ultramontanen Zeitungen ein äußerst beklagenswerthes Pech reformern zum Trotz, bewerben; nach den, wie sie selbst be lichen Resultate kommt, daß die sozialdemokratische Partei zur Folge gehabt. Raum waren die Tage von Erfurt haupten, sozialdemokratisch durchseuchten" Gewerkschaften im vergangenen Jahre Fiasko über Fiasko über Fiasko erlebt vorüber, als die ultramontane Presse daran ging, mit müssen sie verliebte Blicke werfen, fie die Mächtigen, habe. Der Erfurter Kongreß war ein Fiasko, die großer Renommiſterei das neu geschaffene Parteiprogramm die über alle Welt meisterhaft Organisirten, die Neunmal Sezession der Jungen" war ein Fiasko, Vollmar's Bunft für Punkt zu widerlegen. Schon im ersten Artikel gescheidten, mit allen guten Geistern Verbündeten, mit allen Auftreten, das Auftreten v. Elm's in Hamburg, der Buch- aber verleitete sie die Konsequenz der neuen sozialdemo- Hunden Gehezten! Und all ihre Liebesmüh scheiternd an den druckerstreit, die augenblicklichen Schwierigkeiten der Berliner kratischen Programmschöpfung, sich mit der Idee der Ent- Klippen der jämmerlichen Verhältnisse, die unter ihrem eigenen Arbeiter- Bildungsschule, das Nicht in Fluß kommen der wicklung, welche in der ganzen modernen Wissenschaft webt Regimente oder unter ihrer thätigen Beihilfe historisch erwachsen Kellnerinnenbewegung, das angebliche Einschlafen der und waltet, in schroffsten Widerspruch zu sehen und sind. Und dabei grünt und blüht die Sozialdemokratie, Arbeiterinnenbewegung, die Bemühungen, welche nothwendig den Geist, oder vielmehr die erschreckende Geiftlosigkeit beren totale geistige Unfähigkeit weit genug reicht, um ihre find, einzelne sozialdemokratische Blätter in der Provinz der verrotteten und um viele Jahrhundert rückstän- Rolle zu begreifen, die Rolle des modernen Rattenüber Wasser zu halten, die mit ultramontaner Hilfe so digen Syllabusweisheit zu verrathen. Die Folge war, fängers von Hameln, nach dessen Pfeife die Kinder der schön herausstaffirten Triumphe der„ Sozialdemokratischen daß der ganze Kampf gegen unser Programm einen Aus- sozialpolitischen Vergangenheit, mögen sie sich nun ultraBukunftsbilder" Eugen Richter's die geiflige Un- gang hatte wie das Hornberger Schießen, und daß die montan, oder liberal, oder konservativ nennen tanzen fähigkeit der ganzen sozialdemokratischen Partei 2c. 2c., Ultramontanen allerorten von ihrer eignen Widerlegung müssen, tanzen bis sie zu Grunde gehen und vom Erdboden unsrer Forderungen am liebsten kein Sterbenswörtchen wissen verschwinden, als wären sie weggeblasen! Diese unsere Es ist wahrhaftig entsetzlich! Schade, daß bei all' möchten, dafür aber sich möglichst oft Sozialisten nennen, geistige Unfähigkeit wird Euer böses Geschick uns erhalten, unferen Fiaskos den schwarzen Herren schließlich ganz un- freilich Anhänger eines Sozialismus, wie ihn Leo XIII verlaßt Euch darauf, Ihr Unglücksraben! heimlich zu Muthe wird. Man sollte es kaum glauben, in seiner Encyklika über die Arbeiterfrage zum Strebeziel 100 man nur hinblickt, Fiasko über Fiasko! aber es ist doch wahr. Ueber die unermeßliche Fülle der Kirche gemacht hat. unferer angeblichen Fiaskos brechen diese unsere unversöhn- Und in allerneuester Zeit haben die ultramontanen lichsten Feinde schließlich in laute Klage aus:„ Und trotz- Zeitungsschreiber bereits eingeſehen, daß sie weit über die Politische Ueberlicht. bem", fagen sie, wir bekennen es offen, ein stetes" Anwachsen Forderungen der Encyklika Leo XIII. hinausgehen müssen, der sozialdemokratischen Gefahr. Alle Fehler, welche die wenn sie von der Sozialdemokratie nicht in allerkürzester Partei macht, verhindern es nicht, daß bei den Wahlen immer Frist überflügelt werden wollen, wie es allen anderen mehr und mehr Stimmen für sie abgegeben werden, daß Parteien bereits ergangen ist. Berlin, den 7. Januar. Das hentige Gefängnißwesen, nach welchem„ System" es nun auch eingerichtet sein möge hat den Hauptzweck auch in Orten und Gegenden, die man bisher gänzlich Das große rheinische Zentrumsblatt, die„ Kölnische der Strafe: die Besserung der Gefangenen zu erwirken, ein unberührt glaubte, plöglich und unvermuthet Anhänger der Bolts- Beitung", geftand in einem ausführlichen Artikel, der gestandenermaßen nicht erfüllt. Wenn einmal von irgend neuen Lehre auftauchen. Noch mehr als der Beunruhigungs- die Ueberschrift trug: Verhängnißvolle Unterlassung", daß einem Enthusiasten oder Charlatan große Besserungsliegt der Unzufriedenheits- Bazillus in der Luft und ihn die Ultramontanen sich nicht wundern dürften, wenn die Resultate auspofaunt werden, so erweist sich das regelmäßig genährt und verbreitet zu haben, ist die Schuld des Kapi- Gewerkschaftsbewegung so mächtig werde und der bei genauerem Prüfen als Selbsttäuschung oder Schwindel. talismus und des Materialismus, der unsere ganze Gesell Sozialdemokratie allein zu gute komme; die Zentrums- Die Fälle der Besserung" sind seltene Ausnahmen. Ausschaft beherrscht. In einer Zeit, in der die moralische partei sei selbst schuld daran, sie hätte sich nahmen sind dagegen nicht die umgekehrten Fälle, das Fäulniß der sogenannten guten Gesellschaft sich in so er- viel zu wenig um die Gewerkschaften und die heißt die Fälle, in denen der Gefangene moralisch und im schreckendem Maße zeigt, wie jetzt, in einer Zeit, in der gewerkschaftlichen Interessen der Arbeiter gekümmert, und Charakter verderbt wird. Das Gefängniß erhebt nicht, die Sucht nach Genuß und nach Geld das höchste Ziel ist, wenn die Vertreter der ultramontanen Partei nicht dafür es erniedrigt, es drückt den Gesunkenen noch tiefer herab, dem die besitzenden Klassen nachjagen, darf man sich nicht sorgen würden, daß sich nichtsozialdemokratische Arbeiter, bricht die Kraft der Individualität, macht seige, heuchlerisch, wundern, wenn auch die Arbeiter ihren Antheil am Genuß das heißt der Kirche ergebene, in größerer Zahl an der verlogen und roh. Und es hat diese demoralisirende reklamiren. Unter solchen Umständen können die Sozial- Gewerkschaftsbewegung betheiligten und die Leitung in die Wirkung nicht blos auf die Gefangenen, sondern auch demokraten ruhig die Hände in den Schooß legen oder sonst Hände zu bekommen trachteten, so würden die Sozialdemo- auf die Gefängnißbeamten, welche in beständigem Fehler machen, ihre Schaar wächst doch." Und am Schlusse traten auch da, wo den Ultramontanen heute noch die Verkehr mit den Gefangenen find. Wir wissen, daß fragen sie fummervoll: Ob sich daran in diesem Jahre Massen auhängen, sehr bald die Oberhand gewinnen.- wenigstens in Sachsen sehr humane Instruktionen für etwas bessern; wird? Wir wollen es wenigstens hoffen." Nicht wahr, unsere geistige Unfähigkeit schreit zum die Aufseher und Schließer bestehen, und daß bei der AnEs ist wahrhaftig ergöglich! Die helle Verzweiflung Himmel? Sie ist so überwältigend, daß unseren intimsten stellung der Gefängnißbeamten auf Gutmüthigkeit und über die sozialdemokratischen Erfolge lugt zwischen Feinden nichts weiter übrig bleibt, wenn sie nicht elend zu ruhiges, freundliches Benehmen gesehen wird, und wir den Zeilen gerade dieses Leitartikels hervor, der be- Grunde gehen wollen, als mit uns in ein Horn zu stoßen. tönnen den meisten Gefängnißbeamten, mit denen wir in stimmt war, die Mißerfolge der Sozialdemokratie zu unsere Kritik der herrschenden Gesellschaft müssen fie unserer ziemlich umfänglichen Praxis zu thun gehabt haben, summiren. Kein Wunder auch: jegliches Fiasto, das sie sich zu eigen machen; über den Kapitalismus und Genuß das Zeugniß der Humanität und Zuvorkommenheit ausnotiren, ist in Wirklichkeit ein Beweis unserer Stärke und materialismus der sogenannten guten Gesellschaft müssen sie stellen. Allein das ändert nichts an der Thatsache- und Sieghaftigkeit. Man braucht die ultramontane Presse nur Beter schreien sogar das sogenannt in Verbindung fie ist jedem Gefängnißdirektor wohl bekannt, daß ein Feuilleton. Machorud verboten.) [ 6 Am Webstuhl der Zeit. Beitgenössischer Roman in 3 Büchern von A. Otto Walster. ohne Gewissensbisse genießen, so wäre es ein Wunder, wenn wir nicht Mißtrauen hegen wollten gegen die einzelnen Angehörigen Ihrer Klasse, wenn sie sich auch mit freundlichen Worten als unsere Freunde erklären." " Mächtigen und Besitzenden hat aus jener Lehre nur das angenommen und lebendig werden lassen, was ihren Wünschen zusagte, was denselben wenigstens nicht direkt widersprach." Und das ist wenig genug!" " " Das Alles ist zuzugeben", rief Jwan:„ die Arbeiter Die Lehre von der Unantastbarkeit des einmal erdürfen und sollen mißtrauisch sein; aber sie dürfen nicht verworbenen und rechtlich anerkannten Eigenthums ist ihnen gessen, daß sie mit dem bloßen, dürren, unfruchtbaren Arg- z. B. dermaßen in Fleisch und Blut übergegangen, daß die wohn ihre besten Freunde, die sie nicht entbehren können, wenn ursprüngliche Art des Erwerbs, so lange nicht ganz direkter fie wirklich zu besseren Zuständen gelangen wollen, Diebstahl, Betrug oder Raub in Frage kommt, ganz nebendrucker entschieden. „ Wir Arbeiter sind gar zu oft betrogen worden; man zu ihrem eigenen Schaden zurückstoßen. Man muß nur sächlich erscheint. Sie wollen nichts davon wissen, daß hat uns zu allem Möglichen gemißbraucht, bei jeder poli- immer im Auge behalten, daß der Einzelne nicht für seine Jeder sein Eigenthum nur mit Einwilligung der Mehrzahl tischen Bewegung haben sich die aus Angehörigen anderer ganze Klasse verantwortlich gemacht werden kann, daß er der Staatsangehörigen besitzen und gebrauchen kann, obwohl Stände hervorgegangenen Parteien unserer Kräfte zu be- durch seine einzelne That nicht das ganze System der Be- fie der Staat zuweilen daran erinnert, wenn er gewisies dienen gewußt, die schönsten Versprechungen haben uns nachtheiligung und Unterdrückung beseitigen kann, daß er Eigenthum für Staatszwecke einfordert. Die Leute vergessen, noch immer verlockt, so daß wir unser Blut auf der Barri- fich vielmehr durch sein vereinzeltes Opfern blos die Wög- wie viele Staatseinrichtungen nöthig sind, um ihnen ihr tabe zum Opfer brachten, aber wenn die durch unsere Hilfe lichkeit benimmt, im Verein mit Anderen im Großen und Eigenthum zu bewahren und zu schüßen, und daß der Besiegreiche Partei sich mit der besiegten verständigte, sind Ganzen nüßen zu können. Von diesem Standpunkte aus fizlose verhältnißmäßig größere Opfer für die Erhaltung wir es noch immer gewesen, die nach den schwersten Opfern betrachtet, verliert das ganze Verhältniß zwischen den ein solcher schützenden Staatseinrichtungen bringen muß, als der mit leeren Händen ausgingen. Und wenn wir es dann gar zelnen Besitzlosen und Besitzenden das Gehäsige, welches sonst Besißende." wagten, auf unsere Rechte und auf die uns gegebenen Ver- in der Thatsache gefunden werden mag, daß das Glück des Der Arbeiter muß Alles bezahlen!" rief der Buchprechungen zu pochen, dann mußten wir es erleben, daß unsere Einen das Unglück des Anderen bedingt. Der Einzelne früheren Verbündeten gemeinsam mit unseren früheren kann es nicht ändern, der Einzelne ist darum auch nicht Wenn die Besitzenden alle die Lasten," fuhr Jwan Gegnern über uns herfielen. fort, welche die zum Schuße ihres Eigenthums und ihrer Auch hierin muß ich Ihnen Recht geben; aber nur Sonderrechte dienenden Einrichtungen nöthig machen, allein " Sie, Herr Baron, sind ein Angehöriger der bevorrechteten Klassen, das allein schon ist ein Grund zum Miß- eine neue Art von Prophet, der mit wunderbarer Gewalt tragen, den gewaltigen Polizei- Apparat, die stehenden Heere trauen gegen Sie, denn die bevorrechteten Klassen, soweit zu den Herzen spräche, würde die Masse der Reichen und aus ihrer Tasche bezahlen und die nöthigen Mannschaften überhaupt denkende Menschen unter ihnen sind, wiſsen boch Gewaltigen zu einem anderen Syſtem bewegen können." aus ihren Reihen stellen sollten, so würden sie bald keine ganz genau, daß ihr Heichthum nur möglich ist durch unsere|„ Leider kann ich diese Hoffnung nicht theilen. Wäre Besitzenden mehr sein. Und wie wenig Bedürfniß haben die es so, wie Sie denken, dann hätte der größte Prophet, Proletarier nach solchem Schutze! Dieses ABC aller Staatsburch vermehrte Arbeit von unserer Seite, daß endlich ihre den die Welt bis jetzt gekannt, Jesus Christus, eine andere raison muß den Leuten erst gründlich klar gemacht werden, Borrechte bedingt find durch unsere Rechtsverkümmerung. soziale Weltordnung herbeigeführt, wie sie durch seine Lehre ehe man die Gesetzgebung von dem einseitigen Geiste beseeit, Und da die Bevorrechtigten das Alles gewohnheitsmäßig boch flar angezeigt und verlangt wird. Die Selbstsucht der den ihr die Selbstsucht der Beſizenden eingehaucht, vann verantwortlich." großer Theil der Gefängnißbeamten sich dem verrohenden Jamts. Wir leuchteten darob bereits im gestrigen Blatte Die Darmstädter Bank, welche das deutsche Einfluß des Gefängnisses nicht zu entziehen vermag. dem„ Reichsboten" schön heim. Dabei schrieb das Blatt in Publikum mit portugiesischen Papieren beglückt hat, sucht derselben Nummer, in welcher es uns auf Spalte 1 der dasselbe durch das" Wolff'sche Telegraphen- Bureau" zu be Fälschung beschuldigte, worauf uns nachträglich ein Leser ruhigen. Sie hatte auf den deutschen Markt Obligationen aufmerksam macht, auf Spalte 4: der portugiesischen Eisenbahngesellschaft, für welche die porWir werden zu diesen Betrachtungen durch einen Brief veranlaßt, der uns aus der Nähe eines der größten Zucht häuser Deutschlands zugeht. Es heißt darin: " „ Ein Aufseher, der viele Jahre im Dienst war und über 30 Jahre Zuchtmeister erzählte mir ich war mit seinem Sohne eng befreundet kurz vor seinem Tod, welche Seelenleiden er im Amt ausgestanden habe. Glauben Sie mir" sagte er in größter Aufregung- glauben Sie mir, ich bin durch meine langjährige Dienstzeit und den Verkehr mit Verbrechern so schlecht geworden, daß ich mich vor mir selber schäme. Jeder Sträfling, der einen Fehler begeht, hat N Auch im Eisenbahn Direktions- Bezirk Berlin ist vom tugiesische Regierung die Binsgarantie übernommen, ge 1. Januar ab in den Werkstätten die Arbeitszeit von 10 auf worfen. Jetzt fann aber die Gesellschaft ebenso wie die 9 Stunden herabgesetzt unter entsprechender Herabsetzung des Regierung die Zinsen nicht bezahlen. Die Mittheilung der Tagesverdienstes. Die Bahnmeister sind zur größten Sparsam- Darmstädter Bank will glauben machen, daß die Regierung feit aufgefordert worden. Nur die zur Sicherheit des Betriebes die Garantiesumme mur deshalb noch nicht zahle, weil fie unumgänglich nöthigen Arbeiten sollen vorgenommen und dem erst die Betriebsrechnungen der Gesellschaft zu prüfen hab, gemäß die Zahl der Arbeiter bemessen werden.....; gleich zeitig werden Berichte über mögliche Beschränkungen der Arbeiter doch sei dieselbe so vollständig sicher, daß die„ Darmstädte Bank" sich selbst wohl hüten wird, die fälligen Zinsscheine zahl eingefordert. wenn auch mit einem kleinen Diskonto für ihre Vorschußder von ihr beglückten Obligationenbefizer selbst einzulösen, Leistung. es lieber, wenn ihm vom Aufseher ein Fußtritt und ein aus dem von uns gebrachten Zirkular, welches der„ ReichsAugenscheinlich ist diese Mittheilung nur ein Auszug paar Dhrfeigen gegeben, als wenn er von ihm angezeigt bote" wörtlich abdruckte und für Fälschung erklärte, während wird. Wie habe ich nicht die Menschen geschlagen er ein paar Spalten darauf die Richtigkeit der in demselben und getreten! Das legte Fünkchen von enthaltenen Thatsachen bestätigte. Sogar ein christlich den Demokraten des Kantons 8ürich vorbereitet. Das Ein demokratisches Arbeitsprogramm wird von Menschlichkeit entschwindet da. An wie viel fonservatives Blatt sollte mit dem Vorwurf der Fäl- felbe soll für alle fozialpolitisch freisinnigen Gefangenen, die ganz unschuldig find, reibt man sich da. Wie schwer hat meine Familie- Frau und Kinder schung weniger leichtfertig umgehen. -unter meiner Schlechtigkeit zu leiden gehabt. Jeder wird schlecht im Verkehr mit solch' rohem Volk." " • Die uuziveckmäßige Lebensweise mancher Arbeiter freise wurde vor einigen Tagen von der" Post" einer BeIn der Behandlung politischer Verbrecher finde sprechung unterzogen, die von einer Reihe anderer Blätter die politische Bildung einer Nation ihren zuverlässigsten als vollkommen zutreffend" wiedergegeben wird. Der Kern Bradmesser, bemerkt die Bossische Zeitung" in ihrem von all diefem läuft darauf hinaus, daß die Frau des Ar heutigen Leitartikel Zur Vollstreckung der Freiheitsstrafen", beiters hübsch die Wirthschaft zu führen, zu kochen, zu indem sie nochmals die Behandlung des freisinnigen nähen, zu waschen u. s. w. verstehe, ein Verständniß für die Redakteurs Boshardt in der Thüringer Strafanstalt liebevolle Pflege des Mannes und die gute Erziehung von Jchtershausen beleuchtet. Wir haben kürzlich erst die Kindern habe. Dieses Verständniß fehle meist und liege Bossische" daran erinnert, daß ihm nichts anderes passirt, dieses in der geringen haushälterischen Ausbildung der als was hunderten Sozialdemokraten seit mehr als zwanzig Arbeiterfrauen, welche keinen Gesindedienst gehabt haben, Jahren passirt, und woran die ganze bürgerliche Presse sondern lediglich in den Fabriken thätig gewesen sind. fauin Austoß genommen hat. Die Forderung der Selbstverständlich gehen die Mädchen und Frauen rein zum Bossischen" Für anständige Leute ein anständiges Ge- Bergnügen in die Fabriken, sie sind zu faul, um die schönen fängniß? ist heute eine sehr bedenkliche, wo der anständige" Dienstbotenstellen anzunehmen! Gesetzt den Fall, diese Mann eigentlich erst mit dem Reserve- Lieutenant anfängt Stellen wären wirklich so hübsch und appetitlich, wie fie und mit demokratischer Gesinnung aufhört. Oder sollte man in der Bourgeoispresse geschildert werden, wie gering ist die das anständige Gefängniß auch dem sozialdemokratischen Bahl Derer, welche sich ein Mädchen halten und noch mehr Arbeiter zu Theil werden lassen, so daß er im Gefängniß Derjenigen, bei welchen das Mädchen etwas lernen kann und nichts zu entbehren hätte, und für die heute in maß- nicht als bloßes Lastvieh malträtirt wird. Wohl giebt es gebenden Kreisen so gering geschäßte Freiheit" wenigstens manches Mädchen, und wir kennen deren persönlich, die durch die Muße, an seiner eigenen Fortbildung zu arbeiten, noch als Frau nach Jahren dankbar ihrer früheren Herr einigermaßen entschädigt würde? schaft gedenken und auf sie ihre Erfahrung und Kenntnisse Eine anständige Behandlung politischer Verbrecher steht in der Wirthschaftsführung zurückführen. Aber, wie viele faum zu erwarten in einer Zeit und in einer Nation, in Mädchen werden bei den Herrschaften geradezu verdorben Die welcher Dinge zu Verbrechen gestempelt werden, die ander- und wehe dem Arbeiter, der eine solche heimführt. wärts faum verfolgt werden. Wie viele Leute werden in Launen und Tücken der gnädigen Frau und des gnädigen Deutschland bestraft, weil sie bei einem Hoch auf den Kaiser Fräuleins haben sie angenommen, von Sparsamkeit und fitzen geblieben find! Wie viele Tausende Strafanträge Wirthschaftlichkeit in bescheidenen Verhältnissen haben sie wegen Beleidigung hat Bismarck allein gestellt? Wie subtil feine Ahnung, fie treten mit den Lastern der Bourgeoisie in ist die Auslegung der Staatsanwalte und Richter in der das Haus des Arbeiters. Uebrigens steht auch die Behandlung der politischen Verbrecher im engen Zusammenhange mit dem, was wir weiter oben über das heutige Gefängnißwesen gesagt haben. Auf dasselbe hat nicht nur die politische Reaktion, sondern auch die zelotischste Orthodoxie den größten Einfluß, und Besserung heißt bei ihr gerade die Herabwürdigung des Menschen." Elemente in der Schweiz" gelten. Es sind dafür zunächst folgende Punkte aufgestellt: 1. Eidgenössische Verwaltungsform und Wahl des Bundesrathes durch das Volt. 2. Organisation des eidgenössischen Referendums. 3. Gesetzgebungsinitiative. 4. Verstaatlichung des Eisenbahnwesens; Aufstellung eines Amortisationsplanes für die Eisenbahnschulden. 5. Staatliche Unfall, Kranten, Alters- und Invalidenversicherung. 6. Bundesbank mit Noten monopol. Verbesserung der ländlichen Kreditverhältnisse in Verbindung mit den Kantonalbanken. 7. Zündholzmonopol. 8. Labalmonopol. 9. Weitere Zentralisation auf dem Gebiete des Zivil- und Strafrechtes. 10. Eidgen. Stimmrechtsgesetz mit obli gatorischer Stimmabgabe. 11. Ausbau des Art. 27 im Sinne Der Förderung des Volksschulwesens durch den Bund. Unent geltlichkeit der Lehrmittel. 12. Schweizerisches Gewerbegeseb mit obligatorischen Lehrlingsprüfungen. 13. Ausbau des Fabrikgesetzes, Schutz der Arbeiterinnen, zehnstündiger Arbeitstag, weitere Einschränkung der Frauen- und Kinderarbeit. 14. Größere Bundes subventionen für Güterzufammenlegung und Bodenverbesserung. Ferner: Staatliches Getreidemonopol, Ausführung des Grundsatzes des Rechtes auf Arbeit, allgemeine Rechtsbelehrung des Volkes, Schuß des Vereinsrechts, endliche Durchführung von Art. 89 der Militärorganisation, betreffend militärischen Vorunterricht. " Die allermeisten dieser Forderungen stehen auch auf dem Programm der sozialdemokratischen Arbeiterschaft der Schweiz. Der Grütlianer" bemerkt dazu: Programme find Bersprechungen; ob dieselben eingelöst werden oder nicht, das hängt von verschiedenen Umständen ab. Sie können auch den Zweck haben, denjenigen der fortgeschritteneren Parteien Konkurrenz zu machen. Dennoch begrüßen wir das neue Programm der Demokraten des Kantons Zürich auf richtig. Dasselbe wird zweifellos energisch propagandirt werden und die Freisinnigen anderer Kantone aufrütteln. Die zielbewußte Arbeiterschaft wird zur Verwirklichung desselben Schulter an Schulter mit allen Gesinnungsgenoffen, denen es mit dem Programme ernst ist, Anstrengungen machen, wenn fie auch dabei die Hauptsache, die Abschaffung des tapitalistischen Ausbeutungssystems, nicht aus dem Auge verlieren darf." Aus dem Obigen ersieht man, daß in der Schweiz die Demokratie doch etwas anderes ist, als unsere frei sinnigen" und" voltsparteilichen" Demokraten, von denen uns so gut wie alles trennt. Konstruktion von politischen Vergehen geworden? Wo jede Dem Arbeiter ist es sehr lieb, wenn er eine Frau hat, freie Kritik öffentlicher Personen oder Einrichtungen erst die ihm die Häuslichkeit angenehm machen kann; unter den einer haarscharfen Prüfung unterworfen werden muß, um heutigen Verhältnissen ist das aber sehr schwer, denn die nicht in die Maschen eines Strafgesetzes zu fallen, wo die Frau hat vielfach mit für den Unterhalt zu arbeiten. Und Verfolgungssucht eine so umfassende geworden ist, wie im dennoch wie viele hunderttausende Arbeiterfamilien giebt es, Deutschen Reiche, da kann man auch nicht erwarten, daß in denen die Frau des Arbeiters, trotzdem fie den Tag die von der Verfolgung Betroffenen besonders anständig über selbst außer dem Hause arbeitet, noch alles aufbietet, behandelt werden. um dem Manne und den Kindern eine angenehme Häuslich keit zu bereiten! Bu Hunderttausenden giebt es solche Arbeiterfrauen, denen die gnädigen Frauen" nicht werth Es kracht überall in der Welt der Bourgeoisie, auch find die Schuhriemen zu lösen, zu denen eure Bourgeois in der Schweiz. Es kracht!" schreibt die Baseler Nat. Weiber demüthig hinaufblicken und ihnen die Hand kissen 8tg."," vulfanartig machen sich Empörung und Entrüftung müßten, statt von oben herab ihnen Moral zu predigen. über den frechen Schwindel der letzten Jahre Luft; der Die Sozialdemokratie, sagt die" Post," wolle gar nicht, Schrecken ist den Börsenleuten in die schlotterigen Glieder daß die Arbeiter eine angenehme Häuslichkeit haben, sondern sehe gefahren.... Im Züricher, im Baseler Großen Rathe lieber, daß sie sich in den Destillationen in Zukunftsstaatsplänen und auch im Nationalrathe verlangt man, daß der Staat berauschen. Die" Post" hat selbstverständlich andere, höhere einschreite, daß er auf Mittel und Wege sinne, um dem Ideale. Die Ausbeutung der Frauen und Mädchen als billige Ar- Börsenumwesen kräftig Einhalt zu thun." Und der Bund beitskraft, ihre Verwendung in den gefährlichsteu und gesund- erklärt, die Verluste durch den Zusammenbruch der ver heitschädlichsten Betrieben, ihre fasernenmäßige Einpferchung schiedensten Banken vertheilten sich auf das ganze Land und in Massenquartieren, wo Mann, Weib und Kinder pêle mêle darüber hinaus, sie seien enorm. Dieselben betreffen vors zusammenlagern, wie in manchen Zuckerfabriken u. f. w.zugsweise Eisenbahn- und Bankaktien, und die Summen, das sind die Ideale der Bourgeoisie, die freilich von den welche an schweizerischen Papieren verloren gegangen sind, bösen Sozialdemokraten ebenso wie eure ganze Moral" be- werden auf 150, von einzelnen Blättern sogar auf 200 Mil fämpft werden, die den Verdruß, daß die und jene Bour- lionen beziffert. Dazu hat die Krisis noch nicht ihr Ende geoisfrau, welche allmonatlich ihr Dienstmädchen wechselt, erreicht; die Kurszettel zeigen täglich schmerzliche Uebernicht genug Mädchen zur Auswahl hat, mit dem heuchlerischen raschungen und neue Bankrotte wachsen aus dem Boden Wohlwollen" für den Arbeiter zu verdecken sucht. Dem Reichstag ist die Uebersicht der Ausnahmetarife deutscher Eisenbahnverwaltungen zugegangen, welche dazu bestimmt sind, die Ausfuhr deutscher Kohlen und den Wettbewerb inländischer Kohlen mit ausländischen Kohlen zu begünstigen. Diese Be günstigung trifft weniger die inländischen Kohlen, als die Profitfucht, welcher die deutschen Kohlenbarone auf Kosten des gesammten deutschen Volkes huldigen. Mit dem Vorwurf der Fälschung war der„ Reichsbote" leicht bei der Hand betreffs des von uns veröffentlichten geheimen Zirkulars eines königl. Eisenbahn- Betriebserst wird der erhabene Geist der Humanität die bestehende Ordnung zu einer die Wohlfahrt aller Staatsbürger gleichmäßig wahrnehmenden umzuwandeln die Kraft haben. Sie sprechen so überzeugungsvoll und wahr, daß es mir schwer wird, an Ihre Unaufrichtigkeit zu glauben. Was aber meine arme Schwester anbelangt Caffen Sie das, Herr Barth, eine Angelegenheit sein, die zwischen mir und Elisen in Ordnung gebracht werden muß. Ich werde ihr Alles sagen, darauf können Sie sich verlassen, und ihr Herz wird entscheiden." Viertes Kapitel. Schlimme Botschaft. Herr Barth, Ihre Schwester erwartet Sie im Vorzimmer!" Mit diesen Worten unterbrach Frank, die Thür öffnend, das Gespräch der ehemaligen, jetzt zu einem besseren Verständniß gekommenen Freunde. " " empor. Die matte Beleuchtung ließ nichts von der Schönheit dieser wenn es dieselbe auch zeitweilig zu meinem und meiner Erscheinung verloren gehen. Volle blonde Locken un- Mitmenschen Schaden brachlegt." rahmten ein zartes, feingeschnittenes Geficht, in welchem die großen blauen Augen mit himmlischer Klarheit leuchteten, wenngleich die etwas gerötheten Ränder und einige Thränen tropfen sie zu trüben versuchten. Ein fornblumenblaues Tibetkleid umschloß die tadellose Gestalt, welche eine leicht umgeworfene Mantille nur theilweise verhüllte. Jch seh' Dir's an den Augen an: Gewiß, Du hast geweint!" " D Bruder, Du kennst die ganze Fülle unseres Elendes noch" nicht," rief aber das Mädchen unter reichlichen Thränen. „ Glaubst Du denn, ich würde jammern wie ein trostloses Kind, wenn uns das Eine oder Andere, wenn uns Alles von unserer wenigen Habe verloren ginge? Nein, Bruder, es giebt Nichts unter Allem, das wir verlieren fönnten, dem ich Thränen nachzuweinen vermöchte, nichts als das Eine: unsere Ehre!" man gegen uns ausgesprengt? hätte man beim Anblick des Mädchens ausrufen mögen, das Damit barg sie ihr Gesicht wieder an der Schulter des jetzt beim Nahen des Bruders hastig auf ihn zutrat, die Bruders. Dieser aber drängte sie nunmehr heftig zurück, Arme um seinen Hals schlang und die krampfhaft bewegte sein Gesicht überzog sich mit der dunklen Röthe des Zornes, Brust durch lautes, heftiges Weinen zu erleichtern versuchte. seine Augen sprühten Blige, und mit heiser klingender ize, und Jwan hielt sich in bescheidener Entfernung zurück und Stimme rief er: sah der Scene erschrocken und äußerst bewegt zu. Der junge Buchdrucker löfte fich langsam und sanft aus das nicht! Bin ich gleich im Arrest, so will ich doch den Wer, sage mir, will an unsere Ehre? Dho, so geht dieser Umarmung und rief, ihre beiden Hände in den Schurken zu fassen wissen. So sprich doch, sprich, was hat feinigen festhaltend: " Fasse Dich, Elise; Du bist ja sonst ein herzhaftes Schuldenmacher, Betrüger, lüderliches Volf, nicht wahr? Mädchen; mach' uns das Herz nicht schwer; Du siehst, wir Dich fenne das Gerede der tugendhaften Leute, die den Sie weiß es leider," seufzte Jwan, ich hatte sie, weil Beide leben noch." fie infolge Ihrer Haft so niedergeschlagen war, zu einem Wucherer für einen Ehrenmann halten, wenn er seine Ach, mein armer, armer Bruder!" rief aber das Schulden bezahlt, und den Arbeiter für einen Lumpen an Spaziergange überredet. Wir saßen an demselben Blaze, Mädchen mit erneutem Schluchzen.„ Nein, wir sind wirklich sehen, wenn er um sein Weniges gekommen und vom Ausan welchem wir uns zum ersten Male gesehen, als plöglich zum Unglück geboren! Wer hätte so etwas nur jemals für pfänder heimgesucht zwei Männer an uns herantraten, die mich um meinen möglich halten sollen!" Namen fragten und mir dann einen Saftbefehl vorzeigten, dem Schwester, ich bitte Dich, mache uns das Herz nicht über uns?" ich Folge leisten mußte. Durch Opferung meines letzten noch schwerer. Das Unglück ist zu tragen, laß es uns also Meine Schwester?" rief der Buchdrucker, nicht wenig überrascht aufspringend. Weiß sie, Herr Baron, von Ihrer Anwesenheit an diesem Orte?" duld Aber nur Geduld, nur Ge Doch Du sprichst nicht, Elise, was sagt man Thalers erwirkte ich bei den Dienern des Gesezes, daß sie mich mit Würde tragen." O nicht über uns, Wilhelm, nicht über uns. Du so lange mit Elisen zusammenließen, bis ich ihr etwas Trost und Muth in die Seele gesprochen und ihr einen Wagen Schlimmste nicht!" " Ach, mein armer Bruder, noch weißt Du ja das würdest mich im Zorne sehen, aber nicht in Thränen. D, armer Bruder, Deine Hedwig... zur Rückfahrt besorgt hatte." " Das Schlimmste nicht? D, ich kann mir's wohl Hedwig!" schrie der junge Mann jetzt so laut, daß sich denken; man wird mir die Druckerei abgepfändet, unser die Thür von dem Wohnzimmer des Wachtmeiſters öffnete; Eigenthum versiegelt haben, um mir auch für die Zukunft denn solche laute Rufe waren für gewöhnlich unerhört an meine Existenz zu verkümmern. Ich kenne ja den Blut- einem Orte, wo man nur zu flüstern wagte. sauger und weiß, daß das Gesetz in seinem eisernen Gange Jwan trat hinzu und legte beschwichtigend seine Hand solchen Kreaturen alle Hilfe gegenüber den Armen, den auf die Schulter des Erregten. Aber erschrocken trat er Befitlosen mit seinem unviderstehlichen Arme leiht. Darum zurück, als er jetzt in die verstörten Züge der Geliebten sei ruhig, ich bin noch jung, ich kann arbeiten, und meine blickte. Arbeitskraft wird mir das Gericht wohl nicht abpfänden, " Nun, dann kommen Sie gefälligst mit heraus, vielleicht, daß sie mit Ihnen zu sprechen wünscht." Die Beiden durchschritten eiligst die Zimmerreihe und gelangten nach dem großen Vorsaale, der allgemein mit dem Namen Sprechzimmer" bezeichnet wurde. Als sie eintraten, erhob sich aus einer dunklen Ecke denn die Schatten des Abends begannen sich bereits über diese Räume zu breiten eine schlanke Mädchengestalt. " Um Gott, was ist geschehen, theuerstes Fräulein? * 1 Gs fracht überall! Aus dem Krach gehen einige große 12othringen nicht schärfer vorgehen solle, und gericht unterm 17. Dezember freigesprochen wurden. Rapitalisten fiegreich hervor, aber auf Kosten zahlreicher darauf der Bescheid gekommen wäre, man solle die Berfamm- Zum Schluß erhielt noch ein Genosse ein Strafmandat von kleinerer Kapitalisten, die ruinirt oder vielmehr expropriirt wer- lungen unserer Partei ruhig dulden und mur gegen Gefeyesver- 12 M. im Monat Dezember auf Grund einer älteren Verordnung, den. Die Expropriation der Bourgeoisgesellschaft im Interesse übrig, die Berliner Antwort sei für die Straßburger Polizei nicht weitere Maßregeln find noch anzuführen die Beschränkung der legungen scharf einschreiten, so bleibt uns nur die Vermuthung auch hiergegen ist die höhere Entscheidung angerufen. Als der genossenschaftlichen Arbeit wird wesentlich erleichtert. deutlich genug gewesen. Mag dem sein wie ihm wolle, jedenfalls Maifeier bis 12 Uhr Nachts. Ein vom Arbeiter- Bildungsverein Die Trauben sind sauer. Das als solches an- leiſten Vorkommnisse, wie sie der oben erwähnte Boykott und die zum 8. November angemeldetes Fest wurde durch Polizeigewalt erkannte Organ der russischen Regierung für West- sonstigen Anfechtungen unserer Partei darstellen, der sozialdemo- verhindert. Weiter angemeldete Festlichkeiten desselben Vereins Europa fratischen Propaganda den denkbar größten Vorschub. wurden ohne Weiteres verboten, weil der Verein ein politischer -der in Brüssel erscheinende Nord"- vers herrlicht in seinen Neujahrsartikeln die Friedlichkeit der sei und erst der Vorstand angemeldet und Mitgliederlisten einIn Dortmund haben sich die Interessenten der West- gereicht werden müßten, dies wurde verweigert und bleiben Regierungen im Allgemeinen und der russischen im Be- fälischen Freien Presse" zu einer Kommanditgesellschaft weitere Maßnahmen abzuwarten. Beschwerde ist in allen Fällen fonderen. Dank der herrschenden Regierungsweisheit, werde vereinigt. Dieselbe firmirt Kommanditgesellschaft Siebel, Block u. geführt worden. Versammlungen wurden in diesem Jahre nur die Welt sich des Friedens erfreuen können. Nun so Komp., Verlag der„ Westfälischen Freien Preffe", hat ihren Gig in eine aufgelöst, in welcher Reichstags Abgeordneter Metzger über weit die russische Regierungsweisheit in Frage kommt, Dortmund und wird durch die Herrn Siebel und Block rechtlich die Getreidezölle sprach. Die Arbeiter Uetersens werden sagt so heißt sie Mißernte, Hungersnoth, Bankerott, schlechte und 3 M. find sofort zu zahlen, der Rest innerhalb 6 Monaten. Die erfüllen, sie sehen durch derartige polizeiliche Maßnahmen nur, so heißt sie Weißernte, Hungersnoth, Bankerott, schlechte und vertreten. Die Einlage beträgt pro Mitglied mindestens 15 M., das erwähnte Parteiblatt aber ihre Pflicht nach wie vor ungenügende Eisenbahnen, schlechte Heeres- Organisation, Oberaufsicht über die geschäftliche Leitung der Gesellschaft liegt daß sie auf dem richtigen Wege sind; sie werden den betretenen schlechte Waffen, schlechtes Pulver und Nihilismu 3. einer Breßkommission ob, in welcher die Herren Siebel und Block Weg weiter wandeln und der Arbeiterpartei immer mehr neue Das sind Rußland gegenüber unsere Friedensbürgschaften. Siz und Stimme haben. Anhänger zuführen, trotz alledem und alledem!! Wenn die Regierung könnte, wie ihre Regierungs-Rechtsträftig geworden ist durch reichsgerichtliche weisheit" es möchte, dann hätten wir längst Krieg.- Unter der Anschuldigung, falsch geschworen zu haben, Verwerfung der Revision das Urtheil des Elberfelder Landwurde in Magdeburg der Parteigenosse F. Leichtenroth gerichts, welches gegen den Parteigenossen Grimpe von der Es giebt keine Sungersnoth in meinem Reiche verhaftet. Derselbe hat unter Gid abgestritten, rothe Karten, bortigen" Freien Presse" wegen Beleidigung des Oberlehrers sagte der russische Kaiser, als er in der vorigen welche zur Maifeier vorigen Jahres vertheilt wurden, beim Hoffmann zu Dönberg, sowie wegen Beleidigung von fünf Woche ein finnisches Regiment inspizirte und der Oberst Drucker Wille bestellt zu haben. Der Lehrbursche des Druckers Richtern der Halleschen Straftammer auf 2 Monate Gefängniß desselben ihm die ursprünglich für die Kosten eines Fest beschwor das Gegentheil. In Wirklichkeit hat aber, wie die erkannt hatte. Boltsstimme" berichtet, der Parteigenosse Sch och die Karten mahls beſtimmten 2000 Rubel als Beistener zur Linderung bestellt und demgemäß auch bereits vor dem Untersuchungsrichter das Verbot der Sylvesterfeier den Noth st and anerkannte, - Dieselbe Remscheider Polizei, welche durch des Nothstands anbot. Nun ist zwar das Wort bekannt unter Eid ausgesagt. Der Kaiser befiehlt, der Bien muß!" Der Hunger aber ist löste die an Stelle dieser Feier einberufene Volts: kein Bien, der auf bloßes Wort des russischen Despoten versammlung auf, als ein Parteigenosse in seiner Rede In Darmstadt find die einzelnen Orts Kranten über die heutigen sozialen Verhältnisse darauf zu sprechen fam, weicht, er verlangt konkretere Befriedigung, und wer weiß, tassen( Nahrungsmittelgewerbe, Bauhandwerker, Fabrik- daß selbst die höchsten Würdenträger auf die materielle Berwie bald er an den Pforten des Kaiserpalastes seine Forde- arbeiter, Holzarbeiter, Metallarbeiter, Bekleidungsgewerbe und befferung ihrer Lage bedacht seien, und daß der Laib Brot in rungen ankündigt! verschiedene Gewerbe) und die städtische Betriebs Krankenkasse Remscheid jetzt 90 Pf. toste( Buruf der Frauen: 96 Pfennig). seit 1. Januar zu einer 3entral- Krantentasse ver- Hier machte der überwachende Beamte Schluß; die Angabe von In Persien begegnen sich bereits sehr stark die ein- einigt, deren Generalversammlung aus 28 Arbeitgebern und Gründen lehnte er ab, folglich bleibt die Auflösung der Verander feindlichen Interessen Englands und Rußlands. 56 Arbeitnehmern besteht. Die Wahl derselben fand am 5. Jan.sammlung unerklärlich. Giner englischen Gesellschaft hatte die persische Regierung auf dem Stadthause unter starkem Andrange statt und hatte den Der Redakteur G. Spizer von der in Geeste das Tabakerport- Monopol verliehen. Dieses stieß auf Sieg der von den Sozialdemokraten aufgestellten Liste zur Folge, münde erscheinenden Norddeutschen Wolfsstimme" war wegen harten, sich zu gewaltthätigen Ruhestörungen steigernden welche 474 Stimmen errang, während auf die gegnerischen fahrlässiger Beleidigung des Harburger Bolizeisyndikus vom Kandidaten nur 312 Stimmen entfielen. Widerstand der Bevölkerung, welcher von russischer Seite angeregt war. Wie jetzt telegraphisch gemeldet wird, hat die persische Regierung das der Tabat- Gesellschaft gewährte Tabakerport- Monopol aufgehoben. Die Gesellschaft hat der Regierung ein Schriftstück überreicht, in welchem fie fich mit der gänzlichen Aufhebung des Monopols einverstanden erklärt.Korrespondenzen und Parteinachrichten. Die Vertreterwahl zur Allgemeinen Orts Krankenkasse in Barmen ist von einer Anzahl Mitglieder angefochten worden, weil Unregelmäßigkeiten sehr erheblicher Art vorgekommen sein sollen. 1 Schöffengericht Geestemünde zu nur 20 M. Geldbuße verurtheilt worden, da der betreffende Artikel ohne sein Wissen ins Blatt gekommen war. Die Staatsanwaltschaft legte gegen das Urtheil Berufung ein, weil ihr die Strafe zu gering schien. Das Landgericht Berden verwarf jedoch den auf drei Monate Gefängniß lautenden Antrag der Staatsanwaltschaft und legte die Kosten der Berufung der Staatskasse zur Last. Oesterreichs Arbeiterschaft hat seit dem letzten sozialdemokratischen Parteitag hinsichtlich der Organisation große Fortschritte gemacht. Allein in Wien find 23 Fach- und 6 allgemeine Arbeitervereine, in der Provinz 10 Fach- und 22 allgemeine Arbeitervereine, zusammen 61 Organisationen gegründet gehalten wurden, ist eine große: allein Sonntags fanden 362 statt. Diese eifrige Thätigkeit der Wiener Arbeiter ist das Verdienst der österreichischen Sozialdemokratie, wie denn überall, wo unsere Partei auftritt, das öffentliche Leben aufblüht. Polizeiliches, Gerichtliches ze. worden. Die Zahl der Versammlungen, welche in Wien ab- Buchdrucker- Bewegung. * Aus Leipzig wird uns geschrieben: Bereits in die zehnte 28 o che währt hier der Ausstand und trotzdem sind in den letzten Wochen höchstens 6-8 Ausständige( 1400 Gehilfen und Vom wiedergewonnenen Bruderstamm. In Straß600 Arbeiterinnen) abtrünnig geworden. Diese Festigkeit wirkt burg, wo die Polizei nach dem Zeugniß der„ Elsaß- Lothr. auf alle Arbeiter ein. Die Sympathie der Arbeitermassen ist den Volkszeitung" von je alles menschenmögliche versucht, um die Redakteur Bender in Offenbach ist wegen Streifenden zu wiederholten Malen öffentlich ausgesprochen und, Sozialdemokratie zu vernichten", hat man jetzt dem Militär Beleidigung des Mainzer Gouverneurs v. Reibniz nicht zu vier was die Hauptsache, in flingender Münze bewiesen worden. Die verboten, in dem Tabak, Bigarren, Papier und Echreib- Wochen, sondern zu 14 Tagen Gefängniß verurtheilt worden. Gelder fließen jest, troß der allgemeinen Arbeitslosigkeit, immer materialien- Geschäft unseres Parteigenoffen Böhle zu verkehren, Die irrthümliche Nachricht entstammte dem Mainzer Partei- reichlicher, da seitens der Regierung gegen den Unterstüßungsverein an deffen agitatorischer Thätigkeit alle Bemühungen der Polizei, Organ, Schritte unternommen wurden, welche die Arbeiter anderer Branchen unferer Sache den Boden abzugraben, scheiterten. Das genannte- Was der neue Kurs" der Staatskasse und die sonstigen Freunde der Arbeiterbewegung anspornen, was Parteiblatt ist in der Lage nachzuweisen, daß auch hier die to ftet, ergiebt sich aus einer Chronit, welche die Sozial- fie nur können, an Unterstützung aufzubringen. Im PrinzipalsPolizei die Hand im Spiele hatte, und kann sogar den Wortlaut demokraten Uetersens in der Norddeutschen Volkszeitung" lager glaubte man, durch den Streich gegen den Gehilfenverein der polizeilichen Begründung mittheilen, durch welche man der über ihre Erlebnisse während des Jahres 1890 zum Besten Herr der Situation geworden zu sein; daher erklären sich die Kommandantur die Nothwendigkeit des Boykotts Boykotts plau geben. Danach erhielten im März v. J. die fünf Vorstands- falschen Depeschen, welche von einer Niederlage" der Gehilfen fibel machte. Hier ist der Wortlaut:„ Die Soldaten, mitglieder des sozialdemokratischen Wahlvereins und ebenso die berichteten. Die Größe der Enttäuschung unter den Inhabern welche diesen diesen Laden besuchen, bleiben länger, als drei Vorstandsmitglieder des Bandmachervereins Strafmandate der kleinen Offizinen, welche jetzt sozusagen nicht leben und nöthig ist, in demselben, sie werden in ein Gespräch in Höhe von zusammen 710 M. wegen Uebertretung des preuß. sterben können, läßt sich denken. Man hatte ihnen ganz genau verwickelt, welches ihnen nicht erlaubt, den Laden so schnell wie Vereinsgefeyes. Hiergegen wurde gerichtliche Entscheidung be- ausgerechnet, daß fie jest Arbeiter bekommen könnten, daß die möglich zu verlassen. Deshalb ist es nothwendig, daß dieser antragt, und erkannte das Schöffengericht am 21. Mat auf Gehilfen und Mädchen in hellen Haufen in die Druckereien Laden den Soldaten verboten wird." Es ist nun nach dem er kostenlose Freisprechung. Daraushin legte der Amts- laufen würden und die Prinzipale Auslese halten könnten; wähnten Partei- Organ vollständig unwahr, daß in dem Böhle anwalt Berufung beim Landgericht Altona ein, dasselbe dagegen müssen sie erleben, daß die Prophezeiungen schen Geschäft die Soldaten in Gespräche verwickelt worden verwarf jedoch dieselbe unterm 24. Juli, auch wurden der großen Druck herren" unerfüllt geblieben find. Die Herren den Angeklagten die baaren Auslagen erstattet. Ramm, Klinkhardt 2c. werden nun wohl bald ihre Führerrolle Auch über die Deutsche Bierhalle" ist der Militärboykott Im Juli wurden 22 Genossen in Straje von je 3 M. ausgespielt haben, der Mißmuth in Prinzipalfreifen ist fortverhängt, weil ein Fachverein daselbst sein Stiftungsfest(!) ab- bezw. 15 M. genommen, weil dieselben an einem öffent- während im Wachsen. Neuerdings hat die Firma J. J. Weber, gehalten hat, wobei nichts weniger als Politit getrieben worden lichen Anfzug theilgenommeu resp. denselben geordnet und wo die" Illustrirte Zeitung" gedruckt wird, den Neunstundentag war. Der Wirth ist tein Sozialdemokrat. Bleibt der Boykott geleitet haben sollen. Auch in dieser Sache wurde von sämmt anerkannt, nur will sie keine Vereinsmitglieder einstellen. Das bestehen, ist der Wirth ein ruinirter Mann. Thatsache soll ferner lichen Betheiligten gerichtliche Entscheidung beantragt und er- ist das beste Zeichen dafür, daß man die Zerstörung der fein, daß einige Bierbrauereien, wenn sie an einen Wirth eine folgte am 17. September wiederum kostenlose Frei- Gehilfenorganisation plant. Aber das haben die ArBirthschaft vermiethen, in den Vertrag einen Baragraphen auf- prechung. Gin anderer Genosse wurde unterm 19. November beiter bereits gemerkt und deshalb strengen sie ihre Kräfte doppelt nahmen, nach welchem sich die Wirthe verpflichten mußten, ihre wegen Beamtenbeleidigung zu 20 M. Geldstrafe event. zwei Tagen an.. Es ist dies auch nothwendig, denn die Macht des Kapitals Lokalitäten den Sozialdemokraten nicht zur Verfügung zu stellen. Haft vom Schöffengericht verurtheilt. Im November erhielten ist nicht zu unterschäßen. Indeß der vereinten Kraft der Arbeiter Da nun das Blatt noch zu melden weiß, daß aus Straßburger wiederum zwei Genossen ein Strafmandat von je 30 M. wegen werden und müssen die Unternehmer sich beugen. Daß ihr Plan, Regierungsfreifen heraus in Berlin angefragt worden sei, ob groben Unfugs, auch hier war die gerichtliche Entscheidung von die feit alten Seiten an Busammenhalt gewöhnten Buchdruckerman gegen die Sozialdemokratie in Gifaß Erfolg, indem die betreffenden Parteigenossen vom Schöffenwären. Ihre Verstörtheit deutet auf etwas ungeheures. Was ist mit Fräulein Hedwig geschehen?" " Sie ist verhaftet," antwortete das Mädchen mit fast tonloser Stimme. Berhaftet?" fragte Jwan mit allen Zeichen des Erftaunens, verhaftet, und warum?" Wegen Diebstahls," hauchte das Mädchen und sentte, wie innerlich gebrochen, das schöne Haupt. " Diebstahl?" schrie der Buchdrucker noch wilder auf und faßte die Schwester frampshaft am Arme. Bist Du wahnsinnig, Mädel, bist Du toll, so etwas zu sagen? Sie eine Diebin, sie gestohlen! Sie, die Unschuld und Redlich feit selbst?!" Herr Barth, ich muß Sie bitten, sich hier ruhig zu verhalten und wenigstens nicht so zu schreien. Sie sind hier in feiner Kneipe!" rief jetzt eine gebieterische Stimme mahnend dazwischen. Es war der Wachtmeister des Arrestlokals, den der Lärm herbeigezogen hatte. Die lange, hagere und steife Gestalt erinnerte lebhaft an einen Korporal der weiland Potsdamer Wachtparade. Für ihn war die ganze Welt eine große Kaserne, in der man Orbre zu pariren" hat, wenn man nicht untergesteckt werden will. Herr, meine Braut auch noch zu beleidigen? Sie elender Scherge und Kerkermeister.... Sie " Ich laffe Sie fofort arretiren und nach dem KriminalGefängniß abführen, wenn Sie nicht auf der Stelle ruhig find," donnerte der gereizte Kommandant. Das Mädchen und Iwan suchten den jungen Mann zu beruhigen, aber er riß sich mit Ungestüm los, und mit sprühenden Augen und geballten Fäusten vor den Wacht meister tretend, rief er mit gellender Stimme: gehilfen auseinander zu jagen, ihre von den Bringipalen unab hängige Organisation zu zerstören, sich verwirklichen würde, ist selbst unter Berücksichtigung der behördlichen Eingriffe aussichts los, denn nicht auf die Form, sondern auf den Geist der Dr ganisation tommt es bei organisatorisch geschulten Arbeitern an. " Die„ Poft" erklärt in einer Fehde mit der Norddeutschen Allgemeinen Beitung", daß die 1400 m., welche vom Personal einer großen Berliner Buchdruckerei in einer Woche zu Gunsten der streitenden Buchdrucker gezahlt worden sind, aus der Druckerei der Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" herrührten. Wir müssen ben Beweis für diese Behauptung der Post" überlassen. Gleichviel ob sie recht hat Bersonal deffelben vermuthlicherweise mit seinem Arbeitsverdienst oder nicht, eins steht fest: ein Geschäft zu denunziren, weil das macht was es will und was ihm die solidare Pflicht gebietet und kein Gesez verwehrt, das erfordert eine Noblesse, über welche nur ein Blatt verfügen kann, das, wie die" Post", für„ Edelste der Nation" schreibt. mainzer Fabrik den streitenden Buchdruckern SO Mart überAus der Fastnachts- Sparkasse hat das Personal einer " Ja, lassen Sie mich arretiren, lassen Sie meinetwegen die ganze Welt arretiren, aber ich will ſchreien, wenn ich getreten werde, schreien, daß es Euch durch Mark und Bein geht. Was fümmern mich Eure Gesetze und Verordnungen, wenn sie mich ruiniren, quälen, würgen? Ihr selbst seit Diebe, Räuber, Mörder, denn Ihr verfolgt das Elend; unterdrückt die Armen und mordet die Ehre. Den reichen Schurken laßt Ihr laufen, den Armen macht Ihr elender wiesen. Bravo! als zuvor. Nicht fünf Pfennige gebe ich für Eure Gerechtigkeit, die Ihr bemesset nach der Elle und Euch bezahlen laßt nach dem Stück. Verdammt, dreimal verdammt das Gesetz und seine Handlanger!" " Gustel!" rief jetzt der Wachtmeister der Magd zu, Sie gehen sofort zum Herrn Inspektor hinüber und melden, Daß hier ein Arrestant abzuholen ist. Das Uebrige wird sich dann schon morgen finden. Sie, meine Herren, werden mir Boziale Uebersicht. Achtung, Schneider und Schneiderinnen! verfassung, um Ordre zu pariren. Sein Zorn mußte sich als Zeugen dienen und mir zur Abholung des Arrestanten Namentlich ist es Moabit, von wo aus dergleichen Zustände ge Der Buchdrucker war aber keineswegs in der GemüthsLuft machen, fich austoben, jein Schmerz, sein wildes Weh die etwa erforderliche Unterſtüßung leiſten." mußten sich ausschreien. Ruhig sein?" rief er ,,, ich soll ruhig sein, wenn ich mißhandelt werde? Wissen Sie auch wohl, Herr Wacht meister, was mir geschehen ist?" doch hier Ruhe zu halten." Es mag geschehen sein, was da will, so haben Sie Und wenn ich Ihnen nun sage, Herr Wachtmeister, daß Den soeben meine Braut unter einer schimpflichen Anklage verhaftet hat, was sagen Sie dann?" I mertte der Wachtmeister trocken und gleichgiltig. Es wird dies jedenfalls seine Richtigkeit haben," be" Seine Richtigkeit haben, wie? Sie unterstehen sich, In der augenblicklich arbeitslosen Zeit hört man überall Klage führen über Lohndruck und unzulässige Behandlung. meldet werden. Trotzdem ist die Betheiligung der dortigen Die lekteren Worte waren an die Bewohner des Wechsel- Arbeiter und Arbeiterinnen unserer Branche an den Organisations. Arrestes, melche der ungewohnte Lärm aus dem„ Kon- Bestrebungen nur eine geringe. Schon seit Langem fand daselbst versationszimmer" herbeigezogen hatte, gerichtet. Auch die feine öffentliche Versammlung statt, welche sich mit diesen VerFrau und die Tochter des Wachtmeifters waren infolge hältnissen befaßt hätte. Unterzeichnete Kommission hat nun auf Lauten Wortwechsels herbeigekommen. Sonntag, den 10. d. M., Nachmittags 51/2 Uhr, in das Lokal des Herrn Herzog, Stromstraße 28, eine öffentliche Versammlung einberufen, in welcher die Lohn- und Wertstellen- Verhältnisse einer Altmoabiter 2c. Firma zur Berathung stehen. Wir ersuchen um zahlreichen Befuch. Ferner findet Sonntag, den 17.§. Wt., im " Das werden wir mit Ihrer gütigen Erlaubniß bleiben Lassen," erwiderte Jwan, auf die vom Wachtmeister ergangene Aufforderung hin hervortretend." Wir sind nicht Ihre Diener und Helfershelfer und werden im Gegentheil... ( Fortsetzung folgt.) Lofale des Herrn Knebel, Gesundbrunnen, Badstraße 58, Nachmittags 41/2 Uhr, wieder eine öffentliche Versammlung mit ähnlicher Tagesordnung statt. Die Agitationstommission der Schneider und Schneiderinnen Berlins. Theater. Freitag, den 8. Januar. Opernhaus. Cavalleria rusticana, Vorher: Prometheus. Schauspielhaus. Narziß. luft. Circus Renz. Circus G. Schumann. Karlstraße. 33 Achtung! Arbeitslose! Berlins! Freitag, den 8. Januar, Vormittags 10 Uhr: Zwei gr. öffentliche Versammlungen Friedrich- Karl- Ufer, Ecke Karlstr. Freitag, den 8. Januar 1892, Heute Abend 7/2 Uhr: Große Abends 7/4 Uhr: Auf Helgo- Extra- Vorstellung. Auftreten der land" oder Ebbe und Fluth. vorzüglichsten Reittünstlerinnen und Leshing Theater. Die Großstadt: Große hydrologische Ausstattungs- Reittünstler. Reiten und Vorführen Pantomime in 2 Abtheilungen mit der bestdressirten Schul- und FreiheitsDeutsches Theater. Der Obolus. National- Tänzen( 60 Damen), Auf- pferde. Komische Entrees sämmtlicher Hierauf: Schwiegermama. zügen 2c. 2c. Ginlage: Die Klowns. Außerdem: Grosser Berliner Theater. Nach Madrid. lanen. Ferner Dampfschiff und Preis Ringkampf zwischen Bootfahrten, Wasserfälle, Riefen Prinz Dedal und Mr. Henry. Residenz- Theater. Madame Monfontänen mit allerlei Lichteffekten sowie 1000 Mk. Prämie dem Sieger. godin. Wallner- Theater. Gewagte Mittel. neuen Arrangements Alle starken Männer Berlins werden aufFriedrich- Wilhelmstädt. Theater. Bal und Concert hippique, ausgeführt nur noch einige Cage: Gastspiel der gefordert, den Ringkampf beizuwohnen. Thomas- Theater. Der Raub der von 8 Schimmelhengsten, dressirt und weltberühmten Colibri- Truppe, der vorgeführt von Herrn Franz Renz. fieben fleinsten Menschen der Welt. 4 Orientalen auf arab. Vollblut Schul- Zum Schluß der Vorstellung zum pferden, geritten von 4 Herren. The 11. Male:„ M. W.", oder Berliner Tagesordnung: Die Arbeitslosigkeit und deren Folgen für die Arbeiter. gold bird, geritten v. d. Schulreiterin Kinder im Der Mikado. Sabinerinnen. Bellealliance- Theater. DerMeineid. bauer. Ostend- Theater. Hamlet, Prinz von Dänemark. Adolph Ernst Theater. Der Tanzteufel. Aleranderplah- Theater. Schwarze Brüder. vom Direktor E. Renz. Außerdem: Sommer unb im Fräulein Clotilde Hager. Mlle. There- Winter. Große Wasser- und Feuer- 391/15 sina auf dem 80 Fuß hohen Draht: Pantomime in zwei Abtheilungen, seil. Eine Vergnügungsfahrt mit zehn Bildern und Apotheose mit versch. Hindernissen von der Elton- Ballet, Evolutionen und Gruppirungen Troupe. 4 Gebr. Briatore, Afrobaten. mit neuen sensationellen Wasser-, Sisters Lawrence am fliegend. Trapez. Licht- und Feuer- Effekten.. Fernpalast. Spezialitäten- Vorstellung. Gebrüder Richter's Variété. Spe- tünstlerinnen und Reitfünstler. Ro- spiel der Colibri Truppe. Auftreten der vorzüglichsten Reit- Morgen: Große Borstellung. Gastzialitäten- Borstellung. Theater der Reichshallen. Spe- mische Entrees und Intermezzos von 12. Male: ,, M. W." fämmtlichen Klowns 2c. zialitäten- Vorstellung. Winter- Garten. Spezialitäten- Borstellung. Konkordia- Valant- Theater. Spezialitäten- Vorstellung. Kaufmann's Variété. Spezialitäten Vorstellung. Gratweil'sche Bierhallen. Kommandantenstr. 77-79. Heute sowie täglich: Auftreten der Hamburger Gaudebrüder Konzert- und Roupletsänger. Anfang Wochentags 71/2 Uhr, Sonntags 6 Uhr. Entree: Wochentags 10 P., Sonntags 25 Pf. Empfehle meinen berühmten Mittagstisch à la Duval. 8 Regelbahnen 6 Billards, 2 Säle. 1169L Etablissement Buggenhagen am Moritzplatz.. Täglich: Unterhaltungs- Musik. Direktion A. Rödmann. Dienstag und Freitag: Walzer- Abend. Großer Frühstücks- und Mittagstisch. Spezial- Ausschant von Pagenhofer 641 Export- Bier, Seidel 15 Pf. F. Müller. PassagePanopticum. Neu: Die Sündflut mit Donner, Blitz, Regon und Windeshenlen etc. Castan's Panopticum Friedrichstr. 165a, Ecke Behrenstr. eu: Neu Colossal- Gruppe Bauern- Aufstand! Entree 50 Pf. Kinder 25 Pf. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 10 Uhr Ab. Viel neue Spezialitäten. La belle Irene, die tätowirte Amerikanerin in Präuscher's anatomischem Museum nur noch kurze Zeit Kommandantenstr. Täglich für erwachsene Herren. Dienstag und Damen. Freitag für Nieft's Fest- Säle, 17. Weberstr. 17.( 798b Besonderer Umstände halber ist noch ein Sonnabend im Februar zu vergeben. 1832L Sophabezüge! Reste in Rips, Damast, Granit, Plüsch u. bunt. Stoff, spottbillig. Emil Lefèvre, Oranienstr. 158. Proben franko! Schmerzloses 3ahuziehen 1 M. Plombiren von 1,50 M. an. Künstliche Zähne 2 M. Sprechst. 8-6 Uhr. Zahnarzt Robert Wolf, 1781L Chauffeestr. 123 a. Oranienburger Thor. Künstliche Zähne 2b Reinickendorferstr 2b. 1779L Größtes LagerBerlins Kinderwagen. Andreasfr. 235. p. DamenTäglich:„ Auf Helgoland." Sonntag 2 Vorstellungen. Nach mittags 4 Uhr( 1 Kind frei). Amor in der Küche. Abends 7/2 Uhr: Auf Helgoland. E. Renz, Direktor. W Zum in folgenden Lokalen: 1. Bockbrauerei, Tempelhofer Berg: Referent Genoffe E. Vogtherr. 2. Brauerei Friedrichshain( früher Lips): Referent Genosse Fr. Zubeil. Diskussion. Verschiedenes. Der Einberufer. Große öffentliche Versammlung der Stereotypeure und Galvanoplastiker Berlins und Umgegend Empfehle den geehrten Gesangvereinen Sonntag, den 10. Jannar, Vormittags 10 Uhr, in Gratweil's Bierhallen, Kommandantenstraße 77-79, oberer Saal. Tages Ordnung: des Westens mein Vereinszimmer mit Pianino. 1506 L C. Behrend, CF Blumenthal- Straße 5. WE Verlag des Vorwärts" Berliner Volksblatt Berlin SW., Beuthstrasse No. 2. Für Vereins- und Privatbibliotheken empfehlen wir zur Anschaffung die Schriften von: Karl Marx u. Friedrich Engels: 72 Seiten. Marx, Karl. Der Bürgerkrieg in Frankreich. Adresse des Generalraths der Internationalen Arbeiter Association. Dritte deutsche Auflage, vermehrt durch die beiden Adressen des Generalraths über den deutsch- französischen Krieg und durch eine Einleitung von Friedrich Engels. Preis 30 Pf. -- Der achtzehnte Brumaire des Louis Bona, parte. 3. Auflage. Preis 1 M. Lohnarbeit und Kapital. Separatabdruck aus Der Neuen Rheinischen Zeitung" vom Jahre 1849. Mit einer Einleitung von Friedrich Engels. 36 Seiten. Preis 20 Pf. -- Vor den Kölner Geschworenen. Prozeß gegen den Ausschuß der rheinischen Demokraten wegen Aufrufs zum bewaffneten Widerstand( 9. Februar 1849). Aus der Neuen Rheinischen Zeitung". Mit einem Vorwort von Friedrichs Engels. 32 Seiten. Preis 15 Pf. Enthüllungen über den Kommunisten: Prozeß zu Köln. Neuer Abdruck. Mit einer Einleitung von Friedrich Engels und Dokumenten 88 Seiten. Preis 25 Pf 1. Engels, Fr. Das tommunistische Mani. fest. Fünfte autorisirte deutsche Ausgabe. Mit Borreden von Karl Marx und Friedrich Engels. 32 Geiten. Preis 10 Pf. -. Das Kapital. Kritik der politischen Dekonomie. Erster Band. 4. durchgesehene Auflage. Herausgegeben von Friedrich Engels. XXXII u. 739 Seiten. Preis brosch. 9 M., in Halbfranz geb. 11 M. - 3 weiter Band. XXVIII u. 526 Seiten. Preis brosch. 8 M., in Halbfranz geb. 10 M. -- Das Glend der Philosophie.( Vergriffen. Neudruck in Vorbereitung.) Engels, Friedrich. Der Ursprung der Familie, des Privateigenthums und des Staats. Im Anschluß an Lewis H. Morgan's Forschungen. 4. Auflage. XXIV u. 188 Seiten. Preis brosch. 1 M., geb. 1,50 M. Herrn Eugen Dühring's Umwälzung der Wissenschaft. 2. Auflage. 315 Seiten. Preis brosch. 2 M., geb. 2,50 M. Die Entwickelung des Sozialismus von der Utopie zur Wissenschaft. 4. vervollständigte Auflage. 59 Seiten. Preis 30 Pf. - In Sachen Brentano tontra Marg wegen angeblicher 3itatsfälschung. Geschichtserzählung und Dokumente. 75 Seiten. Preis 1 M. Ludwig Feuerbach und der Ausgang der Mit An tlassischen deutschen Philosophie. hang: Karl Marx über Feuerbach vom Jahre 1845. 72 Seiten. Preis 50 Pf. -- Preußischer Schnaps im Deutschen Reich 3tag.( Aus dem Volksstaat" von 1876.) 18 Seiten. Preis 10 Pf. -- Zur Wohnungsfrage. Zweite durchgesehene Aufs lage.( Aus dem Voltsstaat" von 1872.) 72 Seiten. Preis 25 Pf. Wiederverkäufer erhalten Rabatt. 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Vereinsangelegenheit. Verschiedenes. Montag, den 11. Januar, Abends 81% Uhr, in Deigmüller's Salon, Alte Jakobstraße Nr. 48a: General- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Abrechnung vom IV. Quartal 1891. 2. Bericht des Borsiandes und der Kommissionen. 3. Ergänzungswahl der Kommissionen. 4. Stellung nahme zu den Streiks. 5. Vereinsangelegenheit, Verschiedenes. Der Vorstand. NB. Die mit Beiträgen im Rückstande befindlichen Kollegen werden ersucht, in diesen Versammlungen dieselben zu begleichen. 435/4 Maurer! Achtung! Maurer! Am Sonntag, den 10. Januar: Große öffentl. Maurer- Versammlung im Lokale des Herrn Hensel, Juvalidenstraße 1a. Tagesordnung: 1. Wie stellen sich die Maurer Berlins zu dem im März stattfindenden Gewerkschafts- Rongreß? 2. Diskussion. 3. Wahl eines Vertrauensmannes für Moabit. 4. Wahl eines Revisors zum Generalfonds. 5. Gewerkschaft liches. Maurer Berlins! Es ist Pflicht eines jeden Maurers, in dieser Versammlung zu erscheinen. Der Vertrauensmann. 427/4 Central- Kranken- und Sterbekasse aller Arbeiter Deutschlands. Mitglieder- Versammlung der 5. Wahlabtheilung ( sämmtliche Verwaltungsstellen Berlins und Lichtenberg) am Sonntag, den 10. Januar, Vorm. 10 Uhr, im Lokale des Herrn Feuerstein, Alte Jakobstr. 75, Tages Ordnung: Die Liquidation der Kaffe und Regelung der Verhältnisse. Pflicht eines jeden Mitgliedes, in dieser Versammlung zu erscheinen. 112/4 Die Ortsverwaltungen. Es ist J. A.: H. Grosse Kreul, Reichenbergerstraße 182. Central- Krankenkasse der Buchbinder etc. ( Verwaltungsstelle Berlin). Haupt- Versammlung am Sonntag, den 10. Januar, Vormittags 11 Uhr, in Norbert's Festsälen, Beuthstraße 22, I. M Tages Ordnung: 1. Neuwahl des gesammten Vorstandes. 2. Verschiedenes. Die Ortsverwaltung. Freie Vereinigung der Kaufleute. Sonnabend, den 9. Januar 1892, im Lokale der Berliner Bockbrauerei, Tempelhofer Berg: Gr. Commers zu Gunsten der streikenden Buchdrucker. Gesangs- und Deklamations- Vorträge humoristischen und ernsten Genres, nachher Tanz. Billets inkl. Tanz 25 Bi. an der Abendkasse und in den durch Plakate fenntlich gemachten Geschäften. Leseklub ,, Carl Marx". 177/4 Bersammlung für Männer u. Frauen am Sonntag, den 3. Januar, Abends 6 Uhr, im großen Saale der Berliner Bockbrauerei" am Tempelh. Berg. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Genoffen P. Siegerist über: Die Arbeiter im Rampf Preislisten gratis und franko, mit dem Kapital." Nachdem: Geselliges Beisammensein und Tanz. Der Einberufer. Hierzu eine Beilage. 403/7 Verantwortlicher Redakteur: August Enders, in Berlin. Druck und Verlag von May Bading in Berlin SW ,, Beuthstraße 2. 24 Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 6. Der Jahresbericht, " Freitag, den 8. Januar 1892. 9. Jahrg. ist und daß ein anderer vielleicht noch schlechter gewesen wäre- mehr die Wahl des Vorstehers und des Stellvertreters für aber dann beklagen wir eben, daß er dieser Mann ist, d. h. das Jahr 1892. so viel als daß die Gompers und Federation einander würdig Vor dem Beginn des Namensaufrufs spricht die Versammlung den Samuel Gompers über die amerikanische Gesind, soweit die Interessen des Fortschritts in der Arbeiter dem ausscheidenden Vorsteher und seinem Stellvertreter den Dank für ihre Geschäftsleitung in dem abgelaufenen Jahre auf Anfongreß der American Federation of Labor vorlegte und der in bewegung in Frage stehen. gestriger Nummer des Vorwärts" auszugsweise wiedergegeben der" politischen Aftion". Da tritt nun die innere Haltlosigkeit Von besonderem Interesse ist für uns natürlich die Frage regung des Stadtv. Neiß durch Erheben von den Sigen aus. Es wurden bei der Wahl des Vorstehers 102 Stimmzettel ift, giebt amerikanischen Arbeiterblättern unserer Partei Anlaß, des" leitenden Elements in der A. F. of 2. so recht deutlich zu abgegeben. Davon lauten 77 auf Dr. Stryck, 13 auf Singer, die Thätigkeit des genannten Gewerkschaftsleiters einer scharfen Tage. In seinem Jahresbericht zeigte z. B. der Generalsekretär 7 Bettel tragen verschiedene Namen, 5 sind unbeschrieben. Kritit zu unterziehen. Dr. Stryd ist also wiedergewählt und erklärt, die Die Voltsztg." wirft Herrn Gompers„ Schönfärberei" Chris. Evans, daß es ihm auf eine schöne Gompers' sche rücksichtlich der Zustände in der Federation vor; es sei nicht Redensart, hinter der nichts steckt, durchaus nicht ankommt. Er Wahl dankend anzunehmen. Deklamirte: Zum Stellvertreter wird Dr. Langerhans mit gut, sich selbst zu täuschen; die für den Achtstundentag kämpfenden Unser Kriegsruf sollte sein: Gefeßgebung zur 80 von 99 giltigen Stimmen gewählt. 14 Stimmen entfallen Bergleute seien von ihm schnöde im Stich gelassen worden. Erleichterung der Lage der arbeitenden Klaffen gegen auf Singer, 5 zersplittern, 6 Bettel sind unbeschrieben. Ueber seine Stellung zu der Frage des nächsten internationalen die selbstfüchtige Gier Weniger. Laßt das von uns durch Zu Beisitzern wählt die Versammlung durch Zuruf die Kongresses habe Gompers die unwahrheit berichtet; es bittere Erfahrungen gewonnene Wissen uns als Führer Stadtverordneten Seibert, Liebmann, Gericke; zu Stellvertretern müsse bei dem Beschluß des Brüsseler Kongresses, den nächsten dienen, damit wir so viel wie möglich die Fehler der Vergangen die Stadtverordneten Bulle, Mielent, Friederici. internationalen Rongreß nicht in Chicago, sondern in einem anderen Lande abzuhalten, bleiben. heit vermeiden." 21 Auch für das Jahr 1892 sollen die ordentlichen Sizungen Absicht! Aber hat man im Verlauf der Konvention auch den stattfinden. Ein recht akzeptabler Kriegsruf", eine recht lobenswerthe der Versammlung am Donnerstag, Nachmittags von 5 Uhr ab Die Beschlußfassung über die Wahl der Ausschüsse leifesten Hauch von jenem„ Kriegsruf", von der Verwerthung der bitteren Erfahrungen", mit den Politikern der alten Parteien 1. Für die Wahl der unbesoldeten Gemeindebeamten, 2. zur Be-gespürt? Gewiß, man hat ein Bischen ge ,, taltt" und ein gutachtung der Vorlagen wegen Anstellung bezw. Pensionirung paar Resolutionchen angenommen, in denen von arbeiterfreund- besoldeter Gemeindebeamten, 3. für Petitionen, 4. für Rechnungslicher Gesetzgebung die Rede ist. Aber was thut man mit einem fachen, 5. für die Wahlen von Rathsmaurermeistern und RathszimmerKriegsruf", wenn man gar nicht Willens ist, ein Heer zu meistern, 6. zur Vorprüfung der Giltigkeit der Stadtverordnetensammeln, um gegen den Feind anzugehen?! Wenn man wahlen wird auf Antrag des Stadtv. Bortmann einem besonderen Ausganz einfach fich dabei bescheidet, mit dem Feinde weiter zuschusse von 15 Mitgliedern überwiesen, desgl. die Beschlußfassung Schachern wie bisher, und weiter sich betrügen zu lassen, wie bisher, über die Abordnung der Mitglieder in die Verwaltungseinfach sich dabei bescheidet, mit dem Feinde weiter zu trotz aller bitteren Erfahrungen"? Ist das nicht das echte Deputationen und Kuratorien, sowie in Bezug auf die Zutheilung der Stadtbezirke an die Mitglieder behufs Ausführung von Messer ohne Stiel, an dem die Klinge fehlt?" Recherchen. " Diejenigen Ausschüsse, welche im Jahre 1891 mit ihren Berathungen nicht zu Ende gelangt sind( u. a. derjenige für den Antrag Stadthagen betr. das Fortbildungs- Schulwesen), sollen fortbestehen und lediglich ihre Ergänzung durch Neuwahl in den betr. Abtheilungen bewirkt werden. Ueber den Verlauf des Jahreskongresses( Ronvention) läßt fich die Volksztg." folgendermaßen aus: Samuel Gompers hat schon mehrfach das Unglück gehabt, sich und seine Bestrebungen von Seiten der kapitalistischen Preſſe auf das wärmste unterstützt und befürwortet zu sehen. Es hat ihm das freilich bisher nur wenig geschadet. Vermuthlich weil die anglo- amerikanischen Arbeiter eine eigene Presse nur in sehr spärlichen Exemplaren befihen, mithin die Bedeutung eines Lobes von gegnerischer Seite nicht zu fassen vermögen, vielmehr dasfelbe als eine Art Kompliment gegenüber der Arbeiterklasse ansehen. Und doch könnten sich Gompers und seine Freunde an ben fünf Fingern abzählen, daß sie alle Mal auf dem falschen Bege sind, wenn die kapitalistische Presse etwas gutheißt, was sie thun. Die Kapitalisten und ihre Schreibknechte haben doch allen In derselben Angelegenheit schreibt uns ein Chicagoer erdenklichen Anlaß zu wünschen, daß die Arbeiter nicht Maß Korrespondent unterm 20. Dezember: regeln ergreifen, welche im Interesse ihrer Klasse sind, denn das Herr Gompers, Präfident der American Federation of Labor, Arbeiterinteresse fan' n nur gefördert werden auf Kosten des hat diese Woche seine Getreuen nach Birmingham berufen. Die Kapitaliſteninteresses. Das Unternehmerthum wird sich also hüten, Mitgliederzahl dieser Organisation wird auf 4 Million ander Arbeiterbewegung, resp. deren Führern, Sympathie entgegen gegeben; Powderly's Orden der Knights of Labor wäre damit Für eine Reihe von Spezialrechnungen aus den Wirthschaftszubringen, sobald sie ernstlich die Arbeiterfache fördern. Solche weit überflügelt. Ueber das Resultat des Kongresses liegt zwar jahr en 1888/89 und 1889/90 wird die Entlastung ertheilt, die bei Sympathiebezeugungen sind immer ein unumstößlicher Beweis noch kein genauer Bericht vor, aber so viel verlautet doch, daß der Markthallen- Verwaltung pro 1890/91 vorgekommenen Ueberdafür, daß die Belobigten entweder Nichts für die Arbeiterfache Papst Gompers sich mit Händen und Füßen gegen das„ Hinein- schrei tungen von 550 559 Wt. werden vorläufig genehmigt. thun, oder es bei unwirksamen Maßnahmen bewenden lassen. Für die Anlage der elektrischen Beleuchtung in der Das gehört nämlich auch zur Taktik der Kapitalistenpresse, daß tragen von Politik" in seine Federation wie gewöhnlich sträubt, fie event. pofitives Vorgehen der Arbeiter scheinbar indossirt, so ebenso gegen die Gründung einer Arbeiterpartei überhaupt. Nach Frrenanstalt zu Lichtenberg werden 238 000 m. beantragt, desgl. lange sie weiß, daß die betreffenden Bestrebungen unrettbar aus einer Meinung würde die letztere wieder zu Grunde gehen. Für für die Anstalt für Epileptische, Wuhlgarten bei Biesdorf fichte los sind. die jetzigen amerikanischen Arbeiterführer handelt es sich, ab- 280 000 m. Beide Vorlagen gehen an einen Ausschuß. gesehen von ihren vorsintfluthlichen Anschauungen, lediglich um In der Diskussion begründen die Stadtv. Hermes und So wurde auch Gompers letzter Jahresbericht in feiner Sie gut dotirten Posten; bei der allgemeinen Rückständigkeit der Nam 31 au den Antrag auf Ausschußberathung auch mit dent rosafarbenen Inhaltslosigkeit von der gesammten kapitalistischen Arbeiter in diesem Lande haben sie es leicht, ihr Gaufel- Hin weis auf den neuerdings stattgehabten Unfall an der RoßPresse auf das Wärmste kommentirt. Man sah eben deutlich spiel fortzusetzen, d. h. mit beiden kapitalistischen firaßenbrücke, wo durch die zu nahe Verlegung der elektrischen genug voraus: wenn der Verlauf der Konvention von Birming Parteien zu buhlen. Die sozialistischen Elemente, welche Leitungsdrähte an die städtische Gasleitung ein theilweises ham dem Jahresbericht ebenbürtig war, dann konnte das Unter in den zwei großen Gewerkschaften: Knights of Labor und Schmelzen des Gasrohrs und eine gefährliche Ausströmung von nehmerthum für das kommende Jahr ruhig sein Haupt aufs Federation of Labor, nur in sehr geringer Zahl vorhanden sind, Gas verursacht worden ist. nehmerthum für das kommende Jahr ruhig sein Haupt aufs von der American Federation of Labor" hatte es können hieran nichts ändern. Streiks und Boykotts sind die Stadtbaurath Blankenstein erklärt, daß es für diese nichts zu fürchten. Patentmedizinen beider Organisationen, genau wie früher in technischen Fragen an sachverständigem Beirath im Magiftrat Und so ist es gekommen. Die Konvention hat nicht nur nichts gethan für die Ar- England. Sofern die Mitgliederzahl der Federation nicht blos mangele. auf dem Papier steht, danu müßte dieselbe eine Jahreseinnahme beiter, sondern ist in absoluter Bedeutungslosigkeit verlaufen, von ca. 18 Millionen Mark haben, weil jedes Mitglied monat daß selbst die kapitalistische Bresse nicht recht gewußt hat, was fie aus den nichtssagenden Verhandlungen machen sollte. Leider lich 2 M. bezahlt. Dafür erhält es dann das Recht, jedes Jahr von den erwähnten beiden Patentmitteln Gebrauch zu machen, mißverstehen die anglo- amerikanischen Arbeiter in ihrer großen bekommt aber die ersten vier Wochen gewöhnlich keine Streit Mehrheit das Motiv dieser Haltung der kapitalistischen Zeitungen unterstützung und hat von dem schließlich erhaltenen noch einen vollständig und die Arbeiterpresse wie gesagt welche ihnen darüber die Augen öffnen tönnte, ist nur spärlich gefäet im Lande, Theil zurück zu zahlen oder sie bläst lustig mit in das nämliche Horn." Kissen legen den wo bleibt nun das viele Geld?" # Damit genug der Americana. Sie bestätigen das, was in Zum Beweise übrigens, daß die„ New- Yorker Bolts- Zeitung" den New- Yorker Korrespondenzen des Vorwärts" von jeher über in der deutschen Arbeiterpresse des Lundes durchaus nicht allein die amerikanischen Arbeiterführer gesagt worden ist. Diese Leute steht mit ihrem Urtheil, seien hier einige anderweitige Aeußerungen stehen weit hinter den Anschauungen der Klassenbewußten deutschen zitirt. Die„ Indiana Tribüne" schreibt:„ Herr Gompers sagt Arbeiter und auch sonst haben die letzteren keinen Anlaß, die sehr gelassen, die Konventien der„ American Federation of Labor" amerikanische Gewerkschaftsbewegung als solche zu betrachten, vertrete 750 000 organisirte Arbeiter. Dabei betrug die Jahres- welche mit der deutschen Arbeiterbewegung einen ernsthaften Vereinnahme 21 346 Doll. zu 3 Gents pro Mann. Eine Organisation, gleich aushalten könnte. welche bei einer Mitgliederzahl von über 700 000 nur eine Jahreseinnahme von 21 000 Doll. hat, ist gar nicht aktionsfähig. Und in der That wird es schwer sein, auf irgend Etwas hinzuweisen, das die American Federation of Labor bis jetzt gethan oder bewerkstelligt hat. Der Verband ist anch viel zu lose, als daß er auf gewerkschaftlicher Basis pure und simple irgend etwas thun tönnte. Das scheint aber ganz nach dem Geschmacke des Herrn Gompers zu sein, der es wahrscheinlich für den einzigen Folgender Antrag ist von den sozialdemokratischen StadtZweck der Föderation hält, ihm Gelegenheit zu einer Jahres- verordneten gestern in der Stadtverordneten- Versammlung einbotschaft zu geben." Das St. Louis Tageblatt: Un- gebracht worden. bedeutend und nichtssagend, wie diese Konvention haben Die Versammlung wolle den Magistrat ersuchen: wir noch keinen Arbeiterfongreß verlaufen sehen. Nicht eine in Gemäßheit des§ 105 b Absatz 2 der Gewerbe Ordnung Resolution, welche des Aufhebens werth, nicht ein Gedanke, der den Entwurf eines Ortsstatuts vorzulegen, durch welches in in weitere Areise zu bringen bestimmt und geeignet wäre; feine Berlin von dem Zeitpunkt an, an welchem die Bestimmungen Persönlichkeit, welche über die allgemeine Geistesöde der Ver- des§ 105b in Kraft treten: faminlung hervorragte. zuwarten." Kommunales. $ 1. die Beschäftigung von Gehilfen, Lehrlingen und Arbeitern im Handelsgewerbe an Sonn- und Festtagen in Bank- und Engros- Geschäften ganz untersagt wird und 2. die Beschäftigung von Gehilfen, Lehrlingen und Arbeitern im Handelsgewerbe an Sonn- und Festtagen in Detail: Geschäften und sonstigen Verkaufsstellen auf drei Stunden eingeschränkt wird, mit der Maßgabe, daß die Beschäftigung Vormittags um 10 Uhr beendet sein muß. Stadtverordneten Versammlung. Deffentliche Sigung vom Donnerstag, 7. Januar, Nachmittags 5 Uhr. Stadtv. Singer findet diese lettere Erklärung etwas be fremblich; beim Abschluß des Vertrages mit der Gesellschaft der städtischen Elektrizitätswerke habe der Stadtrath Marggraff außerordentlich sachverständig nach der Auffassung der damaligen Mehrheit gesprochen. Das erwähnte Vorkommniß beweise nur, wie unrichtig es sei, diesen Betrieb einer Privat- AttienGesellschaft anzuvertrauen. Wäre die elektrische Beleuchtung mit allen ihren Werken und Anlagen in städtische Regie genommen worden( Widerspruch), so hätte der Magistrat das Bewußtsein der Verantwortung gehabt und für Sachverständniß in seiner Mitte gesorgt. Begreiflich sei, wenn eine Privatgesellschaft, die vor allem Geld verdienen will, ihre Anlagen schnell fertig macht und abwartet, ob sie das Glück hat, daß nichts passirt. Stadtv. Her big entgegnet, daß die Ausführung, wenn sie vom Magistrat bewirkt wäre, gewiß viel mangelhafter ausgefallen fein würde.( Stadtv. Singer: Ein schönes Rompliment!) Für die Veräußerung einer Fläche von 50 qm städtischen Wegeterrains vor dem Grundstück Urbanstr. 115/116 zur An legung eines Vorgartens an den Maurermeister Kösel soll nach dem Magistratsvorschlag ein Preis von 1300 M. 26 M. für den Quadratmeter gefordert werden. Stadtv. Singer beantragt Vorberathung durch einen Ausschuß. Von sachverständiger Seite sei ihm der Preis als zu billig und dem Werthe des Grund und Bodens nicht entsprechend bezeichnet worden, es könnten dort bei einem Verkauf höhere Preise erzielt werden. Wenn sich das bei der Prüfung durch einen Ausschuß bestätige, werde sicherlich die Versammlung einmüthig einen höheren Preis bestimmen. Das Motiv der Magistratsvorlage, wonach 26 W. ein angemessener Preis sei, weil vor zwei Jahren derselbe Reflektant für Vorgartenland in derselben Straße ihn gezahlt habe, sei doch absolut fein zwingendes. Der Antrag wird angenommen und die Vorlage einem Ausschuß von 10 Witgliedern überwiesen. In der seit zwei Jahren schwebenden Angelegenheit der Bedürfnißanstalten liegt jetzt eine Vorlage des Magistrats vor, wonach für die Zeit bis zum 1. April 1901 dem Unternehmer Proh der Zuschlag ertheil werden soll. Auf Grund der von der Versammlung genehmigten Bedingungen( u. a. Einrichtung zweier Freizellen für das weibliche Geschlecht in jeder Anstalt) ist das öffentliche Ausschreiben erfolgt, worauf sich 4 Bewerber gemeldet haben. Das Angebot des Herrn Peetz- Wien soll noch näher geprüft werden; auf das Verlangen, den Vertrag sofort auf 25 Jahre abzuschließen, fonnte nicht eingegangen werden. Proz offerirt für die Ueberlassung des Betriebes 16 pCt. der Brutto- Einnahme. Von mehreren Seiten wird Ausschußberathung beantragt, so Und schließlich das„ Phil. Tagebl.: Leider muß gesagt werden, daß die Konvention der American Federation of Labor einen sehr schlechten Verlauf genommen hat. Wenn sie wirklich den Ausdruck des besten Theils der Arbeiterschaft dieses Landes repräsentirte, dann fann man blos mit Bedauern durch sie tonstatirt sehen, wie rückständig die amerikanischen Arbeiter noch find. Das Ergebniß der Konvention ist ein durchaus negatives. Durch den Beschluß, den Streiffonds abzuschaffen, ist die Federation geschwächt worden. Ihr Plan, das Achtstundensystem nach und nach einzuführen, ist fehlgeschlagen. Sie kann den Arbeitern in Zukunft nur noch nüßlich sein durch die allgemeine Agitation und durch Boykotts. Finanzielle Unterſtügung haben die Gewerkschaften nicht zu erwarten. Das politische Gebiet in irgend welcher Weise zu betreten, ist abgelehnt worden. Zunächst erfolgt die Einführung der in den drei AbDas Alte ist todt und Neues wurde nicht geschaffen. Ob die theilungen bei den Ergänzungs- bezw. Ersatzwahlen wiederFederation in diesem Zustande weiter bestehen kann, bleibt ab- bezw. neugewählten Stadtverordneten, soweit von den Stadtv. Sachs II und Michelet, ebenso von Tuhauer. die stattgehabten Wahlen nicht angefochten worden sind. Ein- Stadtv. Tuyauer: Durch die Vorlage ist konstatirt, daß In einem anderen Artikel schreibt unser Partei- Organ: spruch ist erhoben gegen die Wahlen der Stadtv. Vortmann die früher von der Versammlung und ihrem Ausschuß gehegten " Die Wiedererwählung von Gompers für den Präsidentenposten( 8. Wahlbez. 111. Abtheilung) und Hauer( 32. Wahlbez. III. Ab- Befürchtungen, es würden sich auf die Bedingung der 2 GratisEs hat mit erdrückender Mehrheit wäre an sich hinreichend, den Verlauf theilung); im Uebrigen sind in der III. Abtheilung wiederzellen Unternehmer nicht finden, unbegründet waren. der Konvention der„ American Federation of Labor" zu gewählt 7. Stadtverordnete, daruuter Singer und sich ferner herausgestellt, daß, seitdem diese Gratiszellen vor charakterisiren. Aber diese Wiederwahl war genau so selbst Stadthagen, neugewählt 6, darunter die Vertreter der der weiblichen Bevölkerung benutzt werden dürfen, auch verständlich, wie alles andere. Der große Arbeiterbund zählt Arbeiterpartei prakt. Arzt Dr. 3 adet( 10. Wahlbezirk), dem Unternehmer keine Mindereinnahme erwachsen ist, denn eben feinen Mann in seinen Reihen, der es so wie Gompers Restaurateur Fritz Söhne( 25. Wahlbezirk), Kaufmann in den beiden ersten Vierteljahren dieser neuen Einrichtung ergab verstände, durch eine möglichst nichtssagende, charakterlose Gabor( 26. Wahlbezirt), Schantwirth Sente( für den aus- fich für ihn eine Brutto- Einnahme von 73 400 m., also für das Haltung die verbohrtesten konservativen Nurgewerkschaftler, die geschiedenen bisherigen Vertreter des 27. Wahlbezirks) ganze Jahr, wenn die beiden anderen Quartale entsprechend aus" Sozialisten" und die nene Richtung der Gewerkschafts: Schankwirth Heindorf, welcher bis 1895 gewählt war) und Hut fallen, 146 800 M. oder mehr als 8000. über die Einnahme Anarchisten unter einem Hut beijammen zu halten. Wir macher Borgmann( 34. Bez.). fennen Leute, die gerade aus diesem Grunde Gompers' von 138 177 M. in 1888/89. Zur Sache selbst bleibt zu be dauern, daß wir hier nur ein einfaches Ja oder Nein sagen tönnen, daß die Versammlung seiner Zeit nicht unserem Antrag wenn mit diesem Zusammenhalten auch nur die leiseste Aussicht gefolgt ist, diese Anstalten durch die Stadt errichten und ververbunden wäre. Aber bles um des lieben Zusammenhaltens| walten zu lassen. Ueber kurz oder lang wird man doch dazu auf einen erfolgreich ökonomischen Borstoß auf der ganzen Linie Die Genannten werden in der vorgeschriebenen Weise vom übergehen müssen. Jetzt haben wir nur über die Auswahl tläglicher Erfolglosig Oberbürgermeister v. Fordenbeck auf die Städteordnung ver unter den Bewerbern zu befinden. Herr Beetz hat in Wien seinem Delverschluß= System ein pflichtet und sodann vom Stadtverordneten- Vorsteher Stryck mit auf glänzende Erfolge, er unmittelbaren Ausblick zielt. aber Ich würde unter teinen Umständen be= allem Anscheine ebenso er begrüßt. sein, Letzterer giebt die Geschäftsübersicht über die Thätigkeit der reit die 25 Jahre zuzugestehen, auch wenn Farb- und Charakterlosigkeit im das gilt uns denn Stadtverordneten im Jahre 1891 und legt dann sein Amt in die der Gewinn der Stadt aus seinem System sich höher beziffert Mag sein, daß hände der Versammlung zurück. als der aus den andern Offerten. Diefer Umstand fain Gompers heute der Mann der Situation" für die A. F. of 2.1 Auf Grund der Vorschrift der Städteordnung erfolgt nun- überhaupt nicht entscheidend sein, also auch nicht das verblaßten willen nach zwei Jahren teit und brittes folglofe und dem unter weitere jene Jahre, alten Stile weiter zu kultiviren nach Von der II. Abtheilung sind wiedergewähll 13, neugewählt 1 ( Kaufmann Fähndrich); von der I. Abtheilung wiedergewählt 10, neugewählt 4( darunter der Rentier Franz Burckhardt, Borsigender des Grundbesitzervereins der Schönhauser Borstadt). Angebot das letzte der Don 16 Prozent durch Herrn Prok, während derselbe bereit erklärt hatte, zum 1. Januar die Wohnung zu sowie das Pulver wurden sofort der Staatsanwaltschaft übers ein anderer nur 10 pet. bietet. Die anderen Unternehmer sollen räumen, und ließ sich derselbe verleiten, der Versicherung, daß mittelt, denn jetzt liegt nicht nur der Verdacht vor, daß eine vor ja sämmtliche 50 Anstalten aus Eisen neu erbauen, während Herr die Ermissionsklage nur in der Aufregung angestrengt worden fäßliche Tödtung der Amalie stattgefunden, sondern daß auch drei Broß diese sehr bedeutenden Kosten sparen kann. Er hat f. 3. sei und daß er nur ruhig wohnen bleiben solle, es werde ihm früher gestorbene Kinder des Gymnastikerpaares Siefe Broßläften" hingestellt und wird jedenfalls nicht auf nichts paffiren, Glauben zu schenken. Gewissermaßen als Ent- felben starb im Oktober 1891 vorfäßlich von ihren Eltern gefordert werden, fie durch eiserne zu ersehen, denn das wird ja fchädigung übertrug ihm der großmüthige Hausbefizer die An- durch Gift getödtet worden sind. Es wird nunmehr eine nur hinsichtlich der neu zu errichtenden gefordert. So kann er fertigung der Hausarbeit, das heißt Reparaturen 2c., Erhumirung der drei kleinen Leichen, die auf einem Friedhoje wohl auch ein höheres Angebot machen.( Unruhe, Rufe: Aus- und da der betreffende Handwerker gerabe feine andere in Weißensee ruhen, vorgenommen werden, um die Todesursache schuß) Ich beantrage, die Sache an einen Ausschuß zu ver- Beschäftigung hatte, so so nahm er dies großmüthige festzustellen. weisen, um auch die anderen Angebote zu prüfen.( Burufe: Anerbieten dankend ( Burufe: Anerbieten dankend an, bezahlte seine Wohnungsmiethe Die Wohnung der Kroll'schen Eheleute ist geschlossen und Thun wir ja! Fortdauernde Unruhe.) Ich spreche zur Sache bis zum 1. Januar und leistete Hausarbeiten in Höhe von die noch lebenden fünf Kinder sind bei verschiedenen Weißenfee und fordere, daß Sie mich ausreden laffen, obgleich ich zur Minorität 140 m. 50 Pi, wofür er indessen feine Bezahlung erhielt, sodaß Familien untergebracht worden. gehöre; ich werde schließen, wenn es mir beliebt und nicht, wenn es er wegen dieser Forderung den Herrn Hausbesizer verklagen Weitere wichtige Verdachtsmomente gegen die Kroll'sche Ihnen beliebt. Wenn der Vorsteher mich zur Sache verweist, mußte, in welcher Sache in den nächsten Tagen Termin ansteht. Eheleute in Weißenfee hat die gestrige Haussuchung in der Wol ist das etwas anderes. Das Zahlen scheint überhaupt die schwache Seite des Herrn ehe- nung derselben zur Folge gehabt. Es sind jest so gut wie ge ( Vorsteher Stryd: Ich bitte den Redner nicht zu unter- maligen Rittergutsbesigers zu sein, denn unser Gewährsmann nügende Beweismittel vorhanden, um die Eltern ber Amalie brechen; er ist bei der Sache.) macht sich anheischig, eine Reihe anderer Handwerker namhaft Kroll als die Mörder ihres eigenen Kindes zu überführen. Der Ausschuß könnte der Frage näher treten, welche andere zu machen, welche nur unter erheblicher Kürzung ihrer Rech- Es ist von vornherein aufgefallen, daß der Strick, an welchem Motive Herrn Prob geleitet haben. Es wäre eine dankbare Aufgabe, nungen Begleichung derselben erzielen konnten und sich nunmehr die kleine Kroll an einem Baum erhängt gefunden wurde, aus zu untersuchen, welche Löhue Herr Proz den Frauen zahlt. In diesen für fernere Arbeiten bedanken. Das absonderliche Verfahren des ländisches Fabrikat war. Die Drehung des Seiles ist nämlich Bunkten könnte die Berliner Gemeindeverwaltung viel von der Pariser Herrn Hausbesitzers illustrirt auch folgender Borgang: Der be entgegen der deutschen Fabrikationsweise von rechts nach links. lernen. Dort ist bei städtischen Bau- Arbeiten eine Beschäftigung fagte Herr wollte die Fassade seines Hauses streichen lassen und Nun wurde aber gestern in der Dunggrnbe ein Stück Tau aufüber 9 Stunden verboten( Unruhe); die Frauen in den Anstalten beauftragte demzufolge unseren Handwerker, einen Dachdecker zu gefunden, das nicht nur dieselbe Stärte, sondern auch dieselbe des Herrn Proh, zum Theil alt und schwach, sind 13 Stunden bestellen. Nachden letzterer ein Hängegerüst angebracht Herstellungsweise zeigte, wie das bei dem Verbrechen benützte beschäftigt. Solches kann der Stadt nicht erwünscht sein. Des- batte, fiel es dem Herrn Hausherrn plöglich ein, daß Seil. Man nimmt daher an, daß das in der Dunggrube ge halb bitte ich, im Ausschuß auch diese Frage zu prüfen. die Jahreszeit zum Streichen der Fassade schon au weit vor fundene Seilende der Rest jenes Strickes sein dürfte, womit die Die Vorlage geht an einen Ausschuß von 15 Mitgliedern. gerückt sei und verlangte eines Morgens, daß bis Abend desselben Kleine aufgeknüpft worden ist. Schluß gegen 8 Uhr. Tages das Hängegerüst wieder entfernt werden solle und reichte Ferner wurden in der Grube zwei den Kroll'schen Ches fowohl gegen den Dachdecker als auch gegen unseren Gewährs- leuten gehörige Taschentücher, die mit Blut befleckt, aber sonst inann schleunige Klage wegen Sachbeschädigung( des Hauses) ein, noch gut waren, entdeckt. Bon ganz besonderer Wichtigkeit ist mit welcher er aber im Termine am 28. November v. J. ab- noch folgender Umstand: Die kleine Leiche wies bei ihrer Aufgewiesen wurde. Diese Niederlage wie auch die Klage auf Bahlung findung am Gesicht und an der Brust Blutflecken auf, während für gelieferte Arbeiten mögen wohl den Herrn Hausbesiger be- die Kleidung vollständig fauber war; dieser eigenthümliche Um wogen haben, sich dem eingangs erwähnten Handwerker erkenntlich stand hat durch die Auffindung eines der Amalie gehörigen au zeigen. Eine sehr effektvolle Handhabe hierzu bot ihm das Kleidchens in der Kroll'schen Wohnung seine Aufklärung ges forgfältig aufbewahrte im September erstrittene obfiegende funden. Dieses Kleid zeigte nämlich auf der Innenseite Blut Grmissions Urtheil, auf Grund deffen er am 23. Dezember, also flecke, welche sich mit dem an der Brust der Leiche befindlich ges einen Tag vor den Weihnachtsheiligabend, den) Handwerker mit wefenen Blut decken. Es hat also nach Ermordung des Kindes seiner Familie, troßdem diefer bis zum 1. Januar Mietbe bezahlt ein Kleiderwechsel stattgefunden. hat, trotzdem er diesem noch eine erhebliche Summe schuldet, auf die Straße feten ließ, und zwar unter Einbehaltung der halben Wirthschaft zur Deckung der Gerichtskosten! So handelt ein Berliner Hausbesizer und ehemaliger Rittergutsbesitzer einem armen Arbeiter gegenüber. Lokales. V Daß wir uns der Aera der elektrischen Eisenbahnen nähern, geht aus einem Vortrage des Eisenbahndirektors Bork hervor, welchen das Zentralblatt der Bauverwaltung zum Abdruck bringt. Es heißt darin u. A.; Thener wie in einer Apotheke" ist ein Sprichwort welches nicht ohne Berechtigung ist. Die Preise, welche für die in den vom Staate konzessionirten Apotheken gekaufte Medikamente gezahlt werden, werfen einen Profit ab, wie ihn kaum ein Gewerbe heute noch erzielt. Folgender Fall, welchen uns ein Ein wichtiges Belastungsmoment dafür, daß die Eltern den Abonnent mittheilt, liefert dafür den Beweis: Das Mitglied einer Stranfenfasse erkrankte plöglich während der Nacht. Der Mord begangen haben, ist vorgestern durch den Gendarm Krüger nächst wohnende Arzt wurde geholt, derfelbe war nicht Staffen zu Tage gefördert worden. Herr K. weilte am genannten Tage arzt und verordnete Wein und Pulver. Ich ließ das Rezept in in der Kroll'schen Wohnung und plauderte dort mit dem ältesten Knaben. Hierbei ließ der Beamte die Frage fallen, wie denn einer Apotheke in der Frankfurter Allee anfertigen, die Pulver eigentlich die Trapeze der Gymnastiker so überraschend schnell erhielt ich, den Wein nicht. Der Gehilfe fagte mir, daß Wein befestigt werden fönnten. Bereitwillig flärte der Junge den awar im Keller liege, er mir aber feinen geben dürfe. Die Pulver fofteten 75 Bf. Als ich einige Tage später mit dem Beamten darüber auf, wie das gemacht werde, indem er eine Rezept zur Kaffe tam, um das ausgelegte Geld in Empfang zu Schlinge aus einem Bindfaden bildete und diese über einen Hafen warf. Als nun der Gendarm näher trat, um die Schlinge nehmen, wurde das Rezept gestempelt und mir bedeutet, ich möchte dasselbe in der Apotheke präsentiren und mir dert das Es wird häufig angenommen, daß mit der doppelten Arzu besichtigen, versuchte der Knabe dieselbe herabzureißen, und Geld zurückfordern. Ich mußte also wieder nach der Apotheke beitsumfegung, welche die elektrische Kraftübertragung bedingt, so als ihn R. hieran verhinderte, wurde der Junge jeuerroth, bes traben und hier erhielt ich nur 65 Pf. aurück, weil ich Kranken- wesentliche Arbeitsverluste verbunden selen, daß dadurch die gann zu weinen und sagte:" So mache ich die Schlingen, Bater faffen- Mitglied fei. Ich hätte, so wurde mir erklärt, die Bulver Roften des elektrischen Betriebes fich wesentlich höher stellen macht fie anders." Diese Schlinge war aber genau fo an in einer Schachtel erhalten, für die Schachtel zable die Kaffe würden, als bisher. Diese Annahme ist indeß nach den in aller gefertigt, als biejenige, welche seiner Zeit um den Hals der auf nichts, als Raffenmitglied hätte ich nur Anspruch auf einen neuester Zeit bei Anwendung von Starkstrom gewonnenen Er- geknüpften Amalie Stroll lag und es ist sicher, daß der Knabe zu Papierbeutel. Da ich nun nicht von vornherein gefagt hätte, fahrungen vollständig binfällig. Es ist daher mit Sicherheit zu Gunsten feines Vaters gelogen hat. Das, wie wir bereits mitgetheilt, im Zirkuswagen auf daß ich einer Kaffe angehöre, hätte ich die Schachtel zu Unrecht erwarten, daß in dem Maße, wie die einzelnen technischen Facherhalten und die foste 10 Pfennig. Der Besizer der Apotheke kreise die Vortheile der elektrischen Maschinen eingehender kennen gefundene Pulver ist als eine Arsenikmischung erkannt worden, fernen und die Benutzung starter Ströme mehr und doch soll dasselbe noch dem Gerichtschemiter Herrn Dr. Bischof fam nun auch noch hinzu und meinte, er könne den durch mein Schweigen erlittenen Verlust nicht tragen. Als ich noch eine Er- mehr zur Anwendung gelangt, die elektrische Arbeitsübertragung zur endgültigen Prüfung überwiesen werden. Nach Ausspruch widerung ristiren wollte, hieß es fofort: machen Sie, daß Sie wesentliche Fortschritte zu verzeichnen haben wird. Der Um- des Arztes ist das aufgefundene Giftpulver noch fräftig genug, herauskommen. Natürlich entfernte ich mich sofort, denn wie ftand, daß die elektrische Betriebsweise gerade für das Gisenbahn- um einen langsamen Tod einer Person herbeizuführen. jeder Mensch, so ist mir auch ein Apothekenbefizer schrecklich in wesen von ganz besonderem wirthschaftlichem Vortheil ist, wird beitragen, daß das Jahrhundert nicht zu Ende geht, ohne jeinem Zorn. Ich ließ also die 10 Pfennig für ein Papp- baß auch auf den Hauptbahnen elektrisch betriebene Büge mittag gegen 5 Uhr in seiner Wohnung, Charlottenstr. 73, der Plötzlich verhaftet wurde am letzten Sonnabend Nach schächtelchen fahren, das etwa 5 Zentimeter lang, 3 Zentimeter verkehren. Abgesehen von erheblichen Ersparnissen in den Unter- Rechtskonsulent Karl Günther und am nächstfolgenden Tage in daß breit und 1 Zentimeter hoch war. Werden diese Schächtelchen Engros eingetauft, so wird sich das Stück vielleicht auf 1 Pfennig baltungskosten bietet der elektrische Betrieb von Personen- und das Untersuchungsgefängniß zu Moabit eingeliefert. Der Fest stellen, ich glaube aber, sie sind noch viel, viel billiger. An- Schnellzügen weitere sehr beträchtliche Vortheile, Zunächst wird nahme liegt eine Anzeige wegen Unterschlagung zu Grunde. Der genommen aber, das Stück tostete 1 Pfennig, so hätte der die Unterhaltung des Oberbaues wesentlich billiger sein, weil Sachverhalt ist folgender: Im Monat August 1890 verheirathete Apotheker an dem Schächtelchen etwa 9 Pfennig verdient! Das einerseits die störenden Bewegungen der Lokomotive größtentheils fich der am Wortyplay wohnhafte Droguist W. mit einer Dame läßt sich doch noch hören! Unverständlich ist es aber immer in Fortfall kommen und andererseits die Achebelastungen aus Köln. Die Schwiegermutter desselben, welche eine baare Die zur Zeit in Erwägung gezogene Mitgift von 16 000 M. zugestanden hatte, zahlte indeß nur noch, weshalb die Schachteln nur an die übrigen Kranten ab- geringer werden. gegeben werden, für sie thut's doch ein Papierbeutel ebenfalls, weitere Verstärkung des Oberbaues wird daher nicht er 6000 m. Da nun W. sich bei seinen Einkäufen auf eine größere man ist zu der Annahme berechtigt, Summe eingerichtet hatte, veranlaßte er seine Schwiegermutter, Wenn der Apotheker an den Bulvern einen ebensolchen Prozent daß jebigen Oberbaues Die Kosten für die Herstellung Summe W. 7000 M. erhielt. Der Rest von 3000 m. wurde faz verdient, wie an der Schachtel, dann braucht er nur pro Tag Unterhaltung der Stromleitungen vollständig gedeckt dem Berhafteten eingehändigt; er sollte bei einer hiesigen Bant eine Stunde lang Pulver verkaufen und er ist schon nach Jahr werden. Gin zweiter ganz erheblicher Vortheil der elektrischen hinterlegt werden, um W. daselbst einen Kredit zu eröffnen. Das und Tag ein reicher Mann! Betriebsweise liegt darin, daß dieselbe in einfachfter Weise eine ist nun nicht geschehen; das Geld wurde vielmehr, angeblich in Mit dem Aushalten" der Buchdruckereibefizer scheint Erhöhung der Leistung in den Steigungen zuläßt, so daß die Naten, durch den Kommis Bingel aus dem W.'schen Geschäft von es doch Matthai am Lesten zu sein. In einer Buchdruckerei in Büge auf diesen mit unverminderter Geschwindigkeit befördert Günther abgehoben und es sollen auch Quittungen im Namen der Lindenstraße giebt's jetzt, wie uns ein dort allerdings unfrei werden tönnen. Man kann die jest angewandte höchste Ge- des Droguenhändlers ausgestellt worden sein. Inwieweit sich dies willig Arbeitender mittheilt, etwa folgenden Normal- Arbeitstag: schwindigkeit von 90 Km. in der. Stunde unbedenklich auf bestätigt, ist noch nicht endgiltig zu beurtheilen, da die Beugen Seit Wochen schon giebts Nachtarbeit. Letzten Sonntag und mindestens 120 Km. erhöhen. Endlich sei noch erwähnt, daß der zur Sache noch nicht vernominen worden sind. legten Montag wurde von früh bis 12 Uhr Nachts gearbeitet", elektrische Betrieb Gelegenheit bietet, die gerade jetzt wieder in genommene, ein schwaches fräntliches Männchen, befindet sich als -das sind so gegen 18 Stunden! Biele der Leute haben wohi den Vordergrund getretene Bremsfrage in einfachster Weise zu Kranker im fleinen Männergefängniß. eine Stunde au geben, ehe sie endlich zu Haus" find. Nach lösen. Direktor Bork plaidirt hiernach dafür, daß die EisenbahnIm Lehrplan der Arbeiter- Bildungsschule hat sich, wie ciner Ruhepause von höchstens 6, in vielen Fällen aber nur von Verwaltungen Versuche mit dem elektrischen Betriebe in größerem 5 Stunden, wurde verlangt, daß von Dienstag früh bis Mittwoch Maßstabe anstellen, Für eine Verfuchsstrecke von 10 Kilometer uns der Vorstand derselben mittheilt, folgende Aenderung noth Südost: Schule: Geschichte Geschichte( neu), Abend 11 Uhr mit möglichst wenig Unterbrechungen durch" Länge dürften sich die Herstellungsfoften auf 50 000 bis 60 000. wendig gemacht: gearbeitet werde. Diese Unterbrechungen beziehen sich auf Früh ftellen, ein Betrag, der im Hinblick auf die hohe Bedeutung des Donnerstags( statt Montags); Nord- Schule: Geschichte tück, Vesper u. f. w., furz und gut auf Pausen, die der Mensch Versuchs für größere Eisenbahnverwaltungen nicht ins Gewicht( mittfre), Sonntags 11-1 Uhr( statt Donnerstags). Dieſe Veränderungen treten mit Sonntag, den 10. Januar in Kraft. baben muß, um sich überhaupt aufrecht erhalten zu fönnen, Die fallen kann. Maschine steht ja auch still, wenn kein Del aufgegossen oder der Damp teffel nicht geheizt wird. Nach einigen Stunden Ruhe beBezüglich des Mordes der 9 jährigen Amalie Kroll ginnt dann in dieser Buchdruckerei der 18 stündige Arbeitstag aus Weißenfee macht nun ein Berichterstatter die Meldung, daß plöglich der Verdacht entstanden ist, daß die Kroll'schen Gheleute von Neuem. Von" Arbeitern" kann man unter solchen Berhält bereits vor dieser That drei Kinder durch Vergiftung über die niffen doch kaum sprechen. Das sind doch Lohnsklaven des ärgsten talibers, Das Geschlecht spielt feine Rolle, was immer Seite gebracht haben dürften. Und zwar giebt der Berichterstatter nur die Hände rühren kann, ist willkommen. Schwächliche Mädchen, darüber folgende Darstellung: taum dem Kindesalter entwachsen, werden angenommen, es fomunt doch auf die Pulver und nicht auf die Emballage an. forderlich sein und schon durch die geringeren Unterhaltungen des sich von einer Bank 10 000 m. schicken zu lassen, von welcher und Der Fest Polizeibericht. Am 6. d. M. Vormittags fiel ein Mädchen der Stat vor dem Hause Alexandrinenstr. 71 infolge der Glätte zu Boden und brach den Unterschenkel. In einer Bade- Anstalt erschoß sich Vormittags ein unbekannter, etwa 45 Jahre altr Mann mittelst Revolvers, nachdem er sich vorher die Pulsadern an beiden Armen geöffnet hatte. Nachmittags stürzte der Bor etwa acht Tagen hat sich bei der Weißenfeer Amts- Stempnergefelle Wieprecht auf dem Grundstück des Böhmischen Brauhauses, Bandsberger Allee 11-13, vom Dache eines neu er wenn sie nur für jetzt im Stande sind, ihr Arbeitspenfum zu behörde ein Zimmergeselle R. gemeldet, der bezüglich des Mordes richteten Remifengebäudes auf den Hof hinab und erlitt außer liefern. Ob sie furze Zeit später infolge der Ueberarbeit zu der fleinen Amalie Kroll wichtige Angaben machen wollte. Der inneren Verlegungen einen doppelten Schädelbruch, infolge dessen Grunde geben, ist Nebenfache. Für eine lange Zeitdauer sind selbe gab au Protokoll, daß er zwei Tage vor der Entdeckung er bei der Ueberführung nach dem Krankenhause am Friedrichs folche Zustände nicht aufrecht zu erhalten; entweder die Arbeiter des Mordes auf dem Gehöft des Grundstückes Wilhelmstr. 5. hain verstarb. Vor dem Hause Tempelhofer Ufer 37 wurde zu find torperlich ruinirt, oder der Unternehmer pekuniär. Wir also in dem Hause, wo die Kroll'schen Eheleute gewohnt, mit derfelben Zeit eine 68 Jahre alte Frau von einem Bierwagen fügen gleich hinzu, moralisch ist er es schon! Denn es sind keine der Ausbefferung eines Saunes beschäftigt gewesen sei. Die fleine überfahren und am Kopfe und an der Brust so bedeutend ver Leistungen mehr, die der Arbeiter freiwillig lieferte, nein, es wird Amalie habe seiner Thätigkeit zugesehen und er habe sich mit dem legt, daß sie nach Anlegung eines Nothverbandes nach dem cin Druck auf ihn ausgeübt, um die Leistungen, welche die Arbeits intelligenten Rinde in ein Gespräch eingelaffen. Das Mädchen er- Krankenhause Am Urban gebracht werden mußte. Vor dem Traft eines Menschen bei weitem überragen, zu erzielen. Mit zählte ihm u.., daß fie und ihre Geschwister häufiger von Hause Weinmeisterstraße 10 gerieth Abends ein Mädchen unter bedeutend weniger, aber geübteren Leuten hätte die Druckerei bei den Eltern Schläge erhalten und daß sie von der Mutter die Räder eines Geschäftswagens und erlitt einen Bruch des der Hälfte der Arbeitszeit beffere Arbeit liefern können, als heute gewaltsam vom Schulbesuch zurückgehalten werde. Mit Unterschenkels, so daß seine Ueberführung nach dem Hedwigs Lei ihrem 18ständigen Normal- Arbeitstag mit Pfuscharbeiten heraus- unter sei die Mutter mit ihr kurz vor Schluß der Schulzeit auf Krankenhause erforderlich wurde. In der Nacht zum 7. d. M. fpringt. In dieser Bude" handelt es sich wirklich nur noch um die Straße hinausgegangen und habe sie geschlagen und geschimpft. sprang eine Frau aus dem Fenster eines im Erdgeschoß belegenen wenige Wochen, halten die Gehilfen nur noch kurze Zeit zusammen, Auf eine diesbezügliche Frage des erstaunten R. sagte die Kleine Fremdenzimmers in einem Gasthofe, in der Möckernstraße, auf dann ist wieder ein Bourgeois durch die zielbewußten Arbeiter weiter, daß die Mutter dies thue, um bei den Nachbarn den den Hof hinab und erlitt anscheinend schwere Verlegungen an gezwungen worden, das zu bewilligen, was die Arbeiter zu fordern Anschein zu erwecken, sie, Amalie, habe heimlich die Schule ge den Füßen. Sie wurde nach der Charitee gebracht. ein Recht haben. schwänzt! Im weiteren Verlaufe des Gespräches erzählte das 6. d. W. fanden drei kleine Brände statt. Kind, daß die Mutter ihnen, den Kindern, bisweilen des Mittags weißes Pulver in die, Suppe geschüttet habe, und als der Zimmermann weiter fragte, weshalb die Mutter dies gethan, antwortete Amalie:„ Na, ich denke, wir sollen wohl sterben!" Gerichts- Beitung. Am Auch einhumaner" Hausbesitzer. Daß Humanität bei Reichen am feltensten zu finden ist, wird wieder einmal durch folgenden uns mitgetheilten Fall erhärtet. Ein armer Handwerker bewohnt bereits seit 3/2 Jahren eine bescheidene Wohnung Anfangs legte man den Angaben des R. wenig Werth bei; bei theurer Miethe in einem Hause der Linienstraße. Das gestern früh jedoch lief bei der Weißenseer Amtsbehörde eine AufGrundstück gehört gegenwärtig einem Rentier, ehemaligen Ritter- forderung der Staatsanwaltschaft des Landgerichts II Berlin ein, gutsbefizer, welcher den Stand des nothleibenden Landwirthes nochmals eine gründliche Haussuchung der Kroll'schen Wohnung Vor dem Schöffengericht zu Moabit hatte sich gestern der mit dem eines nothleidenden Berliner, Hauswirthes vertauscht vorzunehmen, was auch in ausgedehnter Weise im Beisein des Amts Genosse G. Bergel aus Neu- Weißenfee gegen zwei gegen ihn hat, dessen Nothstand ihn indessen nicht veranlaßt, fein Domizil vorstehers Feldtmann geschah. In der Wohnung wurde zunächst erhobene Anklagen zu verantworten. Er sollte erstens die Gens in der unscheinbaren Linienstraße aufzuschlagen, ber es vielmehr nichts Verdächtiges mehr gefunden, als man jedoch einen auf dem darmen Weber und Bröß öffentlich dadurch beleidigt haben, daß vorzieht, ein Quartier in einer der vornehmsten Straßen des Nord- Hose stehenden Zirkuswagen, der dem Gymnastiker gehört, durch er in einer zu Weißenfee am 4. Oftober 1891 stattgehabten Ver westen zu bewohnen. Vorgebachter armer Handwerker blieb nun am fuchte, fand man in einer Ecke taum sichtbar einen Papierbeutel, fammlung die Worte fagte: Die meisten Beamten, welche hier 1. September v. J. mit einem Betrage von 7,30 M. seiner Miethe im in dem sich etwa 20 Gramm eines weißen Bulvers befanden. bei uns( Weißensee) die Versammlungen überwachen, haben doch Rückstande. Hierauf strengte der Herr Nentier, dessen Finanzen einen Es wurde eine Probe dieses Pulvers nach der Flora Apotheke noch viel weniger Gefeßeskenntnisse, als jeder gewöhnliche Arbeiter derartigen Miethausfall" offenbar nicht ertragen, ungefäumt die gefandt und hier glaubt der Inhaber der Apothete, Herr Beutel, unter uns". Zweitens follen folgende vom Angeklagten in einer Ermissionstlage gegen den Handwerker an und erzielte natürlich ein bas Pulver als Arsenik zu erkennen. Jetzt wurde auch die auf Versammlung am 18. Oftober in Weißensee gebrauchten Worte objiegendes Urtheil. Bon diesem wie human!-machte der dem Hofe befindliche Dunggrube ausgehoben und man fand in geeignet sein, den Bollziehungsbeamten Stickelbrock in der öffent Herr Rittergutsbesiger feinen Gebrauch, überredete den Hand- derfelben eine Lebertasche, sowie ein Bündel Kleider, welche lichen Meinung herabzusetzen, ohne erweislich wahr zu fein: werker vielmehr zum ferneren Behalten der Wohnung, da sich Gegenstände den Kroll'schen Eheleuten gehören. Diese Sachen,-, da ist 3. B. hier ein Beamter, der Steuererheber St z. " Niete, Staligerstr. 61, bei Witke; R. Weise, Röslinerstr. 17, bei Wendt. Der Vertrauensmann für Moabit, Kollege Rieger, hat seinen Boften abgegeben und werden die Moabiter Kollegen daher er sucht, etwaige Sammelgelder an den Kollegen Weise abzuliefern, Ferner werden in der Expedition des Bauhandwerkers", Urbanstr. 124, zu jeder Zeit Listen zum Generalfonds verausgabt und Beiträge entgegengenommen. Mit solidarischem Gruß der sich eines Bergehens schuldig gemacht, auf dem 6-8 Wochen| keineswegs um Großthaten; der Stern des ehemaligen ParforceGefängniß stehen." Zu letterer Sache erklärt der Angeklagte, Einbrechers, dem lange Zeit die Meisterschaft von Berlin" daß ihn der Herr Stickelbroch beim Ankleben von Versammlungs zuerkannt war, ist start im Erlöschen und der gealterte Mann anzeigen( Plalaten) getroffen und sich als Polizeibeamter gerirt wagt sich nur noch an Lappalien. Er wurde zu 6 Jahren habe. Er habe, um Weiterungen zu vermeiden, ihm seinen 3uchthaus und 7 Jahren Ehrverlust, sein Genosse zu 1 Jahre Namen auf Verlangen genannt. Dann habe er in verschiedenen Gefängniß verurtheilt. Bersammlungen auf die ungefeßliche Zulegung des Polizeis beamten- Titels durch St. hingewiesen und, als keine Anklage Frau Juftitia ist bekanntlich eine allmächtige, hochehrfame gegen biefen erfolgte, jene angezogene Aeußernng mit Bezugnahme Dame, welche auf Ehre und Reputation hält und welcher Jeder auf diese Thatsache und darauf, daß ein Anderer als ein Be- mann mit Freuden den schuldigen Tribut der Hochachtung amter schon längst angeklagt worden wäre, gethan. Bezüglich entgegenbringt. Die Unpünktlichkeit aber, welche diese Dame der ersten Anklage bemerkt Bergel, er hätte nicht die Weißenfeer mitunter als ihre unberechtigte Eigenthümlichkeit zeigt, geht denn Beamten speziell gemeint, sondern davon gesprochen, daß manche doch über die Hutschnur. Man wird es gewiß als eine faktiſche Sonntag, ben 10. Januar, stattfindenden öffentlichen MaurerBeamten, nicht aus Weißensee, sondern von allen existirenden, Unmöglichkeit anerkennen, daß in Strafsachen, und insbesondere versammlung, welche im Inseratentheil des" Borwärts" bekannt weniger Gesetzestenntnisse 2c. 2c." Der Zeuge Weber vor den Strafkammern, die Termine immer zur richtigen Zeit ( Gendarm) behauptet, der Angeklagte habe die Aeußerung abgehalten werden und die Bedauernswerthen, welche das Bech gemacht wird, recht zahlreich zu erscheinen. bezüglich der Versammlungen überwachenden Beamten haben, als Zeugen vor Gericht geladen zu werden, haben An alle Kollegen des Fachvereins der in Buchbindereien gethan, wie sie ihm die Anklageschrift zur Last ſich nachgerade daran gewöhnt, häufig länger als ihnen und verwandten Betrieben beschäftigten Arbeiter! legt. Der Beuge Stödelbrod erflärt mit Bestimmtheit, er lieb ist, auf ihre Vernehmung warten zu müssen. fo in Des Eine Da= Und " Die Vertrauensleute der Berliner Maurer. J. A.: F. Wilte, Urbanstr. 124. NB. Sämmtliche Kollegen werden gebeten, zu der am Zwei ftreifende Handschuhmacher aus Friedrichs hagen, welche 42 Monate ausreichende Unterstützung erhalten haben, find in einer gesperrten Fabrik in Haynau in Schlesien in Arbeit getreten. Der Volkswacht" wird dazu geschrieben: Giner davon ist der größte Schreihals von den Streifenden gewesen, denn vor wenigen Monaten machte sein Name die Runde durch alle Arbeiterblätter. Wer hätte wohl auch nicht gelesen: Geldsendungen sind zu richten an M. Unger, Friedrichshagen, Geestraße 18." Das war nicht schön von dem Herrn M. Unger Der Führer ist erst recht verpflichtet, im Kampfe auszuhalten. Kollegen! In unserer am Montag, den 4. Januar, ab habe sich den Bergel gegenüber nur als Beamten schlechthin aus gewisse Grenze wird aber auch auf diesem Gebiete ge- gehaltenen zahlreich besuchten Bersammlung wurde beschlossen, gegeben, obgleich ihn der Vorsitzende darauf verwies, daß er bei geben sein müssen, und Frau Justitia wird nicht beanspruchen daß jedes Vereinsmitglied von diesem Tage ab 5 pct. feines ber polizeilichen Vernehmung gefagt, er glaube nicht, daß tönnen, daß sie ganz nach ihrem Belieben über die kostbare Zeit Wochenverdienstes an jedem Lohntage zur Unterstützung der er sich dem Angeklagten gegenüber als Polizeibeamten aus derjenigen verfügt, welche sie in ihr Reich zwingt. Die Klagen Streifenden Buchdruckerei Arbeiter steuern solle. gegeben. Weiter führt der Zeuge aus durch eine Verfügung des über unpünktliche Abfertigung vor Gericht sind nicht neu, ein so Die Vertrauensmänner der verschiedenen Werkstuben werden Amtsvorstehers in Weißensee sei allen dortigen Beamten die eklatanter Fall aber, wie er am Mittwoch von einem hiesigen nun ersucht, diese Gelder jeden Sonnabend zu kassiren und alsDirektive gegeben worden, das unnüge Bekleben 2c. von Zäunen, Schöffengericht zu berichten ist, verdient denn doch angenagelt zu bald an unseren Kassirer abzuliefern. Gebäuden u. f. w. zu verhindern. Er sei darum dem Ange- werden, um die Aufmerksamkeit der maßgebenden Behörde immer In Werkstuben, wo feine Vertrauensmänner sind, ist es flagten gegenüber im Recht gewesen, als er diesen beim Bekleben wieder auf einen Uebelstand zu lenten, unter welchem das Ehrenpflicht eines jeden einzelnen Kollegen, obigen Beschluß ausyon Zäunen mit Plakaten findend, seinen Namen feststellte. Der Publikum unfäglich zu leiden hat. Wer am Mittwoch Abend zuführen. Korridor der sechsten Stunde den Angeklagte blieb diesen Aussagen gegenüber bei der feinigen, daß Kriminal Kollegen! In unserem eigenen Interesse liegt es, unser MögSt. sich als Polizeibeamter bezeichnet habe, und schlägt dem Gerichtsgebäudes durchmaß, der traf vor dem Sizungszimmer liches zum Gelingen des Streits der Buchdrucker mit beizutragen. Gerichtshof einige Zeugen vor, ihn bittend, die Verhandlungen der 99.( jetzt 136.) Abtheilung auf eine Gruppe aufgeregter Darum sollte auch nicht einer von uns zurückſtehen, sondern zu vertagen, worauf der Gerichtshof mit Ablehnung von zwei Menschen, welche wie die Spänen im Käfig auf- und abliefen Manu für Mann sollte unsern Arbeitsbrüdern den Kampferder vier vorgeschlagenen Zeugen einging. und ihre innere Wuth nur mühsam unterdrückten. Es ist leichtern, wozu hauptsächlich pekuniäre Unterstützung erforderlich unerhört, so etwas den Bürgern zuzumuthen!" so philosophirte ist. Deshalb thue jeder seine Schuldigkeit bis aufs Aeußerste. Um die Berechtigung der bei den Schneidern ziemlich der Gine: ich stehe schon seit 11 Uhr hier und scheine um In dieser Bewegung, wo der gesammte Kapitalismus und mit allgemein eingeführten Sitte, die fogenannten„ Schmuhlappen" Mitternacht" erst dranzukommen j" so seufzte der Andere. ihm verbündet die Regierungen offen den Arbeitern gegenüber für sich zu behalten, handelte es sich in einer Anklage wegen wifchen rang wieder eine Frau verzweifelt die Hände und er stehen, muß Alles aufgeboten werden, damit der Sieg uns zufällt. Unterschlagung, welche fürzlich vor der 91. Abtheilung des örterte die Frage, was wohl die Kinder machen würden, denen Mit kollegialischem Gruß Schöffengerichts zur Verhandlung gelangte. Der Schneider- fie gesagt, sie sei zum Mittag wieder zu Hause und mehrere der Vorstand des Fachvereins der in meister S. lieferte für eine hiesige Firma Mäntel und Jackets andere Frauen fanken ermattet auf die Bank und versicherten, Buchbindereien und verwandten Betrieben in der Weise, daß er den Stoff zugemeffen erhielt. Im Februar daß sie es vor Hunger nicht mehr aushalten könnten. beschäftigten Arbeiter. erkrankte sein Buschneider B., der schon längere Zeit bei ihm be- drinnen beim Scheine zweier Petroleumlampen quälten sich der J. A.: Chr. Schopper. schäftigt war. Als derselbe so weit genesen war, daß er wieder Vorsitzende und zwei sichtlich abgemattete Schöffen schon arbeiten konnte, bat er seinen Meister, ihm Stoff nach der mehr als 6 Stunden mit einer herzlich unbedeutenden Wohnung zu schicken. H. ging darauf ein. Er schickte seinem Privatklage ab, für deren Erledigung der Herr Assessor Zuschneider ein Stück Tuch, das er von der Firma Gebr. Singer eine Stunde angesetzt hatte. Die Leute, welche draußen mit der Aufgabe erhalten hatte, daraus 12 Jackets herzustellen. auf dem Korridore ihren begreiflichen Mißmuth die Zügel B. nahm beim Zuschneiden alle Vortheile wahr, er schickte seinem schießen ließen, waren als Parteien bezw. Zeugen auf 11/2 resp. Meister die zugeschnittenen 12 Jackets, hatte aber noch so viel 12 Uhr Vormittags vorgeladen waren und die glücklich um Stoff übrig behalten, daß daraus ein dreizehntes Stück an 6 Uhr Abend 3(!!) an die Reihe kamen, um nun vom Vorgefertigt werden konnte. Dies Ueberbleibsel führte B. nicht ab. fizenden zu erfahren, daß ihre Sachen wegen vorgerückter Stunde Sein Meister erfuhr davon und zeigte ihn wegen Unterschlagung aufgehoben werden müßten. Diese nackte Thatsache bedarf feines an. Der Angeklagte behauptete, daß er nicht nöthig habe, den weiteren Kommentars, man braucht sich nur den Zustand der Rest abzuliefern, den er beim Buschneiden durch längeres feit sieben Stunden auf dem Korridor herumlungernden Beugen, Nachdenken und unter Aufopferung feiner Beit ge- der abgespannten Schöffen, der nahe an der Verzweiflung an wonnen habe. Der Meister Ansicht. gelangten Rechtsanwälte und des seit 8 Uhr im Dienst stehenden, Wieder eine behördliche Anerkennung des herrschen Der Angeklagte habe lediglich seine Pflicht gethan, abgematteten Gerichtsboten zu vergegenwärtigen, um zu dem Schluß den Nothstandes! Die Polizeibehörde von Stemscheid hat wenn er so geschickt wie möglich den ihm anvertrauten Stoff zu kommen, daß eine derartige völlig unzutreffende Zeitdisposition ein nach der Westfäl. freien Presse" das vom dortigen Volksverein verarbeitete, die Ueberbleibfel gehörten ihm, dem Meister, der Fehler ist, vor dessen Wiederkehr das Publikum dringend zu schützen geplant gewesene öffentliche Sylvesterfest u. A. mit dem allein seiner Auftraggeberin für die abzuliefernde fertige Waare ist. Zeit ist bekanntlich Geld und es erscheint doch kaum statthaft, Hinweis darauf verboten, daß jetzt Nothstand sei und des verantwortlich sei. Auf die Frage des Vertheidigers, ob er daß die Justiz über die Zeit des Publikums in so ausgedehntem halb zu öffentlichen Bergnügungen so wenig wie möglich Erdenn die Neberbleibsel der Firma Gebr. Singer zurückgebe, er Maße verfügt, zumal doch auch noch viele, sehr materielle Interessen laubniß ertheilt werden solle. Daß durch das Verbot von Festen widerte der Zeuge H. verneinend, worauf der Vertheidiger ihm in Frage stehen. Mit Recht warf eine der Parteien die PreisMit Recht warf eine der Parteien die Preis- gleiche Beobachtung dieses Verfahrens gegen Jedermann darf der Geschäftsvorhielt, daß er dann ja nur genau dasselbe thue, was er bei frage auf, wer ihm denn nun für seine Mehrausgaben ent- man bei der deutschen Polizei ja voraussehen dem Angeklagten für strafbar halte. Als Sachverständiger fchädigt? Er muß jedenfalls seinem Rechtsanwalt für den gang noch trübfeliger werden muß als er schon ist, kann indessen wurde einer der Inhaber einer hiesigen Mäntelfabrit vernommen, zweiten Termin noch einmal das Honorar bezahlen, welches für nicht verschwiegen werden, troßdem die Anerkennung des Noth Derselbe erklärte, daß es ein alter Brauch sei, dem Schneider die den ersten, nicht durch seine Schuld vereitelten Termin gezahlt standes der Einsicht der Remscheider Polizei ein sehr günstiges Ueberbleibsel zu lassen, welche bei dem Zuschneiden erspart wurden. ist und ein einfaches Rechenerempel ergiebt, daß bei so langer Beugniß ausstellt. In der Regel werde der Stoff schon so berechnet, daß größere Beitdauer auch die Beugengebühren wachsen, die schließlich doch Unruhen sollen, wie bem ,, Reichs- Anzeiger" aus Schweden Stücke nicht übrig bleiben könnten, ein geschickter Zuschneider eine der Parteien zu zahlen hat. Ob unter solchen Verhältnissen tönne aber den Stoff vortheilhafter ausnuten, wie ein weniger die Liebe und Hochachtung vor der Frau Justitia sich steigern berichtet wird, zwischen den streitenden Bergarbeitern der Kärrgeschickter. Wenn aber Stücke von zirka 1 Meter übrig blieben, tann, ist eine Frage, die wir nur andeuten. Jedenfalls hat das grube und der Polizei stattgefunden haben, weil die Ausso könne man dieselben nicht mehr als„ Abfälle" bezeichnen und Publikum ein Anrecht darauf, daß auch vor Gericht mit seiner ständigen sich im Zuge nach den Häusern begeben hatten, in ein gewiffenhafter Meister würde sie abliefern. Beit etwas haushälterisch umgegangen wird, namentlich, wenn denen jene Bergleute wohnen, welche sich am Streit nicht beDer Staatsanwalt beantragte darauf die Freisprechung wie in dem konkreten Falle- es sich um eine Sache handelt, theiligen. Die Polizisten forderten die Arbeiter auf, sich sofort des Angeklagten, der jedenfalls geglaubt habe, dasselbe Unrecht die schon zweimal vertagt war und deren Umfang dem vorfißen- au zerstreuen, was ihrerseits wohl nicht in der elegantesten Weise an die fraglichen Ueberbleibsel zu haben, wie sein Meister. den Assessor genau bekannt sein mußte. Mindestens hätte doch geschehen sein wird. Die Arbeiter ließen sich zu Drohungen hin Der Gerichtshof folgte diefem Antrage. die größere Verhandlung als legte auf die Tagesordnung gesezt reißen, die Polizisten wollten die„ Ruheftörer" verhaften, darauf werden müssen, damit die daran unbetheiligten Parteien vor der sollen die Streifenden die Polizei angegriffen haben. Soweit der Wegen Beleidigung der königl. Eisenbahn Betriebs. Tortur bewahrt blieben, ihre fonbare Zeit fechs Stunden lang Bericht des Regierungsorgans, der, wenn er zutrifft, was bei Direktion in mehreren Fällen stand gestern der Ingenieur unnüt vertröbeln zu müssen. Vielleicht geben solche Borkomm- den jedenfalls nicht burch Gewerkschaftsthätig. Christian Falkenburg vor der zweiten Straffammer des nisse, die gerade bei dieser Schöffenabtheilung durchaus nicht so te it disziplinirten Bergleuten ja möglich sein mag, Landgerichts I. Im Juni v. J. bestellte der Angeklagte bei der felten sein sollen, doch Veranlassung, eine Abhilfe dieses Uebel weiter nichts beweist, als die Unfähigkeit der alten Staaten, die Arbeiterfrage auch nur einigermaßen erträglich zu erledigen. Gisenbahn- Direktion ein Rundreiseheft über eine Tour, die er standes in die Wege zu leiten. Polizei und immer wieder Polizei das ist der Inbegriff der Regierungsweisheit in dieser Sache, und dieselbe Geschichte wiederholt sich in allen Ländern, auch im Deutschen Reiche, trots seiner vielberühmten Sozialreform. daß er anderer war die Betriebsdirektion. an Soziale Leberlicht. genau vorschrieb. Er bat, die Fahrkarte bis zum folgenden Tage am Billetschalter des Anhalter Bahnhofes für ihn bereit halten zu lassen, er wolle mit dem Zuge um 5 Uhr 30 Min. abreisen. Der Angeklagte wurde verhindert, zur angegebenen Beit abzureifen und als er einige Stunden später am Schalter Ein Weihnachtsgeschenk, wie es bie beutschen erfchien, erklärte der Beamte, daß das bestellte RundFabrikanten, insbesondere die Buchdruckereibefizer, faum jemals reifeheft nicht bereit liege. Der Angeklagte mußte deshalb einen ihren Arbeitern verabfolgen dürften, erhielten am 24. Dezember späteren Bug benutzen und will dadurch um sechs Mark geschädigt An alle zur Zeit noch in Berlin und Umgegend die Arbeiter der bekannten Scotia Maschinenwerte in sein, daß er nicht, wie er berechnet hatte, auf der ganzen Strecke beschäftigten Maurer! Den Schnellzug benugen konnte, sondern sich theilweise mit dem Kollegen, Genossen! Die Vorgänge, welche sich auf dem Sunderland von dem Besizer derfelben, Mr. Allan. Gr Personenzug begnügen mußte. Er erhob Anspruch auf Rück- Kampfplay der Buchdruckerei- Arbeiter in letzter Zeit abgespielt machte den Arbeitern bekannt, daß von jest ab der 8 stündige zahlung von 6 W., wurde aber abgewiesen mit der Begründung, haben, besonders das Vorgehen des Nachfolgers des Herrn von Arbeitstag( 48 Stunden pro Woche) für alle Arbeiter Durch nicht rechtzeitige Abholung des Rund- Puttkamer, des Ministers v. Herrfurth, zwingen uns dazu, noch ohne Lohnabaug in seinem Etablissement eingeführt sei. reifeheftes die Unregelmäßigkeit selbst verschuldet habe. mals ein paar Worte auf diesem Wege an Euch zu richten. Die Nun, deutscher Spießbürger, was sagst Du dazu? Nun richtete richtete der der Angeklagte eine Reihe beleidigender Invalidenkasse der Buchdrucker ist, natürlich nur zur Sicherung Die Maler in Süd- Wales streiten seit Anfang Dezember, Briefe Er behauptete, daß der Invaliden, mit Beschlag belegt. Gine andere Anordnung weil die Meister von den seit letztem Februar in Kraft gewesenen er als ehemaliger Betriebsbeamter einer holländischen besagt, der Vorstand der Buchdrucker- Organisation dürfe aus Bereinbarungen ohne Einhaltung der Kündigungsfrist zurückEisenbahn die Vorschriften genau lenne. Das Rundreiseheft Vereinsmitteln an Streikende keine Unterstügung mehr verabsolgen. getreten, also tontrattbrüchig geworden sind. hätte ihm zur Verfügung liegen müssen, bis es ihm beliebte, es Ob diese leytere Anordnung nur erfolgt ist, weil das Auszahlen zu holen. Die gegentheilige Grklärung der Betriebsdirektion focht von Streifgeldern gegen die Statuten verstößt, oder aber, ob da der Angeklagte in Schriftstücken an, die das Maß des Erlaubten bei die väterliche Fürsorge" in der Richtung obwaltete, daß weit überschritten. Er bediente sich Ausdrücke wie erbärmliche den Buchdruckern auch noch Gelder zu zukünftigen Streits übrig Ausrede" und behauptete u. A., daß man von den untergeordneten blieben, wollen wir dahin gestellt sein lassen. Thatsache ist, daß Beamten in Preußen die meisten Willkürlichkeiten zu erwarten sich die Buchdrucker für diese väterliche Fürsorge" ernstlich habe. Derartige Beleidigungen wiederholten sich in jedem Briefe. Der bedanken und in allen ihren Versammlungen einmüthig und entDie Mainzer Zigarren und Tabakhändler machen Angeklagte verjocht auch vor Gericht hartnäckig seinen Standpunkt, schlossen ausriefen:" Nun erst recht vorwärts, durch daß ihm Unrecht geschehen sei. Der Staatsanwalt beantragte Rampf zum Sieg!" Da sich der Stampf der Buchdrucker zum durch Inserat bekannt, daß sie von jetzt ab während der Winter wegen der Hartnädigkeit mit der die Beleidigungen fortgesetzt Klassenfampf entwickelt hat, ist es Ehrenfache aller unserer Sol- monate mit Ausnahme des Sonntags 9 Uhr Abends die worden waren, eine Gefängnißstrafe von drei Monaten. Der legen, die noch Beschäftigung haben( von den Arbeitslosen Geschäfte schließen. Bertheidiger, Rechtsanwalt Dr. Ivers, unterbreitete dem Gerichts- kann und wird Niemand etwas verlangen) hofe ein von der Strastammer zu Chemniß in einer ähnlichen recht für die kämpfenden Buchdruckerei Arbeiter einzuSache gegen den Angeklagten gefälltes Erkenntniß, worin auf treten und die Listen zum Generalfonds der Berliner Freisprechung erkannt worden war, weil der Angeklagte nicht für Maurer, aus welchem alle Arbeiter ohne Unterschied des Berufes völlig geistesgefund gehalten wurde. Der Vertheidiger beantragte unterstügt werden, in Umlauf zu feyen. 1500 Mart sind ben Buchdeshalb, den Angeklagten auf seinen Geisteszustand untersuchen druckerei- Arbeitern vom Generalfonds der Maurer Berlins bereits zu lassen. Diesem Antrage entsprach der Gerichtshof und vertagte überwiesen; sorgt dafür, daß wir die hart bedrohten Stämpfer zu diesem Zwecke die Verhandlung. für das Recht der Arbeit noch mit weiterem Pulver" versehen Sammellisten sind bei den Vertrauensleuten der Berliner Maurer in folgenden Lokalen stets zu haben: Wilhelm Garbe, Rüdersdorferstraße 8, bei A. Böhl ( nimmt zu jeder Zeit Beiträge entgegen); " fönnen. " nun erst St. Knöppchen, Markusstr. 31, bei Rusch( fassirt jeden Sonnabend); Der dicke Bäcker" war zu der Zeit, als noch in den Räumen des alten Lagerhauses Recht gesprochen wurde, einer der hervorragendsten Einbrecher Berlins, der ein ganzes Menschenleben in Buchthäusern zugebracht hat, mehrere gelungene Flucht versuche in Szene gesetzt hat und zum Lohne für seine Heldenthaten ein literarisches Denkmal in den vor einiger Zeit er schienenen Memoiren des Matrosen- Albert" erhalten hat. Es A. Käppel, Solms- u. Fürbringerstraßen- Ecke, bei Wriege ist jedoch freie Phantasie, wenn der leztgenannte literarische Verbrecher( tafsirt jeden Sonnabend); feinen ehemaligen Genossen durch das Henkerbeil enden läßt. So weit W. Harnisch, Antlamerstr. 49, bei Wartig( kassirt jeden ist es mit dem dicken Bäcker doch nicht gekommen, derfelbe bereitet Sonnabend); sich vielmehr vor, seinen Lebensabend im Zuchthaus zu verbringen. W. Gercke, Diedenhofener- und Tresckowstraßen Ecke, bei Sr stand gestern als Bäckergeselle Joh. Modrow vor der E. Schmidt; IV. Straftammer, um sich wegen einiger Einbrüche zu ver- E. Hanisch, Sornstr. 11, bei Bechlin, und Nostißftr. 40; antworten, die er in Gemeinschaft mit einem jüngeren, Arbeiter" 2u3, Rosenstr. 30, bei Wernau( daselbst sind Marken und Hermann 8obel ausgeführt hat. Es handelt sich babei aber giften zu jeder Zeit zu haben); B Ju Kiel ist den Besizern von Kegelbahnen durch die Polizeifünftighin schulpflichtige behörde untersagt worden, Kinder nach 9 Uhr Abends zum Auffeßen ber Regel zu benutzen. Das ist jedenfalls einmal eine Polizeiverfügung, melche man freudig begrüßen kann. Versammlungen. Die öffentliche Volksversammlung, welche feitens des Ausführungsausschusses der Streif- Kontrollkommission für den 6. d. M. zu Gunsten des Buchdruckerstreits nach dem Saale der Kronen- Brauerei einberufen worden war, hatte sich trotz der ungünstigen Witterung und der sehr entlegenen Lage des Lokals eines regen Besuches zu erfreuen. In derselben sprach Herr Philipp Schmitt über das Thema: Der Buch= bruderstreit ein klassentampf, und die Maßnahmen der Regierung." In allgemeinen Umrissen gab derselbe eine Schilderung der Buchdruckerbewegung vom Jahre 1848 an und ging sodann in seinen Ausführungen auf den jetzigen Ausstand in eingehender Weise ein, unter dem Beifalle der Bersammlung hervorhebend, daß derselbe lediglich der Verkürzung der Arbeitszeit gelte. Die Buchdrucker wären sich bewußt gewesen, daß durch diesen Schritt sie einen Vorstoß für die übrige Arbeiterschaft unternehmen. Die Prinzipale hätten dies wohl eingesehen und deshalb deshalb eine auch nur halbstündige Verkürzung der Arbeitszeit aus Prinzip abgelehnt. Der " straße 21 bet Seife. " Abends 9 Uhr, Stromstraße 28, bet Herzog, lebungsstunde. Gesang9 1 Sprechsaal. Die Redaktion stellt die Benutzung des Sprechsaals, soweit der Raunt dafür auzugeben ist, dem Publikum zur Besprechung von Angelegenheiten allgemeinen Interesses der Verfügung; sie verwahrt sich aber gleichzeitig dagegen, mit dem Inhalt desselben identifizirt zu werden. Ansstand sei durch die Leipziger Prinzipale provozirt worden or Berlins, Alte Jakobfiraße 75 bei Feuerstein. Arbeiter- Gesangverein Gesangverein ,, Gemüth= durch unerhörte Maßregelungen und so hätten die Buchdrucker" maig lödchen", Hochstraße 32a, bei Wilte. lich feit"( Puger), Seydelstraße 30.- Gesangverein Jugendfreuden", einmüthig den Kampf aufgenommen, wie es Arbeitern gezieme. Gartenstr. 162 bei Meißner. Gesangvereinris", Köpnickerstr. 127a bei ( Bravo.) 16 000 deutsche Buchdrucker standen zu Beginn des Rüfter. Gefangverein Collegia", Reichenbergerstraße 16, bet Bäßold. Rampfes im Ausstande. Von diesen haben 7000 die gestellten Gefangverein, Palme" in Belten, bei Schröder.- Gefangverein, Blaue Gesangverein Johanni", Rüdersdorferstr. 45, Gesellschaftshaus Ostend. Forderungen bewilligt erhalten, 9000 streifen noch, zu denen noch schleife" in Bantow, Mühlenstr. 24, bei Stöhr.- Gesangverein Vor Auf die Erklärung des Töpfermeisters Herrn Emil Brucks gegen 2000 Hilfsarbeiter und Arbeiterinnen hinzukommen. Als wärts 6"( Gem. Chor), Nieder- Schönweide, bet Stebenbaum. Gefang ist folgendes zu erwidern: der Vortragende die Machinationen schilderte, welche seitens der verein Sänger- Freiheit", Naunynftr. 43 bei Fröhlich. verein" Frete länge", Solmstr. 52, Ecke Barutherfstr. bei Faulseid. Herr Brucks schreibt: Noch nie habe ich die Absicht gehabt. Prinzipalität in Anwendung gebracht worden sind, den Ausstand Gefangverein Freiheit Gruß", Kaftanien Allee 35 bei Scholz. den bestehenden und von mir voll und ganz an zu hintertreiben, äußerte die Versammlung laut ihren Unwillen, Gesangverein ,, Morgenroth 4", Stopnic bei Wiedemann in Adlershof. erkannten Lohntarif herabzudrücken." Ja, warum bezahlt, ,, Wahrheit", An der Zwölf- Apostelfirche 7b bei Framfe. welcher sich steigerte gegenüber den Maßnahmen der Regierung, Gefangverein„ Steberfreund", Anhaltische Reſſource, Möckernjiraße 114. denn Herr Brucks den von ihm anerkannten Lohntarif nicht den Unterstützungsverein deutscher Buchdrucker betreffend. Troß Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. Er schreibt ja:„ Der neue im Oktober v. J. herausgegebene des tiefen Ernstes, welcher die Versammlung beseelte, brach sich Freitag: Berein Grüne Tanne" 9 Uhr bei Teßner, Martusstr. 8. doch eine intensive Heiterkeit Bahn, als der Vortragende den schaft, 9. M.- Abth. Jeden Dienstag und Freitag 8-10 Uhr, Blumenftr. 63a. erläuternden Ergänzungen um deswillen versehen worden, um Gefang-, Turn- und gesellige Vereine. Berliner Zurngenossen- und von mir anerkannte Lohntarif ist mit einigen Kampf des Herrn Eugen Richter gegen die Buchdrucker beleuchtete. Männerchor Waldesrauschen", Markgrafenftr. 87 bei Weigt. Daß der Buchdruckerausstand thatsächlich zu einem Klassenkampfe Männer- Gesang- Berein" union" Abends 9 Uhr, in der Berliner Bod- die leidigen Streitigkeiten bei den Lohnzahlungen zu verNun, wir Musikdilettanten- Berein Glode" 9-11, Uebungsstunde. Neue meiden." fönnen Herrn Brucks sagen, weil geworden ist, dem das vereinigte Kapital neben den gesellschaftlichen Braueret. Mitglieder werden aufgenommen. Gesangverein, ibertee". Bei Ulrich, ein großer Theil der Herrn Arbeitgeber es sogar gewünscht Machtfaktoren geeinigt gegenübersteht, zeigte Redner an dem Wrangelfir. 84. Stimmbefähigte Genossen werden gewünscht. Tambour Umstande, daß die Berliner Buchdruckereibesitzer von dem hiesigen vereinwirbel", Gartenstr. 52, bet Mifoley. Aufnahme geschulter mit hat, sind die Abänderungen so wie geschehen getroffen worden. Uebungsstunden Dienstag und Freitag von Weiter schreibt Herr Brucks, er könne doch keine Arbeiten beFabrikantenthum 50 000 M. erhalten haben, dasselbe sei in Ham- glieder vom 17. Lebensjahr an. 9 bis 10% Uhr. Karthaus'scher Gefangverein. Freitag, Lichtenberger zahlen, die nicht geleistet werden. Wir fragen Herrn Brucks, burg der Fall, ebenso hätten in Hannover die Fabrikanten und Buchdruckereibefizer gemeinschaftliche Sigung gehabt. Trotz alle- Musit- Dilettantenverein Staccato" Dirigent A. Sepfe. Freitag, welcher Ofen bei dem heutigen schiefen Kachelzeug mehr Arbeit dem seien die Buchdrucker entschlossen, den Kampf bis zum nahme neuer Mitglieder. Erscheinen fämmtlicher Mitglieder nothwendig. Auf macht, ob ein solcher mit oder ein solcher ohne Medaillon? Besonders machen wir Herrn Brucks auf die Position aufAeußersten fortzuführen und ersuchte Referent demzufolge die ge- Tambourverein Borussia", ehem. Alsen. Nebungsstunde jeden Dienstag merksam, um welche es sich auf dem Bau im Weidenweg 20 ge= Bergnügungssammte Arbeiterschaft um thatkräftigste Unterstützung. Der jezige und Freitag im Restaurant Feldhahn, Weidenweg Nr. 12. Ausstand habe die Buchdrucker auf die richtige Bahn geleitet, verein Glück auf", Abends 8 Uhr, Sigung bei Möwes, Fichte handelt hat( Ofen mit Kocheinrichtung). straße 29. Nach der Sigung Tanz. Gäste willkommen. Vergnügungs ihnen gezeigt, wohin sie gehören, zur allgemeinen Arbeiterverein„ Euphrosyne". Eizung mit Damen Abends 9 Uhr im Restaurant bewegung.( Bravo.) Sollten die Prinzipale, was er nicht er- Wohllebe, Alexandrinenstr. 110. Nach der Sigung Tanz. Gäfte willkommen. Immergrün Abends 9 Uhr, im Restaurant Heinicke, warte, doch zum Siege gelangen, so solle dieser Sieg zu einem Geselliger Verein Oranien fir. 36.- Stauchtlub, Weich felblatt", Abends 9 Uhr, Staliger Pyrrhus- Siege werden und die Prinzipale in diesem Falle austraße 147a bei Wichert. Gäfte, durch Mitglieder eingeführt, wiütommen. rufen Noch einen müssen: und solchen Sieg bei W. Spaeth, wir Rauchklub" Ohne 3wang", Abends 8% Uhr, Rauchklub Rothe Melte". Jeden Freitag Abends sind verloren."( Lebhafter Beifall.) Namens der Hilfs- Weinstraße 28. 9 Uhr bei F. Steuer, Weinstr. 22. Gäste durch Mitglieder eingeführt haben arbeiterinnen ersuchte Frau Böhme gleichfalls um nach Butritt. Rauclub Gemüthlich feit" tagt alle Freitag Abend um drücklichste Unterst zung und äußerten sich im Sinne des 9 Uhr bei D. Schröder, Reichenbergerstraße Nr. 24. Mitglieder werden auf Privat- Theatergesellschaft ,, Augusta Vittoria" heute Abend Referenten ferner die Buchdrucker Tüb bicke und John. Vom genommen. 9 Uhr: Sigung Perlebergerstraße 13. Aufnahme neuer Mitglieder. Stattlub Vorsitzenden der Versammlung, Genossen Millarg, wurde Tournee", Abends& Ubr, beim Geroffen Karl Ullrich, Wrangelſtraße 84. folgende Resolution beantragt: Gäste, durch Mitglieder eingeführt, willkommen. Pfeifentlub ,, Angra Die heute am Mittwoch, den 6. Januar, in der Kronen- Bequena", Sigung Abends 10 Uhr, Neue Sochfir. 53, bei Bergat. Gäste willkommen. Rauchtlub ,, Rothe Quaste", jeden Freitag Abend 9 Uhr Brauerei zu Moabit tagende zahlreich besuchte Boltsversammlung beim Genossen Gimede, Stopniderstr. 130. Gäfte find willkommen. Paul nimmt mit tieffter Entrüstung von den auf Betreiben des tapi- nice l'icher Musikverein ,, Allegro" jeden Sonnabend bei W. Bogel, talistischen Unternehmerthums von der Behörde getroffenen Unter- Sorauerstr. 13. Aufnahme von Mitgliedern. drückungs- Maßregeln gegen die im Ausstand befindlichen Buchdruckarbeiter und Arbeiterinnen Kenntniß, erklärt sich mit den um ihr gutes Recht kämpfenden Ausstehenden solidarisch und hält es für die Ehrenpflicht eines jeden zielbewußten Arbeiters, dieselben mit allen ihm zu Gebote stehenden Mitteln zum Siege zu ver helfen." 1 " Vermischtes. Nachdem noch verschiedentlich darauf hingewiesen worden war, Mülheim a. Rh., 6. Januar. Die hiesige Polizei verdie billige kapitalistische Presse, welche die Forderungen der Buch- haftete einen Hausknecht aus Köln, einen Genossen jener Eindrucker nicht bewilligt haben, nicht weiter zu lesen und dadurch brecher, die am 25. Dezember in das Pfarrhaus zu Schwerfen, gleichfalls indirekt den Buchdruckerstreit zu unterstützen und sich Kreis Euskirchen, eingebrochen sind und 9450 M. baares Geld, felber aufzuklären, und nachdem noch von den Genossen Millarg, sowie andere Werthfachen gestohlen haben. Die beiden Ein Unger und Räther die Bedeutung des jeßigen Buchdrucker brecher unternahmen nach der That eine Vergnügungsreise nach Ausstandes für die gesammte Arbeiterschaft hinreichend beleuchtet Belgien und Holland, wohin der Verhaftete sie begleitete. Geld worden war, gelangte nach einem Schlußwort des Referenten wurde in dem Besitze des Verhafteten nicht viel gefunden, wohl vorstehende Resolution zur einstimmigen Annahme. Der leber aber eine der beiden gestohlenen Taschenuhren. Ferner wurde schuß der fortgesetzten Tellersammlung wurde den streifenden in verflossener Nacht auf Veranlassung der Polizei in Hagen ein Buchdruckern überwiesen. Sammellisten find für Moabit zu haben junger Mensch hier festgenommen, der mit dem bei Hagen bei Buchdrucker Riet, Beusselstr. 17. Nachdem auch noch auf am Vorabend des Weihnachtsfestes verübten Mord in Verbindung den Kommers der Freien Vereinigung der Kaufleute am Sonn- stehen soll. abend auf dem Bock hingewiesen worden war, schloß die VerBunzlau, 6. Januar. gerieth während eines furchtbaren Sturmes vollständig in Das Dorf Rückenwaldau ſammlung mit einem dreifachen Hoch auf die internationale revolutionäre völkerbefreiende Sozialdemokratie. Brand. Die übrigen drei Volksversammlungen, welche in Selbstmord. In Marienburg erschoß sich der HutEachen des Buchdruckerstreits am Mittwoch Abend ab- fabrikant und Stadtverordnete Max Krüger. Als bei dem gehalten wurden und deren Ergebniß bereits in gestriger Nummer schweren Eisgange 1888 die an der Nogat befindlichen Stadt veröffentlicht werden konnte, hatten, von Unwesentlichem ab- theile Marienburgs plöglich unter Wasser gesetzt wurden, zeichnete gesehen, denselben vortrefflichen Verlauf wie die vorstehend ge- sich Krüger an der Spitze der freiwilligen Feuerwehr durch schilderte Versammlung, so daß von ausführlicherer Bericht- rühmliche Rettungsthaten aus. Eine Ehrenkränkung soll dem erstattung über dieselben Abstand genommen werden kann. im besten Mannesalter Stehenden sein ferueres Leben verleidet haben. 9 Der gewöhnliche Dfen, 3/2 Rachel lang, 21/2 Rachel breit, Schicht hoch, kostet 18,75 M.; die kleinste Kochmaschine koftet 6,25 M. Mithin würde der Ofen mit Rocheinrichtung 25 M. Arbeitslohn fosten. Nun soll Herr Brucks für genannten Ofen mit Kocheinrichtung nur 22,50 M. zahlen, ist das demnach ein unbilliges Verlangen? Denn daß die Kocheinrichtung ebensoviel Arbeit macht, wie die kleinste Kochmaschine, wird Herr Brucks wohl nicht bestreiten fönnen. Ferner erinnern wir Herrn Brucks an den Ausspruch vom Jahre 1886 in der Königsbank:" Daß, wenn eine Erhöhung des damaligen Lohntariss eintreten solle, es in türzester Zeit keine thönernen Defen mehr geben werde." Herr Brucks betreibt aber heute noch die Töpferei, während er bei der geschilderten Eventualität das Geschäft an den Nagel hängen wollte. Den Ofensetzern hätte Herr Brucks dadurch keinen Schaden zugefügt, höchstens seinem eigenen Geldbeutel, und daß dieser durch das weitere Setzen der Kachelöfen in feiner Weise Einbuße erlitten hat, wird Herr Brucks wohl zugeben. Der Vorstand des Vereins zur Regelung der gewerblichen Verhältnisse der Töpfer Berlins und Umgegend. J. A.: Heinrich Hoffmann. Depeschen. ( Depeschen des Bureau Herold.) Berglente an die streifenden Buchdrucker 250 M. und nach Pas Bochum, 7. Januar. In zehn Tagen haben die hiesigen Bergleute an die streikenden Buchdrucker 250 M. und nach Pas de Calais 50 M. abgeliefert. Wien, 7. Januar. Der Streit in den steyrischen Kohlengruben hält an. Nach Trifail gingen von hier 160 Arbeiter bebufs Kohlenverladung ab, weil die dortigen Arbeiter sich dem Streit anschlossen. Rom, 7. Januar. Die ausständigen Fiakerkutscher beschlossen in einer heute Vormittag abgehaltenen Versammlung, den Streik fortzusehen, Gewaltmaßregeln zu vermeiden und der morgen stattfindenden Sitzung des Munizipalrathes, in welcher die Gr richtung neuer Pferdebahnlinien auf der Tagesordnung steht, nicht beizuwohnen. Rom, 7. Januar. Die Polizei hat die Fuhrwerksbesizer aufgefordert, bei Strafe der Entziehung der Fahrlizenz, eine ge nügende Anzahl Wagen in den Dienst zu stellen. Mehrere Droschten werden von Detektives geführt. ( Wolff's Telegraphen- Bureau.) London, 7. Januar. Das„ Reuter'sche Bureau" meldet aus Kairo: Der Khedive ist gestorben. In der Versammlung der Bäckergesellen, welche gestern Staßfurt. Ein Mord ist in der Sylvesternacht hier an Nachmittag, von etwa 1500 Personen besucht, im Saale der Brauerei Friedrichshain tagte, erfolgte seitens des Herrn der Prostituirten Simonetti, die von ihrem Manne infolge Pfeiffer die Vorlage einer für das Polizeipräsidium bestellten ihres Lebenswandels verlassen war, verübt worden. Man fand Denkschrift, welche die Sonntagsruhe im Bäckergewerbe betrifft. Die Seiche des Frauenzimmers gestern Morgen unweit der Ju derselben sind alle Vorwände, welche seitens der Meisterschaft Krieg'schen Gärtnerei im Bodegarten auf; soweit festgestellt ist, gebraucht werden, um die Sonntagsarbeit in Permanenz zu er hat die Simonetti kurz vor ihrem Tode noch mit einem Manne Briefkaffen der Redaktion. flären, gründlich widerlegt. Die Denkschrift sowohl, wie auch Verkehr gehabt und ist dann erwürgt worden. Eine kleine Blutdie Ausführungen des Herrn Pfeiffer, welcher dringend zum lache, die möglicherweise auf einen Bluterguß aus dem Munde P. K. 100. Nein! Sie haben es ja nicht nöthig, Anschluß an die Organisation, an den Verband, ermahnte, zurückzuführen ist, fand man unmittelbar neben der Leiche auf. fanden die lebhafteste Zustimmung der Versammlung, und Ein weißer Rabe. Der Patriarch) von Venedig ist an der der freundlichen Einladung des Neujahrs- Gratulanten Folge zu leisten. die Denkschrift als solche allseitig Unterzeichnung. Die Frage Influenza gestorben. Er lebte und starb in einem aus's einfachste G. G., Antonstraße. 1. Wir können zwar aus Ihren AnDer Sonntagsruhe gab geeignete Veranlassung, die Lage möblirten Stübchen und verschmähte alle leiblichen Genüffe. Er des Gewerks zu beleuchten, was seitens einer ganzen Reihe von ließ in seinem weitläufigen Palaste weder heizen noch fochen, gaben nicht bestimmt ersehen, ob ein Betriebsunfall vorliegt. Aber Rednern geschah, welche gleichfalls den Bäckergesellen vor Allem sondern begnügte sich damit, an der einfachen Tafel der Semi- melden Sie den Unfall jedenfalls beim Polizeipräsidium an und Organisation empfahlen. Das Versammlungsbureau wurde naristen theilzunehmen. Während der Cholera- Epidemie besuchte verlangen Sie Unfallsrente. 2. Daß die Ortstrantentaffe für die Sein ersten drei Tage der Erkrankung fein Krankengeld zahlt, hätten schließlich beauftragt, die Denkschrift bezw. Petition dem Polizei- er die von der Seuche ergriffenen ärmften Bewohner. 3. Unver Präsidenten zu übermitteln. Nachdem beschäftigte die Versammlung bedeutendes Einkommen verausgabte er gänzlich für die Armen. Sie aus dem Statut sehr wohl ersehen können. ständlich. der Ausstand der Buchdrucker, über welchen Herr Philipp Er soll, wie man in tleritalen Kreiſen wissen will, vom Papste 2. E. 100. Erst wenn Ihre Braut 21 Jahre alt ist, hat Schmitt Vortrag hielt. Die Agitations- Kommission der Bäcker besonders geliebt und zu dessen Nachfolger ausersehen gewesen wurde beauftragt, den Buchdruckern weitere 30 M. zu überweisen, sein. Agostini stammte aus einer bürgerlichen, aber begüterten sie ein Recht, gegen ihren Vater auf Einwilligung in die Ver heirathung zu flagen. Bis dahin ist gegen seinen Widerstand außerdem bewilligte man denselben den Ueberschuß der Teller trevisanischen Familie. nichts zu machen. sammlung und verpflichtete sich, sie durch Einzeichnung auf Sammellisten thatkräftig zu unterstützen. Mit einem Hoch auf die Sozialdemokratie schloß die Versammlung. Bau des menschlichen Körpers. Berliner Verein für volksverständliche Gesundheitspflege und Naturheilkunde. Freitag, den 8. Jan., Abends 8 Uhr, im Englischen Sarten, Alexanderstr. 26-27, Bortrag des Herrn Alexis vom Rhein über den Fachverein der Uhrmacher ste. Sonnabend, den 9. Januar, Abends Uhr, Generalversammlung bei Wienece, Alte Jafobftr. 83. Tagesordnung: 1. Statutenänderung. 2. Regelung des Arbeitsnachweises. 3. Wahl des zwetten Schriftführers 2c. Der wichtigen Tagesordnung halber ist es Pflicht jedes Mitgliedes, zu erscheinen. Verein der Berliner Schirmmacher. Gigung am Sonnabend, den 9. Januar im Restaurant Triefchmann, Jüdenstraße. Vergnügungsverein Luftige Jugend" bet Fogge, Köpniderstraße, Sonnabend Abends 8 Uhr, 1. Sigung. Junge Herren und Damen find herzSele- und Diskutirklubs. Freitag. Karl Marx", Abends our bei Grube, Mariendorferstr. 10. Gäste haben Zutritt. Weften", Abends 8 Uhr bei Böhland, Bülowstr. 62. Gäste, burch Mitglieder eingeführt, haben lichst willkommen. " Triest, 5. Januar. Ganz Ober- Italien ist, wie man dem Wiener Fremdenblatt" berichtet, von der Influenza heimgesucht, namentlich Mailand, Como, Bergamo, Rovigo, Vicenza, Berona und Venedig. In Bologna find 300 Rekruten daran er krankt, in Turin und Genua zeigt die Krankheit einen bösartigen Charakter und ist die Sterblichkeit eine große. In Rom sind 8000 Influenzakrauke, darunter der Miniſter Chimirri und viele Deputirte; auch der Vatikan ist sehr heimgesucht. 2. D., Saarbrückerstraße. Der Klub kann auch über die Polizeistunde hinaus tagen. C. Sch., Gerichtsstraße. Wenn Sie die 3 M. nicht ausdrücklich unter Vorbehalt gezahlt haben, so ist nichts zu machen; anderenfalls können Sie auf Rückzahlung flagen. Jedenfalls tönnen Sie sich über die völlig ungerechtfertigte Handlungsweise der betr. Behörde beschweren. E. M. S. Es heißt in beiden Fällen ,, mich", nicht, mir". Der Lotal- Anzeiger" hatte also diesmal recht. Paris, 6. Januar. Die chinesische Botschaft hat in einer offiziellen Note ihre Anklagen gegen den ehemaligen General P. P., Muskanerstr. 33. Wenn die verspätet gezahlten scheng- chi- tong formulirt. Hiernach ist dieser schuldig Mitgliederbeiträge vorbehaltlos angenommen worden sind, so muß befunden worden der betrügerischen Aufnahme einer An- die Kasse das Krankengeld zahlen und kann sich nicht auf die verleihe von 100 000 Franks bei der Banque de Paris im Namen spätete Beitragszahlung berufen. der chinesischen Gesandtschaft unter Anwendung von Namensfälschung, sowie des Einkaufs von Juwelen in einem Pariser Laden gegen einen auf den Namen der Botschaft gefälschten Wechsel. Wegen beider Vergehen ist gegen Tscheng- chi- tong auf Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Freitag. Uebungs- Degradation und Gefängniß erkannt worden. stunde Abends 9 Uhr. Aufnahme von Mitgliedern. Saifer'scher Männerchor", Schönhauser Allee 28 bei Kuhlmey. Arbeiter Gesang- Der beliebte Recitator und Reutervorleser Arthur 6 M. decken das Abonnement für Januar und Februar. verein Nor d", Brunnenstr. 38 bei Gnadt. Arbeiter- Gesangverein Bor- Roebner ist am 22. Dezember im Deutschen Hospital in wärts 1", S.0. Adalbertstraße 21 bei Stoll. Summer' scher GesangDerein", Landsbergerstraße 31 bet Musehold. Buchbinder Männer Philadelphia an Lungenentzündung gestorben. Zutritt. Verband " V der Steinmetzen. Verbandsmitglieder- Versammlung am Sonntag, den 10. Januar 1892, Vormittags 10 Uhr, im Lokale des Herrn Müller, Johannisstr. 20. Tages- Ordnung: 1. Stellungnahme zum Gewerkschaftskongreß. 2. Wahl eines Delegirten. 3. Wahl eines Vorstandsmitgliedes. 4. Verschiedenes. Es ist Pflicht eines jeden Verbandsmitgliedes, in dieser Versammlung zu erscheinen. Der Vorstand. 291/9 Ein gutgehendes Schankgeschäft im| Splittgerbergaffe 1-2( Wallstraße) Often ist wegen Krankheit des Inhabers 4 Fabrikfäle( feine Tischler) 650 bis fofort zu verkaufen. Näheres bei 850 Mart auch mit Wohnung. A Fröhlich, Grüner Weg 65, I. [ 845b Geübte Präger u. 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