Nr. 180. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 mt., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagss Nummer mir illustrierter Sonntagss Beilage ,, Die Neue Welt" 10 Pfg. Posts Abonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Eingetragen in der Post- Zeitungs Preisliste für 1900 unter Br. 7971. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat, Erscheint fäglich außer Montags. 17. Jahrg. abilite Insertions- Gebühr Vorwärts Berliner Volksblatt. beträgt für die fechsgespaltene Kolonel. zeile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewertschaftliche Vereinsund Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Ternsprecher: Rmt I, nr. 1508, Telegramm- Adresse: ,, Socialdemokrat Berlin" Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Fernsprecher: Amt I, Nr. 1508. Vaterlandslose Agitatoren. Wilhelm II. hat am Freitag in Bremerhaven wieder eine Rede gehalten. Diesmal richtete sie sich an die Arbeiter der Werften. Je 15 Arbeiter des„ Norddeutschen Lloyd" und der„ Hamburg- AmerikaLinie" wurden mit Ehrenzeichen bedacht, und der Kaiser begleitete den Att mit folgender Ansprache: " Ihr seid hier versammelt worden, um meinen kaiserlichen Dant zu empfangen für die Hingabe und Aufopferung, mit der Ihr an der Fertigstellung der Dampfer für meine Offiziere und Soldaten gearbeitet habt. Dant Eurem rastlosen Bemühen ist die prompte pünktliche Absendung der Transporte möglich geworden, dadurch habt Ihr es einmal ermöglicht, daß unsre Truppen möglichst schnell auf den Kampfplatz lommen, zum andern habt Ihr unsre Leistungsfähigkeit auf diesem bisher von uns noch nicht betretenen Gebiete vor der ganzen Welt ins beste Licht gesetzt, und dadurch nach beiden Richtungen hin unfrem Vaterlande unschäßbare Dienste eriviefen. Die Auszeichnungen, die ich Euch dafür verleihe, sollen meine Anerkennung sein, aber auch zugleich ein Ausdruck meiner Zufriedenheit, daß Ihr nicht dem schlechten Beispiel der durch vaterlandslose Agitatoren verführten Arbeiter Hamburgs gefolgt seid, sondern den Patriotismus des deutschen Arbeiters fleckenlos gewahrt und wacker mitgearbeitet habt für die Schlagfertigkeit unsrer braven Armee. Ehrlos der, welcher im Moment der Gefahr sein Vaterland im Stich läßt! Erhaltet Euch den guten deutschen Geist, den Ihr bewiesen, dann wird der Dank des deutschen Volks und meine Anerkennung Euch nie fehlen." So übermittelt das Wolffsche Telegraphenbureau den Wortlaut. Nach einer andren Lesart lauteten die letzten Säge: ,, Die Medaille, die Ihr erhaltet, ist jedoch nicht nur ein Zeichen meines Dantes für Eure Arbeit an sich, sie spricht Euch auch meine Anerkennung dafür aus, daß Ihr nicht dem Beispiel der vaterlandslosen Gesellen gefolgt seid, die gerade jetzt die Arbeit niedergelegt haben. Ehrlos, wer sein Vaterland im Stiche läßt. Ihr habt gezeigt, daß Ihr Ehrenmänner seid." Die Ansprache schließt sich in der Stimmung durchaus den früheren Chinareden an. Wie dort richtet sich auch hier der Kaiser in leidenschaftlicher Abwehr gegen den Feind. Die neueste Rede zwingt dazu, die Berechtigung des kaiserlichen Protestes Bug für Zug an den Thatsachen in einwandfreier Schlüssig= feit zu prüfen. An sich beanspruchen wir natürlich für die Arbeiter unter allen Umständen das Recht, eine günstige Konjunktur nach Kräften aus zunuzen. Genau so wie die Armeelieferanten jetzt die durch die Chinafahrt gebotene Gelegenheit so vorteilhaft wie möglich verwerten es wäre sehr interessant, wenn die Kriegsverwaltung die Preise ver öffentlichen würde, die sie für Ausrüstungsgegenstände an den Patriotismus der Fabrikanten und für die Schiffe an den vaterländischen Opfermut der Dampfergesellschaften zahlen muß genau so, vielmehr in weit höherem Maße haben die Arbeiter das Recht, ihre Arbeitskraft so tener wie möglich loszuschlagen. Es ist aber nicht nötig, in diesem Falle über die socialen Grundrechte zu diskutieren; denn die Voraussetzung, die der Kaiser macht, trifft gar nicht zu. Wilhelm II. legt seinem unsres Erachtens an sich socialpolitisch irrigen Urteil eine Voraussetzung zu Grunde, die in jedem Punkt den wirklichen Vorgängen widerspricht, ja deren gerades Gegenteil richtig ist. Die Hamburger Vorgänge sind allgemein bekannt, die Thatsachen selbst find in einer jeden Zweifel ausschließenden Weise längst festgestellt. Da muß es geradezu erschreckend wirken, daß die verant. wortlichen Ratgeber des Kaisers ihn so mangelhaft unterrichten, daß der Monarch eine Ansicht gewinnt, die mit den Thatsachen unbereinbar ist. Diese verhängnisvollen Mängel der Information find nicht das erste Mal in die Erscheinung getreten. Wir wissen, daß bei der Vorbereitung der Buchthausvorlage solche unrichtigen Informationen eine Rolle gespielt haben. Noch lezthin gelegentlich der Verstümmlung von Denkmälern an der Siegesallee vermutete der Kaiser die Schuldigen unter streikenden Steinmeßen und mußte erst von einem hohen Stommunalbeamten darauf hingewiesen werden, daß zur Zeit der Unthat die Steinmegen gar nicht im Streit waren. Sonntag, den 5. August 1900. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Fernsprecher: Amt I, Nr. 5121. deshalb jetzt der brutale Aft der Unternehmer mit einer all- Wenn also die Anklagen des Kaisers jemand treffen, so gemeinen Niederlegung der Arbeit beantwortet werden. So fönnen es nur die schuldigen Unternehmer und Direktoren sein. Es wüßten sich die Werftbesitzer durch Ueber- und Nachtarbeit immer wird für die Herren Ballin und Wiegand, die in intimstem Verkehr noch zu helfen, während sie bei einem allgemeinen Ausstand völlig mit dem Kaiser stehen, nicht sonderlich angenehm sein, sich lahmgelegt würden. Würden sie dann auch auf Grund der Streit als vaterlandslose Gesellen fühlen zu müssen, die das Vaterland flausel ihrer kontraktlichen Verpflichtungen ledig, so würden sie in der Stunde der Gefahr im Stiche lassen. doch des lieben Profits willen schon bald zu Unterhandlungen bereit sein, weil Arbeit ganz außerordentlich viel vorhanden sei. Zwar sei von der auswärtigen tapitalistischen Presse in den letzten Tagen den Hamburger Werftarbeitern der Vorwurf der Baterlandsfeindlichkeit gemacht, und man werde bei einem allgemeinem Ausstand noch mehr schmähen, aber demgegenüber sei darauf hinzuweisen, wie der ganze Kampf entstanden sei: Los von China! Es ist nicht unsre Aufgabe, die Regierung vor der wachsenden Erbitterung der Arbeiter zu warnen. Aber deß kann sie überzeugt sein: diese in jeder Hinsicht unberechtigte Anklage, die auf unrichtiger Informierung des Kaisers beruht, diese Vertauschung derSchuldigen wird nur dann in ihren Wirkungen einigermaßen abgeschwächt werden, wenn sich die Regierung entschließt, in aller Form zu erklären, daß die Bremerhavener Ansprache auf falschen Voraussetzungen beruht abgesehen davon, daß es sich in der Chinaerpedition überLange bevor auch nur ein Mensch in Deutschland an haupt um teine„ Gefahr des Vaterlands" handelt, die Chinawirren gedacht habe, hätten die Werftarbeiter an Wir werden abwarten, ob die Regierung die Klugheit besigt, die Unternehmer das Ersuchen um Unterhandlungen betreffs in diesem Fall den Thatsachen die Ehre zu geben. einer geringen Lohnaufbesserung gerichtet, feien aber gar feiner Antwort gewürdigt worden. Nach wiederholtem vergeblichen Versuch habe man dann vorläufig verzichtet. Nur die Nieter der Reiherstiegwerft hätten ihre Direktion um Aufbefferung des Stundenlohns um einen einzigen Pfennig pro Stunde gebeten, damit sie mit den Nietern der übrigen Hamburger Werften wenigstens gleichgestellt würden. Als ihnen das abgeschlagen sei und man nicht einmal mit ihnen habe unter- Der völlige Zerfall der Mächte wird nun von niemand mehr handeln wollen, hätten sie in einer Anzahl von etwa 120 Mann geleugnet. Die Lossagung Englands von der Politik der Nache, die die Arbeit niedergelegt. Dabei sei jedoch zu bemerken, daß die Arbeit kaum zu bezweifelnde Mutmaßung, daß einzelne Mächte insgeheim nicht an einem für den Chinatransport bestimmten Dampfer nieder- mit China unterhandeln, verstimmt natürlich besonders in Deutschgelegt und daß an solche Tranportdampfer damals überhaupt noch land, wo der feinköpfige" Graf Bülow im Gegensatz zu allen nicht zu denken gewesen sei. Das betreffende Schiff sei der andren Mächten die Politik der Schneidigkeit, unter dem Dampfer Lesbos", derselbe, der mit nur verschraubten Platten als Bewunderungsklatschen seiner offiziösen Schutztruppe getrieben ein Sargschiff nach England gegangen, dort aber noch gar nicht hat. So versucht man denn auch von Berlin aus, Del ins verangekommen sei. Weiter hätten 80 Schlosser und Schmiede des löschende Feuer zu gießen und geht sogar so weit Aktien- Docks, die die von den Nietern verlassene Arbeit am Lesbos" man weiß nicht, mit welchen Beweisgründen die Briefe der Gehätten machen sollen, die Arbeit niedergelegt. sandten für Fälschungen zu erklären; die frühere Mißachtung der chinesischen Diplomatie schlägt jetzt in eine Zuerkennung wahrhaft teuflischer Künste um. V Die direkten beglaubigten Nachrichten von den in Peking Eingeschlossenen sind wieder versiegt. Die Chinesen lassen keine weiteren Nachrichten durch. Die Sensationsblätter füllen die Lücke wieder munter durch ihre blutrünftigen Erfindungen aus. Um diese 200 Mann, die mit gar keiner China arbeit auch nur das allergeringste zu thun gehabt hätten, zur bedingungslosen Wiederaufnahme der Arbeit zu All diese Scharfmacherei der Offiziösen der völlig isolierten atvingen, hätten die Werftbesizer, obwohl damals schon deutschen Politik wird die den anderen Mächten sich mehr und mehr aufdie China Arbeit in Aussicht stand, 3000 Mann ans- drängende Erkenntnis nicht mehr rückgängig machen, daß es keinen Sinn gesperrt und sich selbst so in die Lage gebracht, die Chinadampfer hat, die ungeheuren Fehler der bisherigen europäischen Chinanicht fertig stellen zu können. Durch ihre Brutalität hätten die politik durch noch größere Fehler zu überbieten. Man scheint sich Unternehmer einen Ausstand geradezu provoziert, aber man habe nicht mehr der von der deutschen Socialdemokratie von Anfang au bis jetzt an sich gehalten. Fürder werde es nicht so weitergehen. vertretenen Meinung zu verschließen, daß eine Fortsetzung der GewaltEs müsse jede Ueberarbeit strengstens verweigert werden und bei politit die wirtschaftlichen Interessen der Mächte für absehbare Zeit daraus folgenden Maßregelungen müßten sich sämtliche Arbeiter völlig aussichtslos machen muß. Darum sucht man mit China, des Betriebes mit den Gemaßregelten solidarisch erklären nicht gegen China, so bald wie möglich das gefahrvolle Abenteuer, und die Arbeit niederlegen. Andre Nedner warnten, so gut es gehen mag, zu beendigen. solche Beschlüsse in einer öffentlichen Versammlung zu faffent. Los von China. los von der Chinapolitik der gepanzerten Und schließlich wurde dann eine Resolution angenommen, Faust, das ist die Losung und die Sehnsucht der einsichtigen in der die Lokalverwaltung des Metallarbeiter- Verbands beauf- Mächte. Deutschland freilich pocht weiter auf die Fülle seiner Soltragt wird, geeignete Schritte zu thun, um nochmals eine daten und wird weitere 10 000 Mann aus der Kraft der deutschen Verhandlung mit dem Arbeitgeber Verband zu Jugend ins Ungewisse hinaussenden, in einen Sühnenzug, der für versuchen, worin aber auch gleichzeitig ausgesprochen wird, daß die Deutschland keinerlei Vorteile bringen kann, würde ihm selbst ein Arbeiter auf keinen Fall die Arbeit bedingungslos aufnehmen militärischer Erfolg befchieden sein, was durchaus noch nicht werden. Eine geschlossene Mitglieder Versammlung, in der fest steht. eventuell der Ausstand beschlossen werden soll, findet am Mittwoch nächster Woche statt." Wir fügen diesem Bericht, in Erinnerung bereits früher mit geteilter Thatsachen, zur Aufklärung nur noch zusammenfassend hinzu: Erstens: Der Streit der 120 Mieter ist lange vor den chinesischen Wirren entstanden. Außerdem kommen bei den Um bauten an den Transportschiffen nach China überhaupt keine Nietarbeiten in Betracht. 8 weitens: Nachdem die Aufträge für die Chinaschiffe gegeben worden, sperrten die Unternehmer die Werftarbeiter aus. Als Vorwand diente ihnen die selbstverständliche Weigerung der Werftarbeiter, gegen die Nieter die, wohlbemerkt überhaupt nichts mit den Arbeitern an den Transportschiffen zu thun hatten als Streifbrecher zu dienen. Drittens: Die wirkliche Absicht der Aussperrung ging dahin, Das jezige Beispiel einer thatsachenwidrigen Information über die Arbeiter zu einem Streit zu provozieren. Die Werften waren trifft aber alles, was bisher bekannt geworden. Ja, es fällt schwer, mit Aufträgen so überhäuft, daß sie fürchten mußten, nicht rechtin diesem Fall an den guten Glauben der Personen nicht zu zeitig fertig zu werden und damit Konventionalstrafen zu verzweifeln, die dem Kaiser über die Hamburger Vorgänge berichtet fallen. Ein Streit hätte sie dank der Streifflausel in ihren haben: man möchte vielmehr an eine tendenziöse Scharfmacherei Verträgen jeder Verpflichtung entbunden, und darum suchten denken, die kein Mittel, auch das der offenkundigen Unwahrheit sie durch jenen Gewaltakt einen Streit zu provozieren, was allernicht, verschmäht, um für ihre Zwecke das Ohr des Kaisers zu ge- dings mißlang. winnen. Die Informatoren, die den Kaiser von den Hamburger Geschehnissen erzählt, haben die Wahrheit direkt auf den Kopf gestellt. Die an den Transportschiffen beschäftigten Arbeiter haben überhaupt nicht gestreift, sondern sind in einem brutalen Gewaltatt von den Unternehmern ausgesperrt worden. Am Freitag Abend hat in Hamburg eine Versammlung der aus gesperrten Werftarbeiter stattgefunden, in der ein Situationsbericht gegeben und zugleich die Vorgeschichte der Aussperrung noch einmal mit aftenmäßiger Genauigkeit festgestellt wurde. Einem uns zugegangenen Bericht entnehmen wir folgende Einzelheiten, die freilich im wesentlichen mur bereits Bekanntes bieten. In der Versammlung wurde dargelegt: Viertens: Die Arbeiten an den Transportschiffen hätten in wenigen Tagen troß der Aussperrung von den Hamburger Unternehmern ausgeführt werden können, wenn sie nur gewollt hätten. Aber sie waren froh, diese Aufträge abschieben zu können, zumal sie in dieser künstlich herbeigeführten Verlegenheit ein hübsches Mittel fahen, wieder einmal gegen die Arbeiter zu hetzen. Denn der Hamburger Arbeitgeberberband bedurfte eines Agitationsmittels; es bröckelte in dem Verband und es galt für die Scharfmacher, ihren Einfluß zu retten. So liegen die Thatsachen! In der bürgerlichen Presse Deutschlands beginnt sich leise nach den Orgien der Chinatollheit ein Umschwung zu vollziehen. Vielleicht ist die Zeit nicht mehr fern, wo nur noch die Offiziösen Bülows dessen Politik verteidigen werden, während die unabhängigen Elemente geneigt sein werden, den socialdemokratischen Ungefchick lichkeiten und den Provokationen", wie der gönnerhafte„ Frankfurter Beitungs"-Offiziofus des wizigen Grafen schreibt, beizupflichten. Der Ruf dürfte auch bei uns bald lauter und in weiteren Kreisen erklingen: os von China! Der Vormarsch. " Daily News" melden aus Tientsin" vom 26. Juli, die Oberbefehlshaber aller Nationen seien darin einig, daß der Entsatz von Befing durch die Engländer unnötig verzögert werde. Es herrsche großer Umwville darüber. Auch in Rußland ist man gegen den sofortigen Vormarsch. Das militärische Fachblatt, der„ Russische Invalide", betont, daß es ein a gnis wäre, den Marsch vor Beendigung der Regenperiode zu beginnen. Gegen Ende August pflege trockenes Wetter mit sinkender Temperatur einzutreten. Die Aktion gegen Peking hätte auf der großen Straße ihren Anfang zu nehmen, nachdem alle Truppen der Mächte verfammelt sein würden, d. h. in der zweiten Hälfte des August. Die Lage in Peking. Nach einem Telegramm der" Times" aus Shanghai vom 2. August besagt eine Depesche des Gouverneurs von Schantung, daß die fremden Gesandtschaften in Pefing am 27. Juli noch sämtlich wohlbehalten waren. Die Boyer und die chinesischen Truppen bekämpften sich gegenseitig.(?) Chinesische Flüchtlinge aus der Hauptstadt berichten, die Häuser der meisten reichen Einwohner Betings feien von den Soldaten Yung- lus und Tung- fuh- fiangs geplündert worden. Zu den auf Befehl Li- ping- hengs enthaup= teten Personen gehörte auch der frühere Gesandte in Petersburg Hsu- tsching- tscheng. Die einzigen angesehenen Leute, welche die Friedenspolitik des Prinzen Tsching unterſtüßten, seien die Generale Yung- lu und Wang- weng- schao. Ihr Einfluß sei aber gering. Chinesische Politik. Wenn die Arbeiten an den Transportschiffen eine Verzögerung erlitten hätten, so wäre dies einzig und allein das Werk der Unternehmer gewesen, die wegen der Ueberbürdung mit Aufträgen durch Eine englische Meldung aus Shanghai besagt, daß Li- HungDie Lage hat sich in der letzten Woche in keiner Weise eine Massenaussperrung einen Streit zu provozieren suchten, und Tschang die Veröffentlichung von Proklamationen vorbereitet, geändert. Von sämtlichen Rednern wurde deshalb betont, die Mitschuldigen wären die Herren Ballin und Wiegand, die welche durch besondere Beamte in der ganzen Provinz Tschili verman müsse andre Schritte thun. Wenn man auch noch auf lange Direktoren der großen Dampfergesellschaften, die ihre Pflicht verbreitet werden sollten. Das Dokument sei eine AmnesticWochen hinaus die ausgesperrten 3000 Mann erhalten könne, so säumt haben, mit allem Nachdruck den Machinationen der Hamburger Erklärung für alle die Boxer, welche etwa aufhören sollten, sei das doch sicher ein nicht allzu nugbringendes Opfer. Es müsse ¡ Unternehmer zu steuern, Unruhen zu stiften und nach Hause zurückkehren würden. pl " Sensationsnachrichten. Ten Daily News" wird aus Tientsin vom 25. v. W. gemeldet, ein dort aus Debaodiesee(?), einer christlichen Ortschaft 10 Meilen von Tientsin, eingetroffener Flüchtling berichte, daß 10 000 bis 15 000 Konvertiten von kaiserlichen Truppen hingemordet jeien.(???) Ein Bogerplakat " im Batifan ein ehrlicher Friede geschlossen und das Unrecht zollfreien Waren follen zoIIpflichtig werden, vom 20. September 1870 wieder gut gemacht wird. Die Tragweite dieser Vorschriften ist gar nicht zu ermessen. " Wem bisher die Furcht vor den radikalen Gehen z. B. Waren in Kisten als äußerer Ilmschließung und in Elementen die Hauptschuld daran trug, daß dieser Gedanke Pappkasten als innerer ein, dann sind sowohl die Kisten ( des Ausgleichs) nicht verwirklicht wurde, so darf man hoffen, daß als auch die Pappschachteln für sich zu verzollen. Ballen in Um die ruchlose That von Monza den Gedanken zum Durchbruch hüllung aus Leinewand, Matten aus Schilf und mit eisernen Neifen bringen wird: Die Allianz mit den Radikalen ist müssen zur Einzelverzollung der Umschließungen der Untergang der Dynastie und des König- gesprengt werden. Solche Ballen find aber gar nicht wieder ist von den verbündeten Truppen aufgefunden worden. Diese Bogertums. Nur die Aussöhnung mit dem Vatilan und der enge verfandtfähig herzustellen, da sie zur Umlegung der Reifen gepreßt Broklamation beginnt mit einer fraftvollen Auflage gegen die in den Aneinanderschluß aller Konservativen fann die Monarchie vor dem werden müßten. Und mum denke man aut alle jegt zollfrei Beamtenkreisen herrschende Korvnption. Nur wer reich sei, tönne noch Zusammenbruch retten!" eingehenden Massengüter, die an der Grenze nur der Revision be= zu Amt und Würden fommen, indem er sich sein Amt faufe. Der Die„ Radikalen" der Germania" sind in Wirklichkeit die züglich des Juhalts unterliegen. Künftig werden sie angehalten zur Kaiser nehme von dem Reichtum seiner Minister, diefe expreßten Geld von den Mandarinen, und legtere hinwiederum phinderten das reattionären Bourgeois, welche das italienische Ermittelung des zollpflichtigen Gewichts der Fässer, Säcke usw., in Bolt aus. Das ganze Bolf," heißt es dann weiter ist in Elend Bolt wirtschaftlich aussogen und politisch würgten, aber benen sie verfandt sind. Der finanzielle Erfolg wird nur ganz gering verinken, und alle Beamten nähren sich durch Erpressungen. Der und daher die Thränen des Centrumsblatts an dieser sein, denn zur Bewältigung dieser Arbeit muß das 3ollan dieser Zustand des Damen ist unbeschreiblich. Auf fetnem Markt und in gewinnreichen Beschäftigung das Pfaffentum nicht teilnehmen beamtenpersonal mindestens verdoppelt und die Bollabfertigungsräume müssen bedeutend erweitert werden. feiner Gilde find find Geschäfte möglich ohne Bestechung. Die ließen. Trotzdem werden kolossale Verkehrsstockungen eintreten. Und diese Beamten müssen bestochen werden, und alle Arten von Erpressungen Unfre Nationalliberalen, die Seelenverwandten einschneidende Maßnahme begründet man mit dem dürftigen find im Schwunge. Das unwissende und hilflose Volk muß sie der bürgerlichen Reaktionsparteien Italiens, weisen die Save, daß die Zollfreiheit der ausländischen Umschließungen gefeßlich dulden. Die Beamten.... sind alle gleich. Unrecht erworbenes Gut ist ihr einziges Streben. Das Recht ist ans der Welt ver- Germania" zurück durch die Erinnerung an die sociale Fäulnis ungerechtfertigt erscheine und die deutschen Kistenmacher, Böttcher chwunden, nichts als Bank und Bedrückung auf jeder Seite. Die und politische Verwilderung, die gerade unter konservativ- und Sackfabrikanten schädige. Wer die Umschließungen nicht verProzesse sind nicht zu zählen. Auch wenn das Recht auf Deiner christlicher Herrschaft herrschten und gewaltsame Revolutions- zollen will, muß fie entweder sofort vernichten oder unter zollamtlicher Kontrolle wieder ins Ausland bringen lassen. Dadurch Seite ist, Du erreichst im Namen nichts, außer Du kannst die ausbrüche erzeugten. Die Münchener Allgemeine wird der Handel ganz unerhört belästigt werden. Am meistent Richter bestechen. Und es giebt niemanden, an den der Unter- Beitung" erzählt: betroffen von den erhöhten Zollsägen werden solche Waren, drfickte sich wenden kann Jetzt fendet der Zorn der himm Gegenüber diesem Versuch, das Haus Savoyen mitverant Sie jest nach dem Bruttogewicht, d. h. mit den Umschließungen lischen Mächte unzählige Geisterscharen zur Erde, um die Herzen aller, wortlich für die Ermordung König Humberts zu machen, muß auf verzollt werden, vielfach aber ohne Umschließungen eingehen, io dqv ob hoch oder niedrig, zu prüfen. Der Kaiser selbst, der Grund der geschichtlichen Thatsachen daran erinnert werden, daß ein Gewicht für letztere gar nicht in Frage kommt. Solche Waren Hauptübelthäter, ist gestraft durch Kinderlosiges gerade in dem von den Päpsten regierten werden teit. Die ganze Verwaltung, die civile sowohl wie die militärische, ist in einem unbeschreiblichen Zustande." Hiernach y werden jest thatsächlich netto, verzollt. Hierzu gehört das aus den Kirchenstaat selbst in der neuesten Zeit an gewaltthätigen und Seeichiffen in unsren Freihäfen in Flußfahrzeuge lose übergeladene mordgierigen Gesellen, wie Brest, nicht gefehlt hat. Als ausländische Getreide. Geht jetzt Getreide in Säcken ein, so werden wendet sich das Boyerplakat gegen die fremden Teufel" und mit der Mückkehr des Papstes Pints VII. die alte verkotterte Wirt- die Säcke mit dem Getreide verzollt, geht es lose ein, so vermindert zählt deren Schandthaten auf. Zu ihrer Vernichtung werden jetzt schaft im im Stirchenstant wiederhergestellt, die Abschaffung fich das zollpflichtige Gewicht um das Gewicht der Säcke. die Geister und Genien zur Erde gesandt. Die größte dieser aller französischen Geseze samt Straßenbeleuchtung und Nünftig fällt diefer Vorteil fort, weil alle Waren nach Kräfte ist die rote Laterne, das Symbol der J- ho- Chuan, der„ Ver- Pocenimpfung erfolgt, die Inquisition erneuert war, dem Neingewinn und die Umschließungen gesondert verzollt werden einigten Faust". Mit deren Hilfe sollen alle Fremden ausgerottet Priester wieder die Verwaltung führten und 1824 Mönchs, follen. Schon diese Bestimmung bedeutet eine Erhöhung der werden. Denn der Himmel hat so beschlossen, und niemand soll fowie 612 Nonmentlüfter sich wieder aufthaten, zeigte sich sehr bald, Getreidezölle. geschont werden. Alles dieses soll in drei Jahren geschehen. Tem daß trotz des konservativen und christlichen Regiments die Nach§ 5 bleiben gebrauchte bewegliche Sachen von Leuten, die Neze der Vernichtung fann niemand entgehen. Revolutionäre oben auf gelangten: die Juli- Revo- aus dem Auslande anziehen, zur eigenen Benutzung zolffrei, Intion übte im Februar 1831 auch in den päpstlichen Legationen ausnahmsweise auf besondere Erlaubnis auch gebrauchte Maschinen ihre Wirkung. Von den Truppen des Papstes. die zur Verwendung in eigenen Gewerbsanstalten. Diese Vergünstigung damals nach anfänglichen Erfolgen der Revolutionäre sollen aber nur Jnländer, die im Auslande gelebt haben, ge= das päpstliche Gebiet wieder besekten, fagt lathe nießen. Für die Begünstigung der Uebersiedelung ausländischer in seiner Geschichte des Zeitalters der Restauration und Gewerbetreibender", heißt es wörtlich in den Erläuterungen,„ liegt Revolution, fie hätten jene Gebiete mit Plünderung, No teine Veranlassung um so weniger vor, als durch einen Zuzug die zucht, Mord und Kirchenfrevel heimgesucht. Troz des heimische Gütererzeugung vermehrt und dadurch der Wettbewerb Verlangens der Großmächte, durchgreifende Verwaltungsreformen verschäft wird." Es ist der reine Hohn, daß eine Regierung mit so einzuführen, und trotz der bewaffneten Intervention Frankreichs ausgesprochen fremdenfeindlicher Gesinnung mit Waffengewalt das und Oesterreichs blieb es bei der Ansarbeitung von ein paar- Chinesenreich zur Oeffnung seiner Häfen und zur Gewährung schädlichen Gejezzentwürfen, alle weiteren Vorstellungen der Mächte weitgehender Handelsbegünstigungen zwingen will. Draußen Weltaber wies die Kurie mit der Erklärung zurück: der heilige Vater wisse besser als jeder andre, was er seinen Völkern schuldig sei. politik, daheim chinesischer als die Chinesen. Nach§ 6 hat der Bundesrat darüber zu bestimmen, welchem Die Früchte dieses konservativen und christlichen Verhaltens Zusatz die nicht im Tarif verzeichneten Waren unterliegen. Den erntete nach der Februar Revolution Pius IX. Die Kaufleuten wird es dadurch unmöglich gemacht, neue Waren einzuSeele feines 1848er Ministeriums, Graf Rossi, machte endlich den führen; denn bis zur Entscheidung des Bundesrats werden Monate Versuch, durch maßvolle Reformen den päpstlichen Staat aus der vergehen.§ 10 belegt waren mit Zuschlagszöllen, wenn sie aus verrotteten Priesterherrschaft in zeitgemäße Zustände überzuleiten. ihrem Heimatlande offene oder versteckte Ausfuhrprämien geAber hier, wo so lange Sonjervativismus und Christen noffen baben. Und unire Branntwein- und Zuderstener- Liebesgabe? tum, ungehindert durch das Hans Savoyen. Wer fünftig die Zölle kreditirt haben will, soll nach§ 12 dafür„ anmaßgebend gewesen waren, wo jedoch keine gemäßigte gemessene" Zinsen zahlen. Bekanntlich forderten die Agrarier die Partei eine Stütze darbot und keine dynastische Pietät der Aufhebung der Zollkredite für Getreide mit der Begründung, daß Berwilderung der Masse wehrte, wurde Graf Noisi um im Getreidehandel Barzahlung üblich und daher die Gewährung somehr der Gegenstand des Hasses sowohl für die Radikalen eines Kredits für eingeführtes Getreide überflüssig sei. Die wie für die( reaktionären) Sanfedisten, je kräftiger er die Regierung kommit dem Wunsche der Agrarier halbwegs entgegen, Ordnung zu erhalten strebte. Als Graf Noffi am 15. November indem sie die Verzinsung der kreditierten Bölle verlangt. Sollte diefe sich zur Wiedereröffnung der Kammern nach dem Parlaments Maßregel die Zunahme der Barzahlung zur Folge haben, so ist ihr gebäude begab, traf ihn am Eingang der tötliche Dolch it o B das sehr lieb; denn so heißt es:" Es wäre ein wirtschaftlicher Vorvon unbekannter Hand. Empörender noch als die That nennt teil, wenn beim Handel mit andern Waren als Getreide die BarFlathe die robe Gleichgültigkeit, welche die Radikalen über den zahlung zur Gepflogenheit würde." Mord zur Schau trugen die Radikalen, die nicht unter der Dynastie Envoyen, sondern unter dem konservativen und christlichen Scepter des Papstes gestanden haben! Der im Quirinal gleichsam belagerte Papst Pius IX. hat bekanntlich wenige Tage nach der Ermordung des Grafen Rossi sich geflüchtet, nach dem er den versammelten Gesandten unter anderem gesagt hatte: „ Um ferneres Blutvergießen and größere Verbrechen zu verhindern, weichen wir, aber nur der Gewalt." Papst Pius IX. hat mit hin die nur allzusehr begründete Befürchtung gehegt, daß seine Unterthanen troy des konservativen und christlichen päpstlichen Regiments! sein eigenes Leben nicht schonen würden. Dieser Aufruf bestätigt die Meinung, daß wie immer bei nationalen Erhebungen der Aufstand gegen die fremden linterbrüder mit revolutionären und socialen Tendenzen verquickt ist. England und Japan. In Tokio ist ein Stabelbericht über das britische Blaubuch, betreffend die Verhandlungen mit Japan in der Frage der Entsendung von Truppen nach China eingegangen; außerdem übermittelte ein Reuter- Telegramm die Mitteilung des Schatzfanglers vom 31. Juli, nach welcher England Japan finanzielle Unterstützung angeboten hat, vorausgesetzt, daß Japan eine weit größere Truppenmacht, als es bereits entfandt habe, zu einen früheren Termin nach China fende. Ju amtlichen Kreisen Japans wird mit Nachdruck bestritten, daß der Appell Englands irgend einen Einfluß auf den Enschluß der japanischen Regierung gehabt habe, die über die Entfendung der erforderlichen Truppenmacht nach ihrem eignen spontanen Antrieb und in voller Uebereinstimmung mit allen Mächten entschied. Japan habe mit Dank unverzüglich jedes von England ge= machte Anerbieten finanzieller Hilfe abgelehnt. Ebenso muß bemerkt werden, daß, wenn Japan auch unter den gegenwärtigen Umständen möglicherweise zu einer Kriegsanleihe schreitet, doch in feiner Weise davon die Rede sein kaun, daß es mit England über die Entsendung von Truppen verhandelt haben könnte auf der Grundlage, daß es für seine militärischen Operationen Hilfsgelder erhält. In dieser Hinsicht werden die Witteilungen des Schatzfanglers als irreführend angesehen. In der Mandschuret. fors General Grodefow telegraphierte an den Striegsminister aus Chabarowsk unterm 3. August: Heute früh 3 Uhr fegten die Kolonnen der Obersten Schwerin und Servianow bei Bla gowestschenst auf das rechte Amurufer über, warfen die chinesischen Truppen mit großen Verlusten zurück und nahmen Sachalian, wobei viele Waffen, Mausergewehre und Patronen sowie ein Geschütz erbeutet wurden. Der Dampfer Selenga" hat unter dem Gewehrfeuer stark gelitten. Tas Transfeicker Detachement unter Oberst Pfotenhauer hat Aigun mit zwölf Feldmörfern beschossen, die Chinesen antworteten. Ünsre Verluste betragen 6 Offiziere und 5 Mann tot, 15 Mann verwundet. Vor vierzig Jahren. Chinesischer als die Chinesen. Mit dieser spießbürgerlichen Ansicht vom Welthandel im Zeits alter des Check- und Wechselverkehrs schließen die Erläuterungen zum Entwurf eines Gesetzes, das mit als Unterlage für die Handelspolitik des größeren Deutschland" dienen soll." to wo * 06 Deutsches Reich. Freiwillige als Deserteure. Wie uns aus München ein Privattelegramm meldet, find während des dortigen Aufenthalts vom 4. ostasiatischen Bataillon 7(?) Mann desertiert, 2 davon am Tage der Abreise. Ueber die Desertion eines China Freiwilligen berichtet die Frantf. Beitung" aus Offenburg. Ein ehemaliger Soldat des 9. Badischen Infanterie- Regiments Nr. 170, der Musketier Karl Seiler von Singheim bei Baden- Baden, der sich zur Expedition nach China freiwillig gemeldet hatte, und bereits mit den betreffenden Truppen in Hagenau war, ist vorgestern von dort desertiert. Nach dem Kriegsgesetz steht, wie die Badische Landeszeitung" betout, auf Fahnenflucht von einer mobilen Truppe lebensläng Lich es 8uchthaus und auf Fahnenflucht vor dem Feind sogar die Todesstrafe. " Der Marich von Tientsin bis Beting vor vierzig Jahren in Der anarchistische Wahn ersteht als Wiedergeburt aus den dem Kriege Chinas gegen England und Frankreich im Jahre Brutalitäten des ungezügelten Stapitalismus, der die Massen 1860 hat vom 8. September bis 5. Oftober gedauert. Das ver- ins Glend stößt. Ob die kapitalistische Verfündigung an den einigte englisch- franzöfifche Expeditions corps war mit 16 000 Mann nördlich Taku bei Peitang gelandet. Von diesen blieben 1000 Bölfern mit pfäffischem Segen oder im Abfall von der kirch Mann zwischen Talu und Zientsin, 6000 in Tientsin, mit 6000 lichen Unfehlbarkeit betrieben wird, das Verbrechen bleibt Mann wurde der Vormarsch angetreten; es müssen denmach noch das gleiche und es muß die gleichen Giftfrüchte hervor 3000 zu anderweitigen Zweden verwendet worden sein, eventuell war bringen. ein Teil nicht marschfähig. Auf der Hälfte des Wegs, bei HoSi- wu, wurde die Avantgarde 14 Tage, vom 13. bis 26. September festgehalten, während dessen das Gros aufschloß. Nach Zurück- Die Vorbereitung des neuen Zolltarifs wird vom Reichsamt legung von 100 Kilometer wird die Stärke der Truppen, bei Bali- des Junern mit bedrohlicher Heimlichkeit betrieben. Der neue Zollfiau angekommen, nur noch auf 4000 Mann angegeben. Bor tarif, der unter der Leitung des Grafen Posadowsky ausgearbeitet der Wiederaufnahme der Schlußoperation von Balikian gegen worden ist, liegt jezt den Bundesregierungen zu vertraulicher BeWir befinden uns aber doch gar nicht im Krieg, und es kann Beting wurde die Kopfstärke durch Nachschub aus dem Etappen gutachtung vor. gebiet wieder auf 8000 Mann verstärkt, immerhin ist aber fest- Tagespost", war jedoch in der Lage, Einblick in den Unjer Nürnberger Partei- Organ, die„ Fränkische deshalb auch nicht das Striegsrecht gelten! zustellen, daß nach Zurücklegung des Weges von Tientsin bis Peting Gejegentwurf zu erhalten. Da ist denn festzustellen, Anschlagsfäulen werden in Berlin Reservisten aller Jahrgänge von 16 000 Mann nur 8000 in der Front kampfbereit waren. Von daß sich das Reichsamt des Innern die mit überreicher Tientsin bis Balikian wurden die 100 Kilometer in 12 Tagen Reflame verkündete Arbeit der Aufstellung des Zolltarifs überaus( 1898-98) als China- Freiwillige gesucht zur Bildung eines Erſatzzurückgelegt. Engländer wie Franzosen führten Zelte mit sich, die bequem gemacht hat. Die Fränt. Tagespoſt" erklärt: corps. Die Leute sollen sich auf zwei Jahre verpflichten. legteren verwendeten zum Schutz gegen die Bodenfeuchtigkeit, die Alles ohne Kriegszustand, Bundesrat und Reichstag! isse viel Malaria hervorrief, geflochtene Matten. Die Beschaffung von Kochholz stieß auf große Schwierigkeiten, und sehr geklagt Kriegsregeln aus der Reaktionszeit. 2 offi wurde über Mangel an Trinkwaffer. Bei den Franzosen machte sich Das jetzige Zolltarifgesetz" bedeutet nicht etwa eine Zufammen- In der schlimmsten preußischen Reaktionszeit, im Jahre 1851, die geringe Stärke ihrer Stavallerie- 1/2 Eskadron- äußerst fühl- faffung der Zollbestimmungen, wie sie sich durch die letztabgeschlossenen als die auf die„ Revolutionäre" aller vier Windrichtungen gehetzten bar, dagegen werden die Leistungen der 9 Estadrons starken eng- Handelsverträge seit 1892 gestaltet haben, sondern den alten auto- preußischen Truppen in Posen, in Dresden, am Rhein, in Südlischen Stavallerie hervorgehoben. Ihrem Angriff hielt die über- nomen Tarif, deſſen hohe Positionen gerade durch die neuen Handels- deutschland gefiegt hatten, brachte eine Beilage zum„ MilitärLegene mongolische Reiterei nicht Stand; sie war mit indischen verträge überwunden worden sind, der also nur noch eine wochenblatt"" eine Kurze Darstellung der allgemeinen Grundsäge Pferden beritten. Das französische Pferdematerial war in Japan theoretische Existenz führt. Wenn der nene Bolltarif auf des Landkriegsrechts". Wir entnehmen derselben einige Stellen: und Manila gekauft. Auf dem Marsch bis vor die Thore von jene überholten Pofitionen zurückgeht, so bedeutet das Peking standen den Verbündeten etwa 30 000 Chinesen gegenüber. Politische Mebericht. Berlin, den 4. August. " Der Entwurf hat fast sämtliche Bestimmungen des jetzigen Bolltarifgesetzes übernommen, neu find nur Verschärfungen im agrarischen und hochschutzöllnerischen Sinne." von vornherein eine Erschwerung fünftiger günftiger Handelsgünstiger Handelsabmachungen. Und zur Bereicherung des Korn- und Viehjunfertums geht der Tarif noch über die damaligen Positionen hinaus, deren Ermäßigung selbst für die Regierung des Grafen Caprivi notwendig war, wenn nicht die industrielle Bevölkerung, Handel und Verfehr allzu schwer belastet werden sollten. Das Regiment des Grafen Posadowsky, der sich der nicht rastenden Fortführung der Socialpolitik rühmt, fennt auch solch gelindeste Rücksichten auf die Ernährung des arbeitenden Volts nicht, sondern will die Handelspolitik des Reichs auf der Vertenerung des Brots aufbauen. Er ergöhlicher Streit wird zwischen Centrum und Nationalliberalen geführt über die Frage: auf welchem Boden findet Anarchismus und Attentäterei bestes Gedeihen? Die Fränkische Tagespost" macht ferner folgende bemerkensDie klerikale Presse Italiens und mit ihr im Bunde die werte Mitteilungen aus dem zelpolitischen Gefeßentwurf: „ Eine tief einschneidende Bestimmung enthält gleich§ 2: Alle Germania" führen den Stammbaum des Königsmörders Gewichts zölle werden nach dem Reingewicht bisher Bressi unmittelbar zurück auf die Vorkämpfer der Einigung Nettogewicht genannt erhoben, Ausnahmen sieht der Tarif beItaliens, die das ungeheuerste Attentat, die Beraubung des fonders vor. Bisher wurden alle Waren mit einem Zoll bis zu heiligen Vaters um die weltliche Herrschaft, vollführten. Noch 6 m. für 100 kilogramm nach dem Bruttogewicht verzollt. heute ist in der Germania" zu lesen: Dieser Modus fällt fünftig fort. Von allen Waren soll zur FestBei Und während unter auffallender Duldung, teilweise sogar stellung des Zollbetrags das Reingewicht ermittelt werden. offener Begünstigung von Krone und Regierung die Revolution Waren mit einer Abgabe bis 15 M. für 160 Kilogramm wird das ihr Haupt erheben und der savogichen Dynastie zur Reingewicht festgestellt durch Abzug eines Gewichts für die Um Herrschaft über das ganze Land den Weg bahnen schließungen, das, je nach der Art der letzteren, in Prozenten vom konnte, sind die Kräfte der treuesten Anhänger die legitimen Bruttogewicht berechnet ist. Obrigkeit, alle, welche der Stimme des seines Thrones beraubten Die Umschließungen Kisten, Fässer, Körbe, Säcke, hl. Baters folgen, gebunden. Nicht eher wird die Existenz Pappkasten usw. sind besonders zu verzollen, sofern der savoyichen Dynastie und die Einheit des sie nicht mit dem Zolljazz der Waren zur Verzollung gelangen Königreichs gesichert sein, als mit dem Gefangenen sollen. Ja, noch mehr! Sogar die Umschließungen der Deutsche Rüstungen. Durch Bekanntmachung an den „ Die Kriegsführung ist durch gewisse Grundsäge geregelt, welche Humanität und Gewohnheit nach und nach festgestellt haben. Den Inbegriff dieser Grundsätze bezeichnet man mit der Benennung Kriegsmanier, Kriegsgebrauch, Kriegsjitte, wonach alles verdammt wird, was den eigentlichen 3 wed des Krieges als solchen nicht fördert. Nur im äußersten Notfalle können Abweichungen vorkommen, welche wegen ihrer Notwendigkeit zu rechtfertigen sind; aber auch keine Regel ohne Ausnahme. Diese ausnahmsweisen Ueberschreitungen der Kriegsfitte nennt man Kriegsraison. Die Regeln der Kriegsmanier mim beziehen sich auf die Mittel und Art und Weise der Kriegsführung, die Behandlung des Feindes selbst und der Güter desselben. Die Vernachlässigung dieser Regeln führt zur Wiedervergeltung oder zu Represialien, welche, da ihr Grund eine Rechtsverlegung ist, rechtlich nicht erlaubt sind, dennoch aber im Notfall angewenden werdeit müssen, zuweilen unvermeidlich sind, aber immer den Vorwurf der Unmenschlichkeit und Barbarei nach sich ziehen. Hiernach ist auch namentlich ein bloßer Vernichtungskrieg gegen einen Staat völkerrechtlich nie zu rechtfertigen. " Da der Hauptzived der Kriegsführung ist, den Feind wider standsunfähig zu machen, so ist durch das Völkerrecht die Befugnis eingeräumt, den Feind auf rechtlich erlaubte Weise zu töten und zu verwunden; aber auch diese Befugnis hat ihre Grenzen. Die felbe fällt daher weg bei Kriegsgefangenen, Entwaffneten, Waffenlojen, bei Kranten und Verwundeten, die keine Waffe mehr zu gebrauchen im stande find." Befolgt worden sind diese Regeln allerdings in den Revolutionsfriegen nicht. Europäische Civilisation. Die„ Nation" bringt zwei zeitgemäße Citate: We believe to be the most frightful of all spectacles, the strength of civilisation without its mercy". Für das schrecklichste Schauspiel erachten wir die Stärke der Civilisation ohne ihre Barmherzigkeit." Macaulay, Essays. „ Das chinesische Gesez verpflichtet den Hauseigentümer, in deffen Haus ein Fremder stirbt, nicht nur dazu, für das Begräbnis desselben zu sorgen, sondern macht ihn auch ganz allgemein für seinen Tod verantwortlich. Es ist daher allgemeine Regel ge= worden, nie einen Fremden in seinem Hause sterben zu lassen, und Leute, die lange in China gelebt haben, haben mir erzählt, daß sie sich selbst mit der Zeit an den Anblick sterbender Bettler als etwas ganz Natürliches gewöhnt hätten. Es ist scheußlich, das ist wahr. Aber ist es nicht noch viel scheußlicher, daß die französischen Soldaten bei und nach jedem Gefecht mit den Chinesen in der ganzen Umgegend geplündert und alles, was sie in den Häusern an Menschen gefunden, ermordet haben?" Oft- Asien 1860-1862 in Briefen des Grafen Friz zu Eulenburg, herausgegeben von Graf Philipp zu Eulenburg, Kaiserlich deutscher Botschafter. [( S. 298.) Berlin 1900 bei mittler& Sohn]. Philipp zu Eulenburg, der diese Berichte herausgegeben hat, ist ber Intimus Wilhelms II. Wir citierten neulich Bakunin, unt von den Greueln der Civilisation" in China einen Begriff zu geben. Darob ein Beschrei in den bürgerlichen Blättern, daß wir uns auf dieſen Anarchisten berufen. Nun, vielleicht genügt den Herren das ähnliche Zeugnis der Frizz und Philipp Eulenburg. : 0 Kaiserrede und Phonograph. Die Columbia- PhonographCompagnie, Friedrich- und Mohrenstraßen Ecke, teilt mit, daß sie das Phonogramm der Rede des Kaisers in Wilhelmshaven besize, die er an die nach China gehenden Monnschaften gehalten hat. Wenn wirklich die Kaiserrede selbst phonographisch aufgefangen sein sollte, dann würden sich auf diesem Wege ja alle Zweifel über den Wortlaut der so berühmt gewordenen Pardon- Verweigerungs- und Hummenrede aufklären lassen. Strafantrag gegen den ,, Kladderadatsch" hat, wie gemeldet wird, das Kommando des 1. schweren Reiterregiments in München gestellt wegen einer beleidigenden Notiz, betreffend frei willige Meldungen für die China- Expedition. Daß man gegen den Schalt so empfindlich ist, zeugt von keinem starken Sicherheitsgefühl! Das deutsch- amerikanische Handelsabkommen wird jetzt im Reichs- Anzeiger" veröffentlicht. Unsere früheren Mitteilungen find nur durch die wichtige Bestimmung zu ergänzen, daß die deutsche Regierung die Aufhebung der Anordnungen zugiebt, nach welchen aus den Vereinigten Staaten eingehendes ge= trocknetes und gedörrtes Obst einer Untersuchung auf San José Schildlaus unterzogen wird. Unfre agrari schen Grenzsperrpolitiker werden an dieser Abmachung keine Freude haben. Chronik der Majestätsbeleidigungs- Prozesse.. In Gegenwart mehrerer zugereifter fremder Handwerker sowie des Herbergsvaters des evangelischen Vereinshauses zur Heimat in Frankenstein in Schlesien ließ sich der schon verschiedentlich vorbestrafte 35 Jahre alte Brauergeselle Rudolf Völkel aus Wartha zu Aeußerungen hinreißen, die als wiederholte Majestätsbeleidigungen angesehen wurden. Die Ferien- Straffammer des Landgerichts la verurteilte deshalb den aus der Untersuchungshaft. vorgeführten Angeklagten zu vier Monaten Gefängnis. Aus Hamburg wird uns gemeldet: Ein bemerkenswertes Majestätsbeleidigungs- Verfahren kam dieser Tage vor dem Hamburger Landgericht zum Abschluß. Ein vielfach mit schweren Gefängnis und Zuchthausstrafen bestrafter Lumpenhändler Beterjen hatte in Bezug auf den Hamburger Senat und den deutschen Kaiser einige unflätige Aeußerungen gemacht, die von einem Hausnachbar der Polizei mitgeteilt wurden. Der Hamburger Senat gab jedoch seine Genehmigung nicht zur Straf verfolgung des P. wegen Senatsbeleidigung, weil er der Ansicht war, daß die Aeußerungen jenes für ihn eine Ehrenkränkung nicht bedeuteten. Bezüglich dieses Punktes mußte deshalb das Ver fahren eingestellt werden. Anders mit dem Verfahren wegen Kaiserbeleidigung. Das nahm seinen Verlauf, jedoch endete es auch nicht mit einer Verurteilung, sondern mit einer Einstellung, weil sich in der Hauptverhandlung herausstellte, daß der Angeklagte geistes trant ist. Unternehmerwünsche zur Krankenkassen- Reform. Auf Grund der bekannten Umfrage der Regierung über die Anfichten zur Reform des Krankenversicherungs- Gesezes hat in Düsseldorf die" Nordwestliche Gruppe des Vereins deutscher Eisen- und Stahlindustrieller" beraten und Beschlüsse gefaßt, nachdem der bekamute Abg. Dr. Beumer einen Vortrag darüber ge= halten hatte. Die Beschlüsse sind recht charakteristisch. Der Verlängerung der Unterstügung von 18 auf 26 Wochen stimmen die Herren unbedenklich zu für Betriebskassen. Für Ortstassen haben sie dagegen sehr große Bedenken, weil, wie fie fagen, hier die Gefahr der Ausnügung durch Arbeitsschene größer. jei. Man will wohl mehr Begeisterung für die Betriebskassen fünft lich erzeugen. Die Ausdehnung des Kreises der versicherungspflichtigen Personen. erscheine zwar vom idealen Gesichtspunkt wünschenswert, aber der Mittelstand und die Landwirtschaft könne solche Lasten nicht tragen." Und deren Wohl steht natürlich höher wie das der Arbeiter. Die Ortstassen sollen unter die Vormundschaft der Gemeinde gestellt werden in der Weise, daß ein Gemeindebeamter den Vorsitz führt und die Kassenbeamten von der Gemeinde angestellt und von der Kasse bezahlt werden Daneben soll aber die Gemeinde- Krankenversicherung bestehen bleiben. Die freie Arztwahl wird bekämpft, weil sie zum finanziellen Ruin der Kassen führen würde. Die freien Hilfstassen sollen nur noch als Zuschußkassen bestehen bleiben. " Lehren aber werden hinausgetragen in alle Länder und genießen Regierung anläßlich ihrer Demission. Jede Regierung habe dort den hochvermögenden Schutz ebenso weiser Häupter. So wird zweifellos das Recht, in Fällen, wo sie mit den Herrschern nicht das Beranwortlichkeitsgefühl untergraben und der Mensch zum einverstanden ist, ihre Entlassung zu nehmen. Ebenso Spielball finsterer Schicksalsmächte erniedrigt. Kein freier Wille habe aber der Monarch das Recht, Zu fordern, day und auch kein Gott, teine Unsterblichkeit, feine lebendige Seele eine folche Regierung bis zur Bildung eines neuen Kabinetts das sind die angeblichen Forschungsergebnisse, die im Namen die Staatsgeschäfte fortführe. Die früheren Minister hätten moderner Wissenschaft" von zahlreichen Lehrstühlen die Staatsgeschäfte einfach im Stich gelaffen noch bevor ihre Entverkündet werden, jener Wissenschaft, die sich noch jüngst in lassung genehmigt worden sei und sich so zu dem Herrscher in Häckels Welträtseln" ein unanstilgbares Schandmal offenen widerspruch gesezt und die gesamte Staatsvergefeht hat." waltung zum Stehen gebracht und alles gethan, was Staatsmänner, Schauderbar, höchst schauderbar! Der Jenenser Professor, der welche das Vertrauen der Krone genöffen, niemals thun dürften. begeisterte Pächter des Bismarc- Kultus, wird entlarvt als Urheber Insbesondre der pensionierte Kultusminister habe als aktiver Minister des Königsmords. Die Regierungen, die den Anarchismus richten den Metropoliten zum Widerstande gegen den Willen des Königs wollen, sollen sich selbst auf die Anklagebank schleifen, da sie durch und der gewesene Bautenminister die Braut des Königs Verbreitung verbrecherischer Wissenschaft auf ihren staatlichen zum Verlassen des heimatlichen Bodens zu be Unterrichtsanstalten den Anarchismus entfesselten. wegen gesucht. Gencic endlich habe, bevor die Demission angenommen worden sei, sein Ressort unerlaubter Weise im Stich gelaffen.Ausland. Der Throuwechsel in Italien. Die Agenzia Stefani" meldet: Der König fegte die Beisetzung des Königs Humbert auf Donnerstag, den 9. August im Pantheon fest und wird den Eid auf die Verfassung am 11. August leisten. " -0 Afrika. Der Boerenkrieg. General Botha und Präsident rüger haben eine Proklamation erlassen, in der sie sagen, sie würden für allen Schaden, den die Engländer den Farmen zufügten, Ersatz zahlen, wenn die Besizer dieser Farmen bei ihrem Kommando blieben. Partei- Machrichten. der Ueber die angebliche anarchistische Verschwörung rieseln unablässig neue und gleicherweise unbeglaubigte Nachrichten durch die Sensationspresse. Besonders New York Herald" beglückt Fünfzigjähriges Jubiläum eines Arbeitervereins. Einer die Welt mit allen möglichen Schauergeschichten. Er schreibt bei der ältesten deutschen Arbeitervereine in der spielsweise: Schweiz, der Allgemeine Arbeiter- Bildungsverein in Winterthur, Die Polizei und die italienischen Behörden sind im Besiz feierte am letzten Sonntag sein 50jähriges Jubiläum. In der von Material, das als ein unbestreitbarer Beweis dafür angesehen aus diesem Anlaß vom Verein herausgegebenen Festschrift, wird, daß in New York und Paterson ein gewaltiges die als ein Beitrag zur Geschichte der Arbeiterbewegung bezeichnet Komplott gegen gekrönte äupter geschmiedet werden darf, wird die Vorgeschichte, die Gründung und Entwickelung worden sei. Die Anarchisten, von denen man annimmt, daß sie des Vereins erzählt. Danach bestand bereits 1835 in dem damals abgegangen sind, um König Humbert und andre Herrscher zu nur 4500 Einwohner zählenden Landstädtchen ein Untertöten, haben verschiedene Routen gewählt; es haben sich immer stüßungsverein deutschen Handwerksgesellen, der aber mehrere von ihnen für denselben Zweck zusammengethan, damit, aufgelöst und dessen Vorstandsmitglieder ausgewiesen wurden. falls einer von ihnen einen Fehlschlag haben oder vor der That Später entstand ein Sängerverein der deutschen Handwerksgesellen zurückschrecken sollte, inimer ein Nachfolger für ihn da wäre." und aus diesem der deutsche Arbeiterverein Harmonie", der im Frühjahr 1850 wiederum behördlich und zwar vom Bundesrat in Bern, aufgelöst wurde; feine circa 40 Mitglieder wurden ausgewiesen. Mit ihnen teilten die ca. 600 Mitglieder 14 andrer aufgelöster Vereine das gleiche Schicksal. Unter den damals Verhafteten und Ausgewiesenen befand sich auch unser Genosse Liebknecht. Inentmutigt durch dieses Vorgehen gründeten wenige Monate später die deutschen Handwerksgesellen in Winterthur unter dem Namen" Lese- und Gesangverein" eine neue Organisation, aus der sich der jetzige Allgemeine Arbeiter- Bildungsverein entwickelte. Der Verein ist noch heute stolz darauf, daß Ende der fünfziger Jahre der Genosse Jakob Audorf, der Dichter der deutschen ArbeiterMarseillaise, sein Präsident war und die Festschrift enthält ein Sogar der vielgeschmähte Socialrevolutionär" Amilcare schönes Gedicht von ihm als Prolog; außerdem zollt sie ihm ehrende Cipriani, ein Mann der That, der vor keinen Konsequenzen Anerkennung. Die Jubiläumsfeier selbst verlief unter zahlreicher zurückbebt, bezeichnet, in der„ Petite Republique" vom Mittwoch die Beteiligung der Winterthurer und auswärtiger Arbeitervereine sehr Ermordung Humberts als das Wert eines Einzelnen, der durch die befriedigend. zahllosen Verbrechen des Systems zum Wahnsinn getrieben worden ist, und nennt die Behauptung, es liege ein Komplott vor, aber nigig”. Die socialistische Presse aller Länder spricht sich übereinstimmend über die That Bressis aus. Und einstimmig betont sie, daß die Socialdemokratie auf Grund ihrer Weltanschauung die einzige Partei ist, die ein Recht hat, den politischen Mord von ihren Rock fchößen abzuschütteln, während alle auf dem Boden der kapitalistischen Gesellschaftsordnung stehenden Parteien der Lehre und Pragis des politischen Mords einen Nährboden darbieten. Berurteilung der That und Erklärung derselben aus der socialen und politischen Mizwirtschaft, die in keinem Land schlimmer ist als in Italien- das sind die zwei Punkte, in denen die socialistische Presse aller Länder sich zusammenfindet. " " Totenliste der Partei. Die Parteigenossen in Nürnberg haben abermals den Tod eines braven Kämpfers zu beklagen. Es starb dort im Alter von 41 Jahren der Tischler Michael Beifuß. Der Verstorbene war ein stets opferbereiter Parteigenosse und wurde von der Partei mehrfach mit Vertrauensämtern betraut. Noch schärfer drückt sich eins der geachtetsten Blätter der Schweiz aus, die bürgerlich- demokratische 3'ü richer Post", die sich in ihrer Nummer vom 31. Juli in einem Leitartikel: König Umberto ermordet", wie folgt ausdrückt: Gemeindewahlen in der Schweiz. Im Kanton SoloWir stehen vor der unheimlichen Thatsache, daß Italien ein thurn fanden am letzten Sonntag nach dem Proporz die Ge förmliches Treibbeet für den politischen Mord ist. Ein Italiener meindewahlen statt, wobei unsere Genossen in der Stadt zückte den Stahl auf Carnot, den Präsidenten der französischen Konservativen. In Grenchen, einem Size der Uhrenindustrie, wo Solothurn 2 Size erhielten gegen 17 der Freisinnigen und 10 der Republik; ein Italiener, Golli, streckte den spanischen Ministerpräsidenten Canovas nieder; ein Italiener, Luccheni, erdolchte die unsere Genossen bisher im Gemeinderate die Mehrheit hatten, verKaiserin von Oestreich; ein Italiener, Bressi, tötet den eignen loren sie dieselbe. Sie erhielten 12 Size und die Konservativen Landesvater. Sie räumen schrecklich auf, die Söhne des Südens; ebensoviel, wie die bürgerlichen Zeitungen berichten. sie rufen den allgemeinen Fluch auf sich, doch gilt er nicht der Der Genosse V. Adler in Wien, Redacteur der Wiener Nation, in welcher auch Bravheit und Charaktergröße fich finden Arbeiterzeitung", soll, nach Meldungen bürgerlicher Blätter, ein laffen, wohl aber einem politisch wirtschaftlichen System, das zu Säbelduell mit einem Rittmeister v. Erlanger bestanden haben. Die Teufeleien anreizt. Die Einheit des Landes wurde er- Meldung ist unwahr. Der Sachverhalt ist folgender: Der Rittstritten; ihre Märtyrer zählen sich nach Tausenden. Aber den meister v. Erlanger hatte aus Mutwillen bei Uebungen seiner Truppe moralischen Sumpf auszurotten, welchen es an die Felder eines Bauern verwüstet und diesen, als er ihn darüber getreten, gab sich das Herrschertum nicht Mühe. Hoch zur Rede stellte, mit dem Säbel schiver am Stopf verlegt. Diese herzige Anläufe blieben, was sie waren; das neue Neich verfiel rohe That, die noch verwerflicher wird dadurch, daß der einem planmäßigen Gaunertum, das oben und unten Bauer ein alter, durch Krankheit gelähmter Mann war, war sich einfraß, die niedern Schichten in einer Verwahrlosung in der Wiener Arbeiterzeitung" gebührend beleuchtet worden. Darauf stecken ließ, welche zum Himmel schrie. Das Elend des Voltsschickte der Säbelheld zwei seiner Kameraden zu Adler, um von ist die Sünde der Regierung, ingte 1790 der diesem den Namen des Verfassers der betreffenden Notiz zu erfahren. Herzog von Liancourt in der französischen National: Da Adler dieses Verlangen natürlich abwies, richteten die Offiziere versammlung. Die Sünden des italienischen Regiments sind riesig die Herausforderung an Adler. Auch dieses Ansinnen wurde ebenso angewachsen; alljährlich grimmige Hungerrevolten in dem Garten höflich wie bestimmt abgelehnt. Damit war die Angelegenheit Europas ist das nicht entseglich, legitimieren sie nicht erledigt. die Revolution? " Duelliert hat sich ein andrer Redacteur, ein Herr Ptak von der Deutschen Zeitung", mit Erlanger. Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Deutsches Reich. Bressi hat keinen Tyrannen gefällt. König Umberto war ein Gentleman, in seinem privaten Gebahren ehrenhaft; daher ge noß er wahre Symmathien. Nur kannte man seine Vorliebe für den Militarismus und vermißte an ihm die Stärke des Charakters torrupten Elementen gegenüber. Die Schmutzereien Crispis waren fein Geheimnis, die Vögel pfiffen von den Dächern, wie er gemaust; Der König aber hatte kein Wort des Tadels für den alten Sünder Achtung, Bauarbeiter! Seit dem 11. Juli 1900 find wit und wahrte ihm seine Huld. Kein Wunder, wenn der Groll, der Hilfsarbeiter durch den Ausstand der Fliesenleger in Mitleidenschaft dem System und den Trägern galt, auf ihn sich konzentrierte, ihn gezogen und seit Mittwoch, den 1. August selbst im Ausstand. Wir eine Schuld beimaß, die zum geringsten Teil die seine war. ersuchen die Kollegen, welche auf den Bauten arbeiten, wo FliesenEnge, erhigte, verworrene Köpfe fcheiden nicht aus, Berson und leger find, unsre Kollegen auf das Schädigende ihres Thuns aufSystem sind für sie eins. Wahrscheinlich zählt auch der Mörder merkjam zu machen. J. A.: F. Krüger. von Monza zu diesen Fanatikern, die, im Mittel fich toll vergreifend, brave Freunde der Freiheit ins Unglück stürzen. Ein neues Gewerkschaftsblatt. Die„ Deutsche MetallarbeiterWir beklagen das Los des Königs, bedauern auch dasjenige Gewerkschaft", die betamtlich durch ehemalige Mitglieder des der vielen, die jezt unschuldig 8 11 büßen haben werden. Denn es ist klar, daß num die Reaktion deutschen Metallarbeiter- Verbands begründet wurde, hat jetzt ein mobil macht und vorerst ein wüstes Treiben anhebt. Schritte man eignes Organ" Solidarität" herausgegeben. Das Blatt erscheint jetzt zur Erfüllung der Pflicht, es würde Heil aus dem Grabe monatlich zweimal im Verlage von G. Wiel( vorm. Schrimmer), erblühen. Wenn aber die lenkenden Klassen nicht endlich Berlin, Brunnenstr. 164. Als Redacteur zeichnet G. Moride. den socialen Boden tief anfpflügen und eine Kultur im Zur Hamburger Aussperrung wird uns berichtet: In einer Innern anstreben, auftatt fie Schwarzen und Gelben hin- kombinierten Mitgliederversammlung aller Sektionen des Metallzutragen, steht alles auf dem Spiel. Der Kredit der arbeiter- Verbands in Hamburg ist beschlossen, daß auch den noch Monarchie ist erschöpft. Europa hat auch ein Recht, von nicht vollberechtigten Mitgliedern des Verbands, soweit sie von der Italien zu fordern, daß es nicht länger ein Mördernest Aussperrung durch die Werftbefizer betroffen sind, eine Unterstützung bleibe. Eine gewisse Presse jenseits der Alpen belegte vor gezahlt werden soll. Damit ist ein früherer Beschluß, wonach die zwei Jahren frech die Schweiz mit diesem Titel; wird sie es Mitglieder, die erst jest, nach Ausbruch des Kampfs, in den Verband wieder thun?" eingetreten find, feine Unterſtüßung haben sollten, aufgehoben. Belgien. Die günstigen Kassenverhältnisse gestatteten die Aufhebung dieses Beschluffes. Es erhalten mun vollberechtigte Mitglieder 12 M., wenn fie verheiratet sind, 10 M., wenn sie unverheiratet sind, während ben nicht vollberechtigten Mitgliedern 9 M. resp. 7 M. wöchentlicher Unterstüßung gezahlt werden. Die Situation ist im übrigen un verändert. Allerdings schreiben bürgerliche Hamburger Blätter in Der Schah von Persien hat, wie das„ Neutersche Bureau" den letzten Tagen: es fönne jo nicht weitergehen, denn die Werften aus amtlicher Quelle meldet, seinen Besuch in England seien dermaßen mit Arbeiten überhäuft, daß sie mit den noch vorwegen des Todes des Herzogs von Koburg und Gotha aufgegeben. handenen Arbeitskräften bei weitem nicht auskommen könnten, Das„ Attentat" hat ihn wohl doch an der euröpischen Civilisation sondern die Aussperring notgedrungen rüdgängig machen müßten. zweifeln lassen. Für eine Verleihung der gleichen Rechte an die Unternehmer ist kein Bedürfnis vorhanden in den Betriebskassen. War es notwendig, das noch besonders zu versichern? Gemeinsame Ortstassen hält man für notwendig. Man ersieht daraus, wie die offiziösen Fühler als auch die Der englisch- belgische Zwischenfall. Die Indep. belge" offiziellen Fragen der Regierung die Wünsche der Unternehmer ge- fagt zu der Beschwerde Englands wegen der Freilassung Sipidos, troffen haben. Keine irgendwie nennenswerten Verbesserungen der Belgien habe für Balfours Rede nur Verachtung durch Stillschweigen. Versicherung, Beibehaltung der bisherigen Zersplitterung, Be seitigung der besten Rechte der Versicherten. Die Arbeiter rühren sich jedoch auch und so leicht wird den Unternehmertum die Erfüllung seiner Wünsche nicht werden. Frankreich. Der Stammbaum des Attentäters. Jm Kreisblatt von Nauen ist das giftige Stammgewächs, dessen Frucht der Attentäter Bressi ist, bis in die letzten Wurzeln Serbien. nachgewiesen: Flitterwochen Politik. Aus Belgrad, 4. August; wird tele„ Der Anarchismus ist auf dem geistigen Sumpfboden der graphiert: Socialdemokratie erwachsen und diese hin Durch einen heute erschienenen Ulas werden der Kultusminister wiederum empfängt ihre Nahrung aus den trüben Andra Giorgiewic und der Bautenminister Torivoj Neschic, welche Schlammfluten materialistischer, religionsloser dem früheren Kabinett angehört hatten, pensioniert, der Minister und religionsfeindlicher Weltanschauung. In des Jumern dieses Kabinetts, Gencic, als Staatsminister entlassen und Italien, demselben Lande, dem Angelo Bressi, der elende Mörder die übrigen Mitglieder zur Disposition gestellt. König Humberts, entsprossen, lehrt der jüdische Professor Das„ Amtsblatt" begleitet den Utas mit einem Communiqué, Lombroso seit Jahrzehnten laut und öffentlich, daß der Ver- in welchem es heißt: Diese Maßregeln seien die Folge des ver: brecher geboren werde, und daß Verbrechen Krankheit sei. Diese fassungswidrigen und ungebührlichen Verhaltens der früheren Sämtliche Arbeiter und Arbeiterinnen der Porzellanfabrik von Burgstädt haben die Arbeit eingestellt, weil der Unternehmer sich weigerte, die angekündigte Lohnreduzierung wieder zurückzuziehen. Die angekündigte neue Arbeitsordnung, die eine längere. Arbeitszeit vorjah und verschiedene andre scharfe Bestimmungen( u. a. daß jeder Arbeiter verpflichtet sei, auf Verlangen jederzeit früher anzufangen und länger zu arbeiten, die längere Arbeitszeit verweigernden Arbeiter aber mit 50 f., halbem Tagelohn oder sofortiger Entlassung bestraft werden sollten) enthielt, wurde nach längeren Verhandlungen mit der gewählten Kommission wieder zurückgezogen. Dasselbe hoffen die ausständigen Arbeiter auch bei der geplanten Lohnreduzierung zu erzielen. Zum Düffeldorfer Dachdeckerstreik ist zu melden, daß nun fleisch ergab eine Gesamteinnahme von 1720,81 M., die Ausgabe der gegenwärtig ganz besonders starken Wohnungsnot beitragen 83 Mann streifen. Acht Meister haben bereits bewilligt. Die 933,39 M., sodaß ein Bestand von 787,42 m. verbleibt. Dem Verein müßte. richtende wies = Chinarede des Prinzen Heinrich. " Streifenden versuchten am Donnerstag noch einmal, durch den Alt- gehörten am Schluß des Geschäftsjahrs 189 Mitglieder an. Die Wenn das auch richtig ist, so wurde die Resolution doch als gesellen Krewinkel mit den Meistern zu verhandeln. Die Meister Abrechnung wurde von den Revisoren als richtig bestätigt und auf zwecklos abgelehnt; denn die städtischen Behörden können, wie Genosse lehnten indessen ab und wollen somit den Kampf. Zuzug streng deren Antrag dem Kassierer die Decharge erteilt. Der Kassenbericht Hirsch in seinem Schlußwort ausführte, gegenwärtig mit der Sache fernhalten. soll nebst dem Bericht über die bisherige Thätigkeit des Vereins gar nicht befaßt werden. Das Kanalisationsprojekt ist der Regierung im Druck hergestellt und verbreitet werden. Die Neuwahl eingereicht, und die städtischen Behörden müssen mit seiner AusDer Düsseldorfer Klempnerstreik dauert fort. Die Meister des Vorstands ergab folgendes Resultat: E. Simanowati 1, führung warten, bis die Genehmigung von der Regierung zu Potshaben in geheimer Sigung beschlossen, nicht nur aus der Umgegend, sondern auch aus Frankfurt, Wiesbaden, Magdeburg usw. Arbeits- Pischel 2. Vorsitzender; Warnst 1., Ahrens 2. Schriftführer; dam erteilt iſt. Auch wurde von mehreren Diskussionsrednern betont, daß die willige heranzuziehen. Auch werden schwarze Listen versandt, uhnfleisch 1., Reh, 2. Kaffierer, und Wolderski Archivar. Meister- Rädelsführer kennen die Meister, einen Mann, der schuld gewählt. die„ Rädelsführer" find darauf obenan fett gedruckt. Sogar einen Als Revisoren wurden Guttheit, 3impel und Baader Kanalisation dieses Geländes unter den gegenwärtigen Verhältnissen die ungesunde Bodenspekulation, welche sich jener Terrains jetzt beam Streit sei, weil er den Haupt- Rädelsführer" nicht entHierauf folgte die Besprechung über das zu erreits start bemächtigt habe, außerordentlich steigern werde; die Folge Tassen habe. Arbeiter Sefretariat. Simanowski der an die Kanalisation sich anschließenden Bebauung werde daher darauf hin, daß sich der Abeitervertreter Verein vermutlich nur ein zeitweiliges Stehenbleiben, kaum ein Sinken der Arbeiter- Aussperrung. Bis jetzt haben die Münchener Kleider- bereits vor längerer Zeit mit der Errichtung eines der Mieten sein. Um 1 Uhr erreichte die angeregte Diskussion, welcher fabrikanten 500 Konfettionsschneider und Schneiderinnen artigen Sekretariats, wie es kürzlich von den Münchener große Aufmerksamkeit entgegengebracht wurde, ihr Ende. ausgesperrt. Dem Ring gehören nicht an die Firmen Esders Arbeiter Sekretären in Vorschlag gebracht, beschäftigt hat. und Weltmann und Guggenheimer. Der Sekretär des deutschen Diesem Plan, der allgemein die Zustimmung fand, stellten sich Schneiderverbands Käming aus Stuttgart ist in München einge- vielfache Schwierigkeiten gegenüber, so daß die Ausführung bisher troffen und wird mit dem Unternehmer- Ring verhandeln. Eine am unmöglich war. Nachdem die Vorschläge seitens der Münchener Aus Bremerhaven meldet ein Telegramm vom Sonnabend= Donnerstagabend tagende öffentliche start besuchte Konfektions- Arbeitersekretäre veröffentlicht worden sind, haben sich die Vertreter abend: schneider- Versammlung beschloß einstimmig, an den Ring die Auf- des Vereins an die besonders in betracht kommenden Stellen Auf der Phönicia" sind heute das 4. Ostasiatische forderung zu richten, die Aussperrung bis Sonnabend zurückzunehmen, gewandt, 11111 deren Meinung über die hauptsächlichsten widrigenfalls mit einer 30 prozentigen Lohnerhöhung auf allen Fragen zu hören. Der Präsident des Reichs- Versicherungs- Infanterie- Regiment, eine Proviantkolonne, das Material zur GeArbeiten geantwortet werden wird. amtsscheint einer derartigen Institution nicht unsympathisch birgsbatterie und der Brückentrain in Gee gegangen, auf dem gegenüber zu stehen. Wenigstens hat er sich auf die Anfrage dahin" H. H. Meier" das 1. Bataillon des 2. Ostasiatischen Infanterieregiments, geäußert, daß er persönlich die Vertretung von solchen Personen, die 3. Eskadron des ostasiatischen Reiter- Regiments, die EisenbahnDer Glasarbeiter- Ausstand im Industriegebiet von Char- welche von dem Sekretariat dazu bestimmt sind, bei normalen Ver- Rompagnie, Pioniere, sowie das Personal des Lazarettſchiffs. Ieroi gewinnt an Ausdehnung; bis jetzt sind bereits 4000 daran hältnissen für zulässig erachte. Der Ausschuß der Berliner Gewerk- Prinz Heinrich von Preußen ist am Nachmittag mit der beteiligt. schaftskommission beabsichtigt, gemeinsam mit dem Arbeitervertreter Eisenbahn in Bremerhaven eingetroffen und hat dort an der LloydDer Streit der Schuhmacher in Wilna und Kowno, über Verein Versammlungen einzuberufen, in welchen die Vorstände der halle an die Truppen eine Ansprache gehalten, die nach den den hier bereits berichtet worden ist und an dem mehr als 1000 Gewerkschaften über diese Frage beraten sollen. Außerdem sei zu Meldungen des Wolfffchen Telegraphenbureaus folgenden WortArbeiter beteiligt waren, ist jetzt beendigt und zwar haben die erwarten, daß die Generalfommission eine solche Institution laut hat: In der Diskussion wurde von Streikenden den Sieg davon getragen, was auf die Bekundung eines finanziell unterstützen würde. einer der start entwickelten Solidaritätsgefühls seitens nicht nur der polnischen, allen Rednern die Nützlichkeit und Notwendigkeit sondern auch der jüdischen und lithauischen Arbeiter zurückzuführen artigen Einrichtung betont, andrerseits aber auch wesentliche ist. Auch Arbeiter andrer Berufe, ohne Unterschied der Nationalität, Bedenken bezüglich der Durchführung geltend gemacht. Insbesondere haben den Ausstand mit Geldmitteln unterstützt. Mit besonderer wurde darauf hingewiesen, daß keinelrei Garantie gegeben sei, daß Genugthuung wird in dem uns zugestellten Flugblatt vom 6. Juli die vom Sekretariat für die Arbeiter bestellten Vertreter bei den in 1900 des Centralkomitees der Socialdemokratischen Arbeiterpartei Betracht kommenden Gerichten zugelassen und nicht als geschäftsin Polen und Lithauen hervorgehoben, daß die Not der Ausständigen auch bei den deutschen Berufsgenossen Verständnis gefunden hat, die den Streifenden eine bedeutende Summe durch Vermittelung des Komitees zugeschickt haben. Die Polizei hat wie gewöhnlich gewütet, ihr Verhalten war, wie das Flugblatt sagt, ein neuer Beweis dafür, welchen Feind die Arbeiterbewegung in der Regierung des Zaren hat. Das Flugblatt schließt mit einem Mahurufe an die Arbeiter, den Kampf um politische Freiheit und socialistische Gejellschaftsordnung in Reib und Glied weiter zu führen und sich stets des großen Princips der Solidarität aller Arbeiter zu erinnern. Ausland. Unternehmer- Solidarität. Der Arbeitgeberverband in Kopen hagen hat an die Münchener Tischlermeister eine Offerte gerichtet, wonach die Tischlermeister in Kopenhagen sich bereit erklären, halb fertige und neue Arbeit zum Selbstkostenpreise fertig zu stellen. Unfre Genossen in Dänemark werden hoffentlich einen Strich durch die Rechnung machen und sich event. mit ihren Münchner Kollegen solidarisch erklären. rinnen Sociales. Jdyllisches aus Ziegeleien. % Um 111111 Die mäßige Vertreter abgewiesen werden. Als weitere ganz erhebliche Schwierigkeit wurde die Aufbringung der notwendigen Geldmittel bezeichnet. Die Unkosten, die das Sekretariat verursachen, wurden von den meisten Redern auf 15 bis 20 000 m. jährlich geschätzt und angeführt, daß den Berliner Gewerkschaften nicht zugemutet werden könne, diese Summe allein zu decken. Die Deckungsfrage müsse deshalb vor allem mit Centralvorständen beraten werden und ferner die Generalkommission der Gewerkschaften Deutschlands zur Aufbringung der Kosten mit herangezogen werden. Das sei umsomehr am Plaze, als diese Institution nicht nur von den Berliner, sondern hauptsächlich von den Arbeitern in der Provinz in Anspruch ge= nommen werden würde. Nach längerer Diskussion auch darüber, welcher Körperschaft das geplante Sekretariat unterstellt werden soll, wurde dem Vorstande aufgegeben, die Angelegenheit in geeigneter Weise weiter zu betreiben und die eingeleiteten Verhandlungen fortzusetzen. " Sodann wurde beschlossen, daß in Zukunft zu den Versammlungen, die jeden Monat am Donnerstag nach dem 1. im Gewerkschaftshause stattfinden, nur durch Annonce im Vorwärts" und mur zu den außerordentlichen Versammlungen per Postkarte eingeladen werden soll. Die Versammlungen sollen pünktlich eröffnet, aber in Rüdsicht auf die entfernt wohnenden Mitglieder möglichst schon um Er erklärte Stameraden! Der Kaiser, welcher leider durch einen Trauers fall in einem deutschen Fürstenhause verhindert ist, sich von Euch zu verabschieden, hat mir zu befehlen geruht, Euch seinen letzten Abschiedsgruß mit auf den Weg zu geben. Seid versichert, daß der Kaiser mit Herz und Gedanken an jeden von Euch zurückdenkt. Im besonderen bedauert Seine Majestät, daß er Euer Kontingent heut nicht hat sehen können. Seine Majestät erwartet von jedem von Euch, daß er als Soldat seine Pflicht thue, daß er ganz Soldat sein werde. Der Kaiser wünscht Euch eine glüdliche Reise und glückliche Vollendung Eurer Thaten, fröhliche Rückkehr, frohes Wiedersehen mit den Eurigen und giebt Euch Gottes Segen auf den Weg. Es ist das letzte Mal, daß Ihr auf deutschem Boden steht; seid Eurer Bundesfürsten eingedenk und gedenkt mit mir an jenen, der das Deutsche Reich mit Kraft und feftem Willen stark und mächtig gemacht hat: Es ist Euer Kaiser! Ruft noch einmal auf Eurem Mutterboden: Seine Majestät hurra! Die Truppen und das zahlreiche Publikum stimmten begeistert ein. Auf diese Ansprache entgegnete Oberst Hoffmeister: Unter freiem Himmel, unter Sturm und Regen erneuern wir den feierlichen Eid unverbrüchlicher Treue bis in den Tod. Seine Majestät der Kaiser Hurra!" Auch diese Worte fanden donnernden Beifall. Taku Der chinesische Krieg. Der Petersburg, 4. Aug.( Meldung des Reuterschen TelegraphenBureaus"). Jufolge der mit den Ereignissen im fernen Osten verbundenen außerordentlichen Ausgaben hat der Kaiser befohlen, die Zölle des europäischen Handelstarifs unter Aufrechterhaltung der Konventionstarife der mit auswärtigen Mächten abgeschlossenen politit! Zur Baukontrolle. Der Magistrat in Nürnberg hat beParis, 4. Auguft.( W. T. B.) Telegramme, welche nach einer schlossen, sechs Bauauficher aus dem Arbeiterstande 11 Uhr geschlossen werden. Meldung der„ Agence Havas" von dem Admiral Courréjolles und probeweise anzustellen. Sollte sich der Versuch bewähren, so werden sie definitiv angestellt. Die Kleber( Tapezierer) hielten am 1. August bei Jannafcht, von dem französischen Konsul in Tientsin hier eingegangen sind, beDie Stellen sollen zur Bewerbung in Inſelſtr. 10, ihre Vereinsversammlung ab. Straßer referierte richten nichts von einem Marsche auf Peking und erwähnen dess den Tagesblättern ausgeschrieben werden. von den Bewerbern in erster Linie Maurer, Steinhauer und G3 seien von feiten des Unternehmers 3 Mann gemaßregelt, findlichen französischen Truppen beträgt 2600. Berücksichtigt sollen über die Differenzen bei der Firma M. Kalmbach, Potsdamerstr. 89. felben auch nicht als nahe bevorstehend. Paris, 4. August. Die Zahl der gegenwärtig in China beVom 1. bis Zimmerleute werden. Nach vierwöchentlicher Probezeit erfolgt feste weil sie organisiert sind, und er bermutete, daß in Anstellung bei vierwöchentlicher Kündigung. Das Tagegeld wurde seiner Werkstatt sich eine Bewegung vorbereite. 20. Juli find 6500 Manu Marinesoldaten von Frankreich abauf 6 M. festgesetzt. Eine Dienstanweisung soll nach Rücksprache ihnen, daß er nur mit Leuten zusammen arbeiten könne, gegangen, von welchem das erste Drittel gegen den 10. August in die beiden erwartet wird, während andren Drittel mit Arbeitgebern und Arbeitnehmern ausgearbeitet werden. die in harmonischem Zusammenwirken zwischen Unternehmern zwischen dem Bewerber sollen nicht jünger als 30, nicht älter als 40 Jahre sein. und Arbeitern ihr deal erblicken. Durch einmütiges Niederlegen 20. und 31. eintreffen August daselbst Die jollen. aus wird Die Anstellung erfolgt zum 1. Januar 1901. Landtruppen gebildete Brigade der Arbeit seitens aller 11 daselbst beschäftigten Kleber war Diefelben werden abteiHerr Kalmbach gezwungen, 2 der Gemaßregelten wieder einzustellen, ungefähr 10 500 Mann start sein. In der dritte hatte anderweitig schon Beschäftigung gefunden und lungsweise in einer Zeit vom 2. bis 24. Auguft ausrüden. So oft auch die Klagen über die gerade in Ziegeleien be- verzichtete auf die Wiedereinstellung; gleichzeitig mußte er eine be- Indochina werden 4000 Mann zurückbleiben, daß, französische betontignent Es sei dies ein Er- Kontignent in der internationalan Armee wird also etwa 15 000 obachteten Mißstände an das Licht der Oeffentlichkeit gebracht wurden, trächtliche Erhöhung der Preise zugestehen. Mann start sein. Die französischen Seestreitkräfte in Ostasien werden so verstummen dieselben doch nicht, und auch im diesjährigen Bericht folg diesem Herrn gegenüber, der nur durch die Macht der Organi aus 1 Banzerschiff, 9 Kreuzern, 10 Kanonenbooten oder Avisos und des Gewerbe- Juspettors Engeln von Gießen sind einige solcher fation erkämpft sei; denn der Herr habe den früheren Standpunkt 3 Transportschiffen bestehen. Musterbuden gekennzeichnet. Dieser Herr hat die Beobachtung ge- verlassen, und dem Willen der Organisation nachgeben müssen. Dies Petersburg, 4. August.( W. T. B.) Nachrichten des Generalmacht, daß die Besizer von Feldziegeleien die Gepflogenheit haben, müsse ein Ansporn für sämtliche Kleber sein, an der Organisation fest ftabs. General Maziersti telegraphiert aus Techita vom 1. August: Unterkunftshäuser für ihre Arbeiter zu bauen, die aber bei Ver- zuhalten, denn vereinzelt sei der Arbeiter einem solchen Unternehmertum größerung des Personals auch noch über den ursprünglich vor- gegenüber machtlos. Es waren lokal- und centralorganisierte Kleber Nach dem Bericht des Generals Orlow hat ein Teil seines Detachements gesehenen Zweck hinaus ausreichend sein müssen. So wurden auf bei der Bewegung beteiligt. Die Arbeitsnachweisfrage rief eine lebam 30. Juli einen Augriff auf chinesische Truppen dreier einer Ziegelei zwei Arbeiterinnen mit beschäftigt, die man ursprüng- hafte Debatte hervor. Es lagen Anträge vor, die Nachweisstunden auf Waffengattungen gemacht, dieselben zurückgeworfen und ein Geschütz, 8 Fahnen und eine Menge Gewehre und Patronen erbeutet. lich wohl nicht mit vorgesehen hatte. einen den Abend zu verlegen; ein andrer verlangte, nur Mitgliedern Arbeit Ein Telegramm des separaten Schlafraum für diese beiden herzustellen, wurde nachzuweisen; auf Antrag Straßer wird die Sache noch einstweilen Kommandant der Chinesen und 200 Chinesen find tot. Der russische in dent einen Schlafzimmer ein tistenartig voll zurückgestellt, zweds reiflicher Ueberlegung der Anträge. Es wird Berlust beträgt 7 Tote und 20 Verwundete. ständig geschlossener Bretterberschlag mit einer beschlossen, im September das Stiftungsfest zu feiern. Ferner teilt Ingenieur Sacharow, des Leiters des Hafenbaues in Dalin, Verschlußthür zurechtgezimmert, in den die beiden Arbeite Straßer mit, daß Genosse Kater in der nächsten Versammlung über meldet vom 1. August, daß die Mehrzahl der chinesischen Eisenbahnzum Schlafen hineinfriechen mußten, und die 3wed und Nugen der Arbeiterbewegung einen Vortrag halten wird arbeiter geflohen und nur 400 Mann geblieben seien. Die Arbeiten wurden mit wenig Erfolg fortgesetzt. In Dalin wurde ein Lazarett Trennung der Geschlechter war perfett. Diese Schlaffiste" hatte und daß für zahlreichen Besuch zu sorgen sei. eröffnet. dann einen Luftraum von 3,5 Kubikmeter. Derselbe Unternehmer schien auch sonst seinen Arbeitern das bißchen Luft nicht zu gönnen, Warum steigen die Mieten? lautete das Thema, über denn obgleich er sich bei Anlage des Unterkunftshauses zur welches am Donnerstag in Charlottenburg der Genosse Paul Orientierung mehrfach an die Gewerbe Inspektion gewandt hatte, Hirsch in einer von etwa 400 Personen besuchten Volks Mit drastischen Beispielen wies er auf hatten schließlich doch sämtliche Räume dieses Palais statt einer vor- versammlung referierte. geschriebenen Höhe von 2,50 Meter nur eine solche von 2,37 Meter. die Größe und den Umfang der gerade in Charlottenburg besonders Handelsverträge zeitlich zu erhöhen. Auch ein Erfolg der ChinaEin wahrer Muster- Schlafraum fand sich aber in einer Feldziegelei starken Wohnungsnot hin. Eine vollständige Beseitigung derselben bei Friedberg. Dort mußten drei 15 bis 19jährige Mädchen zur lasse sich in der kapitalistischen Gesellschaft nicht erreichen, wohl Unterkunft und zum Schlafen mit einem Raum aber eine ziemlich weit gehende Linderung. Die Kommunen könnten der Arbeiter, lieb nehmen, der 17,75 Rubikmeter auffvies viel thun durch höhere Entlohnung Luftraum und folgende Dimensionen zeigte: 2,75 Meter Erwerbung und Bebauung von brachliegendem Gelände, vor allem Länge, 2,15 Meter Breite und 3 Meter mittlere Höhe. Aber auch auch auf dem Wege der Besteuerung; fördernde Steuern für die BeLondon, 4. August.( W. T. B.) Dem„ Neuterschen Bureau das Licht fand nur geringen Einlaß, denn dieser Aufenthaltsort für bauung seien die Umsatzsteuer für Grundstücke und namentlich die erwachsene Personen hatte ein Fenster von 60 Centimeter Höhe und Bauplatzsteuer. Doch müßten die Kommunen zur Durchführung wird aus Fouriesburg von gestern gemeldet: Im Lager Hunters 40 Centimeter Breite. Warum noch eine Thür diesen Raum von irgend einer ernsthaften Reform ein viel stärkeres Enteignungsrecht befinden sich 2500 Boeren, in demjenigen Hamiltons 1500 Boeren der Außenwelt absperrte, war eigentlich nicht recht erklärlich, haben, als sie gegenwärtig befizen; hier müßte also die staatliche mit 9 Geschüßen. Ursprünglich waren in dem Thal 5000 Boeren; uns im Stiche lasse, so lange diejenigen von ihnen, welche entkommen sind, haben jetzt durch Abdenn bon innen konnte dieselbe nicht verschlossen werden. Gesetzgebung eingreifen, die wir Der Herr Gewerbe- Aufsichtsbeamte fühlte sich niter solchen Umim reaktionären preußischen Landtag ohne jeden Ein- gesandte nach den Bedingungen gefragt, unter denen sie sich ergeben Und auch die Maßnahmen welche die Ge- fönnen. In den Lagern sind große Massen von Vich, die Wege ständen veranlaßt, auf diesen Schlafraum für erwachsene Menschen fluß feien. bestehenden Gesetze treffen können, sind auf eine Strecke von 20 Meilen durch Wagen gesperrt. das gewiß einzig richtige Prädikat„ Loch" anzuwenden. Daß unter meinden auf Grund der Bloemfontein, 3. August.( Meldung des„ Reuterschen Bureaus".) solchen Umständen von einem besonders hohen Stand der Sittlichkeit unterblieben in den nach dem Dreiklassen Wahlrecht gewählten der in den Ziegeleien Beschäftigten nicht die Rede sein kann, dürfte Stadtvertretungen, in denen überdies die Hälfte der Mitglieder Bei Bruinspruit füblich von Kroonstad wurde ein Eisenbahnzug, Hausbesitzer sein müßten. Einfluß auf die Gesetzgebung in Staat auf dessen Maschine die amerikanische Flagge gehißt war, da der wohl auch dem Blödesten bald klar werden. und Gemeinde müssen wir also vor allem zu erringen suchen, wenn Generalkonsul Oberst Stowe im Zuge reiste, von einer fliegenden wir die Wohnungsverhältnisse bessern wollen. Ju der ziemlich lebhaft geführten Diskussion betonten unfre Genossen Dr. Borchardt und Görke ebenfalls sehr energisch den engen Zusammenhang zwischen der Wohnungsfrage und den allgemeinen politischen Verhältnissen; wo immer man eine Frage von allgemeinerem öffentlichen Interesse behandle, werde man auf die fapitalistische Wirtschaftsweise als den Ürgrund des Uebels geführt, Bremerhaven, 4. Aug.( W. T. B.) Wegen Unwetters find das erst mit dem Kapitalismus selbst schwinden könne. Man dürfe die Dampfer" Phönicia" und" H. H. Meier" bei dem hohen Weg auch nicht zu viel von einem stärkeren Eindringen unsrer Genossen vor Aufer gegangen. Der Arbeitervertreter- Verein hielt am Donnerstag feine in die verschiedenen Parlamente erwarten, so wünschens- und Rom, 4. Auguft.( W. T. B.) Blättermeldungen zufolge wurde Generalversammlung im Gewerkschaftshause ab. Vor Eintritt in bie erstrebenswert das an sich sei; denn ihr Einfluß werde wahrscheinlich im heutigen Ministerrat die Frage erörtert, ob Pressi von dem Tagesordnung ehrte die Versammlung das Andenken des am 1. August durch noch reaktionärere Gestaltung der Wahlgefege gebrochen Senate als Staatsgerichshof oder vom Schivurgericht in Mailand verstorbenen Mitgliedes W. 2 ad ewig. Nach dem Geschäftsbericht, werden. Wenn das der Fall sei, so werde der lezte Entscheidungs- abgeurteilt werden muß. Man beschloß einstimmig, daß die Ans den der Vorsitzende E. Simanowsti erstattete, haben im ver- tampf sicherlich nicht in den Parlamenten ausgefochten werden. gelegenheit dem Mailänder Schwurgericht zu überweisen sei. flossenen Geschäftsjahr 12 Versammlungen stattgefunden, die sämtlich Bon freisinniger Seite wurde eine Resolution vorgeschlagen, in Rom, 4. August.( W. T. B.) Die„ Tribüne" meldet, der eine recht wichtige Tagesordnung zu erledigen hatten. Der Vorstand hielt welcher die städtischen Behörden um beschleunigte Kanalisierung des Vatican habe die Geistlichkeit in ganz Italien ohne irgend eine 12 Gigungen ab, ferner fanden mehrere Kommissionssigungen statt Geländes jenseits der Spree erfucht werden sollten. Dr. Bernstein Ausnahme angewiesen, sich an den Trauerkundgebungen für König und mußte eine ziemlich umfangreiche Korrespondenz bewältigt begründete dieselbe mit dem Hinweis darauf, daß die schnellere Er Humbert zu beteiligen. Das Blatt bemerkt, es wäre dies das werden. Exkursionen wurden unternommen nach den Heilanstalten schließung dieses Geländes, das für Charlottenburg für die nächste erstemal, daß der gesamte italienische Klerus an Kundgebungen, die Malchow und Grabowsee. Die Abrechnung des Kassierers Huhn- Beit in erster Linie in Betracht komme, sicherlich zu einer Linderung einen nationalen Charakter tragen, teilnähmen. Berantwortlicher Redacteur: Wilhelm Schröder in Wilmersdorf. Für den Inferatenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud und Verlag von Mag Bading in Berlin. Hierzu 3 Beilagen u. Unterhaltungsblatt. vorDer herrschenden Arbeitslosigkeit wegen bewilligte der Stadtrat( Gemeindevertretung) der Stadt Bern auf Antrag des Gemeinderats( Magistrat) einen Kredit von 18 000 Fr. Dafür sollen öffentliche Arbeiten zur Beschäftigung der Arbeitslosen in Angriff genommen werden. Versammlungen. M Durch Tekte Nachrichten und Depelihen. Boerenkrieg. Potrouille der Boeren zum Entgleisen gebracht und in Brand gesteckt. Dabei wurden vier Personen getötet und drei verlegt; Oberst Lord Algernon Lennox und 40 Mann wurden gefangen ge nommen, aber auf Ersuchen des amerikanischen Generalkonjuls wieder freigelassen. Nr. 180. 17. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonntag, 5. Auguf 1900. Lokales. Evolution. Im feimenden Leben des Einzelwesens beobachtete der Mann der Wissenschaft den Werdegang alles dessen, was freucht und fleucht; er sicht die Arten vom einfachen Protoplasma bis zum komplizierten Tier- und Menschendasein sich bilden. Die betreffende Broschüre, welche auch der Firma Naud u. Hart- wehr Gebrauch gemacht habe und der junge Mann, der sich auf dem manu vorgelegen, enthält die Ansichten des Schriftstellers John Hausflur herumbrückte, ihn zuerst angegriffen habe, als er ihn aufHenry Mackay, des Dr. Rudolf Steiner und des Nedacteurs Benj. forderte, das Haus zu verlassen. Im übrigen behauptet Herr Jeche, R. Tucker über Anarchismus und bekämpft ganz entschieden die daß es unwahr sei, daß von ihm je ein Mieter mit der Schußwaffe Propaganda der That", dürfte also nur geeignet sein, den bedroht wäre. Abschen des Publikums gegen die Thaten eines Bressi, Luccheni 2c. zu vermehren. " Der heftige Sturmwind, der am Sonnabend durch die Stadt brauste, hat mancherlei Unheil angerichtet. Ein seltsamer Unfall ist Aehnlich ist auch die Entwicklung vom Dorf zur Weltstadt und unterdrücken, und es kann nur konstatiert werden, daß die albernen worden. Dort brachte St. Blasius es fertig, eine Ladenscheibe, die Es fehlt mithin jeder verständige Grund, derartige Anzeigen zu durch den Wind im Hause Große Frankfurterstr. 33 herbeigeführt das gewaltige Auswachsen dieser selbst im engen Rahmen zu studieren. Maßnahmen der Firma Naud u. Hartmann um eine vermehrt sind. offenbar nicht allzustark befestigt war, aus den Fugen zu haben. Just wie der Kinematograph uns in ganz wenigen Minuten den tagelang währenden Prozeß des Aufblühens und Verwelkens einer Die berühmten Teppiche nach den Kartons von Raphael Klirrend flog sie in den innern Raum des Ladens, zum Glück ohne Pflanze vorführt, fehen wir im Zeitraum einer guten halben Stunde in der Rotunde des alten Museums find nach erfolgter gründ- schlimmen Schaden anzustiften. die Hauptstadt zu dem, was sie ist, sich entfalten. Ja noch mehr, sogar ein licher Reinigung vor kurzem wieder sämtlich dem Publikum Ein Fabrikbrand beschäftigte die Feuerwehr gestern früh fast Stück Zukunftsstadt liegt am Ende unsrer Beobachtung Hoffnungs- ugänglich gemacht worden. Im Laufe der Zeit waren nämlich drei Stunden lang. Elisabeth- Ufer 55, und zwar in den freudig vor uns. Unser Kinematograph aber ist die Eisenbahn. diese kostbaren Stücke, die eine Hauptsehenswürdigkeit des alten Barterreräumen des rechten Seitenflügels stellte die GlühkohlenMan hat es uns bequem gemacht; wir brauchen von unsrem Muſeums bilden, durch Staub und Schmutz arg mitgenommen Fabrik von Saß u. Schindelhauer seit zwei Jahren aus Proletariervorort im Osten oder Südosten nur ins Coupee zu steigen worden, so daß die schönen Farben einen ganz dunklen Ton an- Sohlenstaub, Pech und dergleichen kleine, sechseckige Glühkörper her, oder ins Abtheil, wie es im Thielenschen Vergewaltigungsdeutsch genommen hatten. Infolgedessen wurde zunächst die Reinigung die unter der Marke„ Berolina" vielfach beim Blätten Verwendung heißt, und dann am Fenster Augenblicksbilder festzuhalten. Gar bald eines Teppichs angeordnet, und, da dieser Versuch über alles Er finden. Merkwürdig erscheint, daß innerhalb von zwei Jahren zum ist unser trauriges Nest verschwunden und zur Rechten wie zur Linken warten gelang, nach und nach das Reinigungswert mit demselben fünftenmal Feuer in demselben Raum zum Ausbruch kam und umgeben uns weite Kornfelder, auf denen der Landmann ganz mit guten Erfolge auch an den andern Teppichen vonzogen, die sich nun- daß sämtliche Brände in die Morgenstunde vor Beginn der Arbeit den primitiven Werkzeugen und Handgriffen, wie sie vor Jahrhunderten mehr wieder in ihrer ganzen wunderbaren Farbenpracht dem Auge dar- fielen. Die Gefahr war diesmal um so größer, als im ersten Stock in Gebrauch waren, pflügt, eggt und säet, und wenn das Korn gewachsen, die bieten. Ueber die Entstehung und Herkunft der Teppiche ist folgendes eine Maschinenfabrik besteht und die Decke über dem Brandherde an Frucht abmäht und bindet, um sie dann auf derben Leiterwagen in die zu erwähnen. Der Papst Leo X. bestellte bei Raphael 10 Kartons, einer Stelle von den Flammen schon durchbrochen war, so daß bei Scheuer zu fahren. Fast nie, daß eine Lokomobile, eine der um danach zu Arras in den Niederlanden Teppiche in Gold, Seide größerem Umsichgreifen des Feuers ein Herabstürzen der schweren praktischen amerikanischen Maschinen vor dem Thore der Hauptstadt und Wolle wirken zu lassen, welche bei firchlichen Festen zum Schmuck Maschinen hätte erfolgen können. Die Flammen sprangen zwar noch ihre Dienſte thut; der Nachbar Bauer ist, sei es aus Trägheit, sei der unteren Wände des Teils der sirtinischen Kapelle dienen sollten, auf einen einstödigen Querbau über, in welchem Rohmaterialien cs, weil er's nicht nötig hat, verbisien konservativ und behandelt den wo sich die Geistlichkeit aufhält. An den beiden langen Wänden lagerten, konnten aber nach zweistündigen Wassergeben erstickt Boden, wenn wir von der Anwendung neuerer Düngungsmittel etwa wurden einerseits die vier Teppiche aufgehängt, welche Vorgänge werden. Doch währten die Aufräumungsarbeiten noch längere Zeit. absehen, genau so, wie es seine Urväter vor Jahrhunderten thaten. aus dem Leben des Apostels Petrus und die Steinigung des Die Spree liegt vor uns, und gleich altväterisch breitet der heiligen Stephanus, andrerseits die fünf, welche Vorgänge Feuerbericht. Ritterstraße 76 fam Sonnabendnachmittag 3 1hr Fischer seine Neze in ihrem geduldigen Wasser aus. Er muß wohl, aus dem Leben des Apostels Paulus Paulus darstellen. Diese im Lagerteller des Möbelexportgeschäfts von Mantzel u. Ehmer Feuer Fischdampfer rentieren sich nicht auf der Spree. Teppiche werden noch heute in einem der Säle des Vatikans als aus, das glücklicherweise sofort bemerkt und von dem Personal mit Fischer- und Bauerndajein verschwinden; hier und da steigt ein ein sehr kostbarer Besitz aufbewahrt. Unfre im alten Museum auf- Erfolg bekämpft wurde, so daß der alarmierten Feuerwehr nur wenig zweistöckiges Häuschen in der simplen Geschmacklosigkeit der Bieber- gestellte Folge von Teppichen gleicht mun vollkommen der im Vatikan zu thun übrig blieb. Vorher waren Lübeckerstraße 4 und Dresdener mannszeit empor; zuweilen, daß sich ein Fuhrmannskrug darin befindet. befindlichen und ist in denselben Stoffen gleichzeitig in derselben straße 135 Kleine Wohnungsbrände zu beseitigen, Betten und Ebenfalls treffen wir alte Dorfpartien, deren Aussehen von den Er- Fabrik ausgeführt worden. Früher im Besitz König Heinrichs VIII. Kleidungsfilice auf einem Hängeboden wurden Blumenstraße 82 eineignissen des eisernen Jahrhunderts unberührt scheint, und nicht von England, bildete fie bis zum Tode König Karls I. eine der geäschert, während Manteuffelstraße 68 allerhand Hausrat in einem felten erfreut sich das Auge auch an dem herrlichen, dichten Laubholz Hauptzierden des königlichen Palastes in Whitehall. Bei der Ver- eller in Flammen aufging. eines ehrwürdigen Parks, in dem ein verwitterter Herrensis versteigerung der Kunstschätze jenes Königs gelangten sie durch den borgen liegt. Patriziertum und Aristokratie im Berlin des 17. und spanischen Gesandten in London an die Familie der Herzöge von 18. Jahrhunderts wußten nämlich nichts vom Zug nach dem Westen; Alba, in deren Palast zu Madrid sie bis zum Jahre 1823 auf wollten sie ein beschauliches Dasein pflegen, so ließen sie sich im bewahrt wurden. In jenem Jahre erwarb sie der englische Konsul Osten oder im Norden eine Meile vor der Stadt nieder. Tupper und brachte sie nach England zurück, wo sie auf Befehl des Königs Friedrich Wilhelm IV. im Jahre 1844 angekauft worden sind die in der letzten Zeit infolge der Hige zahlreich vorgekommen find, Zur Verhütung und Weiterverbreitung von Waldbränden, machen die Landräte der in der Nähe von Berlin liegenden Kreise darauf aufmerksam, daß das Rauchen und Anzünden von Feuer in der Nähe von Forsten nach dem Feld und Forstpolizeigejetz Männliche Kranke, welche für die Voltsheilstätte am Grabowfee untervont 1. April 1886 verboten ist. Ganz besonders werden sucht werden wollen, haben sich Dienstags oder Freitags in der die Privatforstbefizer aufgefordert, zum Zweck der Verhinde- fönigl. Charité, Hörsaal der II. medizinischen Klinik, 1 Treppe, vormittags rung des schnellen Ueberspringens eines entstandenen Feuers für 3 w ichen 10 und 11½ ubr. au melbert die Reinhaltung der Gestelle, die Entfernung der Grasnarbe auf denselben u.s.w. Sorge zu tragen. Bei Waldbränden find die män lichen Bewohner der Umgegend bis auf 12 Kilometer Entfernung von der Brandstätte im Alter von 18 bis 50 Jahren verpflichtet, zur Hilfeleistung zu erscheinen. Nichterscheinen ist nach§ 360 Str.-G.-B. strafbar. Die Hilfsmannschaften haben mit Aerten und Spaten zu erscheinen. Im Notfall find Mannschaften aus den Nachbarortschaften durch Telegraph oder Radfahrer zur Hilfeleistung herbeizuholen. Aber unversehens sind wir schon mitten in die moderne Zeit hineingeraten. Zur Linken breiten sich, fast soweit das Auge sehen tann, Holzhütten einfachster und fleinster Bauart aus, auf ihrem Dache weht ein rot und weißer Wimpel. Es sind die Lauben, die bescheidenen Erholungsstätten, der modernen Proletarier. Zur Nechten aber drohen mit grauenhaft langem Finger die Zwing burgen des Proletariats. Schornstein an Schornstein, Fabrik an Fabrik und über dem Ganzen jene düstere Bleifarbe von Qualm und Stickluft, die Leibfarbe des Jahrhunderts der Lohnsklaverei, jenes Buchthausgrau, das die Mode selbst unsrer Kleidung aufdrängt, um zu zeigen, daß wir in qualvoller Hajt feine Zeit haben, den Lebens- und Farbenfrohsinn früherer Zeitalter zu verstehen. Ueber die Stadtbahnbögen führt der Zug uns jetzt. Wir müssen lächeln. Zwischen Schornsteinen und Mietstasernen, die uns erdrücken, zwischen dem wogenden Weltstadtgetriebe steigt ein nagelneuer Anachronismus pigig in die Luft empor. Es ist eines jener gothischen Kirchlein des letzten Jahrzehnts, eines der im Accord errichteten Gotteshäuser, von denen ein für unsere Zeit seltsam naiver Glaube erwartet, daß sie das an seinem Zukunftsgeschick arbeitende Volt wieder in den Bannkreis mittelalterlicher Einfalt einengen werden. Die Stickluft verflüchtigt sich allmählich. Wir nahen uns dem vornehmen Westen. Fürsorglich hat er sich am Lehrter Bahnhof gegen die herandrängende Masse der Elenden und Enterbten mit Rajernen und Zuchthäusern verbarrikadiert. Der Westen birgt in seinem traffen Gegensage zum Often immerhin eine gewisse Aehnlichkeit mit den so hübsch als werkthätig bezeichneten Arbeiterquartieren. Die Aehnlichkeit muß nur ein bißchen gewaltsam tonstruiert werden. Hier der Tiergarten, dort die Lauben folonien zur Linken; zur Rechten sind hier aber ebenfalls Häuser, statt im Fabrits- und Mietstafernengenre allerdings in einem etwas gelangweilten und garnicht besonders hochstrebenden Willenstil erbaut. Die Menschen, die in den stillen Straßen fehlen, hat man in der Not durch Bäume ersetzt. Flotte Orchesterklänge tönen ins Coupeefenster hinein. Wir find in Halensee, dem lustigen, luftigen Halensee mit seinem tollen Biergartenlärm. Im Hintergrunde schimmert das herzerfrischende Grün des Grune walds. Mitten im Tannenduft drin eine stattliche Kolonie behag licher Paläste, manche schnörkelhaft nach den bizarren Einfällen ihrer Befizer erbaut, alle aber in idyllischer Ruhe von Wald und Seen umgeben. Das ist die Zukunftsstadt, die wir für uns alle erbauen sollen. Die Droschken 2. Klaffe dürften in absehbarer Zeit vollständig aus Berlin verschwinden. Am 30. Juni dieses Jahres waren nur noch 1403 davon vorhanden, das sind um 131 weniger als am 1. Januar. Die Verminderung der Droschten 2. Klasse fetzte etiva mit dem Zeitpunkt ein, wo die Ausrüstung der Droschten 1. Klasse mit Fahrpreisanzeigern allgemeiner zu werden begann. Woher war die Zahl der Droschten 2. Klasse ein volles Jahrzehnt hindurch beis nahe unverändert( gegen 2500) geblieben. Noch Anfang 1895 betrug fie 2461, aber von da an ging sie herunter und zwar so rasch, daß sie Anfang 1900 nur noch 1584 betrug. Die Zahl der Droschten 1. Stlasse stieg in derselben Zeit von 4062 auf 6427 und weiter bis zum 30. Juni 1900 auf 6548. Schon heute bildet unter den Droschten die 1. Klasse die Regel und die 2. die Ausnahme. Vor einem Vierteljahrhundert war das Verhältnis umgekehrt. Anfang 1875 gab es in Berlin 8287 Droschken 2. Klasse, aber erst 903 der 1. Klaffe. sich im Monat Juli 5047 Arbeitsuchende, denen 5011 Nachfragen der Im Centralverein für Arbeitsnachweis zu Berlin meldetent Unternehmer gegenüberstanden. Arbeit nachgewiesen erhielten 4384 Personen. nächtigten im Männer- Asyl 21 486 Personen, wovon 11 041 badeten, Berliner Asyl- Verein für Obdachlose. Im Monat Juli cr. im Frauen- Ashi 3515 Personen, wovon 1284 badeten. ndot nischen Klinik der fgl. Charité find vom 6. bis 30. August wegen bauDie Polikliniken für innerliche Krankheiten der I. und II. medizi licher Reparaturen geschlossen. Für die I. medizinische Politlinit findet vom 21. Augnst von 12 bis 1/22 Uhr. an die Sprechstunde wie früher statt: Dienstag, Donnerstag, Sonnabend Für die II. in edizinische Poliklinik vom 22. August an wie früher: Montag, Mittwoch, Fintag von 8 bis 11 Uhr vormittags. deutsch- ofta rikanische Strauße zum Gefchent gemacht worden. Noch vor Dem Zoologischen Garten sind vom Hauptmann 2angfeld zwei wenigen Jahren galt es als unumstößliche Wahrheit, daß in Afrika nur eine Art des raußes lebt; im Berliner Zoologischen Garten wurde dann der der jetzt auf einer Forschungsreise in Abeffynien thätige Zoologe Oscar Somali- Strauß entdeckt, hier, im Berliner Zoologischen Garten stellte dann eumann fest, daß der Wafjai- Strauß vom Somali- Strauß verschieden ist und eine besondere Abart für sich bildet. Aller Wahrscheinlichkeit nach werden hier sogar noch mehrere Straußenarten aufgefunden werden. Für heute beträgt der Eintrittspreis 25 Pf. Aus den Nachbarorten. Zur Lokalliste. Das Lokal Bernau früher Bagand in Schöne holz ist von den Barteigenoffen zu meiden. Der Gastwirt Bernau giebt seinen Saal zu Versammlungen nicht frei. Der Vertrauens mann. Den Parteigenossen zur Kenntnis, daß das seit Jahren gesperrte Lokal Schloßpart, Wilhelminenhof in Ober- Schönes weide, uns wieder zu Versammlungen zur Verfügung steht. Die Lokalkommission Ober- Schöneweide. umgegend hält am Dienstag, den 7. August, abends 81/2 Uhr, Der Arbeiter- Bildungsverein für Mariendorf und im Lokale des Herrn Gerth, Tempelhof, eine Vereinsversammlung ab. weisen hat, so wird ein reger Besuch seitens der Parteigenossen er Da die Tagesordnung einen recht interessanten Vortrag aufzu Der Vorstand. Einige Aufregung erregte am Hafenplag ein Unfall, der einem höchst eifrigen Beamten der Wasserpolizei wiederfuhr. Das Auge des Gesetzes" hatte an den dort ihre Steinladung löschenden Schiffern etwas energisch zu rügen, fand jedoch so lebhaften Widerspruch, daß er, wohl um die Persönlichkeiten festzustellen, das zum Auskarren der Steine dienende Brett benugend, an Bord des Steinkahnes zu wartet. gelangen suchte. Der Strompolizist schritt sicher dahin, als plöglich das Brett abrutschte und das Sicherheitsorgan strampelnd und pustend im Wasser lag. Die Meinungsverschiedenheit der Parteien war im Nu ausgeglichen und die biederen Spreeleute zogen mit ihren Enterhaken ihren nassen nunmehr aber gemütlich gewordenen Widersacher an Bord und man vertrug sich wieder. Friedrichsfelde. Den Genossen zur Nachricht, daß am Donners tag, den 9. August, abends 82 11hr, im Lotal von Haberland ( früher Salzmann), Wilhelmstraße, eine öffentliche Parteiversammlung stattfindet. Die Tagesordnung lautet: 1. Bortrag des Genossen Megner über:" Hat die Socialdemokratie ein Jnter esse an der Gemeindevertretung?" 2. Diskussion. 3. Wahl von Verbreitung der Handzettel sich mit ihren Bezirksführern in VerDelegierten zur Streiskonferenz. Die Genossen werden gebeten, zur bindung zu setzen. Volksbildung in Deutschland und Frankreich. Von einem Mitarbeiter wird uns geschrieben: Recht unangenehm wurde ich überrascht, als ich dieser Tage bei einem Spaziergang im der 42 Jahre alte Kutscher Adolf Rebbitz betroffen wurde. Als er Einen tödlichen Ausgang hat ein Unfall genommen, von dem " Botanischen Garten einen Anschlag las, wonach Freitag feinen Wagen bestieg, rüdten die Pferde plöglich an. Rebbitz wurde nachmittag zu einer bestimmten Stunde der Garten für das Der Vertrauensman 1. Publikum gesperrt sei, weil zu dieser Zeit der Direktor des überfahren und schwer verletzt nach dem Krankenhaus am Urban Die elektrische Wannseebahn. Ein Leser schreibt uns: " Botanischen Gartens", Prof. Engler, vor den Studenten Vorträge gebracht. Dort ist er an einem Bruch der Wirbelsäule gestorben. mit Demonstrationen halte und dabei vom Publikum zu sehr Werte Redaktion! Der neu eingerichtete, elektrische Betrieb auf Weil ihm die Schulden über den Kopf gewachsen waren, der Wannseebahn scheint mir zu lebhaften Bedenken Veranlassung belästigt" werde. Das erinnerte mich an den, Jardin de hat der 54 Jahre alte, aus Spandau gebürtige Schneider Engel- zu geben. Ich glaube, es ist bei seiner Errichtung durchaus nicht Luxembourg" in Paris, einen prächtig gepflegten alten Garten im hard Berling aus der Christinenstraße 30 seinem Leben ein Ende genügend Rücksicht genommen worden auf den Schutz vor den Ges Renaissancestil, einen der beliebtesten Aufenthaltsorte für Studenten gemacht. Berling, der mit seiner Frau in kinderloser Ehe lebte und fahren des elektrischen Stroms. Der Betrieb erfolgt in der Weise, sowohl wie für das Publikum. Dort las ich ein Plakat, wonach der seit vier Jahren in der Christinenstraße wohnte, war sehr leicht daß die elektrische Energie von einer Leitungsschiene aus dem im Obergärtner dreimal die Woche Vorträge über Botanik, Gartenbau und finnig. So lange seine Frau lebte, blieb die Wirtschaft trotzdem ersten Wagen untergebrachten Motor zugeführt wird. Die Dekorationsgärtnerei halte, ebenfalls mit Demonstrationen im noch einigermaßen im stande. Nachdem sie aber im Januar d. I. den Strom führende Leitungsschiene( eine gewöhnliche Eisen Garten, zu denen jedermann ohne weitere Formalität Zutritt hat. gestorben war, verlor der Mann jeden Halt, vertrant alles, was er bahnhnschiene) ruht auf Trägern und Man ist ja bei uns so stolz auf das, was für die Voltsbildung verdiente, und machte beim Hauswirt und bei allen Geschäftsleuten Fahrgeleise etwas erhöht und ist so angeordnet, daß sie auf liegt neben geschieht, aber wir meinen, man könnte in der Beziehung doch noch in der Nachbarschaft Schulden. Freitagvormittag sollte im Auftrage den Stationen dicht am Perron hinführt, die Höhenlage etwa in manches vom Auslande lernen. Besonders auch von Frankreich, wo eines Gläubigers ein Gerichtsvollzieher pfänden, fand aber die der Mitte zwischen der Oberkante des Fahrgeleises und der Oberdie meisten Universitätsvorträge ohne viel Förmlichkeiten für jeden Wohnung verschlossen und erhielt keinen Einlaß. Ein Schlosser fante des Perrons. Zu beiden Seiten ist sie durch schräg gestellte zugänglich sind und wo beispielsweise im Collège de France in öffnete mit Gewalt und man fand num den Schuldner als Leiche Holzbretter, die der Schiene entlang angeordnet sind, geschüßt, so daß der Paris von den berühmtesten französischen Gelehrten sämtliche Kurse an einem Spiegelhaken hängen. dem gänzlich unentgeltlich und für jedermann zugänglich abgehalten Die Untersuchung gegen die Schuhwaren- Diebesbande Querschnitt etwa so aussteht/ Oben ist sie unverdeckt und die werden. " Prohezik und Genoffen nimmt einen ganz bedeutenden Umfang Entfernung zwischen den beiden Seitenbrettern ist weit genug, daß Die Censurbehörde für den öffentlichen Anschlag. Die an. Bisher sind in dieser Sache 7 Personen festgenommen worden, man mit dem Fuße darauf treten kann. Firma Nand u. Hartmann, welche das Monopol für das öffentliche die teils einzeln, teils bandenmäßig Schuh- und Lederdiebstähle Die Möglichkeit der Berührung der Schiene ist also gegeben. Es Anschlagwesen in Berlin besitzt, hat wieder einmal Gelegenheit ge- ausführten. Die Hehler, die Schuhmacher P. und 8., betrieben ein find zwar große Plakate auf jeder Station angebracht, wonach es nommen, eine ihr nicht zusagende, für die Anschlagfäule bestimmte gang bedeutendes Exportgeschäft. Die gestohlenen Waren verboten ist, die Schiene zu berühren, und daher wird es gewiß Ankündigung zurückzuweisen. wurden größtenteils nach dem Auslande verschärft, wodurch niemand, der die damit verbundenen Gefahren tennt, Der Buchhändler Bernhard Zack hier wünschte folgende An- der Vertrieb der Beute in unauffälliger Weise erfolgen konnte. absichtlich thim; Kinder kennen aber die damit verbundene Gefahr fündigung zu machen: Meinere Posten des Schuhzeugs blieben auch in Deutschland nicht und könnten sich sehr wohl einmal aus Neugier verleiten laffen, " Durch unterzeichneten Verlag, alle Buchhandlungen, Zeitungs- und wurden von dem ebenfalls verhafteten Handelsmann 2. teils die Schiene zu berühren. Ueberdies haben ja erst einige jüngst Spediteure, Straßenhändler 2c. ist zu beziehen: Sind außerhalb auf Märkten, steils in Berlin im Detailhandel verhöfert. vorgekommene Unfälle beim Aufsteigen auf den Zug oder beim Anarchisten Mörder?" von Benj. St. Tucker( Herausgeber Schuhleder, welches die Diebe durch Einbruch oder Gelegenheits- Thürenschließen gezeigt, wie leicht jemand zwischen Berronkante und des„ Liberty" in New York). Preis 20 Pf. Verlag B. Zack, diebstähle sich aneigneten, wurde in kleinen Posten an Schuhmacher Trittbrett gerathen kann; in solchem Falle wird er auch mit der verkauft oder, soweit es nicht abgesetzt werden konnte, von den Leitungsschiene in Berührung kommen. Auch das Personal ist solcher Der Auftrag wurde der Firma Naud u. Hartmann übergeben, Hehleru selbst verarbeitet. Es erscheint nicht ausgeschlossen, daß die Gefahr vielfach ausgesetzt. In Lichterfelde z. B. haben die Beamten ohne daß von dem Vertreter der Firma eine bestimmte Zusage über jetzt verhaftete Bande mit der vor Jahresfrist zur Aburteilung ge- einen Hebergang zur Güterabfertigungsstelle, wobei sie stets über die die Annahme gegeben wurde. Bald darauf erhielt Herr Zack folgenden kommenen Schuhdiebesgesellschaft Seifert und Genossen in Verbindung Leitungsschiene hinwegsteigen müssen. schriftlichen Bescheid: gestanden hat. Es giebt demnach eine ganze Reihe Möglichkeiten, mit der Schiene Beifolgend übersenden Ihnen das Manuskript zurück mit dem Zur Berichtigung auf unsre Notiz, die in Nummer 176 des in Berührung zu kommen. Als Laie weiß ich zwar nicht, ob auch höflichen Bemerken, daß der Inhalt desselben zum Anschlag an die Vorwärts" unter der Spigmarte ein Revolverheld" erschien, teilt in diesem dicen Leiter der Strom so hoch gespannt ist, daß er tötlich Säulen nicht gestattet ist." uns Herr Jeche mit, daß er von der Schußwaffe nur in der Not wirken tann; daß er aber nicht ungefährlich ist, beweist wohl das Oppelnerstr. 45." Ich würde es für wünschenswert halten, wenn sich ein Fachmann hierüber äußerte. " Die " Hen mittel TIL " " Marktpreise von Berlin am 3. August 1900 D.- Ctr. Kartoffeln, neue, D- Ctr. Rindfleisch, Keule 1 kg do. Banch 9,- 4, 1,60 1,20 " " 14,1 Schweinefleisch " 11,20 1,60 1,10 " " " 15,40 14,90 Kalbfleisch Hammelfleisch Butter 1,60 1,10 " " 1,60 1,20 " 14,80 14,30 14,20 13,70 Eier " 16,40 15,40 Karpfen Aale 60 S 1 kg " " 3, mittel gering 15,30 14,30 " Zander " 2,60 1,40 " 14,20 13,30 Hechte 2,40 1,20 " " 6,50 5,82 Barsche " 1,80 0,80 " 7,90 5,- Schleie 2,40 1,20 " 10, 25, Bleie 1,40 0,80 " 45, 25,- Krebje 70, 30, per Shot 20,- 2,50 2,60 2, 3,60 2,40 1,40 Verbot, die Schiene zu berühren. Die Bahnverwaltung darf sich| Schwindeleien tönne fie nicht begangen haben, da sie während dieser aber nicht dabei beruhigen, daß sie die Berührung der gefährlichen Zeit in Paris im Cirkus Roback aufgetreten sei. Vor dem Schöffen- Weizen, gut Schiene verboten hat, sondern sie sollte sie unmöglich zu machen gericht mußte der Profeffor Normann ihre Auslassungen überblieb jezen, fie mit aller Bestinumtheit bei gering Bestimmtheit bei ihren Anoder doch möglichst zu erschweren suchen. Das scheint mir auch, soweit ich es zu beurteilen vermag, sehr gaben und wurde darin von ihrem aus Paris herbeigeeilten*) dioggen, gut mittel blieben Geschädigten Sagegen mohr möglich. Die Heberleitung der elektriſchen Energie von der Ghemann unterſtützt. gering Schiene zum Motor erfolgt durch 3 ziemlich lange, flogartig gestaltete mit aller Bestimmtheit dabei, daß die Angeklagte die Schwindlerin+) Gerste, gut Stromabnehmer, die unter dem Trittbrett des ersten Bagens an- fei. Der Gerichtshof beschloß damals, bei der Präfektur in Paris mittel gebracht sind und die Schiene von oben treffen. Ich meine, es müßte Erkundigungen über die Angeklagte einzuziehen. Das Ergebnis war, gering möglich sein, diese Stromabnehmer Enieartig so zu gestalten, daß sie daß die Angeklagte allerdings von Mitte Oktober bis Anfang Februar tt) Safer, gut die Leitungsschiene von der inneren Seite treffen; dann könnte man in Paris gewesen war, aber nicht im Cirkus, sondern im Gefängnisse, die Schiene von oben schützen. wo sie zum fünftenmal eine Strafe wegen Diebstahls verbüßt hatte. Nichtstroh Nun war das Schicksal der Angeklagten besiegelt. Jm gestrigen Termin vor dem Schöffengericht wies der Vorsitzende darauf hin, Erbsen daß weit mehr Fälle zur Anzeige gelangt seien, nachdem der Bericht Speisebohnen Mit der Beseitigung der Rigdorfer Rollberge wird augen über die erste Verhandlung veröffentlicht worden sei. Die Angeklagte Linfen blicklich auch gegenüber dem Rathause und dem im Entstehen be- habe zweifellos auch die früheren Diebstähle begangen, fei dann griffenen neuen Amtsgerichtsgebäude begonnen. Damit schwindet nach Paris gegangen und von dort nach Verbüßung der Strafe *) frei Hans.+) frei Wagen und ab Bahn. ††) frei Wagen und ab Bahn. Produktenmarkt vom 4. August. Am Getreidemarkt entwickelte sich immer mehr ein altes Rigdorfer Wahrzeichen, das sich früher west- wieder nach Berlin zurückgekehrt, um ihr früheres Treiben wieder auf- heute feste Tendenz infolge der höheren, von den amerikanischen Getreidelich von der Berliner und der Bergstraße in der ganzen Ausdehnung dieser beiden Straßen hinzog, das aber in die junge Stadt mit zunehmen. Bei der außerordentlichen Gemeingefährlichkeit der An- börsen gemeldeten Notierungen, auf Deckungen der Platzspekulation und auf Zu dem Anziehen der Preiſe trugen ihren modernen Wohnhäusern und den vielen monumentalen geklagten sei nach dem Antrage des Staatsanwalts auf zwei Käufe für Rechnung der Provinz. Jahre Gefängnis erkannt worden. Unter den Jammierrufen: auch neuerliche Meldungen von ungünstigen Ergebnissen der Roggenernte öffentlichen Gebäuden, deren Bau teils bereits genommen worden ist, teils geplant wird, nicht mehr hinein ich zurückführen. in Angriff O ciel! o mon dieu! deux ansi! deux ans!" ließ die Verurteilte bei, ebenso die höheren aus Destreich gemeldeten Notierungen. Roggen zog um 0,75 M., Weizen um 0,25 bis 0,50 M. an. Hafer war etwas fester. paßt. Vor allem jedoch muß die Hügelkette dem immer Einige für hier bestimmte Ladungen russischen Hafers wurden zurückgehandelt. mehr zunehmenden Verkehr der Stadt Rigdorf zum Opfer Wegen Nötigung und Vergehens gegen§ 153 der Gewerbe- Nüböl war still. fallen, denn es gilt, neue Straßen zwischen der Berliner- und der Ordnung stand gestern der Wachsformer Hermann Schmidt vor Städtischer Schlachtviehmarkt. Berlin, 4. August 1900. Zum Verkauf standen: 3467 Rinder, Hermannstraße herzustellen, deren Anlage längst als ein dringendes der ersten Ferienstraffammer am Landgericht II. Im September licher Bericht der Direktion. Bedürfnis anerkannt und daher im neuen Bebauungsplan bereits vorigen Jahres hatten die Wachsformer in der Gladenbeckschen Bild- 1227 Kälber, 17891 Schafe, 7438 Schweine. Bezahlt wurden für 100 Bund vorgesehen worden ist. Trotzdem werden nicht nur ältere Rigdorfer, gießerei die Arbeit eingestellt. Durch Jnserate wurden Hilfsarbeiter oder 50 Kilogramm Schlachtgewicht in Mark( beziehungsweise für 1 Pfund in Pf.): Ochsen: a) vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtsondern auch ältere Berliner die Rollberge ungern schwinden sehen, gesucht. Auf Grund eines solchen Inserats begab sich der damals wertes, höchstens 7 Jahre alt 65-68, b) junge fleischige, nicht ausda sie ihnen ein liebgewordener Anblick sind und sie an die Jugend- beschäftigungslose Kellner Paul Guhl aus Berlin nach Friedrichs- gemästete und ältere ausgemäftete 60-63; c) mäßig genährte junge und gut zeit erinnern. Die Berge hingen früher, wie man das noch hagen und wurde von dem Werkmeister Knappe eingestellt. Als genährte ältere 55-58; d) gering genährte jeden Alters 52-54. heut sehen kann, mit dem Höhenzug zusammen, dessen westlicher Guhl in der Mittagpause zu Tisch ging, wurde er von Schmidt an- a) vollfleischige höchsten Schlachtwertes 61-64; b) mäßig genährte jüngere Färsen und Ausläufer der Kreuzberg ist und die sich dann an der Bergmann- gesprochen, der ihm Mitteilung davon machte, daß in der Fabrik gestreift und gut genährte ältere 55-60; c) gering genährte 50-53. straße entlang nach Osten hinstrecken, um hinter dem Karlsgarten eine werde und ihn aufforderte, nicht weiter zu arbeiten. Guhl wollte Stihe: a) vollfleischige, ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwerts 00-00; b) vollfleischige, ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren südöstliche Richtung anzunehmen. Auf den Rollbergen hat einst der ohne Bescheid seiner Wege gehen, Schmidt soll ihm jedoch gefolgt 54-55; c) altere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Turuvater Jahn mit seiner jugendlichen Schaar Lauf- und andre fein und zugerufen haben:„ Wenn Du weiter arbeitest, ühe und Färsen 52-53; d) mäßig genährte Kühe und Färsen 47-50; Uebungen veranstaltet, und bis in die sechziger Jahre des verflossenen ich I a gen wir Dir die Knochen im Leibe entzwei!" e) gering genährte Kühe und Färsen 43-45. Kälber: a) feinste Mast Jahrhunderts hinein ließen die Berliner Turner auf den Rollbergen Guhl ging später zum Meister und bat um seine Papiere. Dieser fälber( Bollmilchmast) und beste Saugkälber 72-74, b) mittlere Wastkälber die Ottoberfeuer zum Himmel emporlodern. Auch der heutigen frug ihn nach dem Grunde und erfuhr nun, was vorgefallen war. und gute Sangfälber 66-70, c) geringe Saugtälber 58-62, d) ältere, gering Schafe: a) Maftlämmer und jüngere MastJugend sind die noch vorhandenen Reste der Berge sehr lieb, denn Guhl konnte aber den ihm unbekannten Schmidt nicht näher be- genährte( Freffer) 43-49. c) mäßig genährte Knaben und Mädchen tummeln sich gern hier und an den sandigen zeichnen; da ging dieser zufällig mit einem andern Streifenden vor- Hammel 66-70, b) ältere Masthammel 59-63, Schafe( Merzschafe) 56-58, d) Holsteiner NiederungsAbhängen herunter zu rutschen, ist ihnen ein Hauptvergnügen. Früher über und Guhl rief:" Das ist er ja, der im grünen lleberzieher!" Sammel und fchafe( Lebendgewicht) 28-34. Schweine: a) vollfleischige der feineren waren die Rollberge meist mit Fichten bewachsen, später wurden sie Schmidt wurde darauf angeklagt. Vergeblich berief er sich auf eine Naffen und deren Kreuzungen im Alter bis zu 14 Jahren 52, von zahlreichen Windmühlen gekrönt, deren legte der alte Holländer, vorliegende Personenverwechselung, er wurde für überführt erachtet b) Stäfer 00-00, c) fleischige 50-51, d) gering entwidelte 46-49, gegenüber dem Amtshause erst im vorigen Jahr abgebrochen worden und zu einer Woche Gefängnis verurteilt. ist. Das Wort„ Roll" stammt aus dem Slawischen und heißt„ Feld" Acker", so daß also der Name Rollberge soviel wie" Feldberge" bedeutet. Vermischtes. e) Sauen 46-47. Amt: Bullen: Verlauf und Tendenz. Das Rindergeschäft wickelte sich glatt ab, es wurde ausverkauft. Der Kälberhandel gestaltete sich glatt. Bei den Schafen wurde beffere Schlachtware glatt geräumt, Magervieh hinterläßt Ueberstand. Der Schweinemarkt verlief glatt und wurde geräumt. Briefkasten der Redaktion. Streitende Abonnenten. Nicht zu ermitteln. Paul Mucke. Wegen Religionsvergehens ist am 11. April vom Landgericht Beuthen, D.- Schl., unser Parteigenosse Johann Dylong in Königshütte zu drei Monaten Gefängnis verurteilt worden. Unter dem Verdacht des Mordes ist gestern in Spandau Das Delikt wurde erblickt in der Verbreitung einer in Genf erder Schlächtermeister und Vichhändler Louis Herzog verhaftet schienenen polnischen Broschüre" Die Religion des Kapitals". Die worden. Er wurde von der Staatsanwaltschaft verfolgt wegen Teil- Verbreitung erfolgte hauptsächlich unter den Bergarbeitern der nahme an einem Naubmord, der vor einigen Wochen in der Gegend dortigen Gegend. Ein Mitangeklagter, der die Broschüre auf der von Lübben verübt worden ist. Von einem Handelsmann Müller, Straße laut vorgelesen hat, ist ebenfalls verurteilt worden. Dylong der wegen jener Blutthat festgenommen worden ist, war er als Mit hat die fragliche Broschüre seit Jahren im Kreise Königshütte ver- 25. Juli 1900, 1. Beilage, Seite 3, Spalte 2 beantwortet. Müller, Kantstr. 106. Ihre Anfrage ist im Brieffasten vom thäter bezeichnet worden; nach Angabe dieses Komplizen sollte er in breitet. Das Gericht hat angenommen, daß in der Schrift das Rigdorf wohnen, wo er indeß nicht ermittelt werden konnte. Bei den Vaterunser, das Ave Maria, das Abendmahl und die Messe verhöhnt Die eingelaufenen Anfragen find beantwortet. Wiederholen Sie Ihre Anfragen. Friedrich Berndt, Bäcker 20. Krieg wird im Namen des weiteren Nachforschungen wurde seine Spur schließlich in Spandau werden. In seiner Revision verwies Dylong u. a. darauf, Reichs vom Kaiser erklärt. Zu einer Kriegserklärung ist die Zustimmung entdeckt; hier war er vor kurzem zugezogen und wohnte Luther- daß das Buch seit etwa 10 Jahren existiere und bisher umbeanstandet des Bundesrats erforderlich, es sei denn, daß ein Angriff auf das Deutsche Blaz 4. Er betrieb kein offenes Geschäft, war aber willens, einen geblieben sei. Das Reichsgericht erkannte auf Verwerfung Reich oder dessen Küsten erfolgt. Die Zustimmung des Reichstags ist zur Fleischerladen zu eröffnen. Auf Requisition der Staatsanwaltschaft des Rechtsmittels. Kriegserklärung nicht erforderlich, wohl aber die Genehmigung zur Veraus: gabung der zur Kriegsführung erforderlichen Mittel. D. 150. 1. bis 3. ist er wegen Verdachts der Betheiligung an der erwähnten Mordthat Ja. Svea. Zur Zahlung sind Sie verpflichtet. Es würde aber einer in Untersuchungshaft genommen worden. Es bleibt abzuwarten, inwieweit der Berdacht begründet ist; Herzog behauptet, von der Requisition der ausländischen Vehörde um Erefution gegen Sie schwerlich stattgegeben werden. Auch gilt selbstredend das Wort:„ Wo nichts ist, ganzen Angelegenheit nichts zu wissen. Er ist ein Mann von ungefähr 35 Jahren, verheiratet und Vater mehrerer Kinder. Er hat, bei dem ein waderer Lebensretter seiner That zum Opfer fiel, bat asiatischer Cholera, an Poden, au Fleck und Rückfalltyphus oder an Ein Unfall im Kieler Hafen. Ein bedauernswerter Vorfall, hat der Kaiser sein Recht verloren" auch der Behörde gegenüber. K. Bruder. Eine Desinfektion derjenigen Wohnräume, in denen an bevor er nach Spandau übersiedelte, längere Zeit in Rigdorf ge- sich vorgestern in Kieler Hafen ereignet. Fünf Maate des Artillerie- Diphtherie Leidende gepflegt worden sind, ist für Berlin als ein Muß vorwohnt, als Händler war er aber viel auf Reisen. schiffs Carola" hatten abends im Dinghy an Bord des Schulschiffs gefchrieben. Der von socialdemokratischer Seite wiederholt gestellte Antrag, Schöneberg. Eine außerordentliche Stadtverordneten- Sigung Gneisenau" einen Besuch gemacht. Auf der Rückfahrt wurde der die Desinfektion unter allen Umständen auf Kosten der Stadt auszuführen, wird Donnerstag, den 9. d. W., stattfinden. Auf der Tagesordnung Kleine Dinghy durch die Bugivelle eines Hafendampfers zum Kentern ist abgelehnt worden. Von Zahlung der Gebühren ist nur befreit, wer sich stehen zwei Mitteilungen, von denen die erstere, die Protestresolution gebracht. Der Bootsmansmaat Hähnte hielt einen nicht schwimm- zu diesem Zweck entweder von dem Vorsteher des betreffenden Stadtbezirts unfrer Genossen über die bedächtige Art und Weise der Vor kundigen Kameraden so lange über Wasser, bis dieser von einem oder von dem Vorsteher derjenigen Armenkommission, in deren Bezirk er bereitungen zur Errichtung eines Strankenhauses und die hinzukommenden Beiboot des Schulschiffs" Stosch" gerettet werden wohnt, ein Attest ausstellen läßt und dasselbe an die Desinfektionsanstatt einschickt. Die Ausstellung des Attestes findet statt, wenn Forderung der Erbanung von Bade- Anstalten, das Haupt- tonnte. Hähnte selbst aber fant ermattet in die Tiefe und ertrant. Der Betreffende eine Wohnung im Mietswert bis zu 300 Mart interesse in Anspruch nehmen dürfte. Soll doch dadurch den bürger- Die übrigen Insassen des Boots wurden gerettet. innehat oder zu der untersten Stufe der Klassensteuer veranlagt ist, lichen Vertretern unfrer Stadt die Gelegenheit gegeben werden, ihre oder wenn sich nach Prüfung der Verhältnisse ergiebt, daß so oft betonte Anteilnahme an das Wohlergehen aller, auch der er infolge von Unglücksfällen( Krankheiten, Sterbefällen und dergl.) nicht ärmsten Bewohner unsrer Kommune durch die Unterstützung der in der Lage ist, Gebühren zu zahlen. Die Befreiung von Zahlung der socialdemokratischen Forderungen zu beweisen. Weiter soll die Gebühren hat nicht den Charakter einer Armenunterstützung aus öffentlichen Prüfung eines Einspruches gegen die Aufstellung der Wählerlisten Mitteln. Lassen Sie sich also solches Attest ausstellen und beautragen Sie bei borgenommen werden. der Desinfektionsanstalt unter Einreichung des Attestes: Niederschlagung 6. 27. 1. Legen Sie Berufung auf schiedsgerichtliche Entder Roften. scheidung ein. Da Ihr Prozeß erst nach dem 1. Oktober endgültig entGerichts- Beitung. " Bootsunfall. Gestern fenterte an der Insel Rügen bei Sellin ein Segelboot, welches Passagiere auf den Stettiner Dampfer Freya" bringen sollte. Die Boote der" Freya" retteten die Mehrzahl der Verunglückten und brachten sie an Bord des Dampfers. Zwei der Geretteten, darunter Prof. Eismann aus Posen, erreichten bewußtlos den Dampfer. Vermißt wird Buchhalter Wolter aus Helmstedt mit Familie. Einer der Geretteten starb an Bord der" Freya". fasse der Zimmerer. ( Zahlstelle Pankow.) Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser langjähriges Mitglied Otto Hube Stuccateure! Am Freitag, den 3. August verstarb unser Vereinsmitglied der Stuccateur Alfred Braatsch. Wegen Erkrankung an echten Pocken sind vorgestern abend schieden werden wird, so steht Ihnen die nach dem neuen Unfallgesetz zu eine Kaufmannsfrau Müller und ihre fünf Kinder von Klein- Glienicke berechnende etwas höhere Rente zu. 2. Das neue Unfallversicherungs- Gesetz bei Potsdam nach Berlin in ein Krankenhaus gebracht worden. Während Müller sich in Geschäften nach London begeben mußte, ging Der hereingefallene Vaterlands"- Sigl. zu Saar- erscheint demnächst im Berlage von Diez. Ausführungs- Bestimmungen zu feine Familie vor einiger Zeit von Berlin auf Sommerfrische nach gemünd in Lothringen belacht man gegenwärtig viel die folgende dem neuten Unfallgesetz sind noch nicht ergangen. Die neuen Schiedsgerichte Klein- Glienicke. Hier erkrankten die Frau, die sich früher in Afrika heitere Geschichte. Vor einigen Tagen weilte dort der bekannte treten nicht mit dem 1. Oktober 1900, sondern erst an einem späteren, durch kaiserliche Verordnung zu bestimmenden Termin in Wirksamkeit. aufgehalten hat, und alle fünf Kinder an den Pocken. Sobald der Redacteur des„ Bayerischen Vaterland", Dr. Sigl, zum Besuche A. p. 37. Der sogenannte 9 Uhr- Ladenschluß tritt vom 1. Oftober ab Charakter der Krankheit festgestellt war, wurden die Erkrankten mit eines Verwandten, der in Saargemünd seiner Militärpflicht ge in Straft. Danach müssen offene Verkaufsstellen von 9 Uhr abends bis einem aus Berlin herbeigerufenen Koppschen Sanitäts- Transport- nügt. Der liebenswürdige Neffe zeigte bei dieser Gelegenheit 5 Uhr morgens für den geschäftlichen Verkehr gefchloffen fein. Die bein über welche Ladenschluß im Laden noch anwesenden Kunden dürfen noch bedient werden. wagen nach einem Berliner Krankenhause übergeführt. Es handelt seinem Oheim die wenigen Sehenswürdigkeiten, fich, wie außer Zweifel steht, um echte Pocken, aber um leichte Fälle. die von Kunst und Natur stiefmütterlich behandelte Garnison Ueber 9 Uhr abends hinaus dürfen Verkaufsstellen für den öffentlichen Ververfügt, und führte ihn zu guterlegt auch in fehr dann noch geöffnet sein: für unvorhergesehene Notfälle, für Arbeiten, Gegen eine etwaige Weiterverbreitung durch Ansteckung sind sofort stadt die zur Verhütung des Verderbens von Waren unverzüglich vorgenommen alle erforderlichen Maßregeln getroffen worden. den bekannten Niederländerschen Biergarten, der ganz nahe werden müssen, für die Aufnahme der gefeßlich vorgeschriebenen Inventur, bei der Stadt, aber schon auf dem preußischen Ufer der Saar sowie bei Neueinrichtungen und Umzügen, ferner an jährlich höchstens 30 liegt. Die stattliche Saar zeigt gegenwärtig eine eigentümliche von der Ortspolizeibehörde allgemein oder für einzelne Geschäftszweige zu Erscheinung. Sie selbst bringt von ihrem Oberlauf schönes hell- bestimmenden Tagen und endlich nach näherer Bestimmung der höheren grünes Waffer mit, während ihr die Blies, die bei Saar- Verwaltungsbehörde in Städten, welche nach der jeweilig legten Volts: Eine französische Hochstaplerin, die sich seit 6 Monaten in gemänd sich mit ihr vereinigt und der Stadt den ursprünglichen zählung weniger als 2000 Einwohner haben, sowie in ländlichen GeUntersuchungshaft befindet, hat den Behörden viel zu schaffen gemacht. Namen„ Gemünden" gegeben hat, schmutzig- gelbes Wasser zuführt, meinden, sofern in denselben der Geschäftsverkehr sich vornehmlich auf Im Oktober vorigen Jahres tauchten in Deutsch- Wilmersdorf zwei das von den im hintern Teil der bayrischen Pfalz, dem sog. einzelne Tage der Woche oder auf einzelne Stunden des Tages beschränkt. Damen in auffallender Kleidung und mit fremdländischem Typus auf, Westrich, niedergegangenen heftigen Gewittern herrührt. Die beiden Ein Unterschied zwischen Detail- und Engrosgeschäften ist nicht gemacht. die verschiedene Restaurants und Kaufmannsläden besuchten. Nur die Gewässer vermischen sich lange Zeit nicht, so daß die Saar an jener ältere, die anscheinend kaum so viel Deutsch konnte, daß sie zu ver- Stelle zwei ganz verschiedene Farben zeigt. Als nun der Dheim Gentral- Kranken- u. Sterbestehen war, nahm das Wort, unter sich sprachen sie französisch. Die mit dem Neffen auf dem Trajektnachen, der die Stadt mit dem erältere Dame richtete an die Geschäftsleute die Bitte, sie möchten ihr wähnten Biergarten verbindet, die Saar durchquerte, da bemerkte Geldſtücke von ganz bestimmtem Gepräge, zumeist Fünfzigpfennig- der allezeit scharf beobachtende Dr. Sigl ebenfalls die auffällig verstücke mit einem Kranz, Doppelkronen mit dem Bildnisse Wilhelm I. schiedene Färbung des Flusses, und sofort hörte man von ihm die oder Zweimarkstücke mit dem Münzzeichen D geben, die bald Münz- bissigen Worte:" Und da wundern sich die Preußen, daß die sammlungszwecken, bald dazu dienen sollten, von den Pferden im guten Lothringer ebenso wenig wie wir Bahern Cirkus Busch herausgesucht zu werden. Da die Bittstellerin preußisch werden wollen! Hat doch die Natur selbst schon zu zahlen, so ließen die Geschäftsinhaber sich in der Regel herbei, Hoffnung, und die preußische gelb und schmuzig wien, sich erbot, für 10 M. derartiger Geldstücke eine Provision von 50 Pf. gezeigt, daß die lothringische Seite hell und grün ist wie die am 1. August verstorben ist. ihren ganzen Barbestand auf den Ladentisch auszuschütten, um die wie die Breußen überhaupt." Schlagfertig erwiderte hierauf einer Auslese zu halten. Es währte nicht lange, so beteiligte sich die Dame der mitfahrenden Passagiere: Verzeihung, geehrter Herr Doktor, an dem Aussuchen, indem sie mit dem Finger bald auf diese, bald aber Sie vergessen, daß es die Blies ist, die den Preußen den auf jene Münze zeigte. Sie muß dabei mit außerordentlicher Ge- Pfälzisch bayrischen Schmutz zuführt."- Dr. Sigl machte schicklichkeit gestohlen haben, denn wenn die Geschäftsinhaber später ein verblüfftes Gesicht und suchte sich, so gut es ging, aus der Klemme zu ziehen. Allein der andre hatte die Lacher auf seiner ihren Kassenbestand feststellten, fehlten ihnen Beträge, die Seite. sich zwischen 30 und 150 M. beliefen. An einem Lage gelangten vier derartige Fälle zur Anzeige. Es wurde alt genommen, daß die Diebin ihre Fingerspigen mit einer Klebmasse bersehen hatte. Es gelang nicht, sie zu ermitteln. Da passierte dem Delikateßhändler Landau in der Friedrichstraße am Abende des Probetandidat, Mittwoch, Sonnabend: Weber, Freitag: Ber: 15. Februar d. 3. etwas ähnliches. Er wurde in der beschriebenen Art das Opfer einer Schwindlerin, die genau so auftrat, wie in den früheren Fällen. Zufällig traf er dieselbe am folgenden Abend, als fie am Oranienburger Thor vor einem Schaufenster stand. Als er erklärte, daß fie verhaftet werden sollte, sprang fie in einen Pferdebahnwagen und versuchte den Insassen begreiflich zu machen, daß sie von einem Menschen verfolgt werde, der unsittliche Anträge an sie gestellt habe. Landau bewirkte trotzdem ihre Verhaftung. Bei der Polizei gab sie an, daß sie die Artistin Irma Lagréné aus Frankreich und erst Tags zuvor nach Berlin gekommen sei, das sie früher nie betreten habe. Die im September und Oktober vorigen Jahres in Wilmersdorf begangenen Theater Wochenrepertoir. Deutsches Theater. funkene Glode. M Sonntag, Montag, Dienstag, Donnerstag: Die Beerdigung findet am Sonntag, den 5. August, nachmittags 4 Uhr, vom Augusta- Hospital, ScharnhorstUm zahlreiche Beteiligung bittet 173/20 Der Vorstand. den 5. Auguſt. nachmittags 3 Uhr straße amt Invalidenpart, aus statt. Die Beerdigung findet Sonntag, vom Trauerhause Kaiser Friedrichftraße 68 aus statt. Die Ortsverwaltung. Danksagung. Für die liebevollen Beweise herzlichster Teilnahme und die überaus zahlreichen Kranzspenden anläßlich der Beerdigung unsres lieben Vaters, Großvaters, Schwiegervaters, Bruders Julius Habermann und Schwagers, des Klempners 22446 Bötel, Dienstag: Carmen, Mittwoch: Postillon, Bötel, Donnerstag: Kollegen der Firma Wild u. Wessel Schiller Theater. Sonntag: Undine, Montag: Troubadour, fagen wir allen Verwandten, Freunden und Bekannten, insbesondere den Zampa, Freitag: Stradella, Nürnberger Puppe, Bötel, herzlichen Dank. Sonnabend: Waffenschmied. Die trauernden Hinterbliebenen. Für die herzliche Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes fage ich allen Freunden aus Nah und Fern, insbesondere den Kollegen und Arbeiterinnen von Berthold u. Jürsch meinen tiefgefühltesten Dank. Bon Jda Conzelmann, geb. Guzmann, Hagelsbergerstr. 37.[ 224061 Leffing Theater. Alle Abende: Geisha. Neues Theater. Alle Abende: Unsere Gusti. Theater des Westens. Alle Abende: Boccaccio. Central Theater. Alle Abende: Berlin nach Elf. Thalia Theater. Alle Abende: Sulamith. Metropol Theater. Alle Abende: Zauberer am Ni I. Apollo Theater. Alle Abende: Venus auf Erden. Belle Alliance Theater. Bis Dienstag: Steckbrief. Mittwoch ab: Pension Schöller. Stuccateure! Am Sonntag, den 29. Jult, ver starb plötzlich unser Kollege Albert Krause. Die Beerdigung findet am Montag, den 6. August, punkt 4 Uhr, auf dem Centralkirchhof Friedrichsberg- Lichten[ 179, 1 berg statt. Um zahlreiche Beteiligung bittet Der Vorstand. Danksagung. Allen denen, die mir beim Verlust meiner Frau Bertha, geb. Stapel, ihre Teilnahme bewiesen haben, auch den Kollegen und Kolleginnen der Entschlafenen von der Firma Kubis u. Juberg, sowie für das Grabgeleit und die Kranzspenden sage ich meinen tiefempfundenen Dank. 22436 Hermann Salchow. Adtung! VI. Wahlkreis. Atung! 00000000000000000000000000000 Dienstag, den 7. Auguft, abends 81/2 Uhr, in den Arminiusfälen, Bremerstraße 41-42: Oeffentliche Versammlung einberufen vom Socialdemokr. Wahlverein des 6. Kreises. い Tages Ordnung: Das städtische Barlament und die Socialdemokratie. Referent: Stadtberordneter Ferdinand Ewald. Diskussion. 248/4 J. A.: M. Kiesel, Schulftr. 22. Charlottenburg. Dienstag, 7. Auguft, abends 82 Uhr, in der Gambrinus- Braueret Wallstr. 94 e 00000000 Schloß Beißensee. Sonntag, den 5. Auguff 1900: Grosses Sänger- Fest des Socialdem. Bartei- Bersammlung Arbeiter- Sängerbundes Tages Ordnung: 1. Aus dem Reiche Thielens. Referent: Reichstags- Abgeordneter Fritz Zubeil. 2. Diskussion. 3. Anträge zur Kreiskonferenz und Wahl von Delegierten zu derselben. 203/15 Der Vertrauensmann. Deutscher Holzarbeiter- Verband. ( Zahlstelle Berlin.) Mittwoch, den 8. August 1900, abends 8%, 1hr, bei Keller Koppenstr. 29 General- Versammlung Tages Ordnung: Kaffenbericht, Bericht des Vorstands, der Werkstatt- Kontrollkommission und des Arbeitsvermittlers. Bericht des Gauvorstands. Ersatzwahlen für die Ortsverwaltung. Anträge auf Ausschluß einiger Mitglieder. Verbands: Angelegenheiten. 105/12 Eintritt nur mit Mitgliedsbuch. Um zahlreiches Erscheinen wird ersucht. Bezirk Friedrichsfelde. Donnerstag, den 9. August 1900, abends 8% Uhr bei Bube Prinzen- Allee 30 Versammlung Tages Ordnung: 1. Vortrag des Kollegen Stusche. 2. Werkstellen- Angelegenheit. 3. Verschiedenes. Es ist Pflicht jedes Kollegen, der in Friedrichsfelde wohnt, in Berlin arbeitet und dem Holzarbeiter- Verband angehört, die Bezirksversammlung zu besuchen. Die Ortsverwaltung. Verband der Töpfer Berlins. Sonnabend, den 11. August, früh 7½ Uhr Dampfer- Partie mit Musik M nach Müggelheim, Troppens Gasthaus zum Müggelheim und Sportshaus, Große Krampe. Abfahrt Stralauer Brücke 5. Billet pro Person 1 M. Kinder unter 14 Jahre frei. Billets sind in allen Zahlstellen zu haben. 196/4 Der Vorstand der Filiale Berlin. Adtung! Töpfer! Achtung! Dienstag, 7. August, abends 6 Uhr, bei Schiller, Rosenthalerstr. 57 Sitzung der Baudelegierten. Tages- Ordnung: 1. Unser Lohntarif und wie wird derselbe von der Meisterschaft gehalten? 2. Gewerkschaftliches. Es ist Pflicht, daß jeder Bau vertreten ist. Der Vorstand der Filiale Berlin. Tapezierer. 196/3 Mitglieder- Versammlungen: Dienstag, den 7. b. M.:. Filiale Süd: Markgrafenstraße 83, Filiale Nord: Brunnenstraße 188. 178/8 Die Verbandsleitung. Berlins und Umgegend. 200 Gesangvereine Sänger- Festzug. 4 Musik- Kapellen. mo. Massen- Gesänge. Gesangs- Aufführungen T delbrunter Leitung des Bundes- Dirigenten Herrn Richard Blobel. Lieder Programm: 1. Bundeshymne, von Dillenberger( mit Orchester). 2. Bruderlied, von Hoff. 3. Saat und Ernte, von Himml. 4. Sehnsucht, von Gitow. 5. Arbeiter Vaterlandslied, von Suchsdorf. 6. Freiheit, von Gitow. 7. Frühlings- Erwachen, von Neibig. = Instrumental- Konzert azlagalau bau iozolote von früh 8 Uhr ab breas unter Leitung der Herren Kapellmeister R. Tich, Voigt und Jischke. 190 Beim Eintritt der Dunkelheit: Großes Brillant- Feuerwerk. PA smetalo Von 4 Uhr nachmittags ab in beiden Sälen: TANZ.1022l ente merren, welche am Tanz teilnehmen, zahlen 50 Pfennig nach. Die Kaffeeküchen stehen den geehrten Damen von 8 Uhr früh bis abends 6 Uhr zur Verfügung. Volksbeluftigungen verschiedener Art. Billets vorher 20 Pf. Billets an der Kasse 30 Pf. Der große Nebenpark ,, Tryanon" steht den Teilnehmern zur Verfügung. Lant kontraktlicher Vereinbarung ist für 20 000 Sitzplätze Sorge getragen. Zur Förderung des Verkehrs sind seitens der Direktion der Ringbahn und Pferde- Eisenbahn, sowie von Fuhrhaltereien der Kremser und Thorwagen die weitgehendsten Versprechungen gemacht! Achtung! Maurer. Achtung! Mittwoch, den 8. Auguff, abends 8½ hr: 16/13 Orts- Krankenkasse der Schneider, Schneiderinnen und verwandter Gewerbe zu Berlin. Die Vertreter der Orts- Krankenkasse der Schneider, Schneiderinnen und verwandter Gewerbe zu Berlin werden zu der am Montag, den 13. August 1900, abends 8 1hr im Neuen Klub: haus, Kommandantenstr. 72 stattfindenden Zwei große Mitglieder- Versammlungen des Vereins zur Wahrung der Interessen der Maurer Berlins und Umgegend für den Norden, Nordosten und Osten für Moabit, Wedding n. Gesundbrunnen in Schneiders Festsälen, Belforterstraße 15. in den Arminiushallen, Bremerstr. 72-73. außerord. Generalversammlg. Tagesordnung in beiden Versammlungen: Vortrag der Kollegen Kater und Gehl über:„ Tarifgemeinschaften und ArbeitslosenUnterstügung." 2. Diskussion. 3. Gewerkschaftliches. 129/ 12* Pflicht eines jeden Kollegen ist es, in einer dieser Versammlungen zu erscheinen. Der Vorstand. Arbeiter Berlins! hierdurch eingeladen. Tages Ordnung: Um 9 Uhr finden in getrennter Wahlversammlung die Wahlen für 2 Vorstandsmitglieder aus den Reihen der Kaffenmitglieder statt pro 1900, desgleichen 2 Stellvertreter derselben treter für das Jahr 1901. Tages- Ordnung: 1. Diskussion über die Reorganisation des Verbands Von den Finsterwalder Cigarrenfabrikanten haben die nachfolgenden die Lohnforderungen der Arbeiter be- für das Jahr 1900 1116 2 Stellver in Berlin. 2. Verschiedenes. Zahlreiches Erscheinen erwünscht. Verband der Graveure, Ciseleure u. verw. Berufsg. Deutschlands. Filiale Berlin. Dienstag, den 7. August, im ,, Dresdener Garten", Dresdenerstr. 45: Filial- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Geschäftliches. 2. Vortrag des Kollegen Franz Gutschmidt über: Neutralität der Gewerkschaften. 3. Diskussion. 4. Verschiedenes. Die Kollegen werden dringend ersucht, an dieser Versammlung des äußerst wichtigen und interessanten Vortrags wegen teilzunehmen. 74/9 Der Vorstand. Central- Verein der deutschen Böttcher. Filiale Berlin. Dienstag, den 7. August, abends 8% Uhr: Ausserordentliche Vereins- Versammlung willigt: H. Sporn. Dietrich( Hanisch Nachf.). K. Weigel. R. Klähre. W. Enigk. 0. Wessly. R. Reinike. G. Franz. F. König. H. Müller. A. Hurras. R. Bär. Reinhold Kaiser. Karl Uhlich. Adolf Hartung. Paul Winkler. Max Puschel. Curt Lehmann. Adolf Hoyer. Curt David. Adolf Beuthert. " Die Kommission der Berliner Tabakarbeiter. Von jetzt ab steht dieses Juferat nur Donnerstags und Sonntags im Vorwärts". Achtung! Achtung! Gentral- Kranken- u. Sterbekasse der Tischler Luxuspapierarbeiter und-Arbeiterinnen! Dienstag, den 7. August, abends 8 Uhr in den Arminhallen( gr. Saal), Kommandantenstr. 20 und andrer gewerblicher Arbeiter. ( Verwaltung Berlin E). Montag, den 6. August 1900, abends 8 Uhr Gr. öffentliche Versammlung Mitglieder- Berjammlung aller in Luruspapier- und Couvertfabriken beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen. Die Thüren werden um 9 Uhr gefchloffen. Um 10 Uhr findet in demselben Lokal die gemeinschaftliche Generals versammlung statt. Tagesordnung: 1. Abänderung der§§ 20( 5. Nach trag) und 52 des Statuts. 2. Bericht über die freie Arztwahl. 3. Ber: schiedenes. 22046 Berlin, 5. August 1900. Frau Reimann, Vorsitzende, Eisenbahnstr. 33. bet Bergmann, Baſewalferstr. 3. Achtung! Sangesbrüder. 1900. Tages- Ordnung: 1. Die Lohnforderung der Buchbinder und was gedenken die heiten. Sprechstunde findet an gesorgt ist. Referent: Kollege Tages Ordnung: Arbeiter obengenannter Branche zu thun? Scherwat. 2. Meinungsaustausch. 3. Verschiedenes. 24/16 Die Vertrauenspersonen. Fliesenleger- Hilfsarbeiter! im Engliſchen Garten( oberer Saal), Alexanderstr. 27e. Montag, den 6. Auguſt 1900, abends 8 Uhr, bei Schulz, Tages Ordnung: 1. Abrechnung vom zweiten Quartal. 2. Endgültige Beschlußfaffung über die Lohnbewegung in den Brauereien und in den Spritfaß- Werkstellen fowie Spritfabriken. 3. Verschiedenes. Oeffentliche Versammlung. Tages Ordnung: 1. Abrechnung vom II. Quartal Empfehle den Genossen mein Lokal, 2. Innere Kaffen- Angelegen: wo für gute Speisen und Getränke [ 22376 diesem Abend nicht statt. Mitglieds: buch legitimiert. [ 22356 Die Ortsverwaltung. Gustav Reinhardt. Weißensee. Mitglied d. A. S. B. Verein der Tischler Berlins und Umgegend. Dienstag, den 7. d. Mts., abends 8 Uhr: Vertrauensmänner- Versammlung 1. Stand unsres Streife. Bericht der Kommiſsion. 2. Diskussion. 186/3 Um rege Beteiligung der Kollegen bittet Wegen der wichtigen Tagesordnung ist es dringend notwendig, daß alle Kollegen in der Versammlung erscheinen. Nichtmitglieder haben Zutritt. 3. Verschiedenes. Auch werden neue Mitglieder daselbst aufgenommen. Der Vorstand. 63/1 Der Vertrauensmann der Bauarbeiter lokaler Nichtung. Achtung! Maurer. Achtung! Atung! Stuccateure. Adtung! Dienstag, den 7. August 1900, abends 8 Uhr, im Lokale Schönhauser Allee 28: Mitglieder- Versammlung des Gentralverbandes 2c. für Norden und Nordosten. Tages Ordnung: Montag, den 6. d. M., abends 7 Uhr, bet Buske, Grenadierstraße 33: Oeffentliche Versammlung. Tages Ordnung: 1. Situationsbericht. 2. Wie stellen sich die Werkstattarbeiter zur Einführung des neuen Lohntarifs? 3. Verschiedenes. bei Franke, Pallifadenstraße 9. Der Vorstand. Berliner Konsum- Verein. Sonntag, den 5. August, nachmittags 5 Uhr, im Saale des Gewerkschaftshauses, Gngel- llfer 15: General- Derlammlung. Tagesordnung: Vorstandswahl. Statutenberatung. Mitgliedsbuch mitbringen. Nach Schluß der Versammlung: Ge selliges Beisammenfein mit Tanz. Bitte die Frauen mitzubringen. Verkaufsstellen: Annenstr. 9, Krautstr. 7, Waldstr. 12. Verkaufszeit: 8-12, 4-9 Uhr. 22206 Im Auftrage: Wilhelm Eicke, Tischler. 1. Bortrag des Herrn Dr. Weyl über: Die Reform des Kranken- sie in Studgeschäften beschäftigt sind, sind zu dieser Bersammlung specielt Ball- Balon Empfehle Gewerkschaften, Vereinen und GesellVersicherungs- Gesetzes." 2. Diskussion und Verschiedenes. Guten Besuch erwartet Alle Werkstattarbeiter sowie alle jungen Leute über 18 Jahre, soweit 134/15 eingeladen. Zahlreiches Erscheinen aller Kollegen erforderlich. 173/19 Die Lohnkommission. schaften meinen Saal( 250 Pers.) zur Abhaltung Ludwig Panten, von Versammlungen, Bergnügungen, HochzeitsDie Verbandsleitung. 0., Frankfurter Allee 174. feiern 2c. Jeden Sonntag: Ball. Verantwortlicher Redacteur: Wilhelm Schröder in Wilmersdorf. Für den Inseratenteil verantwortlich: Tb. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von May Bading in Berlin. 000000000 Warenhaus A. Wertheim Berlin, Leipzigerstr. 132133 Rosenthalerstr. 27/29 und 54 Oranienstr. 53154. .. Montag, den 6. August 6. August. folgende Tage soweit der Vorrat reicht: 290 Damen- Wäsche. Taghemden, Priesenform mit Spitze 1,50 MK., Achselschluss mit Spitze 1,70 Mk. Taghemden, Achselschluss, mit eingestickten Handlanguetten Taghemden, Achselschluss mit handgestickten Madeira- Passen .... 2,15 Mk. 2,75 Mk. 2,60 MK. 3,65 Mk. 1,75 Mk. Nachtjacken, Dimiti m. Spitze 1,65 Mk., Renforcé m. Umlegekrag u bunt Stickerei 2,30 Mk. Nachtjacken, Renforcé mit Stickerel... Nachthemden, Renforcé mit Stickerei und Umlegekragen Beinkleider, Renforcé mit Stickerei Deckbettbezüge, Grösse ca. 130 x 200 cm, Louisiana 3,70 Mk., 1. Kissenbezüge, Grösse ca. 83 × 83 cm, Louisiana 1,10 Mk.. Dowlas- Bettlaken, Grösse ca. 160 x 225 cm, eine Breite • Hemdenblusen, gemusterster Perkal 2,50 Rüsche 910 mit 3 Mk. Falten Hemdenblusen, gemusterter Perkal mit Stickerei 3 Mk. Hemdenblusen, mit Rüsche 3,25 Mk., und 4 Rüschen Batist einfarb. Batist mit Falten Tapisserie .. Dimiti 3,90 Mk. Dimiti 1,15 Mk. mit StickereiEinsatz mit 4 StickereiEinsätzen 3,50 MK., dn N mit Stickerei vorgezeichnet: 2,15 Mk. 3,- Mk. 4- Mk. 4,35 Mk. Gatin mit Hohlsaum 1,10 Mk. 85 Pf. 95 Pf. 90 Pf. 22 Pf. Stubenhandtücher mit Hohlsaum.75 Pf... Küchenhandtücher, gross, mit Fransen..... Tischdecken, Reinleinen mit Hohlsaum, ca. 67 x 67 cm. Küchentischdecken mit Satin eingefasst Servietten u. Nachttischdecken mit Hohlsaum, ca. 40 x 40 cm Bestecktaschen, Drell, mit Borte eingefasst, für 12 Paar Messer und Gabel 1,00 Mk. Marktnetze, gross, mit Holzgriff 80 Pf. Besenvorhänge, satin eingefasst Satin eingefasst 1,35 Mk. Klammerschürzena: 50 Pf. Wandschoner, Bordüre weiss, mit 58 Pf. Brotbeutel, mit Borte eingefasst 50 Pf. Wäschebeutel, Satin 90 Pf. Frühstücksbeutel, Borte 27 Pr. Nachttaschen, und Spitze. Einsatz 80 Pf. Batist- Schürzen. .... 65 Pf., mit Stickerei 1,30 MK m. eingef. mit mit garniert Ein Posten fertige Läufer und Decken in Handstickerei zu ausserordentlich billigen Preisen Thebaiete V Schürzen. Gingham -> m. . 1,80 Mk. 90 Pf. m. Achsel- 1,10 Mk.. Achvoland 1,45 Mk. Tändelschürzen, farbig mit Languetten 50 Pf., weiss mit Stickerei- Volant 75 Pf. Kleiderschürzen, einfarbiger und gestreifter Satin. Wirtschaftsschürzen, Cretonne mit Tasche Wirtschaftsschürzen, Volant 1,00 MK., Wirtschaftsschürzen, Blaudruck mit Languetten Schulschürzen, gestreifter Cretonne Kinder- Hängeschürzen gestreifter Cretonne 9m. mit Stickerei 1,25 Mk. Länge ca. 55 80 60 65 70 cm 85 90 Länge ca. 45 50 55 60 cm 85 90 95 95 Pf. 100 Pf. |lt. 180. 17. Jahrgang. 2. Mm ks„MwW" Srdiiict MteM. Sonntag, 5. AngnA 1000. Juli. 2. 3. 5, Mnkevm neueren Muvs. Halle. Genosse Thiele wegen Vergehens gegen Z 18t des Str.-G.-B. öv M. Geldstrafe.— Wegen Nötigung der Ar- beiter Bräutigam- Schkeuditz 8 Monate Gefängnis.— 100 M. Geldstrafe Genosse Thiele wegen Beleidigung sämtlicher Unteroffiziere und Kriegerucreine. Dessau. 300 M. Geldstrafe Genosse Günther wegen Bc- Icidigung des anhaltinischen Kriegerverbands. Zwickau. Wegen Verrufserklärung Genosse Müller 50 M. Geldstrafe. Dresden. Maurer Schaf wegen Tragens republikanischer Abzeichen 5 M. Geldstrafe. Naumburg. Die Landarbeiter K o u l und Purczikiewitz wegen Drohung und Widerstand je 4 Monate Gefängnis. Leipzig. In der Revisionsinstanz Genosse Thiele- Halle wegen Beleidigung eines Rittergutsbesitzers 2 Monate Ge- fängnis. Mülhausen i. E. Genosse Gsell 30 M. Geldstrafe wegen Beleidigung eines Fabrikanten. Bremem.' Ein Holzarbeiter wegen Bedrohung eine Woche Gefängnis. Freibcrg. Wegen unerlaubten Sammelns ein Genosse in Hetzdorf 3 M. Geldstrafe. Karlsruhe. 100 M. Geldstrafe Genosse Röske- Hamburg wegen Beleidigung eines Fabrikanten. Halle. Die Bauarbeiter Schulze und Baum ivegen Nöti- gung und Beleidigung 2 Monate bezw. 2 Wochen Gefängnis. Bochum. Wegen Beleidigung eines Grubendirektors Genosse L a n g h o r st 50 M. Geldstrafe. Reinbeck. Drei Monate Gefängnis ein Weber ans Schiffbcck wegen Körperverletzung eines Streikbrechers. Neustadt a. H. o M. Geldstrafe der Former B u ch h e i t wegen Bedrohung eines Streikbrechers. Antrag: 2 Monate Gefängnis. Braunschweig. Genofie H e y m a n n wegen Beleidigung eines Lehrers 30 M. Geldstrafe. Atel. Wegen Beleidigung eines Gendarmen Genosse Korn 2 Monate Gefängnis. Memel. 30 M. Geldstrafe Genosse Petereit wegen Wer- breitung des beschlagnahmt gewesenen Kalenders»Ost preußischer Landbote". Düren. 2 Arbeiter je 00 M. und 4 Arbeiter je 15 M. Geld- strafe wegen Beleidigung von Streikbrechern. Liegnitz. Wegen des gleichen Vergehens der Maurer K u b e 5 M. Geldstrafe. Hagen. Ein Bergmann und ein Wirt je 15 M. Geldstrafe wegen Uebertretung des Vereinsgesetzcs. Gera. 1 Monat Gefängnis Genosse S e i f a r t h wegen Be- leidigung eines Schulvorstands. � Wiesbaden. Genosse Schmidt, Frankfurt, wegen Be- leidigung eines Domänenpächters 200 M. Geldstrafe. Elberfeld. Wegen Beleidigung eines Streikbrechers ei» Färber 1 Woche Gefängnis. Crimmitschau. 250 M. Geldstrafe Genosse Müller- Zwickau wegen Beleidigung eines Fabrikdirektors. Randow. Genosse Behnke wegen VerÜbung groben Un- fugs 50 M. Geldstrafe. Elberfeld. Ein Färber aus Barmen wegen Beleidigung eines Streikbrechers 2 Monate Gefängnis. Elbing. Wegen Nötigung bezw. Beleidigung eines Streik- brechers ein Maurer 3 Monate Gefängnis. Insgesamt wurde erkannt auf 2 Jahre, 2 Monate und 4 Wochen Gefängnis und 1360 M. Geldstrafe. 9. 10. * * 12. 13, 17. 17. 19. 23. 26. » m 30. » 30. Berlin, den 3. August 1900. Der Parteivorstand. Ans der russischen Arbeiterbewegung. Dem Kampf der russischen Arbeiter, die unter weit schwierigeren Umständen als die Arbeiter irgend eines andern Landes den Doppel- kämpf gegen Absolutismus und Kapitalismus führen, sind ihre deutschen Klassengenossen von jeher mit ganz besonderer Aufmerksam- keit gefolgt. Im allgemeinen sind die Nachrichten, die uns von der russischen Arbeiterbewegimg zugegangen, spärlich und niizusammen- hängend— dank den eigentümlichen Bedingungen, unter denen diese Bewegung sich entwickelii muß. Um so größeres Interesse wird einer Veröffentlichung entgegengebracht werden,*) die vor kurzer Zeit in russischer Sprache erschien, und in der in zu- samntenhängcndcr Weise ein Bild von der Entwicklung der Arbeiterbewegung in einem Centruin der russischen Industrie entrollt wird. Es handelt sich um das südrussische Gouvernement Jekaterinoslaw, besonders um die$m,pfftadt gleichen Namens. Was uns von dem Werden und Wesen der dortigen Arbeiterbeweguiig erzählt wird, dürfte typisch für die Entivickelimg der Bewegung auch in andern russischen Jndustriccentren sein und verdient deshalb erhöhtes Interesse. Greifen wir einige besonders bemerkenswerte Angaben heraus. Mau kann die Distrikte, von denen hier die Rede ist, in gc- wiffem Sinne unserm rheinisch-westfälischen Judustricrevier vergleichen. Die Zahl der Erzgruben, Schächte und Fabriken hat sich in den letzten Jahren ungeheuer vermehrt; um diese gewerblichen Anlagen herum bilden sich Städte, deren Einwohnerzahl mit einer früher nie gekannten, säst an amerikanische Verhältnisse erinnernden Schnelligkeit wächst. Ans allen Gegenden Rußlands, besonders aus den centralen Gouvernements, strömen hier Arbeitcrmassen zusammen, deren Hauptkontingent von völlig verarmten, der ständigen Hungersnot ihrer Heimatdörfer entfliehenden Bauern und Bauerssöhncn gestellt wird. So sind in Jekaterinoslaw und seiner nächsten Umgebung allein etwa 25 000 Arbeiter beschäftigt. Wir finden hier zivei große Eisenhütten, von denen die eine 8000, die andre 2000 Mann beschäftigt, eine Röhrenfabrik mit 1500 Arbeitern, eine Fabrik mechanischer' Jnstru- mente mit 1000 Arbeitern, daneben eine Waggonfabrik, mehrere Eisenbahnwerkstätten usw. Der Druck, unter dem diese Arbeitermassen zu leiden hatten, war lange Zeit ein ganz ungeheuerer. Die alte Erfahrung, daß der Kapitalismus niemals brutaler unter seinen Opfern wütet als in seiner Jugendzeit, in der noch keine Gewerkschaflsbeweguiig, kein durchgreifender Arbeiterschutz seinen Ausbeutungsgelüstcn auch nur die geringsten Schranken auferlegt: diese alte Erfahrung iviederholte sich auch hier durch schamlose Betrügereien bei der Lohnabrechnung, durch gaunerische Vermischung von Stücklohn und Tagelohn und ähnliche Machinationen, deren sich die ungebildeten, rechtlich schutzlosen Arbeiter nicht zu erlvehren wußten. Der Lohn der an sich schon unsäglich gering bezahlten Arbeiter wurde immer mehr gedrückt, während die Millionenprofite der Aknengesellschaften von Jahr zu Jahr anschwollen. Und die Arbeiter? Auch hier die gleiche Erscheinung, die man in allen westeuropäischen Ländern beobachten konnte: die Erbitterung macht sich zunächst nicht in organisiertem Kampfe Luft, sondern in gelegentlichen wilden Ausbrüchen der Verzweiflung, deren ständige Begleiterscheinungen Zerstörungen der Fabriken' und Maschinen, Brandstiftungen und Niedermetzelimg von Fabrikanten und Betriebs- leitern sind, in deren Person die unwissenden Massen die Quelle alles ihres Unglücks erblicken. Das wird anders, sobald die moderne Arbeiterbewegung in Distrikte festen Fuß zu fassen beginnt, und den Arbeiter lehrt, daß er nicht einen Kampf gegen Sachen und Personen, sondern gegen ein System zu sichren habe, nicht gegen den Aus- beuter als Menschen, sondern gegen die Ausbeutung. In Jekaterinoslaw setzen die Anfänge einer Arbeiterbewegung im modernen Sinne etwa im Jahre 1895 ein. Diese ersten Organisationsversuche gehen nicht von den Arbeitern selbst, sondern von„Akademikern" aus— in Rußland beteiligt sich bc- kanntlich die sogenannte„Intelligenz" in weit höhcrem Grade an *) Die Arbeiterbewegung in Jekaterinoslaw. Mit einem An- hang:„Aufruf an die russischen Arbeiter." 1900. der revolutionären Bewegung als in irgend einem westcuropäisckicn Lande. Es wurden kleine Propagandazirkel gegründet und Kassen für etlvaige Kämpfe mit dem Unternehmertum wurden ins Leben gerufen. Aber die mangelnde Erfahrung der in Betracht kommenden Personen im Geheimkampf führte bald zur Entdeckung der Cirkel und Kassen durch die Behörden. Schon im August 1895 wurden viele Akademiker und Arbeiter verhaftet, und über ein Jahr lang hörte man nichts von neuen Organisationsversnchen. Aber der Same ivar ausgestreut— das Wachsen der Frucht nicht mehr dauernd zu verhindern. Der Mai 1897 brachte den ersten ivohlorganisierten und erfolgreichen Kampf der Arbeiter der Eisenbahn-Werkstätten, die die Bezahlung der sog.„Kronfeiertage" (Gedächtnistage der Zarenlrönung) forderten. Wie das auch bei uns zu Lande der Brauch ist, lieben es die russischen Unternehmer, daß die Arbeiter an dynastischen Festtagen feiern, wie bei uns hört aber auch in Rußland der Unternehmcr-Patriotismus beim Geldbeutel auf— drüben wie hüben sucht ma� dem Arbeiter die Bc- zahlung der erzwungenen Feiertage vorzuenthalten. Gleich ersolgreiche Streiks hatte man um dieselbe Zeit in verschiedenen Röhren- und Maschinenfabriken von Jekaterinoslaw. Im Sommer 1897 beginnt die Bewegung von den Fabrikarbeitern sich auf die Arbeiter des Kleingewerbes, die Haudlverksgesellen, auszudehnen. Gründung von Streikkassen und mehrere kleine Ausstände legen Zeugnis davon ab. Alle diese bald in diesem, bald in jenem Beruf bemerkbaren Beivegungen wurden organisiert und geleitet von zwei geheimen Propaga'udacirkeln, einem„Intelligenz"- und einein Ar- beitercirkel, von denen der letztere im wesentlichen unter den Handwerksgeselle», der erstere unter den Fabrikpröletariern arbeitete. Beide Cirkel vereinigten sich im Dezember 1897 zu gemeinsamer, umsassender Arbeit unter dein Namen„Jekateriuos- lawicher Verband zur Befreiung der arbeitenden Klasse". Die Thätigkeit des„Verbands" war außerordentlich mannigfaltig. Unter gewaltigen Schwierigkeiten— die ganze Arbeit mußte natürlich absolilt geheim geleistet werden— wurde zunächst eine S t a t i st i k über die in den Fabriken von Jekaterinoslaw herrschenden Lohn- und Arbeitsverhältnisse aufgenommen. Als Frucht dieser Statistik gab der„Verband" dann noch im Winter 1897/93 siebeil verschiedene Flug b lätt er heraus, in denen die Mißstände in sieben der hauptsächlichsten Fabriken eingehend be- leuchtet und die speciellen Forderungen der Arbeiter jeder dieser Fabriken dargelegt wurden. Diese Forderungen erstrecken sich im Ivesentlichen auf Verbesserung der sanitären Zustände, Unfallverhütung, Verkürzung der Arbeitszeit an den den Sonn- und Feiertagen vorhergehenden Tagen. Lohnerhöhung, prompte Lohnauszahlnng, bessere Behandlung � und dergleichen. Diese Flugblätter fanden unter der Arbeiterschaft außerordentlichen Anklang und hatten zur Folge, daß in einigen Fabriken verschiedene der ärgsten Mißstände beseitigt wurden, ohne daß die Unternehmer es ans einen Konflikt ankommen ließen. Der März 1898 brachte wie in ganz Rußland so auch in Jekaterinoslalv den Arbeitern neue Verfolgungen. Am 11. März fanden Massen- Haussuchungen statt und 15 der thätigsten Genossen wurden ver- haftet. Trotz dieses schweren Schlages setzte der Verband seme Thätigkeit fort, und am 1. Mai 1398'konnte in Jekaterinoslaw zum erstenmal eine M a i f e st-Z eitung herausgegeben werden, in der den Arbeitern die Bedeutung des Weltfeiertags vor Augen geführt wurde. Das ganze Jahr 1898 war durch eine Menge kleinerer und größerer Konflikte zwischen Arbeitern und Unternehmern ausgefüllt, die für die Arbeiter teils günstig, teils ungünstig verliefen. Wir können an dieser Stelle auf die teiliveise sehr interessanten Einzel- hciten dieser Kämpfe nicht näher eingehen. Bisher lvar die Thätig- keit des„Verbands" eine fast ausschließlich ökonomische, nur-gewerk- schaftlichc gewesen— nur mit ganz naheliegenden Forderungen, deren unmittelbare Bedeutung auch dem ungeschnltcsten Arbeiter in die Augen springen mußte, hatte man an eine so tief stehende Ar- beitcrschaft wie die von Jekaterinoslaw herankommen können. Mit dem Beginn des Jahrs 1899 erweiterte sich das Kainpffeld, dem rein gewerkschaftlichen Kampf trat der politische Kampf, trat die s o c i a l i st i s ch e Propaganda zur Seite. Und ivie gewöhnlich, waren es auch hier die Behörden, der Staat selbst, der den Arbeitern die innige Z u s a m m e u g e h ö r i g- keit z>v i s ch e n gewerkschaftlicher und politischer Bethätigung geradezu einbläute. Indem er sich in allen Konflikten'rückhaltlos auf die Seite des Unternehmertums stellte und für die kämpfenden Arbeiter nichts übrig Hatto als die Brutalitäten von Polizei und Gendarmerie, als Haussuchungen, Verhaftungen, Einkerkerungen; indem er sich so als Klassenstaat der schlimmstcil Art praktisch zeigte, drängte er die Arbeiter mit Gewalt auch zur politischen Bethätigung. Im Januar 1899 verbreitete der „Verband" unter den Arbeitern von Jekaterinoslaw 2000 Exemplare eines Flugblatts, in dem er seinen Anschluß an die russische social- demokratische Arbeiterpartei proklamierte und die Grnndanschauungen und Ziele der Partei in feurigen Worten dar- legte. Seit dieser Zeit sind sämtliche Veröffentlichungen des„Ver- bands" unterzeichnet„Jekaterinoslnlvsches Komitee' der russischen socialdcmokratischen Arbeiterpartei", und der Charakter der Bewegung wird durchaus s o e i a I d e m o k r a t i s ch. Reges geistiges Leben herrscht seit zwei Jahren unter der Arbeiterschaft von Jekaterinoslaw; überall, in den Fabriken wie unter den Handwerksgesellen, entstehen geheime Cirkel, die sich neben den Zielen des ökonomischen Kampfs die politische Aufklärung ihrer Mitglieder, die Anschaffung von Bibliotheken, die selbstverständlich fast ausschließlich aus verbotenen Büchern bestehen, die Sammlung von Geldern zur Unterstützung der Familien Inhaftierter und zur allgemeinen Propaganda zur Aufgabe gemacht haben. Das Er- scheinen einer neuen„ungesetzlichen" Schrift wird von den Fabrik- arbeitern geradezu als' ein' Ereignis betrachtet, die verbotenen Bücher finde» massenhaften Absatz und werden sämtlich verschlungen. Wer denkt bei alledem nicht an den Kampf der d eu tsch e n Arbeiter zur Zeit des Ausnahmegesetzes? Die Seele der ganzen Bewegung in Jekaterinoslaw und Um- gegend aber bleibt das„Komitee". Dies ist es, das die Anschaffung und den Vertrieb der Schriften regelt, die Flugblätter herausgiebt, die Gelder verivaltet und ini Geheimen alle Streiks organisiert und leitet. In neuester Zeit giebt das Komitee sogar eine r e g e l- in ä ß i g erscheinende, natürlich in einer geheimen Druckerei her- gestellte Zeitung heraus, die den Titel führt:„Der Südarbeiter", ein Blatt, das durchaus soeialdemokratisch redigiert ist und die Interessen der Arbeiter im südlichen Rußland vertritt. Von diesem neuen Unternehmen erwarten die Genossen eine mächtige Förderung der Bewegung nicht nur in Jekaterinoslaw, sondern in ganz Südrußland. Man sieht: die russischen Socialisten brauchen sich, wenn demnächst in Paris internationale Revue abgehalten wird, nicht hinter den Bruderparteien der andern Länder zu verstecken. Sie haben wacker gearbeitet— unter den ungünstigsten Verhältnissen. Und ihre Arbeit ist nicht ohne Erfolg gewesen. ES geht vorwärts, trotz alledem,— auch in Rußland! »ÄttteruuaSiiberttcht von, 4. August>»00, uiorgens« Iliir. Stationen Wetler tis c Ö. ia Wi Swiueiude Hamburg Berlin Frankf.M. München Wie» 749 3 748 3 750-WSW 753 SW 758® 753 jStill öbedeckt Scheiter 3wolkig 8 heiter Lbcdeckt — chedeckt Sianonen Aaparanda Petersburg !nrk Aberdeen Paris SE O 6 ie «2 Ä S 5 3 i 7520 755-SW 7S2NNW 754:97 Wetter �wollig Iwolkenl 4hlb. beb. Schlb.bed. öS Sa 17 13 14 Ii Wetter. Prognose für Soniitag. de» 3. Nugiist 1!»«». Etwas kühler, zunächst ziemlich trübe mit Regeüfillen und frischen West- lichen Winden; später aufklarend. Berliner W e» I e r o» r e a», Für den Inhalt der Juferate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Sonntag, den 5. August. Opernhaus. Geschlossen. Schauspielhaus. Geschlossen. Urania Taubenstrasse 48/49. Im Theater abends 8 Uhr: Sanssouci H. Mentes Jm prachtvollen Natur- Garten jeden Sonntag u. Donners: tag humorist. 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Jahrgang. 3. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonntag, 5. Auguft 1900. Was that not? Man schreibt uns aus bürgerlichen Kreisen: Heute morgen fuhren wir von Kastell nach Frankfurt. Wir faßen bereits, da wurden uns noch drei Soldaten beigegeben, die gegen die Chinesen kämpfen gingen. Zwei ganz blutjunge Gesellen, mit harmlos neugierigen Gefichtern und ein ernsterer Mann, ein Stellmacher, wie er sagte. Solche Handwerker, wie er, seien bevorzugt worden, meinte er. Einige von uns inüpften gleich ein Gespräch mit ihnen an; ein neben mir sitzender Herr schien die Gründe ihres Entschlusses erforschen zu wollen. " Was habe ich mehr zu verlieren als das Leben?" sagte der blonde junge Bursche, der uns gegenüber saß. Jawohl!" sagte der Stellmacher, uns weint niemand eine Thräne nach."" Wir haben ein bischen geflennt, meine Geschwister und ich!" bekannte der dritte; „ aber das wird nicht so schlimm; die Chinesen fressen sich schon selber auf, und dann ist die Ruhe bald hergestellt; und wenn wir heimkommen, sind wir frei vom Militär." Ich sah zum Fenster hinaus und mochte nichts reden; den ganzen Tag war mir übel zu mute. Alle die Geschichten der Altvordern, die ich bei Gustav Freitag gelesen hatte, gingen mir wieder durch den Kopf, der heroische Leichtsinn, das gedankenlose Hinaus treiben, die dämonischen Mächte, die die Menschen blindlings ins Ungewisse treiben. Haben wir wirklich mehr Vernunft und Voraus ficht, wie ein Bienenvolt, das toll zum Stocke hinausschwärmt ohne zu wissen, wohin, und das sich grundlos rächend auf den stürzt, der ihm gerade begegnet? Den Abend ging ich in den Wald und sagte mir Eichendorfs Abschiedslied vor„ von rechtem Thun und Lieben und was der Menschen Hort". Und auch mir gings so, als„ die Worte schlicht und wahr" durch die Seele zogen, durch mein ganzes Wesen war's untaussprechlich flar." Die langfam, ach so langsam werdende Welt, und die alte, gedankenlose, blutig draufschlagende Welt, sie standen mir gegenüber, ihn schlagen muß, um sich zu behaupten, sollen die Menschen in wie zwei völlig getrennte Sonnensysteme, die keine Berührung mehr Gemeinschaft miteinander arbeiten, nach vernünftigem Plane; und mit einander haben. Und doch treiben sie heute noch so wirr durch- so weit mehr für sich und für andre erreichen an Gütern des Leibes einander, die alte findische Menschheit mit ihrer selbstsüchtigen Gier, und des Geistes, als dadurch, daß sie sich einander wegnehmen und ihrer brutalen Selbstbehauptung, ihrer planlosen Liebe und ihrem einander zum Dienste zwingen. grundlosen Haß, ihrem fröhlichen Todesmut und ihrer bangen Das nennt man Socialismus, nicht Religiosität. Und die NeliTodesfurcht, und die neue Menschheit, die das Ich nicht giösen, die vom Reiche Gottes gefühlvoll schwärmen und gläubig mehr ohne den andern denken kann, die nicht die Naffgier, auf Kosten plappern, faffen den Socialismus, weil er die plappernde Gläubigkeit andrer zu leben, sondern nur die Solidarität der Arbeit kennt, die nicht wert hält, und schwärmerisches Fühlen verachtet, weil er nicht ernsteres Sinnen, freieres Leben und Genießen, ergebungsvolleres impulsive Heroenthaten, sondern ruhiges Walten auf Grund der Entfagen gegenüber dem Unbekannten und Unvermeidlichen kennt. Erkenntnis will. Es sind zwar verschiedene Welten, die letztere sollte die Welt der Das ist so nüchtern. Der Handwerksmeister in seiner Werkstatt Religiosität heißen; aber seltsamerweise hat bereits die erstere diesen muß so genau die Leistungsfähigkeit und Handhabung jeiner WerkNamen für sich gepachtet und monopolifirt. Sie versteht darunter zeuge kennen und die Eigenschaften der Stoffe, mit denen er freilich ein Nachplappern von Glaubensfäßen, von Sprüchen alter arbeitet; der Chemiker muß noch obendrein so trockne Formeln Meister, nicht den Lebensinhalt, an den sie vor allem dachten. Nicht wissen, und der Mann, der Brücken baut und Maschinen, muß so daß Wahrheit gelte, liegt ihnen am Herzen, sondern daß ihre seelenlose. Rechnungen ausführen, ehe er arbeiten kann. Und mit Glaubenssäge als Wahrheit gelten; nicht daß Gerechtigkeit werde in alledem wollte man in der lebendig pulsierenden Werkstatt des einem menschlichen Brudervolk, sondern daß das ewige Gerechtigkeit Lebens kommen? Man wollte die unendliche Verschiedenheit des heiße, was sie verordnet haben im Interesse des Augenblicks. Fühlens, des Erlebens, des Wollens, des Könnens bannen in starre Darin liegt der tiefste Grund des Unterschieds alter und neuer Formeln, wie.. Religiosität, alten und neuen Rechtsgefühls, alter und neuer Lebensgemeinschaft. Und was not thut! Zunächst, daß dieser Unterschied erkannt werde. Gefühlt ist er seit lange. Im Gefühl bestand seit Jahr tausenden die Sehnsucht nach dem Reich Gottes auf Erden, nach dem Paradiese, da das menschliche Lamm mit dem menschlichen Wolf in Freuden lebe, da Lammsnatur und Wolfsnatur ausgelöscht sein könnten in dem höheren Bewußtsein der Menschlichkeit. Aber die Bedingungen, unter denen solch ein Reich allein möglich ist, die hatte man noch nicht erkannt. Es ist die durchgängige Ersetzung einer alten naturwüchsigen Form des Lebenskampfes durch eine neue auf Vernunft begründete Form. Statt daß man heute dem andern nehmen, ihn verdrängen, Wie man die unendlichen Verschiedenheiten des Drängens und Stoßens, des Werdens und Vergehens in der Natur durchdrungen haben muß mit einheitlicher Formel, wenn man sie benutzen will zum Zwecke. Gewiß! Gerade so! Erst dann können wir frei handeln auch in der Werkstatt der Menschengemeinschaft. Das ist der tiefste Kern der neuen Welt: die Einsicht in diesen Sachverhalt und der Wille, all seine Begeisterung still und stet dem neuen Ziele dienstbar zu machen. Das ist's, was uns not thut. So weit das erreicht ist, werden wir keine Reden mehr führen, wie jene drei Helden aus der Zeit der Völkerwanderung, die heute nach Beling gehen wollen, erliegen oder zu rächen, zu sterben oder frei vom Militär zu sein." Sg. Einsegnungs- Geschenke in grösster Auswahl! Damen- Rem.- Uhr, gold. 16 M. an, kräftiges Gehäuse, reich emaill., Doppelkapsel, sehr empfehlensw., 40M.| Dieselbe einf. 25 M. Ringe, echt Gold, ges. gest., mit echten Opalen, Silb. Herren- Perlen, Türkisen u. Farbsteinen, 1,50, 2, 3, 4, 5-20 M. Rem.- Uhr v. 9 M. Armbänder, echt Gold, ges.gest., m.gleich.Stein., an, ff. Ancre, sehr 9, 12, 15-30 M.etc. Brosches, echt Gold, ges. gest., gutes Werk, 18 M. m. gleich. 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