Ur. 199. Abomemt««• Kedwgungen: vbonntmenIS-Pret» pränumerando: vierteljShrl. 3,30 Mk., monatl. t.ioMl-, wöchentlich 23 Psg. frei tn» Hau». viruelne Numm'r 5 Pfg. Sonntag». Nummer mV tnuntieiier Sonntag». Setlage„Die Neue Weif 10 Psg. Post. Abonnement: 3,30 Mark pro Quartal. Eingetragen in der Post- Zeitung». Preislift« für 1900 unter Bt. 7971. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterretch. Ungarn 2 Mark, für da» übrige Su»land» Mark pro Monat. Prschrw» liglich ausser Monlag». Verliner Volksblatt. 17. Jalfrg. Dl« Infkrtlons. Gebühr detrügt für die sechsgespaltene Kolonet- leite oder deren Raum so Psg., für politisch« und gewerkschastliche Vereins- und Versammlung»-Anzeigen 20 Psg. „Klriue Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. v a r t u n g e n, die nian in Frankreich an frühere Kriege gegen China geknüpft hat, sich nicht erfüllt habe». Im Jahre 1öL2 bezog China von Frankreich Waren für drei Millionen, während eS ihm für 8ö Millionen verkaufte. Der Krieg von 1866. der den Franzosen ein neues Absatzgebiet eröffnen sollte, eröffnete im Gegenteil den Ehinesen ein ncucS Absatzgebiet. Der Krieg von 1881/85 änderte nichts daran. Im Jahre 1898 bezog Frankreich ans China Waren für 136>/'i Millionen, während eS ihm nur für 4'/» Millionen verkaufte. Ausland. Oeftreich-Ungarn.' Ezechische Kundgebungen. Am 26. d. M. fanden in der Nähe von Reudnitz und Nachod von mehreren Tausend Personen besuchte czechische Versammlungen statt. Nach Ansprachen von Rednern aller Parteirichtungen wurden Beschlüsse angenomnie», welche die Ber- wirklichung der staatsrechtlichen Forderungen der Czechen der» langen. Frankreich. Der Deputierte MSzisreS, Präsident der Heereskommission. ist im Departement Meurihe et Moselle zum Senator gewählt worden.-- Ruhland. Ueber drakonische Cenfurmastnahmrn in Finnland berichtet die.Voss. Ztg.' aus HelfingforS: Die auch schon früher streng ge- handhabte Censur sei vollends unerträglich geworden unter dem Regime B o b r i k o w S. Derselbe hat seit Anfang 1899 den Tensoren nicht weniger als 40 Rundschreiben mit der Ausfordenmg zum schärfsten Vorgehen zugehen lassen. Namentlich Nachrichten über militärische Vorgänge und AuSlchreitnngeu Nlssischer Soldaten seien völlig nuterdrückt worden. Ebenso wenig darf eine finnländischc Zeitung Gedichte, Allegorien, historische Schilderungen und Bibel- sprüche bringen, die eine Hindentung auf TageSbegebenhcitcu enthalten könnten. Wenn die Censur einen Artikel' verbietet, muß der Raum durch andern Stoff ausgefüllt werden, aber die Zeitung darf den Lesern' nicht mit- teilen, dafc an der Verspätung, die natürlich bei Censurhindernissen entsteht. die Beanstandung eine« Artikels schuld hat. Im Jahre 1898 betnig die Zahl der unterdrückten Artikel mir 98. im Jahre 1809, dem Beginn der Bobrikowschen Herrschaft, stieg sie plötzlich aus 886, und in diesem Jahre war schon in dm ersten fünf Monaten die Ziffer 200 erreicht. Noch schlimmer ist das Verbot des Erscheinens von Zeitungen. Bon 1867 bi« 1898 war nur eine Zeitung verboten ivordm, aber im Jahre 1899 wurden vier Blätter für immer unter- drückt und 17 Zeitimgen wurden 27 mal zeitweise eingezogen, wobei die Zeit der Einziehung von 1 bi« 7 Monaten'dauerte. Der Schaden. der hierdurch den Zeitungen entsteht. belänft sich auf Hunderttausende.— Dr. LeydS beim Zaren. Die offizielle russische Telegraphen- agentur meldet: Petersburg, 26. August. Der Kaiser empfing im Peterhof-Palai« am 2V. August den Gesandten der Südafrikanischen Republik Dr. Leyd« in Audienz. Die Blätter kommentieren den Empfang de» Boerengesandten durch Väterchen verschiedenartig. Einige glauben daran« auf die russische Absicht einer Intervention schließen zu solle», andre sprechen die Vermutung aus, daß der Zar wohl nur beabsichtig». bei einem beiden Parteien gleich er tvü n schien Friedensschluß die Rolle deS ehrlichen Vermittlers spielen zu wollen. Jedenfalls bedeutet der Empfang Dr. Leyd«', der sonst nirgend« offiziell empfangen wurde, durch den Zaren eine Er- mutigung der Boeren und einen Wink für die Engländer. Ob diese den Wink beachten werden und ob der Zar denselben eventuell«in- dringsicher wiederholen wird, darüber läßt sich allerdings nichts Bc- stimmteS vennuten.— Rumänien. Der Plan einer Revolution, dt« im nächsten Frühfahr in Macedonien und Albanien gegen die Türkei losbrechen sollte, soll im Verlauf der gerichtlichen Untersuchung gegen die bulgarischen Verschwörer entdeckt worden sein. Eine derartige Bloßlegung der bulgarischen Jntriguen dürft« zur Verschärfung der Situation beitragen. Ohnehin scheinen die Rüstungen in Rumänien und Bul- garten fortzudauern. Ein Telegramm meldet nämlich: Sofia, 26. August. Gegenüber einer Meldung, daß die bulga- rische Regierung Vorbereitungen getroffen habe, um die D o n a u- festnngen Widdin.Sistowo und Nicopoli» in Ver- terdigungSzustand zu festen, erklärt die„Agence Bulgare', daß die Wache an d« r rumä n is ch e n G r e n z e v e r st ä rk t worden sei, wie dies auch von rumänischer Seite geschehen sei. Daß revolutionär« gettelunaen, die sich gegen die Türkei richteten, in Macedonien thatsächuch in einem derartigen Umfange vorbereitet worden seien, ist nicht auSgeschlosien. Die End- absichten der bulgarischen, von der Regierung begünstigten Umtriebe liefen ja auf die LoSreißung MacsdonienS' von der Türkei und die Angliedmmg desselben an Bulgarien hinaus. Sinter Bulgarien stand natürlich wieder Rußland, dem eine chwächnng der Türkei, wie unlängst in dem mit der bulgarisch- rumänischen Krists sich befchäftigenden Artikel ausgeführt tvurde, äußerst erivünscht war. � AuS Sofia wird noch ge- meldet: Die vom rumänischen Vertreter überreichte und im Cirkularwcge allen hiesigen Vertretungen mitgeteilte«nt- wort auf die letzte bulgarische Note nimmt Kestntni« von der bnlgarisckitn Bereitivilligkeit zu einer gerichtlichen Ber- folgung der Erpreffer. Die rumänische Note nennt vorläufig fünf Opfer und zwei überführte Thäter, von denen der eine der Kassierer. der andre ein Mitglied de« makedonischen Komitees in Sofia sei, und spricht die Erwartung au», daß die bulgarischen Gerichte auch die andren Schuldigen leicht eruieren werden. Die Not« konstatiert, daß Opfer, welche kein Bargeld hatten, Wechsel zeichnen mußten, die alle auf den Namen Sarafows, den Präsidenten deS Komitees, lauten. Bezüglich de« Mordatrentat« auf den Rumänen Karadjoiv in Sofia weist di« Note schärfsten« die Resultate der bulgarischen Enquete zurück, insbesondere den Passu« der bulgarischen Note,»ach ivelchcm der Attentäter jede Verbindung mit dem Komitee energisch zurückgewiesen und den Mord al« einen privaten, ohne Complicen verübten Racheakt darstellte. Die rumänische Rote findet, daß in einem solchen Falle doch nicht die Aussage des Mörder» allein maß- gebend sei, und sieht in der bulgarischen Auslegung de« Falle» eine deutlich« und vorbedachte Skizzierung für die Verteidigung und für da« Verhalten de« Angeklagten. Die Note meint, di« Be- hanpluug der bulgarischen Noie, die bulgarische Regierung hätte stet« korrekt im Sinne der Erhaltung der besten Beziehungen ge- bandelt, entspreche nicht den Thatsachcn, indem in der Verzögerung und in dem Aufschub der Verfolgung der Erpresser und Mörder, bi« das Beiveisdosfier eintreffe, gerade das Gegenteil erblickt iverdcn könne. Die Note fordert schließlich sofortige gerichtliche Maß« »ahnten.— Afrika. Vom Vocrenkrieg. Ein e r n st e S Gefecht nahm am Vom" abend seinen Anfang. Da«„Reutersche Bnreau' meldet au« Geluköfarm vom 26. August: Pole-Carew bekam an, Sonnabend, nachdem er Belfast besetzt hatte, Fühlung mit der Hauptmacht de« Feindes bei Dalmanutha. Seine Artillerie zerstörte eine Pflanzung östlich von Belfast. Die Boeren erwiderten daS Feuer ans weittragenden Geschützen. General French steht in BullerS Flanke. Dort fand ein lebhafte» Artilleriegefecht zwischen den Engländern und den Boeren statt. Die Geschütze deS Feinds haben eine starke Stellung inne und der Feind beabsichtigt äugen- scheinlich, um daS Gebiet zwischen hier und Machadodorp auf das zähe st e zu kämpfen. Auffallend und nicht gerade für einen englischen Erfolg sprechend ist eS, daß über den Ausgang dieses Gefechts, das bereit« am Sonnabend begann, keinerlei nähere Nachricht vorliegt. Ob die Boeren der letzten Schlappe der Engländer, die diesen ca. 100 Mann an Toten, Verwundeten und„Vermißten' kostete, bereits eine neue, schwerere hinzugefügt haben? Ueber den Beginn desselben Gefecht« liegt noch folgende LeSart vor: Einer Meldung der„Morning Post' aus Belfast vom 25. d. M. zufolge nahm Feldmarschall Roberts unmittelbar»ach seiner Ankunft am Morgen de« 25. Angnst eine RekognoScierung der Boeren- stellung vor, wekckie sehr stark ist und sich über die Hügel- ketten' in einer Entfenmna von 8000 DardS von der Bahnstation hinzieht. Die Boeren beschoffcn am Morgen die Truppen BullerS, welche 7 Meilen südlich stehen, ebenso die auf dem äußersten linken Flügel befindliche Brigade Stephenso» und richtete» auch auf das Centrum der britischen Stellung ihr Geschützfener. Die britische Artillerie erwiderte das Feuer in nachdrücklicher Weise. Feldmarschall Robert« kam am 25. in Belfast an und traf dort mit Buller. Pole-Carew und French zusammen. Von den Truppen Pole-CarewS wurden bei der Besetzung von Belfast am 24. Aregnst 14 Mann verwundet. Der Gesundheitszustand der Truppen hat sich bedeutend gebessert(?). Hamilton nahm in der Nähe der Station Piennasriver 13 Boeren gefangen. Recht unglaubhaft llingt folgende Nachricht über De Wet: London, 27. August. Eingeborene berichten. daß General De Wet die Orange River Colony wieder erreicht habe. Er hat seinen ganzen Train eingebüßt, und seine Streitkräfte sind aus 250 Mann zusanmtengeschmolzen. Die Bestialität im Tienste der Mission. Die„Deutsch- ostafrikanischc Zeitung' berichtet aiiSBeira �portugiesisch Südostafrika), daß dort zum Besten eines Kirche ubaufonds ein— Stier- kämpf veranstaltet worden sei. Deutsch-Ostafrika lieferte ja dem verstorbenen Oskar Baumann das Material zu seinen berüchtigten Hängeskizzen— ällein ein Stierkampf zum Besten de? Kirch en- baris ist auch nicht ohne.— Amerika. Gewinne der Trusts. Die Agitation gegen die Trusts hat neue Nahrung erhalten durch die riesigen Dividenden, welche die„Standard O i l Company' im letzten Jahre ver- teilt bat. Die Gesellschaft hat seit dem 1. September v. I. folgeirde Dividenden erklärt: 5 Proz. am 15. September, 10 Proz. im Dezember, 20 im März. 10 im Juni und jetzt wieder 8 Proz., im ganze» also 63 Proz., beinahe doppelt so viel als je zuvor in irgend einem Jahre. Der Anteil deS Prästdenten John D. R o ck e f el l e r ist allein etwa 11 Millionen Dollar an dieser Dividendenjninme, ein fabelhaftes Emkornme». daS indessen noch lange nicht alle Einkünfte dieses Nabobs repräsentiert. Die Gescll'chaft hat in den letzten drei Jahren den Preis ihres Produktes derart erhöht, daß fünf Gallonen jetzt im Kleiiiverlanf 60 statt srüher 50 Cents losten.— Zur kcslhiistöordnllng des Parteitages geht uns mit der Bitte um Veröffentlichung das Nachstehende zu: ES ist dem Genossen X. jNr. 197 deS„V.') zuzugeben, daß der gegenwärtige VertretuiigSmodus auf ünsrcn Parteitagen kein idealer ist, daß er eine acwiffe Willkür zuläßt und namentlich einer bnreau- kratisch-demokrattschen Schablone nicht recht entspricht. Indes-~ was er zur Bcfferung dieses Znstaiides vorschlägt, halte ich weder für eine Besserung, noch fiir berechtigt. Wären wir in der Lage, eine fest geschlossene Partei- Organisation zu schaffen in Vereinsform, dann wäre eS einfach und durchaus berechtigt, die Vertretung auf dem Parteitage bezw. das Abstimmnngsrecht zu regeln nach der Zahl der Mitglieder dieser Organisationen. Dann würden wir aber anch, nm bei wichtigen Angelegenheiten die Meinung der Mehrheit aller Parteigenossen zur Geltung zu bringen, da» System der U r- absti'mmnng einführen. Da eine solche Organisation heut ans gesetzlichen und teilweise anch ans andern Gründen noch nicht im ganzen Reich möglich ist, sehe ich keine Möglichkeit einer Besiernna. Die Zahl der ReichStagswähler zum Maßstabe z» nehmen, ist durchaus verfehlt. Wir sehen in der bloßen Abstimmung für eine» socialdcmokratiichen ReichStagS-Kandidaten noch nicht da» Kennzeichen der Zugehörigkeit zur Partei, fonden» verlangen laut OrganisationS- statnt noch inehr von einem Parteigenosse». Nach dein Vorschlage de» Genossen X würden wir den Delegierten der Wahlkreise mit großen socialdemokratischen Stimmenzahlen eine Vertretergewalt ein- räumen für Zehntausend e, deren Meinung über parteitaktische Fragen sie niemals zu erfahren in der Lage sind, von denen man nicht ein- mal weiß, ob ihnen irgend etwas daran liegt, auf die Geschäft« der Parteiorganisation und auf die Parteitaktik Einfluß zu üben. Auw in den Parteiversanimlungen der großen Städte mit vielen Zehntausenden socialdemokratischer Wähler erscheine» nur etliche Hundert, deren Meinung e» allerding» zu vertreten gälte, und selbst da klagen die Parteigenossen vielfach und mit Recht, daß un» kontrollierbare Elemente in den Versammlungen erscheinen und Ein- fluß ans die Parteigeschäfte erlangen. Man sucht nach einem Mittel der Kontrolle, um' solche Element« fernzuhalten, die sich nicht al« zur Partei gehörig ausweisen können. Um so unberechtigter wäre eS. die Delegierten dieser Kreise, die in Wirklichkeit doch auch nur von einigen hundert, oder meinetwegen auch von tausend Mann beaustragt sind, al« die Vertreter von Zehntausendsn zu betrachten, von deren Existenz un« lediglich die ReichötagSwahl-Statistik Kunde giebt. Unsre Parteitage sind nicht Zusammenkünfte von Vertretern social- demokratischer'Reich«tagS>vähler, sondern die oberste Instanz der Partei-Organisation. Gewiß wäre e« nicht nur undemokratisch. fondern für die Wirksamkeit unsrer politischen Aktion höchst schädlich, wenn die that- sächliche Mehrheit der Parteigenossen von der Minderheit auf dem Parteitage majorisiert werden könnte. Da» wäre besonder« nach- theilig bei der Frage der preußischen Landtagswahlen. So sehr ich wünsche, daß wir»in« an diesen Wahlen beteiligen, so sehr würde ich doch«inen Beschluß de« Parteitags auf Beteiligung bedauern, wenn st» herausstellte, daß die Mehrheit der Parteigenossen gegen die Beteiligung ist. Wenn nicht di« große Masse der Parteigenossen mit dem Herzen bei der Sache ist. dann wird nicht viel dabei heraus» kommen. Aber wie ist denn die Sache in ber Praxi«? Bekanntlich darf jeder Wahlkreis drei Delegierte nach dem Parteitag schicken. DaS be- deutet schon von vornherein«in starke« Uebergewicht der großen und infolgedessen auch wohlhabenderen Wahlkreis». Da jeder Krei« die Kosten seiner Vertretung selbst zu tragen bat, find di« meisten Kreis« gar nicht in der Lag«, drei Delegierte zu schicken, viele Kreise bleiben überhaupt unvertreten. Ich nehme Stuttgart zum Beispiel. Auf dem Stuttgarter Partei- tage waren laut Präsenzlist« 162 ReichStag«wahlkreise selbständig (Kreise, die ihr Mandat einem andern Delegierten übertragen hatten. rechne ich nicht mit) durch 215 Delegierte vertreten. In den 162 Kreisen waren 1898 rund 1640 000 Stimmen abgegeben. Da wir in ea. 380 Wahlkreisen rund L 107 000 bekommen haben, blieben mehr als die Hälfte der Wahlkreise mit rund 467 000 Stimmen un- vertreten. Da« zeigt ganz deutlich, daß man die Reichstags- wählerstimmen nicht mit der P-irlei-erganiiation gleich setzen kann. selbst aminähernd nicht, und daß man sie nicht als Maßstab für den Willen der Mehrheit der Partcigenofien gelten lassen kann. Aber angenommen, eS wäre der richtig» Maßstab, so läge deniwch für die großen«reise kein Gnmd zur Klage vor. Für Berlin und Teltow- BeeSkow mit rnnd 207 000 socialdemokratischen Reichstags- stimmen waren 19 Delegierte in Stuttgart; 21 hätten sie schicken dürfen. Fiir Hamburg mit 82 000 Stimmen waren 6 Vertreter anwesend, 6 hätten eS sein dürfen. Die Mittel, die zugelassene Zahl von Vertretern zu schicken, können diese Kreise, wen» es gilt, sehr wohl aufbringen. Sachsen mit seinen 299 000 Stimmen hatte nur 26 Vertreter geschickt; nur wenige der 23 sächsischen Kreise könnten eö sich leisten, 3 Vertreter zu schicken. Bayern mit seinen 48 Wahlkreisen, deren jeder Stimmen für uns abgegeben hat,— zusammen 138 000— schickte nach dem ver- hältniSmäßig günstig gelegenen Stuttgart nur 15 Vertreter; in Hamburg 1897 waren nur 8 Bayern. Nur die Württemberger und Badenser machten von der billigen und für sie so seltenen Gelegen- heit Gebrauch, sich ausgiebiger vertreten zu lassen. Sie schickten auf ihre 31 Wahlkreise mit 112 000 Stimmen 35 Vertreter;(in Hamburg waren mir im ganzen 6 Wllrttemberger und Badenser). Trotzdem wurde, wie sich jeder leicht ausrechnen kann, der Anteil der Berliner an der Vertretung kaum nennenswert unter den allgemeinen Durchschnitt herunter gedrückt. Sie hätten noch über dem Durchschnitt gestanden, wenn sie von ihren statutarischen Rechten voll Gebranch gemacht hätten. Ebenso die Hamburger. Von einer Majorisierung der großen Kreise durch die kleinen kann also namentlich dann keine Rede sein, wenn man auf dem Standpunkt des Geuoffen X. steht. ES liegt deshalb gar kein Grund vor, eine derartige Aenderung am OrganisationSstattlt ober an der Geschäftsordnung des Parteitags dorzuiiehmen. tzk. Pntftl"Nttchvittzten. Der Provinzial- Parteitag für Schleswig- Holstein, Laim, bürg, daS Fürstentum Lübeck und Hamburg begann am Somrtagnachmittag seine Verhandlungen in K i e l. Zur Debatte gelangte bisher nur der Bericht der AgitationS- kom, uission, den L i e n a u- Neumünster erstattet. Im großen und ganzen ist der Stand der Parteibewegung in der Provinz«in guter und im stete» FortsÄritt begriffen, wenn auch einige Orte oder Wahlkreise einen Stillstand oder geringen Rückschritt hinsichtlich der politischen Organisation aufzuweisen haben, hervorgegangen anS lokalen Schwierigkeiten oder, wie in Wilster, durch verloren gegangene gelverkschastliche Kämpfe. Vor allem aber ist in allen Kreisen eine Vermehrung der Leser der in Bettacht kommenden socialdemokratischen Zeitungen zu konstatieren. Eine lobenswerte Hilfe hat vor allen Orten Hamburg durch Zusendung namhafter Geldmittel der AgitationSkommisfion zu teil werden lasse». An kleinlichen Chikanen seitens der Behörden hat es, wie überall, auch in unsrer Provinz nicht gefehlt. Alles in allem darf man mit dem letzten Jahre zufrieden sein. Beschlüsse wurden noch nicht gefaßt. Der Kreistag deS SaalkreiieS, der am Sonntag in Halle tagte, beschloß, den socialdemokratischen Verein mit den Verträriens- männern in Zukunft als die offizielle Vertretung der Partei am Orte anzusehen. Ferner wurde beschlossen, sich dort a N den preußischen L a n d t a g s w a h l e n zu beteiligen, wo eigne Wahlnränner der Partei aufgestellt werden können. Die Parteigenossen deS Bochnmer KreiseS beschloffen in ihrer WahlkreiSkonferenz, eine einheitliche QuItttmgSmarke für den ganzen WahItteiS einzuführen und zwar in Höhe von 20 Pf. pro Monat. Zu Parteiversanimlungen, wo es sick um interne Sugelegen- heiten der Partei handelt, sollen mir Genossen zugelassen werden, welche sich durch ihre QuittungSmarken ausweisen. Zur Frage der Landtagswahlen trat man durch Annahme einer Resolution dafür ein. daß entweder ein Wahlkomitee oder der Partei« vorstand die Kreiie bestimme, wo wir durch Aufstellnng. eigner Wahl« männer'an den Wahlen teilnehmen und daß auch die Verhandlungen mit den Parteien nur von dieser Stelle aus geführt werden sollen Gvivevkfisznftlirfjes. Berlin und»mgcgend. Berliner Metall-Judustriclle und Werftarbeiter-AuSsperrung. Der„Verband der Berliner Metallindustrjellen'. macht. gemein« same Sache mit den hamburgische» Werftkapitalisten. Er versendet an seine Mitglieder folgenden Tagesbefehl: „Hierdurch teilen wir Ihnen»rgebrnst mit, daß folgende Arbeiter bis auf weiteres gesperrt sind und daher in den Betrieben unsrcs Verbands nicht eingestellt werden dürfen: Alle Arten von Arbeiter« aus Hamburg, Altona, Ottensen und Umgegend und ersuchen, Ihre mit Annahme der Arbeiter bettauten Beamten, Meister zc. cutsprechend anweisen zu wollen. Verband Berliner Metall-Jndufttieller. Der Geschäftsführer: Kleffel. In zweifelhaften Fällen wollen Sie vor der Einstellung entweder bei unsrer Nachweisstelle telephonische Erkundigung(Amt III. 1425) einziehen oder un» die betteffenden Arbeiter mittel» Handzettel zur Kontroll« senden(Jnvnlidenkarte und«bgangsbescheinigrmgen 'sind mitzubringen), damit Wiederentlaffnng zu Unrecht Eingestellter vermieden wird. Solchen Arbettern, welche au« irgend einem Grunde nicht ein- gestellt werden dürfen, wird diesseits der überbrachte Handzettel nicht wieder ausgehändigt und die betreffende Firma sofort tele- phonisch vom Grunde der Verweigerung benachrichtigt.' Die Arbeiter werden sich das Borgehen der Unternehmer zum Muster nehmen und auch ihrerseits allem Geschrei über„TerroriimnZ' zum Trotz alle Mittel aufbieten, um ihren Kameraden in Hamburg zum Siege zu verhelfen. Der Terrorismu» des Unternehmertums lann nur gebrochen werden durch die Energie der organisierten Arbeiter. Die Möbel- und SpeditionSk,«scher der Firma Gustav Knaner, Wichmaimstr. 5, haben am Montag stütz. 24 Mann an der Zahl, sämtlich die Arbeit eingestellt. Dieselben hatten schon an zwei vorausgehenden Sonnabenden ihren Arbeltgeber zu bewegen versucht, ihre thatsäkblich erbärmlichen Löhn« etwa« aufzubessern. Dieselben betrugen bi» jetzt für ältere Möbelkutscher nach den üblichen Abzügen 20,50. für jüngere 18,50 M. Für die Speditionskutscher 22,50, desgleichen für di« jüngeren 15,50 Mark und die« bei einer Arbeitszeit von niorgen» 6 Uhr ohne geregelte Pausen bis abend« 10—11 Uhr und noch manchmal weiter hinaus. Die Kutscher verlangen jetzt für beide Kategorien: t 28 M. Lohn die Woche nebst folgendem Spesensatz für auswärtige Fuhren; de» Nacht» 1,50 M., am Tage 3 M. nebst den bi» jetzt üblichen Trinkgeldern. II. Für ne» eintretende Kutscher 25 M. SnfangSlohn, nach drei Monaten 27 M., nach >/- Jahr 28 M. nebst demselben Spesensatz wie für die alten Kutscher. III. Die Arbeitszeit soll von morgen« 6 bi« 8 Uhr abend« dauern. jede Stunde darüber hinau« soll mit 50 Pf. vergütet werden. Für Eilgntsahren deS Sonntag« pro Fuhre 1 M. Di« SonntagSardeit soll vormittag« 10 Uhr beendet sein. Stallwachen und Füttern der Pferde soll Sonntags von den Kutschern nicht verlangt werden. Wetter verlangen die Kutscher, daß keine Maß- regelung vorgenommen wird. Der Herr Knauer hat sich an'ss hohe Pferd gesetzt und a»ck> nicht die mindesten Zu- Äeständnisse gemacht, trotzdem die Arbeiter sich zweimal erboten, mit >m zu verhandeln, um die Sache friedlich zu regeln. Er setzte sofort dl» Polizei in Bewegung und unter Bedeckung gelang es ihm, mit «inen, Hausdiener und zwei Komptoiristen drei Gespanne um 10 Uhr vormittags von« Hof zu bringen; sämtliche Möbel- packer und Arbeiter, an die Herr Knauer die Zumutung stellte, Streifbrecherdienste zu leisten, hatten dies abgelehnt. Aus den Reihen Verlammlungen. Gransow wurden wegen unsolidarischen Verhaltens während de der Kutscher ist kein Streitbrecher zu verzeichnen. Am Mittwoch- io abend 9 Uhr findet eine Versammlung in den Arminhallen statt. Der Zuzug ist streng fernzuhalten. Deutsches Reich.anis Mosdian do nad Fliesenlegerstreits ausgeschlossen. Am 1. September findet bei Eine öffentliche Versammlung der Riftenmacher fand am Road, Brunnenstraße 16, ein Sommernachtsball der Zahlstelle Sonnabend im Gewerkschaftshaus statt. Judel gab über den Ver- Nord statt. lauf des Streits einen kurzen Bericht und empfahl der Versammlung Nummelsburg. Dienstagabend 812 Uhr bei Weigel öffentliche Ges im Namen der Kommission, den Streit für aufgehoben zu er- wertschaftsversammlung. Vortrag über Streifzüge durch die Geschichte der flären. Die Werkstellen von Fugh und Erdmann würden in Gewerkschaftsbewegung und die nächsten Ziele der deutschen Gewerkschaften." nächster Zeit auch ohne Streit gewonnen werden, da nur noch Referent: Wiesenthal. 56 Kollegen im Ausstand, seien; es wäre zivedlos, den " sid China. d Die Leipziger Buchbindergehilfen haben am 25. August in einer äußerst zahlreich besuchten Versammlung beschlossen, dem An trage der Prinzipale, den alten Tarif bis 31. März 1901 zu verlängern, nicht stattzugeben, bevor nicht die Unterlagen der von den Kampf in die Länge zu ziehen. Ju längerer Diskussion sprachen Tehte Nachrichten und Depeschen. Unternehmern aufgestellten Tarifvorlage bekannt gegeben find. fich fämtliche Redner gegen die Aufhebung des General Die Tarifvorlage der Prinzipale soll von der Gehilfentommission streits aus; es wurde angeführt, daß die beiden genannten idagd innerhalb acht Tagen eingefordert, und, nachdem mit den übrigen Firmen nur mit ungelernten Leuten arbeiteten und auf Paris, 27. Auguft.( W. T. B.) Die Regierung erhielt ein in Frage kommenden Städten hierüber ein Meinungsaustausch die Dauernicht eristenzfähig wären. Ein Antrag, den stattgefunden hat, einer öffentlichen Versammlung zur endgültigen Generalstreit mit aller Energie weiter zu führen, wurde Telegramm des Generals Frey, in welchem dieser mitteilt, er habe Beschlußfassung unterbreitet werden. In der Unternehmerfizung am hierauf einstimmig und unter großem Beifall angenommen. ich am 16. d. M. zusammen mit den Russen des Tschauentsche vorigen Mittwoch ist bereits die Rede davon gewesen, die Gehilfen zur Regelung der Unterstützungsfrage wurde folgendes be verteidigt wurde. Frey nahm sodann mit Hilfe eines Bataillons durch Aussperrung und Hungerfuren zur Anerkennung der von den schloffen: Unverheiratete erhalten wöchentlich zwölf Mart, VerBrinzipalen ausgearbeiteten Tarifvorlage zu zwingen. Vom heiratete dasselbe und für jedes Kind außerdem eine Mart. Bum Japaner das Sihoa- Thor nach lang dauerndem Widerstande und entsegte den Beitang. Der ganze Teil Pekings zwischen der 1. September ab wird jede Ueberzeitarbeit verweigert, bis die Tarif- Schluß ermahnte der Vorsitzende die Kollegen, den Beschluß der Marmorbrücke, dem kaiserlichen Balast und dem Peitang war voll angelegenheit zur Zufriedenheit der Gehilfen geregelt ist. Versammlung vom 18. August, wonach jeder eine Mark Streitbeitrag von Verschanzungen, welche zahlreiche Chinesen hartnädig ver34 zahlen hat, gewissenhaft zu beachten. teidigten. Freh hatte den ganzen Tag einen sehr anstrengenden Die Einseter Berlins waren am Sonntagvormittag im Straßentampf zu bestehen. Der französische Gesandte und das Gewerkschaftshaus versammelt. Vor Eintritt in die Tagesordnung Bersonal der französischen Gesandtschaft folgte Frey überall. Nach wurde unsrem vor vierzehn Tagen zu Grabe getragenen Vorkämpfer sehr heftigen Kämpfen besetzte die Kolonne den Kohlenhügel. Vier Liebknecht die übliche Ehrenbezeugung erwiesen. Als Puntt 1 war Soldaten wurden getötet, 2 Offiziere und 3 Soldaten verwundet. angesezt: Bericht über den Stand unsrer Arbeitsverhältnisse und Die Russen und Japaner hatten ebenfalls Lote und Verwundete. das Verhalten der Arbeitgeber." Aus dem Unternehmerorgan Frey spricht sich sehr anerkennend über die Haltung der Truppen ein Artikel verlesen, der sich aus, welche über 500 Chinesen töteten. wurde Lohnbewegungen in Offenbach. Da die Arbeitgeber im Barbierberuf, trotzdem ihnen nach einer am 1. Juli eingetretenen Breiserhöhung eine achtwöchige Frist zur endgültigen Normierung eines Minimallohns für die Gehilfen bewilligt worden war, fich nicht bemüßigt fühlten, diesem Verlangen nachzufominen, so wurde in einer öffentlichen Arbeiterversammlung das Gewerkschaftskartell beauftragt, alle die Arbeitgeber bekannt zu geben, die den von den Gehilfen acceptierten Minimallohn von 10 M. bezahlen. Bis jetzt" Der Tischlermeister" verstanden sich die meisten Meister nur zur Annahme eines mit dem allgemeinen und beruflichen Verhalten der Ein- Paris, 27. August.( W. T. B.) Der französische Konful in Maximal lohns von 10 M. Man hofft nunmehr mit Hilfe der seger beschäftigt. Dieser Artikel strost von Unflätigkeiten und Shanghai meldet telegraphisch: Die Kaiserin- Witwe, der Kaiser Arbeiterschaft die Meister zum Nachgeben zu bringen. Die gut Thorheiten und zeigt, auf welchem sittlichen Tiefstand das Unter- und Bring Tuan befinden sich in der Provinz Schansi. Eine Gruppe organisierten Galanteriefattler traten Sonntagmittag in einer nehmertum steht. In dem Artikel,„ Ein Notschrei" überschrieben, von Missionaren und Ingenieuren in Eschengtinfu, südwestlich start besuchten Versammlung nach einhehender Erörterung in eine wird gesagt, die Einſeger ſeien meistens fchiffbrüchige von Beling, war am 20. August noch am Leben, doch meldeten sie, Lohnbewegung ein. Die Hauptforderungen find: Neunstündige Arbeits- gistenzen", arbeitsscheue Individuen"," Leute, daß ihre Lage kritisch sei. zeit( bisher 10 Stunden), Minimallohn von 18 M. anstatt bisher die mit allen Hunden gehegt", ihr Geld in den 15 M., entsprechende Aufbesserung der Accordfäge, Freigabe des Kneipen vertrinken. Weiter" Leute, die den Meister nur darauf 1. Mai, Megelung des Lehrlingswesens zur Unterdrüdung der Schmuß be lügen, betrügen, hintergehen" und hinterlistig Schaden zuzufügen". tonkurrenz. Vor allem sprach man sich besonders auch für die bedacht sind, ihm der anderthalb Spalten schärfste Bekämpfung der Heimarbeit in dieser Branche aus. Zur In diesem Lon geht es fort; wirksamen Durchführung der aufgestellten Forderungen beschloß man, lange Artikel ist so niedrig gehalten, daß die Versammlung beim von nächster Woche an einen Beitrag zum Streitfonds von 5 Pfg. Berlesen ihrer Entrüstung durch Hohnlachen Ausdruck gab. Um aber pro 1 M. Verdienst zu bezahlen. Diese Woche wird 1 M. Extra- den noch indifferenten und nachlässigen Kollegen vor Augen zu beitrag erhoben, von dem die Hälfte den streitenden Militärsattlern führen, wessen man sich von den Unternehmern zu versehen hat, Berlins überfandt werden soll. Die Stimmung der Versammelten wenn nicht eine starke Organisation die Arbeiter schützt, wurde ein stimmig beschlossen, dieses Elaborat den Einsegern und Bautischlern durch ein Flugblatt allgemein bekannt zu geben. war eine recht zuversichtliche. dvd Mods Ausland. Ein internationaler Kongreß der Schneider und Schneide: rinnen soll vom 21. bis 23. September in Paris tagen. Die Einberufung geht von der Gewerkschaft der Schneider und Schneiderinnen von Paris" aus, die ihren Sitz in der Arbeiterbörse" hat. Die Einladung lautet: " gitis Kollegen, Kolleginnen! " Rom, 27. Auguft.( W. T. B.) Den Blättern zufolge telegraphierte Admiral Candiani, daß nach Meldungen des Gesandten Salvago- Raggi die Lage in Peking unverändert sei und es sich ferner bestätige, daß zwischen Peking und Tientsin kleinere Gefechte stattgefunden haben. Admiral Candiani meldet ferner, daß bereits baselbst werde auch ein Verproviantierungsdienst für die verbündeten zahlreiche chinesische Gefangene in Tientsin ankommen. Truppen eingerichtet, welche Beting besetzt haben. Eine Abteilung des japanischen Geniecorps jei in Tatu gelandet und werde damit betraut werden, die Eisenbahnlinien wieder herzustellen. EbenWashington, 27. August.( W. T. B.) Der amerikanische Ges Bei Sonnenburg sollen Zimmerer Arbeiten der Einfeger machen; fandte Conger telegraphierte heute über Tatu: Mit meiner legten es wurde beschlossen, die Organe der Zimmerer um Remedur zu bitten. Depesche sind keine wichtigen Bewegungen erfolgt. Die MilitärDie Kollegen der Firma Mittag, Joachimsthalerstraße, erhielten eine behörden bemühen sich, die Ordnung wieder herzustellen. Bisher ist Rüge, weil sie fortwährend Ueberstunden arbeiten; es wurde ihnen noch kein Vertreter der chinesischen Regierung hier aufgefunden aufgegeben, unter Buziehung von Bertrauensleuten in einer Werkstatt- worden, es sollen jedoch mehrere Beamte des Tiung- li Yamen in Versammlung auf schleunige Abschaffung dieses Mißstands hinzu- Peking sein und man erwartet, daß sie bald an die Oeffentlichkeit wirken. Ferner wurde das Prozentmeister- System" getadelt, das treten werden. Die Generale haben beschlossen, den Kaiserpalast bei Kuhnert und Kühne besteht. Die Angelegenheit wird der Acht nicht zu betreten, fondern ihn unbesezt zu lassen. Heute find Wir laden hiermit die Kollegen aller Länder zu dem inter- debuter- Stommiffion übergeben. Die Versammlung beschäftigte fich dann 2000 Deutsche hier eingetroffen, d noch dem Verein der Einsetzer Berlins"; diese Lokalorganisations nationalen Kongreß der Schneider und Schneiderinnen ein, der hat den zwischen Centralverband der Bautischlermeister Berlins" Der Boerenkrieg. vom 21. bis 28. September in Paris stattfinden soll. Wir erwarten, und Holzarbeiter- Berband" für Berlin festgesezten Tarif nachdrucken London, 27. Auguft.( W. T. B.) Lord Roberts telegraphiert aus B.). daß die Fachorganisationen sich so zahlreich als möglich durch Dele- laffen und geriert sich nun als der eigentlich vertragschließende Teil der Belfast vom 26. August, 11 Uhr nachts: Wir find den größeren gierte vertreten laffen, da es dringend notwendig geworden ist, unsre Arbeiter. Es soll untersucht werden, ob dies aus eignem Antrieb Teil des heutigen Tags über in einem Umfreise von 80 englischen mit den Ganze unter General Kollegen wurden noch darauf hingewiesen, bei Arbeitslosigkeit stets mit zwei Kavallerie- Brigaden, das fationen, uns baldigst mitzuteilen, auf wie viele Delegierte wir zu rechnen den Verbandsnachweis zu benutzen. Nach einer Aufforderung, stets Buller, manövrierte in Südosten von Dalmanutha. French haben, damit wir für Teilnehmerkarten usw. rechtzeitig Sorge tragen die Morgensprache fleißig zu besuchen, wurde die Versammlung marschierte mit zwei Brigaden Stavallerie nordwärts, auf 1/22 Uhr geschlossen. der westlichen Seite bon Belfast vorbei, und trieb den Lage gemeinsam zu besprechen. Wir ersuchen die Borsitzenden der Organi- oder nach nicht fern erfolgt ist. Die Meilen in ein Gefecht verwidelt gewesen. Die Division Lyttleton tönnen. Die Tagesordnung des Kongresses lautet: 1. Regelung der Arbeitszeit. 2. Lohnfrage. 3. Abschaffung der Gefängnis- und Kasernenarbeit. 4. Bekämpfung der Hausindustrie. 5. Errichtung von Betriebswerkstätten. 6. Streits. Die Kommission. Gilbert Rougeron, Getretär. Adresse: Chambre syndicale des Ouvrières et Ouvriers Tailleurs de Paris, Bourse Centrale du Travail, Rue Châteaud'Eau 3, Paris. Der Verein zur Wahrung der Intereffen der Maurer Feind nach Lekenvlei an der Straße Belfast- Lydenburg zurüd. Berlins und Umgegend hielt am 26. August eine gutbesuchte Mit- Als General French Letenvlei erreicht hatte, rüdte General Polegliederversammlung ab. Zunächst nahm man zu der Frage Stellung, carew mit seiner Gardebrigade zur Unterstügung von Belfast aus ob die Mitglieder, die bei Arbeitseinstellungen der Bauarbeiter vor. Der Feind, der augenscheinlich von Norden und von Osten ( Steinträger, Hifsarbeiter 2c.) arbeitslos werden, unterstügt ber bedeutende Verstärkungen erhalten hatte, leistete sowohl werden sollen. Kaufmann, Megte, Banier, Schoch Bullers als auch Polecarews Vormarsch hartnäckigen Widerstand und andre traten dafür ein, daß man dem Vorgehen des Verbands und hatte drei Geschütze von der Art des langen Tom" sowie viele 7. Föderation aller Gewerkschafts- Organisationen der Schneider deutscher Maurer, der feine Mitglieder in solchen Fällen unter andere Artillerie im Gefecht. Das Feuer war sehr heftig und ftügt, nicht folgen solle. Man ging hierbei von folgenden Er- dauerte bis zum Einbruch völliger Dunkelheit fort. Buller hofft, anlund Gründung einer Centrale. daß seine Verluste nicht über 40 Mann betragen werden. Von den wägungen aus: Der Verein solle eine Stampfesorganisation sein. Daran sei übrigen Truppenteilen find noch keine Verluste gemeldet. Die immer festgehalten worden. Nur wenn die Kollegen am Kampfe Boeren leisten entschlossenen Widerstand und haben eine große teilnahmen, wäre deshalb eine Unterſtügung zu gewähren. Eine Bahl von Geschüßen zusammengebracht. Das Gelände ist schwierig Unterstügung bei Arbeitslosigkeit infolge Streits der Bau- und wohlgeeignet für die Taktik der Boeren, aber ungünstiger arbeiter sei nichts audres als eine Arbeitslosen Unterstügung. für die Verwendung unsrer Kavallerie, als dies nach unsrer seit36 1/22 mi Diese wäre aber nicht Cache der Arbeiterorganisation, die dadurch herigen Erfahrung irgendwo der Fall gewesen. nur belastet würde. Die Einführung der Arbeitslosen- Unterstügung London, 27. Auguft.( W. T. B.) Feldmarschall Roberts meldet täme den Kommunen und dem Staat zu. Eine Unterstützung, aus Belfast von heute: Der Feind griff gestern Winburg von drei An die Maurer Deutschlands! je du wie sie der Verband eingeführt habe, schwäche die Kampfeslust der Seiten an, wurde aber von Bruce Hamilton mit beträchtlichen VerWegen einer Lohnreduktion von 10 Dere, d. 5. von 45 auf Stollegen. Anstatt in den fraglichen Fällen für das Aussehen vom luften zurückgeschlagen. Dabei wurde General Olivier mit seinen 35 Dere per Stunde, sind die Maurer in Gothenburg in Unternehmer eine Entschädigung zu fordern und so indirekt zu Gunsten drei Söhnen gefangen genommen. Schweden in Streit getreten. Der Streit begann am 14. Auguft der streitenden verwandten Berufsgenossen einen Drud aus G und unifaßt etwa 400 Maurer. Arbeits- zuüben, Die Baumeister wollen Arbeits- zuüben, verließen sie sich auf die Unterstützung aus den Hamburg, 27. Ottober.( Privatdepesche des„ Vorwärts".) Drei träfte vom Ausland holen, und deshalb ersuchen wir alle Kollegen, eignen Kaffen. Solcher Versumpfung müsse vorgebeugt werden. Baffagiere des Hamburger Postdampfers Marie Wörmann", Kapitän nicht nach Gothenburg zu reisen. Die Arbeitsverhältnisse im Selbstverständlich wären die Kollegen dann zu unterstützen, wenn sie Maurerfach find übrigens auf den meisten Plägen in Schweden attiv für die ansständigen Bauarbeiter einträten. Der Vorstand Schade, nämlich: Schlossermeister Mehl, Maurer Schwuebbe und Maurer Müller, sind beim Landen in Swakopmund hätte von Fall zu Fall die erforderlichen Feststellungen zu treffen. schlecht. Der Vorsitzende Gehl steht im Princip auf dem Standpunkt der( Deutsch- Südwest- Afrika) in der Brandung ertrunken. Vorredner, befürwortet Die Fach- und Arbeiterpreffe wird um Abdrud gebeten. 1 dan/ ata Der Ste aber aus tatlichen Grünben die " solit Der Vorstand des schwedischen Maurerverbands. Reimold, 27. Auguſt.( Privatdepesche des„ Vorwärts".) Durch Nils Berfion. Die Arbeiterpreffe wird um Abbrud gebeten. Meilso von ihnen befämpfte Unterstützung. Sie sei im Interesse des Vereins geboten, denn die Mitglieder nähmen vielfach daran Anstoß, daß fie osgehen einer Kartusche bei der hier in Quartier liegenden vierten ida datet nicht unterstützt würden, wo der Verband Unterstügungen gewähre. Batterie des Artillerie- Regiments Nr. 58 wurden heute nachmittag Marseille, 27. Auguft. 2500 Fuhrleute und Auflader be- Dem müßte man Rechnung tragen, sonst wäre eine Schwächung der zwei Knaben an Kopf, Händen und Beinen schwer verlegt. schloffen in den Ausstand einzutreten. Die Zunft derselben umfaßt Organisation zu befürchten. Berschiedene Redner sprachen dann Breslau, 27. Auguft.( W. T. B.) Die Schlesische Zeitung" noch gegen die Unterſtügung, während einige die Bedenken Gehls schreibt, die fistalische Centralverwaltung in Oberschlesien habe be teilten. Nach beinahe zweistündiger Debatte wurde gegen eine fchloffen, zum kommenden Winter keine Steigerung der Kohlenerhebliche Minorität beschlossen: Preise vorzunehmen und auch auf den üblichen Winterzuschlag zu 5000 Mann. genommen: 010 Verbandstag der Schneider. Halle a. S., 25. August. Die Versammlung hält an pem bisheripen Brincip in Sachen der Arbeitslosen- Unterstügung fest, weil die Einführung einer solchen zur Verflachung der Arbeitermassen führen würde. Wir stehen vielmehr auf dem Standpunkt, daß überall da, wo unsre Kollegen in Aftion treten müssen, die Maßregelungs- Unterſtigung beizubehalten ist, wenn seitens der Kommission ein Znaktiontreten für notwendig erachtet wurde." verzichten. Wien, 27. Auguft.( B. S.) Aus Transvaal trafen hier 55 von den Engländern aus Johannesburg ausgewiesene öftreijchischungrische Unterthanen ein. Sie beabsichtigen, bei dem Minister des Auswärtigen Grafen Goluchowski wegen der Ausweisung Be schwerde zu erheben und durch das Auswärtige Amt ihre Schadenserjaz- Ansprüche gegen die englische Regierung geltend zu machen. Lemberg, 27. Auguft.( B. S.) Die Stadt Uhnow ist zur Hälfte niedergebrannt; etwa 1000 Personen find obdachlos. Stockholm, 27. August.( W. T. B.) Die heute in Gegenwart Die heutige lette Sigung gestaltete sich sehr umfangreich, indem noch viele Punkte zu erledigen waren. Ueber die Lohnbewegungen der letzten Jahre und die Stellungnahme zu den zukünftigen Lohnbewegungen referierte der Verbandsvorsitzende Holzhäußer, der im Interesse des sich stärkenden Verbands und um Niederlagen und Der zweite Punkt der Tagesordnung lautete: Ift es zulässig, Mißerfolge zu vermeiden, vor unüberlegten Arbeitsniederlegungen daß Maurerarbeiten von Putern in Accord ausgeführt werden? warnte. Ein vom Hauptvorstand vorgelegtes Streitreglement, in dem Gehl berichtete über verschiedene Fälle, wo organisierte Buzer das Verhalten bei Streits und Aussperrungen festgelegt wird, wurde Arbeiten, die für gewöhnlich von Maurern geleistet werden, in Accord angenommen. Zu dem Bunkt:„ Bericht über den dritten allgemeinen übernommen oder ausgeführt haben. Dies ist nach seiner Meinung des Kronprinzen, des Prinzen Karl, sowie mehrerer Minister und Gewerkschaftstongreß und Stellungnahme zu dessen Beschlüssen wurde unzulässig, da die organisierten Maurer jede Accordarbeit ablehnten und folgende bom Redacteur Stühmer eingebrachte Resolution an- belämpften. Man sei mit der Kommission der Buyer in Verhandlungen Mitglieder der Akademie der Wissenschaften geöffnete, bei Jsland aufDer Verbandstag erklärt sich mit den Beschlüssen des dritten Maurer eingeschritten. Indessen habe die Organisation der Puzer ftüd. Das Kupfernez der Boje war durch Eisschraubung oder Stoß An der Boje fehlte wie bei der früher gefundenen das Obergetreten und die Kommission fei auch im Sinne der organisierten Befundene Audrée- Boje enthielt keinerlei Nachricht. Gewerkschaftstongresses einverstanden und beschließt, das Verhältnis einige ihrer Mitglieder, die dennoch Maurerarbeiten int mit der Generalfommiffion der Gewerkschaften Deutschlands nach Accord leisteten, nicht ausgeschlossen, das sei auffällig und gegen die Küste aus seiner Stellung geriffen. Die Boje war überwie vor bestehen zu laffen." Die Punkte Agitation sowie Beratung erfordere Wachsamkeit gegenüber dem ferneren Verhalten der Buyer- haupt stark beschädigt. Auf der Unterseite der Boje befanden sich und Beschlußfaffung über die gestellten Anträge zur Aenderung der organisation. Gegen diese, und nicht gegen die einzelnen Buger, müßte eine Menge fleiner Strebstiere, welche nach der Aussage des Frei herru Nordenskiold fich immer im Eismeer an die Schiffe ansehen. Statuten boten tein öffentliches Interesse. Nach der Beendigung energisch vorgegangen werden, wenn sie nicht in Zukunft dem ge der Vormittagssigung verabschiedete fich der Delegierte Gion ausrügten Mißstand vorbeuge. Megte und Dietrich sprachen sich Paris, 27. Auguft.( W. T. B.) Nach einer Meldung der AbendWien mit einem Hoch auf die Solidarität und die Socialdemokratie. in demselben Sinne aus. blätter überfandte die hiesige Polizei der Staatsanwaltschaft in In der Nachmittagsfizung wurden meist interne Verbands- Die Versammlung beschloß einstimmig, fünftig ein wachfames Mailand die den Aufenthalt Brescis in Havre und Paris be angelegenheiten besprochen. Als Siz des Vorstands wurde Auge auf die Bewegung der Buzzer zu haben und bei Fällen, die treffenden Aftenstücke, welche wichtige Aufschlüsse über die Vor wieder Stuttgart und als Siz des Ausschusses Mannheim bestimmt. wieder den ganzen Beruf schädigen, ganz entschieden gegen die geschichte des Attentats enthalten. Die Gehälter der beiden Hauptvorstandsbeamten wurden auf je Organisation der Buger vorzugehen". London, 27. Auguft. Dem Reuterschen Bureau wird aus 2100 M. erhöht. Als Vorsitzender und Kassierer wurden Holz= Ein Antrag, daß der Vorstand mit der Verbandsleitung und häußer und Räming einstimmig wiedergewählt. Damit hatte der Leitung der Bauarbeiter zusammentreten solle, um gemeinsam Glasgow gemeldet, daß eine aus Vater, Mutter und Kind bes der Verbandstag feine Arbeiten erledigt. Der die letzte Sigung mit ihnen über das Vorgehen gegen die Accordmaurer zu beraten, ſtehende Familie, bei welcher Beulenpest fonstatiert worden sei, leitende Borsitzende Bohn- Berlin schließt 8 Uhr abends mit einem wurde durch die Erklärung des Vorsigenden erledigt, daß der Vor- unter Beobachtung der dortigen ärztlichen Behörden stehe. Soch auf die Gewerkschaftsorganisation, in welches die Versammelten stand demgemäß handeln werde. jug Rom, 27. Auguft. Wie die Agenzia Stefani meldet, ist der begeistert einstimmten. ros potiro 01 Beschlossen wurde, vom 4. Quartal ab Aufnahmemarten a 30 Bf. Pfarrer von San Sebastian( Rom) unter der Anllage der Ber test di beinzuführen. Die Mitglieder Kliemann, Schulze und herrlichung des Königsmordes verhaftet worden. Hierzu 2 Beilagen u. Unterhaltungsblatt. Berantwortlicher Redacteur: Wilhelm Schröder in Wilmersdorf. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin. Gun sid «it. 199. 17 mmn. i. Keilllge des„Dmillts" Aerlim Wldsltllltt. s'-isw. ss. Z-M iL««. Parteikoiifettn; för Berlin m!> die Provinz Brandenburg. Die Konferenz tagte am Sonntag im grohen Saale de? Ge- lverlschaftshaufes, der mit roten Fahnen und Draperien geschmückt war. Nachdem der Gesangverein.Kreuzberger Harmonie" einige proleiariscbe Kampfeslicder' zum Vortrag gebracht hatte, eröffnete Genosse Schubert- Schöneberg um 12 Uhr die Konferenz und hietz die Delegierten willkommen. In das Bureau wurden gewählt: Als Lorsitzende G r a ß hold- Berlin VI und Liebrandt- Friedeberg, als Schriftführer Brüs ch- Stratzburg, Neudeck- Brandenburg. Vor Eintritt in die Verhandlungen gedachte der Vorsitzende G r a s h o l d unseres verstorbenen Vorkämpfers Liebknecht, dessen Andenken die Anwesenden durch Erheben von den Sitzen ehrten. _ Hierauf wurde eine Mandatprüfungs- Kommission gewählt. Dieselbe besteht ans den Genossen: Mars-Berlin VI, Günter- b e r g- Schwedt a./O.. Karow- Treptow, B e r g e r- Kottbus, Langer- Finstcrivalde. Nunmehr wurde eine Geschäftsordnung, sowie folgende Tagesordnung angenommen. 1. Bericht der Agitationskommission. Referent: Hermann Schubert. 2. Diskussion. 3. Wie organisieren sich die Landarbeiter der Provinz Branden bürg? Referent: ReichStagS-Abgeordneter Arthur Stadthagen i. Diskussion. 5. Agitation und Organisation. 6. Die Presse. 7. Anträge. Ter Kassenbericht der AgUationSkommisfion für die Zeit vom IS. September 18S9 bis 15. August 1900 liegt den Delegierten gedruckt vor. Er lautet: A. Einnahmen. Bestand am 15. September 1899. Marl 690,13 Aus den Berliner Wahlkreisen: �1. Kreis...... Rlarl HI. IV. IV. V. VI. Ost.. Süd-Ost Aus dem Kreise Nieder» Barnim „„„ Teltow- Beeskow 200,— 1000,— 600,— 750,— 750,— 300,— 1600,— 500,— 150,— 5850,- Mark Für Kalender»Märkischer Landbote": Nieder-Barnim.... Teltow-Becskow,,, Sorau-Forst..... KottbuS-Spremberg., Frankfurt-LebuS.,. Wcsthavclland.... Osthavellaud..... Franz MerkowSki, Berlin Für»Die Fackel" inSgesammt... Gesamt- Einnahme Mark 9658,16 B. Ausgaben. 400,— 400,— 170,— 150,— 120,— 100,— 150,— 3— 1493,— 1625,03 Expedition, Druck, Für den Kalender»Märkischer Landbote" » Broschüren. Flugschriften zc. »»Die Fackel"esienwinkel ein Segelboot, in dem sich drei Herren befanden. Die snsaffen konnten sich an dem umgeschlagenen Boot so lange fest- alten, bi» der Unfall Im ziemlich entfemten Restaurant GesellschaftS- haus bemerkt und sie von den Kellnern mit mehreren Booten aus ihrer gefährlichen Situation befreit wurden. Der bestrafte Socialdemokrat. Fein fürsorglich war dieser Tage auch unser Genosse Hallccker in Spandau, welcher ein eignes Hans in der Frobenstraße besitzt, mit den Lasten der Einquartierung bedacht worden, indem man ihm drei Soldaten ins Quartier gab. Genosse H.»hat sein möglichstes, seinen QnaNiergästen den Auf- enthalt in seiner Behausung aiig»»ehm zu machen. Knapp zwei Stunden befanden sich die drei Soldaten»n ihrem neuen Quartier, eben sollte das Mittagessen aufgetragen werden, als ein Polizei- bcamter eintrat und auf Befehl der Kommandantur die Mann- schaften abholte, um sie in ein andres Quartier zu bringen!— Die Strafe, Ivclche den socialdemokralisch gesinnten Hauswirt traf, ist von erschreckender— Härte. Genosse H. wird sich aber zu trösten wissen. Jetzt wissen es aber auch nnsre Hauspaschas, was sie thun müssen, um der drückenden Einquartierungslast zu entgehen-- sie dürfen sich nur in socialdemokratischen Geruch setzen! Gevi�zks-Leitung. Vergehen gegen de»§ 2 De» VereiuSgrseyrS als Dauerdelikte. Der Voruand des„Wählerverein» für NordschleSivig" hat in den Jahren 1801 bis 1807 den Tod der in dieser Zeil ver- storbenen Mitglieder der Polizeibehörde nicht angezeigt. 2 2 Per- sonen— Reimers und Genoffen—, die in dieser Zeit dem Vor- stände angehört hatten, ivurd-u deshalb wegen Vergehens gegen den' tz 2 des Vercinsge>ctzes angeklagt. Sie sollten sich gegen die Bestimmungen vergangen haben, wonach die Vorsteher der Vereine im Sinne deS§ 2 auch alle Aendernngen im Mitgliederbestande der Behörde anzuzeigen haben. Die Angellagten wurden in zweiter Instanz vom Landgericht zu Flensburg zu Geldstrafen von je 15 M. event. 3 Tagen Haft ver- urteilt. Sie legten Revision ein und ibr Vertreter machte vor dem Konimergericht folgendes geltend: Die Pflicht, Aendernngen im Mit- gliederbestaude binnen 3 Tagen anzuzeigen, könnesich nicht erstrecken auf die durch den Tod auSicheidenden Mitglieder. Der Tod der Leute komme derPolizei auch sonst bald zur lkenntnis. während dir Vorstandsmitglieder größerer Vereine ihn oft erst sehr spät, lange nach der im j) 2 festgesetzten Frist erführen. Uebrigens habe der Wählerverein einen be- londren Ausschuß mit der Erfüllung der Anzeigepflicht betraut gehabt. Dieser wäre höchstens haftbar. Dann hatten auch die Per- sonen, die dem Vorstande in den Jahren 1801 bis 1807 angehörten, gewechselt. Es seien welche ans- gelchieden, andre hinzu gekommen. Nun habe aber daS Landgericht gar nicht festgestellt, ob alle Angeklagten gerade zu der Zeit Vorstandsmitglieder waren, als Todesfälle vorkommen. Und schließlich sei noch Verjährung einzu- wenden, da ein Teil der behaupteten Vergehen um Jahre vor der Strafverfolgung lägen. DaS Kammergericht verwarf aber die Revision mit folgender Begründung: Mit Recht habe daS Landgericht im Ausscheiden der Mitglieder durch den Tod eine Senderung der Mitglieder gemäß 8p geiehen und mit Recht seien die Vorstandsmitglieder und nicht der Ausschuß herangezogen worden. Im weiteren genüge die Feststellung de» Landgericht». daß die sämtlichen 22 Revidenten dem Vorstande de» Verein» in der fraglichen Zeit. d. h. in den Jahren 1891 bi« 1807, einmal angehörten, und von einer Verjährung könne nicht die Rede sein, denn e» handele sich hier um ein D a u e r- delikt. Die Verpflichtung zur Abmeldung der auSicheidenden Mit« glieder bestehe fort, bis sie erfüllt sei. Die 22 Vorstand»- Mitglieder au» den Jahren 1801 bi» 1897 seien dämm zu Recht be- straft wordei». Verwegene Kletterkünste verübten in der Nacht zum 28. Mai diese» Jahres drei noch jugendliche Einbrecher, die gestern in den Personen de» Arbeiter« Paul Link, de» Lehrling» Reinhold N i e w» k i und de» Schlöffe» Georg Limmer vor der 4. Ferien- Strafiammer des Landgerichts 1 standen. Ihnen gesellten sich der noch nicht 17jährige Lehrling HanS Reitzscb und die«rbelterin Anna Kühn hinzu, die unter der Anklage der Beihilfe bezw. der Hehlerei standen. Reitzsch, der einer anständigen Familie angehört. war al» Lehrling in dem Fabrikgeschäft von Malten in der Branden- burgstraß« 75 thätig und mit den örtlichen Verhältnissen daselbst vertraut. Auf eine Anftag« der Mitangeklagten, von denen Link und Limmer schon mit dem Gefängni« Betannlschast gemacht haben, ließ sich der Junge verleiten, diesen mitzuteilen, daß daS im dritten Hofe des Hauses belegene GeschästSlokal des Sonntags verwaist dastehe und in einem daselbst befindlichen Geldschrank größere Summen aufbewahrt werden. Die jugendlichen Verbrecher statteten daraufhin in der Rächt vom 27. zum 28. Mai dem Maltenschen Geschäft einen Besuch ab. Nach Oeffnung der Hausthür mittels Nachschlüssels begaben sie sich auf den dritten Hof und kletterten dort latzenartig am Seil des Fahrstuhls bis zum dritten Stockwerk empor, kletterten alsdann durch ein nach Verabredung von Reitzsch offen gelassenes Fenster und gelangten so in die Geschäftsräume. Mit einer staunenswerten Kunstfertigkeit zertrümmerten sie die Rückwand des eisernen Geldschranks und erbeuteten 560 Mark. Auf demselben balsbrecherischen Wege, auf dem sie gekommen, gelangten sie wieder nach unten und ins Freie. Von dem Raub bekam jeder Teilnehmer an der nächtlichen Verbrecherfahrt je nach seinen Verdiensten sein Teil ab. Aber auch hier wiederholte sich die alte Geschichte von den betrogenen Betrügern. Unter der Diebes- beute befanden sich einige ausländische Wertpapiere, die der An- geklagte Limmer einem seiner durchaus würdigen„Freunde" zur Verwertung übergab. Der Biedermann wechselte zwar die Wert- Papiere um, zog es aber vor. mit dem Erlöse zu verschwinden. Aehnliche böse Erfahrungen hat der erste Angeklagte mit seiner „Braut", der Arbeiterin Kühne, gemacht. Sein Thatendrang ließ ihn bald nach jener nächtlichen Kletterei einen etwas bequemeren Diebstahl bei dem Gastwirt Heinzel ausführen, wobei �ihm dessen Ersparnisse im Bettage von 450 Mark in die Hände fielen. AIS fürsorglicher Mann übergab er bei Zeiten seiner Braut 40 M. nnt dem Auftrage, für seine bessere Verpflegung im Untersuchungsgefängnis zu sorgen, falls ihn das Schicksal ereilen und er eingelocht werden sollte. Dieser Zeitpunkt ließ nicht lange auf sich ivarten, die Augeklagte Kühne vergaß aber gänzlich da» ihr übertragene LiebeSwerk und legte das Geld zu ihrem eignen Nutzen an. Von den Angeklagten war Reitzscb. von dessen Mutter herz- zerreißende Briefe in daS UntersuchnngSgefängni» gelangt find, der reumütigste. Er wurde mit Rücksicht ans den groben Vertrauen»- bruch, besten er sich schuldig gemacht, zu 6 Monaten, Link zu 1 Jahr 2 Monaten. Niewski zu 8 Monaten, Limmer zu 2 Jahren Gefängnis verurteilt, während die«ngeklagie Kühn mit einem Monat Gefängnis davonkam. Anstatt 6 Monate Gefängnis— 10 Mark Geldstrafe. Diese Herabsetzung des Strafmaßes hatte der Schiächlergeselle Julius F e n s e l a u dem' Segen der Berufungsinstanz zu verdanken. Zur Zeit der Maikraivalle. am 20. Mai, wurde die Scheibe eines Pferde- bahnwagens, der von einem arbeitswilligen Angestellten geführt wurde, durch einen Steinwurf zertrümmert. Der Droschkennitscher Wolf machte die Schutzleute auf einen Mann aufmerlsam, der den Wurf ausgeführt hatte. Der Bezeichnete wurde verhaftet. Nun wandte sich die Wut der Menge gegen den Droschkenkutscher Wolf, von allen Seiten regnete es Hiebe auf ihn, bis er sich in daS Webersche Schanklokal flüchtete. Auch hier wurde er mißhandelt. Der Schutzmann Biichof wollte ihm zu Hilfe kommen. Er verhaftete einen Mann, den er zum Lokal hinaus vor sich herschob. Hierbei erlitt er hinterrücks mehrere Fanstschläge ins Genick und gegen den Helm. Als er sich umwandte, sah er den Angeklagten unmittelbar hinler fi-b stehen und hielt ihn für den Thäter. Al» er ihn ver- hasten wollte, flüchtete Fenselau ins Innere de» Lokals, dce übrigen Gäste nahmen für ihn Partei und es kam zu einer erregten Scene. bevor es gelang, die Verhaftung FciiselauS zu bewerk- stelligcn. DaS Schöffengericht hatte trotz des Leugnens de» An- geklagten ihn des lbällichen Angriffs gegen einen Schutzmann für überführt erachtet und ihn zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. um gestrigen Termin vor der BerufungL-Strafkammer hatte der erteidiger, Rechtsanwalt Dr. Werthauer, eine Anzahl einwandS- freier Zeugen laden lassen, welche bekundeten, daß nicht der An« geklagte die Schläge gegen den Schutzmann gerichtet hatte, sonden»«in andrer Mann, der sich dann schnell im Gedränge versteckt hatte. Auch der geschlagene Schutzmann mußte einräumen, daß er den An- geklagten iinr deshalb für den Thäter gehalten hatte, weil derselbe dicht hinter ihm stand. Der Gerichtshof sprach deshalb den Angeklagten wegen des thätlichen Angriffs gegen einen Schutzmann frei, hielt aber einen Widerstand dennoch für vorliegend, weil der Angellagte nicht gutwillig bei der Sistierung Folge leistete, waS er hätte thun müssen, obgleich er sich unschuldig fühlte. Unter Be- rücksichtigung der vorliegenden mildernden Umstände sei hierfür aber nur auf 10 M. Geldstrafe erkannt worden. Ve der Kosten seien der Staatskasse,'/« dem Angellagten auferlegt morden. VevtniMzkes« Ein KindrSmord wurde am Sonntag früh gleich nach vollendeter That entdeckt. In Tramm en bei Nauen war am 1. April d. J. bei dem Bauer Lange eine aus Könitz in Westpreußen gebürtiae 20jährige Dienstmagd zugezogen. Bald nach dem Dienstantritt schöpfte die Dienstherrin Verdacht, daß die Magd sich in andern Umständen befinde. Sie ließ dieselbe untersuchen und daS ärztliche Gutachten bestätigte den Verdacht. Trotzdem blieb die Magd, weil sie sonst ihre Schuldigkeit that. im Dienst. In der Nacht vom Sonnabend zum Sonntag hat nun die Magd heimlich geboren und das Kind gleich nach der Geburt in einen Waffereimer gesteckt, so daß dasselbe erstickte. Die mit der jungen Mutter in einem Räume schlafende zweite Magd verriet am nächsten Morgen die Sache ihrer Dienstherrin, man fand die Leiche des Kinde», da aber der körper- liche Zustand der Mutter die sofortige Verhaftung ausschloß, verblieb dieselbe in Ermangelung eines Krankenhauses in der Pflege der Dienstherrschaft und erst nach ihrer Genesung wird die Verhaftung erfolgen. Ueber eine gefährliche Ballonfahrt wird der„Voff. Zta." an» Paris gemeldet: In Vincenne» stieg vorgestern ein Lnstballon auf; er stieß an die Leitungsdrähte des Fernsprechers, bewirkte Kurz- schluß, wurde vom elektrischen Flinken in Brand gesteckt und fiel ans ein Hausdach, daS er' anzündete. Die beiden Lustschiffer stürzten aus der Gondel, konnten sich an einem Fensterkreuz festklammern. gerieten aber in Gefahr, lebendig zu verbrennen. Drei Soldaten kletterten zu ihnen empor und brachttn sie»mverfehrt nieder. Der ganze furchtbar auftegende Borgang spielte sich vor zehntausend Zuschauern ab. Eisenbahnunfall. Auf der Station«nderston Croß(England) fuhr am Sonnabend ein Personenzug in einen zweite,» auf der Station stehenden Personenzug von rückwärts hinein. Vier Wagen de» auf der Station stehenden Zuges wurden völlig zertrümmert und 24 Personen schwer verletzt. Pestttkranlung. Wie au» Konstantinopel berichtet wird, ist auf dem in Clazomene eingelaufenen Schiffe„Niger' ein zweiter Pestfall festaestcllt worden. Der Kranke, welcher dem Schiffspersonal angehört, wurde inS Lazarett gebracht. Gws-iwttttgs A«z«g-»JLm (Ichmerzloses Zahnziehen Specialität: Platlenloser Zahnersatz.'°*" ÖSpeoialität: Plallenloser Zahnersatz. 1 i o-. 4d»olut festaltzend, vorzOgllch beim Spreehan, Singen ete. Ihnen empfohlen, kenn ich Ihnen für Ihre I lob bebe wehrend der Operation selbst _........«-•... I Oberaue Beschickte und eehmerafrele Beband- I als auch in der Folge keine Schmer»- riomben,«ervtoten, Reinigen etc.| lung nur den grSeeten Dank zollen.| empflndung gehabt etc. etc. Zahn-Arzt Dr. Lind... Linde Brückenstr. es- d. Jannowlts-Brticke. Sprechstunden: 9—6. Sonntage 9—18. Telephon VHa 7898. Beranlwortlicher Redacteur: Wilhelm Gchroder in Wilmersdorf. Für den Inseratenteil verantwottlich: Th. Glocke in Berit». — Druck und Verlag von Mar Babing in Berlin.