Mr. 217. of bod Chanders Inter the totaled sales stood 17. Jahrg. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: = Vierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 mt., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Saus. Einzelne Nummer 5$ fg. Sonntagss Nummer mir illuftrierter Sonntags Beilage ,, Die Neue Welt" 10 Pfg. Pons Abonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Eingetragen in der Post Beitungs Preisliste für 1900 unter Dr. 7971. Unter Kreuzband für Deutschland und Defterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Erscheint täglich außer Montags. Did gift and the lon Vorwärts Berliner Volksblatt. Die Insertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene stolonel geile oder beren Raum 40 Pfg., für politische und gewertschaftliche Vereinss und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Bleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in derExpedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an GSonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Bernsprecher: Rmt I, Mr. 1508. Telegramm Adresse: " Socialdemokrat Berlin Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Fernsprecher: Amt I, Nr. 1508. Dienstag, den 18. September 1900. Expedition: SW. 19, Bently- Straße 3. Fernsprecher: Amt I, Nr. 5121. ids in diefer Kurie der Rafte. Es giebt in Deſtretch 5280 folcher Weder ist anzunehmen, daß Li- hung- Tichang seinem Kaiser zu Das Wahlrecht in Oestreich. Großgrundbesitzer, die 85 Abgeordnete wählen; im Durch mutet, nach Beling zu gehen, so lange es von großen europäischen schnitt entällt also auf 62 Wähler ein Abgeordneter. Man Truppenmassen besetzt ist. Noch ist die angebliche Erklärung des „ Die fremden Gesandten haben heute eine Ver fammlung abgehalten, in der sie sich dahinschlüssig machten, daß sie keine Vollmacht hätten, mit dem Prinzen Tiching zu verhandeln. Auch die Generale der Verbündeten sind der Ansicht, daß sie nicht mit ihm verhandeln fönnen." Von demselben Tage wird aber den Times" telegraphiert: Als Prinz Tsching heute die Gesandten besuchte, empfing ihn der italienische Gesandte in der Ahnenhalle der Dynastie, einem geheiligten Gebäude, das bisher nie von einem Fremden betreten wurde, und in dem jetzt die italienische Gesandtschaft sich befindet. Prinz Tsching schien u fähig, sich die Lage seines Lands flar zu machen, bat um die Erlaubnis, daß die chinesischen Beamten ihre Funktionen in Beling wieder aufnehmen dürfen und ist der Ansicht, alle beteiligten Mächte feien durch eine Schadenersazleistung zu be -st- Wien, 14. September.betrachte die zwei Zahlen: 5280 Wähler wählen 85, neuen deutschen Gesandten glaubwürdig; denn vorläufig sind vom Ein komplizierteres und unsinnigeres Wahlsystem als das 4/2 Millionen Wähler 72 Abgeordnete. Verzug der Verhandlungen mehr die Mächte als China schuld. östreichische giebt es nicht, und kann es nicht geben. Es ist Dort ein Abgeordneter auf auf 62 Wähler, hier einer Immerhin wäre es angebracht, daß die deutsche Regierung Rechens eine Sammlung von Ungeheuerlichkeiten und Ungerechtigkeiten auf 63 000 Wähler! Aber es giebt unter dem Groß- fchaft gäbe, ob ihr Gesandter so herausfordende Reden geführt habe, schlimmster Art. Der östreichische Reichsrat zerfällt bekanntlich grundbesitz noch besondere Elitebezirke". So bilden wie die„ Times" ihm unterstellen. in Herrenhaus und Abgeordnetenhaus; trozdem also die kon- die 40 Großgrundbefizer in Böhmen, die mit dem Nicht aufklärender als jene" Times"-Meldung aus Shanghai fervativen Ideen an der Hälfte der gefeggebenden Gewalt Fideikommißbande behaftet sind, einen eignen Wahl- sind die Betinger Nachrichten bezüglich der Verhandlungen mit dem einen mächtigen Stüßpunkt haben, ist doch das Abgeordneten- förper, der fünf Abgeordnete wählt. Von diesen Prinzen Tiching. Dem Neuterschen Bureau wird aus Peking haus zum größten Teil auf Privilegien aufgebaut. Es wird vierzig Wählern gehören unzweifelhaft die Hälfte vom 7. September telegraphiert: vielleicht interessieren, das so frause Privilegien- Wahlrecht gegen schon dem Herrenhause an. Die sogenannte Pfaffendas allgemeine und gleiche Wahlrecht zu vergleichen. furie in Tirol, bestehend aus den Pröbsten und Aebten dieses Das Abgeordnetenhaus besteht aus 425 Mitgliedern, von pfaffenreichen Lands, wählt gleichfalls einen Abgeordneten. denen 72 in der Allgemeinen Wählerklasse", also vom all- Die Wähler dieses Abgeordneten sind neun Mann! Der gemeinen Stimmrecht gewählt werden. In dieser sogenannten großartigste Wahlbezirk ist wohl der erste Wahlkörper des fünften Kurie ist das 24. Lebensjahr und an eine halbjährige Seßhaftigkeit ge des bischöflichen Konsistoriums und die Vorsteher und nahlrecht nur an das vollendete Großgrundbesitzes der Bukowina: er umfaßt die Mitglieder bunden. Natürlich sind die Wahlbezirke extrem groß, und ein breier Klöster, insgesamt acht Mann! Im Abgeordneter vertritt ungeheure Wählermassen. Der fleinste öftreichischen Abgeordnetenhause giebt es also Abgeordnete Bezirk ist das ganze Land Vorarberg mit 34 000 Wählern. mit acht Wählern und Abgeordnete mit 100 000 Wählern. Der allergrößte Bezirk ist ein galizischer Wahlkreis, der Bezirk Und da wundert man sich noch, daß ein solches Parlament Sanok. Der Abgeordnete dieses Bezirks vertritt eine Be- nicht leben kann! völkerung von 520 000 Menschen mit 89 000 Wählern! Aber Es würde zu weit führen und sicher das Entsetzen der es giebt Bezirke mit noch größeren Wählerzahlen: der an das allgemeine gleiche Wahlrecht gewöhnten Leser dieses wählerreichste Bezirk ist der von Kolomea in Galizien, Blatts unfreillig steigern, wenn alle Absurditäten dieses ab der nicht weniger als 108 000 Wähler zählt. friedigen." In surden Wahlsystems geschildert werden sollten. Wir heben also dieser fünften Kurie ist ist der Fall nicht selten, daß nur noch hervor, daß die 21 Abgeordneten der Handelsüber ein einziger Abgeordneter ein ganzes and berfammern von den Mitgliedern der Handelskammern ge- über London gekommenen Meldung der„ töln. 8tg." ausgeführt: tritt". Nebst Vorarlberg haben nur einen einzigen Ab- wählt werden, also eine unverhüllte Vertretung des Kapitals geordneten folgende Kronländer: Krain( mit 497 000 Ein- darstellen. Die 118 Abgeordneten der Städte und die 129 der wohnern!), Kärnthen, Salzburg, Görz und Landgemeinden werden vom Census gewählt, der seit dem Gradiska, und Istrien. Wie dürftig das Wahlrecht ist Jahre 1896 mit vier Gulden festgesetzt ist. Da sich aber das und mit welch gewaltigen Mühen die Agitation- das fönnen Reichsrats- Wahlrecht auf das Gemeindewahlrecht aufbaut, so die bloßen Zahlen freilich nicht sagen! Wenn der Abgeordnete fällt die niederste Stufe sehr oft unter dem Cerfus, freilich von Krain jeden Tag eine Wählerversammlung abhielte, so nur in den Landgemeinden. Die Wahlbezirke der Städte brauchte er, um sich allen seinen Wählern zu zeigen, über hängen natürlich nicht zusammen, das heißt, die städti zwei Jahre! Tausend Ortschaften sind für jeden Wahl- schen Orte, die einen Wahlbezirk bilden, sind von Gebieten bezirk die Regel; man kann sich also vorstellen, wie in diesem durchschnitten, die einem andern Bezirke angehören. Auch Wahlrecht der Zusammenhang zwischen Wählern und Ge- eine recht geistreiche Erfindung! Fügen wir bei, daß die Nicht einmal über den jezigen Aufenthalt i- hung wählten beschaffen ist. Wahlen in den Landgemeinden gleichfalls indirekt und münd- Tichangs herrscht Klarheit. Nach einer Tientfiner Meldung ist er lich sind, so haben wir die wichtigsten Daten beigebracht, die bereits in Tatu angelangt. Aus London dagegen wird berichtet, er fei noch immer in Shanghai. zur Beurteilung dieses fodifizierten. Wahnsinns nötig sind. " Sonst wird noch über die Verhandlungsangelegenheit in einer tur an be" Gegen die, wie es scheint, nachträglich von China bes absichtigte Ernennung Inng lus zum dritten Bevollmächtigten werden sehr schwerwiegende Bedenken geltend gemacht. Wie sich jetzt herausstellt, haben sich nämlich die Truppen Jung- lus nicht die Gesandtschaften den Angriff auf teiligt, sondern es ist dies auf Weisung Jung- Ius erfolgt, der sich dann später allerdings den Fremden günstiger zeigte. An dem Angriff auf die Gesandtschaften waren auch Truppen des Prinzen Tiching beteiligt, die sein Banner trugen, doch fehlt diesem Fall ein bestimmter Anhalt, ob dies mit oder ohne Einwilligung Tschings geschehen ist. Bei der sonst fremdenfreundlichen Haltung des Prinzen wird das letztere angenommen." Der russische Abzug. London, 16. September. Aus Peting wird vom 11. September gemeldet: General Benewitsch teilte den übrigen Truppen befehlshabern mit, daß der größte Teil seiner Truppen in Tientsin überwintern werde. General Shitisma trifft hier Vorbereitungen für die Winters quartiere der Japaner. Aber damit ist die Entsehlichkeit dieses Wahlsystems nicht erschöpft. Das Wahlrecht wird in der allgemeinen Wählerklasse überwiegend in dirett, mittels Wahlmänner ausgeübt. Von Das östreichische Wahlsystem beruht auf dem Grundsatz den 72 Abgeordneten gehen nur e If aus direkter Wahl hervor. der Hierarchie. Von den Großgrundbesitzern ausgehend Es sind das die fünf Wiener und die vier niederöstreichischen wird das Wahlrecht immer schwächer, geringwertiger, und das Mandate, dann die Mandate der Städte Prag, Brünn, Triest, wählen immer mühsamer. Wir wollen den„ Geist" dieses Graz, Kratau und Lemberg wobei allerdings festzuhalten Gesezes an einem Beispiel darthun. Die Wähler der fünften ist, daß mit den Städten auch die agrarische Umgebung mit Sturie müssen zuerst Wahlmänner wählen, und zwar wählt. Diesmal wird auch das eine Mandat für Strain mündlich; diese Wahlmänner müssen dann eine Reise London, 16. September. Das„ Neutersche Bureau" meldet aus direkt wählen. Die Verwandlung des indirekten Wahlrechts antreten, denn die Zahl der Wahlorte ist äußerst Beting: Die allmähliche Verminderung der russischen Truppen in ins direkte geschieht nämlich durch einen der merkwürdigsten beschränkt kurz das wählen ist eine wahre Qual. Den Beling hat begonnen. Fünf Regimenter sind bereits zurückgezogen, Prozesse, die ein Staat für seine Verfassungsgesetzgebung acht Pfaffen der Bukowina und den elf von Zirol teilt aber drei marschieren nach der Mandschurei, von wo schlechte Nachrichten überhaupt ersinnen kann. Die Umwandlung kann nämlich der Statthalter schriftlich mit, daß die Wahl" anberaumt eingetroffen find. Die in Pefing anwesenden Russen sind jetzt noch nicht im Reichsrat geschehen. Sondern wenn ein sei und sie schicken ihm den Stimmzettel durch Post! Während 8000 Mann start, die gesamte fremde Garnison zählt 70 000 Mami, von Land das Wahlrecht zum Landtag- also im Wege sich die breiten Massen abquälen und mühen müssen, um nur Burfidziehung von 15 000 Japanern, die aber von Japan in Referve denen 22 000 Japaner find. Der japanische Gesandte ist für die Burfidziehung von 15 000 Japanern, die aber von Japan in Referve eines Landesgesetzes direkt gestaltet, so wirkt diese ihr bißchen Recht durchzusehen, wählen die Privilegiertesten der zu halten wären. Auf Kleine Truppenkörper wurden zwischen Tungs Umwandlung auch auf das Wahlrecht zum Reichsrat zurück; Privilegierten von ihrem Zimmer aus! So geht es durch das schau und Hsiang- ho- hfien, wo englische und amerikanische Truppen das Wahlsystem fürs Abgeordnetenhaus ist also von dem ganze Wahlverfahren; jede einzelne Bestimmung ist vom stehen, verschiedene Angriffe gemacht, wobei viele Borer gefallen sind. Wahlrecht zu den Landtagen abhängig. Hat man jemals eine Staftengeist erfüllt. Haltung Amerikas. ähnliche Tollheit gesehen? Von dieser Befugnis haben bis Wer sich die entsetzlichen Schwierigkeiten eines solchen Washington, 15. September. Gutem Vernehmen nach wird in jetzt nur Niederöftreich und Strain Gebrauch gemacht, so daß Wahlsystems vergegenwärtigt, der wird der östreichischen So- der Antwort der Vereinigten Staaten auf den Vorschlag Rußlands auch in diesen Wahlen die überwiegende Mehrheit der Wähler cialdemokratie den Zoll des Respekts nicht weigern, die bezüglich der Räumung Pekings keineswegs die Bersicherung erteilt, indirekt wählen müssen wird. Von den 42 Millionen selbst diesem steinigen Boden Erfolge abzugewinnen ver- daß die amerikanischen Truppen sofort nach dem Rückzug der Wählern, die in der fünften Kurie wahlberechtigt sind, wählen standen hat! Russen die Stadt räumen würden. Die Beurteilung der Lage würde nur etwa 400 000 direkt; allen übrigen ist die Qual des einfach von dem Staatsdepartement auf den General indirekten Wahlrechts aufgehalst. Chaffee übergehen, welcher mit den übrigen Befehlshabern über. die Einzelheiten des Rüdzugs der ameritanischen Truppen zu beraten haben würde. Natürlich denn nichts ist natürlicher in Oestreich als 1 Die chinesische Nachrichten- Ebbe 9 der Blödsinn kennt das östreichische Wahlsystem auch die öffentliche Wahl. Auch die hängt von der Landesgesetzgebung dauert noch immer fort. Man erfährt weber Sicheres über die In Peking und Betschilt. lun ab, und da ein großer Teil der Landesordnungen noch die im Vorgänge in Peking vor der Befreiung der Gesandten, noch über Dem„ Reuterschen Bureau" wird aus Peling vom 11. SepJahre 1861 octroyierten sind, so ist für zehn Länder die die jegigen Pläne der Mächte. Die einlaufenden Nachrichten heben tember gemeldet: Ein amerikanisches Stavallerie Regiement geht mündliche Wahl die Regel. Nicht weniger als 2 Millionen vielfach eine die andre auf oder entbehren jeder Gewähr der Glaub morgen nach den Bergen im Westen ab, wo die Sommerwohnungen der Gefandten liegen. Die Truppenbefehlshaber hielten heute eine Wähler sind der Freiheit der Wahl beraubt, müssen die Wahl- würdigkeit. vierstündige Beratung und zwar hauptsächlich über die zu männer nennen", wie das Gesetz so hübsch dumm bestimmt! Prinz Tiching befindet sich feit Anfang September in Beling. ergreifenden Maßregeln, um die Chinesen zu bewegen, wieder zu gehen. Es wurde beschlossen, Man vergegenwärtige sich erstens die riesigen Wahlbezirke, in um mit den Mächten zu verhandeln. Ebenso bemüht fich Lian ihre Arbeiten Die Mächte daß der Plünderung Einhalt geboten denen die Industrie- Orte von der bäuerlichen Bevölkerung Sung Tichang, Verhandlungen zu beginnen. einfach ersoffen werden, das indirekte Wahlrecht mit seinen aber, obschon fie ebenfalls erklären, möglichst baldige Friedens werden soll und daß die Fouragier- Abteilungen von einem enormen Schwierigkeiten, und dazu noch die öffentliche Wahl: anbahnung zu wollen, scheinen die beiden chinesischen Würdenträger Offizier begleitet werden sollen, welcher für alle Fourage, die ges und man hat eine schwache Vorstellung davon, was das heißt, zurückzuweisen. So wird den Times" aus Shanghai gemeldet nommen wird, Empfangsscheine aushändigen foll. in Oestreich agitieren, in Destreich Wahlerfolge zu erringen! allerdings nur mit Vorsicht aufzunehmen-: Gegenüber diesem dürftigen Wahlrecht stehen nun 353 Abgeordnete des Privilegiums. Wohlgemerkt: die bevorrechteten Schichten, die diese vier Fünftel der Mandate be figen, haben auch das Wahlrecht in der allgemeinen WählerKlasse" sie haben also eine Pluralität der Stimme und eine der Vertretung! Diefe 353 Abgeordneten sind das alte Abgeordnetenhaus, an das die fünfte Sturie ganz mechanisch angeleimt wurde. Sie werden in bier Sturien gewählt: Großgrundbesik, Handelskammern, Städte und Landgemeinden. Unter dem Großgrundbesitz ist beileibe keine bestimmte Größe des Grundbefizes zu verstehen, sondern die Wahlberechtigung tlebt gleichsam am Objett: den Gütern der Adeligen, die in die Landtafel eingetragen sind. Der Bauer, wenn er auch soviel Grundsteuer zahlt, als zur Wahlberechtigung erforderlich ist, hat trotzdem kein Wahlrecht Sir Robert Hart hat den Generalen mitgeteilt, sie follten sich auf bevorstehende Feindseligkeiten vorbereiten. Die chinesischen Truppen zögen fich zufammen und bedrohten die Berbindungslinien. Er glaube, daß im Lauf be 8 November weitere 8ufammenstöße zu er warten sein. Auf Veranlassung des deutschen Auswärtigen Umts telegraphierte der Berliner chinesische Gesandte an i- Sung Tschang, er müsse seine Accreditive dem deutschen Gesandten in Shanghai unterbreiten, welcher sie dann Kaiser Wilhelm vor legen und Instruktionen erwarten werde. Es heißt, Dr. Mumm äußerte Scheng gegenüber, obgleich die Mächte der Teilung Chinas abgeneigt feien, würbe jeder Verzug Chinas, zu verhandeln, dieses Resultat her beiführen helfen. Deutschlands große Truppen macht sei gerüstet, auf unbestimmte Beit das Land zu occupieren, bis ein befriedigendes Arrangement abgeschlossen sei. 2i telegraphierte daher Dunglu, alles Beting, 11. September. 1500 Mann deutsche Truppen mit einer daran zu setzen, eine private Audienz bei der Staiserin zu erlangen Feldbatterie unter Führung des Generals von Höpfner und sie und den Kaiser zu überreden, nach Beling zurückzukehren marschierten gestern von hier in südlicher Richtung ab, wo Boger und Prinz Tuan und dessen Umgebung zu entfernen." verfammelt sein sollen. Bom 14. d. M. wird demselben Bureau aus Tientsin ges meldet: Eine Kompagnie amerikanischer Infanterie geriet in ein beftiges Gefecht mit 2000 Borern bei Matou und westlich von Tungfchau. Die Amerikaner leisteten tapferen Wiederstand, bis eine Abteilung bengalischer Lanzenreiter ihnen zu Hilfe tam. Die Lanzenreiter zersprengten den Feind, griffen einen Nachtrab an und töteten 200 Boger. Deutsche Operationen. bl i der es nur darum Shanghai, 17. September. Nach amtlicher deutscher Mel- Vorbilder unter den lebenden Monarchen zu nennen, denen Victor schule besuchen, an Sonnabenden und Vorabenden von Festtagen bung aus Tientsin wurde am 11. d. M. Liang von den Emanuel von Italien, nachstrebe. Daß der König die vom Minister- nach 5/2 Uhr abends gestatten kann. deutschen Seebataillonen erobert und nieder präsidenten ausgearbeitete Thronrede zurüdgegeben und selbst eine Beabsichtigt war, solche Ausnahmen in den Fällen der Ziffern 3 Es gebrannt. Wierzig bengalische Lanzenreiter hatten sich den andre ausgearbeitet habe, hatte die Korrespondenten entzückt. und 4 des§ 1056 Abs. 1 zuzulassen. Jufolge der eilfertigen Hast nimmt sich wie eine Satire aus, wenn ein andres Blatt vor ein deutschen Truppen angeschlossen. 500 Boger wurden getötet. der Verschlechterungskommission des paar Tagen ganz ernsthaft meldete, daß der Ministerpräsident wegen Die in der Stadt Liang gewefenen regulären chinesischen Truppen, jener Thronrebe fogar" an Nüdtritt gedacht, fich aber doch lieber zu thun war, möglichst viele Ausnahmen von den Arbeiterschutzmurde etwa 100 Mann, waren vorher entflohen. Auf deutscher mit feinen Stollegen zu der nach römischen Begriffen beinahe Borschriften zu schaffen, wurde aber thatsächlich aus Versehen für die Fälle der Ziffern demütigenden" Neuerung verstanden habe, ihre Defrete dem König 2 und 3 zuzulassen. Dieser Beschluß tam in aller Form und durchaus verfassungsmäßig zu stande und wurde dieser Form auch verfassungsmäßig publiziert. Demnach waren diese Ausnahmen zulässig: Seite ein Toter und fünf Verwundete. Kettelers Mörder. Auf dem Yangtsekiang. beschlossen, die 2. Für Arbeiten zur Durchführung einer gesetzlich vorgeschriebenen Inventur. 3. Zur Bewachung der Betriebsanlagen; bei Arbeiten zur Reinigung und Instandhaltung, durch welche der regelmäßige Fortgang des eignen oder eines fremden Betriebs bedingt ist, sowie bei Arbeiten, von denen die Wiederaufnahme des vollen werttägigen Betriebs abhängig ist. drei Tage vor der Unterschrift zur Prüfung einzusenden. Die weiteren Ausführungen des Blatte machen sich in beDem" Reuterschen Bureau" wird aus Peking vom 11. Sep- rechtigtem Spott über die„ eigne Schablone" lustig, die sich für die tember gemeldet: Die japanische Gesandtschaft glaubt Anschmeichelung fürstlicher Personen bereits herausgebildet habe. nicht, daß der Mann, der sich als Mörder des Freiherrn von Bei Kronprinzen findet man regelmäßig ein wunderbares Ketteler bekannte, der wirkliche Schuldige sei. Sie glaubt Talent, eiserne Arbeitskraft und Pflichttreue sowie ideale Ziele; das vielmehr, daß er von Leuten bezahlt sei, die darauf ausgehen, den Ganze berechtigt zu der bestimmten Erwartung, daß sie es später den Prinzen Tiching zu verdächtigen. Die Japaner begünstigen den größten Monarchen, welche die Geschichte kennt, mindestens gleichthun Prinzen Tsching, die Russen Li- Hung- Tschang.. werden. Andre Brinzen haben mindestens eine Specialität, in der fie Großes leisten; der eine wird ein großer Feldherr, der zweite ein bedeutender Dichter, der dritte ein gelehrter Forscher werden. Bei Sieben Jahre lang galt das unbestritten; da wurde plößlich im Die Frankfurter Zeitung" meldet vom 16. September aus fürstlichen Frauen trifft man als übereinstimmendes KennShanghai: Der dritte russische Angriff auf die Beitang- Forts wurde zeichen eine nicht zu überbietende Serzensgüte", die sich in einer" Reichs- Anzeiger" und im„ Reichsgefegblatt"( 9. März 1898) völlig zurückgeschlagen. Die Offiziere des Centurion" erzählen, daß, als fabelhaften Weise im Drange nach wohlthätigen Stiftungen äußert. anonym, ohne jede Unterschrift, eine Berichtigung" veröffentlicht, sich gestern die Wusung- Forts zum Gefecht anschickten, der„ Centurion". Je höher die Dame ist, desto mehr Herzensgüte hat sie; die Königin wonach nur versehentlich die Worte" Ziffer 2 und 3"" bekannt der fertig war, um in Thätigkeit zu treten, dem deutschen Geschwader übertrifft darin die einfache Brinzessin um ein Erfledliches; das geht gemacht" worden wären, während es in Wirklichkeit heißen müßte: " Biffer 3 und 4". signalisierte; dieses machte für alle Fälle die„ Schwalbe" bereit, nach eben streng nach der Hofrangordnung. Außerdem haben die fürst- Nach Ziffer 4 find die Ausnahmen auch zulässig bei Arbeiten, Hantau zu geheit. lichen Damen ausnahmslos einen ausgeprägten Sinn für ideale welche zur Verhütung des Verderbens von Rohstoffen oder des MißBestrebungen; die Musik, Malerei, Dichtkunst oder sonst etwas lingens von Arbeitserzeugnissen erforderlich find". verstehen sie aus dem ff; ihre Leistungen gehen dann regelmäßig Der große Nachteil, der darin für die Arbeiterinen liegt, geht ,, weit über Dilettantenarbeit hinaus". Sehr beliebt ist in Bezug aus einer Vergleichung der Ziffern 2 und 4 ohne weiteres hervor: auf fürstliche Personen die Mitteilung einer anekdotenhafter während die Fälle der Ziffer 2 in der Regel nur jährlich an ein Züge, die bei den Herren von ihrer Genialität oder Arbeits- oder zwei Sonnabenden wiederkehren, können die Fälle der Ziffer 4 fraft, bei den Damen von ihrer Herzensgüte, bei allen von ihrem alle Sonnabende eintreten. 2912 To Cis Politische Mebersicht. Berlin, den 17. September. Europäische Sumanität in China. und Kanton, aber die " g In welt- legen. Ju Jahre 1898 besuchte Herr v. Storff, ein reicher, welt- Wohlthätigkeitsfinn ein bis zu Thränen rührendes Zeugnis ab- Zu einer gerichtlichen Prüfung der Zulässigkeit einer solchen Aberfahrener Baron, auf einer Reise um die Welt auch Japan und legen. Nun tönnte man noch verstehen, wenn die Anhänglichkeit änderung eines verfassungsmäßig zu stande gekommenen Gejeges im erfahrener Baron, auf einer Reise um die Welt auch Japan und an das eigne Herrscherhaus sich in dieser elogenhaften Weise Wege einer Druckfehler- Berichtigung, die höchstens von dem einen China. Während er in seiner 1896 erschienenen Reisebeschreibung mit großer Anerkennung von der Liebenswürdigkeit der Japaner äußerte; aber es werden grundsäglich alle Mitglieder fürstlicher der beiden Gesetzgebungsfaktoren ausgegangen ist, von diesem aber und ihren großen Fortschritten in der Technik und modernen Häuser der ganzen Welt in dieser schwärmenden Weise abgehandelt, nicht einmal gezeichnet ist, ist es unsres Wissen nicht gekommen. in Staatswirtschaft spricht, hat er an den Verhältnissen in China und wenn es auch nur eine Prinzessin von Marocco ist. Neben Jetzt hat nun der Reichstag in verfassungsmäßiger Weise die Befeinen Geschmack gefunden. Er hat zwar nur einige Hafen- gewissen„ liberalen" Blättern zeichnet auch die" parteilose" Presse richtigung vorgenommen und der Bundesrat hat dem zugestimmt. städte daselbst besucht: Sutchow, Shanghai, Hongkong, Macao fich ganz besonders durch solche Knechtseligkeit aus; die vom 1. Oktober ab find die Ausnahmen zulässig in den Fällen der Cinbride, he, er hatten, konservativen benehmen sich viel zurückhaltender und weniger auf- Biffern 3 und 4. iglici fu la haben ihn nicht veranlaßt, feinen Aufenthalt wie in Japan zu verbringlich. Aber derartige Uebertreibungen schaden bem monarchischen Biffern 3 und 4. livit fun org us and längern. In dem englischen Hongkong sah er die englischen Be- Gefühl mehr, als daß sie ihm nüßen, denn schließlich merkt der Leser Der Mülhauser Ordnungsbret in Gärung. Aus Elsaßdie Absicht, und er wird verstimmt." si Lothringen wird uns geschrieben. Die Siegesstimmung der„ Ordhörden bis zum englischen Hausknecht herab mit den Chinesen nur per Kantfchu und Maulschellen verkehren. Als die" Gera" Shanghai des Centrumblatts vollauf beipflichten. Wir brauchen kaum hinzu zu fügen, daß wir den Ausführungen nungs"-Parteien Mülhausens, deren Reichstags Wahlerfolg vom Der Artikel ist in der 5. Juli d. J. der gesamten bürgerlichen Bresse des Reichs den Anlaß: anfuhr, erzählt er, wären fast ein paar Bote überfahren worden. Sonntagsnummer enthalten, am Sonnabend scheint man in der zu Ausbrüchen des Jubels über die Niederzwingung der Socialdemo= Es scheint aber, als ob ein solcher Zwischenfall hier nicht von großer Redaktion nach ganz audrer Meinung gewesen zu sein. Dort finden kratie gegeben hatte, hat, wie vorauszusehen war, nicht lange vorBedeutung wäre. Noch vor zwei Jahren mußte ein Matrose, der im wir eine Polemit gegen einige Blätter, welche die Meinung aus- gehalten. Längst ist derjenige Teil ihrer Anhängerſchaft, der, obwohl den Streit einen Chinesen erstochen hatte, 3 Thaler Strafe zahlen, und jetzt ist ein Matrose eines andren norddeutschen Schiffs, der in Shanghai einen gesprochen haben, daß in der Chinapolitik Halt gemacht werden handarbeitenden Volksschichten angehörig, bei der Entscheidung zwischen Chinesen erstochen hatte und arretiert war, hier auf der Gera", um daß des Kaisers Programm verwirklicht werde. Das Blatt schreibt: Großkapitaliſten Schlumberg er dennoch den letzteren zum Siege müsse. Die Köln. Boltsztg." ist andrer Meinung fie verlangt, dem eingewanderten Klaffengenossen Emmel und dem elsässischen nach Bremen zurückzukehren." Dann erzählt v. Storff weiter über„ Wir fragen jeden Politiker, welcher Partei er auch angehöre, ob verholfen hatte, zu der Einsicht gelangt, wie wenig eine derartige BerDann erzählt v. Korff weiter über die Eindrücke, die er in Hongkong gehabt hat:" Heut iſt Sonntag, es möglich ist, daß die deutschen Truppen sich jetzt im Gefolge der kennung der vitalſten Klassenintereſſen den Geboten der politischen und wo ein Chineſe mit Waren unter dem arm fich f fehen läßt, Haut ihn Ihrer Majestät Konstabler über den Kopf. Kein Chinese russischen Kolonnen ohne Sang und Slang zurüdziehen, nachdem Slugheit entspricht. Aber auch die rein bürgerlichen Elemente darf ein Etablissement der Engländer und selbst nicht einmal die sich in den Verhältnissen nichts Wesentliches geändert hat, seit der des damaligen Kartells der Socialistengegner waren nicht Konzertgärten betreten. Ueberall sieht man die Europäer mit Stöcken Kaiser seinen Truppen sagte, sie sollten die deutschen über den Siegestag des in der Kandidatur Schlumberger und Regenschirmen auf die Leute dreinschlagen; es scheint die einzige Fahnen siegreich auf Betings Mauern pflanzen", verkörperten Mülhaufer Lokalpatriotismus hinaus zusammenzuhalten, Sprache zu sein, welche Polizei und Militär mit diefen Leuten er volle eine Rache nehmen, wie sie die Weltgeschichte noch und bereits jetzt, nach nur wenigen Wochen, fritt die centrifugale redet, und ich kann mir nicht denken, daß ein solcher Schlag, nicht gefehen", China solle zu Boden geworfen werden, Tendenz des aus den heterogensten Elementen aufammengefeßten bis die Chinesen, auf den Knieen um Gnade flehen", Parteientonglomerats in augenfälligster Weise in die Erscheinnig. der im Augenblick vielleicht verlacht wird, nicht eine üble Aussaat sein sollte, die noch einmal der jetzige Zeitpunkt sei für uns ein historischer Augen Der eljässisch- altdeutsch- flerital- liberale Mülhauser Ordnungsbrei war blick" und ein Martstein in der Geschichte unsres denn doch von vornherein zu sehr mit dem Ferment der schlimmsten schlechte Früchte tragen wird. Wenn die Frau Volts". Das sind des Kaisers ureigne Worte, und die Hamb. politischen Korruption durchsetzt, als daß er nicht alsbald in schäumende Konsul getragen wird, geht ein Polizist voran und haut mit dem Kantschu ohne ein Wort zu sagen rechts und links auf alles, was Nachr." werden sich selbst sagen, welchen Eindruck es in deutschen Gärung hätte geraten müssen. Volk und der ganzen Welt machen würde, wenn von einem so ihm begegnet. Hinter dem Palantin geht ein Soldat, um sofort Taut und feierlich proklamierten Programm auch nicht ein Bucheinzuschreiten, wenn ein Chinese sich nur darüber wundern sollte. stabe in Erfüllung ginge." Es ist widerlich das anzusehen. Aber jetzt verstehe ich alle " " " " " So bietet heute, im Angesicht der demnächst stattfindenden Bezirkstagswahlen, die bürgerlich politische Schaubühne der oberelsässischen Industric- Metropole, deren Darbietungen vor kurzeni die Grausamkeiten und Scheußlichkeiten, die da nicht eine empfindliche Schwächung des monarchiſchwänglicher Weise als muſtergültige Vorbilder einer erfolgs Der Patriot" hat nach dem rheinischen Organ zu erwägen, ob noch von der gesamten Ordnungspresse des Reichs in über zu Tage treten, wo der Chinese glaubt, der Stärkere zu fein." Statt von Droschten lassen sich die besser Situierten chen Ansehens die Folge wäre, wenn der Krieg nicht fort reichen und vielverheißenden Ueberwältigung der Socialdemo fratie, als ein elementarer Durchbruch des Reichsgedankens" in China in einer Art Sänfte, Palantin, tragen. Diese geführt wird. Also nicht, weil es politisch flug, nicht, weil es friegstechnisch gefeiert worden waren, ein Bild der jämmerlichsten Berfahrenheit Balantin- Kuli versuchten in Macao gegen Korff, was in Berlin Droschkentutscher auch zuweilen Fremden gegenüber versuchen. oder sonstwie notwendig wäre, muß all das den Chinesen Angedrohte und Mutlosigkeit, indes die längst totgesagte Müllhauser Socialverwirklicht werden einen solchen Beweis zu führen versucht das demokratie aus der ihr durch eine an Zahl überlegene feindliche Aber das bekam den Kuli, die den ganzen Tag einen Trägerlohn von ca. 30 Pf. erhielten, schlecht. Mit ihrem Verlangen thaten die Blatt gar nicht, sondern lediglich deshalb muß weiter getämpft Alliance bereiteten Niederlage frisch gestärkt, mit ungebrochenem Mut armen Leute nicht klug, denn am Hotel bekamen sie die Tage und werden, weil der Kaiser seine Worte verpfändet hat. Ein Monarch und neuer Siegeszuversicht hervorgegangen ist. Die Raschheit, mit der unsre Genossen in Mülhausen nach dem überraschenden Mißdarf sich nicht irren, seine Worte müssen erfüllt werden. statt des Trinkgelds eine Tracht Brügel von der Polizei." Die Das rheinische Centrumsblatt scheint den Byzantinismus mur erfolg des 5. Juli ihre reorganisatorische Thätigkeit aufgenommen haben, Engländer üben die Justiz, um nicht zu sagen die Gerechtigkeit, so Gerechtigkeit, fo aus, daß in jedem Fall, welcher es auch sei, im Streit zu befämpfen, wenn er sich den italienischen seönig gegen- und die Energie und Entschlossenheit, mit der sie jetzt bei ihrem erſtüber breit macht, dem der Klerikalismus aus wohlbekannten Gründen maligen Erscheinen auf dem Stampffeld der Bezirkswahlen, den Gegner eines Chinesen gegen einen Europäer der Chinese nicht von vornherein in die Defensive drängend, in ihre Positionen eingerückt allein grundsätzlich unrecht bekommt, sondern auch be nicht recht wohl will; in der Heimat pflegt es ihn selbst.sind, waren auf die Koalition der Bürgerlichen von dermaßen ver straft wird, weil er sich unterstanden hat, das Gesetz Das Schweigegebot. Die Post" bringt jetzt unfre Mit- blüffender Wirkung, daß diese alle guten Vorsäge von der jüngsten anzurufen. Erst ganz neuerdings ist es vorgekommen, teilung zur Sprache, daß den aus China heinigekehrten Soldaten Reichstagserfazwahl her vergaßen und einanderschnöde im Stich ließen. daß einmal ein Chinese recht bekommen hat, worüber die ganze ein militärisches Schweigegebot über ihre Erlebnisse auferlegt worden Dem elsässisch- fleritalen Parteiführer Winterer statten die Liberalen Chinesenstadt sehr stolz ist." Es ist wirklich merkwürdig, wie un ist. Daß die" Post" auch diesem Verbot Beifall schenken würde, war Mülhansens jetzt den wohlverdienten Dank für seine entscheidende flug die Engländer mit den Chinesen verfahren; es ist aber eine zu erwarten; wir erwähnen ihre Polemit nur, weil sie die von Unterstützung des protestantischen Liberalen Schlumberger dadurch ab, solch unübersteigliche Kluft zwischen ihnen, daß sie sich nicht einmal einigen Blättern bezweifelte Richtigkeit unsrer Meldung bestätigt. daß sie dem erneut zum Bezirkstage kandidierenden Klerifalen zur Belehrung herbeilassen." So fand Korff die Behandlung der Bürgermeister Rust, einem guten Freunde Winterers, ihre Chinesen seitens der Engländer in Hongkong und seitens der Portugiesen Die Beratungen des Bundesrats werden demnächst wieder Wahlhilfe versagen, selbst auf die Gefahr hin, dadurch dem socia in Macao. Aber auch da, wo die Polizei nicht englisch oder portu aufgenommen. Zunächst finden nur Ausschußsisungen liftischen Bewerber zum Siege zu verhelfen. Mit der viels giesisch, sondern chinesisch ist, erlauben sich die Europäer ungestraft statt, während die nächste Plenarsizung erst auf den 4. Oftober an- gerühmten" Ermannung" des Bürgertums ist es also auch in Die ärgsten Rücksichtslosigkeiten gegen die Chinesen. Als das beraumt ist. Unter den Beratungsgegenständen, die dem Bundesrat Mülhausen" nichts, und man vergleiche es mit dem nach der Dampfboot, auf dem Korff Kanton, besuchen wollte, sich auf dem zugegangen find, befindet sich auch, wie verlautet, ein Entwurf für Wahlentscheidung des) 5. Juli in der deutschen, besonders der Tschu- Kiang näherte, war derselbe dicht mit kleineren und größeren Elsaß- Lothringen, betreffend die Verwaltung der Landesschulden. Berliner Ordnungspresse angeſtimmten Jubel über die Ver chinesischen Fahrzeugen bedeckt. Die Strömung ist 13 Stuoten in Ferner liegen dem Bundesrat die Ergebnisse des Heeresergänzungs- nichtung der oberelsässischen Socialdemokratie, über den Sieg des der Stunde, und da das Dampfboot durchaus teine Rücksicht auf die geschäfts für 1899 vor. Reichsgedankens" und das„ Verständnis der Mülhauser Wählerschaft andren Fahrzeuge nimmt, wurden sofort zwei in Grund gefahren, für die weltmachtspolitischen Bestrebungen der Reichsregierung", wenn mehrere schlagen um und andre werden jo heftig gegen das Schiff das Organ der beiden elsajjisch- klerikalen Reichstags- Abgeordneten getrieben, daß die ganze Besagung teils ins Waffer, teils auf das Delfor und Hauß, der„ Elsässische Voltsbote in Straß Dampfboot springt." Niemand lacht, niemand sieht zufrieden aus, burg, zu den bevorstehenden Wahlen in Mülhaufen schreibt: und wenn auch niemand thätlich wird, so hat man doch den Eindruck, daß jeder Einzelne im Herzen die Fremden haßt und verwünscht." " Zur Frage der Kohlennot. Die bayrische Regierung hat, wie Münchener Blätter berichten, die Generaldirettion der bayrischen Staatseisenbahnen ermächtigt, im direkten Verkehr mit den preußisch- hessischen Staatsbahnen und den sonst an" Die Socialdemokraten bereiten sich vor auf die Bezirksder Tarifmaßnahme sich beteiligenden Staats- und Privatbahnen für tagswahl im Kanton Mülhausen- Süd. Sie werden ganz sicher den Steinfohlen, Braunkohlen, Coats, Briquetts, Torf und Torfbriquetts Stampf ebenso heftig führen, wie bei der Reichstagswahl, aber, wenn Diese Reise machte Korff 1893 und 1894 und seine Beschreibung im Versand von den deutschen Seehäfen und den deutschen binnen- nicht alle Beichen trügen, mit mehr Erfolg. Der Kanton Mülderselben ist 1896 erschienen. Er hat sich ja nur einige Wochen in ländischen Umschlagsplägen mit sofortiger Gültigkeit auf die Dauer hausen- Süd hat eine äußerst zahlreiche Arbeiter die größtenteils zu der Social China aufgehalten und nur einige Seiten des Verhaltens der Europäer von zwei Jahren die billigeren Frachtiäße des Roh bevölkerung, hält, und da der socialistische Kandidat, den Chinesen gegenüber tennen gelernt, die Missionare hat er zum stoff Tarifs auf den bayrischen Staatsbahnen demokratie Beispiel nicht kennen gelernt, aber seiner warnenden Stimme achteten anzuwenden. Herr Joseph Nußbaum, ein Einheimischer und dazu die europäischen Regierungen nicht. Das Deutsche Reich hatte da in Arbeiterkreisen eine bekannte Persönlichkeit ist, so ist fast mals noch fein Bachtland an der Sonne. Aber glaubt man, Die Knappschafts- Berufsgenossenschaft faßte auf ihrer vorauszusehen, daß er den Sieg davontragen daß die Kollegen der Leist, Wehlan und Arenberg später mit Generalversammlung, die am 15. September in Dresden abgehalten wird. Während die Genossen schon recht thätig sind, hört man den Chinesen in dem deutschen Pachtlande anders verfahren sind, wurde, einige allgemein interessierende Beschlüsse. So wurde zum von den Ordnungsparteien nichts und doch sollten sie ge als sie es bei den Engländern fahen? Und als dann der durch die neuen Unfallversicherungs- Gesetz unter anderm beschloffent, von den schlossen wie ein Mann für Herrn Ruft eintreten und mit ihrer geschilderten Brutalitäten erzeugte und täglich neu genährte In- fatultativen Bestimmungen, betr. die Versicherung gegen Haftpflicht Wahlarbeit nicht mehr länger jäumen. Die Ordnungsparteien haben, grimm der chinesischen Bevölkerung auf einmal mit roher Gewalt und die Einrichtung von Rentenzuschuß- und Pensionskassen, feinen wie bei der letzten Reichstagswahl, wieder die Socialdemokratie wider Tosbrach, als die von Korff vorausgesehenen Früchte der üblen Aus- Gebrauch zu machen. Dagegen wurde bestimmt, in Zukunft statt sich, und diese gilt es auch jetzt zu bekämpfen. Es wäre deshalb faat reiften, da sollten es auf einmal die bösen Chinesen sein, die der anrechnungsfähigen die wirklich verdienten traurig und könnte es nicht genug verurteilt werden, wenn, wie die frommen Europäer nicht in Frieden leben ließen und nun dafür Arbeitslöhne der Umlageberechnung zu Grunde zu legen, denn wie verlaut et, die Ordnungsparteien nicht einig wären. In liberalen von den europäischen Kulturträgern nach Hunnenart gezüchtigt werden Geheimrat Jende- Essen mitteilte, ist nach den bei den Eisen- und Kreisen heißt es schon jetzt: Was fümmert es uns, ob Rust ge follen.Stahl- Berufsgenossenschaften gemachten Erfahrungen das Endergeb- wählt wird oder nicht!" Eine solche Handlungsweise, d. h. Wahlnis ungefähr dasselbe, dagegen wird aber den Betriebsunternehmern enthaltung wäre ein Verrat an der eignen Sache; wenn die Liberalen: Gegen die Byzantiner wendet sich die Köln. Bolts durch die Einführung dieser Neuerung eine nicht unerhebliche Arbeit so blind sind, daß sie dies nicht einsehen, so fann man sie nur be geitung"; fie wendet sich namentlich gegen einige deutsche erspart und es wird dadurch eine unanfechtbare Lohnstatistit erzielt. dauern. Die Katholiten sollten sich dessen aber Blätter, welche es für ihre Pflicht halten, alle regierenden Fürsten Die Versicherung der Organe, Vertrauensmänner, Vorstandsmit- doch bei der nächsten Gelegenheit erinnern. und Familien mit ihren Schmeicheleien zu verfolgen. Mit Recht glieder usw. gegen Unfälle im Dienste der Berufsgenossenschaft soll und nicht mehr so gutmütig und so dumm sein, um andern die Kastanien aus dem Feuer zu holen." höhnt sie über die aufdringlichen Lobhudeleien des Mosse- Blatts, diese für die Folge selbst übernehmen. Diese unumwundene Anerkennung der Achtung gebietenden welches früher einmal von einem italienischen liberalen Blatt in folgender treffender Weise charakterisiert worden sei:„ Das Berliner Die berichtigte Gewerbe Ording. Durch die am 1. Oftober Machtstellung der Socialdemokratie in den Mülhauser IndustrieTageblatt" ist ein progressistisches Organ, das jeder Prinzessin zu in Kraft tretende Novelle zur Gewerbe- Ordnung wird ein Kuriosum bezirten lautet freilich etwas anders als das Gefasel von dem„ verihrem Geburtstag gratuliert." Natürlich, so heißt es in dem aus der Geschichte unsrer Gesetzgebung nunmehr in verfassungs- schwindend kleinen Anhang" unsrer Partei unter der oberelsässischen rheinischen Centrumsorgan weiter, haben die Blätter jener Kategorie mäßiger Weise geregelt. Es handelt sich um den letzten Absatz des Arbeiterschaft, das nach der Wahl des 5. Juli in der gegnerischen auch nicht versäumt, den neuen König von Stalien§ 138 a der Gewerbe- Ordnung, der im Jahre 1891 geschaffen wurde. Presse zu lesen war. Daß wir bei dem häuslichen Streit im Lager in den Himmel zu erheben. Diese Schmeicheleien gipfelten Dieser bestimmt die Fälle, in denen die untere Verwaltungsbehörde der weiland flerital- liberalen heiligen Alliance den lachenden Dritten in der Entzückung über die Thatkraft und Entschlossenheit des die Beschäftigung von Arbeiterinnen, soweit sie über 16 Jahre alt spielen, werden uns die Herren Hoffentlich nicht allzu sehr übeljungen Königs. Die Sucht der Bewunderung verstieg sich dazu, sind, kein Hauswesen zu besorgen haben und keine Fortbildungs- nehmen. Den Talmiwohlthätern, die bei uns in Deutschland allüberall der nach Einnahme von Bloemfontein veröffentlicht wurde und besagte, diefen Jahren eine gewaltige, und ein ungeheurer Menschenstrom the Wesen treiben, indem sie allerhand wohlthätigkeits. daß er mit Lutas Meyer nach Hause zurüdgekehrt sei, unrecht. Beide ergoß sich über die westlichen Staaten, welche in furzer Zeit in inBazare", Bälle", Konzerte" usw. abhalten, um angeblich fämpfen noch heute. dustrieller Beziehung einen Aufschwung nahmen, der seinesgleichen den Armen zu helfen, ist durch einen Erlaß des Amtshauptmanns Die Burghers geben ihre Sache noch nicht verloren. Die sucht. In wenigen Jahren hatte Chicago feine Bevölkerung vers von Chemnitz eine recht unangenehme Ueberraschung zu teil ge- Boerenregierung veröffentlicht eine Erfläeung als Antwort auf die- doppellt und die westlichen Städte wuchsen wie die Schwämme. worden. Derselbe ist interessant genug, um ihn wörtlich wieder- jenige Roberts. Es wird darin erklärt, die beiden Republiken Neue Staaten wurden in die Union aufgenommen und neue Terri zugeben: feien nicht erobert; sie weigern sich, sich der britischen Herrschaft zu torien für Ansiedler eröffnet. Zwischen 1890 und 1900, aljo in einer Die königl. Amtshauptmannschaft hat häufig die Erfahrung unterwerfen, da die Mächte ihre Unabhängigkeit anerkannt haben. Zeitperiode, wo der Nativismus sich ganz besonders zu regen bezu machen, daß öffentliche Veranstaltungen, für die Demgegenüber tommen aus Lourenço Marques Mel- ganun, ging die Einwanderung zurück, die Maßnahmen, um uns behufs Verfolgung wohlthätiger oder gemeinnügiger dungen, welche eher zu der Annahme berechtigen, als ob die erwünschte Gäfte fernzuhalten, wurden verschärft und der Einwande3wede um Erlaubnis zur Erhebung von Eintrittsgeld Boeren, vollständig verzweifelt, den Kampf aufzugeben im rung der Chinesen wurde Einhalt geboten. nachgesucht worden ist, verhältnismäßig geringe oder überhaupt Begriff ständen. Danach seien in Lourenço Burghers eingetroffen Die dreißig größten Städte find: teine Erträge für die angegebenen Zwede erbracht haben. und hätten berichtet, die Boeren feien in Nelspruit untereinander in Groß- New York inkl. New York ind Brooklyn Die Schuld hieran liegt zumeist darin, daß viel zu hohe Streit geraten und verübten Plünderungen und Brandstiftung. Sie Chicago. Summen für Requisiten, Kostüme, Noten usw. ver- erklärten, Präsident Krüger habe sie im Stich gelassen, ihr Gold mit Philadelphia ausgabt und bisweilen fogar berufsmäßige Künstler fich genommen und ihnen mur Papiergeld zurüdgelassen. Die Gerüchte, St. Louis niederer Gattung( jogenannte Coupletsänger, daß die Burghers Abficht hätten, sich zu ergeben, erhalten sich. Boston Romiter usw.) für minderwertige Aufführungen Es bleibt abzuwarten, ob beziv, in welchem Umfange fich diese, aus Baltimore nicht unbeträchtliche honorare erhalten. englischer Quelle stammenden Nachrichten bewahrheiten. Cleveland Buffalo San Francisco Cincinnati. Bittsburg. Die fönigliche Amtshauptmannschaft kann nicht dulden, daß Das Schicksal Krügers scheint noch nicht entschieden. Das in Fällen dieser Art ohne thatsächliche Förderung des vorgeschüßten Reutersche Bureau" erfährt, daß die niederländische Rewohlthätigen oder gemeinnützigen gweds die Oeffentlichkeit in gierung ihren Konsul in Lourenço Marques telegraphisch beauftragt Form der Erhebung von Eintrittsgeld in Anspruch genommen habe, Strüger mitzuteilen, die niederländische Regierung sei bereit, wird, sieht sich daher veranlaßt, bei fünftigen Gesuchen einen ihm eins ihrer Kriegsschiffe für seine leberfahrt nach Holland zur strengeren Maßstab anzulegen und wird die erforderlichen Ge- Verfügung zu stellen. Wenn Krüger dieses Anerbieten annimmt, nehmigungen nur noch dann erteilen, wenn bei solchen Veranstaltungen tann das holländische Schiff in 5 bis 6 Tagen in Lourenço Marques die Mitwirkenden und Leiter vor allen Dingen persönlich felbft ankommen. Opfer bringen und nach jeder Nichtung hin die notwendigerweise entstehenden Untoften auf ein thunlichst geringes Maß herabzudrüden sich bemühen, so daß für den angegebenen guten Zwed mit Sicherheit ein nach Befinden vor der Erlaubniserteilung zu hinterlegender Reinertrag( von mindestens 50 M.) erwartet werden kann. 10 Die Gemeindebehörden des amtshauptmannschaftlichen Bezirks werden hiermit angewiesen, bei Begutachtung bezüglicher Gesuche vorstehendes zur Richtschnur zu nehmen. Chemurig, den 8. September 1900. " " " Die portugiesische Regierung richtete an den Gouverneur von Mozambique ein Telegramm, in welchem sie die Abreise Krügers ans Lourenço Marques nach Europa gestattet und zugleich die Weisung erteilt, daß der Gouverneur sich versichere, daß Krüger diefes Reiseziel einhalte; der Gouverneur solle alle Vorsichtsmaßregeln für die Sicherheit und ehrerbietige Behandlung Krügers bis zu dessen Einschiffung treffen. anrühren!" " New Orleans. Detroit Milwaukee. Washington Newark Jersey Cith Louisville Minneapolis Providence Judianapolis St. Paul Rochester .3437 262 .1696 575 1 293 697 575 238 560.892 508 957 381 788 352 218 342 782 325 902 321 616 287 104 285 704 285 318 278.718 247 070 206.433 204 731 202 718 175 597 169 164 Kansas City 163 752 163 632 162 435 133 859 131.822 129 396 125 560 102 555 Denver Toledo Columbus Omaha. Soweit, so gut, aber es fragt sich, ob nicht England, ohne Rücksicht darauf, ob das völkerrechtlich statthaft ist oder nicht, auf das Schiff, das den ehemaligen Präsidenten an Bord hat, Jagd Die tönigliche Amtshauptmannschaft. machen wird. Jedenfalls wird in verschiedenen Blättern diese BerDr. Hallbauer. fm. mutung ausgesprochen. Auch in England wird diese Frage eifrigst Alleghany Diese Verordning richtet sich nur gegen die sogenannte bessere ventiliert. Es fehlt dort nicht an Stimmen, welche die eventuelle Gesellschaft, Arbeitervereine werden davon nicht betroffen, denn ihnen Gefangennahme Strügers auf neutralem Gebiet und dazu gehören war es so schon fast nie und nirgends gestattet, derartige öffent auch die Schiffe neutraler Mächte als eine Verlegung Total: 13 243 515 Ii che Veranstaltungen in Szene zu sehen. Es wird hier amtlich des Völkerrechts kennzeichnen. Das Londoner Daily Nach dieser Liste haben die Vereinigten Staaten bier Städte festgestellt, welcher Unfug mit den Wohlthätigkeits- Veranstaltungen Chronicle" veröffentlicht die Erklärung eines dortigen Universitätsgetrieben wird. Die Wohlthäter" müssen von Amts wegen daran professors. Dieser erklärte:„ Wenn Krüger auf portugiesischem( New York und Brooklyn getrennt) von über 1 000 000, drei von erinnert werden, daß sie selbst Opfer bringen müssen. Gebiet ist, so haben wir keine Möglichkeit uns seiner Person zu 500 000 bis 600 000, fünf von 300 000, zehn von 100 000 bis Wenn die Menschenfreundlichkeit erst aus eigner Tasche bezahlt bemächtigen, denn auch auf einem neutralen Schiff 200 000 Einwohnern. Der Osten steht an der Spige mit 7675 291 werden muß, dürfte die Sucht, bei solchen Veranstaltungen zu ist, wie der Fall Zuent 1861 gezeigt hat, Fall Tuent 1861 gezeigt hat, eine frieg Einwohnern in New York, Brooklyn, Philadelphia, Boston, Baltimore, prunken, bald etwas gedämpft werden. führende Perfon völlig unberleßlich." Und der Buffalo, Pittsburg. Washington, Newark, Jersey City, Providence, Geheimrat der Königin, John est late jagte:„ Krüger Rochester und Alleghany. Chicago, St. Louis, Cleveland, Cincinnati, Gesundheitszustand in Peking. Aus Riel wird der Boff. ist nun vollständig frei. Es ist ja gar teine Möglichteit, Milwaukee, Minneapolis, Indianapolis, Detroit, Kansas City, Beitung" geschrieben:" Die Drahtmeldung eines Berliner Blatts, ihn gefangen zu nehmen, gar keine. Gr fann ohne St. Paul und Toledo, im Westen, haben 4 393 703 Einwohner. daß der Tod des Freiherrn v. Rheinbaben einen ganz ver- Furcht auf portugiesischem Gebiete bleiben, so lange er will und San Francisco und Denver im äußersten Westen haben 476 641 und einzelten Typhusfall in Peking darstelle, ist unbedingt falsch. auf ein neutrales Schiff gehen. Wir dürfen ihn nicht New Orleans und Louisville im Silden 491 885. Der Kongreß wird bei der Wiederernennung der Repräsentanten Nach einer amtlichen Meldung des Konter- Admirals Kirchhoff vom 12. September aus Tatu find in Peking als schwer frank zurüd Auffassung anschließen oder ob sie ihren früheren einen weiteren weder muß er die Zahl der Repräsentanten oder das Verhältnis der Ob sich Chamberlain und seine Leute dieser vermunftgemäßen einem schweren Problem seine Aufmerksamkeit schenken müssen. Entgelaffen: vom Detachement Pohl: Feuerwerksmaat Beek von Repräsentation vermehren. Gegenivärtig hat das Haus 357 MitKaiserin Augufta", Bootsmannsmaat Schröder von Hertha", Ober- Bruch des Völkerrechts beifügen werden? matrose Waldecker und Matrose Kruse von Frene", Matrosen RehUeber die Stimmung in England über die letzten Er- glieder. Wird die gegenwärtige Repräsentationsbasis, nämlich ein Mitglied für 173 000 tonstituententen, beibehalten, wird sich die berg und Frick von Hansa" und von dem Detachement Soden die eignisse mögen nachstehende Aeußerungen Aufklärung geben. Scesoldaten Frenzel. und Kraus. Die meisten sind am Die Westminster Gazette" bemängelt die letzte Proflamation Mitgliederzahl des nächsten Hauses um 56 Mitglieder vermehren, Typhus erkrantt. Hoffentlich erfolgt bald eine amtliche Lord Roberts und wirft derselben vor, in ganz geichmadloser Weije so daß also die Zahl der Repräsentanten von 357 auf 413 steigen Kundgebung, ob der Typhus unter den beiden von Generalmajor von der Einmischung der Großmächte in die jüdafrikanische Angelegen würde. Abgesehen von den großen Schwierigkeiten, mit welchen v. Höpfner kommandierten Seebataillonen weitere Verbreitung ge- find sämtlich von der endgültigen Regelung der Angelegenheit fämpfen hätte, wäre es auch unter obtaltenden Verhältnissen faſt heit gesprochen zu haben. Die Großmächte, so sagt das Blatt, eine so große Körperschaft bei der Erledigung der Geschäfte zit funden hat." durch große Unternehmen, welche sie in Transvaal organisiert haben, ein Ding der Unmöglichkeit, die neuen Repräsentanten in der gegen interessiert, und sie werden nicht verfehlen, diese Interessen im ge- wärtigen Kammer zu placieren. gebenen Augenblick geltend zu machen. Jedenfalls fann die Haltung Da jedes Mitglied des Repräsentantenhauses 5000 Dollar per einer oder mehrerer Mächte Gegenstand einer Diskussion zwischen Jahr Salair bezieht, würden durch die 56 neuen Mitglieder die dem Oberbefehlshaber und dem Feinde nicht werden. Kosten jährlich um 280 000 Dollar vermehrt werden, von den In der liberalen Vereinigung, welche dieser Tage in übrigen damit verbundenen Ausgaben gar nicht zu reden. AndrerEin offiziöſes Biener Montagsblatt meldet, der staiser habe Ladybank versammelt war, sprach Asquith im Namen der feite müßte die Vermehrung des Verhältnisses der Repräsentanten in Jaslo bei Gelegenheit der Manöver zwei Bemerkungen gemacht, Mehrzahl der Führer der liberalen Partei und erklärte, die auf 200 000, wonach die Mitgliederzahl etwa 366 betragen würde, die die Lage beleuchten. Die erste Aeußerung lautete: 3 wird Annettierung der füdafrikanischen Republiken sei unwider die Repräsentation einzelner Staaten im Hause gefährden, ganz ficher Laum besser werden, trop der Neuwahlen." F& ist der lepte berfaffungsmäßige Verfuch", so lautet ruflich. Dieselben müßten und würden endgültig dem Reiche ein- aber würde sie die Grenzen mancher Kongreßdistrikte so verrüden, der zweite Ausspruch. Also die nächste Medizin für den franken berleibt werden. Der Krieg habe England die Augen geöffnet daß in vielen Fällen zwei Mitglieder des gegenwärtigen Hauses in Staat foll nicht mehr auf berfassungsmäßigem hinsichtlich der Gefahr, in welcher es geschwebt habe, Südafrika zu denselben Distrikt geworfen werden müßten. Eine andre Frage in Verbindung mit dieser Sache ist die Vers Wege gebraut und verabreicht werden. Es sollen, sobald auch der Ueber die militärischen Aktionen liegen nur wenige minderung der Repräsentation jener südlichen Staaten, welche die neue Reichsrat nicht aktionsfähig ist, einige Aenderungen der Nachrichten vor. Aus Bloemfontein wird berichtet: General Neger ihres Stimmrechts beraubt haben. Das Censusresultat zeigt Verfassung auf nichtverfassungsmäßigem Wege vorgenommen Macdonald fing am 10. d. M. zwischen Winburg und dem Bet- die Anzahl der ſtimmberechtigten Personen und eine Vergleichung werden, vielleicht eine Erweiterung des Wahlrechts. fluffe eine Streitmacht flusse eine Streitmacht von 700 bis 800 Boeren mit drei mit dem Wahlresultat giebt die Basis zu einer Schäzung der um ihre Sanonen ab und erbeutete 33 Wagen, 270 Bugochsen, sowie bürgerlichen Rechte betrogenen Wähler. 65 000 Patronen und eine große Menge Vorräte. Die Boeren steckten drei andre Wagen in Brand, um deren Wegnahme zu verhindern. Der Boerengeneral De wet foll durch einen Schuß in die Linge tödlich verlegt und eine Stunde später gestorben sein. Ferner liegen folgende Telegramme vor: Ausland. Oestreich Ungarn. Oestreichische Aussichten. Schweiz. • verlieren. * Bern, 14. September.( Gig. Ber.) Ueber die Ausführung des Gefeßes zum Schuß der Eisenbahner berichtet das eidgenössische Eisenbahndepartement in Bern, daß die im Jahre 1899 beim Bahn- und Dampfschiff Personal gemachten häufigen direkten Erhebungen eine größere Bahl von Unregelmäßigkeiten zu Tage gefördert haben, haben, aber immerhin sei gegenüber früheren Bemerkenswert Jahren Besserung eingetreten. sind sodann London, 17. September. Ein Telegramm aus Maseru meldet, folgende weitere Darlegungen:" Das Departement fab sich die Boeren seien dort gut berproviantiert und wiederholt in die Lage versett, gegen die Verwendung hätten genügend Remontepferde, um den Krieg fortsetzen zu können. Kapstadt, 17. September. General Paget überraschte die von ungeeigneten Ablösern im Bahnbewachungsdienste einzuschreiten, Boeren bei Binmarsriver und machte zehn Gefangene; indem einzelne Gesellschaften, um dem regulären Perional die gefet weiter erbeutete er etwa 2000 Oien. liche Nachtruhe zu sichern, während einiger Abendstunden Personen für die Ablösung verwendeten, welche selbst nicht über die notwendige Cradock( Südafrika), 17. September. Die Garnison des Orts Ruhezeit verfügten. Dem Einwand der Verwaltungen, daß die Ab- Schweizer Nenneke, nordöstlich von Bloemhof, wurde vor 14 Tagen löser, welche nur während weniger Stunden eines Tags im Eisenbahn- von Boeren umzingelt. Sie hat sich stark verschanzt und ist ausdienste stehen, dem Arbeitsgesetze nicht zu unterstellen seien, konnte die reichend mit Vorräten versehen. Eine Entsaztruppe ist von Bryburg aus unterwegs. Berechtigung nicht abgesprochen werden; andrerseits aber konnte die Lourenço Marques, 17. September. Die Boeren haben die Aufsichtsbehörde mit Rücksicht auf die Betriebssicherheit nicht 3 Die portugiesischen Eisenbahngeben, daß Personen, welche in ihrem privaten Berufe bereits ein volles Tagewerk geleistet hatten und nachgewiesenermaßen über behörden nehmen keine Güter zum Transport über die Grenze an. erheblich weniger Ruhezeit verfügten, als das Gesetz für das BahnAfien. personal fordert, am Abend mit dem verantwortungsvollen Bahnbewachungs- Dienst betraut werden." Das ist eine sehr richtige Auffassung, ist doch die Ursache so vieler Eisenbahn- Unfälle in der Ermüdung der Bahnangestellten zu suchen. ut is impFrankreich.. Brüde von Kaapmuiden zerstört. Eine neue politische Partei ist in Japan vom Marquis to begründet worden und am 15. d. Mts. in Yokohama ins Beben getreten. Bei diesem Anlaß hielt Marquis Jto eine Rede, in welcher er fich dagegen verwahrte, daß er die Haltung des Ministeriums migbillige oder selbst ein Portefeuille anstrebe. Sein Partei- Nachrichten. Gemeindewahlen. In Diemis bei Halle wurde bei der Gemeinderats- Ersatzwahl ein Parteigenosse gewählt. Die Ersatzwahl war infolge eines Protestes unsrer Parteigenossen angeordnet worden. Totenliste der Partei. Jn Harburg verstarb nach längerm Leiden der Parteigenoffe Mag Sühnel. Der Verstorbene war ein stets eifrig thätiger Kämpfer. Auch in der Gewerkschaftsbewegung that er stets seine Pflicht und würde dafür vor mehreren Jahren zum Leiter des Gewerkschaftstartalls am Orte gewählt. Die Genossen Elberfelds erlitten gleichfalls einen schmerz lichen Verlust durch den Tod des Textilarbeiters Peter Simon, den auch eine längere Krankheit aus seinem Wirkungsfreise riß. 14. November vor der Straffammer in Dortmund in zweiter AufDer Prozeß Lütgenau gegen Genossen Bredenbed wird am lage verhandelt werden. den von Bredenbeck angebotenen Wahrheitsbeweis zu erheben. Gewerkschaftliches. Berlin und Imgegend. Zur Lohnbewegung der Buchbinder. Die Antwort der Unternehmer auf unfre Paris, 15. Sept. 2oubet hat die Einladung zum Festnellen Systems beizutragen. Ueber 150 Mitglieder des Parlaments start besuchte Versammlungen der Buchbinderei Arbeiter und-ArParis, 15. Sept. Loubet hat die Einladung zum Feſt einziger gwed fei, zu einer erfolgreichen Thätigkeit des tonstitutio- orderungen." Dieses Thema beschäftigte gestern abend zwei mahl des Pariser Stadtrats unbeantwortet ges Taffen, die nationalistischen Blätter ergehen sich deshalb in wilden sind der neuen Partei bereits beigetreten. Drohungen gegen ihn. Der Haushaltsausfchuß der Kammer tritt heute zufammen und damit beginnt das Vorspiel zur parlamentarischen Seffion.Rußland. Amerika. Bevölkerungszunahme und Volksvertretung. beiterinnen. in Ju Stecherts Saal berichtete Bergmann namens der Lohukommission, daß bereits etiva 600 Arbeiter und Arbeiterinnen in einer Reihe von Wertstuben unter den neuen Bedingungen ar= Die Censusbehörde der Vereinigten Staaten beiten und von den Ausgesperrten mit wenigen Ausnahmenhat nunmehr die Einwohner von dreißig der größten Städte dieses niemand abtrünnig geworden ist. Die Lohntonimiffion legte folgende Landes, welche im ganzen 13 243 515 Seelen haben, gezählt, und Resolution vor: Die Ruffifizierung Finnlands wird von den russischen hofft der Censusdirektor Merriam, bis zur Einberufung des Durch das Stillschweigen der Fabrikanten unfren Forderungen Machthabern mit ungeschwächtem Eifer fortgefeßt. Der ſtell- ongreffes im Dezember das vollständige Resultat der jüngsten gegenüber ist zu erkennen, daß die Herren nicht bewilligen wollen. vertretende Generalgouverneur von Finnland hat das Erscheinen der Volkszählung unterbreiten zu können. Die Vertrauensleute der einzelnen Werkstuben werden beauftragt, im Zeitung„ Borgaobladet" wegen eines Artikels" In den Tagen der Sachverständige find der Ansicht, daß der Census vom Jahre 1900 Namen ihrer der Werkstube beschäftigten Kollegen und Prüfungen" und die Beitung„ Kotta Nyheter" wegen eines Artikels eine Bevölkerung von 75 Millionen ergeben dürfte. Dem Kolleginnen am Dienstag früh eine bindende Erklärung ihres " Die Schulen" auf die Dauer von zwei Monaten verboten. Census zufolge hat sich die Bevölkerung in den 30 Städten Unternehmers zu verlangen. Um der Durchführung der durchschnittlich um 30 Broz. vermehrt; wenn die Zunahme der Forderungen feine Schwierigkeiten zu bereiken, erklären sich Bevölkerung überall im Lande im gleichen Verhältnisse mit der in die Anwesenden mit der Zurückziehung der Forderung: Frei diefen Städten fortgeschritten ist, würde die Gesamtbevölkerung der gabe des 1. Mai, sowie Reduzierung des Zuschlags von ist durch den Weggang Krügers wenig verändert. Der Guerilla Vereinigten Staaten nahezu 80 Millionen betragen. Erwiesener 10 Broz. auf 5 Broz. für diejenigen, welche schon den geforderten frieg wird seitens der Boeren fortgesetzt. Der Nachfolger Krügers, maßen ist die Bevölkerungszunahme in den Städten größer, als in Minimallohn erhalten, einverstanden. Erfolgt die Annahme der Schalt- Burger, der zugleich auch den Oberbefehl im Felde den Landdistrikten. So hat z. B. in New England Boston eine Bufo reduzierten Forderungen nicht, so verpflichten sich die Anwesenden, fibernommen hat, wird als eir energischer Mann geschildert, der nahme von 25,07, Providence eine folche von 32,88 Proz. aufzu- die Arbeit so lange ruhen zu lassen, bis die Forderungen anerkannt im Verein mit einigen andren Generalen den Guerillafrieg weifen; aber daraus folgt noch lange nicht, daß sich die Bevölkerung werden. fortsegen werde. Er ist aus Lydenburg und man behauptet, daß er in den Landdistrikten durchschnittlich um 29 Proz. vermehrt hat. In In der Diskussion trat Dempwolf für den sofortigen General jeden Stein und jedes Loth in der schwierigen Gegend tennt, in der den Central Staaten, von Ohio westwärts nach Dakota, ist eine ftreit ein, er riet von jeder Verhandlung, namentlich von der Verjein Bolt jetzt den legten Stand macht. Kommandant Schall- Burger große Bevölkerungszunahme in den Landdistrikten zu konstatieren. mittelung des Tarifamts der Buchdrucker ab. Die nachfolgenden hat während des gegenwärtigen Kriegs in feiner der Hauptaktionen Die Bevölkerungszunahme während der Periode zwischen 1880 Redner billigten dagegen die von der Lohnkommission empfohlene eine hervorragende Molle gespielt, aber jedenfalls that ihm der Bericht, und 1890 war geradezu phänomenal. Die Einwanderung war in Tattit und aaben der sichern Erwartung Ausdruck, daß nach Lage Afrika. Die Lage in Transvaal W der Cache ein guter Erfolg der Belvegung nicht ausbleiben könne. Gegen die Zurückziehung der in der Nesolution genannten Forderung stimmte eine starke Minderheit, die ganze Resolution wurde dann einstimmig angenommen. Auch die bei K ei l e r, Koppcustrafee, stattfindende Versammlung war gedrängt voll. Vtstoinski führt in seinem Referat aus. daß, trotzdem der Kampf ein den Arbeitern aufgezwungener sei und die Polizei sich redliche Mühe gebe, die Bewegung zu stören, doch die so zahlreich beinchte Versammlung zeige, daß die Kollegen und Kolleginnen fest auf ihre Forderungen bestehen wollen. Große Erregung wird hervorgerufen, als der Redner bekannt giebt, daß der Verband der Buchbinderei- besitzer eine Eingabe an daS Kriegsministerium gerichtet hat, in der verlangt wird, daß Soldaten zu Streikbrecher- dienst eil abkommandiert werden.' Ferner hat derselbe Verband an das Polizeiprnsidimn das Ersuchen gerichtet, nicht mehr uniformierte Beamte, sondern nur noch Ltriurinalbeamte zur Verfolgung der Streik- Posten zu verwenden. Der Redner fordert dann, daß die Straßen, die dem öffentlichen Verkehr übergeben sind, auch für die Buchbinder frei- gegeben werden und es nicht durch das Vorgehen der Polizei that- sächlich unmöglich gemacht wird, manche' Orte zu passieren. Dann verliest der Referent den Waschzettel, der an die bürgerlichen Zeitungen vom Unternehmerverbnnd versandt worden ist und über den wir an andrer Stelle in der niorgigen Nummer den„Vorwärts" berichten. Nachdem der Redner die Firmen verlesen hat, die die Forderungen der Arbeiter bewilligt haben— es sind deren 37— wird die von der Lohnkommission vorgelegte Resolutton angenommen mit Ausnahme des Passus bezw. der Ermäßigung nuf 5 Proz. Der Antrag au 10 Proz. wird mit großer Majorität ebenfalls angenommen. Ferner gelangt noch folgender Antrag zur Annahme: Jeder in Arbeit stehende Kollege verpflichtet sich, pro Woche S0 Pf., jede Kollegin 25 Pf. für die Ausgesperrten auf die Listen zu zeichnen. Tie Etni-Arbeitcr hatten gestern eine zahlreich besuchte Ver- sammluug, um den Bericht der Lohnkomniission entgegenzunehme». Weinschild erstattete diesen. Er teilte mit, daß die ver- einigten Fabrikanten beschlossen hätten, eine wirkliche Ar- beitszeit von neun Stunden zu betvilligen. Tagegen wollten sie für alle vorkommenden Ueberstunden nur einen Aufschlag von 25 Prozent und die Abendpause nur bei mindestens dreistündiger Mehrarbeit bezahlen. Feiertagsbezahlung werde für hinfällig erklärt, weil angeblich Stundenlohn bezahlt werde. Der 1. Mai werde nicht anerkannt, es solle jedoch jedem freistehen, ihn zu feiern. Die Lohnkommission habe geantwortet, daß sie bestehen müsse auf die bedingungslose Bezahlung der Abendbrot- pause, sowie auf 33Vz Prozent Zuschlag für die ersten drei Ucber- stunden und von 50 Prozent für Nachtarbeit und Sonntags- arbeit. Bei dem obigen Vorschlag seien aber folgende Fabrikanten verblieben: Weber. Reichpietsch. W. Block. Föhrenbacher. Weißen- born. Kamp. Stritzke, Horms, Jackisch Nächst., Eichhorn. Mahly, Tinius.— Bewilligt hätten Knoll und Siegle. Flachs- haar u. Co.. R. Link, Schüler, G. Uuger. Nach kurzer Debatte wurde beschlossen, bei den angeführten 12 Firmen, die die minimalen Forderungen nicht bewilligt haben, von heute sDienstag) früh ab die Arbeit ruhen zu lassen, bis die Fabrikanten den Forderungen nachkonimen. Die Etui-Arbeiter und Arbeiterinnen. die unter den neuen Bedingungen arbeiten, verpflichteten sich, keine Streikarbeit zu machen. Festgestellt wurde, daß vermutlich 109 Arbeiter und 3 Arbeiterinnen in den Streik treten werden. Bewilligt sind die Forderungen 13 männlichen, 3 weiblichen Arbeitern.— Mit einem begeisternden Hoch auf die Bewegung schloß die Versammlung. In einen partiellen Streik traten am Montag die Möbel- Transportarbeiter, nachdem am Sonntag in einer Ver- sammlung beschlossen wurde, überall da, wo die Forderungen nicht bewilligt werden, die Arbeit niederzulegen. Zum Ausstand kam es bei den Firmen Knauer, A. Schäfer und Schuhmacher-Friedenau. Bei allen übrigen Firmen wurden die Forderungen bewilligt. soweit die verlangten Löhne nicht schon vorher gezahlt wurden. Danach erhalten die Kutscher nnnmehr 25 M pro Woche. die Arbeiter außer der Saison pro Tag 4 M. in der Saison vom 20. September bis 10. Oktober 5 M. pro Tag bei einer Arbeitszeit von 6 Uhr früh bis 8 Uhr abends. Ueberstunden nach 8 Uhr abends werden mit 50 Pf. entschädigt. Sonntagsarbeit wird, wenn diese bis 10 Uhr dauert, mit dem halben Tagelohn, bis 12 Uhr und später mit dem ganzen Tagelohn entschädigt. In bürgerlichen Blättern wird behauptet, daß die Arbeiter das Selbstbestimmungsrecht über die Trinkgelder verlangen. Dies ent- spricht nur insofern der Wahrheit, als' die Arbeiter verlangen, daß ihnen die Trinkgelder, welche häufig von ihren Arbeitgebern den Kunden mit auf die Rechnung gesetzt, auch voll ausbezahlt werden. Thatsächlich ist es bisher sehr häufig passiert, daß die Herren Unternehmer die für ihre Arbeiter von den Kunden vereinnahmten Trinkgelder in ihren eigenen Taschen verschwinden ließen. Die Firmen Schäfer und Schuhmacher haben im Lause des gestrigen Tags die Forderungen bewilligt, dagegen dauert bei Knauer der Streik unverändert fort. Die Scharfmacher des Verbands Berliner Metall- industrieller haben durch Cirkular angeordnet, daß die Former, Mafchinenfotmer, Kernmacher und Gießerei-Arbeiter, lvclche bei der Firma Krieger u. Jhsien in Hannover gearbeitet haben, bis auf weiteres nicht beschäftigt werden dürfen. Die Bleiglaser beschlossen in ihrer Versammlung am Freitag. auf die Vereinbarungen der Lohnkommission mit den' Meistern ein- zugehen. Tapezierer! Die Differenzen bei der Firma Wegeleben, Grüner Weg, sind durch Verhandlungen mit der Verbandsleitung beigelegt. Wir machen hiermit gleich die Kollegen auf die heutigen Mit- aliederversammluugen aufmerksam, in welchen über den augenblick- lichen Stand der Lohnbewegung berichtet und diskutiert werden soll. In der Filiale Nord findet außerdem ein Vortrag von Frau Dr. Wehl statt über„Prolctaricrkinder". Die Verbandsleitung. Die Arbeiter des Victoria- Speichers haben durch ihre Organisation, dem Ceutralvcrband der Handels-, Transport- und Lerkehrsarbciter, ohne Streik eine Lohnerhöhung erzielt. Die Ar- bester verlangten statt ihres bisherigen Stundenlohns von 35 Pf. einen solchen von 40 Pf. und für Ueberstunden statt 40 Pf. 50 Pf. bei zehnstündiger Arbeitszeit. In einem Schreiben erklärte die Direktion des Mctoria-SpeicherS, außer stände zu sein, diese Forde- rungen bewilligen zu können. Daraufhin begab sich ein Vertreter des Verbands persönlich zur Direktion, um. wenn möglich, eine Einigung herbeizufübren. Die Direktion erklärte sich nunmehr in sehr entgegenkommender Weise zu Unterhandlungen bereit und konnte der Beauftragte der Organisation Einsicht in die Bilanz der Gesellschaft nehmen. Aus dieser war zu ersehen, daß die Gesellschaft im Vorjahr ein Verlustsaldo von 42 678 M. aufzuweisen hat. Die Verhandlungen führten dennoch zu einem verhältnismäßig guten Resultat und wurde ein Lohn von 37Vs Pf. pro Stunde und für Ueberstunden 47 Pf. be- willigt bei zehnstündiger Arbeitszeit. In Betracht kommen dabei etwa 120 Arbeiter, die mit wenigen Ausnahmen der Organisation angehören. Den Spcicherarbeiter» des Berliner SpeditenrvereinS am Ostbahnhof ist auf Intervention der Organisation ebenfalls ein Stundenlohn von äl1/! Pf. bewilligt worden. Dcntscheö Reich. Zu einein recht sonderbaren Urteil ist daS Hamburger Land- aericht gekommen. Die Hamburger Bäcker hatten über ein Geschäft die Sperre verhängt, weil der Meister in einem Punkt die den Gesellen beim Streik zugestandenen Bedingungen zurückzog. � Die Bäckerorganisation ließ nun jede Woche vor dem Geschäft des Bäcker meisters Cirkulare verteilen, die das Publikum darauf aufmerksa..l machten, daß über das Geschäft die Sperre verhängt ist. Hiergegen klagte der Bäckermeister und forderte auf Grund§ 824 des Bürgerlichen Gesetzbuchs die Einstellung einer unerlaubten Handlung. Die BttaiNwortUcher Redacteur: Heinrich Ströbel in Berlin. Für den Ins« Strafkammer gab dem Antrage statt und drohte im WiederholungS« fall eine Strafe von 100 M. an.— Gegen das Urteil wird Berufung eingelegt werden. Manrerstreik in Duisburg. Da die bisher angewandten Mittel wenig erfolgreich waren, wird jetzt bersuHt, durch Verbreitung der Nachricht, der Streik sei zu Gunsten der Arbeiter beendet, Maurer nach hier zu locken. Demgegenüber sei bemerkt, daß der Kampf unverändert fortdauert. Die Unternehmer hoffen immernoch. mit ihrem„Herr-im-Hause-Standpunkt" Sieger zu bleiben. Obwohl zwei Gewalten gegen daS Interesse der Arbeiter zusammen- wirken, werden die Streikenden doch siegen, wenn der Zuzug wie bisher ferngehalten wird. Die Polizei scheint es für ihre Pflicht zu halten, dahin zu wirken, daß den Unternehmern auf der Streik- brechersuche nichts hindernd in den Weg tritt, dabei läßt man aber unberücksichtigt, wenn durch die getroffenen Maßnahmen die Ilster- essen der Arbeiter ganz empfindlich geschädigt werden. So hielten dieser Tage ein Wachtmeister und mehrere Polizei- sergeanten, sowie eine Menge Agenten der Unternehmer am Bahnhof Wacht. Eine Firma erwartete eine Ladung Holländer. Als diese ankamen, wurden sie sofort von den Unternehmern in Empfang genommen, den Streikenden dagegen wurde verboten, auch nur mit den Leuten zu reden. Einige Maurer, die das Verbot übertraten, kamen in Haft. Der Münchener Tischlerstreik beendet! Nach fast 16 wöchent- lichem Kampfe mußten am Sonntagvormittag die Tischler Münchens die Waffen vor der brutalen Uebermacht des Kapitals strecken. In einem außerordentlichen Generalappell wurde nach Klarlegung der Situation durch den Obmann der Lohnkommission, Reith, und dem Vorsitzenden des Hauptvorstands Kloß-Stuttgart nach eingehender lebhafter Debatte mit etwa 1200 gegen 16 Stimmen folgende Nesolution angenommen:»Der außerordentliche Generalappell er- kennt es nach Anhörung der Situation durch den Ceutralvorstand Kollegen Klotz und der Lohnkomniission für vollständig aussichtslos, den Streik unter den gegebenen Verhältuiffen fortzuführen und beschlieht deshalb, den Kampf vorläufig als auf- gehoben zu erklären. Die Anwesenden geloben, fest und treu zur Organisation zu halten, dieselbe derart auszubauen, um jene Macht' zu erreichen, die notwendig ist, um fortgesetzt Ver- besserungen in Bezug auf Lohn- und Arbeitsbedingungen der Kollegen herbeiführen zu können." Die Unlernehmer haben den Angriff auf die lOstündige Arbeits- zeit abgeschlagen, sie können sich ihres Siegs rühmen. Ob sie aber mit großer Befriedigung auf die Kämpfe zurückblicken, ist eine andre Frage. Sicher hat auch ihnen der Streik schwere Nachteile gebracht, so daß mancher mit Wehmut daran zurückdenken wird....d noch unliebsamer in späterer Zeit daran erinnert werden dürste. Ausland. AnS der Schweiz. Die Polizisten in Basel, von deren Lohn- bewegung bereits im verflossenen Frühjahre berichtet Ivorden, haben sich nunmehr mit ihrer Eingabe, die sie damals dem Vorsteher des Polizeidepartements eingereicht hatten, der die Sache offenbar dilatorisch behandelte, an den Großen Rat(Landtag) gewandt. Sie verlangen, daß das Besoldungsmaximum schon nach 10 und nicht erst nach 15 Dienftjahren erreicht werde, Entschädigung des Nachtdienstes mit 4 Fr. statt mit nur 1 Fr., Entschädigung der Postenwache mit 2,50 Fr., Abschaffung des Pikeldienstes(Bereitschaft) für die verheiratete Mannschaft bezw. Extrabezahlung desselben, Eist- chädigung der Theatcrwache-t 2 Fr. und der CirkuSwache mit 4 Fr., 52 Ruhetage im Jayr und jährlichen Urlaub von sieben Tagen, Abschaffung der Arreststrafe für Polizei-Angestellte oder dessen Beschränkung ans nur wichtige Fälle und endlich Gestattung des WirtShauSbesuchs während des Nachtdienstes. Das sind durchaus berechtigte und billige Wunsche. Die Socialdemokraten treten dafür ein.— Die Vereinigten Schweizerbahnen(Sitz in St. Gallen) haben den Werkstättenarbeitern eine kleine Lohnerhöhung und Minimallohn gewährt, ferner die Einsetzimg eines Arbeiterausschusses zugestanden. — In Rolle(Kanton Waodt) sind die Küfer in eine Lohnbewegung eingetreten.— Die ca. 1200 Arbeiter beschäftigende Maschinenfabrik von Saurer in Arbo» am Bodensee hat davon gegen 700 wegen Mangel an Arbeit entlassen.__ Socittles Zur Würdigung der Beiriebszählungsergebnisse in der Landwirtschaft. In den Conradschen Jahrbüchern(Juli 1900) wird nach amtlichen Quellen eine kleine Untersuchung über die Grundbesitz- Verhältnisse im Kreise Meisenheim(Regierungsbezirk Coblenz) ver- öffeutlicht, die einige interessante Zahlen über die Zersplitterung dcS Grund und Bodens, sowie Angaben über ihre Ursachen anhält. Der Kreis ist 176 Quadratkilometer groß und hat in 25 Ge- meinden 13 631 Einivohner(1895). Die Landwirte sind meist kleine und mittlere Bauern. Grundbesitz von mehr als 10 Hektare» bezeichnet der Verfasser(Referendar E.Schlenlher) schon als ungewöhnlich. Industrie ijt im ganzen Kreise nicht vorhanden. Es wird nun nachgeivicsen, daß der ohnehin seit je arg zer- splitterte Boden von Jahr zu Jahr noch mehr verteilt wird. Auf der Fläche von genau 17 632. 7738 b. bestanden imJahre1872: 110000 Par- zellen, die sich in fortgesetzter Steigerung im Jahre 1899 1900 auf 130 301 Parzellen vermehrt hatten. Der fiskalische sWald) Besitz so- wie das Gemeindeland sind darin mit enthalten. Aus einer andren Tabelle ergiebt sich, daß die steigende Zersplitterung fast aus- schließlich die ertragfähigen Parzellen in Privatbesitz' trifft. Im Etatsjahr 1899fl300' betrug die Zahl der im Privatbesitz befindlichen ertragfähigen Parzellen 119 865 und ihre dnrchlchnittliche Größe 10 Ar 71 Quadratmeter. Als Ursache dieser fortgesetzten Bodenzersplitterrmg bezeichnet der in dem betreffenden Kreise amtlich thätige Verfasser hauptsächlich den in der ganzen Gegend üblichen Erbteilungsmodus. wonach das elterliche Gut stets zu gleichen Teilen an die Kinder verteilt wird. Geldabfindung wird nur selten angenommen, würde auch meist sehr schwierig sein, da der Realkredit sehr mangelhast ausgebildet ist. Eine Besitzstatistik ist allerdings nur' für ein Jahr gegeben; danach waren im Jahre 1899/1900(»ach nicht ganz sichere» An- gaben) 3686 Grundbesitzer vorhanden, auf deren jeden durchschnittlich 35.5 Parzellen(einschließlich der Hofräume und ertraglosen Par- zellen) entfielen. Man kann danach die Vermehrung der Betriebe nicht zahlenmäßig ersehen, doch ist es nach den Angaben zweifellos. daß sie in ähnlicher Weise vor sich gegangen ist, wie die Vermehrung der Parzellen. Ueber die Lage dieser Bariern gewinnt man ein ungefähres Urteil aus der Thatsache. daß massenhaft Forderungen ai>S dem Gebiete des Personatkredits zwecks Sicherung' hypothekarisch eingetragen werden, die so klein sind, daß die Kosten der Eintragung die Hanptsunmie oft übersteigen. Der Verfasser kommt denn auch nach einer Untersuchung über die Ver- schuldungS-Berhälrnisse zu dem Scblnß. daß eine gedeihliche Fort- cntwickelung der Landwirtschaft im Kreis« nur von einer Aenderung des bestehenden ZustandS zu erwarten sei. Wir sehen also hier auf einem zusamnienhängenden Gebiet nicht nur Erhaltung, sondern Vermehrung der landwirlschaftlichen Klein- betriebe, die, wenn sie auch in noch andern Gebieten in ähnlicher Weise konstatiert werden kann, die Gesamtergebnisse der Betriebs- Zählungen sehr merklich beeinflussen kann und bei der doch die Leistungsfähigkeit und Rentabilität dieser oder jener Betriebsweise gar leine Rolle spielt. Internationale Konferenz der GewerbeAerichtS-Bcifltzcr. Von mehreren Organisationen von Arbeiterbeintzer» gewerblicher Schiedsgerichte in Paris ist auf an sie gelangte Wünsche ein Komitee ernannt worden, daß die Arbeiierbeisitzer der Gewerbe-TchiedSgerichte verschiedener Länder zu einer Konferenz einladen soll. DaS Komitee läßt diese Einladung jetzt für den 28. und 29. September ergehen. Die Delegierten sollen die Geschichte der Gcwerbe-SchiedSgerichte ihres LandS und eine Kritik geben und dann Reformvorschläge niachen. Einen nennenswerten praktischen Erfolg versprechen sich die Veranstalter bei der außerordentlichen Verschiedenheit der Rechts- verhältniffe selbst nicht von der Zusammenkunst, jedoch hoffen sie auf einen bildenden Einfluß auf die Arbeiter. itenteil verantwortlich, Ach«locke in Berlin. Druck und Verlag von Ma Die Konferenz soll im großen Saal der Arbeitsbörse stattfinden. Anmeldungen nimmt der Bürger Baume, Boursö du Travail, 3 ruo du Chateau-d'Eau, Paris, entgegen. DaS Gespenst der Arbeitslosigkeit macht sich auch inDüffel« d o r f immer mehr bemerkbar, weil es in den dortigen Fabriken immer flauer wird. Aus dem Grafenberger Walzwerk werden z. B. von den Arbeitern nur drei Schichten pro Woche gemacht. Viele Arbeiter haben eS natürlich vorgezogen, ihre Eutlassiing zu nehmen; so sind seit drei Tagen aus besagtem Werk rund 60 Arbeiter ab- gegangen. Da jedoch in andern Werken ähnliche Flaue herrscht. dürften viele der Leute vielleicht wochenlang umherirren, che sie wieder lohnende Beschäftigung finden. Parteitag. Mainz, 17. September. « Nachmittags-Sitzung. Den Bericht über die parlamentarische Thätigkeit beschränkt Singer unter Hinweis auf den gedruckten Bericht auf eine Besprechung der eingelaufenen Anträge. Er empfiehlt Antrag 52„als be- sonders notwendig in der gegenwärtigen Zeit." Wir nehmen cS als unser Recht in Anspruch, die Antwort niemals schuldig zu bleiben. Die Schlingen des MajestätSbeleidigungS-Paragraphcn müssen fallen. Dagegen erklärt sich Singer gegen die Anträge 53 und 54. Ein Antrag Hinsche verlangt, daß die Namen der bei der Ab« stimmung über die Zuchthausvorlage fehlenden social- demökratischen Abgeordneten bekannt gegeben und die Be- treffenden im Wiederholungsfälle zur Niederlegung ihrer Mandate veranlaßt würden. Der Referent bekämpft diesen Antrag.„ES be- darf nicht der Peitsche, um unsre Abgeordneten zur Pflichterfüllung anzuhalten." Dagegen empfiehlt er einen Antrag der Genossin Rosa Luxemburg, der die Fraktion beauftragt, die gegen den Gebrauch der polnischen Sprache in den Schulen von Posen gerichteten Maß- nahmen der preußischen Regierung im Reichstag zur Sprache zu bringen und überhaupt die Behandlung der Polen als Bürger zweiter Klasse mit allem Nachdruck zu bekämpfen. In der Debatte bringen Hoffmann-Hamburg und Schmal- f e l d- Bremerhaven die Wünsche der Seeleute über die Ge- staltung der Seemanns- Ordnung zum Ausdruck. Die weitere Diskussion bewegte sich um die P o l e n f r a g e und um Auseinandersetzungen einer Reihe Hamburg- Altonaer Genoffen untereinander. Rosa Luxemburg hatte in der Begründung ihres Antrags gemeint: wir müssen den polnischen Arbeiter lehren, seine nationalen Utopien aufzugeben. Diese Benierkung führte zu einem Zusammenstoß zwischen ihr und Haase-Bcrlin, der die polnisch- socialistische Partei vertrat und alte Konflikte zwischen dieser und Frau Luxemburg erörterte. In die Diskussion wurde auch der „Vorwärts" hineingezogen, dessen Redaktion Redacteur EiSner gegen die Angriffe Haasts verteidigt. Der„Vorwärts" habe, ohne sich mit dem Standpunkt der Genoffin Luxembcrg zu identifizieren, keine Lust zu einer langen Polendebatte gehabt. Während Genosse Haast vom Genossen Merkowski unterstützt wurde, betonte BrnhnS- Breslau, daß Genossin Luxemburg nnd Genosse Dr. Winter sür die Bewegung in Posen und Oberschlesicn viel im Gegensatz zu ihren Angreifern geleistet hätten. Die Hamburg-Altonaer Auseinandersetzungen wurden durch S t u b b e- Hamburg eingeleitet, der sich darüber beschwerte, daß bei der Zuchthausvorlage' 23 unsrer Abgeordneten gefehlt hätten. Molkcnbuhr erwidert, daß die plötzliche Erledigung der Zuchthaus« vorläge noch 10 Minuten vorher nicht zu erwarten gewesen sei. Könen- Hamburg ist durch diese Erklärung nicht befriedigt. Seine Aeußerungen: aus Kollegialität dürfe das Fehlen der Fraktionsgenossen nicht beschönigt werden, und„Elm habe sich aus bösem Ge- wissen ei» Vertrauensvotum in seinem Wahlkreise ausstellen lassen", rufen v. Elm nnd Frohme in die Schranken. Schließlich werden die Anträge 52 und der Genossin Luxemburg angenommen, die übrigen abgelehnt. Nach 6 Uhr wird noch der fünfte Punkt: Or- ganisation der Partei, in Angriff genommen. Auer ver- teidigt als Referent den Entwurf der Fraktion und polemisiert gegen die in der Presse und Versammlungen erhobenen Einwände. Er be- spricht heute nur die Punkte 1 bis 3 des Entwurfs. Wenn er morgen sein Referat beendet, soll nur Generaldiskussion stattfinden, nach deren Verlauf eventuell Kommissionsberatung stattfinden soll. Schluß 7�/« Uhr._ Uetzte Nnrhrichkett und Depeschen. China. Washington, 17. September.(Kabelmeldung der Paris Nouvellcs.) Ein hoher Beamter erklärte in einem Interview, daß die Jutriguc» der einzelne» Mächte, welche in China ihre eigenen Zwecke selbständig verfolgen, viel dazu beitragen, das Prestige Europas in China zu beeinträchtigen.„Ich glaube," sagte dieser Beamte dann weiter,„daß bald jeder Gesandte in Peking auf eigne Faust Unterhandlungen einleiten will. Wenn aber der Moment gelommen sein wird, Frieden zu schließen, so werden die Chinesen ihrerseits die Eintracht der Mächte verlangen." Rom, 17. September.(B. H.) Massageuo veröffentlicht ein Telegramm anS Taku, in welchem eS heißt, daß die italstuische Kolonne, die nach Natsaitsung unterwegs ist, noch nicht ans Boxer gestoßen ist. Fünf mit Proviant und Munition beladene Boote sind auf dem Peiho gesunken; ihre Ladungen sind verloren. Kopenhagen, 17. Scpiember. Tie Große Nordische Telegraphen- gesellschast uud die englisch« Eastern exlension telegraph conipany haben heute die Auslegung des Kabels zwischen Shanghai und Tschifu beendet, wodurch Tschifu, Tat». Port Arthur und Weihaiwci mit der Centralstation der Großen Nordischen Telegraphengesellschaft in Shanghai in direkte Kabelverbindung gesetzt ist, unabhängig von den chinesischen Landliuien. Wien, 17. September.(B. H.) Morgen beginnt die Klub- konfereuz der Linken, in welcher über die Vorbereitungen zur Wahlbewegnng beschlossen werden soll. Trieft, 17. September.