Nr. 221. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Vierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 Mt., wöchentlich 28 fg. fret ins Haus. Ginzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags Nummer mir tlluftrierter Sonntagss Beilage ,, Die Neue Welt" 10 Pfg. Poft Abonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Eingetragen in der Poft BettungsPreisliste für 1900 unter Br. 7971. Unter Kreuzband für Deutschland und Defterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Erscheint glich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 17. Jahrg. Die Insertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Rolonel. zeile oder beren Raum 40 Pfg., für politische und gewertschaftliche Vereinsund Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg. ..Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inferate für bie nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in derExpedition abgegeben werden. Die Erpcdition ist an Wochentagen bts 7 Uhr abends, an Sonn- und Fefttagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Kernsprecher: Rmt I, Mr. 1508. Telegramm Adresse: „ Socialdemokrat Berlin" Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 10, Beuth- Straße 2. Fernsprecher: Amt I, Nr. 1508. Kulturdienst. Saure Wochen frohe Feste;" nach eifriger Arbeit sind heut die Bertreter der deutschen Arbeiterschaft zur Rheinfahrt geTaben. Manch Proletarier, den seine Genoffen nach Mainz entfandten, sieht bewundernd zum erstenmal den wundervollsten deutschen Strom mit den märchenumwobenen, geschichtsreichen Uferstätten. Bom Niederwald aber blidt das Denkmal hernieder, das nicht nur die deutsche Einigung darstellt, sondern eine Erinnerung des deutschfranzöfifchen Kriegs bedeutet; doch das Denkmal löst in unsren Genossen tein leisestes chauvinistisches Fühlen. Sie freuen sich der Herrlichkeit der Landschaft und wenn sie eines Feinds denken, so nicht des Erbfeinds" jenseits der Landesgrenze, sondern des inneren Feinds", des schwarzen Regiments der Geistestnechtschaft, das den schönen deutschen Strom verfinstert und von dort Finsternis über das ganze Land ausbreitet. Die Arbeit ist gethan. Eine mühereiche Arbeitswoche im Dienst der Partei liegt hinter uns. Und rückblickend dürfen wir sagen: Unfre Vertreter haben ihre Pflichten trefflich erfüllt. Eine Partei, in der die Säfte des Lebens sprießen und die der Drang welterneuernder Thaten treibt, stellt sich stets neue Aufgaben. Sie tennt tein mattes Nuhen. Wirken und Kämpfen ist ihr Wesen. In Mainz wurde das Rüstzeug der Partei gebessert und der Aufmarsch zu neuen Rämpfen ausgeführt. Es wurde zunächst die übliche Regelung der Parteigeschäfte ge troffen: Rechenschaftsberichte der Parteileitung, der Reichstagsfraktion und Neuwahlen. Da zeigte sich allenthalben vollständiges Einverständnis der Massen mit den für die leitenden Posten erforenen Vertretern. Auch Verdrießlichkeiten des vorhergehenden Jahrs erscheinen beseitigt und die Wahl der Parteileitung war eine völlig einmütige. Sonnabend, den 22. September 1900. Endlich ist die Frage der Beteiligung an den Landtagswahlen ihrer Lösung entgegengeführt worden. Nochmals gab es ein heißes Streiten. Die Genossen, denen die Wahlbeteiligung unter dem Dreiklassenwahlsystem und der etwaige Abschluß von Wahltompromiffen mit andren Parteien parteigefährdend erschien, boten, wie es ihre Pflicht forderte, nochmals alle ihre Gründe auf, um die Partei von dem Wege abzuführen, den sie in dieser Frage seit mehreren Jahren betritt. Aber die andre Anschauung, welche Gefahren für die Reinheit der Partei nicht befürchtet, vielmehr erhebliche Förderung der Partei und der preußisch- deutschen Bustände von unsrem Eintreten in diesen Stampf erwartet, behielt die Oberhand. Der Parteitag hat gesprochen. Die Fehde unter uns ist zu Ende. Es hieße die in der Minorität gebliebenen Genossen beleidigen, wenn jemand die Richtigkeit der Schlußworte Bebels be= aweifeln wollte, daß nun kein Genosse in Preußen, sei es wer es sei, auch nur Miene macht, hinter der Front zurückzubleiben, daß wenn die Fanfare zur Schlacht erklingt, Mann für Mann ins geld rückt." Jezt giebt es nur noch den einen Kampf: gegen die Unterdrückungsherrschaft des preußischen Junkertums! Wird dereinst diese Schlacht geschlagen sein, dann wird die Bartei sich zu fragen haben, ob ihre Taktik richtig war. So hat der Parteitag sein Programm in tüchtiger Arbeit bewältigt. Die Thätigkeit aller unsrer Parteitage und so auch des Mainzer Parteitags ist wirkliche Durcharbeitung der gestellten Fragen. Nicht wie in andren Parteien entschied das Kommando einzelner Führer. Die reichen Kräfte, die im deutschen Proletariat sich regen, drängen zum Licht und wirken wetteifernd zum Wohl der Partei. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Fernsprecher: Amt I, Nr. 5121. Es wird abzuwarten sein, wie weit diese Mitteilungen richtig sind. Sicherlich wäre die darin angedeutete Haltung der Vereinigten Staaten ebenso flug wie die deutsche Haltung unflug ist. Der chinesische Gesandte in Washington bemüht sich eifrig, die dortige Regierung zur Einleitung von Friedensverhandlungen zu bewegen. Es wird hierüber gemeldet: „ Der chinesische Gesandte Wu- ting- fang überreichte heute auf dem Staatsdepartement ein Telegramm der Vicekönige der südlichen Provinzen, in welchem die Regierung der Vereinigten Staaten ersucht wird, ihre Beamten in China anzuweisen, in die Friedensverhandlungen einzutreten. Indem der Gesandte sich diesem Ersuchen anschließt, beabsichtigt er, die Vereinigten Staaten zu bestimmen, ihrerseits die Initiative zu den Verhandlungen zu ergreifen in der Hoffnung, daß die andren Mächte dann das gleiche thun werden. Die Vicekönige von Wutschang und Nauting erklären, daß sie bereit seien, fich für friedliche Zustände und Sicherheit der Ausländer zu verbürgen, wenn keine Truppen der Verbündeten weiter gelandet werden." Während Amerika eine zurückhaltende Stellung einnimmt, ist zu befürchten, daß Deutschland noch über Beling wird einem Berliner Blatt gemeldet: hinaus friegerische Unternehmungen plant. Aus Shanghai Ein faiserliches Edift, datiert Taihuenfu, 8. September, proflamiert Sianfu als neue Hauptstadt Chinas; der kaiserliche Hof würde sich sofort dahin begeben, da Sianfu der Machtsphäre der auswärtigen Mächte entrückt sei. Der Gouverneur von Schenfi erhielt den Befehl, die Regierungsgebäude daselbst in stand zu setzen. Der Erlaß beklagt den Mangel an Geldmitteln und fordert von den Vicekönigen Zuschüsse. Die militärischen Autoritäten sind einstimmig der Anficht, daß die jüngsten Ermordungen von Missionaren in Schansi und in der Mandschurei gebieterisch die sofortige Entsendung einer Strafexpedition dahin erfordern. Der deutsche Ge faudte Dr. Mumm von Schwarzenstein unterstützt diese Anficht sehr nachdrücklich." Wenn man sich auf derartige Pläne einläßt, dann ist der chinesische Krieg ohne Ende. Ein Erfolg in gedachter Art kann natürlich aus Straferpeditionen nimmermehr herausspringen. Und die Kosten dieser Chinapolitik müßten sich ins Aschgraue steigern. Schon soll nach einer Meldung der" Rhein. Weſtf. 3tg." Das ist vielleicht das schlimmste Symptom des Niedergangs der bürgerlichen Parteien, daß keine Erneuerung von unten herauf ſtattfindet, tein freies Emporquellen neuer Kräfte möglich ist. Als das Centrum in Bonn jüngst Heerschau hielt, da bildete die Masse nur Es wurde die Organisationsfrage glücklich gelöst und Staffage; teine irgendwie nennenswerte Distusfion. Präsentiert das Auers urwüchsiger, reicher Humor würzte den Ernst der Verhand- Gewehr! Herr Lieber ist da. Und wagt irgend jemand eine lung. Es wurde verhütet die straffe Centralisation, die nur durch fevere selbständige Meinung, so beflagt sich der Centrumsführer über den und ein wichtigstes Princip unsrer Partei verlegende Beeinträchtigung groben Kürassierstiefel, der in die feinen Spinnweben seiner schlauen eine zweite China- Anleihe unfrer weiblichen Mitstreiter zu erkaufen war. Die Aufstellung der Bolitik tritt. Parteicadres wurde dem neuen Stand der Gesetzgebung angepaẞt und wir dürfen erwarten, daß die vorgenommenen Aenderungen und Verbesserungen fich wertvoll für die weitere Parteientwicklung eriveisen verden. Sodann behandelte der Parteitag zwei bedeutsamste Fragen der aktuellen Politit. in furzer Zeit bevorstehen. Da die in Amerifa zu 4 Proz. geborgten 80 Millionen nicht weit reichen werden, soll noch bis zum luß dieses Jahres eine abermalige Ausgabe in den Vereinigten Staaten, sondern in Deutschland selbst. Die von 100 bis 120 Millionen Mark erfolgen, aber nicht Verhandlungen hierüber mit deutschen Banken sollen bereits eingeleitet sein, doch würde in Deutschland nicht der vierprozentige Binsfuß gewählt werden, sondern ein 3prozentiger. 9 Bon Li- Hung- Tschang. temey& aus Tatu vom 19. September lautet: Ich habe bei Washington, 20. September. Ein Telegramm Admirals Li- Hung- Tichang amtlich einen Besuch gemacht. Er ist am 18. September auf einem Kauffahrer eingetroffen und wird unverzüglich nach Peking weiterreisen. Er dankt den Vereinigten Staaten für die Aufmerksamkeit, die ihm erwiesen wurde. Nicht so in unsrer Partei. Das lebenspendende Element der Partei ist die selbständige Anteilnahme und die Stritit der Genossen. Auch in Mainz ist manch scharfes Wort geflogen und gegnerischer Unverstand glaubt durch Aneinanderreihung einzelner gespitzter Wendungen unsre Bartei charakterisieren zu dürfen. In Wirklichkeit ist diese freie Kritik ein hohes Gut der Partei, denn sie Monate hindurch geht ein toller Rausch durch das Land. Nun ist die Gewähr des Lebens, des Fortschritts. Da andre Parteien erhob sich die Partei der Arbeiter wider den Wahn, der unter verknöchern, regen sich eifervoll die Geisteskräfte der Arbeiterklaffe. dem klingenden Namen der Weltpolitik das Bolt zu bethören und so ist auch in Mainz mit der Kritik zugleich viel wertvolle Antrachtet. Es war ein würdiger, mächtiger, weithin schaffender regung aus den Reihen des Parteitags gegeben worden. Bedeut Protest, in dem redliche Arbeit sich gegen Spetulantenbegier, fame Fragen wie die Kohlennot und die Wohnung& not in dem sociale Politik sich gegen Macht politik, in dem die um von manchem andren hier abzusehen sind zu weiterer intenKultur sich gegen die Barbarei aufrichtete. Rede hatte Singer die Gefahren und die Abscheulichkeiten der welt- des nächsten Jahres vorgesehen worden. In wuchtiger fiver Bearbeitung aufgeworfen und zur Verhandlung dem Parteitag politischen Pläne zusammengefaßt und kein leisester Widerspruch antwortete ihm aus der Mitte des Parteitags, nur jubelnde Zu- schaft sicher, in deren Dienst sie am Kulturwerk des Socialismus gestatteten ihm Besuche ab. Später hatte Li- Hung- Tschang So ist denn den Mainzer Delegierten der Dank der Arbeiter stimmung, nur schneidende Verurteilung der Eroberungspolitit, mag arbeitet haben. Der Parteitag hat die deutsche Socialdemokratie in fie von Deutschland oder von England oder andren dem Kapitalismus alter Tüchtigkeit, in ewig junger Entwicklungsfähigkeit und Kampfes frohndenden Staaten ausgehen. freudigkeit gezeigt. frischauf zu neuem Kampf, zu Inmitten allgemeiner Verwirrung der Begriffe hat der Parteitag Klarheit geschaffen. Inmitten grauenhafter Verderbnis hat er den Kulturgedanken leuchten lassen. Die größte Partei DeutschIands hat laut und unzweideutig schroffste Absage erteilt jeg licher Welt macht politik und auch in dieser neuesten, verderblichen Phase militaristischer Entwickelung sich zur Weltfriedens politit bekannt. Die flare und große Stellungnahme unsrer Partei mag im Augenblid die weltpolitische Situation nicht ändern. Doch wir find reich belohnt, wenn es uns gelingt, aus der schmutzigen Flut, die alles zu überschweminen droht, das Ideal der Menschlichkeit und der Kultur emporzuretten. Die Geister find gerufen, die Gewissen find erweďt. Und zugleich hat unsre Partei Verwahrung eingelegt gegen die Mißachtung der Reichsverfassung, die den ersten und einzigen Erfolg der Weltpolitik bedeutet. Was bisher nur Zeitungen forderten, das hat jetzt eine Partei gefordert, in Rücksicht auf die schon nach Caprivis Wort die Regierung jede ihrer Maßnahmen betrachtet: die sofortige Einberufung des in seinen berfassungsmäßigen Rechten verlegten Reichstags. Mit dem Parteitag haben dreißig Mitglieder der focialdemokratischen Reichstagsfraktion Verlangen ausgesprochen und damit der Regierung die legte klägliche Ausrede genommen, daß aus der Mitte des Reichstags selbst teine Forderung auf Einberufung des Barlaments behufs Behandlung der Chinafrage laut geworden sei. dieses Bu einer sehr fachlichen Erörterung führte das Problem der Verkehrs- und Handelspolitit. Calwer, der den Bericht erstattete, hat mit voraussetzungsfreier Sorgfalt die Frage untersucht und gelangte zu Vorschlägen, die von unsrer bisherigen handelspolitischen Stellungnahme abweichen. Im Vorwärts" hatte bereits vor dem Parteitag einer unsrer Mitarbeiter Anschauungen von der Art der Calwerschen, wie uns dünkt, zutreffend zurückgewiesen. Auch auf dem Parteitag begegnete Calwer vielfachem Widerspruch. Wir meinen, der Parteitag hat bezüglich dieser Dinge durch seine Resolution völlige Klarheit geschaffen. Wohl mögen die Einzelheiten des Problems nach den Calwerschen Anregungen noch weiterer gründlicher Erörterung bedürfen, aber die Richtlinie unsrer Politik ist deutlich vorgezeichnet: Gegen Zollwucher jeder Art! Nach gepflogenem Kriegsrat neuem Sieg! China. Antworten auf die Bülow- Note sind noch immer nicht bekannt. Wenn die auswärtigen Mächte die Auslieferungspolitik des Grafen Bülow für durchführbar und aussichtsvoll hielten, hätten sie ihm längst wenigstens die Zusage ihrer Bereitwilligkeit gemacht, ihre Gesandten zu befragen. Die Verzögerung der Antworten beweist, wenn es eines Beweises noch bedurfte, daß die deutsche Forde rung andren Mächten mindestens geeignet erscheint, die Herstellung geregelter Beziehungen zu China überaus zu verzögern. Nur aus Washington tommen Nachrichten über die Aufnahme des Bülowschen Vorschlages, Nachrichten, denen jedoch der amtliche Charakter mangelt. Reuters Bureau telegraphiert: Tongfu, 21. September. Li- Hung- Tschang ist heute hier eingetroffen und ohne besondere Ehrenbezeugungen empfangen worden. Nur die russischen und japanischen Offiziere eine längere Unterredung mit dem Admiral Alexejew an Bord eines russischen Kriegsschiffes. Der Bicekönig war von einer russischen Wache und von 7 Leuten seines Gefolgs begleitet, lettere waren nicht bewaffnet. Li- Hung- Tschang reist in einem Sonderzuge nach Tientsin weiter. Operationen um Peking. London, 21. September. Das Reutersche Burean" meldet aus Beting vom 15. September: Eine aus Engländern und Amerikanern bestehende Truppe von 1300 Mann mit 4 Geschützen unter dem Kommando des Generals Wilson geht nach San- hai- tien ab, das dortige Arsenal zu nehmen und die daselbst befindlichen Bogerbanden auseinanderzutreiben. Die Engländer in dieser Truppe zählen 500 Mann und sind verschiedenen Regimentern entnommen, die Amerikaner sind in Stärke von drei Bataillonen vertreten. Der deutsche Truppenführer ist von den andren Generalen ersucht worden, eine Truppe nach Westen zu entsenden, die dort die Boyer vertreiben und normale Verhältnisse schaffen soll. Die Franzosen und Japaner operieren im Nordosten. London, 21. September. Unter dem 16. d. M. berichtet das Steutersche Bureau" aus Peting: Deutsche Mannschaften gehen morgen von hier ab, um zusammen mit Wilsons Kolonne gegen Bei- ta- tschu vorzugehen; die Deutschen werden den Ort von Often her, die Kolonne Bisons von Westen her angreifen. Im Süden. Washington, 21. September. Präsident Mac Kinley, Attorney- General Griggs und General Corbin berieten gestern abend die Antwort auf den deutschen Vorschlag. Wie es heißt, ist die Redaktion der Antwort noch nicht festgelegt. Endgültiges ist, weil es möglich ist, daß das Kabinett den Wortlaut der Antwort abändern fann, noch nicht beschlossen. Man glaubt, die amerikanische Antwort werde die Form eines Rund- Paris, 21. September. Ein Telegramm des französischen schreibens an die Mächte erhalten, welches, ohne den deutschen Konsuls in Kanton vom 20. d. M. meldet: In der Unterpräfettur Vorschlag bedingungslos anzunehmen oder zu verwerfen, den Suntai, in der Nähe von Kanton, find Ruheftörungen ausgebrochen. 8wed verfolgt, den amerikanischen Anschauungen die Unterstüßung Mehrere Ortschaften sind zerstört; die Missionen konnten sich in der Mächte zu sichern. Sicherheit bringen. Da der Vicefönig nicht im stande ist, die Ruhe wiederherzustellen, verlangen die Konsuln Truppen. Das Kanonenboot Avalanche" wird die Truppen begleiten. Eine Kabelmeldung der Paris Nouvelles" will näheres über die Saltung der Vereinigten Staaten und andrer Mächte wissen: Politische Mebericht. Berlin, den 21. September. Sammelpolitik. Washington, 21. September. Die Vereinigten Staaten erfennen in ihrer Antwort auf den deutschen Vorschlag an, daß eine Bestrafung der Schuldigen nicht mehr als billig sei, sie weigern sich aber, aus dieser Forderung eine unerläßliche Friedensbedingung zu machen. Nach den von den verschiedenen Kabinetten eingelaufenen Mitteilungen werden wahrscheinlich Rußland und Frankreich sich den Vereinigten Staaten Die Berliner Neueste Nachrichten" blasen zum Sammeln aller anschließen. Bezüglich Japans steht dies heute schon absolut fest. nationalen Elemente gegen die Umsturzpartei. Die Socialdemokratie Die Bereinigten Staaten glauben, daß China unter feinen Um babe, wie aus den Verhandlungen über„ Weltpolitik" hervorgehe, und daß ständen auf diese Forderungen eingehen werde die Absicht, in allen deutschen Gauen Deutschlands eine Agitation zu infolgedessen die Friedensverhandlungen abge= brochen werden müßten und ein weiterer Feld- entfalten, von der sie sich sehr viel für die„ Erschütterung der beaug nötig werden würde. Auch würde die Annahme der stehenden Staats- und Gesellschaftsordnung verspricht". Die gefährdeutschen Vorschläge eine be ständige Occupation Chinas liche Wirkung der gehässigen Entstellungen auf kritiklose Gemüter notwendig machen. dürfe man nicht unterschäzen. „Wäre der Reichstag im Juli versammelt und damals, wie nicht zu bezweifeln war, aller Welt klargestellt worden, dag die Chinapolitik der Negiening eine f e st e p a r l a m e n- tarische Mehrheit hinter sich hat, so würde dadurch der Socialdcmokratie die Bethörung der Massen immerhin wesentlich erschwert worden sein; jetzt hat' sie leider ein nur zu freie? Spiel." Hier begegnen sich die„Neuesten" ganz mit unsren Anschauungen; wir sind sofort für die Einberufung des Reichstags eingetreten und lange Zeit waren wir die beinahe Einzigen, welche die Mitwirkung des Parlaments in der Chinafrage verlangten. ES freut uns, daß das Krupp-Organ sich nun doch noch zu unsrer Ansicht bekehrt hat. Jedoch dürfte das Blatt sich in der Annahme täuschen, daß die Regierung in der Chinapolitik eine feste parlamentarische Mehrheit hinter sich habe, weder damals, noch jetzt. DaS Blatt klagt über die politische Gleichgültigkeit des Bürger- tnms: Wer nicht selbst an den o st asiatischen Dingen in irgend einer Weise beteiligt sei, verfolge die Sache mit großer Gemütsruhe; in der öffentlichen Diskussion der auS- wältigen Angelegenheiten führe kleinliche Nörgelei das große Wort. „Und auf dem Gebiete der inneren Politik befehden sich die Parteien mit einer Verbissenbeit, als hätten sie nicht die leiseste Ahnung davon, daß im Hanoumdrehen eine Situation eintreten kann, die gebieterisch die Zurückdrängung aller inneren Gegensätze fordern würde. Fürwahr, erbauliche Aussichten für eine wirksame Bereitelmig der socialdemokratischcn Wühlerei I" Was den Vorwurf der Gleichgültigkeit gegen diejenigen Kreise anlangt, welche an den ostasiatischen Dingen nicht in irgend einer Weise beteiligt sind, so finden wir denselben ungerecht. Es ist doch ganz natürlich, daß die Lieferanten aller Art, die Kanonen-, Gewehr-, Eisenplatten-Fabrikanten, die Großkapitalisten, welche nuS den Kriegsverwicklungen Millionen ziehen, für die Entwicklung der Dinge das meiste Jntcreffe haben. Außer diesen haben das meiste Interesse und zwar das gegenteilige— die große Masse der Proletarier, welche die Gut»« und die B l u t L st e u e r für den ganzen China- rnmmel aufzubringen haben.—- Auf das Centrum will sich das Blatt in dem Kampfe gegen die Socialdemokratie nicht verlassen, dessen„versteckte Reichsfeindschnft" sei am Ende noch gefährlicher als die offene der Socialdemokratie. „Umsomehr sollten unter den heutigen Verhältnissen die ehe- maligen Kartellparteien sich verpflichtet halten, die sie trennenden Momente zurückzudrängen und die Notwendigkeit ihres geschlossenen Zusammcnstehens für die nationale Politik zu betone». Sie sind nicht mehr, wie einstmals in der Lage, der Regierung eine feste Reichstagsmehrheit zu bieten; aber auch da? Ausland weiß, daß, wenn nicht nur gezählt, sondern gewogen wird, diese Parteien recht eigentlich daSzenige repräsentieren, was die Kraft eines Staats ausmacht. Und vor allem, die ehemaligen Knrtellparteien sind ihrem Wesen und ihrer Tradition nach in erster Linie geeignet und berufen, in ernster Zeit den nationalen Sinn in der Bevölkerung wachzurufen. die nationale Thatkraft zu stählen. Aber auch diese Parteien sind, in ihrer Totalität gc- noinmen, von einer vollen Würdigung der heutigen Lage so weit entfernt, daß sie noch immer fortsahren, ihren oft recht kleinlichen Streitigkeiten mit einem Eifer obzuliegen, als ob es für das Deutsche Reich und Preußen andre Sorgen überhaupt nicht geben könnte. Wir niaßcn uns kein Schiedsrichteranit an. enthalten uns auch der Anführung von Beispielen. Wozu zuletzt gegenseitige Rekriminationen? ES ist eben innerhalb wie außerhalb der Mauern gesündigt worden. Wir haben diesen national- liberal-konservativen Krieg während der letzte» Jahre oft als ein nationale? Unglück beklagt; niemals aber war ein Augenblick, wo es notwendiger gewesen wäre, sich wieder auf die gemeinsame Aufgabe zu besinnen, als jetzt. Man sage nicht, in der parlamentarischen Entscheidung über nationale Fragen sei das Zusammengehen der alten Kartellparteien unter allen Umständen sicher I Wichtiger alS die Abstimmung im Reichstage ist die werbende Arbeit der Kartellparteien im Volke. Diese aber wird wenig erfolgreich sein, wenn Konservative und Nationalliberale sich gegenseitig mit tödlichem Haffe verfolgen. Wann werden sie sich wieder ganz ihrer höheren Pflichten criuncrnZ Dem Fürsten Bismarck ist es einstens gelungen, sie auf den rechten Weg zu führen. Wenn es heute so betrübend anders ist, so ist auch die Regierung nicht ohne Schuld daran." Also die Miqnelsche Sammelpolitik. Aus der ganzen Jeremiade geht aber hervor, daß das Krupp-Organ selbst nur wenig Zutrauen zu der Sainnrlung hat.—_ Vom Eisen-«itb Kohlenmarkt. Au? allen Teilen der deutschen Eisenindustrie kommen jetzt die Nachrichten über die fortschreitende Abschwächung der Konjuuktur. An der Börse haben diese Nachrichten verursacht, daß die Hütten- aktien neue beträchtliche Kursrückgänge zu ver- eichnen haben. Der Verein für Bergbau und Gußstahl- abrikation, den die Börse im April noch auf 280 notierte, steht jetzt auf 17S, die Laurah ütte, im April 283, notiert jetzt 1S3 und die Oberschlesischeu Eisenwerke, im April auf 187, stehen jetzt auf 12« usw. ES nützt den Werken nichts. daß sie auf die hohen Abschlüsse mit ihrem Kundenkreise in der Eisenindustrie verweisen; man weiß, daß die Specifikationen fehlen und waS nützen alle hohen Abschlüffe, die im Ver- trauen auf die Fortdauer der guten Konjunktur auf dem Weltmarkt gemacht worden sind, wenn der Umschlag der Konjunktur die Fabrikanten vor die Unmöglichkeit stellt, die abgeschlossenen Roh- materialmengen abzunehmen. In solcher Situation kostet es be- deutenden Werken bereits große Mühe, ihren Betrieb völlig auf- recht zu erhalten. Teilweise ist dies nur möglich, durch Preis- Nachlässe bei den schon kontraktlich abgeschossenen Lieferungen. Es haben seitens der Werke Preisnachlässe bis zu 30 M. pro Tonne Roheisen stattgefunden, so daß also die »guten Preise, auf Grund deren vor einem Vierteljahr noch die Hüttenaktien toll hinaufgetrieben wurden, nur noch auf dem Papier bestehen. Der fallende Kurs der Hüttenaktien deutet nun an, daß die Börse für die nächste Zeit einen weiteren Preisrückgang in der Eisenindustrie erwartet und thatsächlich haben sich auch bereits die Händler zufammengethan, um auf die Werke drücken zu können. Der Preisrückgang des Rohmaterials in der Eisenindustrie ist der sicherste Gradmesser für die allgemeine Verschlechtening der Marktlage. Die Werke würden mit allen Mitteln den Preis gehalten haben, wenn nicht die Industrie nur trostlose Aussichten hätte. Die Absatzstockungen greifen immer weiter um sich und man kann als sicher voraussagen, daß der kommende Winter für die deutsche Arbeiterklasse, die jetzt die tolle Ueberspekulation deS Unternehmertums während der Jahre der Prosperität zu büßen bekommt, wieder Arbeitslosigkeit in großem Umfange bringen wird. Auch der Kohlenmarkt hat seine feste Haltung verloren. >Jm Augenblick klammert sich das deutsche Ausbeutertum mit all' feinen Hoffnungen an die Wirkungen des amerikanischen Kohlengräber-Streiks. Die Gefahr der Masseneinfuhr amerikanischer Kohle, die trotz aller Ableugnungen unmittelbar bevorstand, scheint ihm nun in die Ferne gerückt. Auf wie lange, muß die Zukunft lehren. Auch die Grnbenprotzen, die das Volk und die Industrie in sder schamlosesten Weise ausgeplündert haben, werden, wie es scheint, «bald den Rückgang der Konjunktur zu spüren bekommen. . ReichStags-Ersatzwahlen. Zu den erledigten Reichstags- Mandaten in Berlin VI, Brandenburg und Wanzleben kommt jetzt ein weiteres in dem Kreise Meseritz-Bomst. Die Socialdcmo- kraten kommen in dem letztgenannten dunkeln Winkel gar nicht in Frage, es sind die Polen und die Konservativen, welche dort um die Palme der Volksverdummung ringen. Das Mandat ist bisher ununter- brochen im Besitze der Reichspartei gewesen; immer bedrohlicher aber sind die Stimmen der Polen, die dort gemeinsam mit dem Centnim vorgegangen sind, gewachsen. Im Jahre 1893 standen noch 92S0 konservative gegen 7647 polnische; 1894 bereits 9200 konservative gegen 8703 polnische und 1895 9481 gegen 8817 polnische Stimmen. Bei den Wahlen 1893 brachten e» die Polen nur auf 7444 gegen 8933 Stimmen, die der nunmehr verstorbene v. Dziembowski er- hielt; socialdemokratische Stimnien wurden im ganzen Kreise 49 ab- gegeben.— Der zukünftige Reichskanzler. Bis vor kurzem soll«S bürgerlichen Blättern zufolge als sicher gegolten haben, daß dem Onkel Chlodwig der Fürst Hohenlohe- L a n g e n b u r g als Reichs- kanzler folgen, daß den Fürsten Hoheulohe-Langenburg der Schwager des Kaisers. Prinz Adolf zn Schau mburg-Lipp«, in der Statthalterschaft der Reichslande ablösen werde. Jetzt soll diese Absicht teilweise geändert worden sein. Zwar behält eS dabei sein Bewenden, daß Fürst Hohenlohe-Langenbiirg der vierte deutsche Reichskanzler werden soll, aber zu seinem Nachfolger in Strnßbnrg ist nicht mehr Prinz Adolf, sondern Generalfeldmarschall Graf Waldersee in Aussicht genommen, deffen Rückkehr aus China den Zeitpunkt deS großen Amtswechsels bestimmen wird. Prinz Adolf, der Gemahl der Prinzessin Victoria von Preußen, wird gleichwohl nicht länger ohne größere Aufgabe bleiben. Ihm ist die Regentschaft von Brau»schweig zugedacht, deren Prinz Albrecht von Preußen müde geworden. Vielleicht hat man geglaubt und glaubt hier und da wohl noch, daß es rat- sainer wäre, in Braunschweig eine Art RegentschaftS- Dynastie zn schaffen, indem man' dem Prinzen Albrccht dessen ältesten Sohn, Prinzen Friedrich Heinrich, folgen ließ. Doch Prinz Adolf ist einmal von seinem kaiserlichen Schwager als Muster- Regent bezeichnet worden,— es geschah, als er auf Grund des Schiedsspruchs Königs AlbcrtS von Sachsen die Regentschaft dem Grafen Ernst zu Lippe-Biesterfeld abtreten mußte � und so mag man am Ende dem Lande Braunschweig diesen Regenten gönnen. — Dagegen glaubten ivir annchmcn zn dürfen, daß man dem Grafen Waldersce viel höhere Aufgaben, etwa die eines Statthalters von Deutsch- China, zugewiesen werden würden.— Schiller alS Anarchist. Das„Deutsche AdclSblatt" kommt in seiner letzten Ausgabe auf da? Paulinische Wort zn sprechen:„Jeder- mann sei nuterthail der Obrigkeit", und fährt dann wörtlich fort: „Aber freilich, das hat der Apostel Paulus geschrieben in einer Zeit, die weit hinter uns liegt, und der>var eben auch„ein Kind seiner Zeit". Heute kann daS nicht mehr gelten, wir sind„fort- geschritten". Mord ist unter Umständen nicht mehr Mord. sondern eine Hcldeuthat. Verherrlichte doch schon Schiller vor hnndert Jahren, wie man jetzt mit Vorliebe festziistellc» versucht, in zwei Dichtungen politische Meuchelmorde. im„Wilhelm Tell" und in der„Bürgschaft". Ja freilich, Anarchismus ist eben porelizierte Socialdemokratie, Socialdemokratie ist potenzierte Demokratie und Demokratie ist potenzierter Liberalisnms— und Schiller war liberal»ach heutige» Begriffen." Warum hat hier das„Adelsblatt" den Ring geschlossen? Viel- leicht hätte sich die Wurzel des Anarchismus doch noch lveitcr ver- folgen lassen— etwa bis auf die Propheten und Moses selbst?— llnsre Killtttranfgabe» leiden nicht. Aus der Provinz Posen wird der„Verl. Ztg." geschrieben: In dem Städtchen Kopnitz im Kreise Wöllstein ijl infolge polizeilicher Bersügmig die katholische Schule geschlossen ivordeu, weil das Gebäude dem Ei u stürze nahe ist. Im Frühjahr fiel ein Teil der Decke ein und jetzt haben sich die Balken des Schulzimmers, die während der großen Ferien abgesteift werden mußten, einzeln aus den Wänden herausgelöst. Die Um- fassungsmaucrn senkten sich, und so mußten die 120 Kinder, welche mit ihrem Lehrer in den beiden letzten Jahren tn ständiger Todes- angst schtvebtcii, den Schnlpalast räumen. Schon vor vielen Monaten erstattete die nächste vorgesetzte Behörde rechtzeitig Meldung. Ver- schiedene Sachverständige haben auch die Baufälllgkeit des Schul- gebäudeS bestätigt, aber von einem neuen Schulhause ist nichts zu hören und zu sehen. Wenn es gilt die„Kultur" nach China zn tragen, haben wir immer hcilloS viel Geld— wenn auch von dem Reichstag dafür keines beivilligt ist— die Berichte über derartige Schulpaläste im Osten sind und bleiben aber an der Tagesordnung. Für die Krankrnversicherung der Hansiudnstriellrn treten am 1. Oktober einige neue Bestimmungen in Kraft, die auf die Verhältnisse in der Konfekliousbranche zugeschnitten sind. Die Hausindiistriellen sind bekanntlich nicht ohne' weiteres gegen Krank- heit versichert, wohl aber kann eine Gemeinde für ihren Bezirk diese Personen für versicherungspflichtig erklären. Vom 1. Oktober an kann auch der Bundesrat nach seinem Ermessen Hausiuduslrielle be« stimmter Geiverbe oder in bestimmten Bezirken für versicherungs- pflichtig erklären. Sodann ist die Möglichkeit geschaffen worden, dort, wo da? Dazwischentreten von Zwischemmternehmern(Schwitzern ec.) die Frage nach dem Arbeitgeber zweifelhaft macht oder die Einziehung der Beiträge gefährdet, Abhilfe zu schaffen. Es kann durch das Kassen- statut bestimmt werden, daß in solchen Fällen der Austraggeber des ZwischenmeisterS(der Konfektionär) als Arbeitgeber im Sinne des Krankenversicherungs-GesetzeS zu gelten hpt. Dieser hat dann die Kassenbeiträge für die HauSindustnellen und für deren Ge- Hilfen und Lehrlinge einzuzahlen und muß daS Arbeitgeber- drittel auS seinen Mitteln tragen.— Menschenleben wiegen leicht in den Augen mancher Unter- nehnier. Ist doch für verunglückte Arbeiter immer leicht Ersatz zu schaffen. Wie leichtfertig gerade im Bergbau häufig mit dem Leben der Arbeiter umgegangen wird, das zeigen die alle Augenblick vor- kommenden Verunglückungen, von denen' sich viele durch vorbeugende Maßregeln des Arbeiterschutzes vermeiden ließen. Jetzt hat sich wieder daS Oberbergamt Dortmund ver- anlaßt gesehen, nach sorgfältiger Untersuchung einer Anzahl im Be- triebe befindlicher Schächte mehreren Zechen aufzutragen, ans be- stimmt bezeichneten Schächten den Betrieb eirizu st eilen und innerhalb dieser Frist für einen der Sicherheit des Bc- trieb? mehr«ntsprcchenden Schacht zu sorgen. ES handelt sich um alte Holzschächte, welche dem Druck deS Gebirges nicht lange mehr stand halten können, zu deren Beseitigung die reichen Gesellschaften aber erst durch die Behörden gezwungen werden müssen. Karlsruhe, 20. September.(Eig. Bericht.) Der so plötzlich eingetretene Ministerwechsel hat weit über die rot- gelben Grenz- pfähle hinaus überrascht und Aufsehen erregt. Die nationalliberale Presse widmet dem scheidenden Minister nur LobeShhmnen. Das ist begreiflich, wenn man berücksichtigt, was Minister E i s e n l o h r für die nationalliberale Partei gethan hat. Wenn nun auch der Nach- folger Eisenlohrs aus des letztren Schule hervorgegangen ist, so darf man doch ohne weiteres annehmen, daß er sich für die national- liberale Partei nicht in dem Maße engagieren wird, wie dies sein Borgänger gethan hat. Er wird sich klugerweis« eine gewisse Zurückhaltung gegen- über der nationalliberalen Partei auferlegen. Dazu' hat er um so mehr Ursache, als auf diese Partei thatsächlich kein Verlaß mehr ist. Ließ doch selbst Minister Ei s e n l o h r durch seinen journalistischen Handlanger Katz in der„Südd. Reichskorresp." erklären, daß er nur deshalb zurückgetreten sei, weil er sich der Ueber- zeugung nicht verschließen koimie, daß er auf d emnäch ftenL a n d- tage einer geschlossenen oppositionellen Mehr- hert gegenüber st ehen würde, ohne einer ziel- bewußt zuverlässigen Unterstützung durch die liberale Minderheit sicher zu sein. Die Regierung rechnet demnach bei der kommenden Landtags- wähl mit weiteren Mandatsverlusten der national- liberalen Partei und mit einer Zweidrittel-Majorität der Opposition. Für die nationaUiberale Partei ist der Rücktritt EisenlohrS um so schmerzlicher, als auch ihr langjähriger Führer Fieser, ein Intimus EisenlohrS, von der politischen Thätigkeit sich zurückzieht und ein Ersgtz für denselben bisher noch nicht gefunden werden konnte. Der Nationalliberalismus steht auch in Baden, wo er am längsten sich zu halten und eine einflußreiche Rolle zu spielen vermochte, au dem Rande deS Bankrotts. Man kann es nur zu gut verstehen, wenn sich kein hervorragender Mann finden will, der Lust hat, das Erbe MeserS anzutreten. Die einst mächtige Partei ist sich in der wichtigsten Frage, welche das badische Volk derzeitig beschäftigt,— der VerfassungSfrage— uneinig. Ein Blatt um daS andre verläßt die biSberlge Führung der Partei und plädiert für daS kautelenlose oirekte Land- tagS-Wahlrecht. Nur das führende Organ, das übrigens nur noch ein Scheindasein fristet, hält an dem alten verbohrten Staudpunkt fest. Um so verwunderlicher erscheint eS, wenn dieses Blatt— die„ B a d i s ch e Landeszeitung"— den Versuch macht, den neuen Präsidenten des Ministeriums deS Innern für die nationalliberale Partei zu reklamieren und ihn auffordert, allen rückschrittlichen und radikalen Bestrebungen einen Damm entgegenzusetzen. Herr Dr. Schenkel müßte sehr unklug sein, wenn er diesen Lockrufen auch nur die geringste Beachtung schenken würde. In der Beurteilung des neuen Ministers ist sich die gesamte Oppositionspresse übrigens einig. Man bringt dem Herrn nur sehr Ivenig Vertrauen entgegen. Er hat sich auf dem letzten Landtag als Mitglied der Ersten Kammer wiederholt als ein Reaktionär von reinstem Wasser erwiesen und unter andern, den Versuch gemacht, an den R e ch t e n der Zweiten Kammer zu rütteln. Dazu ist er ein Kulturkampfer, Iva? ihn beim Centrum äußerst unangenehm macht. Sollte der neue Minister bezüglich der Verfassungsfrage sich auf den Standpunkt feines Vorgängers festlegen, so dürfte er in seiner jetzigen Stellung nur sehr kurze Zeit verweilen. Ein badischer Minister des Innern, der in der Verfassungsfrage den Wünschen der Opposition nicht ent- gegenkommt, kann sich unmöglich lange halten. In socialer Beziehung bringt man Herrn Dr. Schenkel mehr Vertrauen entgegen. In gewissen Kreisen nimmt man an, daß mit dem Eiutrikt Schenkels in daS Ministerium ein unverhüllt reaktionäre? Regiment seinen Anfang nimmt. Wie dem auch sein mag, die Socialdemokratie hat nicht die geringste Ursache, der' Zukunft mit Bangen entgegenzusehen. Im 'Gegenteil I Wird den Wünschen deS Volks Rechnung getragen und das direkte Wahlrecht eingeführt, so haben wir mir Nutzen; w,rd cs nicht eingeführt, so haben wir keinen Schaden, aber � em Agitationsinittel von großer Wirkungskraft. Sollte der�nene Minister i» der Verfaffniigsfrage den Standpunkt seines Vorgängers teilen, so werden wir ihm den Krieg erklären und denselben eben so entschieden führen, wie bisher mich. Ans der antisemitischen Schule. Wie da«„Konitzcr Tagebl/ meldet, sind ans dem jüdischen Friedhof in CzerSk zehn Denkmäler völlig zerstört worden, logar eine Kind erle, che wurde bloßgelegt. Jugendliche Burschen wurden alS Thäter zur Anzeige gebracht.— Ter Unlban deS PlenarsitzungSsaalS im«baeordneten- Hause schreitet rüstig vorwärts, Als Bauzeit waren sechs Monate in Aussicht genommen. Tie Bauleitung hofft aber in kürzerer Zeit, etiva Ende November, den Umbau bceudiat zu haben. Der Zweck des Ilmbaus ist die Verbeffcrung der Akustik deS SaalS.— Dir nnstttlichc„Germania". Im frommen Elsaß-Lothringen haben kürzlich, so schreibt die postosfiziöse„Deutsch. Verk.-Ztg", die neue» Briefmarken im Sinuc der lex Hciuze Anstoß erregt. Kam da eine biedere Frau vom Lande in Saarburg in einen Laden, dessen Besitzer auch Briefmarken verkaufte, und verlangte drei Zehnpfennig- marken. Als ihr diese eingehändigt iverden, stutzt sie und erklart, sie nicht nehmen zu können.„Jesses Gott", sagt sie,„die darf ich nicht mitbringen", und deutete dabei ganz erschrocken auf die üppige Germaniefigur. Als ihr begreiflich gemacht wird, daß eS keine andren Marken gebe, beharrt sie dennoch auf ihrer Weigenmg und sagt: „Ich kann die nicht nehmen, denn sie sind für eine— Kloster« s ch>v e st e r Ausland. Vor de» Wahlen in England. London, den 13. September. Obwohl die gesetzliche Lebensdauer des gegenwärtigen Parka- mcnts noch bis Mitte 1902 währt, ist seine traditionelle Lebensdauer so ziemlich erschöpft. Es ist alte Sitte, kein Parlament die gesetz- lichcn sieben Jahre zu Ende sitzen zu lassen. Während aber fast die ganze RegierungSpreffe auf Auflösung drängt, protestieren die liberalen und radikalen Blätter heftig dagegen, daß man jetzt das Land vor eine Neuwahl stellt. Es würde eine Khaki-Wahl werden, die Kriegsfrage würde alle andren Fragen in den Hintergrund drängen. Außerdem aber würden die Wahlen jetzt a u f Grund der alten Wahllisten vom Januar statlfiudcn und damit eine große Anzahl Wähler, die seitdem die Wohnung gewechselt— die große Masse davon Arbeiter— faktisch ihres Wahlrechts verlustig gehen. Die einfachsten Regeln politischen AustandS gebieten eS, mit der Wahl bis zum Januar zn warten, wo die neuen, im Juli aufgenommenen Wahllisten in Kraft treten. Beiden Einwänden kann man ihr« Berechtigung nicht bestreiten, obgleich es nicht wabrscheinlich ist, daß eine Wahl im Januar ein wesentlich andre» Resultat ergeben würde als eine im nächsten Monat vorgenommene. Die Kriegsfrage oder die mit ihr verbundenen Fragen werden im Januar noch ebenso im Vordergrund deS Jnter- effeS stehen ivie heute, und was die Wähler auS den Arbeiterklassen anbetrifft, so stimmt ein ziemlich ebenso großer Prozentsatz von ihnen konservativ- unionistisch wie liberal- radikal. Ein Blick auf die Ab- stintmungsziffern in den Jndustriecentren stellt dieS-außer Zweifel. Indes glauben die Liberalen, bei der derzeitigen Zerfahrenheit im Schöße der Partei sei Zeit gewonnen, alles gewonnen. Und für ihr Verlangen, den Wahltermin hinauszuschieben, finden sie bei gewissen, sehr einflußreichen Personen lebhafte? Verständnis. Ob es wahr ist, wie ihre Presse behauptet, daß Chamberlain auf Auflösung dränge, Lord SaliSburh aber sich dagegen sträube, kann dahingestellt bleiben. Der Schreiber diese? hält die Lesart, daß Chamberlain die schwarze, SaliSbury aber die weiße Seele des gegenwärtigen Kabinetts sei, für eine, in den Bedürfnissen des Parteikampfs und persönlichen Antipathien wurzelnde Fiktion. Wahr ist nur, daß von beiden Chamberlain der bei weitem energischere Politiker ist. Aber für die Festsetzung des Wahltermins ist die Zustimmung noch einer andren Persönlichkeit als die des gealterten Premier erforderlich. nämlich die der Königin. Und verschiedene Anzeichen weisen darauf hin, daß bei ihr und nicht bei Lord SaliSbury der Hauptwidcrstand gegen eine Ueberstürzung der Neuwahl liegt. Nicht daß Victoria eine besondre Freundin der Liberalen wäre. Sie dürfte der Parrei vielleicht die starke Antipathie entgegenbringen, die sie gegen Gladstone empfand, deiM die war zum großen Teil persönlicher Natur, aber lieben thut sie sie auch nicht. Sie hält eS nur für eine Fundamentalbedingung de§ britischen Verfassunaslebeiis,, daß der Regierungspartei eine starke regierungsfähige Opposition gegenübersteht. Als nach der Einnahme von Pretoria zuerst die Frage der Ausschreibung von Neuwahlen aufgeworfen wurde, soll, wie man sich in intimeren Kreisen erzählt, die Königin die Idee mit der Bemerkung sckiroff abgewiesen haben: �„Ich will nicht, daß die Opposition erdrückt wird." Damals wäre in der That die liberale Partei bei der Wahl in einer Weife an die Wand ge- drückt worden, wie es hier noch nicht erlebt worden ist. Heute ist diese Gefahr weniger groß, aber sie ist noch nicht ver- schwunden. Wohl sind auch viele, in der Südafrika-Frage mit der jetzigen Regierung gehende Mäkler, genau wie die Königin, von der Notwendigkeit und Nützlichkeit einer starken Opposition überzeugt— die englischen Konservativen wissen sehr gut, daß eine Zerinalniung der liberalen Partei kein konservierendes Ereignis wäre. Aber keiner möchte es darauf ankommen lasten, daß diese Partei unter dem Ein« fluß irgend eines politischen Zwischenfalls das Heft in die Hand be- käme. Bei der Wahl selbst würden sie in jedem konkreten Fall gegen die Liberalen stimmen. Denn ihre Fnrcht ist, daß die Liberalen— die einen ans Doktrinarismus und die andern aus Schwäche— in der einen oder andern Weise daS in Südafrika Errungene' wieder preisgeben könnten. Diese Furcht bei dem Teil der Wähler zu zerstören, die zwischen beiden Parteien unstet hin« und herschwanken, ist u. a. der Zweck einer Rede gewesen, die As quith am Sonnabend in Labhbank, Grasschaft Fife(Schottland) vor einer Delegiertenkonferenz seiner Wählerschaft gehalten hat. Asquith war im letzten liberalen Kabinett Sekretär deS Innern und hat sich allerhand Berdienste erworben, zu- gicich aber auch durch«inen gewissen Rechtsformalismus— er ist von Beruf Journalist~ vielfach angestoßen. Doch wird seine Tüchtigkeit von seinen Gegnern auf der Rechten und Linken willig anerkannt, und ein von ihm ausgearbeitetes und zur Annahme gebrachtes Fabrikgesetz— daS Gesetz von 13Sa— hat ihm ein einstimmiges Dankcsvotum deS Gewerkschaftskongresses eingetragen. AIS Soeial- Politiker radikal, gehört er dem imperialistischen Flügel seiner Partei au und gilt als der wärmste Verehrer Lord Rosebcrys, dem er zu Anfang der Woche«inen Besuch abgestattet hat, wobei sicher politischer Rat gepflogen wurde. Mr. Asquith nun hat in seiner Rede, nach dem üblichen Ge- plankel gegen Chamberlain, mit großer Emphase festgestellt, daß er die Annexion der beiden Boerenre publiken für unwiderruflich halte und daß die? seines Wissens die An- ficht der großenMehrhett der liberalen Partei sei. Kein« Partei im Staat könne oder wolle das nun einmal Geschehene wieder ungeschehen machen. Eine Erklärung der Boerenstaaten zu Schutzstaaten auf Grund von schriftlichen Verträgen, die ihnen weder eine wirkliche Unabhängigkeit noch die Rechtsstellung von Teilen des Reichs verliehen, sei nach seiner Ansicht von allen denkbaren Ver- suchen der Löiung des südafrikanischen Problems derjenige, der ein Maximum von Reibungen gewisser Art mit einem Minimum von Dauerhaftigkeit in«nsstcht stelle. Die Einverleibung der Boeren- staatcn in das Gebiet der britischen Flagge sei indes nur der erste, leichte Schritt, dem der viel schwerere der Versöhnung der sich dort gegenüberstehenden Rassen und der Errichtung des Grundsteins bürgerlicher und politischer Gleichberechtigung zu folgen habe. Die ASquithsche Rede ist von der radikalen und liberalen Presse mit lebhaftem Beifall aufgenommen worden. Von Blättern, wie Daily News",»Daily Thronicle" und ihren gesinnungsverwandte» Kollegen in der Provinz war die? vorauszusehen, aber selbst die- jenigen radikalen Blätter, welche sich die Verteidigung der Boeren zur Aufgabe gemacht haben, haben mit nur geringen Vorbehalten zugestimmt.„Morning Leader" und»Star" räumen ein, daß die Annexion nicht mehr ungeschehen gemacht werden könne. Es wird also nur der äußerste linke Flügel der Radikalen neben den Socialisten in der kommenden Wahl die Annexion der Boeren- staaten grundsätzlich bekämpfen. Wenn unter dem Einfluß all der Opfer des Kriegs, sowie der vielen Fehlgriffe und Versäumnisse der Militärverwaltung die I in g o st imm u n g wesentlich nachgelassen hat, so auf der andren Seite die Heftig- kcit der Parteinahme für die Boeren. ES macht sich eine gewisse Ernüchterung bemerkbar, zu der heute der.Standard" mit dem Brief eines Korrespondenten beiträgt, der, unter Berufung auf da? Zeugnis zweier Geistlichen der Dissenterkirchen, höchst wegwerfende Bemerkungen Michael Davitts über die Boeren mitteilt. Der radikal-demokratische Jrländer, der voller Enthusiasmus die Boeren- armee aufgesucht hatte, soll sich auf seiner vor etlichen Monaten vollzogenen Rückkehr enttäuscht und erbittert über die Poltrouerie der großen Mehrheit der Boeren geäußert haben. UebrigenS fei hierbei bemerkt, daß, wenn einige Londoner Blätter den alten PräsidentenKrüger ob seiner Flucht in geschmackloser Weise verhöhnt haben ,dieS von dem Gros der hiesigen Presse nicht gesagt werden kann. Die Engländer haben ihre großen Fehler, aber die Ver- höhnung eines geschlagenen Feinds liegt nicht in ihrer Art. Das verbietet ihnen schon ihr SportSgeist. Krüger ist ihnen der Repräsentant deS verstockten ReakttonSgeisteS unter den Boeren und insofern halten sie ihn für den Krieg verantwortlich, aber seiner patriotischen Gesinnung lassen sie alle Ehre widerfahren. In einem der besuchtesten Operettentheater Londons wird jetzt allabendlich ein verS gesungen und mit stürmischem Beifall beklascht, der den Boeren- general de Wet als Taktiker verherrlicht. Ich glaube nicht, daß das anderwärts möglich wäre. Der Krieg hat so viel Schlimmes ge- zeitigt, daß eS nicht nötig ist, seine Wirkungen noch zu steigern und die Völker noch mehr gegenseitig zu verhetzen als es ohnehin durch ihn der Fall ist. Jede Nation hat ihre räudigen Schafe. Aber so wenig die alldeutsche Presse Deutschlands der Ausdruck der Ee- sinnung aller Deutschen ist, so wenig ist die Londoner jiugoistische SensattonSpresse der Ausdruck der Gesinnung deS englischen Volks— auch nicht seiner imperialistischen Sekttonen.— Frankreich. Nationalistische Raserei. Der„Voss. Ztg." wird aus Paris berichtet:»Die Häupter der Regierimg, Loudet, Waldeck-Nousseau, AndrS, FallisreS, find mit dem Heer m persönliche Berührung ge- kommen, daS Heer hat ihnen Ehren erwiesen, sie haben ihm ihre wohlwollenden Gesinnungen ausgedrückt. DaS ist etwas, was die Nationalisten nicht verwinden können, und sie zu Wntausbrüchen reizt. Möliue».Republik" ruft:.DaS Heer ist inmitten der allgemeinen Verwesung gesund geblieben. eS hat allen Verwünschungen, Herabsetzungen, Zerftörungsversuchen wider- standen, dieses herrliche Heer ist das Frankreich selbst, das morgen bereit ist, den Rang m der Welt wiederzufordern, den eine nichtswürdig« Zufallspolitik eS hat verlieren lassen. Die Vaterlands- losen und die ausländischen Feinde hatten ein ungeheures Unter- nehmen veranstaltet, um daS Heer zu spalten, Mißtrauen und Zucht- lostgkeit auSzusäen. ES hat sich eine Regierung gefunden, die diese Absichten begünstigte. Man hat einen General zum KriegSminisier gemacht, der einer kosmopolitischen Sekte angehört und ihren Häuptern und Gesetzen gehorcht. Aber unser Heer bleibt unerschütterlich. Selbst die Regierung hat es seiner Pflicht nicht abwendig macheu könuen. Es ist an dem Präsidenten der Republik und den Ministeru vorbeigezogen, ohne sich um sie zu kümmern. ES dient keiner Regierung, sondern Frankreich. Morgen werden wir die Bürger- meister ftittern sehen, aber die Gabelarbeit im Tuileriengartcn wird uns die Heerschau von Amilly nicht vergessen lassen. DaS wahre Frankreich war dorll"„Gaulois" keift:„Loubet gaunert den Nationalisten den Militarismus ab, wie sein Ministerium ihnen daS Bürgenneifter-Gastmahl abgegaunert hat. Der hat das Heer an der Gurgel gepackt und dem Großmeister der Freimaurerei unter die Füße geworfen. Er mag heute seine Ansprachen im Maccaronistil vervielfälttgen, die Soldaten wird er nicht betrügen, sie fühlen, daß dieser Knirps von einem Rechtsanwalt für das' Heer nichts übrig haben kann." Italien. Der Friedensvertrag zwischen Italien und Abessynien ist nunmehr unterzeichnet worden. Der König Menelik verzichtete auf daS Gebiet nördlich vom Mareb gegen Bezahlung von drei Millionen Lire seitens Italiens; er erkennt den Mareb-Fluß als rechtSgülttge Grenze an. Amerika. Die Kämpfe auf den Philippinen scheinen wieder zu be- ginnnen. Mac Arthur telegraphierte aus Manila vom IS. d. M., daß eine amerikanische Streitmacht 800 Aufständische in der Stellung bei Mavikac angegriffen hat. Nach einem großen Kampfe hätten sich die Amerikaner zurückgezogen, aber auch die Aufständischen hätten ihre Stellung am folgenden Tage geräumt. Die Verluste der Amerikaner betrügen 24 Tote oder an den Wunden Gestorbene; die Aufständischen hätten 10 Tote und 21 Verwundete verloren.— Afrika. Vom TranSvaal-KricgSschauplah liegen nur wenige Nach- richten vor, was nach Lage der Sache nur zu erklärlich ist. Die Boeren sind in die Berge zurückgedrängt, und ihre Zahl ist äußerst zusammengeschmolzen. Die noch kämpfenden Boeren stehen gegen- wärtig auf Hügeln, die sich in der Richtung auf Komatlpoort er« trecken, mit zwei Kanonen und 10 Mitrailleusen in der Stärke von 3000 Mann unter den Generalen Pienar und Götze. AuS Pretoria wird berichtet, eS sei anzunehmen, daß die Boeren, während sie ihre»langen TomS" und alle den Engländern abgenommenen Geschütze zerstört haben, ihre leichteren Geschütze behalten haben. Die Truppe von 700 Mann, die auf portugiesisches Gebiet Über- getreten ist, besteht hauptsächlich aus fremden Mitkämpfern, die sich ohne Zweifel unier vortugiesischen Schutz stellen mochten. AlleS deutet darauf hin, dag der offizielle Krieg bald beendet sein wird; wenn aber Schalk Burger als stellvertretender Präsident nicht die Verantworttmg für die Kapitulation Übernehmen will, so ist aller Grund anzunehmen, daß der Guerillaftig noch mehrere Monat fort- dauert. Tritt die offizielle Kapitulation ein, so können die Engländer die Guerillascharen als Räuber behandeln; andernfalls aber müssen sie diese als rechtmäßige Kriegspartei behandeln. Die Vorstellungen der europäischen Mächte bei der englischen Regierung wegen der AnSwctftingen einer großen Zahl ihrer Staatsangehörigen scheint die Veranlassung folgender Depesche Lord Roberts gewesen zu sein: Am' 14. Juli mittags kamen die Konsuln von Deutschland. Frankreich, Schweben und Amerika, von deren Staatsangehörigen einige ver- hastet worden waren, zu dem Kommissar der Staatspolizei. Jedem Konsul wurde der Thatbestand in den betreffenden Fällen übergeben und die Konsuln gaben ihrer völligen Zustimmung zu den gethanen Schritten Ausdruck und versprachen jegliche Unterstützung. Zwischen 400 und 500 Verhaftungen wurden vorgenommen, <5 Personen jedoch wieder entlassen, da die Konsuln sich für sie verbürgten. Ich befahl die Deportierimg aller derjeuige» verhafteten Fremden, für deren Verhalten die Konsuln keine Bürgschaft leisten wollten, und der Angestellten der Niederländischen Eisenbahn- gesellschaft. Es wurden sehr wenige Ausländer ans Südafrika deportiert. Ich werde eine vollständige Liste derselben senden, sobald dieselbe fertiggestellt ist. Mittlerweile bereitet man sich in England vor, den Bezwinger der Boeren bei seiner Landung mit allen Ehren zu empfangen. Lord Roberts wird bei seiner Ankunft in Portsmouth ein Ehren- degen überreicht werden. Die Regierung erlaubte ihm, unter der der Boraussctzimg nach England zurück zu kehren, daß die äugen- blickliche Lage dieS gestattet. Gegen Chamberlain veröffentlicht der„Morning Leadcr" einen neuen Angriff. DaS Blatt behauptet, daß eine Birmingham« Firma, Hoskiüs u. Sons, sich selbst als Marinelieferanten bezeichnet und daß fast alle Aktien der Gesellschaft sich in den Händen der nächsten Verwandten des KolomalsekretärS befinden. Nach der veröffentlichten Liste gehören von den 728S ö Pfd.-Aktien 2000 der Gemahlin des KolomalsekretärS. Einer seiner Söhne besitzt 4000, der andere 800. eine der Töchter 100 und die andre 200. 400 gehören dem Manager der Firma und 85 ver« schiedcnen kleinen Leuten zusammen. Dazu kommt, daß einer der Söhne des Ministers nicht mir Mitglied des Parlaments, sondern einer der Civil-Lords der Admiralität ist und daß die Verbindung der Familie Chamberlain erst seit dem Jahre 1837 her datiert. Dazu bemerkt die„West- minster Gazette", daß eS wirklich schwer sei, die Geschichte zu glauben. Es scheine aber, daß die Thatsachen keinen Zweifel zu- ließen. Das Blatt fährt dann fort:„ES ist klar, daß Mr. Ausleu Chamberlain, der jüngere Sohn des Ministers, nicht zugleich Sekretär der Admiralität fein und zu einer Firma gehören sollte, die für die Admiralität liefert. Daß das doch der Fall ist und daß diese Verbindung noch dazu während seiner Amtszeit begann, zeigt nur zu deutlich, wie lax derartige Sachen von der gegeiiwärtigen Regierung behandelt iverden." Die Proklamation, in welcher die Regierung der Süd, afrikanischen Republik den Boeren die Abreise des Präsidenten mitteilt, lautet dem„Daily Telegraph" zufolge: »Da das hohe Alter Seiner Ehrwürde» des Präsidenten demselben es unmöglich macht, den Kommaudos zu folgen und da der Exekutiv-Rat davon überzeugt ist, daß die früheren Verdienste Sr. Ehrwürden»och im Juteresse deS Lands und der Nation benutzt werden können, so hat er beschlossen, Sr. Ehrivürden einen Urlaub von sechs Monaten zu einem Besuch Europas zu gewähren, um dort unsre Sache zu fördern und ich, Schalk Burg er, will dem Gesetz entsprechend seine Stelle einnehmen. Gez. Bürger, Vicepräsident. F. W. R e i tz, Staatssekretär. Ncgieruugsbureau Nelsprnit, 10. September." Präsident Krüger ist nunmehr fest entschlossen, Afrika zu verlassen. Er hat das Anerbieten Hollands, auf einem holländischen Kriegsschiff nach Europa zu kommen, angenommen.— Nttvkei-Mschvrchken» Zur Alkoholfrage. Wir werden um Aufnahme des Nach- stehcudeii gebeten: Nach Ablchnuiig des Kölner Antrags, die Alkoholfrage auf die Tagesordnung des nächsten Parteitags' z» setze», ver- einigten sich in Mainz eine Anzahl von Genossen und Geuossiime», um sich über die weilere Behandlung der Frage schlüssig zu iverden. Man war allgemein der Anschauung, daß die Bekämpfung des Alkohol- mißbrauchS von feiten der Partei Kicht übergangen werden dürfe und daß man dafür sorgen müsse, daß der Parteitag zu der Frage Stellung nehme. Nur Genosse Braun-Niirnberg war der Meinung, daß die Partei als solche sich mit der Bekämpfung des Alkoholismus nicht zu beschäfttgen habe. Er beantragte, dafür zu sorge», daß in der Presse und den Vereinen auf die Schädlichkeit des Alkoholmißbrauchs hingewiesen, aber von dem Bestreben, die Frage auf dem Parteitag zu behandeln, abgesehen iverde. Der erste Absatz deS Antrags wurde genehmigt, der zweite abgelehnt. Dagegen wurde der Antrag Brauu-KönigSberg angenommen, daß der Antrag, der Parteitag solle sich mit der'Alkoholfrage beschäftigen. daS nächste Jahr wieder- holt und bis zum nächsten Parteitag lebhaft dafür aisittert werde» solle. Genosse Ulrich-Stuttgart erklärte sich bereit, die Presse und die Redner mit Material zur Bekämpfung des AlkoholniißbrauchS zu versehen und auf alle Auftagen betreffs der Alkoholfrage Auskunft zu geben. Die Adresse des Genossen Ulrich ist Stuttgart, ReinSburg- siraße 48. Die Arbeiterpresse wird um Abdruck gebeten. Polizeiliches. Gerichtliche« usw. — Wegen verspäteter Ausnahme einer Berichtigung ist der verantwortliche Redacteur der»Rheinisch.-Westf. Arbeiter-Zeitmig". Genosse Bredenbeck in Dortmund, von der dortigen Strafkaimiicr als Berufungsinstanz zu 10 M, Geldstrafe verurteilt worden. Vom Schöffengericht war er zu 50 M. Geldstrafe verurteilt worden. Bredenbeck hatte die Berichtigung aiifangS gar nicht bringen wollen, weil sie nicht den preßgesetzlichcn Vorschriften entsprach. Schließ« sich hatte er sie aber aus Loyalität nach fünf Tagen doch noch gebracht. DaS Gericht erkannte in der Urteilsbegründung an, daß die Berichtigung nicht in allen Punkten dem Preßgesetze entsprochen habe. Um so unerklärlicher ist deshalb die Bestrafung. ES kann einem Redacteur nicht zugemutet werden, eine über den Rahmen der gesetzlichen Vorschriften hinaus- gehende Berichtigung aufzunehmen und ebensowenig kann ihm zugemutet werden, durch Aenderungen an einer Berichtigung die Uebereinstimmung mit dem Gesetze herbeizuführen. — KonfiSciert wurde die Nr. 217 der„Schwäbischen Tagwacht" In einem Artikel, der sich mit dem persönlichen Regiment im Reiche und mit der Chinapolitik beschäftigt, soll eine MajestätSb'ilei- d i g u n g enthalten sein.__ GetVvVksttzsfklirtzVs« «erli,, ,,nd Umgegend. Zur Lohnbewegung der Buchbinder. Die Berliner Lohnkommisston hat gestern ein Cirkular an die Prinzipale versandt, in dem um Erhöhung der zu niedrigen Lohn- Positionen ersucht wird. ES ist im Interesse de» gesamten Buch- gewerbs zu wünschen, daß auf dieser Grundlage ein befriedigender Vergleich zu stände kommt. Es mag in Leipzig und Stuttgart, den beiden Städten, in denen die Buchindustrte den HaupterwerbSzweig bildet, möglich fein, an niederen Frauenlöhnen festzuhalte». In Berlin aber, wo in so vielen Industrien weibliche Arbeitskräfte verlangt werden und oft auch bessere Bezahlung erlangen. ist ein höherer Lohn gerechtfertigt. ES wäre zu wünschen, daß die Fabrikanten durch Ziigeständinsse nach der Richtung hin die Differenzen auch in Berlin beseitigen. In der verlorenen Ecke, in der die„Vosstsche" die Arbeiter« beweguna unterzubringen pflegt, ist zu lesen, daß Bergmann und D t e't r i ch- S t u t t g a r t sich gegen die Vereinbarungen gewendet hätten. Das ist ein Irrtum. Die hiesigen Leiter der Bewegung haben sich in dieser Versammlung principiell jeder Beeinflussung der Entscheidung enthalten, Dagegen ist der Verbandsvorsitzende seinen Verpflichtungen entsprechend für die Vereiubaruitgen eingetreten. Der AnSstand der Berliner Glaser. Die 200 im Ausstand bessndlichen Glaser waren Freitagvormittag versammelt, um den Bericht über den Stand der Lohnbewegung'entgegenzunehmen. Da schon mehrere schriftliche Bewilligungen eingegangen sind, und die Konjulittur eine gute ist, so steht zu erwarten, daß der Ausstand durch Anerkennung der Forderungen in kürzester Zeit beendet werden wird. Bon einer Untersttttzung wurde in der ersten Woche abgesehen iirtd wurden die jüngeren Kollegen aufgefordert, Berlin möglichst zu verlassen. Die hiesigen Bauhandtverker wurden gebeten, die noch arbeitenden Glaser auf die Lohnbewegung aufnierksam zu machen. Die Arbeits- berechttgungskarten sind grau mit rotem Schild.(Stehe Inserat.) Zur Lohnbewegung der Glaser. Auf dem Bau Dich, Leipzigerstraße, werden Glaserarbeiten von den Tischlern und Schlossern ausgeführt. Die Glaser erwarten, daß die Solidarität der Bauhandwcrker dahin geht, derartige Arbeiten im Interesse der Lohnbewegung abzuweisen. Die Streikkommission. Beim Rixdorfer Gewerkschaftskartell giugenZfolgende Beiträge ein: 'Für die Tadakarbeiter in Yinsterwnlde! vom Holzarbeiter- Verband, Zahlstelle Rixdvrf 50,—, Ceuttalverbaiid der Zimmerer, Zahlstelle Rirdorf 20,—, Liste Nr. 368 9,65, 859 0,96, 361 7,66, 362 9,10, 363 3,—, 364 4,20, 366 3,00, 306 9,20, 368 1,70, 369 11,-, 370 4,60, 371 3,-. 372 8,45, 373 3,10, 374 3,20, 375 12,26, 376 6,30, 377 3,80, 379 9,40, 380 6,45, 381 27,10, 383 3,80. Für die Münchener Tischler: Tischlerei Kämling, Berlin, Hagels- vcrgerstraße 62(Bterprozente) 16,—. Weitere Beiträge nimmt entgegen Aug. Nierich, Nixdorf, Steinmetzstr. 85. Deutsches Reich. Der Hamburger Friedensschluß» den wir gestern meldeten, scheint sich nicht ohne Weilerungen realisieren zu lassen. Man telegraphiert un» nämlich aus Hamburg: In Sachen der Be- weg'ung der Werftarbeiter herrscht große Unklarheit, weil einander folgende Bersammlnngrn Beschlüsse vorhergehender annullierten. Ob morgen die Arbeit aufgenommen, ist deshalb sehr fraglich, die endgültige Entscheidung steht auS. Auf den Mainzer Ledcrwerken ist der Streik durch folgenden VermitteluugSvorschlag deS ProvinzialdirektorS v. G a g e r n beigelegt: Einführung der zchnstündigen Arbeitszeit ab 1. April 1901 eventuell schon früher; 10 prozentige Lohnerhöhung für Ueberstunden, Nacht- und Sountagsarbeit; Erhaltung der Rechte der Arbeiter an die PeiisioiiSkasie; Auszahlung de? rückständigen(nach der Arbeits- ordnung verfallenen) Wochenlohns nach 14 Tagen und Wiederabzug desselben in zwölf Raten(Frhr. v. Gnaern hofft eS noch zu erreichen, daß dieser Wochenlohn in Gestalt einer„WeihnachtS-Grattfikation" zurückbezahlt werde); Wahl eines ArbeiterauSschuffe», zu dem auch die Arbeiterinnen wahlberechtigt seien; schließlich Wiedereinstellung sämtlicher im Streik gewesenen Arbeiter. Aus dev Fvnuvnbemrgttng. Berein für Frauen und Mädchen der Arbeiterklasse. Montag, den 24. September, abends 8V» Uhr, in den Armiuhallen, Kom- mandautenstr. 20. 1. Vorlesung. 2. VereinSangelegeuheiten. 3. Ge- selliges Beisammensein. Um recht zahlreichen Besuch bittet _ Der Vorstand. Socwle Vechkspflese. Herabsetzung der Uufallrente. Der Tischler Andro erhält infolge eiueS Betriebsunfalls eine Uufallrente, zuletzt von 20 Proz. Ihm' fehlt an der linken Hand vom Ringfinger das Endglied und vom kleinen Finger das Endglied und ein Teil deS Mittelglieds. Im Jahre 1399'setzte die Norddeutsche Holz-BenifSgenoffenschast auf Grund eines ärztlichen Gutachtens die Rente auf 10 Proz. herab. Das Schiedsgericht verurteilte sie dann jedoch zur Weitergewährung der 20 Prozent. Nunmehr legte die Genoffenschaft Rekurs ein und ihr Vertreter machte vor dem R e i ch s- B ers i ch e ru n g S a m t geltend, daß entschieden eine wesentliche Besserung vorläge. Au« den Lohnnachweisungen wieS er nach, daß A. bei seinem Arbeitgeber in den Jahren 1898 und 1399 mit die höchsten Verdienste erzielt habe. Der Kläger betonte demgegenüber folgendes. Der fragliche Betrieb sei einer der besten. Ohne die Mithilfe seines Kollegen Sch., mit dem er gemeinsam in llccord arbeitete, hätte er bort die Arbeit nicht l e i st e n können, die verlangt werbe. Sch. nehme ihm die schweren und gewöhnlicheren Arbeiten ab; während er die feineren mache. Sch. sei in seiner Art eine tüchtige Kraft, so daß dieses Zusammenarbeiten vorteilhaft gewesen sei. Auch wäre in jener Zeit ein ausnahmsweise guter Accord, dessen Ausführung Ve Jahr in Anspruch nahm, vorgekommen. Die hohen Verdienste seien also durchaus nicht auf eine Besserung seiner all- gemeine» Ermerbsfähigkeit zurückzuführen, sondern die Folge besonderer Umstände. Wenn er allein arbeiten müßte, würde sich das sofort zeigen. DaS Reichs- Versichern ugSamt hob aber deimoch die Voreiitscheidling auf und stellte den Herabsetzungsbescheid der BerufSgenoffenschaft wieder her. Begründend wurde ausgeführt: Es käme in Bettacht, daß die 20 Proz. dem Verletzten bereits im Jahre 1892 zugesprochen worden seien, und zwar auf Grund eines Attestes, das 15 Proz. für angemessen erklärte. Seitdem seien Jahre vergangen und die ver- ftümmelte Hand habe sich an die Arbeit»gewöhnt". Schon aus dieser Erwägung heraus wäre eine wesentliche Besserung anzunehmen, ganz abgesehen davon, daß nach dem Gutachten deS Sanitätsrats Brussatis vom Jahr 1899 die Entfernungen de r ein- schlagenen Finger nicht mehr so groß seien wie früher und das Schwitzen der Hand vollständig aufgehört habe. Zehn Prozent seien jetzt an- gemessen. Die Lohnbezü'ge sprächen auch gegen eine höhere Be- schräiikung der Erwerbsfähigkcit. Und wie die Verhandlung ergeben habe, sei gerade Kläger als besonders quali- fizierter Arbeiter im stände, mit andern nicht so tüchtigen, aber kräftigeren Leuten zusammen zu arbeiten und s o die mangelnde rohe Kraft wieder zu ersetzen. Gevtchks-Teilung.- Strafbare Geselligkeit. In der Wohnung des ZiminermannS Kendelbacher in einem Orte bei G u m b i n n e n hatten sich eines Abends 12 Männer zwanglos unterhalten. Die Polizeibehörde witterte eine socialdemottat'ische, also eine politische Versammlung und die Staatsanwaltschaft griff diesen Gedanken auf. ES setzte einige Anklagen wegen Vergehens gegen die Bestimmungen deS V e r e i n s g e s e tz c S, die die Anmeldung solcher Versammlungen, welche auf öffentliche Angelegenheiteii einwirken wollen, bor« schreiben und die bekannten Strafvorschristen enthalten. Kendelbacher, wurde hastbar gemacht, weil er in seiner Wohnstube ben Platz für die angebliche Versammlung her: 119. d. M. tagte, den Bericht der Agitationsfommission entgegen. Ja ch über: Die Vorausseßungen des Socialismus referierte. Jn daß während der Thätigkeit der jegigen der Diskussion wiesen die Genossen Händel und Günther auf gegeben habe. Er bestritt dagegen ganz entschieden, daß eine Flucke bemerkte, Versammlung bei ihm gewesen sei. Er habe lediglich einige Be- Agitationstommiffion und seiner Thätigkeit als Vertrauensmann das Konsumgenossenschaftswesen hin, und ist legterer der Meinung, tannte zur Feier des Geburtstags seiner Frau eingeladen ge- weniger öffentlich gearbeitet, dagegen die ganze Kraft auf die daß die Arbeiterschaft sich schon heute teilweise mit dem Konsum habt und gestattet, daß diese ihrerseits einen guten Freund mit Kleinarbeit der Werkstattssigungen gelegt worden sei, wodurch auch genossenschaftswesen vertraut mache. Einmal, um sich praktisch zu brächten. Als etwa 12 Personen zuſammentamen, sei ihm das fehr gute Erfolge erzielt wurden. In der Zeit der Thätigkeit haben bethätigen; zweitens, um dem Beutezug der Zwischenhändler einen felber zuviel gewesen und er habe gesagt: Kinder, hier ist aber 81 Werkstattsigungen stattgefunden, bei Antritt des Amts seien Damm zu sezen. Nur als Alheilmittel soll es fein Arbeiter be teine Bersammlung. Die Leute hätten sich dann gruppenweise 150 Kollegen im Verband der Stockarbeiter gewesen, jezt nach trachten. erkennen. 1 Versammlungen. Mart ant30 Mart werden." Sklaven unterhalten. Besonders wären Jugenderinnerungen ausgetauscht und auch einem Jahr aber über 400. Mehrere Werkstattdifferenzen find Rigdorf. In der Versammlung des Vereins„ Vorwärts" sprach Wize erzählt worden. Verschiedene der Gäste des Beschuldigten wurden als durch Unterhandlung mit dem Unternehmertum zur Zufriedenheit Genosse Paul Jahn über„ Humanität und Gewaltpolitik". Redner Zeugen vernommen. Sie bekundeten im wesentlichen über das Zu- der Kollegen beigelegt, zum 1. Mai hatten 4 Fabrikanten die Arbeiter, schilderte in interessanter Weise, wie schon im Altertum die größten jammensein und die Unterhaltung nichts andres, als was 80 an der Bahl, wegen Feierns ausgesperrt, worauf die Arbeiter Gewaltthaten unter dem Banner der Humanität ausgeführt wurden. A. behauptet hatte. Festgestellt wurde nur noch, daß einige mit der Forderung des Minimallohns, 25 Proz. Aufschlag für Er erinnerte z. B. an die Verbreitung des Christentums, das, nachsocialdemokratische Zeitungen" Feldpost" und" Tribüne"-Ueberstunden und Freigabe des 1. Mai als Feiertag dem es zur Macht gelangt war, die größten Gewaltakte sowie ein konservatives Blatt auf dem Tisch lagen. Man sollte worteten und durch Unterhandlung auch durchsetzten. Gelder hätte tum, Herenverbrennungsprozesse usw. Er kam dann weiter nicht zur Verfügung gehabt beging. ohne weiteres bei diesem Ergebnis der Beweisaufnahme auf eine der Vertrauensmann auf die die gegenwärtige Gewaltpolitik zu sprechen, bon und von Tellersammlungen Freisprechung schließen können. Das Landgericht zu Insterburg ver- als 58,98 den sogenannten Kulturvöltern in China getrieben wird, urteilte jedoch den Angeschuldigten zu einer Geldstrafe. Aus vom Vorstand des Stockarbeiter- Verbands; diese Summe sei aber und bemerkte dabei:„ Die„ Kultur", die der Kronprinz von Siam ber merkwürdigen Urteilsbegründung sei folgendes hervorgehoben: Die im Lauf des Jahrs aufgebraucht; im großen und ganzen könne man auf der Pariser Weltausstellung sehr treffend charakterisierte, indem Aeußerung Kendelbachers: Leute, hier ist aber teine Versamm mit dem verflossenen Jahr zufrieden sein, es wäre zwar noch sehr er sagte:„ Die Abendländer geben dem Volte nur die Kultur und lung! sei offenbar nur gethan, um eventuell als Entlastungsmoment viel zu thun, aber mit Unterſtügung der Kollegen und durch Einig Freiheit, bei fleißiger Arbeit verhungern zu dürfen," kann nur durch benuzt zu werden, und diesem Zweck habe augenscheinlich auch die teit in ihren Reihen würde man im ſtande sein, aus dem Verband Berwirklichung der socialdemokratischen Ideen aus der Welt geschafft Auslegung eines konservativen Blatts neben socialdemokratischen einen Machtfaktor zu machen, mit dem das. Unternehmertum Schriften dienen sollen. Unerheblich sei, ob eine Organisation und zu rechnen habe. Ju der Diskussion drückten die Kollegen ihre Bu Schmargendorf. In der Versammlung des Arbeiter- Bildungseine Leitung vorhanden gewesen wäre oder nicht, denn eine Ver- friedenheit mit der Arbeit des Vertrauensmanns aus und regten die sammlung liege schon vor, wenn eine Mehrheit von Wahl von vier Bezirkführern an, um dadurch den Vertrauensmann vereins sprach Genosse Brilke über Arbeiterschutz. In großen Zügen Personen zu einem bestimmten 8 wede an etwas zu entlasten, auch in der Geldfrage sollte eine Regelung geschaffen gab der Vortragende ein Bild der Entwicklung des Handwerkts zur einem bestimmten Orte zusammenkomme. Der werden. Daraufhin wurde folgender Antrag einstimmig angenommen. Die fapitalistischen Produktionsweise und schilderte die Bestrebungen der Angeklagte legte Revision ein. Der Oberstaatsanwalt am Bersammlung beschließt, betreffs Regelung der Agitation folgendes: Arbeiter zur Besserung und zum Schuß ihrer Lage. Zur Ver Stammergericht forderte die Verwerfung des Rechtsmittels, obwohl Die Agitationskommission besteht aus 4 Bezirksführern sowie dem teilung gelangte sodann die Broschüre:" Weltpolitit" von Liebknecht. er fich gezwungen sah, selber zu erklären, daß er weit davon Vertrauensmann. Aus dem Streitfonds werden zur Deckung der Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, den 23. Septbr., vorm. 81/2 Uhr, entfernt sei, das landgerichtliche Urteil mit seinen that- Agitationsunkosten 10 Proz. der laufenden Einnahmen dem Ver- im oberen Saal des„ Englischen Gartens", Alexanderstr. 27c: Bersamm sächlichen Feststellungen als das Muster eines Urteils anzu- trauensmann überwiesen. lung. Freireligiöse Vorlesung". Um 10 Uhr vorm. ebendaselbst: sehen. Der Straffenat des Kammergerichts verwarf denn Zum Vertrauensmann wurde Flude wiedergewählt, zu Bezirks- Vortrag des Herrn Profeffor Dr. Albert Gehrfe:" Hundert Jahre ZeitGäste, Damen und Herren, sehr willkommen. auch die Revision mit der Begründung, die thatsächliche Feststellung führern Zorn, Bähr, Eifler und Eichelberger. Den Bericht über die geist" Allgemeine Krauten und Sterbekasse der Metallarbeiter und das Urteil des Landgerichts ließen keinen Rechtsirrtum Lohnstatistik gab Born. Redner beklagte sich, daß nicht alle Kollegen( E. S. 29, Samburg, Filiale Berlin 5). Mitgliederversammlung am Sonnsich an der Aufnahme beteiligt, sondern durch nichtige Gründe abend, den 22. September cr., abends 8½ Uhr, im Restaurant Schiller, davon fernhielten. Das Resultat der Erhebung sei folgendes: Rosenthalerstr. 57. Filiale Charlottenburg. Am Sonnabend, den Fragebogen seien 359 ausgegeben, beantwortet 257. Danach find 22. September, abends 8 Uhr, im Restaurant Leder, Bismarckstr. 74: den annähernd 240-250 gewerfschaftlich und 40-50 politisch organisiert. Mitgliederversammlung. Filiale Nixdorf. Am Sonnabend, Mit der Kohlenteuerung beschäftigte sich am Donnerstag eine Ein Teil der Kollegen arbeite in Lohn, der größte Teil in Accord. 22. September, abends 82 Uhr, bei Preßler, Biethenstr. 69: Versammlung. Tischlerverein. Heute abend 82 Uhr, Melchiorstraße 15: Ver Versammlung des Bunds der Handel- und Gewerbetreibenden. Der Der Stundenlohn schwanke zwischen 40 und 50 Pf. DurchschnittsReferent, Redacteur Böscht, führte aus: Der gegenwärtige Kohlen- Wochenverdienst sei 23,50 M. Jm Accord würden Löhne von 21, mangel habe seine Ursache in übermäßigem Export und nicht 24, 27 m. verdient; einige hätten 30, 34. und 36 M. die Woche. genügender Förderung deutscher Kohle. An den hohen Kohlenpreisen Die janitären Verhältnisse lassen viel zu wünschen übrig. das Ausfegen und Lüften werde mangelhaft tragen deshalb die Grubenbesitzer einen Teil der Schuld, weil sie Besonders To unpatriotisch find, einheimische Kohle 811 exportieren, besorgt. Die Waschgelegenheiten und Klosetts find in schlechtem In den 16 Wahlbezirken, in denen heute die Beisitzer der Ar während die inländischen Gewerbetreibenden unter dem Kohlen- Zustande. Ju einer Fabrik hatten sich die Kollegen ein Seil mangel leiden. Die Hauptschuld an dem gegenwärtigen an der Drehbank befestigt, um bei Feuersgefahr sich durchs beitnehmer zu wählen waren, ging überall die socialdemo Notstand tragen aber die Kohlen- Großhändler, denn sie haben den Fenster retten zu können, indem der Gang nach der Thür zu enge kratische Liste durch. Kohlenmangel zu einer ganz ungerechtfertigten Steigerung der sei, Celloloid in der Werkstatt lagere und kein Wassereimer zum Socialdemokratische Arbeitgeber wurden gewählt im 34., Nach Aufnahme der Statistik habe 43. und 46. Wahlbezirk, während im 87. und 40. Wahlbezirk die Breise benutzt. Mit dem Kohlenmangel werde es aber bald ein Ende Löschen vorhanden sei. haben, denn den Grubenbefizern ständen jetzt Arbeiter genug zur man Eimer angeschafft. Die Wohnungsverhältnisse seien zum Verfügung, fie tönnten deshalb die Förderung erhöhen, und sie wären größten Teil schlecht, indem die Arbeiter sich durch Abvermieten freifimige Liste siegte und im 31. Bezirk eine Stichwahl stattthöricht, wenn sie es nicht thun würden. Mit der erhöhten Kohlen- durchschlagen müssen. Nach einer kurzen Diskussion über den Bericht zufinden hat. förderung würden auch die Preise wieder sinken. Der gegenwärtige hohe ichloß der Vorsitzende die Versammlung mit einem Appell an die Breisstand erkläre sich auch zum Teil aus der" Kohlenangit" der Anwesenden, für die Organisation eifrig zu wirken. Konsumenten, die, als die Preissteigerung einfegte, aus Furcht vor Die Ballschuhmacher tagten am 19. d. M. in dem Lokal von weiteren Preiserhöhungen ihren Bedarf an Kohle schon im Voraus Hobrecht. Nach einem mit Beifall aufgenommenen Vortrag des zu decken suchten. Diese Ansicht werde durch eine Notiz im Handels- Kollegen Weber über die Schäden der Hausindustrie erging sich die Wien, 21. September.( W. Z. B.) Das Geschwaderkommando theil der Frankf. 8tg." bestätigt, welche sagt, daß die Nachfrage Versammlung in einer längeren lebhaften Diskussion über die gegen für Ostajien telegraphiert: Linienschiffslieutenant Schusterschig mit nach Kohle zur Zeit größer sei als der Bedarf. Als Abwehrmittel wärtigen Lohn- und Arbeitsverhältnisse der Ballschuharbeiter. In einem Etappendetachement von Tientsin und der Flaggenwache gegen den Kohlennotstand empfahl der Referent folgendes: Die der Ballschuhfabrik von Nordheimer wurde in jüngster Zeit abermals von Tatu, zusammen ein Offizier, drei Seekadetten und 45 Mann, Regierung müsse veranlaßt werden, Maßnahmen zu ergreifen, versucht, Lohnreduktionen durchzuführen. Dieselben scheiterten jedoch nahmen mit deutschen und ruffischen Truppen am 20. Sepdie geeignet sind, dem Notstand zu steuern. Die Einführung an dem festen Auftreten der Arbeiter. Von allen Diskussions- tember das Südfort von Peitang ein. Gleichzeitig mit der des Rohftofftarifs für ausländische Kohle genüge nicht, rednern wurde anerkannt, daß die Abstellung der gegenwärtigen Miß- deutschen Flagge wurde auf dem eroberten Fort über dem Hauptthor es müsse, wenn nicht ein Verbot, so doch eine erhebliche Beschränkung stände und eine den jezigen Verhältnissen entsprechende allgemeine unsre Flagge gehißt. Später eroberten die Russen zwei Geſchüße der Ausfuhr einheimischer Kohle Plaz greifen. Ferner müsse der Lohnforderung nur durch eine starte Organisation erreicht werden und eine Minenzünderstation. Das zur Verstärkung nachrückende Großhandel möglichst ausgeschaltet werden, indem sich Vereinigungen fann. Erfreulicherweise hat die Organisation unter den Ballschuh- Detachement stieß nach Ueberholung des ersten deutschen oftasiatischen von Verbrauchern aber nicht Genossenschaften zum gemein- machern gute Fortschritte gemacht und steht zu erwarten, daß in Regiments auf vier Fußminen. Auf seiten der Oestreicher wurde samen direkten Bezug von Kohlen bilden, und die staatlichen Gruben absehbarer Zeit dieselbe den ihr gebührenden Plazz einnehmen dürfte. ein Seekadett getötet, ein Linienschiffs- Fähnrich und ein Seekadett veranlaßt werden, in erster Linie mit solchen Vereinigungen und auch mit Kleinhändlern ebenso günstige Lieferungsverträge abzuschließen In einer Versammlung der Vergolder sprach am 17. Sep- leicht verwundet, 12 Mann verwundet, davon die meisten schwer. Washington, 21. September.( Telegramm des Reuterschen wie mit den Großhändlern. Ferner sei im Princip die Verstaatlichung tember Herr Prof. Paul Förster über das Thema:„ Der Mord General Chaffee telegraphiert aus Peting von der Kohlen- Bergwerte anzustreben. Nach einer längeren Diskussion im Dienste der Wissenschaft".( Vivisektion an Menschen und Tieren.) Bureaus".) Diskussion, worauf M. fammlung. Resultat der Berliner Gewerbegerichts- Wahlen. Tehte Nachrichten und Depeschen. China. dafür Sorge trage, daß in erster Linie die Berliner Bürger, von den einen Bericht über die Thätigkeit der Gewerbegerichtsbeisiger entpeditionen das beurteilen können. Der Kommiffar Nodhill ist Gasanstalten Coats in fleineren Mengen beziehen können. bie hier eingetroffen. Washington, 21. September.( Telegramm des„ Neuterschen Bureaus".) An amtlicher Stelle wird erklärt, das der russische Vorschlag betreffend die Zurückziehung der internationalen Truppen aus Beling noch immer so bestehe, wie er zuerst gemacht sei. Washington, 21. September.( W. T. B.) Nach der heutigen Tokio, 21. September.( W. T. B.) Ein von heute vormittag 93/4 Uhr datiertes Telegramm aus Tatu besagt: Die Forts von Beitang wurden gestern von den kombinierten deutschen, russischen und französischen Truppenabteilungen genommen. wurde eine Resolution angenommen, die sich mit den Ausführungen Besprechung der Vereinsangelegenheiten übergegangen wurde. Der zurüdgekehrt, nachdem sie ohne alle Verluste ihren Zwed des Referenten deckt. Dann wurde noch zwei andren Resolutionen zugestimmt. Die Antrag Laugner auf Einführung eines Lokalzuschlags wurde bis auf vollkommen erreicht hat. Die Eskadron Forsythes, welche 40 Meilen eine protestiert gegen das Verhalten des Magistrats in der Gasfrage eine geeignetere Zeit vertagt. Das Sommerfest ergab einen Ueber- weit nach Nordosten vorgestoßen war, um chinesische Chriſten zu befreien, ist mit 14 derselben hierher zurückgekehrt. Das Land in und fordert die Einführung eines einheitlichen Gaspreises von 10 Pf. fchuß von 75,25 M. Die dritte Resolution verlangt von der Stadverwaltung, daß sie Die Kürschner nahmen in einer Versammlung am 17. d. m. der Umgebung Betings wird täglich friedlicher, soweit unfre gegen. Sodann erklärte sich die Versammlung mit der Verlegung Der socialdemokratische Verein für den 5. Berliner des internationalen Bureaus nach Hamburg einverstanden. Reichstags- Wahlkreis hielt am Donnerstagabend eine BerjammDie Arbeiter und Arbeiterinnen der Wäsche: und Krawatten lung ab, in welcher der Parteigenosse Robert Schmidt über branche hielten am 19. d. M. eine gutbesuchte MitgliederversammnPolitische Tagesfragen" sprach. Der Referent führte ungefähr aus: lung ab. Frau Dr. We y I referierte über das Thema: ProletarierIm Vordergrund aller politischen Tagesfragen stehe jetzt die Frage tinder. Dem interessanten Vortrag folgte eine kurze, der Vortragenden Kabinettssigung verlautete an amtlicher Stelle, die Regierung sei in der China- und der Kolonialpolitik. Besonders seit dem Regierungs- zustimmende Distusfion. Unter Vereinsangelegenheiten wurde leb- der chinesischen Frage zu einer Entscheidung gelangt, welche antritt des jezigen Kaisers mache sich ein überaus starkes Streben haft über die Saumjeligkeit der Mitglieder und die Beitragsentrichtung veröffentlicht werden würde, sobald sie den Mächteu mitgeteilt sei. Es bemerkbar, zerstreut liegende Kolonialgebiete, die nicht den geklagt. Alle Mitglieder, welche ihre Wohnung verändern, werden ist bekannt, daß drei Noten entworfen worden sind, welche sich mit geringsten Wert hätten, weil sie unter Breitenstrichen liegen, gebeten, dies dem Schriftführer W. Eue, Löwestr. 11, anzuzeigen. dem deutschen und mit dem russischen Vorschlag befassen und die fie zu europäischer Besiedelung ungeeignet machen, nach Erledigung einiger interner Vereinssachen schloß der Vorsitzende Forderung der Chinesen betreffen, daß dem amerikanischen Gesandten unter deutschen Einfluß zu bringen. Der Redner, der den die Versammlung mit der Aufforderung an alle Anwesenden, für die Conger die Vollmacht gegeben werde, mit dem Prinzen Tsching zu innigen Zusammenhang der maritimen Rüstungen mit den kolonialen nahe bevorstehenden öffentlichen Versammlungen rege zu agitieren. verhandeln. Erwerbungen betonte, welch lettere wieder neue Rüstungen erforder= lich machen, sagte weiter, die Kolonialpolitik dürfe man nicht aus- Im Verband der Graveure und Ciseleure sprach am schließlich als aus persönlichen Einflüssen hervorgegangen ansehen, 18. September Herr Warns über die socialpolitische Gesetzgebung. fondern als eine Erscheinung der kapitalistischen Entwidlung. Die Bours Redner erklärte besonders eingehend die neuen Bestimmungen des Tsching- hai wurde von den Alliierten genommen, doch sind die geojte ist bestrebt, für ihre überschüssigen Kapitalien nugbringende Unfall und des Alters- und Invalidengesezes. Der Vorsitzende Anlagen zu suchen. Redner geißelte die Feigheit der bürgerlichen machte bekannt, daß das Mitglied Rudolf Hahn, Eiseleur, laut Borer entwischt. Die ganze Stadt Tuliu wurde niedergebrannt.Parteien und der liberalen Bresse, die nicht den Mut findet, diese Borstandsbeschluß aus dem Verband ausgeschlossen ist. Li- Hung- Tichang ist am 20. September per Bahn in Tientsin an Abenteuerpolitik und gegen die Art der Kriegführung Protest zu er= Der Holzarbeiterverband hielt am 19. September eine gekommen und wird in 5 Tagen nach Befing weiterreisen. heben. Zum Schluß tam Redner dann auf die Kohlenteuerungen, Vertrauensmänner- Versammlung im Gewerkschaftshause ab. Glode Hongkong, 21. September.( Meldung des Reuterschen Bureaus.) Mietssteigerungen, auf die abflauende Konjunktur und auf die Be- referierte über den Junungstag in Bielefeld. Redner gab einen Meldungen aus Kanton zufolge find im Samſchui- Gebiet AusDie katholischen strafung ländlicher Arbeiter wegen Kontraftbruch zu sprechen. Von Rückblick über die Fragen, welche die Innungsmeister auf den schreitungen gegen die Chriften vorgekommen. einer Diskussion über den Vortrag wurde abgesehen. Unter früheren Verbandstagen beraten haben. Bisher gelang es den stapellen wurden niedergebrannt, die chinesischen Christen nieder Bereinsangelegenheiten wurde bekannt gegeben, daß am Herren nie, ihre Beschlüsse richtig durchzuführen, weil der gemezelt, auch einige Priester sollen verwundet worden sein. Das 10. November im Schweizer- Garten das Stiftungsfest und, da es Indifferentismus zu groß war. Jezt ist ihnen die Regierung mit franzöfifche Kanonenboot Avalanche" ging nach dem Schauplatz nicht früher möglich ist, am 27. Januar n. J. ein Besuch der Urania dem neuen Innungsgesetz zu Hilfe gekommen. Die Tischler der Ruhestörungen ab. Es wird weiter gemeldet, daß acht Piratenstattfindet. Innungen glauben, nunmehr sei der Zeitpunkt gekommen, Dichunken dazu bestimmt wurden, im Delta von Kanton die christEine sehr ausgedehnte, teilweise sehr erregte Distusfion entspann wo sie einen großen Arbeitertruz. Verband ins Leben rufen lichen Dörfer zu zerstören und die Christen niederzumegeln. Die sich über die Angelegenheit Lange, des früheren Vertrauensmannstönnen. Redner die schildert ausführlich des V. Kreises. Lange wird beschuldigt, mit einem Beamten der welche die Meister im verflossenen Jahre gepflogen haben politischen Polizei einen Verkehr gepflegt zu haben, der als fegr und geht dann des nähern auf die Bedeutung der Unternehmer ministers Ratschowitsch ist angenommen. An seiner Stelle ist der Sofia, 21. September.( W. T. B.) Die Demission des Handels. tompromittierend angesehen wird. Die einen wollten das nur als Organisationen ein. Zum Echluß beleuchtete Redner noch die eine Dummheit und als Fahrlässigkeit angesehen wissen, die Mehrheit Debatten der Innungsmeister über die Krankenkassen, die Lehrlings- Vicepräsident der Sobranje, Advokat Titoroff, ein Anhänger Radosaber war der Meinung, daß Lange von bösen Absichten geleitet ausbildung und die erwünschten Einfuhrzölle für ausländische lawows, zum Handelsminister ernannt worden. worden ist. Eine Depesche des Der Vorstand, London, 21. September. unter Hinzuziehung der aus Tischlerarbeiten. Im Verschiedenen giebt Bünte einen Bericht über öffentlichen Aemtern hervorgegangenen Berfonen, hatte vor den Streit der Baudrechsler, der erfolgreich zu Ende geführt wurde. Feldmarschalls Roberts meldet: General Pole- Carew fand in geschlagen, Lange für unfähig zu erklären, fernerhin öffent- Maaß berichtet über Werkstattstreits und Differenzen. Bu erwähnen Raapmuiden neunzehn Lokomotiven, von denen elf beschädigt, acht liche Aemter im Wahlkreise zu befleiden. Es wurde aber aus der find davon der Streit der Korbmacher bei der Firma Schmidt in durch Feuer zerstört waren. 114 Eisenbahnwagen, welche teilweise Mitte der Versammlung ein Antrag eingebracht, und gegen eine der Dresdenerstraße und die Hobelgelbfrage der Bautischler, welche mit Nahrungsmitteln, Mehl und Kaffee beladen waren, waren geringe Minderheit angenommen, welcher den Ausschluß L.'s beschließt. endgültig erledigt werden konnte. Die Preistabelle ist gedruckt worden zerstört. Der Bahntörper war start beschädigt, konnte aber schnell Der angenommene Antrag lautet: und wird auf dem Arbeitsnachweis an die Kollegen der Baubranche ausgebessert werden. Nachdem es nunmehr gelungen ist, ein Zu Ich stelle den Antrag, den Genossen Karl Lange auf Grund abgegeben. sammenziehen des Feindes am Doornberg zu verhindern, giebt es der Borkommnisse wegen Spigelei aus dem socialdemokratischen Wahlverein des 5. Berliner Reichstags- Wahlkreises auszuschließen." der Tapezierer( Filiale Nord) in gestriger Nummer haben sich einige Berichtigung. In dem Versammlungsbericht des Verbands auch im Süden des Oranje- Freistaats teinen organisierten Widerstand New York, 21. September.( Meldung des Reuterschen Die Stuccateure hielten am 17. d. M. eine Mitglieder- unrichtigkeiten eingeschlichen. Bureaus.") Ein aus Habana hier eingegangenes Telegramm bejagt, bersammlung ab, in der Paul Pablowitsch über: Das I. muß es heißen: Bei Ferd. Voigt u. Pfaff ist der 60 Pfadie Mehrheit der am Sonnabend auf Kuba gewählten Abgeord Proletariat und die bürgerliche Preffe sprach. Im Gewerkschaftlichen Stundenlohn bewilligt, jedoch finden noch Unterhandlungen betreffs neten zum tonftitutionellen Konvent bestehe aus Gegueen Amerikas wurde über Botsdamer Arbeitsangelegenheiten debattiert und der der einzelnen Accordpreise statt. Lohntommission der Auftrag gegeben, die vorgebrachten Fälle zu II. Bei andren Firmen wie Spinn u. Mente, Gerfon zc. untersuchen. muß es heißen: Spinn u. Mente, Gergeler 2c. und nicht Gerson. Borberatungen, Stadt Kanton bleibt ruhig. mehr. und revolutionären Elementen. ( W. T. B.) Rio de Janeiro, 21. September. Die Frist, innerhalb welcher noch Waren mit Etiketten in portugiesischer Sprache in Brasilien eingeführt werden dürfen, ist durch Defret des Finanzministers bis zum 30. November d. J. verlängert worden. Die in Stock, Schirm- und Celluloidwaren- Fabriken be- Brik. Am 14. d. M. fand hier eine Mitgliederversammlung fchäftigten Arbeiter nahmen in einer Versammlung, die aml des Boltsbildungs- Vereins statt, in welcher der Genoffe Berantwortlicher Redacteur: Heinrich Ströbel in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud und Verlag von Max Bading in Berlin. Hierzu 3 Beilagen u. Unterhaltungsblatt. r. 221. 17. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonnabend, 22. September 1900. Socialdemokratischer Parteitag in Mainz. Vierter Verhandlungstag. Donnerstag Nachmittags- Sigung. Begium 3 Uhr. Den Vorsitz führt Singer. Sie werden uns höchst wahrscheinlich zwingen, mitmachen zu müssen; nach der ersten preußischen Landtagswahl wird Ihnen die Quittung dafür gegeben werden.( Bravo!) mun Fendrich- Karlsruhe: A Dr. Quard- Frankfurt a. M.: Wir werden sollen, wenn man uns zwingt, in die Landtagswahlen einzutreten, nach Berlin gekommen sind, haben uns im Gegensatz zu ihm die dann wird es anders aussehen. Gewiß, dem Zwang wird man sich dortigen Berhältnisse als die allermiserabelsten dargestellt, ich wundere als Parteigenosse fügen, aber ob man uns mit diesem Zwang auch mich wirklich, daß Haase aus Ostelbien ein Dorado zu machen sucht. die Ueberzeugung einimpfen kann, das steht auf einem andren Blatte. Stimmen Sie dem Amendement Hoffmann zu! Wie steht es denn in Teltow- Beeskow? Wenn wir von den Wahlmännern, die für den Freifinnigen eintraten, die socialdemokratischen abzweigen, ändern wir dadurch irgendwie das Wahlresultat? Was Meiner Meinung nach hätte die Debatte durch einen Bericht können wir durch Beteiligung erreichen, wenn in Köpenick, wo sehr eingeleitet werden sollen über die Ergebnisse in den Kreisen, in denen Die Diskussion über die Beteiligung an den Land- Kreises teilweise zwei Tage verloren gegangen waren, bie Konservativen dann wären eine ganze Reihe von Behauptungen, die aufgestellt sind, viele Wahlmänner nicht zur Wahl gingen, weil bei der Ausdehnung des bereits bei den letzten Wahlen eine Beteiligung stattgefunden hat; tagswahlen wird fortgesetzt. Der Antrag Quard ist zurückgezogen. An seiner Stelle ist ein neues Amendement Quarding und Fehlisch bei einer absoluten Mehrheit von 865 Stimmen einfach unmöglich gewefen. Ich will Ihnen die Erfahrungen aus zur Resolution Bebel eingegangen, wonach die Worte es jei ganzen Machtentfaltung die socialdemokratischen Wahlmänner an die nationalliberalen Vertreter herauswerfen und durch Freijinnige, 1073 bekommen haben? Haben Sie Breslau vergessen, wo mit der dem Frankfurter Kreise schildern. Die Aussicht, die konservativdenn".... bis„ des betreffenden Wahlkreises" gestrichen werden Wahlurne gebracht wurden und die Freifinnigen eine Entschädigung darunter sogar einen bürgerlichen und im ersten Absatz hinter„ bei den nächsten Wahlen" die Worte zahlen mußten? In Lockstadt standen auf der freisinnigen Lifte eine brachte unsre Genossen sofort zur Urne. fogar einen bürgerlichen Demokraten zu ersetzen, „ mit eignen Wahlmännern" eingefügt werden sollen. Die Beteiligung Haase- Königsberg: Reihe waschechter konservativer Namen und nur der Wachsamkeit ging so vor sich, daß wir, die wir uns doch in Bezug auf die Oreines Vertrauensmanns ist es zu danken, daß unsre Genossen nicht ganisation nicht entfernt mit Berlin messen können, ohne weiteres Wer grundsätzlich den Bebelschen Standpunkt teilt, thut gut dem konservativen Grafen Moltte ihre Stimme gaben. Es alle unire Wahlmänner aufstellen konnten, ja jogar in einzelnen Bedaran, seine Resolution nicht schlankweg anzunehmen, sondern mit ist eigentlich eine Selbstabschlachtung, die wir an uns vornehmen. zirken, wo die bürgerliche Demokratie glaubte, Wahlmänner aufdem eben eingebrachten Amendement. Aus den Ausführungen( Heiterfeit.) bringen zu können. Wir können also rubig mit eignen Wahlmännern Singers scheint mir in der That das beachtenswert zu sein, daß wir Man mutet uns etwas Herrliches zu: die Stärke unsrer Partei nicht feststellen können, wenn wir nicht unfrem Streise bekämpfen wir bei den Steichstagswahlen auf das uns gegebenen Parole vor sich gegangen; den Freifinnigen in die Sache in die Hand nehmen. Die Abstimmung ist nach der von Maßregelungen zunächst vollkommen selbständig in die Wahlbeteiligung eintreten. Dazu schärffte in Flugblättern und Versammlungen und wenige Monate find nicht erfolgt, und bezüglich des platten Lands kommt, daß wir in den rückständigen Gegenden die jungen Genoffen und später bei den Landtagswahlen sollen wir in Flugblättern und Ver- fann ich die Darstellung Haases durchaus bestätigen. Wir nech zu erziehenden Leute verwirren würden. Die Resolution Bebel fammlungen demselben Freifinnigen sagen: Du bist ja der beste haben im Umkreise von Frankfurt vor zwei Jahren das Dreikanut deshalb nicht angenommen werden, weil sie eine Ausnahme Kerl von der Welt! Wenn Sie auf diese Weise Erfolge für die lassen- Wahlsystem für eine Reihe von Wahlkreisen nach preußischem ftatuiert von der Wahlbeteiligungspflicht und eine Hinterthür den Socialdemokratie erzielen wollen, so muß man dafür sich bestens Muster bekommen, und haben bei offener Abstimmung in einer Gegnern und lauen Freunden der Wahlbeteiligung öffnet, durch die bedanken. ganzen Reihe von Gemeinden unsre socialdemokratischen Kandidaten fie, da man es ihnen so leicht macht, schlüpfen werden. Bebel meinte, durchgebracht; es ist also bereits bestätigt, daß das geht. Unfre Erwir müßten dafür sorgen, daß endlich diese Frage endgültig erledigt wartungen sind erfüllt; namentlich der bürgerliche Demokrat iſt fo wird. Nehmen wir aber diese Resolution mit dem von ihm gerühmten wader im Abgeordnetenhaus aufgetreten, hat als einziger BürgerBujat an, dann zweifle ich keinen Augenblick daran, daß sofort beim licher eine gange Reihe von Mißständen auf Grund unfres nächsten Wahlkampfe die Streitigkeiten und Klagen losgehen Materials aufgedeckt, hat so hat so scharf in der Eisenbahn, werden. Gegen die Wahlbeteiligung felbft find irgend er ueber die Stimmmittel bes Genossen Zubeil verfüge ich nicht. es seit Bestehen des preußischen Abgeordnetenhauses kaum je Eine Enttäuschung muß ich Ihnen von vornherein bereiten. Gefängnis Beamtenfrage usiv. Stellung genommen, wie hebliche Argumente nicht vorgebracht worden( Sehr wahr!),( Seiterkeit.) Echon in Hannover hatte sich über die Sünden der vorgekommen ist, und zwar mit Erfolg. Daher denken wir Fran und wir würden eine kapitale Dummheit begehen, Ivenin wir uns nicht beteiligen wollten.( Lebhafte Zustimmung.) Was soll Bayern ein gründliches Untvetter zufammengezogen, das aber nicht furter nicht daran, jemals von der Beteiligung Abstand zu nehmen; nus abhalten? In den Großstädten kann jeder Arbeiter seiner social- losgebrochen ist. Ueber unsre Häupter, über uns Badenfer kommt wir werden uns jegt erst recht beteiligen, und zwar mit lanter ausdemokratischen Gesinnung offen Ausdruck geben. Auf die ab- der ganze Segen.( Heiterfeit.) Das ist nur gerecht, denn wir gesprochen socialdemokratischen Wahlmännern, und was in Frankfurt hängigen Schichten, die Staatsarbeiter, können wir natürlich nicht find es gewesen, die zuerst in die verbotene Frucht, in die Frucht des möglich ist, wird auch wohl in einer ganzen Reihe andrer Kreise rechnen. Aber auch so verfilgen wir noch über große Kompromiffes gebissen haben. Die Bayern find also nur möglich sein. Scharen selbst auf dem Lande. Es ist ein Irrtum, zu glauben, die Epigonent.( Vom Tisch der Bayern: Aber die besseren! Wenn immer das Liebknechtsche Verwirrungsargument bors daß wir auf dem Lande keine Erfolge erzielen können. Auf die Sache mum einmal so ist, so nehmen wir alles auf us. Seiterkeit.) Gewiß, fie haben mehr herausgeschlagen. Da gebracht wird, so ist das ein Armutszeugnis für unsre Wählerschaft, unfrer legten Provinzialfonferenz waren 30 Bandarbeiter als eine eigenifimliche Erscheinung, daß der Jupiter tonans, der dieses unterscheiden, weshalb fie bei der Reichstagswahl für einen SocialEs ist das sie nicht verdient hat. Unfre Wählerschaft weiß ganz gut zu Delegierte anwesend, fie alle find für Wahlbeteiligung eingetreten, ngewitter entfeffelt hat, selbst auf die Bank der Sünder gehört, demokraten und bei der Landtagswahl für einen Freiſinnigen, für obwohl wir ihnen die Schwierigkeiten des Systems auseinandergesezt haben.( hört! hört!) Bei dem ländlichen Arbeitermangel daß gerade er ein Kind der Sünde ist,( Heiterkeit), nicht etwa aus das kleinere Uebel stimmt, genau so wie bei den Reichstagsstichwahlen, können die Landarbeiter ruhig offen socialdemokratisch wählen, ohne einer morganatischen Ehe,( Heiterfeit), sondern aus einem Konfubinat. und damit fällt jeder Grund gegen die Beteiligung fort. ſich der Gefahr auszusehen, aufs Pflaster geworfen zu werden inb au sprechen begonnen( Seiterfeit), und weint nun über seinen das klingt recht revolutionär!( Seiterkeit und Beifall.) ( Erneute Heiterkeit.) Aber erst nach drei Jahren hat dies Sünden- Wenn Zubeil gemeint hat, die Wahlmänner brauchen Zeit und wenn sie entlassen werden, so pfeifen sie darauf, denn fie find finden im nächsten Dorf nette Arbeit.( Widerspruch.) Die Vater, den Socialismus und seine Mutter, die Demokratie. Auch wollen Revolution machen, haben aber keine Zeit!( Lebhafte Landleute sehnen den Augenblick herbei, wo sie ihren Unter- er bann nur wenigftens die Güte gehabt, uns ein Exemplar feines bei der Thür stellt und mit den Fäusten droht, aber nicht den Mut ich glaube, daß rein sachliche Motive Gect geleitet haben, hätte Seiterfeit und Beifall.) Wer ist radikaler: Der sich draußen drückern ihre Meinung ausbrikken fönnen. Die indirekte Wahl nügt uns geradezu, denn es ist schwer, auf dem Lande die Flugblatts, das seit 8 Tagen gedruckt ist, zuzuschicken, dann hätten hat, an der Thür zu rütteln, oder der, der auf das bloße ProMaffen in Bewegung zu bringen für einen Debel, einen Singer wir unser Aftenmaterial mitbringen können. Es handelt sich um teftieren verzichtet und an der Thür rüttelt so lange, bis er sich oder einen andren Parlamentarier, der der Landarbeitern nicht be- dreierlei in dem Flugblatt: 1. die angebliche Doppelnummer des Einlaß verschafft hat, mit allen Mitteln.( Beifall.) Ich habe dieser oder einen andren Parlamentarier, der den Landarbeitern nicht be- Bollsfreund", der ant gleichen Tage die Demokratie in Karlsruhe Tage mit einem ausländischen Socialdemokraten gesprochen, der fannt ist. Aber einem Bekannten aus dem eignen Urwahlbezirt empfohlen und in Offenburg bekämpft haben soll; 2. die Behauptung, fagte: Wir Socialdemokraten sind eine ausgesprochen principientreue geben sie leicht ihre Stimme. Unermeßlich ist der Vorteil, den wir auf dem Lande erreichen daß ich vor einem Jahre in Durlach gewählt worden bin auf Bartei; aber wir mögeln, wo wir mogeln fönnen.( Große Heiterkeit dadurch, daß wir solche Wahlmänner in den einzelnen Gutsbezirken Grund eines demokratisch- socialdemokratischen Kompromisses und und Beifall). suchen, sie sind die sichersten Stüßen für unsre Agitation und Orga- befolgt habe, als vor drei Jahren. 3. die Behauptung, daß der Volksfreund" dabei eine andre Taftit Grenz- Leipzig: nisation.( Widerspruch.) Wir haben praktische Erfahrungen, wir find ichwere Irrtümer. Ich glaube auch, daß Ged nur fachliche recht vor Landrecht geht, der Parteitag vor die Landeskonferenz. Alle drei Behauptungen Wir haben uns stets auf den Standpunkt gestellt, daß Reichshaben Berbindungen auf dem Lande angeknüpft. Niemals wird es Gründe hatte, als er die Sache vorbrachte; schon deshalb, weil er Das hat die unschönen Sachen in Sachsen veranlaßt und es ist sehr uns gelingen, auf dem Lande etwas zu erreichen, wenn wir so die Mittel der Agitation und Propaganda aus der Hand selbst vor drei Jahren der Leiter des Blatts und der Wahl war, bei die Frage, wer die Schuld daran hat. Der Auffassung von Quard, geben. Ich gebe mich feinen Illusionen hin, ich weiß sehr wohl, steht die Sache so, daß durch einen in letzter Stunde, während die die Frankfurter, stehen doch die Erfahrungen mit dem Flugblatt Geds der die Sache spielte. Mit der Doppelnummer des„ Boltsfreund" daß wir andern ebenso gut mit der Beteiligung fahren werden, wie daß einer oder der andre unsrer Wahlmänner unter den Drohungen oder Versprechungen seines Herrn nachher umfallen wird. Sie alle, starlsruher Auflage schon in der Maschine war, in Offenburg erfolgten gegenüber, wobei die Partei eine weit größere Schädigung erleidet als die Sie Wahlgegner find, stehen damit im Widerspruch zu Ihren schweren Angriff der Freifinn Demokraten eine Abwehr not- auf der andren Seite günstigenfalls Gewinn. Aber die Frage ist auch die Sie Wahlgegner find, stehen damit im Widerspruch zu Ihren wendig wurde, die dann allein in die Offenburger Auflage die, ob wir uns beteiligen können. Versprechungen werden von den fonftigen Auffassungen. Sie überschätzen den Wert eines Mandats, denn selbst wenn wir kein Maudat bekommen, ist die Wahlbeteili- kommen konnte. So hat es Geck selbst im Landtag der Wahrheit Freisimmigen bei der Wahl leicht gemacht. Geändert haben sich die gung doch wichtig, weil wir durch die Agitation Gelegenheit be- gemäß dargestellt, ivie Dreesbach bezeugen kann. Blöglich auf bürgerlichen Barteien allerdings in den letzten Jahren, aber nur ihre kommen, unsre Ideen in weitere Streise zu tragen. Wir schaffen tretende atute Verhältnisse haben also die Doppelnummer veranlaßt. Tattit, in Effekt sind sie uns gegenüber ebenso miserabel wie im dadurch neue Berbindungen mit den Landarbeitern zum Vor- Die Thatsache, daß wir bei der verschiedenen Schlachtstellung in früher. Die andren Parteien find nicht besser als die teil unsrer Organisation. Wir beteiligen uns zunächst auf Offenburg und Starlsruhe und Karlsruhe mit entschiedener Hochhaltung des Hunter. Wie hat der freisinnige Dr. Hirsch sich gegenGrund unsres Programms ganz principientreu mit eigenen Brincips kämpften, wurde auch vor drei Jahren in der Neuen Zeit" über dem Straßenbahnerstreit benommen? Wir haben von den Wahlmännern an der Wahl, und dann wenn es zur Wahl der Ab- attenmäßig festgestellt.( Redner verliest die Stelle.) Ich habe in bürgerlichen Parteien nichts zu erhoffen. Sie wollen uns, wie geordneten kommt, können wir ruhig mit einem zuverlässigen Frei- meinen Artikeln auf den principiellen Unterschied zwischen Demokratie Pfannkuch treffend sagte, nach Bismardichem Mufter einfach totfinnigen ein Bündnis abschließen. Buruf: Giebt es nicht!) Wie und Socialdemokratie hingewiesen, was den Karlsruher Genossen fchlagen. In Sachsen verdanken wir den Freisinnigen mit das Dreikönnen die erfahrenen Berliner so etwas sagen? Ich kenne die damals sehr unangenehm war, aber mir kam es eben auf principielle lassen- Wahlrecht. Und mit dieser Gesellschaft sollen wir uns Freifinnigen auch und weiß, daß an ihrem Gros nichts daran ist, lode des Vorsitzenden.) Reinlichkeit an. Das ist die Nummer 1 der Behauptungen... foalieren? Wir haben zwei Probewahlen hinter uns, die sind danach aber daran ist doch nicht zu zweifeln, daß es auch unter den Freiausgefallen. finnigen Männer mit Rückgrat giebt, und daß wir vor allem durch Borsigender Singer: Die Fortsetzung bitte später.( Große Riemann- Chemnitz: unfre Beteiligung dahin wirken können, daß solche rückgratfesten Männer auch von den Freifinnigen aufgestellt werden. Fendrich: Dann will ich schließen: Doch Brutus ist ein Leipziger und Zwidauer verhunzt haben.( Heiterkeit und Beifall.) Jawohl, die sind danach ausgefallen, weil sie uns die Wir würden Verwirrung schaffen in den Reihen unfrer zurückgebliebenen ehrenverter Mann. Das sind sie alle, alle ehrenwert." Arbeiter, wenn wir nicht den selbständigen Charakter der Wahl be= Frau Ihrer Berlin V: Die Ausführungen von Ged find ein Ich bin für die Resolution Bebel nur dann, wenn die Maschen so wahren würden; er wird gewahrt durch das Amendement Quard. Schlagender Beweis gegen die Beteiligung, fein Nedner war im eng find, daß kein Grenz, tein Lipinski, tein Schoenlant und tein Ich sehe keinen Grund gegen die Beteiligung ein. Unfre Landarbeiter stande, uns von der Möglichkeit der Beteiligung zu überzeugen. Goldstein durchwutscht.( Große Heiterkeit.) Kompromisse wollen wir haben durchaus ein Verständnis für das, wozu die Berliner noch nicht Haase irrt sich, wenn er glaubt, daß auf dem Lande teine Plaß machen, fagt man uns nach. Ist ja gar nicht wahr! Ich selbst foll das Kompromis damals gemacht haben! Ich habe da hinter gekommen sind, nämlich daß die Wahlmänner eventuell auch einen regelungen erfolgen. Das wird troy allen Arbeitermangels geFreisinnigen unterstützen können.( Lebhafter Beifall und Wider- fchehen. Ich hätte gewünscht, Haase hätte uns mal einen Liberalen, schwedischen Gardinen gefessen, wie kann man denn da komberückgrat nisem spruch.) der Rückgrat befißt, auf den Tisch des Hauses niedergelegt promisse machen!( Große Heiterkeit.) Bei den Reichstagswahlen ( Heiterfeit), er wäre als ein Wunder in Deutschland betrachtet fordern Sie doch auf, dem Dr. Hirsch als dem kleineren Uebel die Bebel hat mit seiner Resolution versucht, sowohl die Freunde wir müßten benn Landtagswahl- Agitatoren und Reichstagswahl denn nicht auch bei den Landtagswahlen. Direkt zur Rebellion wird worden. Wohin kommen wir bei dem Vorschlag der Wahlanhänger? Stimme zu geben, trotz des Straßenbahner Streifs; also warum wie die Gegner der Wahlbeteiligung zu befriedigen. Das letztere wird Agitatoren schaffen, die heute gegen, morgen für die Freifinnigen ja schon bei uns in Sachsen aufgefordert. Da schreibt Goldstein im ihm nicht gelingen. Jest scheint es so, als ob es sich nur um die reden. Aner sagt in den„ Soc. Monatsheften", es tommt haupt Sächf. Voltsblatt":" Küme es in Mainz zu einem Mehrheitsbeschluß preußischen und fächsischen Landtagswahlen handele. Die bayrischen fächlich auf Berlin an, mit Berlin werde die Bewegung univider für die Beteiligung, so ist allerdings die Minorität beſient;" Vorgänge aber, aus Anlaß deren man von Kuhhandel usw. steblich; aber warum nimmt man denn keine Rücksicht auf die sprach, haben Anlaß dazu gegeben, daß diese Frage Stimmung der Berliner und ihrer Nachbarkreise? Mögen Sie beauf die Tagesordnung dieses Parteitags gefezt wurde. Die Frage schließen, was Sie wollen( Oh), wir halten an dem Vermächtnis muß für ganz Deutſchland gelöst werden und nicht mit des Attent fest, wir find gegen jeden kompromis, gegen jedes Wahl für Preußen und Sachsen. Man geht über die Frage der Bündnisse blindnis. viel zu leicht hinweg. Die Art, wie Auer in den Socialistischen Monatsheften" die Frage behandelt, stimmt doch schlecht mit den Dingen, die uns in dem heute verteilten Flugblatt erzählt werden. Die Landarbeiter des Genossen Haase scheinen sich fa in einem wahren Dorado zu befinden, anderwärts ist es anders. Die Bebelschen Einsätze machen seine Resolution nicht schmackhafter, ich kann sie nur mit dem Amendement Ledebour annehmen. Zubeil- Berlin. Schrader- Bramsche: Heiterfeit.) Riefel- Berlin VI. -Bruhns- Breslau: O Sehr logisch!( Heiterkeit), ob sich diese dagegen so fügt und nicht etwa durch Lässigkeit und Unterlassung, wie auch direkt durch Auflehnung fündigt das ist eine andre Frage." Das ist schon längst in Frage gestellt, wenn die Landeskonferenz die Beteiligung beschließt und zwei, drei Wahlkreise sich einfach nicht fügen.( guruf Ledebours.) Ledebour kann gut von Sachsen reden! Ein Mann, der kaum hundert Wochen in Sachsen war! Wir haben in Die Möglichkeit ber Wahl. Wenn bereits ein füddeutscher Genosse nicht; auch das wählen will gelernt sein( Heiterkeit). Wir haben ihn Die Ausführungen von Ged find ein schlagender Betveis gegen Sachsen 20 Jahre lang das wählen gelernt, das versteht der Ledebour warnend seine Stimme erheben muß, so können Sie es uns Nord- hingelegt, in Dresden; da liegt er nun! in Berlin wird er vielleicht beteiligung in Preußen mit allem Ernst unsrer Ueberzeugung feit.) Diesmal aber wird man mit den Rebellen abfahren; wer deutschen wahrhaftig nicht verdenken, daß wir gegen die Wahl- wieder aufstehen; na, wir wollen das Beste hoffen!( Große HeiterStellung nehmen. Meist hat ja heute schon ausgeführt, wie die nicht für uns ist, der wird hochgenommen in diesem Fall! Parteigenoffen feines Streifes über Kompromisse denken. Dasselte Wenn Sie heute Bebel gehört haben, und ihn mit dem Bebel gilt auch für die Genossen von Berlin und der ganzen Mark Branden bon Hamburg, ja noch von Stuttgart vergleichen, wenn Sie seine burg; überall liegt uns da der Freifinn so im Magen, daß wir ihn Bekanntlich haben die Breslauer nach dem verunglückten Hamheutige elegische Stimmung gefehen haben, dann haben Sie gemerkt, beinahe nicht mehr verdauen können.( Oho!) Ja wohl. Wir wollen den burger Beschluß, als niemand wußte, was zu thun war, die Initiative wie wenig Freude er felbft an seinem eignen Werke hatte.( Oho!) alten Brei nicht wieder aufwärmen, wir haben teine Beranlaffung, ergriffen und fich selbständig an den Wahlen beteiligt, und ich darf Bat er doch, mur ja einmal bloß zu versuchen, mur ja zu experimen uns auf ein derartiges Experimentiergebiet zu begeben. Wir haben wohl im Namen fast aller Breslauer Genossen sagen, daß wir das tieren, dann würde es so habe ich es herausklingen ge- vielmehr alle Veranlassung, unsren Genossen zu zeigen, daß wir mit niemals bereut haben. Wir unterscheiden uns in diefer Beziehung für immer begraben sein.( Heiterkeit.) Dem Ge- folchen Elementen nichts zu thun haben wollen. Wenn Sie mir von den Genoffen des Wahlkreises von Meist, die, wie Meist sagt, nossen Haase hat ja schon der Vorredner geantwortet. nicht glauben wollen, wie sehr die Berliner gegen die Wahlbeteiligung durch die Beteiligung nur Arbeit, Mühe und Zeit zu verlieren Wenn das alles, was Haase gesagt hat, so stimmt, o du herrliches find, so fragen Sie mal Pfannkuch. Als er einmal bei uns im 6. Wahl fürchten. Nun, wir Breslauer haben den Versuch gemacht, wir haben Ofte und Westpreußen! Wie start müßtest du heute schon bei der freis sprach und nebenbei auch die Notwendigkeit der Wahlbeteiligung feine Arbeit, Mühe und Zeit verloren. Das Urteil von Meist und geheimen Stimmabgabe im deutschen Reichstag vertreten sein, wo die betonte, da haben ihm die Genossen durch lautes Murren die Antwort besonders das von Zubeil ist in feiner Weise durch SachLandarbeiterschaft Mann für Mann, Schar für Schar an die Wahl- erteilt; Berlin ist auch gar nicht in der Lage, in allen Bezirken die kenntnis getrübt. Zubeil hat, um einen ganz milden Ausdruc urne treten kann, offen die Stimme abgeben kann, o du glückliches Dorado, nötigen Wahlmänner aufstellen zu können, in vielen Bezirken finden zu gebrauchen, nur pure unrichtigkeiten zu Tage gefördert. Wir sind in das uns Haase heute hineinge ihrt hat( Seiterkeit). Genosse Haase, auch wir nicht einen einzigen Wahlmann. Man darf auch nicht ohne auch damals nicht mit einem ungeheueren Aufwand in die Wahl geich vertrete einen sehr großen andfreis, aber wir haben die Erweiteres fagen, daß wir uns mit Naturnotwendigkeit an den Wahlen treten, im Gegenteil, die Beit war furz, viele Genoffen wollten, fahrung erst vor ganz wenig schen Tag für Tag sammeln müssen zu beteiligen haben. Nun hat Haaje uns Berlinern Unkenntnis der weil sie Gegner der Beteiligung sind, sich nicht als Wahlmänner bei unsrer unausgesetzten Agi tion auf den großen Gütern, bei Verhältnisse vorgeworfen, Zubeil hat ihm bereits erklärt, daß wir aufstellen lassen, andre konnten nicht kandidieren, weil sie nicht den großen Bauern, wie man me da unser Flugblättermaterial ab in Berlin auch Landagitation treiben müssen. Wie tönnen wir preußische Staatsangehörige find. Aber trotzdem haben wir übernahm, wie vorsichtig man da orgehen mußte. Bon diesem Platz den Landarbeitern heute die Wahl eines Eccialdemokraten, morgen raschende Erfolge erzielt, und wir wissen jezt, daß die Schwierig Sier ist es sehr leicht zu sprechen; aber wenn die Erfolge geholt die eines Freifinnigen empfehlen! Die Landsleute von Haase, die feiten wohl groß aber nicht unüberwindlich sind. Ich bin sogar der hört Meinung, dah wir vielleicht cniS eigner Kraft hier und da einen Abgeordneten durchbekonnnen könnten, nicht in Breslan, wohl aber in andren Orten. In Linden z.B. ist thatsächlich die absolute Mehrheit für den Arbeitcrkaildidaten erzielt, und wenn nicht einige ländliche Bezirke dabei gewesen wäre, so wäre in der That Linden der erste Kreis gewesen, der einen socialdemokratischen Vertreter in das preußische Abgeordnetenhaus entsandt hätte.(Widerspruch.) Nun behauptet Znbeil, die Freisinnigen hätten unsren Wahlmännern ihre Auslagen ersetzt. DaS haben auch die Konservativen behauptet, und ich sah mich veranlaßt, vor Gericht auf meinen Eid zu erklären, daß das unwahr ist. Ich ersuche Znbeil, in seinen Behauptungen etwas vor- sichtiger zu sein. Man tprach weiter von den socialdemokratischen Wahlmännern als von den Hilfstruppen des Freisinns, Nun, in Breslau forderten wir, als cS sich herausstellte, daß wir das Zünglein an der Wage bilden, von hcn Freisinnigen die Ueberlassnng eines der drei Mandate. Die Freisinnigen erklärten sich auch dazu bereit. aber die Sache hing nicht von ihnen ab, sondern von 40 nationalliberalen Wahlmännern, die unter keinen Umständen darin willigen wollten. In Anbetracht der politischen Situation— die lex Recke war eben mit 4 Stimmen Mehrheit abgelehnt, und es kam darauf an, eine reaktionäre Mehr- heit zu verhindern— stimmten wir für die Freisinnigen. Wir .konnten ja nicht wissen, ob wir nicht sonst eine reaktionäre Mehrheit erhalten würden, und diese Verantwortung konnten wir nicht au . uns nehmen. Wir waren uns unsrer Pflicht beimißt, die Wahl dreier Konservativen zu verhindern, die vielleicht gewagt hätten, uns in Preußen vereinsgesetzlich zu knebeln.(Sehr richtig!). Wir haben also nur unsre Pflicht der Partei gegenüber erfüllt, sind aber nicht als käufliche Hilfstruppen des Freisinns aufmarschiert. Obwohl ein Teil unsrer Wahlmänner zu- nächst gegen die bedingungslose Unterstützung der Freisinnigen war, stimmten sie nachher doch geschlossen dafür, und dies selbstlose und disciplinierte Auftreten hat unsren Gegnern bis weit in die Reihen der Konservativen hinein imponiert und uns moralische Erfolge ver- schafft. Wir sind und bleiben Anhänger der Wahlbeteiligung, und , wenn es nötig ist auch Freunde eines Kompromisses mit den Frei- sinnigen zwecks Erzielung eigner Mandate. So schwer wird doch die Last eines mit bürgerlicher Hilfe errungenen Mandats nicht zu tragen sein. Unser Genosse Hug ist ja auch als erster Socialdemokrat in den oldenburgischcn Landtag mit Hilfe bürgerlicher Wahlmänner eingezogen, und es ist ihm ganz gut bekommen. Was das Amendement Ledebour betrifft, so würde die nächste praktische Folge seiner Annahme der Sieg der drei Konservativen bei der demnächst stattfindenden Nachwahl in Breslau sein, denn wir Breslauer haben keine Lust mehr, einen Posten auf- recht zu erhalten, der hoffnungslos ist, wenn Sie es uns unmöglich machen, auch einmal socialdemokratischc Abgeordnete zu bekommen. Die Verbesserung, die Bebel seiner Resolution gegeben hat, findet nicht meinen Beifall. Die Klausel wird den Wahlgegnern einen er- wünschten Vorwand geben, die Situation wieder genau so zu gestalten, wie bisher(Sehr richtig), denn wer kann mit Sicherheit sagen, daß Maßregelungen nicht vorkommen?(Die Redezeit des Redners ist abgelaufen.) Ad. Hoffmann-Berlin IV: Bebel sagte, seine Resolution biete Gewähr, daß Bündnisse, die die Partei kompromittieren könnten, nicht abgeschlossen werden, da ja der Parteivorstand darüber zn bestimmen habe. Gewiß, von dem ■ Partcivorstand in seiner jetzigen Zusammensetzung ist nichts zu be- ' fürchten, aber wenn wir einmal auf der abschüssigen Bahn angelangt sind, kann auch der Parteivorstand uns nicht mehr halten. Auf- fallend ist nur,� daß der Parteivorstand nur über Wahlbündnisse in Preußen entscheiden soll; tvarum nicht auch über die in Sachsen, der Pfalz und Bayern? Haben denn die Bayern nicht auch schon manche Dummheit begangen?(Zuruf: Nein!) Nach unsrer Meinung haben die Bayern schon manche Dummheit begangen, Haase� würde sagen, Kapitaldummheit. In der Pfalz ist ein Kam- promiß abgeschlossen, ohne daß die Parteigenossen gefragt wurden. Im ersten pfälzischen Kreis hat man sogar gemeinsame Wahlmänner für Centrnm und Socialdemokratie aufgestellt auf das Versprechen hin, zwei Mandate zu bekommen. Iii Speyer hat man in einem Viertel, wo wir die größte Wählerzahl haben, zu Gunsten des Centrums verzichtet, weil 20 Ccntrumslcute nicht socialdemokratisch wählen wollten; im zweiten pfälzischen Kreis hat man sechs Wochen vorher bei den Freisinnigen angefragt, ob sie gewillt seien, ein Kompromiß zu schließen, was aber abgelehnt ist, weil man uns da nicht nötig hatte. Das hat in der Pfalz große Mißstimmung hervorgerilfen, aber die Geister des Centrnms, die man rief, wird man nun nicht los.(Ehrhardt: Wo hascht' denn dös her? Heiterkeit.) Das ist ja Nebensache, die Hauptsache ist. daß Ihr es widerlegt; es ist Euch wohl unangenehm, daß ich eS habe? (Heiterkeit.)_ Es ist ja gar kein Wunder, daß sich jetzt in der Partei so viel Anhänger der indirekten Wahl finden, nachdem der Parteitag gestern in seinem eignen Organisationsstatnt die indirekte Wahl festgelegt hat.(Widerspruch.) Na, ivas ist es denn weiter? Die Controleure sind die Wahlmänner, und die Genossen, die sie in den Vorstand wählen, sind dort Mitglieder zweiter Klasse.(Oho I) Um mit Haase zu reden, hoffe ich ja, daß der Partei- tag diese kapitale Dummheit nur einmal machen ivird. Merkwürdig ist es, daß am wütendsten diejenigen Kreise für Wahl- beteiligung eintreten, die bei der Reichstagswahl keine Erfolge haben. (Widerspruch. Zuruf: Frankfurt!) Nun, die Frankfurter werden ja auch noch den Rcinfall erleben. Haase verkündet uns die Wnndermär von den Freisinnigen, die noch Rückgrat haben. Die Botschaft hör' ich ivohl, allein mir fehlt der Glaube. Die Freisinnigen sind für die Socialdemokraten nicht zu haben, mit ganz vereinzelten Ausnahmen, aber die Ausnahme bestätigt nur die Regel. Ich erinnere nur an die Wahl von Jskraut. Die Freisinnigen wählen den Teufel, wenn er nur kein Socialdemo- krat ist.(Heiterkeit.) Haase sagt, die Landarbeiter bekommen leicht wieder Arbeit. Nun, warum uiüsien denn die Reichstagswähler auf dem Lande den Namen des konservativen Kandidaten auf dem Stimm- zettel ausstreichen und den des Socialdemokraten darunter setzen? Die Leute haben solche Angst, daß sie nicht mal einen socialdemo- kratischen Stimmzettel ziisammengefaltet abzugeben wagen. Und die sollen öffentlich ivählen? Bei den Berliner Stadtverordneten-Wahlen haben wir den Freifinn kennen gelernt. Da haben selbst freisinnige Juden für den Antisemiten Ulrich gegen den Socialdemokraten Glocke gestimmt. Bebel hat eine Reihe von Wahlkreisen aufgezählt, wo wir die rosigsten Aussichten haben, aber um in Berlin die dritte Klasse zu bekommen, müssen wir erst die Minister zu Social- demokraten machen; die wählen auch in der dritten Klaffe. Es ist schon darauf hingewiesen, daß wir nicht bei den Reichstags- Wahlen den Freisinnigen als Volksverräter, bei den Landtags- Wahlen als Volksvertreter hinstellen können. Machen wir unsre Wahlen doch nicht besser als sie sind; ein großer Teil stimmt für uns, ohne sich sonst um Politik zn kümmern, und die werden eine solche Taktik nicht verstehen. Man thut am besten daran, eine Sammlung verschiedener Reden für alle Wahlgelegcnhciten für die Socialdemokratie herauszugeben, damit die Redner orientiert sind. Meist bedauert die Redacteurc, die unter diesen Umständen schreiben sollen. Noch mehr bedaure ich den Redner, der unter diesen Um- ständen reden muß. Beschließt der Parteitag die Beteiligung, nu dann werden wir sie ja mitmachen müssen(Heiterkeit)— ja, darin sind wir konsequent, Ivir fügen uns.(Bravo!) Macht Ihr es nur ebenso I Aber man wird sich dann als Redner sagen müssen, du erzählst hier den Wählern etivas, weil cS die hoffnungS- volle Majorität des Parteitags vorgeschrieben hat, aber glauben thust Du selbst nicht daran.(Widerspruch.) Wo bleibt da die Begeisterung der Massen? Wir werden schon zufrieden sein, wenn wir die Leute finden, die bei der LandtagSwahl mitarbeiten. Ich glaube noch das kaum. Den Antrag 72 bitte ich anzunehmen, er ist so gemeint, daß wir nicht gemeinsame Kandidaten aufstellen dürfen; wer aber glaubt, unser Antrag hätte die Bedeutung, überhaupt daS Stimmen für Gegner zu verbieten, den erinnere ich daran, daß wir das ja auch bei der Reichstagswahl thun. Nur wollen wir kein Bündnis, keinen Kuhhandel mit Gegnern eingehen. Wir beantragen, über die Reso- hition Bebel und über diesen Antrag namentlich abzustimmen, damit wir später eeststellen können, wer die Kapitalduininheit begangen hat, Ivir oder die Illusionäre der Firma Hase u. Comp.(Große Heiterkeit.) Baudcrt-Apolda: Mein Freund Hoffmann hat die Situation so schwarz gemalt. daß es mir schwer fallen wird, es etwas rosiger zu gestalten. Wir in Thüringen haben verschiedene Wahlsysteme, aber der Antrag Hoffmann soll auch für uns ebenso gelten, wie für das Dreiklassen- Wahlsystem, und dagegen muß ich mich wenden. Wir waren ge- zwungen, Abmachungen mit bürgerlichen Parteien zu treffen, wenn wir nicht überall die Erzreaktionäre in den Landtag schicken wollten. Wir haben einfach einen Akt der Klugheit, der Notwendigkeit begangen, als wir mit den Freisinnigen abmachten, daß sie in den Kreisen, wo wir stärker sind, uns das Feld räumen sollten, wir ihnen dafür in den Kreisen, wo sie zahl- reichere Anhänger haben, unsre Stimmen gegeben. Man malt die Verwirrung uns schwarz hin. Vergißt man denn ganz, daß die Socialdemokraten erzieherisch wirken? Wo bekommen ivir denn unsre Genossen her, die früher der bürgerlichen Gesellschaft angehörten? Die Leute, die uns die Stimme geben. bringen wir so allmählich zu uns herüber. Unsre Wähler, die Masse der Wähler ist heute bereits soweit aufgeklärt, daß sie wohl unterscheiden können zwischen Reichstags- und Landtags- wählen. Ich bitte Sie, der Resolution Bebel zuzustimmen in der Form des Amendements Quarck. Stadthagen- Berlin: Es ist nicht meine Absicht, die Wahlbeteiligungsfrage aufzurollen. Das ist überhaupt nicht die entscheidende Frage, sondern es wird sich darum handeln, ob der Parteitag entgegen seinen bisherigen Gepflogenheiten in der That einen Beschluß fassen ivill, der minde- stens gegen eine große Minderheit ausfallen würde. Ich halte es für außerordentlich falsch, eine Pflicht auszusprechen, die nicht er- füllt werden kann. Man ivird sich dem Beschluß förmlich fügen, aber thatsächlich kann und wird man ihn in den betreffende» Wahlkreisen nicht ausführen; darüber dürfen wir uns nicht dem geringsten Zweifel hingeben.(Zuruf: Also Mogelei) Nein, der Beschluß kann von der großen Masse der Arbeiter nicht aus- geführt werden und wird es nicht.(Zuruf: Hoffmann sagt es!) Ich sage es entgegen Hoffmann. Ich bitte, den Antrag anzunehmen, daß die Entscheidung über die Wahlbeteiligung den einzelnen Wahl- kreisen überlassen wird. Wenn man auf solchen Umwegen Freisinnige in das Abgeordnetenhaus bringen will— ich weiß nicht, ob die Wahlbeteiligung nicht auch für das Herrenhaus gelten soll(Rufe: Au! Fürs Herrenhaus wird ja nicht gewählt!)— warum man da nicht lieber, Ivo man glaubt, verläßliche Freisinnige zu haben, den Parteigenossen deren Wahl empfiehlt. Denn, was nützt es, wenn wirklich ein Socialdemokrat als Agitator im Abgeordnetenhause sitzt! Das Abgeordnetenhaus hat eine so schlechte Akustik(Rufe: Au!), außerdem sind dort die Fenster so dicht, daß man auch nicht zum Fenster hinaussprechen kann.(Au I) Wir vor den Thoren Berlins brauchen nicht die Landtagswahlbeteiligung, um zu agitieren. Ullenbaum-Elberfeld: Die Elberfeld- Barmer Genossen haben sich bei der letzten Landtagswahl durchaus selbständig beteiligt durch Aufstellung eigner Wahlmänner. Der Erfolg war beim erstenmal noch klein, 200 Wahl- männer unter 1100. Wir wußten aber von vornherein, daß nicht mehr zu erwarten war. Aber wir legen Wert auf praktische Agitation. Wir sind die stärkste Partei und müssen diese Stellung bei allen öffentlichen Aktionen ausnützen. Die Sache war durchaus nicht so schlimm, wie sie hier von verschiedenen Seiten hingestellt worden ist. Unter den Genossen ist keine Verwirrung entstanden. Mit größter Lust und Freudigkeit sind die Genossen zur Wahl gegangen. ES war ein Vergnügen, wie sie in einzelnen Bezirken ihre Stimme geschlossen abgaben. Und unsre Wahlmäuner gaben hinter Kommerzicnräten und Millionären freudig und laut ihre Stimme für Molkenbuhr ab.(Bravo.). Zwar nicht in Elberfeld, wohl aber in den Nachbarstädten können wir direkten Einfluß auf die Wahlen ausüben. In Hagen-Schwelm, dem Richter'chcn Wahlkreis, sind zwei Abgeordnete zu wählen; wenn dort die Genossen sich an der Wahl beteiligen, so geben sie un- bedingt den Ausschlag. Bei den letzten Wahlen sind die Vertreter der Großindustriellen, Lohmann und Beumer, gewählt. Bei früheren Wahlen stimmten unsre Leute für den Freisinnigen, das letzte Mal haben sie sich nicht beteiligt. Wenn wir jetzt selbst- ständig auftreten, warum sollen wir da nicht verlangen, daß wir. die wir den Ausschlag geben, auch ein Mandat erhalten? Ich nenne das nicht ein Kompromiß, sondern ein gutes Recht. An der Bebelschen Resolution gefällt mir nicht der Zusatz von den Maßregelungen. DaS ist ein Schreckschuß, manche Wahl- kreise werden sich dadurch bestimme» lassen, nicht zu wählen. Ich konstatiere, daß trotz der öffentlichen Stimm- abgäbe in keinem einzelnen Fall in Elberfeld eine Maß- regelung erfolgt ist. Wenn einzelne Genossen sich jetzt so radikal gegen die Wahlbeteiligung erklären, wie Meist in Lcnnep-Mettmann, so thun sie dies vielfach nur aus Faulheit.(Oh! oh!) In einer Reihe von Kreisen. Ivo gar keine Agitation entfaltet wird, treten die Leute mit einem Mal radikal gegen die Beteiligung auf. Gewiß kostet die Beteiligung Opfer, aber das schadet nichts, sie nützt auch. Hoffmann-Berlin IV und Genossen beantragen, in der Resolution Bebel, letzten Absatz erste Zeile die Worte„in Preußen" zu streichen. Gcwehr-Elberfeld: Die Berliner sind wieder mit alten Schindmähren von Behaup- tungen gekommen, so die, daß den Genossen nicht zugemutet werden könne, heute für den Freisinnigen und morgen gegen ihn zu stimmen. Das soll sie verwirren. Ach, seien Sic doch unbesorgt. Unsre Ge- nossen sind keine Kinder. Das Amendement Quarck verlangt die selbständige Aufstellung von Wahlmännern. Aber auf diesen Vor- schlag sind die Berliner nicht eingegangen. Er ist ihnen ivohl sehr unbequem. Dafür hat Stadthagen sogar gegen die Be- teiligung geltend gemacht, daß der Saal des preußischen Abgeordnetenhauses eine sehr schlechte Akustik habe. Mit solchen Gründen sollte man uns doch verschonen. In Elberfeld haben wir das seltsame Schauspiel erlebt, daß wir, während ivir bei den Reichstagswahlen keinen besonderen Anlaß hatten, die Freisinnige» zu bekämpfen, es bei den Landtagswahlen besonders scharf gethan haben. Die Befürchtung der Berliner von der VerWässerung des Programms ist also durchaus unbegründet. Hoffmann hat bestritten, daß die Wähler sich mit Begeisterung an den Landtagswahlen be- teiligen würden; die Berliner sollten doch ein klein bißchen auf' uns hören, da wir praktische Erfahrungen haben. (Lachen.) Sie haben ja gar keine Eefahniiigen. In Elberfeld ist mit großer Lust und Liebe' gewählt worden, obgleich die Beteiligung nur mit drei Stimmen Mehrheit beschlossen worden war. Doch ivill ich nicht bestreiten, daß vor zwei Jahren eine gewisse Zerfahrenheit herrschre; auch das Wahlsystem ist verworren und mußte den Wählern erst klar gemacht werden, ionst hätten wir leicht über 300 Wahlmäuner durchgesetzt. Das muß man erst alles lernen; bei den Reichstagswahlen haben wir ja auch gelernt. Die Urwähler haben das Bestreben, in ihrem Kreise den Wahlmann durchzubringen, das giebt allein schon eine ge- wisse Lust. Die erste Resolusion Bebel hat mir viel besser gefallen, als die zweite Form. Bebel hat wohl hierbei zu sehr auf die Stimmung der Berliner Rücksicht genommen. Wie wollen nicht gleich den Teufel an die Wand malen; mit der Matzregelung ist es nicht so schlimm. Kann sich ein Wahlkreis nicht beteiligen, nun. er wird ja nicht be- straft; es ist aber nicht nötig, Uebcrflüssiges erst zu sagen. DaS Amendement Quarck kommt den Berlinern entgegen; wir wären ja die größten Esel, wenn wir nicht versuchen wollten, die Vor- teile, die wir bei den Wahlmänner-Wahlen erreichen, auszunutzen. Ein Kompromiß ist das nach meiner Meinung überhaupt nicht, rletzt ist noch beantragt worden, den Passus„für Preußen" zu wichen. Beschwören Sie doch nicht einen neuen Kampf mit den süddeutschen Genossen herauf; bis jetzt haben sie die Dinge erledigt und der Parteivorstand hat sich nicht darum gekümmert. Warum soll das mit einem Mal anders werden? Das kommt mir wie eine Quertreiberei vor. Ein Autrag auf Schluß der Debatte, den B e b el begründet. wird von Adler mit dem Hinweis bekämpft, daß möglichste Klar- heit und Einverständnis unter den Delegierte» geschaffen werden müsse. Der Antrag wird abgelehnt. Göller- Frankfurt a. M.: Frau Ihrer hat von dem Vermächwis Liebknechts gesprochen. das wir hochhalten müßten. Wenn Liebknecht sich einmal getäuscht hat, dann hier. Von ihm stammt das Wort: Wir müssen das schlagende Junkertum aus Deutschland hinausschlagen. Unsre ganze Beteiligung bei den Landtagswahlen läuft doch darauf hinaus, die politische Macht des Junkertums in Deutschland zu schwächen. Unsre politische Machtstellung zwingt uns zur Beteiligung, aber auch zu Wahlbündnissen, da wir allein nichts erreichen können. Viele schrecken zurück vor dem Wort„Kompromiß". Es giebt Kompromisse, die ihrem moralischen und materiellen Effekt nach reaktionär sind, es giebt aber auch Kompromisse, die revolutionär wirken. Haben nicht unsre Badenser durch ihren Kompromiß die Situation in Baden revolutioniert? Liebknecht meinte einmal: Die Social- demokratie ist in Deutschland der Eckstein, an dem sich die Reaktion den Kopf einrennen ivird. Wie steht es aber bei den Landtags- wählen? Da stellt sich die Reaktion auf zum Kampf und wir bleiben zu Hause. Wo ist da der Eckstein? Singer befürchtet eine Schwächung unsrer Klassenkampfstellung aus der Beteiligung. Unsre Bewegung schöpft ihre Kraft aus der Thatsache der Ausbeutung deS Arbeiters' durch das Kapital. Diese Quelle wird durch die Wabl- beteiligung nicht unterbunden. Politische Aufgaben haben wir bei den Landtagswahlen zu lösen, sociale bei den Reichstagsivahlen. Ich stimme für die Resolution Bebel, jedoch nur unter der Bedingung, daß in ihrem dritten Absatz die Worte eingeschaltet werden:„jedoch nur mit Zustimmung des Parteivorstands". Redner stellt diesen Antrag. �# Die Debatte wird hierauf abgebrochen. Es folgen persönliche Bemerkungen. Mcift-Lennep-Mettmann: Ullenbaum hat behauptet, es sei Faulheit, wenn die Wahlbeteiligung von einzelnen Kreisen abgelehnt iverde. Ich Iveise diesen Vorwurf entschieden zurück; an andrer Stelle werde ich mich mit Ullenbaum auseinandersetzen.(Oh l Oh Ij Der eine spricht von Faulheit, der andre von geistiger Inferiorität, wenn man. sich nicht beteiligen will; so weit sind wir schon ge« kommen. Haase-KönigSberg: Hoffmann hat mir zwei Aeußerungen m den Mund gelegt, die ich nicht gethan habe. Erstens soll ich be« hauptet haben, Maßregelungen auf dem Lande schaden nichts. DaS ist mir nicht eingefallen. Ich habe nur gesagt, daß die Guts- besitzer es sich bei dem Mangel an Arbeitskräften drei- mal überlegen würden, bevor sie Arbeiter wegen Aus« Übung ihrer staatsbürgerlichen Rechte maßregeln ivürden. Ein Teil der Arbeiter kann nicht so leicht gemaßregelt werden, weil sie im Jahreskontrakt stehen; die freien Arbeiter aber bekommen bei dem Arbeitermangel leicht anderswo Arbeit. Einige Maß- regelungen werden erfolgen; aber ganz sind sie bei keinem Kampf zu vermeiden. Zweitens hat mir Hoffmann die Aeußerung untergelegt, die Verhältnisse der Landarbeiter seien glänzend, sie lebten in einem reinen Dorado. Es ist mir nicht eingefallen, so etivas zu behaupten. Ich habe im Gegenteil darauf hingewiesen, daß die Arbeitsbedingungen auf dem Lande durchaus traurige find, ich habe aber gezeigt, daß gerade in der gegenwärtigen Zeit die Landarbeiter viel eher in der Lage sind, sich politisch zu bethätigen, als sonst. Ledebour: Riemann hat es so dargestellt, als hätte ich gesagt, in Sachsen sei es geradeso wie wo anders in Bezug auf Kompromisse bei den Wahlen. Ich habe gerade das Gegenteil gesagt, nämlich, daß in Sachsen glücklicherweise die Möglichkeit eines Kompromisses völlig ausgeschlossen ist. Niemann hat weiter die Bemerkung daran geknüpft, daß ich in Sachsen hineingelegt sei. Demgegenüber kon- statiere ich, daß ich in Sachsen durchaus noch feststehe und durchaus nicht nötig habe, wieder aufzustehen. Singer: Unter persönlicher Bemerkung versteht man nicht eine Ansicht über eine Ansicht, die der eine oder andre über seinen Zustand in einem Lande hat(Heiterkeit). Ledebour: Ich will nur konstatieren, daß ich in DreSden-Land mit stärkerer Mehrheit zum Parteitag delegiert bin, als im vorigen Jahre. Singer verkündet das Ergebnis der vollzogenen Wahle». Stimmzettel wurden abgegeben 221, wovon bei den Controleur» wählen sich 5 ungültige befanden. Es erhielten bei der Abstimmung über den Ort für den nächsten Parteitag Stimmen: Lübeck 71. Dresden 69, Magdeburg 46, Bremen 16, Leipzig 14. Lübeck ist somit als Ort für den nächsten Parteitag gewählt. (Beifall.) Für den Parteivorftand erhielten Stimmen: Bebel 220, Singer 220. Vorsitzende; Auer 220(Bravo!) Pfann- kuch 220, Schriftführer; Gerifch 220, Kassierer; Rosa Luxemburg 1. Katzenstein 1, Dr. Schoenlank 1» Stadthagen 1, Adolf Hoffmann l, ohne Angabe des Amts. Bebel. Singer, Auer, Pfannkuch und Gerisch sind somit geiuählt.(Bravo!) Bei den Wahlen der Controleure erhielten: M e i st e r 204, Kaden 134. M e tz n e r 171, B r ü h n e 169, Zetkin 164, Ehrhardt 167, Könen 130, Kr am er 96 und Dr. David 91 Stimmen. Diese neun Genossen sind zu Contra- teuren gewählt. Außerdem wurden noch Stimmen abgegeben: für Meist 86, Schcrm 83, Dubber 80, Kühn 74, Braun 72, Pfarr 68, Bruhns 64. Hoffmann 27, Berthold 15. Grenz 3. Kotze 1, Luxemburg 1. Stubbe 1 und Zieh 1. Schluß der Sitzung 6 Uhr. Fünfter VerhandlnngStag. Sitzung vom Freitagvormittag. Beginn 9 Uhr. Den Vorsitz führt Singer. Die Diskussion über die Taktik der Partei bei de» Landtags« wählen wird fortgesetzt. Stolle-Gesau: Alle Beschlüsse auf allgemeinen und Landcsparteitagen habe» keinen beftiedigenden Zustand geschaffen. Dem anarchischen Zustand muß endlich ein Ende gemacht und eine Direktive für die Genossen im ganzen Reich gegeben werden, an die sie sich streng zu halten haben. Seit ivenigen Jahren verlegt die Reaktion— da es ihr nicht gelingt, im Reichstag die Volksrechre zu beseitigen— den Schwerpunkt ihrer Thätigkeit in den Landtag. Wir müssen auch da den Kampf aufnehmen, so schwer es uns auch gemacht wird. Wie kann Singer mit solcher apodiktischer Gelvißheit behaupten, daß Ivir in Zukunft auch nicht einen einzigen Mann in den preußischen Landtag zu bringen im stände ein werden. Hat man das früher nicht auch vom Reichstag und den andren Landtagen behauptet? Trotzdem haben wir den Kampf aufgenommen und nicht geruht, bis uns der Sieg geivorden ist. Und ist es nicht schon ein großer Erfolg, wenn es uns durch die dritte Wählerklasse gelingt.'Oppositionskandidaten in den Landtag zn bringen und dadurch Gesetze wie das preußische Vereinsgesetz zu verhindern? Man malt uns die Folgen von Kompromissen vor. die Priiicipienrcinheit der Partei würde zu Grunde gehen. Nun, bei uns in Sachsen sind Kompromisse nach Lage der Verhältnisse ja unmöglich. Aber wo haben denn uflsre badischen, unsre bayrischen Genossen, die auf Grund von Kompromissen in die Landtage gewählt sind, nachher irgend gegen das Princip der Partei verstoßen? Der unvergeßliche Liebknecht rief uns zu: immer in der Offensive,] niemals in der Defensive! Beherzigen sie dies Wort!( Beifall.) es ist eine Schmach für die Partei, die die Führung der Arbeiter bewegung in der ganzen Welt übernommen hat, vor dem Kampf zurückzuscheuen, weil er für aussichtslos gilt. Immer vortvärts, und wir werden zum Siege kommen!( Bravo.) Dreesbach Mannheim: = mit seinen Kollegen in Verbindung setzen müssen, er allein ist nicht berufen, die Reinheit des Princips zu wahren. Scholz- Berlin II: Ehrhardt: Ich habe mich nur gegen die Sache gewandt und empfehle Hoffmann, das Protokoll des Hannoverschen Parteitags nachzulesen, dort habe ich das alles schon richtig gestellt. Damit sind die persönlichen Bemerkungen erledigt. Das Schlußwort über die Beteiligung an den Landtags: wahlen hat Bebel: meiner Kenntnis die fortgesetzte Erörterung auch in Berliner Genossen treisen das Resultat gehabt hat, daß die Sympathien für eine Wahlbeteiligung gewachsen sind( sehr richtig!) und ich muß ausdrücklich fonstatieren, daß in dem Wahlkreis, den Zubeil im Reichstag vertritt, ausdrücklich die Wahlbeteiligung beschlossen worden ist, wenn auch mit geringer Mehrheit. Auch ein Zeichen dafür, daß man da mehr und mehr der Wahlbeteiligung zuneigt. Ich erinnere weiter daran, In Halle haben wir eine Resolution gefaßt, wonach wir als daß Magdeburg, das früher abseits gestanden hat, jezt für Wahlpolitische Partei uns an allen Wahlen zu beteiligen haben. Das Die Verhandlungen haben, wie es zu erwarten war, einen Ber- beteiligung eintritt usw. Dafür aber zu sorgen, daß überall der gilt natürlich auch für die preußischen Landtagswahlen. Uns daran lauf genommen, daß für mich keine besondere Veranlassung besteht, rechte Eifer für die Wahlbeteiligung in die Wählermassen tommt, zu beteiligen, ist unsre verdammte Pflicht und Schuldigkeit, und es mich noch auf eine längere Erörterung einzulassen. Es handelt sich das wird Sache des Aufklärungsmaterials sein, das wir unzweifelwäre ein Zeichen der Stagnation, wenn wir das nicht thäten. Es für mich nur darum, eine Reihe von Bemerkungen, die gegen meine haft bei einer solchen Agitation bringen werden, und ich wiederhole wird immer gesagt, wir dürfen kein Kompromiß schließen, aber es Aeußerungen gemacht sind, zurückzuweisen und mich gegen mir unter- es, wir dürfen nicht vergessen, daß gerade das Farbebekennenmüssen kommt bei Kompromissen nur darauf an, wie weit man geht. Unire stellte Behauptungen zu verwahren, die ich unter feinen Umständen der bürgerlichen Parteien beim Kandidieren in einer Reihe von Fragen ganze Thätigkeit im Reichstag beruht doch auf Kompromissen, gemacht habe. Singer und auch Ledebour haben meine Ausführungen von außerordentlicher Wichtigkeit ist. Das sind in der Hauptsache die Entgegnungen, die ich zu machen und die Obstruktion gegen die lex Heinze, bei der Singer dahin interpretiert, ich hätte mich großen Jllusionen in Bezug auf mit Richter Arm in Arm ging, war schließlich auch eine den Erfolg, der bei den Landtagswahlen zu erwarten sei, habe. Ich komme jetzt zu den gestellten Anträgen. Parteigenossen! Art von Kompromiß.( Widerspruch.) Die Gegner fürchten hingegeben; Ledebour sprach sogar von Utopisterei, ich weiß Diejenigen von Euch, die geneigt sind, für das Amendement Hoffnicht, daß ihre Wähler durch Wahlbündnisse forrumpiert werden, nur nicht, wie die beiden Genossen zu einer solchen Auffassung mann u. Gen. zu stimmen, wollen sich vor Augen halten, daß wenn wir haben diese Furcht, nur wir fürchten, daß unsre Farbe nicht echt meiner Worte kommen. Ich habe ausdrücklich erklärt, daß ich der Antrag die Mehrheit finden sollte, wir alsdann genau auf den; ist, daß sie abfärbt. Ich hege diese Befürchtung nicht. Die Reso- mich über die Lage, die unsre Partei bei den Landtagswahlen Standpunkt zurückgeführt werden, auf dem wir 1897 in Hamburg lution Bebel würde ich ohne weiteres zur Annahme empfehlen, aber einnehmen werde, durchaus teinen llusionen hingebe, daß ich von gestanden haben( Sehr richtig!), daß wir auf einen toten Punkt anes scheint, als ob dieselbe so aufgefaßt wird, daß wir uns nun in bornherein der Ansicht bin, daß ein Erfolg aus eignen Kräften nicht kommen, daß nach dreijährigen Verhandlungen auf vier Parteitagen allen Wahlkreisen beteiligen müssen. Aber selbst an den Nachwahlen zu erwarten sei, wie das ja auch meine Resolution deutlich zeigt. die Schlange sich selbst in den Schwanz beißt, und unsre ganzen zum Reichstag beteiligen wir uns oft nicht, weil es fich nicht der Bei der Verteidigung des Berliner Antrags, teinerlei Kompromisse Verhandlungen ausgehen wie das Hornberger Schießen.( Sehr Mühe lohnt. Vielleicht könnte man besser sagen: Der Parteitag einzugehen, äußerte Singer: er verspreche sich auch von einer selb- wahr!) Den Antrag Berlin annehmen, heißt die Sache überhaupt cmpfiehlt den Genossen die Beteiligung. Dadurch werden unsre Ge- ständigen Wahlbeteiligung nichts. Ja, warum stellt er dann den An- tot machen. Und da sage ich, daß diejenigen, die für den Antrag nossen moralisch verpflichtet, sich überall da zu beteiligen, wo es trag? Wozu will er dann den Parteitag nötigen, eine solche aus- stimmen wollen, viel besser die Sache überhaupt zum Fall bringen. möglich ist. Nur noch einige Worte zu dem häuslichen Zwist in zusprechen? Dann ist doch der einzige fonfequente Standpunkt der, Weiter bemängelt es Ledebour, daß in der Resolution von„ WahlBaden. Wir haben in Karlsruhe ein Kompromiß ab- gegen alles zu stimmen.( Sehr richtig!) Er will sich auf einen freisen", nicht von Landtags- Wahlkreisen" gesprochen wird. Ich bin geschlossen, um dem badischen Nationaliberalismus seine do- politischen Kuhhandel nicht einlaffen. Das ist freilich ein un- allerdings der Meinung, daß, da in der Resolution nur von Landminierende Stellung zu nehmen: das ist uns gelungen. angenehmes Wort, es stammt aus dem Agrarlande Bayern.( Heiterkeit.) tagen gesprochen wird, auch nur Landtags- Wahlkreise gemeint sein Der Nationalliberalismus ist in Baden in der Auflösung begriffen, Man spricht von Kompromissen mit einer gewissen Mißachtung. tönnen; aber wenn er glaubt, daß es zur Klarstellung notwendig und zwar hauptsächlich durch die Thätigkeit der Socialdemokraten. Aber was ist ein Kompromiß? Eine Vereinbarung mit einem ist, sein Amendement anzunehmen, so bin ich dazu bereit und ich Den badischen Nationalliberalismus überfällt nach und nach Basser- andern, sich gegenseitig zu unterstützen, um etwas zu erreichen, was hoffe, daß, wenn es angenommen wird, er der Resolution etwas mannscher Geist, und es ist jedenfalls ein Fortschritt, wenn anstatt man mit eignen Kräften nicht erreichen kann. Nun liegen die Dinge geneigter ist.( Heiterfeit.) Das Amendement Quarck richtet sich nicht der öden Kulturkampfpaudereien wenigstens Nationalliberalismus in Preußen so, daß wir nicht um der schönen Augen der Fortschritts- principiell gegen meine Resolution, sondern will nur die Wahlà la Baffermann verzapft wird. Das Ministerium Eisenlohr, das partei oder der bürgerlichen Demokratie oder des linken Centrums bedingungen umformen. Nach meinem Antrag ist es nicht ausRückgrat der Reaktion, ist vor wenigen Tagen, hauptsächlich infolge zuliebe ihnen unsre Stimmen geben, sondern um in unfrem eignen geschlossen, daß socialdemokratische Wähler für liberale oder andre der socialdemokratischen Wahlerfolge, gestürzt; wir fönnen also mit Parteiintereffe die Opposition im preußischen Landtage zu verstärken oppositionelle Wahlmänner eintreten fönnen, wobei ich aber ausder socialdemokratischen Wahlerfolge, gestürzt; wir können also mit und Geseze zu verhindern, die in erster Linie uns treffen und drücklich bemerke, daß meine Absicht nicht dahin geht, daß das in den Erfolgen, die wir erreicht haben, zufrieden sein. Die Doppelausgabe des" Volksfreund" hat Ged als verantwortlicher Schädigen. Auf der andren Seite verlangen wir, daß die Kräfte, die umfangreichem Maße geschehen soll, im Gegenteil wünsche ich, wir socialdemokratische Wahlmänner durchRedacteur gezeichnet.( hört! hört!) Damals hat er sie vertreten, wir in die Wagschale werfen, die andre Seite auch verpflichten, uns daß überall, wo diese auch aufzustellen und zu wählen heut braucht er sie als Angriffsobjekt gegen seine Parteigenossen. zu unterstützen, so daß wir so gleichfalls Abgeordnete erhalten. bringen können, Damit ist keinerlei Abmachung getroffen in Zum mindeſten hätte er sich über die Herausgabe des Flugblattes bie übrigen selbständigen Handlungen der Partei und unfre Erwägung geben: Bei den eigenartigen Berhältnissen in einer ganzes Bezug auf sind. Aber das möchte ich namentlich den Anhängern Quards zur programmatische Thätigkeit usw. Wenn heute ein so großes Gefchrei Reihe von Wahlkreisen könnte es dahin kommen, daß wenn wir und entsteht über die Möglichkeit, einmal mit einer bürgerlichen Partei die bürgerliche Oppositionspartei uns in Bezug auf die Wahlmänner zur Erreichung eines Vorteils, den man nicht allein erringen tann, nicht verständigen, teine der beiden Parteien ihre Wahlmänner durchWir werden bei den Landtagswahlen mit Berlin I zufammen zusammenzugehen, so will ich daren erinnern, daß im Jahre 1870 bringt und wir so den Konservativen zum Siege verhelfen.( Sehr gezogen. Bei den letzten Landtagswahlen hätte sich der größte Teil auf dem Stuttgarter Parteitag der Eisenacher Richtung auf richtig!) Dieser Möglichkeit will ich durch meine Resolution vorder Genossen für die Beteiligung erklärt, wenn nur halbwegs Liebknechts und meinen Antrag einstimmig beschlossen worden ist, bengen. Erklärt sich die Mehrheit des Parteitags aber für das Aussicht auf Erfolg gewesen wäre aber wenn sie erfahren, daß bei daß bei den bevorstehenden Reichstagswahlen, wo wir als Partei Amendement Quard, gut. Dann werde ich auch dafür stimmen. uns in Berlin SW. Geheimräte in der dritten Abteilung wählen, nicht einen Erfolg erzielen konnten, wir entweder für die Kandidaten unter allen Umständen aber hoffe ich, daß, wenn das Amendement dann können Sie es sich ungefähr vorstellen, wie schwer es uns der andren Arbeiterpartei, des allgemeinen deutschen Arbeitvereins, Quard keine Mehrheit findet, seine Anhänger für meine Resolution werden würde, Wahlmänner in der zweiten Abteilung durchzubringen. einzutreten und, wo solche nicht in Frage fämen, diejenigen bürger stimmen. Ich betrachte das als selbstverständlich. Hoffmann beantragt, Bei uns in Berlin kommen nur die Freifinnigen in Betracht. Wir lichen Kandidaten zu unterstüßen, die wenigstens in politischer in dem Schlußjaz meiner Resolution die Worte„ in Preußen" zu tennen sie aus der Stadtverordneten- Versammlung gründlich, Beziehung auf gleichem Boden mit uns ständen. Das ist streichen. Daniit würde also ausgesprochen, daß künftig der Parteidie Konservativen haben sich oft viel anständiger gezeigt als damals von dem Kongreß beschlossen worden, ohne daß ein vorstand das Central- Wahlfomitee für die gesamten deutschen Staaten die Freisinnigen. Da ist es ganz ausgeschlossen, daß die thätigen Mensch daran gedacht hätte, daß durch solche Unter- bildet, wo immer Landtagswahlen stattfinden. Genoffen mit Ueberzeugung, mit Lust und Liebe die Wahlarbeit stützung radikaler bürgerlicher Sandidateu irgend welche Ges Ich begreife nicht den Standpunkt Hoffmanns. Sie sind der verrichten. Die Süddeutschen werfen uns Berlinern immer vor, wir fahren für die Partei entstehen tönnten. Nun wird Meinung, es solle Ihnen speciell, den Berlinern, hiermit der Parteiwollten in der Partei fommandieren. Nun, ich frage, was Sie einer ganzen Reihe von Rednern, wie schon früher, die Ansicht vorstand als die oberste Entscheidungsbehörde auch in Landtagswahl= jagen würden, wenn es in der Resolution hieße, der Parteitag hat geltend gemacht, daß man ein derartiges Zusammengehen mit bürger- fragen oftrobiert werden. Das ist durchaus nicht der Fall. Die die Kompromißkontrolle für Bayern oder für Württemberg, aber lichen Parteien bei den Wahlen den Genossen, deutsch gesagt: in- Sache liegt einfach fo: wir haben in allen deutschen Staaten Landesnicht für Preußen; da kommt der Gewehr Elberfeld mit solchen folge ihrer politischen Unbildung nicht zumuten könne, daß man die organisationen mit einem Landesvorstand; in Preußen aber haben Ausdrücken wie„ Berliner Schindmähren"!" Wähler dadurch irre mache. Ich sage aber: wenn wir nach einem wir nur Provinzialorganisation n, feinen gemeinsamen LandesSinger: Er hat nicht gesagt, die Berliner feien Schindmähren langen heftigen Reichstagswahlkampf, in dem unsre kandidaten mit vorstand. Wäre ein solcher vorhanden, so würde er selbstverständlich ( Heiterkeit), sondern:' die Berliner reiten uns die Schindmähren, diese den bürgerlichen Oppositionskandidaten um den Erfolg gerunge einen preußischen Parteitag einberufen und dagegen habt Ihr ja in das Central- Wahlkomitee für Preußen bilden. Ihr müßtet also haben, alsdann bei der engeren Wahl, weil wir ausgefallen find, Scholz: Mindestens ist der Ausdruck hier nicht am Blaze. unfren Wählern, die noch bon dem stattgehabten Kampf Hamburg selbst gestimmt. Und hier seid Ihr als preußische Delegierte Bir können bei den Reichstags- Wahlen mit Stolz unsre Wahlziffern und den darin erhobenen Angriffen erhitzt sind, zumuten, acht ja auch nicht autorisiert, einen solchen Landesvorstand zu wählen. vorführen, denn es sind socialdemokratische, tein Kompromiß- Misch- Tage danach den bürgerlichen Kandidaten zu wählen, den wir Deshalb find wir ganz einfach dazu gekommen, den Parteivorstand masch, wir wollen die Partei auch weiter rein erhalten; nehmen für das fleinere Uebel ansehen, und dann die Erfahrung machen, in Berlin zum Central- Wahlkomitee für Preußen zu machen, wäre Sie den Antrag Hoffmann an, um uns die Zustimmung zur Reso- daß es keine Partei giebt, die so discipliniert ist( Beifall) und wir er in Dresden oder München, dann wäre es niemand eingefallen, lution zu ermöglichen. dann meinen, wir könnten das unsren Wählermassen nicht auch bei Euch das zuzumuten. Düwell- Effen: der Dreiklassenwahl zumuten, dann schägt man unsre Wähler viel Noch ein paar Worte gegen Stadthagen. Er erklärte es für Riemann sagte Ihnen gestern, wir müßten die Maschen des niedrig ein.( Sehr richrig!) Sie sind viel flüger, als man hier eine bedenkliche Sache, mit einer relativ fleinen Mehrheit einer Nezes so dicht machen, daß kein Fischlein heraus könne. Ich empfehle gemeint hat. Mich hat die Aeußerung Hoffmanns im höchsten Grade starken Minderheit eine Pflicht aufzuerlegen, wie die zur Wahlihm, lieber das Netz maschenlos zu machen, aber einige Fische vor überrascht: viele unsrer Wähler kümmerten sich nicht um Politit. beteiligung, und verstieg sich zu der Behauptung, ein solcher Beschluß her herauszulaffen. Ganz entschieden muß ich es ablehnen, daß allen Eine schwerere Beleidigung, eine größere Herabsetzung eines Teils werde nicht ausgeführt werden, weil jozusagen er gebrauchte das Wahlkreisen die Wahlbeteiligung aufgezwungen wird; bei uns in socialdemokratischen Wähler konnte ein passiver Widerstand in einem social- ort nicht, aber das war der Simm nicht möglich. Denn bei uns wird überhaupt nicht gewählt, sondern richtig!) Ich lege gegen die Behauptung entschiedenste Verwahrung außerordentlich. Sie stellen einem Teil unsrer Partei ein geradezu unverdient! Ich habe in langer Parteider Kandidat präsentiert. Auch die Centrumsarbeiter beteiligen fich faft siebt, die ſo ein, denn ich behaupte, daß es bei feiner Wahl eine Wähler- trauriges Zeugnis aus, nicht. Erzwingt man die Beteiligung, dann erzwingt man geradezu fchaft giebt, die allgemein politisch so durchgebildet ist, wie thätigkeit alle Zeit die Erfahrung gemacht, daß, wenn an einem die Stimmabgabe für den Nationalliberalen und Freikonservativen. grade die focialdemokratische Arbeiterschaft.( Lebhafte Bustimmung.) Ort Genoffen noch so heftig opponiert haben gegen Beschlüsse einer ( Na! na!) Kommen Sie einmal in unsren Wahlkreis, sehen Sie sich das Bürgertum weit übertrifft.( Beifall.) Und weil das so ist und eingetreten sind und den Kampf mit einem Eifer geführt haben, daß Ich behaupte, daß die deutsche Arbeiterklasse an politischer Bildung Majorität: sobald es zur Entscheidung fam, Mann für Mann dafür die Kruppsche Arbeitsordnung an. Wer offen socialdemokratisch wählen wollte, für den wäre in Essen und den Kruppschen Kolonien die Erfahrung gelehrt hat, daß solche Wähler sehr wohl zu unter- es der Partei zur Ehre gereichte. Ich habe die Ueberzeugung, ja die kein Blak mehr. scheiden wissen, können wir uns auf sie auch bei den Landtagswahlen Sicherheit, daß, wenn die Mehrheit des Parteitags fich für die Bea teiligung entscheiden wird, kein preußischer Genosse, sei es wer es sei, auch nur Miene macht, hinter der Front zurückzubleiben; daß wenn die Fanfare zur Schlacht erklingt, Mann für Mann ins Feld rückt. ( Stürmischer Beifall und Händeklatschen.) alten Geschichten vor. M der bon bon zu Essen, Dortmund, Duisburg, Mühlheim ist eine Beteiligung gar demokratischen Redner nicht ausgesprochen werden.( Sehr die Masse kommen werde. Ich bedaure diese Worte Stadthagens Forkert- Solingen: Aehnlich verhält es sich bei uns. Wir wählen mit Remscheid brei Abgeordnete, die auch geradezu ernannt werden. Wir müssen die Beteiligung ablehnen; wo sollen wir Wahlmänner herbekommen? Die Resolution können wir ohne den Antrag Hoffmann nicht anDie Diskussion wird hierauf geschloffen. nehmen. * * verlassen. * * A Abstimmungen. Vor allem allerdings kommt es auf die richtige Agitation und die richtige Taktik an; Vertuschungen dürfen in keiner Weise vorlommen. Auf der andren Seite aber schadet es auch nichts, wenn wir uns mehr und mehr gewöhnen, beim Wahlkampfe das Persön liche aus dem Spiele zu lassen und die Grundsäße und Principien Hoffmann Berlin 4 bemerkt persönlich: Bebel hat von einer in den Vordergrund zu rücken. Nun behaupte ich aber, daß wir Beleidigung eines Teils der Wähler durch mich gesprochen. Eine gerade bei den Landtagswahlen mit einem Agitationsmaterial ins folche hat mir fern gelegen; ich habe dem Sinne nach nur gesagt: Feld rücken können, wie es kaum bei den Reichstagswahlen der Fall Wir haben eine Menge Leute, die nicht politisch reif sind, sondern Ehrhardt( zur Geschäftsordnung): Hoffmann hat gestern, ohne ist, es ist ein ganz neues Gebiet, das wir hier betreten; es sind nur dem Gefühl nach für uns stimmen. Und unter diesen richten einen Grund anzuführen, davon gesprochen, daß Korruption in der eine ganze Reihe Fragen von der höchsten Wichtigkeit, die leider noch wir durch die Beteiligung an den Landtagswahlen Verwirrung an. Pfalz vorgekommen sei. Ich bin es den Parteigenossen der Pfalz in den Landtagen der Einzelstaaten zur Erledigung kommen. Kommt fchuldig, zur Rechtfertigung folgendes zu erwidern: Hoffmann hat es auf mich an, trete ich jederzeit für eine Erweiterung der rehauptet, daß in der Pfalz über die Köpfe der Genossen hinweg Kompetenzen des Reichs ein bis zu dem Pimkte, wo sämtliche Es folgen die der Kuhhandel eingegangen sei. Das ist unrichtig; es geht in feiner Kleinstaaten verschwinden, aber das große Gebiet der Steuergeset Organisation demokratischer zu, als in der Pfalz, und alles, was in gebung, der Gemeindes, Agrar, Berggesetzgebung, des Schul- und Zunächst wird der Antrag 11 der Vorlage, der die Beteiligung der Pfalz geschah, geschah im Einverständnis mit den Genossen, die Bildungswesens, des Armen-, Medizinal- und Gesundheitswesens, an den Landtagswahlen zur Entscheidung der einzelnen Wahlkreise es anging. Hoffmann hat weiter eine Geschichte über einen an- des Eisenbahn-, Forst, Berg, Straßenbau-, Gefängniswesens, der stellen will, mit sehr großer Mehrheit abgelehnt. geblichen Vorfall im ersten pfälzischen Wahlkreise in Speier Polizeiverwaltung, Handhabung des Vereins- und Versammlungs- Darauf wird das Amendement Quard angenommen erzählt, die ich im vorigen Jahr in Hannover schon widerlegt habe; rechts, der Gewerbeinspektion, Gesindeordnung usw. kurz die Kritik und gleichfalls das Amendement Ledebour, wonach das dadurch, daß sie alt wird, wird sie nicht besser. Und wenn er von der gesamten Staatsverwaltung, also ein ungeheures Gebiet, eröffnet sich Wort„ Wahlkreise" in Bebels Resolution durch„ Landtags- Wahlkreise" einem Tritt erzählt, den uns die Freifinnigen versezt hätten, so rate uns. Und wenn wir in die Wahlagitation eintreten und unfren Standpunkt ersetzt wird. ich ihm, sich nicht von jedem einen Floh ins Ohr sehen zu lassen. zu den gesamten Materien darlegen, dann zwingen wir auch die bürger- Nunmehr stellt Singer das Amendent Hoffmann zur AbSinger: Ich habe dem Parteitag einen Vorschlag zu machen. lichen Barteien in viel höherem Maße, Farbe zu bekennen, als es bisher ftimmung, wonach Wahlbündnisse mit bürgerlichen Partein, insbesondere Geck hat in dem hier verteilten Flugblatt eine Reihe von Be- der Fall ist. Und vor allem werden wir es dahin bringen, daß den Abmachungen wegen gemeinsamer Aufstellung von Wahlmannshauptungen aufgestellt, von denen Fendrich, da seine Redezeit ab- Centrumswählern über die voltsfeindliche Haltung der Centrums- Kandidaten und Kandidaten für die Landtage, für nicht zulässig er= lief, nur eine besprechen konnte. Fendrich hat mich ersucht, männer im Landtag die Augen geöffnet werden. Das halte ich für klärt, und wonach zweitens im Schlußabsaz der Resolution Bebel auch die beiden andren Punkte behandeln zu dürfen. Es erscheint außerordentlich wichtig. Da sind in den letzten Jahren eine ganze die Worte in Preußen" gestrichen werden sollen. mir ein Gebot der Gerechtigkeit zu sein, auch der andren Seite die Reihe von Sünden der schwersten Art vorgekommen, und systematisch Bebel: Durch den Beschluß, daß nur eigne Kandidaten aufMöglichkeit der Besprechung zu geben. Ich unterbreite dem Partei- hat das an Zahl auch im Landtag so mächtige Centrum es ver- gestellt werden sollen, ist der eine Antrag erledigt. tag den Vorschlag, Fendrich sprechen zu lassen unter der Bedingung, mieden, für die wichtigsten Volksrechte, vor allem das allgemeine, Ad. Hoffmann- Berlin: Nein, das ist nur für die Wahlmannsdaß er nicht auf die allgemeine Diskussion zurückgreift.( Ledebour: gleiche, direkte Wahlrecht im Landtag einzutreten. Durch unser Ein- Kandidaten der Fall, mein Antrag handelt aber auch von den KandiDann muß Geck aber auch sprechen!) treten in die Landtags- Wahlagitation werden wir den Massen die daten für die Landtage. Geck: Ich beantrage, auch mir das Wort zur Verteidigung zu Elendigkeit und Erbärmlichkeit des Wahlgesetzes, aber auch der bisgeben. herigen Landtage vor Augen führen können. Wir werden mit einer Singer: Ich hatte Ged schon vorgemerkt. Der Parteitag ist Diskreditierung des herrschenden Systems, der herrschenden VolksDie Abstimmung über den Antrag Hoffmann ist eine nament mit meinem Vorschlag einverstanden. liche und ergiebt seine Ablehnung mit 137 gegen 93 Stimmen. vertretung endlich anfangen und gründlich damit aufräumen. Es folgt nunmehr eine längere persönliche Auseinander- Auch eine weitere Aeußerung Hoffmans hat mich verwundert Mit ja stimmten: Adler- Kiel. Albrecht- Halle. Althaus- Heddern setzung zwischen Fendrich Karlsruhe, Ged Offenburg und und steht mit den Thatsachen in Widerspruch. Er sagt: Diejenigen heim. Berger- Kottbus. Berger- Meerane. Bergmann- Kalf. BreyDreesbach- Mannheim über die anläßlich der badischen Landtags- treten am eifrigsten für die Beteiligung an den Landtagswahlen ein, Hannover. Brunzel- Berlin. Deichmann- Bremen. Dräger- Dresden. wahlen erwachsenen Kompromiß- Streitigkeiten. die bei den Reichstagswahlen nichts leisten tönnen. Das heißt die Drechsler- Burg. Frau Dunder- Leipzig. Düwell- Essen. EberhardtErdmann Dortmund. Adolf Hoffmann- Berlin IV erklärt persönlich: Ehrhardt hat Dinge auf den Kopf stellen. Ich erinnere daran, daß sich die meisten Charlottenburg. Ernst Berlin. Evers mich der Umwahrheit bezichtigt. Er weiß, daß das, was ich hier großen Städte Preußens, in denen wir bei den Reichstagswahlen Hildesheim. Forkert- Solingen. Friedrich- Lübeck. Gambel- Worms. vorgebracht habe, wahr ist; er hat mich nur deshalb der Unwahr- gefiegt haben, für die Beteiligung an den Landtagswahlen erklärt Gebauer Rummelsburg. Gerstenberger- Niederbarnim. Gerlachheit bezichtigt, um zu erfahren, von wem ich das Material habe; haben: Barmen und Elberfeld, Breslau und Frankfurt a. M., Halle, Bangleben. Gilet- Schwarzburg. Gogowski- Nawitsch. es stammt von einem hier anwesenden Delegierten aus der Pfalz, Königsberg, Altona, Hannover, Minden u. f. w. Demgegenüber steht Sönigsberg( Mark). Frau Greifenberg Augsburg. Grenz- Leipzig. der auch Kreisvertrauensmann ist. nur Berlin, Stettin, Köln. Nun stehen aber die Dinge so, daß nach Gruhl- Teltow Beeskow. Harris Friedberg- Büdingen. V Singer bestätigt das. = = Görde Adolf = = M M 0 P = 0 M = d 1 Hoffmann Berlin. Hoffmann- Hamburg. Paul Hoffmann Berlin.| Merkowski. Michaelis. Muder. Müller- Beipzig. Bfarr. Pfeiffer. Bieper. I durch reiche Erfahrungen seitens der Delegierten unterstützt zit Höppner Cotta. Jakobsen Ottensen. Frau Ihrer Berlin. Reißhaus. Sachfe. Schmalfeldt. Schönlant. Scholz. Schrader. Schubert. werden! Ich erfülle die freudige Pflicht, den Mainzer Parteigenoffen Jungnickel, 4. Sachsen. Jürs Neumünster. Kaden Dresden. Seyferth. Sindermant. Singer. Stadthagen. Storch. Strigle. Stubbe. für ihre aufopferungsvolle Thätigkeit während unsrer Verhandlungen Stahl Duisburg. Steil, 22. Sachsen. Kiesel- Berlin. Klees Thomas. Wartenberg. Weiße. Wichmann. Wizorowski und Zubeil. und für die schönen Veranstaltungen den Dank des Parteitags ausMagdeburg. Kloth Leipzig. Könen Hamburg. Koß- Schwerin. Mit ja stimmten: Adé- Dortmund. Albrecht- Halle. Auer- Berlin. zusprechen. Jeder von uns wird sich gern und freudig des schönen Nogle- Berlin. Kümmel- Barmen. Ledebour- Dresden- Land. Frau Antrick- Berlin. Baerer- Harburg. Baudert- Apolda. Berard- Hamburg. Empfangsabends erinnern. Ganz besonders aber fühle ich mich Ledebour Dresden. Marchwaldt- Halberstadt. Meisel- Strimmitschau. Berger- Kottbus. Berger- Merane. Berthold- Worms. Blos- Stuttgart. verpflichtet, dem genialen Meister und seinen Schülern für die treff Meist- Köln. Mertowski Kattowitz. Megger Hamburg. Metzner Brandis- Magdeburg. Brey- Hannover. Bruhns- Breslau. Braunlichen Gesangsaufführungen ant Empfangsabend von dieser Stelle Verlin. Michaelis- Waldenburg. Mucker- Wurzen. Müller- Leipzig. Königsberg. Burkhold- Zittau. Busold- Friedberg. Bullmer- Würz- aus zu danken.( Beifall.) Der gestrige Sommers, dem ich persönlich Miller- Flensburg. Nentscher- Saarbrüden. Pfarr- Berlin. Pfeiffer burg. Buder- Forst i. 2. Bormann- Hannover. Boehle- Straßburg. zu meinem Bedauern nicht beiwohnen konnte, hat, wie ich höre, Staffel. Pieper- Spandau. Naab- Darmstadt. Radloff- Wilhelmsburg. Caliver. Craß- Fechenheim. Cramer- Darmstadt. David- Mombach. einen so guten Eindruck hinterlassen, daß, wenn es möglich wäre Rees- Eflingen. Neißhans- Erfurt. Reitand- Halle. Sachfe- Zwickau. Deinhardt Erlangen. Denner- Waltershaufen. Dräger- Dresden. und die Parteipflichten uns nicht daran hinderten, am liebsten auch Schmalfeldt- Bremerhaven. Schoenlank- Leipzig. Schöpflin- Chemnik. Drechsler- Burg b. M. Diez- Stuttgart. Dreesbach. Efftinge- Wands- für den Ort des nächsten Parteitags das goldene Mainz auserfehen Scholz Berlin. Schrader Bramsche. Schubert Charlottenburg. bed. v. Elm- Hamburg. Eichhorn Mannheim. Eißnert- Offenbach. würde.( Heiterfeit.) Seyferth- Leipzig. Sindermann Dresden. Singer. Stadthagen. Emmel- Mülhausen. Engler- Freiburg i. B. Ehrhart- Ludwigshafen. Wir haben mit Eifer und Energie, aber ohne Haft und UeberStorch- Stettin. Strikke- Altenburg. Stubbe- Hamburg. Thomas- Erdmann- Köln. Erdmann- Dortmund. Effer- Münden. Faber- Frank- stürzung unsre Arbeiten beendet. Wenn ich daran denke, was die Altona. Time- Wolmirstedt. Betterlein- Gera. Wartenberg- Berlin. furt. Fauth- Wehlar. Fischer- Berlin. Feudner- Kreuznach. Fischer- bürgerliche Presse über unsren Parteitag schreibt, so kann ich mich Weiße Berlin. Wichmann- Berlin. Wizorowski- Staßfurt. Wolters Bittan. Franz- Hechtsheim. Förster Hamburg. Friedberg- Mainz. eines Lächelus nicht erwehren. Wir waren der bürgerlichen Preffe dies Krefeld. Wurm. Zubeil. Fendrich Karlsruhe. Friedrich Darmstadt. Frohme Hamburg. mal nicht temperamentvoll genug, d. h. es hat an dem, woran die Mit nein stimmiten: Adé- Dortmund. Auer- Berlin. Antrick- Gambel- Worms. Geck- Offenburg. Gerisch- Berlin. Gerlach- Halber- gegnerische Bresse sich am meisten ergötzt, an turbulenten Ecenen Berlin. Baerer- Harburg. Baudert- Apolda. Berard- Hamburg. Berthold. stadt. Gesser- Bieber. Gewehr- Elberfeld. Geher- Leipzig. Gogoweli oder harten Ausdrücken gefehlt. Wir legen darauf, was die bürger ( Welcher? D. Red.) Blos- Stuttgart. Biandis- Magdeburg. Bruhns Pofen. Göller Frankfurt a. M. Grimpe Elberfeld. Günther liche Breffe fchreibt, tein Gewicht, es ist uns absolut gleichgültig, Breslau. Brann- Königsberg. Burkhold- Zittau. Busold- Friedberg. Nochlik. Gruenwald Hamburg. Haase Berlin. Habicht Frank benn den Gegnern fönnen wir es ja niemals recht machen. Treten Bullmer Würzburg. Buder- Forst i. 2. Bormann- Hannover. Böhle furt a. M. Haller St. Alban. Herrmann- Nürnberg. Hoch- Berlin. fchroffe Gegensäge auf, so spekulieren fie auf eine Spaltung und Straßburg. Galwer. Craß- Fechenheim. Cramer Darmstadt. David Hoffmann- Hamburg. Höppner- Cotta. Hübner- Plauen. Hug- Bant. ärgern sich hinterher, wenn sie nicht eingetreten ist. Werden unfre Mombach. Deinhardt- Erlangen. Denner- Waltershausen.Diez- Stuttgart. Jens Ottensen. Jungnickel. Käppler Altenburg. Käppler Altenburg. Kaufmann. Geschäfte mit Ruhe, ohne besondre Aufregung, in voller Einmütige Dreesbach- Mannheim. Efftinge- Wandsbeck. v. Elm- Hamburg. Eich- Slement- Kaiserslautern. Klingenhagen. Koenen- Hamburg. Söhne. teit erledigt, so sagen sie, der Parteitag ist philisterhaft, der alte horn- Mannheim. Eißnert- Offenbach. Emmel- Mülhausen. Engler König Bochum. Stoß Schwerin. Kühn Langenbielau. Kühne Schwung, die alle Werve hat gefehlt.( Heiterkeit.) Zum Glück läßt Freiburg i. B. Ehrhart- Ludwigshafen. der Tadel der Gegner gleich Ehrhart- Ludwigshafen. Erdmann- Köln. Eifer Döbeln. Kümmel Barmen. Kynast Nürnberg. Kunert Berlin. uns die Buftimmung und der Tadel der Münden. Faber- Frankfurt. Fauth- Weylar. Fischer- Berlin. Fendner- Lesche- Hamburg. Leutert- Apolda. Liebmann- Mainz. Lösch- Schuey. falt. Wir haben auf dem Parteitag Klarheit über eine Kreuznach. Fischer- Zittau. Franz- Hechtsheim. Förster- Hamburg. Manaffe Berlin. Meister Hannover. Megner Berlin. Mohring- Frage geschaffen, die in der Partei nun einmal auf der Tages. Friedberg- Mainz. Fendrich- Karlsruhe. Friedrich- Darmstadt. Frohme- Liegnitz. Mollenbuhr- Hamburg. Müller- München I. Müller ordnung stand, und die darüber sind sich Gegner und Anhänger Hamburg. Ged- Offenburg. Gerisch- Berlin. Geffer- Bieber. Gewehr Mutterstadt. Müller- Flensburg. Neutscher- Saarbrüden. Rigschte der Wahlbeteiligung einig durch das Wagnis einmal zum AnsElberfeld, Geyer- Leipzig. Göller- Frankfurt a. M. Grimpe- Elber Großenhain. Oberländer Zeulenroda. Ohlendorf- Braunschweig. trag gebracht werden muß, damit wir wissen, welche Auffassung die feld. Günther- Rochlig. Grünwald- Hamburg. Haase- Berlin. Habicht- Opificius- Durlach. Orbig- Gießen. Otto- Dresden. Bickelmann richtige war( Zustimmung), und ich kann Ihnen ehrlich gestehen, als Frankfurt a. W. Haller St. Alban. Haud. Heine Hamburg. München. Plorin. Quard- Frankfurt a. M. Raab- Pfungstadt. einem der eifrigsten Gegner der Wahlbeteiligung ist mir der Zustand, Herrmann Nürnberg. Hoch Berlin. Hübner Planen. Sug- Bant. Radloff- Wilhelmsburg. Reiwand- Halle. Nenner- Augsburg. Riegel- der jetzt geschaffen ist, immer noch lieber, als das Hangen und Jens- Oltenfen. Käppler- Altenburg. Kaufmann. Keller Görlig. Birna. Rieger- Köln. Rieger- Köln, Niemann- Chemnitz. Rohrhirsch- Lägerdorf. Bangen der letzten Jahre.( Sehr richtig.) Wir haben uns aus Stlement Staiserslautern. Klingenhagen. Söhne. König Bochum. Sädler- Schweinfurt. Scheite- Hartmannsdorf. Scheidemann- Nürn gesprochen, der Parteitag hat entschieden, wir werden sehen, wer Sühn- Langenbielau. Kunert- Berlin. Stühn- Döbeln. Kynast- Nürnberg. berg. Scherm- Nürnberg. Schmidt- München. Schneider- Haspe. recht behält; ich glaube, wir behalten recht.( Heiterkeit. Bebel Lesche Ham- burg. Leutert Apolda. Liebmann Mainz. Lösch Schöpflin- Chemniz. Schulze- Coffebaude. Seyther- Stuttgart. Sidow- ruft: Nein, wir!) Schney. Manaffe Berlin. Meister Hannover. Mohring Liegnig. Brandenburg. Stabe- Celle. Starosion- Rostod. Stein- Neustadt an Abgesehen von den eigentlichen Geschäften für die Partei gipfelte Moltenbuhr Hamburg. Müller- München I. Müller Mutterstadt. der Haardt. Stille- Bergedorf. Stubenreich- Oggersheim. Tünme unfre Thätigkeit in der einmütigen Verurteilung der Eroberungs- und Nitschke- Großenhain. Oberländer geulenroda. Ohlendorf- Braun- Wolmirstedt. Ullenbaum- Elberfeld. Ulrich- Offenbach a. M. Ulrich Gewaltpolitit, in der einmütigen Verurteilung des sich in den schweig. Opificius Durlach. Orbig- Gießen. Otto- Dresden. Bickel- Stuttgart. Wetterlein- Gera. Wasner- Stuttgart. Wehder- Some Bordergrund drängenden persönlichen Regiments, in der einmütigen mann- München. Plorin. Quard- Frankfurt a. M. Renner- Augsburg. berg. Weirich- Hannover. Weißmann- Halle a. S. Woldersky- Berlin. Verurteilung der absolutistischen Reigungen und der Mizachtung der Riegel Pirita. Nicger Köln. Riemann Chemiz. Rohrhirsch Woldt- Berlin. Wolters- Krefeld. Wurm- Berlin. Babu- Mühl Boltsvertretung. Diefer einmütige Protest wird den heutigen MachtLägerdorf. Säckler- Schweinfurt. Scheive- Hartmannsdorf. Scheide- heim a. M. Zenter- Bielefeld. Bettin- Bundel- Stuttgart. Bid- Fürth. habern zum Bewußtsein bringen, daß die weitaus stärkste politische mann- Nürnberg. Scherm- Nürnberg. Schmidt München. Schneider- 18ieß- Hamburg. Zorn- Fürth. Bartei Deutschlands, daß die in der Socialdemokratie politisch Haspe. Schulze- Coffebaude. Seyther- Stuttgart. Sidow- Brandenburg. Nicht gestimmt haben: Althaus. Eisner. Bank. Horn. organisierte Arbeitertiasse Deutschlands Widerspruch gegen eine solche Stabe- Celle. Starosson Rostock. Stein Neustadt a. d. Haardt. Luremburg." Megger. Rau. Rees. Rosenow. Schauver. Schmidt- Bolitik erhebt. Dieser einmütige Protest findet seine logische FortStille Bergedorf. Stubenreich Oggersheim. Ullenbaum Elberfeld. Frankfurt a. M. Schulz- Erfurt. Segig. Sommer. Stolle. Bollmar. feßung in dem internationalen Bariser Kongreß, zu dem ein Teil Ulrich- Offenbach a. M. nlrich- Stuttgart. Wasner- Stuttgart. Wehdervon uns jetzt fahren wird. Sonneberg. Weirich- Hannover. Weißmann- Halle a. S. WolderstySinger: Ich habe dem Parteitag noch einige Mitteilungen zu Berlin. Woldt- Berlin. Bahn- Mühlheim a. M. Zenker Bielefeld. machen. Die Genoffin& uremburg hat zu Protokoll erklärt, daß internationale Socialdemokratie sich ebenso einmütig unfrem Brotest Zetkin- Bundel- Stuttgart. Bid- Fürth. Siez- Hamburg. Born Fürth. fie verhindert gewesen sei, an der Abstimmung teilzunehmen; fie anschließen und wir werden im Gegensatz zu der Haager FriedensHand Homburg, Horn- Lindenan, Rau Mühlheim, Rosenow, Bebel gestimmt haben. Nicht geftimmt haben: Berthold, Gisner, Frau Luxemburg. würde für das Amendement Hoffmann und gegen die Resolution fomödie eine Friedenskundgebung des internationalen Prole tariats erleben, wie sie schärfer nicht gedacht werden kann. Uns Schaurer Heidenheim, Schmidt Frankfurt, Schulz Erfurt, Segit Nürnberg, Sommer Weinheim, Stolle- Gesan, Bollmar- München. treter der Gesamtpartei nach Paris delegiert. Bebel ist aufgabe bevor. Die Fraktion hatte Bebel, Liebknecht und mich als Beraber, den deutschen Delegierten, steht in Paris noch eine andere Wir werden in den Verhandlungen wiederum den Durch diesen Beschluß find alle weiteren, zur Frage der Landtags- infolge einer Erkrankung verhindert, die Reise zu unternehmen, die Beweis zu liefern haben, daß die deutsche Socialdemokratie fich eins hier anwesenden Fraktionsmitglieder haben an seiner Stelle ein fühlt mit der Socialdemokratie aller Länder, und ich bezweifle nicht, stimmig Anter delegiert.( Beifall.) daß ich im Sinne jedes einzelnen von Ihnen spreche, wenn ich Sie bitte, uns zu beauftragen, den Bruderparteien aller Länder die Grüße der deutschen Socialdemokratie zu überbringen und damit die Verficherung zu verbinden, daß die deutsche Socialdemokratie entschlossen ist, die internationale Solidarität zu wahren im Kampfe für die Befreiung des Proletariats aller Länder, und Schulter an Schulter mit den Genossen aller Länder weiter zu kämpfen!( Lebhafter Beifall). = D V = wahlen vorliegenden Anträge erledigt. 9 F = M Nunmehr gelangt die Resolution Bebel, wie sie durch Annahme des Amendement Quard endgültig gestaltet ist, aur Ab stimmung. Sie lautet nun: 黃 營 * Zur Geschäftsordnung bemerkt: Bruhns Breslau: I handle gewiß in Ihrer aller Einverständnis, " Der Parteitag wolle beschließen: In denjenigen deutschen wenn ich jetzt am Ende unfrer Arbeiten dem Bureau für feine auf Staaten, in welchen das Dreiklassen- Wahlsystem besteht, find die opferungsvolle Thätigkeit und für die geschickte Leitung der VerParteigenossen verpflichtet, bei den nächsten Wahlen mit eignen Handlungen unsren Dant ausspreche.( Bustimmung.) Wenn wir Wahlmännern in die Wahlagitation einzutreten. Für die heute nachmittag Gelegenheit haben werden, des Lebens Frenden Landtagswahlen in Preußen bildet der Parteivorstand das Central auf einer herrlichen Rheinfahrt zu genießen, so wird dies Gefühl Wahlkomitee. Ohne deffen Zustimmung dürfen die Parteigenossen mir durch die geschickte und energische Führung der Geschäfte möglich in den einzelnen Wahlkreisen keine Abmachungen mit bürgerlichen geworden. Im weite Parteien treffen." Im weiteren bin ich wohl Ihrer Zustimmung sicher, wenn ich in ihrem Namen auch den Kommissionen, der Mandats Die namentliche Abstimmung ergiebt die Annahme dieser prüfungskommission und der Kommission zur Borberatung des Resolution mit 163 gegen 66 Stimmen. Organisationsentwurfs, den Daut aller Teilnehmer für ihre Thätig Mit Mein stimmten: Adler. Bergmann. Bertold. Brunzel. feit ausspreche.( Bravo!) Deichmann. Dunder. Düwell. Eberhardt. Ernst. Evers. Forfert. Friedrich Lübeck. Gebauer. Gerstenberger. Gilet. Görke. Namens des Bureaus und namens der Mitglieder, die in Greifenberg. Grenz. Gruhl. Harris. Heine- Hamburg. Hoff Kommissionen gearbeitet haben, gearbeitet haben, danke ich Ihnen für die mann, Adolf Berlin. Hoffmann, Baul- Berlin. Jakobsen, eben gehörten freundlichen Worte, mit denen Sie sich durch Ihrer. Jüers. Kaden. Kahl. Keil. Keller. Kiesel. Slees. Kloth. ihre Zustimmung einverstanden erklärt haben. Möge es auch dem Kotke. Ledebour. Frau Ledebour. Marcwaldt. Meisel. Meist. Bureau der tünftigen Parteitage vergönnt sein, so wie diesmal Singer: Deutscher Buchbinder- Verband. Atung! Elektromonteure. Achtung! ( Zahlstelle Berlin.) Morgen, Sonntag, den 23. September, vorm. 10 Uhr, in Sanssouci, Kottbuserstr. 4a: Grosse Versammlung aller Buchbinder und Buchbinderei- Arbeiterinnen. Tages Ordnung: 1. Die Antwort der Fabrikanten und was haben wir jet zu thun? 2. Verschiedenes. 25/18 Kollegen und Kolleginnen! Wir erwarten Euer vollzähliges Erscheinen Die Ortsverwaltung. Tischler- Verein zu Berlin. Sonnabend, den 22. September, abends 8% Uhr, Melchiorstr. 15: Versammlung. Tages Ordnung: Vereinsangelegenheiten. Ausgabe der Billets zum 29. Stiftungsfest am 20. Oftober im Lotal des Herrn Stechert, Andreasstr. 21. Der Vorstand. 199/6 Achtung! Drechsler. Achtung! Sonntag, den 23. September, mittags 11 Uhr, Sonnabend, den 22. d. M., abends 8%, 1hr, im Restaurant Mitglieder- Versammlung Tagesordnung: Vortrag des Kollegen F. Abraham über:" 8wed und Nugen der 277/5 Gewerkschaftsbewegung". Arbeitsnachweis. Streitfonds. Um regen Besuch bittet Der Vorstand. Achtung! Glaser. Achtung! Sonntag, den 23. September, vormittags 10 the: Gr. Mitglieder- Versammlung schiedenes. in den Arminhallen, Kommandantenstr. 20. Tages- Ordnung: 1. Bericht über den Stand unsrer Lohubewegung. 2. Diskussion. 3. Ver Kollegen! Mann für Mann erscheint in der Versammlung. Die Streikkommission. Partei- Speditionen: Berlin vierter Wahlkreis O.: Robert Bengele, Große: Frankfurterstr. 133, Sof part. SO.: Frig Thiel, Stalizerstr. 35 v. part. Seckster Wahlkreis( Moabit): Sarl Anders, Salzwedelers straße 8, part. im Laden. Wedding und Oranienburger Vorstadt: Emil Stolzenburg, Wiesenstraße 14. Gesundbrunnen: Wilhelm Gaßmann, Grünthalerstr. 65. Rosenthaler Verstadt und Schönhauser Vorstadt: Karl Mars, Kastanien- Allee 95/96. Charlottenburg: Gustav Sharnberg, Sesenheimerstr. 1, Ede Goethestr., b. 1 Treppe. Deutsch- Wilmersdorf: Th. Miller, Berlinerstr. 132/133, rechter Seitenfl. und W. Nidel im Lokale des Herrn Stechert( Andreas Festfäle), Andreasstr. 21: Augustaftr. 3, v. I. Friedrichsberg- Friedrichsfelde: Carl Welf, Berlin O., Frankfurter Allee 177. Grünau: Engel, Dahmeftr. 6. Rixdorf: Ostermann, Erisir. 6. Schöneberg: Wilh. Bäumler, Apostel Paulusstr. 13, Quergebäude Hochp. Ober- Schöneweide: Otto John, Wilhelminenhofstraße 18. Nieder- Schöneweide: Tagesordnung: 1. Bericht vom Baudrechsler Streit. 2. Unser Karl Weber, Cigarrengeschäft. Johannisthal: Paul Mann, weiteres Borgehen. 3. Diskussion und Beschlußfassung. Friedrichstr. 39, I. Adlershof: Mar Worbs, Meyerstraße 4. Vollzähliges Erscheinen sämtlicher Kollegen erwünscht. Cöpenick: Franz Weber, Cigarren- Handlung, Grünauerstr. 1. Der Einberufer. Friedenau- Steglitz:. Bernsee, Kirchstraße 15 in Friedenau. Bestellungen nehmen entgegen in Steglitz:§. Mohr, Düppelstraße 8, Baumschulenweg: und Fr. Schell hase, Ahornstraße 15a. Serebs, Baumschulenweg 32, of lints II. Neu- Weissensee: Spediteur Heinrich Bachmann, Lehderstr.1, part. lints. Rummelsburg: Forgbert, Prins Albertstr. 5 a. 107/8 Grosse öffentliche Drechsler- Versammlung für Berlin und Umgegend. Verband der Möbelpolierer. Montag, den 24. September, abends 8 Uhr, bei Möhring, Admiralstr. 18 c: Versammlung. Tagesordnung: 1. Bortrag über Urfachen und Ziele des Spiritismus. 147/13 2. Diskussion. 3. Wahl. 4. Verschiedenes. Sonnabend, 6. Oftober, findet in Stellers Festfälen, Koppenstr. 29, Billets bei sämtlichen Vorstands unser 15. Stiftungsfest statt. mitgliedern und in den Zahlstellen zu haben. Außerdem ist fämtliche Parteilitteratur sowie alle wiffenfchaftlichen Werke dort zu haben. Auch werden Inserate für den„ Vorwärts" entgegengenommen. Es wird dringend ersucht, dem bisherigen Spediteur rechtzeitig von der Wohnungsveränderung Mitteilung Kollegen, welche Solbat werden müssen, werden ersucht, fich beim zu machen, da die Spediteure verpflichtet sind, die Adressen Kollegen Wolf, Friedenstr. 62, zu melden. Der Vorstand. an die zuständigen Bezirke abzugeben. Dort in Paris wird das Proletariat aller Länder, wird die Diese Versicherung namens der deutschen Socialdemokratie abe zugeben halten wir uns durch ihre Zustimmung für berufen. Befräftigen Sie diese Versicherung und befinden Sie, daß wir auch in Deutschland unsre alten Wege wandeln wollen, indem Sie mit mir einstimmen in den Ruf: die internationale, die deutsche Socialdemokratie fie lebe hoch! Die Delegierten stimmen dreimal begeistert in den Ruf ein und fingen den ersten Vers der Marseillaise. Singer erklärt den Parteitag für geschlossen. Schluß 121 Uhr. Ziehung bestimmt vom 20.- 26. Okt. 1900. 3. Meissner DombauGeld- Lotterie. 13 160 Gewinne und 1 Prämie in Höhe von Mark 375 000 Mark. Gewinnauszahlung ohne Abzug. Im glücklichsten Falle ist der grösste 100 000 Mark Gewinn Prämie zu 60000 Mark 40000 Mark Gewinn zu Gewinn zu 20000 Mark Gewinn zu 10000 Mark Gewinne zu 5000 Mk.10 000 Mark 10 Gewinne zu 3000 Mk.30 000 Mark 15 Gewinne zu 1000 Mk. 15 000 Mark 500 Mk.= 15 000 Mark 300 Mk. 15 000 Mark = 30 Gewinne zu 50 Gewinne zu 150 Gewinne zu 100 Mk.15 000 Mark usw. Meissner Dombau- Lose nur 3 M. ( Porto und Liste nach auswärts 30 Pf. mehr) empfehlen und versenden auch unter Nachnahme billigste und bequemste Bestellung ist die per Postanweisung( bis 5 M. 10 Pf. Porto) das General- Debit ( 5415L Alex. Hessel, Dresden, weissegasse 1. Neubauer& Co., Berlin W., Eckhaus Krausenstr. Priedrichstr. 198/99, sowie alle durch Plakate kenntlichen Loshandlungen. KUFE KE'S IM SOMMER UNENTBEHRLICH, REGELT VERDAUUNG KEIN BRECHDURCHFALL DARMKATARRH U.s.w. KINDERMEHL Verantwortlicher Redacteur: Heinrich Ströbel in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud und Verlag von Mag Bading in Berlin. Nr. 221. 17. Jabrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt, Sonnabend, 22. September 1900. Eine Entrechtung der dritten Wählerklaffe Tokales. Die Volts- 8tg." scheint anzunehmen, daß es in Preußen zur Zeit möglich ist, die Grundsäge politischer Gerechtigkeit zur Geltung zu Aus der Magiftratofikung am Freitag. Der von der Stadt- bringen. Dieser Jdealismus ehrt das demokratische Blatt. verordneten- Versammlung genehmigte Antrag des Stadtverordneten Zur Lage der Allgemeinen Volfs- Krankenkasse E. S. 126 zu Gunsten des schon jetzt mit den drückendsten Vorrechten versehenen Justizrat Cassel betreffend die Stufen und Höhe der Alters- in Liqu. Uns wird geschrieben: Die legten Bekanntmachungen des Besizes hat ein Urteil zur Folge, das gestern vom Ober- lagen der Lehrer und Lehrerinnen lag gestern dem Königlichen Polizei- Präsidiums, betreffend die endgültige Schließung Oberkollegium zur Zustimmung vor. Es wurde beschlossen, die An- der Stasse, haben den ehemaligen Mitgliedern arge Ueberraschungen verwaltungsgericht gefällt worden ist. Bekanntlich schreiben gelegenheit zunächst der Personalkommission zur Vorberatung zu gebracht. Hiernach sollen die Mitglieder verpflichtet sein, noch bis Städte und Gemeinde- Ordnung vor, daß die Hälfte aller Komniunal- überiveisen. zum Schluß dieses Jahrs Beiträge zu zahlen. Die Liquidation der vertreter jeder Wählerklaffe aus Hausbesizern bestehen muß. HausNachdem der Oberpräsident dem von den Gemeindebehörden be- Stasse geschah statutiidrig am 17. März 1899 und ebenso die Wahl befizer im Sinne des Gesetzes waren bis jetzt auch solche Personen, schlossenen Orts statute wegen Anstellung der Gemeinde- der Liquidatoren, die meist ehemalige Vorstandsmitglieder find. ein bestimmter Anteil an einem Hause zu eigen beamten die Zustimmung versagt hat, hat das Magistratskollegium Durch Gerichtserkenntnis vom Juni 1900 find mun den Liquidatoren gehört, wie denn ja in unsrer Zeit, wo auch der Grund- gestern beschlossen, beim Minister gegen die Versagung Beschwerde sämtliche Vollziehungsrechte abgesprochen; auch sind sie in Person nicht als Vertreter der Kasse, in die Kosten besig ein Geschäft wie jedes andre ist, das Eigentumsrecht Für den städtischen Vieh- und Schlachthof sind zwei verurteilt worden. Ueber die Gelder, welche bis zu dieser mehrerer Personen an einem Hause etwas Selbstverständliches ist. neue Bolizeiverordnungen ausgearbeitet worden, welche die bis Beit eingezogen wurden, ist eine Abrechnung bisher nicht erfolgt; Dieser Anschauung hat das Ober- Verwaltungsgericht, dem wir ja herigen zahlreichen Verordnungen ersetzen und zeitgemäß umgestalten. trotzdem diese Gelder den etwa bestehenden Verpflichtungen wohl fchon manches seltsame Urteil verdanken, nunmehr, wie der folgende Der Magistrat hat denselben seine Zustimmung erteilt. genügen dürften, soll eine weitere Belastung ehemaliger Mitglieder Fall lehrt, ein Ende bereitet: eintreten, die statutarisch Aussicht auf Erfolg nicht haben kann. An alle diejenigen, welche ehemals Mitglieder der Kasse waren dies find in Berlin allein ca. 8000 ergeht die dringende Auf-. vormittags 9 Uhr, Brunnenſtr. 188 bei Nümann zu erscheinen. forderung, zu einer Besprechung am Sonntag, den 23. d. M., denen nur einzulegen. -und Die Bureaukratie im Angesicht des Tods. Ein Leser schreibt Neuerungen in der Gewerbe Ordnung. Das tgl. PolizeiBei den Stadtverordnetenwahlen in Rigdorf am 15. März 1899 waren sämtliche 16 Mandate der dritten Abteilung der präsidium teilt mit: Mit dem 1. Oktober d.. treten eine Anzahl Socialdemokratie zugefallen. In 7 der Bezirke, wo Hausbesitzer zu unter anderm ist von diesem Tage ab in Fabriken auf Kosten des von Abänderungen der Gewerbe- Ordnung in Kraft. wählen waren, waren gewählt worden der Zeitungsspediteur Arbeitgebers für jeden minderjährigen Arbeiter ein LohnOstermann, der Steinarbeiter Mitschke, der Arzt Dr. Silberstein, der Kassenbeamte Conrad, der Buchdruckerei- ahlungsbuch einzurichten. In das Lohnzahlungsbuch ist bei uns: Am 14. d. M. teilten Sie mit, daß ein Arbeiter von dem in besizer Janiszewsky, der Klempner Jäger und der leder Lohnzahlung der Betrag des verdienten Lohns einzutragen; der Charité erfolgten Ableben seiner Frau feine Nachricht empfangen Schriftseter Wuzki. Die Gültigkeit ihrer Wahl focht ein es ist bei der Lohnzahlung dem Minderjährigen oder seinem habe. Dies veranlaßt mich, auf einen Uebelstand hinzuweisen. Die gewisser Gensch im Verwaltungsstreitverfahren an, nachdem die gesetzlichen Vertreter auszuhändigen und von dem Empfänger vor Charité versendet die„ Todesanzeigen" als„ Portopflichtige DienstStadtverordneten- Bersammlung alle mandate für gültig der nächsten Lohnzahlung zurückzureichen. Das Lohnzahlungsbuch fache" un frantiert. Nun dente man sich eine Arbeiterfamilie; erklärt hatte. Gensch, oder richtiger sein Hintermann, der muß den Namen des Arbeiters, Ort, Jahr und Tag seiner Geburt, der Mann liegt in der Charité, die Frau ist auf Arbeit, und min Stadtverordnete und Socialistentöter Belß, machte geltend, die Namen und legten Wohnort seines Vaters oder Vormunds( ſeines kommt der Briefträger. Ohne Empfang des Sechsers darf er den genannten Stadtverordneten wären teine eigentlichen geseglichen Vertreters) und die Unterschrift des Arbeiters enthalten. Brief nicht zurücklassen; Nachbarn sind vielleicht nicht gewillt oder Sausbesizer. Der Bezirksausschuß in Potsdam erhob Beweis. Die Ausstellung erfolgt durch das Polizeirevier, in dessen Bezirk nicht in der Lage, das Porto zu entrichten, und so schleppt er denn Unter anderm wurde folgendes festgestellt: Ostermann ist als Befizer die Fabrik belegen ist. Die Eintragungen in den Lohnzahlungs- die„ Dienstsache" zum Amt zurück. Hier erfolgt der Vermerk Nicht eines Anteils von einem Zweihundertstel an dem Rigdorfer Grundstück büchern find mit Tinte zu bewirken und von dem Arbeit angetroffen" oder„ Porto nicht erhalten". Die Post giebt der Charité das des Direktors Arendt in das Grundbuch eingetragen. Unter geber oder dem dazu bevollmächtigten Betriebsleiter zu unter„ dauernden Lasten und Einschränkungen" ist dann an andrer Stelle ver- zeichnen. Die Eintragungen dürfen nicht mit einem Werte Schreiben wieder und fertig ist die Laube". Die Charité hat ihre Schuldigkeit gethan. Ich sollte meinen, daß ein„ königliches" Institut doch merkt:„ Der Miteigentümer Ostermann darf ohne schriftliche Genehmigung verschen sein, das den Inhaber des Lohnzahlungsbuches günstig oder wohl die Sechfermarke aufkleben könnte, denn dann wäre der Postſeines Miteigentümers Arendt seinen Anteil weder veräußern noch über die Führung oder die Leistungen des Arbeiters und sonstige klemmen. Das Porto würde gewiß erstattet werden, wenn man nachteilig zu kennzeichnen bezweckt. Die Eintragung eines Urteils bote in der Lage, die Benachrichtigung durch die Thürspalte zu belasten." Die andern 6 beteiligten Stadtverordneten sind ausweislich des Grundbuchs Miteigentümer eines Hauses des Tischler- durch die Gewerbeordnung nicht vorgesehenen Eintragungen oder davon absehen will, daß es auch ganz gut aus den Verpflegungsmeisters Gebhardt, und zwar einer zu elf Fünfhundertsteln und Bermerke in oder an den Lohnzahlungsbüchern sind unzulässig. Für fosten getragen werden könnte. Wenn die Charité Augst hat, daß die übrigen zu je einem Sechsundfiebenzigstel. Bezüglich ihrer find jedes Lohnzahlungsbuch find 5 Pf. an das Polizeirevier au ent- fie den Secher nicht wieder erhält, könnte sie ihn ja bei der Aufdauernde Lasten und Beschränkungen nicht eingetragen. Gebhardt richten, welches das Buch ausstellt. Ferner muß für jede offene nahme vorschußweise" erheben. Verkaufsstelle, 111 der 11t der Regel mindestens wurde als Zeuge vernommen. Der Bezirksausschuß erklärte schließlich die Wahl Ostermanns für ungültig und die der andern zwanzig Gehilfen und Lehrlinge beschäftigt werden, innerhalb Die königl. Bibliothek ist vom 24. bis 29. September d. J. Beteiligten für gültig. Das Gericht ging davon aus, Betriebs eine Arbeitsordnung erlassen werden, für welche die vier Wochen vom 1. Oktober ab, oder nach der Eröffnung des geschlossen. daß ein grundbuchlich eingetragener Miteigentümer dann Der Engpaß in der Neuen Schönhauser Straße soll be. als Hausbefizer im Sinne des§ 16 anzusehen sei, wenn er aus sonstigen Vorschriften über Arbeitsordnungen entsprechende An- seitigt werden. Die Straße hat an ihrem Anfang wie an ihren eigner Macht durch sich selbst oder einen Dritten über seinen Eigen- wendung finden. Hiernach ist u. a. den in einem solchen Betriebe Ende, an der Rosenthaler- wie an der Münzstraße, eine genügende tumsanteil verfügen könne und sei dieser auch noch so gering. Bei beschäftigten großjährigen Angestellten vor Erlaß der Arbeitsordnung Breite, verengt sich aber nach der Mitte zu und ist an ihrer Gelegenheit zu geben, sich über den Inhalt zu äußern. Binnen Ostermann wäre das wegen jener angeführten Beschränkung nicht drei Tagen nach Erlaß ist die Arbeitsordnung unter Mitteilung schmalsten Stelle mur 14 Meter breit. Diese Breite hat sich bei dem der Fall, während durch die Beweisführung nicht nachgewiesen sei, der von den Angestellten etwa geäußerten Bedenken, wenn diese straße immer mehr als unzureichend erwiesen, da die Straße gerade daß die andren Sechs nicht darüber verfügen könnten. Das Oberverwaltungsgericht, bei dem beide Parteien unter Beifügung der Erklärung, daß und in welcher Weise fehrsstodungen und Zusammenstöße sind hier nichts Seltenes. Inschriftlich oder zu Protokoll erfolgt sind, in zwei Ausfertigungen an dieser Stelle einen Snick hat, der die Uebersicht erschwert. VerBerufung eingelegt hatten, fällte gestern folgende bedeutungsvolle der Vorschrift der Anhörung der großjährigen Angestellten folgedessen wird vor den Grundstücken Nr. 3-6 eine Verbreiterung Entscheidung: Unter Abänderung des Urteils des Bezirksausschusses Arbeitsordnungen, die bereits vor dem 1. Oktober 1899 erlassen fommen sollen. Die die neue Fluchtlinie darstellenden Pläne liegen genügt ist, der zweiten Abteilung des Polizeipräsidiums einzureichen. auf rund 161/2 Meter geplant, wovon 10 Meter auf den Fahrdamm werden die Wahlen aller fieben Beteiligten für ungültig worden sind, sind der Abteilung II des Polizeipräsidiums ebenfalls bis zum 17. Oftober in der städtischen Plankammer zur Einsicht aus. erklärt. Für die Entscheidung sei ganz gleichgültig, ob zur Prüfung in zwei Ausfertigungen einzureichen. Auf Abände die Kaufverträge nur fimuliert wären oder nicht, in rungen aller Arbeitsordnungen und auf solche Arbeitsordnungen, die Berlins Temperatur. Aus 50jährigen Beobachtungen, die an welcher Absicht sie geschloffen und ob sie in juristischer Be- erst seit dem 1. Oftober 1899 erlassen worden sind, findet die Be- einer im Innern Berlins gelegenen Station angestellt sind, hat der ziehung bedenklich wären oder nicht. Selbst wenn man es hier ſtimmung Anwendung, daß vor ihrer Einreichung die großjährigen Berliner Gymnasiallehrer Professor Dr. Berlewizz die Mittelmit einem wirklichen Miteigentum zu thun hätte, wäre Angestellten zu hören sind. Unterlassungen sind durch die Reichs- temperaturen für die einzelnen Monate, Jahreszeiten und das Jahr den fieben beigeladenen Stadtverordneten die Eigenschaft Gewerbe- Ordnung mit Geldstrafe bis zu 150 W., im Unvermögens berechnet. Es ergaben sich folgende Durchschnittswerte( Celsius): für als Hausbesiger im Sinne des§ 16 der Städte falle mit Haft bis zu vier Wochen bedroht. Ordnung von 1853 abzusprechen. Januar 0,7, Februar 0,8, März 3,4, April 8,4, Mai 9,4, Juni 17,4, Wenn ein ideelles Miteigentum an einem Haus Juli 18,0, September 14,6, Ottober 9,4, November 3,8, Dezember 0,8. vorhanden sei, dann sei jeder der Miteigentümer beteiligt an jedem Teil des betreffenden schreibt uns: In dem am Dienstag veröffentlichten Artikel befaßten im Sommer 18,1, im Herbst 9,2. Als Durchschnittswert für das Das Arbeiterinnenelend in der Konfektion. Eine Leserin Die Mitteltemperaturen betrugen im Winter 0,30, im Frühjahr 8,4, Hauses, allerdings beschränkt durch die Rechte der andren. Deshalb Gie fich wesentlich mit der Lage der Capes- Urbeiterinnen und der Jahr ergaben sich 90 Celsius. Die heißesten Tage in dem 50jährigen 18 anaunehmen, daß die Städte. Ordnung für die fieben öftlichen Arbeiterinnen auf Knaben- und Burschenanzüge. us ift daher wohl Beitraum waren der 20. und der 21. Juli 1865 mit 29,5º und 290, Brovinzen unter Haus befizern solche Eigentümer meine, angebracht, auch auf die ungünstigen Verhältnisse in der Damen- 16. August 1868 mit 28,30 und 24. August 1892 mit 28,20, die kältesten denen das ausschließliche Recht an ihrem Hause zustehe. Wäre mantelbranche hinzuweisen. In dieser Branche bin ich jezt der 22. Januar 1850 mit-19,10, der 10. Februar 1855 mit-19,00, es anders, dann würde die Städte- Ordnung Bestimmungen 21 Jahre beschäftigt und vermag daher seit geraumer Zeit einiger 18. Januar 1863 mit-18,70, 1. Januar 1871 mit 17,90. treffen darüber, wer von den Miteigentümern als maßen die Preisschwankungen zu beurteilen. Während vor einigen Repräsentant des Hausbesizers der Stadt Das Provinzial- Schulkollegium hat das Gesuch der Regelten solle, Bestimmungen, wie sie schon einige Städte- Ordnungen giebt es jetzt nur 90 Pf. bis höchstens 1,60 m. für ein Jackett mit jüdischen Religionsunterrichts an der Elisabeth- und gegenüber Jahren für ein Jackett ohne Stepperei 1,75 bis 3 M. gezahlt wurden, präsentanten der Berliner jüdischen Gemeinde um Einführung enthielten, so z. B. die Rheinische Städte- Ordnung. Eine solche Stepperei. Bestimmung fehle hier aber. Es sei nicht anzunehmen, daß die mäntel auf, die oft eine Länge Vor zwei Jahren famen die sogenannten Sadder Augustaschule abschlägig beschieden, weil nur verhältnismäßig Städte- Ordnung alle Miteigentümer eines Hauses haben. von über einem Meter wenige Schülerinnen in Betracht kommen. habe als Hausbesizer in der städtischen Vertretung fungieren Arbeitslohn Anfangs gab es dafür 2,75 M. bis 3,50 M. laffen wollen, könnte ohne Stepperei, jezt werden Ein neues Opfer der Großen Berliner. Kein Tag verdoch Hunderte für dieselben von Miteigen Sachen mit Stepperei nur noch 1,75 m. bis 2,75 M. gezahlt. tümern an einem Hause beteiligen. Be- geht, daß nicht die Große Berliner ein Menschenleben zum Opfer schließliche Recht am Haufe habe, sei Hauseigentümer, tein antwortet der Herr im herausfordernden Ton, daß an so einem nach der Swinemünderstraße gerufen. Dort war ein zwölfaus- fchwert man fich beim Zwischenmeister über die Hungerlöhne, dann fordert. Am Donnerstagabend wurde die Feuerwehr gegen 7 ühr andrer, und möge der Besiz an dem Hause auch nur Mantel ja kaum Arbeit sei; über das bißchen Stepperei rege eine jähriger Knabe von einem elektrischen Straßenbahnwagen überin zwei Teile geteilt sein. Bon nur zwei Miteigentümern eines ordentliche Arbeiterin sich gar nicht auf; auch könne er genug Arbeits- fahren worden. Alle Bemühungen des Publikums und des Personals Hauses sei einer wahlfähiger Hauseigentümer. fräfte bekommen, man reiße sich förmlich um solche Sachen. Um Die Bedeutung dieses Urteils und seiner Begründung liegt auf beurteilen zu können, wieviel an einem derartigen Mantel zu ver- befreien, waren vergeblich, weshalb man die Feuerwehr beder Straßenbahn, das wimmernde Kind aus seiner üblen Lage zu der Hand. Braktisch ist damit erreicht, daß den Wählern der richten ist, muß man sich vorstellen, daß 6 bis 8 Knöpfe anzunähen britten Klasse, also daß der Gesamtmasse der Bevölkerung aber- find, daß die Stepperei 11/2 Stunden Arbeitszeit erfordert und daß nachrichtigte. Diese erschien sofort, konnte aber auch nicht mehr mals die Hälfte ihres sowieso schon spärlichen Wahlrechts zu Gunsten die Arbeiterin bei jedem Mantel, das Garn gar nicht gerechnet, für helfen; der Knabe war inzwischen gestorben. Die an der eines Teils der Grundbesizer genommen wird. Denn an sehr 20 Pf. Seide aus ihrer Tasche bezahlen muß. Unfallstätte versammelte Menschenmenge war über das Unglück sehr vielen Orten wird derselbe Zustand bestehen wie in Nigdorf, nämlich nebenausgaben zur Last. Vielfach ist es Mode, daß der Meister mit bahn laut. Auch sonst fallen der elend entlohnten Arbeiterin noch allerhand erregt, von einzelnen wurden laute Verwünschungen über die Straßender, daß die Mehrheit der dritten Wählerklasse unter den im Urteil feinen Arbeiterinnen Raffeelochen geht. Diese herablaffende des Ober- Verwaltungsgerichts als Grundbesizer angesehenen Menschenfreundlichkeit ist recht profitabel für ihn, denn 14 Tage nach die Fensterscheibe eines Straßenbahnwagens zertrimmert, aber sonst Vorgestern ist ein Mann, der während des Streits im Unmut Bersonen teine geeigneten Vertreter ihrer Interessen so einem Ausflug tassiert er die Unkosten durch Abzug von 25 Pf. teinen Schaden angerichtet hatte, auf den Strafantrag der Straßenfindet und daher auf die Ausübung des ihr der Form nach zu für jeden Mantel wieder ein. Auch werden die Arbeiterinnen zu bahndirektion hin mit vier Monaten Gefängnis bestraft stehenden Wahlrechts verzichten muß. Geburtstagsgeschenken nicht allein für den Zwischenmeister, Vielleicht wird die reaktionäre Presse ob der voraussichtlichen dabei nicht ab; die Beisteuer jeder Einzelnen beträgt oft eine Mark; sondern auch für dessen Frau gepreßt. Mit Kleinigkeiten geht es Wirkung dieses Urteils jubeln, gerade so, wie sie gejubelt hat, als wenn man sich nicht fügt, weiß man, wessen man sich zu gewärtigen hat. am 1. März 1897 das Ober- Verwaltungsgericht in der vom Berliner Der Unbeteiligte stellt wohl die erstaunte Frage, warum die KonfettionsMagistrat angeschnittenen Frage des niedrigsten Steuersatzes und arbeiterinnen sich denn solche infame Ausbeutung gefallen lassen. der Anrechnung der Krankenhauspflege als Armenunterstüßung zu Leider ist darauf nur eine wenig tröstliche Antwort zu geben. Be ungunsten einer liberalen Auffassung entschied und wie sie weiter spricht man sich mit Leidensgefährtinnen über das Elend, so tann jubelte, als dasselbe Gericht im gleichen Jahre einen Amtsvorsteher seines man erwarten, daß diese oder jene der Kolleginnen sofort beim Chef Amts für unwürdig erklärte, weil er einen Platz für eine socialist unter den Konfettionsarbeiterinnen leider kaum eine Spur au oder beim Meister flatscht; bon Solidaritätsbewußtsein demokratische Versammlung hergegeben hatte. finden. man Nur wer das Ob aber das neueste Urteil bürgerlichen Kreisen auf jeden Fall behagen wird, mag fraglich erscheinen. Nach dem Spruch des Ober- Die geftrige Sihung des Ausschusses der Berliner StadtVerwaltungsgerichts tann z. B. ein Mann, der gemeinsam mit seinem verordneten- Bersammlung für die Vorbereitung der Wahl eines unCompagnon völlig schuldenfreie Grundstüde im Werte von Millionen besoldeten Stadtrats( an Stelle des Herrn Kaempff) ist resultatlos besitzt, nicht als Hausbesiger in eine Stadtverordneten- Bersammlung verlaufen, da sich die Ausschußmitglieder schon wieder einmal nicht gewählt werden, während jemand, der vor Hypothekenschulden nicht auf einen bestimmten Kandidaten einigen konnten. Der Ausschuß aus noch ein weiß, aber nominell weiß, aber nominell als alleiniger Befizer wird deshalb noch einmal, wahrscheinlich sogar noch mehreremal eines Hauses gilt, von dem ihm thatsächlich kein einziger Stein zusammentreten. gehört, munter die Rechte eines Hausbesizer- Stadtverordneten ausüben darf. " worden. Menschenleben haftbar zu machen, die unter ihrer Verwaltung Sollte es wirklich nicht möglich sein, die Direktion für die vernichtet werden, gerade so wie ein Bauunternehmer verantwortlich gemacht wird, wenn auf seinem Bau durch seine Vernachlässigung ein Unglück geschieht? das würde unsres Erachtens die Anstrengung des Personals auf ein erträgliches Maß einschränken und damit, soweit die Sicherheit des Die Straßenbahnbirektion im Gefängnis Verkehrs in Betracht kommt, Wunder wirken. anVon spielenden Knaben wurde gestern Abend der 28 Jahre alte Tischler Gustav Winter aus der Schwedterstr. 49 geschossen. In der Gegend des Nordbahnhofs in der Bernauertraße trieb sich eine Rotte von zehn bis zwölf Jungen mit Teschins eine Kugel in das rechte Bein, sodaß er die Hilfe der Rettungsherum. Als nun Winter durch die Bernauerstraße ging, erhielt er wache 3 in der Staftanienallee in Anspruch nehmen mußte. Gin Schußmann, dem der Angeschossene Mitteilung machte, versuchte den Thäter festzunehmen, die Bengel aber liefen davon und entkamen, weil sie bereits einen Vorsprung hatten. Unter dem Berdacht des Kindesmords ist ein Dienstmädchen Die Volts- Zeitung" meint zu dieser Frage:„ Den Grundsätzen der politischen Barität würde es, das muß einmal rückhaltlos aus Unfre Barteigenossen, die im vorliegenden Falle ja einzig gesprochen werden, durchaus entsprechen, daß endlich ein Anfang von der Entscheidung des Ober- Verwaltungsgerichts getroffen sind, damit gemacht würde, auch im Magistrat der stärksten politischen Marie Lede verhaftet worden, das bei einem hohen Beamten in der werden ja gewiß mit umsicht erwägen, wie sie trotz des Urteils die Partei Berlins eine angemessene Vertretung zu verschaffen. Unter Lindenstraße in Stellung war. Das Mädchen hatte heimlich ge= Rechte der Wählerschaft weiter wahren können. Mag dies gelingen und der Reichshauptstadt fehlt es nicht an tüchtigen, von Gemeinfinn Die Mutter soll es mit Absicht hineingeworfen haben, um es zu den Socialdemokraten der Stadtverordneten- Versammlung boren, dald darauf fand man das Kind tot in einem Gimer liegen. oder nicht, die Wirkung des Urteils auf das Ansehen der erfüllten, kommunalpolitisch vortrefflich unterrichteten Männern, die töten. Sie wurde als Polizeigefangene nach der Charité gebracht. Justiz in der Bevölkerung wird sich nicht aufheben lassen. im Magistrat nüglicher wirken würden, als mancher Mattliberale der unverbesserlich manchesterlichen Spielart. Lebensgefährlich verbrannt sind gestern mittag 12 Uhr die 18jährigen Arbeiterinnen Klara Thielmann und Martha Albrecht. 'SScibe waren in der Pharmazeutischen Anstalt beS Dr. Freund, Schwedterstrabe 35, beschäftigt.$11 dem ArbeitSraume im vierten Stock des Onergebändes waren ein Arbeiter und drei Arbeiterinnen anwesend, als der Arbeiter den Rand eines mit Kautschuckmasse gefüllten Kessels mit einem Lappen zu reinigen suchte, der kurz vorher zum Aufwischen von Benzin benutzt war. Die dabei ent- wickelten Benzin dämpfe entzündeten sich nun an einer fast l'/e Meter entfernten Gasflamme und setzten im Nu den ge- füllten Kessel und dadurch auch den ganzen Arbeitsraum in Brand. Dem Arbeiter und einer Arbeiterin, die sich in unmittelbarer Nähe der AuSgangSthiir befanden, gelang es, mit nur geringen Brandwunden daS Freie zu gewinnen, den beiden oben genannten Mädchen war der Rückzug durch die Flammen abgeschnitten. Herz- zerreibend waren die Hilferufe der Bedrängten, und nur die siu- sicherung, daß ihnen sofort Hilfe gebracht würde, hielt sie vom tob- lichen Sprunge in die Tiefe zurück. Zwei Arbeiter der angrenzenden Metallfabrik von Hamann machten sich daran, mit Aufbietung aller Kräfte eine zum Brandherd führende verschlosiene eiserne Thür zu sprengen, was ihnen auch gelang. Die schrecklich ver- brannten Mädchen stürzten ihnen in die Arme; sie wurden von der inzwischen eingetroffenen Feuerwehr nach dem Lazarus- Kraulen- hause geschafft. Der Brand konnte in kurzer Zeit abgelöscht werden. Vom Unglück verfolgt. Die Witwe Trebut aus der Sorauer- straffe 28 verlor im vergangenen Jahre ihren Mann durch einen Unfall. Trebut wurde von seinem eigenen Wagen überfahren und erlag seinen Verletzungen. Donnerstagnachmittag gab die Frau ihrem 'Schwager, dem 28jährigen Maler Franz Hoffmann aus der Memcler- straffe ti, das letzte Geleit. Hoffmann fuhr am Dienstag vor 14 Tagen .mit seinem Zweirad nach Friedenau zu dem Meister, bei dem er be- schäftigt war, stietz unterwegs mit einem beladenen Bretterwagen zusammen und muhte mit einer schweren Kopfwunde in das Kranken« haus am Urban gebracht werden. Dort starb er. Nach seiner Beerdigung gingen Donnerstagabend seine beiden Neffen, die 9 und S Jnhre alten Söhne Adolf und Wilhelm der Witwe Trebut, nach dem Schlesischen Thor, um dort auf einem der- Sandhaufen. die beim Hochbahnbau aufgeschüttet sind, zu spielen. Vor dem Hause Schlesische- straffe 2 hielt ein Schlächterwagen. Als die beiden Knaben lim Uhr m dessen Nähe den Fahrdamm überschritten, um nach Hause zu gehen, stieh mit dem Schlächterwagen eine Taxameterdroschkc zu- sammcn, deren Pferd an der Ecke der Köpnicker- und Skalitzerstraffe durchgegangen war, während der Kutscher sich mit seinem Fahrgast in einer Gastwirtschaft befand, um Geld Ivechseln zu lassen. Der ältere Knabe kam noch unverletzt über den Damm, der jüngere aber fiel hin, geriet unter die Pferde und erlitt durch Huftritte schwere Verletzungen am Kopf und eine Verstauchung des rechten Arms. Die Rettungswache am Görlitzer Bahnhof leistete dem Verunglückten die erste Hllfe. Ein Student als Mörder 1 In das Moabiter Untersuchungs- gefängnis wurde gestern unter dem �Verdachte eines Mords der Student H. eingeliefert. Wie wir vor einiger Zeit meldeten, wurde ein Student B. in der Wohnung seines Studienkollegen H. mit einer von einer Revolverkugel herrührenden Wunde in der linken Schläfe tot aufgefunden. Der Freund wurde damals zwar in Haft ge- nonunen, weil man annahm, daff er seinen Kommilitonen erschossen habe, aber wegen Mangels ausreichender Anhaltspunkte für die That vorläufig wieder auf freien Fuff gesetzt. Nach Wiedererlangung seiner Freiheit verließ H. die Reichshauptstadt. Die Staatsanwalt- schaft erließ indessen einen neuen Haftbefehl hinter ihm, der nun- mehr in Magdeburg zur Ausführung gebracht werden konnte. Die Untersuchung dürfte deS weiteren über die dunkle Angelegenheit ergeben. Der ZirkuS Busch ist bereits mit einer Pantomime hervor- getreten. Ganz im Gegensatz zu früheren Gewohnheiten steht die Handlung des Stücks durchaus im Dienst der heiteren Muse. «Berliner Landpartien" heißt sein Titel, der insoweit nicht genau stimmt, als die zweite, bessere Hälfte auf dem Wasser spielt. Mannigfache Abenteuer erleben die Ausflügler in dem Bicrgarten so- wohl als in der Bade-Anstalt des reizenden Ehepaars, dem das „Nasse Dreieck" zu eigen gehört. Alle Augenblicke plumpst irgendwer ins Wasser, ein Spaß, der allerdings nicht auf jeden Fall als geist- reich zu bezeichnen wäre, wenn sich hinter ihm nickt so etwas wie eine höhere Bedeutung vermuten ließe. Denn da an dem Hinein- plumsen nicht allein ein Chinese, sondern auch eine Anzahl Kähne aus � dem Kanitzschen Vorstellungskreise beteiligt ist, so vermuteten wir in der harmlos ausschauenden Wasserpantomime gleich irgend eine Anspielung auf Seegewalt und Weltpolink. Unsre Vermutung wurde zu ziemlicher- Gewihhest, als am Schluß gar eine Musikkapelle als Verkörperung des Konzerts der Mächte angegondelt kam, deren Harmonie selbst dann noch nichts von ihrer Standhaftigkeit einbüßte, als sie bereits völlig zu Wasser geworden war. Selbstverständlich komnit in dem Schaustück auch das schöne Geschlecht zu Wasser und zu Lande zur Geltung, so daß auch solche Zuschauer, die auf die politische Seite der Handlung weniger Wert legen, durchaus auf ihre Rechnung kommen. Der Cirkus Schumann in der Karlltraße wird heute u. a. mit einem Ausstattungsstück„China" eröffnet. Fruerbcricht. Freitag früh wurde Ebelingstr. 1 Feuer ge- meldet, doch trat die Wehr nicht in Thätigkeit. Später brannten Roßstr, 8 Möbel und Kleider. Aehnliche Brände wurden Rügener- straffe 15, Michaelkirchstr. 7 und Alexandrinenstr. 118» gemeldet. Packmaterial ging Anklamerstr. 22 in Flammen auf, während am Exerzierplatz bei der Schwedterstratze ein Posten Stroh eingeäschert wurde. Weitere Alarmierungen erfolgten nach Wilhelmstr. 31, Gubener- straße 60 und Alt-Moabit 114, doch war überall der Anlaß dazu unbedeutend. Ueberhaupt sind größere Brände innerhalb acht Tagen nicht zu verzeichnen._ Au« den Nachbarorten. Das neue Schönebergcr Krankenhaus, mit deffen Bau im nächsten Jahre begonnen werden wird, soll nach einem von dem Magistrat gefaßten Beschlutz zunächst für 300 Betten eingerichtet werden. Spätestens im Herbst 1901 soll mit dem Bau begonnen worden. DaS vor kurzem eröffnete neue Kreiskrankenhau» in Groß« Lichterfelde hat sich ebenfalls der Berliner Rettungsgesellschaft als Hauptwach« angeschlossen. Aufgelöste Anarchisten-Versammlung. Die„Berl. N. Nachr." schreiben: Da anarchistische Versammlungen, die als solche ange- kündigt waren, in letzter Zeit stets dem polizeilichen Verbot verfielen, hatten Berliner Anarchisten eine allgemeine Arbeiter- Versammlung in Neu-Weißensee einberufen, um hier für ihre Ideen Propaganda zu smachen. Die Behörde erhielt jedoch Kenntnis, datz eS sich um eine anarchistische Veranstaltung handle und löste demzufolge der überwachende Gendarm die im Etablissement„Zum Prälaten" tagende Versammlung auf, noch ehe der Referent seine Ausführungen beginnen konnte. Wir wissen nicht, ob diese Mitteilung zutreffend istz aber wenn sie stimmt, dann muß die Person, die für die Auflösung verantwortlich ist, der felsenfesten Ueberzeugung sein, daß— vielleicht dank der Socialdemokratie— für die Ausbreitung des Anarchismus in Deutsch- land jeglicher Boden fehlt. Denn andemfalls giebt eS gar kein besseres Mittel, um den Anarchismus zu fördern, als solche Versammlungsauflösungen. Gevichks-Ivikung. Interessante Streiflichter auf den deutsch- russische» Schmnggelvcrkchr brachte eine Verhandlung, die gestern vor der 9. Strafkammer des Landgerichts I stattfand. Aus der Untersuchungshaft vorgefühlt wurde der auf Ersuchen des JustizministeriuniS von den englischen Behörden aus Glasgoiv ausgelieferte Cigarettenarbeiter und russische Untertha» Peisach Winkler, welcher'der Untreue und Unterschlagung angeklagt war. Der Angeklagte hat seit Jahren von dem hiesigen Uhrenwareiihändler Scheuer wertvolle goldene Uhren entnommen, die einem hohen russischen Eingangszoll unterliegen. 1 Winkler schmuggelte die Uhren über die Grenze und verkaufte sie in Rußland, was mit großem Gewinn geschehen kann, da dort goldene Uhren nicht angefersigt werden. Im September vorigen JahrS hatte der Angeklagte wieder von Scheuer Uhren zum Gesamtbeträge von 2600 M. entnommen. Er ließ nichts wieder von sich hören, bis Scheuer, der noch keine Zahlung erhalten hatte, ermittelte, datz Winkler nach Glasgow gegangen war, wo er in einer großen Cigarettenfabrik, die etwa 600 Arbeiter beschäftigt, angestellt war. Winkler hatte aber noch ein andres Schmuggelgeschäft betrieben. In Warschau wird ein schwunghafter Handel mit alten Kleidungsstücken be- trieben, die in Berlin aufgekauft, über die russische Grenze geschmuggelt, dort ausgebessert und dann weiter verkauft werden. Für einen solchen Warschauer Händler Namens Fistel Futermann hatte Winklcr hier im vorigen Herbst 60 alte Anzüge gekauft, mit der Aufgabe, sie über die Grenze zu schmuggeln. Er ließ sich auch in Warschau nicht wieder sehen, so datz auch Futermann geschädigt wurde. Der Angeklagte gab an, datz er bei seiner letzten Expedition von einem eigentümlichen Pech verfolgt worden sei. Natürlich müsse er Helfershelfer haben, da er nicht mit einer großen Anzahl Uhren und 50 Anzügen an den Zoll kommen dürfe. Er hatte sich zwei russische Juden angenommen, denen er den größten Teil der Uhren übergeben habe, um sie am Körper und in den Stiefeln ver- steckt, über die Grenze zu schmuggeln. Er selbst habe nur einige Uhren zum Werte von 800 M. für sich behalten. Auch zum Schmuggel der alten Kleider habe er Gehilfen gebraucht. Es komme vor, daß mißtrauische Beamte die Reisenden nötigten, ihre angeblichen ge- brauchten Anzüge anziehen ließen, um sich zu überzeugen, daß sie auch paßten. ES sei Gebrauch, daß ein Schmuggler unter- Wegs unter den Mitreisenden seine Helfershelfer aussuche, die je nach ihrer Größe geeignete Anzüge anvertraut erhalten, die sie beim Zollamt als ihr Eigentum angeben. Für jeden durch- geschmuggelten Anzug erhalte die Mittelsperson 3,25 M., während die Steuer 30 M. betrage. Als er nun mit seinen Gehilfen und den durchgeschmuggelten Sachen glücklich über die Grenze gekommen sei und mit den ersteren abrechnen wollte, hätten diese ihn einfach aus- gelacht und erklärt, datz es ihnen gar nicht einfalle, die Sachen herauszugeben. Wenn er sie anzeigen wolle, so könne er es ruhig thun, es würden dann nicht nur sämtliche Sacken beschlagnahmt, sondern er laufe außerdem noch Gefahr, nach Sibirien ver- bannt zu werden. Nun habe er nicht gewußt, was er anfangen und wie er sich seinen Auftraggebern gegenüber verant- Worten sollte. Er habe eS vorgezogen, nach Glasgow zu fliehen. Staatsanwalt Liebenow wies darauf hin, datz selbst wenn die Angaben des Angeklagten wahr seien, er doch in betreff der Uhren, die er gesländlich für sich behalten, eine Unterschlagung begangen habe. Nun behauptete der Angeklagte aber, datz er die Uhren von Scheuer fest auf Kredit gekauft halte, während der Zeuge Scheuer erklärte, daß er dem Angeklagten die Uhren nur in Kommission ge- geben habe. Der Verteidiger Rechtsanwalt Wcrthauer, richtete an den Angeklagten die Frage, wer denn den Schaden zu tragen gehabt hätte. wenn die Uhren von der russischen Zollbehörde beschlagnahmt worden wären. Der An- geklagte erwiderte, daff eine Vereinbarnng zwischen ihm und Scheuer getroffen worden sei, daff sie in diesem Falle den Schaben zu gleichen Teilen zu tragen hätten. Da Scheuer dies zugab, so gewann eS den Anschein, als ob thatsächlich ein festes Kaufgeschäft vorgelegen habe. Der Staatsanwalt hielt dennoch die Anklage aufrecht und beantragte eine Gefängnisstrafe von ander thal'b Jahren. Der Gerichts- Hof kam indessen zu einem frisprechenden Bekenntnisse, da das Rechtsverhältnis. welches bei den Schmuggelgeschäftcn zwischen Scheuer und dem Angeklagten obwaltete,' nicht auf- zuklären sei. Eine Anklage wegen Steuerhinterziehung, wissentlich falscher Anschuldigung und verleumderischer Beleidigung führte gestern den Expedienten Paul Harschkamp vor die erste Strafkammer des Landgerichts l. Der schon wiederholt vor- bestrafte Angeklagte verbüßt zur Zeit eine wegen Unterschlagung über ihn verhängte zweijährige Gefängnisstrafe. Er war als Expedient in der Fabrik für Leitungsanlagen von L. E. Becker angestellt und zu seinen Obliegenheiten gehörte auch die Abnahme und Verzollung der aus dem Auslande für die Fabrik ankommenden Fayence- waren. Er war überführt worden, eine Reihe von Unterschlagungen begangen zu haben und der Prokunst Herr Max Becker hatte die Strafanzeige gegen ihn erstattet, die zu der oben gedachten Ver- urteilung zu zwei Jahren Gefängnis führte. Um in letzter Stunde eine Strafanzeige von sich abzuwenden, führte er eine Pression aus, indem er in einem an den Prokuristen gerichteten Brief diesen daran erinnerte, daß er doch an die Zollhinterziehungen denken solle, die er in seinem Auftrag ausgeführt habe und die eS bewirken würden, daff auch der Chef und sein Prokurist neben ihm auf der Anklagebank würden Platz nehmen müssen. Dieser Brief hatte nicht den erhofften Erfolg. Der Angeklagte erstattete darauf unter dem 13. August 1899 die Strafanzeige gegen Majj Becker bei der Staatsanwaltschaft. Er behaupteic darin, daß in zwei von ihm namhaft gemachten Fällen, in denen eS sich um die Verzollung von aus England kommenden Sendungen Fayence handelte, auf der Zollabfeisigungsstelle am Lehrter Bahnhof Steuer- Hinterziehungen stattgefunden haben. Er sei dabei das Werkzeug des ?ierrn Becker jun. gewesen und habe von diesem den Auftrag er- alten gehabt, die Zollbeamten und Arbeiter mit Bier und Eigarren zu spicken, um am Eingangszoll möglichst zu sparen. Er sei dieser Weisung auch nachgekommen und habe in den beiden Fällen Zollermäßigung in der Weise erzielt, daß die zu verzollenden Fayencebecfen sämtlich als einfarbige zollamtlich behandelt wurden, während fünf mehrfarbige, mit doppelt hoher Steuer belastete Becken darunter waren, die als einfarbige mit durch- huschten. Die Anzeige hat zu einer eingehenden Untersuchung durch die Steuerbehörde geführt. Dabei ist festgestellt, daß thatsächlich fünf mehrfarbige Becken als einfarbige durch- geschlupft waren. Wie daS möglich gewesen ist, hat sich nicht ermitteln lassen; die veniommenen Steueraufseher, unter deren Aussicht auf dem Packhof die Auspackung der Waren vor sich geht, konnten sich auf den einzelnen Fall nicht mehr besinnen, bestritten entschieden jede Pflichtwidrigkeit und ver- mochten eine Erklärung' der Thatsache nicht zu geben. Der Angeklagte hatte bei seiner Vernehmung vor der Steuerbehörde er- klärt, daß er die Beamten nicht habe beleidigen wollen, diesen auch nichts vorzuwerfen habe, sondern nur habe sagen wollen, datz er den Arbeitern Bier und Eigarren gespendet habe, damit sie es beim AuS- packen nicht so genau nähmen. Da von Herrn Becker jun. mit Ent- fchiedenheit bestritten wurde, jemals den Augeklagten zur Zollhintcr- zichung veranlaßt zu haben, so wurde gegen letzteren die obige Anklage erhoben. Man ging dabei von dem Gedanken aus, daß e r es unternomnien habe, den SteuerfiskuS zu schädigen. Der An- geklagte verblieb im gestrigen Termin bei der Beschuldigung deS Herrn B. jun., dieser wieS auch hier die Anschuldigung mit Entschiedenheit zurück und die umfangreiche Beweisaufnahme stützte die Behauptungen des Angeklagten nicht. Der Staatsanwalt beantragte, den letzteren der Steuerhinterziehung sowie der falschen Anschuldigung und der Beleidigung für schuldig zu erklären und ihn zum vierfachen Betrage des hinterzogenen Zolls sowie zusätzlich zu 6 Monaten Ge- fängnis zu venirteilen. Der Gerichtshof erkannte auf Frei- fprechung wegen der Zollhinterziehung, da der Angeklagte in die zollamtliche Behandlung aktiv nicht eingegriffen habe, ferner auf Freisprechung in betreff deS Herrn Becker jun., da sich der Angeklagte hier vielleicht m gutem Glauben befunden habe. Wegen der falschen Anschuldigung in Bezug auf die Beamten wurde Harschkamp zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Einen tumultuarischen Auftritt im Schalterranm des Postamts in der Beuthstratze veranlatzte ani Nachmittage des 4. April der Hausdiener Wilhelm Koberger. In den Spätnachmittags- stunden ist das genannte Postamt von Hausdienern der benachbarten Konfektiousfirmen überfüllt, welche eine Menge Pakete aufgeben. An dem genannten Tage war der Postexpedient Frey damit be- schäftigt, die Begleitadressen der Pakete einzutragen, als der An- geklagte ihn um Verabfolgung einer Freimarke ersuchte. Der überbürdete Beamte wollte sich in seiner Arbeit nicht stören lassen und verweigerte� deshalb die Marke, den Angeklagten an einen andren Schalter verweisend. Hierüber wurde Koberger ungehalten, er klopfte sich gegen die Stirn und rief: „Wenn der Beamte vernickt ist, mag er sich pensionieren lassen!" Die übrigen wartenden Hausdiener wurden dadurch auch rebellisch, es entstand ein solcher Lärm, datz der Postvorsteher einen Schutz- mann herbeirufen lassen mußte, der bald Ruhe stiftete. Das Schöffengericht verurteilte den Angeklagten wegen Beamtenbeleidigung zu einer Geldstrafe von 30 M. Einen romantischen Hintergrund hatte eine Anklage wegen Kindesunterschiebung und intellektueller Urkundenfälschung, welche gestern vor der ersten Strafkammer des Landgerichts l vei- handelt' wurde. Die Ehefrau des Monteurs K. hatte, während ibr Mann sich fast ein Jahr lang im Ausland befand, mit einem andren Mann ein Verhältnis angeknüpft, das nicht ohne Folgen blieb. Sie genaß im März d. I. eines Kinds. Die ihr bekannten Arbeiter F.schen Eheleute waren kinderlos, es war ihr sehnlichster Wunsch, ein Kind zu besitzen. Der Frau K. lag natürlich daran, den von ihr begangenen Fehltritt vor ihrem Ehe- mann geheim zu halten, sie ging deshalb mit Freuden auf den Vor- schlag der F.schen Eheleute ein, ihr Kind an sie abzutreten. Die F.schen Eheleute meldeten bald darauf das Kind beim Standesamt als ihr eignes an. Die Sache wurde entdeckt und die drei be- teiligten Personen wurden zur Verantwortung gezogen. Frau K. wurde zu drei Monaten, der Ehemann F. zu zwei Wochen und die Ehefrau F. zu einem Monat Gefängnis verurteilt. Neubnneiustnrz. In Pforzheim ist unter donnerähnlichem Gekrache vormittags kurz vor 10 Uhr ein Teil des in der Tunnel- straße gelegenen Neubaus deS Fabrikanten Kuppenheim eingestürzt. ES wurden sieben zum Teil schwer verletzte Ar- b e i t e r und ein Bauführer auS den Trümmern hervorgezogen. Die Pest in Glasgow. Von den unter ärztlicher Beobachtung stehenden pestverdächtigen Personen in Glasgow find 16 aus der Bcobachtmigsstation entlasfeii worden.— Gestern ist ein neuer Todesfall und eine neue Erkrankung an Pest vorgekommen. Der Stand der Epidemie ist jetzt folgender: 24 ausgesprochene Pestfälle und 2 pestverdächtige Fälle; unter ärztlicher Beobachtung stehen 83 Personen. Die letzte Andreeboje. Wie ans Stockholm telegraphiert wird, wurde am Donnerstag die letzte in Norwegen gefundene B 0 j e A n d r ö e s in der Akademie der Wisicnschaften geöffnet. Die Boje ist äußerlich gut erhalten, der Deckel war festgeschraubt. Man fand auf dem Deckel spiralförmige Metalldrähte, die Ursprung- lich eine kleine, jetzt fehlende Flagge festhielten. Die Boje ist, trotz- dem sie offenbar einem starken Drucke ausgesetzt gewesen ist, fast unbeschädigt. Nach Abnahme des Deckels fand sich in einer Metall-� hülse das früher mitgeteilte Schreiben. Die Handschrift ist zweifellos diejenige Androes. Die letzten noch der � Unterschrift zugefügten Worte rühren möglicherweise von Strind- b e r g her. Die Boje wird ebenso wie die früher gefundenen im Nationalmuseum aufbewahrt werden. Neue» Grubenunglück bei Tux. Im Nelson-Schacht bei Drix ereignete sich ein Grubeminglück, wobei drei Arbeiter getötet wurden. Die Kohlenmasscn im Schellenken-Schacht ge- rieten in Brand. Was kommt es dort auch auf ein paar Menschen- leben an!— Gesteni abend gelang es, die 30 im Frisch Glttck-Schacht gefundenen Leichen herauszuschaffen. Von den Verletzten sind bisher 7 gestorben. Die Zliisichtskarten- Industrie. Der ersten internationalen Ausichtspostkarten-Ausstellung. die vor einigen Tagen in Paris er- öffnet worden ist, widmet das„Journal deS DsbatS" einen interessanten Artikel. Dr. Henibo, der die Ausstellung ver- anstaltcte, hat nicht weniger als 160 000 Arten von Postkarten aus allen Ecken und Enden der Welt zusammengebracht. Wegen Platzmangels kann die ganze Sammlung nicht auf einmal gezeigt j werden; gegenwärtig sieht man»nr die 36 000 Karten, die auf! Europa Beziig haben; dieser„Teilausstellung" sollen vier andre folgen, die je einem Erdteile entsprechen werden. Man kann sich aber schon jetzt einen Begriff von der außerordentlichen Ent- wickliiiig und von den Fortschritten der AnfichtSpostkarten-Jndustrie machen', wenn man die Tcilansstellnng besucht. Eine ganz bescheidene Karte, die sich ans der Ausstellung befindet, wird von den meisten Besuchern kaum bemerkt und doch ist sie daS wen- vollste Stück der ganzen Sammlung, denn sie ist die älteste Ansichtskarte; sie wurde 1866 in Basel verkauft, aber sie hatte keinen Erfolg. Erst seit 20 Jahren findet das Publikum Ge- schmack an Ansichtskarten, aber diese Mode herrschte lauge Zeit imr in der Schweiz und in Deutschland. In Deutschland besonders gelangte die neue Industrie zu großer Blüte. Fast in jeder größerem deutschen Stadt werden jetzt Ansichtskarten gedruckt und verbreitet; die besten Ansichtskarten werden in München, in Stuttgart, in Karlsruhe, in Hanau, besonders aber in Dresden hergestellt. Dresden liefert den Händlern in Deutschland, Italien, Frankreichs Egypten und Syrien(I) die meisten Ansichten von Landschaften,' Denkmälern und Straßen, die man den Reisenden auf Postkarten verkauft. Deutschland stellt jährlich 84 Millionen Ansichlskarten her. die den Verlegern 1680 000 M.. den Händlern 6160000 Mark und dem Staat 6 Millionen Mark eintragen. Dann kommt die Schweiz mit 13 Millionen Karten, die dem Staat zwei Millionen Franken Nutzen bringen. Frankreich nimmt fast die letzte Stelle ein. hinter Oestrelch. Italien. England, Rußland, Belgien, Holland und Schweden und nur vor Spanien. ES erzeugt mir 4 Millionen Karten; die Verleger verdienen da- bei nur 120 000 Franken, die Händler 600 000 Franlen und der Staat 800 000 Franken im Jahr. Die Portosätze sind in Frank- reich höher als in andren Ländern— 10 Centime« für jede Karte im Inland, während man in andren Ländern nur 6 Centime»(oder 6 Pfennig) zahlt. Unter den ausgestellten Karten findet man natür- lich die verschiedensten Arten: Städtebilder(bei Tag und bei Nacht aufgenommen), die besonders in Dresden hergestellt werden. farbige Karten, auf welchen die„Ansichten" von Echörkeln und Gewinden umrahmt werden(Schweizer Erzeugnis),„impref- sionistische" Karten aus München, die bald die feinen Schattierungen der Alpenpflanzen. bald die Streifen einer Badehose wiedergeben. Stuttgart hat das Monopol der„Gemütlichkeit". Pari» wird auf den deutschen Postkarten immer als das Sünden« Babel dar« gestellt. Monaco ist durch eine Anzahl weiblicher Gestalten ver- sinnbildlicht. Neben diesen sieht man die bekannten Karten mit Photographien von Familienmitgliedern, lehrreiche Karten, die die Meisterwerke der großen Museen Europa? darstellen usw. Eine Kirche mit Inhalt gestohlen. Fünfzig Bürger aus Whiterker. New. Jersey, sind wegen eine» gewiß seltenen Vergehen? vor dem Gerichtshof von Belvedere ge- fordert worden: sie haben eine Kirche mit ihrem ganzen Inhalt gestohlen und fortgeschleppt I Ein Priester der , neckischen Kirche hatte vor kurzem die Ermächtigung erhalten. n Whiterker eine Kirche zu bauen. Die Arbeiten haften begonnen und waren, trotz deS Einspruchs eines Teils der Bevölkerung, fast beendet. AlS die Gegenpartei sah, daß jeder Widerspruch wirkungslos blieb, schritt sie zur entschlossenen That. In einer Nacht hoben fünfzig Männer daS ganze Gebäude auf Rollen und zogen ,s auf ein andres Terrain. Alles, was in der Kirche war, brachten sie mit einem Male weg. Die Leichtigkeit des Transports erklärt sich da- durch, daß die Kirche ein Holzbau war. Der griechische Priester.. der natürlich höchst entrüstet war, hat BerhaftSbefehle gegen die Uebelthäter erwirkt, und der Konstabier führte sie nun vor den Gerichtshof von Belvedere, den Hauptort des Distrikts. Die Richter sind angesichts dieses ungewöhnlichen Diebstahls in größter Ver- legenheit wegen des Strafmaßes. 12 000 Opfer des Wirbelsturms in Texas. Nach einem Telegramm aus Austin meldet der Gouverneur von Texas in seinem Bericht über die Katastrophe in Galveston vom 18. September, daß j Sie Zahl der Getöteten mit 12000 nicht zu hoch gegriffen sei. Briefkasten der Redaktion. Wir bitten bei jeder Anfrage eine Chiffre( zwei Buchstaben ober eine Baby anzugeben, unter der die Antwort erteilt werden soll, und die letzte Abonnementsquittung beizulegen. Fragen ohne solche werden nicht beant: wortet und schriftliche Antwort wird nicht erteilt. wird nicht ert Die juristische Sprechstunde findet Montag, Donnerstag und Freitag von 7-9 Uhr abends statt. Dienstag, Marktpreise von Berlin am 20. September 19000 nach Ermittlungen des tgl. Polizeipräsidiums. Kartoffeln, neue, D- Ctr. " Welgest, gut D.- Str. 15,60 15,58 " mittel gering A. 5.99. Das I und II. Bataillon in Gleimis, bas III. in Beu then. E. F., Lübeckerstraße. Die gewünschte Abreffe haben wir nicht erfahren können. 211 277, Weißensee. 1. Der ortsübliche Tagelohn wird von ben unteren Verwaltungsbehörden auf Grund der that: sächlichen Feststellungen über die Kohnhöhe festgesetzt. Für Berlin beträgt 2. Nein, Sie verlieren das Stimmrecht dadurch nicht. er 2,70. 5. S. 99. 1. Nein, die legten genügen. 2. Der Reichskanzler erhält 100 000 m., intl. 64 000 m. Repräsentationsgelder. Der Kriegsminister erhält 36 000 m., außerdem freie Dienstwohnung, Mobiliarausstattung,+) Gerste, gut Feuerung und acht Fouragerationen. M. P. 18. Kommen Sie in die Sprechstunde. S. G. 24. 158. Ja, Sie bekommen das Geld weiter. F. St., Karlshorst. Die Bestimmungen über die Arbeitszeit der Gehilfen, Lehrlinge und Arbeiter in offenen Verkaufsstellen(§ 139c der Gewerbe- Ordnung) gelten nach dem Wortlaut dieses Paragraphen für alle Bitterungsübersicht vom 21. September 1900, morgens 8 thr. » offenen Verkaufsstellen und die dazu gehörenden Schreibstuben( Comptoire) und Lagerräume". Ob das Geschäft ein Engros oder Detailgeschäft ist, ist demnach gleichgültig. Sollten irgendwo über den Begriff offene Ver taufsstelle" Zweifel entstehen, so fäme es in letzter Linie auf eine gericht: Stattonen liche Entscheidung hierüber an. Auch die Vorschriften über den Ladenschluß gelten ohne Einschränkung für offene Bertaufsstellen". Darauf, ob irgendwo für die Angestellten etwa bei der sogenannten englischen Tischzeit" günstigere Einrichtungen schon bestehen, nimmt das Gesez teine Rücksicht. Sollten in solchen Geschäften dadurch, daß sich die Inhaber nunmehr auf die Mindestvorschriften des Gesetzes einrichten, für die Angestellten Verschlechterungen gegen den bisherigen Zustand eintreten, so ist gesetzlich nichts dagegen zu machen. F. K., Halensee. Ihr Vorschlag würde nichts bessern. Die vorge schlagene Einrichtung würde sich auch als Verein qualifizieren, dessen Vorstand der Parteivorstand wäre, und die Gründe, die einen Parteigenossen hindern können, einem Parteiverein anzugehören, würden auch hier zutreffen. Döring. In Deutschland kommen auf je 1000 Einwohner 628 Proteftanten, 357 Ratholiten, 12 Juben und 3 Andersgläubige 2c. Swinemde Hamburg Berlin Stantf./M. München Wien Wetter Stationen Wetter 15° 6.4° R. 771 WSW 771 S 772 203 3hlb. bed. 35lb.bed. 1woltig 2 heiter 10 Aberdeen Nebel 12 Paris 2wolfig 16 13 Cort 12 Saparanda 754 S 29ebel 10 Petersburg 7713 3 heiter 767 SW 1616.bed. 773 1 wolfent Kalbfleisch Butter 2,- 1,20 6, 4, 15,56 15,54 15,52 15,50 " Rindfleisch, Keule 1 kg do. Bauch 1,60 1,20 1,20 1, " *) Roggen, gut " 14,80 Schweinefleisch " 1,60 1,10 mittel 1,60 1" " gering " Hammelfielsch 1,60 1,20 " 15,60 15 ,. 2,80 2,20 " mittel 14,90 14,30 Eier " 60 Sínd " 4, 2,80 " gering " 14,20 13,70 Karpfen 1 kg n †) Safer, gut niittel gering 16,10 15,10 Aale 2,60 1,20 15,- 14, 13,90 13, Bander 2,60 1,20 Hechte 2- 1, Nichifroh Hen Erbsen Barsche Schleie 1,80 0,80 2,40 1,20 40, 25, Speifebohnen 45, 25, Bleie Krebse 1,40 0,80 " per Sjot 20,- 2,50 Linsen 70, 30, " +) fret 7 *) ab Bahn. t) fret Wagen und ab Bahn. Produktenmarkt vom 21. September. Der Getreideverkehr vollzog sich heute in matter Haltung. Wie die hiesige Börse der nord16 amerikanischen Hausse nur wenig gefolgt war, so erfuhr auch der dortige 11 starke Rückgang hier weniger Beachtung. Weizen setzte für Oktoberlieferung 9 hier etwa 1 Mark niedriger ein, während Roggen anfangs etwa 12 Mart einbüßte, sich später aber etwa 14 Mart erholte. Im Roggengeschäft sprachen einige Kaufordres und minderes Angebot mit. Russische Offerten waren vorhanden, aber nicht dringend. Für Weizen waren auch vom Inlande Offerten am Markte. Das Geschäft in beiden Brotfrüchten war nur mäßig. Aus Oestreich- Ungarn trafen etwas mattere Meldungen ein. Zum Schluß war Roggen ungefähr wie gestern, Weizen etwa 3/4 M. niedriger. Safer still, wenig verändert. Rüböl sehr still, etwas schwächer. Spiritus unverändert; 70er loco 51 m. 773 NO 773 Still 771 9 Wetter Prognose für Sonnabend, den 22. September 1900. Trocken und zeitweise heiter, vielfach wolkig bei schwachen westlichen Winden und wenig veränderter Temperatur. Berliner Wetterbureau. Warenhaus A.Wertheim. • Berlin, Leipzigerstrasse 132/133 Rosenthalerstrasse 27/29 und 54 Oranienstrasse 53/54. Der Extra- Verkauf vor der demnächstigen Eröffnung unserer Erweiterungsbauten Leipziger- Strasse 134/135, Voss- Strasse 31/82, Oranien- Strasse 52 erstreckt sich auf sämtliche Abteilungen unseres Geschäfts. 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Verantwortlicher Redacteur: Heinrich Ströbel in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. 28326 283* Zimmer. [* Rahmenkröpfer verlangt A. B. Schulze, Oranienstraße 185.[ 35/ 15* Tapezier Lehrling inclusive freier Schlafstelle für 2 Herren, Dres: Station und Bekleidung verlangt denerstraße 128-129, Quergebäude III Emil Schulz, Ober: Schöneweide, [ 526 Wilhelminenhofstraße 2. [ 516 links. Tischlerlehrling verlangt Forster [ 366 Straße 54, Fabrikgebäude II. Geübter Kreissägenschneider auf Bilderrahmen, verlangt A. Viehstädt, Friedrichstraße 16. ( 396 Marmorschleifer auf Onir, berlangt Brandenburgstraße 20 part.[ 436 Hutschmuck- Stiderinnen im Hause gefucht, 40-60 Mart, Seydelstraße 13 I. Lehrmädchen erlernen gründlich Hutschmudfabrikation, Anfangsgehalt [ 386 15 Mart, Seydelstraße 13 I. Junge Mädchen, die schon auf Photographierahmen gearbeitet haben, werden verlangt Köpniderstraße 109a. Bindennäherin, Lehrmädchen, (+53 Frese, Kastanien- Allee 4. 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Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonnabend, 22. September 1900. Hunderttausend Abonnenten! folgende Resolution an:" " Der Kongreß erklärt die in Nürnberg erscheinende„ Deutsche Metallarbeiter Beitung" als Centralorgan für alle deutschen Metallarbeiter und macht es allen Berufsgenossen zur Pflicht, für die weiteste Verbreitung des Blatts zu wirken. Diese Resolution wurde auf dem Ende Mai 1890 zu Weimar abgehaltenen Allgemeinen deutschen Metallarbeiter- Kongreß erneuert, nachdem festgestellt worden war, daß die Auflage des Blatts die Höhe von 18 000 Gremplaren erreicht habe. ,, Vereinigung der Metallarbeiter Deutschlands". In der Nummer Weimar( 27. bis 30. Dezember 1888); derselbe nahm einstimmig die vom 20. Juni 1885 tonnte die erfreuliche Mitteilung gemacht werden, daß das Blatt fünftig wöchentlich erscheinen würde. Immer mehr Hunderttausend Abonnenten und doch kein„ General- Anzeiger"! traten nun die technischen Artikel in den Hintergrund, da Hunderttausend Abonnenten erreicht zu haben, ist ein feltenes gegen wurden die gewerkschaftlichen Aufgaben offener und Ereignis in der Zeitungswelt. Ein wohl einzig dastehender Fall ist energischer betont. Einen schweren Schlag erlitt die junge es aber, wenn ein Blatt, das sich nicht an alle Kreise der Be- Metallarbeiter- Bewegung durch das am 19. August 1885 erlassene völkerung wendet, das lediglich unter den Arbeitern eines Verbot der Vereinigung der Metallarbeiter auf Grund des Socia Berufs berbreitet ist, diese Auflage erreicht hat. Wir liftengesetzes. Die Organisation der Metallarbeiter mußte sich nun glauben, daß bisher kein Gewerkschaftsblatt der ganzen Welt eine auf lokale Fachvereine beschränken, desto wichtiger wurde für die so hohe Auflage zu verzeichnen hatte; sicher ist, daß im deutschen gewerkschaftliche Bewegung in diesem Berufe das Fachorgan als Sprachgebiete diese Auflagenhöhe von keinem Fachblatte der Arbeiter verbindendes Glied. In der Nummer vom 3. Oftober 1885 wurde zuerst erreicht wurde. Deshalb bezeichnet es einen denkwürdigen Abschnitt ein flares Programm für das Blatt formuliert. Es heißt da u. a.: in der Entwicklung der deutschen Gewerkschaften, daß nun ein Blatt Was das Volk bewegt, wie es duldet und schafft, welche die regelmäßige Auflage von 100 000 Exemplaren erreicht hat. Das Wege es beschreiten muß, um zum Ziele zu gelangen, das alles obligatorische Organ des deutschen Metallarbeiter- Verbands, muß größeren Kreisen, immer breiteren Schichten gesagt, in verdie deutsche Metallarbeiter- Zeitung", flattert nun wöchentlich ständiger Weise zugänglich gemacht werden. in mehr als 100 000 Exemplaren in alle deutschen Lande, ein Sinnbild der größten deutschen Gewerkschafts- Organisation. Es ist eine unmögliche Aufgabe, im engeren Rahmen eines Zeitungsartikels die Geschichte der deutschen Metallarbeiter- Zeitung" auch mur zu ffizzieren, doch einige Angaben über das Blatt, daß nun im 18. Jahrgang erscheint, sollen hier angeführt werden. " Als das Socialistengesetz den schwersten Druck auf die deutsche Arbeiterbewegung ausübte, im Mai 1883, wurde ein Aufruf um Unterstügung für das geplante Blatt versandt, am 15. September 1883 erschien die erste Nummer der Zeitung, die damals folgende Titel führte: Deutschen Metallarbeiter- Beitung, Fachblatt für die Metallarbeiter aller Branchen( zugleich Organ für die Interessen der allgemeinen Kranken- und Sterbekasse der Metallarbeiter.)" Das Blatt erschien jedoch bloß zweimal im Monat und in einem Umfang von 4–6 Seiten. Die technischen Artikel überwogen in der Jugendzeit des Organs, in giveiter Reihe famen Krankenkassen- Angelegenheiten und erst zulegt gewerkschaftliche Beiträge. Die erste Nummer erhielt einen guten, aber vorsichtig gehaltenen Artikel über: Die Fachvereine der Arbeiter Deutschlands", der als Programm aufstellte:„ Kürzere Arbeitszeit Ludwigshafen, Nürnberg und Wien finden sich in dieser Probenummer. Während gegenwärtig mehrere Spalten des Blatts mit der Angabe der Verkehrslokale des Verbands gefüllt sind und das Adressenverzeichnis des Deutschen Metallarbeiter- Verbands eine kleine Broschüre füllt, so genügten in der 1. Nummer 23 Zeilen diesem Swede. Die Hauptstüge der Zeitung bildete damals die allgemeine Kranken- und Sterbelasse der Metallarbeiter, die für alle Zahl: stellen 2c. ein Exemplar abonniert hatte. Die Gewerkschaftsbewegung und das Kassenwesen müssen mit allen Mitteln gefördert, ihre Tagesgeschichte, ihre Thätigkeit über fichtlich dargestellt werden. Die finanziellen Schwierigkeiten, unter denen das Blatt in den unsicheren Zeiten des Socialistengesetzes gelitten hatte, waren nun behoben. Auf dem Kongreß zu Frankfurt a. M.( anfangs Juni 1891) fonnte schon von Ueberschüssen der„ Metallarbeiter- Zeitung" berichtet werden; das Blatt wurde nun auch für alle Mitglieder des dort gegründeten Deutschen Metallarbeiter- Verbands obligatorisch gemacht. Dem Verband tostete die„ Metallarbeiter- Zeitung" in den Jahren 1891/92 37 654,65 m., im Jahre 1898 37 276,70 m., 1894 38 878,38., 1895 41 623,88., 1896 46 928,99 m., 1897 58 634,43 M., 1898 73 654,05 m. und 1899 72 647,55 M. Die Lohntämpfe und Ausschlüsse, die Konflikte zwischen Mit dem Mitgliederſtande wuchs in gleichem Verhältnis die Auflage Kapital und Arbeit sollen im Fachblatte gemeldet und geschildert der Metallarbeiter- Beitung", seitdem das Blatt obligatorisch für die werden. Der Hilferuf der kämpfenden Arbeitskameraden findet Angehörigen des Deutschen Metallarbeiter Verbands war. Ende einen tausendfachen Wiederhall durch die Macht des gedruckten Februar 1893 zählte der Verband in 318 Verwaltungsstellen 27000, Wortes, durch die Presse. Ende 1894 33 406, Ende 1895 33 189, Ende 1896 49 001, Ende 1897 Die Entwicklung der Industrie muß genan verfolgt, die 59 890, Gnde 1898 75 431 und Ende 1899 85 013 Mitglieder. Lage der Arbeiter in den wechselvollen Spiel des Wirtschafts- Seit Jahresfrist gehört der Redaktion neben dem ersten Redacteur lebens mit photographischer Treue festgestellt werden. J. Scherm A. Rudolph an, zahlreiche Mitarbeiter unterstützten die Die Lohnstatistit, die Darstellung der Wohnungs- und Gesund- Redaktion; ein großes Expeditionspersonal ist zur Versendung der heitsverhältnisse der Arbeiter, was man mit einem Worte Arbeits- Riefenauflage erforderlich. Das Blatt wird seit seinem Bestatistit nennt, ist übersichtlich und fortlaufend zu behandeln. stehen in derselben Druckerei( Wörlein u. Co., jest Sydow u. Co.) Artifel, die über allgemeine volkswirtschaftliche Fragen unter- hergestellt. Eine Doppel- Rotationsmaschine bewältigt den Druck der richten, dürfen ebenso wenig fehlen, wie präcise Berichte über die Niesenauflage. Technische und Krankenkassen- Artikel sind völlig in Entwicklung der Socialgesetzgebung. den Hintergrund getreten, sind doch die gewerkschaftlichen Aufgaben eines so großen Verbands allein im Rahmen des Wochenblatts sehr häufigeres Erscheinen der Zeitung wurde deshalb schon mehrfach und höhere Löhne." Korrespondenzen aus Chemniz, Caſſel, widmet und unterſtüßt durch Mitarbeiter wie Grillenberger, Frohme, angefe große Auflage der„ Deutschen Metallarbeiter- Zeitung" iſt Die Alles für die Arbeiter, alles durch die Arbeiter, das ist die Losung." Mit Eifer hat sich das Blatt stets diesen großen Aufgaben geMegger, Segit, Schoenlant, Calwer und viele andre, bildend auf die Arbeiter eingewirkt. Aber große Opfer erforderte auch das Blatt, ein erfreuliches Zeichen für die gedeihliche Entwicklung unsrer Gemit Mühe wurde es viele Jahre über Wasser gehalten, vor allem in werkschaften, aber es ist doch nicht mehr als ein erfreulicher Anfang; der Zeit, wo das Damoklesschwert des Socialistengefezes nach jeder noch stehen Hunderttausende Metallarbeiter unorganisiert wehrlos Nummer auf das Blatt Herunterzufallen drohte. Gering war die der Macht des Kapitals gegenüber, noch befinden sich Zehntausende Zahl der organisierten Metallarbeiter in Deutschland, so im Metallarbeiter in Branchenorganisationen, in Hirsch- Dunckerschen Oftober 1886 taum 8000, nod) geringer die Zahl der Abonnenten Bewertvereinen, in christlichen" Arbeitervereinen, in lokalen Fachdes Blatts. Die Entwicklung des Blatts wurde vielfach gehemmit vereinen. durch die Gründung von Specialorganen für die einzelnen Branchen Mehr als 17 Jahre hat es gewährt, bis die.„ Deutsche Metallder Metallindustrie, während die Deutsche Metallarbeiter Beitung" arbeiter- Beitung" eine Auflage von 100 000 Exemplaren erreichte, stets die Vereinigung aller Metallarbeiter verivat und aller mögen nur wenige Jahre vergehen, bis sie als obligatorisches Organ Metallarbeiter- Organ zu sein bestrebt war. des Deutschen Metallarbeiterverbands eine regelmäßige Auflage von 1/4 Million erreicht. Dies unser Wunsch an ihrem Festtag, dem bald ähnliche in allen deutschen Gewerkschaftsorganisationen folgen mögen.Der Gedanke Karl Grillenbergers und Joh. Scherms, der seit der ersten Nummer bis zum heutigen Tage das Blatt redigierte, und als verantwortlicher Redacteur zeichnete, war ein gesunder, die Abonnentenzahl wuchs stetig, so daß das Blatt vom 1. Januar 1884 ab ohne Preiserhöhung dreimal im Monat erscheinen konnte. Eine wertvolle Anerkennung, die aber vorerst bloß moralische Seit Weihnachten 1884 war die Deutsche Metallarbeiter- Bedeutung hatte, erhielt das Streben der Deutschen MetallarbeiterBeitung" auch das Organ der damals gegründeten gewerkschaftlichen Beitung" auf dem Allgemeinen deutschen Metallarbeiter- Kongreß zu Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. 19 Theater. Sonnabend, den 22. Sept. Opernhaus. Die lustigen Weiber von Windsor. Anfang 7/2 Uhr. Schauspielhaus. Die Tochter des Erasmus. Anfang 72 Uhr. Neues Opern Theater( Kroll). Die Fledermaus. Anfang 71/2 Uhr. Deutsches. Der Probekandidat. Anfang " Schiller Theater ( Wallner Theater). Sonnabend, abends 8 Uhr: Zum erstenmale: Die goldne Eva. Luftspiel in 3 Aften von Franz v. Schönthan und Franz Koppel- Elfeld. Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Faust. 1. Teil, erster Abend. Sonntag, abends 8 Uhr: Die goldne Eva. Montag, abends 8 Uhr: Die goldne Eva. Berliner, Leber unfre Kraft. Un Thalia Theater fang 72 Uhr. Nachm. 3 Uhr: Viola. Leffing. La seconda moglie. Un fang 7 Uhr. Residenz. Die Dame von Maxim. Anfang 7/2 Uhr. Neues. Revanche. Der weiße Hirsch. Anfang 7/2 Uhr. Westen. Der Troubadour. Anfang 712 Uhr. Schiller. Die goldne Eva. Anfang 8 Uhr. Secessionsbühne. Komödie ber Liebe. Anfang 72 Uhr. Central. Der griechische Sklave. Anfang 72 Uhr. Thalia. Der Liebesschlüssel. Anfang 712 Uhr. Luifen. 8 Uhr. Friedrich Wilhelmstädtisches. Der Tugendring. Anfang 7 Uhr Carl Wein. Müller und Schulze auf der Pariser Weltausstellung. Anfang 8 Uhr. 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