Nr. 232. Abonnements- Bedingungen: Abonnements-Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 mt., wöchentlich 28 Pfg. fret ins Haus. Ginzelne Nummer 5 Pfg. Gonntags= Nummer mit illuftrierter Sonntages Beilage ,, Die Neue Welt" 10 Pfg. PoftAbonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Eingetragen in der Post- Zeitungss Preisliste für 1900 unter Mr. 7971. Unter Kreuzband für Deutschland und Defterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Erscheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 17. Jahrg. Die Insertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Kolonel. geile oder beren Raum 40 Pfg., für politische und gewertschaftliche Vereinsund Versammlungs- Anzeigen 20 fg. Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inserate für bie nächfte Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in derExpedition abgegeben werden. Die Expedition ift an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Fefttagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Mernspredjer: Hmt I, Mr. 1508. Telegramm Adresse: ,, Borialdemokrat Berlin" Centralorgan der socialdemokratischen Partet Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Fernsprecher: Amt I, Nr. 1508. Freitag, den 5. Oftober 1900. schlossen auftretende Unternehmertum überhaupt jemals Erfolge erzielen. Die Ein Hirtenschreiben gegen die Arbeiter. Namentlich bahnt sich seit einiger Zeit in Rheinland- Westfaler ein Nach katholischen Blättern ist am 22. August in Fulda ein ge- engeres Busammengehen der Bergarbeiter- Organisationen an. meinsames Hirtenschreiben der preußischen Bischöfe vereinbart worden, tonfeffionellen Gegensätze sind im Verblassen begriffen, die gemeindas sich mit der socialen Frage sowie mit den tatholischen samen und wichtigen Gesichtspunkte der wirtschaftlichen InteressenArbeitervereinen und-Verbänden befaßt. In dem Schreiben wird die religiöse Grundlage der Vereine nachdrücklich gefordert und die Errichtung von farblosen sogenannten neutralen Verbänden verworfen. Im Anschluß an die päpstliche Encyklika vom 17. Mai 1891 über die sociale Bewegung wird als der Hauptzweck der katholischen Arbeitervereine die Vervollkommnung der Frömmigkeit gefordert und weiter ausgeführt: Die Vereinsmitglieder müssen belehrt und gewöhnt werden, alle ihre Arbeiten, Bestrebungen und Interessen vom religiösen Standpunkte aus zu betrachten Für fatholische Arbeiter und für katholische Arbeitervereine giebt es solidarität treten stärker hervor. Die Organisationen haben aufgehört, sich gegenseitig zu bekämpfen und dadurch die Sache der Werksbefizer zu fördern, sie stellen mehr und mehr gleiche Forderungen auf, wenn auch ihre Begründung, je nach dem Standpunkt der christlichen resp. freien Organisationen, noch eine verschiedene ist. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Fernfprecher: Amt I, Nr. 5121. Es wäre eine große Thorheit, wenn wir uns diesen Bestrebungen fremd gegenüber verhalten wollten, weil in diesem Augenblick die Anregung zu denselben vielfach bon Männern ausgeht, die dem Christentum entfremdet sind. Die Luft bleibt doch Gottes Luft, wenn sie auch der Gottesleugner einatmet, und das Brot, das wir genießen, bleibt doch die von Gott uns gewährte Nahrung, wenn der Bäcker, der es bädt, auch ein Gottloser ist. So geht es auch mit dem Vereinswesen; es ruht auf der göttlichen Ordnung und ist wesentlich christlich, wenn auch die Männer, die es pflegen, den göttlichen Willen nicht daran erkennen und es sogar vielfach mißbrauchen." Diese Annäherung der christlichen Bergarbeiter- Organisationen Wie man sieht, steht Ketteler, der Gegner der Socialdemokratie, an die freien Gewerkschaften wird im Lager des Centrums mit großer Besorgnis verfolgt, es fühlt förmlich, wie die katholischen auf dem durchaus richtigen Standpunkt, daß in wirtschaftlichen Arbeiterverbände seiner Herrschaft entgleiten. Das bedeutet aber Fragen die Arbeiter sich unbedingt unabhängig von konfessionellen eine Schwächung der Macht des Centrums ebensowohl wie des Ein- Rücksichten in einer einheitlichen geschlossenen Organisation zusammenflusses der Kirche. finden müssen. Wer sich gegen ein solches geschlossenes Vorgehen Wenn nun die preußischen Bischöfe gerade jetzt ihr Hirtenschreiben ausspricht, ist auch nach Ketteler ein Gegner der Arbeiter feine andre Norm als jene, welche die Lehre unsrer heiligen Kirche für nötig erachten, so geschieht es in der Erkenntnis, daß die Gefahr ſache. Wenn die preußischen Bischöfe in ihren Hirtenschreiben bietet, und diese Lehre muß auch der Leitstern bei der eines Zusammengehens der katholischen mit den freien Organisationen den direkt entgegengesezten Standpunkt einnehmen und von den Lösung wirtschaftlicher Fragen sein. Danach aber der Arbeiter näher gerückt ist. Durch das Hirtenschreiben sollen alle katholischen Arbeitern verlangen, sie sollten sich und ihre nicht kathoist es schlechterdings unmöglich, menschliche Handlungen und menschliche Bestrebungen als losgelöst von jeder Rücksicht auf die Mittel der Kirche in Bewegung gesetzt werden, eine Einigung der lischen Arbeitsbrüder ins eigne Fleisch schneiden, die Uebermacht des Arbeiter unmöglich zu machen. In Unternehmertums durch weitere Zersplitterung der Organisation be Grundsäge des fatholischen Glaubens und der katholischen Sitten- Organisationen der lehre zu betrachten. dent Schreiben werden die neutralen Verbände verworfen, günstigen, so drängen die Verfasser des Hirtenschreibens den tathoNach diesen unanfechtbaren Grundsäßen ist es irrig, zu und als Voraussetzung jeder Organisation der religiöse lischen Arbeitern einen Gewissenskonflikt auf, der um so sicherer behaupten, daß wirtschaftliche Bestrebungen, Gesichtspunkt in den Vordergrund gerückt furz, es werden zum Nachteil der katholischen Kirche gelöst werden muß, z. B. die Befferung der Lohn- und Arbeits die wirtschaftlichen Fragen in eine unzulässige Verbindung mit der als die nämliche katholische Kirche es sich nicht herausnimmt, das berhältnisse, mit der Religion nichts zu thun Religion gebracht. Wenn nur die katholische Hierarchie ebenso konse- Unternehmertum nicht vor eine ähnliche Alternative zu stellen. haben und folglich ohne Rücksicht auf die Lehren quent, wie sie es den Arbeitern gegenüber thut, diesen Stand- Die verschiedenartige Behandlung auf der einen Seite des Jesu Christi und seiner Kirche bethätigt werden fönnen. Denn das bedeutet nicht mehr und nicht weniger als den Ausvertreten Internehmers, auf der andern Seite des Arbeiters wird jedem in schluß religiöser Rüdsichten aus den großen, die würde! Aber noch nie, seitdem wir moderne wirtschaftliche die Augen springen, so weit er nicht etwa noch der Stummischen Anmenschliche Gesellschaft so tief bewegenden socialen Kämpfen der Interessenorganisationen haben, hat die Katholische Kirche verlangt, schauung huldigen sollte, daß die Arbeitgeber zum Herrschen, die Gegenwart und eine verhängnisvolle Comnivenz( Nachgiebigkeit) daß für Unternehmerverbände, wie Kartelle, Anti- Streitvereine 2c. Arbeiter dagegen nur zum blinden Gehorchen geboren seien. gegenüber dem Hauptdogma des materialistischen Socialismus, die als Voraussetzung das religiöse Bekenntnis zu gelten habe. Noch Religion des Diesseits. Freilich will man nur das positive firch- nie hat sie sich gegen neutrale Verbände des Unternehmertums ausliche Bekenntnis außer acht lassen, dagegen den Glauben an Gott gesprochen. In ihnen sizen neben Protestanten, Juden, Atheisten 2c., und die Anerkennung einer natürlichen sittlichen und rechtlichen Ordnung als Norm für die wirtschaftlichen Bestrebungen an- ganz ungehindert von irgend welchen religiösen Bedenken, auch die erkennen. Allein diese Norm entbehrt der Zuverlässigkeit und Be- katholischen Unternehmer und verfolgen mit den Andersgläubigen stimmtheit und vor allem der Autorität. zusammen ihre wirtschaftlichen Sonderzwecke. Euch auch punkt den Unternehmern gegenüber die Die Mehrung der Blutschuld. Die plögliche Schwenkung der deutschen Chinapolitik wird num auch von der ernsthaften" politischen Presse bemerkt, so von der Freisinnigen Zeitung", die zuerst nur das Christliche des taiserDiese Bemerkungen mögen genügen, um Euch, ehrwürdige Den Unternehmern gegenüber schlägt also die katholische Kirche lichen Schreibens gesehen hatte. Es liegt jetzt auch ein formeller Mitbrüder, auf einen Irrtum aufmerksam zu machen, der, ein- eine gänzlich entgegengesezte Taktik ein, wie gegenüber den Arbeitern. Beweis dafür vor, daß die socialdemokratische Deutung des Briefs gegeben von dem ungeduldigen Verlangen, die Wünsche der Es ist gar kein Zweifel, daß die preußischen Bischöfe mit das Richtige traf. Eine Meldung aus Washington vom arbeitenden Klaffen rascher zum Ziele zu führen, unter dem ihrem Hirtenschreiben im Stampf zwischen Kapital und 3. Ottober berichtet, der deutsche Geschäftsträger habe Schein einer kraftlofen, natürlichen Religion die Grundsätze Arbeit sich auf die Seite des Unternehmer- am Nachmittag dieses Tags dem Staatssekretär Hay verkündigt, seine des katholischen Glaubens aus den wirtschaftlichen Be- tums gestellt haben. Weit notwendiger als die Regierung nehme an, daß die Mächte die Stellung Deutschlands strebungen der Arbeiter verbannen will. Die Lohnbewegungen des Unternehmertums ist Geschlossenheit berühren die Interessen aller auf das tiefste; es kommen dabei Einigkeit der dahin verstehen, daß es von Chinas freiwilligem Auerbieten, die die Pflichten des Arbeiters gegen fich selbst, gegen die Familie, Arbeiter, wenn sie überhaupt Erfolge durch die gewerkschaftliche acht schuldigen Prinzen zu bestrafen, gänzlich zufriedengestellt gegen die Mitarbeiter, gegen die Arbeitgeber, gegen die Gesellschaft, Bewegung erzielen wollen. Wer den Arbeitern unter religiösen Vor- sei. Ferner habe der deutsche Geschäftsträger der Union- Regierung gegen den Staat in Frage; es entwideln sich dabei Stämpfe, welche wänden entgegentritt in dem Bestreben einer einheitlichen und die Mitteilung gemacht, daß Deutschland eine Einleitung von die Leidenschaften aufstacheln und die Erbitterung zwischen einzelnen gemeinsamen Organisation zwecks Erreichung wirtschaftlicher Auf- Friedensunterhandlungen nicht länger beanstanden wolle. Gesellschaftsklassen verhängnisvoll steigern; foll- so fragen wir gaben, wer dem Zusammengehen der christlichen mit den freien Eine ähnliche Mitteilung solle auch den übrigen Mächten gemacht soll in der Vorbereitung, Ausführung und Beendigung Gewerkschaften Hindernisse in den Weg zu legen sucht, der ist ein werden. so großer, für die Einzelnen wie für die Gesellschaft so tief einGegner der Arbeiter. Das heißt: die deutsche Regierung hat sich die- amerita schneidender Bewegungen allein der Erlöser der Welt, der göttliche Lehrer der Menschheit, zum Schweigen verim Kampf zwischen Unternehmertum und Arbeiter fich offenkundig als ein Gipfel weltpolitischer Unfähigkeit verhöhnt worden ist. Man Mit dem wahrhaften Christentum verträgt es sich nicht, nische Politik zu eigen gemacht, die eben noch von den Offiziösen urteilt sein?... „ Kleinen Journal" überlassen, die deutsche Die Mitbrüder" werden dann gebeten und beschworen", an auf Seite des Kapitals zu stellen. Die grundlegenden Bahnen hat es denr diesen Grundsäßen einer katholisch- dogmatischen Arbeiterbewegung eines Ketteler, Moufang und Windthorst können heute, nachdem die Regierungsweisheit vor den grausamen Feststellungen der Socialunverbrüchlich festzuhalten, und es werden zum Schluß den Vereins- fatholischen Gewerkvereine vielfach fast bis zur vollen. Erkenntnis demokratie zu schüßen, das mun den bündigen Nachweis führt, wie Leitern Anregungen unterbreitet, wie sie ihren Pflichten gegen die ihrer Klassenlage aufgewacht sind, nicht mehr in eine andre Richtung die deutsche Politit seit jeher die Konsequenz selber gewesen sei und katholische Kirche gerecht werden könnten. Der religiöse Gedante geleitet werden. daß die gegenteiligen Behauptungen eitel„ Vorwärts"-Lügen seien. solle die Vereinsthätigkeit heiligen, er solle darin erkennt man Nach den katholischen Traditionen war ein eventuelles Zusammen- Echr angenehm ist natürlich den Offiziösen die Sache nicht, und die kluge katholische Tattit ohne aufdringlich und lästig zu gehen der verschiedenen Arbeiterorganisationen nicht ausgeschloffen. fo telegraphiert so einer an die Stölnische Zeitung" wie folgt seine werden", im Unterricht wie in der Erholung durchklingen. Ferner Ja, principiell war jogar die Notwendigkeit einer einheitlichen nervöse Aufregung: sollten in Vorträgen die katholischen Heilswahrheiten gelehrt, zu- Organisation ohne Rücksicht auf religiöse und politische Bekenntnisse gleich aber auch socialpolitische Tagesfragen erörtert werden. sämtlicher Arbeiter anerkannt. Die frühere socialpolitische Litteratur Katholische Lehrer, Juristen und Aerzte müßten zur Hilfe Heran- erörtert diesen Gedanken überaus häufig. Wir wollen uns hier mur gezogen werden, doch sei bei allen Vorträgen ängstlich" darüber zu auf die katholische Autorität des Bischofs v. Ketteler stützen, der in wachen, daß sie sich an die katholischen Grundsäge halten. seinem Vortrag über die Arbeiterbewegung den Gedanken von der Die Bildung von Fachabteilungen" wird als berechtigt anerkannt Notwendigkeit einer einheitlichen Organisation der Arbeiter wie folgt und empfohlen. ausführt: " Wir billigen diesen Zug der heutigen Arbeiterbewegung volltommen und halten diese Bestrebungen für ganz gerechtfertigt und den Interessen des Arbeiterstands entsprechend. Mögen diese Genossenschaften überall sich bilden, wo die Verhältnisse es als ziveckmäßig erscheinen lassen.... Kann es doch nur wünschenswert sein, wenn diese Fachabteilungen innerhalb der Vereine sich fräftig entwickeln, um ein starkes Gegengewicht gegen jene gewerk schaftlichen Vereine zu bilden, die unter antichristlicher Leitung stehen, und um die Arbeiterbewegung durch das Gewicht gesunder Principien vor einem Hinabgleiten auf verhängnisvolle Bahnen zu bewahren. Wir bitten daher die Leiter der Arbeitervereine, auf diese wichtige Angelegenheit ihre besondre Aufmerksam feit zu richten und tüchtige Vereinsmitglieder für die Leitung dieser Fachabteilungen auszuwählen. Diese Fachabteilungen in den Arbeitervereinen werden ihrer allgemeinen Berbreitung zugleich den Beweis liefern, daß es feiner religiös- neutralen Neuschöpfungen bedarf, um die materiellen Interessen der christlichen Arbeiterschaft zu ver= teidigen und zu fördern, sondern daß die katholischen Arbeitervereine befähigt und stark genug sind, neben der geistigen Wohlfahrt auch die materiellen Standesinteressen ihrer Mitglieder zu vertreten." " „ Der Vorwärts" bezeigt jedesmal eine fannibalische Freude, wenn er zu Recht oder Unrecht glaubt, daß die deutsche auswärtige Politit in eine ungünstige Lage geraten sei. Mit der geschickten Auslegungskunst, die ihn oft auszeichnet, hat er feiner Zeit herausgeflügelt, daß durch das letzte deutsche Rundschreiben die Einigkeit der Mächte hergestellt worden sei, allerdings nur in der Weise, daß die Mächte sich glücklicherweise geeinigt hätten. Das taiserliche Rundschreiben gefällt ihm heute etwas besser, weil es seines Grachtens merkwürdigerweise eine Abkehr von der Politik der Sühne oder, wenn man will, der Rache bedenten soll. Dann aber benutzt er diesen Anlaß, um feiner Schmähsucht freien Lauf zu lassen, usw." " Die Grundsätze der modernen Volkswirtschaft hatten die entgegengesezte Wirkung bezüglich der Menschenkraft in dem Arbeiter und der Geldmacht in der Hand des Kapitalisten. Der Arbeiter mit seiner Kraft wurde isoliert, die Geldmacht dagegen wurde centralisiert. Der Arbeiterstand wurde in lauter vereinzelte Arbeiter aufgelöst, wo jeder gänzlich ohnmächtig war; die GeldDer 8idzadkurs, der in der inneren Politit ratlos zwischen macht verteilte fich aber nicht in mäßige Kapitalwilder Scharfmacherei und gemütlichem Gehenlassen taumelt, hat anteile, fondern im Gegenteil, fammelte sich zu immer größeren sich jetzt auch in der auswärtigen Politik gezeigt. Gerade deshalb und übermäßigen Massen.... Gegen diese Isolierung Gegen diese Jfolierung des Arbeiterstands, gegen dieses Zertreten der aber ist man nie sicher, ob nicht im nächsten Augenblick der Wind Menschenkraft durch die Geldmacht ist nun in dem- wieder umschlägt, wenn auch im Zusammenprall mit andren Mächten selben England, von welchem das Verderben ausgegangen ist, der sich harte Notwendigkeiten ergeben, die der Laune, Willkür und Unmächtige Antrieb zur Verbindung, zur Organisation der besonnenheit der Regierung festere Schranken setzen. Arbeiter gegeben worden. Von dort aus hat er sich Inzwischen hat sich Graf Bülow, der verantwortliche Redactent über den ganzen Arbeiterstand, auch über Deutsch- des unfagbar ungeschickten Auslieferungs- Utases, in den neuen Stand land berbreitet. Und diese Richtung, die Arbeiter zu organisieren, um mit gemeinschaftlicher Anstrengung ihre der Dinge gefunden und läßt durch die„ Nordd. Allg. Zeitung" das Juteressen und Rechte geltend zu machen, ist daher be: Folgende verkündigen: rechtigt und heilsam, ja selbst notwendig, wenn der Arbeiterstand nicht ganz erdrückt werden soll von der Macht des centralisierten Geldes." dann Dann allerdings wendet sich Ketteler gegen die regierungsfeindEs ist kein Zufall, daß die preußischen Bischöfe zu ihrem Hirten- lichen Führer des Arbeiterstandes, aber nicht um gegen die beschreiben gerade in einer Zeit sich veranlaßt fühlen, in der die Neu- stehenden Koalitionen zu neuer Sonderorganisation aufzurufen, tralitätsfrage der Gewerkschaften in breitester Weise gerade in den sondern nur um die Arbeiter zu warnen vor der Gefahr, diese katholischen Arbeitervereinen erörtert wird. Bei dieser Führer könnten zu Verführern werden. Aber weit von sich gewiesen Erörterung hat sich herausgestellt, daß in den Kreisen der katholi- hätte der angesehene Bischof die Zumutung, den Arbeitern schen Organisationen vielfach die Notwendigkeit eines Bufanmengehens durch eine tirchliche Sonderorganisation in den mit den freien Gewerkschaften auf dem Gebiete der wirtschaftlichen Rüden zu fallen. An einer andren Stelle sagt er daher sogar Arbeiterinteressen erkannt wird, wollen die Arbeiter gegen das ge- ausdrücklich bei der Besprechung der Frage der Arbeiterassoziationen: Der Staatssekretär des Auswärtigen Anits, Staatsminister Graf v. Bitlow, hat am 1. d. M. nachstehendes Telegramin an die kaiserlichen Botschaften in London, St. Petersburg, Wien, Washington und Nom und an die kaiserliche Gesandtschaft in Tokio gerichtet: " Der taiserl. Regierung ist durch Sheng Tautai in Shanghai ein angebliches Editt des Kaisers von China zur Kenntnis gebracht worden, worin die Bestrafung mehrerer mit Namen aufgeführter Prinzen und Groß würdenträger wegen Begünstigung der Boxer angeordnet wird. Die kaiserliche Regierung nimmt an, daß den übrigen beteiligten Kabinetten eine gleiche Mitteilung algegangen ist. der In Voraussetzung Echtheit des doch selbst schon von Natur und Beruf äußerst zahme Leute, die sich| Die Gelsenkirchner Bergwerks- A.- G. erzielte in den ersten @bitts, welche tvir unsrerseits bis auf weiteres nicht selbst schon unter die eigne Censur ihrer Parteilosigkeit demutsvoll acht Monaten 1900 schon mehr Betriebsüberfuß als int Zweifel ziehen wollen, würden wir darin und tantiemefreudig beugen. Unsee zeitgenössische deutsche Dramatit 1899 das ganze Jahr, nämlich 10 229 340 M. in den acht einen ersten Schritt erbliden tönnen, um zu hat völlig darauf verzichtet, die Bahnbrecherin fühner Gedanken zu Monaten 1900, gegen 9 566 627 M. in 12 Monaten 1899. einer brauchbaren Basis zur Wiederherstellung fein. In der Behandlung der alten geschlechtlichen Brobleme reicht unfre 1899/1900 20 Proz. Dividende, während er 1898/99 nur 15 Broz. Der Eschweiler Bergwerksverein zahlte für das Geschäftsjahr geordneter Zustände in China au gelangen. Die deutsche Kunst bei weitem nicht an die Entschiedenheit und den zahlen konnte. kaiserliche Regierung schlägt deshalb den Mächten vor, sich nun Geist der ausländischen heran. Und die socialen Probleme? Die Beche, König Ludwig" erzielte einen Betriebsgelium mehr dahin zu einigen, daß die diplomatischen Vertreter in China Mit Recht konnte dieser Tage ein deutschtümelndes Litteraturblättchen im Juni 1900 bon 111 084 m.; im Juni 1899 83 772 W. angewiefen werden, zu prüfen und zu begutachten: die höhnende Frage aufwerfen, wo denn in Deutschland eine moderne Die Ausführungen unfres Genossen bestätigen nur die bekannte fociale Dichtung vorhanden sei! Die liberale Presse verspottete, Thatsache der skandalösen Ausplünderung der Konsumenten durch ignorierte und boykottierte die Mitte der achtziger Jahre empor die syndicierten Stohlenbarone. Die Regierungen allein scheinen empor- feine Ahnung von dem Umfang und der Frivolität dieses Beutezugs strebende junge Dichtung so lange, als sie einen socialen, revolutionären Charakter trug, um fie au umschmeicheln und auf zu haben. Die Tarifverbilligung für ausländische Kohlen bezeichnet ja selbst Herr Bued als erfolglos. Erfolgreich würde eine Aufhebung zupäppeln, sobald sie sich zu den Fleischtöpfen der Bourgeoisie der Tarifvergünstigung für die Koblenausfuhr, zurückgefunden und das wahre Wesen der Kunst im spielerischen nötigenfalls ein Verbot der Kohlenausfuhr und eine Getändel entdeckt hatte. Für die schrankeulose Freiheit dieser die Preisermäßigung der fistalischen Gruben sein. Schranken der kapitalistischen Westhetit ohnehin so streng respektierenden Dazu wird die Regierung sich natürlich nicht entschließen, benn wo Kunst einzutreten, legt der liberalen Presse auch nicht die geringste alles rafft, wie sollte da Herr Miquel nicht mitraffen! 1. Ob die im Ebift enthaltene Liste von strafbaren Personen genügend und richtig ist; 2. ob die in Aussicht gestellten Strafen angemessen sind; 3. in welcher Weise die Ausführung der Bestrafung von den Mächten zu kontrollieren ist." Den Mächten wird hier also nur noch nunmehr" sagt Graf Bülow in stilistischem Selbstverrat des Umschwungsan gesonnen, Kontrolle auszuüben, ob die von China verfügten Das Wolffiche Bureau wird sich diesmal wohl nicht irren, wenn es der neuen Bülowschen Cirkularnote hinzufügt, daß über sie unter den Mächten allseitiges Einverständnis herrschen dürfte. Das Edikt des Kaisers von China, auf das sich die Bülowsche Note bezieht, lautet: W2: 909 * Selbstlosigkeit auf. Ten naibe Beute für ein Erwachen der Deutsches Reich. Den Goethebund konnten bürgerlichen Freiheit in der Kunst halten. Welchen Eindruck diese Mannedstols vor Fürstinnenthronen. erhabene Aktion auf die regierenden Kreise ausgeübt hat, beweist ja das neuerliche Vorgehen der Censur. Was der Goethebund nicht ver- der Stadtverordneten- Versammlung folgte, stand u. a. die Ab= In der geheimen Sigung, die der gestrigen öffentlichen Sigung hindern konnte, wird das Wehgeschrei der liberalen Bresse auch nicht sendung eines Glüdwunsches zum Geburtstag verhindern können. Das ist gewiß ein Jammer, allein unsre Aeraber Kaiserin auf der Tagesordnung. Die Stadtverordnetender Weltpolitik hat uns so viel Kulturerniedrigungen gebracht, daß wir das Web der liberalen Presse taum mit der verdienten Intensität Bersammlung beschloß die Absendung einer solchen Glückwunschzu teilen vermögen. " Der Thron sei an der Lage unschuldig, sie sei vielmehr dadurch hervorgerufen, daß Prinzen und Groß würdenträger die Boger begünstigt hätten. Jene milkten daher bestraft werden. Unter den Schuldigen werden die Prinzen ersten Ranges Chuang, Tsai Sfün und Tpo Ching auf geführt und ihres Ranges und ihres Amts für Es giebt nur eine Freiheit, und das ist die ganze fessellose verlustig ertlärt. Der Prinz zweiten Ranges Freiheit für jede ideale menschliche Bethätigung. Der Liberalismus Euan foll ebenfalls alle demter und Gehälter aber will immer nur ein bißchen Freiheit für sich selber. Die verlieren und dem Hofgericht aur strengen Betegigen Censurthaten wären unnötig, wenn wir nicht eine so jämmer strafung überwiesen werden. Ferner follen der Herzog lich feige Bourgeoisie hätten. Es sind die Folgen der eignen zweiten Ranges Tsai Lang und der Vicepräsident des Censorats Sünden, die man jetzt so laut befeufzt.- 2 vidin Ying- min bestraft werden. Für den assistierenden Großsekretär, Präsident des Justizministeriums Chaoschuchiao sollen das Censorat und die Minister eine Strafe als Warnung erhalten." Kohlennot und Kohlenwucher. Herr Bueck, der Geschäftsführer des Centralverbands deutscher Es ist in der That wahrscheinlich, daß sich die Mächte jetzt Industrieller hat in der Deutschen Industrie- Zeitung" einen Artikel gemeinsam in Friedensverhandlungen einlaffen werden. Kann über die Frage der Kohlennot veröffentlicht, der von den Schweinman unter der Voraussetzung, daß sie nicht zu neuen Land- burgischen Bolitischen Nachrichten" für interessant räubereien führen werde diese Wendung der Dinge genug gehalten wird, abgedruckt zu werden. Der von der offiziösen nur begrüßen, so muß um so schärfer das Treiben der Korrespondenz übernommene Artifel ist aber weiter nichts, als eine europäischen Truppen in China gebrandmarkt werden, die Berteidigung des unerhörten Beutezugs des auch jetzt noch ihren Heldenmut an Niedermegelungen HalbKohlensyndikats, oder Ganz- Wehrloser beweisen. Es ist ein Hohn auf die Friedensverhandlungen, wenn diese Exzesse immer noch fortgesetzt werden, und alle die verföhnlichen Worte, die man jegt hört, wiegen federleicht gegenüber den Thaten. die die Blutschuld Europas ins Ungehenre mehren. Es kann zu keinem gedeihlichen Frieden kommen, wenn in dieser Weise der Hunnensport getrieben wird, und die Chinesen müssen für alle Zeit einen unüberwindlichen Abscheu gegen diese fremden Krieger einsaugen. Die Einigungs- Ansichten. Herr Bued vertröstet die schamlos ausgeplünderten Sousumenten damit, daß unsre zur höchsten Leistungsfähigkeit angespannte industrielle Produktion auch wieder ein gemäßigteres Tempo ein schlagen und damit auch die Preistreiberei des Zwischenhandels(!) ein Ende erreichen werde. Als Mittel gegen den Kohlemvucher wird also die industrielle rise gepriesen! Dem Kohlensyndikat, meint Herr Bueck, könne man es nicht berargen, wenn es eine weitere Steigerung der Preise herbeizu führen suche, da viele Kugenbesizer den uur menschlichen Wunsch hegten, sich für den flaueren Geschäftsgang der 70er und 80er Jahre Schablos zu halten. Herr Bued bedauert auch die einzige lahme Maßregel, bie die preußische Regierung gegen den Kohlenwucher ergriffen hat, Aus Washington wird gemeldet: Man hat guten Grund anzu- indem sie den Tarif für ausländische Kohlen herabfente, angeblich nehmen, daß bald eine Annäherung unter den Mächten bezüglich der deshalb, weil diese Maßregel doch wirkungslos bleiben werde. chinesischen Angelegenheiten erfolgen wird. Diese ermutigenden Wirkungsvollere Maßregeln vorzuschlagen schenkt sich freilich Herr Aussichten haben durch die Nebereinstimmung, die jetzt in den An- Bueck. Und die„ Pol. Nachr." drücken durch beredtes Schweigen ihre fichten der Vereinigten Staaten und Deutschlands herrscht, zu lebereinstimmung mit Herrn Buecks Ansichten aus! genommen. Staatssekretär Hay hatte eine Konferenz mit dem Dem Geschwätz des Geschäftsführers der Schlotbarone gegenSeutschen Geschäftsträger, aus der hervorging, daß beide Re- über feien einige Stellen aus einer Rede wiedergegeben, die Reichsgierungen das gleiche Biel verfolgen. Boxer Jagden. Aus Tientsin wird dem Deutschen Flottenverein unterm gestrigen Datum telegraphiert: Das erste und zweite Seebataillon haben am 1. Oft. die Borer südlich von Beling auf der Linie nach Badlingfu angegriffen und zurüdgeschlagen. Die Verluste auf deutscher Seite betrugen zwei Tote und vier Verwundete, auf der Seite des Feindes 300 Tote und Verwundete. tags- Abgeordneter Genosse Sachse am Sonntag in einer Bergarbeiterversammlung bei Zwickau gehalten. Sei auch adresse zu unterlassen. Man wird sich über dies Wunder erheblich den Kopf zerbrechen. Sieht es doch fast so aus, als habe der Kommunalfreifinn endlich das längst geschwundene Nückgrat in irgend einem Jungbrummen das längst geschwundene Nückgrat in irgend einem Jungbrummen wiedergefunden und demonstriere nun den berühmten Mannesstolz wenigstens vor Fürst innen thronen! wenigstens vor Fürst innen thronen! Fast könnte man auf den Verdacht geraten, das rote Haus habe auf die Beglückwünschung lediglich deshalb verzichtet, weit es die Kaiserin im Vorjahr vergessen hat, persönlich auf das Glückwunschschreiben der Stadtverordneten zu antworten, und well statt dessen von dem Freiherrn v. Mirbach das folgende Schreiben eingelaufen war: " Ihre Majestät die Kaiserin und Königin hat zu Allerhöchst Ihrem Geburtstag die Glückwünsche der Stadtverordneten er halten und mich Allergnädigst beauftragt, Euer Hochwohlgeboren zu ersuchen, Allerhöchst Ihren Dank zu übermitteln. Wenn die Stadtverordneten in ihrem Schreiben der Freude und dem Danke Ausdruck geben, daß Ihre Majestät im Dienste der werkthätigen Liebe das Gute und Edle fördern konnte, so weiß doch Ihre Majestät, daß die Erfolge nicht erreicht worden wären ohne die vielseitige Unterstützung zahlreicher treuer Bürger, Frauen und Jungfrauen weiter Streife Berlins, durch deren opferbereite Thätigkeit außer reicher Hilfe für arme Kranke und Notleidende sich auch die firchliche und seelsorgerische Versorgung der großen Massengemeinden günstiger zu gestalten begonnen hat. Um fo schmerzlicher sind daher Ihre Majestät davon berührt, daß der durch die entgegenkommende und ver föhnliche Haltung der tirchlichen Behörden und des Magistrats zum Eegen der Einwohner endlich angebahnte Ausgleich zur Beseitigung der zwischen ihnen seit vielen Jahren bestehenden firchlichen Schwierigkeiten von einer großen 8ahl ber Stadtverordneten nicht gefördert, sondern verhindert worden ist. W Auch hat Jhre Majestät mit tiefem Schmerze bavon Kenntnis genommen, daß vor kurzem in Ener Hochwohlgeboren Abwesenheit in der Stadtverordneten Versamm lung ein Lehrer der königlichen Universität, ohne in gebührender Weise zurückgewiefen zu werden, heilige evangelische und biblische Trostesworte in einer Weise zum Spott be= volle Chinarummel zum guten Teil beigetragen habe, denn es Reduer führte aus, daß zur Kohlennot auch der unheil- nugte, welche jede Sitte, vor allem aber das christliche Gefühl auf das Tiefste verlegen unterliege feinem Zweifel, daß die Ausrüstung so vieler Kriegsschiffe mußte. Ihre Majestät hoffen, daß es mit der Zeit den guten europäischen Kohlenstationen auf den in Frage kommenden Wasser europäischer Staaten mit Maschinenkohle und die Füllung aller und treuen Elementen gelingen werde, neben der wegen von Einfluß auf die Kohlennot gewesen sind... Förderung des äußeren Blühens und Gedeihens auch an die vielleicht ein teilweiser Mangel an Arbeitsfräften vorhanden, so bielen tiefen inneren Schäden, an denen die Meichshauptstadt frankt, die verföhnende und bessernde Hand mit Erfolg anzulegen. wisse doch jeder, der sich um die Dinge fümmert, daß gerade Auf Allerhöchsten Befehl us Freiherr v. Mirbach." die Werksbesiger die Kohlenförderung fünstlich Man könnte, wie gesagt, beinahe glauben, daß sich der KomEine vom 30. September datierte Depesche aus Tientsin besagt: einsränten. So habe das westfälische Sohlen- munalfreifinn nicht wieder der Gefahr einer solchen freiherrlichen General Chaffee und der russische Befehlshaber machten dem Feld- yndikat die Jahre daher bis in die Sommermonate hinein allen Abkanzelung aussetzen und es vermeiden wolle, daß der Herr v. Mirmarschall Grafen Waldersee die Mitteilung von der Zurückziehung seinen Werten eine prozentuale Fördereinschränkung bach abermals Veranlassung nehmen könnte, in Beantwortung eines ihrer Detachements aus Beking. Die Deutschen und die auferlegt. Auch in den sächsischen Steinkohlenrepieren haben die Glückwunschschreibens seine kritischen Meinungen über die Dinge Engländer fahren fort, Truppen nach Peking zu senden. Unternehmer den Arbeitermangel fünstlich erzeugt, Der Weltgeneraliffimus indem sie 400 der tüchtigsten Bergleute, von denen viele über 20 und dieser und jener Welt den Stadtverordneten zu unterbreiten. 30 Jahre in der Grube gefrohudet haben, unbarmherzig Aber wir wissen ja: so empfindlich sind unsre Stadtverordneten beschäftigt sich nicht nur mit Zapfenstreichen, Fackelzügen und aufs Pflaster warfen und sie zur Brotlosigkeit nicht und an loyaler Gesinnung lassen sie sich von niemandem überBaraden, sondern auch mit Schriftstellerei. Kollege Waldersee hat verdammten. Auch hierdurch sind weniger Kohlen gefördert treffen. während der Ueberfahrt nach China Reisebeschreibungen angefertigt, worden. Wir müssen wohl darum nach einem andren Motiv der die bereits jetzt in einem Berliner Blatt auszugsweise veröffentlicht Zurückziehung der Truppen. Politische Mebericht. Berlin, den 4. Oktober. Wozu der Lärm? worden. Die zielsichere Art, mit der man in der letzten Zeit den befeitigten Theaterparagraphen der lex Heinze durch originelle Censurmaßnahmen fröhlich hat auferstehen lassen, hat in der bürgerlichen worden. " werden. Die Schöngeiſterei gehört neben andrem zum„ neuen Sturs". Massenausfuhr beutimer koble nam bem uus. Grund ganz ungezwungen dar: Der Stadtschulrat Bertram befindet Weiter sei auch die Kohlennot in Deutschland durch die plötzlichen Unterlassungstugend suchen und da bietet sich ein andrer lande durch die Werksbesitzer Deutschlands bedeutend erhöht fich im Stadium des Pensioniertwerdens und ist mithin nicht mehr geneigt, wie bisher die schönen üppig geschweiften Adressen zu So seien in den ersten fünf Monaten dieses Jahrs dreimal stilisieren, in denen der Freifinn seine monarchische Gesinnung so viel Braunkohlen ins Ausland gegangen als im vorigen Jahr, auszutoben liebt. Da nun aber niemand anders im stande nämlich 328 110 Doppelcentier, während im selben Beitraum 1899 ist, die Kunst hösischen Gratulierens in solcher Vollendung ersten fünf Monaten dieses Jahrs nur 22,4 Millionen Doppel- byzantinische Halbheiten verschmähen, so unterließen sie das mur 83 310 Toppelcentner in Frage kamen. Singegen sind in den zu beherrschen und die Freifinnigen, als ganze Männer, centner gegen 34 Millionen in 1899 nach Deutschland eingeführt Geschäft lieber ganz. Aut Bertram aut nihil; entweder Bertram Preffe großen Lärm erregt. Je nach ihrer Einschäzung der Kunst Die gesamte Kohlenausfuhr Deutschlands sei in den ersten oder nichts so entschied man sich, zu schweigen. beschäftigen sich die Blätter mit dem neuesten Scharfmacherkurs der fieben Monaten 1900 auf 88 Millionen Doppelcentner angewachsen, Man wolle also nicht an der unentwegten Loyalität des FreiTheatercensur. Die reaktionären Blätter, die unter Verzicht auf während sie 1899 im selben Zeitraum nur 77 Millionen Doppel- finns zweifeln und ihm nicht eine ehrenvolle Abneigung gegen schöngeistiges Gethue die dramatische Kunst nur als ibre ceminer betragen habe. Und wie die Kreuz- Beitung" neuerdings Mirbach- Briefe imputieren, die er in Wahrheit gar nicht hat! dienstbare Magd oder den Schulmeister betrachten, der der Masse mitteilte, fei diese Ausfuhr im August d. J. um 870 000 Doppelcentner höher als im vorigen Jahre. o Dolus eventualis. Dafür, daß der dolus eventualis allmählich den Katechismus und staatserhaltende Grundsäge einzuffößen hat, Daß bei solchen Thatsachen die Staatsregierungen zu einer Schlinge geworden ist, vermittelst deren gerichtliche Interregistrieren mit Genugthuung jeden Schwabenstreich der Censur. So nicht eingegriffen haben und den Kohlenbaronen auch jetzt pretationstünfte schließlich jeden vermeintlichen Preßdelinquenten zu erklärt die, Kreuz- Beitung", daß die Theatercensur gegen noch auf den Eisenbahnen billigere Ausfuhrtarife ge- garottieren vermögen, zeugt wiederum die Begründung jenes früher nicht nur bedeutend verschärft worden sei, sondern sich auch währen, sei eine unverzeihliche Unterlassungsfünde. Es scheine, Urteils, durch das Genoffe Levin als verantwortlicher Redacteur auf dem richtigen Wege zu befinden scheine, um fo- als ob sich die Regierungsmänner an die einflußreichen Kohlenbarone der Erfurter Tribüne" wegen Majestätsbeleidigung zu 1 Jahr Gewohl die Unfittlichkeit im engeren Sinn, wie auch die gar nicht herangerrauten. fängnis verurteilt worden war. Klassenverheßung bon der Bühne In der Schweiz werde der Doppelwagen deutscher Die Verurteilung war erfolgt wegen des Abdrms eines Witges, reaktionäre Blätter sind ganz damit einverstanden, daß den Kohle thatsächlich 20 M. billiger verkauft als in Deutschland der in dem kurzen Gespräch eines Bergwerksdirektors mit einem politisch räfonnierenden Dichtern ein dicker Knebel zwischen die Zähne felbft; so sche bie nationale Gesinnung dieser sich so Ingenieur lag, das feinem Wortlaut nach feinerlei Beziehung zu national geberdenden Herren aus. der Person des Kaisers enthielt, das der Gerichtshof jedoch seinem geschoben wird, allein sie genieren sich vor der Proklamierung Selbst die Handelskammer zu Bielefeld habe ausgerechnet, daß Sinne nach auf die vom Kaiser auf die Rettung der in Peking Einder Gouvernantenmoral, die die" Kreuz- Zeitung" und die den preußischen Stohlenwerksbefigern für die Ausfuhr der deutschen geschloffenen ausgesetzte Belohnung von 1000 Taels per Kopf beultramontane Bresse in der Theorie verkünden. Seid im Sitt- Stohlen jährlich 22 Millionen Gratifikationen in Gestalt der ziehen zu müssen glaubte. lichen nicht zimperlich", schreiben zum Beispiel die Ham- billigeren Eisenbahnfrachten vom Stant geschenkt Das schriftliche Urteil begründet diese Bezugnahme u. a. burger Nachrichten", die aber zugleich in den Webern" ein Stüd werden. Die Regierungen seien verpflichtet, hier Wandel zu folgendermaßen: erblicken, das die wildesten revolutionären Leiden- fchaffen. schaften zu entflammen", ja leicht erregbare Stöpfe selbst daß die Herren eine erstaunlich goldene Ernte auf Die Ueberschüsse der Werte zeigten auch dem Blödesten, bis zu verbrecherischen Entschließungen fort Sosten der deutschen Kohlentonsumenten machen. zureißen" vermöchte. Der Redner belegte diese seine Behauptungen mit Zahlen, die Die Uebersee und Börsenpresse endlich verlangt für die Kunst hauptsächlich der Industrie", einem Fachblatt der Bechenbefizer die friedericianische Geistesfreiheit, gegen Religion und bürgerliche Westfalens, entnommen waren. Moral soviel Bosheiten zu Markt bringen zu dürfen, um das mit Die Bergwerksgesellschaft Hibernia". Herne, geldphilosophischer Bildung gesättigte Bankierpublikum des Parketts erzielte in den ersten sechs Monaten dieses Jahres einen Betriebsund des ersten Range angenehm zu figzeln. Gegen die Mundtot- berschuß von 5200 173 m. gegen 3 586 240 m. in demselben machung einer aufrüttelnden socialen Dichtung würde auch diese Beitraum 1899 und 2 830 809 m. im Jahr 1898. Die Harpener Bergban- A.- G. Dortmund hatte folgende Ueberliberale Presse, wenigstens über dem Strich, im Ernstfall nicht all- schüsse: zuviel einzuwenden haben. 1899/1900 12 400 390 m.; 1898/99 8 977 880.; 1897/98 Es wäre wahrhaftig nicht nötig, daß die Censur den deutschen 7 787 600 m.; 1896/97 6 928 000 M.( Das Geschäftsjahr geht von Theaterschriftstellern solche Schwierigkeiten in den Weg legt, find si Juli bis Juni.) # ชน " verbannen. Andre Dieses Telegramm( des Kaisers) war seitdem häufig in der Bresse behandelt und auch den Lesern der„ Tribüne" bekannt geworden. Nun erscheint in der" Tribüne" der inkriminierte Say, beginnend mit den besonders in die Augen fallenden Worten: ( Es folgt der betreffende Wig.) Erwägt man, daß wenige Zeilen später der Mord des deutschen Gesandten in Beting erwähnt wird(!), durch welchen der Kaiser zu seinem hoch= herzigen Telegramin bestimmt wurde, welche scharfe Kritik die Tribüne" in Verfolgung ihrer antimonarchischen Tendenz Ian den Handlungen des Kaisers, wie gerichtskundig(!) übt, daß der Angeklagte schon einmal innerhalb der letzten zwei Jahre wegen Beleidigung durch die Presse(!) bestraft ist, so rechtfertigt fich die Annahme, daß in dem Satze eine gegen den Kaiser gerichtete Rundgebung der Miszachtung enthalten ist. Es wird dem Kaiser vorgeworfen, er fei beim Erlaß des Telegramms der Meinung genesen, daß tein Fremder aus Beting lebend mehr herauskommen föune, er somit niemals in die Lage tommen werde, die versprochene Belohnung zu bezahlen. Die hochherzige Handlung, durch welche der Kaiser die Fremden aus Beting zu retten suchte, wurde in den Streit gezogen, dem Kaiser der Vorwurf des Un wahren gemacht. Der Angeklagte handelte mit dem Bewußt: fein, diesen beleidigenden Sinn würden die Leser der Tribüne" dem Satz unterlegen, diesen Sinn haben auch die Leser der " Tribüne" namentlich bei ihrer Parteistellung und der ihnen bekannten antimonarchischen Tendenz der„ Tribüne" unterlegt. Ausland. Afrika. " Heute, am Feste der hehren Gottesmutter( Maria Simmel fahrt), betreten wir das feindliche Land. Möge Maria uns fenen Schuß gewähren, wie im Kampf bei Lepanto gegen die Türken, Hilfe der Christen, bitt für uns! Jezt würdest Du mich kaum Bom Boerenkrieg liegen nur sehr dürftige Nachrichten vor. mehr kennen. Vollständig ausgerüstet wie ein Krieger mit Aus Johannesburg wird gemeldet: Die Gegend um Witeinem Schlachtrok, Stiefel, Sporen, gelber Anzug, Tor: watersrand ist noch nicht frei von Boeren; feindliche Abteilungen nifter, Feldflasche, Revolver und Helm, nur das Stollar ist streifen umber und greifen englische Patrouillen an. Am 29. Septbr. noch das priesterliche Abzeichen. Auch trage ich einen Vollbart. wurden zwei Soldaten in der Gegend von Boshof getötet. Jest male Die einmal meine Person aus mit Deiner... Phantasie. Den heimkehrenden Feldmarschall Roberts erwarten dem Daily Bielleicht bekommst Du einmal einen ausführlichen Brief. Dein Chronicle" zufolge in England hohe Ehren. Er soll den Grafenalter Freund W, K." Der Angeklagte hat diesen thatsächlich eingetretenen Erfolg als möglich vorhergesehen, ist mit demfelben einverstanden gewesen und hat ihn gewollt. Wenn der Angeflagte gegen diese Auffassung noch geltend gemacht hat, daß auf der legten Seite der Nr. 178 der Tribüne" unter„ Telegramme und Neueste Nachrichten" die Mitteilung enthalten sei, daß die Gesandtschaften Koloniale Kulturfegnungen Deutschlands. Ueber deutsche noch unversehrt seien, so ist darauf hinzuweisen, daß der inkriminierte Verwaltungsreformen auf den für 17 Millionen Mark bei Sah nicht den Anfang August, sondern die Zeit des Erscheinens der spanischen Kolonialpleite erworbenen Marianen lesen wir: des kaiserlichen Telegramms im Auge hatte. Als Gesamtergebnis ber Hauptverhandlung mußte thatsächlich festgestellt werden: daß der Angeklagte im August 1900 im Inlande den Kaiser beleidigt hat." Man sieht, welche Rolle hier wieder der Eventualdolus spielte. Der abgedruckte Wig selbst enthält in seinem Wortlaut keinerlei Anspielung auf das Kaisertelegramm. Aber aus der antimonarchischen Tendenz des Blatts und der zwei Jahre zurückliegender Preßbeleidigung des Berantwortlichen muß gefolgert werden, daß der Angeklagte durch seine Spekulation auf die psychische Disposition der Leser eine Majestätsbeleidigung hatte begehen wollen. Das Kriterium der Strafthat wird durch diese Eventuallogit aus der inkriminierten Notiz felbft hinaus und in die Auffassung des Publikums hineinverlegt. Wie die Leser aber bie Notiz aufgefaßt haben, darüber entscheidet nicht eine thatsächliche Feststellung, etiva eine unter den Lesern veranstaltete Enquete, fondern der juristisch flügelnde Scharfsinn der Nichter! " " Für die thatsächliche Feststellung" der Richter war es, wie wir der Erfurter Tribüne" entnehmen, auch völlig belanglos, daß der Nachweis angeboten wurde, daß die Leser infolge der Nach. richten der Tribine" über die ostasiatischen Vorgänge den Wit gar nicht auf den Kaiser beziehen konnten und daß Die Tribüne" bas fragliche Raisertelegramm mit teiner einzigen geile angegriffen hatte. Auch daß die vor zwei Jahren erfolgte Bestrafung Levins aus einer nach Ansicht des Gerichtshofs zu scharfen Seritik der Kinderarbeit in den staatlichen Schieferbrüchen Meiningens, die später als ge= fundheitsgefährlich verboten worden war, resultierte, hielt den Gerichtshof nicht ab, diese Vorstrafe als strafverschärfend in Anrechnung zu bringen. Hoffentlich wird dies politisch wie juristisch gleich interessante Urteil trotz seiner thatsächlichen Feststellungen" noch einer richter lichen Nachprüfung unterliegen. Welch armselige Figur macht der auf einem trübfeligen Grau- titel, eine namhafte Dotation und den Hosenvandorden erhalten. Der Vorstand der Ortsgruppe Dresden des Altdeutschen tier reitende, barfüßige Peter von Amiens gegen diesen hati- erbands hat an den Staatssekretär Grafen v. Billow eine Eingewanbeten, gespornfen modernen Kreusfahrer! gabe gerichtet, worin gebeten wird, eine Einwanderung der oeren nach Deutsch- Südwestafrita thunlichst zu fördern, Von den Afchautis. Der Londoner Morning Post" wird aus Auf den Marianen hat der neue deutsche Bezirksamtmann um affi von gestern gemeldet: Oberst Willcods traf am die Eingeborenen mit einer Reihe neuer Verordnungen be- 30. v. Mis. auf eine große Abteilung von Ashantis, die eine glückt. Neben der bereits unter der spanischen Herr farte Stellung an einem Hohlweg im Gebüsch inne hatten; nach schaft erhobenen Schlachtsteuer, die auch ferner zwei vergeblichen Angriffen gelang es beint dritten Angriff, den bestehen bleibt und wet Mart für jedes ge- eind zu vertreiben; mehrere Dörfer wurden verbrannt. Oberst schlachtete Haupt Rindvich und 50 Pfennige für ein Wilcocks verlor 36 Mann mit Einschluß von 5 englischen Offizieren, Schwein oder eine Ziege beträgt, hat der Bezirksamtmann Frig die verwundet wurden. Amerika. unterm 17. Januar eine Stopfftener eingeführt. In dem er Nationalsocialer Vertretertag. englischen Ugandagebiet beträgt die Kopfstener 3 Rupien Die Anarchisten sollten in Chicago angeblich ein Komplott ( 4 Schilling) jährlich für das Haus und die bewohnte Hütte. Auf zum Zwede der Ermordung des Präsidenten gebildet haben, wie den deutschen Marianen ist die Kopfftener auf 3 Mark für jeden fich jest herausstellt, fußen die Verbreiter des Gerichts auf einen mäunlichen Bewohner vom vollendeten 15. bis zum vollendeten Brief, deffen Schreiber bisher noch gar nicht ermittelt ist. Die Sache 50. Lebensjahr festgesetzt, mit Ausnahme von Vätern mit mehr liegt noch vollkommen im Dunkeln, der Schreiber ist vielleicht irgend als acht Kindern. Die Steuer ist zu entrichten gegen schriftliche ein diot- es genügt aber, um darans ein anarchistisches Empfangsbescheinigung. Wie aber die Eingeborenen diefes Komplott" zu machen. Schriftstück bei ihren paradiesischen Wohnungs- und adamitischen Bekleidungsverhältnissen aufbewahren sollen, darüber fehlen Angaben in der Verordnung des Bezirksamtmanns. bie Steuer nicht zahlen kann, muß eine ents Leipzig, 8. Otlover. sprechende Zahl von Lagen arbeiten, wobei der Arbeits- Heute wurde in die Beratung der einzelnen Buntte des Lande tag mit 50 Pf. angerechnet wird. Außer zur Zahlung dieser programms eingetreten. Zunächst gelangt hierzu folgende Kopfstener sind die Eingeborenen noch verpflichtet zur unentgelt- Resolution mit 20 gegen 25 Stimmen zur Annahme:" Der Vertreterlichen Arbeitsleistung für öffentliche Zwecke, und zwar die tag erklärt es für die Pflicht der Nationalsocialen, mit after CutVerheirateten zu 12, die gebigen zu 20 Arbeitstagen. Väter von schiedenheit dafür zu agitieren, daß die gollsäge für das Getreide fowle mehr als 5 Kindern fowie die Geistlichen und Satristane für alle sonstigen Gegenstände des Massenverbrauchs über das in den und eine bestimmte 8ahl von Stirchensängern sind testen Sandelsverträgen festgesette Maß hinaus yon diesen Steuern befreit, Weitere Verordnungen enthalten ein nicht erhöht werden." Die einzelnen Programmfäße wurden Waffeneiufuhrverbot fowie Bestimmungen über den mit verschiedenen Aenderungen angenommen, die Gesamtabstimmung Berfauf geistiger Getränke. Die Eingeborenen dürfen über das Programm ergab die einstimmige mahme. Jeder fich fortan nicht mehr Tuba als Getränk bereiten. Haushaltungsvorstand darf auf Antrag nach eingehalter Erlaubnis von givet feiner Sofosbäume den Saft zur Bereitung von Essig und Süssigkeit sowie von Hefe gewinnen, muß aber für jeden widerrechtlich augezapften Baum zehn Mart Strafe zahlen." Zu den engeren Borstand wurden gewählt: Pfarrer Naumann als erster Vorsitzender, ferner Redacteur v. Gerlach, Lehrer Wolf, Lithograph Lifchendörfer, Regierungs- Baumeister Souchon, Redacteur Damaschke, Zeitungsverleger Marfels; in den eriveiterten Borstand: Rentner Bohlmann, Parteisekretär Ruhl mann, Pfarrer Traub, RedacteurErdmannsdörffer, Pfarrer Nordbeck; Wie in Afrifa beweist die deutsche Kolonialpolitit nun auch in in die Kontrollfommission: Henrih, Vogel, Dr. Scheven, Profeffor Die gesunde Polizeipraxis. Aufforderungen zur Gesetzes- Oceanien, daß sie in Steuererheben den übrigen Nationen Nein und Dr. Rupprecht. verlegung lassen sich eine Anzahl Centrumsorgane am Rhein zu überlegen ist. Eine Kopfsteuer in Höhe eines sechsfachen Tagelohus Ein Antrag, auf einem der nächsten Vertretertage ein besonderes Schulden kommen. Der frühe" Ladenschluß werde gerade so in Verbindung mit einer zwölf resp. zwanzigtägigen Zwangsarbeit tener programm auf die Tagesordnung zu setzen, wird wie die Sonntagsruhe mur zum Schaden der Handelsangestellten ist ein nicht zu unterschävender Ausbau des alten spanischen Steuer- debattelos angenommen. Ein weiterer Antrag, einer der nächsten gereichen. Sie werden der„ Genußsucht fröhnen" und an systems. Daß man die Kirchenfänger von diesen Steuern be- Vertretertage möge sich mit der Alkoholfrage beschäftigen, ſtatt ins Bett zu gehen, das Wirtshaus aufsuchen. Der Aufenthalt freit, zeugt entschieden für das Bestreben ausgleichender Gerechtigkeit. giebt noch zu längerer Diskussion Beranlaffung, wobei es nicht ohne im Wirtshaus aber sei schädlicher, als wenn sie arbeiten. Wörtlich Eine entsprechende Einschätzung dieser Steuerreform verrät auch das Angriffe auf die Socialdemokratie, die in dieser Frage thre schreibt die Rhein. Boltsstimme": Verbot der Waffoneiufuhr. Das Berbot ber ein Pflicht vernachläffigt habe, abging. Pfarrer Gfenwein warnt vor Wir hoffen aber, daß die Land- Bürgermeister ben praktischen heimischen Bereitung geistiger Getränke endlich ent- diesem Antrag, die Socialdemokratte babe gut daran gethan, Verhältnissen Rechnung tragen und die Polizeidiener an- springt wohl einer anerkennenswerten Rücksichtnahme auf unsre sich mit dieser Angelegenheit nicht zu beschäftigen, Dr. Maurenweisen, abends nach neun Uhr ,, Augen rechts" zu nehmen, ostelbischen Schnapsproduzenten. brecher beantragt: Die Frage der staatlichen Förderung der Boltswenu linker Hand ein Laden ist. In den jetzigen Zeiten der gesundheit ist auf die Tagesordnung einer der nächsten Bertretertage Gesetzeswut müffen die ausführenden Organe bestrebt sein, durch Aus dem Großherzogtum Sachsen Weimar schreibt man zu feßen." Dieser Antrag wird mit dem Zusatz: unter besonderer eine gesunde Praxis die Schäden der schablonenhaften Ge- uns: Würdig reiht sich Glied an Glied in der Kette der Volls- Berücksichtigung der Alkoholfrage", angenommen. Der erstere Antrag sepesmacherei nach Sträften hintanzuhalten entrechtung in unfrem Ländchen. Eine für den 2. Oktober in Weida wird abgelehnt. geplante Versammlung, in der der Abg. Baudert über die bevor- Nach einem Schlußwort Naumanns, der als die Hauptarbeit stehende Landtagswahl" sprechen sollte, wurde ebenfalls auf Verdes Vertretertags die Fertigstellung des Landprogramms bezeichnet anlaffung des Bezirkedirektors tiling in Neustadt ver- und allen Mitwirkenden für ihre Mühe gedankt hat, wird der Ver boten, weil der Referent August Baudert aus Apolda treteriag nachmittags 1/22 Uhr mit einem Hoch auf den national gewerbsmäßiger socialdemokratischer Agitator ist, der nach den ge- socialen Verein geschlossen. machten Erfahrungen Reden in öffentlichen Bersammlungen zu halten pflegt, welche aufreizend wirken sollen und geeignet sind, die öffentliche Ruhe und Ordnung zu stören." Offener und chnischer kann man wohl kaum den Behörden, die dazu da sind, den Gesetzen Achtung zu verschaffen, nahe legen, sich uni die Gesetzgebung nicht zu fümmern. " " Was ist Fortschritt? Der Hamburg. Rorrespondent", ein liberales und offiziöses Blatt, bemerkt sehr weise, daß es mmöglich sei, sich gegen den allgemeinen Fortschritt anzustemmen und fügt hinzu: Der Fortschritt bedeutet nun aber seit Jahr zehnten Uebergang zur socialdemokratischen Weltanschauung", Das liberale Blatt beschränkt zwar diese These auf Frankreich, aber was für Frankreich gilt, muß natürlich, da die Socialdemokratie ja international ist, auch für Deutschland gelten. Der Uebergang zur socialdemokratischen Weltanschauung ist der Fortschritt, gegen den nur die Borniertheit sich anzustemmen ver fucht! Partei- Nachrichten. Dem gegenüber ist es beachtenswert, daß die reaktionären In eigner Druckerei wird am 1. Juli 1901 unser Elemente unbehindert zusammen kommen dürfen, und ihre Wahl- Münchener Parteiblatt hergestellt werden. Für das Unternehmen männer zu Gunsten der Bezirksdirektoren und Bürgermeister, die ist am Wittelsbacherplatz ein Hintergebäude, bestehend aus drei gern gewählt" sein wollen, aufstellen dürfen. Stockwerken, auf längere Zeit gemietet. Der Betrieb soll mit den besten technischen Hilfsmitteln ausgestattet werden und die Zeitung im Umfang von 8 Seiten täglich erscheinen. Kommunales. Stadtverordneten Versammlung. nachmittags 5 Uhr. Neue Organisationsversuche unter den altbayrischen Bauern. München, 3. Oktober.( Eig. Ber.) Anläßlich des Oktoberfests So zu lesen in einem liberalen Blatt!! Wir werden in hielt dieser Tage der bereits totgefagte" Bayrische Banerne und August Palm, unser schwedischer Parteigenoffe, ist im September Erwägung ziehen, ob wir den„ Hamburgischen Korrespondent" als Bürgerbund" unter dem Präsidium Gisenberger's hier eine nach den Vereinigten Staaten gereist, um dort im Intereffe der zahloffizielles socialdemokratisches Parteiorgan angesichts solcher Delegierten- Versammlung ab, die aber nicht sehr zahlreich besucht reichen schwedischen Arbeiter eine Agitationstour zu unternehmen. Wahrheitsliebe- anerkennen sollen. Als Palm in New York landete, wollte ihn der Einwanderungswar. Der Führer des fränkischen Bauernbunds, Nedacteur Dem Nennuhr- Ladenschluß bringt die freifinnige„ Breslauer wirfte für eine Annäherung der Südbayern zur fränkischen Kommissar ist kein andrer als der berüchtigte Arbeiterführer und Memminger aus Würzburg war hierbei anwesend und kommissar nicht an Land laffen, weil er Socialist sei! Dieser famose Zeitung" mehr Verständnis entgegen, als die„ Bossische Zeitung" Organisation mit dem Erfolge, daß zu der Ende Oktober" Fakir" Herr Powderly, einst der Großmeister eines großen Arbeiterund die meisten der übrigen liberalen Blätter. Sie schreibt: Wir haben schon kurz darauf hingewiesen, daß sich bei uns, Bunds drei Delegierte gewählt wurden. in Würzburg stattfindenden Generalversammlung des, fränkischen ordens mit den Grundsätzen der Brüderlichkeit und des Socialismus. Er benutzte diese Organisation, um die Arbeiterinteressen zu verraten wie auch in andren Großstädten, der Uebergang zu der neuen Ordnung des Neunuhr- Ladenſchluſses ſehr ſtill und ohne wesentliche Bauernversammlung in seiner niederbahrischen Heimat mit großem zu stellen. Sein Lohn war das Amt eines Einwanderungs- KomMemminger sprach fürzlich auch in einer sehr zahlreich besuchten und sich als Wahlmacher in den Dienst der republikanischen Partei Menderung des Stadtbildes vollzogen hat. Ein großer Teil unsrer Erfolg und hegt die besten Hoffnungen bezüglich der Ausdehnung missars. Läden hat ja ohnehin schon immer um 9 ühr oder gar feines stranum organisierten fränkischen Bunds auf Niederbayern. um 8 Uhr geschlossen; viele Läden, die früher länger als bis 9 Uhr geöffnet waren, standen eigentlich immer schon in der wirte bei seiner Agitation in Niederbayern. Dessen Vertreter, Nicht so günstige Resultate erzielte der Bund der Landzehnten Stunde ziemlich leer, und wurden mur aus Furcht vor der Antisemit Weng brachte nach Informationen, die uns aus gut der Konkurrenz offen gehalten. Und wenn wir jetzt durch die informierter Quelle zugehen, in 9 Versammlungen nicht mehr als 27. Sigung vom Donnerstag, den 4. Oktober 1900, Straßen gehen, so sehen wir, da die meisten Kaufbedürftigen 17 Beitrittserklärungen auf. Auch die Erfolge, die man nach einigen fich mehr als früher mit ihrem Einkauf beeilen, daß sehr geräuschvoll verlaufenen Versammlungen in Oberbayern für Vor der Sigung findet bchufs der Wahl der Mitglieder und der viele Läden auch schon in der neunten Stunde nur eine sehr den Bund der Landwirte zu erzielen hoffte, blieben gänzlich aus stellvertretenden Witglieder des gemäß dem Gefeße vom 18. Juli 1900 geringe Fülle aufweisen, so daß wohl auch, wie wir schon früher und die große Eubvention, die von Berlin zur Erhaltung des in über die Polizeiverwaltung in Berlin und Umgebung erweiterten ausgeführt haben, selbst ein frühzeitigerer Ladenschluß etwa um 8 Uhr, für Lebens- und Genußmittel- Läden um 81/2 Uhr Fenster hinausgeworfen sein. München erscheinenden Bundesorgans gezahlt wird, dürfte zum Bezirksausschusses unter dem Vorsitz des Oberbürgermeisters eine gemeinsame Sigung ohne wesentliche Schwierigkeiten und Unbe Zu dieser Lage der Dinge trägt nicht wenig bei das Mißbeider städtischer Körperschaften statt. 8u wählen sind zwei Witquemlich feiten durchzuführen wäre." trauen, das man in den Kreisen der Bauern gegenüber den glieder und zwei Stellvertreter für die erste Abteilung, je vier Was für Breslau richtig ist, trifft in noch höherem Maße auch zollpolitischen Absichten der norddeutschen Junker hegt. Mitglieder und Stellvertreter für die zweite Abteilung des Bezirksfür Berlin zu, so daß sich das Geschrei der liberalen Blätter als Man ist absolut nicht damit einverstanden, daß nur für einen hohen ausschusses, sämtlich auf sechs Jahre. Die Versammlung wählt auf Vorengherzigster arbeiterfeindlicher Standpunkt kennzeichnet. Roggenzoll Propaganda gemacht wird, während Gerste und Hafer, schlag des Stadtv. Spinola durch Zuruf gegen die Stimmen die für den bayrischen Landwirt weit mehr in Betracht kommen, der Socialdemokraten die von der gemischten Deputation vorges unter einen erheblich niedrigeren Bollfaz fallen sollen. schlagenen Herren: Für die erste Abteilung, welche die gemeinsamen Angelegenheiten zu bearbeiten hat, Justizrat Kempner und Partikulier Stephan beziv. Syndikus Dr. Minden und Ratsmaurermeister Bibendt; für die zweite Abteilung( Angelegenheiten des Stadtkreises Berlin) Fabrikant Dr. Darmstädter, Bantier Lipmann, Kaufmann Heinrich Maas, Rechtsanwalt Felix Landau bezw. Nechtsanwalt Gelpke, Generaldirektor Heyl, Regierungs- Baumeister Gause und FabrikHierauf beginnt die Sigung des Stadtverordneten- Kollegiums Kuratorium und die Schuldebutation, auf eine gutgefinite" Zeitung abonniert ist. Auf den Vor= Die neue Bäckereiverordnung, die das gegenwärtig bestehende Gesetz wesentlich einschränken will, ist das Resultat der langjährigen Bühlereien seitens der Bäckermeister und der sonstigen Arbeiterfeinde. In ihrer Agitation gegen die Verordnung sind die BäckerChronik der Majestätsbeleidigungs- Prozesse. meister soweit gegangen, daß sie häufig genug in Wort und Schrift zugegeben haben nein, sich damit brüsteten, ständig das Gesetz In Elberfeld stand fürzlich ein Sünder vor dem Gericht, zu umgehen. Wenn fie nicht zu Grunde gehen wollten, müßten jie zu umgehen. Wenn sie nicht zu Grunde gehen wollten, müßten sie weil er bei der Ausbringung eines Kaiserhochs bei Gelegenheit des das Gesez verlegen. Von einer Bestrafung in solchen Fällen ist nichts Schützenfestes in Belbert fizen geblieben war und auch miß bekannt geworden; die Polizei war, wie Herr v. Stumm im Reichstage autnahme ergab, daß ber 19jährige junge Mann, ein Metallarbeiter, befizer Bebrene( nt me Die Beweis Handbewegungen" gemacht haben sollte. bei Besprechung der Verordnung einmal meinte, vernünftiger und milderer Auffassung. Wäre man etwas energischer in der Durch halt des Borsisenden, daß er doch auch Mitglied des Metall- und zwar mit der 2 a b I je eines Witglieds in das einstätters führung der Verordnung vorgegangen, die Herren Bäckermeister hätten sich schon gefügt. Die, Sociale Pragis" schreibt in diesem arbeiter- Verbands gewesen ist, erklärte der Angeklagte, demselben Bürgerdeputierten in die Irrenpflege Deputation. Vornur sieben Monate angehört zu haben, weil derselbe Reise UnterSinne:" Wäre man bei Durchführung der Bäckereiverordnung auch fügung zahle. Auf die weitere Frage, wie oft er die Verſamm- geschlagen find: für das Heimstätten- Kuratoium Stadto outs nur halb so streng vorgegangen, wie bei Verfolgung auch der geSachs und Dr. Freudenberg; für die Schuldeputation Stadtv. ringsten Ausschreitungen bei Ausständen, so tönnte lungen des Verbands besucht habe, erklärte er, mir einmal Dr. Bütow, Stadtv. Dr. Nathan und Stadtv. Singer; für man jegt an einen weiteren Ausbau statt an eine Einschränkung der dagewesen zu sein. Es habe ihm aber nicht gefallen, weshalb er die Deputation für die städtische Frrenpflege Sanitätsrat Dr. Herm. Bäckereiverordnung denken. Denn da, wo man mit ihrer Durchführung frei. In der Urteilsbegründung wurde darauf hingewiesen, daß wird bis zum Schluß der Sitzung nicht befannt gegeben. Das Gericht sprach den Angeklagten tostenlos Schlesinger und praft. Arzt Dr. 8 adet. Das Wahlergebnis von Anfang an Ernst gemacht hat, hat sie sich nach den Berichten das bloße Sigenbleiben bei einem Kaiserhoch nach einer der Fabrikinspektoren rasch eingelebt." Entscheidung des Reichsgerichts nicht als Majestätsbeleidigung auf Albuminfabrik auf dem Viehhof wird nach dem Antrage bes Die Vorlage wegen anderweiter Vermietung der Khakipriestertum. In die Zeiten des Mittelalters, wo streit gefaßt werden könne, und daß bei der Beurteilung der Frage, ob niedergesetzten Ausschusses ohne Debatte unverändert angenommen. bare geistliche Würdenträger eisengeschient und schwertumgürtet fröb die Absicht einer Mißachtung vorliege, die begleitenden Es folgt die feierliche Einführung des neuen licher Fehde oblagen, fühlt man sich zurückversezt, wenn man folgenden Neben umstände ausschlaggebend wären. Wie nun, wenn der Bürgermeisters Brinkmann. Brief liest, den der frühere Stadtkaplan und jetzige Fe Id Angeklagte Socialdemokrat gewesen wäre? Wäre das ein ergeistliche der deutschen Truppen in China, teil, nach schwerender, Nebenum stand" gewesen? Oberbürgermeister Kirschner nimmt dem Eingeführten unter Ser Nürnberger Boltsztg." an einen guten Freund geschrieben hat: Hinweis auf den schon früher geleisteten Beamteneid durch Handausgetreten fei. schlag auch für das neue Amt in Eid und Pflicht, überreicht ihm schweben noch. Bis jetzt ist der Magistrat mit der Sache noch nicht 1000 Arbeiter in den Streit, bezw. fte wurden ausgesperrt; seit dem die vollzogene Bestallung und fährt dann fort: Indem ich Sie befaßt, doch wird im Laufe des Winters und jedenfalls spätestens 1. August ist die Zahl der im Kampf stehenden Arbeiter auf 5000 mm als Mitglied der städtischen Verwaltung begrüße, heiße zur Etatsberatung eine Vorlage an Sie gelangen( Beifall), da ein gestiegen. Den Konflikt haben die Unternehmer heraufbeschworen; ihr ich Sie aufs beste in unserm Kreise willkommen. Sie treten Ihr Teil der Kosten auf die Stadt entfällt, weil wir asphaltieren wollen. Stampf gilt der Organisation, deren Einfluß auf die ArbeitsAmt mit jugendlicher Frische, jugendlicher Rüftigkeit und Kraft an, Einer in legter Stunde ergangenen Verfügung des Polizeipräsidiums bedingungen die Fabrikanten brechen möchten. Die Arbeiter halten aber diese Straft ist bereits erprobt, insbesondere in leitender Stellung entsprechend werden wir die Vorarbeiten auch auf die Fortführung mit großer Bähigkeit an der Organisation fest, die sie unter keinen in einem andren großen städtischen Gemeinwesen. Möge diese Kraft, der Verbreiterung bis zur Pallasstraße ausdehnen. Umständen zerstören lassen wollen. Die Mittel des Verbands find möge diese Erfahrung nun auch unsrer Stadt zum Segen gereichen, Stadtv. Dr. Nathan giebt seiner Freude über diese Auskunft aber erschöpft und so wendet sich dieser an die Kollegen des Ausmöge diese Stunde der Anfang sein für eine lange, segensreiche Ausdruck, führt aber Beschwerde über die Behandlung einer in der lands. Etwaige Geldsendungen sind zu richten an Edmond Wirksamkeit zu Ihrer eignen Genugthuung und Befriedigung, zum Sache an den Magistrat gerichteten Betition; der bezügliche Bescheid Gilles in Lodelinsart- Belgien, Wohle der Stadt Berlin!( Beifall.) weise Rasuren auf und sei von feinem Magistratsmitgliede unterStadtverordneten Vorsteher Dr Langerhans: Herr Bürger- schrieben. Die Vorgärten feien heute nicht mehr Verschönerungen, meister Brinkmann! Auch namens der Stadtverordneten- Bersamm- sondern Verschimpfierungen der Straße und müßten beseitigt lung heiße ich Sie in unsrer Mitte herzlich willkommen. Wir haben die werden; Pietät vor diesen Erbbegräbnissen" sei nicht am Blaze. feste Zuversicht, daß Sie, der Sie schon so lange mit Erfolg in Der Antragsteller zieht hiernach seinen Antrag zurüd. öffentlichen Gemeinde- Angelegenheiten gearbeitet haben, mit Ihren reichen Erfahrungen und Kenntnissen auch in Berlin zur Weiterentwicklung der Stadt segensreich wirken werden. Es harren Ihrer viele, auch manchmal schwere Aufgaben, aber ich glaube, das Bewußtsein, daß alles, was Sie thun, zur Wohlfahrt Ihrer Mitbürger geschieht, wird Sie kräftigen und Ihnen die Befriedigung geben, diese Arbeiten gern zu vollziehen. Ich glaube und wir hoffen alle, daß Sie die Selbstverwaltung der Städte als eine Notwendigkeit erkannt haben, not0 von Berlin!( Lebhafter Beifall.) Schluß 71/4 Uhr. Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. In Paris befinden sich seit dem 1. d. M. die Kürschner im Ausstand. Es wird dringend gebeten, aus Deutschland den Zuzug fernzuhalten. " " In Scranton Vom amerikanischen Kohlenarbeiter- Streik melden die jetzt von dort hier eingetroffenen Blätter noch bemerkenswerte Einzelheiten. Die Arbeiter demonstrierten zu Gunsten ihrer Bewegung in " Paraden" unter Vorantritt von Musittapellen. So marschierten am 22. September um 4 Uhr früh mehrere Hundert Streifer von Andenried, Jeanesville und Mc Adoo nach der ColleraineMine. Die Spize des 8ugs bildeten 60 Frauen von Achtung, Stuccateure! Auf den Wortbruch der Unternehmer McAdoo! In der Nähe der Colleraine- Mine erwartete ein Sheriff wendig für die Städte, für die Bürger und für den Staat. ist unter den hiesigen Stuccateuren eine gewaltige Gärung ein mit einer großen Anzahl von Polizeisoldaten die Manifestanten und Sie werden sich leicht ein Bild machen können aus getreten. Wohl jelten ist von einer Unternehmerorganisation in solch folgte ihnen bis nach Beaver Meadow. Die Streifenden ließen sich Ihren Erfahrungen, was ohne eine möglichst große frivoler Weise das vor dem Einigungsamt des Gewerbegerichts ge- nicht provozieren und so verlief die Sache unblutig. Selbstverwaltung für ein schlechtes Regiment in den gebene Versprechen, sowie die vollzogene Unterschrift gebrochen nahmen auch die in den Minen beschäftigten Jungen an den Baraden" teil. Tausende der Knaben marschierten in ihren ArGemeinden herrschen würde.... Davon sind wir fest überzeugt, worden. daß, sollten unsre Selbstverwaltung und unsre Rechte in betreff der Nachdem die Unternehmer im Frühjahr dieses Jahres anläßlich beitskleidern. Transparente zeigten die Inschriften: , Wir leben nicht, uni zu streifen, sondern streiten, um zu leben." Selbstverwaltung von innen oder bon außen jemals an eines Streitfalls das Gewerbegericht angerufen hatten, erfolgte die gegriffen werden, Sie gewiß treu und fest uns zur Einigung auf der Grundlage: Einführung der Wohnarbeit bei täg- Ferner:" Acht Stunden; wir sind keine Stabs"( Streitbrecher). Wir können feine Schule besuchen!" Seite stehen werden, und deshalb begrüße ich Sie freudigst licher 81/2 stündiger Arbeitszeit. Am 1. Oftober beliebte es einem In Shenandoah tam es zu einem blutigen Zusammenstoß als Mitglied unsrer Gemeindevertretung, als zweiter Bürgermeister Teil Unternehmern ohne jede vorhergehende Verhandlung mit der zwischen den Streifenden und einer Polizeitruppe des Sherifs Toole. gewählten Schiedsgerichts- Kommission ihre Zusage und Unterschrift Bürgermeister Brinkmann dankt dem Oberbürgermeister und zubrechen, und die Gesellen bor die Alternative Dieser hatte seine 20 Mann starke Truppe durch weitere 20 Bürger" dem Stadtverordneten- Vorsteher für die freundlichen Begrüßungsworte stellen: Accord oder Feierabend. Einstimmig beschloß die Berliner verstärkt. Diese„ Bürger" waren nichts andres als arbeitsscheues und bittet, an die Versammlung noch einige besondere Worte richten Kollegenschaft, diesen gegen sie geführten Schlag mit der Arbeits: Gesindel, das auf bequeme Manier etwas verdienen wollte. Nach zu dürfen: In dem Augenblick, in dem ich mich anschicke, das niederlegung bei den betreffenden Firmen zu beantworten. In den Berichten bürgerlicher Blätter sollen nun die Streitenden mit wichtige Amt des Bürgermeisters der Haupt- und Residenzstadt diesem uns aufgezwungenen Kampfe erwarten die Stuccateure die Steinen nach der Polizeitruppe geworfen haben, die arbeiterfreundBerlin anzutreten, bin ich mir der großen, verantwortungsvollen und moralische Unterstützung der gesamten organisierten Bauarbeiter. liche Presse bestreitet jede Provokation seitens der Ausständigen. schweren Pflichten dieses Amts wohl bewußt, und dennoch sehen Sie Vor allem sei darauf hingewiesen, daß von dem Vertrauensmann Gemig, es tam zu einem Zusammenstoß. Die Polizisten resp. die mich unverzagt und frohen Muts, denn ich weiß, daß abgestempelte Arbeitsberechtigungskarten ausgegeben werden. Nur als solche eingeschworenen Strolche schossen auf die Menge und niemandem die Freude an der Arbeit ganz versagt, der wo diese Karten vorgezeigt werden können, sind geregelte Arbeits- richteten unter den Wehrlosen ein entsetzliches Blutbad an. John sich mit Leib und Seele gemeinnüßigem Wirken, besonders verhältnisse. Die Stimmung unter den Ausgesperrten ist eine vor- Schomonitski erhielt einen Schuß in den Mund und wurde geauf fommunalem Gebiete, hingegeben hat. Dazu kommt, zügliche. Der Erfolg ist sicher, wenn die Kontrolle gewissenhaft tötet. Der Mann hat Frau und Kind in Polen. Verwundet wurden a cht Personen, unter ihnen ein kleines Mädchen, das einen daß die großstädtischen Verwaltungen und besonders diejenige von ausgeübt wird. Neu bewilligt resp. ihre Forderung, Accord zu Berlin jezt täglich vor einer Fülle neuer, fchöner, arbeiten, zurückgezogen haben folgende Firmen: Schubert, Denner, Schuß in den Hals erhielt. Allein daraus ersieht man, wie die großer Aufgaben stehen, deren Lösung zwar mühe- Ulrich u. Trommer. Ausgesperrt resp. ausständig sind die Kollegen die Polizei gar nicht vorgehen fonnte, aber auch die Art der Bervoll, aber feineswegs unmöglich ist, und beren Gelingen der Firmen: Schirmer, Woitschach u. Brandt, Junkersdorf, Waly, reichen Segen bedeuten dürfte. Ich darf eins oder das Hoffmann, Jungermann, Drechsler, Dammrich u. Co., Hänska. wundungen beweist, daß die Leute der Polizei keine Beachtung schenkten, denn sie sind teilweise von der Seite oder gar in den andre hervorheben. Die Stadt Berlin schickt sich an, neben der Bachmann, Schubert u. Sammt, Piehler, M. Drösse. Fürsorge für ihre Beamten und deren Hinterbliebenen Beschwerden und Anfragen sind an das Bureau, Seydelstr. 13, üden getroffen worden. Man darf also wohl den Streifern glauben, daß sie ihrerseits nichts gethan haben, was einen solchen anch die Fürsorge für ihre sonstigen Angestellten in die zu richten. schmählichen Angriff rechtfertigte. Wege zu leiten. Ferner ist es die große Wohnungsfrage Der Vertrauensmann der Stuccateure. zu oder Wohnungsnot, welche wie vor vier oder fünf Jahren Gesellenansschuß der Handwerkskammer. Da nunmehr an in Königsberg, jezt in Berlin an die Pforten des Rat- alle Mitglieder sowie deren Ersatzmänner die Bestätigung der Wahlen Hauses pocht und dringend erheischt, day die zum Gesellenausschuß vom Oberpräsidenten ergangen sein dürfte, tommunale Thätigkeit sich mit ihr beschäftigt.( Leb- bitte ich die Mitglieder und Ersazmänner des Gesellenausschusses, au Bas einer Besprechung am Sonntag, den 7. Oktober, vormittags 10 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engelufer 15, zu erscheinen. Die Kommission. J. A.: H. Bartel, Pücklerstr. 6. * Ein hiesiges Telegraphenbureau meldet aus New York: Der allgemeine Eindruck gehe dahin, daß der Streit der Bergarbeiter bald als erledigt betrachtet werden könne. Die Eisenbahn- Gesellfchaften bezw. die Bergwerksbesitzer find entschlossen, die Forderungen der Arbeiter zu bewilligen. Seit dem 3. September gingen bei der Berliner Gewerkschafts- Tehte Nachrichten und Depeschen. Kommission folgende Beiträge ein: China. hafter Beifall, insbesondere bei den Socialdemokraten.) meinen speciellen Wirkungskreis betrifft, fo darf ich mich glücklich schäßen, daß es mir vergönnt sein wird, die Waisenpflege zu üben und damit die Sorge Sorge für die Aermsten unter den Armen, für die Verlassensten unter den Verlaffenen zu übernehmen. In der gemeinsamen Arbeit und bei ein wenig Menschlichkeit wird es gelingen, auch aus diesen uns unterstellten Für die streitenden Sattler: Geburtstagsfeier aus der warmen Pfleglingen so manches brauchbare Mitglied der menschlichen Gesell- Stube 5,40. Filiale IV Sattler d. Wagner 253,35. Verband der Schneider 100,- Arbeiter der Möbelfabrik J. C. Pfaff, Ueberschuß der Kranzspende Wien, 4. Oktober. Wie die„ Wiener Abendpost" meldet, beträgt schaft erziehen zu helfen. Mehr Verstandessache natürlich ist die 20,- Lifte 701 v. d. Glaser v. Ludewig 19,20. Gerber und Lackierer der die Stärke der Marinetruppen des östreichisch- ungrischen Geschwaders Beobachtung und Förderung des so gewaltigen Berliner Ver- Firma Wunderlich 10,10. Droschfentutscher Berlins 30,-. Organisierte in Ostasien zur Zeit etwa 1620 Mann. Seit der Ankunft des Feldtehrswesens, ein Gebiet, auf dem die Kommunen Schuhmacher Berlins 50,- Graveure und Eiseleure 45,91. Listen marschalls Grafen v. Waldersee sind diese Truppen dessen Obererst zu zeigen haben werden, was sie zu leisten im Nr. 671 13,-, 672 8,55. Stockfabrik Schilfe Nachfolger 10,- tommando unterstellt. Wie das östreichisch- ungrische Geschwaderstande find, aber auch ein Gebiet, auf welchem ihnen als Lifte 741 5,55. Brauerverband, Filiale Berlin, a Conto auf Listen 50, den Besizern der Straßen und Pläze unbedingt die Vergolder, Filiale Berlin, 50,- Konditoren, Bahlstelle Berlin, 10,- fommando in Ostasien meldet, wurden am 2. d. M. laut Beschluß Herrschaft gebührt und wieder zurückerobert werden Verein der in Schriftgießereien beschäftigten Arbeiter u. Arbeiterinnen 29,65. der Admirale das Südfort von Schan- hai- hwan, der dortige Bahnhof Grazeure, auf Listen durch Brückner 20,95. fegung des Bahnhofs und zweier Forts waren auch östreichischMängel des Verkehrswesens nicht bloß zu beseitigen, sondern Steinarbeiter 50,- Bauarbeiter, Bahlstelle V, 10,-. Verein der ungrische Marinesoldaten beteiligt. auch den Verkehr, der gegenwärtig sich oft nur mühsam Bauanschläger 100,-. Verband der Porzellanarbeiter Berlin II und schwerfällig durch die übervölferien Straßen hindurch 30,-. Sattler, durch Riedel 92,55. Filiale IV, Sattler, durch Rom, 4. Oktober. Die Agenzia Stefani" meldet unter dem windet, neue Wege zu erschließen, so wird damit ein gut Wagner 120,-. Liste 673 d. Habermann 9,- 30 organisierte Sut: 2. d. Mts. aus Schan- hai- twan: Infolge Aufforderung seitens der Stück socialer Arbeit geleistet werden.( Wiederholter Beifall.) Wir macher 30,- Vergolderverband 2. Rate 50,- Verein der in Schrift: Admirale verließen die Chinesen die Befestigungen mit ihrer Artillerie werden dann dazu beitragen können, daß Verkehrsstörungen und Rennert 4,25. Liste 704 Ludewig 9,45. Lifte 962 7,55. Stereotypeure 25,5. fehr furzer Zeit mehrere Forts am äußersten Ende der Großen gießereien beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen 23,90. Liste 959 und Kriegsmunition. Hente vormittag bejezten die Bersaglieri in Verkehrsunterbrechungen, wie sie jetzt unausbleiblich sind, künftig xylographen Berlins auf Listen 13,45. Hafenarbeiter auf Listen durch auf das Mindestmaß herabgedrüdt werden. Es wird auch Joho 36,75. Mitglieder des deutschen Buchdrucker- Berbands vom„ Vorwärts Maner, wobei zahlreiche Chinesen getötet bezw. gefangen genommen unsre Aufgabe sein, dem planmäßigen Betrieb der 10,-. Liste 674 d. Habermann 16,90. Von den Arbeitern der Firma Gehrs 2,- wurden. Die internationalen Marinetruppen besezten 6 gut armierte Verkehrsanstalten unsre Aufmerksamkeit zuzuwenden, und Centralverband der Töpfer, Filiale Berlin 150,-. Dachdeckerverband 30,- Innenforts. wir werden uns damit hoffentlich nicht bloß den Dank des Listen 747 und 815 durch Staudte 33,25. Sattler auf Listen, Filiale IV London, 4. Oktober. Dem„ Reuterschen Bureau" wird aus Beting, Personals verdienen.( Beifall und Unruhe.) Es ist hier 182,25. Gastwirtsgehilfenverband 30,- Lifte 1003, Renner 9,65. den 29. v. M., telegraphiert: Die hiesigen Truppenkommandanten nicht Zeit und Ort...( Lebhafte Zurufe, vor Liste 1002, Büschel 10,30. Sattler auf Listen, Filiale IV durch Dobberte bereiten den offiziellen Empfang des Generalfeldmarschalls Grafen allem des 113,25. Buchdruckerei- Hilfsarbeiter, Bahlstelle II 50,-. Stuccateure vom Waldersee seitens der verschiedenen fremden Truppenkörper vor. Stadtverordneten Spinola: Nein, nein! Der Bürger Bau Wertheim, Leipzigerstraße, Bierprozente 26,30. Liste 1004, durch meister hält einen Augenblick inne. Stadtv. Borgmann ruft Joh. Nenner-, 80. Brauer organisierte, durch F. Preuß. Rest 94,45. Eine kombinierte Kavallerietruppe wird den Generalfeldmarschall dem Stadtv. Spinola zu: Lassen Sie doch Ihren Unmut bei Listen von den Glasern 14,50. Summe 2347,21. Bisher quittiert 3505,22. von Tung- tschou nach Beling geleiten. pualba einer andren Gelegenheit aus!) Von dieser Stunde ab gehöre Insgesamt Summe 5852,83 m. ich Ihnen und der Kommune Berlin ganz und gar an, und die ganze Bürgerschaft kann auf mich in guten und bösen Tagen zählen; dabei werden Verfassung, Gesetz und Recht meine oberste Nichtschnur sein!( Anhaltender Beifall.) muß.( Alseitiger Beifall.) Wenn es gelingt, die offenbaren durch Wagener 235,65. Kupferschmiede 20,-. Liste 630, Baritsch, 5,85. Filiale IV, Sattler, sowie drei weitere Forts durch die Verbündeten besetzt. An der BeDer Bürgermeister nimmt darauf neben dem Oberbürgermeister am Magistratstische Plaz und wird von den Stadträten und Stadtverordneten lebhaft beglückwünscht. Die Versammlung schreitet hiernach zur Für die Werftarbeiter gingen ein: Geburtstagsfeier Putbuser straße, Bristow 3,25. Dr. 2. 5,-. Arbeiter der Maschinenfabrit Hoppe 8, Arbeiter der Möbelfabrit J. C. Pfaff, Ueberschuß der Kranzspende 20, Gesangverein Wiederhall für die vaterlandslosen Gesellen 10,-. Möbelfabrik J. C. Pfaff, Saal I 4,90. Arbeiter der A. E.-G. Saal 86, Acer Straße, 4,- Möbelfabrik J. C. Pfaff 22,25. Porzellanarbeiter Berlin II 30,- Verband der Bauarbeiter( central) Berlins und Umgegend 500, Möbelfabrik A. Klinke, Warschauerstraße, 12,35. Bau- und Erdarbeiter Mariendorf 50,-. Skatklub„ Ramsch" 6,-. Summe 675,75 M. Bisher quittiert 1251,91 M., in Summe 1927,66 M. Für die Tischler in München: Firma Latsch 5,-. Bisher quittiert 27,80 M., in Summe 32,80 M. Wahl von 2 unbefoldeten Stadträten für die Herren Kämpf und 3abel. Im ersten Wahlgang werden 132 Zettel abgegeben, darunter 35 unbeschrieben. Von den Für die russischen Bürsten- und Pinselarbeiter Dr. 2. 5,-Mart. 97 gültigen Stimmen entfallen 93 auf den Reichstags- Abgeordneten Fischbeck; daneben erhält Geh. Ober- Regierungsrat a. D. v. Fried Gewerkschafts- Kommission, Engelufer 15 I, 8immer Nr. 8. Weitere Beiträge nimmt entgegen das Bureau der Berliner berg 2, Stadtvv. Jacobi und Friedemann je 1 Stimme. Im Der Ausschuß. zweiten Wahlgange wird der Geh. Ober- Regierungsrat a. D. v. Friedberg mit 84 von 87 gültigen Stimmen gewählt; außerdem erhält Stadtv. Jacobi 2 Stimmen, Singer 1 Stimme. Nicht weniger als 47 Stimmzettel sind unbeschrieben. Zur Verhandlung tommt nunmehr der folgende Antrag des Stadtv. Barth: rung des Deutsches Reich. Washington, 4. Oktober.( Meldung des Renterschen Bureaus.) Von dem Staatssekretär Hay wurde heute dem deutschen Geschäftsträger Frhru. Speck von Sternburg eine Note zugestellt, welche sich günstig über den Vorschlag Deutschlands betr. die Bestrafung der Chinesen ausspricht und erklärt, daß der amerikanische Gesandte in Beking Conger die Weisung erhalten habe, sich über die Namen derjenigen Chinesen zu vergewissern, welche zu bestrafen seien, und zu unters suchen, ob die Strafe, der diese Chinesen unterliegen sollten, ausreichend sei, und ob irgend welche Bestrafung auch thatsächlich erfolgt sei. New York, 4. Oktober.( Telegramm des„ Reuterschen Bureaus".) Hier ist folgende Depesche aus Taku, datiert den 1. Oktober, eingetroffen: Drei britische Regimenter verlassen Taku am 2. 6. M., um als Garnison für Schan- hai- twan und Tichungt- so- tscheng zu dienen und von der Eisenbahn Besitz zu ergreifen. Tientsin, 1. Oftober.( Telegramm des Reuterschen Bureaus".) Auf der Eisenbahn zwischen Tang- schan und Shut- schwang(?) fanb ein Zusammenstoß statt. Mehrere Russen und Chinesen wurden getötet, eine große Anzahl verlegt. Streifflanfel. Der Stadtmagistrat Nürnberg hat befchloffen, in das Statut des städtischen Arbeitsnachweises die Bestimmung auf zunehmen, daß bei Streits den Arbeitsuchenden hiervon Mitteilung Tientsin, 1. Oktober.( Telegramm des„ Reuterschen Bureaus".) zu machen sei. Schon bei verschiedenen Ausständen hat sich der wie aus authentischer chinesischer Quelle gemeldet wird, entsandte Nürnberger Magistrat sehr bemüht, die vom Streit betroffenen Firmen die Kaiserin den höchsten Beamten des Reichs, mit dem Aufmit Arbeiswilligen zu versorgen, was ihm die Benennung, Streitbrecher- trage, alle notwendigen Anordnungen zu den höchsten EhrBureau" eintrug. Die organisierten Gewerkschaften hatten schon wieder- erweisungen für die Leiche des Gesandten Freiherrn von Ketteler holt den Antrag gestellt, daß bei Streits die Arbeitsvermittelung für die in Frage kommenden Unternehmer ruhen solle, wurden aber zu treffen. Ferner wurde von der Kaiserin bestimmt, daß in der Hauptstadt ein würdiger Tempel zum Gedächtnis des Ermordeten jedesmal abgewiesen unter der sonderbaren Begründung, eine solche errichtet werde, und daß, wenn die Leiche Tientsin und die chinesischen Haltung entspreche der Unparteilichkeit" nicht, die der Arbeits- Hafenorte passiere, der Oberauffeher des Handelsverkehrs in Tientsin nachweis Unternehmern wie Arbeitern gegenüber zu beobachten habe. sowie die ersten Beamten der Hafenpläße ihr die höchsten Ehren Es ist daher noch nicht recht erklärlich, woher auf einmal diese erweisen. Die Prinzen Tuan, Lan- ji und drei andre sowie Kang- ji Arbeiterfreundlichkeit" kommt. find aller ihrer Würden und Aemter verlustig erklärt worden. Tung- fu- bfiang und alle an der Borer- Bewegung Beteiligten sollen noch degradiert werden. " Die Versammlung beschließt, den Magistrat um Auskunft zu ersuchen, wieweit die Vorarbeiten betreffend die Verbreite Fahrdamms der Potsdamerstraße von der Lützowstraße bis zur Weichbildgrenze gediehen sind. Stadtv. Barth weist darauf hin, daß 1. 3. niemand daran gedacht habe, daß die Verbreiterung des Fahrdamms der Potsdamerstraße an der Lüßowstraße Halt machen würde. Auch der übrige Teil der Straße bis zur Schöneberger Grenze sei völlig zur Geschäftsstraße geworden, in welcher die Vorgärten keine Berechtigung mehr hätten. Der Stadtbaurat sei ja selbst Anwohner der Potsdamerstraße und Eine Lohnreduktion von 15 Broz. ist den Arbeitern des tenne die Verhältnisse aus eigner Anschauung; er werde also Hörder Bergwerts- und Hüttenvereins angekündigt. hoffentlich ganze Arbeit machen und baldigst der Versammlung eine In Ratingen bei Düsseldorf streiten die Glasarbeiter Frankfurt a. M., 4. Oktbr.( W. T. B.) Nach einer Meldung entsprechende Vorlage unter Beseitigung der Vorgärten unterbreiten. Der Großfirma Borgmann. Die Leute verlangen neunstündige Ar- der Frankf. 3tg." stürzte in einem bei Euskirchen gelegenen BleiStadtbaurat Krause: Der Großen Berliner Straßenbahn ist beitszeit und sonstige bescheidene Zugeständnisse. Sogar der Bürger- bergwert ein alter Bau ein, unter welchen eine Anzahl Arbeiter seiner Zeit die Verpflichtung auferlegt worden, die gesamte meister hat bei der Firma nicht gerade zu Ungunsten der Arbeiter vor dem Regen Schutz suchte. 6 Mann wurden getödtet, eine Person Straße auf 24/2 Meter zu verbreitern, sofern das Bedürfnis dazu vermitteln wollen, aber die Firma besteht auf zehnstündiger Arbeits- erlitt schwere Verlegungen. Die Gerichtsbehörde hat an Ort und vorliegt. Ueber den Zeitpunkt dieses Bedürfnisses haben aber Polizei zeit und sagt, wer sich nicht füge, tönne ja gehen. Viele der Stelle eine Untersuchung über die Ursache des Unglücks eingeleitet. präsidium und Ministerium der öffentlichen Arbeiten zu entscheiden. London, 4. Oktober.( W. T. B.) Bis 61/2 Uhr abends waren Auf unire Anfrage hat der Polizeipräsident im Januar d. I. seiner- Streitenden sind bereits abgereist. Zuzug nach Ratingen bei Düffeldorf ist fernzuhalten! gewählt: 222 Ministerielle, 54 Liberale und 43 irische Nationalisten. seits das Bedürfnis für die Strecke von der Lützow- bis zur BülowDie Ministeriellen gewinnen 8, die Liberalen 11 Size. straße anerkannt. In den letzten Tagen ist uns auch seitens der Straßenbahngesellschaft dazu ihr Einverständnis erklärt An die Glasarbeiter aller Länder wendet sich die Organi- Bar- le- Duc, 4. Oktober.( W. T. B.) In einem Degenduell worden. Die ebenfalls bereits wegen des Terrainerwerbs mit den fation der belgischen Glasarbeiter mit der Bitte um Unterstützung in wegen einer Zeitungspolemik tötete der nationalistische Deputierte Adjacenten seitens der Baudeputation eingeleiteten Verhandlungen ihrem Kampf gegen die Unternehmer. Bereits am 1. Juli traten Ferritte den Gemeinderat Marlier. Berantwortl. Redacteur: Heinrich Wekker in Groß- Lichterfelde. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud und Verlag von Max Bading in Berlin. Ausland. Hierzu 2 Beilagen n. Unterhaltungsblatt. Mr. 232. 17 Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Vom Wehlkampf in England. London, den 2. Oktober. Freitag, 5. Oktober 1900. Am fämpfung der Boerenstaaten zu protestieren. Die Size der meisten glieder der Achtzehner- Kommission betonten dem gegenüber, daß die Bergarbeiter- Vertreter scheinen gesichert, zumal mehrere von ihnen Vereinbarungen im Baugewerbe doch etwas andres seien, als die fich in der Kriegsfrage eher für als gegen die Regierung aus- Tarifgemeinschaft in andren Berufen, die allerdings zur Stagnation und zum politischen Indifferentismus führe. Die Versammlung nahm Wir stehen inmitten des Wahlkampfs, der teilweise mit großer gesprochen haben. Erbitterung geführt wird. Die Liberalen machen Riesenanstrengungen, Die Wahlen werden sich bis Mitte des Monats Hinziehen und folgenden Antrag an: Da laut Vertrag im Oktober die Achtzehner- Kommission zu ihre Position zu verbessen, aber es ist eine Heidenarbeit, die wenig zwar machen die Wahlen in den städtischen Wahlkreisen( den Boroughs) sammentritt, um die Lohn- und Arbeitsbedingungen für das nächste Erfolg verspricht. Die Patei hat zu viel Faktoren gegen sich. In den Anfang. Da in den Städten die Konservativen seit langem die Jahr festzusetzen, werden die Vertreter unsrer Organisation in der Wort und Schrift richtet sie ihre Hauptgeschosse gegen Chamber- Oberhand haben, ergeben die ersten Tage immer große tonfer- Achtzehner Kommission angewiesen, auf der Basis des altenlain, der die exponiertest Stellung im tonservativ- unionistischen vative Mehrheiten. Erst die sogenannten ländlichen Wahlkreise, Vertrags in Unterhandlungen mit den Unternehmern zu treten." Lager einnimmt und sich durch die Heftigkeit seiner Reden viele zu denen die vielen kleinen Industriestädte und Industriedörfer ge- Alsdann wurde ein Antrag angenommen, demzufolge vom Blößen giebt. Indes mt all seinen Ecken und Kanten ist Mr. Hören, bringen eine größere Anzahl von liberalen Siegen. Es find 8. Oktober ab der Beitrag zum Streiffonds von 50 auf 25 Pf. herabChamberlain ein Führer, vährend es den Liberalen zur Beit an im ganzen 670 Abgeordnete zu wählen, und zwar von gefegt wird. Die Kollegen wurden darauf aufmerksam gemacht, daß einem allgemein anerkannen Führer fehlt. Und das ist bei der 6732 613 Wählern, so daß im Durchschnitt auf jeden Abgeordneten iezt laut Bertrag nur noch 8 Stunden gearbeitet wird und daß pro Stunde 65 f. bezahlt werden muß. Differenzen, die dieserhalb Wahl für das Parlament, das die Politik des britischen Reichs be: etwas über zehntausend Wähler entfallen. Doch sind die Wahltreise entstehen sollten, müssen sofort der Kommission mitgeteilt werden. stimmt, ein ungeheurer Nchteil. 215/50 von sehr ungleicher Größe. Der Kampf wird mit großer Heftigkeit Ferner wurde auf die Wahl im sechsten Streife und auf die am Nachdem am Freitag die ersten Nominierungen von Kandidaten geführt, und man thut daher gut, von den hin und her geschleuderten Sonntag dort stattfindende Flugblattverbreitung hinstattgefunden haben, die in solchen Wahlkreisen, wo kein Gegen- Angriffen ein gutes Stück abzuziehen. Den Mittelpunkt des Wahl- gewiesen. kandidat angemeldet ist, te sofortige Broklamierung des Kandidaten Kampfs bildet diesmal, wie schon bemerkt, die Person des Kolonial: Samariterkursus für Arbeiter und Arbeiterinnen. zum Abgeordneten bedeutet, haben gestern( Montag) die ersten wirklichen ministers Chamberlain. Für oder wider Chamberlain ist fast überall 17. September fand eine ordentliche Mitgliederversammlung statt. Wahlen stattgefunden. Ihutesultat war ein der Opposition ungünstiges. die Parole. Obwohl er selbst schon gewählt ist, bilden Angriffe auf Der Vorsitzende erstattete den Bericht über den Sommerkursus und Von 19 bestrittenen Sien fielen 12 den Konservativ- Unionisten ihn das stehende Thema der Oppositionspresse. Die Regierung, der über die Thätigkeit der Samariterkolonne. Die Mitgliederzahl und 7 den Liberalen zu. Die Konservativen nahmen ihren Gegnern er angehört, zu stürzen, ist feine Aussicht vorhanden, das meiste, beträgt 112. Beim Beginn des Kursus ließen sich 25 neue Teilzwei, diese jenen einen S ab, so daß die liberale Opposition einen was die Opposition erhoffen kann, ist eine Reduktion der Regierungs- nehmer einschreiben. Die Bibliothek wurde um 33 Bände vermehrt. Die Kolonne wurde bei größeren Festen siebenmal in Anspruch Sig verliert. Außerdem haben auch in Irland die Nationalisten mehrheit. einen Sig an die Konferativen verloren. Von den drei Socialisten, Seute wird u. a. in Battersea, Deptford, Blackburn, Bradford, Der Kaffterer verlas sodann den Kaffenbericht und zwar vom Kurfus: genommen, wobei 113 Erkrankungsfälle zur Behandlung famen. die gestern zur Wahl gingen, drang keiner durch, obwohl zwei von Manchester und Middlesborough gewählt, in welch letterer Stadt der Einnahme 128,15 M., Bestand am 31. März 376,52 M., Ausgabe ihnen keir Harde in Preston( Weberstadt in Lancashire) und Matrosenführer Wilson Kandidat der Liberalen ist. 235 M., bleibt Bestand 269,67 M. Dann Kolonne Einnahme William Thorne it Süd- Westhamnur konservative Gegen Nachschrift: Bis Mitternacht sind die Refultate von fünf 638,95 M., Bestand am 31. März 414,51 M. Ausgabe 734,05 M., kandidaten hatten und Thorne von den Liberalen lebhaft unterstützt Wahlkreisen bekannt, wo Arbeitervertreter kandidieren. Davon ist bleibt Bestand 319,41 M. Dem Kassierer wurde dann Decharge erwurde. Thornes Nieterlage ist eine große Enttäuschung. Der John Burns mit unbedeutend vermehrter Mehrheit wiederteilt. Nach längerer Diskussion wurde die Versammlung bis zum Generalsekretär der Gearbeiter- Gewerkschaft erfreut sich allgemeiner gewählt. Dagegen sind Brocklehurst( Süd- West Manchester), 24. September vertagt. In der darauf folgenden Versammlung Achtung und nimmt in seinem Wahlkreis als Gemeinderat eine so Snowdon( Blackburn), Ben Jones( Deptford) und F. Jowett verschiedene Vereinsangelegenheiten geregelt wurden, wird die Verwurden mehrere Anträge dem Vorstande überwiesen. Nachdem noch hervorragende Stellung ein, daß alle Welt auf seinen Sieg( West- Bradford) unterlegen, der legere mit nur 41 Stimmen fammlung geschlossen. Der Winterfurfus beginnt in der Centrale rechnete. In ihm hitte die Arbeitergruppe im Parlament einen Minderheit. London und Lancashire wählen über am 12. Oktober und in der Filiale 15. Oktober. trefflichen Zuwachs eyjalten. Aber trotzdem ihn die Liberalen auf wiegend unionistisch, anderwärts aber haben die Liberalen ihre Liste genommen hatten und auch die Fren ihn unterstützten, gute Resultate erzielt und bis jetzt den Gegnern drei Size mehr hatte er gegen 189 nur 464 Stimmen Zuwachs, während der abgenommen als diese ihnen. Konservative feine Gtimmen um 865 vermehrte. Im ganzen erhielten die gestern zur Wahl gestandenen Socialisten Stimmen: J. Keir Harb.e( Unabh. Arb.- Partei)( in Preston 4834, gegen 1895 mehr 53. 720 Bill Thorn( Socialdemokrat. Föderation) in Süd- Westham, Allen Clark:( Unabh. Arb.- Partei) in Rochdale, 901, gegen ploua 4439, gegen 1895 mehr 464. otrok mil 1895 weniger 350. romit ziemlich günstigen Aussichten stehen noch zur Wahl: Fr. Brodlehurst( Unabh. Arb.- Partei), Südwest- Manchester. A. E. Fletche:( Unabh. Arb.- Partei), Camlachie- Glasgow. F. W. Jowett( Unabh. Arb.- Partei), West- Bradford. Weniger günstig sind die Aussichten von: G. Lansbury( Socialdemokrat. Föderation), Bowand Bromley so ist bei London. J. Johnston Unabh. Arb.- Partei), Ashton under Lyne. B. Seowdon( Unabh. Arb.- Partei), Blackburn. J. Barker( Urabh. Arb.- Partei), Halifar. J. R. Macdonald( Unabh. Arb.- Partei), Leicester. 2. Barker( Unabh. Arb. Partei), Newcastle on Tyne. J. Keir Harbie( Unabh. Arb.- Partei), Merthyr Tydvil( Wales). Damit ist Liste der von den socialistischen Gruppen selb= ständig aufgestellten Standidaten im wesentlichen erschöpft. Hier und da werden noch Socialisten als Kandidaten genannt, die aber kaum ihre Kandidatur aufrecht erhalten werden. Für Fr. Brocklehurst, A. E. Fletcher, F. W. Jowett und G. Lansbury treten auch die Liberalen ein. Desgleichen unterstügen Liberale und Socialisten die Kandidatur des als„ unabhängig liberal" aufgestellten W. P. Byles in Ost- Leeds. Arbeitervert Zu den liberalen Arbeitervertretern, die schon dem letzten Barlament angehörten, find von den Liberalen noch folgende Arbeiterkandidaten aufgestellt worden: HAM R. Bell( Eisenbahner- Verband) in Derby. A. Willie( Schiffszimmerer- Verband) in Sunderland. J. V. Stevens( Zinnblech- Arbeiter) in Ost- Birmingham. J. Hodge( Stahlhütten- Arbeiter) in Glamorgan. W. Magwell( Schottische Großeinkaufs Genossenschaft), Tradeston- Glasgow. # 0 Ben Jones( Englische Großeinkaufs- Genossenschaft), DeptfordLondon. Sociales. nachweises erstreben die organisierten Arbeiter in Spandau. Die Errichtung eines städtischen paritätischen ArbeitsIn einer öffentlichen Gewerkschafts- Versammlung, welche am Dienstag= abend dortselbst tagte, gelangte nach einem Referat des Genossen Koblenzer Berlin und nach einer kurzen Diskussion, an welcher sich auch unsre Stadtverordneten Ducksch und Pieper beteiligten, Der Gesundheitszustand der Ruhrberglente. Der Gesund folgende Resolution zur einstimmigen Annahme: gemeinen Knappschaftsvereins Bochum mitgeteilt. Harmlose Gemüter fchaften das dringende Ersuchen, möglichst bald aus ſtabliſcher heitszustand war ungünstig, so wird im Jahresbericht des AllDie Gewerkschaftsversammlung richtet an die städtischen Körperstädtischen Gesundheitszustand sei das Resultat von Einwirkungen der Natur, fowie für Dienstboten unter gleichberechtigter Verwaltung durch die fönnen bei solcher, nicht kommentierten Erklärung wohl denken, der Mitteln am Orte einen Arbeitsnachweis für gewerbliche Arbeiter deren Beeinflussung der menschlichen Machtsphäre entrüdt sei. Das Arbeitnehmer und Arbeitgeber und unter einem unparteiischen Vor ist aber weit gefehlt. Der Gesundheitszustand einer Berufsklasse, sigenden zu errichten. einer Kategorie von Arbeitern ist einfach der getreue Reflex der Die socialdemokratischen Stadtverordneten werden damit beArbeitsverhältnisse. Je ungesunder diese, je ungünstiger auch auftragt, energisch auf die Errichtung eines städtischen paritätischen der Gesundheitszustand. Mit der steigenden wirtschaftlichen Arbeitsnachweises hinzuwirken." Konjunktur und der damit bedingten intensiveren Produktion, In derselben Versammlung erstattete Koniger den Jahresschnellen überall die Erkrankungsziffern empor. Und so hat auch der neue des Ueberschichtenuntvesens bei mangelhaften sanitären Einrichtungen bericht des Gewerkschaftskartells. mehrere Es haben sich Gewerkschaften gebildet, darunter die Gewerkschaft Knappschaftsverein in den letzten Jahren eine stetig wachsende Er- der Fabrik- und Land- Hilfsarbeiter, welche bereits 132 Mitzählt: faſt franfungsziffer zu verzeichnen. Von 100 Mitgliedern erkrankten durch- glieder sämtliche bestehenden Gewerkschaften schnittlich: haben ihre Mitgliederzahl erheblich vermehrt; die Kartellfizungen feien aber nur sehr mäßig von den Delegierten besucht worden. Die am Orte bestehende Kommission für Arbeiterschutz" habe fürzlich eine Bautenkontrolle vorgenommen und abscheuliche Mißstände in Bezug auf die Beschaffenheit der Baubuden, Aborte 2c. vorgefunden. Die Polizei solle sich lieber besser hierum als um die Zugehörigkeit der Arbeiter zur Socialdemokratie fümmern. An diesen Bericht inüpfte fich eine längere Diskussion. Jahr 1897 1898 1899 Fälle 52 53,1 60,4 Krankentage 852 867 989 Dabei ist zu berücksichtigen, daß es sich hier nur um entschädigungspflichtige Erkrankungsfälle handelt, um solche mit mehr zahlen und der Gesamt- Erkrankungsfälle zeigen folgendes Bild: als dreitägiger Arbeitsunfähigkeit. Die Entwicklung der MitgliederMitglieder Jahr 1897 182 141 1898 • 198 287 9 213 256 1899 · • Erkrankungsfälle 94 721 105 204 128 737 Gestorben find im Berichtsjahr, einschließlich der im Dienst verlegten 522 Arbeiter, 1926 Personen oder 0,903 Proz. Das find die Resultate der günstigen Konjunktur für die Bergarbeiter. Daß nicht lediglich die Natur des Bergbaubetriebs, sondern vorwiegend die direkten Arbeits- und Lebensverhältnisse die hohen Erkrankungsziffern bedingen, ist aus folgender Zusammenstellung erfichtlich. Schließt man die Erkrankungsfälle infolge Unfall voll ständig aus, dann, entfallen von den gewöhnlichen Erkrankungsfällen auf je 100 Mitglieder der 1. Beamten- Abteilung Ständige Mitglieder • 1897 1898 1899 14 14 14 Fälle 13 16 15 • • " 41 42 48 . " 33 Unständige Mitglieder. 37 45" Während also die Erkrankungsfälle bei den beiden Arbeiterfategorien, die der Beamtenklassen um 200 bis 800 Prozent über steigen, ist bei legteren die Dauer des Krankengeldbezugs bedeutend länger, als bei jenen, wie folgendes Bild zeigt. Es entfielen auf je einen Erkrankungsfall bei der 2. 1. Beamten- Abteilung Ständige Mitglieder Unständige Mitglieder 1897 1898 25 1899 25 Tage 29 . 24 29 28 " 17 17 13 13 18" 13" Schöneberg. Eine öffentliche Parteiversammlung beschäftigte sich am Dienstag, den 2. Oktober, im Klubhause mit dem Bericht von der Frauenkonferenz und dem Parteitag in Mainz. Die Deles girtin des Kreises, Frl. Vogel- Charlottenburg, erstattete den Bericht von der Frauenkonferenz, indem sie die einzelnen zur Berhandlung gekommenen Punkte einer kurzen, übersichtlichen Erläuterung unterzog. Eine Diskussion knüpfte sich an diesen Bericht nicht. Den Bericht über den Parteitag gab Schubert. Auch er gab ein übersichtliches Bild von den Berhandlungen des Parteitags, indem er die einzelnen Punkte der Tagesordnung in objektiver Weise erläuterte. Zu dem von dem Kassierer Gerisch gegebenen Kassenbericht bemerkt Redner, er könne auch den Genossen unsres Kreises nicht den Vorwurf er= sparen, daß sie ihre Pflicht der Parteikasse gegenüber nicht in vollem Maße gethan haben, denn es seien im verflossenen Jahre nur 30,85 M. abgeliefert worden, wenn auch immerhin die großen Hieran Agitationskosten in unsrem Streise in Betracht kämen. Pfeiffer schloß sich eine sich eine sehr lebhafte Diskussion. einer unterzog die Gehaltserhöhung des Genossen Fischer scharfen Kritik. Auch in Sachen der Weltpolitik hätten von unsrer Partei ganz andre Schritte unternommen werden müssen. Betreffend den Beschluß der Beteiligung an den Landtagswahlen betont Redner, daß er, trotzdem er ein Gegner der Beteiligung ist, seine Schuldigkeit bei der nächsten Wahl thun werde.- Hoffmann findet den Zurückzieher, den die Berliner Delegierten in Sachen Fischer gemacht haben, nicht für richtig.-Bölke wünscht, daß sich der Parteitag doch einmal mit der Alkoholfrage beschäftige. Gabriel meint, daß wir mit Freudigkeit an die Landtagswahl herangehen müssen und uns nicht auf den gleichgültigen Standpunkt stellen und sagen: „ Es wird ja doch nichts!" Bäumler ist ebenfalls mit dem Die meisten dieser Kandidaturen sind als sehr aussichtsvoll zu bezeichnen. Heiß umstritten ist dagegen der Sig für OstBirmingham, der einzige der sieben Wahlkreise Birmingham 3, wo es diesmal überhaupt einen Kampf giebt. Die andern sechs Size haben die Liberalen kampflos der Chamberlain- Gruppe überlassen, den siebenten hoffen sie ihr dagegen mit Hilfe der organifierten Arbeiter zu entreißen. Und einen besseren Kandidaten wie J. V. Stevens, der Vorsitzender des Gewertschaftsrats und Stadtverordneter in Birmingham ist, fonnten sie zu diesem Zweck kaum aussuchen. Chamberlain selbst, der alles in Bewegung setzt, seiner Diefe Tabelle zeigt deutlich, daß je niedriger das Einkommen Beteiligungsbeschluß zufrieden. Gruhl Nowawes, ebenfalls Partei den Sitz zu erhalten, gab zu, daß Stevens Tüchtiges in der und dementsprechend auch das Krankengeld, desto türzer die Krankheits- Delegierter des Kreises auf dem Parteitag, geht auf die AusStadtverwaltung geleistet habe und der Mann sei, zu dem jeder zeit. Das niedrige Krankengeld zwingt die Arbeiter, unbekümmert führungen Calwers ein, mit denen er sich in feiner Weise eins Arbeiter Birminghame gehe, der sich beschwert fühle. Aber das um die Folgen, die Arbeit möglichst schnell wieder aufzunehmen. verstanden erklären könne. Auch die Gehaltserhöhung Fischers seien, setzte der Preistämpfer der unionistischen Koalition mit teder Die Beamten dagegen, die bei Strankheit keinen Lohnausfall erleiden, hält Redner nicht für gerechtfertigt. Bezüglich der AlkoholRabulistik hinzu, alles Gründe, Stevens in Birmingham zu behalten können bei Erkrankungen ruhig die vollständige Ausheilung abfrage meint Redner, daß dies nicht Sache des Barteitags warten. und nicht nach Westminster zu schicken, wo die Arbeitervertreter nur eine schäbige Rolle wie Fische im Trodnen" spielten. Folgte Parlament, die meist nur Nummern in der StimmDerlammlungen. 0 fet. Je mehr Bildung unter die Arbeiter gebracht wird, desto mehr schwindet der Alkohol. Seine weiteste Verbreitung habe derselbe in den schwärzesten Gegenden, wo wir die geringsten Er eine bissige Kritik der Thätigkeit der Arbeiter- Abgeordneten im Aus der Frauenbewegung. folge haben. Silberschmidt ist der Meinung, daß die Ges Maschine seien. Diese mindestens sehr übertriebene Kritik wird jetzt Montag, den 8. Oftober, abends 81/2 11hr, im„ Weddingpark", den Vorrednern betont wird, denn niemand könne ihm verargen, Verein für Frauen und Mädchen der Arbeiterklaffe. haltserhöhung Fischers doch nicht so aufgefaßt werden könne, wie von von den Liberalen in Presse und Versammlungen weidlich gegen Müllerstr. 178: Bortrag des Herrn Dr. Leo Arons über das wenn ihm eine bessere Stellung geboten wird, daß er dann zugreift. Chamberlain ausgenugt. zum Parteifonds milfse Thema:" Die Beschäftigung mit den Naturwissenschaften". Um Bezüglich der geringen Beiträge Heißer noch als in Ost- Birmingham wird in Battersea zahlreichen Besuch der Mitglieder und Gäfte bittet zwischen den Gewerkschaften und der Partei ein Ausgleich statt ( London), dem Wahlkreis von John Burns, gefämpft. Hier setzen Der Vorstand. finden, denn die Arbeiter seien jetzt durch die Gewerkschaftsbeiträge die Tories alles in Bewegung, den populärsten Volksredner Engmehr wie je in Anspruch genommen. Den Beschluß der Landtags wahl betreffend wünscht Redner, daß wir uns jetzt nicht mehr darüber lands aus seinem Wahlkreis zu vertreiben. Aber Burns hat diesstreiten und daß jeder Mißton aus der Versammlung schwinden mal nicht nur den ganzen Wahlapparat der Liberalen auf seiner Seite, sondern auch alle Sektionen der Arbeiter= Die Maurer( Vertrauensmänner Centralisation) hielten möge. Nach einer furzen Erwiderung Schubert's und Hoffmann's fand dann die Diskussion ihr Ende. Der Bericht der Vertrauensa bewegung, die Socialisten beider Fraktionen und die Gewerk- am Mittwochabend in den„ Boruffia- Sälen", Aderſtraße, eine sehr lente, Lokalkommission usw., findet in einer späteren Versammlung gut besuchte Mitgliederversammlung ab. Vor Eintritt in die Tagesschaftler aller Schattierungen. Für seinen Gegenkandidaten, einen ordnung wurde das Andenken der verstorbenen Mitglieder Ferdinand statt, da dieselben ihre Aemter so lange verwalten, bis die Neuregelung Fabrikanten von Vorprodukten für das Braugewerbe, kämpft das Roy, Wabst, Friedrich Friße und Trauschle in der üblichen der Organisation im Kreise eintritt. Brau- und Schankgewerbe mit seinem Anhang- ein durchaus nicht Weise geehrt. Me te stellte fest, daß die umlaufenden Gerüchte, Charlottenburg. Am 27. September tagte bei Leder, Biszu unterschätzender Gegner. wonach er eine Festlichkeit der Accordmaurer besucht haben foll, un mardstraße 74, eine Versammlung der Gewerkschaftskommission. Ein Hart hat um feinen Sitz auch der Arbeiter will. Steadman richtig seien. Der Kollege Jöhl hielt ein längeres Referat über Antrag der Maurer, betreffend Einberufung einer allgemeinen Protestzu kämpfen, der im letzten Parlament Abgeordneter für Stepney das Bestreben der Scharfmacher im Baugewerbe". In der versammlung gegen die Aufnahme der Streitklausel in die Verträge ( Oft- London) war und auch jetzt dort für die vereinigten Liberalen tabelt wurde, sprachen sich verschiedene Redner gegen Diskussion, in in welcher das viele Ueberstundenmachen ge- der Unternehmer mit dem hiesigen Magistrat, wurde angenommen. and Arbeitervereine kandidiert, desgleichen Fred. Maddison, im wurde, sprachen sich verschiedene Redner gegen die Den zweiten Punkt der Tagesordnung bildete ein Vortrag von vorigen Jahre getroffenen Bereinbarungen im Bau- Flemming über„ Die Novelle zum Krankenversicherungs- Gesez". bisher Abgeordneter für die liberalen und organisierten Arbeiter von gewerbe aus, diese Kontratte verleiteten zur Nachlässigkeit innerhalb Dem Referenten wurde allseitig zugestimmt und beschlossen, in dieser Brightside Sheffield, der es gewagt hat, im Gegensas der Organisationen, während es Pflicht sei, dem Unternehmertum Angelegenheit ev. eine Protestversammlung einzuberufen. Zum 3. Punkt, zur Masse seiner Wähler von Anfang an energisch gegen die Be- l gegenüber in Stämpferstellung zu bleiben. Der Referent und Mits Abänderung unsrer Geschäftsordnung, wurde, nachdem das Bedürfnis " " " bon allen Seiten anerkannt, eine fünfgliedrige Kommission gewählt,| Liedertafel Freie Sänger", Hahn, Neue Königftr. 73.- Nordwacht", Milbrodt, Ein Luftballon, der in der Weltausftllung zu Baris auf die die sorgfältige Prüfung und Abänderung vornehmen soll. Unter Müllerstr. 7.- Sängerfreis", Neu- Weißensee, Speckmann, Königs- Chauffee 55. gestiegen war, ging in der Nähe von Marburg, nordwestlich von „ Eintracht II", Eberswalde, Restaurant zur Mühle". Gewerkschaftliches" wurden den hiesigen Textilarbeitern 25 M. zwecks Neue Beit", Staffel, nieder. Die drei Herren, die sich indem Ballon befanden, Lorenz, Voltastr. 43.„ Klingmüllerscher Männerchor", Weißensee, Bum hatten eine Distanzwettfahrt nach Berlin gephnt und würden auch ihrer Agitation überwiesen. Menge gab den Bericht vom SommerPrälaten, Lehderstr. 122. Karthaus Kunimerscher Männerchor", Göbel, fejt. Danach waren Einnahme 317,57 M., Ausgabe 246,03 m., fo- Landsberger Allee 156. Treue", Nowad, Manteuffelstr. 9. Sanges hierher gelangt sein, wenn sie nicht irrtümliferweise den sehr hoch nach ist ein leberschuß von 73,54 M. erzielt worden. Desgleichen blüten", Herzog, Marfiliusstr. 8. Gesangverein der Butzer", Schiller, gelegenen, elektrisch beleuchteten Turm der Atenzuckerfabrt Marburg gab Menge den Kassenbericht der Kommission: Bestand nebst Ein Rosenthalerstr. 57." Freie Sänger I", Seegermühle b. Eberswalde, im Dunkel der Nacht für einen Leuchtturm angesehen hätten und nahme 714,24 M., Ausgabe 531,69 m., bleibt mithin ein Kassen- Bauga, Jagdschlößchen. Rosalia", Plaen, Königsbergerstr. 34. Ruf", hierdurch zu dem falschen Glauben gelangt tvären, sich am Meeresbestand von 182,55 M. Hierauf wurde demselben die Decharge Manegold, Liegnizerstr. 18. Sängerhort", Vogel, Wrangelstr. 74. strande zu befinden. Der Irrtum veranlaste zu eiliger Landung. erteilt. Es fehlten die Vertreter der Sattler und Schmiede. Borar", Krüger, Naunynstr. 6.„ Melodia I", Rirdorf, Mercier, Stein: Doch hatten sie hierbei erhebliche Schwierigkeiten. Der Anker faßte metstr. 55. ,, Einigkeit Nordwest", Better, Bredowstr. 11.„ Freiheit nicht, und der Ballon saß plötzlich in der göhe von 30 Metern ant Waidmannsluft. Am Sonnabend, den 29. September, hielt Moabit", Becker, Sickingenſtr. 3. Liebesfreundschaft", Treptow, Michler, der Wahlverein im Lokal von Kuhn, eine gut besuchte Mitglieder Gruststr. 26.„ Süd- Ost II", Link, Wrangelstr. 86. Waldfapelle" einem Hindernis fest. Ein Luftschiffer waste es, hinabzuklettern und Kommandantenstr. 65. Freiheit Nord", Wils, Burgdorf- und schließlich abzuspringen, zog sich aber hievei erhebliche Verletzungen versammlung ab. Der Vorsitzende gedachte in einer kurzen Ansprache Ladewig, Kommandantenstr. 65. Wildenowstraßen- Ece. Sangeslust III", Tempelhof, Gehrt, Dorfstr. 18. zu. Schließlich gelang die Landung mit Hilfe von herbeigeeilten des verstorbenen Vertrauensmanns des Kreises Nieder- Barnim, Anton ,, Völkerfrühling", Höhlke, Oranienstr. 109. Solidarität II", Potsdam, Leuten. Die Luftschiffer ließen sich von er Polizei Anwesenheit und Stopp, sowie unsres unvergeßlichen Vorkämpfers Wilhelm Liebknecht. Brandenb. Kommunikation 16, Glafer. Liedeslust II", Potsdam, Landung bescheinigen und traten dann nit der Bahn die Rückreise Alsdann referierte Genosse Lantow über:" Die Entwicklung Frank- Brandenb. Kommunikation 16, Glafer. Süd- Ost III", Kirschkowsky, nach Paris an. reichs vom 16. bis zum 18. Jahrhundert". Von einer Diskussion Faldensteinstr. 7. wurde Abstand genommen. Nachdem einige Vereinsangelegenheiten besprochen waren, machte der Vorsitzende die Anwesenden auf die Lokalliste aufmerksam. Er wies darauf hin, mit welchen Schwierigkeiten der noch junge Wahlverein hier am Ort zu fämpfen hat. Seit 3 Monaten konnte keine Bersammlung abgehalten werden, da sämtliche Wirte ihre Lokale zurückgezogen hatten, trotzdem ist die Zahl der Mitglieder in den drei stillen Monaten von 60 auf 107 gestiegen. Die Genossen haben agitatorisch ihre Pflicht voll und ganz gethan, sie sollten nun aber auch in ihrem eigenen Interesse der Lokalliste mehr Geltung verschaffen. Nachdem Genosse Schulz einiges über die Landtagswahlen gesprochen, entstand über diesen Punkt eine rege Debatte, in der für und gegen die Beteiligung Stellung genommen wurde. Alle Anwesenden waren sich am Schluß der Debatte darüber einig, daß nach Annahme des bekannten Parteitagsbeschlusses in Mainz jeder Genosse, ob. Gegner oder Nicht- Gegner der Wahlbeteiligung, in den kommenden Kämpfen seine Schuldigkeit zu thun hat. Der Vorsitzende schloß die interessante Versammlung mit den lezten Worten unsres großen Toten Wilhelm Liebknecht: Immer die Offensive, niemals die Defensive!" In Adlershof fand am 29. September eine GewerkschaftsBerjammlung statt, einberufen von der Ortsverwaltung des Deutschen Holzarbeiter- Verbands. Genosse Matthies aus Elbingerode hielt einen durch Lichtbilder illustrierten Vortrag. Derselbe wurde mit großem Beifall aufgenommen. Die Polizei glänzte diesmal durch Abwesenheit, was im Reiche des Herrn v. Oppen wohl das erste Mal vorgekommen ist.' Köpenick. Die Mitglieder der hiesigen Zahlstelle des Verbands der Handels-, Transport- und Verkehrsarbeiter hielten am 29. September ihre regelmäßige Versammlung ab, in der einige Wahlen vorgenommen wurden. Zum 2. Vorsitzenden wurde Wilhelm Seidel, zum Revisor Karl Lempuhl gewählt. Hierauf hielt Genosse Nickel einen Vortrag über Neutrale oder politische Gewerkschaften?" Redner stellte sich auf den Standpunkt Bebels. Sodann wurde die Abhaltung eines Vergnügens beschlossen, das Weitere aber dem Vorstande überlassen. Die Adresse des ersten Vorsitzenden ist: Otto Nickel, Friedrichshagen, Kurzestr. 11. Vereinskalender. " Deutsche Eiche", Schulz in Kagel. Frohe Arbeiter- Raucherbund Berlins und der Umgegend. Aenderungen im Vereinskalender sind zu richten an Albert Liebetreu, Berlin, Putbuser straße 44, IV. Freitag: Germania", Kubazki, Arndtstr. 21. straße 29 a. Stunde", Gauger, Alexandrinenſtr. 122.„ Apfelblüte", Hoffmann, Wiesen Gefang:, Turn: und gesellige Vereine. Freitag. Tanzlehrer verein" Solidarität", Englischer Hof, Neue Roßstr. 3. Vergnügungsverein Waldesgrün", Pichosti, Staligerstr. 142. Schwimmverein Ost", Uebungsstunde jeden Freitag abends 7 Uhr in der ehemaligen Auerbachschen BadeAnstalt, Stralauer Chauffee. Gesangverein" Jugendfreuden", Uebungsstunde 9-11 bei Arlt, Brunnenſtr. 30. von 8-10 Uhr: 2. Männerabt. Stalizerstr. 55-56. Arbeiter Turnerbund. Freitag. Turnb.„ Fichte", Berlin. Abds. 4. Männerabt.: Siemensstraße 20( Moabit). 5. Männerabt. Aderstr. 67. 6. Männerabt. Stallschreiberstraße 54. 9. Männerabteilung Müllerstr. 158, Ecke Triftstraße. 1. Lehrlingsabt. Friedenstr. 37. 3. Lehrlingsabt. Boechstr. 17/20. 6. Lehrlingsabt. Reichenbergerstraße 67-70. 8. Lehrlingsabt. Höchstestraße 36-37. 1. Damenabt. Mariannen- Ufer 1a." Freie Turnerschaft", Rixdorf- Briz. 1. Lehrlingsabt. abends von 8-10% Uhr, Thomas, Hermannſtr. 48/50. bei Peters, Knesebeckstraße 113. 1. Schülerinnenabt. abends 61/ 2-812 1hr, 1. Männerabt. 81/ 2-1012 Uhr - Turnerschaft des Vereins„ Nereus" ( gegr. 1882), Männerabt. von 8-10 Uhr abds., Reichenbergerstr. 131/132 Damen- Abt. v. 8-10 Uhr abds., Manteuffelstr. 7. Turnverein Eiche", Köpenick, Männer- und Jugendabteilung von 7 bis 9½½ Uhr abends, Hotel Klein am Wilhelmsplatz.- Turno." Froh u. Frei", Groß- Lichterfelde, Friedrichsfelde, abends 81/ 2-102 Uhr, Bube, Prinzen- Allee 30. Bagel, Chauffeeftr. 104, 81-1012 Uhr abends. Freie Turnerschaft", Arbeiter Schwimmerbund. Anfragen an E. Bratke, Schulftr. 24. Schwimmklub Neptun", Weißensee, abends 72 Uhr, im Seebad Weißenseer Schwimmflub Vorwärts", abends 712 Uhr, ehemalige Auerbachsche Badeanstalt, Stralauer Allee. Schwimmverein, Gut- Naß", Uebungsstunde jeden Freitag, abends 7 Uhr, Reinickendorfer Seebad. " Arbeiter Stenographenvereine. Stolze"( Einigungssystem). tag. Tanz- Institut Grupe, Aumenstr. 16, abends 82 Uhr. Verein zielbewußter Händler und Geschäftsinhaber. Freitag nach dem 15. Gipsstr. 16. FreiJeden Gewerkschaftshauses. Am Freitag: Sattler. Zwanglose Zusammenkunft mit Damen im Restaurant des Arbeiter Radfahrerverein, Berlin. Freitag: Ueben im Kunstund Reigenfahren bei Raabe, Kolbergerstr. 23. Arbeiterverein ,, Vorwärts", Kopenhagen. Jeden Sonnabend im Verkehrslokal, Korsgade 49; Versammlung. Daselbst befindet sich auch die Bibliothek des Vereins. Die nach Kopenhagen kommenden Genossen wollen dies beachten. Gemeinsame Ortskaffe für Schöneberg und Friedenau. Heute abend 8 Uhr Versammlung im Klubhause, Hauptstr. 5/6. Aufstellung der Kandidaten zur Generalversammlung. Der socialdemokratische Verein Johannisthal und Nieder. Schöneweide hält seine Generalversammlung am 6. Oftober, abends 82 Uhr, Arbeiter Bildungsschule," Neue Roßstraße 3. Freitag: Bibliothet: 8-9 Uhr. Beginn des Unterrichts: 9 Uhr, Gude 11 Uhr. Arbeiter Sängerbund Berlins und der Umgegend. Vorfikender: Rich. Thate, Schöneberg, Grunewaldstr. 99. Erster Kassierer im Lokal von Senftleben ab. Seifrit, Fidicinstr. 16. Alle Aenderungen im Vereinskalender find Vermischkes. zu richten an Otto Rasche, Reichenbergererstraße 115a. Freitag. Uebungsstunde abends 9-11 Uhr. Aufnahme von Mitgliedern. Kaiser'scher Männerchor", Wernau, Schwedterstr. 23/24.„ Nord", Adolf Professor Nerust, der Erfinder der Nernst- Lampe, schwebte, Neumann, Brunnenstr. 150. Unverzagt I", Schmidt, Skalizerstr. 51/52. wie der Hamb. St." mitteilt, am Sonntag in großer Gefahr. Er Buchbinder Männerchor", Fürstenhof, Köpniderstr. 137/38. ,, Vereinte benutzte auf einer Landtour ein Benzin- Automobil, dessen Mechanismus Sangesbrüder Moabits", Pfarr, Buttligstr. 10. Maiglöckchen I" Sache, nicht ordnungsmäßig funktionierte. Um der Ursache nachzuforschen, Lindowerstr. 26. Gemütlich feit", Krüger, Seydelstr. 30.„ Georgina", Balzer, Grünauerstr. 14. Rheingold", Feind, Weinstr. 11. Piosen: stieg er beim benachbarten Grone ab. Kaum hatte er sich zu den thaler Vorstadt", Irmert, Swinemünderstr. 26." Iris", Martin, Naunyn: Rädern niedergebengt, als der Benzinbehälter explodierte. Das Autoftraße 86.Männer- Gesangverein", Brandenburg a. H., Mengert, Bergstr.6.- mobil brannte bis auf die Räder nieder. " Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Freitag, den 5. Oftober. Opernhaus. Die Meistersinger von Nürnberg. Anfang 7 Uhr. Schauspielhaus. Wallensteins Lager. Schiller Theater ( Wallner Theater). Freitag, abends 8 Uhr: Faust. Tragödie von Wolfgang Goethe. 1. Teil, erster Abend. Sonnabend, abends 8 Uhr: Faust, 1. Teil, zweiter Abend. RANIA** f'aubenstr. 48/49. Im Theater abends 8 Uhr: Auf den Wogen des Oceans. Invalidenstr. 57/62. Die Piccolomini. Auf. 7 Uhr. Sonntag, nachmittags 3uhr: Tägl. Sternwarte. : Neues Opern Theater( Kroll). Der Mikado. Anfang 72 Uhr. Deutsches. Der Probekandidat. Anfang 7 Uhr. Lessing. Johannisfeuer. Anfang 72 Uhr. Berliner. Ueber unsre Kraft. Aufaug 7 Uhr. Residenz. Die Dame von Maxim. Anfang 72 Uhr. Neues. Der weiße Hirsch. Anfang 71 11hr. Weften. Die lustigen Weiber von Windsor. Anfang 72 Uhr. Schiller. Faust.( 1. Teil.) Anfang 8 Uhr. Amphytrion. Hierauf Die Schulreiterin. Sonntag, abends 8 Uhr: Die goldne Eva. Central Theater Heute u. täglich Anfang 7 Uhr. Der griechische Sklave. ( A Greek Slave.) Ausstattungs Operette in 3 Atten von Sidney Jones. Morgen und folgende Tage: Der griechische Sklave. Sonntag, nachmittags 3 Uhr zu halben Preisen: Die Geisha. Secessionsbühne. Komödie der Liebe, Thalia- Theater Anfang, 72 Uhr. Heute und folgende Tage: Central. Der griechische Sklave. Der Liebesschlüssel. Anfang 72 Uhr. Thalia. Der Liebesschlüssel. Anfang 72 Uhr. Luisen. Die guten Freunde. Anfang 8 Uhr. Friedrich Wilhelmstädtisches. Der Tugendring. Anfang 7 Uhr. Carl Weiß. Müller und Schulze auf der Pariser Weltausstellung. Anfang 8 Uhr. Belle- Alliance. Der Prozeßhans1. Anfang 8 Uhr. Metropol. Specialitätenvorstellung. Der Mandarin von Tsing- lingting. Anfang 8 Uhr. Apollo. Venus 8 Uhr. Große Ausstattungsposse mit Gesang und Tanz. Im 2. Att: Musikalisch- automati sches Potpourri( glänzend. Finale). Hauptdarsteller: Thomas, Thielicher, und die Damen Milton Schäffer, Helmerding, Junkermann, Paulmüller Wanovius, Junter- Schatz. Anfang 72 Uhr. Palast- Theater früher Feen- Palast, Burgstr. 22. Specialitäten- Vorstellung. Oktober- Kolossal- Programm auf Erden. Anfang 18 Uhr. Neu! 8½ Uhr. Palaft. Specialitäten Borstellung. Der olle Muckebold. Der olle Muckebold. Anfang 72 lthr.. Reichshallen. Urania. Emanuel Muck, Rentier: Stettiner Sänger. Direttor Richard Winkler. Anfang 8 Uhr. Unter andern Nummern 1. Rang.: Passage Panoptikum. Speciali: The Vulcanos, im Reiche des Satans. täten- Vorstellung. Ueberlé-Truppe, Parterre Akrobaten. Lilli Groné, Rostüm- Soubrette. Mercédas- Duo, Grcentrits. Brothers Lebré, Matrosenspiele. The Minellis, Rraftturner. Anfang: Wochent. 71/2, Sonnt. 7 Uhr. Entree: 50 f. Invalidenftr. 57/62. Täglich abends von 5-10 Uhr: Sternwarte. Taubenstr. 48/49. Abends 8 Uhr ( im Theatersaal): Auf den Wellen des Oceans. Carl Weiss- Theater Cirkus Busch Gr. Frankfurterstr. 132. Prolog, verfaßt, u. gesprochen vom Dir. Carl Weiss. Bum 25. Male: Müller und Schulze auf der Pariser Weltausstellung. Ausstattungspoffe mit Gesang in fünf Bildern. Anfang 8 Uhr. Freitag, den 5. Oft., abds. 7 Uhr: Humoristischer Gala- Abend. Berliner Landpartien. Tolle Streiche zu Wasser und zu Lande. Charivari von 100 Clowns, männliche und weibliche, und vor: zügliches Programm. Kragen Manschetten Serviteurs Oberhemden Krawatten Hosenträger sehr billig. Nachmittags 5-10 Uhr. Passage- Panopticum. Letzte Woche: Marokkaner- Truppe. Vorstellung stündlich. Passage- Theater: Vorstellung von 7-10% Uhr. Deutsche Zehn Gebote für Aerzte, deren Refolgung für die Patienten ganz nüßlich sein dürfte, veröffentlicht T. R. Landau- Nürnberg im Bayrischen Aerztlichen Korrespondenzblat". Diese goldenen zehn Gebote" beziehen sich im wesentlichen af das überflüssige Rezeptverschreiben und lauten: " 1. Nicht immer muß man ein Rezept verschreiben; Auch anders läßt sich Krankheit oftvertreiben. 2. Eh Du verschreibst, studier' die Areitstage Das ist fürwahr des Kostenpunktes Achse! 3. Die Tage der Gefäße mußt Du temen, Soll man sorgfältig und gerecht Dch nennen. 4. Remissum vitrum( Zurücknahme der Medizinflasche) muß man sets bemerken Bei wiederholten Apothekerwerken! 5. Benuze gern die Handverkaufs- Artiel, Sie helfen auch und sparen manche: Nickel. 6. Doch soll'n sie Handverkaufs- Artikel bleiben, Mußt Du nach Geldwert immer sie verschreiben. 7. Erprobte Mittel wählen ist das Rechte, Denn alte Mittel sind nicht immer slechte! 8. Bei neuen Mitteln halte Dich gebunden, Eh' Du verschreibst, die Preise zu erlinden. 9. Die fremden Specialitäten meide, Bekannte sind es meist in neuem Aleid! 10. Doch nientals darfst am falschen Ort Du sparen, Das Erste ist, das Wohl des Kranken vahren! Der Herzog von Manchester. Dieer Tage hat sich in London der bankbrüchige Herzog von Manchefer, der neunte diefes Namens, vor seinen Gläubigern verantworten nüssen. Der Herzog ist erst 23 Jahre alt, hat aber bereits abgewirtschafter Seine Großmutter ist die jetzige Herzogin von Devonshire, die, eine Tohter des Grafen Alton von Hannover, den siebenten Herzog von Mançester in erster Ehe Heiratete mt und nach dessen Tod 1890 dem damaligen Marquis of Hartington vor den Altar trat. Der junge Herzog von Manchester ist durch das Testament des Großvaters Erbe von zwei Familiengütern; da diese aber Fideiommisse und mit Hypothekenschulden hoch belastet sind, zieht der Herzog feinen Vorteil aus diesem Besitz. Sogar der Viehbestand auf den zum Kimbolton Castle in Huntingonshire gehörenden Gütern mußte veräußert werden, um die dringendsten Gläubiger zu befriedigen. Der Herzog ist ein sehr lockerer Zeifig, konnte daher mit seinem Taschengeld von 70 Lfir.(= 1400 m.) monatlig nicht auskommen und versuchte es als Schauspieler in Amerika, tam aber auch beim Theater auf keinen grünen Zweig. Schließlich wirde er am 18. d. M. für bankbrüchig erklärt und am 28. d. M. war sein erstes Verhör. Während die Hypothetargläubiger durch den Ertrag der Landgüter gedeckt sind; waren Gläubiger für 42 000 str. angemeldet, von denen nur 9000 Lstr. durch die Nutznießungsrechte des Herzogs gedeckt sind. Von den übrigen 33 000 str. betrachtete des Herzogs Rechtsanwalt 10 000 ftr. als unzulässig; der Herzog weiß selbst nicht, wie viele Wechsel er unterschrieben hat. Der Earl of Sandwich wurde als Treuhänder des Herzogs von Manchester für die Masse ernannt. HERREN- HUT Preiswerther Filz in mehreren Farben mit Atlasfutter MARKE BLITZ" 1 Mk 90. Baer Sohn Herren und Knaben Chausseesh Ausstattungen. 25 Brückenstr. 11. Haarfilzhüte Cylinderhüte Chapeau claques Handschuhe Schirme Tricotagen sehr billig. Cirkus Renz- Konzert- Tunnel Apollo- Theater. Karlstrasse. Nur erstklassige Wochentags 7 Uhr. Sonntags 5 Uhr. Specialitäten. Direktion: J. M. Hütt. Jeden Sonnabend nach der Vorstellung: Tanz ohne Nachzahlung. Konzerthallen Cirkus Alb. Schumann.| Metropol- Theater. Spandauer Brücke. 4 Täglich ausländische Kapellen 4 Gr. Theater- Vorstellung. Reichshallen. Täglich: Stettiner Sänger. Anfang: Wochentags 8 Uhr. Sonntags 7 Uhr. Entree 50 Pfennig. Vorverkauf 40 Pf. Heute, Freitag, abends präc. 71/2 Uhr: Gr. außerordenliche Vorstellung. Des 9 Uhr- Ladenschlusses wegen BeMit anhaltendem grossen Erfolge: Venus auf Erden. Ferner: Adele Moraw und acht neue erstklassige Specialitäten. Anfang 8 Uhr. Koloffaler Erfolg des neuen Bro- ginn ber Operette 9 Uhr 15 Minuten. Sanssouci gramms. Täglich neue Debuts, sowie Auftreten der neu engagierten Specialitäten. Vorführung d. neuesten anerkannt unerreicht dastehenden Originaldreffuren des Direttors Alb. Zum Schluß: Ein Sensationsschlager 1. Ranges: Schumann. Der größte Operetten- Erfolg dieser Saison. Eduard Steinberger als Gaft. Der Mandarin Yon Tsing- ling- ting, sowie das phänomenale Kottbuserstrasse. Jeden Sonntag, Montag und Donnerstag: Hoffmanns CHINA. Oktober- Special.- Programm Unterhaltungs- Mufik. Großes Wasserschaustück. Die Unfren in Kiautschou. Jane Pierny. Bonhair- Truppe. Der Aufstand der Boxer- Krieg. Anf. 8 Uhr. Rauchen überall gestattet. Die Verbündeten vor Taku- Peking. Das vollständig armierte Panzer: Geschwader. Sonnabend: II. Grand Soiree HighLife. 1. Debut der tgl. Liliputanischen Hoffünstlertruppe: Les Colibris. Die 9 fleinsten Menschen der Welt mit ihren prachtvollen Gala- Equi: pagen und 6 Liliput- Pferden. Sonntag 2 Vorstellungen. In beiden Borstellungen: Les Colibris. CASTANS PANOPTICUM Die neuen lebenden Photographien. Graf Waldersee. Kampf mit chinesischen Boxern. Konzert der russischen Nationalkapelle aus Kiew, Kapellmeister Semaschko. Illusionen Kasperl- Theater Irrgarten- Schreckenskammer. Nordd. Sänger. Anfang Sonntags 7 Uhr. Entree 50 Bf. Von 5-7: Wochentags 8 Uhr. Entree 30 Pf. Nach jeder Soiree: Tanzkränzchen. Wochentags Tanz frel. Vereins: und Vorzugsbillets wochentags gültig. Säle zu Festlicht. u. Versammlungen. W. Noacks Theater. Brunnenstraße 16. Heute, Freitag, den 5. Ottober cr.: Der Bureaukrat. Schwant in 4 Aften von G. v. Moser. Morgen, Sonnabend: Keine Bor stellung. 6 Partei- Versammlungen Dienstag, den 9. Oktober, abends 8 Uhr: 1. Kreis: Arminhallen, Kommandantenstraße 20. 2. Kreis: Bock- Brauerei, Tempelhofer Berg. 3. Kreis: Märkischer Hof, Admiralstraße 18c. 4. Kreis: Urania, Wrangelstraße 9-10. 5. Kreis: Brauerei Bötzow, Prenzlauer Allee. 6. Kreis: Kösliner Hof, Köslinerstraße 8. Tages- Ordnung: Orts- Krankenkasse der Sattler Verein zur Wahrung der Interessen der Maurer Berlins und Umgegend. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß und verwandten Gewerbe zu Berlin. unser treues Mitglied Erste Abänderung zum Statut der Orts- Krantentasse der Wilhelm Schure Sattler und verwandten Gewerbe zu Berlin. Artikel 1. § 12 Biffer 2 des Statuts erhält folgende Fassung: Im Fall der Erwerbsunfähigkeit vom ersten Tage der Erkrankung für jeden Kalendertag, einschließlich der Sonn- und Feiertage, die Hälfte des im§ 11 festgesetzten Tagelohns. Artikel 2. Die vorstehende Abänderung tritt am ersten Montag nach der statutenmäßigen Bekanntmachung in Kraft. Genehmigt nach langem, schwerem Leiden am Dienstag früh an der Proletarierfrankheit gestorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet hente, Freitag, nachmittags 3 Uhr, vom TrauerHause, Wiesenstraße 9, nach dem frei: religiösen Friedhof, Pappel- Allee, statt: Um rege Beteiligung ersucht 129/18 Der Vorstand. Deutscher H. Marske, Borf. H. Fange, Schrift. Buchbinder- Verband. Nachricht, daß unser Kollege, der Buch Berlin, den 14. September 1900. Namens des Bezirksausschusses: ( L.S.) Der Vorsitzende. J. B.: Siber. ad 3903 Gev. II/ 00. 273/5 C. 353/1. 00. Vorstehende Abänderung macht hiermit statutenmäßig bekannt Bericht der Vertrauensleute, der Preßkommission, Lokalkommission ad 3572 Gev. II/ 00. und Agitationskommission der Provinz Brandenburg und Neuwahl der= selben. Berichterstattung von der Brandenburger Parteikonferenz und dem Parteitag. 209/3 Zahlreiches Erscheinen der Parteigenossen erwarten exchneasd Die Vertrauensleute. Berlin, den 5. Oftober 1900. Der Vorstand der Orts- Krankenkasse der Sattler u. verw. Gew. zu Berlin. H. Werner, Vorf., Manteuffelstr. 29. J. Rülke, Schriftf., Weinbergsweg 6. Den Mitgliedern hiermit die traurige [ 26/8 binder Franz Quest am Sonnabend, den 29. Sept., infolge eines Unglücksfalls verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntagnachmittag um 4 Uhr von der Reichenhalle der Sebastian- Gemeinde in Reinickendorf aus statt. Um recht rege Beteiligung bittet Die Ortsverwaltung. Deutscher Müllers Kronprinzen- Garten Juh. H. Gürsch. Bekannten mit, daß ich am 1. Oktober Teile hierdurch allen Freunden und obiges Saalgeschäft übernommen habe. Vereinen und Gesellschaften halte [ 56590* mich bestens empfohlen. H. Gürsch, Gastwirt. Filzhüte für Herren neueste Form, 1,50 und 2,00, fehlerfret, hochfeine Qualität 2.50 und 3,00, extra feine 3,50-4,50[* im Hut- Engros- Lager, Prenzlauerstrasse 20, 2 Tr. Cylinderhüte, Chapeaux claque und Knabenhüte in großer Auswahl. Ehe Sie Trauringe Uhren, Goldwaren beachten faufen, Sie bitte unsre Achtung! Holzarbeiter- Verband.|| ermäßigten, billigsten Preise. Verband der Sattler und verw. Berufsgen. Atung! Supferschmiede. Achtung! Holzarbeiter- Verband Versammlungen der Branchen. Filiale 1: Geschirr- und Galanterie- Sattler Sonnabend, den 6. Oktober, abends 82 Uhr, im Englischen Hof, Neue Roßstraße Nr. 3. Tagesordnung: 1. Der Militärarbeiter- Streit und wie erhalten wir uns aktionsfähig. Referent: Rollege Alb. Hoffmann. 2. Dis: kussion. 3. Wahlen zum Vorstand und zur Lohnkommission. 4. Verschiedenes. Filiale III: Taschen- und Kofferbranche. Dienstag, den 9. Oktober, abends 9 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15. E 2008 Filiale IV: Militäreffekten- Sattler Sonnabend, den 6. Oktober cr., abends 8 Uhr, in den Armin: hallen, Kommandantenstr. 20. Tagesordnung: Was lehrt uns unser Streit? Referent: Kollege Alfred Riedel. Diskussion. Verschiedenes. Filiale V: Teppich- und Linoleumleger feben Montag nach dem 1. und 15. eines jeden Monats abends, 9 Uhr, in den Arminhallen, Kommandantenstr. 20. Filiale VI: Wagen- Sattler Den Mitgliedern zur Nachricht, daß Sonnabend, den 6. Oktober, abends 9 Uhr, im Gewerkschaftshaus der Kollege, Tischler ( Saal I), Engel Ufer 15: Oeffentl. Versammlung d. Kupferschmiede Berlins. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Genossen G. Wagner: Das Reichs- Seuchengesetz und die Gefundheitspflege des Proletariats. 2. Abrechnung vom Dispositions: fonds. 3. Wahl von drei Revisoren. 4. Bericht des Delegierten zur Berliner Gewerkschaftskommission und Neuwahl der öffentlichen Kommission. 5. Verschiedenes. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht Achtung! 99/7 Der Einberufer. Achtung! Rabitspanner und Träger! Sonntag, d. 7. Oktober, vormittags 10 Uhr, im Lokal des Herrn G. Jannaschk, Inselstrasse 10: Mitglieder- Versammlung. Tages Ordnung: heiten. 3. Verschiedenes. 1. Bericht von der letzten Bahlstellen- Konferenz. 2. Verbandsangelegen Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht Die Ortsverwaltung. Tischler- Verein zu Berlin. 3376 Dienstag, den 9. Oktober, abends 82 Uhr, im Vereinshaus von Mörschel. Jüdenstraße, Ecke Stralauerstraße. Tagesordnung: 1. Konstituierung des Vorstands. 2. Agitation. Sonnabend, den 6. Oktober, abends 8½ Uhr, Melchiorstraße 15: 3. Verschiedenes. Alle Sammellisten müffen in diesen Versammlungen zur Stelle sein. Um recht zahlreiche Beteiligung ersuchen Die Vorstände. Sonnabend, den 27. Oktober cr., Verlammlung. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Ingenieurs Herrn Grempe über:„ Technische Fort: schritte im Verkehrswesen." 2. Diskussion. 199/8 Ausgabe der Billets zu dem am 20. Oktober stattfindenden Der Vorstand. in der Berliner Ressource, Kommandantenstr. 57: Stiftungsfest. Regen Besuch erwartet XII. Stiftungs- Fest. Achtung! Großes Konzert. Gesangsvorträge der Gesellschaft Strzelewicz sowie des Gelang- Dereins der Sattler. Festrede vom Kollegen Assmann. Während der Vorstellung im Nebensaal, nach derselben in beiden Sälen Eröffnung 72 Uhr. Tanz. Anfang 8 Uhr. Entree Damen 40 Pf., Herren inkl. Tanz 60 Pf. Billets find in sämtlichen Versammlungen sowie bei den bekannten Kollegen zu haben. 160/13 Das Vergnügungskomitee. Um rege Beteiligung ersucht Bauarbeiter. Achtung! Sonntag, den 7. d. M., vormittags 11 1hr: Mitglieder Versammlung der Zahlstelle Berlin III des Verbands der Bauarbeiter Deutschlands im Lokal des Herrn Zimmermann, Badstr. 58. Tages Ordnung: V 1. Der Kapitalismus am Ende der Prosperitätsperiode. Referent: Reichstags- Abgeordneter Rosenow. 2. Abrechnung vom 3. Quartal und vom Sommervergnügen. 3. Verbandsangelegenheiten. Unt rege Beteiligung ersucht Centralverband der Maurer Deutschlands c Zahlstelle I Berlin. Sonntag, den 7. Oktober, vormittags 11 Uhr: Mitglieder- Versammlung in den Arminhallen", Kommandantenstr. 20. Tages Ordnung: 1. Abrechnung vom 2. Quartal. 2. Vortrag über die Weltausstellung in Paris. Referenten: Kollegen Dähne und Simanowski. 3. Ber: schiedenes. 134/20 Wir erinnern nochmals die Kollegen daran, daß mit dem 1. Oftober die neue Arbeitsordnung in Straft getreten ist und die tägliche Arbeitszeit abends 512 Uhr endet. Wir bitten, daß überall darauf geachtet wird; alle Fälle, wo von den Kollegen länger gearbeitet wird, ersuchen wir uns um gehend, wenn möglich persönlich, in unserm Bureau zu melden. Im Auftrage der örtlichen Verwaltung: Franz Schulz. Verband der Bau-, Erd- und gewerbl. Hilfsarbeiter Deutschlands. Zahlstelle Berlin I. Sonntag, 7. Oktober, nachm. 5 Uhr, im Lokal von Graumann, Naunynftr. 27: Mitglieder Versammlung mit Frauen. Tagesordnung: 1. Vortrag. Referent wird in der Versammlung bekannt gegeben. 2. Abrechnung vom 3. Quartal 1900. 3. Verbandsangelegenheiten. Nach der Versammlung: Gemütliches Beisammensein. Die Mitglieder werden ersucht, recht zahlreich mit ihren Frauen zu erscheinen. 43/7 Die Ortsverwaltung." Verein der Bauanschläger Berlins und Umgegend. Sonntag, den 7. Oktober, vorm. 10% Uhr. im Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15, Saal I: General- Derlammlung. Tages Ordnung: 1. Aufnahme neuer Mitglieder. 2. Kassenbericht. 3. Neuwahl des 1. Vorsitzenden. 4. Fall Senger. 5. Bericht der 21er Kommission. 6. Ver: fchiedenes. 34/3 Die Mitglieder werden aufgefordert, ihre neuen Statutenbücher abzuheben und beide Starten zur Abstempelung vorzulegen, da sonst§ 5 in Kraft tritt. Marten werden von 129-11 Uhr ausgegeben. Der Vorstand. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Heute, Freitag, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engelsfer 15: [ 1076 Sitzung der Orts- Verwaltung.] 0000 Unsinn ist Viel Geld Die Ortsverwaltung. 43/8 für Hüte auszugeben, man erhält auch zu billigen Preisen gute Sachen, wenn man die richtige Bezugs: quelle tennt.[ 53942* Bernhard Schmidt am 2. d. M. verstorben ist. Die Beerdigung findet am Freitag, den 5. b. W., nachm. 4½ Uhr, von hofs, Rirdorf, aus statt. der Leichenhalle des Emmaus- KirchUn rege Beteiligung ersucht 108/1 Die Ortsverwaltung. B Die weltbekannte H Bettfedern- fabrik GuftabLuftig, BerlinS., Pringenstraße 46, versendet gegen Nachnahme garant.neue Bettfedern d. Bfb. 55 ẞf., hinesische Halbbaunen d. Pfd. M.1,25, bessere Halbdaunen d. Pfb. M. 1,75, borzügliche Daunen d. Pfd. M. 2,85. Von diesen Daunen genügen 3 bis 4 Pfund zum großen Oberbett. Berpadung frei. Preisl. u. Proben gratis. Biele Anerkennungsschr. Charlottenburg. M. Schmerberg[ 56532* Wilmersdorfer- Strasse 127, Uhrmacher und Goldarbeiter. 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Ausschlaggebend dürfte die Rücksicht Gerüsteinsturz an der Oberspree sein Leben lassen mußte, ist von der auf die Kassenbeamten gewesen sein, für die allerdings solch ein Staatsanwaltschaft auch gestern noch keine Bestimmung ge= Monatserster ebenfalls fein Vergnügen war. troffen; die Leiche liegt auch jetzt noch auf demselben Blaze, Achtung, VI. Wahlkreis. Den Genossen und Genossinnen Eine strenge Kontrolle für die Besucher des Lesesaals der mittags 31/2 Uhr stattgefundenen Katastrophe gebettet hat, da die wohin man sie nach der am Montag, 1. Oktober, nachzur Nachricht, am Sonntagvormittag eine Flugblatt töniglichen Bibliothek ist jetzt eingeführt. Die GeneralVerbreitung stattfindet. Wir ersuchen diejenigen, welche bei der verwaltung der Bibliothek hat folgende Bekanntmachung erlassen: Staatsanwaltschaft überhaupt noch keine Besichtigung derselben hat Verbreitung helfen wollen, fich pünktlich morgens 8 Uhr( außer in Jufolge unliebsamer Borkommnisse wird vom 1. Oktober an von und Baukommission waren, was verwunderlich erscheint, bis gestern vornehmen lassen. Auch die übrigen Kommissionen, die Gerichtsden bekannten Stellen) in folgenden Lokalen einzufinden: J. Pfarr, den Besuchern des Lesesaals die Vorzeigung der vorgeschriebenen mittag noch nicht auf der Unglücksstelle zu lokalen Feststellungen erPutligstr. 10; Krause, Müllerstr. 7a; Schulze, Schwarzkopffftr. 15; Benugungstarte(§ 4 der Benugungsordnung) bezw. von Studierenden schienen, so daß auch jetzt noch alles beim alten ist. Die Frau des Thomas, Gartenstr. 152; Brinkmann, Prinzen- Allee 21; Herrmann, der Erkennungskarte verlangt werden. Einmalige Besucher ohne getöteten Witt, welche erst Mittwoch von einer Reise zurückgekehrt Putbuserstr. 45; Bachgänger, Swinemünderstr. 34; Rofin, Ruppiner Karte haben sich beim aufsichtführenden Beamten zu melden." ist, wollte gern ihren toten Mann sehen und ihn einfargen lassen, es und Schönholzerstraßen- Ecke; Hoppe, Ackerstraße 21; Schönfeld, Der Neunuhr- Ladenschluß hat auch den Fernsprechbeamten mußte ihr aber beides verwehrt werden, weil die Leiche nicht be Fehrbellinerstraße 9. Zahlreiche Beteiligung der Genossen und Ge- Erleichterung verschafft. Die Zahl der in der Zeit von 9-10 Uhr rührt oder in ihrer Lage verändert werden darf; auch ist ihr Ausnossinnen ist Ehrenpflicht. abends geführten Gespräche weist eine ganz bedeutende Abnahme sehen durch die Gesichts- und Schädelverletzungen, welche das GeDas socialdemokratische Wahlfomitee. auf. So hatte beispielsweise das Amt III gestern in der Zeit von hirn bloßgelegt und die Kinnlade schiefgetrieben haben, ein jo 914-10 Uhr nur insgesamt 930 Verbindungen herzustellen, während schrecklicher, daß man der weinenden Frau diesen Anblick Friedrichshagen. Am Sonnabend, den 6. Oktober, abends bei regulärem Betriebe früher mehr als die doppelte Bahl Gespräche schon aus Menschenfreundlichkeit ersparen mußte. Das Befinden 81/2 11hr, findet im kleinen Saal von Karl Conrad eine Partei- geführt wurde. der übrigen Opfer der Katastrophe, soweit sie noch in der jetzt vom bersammlung statt mit der Tagesordnung: 1. Bericht des Delegierten, Genossen Gebauer, über den Mainzer Parteitag. Grand Hotel Alexanderplatz hat die Censur eingegriffen und das Auch bei den„ orientalischen Naturfängern" im Theater Dr. H. Stabel geleiteten Alinit der Unfallstation III untergebracht der frühere Leiter Dr. Bode hat seit dem 1. Oktober die 2. Distuffion. 3. Bericht des Vertrauensmanns, der Revisoren und von der Direktion eingereichte Melodrama von Goldfaden„ Die chirurgische Abteilung des Krankenhauſes in Neu- Weißensee überder Lokalkommission. 4. Neuwahl des Vertrauensmanns, der nommen ist im allgemeinen befriedigend. Auch den schwer verRevisoren und der Lokalfommission. 5. Wahl von Delegierten zur Opferung Jfaaks" für die Aufführung verboten. letzten Monteur Heckenstein, der mit Wundfieber zu kämpfen hat, hofft Kreiskonferenz. 6. Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen bittet man durchzubringen, jedoch wird er und der gleichfalls sehr schwer Der Vertrauensmann. verlegte Arbeiter Linde mehrere Monate in der Selinit zubringen müssen. Die andren beiden, die Arbeiter Münze und Vogel, dürften eher entlassen werden können, obgleich sie auch hart daniederliegen. Nur der in Hausbehandlung entlassene Bergmann dürfte, sobald sein gebrochener Arm geheilt ist, die Arbeit wieder aufnehmen können. Lokales. Bürgermeister Brinkmann ist gestern in sein neues Amt eingeführt worden. Herr Kirschner hielt eine laue müde Ansprache. Der alte Langerhans sprach kräftig von der Notwendigkeit des Schutzes der Selbständigkeit und Selbstverwaltung der Gemeinde. Dann nahm der Bürgermeister Brinkmann das Wort. Er skizzierte die Aufgaben der großen Städte namentlich Berlins- proklamierte die Notwendigkeit eigner Regie für das städtische Verkehrswesen und fand auch warme Worte für die Zur Nachforschung nach einem verschwundenen jungen städtische Wohnungsreform und für die Fürsorge für Berliner fordert der Landrat von Stubenrauch die Amtsvorsteher die städtischen Angestellten und Arbeiter. Interessant war die und Gendarmen des Kreises Teltow auf. Am Sonnabend, 29. SepHaltung der freisinnigen Majorität während der tember, vormittags, hat sich der Schüler Alfred Booß, 19/2 Jahre bürgermeisterlichen Rede. Immer länger wurden die alt, aus Berlin auf einem Zweirad entfernt, ohne daß bisher über Gesichter, immer verdußter starrten sich die Herren an. seinen Aufenthalt dem Vater, Prokuristen Paul Booß in Berlin, Gar manchem tam wohl der Faustsche Osterspaziergang ins Wörtherstr. 5, etwas bekannt geworden ist. Der junge Mann ist Gedächtnis: Nein, er gefällt mir nicht, der neue Bürgermeister". am Sonnabendmittag im Lokal Moorlake an der Havel gesehen Wir wollen hoffen, daß in diesem Fall das alte Wort: Neue Besen tehren gut", nicht nur für den Anfang gilt! Die Zahl der Wohnungslosen im Familienashl des städtischen Obdachs ist weiter gestiegen. Bis Donnerstagvormittag 10 Uhr sind noch 60 Familien mit 207 Köpfen hinzugekommen; im ganzen beherbergte das Obdach zu dieser Stunde 387 Familien mit 1573 Köpfen. Ferner find zu den vorhandenen 173 Wirtschaften noch 10 weitere aufgenommen worden. worden. find Selbstmord eines Garde- Unteroffiziers. Mit militärischen Ehren beerdigt wurde vorgestern nachmittag auf dem GarnisonKirchhof in der Hafenhaide ein Selbstmörder vom 2. GardeDragoner- Regiment in der Blücherstraße. Es handelt sich um den 22 Jahre alten, aus Ostpreußen stammenden Unteroffizier Arthur ehtes von der 2. Schwadron genannten Regiments, der sich am Sonntagvormittag auf dem Futterboden der Kaserne durch einen Unter Hinterlassung einer bedeutenden Schuldenlast ist der Revolverschuß ins Herz getötet hatte. Schwere Verfehlungen Gold-, Silber- und Bijouteriewaren- Händler Hugo Wolff aus der der That war Furcht vor einer strengen Strafe, die ihm wegen Geschäften und reiste in der Provinz umher, um seine Waren umhaben den jungen Mann in den Tod getrieben, denn das Motiv zu Chausseestr. 122 verschwunden. Wolff kaufte von hiesigen großen einer Reihe von Diebstählen in Aussicht stand. An der Beerdigung nahmen teil der Major Prinz von Sachsen- Weimar, mehrere zulegen. Das Geschäft ging auch eine Zeitlang, geriet dann aber Offiziere, die Wachtmeister und Unteroffiziere, sowie 20 Mann der stillen Teilhaber. Dessen Einlage wurde jedoch durch die Unkosten ins Stocken. Um es wieder flott zu machen, nahm Wolff einen Schwadron. und die persönlichen Aufwendungen Wolffs aufgebraucht, ohne daß die geschäftliche Lage besser wurde. Nun sollte auch noch die Frau des stillen Teilhabers mit ihrem persönlichen Vermögen einspringen, sie war jedoch vorsichtig und rettete ihr Geld. Vor vierzehn Tagen ging Wolff wieder auf Reisen und ließ zunächst nichts von sich hören. Nach acht Tagen schrieb er seiner Frau von der schweizerischen Grenze, daß er sein Geschäft nicht mehr halten föme und nicht zurüdfehren werde. Bald wurden bei der Frau auch fällige Wechsel vorgezeigt, konnten aber nicht eingelöst werden. Der Zusammenbruch wurde offenkundig und über das Vermögen des Verschwundenen das Konkursverfahren erHäuslicher Zwift hat die 51 Jahre alte Frau des Gelegen die sich mit Wechseln bezahlen ließen, und der stille Teilhaber. Man öffnet. Am schlimmsten geschädigt sind die hiesigen Geschäftshäuser, heitsarbeiters Klaube aus der Wienerstraße in den Tod getrieben. Die Leute lebten seit Jahren in Unfrieden. Als vorgestern nach- spricht von einer Unterbilanz von etwa 100 000 m. Der Aufenthalt mittag es wieder Streit gegeben hatte, schickte die Frau ihre drei- Wolfss ist noch nicht bekannt. zehnjährige Tochter von Hause weg und nahm, während ihr Mann Die volkstümlichen Kurse Berliner Hochschullehrer werden sich in der Küche befand, in der Stube Schweinfurter Grün. Die Ende Oftober wieder ihren Anfang nehmen. Die Erfahrungen der Frau starb noch vorgestern abend im Krankenhause am Urban. beiden früheren Jahre zeigen, daß damit ein wirkliches Bedürfnis verwalteten VI. Bolizei- Bauinspetti on sind am 3. Oktober d. I. wiegende Zahl der Zuhörer gestellt hat. Die größte Schwierigkeit Die Diensträume der vom königlichen Bauinspektor Höpfner Arbeiterschaft, wie von vornherein beabsichtigt war, die über der Berliner Bevölkerung befriedigt wird und daß die eigentliche nach der Schönhauser- Allee 41 verlegt worden. bei diesen Kursen besteht darin, daß sowohl in den naturwissenschaftwisse grundlegende Kenntniſſe fehlen, lichen wie geisteswissenschaftlichen Vorlesungen den Zuhörern ge ständnis erforderlich find; deshalb sollen nach Beschluß des Ausschusses fünftig immer neben den Specialvorträgen auch Ein. führungsturse in die fundamentalen Wissenschaften nebenhergehen. In diesem Winter wird Privatdocent Dr. Wolffenstein einen Elementarfurfus in Chemie mit Experimenten veranstalten. Auch für die geisteswissenschaftlichen Vorträge hat sich ein solches Bedürfnis fchaft, Litteratur und Kunst usw. ein gewisses Hindernis herausgestellt. Bisher ist bei den Kursen über Rechtswissen des Verständnisses dadurch entstanden, daß die allgemein üblichen, meist dem Latein entnommenen Ausdrücke der wiffens schaftlichen Sprache, die auch bei volkstümlichen Vorträgen nicht ganz umgangen werden können, erst erklärt werden mußten. Man will daher in diesem Winter den Verfuch machen, durch Einrichtung eines I ateinischen Elementarfuries eine gewisse Abhilfe zu schaffen, wofür gleich bei der Gründung der Kurse Hermann Grimm sich lebhaft ausgesprochen hatte und womit Professor Diels man in Wien sehr gute Erfahrungen gemacht hat. und Privatdocent Dr. Helm beabsichtigen in sechs mit Uebungen verbundenen Vorträgen die Teilnehmer des Kurses in die Anfangsgründe der lateinischen Sprache einzuführen und sie soweit zu Wäre es da nicht zu erwägen, ob die Stadt nicht mehr zu thun hätte, als sich der wohnungslosen Familien im Obdach anzunehmen? ist die Leichenschau an dem im Tegeler Forst freiwillig aus dem modernen Sprachen aufgenommenen lateinischen Elementen nicht Die erfte öffentliche Amtshandlung der neuen Kriegsgerichte fördern, daß fie eine allgemeine Anschauung vom Bau und an dem aus, bein Wortvorrat dieſer Sprache erhalten und somit ben in bie Was von der Verwaltung gethan ist, ist aller Ehren wert; auf Leben geschiedenen Fahnenjunker Meise vom Eisenbahn- Regiment mehr fremd und verständnislos gegenüberstehen. die Dauer genügt es aber nicht. Durch Erbauung Kleinerer Woh- Nr. 3, 8. Komp. Dieselbe wurde am Mittwochvormittag seitens einer Teilnahme an diesem Kursus wird es sogar möglich sein, leichte Nach fleißiger nungen etwa auf eignem Grund und Boden würde die Kommune Gerichtskommission des Kriegsgerichts der 2. Garde- Infanterie- lateinische Schriftstellen ohne weitere Hilfe zu lesen. Abgesehen von nicht allein dem Notstand abhelfen, sondern sogar vorteilhaft für Division vorgenommen, welcher die Eisenbahn- Brigade unterstellt ist. der erheblichen Förderung an allgemeiner Bildung, die mit der Erden Stadtsäckel wirtschaften. Einer solchen That, die das recht tief Eins der wichtigsten und meistbeschäftigten Seriegsgerichte lernung jeder fremden, und namentlich einer so bedeutenden Kulturgefunkene Ansehen Berlins in socialpolitischen Dingen beträchtlich wird, auch für die Civilbevölkerung Berlins, das neu geschaffene sprache, verbunden ist, dürfte der lateinische Elementarkursus auch heben würde, ist nichts im Wege als der Widerwille der Hausmanchen willkommen sein, deren Beruf eine gewisse Kenntnis des befizer. Freilich vergessen wir, daß diese Menschenklasse dant unsrer Lateins wünschenswert macht. Ausführliche Programme der Vorherrlichen Kommunalgesetzgebung allmächtig ist und in ihrem gemeintragsfurfe find in der Centralstelle für Arbeiter Wohlfahrts- Einschädlichen Eigennuß es selbst bei zehnfach größerem Notstand nicht richtungen, W. Röthenerstr. 23 II, tostenfrei zu haben. zu wirklichen Abhilfemaßnahmen kommen lassen würde. Daß es Arbeiterfamilien zur Zeit unmöglich ist, für gutes Geld eine Wohnung zu bekommen, ersieht man deutlich aus dem Umstande, daß fast alle Häupter der im Obdach aufgenommenen Familien am frühen Morgen ihrer regelmäßigen Beschäftigung nachgehen. Die Hausbefizer vermieten einfach an Personen mit zahlreichen Kindern Teine Wohnungen; sie wissen, daß dieser Artikel begehrt ist wie noch nie und unbefehens von Leuten Bersönlichkeit noch nicht festgestellt ist. Ein Schußmann fand die Jm Tiergarten vergiftet hat sich ein junger Mann, dessen Zeiche in der Nähe des großen Sterns heute morgen und sorgte für ihre Ueberführung nach dem Schauhause. Bei ihr lag ein Fläschchen mit dem Rest einer Flüssigkeit und ein fleines Glas. Der Mann In seiner Wohnung erschoß sich vorgestern abend der Aufihrer seher Hermann Kasper aus der Stralauer Allee 12. Bahl für einen Preis hingenommen wird, der selbst in Berlin un- war seit mehreren Jahren im Sommer in großen Gartenwirtschaften verschämt genannt werden muß. Gestern ging aus dem Rathaus angestellt, zuletzt in Treptow, und erst vor wenigen Tagen wieder eine Art Aufruf an die Hauswirte, ein freundliches Entgegenkommen nach Berlin gezogen. zu zeigen und doch Anerbietungen von etwa noch leerstehenden Seinen Verlegungen erlegen ist ein unbekannter Mann, der Quartieren der Inspektion des Obdachs zu übermitteln. Einige in der Nähe des Kolonnenwegs auf dem Tempelhofer Felde schwer weiße Raben ausgenommen, werden die Hauswirte nicht schlecht geschmunzelt haben, als sie beim Morgenkaffee diesen Appell an ihr mildes Herz auf sich einwirken ließen. Das Schlimme ist, daß der gegenwärtige Notstand in absehbarer Zeit kein Ende nehmen wird. Die Baukonjunktur beginnt zu stoden und was an Neubauten errichtet wird, enthält selbst in Arbeiter vierteln und Arbeitervororten meist nur große und mittlere, jedoch nur sehr selten Kleinere Wohnungen. verlegt aufgefunden und bewußtlos nach dem Krankenhause am Urban gebracht wurde. Der Verunglückte hatte einen Beckenbruch und Berreißungen innerer Organe. Ein Rad eines schweren Wagens muß ihm über den Leib gegangen sein. Wie der Unfall sich zu getragen hat, weiß man nicht. Der Aermste ist wahrscheinlich unbemerkt überfahren worden, hat sich von der Chaussee noch mühsam ein Stück seitwärts geschleppt und ist dann in der Dunkelheit hilflos liegen geblieben, bis man ihn kurz nach 9 Uhr abends fand. Er soll ein Arbeiter Karl Müller sein. Aus den Nachbarorten. V Zu den Stadtverordneten Wahlen in Rigdorf. Ain 11. Oktober finden bekanntlich die Erfazwahlen für unsre durch das bekannte Urteil des Oberverwaltungsgerichts aus der Stadtverordneten Die Wahl Bersammlung hinausgedrängten Parteigenossen statt. bureaus für die dritte Wählerklasse befinden sich für den Bezirk 1 im evangelischen Vereinshaus, Richardplay 16; für den Bezirk 2 im Hollmachschen Lokal, Bergstr. 67; für den Bezirk 6 im Hildebrandtichen Lokal, Berlinerstr. 105; für den Bezirk 9 in der Neuen Welt, Hafenheide 108/114; für den Bezirk 13 im Wittenbergschen Lokal, Bring Handjerystr. 69; für den Bezirk 14 im Hartmannschen Lokal, Kopfftr. 59; für den Bezirk 15 im Graffunderschen Lokal, Hermannstraße 156. Kommandanturgericht sein. Dasselbe hat nämlich über sämtliche Vergehen, welche die Sicherheit des Orts gefährden, sowie über alle Wachvergehen abzuurteilen. Zu den Funktionen des Kommandanturgerichts gehören auch sämtliche Requifitionen seitens der Militärbehörde des Reichs, sowie auch fremder Staaten, als Fahndung auf Die Urania wird, vielfachen Wünschen entsprechend, den Vortrag, Gine Fahnenflüchtige, Aufsuchung sogenannter unsicherer Kantonisten usw. Wanderung durch die Weltausstellung in Paris" noch kurze Zeit in ihrem Mit Beginn dieses Winterhalbjahrs wird die Zahl der zum Militärjustizbeamten dieses Gerichts ist Staatsanwalt Dannen- Institut in der Invalidenstraße zur Wiederholung bringen; demselben wird Gemeindeschulen Berlins um vier, von 237 auf 241, ver- baum, welcher bisher in Anrich, früher beim hiesigen Kriminalgericht dann Mitte Oftober ein Vortrag des Herrn Generalfonful von Hesse- Wartegg mehrt; außerdem erhalten fünf Schulen sogenannte Filialen. Die des Landgerichts I Berlin thätig war, ernannt worden. Berufs- über China folgen. bier neuen Schulen werden sämtlich in gemieteten Räumen eröffnet. instanz für die Entscheidung dieses Gerichts ist nur das Gouverne Die Zahl der eignen Schulgebäude wird um drei Doppel- Schul- ments- Gericht, welches den Charakter eines Ober- Kriegsgerichts besitzt. häuser( Dunders, Oderberger- und Rostockerstraße) und ein einfaches Schulhaus( Grenzstraße) vermehrt. In diese Häuser werden sieben Die Sicherheitszustände am Maibachufer spotten, wie ims bereits bestehende Gemeindeschulen verlegt, die bisher in ge- ein dortiger Anwohner schreibt, zur Zeit jeder Beschreibung. Gegen mieteten Räumen untergebracht waren. Mitternacht, wenn die Kashemmen am Kottbuserdamm 2c. Ruhegehälter, Witwenpenfionen, Erziehungsgelder usw. schließen, verteilt sich der Strom der Zuhälter und Dirnen auf follen fünftig den Empfangsberechtigten, wenn fie es wünschen, von die benachbarten Straßen; vorzugsweise wird aber das Maibachufer den töniglichen Kassen durch die Post ins Haus geschickt von dieser Gesellschaft in Anspruch genommen. Dann geht Nacht werden. Diese Nachricht wird in den beteiligten Streifen mit großer für Nacht ein Randalieren los, wie man es kaum für möglich halten Befriedigung aufgenommen werden. Der Zwang, die Gelder sollte unter einer Polizeiverwaltung, die für jeden ehrenhaften allmonatlich bei den Stassen abzuholen, war ein alter Zopf, der allmählich recht lang geworden war Arbeiter, der als Streitposten ruhig seiner Pflicht nachgeht, eine und schon längst hätte abgeschnitten werden müssen. Man muß die Anzahl Schuyleute in Bereitschaft hält. Förmliche Schlachten werden von Zustände, die sich daraus ergeben, selber einmal mit angesehen dem Gesindel geliefert. Zwanzig bis dreißig Menschen gehen unter Gebrüll haben, um beurteilen zu können, was dieses unzeit- und wüsten Schimpfreden aufeinander los und prügeln sich, Dirnen gemäße Festhalten an einer veralteten, ebenfalls für die klein- treischen dazwischen und zum Ueberfluß mischt sich in den Höllen städtischen Verhältnisse des vormärzlichen Berlin passenden Ein- lärm noch das Geheul von einem Dugend Kettenhunden auf den richtung für die das Geld abholenden Personen zu bedeuten hatte. benachbarten Holzplägen. Dieser Herenfabbath dauert oft stundenMancher invalide Unterbeamte, dem es besser gethan hätte, wenn lang; besonders fühlbar ist er des Sonnabendnachts, wo die Beer in seinem Großvaterstuhl hätte ſizen bleiben dürfen, manche wohner thatsächlich an Schlaf kaum denken können. Wie es unter arme Witwe, die daheim ihre Kinder und ihre Wirtschaft zu bes jorgen hatte oder ihrem Verdienst nachgehen mußte, war solchen Zuständen mit der persönlichen Sicherheit am Maibachufer Monatsersten gezwungen, nach der Kasse zu wandern und bestellt ist, braucht wohl kaum gejagt zu werden; es ist thatsächlich dort stundenlang auf ihre paar Groschen zu warten. so weit gekommen, daß man nach Mitternacht diese Gegend nicht Wenn der Weg weit war, mußte für die Hin- und Rück- anders als bewaffnet passieren kann. fahrt mehr ausgegeben werden, als die Zusendung durch die Post am Die Erhöhung des für Rigdorf behördlich auf 2,40 m. festgesetzten Tagelohn: Sages, der der Bemessung des Krankengelds für die Mitglieder der Allgemeinen Rigdorfer Orts Krankenkasse zu Grunde liegt, hatte der Stadtv. Wach als Mitglied der Gewerbedeputation angeregt. Den Anlaß dazu hatten die lebhaften Klagen vieler erwachsener kassenmitglieder über das geringe Krankengeld von 7,20 Mark wöchentlich geboten. Bürgermeister Voigt beranlaßte darauf den Vorstand der Kasse zu einer gutachtlichen Aeußerung. Diese lag der Deputation in ihrer gestrigen Sizung vor. Der Kassenvorstand hat danach einstimmig die Erhöhung des Sazzes für erwachsene männliche Arbeiter es handelt sich um alle Beerklärt. Nach seinen Feststellungen betrug der tägliche Durchschnittsvon 2,40 M. auf 3 M. für durchaus notwendig verdienst der erwachsenen männlichen Mitglieder im Januar 3,33 M. und im Juli 3,64 M. Da mit der gewünschten Erhöhung das Krankengeld von 1,20 M. auf 1,50 m. täglich steigen würde, wäre allerdings eine Erhöhung der Beiträge zugleich geboten. Herr Stadtrufe Straßensperrung. Die Königsbergerstraße vom Küftrinerplak betragen hätte. Für schwache Personen war das Warten in den bis zur Memelerstraße wird behufs Legung von Doppelgeleisen vom überfüllten, von stickiger Luft erfüllten Vorräumen, wo auch keine 5. b. M. ab bis auf weiteres für Fuhrwerte und Reiter gesperrt. ausreichende Siggelegenheit vorhanden war, eine unerträgliche Qual. Wenn diesen Zuständen jetzt endlich ein Ende gemacht werden soll, Zum Banunglück an der Oberspree. Ueber die Freigabe so handelt es sich dabei wahrscheinlich nicht einmal um eine Rück der Leiche des Eisenarbeiters Witt, der bei dem verhängnisvollen 2 rat Granier, der Vorsitzende der Deputation, vermochte die Not- Im städtischen Arbeitsnachweis der Stadt Schöneberg waren er bald auf seinem Stuhl ein. Der Sohn des Wirts, der wendigkeit der Erhöhung des durchschnittlichen Tagelohusages nicht für den Monat September vorhanden: Angebote der Arbeit- 22jährige Musiker Hanke, wedte ihn und forderte ihn auf, recht einzusehen". Stadtv. Wach wurde aufgefordert, feine Gründe geber 174( 79 männliche und 95 weibliche). Gesuche der Arbeit sich zu entfernen, ba δας Lokal geschlossen werden noch einmal darzulegen, was er denn auch that. Es verwies darauf, nehmer 115( 48 männliche und 67 weibliche). Davon wurden erledigt solle. Bei dieser Gelegenheit tam es zwischen beiden zu einem daß die wirtschaftlichen und socialen Verhältnisse in Nixdorf die durch Einstellung 100( 39 männliche, 61 weibliche) Personen. Ver- Wortwechsel. Hante folgte dem Hinausgewiesenen auf die Straße gleichen seien wie in Berlin. Der Durchschnittsverdienst der Nixdorfer langt wurden hauptsächlich Fabritarbeiter( 50), Arbeitsburschen und hinaus. Wie Lizbersti behauptet, hat Hanke ihm mehrere Schläge Arbeiter in ihrer Allgemeinheit übersteige 2,40 m. ganz wesentlich Hausdiener sowie Aufwärterinnen und Fabrikarbeiterinnen. An ins Genic versetzt, fodaß er mit den Ellenbogen und Knien auf das und unter den obwaltenden Verhältnissen sei mit einem Kranken- Dienstmädchen wurden 36 gesucht. Pflaster fiel. Seinen Regenschirm habe er in der Hand gehalten, gelb von 7,20 Mart in Nigdorf wenig anzufangen. Zu der Bahnpflege in der Schule. Eine bemerkenswerte Verfügung die Spike desselben habe etwa einen Fuß lang über die Schulter Angelegenheit sprachen verschiedene andre Mitglieder der Deputation. über die törperliche Gesundheitspflege der Schüler hat die Regierung hinausgeragt. Hante müsse über ihn gefallen und dabei mit dem Auge Obwohl die betreffenden Herren als Arbeitgeber im wirtschaftlichen in Potsdam an die Orts- und Kreisschulinspektoren, die Schul- in die Spitze des Regenschirms geraten sein. Dem Hanke iſt die Spike Leben stehen, erklärten fie fich alle gleich dem Vorsitzenden da deputationen und die einzelnen Schulvorstände erlaffen. Es er- durch das Auge ins Gehirn gedrungen; er ist sofort bewußtlos geworden gegen, zur Zeit die Festsetzung eines höheren Tagelohns im scheint notwendig," so lautet die Verfügung, daß auch seitens der und bald darauf verstorben. Der Verteidiger, Rechtsanwalt Dr. Schwindt, Sinne des Krankenversicherungs- Gesetzes zu befürworten. Es wurde Schule der Bahnhygiene größere Aufmerksamkeit als bisher zu- berief fich auf mehrere ärztliche Gutachten darüber, daß die Art der beantragt, die Sache bis zur Erledigung der in Aussicht stehenden gewendet wird. Wir ersuchen daher die Schulbehörden, dafür Sorge Verlegung für die Glaubwürdigkeit der von dem Angeklagten ge Novelle zum Krankenversicherungs- Gesetz zu vertagen. Der Antrag zu tragen, daß bei dem naturkundlichen Unterricht regelmäßig auf gebenen Schilderung spreche und die Sachverständigen erkannten auch steller, ein Jnnungsmann, meinte, die Löhne würden sich nicht die hohe Bedeutung einer vernunftgemäßen Zahn- und Mund- an, daß der Befund eine solche Annahme wenigstens zulasse. Es auf der jeßigen Höhe halten und durch die Aenderung pflege, namentlich auch schon soweit die Verhütung von Er- trat zuletzt aber ein einwandfreier Beuge auf, der des Gesezes würde manches anders werden". Ein frankungen in Betracht kommt, nachdrücklich hingewiesen und den eine ganz andre Darstellung des Vorfalls gab. Er habe sich einige weiterer Redner, ebenfalls Bürgerdeputierter aus den Reihen der Schülern die hierfür erforderliche Anleitung gegeben wird." Schritte entfernt von Ligbersti befunden und genau gesehen, daß Arbeitgeber, führte aus, den Arbeitern würde wahrscheinlich eine Erhöhung der Beiträge nicht passen. Stadtv. Wach trat diefen und Friedrichshagen, liegt seit Sonntag ein mit Ralfsteinen be- Gesicht des vor ihm stehenden Hanke führte. Der lettere sei plög Verunglückt? Am Ufer der Spree, zwischen Köpenick und dieser mehrere Stöße mit der Spize seines Regenschirms gegen das Der erwähnte Antrag auf Ber- ladener Kahn, dem Schiffseigentümer Albert Reinte aus lich lautlos zusammengebrochen. Auf Grund dieser Aussage kam tagung wurde gegen die eine Stimme Wachs angenommen, nach Jaseniß gehörig, ohne jede Aufsicht und ohne Bemannung. Auf der Gerichtshof zu der Anficht, daß die Straffammer zur Aburteilung dem ein bürgerlicher Stadtverordneter vor einer Begrabung" der dem Fahrzeuge selbst herrscht die größte Unordnung, die Sachen der That nicht fompetent fei, die Sache wurde dem Schwurs Angelegenheit gewarnt hatte. Der Herr hatte Grund zu der Warnung, denn die ganze Art, wie die Gegner den Antrag Wach be- liegen auf Ded und in den Kajüten bunt durcheinander. Bisher Bericht übergewiesen. Die Orts- Krankenkasse zu Homburg v. d. Höhe hatte in handelten, hatte etwas von einem Zeichenbegängnis an sich. In hat sich nur feststellen lassen, daß die Eheleute Reinke felbft mit an Bord waren, aber uneinig lebten. Wo das Ehepaar mit dem der außerordentlichen Generalversammlung vom 19. Juli 1899 eine einer späteren Sigung will sich Herr Stadtrat Granier ausführlich andern Personal geblieben ist, fonnte nicht ermittelt werden, deshalb Statutenänderung beschlossen, die sich auf die Wahl der Vertreter über die Verhältnisse der Ortskaffe äußern. Er deutete an, daß er so manches daran auszusehen habe. Aehnliche Andeutungen hatten hat man die Heimatsbehörde in Kenntnis gefeßt. Die Ladung ist zur Generalversammlung bezog. Und zwar hatte man eine Art schon vorher einige der Redner gemacht. Zur Erklärung dürfte die in Kaltberge- Rüdersdorf aufgenommen und für Eichhorst in Darguhn Proportional- Wahlsystem vorgefehen. Unter anderm wurde Mitteilung dienen, daß die Kasse von Socialdemokraten ber bestimmt. bestimmt: Dem Vorstand sind vor der Wahl Listen mit den Namen waltet wird. Wir kommen darauf zurück. der Kandidaten zu unterbreiten. Diese werden als Grundlage für die Wahl nur anerkannt, wenn sie die Unterschrift von mindestens 30 Wahlberechtigten tragen. Kandidaten, welche auf mehreren Listen verähnlichen Darlegungen entgegen. " Gerichts- Beifung. bor Der Plan, in Nixdorf eine kaufmännische Fortbildungsschule zu errichten, ist von der Gewerbedeputation vorläufig Im Wendland- Prozeß nahm Landgerichts- Direktor Müller zeichnet sind, haben selber zu entscheiden, auf welcher Lifte fie bleiben aufgegeben worden. Als die Deputation der Sache näher trat, glaubte fie mit etwa 90 Schülern rechnen zu können. Auf ein gestern die Verhandlungen wieder auf. Diese erstreckten sich wiederum wollen. Wer auf keiner der anerkannten Vorschlagslisten steht, kann Rundschreiben, das 83 taufmännische Firmen erhielten, meldeten sich auf die Vorgänge bei der Gründung der Genossenschaft und der nicht gewählt werden. Die Stimmzettel find zusammengefaltet bei aber nur 19 Lehrlinge unter 18 Jahren zur Teilnahme am Unter- päteren Umwandlung in eine Kommanditgesellschaft auf Attien, fo- der Wahl abzugeben. Der Bezirksausschuß versagte zunächst der die Genehmigung, weil im Gesetz wie auf die Prüfung des Prospetts und seiner thatsächlichen An- Statutenänderung Wahl richt. Mit Rücksicht auf dies Reſultat wurde die Angelegenheit auf gaben. Hervorzuheben ist u. a. eine Bemerkung des Borsigenden, für die Bertreterwahl geheime ein Jahr vertagt. Es soll dann eine neue Umfrage stattfinden. Die gewerbliche Fortbildungsschule umfaßt nach baß der Angeklagte Wendland die Allgemeine Börsenzeitung" für gefchrieben sei, hier aber von einer solchen nicht die Nede einem in derselben Deputationsfizung erstatteten Bericht des Kreis- etwa 13 000 m. gekauft und etwa 1/2 Jahre später das mit dem ein tönne. Der Vorstand der Kasse beantragte mündliche Ber Bankgeschäft verbundene Verlagsgeschäft an den Deutschen Bant- handlung und hatte die Genugthuung, daß der Bezirksausschuß nunSchulinspektors Dr. v. Komorowsky 17 Klaſſen, von denen acht verein G. G. für 110 000 m. verlauft hat. Was die Streitfrage der mehr die Genehmigung erteilte. Das Gericht nahm jezt an, daß Zeichenklaffen sind. Am Zeichenunterricht nahmen im letzten Semester Veröffentlichung" betrifft, so behauptete Wendland nach wie vor, das Princip der geheimen Wahl durch die Abgabe geſchloſſener 293 Schüler teil, darunter befanden sich 111 Metallarbeiter, as per Prospett lediglich an eine Anzahl von Kunden in ge- Stimmzettel genügend gewahrt ſei. Der Regierungskommissar, 67 Holzarbeiter, 23 Bauarbeiter, 20 im graphischen Geschlossenem Couvert geschickt worden sei und bestritt entschieden, daß der das öffentliche Intereffe zu wahren hat, legte Revision werbe beschäftigte Personen. Um den 43 Schülern der und machte geltend, daß trot der Abgabe ges der Prospekt auch der Allg. Börsengtg." beigelegen habe. Die Ver- ein Unterstufe eine gute Durchbildung angedeihen zu laffen, sollen nehmung einiger früheren Angestellten der Genossenschaft brachte ich I offener Stimmzettel der Vorschrift des Gesezes, daß fie ihren Kurfus bis Weihnachten oder Ostern weiter nehmen. Der in dieser Beziehung keine belastende Aufklärung. Lehrreich waren die Vertreter in geheimer Wahl zu wählen wären, nicht Kreisschulinspektor beantragte, für den Fall, daß der von ihm er- die Bekundungen des früheren Vorsitzenden des Aufsichtsrats, genügt fei. Alles andre vollziehe sich in der Deffentlichkeit. wartete Eintritt neuer Schüler erfolgt, eine neunte Zeichentlaffe Brivatiers Hilmar v. Bille. Er hat sich, wie er auf Befragen Auch sei schon vorher festgestellt, wer zu wählen fei; die Wahleinrichten zu dürfen. Die Deputation stimmte dem zu. Der Unter- bes Borsigenden angab, um die sonstige Geschäftsführung nicht be- berechtigten seien an eine bestimmte Zahl von Personen gebunden. richt in der neuen Klaffe soll dem Lehrer Hofrichter übertragen fümmert, sondern vorwiegend die Kaffe revidiert. Dabei hat ihm Es wäre anzunehmen, daß der Reichstag bei Aufnahme der frags werden. Die beabsichtigte Einführung des Physit nicht immer ein beglaubigter Abschluß eines Bücherrevisors vor- lichen Bestimmung in das Gefeß mit geheimer Wahl sein eignes unterrichts scheitert an dem Mangel an Lehrmittelu. Das Geld für solche ist auch nicht vorhanden. gelegen, er hat, wie er sagte, immer vollstes Vertrauen zu den An- Wahlsystem gemeint habe. Das Ober- Verwaltungsgericht Die Schuldeputation hat gaben Wendlands gehabt, um so mehr, als er wußte, daß der hob die Entscheidung des Bezirksausschusses auf und erkannte dahin, es abgelehnt, 1500 bis 1600 M. vorzuschießen. Es ist darauf eine Rechtsanwalt Dr. Mar Hoffmann der Syndikus der Genossenschaft daß die Genehmigung zu jener Statutenänderung zu berjagen Eingabe an die Regierung gemacht worden. Die Antwort steht noch war. Er hat auch die Prüfung des Prospekts nicht vorgenommen, fei. Das Gericht ging davon aus, daß die freie Wahl und die aus. Die Gewerbebeputation beschloß auch in dieser Sache Vertagung. auch in dieser Beziehung der besseren Einsicht des Herrn Wendland Beheime Wahl, deren Begriffe aufammenliefen, schrieben: Bilder des trasfesten Elends erblickte man beim dies gesellschaft auf Attien aus Ueber die Wohnungsnot in Neu- Weißensee wird uns ge- vertraut und seinerseits die Umwandlung in eine Kommandit nicht verträglich seien mit diesem Proportionalwahlsystem. aus dem Gründe für empfehlens maligen Umzug; waren es doch Dutzende von Familien, die mit wert gehalten, weil er immer gehört hatte, daß bei Attien Berlin, dem dieser in Stettin zum Opfer fiel, hat nunmehr vor dem Der Totschlag an dem Schlosser Alexander Prinz aus ohne Unterkunft, ohne Wohnung für sich und ihre fast durchgängig Auch die übrigen Aufsichtsratsmitglieder haben sich nach den Be- ausführlich berichteten, war P. am 25. August d. I. zur Teilnahme ( Heiterfeit.) dortigen Schwurgericht seine Sühne gefunden. Wie wir seiner Zeit zahlreiche Kinderschar. War doch bei der Wohnungsuche die erste Frage tundungen dieses Beugen auf eine besondere Prüfung der Kaffen- an einer Hochzeit im Hause seiner in Stettin wohnenden Verwandten der Hauspafchas nach der Anzahl der Kinder gerichtet gewesen. abschlüsse nicht eingelassen, sondern volles Vertrauen zu Wendland nach dort gekommen und hatte bald nach seiner Ankunft daselbst in Je größer die Kinderzahl, desto herzloser die Abweisung. So mußte es denn kommen, daß bei dem herrschenden Mangel gerade diejenigen gehabt und das, was dieser ihnen vorlegte, unterschrieben. Zeuge Begleitung feines ihn vom Bahnhof abholenden Schwagers einige Teine Wohnung erhielten, welche fünf bis acht und noch mehr die Genossenschaft eingebracht haben, sondern hat davon nur par stunde auf dem Heimweg begriffen waren, v. Wilke konnte auch nichts darüber befunden, was die Einzelnen in Gastwirtschaften besucht. Als beide in vorgerückter Nachtgeriet B. mit Familienmitglieder zählten. Die Gemeinde zeigte sich außer stande, distance" gehört. Für seine Stellung als Aufsichtsrat hat der Beuge einigen vor auch nur annähernd alle diese Obdachlosen unterzubringen; werden Gehalt nicht bekommen, sondern nur für die Sigungen des Auf- einen Wortwechsel, einem Tanzlofal stehenden jungen Männern in in dessen weiterem Verlauf B. einen doch die knappen Geldmittel zu den angeblich so notwendigen fichtsrats an Versäumniskosten je 3-5 m. erstattet erhalten. Messerstich in die rechte Halsseite erhielt, der die HauptschlagM. Kirchenbauten, zur Ausschmückung der Straßen bei Festivi- Rechtsanwalt Lewin Il als Verteidiger des Angeklagten ader traf und nach wenigen Minuten den Tod des Bedauerns täten usw. verwendet. Wozu durch falsche Sentimentalität sich etwa Soednid, läßt sich von dem Zeugen bestätigen, daß sein werten herbeiführte. Der brutale Messerheld wurde noch in derdazu verleiten lassen, solchen Katastrophen durch vorbeugende Mittel, Selient im wesentlichen Börsenvertreter war und etwa durch Errichtung von Unterkunftsräumen zuvorzukommen? sonst selven Nacht in der Person des 18 jährigen Arbeiters Emil Schulz um die Geschäftsleitung fo gut wie gar nicht bekümmert hat. von dort ermittelt und zur Haft gebracht. Dieser hatte sich nun Doch, gerecht muß man sein. Es ist in diesen Tagen vieles ge- Rechtsanwalt Leonh. Friedmann hob durch Befragen des Zeugen wegen Körperverlegung mit tödlichem Ausgange vor Gericht zu than worden zur Linderung dieser Wohnungsnot. Gar oft begegnete hervor, daß die Geschäftsabschlüsse für 1895 und auch wahrscheinlich verantworten. Die Geschworenen erklärten ihn einstimmig für man einem Mann oder einer Frau, die freudestrahlend, einen Bettel für 1896 durch den Bücherrevisor Bierstedt revidiert worden seien. schuldig und lehnten die Zubilligung mildernder Umstände ab. Der in der Hand, irgend einen der gestrengen Hauspafchas aufsuchten, Der Vorsigende wies darauf hin, daß Wendland in wunderbarer Staatsanwalt hielt eine zehnjährige Buchthausstrafe für eine an um dann später Eingang zu halten, mit ihrer Habe in einen Steller Weise Aufsichtsratsmitglieder beschafft zu haben scheine; das gehe gemessene Sühne. Der Gerichtshof zog indeffen das jugendliche oder sonst einen Raum, der bis dahin von der Polizei als geaus einem Brief eines Hauptmanns v. Schulz hervor, in welchem after des Angeklagten in Betracht und erkannte auf fünf Jahre sundheitsschädlich und als für Menschen unbewohnbar an- es heiße:„ Lieber 2! Ich hatte keine Ahnung, daß ich zuchthaus und fünf Jahre Ehrverlust. gesehen wurde. Der Bettel enthielt die Bescheinigung, daß diese Aufsichtsrat bin; da ich Standesbeamter bin, kann ich einen Näume freigegeben seien. solchen Posten unmöglich annehmen 2c. 2c." Der Zeuge Rechtsanwalt Dr. Max Hoffmann ist Syndikus der Genossenschaft geDie neue ,, Prachtstraße" zwischen Schöneberg und Steglig wefen. Nach seiner Kenntnis der Dinge war Wendland die Seele Vater und Mutter. Ein ganz ungewöhnlicher Borgang wird ist jetzt endlich in ihrer ganzen Ausdehnung fertig, nachdem mit dem des ganzen Unternehmens; in den Aufsichtsrats Sigungen hat aus Erlangen gemeldet: Ein zwölfjähriges Mädchen von dort genas Bau bereits vor mehr als zwei Jahren begonnen worden war. Der gewöhnlich über den Stand der Dinge referiert und genoß dieser Tage eines fräftigen Snäbleins. Als Vater des neuen WeltName Prachtstraße ist eine Reporter- Erfindung. Wer die ziemlich bei den Aufsichtsrats- Mitgliedern bolles Vertrauen. Der table Straße sieht, wird in seinen Erwartungen recht getäuscht sein. Beuge bürgers wurde ein fünfzehnjähriger Bursche ermittelt! ist mit einer Einzahlung von fünfhundert Mark Ihr einziger Vorzug ist ein gutes Asphaltpflaster, weshalb sie von Genossenschafter geworden und Vom Suez Kanal. Infolge Strandens des von Norfolk Sache überhaupt da( Virginia) kommenden Dampfers Emir" liegen zehu Schiffe, Radlern gern aufgesucht wird. durch näher getreten, daß Wendland, dessen außerordentliche In Friedrichshagen brannte am Mittwochmorgen der Kraft er kennen gelernt, fein Slient war. Einige Zeit vor der darunter mehrere Postdampfer, im Kanal fest. Reddingsche Eisschuppen vollständig nieder. Beim Eintreffen Liquidation ist Zeuge aus der Genossenschaft ausgetreten. Er hat der freiwilligen Feuerwehr stand der Schuppen schon in hellen die Lage der Genossenschaft, soweit er sie aus den Berichten kannte, Flammen und die Wehr vermochte das Feuer nur auf den Brand- nicht für ungünstig gehalten und ein Aufgeben der genossenschaft: herd zu beschränken, so daß ein in unmittelbarer Nähe befindlicher lichen Form der Geschäftshandhabung gutheißen können. Bezüglich Wohnraum und die Forst verschont blieben. Die Entstehung des der Umwandlung habe zwischen ihm und Wendland MeinungsFeuers wird auf Brandstiftung zurückgeführt. Der Schuppen ist mit verschiedenheit bestanden. Während er die Form einer einfachen 18 000 m. versichert. Aktiengesellschaft anriet, habe Wendland die Form der KommanditIm Kreis- Krankenhause zu Groß- Lichterfelde ereignete sich, gesellschaft auf Aktien vorgezogen, um durch das Eintreten der wie uns mitgeteilt wird, vor kurzem folgender Vorgang, der einen persönlich haftenden Gesellschafter mit ihrem ganzen Vermögen das beachtenswerten Beitrag zum Kapitel: Behandlung in Krankenhäusern volle Vertrauen der Geschäftsleiter zu dem Unternehmen zum Roggen, gut Ausdruck zu bringen. liefert. Dem gegenüber hob der Vorsitzende Der genannten Heilanstalt wurde am 2. Auguft der Maler hervor, daß die gute Absicht, selbst in die Bresche zu springen, August Hebold aus Schmargendorf zugeführt. Am 4. Auguft von Wendland nicht ausgeführt worden sei. Derselbe habe vielmehr abends stellten sich bei dem Kranken Krampfanfälle ein, feine eignen Aktien schleunigst abgeschoben und beispielsweise das die sich im Laufe der Nacht sechsmal wiederholten, ohne daß Staffa- Sonsortium mit 159 Stück dieser noch gar nicht börsenfähigen) dem Patienten Hilfe und Pflege seitens des Wartepersonals zu teil Aktien beglückt. Rechtsanwalt Dr. Hoffmann, der Mitglied dieses geworden wäre. Am 8. August befand sich der Krante in einem an- Kassa- Konfortiums war, hat letteres als stille Gesellschaft" auffcheinend durch Fieberphantafien hervorgerufenen erregten Zustand. gefaßt, die mit ihren eigenen Mitteln in einer Gruppe spekuliert und Richtstroh Am folgenden Tage, einem Donnerstag, wurde er auf Anordnung dazu sich der Vermittelung des Deutschen Bankvereins bediente, dem gen des behandelnden Arztes, vielleicht weil Anfälle von Tobsucht zu sie eine Provision für seine Mühewaltung zahlte. Diese Thatsache befürchten waren, in einem besonderen Raum, der im Kellergeschoß widerspreche also nicht der vom Staatsanwalt monierten Beliegt, untergebracht. Hier ließ man den Patienten bis zum Sonn- hauptung des Prospekts, daß die Genossenschaft sich nie an Als Belastungszeuge wurde auch abend, dann brachte man ihn wieder in eines der Krankenzimmer. Spekulationen beteiligt habe". Die Mutter Hebolds, welche ihren Sohn am Mittwoch noch ohne ein Landwirt aus Braunschweig vernommen. Nach seiner Bejede äußere Verlegung gefehen hatte, fand ihn am darauffolgenden tundung hat er auf Grund der sehr günstigen Angaben Montag mit verbundenem Kopf. Die Stellen des Gefichts, welche des Prospekts Attien übernommen. Insbesondere will er dazu auch der Verband freiließ, waren start geschwollen und mit blauen Flecken durch die Angabe des Prospekts bewogen sein, daß der Effektenbedeeft, das Weiße im Auge start mit Blut unterlaufen. Blaue bestand 285 000 m. betrage. Der Beuge ist später Aufsichtsratsund braune Flecken fanden sich auch hinter den Ohren und Mitglied der Kommanditgesellschaft geworden und hat eine größere am Halse bis zu den Schultern hinab. Die Mutter, durch Summe verloren. An die Zeugenvernehmungen schloffen sich einden Anblick ihres Sohnes aufs höchste entsegt, wandte sich gehende Gutachten der Sachverständigen über alle bei der Prüfung sogleich an den Krankenhausarzt Dr. Klette und dieser be- der Angaben des Prospekts in Betracht kommenden Fragen. Der hauptete, der Krante habe sich die Verlegungen während seines Borsitzende hofft, mit den Verhandlungen am Freitag zu Ende zu Aufenthalts in dem Stellerzimmer selber beigebracht. Der stell- tommen. bertretende Leiter des Krankenhauses Professor Schleich bestätigte Eine von schweren Folgen begleitete That führte gestern den Kaufmann Otto Ferdinand Lizbersti unter der Andie Angaben des Arztes. Wenn der Krante sich in einem Anfalle von Tobsucht selber so flage der schweren Körperverletzung mit tödlichem Ausgang vor die ist erbebliche Verlegungen zufügen konnte, so war das nur dadurch möglich, dritte Straffammer des Landgerichts I. Ligbersti hatte in der Nacht Wetter Prognose für Freitag, den 5. Oktober 1900. daß man den Patienten ohne genügende Aufsicht in einem für den zum 1. Juli eine Bierreise unternommen. In angetrunkenem Zunächst trocken und meist heiter bei ziemlich frischen südlichen Winden Aufenthalt derartiger Stranter ganz ungeeigneten Staum unterbrachte. Bustande geriet er noch spät in der Nacht in das Lokal und steigender Temperatur; nachher Trübung und etwas Regen. Auch das dürfte in einem Krankenhause nicht vorkommen. Berliner Wetterbureau. des Schankwirts Hante in der Linienstraße. Hier schlief So löst man die Wohnungsfrage. der Vermischtes. " 號 Nach Meldungen aus Bakn brach in den Naphthagruben von Bibi- Eibat ein Brand aus, wodurch ein Schaden von mehr als 200.000 Stubel herbeigeführt wurde. Auch in Ssabuntschata haben 103 Naphthabrunnen durch Feuer schwer gelitten. Weizen, " Marktpreise von Berlin am 3. Oktober 1900 nach Ermittlungen des fgl. Polizeipräsidiums. gut D.- Ctr. Kartoffeln, nene, D- Ctr. mittel Rindfleisch, Keule 1 kg Bauch do. Schweinefleisch Kalbfleisch Hammelfleisch Butter Gier 6,-4, 1,60 1,20 " gering " " 1,30 1, 1,60 1,10 " " mittel gering 1,60 # " 1,60 " " erfte, gut " 15,60 14,90 2,80 2, " " Hafer, gut mittel gering 14,80 14,10 " " 14, 13,40 15,80 14,90 " mittel 14,80 13,90 Karpfen Aale Bander 60 Sind 1 kg 4, 2, 2,80 1,20 2,60 1,20 2,60 1,20 gering " " 13,80 12,90 Hechte 6,66 6,- Barsche 7,30 5, Schleie 40,- 25, Bleie Krebse " 2,- 1, 1,80 0,80 2,40 1,20 Erbsen Speisebohnen 25, Linsen CHIL 70, 30, f) frei Wagen und ab Bahn. 1,40 0,80 per Schot 20-2,50 Produktenmarkt vom 4. Oktober. Auf dem Getreidemarkt ent Porter Notierungen. Inländisches Angebot namentlich für Weizen übte widelte sich heute wider Erwarten schwache Tendenz, troz der hohen New einen Druck aus. Auch waren rentable russische Roggenofferten am Markt. Roggen stellte sich durchschnittlich 0,50 M. bis 0,75 m. niedriger. Weizen mar für vordere Termine wenig verändert, für spätere um 0,50 M. bis 0,75 M. schwächer. Hafer stellte sich etwas fester. Rüböl war unverändert. Spiritus gab um 20 Pf. nach. Briefkasten der Redaktion. Dienstag, Die juristische Sprechstunde findet Montag, Donnerstag und Freitag von 7-9 1hr abends statt. Ludwig L- n. Es wäre gut, wenn Sie Freitag tommen könnten.-s. Wanzleben. Die Nachwahl findet am 18. Oftober statt, unser Kandidat wie bisher Tischlermeister Gerlach. Berantwortlicher Redacteur: Heinrich Wekker in Groß- Lichterfelde. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin.