Mr. 234. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 mt., wöchentlich 28 Pig. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagss Nummer mir illuftrierter Sonntags Beilage ,, Die Neue Welt" 10 Pfg. PoftAbonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Gingetragen in der Post- Zeitungss Preisliste für 1900 unter Mr. 7971. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Erscheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblaff. 17. Jahrg. Die Insertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Rolonel zeile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewertschaftliche Vereinsund Versammlungs- Anzeigen 20@fg. Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inferate für die nächste. Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Hernsprecher: Hmt I, nr. 1508. Telegramm- Adresse: „ Bocialdemokrat Berlin Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Fernsprecher: Amt I, Nr. 1508. Die Revolverchristen. Der Leipziger Vertretertag der National- Socialen bietet mur durch einige Wendungen Interesse, die für die psychologische Stimmung der Herren bezeichnend sind. Die tiefsinnigen Orakelsprüche des Herrn Prof. Sohm- Façon: großer Gesichtspunkt!"- finden wohl nur in diesen Kreisen Bewunderung und Verständnis, in denen der Begriff geistiger Unverdaulichkeit fehlt und die deshalb evangelisches Nazarener tum für ihre gemütvollen Privatbedürfnisse und den Kultus des Schinderhannes für ihre öffentliche Betriebsamkeit hold vereinen. Daß die National- Socialen gegen das Agrariertum Stellung nehmen, gleichwohl aber nur keine Erhöhung, nicht eine Beseitigung der Getreidezölle wünschen, gehört auch zu ihrer vielseeligen Staatsmännerei. Nur an einem hängen sie mit doktrinärer Strenge: an ihrem tannibalischen Bekenntnis; darin allein besitzen sie den Mut der Konsequenz. Freilich, man weiß nicht, ob sie nicht auch auf diese einzige Principienhaftigkeit demnächst verzichten werden; denn die Kannibalenmode beginnt bereits wieder zu verblassen. Die Khati presse hat sich wieder auf das christliche Gewissen besonnen und pflegt die sanfteren Gefühle. Da werden wohl auch die National- Socialen bald wieder die Reize des Christentums für die Politit anerkennen und das in ihnen rumorende deutsche Studententum der Bismardzeit zu ducken bemüht sein. Sonntag, den 7. Oftober 1900. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Fernsprecher: Amt I, Nr. 5121. geschichte hat es Luftmorde gegeben, es wäre utopisch, auf einmal Kinder, von denen 175 im Alter von 6-7, 491 i. A. v. 7-8, diese durch ewige Tradition geheiligte Uebung aufzugeben. Also luft- 843 i. A. v. 8-9, 1378 i. A. v. 9-10, 3511 i. 2. b. 10-12, morden wir! Der Stärkere hat recht, so ist es inuner gewefen. Ich und 5493 i. A. v. 12-14 Jahren standen. Aus diesen Zahlen bin der Stärkere, ich bin es meiner Selbsterhaltung schuldig, folglich- läßt sich nur die eine Thatsache ersehen, daß 53 Proz. der Nur nicht so weichlich!" Kinder noch nicht 12, und 24 Proz. noch nicht 10 Jahre alt waren. Ob sich der Prozentsatz der Kinder unter 10 Jahren nicht noch erheblich erhöht hätte, wenn man nicht nur von diesen 11 891, sondern von den nahezu dreihunderttausend in Preußen gewerblich thätigen Kindern das Alter ermittelt hätte, bleibt leider eine offene Frage. Es ist ein Unsinn, wenn die National Socialen die Moral aus der Politik ausschalten wollen, sie selbst moralisieren ja die Politit, indem sie die Verbrechermoral zum höchsten Princip der Völkerentwicklung erheben. " Der Gang der Geschichte neigt sich nicht den menschlichen Gefühlen, sondern der Bismarcschen Politik zu", hat ein andrer auf dem Leipziger Christentag geäußert. Eine ganz richtige Bemerfung, soweit es sich um die Geschichte der herrschenden Gesellschaft handelt. Der Gang dieser Geschichte wandelt allerdingsentgegen jeglichem menschlichen Gefühl mit Bismarck, dem Gegensatz menschlichen Gefühls, zum Abgrund. hat einmal 1 Menschlichkeit ist die beste Politik Wilhelm Liebknecht gesagt und damit in schlichtester Form das Geheimnis der im höchsten Sinne awed mäßigen Politit aus gesprochen. Für die große Geschichte sind die Realpolitiker, selbst wenn sie Kannibalenroheit wagen, nur lästige Hemmungen auf dem Wege der freien Entfaltung menschlicher Kraft. Auch die deutschen Studenten national- jocialer Tätowierung werden lächerliche Opfer ihres Wahns werden. Gewerbliche Kinderarbeit. Die Resultate der Musterenquete. II. Die gewerblich thätigen Kinder verteilten sich auf die verschiedenen Altersstufen wie folgt: Davon Alter Weberei Denn deutsche Studenten sind jene Herren, trotz aller äußeren Wandlungen, geblieben, deutsche Studenten jener Generation, aus der als abschreckendster, aber auch Klarster Typus ein Karl Peters er wachsen ist. Das Kraftmeiertum der Schneidigkeit die Schneidigkeit als das Abfolute- ersetzt diesen Söhnen des bourgeoisen Niedergangs die Weltanschaumg, Schneidigkeit ist alles, Die Angaben über das Alter der gewerblich thätigen sie ist Sinn der Geschichte, das Entwicklungsgesetz der Völker, Kinder stellen wohl das mangelhafteste dar, was der Darwinismus hat ihre Notwendigkeit wissenschaftlich erwiesen, jemals von einer behördlichen Erhebung zu Tage gefördert und Jesus Christus würde auch nichts dawider gehabt haben, wenn worden ist. Ganz allein die Stadt Greiz hat folgende er in dieser rauhen Zeit der Weltpolitit hätte wirken müssen. Der wirklich brauchbaren Angaben gemacht: Kannibalismus aber ist nur die edelste Auslese der Schneidigteit, und darum muß jeder, der ein echter Christ und Patriot ist, in erster Linie ein Kannibale sei. Uns ist nur fannibalisch wohl! Was entrüstet Ihr Euch über den faltblütigen Vorschlag des Dieners des Herrn, 50 000 gefangenen Chinesen die Hälse abzuschneiden, um keine weitere Belästigung von ihnen zu haben! Das ist doch nur Realpolitik germanischer Schneidigkeit, herrliches Revolverchristentum. Die gelbe Rasse um 50 000 Bestien zu vermindern, das ist eine simple Forderung des evangelischen Gewissens, das sich in die harten Notwendigkeiten des Daseins schickt. In diesem Sinne hat der Leipziger Vertretertag der ehemaligen deutschen Studenten die bekannte Aeußerung der Hilfe" verteidigt. Naumann, der gläubige Christ, pries die Nüglichkeit des Gefangenenmords:„ Keine Gefangenen zu machen habe doch den Vorteil, daß sich die Deutschen nicht wieder in eine ähnliche Lage wie 1870 be- Wie lehrreich ist die kleine Tabelle! Sie zeigt z. B., daß geben, wo sie zahlreiche Gefangene unterhalten mußten." 362 oder 75 Proz. aller Kinder noch nicht 13 Jahre alt waren, Nur nicht so weichlich! erklärte Herr v. Gerlach.„ Wir daß im Alter von 14 Jahren die Zahl der beschäftigten Deutschen sind viel zu weichlich." So haben die deutschen Studenten Kinder rapid abfällt, wahrscheinlich weil die Kinder sich in wohl an Sedantagen gegen den französischen Erbfeind gewütet und diesem Alter einer lohnenderen Beschäftigung widmen. Und die Bismarcksche Blut- und Eisenpolitik gegen die Socialdemokratie doch läßt diese Tabelle gerade das beste vermissen: die Angefeiert! gabe der Arbeitszeit bei jeder Altersklasse. ,, Nur nicht so weichlich!" so ungefähr mag sich auch ein Lustmörder zur Ausübung seiner That befeuern. Immer in der WeltDer weiße Erbfeind. Aus: P. Leroy- Beaulieu,„ Die Chinesische Frage". Hessen giebt das Alter nur für die Altersklassen 6-10 und 10-14 Jahre mit Unterscheidung der Beschäftigung. Bemerkenswert daraus ist, daß gezählt wurden: mo Kinder im Alter von Jahren 6-10 305 dh beim Regelaufsetzen " 10-14 1013 " " " Austragen von Backwaren 196 Beitungen 275 " Einfässen von Perlen 242 Spulen Ausrippen v.Tabaksblättern 106 Hasenhaarschneiden " Hausieren. 850 653 252 • 161 288 94 95 62 . 147 46 # So sieht die Beantwortung der im Rundschreiben des Reichskanzlers nach dem Alter der Kinder gestellten Frage aus! Dies dürftige Material soll nun die Grundlage für gesetzgeberische Maßnahmen bilden! Wie sieht es aber mit der Beschäftigung der noch nicht schulpflichtigeu Kinder aus? Darüber fehlt jede ziffernmäßige Angabe. Nur Sachsen erwähnt, daß in manchen Gewerbszweigen, wie Posamenten- Industrie, Stroh- und Rohrflechterei, Herstellung von Strümpfen und Handschuhen, Kinder beschäftigt werden, die noch nicht schulpflichtig sind; eine zahlenmäßige Angabe hierüber konnte nicht gemacht werden, weil die Erhebung durch die Lehrer vorgenommen wurde. Aus dem Herzogtum Sachsen Meiningen wird berichtet, daß in der Regel die Heranziehung der Kinder zu leichteren Arbeiten erst mit in der dem Eintritt des schulpflichtigen Alters, in einzelnen Fällen indessen sogar schon vom vierten Lebensjahr ab beginnt, indem die mißliche Lage und der färgliche Verdienst in manchen Hausindustrien das Eingreifen aller irgendwie nuzbaren Arbeitskräfte notwendig machen." Wieviel Kinder unter 6 Jahren und wie lange sie täglich ausgebeutet werden, danach fragt man vergeblich. Und ein Narr wartet auf Antwort", zumal wenn er weiß, daß der Gefragte keine Antwort geben will. Aber keine Antwort ist sehr oft auch eine Antwort, und diesmal eine sehr deutliche. Denn nichts enthüllt den ganzen Jammer der kapitalistischen Produktionsweise in ihrer gewissenlosen Erbärmlichkeit deutlicher, als die Ausbeutung der Kinder im zartesten Alter. Abgesehen davon, daß es unrationell ist, die junge Menschenpflanze, die Luft, Licht und Sonne zu ihrer Entwicklung braucht, um zu einem vollgültigen Menschen heranzureifen, durch Entziehung dieser Bedingungen für ihr ganzes Leben zu schädigen, muß sich jedes normal fühlende Herz bei dem Gedanken zusammenframpfen, daß Tausenden von Kindern die glücklichste Zeit ihrer Jugend, die Zeit vor der Schule in rücksichtslosester schließen, die Telegraphenstangen ausreißen, die paar Hundert Kilometer Eisenbahnen zerstören, kurz alle Spuren der Hassenswerten, muglosen Neuerungen in ihrem Reich vernichten würden. Knaben Mädchen Zusammen 4 1 5 13 12 25 20 16 24 40 28 23 17 40 26 37 27 64 31 70 28 98 34 54 36 90 40 59 20 79 16 14 39 6 45 11 Busammen 315 171 486 210. 678901231 Die preußischen Ermittelungen des Alters beziehen sich auf 11 891 oder 4,04 Proz. der dort gewerblich thätigen denen sie nicht verheiratet sind, erweckt in den Chinesen eine Reihe von nicht gerade erbaulichen Gedanken. " A Die häufige Verlegung der den Chinesen heiligsten Gebräuche durch die Europäer, der tiefe Unterschied zwischen den Civilisationen Wohlverstanden, so würde sich die Regierung verhalten; das Die Chinesen wollen unter allen Umständen Herren im Hause und der Art, alle Dinge anzuschauen, sowie die gegenseitige leber- Bolt bedient sich dagegen gern der Erleichterungen, die ihm die westbleiben. Das ist ein Saz, den Europa heute nur mit großen Einzeugung von der eignen lleberlegenheit, hat ein verhängnisvolles ländische Civilisation darbietet; die Dampfschiffe, die den Dienst schränkungen gelten laffen will; es ist überzeugt, daß die Einwohner Mißtrauen erzeugt und bei den Chinesen aller Slaffen einen zwischen den Häfen der Küste und und des Yang- tie tiangs eines großen und reichen Landes nicht das Recht haben, diese Reich- Haß gegen die Ausländer hervorgerufen, der sich keineswegs zu vermitteln, sind von eingeborenen Passagieren überlastet; man weiß tümer der Menschheit vorzuenthalten. Wenn sie selbst aus Mangel vermindern scheint. Sie betrachten uns immer noch als Bar- nicht recht, woher sie kommen und was sie eigentlich machen; fie an Mitteln oder an gutem Willen die Reichtünier unerschloffen lassen, baren, obgleich Artifel 51 des Vertrags zwischen Tientsin scheinen eine Freude an der Ortsveränderung zu haben, sobald sich so dürfen sie doch andern nicht verwehren, sie mit ihren vervoll- und England die offizielle Anwendung der Bezeichnung ihnen die Möglichkeit dazu bietet. Die Einnahmen aus den Reisen tommneten Hilfsmitteln in den Verkehr zu bringen; Europa will Barbaren" auf die Ausländer ausdrücklich verbietet. Der wissen der Eingeborenen machen einen großen Teil der Gewinne der nicht nur Handel treiben, sondern auch ausbeuten, ganz gleich, fchaftliche und industrielle Glanz unsrer Civilisation ist in ihren Dampfschiff- Gesellschaften aus, und diese konkurrieren deshalb lebwelche Revolution in den ältesten Gewohnheiten daraus entsteht. Augen kein Beweis der Ueberlegenheit. Sie sehen in uns gefchickte haft unter einander. Auf der Fahrt zwischen Shanghai und Dieser fundamentale Unterschied in der Auffassung der Dinge Arbeiter, gerissene Taschenspieler, aber im Grunde unkultivierte und den nördlichen Häfen Tientsin und Niutschwang, die im Winter ist die Ursache aller Streitigkeiten zwischen europäischen Mächten ungebildete Menschen. Sie belächeln uns mitleidig, wenn sie sehen, durch das Eis geschlossen sind, entfalten die rivalisierenden und dem himmlischen Reiche. Wenn die Europäer etwas als ihren daß wir uns mit untergeordneten Dingen abgeben, dafür Dampferlinien regelmäßig einen großen Wetteifer, wer von ihnen Interessen dienlich erkennen so verlangen fie auch das Recht, aber die wirkliche Kultur: das Studium der autifen zuerst durch das Eis hindurchkommt. Die Besitzer des ersten Dampfers es in China zu thun, ohne fich darum zu fümmern, ob das den Weisheit, die in ihrer Litteratur aufgespeichert ist, vernach- haben nämlich die Chance, die meisten chinesischen Baffagiere zu bes Regeln des Herkommens und selbst den Vorschriften der lässigen. Allen unfren Erfindungen legen fie wenig tomment. Ebenso sind die Züge der Eisenbahn zwischen Tientsin und chinesischen Moral entspricht. Nicht nur auf ökonomischem Gebiete Wert bei. Ich habe es sehr gut begriffen," fagte Brinz Kong zu Beling regelmäßig überfüllt. Die Vorteile der europäischen Ver verfahren die Fremden so, sondern auch auf religiösem. Eine einem französischen Gesandten, der ihm die Theorie und die Praxis waltung werden rückhaltlos anerkannt; 300 000 Chinesen leben in europäische Regierung würde ohne Zweifel aus Gründen der offiziellen der Eisenbahnen auseinandersetzte, Ihr bedient Euch in Europa der den französischen, englischen und amerikanischen Konzessionen, 200 000 Moral die Verkündigung einer Religion untersagen, die z. B. die eisernen Wege, um Euch von einem Ort zum andern zu begeben, in Hongkong, das vor der englischen Occupation ein elendes FischerBolygamie gestattet. Haben wir nicht gesehen, daß die amerikanische wir in China erreichen genau dasselbe mit unsren Wagen. Wir dörfchen war; alle großen Städte in den China benachbarten Regierung in einem folchen Falle die Propaganda Propaganda des kommen nicht so schnell zum Ziel, das ist wahr, aber wir haben ja europäischen Kolonien, Wladivostok, Manilla, Saigon, Singapore, Mormonismus unterdrückt hat? Nun, so darf man sich auch nicht auch keine Eile." Diese Antwort wurde vor fünfundzwanzig Batavia, sind vor allem chinesische Städte. verhehlen, daß die Aufgabe des Ahnenkultus, die von allen Jahren erteilt; sie könnte aber auch heute gegeben worden fein; Die Chinesen find sonach nicht ohne Verständnis für die guten christlichen Seften verlangt wird, in den Augen der Chinesen der Geisteszustand, der sie eingegeben hat, ist heute noch vollkommen Seiten unsrer Civilisation; da wir ihnen nun schon einmal die Uneine abscheuliche Religiousschändung bedeutet, ein Attentat auf Moral derfelbe. annehmlichkeit unsrer Gegenwart auferlegen, so finden sie es sehr und Gesetz, das schlimmer für sie ist, als für uns die Polygamie. Die Chinesen können sich vor unfrer Macht beugen, Nefpeft wird gerechtfertigt, wenigstens einige materielle Vorteile, die wir ihnen Die Verwendung von weiblichen Missionaren durch einige protestan- sie ihnen nicht einflößen. Sie hegen gegen uns ungefähr dieselben Gefühle, bringen, zu genießen; aber im allgemeinen würden sie mit Ausnahme tische Setten verlegt die Chinesen ebenfalls und der Anblick von die ein waffenloser Spaziergänger gegen einen Räuber hegt, der ihn einiger der Unternehmendsten, die in die europäischen Kolonien jungen Mädchen, die unter einem Dach mit Männern wohnen, mit mit dem Revolver oder dem Messer in der Hand anschreit: Geld tommen, vorziehen, wenn sie uns mit samt unfren materiellen Voroder Leben! Der Spaziergänger giebt zwar seine Börse, aber wie teilen los wären. Im Grunde hören sie doch nicht auf, uns zu In Obigem bringen wir gekürzt einen Abschnitt aus er sich ein andres Mal mit Waffen versehen wird, um nicht noch verachten, und sobald sie einmal studieren, sobald sie den Ehrgeiz dem neuesten Werke des franzöfifchen liberalen Nationalötonomen einmal eine solche Scene zu erleben, so hegt auch das chinesische haben, in die Gelehrtentaste aufgenommen zu werden, wappnen sie sich Pierre Leroy- Beaulieu„ Die chinesische Frage", das in Georg H. Reich den Wunsch, einen Teil der europäischen Erfindungen zu seiner mit einem unermeßlichen Stolz und einer tiefen Verachtung für Wigands Verlag in Leipzig erscheint. Leroy- Beaulien hat auf einer Verteidigung gegen Europa zu benutzen; indem er das thut, gesteht alles, was nicht der Weisheit des Konfucius entspringt. Im himmlänger als ein Jahr währenden Reise die ostasiatischen Verhältnisse es feineswegs die Inferiorität seiner Civilisation zu, beabsichtigt lischen Reiche sind es infolge der chinesischen Erziehung gerade die und Wirtschaftsformen studiert. Sein Buch ist kurz vor dem Auf- vielmehr, sie unberührt zu erhalten. Es fann gar keinem Angehörigen der geistigen Elite, die Gelehrten, die Unterrichteten, die stand geschrieben. Wir teilen die Beobachtungen Leroy- Beaulieus Zweifel unterliegen, daß die Chinesen bei umbeeinflußtem Willen sich am stärksten jedem Fortschritt entgegenstemmen. mit, obwohl er mit den Augen des Kapitalismus sieht. und ohne den Zwang der Europäer sofort fast alle ihre Häfen Die Dienstzeit war zu Ende bald, Da schrieb die Mutter mir: Daß du mir nicht nach China gehst Sohn, das verbiet' ich dir!" Nicht nach China?" Was denkt die Mutter nur Ich gehe mit, will fördern dort die westliche Kultur! Und friecht zu Kreuz die Kaiserin vor alter deutscher Art, Schick ich von dem Ereignis dir gleich eine Ansichtskart'. Ja, in China, Jit noch Raum für Ruhm und Ehr Ein weites Feld, Weise durch stundenlange Arbeit verkümmert wird. Und tohle eintreten lassen. Dies ist begründet worden mit einem] Der Chinafreiwillige ist von seinen hohen Aufgaben voll durch wenn die Kinder wohlhabender Eltern nach der Schule sich Hinweis auf die Lage der Magerkohlenzechen, doch ist das drungen; er will die westliche Kultur fördern und-Ansichtskarten jubelnd im Freien umhertummeln, fißen Hunderttausende leeres Gerede. Die Preiserhöhung, die die Syndikats- fchiden. bon Arbeiterkindern in dumpfen, ungesunden Räumen, die kapitalisten der Industrie nicht zu bieten wagen, legen sie, zu bon allerlei Dunst oder Tabakstaub gefüllt sind, bei harter einem Teile wenigstens, den häuslichen Verbrauchern auf, die Arbeit bis tief in die Nacht hinein. die vorläufig noch andauernde Knappheit des Brennmaterials Ueber die Beschaffenheit der Arbeitsräume mehrlos in die Hände der Kohlenbarone zwingt. Die schweigt die Enquete sich mit erschöpfender Preise der Industriefohle hat man unverändert gelassen und Gründlichkeit aus. Nur drei kleine Staaten machen dies Verhalten des raffgierigen Syndifats in der gegendürftige Angaben, die aber ohne jedes Bedenken zu wärtigen Zeit bedeutet nichts andres als das Zugeständnis, berallgemeinern sind. Hessen berichtet nur, daß die wie schlecht die Aussichten der Industrie sind. Die InduſtrieHasenhaar- Schneiderei( Reinigen der Felle, Schneiden blätter erklären auch bereits, daß die Industrie höchstens noch der Haare) besonders bedenklich wird, wenn sie in engen den Winter durch die bisherigen Preise zahlen könne; bis Räumen sich vollzieht. In solchen waren aber damit be- zum Beginn des neuen Jahrs werde die mißliche Lage der schäftigt 114 Kinder unter 10 und 97 im Alter von 10 bis Industrie das Kohlensyndikat ganz von selbst zur Reduktion 14 Jahren."( In der oben mitgeteilten Tabelle lauten die der Preise zwingen. Zahlen 95 und 62; es muß also an einer Stelle ein Irrtum Die Preise für Eisenfabritate zeigen denn untergelaufen fein!) Sachsen- Meiningen führt als auch eine rasch sintende Tendenz und an der Börse haben bekannt an, daß die an sich meist kleinen Arbeitsräume, schlechte Nachrichten vom Hörder Bergwerks- und in denen zugleich Speisen zubereitet und Farblacke Hüttenberein, einem der größten und bisher vieloder Leim während der Arbeitszeit Arbeitszeit warm gehalten beschäftigsten deutschen Werke, die trübselige Stimmung noch werden, in gesundheitlicher Beziehung für Erwachsene verschlechtert. Der Hörder Verein hat im Walzwerkbetriebe wie für Kinder" biel zu zu wünschen übrig lassen," Lohnreduktionen um 5 Proz., int Stahlwerk um wie der Bericht sich vorsichtig aber deutlich genug ausdrückt. 10 Broz., in andern Abteilungen des Riesenbetriebs um Namentlich gelte dies von den Räumen, wo Holzspielwaren 15 Broz. eintreten lassen. Auch Arbeiterentlassungen haben gemacht werden; diese Räume werden auch im Sommer ge- bereits stattgefunden und aus den Dementis der Blätter heizt, damit die Ware bis zur Lieferungszeit trocknet. Anhalt blickt zwischen den Zeilen hervor, daß demnächst weitere Enterwähnt, daß die 145 in der Tabak- Hausindustrie thätigen lassungen eintreten werden. Auf der Dortmunder Union, Kinder meistens in Räumen arbeiten, die zugleich zu Wohn- einem andern bekannten Riesenwert, ist ebenfalls bereits zu und Schlafräumen dienen und besonders im Winter nur Entlassungen und zur Anordnung von Feierschichten gegriffen mangelhaft gelüftet werden. worden. Drum fahren wir nach China übers Meer, Ein schlesischer Refrut lagt seine Angst: Am Ende wird noch Krieg mit dam Chinesentum! Wu ich glei's irschte mol eis Foier fumm! Do schissen se mer gewieß de Beene mursch atzwee, Do tann ich leiern giehn- och Jeemersch nee! Dagegen findet ein niederdeutscher Freiwilliger de grote Slacht bi Tientsin" so gruglich un fo schün". Ein Bayer erklärt, wenn's auch kein Hofbräuhaus in China giebt, so ließe es sich doch schieß'n und holz'n nach altbayrischer Sitte". Der Schwarzwälder denkt lüstern der Chinefinnen: Die Maible in China Sin au net ganz von StrohDie ham gar fleini Fueßle In Tatu am Peiho! Der Rheinländer trinkt noch en Humpe" und zieht dann los Wat watschelt dort im Sand herum? Jd glob', det find Chinesen! Wart't Jungelens, sind wir erst rann, Dann seid Ihr mal gewesen. Dann hau'n wir Euch die Jacke voll, Ihr miserablen Tröpfe, Beschneiden Euch die Krallen fein, Und zwicken ab die Zöpfe. Ueber die rechtlichen Verhältnisse der Diese Rücksichtslosigkeit, mit welcher das Unternehmertum gegen die„ rebellſche Boxerband, die von Völkerrecht nig wisse,' s is Kinderarbeit haben die vier kleinen Staaten Medlen die Arbeiter nun die tolle Ueberproduktion der letzten Jahre bi Gott e reine Schand." So werden alle deutsche Völkerstämme burg- Strelit, Sachsen- Meiningen, Anhalt büßen läßt, zeigt, wie weit die Verschlechterung der Stonjunktur der Reihe nach khakisiert. Am schönsten aber singt in einer mit dem und Lübeck Angaben gemacht. In allen übrigen Staaten bereits fortgeschritten ist. Sie hat bereits die ganze Eisen- Verfaſſernamen unterzeichneten Reimerei ein gewiffer Maliſch, Feldhaben entweder die Formulare danach nicht gefragt oder aber industrie ergriffen und die lächerliche Vertuschungsstatistik der webel im 1. oſtaſiatiſchen Inf.- Regiment, das Chineſen- Kutschke- Lied die Lehrer haben von den Kindern keine genügende Auskunft Werks- und Börsenpresse wird nur dazu beitragen, hernach erhalten können. Darum erfährt man nur, daß in die allgemeine Kursentwertung desto schimmere Sprünge Sachsen- Meiningen die Kinder in der Regel nach unten machen zu lassen. Klagt doch jetzt auch das große in der Familie ihre nächsten Angehörigen arbeiten, Guß stahlwert zu Witten, über dessen flotte Bealso kein Vertragsverhältnis zu dem Unternehmer haben. schäftigung die Börse bisher entzückt war, in seinem neuesten Dasselbe gilt für Anhalt, doch werden hier Fälle erwähnt, Geschäftsbericht plöklich über die Abschwächung des Gewo Kinder gegen monatliche Kündigung Backwaren austragen schäfts infolge des langsamen Eingangs von Ausführungsoder gegen wöchentliche Kündigung in Brauereien( Flaschen- aufträgen, obwohl man auf dem Papier noch Lieferungsspülen und Wasserpumpen) arbeiten. In Lübeck abschlüsse bis in den Juni nächsten Jahres hat. In dieser stehen 50,4 Proz. der Kinder in einem Vertragsververhält papiernen Masse von Aufträgen, die die erste Erschütterung nis สิน einem Gewerbetreibenden. In Mecklenburg- des Wirtschaftslebens in nichts zerreißt, bestand ja vielfach Strelit ist nur bei 26 der. 213. gewerblich thätigen Kinder die ganze Prosperitätsherrlichkeit! die Abmachung einer Kündigungsfrist ermittelt worden, und zwar bei 4 eine wöchentliche, bei 6 eine vierzehntägige und bei 16 eine monatliche. fein Kulturlieder fürs Volk. Die fortschreitende Entwicklung des deutschen Wirtschaftslebens zur Riesenpleite hat auch zweifellos mit dazu beigetragen, bei der rache durstigen Regierung plökUm der Enquete ganz gerecht zu werden, darf nicht ver- lich ein solches Friedensbedürfnis aufkommen zu schwiegen werden, daß sie über die Art der Beschäftigung, so- lassen. In welche Situation würde auch der millionenweit die eingegangenen Nachweise es ermöglichten, sehr ein verschlingende Chinakrieg das Reich bringen, wenn er fortgehende Angaben macht. Aber nur sechs Staaten hielten sich gesetzt würde angesichts der schlimmsten Industrie- Aussichten. dabei an die gute, ausreichende klassifikation der Berufs- Auch die plöglich zu Ehren gekommenen amerikanischen Geldund Gewerbestatistik; manche Staaten arbeiteten nach eigens besizer würden wohl spröde gegenüber deutschen Kriegspump für den Zweck entworfenen Verzeichnissen. Wieder andre anlagen werden, wenn es in unsrer Industrie kracht. Die haben von einer übersichtlichen Darstellung ganz ab- Börse hat die Sehnsucht nach Frieden mit einem befreienden gesehen. Das sind alles Folgen der vom Reichs- Uff" begrüßt. Sie wußte wohl warum. amt des Innern begangenen Unterlassungsfünde, einheitliches Formular auszuarbeiten; vergebens fragt man sich, weshalb das Reichsamt, das schon mit seiner Produktionsstatistit so schlechte Resultate erzielt hat, die sachverständige, bei der Berufszählung von 1895 erprobte Mit arbeit des Statistischen Amts bei dieser Erhebung verschmäht hat. Sehr erklärlich dagegen ist es, daß die Resultate der Im schwarzweißroten Umschlag werden gegenwärtig Frik Enquete, die das Statistische Amt, wie der Bericht ausdrück- Lehmann's Chinalieder" für 10 Pfg. verbreitet, die einen Einblick in lich konstatiert, noch im Jahre 1898 dem Reichsamt des den Gemütszustand des Khakitums gewähren. Was bisher in den Innern vorgelegt hat, erst jetzt der Oeffentlichkeit übergeben Kasernenschwänken der französische Erbfeind erdulden mußte, wird werden! Denn damit wird die von der Socialdemokratie jest in tonzentrierter Form den Chinesen angethan höchstens, daß befürchtete Thatsache offenbar, daß diese Enquete, ihrer ein gewisser satirischer Zug diese Mißhandlung des sagenhaften Volks Veranstaltung genau ensprechend, geradezu jämmerlich der Dichter und Denker einigermaßen abschwächt. Die Erinnerung unvollkommen ausgefallen ist. an die Herkunft der chinesischen Kanonen wird immer aufs neue Deutsche voran! Der Krieg ist ja nach der Weltanschauung einiger jüngeren Lieutenants und älteren Professoren- die Mutter der Kultur. Kein Wunder also, daß auch in ihm die schönste Blüte der Kultur gedeiht: Die Kunst. Was wird nun geschehen? Daß etwas geschehen muß, eingeschärft: das war schon klar, ehe diese Erhebung ins Werk gesetzt wurde. Aber sie hat doch wenigstens das Zugeständnis folgender Thatsachen gezeitigt: Als Folge der übermäßigen Kinder- Beschäftigung zeigte sich mehrfach eine Beeinträchtigung der törperlichen wie geistigen Entwickelung. Nach den Angaben der Volksschullehrer der Stadt Greiz waren dort bei 11,5 Proz. aller gewerblich beschäftigten Kinder nachteilige Wirkungen erstehung, bemerken; besonders traten solche bei den zu Stürmt die Wälle, geht drauf und dran! Ob auch droht manch Kruppsches Rohr, Pfeifen auch Kugeln euch ums Ohr, Traget die deutsche Fahn empor! Lasset sie wehn vom Takufort! Deutsche voran! Die wälsche Tücke und die deutsche Treue hält wieder ihre Aufund nach der Melodie von König Wilhelm saß ganz in heiter" singt der China- Freiwillige der dortigen Weberei thätigen Kindern hervor. Die Kinder sehen vielfach bleich und kränklich aus, sind engbrüstig, bekommen trumme Rücken, leiden an den Augen, büßen an geistiger Spannkraft ein, werden stumpf und interesselos; häufig haben Ueberanstrengung und mangelhafte Ernährung Aufgeregtheit und Schwächen der Kinder zur Folge. Besonders leidet auch der Schul-, unterricht darunter. Ferner ist die Rede von einem für die Sittlichkeit nachteiligen Einfluß der bis in den späten Abend hinein hinein stattfindenden Bes schäftigung, die die Kinder in fremdem Hause gemeinsam mit Erwachsenen verrichten, wobei zwischen den halbwüchsigen auch Burschen und Mädchen oft recht unpassende Unterhaltungen geführt werden. In vielen Fällen machen sich die Folgen der übermäßigen Ausnutzung der Jugendkraft im späteren Leben durch vorzeitigen Eintritt körperlicher Schwäche und Erwerbsunfähigkeit geltend." Diese Binsenwahrheiten werden in den Berichten von Bayern, Württemberg, Hessen, Sachsen Altenburg, KoburgGotha, Anhalt, Reuß ä. 2. und Rudolstadt ausgesprochen. Sie müßten für Leute, die Weltpolitik treiben wollen und dazu von Jahr zu Jahr mehr Rekruten brauchen, beherzigt werden. Auch die Heinzemänner, die so ängstlich für die Sittlichkeit des Volts besorgt sind, fänden hier ein Feld, auf dem sie ihrem Eifer den Zügel schießen lassen könnten, wenn- ja wenn ihnen die Profitgier des Unternehmertums nicht im Davor muß bekanntlich alles Halt machen, Wege stände. sogar Weltpolitit- Patriotismus und Sittlichkeits- Eifer! Politische Meberlicht. " Chinamann im Reich der Mitte", Feindlich ist er fremder Sitte, Deutsche Treue" tennt er nicht, Nur die deutschen Instruktoren Läßt er ein zu seinen Thoren, Ist auf deutschen Drill erpicht. Trauernd ob der trüben Kunde Wappnet mun in ernster Stunde Deutschland seine starke Faust: Auf, Ihr treuen deutschen Brüder, Werft die Drachenbrut danieder, Daß es dem Gesindel graust! Die Weisungen, die den Soldaten gegeben worden sind, kehren in dichterischer Verklärung wieder. " „ Es ist wohl ein tapfrer verschlagener Feind", Es sind wohl gar grausame Horden, Ihn gilt es strafen, drum ziehn wir vereint In die Welt und nach Chinas Norden Der ruchlose Mörder triegt teinen Pardon", Nur wer ehrlich ficht, der erhält die Kron'. Umringt von den Rotten ist Tientsin, Sie beschießen's mit Kruppschen Kanonen, Schon zagen die Fremden, die mitten drin In der Stadt der Chinesen noch wohnenDa rückt schon heran die Entsagarmee, Die versalzt bald den Bogern den Frühstücks- Thee. Und habt Ihr feine 8öpfe mehr, Ihr gottvergess'nen Lümmel, Dann seid Ihr futsch und kommt nicht mehr In den Chinesenhimmel. Um so merkwürdiger ist angesichts dieser Roheiten das Mißberständnis, daß mit„ Ezzels wilden Scharen", also den Hunnen, Chinesen verglichen werden. die Auf den Straßen Berlins fingen denn auch schon die Kinder: „ Wa sind Balina, Wa jeh'n nach Schina, Wa hau'n de Borer Den Buckel blau!" Keine Polizei und keine Censur, tein Pfaff und kein Lehrer wehrt dieser Verwüstung der deutschen Jugend und des deutschen Geistes. Herr Rören entrüstet sich nicht und Herr Oertel verlangt nicht die Prügelstrafe gegen solche Erceffe. Es wäre wahrhaftig nicht zu verwundern, wenn die Roheitsdelikte unter dem Einfluß dieser Poesie" start zunehmen würden. " Wäre die Socialdemokratie nicht ihres Stultusberufs eingebent und erzöge die Massen, ganz Deutschland verfänke in den Schlamm! Deutsches Reich. In empfehlende Erinnerung bringt sich der Reichstag durch den bisherigen Reichstagspräsidenten Grafen Ballestrem, der feine Kollegen zur Einweihungsfeier des Völkerschlacht Denkmals" bei Leipzig einlädt und am Schluß des Schreibens die stichelnde Bemerkung hinzufügt: " „ Die Reise vom Wohnort nach Leipzig und zurück werden die Herren auf eigne kosten zurüdlegen müssen." Wie anders wäre es, wenn der Reichstag nicht für überflüssig erklärt worden wäre, sondern jetzt tagte. Dann könnten die Patrioten ihre Gratis- Fahrkarten benußen, um nach Leipzig zu fahren. Ob die fleine, sorgsam verhüllte Anspielung des Grafen Ballestrem an den Reichstag und die Verfassung wirken wird? Die Freifinnigen und das Wahlrecht. In der Freisiunigen Zeitung" lesen wir: " Offene Abstimmung der Socialdemokraten in Koburg- Gotha. Noch fürzlich hat der Vorwärts" in heftiger Tonart den Freisinnigen in Gotha zum Vorwurf gemacht, daß ein Teil derselben bei der Landtagswahl von der Befugnis der mündlichen Stimm abgabe Gebrauch gemacht. Jetzt berichtet das„ Koburger Tagebl.", daß Socialdemokraten selbst bei diesen Landtagswahlen in Neustadt bei Koburg fast Mann für Mann für ihren Kandidaten mündlich zu Protokoll, also nicht durch geheime Abstimmung, gewählt haben. Werden, so fragt das„ Kob. Tagebl.", diefe Genossen vom Gothaer Volksblatt" und vom Vorwärts" nunmehr auch als„ Betrüger". Schwindler"," Wahlgauner" und" Terroristen" erklärt werden? U. A. w. g." " " Bitte, hier die Antwort: Wir werden unsre Genossen deswegen weder als Betrüger noch als Schwindler oder Wahlgauner oder Terroristen erklären; dagegen bleibt unser Urteil über die Frei sinnigen das gleiche, das wir in unsrer Nummer 226 bei der Be sprechung der Wahlen in Gotha über sie gefällt haben: daß sie ein gemeines Manöver geübt und schamlose Wahlbeeinflussung getrieben haben. Bei der Ersatzwahl im März ds. Js. gab das freisinnige Wahltomitee öffentlich die Parole aus, daß die Freifinnigen mündlich zu wählen haben. Da die Freifinnigen bei dieser Wahl im allgemeinen Ordnungsbrei untergegangen und sich mit Streti und Bleti zum Kampfe gegen die Socialdemokratie gesammelt" hatten, so standen sich nur zwei Wahlmännerlisten gegenüber; wer also durch Abgabe seines verdeckten Stimmzettels wählte, war als Socialdemokrat und Feind der freisinuig gebeiligten Ordnung erkannt. Man kennt den brutalen Terrorismus, den das Unternehmertum mit Hilfe feiner wirtschaftlichen Uebermacht namentlich in fleinen Orten auf die von ihm abhängigen Arbeiter vielfach noch ausübt. Die Parole der Freisinnigen in Gotha hatte nur den gwed, die Socialdemokraten zu kennzeichnen und hatte den Erfolg, daß viele, die für ihr öffentliches Bekenntnis zur Socialdemokratie die Hunger Für die Rolle des Welt- Generaliffimus hat Lehmann einiges peitsche zu fürchten hatten, fich hüteten, jo„ geheim" für die socialVerständnis: Das ist der alte Waldersee, Der Deutschen Feldmarschall! Der fährt zum fernen Chinastrand Durch Wind, und Wogenprall! Ist Peting zwar genommen ein, Für ihn wird auch noch Arbeit sein!.:: Drauf zieht der alte Feldmarschall hinweg vom Heimatland, Doch ehrt ihn noch der Prinzregent am schönen Jarstrand, Da sprach der Graf: Ich tomm' zu spät, Wenn das noch lang so weiter geht. Allerdings wird hier auch der historische Irrtum verwertet, daß Richtpreise für 1901/2 dieser Tage festgesezt und es hat dabei der Generalissimus vom russischen Kaiser vorgeschlagen nur eine Erhöhung des Preises der Hausbrand- Iworden sei. Berlin, den 6. Oftober. Zur wirtschaftlichen Lage. Das Rheinisch- Westfälische Kohlensyndikat hat die demokratische Liste zu stimmen. Wenu die Freifinnige Zeitung" mit dem„ Roburger Tage blatt" meint, daß für diejenigen, die solchen Erfolg bewußt herbeigeführt haben, die oben citierten Kernworte, die wir nicht angewendet habenso haben wir nichts zutreffend find, dagegen einzuwenden. Für unsre Parteigenossen in Neustadt bei Koburg ist die Sachlage deshalb gerade umgekehrt, weil fie als arme abhängige Arbeiter nicht in der Lage, ihre Unternehmer davon zu jagen, falls diese nicht socialdemokratisch wählen. Wir wissen nicht, warum und in welchem Umfange fie öffentlich abgestimmt haben soweit sie es aber gethan haben, ist es höchstens eine Bethätigung hohen Muts gewesen. Marinistisches. Mit Unterseebooten, die die Aufgaben der Torpedoboote übernehmen sollten, hat man schon die ber schiedensten Experimente angestellt, die bisher freilich immer nicht Beim Grafen Pückler. Der durch seine Drescherreden in der antisemitischen Bewegung " treten, den seit einem halben Jahre auch der Abgeordnete Bebel einnimmt. Da ich mit dieser Ansicht auf schroffsten Widerspruch stieß, zog ich mich von einer stärkeren Thätigkeit im Verbande zurück. Uebrigens fann ich nichts daran ändern, daß ich in Leipzig die National- Socialen des 6. Berliner Wahlkreises vertreten habe. Mit vorzüglicher Hochachtung Otto Schaal, Graveur. Ausland. Frankreich. recht befriedigen wollten. Neuerdings scheint man bei den Versuchen| socialistischen Wähler Frankreichs noch chauvinistischer wären, als in meine Gewerkschaft zu tragen, ich habe nur seit drei bessere Resultate erzielt zu haben. Die Augem. Marine- Korresp." ihre chauvinistischen Abgeordneten, braucht angesichts dieser Feststellung Jahren denselben andpunkt gewerkschaftlicher Neutralität verfchreibt nämlich: wohl tauch noch zurückgewiesen zu werden. „ Anläßlich der kürzlich in Portsmouth abgehaltenen nächt lichen Landungsmanöver, die allerlei Ueberraschungen für die Leitung der Küstenverteidigung brachten, ist die Frage erörtert worden, ob submarine Boote nicht mit besserem Er- und weit darüber hinaus schnell berühmt gewordene Graf Bückler folge hätten operieren können, als die Torpedobootszerstörer. Zufällig wird gerade zu dieser Zeit von Amerifa berichtet, wo aus Klein- Tschirne hat am Freitagabend wieder eine Gastvorstellung bekanntlich das Unterseeboot, olland" von der Marine der in Berlin gegeben, und die Ankündigung, daß diese bewährte erste Vereinigten Staaten angenommen worden ist, daß dieses Unter- Straft auftreten werde, hatte ein zahlreiches Publikum deutscher feebot alles auszuführen im stande sei, worin die englischen Männer und Frauen" in den Buggenhagenschen Saal gezogen. In Torpedobootszerstörer Fiasto gemacht hätten. Das„ Holland" den öffentlichen Ankündigungen war zwar von einem besonderen Boot und mehrere Torpedoboote wurden gegen zwei Striegsschiffe Eintrittspreis teine Rede, aber auch der übliche Nickel genügte den Paris, 6. Oftober. Wie„ Eclair" behauptet, besteht zwischen in Newport ausgeschickt. Während diese mit ihren Scheinwerfern den Eingang behütenden Männern nicht, die erklärten, der dem Kriegsminister General André und dem General Brugère die Torpedoboote entdeckten, bevor diese sich den Schiffen auf Gintritt sei nur durch Zahlung von 20 Pfennig zu erlaufen. ein sehr gespanntes Verhältnis. Brugère sei über verschiedene vom Torpedofchußweite genähert hatten, war es der angestrengten Aufmerksamkeit der Schiffsbesatzungen nicht möglich, Aber dem hohen Eintrittspreis entsprachen die Leistungen Kriegsminister verfügte Maßnahmen, besonders über einzelne das Unterseeboot zu entdecken, das das sich, in einer Tiefe des unbezahlbaren Grafen. So ist in Berlin niemals auf die Personalveränderungen sehr ungehalten und habe dieser Verstimmung auch ungescheut Ausdruck gegeben. Das Bestreben des Kriegsministers schwimmend, daß das Deck eben vom Wasser überflutet war, Juden und die Socialdemokraten geschimpft worden nicht sei nur darauf gerichtet, Brugère zum Rücktritt zu veranlassen, als den Schiffen auf 50 Meter näherte und mit Leichtigkeit zur Zeit der Stöckerschen Bewegung und durch Ahlwardt. Nachfolger sei bereits 3urlinden in Aussicht genommen. einen Torpedoschuß hätte abgeben können. Die englische Admiralität Der Graf sprach über Deutschlands innere Politit mit besonderer hat sich den Unterseebooten bis jetzt völlig ablehnend ver- Berücksichtigung der Judenfrage und führte den Nachweis, daß es halten. Man ist jedoch der Meinung, daß die Zeit gekommen nun die allerhöchste Zeit sei, die Juden und Judengenossen aus dem sei, diesen Fahrzeugen einen Platz in der Flotte anzu: Lande hinaus zu hauen. Wie es dabei zugehen soll, das ist aus Durch die Armierung der Schlachtschiffe mit Schnellfeuergeschützen den folgenden seiner Rede entnommenen Stichproben zu erfahren: fleinen Kalibers ist den Torpedobooten ihr Spiel gegenüber den Unfre innere Politik ist schlapp und ziellos, es ist eine elende Panzern bedeutend erschwert worden. Auch die Nachtangriffe laffen Jammerwirtschaft. Judentum und Socialdemokratie wachsen, und fich der Scheinwerfer wegen nicht mehr so leicht ausführen. Wirklich solche Zustände müssen zum Untergang des Staats führen. manövrierfähige Unterseeboote, die sich den Blicken fast völlig entLand, du bist dem Tode nah, zögen, würden deshalb ungleich gefährliche Feinde der Panzer sein, als die Torpedoboote. Sollte sich bei den vielfachen Versuchen mit den Unterseebooten thatsächlich ein brauchbarer Typ ergeben haben, so würde die Einführung desselben in der Kriegsmarine nicht ohne große Bedeutung für die Gefechtsweise und den Geldbeutel der Steuerzahler sein. weijen." Gegen agrarische Behauptungen richtet sich eine Betrachtung. die der Direktor des Statistischen Bureaus v. Scheel in seinem amtlichen Bericht über„ Die deutsche Volkswirtschaft am Schlusse des 19. Jahrhunderts" anstellt. Er folgert aus der landwirtschaftlichen Produktions- und Konsumstatistit, ,, daß die deutsche Landwirtschaft sowohl auf dem Gebiet des Ge= treidebaues wie auf dem der Viehzucht mit ihrer Produktion dem Wachstum der Bevölkerung zu folgen sucht, daß aber der Bedarf in beiden Beziehungen Getreide und Fleisch- eine Zufuhr vom Ausland erheischt, um voll gedeckt zu werden." Es ist vielleicht kein Zufall, daß der Reichsanzeiger" gerade jetzt diese Ausführung übernimmt, wo die agrarischen Großwucherer die Handelsvertragspolitik von 1892 zu vereiteln suchen. " Der Herr Legationsrat Ernst v. Wildenbruch, Inhaber des Roten Adlerordens IV. Klasse, vor dem Auftreten des Herrn v. Lauff auch als Hohenzollerndichter bekannt, hat sich in der Woche" für die Notwendigkeit der Theatercensur erklärt. Da der Bühnendichter nur eine Art verkappten Volksredners sei, dürfe ihm auch nur das Maß von Redefreiheit zugestanden werden, das ein auf der Höhe der Zeit stehender Polizeistaat gefährlichen Demagogen einräume. Freilich sei die gegen wärtige Censurbehörde ihrer hohen Aufgabe nicht gewachsen. Man müsse vielmehr durch eine Schriftsteller- Akademie eine Verschmelzung von litterarischen und Staatsinteressen zu erreichen versucht werden. Daß Herr v. Wildenbruch sich für die Cenjur erklärt, obwohl er selbst als Dichter des Herenlieds und der Haubenlerche unter Censurfcherereien zu leiden hatte, entspricht nur dem strammen preußischen Geist des entthronten hohenzollernschen Hauspoeten, der sich nun einmal feinen Gesellschaftszustand und feine Kunst ohne den preußischen Schuhmann vorstellen fann. Diese ehrliche Borniertheit ist schließlich nicht schlimmer als der verlogene ästhetische Radikalismus des Börsenliberalismus. Die preußischen Handwerks: und Gewerbekammern streben eine Vereinigung an. Der für Anfang November in Berlin in Aussicht genommene Handwerkertag wird später stattfinden. Zunächst wird in Kassel eine Konferenz der Vorstände der Handwerks- und Gewerbekammern abgehalten werden. Zur Zentenot. München, 5. Oktober.( Eig. Ber.) Während Abg. Dr. Heim noch vor kurzem bei der Bauerngarde in Tuntenhausen namens der bayrischen Centrums- Agrarier eine Be= schränkung der Freizügigkeit der ländlichen Arbeiter als einziges Mittel gegen die Leutenot verlangte, wurde kürzlich in der Centralversammlung des landwirtschaftlichen Vereins ein bedeutungsvolles Geständnis abgelegt. Der Präsident des bayrischen Landwirtschaftsrats, Reichsrat Frhr. v. So den, führte ans, man dürfe nicht vergessen, daß die landwirtschaftlichen Arbeiter nicht bloß panem, sondern auch circenses, Vergnügen haben wollen. Das jei gewiß nicht leicht zu gewähren. Aber wenn im Intereffe der Städter der Vorortsverkehr eingerichtet wurde, so fönnten eigentlich die Landwirte das Verlangen stellen, es seien billige Lokalzüge einzurichten, damit die Landarbeiter an den Sonntagnachmittagen die Freuden der Stadt genießen könnten! Früher las man's anders. Und noch im letzten Landtage wurde gegen eine Herabseßung der Personentarife geltend gemacht, man brauche die Eisenbahn- Ueberschüsse notwendig zur Tilgung der Bodenzinslaften. Die Heilsarmee eine staatlich anerkannte Religions: Gesellschaft. Staatlich anerkannte Religions- Gesellschaften werden durch den§ 167 des Str.-G.-B. besonders gegen Störungen geschützt. Zu diesen eines besonderen gesetzlichen Schutzes sich erfreuenden Religions- Gesellschaften ist durch eine Entscheidung des Reichsgerichts nunmehr auch die Heilsarmee avanciert. Wir lesen darüber: Sieh dich vor, Germania! Unfre Minister aber stecken die Hände in die Hosen taschen, sagen: wir können doch nicht machen und lassen die Sache loofent. Die Karre muß aber wieder aus dem Dreck herausgezogen werden; wir müssen hin und wieder mal da= zwischen hauen, daß sie alle der Teufel holt Es wird überhaupt nicht mehr regiert, es fehlt die starke Faust des großen Bismard.( Großer Beifall.) durch den Kriegsminister General André fürzlich eine Abänderung Das Heiratsreglement der französischen Offiziere hat erfahren. Der Erlaß von 17. Dezember 1843, der vorschrieb, daß die Auserwählte eines Offiziers mindestens 1200 Fr. Rente befizen mußte, ist aufgehoben worden. Die hochnotpeinliche Kontrolle ist damit jedoch nicht beseitigt worden, Jedes Heiratsgesuch, das den hohen Vorgesetzten eingereicht werden muß, muß von einem Zeugnis des Maires über die Vermögensverhältnisse, die Familie und den Ruf der Kandidatin begleitet sein, das von militärischen Vertrauenspersonen dann noch einmal auf seine Richtigkeit kontrolliert wird. Daß die militärische Ehre einer Armee troß derartiger Vorfichtsmaßregeln befleckt werden kann, beweisen gewisse Vorkommnisse des Dreyfus- Handels. Belgien. Socialistische Straßenkundgebung. Aus Brüssel wird vom 6. Oftober berichtet: Trotzdem die Socialisten für den morgigen Einzug des Prinzen und der Prinzessin Albert Straßenkundgebungen angekündigt haben, ist an dem Programm für den Empfang keine Aenderung vorgenommen worden. Die Bürgergarde versieht den Ordnungsdienst. Die Socialisten haben auch dem Bürgermeister versprochen, daß durch ihre Kundgebungen die Ordnung nicht gestört werden solle. Gegen die Socialdemokratie ist in den letzten Jahren überhaupt nichts unternommen worden. Man pattiert mit der Revolution; mit Revolutionären und schlechten Subjekten darf man aber nicht pattieren. Man muß dekretieren: die Socialdemokratie hat aufzuhören! Die Führer werden auf den Kopf geschlagen oder infolge einer neueren Zusammenkunft des Bürgermeisters mit den Eine spätere Nachricht besagt, daß die angekündigte Kundgebung ausgewiesen, und damit ist die Sache zu Ende. Es werden viel- Vertretern der Arbeiterpartei auf 27ontag verschoben ist. leicht einige Socialistenführer auf der Strecke bleiben. Aber ganze ist bezeichnend für die Art, wie sich in Belgien der Verkehr was ist denn dabei? Dann liegen fie eben auf der zwischen Behörden und den politischen Parteien selbst der Strecke. Ob der Teufel ein paar Juden mehr holt. llmsturzpártei" regelt. Bei uns wird einfach verboten. ist ganz wurscht!( Großer Beifall.) Wir müssen die Nation England. einmal zur Ader lassen, erst dann kann das deutsche Volk " Italien. Das Wahlresultate. Nach den neuesten Nachrichten sind bis jetzt wieder erstarken. Also bereiten Sie sich vor auf einen 295 Ministerielle, 79 Liberale und 59 irische Nationalisten gewählt. kräftigen Aderlaß, der kommen muß! Wir müssen ein ganz fideles und vergnügtes Revolutiönchen von oben machen, sonst kommt die Revolution von unten, bei der noch mehr Blut Eine Stütze des Throns. Der Berliner Volksztg.", die fließen wird. fürzlich von sieben Priestern, die wegen Verherrlichung des reichen socialdemokratischen Revolution. Der Graf schilderte darauf die schrecklichen Folgen einer fieg- Königsmords angeklagt waren, berichten konnte, wird jetzt wieder ein solcher Fall aus Rom gemeldet: Der Kaplan Don Augusto Vaccari aus der Pfarrei Bagno di Piano bei Bologna hatte „ Nach dem Siege beginnt ein Schredensregiment, in einen 14jährigen Stnaben auf den Kirchturm gelodt und ihm dort den Staub rollen die Häupter der königstreuen Gewalt angethan. Bei seiner Verhaftung erging sich dieser würdige Männer. Die Königsburgen werden zerstört, das Blut fließt Schweinigel im Priestergewand in Verherrlichung des in Strömen. Wo früher Choräle erschallten, hört man Flüche. Königsmords. Es wurde sein Gehalt auf unbestimmte Zeit Ein Land ohne Sonntagsfrieden, ohne Glockengeläut, ohne beschlagnahmt. Gottes Wort. Es muß entschlich sein!" Dann werde sich das Spanien. Bolt gegen die socialdemokratischen Schreckensmänner empören Ein steckbrieflich verfolgter Gesandter. Der am Sonnabend und werde mittels einer neuen blutigen Revolution die alten Zu- abgehaltene Ministerrat beschloß die gerichtliche Verfolgung und Verstände wieder herstellen. Um alles das zu verhindern, sei es mum haftung des spanischen Gesandten in Chile, welcher mit die höchste Zeit, daß sich die königstreuen Männer zusammen- Hinterlassung bedeutender Schulden verschwunden ist. scharten, vor allem, um den Judenbann zu lösen; denn:„ die Afrika. sociale Frage ist die Judenfrage!" Auch Lassalle sei so ein Der Boerenkrieg scheint doch in den letzten Zuckungen zu Jude gewesen, der sich habe zum Präsidenten der deutschen liegen, selbst wenn man nicht jeder Meldung, die jetzt ja alle nur Republik machen wollen. ,, Diesem unverschämten Judenkerl aus englischer Quelle kommen, in vollem Umfange Glauben schenken hätte man sollen ein paar Backpfeifen stecken. Wenn wir will. Die Zahl der Boeren, die sich ergeben oder die gefangen geeinem solchen niederträchtigen Kerl gehorchen müßten, nommen werden, wächst so wird von Lord Roberts aus Pretoria das wäre doch zu schauderhaft!" Der Führer eines siegreichen gemeldet täglich; zur Zeit soll sie sich bereits auf 16 000 belaufen. Arbeiteraufstandes werde aber ganz sicher ein Jude sein. General Kelley Kenny berichtet, ein Bataillon Freiwilliger wollte eine Abteilung Boeren in der Nähe von Bultfontein überraschen; die Boeren waren jedoch stärker, als man erwartet hatte, und das Bataillon mußte sich nach dreistündigem Kampfe zurückziehen. Die Engländer hatten 6 Verwundete; die Verluste der Bocren waren schwer. Wir haben das große Ziel, daß wir die ganze Judenbande heraushauen werden aus Deutschland. Wenn ich diese gräß lichen Judenkerle auf der Straße herumschleichen sehe, dann denke ich immer: was mögen sie wohl wieder Böses im Schilde führen? Sie haben den Heiland aus Kreuz geschlagen, und dafür müssen sie nun schon bald 2000 Jahre büßen. Aber so lange Gott sich ihrer nicht erbarmt, so lange thun wir Unrecht, wenn wir ihnen gleiche Rechte einräumen. Wir müssen den Sturm wagen. Christus selber wird voran gehen mit dem siegreichen Banner, Gott wird unfre That fegnen. Und wenn die Welt voll Teufel wär, Es muß uns doch gelingen! Jetzt wehe dir, Jörael! Dröhnender Beifall folgte dem pathetischen Aufruf zur Straßenschlacht gegen die Juden und Socialdemokraten, und der Vorsitzende der Versammlung nahm noch Veranlassung, dem Grafen für die ternigen Worte zu danken. Nachdem hielt der antisemitische Reichstags- Abgeordnete Bindes wald eine Nede über Deutschlands äußere Politit. Aber so rebliche " Der Handlungsgehilfe Max Gosse in Elbing war eines Mühe er sich auch gab: die Rede erschien matt und wässerig nach Abends mit andern jungen Leuten in eine Versammlung der den bluttriefenden Tiraden des wadern meschuggenen Schimpfgrafen. Heilsarmee gegangen in der Absicht, das Treiben dort kennen zu Auffallen könnte vielleicht das Verhalten der Polizei der gräflernen und sich zu amüsieren. Als der Kapitän eine Bibelstelle lichen Aufforderung zu Judenschlacht gegenüber. Hielte ein andrer eine auslegte und den Junggesellen ins Gewissen redete, rief der An- ähnliche Rede, er käme nicht über die ersten fünf Säße hinaus. geklagte laut dazwischen und wurde schließlich hinausgewiesen. In Pückler jedoch konnte seinen Aufruf zur Schlacht ruhig zu Ende diesem Thun erblickte das Elbinger Gericht eine Störung des Gottesdienstes im Sinne des§ 167 und verurteilte ihn zu einem bringen. Aber wir wollen durchaus nicht etwa gejagt haben, daß Tage Gefängnis. Das Reichsgericht verwarf die Rewir solchen Ausschreitungen gegenüber eine polizeiliche Auflösung der vision." Bersammlung oder dergleichen gewünscht hätten. Ein Mann wie Graf Bückler intereffiert mehr die Aerzte als die Politiker. Aber es Socialismus und Militarismus. Die Kölnische Zeitung" ist doch kennzeichnend für das Kulturniveau unsrer Antisemiten, daß behauptet in einem sonst nichtssagenden Artikel über den Inter- solcher blutrünstiger Blödsinn den zustimmenden Beifall einer großen nationalen Socialistentongreß, daß es den zöfifchen Socialisten niemals eingefallen sei, nach dem Beispiele der Bahl anscheinend mündiger oder wenigstens nicht entmündigter Deutschen getreu dem Motto„ keinen Mann, teinen Groschen" der Männer finden kann. Regierung die Ausgaben für Heer und Marine oder für die Expedition nach China zu verweigern. Sie geht in ihrer Fabelei noch weiter: Chronik der Majestätsbeleidigungs- Prozesse. Der Arbeiter Krogmann in Hamburg hatte eines Abends " Nun möchten wir aber erst die französischen Sociaauf der Straße in start angetrunkenem Zustand einen großen Lärm listen der Kammer mit einer Abstimmung vor ihre geschlagen. Als er deshalb verhaftet und zur Wache transportiert 23ähler treten sehen, die gegen das Heer, die Marine gerichtet war, hatte er den Schußleuten zugerufen:„ Nehmt Euch in acht! oder in auswärtigen Angelegenheiten von dem internationalen Ich bin Anarchist. Auf einen Kopf tommt es mir nicht an." Daran Ausschuß, vielleicht gar auf Antrag der Deutschen oder Engländer, hatte er dann eine den Kaiser beleidigende Aeußerung geknüpft. Er ihren Stempel bekommen hat. Drei Viertel der heutigen wurde in Anbetracht seiner fast sinnlosen Trunken socialistischen Abgeordneten wären damit für die nächsten Wahlen heit vom Hamburger Landgericht zu 5 Monaten Gefängnis geliefert." berurteilt. Hätte die Köln. 3tg." die Kongreßverhandlungen mit einiger Partei- Machrichten. Aus der Haft entlassen. Der am 28. September zu neun Monaten Gefängnis verurteilte Genoffe Wolf vom Bochumer , Volksblatt" ist am 5. Oktober wegen schwerer Erkrankung seiner Frau aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Gegen das Urteil hat er selbstverständlich Revision beim Neichsgericht eingelegt. " Die Hamburger Arbeiterschaft konnte am 3. Oftober ein Jubiläum feiern. An diesem Tage waren es 25 Jahre, seitdem in Hamburg ein Arbeiterblatt erscheint; es war dies das HamburgAltonaer Volksblatt". Mit dem Beginn des Socialistengesezes schlug für das Unternehmen 1878 im Oktober die Todesstunde, worauf aber schon am 10. November 1878 in der Gerichts- Zeitung" dem Heimgegangenen ein Nachfolger entstand. Nachdem aber im Jahre 1880 fiber Hamburg der Belagerungszustand auf Grund des Socialistengesetzes verhängt war, erfolgte schon im März 1881 die Unterdrückung dieser Zeitung. " einen Sollte der Hamburger Arbeiterschaft ein neues Organ erstehen, so mußte es also auch einen neuen Verleger und um der Polizei jeden Vorwand zu nehmen, eine Fortseßung" zu wittern nenen Drucker haben. Als ersterer und gleichzeitig als leitender Nedacteur sprang mutvoll unser leider viel zu früh verstorbener Genosse Johannes Wedde in die Bresche. Und so erschien am 17. April 1881 ( erster Ostertag) die erste Nummer der Bürgerzeitung". Bis zum Dezember 1884 fam fie nur dreimal wöchentlich, von da an tägOpfer eines socialistengesetzlichen Verbots, das in seiner Be lich heraus. Am 20. September 1887 wurde auch dieses Blatt das gründung ebenso aller logischen Konsequenz entbehrte, wie es den vom Socialistengesetz gestellten Vorbedingungen nicht entsprach. Hamburgs Arbeiter waren also abermals ohne Organ. Aber nicht lange. Schon 12 Tage später, am 2. Oftober 1887, erschien die erste Nummer des Hamburger Echo", freilich zunächst in nur halb so großem Format als heute. Glücklich ist es ja gelungen, dieses Blatt noch während dreier Jahre unter dem Socialistengesetz am Leben zu erhalten, bis endlich das Socialistengesetz fiel und min wieder offen und rückhaltslos für die socialistische Gedankenwelt Propaganda ge= macht werden konnte. Verleumdungen gegen die Partet. Dr. Lütgenau versucht durch fortgesetzte Berleumdungen gegen die Partei noch einigen Halt in der Presse zu gewinnen, der kein Mittel zu niedrig ist, die Socialdemokratie zu verdächtigen und zu beschimpfen. Vor kurzem wurde in der Dortmunder" Tremonia", einem Centrumsorgan mitgeteilt, daß Lütgenau gegen den Verleger des Dortmunder Partei- Organs, . Gerisch und einige andre Parteigenoffen Strafantrag wegen Unterschlagung gestellt habe. Die betreffenden Parteigenossen sollten die Restsumme des Fonds, der beim Effener Meineidsprozeß aufgebracht wurde, unterschlagen haben. Auf diese Beschuldigung antwortet jett A. Gerisch in der Dortmunder Arbeiter- Zeitung" mit folgender Zuschrift: Gewissenhaftigkeit verfolgt, fo würde ihr die Erklärung des Genossen Zu unsrem Bericht über den national- socialen VertreterSembat nicht entgangen sein, der feststellte, daß er in der tag erhalten wir von dem Graveur Herrn Scha al folgende Stammer namens der gesamten Frattion gegen die Richtigstellung: Chinakredite gesprochen habe. Die Fraktion sei stets 1. Es ist unrichtig, daß ich auf dem nat.- soc. Vertretertag einig gewesen in ihrem Proteste gegen Chauvinismus in Leipzig als Vertreter organisierter Arbeiter" gesprochen habe, und Militarismus. In dieser Beziehung dächten die Franzosen ich habe lediglich mich als organisierten Arbeiter bezeichnet wie die Deutschen: dem Militarismus feinen Mann und als solcher gesprochen. 2. Es ist unrichtig, daß ich jemals Wer gegenüber den Halluzinationen eines gewerbsmäßigen Ehrund feinen Groschen. Die tindische Behauptung, daß die die Absicht gehabt habe, national sociale Bestrebungen abschneiders sich über den wahren Sachverhalt informieren will, den verweise ich auf das jedermann zugängliche Protokoll über die Ber handlungen des Parteitags der deutschen Socialdemokratie in Stutt gart, im Jahre 1898, Seite 135 und 136. Dort ist die Resolution abgedruckt, welche die Kommission für die Verwaltung des Essener Fonds mit 7 gegen 2 Stimmen angenommen hatte. Sie lautet wörtlich: Arbeiter Bildungsschule. Heute abends 71/2 Uhr in Cohns| Die Annahme des vorliegenden Antrags würde demnach Festfälen, Beuthstr. 19/20: Liebknecht Gedächtnis Feier. für die Berliner Gewerkschaften eine doppelte Belastung Konzert, ausgeführt vom Solisten Ensemble des Kapellmeisters bedeuten. Maurer Gehl machte gegen den Antrag geltend, D. Vogel. Prolog, verfaßt von Preczang, gesprochen von Maffini. daß derselbe die fleinen Organisationen bei Streits sehr begünstige, Gesang von Mitgliedern der Typographia". Gedächtnisrede, ge- während die großen dadurch benachteiligt würden. Der Antrag halten von Rechtsanwalt Victor Fränkl. Einlaß 30 Pf. inkl. der Töpfer wurde schließlich abgelehnt und ein vom Ausschuß bean" In Erwägung, daß die Unterstügung der Familien dank der Garderobe; lettere wolle man gleich vor Eintritt in den Saal ab- tragter Zusak zum Absatz 4 des Regulativs angenommen, welcher Opferwilligkeit der Parteigenoffen in angemessener Weise ge- gegen, um Störungen zu vermeiden. Rauchen nicht gestattet. Die lautet:" Ju den ersten zwei Wochen muß jede Gewrkschaft schehen konnte, ferner, daß den aus ihrer Strafhaft entlassenen Saalthüren bleiben während der Vorträge geschlossen. Zahlreichen die Streitunterstügung selbst aufbringen." Zum Absatz 5 Effener Verurteilten ein Betrag zu Erholung ihrer Gesundheit bis Besuch erwartet der Vorstand. des Regulativs wurde der folgende vom Ausschuß beantragte zu 600 M. und zur Gründung einer bürgerlichen Existenz eine Zusatz beschlossen:„ Erfordern Streits refp. Aussperrungen größere Sunime bis 3000 M. zuerkannt wird, beschließt das komitee, den im Carl Weiß- Theater: Ueber unsre Kraft." 6. Abteilung werden, so ist der Ausschuß berechtigt, an die Solidarität derjenigen Freie Volksbühne. Heute nachmittag 23/4 hr. 3. Abteilung Mittel als freiwillig von den einzelnen Gewerkschaften geleistet wendung für ähnliche Opfer der heutigen Justiz zu überweisen. Das im Lessing- Theater:" Die Macht der Finsternis" Sonn- Organisationen zu appellieren, welche durch die Geschäftskommiſsion Komitee weiß, daß es mit diesem Beschluß den Intentionen der abend, den 13. Oktober: Herbstfest. Freitag, den 19. Oktober: der Vertrauensmänner- Centralisationen mit dem Gewerkschaftskartell Geber gemäß gehandelt und dem Verlangen der Einsender verGeneralversammlung.( Siehe heute Juferat.) in Verbindung stehen."-Dem Ausschuß überwiesen wurde ein schiedener Partei- Orte, daß eine Aufteilung des ganzen Fonds unter Johannisthal. Am Dienstag, abends 8 Uhr, findet im Lokal tionen eines Specialberufs, ehe sie sich bei Lohnbewegungen an test Der Vorstand. J. A.: G. Winkler. bon Piester gestellter Antrag, welcher besagt, daß fleine Organisa die Verurteilten nicht stattfinden soll entsprochen hat." die Laut Protokoll habe ich zu diesem Vorschlage namens des Partei- von Helmlich( früher Lenze) eine öffentliche Versammlung gesamte Arbeiterschaft wenden, mit der Organisation des verwandten borstands folgendes ausgeführt: statt, in welcher die Vorgänge in unsrer Gemeindevertretung be- Berufs in Beratung zu treten haben( z. B. die Fliesenleger mit den " Ich möchte dieser Resolution gegenüber erklären, daß der bis- sprochen werden sollen. Pflicht der Genossen ist es, zahlreich und Maurern). herige Vorstand an der Auffassung festhält, daß das Geld in erster pünktlich zu erscheinen. Linie für die Effener Verurteilten aufgehoben bleiben muß. Wir schlagen vor, das Geld als separaten Fonds zu verwalten und für Notfälle den Verurteilten zu reservieren." Ehe über diesen von mir gemachten Vorschlag abgestimmt wurde, bemerkte der Vorsitzende Singer: „ daß er einen Beschluß eigentlich nur deshalb provoziert, weil der Parteivorstand der moralischen Billigung der Gesamtpartei durch ihre Delegierten sicher sein wolle. Der Parteivorstand habe wiederholt erklärt, daß er gar kein Interesse daran habe, das Geld irgendwie anders zu verteilen, als zum Besten derer, für die es gefammelt ist; ihm liege aber daran, zu hören, ob seine Auffassung von der Partei geteilt wird." " Die Anwesenden erklären sich darauf mit dem Vorschlag des Parteivorstands einverstanden." So liegen die Dinge in Wirklichkeit, nach dem Vorschlag des Parteivorstands ist strifte verfahren worden, und iver etwas andres behauptet, dem lasse ich die Wahl, ob er sich als versoffenen Lump oder als verlogenen Schuft betrachten will. Polizeiliches, Gerichtliches usw. bon Der Vertrauensmann. Pflude gab eine furze Darstellung des Streits der MesserSchöneberg. Die Generalversammlung des Socialdemokrati- fchlägerei- Arbeiter in Solingen und ersuchte die Vertreter der Geschen Vereins findet Montag, den 8. d. M., abends 8 Uhr, im Klub- werkschaften, dafür zu sorgen, daß Unterſtützungsgelder für dieſen hause, Hauptstr. 5-6, statt. Streit an die Geschäftskommission eingesandt werden. In der Versammlung fehlten die Vertreter der BilderrahmenGroß- Lichterfelde. Am Mittwoch, den 10. Oktober, macher, Fliesenleger und Bäcker. Aus dem Kartell ausgetreten sind abends 8 Uhr, findet im Saal des Herrn Pagel, Chauffee- die Holzbearbeitungsmaschinen- Arbeiter; eingetreten ist die Gewerkftraße 104, eine Protest versammlung wegen Aufnahme der schaft der Maler. Streittlausel seitens der Gemeinden Lichterfelde und Lantwik statt. Die Arbeiter der beiden genannten Orte, insbesondere die Bauarbeiter werden ersucht, vollzählig zu erscheinen. Der Einberufer. Weißensee. Am Dienstag findet im Lofal von Hähling, LangHansstr. 106, eine Bolts versammlung statt, in welcher Bericht bom Parteitag in Mainz und der Jahresbericht des Vertrauens manns gegeben wird. Zahlreiches Erscheinen erwünscht. Der Vertrauensmann. Gerichts- Beitung. von Der Verband der Buchbinder hielt am Mittwoch, den 3. d. M., eine Mitgliederversammlung ab. Bor Eintritt in die Tagesordnung ehrte die Versammlung das Andenken der verstorbenen Kollegen Lolis und Frädrich sowie des bei der Arbeit tödlich verunglüdten Kollegen Quest in üblicher Weise. Hierauf hielt Herr Fachschriftsteller Hansen einen beifällig aufgenommenen Vortrag über die graphischen Künste auf der Pariser Weltausstellung. Einem Antrag der Verwaltung auf Bewilligung von 50 M. für eine Aushilfe im Bureau wird zugestimmt. Es wird Kollege Völker hierzu gewählt. Ferner wird beschlossen, Sonntag, den 21. d. M., nachmittags 2 Uhr, die Uraniavorstellung zu besuchen. Eine Mitteilung, daß auch unter den Albumarbeitern die Organisation Plaz greife, wird beifällig aufgenommen. Nachdem noch auf einen Herrn Mag Adomeit aufmerksam gemacht wurde, der unorganisierte Kollegen für die Firma Kämmerer sucht, erfolgte Schluß der Versammlung. * China. * * Das Dresdner Schöffengericht hatte am Freitag die Hinter Kerkermanern. Wegen Mißhandlung von Gefangenen Aufgabe, die Ehre des freisinnigen Zittauer Stadtrats wieder unter Mißbrauch seiner Amtsgewalt hatte sich gestern der HilfsHerstellen zu müssen. Dieser war in verärgerte Stimmung auffeher Beyer aus dem Strafgefängnis in Tegel vor der zweiten über zwei fast gleichlautende Notizen im Armen Teufel" und der Straffammer am Landgericht II zu verantworten. Am 22. April " Sächsischen Arbeiterzeitung" geraten, worin ihm zum Vorwurf ge- meldete ein Gefangener der Inspektion, daß am Abend zuvor der macht worden war, einige Baumfrevler, die Söhne angesehener Insasse seiner Nachbarzelle schwer mishandelt worden Bittauer Bürger, nicht zur Bestrafung gebracht, sondern in un- ei und daß sich solche Vorkommnisse öfter ereigneten. zulässiger Weise zur Zahlung von 50 M. in die Armentasse be- Er habe gehört, wie die Nebenzelle vom Aufseher Jm Vordergrund des Interesses stehen nach wie vor die Melgnadigt zu gehen. Der Merger des Zittauer Stadtrats war aber außen aufgeschloffen worden sei, er habe dann schimpfende Worte ge- dungen über die diplomatischen Verhandlungen der Mächte über die durchaus unberechtigt und sein Verfahren durch den gestellten Straf- hört, denen ein Hagel flatschender Schläge gefolgt sei. Er Einigung auf ein Programm. Aus Amerita meldet ein englisches antrag nicht weniger tadelnswert; das mußte selbst das Amtsgericht habe das Bitten, das Wimmern und Hilfeschreien des Blatt einen Vorschlag der Vereinigten Staaten, der ziemlich jingohaft zugeben, indem es darauf hinwies, daß ein Stadtrat zu solchen Gefangenen gehört. Alsdann sei von außen wieder zugeschlossen klingt und die bisherige Besonnenheit der amerikanischen Politik Gnadenatten nicht befugt, vielmehr in derartigen Fällen verpflichtet worden und der Aufseher sei in eine andre Belle gegangen. Wer vermissen läßt; es bleibt abzuwarten, ob sich diese Meldung als fei, Anzeige zu erstatten oder ordnungsgemäß von dem ihm zu- der Aufseher sei und wie er heißt, wisse er nicht, doch sei es zwischen echt erweist. stehenden Strafrecht Gebrauch zu machen. Beides war aber nicht 7 und 8 gewesen, also nach Beginn des Nachtdienstes. An der Das Scherl- Blatt weiß von einem abenteuerlichen Plan zu berichten, geschehen. Dennoch erfolgte die Bestrafung des Genoffen Fleißner and dieser Zeitangabe ließ sich leicht feststellen, daß der Angeklagte wonach„ mit der Möglichkeit, auf Sin- gan- fu vordringen zu müssen, und des Reichstagsabgeordneten Fischer, Sen Nachtdienst gehabt hatte und nur dieser in Frage kommen könne, denen ersterer die„ Sächsische Arbeiterzeitung" und der andre den wenn die Anzeige überhaupt auf Wahrheit beruhe. Der Beschuldigte in deutschen militärischen Streifen schon seit einiger Zeit gerechnet" Armen Teufel" verantwortlich gezeichnet hatte, zu je 50 Mart bestritt mit dem Brustton sittlicher Entrüstung und antwortete mit einer wird. Sin- gan- fu ist die Hauptstadt der Provinz Scheusi und der anGeldstrafe, weil die Notizen die Absicht der Beleidigung er- Anzeige wegen wissentlich falscher Beschuldigung. Damit verhinderte er gebliche Aufenthaltsort des chinesischen Kaisers. Der Gedanke an tennen ließen. jedoch die Staatsanwaltschaft nicht, die Sache sehr eingehend zu diesen Vormarsch in das Junere Chinas entstammt dem Kreise Genosse Fischer hatte den Zorn des Zittauer Stadtrats außerdem untersuchen, und da das Ergebnis den Aufseher schwer belastete, so jener militärischer Gloirejäger, die schon bisher unheilvoll genug noch durch eine Notiz erregt, in der von dem Stadtrat bezüglich wurde er unter Anklage gestellt. Auch in der Hauptverhandlung ver- den Gang der deutschen Politik beeinflußt haben. einer bestimmten Fabrit gesagt worden war, er übe das ihm laut schwor er sich hoch und teuer, aber trotz aller Zurückhaltung der BeGewerbe- Ordnung zustehende Aufsichtsrecht nicht in der erforderlichen laftungszeugen ergab sich doch, daß der Angeklagte und fein andrer Weise aus. Da in diesem Falle Genosse Fischer nachweisen konnte, daß er an jenem Abend geprügelt hatte, und daß derartige Prügelscenen auf Das angebliche Programm Amerikas. zur Zeit, wo die Notiz im Armen Teufel" erschien, in Stuttgart der Station nichts Seltenes seien. Stadtsanwaltschaftsrat Chrzes= Die Regierung der Vereinigten Staaten hat, meldet das geteilt hatte, mußte er freigesprochen werden. finski rügte das Verhalten des Angeklagten um so mehr, weil dieser Londoner" Daily Chronicle" aus Washinton vom Freitag, Gleichzeitig war Fischer vom Besizer der„ Laufizer Neuesten gewagt habe, eine Anzeige wegen wissentlich falscher Anschuldigung anzu den Mächten den Vorschlag unterbreitet, der Kaiser von Nachrichten" vor das Schöffengericht citiert worden, die er ebenfalls bringen. Was solle man von der Wahrheitsliebe eines solchen Be China möge bewogen werden, nach Peking zurückzukehren und im„ Armen Teufel" beleidigt haben soll. Der inkriminierte Artikel amten denken? Die Gefangenen, welche für die Dauer ihrer Straf- fich mit einem Stabinett zu umgeben, welches aus Reformern und erregte wohl bei der Verlesung die allgemeine Heiterkeit auf Roften seit willenlos der Gewalt der aufsichtführenden Unterbeamten preis- Fortschrittlern zusammengesezt sei. Der Kaiser solle dann des Klägers, wo aber die Beleidigung stecken sollte, das gegeben sind und bei jeder Disciplinswidrigkeit streng bestraft ein Edift erlassen, durch welches die Kaiserin- Witwe aller schien selbst dem Richter nicht recht klar zu sein. Die Verhandlung werden, bedürften des gesetzlichen Schußes. Deshalb möchte er zwar ihrer Würden verlustig erklärt werde. wurde schließlich zwecks Ladung weiterer Zeugen vertagt. noch einmal mildernde Umstände bewilligt sehen, doch beantrage er Kaiserin- Witwe folle der Kaiser durch die Bajonette der Truppen Schließlich soll Fischer den Bittauer Stadtrat durch eine eine empfindliche Geldstrafe und zwar 100 M. Der Gerichtshof der civilisierten Welt geschützt werden. Die Regierung der Verfatirische Abhandlung über die Fehde zweier Lokalblätter beleidigt erkannte nach diesem Antrage. einigten Staaten besteht darauf, daß den Prinzen Tuan Todesstrafe haben. Die Verlesung des inkriminierten Artikels erregt zwar allgemeine Heiterkeit; wo aber die Beleidigung zu suchen fein soll, nunmehr die Vorladungen ergangen. Für die zweite Auflage des Harmlosen- Prozesses find treffen müsse.(??) Danach werden die VerDen deutsch- chinesischen Zickzackkurs das ist auch dem Richter nicht sofort flar. Schließlich wird die Verhandlungen vor der 4. Straffaminer am 19. November beginnen. charakteristert nun auch die agrarische Deutsche Tageszeitung", handlung über diesen Fall zwecks Ladung weiterer Beugen vertagt. Den Vorsitz wird diesmal Landgerichts- Direktor Oppermann die im übrigen ja auch im Khalitum geschwommen hat, mit beführen, die Anklage wird wiederum vom Ersten Staatsanwalt Jien biel merkenswerter Schärfe:" vertreten werden. Den drei Angeklagten v. Kayser, v. Ströcher Unfre Weltpolitifer" würden mit dem Standpunkt, auf dem wir in und v. Schachtmeyer werden wiederum Justizrat Dr. Sello unfrer China- Politik jezt angelangt sind, nicht sehr zufrieden sein. Berlin und Umgegend. und Rechtsanwalt Dr. Schachtel, Dr. Schwindt und Es lasse sich gar nicht leugnen, und keine offiziösen Redensarten Pincus I, dem als Angeklagten neu hinzugetretenen Rentier Wolf vermögen es wegzudisputieren, daß wir seit dem Tage, wo Den Bühnenarbeitern sind auf ihr Gesuch von der Direktion Rechtsanwalt Wronter zur Seite stehen. Von der Staatsanwalt unfre Seebataillone die Heimat verließen, bis zur jüngsten des Schiller Theaters folgende Aenderungen in dem Arbeits- schaft find bis jetzt über 40 Zeugen geladen worden, es wird aber seine Bülowschen Note unsre an das chinesische Unternehmen geknüpften verhältnis zugestanden: 1. Der Monatslohn wird von 90 auf 100 m. erhöht. 2. Jeder sammen zu bringen. Auch seitens der Verteidiger wird noch eine Bon der Forderung einer Köpfung, zum mindesten einer lebensSchwierigkeiten haben, diese noch einmal zum Termin hierher zu Erwartungen ganz bedeutend herabgestimmt haben. Arbeiter soll an jedem 12. Tag einen gänzlich freien Tag erhalten große Zahl Entlastungszeugen vorgeladen werden, dennoch wird ge- länglichen Gefangenfegung, der chinesischen Kaiserin- Regentin höre und zwar wird dieses durch Einstellen eines Erjaymanns ermöglicht. hofft, daß die Verhandlung diesmal weniger Zeit in Anspruch nehmen man in offiziösen Blättern nichts mehr. Selbst den Prinzen Tuan Diese Abmachungen sollen gegenseitig schriftlich festgelegt werden wird, als das erste Mal, weil diesmal von vornherein die Beschuldi lasse man am Leben bleiben. Auch die deutsche Regierung und sind am 1. Oktober in Kraft getreten. Es wäre sehr zu wünschen, gung des Betrugs in Wegfall gekommen und die Anklage auf sei schrittweise von dem ursprünglichen Standwenn auch die übrigen Theaterdirettionen ihren Arbeitern in An- gewerbsmäßiges Glüdsspiel beschränkt ist. Es bestehen noch immer puntt zurüdgegangen, betracht der fortwährenden Preissteigerungen der notwendigsten weifel, ob der Angeklagte von Kröcher zum Termin er- Schuldigen die Vorbedingung zur Einleitung von Friedensdaß die Auslieferung der Lebensmittel und der Mieten eine Lohnerhöhung gewähren würden. scheinen wird. Auch ist die Einführung eines regelmäßig wiederkehrenden Ruhetags verhandlungen sein müsse." ein überaus berechtigtes Verlangen, da den meisten Arbeitern diese Einrichtung unbekannt sind. Gewerkschaftliches. Deutsches Reich. # Vor den Umtrieben der „ Auch in einem andren Punkt haben die Umstände dem Aus Saarbrücken wird berichtet: Das Schwurgericht verurteilte Freitag den evangelischen Pfarrer Pieper aus Elvers- Schwung der Phantasie unsrer Offiziösen und solcher, die es gern berg zu 5 Jahren 8uchthaus und fünfjährigem Ehrverlust. werden möchten, Bügel angelegt. Graf Waldersee weilt mun bereits Pieper hatte vom Gustav Adolf- Verein überwiesene 30 000 m., die längere Zeit auf chinesischem Boden, aber wir hören teine Dithyramben Die Anstellung der ausgesperrten Hamburger Werft zu Kirchen- und Schulhausbauten bestimmt waren, unter mehr über den Oberbefehlshaber der civilisierten Welt".- Ein arbeiter erfolgt jest mur durch den Arbeitsnachweis der Eisen- fchlagen und 130 Quittungen gefälscht. Außerdem war Pieper paar furze Telegramme über Paraden in Shanghai das war industriellen. Hier sucht man mit Vorliebe junge zugereifte Kräfte wegen unfittlicher Delitte angeklagt, begangen an zwei ihm unter- alles. Es ist auch thatsächlich recht wenig über die Thätigkeit des aus und schiebt vielfach die alten Arbeiter beiseite. Auf der stellten Lehrerinnen. Der Angeklagte war geständig, fuchte sich aber deutschen Feldmarschalls als Oberfeldherr über die verbündeten Werft von Blohm u. Voß ist den sogenannten Lochvizen" mit der Behauptung zu entlasten, durch Einbruch seien ihm 13 000 m. Truppen zu berichten, aus dem einfachen Grunde, weil die ein Lohnabzug gemacht worden. Diefe Lente erhielten vor gestohlen worden. Die Geschwornen verneinten den Milderungs- Berbündeten ihm wenig Truppen zum Kommandieren gelaffen der Aussperrung einen Tagelohn von 3,80 m., eingestellt sind grund, worauf das Gericht obige Strafe verhängte. haben.... Auf einen 8ug ins Innere des Reichs zur Verfolgung und Herbeischaffung des kaiserlichen Hofs wird sich sicherlich keine der Mächte einlassen, und wenn wir derartiges planen sollten, so würden wir nicht nur allein bleiben, sondern uns vielleicht auch die Gegnerschaft unsrer gegenwärtigen Verbündeten zuziehen." Leute wieder ein. Versammlungen. " sie jedoch mit 3,50 M. Also eine Lohnreduktion pro Tag von 30 Bf. Maßregelungen werden dort ebenfalls vorgenommen, welche durch die Meister erfolgen. Auf der Werft von H. Brandenburg haben die Schmiede, Nieter usw. eine Lohnzulage von 2 Pf. pro Stunde erhalten, dafür ist jedoch das sogenannte„ Schmußgeld" in Zum Schluß streift das Blatt auch das persönliche Regiment: Gewerkschaftskartell für Berlin und Umgegend. In der Wegfall gekommen. Die Arbeiter erhielten nämlich, wenn sie besonders Delegiertenversammlung, die am Freitag abgehalten wurde, erstattete und zu der ganzen Welt redet, so erwartet jeder, una bänder Wenn eine Regierung durch den Mund des Kaisers zum Volk schmußige Arbeit hatten, wie z. B. in der Bilge oder im Bunker, täglich Arendsee den Revisionsbericht: Für die Zeit vom 20. Mai bis liche Grundsäße für das politische Handeln zu vernehmen. Mißlingt 50 Pf. Lohnzuschlag, was als Schmußgeld" bezeichnet wurde. Bei 9. September betrugen die Einnahmen des Kartells 7729,66 M., H. C. Stilden sind fast sämtliche Leute wieder eingestellt und harren nur die Ausgaben 7281,78 m., bleibt ein Bestand von 147,88 M. Demi einem Minister seine Einzelaufgabe, mun, so tann er im schlimmsten einige Wenige der Annahme. Zwei Schmiede sollen dort nicht wieder Antrag der Revisoren gemäß wurde dem Ausschuß Decharge erteilt. Fall von der politischen Schaubühne abtreten, und fein Nachfolger eingestellt werden. Die Werftfirma B. Wende Söhne stellte alle ihre Hierauf gab der Delegierte der Stiftenmacher einen turgen Bericht ist durch die Handlungen des Vorgängers nicht beschwert. 70 Mann im Ausstand und finden auf einigen Werften Maßregelungen habe der Streit ungefähr 3000 m. erfordert, die zum größten gierungsmaßnahmen durch das öffentliche Hervortreten seiner obersten Bon den Schiffszimmerern find noch etwa über den verflossenen Streit dieses Berufs. An Unterstügungen Der Kaiser aber ist das Bleibende in der Regierung, er kami daher nur die bleibenden Regierungsgrundsäge, nicht aber einzelne Nestatt. Auf das Schreiben betreffs des Arbeitsnachweises ist noch Teil von den Kistenmachern selber aufgebracht worden seien. teine Antwort erfolgt. Eine lange Debatte entstand über einige Abänderungsanträge autorität decken. Das möchten wir dem Grafen Bülow, mehr aber zum Regulativ bes Startells. Der Vertreter der Köpfer beantragte, noch dem Herrn Neichskanzler, den es ja eigentlich angeht, zu be denten geben." daß die dem Kartell angehörenden Gewerkschaften zu StreitunterLetzte Meldungen. ftügungen, die vom Kartell geleistet werden, im Verhältnis ihrer Peking, 1. Oktober.( Meldung des Reuterschen Bureaus".) Mitgliederzahl beizusteuern haben, und daß die streitenden Organisationen während der ersten zwei Wochen des Streits vom Kartell feine Unter- Die Russen räumten den Sommerpalast. ftügung erhalten sollen. Der erste Teil des Antrags prozentuale Berteilung der Streifgelder fand nur wenige Befürworter. Die meisten Redner erklärten sich dagegen, weil die bier in Frage Tette Nachrichten und Depeschen. 10 Bei den Gewerbegerichts Wahlen für eine Handwerker Abteilung am Bochumer Gewerbegericht siegte am 5. Oftober bei den Arbeitnehmern die Liste der freien Gewerkschaften mit 112 gegen 102 Stimmen, welche auf die christliche Liste fielen. Berliner Partei- Angelegenheiten. Unfre Parteigenoffin Ottilie Baader, welche in Mainz zur tommenden Gewerkschaften schon der Geschäftskommission der VerKonik( Westpreußen), 6. Oktober.( W. T. B.) Der Central- Vertrauensperson der socialistischen Frauen Deutschlands ge- trauensmänner- Centralisationen gegenüber laut Rongreßbeschluß verwählt worden ist, wohnt jetzt Berlin W., Großgörschenstr. 38, 2 of pflichtet wären, die Streitunterstügungen der Gewerkschaften, welche wegen wiffentlichen Meineids angeklagte Präparand Speisiger rechts, 3 Treppen. der Geschäftskommission angeschlossen sind, prozentual zu tragen. I wurde freigesprochen. Berantwortl. Redacteur: Heinrich Wekker in Groß- Lichterfelde. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von May Bading in Berlin. Hierzu 5 Beilagen u. Unterhaltungsblatt. Nr. 234. 17. Jabrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Kommunales. W Sonntag, 7. Oktober 1900. Mit Rücksicht auf die bevorstehende Eröffnung von sechs ver- Ufer 59 als Leiche aus dem Landwehrkanal gelandet wurde. Ob schiedenen Abteilungen mußte auf eine einheitliche Form ein Unfall oder Selbstmord vorliegt, weiß man nicht. Der Bau und Betrieb neuer Straßenbahnlinien für der Beschaffung von Lesestoff für die Pfleglinge, und zwar Das Opfer einer Verbrühung ist der 11 Monate alte Sohn Rechnung der Stadtgemeinde wird die Stadtverordneten- Versammdurch die Anstalt selbst, Bedacht genommen werden. Paul des Tischler Münzelschen Ehepaars aus der Prinzenstr. 100 Tung in einer der nächsten Sizungen beschäftigen. In dieser wichtigen Angelegenheit lautet die von dem Magistrat beantragte Bei der Schwierigkeit einer geeigneten Auswahl und der Ver- geworden. Frau Münzel wusch nach dem Mittagessen das Geschirr Beschlußfassung in ihrem vollen Umfang wie folgt: Die Stadtmeidung jeglicher Bevormundung(!) will sich die Anstalt ab, das in einer kleinen Wanne auf einem Schemel in kochendem Wasser lag. Während sie sich umdrehte, um der Leitung faltes verordneten Versammlung erklärt sich damit einverstanden, daß in lediglich auf die Beschaffung von unterhaltender und belehrender Wasser zu entnehmen, machte sich der Knabe an den Schemel heran Zukunft grundsäglich neue Straßenbahnlinien für Rechnung Lektüre beschränken und es den einzelnen Pfleglingen völlig über- und riß die Wanne um. Das kochende Wasser ergoß sich über ihn der Stadtgemeinde gebaut und betrieben werden, und daß Lassen, welche Tageszeitung sie sich beschaffen und lesen wollen. und verbrühte ihn schwer an der Brust und an beiden Beinen. Trop die Verwaltung des städtischen Straßenbahnwesens einer besonderen Seitens der Anstalt werden außer illustrierten und ähnlichen forgfältigster Pflege und ärztlicher Behandlung starb der Kleine nach Deputation nach§ 59 der Städte Ordnung auf folgenden Befug Journalen einige Zeitschriften ausgelegt, welche für die Arbeiter furzer Zeit. nissen und Obliegenheiten übertragen wird: a) Die Deputation hat von besonderem Interesse sind, wie die„ Arbeiterversorgung", die Selbstmordversuch eines Geisteskranken. Aufregende Scenen alle diejenigen Befugnisse, welche auch andren städtischen Ver- Sociale Pragis", der Arbeitsmarkt", das„ Gewerbegericht", Von verursachte gestern morgen der geistestrante Bauarbeiter Maximilian waltungsdeputationen zustehen, insbesondere das Recht der Prozeßführung und die Vertretung die Stadtgemeinde nach außen vor Ge Siß, der von seiner Frau und einem 18jährigen Sohne getrennt einem Zeitungsverbot kann mithin teine Rede sein. richten und andren Behörden und zwar auch beim Erwerb und der Von einem Zeitungsverbot in schlimmster Form ist sehr wohl lebt und bei seinem Bruder in der Weydingerstr. 2 in Schlafstelle Beräußerung von Grundstücken, hier jedoch mit der Einschränkung, die Rede. Es ist selbst für die Herren im Rathause doch wohl wohnt. Der 42 Jahre alte Mann war schon länger nervenfrank, daß die Deputation den Gemeindebehörden gegenüber an deren ver- außer Zweifel, daß die kranken Arbeiter, die zumeist eine barbende seit Montag so schwer, daß er nicht mehr arbeiten konnte. Heute faffungsmäßige Mitwirkung gebunden ist. b) Die beim Bau- und Familie zu Hause haben, gar nicht oder nur höchst selten in der morgen um 51/2 Uhr brach bei ihm Verfolgungswahnsinn aus. Während sein Bruder sich in einem Nebenraume befand, verließ er Betriebe der städtischen Straßenbahnen zu beschäftigenden Personen Lage sind, fich für ihr eignes Geld eine Zeitung zu beschaffen. Die Wohnung, fletterte über die Hofmauern hinweg von dem Hauſe werden, und zwar soweit ste nicht etwa aus ihrer bisherigen Thätig- Gerade deswegen hat wenigstens unsre Expedition den Heilstätten Weydingerstr. 2 nach Nr. 3 und von dort nach dem Grundstück keit in der städtischen Verwaltung die Beamteneigenschaft befizen bisher unentgeltlich die Zeitung überwiesen, eine Liberalität, die von Stoblankstr. 17, lief hier die Treppe hinauf und stürzte sich aus dent oder nach dem Geſetze erhalten müssen, auf Grund eines Privat- manchen Anstaltsverwaltungen bisher schon mit allem andern, nur Flurfenster des dritten Stocks auf den gepflasterten Hof hinab. Mit dienstvertrags von der Deputation angenommen oder entlassen schweren Schädelverlegungen und einem Bruch des rechten Beins und mit den erforderlichen Dienstanweisungen versehen. Dasselbe nicht mit Dank gelohnt worden ist. gilt für den oder die Leiter des Betriebs mit der Maßgabe, daß sie Nein, es muß einmal offen gesagt werden, daß auch hier ein blieb er bewußtlos liegen. Ein Lückscher Rettungswagen brachte ihn bom Magistrat nach Anhörung der Stadtverordneten- Versammlung Stüd jener schwachmütigen Rechnungsträgerei mitspielt, die sich ein Krankenhaus. angenommen werden. Wie weit den Angestellten der städtischen gewissen mucerischen und arbeiterfeindlichen Einflüssen nicht entStraßenbahn Pensionen zu gewähren sind, insbesondere die Erziehen zu können vermeint. V richtung einer Pensionskaffe nach den Grundsäßen des§ 39a des Gerade die magistratsoffiziöse Notiz bestärkt von neuem den in mit der Großen Verliner Straßenbahn und der Neuen Berliner Arbeiterkreisen gehegten Verdacht, daß jener Gesellschaft zuliebe, Pferdebahn- Gesellschaft abgeschlossenen Vertrags' vom 2. Juli 1897 bezw. 19. Januar 1898, bleibt der Beschlußfaffung der Gemeinde- welche die kranken Arbeiter mit den Sudelschriften des gewerbs behörden vorbehalten. c). Die Deputation ist befugt, übermäßigen Socialistenverleumders Pastor Hülle trattiert wissen will, die Annahme der von den zuständigen Staatsbehörden bei das Berbot der Tagespresse, welches im Grunde auf ein Verbot des Erteilung der staatsbehördlichen Genehmigung gestellten Be- von den Kranken am meisten gelesenen„ Vorwärts" hinausläuft, in dingungen innerhalb der von den Gemeindebehörden be- der Anstalt erfolgt ist. willigten Mittel zu beschließen. d) Sie hat die Befugnis, Das Verbot und seine lendenlahme Begründung bersetzt dem die speciellen Bau Entwürfe Bau Entwürfe zu genehmigen, deren Aus- bißchen tauglicher Socialreform von neuem einen schweren Schlag. führung anzuordnen und die fertig gestellten Bauten abzunehmen. Man muß in der That die Virtuosität bewundern, womit gewisse of Sie ist berechtigt zum Abschluß von Verträgen aller Art, welche maßgebende Elemente das Ansehen zu vernichten suchen, daß die auch wenn sich ihre Wirkung über das laufende Etatsjahr hinaus Heilstättenbewegung sich in der Arbeiterschaft zu erringen vermocht erstreckt. f) Sie ist zuständig zur Feststellung der Fahrpläne. g) Für hat. Wollte man eine Prämie auf die Beweisführung ausschen, daß jede ununterbrochene Fahrt ist ein Einheitspreis von 10 Bf. zu nicht die Socialdemokratie, sondern die Scharfmacherei den Arbeitern erheben. Es find Abonnements-, Schüler- und Arbeiter- Fahrkarten die Socialreform verleidet die Personen, welche an dem Zeitungseinzuführen, deren Preise nur der Beschlußfassung der Deputation verbot schuld find, hätten diesen Preis verdient. unterliegen. h) Die Deputation ist berechtigt, einzelne ihrer Befugnisse und Obliegenheiten ständig oder vorübergehenden Untertommissionen oder an den oder die Leiter der städtischen Straßenbahn zu übertragen. An ihren Sigungen nehmen der oder die Leiter und ihre Vertreter mit beratender Stimme teil. Ban und Betrieb der städtischen Straßenbahnen mit sich bringen, Eine Sigung der Stadtverordneten- Versammlung findet in der nächsten Woche nicht statt. Lokales. ( Siehe auch 5. Beilage.) Gegen den Schriftsteller Maximilian Harden steht am Montag 10 Uhr vor der ersten Straffammer des Landgerichts I eine Anklage wegen Majestätsbeleidigung zur Verhandlung an. Diese wird sich dem Vernehmen nach sehr umfangreich gestalten, da wohl zur höheren Ehre bes dolus eventualis eine ganze Anzahl von Artikeln der Zukunft" zur Verlesung gebracht werden sollen. " Vor Wirt und Gästen erschossen hat sich Freitagabend der ungefähr 20 Jahre alte Glaser Adolf Heinze aus der Schliemannstraße 10, der im Geschäft seines Vaters arbeitete. In der Nachbarschaft glaubte man, der junge Mann habe aus Furcht vor dem Militärdienst zum Revolver gegriffen. Das trifft jedoch nicht zu, es handelt sich vielmehr um eine Liebesgeschichte. Heinze, der am 13. d. M. als Freiwilliger beim 12. Infanterieregiment in Frankfurt a. D. eintreten wollte, hatte seit einem Jahr ein Verhältnis mit der 17 Jahre alten Tochter Frieda des Gastwirts Langsdorff aus der Danzigerstr. 17. Seine Meinung, daß er Grund zur Eifersucht habe, trieb ihn in den Tod. Freitagabend gegen 7 Uhr faß er mit seiner Geliebten in der Wohnung ihrer Eltern im Billardzimmer. Plötzlich stand er vom Tisch auf, ging in das Gastzimmer und tötete sich durch einen Schuß in die rechte Schläfe. In seiner Brieftasche fand man einen Zettel mit den Worten:„ Ich sterbe für meine Frieda!" Die Leiche wurde beschlagnahmt und nach dem Schauhaufe gebracht. M Die Sammelliste 223 zur Reichstags Wahl im 6. Wahlkrets ist verloren gegangen. Es wird gebeten, nichts darauf zu zeichnen und sie bei Raschte, Hochstr. 32b, abzugeben. Fenerbericht. Große Frankfurterstr. 58 brannten Sonnabend mittag Möbel und Betten. Kurz vorher hatte die Wehr Franseckistraße 15 einen Kellerbrand abzulöschen, der eine starke Berqualmung herbeiführte. Er wurde mit zwei Rohren abgelöscht. Ein ähnlicher Brand war Schillingstr. 13 zu beseitigen. Auf demselben Grundstück erfolgte Freitag gegen Abend ein Zimmerbrand. Der Inhalt eines Bodenverschlags ging zur selben Zeit Wiesenstraße 37 in Flammen auf. Was zum Schuh des Kaisers für erforderlich gehalten Die Winterausgabe des Berliner Verkehrslexikon ist wird. Ueber die Verkleidung von Kriminal- Beamten werden dieser Tage zum Preise von 25 Pf. erschienen. Die Vorzüge des folgende interessante Einzelheiten berichtet. Bekanntlich wurden Büchleins, das Kursbuch und Adreßkalender zugleich ist, sind seit Die Stadt Berlin und das Wohnungselend. zum Schuße des Kaisers nach Cadinen fünf Berliner Kriminal- Jahren bekannt und bewähren sich auch in der neuen Ausgabe. Bei Gelegenheit des Oftoberumzugs ist ein solches Maß von beamte abtommandiert. Der eine dieser Beamten bewegte sich als Notwendig wäre jedoch eine Revision des Adreſsenverzeichnisses. So Wohnungsnot und socialemi Elend zu Tage getreten, daß selbst un- Bimmermann mit dem Zollstock in der Hand, der zweite lag als finden wir z. B. das Gewerbegericht, das sich seit langen Monaten in verfälscht mancheſterliche Zeitungen ihren Unmut über die Verliner Stromer" im Chausseegraben und sprach eifrigst seiner der Bimmerstraße befindet, noch unter Breitestr. 20 verzeichnet; Wohnungsverhältnisse und über die Lässigkeit der kommunalen Be- mit Thee gefüllten Schnapsflasche zu, der dritte zog während ferner das wohl nicht sonderlich wichtige Gewerkshaus der hörden, wenigstens den Versuch zu machen, diese Uebelstände zu als Handwerksbursche durch das Land 2c. Der Aufsicht führende wenn es Reformen betrifft, die der at beseitigen, ausgesprochen haben. Da bei der manchesterlichen Presse, Beanite fuhr Zweirad und erteilte in dieser Verkleidung als Schlächterinnung aufgenommen ist, feht die Adresse des doch viel häufiger in Anspruch genommenen Gewerkschaftshauses. Wir glauben, es Reformen betrifft, die der Natur der Sache nach Tourenradler an seine Untergebenen die notwendigen Instruktionen daß diese Beispiele, die wohl noch zu vermehren wären, der Verlagsdie großstädtischen Hausagrarier und das Bodenspetulantentum in unauffälliger Weise. Natürlich waren die Beamten den Gendarmen etwas treffen müßten, zwischen Wünschen und Vollbringen, und den Ortspolizisten aus Elbing gut bekannt. Auch in der Um- handlung zu einer Neuradaktion den Anstoß geben werden. zwischen allgemeinen Raisonnements und praktischen Vorschlägen gebung von Tilfit, Danzig, Marienburg, Rominten zc. bewegten sich ein weiter Weg ist, so darf man sich nicht allzu sehr in der Hoff- die Sicherheitsbeamten in ähnlicher Verkleidung, nung wiegen, daß die kulturwidrigen Zustände in nächster Zeit ge= Derartige Umständlichkeiten geben der Polizei in unsrer nüchternen bessert werden. Zwar hat der neueingeführte zweite Bürgermeister Beit ohne Zweifel einen schönen romantischen Schimmer. Ob die Brinkmann den Ausspruch gethan, die Stadt Berlin müsse auf Berkleidungen im Ernstfall aber zur Sicherung der Person des Kaisers dem Gebiete der Wohnungsfrage Wege einschlagen, die eine erheblich beitragen, das entzieht sich unsrer Kenntnis. Besserung herbeiführen müssen, aber die arbeitenden Klassen und Sie unter der Wohnungsnot Die Forderung der Streifklaufel unbedingt aufrecht zu erSchmachtenden werden gut halten und deren allgemeine Durchführung anzustreben, beschloß eine doran thun, dieſen bürgermeisterlichen Auslaffungen gegen Innungsversammlung der Berliner Baugewerksmeister. Es soll eine über, auch wenn sie nicht den Eingebungen des Augenblicks außerordentliche Generalversammlung einberufen werden, die sich entsprungen find, nicht allzu optimistisch zu sein. Der Bürgermeister speciell mit der Frage der Streitklausel befassen wird. Man will Brinkmann machte keine praktischen Vorschläge zur Realisierung seiner versuchen, die Einwände, welche namentlich in Hausbesizerkreisen ersten Sonntag im neu angefangenen Monat beträgt nach altem, bekanntem 25 Pfennig Sonntag im Zoologischen Garten. Am heutigen vielleicht ganz guten Abfichten, und das konnte man ja fchließlich gegen die Forderung geltend gemacht würden, zu widerlegen. Mit Brauch der Eintrittspreis zum 3oologischen Garten auch noch nicht erwarten. Welcher Art aber nun könnten die Bor- diesem Versuch wird es nicht besser bestellt sein wie mit den Arbeiter- 25 Pfennig für Erwachsene wie für Kinder. fchläge fein, die einigermaßen Besserung in der Wohnungsfrage vergewaltigungen, die die Scharfmacher auszuführen wohl den bringen könnten, soweit es in der Macht der Kommune liegt?! Willen, aber nicht immer die Macht haben. Zunächst tönnen nur alvei Punkte in Betracht kommen, eritens der Bau fleiner Wohnungen an der Daß Frau Bertha von Suttner auch ironisch sein kann, lehrt Peripherie Berlins oder in den Vororten und zweitens eine folgende Mitteilung: In der Angelegenheit Ziethen. ist neuerdings Bauplagsteuer, die die Terrainspetulanten zwingen Bertha von Suttner um ihre Mithilfe angerufen worden. Die Antwürde, fernerhin nicht große Bodenflächen unbebaut liegen zu lassen, wort der Frau von Suttner lautet jezt dahin, daß ihr Einfluß nicht um zu warten, bis durch Bau von Straßenbahnen und dergleichen in jene Streise reiche, die da Abhilfe schaffen könnten, aber sie schlägt diese Flächen einen um das vielfache gesteigerten Wert erlangt vor, die Sache dem Goethe Bund zu übertragen, da werde sie er jei haben. Die Anstellung von Wohnungsinspektoren, die in guten Händen sein. Goethe sei nicht nur ein künstler jest verlangt wird und die an sich eine sehr verständige Forderung auch ein guter, edler, hilfreicher, ein großer Mensch gewesen. Die in ist, kann in dem jezigen Stadium der Berliner Wohnungs- seinem Namen vereinigt seien, hätten sich nicht auf die Fragen der verhältnisse sehr wenig nügen, denn die Not an fleinen Kunst zu beschränken sie seien aber auch ein Organ des öffentWohnungen würde nur noch noch gesteigert werden, wenn die lichen Gewissens. Wohnungsinspektoren fich der nüßlichen Arbeit hingäben, einen Den Goethe- Bund mit der nüglichen Arbeit der Ziethen- Recherchen sicherlich nicht fleinen Prozentsatz der Berliner. Arbeiterwohnungen zu betrauen, das ist in der That bitterer Spott. Schlangen auch sechs prächtige gefiederte Geschöpfe angekommen, Vögel von Im Berliner Aquarium sind mit drei Arten südamerikanischer reichlich Droffelgröße und einem an die Raben und Heher erinnernden Bau und Wesen, vor den Raben aber ausgezeichnet durch eine bunte, vor: herrschend blaue Gefiederfärbung, weshalb man die Gattung„ Blauraben" bezeichnet. Das Blau giebt sich bei der in Frage stehenden Art in ver schiedenen Tönen: das Hellblau des Nackens geht am Rücken, Flügel und Schwanz in ein dunkles Ultramarinblau über, ein lasurblauer Fleck zeigt sich jederseits am Untertiefer und ein Hellblauer Tupfen über jedem Auge, während Kopf und Kehle schwarz und die Unterteile gelblich weiß erscheinen, einen besonderen Schmud hat dieser Bogel noch durch eine von den Obertopffedern gebildete sammetartige Feberkappe erhalten. nur Treptow- Sternwarte. Ueber die Aussicht des Sternschnuppenfalls, den die in diesem Jahre im November wiederkehrenden Teile des Kometen beim Durchgang durch die Erdbahn in unsrer Atmosphäre erzeugen werden, spricht Direktor Archen hold Sonntagnachmittag 5 Uhr. Für den Uhr Vortrag lautet das Thema:„ Unser Planetensystem." Das Institut ist, wie alljährlich in den Wintermonaten, von nachmittags 2 bis nachts 10 Uhr geöffnet. Im wissenschaftlichen Theater der Urania spricht am Mittwoch, den 10. d. W. Herr Geheimrat Professor Aßmann über„ Die modernen Methoden zur Erforschung der Atmosphäre mittels des Luftballons und Drachens"; an allen übrigen Tagen wird der neue dekorative Ausstattungs: vortrag von Herrn Vice- Admiral Reinhold Werner Auf den Wogen des Oceans" zur Vorführung gelangen. Im Hörsaal spricht am Donnerstag Herr Dr. Naß über Das Unwandelbare in der Natur"( erster Vortrag eines Cyklus von 10 Vorträgen über Experimentalchemie), und am Sonn abend hält Herr Dr. Donath einen Vortrag Arbeit und Wärme". Im Theater in der Invalidenstraße wird der Vortrag„ Eine Wanderung durch die Weltausstellung in Paris" am Sonntag, Montag, Dienstag und Freitag " für gesundheitsschädlich und als nicht bewohnbar zu erklären. Wenn Das Warenlager des verhafteten Hehlers Liebermann feine Vertuschungspolitik getrieben würde, könnten dadurch vorerst in der Grenadierstr. 29 wurde gestern in Gegenwart von Kriminal- zur Wiederholung gelangen. wertvolle Fingerzeige, allgemeine und statistische, über die Wohnungs- beamten von mehreren Geschäftsinhabern aus dem Spandauer mifere gegeben werden, aber ein praktischer Gewinn würde Viertel besichtigt. Verschiedene Sachen wurden von den Bestohlenen Aus den Nachbarorten. zunächst nicht zu erwarten sein; wirkliche Abhilfe, so als die ihrigen erkannt. Liebermann bestreitet, gewußt zu haben, Friedenau. Seit dem 1. Oktober ist die fonntägliche weit bas in den Grenzen einer städtischen Gemein- daß die Sachen gestohlen waren, und will für alle einen an: Betriebszeit im Handelsgewerbe auf 7-10 1hr vorschaft überhaupt möglich ist, würde nur geschaffen werden gemessenen Preis bezahlt haben. Rechnungen und Quittungen fann tounen, wenn Magistrat und Stadtverordnete die oben angedeuteten er jedoch nicht aufweisen, ebensowenig ein Geschäftsbuch. Im Wider, mittag und 12-2 Uhr nachmittag festgesetzt. Forderungen zum Ausgangspunkt einer großangelegten, gejez spruch zu seiner Behauptung steht ein merkwürdiger Signaldienst, Die Polizeiverordnung über den Verkehr mit Fahrrädern geberischen Thätigkeit nehmen würden. Darauf aber wird man in den er für seine Kundschaft eingerichtet hatte. Es ist beobachtet auf öffentlichen Wegen, Straßen und Plägen vom 12. Januar d. J. Berlin vergeblich warten. Viele Stadtverordnete haben den Aus- worden, daß Sommerfeldt wiederholt mit seinen Bateten wieder ist durch Erlaß des Ober- Präsidenten der Provinz Brandenburg führungen Brinkmanus zugestimmt, das tostet nichts und sieht sehr umtehrte, wenn er in die Nähe des Liebermannschen Lagers ge- vom 9. d. M. abgeändert worden. Der§ 4, Abs. 3 lautet in schön aus. Es wäre aber eine Täuschung.gröbster Art, tommen war und daß sich dann jedesmal ein rotbuntes Taschentuch der neuen Faffung( die Zufäße sind durch gesperrten Drud wollte man daraus den Schluß ziehen, daß unsre freisinnigen Stadt- am Fensterkreuz befand. Dies war ein Zeichen, daß die Luft nicht hervorgehoben):" Wettfahren und das Veranstalten von verordneten nunmehr mit vollen Segeln in das Reformfahrwasser hinein- rein war. Liebermann hatte dann Besuch von Kunden, mit denen Wettfahrten auf öffentlichen Wegen, Straßen und Plägen befahren werden. Täglich tann man beobachten, daß die Freifinnigen den er reelle Geschäfte machte. Auch das kam nämlich zuweilen vor. dürfen der Genehmigung der Wege- Polizeibehörde".-§ 14 erhält Arbeitern grundsäglich" alle möglichen Freiheiten" zugestehen, dort aber, wo sie am Ruder sind und in fonkreten Fällen denken sie nie Lebensrettung. Das Polizeipräsidium teilt mit: Die Arbeiter folgenden Wortlaut: Hebertretungen der Polizeiverordnung und der darin vorbehaltenen Anordnungen der Wege mals daran, diese grundsägliche" Zustimmung in eine praktische Karl& ampe und Heinrich Müller, Drontheimerstr. 3b, haben Unterstützig umzusehen. Der Bürgermeister Brinkmann hat gewiß am 28. Juli bei einem Brande im Hause Drontheimerstr. 2 einen Bolizeibehörden( Orts- Polizeibehörden) werden mit ein gutes Herz und ehrlichen Willen; in Bezug auf seine Rede aber sechsjährigen Knaben vor Eintreffen der Feuerwehr aus einer ver- Geldstrafe bis zu 60 M., im Unvermögensfalle mit entsprechender fann man vielleicht jagen: Weniger, wäre mehr gewesen". Wenn schlossenen, stark verqualmten Stube gerettet und sich hierbei nicht Haft bestraft, soweit nicht nach den allgemeinen Strafgefeßen eine die Arbeiter sich auf Magistrat und freisinnige Stadtverordneten ver- unerhebliche Verlegungen zugezogen. Für das bewiesene thatkräftige härtere Strafe eintritt." laffen wollen, so tönnen sie lange auf Befferung hoffen. Auch hier und besonnene Handeln werden beide hierdurch öffentlich belobt. heißt es, felber die Agitation für eine Wohnungs. Der Polizeipräsident von Windheim. reform in die Hand zu nehmen. Auf eine Verhöhnung kranker Arbeiter Vermischtes. Unfall oder Selbstmord? Der 68 Jahre alte Kaufmann Schrecklicher Tod. In glühender Asche verbrannt ist am Ferdinand Scharwath, der in dem Seifengeschäft seiner Schwester Freitag ein Bergmann auf Zeche Schleswig" bei Dortmund. Als Witwe Weber in der Dresdenerstr. 127 beschäftigt war und derselbe kurz vor seiner Arbeitsstelle über die Schutthalde schritt, In unmittelbarer Nähe stehende läuft eine magistratsoffiziöse Meldung hinaus, die zu der Entziehung in derselben Straße Nr. 8 wohnte, war seit Sonntag ver- fant er plöglich in die Tiefe. schwunden. Er ging nachmittags spazieren und war nachts um Arbeitskollegen fahen in demselben Moment eine mächtige Feuerder Zeitungslettüre im Sanatorium Gütergo Stellung 11/2 Uhr noch in der Schankwirtschaft von Kuschke in der Dresdener- säule aufsteigen. Sie eilten mit Stangen und Stricken herbei, um nimmt. Die wunderliche Entschuldigung lautet: straße 4. Nachdem er den Droschkentutscher, der ihn gefahren, den Kameraden zu retten, aber vergeblich. Derselbe sant tiefer, Bisher hatten einige wenige Berliner Tageszeitungen dem bezahlt hatte, ging er angeheitert weg. Seitdem sah man ihn nicht brennende Asche rutschte nach und verschüttete den Unglücklichen Sanatorium unentgeltlich ein Exemplar zur Verfügung gestellt. mehr, bis er gestern nachmittag vor dem Grundstück Kottbuser vollständig. 6 Partei- Versammlungen Orts- Krankenkasse Boxhagen- Rummelsburg. Am 10., 16., 17. und 18. Ot Verein für Frauen und Mädchen der Arbeiterklasse. Müllerstraße Nr. 178: teber d. 3, abends 8 Uhr, finden Montag, den 8. Oktober, abends 81/2 Uhr, im Weddingpark, im Weigelschen Lokale, Türrschmidtstr. 45, nachstehende Ver statt: Vortrag des Herrn Dr. Leo Arons über: ,, Die Dienstag, den 9. Oktober, abends 8 Uhr: 1. Versammlung. Beschäftigung mit den Naturwissenschaften." 1. Kreis: Arminhallen, Kommandantenstraße 20. 2. Kreis: Bock- Brauerei, Tempelhofer Berg. 3. Kreis: Märkischer Hof, Admiralstraße 18e. 4. Kreis: Urania, Wrangelstraße 9-10. 5. Kreis: Brauerei Bötzow, Prenzlauer Allee. 6. Kreis: Kösliner Hof, Köslinerstraße 8. Tages- Ordnung: Bericht der Vertrauenslente, der Preßkommission, Lokalkommission und Agitationskommission der Provinz Brandenburg und Neuwahl der selben. Berichterstattung von der Brandenburger Parteifonferenz und dem Parteitag. 209/3 Zahlreiches Erscheinen der Parteigenossen erwarten Die Vertrauensleute. Lackierer Berlins u. Umgegend. Montag, den 8. Oftober 1900, abends 8½ Uhr. im oberen Saale des Herrn Feuerstein, Alte Jakobstraße 75: Grosse öffentl. Versammlung. 126/10 Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Rosenow:„ Der wirtschaftliche Kampf der Arbeiterklasse und die Notwendigkeit der Organisation." 2. Diskussion. Zahlreichen Besuch erwartet Achtung! 6. Wahlkreis. Hente, Sonntag, den 7. d. M., Versammlung des Bildungsvereins ,, Mehr Licht", pünktlich abends 5½ 1hr, in Raabes Ball- Salon, Kolbergerstr. 23. Tages: Ordnung: Vortrag des Genoffen Max Schippel über: Geld, Gold und Silber. Einige Streiflichter aus der Währungsfrage. Nachdem: Geselliges Beisammensein mit Tanz. Eintritt 10 Pf. 120/10 Verein deutscher Schuhmacher. Montag, den 8. d. M., abends 8/2 Uhr: Mitgliederversammlung des Offens bei Stechert, Andreasstraße 21. Tages Ordnung: Davidsohn 1. Bortrag bes Herrn Georg Davtofohr über:„ Der Krieg und feine Begleiterscheinungen." 2. Diskussion. 3. Die Differenzen in der Schuhfabrit von Benkmann. 4. Verschiedenes. Um recht zahlreiche Beteiligung ersucht 170/14 Die Ortsverwaltung. Achtung! Rabitzputzer. Der Vertrauensmann. Achtung! Die unterzeichnete Redaktion ersucht um Angabe der jetzigen Adresse der Weber Friedrich Emil Otto, geboren 2. Dezember 1875 in Königshain bei Pohl, Mittwoch, den 10. Oktober 1900, abends 81/2 Uhr: Versammlung Gäste willkommen. 55/17 Der famtlicher Safenmitglieder. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Bezirks- Versammlungen. Tagesordnung: Defel Berichte ber Bandiboten 1. Vorschläge zur Delegiertenwahl. 2. Verschiedenes. 2. Versammlung. Dienstag, den 16. Oftober 1900, abends 82 Uhr: Wahl der Delegierten zur General bersammlung. In dieser Versammlung wählen bie Montag, den 8. Oktober, abends 8% Uhr: Für den 108/4 Kolbergerstr. 23. Wedding und Gesundbrunnen: bei Gerrn Raabe, Tages Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Weyl über: Das neue Krankens Mitglieder: 1. Norddeutsche Eiswerte; versicherungs- Gesek. 2. Diskussion. 3. Verbands- und Werkstattin folgenden Betrieben beschäftigten 2. Deutsche Kabelwerke; 3. Lewy op 4 Sprotta Batent; 5. Th. Adolph; 6. Sudicatis. 3. Versammlung. Gebr.; 4. Mittwoch, den 17. Oftober 1900, abends 82 Uhr: Wahl der Delegierten zur General bersammlung. In dieser Versammlung wählen ble in allen übrigen Betrieben beschäftig ten Mitglieder. [ 273/7 4. Versammlung. Donnerstag, den 18. Oktober 1900, abends 82 Uhr: Tagesordnung: Wahl der Delegierten zur Generalversammlung. In dieser Versammlung wählen die Arbeitgeber und freiwilligen Mit glieder. Als Legitimation ist das Quittungsbuch vorzulegen. Rummelsburg, den 3. Oktober 1900. Der Vorstand. Ritter. Achtung. Mittweida, und Auguſt Albert Bot. Transvaal- Ausgewiesene. geboren 15. Oftober 1874 in Klein: Sultewig, Kreis Schweidnitz i. Schles., angestrengten Prozeß dringend bedarf. da sie derselben in einem gegen fie Redaktion Transvaal- Ausgewiesene. Sonntagnachmitag 3 Uhr, Bu straße 10. fammenkunft b.Kramm, Schering5677 ihre angelegenheiten. Zahlreiches Erscheinen erwünscht. Rosenthaler und Schönhauser Vorstadt: bei Wernau, Schwedterstr. 23. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Th. Metzner über: Sind die letzten Ereignisse( Krieg mit China) für die Arbeiter von Vorteil? Disfussion. 3. Verbandsangelegenheiten. 4. Verschiedenes. Damen und Gäste haben Zutritt. 2. Zahlreiches Erscheinen wird gewünscht. bei Mann, Often und Nordoften: Strausbergerstr. 3. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Kollegen Rob. Ahrens über: Das Invaliden: und Altersversicherungs- Gesetz. 2. Diskussion. 3. Wahl des Bezirksleiters. 4. Verbandsangelegenheiten. 5. Verschiedenes. Gäste find willkommen. Süden und Südoften: im Märkischen Hof, Admiralstr. 18c: Tages Ordnung: 1. Vortrag des Genoffen Dr. Karl Liebknecht über: Zur Naturgeschichte des Streifbrechers. 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten. Nichtmitglieder und Frauen haben als Gäste freien Zutritt. Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. Bergmannstr. 5-7, Weften- und Südwesten: in Habels Brauerel, am Mittwoch, den 10. Oktober, abends 8½ Uhr. Tages Ordnung: 1. Vertrag des Herrn Dr. Paul Bernstein. 2. Diskussion. 3. Berschiedenes. Die Kollegen werden ersucht, vollzählig mit ihren Frauen zu erscheinen. Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. d. ,, Sächs. Arb.- Zeitung" aegend werden gebeten, töre breffen Friedrichsberg: Montag, den 8. Oktober, abends 81 Uhr, Dresden, Zwingerstraße 22. Die Arbeiterpresse wird um Abdruck gebeten! Sämtliche Laubenbesitzer und Generalpächter Berlins und Um wegen einer sehr wichtigen Mitteilung einzusenden. Erpedition ,, Der Acker: bürger, Berlin SO., Rottbuser Ufer Nr. 63 part. 365b Verband der an Holzbearbeitungs- Maschinen beschäftigten Arbeiter Berlins u. Umg. Montag, den 8. d. M., abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshaus( Saal I.), Engelufer 15, bei Panten, Allee 174. Tages Ordnung: 1. Vortrag der Frau Dr. Weyl über: Proletarierkinder. 2. Disfussion. 3. Verschiedenes. Die Kollegen werden ersucht, sich recht rege mit ihren Frauen an der Bersammlung zu beteiligen. bei Herrn Bube, Friedrichsfelde: Prinzen Allee 30. Donnerstag, den 11. Oktober, abends 82 Uhr. Tages Ordnung: 1. Vortrag mit Lichtbildern des Naturheil- Arztes Lindenan über: Die die Frage. General- Versammlung. Was bietet die Naturheilkunde dem Arbeiter? 2. Distuſſion. 3. BerTages Ordnung: bands Angelegenheit. 4. Werkstattangelegenheiten. 5. Verschiedenes. 1. Abrechnung von der Treptower Sternwarte, vom Stiftungsfest und Die Kollegen werden ersucht, mit ihren Frauen zahlreich zu erscheinen. vom III. Quartal. 2. Antrag des Vorstands: Abänderung des§ 12 des Gäste willkommen. 3. Verschiedenes. Achtung! Statute, betreff der Wahl des Vorstands und ev. Wahl gemäß des Antrags. Mittwoch, den 10. d. M., abends 8½ 1hr, im Snale der„ Arminhallen", Kommandantenstr. 20: Außerordentliche Mitglieder- Versammlung der Zahlstelle Berlin III des Centralverbands deutscher Maurer. Tages Ordnung: . 1. Wird der am 9. Juli d. J. geschlossene Vertrag von beiden Barteien richtig eingehalten? Referent: Kollege Niete. 2. Diskussion. 3. Gewert schaftliches und Verschiedenes. 252/19 83/8 Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Der Vorstand. Wegen der Wichtigkeit der Tagesordnung ist zahlreiches Erscheinen notwendig. Achtung! Schmiede. Achtung! 4 gr. öffentl. Versammlungen Die örtliche Verwaltung. der Schmiede Rixdorfs, Charlottenburgs, Achtung, Bauarbeiter! Berlins und Umgegend. Charlottenburg. ( Gruppe der Putzerträger.) Sonntag, den 7. Oftober er, nachmittags 4 Uhr, im großen Saale Montag, den 8. Oktober, abends 8 Uhr, Alexanderstr. 27e: Ausserordentl. Mitglieder- Versammlung. Tages Ordnung: V der ,, Gambrinus- Brauerei", Wallstr. 94. Berlin. Montag, den 8. Oktober er., abends 81/2 11hr, im großen Saale des ,, Gewerkschaftshauses", Engel- Ufer 15. 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Bericht von der Konferenz. 4. Verbandssache. Dienstag, den 9. Oktober, abends 81/2 Uhr, im Lokal des Herrn Neue Mitglieder werden aufgenommen. 43/9 Die Ortsverwaltung. Verband der Tapezierer u. verw. Berufsg. Filiale Berlin. Dienstag, 9. d. M., abends 8½ 11hr, bei Wilke, Andreasstr. 26, Bezirks- Versammlung( Osten). Tages- Ordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Ballschmieder, Badstr. 16. In allen Bersammlungen spricht Stollege Schrader aus Leipzig über: " Worau kranten wir in unsrem Beruf?" Nach der Charlottenburger Versammlung: Gemütliches Beisammensein und Tanz. In Anbetracht des zeitgemäßen Themas ist es Pflicht jedes Kollegen, in diesen Versammlungen zu erscheinen. [ 176/ 10* Die Ortsverwaltung des Central- Verbands deutscher Schmiede. Den Verbandsmitgliedern zur Kenntnis, daß die Verfamme Verband der Fabrik-, Land-, Hilfsarbeiter 178/1 Verband der Fabrik-, Land-, Hilfsarbeiter lungen von jetzt ab regelmäßig in folgender Weise stattfinden: Am 1. Dienstag im Monat Norden, bei Nümann, Brunnenstr.188 2. 3. " " Osten, Süden. Wilke, Andreasstr. 26, " Lorenz, Marfgrafenftr. 83. und Arbeiterinnen Deutschlands ( Bahlstelle Charlottenburg). Die Mitgliederversammlungen der Näherinnen werden extra be: Dienstag, den 9. Oktober, abends 8 Uhr, in der fannt gemacht. Die Verbandsleitung. Vereinigte Berliner Abstinenz- Vereine Inden hierdurch ein zur Großen öffentl. Bersammlung int großen Saale des ,, Moabiter Gesellschaftshauses", Alt- Moabit 80 81, 8½ 99 Gambrinus- Brauerei", Wallstr. 94: Generalversammlung. Tages Ordnung: 1. Bericht der Ortsverwaltung vom 1. Oftober 1899 bis 1. Oftober 1900. 2. Abrechnung vom 3. Quartal 1900. 3. Neuwahl der gesamten Ortsverwaltung. 4. Bericht des Kollegen Bohl von der Gaukonferenz in Potsdam. 5. Verbandsangelegenheiten. 6. Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert. Die Versammlung wird pünktlich zur oben angegebenen Zeit eröffnet. 64/11] Die Ortsverwaltung. Branchen- Versammlung der Galanterie- und Luxusmöbel- Arbeiter am Mittwoch, den 10. Oftober 1900, abends Punkt 8 Uhr, im Märkischen Hof, Admiralstraße 18c. Tages Ordnung: Wie verschaffen wir uns höhere Löhne und beffere Arbeitsbedingungen? Es ist Pflicht sämtlicher in dieser Branche beschäftigten Arbeiter, Tischler, Drechsler, Polierer, Maschinenarbeiter, sowie auch der Arbeiterinnen in dieser Versammlung zu erscheinen. Branchen- Versammlung der Musikinstrumenten- Arbeiter am Donnerstag, den 11. Oktober, abends 8½½ Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15, Saal 5. Tages Ordnung: 1. Vortrag. 2. Verbandsangelegenheiten. 3. Verschiedenes. Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. Achtung! Drechsler! Montag, den 8. Oktober, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engel- fer 15: Vertrauensmänner- Versammlung der Drechsler. Tages Ordnung: 1. Unser weiteres Vorgehen in der Lohnbewegung. 2. Branchens angelegenheiten. Die Ortsverwaltung. Fachverein der Musikinstrumenten- Arbeiter. Montag, den 8. Oktober, abends 8 Uhr, Nannynstr. 27, bei Herrn Graumann, Mitglieder- Versammlung. Tagesordnung: 1. Bortrag des Herrn Grempe( Ingenieur) über Technik und Verkehrswesen. 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten. Die Kollegen werden ersucht, zahlreich und pünktlich zu erscheinen. Die Versammlung wird punkt 82 Uhr eröffnet.[ 142/15 Der Vorstand. am Montag, den 8. Oktober, abends 8% Uhr. Verband der Hafenarbeiter Dachdecker u. Berufsgen. Tages Die Alkoholfrage. Referenten: 1. Herr Dr. Lichtenberg, praft. Arzt, Charlotten Burg. Die Alfoholenthaltung u. ihre Notwendigkeit für die Volksgesundheit. 2. Herr Dr. phil. Herm. Blocher- Basel. Alkoholismus und Arbeiterfrage. [ 277/16 3. Herr Oberingenieur Asmussen- Hamburg. Der Kampf des Gut templer- Ordens gegen den Alkohol und die Trintsitte. Männer und Frauen willkommen. Die einberufende Guttempler- Loge ,, Moabit" Nr.301. J. A.: Ingenieur Leopold Naumann. und verwandten Berufsgenossen. Sonntag, den 7. d. Mts., mittags 122 Uhr, Charlottenburg, Gambrinus Braueret, Wallstraße Nr. 94: Oeffentliche Versammlung der Schiffer, Botsleute und aller am Wasser besch. Arbeiter. V Dienstag, den 9. d. M., abends. 8 Uhr, Fim Englischen Garten, Alexanderstr. 27c, Große öffentliche Versammlung. Tages Ordnung: 1. Die Stellung der preußischen Regierung zum Bauarbeiterious und die Aufgaben der Bauarbeiterſchuß- Kommiffion. Referent: Genoffe Gustav Link. 2. Distuffion. 3. Ausführlicher Bericht 54/11 Tages Ordnung: des Vertrauensmanns über die Beteiligung der Sammlungen zum Streifs Warum stehen die Schiffer und Hafenarbeiter threr Organisation teil: fonds. 4 Verschiedenes 283/2 nahmslos gegenüber? Referent A. Decker( Magdeburg). Der Einberufer. Achtung! Rixdorf. Achtung! Dienstag, den 9. Oktober, abends 8½½2 Uhr: Volks- Versammlung in Gröplers Lokal, Bergstr. 147. Tages Ordnung: 1. Vortrag über: Kommunale Fragen". Referenten: Die Genossen Dr. Silberstein, Retzerau und Wutzki. 2. Diskussion. 3. Aufstellung der Kandidaten zur bevorstehenden Stadtverordnetenwahl. In dieser Versammlung sind die Parteigenossinnen und Genossen ver: pflichtet zu erscheinen. Das Wahlkomitee. [ 204/11] Socialdemokratischer Verein zu Schöneberg. Montag, den 8. Oktober, abends 8 Uhr, im Klubhaus, Hauptstraße Nr. 5-6, General- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Bericht des Kassierers und der Revisoren. 2. Bericht der Bibliothekare. 3. Vorstandsbericht. 4. Vereinsangelegenheiten. 5. Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert. Um zahlreiches Erscheinen ersucht 15/10 Achtung! Der Vorstand. Achtung! Arbeiter von Lichtenberg! ☛ Gemeindewähler- Versammlung am Dienstag, den 9. Oktober 1900, abends 9 Uhr, in Friedrichsfelde, Café Hoppegarten( Küssel), Berlinerstraße 18. Tagesordnung: 1. Die bevorstehenden Gemeindeverordneten- Wahlen und die bürgerlichen Parteien. Referent: Gemeindeverordneter Oswald Grauer. 3. Dis Alle Gemeindewähler müssen erscheinen. tuffion. 223/3 Das Wahlkomitee. Max Kliems Festsäle, Hasenheide 13-15. [ 56382* Meine Fest säle, 1200, 1010 und 560 Personen fassend, sind noch an einigen Sounabenden im Oktober, November und Dezember zu vergeben. Auch sind die alten Festräume zum Totensonntag und 3. WeihnachtsFeiertag noch frei. Max Kliem. Unterstützungsverein für alle in der Hutbrauche beschäftigt. Arbeiter und Arbeiterinnen( Filiale Berlin). Das diesjährige [ 3485 Freie Volksbühne. Heute nachmittag 234 Uhr: III. Abt.: Carl Weiss- Theater: Ueber unsre Kraft. VI. Abt.: Lessing- Theater: Die Macht d. Finsternis. am Sonnabend, den 13. Oktober, 8 Uhr Künstler- Konzert: Berliner Sinfonie- Orchester. Leitung: Kapellmeister Moser. Vokal- Konzert: Gäste: Musikmeister Vollerthun, Johanna Brackenhammer, Gustav Waschow, Anna Waschow, sämtlich vom Theater des Westens. Nach dem Konzert: Tanz. Festmarken in allen Zahlstellen a 50 Pf. Kinder unter 16 Jahren haben keinen Zutritt. Rauchen verboten. Da nur eine beschränkte Anzahl Besucher zugelassen werden können, empfiehlt sich die baldige Entnahme der Festmarken. Herbstfest abends in der Brauerei Friedrichshain. Freitag, den 19. Oktober, General- Versamml. in Cohns Festsälen, Beuthst. 19/20: 1. Vortrag des Rechtsanwalts Victor Fränkl über: ,, Kunst und Censur". 2. Geschäfts- u. Kassenbericht. 234/5 Der Vorstand. I. A.: G. Winkler. Max KliemsFestsäle Hasenheide 13-15. Im neuen Geftfaat Gr. Militär- Streich- Konzert. Jeden Sonntag: Anfang 6 Uhr. Nach dem Konzert: Kränzchen. In den alten Sälen von 4 Uhr ab: Ball. Jeden Donnerstag: Norddeutsche Sänger. ( Bimmermann, Steinhardt, Stangenberg 2c.) Anfang 7 Uhr. Empfehle meine Säle, 1200, 1010 und 560 Personen faffend, Vereinen und Gesellschaften. [ 5681L*] Max Kliem. Safenheide Neue Welt. 108-114. Täglich: 1 Hasenheide 108-114. Konzert u. Specialitäten- Vorstellung. Jeden Sonntag und Donnerstag: Im Bal champêtre: Grosser Festball. Anfang 4 Uhr. Jeden Mittwoch: Grosses Kinderfest mit Gratisverlosung. Jeden Donnerstag: Grosses Feuerwerk.. Kaffeeküche, Karusells, Marionettentheater zc. täglich geöffnet. Alles Nähere durch die Tagesauschläge an den Säulen.[ 56270* A. Fröhlich. Berein der deutschen Kutscher. Gegründet 1884. RANIA** Sonnabend, den 27. Oftober 1900, Taubenstr. 48/49. Im Theater abends 8 Uhr: Invalidenstrasse 57/62: Sonntag 8 Uhr: Grosse Familien- Kränzchen unter Mitwirkung des Hutmacher- Gesangvereins Einigkeit findet Sonn. Auf den Wogen des Oceans. abend, den 13. Oftober, im großen Saal des Böhmischen Brauhauses, Landsberger Allee 11/13, statt. Aufführungen von Gesangs- und komischen Vorträgen sowie grosse Festpolonaise mit Ueberraschungen. Anfang 8 Uhr. Eintritt Herren 50 Pf., Damen 25 Pf. Da der Ueberschuß zu gemeinnüßigem Zweck bestimmt ist, werden die Kollegen, Freunde und Gönner des Vereins höflichst ersucht, sich recht an diesem Fest zu beteiligen. Das Komitee. Volksgarten Eine Wanderung durch die Weltausstellung in Paris. Montag 8 Uhr: Taubenstrasse 48/49: Auf den Wogen des Oceans. Invalidenstrasse 57/62: Brauerei Friedrichshain: 16. Stiftungsfeff, wozu alle Freunde und Gönner des Vereins ergebenst eingeladen find. Billets sind bei dem Komitee und Mitgliedern zu haben.[ 3826 Urania Wrangelstrasse 10/11. Jeden Sonntag: Grosser Ball. Anf. 4 Uhr. Siehe Anschlagsäulen. Empfehle mein Lokal zu Fest= Eine Wanderung durch die titeiten und Bersammlungen. früher Weimanns Volksgarten, Badstr. 56 Weltausstellung in Paris. 56379* Auskunft über Vermietung zur Vereinsfestlichkeiten jetzt. Verwalter Meysel, Panfstraße 25 II. 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Oktober Teile hierdurch allen Freunden und obiges Saalgeschäft übernommen habe. mich bestens empfohlen. Vereinen und Gesellschaften halte [ 56599* H. Gürsch, Gastwirt. Gesellschaftshaus mit ihren prachtvollen Ga- G pagen und 6 Liliput- Pferden. In der Nachmittags Vorstellung zahlen Kinder bis zu 12 Jahren auf allen Pläzen: Halbe Preise.( Abends jedoch volle Preise.) Zum 16. Male: Ein Sensationsschlager 1. Ranges: CHINA. Großes Wasserschaustück. Darstellung der neuesten Ereignisse in China durch den Kinematographen. Die Unfren in Kiantschou. Der Aufstand der Boxer- Krieg. Die Verbündeten vor Taku- Peking. Montag: Gala- Sport- Vorstellung. Cirkus Busch Sonntag, den 7. Oftober cr.: grosse Vorstellungen 2 nachm. 4 und abends 71/2 Uhr. Nachmittags hat jeder Erwachsene ein Kind unter 10 Jahren frei, weitere Kinder unter 10 Jahren zahlen halbe Preise auf allen Plägen, mit Ausnahme der Galerie. In beiden Vorstellungen vorzügl. Programm. Abends 72 Uhr: Berliner Landpartien. Schweizer Garten. Swinemünderstr. 42. Tägl. Theater u. Specialitäten: Vorstellung. Jeden Sonntag: Ball. Säle für Gesellschaften, Vereine, foulant zu vergeben. ( 56242* Alhambra Wallnertheater- Strasse 15 Jeden Sonntag und Dienstag: Gr. Extra- Ball bei doppelt besetztem großen Orchester Anfang 5 Uhr. 136* A. Zameitat. Albrechts Gesellschaftshaus, traße 108, Lange: empfiehlt seinen Saal. Gr. Vereinszimmer Sonnabende noch fret.[ 56952* H. Kriegers Festsäle, Wasserthorstr. 68.* Todes- Anzeige. Allen Verwandten, Freunden und Belannten die traurige Nachricht, daß mein lieber Mann, der Schlosser Wilhelm Pormann Unfrem Freunde und Kollegen Friedrich Janowski zu seinem heutigen Geburtstage ein donnerndes Hoch, daß der ganze Stammtisch beim Anhalter Bahnhofs: Buditer wackelt. Frize, Du weeßt Bescheed! Freunden und Bekannten zur Nachnach langen schweren Leiden am Freitag, den 5. Oktober, sanft entricht, daß ich Weidenweg 77 ein Cigarrengeschäft eröffnet habe. schlafen ist. Dieses zeigt an Die trauernde Witwe nebst Kind. Die Beerdigung findet Sonntag: nachmittag 3 ühr vom Trauerhause, Eddestillation, billige Miete, preiswert zu verkaufen. Boltastr. 5, aus, nach dem Himmel Näheres Pallisadenstraße 31. 384b fahrt- Kirchhof, Niederschönhausen, statt. Socialdemokratischer Wahlverein für den 6. Berl. Reichstags- Wahlkreis. Den Parteigenoffen zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Schlosser Wilhelm Pormann, Voltastr. 5, am Freitag verstorben ist. Die Beerdigung findet heute, Sonntag, nachm. 3 Uhr, vom Trauerhause aus nach dem Himmelfahrts- Kirchhof Nieder- Schönhausen statt. Bahlreiche Beteiligung ersucht 24/13 Der Vorstand. Central- Kranken- u. Sterbe3785 L. Bosin. Fahrräder, Nähmaschinen verschiedene Marken, auch wenig gebrauchte, zu billigften Preisen. Reparatur Werkstätte. Lehrbahn. Sämtl.Zubehör. Teilzahl. gestattet. 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Die Beerdigung findet om Sonn tag, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des heiligen Kreuz- Kirch hofs zu Mariendorf aus statt. 238/14 Der Vorstand. Danksagung. Allen Freunden und Genoffen für die Beteiligung und reichen Kranz spenden bei der Beerdigung meines lieben Manns, Wilh. Schure, insbesondere dem Herrn Manasse für die trostreichen Worte am Grabe meinen herzlichen Dank. 57002 Die trauernde Witwe. Danksagung. Allen Genoffen, Verwandten, Freun den und Bekannten für die zahlreiche Beteiligung und reichen Kranzspenden, insbesondere dem Gesangverein„ Nord: wacht" für den schönen Gesang bet der Beerdigung meiner lieben Frau und guten Mutter sagen ihren herz: 56992 lichsten Dant Hugo Hanfe nebst Tochter. Danksagung. An dieser Stelle nochmals Dant für die so herzliche Teil: nahme bei der Beerdigung unsres unvergeßlichen Bernhard Schmidt. Jusbesondere Herrn Apelt und seinen langjährigen Kollegen für rührende Teilnahme und Kranzspende Dant; auch dem Holzarbeiter Verband und allen Freunden und Bekannten. 3686 Die Hinterbliebenen. vis- à- vis Humboldthain, Fernspr.- A. III 1767. Auch Teilzahlg. Roh- Tabak billigste Preise[ 56342* Max Jacoby Strelitzerstrasse Nr. 52. Rohtabak. Größte Auswahl. Billigste Preise. Guter Brand! Vorzügliche Qualität. Sämtliche[ 56320* Fabrikations- Utensilien. Neue Formen, sehr große Auswahl zu Original- Fabrikpreisen. Heinrich Franck, 185. Brunnenstr. 185. Nohtabak. A. Goldschmidt, Oranienburgerstr. 2, am Hackeschen Markt. Alte und neue Formen in allen Façons.[ 56332* v. 2 Mt. an. Bühne Zeitzahlung. Reparaturen in 2 Stund. Plombieren von 1 Mt. an Zahnziehen schmerzlos. Sprechzeit 8-8. Sonntags 8-4. Blumenstraße 25, R. Lange, Ede Markusstraße. Mufikwerke, selbstspielend, mit auswechselbaren Platten, schönste Familienunterhaltung, werden bei nur geringer 55802* Teilzahlung vergeben. J. 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Angaben über die Drohung des Fleischerburschen. Präs. Hat er Haarschneiden und sprach über seine Vernehmung. Er erzählte, daß auch von Judenmädels gesprochen? Beuge: Ich glaube nicht, sonst er Moriz Leivy mit Ernst Winter zusammen gesehen habe. Mein Der Meineidsprozeß Speisiger in Konig hätte ich es notiert. – Stadtfekretär Dietrich- Jastrow hat den An- Gehilfe jagte: Ich habe ihn auch gefehen! Beuge erklärte darauf: beschäftigt die Gemüter in hohem Maße. Speisiger, ein Freund des geklagten auf Anzeige Bahrs hin vernommen und bekundet, daß Da haben wir ja zwei Beugen, da steht die Sache sicher für Moriz ermordeten Winter, soll am Nachmittag des 11. März d. J., an Speisiger auf ihn einen unglaubwürdigen Eindruck machte. Lewy schief. Bräs.: Hillenberg sagt, das stimme nicht. Zenge: dem von dem Beugen aufgenommenen Protokoll Gewiß, fchon vorher hatte er gefagt, daß er beide gesehen und ich welchem Tage bekanntlich der junge Winter ermordet wurde, in Nach Winter habe auch mit einer Nichte wollte es schon zur Anzeige bringen. Präf.: Was ist Hillenberg Gesellschaft des legteren gefehen worden sein. Aus diesem Anlaß, hat Speisiger gefagt: ganz besonders aber um Auskunft zu geben, ob Winter mit dem Levys verkehrt. Erster Staatsanwalt Settegast: Der Angeklagte für ein Mann, ein Windbeutel? Zenge: Nachdem ich ihn näher Sohn des hiesigen Fleischermeisters Lewy, Moritz Levy, befreundet hat den Fleischerlehrling hier genau in Sleidung, Figur und fennen gelernt habe, glaube ich es selbst.- Präsident: Er fluntert war, wurde Speisiger als Zeuge vor den Untersuchungsrichter, Aussehen beschrieben und heute will er kein Wort davon wiffen. wohl? Benge: Ja, sehr start.( Heiterfeit.) Zeuge Hillenberg Staatsanwalt Settegast bean= Amtsrichter Dr. Zimmermann geladen. Epeisiger hat nun vor dem Ich halte das für wichtig, da es heißt, daß auch Lehrlinge ihn und hat sich inzwischen entfernt. Untersuchungsrichter eidlich bekundet, daß Moris Lewy mit Ernst Winter öfter angerempelt hätten. Bäckermeister Lange, der tragt seine in Aus den vorgeftrigen Verhandlingen fei folgendes mitgeteilt: Der Angeklagte -Vorführung, Winter näher bekannt war. Nachdem der junge Mann Pensionsvater Winters, schildert dessen Verschwinden und die Auffeiner Zeugenpflicht genügt hatte, begab er sich in das findung des Rumpfs von Winter. Dieser habe niemals über Anda Zeuge sich kurz vor seiner Bernehmung ohne Entschuldigung entJelienewstische Lokal. In diesem saßen mehrere Berliner rempelungen von Fleischerburschen oder einer Bekanntschaft mit fernt hat.- Maurerpolier Lübke hat abends beim Zeitungs- AusBeitungskorrespondenten, die gern über die Mordangelegenheit Speisiger etwas erwähnt. Dagegen habe er erzählt, daß er von tragen in der Thür des Lewyschen Hauses junge Leute, die Mädchen etwas Interessantes erfahren wollten. Sie machten sich daher der Caspari Bonbons erhalten habe. Seminarist Stlawonn, dessen nachlachten, gesehen. Er glaubt, daß einer Augengläser trug. mit Speisiger bekannt, und dieser erzählte ihnen, was er beim Bruder mit der Schwester des ermordeten Winter verlobt ist, weiß. Bräj.: War es der mit dem Pincenez?( Heiterkeit.) Benge: Ja, Untersuchungsrichter ausgesagt habe. Speisiger soll außerdem daß Winter häufig mit Anna Hoffmann zusammengetvesen ist. nach der Photographie glaube ich, daß Winter es war. Einmal den Journalisten erzählt haben: Es habe auf ihn den Eindruck ge- Präf.: Ist es Ihnen auch bekannt, daß Moritz Lewh habe auch eine Dame aus dem Hoffmannschen Hause, in der er macht, als seien dem Untersuchungsrichter gewisse Befundungen nicht mit Winter verkehrte?- Benge: Nein, nur daß er einmal Anna Hoffmann zu erkennen glaubte, denselben Mann, der ihm nach Die der Photographie Winter zu sein scheine, aus der Hausthür nachs erwünscht, denn dieser habe ihn, sobald die Sprache auf Lewy fam, bei der Auna zugleich mit Winter zufammenstand. heftig angefahren. Diese Unterhaltung gelangte zur Kenntnis des nächsten Zeugen sind Mitschüler des Angeklagten oder Be- gesehen. Denselben Mann habe er oft mit Moritz Lewy in der Präs. Vor dem Untersuchungsrichter Untersuchungsrichters. Speisiger wurde deshalb noch einmal kannte Winters. Fleischerlehrling Wilhelm Hoffmann bestreitet auf Hausthüre gesehen. zu dem Üntersuchungsrichter geladen. Er soll nun eidlich Befragen in ärgerlichem Ton einen Verkehr Winters mit seiner, des haben Sie die ältere Schwester bezeichnet. Zeuge: Nein, die Anna Lübke, Tochter des Vorzeugen: Aus Abrede gestellt haben, daj er sich ungünstig über Bengen, Schwester. Dagegen habe Lewy viel bei ihnen verkehrt, oft Anna war es. sie nach dem Mord gesehen, habe den Untersuchungsrichter Amtsrichter Dr. Zimmermann ge- auch mit der Anna gesprochen. Präsident: Hatten Sie den Ein Photographien, die Winter gekannt habe. Das fei äußert habe. Da außerdem Moriz Lewy, Fräulein druck, daß Anna ihm gefiel und daß er deswegen eifersüchtig auf sie ersehen, daß sie Tuchler und Fräulein Caspary eidlich bekundeten, daß Moris einen andern war? Benge: Das habe ich nicht beobachtet. Benge derselbe Mann, den sie oft beim Borbeigehen mit Morig Lewy Präs. Können Sie sich nicht irren? Lewy nicht mit Ernst Winter bekannt war, so wurde Speisiger bekundet weiter, daß er auch Lewy im Verkehr mit Winter beobachtet habe. in der Thür gesehen habe. Erster Bürgermeister Deditius weiß von diesen Sachen nichts. Zengin: Nein, es ist ganz sicher. Bräs. Haben beide mit wegen Verdachts des wissentlichen Meineids in haft ge= um Auskunft über einander gesprochen? Bengin: Sie scherzten und das war mir nommen. Da der junge Mann zur Zeit der That das 18. Lebensjahr Staatsanwalt Dr. Settegast ersucht ihn Präs.: Haben noch nicht überschritten hatte, so tann er nicht vor das Schwurgericht den Leumund der Tuchlerschen und der Casparischen Mädchen. auffällig. Es war im Januar und Dezember. gestellt werden. Es ist jedoch die Anklage wegen wissentlichen Benge: Das fittliche Verhalten der beiden, sowie das der Anna Sie denselben Menschen auch mit Anna Hoffmann gesehen? Meineids gegen ihn erhoben worden. Hoffmann ist mir unbekannt. Vert.: Der Beuge hat Erhebungen Beugin: Nein. über die Aussagen der jungen Leute bezüglich des geschlechtlichen Ver fehrs des Winter gemacht. Präs.: Ich beabsichtige, diesen Punkt in nicht öffentlicher Sigung zu erörtern. Beugin Franziska Hoppe erzählt auf Befragen des Präs:: Er sei am 6. Juli vor dem Unter- war Dienstmädchen bei Hoffmann. Sie habe nicht gehört, daß die fuchungsrichter Dr. Zimmermann in Stonig viele Stunden lang ver- Lehrlinge über Winter geschimpft hätten.- Bräf.: Sie haben dies nommen und am folgenden Tag, den 7. Juli, wegen Verdachts des aber zu Herrn Kommissar Wehn gesagt. Beugin: Ich habe nur Meineids in Untersuchungshaft genommen worden. Es wird einmal gehört, daß der Lehrling Welke sagte: Wenn der darauf die Aussage vom 6. Juli verlesen. Danach hat der Ange- immer herkommt, triegt er mal eins ins Genick, daß er liegen bleibt. flagte u. a. ausgesagt: Er habe eines Abends vor dem Lewyschen Auf wen das ging, weiß ich nicht. Laden mit Moriz Lewy zusammengestanden. Da feien einige Landrichter Dr. Zimmermann konfrontierte Speisiger mit sämt Leute vorübergekommen und haben zu ihm gefagt: Bleiben lichen Fleischergesellen. Einer von diesen lachte troß seiner, des Sie hier nicht bei dem Juden stehen, Sie könnten geschlachtet Zengen, Aufforderung weiter, worauf.er, Benge, gedroht habe, ihn werden." Eines Abends sei er in Jastrow spazieren gegangen, einsperren zu lassen. Ich hatte den Eindruck, bemerkt der Zenge, als Da habe sich ein alter Jude zu ihm gefellt und zu ihm gesagt: wollte der Bursche damit ein Wiedererkennen verhindern. Es ist Wenn Sie etwas gegen Hoffmann aussagen können, das für die ganz ausgeschlossen, daß der Angeklagte meine Drohung auf sich be- In der nicht öffentlichen Sitzung wurden dem Vernehmen nach Juden günstig ist, dann würde Ihnen jeder Jude etwas geben. 3ogen haben kann. Es gab Anna Hoffmann, Meta Caspary. Selma Tuchler sowie eine hiesige Selbst der ärmste Jude wifrde Ihnen 3 M. geben!- Präs: Ist Prostituierte und eine Reihe Sonißer Gymnasiasten, unter diesen auch das wahr, oder Ihre Erfindung?- Angell.: Nein, das ist wahr. der bereits erwähnte Obersekundaner Mikulski, als Zeugen ver Bräs.: Jastrow ist doch eine kleine Stadt, wissen Sie, wer dieser Hoffmann und Lewy. Die Leute, die gegen Hoffmann aussagen nommen. Streispbysitus Sanitätsrat Dr. Müller wohnte der Berhand Jude war? Angell.: Nein. Präs. Ist es denn wahr, daß sollten, hatten eine Vorliebe für Lewy, und umgekehrt. Es war mir lung als medizinischer Sachverständiger bei. Gegen 114 Uhr vorWinter Ihnen gesagt: er habe mit dem Fräulein Caspary und bekannt, daß Winter mit drei Mädchen verkehrt hatte und wahr mittags wird die Oeffentlichkeit wieder hergestellt. Der Zu Tuchler intimen Verkehr unterhalten? Angell.: Jawohl, er hat scheinlich habe ich deshalb zu dem Angeklagten gesagt, das wolle ich hörerraum ist wiederum überfüllt. Es wird zunächst Rosa es mir erzählt. Präs.: Als Ihnen der Untersuchungsrichter nicht wissen. Keineswegs habe ich ihn angefahren. Auch bei seiner Simanowski als Zengin aufgerufen. Sie sagt aus, fagte: es wird Ihnen bewiesen werden, daß es nicht wahr ist, späteren Vernehmung hat der Angeklagte wörtlich seine Aussage, fie habe den ermordeten Winter gekannt bemerkten Sie: Ich glaube wenigstens, den Winter so verstanden zu wie sie im Protokoll stand, wiederholt. Er wußte und kannte in- auch Moritz Lewy. Sie habe einmal vor dem Leivyschen Hause haben. Erster Staatsanwalt: Wie erklärt der Angeklagte den zwischen alle Recherchen in Sachen Lewy Hoffmann, hat auch davon winter und Moritz Lewy zusammen stehen sehen. Winter ſagte Widerspruch, daß er zunächst gesagt: er habe den Winter mit gesprochen und war bei den Zeugenvernehmungen sehr trozzig. Moritz Lewy ein einziges Mal zusammen gesehen. Bei seiner verantwortlichen Vernehmung und auch heute erklärte der Augeklagte: er habe den Winter fehr oft mit Moritz Lewy zusammen hat Erhebungen über die angebliche Bedrohung Winters' und des gesehen? Der Angeklagte schweigt. Der Präsident hält dem Angeklagten noch verschiedene Widersprüche vor, der Angeklagte vermag aber eine Aufklärung nicht zu geben. Danach ist die Vernehmung des Angeklagten beendet. Es wird dann festgestellt, daß der Angeklagte von Jastrow an den Untersuchungsrichter einen Brief geschrieben hat, worin er Ergänzungen zu seiner Aussage " zwei Parteien: Kriminalkommissar Wehn und Es find 20 Zengen vernommen, die Verhandlungen werden darauf furz vor acht Uhr abends abgebrochen. Der Präsident schlägt vor, Sonnabendfrüh zunächst über die geschlechtlichen Be zichungen Ernst Winters in nicht öffentlicher Sigung zu verhandeln. Staatsanwalt und Verteidiger schließen sich dem aut. Das Gericht beschließt, über diese Punkte in nicht öffentlicher Sigung zu ver handeln fowie den Zeugen Barbiergehilfen Reinhold Hillenberg vorführen zu laffen, ferner den Sekundaner Hans Oppel aus Danzig zu ( Schluß der Sigung.) Vormittagssitung laden. Ueber die gestrige wird gemeldet: und fenne zu Lewy:„ Ich will mur meine Schularbeiten machen, dann fomme ich wieder." Obersekundaner Mikulski: Im Sommer 1899 jah er Moritz Lewy mit Winter in der Danzigerstraße zu sammen spazieren gehen. Es sei ihm aufgefallen, daß Lewy mit Angeklagten durch den Fleischerlehrling angestellt, die jedoch ganz einem Gymnasiaften spazieren ging, er fagte noch, wenn es ein ergebnislos blieben. Lehrer Weichel war infolge seiner Angaben Gymnasiast aus der Behnkeschen Pension wäre, wäre das weniger über Speisigers Nedensarten zit dem Konfrontationstermin auf dem Rathause ebenfalls geladen bekundet, daß auffallend gewesen, da Lewy oftmals zu Behnke fam. Er glaube Speisiger nach furzem Ueberlegen erklärt habe, er kenne feinen auch einmal gefehen zu haben, daß Lewy mit Winter vor dem der Gesellen wieder. Daß der Untersuchungsrichter Dr. Zimmer: Lewyschen Hause gestanden habe. Jim Laufe des Tags ist Schlächtermeister Lewy wegen maun den Angeklagten angefahren haben solle, fönne er nicht bestätigen. Gymnasiast Böckh war ein guter Freund des er- Verdachts des Meineids verhaftet worden. mordeten Winter. Dieser habe ihm nie etwas von Speisiger erzählt und auch nicht zu ihm von Mädchenbekanntschaften gesprochen. Er und Winter seien einmal von einem Fleischergesellen angerempelt worden. Bei der Konfrontation auf dem Rathaus glaubte dem Thäter in Gesellen Welke zu machte. Er giebt darin an, daß Winter mit Judenmädchen enger verkehrt habe, als mit Anna Hoffmann, und zwar in der legten Zeit fast nur mit Judenmädchen. Unwahr sei die Angabe Lewys, daß er den Winter nicht gekannt habe. Diese Angaben hat der Angeflagte vor dem Amtsrichter in Jastrow eidlich bestätigt, ebenso er den feine Angaben über das Verhalten des Untersuchungsrichters. Er hat dabei wiederholt, daß Winter ihm gefagt habe, er gehe häufig mit und er habe nachher auch zu Speisiger heftige Worte ge- Eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht. erfennen. Der Untersuchungsrichter verbot dem Fleischergesellen, zu lachen, Präs. Erimern Sie sich dessen genau? Zenge: Ja. Präj. Der Untersuchungsrichter fann bestimmt versichern, daß es den Judenmädels" zum Geschlechtsverkehr, dagegen habe er Anna braucht. Hoffmann nur auf der Straße getroffen. Weiter hat der Angeklagte ausgesagt, daß der alte Lewy ihn auf der Straße angesprochen, ihn aber stehen gelassen habe, weil das Publikum eine feindjelige Haltung gegen Lewy angenommen und ein anwesender Redacteur ihm, dem Angeklagten, gedroht habe, er wolle es in die Zeitung bringen, falls er sich mit dem alten Juden einließe. worden. Konsum- Verein Berlin- Süd Aktiva. Bilanz Mark Mart Kreditoren 618,54 Mitglieder- Guthaben 2806,57 Passiva. Mark Mark 3676, Taut Kreditoren- Liste 102,37 Darlehen 250, 125,20 Reserve- Fonds: 5% 35,92 37,77 93,10 Gewinn u. Verlusta Conto: Dividende: 5% auf 13 627,- M. 6,80 für abgelieferte Divid. Marten 681,35 Gewinn Vortrag auf neue Rechnung 1,14 nicht der Fall gewesen ist.- Benge: Mir ist so. Weiter befundet der Zenge Böch, daß Winter ihm erzählt habe, er sei jegt für das Geschäftsjahr( 3 Monate April/ Juni) 1900. mehr mit Tuchlers und als Casparys Mädchen zusammen mit der Anna Hoffmann. Er habe einmal auf der Gisbahn gejagt: Anna gefällt mir nicht mehr. Präs. Haben Sie Winter Kaffen- Bestand Bräf.: Sie haben diese Aussagen beschworen, ist das mum alles mit Moritz Lewy zusammen gesehen? Zeuge: Ich erinnere mich Waren- Bestand laut Inventur richtig? Angeti.: Ja. nicht, jedenfalls hat mir winter nichts von ihm gejagt. Waren- Bestand laut Der Präsident hält dann dem Angeklagten einen Artikel der Fleischergeselle Karl Welfe war ein Jahr lang Lehrling bei dem Kommissionen Voffischen Zeitung" vor, in welchem das Verfahren des Unter- Schlächtermeister Hoffmann. Er bestreitet in ärgerlichem Ton Utensilien: fuchungsrichters gegen Speisiger als auffallend bezeichnet wird. Der jeden Verkehr Anna Hoffmanns mit Winter. Der Bruder Wilhelm Düten und Papier Angeklagte bestreitet, den Redacteuren gesagt zu haben, daß der Hoffmann habe sich oft fiber den Verkehr der Gymnasiasten im Fastagen: Fässer, Säcke, Risten Richter ihn hart angefahren und Schweigen geboten habe. Hause mißfällig ausgesprochen und einmal auch gesagt, der Winter, Gläser, Flaschen Angell.: Am 6. Juli bin ich zum zweitenmal nach Stonitz vorgeladen der immer im Hausflur berunifungere, müßte da endlich einmal Comptoir Utens Als er am Tage vorher dort eingetroffen sei, habe fortgebracht werden, weil er dort nichts zu suchen habe. Von einem filien und Druc er die Berichterstatter Wienecke und George getroffen, welche ihn in Verkehr zwischen Winter und Moritz Lewy weiß der Zeuge nichts. fachen 273,05 eine Damenfneipe mitnahmen, woselbst Wienecke bezahlt habe. Hierauf wird Inventar, GeschäftsEs wird aus den Akten festgestellt, daß der Angeklagte nach Anna Hoffmann, Einrichtung 1441,05 1805,47 feiner zweiten Bernehmung vor dem Untersuchungsrichter, die von ein fünfzehn Jahre altes, großes, vollentwickeltes, schönes Mädchen Abschreibungen: 10 Uhr früh bis 10 Uhr abends mit einer furzen Mittagspause in den Gaal gerufen. Sie bekundet: Ich habe niemals etwas von dauerte, verhaftet worden sei. Präs. Wurden dazwischen ver= Drohungen unter der Hausthür oder von Schimpfereien meines schiedene Personen vernommen? Angell.: Die Pausen waren Bruders gehört. Moris Lewy ist oft geschäftlich zu uns gejedenfalls sehr kurz, und ich wurde gleich wieder vorgeführt. Es tommen, es ist mir aber ganz unbekannt, daß er eine Annäherung Geschäfts- Anteil bei wird hierauf das an mich beabsichtigt haben sollte. Wir haben einmal Klavier guProtokoll dieser zweiten Vernehmung jammen gespielt und gesungen, und während dieser Zeit sind vier verlesen. Es beginnt mit dem Saze, daß von dem Zeugen eine zu- junge Leute am Fenster vorbeigegangen, von denen ich Rasch, Böckh fammenhängende Auskunft nicht zu erreichen sei. Er antwortet: Ja und Wilhelm Lewy erkannte; der vierte schien Winter zu sein, ich oder Nein, und thut so, als tömte er sich nicht erinnern, mit wem habe ihn aber nicht genau erkannt. er gestern zusammen gewefen fei, Der Angeklagte habe angegeben, daß Winter ihm einmal gesagt habe, er gehe mit der Tuchler und den Casparyschen Mädchen zum Geschlechtsverkehr. Die nächste Zengin ist die 17 Jahre alte Selma Tuchler. Weiter bekundet der Angeklagte, daß er nach seiner ersten Ber Sie habe in der letzten Zeit öfter mit Winter verkehrt, der zusammen nehmung von allen Juden in Jastrow angesprochen worden sei. Man mit ihr die Eisbahn besucht und sie dann nach Hause gebracht habe. Am habe ihm gejagt, wenn er etwas gegen Hoffmann aussage, würde Tage vor seinem Verschwinden habe sie den vorbeigehenden Winter jeder Jude ihm etwas geben, selbst der Wermste würde drei Mark in den Laden Casparys hineingerufen und sich dort mit ihm geben. Er habe die Leute nicht erkennen können. Dasselbe habe unterhalten. Abends habe sie dann eine Ansichtspostkarte er, Angeklagter, auch bereits bei seiner legten eidlichen Vernehmung Ja. ( p. a. 10%) 3 Monate 22% bet Raution der Städt. Gasanstalt der Hamburger Großeinkaufs Ge sellschaft Bant- Zinsen 46,30 30, 250, 30, 5665,78 5665,78 Das erste Geschäftsjahr begann mit dem 8. Januar 1900. Die Eröff nung der ersten Verkaufsstelle erfolgte amt 2. April 1900. Der Warenumfaz [ 277/7 betuig( 3 Monate) 13 697,90 M. Der Reingewinn beträgt 717,27 M. Zur Verteilung gelangen: 5 Broz. auf 13 627, M. abgelieferte Waren- Marken. 5 Proz. Reserve- Fonds.. ausgejagt. Bräf.: Und diese Angabe ist richtig? Angell.: an inter abgefchickt. Sie fei im ganzen öfter als Anna Hoffmann Bräf.: Sie haben weiter vor dem Richter gejagt: mit Winter zusammengewesen. Präs. Nach dem Verschwinden Ich muß genau behaupten, daß Winter gesagt hat: Er gehe winters sind viele Postkarten zu den Akten gegeben worden und es Die zu Casparys und Tuchlers Mädchen zum Geschlechtsverkehr. Angell: Der Untersuchungsrichter fagte: Das ist unwahr, denn es ergab sich, daß Winter Ihnen und Fräulein Caspary viel mehr Die sei nachgewiesen, daß Winter die Mädchen nicht geschlechtlich gebraucht Starten gesandt hat als der Anna Hoffmann. Nach dem Inhalt der Karten scheint auch der Verkehr mit Ihnen beiden freundschaftlicher habe. Nunmehr bekam ich Angst und sagte: Es ist möglich, daß ich gewesen zu sein als mit der Anna Hoffmann. Die Zeugin giebt. die Sache mißverstanden habe, ich meine aber, daß ich ihn richtig verstanden habe. Der Präsident hält munmehr dem Angeklagten die Widersprüche in seinen einzelnen Aussagen vor, die sich auch in seinen heutigen Aussagen widerspiegelt und beginnt hierauf mit der Bernehmung der Sengen. Polizeisergeant Bahr- Jastrow erfuhr, daß Präparand Speisiger etwas über den Mord wisse. Auf Befragen machte Speisiger seine dies zu. Sie habe Moriz Lewy nicht mit Winter gesehen, Winter habe auch nie einen Verkehr mit Speisiger erwähnt; auch auf der Gisbahn habe sie ihn nicht mit Winter gesehen. Meta Caspary, ein 19 Jahre altes Mädchen, macht gleichlautende Aussagen. Barbier Naffin: Nach der Photographie glaube er, daß Winter bei ihm gewesen sei. Speisiger tam im Juni in seinen Laden zum Mitglieder- Bewegung. Bestand am 8. Januar 1900 Eingetreten bis 30. Juni 1900 Bestand am 30. Juni 1900 Mitglieder- Guthaben betrugen am 30. Juni 1900 Haftjumme der Mitglieder betrug am 30. Juni 1900 Berlin, den 21. September 1900. Der Vorstand. • 681,35 M. 35,92 717,27 M 15 287 302 3 676, 9 060,-" Paul Müller. Hugo Schmidt. Emil Welk. Vorstehenden Abschluß geprüft und in Ordnung gefunden Die Dividende gelangt vom 29. Oktober 1900 ab in der Verkaufs Für den Aufsichtsrat: 3. A.: Heinrich Königs, 2. Borsitzender. stelle Arudtstr. 5 zur Auszahlung. Die Mitglieder werden ersucht, die Witgliedsbücher Nr. 1-302 bis zum 15. Oftober im Verkaufslotal Arndtstr. 5 abzugeben, woselbst auch Neu- Aufnahmen vollzogen werden. unsre zweite Bertaufsstelle wird am 22. Oktober in der Gräfestr. 40 Der Vorstand. eröffnet Kaufhaus Max Mannheim 89. Frankfurter Allee 89. Vorteilhaftes Angebot durch billige Abschlüsse. Montag, den 8. bis Sonnabend, den 13. Oktober I soweit der Vorrat reicht. Abteilung Kleiderstoffe. Abteilung Futterstoffe. Ein Posten doppeltbreit Haus- u. 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Sonntag, 7. Oktober 1900. Briefkasten der Redaktion. Die juristische Sprechstunde findet Montag, Donnerstag und Freitag von 7-9 1hr abends statt. Eldenaerstraße. Sie meinen wahrscheinlich die Friedrich Wilhelms: anstalt für Arbeitsame, wegen der Sie sich an Herrn Stadtrat Heller, Rat: haus, Zimmer 17-19, wenden wollen. Die Anstalt giebt zinsloje Darlehne bis zu 300 M. Stenn. Uns leider unbekannt. Marktpreise von Berlin am 5. Oftober 1900 Roggen, gut " nach Ermittlungen des tgl. Polizeipräsidiums. D.- Ctr. Kartoffeln, neue, D- Ctr. Rindfleisch, Keule 1 kg dv. Bauch Schweinefleisch 6,- 4, 1,60 120 1,30 1, 1,60 110 Kühe und Färsen 51-52; d) mäßig genährte Kühe und Färsen 47-49; e) gering genährte Kühe und Färsen 42-45. Kälber: a) feinste Masts tälber( Bollmilchmast) und beste Saugfälber 74-76, b) mittlere Mastkälber und gute Saugfälber 69-72, c) geringe Sauglälber 64-68, d) ältere, gering genährte( Freffer) 37-46. Schafe: a) Mastlämmer und jüngere Mast Hammel 55-60, b) ältere Masthammel 55-60, c) mäßig genährte Hammel und Schafe( Merzschafe) 45-52, d) Holsteiner Niederungsfchafe( Lebendgewicht) 26-34. Schweine: a) vollfleischige der feineren Raffen deren Kreuzungen im Alter bis zu 14 Jahren 54, 2,80 b) Stäfer 56, c) fleischige 50-53, d) gering entwickelte 46-49, e) Sauten 47-50. 1,20 2,60 1,20 Verlauf und Tendenz. Das Rindergeschäft wickelte sich ruhig 2,40 1,20 ab, es bleibt nur etwas Ueberstand. Der Kälberhandel gestaltete sich 2,- 1,- glatt. Bei den Schafen war der Geschäftsgang langsam; es bleibt ein gut 1,80 0,80 Teil unverkauft. Der Schweinemarkt verlief ruhig, wird aber kaum ganz 2,40 1,20 geräumt. 1,40 0,80 Dienstag, Weizen, gut mittel " " " gering A " " n mittel gering " Kalbfleisch " " Hammelfleisch " 1,60 1, 1,60 1,20 +) Gerste, gut 15,60 14,90 Butter 2,80 2mittel " 14,80 14,10 Gier 60 Stüd " 4, gering 19 14,- 13,40 Karpfen 1 kg 2, 15,80 14,90 Nale " " mittel 14,80 13,90 Bander " gering 13,80 12,90 " Hechte " 6,50 5,82 " Barsche " 7,40 5, 40, 25, " " 45, 25, Schleie Bleie Krebse per Schock 20, " A. H. 25. 1. Die Garde- Regimenter bilden zusammen das Garde: corps. 2. Das 1. Linien- Infanterie- Regiment liegt in Königsberg in Garnison. t) Safer, gut 3. Tie Jufanterie- Regimenter fangen mit 1 an und zählen durchs ganze Deutsche Reich. Außer der Nummer hat fast jedes Regiment noch einen besonderen Namen. So heißt das angefragte Regiment vollständig: Grena: dier- Regiment König Friedrich III.( 1. Ostpreußisches) Nr. 1. E. G. P. Ihre heute eingesandte Notiz( Delbrück) hat bereits vor einigen Tagen im Vorwärts" gestanden. Der Vers wird verwendet werden. G. N., Rigdorf. Sprechen Sie gelegentlich mit dem Statut in der juristischen Sprechstunde vor. P. H. 5. 1. Fordern Sie den Wirt am besten schriftlich auf, die Küche innerhalb einer von Ihnen zu be stimmenden( etwa achttägigen) Frist machen zu lassen, widrigenfalls Sie die Küche auf seine Kosten herstellen lassen würden, und führen Sie dann nach Ablauf der Frist Ihre Drohung aus. 2. Dagegen ließe sich lediglich polizei: liche Hilfe anrufen. Zeichenpapier. Legen Sie ein dickes Löschblatt über die Fettstelle und plätten Sie dann den Fleck aus. Ella. Ihre Frau soll vor dem Termin schriftlich und im Termin mündlich den Einwand erheben, daß ſie minderjährig ist, und beantragen deshalb, die Klage abzuweisen. Eingegangene Druckschriften. Die Socialistischen Monatshefte"( Administration: Berlin W, Lützowfir. 85a) haben soeben das Oftober Heft ihres 6. Jahrgangs erscheinen lassen. Dasselbe enthält ein Portrait Friedrich Nietzsches von Felir Balloton. Aus dem Inhalt des Heftes heben wir hervor: Dr. Wilhelm Ellenbogen: Die Agrarfrage auf dem Grazer Parteitag. Dr. Ernst Gyst row: Etwas über Nießsche und uns Socialisten. Eduard Vernstein: Zur Krisenfrage. Paul Kampffmeyer: Der Parteitag und die Wohnungsfrage. Kurt Eisner: Der goldene Magnetberg. Dr. Gert Carring: Aus der psychologischen Arbeit.. Dr. Heinrich Lux: Lehren der Pariser Weltausstellung. Jonas Lie: In der Borg- und Schuldenstadt. Rundschau: Der Mainzer Parteitag. Genossenschaftsbewegung. Was wollen wir? Aufstand in Russisch- Polen. Der Preis des Heftes beträgt 50 Pfennig; pro Quartal 1,50 M. Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, Kolporteure und Postanstalten( Post Zeitungs Katalog Nr. 7217), sowie direkt durch die Erpedition: Lüßowstraße 85a, Berlin W..( Busendung in offenem oder geschlossenem Couvert.) Gewerkschaftsbewegung. V Verein für Frauen und Mädchen der Arbeiterklasse. Montag, den 8. Oktober, abends 82 Uhr, im Weddingpart, Müllerstr. 178: Vortrag des Herrn Dr. Leo Arons über das Thema:„ Die Beschäftigung mit den Naturwissenschaften". Müller und Mühlenarbeiter Berlins und Umgegend. Sonntag, den 7. d. M., nachmittags 32 Uhr, bei Nowad, Manteuffelstr. 9: Ver: fammlung. Vortrag des Genossen Lint. Arbeiter- Gesangverein ,, Nord. Heute nachmittag 4 Uhr: General: Bersammlung bei Adolf Neumann, Brunnenstr. 150. Produktenmarkt vom 6. Oftober, Auf dem Getreidemarkte vollzog. fich heute eine weitere Abschwächung infolge großer russischer Ankünfte in Stettin und auf ungünstige Berichte von den englischen Märkten. Dazu fam die unentschiedene Haltung an den amerikanischen Märkten, welche die Kaufluft zurückhielt. Bei ziemlich regem Angebot und etwas lebhafterem Berkehr gaben Weizen- und Roggenlieferungen ferner durchschnittlich 0,50 M. nach. Hafer blieb behauptet. Rüböl zog auf die weitere Hausse in Paris um 0,20 M. au. Spiritus. 70er Locospiritus notierte unverändert 50,50 M. Nichtstroh Hent Erbsen Speisebohnen Linsen 70, 30, +) frei Wagen und ab Bahn. Städtischer Schlachtviehmarkt. und Witterungsübersicht vom 6. Oktober 1900, morgens 8 1hr. 2,50 Amts Stationen Barometer stand mm Windrichtung Windstärke Wetter Temp. n. T. 6°.= 4° R. Stationen Barometerstand mm Windrichtung Windstärke Wetter Temp. n. 6. OON 5° C.= 4°. 2616. bed. 2 3 Regen 9 757 WSM 5wolkig 14 12 Aberdeen 13 Paris 11 753 SSW 2heiter 769 35lb. bed. 12 Berlin, 6. Ottober 1900. licher Bericht der Direttion. Zum Verkauf standen: 4693 Rinder, 1086 Kälber, 12 741 Schafe, 8937 Schweine. Bezahlt wurden für 100 Pfund oder 50 Kilogramm Schlachtgewicht in Mark( beziehungsweise für 1 Pfund, in Pf.): Ochsen: a) vollfleischige, ausgemästete, höchsten SchlachtEminembe. 763 SSW 4H16. bed. 13 Haparanda 7520 wertes, höchstens 7 Jahre alt 66-70, b) junge fleischige, nicht aus: Hamburg 762 SSW 65lb. bed. 13 Petersburg 756 SW Berlin 765 W 5 heiter 14 Cort gemästete und ältere ausgemästete 61-65; c) mäßig genährte junge und gut Bullen: Frankf./M. 769 SSW 1 heiter 772 S genährte ältere 54-57; d) gering genährte jeden Alters 50-53. München 1 heiter a) vollfleischige höchsten Schlachtwertes 60-64; b) mäßig genährte jüngere 771 Still- Mebel und gut genährte ältere 55-59; c) gering genährte 48-52. Färsen und Wien Kühe: a) vollfleischige, ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwerts 00-00; Wetter Prognose für Sonntag, den 7. Oktober 1900. b) vollfleischige, ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren Ziemlich warm, zeitweise heiter, vielfach wolkig mit leichten Regenfällen 53-54; c) ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere und frischen südwestlichen Winden. Wochen: Sonntag Donnerstag Spielplan. Opernhaus Schauspiel: haus Deutsches Theater 7. Montag 8. Der Prophet Mignon Madame Sans- Gêne Was ihr wollt ( Paula Conrad)( Paula Conrad) Bei Buchholzens Rosenmontag Nachm.: Madame Sans- Gêne Sonnabend 13. Ratbold Cavaller. rust. Vergißmeinnicht Madame Sans- Gêne ( Baula Conrad) Sonntag 14. Aida Der wilde Reutlingen Die Fledermaus Die Fledermaus Der Mikado Faust Rosenmontag Dienstag 9. Mittwoch 10. Freitag 11. 12. Figaros Hochzeit Benvenuto Cellini Lohengrin Carmen Johannisnacht I love you Der wilde Reutlingen Neue Oper Die Fledermaus Der Mikado Die Fledermaus Die Fledermaus ( Paula Conrad) Der Mikado Der wilde Reutlingen ( Kroll) Der Biberpels Rosenmontag, Rosenmontag Rosenmontag Die Weber Lessing: Theater. Morituri Berliner Thenter Die streng Herren Nachm. Prinz Friedrich v.Homb. Die strengen Herren Die strengen Herren Die strengen Herren Die strengen Herren Der Pfarrer von Kirchfeld Secessions: Bühne Der gnädige Herr Komödie der Liebe Undine Der Troubadour Der Bettelstudent von Windsor Das Glück im Winkel Das Glück im Winkel Das Glück im Winkel Das Glüd Die goldene Eva im Winkel Johannis feuer Johannisfeuer Johannisfeuer Johannisfeuer Johannisfeuer Theater des Der Bettelstudent Westens Schiller: Theater Der gnädige Herr Der gnädige Herr Der Bildschnitzer Der Bildschniger Daheim Der Bär Die lustigen Weiber Die goldne Eva Die Orientreise Ständiges Repertoire: Residenz Theater. Alle Abende: Sflave. Thalia Theater. Alle Abende: Der Liebesschlüssel. Bellealliance Theater: Alle Abende: Gastspiel der Tegernseer. Carl Weiß- Theater. Alle Abende: Müller und Schulze auf der Pariser Weltausstellung. -A Daheim Der Bär Hoffmanns Erzählungen Rofenmontag Nachm.: Die verf. Glocke Johannisfeuer Johannisfeuer Die strengen Herren Der Bildschnizer Daheim. Der Bär Nm.: Squenz 2c. Die streng Herren Nachm.: Prinz Friedr. v. Homb. Peter Squenz. Die geliebte Dornrose Hoffmanns Er Der Freischüß zählungen. Nm.: Die weiße Dame Die Ehre Nachm. Wilhelm Tell Die Dame von Marim. Central Theater. Alle Abende: Der griechische Metropol Theater. Alle Abende: Der Mandarin von Tsing- ling- ting. Friedrich Wilhelmstädtisches Theater. Alle Abende: Der Tugendring. Ferdinand Neumann Berlin SW., Leipziger Strasse 51, Ecke Dönhoff- Platz. Extra- Verkauf zu herabgesetzten Preisen. 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Syndikate, Kartelle und Trusts.*) fönnen " dent " Ervorerst noch um möglichste Erhöhung der Preise ist, und die auf das gesamte politische| jener der Kommanditgesellschaft Blohm& Boß", die nach ihrem Leben einen höchst torrumpierenden Einfluß ausüben. foeben veröffentlichten Geschäftsbericht in 1899/1900, abgesehen von Die steigende Kohlennot, die nicht minder schwer die ProduktionsWelche Lobreden sind nicht vor einigen Jahren, als die Kartel- den reichlichen Abschreibungen, einen Reingewinn von 612 065 M. crtosten der Industrie als die Lebenshaltung der großen Masse der lierungsbestrebungen größeren Umfang annahmen, auf sie verfaßt zielt hat und 8 Proz. Dividende zahlt. Nun aber ist, wie Genoffe Ca Iwer schon fürzlich in einem Bevölkerung belastet, hat die Aufmerksamkeit allgemein auf die worden. Prüft man diese zum Teil erst zwei, drei Jahre alten Manipulationen des Rheinisch- Westfälischen Kohlensynditats und im Schriften mit ihren Prophezeiumgen von einer Ueberwindung der Artikel über Kartelle und Trusts in den Socialistischen Monatsweiteren überhaupt auf die Preistreibereien der seit einigen Wirtschaftskrisen durch die Trusts, von einer Abschaffung der Bro- heften" hervorgehoben hat, nicht daran zu zweifeln, daß die Jahren immermehr aufschießenden Syndikate und Kartelle duktionsanarchie, von einer neuen Gesetzgebung, die sich die ver- Sartelle über kurz oder lang den wichtigsten gelenkt. Denn daß zu dem heutigen hohen Stand der nünftigen, fich auf sich selbst befinnenden Kapitalisten zu geben be- Bestandteil der Produktionstosten einer Ware, Kohlenpreise die planmäßige fünstliche Einschränkung der ginnen", an den Erfahrungen, die seitdem die Vereinigten Staaten, die Lohnfumme", ebenso einheitlich zu regeln verFörderung ganz wesentlich beigetragen hat, läßt sich nun einmal Deutschland, England mit ihren Kartellen, Trusts und Syndikaten suchen werden, wie die Preise der Waren selbst. In einem nicht ableugnen, mag auch die unter dem Einfluß des Syndikats gemacht haben, so will es einem heute fast erscheinen, jene Schriften Artikel der Deutschen Industriezeitung" wurde schon vor einigen stehende Presse zu den furiofesten Beweisführungen greifen. Und müßten schon vor Jahrzehnten geschrieben sein. Nichts ist von einer Wochen dazu aufgefordert. Und ebensowenig ist daran zu zweifeln, felbst so weit das Syndikat nicht direkt durch seine Maßnahmen an Regelung der Produktion zu merken, man müßte denn darunter daß die Arbeiterschaft, die sich solchen einseitigen Lohnbestimmungen der jezigen Preissteigerung beteiligt ist, so weit diese durch das die Einschränkung der Produktion für den Inlandsmarkt zum widersetzt, den Syndikaten und Trusts gegenüber einen schweren Zurückhalten der Vorräte seitens der Kohlen Großhändler und Zweck der Preissteigerung verstehen wollen; daneben aber findet man Stand haben wird. Die Thatsache, daß es in den Vereinigten Importeure hervorgerufen wird, trifft das Syndikat zum mindesten vielfach eine desto stärkere Produktion für den Auslandsmarkt unter Staaten den Arbeitern gelungen ist, gegenüber einzelnen Truſts der Vorwurf der Mitschuld, denn erst seine Praktiken, die von ihm herabjegung der für diesen geltenden Preise und infolgedessen kleine Lohnerhöhungen durchzusetzen, will wenig fagen; da es sich feit Jahren gehemmte Entwicklung des Kohlenabbaus, haben jene wie wenig gerade die Trusts gegen Schwankungen und Krisen amerikanische Markt ausgeliefert ist, rasch entfalten und in denen es erhöhte Empfindlichkeit gegen die Schwankungen des Weltmarkts. um Branchen handelt, die sich, seit ihnen durch die Dingley- Bill der Lage geschaffen, die das jetzige Vorgehen der Großhändler er- schützen, zeigt die amerikanische Eisenindustrie, die fast völlig in daher an geschulten Arbeitskräften fehlt. Es ist deshalb die Frage, wie weit den Kartellen und Trusts Das Syndikat allerdings fümmert sich recht wenig weder um Trusts organisiert ist und die trotzdem in den letzten Monaten durch den Nachweis, daß§ 2, Absatz 10, des Bechenvertrags selbst als jedes Krisengerücht, durch jede irgendwie bedeutendere Veränderung freier Spielraum eingeräumt werden kann, auch für die Arbeiter von Zwet der Syndikatspolitik die Einschränkung der Produktion fenn- der Marktlage aufs heftigste berührt wurde. Grinnert sei hier nur entschiedenem Interesse, denn sie steht in Beziehung zur zeichnet, noch um die Thatsache, daß gerade von April bis an den Kurssturz der Eisenwerte an den amerikanischen Börsen zu allgemeinen Lebenshaltung der Arbeiterschaft. Dezember vorigen Jahrs, um das Angebot gegenüber der Anfang Mai, als plöglich die Federal Steel Company" in einigen wägungen dieser Art haben wohl auch dazu geführt, daß die Etablissements die Produktion einstellte und billigere Offerten machte. Erörterung der sogenannten Trustfrage" bereits auf die TagesNachfrage schwach zu erhalten, bedeutende Fördereinschränkungen So weit bis jetzt die Erfahrungen reichen, ist weit mehr anzuordnung des augenblicklich in Paris stattfindenden inter vorgenommen worden sind, die denn auch bekanntlich schon im Früh nehmen, daß die fartellierten und truftierten Industrien im Fall des nationalen Kongreffes gesetzt worden ist jahr des laufenden Jahrs zu wiederholten Breissteigerungen Sereinbruchs einer Krise der Erschütterung viel stärker ausgefeßt, als ein etwas nebensächlicher Gegenstand der Beratung, als Punkt 11 führten. Der Syndikatsvorstand setzt vielmehr die schon in seinem Bericht über die Produktion des ersten Halb- daß in ihnen infolge der Betriebs- und Vertriebs- Stonzentration auch der Tagesordnung; aber es bedarf keiner Prophezeihungsgabe, un jahrs 1900 befolgte Taftit munter fort, läßt giffern auf die Strifenerscheinungen viel konzentrierter auftreten werden, als daß vorherzusagen, daß fie in den nächsten Jahren auf internationalen jahrs 1900 befolgte Taftit munter fort, läßt Ziffern auf marschieren und stellt Bergleiche zwischen jezt und früheren Jahren die Trusts einen Damm gegen die Krisengefahr zu bilden vermögen. und nationalen Arbeiterfongressen immer wieder auftauchen und an, die für die Beurteilung der Sachlage und das Verhalten des soweit fie aus dem wirtschaftlichen Entwicklungs- Wahrscheinlich mehr noch auf Gewiß sind die Trusts und Kartelle fortschrittliche Gebilde, einen wichtigen Gegenstand der Verhandlungen bilden wird. den den nationalen Kongressen, Syndikats nebensächlich, wenn nicht gänzlich wertlos find. An Breßgang natürlich entspringen, weitere technische Fortschritte als den internationalen, die Gefahr organen, die sich gerne dem Syndikat für seine direkten oder in hindernde, ungesunde Zustände in einem Industriezweige beseitigen gung des Lebensstandards der Arbeiter durch Preistreibereien Gefahr einer Schädidirekten Publikationen zur Verfügung stellen, fehlt es ja nicht. Die neueste Leistung dieser Art ist eine Veröffentlichung in der und die bisher zersplitterten kleineren Betriebe zu einheitlich geleiteten und willkürliche Normal- Lohnfestsetzungen seitens der Trusts Rhein. Westfälischen 8tg.", in der darzuthun versucht wird, daß seit mit modernen technischen Hilfsmitteln ausgestatteten Groß ist nicht nur in den einzelnen Ländern eine durchaus verbetrieben zusammenfassen. Aber auch nur insofern sie diese schiedene, sondern es liegen auch die zunächst zu ergreifenden Abdem Jahre 1892 die Förderung der Syndikatszechen bis jezt um 50 Broz. gestiegen sei, während die nicht zum Syndikat gehörenden dem kapitalistischen Einzelbetrieb gelten; Bedingungen erfüllen, fie als Fortschritt gegenüber wehrmaßregeln auf nationalem Gebiet, sie sind nur durch die Gesetzfeineswegs Bechen ihre Produktion nur um 36 Prozent gesteigert hätten. aber gebung der einzelnen Staaten durchzuführen. Als eine fortschrittliche Partei fann nun die Socialdemokratie Gerade im Oberbergamts- Bezirk Dortmund sei die Zunahme der ist jede Startellierung beziehungsweise Vereinigung zu Trusts Förderung noch 10 Broz. höher gewesen, als in allen übrigen in Förderung noch 10 Broz. höher gewesen, als in allen übrigen in und Syndikaten ohne weiteres an sich schon ein Fortschritt auf der nicht daran denken, die heutigen Kartellierungsbestrebungen Henimen Betracht kommenden deutschen Revieren. Was die Ausfuhr von Stufenleiter der wirtschaftlichen Entwicklung, z. B. sicherlich nicht zu wollen, so weit sie der Ausdruck natürlicher wirtschaftlicher EntKohlen und Coats anbelangt, so sei dieselbe allerdings in den ersten Bereinigungen wie der New Yorker Eistrust oder wie der deutsche wicklungstendenzen sind. Wohl aber gilt es den Kartellen der UnterSeifen- oder Tapeten- Ring: Vereinigungen, die nicht den Bedürfnissen nehmer breite gewerkschaftliche Arbeiterverbände entgegenzustellen, also 7 Monaten des Jahrs 1900 gegen den entsprechenden Zeitraum des der Produktion und des Vertriebs entspringen, die an der bisherigen Hinvegräumung jener gefeßlichen Schranken, die heute noch die AusVorjahrs um annähernd 1025 000 Tonnen gestiegen, doch sei Art der Produktion und des Absatzes gar nichts ändern, die lediglich breitung und das geschlossene Handeln der Gewerkschaften hindern; berücksichtigen, daß von diesen 1025 000 Tonnen allein nach Destreich- den Zweck haben, das Publikum zu schröpfen und möglichst hohe daneben aber, wie schon auf der am 13.- 16. September vorigen Ungarn 693 000 Tonnen und nach Rußland 180 000 Tonnen Jahrs stattgefundenen Truftkonferenz" in Chicago gefordert wurde exportiert worden seien, und zwar aus Ober- und Niederschlesien, Profite herauszuschlagen. Gerade diese Kartelle und Trusts der letzteren Art haben aber und wie auch Genosse Calwer in dem obgenannten Artikel verlangt, so daß die westfälischen Zechen bei dieſen Quantitäten überhaupt immer mehr die Oberhand gewonnen, speciell in dem Trust- Land öffentliche Kontrolle in allen Formen", d. h. ein nicht in Frage kamen. Von den Reftmengen wurden nach Frankreich par excellence, den Vereinigten Staaten, begünstigt durch deren Zoll- weitreichendes staatliches Beaufsichtigungsrecht... d völlige Publizität 28 000 Tonnen, nach den Niederlanden 41 000 Tonnen und nach gesetzgebung, die in manchen Branchen die auswärtige Konkurrenz des geschäftlichen Wirkens der Trusts, Oeffentlichkeit der Gründung, Was durch diese Ausführungen bewiesen werden soll, ist nicht vom inneren amerikanischen Markt fast völlig ausschließt und ihn der wichtigeren Beschlüsse und Maßnahmen, der Verwaltungs Was durch diese Ausführungen bewiesen werden soll, ist nicht den betreffenden Industrien zur willkürlichen Ausnutzung preisgiebt. berichte usw. Wirtschaftlich berechtigte Kartelle und Trusts vermag recht verständlich. Der Nachweis, daß das Syndikat in den letzten Die alte Form der Trusts tritt hier mehr und mehr zurück, an ihre diefe öffentliche Kontrolle kaum zu schädigen, dagegen bietet sie Jahren die Förderung verschiedentlich recht beträchtlich eingeschränkt Stelle treten die spekulativen Industrial Combinations", die immerhin ein gewisses Hemmnis gegen schwindelhafte Manöver. hat, im Dezember 1899 z. B. um über zehn Prozent, wird durch sie nicht im geringsten entfräftet. Daß nun, nachdem die Busammenfassung kapitalistischer Groß- und Kleinbetriebe zu einer Vielleicht auch empfiehlt sich dort, wo sich die Trusts, wie z. B. Nachfrage das Angebot weit überflügelt hat und die Breise so großen Attiengesellschaft, die nicht aus dem Bedürfnis des betreffenden mehrfach in den Vereinigten Staaten, mit witcherischer Ausbeutung günftig stehen wie feit langem nicht, das Syndikat nicht mehr an Industriezweigs erwächst, ja die oft gar nicht von den Industriellen von Patenten befaffen, eine Beschränkung der Patentrechte. felbft eingeleitet und durchgeführt wird, sondern von irgend welchen mit Eine der wichtigsten Gegenmaßregeln gegen die den einheimibeiten läßt, ist selbstverständlich. Was erreicht werden sollte, ein Geschäft machen wollen. Einschränkung der Produktion denkt, sondern frisch darauf los ar- der Branche ganz unbekannten Finanzmännern, die bei der Gründung schen Markt ausbeutenden Trusts und Kartelle aber bleibt immer die Verhinderung geseglicher Beschränkung der freien Konkurrenz durch ist erreicht, die Preise sind hoch genug und selbst minderwertige Ware findet guten Abfaz; warum also jetzt noch, wo ein schaft absolut feine Veranlassung. Allerdings findet auch bei diesen und Für solche„ Combinations" fich zu erwärmen, hat die Arbeiter- hohe 8ölle und differenzielle Eisenbahn- Tarife. Hohe Schutzölle die auswärtige Konkurrenz hemmende Eisenbahn- Tarife Geschäft zu machen ist, mit der Förderung zurückhalten? Ein noch oft eine Verbesserung des Betriebs und Verminderung der Produktions- sind, wie das Beispiel der Vereinigten Staaten zeigt, das weiteres fünstliches Hinaufschrauben der Preise könnte leicht den zu toften statt; aber die daraus entspringenden Vorteile tommen nicht sicherste Bollwert, hinter dem sich, wie in einem Treibhaus, straff gespannten Bogen zum Berbrechen bringen. Uebrigens finden der Allgemeinheit zu gute, ebenso wenig den Arbeitern des Betriebs eine üppig aufschießende Karteliierungssucht გ entfalten selbst jetzt, wie auch der Vorstand des Syndikats zugiebt, noch immer und meist nicht den gewöhnlichen Anteilhabern; sie werden von den vermag. Mit Recht hat deshalb die Chicagoer Truftkonferenz die bedeutende Kohlenausfuhren aus Rheinland- Westfalen nach Belgien, Gründern und den in den Trust aufgenommenen Besigern größerer Beseitigung dieser Beförderung des Trust Gründungswesens durch Frankreich und Holland statt. Die Wirksamkeit des Kohlensyndikats ist indes nur eine unter Unternehmungen gewissermaßen vorweggenommen, indem diesen eine prohibitive Bollgesetzgebung verlangt. Bis zum Einsetzen der vielen, und noch leineswegs die schlimmste. Vergleicht man damit neben den Vorzugs- Aktien noch Bar- Gratifikationen oder sogenannte Dingley- Bill finden wir nur wenig Neigung zur Begründung von „ Goodwill"-Anteile zugestanden werden, das heißt Vergütungen Trusts und Kartellen, sobald jedoch der Dingley- Tarif in Wirksamkeit die Schröpfungen des konsumierenden Publikums, die sich in letter für den„ guten Willen", sich an Geschäft zu beteiligen. Dagegen tritt, besonders aber nach Beendigung des Kriegs mit Spanien, Zeit amerikanische Trusts und Ringe geleistet haben, so nimmt führt die Vereinheitlichung des Betriebs, die Brachlegung ungünstig greift das Trust- Gründungsfieber mit rasender Schnelligkeit um sich. ist nicht nur, wie so oft behauptet wird, reaktionärer Wider: gelegener Anlagen usw. häufig zur Verringerung des Daß wir, wenn es den Hochschutzöllnern im Verein mit dem Agravierist nicht nur, wie so oft behauptet wird, realtionärer Bider: rbeitspersonals, zur Vermehrung der Arbeitslosigkeit. Dazu tum gelingen sollte, hohe Schutzölle durchzusetzen, auch in Deutsch stand gegen die Tendenzen moderner Wirtschaftsentwicklung, auch aber kommt, daß die Arbeiterschaft den Trusts und Startellen viel land ähnliche Bestrebungen hervorbrechen sehen würden, ist zweifel nicht nur der Widerstand gegen die Untergrabung der kleinbürgerlichen Existenz, der in den Vereinigten Staaten der Anti- Trust- freier, viel wehrloser gegenübersteht, als einzelnen Unternehmern, los. Der größere Teil des Hochschutzöllnertums arbeitet nur darauf bewegung jene Ausdehnung gegeben hat, daß wider ihren eignen besonders bei Lohnstreitigkeiten. Besteht die Gegenpartei aus vielen hin, die Bahn hierfür frei zu machen. Das Geschwätz vom„ Schußz Willen die aus den Trustfonds unterstügten republikanischen Wahl- einzelnen kleineren und größeren Unternehmern, die zum Teil ver- der nationalen Arbeit" ist zumeist lediglich auf Zäuschung des macher mit ihr fofettieren müssen. Die Trusts und Kartelle sind ſchiedene wirtschaftliche Interessen haben und sich bei andren Gelegenheiten bekämpfen, so gelingt es den Arbeitern viel leichter, Lohndort thatsächlich größtenteils zu Spekulations- Ausbeutungsinstitutionen erhöhungen durchzusetzen oder Lohnreduktionen abzuwehren, als wenn geworden, deren Zweck nicht die Regelung der Produktion, sondern sie sich reichen Besigern von Niejemunternehmungen oder gar Riesen trusts gegenüber befinden. Das lehrt erst jüngst wieder der Verlauf *) Der Artikel war schon für die vorige Sonnabend- Nunimer der Werftarbeiter- Aussperrung in Hamburg. Gegen Kleinbetriebe ist bestimmt, mußte aber wegen Raummangel zurückgestellt werden. leichter etwas auszurichten, als gegen derartige Riesenbetriebe, wie Belgien 77 000 Tonnen exportiert. " Publikums berechnet, denn der einheimische Markt, der angeblich durch die hohen Schutzölle den betreffenden Industrien gewonnen werden soll, gehört diesen meist heute schon. Nicht zuletzt aus diesem Grunde hat der eben geschlossene Parteitag in Mainz sich, wie die gehaltenen Reden und die angenommene Resolution zeigen, gegen die Erhöhung und für mögliche Herabsetzung der Zölle erklärt. H. C. Aber auf ihren Kongressen und Generalversammlungen im nächsten bei Streitigkeiten zwischen Unternehmern und Arbeitern verDie Wohnungsinspektion. Jahre zur Wohnungsfrage Stellung nehmen. Aber die mittelnd zu wirken und endlich auf Grund systematischer Stimmen aus den bürgerlichen Lagern werden übertönt und zufälliger Erfahrungen und Beobachtungen Vorschläge Der Mainzer Barteitag hat den bedeutungsvollen Be- werden durch eine Kundgebung der größten Partei des für den weiteren Ausbau unsrer Gesetzgebung zu machen fchluß gefaßt, im nächsten Jahre die Wohnungsfrage zu be- Deutschen Reichs, der berufenen Vertreterin des arbeitenden und zu begründen. Ganz ähnlich sollten die Aufhandeln. Ueber ihre Wichtigkeit ein Wort zu verlieren ist Bolts. gaben der Wohnungsinspektion aufgefaßt werden. überflüssig, hat doch kaum eine Seite der socialen Frage so Bei der Diskussion der Frage wird man sich auch in leider sind wir hiervon noch sehr weit entfernt. Obgleich intensive Pflege in der Litteratur gefunden, wie gerade die unsrer Parteipresse vielfach auf das Material, das der Verein die Anfänge der Wohnungsinspektion dank der auf diesem Wohnungsfrage. Längst ist das Material über die Wohnungs- Reichs- Wohnungsgesetz in einer Sammlung von Abhandlungen Gebiet vorgeschrittenen französischen Gesetzgebung in Elsaßfrage und find die Vorschläge zu ihrer Lösung un- in rascher Aufeinanderfolge zu veröffentlichen beabsichtigt, be- Lothringen schon ein halbes Jahrhundert zurückliegen, ist übersehbar. Raum ein socialer Kurpfuscher hat es unterziehen. Das erste Heft dieser Sammlung berechtigt trotz sie weit entfernt, allgemein auch nur als Bedürfnis anlassen, auf diesem Gebiet sein vermeintliches Können zu einzelner Differenzen mit der Auffassung des Autors*) zu den erkannt zu werden. Bloß Hessen Darmstadt, Hamburg, zeigen. Keine politische Partei hat dieser Frage ganz aus besten Erwartungen, vor allem wegen der Fülle des fachlichen Lübeck sind dem Beispiel der Reichslande gefolgt, indem dem Wege gehen können. Die Frage des Genossenschafts- Materials. sie sich besondere Gefeße über die Wohnungsinspektion gaben, alle übrigen Staaten, also auch die vier Königreiche, entbehren noch solcher Geseze, wenn auch Anfäße in Orispolizeiverordnungen und Erlassen deutscher Höherer Verwaltungseinheiten vorhanden sind. wesens, die Wohlfahrtseinrichtungen der Unternehmer, ja der Es war unfrem Erachten nach ein vortrefflicher Gedanke, Stampf gegen die Socialdemokratie wie die Leutenot auf dem die Wohnungsinspektion in erster Reihe zu behandeln, ist sie Lande haben Berührungspunkte mit der Wohnungsfrage. doch die dringlichste Maßregel und vor allen andern geeignet, Gerade diejenigen Richtungen und Parteien, die von wenn auch nicht allzuviel bessernd, einem großen Personeneinem energischen Eingreifen der Staatsgewalt in das Arbeits- kreise zu gute zu kommen; sie kann ein Mittel werden, das Aber auch dort, wo der Gedanke der Wohnungsinspektion berhältnis zu Gunsten der Proletarier nichts wissen wollen, Verständnis für die Wohnungsfragen in die weitesten Volfs zum Durchbruch gekommen ist, können die Leistungen der befaßten sich stets und auch heute mit Vorliebe mit der schichten zu tragen und die sociale Erkenntnis zu heben durch Gesetzgebung und die Durchführung ihrer Bestimmungen Wohnungsfrage. Hieraus erklärt es sich auch, daß der recht zahlreiche Feststellungen, die weit besser von einem un nicht befriedigen. Der partikularen Gesetzgebung hängt der verdienstliche Verein Reichs- Wohnungsgeset" zahlreiche Mit- parteiischen Beobachter als von dem Bearbeiter statistischer Bug enger Begrenzung an; je größer das Gebiet ist, auf das glieder aus der Großindustrie und auch der Gesellschaft der Fragebogen geschehen können. sich die Gesetzgebung erstreckt, desto eher können große Ge Fabrikpatriarchen gewonnen hat. Dieses Patronat der Aus- Man hat der Fabrikinspektion drei Aufgaben zugewiesen: fichtspunkte in den Vordergrund treten, desto schwieriger wird beuter hat die Arbeiter und ihre Vertreter bisweilen tühler Die Durchführung der Arbeiterschutz- Gesetze zu überwachen, es freilich auch, Einzelheiten zu regeln, so daß man geder Wohnungsfrage gegenüber gestimmt als es gut war im als es zwungen wird, den ausführenden Behörden der Einzelstaaten *) Goltz, Hans Freiherr v. d. Die Wohnungsinspektion und ihre enen gewissen Spielraum zu lassen. Interesse der Arbeiter. Immer brennender wird infolge der Riefenentwicklung geseges im Anhange und zahlreichen orts- und landesgefeßlichen Beausgestaltung durch das Neich. Mit dem Entwurfe eines Reichsdes deutschen Städtewesens und der steigenden Bedürfnisse esetes im Anhange und zahlreichen orts- und landesgefeßlichen Bestimmungen als Beilagen. Herausgegeben vom Verein Reichsunsrer ländlichen Arbeiterbevölkerung die Wohnungsfrage. Wohnungsgesetz, Göttingen 1900. Vanderhoed u. Ruprecht, Preis Eine Reihe politischer und unpolitischer Körperschaften till 1 m. 50 f. Schon die Abneigung der Einzelstaaten, die Wohnungsinspektion zu regeln, die Frage der Wohnungspolitik ernst zu behandeln und auch die wenig befriedigenden Leistungen in denjenigen Staaten, die sich dieser Pflicht nicht ganz ent Es wäre ogen haben, zwingt uns dafür einzutreten, daß das Reich unterscheiden, ist bisher in den Berliner Gemeindebetrieben so gut| tuberkulöse Beeinträchtigung der Hand anzunehmen sei. möglich, daß Sch. Schmerzen habe und deshalb die Hand ver= sich dieser Aufgaben annehme. Dem Geist und Wortlaut der wie gar nichts in dieser Hinsicht geschehen. Reichsverfassung entspricht es unzweifelhaft, daß das Reich Die Rüdständigkeit der Berliner fommunalen Socialpolitik bunden hätte. Die vorhandene Bewegingsstörung im Gelent könnte Das Schiedsdie Wohnungsfrage zum Gegenstand seiner Fürsorge mache; offenbart sich aber auch dadurch ganz besonders, daß die meisten durch eine Schnürung nicht hervorgerufen werden. Dem Reichsdie Arbeiterklasse, die bloß im Reichstag einen, wenn auch städtischen Betriebe noch nicht einmal Arbeiterausschüsse gericht hob mun den Bescheid der Berufsgenossenschaft auf und haben. Die Stadt Berlin beschäftigt in ihren eignen Be- billigte dem Kläger die 50 Prozent wieder zu. ihrer Bedeutung nicht entsprechenden Einfluß hat, muß trieben an 10 000 Personen, welche nicht die Beamten Versicherungsamt, das sich als Retursinstanz noch mit der Sache zu aus principiellen wie praktischen Gesichtspunkten diese Be- qualifikation aufzuweisen haben und daher als Arbeiter beschäftigen hatte, lag ein Gutachten des Professor Sonnenburg strebungen des Vereins Reichswohnungsgesetz fördern. betrachtet werden müssen. Die Vorgesetzten dieser Arbeiter vom Krankenhause Moabit vor. Dieser erklärte Tuberkulose der Damit soll freilich nicht gesagt werden, daß wir die bekunden ihre socialpolitische Einsicht meist dadurch, daß sie Knochen für ausgeschloffen und meinte, die Hand wäre im vollen wenn Kläger dies nicht durch das Illusionen dieser Befürworter des Eingreifens des Reichs Aeußerungen auch der bescheidensten Wünsche als eine hart zu Umfange gebrauchsfähig, Der Kläger war teilen. Als praktische Politiker wissen wir nur zu gut, wie ahndende Subordination auffassen. Dieser Umstand sowie der Umbinden zu verhindern gewußt hätte. blieb er dabei, daß er schwer es ist, den Bundesrat zur Zustimmung von social- weitere, daß die Behörden es bedauerlicherweise wiederholt a bim Termin zur mündlichen Verhandlung persönlich erschienen. großer Bestimmtheit gelehnt haben, mit den Berufsorganisationen der Ar- Mit politischen Beschlüssen des Reichstags zu veranlassen, wir wissen beiter zu verhandeln, macht die Einrichtung von Arbeiter- noch Schmerzen habe. Man möge mit ihm machen, was man wolle, die Kraft der Mächte im Reichstag abzuschätzen, die durch aktiven ausschüssen dringend notwendig. er fühle die Schmerzen und kein andrer. Jeder Mensch sehe auch, und passiven Widerstand socialpolitische Reformarbeiten zu Nur in zwei Betrieben der Stadt Berlin, in den Gas- und daß die Hand steif sei. Das Reichs- Versicherungsamt glaubte jedoch berhindern wissen, wir bewerten am höchsten den Widerstand wasserwerten, sind bisher Arbeiterausschüsse aufzuweisen; dem Gutachten des Professor Sonnenburg folgen zu sollen und der socialen Interessenten gegen ein kräftiges Vorgehen auf aber auch diese entstanden nicht etwa durch die eigne Initiative der stellte unter Aufhebung des schiedsgerichtlichen Urteils den Bescheid dem Gebiet der Wohnungspolitik und selbst auf dem engen zuständigen Verwaltungen, sondern wurden erst nach langem Drängen der Berufsgenossenschaft wieder her, durch den Sch. die Rente entGebiet der Wohnungsinspektion. Hausbesitzer, Terrainspekulanten, der Arbeiter eingeführt. In den Gaswerken bestehen die Arbeiter- zogen worden war. Fabrikpatriarchen, Städteverwaltungen, in denen die Haus ausschüsse feit 1897, in den Wasserwerken erst seit wenigen Wochen. besigerinteressen maßgebend sind, die Mittelstandspolitiker und Leider in einer Form, die fast als ein Hohn auf den Namen Arbeiterihre einflußreichen Protektoren in den politischen Parteien und ausschußz bezeichnet werden muß. in der hohen Bureaukratie sind gefährliche Gegner eines energischen Eingreifens zu Gunsten einer ernsthaften Wohnungsreform. Wir sind überzeugt, daß die Aufgaben einer socialen und hygienischen Anforderungen entsprechenden Wohnungspolitik überhaupt für die kapitalistische Wirtschaftsordnung unlösbar sind, zumal die Vampyre Militarismus und Marinismus die Erfüllung aller modernen Kulturaufgaben verhindern. Arbeiterausschüsse! " Versammlungen. be= Die Arbeiterausschüsse sollen unsrer Meinung nach vor allem dazu Schöneberg. Die hiesigen Schuhmacher hielten am 1. Oktober da sein, um vorhandene Differenzen möglichst schnell aus der im Lokale von Obst, Grunewaldstr. 110, eine mäßig besuchte öffentZum ersten Punkt der Tagesordnung Welt zu schaffen. Bei den Arbeiterausschüssen der Wasserwerke ist liche Versammlung ab. dies so gut wie unmöglich. Der§ 8 ihres Reglements bestimmt referierte Kollege Herrmann- Berlin über„ Die Bedeutung der Tariffolgendes:„ Verhandlungen der Ausschüsse finden nach Bedürfnis gemeinschaft und unter welchen Voraussetzungen ist diese bei den Redner tam zu dem Schluß, statt. Darüber, ob ein Bedürfnis besteht, haben Schuhmachern durchführbar". Reicher Beifall die Betriebsleiter zu befinden!" Und so etwas nennt man daß in besonders schlecht bezahlten Berufen die Tarifgemeinschaft von hoher Bedeutung sei. An das Referat schloß sich eine längere Zwar tönnen sich diese Ausschüsse gegen verhandlungsumluftige lohnte dem Redner. Betriebsleiter beim Direktor und gegen diesen bei der städtischen sachlich im Sinne des Referats gehaltene Diskussion. Auch wurden Die Machtstellung der Privateigentümer wird eine Ent- Deputation beschweren. Abgesehen davon, daß die Arbeiter diesen die den Beruf schwer schädigenden Besohlanstalten einer scharfen eignung des mit Häusern bebauten und bebaubaren Bodens Herren nicht viel Neigung zutrauen, den Betriebsleiter zu des- Kritik unterzogen, wobei die anwesenden Meister erklärten, gerne an Bedingungen knüpfen, die unerfüllbar sind, sie wird alles avonieren, kommt hier in Betracht, daß Monate und mit den Arbeitern Hand in Hand zu arbeiten, um dergleichen stören und hemmen, was zu einer Beeinflussung der öffent- Monate bei dem bureaukratischen Gang solcher Beschwerden Schmutzkonkurrenz zu unterdrücken. Folgende Resolution fand einlichen Meinung nach dieser Richtung führen könnte. Des- vergehen, bis überhaupt ein Bescheid erfolgt. Arbeiter- stimmige Annahme: Die heute im Lolale von Obst tagende öffenthalb wird es schwer sein, den Reichstag zu praktischer ausschüsse, welche eine wirkliche Vertretung der Arbeiter sein liche Schuhmacher- Bersammlung hält es für notwendig, daß die in sollen, müssen auf einer ganz andren Grundlage aufgebaut sein. der Schuhmacherei üblichen ungeregelten Lohn- und ArbeitsArbeit zu veranlassen, eine allgemeine, ernsthafter Kritik ge- Darüber, ob Verhandlungen stattzufinden haben, müssen sie selbst verhältnisse durch die Aufstellung und Durchführung eines wachsene Wohnungsinspektion einzuführen. entscheiden. In den städtischen Betrieben von Mannheim treten festen Minimallohn Tarifs sowie Maginal Arbeitstags Glücklicherweise sind wir noch nicht so klug", deshalb z. B. die Arbeiterausschiffe sofort zu Verhandlungen zusammen, feitigt werden. Die Versammlung ist jedoch der Ansicht, daß dieses bor dieser Aufgabe zurückzuschrecken. Nicht auf die Erringung wenn zwei ihrer Mitglieder dieses beantragen. Ziel nur dann erreicht werden kann, wenn die Mehrzahl der Kollegen des in absehbarer Zeit Möglichen hat sich die Socialdemokratie Ob es thatsächlich socialpolitische Unfähigkeit ist, die solche sich im Verein deutscher Schuhmacher" organisiert hat. Die Anzu beschränken, sondern neue Aufgaben zu stellen und das Gebilde wie die Arbeiterausschüsse" der Wasserwerke entstehen ließ!? wesenden verpflichten sich deshalb, mit allen Kräften dahin zu wirken, Beste für die Arbeiterklasse zu erreichen und wo dies nicht Die interessierten Arbeiter sind nicht dieser Meinung. Sie glauben daß jeder in Schöneberg arbeitende Stollege fich dem Verein anmöglich ist, aus der Unfähigkeit der heutigen Klassenherrschaft, vielmehr, daß darin Methode liegt. Man giebt dem fort- fchließt, um sodann, gestigt auf eine starke Organisation, die aufBerger zur Annahme: dringliche Aufgaben auszuführen, die Notwendigkeit der Umwährenden Drängen der Arbeiter nach und bewilligt ihnen Ausgestellten Grundsätze zur Durchführung zu bringen. Außerdem geschüsse, legt diesen aber eine Verfassung zu Grunde, die ihren eigent- langte folgender Antrag gestaltung unsrer Wirtschaftsordnung zu fordern. lichen Zweck wieder aufhebt. heute tagende öffentliche Schuhmacher Versammlung wolle beWenn wir ein intensives Eingreifen der Gesetzgebung In den städtischen Kanalisationswerken sind die Arbeiter in den schließen, eine Kommission zu wählen, welche statistische Erund Verwaltung auf dem Gebiete der Wohnungspolitik legten Jahren wiederholt um die Einführung solcher Vertretung vorhebungen über die Lage der Schuhmachergesellen in Schöneberg fordern, so müssen wir uns doch hüten, alles zu acceptieren, ftellig geworden. Stets ist jedoch diese Forderung mit der zwecks Aufstellung eines einheitlichen Minimallohns anzustellen hat. daß es. ummöglich fei, In die Kommission wurden gewählt von den Arbeitern: Petrutschte, was als zweckdienliche Maßregel auf diesem Gebiete aus Begründung abgelehnt worden, gegeben wird. für die hier vorhandenen elf Pumpstationen einen Arbeiter- Werft, Meier und Haaß, von den anwesenden Meistern: Möbius, Dieser Einwand ist jedoch vollkommen Rechenberg und Fuß. Von seiten der Arbeitgeber wurde ein Antrag Wir sind für eine Wohnungsinspektion als ersten Schritt ausschuß zu bilden. hinfällig. So gut wie die Kanalisationsarbeiter in einem dahingehend gestellt, gleich eine Kommission zur gemeinsamen Ausauf dem Wege zu einer wirklichen Wohnungspolitik, städtischen Gebäude zur Wahl der Delegierten für die Betriebs- arbeitung eines Tarifs zu wählen. Derselbe wurde jedoch bis zu wir sind aber nicht für jede Wohnungsinspektion, nicht Strantentaffe der Stadt Berlin zusammentreten können, eben so gut einer später stattfindenden Versammlung, in welcher das statistische für die bon Schußleuten, uniformierten oder nicht ermöglicht sich auch die Wahl eines Arbeiterausschusses. Material vorliegt, zurückgezogen. Diese Versammlung soll in ungefähr uniformierten vorgenommene, wir sind für unabhängige Jetzt hat man den Kanalisationsarbeitern das Recht zugestanden, vier Wochen stattfinden. Organe, deren Anstellung und Thätigkeit unter Kontrolle der- auf jeder Station aus ihrer Mitte einen Vertreter zu wählen, der jenigen Gesellschaftskreise steht, für die die Wohnungsinspektion die Wünsche der Arbeiter dem zuständigen Betriebsinspektor unterin erster Linie in Frage kommt. Wir sind für eine aus- breiten fan. Daß die Kanalisationsarbeiter diesem Vertretersystem giebige Wohnungsinspektion unter Aufsicht und Leitung nur geringes Vertrauen entgegenbringen, ist begreiflich. des Reichs und des Reichstags, deren Kosten den Hausbesizern zu tragen find. Wir müssen zur Beeinflussung der öffentlichen Meinung fordern, daß die Ergebnisse der Wohnungsinspektion für die einzelnen Orte, Gebietsteile, Länder und des Reichs fortlaufend und ehrlich bekannt gegeben werden. Endlich müssen wir verlangen, daß die Bewohner, deren Wohnungen auf das Gutachten der Wohnungsinspektion geräumt werden, von amitswegen mit guten Wohnungen zu gleichen Preisen wie die geräumten versorgt werden. bon Nur wenn diese Mindeſtforderungen erfüllt sind, werden wir unsren Zweifel über die Fähigkeit des heutigen Staats, in der Wohnungsreform mit Erfolg vorzugehen, einigermaßen revidieren tönnen. Bekanntlich wählte mun das Stadtverordneten- Kollegium im Frühjahr dieses Jahres aus seiner Mitte eine Kommission, die den Lohn- und Arbeitsverhältnissen der städtischen Arbeiter näher treten soll. Hoffentlich trägt diese Körperschaft auch dafür Sorge, daß baldigit in allen städtischen Betrieben wirkliche Arbeiterausschüsse ins Leben gerufen werden. Hohe Zeit für die Schaffung solcher Körperschaften ist es, wenn Berlin nicht von jeder kleinen Stadt Deutschlands überflügelt werden will. Sociale Rechtspflege. Wilmersdorf. Hier tagte am 3. d. Mts. in Wittes Voltsgarten eine gut besuchte Generalversammlung des socialdemokratischen Vereins. Nach dem Bericht über die Thätigkeit des Vereins im 2. Quartal fanden während dieser Zeit drei Versammlungen und eine Generalversammlung statt. Die Einnahme betrug 154,29 M., Der Kassierer die Ausgabe 23,78 M., mithin Bestand 130,51 M. wurde entlastet. Dann vollzog der Verein die Neuwahl für die ausscheidenden Vorstandsmitglieder. Köpping wurde 1. Kassierer, Wurzel 2. Vorsitzender, Giebler 2. Schriftführer. Die Versammlung beschloß, den Genossen das Protokoll des diesjährigen Parteitags zum Preise von 25 Pf. abzugeben. Reflettanten mögen sich an die Bezirksführer wenden. Die verzogenen Genossen mögen ihre neue Adresse an den Staffierer gelangen lassen. Dann beschäftigte sich die Versammung mit internen Angelegenheiten. Die nächste Versammi lung findet am 17. d. Wits. stait. 1 V Entziehung der Rente. Der Arbeiter Schirndt erhielt Tempelhof Mariendorf. Der Arbeiter Bildungsverein für wegen einer Handverlegung von der Nordöstlichen Baugewerks- Berufsgenossenschaft eine Unfallrente von 50 Proz. Zuletzt war noch Mariendorf und Umgegend hielt am Dienstag, den 2. Oktober, seine eine Schwellung der Hand vorhanden. Die Berufsgenossenschaft Generalversammlung in Tempelhof bei Gerth ab. Aus dem Bericht entzog dem Sch. die Rente gänzlich, indem angenommen wurde, er des Vorstands sei mitgeteilt, daß im legten Quartal 4 Versammihabe die Schwellung durch startes Umschnüren der Hand selber lungen und 3 Vorstandssigungen stattfanden. Der Verein zählt zur hervorgerufen. Die Berufsgenossenschaft bericf sich hierfür Zeit 132 Mitglieder. Die Einnahmen betrugen 88,88 M., Ausgaben auf Gutachten der Aerzte Dr. Blasius ch 1 Iz. 40,67 M., Bestand 48,21 M., und wurden der Parteikasse 15 M. und machte geltend, er überwiesen. Der neugewählte Vorstand setzt sich folgendermaßen Die Rückständigkeit Berlins in der Socialpolitik ist bekannt. Der Verlegte legte Berufung ein Während Städte wie Frankfurt a. M., Mannheim, Stuttgart, Mainz, habe die hand verbinden müssen, weil er darin reißenähnliche zusammen: Bärenvald, Vorsitzender; Schüttekop, Schriftführer; Charlottenburg 2c. für ihre Arbeiter Lohn- und Arbeitsbedingungen Schmerzen spürte. Professor Dr. Wolf, den das Schiedsgericht Franz. Kassierer und Max Schulz, Martin Müller und Julins Wolf geschaffen haben, die sich vorteilhaft von denen der Privatindustrie hörte, sprach sich dahin aus, daß mit größter Wahrscheinlichkeit eine Revisoren. Kommunale Socialpolitik. und Spandauerstr. 26-30 Königstr. 11-14 N. JSRAEL anie bud 93/19 BERLIN C. odkendt nas Montag und Dienstag, den 8. und 9. d. Mts. bleibt das Kaufhaus geschlossen Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Sonntag, ben 7. Ottober. Freie Volksbühne. Lessing: Theater. 6. Abteilung( grüne Karten). Die Macht der Finsternis. Anfang 234 Uhr. Carl Weiß Theater. 3. Abteilung( graue Karten). Ueber unire Kraft.( 1. Teil.) Anfang 234 Uhr. Opernhaus. Der Prophet. Anfang 712 11hr. Montag: Mignon. Schauspielhaus. Madame Sans: Gêne. Anfang 72 Uhr. Montag: Was Ihr wollt. Neues Opern Theater( Kroll). Die Fledermaus. Anfang 72 Uhr. Montag: Der Mikado. Deutsches. Rosenmontag. Anfang 72 Uhr. Nachm. 22 Uhr: Die Weber. Montag: Der Biberpelz. Lessing. Johannisfeuer. 71/2 Uhr. Anfang Montag: Dieselbe Vorstellung. Berliner. Die strengen Herren. Anfang 72 Uhr. Nachm. 22 Uhr: Prinz Friedrich von Homburg. Montag: Ueber unsre Kraft. Residenz. Die Dame von Marim: Anfang 7 Uhr. Nachm. 3 Uhr: Jugend. Montag: Die Dame von Marim. Neues. Der weiße Hirsch. Anfang 71/2 Uhr. Nachm. 3 Uhr: Nackte Kunst. Montag: Der weiße Hirsch. Westen. Der Bettelstudent. Anfang 72 Uhr. Nachm. 3 Uhr: Der Freischüz. Montag: Undine. Schiller. Die goldne Eva. Anfang 8 Uhr. Nachmi. 3 Uhr: Amphytrion. Die Schulreiterin. Montag: Die Orientreise. Secessionsbühne. Der gnädige Herr. Anfang 7/2 Uhr. Central. Der griechische Sklave. Anfang 72 Uhr. Nachm. 3 Uhr: Die Geisha. Montag: Der griechische Sklave. Thalia. Der Liebesschlüssel. Anfang 72 Uhr. Montag: Diefelbe Vorstellung. Luisen. Die guten Freunde. Anfang 8 Uhr. Nachm. 3 Uhr: Donna Diana. Montag: Die guten Freunde. Friedrich Wilhelmstädtisches. Der Tugendring. Anfang 7/2 Uhr. Nachin. 3 Uhr: Fatiniza. Montag: Der Tugendring. Carl Weiß. Müller und Schulze auf der Pariser Weltausstellung. Anfang 8 Uhr. Montag: Dieselbe Borstellung. Belle Alliance. Der Prozeßhansi. Anfang 8 Uhr. Montag: Dieselbe Vorstellung. Metropol. Specialitätenvorstellung. Der Mandarin von Tsing- lingting. Anfang 72 Uhr. Montag: Dieselbe Borstellung. Apollo. RANIA Cirkus Renz- Konzert- Tunnel Taubenstr. 48/49. Im Theater abends 8 Uhr: Auf den Wogen des Oceans. Um 4 Uhr: Eine Wanderung durch die Pariser Weltausstellung. ( Ermässigte Preise.) Montag: Dieselbe Vorstellung. Invalidenstr. 57/62. Tägl. Sternwarte. Nachmittags 5-10 Uhr. CASTANS PANOPTICUM Die neuen lebenden Photographien. Graf Waldersee. Kampf mit chinesischen Boxern. Konzert der russischen Nationalkapelle aus Kiew, Kapellmeister Semaschko. Illusionen Kasperl- Theater Irrgarten Schreckenskammer. Passage- Panopticum. Letzte Woche: Marokkaner- Truppe. Vorstellung stündlich. 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Hugo Steinis' Verlag. 1900. Otto Braun. Welche Rechte und Pflichten haben Herrschaft und GeSchliacks Juristisches Hausbuch. Bearbeitet von Dr. jur. Schüße. Breslau. M. u. 5. Marcus. Preis geb. 2 M. stellung. Die Damen ließen sich durch die Versicherungen bereden 10 jugendliche Arbeiter unter 16 Jahren. Von diesen erhielten und blieben. Nach einigen Augenblicken fam Herr Baruch wieder und Arbeit nachgewiesen 181 Personen, und zwar 51 Handwerker, 03 meinte, nunmehr würde es ihnen wohl auch nicht darauf ankommen, 10 Fabritarbeiter, 99 ungelernte Arbeiter, 4 Dienstmädchen, 6 FabrikDie Verlängerung der Straßenbahnlinien von der sehr eiligen Arbeit für den Sonntag etwas mit nach Hause arbeiterinnen, 8 ungelernte Arbeiterinnen und 11 jugendliche Arhat in den letzten Jahren bedeutende Fortschritte gemacht. zu nehmen. Ganz beglückt von der Lebensstellung erklärten sich beiter. Der Fernsprecher wurde in 128 Fällen benutzt. Durch Weiterführung der Linien in immer entlegenere Stadtteile einige Arbeiterinnen auch hierzu bereit; auch ließen sie es sich nicht und Vororte, sowie durch Zusammenlegung mehrerer fleiner Linien verdrießen, Montag bis 12 Uhr nachts und Dienstag sogar die ganze zu einer großen find Verbindungen von einer Länge hergestellt Nacht durchzuarbeiten, so daß der Vereinbarung gemäß die Arbeit worden, wie man sie früher in Berlin nicht kannte und nicht für in der folgenden Zeit seinen Gang; und obgleich nunmehr doch festam Mittwochvormittag 11 Uhr fertig war. Das Geschäft ging auch möglich gehalten hätte. Erleichtert wurde die Verlängerung stand, daß der Meister H. nach London ging, und Herr Baruch schon der Linien durch die Einführung des elektrischen Betriebs, weil hier brüben war, machten sich die Damen, auf die Zusage des Herrn die Unbequemlichkeiten wegfallen, die bei langen Linien der Pferde- Baruch bauend, um die Zukunft teine Sorge. Am vorigen Sonnbetrieb mit sich bringt. Durch die Einführung des elektrischen abend jedoch erhielten sie Aufschluß über den Wert des ihnen geBetriebs ist der Uebergang zu längeren Linien auch notwendig geworden, unter anderm deshalb, weil im Innern gebenen Versprechens. Um 5 Uhr nachmittags tam der Buchhalter der Stadt das Rangieren der Wagenungethüme immer schwieriger daß die Arbeitsstube aufgelöst und sie sämtlich entlassen seien. So und für den Verkehr immer lästiger wird. Die auf die Benutzung fab es mit der Lebensstellung bei Baruch aus! der Straßenbahnen angewiesene Bevölkerung begrüßt selbstverständlich jede neue Verlängerung einer Linie mit Befriedigung. Die Berliner Unfallstationen sind im Monat September d. J. Je mehr lange Linien eingerichtet werden, desto seltener ist man in 4033 Fällen gegen 3254 im gleichen Monat des Vorjahrs für gezwungen, umzusteigen und für die Weiterfahrt einen zweiten erste Hilfe in Anspruch genommen worden, und zwar 3448 mal bei Nickel zu opfern. Die Verlängerung einer Linie bedeutet daher in Unfällen und 585 mal bei plöglichen Erkrankungen. In den vielen Fällen für den ganzen Stadtteil, durch den die Linie führt, Stationen wurden 3790, außerhalb derselben 243 Personen beeine Verbilligung der Straßenbahn. Von diesem Ge- handelt. Mit den Krantenwagen der Unfallstationen wurden im sichtspunkte aus erscheint es namentlich auch wegen der für das verflossenen Monat 152 Transporte ausgeführt. Die Zahl der nächste Jahr bevorstehenden allgemeinen Durchführung allgemeinen Durchführung des polizeilicherseits den Stationen übergebenen, teils bewußtlosen 10 Pfennig Tarifs wünschenswert, daß die kurzen Personen betrug 219; die unentgeltliche Inanspruchnahme von Eis Linien womöglich ganz beseitigt werden. bei Krankheitsfällen geschah in 121 Fällen. Sommerfeld, Berlin. Preis 60 Pf. Berlin. Oskar Toblenz. Wie schütze ich mich gegen Tuberkulose? Von Dr. med. Th. Menschenrecht, Stizzen zur Psychologie der Frauenfrage. Von Hans Strunnberg. Berlin 1900. E. Ebeling. Was muß man von der deutschen Socialdemokratie wiffen. Von E. Reykardt. Berlin. Hugo Steiniz. Rudyard Kipling, Soldatengeschichten. Vita, Deutsches Verlagshaus, Sigmundshof 7. Berlin NW., Breis 1 M. Langen. Preis geh. 4,50 M. Heinrich Mann. Im Schlaraffenland, Roman. München, Albert Hauffs Werke. Tertabdruck der illustrierten Prachtausgabe. Herausgegeben von D. Cäsar Flaischlen. Stuttgart u. Leipzig. Deutsche Verlagsanstalt. Geb. 3 M. Fahrten und Abenteuer des Herrn Steckelbein. Nach Zeichnungen von Rudolf Töpffer. In Reimen von Julius Kell. Fünfte Auflage. u. Co., Zwickau, 1900. Preis 25 Pf. befchlusses vom Die staatliche Wohnungsfürsorge aus Anlaß des Reichstags14. November 1899. Von Dr. A16. Schäffle, Ernst Hofmann u. Co., 1900.) Preis 1 M. t. t. Minifter a. D., und Paul Lechler, Fabrikant.( Berlin SW. 46, bei Die Straßenbahn- Gesellschaft fann das um so eher thun, da auch sie dabei durchaus kein so schlechtes Geschäft Die Meffingklinken der Eisenbahnwaggons scheinen neuer- eipzig, 8. U. Brockhaus. Preis 3 M. Deutschlands Verjüngung. Zur Theorie und Geschichte der Reform macht, wie es auf den ersten Blid aussieht. Kurze dings ein geeignetes Diebstahlsobjekt zu bilden. Im Vorortsverkehr des Boden und Kreditrechts von Ottomar Beta. Heft 3-6. Berlin, Linien sind nämlich nicht sehr rentabel, weil hier nur eine geringe welche die Klinken im Innern der Wagen gehalten werden, an= find in letzter Zeit mehrfach die messingnen Mutterschrauben, durch J. Harrwis Nachfl. Das Wissenswerteste über die Unfallversicherung. Zusammen Ausnutzung des Wagenmaterials möglich ist. Zu Beginn und zum scheinend mittels geeigneter Instrumente gelockert werden, so daß die gestellt von Friedrich Kleeis- Mylau. Druck und Verlag von H. Schmidt Schluß einer Fahrt sind die Wagen fast leer. Wenn aber ein Wagen Griffe mit Leichtigkeit abgenommen werden konnten. Diese Art auf einer furzen Linie( fagen wir) 15mal, auf einer langen nur Diebstäble sind für die Passagiere ganz besonders unangenehm, ba 5mal am Tage hin und her fährt, so fährt er auf der kurzen die Thüren infolge des Fehlens der Klinken von innen nicht geöffnet Strecke dreimal so oft leer wie auf der langen. Auch die Zahl der Pausen, in denen die Wagen auf den Endstationen werden können. unbenutzt stehen, ist bei furzen Linien größer. Schließlich tommt noch ein Umstand in Betracht, der gleichfalls dazu beitragen gestellt, welche die Köpenicker Kriminalpolizei mehrere Tage beAls harmlos hat sich eine rätselhafte Angelegenheit herausdürfte, der Straßenbahndirektion die Verlängerung einer Linie als ichäftigte. Am Dienstag wurde in der Spree bei Köpenick ein dem feine unvorteilhafte Maßregel erscheinen zu lassen. Lange Linien Schiffer Albert Reinte aus Jaseniz gehöriger, mit Saltsteinen begestatten eine stärkere Ausnugung nicht nur des toten, sondern ladener Kahn halb gesunken aufgefunden. Die Feststellungen der auch des lebenden Materials nicht bloß der Wagen, sondern Polizeibehörde hatten das Ergebnis, daß mit der Annahme eines auch der Angestellten. Auf langen Linien ist zwar die Dauer Kapitalverbrechens gerechnet werden mußte. Nach einem heftigen der Pausen für Fahrer und Schaffner in der Regel etwas länger, Streit, den Reinte am Sonntag mit seiner Frau gehabt, war das aber sie ist felten um soviel länger, daß dadurch die Berminderung Ehepaar mit samt der Schiffsbesatzung verschwunden. der Zahl der Pausen wett gemacht wird. Die Kajüte Auch ist die stand offen, alle Behälter waren aufgerissen und der InThätigkeit des Personals auf langen Linien anstrengender; halt lag zerstreut umher. Verschiedene Sachen waren in denn es ist natürlich ein Unterschied, ob man immer einem Sad zusammengepackt, die gille an einer Stelle mur 20 bis 30 Minuten oder ob man jedesmal 60 bis dem Anschein nach leck gemacht, sodaß sie auf dem Grund festlag. 80 Minuten unterwegs sein muß. Mit Rücksicht auf die zuletzt Die Polizeibehörde ließ den Kahn heben und nahm ihn mit samt angeführten Punkte fann man allerdings weiteren Werder Ladung in Gewahrsam. Ani Donnerstagmorgen ist Reinte mit Otto Liebmann. Preis gebd. 3,50 Wt. Bratbüchlein von Frau Luise Rehse zur Herstellung nahrhafter und miffionsverlag von Adolf Sponholz. Preis 60 Bf. wohlschmeckender Bratspeisen ohne Fleisch. 4. Auflage. Hannover. KomDr. F. Damme. Reichsgesetz, betreffend die Patentanwälte. Berlin, Liliputausgabe. Berlin, Otto Liebmanu. Preis 1 M. Handelsgesetzbuch, Civilprozek Ordnung, Konkursordnung. Emil Thomas, Preis geb. 2,50 M. Berlag von Fiedler in Leipzig. Schriftsteller: und Journalisten Kalender. Herausgegeben von Bericht über die volkstümlichen Universitätsvorträge im Studiens fahre 1899/1900. Wien. Im Selbstverlag der f. t. Universität Wien. Von Unlautere Reklame im Lebensversicherungs: Wesen. A. Sincerus. Berlin. Otto Dreyer. Verhandlungen der Deutschen Gesellschaft für öffentliche des Herrn Dr. Obermüller über neuere Untersuchungen, das Vorkommen Gesundheitspflege. Jahrgang 1900. Nr. 5. Enthaltend einen Vortrag echter Tuberkulose Erreger in der Milch und den Molkereiprodukten betreffend. mehr herausstellte, hatten die Leute, um einen Umzug in Jasenig der Schlesischen Zeitung" August- September 1900. Breslau, Verlag von zu bewerkstelligen, kurzerhand das Fahrzeug verlassen. Die zusammen- Wilh. Gottl. Storn. gepackten Gegenstände hatte der Schiffer mitnehmen wollen, jedoch Scholl, Greireligiöser Prediger a. D. Handelsbruckerei zu Bamberg. Preis Die große Lüge im religiösen Leben der Gegenwart. Von Karl infolge des Streits mit seiner Frau liegen lassen. Der Kahn ist 40 Pia. jedenfalls von selbst leck geworden. Da die durch die Reparatur- und 2as lieft der deutsche Arbeiter? Auf Grund einer Enquete be Bergungsarbeiten der Polizeibehörde entstandenen Kosten von R. antwortet von Dr. A. S. Th. Pfannkuche, Paſtor in Gr. Bülten( Hannover) nicht gedeckt werden konnten, wede ihm ein Segel einbehalten. Tübingen und Leipzig. J. C. B. Mohr( Paul Stebect). Preis 1,25 W. Die Entwicklung der Biologie im 19. Jahrhundert. Vortrag von Otto Hertwig. Jena. Verlag von Gustav Fischer. 1900. längerungen von Straßenbahnlinien doch nicht der Besatzung nach Köpenick zurückgekehrt und wie sich nun- Zur Abhilfe der Kohlennot. Aus den bisher erschienenen Artikeln mit ungetrübter Freude entgegensehen. Briefkasten der Redaktion. 2. P. 100. Es ist der volle Wert der Scheibe zu ersetzen. R. O. Wie eine Lebensstellung in einem großen Geschäft aussieht, zeigt folgender Borgang: Eine Anzahl Schneiderinnen waren in dem bekannten Theatergarderoben- Geschäft von Baruch u. Comp. beschäftigt. Sie hörten seit längerer Zeit, daß zum 1. Oktober bestimmt Entlassungen in Aussicht ständen, und beschlossen daher, die Arbeit zu verlassen, als ihnen anderswo lohnendere Beschäftigung angeboten war. Freitag, den 7. September, setzten sie den Meister Leser: Als ich Freitag früh 7/2 Uhr durch Buckow radelte, kam Von der Kleinbahn Rigdorf- Mittenwalde schreibt uns ein davon in Kenntnis, daß sie gemäß der Antrittsbedingung, wonach gerade der Eisenbahnzug angefahren. Der Zugführer zog die DampfKündigung ausgeschlossen ist, am Sonnabend zuletzt in Geschäft pfeife und stellte auch das Läutewerk. Ich kam noch vor Herannahen arbeiten würden. Da die Kostüme für eine im Friedrich Wilhelm- des Zugs über das Geleise und sah einen hochbeladenen Dungstädtischen Theater aufzuführende Novität schnell fertig werden wagen, auf dem zwei ältere Leute jaßen, mir nahe entgegenkommen. mußten, mochte das Geschäft in einiger Verlegenheit sein und so Trotzdem ich ihnen lebhafte Zeichen gab, fuhren sie, im Gespräch 1. Ein Verkauf einer fünftig jemand zufallenden Erbschaft, also ein Verbot denn der Meister den Schneiderinnen eine Zulage von vertieft, ruhig auf den Zug los und wurden erst gewahr, in welcher tauf zu Lebzeiten des Erblassers, ist ungültig. Ein Verkauf einer Erbschaft, wöchentlich zwei Mark an. die Arbeiterinnen Doch auch hierauf ließen sich Gefahr sie schwebten, als ihre Pferde dicht am Geleise standen und bie jemand bereits zugefallen ist, die aber noch nicht geteilt ist und in in der Erwägung, daß sie doch bald die Bahn an ihnen vorüberfauste. Leider sind derartige unauf ihrer Höhe noch nicht festgestellt ist, ist gültig, aber nur wenn der Kauf entlaffen würden, nicht ein und so tam denn Herrn Bruno merksamkeiten nichts Seltenes und daher wäre es immerhin not- gerichtlich oder notariell beurkundet wird. 2. Nein. 3. Ja. – P.§. 2. 20. Baruch selber zu ihnen, um sie nach den Ursachen ihres Weggangs wendig, daß auch an solchen Chauffee- lebergängen Barrieren ange- Wohnungen muß der Umzug um 12 Uhr mittags des Quartals ersten Bet fleinen aus höchstens zwei Wohnzimmern und Zubehör bestehenden zu fragen. Die Schneiderinnen setzten dem Herrn auseinander, daß bracht oder Streckenwärter postiert würden. fie feinen Anlaß hätten, die bessere Beschäftigung aus der Hand zu beendet sein. Lifte, ferichtet Karl R. Ein schriftlicher Antrag auf Aufnahme in die schlagen, wo es mit der gegenwärtigen Arbeit doch nächstens zu Ende Vom städtischen Arbeitsnachweis in Rigdorf verlangten im R. 2. 142. Für den Beerdigungstag ist Lohn zu zahlen, da keine Entfei. Herr Baruch that hierauf sehr erstaunt und war noch mehr ver- Monat September 150 Arbeitgeber insgesamt 279 Personen, und lassung erfolgt ist. 50. Sie müssen ihren Verpflichtungen nachkommen. wundert, als die Arbeiterinnen ihn darauf hinwiesen, daß überhaupt zwar 74 Handwerker, 9 Fabritarbeiter, 137 ungelernte Arbeiter, 5. 100. Gegen den ablehnenden Bescheid ist Beschwerde( schriftlich oder die ganze Arbeitsstube bald aufgelöst werde, da doch auch deren 17 Dienstmädchen, 12 Fabrikarbeiterinnen, Borsteher, Meister H. nächstens das Berliner Geschäft verlasse. Dies beiterinnen, 1 Lehrling und 14 jugendliche Arbeiterinnen unter berpflichtet. 15 ungelernte Ar- zu Protofoll beim Amtsgericht) zulässig. H. 60. Sie sind zur Zahlung A. T. 1. Ja. 2. Sie müssen die Papiere sich abholen und erklärte Herr Baruch für einen Irrtum, und was die Auflösung der 16 Jahren. C. 100. Ob Sie oder der Eigentümer den die Zinsen hinschicken. Beschäftigung gesucht bezw. Nachweis von Arbeit er- Berlust zu tragen haben, kann zweifelhaft sein. Unfrer Ansicht nach trifft der Arbeitsstube betreffe, so dente das Geschäft gar nicht an eine solche beten haben 249 Personen, die sich wie folgt gruppierten: 53 Hand- Berlust den Eigentümer. Sie haben also nichts zu erseßen, jedenfalls Maßnahme; man wäre zufrieden, wenn man sie als tüchtige werker, 17 Fabrikarbeiter, 150 ungelernte Arbeiter, 4 Dienstmädchen, hätten Sie aber nicht mehr als den Einkaufswert zu zahlen und Arbeiterinnen behalten könne; sie hätten doch die reine Lebens- 16 Fabritarbeiterinnen, 8 ungelernte Arbeiterinnen, 1 Lehrling und fönnten es unter diesen Umständen auf seine Stage antommen laffen Blusen für Mäntel für Kürschner, Lederhändler etc. Maler, Bildhauer, Stuccateure in weiss von 2,00 Mk. an. Dieselben sind mit 3 Taschen, Gurt und elegantem Umlegekragen versehen. Dieselben in grau, braun und blau gestreift, für Setzer, Buchdrucker und verwandte Branchen. 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