Mr. 13. Erscheint täglich außer Montags. Abonnements Preis für Berlin: Bierteljährlich 3,30 Mt., monatlich 1,10 mt, wöchentlich 28 Pfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illustr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mt.pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DesterreichUngarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Post- Beitungs- Preisliste für 1892 unter Mr. 6652. Vorwärts 9. Jahrg. Infertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Beritzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Bfg Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Eern fprech- Anschluß: Amt VI, tr. 4106. Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: Beuth- Straße 2. Sonnabend, den 16. Januar 1892. " Expedition: Beuth- Straße 3. " Ein Fabrikinspektor Zu diesen Leuten, die nichts lernen und nichts ver- beschäftigten Neger zur Sprache zu bringen. Anknüpfend geffen können, ist der ehemalige württembergische Fabrik- an den seiner Zeit auch im Vorwärts" besprochenen über die Sozialdemokratie. inspektor jedenfalls nicht zu rechnen, wenn auch seine bureau- Fall des Negers Glasgow, der auf dem Woermann fratische Brille ihm die Sozialdemokratie bedenklich verzerrt Dampfer Aline" grausam mißhandelt worden war Herr Ober- Regierungsrath von Diefenbach, der zeigt. Er hütet sich auch, Zukunftsmusik zu treiben; er und dann, nach dem Zeugnisse des Schiffsarztes- diese frühere württembergische Fabrikinspektor, hat sich in einem sagt nicht, wie die von ihm erwartete Produktionsform Herren spielen ungefähr dieselbe Rolle wie gewisse Fabriks Vortrage über die moderne Arbeiterbewegung und über aussehen wird. Offenbar fürchtet er die dumme Fragerei, ärzte Stellung und Pflichten der Arbeitgeber ausgesprochen. Das wie es in einem halben Jahrhundert aussehen wird, ebenso strengere Beaufsichtigung der Schiffe und Sorge dafür, daß -am Herzschlag" gestorben war, verlangte Metzger Urtheil über die Sozialdemokratie, das Herr von Diefenbach wenig wie wir. dabei abgab, ist insofern für weitere Kreise von Interesse, dem Schiffspersonal Gerechtigkeit wiederfahre. Aber wenn Herr v. Diefenbach überzeugt ist, daß die als derselbe bekanntlich während seiner amtlichen Thätigkeit Produktionsform sich ändern wird, so muß er doch eben so übernahm es der Unterstaatssekretär von Rottenburg, die Da der Herr Staatssekretär von Bötticher krank ist, so vielfach ersprießlich gewirkt hat, so daß er sich das Miß- gut wie Andere aus den heutigen sozialökonomischen Herren Rheder rein zu waschen. Es war wirklich föstlich, fallen der Kapitalisten zuzog. Unter Anderem Herr ist Erscheinungen erkennen, welche Richtung die ange- was dieser Herr gegen die Anklagen Megger's vorzubringen von Diefenbach zuletzt für einen Normal- bahnte Umgestaltung nimmt. Daß die Umgestaltung wirklich hatte. Dieser zeigte ein Stück Tucks- eine zur Dichtung auf Arbeitstag für gewisse Arbeiterkategorien eingetreten und angebahnt ist, muß er längst eingesehen haben; sonst wäre den Schiffen benüßte ca. hat sich über gewisse Mißstände freimüthiger in seinen Be- ja sein Schluß auf eine andere Produktionsform der Zu- haltende, 3/4 Zoll im Durchmesser in Form eines Geiles gedrehte Mischung richten ausgesprochen, als den Unternehmern gefiel. Die funft gar nicht möglich. Und da fann es ihm so wenig von Guttapercha, Segeltuch und Bleiweiß womit Enthebung von seinem Posten ist denn auch offenbar ein als uns verborgen bleiben, daß die heutige, vor unseren die armen Trimmer mißhandelt und dem Neger Glasgow Wert der württembergischen Industriellen gewesen. Augen sich vollziehende Umwandlung in einem rapiden zum Herzschlag" verholfen wurde. Zugleich führte Metzger Offenbar ein bedeutsamer Spruch von dieser Seite, durch den auch die Beschuldigung der Heuchelei, die von derfelben Seite gegen die sozialdemokratischen Führer gerichtet wird, durchaus hinfällig erscheint. Er ist natürlich kein Sozialist; im Reichstage von 1877 Uebergang zur Großproduktion besteht. Daß die Zeugenaussagen aus den Verhandlungen des See- Amtes, gehörte er zur deutschen Reichspartei. Wenn er daher sagt, diese Entwickelung die Großproduktion auf die Spitze darunter die Aussagen des Arztes und des Kapitäns an. nach seiner Meinung glaubten die Führer der Sozial- treiben und die kapitalistische Form sprengen muß, wenn Herr von Rottenburg aber meinte, dies alles wären feine demokratie selbst nicht an die Durchführbarkeit ihres Pro- die Menschen nicht zu Sklaven einiger weniger Groß- klassischen Zeugen. Dagegen berief er sich auf die Begramms, so ist das eine jener Redensarten, die sich Herr tapitalisten werden wollen, ist klar und kann nicht behauptungen der armen Rheder, welchen es angeblich an von Diefenbach wohl in seiner politischen Umgebung an- ftritten werden, wenn man nicht alle Gesetze des mensch geeigneter Mannschaft fehle und die deshalb zu theilweise gewöhnt hat. Gleichwohl aber hat er sich dahin aus- lichen Fortschritts leugnen will. sehr zweifelhaften Elementen greifen müßten. Warum es gedrückt, das gesunde Produktionssystem der Die sonstigen Anschauungen des Herrn Ober- Regierungs- an geeigneter Mannschaft fehle, darnach scheint der UnterBukunft" dürfte nach seiner Ueberzeugung 3 wifchen raths über die moderne Arbeiterbewegung haben vielfach staatssekretär bei seiner Suche nach klassischer Zeugenschaft den beiden Extremen, der sozialdemokra- einen recht bourgeoisen Beigeschmack. Indessen sei anerkannt, fich nicht erkundigt zu haben. Der Abgeordnete Schwarz tischen und der jegigen individualistischen daß seine Anschauung sich weit über die tläglichen Platt beckte nachher den Grund für diese Ursache auf. Es ist, wie und kapitalistischen Produktionsweise zu heiten der manchesterlichen Berherrlicher der kapitalistischen überall, so auch hier die elendeste Lohnknauferei, welche zu suchen sein. Weltordnung erhebt. minderwerthigen Arbeitsleistungen führt. Der Vertreter Der Sozialismus wird sich seine Bahn brechen, und es für Lübeck brachte bei der Gelegenheit auch die Thatsache ist ganz gleichgiltig, wieviel Berechtigung ihm die Sozial zur Sprache, daß auch bei der Seefahrt die FrauenPhilosophen der oberen Zehntausend zumessen. Es bereitet arbeit mehr und mehr eingeführt werde. Da in Zeiten uns aber eine gewisse Genugthuung, daß auch Leute wie der Gefahr auf den Seeschiffen alle Mann, also auch die Herr von Diefenbach stellt sich also in einem wesent Diefenbach eine Umänderung der kapitalistisch individua- Köche zc. auf Bord und an die Arbeit müssen, so kann die lichen Punkte auf die Seite der Sozialdemokratie; er ist liftischen Produktionsform kommen sehen, während eine solche Verwendung von Frauen, welche zu ſeemännischen Leistungen mit ihr der Ueberzeugung, daß die kapitalistische Pro- von den Herolden der kapitalistischen Herrlichkeit tagtäglich natürlich unbrauchbar sind, für die betreffenden Schiffe unter duktionsform sich im Stadium der Umgestaltung be- für schlechterdings unmöglich" erklärt wird. Umständen geradezu verhängnißvoll werden. Außer Metzger findet und in Zukunft eine andere an ihre und Schwarz griff von unserer Seite auch Bebel noch sehr Stelle treten wird. Das ist schon sehr viel gegenüber wirkungsvoll in die Debatte ein. Der Rhederinteressen all den konservativen, liberalen und ultramontanen Lobnahm sich neben dem Vertreter des Bundesraths nur der fängern des Kapitalismus, die schon jeden Gedanken an nationalliberale Jebsen an der selbst Schiffsrheder ist, in vielen eine Umänderung des Produktionssystems als eine Ketzerei wider den alleinseligmachenden Mammonismus verfolgen. Nach Schluß der Debatte über diesen Gegenstand beschäftigte Wie die alten Griechen und Römer sich die Welt ohne fich die Debatte ausschließlich mit Gegenständen, für welche Sklaverei nicht denken konnten, so können sich die Stöcker, Im Reichstag spielt sich die zweite Lesung des Etats in weiteren Kreisen taum ein Interesse vorhanden sein dürfte. Wagner, Size, Dechelhäuser und Richter eine Produktion in sehr langsamem Tempo ab. Diese Verhandlungen werden Die Auseinandersetzungen über die Bedeutung der Handels. ohne das Lohn system gar nicht vorstellen. Wer über von jeher von den Abgeordneten aller Parteien dazu benutzt, bilanzen im Weltverkehr der einzelnen Nationen, zwischen ihren beschränkten Gesichtskreis hinausgeht, wird als um die Schmerzen und Wünsche der Wähler zum Ausdruck Bamberger einer- und Stumm und Graf Kaniz anderUtopiſt" verfolgt und geschmäht; wer, wie der Fall zu bringen. So gab gestern das Kapitel 9 über den Abseits, brachten von den letzteren das Geständniß, daß die SchußHarmening zeigt, in ihren eigenen Reihen es wagt, die schnitt Behörden für die Untersuchung von See- Unfällen" zöllner auf ihr altes Beweismittel für die Nothwendigkeit heiligen Säße von der Unwandelbarkeit des Privateigen- dem Vertreter des III. Hamburger Wahlkreises, Abgeord- von Schutzöllen, nämlich das Vorhandensein einer Unterthums nur in zartester Weise anzutasten, der wird in Acht neten Metzger, Gelegenheit, die Behandlung der auf den bilanz in der Ausfuhr, verzichten. Zu Beginn der Schußund Bann gethan. Schiffen des Rheders Woermann als sogenannte Trimmer zoll- Aera war der Ueberschuß der Einfuhr über die Ausfuhr Feuilleton. Madbrud verboten.) Am Webstuhl der Zeit. Beitgenössischer Roman in 3 Büchern von A. Otto Walster. 38 Politische Leberlicht. Dingen aber unserem Genoſſen Schwarz Recht geben mußte. Berlin, den 15. Januar. putirten der anderen Druckereien. Diese werden nach der bereitstehenden Bank gewiesen. ja auch übrigens die Arbeit an diesem Tage nicht mehr lange dauern, denn ein weißer Bettel an jeder Thüre verfündigt mit furzen Worten, daß heute, am Montag', die Arbeit um 5 Uhr eingestellt wird, und zwar mit Ein Sante, giebt durch die Glocke das Zeichen zum Beginn der Den„ Tritt" besteigt endlich der Faktor der Druckerei, willigung des abwesenden Prinzipals; daß sich um diese ordentlichen Sitzung, worauf sich Jeder nach seinem Blaze Zeit auch die Lehrlinge oder Druckerburschen zu entfernen wendet und die Privatgespräche verstummen. Der Redner haben, während die selbständigen Gehilfen und Arbeiter zu aber wendet sich an die Anwesenden mit den Worten: einer Versammlung eingeladen sind. wissen Alle, meine Herren, um was es sich handelt, und ich habe deshalb wohl nicht erst nöthig, sie um eine ernste Behandlung einer ernsten Angelegenheit zu ersuchen. Zur ordseinen, einen Vorsitzenden zu wählen, und bitte ich mir hiermungsmäßigen Leitung der Debatte wird es indessen nöthig über ihre Vorschläge aus." Es ist schon nahe an 5 Uhr; die Arbeiter beeilen sich" In meiner Eigenschaft als erster Gehilfe dieser Barth hatte es seit dieser Zeit mit mehreren Gläu- noch bis zu einem Absatz zu kommen. Einige haben bereits Druckerei gestatte ich mir, die heutige Versammlung zu erbigern zu thun, die nach und nach unter Beihilfe jenes schon darauf verzichtet. einen neuen zu beginnen, und suchen, öffnen und zugleich im Namen meiner Mitarbeiter den ersten Darleihers, der Niemand anders war, als Herr o gut es geht, sich von den Spuren der Arbeit zu reinigen. Herren Deputirten der anderen Druckereien Gruß und Dank Musselich, der Oberschreiber bei Dr. Raffmaus, gegenseitig Im Maschinensaale zu ebener Erde ist ein„ Tritt" hergerichtet, für ihr Erscheinen in unserer Versammlung zu sagen. Sie von ihrer Betheiligung an dem Druckgeschäfte unterrichtet auf den man einen Tisch und drei Stühle stellen konnte. wurden. Als nun eines Tages ein Buchhändler, den ein| Es schlägt fünf Uhr, und alsbald werden die Setzermit einer beträchtlichen Vierteljahres- Rechnung im Rück- eine Glocke mahut Diejenigen, welche vielleicht den Schlag haken, soweit sie noch im Gebrauch waren, bei Seite gelegt, ſtande blieb, da wollte Niemand die Darlehen verlängern, der Uhr überhört hab i, zur größeren Eile. Die Burschen und Barth mußte mangels Zahlung in Wechselarrest gehen, beeilen sich, ein Fäßchen Bier heranzurollen und die beSelbstverständlich war neben dieser Personalexekution nöthigte Anzahl von Biergläsern zusammenzubringen. binnen Kurzem auch Realexekution beantragt worden. Herr " Haute! Hanke!" erscholl es von allen Seiten. Allgemach füllt sich der Maschinensaal mit Leuten. Was" Ich habe nur meinen Namen vernommen und muß fragen, uffelich, der wohlweislich mit einigen kleineren Darlehen an Schemeln aufzutreiben war, ist in dieses Lokal gebracht ob ein Anderer außer mir in Vorschlag gebracht wird? im Geschäfte geblieben, hatte bereits einen jungen Schrift worden. Wer keinen Schemel findet, sucht sich einen Siz-Dies scheint nicht der Fall zu sein, und so will ich mich feger gewonnen, ben er bei Erfichung des Geschäfts als an einem hierzu geeigneten Theile der Pressen oder auf den denn mit besten Kräften dem erhaltenen Auftrage unterominellen Brinzipal aufstellen wollte, um dann als wirk- Fensterbrettern. Bur Rechten des Trittes aber befindet sich ziehen. Bur Unterstützung möchte ich mir jedoch einen Tasche stecken zu können. den Gewinn des Geschäfts in seine eine Bank, welche von Jedermann ignorirt wird. Die Leute Schriftführer ausbitten, der den wesentlichen Inhalt unserer stehen zum Theil noch in Gruppen und disputiren mit Berhandlungen und die Beschlüsse, welche hier gefaßt werden dürften, verzeichnet. Und da nun unser Geschäftsfreund und Korrektor, Herr Dr. Lange, erklärt hat, mit uns ge= meinschaftliche Sache machen zu wollen, auch so freundlich gewesen ist, sich hier einzufinden, so frage ich die VersammDie Biergläser sind inzwischen gefüllt worden und wer die Einsetzung eines Administrators; darum finden wir auch Mit jedem Tage erwartete man jetzt in dem Druck lokale großer Lebhaftigkeit. den von einigen freiwilligen Schenken vertheilt. Endlich man spricht mehr, als man arbeitet. Es wird erscheinen neue Ankömmlinge; es sind die eingeladenen Dedie griffen, noch das zugkräftigste Beweismittel für die KirchthumsPolitiker. Aus Rücksicht auf den kranken Bötticher wurde die Diskussion über das Reichs- Versicherungsamt ausgesetzt. Kommt dieser Titel dran, dann wird den Löwenantheil der Diskussion wohl das„ Klebegeseh" beanspruchen. Von unserer Seite dürfte eine Anfrage erfolgen, ob die Ausdehnung des Gesetzes auf die Hausweberei beabsichtigt sei und bis wann? Die Einbeziehung der Hausweber unter das Gesetz kann durch Beschluß des Bundesraths erfolgen. Der preußische Etatsentwurf für das Jahr 1892/93 schließt in Einnahme und Ausgabe mit 1 851 115 697 M. ab, also mit 130 280 948 m. mehr als das laufende Etatsjahr( 1. April 1891 bis 31. März 1892).8. Dem Verurtheilten ist es gestattet, auf seine Kosten sich Jahre 1659. Der Mann hatte ein altes Gewehr zum eigene Beköstigung, und soweit es mit Rücksicht auf Büchsenmacher gebracht. Wir rathen den sächsischen AlterRaum, Ordnung und Sicherheit der Gefängnißanstalt thumsforschern einmal die Verordnungen auszugraben, welche zulässig erscheint, eigenes Mobiliar und Dasjenige, was weiland von den römischen Statthaltern und Feldherren er für seine Beschäftigung erforderlich erachtet, sowie verzichten. § 2. Das Gericht kann in allen Fällen, in welchen nicht auf Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte erkannt wird, im Urtheile bestimmen, daß dem Verurtheilten die in§ 1 Nr. 1-4 bezeichneten Vergünstigungen zu Theil werden. § 3. Auch der zu einer Geldstrafe Verurtheilte hat, wenn diese Strafe in Freiheitsstrafe verwandelt wird, auf die in 3 1 Nr. 1-4 bezeichnete Behandlung kraft Gefeßes Anspruch, falls nicht neben der Geldstrafe auf Freiheitsstrafe in einer Weise erkannt ist, welche diesen Anspruch ausschließt. N Beleuchtung zu verschaffen. Es können zu diesem gegen die widerspenstigen Germanen erlassen worden sind. Zwecke beffer eingerichtete Bellen zu angemessenem Es wird sich darunter gewiß manches Brauchbare finden. Preise von der Gefängnißverwaltung gewährt werden. 3. Freude in Troja's Hallen. Die Leipziger 4. Dem Berurtheilten steht die Wahl der Beschäftigung Ordnungssäulen, welche bedenklich ins Schwanken gerathen frei, sofern er für seine Beköstigung entweder selbst waren, als die Schreckenspost eintraf, daß der nationalforgt oder dafür angemessene Vergütung leistet, und die liberale Millionenbieb Winkelmann auf dem Beschäftigung mit der Ruhe und Sicherheit des Ge- Weg in die Heimath sei, stehen wieder fest: Winkelmann fängnisjes vereinbar ist. Der Verurtheilte kann auf einzelne dieser Vergünstigungen ist wie gestern schon unter Vermischtem" mitgetheilt war) plöglich gestorben. Gelegener ist noch keiner ge storben. So gelegen, daß eine Aufklärung dringend noth Der Volksschul- Gesehentwurf ist dem preußischen wendig ist, wenn die abenteuerlichen Gerüchte, welche im Abgeordnetenhause zugegangen. Seit mehr als einem Umlaufe sind, nicht Glauben finden sollen. Wie mancher Menschenalter schrien die Liberalen nach einem Schulgesetz, Biedermann aber, der vorgestern noch das Haupt millionens jetzt haben sie es. Der Schule wird durch das Gesez ein vollständig und sorgenschwer hängen ließ, stolzirt heut strahlend und fonfessioneller Charakter aufgedrückt, der Kirche wird ein weitgehender Einfluß auf die Schule eingeräumt und vor gehobenen Hauptes durch die Straßen der stolzen Ordnungs allem ist die Herrschaft der Büreaukratie ganz dazu anHochburg am Bleiße Strand. Das heilige Eigenthum ist wieder einmal gerettet- der Mund, der seine Geheimnisse gethan, auch den letzten Rest freierer Bewegung und Ander profanen Welt hätte enthüllen können, ist auf ewig ver schauung zu unterdrücken. Der konfessionelle Charakter der stummt und vorläufig kann das Geschäft weiter fortgesett Volksschule macht sich besonders gut in einem Staate mit Wir wollen den Entwurf auf seinen Inhalt, besonders werden, ohne daß man durch Visionen des Zuchthauses ge zwei Landeskirchen, von denen die eine die andere verdammt. bezüglich der Bevorrechtigung der Besitzenden, nicht friti- stört wird. Der arme Schienenflicker von Bochum aber Glücklicher Weise haben die kirchlichen Lehren nicht mehr siren, ist doch der ganze Gesetzentwurf nichts als ein Schau- wird zum Himmel auffeufzen: ach, jätte ich mir doch auch die Macht wie in früheren Jahrhunderten und wenn man stück, ohne Aussicht zum Gesetz erhoben zu werden. Eine einen Winkelmann angeschafft. Die sächsischen Kollegen heute die Kinder bereits in zwei streng von einander ge- Humanisirung des Strafvollzuges widerspricht so vollständig sind doch„ helle". trennten Glaubenssystemen unterrichtet, von denen das eine den Grundsätzen des herrschenden Regierungssystems, daß das andere als Irrlehre bezichtigt, so ist weniger darauf zu ohne Bruch mit diesem an jene nicht zu denken ist. Dieses Druckfehler, lieber Leser- es soll heißen philanthropisch, Eine philanthropische Mordwaffe. Es ist kein rechnen, daß die Kinder barob einander in die Haare gerathen, Syftem aber wird in seinen Grundzügen von den frei das heißt menschenfreundlich, menschenliebend- also, wenn als daß sie dahin kommen, beide Systeme als" Irrlehren" sinnigen Wadelstrümpflern mit dem tapferen Eugen an der wir das Fremdwort vermeiden wollen: eine menschenfreundzu betrachten. Spike grade gestützt. Es wird eine Redeschlacht im Reichs- liche Mordwaffe. Sie ist auch kein Phantasiegebilde, sonDie Handelsverträge stoßen in Desterreich, auch sonst kritisch zerpflückt werden, schon wegen der mert neue Kleinkalibrige Gewehr. Daffelbe hat bereits seine tage geben und weiter nichts. Der Entwurf wird im Reichstage dern eine greifbare, mörderische Wirklichkeit. Nämlich das Italien und Belgien auf größeren Widerstand, als würdigen Zusammenstellung der Ausnahmen und der Fest- Wunder gethan, aber vorläufig erst in der Neuen Welt, in erwartet war. Man wittert und leider nicht ohne segung des milderen. Strafvollzugs nur für Gefängniß- Chili, wo während des Bürgerkrieges ein Theil der Kongreß Grundpolitische Hintergedanken. In Desterreich ist die strafen bis zu 6 Monaten. Annahme durch die Bolksvertretung jedoch sicher; nicht ganz schlimmer daran wie jetzt, denn nach der vielfach herrschen- Leistungen dieser Waffe hat ein Fachkundiger eine längere AbDie Arbeiter wären noch truppen mit Mannlicher- Gewehren bewaffnet wurde. Ueber die so sicher ist sie in Italien nicht zu sagen unwahrscheinlich, ist sie in Belgien, wo die stimmen, mit der Annahme, daß die mildere Vollstreckung mit wahrem Enthusiasmus ward die kolossale Durchschlags Opposition stündlich wächst. türzerer Gefängnißhaft diese dem Arbeiter nicht fühlbar Kraft der Achtmillimeter- Kugeln gepriesen, denen die CongreßFreireligiöse und konfessionslose Kinder, sowie genug mache. truppen wesentlich ihren Sieg verdankten und nachdem überhaupt Kinder, welche nicht einer vom Staate anerkannten Sächsisches. 1. 8weierlei Maaß. Die Ausschließung der Fachmann voller Bewunderung geschildert, wie die Religionsgesellschaft angehören, nehmen nach dem Schulgesetz des Redakteurs Thiele aus dem Stadtverordneten- Kollegium Kugeln glatt durch die Knochen hindurchgehen, so daß, Entwurf an dem Religionsunterricht der Schule Theil, von Wurzen ist bekannt; sie erfolgte auf Grund der That- wenn der Mann nicht auf dem Fleck getödtet wird, sofern sie nicht seitens des Regierungspräsidenten hiervon sache, daß Thiele zur Zeit seiner Wahl in Untersuchung eine rasche Heilung zu erwarten steht, ruft er begeistert befreit werden. Diese Befreiung muß erfolgen, wenn seitens war und nachher eine Gefängnißstrafe zu verbüßen hatte. aus:" Man kann dieses Gewehr der zuständigen Organe der betreffenden Religionsgesellschaft Der Ausschluß ist durch alle Instanzen als gesetzlich be philanthropisches nennen." ein bezüglicher Antrag gestellt und der Nachweis erbracht gründet befunden worden. Thiele ist Oppositionsmann und wird, daß den Kindern in der ihm Bekenntnißstande ent- der Ordnungspartei verhaßt. Philanthropisch, weil viele der Wunden leichter zu heilen find, als die Wunden von größerkalibrigen Kugeln. sprechenden Form und durch einen nach der Lehre ihres Jetzt melden sächsische Blätter uns ein Gegenstück. In Daß die Kleinkalibrige Kugel sechs Mann hinter Bekenntnisses vorgebildeten, auch im Uebrigen befähigten dem Gemeinderath von Oberlungwiz( Sachsen) sitzt ein einander tödten kann, das thut der philanthropischen BeLehrer Religionsunterricht ertheilt wird. Hiernach fönnten Biegeleibesizer.- der Name wird leider nicht genannt geisterung des Biedermanns keinen Abbruch. Wir enthalten also Kinder konfessionsloser Eltern gezwungen werden, der zur Zeit seiner Wahl in Untersuchung war und gegen- uns eines Kommentars. Blos eine historische Reminiszenz. katholischen oder lutherischen Religionsunterricht zu wärtig eine zehnwöchentliche Gefängnißstrafe verbüßt. Be- Bor jetzt ziemlich genau 100 Jahren wurde auch ein be empfangen. Eine herrliche Gewissensfreiheit! sagter Herr ist nun nicht nur nicht ausgeschlossen, sondern rühmtes Mordinstrument erfunden, und weil es so rasch, Einen den Vollzug der Saft und Gefängniß in diesen Tagen während er im Gefängniß fitt so sicher und so glatt tödten sollte, priesen es bie Beit ftrafen betreffenden Gefeßentwurf haben der Abg. v. Barvon seinen Kollegen zu einem neuen Ehrenamt ernannt genossen als eine„ philanthropische" Erfindung. Die Erfindung worden( in den Polizei- und Verfassungs- Ausschuß.) Und bewährte sich allerdings auch vortrefflich und die deutschfreisinnigen Abgeordneten im Reichstage ein- glaube man nicht, die Handlungen, wegen deren Herr I. rasch, sicher und glattste tödtete, tödtete und Mancher, fie tödtete bestraft worden, feien so ganz ohne." Die Bestrafung er der die philanthropisch e" Mordmaschine bejubelte, In allen Fällen, in welchen, fei es auf Grund der Be- folgte, weil Herr J. im vorigen Jahre nächtlicher Weile ist von ihr rasch, sicher und glatt getödtet worden. Wenn flimmungen des Strafgesetzbuchs, sei es auf Grund der Be- einem Mitbürger aufgelauert, ihn meuchlings überfallen aber ihr Name genannt wird, dann steigen graufige Bilder stimmungen eines anderen Reichsgesetzes oder eines Landes- und mit einem dicken Knüppel derart zugerichtet hatte, daß des Schreckens auf. Sie heißt Guillotine. gesetzes, auf eine Haft- oder Gefängnißstrafe erkannt wird, er 14 Tage arbeitsunfähig war- also eine That niederwelche für die einzelne Strafthat den Zeitraum von sechs trächtiger Feigheit und beispielloser Rohheit, wohingegen Der russische Getreidehandel wird vom Wjestnik Monaten nicht übersteigt, jedoch mit Ausnahme der Fälle der Thiele nur wegen Preßvergehen verfolgt und bestraft war. Finanzow", dem offiziellen Blatt des russischen FinanzSS 150, 151, 158-160, 164, 169-171, 178-184, 217-221, 240-246, 249-252, 255, 258, 261, 263-266, 268, 272, 294, Säule der Ordnungspartei. Aber Thiele ist Oppositionsmann und Herr J. ist eine ministeriums als wohlorganisirte und offen betriebene Be 301, 302a- d, 308, 332, 350 des Strafgefehbuchs, und der trügerei" hingestellt. In erster Reihe stehe dabei die VerFälle, in welchen auf Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte ganz Es erinnert dies an jenes berüchtigte Wort: Sozial- fälschung des Getreides. Auf den nach dem Auslande bes oder nach Maßgabe des§ 35, Abs. 2 erkannt wird, endlich demokraten" sind schlimmer als Eigenthumsverbrecher." stimmten, mit Getreide befrachteten Schiffen habe es sich bei der Fälle der§§ 209, 212, 218 der Konfursordnung, ist der Nach den in Sachsen herrschenden Ordnungsbegriffen ist den betreffenden Untersuchungen im Allgemeinen ergeben, Verurtheilte fraft Gefeßes berechtigt, die Bollstreckung der ein Rowdy würdig ein Ehrenamt zu bekleiden, ein Redakteur daß mehr als die Hälfte des zu exportirenden Weizens mitFreiheitsstrafe in folgender Weise zu verlangen: 1. Dem Berurtheilten muß auf sein Verlangen eine Einzel- Unfug der Ordnungsparteien geißelt. Schlagender kann der Aus Roggensendungen wurden oft 82 pCt. mit Sand be aber nicht, der sein Recht der freien Kritik ausübt und den unter bis zu 22 pet. allen nur möglichen Unrath aufwies. zelle angewiesen werden, jedoch unter Zulassung von jittliche Berfall der Dronungsparteien nicht bekundet lastet vorgefunden und in Gerste- Exporten ein Drittel, Besuchen. 2. Dem Berurtheilten ist die eigene Kleidung zu belassen, werden. Diese Ergebnisse weisen, wie das amtliche Blatt bemerkt, wenn dieselbe genügend von ihm selbst oder von An- 2. Reaktionäre Alterthumsforschungen. aufs Klarste nach, wie gerechtfertigt die Klagen der Land deren für ihn beschafft wird. Eine Behandlung, welche In Dresden wurde soeben ein Sozialdemokrat wegen Tragens wirthe und die Berichte der Konsuln, sowie die Be von Waffen verdonnert auf Grund eines Mandats aus dem schwerden ausländischer Käufer darüber sind, in welch erbärmDoktor, ist das etwas Andere3; Sie haben sich aus Ueber- derartiges zu thun versucht, wird er nach dem Gesetz als zeugung unserer Sache zugesellt, gehören also zu uns. Und Dieb bestraft, unternimmt dies aber ein habgieriger Bucherer da es unser Prinzip sein muß, wie es Prinzip aller Regie- unter Mißbrauch seines Kapitals, dann ist es gesetzlich, mögrungen sein sollte, an jeden Posten den passendsten Mann lich und erlaubt. zu stellen, in diesem Kreise aber Niemand vorhanden sein Feder thätig zu sein versteht, so bleibe ich bei meinem dürfte, der beffer, oder ebenso gut wie Gie, mit der gebracht. Der Entwurf hat folgenden Wortlaut: § 1. ihn als Sträfling fennzeichnet, ist unzulässig. lung, ob sie mit der Wahl des Herrn Lange zum Schriftführer einverstanden ist?" Seiten. " Ja wohl, angenommen, bravo," hieß es von allen " Ich bitte ums Wort," rief darauf hin eine helle Stimme. Bitte, Herr Doktor, nehmen Sie es," erwiderte der Vorsitzende. ersten Vorschlage stehen." ein " Herr Barth, unser Prinzipal," fuhr der Redner fort, fremden Kapitals zu entziehen gesucht, dafür ist er ihm mit hat das Geschäft nach besten Kräften den Geiergriffen des Ich bitte um Verzeihung, meine Herren, wenn ich feiner eigenen Person verfallen und befindet sich seit einiger Allseitiger Beifall folgte dieser Auseinandersetzung. durch mein Ablehnen der Wahl, die mich im llebrigen Zeit in Wechselhaft. Er hat durch diese Aufopferung in durchaus ehrt, einen kleinen Aufenthalt verursache. Ich Schriftsteller und nahm Plazz am Tische des Vorsitzenden, gehalten; schon mit nächster Woche steht die Einſegung eines Ich bin überzeugt und gehorche", erklärte der junge dessen die Gefahren für das Geschäft nur um eine Zeit aufglaube aber, daß der Arbeiter gut thut, sich vollständig von der jetzt durch die Glocke von Neuem die allgemeine Auf- Massenverwalters zu erwarten, und was dann aus dem Ge allen Personen zu emanzipiren, die ihn bis dahin geleitet, merksamkeit auf sich lenkte und fortfuhr: bevormundet und fast immer irre geführt, wenn nicht gar schäfte wird, können Sie sich Alle selber sagen. Auf diese betrogen haben, so auch von den Gelehrten, unter denen mal" handelt, und ich kann mich deshalb sehr kurz fassen. Der Zohn seines jahrelangen, mühevollen Strebens verloren, " Sie alle, meine Herren, wiffen, um was es sich dies- Weise geht nicht nur Herrn Barth sein kleines Kapital und die Advokaten besonders zu vermeiden sind. Zu diesem Das Kapital hat wieder einmal einen höchst gefährlichen Ein- uns selbst trifft nicht nur ein für unsere Verhältnisse Zwecke sollten deshalb die Arbeiter sich immer zuerst, griff in das Recht der Arbeit unternommen, in das erste und empfindlicher Verlust, sondern es geht abermals ein Hoff unter ihren eigenen Leuten umsehen, und unter so heiligste Recht der Arbeiter, die Früchte ihrer Anstrengungen nungsstern mit diesem Geschäfte unter, der uns wenigstens vielen Buchdruckern giebt es gewiß mehr als einen, selbst zu genießen. Sie alle wissen, daß unser Prinzipal, die Aussicht auf endliche Befreiung von den Fesseln der die Feder zu führen versteht. Aus diesem Grunde Herr Barth, keiner von denjenigen Unternehmern war, der Geldherrschaft versprach. Ich habe in diesem Sinne ein bitte ich, von meiner Person abzusehen." Mehrere Bravos begleiteten den Schluß dieser Rede; von Arbeitskräften unter ihrer Zeitung zu vereinigen, um sowie an unsere Kollegen in den anderen Druckereien er welche mit der Absicht ein Geschäft beginnen, eine Anzahl Birkular an Sie, meine Mitarbeiter in dieser Druckerei, der Vorsitzende aber klingelte und bemerkte, nachdem wieder diese Arbeitskräfte zu ihrem alleinigen persönlichen Vor- lassen, Sie gebeten, diese Angelegenheit reiflich zu bedenken, Stille eingetreten: " Es thut mir leid, den Ansichten des Herrn nicht bei- er werde sich zwar der Form nach an die bisher üblichen Ueberlegungen in einer Versammlung, die wir nun heute pflichten zu können. So sehr auch ich wünsche, daß der Geschäftsregeln halten, im Uebrigen aber Buch und Rechnung abhalten, auszutauschen. Ich bitte Sie, nunmehr sich hier Arbeiter fich möglichst selbständig halte, so wünsche ich doch so führen, daß daraus zu ersehen, in welcher Weise jeder über auszusprechen." noch mehr, daß er immer mit den Männern der Wissen einzelne Arbeiter im Geschäft zum Gewinn beigetragen habe, schaften in intimster Verbindung bleibe und dadurch sich von und daß nach diesem Verhältnisse jeder Einzelne einmal an falls Allen zunächst am Meisten daran liegen, zu erfahren, Einer der Deputirten meinte hierauf, es würde jedens dem beschränkten Zopfbürger unterscheide, der auf seine dem Reingewinn des Geschäfts seinen Antheil erhalten würde. was der Veranstalter der Versammlung selbst an Ansichten eigene kleine Erfahrung, auf seinen sogenannten ge- Wir haben Herrn Barth als eisen Ehrenmann erkannt und und Vorschlägen zu äußern hätte. funden Menschenverstand sich verläßt, von dem er sich nicht nur unser Möglichs es im Arbeiten gethan, sondern" Ich werde diesem Verlangen ohne Weiteres nach immer nur selbst sagt, daß er gesund sei, und die heilsame uns auch mit einem möglichst geringen Arbeitslohu begnügt, tommen", erwiderte Hanke." Ich habe mir gleich gesagt, Befruchtung der Wissenschaft turzsichtig und selbstzufrieden um das Geschäft vorerst finanziell erstarken zu lassen und daß mit allen Bitten und Vorstellungen bei den vers Jurückweist. Mit den Advokaten ist es eine andere Sache, es zu befreien von der Abhängigkeit von fremdem Kapital. fchiedenen Gläubigern des Geschäftes nichts auszurichten va diese eigentlich eine produktive Wissenschaft nicht ver- Unseren Anstrengungen sollte es indessen nicht gelingen, die sein würde; denn, wo das Interesse des Geldsads treten, aus der Renntniß des zufällig bestehenden Rechtes drohende Gefahr zu beschwören. Der Kapitalist hat seine spricht, verlieren fich lediglich ein Geschäft machen und meistens nur nach Hand sogar nach den Früchten unserer Arbeit ausgestreckt. und der Vernunft meistens alles Gewicht. die Ansprüche der Menschlichkeit egoistischen Geschäftsrücksichten handeln. Bei Ihnen, Herr Wenn ein armer Arbeiter, von der Noth getrieben, etwas ( Fortsetzung folgt.) schein Zustande die Getreideprodukte den ausländischen -Närkten zugeführt werden. Es wurde an vielen Orten un- verfälschtes Getreide in besonderen Speichern ausbewahrt, welches von Exporteuren und Mtaklern als preiswerth an- erkannt und erworben wurde; sobald aber der Käufer sich entfernt hatte, wurde aus in den besonderen Kellern auf- gespeicherten Massen Sand über die echten Maaren aus- geschüttet und verpackt. Solche Betrügereien kämen außer- ordentlich häufig vor. Allen diesen groben Diißbräuchen müsse durch entsprechende gesetzliche Maßregeln schleunigst ein Ende gemacht werden. Aber durch wen? Ist doch die ganze russische Beamtenschaft von oben bis unten gewöhnt, selbst zu stehlen und zu betrügen und für die privaten Be- trüger und Diebe den Hehler zu machen.— Die spanische Regierung fruktisizirt den Bauern- krawall von X e r e z genau in derselben Weise wie weiland Bismarck den Terzerolschuß Hödel's. Das Volk soll ge- ängstigt werden, so daß es bei der Regierung Schutz sucht gegen eine eingebildete Gefahr. Der Vorgang wird schniach- voll aufgebauscht und den»Anarchisten" an die Rockschöße gehängt. Sozialisten wagt man nicht direkt zu sagen, weil Jedermann weiß, daß sie keine solche Verrücktheiten machen. Hat man aber einmal ein Ausnahmegesetz gegen die„An- archisten", die es nicht giebt, so ist es eine Kleinigkeit, das- selbe gegen die Sozialdemokraten und andere unbequeme Parteien anzuwenden. Was ist nicht schon Alles mit dem Ramen„anarchistisch" belegt worden. Und gerade je nebelhafter der Anarchismus ist, desto leichter läßt er sich in jede Gestalt bringen und als Schreckgebild verwerthen. Tie Gegend um Xerez ist beiläufig eine der ärmsten in Spanien— was viel sagen will. Denn daS stolze Spanien, das einst das reichste Land der Erde war, ist jetzt das ärmste— Dank seiner Kolonialpolitik und Geistlichkeit. Bei Terez hatte die„Schwarze Hand" ihr Hauptquartier, die vor zehn Jahren raubte und plünderte— ähnlich wie die C a m o r r a in Süditalien. Und aller Wahrscheinlich- keit war dieser jüngste Verzweiflungsstreich das Werk ehe- waliger Mitglieder der„Schwarzen Hand", die niemals ganz unterdrückt werden konnte, weil sie— der italienischen Camorra gleich— auf einer dicken Schicht sozialen Elends ruht.— _ Afrika scheint die Hochschule der Verwilderung und Bestialisirung für Deutschland zu werden. In Ost- afrika sind wieder„Aufstände" zu verzeichnen, die mit der bekannten„Schneidigkeit" niedergeworfen werden. Tie„Kreuz- Zeitung" hat aus Tanga vom 13. Dezember den Brief eines„Deutschen" erhalten, der sich seit einem halben Jahre in der Umgebung von Tanga unter den jetzt aufständischen Wadigo's aufgehalten. Dieser saubere Patron schreibt: „Bezirkshauptmann Kren zl er macht mit»0 Sulu- Askaris Streifzüge durch Nord-Udigo; die Tage des Haupt- manns Simbodja von Masinde sollen gezählt sein. Dr. Peters hat als seinen besten Bundesgenossen gegen die Massai die Rinderpeft und die infolge dessen ausgebrochenr Hungersnoth. Die W a d i g o sind die stupidesten Leute, die ich bis zetzt trotz langen Aufenthaltes in Ostairika kennen gelernt habe. Unter Anderem sind sie daran gewöhnt, daß ihnen ihr Vieh mit Gewalt und ohne Bezahlung genommen wird; um keinen Preis sind sie dazu zu bewegen, auch nur ein Stück freiwillig zu verkaufen. Wir müssen, um nicht zu hungern, wie Wölfe in ihre Heer den fallen, und schließlich, um nicht mit den Massai aus gleicher Stufe zu stehen, eine über den wirklichen Werth weit hinausgehende Entschädigung zahlen. Am Schlüsse heißt es: Chef Krenzler hat heute neun Wadigo in einem Ge- fechte todtgeschossen, zwei Sudanesen sind gefallen. Im Norden ist der ganze Himmel voll Rauch." Wir haben schon öfters Briefe aus Afrika mitgetheilt, welche dieselbe viehische Rohheit bekunden. Die„deutsche Zivilisation" wird auf diese Weise nach Afrika getragen! Da wird man sich nicht wundern können, wenn schließlich das Wort„deutsch" zur Bezeichnung alles Niederträchtigen gebraucht wird. Man mache doch endlich der Schändung des deutschen Namens ein Ende. Wie„W ö l f e" in die Heelden der armen Völkerschaften zu brechen, wie Bluthunde mordend über sie herzufallen, wenn sie ihre Heimath ver- theidigen, und dabei sich noch mit dem deutschen Namen schmücken, das heißt das Deutsche Reich mit unauslöschlichem Schandfleck belasten. Schade, daß die„Kreuz-Zeitung" nicht den Nanien des bestialischen Briefschreibers nennt, damit er gebührend an den Pranger gestellt werden könnte.— VorlennenkavisAzes. Von den sozialdemokratischen Abgeordneten des Reichs- tags ist zur zweiten Lesung des Etats, Kapitel Reichsversicherungs- amt folgende Resolution eingebracht worden: Der Reichstag wolle beschließen: die verbündeten Regierungen zu ersuchen, noch im Laufe der gegenwärtigen Session einen Gesetzentwurf, belreffend die Abänderung des Unsallversicherungs- Gesetzes, vorzulegen, in welchem besonders folgende Punkte Berücksichtigung finden sollen: 1. den ß S Abs. 2 Ziff. 2 des Gesetzes dahin zu ergänzen, daß die Zahlung der Rente an Verletzte nicht erst mit dem Ablauf der 13. Woche nach Eintritt des Unfalls, sondern von dem Tage der Beendigung des Heilverfahrens an zu erfolgen hat; 2. dem§ 6 die Bestimmung hinzuzufügen, daß im Falle der Tödtung eines Versicherten, welcher bereits infolge eines früher erlittenen Unfalls Rente bezogen, die Berechnung des den Hinterbliebenen zu gewährenden Sterbegeldes und der Rente nicht nur nach dem Arbeitsverdienst, den der Ge- tödtete im letzten Jahre gehabt hat, sondern unter Zugrunde- legung dieses Arbeitsverdienstes und der bezogenen Rente zu ge- schehen hat; 3. die in den Straf- und Gefangenenanstalten als Arbeiter beschäftigten Gefangenen in die Reihe der durch dieses Gesetz gegen Unfälle versicherten Personen aufzunehmen; 4. den Strafbesliinmungen Vorschriften hinzuzufügen, nach denen Be- triebsunternehmer und deren Angestellte, welche die ihnen auf- erlegte Beitragspflicht aus die versicherten Arbeiter abwälzen, in Strafe genommen werden. Gegen die Wahl deS Alt- Reichskanzlers im 19. han- Löverschen Wahlkreise waren insofern Beschwerden eingegangen als die Wahlvorstände in einzelnen Bezirken sich Ver- flöße gegen das Wahlreglement hatten zu Schulden kommen lassen. Die VI. Abtheilung hat die bezüglichen Beschwerden geprüft und schlägt nun vor. die Wahl des Abgeordneten Herzog von Lauenburg Fürst von Bismarck im 19. Wahlkreise der Provinz Hannover für gillig zu erklären; aber den Herrn Reichskanzler zu ersuchen, durch Vermittelung der königlich preußischen Re- gierung die in den telegraphischen Depeschen vom IS. und M. April 1391 aufgestellten Behauptungen über Verstöße der Wahlvorstände in Basbeck, Armstorf, Cadenberge, Bülkau, Este» arügge. Lamstedt, Otterndorf und Altenwalde gegen ß 9 Absatz 1 "«s Wahlgesetzes vom 31. Mai 1869 auf»hre Richtigkeit prüfen und eventuell durch geeignete Instruktionen ähnlichen Ver- stoßen für die Zukunft vorbeugen zu lassen. Korrespondenzen und Uarteinachrichten. Nach dem bekannte» Strohhalm greift der„Taunusbote", indem er über unsere Partei in H ö ch st a. M. schreibt: ■„In der Sozialdemokratie scheint eine gewisse Ernüchterung eingetreten zu sein. Für den zweiten Weihnachtstag war in einer hiesigen Wirthschaft eine große sozialdemokratische Versammlung angesagt, es erschienen aber nur zehn Personen. In einer anderen Wirthschaft sollte eine Versammlung der Zahl- stelle des Verbandes der Fabrik-, landwirthschaftlichen und gewerblichen Arbeiter stattfinden, in welcher nur der Kasstrer er- schien." Daß der zweite Weihnachtsfeier tag kein geeigneter Tag zur Abhaltung von Versammlungen ist, könnte selbst der naive „Taunusbote" wissen. � Ob Preuße« ein Rechtsstaat sei, frugen wir in unserem Leitartikel in der Nr. 301 vom 24. Dezember v. I. und zwar bot uns ein Erlaß der Polizeiverwaltung von Schönlanke Anlaß zu dieser Frage. Jener Erlaß verletzte fast alle grundlegenden Bestimmungen unseres Vereinsrechtes, und außerdem hatte sich der Polizeigewaltige noch herausgenommen, den Versammlungs- berufer damit zu bedrohen, daß sein Arbeitgeber veranlaßt werden sollte, ihn, den Einberufer, zu entlassen. Letzterer hatte gegen diesen Ukas Beschwerde beim Landrath geführt und dieser benachrichtigte nun unterm 7. Januar den Beschwerdeführer, daß er, der Landrath, den Inhalt der polizeilichen Verfügung nicht billigen könne und die Polizeiverwallung dieserhald mit entsprechender Weisung versehen worden sei. Gegenüber den groben Verstößen gegen die gesetzlichen Vorschriften seitens der Polizeiverwaltung lautet die Rüge des Laudrcithes ungemein sanft. Gegen gewöhnliche Gesetzesübertreter finden die Behörde» schneidigere Töne. In Eisenach erscheint seil 1. Januar unter dem Namen „Eisenacher Volks blatt" ein neues sozialdemokratisches Organ für den 2. weimarischen Reichstags-Wahlkreis. Redakteur desielben ist I. I o o s in Gotha, Expedient Karl R e in m l e r in Eisenach, gedruckt wird es in der Buchdruckerei des Abg. Bock in Gotha. Die neue Zeitung, der wir bestes Gedeihen wünschen, ist Eigenthum der Eisenacher Sozialdemokratie. Durch ihren unfreiwillig anonymen Londoner Hand- langer lassen die„Unabhängigen" in einem englischen, sich sozialistisch nennenden Wochenblatt verbreiten, der Parteivorstand übe dadurch einen korrumpirenden Einfluß aus, daß er zahlreiche Parteistellen zu vergeben habe— namentlich in der Presse. Es ist das eine gemeine und zugleich alberne Verdächtigung. Der Parteivorstand hat überhaupt nur eine winzige Zahl von Stellen zu „vergeben", und kein Genosse ist durch Bekletdung einer solchen Stelle vom Vorstand abhängig. Wir wollten einmal den Lärm hören, wenn der Vorstand einen Genossen wegen seiner Meinungen oder seines Urtbeils maßregeln wollte. In acht Tagen wäre die Maßregel zurückgenommen oder der Vorstand von selnem Posten entferut. Es ist überhaupt undenkbar. Und was insbesondere die Parteipresse betrifft, so unterliegt dieselbe absolut keiner anderen Kontrolle, als der in der Partei- Organisation vor- geschriebenen. Speziell der Leiter des Zentral- Organs ist direkt von dem Parteitage gewählt— mit Sitz und Stimme im Parten vorstand—, wie kann da von einer Vergewaltigung oder kov rupten Beeinflussung die Rede sein? Doch wir wollen über das frivole Gelüge des Londoner Lügenpeters kein Wort weiter ver- lieren. Das Blatt aber, das solchem frivolen und alberne» Gelüge die Spalten öffnet, stellt sich selber aus das Niveau des unsreiwillig-anonymen Lügenpeters. Görlitz. Dem hiesigen sozialdemokratischen Wahlverein ge- langes, am zweitgrößte» Orle unseres Wahllreises, in Lauban, das sonst in Bezug auf politisches Leben sich dem Schlaf des Ge rechten hingiebt, bei Wahlen aber als liberale Hochvurg prangt, eine Versammlung abzuhalten, in der unser Genosse Keller über das Thema:„Die bürgerliche Gesellschaft und der Sozialismus" referirte. Wenn auch für Görlitz die Möglichkeit, Versammlungen abzuhalten, gegeben ist, spielt doch der reine Zufall, wenn es ge- lingt, im übrigen, vorwiegend aus ländlichen Ortschaften be- stehenden Theil unseres Kreises eine solche abzuhalten. Die Ge- nossen allerwärts kennen ja die Ursachen zur Genüge selbst: Einfalt und Furcht der Lokalbesitzer vor Maßregelungen spielen unter den Ursachen die entscheidende Rolle. Am 6. Januar ging im genannten Orte die erwähnte Versammlung vor sich. Die- selbe hörte mit sichtlichem Interesse die Ausführungen des Referenten an. welcher nach einem geschichtlichen Rüadlick die Entstehungder modernen Produktionsform erörterte uuv dann deren Trägerin, die pioderne bürgerlich-kapitalistischeGeseUschast. schilderte, hervorhebend, wie in derselben, trotzdem das Bürgenhum den Grundsatz:„Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit!" seinerzeit auf seine Fahne geschrieben halte, um die Blaffen für sich zu ge- winnen, dasselbe, nachdem es durch die Blassen zum Siege ge- langt war, die Sklavenschait nicht abschaffte, sondern nur in eine andere Form, die Lohnarbeit, verwandelte. Wie den Leibeigenen und Hörigen die Peitsche, so zwinge den modernen Lohnarbeiter ein weit schlimmeres Zwangsmitiel, der Hunger, oft schon im zarten Kindesalter ins direkte Joch des Besitzenden. Die Kon- zentration des Kapitals mit ihrer steten Vergrößerung der paupe- risirten Masse, führe aber nalurnothwendig zum Sozialismus und damit zur Erlösung der Menschheil aus den Fessel» der Kapitalsherrschaft. Sache der Arbeiter sei es nun, durch schärfste Be- tonung ihrer gerechten Forderungen und durch unermüdliche, that» kräftige Theilnahme am politischen und wirthschastliche» Leben dafür zu sorgen, daß die künstige sozialistische Eesellschast von Beginn an auch eine demokratische sei. Der dem Redner gespendete Bersall bewies, daß die Hörer der Darlegung der sozialdemo- kratischen Weltanschauung mit Sympathie und Berständniß folgten. Die Gegner, welche unter sich die Sozialdemokratie so tapser „bekämpften", wagten trotz der ihnen vom Vorsitzenden noch de- sonders zugesicherten Redesreiheit es auch hier nicht, eine Lanze für ihre„heilige" Ordnung zu brechen. Sie können nur über uns schimpfen, aber uns nicht widerlegen.— Im Uebrigeu ist auch hier die Signatur der Zeit: Hunger und sonstiges Elend unter dem Proletariat, Defizit an Geist und Kasse im Bürger- lhum— Sinken der öffentlichen Moral, Zunahme der Verbrechen. In dieser dunklen, verzwejfluugsvollen Nacht der Gegenivart sehnt das Volk sich immer mächtiger nach der Sonne des So- zialismus, nach dem Tage der Erlösung, welcher die Spuk- gestalten des Hungers und der Knechtschaft verjagen und allen Menschen die Erde mit ihren Früchten zurückgeben wird, nach- dem sie im Besitz Weniger zu einer Stätte des Grausens ge- worden ist. Daß der Tag bald anbreche, dafür wollen wir wirken rastlos, täglich, stündlich überall! Ohn' Fleiß kein Preis! Soziale Aefrorltckik. Der Generalstreik derBuchdruckergehilfenistzu Ende. Sein Verlauf hat mancherlei augenfällig gelehrt. Selbst die gefestigtste Gewerkschaft kann nur auf einen Theil ihrer Mitglieder unter allen Umständen zählen, gleichviel ob sie mit lockenden Kassenvortheilen verknüpft ist oder nicht. Diejenige Organisalion ist die beste im Kampfe, in deren Verwaltung die Klaffeniuftitution Staat sich am wenigsten ein- mischen kann. Die großartige Unterstützungsfähigkeit der internationalen Arbeiterschaft muß eine solid funkttonirende dauernde Organisation erhallen. Jedes Gewerbe ist abhängig von der allgemeinen Geschäfts- läge; vor jeder gewerkschaftlichen Bewegung ist diese in Rechnung zu zlehen. Verkürzung der Arbeitszeit und Lohnerhöhung über den früheren Verdienst hinaus, sind innerhalb eines ganzen, großen Produktionsgebiets nicht auf einmal allgemein durchzuführen. Die privaten Schiedsgerichte und die private Tarifgemeinschaft zwischen Unternehmer und Arbeiter sind zur Regulirung des Erwerbslebens unfähig; über den wirklichen Ausgleich zwischen Kapttal und Arbeit entscheidet trotz ihrer jedesmal das Macht- verhältniß.. �. Die Zahl der ganz und zum Theil Arbeitslosen ist»m Buch- druckgewerbe weit größer als man trotz aller Statistiken ahnte. Auch das Buchdruckgewerbe ist bereits pauperisirt. Die Staatsgewalt erwies sich als Schützerin deS Unternehmer« intereffes. �, Die Buchdruckereibesitzer konnten den Neunstundentag be- willigen, lehnten aber ausgesprochenermaßen im Klassenintereffe ab. Die Unternehmer anderer Gewerbe machten deshalb mit den Buch- druckereibesitzern gemeinsame Sache. Die Arbeiterschaft der ganzen Kulturwelt trat dem entgegen für die Buchdruckergehilsen in die Schranken. Der Streik war sonach ein Klassenkampf im echten Sinne des Worts.—... Diese Erkenntniß erhielt die Arbeiterschaft eines ganzen Ge- werbes, dadurch mußte sie sich von dem Glauben an die vermeliit- liche Güte unserer gesellschaftlichen Ordnung, soweit er bei ihr noch vorhanden war, emanzipiren und in Konsequenz dessen sich der Sozialdemokratie anschließen, wie es durch die bezüglichen Beschlüsse in Berlin und anderen Orten auch formell geschehen. Das ist der Gewinn für die S o z i a l d e m o k r a t» e. Die Buchdruckergehilfen selbst errangen durch die Los- lösung von der problematischen Tarisgemeinschast ihre Bewegungs- sreihett wieder und durch den Streik selbst die Durchbrechung des Zehnstundentages, der nunmehr zu den verwesenden Emrich- tungeii gehört. Den eigentlichen Schaden haben die Leiter der Buch- druckereibesitzer zu tragen. Durch die Aufgabe der Tarif- gemeinschaft verlieren sie gewissermaßen das Druckmonopol. Die Welt ist aber nicht dazu da, um jene Handvoll Leute zu Mlllmr- dären aufzupäppeln. Sie werden zu den pekuniären Verlusten bald auch noch die Erfahrung sudsummiren müssen, daß der Gipfel der sozialpolitischen Weisheit, den sie durch ihre Negation der Ge- hilfenjorderungen erklommen zu haben hoffen, doch nur der tarpejische Felsen ist für die Idee des bürgerlichen Privateigeuthums ,m Buchdruckgewerbe. Der Streik der Handschuhmacher ist fnoch unverändert, die Fabrikanten sind mit der Leistung der Thellarbeiter mcht zu- frieden und die Streikbrecher nicht mit dem Verdienst! Ehe der Verursacher des Streiks nachgiebt, läßt er aber lieber Taufende verloren gehen; er weiß ja, daß er durch Vorschußempfang eme ganz bestinimte Kategorie von Gehilfen zu Streikbrechern machte, welche durch die Spekulation auf die Gutmülhigkeit ihrer ver- rathenen Kollegen spüler wieder in den Verband aufgenommen zu werde» hoffen. Arbeiter und Arbeiterinnen gebt Euch nicht zur Theilarbeit in einer Handschuhfabrtt her; überlaßt dies den- jenigen Handschuhmachern, welche glauben, nur als Streubrecher 'Arbeit erhalten zu können. Mit Gruß G g. S ch n e i d e r, Brandenburg. Achtung Schneider und Schneiderinne« Berlins! � Von allen Seiten mehren sich die Klagen über die schlechten Arbeitsverhältnisse. In der Konsekttons- sowohl wie in der Maaßbrauche herrschen dieselben unbefriedigenven Zustande. Das Unternehmerthum benutzt die augenblickliche Krise, um Lohnabzüge und Maßregelungen vorzunehmen, sowie ungebührliche Behandlung einzuführen, wodurch die an sich schon schlechten Verhältnisse noch trauriger werden. Es gilt nun darüber Klarheit zu gewinnen, welche Stellung wir dem gegenüber einnehmen wollen. Am Mittwochs den 20. d..vi., Abends 8V3 Uhr, findet zu diesem Zwecke in den Arnnnhc llen eine große öffentliche Versammlung statt, in welcher ltollege A. Täter ow über das Thema sprechen wird:„Die außerordentlich schlechten Erwerdsverhältnisse des letzten Jahres und welche Maßuahnwn gedenken wir für die Zukunft zu treffen� Ferner spricht Kollege Pfeiffer über das Thema:„Der Arbeilerfang bei verschiedenen Koujektionssirmen." Besonders der letzte Punkt bedarf der eingehenden BeHand- lung. Je trauriger die Lage der Arbeiter und Arbeiterinnen in der Konfektion, um so mehr ist sie das Ausbeutungsseld für Unternehmer und Zwischenhändler. Hier gilt es, der Arbeiter- schaft d«e Zustände, welche grasstren, zu zeigen und RemeSur zu schassen. Daher ist es Psticht aller Kollegen und Kolleginnen, m dieser Versammlung zu erscheinen. Agitattonskommission der Schneide» und Schneiderinnen Berlins. Zur Unterstützung der streikende« Buchdrucker brachten 72 arbeitende Buchdrucker Kiels bis Monlag dieser Woche 3200 M. auf, während die Kieler Gewerkschaften 1260 M. spendeten— beides jedenfalls ein glänzendes Zeugniß für die Opfer» Willigkeit der Arbeiter. Eine besonders fragwürdige Art von Sonntagsruhe beansprucht das gewerbliche Unternehmerthum der Städte St. Johann und Saardrücken. Die Gewerbetreibenden von St. Johann beschlossen, den zuständigen Behörden vvrzu- schlagen, daß die sonntägige Arbeitszeit aus die Stunden von 111/2—41/3 Uhr verlegt, außerdem vier Sonntage vor Weih- nachten und je zivei vor Ostern und Pfingsten als Tage mit Shustündiger Arbeitszeit erklärt werden. In S a a r l o u i s be- lofsen die Gewerbetreibenden, im Sommer von 12— d Uhr, im Winter von 11—4 Uhr offen zu halten. Nicht einen Tag in der Woche soll der Arbeiter frei über sich verfügen können— im selben frommen Deutschland, das dem Arveiter eine Sozial«, onn versprach und welches das„praktische Christenthum" bei jeder Gelegenheit im Munde führt. Nicht einmal den Ruhelag, den die R e l: g i o n gebietet, giebt es den: Arbeiter, ohne dessen Geistes- und Körperthättgkeit es keinen Tag lang als Staatswesen bestehen könnte. Vevuristlzkes� Zugentgleisung. Bei der Station Bischofsheim e n t- gleiste am IS. Januar, Abends 10 Uhr, der Köln-Frank- furter Schnellzug. Ein Wagen fiel um. Zw« Herren und eine Dame erlitten Verletzungen. Die Ursache des Unfalls war ein S ch i e n e n b r u ch. Der Vatermörder Heinrich Schötteler aus Großreken ist in Hengeloo(Holland) verhaftet worden. Soziales Elend. In Paris erfroren zwei alte rauen, welcher in eine Holzbaracke geschlafen hatte». . w e i weitere Personen wurden aus der Straße erfroren aufgefunden. Großer Brand. Wie man der„Vossischen Zeitung" aus London meldet, brach in der Watson'schen Seifenfabrik zu L e e d s (England) Feuer aus. Die Flammen ergriffen die benachbarten Bahnhöfe der London- und Nordwest-Bahn, sowie der Mid« landbahn. Der Schaden wird aus 300 000 Pfund Sterling geschätzt. Die römischen Gastwirthe erklären die Nachrichten des Bureaus„Herold" über den schlechten Gesundheitszustand in Rom für„verleumderisch". Die Gastwirthe, erwidert das ge- nannte Bureau, sind indessen im Jrrthum. Die Influenza hat hier sast lein Haus verschont. Theater. Gonnabend, den 16. Januar. Opernhaus. Lohengrin. Circus Renz. Circus G. Schumann. Karlstraße. Auf Helgoland" E oder: Ebbe und Fluth. Schauspielhaus. Das goldene Bließ. Abds. 7% Uhr: Gala- Vorstellung. Sonnabend, den 16. Januar, Leffing- Theater. Die Großstadtluft. Deutsches Theater. Rollege Grampton Berliner Theater. Nach Madrid. Residenz- Theater. Madame Mongodin. Vorher: Modebazar Violet. Wallner- Theater. König Krause. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Der Mikado. Thomas- Theater. Luftschlösser. Sozialdemokratischer Wahlverein Friedrich- Karl- Ufer, Edhe Karlſtr. für den 4. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Heute, Abend 7/2 Uhr: Gr. Gala- Sports- Vorstellung. Besonders hervorzuheben: Drei EtagenKaroussel mit 25 Pferden, dargestellt von Herrn Max Schumann. Auftreten der Parforce- Reiterin Miß Biktoria. Die dreif. Springfahrschule, ger. General- Versammlung am Dienstag, den 19. Januar, Abends 8½½ Uhr, in Joel's Saal, Andreasstraße 21. Lages Ordnung: 1. Rechenschaftsbericht des Borstandes. Große hydrologische AusstattungsPantomime in 2 Abtheilungen mit National Tänzen. Einlage: Die 2. Rassenbericht für das Tlcherkeffen,( 60 Damen), Aufzügen zc. v. Herrn Ernst Schumann. Postillon", 4. Quartal 1891. 3. Wahl des Gesammtvorstandes. 4. Vortrag über: Die Ferner Dampfschiff und Bootfahrten, Trakehner Vollbluthengst in der hohen Bedeutung der Wahlvereine der sozialdemokratischen Partei. Referent Genosse Wasserfälle, Riefenfontänen mit allerlei Schule, geritten von Fräulein Adele A. Gerisch. 5. Diskussion. 6. Vereinsmittheilungen. 7. Verschiedenes. Bellealliance- Theater. Der lebige Arrangements vom Direktor Mr. Joë Hodgini.„ Said", ostpreuß. ersucht, ihre restirenden Beiträge in den bekannten Zahlstellen Lichteffekten zc. sowie neue Schumann. Auftreten 5. Jockeyreiters Die arbeitslosen und kranken Mitglieder werden dringend Hof. Oftend- Theater. Der Rettungsball. E. Renz. Außerdem: 4 hohe Schulen, Scheckhengst als apporteur, vorgeführt unentgeltlich abstempeln zu lassen. Adolph Ernst Theater. Der geritten von den Damen Frl. Clot. von Herrn Max Schumann. DoppelDer Wichtigkeit der Tagesordnung wegen ist zahlreiches und pünktTanzteufel. Hager, Oceana Renz, Vidal und Helga Varforce- Arbeit v. d. Herren Victor liches Erscheinen erforderlich.- Parteigenossen des 4. Kreises! Werdet MitAlexanderplay- Theater. Schwarze Hager. Elimar( Stridspringer), vor- Bedini u. Hesse etc. Rom. Entrees glieder des Wahlvereins. Der Vorstand. Brüder. geführt von Frl. Oceana Renz. Gigerl- fämmtlicher Klowns. Zum Schluß b. Borstell: ,, M. W.", od. Fernpalant. Spezialitäten- Borstellung. tanöver, geritten von 16 Damen. Mlle. Berliner Kinder im Sommer und d. Afrobaten. 387/8 Sozialdemokratischer Wahlverein Gebrüder Richter's Variété. Spe- Theresina auf b. 20 Fuß boh. Draht im Winter. Gr. Waffer- und Feuer für den 3. Berliner Reichstags- Wahlkreis. zialitäten- Borstellung. Winter- Garten. Spezialitäten- Bor. stellung. Theater der Reichshallen. Spe- feil. Auftreten der vorzüglichsten Reit- Pantomime mit gänzlich neuer Austünstlerinnen und Reitkünstler 2c. stattung und neuen sensationellen Romische Entrees und Intermezzos Wasser, Licht- und Feuer- Effekten. von sämmtlichen Klowns. Sonntag, den 17. Januar, 2 große Sonntag 2 Borstell. Nachm. 4 Uhr: Borstellungen, Nachm. 8 Uhr( 1 kind ( 1 Kind frei.) Auf vielf. Verlangen frei) Eine ländl. Hochzeit. Ab. 72 Uhr: Amor in der Küche. Abends 7 Uhr M. W." Auf Helgoland. Bonkordia- Palast- Theater. Spe zialitäten- Vorstellung. Baufmann's Variété. Spezialitäten Vorstellung. Eisheller. Theater und Spezialitäten Borstellung. Gratweil'sche Bierhallen. Kommandantenstr. 77-79. Heute sowie täglich: Auftreten der E. Renz, Direktor. Achtung, Böttcher Böttcher Berlins und Umgegend. Sonntag, den 17. d. M., Nachmittags 5 Uhr, findet bei Bötzow eine Hamburger Gaudebrüder öffentl.Versammlung m. Frauen VEREIN FACHV BER MAURE 25 onats Marken 3. quittiren von ParteiBeiträgen empfiehlt allen Genossen die Quittungsmarken und Kautschuk- Stempelfabrik Don Conrad Müller, Schkeudik- Leipzig. Preisliste gratis und franko. 1. Stiftungsfest am Sonntag, den 17. Januar 1892, in der Berliner Ressource, Kommandantenstraße 57. Gr. Vokal- und Instrumental- Konzert ausgeführt von der Hauskapelle unter Zeitung des Musikdirektors Campi ( Berufsmusiker), und unter gütiger Mitwirkung des Männer- Gesang feines Dirigenten R. Diet, sowie ernste und humoristische Vorträge. Zur Aufführung gelangt: ere in tiedesfreiheit( Mitglied des Arbeiter- Sängerbundes) unter Leitung 399/6 Die Bismarckspende. E Festrede gehalten vom Reichstags- Abgeordneten Molkenbuhr. Billets 30 Pf. Anfang 5 Uhr. Tanz 50 Pf. Billets find in nachfolgenden Zahlstellen des Wahlvereins, sowie beim Vorstand und in den mit Plakaten belegten Handlungen jederzeit zu haben. Konzert und Roupletsänger. lung: Gemüthliches BeifammenAnfang Wochentags 7% Uhr, Sonntags fein. Um zahlreiches Erscheinen ersucht wird ein Klavierspieler verl. Vereinszimmer zu verg. Daselbst Gründel, Dresdenerstr 116; A. Schweizer, City- Passage; Börner, 969b Ritterstr. 108; Schönide, Wasserthorstraße 20; Gottfried Schulz, 6 Uhr. Entree: Wochentags 10 Pf., 185/6 E. Nitsche, Köpnickerfir. 181. Rottbuser Plaß und kehr, Köpniderftr. 126. Sonntags 25 Pf. Empfehle meinen berühmten Mittagstisch à la Duval. 3 Regelbahnen 6 Billards, 2 Gäle.: statt. Vortrag. Nach der Versamm Der Vertrauensmann. Lese- und Diskutirklub„ Süd- Ost". 1169L Sonntag, den 17. Januar cr., in Joël's Salon, Andreasstraße Nr. 21 Erstes Stiftungsfest, Etablissement Buggenhagen bestehend in onzert und Gefangs- Aufführungen des Vereins„ Süd- Ost". Foam Moritzplatz. Täglich: Unterhaltungs- Musik. Direktion 3. Rödmann. Dienstag und Freitag: Walzer- Abend. Großer Frühstücks und Mittagstisch. ( Mitglied des Arbeiter- Sängerbundes.) Festrede, gehalten vom Reichstags- Abgeordneter Paul Singer. Theater: Die Bismarckspende. Lebende Bilder und Tanz. Billets à 25 Pf.- Anfang 42 Uhr. 961b Das Komitee. Spezial- Ausschant von Bazengofer Vereinig. der Drechsler Deutschlands( 641 Export- Bier, Seidel 15 Pf. F. Müller. Castan's Panopticum Friedrichstr. 165a, Ecke Behrenstr. eu: Die fliegende Geigen- Fee. Lebend, ohne Extra- Entree. Neueste musikalische Illusion. Vorstellungen: Versammlung ( Ortsverwalt. Berlin). am Sonntag, den 17. Januar, Vormittags 10 Uhr, bei Rehner, Annenstraße 16. Tages- Ordnung: 1. Abrechnung vom 4. Quartal 1891. 2. Stellungnahme betreffend Anschluß an die Union. 3. Aufstellung eines Kandidaten zum Gewerkschaftsfongreß. 4. Wahl eines Beisitzers. 5. Bericht des Arbeitsvermittlers und des Bibliothekars. 6. Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimirt. Um pünktliches und zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. 138/6 12 ur u. 1 libr.— 4, 5, 6, 7, 8 und Verein zur Wahrung der Intereffen der 9 Uhr Nachmittags. Koloijal- Gruppe: Bauern- Aufstand! Entree 50 Pf. Kinder 25 Pf. Berliner Knopfarbeiter. Das Vergnügungskomitee. Deffentliche Versammlung für Männer und Frauen zu Gunsten der Gesellschaft für Verbreitung der Volksbildung 162/5 am Sonntag, 17. Januar, Abends 6 Uhr, in Norbert's Festsälen, Beuthstr. 22. Tagesordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. Geselliges Beisammensein. Bu recht zahlreichem Besuch ladet ein Der Einberufer. Schneider u. Schneiderinnen. Deffentliche Versammlung 2. am Sonntag, den 17. Jannar, Nachmittags 42 Uhr, in Kuebel's Salon, Gesundbrunnen, Badstr. 58. Tages Ordnung: 179/6 1. Das Problem der Armuth. Referentin Frl. Wabnig. 2. Die Anlernung und Behandlung der Mäntelnäherinnen bei vers schiedenen Zwischenmeistern. Referent 2. feiffer. Nach der Versammlung gemüthliches Beisammensein mit Tanz. Um zahlreiches Erscheinen aller Kollegen und Kolleginnen ersucht. Die Agitationskommission. Kranken- u. Sterbe- Unterstützungskaffe ( E. H. Nr. 19). General- Versammlung am Sonntag, den 31. Januar, Borm. 10% Uhr, Geöffnet von 9 Uhr früh bis 10 Uhr ab. Sonnabend, den 16. Januar, in Joël's Festsälen, Andreasstrasse 21, im 2ofal des Herrn P. Reckelberg( früher Rautenberg), Wasserthorstraße 54. Passagezur Feier des 4. Stiftungsfestes: Panopticum. Grosser Wiener Masken- Ball. Neu: Die Sündflut mit Donner, Blitz, Regen und Windesheulen etc. Viel neue Spezialitäten. La belle Irene, bie tätowirte Anterikanerin in Präuscher's anatomischem ..:: Museum nur noch kurze Zeit Kommandantenstr. Täglich für erwachsene Herren. Dienstag und Dauen. Freitag für Ein großer Saal ist zu vergeben; auch Sonnabends und Sonntags. 981b] Böhow's Brauerei, Prenzlauer Thor. Allen Genossen, Freunden und Befannten empfehle mein 6785 Weiß- u. Bairisch- Bier- Lokal. Gustav Duwe, Brunnenftr. 67. Auch ist dafelbst eine Bahlstelle 3. verg. Hasen- Ausschieben 678b] und Schießen am Sonnabend G. Wächter. Brizerstr. 22' Wo speisen Sie? In der alt. pommer jchen Küche, Dranienste 181, Hof pt. bei klein! Frühst. 30 Bf., Mittagstisch mit vier 50 P., Abendtisch von 30 bis 50 Pf, nach luswahl. Achtung! 18969 Piano- Mechanit- Arbeiter, die gewillt sind, eine Genossenschaft m. wenig Betriebskapital 3. gründen, bitte Sonntag, 17 Januar, v. 10-11 Uhr b. Zubeil, Naunynstr. 86, 965b Anfang 9 Uhr. Billets, Herrent 50, Damen 30 Pfg., find bei sämmtlichen Fabrikkassirern und beim Vorstand zu haben, Freunde und Gönner des Vereins ladet freundlichst ein 191/14 Patent in allen Staaten angemeldet. Das Komitee. Patent in mehreren Ländern schon ertheilt. 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Orts- Krankenkasse der Tischler und Pianoforte- Arbeiter. 968b Die Mitglieder- Versammlungen betreffend die Aufstellung der Delegirten eventuell Neuwahl derselben finden in jolgenden Lokalen stait: 1. Bezirk des Kassirers Schulze I: Sonntag, den 17. Januar, Vormittags 10 Uhr, im Lokale ,, Königsbank", Große Frankfurterstraße 117. Zahl der zu wählenden Vertreter 54. 2. Bezirk des Raffrers Schulze II( früher Schüß): Sonntag, den 24. Januar, Vormittags 10 Uhr, in ,, Habel's Brauerei", Bergmann siraße. Zahl der zu wählenden Vertreter 42. 3. Bezirk des Rajfirers Schrepffer: Sonntag, den 31. Januar, Vormittags 10 Uhr, im Eiskeller", Chauffeestraße. Bahl der zu wählenden Vertreter 46. Jm Bezirk des Kaffirers Schre pffer wählen die freiwilligen Mitglieder, welche ihre Beiträge direkt im Kaffenlofal bezahlen, mit. Bei der hohen Wichtigkeit der Delegirtenwahl ist es Picht aller Mitglieder, fich recht zahlreich zu betheiligen. 325/9 Die Kommission. Brauerei Friedrichshain. Sonntag, 17. Januar, Vorm. 12 Uhr: Zweite große Matinée arrangirt von der Freien Vereinigung der Zivil- Berufsmusiker Berlins u. Umg. bestehend in: Großem Instrumental- Konzert ausgeführt von einer Kapelle in Stärke von 100 Musikern ( nicht nur 75, wie irrthümlich auf den Plakaten und Programmen vermerkt). Neues Programm! Jedoch kommt auch diesmal die bei dem ersten Konzert so große Sensation erregt habende und mit großem Beifall aufgenommene Ouverture zum Tranerspiel: ,, Robespierre" von H. Litolff zur Aufführung. Das Konzert beginnt präzise 12 Uhr. Entrée à Person( intl. Programm) 25 Pf. Um zahlreichen Besuch bittet Das Komitee, Billets sind vorher zu haben: in allen mit Plakaten belegten Geschäften und Restaurants, sowie bei folgenden Herren: M. Schonert, Bernauerstr. 30 II; Gartmann, Weberstr. 58 I; Zubeil, Naunynftr. 86; Loppe, Reichenberger Straße 158; Vogel, Röpniderstr. 178 I; Gnadt, Brunnenstr. 38; Raabe, Ruppinerstr. 42; Thierbach, Schivedterstr. 44; E. Schrader, Oranienstr. 151 IV; Petersohn, Veteranenstr. 22; Fiedler, Kastanien- Allee 50/51( Bigarrengeschäft); Berndt, Neue Schönhauserstr. 18( 3igarrengeschäft); Kessler, Laufiberstr. 51; Werner, Meyerbeerftr. 5 H. III; Böhm, Borsigstr. 31 a, Quergeb. part.; Wernau, Rosenstr. 30, u. s. w. Rerantwortlicher Redakteur: August Enders in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW ,, Beuthstraße 2. 867/12 Hierzu eine Beilage. 56 Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 13. Parlamentsberichte. Deutscher Reichstag. 148. Sigung vom 15. Januar, 1 Uhr. Ain Tische des Bundesrathes von Rottenburg. Eingegangen ist der Gefeßentwurf betreffend die Anwendung der vertragsmäßigen Zollfäße auf das am 1. Februar 1892 in Deutschland vorhandene unverzollte ausländische Getreide. " " Sonnabend, den 16. Januar 1892. find die hohen Strafabzüge, die nicht selten die Höhe einer ganzen Monatsheuer erreichen. Summen von 30, 65, 85 M. sind keine Seltenheit. In einem Falle, wo gerichtliche Entscheidung angerufen wurde, wurde die Strafe vom Richter auf ein Zehntel reduzirt. 9. Jahrg. einer Vereinfachung der Statistik zu kommen suche; die Erwägungen darüber seien aber noch nicht abgeschlossen. Abg. von Münch weist darauf hin, daß die Werthe der Einfuhr und der Ausfuhr verschieden berechnet seien und daß man nicht erkennen könne, nach welchen Grundlagen die Werthe berechnet seien; das führe zu Únrichtigkeiten bei der Feststellung der Handelsbilanz. Unter Staatssekretär v. Rottenburg: Ich kann auf die individuellen Fälle, welche der Vorredner angeführt hat, nicht eingehen, da sie nicht zur Kognition des Reichsamts gekommen sind, Abg. Graf Kanit( dt.) schließt sich dem Vorrebner an; auch ich kann daher die Thatsachen, welche ihnen zu Grunde liegen, nicht er hält die verschiedenartige Berechnung des Werthes der Einbeurtheilen. Ich versichere dem Vorredner, daß wir mit größtem und Ausfuhr für unrichtig. Die Statistik sei verbesserungsfähig, Interesse alle die Bestimmungen der Gesetzgebungen anderer Länder, aber von der Klassifizirung des Zolltarifs sollte man nicht ab welche den Zweck haben, Unfälle zu verhüten, verfolgen. Unser gehen, sonst würde man noch weniger Uebersicht haben über die Kontrollsystem hat sich als vollständig ausreichend erwiesen, die Handelsbeziehungen zum Auslande. Die Beschleunigung der VerSee Berufsgenossenschaften haben überall Vertreter, welche die öffentlichungen wäre wünschenswerth. Aber diese Fragen sollte prophylaktische Seite im Auge behalten und angewiesen find, man wohl besser unter vier Augen mit den Vertretern des auch zu kontrolliren, ob die Unfallverhütungs- Bestimmungen statistischen Amtes berathen. zweckmäßig ausgeführt werden. Unterstaatssekretär von Rottenburg: Allerdings sind die Abg. Jebsen( ntl.) bedauert, daß die Sozialdemokraten die Veröffentlichungen in der letzten Zeit etwas spät erfolgt, weil deutschen Schiffsoffiziere der Handelsschiffe so als Barbaren hin- das statistische Amt mit den Vorarbeiten für die Handelsverträge gestellt hätten; das seien sie durchaus nicht, im Gegentheil, sie beschäftigt war, während später der Buchdruckerstreit störend tänden an der Spize aller Nationen. Man solle doch die dazwischen trat. fleinen Vorfälle nicht verallgemeinern und die deutsche Schifffahrt Abg. Samhammer: Die falsche Klassifikation hat es dahin gebracht, daß man den Werth des Exports an Spielwaaren sehr niedrig veranschlagt und deshalb bei den Handelsverträgen die Spielwaaren- Industrie gar nicht berücksichtigt hat, trotzdem ihr Export sich auf 30 000 000 m. belief. Aenderungen an den Grundsätzen einer Statistit dieselbe werthAbg, Bamberger( dfr.) weist darauf hin, daß allzu häufige los machen; lieber solle man, um eine vergleichbare Statistit zu behalten, einige Irrthümer beibehalten. Auf die Handelsbilanz tege heute Niemand in der Welt mehr das geringste Gewicht. Aeußerung, damit nicht die Legende auffomme, daß alle Welt Abg. Freiherr von Stumm protestirt gegen die letzte von der Handelsbilanz nichts mehr wissen wolle. Abg. Graf Kanit schließt sich diesem Protest an; England, Frankreich und andere Staaten hätten eine Unterbilanz, nur Desterreich stehe mit seiner Statistik besser da. Handelsverträge, daß die Schutzöllner auf die Theorie der Abg. Bamberger: Mir schien es bei der Berathung der Handelsbilanz verzichtet hätten; wenn das nicht der Fall ist, so fann es mir recht sein, daß die Schutzöllner auf eine weitere falsche Theorie sich stüßen. Praktiker und will von der Theorie nichts wissen. Abg. v. Stumm: Die Schutzöllner sind die Partei der Die zweite Berathung des Etats des Reichsamts des Innern wird beim Kapitel„ Behörden zur Untersuchung von Seeunfällen" fortgesetzt. Abg. Metzger( Eoz.): In einer Verhandlung vor dem Seeamt in Hamburg famen fürzlich ganz entsetzliche und unglaubliche Zustände bezüglich der Behandlung der als Feuerleute auf deutschen Schiffen beschäftigten Neger zur Sprache. Anfangs August wurde mir von einem Seemann des Dampfers Aline Woermann" Mittheilung von einer auf diesem Dampfer vorgekommenen Mißhandlung eines Negers gemacht, in Folge deren derfelbe gestorben sein sollte. Ich glaubte diese haarsträubende Schilderung nicht ohne Weiteres und verwies den Mann an das Hamburger Echo," dessen Redakteur eingehende Ermittelungen anstellte und die Enche veröffentlichte, welche daraufhin ge- so blosstellen. richtlich untersucht wurde. Die Neger, welche hauptsächlich als Abg. Metzger bedauert, daß die Regierung kein Einschreiten Feuerleute auf den Woermann'schen Schiffen verwendet werden, in Aussicht gestellt habe; den von ihm geschilderten Mißhaben nicht selten von 4 1hr Morgens bis 8 Uhr Abends zu handlungen müßte unter allen Umständen entgegen getreten arbeiten. Infolge dessen waren einige der Schwarzen ertranft, werden. Die Kriegsschiffe haben auch Versuche gemacht, Neger ein anderer Heizer weigerte sich, eine Arbeit zu verrichten. Es und Malaien als Koblenzieher zu benutzen, aber man hat das wurde ihm dafür eine Züchtigung zu Theil, die, als damit der aufgegeben; das sollte man in der Handelsmarine auch machen. gewünschte Zweck nicht erreicht wurde, fortgesetzt wurde. Darauf Die Seemanns- Ordnung hat ohne Zweifel Gutes geschaffen, aber ging der bestrafte Neger wieder an die Arbeit, der Kapitän trat fie tann es noch in höherem Grade, wenn sie streng gehandhabt zu ihm und vermahnte ihn, seine Pflicht zu thun. Bald nachher wird, wenn namentlich die Eintragung in das Schiffsjournal wurde dem Kapitän gemeldet, daß der Neger verschieden sei. Die überwacht und auf Grund derselben nöthigenfalls eingeschritten Beugenaussagen vor dem See- Amt in Hamburg weichen in wird. manchen Punkten von einander ab, mit Gewißheit ergiebt sich Abg. Jebsen( natl.) bleibt bei seinen Behauptungen stehen. nur, daß der schwarze Heizer bald nach den Mißhandlungen ge Abg. Bebel: Wir wollen doch bei ten Negern keine storben ist. Ferner ergab sich aus allen Zeugenaussagen, daß bei Propaganda machen, sondern bringen die Fälle hier nur zur der Mißhandlung ein Hammer verwendet worden. Gleichwohl Sprache, weil, trotzdem Mißhandlungen notorisch vorliegen, das fagte der Schiffsarzt aus, er habe an der Leiche des Negers feine Geeamt zu einem freisprechenden Urtheil kam. Wir haben allerSpuren von Mißhandlungen endeckt. Es hat sich aber feiner der dings nur einen Fall hier vorgebracht, können aber mit einer Staatsanwalte, welche sonst bei jeder fleinen Prügelei eifrig bei der ganzen Reihe von Fällen aufwarten, die zum Tode direkt oder Handsind, veranlaßt gesehen, gegen den Schiffsarzt eine Anklage wegen doch zum Selbstmord führten. Es ist eine allgemeine Kalamität wiffentlichen Meineides zu erheben. Der§ 79 der Deutschen Seemanns- auf den deutschen Rauffahrteischiffen, daß die Trimmer nicht in ordnung untersagt ausdrücklich jede Mißhandlung, im äußersten der Lage find, ihre schweren Verpflichtungen zu erfüllen und daß Fall ist bei Bergehen gegen die Disziplin Fesselung gestattet. daraus Mißhandlungen refultiren, daß sie in Räumen ihre Ar Der§ 79 scheint aber blos auf dem Papier zu stehen. Der§ 80 beit verrichten müssen, in denen sie sich nicht aufhalten können was fie nicht widerlegen können und Praxis das, was sie nicht Abg. Bamberger: Theorie nennen die Herren immer das, schreibt vor, daß jede auf Grund des§ 79 verhängte Strafe in und deswegen zum Selbstmord schreiten. Diese Zustände haben beweisen können.( Heiterfeit.) das Echiffsjournal einzutragen und daffelbe alsdann dem See- fogar im Auslande das peinlichste Aussehen erregt. So flagt Das Kapitel: Statistisches Amt wird bewilligt. Amt einzureichen sei. In Wahrheit ist aber in den Schiffs 3. B. auch ein Artikel in einer australischen Zeitung journalen nie etwas derartiges zu finden, und die Reichs- über einen in Sommerset in Australien vorgekommenen erneuert Bei den Ausgaben für das Reichs- Gesundheitsamt fommiffare, welche sich mit den Schiffsjournalen zu beschäftigen Fall von Mißhandlung der Mannschaft der deutschhaben, achten darauf nicht. Es muß endlich einmal dafür ge- australischen Abg. Siegle die Bitte um Einführung einer Prüfung für Linie. Schlechte Behandlung, mangelhafte chemische Sachverständige. sorgt werden, daß diese Barbaren zur Rechenschaft gezogen Beköstigung, so daß die Mannschaft sogar ost notorisch Hunger werden. Ich werde bei der ersten, besten Gelegenheit in Ham- leidet, treiben die Leute oft dazu, über Bord zu gehen, oder sie auch das Bedürfniß einer solchen Prüfung empfunden, nament Unterstaatssekretär von Rottenburg: Die Regierung hat burg die Matrosen, Schiffsleute, Heizer und Trimmer öffentlich sterben infolge der erlittenen Mißhandlung. Diese Vorfälle lich, soweit die Untersuchung von Nahrungsmitteln in Betracht auffordern, darauf zu drängen, daß jede einzelne Mißhandlung setzen das Ansehen der Deutschen im Ausland herab, die Re- tommt; es ist eine Vorlage ausgearbeit, aber es besteht die ins Schiffsjournal eingetragen und Strafantrag gegen ihre gierung muß Maßnahmen ergreijen, daß solche Vorfälle nicht Schwierigkeit, daß in der Gewerbe- Ordnung eine Vorschrift über Peiniger gestellt wird. Es ist eine Schande für die ganze mehr vorkommen fönnen. Es ist heute nicht zum ersten Mal diese Chemiker fehlt, so daß man sich erst mit den Einzelstaaten Gesetzgebung, wenn solche Leute sich derartige Ueberschreitungen darüber gesprochen, aber bis zum heutigen Tag hat die Regierung ins Bernehmen sezen muß. ihrer Befugnisse ungestraft zu Schulden kommen lassen dürfen. noch keinen Schritt gethan, um diesen notorischen Mißständen Unterstaatssekretär von Rottenburg: Wenn die Dinge sich abzuhelfen. Es muß eine Bestimmung in die Seemannsordnung so verhalten, wie der Vorredner es daruellt, so würden die ver- ausgenommen werden, daß nur Leute genommen werden, die die bündeten Regierungen das bedauern. Der besondere Fall ist mir schwere Arbeit der Trimmer auch wirklich verrichten tönnen. nicht bekannt. Der Vorredner schöpst seine Kenntniß aus den Jezt werden oft Leute angenommen, die von der Schwere der Aussagen der Kohlenzieher, die aber feine klassischen Zeugen sind, Arbeit auf den Schiffen keine Ahnung haben, und dann wegen einmal, weil die Leute systematisch verheyt sind, dann aber auch, unvollständiger Arbeitsleistung das Mißfallen ihrer Vorgesetzten weil unter denselben sich oft bedenkliche Elemente befinden. Denn erregen. Oft werden die Leute zu Anstrengungen angehalten, denen die Kohlenzieher werden meist erst im letzten Augent lick an- fie nicht gewachsen sind und denen sie einen freiwilligen Tod vor genommen und es werden dann alle Personen genommen, die sich ziehen. Die Schiffseigner müßten nur tüchtige Leute anstellen und anbieten. Jedenfalls darf man einen einzelnen Fall nicht auf ihnen dann natürlich höhere Löhne geben. Ferner müßte unser Reich sanstalt spricht Abg. Witte den Wunsch aus, daß die Bei den Ausgaben für die physikalisch- technische bauschen und daraus einen Vorwurf herleiten gegen die heder Schiffswesen in ganz anderem Maße kontrollirt werden als Anstalt alljährlich über ihre Arbeiten öffentlich Bericht erstatten oder gegen den Reichskommissar. bisher; der einzige Schiffskommissar ist gar nicht im Stande, möge. Abg. Schwark( Lübeck, Soz.): Wenn nicht unsere Presse alles das zu erledigen, was sein Amt ihm auferlegt, z. B. die solche Fälle in die Deffentlichkeit brächte, würden sie überhaupt übermäßige Belastung bes Echiffes mit Passagieren zu verhindern, Reichsamte des Innern hat von diesem Wunsche dem Präsidenten Unterstaatssekretär v. Rottenburg: Der Staatssekretär im nicht bekannt werden. Die Seeämter sollen Bestimmungen zum die Brauchbarkeit der angestellten Leute zu kontrolliren u. f. w. der Anstalt Kenntniß gegeben; der Lettere hat aber erklärt, daß persönlichen Schuße der Seeleute feststellen, sodann darüber Auch die Kontrolle der Unfallverhütungs- Vorschriften ist un- die Arbeiten der Anstalt solche seien, daß es nicht möglich sei, wachen, daß die rohen Mißhandlungen, welche an Bord der genügend. Der Kommissär steht überdies im Dienste der Unter- alljährlich einen Bericht darüber zu erstatten. Schiffe heute noch überall vorkommen, aufhören und über den nehmer und muß Rücksichten gelten lassen, die für einen staatModus der Anwendung der Strafen, Disziplinar, Geld lichen Beamten nicht existiren. Da muß der Haupthebel an- weitere Berathung bis Sonnabend 12 Uhr vertagt. Die Ausgaben werden bewilligt und nach 54 Uhr die strafen u. f. w. gegen die Seeleute. Unsere Hoffnung bei Er- gesetzt werden. Einmal muß eine gründliche Kontrolle der Auslaß der Seemannsordnung 1872, daß die Seeämter dem See- führungen der Semannsordnung eintreten, sowie eine Ergänzung mann zu seinem Rechte verhelfen, hat sich leider nicht erfüllt. der Vorschriften derselben dahin gehend, daß nur Leute engagirt Im April v. J. wurden Maßnahmen betr. Unfallverhütung ge- werden, die den Pflichten ihrer Stellung auch gewachsen sind. troffen. Ich habe der Sache mein Jnteresse zugewendet, doch Es wird behauptet, daß Meger, Malayen, Chinesen angestellt haben sich irgend welche guten Einflüsse noch nicht gezeigt.( Hört! werden, weil sie den Strapazen in den Tropen mehr ge= hört!) Ich verweise auf die Boards of trade, die in England wachsen sind. Der Grund ist, daß die Neger billiger und unter die Ausführungen der Schutzbestimmungen überwachen. Sie würfiger sind. Das Haus ehrt das Andenken an die in der Zwischenzeit tommen ihrer Aufgabe sehr viel besser nach als die deutschen Behörden. Am 6. Oftober v. J. ist z. B. ein Dampier in Sec zwar einen zweiten Fall von Mißhandlungen vorgebracht, aber Präsidiums. Dieselbe erfolgt auf Antrag des Abg. Stengel( frt.) Unterstaatssekretär v. Rottenburg: Der Abg. Bebel hat verstorbenen Mitglieder durch Erheben von den Sißen. Der erste Gegenstand der Tagesordnung ist die Wahl des gegangen, dessen Deck mit Brettern beladen war und zwar bis aus zwei Fällen eine Generalifirung vorzunehmen, ist unzulässig. Präsidiums. Dieselbe erfolgt auf Antrag des Abg. Stengel( frt.) zu einer bedeutenden Höhe über die Reeling. Erschwerend kommt Uebrigens ist dieser Fall von Sommerset der zuständigen Ham- durch Zuruf. Es werden wiedergewählt zum ersten Präsidenten noch hinzu, daß oben auf den Brettern 60 aus Rußland ver- burger Behörde zur Aburtheilung überwiesen worden. Es ist ein der Abg. v. Köller, zum ersten Vizepräsidenten Abg. v. Heereman, Wetter, was im Oktober nicht immer der Fall ist. Am 7. Of die Kontrolle der Unfallverhütungs- Vorschriften da ist; ein Kom- Präsidenten triebene Juden sich befanden. Zum Glück hatte der Dampfer gut Irrthum von Herrn Bebel, daß nur ein einziger Kommissar für zum zweiten Bizepräsidenten der Abg. v. Benda. Die Gewählten nehmen, mit Ausnahme des erkrankten tober, auf der Höhe von Bornholm, fiel ein Bootsmann über missar besteht bei jedem See- Amt, die Kommissare untersuchen Bord. Man suchte eine Stunde vergeblich nach ihm, er war ein nach jedem einzelnen Unglücksfall die vorhandenen SicherheitsOpfer seines Berufs geworden. Bei der Verhandlung vor dem einrichtungen, und daß die Leute durch ihre Abhängigkeit von Seeaint erklärte der Sachverständige, daß der Mann das Gleich den Rhedern dazu veranlaßt werden könnten, gegen ihre Uebergewicht verloren habe und abgestürzt sei. Ein Verschulden läge zeugung ein Urtheil abzugeben, also einen direkten Meineid zu nicht vor. Es könnten zwar Taue am Heck des Schiffes angebracht leisten, ist doch wohl kaum anzunehmen. werden, das komme aber in der Praxis nicht vor. Meiner Meinung nach hätte man nach Erlaß der Schußgefeße dafür sorgen sollen, daß folche Schuhvorrichtungen vorhanden seien. Es ist freilich befannt, daß Leute, die sich täglich in Gefahren bewegen, eine gewiffe Sorglosigkeit an den Tag legen. Ich meine aber doch, daß an geeigneter Stelle Vorstellungen zu machen sind, damit endlich einmal solche ungesetzlichen Zustände aus der Welt geschafft wer- hätte. Ich kann ihm persönlich eine ganze Reihe von Fällen den, denn es ist ein Wunder, daß unter den gegenwärtigen Ver- unterbreiten und um fünftig die Debatte nicht in die Länge zu hältnissen nicht mehr Unglücksfälle vorkommen. So viel ich ziehen und die Fälle doch zur Kenntniß zu bringen, wird es 1 Uhr 20 Minuten mit geschäftlichen Mittheilungen. weiß, haben die Regierungen verschiedener Staaten auch schon besser sein, die einzelnen Fälle im Druck mitzutheilen und zur Es werden zunächst die Namen derjenigen Mitglieder des gemeinschaftliche Vorschriften erlassen wollen. Deutschland hat Bertheilung zu bringen. Wenn der Fall von Sommerset wirklich Hauses verlesen, welche seit dem Schluß der vorigen Session verfich aber diesen Bestrebungen entschieden entgegengestellt. Was nun in Hamburg zur Verhandlung kommen sollte, so wird doch dabei storben sind. Die Anwesenden ehren das Andenken der Verstorbenen die Mißhandlungen anlangt, so sind es niemals befahrene Leute, nichts herauskommen, weil die Betheiligten todt sind oder sich durch Aufstehen von den Pläzen. Abg. Schwarze: Die farbigen Arbeiter werden hauptsächlich des billigen Lohnes wegen angestellt. Die Reform muß sich dahin erstrecken, daß nur Leute eingestellt werden, die zu ihrer Arbeit geeignet sind, und daß die Hungerlöhne aufhören. Abg. Bebel: Der Herr Unterstaatssekretär wirft mir vor, daß ich einen einzigen Fall generalisirend die Zustände geschildert Bei den Ausgaben für das Patentamt weist Abg. Hammacher darauf hin, daß die Staaten, welche den deutschen Patenten Schuß angedeihen lassen, im Reichs- An zeiger" bekannt gemacht werden sollen; diese Bekanntmachung sei noch nicht erfolgt. mehreren Staaten wegen Gewährung des gegenseitigen Schußes Unterstaatssekretär von Rottenburg: Wir stehen mit noch in Verhandlung, deshalb hat sich die Bekanntmachung ver zögert. Abgeordnetenhaus. 2. Sigung am 15. Januar, 11 Uhr. Am Ministertische: Dr. Miquel, Herrfurth, Gras v. 3edlig, Thielen und Kommissare. Präsidenten von Köller, die Wahl mit einigen Worten des Dantes an. hardt, Dr. Hartmann( Lübben), Im- Walle, Kolisch, Dr. Mithoff, Zu Schriftführern werden gewählt die Abgg. Barth, Eberhardt, Dr. Hartmann( Lübben), Im- Walle, Kolisch, Dr. Mithoff, Sperrlich und Vopelius. Zu Quästoren ernennt der Präsident die Abgg. v. Liebermann und Francke( Tondern), womit das Haus konstituirt ist. Es beginnt hierauf die Etatberathung. Herrenhaus. 2. Plenarsizung. Freitag, 15. Januar 1892. 1 Uhr. Präsident Herzog von Ratibor eröffnet die Sitzung um die mißhandelt worden, sondern es sind minderwerthige Leute, davon gemacht haben. Wenn nicht nur ein Kontrollkommissar, Sodann werden die Namen der neu eingetretenen Mitdie ihre Arbeit nicht machen können. Wenn ein befahrener sondern bei jedem Seeamte ein besonderer existirt, dann ist es glieder des Hauses verlesen. Der Präsident begrüßt dieſe Mann sich den Unwillen seiner Vorgesezten zugezogen hat, so um so unklarer, daß trotz der großen Zahl von Beamten die Herren und ladet sie zu reger Theilnahme an den Geschäften des denkt Niemand daran, Hand an ihn zu legen, sondern er Kontrolle nicht scharf geübt wird. Uebrigens genügt es nicht, die Hauses ein. wird von einem Mast auf den andern getrieben, bis er Unfallverhütungs- Maßregeln nur nach einem vorgekommenen Hierauf erbittet und erhält der Präsident den Auftrag, die vor Erschöpfung umfällt, oder er wird in den Top geschickt und Unfall zu kontrolliren, denn dann wird der Kapitän bis zum von der Regierung zu erwartenden Vorlagen nach seinem Ermessen muß da siten, bis er schwarz wird. Durch Einstellung von Einlaufen des Schiffes vorher die etwa fehlenden Einrichtungen an Kommissionen zur Vorberathung zu verweisen, oder zur einNeulingen werden überdies die befahrenen Leute zu vielfachen sicherlich besorgt haben. Die Kontrolle muß häufiger vormaligen Schlußberathung zu stellen. Stellvertretungen genöthigt und dadurch erbittert gegen ihre genommen werden. Nächste Sigung unbestimmt. Schluß 13/4 Uhr. minderwerthigen Kameraden, die dann allerlei Mißhandlungen Bei den Ausgaben für das statistische Amt bemängelt ausgesetzt sind. So ist es im Juni v. J. vorgekommen, daß auf Abg. Samhammer( dfr.) die Klassifizirung der Waareneinem Reichs Postdampfer zu Hamburg ein Mann von seinen ausfuhr- Statistit, die sich zu eng an den Bolltarif anklammere Rameraden mißhandelt und durch diese Behandlung in den Tod und dabei Dinge zusammenwerfe, die getrennt werden müßten. getrieben ist. Eine weitere Folge dieser unerquicklichen Geschichte| Unterstaatssekretär von Rottenburg bemerkt, daß man zul Lokales. 11 Anscheinend hat am Ufer den Folterqualen, die man uns hier bereitet, wenigstens auch| Behandlung beim Militär geklagt, und erzählt, daß er geohrfeigt gute Pflege und Behandlung angedeihen läßt, weil sonst die is worden sei; auch am Weihnachts- Heiligabend zur Strafe habe er Wider die Wärmestuben! Durch die gesammte bürger- willkürlich erzeugten Schmerzen unerträglich sind. hintereinander eine volle halbe Stunde um den Weihnachtsbaum liche Presse macht gegenwärtig ein Artilel die Runde, der verherum marschiren und dabei das Lied: Stille Nacht, heilige dient, daß wir uns etwas eingehender mit ihm beschäftigen, haben, ist eingetroffen: Der stolze Kaiser- Bazar ist zusammen fränft, daß er seinem Vater erklärte, er würde nicht wieder in Der Krach im ,, Kaiser- Bazar". Was wir längst prophezeit Nacht" singen müssen. Hermsdorf fühlte sich dadurch so ge weil er das gute Herz der bürgerlichen Menschenfreunde wieder gekracht. Für Eingeweihte unterlag es seit Monaten schon keinen die Raserne zurückkehren. Der Vater hat dem Sohne aber gut in schönster Beleuchtung zeigt. Der Artikel macht dem Magistrat weifel mehr, daß früher oder später ein Zusammenbruch er zugeredet und dieser versprach auch, von seinem Vorhaben about von Berlin schwere Vorwürfe darüber, daß derselbe Wärme- folgen müsse, denn bei einer so polnischen Wirthschaft kann heute stehen. Später traf Hermsdorf in Nowawes mit seiner Braut stuben eingerichtet hat, in welchen die Arbeitslosen Zuflucht tein kaufmännisches Geschäft auf die Dauer bestehen. Wir haben zusammen, welcher er erklärte, er könne die Behandlung being finden, wenn sie durchfroren sind bis auf die Knochen. Nach der uns hin und wieder mit dem Unternehmen beschäftigen müssen, Militär nicht länger ertragen und würde sich ertränken. Das Auffassung dieser Vertreter der wahren Christenliebe haben die weil deren Leitung an den Löhnen der Angestellten das ab- Mädchen lachte indessen dazu, weil es Hermsdorf ſtets nur als Wärmeftuben bisher weiter feinen Zweck gehabt, als daß dieselben knaufern wollte, was auf der anderen Seite mit vollen Händen lebensfrohen Menschen gefannt hatte. die Arbeitsscheuen aus der ganzen Umgebung Berlins, ja zum Fenster hinausgeworfen wurde. Natürlich hat das Herab- derselbe aber seinen Vorsatz ausgeführt, denn fogar von weiterher in hellen Haufen nach Berlin gelockt brücken der Löhne nichts geholfen, es hat vielmehr nur dazu bei- der Nuthe, in der Nähe der Einmündung derselben in die Havel, haben, um hier die Schreckenszeit aller Pennbrüder, den Winter, getragen, das Unternehmen zu diskreditiren. in füßem Nichtsthun auf Kosten der Wohlthätigkeit zu ver- Gläubigerversammlung wurde herausgerechnet, daß die Gläubiger während von demselben selbst noch nichts zu entdecken ist. In der letzten wurde von einem Knaben die Müge Hermsdorf's gefunden, bringen". So ist es wörtlich zu lesen in dem Artikel! Es genügt also fapital verpulvert worden sei. Nun, die Leute, welche ihr Geld die Ulanen Julemann und Hoffmann von der 5. Eskadron ver wahrscheinlich ihr Geld erhalten würden, daß aber das Aktien- Auch aus der Fürstenwalder Garnison sind seit einigen Tagen die Aussicht, für einige Stunden sich in einem geheizten Raum zu dieser Gründung hergegeben haben, können's aushalten. aushalten zu dürfen, um einen nie geahnten Zufluß der Prole= tarier nach Berlin hervorzurufen. Was sich, durch die bürger Die Buchführung war derart, daß sich kein Mensch in den Die Direktion hat in unglaublicher Weise gewirthschaftet. schwunden. liche Brille betrachtet, als Arbeitsschene" darstellt, find Büchern zurechtfinden konnte. Mit Bezug auf die Affäre des Gastwirths Münzer, in Mehrheit Arbeitslose", Angehörige des großen Heeres fand sich auch ein Türfe, welcher bas, Drientgeschäft" leiten Borstand des Wahlvereins des fünften Wahlkreises zur UnterUnter den Disponenten" be- Gollnowstraße 20, theilen wir mit, daß die Angelegenheit dem der industriellen Reserve- Armee, welche hungernd und frierend follte. Dieser Mann hatte das Recht, Afzepte in jeder beliebigen fuchung übergeben ist. Herr Münzer stellt den Sachverhalt näm erklärlich, daß während der rauhen Jahreszeit die Ar einlösen. Außerdem spielte in der Gläubiger- Versammlung eine unseren Lesern sofort von dem Ergebniß Mittheilung machen. Geitega Höhe auszustellen, die Gesellschaft mußte die Türkenwechsel" lich anders dar. Wir werden nach Regelung der Angelegenheit beitslosen die größeren Städte ihnen hier leichter Arbeitsgelegenheit geboten wird. Während Rolle. Eine Kommission der Gläubiger, welche im Oktober ge deshalb aufsuchen, weil Lieferung nach Wiesbaden( für 430 000 Mart) eine ominiöse Weißensee. Am 13. d. Mts. ist der Genosse A. Schacko des Winters sind die landwirthschaftlichen Betriebe kaum im wählt worden war, als die Direktion einen Zahlungsaufschub wieder in seine Heimath zurückgekehrt. Schacko war am 27. Stande, ihr ständiges Personal beschäftigen zu können, an die verlangte, hat zwar die sehr geehrten Herren Direktoren" sehr zember 1878 auf Grund des Sozialistengesetzes mit seiner Familie Austellung von Hilfskräften ist nicht zu denken. Wenn also die bald an die frische Luft befördert, aber auch sie konnte den ver- ausgewiesen worden. Alles Nähere am Sonnabend bei PfeifenDeutschlands Gauen Gauen durchwandern muß. nicht still. " . " Müller. werden. Arbeitslosen irgend wo ihr Brot verdienen tönnen, so ist es nur fahrenen Karren nicht mehr auf den geraden Weg zurückbringen. in den größeren Städten. Nach diesen strömen die Proletarier Die Kommiffion hat alles mögliche versucht, um neue Gelder allerdings in hellen Haufen", aber es gehört eine vollgemeffene aufzubringen, es war vergebens. Vom Jufluenza- Bazillus. In der neuesten Nummer der Portion philiftrösen unverstandes dazu, um zu glauben, daß die die Rollen der Todtengräber bei dem„ Kaiser- Bazar" zu spielen, Pfeiffer und Kitasato vom Koch'schen Institut für Infektions Um nur nicht auch noch Deutschen Medizinischen Wochenschrift" referiren die Herren selben durch die Wärmestuben nach Berlin gelockt" werden. Der legten die Herren in feierlicher Weise ihre Aemter nieder. Unverftand paart sich mit Unverschämtheit, wenn in dem Artikel frankheiten und Canon aus dem städtischen Krankenhause Moabit behauptet wird, die Arbeitslosen wanderten lediglich nach Berlin, war. Hierfür gab es nur ein Mittel, die sofortige Anmeldung des deckungen. Wir haben seiner Zeit über die von den genannten Die Gläubiger versuchten nun zu retten, was nur zu retten über ihre bezüglich des Influenza- Bazillus gemachten Ent um hier den Winter in füßem Nichtsthun auf Kosten der Wohl- Konfurses. Wenn bis zum 31. März, dem Tage des Ablaufes Herren in der Gesellschaft der Charitee- Aerzte gehaltenen Bors thätigkeit zu verbringen." Wie füß" das Nichtsthun der Ar- des Moratorium3,„ fortgewurstelt" wurde, hätten die Gläubiger auch träge genauer berichtet. Hervorheben wollen wir aus den Un beitslosen in Berlin ist, das lehrt ein Blick auf die abgezehrten noch Haare lassen müssen, da noch sehr hohe Summen bis dahin zu gaben des Dr. Pfeiffer nur noch, daß derselbe die gleichen Gestalten in dem fadenscheinigen Röckchen, das lehrt ein Blick in decken waren, die jetzt in die„ Kasse" kommen. Die stolze Firma Bazillen bereits vor zwei Jahren bei dem ersten Auftreten der die Zimmerstraße, wo der Markt" für Arbeitsnachweis statt Raiser- Bazar" wird also von jetzt ab nur noch vom Konturs- Influenza in Auswurfpräparaten von Influenza- Kranken in der findet, das lehrt endlich ein Blick in die Krankenhäuser und gericht weiter geführt werden. schließlich in den Polizeibericht! Die elende Bourgeoisselben ungeheuren Menge wahrgenommen und photographirt Berdächtigung, als ob die Arbeitslosen mit Absicht nur faullenzen wie unter der" Herrschaft des Kapitals Geschäfte erſtehen und sehr wahrscheinlich durch den mit Krankheitsteimen überladenen Die ganze Gründung" ist typisch für die Art und Weise, hat. Die Ansteckung" so äußert sich Dr. Pfeiffer erfolgt und nichts thun wollten, muß auf das Entschiedenste zurück- vergehen. Irgend ein unternehmungsluftiger Kaufmann trommelt Auswurf, und es muß demnach in prophylaktischer( pog gewiesen werden. Soll doch ein solcher bürgerlicher Heulmeier ein Konsortium zusammen, dieses wieder hat denn auch bald eine beugender) Beziehung Die Probe auf das Exempel machen. Er erlasse doch ein Inferat Aktiengesellschaft für die Sache interessirt und nachdem die Leute wurfes Influenza- Kranker die Unschädlichmachung des Aus durch welches Arbeiter gesucht werden. Wir sind überzeugt, eines Abends noch völlig unbescholten zu Bett gegangen sind, Dr. Kitasato, welchem es dringend gejordert während der nächsten Tage steht die Glocke seiner Wohnungsthür stehen sie am anderen Morgen als„ Gründer" wieder auf. Bu Bazillen nach einer von Professor Koch erfundenen, noch gelungen ist, die InfluenzaPerfid wird der Artikel, wenn er den Sachverhalt so dar gemacht und ganz Berlin steht baff vor dem großartigen" Ge- Reintulturen zu züchten, weist auf eine ganz charakteristische erst fehlt es auch nicht an kapital, es wird eine faftige Reklame nicht veröffentlichten Methode bis in die zehnte Generation in stellt, als ob dadurch, daß in den Wärmestuben sich wohlthäter fchäft, das allein noch gefehlt hat, um Berlin zur wirklichen Eigenart der Bazillen hin, welche sie von allen anderen sicher einfinden, welche den Hungernden Speiſemarken schenken, die An- Weltstadt zu machen. Lieferanten finden sich in hellen Haufen unterscheidet, daß nämlich die Kolonien der Influenza- Bazillen in ziehungskraft noch mehr verstärkt werde. diesen Wohlthätern das Geben verleidet werden soll unter dem haben, da sie schon längst an einer Ueberproduktion franken. wie dies alle übrigen Bakterienarten thun, zusammenfließen und Perfid deshalb, weil ein, weil sie sich einbilden, ein neues Absatzgebiet gefunden zu ihrem Nährboden stets von einander getrennt bleiben und nicht, Borwand, als ob die Gaben lediglich Unwürdigen zu Gute Einige Wochen lebt alles herrlich und in Freuden und die Herren eine zusaramenhängende Schicht bilden. Dr. Kitafato hat bet fämen und dadurch die Wärmestuben zu noch bedenklicheren Direktoren" jahren auf Gummirädern. Nach wenigen Monaten spezifischen Influenza- Bazilius noch bei keiner anderen Krankheit Institutionen degradirt würden, als sie ohnehin schon seien. Wer den Aufenthalt in den Wärmestuben„ behaglich" findet, Achseln, die Lieferanten versuchen, zu ihrem Gelde zu fommen, u. f. w.) in Auswurf entdecken können. Dr. Canon ist der Anzuckt man an der Börse über die neue„ Gründung" schon die der Luftwege( Lungenentzündung, Bronchialtatarrh, Tuberkulose der stellt keine großen Ansprüche an einen wohnlichen Komfort die Direktoren" sind froh, wenn sie eine Droschke zweiter Güte sicht, daß der Bazillus im Blute aller Influenza- Kranker und wer die Unterkunft im Asyl für Obdachlose für„ bequem" fich leisten können. Gines schönen Tages tommt der Pleitegeier zunächst wenigstens im Blute derer, welche ftebern vorkommt; hält, muß an puritanische Einfachheit gewöhnt sein. Der Artikel- angerauscht und der Krach ist da. Das ist dann das Ende vom und da derselbe sich in anderem Blute nicht findet und außerdem schreiber scheint es für einen der höchsten Genüsse des Lebens zu Liede! halten, wenn sich der Mensch während des Tages auf den Holzein bisher nitht näher bekannter Mikro- Organismus ist, so nimmt bänken der Wärmehallen herumbrückt und auf einen Dr. Canon an, daß er in direkter Beziehung zur Influenza stehe. Wohlthäter wartet, der ihm eine Speiſemarke schenkt und Kurzem in Moabit stattfand, hat vor aller Deffentlichkeit ergeben, Aussicht; wesentlicher dürfte es nunmehr sein, daß auch andere Aus der Charitee. Eine Gerichtsverhandlung, welche vor Dr. Canon wie Dr. Pfeiffer stellen weitere Beröffentlichungen in wenn er schließlich die Nacht auf einer barten Matraße im daß so manches faul ist in dieser Musteranſtalt. Wir haben Beobachter durch diesbezügliche Veröffentlichungen die Entdeckung Asyl für Obdachlose zubringen darf. Früh um 7 Uhr wird er unter Bezugnahme auf diese Verhandlung von Interessenten", des Influenza Bazillus bestätigten. aus dem Asyl gewiesen und nun beginnt das Genußleben in der d. h. von solchen, welche aus eigener Erfahrung erzählen fönnen, Wärmestube von Neuem. Was waren die Gebrüder Sommer eine Menge Zuschristen erhalten, in denen uns das lediglich feld, was war der Kommerzienrath Wolff, was war der Bankier bestätigt wird, was in jener Verhandlung als Wahrheit an der Bimmerstraße durch lautes Lärmen ein öffentliches ergerniß Eine start angetrunkene Dame, welche gestern Abend in Maaß für armselige Schlucker gegen diese in den erlesensten erkannt worden ist. Aus all jenen Zuschriften flingt eine Klage erregte, mußte schließlich verhaftet werden. Hierbei benahm sie Hochgenüssen der Welt schwelgenden Proletarier. Etwas Neues erfahren wir übrigens aus dem Schundartikel gestellten. Wir nehmen Abstand, all' diese Beschwerden zu ver Kraft und Energe aufbieten mußten, um die Megäre zu bändigen heraus: die über unangemessene Behandlung seitens der Au- sich aber derartig ungeberdig, daß zwei Nachtwächter ihre ganze auch noch. Es befindet sich da folgender Sat: " Im Asyl für Obdachlose ist der Andrang so groß, daß man richtsverhandlung der Direktion Veranlassung gegeben haben Dort wurde dieselbe als ein Fräulein von Sch., ehemalige Schaus öffentlichen, weil wir annehmen, daß die Ergebnisse jener Ge- und sie nach der Polizeiwache in der Lindenstraße zu schaffen. die gesetzlichen Bestimmungen gegen Obdachlose mit aller Strenge werden, gewiffe Uebelstände zu untersuchen und aus der Welt spielerin, jetzt Sentiere und in der Wilhelmstraße wohnend, handhaben muß und täglich ganze Kolonnen von Bennbrüdern" zu schaffen. Folgende Geschichte wollen wir aber doch erwähnen, refognoszirt. Sie erklärte zum Schluß, daß sie zwei Häufer be dem Polizeirichter überweist; am letzten Ganntag waren um der Direktion zu zeigen, daß all' ihre Vorschriften size und täglich 20 Mark zu verzehren habe". es allein 86 Personen. ( Da wird fie Wir meinten bisher. es mit einem wirklichen Asyl zu thun selben nur auf dem Papier stehen, wenn die Ausführung der wohl die 20 Mart nicht verzehren, sondern verſaufen!) zu haben, d. h. mit einer Anstalt, die für die Polizei Dienste fönnen Urlaub erhalten, nicht besser überwacht wird: Refonvaleszenten der Arzt die Erlaubniß Der Winter ist da! Ein plöglicher Witterungsumschlag nicht verrichtet. Jetzt hören wir auf einmal, daß man ganze ertheilt und die Direktion dieselbe genehmigt. Einer dieser wieder hat endlich das trockene, falte Wetter gebracht, das echte und Kolonnen von Penubrüdern" der Polizei überweist. Wozu da Genesenden hatte einen Trauerfall in seiner Familie und wollte rechte Winterwetter, welches schon seit Wochen von den Einen noch der Name Asyl"? Man wähle doch gleich einen zu der Beerdigung der Verstorbenen beiwohnen, welche an dem sehnlichst herbeigenxinscht, von den Anderen sorgenvoll gefürchtet treffenderen Titel, 3. B. Polizei- Auslieferungs- Nacht- legten Sonntag stattfand. Der Stabsarzt trug feinerlei Be- wurde. Der Winter ist da! Bei diesem Wort rüsten sich die Alles in Allem war der vorstehend erwähnte Artikel weitaus Direktion hatte noch viel weniger Bedenken. Dagegen war der Der große Gegensatz, welcher zwischen diesen beiden Klassert denken, für einen halben Tag Urlaub zu ertheilen und die Besitzenden zum Genießen und die Befitlosen zum Entbehren. das Ordinärste, was wir je in der bürgerlichen Bresse gelesen Inspektor mit dieser Urlaubsertheilung durchaus nicht einver- besteht, tritt zu feiner Jahreszeit mit so erschreckender Deutlichkeit haben. Die bürgerliche Presse bekämpft die Bestrebungen der handen. Als der Beurlaubte zu demselben tam und um Aus- zu Tage als gerade im Winter. Arbeiter nicht nur, sie beschimpft auch das unverdiente Elend lieferung seiner Kleider ersuchte- in einem Krankenanzug fann gnügungen über Vergnügungen, Konzerte, Theatervorstellungen derfelben. Das kennzeichnet deutlich die Gesinnung dieser selbst doch Niemand einer Beerdigung beiwohnen, gab's einen bösen Soireen, Bälle, Karnevalsjefte und Wohlthätigkeitsbazare, aut füchtigen Profitmacher. Auftritt. Der Herr Inspektor gab die Zivilkleider nicht heraus, der anderen ein frendloses, durch Arbeitslosigkeit erzwungenes Die Heimstätte für Verletzte" in Nieder- Schönhausen, den ber denn ,, es sei lachhaft, von ihm zu verlangen, daß er SonnDort sianlose Verschwendung, hier der Hunger. das Schmerzenstind der" Fuhrwerts Berufsgenossenschaft", wird tags nach den Kleidern eines Kranken herumlaufen solle. So und je weiter der Winter vorschreitet, je länger er dauert, desto durch eine an die„ Allgemeine Fahr- Zeitung" gerichtete Buschrift eine Zumuthung sei noch gar nicht dagewesen." Der Beurlaubte größer wird das Raffinement der Bergnügungen, desto größer von dortselbst, Inhaftirten" gar seltsam illustrirt. Nach derselben erhielt seine Kleider nicht, er konnte die Charitee nicht die Noth des Arbeitslosen, desto größer auch die Kluft, welche bekommen die dort untergebrachten Berlebten, die eme Nach verlassen, er fonnte also auch bei der Beerdigung nicht die Besiylofen von da Besitzenden trennt. Der Winter iſt ein Taffe Kaffee nebst obligater Schrippe dazu. Nach Einnahme die Genehmigung desselben durch die Direktion für einen Zweck? und je wirksamer er fie unterstützt, desto schneller wird er die dieses ersten Frühstücks geht es an die Nachbehandlung", b. h. Sie wären besser unterblieben, wenn ein Inspektor die Aus- Beit herbeiführen helfen, wo kein Darbender erschreckt auszurufen es werden an den in einem Saale aufgestellten medikomechanischen führung derselben zu verhindern in der Lage ist und den ihm braucht: Der Winter ist da! Geräthen, Maschinen und dergl. Turnübungen vorgenommen. vorgelegten Urlaubsschein nicht respektirt. Allem Anschein nach Die Kranken nennen dies: in die Folterkammer gehen".. Polizeibericht. Art. 14. d. M. Vormittags wurde auf dem war derselbe nur deshalb so schlecht gelaunt, weil er ein Hofe des Grundstückes Aderstr. 184 in einem Aschkaften die bereits Diese Uebungen dauern bis ungefähr 94 Uhr, zu welcher Zeit es fanatischer Anhänger der Sonntagsruhe ist und die Ruhe des fehr verweste Leiche eines anscheinend gleich nach der Geburt er zweites Frühstück giebt. Dasselbe besteht aus zwei Stullen" gelassen hätte, an diesem Tage die ganz gewöhnliche Wochentags- Baeplies feiner von ihm getrennt lebenden Ehefrau in deren Sonntags erheblich gestört worden wäre, wenn er sich herab- würgten Kindes aufgefunden. und zwei Scheiben Wurst. Mittags brachte der Arbeiter Die ersteren haben zwar Kleines Format, find aber dafür um so stärker, denn jede arbeit zu verrichten. Also ein Anhänger der englischen Sonntags: Wohnung. Liebenwalderstr. 5, nachdem sie ihm Geld zu geben einzelne ist ungefähr 3 Zoll dick. Von einer eigentlichen Bon einer eigentlichen rube! Um dieselbe aber voll und ganz durchzuführen, müßte erst verweigert hatte, mittelst Taschenmessers zwei Stiche in die Hungersnoth kann demnach nicht wohl die Rede sein. defretirt werden, daß am Sonntag Niemand zu sterben hat und Schulter bei. Damit g das Mittagessen beffer munden soll, wird bis 122 Uhr maffirt. auch Niemand zu beerdigen ist. Es ist übrigens über diesen ein Mädchens infolge eines Fehltritts zu Boden und verletzte Gegenüber dem Hause Blücherstr. 24 fiel Abends Aber trotzdem fällt es, so heißt es in der Zuschrift, uns oft- Fall der Sonntagsheiligung Beschwerde an die Direktion der sich so bedeutend am Bein, daß die Ueberführung nach dem mals recht schwer, das Gffen hinunterzuwürgen. Go gab es am Charitee gerichtet und uns ist zugesagt worden, uns die Antwort Krankenhaufe Am Urban erfolgen mußte. Zu derselben Zeit 5. b. M. Kartoffeln und zwei Klopje- ob à la Stönigsberg, auf diese Beschwerde zugänglich zu machen. wissen wir nicht erschoß sich ein Konditor im Keller des Hauses Sebastianstr. 83 genug, in etlichen derselben hatte sich den Zur Warnung! Ein mit einer Sammelliste ausgerüsteter mittelst Revolvers. In der Nacht zum 15. b. M. brach in der Sonstigen Bestandtheilen auch Schauermatte zugefellt, welcher Um- Buchdrucker fam vergangenen Sonntag in das Road sche Lokal Fournierfabrik von König, Buckowerstr. 4, Feuer aus, welches einen nicht gerade appetitlich war. Wir deuteten dies zuerst auf in Tempelhof. Er glaubte hier Freunde und Bekannte zu finden, auch das Dachgeschoß ergriff und bedeutende Vorräthe ind einen Zufall oder Nachlässigt eit; als wir aber am 6. d. M. gar die bereit seien, die Buchdrucker in ihrem schweren Kampfe gegen Nachmittags und am darauffolgenden Morgen drei kleine fogenannte„ Rälberzähne" mit stänkrigem Rindfleisch bei jetziger das Kapital zu unterstugen durch Zeichnung eines Betrages in Außerdem fanden am 14. d. M. Jahreszeit vorgesetzt erhielten, war unsere Geduld denn doch zu die Sammelliste. Das wäre ja auch erreicht worden, wenn nicht Ende. Wir beschwerten uns bei den Aerzten, welche unsere Wahr- der nehmungen bestätigen mußten. Dagegen wollte der Kurator der An- franzöfifchen Titel deutsch etwa: Tanzgroschen- Ginnehmermaître de danse gewesen wäre. Dieser Herr mit dem stalt, der Fuhrherr Schulze, welcher gerade kam und einem fremden fühlte sich verlegt in seinen heiligsten Interessen, er wies dem Herrn wohl die Vorzüge der Anstalt ad oculos demonftriren Buchdrucker die Thür, denn das schickt sich nicht". Der Vorfall wollte, von diesem nichts wiffen. Er meinte, das könne blos foll der Deffentlichkeit übergeben werden, damit die zielbewußten am Knochen liegen, und so etwas fönne schon vorkommen! Wir Arbeiter Tempelhofs sich flar darüber werden, in welchen 20meinen aber, daß so etwas, wenigstens in einem Krankenhause, talen sie Verständniß für ihre Interessen finden und in welchen nicht vorkommen darf. Daß die Anstalt dadurch bei dem Herrn nicht. Schulze begleitenden Herrn in einen besonders guten Geruch getommen sei, wird man füglich nicht behaupten tönnen. Das tann # wenn fertige Waaren zerstörte. Brände statt. Auf der einen Seite VerGerichts- Beitung. Mordprozek gegen das Dienstmädchen Machus. Der Fall Machus", welcher bei seinem Bekanntwerden so großes und berechtigtes Aufsehen erregte, gelangte gestern vor dem Schwurgericht am Landgericht 1 zu Verhandlung. Des Dieb uns aber wenig fümmern. Die Hauptsache ist für uns die, daß Sonntag wird der Grenadier Hermsdorf vom 1. Garderegiment mädchen Auguste Ernestine Wilhelmine Machus, welches bes O, welche Luft, Soldat zu sein! Seit dem jüngsten stahls und Mordes angeklagt ist das erst 181/ 2jährige Dienst wir, die wir verurtheilt sind, hier kampiren zu müssen, in Zukunft 3. F. in Potsdam vermißt. Derselbe von Hause aus Weber, war schuldigt wird: a) am 28. September 1891 ihrer Dienstherrin, eine beffere Biege fowohl als auch eine bessere Behandlung er erst seit dem Herbst als Rekrut bei dem Regiment eingetreten. Dem in der Lützowftr. 58 wohnhaft gewesenen Fräulein Adler fahren. Alles Andere ist für uns Nebenfache. Denn erträglich Er stammt aus Nowawes, wo sein Vater noch wohnt, den er 520 m. baares Geld gestohlen und b) am 4. Oftober das Fräus fann ter Aufenthalt hier nur gemacht werden, daß uns neben am Sonntag besucht hat. Diesem gegenüber hat er über schlechte Icin Adler mit Vorfah und Ueberlegung getödtet zu haben. 57 ständniß der Angeklagten verzichtet. Auf die meisten der vorgeladenen Beugen wird nach dem GeDer Thatbestand, um welchen es sich handelt, dürfte noch sich ihr Besteck mitzubringen, es handelte sich also nur um Imerksam, daß die Angeklagte eine unwahre Perfon ist, welche bei allgemein bekannt sein. Am 5. Oktober früh wurde Fräulein ein Baar Messer und Gabeln, welches Fräulein Adler benutte. ihren verschiedenen Bernehmungen die verschiedensten Angaben Adler im Berliner Zimmer ihrer Wohnung todt, am Boden Wie sollte das Fräulein nun dazu kommen, Ihnen Vorwürfe gemacht hat. Ich lege Werth darauf, die Vorgänge ganz genau liegend, vorgefunden. Bei der Sektion ergab sich, daß dieselbe über Ihr schlechtes Butzen zu machen? Angell.: Es ist aber festgestellt zu sehen. Auf nochmaliges eingehendes Befragen erklärt eine große Anzahl von Verlegungen, darunter vier Stiche in den doch richtig. Fräulein Adler stand am Buffet und ich tam mit die Angeklagte, daß das Messer, mit welchem die That vollbracht Ropf, mehrere Rippenbrüche und Hautabschürfungen, erhalten etwa fünf Baar Messern und Gabeln herein, als ich die Vor- ist, nicht von ihr aus der Küche mitgebracht worden sei, sondern hatte. Der Tod war aber nicht durch diese Verlegungen erfolgt, würfe betam. Präs.: Angeklagte, glauben Sie doch nicht, daß auf dem Buffet gelegen habe. Sie habe dann das Meffer ergriffen sondern durch Erwürgen, und es waren Anzeichen dafür vor Sie durch solche unwahrheiten Ihre Lage verbessern. Sie zeigen und sei an Frl. Adler herangetreten; ob diefelbe geschlafen, oder handen, daß dem Tode ein längerer Kampf vorhergegangen sein dadurch nur, daß Sie ein ganz verstocktes Frauenzimmer find. schon wach gewesen sei, wiffe sie nicht. Sie habe dann dem mußte. Unter der Leiche fand man ein Tranchirmesser. Haben Sie doch wenigstens den Muth, jetzt Ihre scheußliche That Fräulein Adler die Kehle zugeschnürt und ihr zwei Stiche ver Die Nachricht von dem Tode des Frl. Adler war am frühen einzugestehen. Angeklagte fchweigt. Präsident: Sie geben fegt, worauf dieselbe heruntergefallen se Präsident: Hat die Morgen des 5. Oftober durch die Machus, welche nach einem doch auch zu, daß an jenem Tage gar kein Braten bei Fräulein Adler noch gelebt, als sie am Boden lag? Angell.: Das weiß Tanzverguügen die Nacht bei ihrem Schwager, dem Kutscher Adler servirt worden ist und daß das Fleisch überhaupt in der ich nicht.- Präs.: Hat Frl. Adler etwa noch geschrieen? Bierbach, zugebracht hatte, zuerst dem Portier des Hauses über Küche tranchirt zu werden pflegte. Wie famen Sie also zu dem Angefl.: Nein. Der Staatsanwalt macht noch darauf aufbracht worden. Man hatte zuerst die Ansicht, daß Selbstmord Tranchirmesser?- Angeklagte schweigt wieder.- Präsident: Ich merksam, daß an der Ermordeten einige Rippenbrüche festgestellt vorläge, und diese Meinung wurde durch die Machus bestärkt, frage Sie jetzt: haben Sie nicht das Fräulein Adler vorn an- worden seien, so daß es den Anschein gewinne, als ob die Anindem sie angab, daß ihre Dienstherrin an Verfolgungswahnsinn gefaßt und ihr die Kehle zugedrückt? gelitten habe. Das Ergebniß der Leichenöffnung ließ es aber Präsident: Sie haben ihr dann zwei Stiche in den Kopf versetzt? Angeklagte: Ja. geklagte auf der am Boden liegenden Ermordeten gekniet habe. Damit ist die Vernehmung der Angeklagten, welche während zweifellos erscheinen, daß es sich hier um einen Mord handelte Angeklagte: Ja. Präsident: Sie haben dann der derselben aus der Anklagebant heraus und vor den Gerichtshof und der Verdacht, welcher sich nun gegen die Machus richtete, Dienstherrin den Hals so lange zugedrückt, bis sie todt hatte treten müssen, beendet. fand bald seine volle Bestätigung. Bei der vorgenommenen Leibes war? Angeklagte: Ja. Präsident: Schließlich haben visitation derselben wurden nämlich in der Tournüre versteckt Sie ihr nochmals zwei Stiche in den Kopf versetzt. Die An400 M. in Banknoten, 60 M. in Gold, 3 M. in Silber, sowie eine geklagte giebt auch dies zu. Präs.: Was haben Sie nun ge= Die Aussagen des Portiers des Hauses sind ohne Belang. Uhr mit Rette, ferner im Hutfutter in Band eingewickelt und ein- than, als Sie die Frau getödtet?- Angell.: Ich bin an den Er schildert die Ermordete als eine frärtige, feineswegs altersgenäht 60 M. in Gold vorgefunden. Die Angeflagte hat denn Schrank herangetreten, um das Geld zu nehmen. Präs.: Sie schwache Frau. Der Schwager der Angeklagten, Kutfcher Bierauch bald die That zugegeben, über die Einzelheiten derselben haben aus einem in dem Schrank liegenden Packet 400 m. in bach, verweigert sein Zeugniß, ebenso die Frau desselben. aber verschiedene Angaben gemacht. Ihr Bestreben ging Banknoten, 60 M. in Gold und 3 M. in Silber genommen und Kriminalkommiffaris Grühmacher giebt eine genaue Darvorwiegend dahin, daß sie die That nicht mit leberlegung, haben dies theils in Ihre Tournüre, theils in das Hutsutter stellung des örtlichen Befundes am Tage nach der That, ferner fondern im Affett verübt habe. Nach ihrer Darstellung im eingenäht. Was haben Sie dann begonnen? Angell.: Ich der Lage der Leiche, der ersten Aussagen der Angeklagten 2c. Da Borverfahren wäre Fräulein Adler, nachdem sie auf dem Sopha habe mich angezogen, um fortzugehen.- Präf.: Das ist ja auch nach der Darstellung des Zeugen auch ein weiter vom Sopha ein Mittagsschläfchen gehalten, an das Büffet getreten, hätte die das Ungeheuerliche, daß Sie nach dieser furchtbaren That sich abstehender Stuhl Blutflecke zeigte und unter demselben ein Bopf Machus hereingerufen und sie wegen schlecht geputzter Messer zur fofort anzogen, um auf den Tanzboden zu gehen! Angell. sich vorfand, so nimmt Rechtsanwalt Jonas Veranlassung, die Rede gestellt. Dabei hätte sie das Tranchirmesser in der Hand Ich hatte blos die Absicht, zu meiner Schwester zu gehen. Dort Angeklagte nochmals genau nach den Vorgängen befragen zu gehabt, welches ihr die Angeklagte weggenommen und damit auf traf ich gegen 4 Uhr ein und habe Kaffee getrunten. Bei meiner lassen und macht darauf aufmerksam, daß die Angeklagte anfängihre Dienstherrin losgestochen haben will, indem sie ihr gleich Schwester waren eine Kousine und ein anderes Mädchen und die lich immer von einem Ringen mit der Adler gesprochen habe. zeitig die Reble fest zudrückte. Nach den Ermittelungen der An- fagten mir, ich sollte mit ihnen mitkommen, ich wußte aber nicht Bei dieser nochmaligen Befragung giebt die Angeklagte eine Dar flagebehörde soll die Angeklagte ihre Unthat aber feineswegs im wohin. Präf.: Kurz und gut, Sie haben von 6 bis etwa 1 Uhr stellung, nach welcher Fräulein Adler allerdings noch einmal fich Affekt, sondern bei voller Ueberlegung ausgeführt haben, nachdem Nachts getanzt. Wohin sind Sie nach dem Tanzen gegangen? Angefl.: aufgerichtet, mit ihr gerungen und dabei auf den Stuhl ge der Plan dazu schon seit dem 3. Oktober langsam in ihrem Innern Ich ging zu meinem Schwager zurück und bat ihn, daß er mich nach sunken sei. Vertheidiger: Nach dieser Darstellung und nach gereift war. Sie hatte nämlich am 3. Oktober einem Geld- Brief- Hause bringen sollte. Präs.: Gingen Sie nun in das Adler'sche den Bekundungen des Kriminalkommissarius scheint es mir festträger geöffnet, welcher dem Fräulein Adler eine Summe von Haus hinein? Angefl.: Nein. Präs. Warum nicht? stehend, daß die zweiten Stiche dem Fräulein Adler auf dem 430 M. überbrachte, außerdem hatte sie viel Geld in dem Porte- Angell.: Der Schlüssel hat nicht gepast. Präs.: Sie gingen Stuhle beigebracht worden sind und dabei der Bopf heruntermonnaie ihrer Dienstherrin gesehen. Es ist nicht festgestellt, ob dann wieder mit Jbrem Schwager zurück. Wann kamen Sie gefallen ist. Frl. Adler während des Mittagsschlafes ermordet ist oder ob nun in die Adler'sche Wohnung?. Angefl.: Um 6 Uhr Morgens. Kriminalfommiffarius Feige erwähnt bei seinen Bekundungen Die lettere gerade erwacht war, als sich die Angeklagte auf sie Präs.: Wie famen Sie nun ins Haus? Angefl.: Durch über die Wahrnehmungen der Kriminalpolizei bei ihrem ersten ftürzte. Dte That selbst muß nach 14 und vor 4 Uhr ge- den Eingang zur Hintertreppe. Präf.: Was thaten Sie dann? Eingreifen auch der Thatsache, daß die Angeklagte sich zuerst fchehen sein. Schon um 4 Uhr Nachmittags traf die Angeklagte Angefl.: Ich ging zum Portier und fagte ihm, daß das Mühe gab, Fräulein Adler als an Verfolgungswahnsinn leidend bei ihrer Schwester, der verehelichten Rutscher Bierbach, Fräulein todt am Boden liege. Präs.: Sie hatten vorher darzustellen. Sie behauptete unter Anderm, Fräulein Adler habe ein und damit stimmt auch überein, daß die Leiche des Fräulein das Tranchirmesser unter den Rücken der Ermordeten geschoben, ihr eines Tages gesagt: Der liebe Gott wolle sie holen, es Adler, welches sich für den Mittagsschlummer der Schuhe zu um den Schein zu erwecken, als ob sich dieselbe selbst getödtet komme einer von oben." Ein anderes Mal habe sie plöglich geentledigen pflegte, ohne Schuhe an den Füßen vorgefunden wurde habe. Haben Sie nicht auch dem Portier gesagt, daß Ihre Dienst- rusen:" Da unten stehen zwei!" Als die Blutflecken an ihrem und daß auch der Kaffee, welchen Fräulein Adler sofort nach herrin fchon manchmal Zeichen der Geistesstörung habe erkennen Kleide bemerkt worden waren, habe sie behauptet, dieselben rühren ihrer Mittagsruhe zu trinken pflegte, noch unberührt auf dem lassen? Angell.: Das ist richtig. vom Zurechtmachen eines Hasen her. Tische stand. Die Angeklagte ist, wie schon erwähnt, an dem Abende des Mordes, nachdem sie die Schlüssel zur Adlerschen Wohnung bei ihrer Schwester Bierbach zurückgelassen, mit zwei Freundinnen zum Tanze gegangen. Von dort in der Nacht zurückgekehrt, begab sie sich zunächst nach dem Haufe der Adler zurück, traute fich jedoch nicht, die Wohnung zu betreten, sondern ging wieder zu ihrem Schwager Bierbach und verblieb dort die Nacht über. Von den bei ihr beschlagnahmten Geldern und Werthsachen rühren nur 520 M., nämlich 400 M. in Banknoten und die sechs Zwanzigmarkstücke, von Fräulein Adler her, die übrigen Gegenstände giebt die Angeklagte für ihr rechtmäßiges Eigenthum aus. Diese 520 M. waren ein Theil eines Depots Don 1593 M. des Rentiers Mylius, welcher mit seiner Schwester täglich bei der Adler zu Mittag speiste. Der Rest von 1073 M. wurde unversehrt im Schreibsekretär vorgefunden. Soweit in furzen Zügen die den Mord begleitenden Thatumstände. Was den daneben hergehenden Diebstahl betrifft, welcher der Angeflagten zur Last fällt, so handelt es sich dabei um Folgendes: Ami 28. September benuste die Angeklagte, als fie auf Befehl des Frl. Adler an deren Schreibtisch saß und einen Brief nach Diktat schrieb, einen Augenblick, wo Frl. Adler das Zimmer verließ, um aus dem geöffneten Schreibtisch aus einem in demselben liegenden Portemonnaie 320 M. zu entwenden. Als Frl. Adler an demselben Tage den Verlust merkte und der Machus den Diebstahl auf den Kopf zusagte, räumte diese den Diebstahl ein, holte das Geld, welches sie im Keller verborgen haben wollte, hervor und gab es der Adler zurück. Der Andrang zum großen Schwurgerichtssaal, in welchem die Verhandlung stattfindet, ist wieder ein ganz gewaltiger und die Vertreterinnen des weiblichen Geschlechts sind fast in der Mehrzahl. Die Angeklagte, welche um 91 Uhr in den Saal geleitet wird, ist eine schmächtige Person mit blaffem Gesicht und ziemlich verschmitt dreinschauenden Augen. Das blonde Haar reicht etwas ungeregelt auf die Stirn hinab. Die Angeklagte zeigt beim Betreten der Anklagebant teine Spur von Gemüths bewegung, dagegen bricht ihre Schwester, welche sich unter den aufgerufenen Beugen befindet, bei Eintritt in den Saal in Schluchzen aus. Der Zeuge Mylius, welcher des Mittags bei der Ermordeten zu essen pflegte, schildert diefelbe als eine freundliche, teineswegs geistes- oder altersschwache Dame, welche auch am Tage des Mordes mit ihm noch ganz heiter geplaudert hatte. Die Beweisaufnahme schließt mit den Gutachten der Sachverständigen Medizinalrath Dr. Long und Dr. Straßmann, wos nach der Tod durch das Erwürgen hervorgerufen ist. Bräf.: Sie haben bei Ihrer ersten Vernehmung vor dem Untersuchungsrichter den Mord eingeräumt, haben das Bekenntniß dann später etwas eingeschränkt, aber doch gesagt, daß Sie die That begangen, um sich das Geld anzueignen. Haben Sie das Geld fojort nach der That genommen und es eingenäht? Auch der Zeuge Direktor Schüler weiß, daß die Ermordete Angefl.: Ja. Präs.: Präs. Also geben Sie wenigstens jetzt ihrem Dienstmädchen gegenüber gut gewesen sei, wenn sie auch zu, daß sie die That zum Zweck des Diebstahls begingen? Berwandten gegenüber bei manchen Kleinigkeiten leicht erregbar Angeklagte: Ja. Präsident: Die ganze Geschichte von dem war. Noch kurz vor der Ermordung habe Fräul. Adler auf BeMefferputzen ist wenig glaubwürdig. Die Adler war eine starke fragen erklärt, daß sie mit der Angeklagten nicht ganz zufrieden und kräftige Person, und Sie sind schwächlich. Sie mußten also sei, da dieselbe nicht reinlich genug und unzuver.fig sei, sie habe schon eine günftige Gelegenheit abwarten, um die That aus- aber die Hoffnung, daß sich das Mädchen mit der Zeit noch machen zuführen und diese Gelegenheit bot sich während des Nachmittags- werde. schlafes der Adler. Die Adler hatte auf dem Sopha mit bebecktem Gesicht gelegen. Der Kopf lag auf dem Fußboden genau an der Stelle des Sophas, wo die Adler mit dem Kopfe gelegen. Es fann fein Rampf stattgefunden haben, sondern sie muß Den Geschworenen wird in Betreff des Mordes die Unter im Schlafe überfallen worden sein. Wollen Sie nicht lieber die frage vorgelegt, ob die Angeklagte mit Ueberlegung gehandelt Wahrheit fagen? Angeflagte: Ich sage die Wahrheit. babe. Auf den Antrag des Vertheidigers wird noch die NebenPräs.: Die Adler pflegte die Schuhe während des Schlafens aus- frage gestellt, ob, im Falle der Verneinung der Ueberlegung, zuziehen und mit unbekleideten Füßen ist die Leiche gefunden der Angeklagten mildernde Umstände zuzubilligen sind. Nach worden. Sie pflegte gleich nach dem Erwachen Kaffee zu trinken. einer furzen Pause nimmt der Staatsanwalt das Wort: Dies hat sie an jenem Tage auch nicht gethan, denn der Kaffee Meine Herren Geschworenen! Es erregte ein berechtigtes war unberührt. Wann trank die Adler gewöhnlich Kaffee. Entsetzen in unserer Bevölkerung, als bekannt wurde, daß in Angell.: Um 4 Uhr. Präs. Wie lange pflegte die Adler zu unserer Stadt und zwar im besten Theile der Stadt wieder einschlafen? Angekl.: Es war verschieden, manchmal länger, mal ein grauenvoller Mord verübt worden war. Durch die manchmal fürzer. Präf.: Es ist durchaus unglaubwürdig, Macht der Thatsachen, durch das Auffinden des Geldes niederdaß die Adler Sie an jenem Tage hereingerufen hat, um Ihnen gedrückt, habe sich die Angeklagte als Thäterin bekannt, Vorhaltungen wegen des Messerputzens zu machen. Unter dem freilich erst, nachdem sie anfänglich allerlei betrügerische AnKopfe der Ermordeten hat ein Tranchirmesser gelegen, haben Sie gaben gemacht hatte. Sie hat den angeblichen Streit mit dem es dort hingelegt? Angell. Ja. Präs. Ich frage noch Fräulein Adler nur erfunden, um sich vor sich selbst zu enteinmal, Gie wollten wohl dadurch den Glauben erwecken, als schuldigen. Die Anklagebehörde ist von Anfang an der Ueberzeugung habe die Adler sich selbst umgebracht? Angell.: Ja.- Präs.: gewesen, daß es sich hier um einen wohl geplanten Mord handelt Die ganze Ausführung der That spricht für eine furchtbare Roh- und die Angeklagte ihre Dienstherrin überfallen hat, als dieselbe heit. Mußten Sie nicht, um das Kloset zu erreichen, von der auf dem Sopha lag und schlummerte. Dafür sprechen auch die Küche durch die Stube geben, in der die Adler schlief?-Angell.: begleitenden Nebenumstände, namentlich die Thatsache, daß Frl. Ja. Präs.: Ich will Sie nun auf eins aufmerksam machen. Aoler eine fräftige Person war und Spuren irgend eines Kampfes Es ist Ihnen kurz vor der That ein Bedürfniß angekommen. nicht bemerkbar waren. Die Angeklagte hat nun auch zugegeben, Um die Adler, die Sie im Schlafe überfallen wollten, nicht zu daß sie die Adler in der That im Schlafe überfallen habe und Den Borsiz im Schwurgerichtshofe führt Landgerichtsdirektor wecken, haben Sie es in der Küche abgemacht? Angefl.: Ja. es handelt sich hier also nicht um einen Zodschlag im Effekt, Brausewetter, die Anklage vertritt Staatsanwalt Hoppe, die Ver- Präs.: Sie haben die schlafende Herrin zunächst am Halse sondern um einen mindestens einen Tag lang geplanten hintertheidigung führt Rechtsanwalt Paul Jonas. gewürgt! Geben Sie doch der Wahrheit die Ehre, ist es liftigen Ueberfall, um einen scheußlichen Mord und ich ersuche Die Fragen nach ihren persönlichen Verhältnissen beantwortet nicht fo? Angeklagte: Nein, es ist, wie ich gesagt die Herren Geschworenen, die Schuldfrage im Sinne der Antlage die Angeklagte in ganz präziser Form. Vor Beginn der bezüg- habe. Präsident: Sie haben bei einer Jbrer vielen zu bejahen. lichen Fragen richtet der Borsigende folgende Mahnung an die Bernehmungen auch gesagt, daß Sie Ihre Herrin mit Der Vertheidiger beginnt mit der Bemerkung, daß es felbe: Angeklagte, Sie haben theils vor dem Untersuchungs- Oleum zu vergiften versucht haben. Ist das wahr, oder nicht seine Aufgabe sein könne, die grauenhafte That richter, theils vor der Polizei ein ziemlich erschöpfendes Erkenntniß ist das eine Ihrer vielen Lügen? Angetlagte: Nein, das ist der Angeklagten zu beschönigen, er halte es vielmehr abgelegt, nachher haben Sie dasselbe wieder abgeändert. Geben nicht wahr. Präs.: Weshalb haben Sie das gesagt? für seine Pflicht, zur Ermittelung der objektiven WahrSie doch der Wahrheit die Ehre. Wenn Sie das Entsetzliche, Angell. schweigt. Präs.: Das Sopha stand an der Wand heit das Seinige beizutragen. Ueber die Diebstähle was Sie gethan, bereuen, dann erleichtern Sie Ihr Gewissen und vor dem Sopha ein Tisch, aber zwischen beiden war so viel sei fein Wort zu verlieren, es sei zweifellos, daß die Angeklagte durch ein Geständniß. Die Angeklagte schweigt. pa Raum, daß ein Mensch hindurchgehen fonnte. Die Sachen sind sich die Geldsummen in der Absicht rechtswidriger Bueignung Aus den Antworten über ihre Personalien geht hervor, daß in derselben Stellung gefunden worden. Wenn nun ein Kampf angeeignet habe. Es komme nur auf die Erörterung der Hauptdie Angeklagte am 17. Mai 1878 in Neudamm, Kreis Schwerin, zwischen Ihnen stattgefunden hätte, wie kam dann die Leiche frage an. Er müsse mit der Staatsanwaltschaft annehmen, daß geboren, evangelischer Religion und unbestraft ist. Ihr seit sechs nach dem Sopha?- Angell.: Ich hatte sie dorthin getragen. Die Angeklagte vorfäßlich gehandelt. Nach vielen Widersprüchen Jahren verstorbener Vater war Arbeiter, nach seinem Tode blieb Präs.: Sie schwache Person die weit stärkere Adler? Das und nach hartnäckigem Leugnen habe die Angeklagte auf den die Angeklagte zunächst bei ihrer Mutter, nach ihrer Kon- ist durchaus unglaubwürdig. Angefl.: Sie war nicht stärker vernünftigen Rath des Vorsitzenden sich endlich zu einem Gefirmation half fie ihrer Mutter, ging dann als Dienstmädchen in wie ich. Präs.: Das ist nicht wahr, sie war weit stärker und ständniß bequemt, sie habe endlich der Wahrheit die Ehre gegeben ein Schweriner Hotel und fam im August 1891 nach Berlin, größer wie Sie. Sie können die Adler nur im Schlafe über- und zweifellos habe der Vorfall sich so abgespielt, wie es heute wo sie sich bei Fräulein Adler vermiethete. Sie hat noch Gefallen, sie mit der einen Hand an der Gurgel gepackt und ihr mit durch ihre Vernehmung festgestellt worden set. Aber dennoch sei schwister. der anderen die Messerstiche in den Kopf beigebracht haben. Ist es zu erwägen, ob die Angeklagte bei Ausführung der That mit Den am 28. September begangenen Diebstahl giebt die An es nicht so? Angeklagte, lassen Sie doch das Zeugnen, ich kann Ueberlegung gehandelt. Es gebe Menschen, welchen die Webergeklagte unumwunden zu, bezüglich der Mordthat giebt fie zögernd Ihnen wirklich sagen, baß es für Sie ganz einerlei ist. legung geraubt werde, auch ohne daß sie gereizt würden. Wenn die zu, Frl. Adler zwar getödtet zu haben, bestreitet aber die Absicht Wollen Sie dem erdrückenden Beweismaterial gegenüber nicht Geschworenen nicht wüßten, daß die Mörderin Machus vor ihnen stehe, und Ueberlegung. zugeben, daß Sie die Adler im Schlafe überfallen haben? würde wohl Reiner derselben ihr die That zutrauen. Die Angeklagte Mit so leiser Stimme, daß fast kein Wort zu verstehen ist, Sie können doch unmöglich Reue fühlen, wenn Sie nicht fei in Bucht und Sitte erzogen worden, sie sei zum Kirchenbesuch behauptet fie, daß sie zwar wahrgenommen hatte, daß am Vor der Wahrheit die Ehre geben.( Eindringlich.) Angeklagte, ge- angehalten worden und an demselben Tage, an dem die That mittag des 4. Oktober der Postbote ihrer Herrin Geld gebracht, stehen Sie es doch! Angell.( nach einer Pause): Ja, ich habe begangen wurde, sei fie von ihrer Schwefter erwartet worden, fie will aber damals noch nicht den Plan zur That gefaßt sie im Schlafe überfallen. Präs.: Nun, endlich!( Sensation.) um mit ihr zur Kirche zu gehen. Gegen die Annahme, daß die haben. Der Vorsitzende hält ihr dagegen vor, daß sie bei Bräf.: Angeklagte, ich verstehe blos etwas nicht. Wie war es Machus mit Ueberzeugung gehandelt, spreche auch der Umstand, ihrer ersten Bernehmung zugegeben habe, beim Anblick des Geldes, möglich, daß Sie sofort zum Tanzen gehen konnten, nachdem Sie daß die That bei hellem lichtem Tage und bei offen stehendem welches der Postbote gebracht, den Plan zur Ermordung des das furchtbare Verbrechen begangen? Ihre Schwester soll eine Fenster begangen worden sei. War die That eine mit UeberFrl. Adler gefaßt zu haben. ordentliche Frau sein und auch ihre Eltern genießen den legung vorbereitete, so hätte die Angeklagte doch eine weit Die Angeklagte stellt die Vorgänge so dar, daß am Sonntag, Ruf ordentlicher Leute. Wie konnten Sie nun moralisch so tief günstigere Gelegenheit wahrnehmen können. Ferner gebe er den den 4. Oftober, als Frl. Adler aus ihrem üblichen Mittagsschlafe sinken? Die Adler soll eine gute Person gewesen sein, die ihre Geschworenen anheim, zu erwägen, ob die Angeklagte die That erwachte, fie mit einer Anzahl Meffer und Gabeln in die Stube Dienstmädchen gut behandelte, Ihre Vorgängerin ift acht Jahre nicht beging, um ein bei Begehung eines Verbrechens ihr getreten sei und von Fräul. Adler Vorwürfe darüber empfangen bei ihr gewefen. Hatten Sie ein Verhältniß- Angekl.: Nein. entgegenstehendes Hinderniß aus dem Wege zu räumen. Sollten habe, daß sie die Meffer zu schlecht geputzt. Ihre Dienstherrin Präs.: Hatten Sie einen Bräutigam? Angefl.: Nein. die Geschworenen die Frage der Ueberlegung verneinen, so stehe habe sie dabei am Arm gepackt und geschüttelt, da habe sie in der Präs.: Was konnten Ihnen denn die 500 M. nüßen, hatten Sie es ferner in ihrem Ermessen, der Angeklagten mildernde Umstände Erregung das Tranchirmesser ergriffen und so sei dann das Un- einen besonderen Plan? Wollten Sie nach Amerita gehen?-zu bewilligen. Solche tönne man vielleicht in ihrer Jugend glück geschehen. Angell.: Daran habe ich nicht gedacht. und ihrer bisherigen Unbescholtenheit finden. Präf.: Angeklagte, gehen Sie doch in sich und erleichtern Präs.: Ich möchte nun noch genau wiffen, ob Ihnen der Der Staatsanwalt erwidert, daß die Ueberlegung der AngeSie Ihr Gewissen. Was Sie uns da erzählen, klingt ganz un- Gedanke zu dem Morde schon an dem Vormittage gekommen flagten gerade daraus hervorgehe, daß dieselbe nicht die sichere glaubwürdig. Geben Sie zu, daß das Mittagbrot an jenem Sonn- ist, als der Postbote das Geld gebracht hatte?- Angefl.: Nein, Nachtzeit zur Ausführung der That benugt habe, sondern die tage, wie an allen anderen Zagen, nur für Frl. Adler und einen der Gedanke ist mir erst gegen Mittag gekommen. Rechts Nachmittagsstunde. Abgesehen davon, daß um diese Zeit Frl. Herrn Mylius nebst der Schwester desselben servirt wurde? An- anwalt Jonas: Ich bitte, das Inquifitorium noch einmal auf die Able: auch schlief, konnte die Angeklagte gerade hier ein Alibi gefl.: Ja. Präs.: Herr Mylius und dessen Schwester pflegten Ginzelheiten des Vorganges zu richten. Ich mache darauf auf. I sich leicht konstruíren, indem sie schleuniaft zu ihrer Schwester Gradu ngal lief. Das ganze Vorleben der Angeklagten könne bei der Sach lage teine große Rolle spielen, denn es sei eine alte friminalistische Erfahrung, daß die Mehrzahl der Mörder bis dahin unbescholtene Leute waren. Aus der Jugend der Angeklagten mildernde Umstände herzuleiten, stehe den Geschworenen zwar zu, die Jugend dürfe aber nicht dazu verleiten, dem Gnadenrechte des Kaisers vorzugreifen. Der Vertheidiger erwidert, daß er nach seinen längeren Unterredungen, die er mit der Angeklagten gehabt, Dieselbe eines so fompligirten Denkverwögens, um sich ein Alibi zu verschaffen, gar nicht für fähig halte. Die Angeklagte habe soeben erst die Altersgrenze von 18 Jahren überschritten und er überlasse es den Geschworenen, für ben Fall, daß sie die Ueberlegung ausschließen, sich zu fragen, ob sie die Angeklagte nach dem ganzen Eindruck, den fie gemacht, noch für besserungsfähig halten. Nach der vorgeschriebenen Rechtsbelehrung durch den Vorsitzenden ziehen sich die Geschworenen um 14 Uhr zur Berathung zurüd. Nr. 24/25. Privat Gefelliger Verein Bildung und Gefelligkeit Berlin. Sonnabend, den 20. Januar, Bergnügungsverein Grüne Schleife" bei Sperling, Inselstraße 1. bends 8 Uhr, General- Versammlung im Auguftgarten," Auguststraße Vergnügungsverein Lustige Brüder" bet Kowald, Oranienstr. 126. Rauchflub, Dornröschen" bet Döhring, Prinz Eugenstr. 19. Instrumental- Konzert am Sonnabend, den 16. Januar, Abends 8 Uhr, im Berein, Gut Heil" bei Lehmann, Fruchtstr. 69. Arbeiter Sängerbund( Wuth'sche Sängergruppe). Bokal- und Theatergesellschaft ,, Barzantria" bei Grothe, Kaftanien- Allee 75. Konzerthaus Sanssouci, Kottbuferstr. 4a. Entree 30 Bf. Bundes). Sonnabend, ben 16. Januar, im Schüßenhause, Linienstraße 5 u. 6, Männer- Gesangverein Gefang-, Turn- und gesellige Vereine. Sonnabend. Männer- Gesang Männer- Gefangverein der Fürschner( Mitglied des Arbeiter- Sänger- verein B5 o'n ir". Bülowftr. 65, bei Bredlow. Aufnahme neuer Mitglieder. großer Wiener Mastenball. Freunde des Vereins find eingeladen. Gängertrana", gegründet 1853, Annenstr. 9, Abends 9 Uhr. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Paul Nickel'scher Gesangberein Freya"( Mitglied des Arbeiter- Sängerbundes). Sonn- Musikverein ,, Allegro", bet Bogel, Gorauerstr. 13. Aufnahme neuer Mitglieder. Gäfte willfommen. abend, den 16. Januar, bei Seefeldt, Grenadierfstr. 33, Wiener Mastenball. Musikverein Vorwärts", b. 8%-10% Uhr, Annenstr. 14, prt.- 8itherflub Waldrose", Ab. 9 Uhr bei Kleemann, Lauftgerstr. 41.- Bitherklubbar Vergnügungsverein Luftige Jugend". Sonnabend, den 16. Januar, monte", 9 Uhr Uebungsfiunde, Kaiser Franz- Grenadierplaz 7. Abends suhr, Sigung mit Damen in Restaurant Lautenbach, Gurryfir. 77. Berein Deutsche Eiche", Sigung 9 Uhr im Restaurant Techow, WaterlooNachdem Fidelitas und Tanz. Ethische Gesellschaft. Uhr, Kränzchen im Hotel zum König von Portugal, Burgstraße 12. Billets Gefelliger Klub Arfidelitas". Sonnabend, den 16. Januar, Abends bei Schulz, Mittelſtr. 5( Klempneret). Norbert's großen Festfälen, Gingarg Beuthftr. 20. Bortrag der Frau HenrichSonntag, den 17. Januar, Abends 5% Uhr, in Wilhelmi über: Der frete Wille. Nachher gesellige Unterhaltung und Tanz. Gäste, Damen und Herren, fehr willkommen. Tambour 8-10 Uhr, Turnlofal Mariannenplatz 1a.- 8. Männer Abtheilung. Abends Ufer 14. Aufnahine neuer Mitglieder. Berliner Turngenossenschaft. 5. Männer- Abtheilung Abends von nafium, Elisabethstraße 57-58.- Turnverein 9-11 Uhr. Lübeck'scher Zurnverein. Die 1. Lehrlingsabtheilung turnt Abends 8-10 Uhr. Der Turnsaal befindet sich Königstädtisches GymConntag 4-6 Uhr in Schölzels Seeschlößchen, Lichtenberg 3.- Männer- un Fichte( voltsthümlich), jeden verein haben Zutritt. " " " um Ber Humanistische Gemeinde, Kommandantenstraße 79. " Jahn", Rigdorf( eigene Turnhalle Biethenstr. 72a). Heute von Um 24 Uhr verliest der Obmann das Verdikt der Ge- lischen und' französischen Freidenfer als Borläufer der deutschen Humanisten. in Willy Samibt's Restaurant, Wrangelstr. 141. Genossen sind freundlichst 17. Januar, Bormittags 10% Uhr, Bortrag des Herrn Schäfer über die eng Sonntag, den 6- suhr Schülerabtheilung, von 8%-10% Uhr Männe abtheilung. Stattlub Ramsch", gegründet 1. Oftober 1890. Abends 9 Uhr, Sigung schworenen. Die Geschworenen haben die Angeklagte in zwei Gäste milltominen. eingeladen. Fällen des Diebstahls für schuldig erklärt, bezüglich der Blutthat mittag 5 Uhr in Biester's Restaurant, Beughofstraße 8. Statflub, Ramsch", Fürstenbergerstr. 10. Humoristischer Vergnügungsverein Elmenhor". Sigung jeden Sonntag Nach klub Adonis" bei Heid, Koppenftr. 75. Gäste willkommen. Stattlub aber die Ueberlegung ausgeschlossen. Nach dem Verdikt willkommen. Gäste find herzlich Gemüthlich feit" tagt jeden Sonnabend und Montag, Abends 8½ Uhr, liegt also Todtschlag vor, doch haben die Geschworenen sichtenbergerstraße 21. Tagesordnung: kaffenbericht und Borstandswahl von 8-2 Uhr Nachts Hochstr. 32a b. Wilfe. Gäfte, durch Mitglieder eingefühl Berliner Nagelschmiede. Sonntag Generalversammlung bei Seife, willkommen. bei G. Wächter, Brizerstr. 22. Montags Aufnahme neuer Mitglieder." Gäste den erschwerenden Umstand des§ 214 bejr ht, wonach der Gäste willkommen. Kartentlub ,, NuIIe" tagt jeden Montag u. Sonnabend Abds. jenige, welcher bei der Unternehmung eines Diebstahls einen Verein der Einseher( Tischler). Versammlung am Sonntag, den Beteranenstr. 9 bei Bettin.- Privat- Theatergesellschaft, ugusta Bictoria" Privat- Theatergesellschaft, Schneeglödchen" im Lotal Menschen vorfäßlich tödtet, um ein der Durchführung des Unter: 17 Januar, Bormittags 10% Uhr, Neue Friedrichstraße 44. Tagesordnung: 9 Uhr, Bictoria- Saal, Berlebergerftr. 13, Sigung, Aufnahme, Gäſte willkommen. nehmens entgegenstehendes Hinderniß zu beseitigen, mit Zuchthaus fchiedenes und Fragefaften. 1. Vortrag über 2otal- oder Bentral- Organisation. 2. Distusfion. 3. Ber: Nach der Sigung Probe.-Theaterverein Giaconda", Abb. 9 Uhr, Sizung. nicht unter 10 Jahren oder mit lebenslänglicher Zuchthaus be Theater- Berein Dilettanten Bühne", alle Sonnabend Freir Vereinigung der Bau- und gewerblichen Hilfsarbeiter für 9 Uhr Sigung bei Barta, Rigdorf, Bergstr. 120. straft wird. Gäste willkommen. Der Staatsanwalt beantragt wegen der beiden Risborf und Umgegend. General Versammlung am Sonntag, den Berein Lustige Brüder", Abends 9 Uhr, Brüderftr. 26. Diebstähle 3 Jahre 6 Monate Gefängniß und wegen des Todt: 17.Januar, im Sotale des Herrn Weiß, Prinz Handjernstr. 7. Achtung, Lederarbeiter! Die für Dienstag, den 19. d. M. in Aussicht traße 28. gnügungs- Berein Auftige 18", Abends 9% Uhr, bei Schadnat, DresdenerSchlages Lebenslängliche Buchthausstrafe und Ehr genommene öffentliche Versammlung fann Umstände halber erst am Sonntag, Kaftanien- Allee 52, Gäste millkommen. Vergnügungs- Verein Schildhorn, Derluft auf die Dauer von 10 Jahren. bei Weber. Den 24. Januar, Bormittags 10 Uhr, bei eßner, Annenfir. 16, chehalten neuer Der Vertheidiger hält werden und wird reger Befuch erwartet. Sigung Abends 9½ Uhr. Aufnahme Mitglieder. Ber es nicht für angebracht, in diesem Falle der Angeklagten den Herren und Damen dazu willkommen gnügungsverein Meg zur Besserung gänzlich abzuschneiden. Die Angeklagte selbst, persammlung am Sonntag, den 17. Januar, Bormittags 10 Uhr, in Joel's Kaftanien- Allee 35. Bend geselliger Arbeiterverrine Berlins und Umgegend. Bundes: Sonnabend, Abends 8½ Uhr, Sigung im Restaurant Scholz, Zukunftsstaat, Sorgenbrecher". Gegründet 26. Juni 1886. Jeden zum letzten Wort verstattet, bittet, sie milde zu behandeln. Restaurant, Andreasstr. 21( oberer Saal). Tagesordnung: 1. Bortrag über: Bergnügungsverein, Humor", jeden Sonnabend, 9 ühr, Buckowerstr. 9. Bäße, durch Mitglieder eingeführt, willkommen. Das Urtheil des Gerichtshofes lautet wegen des Verbrechens wider 3. Wahl des 3. Raffenrevisors.. Aufnahme neuer Bereine. 6. Bundes- Märtischer Hof, Admiralstr. 18c. Gäste willkommen.- Rauchtlub Goldene Unser neues Bundesstatut. 2. Besprechungen über das erste Stiftungsfest. Touristenverein., Wanderluft". Sitzung jeden Sonnabend, Abends 9 Uhr, Das Leben auf lebenslängliche Zuchthausstrafe und Ehr- Angelegenheiten. Die Delegirten werden erfucht, die alten Statuten refp. Dua fte", 9 Uhr, Lothringerstr. 67 bei Brückner. Rauchklub, Dorn Derlust auf 10 Jahre, wegen der Diebstähle auf 2 Jahre Gefängniß. Quittungsbücher mitzubringen. Regel röschen", Abends 9-11 Uhr, Prinz Gugenstr. 19 bei Dyhring. Wie der Vorsitzende publizirt, hat der Gerichtshof nicht beurtheilen Restaurant Herrmann. Mitglieder willkommen. flub Belgoland". Jeden Sonnabend von 10 Uhr Elisabethstr. 30, int tönnen, welche Gesichtspunkte die Geschworenen bei der Verneinung der ber 30. Gemeinde- Schule. Sonnabend Sigung, Mittwoch Gesangabend Verein ehemaliger Schüler Ueberlegung geleitet haben. Er habe sich nur nach seiner eigenen im Restaurant Haberecht, Gr. Frankfurterfir. 30. Gäste willfommen. Ge Anschauung richten können und da habe er sich gesagt, daß bei felliger Klub ,, urfidelitas Abends 9½ Uhr, Neue Promenade 8. Auf einer zeitlichen Zuchthausstrafe, die in Höchstmaße 15 Jahre Jeden Sonnabend Görlizerstr. 38 bei Wuttke. nahme neuer Mitglieder. Gäfte willkommen. Rauchtlub ,, Freiheit" betragen könne, die Angeklagte einige 30 Jahre alt wäre, wenn fie aus dem Zuchthause entlassen würde. Der Gerichtshof habe der Gigung: Fidelitas und Tanz. Uhr, bei Herrn Foge, köpniderstr. 191: Sigung. Gäste willkommen. Nach Privat- Theatergesellschaft Preziosa". Seben Sonntag Nachmittag nicht die Berantwortung dafür übernehmen wollen, daß die Angeklagte dann etwa einen neuen Mord oder cine sonstige Unthat Gesangverein Lotosblume. Jeden Montag, Abends 8-10 Uhr, bet begehen könnte und hat daher eine lebenslängliche Kanzor, Kleine Sturstr. 10: Sigung. Zuchthausstrafe als angemessene Sühne für die scheußliche That erachtet. Nach 3 1hr war die Verhandlung beendet und die Angeklagte wurde abgeführt, nachdem ihre Schwester schluchzend von ihr Abschied genommen hatie. Versammlungen. Die Vorstände von Gewerkschaften und sonstigen Arbeiter. organisationer werden ersucht, für Donnerstag, den 21. Januar von der Abhaltung nicht unbedingt nothwendiger Bersammlungen abzusehen, da an diesem Tage eine Versammlung im Feenpalast stattfindet, in welcher über das Thema serhandelt werden soll: Was lehren uns die letten großen Streita? Siemensstr. 18. = ( E.. 29 und 89) Samburg, Filiale 4, Berlin. Sonntag, den 17. Januar, Algemeine Zentral- Kranken und Sterbekasse der Meta"-rbeiter Vormittags 10% Uhr, bei Bolzmann, Andreassir. 26: Versammlung. Zages Ordnung: Kaffenbericht und Verschiedenes. Nr. 29 zu Hamburg) Filiale Berlin 9. Allgemrine Kranken- ur Stes bekaffe der Metallarbeiter( E. S. Sonntag, den 17. Januar 1892, Bormittags 9 Uhr, im Restaurart von Biet, Mitglieder Bersammlung am Große Mitglieder Verfammlung am Sonntag, den 17. Januar, Bormittags Allgemeine Metallarbeiter- franken- und Sterbekaffe, Filiale 2.4 10 Uhr, in Krösche's Salon. Fichteftr. 29. Tagesordnung: 1. Kaffenbericht. 2. Die Maßregelung des Hauptvori.andes. Filiale Nixdorf. Sonnabend den 16. Januar, Abends 8 Uhr, Bersammlung Allgemeine Kranken- und Sterbehaffe der Metallarbeiter( E. H. 29), im Lotale des Herrn Filice, Kirchhoftr. 26. Tagesordnung: 1. Reifenbericht 2. Berschiedenes. und 89, Hamburg), Filiale Berlin o. Mitglieder- Bersammlung am Sonntag, Allgemeine Kranken- und Ctr bekasse der Metallarbeiter( E. H. 29 den 17. Januar, Vormittags 10% 11h, Gartenstraße 162 bet Meißner. Der reichhaltigen Tagesordnung wegen ist das Erscheinen dringend nothwendig. Hamburg, Filiale Berlin 5. Versammlung. Sonnabend, den 16. Januar, Abend 9 Uhr, Gipsstr. 3 bet Pyrtet. Allgemeine Branken- und Sterbekaffe der Metallarbeiter E. S. 29 3entral- ranken- und Sterbekasse der deutschen Wagenbauer, Filials Micabit. Versammlung, Sonntag, den 17. Januar 1892, Bormittags 10 Uhr, Jagowftr. 16. Tagesordnung: Kaffenbericht. Kranken- und Begräbnißkaffe des Vereins fämmtlicher Berufsklaffen, Berlin 5 Aloabit. Bersanimlung, Sonntag, den 17. Januar 1892, Vormittags 10% Uhr, bei Blocksdorf, Nathenowerstr. 76b. Vereinigung der Drecholer und Serufsgenossen Beutschlands, Bahistelle Rixdorf und Umgegend. Bersammlung am Sonnabend, den 16. Januar, Abends 9 Uhr, bei Bapte, 8iethenstr. 71. Achtung, Schneider und Schneiderinnen! Deffentliche Bersammlung am Sonntag, den 17. Januar 1892, Nachmittags 4 Uhr, in Knebel's Lotal, Gesundbrunnen, Badstr. 58. Vortrag des Fri. Wabnis über: ,, Das Problem der Armuth." Sozialdemokratischer Arbeiterverein für Weißenfee. Jeden Sonnabend Bufammenfünfte im Botale des Herrn Müller( Pfeifenmüller), KönigsChauffee. Nebungsstunden der Gesangs- Abtheilung Montags Abends in dein felben Sotal. Gäfte haben Zutritt. Lese- und Diskutirklube. Sonnabend. Lese- und Diskutirklub " Feuerbach" im Lokale des Herrn Schröder, Reichenbergerstr. 24. Der Vertrauensmann des Wahlvereins Heine", Abends 9 Uhr, im Lotale des Herrn Bechlin, Hornftr. 11. Lese- und Distutirklub des für den 1. Berliner Reichstags Wahlkreis. Arbeiterbildungs Bereins in Weißensee, Restaur. Dufcdann( Wereinshaus), Charlottenburgerstraße 150 im fleinen Saal. Gäfte haben Zutritt. Paris Deutscher fozialIm Verein deutscher Schuhmacher, 3ahlstelle Marcel. Jeden Sonnabend öffentliche Berfammlungen. bemotrattscher gesetlub. Ecte Rue Montmartre und Rue Gtienne Berlin, sprach am 11. Januar Herr Dr. Pinn unter großem Bildungsverein, London W. 49, Tottenham- Street, Tottenham Court Road. Komm. Arbeiter Beifall über: Die Lügen des 19. Jahrhunderts". An der Dis- Jeden Sonnabend, Abends 9 Uhr Bersammlung. tuffion betheiligte sich Herr Haupt im Sinne des Referenten. uhr: uebungsstunde. Aufnahme neuer Mitglieder. Gefangverein ,, Brüne Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Sonnabend, Abends Dann verlas der Vorsitzende Verschiedenes über den Organisations- Etche", Nirdorf, Hermann- und Knesebecitr.- Ecke bet Benerle. Besangverein plan der Generallommission, worauf eine längere Diskussion ranta", Lantsbergerfir. 31 bei Musehold. folgte, nach deren Ende Kollege Karl Fleischer als Delegirter ich a ft 2", Friedenstraße Nr. 48 bet Toutühn. Gefangverein„ Sanges: Echo", Naunynstraße 86, bei gubeil. Gesangverein" Freund= zum Gewerkschaftskongreß vorgeschlagen wurde, da alle anderen nebel, Babfir. 58( Gesundbrunnen). Gesangverein Glüd zu", Kollegen zu dessen Gunsten verzichteten. Die Wahl selbst findet ftraße 65 bet Bredlow. Gesangverein Darmonie 3", Friedrichshagen, Gefangverein hönir". Bülow erst am 25. Januar statt; die Mitglieder werden hierzu um Gefangverein Zeltom" in Teltow, Schwarzer Adler. Gesellschaftshaus. Gesangverein Felsenburg" Blumenstraße 21a. vollzähliges Erscheinen ersucht. Kollege Fleischer machte noch Esmeralda", Königsbergerstr. 24. Gesangverein bekannt, daß am 18. Januar in den Arminhallen, Kommandanten Bund der geselligen Arbeitervereine Berline und Umgegend. straße 20, eine öffentliche Schuhmacher Versammlung stattfindet, Tambourverein, Deutsche Eiche" bet Sabeck, Fürbringerstr. 7, Sigung. Sonnabend: Bergnügungsverein ,, uftige 18" bei Blöß, Dresdenerstr. 28.in welcher der Reichstags- Abgeordnete Kollege Bock sprechen wird. Bergnügungsverein reusfibe!" bet Springftube, Manteuffelstr. 67. " Achtung! Buchdrucker! Die Vertrauensmänner derjenigen Buchdruckereien, welche den " Unserem Stammwirth und Genossen Karl Zechlin zum heutigen Ge burtstag ein dreimal donnerndes Hoch! " Vermischkes. " und Millionär Wille vermachte seiner Waterstadt Kiel zwei Vermächtnißt. Der in Hamburg verstorbene Großkaufmann Millionen Mark. der Bühne des Alhambra Theaters zu Brüssel. Eine Explosion entstand während einer Vorstellung auf 18 Personen wurden mehr oder weniger verletzt. Die Tänzerin Hannit erlitt schwere Brandwunden. Mord im Kloster. In dem Franziskanerkloster von San Severino( Italien) wurde der Guardian durch den Triester Pater Ferdinand aus unbekannter Ursache ermordet. sauberer Pfaff! Depeschen. Ein ( Depeschen des Bureau Herold.) Elberfeld, 15. Januar. Etwa 400 Arbeitslose wandten fich an die Stadtverwaltung mit dem Verlangen, ihnen Arbeit zuzuweisen. London, 15. Januar. Die Kohlengrubenbesitzer der Graf schaft Durham haben beschlossen, den Lohn der in ihren Gruben beschäftigten Arbeiter um 10 pet. herabzusehen. Briefkaffen der Redaktion. F. G. Die Erörterung dieser Frage eignet sich nicht für den Briefkasten. $. G., Borsigstraße. Ein Soldat ist verpflichtet, den Gen darmen militärische Honneurs zu erweisen. F. J., Turner. Ein derartiger Turnverein existirt unseres Wissens nicht. G. B., Kiel. Senden Sie uns eine Referenz aus Parteifreifen. Todes- Anzeige. Am Dienstag, den 12. d. Mts., ver glied und treuer Genosse Martin Klein, Uhrmacher, Neunstundentag bewilligt erhielten, werden zu einem Frühschopp nam Die Mitglieder des Leseklub„ Heine" starb an einem Haleleiden unser mit 25 Neue Hochstr. Sonntag, den 17. Januar, Vormittags 10 Uhr, in den Arminhallen, Kommandantenftr. 20, hierdurch eingeladen. A. Schleinitz( Buchdruckerei H. S. Hermann). Das Eisenwaaren- u. Werkzeug- Geschäft, Magazin für Haus- und Küchengeräthe Don E. VOGTHERR, jetzt nur noch Stephanstraße 27a( Moabit), 1866L empfiehlt sich geft. Beachtung. Freie Zusendung, auch auf telephonische oder schriftliche Bestellung. Nach außerhalb halbe Fracht oder Porto- Bergütung. E. Vogtherr, Berlin NW., Stephanftr. 27 a( Moabit). Uuferem Kollegen Oskar Sprenger 403/9 zu seinem heutigen Wiegenfeste ein donnerndes Hoch, daß die ganze Falkenstein- Straße wackelt. 677b Schmarde, laff' Dich nicht lumpen! 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