Nr. 236. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mr., monatl. 1,10 mt., wöchentlich 28 Pfg. fret ins Haus. Ginzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagss Nummer mit illuftrierter Sonntags Beilage ,, Die Neue Welt" 10 Pfg. Poft Abonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Eingetragen in der Post- Bettungs Preisliste für 1900 unter Br. 7971. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Erscheint täglich außer Montage. 296 Vorwärts 6n Berliner Volksblaff. 17. Jahrg. Die Insertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Kolonels zeile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in derExpedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an GSonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Ternsprecher: Hmt I, r. 1508. Telegramm Adresse: " Bocialdemokrat Berlin" Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Fernsprecher: Amt I, Nr. 1508. indo Mittwoch, den 10. Oftober 1900. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Fernsprecher: Amt I, Nr. 5121. Die Gewerbe- Inspektion in Preußen. viel zugemutet wurde". Interessant sind mit Rücksicht zwingt die Aufsichtsbeamten so zu handeln und zu schreiben, 13 Ueber die Durchführung der Arbeiterschutz Gesetze im Jahre 1899 werden wir in einem zweiten Artikel handeln.. Die russische Politik. * Amerika drängt auf Frieden. " bemerkt hat, allerdings hin und wieder den Arbeitern zu Geist der offiziellen Socialpolitik ist eben übermächtig, er auf die Klagen über die Leutenot die vielfachen Erklärungen wie im Reichsamt des Innern und im preußischen HandelsWenn auch in diesem Jahre, wohl dank den Dispositionen des Arbeitermangels in der Industrie durch die Abziehung ministerium sociale Fragen behandelt werden; wie dieser der Reichsdruckerei, der württembergische Gewerbe- Inspektoren- der Arbeiter aufs Land zur Ausführung der Ernte- Arbeiten. Geist ist, weiß jeder, der die Brefeld, Posadowsky und ihre Bericht später erscheint als sonst, so fann uns das Sprich- Nach der Theorie der bürgerlichen Nationalökonomie soll Kommissare im Reichstage und im preußischen Abgeordnetenwort vom geteilten Schmerz nicht darüber trösten, daß die sich die Gestaltung aller Preise, auch der für die Ware hause über die Forderungen der Arbeiter aburteilen gehört hat. preußischen Gewerberäte ihren Rechenschaftsbericht erst am Arbeitskraft, nach Angebot und Nachfrage regeln, Betrachten wir das, was 1899 den Arbeitern und den Ende des dritten Vierteljahrs vorlegen. Daß dies nicht nötig somit müßte ein Hinaufschnellen der Löhne der Unternehmern gebracht hat an der Hand der für die Arbeiter war, beweist das bedeutend frühere Erscheinen des bayrischen deutschen Arbeiter im Jahre 1899 eingetreten sein. nicht voreingenommenen Gewerbe- Aufsichtsbeamten, so ergiebt Berichts. Das verspätete Erscheinen ist nicht bloß ein Nach- Das wäre umsomehr zu erwarten gewesen, als fich ein recht wenig erbauliches Ergebnis: der ganze Vorteil teil, weil der Bericht hierdurch mehr historischen als aktuellen an der Leistungsfähigkeit des Unternehmertums, Lohnerhöhungen der Prosperitätsperiode kam den Unternehmern zu gute, Wert erhält, es erweckt auch den Verdacht, daß im preußischen zuzugestehen, feinen Augenblick gezweifelt werden kann; ein während die Arbeiter in der Ausdehnung der Arbeitszeit nur Handelsministerium eine Censur geübt wird, die das Vertrauen Blick auf die Geschäftsberichte der industriellen Aktiengesell- ein höheres Maß von Ausbeutung ihrer Arbeitskraft zu verin die Berichte bei niemandem erhöhen kann. schaften muß da jeden Zweifler entwaffnen. Und doch sind spüren hatten. Im Jahre 1899 hatte die Prosperitätsperiode ihren Höhe- die Löhne meist nur unbedeutend gestiegen und die Lohnpunkt erreicht, die Beichen für die beginnende Entwicklung in steigerungen bedeuten nicht einmal eine Erhöhung der Lebensabsteigender Linie beginnen erst im laufenden Jahre zahlreicher haltung der deutschen Arbeiter. Das mangelhafte Koalitionsrecht und deutlicher zu werden. Leider besigen wir nicht wie in und die Einengung desselben durch die im Geist der ZuchtSachsen auch im größten Bundesstaat alljährlich wiederkehrende hausreden wirkenden Behörden, die großartig funktionierende, Arbeiterzählungen; doch beweisen die Angaben der Gewerbe- von niemand gestörte Organisation des Unternehmertums Während Rußland die Hauptstadt der Mandschurei, Mukden, räte, daß überall eine stärkere Verwendung von Arbeitskräften hinderten die Ausmuzung der Konjunktur des Arbeitsmarkts erobert hat, hat der Zar die Annerion irgend eines Teils von China in Erscheinung trat. Im Regierungsbezirk Frankfurt a./D. ist durch die Arbeiter. Die Steigerungen der Preise für Mieten, untersagt. Die russische Politik begnügt sich eben mit der Ausübung die Zahl der beschäftigten Arbeiter um 1808, d. h. von 87 137 im Heizmaterial, Lebensmittel 2c. 2c., eine Wirkung der der tatsächlichen Macht, während es in der Form zu jeder Jahre 1898 auf 88 945 im Berichtsjahr gestiegen; in Berlin Syndikate, Detaillistenvereinigungen und Hausbefizer Liebenswürdigkeit und Versöhnlichkeit bereit ist. Andre Weltmächte" Charlottenburg war die Arbeiterzahl unt 2312 auf 134 210 organisationen machten die eingetretenen Steigerungen der verfahren umgekehrt: Sie bramarbafieren und schleudern schreckliche gestiegen, in Bosen um 2761 auf 46 110, im Regierungsbezirk Geldlöhne für die Arbeiter wertlos. Dies bestätigt Drohungen, vermindern aber in Wirklichkeit fortgesezt ihren Einfluß. Breslau um 3588 auf 131 277, im Regierungsbezirk Liegnitz z. B. der Bericht aus Berlin- Charlottenburg mit den folgenden Sonst liegen heute weder vom diplomatischen noch vom um 3888 auf 105 635, auch in den Regierungsbezirken Oppeln, Worten:" Die anhaltend gute Lage der Industrie, die noch militärischen Kriegsschauplatz tlärende Meldungen vor. Die„ Lage" Magdeburg, Merseburg, Erfurt, Schleswig, Hannover, Stade, immer nicht gedeckte Nachfrage nach Arbeitskräften, insbesondere ist wie mit chinesischer Tusche geschwärzt. Osnabrück, Aurich, Hildesheim, Lüneburg, Minden, Arnsberg, nach gelernten Arbeitern, hatte noch eine weitere Vom Weltgeneralissimus hört man nichts. Ein Kabeltelegramm Kassel, Koblenz, Düsseldorf, Köln und Sigmaringen wurde Steigerung des Arbeitsverdienstes zur Folge. des„ Lokal- Anzeigers" traut ihm die- Schneidigkeit zu, daß er Zunahme der Arbeiter festgestellt, während nirgends die An- Indessen ist nach übereinstimmender Ueberzeugung der die Auslieferung des Prinzen Tuan und der andern Schuldigen in gaben der Aufsichtsbeamten eine Verminderung der Zahl der Gewerbe- Juspektoren die gleichzeitige Steigerung einem Manifest verlangt habe ein Beweis, welche große Meinung beschäftigten Arbeitskräfte vermuten lassen. der Preise für Lebensmittel und Wohnungen bie Rabelleute der parteilofen Blätter von den diplomatischen Fähig Genauere Angaben besigen wir über die. Beschäftigung derart gewesen, daß der Mehrverdienst teiten" Waldersees haben. Uebrigens scheinen sich die Truppen, jugendlicher Arbeiter und der Arbeiterinnen. Im Jahre 1899 badurch meist ausgeglichen wurde, so daß eine die in Tientsin liegen, die Zeit à la Karl Peters zu vertreiben, beschäftigten 22285( 3387 mehr als 1898) Fabriken Arbeiterinnen bemerkenswerte Hebung des Gesamt- Wohlstands der Arbeiter denn dem„ Lokal- Anzeiger" wird des weiteren gekabelt, es feien über 16 Jahre und 26 707( 2758 mehr als 1898) jugendliche Ar- nicht behauptet werden kann." Aehnliches wird aus Posen bort zwei schöne Frauenzimmer, Konkubinen von Boxerführern, beiter. Es wurden 376 408( 22 799 mehr als 1898) Arbeite- gemeldet: nfolge des herrschenden Arbeitermangels sind die unter dem Verdacht der Spionage verhaftet". Das ist die chinesische rinnen und zwar 148 331( 8554 mehr als 1898) Arbeiterinnen Löhne der Arbeiter in allen Industriezweigen gestiegen, Halbweltpolitit! im Alter von 16-21 Jahren und 228 077( 14 225 mehr als je doch ist die wirtschaftliche Lage dadurch Deutsche und englische Truppen hausen jetzt in den von den 1898) Arbeiterinnen über 21 Jahren beschäftigt. Jugendliche nicht wesentlich gehoben worden, δα die Ruffen verlassenen Quartieren in Peking, man redet davon, es Personen wurden 156 041( 13 920 mehr als 1898) beschäftigt Steigerung der Lebensmittel- und bei dem lang andauernden sollten 8000 Deutsche in Peking überwintern. Warum? und zwar 109 210 Kinder( 10 275 mehr als 1898) und 43186 Winter ganz besonders die der Kohlenpreise recht schwer be( 3645 mehr als 1898) Mädchen beschäftigt, auch die Anzahl lastete." Dem Bericht für Ostpreußen entnehmen wir der beschäftigten Rinder unter 14 Jahren stieg und zwar von das folgende Urteil: Die Löhne fteigen seit einigen Das Washingtoner Staatsdepartement versandte an die Mächte 1421 auf 1546. Ebenso wuchs die Zahl der in den Berg Jahren langsam aber stetig. Dasselbe thun aber eine Note, worin es die leberzeugung ausdrückt, daß, wenn ein werken beschäftigten Frauen, jugendlichen Personen und auch die Lebensmittelpreise und noch mehr die weiterer Verzug im Beginn der Friedensverhandlungen stattfindet, Kinder gegen das Vorjahr, so die der Frauen von 8189 Wohnungsmieten, so daß sich die Lebenshaltung der ein ernstlicher Aufstand in den südlichen Provinzen zu er auf 8582, die der jugendlichen Personen von 13 239 auf Arbeiterfamilien wohl taum gehoben haben wird." warten sei. Diese Ansicht wird begründet durch die Berichte der ameri 15 092 und die der Kinder von 50 auf 107. Die stärkere Aehnliche Urteile fanden wir u. a. in den Berichten aus tanischen Konsuln in den südlichen Provinzen, besonders aber durch den Heranziehung der geschützten Personen" beweist deutlich, daß Pommern, Magdeburg, Merseburg, Kassel, Düsseldorf. Nur Kommissar Rockhill, der nach Süden gegangen ist, um die Meldungen das bißchen Arbeiterschutz für unsre Industrie und für den wenige Gewerberäte unterlassen, gleiche Beobachtungen fest der Konsuln zu kontrollieren. Der Gesandte Conger benachrichtigte Bergbau kein Hemmnis der Ausbeutung weiblicher und jugend- zustellen, ganz vereinzelt wird eine merkliche Er- das Staatsdepartement, daß es für die Verhandlungen gleichficher Arbeitskraft bedeutet. Charakteristisch ist, daß an höhung der Lebenshaltung der industriellen Arbeiterschaft be- gültig sei, ob der Kaiser nach Peking zurückkehre oder nicht, was der Gesandte Wutingfang bestätigte. 21 Stellen des Berichts über Arbeiterinnenmangel geflagt hauptet. wird. Noch häufiger wird freilich Arbeitermangel in den Aber selbst wenn die Löhne eine Besserung der LebensDer Zar verbietet die Annegion. Gewerbebetrieben fonstatiert, während Arbeitslosigkeit nur in haltung zugelassen hätten, so wäre doch dem vergangenen Der russische Generalgouverneur des Amurgebiets, General der Lederindustrie und Fahrradindustrie festgestellt wird. Jahre fein Lob zu spenden; ist doch die Arbeitszeit für sehr Grodekow, hat an den Militärgouverneur Der Arbeitermangel war eine Erscheinung, die in allen erhebliche Teile der Arbeiterschaft durch Feierschichten baitalien, General Maziewski, folgendes Telegramm gerichtet: Landesteilen und fast in allen Industrien fühlbar war, so und Ueberstunden verlängert worden. Noch Einer Mitteilung des Kriegsministers zufolge hat der Kaiser rafcheren Wiederherstellung der heißt es z. B. in dem ostpreußischen Berichte, daß in weniger als bezüglich der Lohnsätze. fonnte zum Zweck die fchaftlichen Beziehungen zu China git bestinmen geruht, den Maschinenfabriken und dem Tischlergewerbe( Bau- glänzende Konjunktur von den Arbeitern hinsichtlich der den russischen Besitzungen teinen Teil des chinesischen und Möbeltischlereien) gelernte Arbeiter nur außerordentlich Arbeitszeit ausgenügt werden. Wäre aber das Gesetz zum Gebiets einzuverleiben und sich auf die Ergreifung von schwer zu haben gewesen sind. Inserate, in denen den zu Schuße der Arbeitswilligen zu stande gekommen, so wären Maßnahmen zu beschränken, die zur ruhigen, gesicherten Benutzung ziehenden gelernten Arbeitern unter anderm sogar Ersatz des selbst die kleinen Vorteile, die errungen wurden, nicht möglich, der von uns durch die Mandschurei geführten Eisenbahnen Reisegeldes versprochen wurde, hatten nur geringen Erfolg oder nur mit ganz unverhältnismäßigen Opfern zu erkaufen und zum ungehinderten Verkehr unsrer Schiffe auf dem Amur erforderlich sind. und so waren nicht wenige Werkstätten gezwungen, wollten gewesen. Winterquartiere in Peking. sie den Aufschwung der Industrie einigermaßen ausnuten, Als Nachklang der offiziellen Stimmung im ZuchthausDas„ Reutersche Bureau" meldet vom 2. d. M. aus Peking: jugendliche Arbeiter einzustellen." Von seiten der Arbeit furse finden wir viermal Fälle der Bedrohung Arbeitswilliger General Hamaguchi formiert die neue japanische Brigade, welche geber wurde" im Regierungsbezirk Potsdam vielfach über durch Ausständige" berzeichnet. Ein Eingehen auf diese im die Positionen in China besetzen soll; dieselbe wird bestehen aus Mangel an Arbeitskräften, besonders an gelernten Arbeitern Tone der Dentschrift ominösen Angedenkens dargestellten Vor- 5000 Mann der 21. und 5000 Mann der 9. Brigade unter dem getlagt." Das Angebot an Arbeitskräften konnte" im Re- gänge fönnen wir uns ersparen. Befehle des Generals Butamoto. 2000 Mann werden hier bleiben, gierungsbezirk Frankfurt a. D. die Nachfrage nicht decken, überall Einzelne Aufsichtsbeamte glauben die Gewerkschafts- die übrigen werden an der Kommmitationslinie zwischen Beking 8000 Deutsche, 1500 machte sich ein Mangel an Arbeitern bemerkbar, so daß viele Organisationen wegen ihrer energischen und rücksichtslosen und Tatu und andern Bunkten verteilt. neu aufgestellte Maschinen nicht in Betrieb genommen werden Art" tadeln zu sollen, auch„ Mißbrauch ihrer Macht" wird Amerikaner und eine gleiche Zahl Russen werden den Winter über Wieviel Engländer bleiben, ist noch nicht konnten, vielfach auch von Neubauten und Vergrößerungen den Arbeiterorganisationen vorgeworfen, während man keinen in Peting bleiben. Abstand genommen wurde".„ Arbeitsgelegenheit war immer ähnlichen Tadel über die Unternehmerorganisationen finden bestimmt. wahrscheinlich eine Brigade. zu finden, Arbeitslose gab es kaum" im Aufsichtsbezirk Berlin fann, obgleich jeder borurteilslose Beurteiler, jeder Leser der sehen sich mit Vorrat, der für sechs Monate beschafft werden muß. Die Ruffen haben ihre Schuhwache aus den faiserlichen Charlottenburg. Aus der Provinz Pommern wird berichtet, Arbeiterpresse Beobachtungen dieser Art in Hülle und Fülle Gärten fortgenommen, welche dann sofort von den Deutschen besetzt daß der Arbeitermangel sehr empfindlich und längst chronisch machen konnte. Wohl werden Fälle bösartigsten Terrorismus wurden. Die Deutschen richten die früher von der Kaiferin- Witwe geworden" ist; von zeitigem großen Arbeitermangel" schreibt der Unternehmer gegen gewerkschaftlich organisierte Arbeiter bewohnten Gebäude als Hauptquartier für den Grafen Waldersee der Posener Gewerberat; ähnliche Klage führt der Aufsichts- angeführt, aber ohne ein leises Wort der Verurteilung, so und seinen Stab ein. 600 Engländer haben vom Sommerpalast beamte für Breslau, der die Einstellung weiblicher Arbeiter daß man die Behauptung wagen kann, daß die Gewerberäte Besitz genommen. auf den Mangel an männlichen Arbeitern zurückführt. Der hierin nichts Tadelnswertes finden, daß sie fast Lobenswertes Liegniger Bericht konstatiert, daß der„ Arbeitermangel eine in einem Vorgehen dieser Art sehen. Es ist unter diesen bedenkliche Zunahme der ausländischen, namentlich galizischen Umständen wohl begreiflich, tenn es uns auch nicht e Arbeiter zur Folge hat". Aus dem Regierungsbezirt Oppeln wünschenswert erscheint, daß die Arbeiter mit der Gewerbewird gemeldet, daß der allgemeine Mangel an Arbeitskräften Inspektion sehr selten Beziehungen anknüpfen. Alle Berichte Die Rechtsungültigkeit der Lübecker StreifpostenVerordnung die Heranziehung jugendlicher Arbeiter und das Wachstum stimmen darin überein, daß das Vertrauen der Unternehmer a der Zahl der beschäftigten Galizier zur Folge hatte. zur Gewerbe- Aufsicht erheblich größer ist als das der Arbeiter. ist nunmehr gerichtlich anerkannt worden. Vielfach wird als Begleiterscheinung des Arbeitermangels Gewerberäte und Gerichte sind von einer den Arbeitern ganz Unser Brandenburger Partei- Organ hatte die Lübecker Arbeiterdie Verlängerung der täglichen Arbeitszeit durch Ueberstunden unbekannten Milde in der Beurteilung der Gesetzesübertretungen schaft aufgefordert, der Verordnung Troß zu bieten, um eine gericht festgestellt, so u. a. in den Berichten aus Arnsberg, Köln, der Unternehmer. Wohl läßt sich manchmal erraten oder ver- liche Entscheidung über ihre Rechtsgültigkeit herbeizuführen. Wegen Hannover, Stade, Osnabrück, Aurich, Posen, Merseburg und muten, daß einzelne Inspektoren von andrem Geiste beseelt dieser Aeußerung hatte die Staatsanwaltschaft gegen den Genossen Magdeburg, wobei", wie selbst der magdeburgische Gewerberat find als in ihren Berichten zum Ausdruck kommen muß. Der uth, den damaligen verantwortlichen Redacteur der Branden einer rascheren d von Transfreund Die Verbündeten verPolitische Uebersicht. Berlin, den 9. Oktober. Bürger Zeitung" Anklage erhoben, weil er angeblich zum Ungehorsam gegen Gesetze oder rechtsgültige Verordnungen aufgefordert habe. Das Brandenburger Amtsgericht aber hat die Eröffnung des Hauptverfahrens abgelehnt und diesen Beschluß wie folgt begründet: „Eine nach fj III Str.-G.-B. strafbare Handlung ist nur dann vorhanden, wenn das im K11t> bezeichnete Gesetz(die Verordnung oder Anordnung) objektiv rechtsgültig erlassen ist. An diesem Er- fordernis fehlt eS im vorliegenden Fall. Die Lübecker Verordnung, betr. das Verbot des Streikposten- stehens vom 24. April 1900 ist im Widerspruch mit Artikel S der Reichsverfassnug und 8 2 E.-G. zum Str.-G.-B. er- lassen. Sie greift in die Materie der geiverblicken Koalitions- freiheit ein, welche die Reichsgesetzgebung durch§ 152—153 der Reichs- Gewerbe- Ordnung in ihren Bereich gezogen hat. Das Strcikpostenstchen ist eins der Mittel, welche von den gewerblichen Arbeiter» gebraucht werden, um günstigere Lohn- und Arbeiisbcdingnngen zu erwirken. Die Fassung nnd der Geist des K 152 Gewerbe- Ordnung zeigen aber deutlich, dast sich die Reichsgesetzgcbung dieser Materie im weitesten Umfange hat bemächtigen wolle».(Vergl. von Buchka in der„D. Jur.-Ztg." 1900 Nr. 14 S. 310 a. E.) Ein Verbot und eine Bestrafung des Streik- Postenstehens könne also derzeit nur im Wege der Neichsgesetzgebnng erlassen werden, soweit sie sich auf gewerbliche Arbeiter beziehen sollen. Hieraus folgt die Ungültigkeit der Lübecker Verordnung vom 24. April 1900 und weiter die Unanwendbarkeit des§ III Str.-G.-B. auf den vorliegenden Sachverhalt." Die kleine Znchthansvorlage, die die„freie" Stadt Lübeck, dem Reiche nnd dcnr Reichstag zum Trotz„verordnet" hat, ist also jetzt durch richterlichen Beschluß als verfassungswidrig gekennzeichnet worden. Wir erleben somit das Schauspiel, daß in einem Einzelstaat nach verfassungswidrigen Gesetzen Recht gesprochen wird. Hat der deutsche Reichskanzler, hat das Deutsche Reich wirklich nicht so viel Ansehen und Kraft, um die freie Stadt Lübeck zu z w i n g e n, die Rcichsgesetze zu achten? Es ist sicherlich nicht geeignet, den Reichs- gedanken zu stärken, wenn man müßig zusieht, wie sich ein Bundes- staat gegen Recht und Verfassung auflehnt I— Die russische Blutschuld. lieber das jüngste Warschauer Kriegsgericht veröffentlicht unser Krakauer Partei- Organ, der„ N a p r z o d", und bürgerliche Blatter interessante Einzelheiten, denen wir folgendes entnehmen: Am Sonnabend, den 22. September d. I.. stand der Genosse E z e r w i n s k i ans Czenstochau vor Gericht. Die Anklage fußt auf einen Befehl des Generalgonvernenrs Im e r h t h n s k i an die Warschauer Truppen vom 9. August 1900, in dem Czerwinski dem Kriegsgericht überliefert wird, um nach Gesetzen, die in Kricgszeiten Geltung haben, abgeurteilt zu werden. In dem„Befehl" heißt es u. a.:„Czenvinski ist beschuldigt, Mitglied der ungesetzlichen, geheimen„Sociali st ischen Partei Polens" zu sein, die unter anderm den Zweck hat. die in Rußland geltende Staats- Ordnung auf dem Wege der Gewaltakte gegen Pe r s o n e n, d i e m it d e r Pa r t e i n i ch t sympathisieren, umzustürzen. In der Annahme, daß der Schlosser der Fabrik. Pelzer", Joseph Schancenberg, Agent der Gendarmerie ist, d. h. eine Person, die den Interessen der Partei feindlich gegenübersteht, hat Czerwinski mit andren un- entdeckten Personen beschlossen, den Schancenberg zu töten. Zu diesem Zweck lauerten sie ihn am 22. Oktober 1899 auf dem Theater- platz zu Czenstochau ab, überfielen ihn und versetzten ihm etliche Messerstiche, von denen Schancenberg auf der Straße ver- starb, nachdem er eine kurze Strecke weiter gegangen war." Am 23. September 1900 wurden die Genossen Konrad Jeziorowski, Mrozik, R n t k o w s k i und K a r c z und die beiden Angeklagten, welche während der Untersuchungshaft zu Ver- r ä t e r n ivurdep— Krawczyk und G l i n s k i— vor das Kriegs- gericht geführt. Das Kriegsgericht setzte sich aus vier Obersten zusammen. Den Vorsitz führte S t r e l n i k o lv, der noch vom Prozeß des„Prole- tariats" im Dezember 1885 und Januar 1886 in aller Eriiuiernng ist. Auch damals hagelte es Todesurteile, von denen vier ausgeführt wurden.... Die Verhandlung währte von 9'/s Uhr früh bis 12l/s Uhr nachts bei zlveistündiger Pause und war geheim. Erst nach langem Bitten erlaubte man den Müttern der Angeklagten, der Sitzung beizuwohnen. Sie verstanden ja doch nicht die russische Sprache, in welcher verhandelt wurde. Außer ihnen waren nur etliche hohe Militärs, Staatsanwälte, Offiziere, der Redactenr des Warschauer Gendarmenblatts und der Vater von G l i n s k i an- wesend. Die Zeugen, junge Bergarbeiter ans den Sosno- witzer Bezirken, kamen zum größten Teil aus der War- schauer Citadelle, in welcher sie für ihre Zugehörigkeit zur„S o c i a l i st i s ch e n Partei Polens" in Untersuchuiigs- Haft sitzen nnd ihre endgültigen Urteile erwarten. Die VerHand- klingen wurden unter Zuhilfenahme von Dolmetschern geführt, da die Angeklagten der russischen Sprache nicht mächtig sind. Nur Jeziorowski spricht ein wenig russisch. Der Anklage liegt der Befehl des Generalgonverneurs Jmerytynski an die Warschauer Armee vom 11. August 1900 zu Grunde. Die ivesentliche Stelle des Befehls lautete:„Die Angckagten sind beschuldigt, der geheimen„Sociali st ischen Partei Polens" anzugehören, welche das Ziel verfolgt, die in Rußland bestehende Staatsordnung mit Gewalt umzustürzen. AIS sie erfuhren, daß der Maschinist des Bergwerks„Fanny" Jan Mazur die Absicht hat, der Behörde von dem in der Grube bestehenden socialistischen Verein Anzeige zu machen, haben Jeziorowski und Mrozik, um dicS zu verhindern, den Plan gefaßt, ihn zu töten, und haben zur AuSübnng ihres Plans Krawczyk, Glinski, Rutkowski und Karcz bestimmt. Die letzteren kannten die Gründe zur Tötung Mazurs und waren zur Ausführung des Plans von Jeziorowski nnd Mrozik bereit; zu diesem Zweck bewaffneten sich Krawczyk und Rutkoivski mit Messern, Glinski und Karcz mit Stöcken und überfielen am Abend des 23. November 1899 im Dorfe Sielce(Gouvernement Piotrkow) den Maschinisten Maznr. Sie versetzten ihm mit ihren Waffen nnd einem schmalen Brett, das Mazur selbst trug, zwei Wrmden in den Kopf und 15 Messerwunden, an denen Mazur ca. IVe Stunden später starb. Die ungeheuerlichen„Thatsachen" des„Befehls" konnten vor Gericht nicht bewiesen werden. Dagegen wurde mit aller Klarheit bewiesen, daß die Absicht, den Spitzel Mazur zu töten, nicht bestand nnd daß man ihm nur eine Tracht Prügel verabreichen wollte. Das Verhalten der Angeklagten vor Gericht war würdig und rnhig. Dagegen trieben die zwei Verräter ihre schmachvollen Denunziationen selbst vor Gericht weiter. Genosse Jeziorowski war fest entschlossen, alle Schuld auf s i ch zu nehmen, um die andren Ivomöglich zu retten. Als z. B. Glinski gefragt wurde, ob er zur„Socialistischen Partei" gehöre und mit„Ja" antwortete, fiel ihm Jeziorowski ins Wort und erklärte, das wäre nicht wahr„er war ja dumm, er ist gar nicht schuldig. Das ist alles meine Arbeit. Ich habe über 60 socialistische Organisationen gegründet." Aus der Verhandlung ging hervor, daß der Genosse Jeziorowski der Führer der Bewegung im ganzen Bergbezirk war, alle Streiks geleitet hatte, organisatorisch thätig war usw. Mrozik war ihm dabei behilflich. Als ein Zeuge die Frage, ob Jeziorowski die Propaganda geführt hatte, verneinte, erinnerte ihn I. an verschiedene Thatsachen aus seiner Thätigkeit. Zinn Beweis, wie man die socialistische Thätigkeit in civilisierten Länden: beurteile, wies I. auf Millerands Eintritt ins Ministerium. Die andern Ge- Nossen gaben die Thatsachen unumwunden zu. In der schändlichsten Weise versuchte der Verräter Krawczyk die Angeklagten und Zeugen der L ü g e zu zeihen. Er erzählte so viel Einzelheiten, daß selbst der Vorsitzende des Kriegs- gerichts ihm entgegenwarf, er hätte wohl schon genug Opfer hereingelegt.(Krawczyk hat durch seine Aussagen über 200 Personen der Polizei übergeben!) Der zweite Verräter Glinski unterstützte K. bei allen Demmziafionen fleißig. Die Absicht des Elenden war nur zu deutlich. Denn am Schluß der VerHand- lung bat der Angeklagte Krawczyk um vollständige Begnadigung — man solle doch bedenken, daß er alles ausgesagt habe, was er aus der Bewegung wußte! Einer der Bergleute verweigerte den Zeugeneid. Als der Vorsitzende sich auf seine Religion bezog, er- widerte er:„Meine Religion, die bin ich."„Aber das Gesetz fordert den Eid."—„Mein Gesetz— das ist mein Gewissen", ant- wartete der stolze Bergmann. Nach der Beweisaufnahme sprach Genosse Jeziorowski in einstündiger Rede zu seiner Verteidigung. Unfre Genossen verhielten sich bis zum letzten Augenblick tapfer— nicht einer von ihnen bat um Gnade oder Nachsicht, trotzdem sie genau wußten, was ihnen bevorstand. Das Plaidoyer des Rechtsauwalts P a t e k(für Jeziorowski) war glänzend und tief empfunden. Erbärmlich feig war dagegen die Verteidigung des R-A S z y m a n s k i, der für Mrozik nnd Rutkowski sprach. Die andren Angeklagten wurden von einer Militärperson von Amtswege» verteidigt. Der Verteidiger sagte n. a.:„Kann eine Schar von ehrlichen und ruhigen Leuten dem Staat so fchäd- lich sein, daß er gar schon zu Kriegsgerichten greift? Fühlt sich denn die Regierung- so ohnmächtig, so bestürmt, daß sie die Be- völkerung mit Todesurteilen einschüchtern will? Warum verurteilen denn Civilgerichte bei ähnlichem Thatbestand, wo die Absicht der Tötung nicht vorlag— zu drei Monaten Gefängnis— und hier will man mit Todesurteilen vorgehen? I st es denn kein Verbrechen, eine unbeabsichtigte Tötung mit einer Tötung nach Paragraphen z u besiegeln?! Nachts um 12'/, Uhr wurden die sieben Todcsnrtcile ver- kündet. Ein Tumult entstand im Saal. Jeziorowski und andre Genoffen ohrfeigten den Verräter K r a w c z y I mitten im Gerichts- saal... Der Lärm wurde so groß, daß ihn selbst die Arbeiter, die draußen auf der Straße Nachrichten erwarteten, hörten. Zugleich erfuhren sie, daß die Schandurteile gefallen seien. Sie schworen Rache... Die Mütter der Verurteilten weinte». Der Verräter Glinski auch. Bei Verlesung des Urteils bewahrten unsre Genossen voll- ständige Ruhe. Als sie nach dem Gefänguiswagen stiegen, grüßten sie freundlich zum Abschied. Die Mütter der Verurteilten sandten sofort nach der Sitzung Gnadengesuche an den Zaren. Die Ver- urteilten selbst haben nicht das Mindeste veranlaßt. Ob auch der Tod schlimmer ist, als die lebenslänglichen oder langjährigen Zwangsarbeiten, die ihnen bevorstehen?... Der Vater des Ge- Nossen Czerwinski starb einige Tage vor der Verhandlung am Nervenschlag... Wie man sieht, enthielt der Bericht des„Berliner Tageblatts" mehr Unwahres als Wahres. Die gruselige Geschichte von den Minengängen an der Kathedrale in Zarskoe Sjelo ist von A bis Z erfunden l Ebenso unwahr ist es, daß, d i e V e r u r t e i l t e n" „umfassende Angaben" über die Organisation gemacht, d. h. Un- nötiges ausgesagt haben. Das haben von 7 Verurteilten nur 2 Verräter gethan. Das„Berl. Tagebl." spricht weiter von einer Bittschrift der Verurteilten an den Zaren. Auch das entspricht nicht den Thatsachen. Unsre Genossen hätten sich niemals zu einer Bittschrift an den Despoten verstanden. Die Mutter konnte keiner am Bitten hindern. Wahr ist dagegen die Meldung des „B. T.", daß man in den Ministerien einfach bestürzt ist über die Ausbreitung der Organisation der„Socialistischen Partei Polens", die durch die Verhandlung wieder zum Vor- schein kam. Das neue Vluturteil wird auch den weiteren Fortschritt nicht hemmen. »* Deutsches Weich. Die KrifiS. Der Katzenjammer, der bei der Börse auf die frühere tolle Kurs- treiberei der Jndustriepapiere in der Prosperitätsperiode gefolgt ist, beherrscht jetzt die ganze Lage. So viel auch die bisher in Khaki- begeisterung schwelgenden Blätter jetzt versichern, daß die Wirren in China vor ihrem baldigen friedlichen Ende ständen, die Börse läßt sich aus ihrem Zustande völliger Mutlosigkeit nicht mehr heraus- reißen. Mit Recht betrachtet sie alle Nachrichten aus der Industrie über Betriebseinschränkungen und Arbeiterentlassungen nur als das Vorspiel zu den schlimmsten Nachrichten, die man an der Börse jetzt' für die nächste Zeit erwartet. In einzelnen Börsenblättern wird im Handelsbericht bereits das Zu- saminenbrechen großer Werke für diesen Winter prophezeit, die dw schlimme Lage, in welcher sie sich befänden. nur noch mühevoll hinter allerhand Ausreden, wie„Ausbleiben von Specifikation",„augenblickliche vorübergehende Stockung" und dergl. verbergen. Ob diese düsteren Prophezeiungen in jeder Hinsicht richtig sind. wollen wir dahingestellt sein lassen; im Interesse Tausender deutscher Arbeiter würden wir wünschen, daß sie sich nicht bewahrheiten. Allein die tolle Ueberspekulation und frivole Ueberproduktion der kapitalistischen Profitmacher lassen leider das Schlimmste befürchten. Die Börse, die eine feine Witterung hat, verhält sich abwartend, und die Geschäftsabschlüsse einzelner Werke können so günstig sein wie sie wollen, sie flößen der Börse kein Zutrauen ein. Währenddem sinken die Kurse und wenn ein gutes Ereignis an der Börse an einem Tage eine„festere Haltung" bewirkt, fällt andren Tag? das Baromerer der Werke wieder um einige Grade. Der verflossene Ultimoverkehr zeigte ein erschreckendes Weichen der Kurse. Die Deutsche Bank notierte 182.50 gegen 206,75 Ultimo Januar, Diskonto-Kommandit-Anth. 168,50 gegen 194, Nordd. Lloyd 106 gegen 123, Bochumer Gußstahl-Verein 171 gegen 272. Hibernia 194,90 gegen 231,80, Gelsenkirchen 186,75 gegen 218, Laurahntte 191,45 gegen 266, Zeche Dannenbnum 86,60 gegen 139,50 usw. Diese allgemeine Entwicklung hat die! großen Banken, die mit Ware stark belastet sind, schon seit längerer Zeit veranlaßt, in stillschweigendem Einvernehmen alles zu thun, die weichenden Kurse so lange als möglich zu halten— wenigstens so lange, bis sie ihre großen Effektenbestände los sind; was hernach, wenn das Unglück hereingebrochen, die kleinen Aasgeier machen, kann ihnen fiiglich gleich sein. Da alles nichts half, ward in diesen Tagen durch eine gewisse Bankenpresse ausgesprengt, ein erstes Berliner Bankhaus habe, im Verein mit sieben andren Bankinstituten, ein Banken- Syndikat gebildet, um einen weiteren Kurs- stürz in Jnduftriepapieren zu verhindern. Aber auch das vermag keine bessere Stimmung aufkommen zu lassen, denn die Börse weiß, daß die großen Banken bei den industriellen Gründungen der letzten Jahre viel zu stark engagiert sind, um zu ihrem Effeklen- bestände noch größere Zuläufe machen zu können. Es wäre dies ein waghalsiges Beginnen und konnte überdies an der Lage auch nichts andern. Dasselbe ist ja schon vor Monaten zwcckloserweiie versucht worden, und inzwischen hat sich klar gezeigt, daß die Stockungen auf dem Markte ihre Ursache nicht bloß haben in dem Ausbruch der chinesischen Ereignisse, sondern in dem allgemeinen wirthschaftlichcn Niedergange, hervorgerufen durch die Ueber- Produktion, welcher der Konsum in keiner Weise zu folgen vermag. Währenddem nimmt auch die Vcrstciftmg auf dem Geldmarkte zu, worunter die Industrie schwer zu leiden hat. Aus Brüssel wird gemeldet, daß die belgischen Konstruktionswerkstätten mit Offerten deutscher Eisenlicferanten überlaufen werden und das zwei Monate später, da die deutsche Eisen- industrie stolz erklärte, die Aufträge nicht befriedigen zu können. Die belgiichen Kohlenzechen verkaufen jetzt 3 Franks pro Tonne unter dem offiziellen Preise. Darin sieht man mit Recht eine in Kürze bevor st ehe n de Herabsetzung des deutschen Kohlenpreises. Gegenüber der sich verschlechtern- den Lage hilft alle kluge Syudikatspolilik nichts mehr. Das Fest der Cäsaren. Am Donnerstag findet bei Homburg die Einweihung der restaurierten Saalburg, eines alten römischen Kastells und des Rcichslimesmusennis in Gegenwart des Kaisers statt. Bei dieser Gelegenheit sollen mit Zuhilfenahme schauspielerischer Kräfte Stenen aus der römischen Kaiserzeit dar- gestellt werden. Das Programm ist nach einem Frankfurter Blatt wie folgt gestaltet: Am Eingang zum Kastell wird d. laiser voraussichtlich anhalten und sich dann zu Fuß nach der?orta decurnana begeben. Dort stehen auf den Zinnen des Thors römische Legionäre mit den langen Tuben, die dem Imperator Oermauorum eutgegenschmettern, sobald sein Fnß den Boden des Kastells betritt. Ringsum auf den Mauer- zinnen sieht man römische Soldaten in„feldmarschmäßiger Ausrüstung" stehen, und der Präfekt des Kastells wird den Jmpe- rator am Eingänge mit einer lateinischen Willkommensrede begrüßen. Der Kaiser und sein Gefolge schreiten durch das Thor und begeben sich in das Innere des Hofs. Hier führt eine via triumpbalia nach dem alten Exerzierhanse, in welchem das Limesmuseum entstehen soll. Römische Soldaten bilden Spalier. Auch neugierige E ermanen- trupps haben sich eingefunden, um der Feier beizuwohnen, und stehen malerisch neben ihren schwarzhaarigen Bezwingern. Im Innern der Exerzierhalle, in welcher außer den geladenen Güsten niemand anders als in r ö in i s ch e r T r a ch t sich auf- halten darf, empfängt den Kaiser ein lateinisches Weihelied, dann ivird der von Laufs gedichtete Prolog gesprochen, die Grundstein- Urkunde verlesen und die Legung des Grundsteins in der i m alten Rom üblichen Weise vollzogen. Diese Feier ist auch insofern von historischer Kostümtreue, als gerade in der römischen Kaiserzeit derartige Feste sehr beliebt waren.— Miquelsche GermanisierungSpolttik. Die P o s e n e r Ministerkonferenz, die Maßregeln zur„Stärkung des Deutsch- tnnis" in der Provinz Posen beriet, ist nicht ohne Wirkung geblieben. Vor einigen Tagen erhielt der Tischlergeselle Stefan Borkowski aus- Galizien, der bei einem Posener Meister beschäftigt war, folgenden Polizeibefehl: „Nach den bestehenden Vorschriften darf man polnisch sprechende Ausländer polnischer Nationalität in den Handwerksbetrieben der Provinz Posen nicht beschäftigen. Da Sie aber nach eingezogenen Erkundigungen Pole sind, habe ich Ihrem Arbeitgeber, den, Tischlermeister Szezepanski aufgetragen, Sie vom 1. Oktober dieses Jahrs ab nicht mehr zu beschäftigen. Gleichzeitig fordere ich Sie auf, die Arbeit bei dem vorgenannten Meister am 1. Oktober aufzugeben und Posen zu verlassen, widrigenfalls ihre zwangsweise Ausweisung aus Preußen nach Oestreich erfolgen wird. gez. Hellmann." Bis jetzt war es üblich, ausländische Arbeiter, die man aus- weisen wollte, als„ I ä st i g" aus dem Lande zu treiben. Bei dem in diesem Falle Ausgewiesenen scheint man nicht die m i n d e st e Begründung zur„Lästigkeit" zu haben. Man macht es sich noch bequemer und greift zu einer„bestehenden" Verordnung, von der kein Mensch etwas weiß. Der Vorgang zeigt wiederum, wie notwendig es ist, die Abschaffung der Ausweisungsbesugni« mit aller Energie zu fordern.—_ Die zukünftige» Staatsretter, Zwanzig deutsche und östreichische Professoren erlassen einen Aufruf an die Studenten, in denen sie auf die Gefahren g e- schlechtlicher Krankheiten hinweisen. Sie heben hervor, daß die Verbreitung jener Erkrankungen namentlich unter den Be- suchern der großen Universitäten sehr erheblich nnd weit höher sei, als man dies nach der gesellschaftlichen Stellung nnd der Erziehung der Studierenden erwartqn sollte. „Das sei freilich eine Folge des vom Zwang der Schule be- freiten Lebens, aber gerade der größeren Versuchung gegenüber glauben diese Autoritäten ihrer Fächer darauf hinweisen zu müssen, daß nach tausendfältiger Erfahrung die Abstinenz ohne jeden Schaden für die körperliche und geistige Entwicklung der Jugend sei. Der Aufruf giebt hierauf eine Beschreibung jener verhängnisvollen Leiden, wobei auf die Rückwirkung auf Gehirn und Rückenmark, auf häufig« Nachkrankheiten, wie Gelenk- und Herzleiden, sowie auf deren Verderblichkeit hingewiesen wird. Mit besonderem Nachdruck wird auf die spätere Ehe solcher Menschen hingewiesen. Fast die Hälfte aller kinderlosen Ehen soll in früheren Erkrankungen des Manns ihre Veranlassung haben. Die Professoren bemerken ansdrücklich, daß sie sich in dieser Schilderung der Gefahren jener Er- krankungen von jeder Uebertreibung ferngehalten haben und mir die Dinge in ihrer wahren Gestalt zeigten, die freilich nicht mit dem Auge des Leichtsinns und der Gleichgültigkeit gesehen werden dürften. Die Professoren fordern also die Studenten zu möglichst vollständiger Enthaltsamkeit auf. Es sei bemerkt, heißt es weiter, daß kaum in einem andren Punkte sich zu den Schäden des Körpers so oft und so leicht solche des Charakters, der ganzen Denk- und Sinnesart gesellen, wie gerade hier." Der Aufruf ist ausschließlick von Aerzten und Hygienikern unter- schrieben. Und aus diesen Elementen rekrutiert dann der Staat seine Beamten, seine Richter, Staatsanwälte, Geheiinräte und Minister. Bielleicht erklärt sich mancher Zug in den, Gcmülszustand der herrschenden Gesellschaft aus solchen Jugend., sünden". Die Scharfmacherei wie die sittenhenchlerische Muckerei, die schwindende Intelligenz und die moralische Gewissenlosigkeit, die unsre Zeit kenn- zeichnen, sind durch körperliche Dispositionen erheblich beeinflußt, weisen doch die Aerzte eindringlich gerade auf Schädigungen des Charakters hin.—_ Das Saccharin soll nun doch noch nach den Wünschen der Agrarier mit einer hohen Steuer belegt werden. Das ist die Folge davon, daß die Vertreter der chemischen Industrie sich„inn des' lieben Friedens willen" den Agrariern gegenüber nachgiebig zeigten, indem sie sich mit der Bcsteuenmg künstlicher Süßstoffe ein- verstanden erklärten,„vorausgesetzt, daß die Saccharinsteuer nicht einer P r o h i b i t i v stener gleichkomme, wie sie die Zuckerpartei wünsche, nach welcher von 1 Kilogramm Saccharin ebenso viel Steuer erhoben werden soll, wie von 11 Centner Zucker". Selbstverständlich haben sich die Agrarier und die in deren Schlepptau befindliche Regierung nicht um die„Voraussetzungen" jener Industriellen gekümmert! Obwohl diese von nnsrer Seite rechtzeitig davor gewarnt wurden, haben sie keine grundsätzlichen Bedenken gegen die Besteuerung des Saccharins ausgesprochen, sondern nur über die Höhe der Steuer Vorbehaltungen gemacht. Die Folge davon ist, daß jetzt seitens der Reichsregierung den Handelskammern ein Gesetzentwurf zur Begutachtung vorliegt, der eine Steuer von 80 Mari pro Kilogramm Saccharin fordert, das ist das Sechs- bis Achtfache des En gros- Handelspreises des Saccharin und ebensoviel wie die Steuer von 8 Centner(400 Kilogramm) Zucker! Die schlimmsten Be« fürchtnngen der chemischen Industrie sind also so ziemlich in Er- füllung gegangen! -O Bon unsrer Fraktion wurde stets der Standpunkt vertreten, daß die Aussicht auf Besserung vorhanden sei. Wollen die Herren Agrarier zu Straßenfämpfen, die die Nacht über anhielten. Vier Personen Verwendung von Saccharin an Stelle von Zucker bei der gewerbssich vielleicht das Verdienst erwerben, die industriellen Arbeitslosen wurden getötet, 20, darunter mehrere Polizisten, verwundet; die mäßigen Bereitung von Genußmitteln verboten sein muß, damit auch für den Winter zu unterhalten, fie, die bei dem immer Verwundungen sind zum Teil schwer. Montag früh zogen bewaffnete tas Publikum nicht das billigere, nahrwertlose Saccharin an Stelle des weiter um sich greifenden System der Saisonarbeit ohnehin schon Scharen in den Straßen umber; im ganzen Bezirk von San Juan nahrhaften Zuckers zu demselben Preise wie den letzteren erhalte. im Winter alle entbehrlichen ländlichen Arbeitskräfte abstoßen?! bewaffnet sich die Bevölkerung und es wird weiteres Blutvergießen Nur dem Betrug wollten wir vorbeugen, nicht der Verwendung Sollte der Junkerübermut wirklich eine ernstliche industrielle Krisis befürchtet, da die Polizei die Ruhestörungen nicht zu unterdrücken des Saccharin überhaupt, das troz aller Anstrengungen der Zucker heraufbeschwören, so würden sie es wahrhaftig nicht sein, die den vermag. partei bis jetzt noch nicht als gesundheitsschädlich gekennzeichnet Arbeitslosen Erwerbsgelegenheit geben! werden konnte. So traurig es ist, daß weite Voltskreise zu arm Aus dem Regen unter die Traufe scheinen die Kubaner find, um zu ihrer Nahrung Zucker verwenden zu können, so verkehrt Es wird weiter geflunkert. Die Münchener Allgem. 8tg." durch die Befreiung" seitens Ameritas gekommen zu sein. Dieser ist es, sie nun dafür noch durch eine Besteuerung des Saccharins, bespricht den Verzicht der Brüsseler Socialdemokraten auf die für Tage wurden wieder Versammlungen abgehalten, in denen die andes Surrogats für Buder zu bestrafen, nur damit den Zucker: Sonntag geplante Demonstration und sagt dabei, diefer sei erfolgt, gefehensten Politiker und Generale als Hauptredner auftraten. Sie fabrikanten und ihren agrarischen Lieferanten der Absatz an Buder angeblich, weil sie( die Socialisten) sich nicht mit eventuellen führten aus, daß unter der spanischen Regierung das Land ausanarchistischen Exzessen solidarisch machen wollten." gebeutet worden sei, daß aber nunmehr unter der amerikanischen nicht verringert wird! Die ärmere Bevölkerung, die leider ge-" Thatsächlich thaten sie es wohl, weil die Stimmung in der Bürger- Regierung die Ausbeutung eine noch weit größere zwungen ist, Surrogate zu verwenden, wird durch jede Besteuerung ichaft äußerst gereizt ist und die Repression jeder Feststörung sei. Wenn in dieser Beziehung keine Abhilfe geschaffen werde, so des Saccharins geschädigt aber freilich, danach frägt ja eine Re- chaft gierung nicht, die nur den Agrariern zuliebe regieren will! schonungslos geübt worden wäre. Die Socialisten handelten müßten die Kubaner in der nächsten Zeit wieder zu den Waffen durch den Verzicht auf die Kundgebung im Interesse ihrer eignen greifen, um sich der amerikanischen Ausbeuter zu entledigen. Haut, das Bolt hätte die Belästigung der Prinzessin furchtbar geAfrika. ahndet." to Wir haben schon gestern den Sachverhalt ausführlich dargelegt Aus Transvaal. Die Einschiffung Lord Roberts' nach Engund wiederholen deshalb nur furz: Der Bürgermeister hatte uniren land wird so bald noch nicht erfolgen. Wie es jetzt heißt, werde sich Parteigenossen nahegelegt, es könnte bei der Demonstration der Feldmarschall wahrscheinlich mit den ersten zurückkehrenden 1. Der Parteitag teilt in Bezug auf die auswärtige Politit eventuell zu Gewaltthätigkeiten kommen durch Leute( gemeint Truppen nach der Heimat begeben, das werde aber erst Ende nicht die Ansicht, daß die deutsche Regierung bei allen wichtigen find Anarchisten), mit deren Doktrinen die Socialisten ja selbst November, Anfang Dezember ſein; früher wurde schon einmal geEntscheidungen in der Welt mitzuwirken hat. Der Parteitag ist nicht einverstanden seien. Diese und andre Gründe veranlaßten meldet, daß ein Teil der Truppen bereits eingeſchifft, sei. Aus vielmehr der Ansicht, daß eine Einmischung in auswärtige An- das Stadtoberhaupt, an die Führer der Partei die dringende Kapstadt wird berichtet: Wepener, Rouxville und Ficksburg find gelegenheiten in einzelnen Fall mur in Frage kommen fann dort, Bitte zu richten, die Kundgebung zu verschieben. in den Händen von Boerenabteilungen, die augenscheinlich südwärts wo sehr wichtige deutsche Interessen berührt werden. Auch fürchtung, daß es bei den zwei verschiedenen Demonstrationen getrieben werden von den Engländern, welche eine Linie quer durch in diesem Falle müssen die möglichen Vorteile einer Einmischung denn auch die beim Einzug beteiligten Massen demonstrieren ge- en Oranje- Freistaat von der Bahnlinie bis zur Grenze Natals abgewogen werden gegenüber den Opfern, welche ein militärisches wissermaßen durch den überall mitlaufenden Mob leicht zu Zu ziehen. Es wird der Versuch gemacht, diese Boerenabteilungen zu Eingreifen an Menschen und Geld nach sich ziehen kann. fanumenstößen hätte kommen können, konnten sich denn auch unsre umzingeln. Genossen nicht verschließen und lediglich deshalb unterblieb die Kundgebung. Freifinnige Weltpolitik. Engen Richter hat zum Görliger Parteitag den nachfolgenden Antrag, betreffend die auswärtige Politit eingebracht, unter dem Vorbehalt der Einbringung eines weiteren Antrags in Bezug auf die Chinapolitik. Der jezt eingebrachte allgemeine Antrag lautet wie folgt: Der Be 2. Der Parteitag ist auch der Ansicht, daß eine Weltpolitik, die zur Einmischung führt, überall, wo in der Welt etwas los ist, nicht blos nachteilige Rüdschläge für den Handel mit Noch niederträchtiger ist die Darstellung eines konservativen dem Ausland, sondern auch Gefahren für die Aufrecht- Blatts, welches die große Begeisterung der Bevölkerung bei dem erhaltung des Friedens und der Machtstellung Deutsch- Einzug des prinzlichen Paars schildert und sagt, diese jei zu danken nicht lands in Europa nach sich ziehen muß. 1 zum mindesten der finnlosen Herausforderung, welche die Ban den außerordentliche Ueberschägung der militärischen drohung einer Störung der Festlichkeiten ins Gesicht ge3. Der Parteitag glaubt überhaupt bei der Regierung eine des Maison du Peuple der Brüsseler Bevölkerung durch die AnMachtmittel in ihrer Bedeutung für internationale Handels- schleudert hatten". beziehungen wahrzunehmen, während die natürliche Förderung des Auch diese Schimpferci ist durch unsre gestrigen Feststellungen friedlichen internationalen Verkehrs durch Handelsgründlich widerlegt. verträge und durch gegenseitige Verminderung der Zollschrankenden we gerade infolge der gegenwärtigen Richtung der deutschen Handelspolitit überaus gefährdet erscheint. Sanat Ausland. Schweiz. Delegiertenversammlung des schweizerischen Grütlivereins. Basel, 7. Oktober. Verein in der Schweiz und zum größten Teil die organisatorische Der schweizerische Grütliverein, bekanntlich der größte politische durch 73 Delegierten beschickt war. Die Versammlung fand in der Grundlage der schweizerischen Socialdemokratie, hielt gestern und heute hier seine Delegiertenversammlung ab, die von 58 Sektionen Aula eines der zahlreichen Schulpaläste Basels statt. Aus dem für 1899 erstatteten umfangreichen, gedruckten Jahresbericht ist zu entnehmen, daß der Verein Eude 1899 321 Sektionen mit 10 840 Mitgliedern zählte. Das Vermögen der Centralkasse beträgt 11 972 Franks. An 41 hilfsbedürftige Mitglieder ents richtete das Centralfomitee 3898 Franks an Unterstützungen. Die sämtlichen Sektionen hatten Einnahmen Der Antrag richtet sich, wie man sieht, nicht principiell gegen die kapitalistisch- militaristische Weltmachtpolititit, sondern mir gegen die besondere deutsche Karikatur in ihren schlimmsten Bern wird uns geschrieben: Nene Anarchisten Ausweisungen aus der Schweiz. Aus Im Berichtsjahre nahm der Vereinssekretär, Genosse Nationalrat Eozuiagen mitten im Frieden, d. H. Wullschleger, eine Enquete betreffend die Revision des Fabrikgesetzes Hebertreibungen. Für Principien ist der Freifinn nicht mehr zu ohne daß irgend welche bezügliche Borgänge zur öffentlichen Kenntnis vor, wobei ihm insgesamt 395 Antworten zigingen, wovon 3 von haben. Er kritisiert nur ein bißchen und vertritt echt national- gelangt wären, die dazu hätten den Anlaß geben können, hat der einzelnen Personen. liberal den Grundsatz der goldenen Mitte, der Grundsazlosig- Bundesrat neuerdings vier Anarchisten ausgewiesen. von 149 189 Fr., Ausgaben von 137 969 Fr. und ein Gesamtteit ist. Von dem einen wird gesagt, er habe sich als gefährlicher, zu Gewalt- vermögen von 256 217 r. thätigkeiten geneigter Anarchist( er ist 20 Jahre alt) bemerkbar ge macht". Und bezüglich der andern drei heißt es, daß fie während ihres Aufenthalts in der Schweiz, namentlich im Laufe dieses Jahrs, mit Wort und Schrift anarchistische Ideen propagiert haben". Der deutsche Handel. Die„ Centralstelle für Vorbereitung yon Handelsvertägen" entnimmt einer vom Handelsdepartement zu Bern veröffentlichte Handelsstatistit die folgenden Angaben über die Entwicklung des deutschen Handels in den letzten Jahren: Gesamthandel Oestreich- Ungarn Rußland Großbritannien Frankreich Amerikanische Union Italien.. Deutschland Export 2 9 9 5 14 15 20 39 17 23 23 14 Zürich, 7. Oftober.( Eig. Ber.) Das vor einiger Zeit vom Kanton Genf erlassene Antistreikgesetz, das am 1. März 1900 in Kraft trat und das seinerzeit auch in diesem Blatte eingehend be88sprochen wurde, beschäftigte jüngst das Bundesgericht in Lausanne. Da das für jeden tonsequenten Socialdemokraten und klassenbewußten Gewerkschaftler abfolut unannehmbare Gesetz merkwürdigerweise von einer Anzahl Socialdemokraten und organis fierter Arbeiter acceptiert worden war, gelang es den Gegnern des selben nicht, die erforderliche Unterschriftenzahl für das Referendumsbegehren zusammen zu bringen, so daß es ohne die Boltsabstimmung in Straft gesetzt werden konnte. Dadurch nicht entmutigt, wandte sich der Genfer Arbeiterbund mit einem staatsrechtlichen Returs an das Bundesgericht in Lausanne, in dem er das Antistreitgesetz als einen Verstoß gegen die Bundesverfassung, speciell gegen die Bestimmungen betreffend das Vereinsrecht und die Preßfreiheit bezeichnete. Das Bundesgericht wies nun zwar den Returs ab, aber mit folgendem Vorbehalte: Wenn bei der Anwendung des Gesetzes durch die Genfer Behörden, was durchaus nicht aus geschlossen ist, in einem oder andern speciellen Fall eine Verlegung des eidgenössischen Rechts, sei es einzelner Bestimmungen der Bundesverfassung oder des Obligationenrechts, begangen werde, so soll den in ihren Rechten Benachteiligten selbstverständlich das Rekursrecht an das Bundesgericht gewahrt bleiben. 27 Das bedeutet also, daß kein andres Land eine so intensive und schnell fortschreitende Berflechtung seiner Boltswirtschaft in den Weltmarkt aufweist, wie das Deutsche Reich. Diese Thatsache findet denn auch ihren Ausdruck in der analogen Entwicklung unsrer Handelsschiffahrt. Hierüber hat der französische Nationalökonom Therry eine vergleichende Statistit für die legten 25 Jahre aufgestellt. Danach stieg die Zahl der Dampfschiffe über Hundert Tonnen in Frankreich um 151 Proz. Großbritannien um 239 Deutschland um 520 Während der gleichen Periode stieg der Gesamt- Tonnengehalt der Handelsflotte in Frankreich um Großbritannien um Deutschland um . • " 37 Proz. 102 185 Diese Ziffern beweisen nicht nur die günstigen Wirkungen der Handelsverträge von 1892, sondern auch die Thatsache, daß dieser gewaltige Aufschwung sich ohne Flotten und Weltmacht politif vollzogen hat. Mit den Anfängen der Weltmachtpolitit trifft vielmehr der wirtschaftliche Bruch zusammen.= Alle Sektionen zusammen haben in ihren Bibliotheken 44 490 Bände. Bersammlungen mit Vorträgen ab, ferner 607 Diskussionsstunden Im Berichtsjahre hielten sie 349 Bersammlungen mit Vorträgen ab, ferner 607 Diskussionsstunden und 7582 Ünterrichtsstunden für Buchhaltung, französische und andre Sprachen, Verfassungs- und Gefeßestunde, Deflamationen und Theater, Turnen und Gesang, Musik 2c. Die Buchdruckerei des Vereins in Zürich hatte bei einem Umsatz von 160 880 Fr. einen Reingewinn von 5630 Fr. Sie beschäftigt durchschnittlich 44-46 Personen bei 81/2 stündiger Arbeitszeit, den höchsten Löhnen und mancherlei andren Erleichterungen. Die Buchhandlung des Grütlivereins, ebenfalls in Zürich, hatte bei 30 000 Fr. Umfag einen Reingewinn von 2744 Fr. Die Delegiertenversammlung genehmigte alle diese Berichte ohne Debatte. Die zwei wichtigsten Verhandlungsgegenstände der Delegiertent versammlung waren die Doppelinitiative und die Sranken- und Unfallversicherung. Zu beiden Gegen ständen legte das Centralkomitee Resolutionen vor, die als Referent Genosse Wullschleger vertrat. Die Resolution betreffend die Doppelinitiative lautet: In Erwägung, 1. daß die Bewegung für die Doppelinitiative hauptsächlich vom Schweiz. Grütliverein ausgegangen ist und den wahrhaft freifinnigen und demokratischen Grundsäßen, denen der Verein von jeher gehuldigt, vollkommen entspricht; 2. daß das im Volke stark verbreitete, zum guten Teil berechtigte große Mißtrauen gegen die Bundesbehörden und ihre gesetzgeberischen Erlasse nur durch eine gerechtere Zusammensetzung der Volksvertretung und direkte Volkswahl der Bundesregierung beseitigt oder doch erheblich vermindert werden kann; 3. daß ohne Beseitigung und Das ist ein sehr merkwürdiger Entscheid des höchsten schweizerischen erhebliche Abschwächung jenes Mißtrauens die Bundesgesetzgebung Gerichtshofes, der das Genfer Antistreifgefez gewissermaßen nur auf lahmgelegt und jeder große Fortschritt auf dem Gebiet der eidZusehen, auf eine Probe hin, gelten läßt. Da wäre die unzweigenössischen Politit fozusagen unmöglich ist; 4. daß die deutige Entscheidung, daß dasselbe in der That verfaffungswidrig Doppelinitiative demgemäß nicht allein hervorragende formalund daher abzuändern oder ad acta zu legen fei, ein würdigerer politische, sondern auch große socialpolitische Bedeutung hat Justizatt gewesen. Die Entscheidung bedeutet aber trotzdem einen und ihr Sieg die notwendige Voraussetzung einer gedeihlichen moralischen Erfolg für die Rekurrenten. erreicht haben. England. Immer pfiffig. Auch in Schleswig- Holstein betreibt man Entwicklung des schweizerischen Staatswesens ist, beschließt die jetzt unter anderm die Germanisierungspolitik auch dadurch, daß man Delegierten Versammlung: I. Alle Sektionen und Mitglieder des die Güter Dänischgesinnter antauft, um sie entweder an Deutsche Was der Khakisport kostet. Bereits im August beliefen sich für die Annahme der beiden Initiativbegehren betreffend proportionale Schweizerischen Grütlivereins werden bei Vereinsehre aufgefordert, zu verkaufen oder als Domänengut zu verwalten. So hat man die Kosten des Transvaal- Feldzugs für England auf 69 323 000 pfd., Wahl des Nationalrats und Volkswahl des Bundesrats in der unlängst ein größeres Gut des Dänenführers Philipp Möller and des 400 000 000 28. Die„ Rhein- Westf. 3tg." berechnet Boltsabstimmung ihre ganze Straft einzusetzen. II. Das Centralgelauft. Die derartig ausgekauften Protestler sind durch dies die Gesamtkosten bis zur Beendigung des Kriegs auf 100 Millionen tomitee wird ermächtigt, dem schweizerischen Aktionskomitee für die profitable Geschäft wenigstens der Gefahr enthoben, ihre Dienstboten Bfund, also auf 2 000 000 000 m. Von andrer Seite werden die Doppelinitiative zur Deckung seiner Agitationskosten einen anausgewiesen zu sehen. Als Rentiers haben sie auch ungleich mehr Striegstosten jedoch weit höher angegeben. Wenn man die Summen, gemessenen Beitrag zu leisten. Zeit und Gelegenheit, sich der Agitation zu widmen als früher. die unter andren Ressorts verrechnet werden, hinzunähme, so Genosse Wullschleger bezeichnete dieselbe als eine notwendige fornielle Judustrielle Stockung in Sachsen. Durch die sächsische Presse soll die Höhe der Kosten bereits jetzt die Summe von 3 000 000 000. Kundgebung der Delegiertenversammlung und empfahl sie zur Angeht folgende Korrespondenz aus Dresden: nahme. Darüber entspann sich eine sehr lebhafte Debatte. Die Wie schwer es in der jezigen Zeit den vom Militär Stein vernünftiger Mensch kann glauben, daß diese Milliarden Berner Delegierten beantragten einen Zusak, der für den Fall der entlassenen Mannschaften wird, Arbeit zu er durch die Annexion und wirtschaftliche Ausbeutung der Boerenstaaten Verwerfung der Doppelinitiative die Obstruktions- Politik halten, davon geben die Nachfragen bei den königlichen jemals wieder eingebracht werden könnten. Die Minenaktionäre und in Aussicht nehmen wollte. Die meisten Redner, darunter auch und tommunalen Behörden nach Arbeit seitens diefer Kriegsmaterialien Lieferanten unter denen bekanntlich mit in Wullschleger, sprachen sich dagegen aus taktischen Gründer aus. Mannschaften beredten Ausdrud. Ganze Trupps von erster Linie auch die Familie Chamberlain figuriert werden aller- Speciell Wullschlager führte zutreffend aus, daß die Parteien in BeReservisten ziehen von Straße zu Straße und dings den goldenen Segen verspüren. zug auf die Doppelinitiative ihre Positionen bereits bezogen haben von Ort zu Ort, um Arbeit zu erhalten, und ſelbſt diejenigen Mannschaften, die schon lange vor Berichten vor: Durch die Wahlen am Montag gewannen sie liberalen Diese Drohung iſt fibrigens bereits in unsrer Preſſe und in unfren Ueber die bisherigen Wahlergebnisse liegen folgende Nach- und hierin die Drohung mit der Obstruktion nichts ändern würde. endigung der Dienstzeit Gesuche bei Behörden um zwei weitere Kreise: in Radcliffe und Carmarthen. Durch Bersammlungen ausgesprochen worden und es ist sicher, daß manchen fchäftigung einreichten, tönnen in den meisten Fällen nicht berüd- diese Erfolge wird die unionistische Mehrheit auf 138 herab- Mitgliedern der radikalen Partei, die schon längst zum Sammelpunkt fichtigt werden. Die Bauthätigteit liegt hier und in gemindert. Im ganzen find 327 Unionisten, 96 Liberale und aller konservativen, arbeiterfeindlichen, antidemokratischen und den großen Vororten fast gänzlich barnieder, und 69 Nationalisten gewählt. Wie„ Daily Telegr." meldet, haben sämtliche reaktionären Elemente geworden, ob dieser Perspektive nicht mehr nur in feltenen Fällen gelingt es hier einem jungen Manne, Mitglieder des Stabinetts ihre Rüdtrittsgesuche pro forma geheuer ist. Für den Ausgang der Volksabstimmung vom 4. Novbr. Arbeit auf einem Reubau zu erhalten. Ueberall hört man in die Hände des Premierniinisters niedergelegt, um jede etwa insist entscheidend, daß der letzte unsrer Genossen seine Pflicht thut. von einer Einschränkung der Betriebe. Am meisten Auge gefaßte Aenderung in der Zusammenseßung des Ministeriums Bum Uebergang zur Obstruktion ist dann Zeit, wenn die Doppels fühlbar ist dieser Umstand mit bei dem größten Verkehrsinstitute, zu erleichtern. Im wesentlichen dürfte aber an dem Charakter des initiative verworfen würde, woran er aber gar nicht glaube, da er der Eisenbahn. Dort fanden alljährlich zum Herbst Hunderte Ministeriums nichts geändert werden, es wird auf jeden Fall ein im Gegenteil den Sieg derfelben erhoffe. Sollte aber die Doppelentlassener Reservisten für wiederum aus dem Eisenbahndienste Kabinett Salisbury" sein. zur Armee entlassene Arbeiter sofort Unterkunft und Verdienst; aber da die sächsische Staatseisenbahn- Berwaltung so gut wie gar keine Leute einstellt, da eine durchgreifende Vereinfachung des Betriebs Das Gesetz über das französische Kolonialheer ist, wie stattgefunden hat, so ist auch diese Aussicht für die Reservisten zunichte die Boff. 8tg." zufolge Bariser Blätter meldet, vom technischen gemacht worden. Dasselbe Bild zeigt sich auch in Stomitee des Kriegsministeriums als praktisch undurchführbar beden privaten Betrieben- überall teine Arbeit. zeichnet worden. Im Hinblick auf die bevorstehende talte Jahreszeit ist das recht sehr zu bedauern, aber Aussicht auf Befferung dürfte vor der hand jedenfalls nicht zu erwarten Be= " " Frankreich. Rumänien. initiative wirklich verworfen werden, dann Kampf bis aufs äußerste gegen das herrschende radikale System, um es entweder zu Falle oder zu Verstand zu bringen. Schließlich wurde noch folgende Resolution, außer derjenigen des Referenten angenommen:" Die Delegiertenversammlung tritt nur deshalb heute nicht auf die Berner Anträge ein, weil erst nach einem allfälligen verwerfenden Volksvotum vom 4. November der richtige Zeitpunkt ist, über das weitere Verhalten gegenüber der Bundes Der Zusammentritt des Parlaments ist am 8. Oftober mit Gesetzgebung definitiv Beschluß zu fassen. Sie erklärt jedoch, daß fie mit den Grundgedanken der Berner Anträge einig geht und Die„ Deutsche Tageszeitung", die im Barrikadenstil den Behn- einer von dem Ministerpräsidenten verleſenen Botschaft des Königs konstatiert, daß die brutale Ausschließlichkeit der herrschenden mark- Getreidezoll, d. h. die Bernichtung unsrer Export- Industrie eröffnet worden. Die Kammer wählte den ehemaligen Minister- radikalen Bartei in der socialdemokratischen Arbeiterschaft eine hoch= fordert, weiß aus der schon jetzt kritischen Lage der fächsischen präsidenten Cantacnzene zum Präsidenten. Der Ministerpräsident radikalen Partei in der socialdemokratischen Arbeiterschaft eine HochIndustrie nichts als eine agrarische Nuzanwendung zu ziehen. Sie legte der Kammer einen Gefeßentwurf vor, betreffend die Ab- gradige Erbitterung erzeugt hat, für deren etwaige Folgen die volle Berantwortlichkeit auf das freisinnige System fällt." wundert sich nämlich nur darüber, daß die Behörden die Arbeit tretung der Reineinnahme aus dem Cigarettensuchenden Industrie- Arbeiter nicht nach dem Lande dirigiert Papier- Monopol zum Zwecke einer Anleihe, ferner einen haben, wo sie mit offenen Armen aufgenommen würden. Die Gefeßentwurf über die Abänderung der Steuer für altoholhaltige Industrie- Arbeiter würden doch sehr leichtsinnig handeln, wenn sie fich Getränke. Der Mehrertrag dieser Steuer wird auf 4 Millionen Lei aufs Land schicken ließen, um während ein paar Wochen die mit bekannter jährlich geschäßt. Großartigkeit bezahlten Ernte- Arbeiten zu verrichten, um dann für Amerika. Bezüglich der Versicherungsgesetzgebung wurde folgende Res solution beantragt: In Erwägung: 1. daß nach der Boltsabstimmung vom 20. Mai dieses Jahres in absehbarer Zeit an eine staatliche strankenversiche= rung auf dem Boden des Obligatoriums im Bunde nicht zu denken ist; 2. daß die gegenwärtig unter der Haftpflichtgesetzgebung stehende Arbeiterschaft zu einer Aufhebung oder Revision dieser Gesetzgebung den bevorstehenden Winter mit um so größerer Sicherheit der Revolten in Portorico. Wie dem New Yorker Herald" aus Erwerbslosigkeit preisgegeben zu sein. Die Deutsche Tageszeitung" San Juan gemeldet wird, tam es dort am Sonntagabend und zur Einführung einer staatlichen Unfallversicherung nur dany ignoriert denn auch geflissentlich den Passus, daß vor der Hand keine zwischen den beiden Barteien der Köderalisten und der Republikaner Hand bieten wird, wenn sie dadurch für sich keinerlei Ver Mcchterung des jetzigen ZustandS zu befürchten hat: 3. daß es ledoch unter allen Umständen Aufgabe des Bunds ist, die Kranken- und Unfallfiirsorge zu unterstützen, des ferncrn auch eine Unter- stutzung der Alters- und Juvalideufllrsorge in Aussicht zu nehmen: 4. daß eine zunehmende Verwendung von Äundesgeldern für weniger notwendige und minder nützliche Dinge zu befürchten ist, wenn nicht bald die regelmäßige Ausscheidung eines Teils der Bundes- einnahmen für die unter Ziffer 3 genannten Zwecke gesetzlich festgelegt wird: 5. daß eine zweckmäßigere Regelung der Unfallfiirsorge uiid insbesondere eine Ausdehnung derselben auf weitere Kreise durch die Bundesgesetzgebung in nicht zu ferner Zeit möglich erscheint, daß hingegen eine ersprießliche Organisation der Krankenfürsorge auf möglichst einfacher und demokratischer Grundlage unter den ge- gebenen Verhältiiissen am ehesten von der Freiwilligkeit, den Kantonen und den Gemeinden, oder von einem Zusamnienwirken aller drei Faktoren zu erwarten ist, beschließt die Delegiertenversammlung: I. Das Zentralkomitee möge bei den Bundesbehörden dahin wirken, daß der bestehende� Versicherungsfonds regelmäßig ivciter geführt wird. II. In Zustimmung zu den vom erlveiterten Ceutral- komitee am 22. Juli d. I, gefaßten Beschlüssen wird das Centraikomitee beauftragt:») seine Unterhandluiigen mit Krankenkassen- Verbänden für eine Bewegung zu Gunsten der finanziellen Unterstützung der auf' Freizügigkeit be- ruhenden freiwilligen Krankenversicherung durch den'Bund fort- zusetzen; d) über eine bessere Regelung und Ausdehnung der Unfall- fürsorge durch die Bnndes-Gesetzgebung unter voller Wahrung der Interessen der unter der Haftpflicht-Gesetzgebnng stehenden Arbeiter- schaft und Beteiligung der Arbeiter bei der Verwaltung, Unter- suchungen anzustellen und Vorschläge auszuarbeiten. III. Das Centralkomitee erhält den Auftrag, zu prüfen und darüber Bericht zu erstatten, ob und wenn ja, in welcher Weise die unentgeltliche Krankenpflege särztliche Behandlung und Heilmittel) wenigstens für gewisse Klassen der Bevölkerung durch die Kantone und Gemeinden mit finanzieller Unterstützung des Bunds eingerichtet werden könnte. In längerer Rede begründete Wullschleger die Resolution, die unter den obwaltenden Umständen einen gangbaren praktischen Weg weise, auf dem etwas erreicht werden könne und er empfahl dieselbe zur Annahme. Einen andren Standpunkt vertrat Genosse Greulich, der von den Subventionierungen nichts wissen will, da sie für die Krankenkassen selbst, welche darauf Anspruch erheben und eine solche auch erhalten würden, die schlimmsten Konsequenzen haben würden. Er hält nach wie vor fest an dem Gedanken der gesetzlichen unentgeltlichen Krankenpflege mit Bundes- mittein und er fand dabei die Unterstützung des Gcn'einderatS Müller- Bern, Bczirksrichters Lang- Zürich,' Advokaten Albisser- Luzcrn, Zgraggen-Bern, von Seidel-Zürich und andern. Es wurde schließlich fast einstimmig Littera b des II. Teils der Resolution ab gelehnt und sodann deren übriger Teil angenommen. Um 12 Uhr heute mittag waren die Verhandlungen beendet und wurde die Versammlung vom Ccutralpräsidenten Cnd-Luzcrn geschlossen._ Z�Ävkei-'MÄÄzvirszten. Totenliste der Partei. In Leipzig starb am Sonntag früh der Schriftsetzer Paul G ä b I e r. Der Verstorbene war schon in den letzten Jahren des Socialistengesetzes für die Partei thätig und zuletzt Vertrauensmann im 12. sächsischen Reichstags- Wahlkreise, bevor dessen Organisation umgcänderl wurde. — Der Chemnitzer Parteigenosse Max Berger, früher Schlosser, jetzt Versicherungsagent, verschied Freitagabend ganz un- erwartet im Stadtkrankenhause zu Leipzig. Er war einer der'Gründer des jetzigen Socialdcmokratischen Vereins für Chemnitz und Um gegend und hat ihm seit der Gründung im Jahre 1892 als Vorstands Mitglied, längere Zeit als erster Kassierer, augehört. In Bremen starb am Freitag der Gastwirt Fr. W. F r i ck, der in den siebziger Jahren der Partei sehr wesentliche Dienste leistete. Er ivar 1843 in Witten a. Ruhr geboren, erlernte die Färberei und wurde Mitglied des Allgemeinen deutschen Arbeitervereins. 1873 kam er als besoldeter ständiger Agitator nach Bremen und entfaltete hier und in' ganz Nord- Westdeutschland eine sehr lebhafte und erfolgreickie Thätig- keit. Seine fesselnde, schlagfertige und volkstümliche Rede- gewandtheit sind noch jej Gothaer Einigungskongrcj st in diesem Gebiete unvergessen. Dem und den übrigen deutschen Partei- kongressen vor dem Socialistengesetz gehörte er als Delegierter an. Von 1874 bis 1881 war er Reichstags-Kandidat für Bremen. Die verantwortliche Redaktion der in Bremen 1876—1878 erscheinenden „Freien Zeitung" lag in seinen Händen: die Redaktion brachte ihm 1878 wegen Senatsbeleidigung eine Gefängnisstrafe von 3 Monaten ein. Die Zerstörung der Organisation durch das Socialistengesetz zwang ihn, sich eine neue Existenz zu gründen. Er errichtete' eine Gastwirtschast und übernahm 1883 ein Auswandererlogis. Damit war seiner Thätigkcit für die Partei vollends ein Ziel gesetzt. Er trat nicht wieder öffentlich hervor. In den letzten Jahren erblindete er hochgradig. Einer Kopfrose ist er �jetzt im Alter von 57 Jahren erlegen. Unser Bremer Parteiorgan gedenkt der großen Dienste, die er namentlich der Bewegung in Bremen ordnend und ausbreitend in den siebziger Jahren geleistet hat. GemevKlttzslftliifges« Berlin und Umgegend. Die Stnccateure Berlins und Umgegend nahmen gestem in einer nack Cohns Festsälen einberufenen, stark besuchten ösfeut- lichen Versammlung Stellung zur Aussperrung durch die Unter- nehmer. Der Vertrauensmann Daschlltt bemerkt im Eingang seiner Berichterstattung, daß die Antwort auf die Aussperrung in der ein- stimniig angenommenen Resolution der letzten Versammlung enthalten sei. Die Unternehmer hätten inzwischen den„Arbeitswilligen" außer- ordentlich hohe Accordlöhne geboten. Aber trotzdem hätten die paar Streikbrecher die Arbeit ebenfalls niedergelegt und augenblicklich sei das Streikgebiet vollkommen frei. Der Geist unter den Ausständigen sei vorzüglich, die Lage der Unternehmer werde mit jedem Tage kritischer und unhaltbarer. Im Ausstand befinden sich im ganzen 229 Kollegen: bewilligt haben 6 Firmen. Nach der lebhaften und ausgedehnten Diskussion teilte der Vorsitzende der Versammlung mit, daß eben ein Schreiben der Unternehmer-Vereinigung eingegangen sei, in welchem die Vertreter der Arbeiter zu Unterhandlungen mit ihnen aus Mittwochmittag eingeladen werden. Es wird beschlossen, die Beantivortung dieses Schreibens der Lohnkommission zu überlassen. Ferner beschloß die Versammlung, an dem in der letzten Versammlung gefaßten Beschlutz unverbrüchlich festzuhalten, auf die Lockungen der Unter- nehmer nicht einzugehen, sondern die Arbeit nicht eher anfzunehmen, bis seitens der Lohnkommission der Streik resp. die einzelnen Sperren für aufgehoben erklärt sind. Ferner: Es verpflichten sich die arbeitenden Kollegen, zur Unterstützung der Ausgesperrten und Streikenden eine Extrasteuer von 50 Pf. pro Tag zu entrichten. Diese Steuer ist durch den von den Kollegen der'jeweiligen Firnia gewählten Depu- stierten des Sonnabends einzuziehen. Unter der Censur des FabrikpaschaS. In der Buchbinderei von W. Kämmerer wurde den Arbeitern ein ArbeitSzettel vorgelegt. der unter anderm folgende„Specielle Bedingungen" enthält: „Verweigerung der Arbeit, Ruhe, Ordnung und die Arbeit störendes Betragen, Mitteilungen über Geschäftsangelegenhciten an andre Personen, Agitation, sowie das Lesen des„Vorwärts" oder ähnlicher Zeitungen und Schriften berechtigen jederzeit zu sofortiger Entlassung." Dieses Schriftstück wurde den Arbeitern, jedem einzeln, zur Unterschrift vorgelegt. Es ist nicht näher angegeben, wie weit der Begriff der dem„Vorwärts" ähnlichen Zeitungen und Schriften geht und ob auch das Lesen des Gewerkschafts- organS damit gemeint ist. Jedenfalls ist dieses Vorgehen ein Ein- griff in die persönliche Freiheit der Arbeiter seitens der Firma, der ganz energisch abgewiesen werden muß. So wenig wie oer Arbeit- qeber dem Arbeiter vorschreiben kann, was er in den Pausen essen soll, so wenig hat er auch das Recht, ihm das Lesen bestinunter Schriften zu verbieten. Leider hat ein Teil des Personals sich ver- leiten lassen, das Cirkular zu unterschreiben. Die Angelegenheit ist dem durch die Leipziger Konferenz eingesetzte» Schiedsgericht über- geben worden. Tentfchcö Reich. Tie Düsseldorfer CentrumSpartei hat wieder ihre Arbeiter- feindlichkcit offen dargethan. Bei den Gewerbegerichts- Wahlen hat sie nach einem mit den perfidesten Mitteln geführten Wahlkampf die dortigen Gewerkschaften aus den Beisitzerstellen her- ansdrängt. Die neuen Ccntrums-Beisitzer hatten sodann nichts eiligeres zu thun, als sich den Sieg möglichst lange zu sichern. Auf den Wunsch der Beisitzer hat die Gemeindeverwaltung die Wahl- Periode von f ans 6 Jahre verlängert. Bc* Ss;~ iyswerbegerichtswahl in Aschaffenburz siegte trotz aller aepn°nsck>en Anstrengungen die socialdemokratische Liste. Zu iiner> imposanten Protestkundgcbnng, an der sich die Gewerkschaften, die Gewerkvereine und die christlichen Gewerkschaften übereinstimmend zusammenfanden, kam es am Sonntag in einer Versammlung der Gewerkschaften in Mannheim. In der Gas motorenfabrik von Benz u. Co. waren in letzter Zeit fortgesetzt organisierte Arbeiter, unter anderm auch Mitglieder des Fabrik- ausschusses. entlassen Wörde". Als Grund für diese Maßnahmen konnte man nur annehmen, daß de? Fabrikleitung die Beschwerden des Ausschusses unangenehm würden, weshalb man die Besch>i"'rdefi''hrer, langjährige in der Fabrik beschäftigte Arbeiter, entließ. Dae rücksichtslose Vorgehen der Firma hatte die Arbeiter aufs höchste erbittert und deshalb wies die zur Sache einberufene Ver sammlung der Gewerkschaften eine über Erwarten zahlreiche Beteiligung auf. Die Differenzen zwischen den einzelnen Organisa tionen waren vergessen, alle Redner erklärten, daß gegen diese Ge waltmaßregeln alle zusammenstehen müssen. Ein Redner ler Ge- werkvereine bemerkte in seinem Unmut: Er bekenne offen, daß er in der Konferenz mit der Leitung der Fabrik Benz u. Co. den Glauben an die Möglichkeit eines Zusammengehens von Arbeitgebern und Arbeitnehmern, den er 20 Jahre' lang gepredigt, gründlich eingebüßt habe. Die Firma Benz u. Co. habe bisher in dem Rufe gestanden, noch eine der humansten zu sein. Wenn derartiges am grünen Holz passiere, was sei da von« dürren zu hoffen." Zum Schluß gelangte eine Resolution zur Annahme, in der die Arbeiter einmütig gegen diese Maßregelungen protestierten. Der Slnschlust der Arbeiterschaft Elsaß- Lothringens an die gewerkschaftlichen Ccntralorgauisationen Teutschlands hat mit der dieser Tage erfolgten Auflösung des M ü l h a u s e r Metallarbeiter-Fachvereins als selbständige Organisation einen bedeutungsvollen Schritt nach vorwärts gemacht. Das Be stehen zweier gewerkschaftlicher Vereinigungen am Platze hatte zu allerhand Mißständen geführt und schließlich in der lokalen Organisa- tion den Antrag gezeitigt, diese zu Gunsten der Zahlstelle des Deutschen Metallarbeiter-Verbands aufzulösen und nur noch als Unterstiitzungsverein weiter bestehe» zu lassen. In der entscheidenden Versammlung wurde unumwunden zugestanden, daß ein lokaler Fachvereiii niemals das zu leisten im stände sei, Ivas der deutsche Verband biete: dagegen seien die Vor- urteile der reichsländischen Arbeiterschaft gegen diesen noch zu groß und die dort verlangten Beitragsleistungen zu hoch, als daß sich der Antrag jetzt schon verwirklichen lasse. Von der andren Seite wies man auf die glänzenden Erfolge des deutschen Verbands hin, der heute bereits 100 000 Mitglieder zähle und die nahezu 6000 in Hamburg ausgesperrten Kollegen seit Wochen ohne Extrasteuer und Stimmellisten zu halten vermochte. Die gegenseitige Bekämpfung, wie sie bisher in Mülhausen zwischen den beiden Orga- nisationen an der Tagesordnung gewesen, müsse aushören und anstatt dessen ein Zustand geschaffen werden bei dem ohne diese Reibereien unter den Metallarbeitern tüchtig agitiert und organisiert werden könne. Schließlich wurde einstimmig eine Resolution votiert, derzufolge der lokale Fachverein der Metallarbeiter in Mülhausen, um der'Centraiorganisation in Zukunft nicht mehr hinderlich zu sein, die Agitation als gewerkschaftliche Organisation e i» st e 1 1 t und vom Gewerkschaftskartell zurücktritt. Wie bekannt, haben auch die B u ch d r u ck e r sowie die T e x t i l- arbeiter Elsaß-Lothringens besondere Landesorganisationen. Der Verband der ersteren steht zur allgemeinen deutschen Buchdrucker- Organisation in einem Gegenseitigkeitsverhältnis, das seitens der Textilarbeiter auch für ihren Verband angestrebt tvird. Sscittlos. Handwerkselend. Wie wenig selbst auf dem Lande der handwerksmäßige Betrieb seine Existenz aufrecht erhalten kann, zeigt eine Bemerkung in dem vor kurzem erschienenen Bericht der nieder- östreichischen Handels- und Gewerbekammer für 1399. Es heißt da: „Jeder der bei der Bekleidungsgenossenschaft sJnnang) in Zistersdorf einverleibte Schuhmacher betreibt noch einen andren Beruf; zwei sind Landwirte, je einer Briefträger, Aushilsskellner, Laternenanzünder, Aushelfer beim Möbeltransportieren bezw. Jäger." Die Zustände in den Bäckereibetrieben scheinen der Behörde nun doch Anlaß zu geben, weiter durch Bundesratsverordnung auch über sanitäre Anforderungen in Backstuben und Lagerräumen gewisse Vorschriften zu erlassen. Bekanntlich sind vor kurzem amtliche Er- Mittelungen über die Zustände in den Bäckereien unternommen, das Ergebnis dieser Umfrage bestätigt nach einem Erlaß des preußischen Handelsministers Brefeld, daß in vielen Bäckereien erhebliche Mißstände hinsichtlich der Einrichtung und Beschaffenheit der Arbeits- und Betriebsräume herrschen und auf den Erlaß weiterer rcichs- gesetzlicher Bestimmungen neben den Vorschriften der Verordnung des Bundesrats betreffend den Betrieb von Bäckereien und Kon- ditoreien Bedacht zu nehmen sei. Die Aufsichtsbehörden werden gegenwärtig um ihr Urteil angegangen, ob bei der Verschiedenartigkeit der Verhältnisse allgemein gültige Vorschriften erlassen werden können. Ueber die Art der Bor- schriften wird folgendes bemerkt: „1. Dafür, daß ähnliche Mißstände wie in den Bäckereien auch m den Konditoreien bestehen, in denen neben den Konditor- waren auch Bäckerwaren hergestellt werden, bieten� die bisherigen Ermittelungen nur vereinzelte Anhaltspunkte. Indessen erscheint es mit Rücksicht darauf, daß auch in diesen Betriebe» die Oese» vielfach im Keller liegen, und daß die Betriebsverhältuisse der„gemischten" Konditoreien denjenigen der reinen Bäckereien sehr ähnlich sind, vorläufig ratsam, die Bestimmungen auch für diejenigen Konditoreien zu erlassen, ivelche Konditorwaren und Bäckerivaren herstellen. Für eine solche gleichmäßige Behandlung beider Arten von Betrieben spricht zudem auch die Rücksicht auf die Konkürrenz, die hinsichtlich mancher Ware» zwischen den Bäckern und Konditoren besteht. 2. Es ist davon abzusehen, über das Mindestmaß der Breite und Höhe der Fenster und der öffnungsfähigen Fensterfläche Be- stimmung zu treffen oder die Festsetzung solcher Maße durch die höheren Verwaltungsbehörden ausdrücklich vorzuschreiben. Nach der Absicht des Entivurfs sollen die in dieser Beziehung in den einzelnen Bezirken etwa bestehenden Vorschriften nicht berührt cherden. Ebenso soll auch für die Zukunft das Recht der zuständigen Behörden, die Frage im polizeilichen Wege zu regeln, unberührt bleibou. � 3. Die Bestimmungen über die Beschaffenheit und Einrichtung der den Gehilfen und Lehrlingen vom Arbeitgeber zugewiesenen Schlafräume werden im Wege einer auf Grund des 8 ILOe Absatz 1 der Gewerbe-Ordnung zu erlassenden Verordnung deS Bundesrats nur getroffen werden' können, wenn diese Räume nach den eigenartigen Verhältnissen im Bäcker- und Kondilorgewerbe als Arbeitsräume im Sinne des§ 120» des Gesetzes angesprochen werden können. Indem in dieser Beziehung auf das Erkenntnis des Obcr-Verlvaltungs- gerichts vom 15. November v. I. und die vielfach— so insbesondere auch gelegentlich der letzten Ausstandsbewegung der Berlin» Bäckergesellen— von den Unternehmern aufgestellte Behauptung verwiesen wird, daß die Unterbringung der Gehilfen und Lehrlinge beim Meister mit Rücksicht auf die Eigenart des Bäckercibetriebs zur ordnungsmäßigen Durchführung des Betriebs unerläßlich sei, bedarf es der Erörterung, ob es nach den Verhältnissen der einzelnen Bezirke geboten erscheint, die vom Meister gewährten Schlafräume der Ge- Hilfen und Lehrlinge als Arbeitsräume im Sinne des§ 120» der Geiverbe-Ordnung anzusehen." Zur Berichterstattung von» Parteitage waren gestern sechs Parteiversammlungen in Berlin einberufen, die sämtlich bis ans den letzten Platz besetzt und namentlich auch von Frauen stark besucht waren. Das Hauptinteresse konzentrierte sich naturgemäß auf die Frage der Beteiligung an den Landtagswahlen. Der diesbezügliche Parteitagsbeschluß rief teiliveise recht heftige Debatte» hervor. Im Nachstehenden geben wir die uns zugegangenen kurzen Berichte wieder, indem ivir uns vorbehalten, ausführlicher in der morgigen Nummer zu berichten. Tie Parteigenossen deö erste» KreiseS, die in den„Armin- hallen" tagten, wählten Chr. B o h n und G. S e i l e r als Ver- tran-'ismänner. In die Preßkommission wurde» A. T ä t e r o w und O. S ch e n s ch. in die Lokalkommission F. Lucht und T h i e r f e l d und in die Agitationskommission für die Provinz Branden- bürg A. Schuster delegiert. Als Revisoren wurden die Genoffen Fischer, Strelow und W o l d t gewählt. Die Versammlung, die sehr ruhig verlief, erklärte sich stillschweigend mit den Beschlüssen d-" Parteitags und der Thätigkeit ihrer Beauftragten einverstanden. Im zweiten Wahlkreis ergaben die Wahlen nach den Bericht- erstattnngen der Vertrauensleute, der Preß-Konnnission, der Lokal- Kommission und der AgitationS- Kommission folgendes Resultat: Zu Vertrauensleuten wurden gewählt: Scholz und G. Schmidt, zu Mitgliedern der L o k a l- K o m m i s s i o n W i l h. M e w e S. G u st a v Lehmann, und zu Mitgliedern der Preßkoni Mission Köckeritz und C o b I e n z e r. In die A g i t a t i o n s k o m m i s s i o n wird Zink gewählt. Nach den Wahlen findet noch die Bcrichterstaitnng von der Brandenburger Provinzialkonferenz und dem Mainzer Parteitag statt. Die Parteigenossen des dritten Wahlkreises tagten bei Möhring in der Admiralstraße. In Vertrauensstcllen wurden berufen: Genosse Hoch als Vertrauensmann, die Genossen Mahle und L a d e w i g als Mitglieder der Prcßkonimission, die Genossen Li er und Hinz als Mitglieder der Lokalkommission, Genosse D immi ck als Mitglied der Ägitationskommission für die Provinz Brandenburg»nd die Genossen Schulz, Jacob und L a d e w i g als Revisoren. An den Bericht der Delegierten vom Parteitag schloß sich eine Diskussion über die Beteiligung an den Landtagswahlen. Der fragliche Beschluß wurde von verschiedenen Rednern mißbilligt. Alle waren jedoch der Meiiumg, daß nach dem Beschlüsse zu handeln sei. Vierter Wahlkreis. Die Versammlung nahm die Berichte der Vertrauensleute, der Preß- und der Lokal-Kommission ohne wesentliche Debatte entgegen. Darauf wurden folgende Wahlen vollzogen: Vertrauensleute: Wengels und Franke sOstenj, Böhm und Voigt(Südosten). Mitglieder der P r e ß- K o in m i s s i o n: Schneider(Osten), Paul Hoff- mann(Südosten), der L o l a I- K o m m i s s i o n: Blume und Kalle(Osten), Karl Scholz, Hackelbusch und S e d l e r(Süd- osten). In die A g i t a t i o.n s- K o m m i s s i o n für die Provinz Brandenburg wurden Wasewitz(Osten) und I ö ch e l(Südosten) gewählt. Mit dem Amt der Revisoren betraute man die Genossen Kunart, Büchner, Döring(Osten) Berlin, I e n s ch und Erbe(Südosten). Für den Südosten wurde eine Zeituugs- kommission eingesetzt, bestehend aus den Genossen I e s ch e, Spillner. MufeuS. Hierauf folgten die Berichte der Dele- gierten von der Brandenburger Provinzialkonferenz und vom Mainzer Parteitag. In der gut besuchten Versammlung der Genossen des fünften Wahlkreises wurden, nachdem die verschiedenen Vertrauensleute ihre Berichte erstattet hatten, die folgende» Genossen geivählt: als Vertrauensleute: R e u l und S ch r o I l e: in die Preßkommission: Roth und Friedländer: in die Lokalkommission: Spät und W i l h. S ch n l z: in die AgitationS- kommission der Provinz Brandenburg: K o tz k e. Darauf erstattet Genosse Kotzke den Bericht vom Parteitag, woran sich eine längere Diskussion anschließt. Der vorgeschrittenen Zeit ivegen wird der Bericht von der Brandenburger Parteikonferenz vertagt, Tie Parteigcnoffen des sechste» Kreises waren im Kösliner Hof versammelt. Die ersten Punkte der Tagesordnung: Bericht des Vertrauensmanns, Bericht der Preßkommission und der Lokal- kommission, wurden abgesetzt und sollen nach der Reichstags-Ersatz- wähl erledigt werden.' Als Delegierter der Brandenburger Partei- konferenz referierte Werth. Ueber den Verlauf und die Beschlüsse des Mainzer Parteitags referierten Kiesel und Eugen Ernst. In der Diskussion, die sich hieran schloß, sprachen sich alle Redner gegen den Beschluß betreffs Beteiligung an der Landtagswahl aus, betonten aber gleichzeitig, daß nunmehr die Minorität die gefaßten Beschlüsse zu achten habe. Es wurde folgende Resolution angenommen:„Die heutige Versammlung erklärt sich mit den Beschlüssen des Parteitags ein- verstanden, wünschte allerdings eine andre Lösung der Landtags- rage." Ein Zusatz zu dieser Resolution, welcher die Erwartung aussprach, daß, wenn die Wahlbeteiligung sich nicht beivährt, die Befürworter derselben andre Beschlüsse herbeiführen helfen iverden, wurde abgelehnt._ Letzte Nnitzei�ztett und Vepestltzen. Rixdorf. Die Aufstellung der Kandidaten zur Stadtverordnete n- Ersatzwahl für die durch den Spruch des Ober-Verivaltungsgerichts ausgeschiedenen Genossen hatte gestern abend eine außerordentlich stark besuchte Volksversammlung vorzu« nehmen. Der große Gröplersche Saal war völlig überfüllt. Nach Referaten der Genossen Dr. Silberstein und Retzerau, die einen krili- 'chen Streifzug durch jene Sorte Kommunalpolitik darstellten, die dem Proletarier olles nimmt, der Bourgeoisie gegenüber aber im Geben nicht müde wird, wurde beschlossen, daß, um Zeit zu geivinnen, in allen sieben zur Wahl stehenden Bezirken derselbe Kandidat ans- gestellt wird. Dieser müßte sich dann in dem Fall, daß er in allen Bezirken gewählt wird, für einen derselben entscheide», was eine abermalige Wahl in den übrigen zur Folge hätte.— Als Kandidaten in diesem Sinne wurde schließlich der Hausbesitzer, Ge- noffe H e n n i g. Friedelstr. 3, nominiert.— Nach einigen kurzen begeisternden Worten des Vorsitzenden wurde die Versammlung mit einem Hoch auf den endlichen Sieg geschloffen. China. Loudo», 9. Oktober. Das Reutersche Bureau erfährt aus Peking unter dem 6. d. M.: Prinz Tsching hat vom Kaiser ein vom 1. d. M. datiertes Edikt erhalten als Antwort auf die Denkschrift Tschings, in welchem dieser im Namen der Gesandtschafte» den Rat erleilte, der kaiserliche Hof solle nach Peking zurückkehren. Der Kaiser erklärt in dem Edikt, er werde nach Peking zurückkehre», sobald die Verhandlungen eine günstige Wendung nehmen. In dem Edikt heißt es ferner, es bedürse chinesischer Machthaber, um der vielen gesetzlosen Haiidlungen von Chinesen in Peking Herr zu werden. London, 3. Oktober.(W. T. B.) Das KriegSamt hat einen Armeebefehl erlassen, durch welchen die Hauptmasse der beim Aus- bruch des südafrikanischen Kriegs einberufenen iviiliztruppen entlassen wird._ Werantwortl. Redacteur: Heinrich Wetzker in Groß-Lichterfelde. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Riax Babing in Berlin. Hierzu S Beilagen». UnterhaltmigsMait. Ir. 236. 17. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Mittwoch, 10. Oktober 1900. Solingen Bergische Arbeiterstimme" Hohegasse 7. Sozialistische Preffe Deutschlands. Stettin„ Bolts- Bote“ König Albertfir. 15. IV. Quartal 1900. Central- Organ. ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt, Beuthstr. 2, SW. 19 Täglich erscheinend." Wissenschaftliche Wochenschrift. " Die Neue Zeit." Revue des geistigen und öffentlichen Lebens. Stuttgart, Furthbachstr. 12. Straßburg i. E. Freie Bresse für Elsaß- Lothringen" Schiltigheim, Bischweilerstr. 23. " 1 Stuttgart Schwäbische Tagwacht" Furthbachstr. 12. Würzburg Fränkische Volfstribüne" Stifthaugerpfaffengaffe 3. Gewerkschaftspreffe Deutschlands. Aller 14 Tage erscheinend. IV. Quartal 1900. Dreimal wöchentlich erscheinend. Zwickau i. S. Sächsisches Volksblatt" Richardstr. 15. Leipzig Correspondent für Deutschlands Buch " Wöchentlich dreimal erscheinende Blätter. Aachen Aachener Volksblatt" Kurhausstr. 14. Crefeld Niederrheinische Volfstribüne" Breitestr. 44. Falkenstein„ Vogtländische Voltszeitung", Anzeiger für Stadt und Land. Forst i. 2. Märkische Volksstimme" Frankfurterstr. 11. Gotha Voltsblatt für die Herzogthümer Coburg und Gotha" Mohrenberg 7. Täglich erscheinende Zeitungen. Altenburg Altenburger Voltszeitung" Kunstgaffe 12. Baut Norddeutsches Voltsblatt" Neue Wilhelmshavener- Görlik Görlizer Boltszeitung" Teichstr. 2. straße 38. Königsberg i. Pr. Bolts- Tribüne" Knochenstr. 32 p. Bielefeld Volkswacht" Schulstr. 20. Bochum Volksblatt" Johanniterstr. 10. drucker und Schriftgießer", Salomonftr. 8. Wöchentlich erscheinend. Altenburg Correspondent für die Arbeiter und Ar beiterinnen der Sut= und FilzwarenIndustrie", Wilhelmstr. 2, parterre. い Berlin Die Ameise", Organ des Porzellan arbeiter Verbandes, SO., Engelufer 15 II. " Bildhauer- Zeitung", Neanderstr. 3. „ Die Ginigfeit", Organ der Vertrauensmänner Centralisationen Deutschlands, Adalbertstr. 19 II. Allg. Fahr: Zeitung", Schüßenstr. 58. „ Der Gastwirthsgehilfe", Jüdenstr. 36. " Der Steinarbeiter", Rigdorf, Bergstraße 30/31 Boltsblatt", St. Annenstr. 33. Hof pt. Braunschweig Braunschweiger Volksfreund" Höhe 4. Augsburg Augsburger Volkszeitung" H. 352. „ Der Töpfer" Engel- Ufer 15. Bremen Bremer Bürger Zeitung" Hanfenstr. 21/22. Breslau Die Wahrheit" Neue Graupenstr. 5/6. Bochum Deutsche Berg und Sütten Bremerhaven„ Norddeutsche Volksstimme" Am Markt 6. Delmenhorst Delmenhorster Voltsblatt" Koppelstr. 6. arbeiter 3eitung", Johanniterstr. 12. Breslau Volkswacht" Neue Graupenſtr. 6. Langenbielau Der Proletarier aus dem Eulengebirge" Bremen Deutsche Böttcher Zeitung", Langestr. 100 I. Ober- Langenbielau, 2. Bezirk. Brandenburg Brandenburger Zeitung, Märkisches Caffel Volksblatt für Hessen und Waldeck" Hohenthorstr. 2. Chemnih„ Volksstimme" Uferstr. 14. Dessau Volksblatt für Anhalt" Ballenstedterstr. 5. Dortmund Rheinisch- Westfälische Arbeiter- Zeitung" Weftenhellweg 120. Dortmund " Westfälische Volfstribüne" Lüdenscheid, Louisenstr. 7. Dresden Sächsische Arbeiter- Zeitung" Zwingerstr. 22. Sächsischer Voltsfreund" Zwingerstr. 22. Düsseldorf Niederrheinische Voltstribüne" Graf Adolph Straße 43. Elberfeld- Barmen Freie Presse" Friedrichstr. 37. Erfurt„ Tribüne" Futterstr. 7 p. Essen " " Der Weckruf" Gerlingsplatz 9. Wöchentlich zweimal erscheinende Blätter. " 1 Saalfeld Thüringer Voltsblatt"( Schwarzburger Volts. Chemnit Der Textilarbeiter", Uferstr. 14. freund) Rosmaringasse 7. Crefeld Fachzeitung", Organ des Verbands der Weber und verwandten Berufsgenossen, Hubertusstr. 148. Gotha Schuhmacher- Fachblatt", Mohrenberg 7. Hamburg Correspondenzblatt der Generalfom mission der Gewerkschaften Deutschlands", Marftstr. 15 II. Wöchentlich einmal erscheinende Blätter. Bant„ Die Nord- Wacht" Neue Wilhelmshavenerstr. 38. Berlin Gazeta Robotnicza" Stralauerplatz 21. Braunschweig" Der Landbote" Höhe 4. Breslau„ Wahrheit" Neue Graupenstr. 5/6. Caffel„ Der Wegweiser" Hohenthorstr. 2. Dresden Der arme Teufel" Falkenstr. 10. Gießen Mitteldeutsche Sonntags Zeitung" Kirchen: play 11. Köln Rheinische Zeitung"( Wochenausgabe) St. Agathe 3. Stuttgart Schwäbischer Volksfreund" Furthbachstr. 12. " Frankfurt a. M. Boltsstimme" Großer Hirschgraben 17. Halberstadt Sonntags- Zeitung" Balenstr. 37. Fürth Fürther Bürger- Zeitung" Königstr. 95. Gera Reußische Tribüne" Alte Schloßgaffe 11. Greiz Reußische Volkszeitung" Hohegasse. Halberstadt Boltszeitung" Batenstr. 37. Sulle a. S.„ Voltsblatt für Halle" Geiststr. 21. Hamburg Hamburger Echo" Gr. Theaterstr. 44. Harburg, Voltsblatt" Großer Schippfee 4 p. Hannover„ Bolfswille" Burgstr. 9. bof Oberfränkische Boltszeitung" Lorenzstr. 23. Karlsruhe Volksfreund" Werderplatz 31. Kiel Schleswig- Holstein'sche Volts- Zeitung" Bergstr. 11. Köln Rheinische Zeitung" St. Agatha 3. Leipzig Leipziger Volkszeitung" Tauchaerftr. 19/21. Ludwigshafen Bfälzische Post" Oggersheimerstr. 10. Lübeck Lübecker Volfsbote" Johannisstr. 50. Lüneburg Lüneburger Volksblatt" Schröderstr. 11. Magdeburg Boltsstimme" Jakobsstr. 49. Mainz Mainzer Boltszeitung"( Hessische Volksstimme") Margarethengasse 13. Mannheim Voltsstimme" R. 3, 14. München " Münchener Post" Senefelderstr. 4 I. Nürnberg Fränkische Tagespost" Luitpoldstr. 9. tlich einmal erscheinend. Berlin Die Fadel", Louisen- Ufer 11. Hanau „ Der Arbeiter"( für Bau- und Hilfsarbeiter) Gilbeck, Friedenstr. 4 pt. „ Glück auf!"( für Former), Hamburg- Gilbeck, Friedenstr. 11. Berlin Der Courier", Centralorgan für die Inter essen der im Handels, Transport und Verkehrs: gewerbe beschäftigten Arbeiter Deutschlands, SO., Engellifer 15. „ Correspondenzblatt des Verbandes der Vergolder. Deutschlands" N. Wilsnackerstr. 39. „ Deutscher Maschinist und Heizer", Organ der Maschinisten und Berufsgenossen Deutschlands, SO., Bücklerstr. 55. Die Gewertschaft", Organ für die Interessen der Arbeiter in Gasanstalten und sonstigen städtischen Betrieben, Berlin W. 30, Winterfeldstr. 25. Handlungsgehilfen Blatt" S. Oranienstraße 73 III. „ Der Handels Hilfsarbeiter", Organ für alle im Handels- und Transportgewerbe beschäftigten C., Hilfsarbeiter Deutschlands, Kommandanten Straße 25 I. „ Lederarbeiter Zeitung", N. Soldinerstr. 37, II. " Sattler und Tapezierer Zeitung", SO., Engelufer 15. Allg. Steinfeger Zeitung", NW., Waldenserstr. 18. ,, Solidarität", Organ aller im graphischen Berufse beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen, Reinicken dorferstr. 7. " Zeitschrift für Graveure und Eiseleure", Kottbuser Damm 8. Braunschweig Barbier u. Friseur 3eitung", Rosenhagen 5. Frankfurt a. M.„ Neue Deutsche Dachdecker: Zeitung", Brüdenstr. 31. Hamburg Deutsche Bäcker Zeitung", Organ des Bäcker- Verbandes, Jdastr. 15/17. „ Der Schiffszimmerer", Gilbed, Konventstr. 5. " Gärtner Zeitung", Organ für die Interessen der Gärtner und ihrer freien Vereinigungen, Margarethenstr. 50, I. „ Der Kupferschmied", Gilbeck, Marstr. 6, I. " Der Seemann", St. Pauli, Hafenstr. 116. Weckruf der Eisenbahner" Marktstr. 15. „ Der Grundstein"( für Maurer), St. Georg, Neue Brennerstr. 19 I. " Holzarbeiter Zeitung", Eimsbüttel, Bismarck- Hannover„ Der Proleterier"( für Fabrik 2. Ar= ftraße 10. = beiter und Arbeiterinnen), Leinstr. 31 III. Bruder Schmied", Uhlenhorst, Herderstr. 21, Leipzig Renduits Correspondenzblatt der Haus 8 II. Fachzeitung für Schneider", Lehmiveg 41 II. Vereins Anzeiger für Maler 2c.", Barmbeck, Schmalenbeckerstraße 17. Der Zimmerer", Barmbed, Feßlerstr. 28 I. " . Tapezierer", Gemeindestr. 19 I. Stuttgart Die Gleichheit", Zeitschrift für die Interessen der Arbeiterinnen, Furthbachstr. 12. Der Bauernfreund" Philipp Ludwigs- Anlage 9. Monatlich einmal erscheinend. Königsberg Der Ostpreußische Landvote" Knochenstr. 32. Leipzig Buchdrucker- Wacht", Tauchaerstr. 19/21. Leipzig" Der Tabatarbeiter"( für Cigarren arbeiter), Berlin„ Der Adreffenschreiber Tauchaerstr. 19/21. Witblätter( Erscheinen aller 14 Tage). München Süddeutscher Postillon" Senefelderstr. 4. Stuttgart Der wahre Jacob" Furthbachstr. 12. Jülustrierte Unterhaltungsblätter. " Berlin Jn freien Stunden" Beuthstr. 2 SW. 19. Er Offenbach Offenbacher Abendblatt" Große Marktstr. 25. fcheint in Wochenheften. Rostock Mecklenburgische Boltszeitung" Hopfenmarkt 19. Hamburg Die Neue Welt" Große Theaterstr. 44. Er Saalfeld„ Saalfelder Voltsblatt" Rosmaringaffe 15. scheint wöchentlich einmal. = Litterarisches. Leipzig- Schkendit„ Graphische Presse", Schkeudik. Linden- Hannover Brauer Zeitung", Burgstr. 9. Löbtau Dresden Der Fachgenoffe"( für Glas:, Porzellan: u. Thonwaaren- Arbeiter), Reisewigerstr. 34. Nürnberg Deutsche Metall arbeiter- Zeitung", Luit poldstraße 9. ... Offenbach a. M. Die Glaser 3eitung". Stuttgart Buchbinder Zeitung", Heusteigstr. 30. „ Der Handschuhmacher", Gierstr. 21 II. Organ des Centralvereins der im Adressenwesen und verwandten Branchen Beschäftigten, Wallstr. 57 part. „ Der Bäder", Organ für die Interessen der Bäckergesellen Berlins und Umgegend, Klosterstr. 101. „ Der Bureau Angestellte", N., Arfonaplaz 3 II. " Der Elektromonteur" S. Urbanstr. 119 I. Der Fleisch e 2" Fürstenstr. 22. * * Obige Zusammenstellung veröffentlichen wir zu Beginn jeden Quartals. In der Zwischenzeit sich ergebende AdreßMonatlich dreimal erscheinend. oder sonstige Veränderungen bitten wir uns behuss VorAltenburg Einigkeit", Bublifationsorgan für die merkung mitteilen zu wollen. deutschen Müller und Konditoren, Pfeffer und Leb Berlin, den 8. Oftober 1900. füchler- Verbände, Mauergasse 4 b. eine Stimme alt: Der Parteivorstand. Lackierergewerbe hin und betonten, daß eine Besserung nicht durch| Bauarbeiter Versammlung gefaßten Beschluß: wann tritt der das zweifelhafte Wohlwollen der Meister, sondern nur durch solida von uns festgesette neue Zahlmodus betr. des Klebewesens Neutrale oder parteiische Gewerkschaften? Ein Beitrag jeder Gelegenheit den noch nicht organisierten Berufsgenossen klar laffen, da dort auf dem Verbandstage unvermeidlich nicht nur risches Zusammenhalten der Kollegen zu erlangen sei, was man bei in Kraft, bis zum Verbandstag seiner endgültigen Lösung harren zu zur Gewerkschaftsfrage, zugleich eine Geschichte der deutschen Berg- machen müsse. arbeiterbewegung, von Otto Hue. Verlag der Berg- und HüttenNeuerungen zum Sammelwesen zum Streitfonds, sondern auch zu arbeiter Zeitung", Bochum, Johanniterstraße 12. Zu der jetzt viel Die Kupferschmiede hielten am 6. d. M. eine öffentliche Ver- den Mitgliedsbeiträgen in Erwägung gezogen werden müssen. Als ventilierten Frage, ob die Gewerkschaften Parteipolitit treiben sollen, sammlung im Gewerkschaftshause ab. erster Redner in der Diskussion über den erstatteten Bericht ergreift Die Abrechnung vom enthält die Broschüre einen beachtenswerten Beitrag. Der Verfasser Dispositionsfonds ergab im lesten Halbjahr inkl. eines Bestands wunderung darüber Ausdruck, daß die Lohnkommission sich einer Nollege Franz Kerſten das Wort. Derselbe giebt seiner Verliefert im Anschluß an die Geschichte Organisation den Beweis, der Bergarbeiter: von 2468,92 M. eine Einnahme von 3234,69 M., demgegenüber wie das Fernhalten religiöser stand eine Ausgabe von 629,01 M. Nach Berichterstattung des Ne- Sache von so weitgehender Bedeutung so furchtbar teilnahmslos und parteipolitischer Fragen für diese Organisation durchaus visionsbestands wurde dem Kassierer einstimmig Decharge erteilt. gegenüber verhält, und giebt seine Ansicht dahin lund, daß nach dem zwedmäßig und fördernd war. Dabei find die Gegensätze zu Revisoren für dir nächste Abrechnung wurden die Kollegen in dieser Sache bis jetzt Geschehenen die Lohnkommission unbedingt zwischen der christlichen Bergarbeiter- Organisation und dem alten Reinbothe, Treiz und 2. Schmidt gewählt. Alsdann erstattet Frig unter allen Umständen hätte darauf dringen müssen, so schnell wie Verband nicht außer acht gelassen, im Gegenteil ist die zweideutige den Bericht von der Gewerkschaftskommiffion, eine Diskussion fand möglich eine tombinierte Bauarbeiter Versammlung einzuberufen, Haltung der christlichen Führer und der einflußreichen ultramontanen nicht statt. Die Neuwahl ergab die einstimmige Wiederwahl des wo diese Sache unter Mitwirkung jedes Einzelnen hätte zum Austrag Dieser Teil gehört auch politisch zu einem wichtigen Kapitel, das Reinbothe bestimmt. Als Bezirkskassierer für Norden wird Kollege wäre doch durchaus nicht dazu angethan, die einmal erregten GeZeitungen durch eine Fülle des interessantesten Materials dargelegt. bisherigen Delegierten und als dessen Stellvertreter wurde Stollege gebracht werden können. Allerdings ist ja ein dahingehender Versuch nicht nur für die Gewerkschaften, sondern allgemein für die Arbeiter- H. Tausend schön, Stargarderstr. 3; für Süd- Ost Fr. König, müter der Bauarbeiter zu beruhigen. Mehrere andre Redner bewegung von Bedeutung ist. In der Bergarbeiter- Bewegung ist die Cuvrystraße 16a, III; für Süden W. Kühne, Pfuelstr. 1, 1; und sprechen im selben Sinne, und nimmt die Versammlung in Tendenz zu einer neutralen Haltung den politischen Parteien für Nordwest. Trobad), Bandelstr. 29, gewählt. Als Haupt- diefer Sache folgende Resolution gegen H. dieser Sache folgende Resolution gegen gegenüber seit Beginn der organisatorischen Versuche vorhanden. lajjierer wurde D. Bauer. Demminerstr. 5, III, wiedergewählt. Die heute, am 7. Oftober tagende Mitgliederversammlung ersucht Schon bei der Gründung des Bergarbeiter- Verbands im Rheinland Der Jumungs- Gesellenausschuß wird beauftragt, bei der Junung die Lohukommission, im Lauf dieser Woche eine tombinierte MitgliederImming und Weſtfalen im Jahre 1877 trat unser Parteigenoffe affel- vorstellig zu werden, daß das Innungsgeschent an durchreisende Gemann entschieden für eine neutrale Haltung ein, während ihm sellen nicht nur auf der Christlichen Herberge verabfolgt, sondern versammlung einzuberufen, welche endlich den Zeitpunkt feſtſeßt, von gegenüber Stözzel, der Vertreter der Centrumspartei, die Organisation in dem Belieben der Durchreisenden gestellt wird, wo sie das Ge- wann der in der Versammlung am 9. September angenommene Antrag, betreffend Klebewesen, in Kraft tritt. Unter Verbandsauf chriftlicher Grundlage aufbauen wollte. Seit jener Zeit ist der schenk verzehren wollen. Bei der Firma Flaum u. Gerlach werden angelegenheiten entspinnt sich eine längere Debatte wegen An Konflift zwischen beiden Richtungen nie verschwunden. Hue, der in die Kupferschmiede als Monteure eingestellt und nach dem Rohrder Bergarbeiter Bewegung als geschickter Organisator und leger- Tarif bezahlt, da dieselben aber Kupferschmiede- Arbeiten ver- erkennung einer geltend gemachten Maßregelung. Durch Annahme einflußreicher Leiter bekamit ist, giebt sich keineswegs der richten und in diesem Fall den tarifmäßigen höheren Lohnsatz zu eines dahin gehenden Antrags wird die Sache der Lohnkommission Hoffnung hin, daß in absehbarer Zeit durch die neutrale beanspruchen haben, so wird beschlossen, diese Angelegenheit dem zur Untersuchung überwiesen. Nachdem der Vorsitzende noch die Haltung eine Verschmelzung beider Organisationen möglich sei, Vertrauensmann in Verbindung mit dem Filialvorstand zur Regelung entfaltende Agitation aufmerksam gemacht hatte, schloß derselbe die Kollegen aus dem 6. Berliner Reichstags- Wahlkreis auf die jetzt zu aber er hofft in verschiedenen Fragen ein Zusammengehen zu be- zu überweisen. Gleichzeitig wird bekannt gegeben, daß für derartige Versammlung. wirken. Nach der Richtung sind Fortschritte zu verspüren, Berfolgung Fälle nach Versammlungsbeschluß vom August dieses Jahres der und Mißachtung, die beide Organisationen seitens der Werkbejizer tarifmäßige Mindestlohn 60 Pf. pro Stunde beträgt. Nachdem noch zu erdulden hatten, hat schließlich eine gemeinsame Aktion mehrfach der Vertrauensmann auf die Notwendigkeit der politischen Organi günstig beeinflußt und die Erfolge sind nicht ausgeblieben. Diesen fation aufmerksam gemacht und das Weißverhältnis derselben zur Zusammengehen redet der Verfasser vor allen Dingen im wohl- gewerkschaftlichen Organisation in Berlin hervorgehoben, erfolgt Schluß verstandenen Interesse der Arbeiter das Wort und man wird dieser der Versammlung. Taftit, als eine durchaus empfehlenswerte, nur volle Zustimmung Eine Versammlung der Gas- und Wasserrohrleger fand zu teil werden lassen können. am Somitag, den 7. d. M. statt, um Stellung zu nehmen gegen die Die Bergarbeiter gehören zu einer Arbeiterkategorie, die besonders neuerdings seitens der Jinung beliebte Taktit, eine thatsächliche Verschtver zu organisieren ist, das wird in trefflicher Weise schleppung der entgültigen Regelung der Lohn- und Arbeitsbedingungen von Hue auch psychologisch erklärt. Die Lohnbewegungen bieten herbeizuführen. Schlegel geißelte an der Hand von Thatsachen dieses geschichtliche Erinnerungen bedeutsamer Arbeiterkämpfe, bei welchen immerwährende Verhandeln der beiden Kommissionen, das dann zum Die brutalen Gewaltmittel des Kapitals rücksichtslos wüteten. Schluß abermals eine Ablehnung seitens der Herren Jnungsmeister Manche blutige Episode deutscher Arbeiterkämpfe ist hier der Ver- herbeiführe. In der Diskussion, in welcher die Kollegen Fischöder, Ficius, Kollegen." gessenheit entriffen, weshalb wir es frendig begrüßen, daß gerade Gurtschke, Tschöte sich mehr oder weniger für ein energisches Handeln aus Eine ordentliche Mitglieder- Versammlung des Vereins diesem Teil der Verfasser große Aufmerksamkeit gewidmet und das sprachen, wurde folgende Resolution angenommen: Die heute im Gewerk- der Fliesenleger Berlins und Umgegend tagte am 4. Ottober Material mit Fleiß bearbeitet hat. Die Broschüre enthält deshalb schafshaus tagende Versammlung der Rohrleger und Helfer erklärt, unter im Lokal Schulz, Grenadierstr. 33. Die Anwesenden nahmen zunächst nicht nur für die Bergarbeiter einen recht belehrenden agitatorischen allen Umständen an dem am 12. September endgültig aufgestellten Lohn- einen interessanten Vortrag des Genossen Adolf Hoffmann über das Stoff, fondern auch für jeden mit den Verhältnissen nicht Vertrauten tarif festzuhalten, fie verpflichtet die Kollegen, da, wo dieser Tarif Thema:„ Auf was wir stolz sind" entgegen. Eine Diskussion fand bietet sie reiche Anregung zum Verständnis der gewaltigen Gegen- nicht zur Durchführung gelangt ist, sofort mit dem Unternehmer zu nicht statt. Im Punkt Vereinsangelegenheiten gab der Kollege Huth fäge zwischen Kapital und Arbeit. verhandeln. Das Ergebnis dieser Verhandlungen ist sobald als den Bericht des Ausschusses über die Mitglieder, welche während der möglich der Ortsverwaltung mitzuteilen, welche, wenn die Verhand- Lohnbewegung gegen die Beschlüsse der Organisation gehandelt lungen nicht zur Zufriedenheit ausgefallen find, ermächtigt wird, haben. Der Ausschuß beantragt, daß aus der Organisation ausunverzüglich Maßnahmen zu treffen, welche dazu geeignet sind, die geschlossen werden: Behme, Stephan, Dittberner, Bieber Die Lackierer hielten am Montag eine öffentliche Versammlung fammlung, daß in den Betrieben, wo die überwiegende Zahl der Versammelten zu. Durchführung des Tarifs zu ermöglichen. Ferner erklärt die Ver- stein, Granzow und Müller. Diesem Antrage stimmten die in Feuersteins Saal ab. Auf der Tagesordnung stand ein Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Rosenow. Der Vortragende schilderte Beschäftigten Gas- und Wafferrohrleger sind, nach diesem Tarif geJohannisthal. Der socialdemokratische Verein für Johannisthaldie wirtschaftliche Entwicklung im Zeitalter des Kapitalismus und dahlt werden muß. Die Stommiſſion der Rohrleger und Helfer legte dar, daß die hereinbrechende Strife nicht, wie es von seiten der wurde durch die Wahl des Kollegen Tschöte ergänzt. versammlung in Johannisthal bei Senftleben ab. Der Vorsitzende Kapitalisten dargestellt wird, eine durch den Chinakrieg verursachte Die Rabinspanner und Träger hielten am 7. Oftober bei berichtete, daß im letzten Halbjahr 9 Verjannnlungen und 5 Vorstands borübergehende Geschäftsstockung sei, sondern daß wir einer Jannascht, Inselstr. 10, eine recht gut besuchte Mitgliederversammlung fizungen stattfanden. Der Verein zählt zur Zeit 52 Mitglieder. Die der im Wesen des Kapitalismus begründeten schweren wirt- ab. Zum 1. Punkt der Tagesordnung: Bericht von der letzten Einnahmen im Testen Quartal betrugen 108,45 M., dem steht eine schaftlichen Krisen entgegen gehen, und daß es im Interesse der Bahlstellenkonferenz, nahm May Kersten das Wort. Unter andrem Ausgabe von 50,15 M. gegenüber, so daß ein Bestand von 58,30 M. Arbeiter liege, sich gegen die Lohndrückerei, welche sich als Folge des sprach sich derselbe dahin aus, daß es nach Ansicht der bei der verbleibt. Auf Antrag der Revisoren wurde der Kassierer entlastet. wirtschaftlichen Niedergangs bemerkbar machen werde, durch eine Konferenz anwesenden Vertreter der einzelnen Zahlstellen, mit Die hierauf vorgenommene Neuwahl des Vorstands hatte folgendes Starte Organisation zu schüßen. Mehrere Diskussionsredner wiesen Ausnahme Mehrere Diskussionsredner wiesen Ausnahme von dreien, für das Beste und Richtigste an- Resultat: Klaus, Vorsißender; Schirmhoff, Kassierer; Swiatkowsky, auf die oft recht ungünstigen Lohn- und Arbeitsverhältnisse im gesehen wurde, den in der am 9. September kombinierten Schriftführer. Zu Hilfspersonen wurden die Genossen Klein, Luban Derlammlungen. r. S. Die bisherige Filiale des Verbands dar Gravenre und Ciseleure hielt am Dienstag, den 2. d. M., eine Versammlung ab. Zuerst wurden drei ausgeschiedene Mitglieder des Vergnügungs komitees und der Sekretär durch einstimmig angenommene Neuwahl erfegt. Dann hielt der Abg. Rosenow einen Vortrag über„ Die Stellung des deutschen Arbeiters zur Weltpolitik und den Chinairren". Unter Verschiedenem kamen die Mißstände in der Silberwarenfabrik Mein u. Co. zur Sprache. Es wurde folgende Reso Kollegen Hoffmeister eine Maßregelung, bringt dem betreffenden lution gefaßt:" Die Versammlung sieht in der Entlassung des Kollegen die vollste Sympathie entgegen und verurteilt scharf die Handlungsweise der Firma Mein u. Co. und der dortigen Niederschöneweide und Umgegend hielt am 6. Oktober seine General und Düring wiedergewählt. Zu Revisoren wurden die Genossen| April 1901 in der Schule bleiben, falls er nicht früher einen Entlassungsschlagen, so würde die Zurücknahme des Strafantrags nur eine mildere Be Krüger, Schäfer und Braun bestimmt. Die Bibliothek befindet sich schein vom Rektor erhält. Selmeckte. Die Kündigungsfrist Ihres alten strafung, nicht die Straflosigkeit zur Folge haben tönnen. E. B. Ja. wieder in den Händen des Genossen Mertins und wurden die Ge- schriftlichen Vertrags ist auch für den mündlich verlängerten maßgebend. P. K. 10. 1. Ja. 2. Nur wegen der 72 Stunden. 3. Zimmer 2. G. 2000. straße 90/91. 2. 100. Nein: weder die Mutter noch ihr uneheliches nossen vom Vorsitzenden aufgefordert, dieselbe recht häufig zu be-. 3. Sie können vollen Schadensersatz verlangen. mußen. Die nächste Versammlung soll am 20. Oftober in Nieder- Sprechen Sie mit dem Bescheid in der juristischen Sprechstunde vor. Kind verlieren dadurch, daß die Mutter die Heirat ablehnt, irgendwelche 2. Die Wage gehört zu den unpfändbaren Gegenständen. Peh. 21. Ja. Alimentationsrechte. P. S. 102. Nach Ihrer Darstellung ist es zweifel: Schöneweide bei Franz stattfinden. R. E. 1. Schlagen Sie im zweiten Teil des Adreßkalenders nach. haft, welches Recht eintritt, da Sie nicht angeben, wo die Ehe geschlossen 2. Wenden Sie sich an den betreffenden Verkäufer oder eine andre ähnliche ist und wo der lezte Wohnsitz des Verstorbenen war. Wiederholen Sie Handlung. 3. Ja. Briefkasten der Redaktion.blin werben, fo müßte Ihre Frau Interventionstlage erheben. 2. Die Pfändung juristischen Sprechstunde vor. S. Ch. 1. 6 Wochen zum ersten des 2. atin. Sollte dennoch gepfändet Ihre Anfrage unter Ergänzung dieser Buntte oder sprechen Sie in der des Lohns erfolgt durch Beschluß des Amtsgerichts. Der Beschluß wird Quartals. 2. G3 fann eine fürzere Frist vereinbart werden, jedoch muß dem Schuldner und dem Arbeitgeber zugestellt. G. B. 21. Sprechen diefelbe für beide Teile gleich sein und nicht weniger als 1 Monat betragen. Sie mit allen auf die Unfallrente bezüglichen Papieren in der juristischen Verband der Bauarbeiter nud andre. Wie oft sollen wir denn Sprechstunde vor. Ihre Anfragen sind ohne Einsicht in diese nicht zu be: die Herren Schriftführer bitten, die Versammlungsberichte auf einer Seite antworten. A. B. 30. Soviel uns bekannt, nirgends. H. 3., des Papiers zu schreiben und die Rückseite frei zu lassen? Leuten, die öfter Köpenick. Die Zurücknahme des Strafantrags kann jederzeit schriftlich er mit Redaktionen verkehren, sollte das doch schon in Fleisch und Blut überfolgen. Wird angenommen, es sei mit dem betreffenden Instrument ge- gegangen sein. Die juristische Sprechstunde findet Montag, Donnerstag und Freitag von 7-9 Uhr abends statt. Dienstag, Max Lesse. Ihre Schwester hätte den Eintritt in die Wohnung er: zwingen eventuell beim Amtsgericht auf Erfüllung des Vertrags flagen, sich ein andres Unterkommen im Hotel besorgen und die dadurch entstehenden Kosten gegen den Wirt einflagen können. O. S. 30. Nein, er muß bis Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Ver antwortung. Theater. Mittwoch, den 10. Oktober. Opernhaus. Benvenuto Cellini. Anfang 7 Uhr. Schauspielhaus. Der wilde Rent lingen. Anfang 72 Uhr. Neues Opern Theater( Kroll). Die Fledermaus. Anfang 7 1hr Deutsches. Rosenmontag. Anfang 72 Uhr. Leffing. Johannisfeuer. Anfang 72 Uhr. Berliner. Die strengen Herren. Anfang 72 Uhr. Residenz. Die Dame von Maxim. Anfang 72 Uhr. Neues. Die Butterseite. Anfang 72 Uhr. Westen. Der Bettelstudent. fang 72 Uhr. AnSchiller. Das Glück im Winkel. Anfang 8 Uhr. Secessionsbühne. Der gnädige Herr. Anfang 7/2 Uhr. Central. Der griechische Stlave. Anfang 72 Uhr. Nachin. 3 Uhr: Kindervorstellung: Die Puppe. Thalia. Der Liebesschlüssel. Anfang 7½ Uhr. Luisen. Die guten Freunde. Anfang 8 Uhr. Friedrich- Wilhelmstädtisches. Der Tugendring. Anfang 7 Uhr. Carl Weiß. Müller und Schulze auf der Pariser Weltausstellung. Anfang 8 Uhr. Belle Alliance. Der Prozeßhaust. Anfang 8 Uhr. Metropol. Specialitätenvorstellung. Der Mandarin von Tsing- ling-| ting. Anfang 8 Uhr. Apollo. Venus 72 Uhr. Specialitäten Vorstellung. auf Erden. Anfang Palaft. Specialitäten: Borstellung. Der olle Muckebold. Anfang 72 Uhr. Reichshallen. Stettiner Sänger. Anfang 8 Uhr. Carl Weiss- Theater Palast- Theater Gr. Seit Charleys Tante hat in Berlin tein Stück solche Lachfalven hervor: gerufen wie Müller und Schulze auf der Pariser Weltausstellung. Ausstattungspoffe nt. Gef. in 5 Bildern. Anfang 8 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Sonnabend, nachm. 4 Uhr: Erste Kindervorstellung. Kleine Preise. Hänsel und Gretel. Ganz neu! Thalia Theater Heute und folgende Tage: der Liebes schlüssel. Große Ausstattungsposse mit Gefang und Tanz. Jm 2. Aft: Musikalisch- automati fches Potpourri( glänzend. Finale). Hauptdarsteller: Thomas, Thielscher, Helmerding, Junkermann, Paulmüller und die Damen Milton, Schäffer, Wanovius, Junter- Schatz. Anfang 7 Uhr. Reichshallen. Täglich: Stettiner Sänger. Anfang: Wochentags 8 Uhr. Sonntags 7 Uhr. Entree 50 Pfennig. Borverkauf 40 Pf. Apollo- Theater. Letzte Woche! Venus auf Erden. Passage Panoptikum. Speciali Adele Moraw täten Vorstellung. Irania. 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Tages- Ordnung: 1. Bericht des Vorstands und der Revisoren. 2. Neuwahl zweier Revisoren. 3. Schulangelegenheiten und VerQuittungsbuch legitimiert. Beiträge werden entgegengenommen. ftatt. schiedenes. 5/3 388b Deutscher Holzarbeiter- Verband. Kreuzberger Harmonie. Donnerstag, den 11. Oktober, abends 81/2 Uhr, im Lokal des Herrn Schiller, Rosenthalerstr. 57: Metropol Theater. Branchen- Versammlung der Stellmacher. Des 9 Uhr- Ladenschlusses wegen Beginn der Operette 9,15 Uhr. Der größte Operetten: Er: folg dieser Saison. Eduard Steinberger a.. Der Mandarin von Tsing- ling- ting fowie das neue phänomenale Oftober- Special.- Progr. Jane Pierny. Bonhair- Truppe. Anfang 8 Uhr. Rauchen überall gestattet. Tages Ordnung: Am 6. d. M. starb unser altes treues Mitglied Otto Hasel. Wir werden ihm fortdauernd ein ehrendes Andenken bewahren. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 10. b. M., nachm. 5 Uhr, auf dem neuen Jakobi Kirchhof, Hermann1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten. 4. Verschiedenes. straße statt.- Treffpunkt der Sänger F Drechsler! 43 Uhr Kirchhof. 65/20 Sentral- Kranken- und BeAm Donnerstag, den 11. Oktober, abends 8½ uhr, im gräbnis- Kasse der Sattler Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15: Kommiffions- Sihung der Drechsler. Brauchen- Versammlung der Galanterie- und Luxusmöbel- Arbeiter am Mittwoch, den 10. Oftober 1900, abends Punkt 8 Uhr, im Märkischen Hof, Admiralstraße 18c. Tages: Ordnung: u. Berufsgen. Deutschlands ,, Hoffnung, E. H. Nr. 64 zu Berlin. Nachruf! Unser langjähriges Mitglied Herr Karl Ertelt ist am 4. Oftober verstorben. Die Kaffe wird dem Verstorbenen ein freundliches und ehrenvolles An4166 denken bewahren. Der Vorstand der örtl. Verwaltung. Danksagung. Allen Freunden und Bekannten, beWie verschaffen wir uns höhere Löhne und beffere fonders dem Personal der Firma Cirkus Alb. Schumann. Arbeitsbedingungen? Heute, Mittwoch, den 10. Oftober, abends präc. 71/2 Uhr: Gala Vorstellung. 5. Gastspiel der fönigl. Liliputanischen Hoffünstlertruppe Les Colibris. Ein Blick in die Märchenwelt. Die 9 kleinsten Menschen der Welt mit ihren prachtvollen Gala- Equiund 6 Liliput- Pferden, banter bas fleinste Bierb der Welt Prinz Aicha, 23 Zoll hoch. Zum Schluß: Zum 19. Male: Ein Sensationsschlager 1. Ranges: CHINA. Es ist Pflicht sämtlicher in dieser Branche beschäftigten Arbeiter, Tischler, Drechsler, Polierer, Maschinenarbeiter sowie auch der Arbeiterinnen, in dieser Versammlung zu erscheinen. der Branchen- Versammlung Musikinstrumenten- Arbeiter am Donnerstag, den 11. Oktober, abends 8½ 1hr, im Gewerkschaftshaus, Engel- llfer 15, Saal 5. Tages Ordnung: 1. Vortrag. 2. Verbandsangelegenheiten. 3. Verschiedenes. Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. Große Ausstattungs- Bantomime mit Achtung! Putzer. ganz Die llusren in Kiautschou. Achtung! Der Aufstand der Boxer- Krieg. Donnerstag, den 11. Oktober, abends 6 1hr, bei Schiller, Die Verbündeten vor Taku- Peking. 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Allen denen, die sich durch Erkältung oder Ueberladung des Magens, durch Genuß mangelhafter, schwer verdaulicher, zu heißer oder zu falter Speisen oder durch unregelmäßige Lebensweise ein Magenleiden, wie: Magenkatarrh, Magenkrampf, Magenschmerzen, schwere Verdauung oder Verschleimung zugezogen haben, sei hiermit ein gutes Hausmittel empfohlen, bessen vorzügliche Wirkungen schon seit vielen Jahren erprobt sind. Es ist dies das bekannte Verdauungs- und Blutreinigungsmittel, der Hubert Ullrich'sche Kräuter- Wein. Dieser Kränter- Wein ist aus vorzüglichen, heilkräftig befundenen Kräutern mit gutem Wein bereitet, und stärkt und belebt den Verdauungsorganismus des Menschen, ohne ein Abführmittel zu sein. Kränter- Wein beseitigt Störungen in den Blutgefässen, reinigt das Blut von verdorbenen krankmachenden Stoffen und wirkt fördernd auf die Neubildung gesunden Blutes. Durch rechtzeitigen Gebrauch des Kräuter Weins werden Magenübel meist schon im Reime erstickt. Man sollte also nicht säumen, seine Anwendung anderen scharfen, äßenden, Gesundheit zerstörenden Mitteln vorzuziehen. Symptome, wie: Kopfschmerzen, Aufstoßen. Sodbrennen, Blähungen, Uebelkeit mit Erbrechen, die bei chronischen( veralteten) Magenleiden um so heftiger auftreten, werden oft nach einigen Mal Trinken beseitigt. und deren unangenehme Folgen, wie Beklemmung, Stuhlverstopfung Rolifichmerzen, Herzklopfen, Schlaflosigkeit, ſowie Blutanstauungen in Leber, Milz und Pfortadersystem( Hämorrhoidalleiden) werden durch Kräuter- Wein rasch und gelind beseitigt. Kräuter- Wein behebt Unverdaulichkeit, verleiht dem Verdauungssystem einen Aufschwung und entfernt durch einen leichten Stuhl untangliche Stoffe aus dem Magen und den Gebärmen. Hageres, bleiches Aussehen, Blutmangel, Entkräftung fie folge ichlechter Verdauung, mangelhafter Blutbildung und eines frankhaften Zustandes der Leber. Bei gänzlicher Appetitlosigkeit unter nervöser Abspannung und Gemüthsverstimmung, sowie häufigen Kopfschmerzen, schlaflosen Nächten, siechen oft solche Krante langsam dahin. Kräuter- Wein giebt der ge schwächten Lebensfraft einen frischen Impuls. Kräuter Wein steigert den Appetit, befördert Verdauung und Ernährung, regt den Stoffwechsel kräftig an, beschleunigt und verbessert die Blut: bildung, beruhigt die erregten Nerven und schafft dem Kranten Lebenslust. Zahlreiche Anerkennungen und Dantschreiben beweisen dies. Kräuter Wein ist zu haben in Flaschen à 1,25 und 1,75 M. in sämmtlichen Apotheken von Berlin und Berlins Vororten, sowie in Preußen, ganz Deutschland und im Auslande in den Apotheken. Auch versendet die Firma ,, Hubert Ullrich, Leipzig, Weststraße 82, 3 und mehr Flaschen Kräuter- Wein zu Originalpreisen nach allen Orten Deutschlands porto: und tistefrei. Vor Nachahmungen wird gewarnt! Man verlange ausdrücklich SF Hubert Ullrich'schen Kräuter- Wein. 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Mittwos, 10. Oktober 1900. tibi stada onus in id gilsd si obiitiozinof sil Berliner Partei- Angelegenheiten. zu melden. " Das Wahlkomitee. und Der Freisinn ist, hoch gerechnet, vierzig Jahre alt und schon Gutachtens war so kurz bemessen worden, daß erst nach deren Abfindisch, wie man sieht. Die Ursache seiner Hilflosigkeit ist zu be- lauf eine Befragung des nen gebildeten Korporations- Ausschusses greifen, wenn man sich folgende Zahlen vergegenwärtigt. Nachdem für das mittlere und Kleingewerbe möglich war. Auf Antrag dieses Achtung, 6. Wahlkreis! Die Genossen und Genoffinnen 1877 schon Hasenclever gewählt worden war, siegte bei den Ausschusses beschlossen die Weltesten, das Gutachten noch dahin abzumachen wir darauf aufmerksam, daß morgen, Donnerstag, abends Wahlen von 1878 der Fortschrittler Klotz mit 20 900 Stimmen ändern, daß für die Haupt- Umzugszeiten, am 1.- 3. April und 1.- 3 Oft., 81/2 Uhr, drei Boltsversammlungen stattfinden und zwar: über den Socialdemokraten, der 15 707 Stimmen erhielt; die Wahlen sechs Abende, ferner, namentlich für den Verkauf von NeujahrsBuhlmanns Baudeville- Theater, Schönhauser Allee 148( Seferent von 1881 ließen den fortschrittlichen Sieg, der unter dem farten, zwei Abende vor Sylvester( statt nur eines) zum Ladenbetrieb Genosse G. Ledebour); Feldschlößchen, Müllerstr. 142( Referent Socialistengesetz mit 17 947 gegen 17 378 socialdemokratische bis 10 Uhr freigegeben werden mögen. Diese 7 Tage müssen, da Genosse Karl Liebknecht); Peters Gesellschaftshaus, Alt- Moabit Stimmen erfochten wurde, schon recht problematisch er- das Maximum bekanntlich auf 40 Tage im Jahre normiert ist, an Nr. 80/81( arrangiert vom Borstand des Socialdemokratischen Wahl- scheinen. 1884 fiegte afencleber mit 24 258 gegen andrer Stelle gekürzt werden, und zwar schien es zweckmäßig, auf vereins des 6. Kreises, Referent Genosse Pfannku ch). Die Tages 13 782 Fortschrittsstimmen seitdem gehört der sechste drei von den 9 Wochentagen vor Weihnachten und auf vier von den ordnung lautet in allen Versammlungen: Warum müssen Wahlkreis unsrer Partei endgültig. Bei den Startellwahlen 1887 sonst erbetenen Sonnabenden zu verzichten. Die Ausnahme von der wir socialdemokratisch wählen?" Zahlreichen Besuch gingen die freisinnigen Stimmen auf 11 750 herab, 1888 bei der elfstündigen Ruhepause(§ 139 d Gewerbe- Ordnung) soll für neun erwartet fur undada Das socialdemokratische Wahlkomitee. Erjazzwahl auf 7496, 1890, 1898 und 1898 betrug die Zahl der Wochentage vor Weihnachten, Gründonnerstag und Sonnabend vor Rigdorf. Diejenigen Parteigenoffen, deren Zeit es erlaubt, Freisinnsstimmen tros des rapiden Anwachfens der Bevölkerung Ostern, Mittwoch bis Sonnabend vor Pfingsten, beantragt werden. werden ersucht, am Tage der Wahl mitzuhelfen und sich Donnerstag 42 274, 51 569 und 58 778 amvuchsen. Diesmal will der Freiſinn versammlung der 14 195, 12 593 und 10 603, während Liebknechts Stimmenzahl auf Einen tumultuarischen Verlauf nahm die gestrige Quartalsfrüh 8 Uhr im Wahlbureau, Apollo- Theater, Hermannstr. 48-50, aus freier Entschließung überhaupt nicht mehr mitzählen. Er mag Berrüdenmacher- Innung, die unter zahlreicher Beteiligung Berliner Barbier, Friseurs sich richtig eingeschätzt haben. Die Ersatzwahlen der 3. Wählerklasse finden am Donnerstag, in einem Saale der Frankfurterstraße abgehalten wurde. Gegen den den 11. Oktober d. J., in den Stunden von vormittags 10 Uhr bis Obermeister Wollschläger, der seit dreißig Jahren den Vorsiz führt, nachmittags 6 Uhr in nachstehenden Bezirken statt: Zur Wohnungsnot lassen sich die offiziöfen Berliner Politischen ist in der letzten Zeit eine Opposition entstanden, die auf Abände Bezirk 1, umfassend: Canner Chauffee, Cannerstraße, Gärtnerstraße, Nachrichten" wunderlich aus: Wenn es richtig ist, daß in der über- rungen in der Geschäftsführung drängt. In der gestrigen VerHertzbergstraße, Stiefholzstraße, Kirchgaffe, Mittelbuschweg, Richardplay, wiegenden Zahl von Fällen die Gründe noch fort bestehen, aus sammlung plazten die Geister heftig aufeinander. Die Tagesordnung Richardstraße, Treptowerstraße, Straße 88a. Wahllokal: Evangelisches denen in den Gemeindeverfassungs- Gesetzen den Haus- und Grundbesitzern fonnte nicht erledigt werden, weil die Opposition gleich vom Beginn Vereinshaus, Richardplatz 16.( Thomassches Lokal.) eine bevorzugte Stellung in Bezug auf das passive Wahlrecht der Verhandlung an einen großen Lärm vollführte. Das Protokoll Bezirt 2, umfassend: Bergstr. 52-68, Bodestraße, Iliestraße, Jonas zur Gemeindevertretung eingeräumt ist, so unterliegt es andrerseits keinem der legten Versammlung wurde von vielen Rednern bemängelt, daran straße, Stirchhofstr. 1-9 u. 35-49, Schöneweiderstraße, Sellestraße, Warthe Zweifel, daß die Aufrechterhaltung dieser Vorzugsstellung wesentlich schloffen fich persönliche Bemerkungen, in denen mit Schimpfworten straße. Wahllokal: Hollmachsches Lokal, Bergstr. 67. davon abhängen wird, ob sie sich in der Praxis mit den allen nicht gespart wurde. Als der Obermeister Wollschläger einen der Bezirk 6, umfassend: Berlinerstraße 1-40 und 62-107. Wahllokal: andern vorangehenden Rücksichten des Gemein- Redner wegen einer unqualifizierbaren Aeußerung aus dem Saal Bezirk 9, umfassend: Hafenheibe, Karlsgartenstraße, Wanzlichstraße, wohls verträgt. Diese Voraussetzung wird vorhanden weisen wollte, entstand furchtbarer Lärm. Der Gemaßregelte Wißmannstraße. Wahllokal: Nene Welt, Hafenheide 108-114. sein, wenn die Hausbesizer in denjenigen Fragen, in denen die weigerte sich, dieser Aufforderung nachzukommen. Schließlich drohte Bezirk 13, umfassend: Prinz Handierystraße. Wahllokal: Witten: Sonderinteressen des städtischen Haus- und Grundbesizes die Sache in Thätlichkeit auszuarten und so sob sich der Vorsitzende bergsches Lokat, Prinz Handjerystraße 69. mit denen der Gesamtheit nicht übereinstimmen, ihre be genötigt, die Versammlung kurzer Hand zu schließen. Die Ver Bezirk 14, umfassend: Stopfstraße, Steinmetstr. 20-67. Wahllokal: fonderen Interessen unterzuordnen wissen. Eine Probe auf fammlung hatte ziemlich vier Stunden gedauert. Wie es heißt, will dieses Erempel wird namentlich das Verhalten der städtischen der Vorstand der Innung wegen der gestrigen Vorgänge zurüc Bezirk 15, umfassend: Edmundstraße, Hermannstr. 99-166, Herthastraße, Gemeinden gegenüber der Wohnungsfrage bilden. Kirchhofstr. 10-34, Senefebedstraße, Kranoldplay, Kranoldstraße, Mariendorfer Frage wird durch die in jüngster Zeit vielfach hervorgetretene Berwaltungsbehörde wegen der Borgänge in der Innung beschweren. Diese treten. Die Mitglieder der Opposition wollen fich dagegen bei der Weg, Reinholdstraße, Ringbahnstraße. Wahllokal: Graffundersches Lokal, Hermannstr. 156. Wohnungsnot, namentlich in den ärmeren Kreisen der Bea Schon wieder ein brennender Accumulatorenwagen. Heute völkerung, den Gemeinden kräftig in Erinnerung gebracht. Aber auch abgesehen von diesem Momente liegt die Inangriff morgen gegen 1/2 6 Uhr gerieten die Accumulatoren des Straßenie Gemeinden im dringenden Interesse, der Erhaltung verkehrt, am Rosenthaler Thor in Brand. Der Wagen, der glücklicher und Lösung der Wohnungsfrage durch bahnwagens 1650, der auf der Linie Gesundbrunnen- Kreuzberg der leiblichen und sittlichen Gesundung in der Bevölkerung. weise nicht start befegt war, schleppte sich bis zum Hackeschen Markt in dem Bezirk abgeben, wo sie vor dem 1. Juli dieses Jahres ge des Haus- und Grundbesizes vielfach in direktem Gegensage Weiche sprang er jedoch aus den Schienen. infolge dessen der Bes Gerade aber auf diesem Gebiete stehen die materiellen Interessen und sollte dort auf ein Nebengeleise überführt werden. An der Hildebrandtsches Lokal, Berlinerstraße 105, Hartmannsches Lokal, Kopfstr. 59. Wahlberechtigt ist jeder preußische Staatsangehörige, der im Besitz der bürgerlichen Ehrenrechte ist und bis zum 1. Juli d. I. das 24. Lebensjahr erreicht hat, sowie mindestens die 2. Steuerstufe Diejenigen Wähler, welche verzogen sind, müssen ihre Stimme ( 1,33 M. pro Vierteljahr) bezahlt. wohnt haben. Pflicht der Parteigenossen ist es, daffir zu agitieren, daß am Donnerstag jeder Wähler der 3. Abteilung von seinem Wah I recht Gebrauch macht. Groß- Lichterfelde. Heute Mittwoch, den 10. Ottober, abends 8 Uhr, findet im Saal des Herrn Pagel, Chauffeestraße 104, eine Protest versammlung wegen Aufnahme der Streiftlausel seitens der Gemeinden Lichterfelde und Lantwit statt. Die Arbeiter der beiden genannten Orte, insbesondere die Bauarbeiter werden ersucht, vollzählig zu erscheinen. 1997 Der Einberufer. nahme trieb für die Straßenbahnlinie Weißenburgerstraße- zoologischer Garten gestört wurde. Es dauerte nahezu 11/2 Stunden, bevor der Stoloß soweit betriebsfähig gemacht werden konnte, daß seine Zurückführung nach dem Depot erfolgen konnte. zu den Forderungen des Gemeinwohls, und es hieße, zweifellos die Vorrechtsstellung der Hausbefizer in den Gemeinde Das Wahlkomitee. vertretungen von Innen heraus unterhöhlen, wenn infolge des Einflusses der Hausbesiger deren materielle Intereffen eine Steglitz. Die Erfazwahlen für die 3. Klasse der Gemeinde- wirksame Bethätigung der Gemeinden auf diesem Gebiete ver Die Große Berliner. Eine große Verkehrsstörung vertretung finden am Dienstag, den 16. Oktober, von 3 bis 8 Uhr, hindern oder auch nur ernstlich erschweren sollten. entstand gestern mittag an dem Hause Leipzigerstr. 74. Dort war in den Kaiserhallen statt. Die Wahl erfolgt auf Grund der Wähler- Das ist nur ein Schreckschuß. Die Hausbesitzer wissen sehr ein Accumulatoremwagen in Brand geraten, die Passagiere hatten listen vom März cr. für den zweiten Bezirk( östlich der Bahn). wohl, daß sie die wesentlichste Stüße des unter dem Begriff der sich rechtzeitig in Sicherheit gebracht und die Feuerwehr löschte das Steglitz und Umgegend. Donnerstagabend 8 Uhr findet in Ordnung verkörperten Uurechts sind und daß sie daher trop des Feuer mit einigen Eimern Wasser ab. Da jedoch der im Hause der den Kaiserhallen", Stegliz, Albrechtstraße 130, eine Bolts- offenbar unter dem Eindruck des gegenwärtigen Elends eingegebenen Abgeordneten befindliche Feuermelder gezogen war, so rückte die veriammlung statt mit folgender Tagesordnung: 1. Vortrag: Beschwichtigungsartikels nach wie vor ihre Interessen den Interessen der Wehr in der für einen Brand in den Staatsgebänden vorgeschriebenen Ueber die Bedeutung der Konsumgenossenschaften für die Arbeiter." Gesamtheit voranstellen dürfen, Man vergegenwärtige fich nur die großen Stärke an. Hierdurch entstand bei dem ohnehin lebhaften 2. Diskussion. Absurdität des Falls, daß die preußische Regierung dem Ab- Verkehr in jener Gegend eine große Stockung, unisomehr, als sich Für diese Versammlung findet am Mittwochabend eine Flug- geordnetenhause einen Gefeßentwurf vorzulegen wagte, der das Vor- gewaltige Menschenmengen ansammelten. Auch an der Jerufalemer blatt- Verbreitung von den bekannten Lokalen aus statt. recht der Hausbesizer zu Gunsten der unterdrückten Bevölkerungs- sirche gab es eine große Ansammlung. Dort war eine Droschte Der Treffpunkt für den zweiten Bezirk ist von Gärtner, Schloß- schichten beschneidet! ugleg somit der elektrischen Straßenbahn zusammengestoßen. Menschen straße, nach Wolfs Lokal, Schildhornstr. 98, verlegt. Unfre gestrigen Mitteilungen aus der städtischen Verkehrs- wurden nicht verletzt; der Materialschaden ist nicht allzu erheblich. Der Destillateur Auguft König aus der Wrangelstraße 1, deputation, die über die Hintertreppenpolitit der Großen Berliner endlich Klarheit brachten, sind dem offiziellen Organ dieser Gesellschaft, der Montagnachmittag seinen aus wirt zu töten versuchte, wurde der National- Zeitung" hart auf die Nieren geschlagen. Das Blatt gestern morgen um 5 Uhr von Kriminalbeamten, die dort eine bringt einen Artikel, in dem uns etwas wahrhaft Gräßliches Streife machten, ergriffen und nach dem Polizeipräsidium gebracht. in puncto Umsturz zum Vorwurf gemacht wird: Wir machten für Er bestreitet, auf den Hauswirt geschoffen zu haben, will ihn viel die Berstadtlichung großer Unternehmungen Stimmung mehr ohne die Absicht, ihn zu töten, nur zweimal mit einem Stück Nun dente man sich nach der National- Beitung" die Folgen solchen Gasrohr geschlagen haben. Dieser Behauptung widersprechen aller= Frevels: dings die Bekundungen einiger Hausbewohner, die das Schießen Es giebt faum einen andern Weg, auf dem sich unter den gehört haben wollen, und die Beschaffenheit der Wunde. heutigen staatlichen Verhältnissen den socialdemokratischen Revolver hat man nicht gefunden. Gestern vormittag fanden durch Idealen so nahe kommen läßt. Es bedarf keiner näheren Dar den Bezirkskommissar Kriminalfommissar Dr. Groß mehrere Verlegung, daß dies in principieller Beziehung der Fall ist, wenn die nehmungen statt. Privatunternehmung möglichst ausgeschaltet wird. Aber auch unter Jubiläum. Vom Centralverband der Brauer Deutschlands ers. dem Gefichtspunkt der Erlangung von Macht und Einfluß trifft es zu. Je größer die Zahl der von den Städten selbst be balten wir folgende Zuschrift: Sein 25 jähriges Dienstjubiläum betriebenen industriellen und Verkehrsunternehmungen wird, um ging am 1. Oktober d. J. der Maurer Herr Joseph Gärtner in der Schultheiß- Brauerei Attiengesellschaft, Abteilung 1. Aus jo größer die Zahl der Personen, denen man begreiflich diesem Anlaß hatten die Ausschußmitglieder der Abteilung I im machen kann, daß sie ein dringendes Interesse daran haben, social. des großen Saale Gewerkschaftshaufes Fest demokratisch in der Stadtverordneten Versammlung vertreten zu veranstaltet. Etwa 500 Personen saßen an den Tafeln des sein: sowohl behufs Herabdrückung des Preises für die Dar der Ehrentafel der Jubilar, Der Wahlverein der Freifinnigen Volkspartei im sechsten Berbietungen der städtischen Unternehmungen der etwaige Ausfall festlich geschmückten Saals der Generaldirektor Herr Kommerzienrat Rösicke und die gekann ja durch die Steuern der wohlhabenderen Einwohner gedeckt famte Direktion des Centralbureaus, der Abteilung I, II and IV. liner Reichstags Wahlkreise hat in einer gestern abend bei Fey, werden, als behufs Geltendmachung der Ansprüche der An Brunnenstr. 184, abgehaltenen Versammlung beschlossen, sich an der bevorstehenden Reichstags- Nachwahl nicht zu beteiligen gestellten in der Art, wie die Socialdemokratie in jedem Streit während der Tafel beglückwünschte Herr Generaldirektor Rösicke den Jubilar in einer kernigen Ansprache, die in ein mit stürmischer Beund den freifinnigen Wählern Stimmenthaltung zu empfehlen. Der Gesamtvorstand des Wahlvereins und die VorEs grenzt nach der National- Zeitung" offenbar au Monarchen- geisterung aufgenommenes Hoch auf den Gefeierten ausklang. Nachstände der einzelnen Bezirksvereine, welche dem Wahlverein an- mord, wenn man für die Erlösung von der Großen Berliner wirkt. Den von der Direktion und einem Ausschußmitgliede noch einige Magistrat und Stadtverordnetenniehrheit beherzigen hoffentlich den Reden gehalten waren, wurde die Tafel aufgehoben und der Jubilar gehören, ließen durch den Abg. Fischbeck die nachstehende Ne- Wint, tehren schleunigst vom Zafterpfade um, beten fürder zur Un nahm die Gaben, die ihm von der Firma, von dem Generaldirektor, folution begründen: von den Beamten und seinen Mitarbeitern zum Andenken überreicht Die auf den 8. Oftober einberufene Versammlung von fähigkeit des Privattapitalismus und überlassen es für alle Ewigkeit wurden, entgegen. Ein Tanz beschloß das selten schöne Fest, unb Die auf den 8. Oktober einberufene Bersammlung von Wählern der Freifinnigen Wollspartei im 6. Berliner Reichstage. der Straßenbahn- Direktion, die Berliner Bevölkerung nach Herzens die Sonne begrüßte bereits die legten, die die gastlichen Näume luft zu brangfalieren. Johnverließen... Wahlkreise beschließt für die bevorstehende Reichstags- Ersatzwahl luft zu brangfalieren. Die Sammelliste Nr. 103 zum Parteitag ist verloren gegangen und bei ev. Vorlegung anzuhalten und in der Expedition des Vorwärts" abzugeben. Tokales. Zur Nachwahl im sechsten Reichstags- Wahlkreise. Den Freifinnigen im Wahlkreise ist sehr zeitig die Puste aus. gegangen. In einer gestern abend abgehaltenen Bersammlung beschlossen sie gemäß ihrem Princip der Unentwegtheit Enthaltsamteit zu üben. Die„ Berl. 8tg." bringt über die Angelegenheit folgenden Bericht: Partei nimmt. ant ein Den in Erwägung, daß es sich lediglich um eine Erfagwahl handelt Einen Rüffel giebt der offiziöfe Schweinburg der Berliner Gegen eine Kaution von 30 000 Mark wurde der Studiosus und daß bei den zeitigen Verhältnissen ein Einfluß der Partei auf Vertehrsdeputation wegen ihrer Stellung zu der oben hoch Helmede, der des Totschlags an seinem Freunde Beine beschuldigt das Wahlresultat nicht ausgeübt werden kann, eine Kandidatur angesehenen Großen Berliner:" Es würde sich angesichts der Be wird, aus der Untersuchungshaft entlassen. Die Entlassung erfolgte nicht aufzustellen. Die Versammlung empfiehlt den Parteigenoffen, deutung des Straßenbahnwesens für den öffentlichen Verkehr und auf Antrag der Verteidiger, nachdem sich der Lauf der Borunter sich der Abstimmung zu enthalten." die Kommunalverwaltung von Berlin überhaupt empfehlen, wenn die Der Vorschlag, den Wahlkreis den Socialdemokraten diesmal Organe der Stadt fich immer gegenwärtig halten wollten, daß auch schung für den Beschuldigten günstig gestaltet hatte. Ueberfahren wurde gestern morgen 91/2 Uhr in der Frankfurter fampflos zu überlassen, fand eine lebhafte Gegner für die Berliner Straßenbahn das Keleinbahngesez gilt und daß die Chaussee der 3jährige Willi Klemm. Das Kind fam unter die schaft, die Majorität trat jedoch der Ansicht des Gesamt- Berliner Straßenbahnen der staatlichen Genehmigung und Aufsicht Räder eines Lastwagens, die ihm so unglücklich über den Körper vorstands bei, daß die Aufstellung eines Bählkandidaten bei genau so unterliegen, wie alle übrigen Straßenbahnen, ja, daß für Räder eines Lastwagens, die ihm so unglücklich über den Körper einer Nachwahl der petuniären Opfer nicht wert, sei, anders diese noch die besondere Vorschrift des§ 89 gilt, nach welchem es führen, daß der Kleine sofort verschied. fei es bei einer allgemeinen Reichstagswahl, wo es gelte, die zur Anlegung von Bahnen in den Straßen von Berlin der tönigStärke der Partei festzustellen, man möge Geld und Kräfte für lichen Genehmigung bedarf. die Landtags und Stadtverordneten- Wahlen sparen, wo es gelte, Als ob dies Recht die am Montag verhandelte Angelegenheit den Kampf auch mit den Konservativen aufzunehmen. Der Stan überhaupt nur berührt! Oder will Herr Schweinburg andeuten, daß didat der Socialdemokraten, Herredebour, könne feinem der Stadt für die von ihr zu bauenden Straßenbahnen die Gefreifinnigen Manne sympathisch sein, ein Eintreten in die nehmigung versagt werden könnte? Agitation fönnte aber eine Stichwahl zwischen Socialdemokraten 750 Mark Belohnung sind auf die Ergreifung des früheren Gelbbriefträgers Hugo Schwarz von hier ausgesetzt. Da von dem Flüchtigen noch immer jede Spur fehlt, so bringt die Behörde die Angelegenheit erneut zur Erinnerung. Schwarz ist bekanntlich nach Unterschlagung von 13 700 Mark Dienstgeldern am 10. September v. J. aus Berlin flichtig geworden. Berliner Volksschulwesen. Die neuen Gemeindeschul- Beim Haarcbrennen schwer verunglückt ist Dienstagmittag die und den konservativ- antisemitischen Parteien herbeiführen und häuser, die mit Beginn dieses Winterhalbjahrs in Benugung ge- 40 Jahre alte Droschtentutscherfrau Dreher aus der Ebelingstraße 5. viele freisinnige Wähler würden sich dann wohl für verpflichtet nommen werden sollten, find nicht sämtlich bis zum gestrigen Diese war in der Seifenfabrik von Karol Weil in der Greifswaldererachten, dem kleineren lebel Rechnung zu tragen und in der Stich Beginn des Winterhalbjahrs fertig geworden. In der Duncker- und straße 140/141 beschäftigt und wollte sich dort während der Mittagswahl für den socialdemokratischen Kandidaten zu in der Grenzstraße mußten die Kinder zunächst wieder nach Hause pause die Haare brennen. Hierbei kam sie mit den Kleidern der stimmen. Das mag bei ernst en Gegnern, deren Charakter man schätzen und achten müsse, wie bei Liebknecht, politisch flug sein. gefickt werden, weil auf Fluren und Treppen noch zahlreiche Flamme des Apparats zu nahe, die Kleider fingen Feuer, und im Herr Ledebour, der Renegat, jei dies aber nicht wert. Deshalb Handwerker beschäftigt waren. Auch in der Oderberger- und in der Augenblick brannte die Frau von oben bis unten. Schwer verletzt folle man gleich erfolgen laffen, was bei der Stichwahl doch Rostockerstraße wurde noch in früher Morgenstunde die legte Hand wurde sie mit einem Lidschen Rettungswagen nach dem Augufte erfolgt, und fein Pulver für andre Wahlfämpfe im befferen Intereffe answert gelegt, doch wurden die Räume rechtzeitig benutzbar. Bictoria Strankenhaus in Neu- Weißensee gebracht. erfolgt, und sein Pulver für andre Wahlkämpfe im befferen Interesse Gleichfalls nicht fertig geworden sind die gemieteten Schulräume in Zengen gesucht. Die Personen, welche am 4. September der Scheringstraße, die für die neue 241. Schule beſtimmt find, aber abends gegen 7 Uhr im Südring- Buge innerhalb der Stationen der Partei trocken halten. Die Resolution des Gesamtvorstands wurde mit 87 gegen erst schulmäßig eingerichtet werden müssen. Auch hier wurden die Wilmersdorf und Börse den Streit beobachtet haben, der sich 50 Stimmen angenommen. „ Es ist die Großmannssucht", heißt es bei Schiller vom edlen Kinder wieder nach Hause geschickt. Die unterkunftslos gewordenen zwischen zwei Berfonen abgespielt hat, werden gebeten, sich bei Es ist die Großmannssucht", heißt es bei Schiller vom edlen Karl Moor. Hätte der Freifinn einen würdigen Gegner fich gegen Lage erfordert, vorläufig in andren Schulhäusern desselben StadtKarl Moor. Hätte der Freifinn einen würdigen Gegner sich gegen Schulen werden, falls die Fertigstellung der Räume noch mehrere Freund, Stremmenerstr. 16, im Cigarrengeschäft zu melden. Der Berliner Nordbahnhof wird am 1. Januar 1900 für den über, dann würde er schon zeigen, was eine Harte ift. vietet, ja, das war einer, der war noch halbwegs wert, daß der Freifinn teils untergebracht, haben aber dann nur am Nachmittag Unterricht. Frachtgut- Werkehr gefchloffen. Von genanntem Tag ab werden von sich mit ihm maß. Ledebour aber, der Renegat, ist nicht der Mann, Ueber die Ausnahmen vom Neunuhr- Ladenschluß und von und nach Berlin Nordbahnhof nur Milchsendungen und Frachtgut in den der Freifinn zu besiegen fich herabläßt, und daher muß er aus der elfstündigen Ruhe der Ladenangestellten hatten die Heltesten der Wagenladungen befördert. purer Tapferkeit vor Ledebour ohne Schwertstreich ins Maujeloch Kaufmannschaft dem Polizeipräsidenten ein Gutachten zu erstatten, deffen Inhalt bereits veröffentlicht ist. Die Frist zur Abgabe dieses Berchuer aus der Boechstr. 39. Er geriet mit der linken Hand triechen. Bet der Arbeit schwer verletzt wurde der Arbeiter May 21 in der Schützenstr. 14 belegenen Arbeitsstelle wurde er nach der bekommen. In einzelnen Fällen stießen sich die einer Besonders lästig war es ihr, daß sie beim Publikum mit dem Teller Für Gönczi hat nunmehr der Verteidiger ein Gnadengefuch an den Kaiser gerichtet. 0 während des Arbeitens in die Fraismaschine; hierbei wurden ihm s standen und sehr wohl fähig waren, Miete zu bezahlen. Es war auf dem Schützenplatz in Potsdam, dann einen Tag in Wezensee und einen der Daumen und der Zeigefinger vollständig zerquetscht. Von der ihnen unmöglich gewesen, fleine Wohnungen zu Tag in Weimanns Wolfsgarten auf dem Gesundbrunnen. Sie erhielt Haus- dafür freie Station und monatlich ein Gehalt von zehn Mart. Unfallstation in der Kronenstraße geschafft, wo ihm der erste Verband befizer an der Kinderzahl. Ein böses Zeichen in angelegt wurde. Arbeiterstadt, wie es Rigdorf ist. Gelegentlich des Quartalswechsels fammeln mußte. Am fünften Tag ihrer fünstlerischen Thätigkeit füllten sich im Nu alle Räume unſres Ärmenhauses mit Leuten, die wurde sie kontraktbrüchig, sie verließ die Gesellschaft und kehrte nicht feine Wohnung erhalten konnten, und immer weitere Obdachlose baten wieder. M. bei ihrer früheren Wirtin bezahlt, auch Der Verein für volkstümliche Kurse von Berliner Hoch- meister Wiedemann. Er hatte einen Neubau zum Oktober ver- vermißte er ein Paar Lackschuhe und ein knallrotes Damenum Unterkunft. Die Schuld hieran trägt zu einem Teil ein Löpfer- in Höhe von 10tteber Direktor aber bereits ihre Schulden schullehrern wird in den Monaten Oktober bis Dezember mietet, der jetzt noch nicht beziehbar ist. Dadurch wurden allein Beinkleid, welche Gegenstände zum Inventar gehörten, mit dem seine 10 Vortragskurse abhalten. Jeder Kursus wird 6 Vorträge von 37 Familien obdachlos. Aber abgesehen von dem besonderen Ver- Damen auf der Bühne aufzutreten hätten. Er zeigte das junge je anderthalb Stunden umfassen, die Vorträge beginnen abends gehen des genannten Besizers, hat die Wohnungskalamität auch Mädchen wegen Betrugs und Diebstahls an. Die Lackſtiefel und 81/2 Uhr und sind für Männer und Frauen zugänglich. in Rigdorf sich derart bemerkbar gemacht, daß die städtischen die knallroten Beinkleider hatte die Angeklagte nur mitgenommen, Das Programm lautet: 1. Montags: Prof. Dr. Erich Schmidt: Körperschaften die Pflicht hätten, der Angelegenheit praktisch weil sie dieselben bei ihrem heimlichen Weggehen gerade trug, und Schillers Theater vom Wallenstein bis zum Demitrius" im Bürger- näher zu treten. ferner wurde ihr geglaubt, daß sie es beim Eingehen des Engagements faal Rathaus, beginnt am 5. November. 2. Montags: Privatdocent An den Stadtverordneten Ersawahlen wollen feineswegs darauf abgesehen hatte, nur die zehn Mark zu erhalten. Dr. Fr. Kopich:" Bau und Leistung des Gehörapparats" im sich mm doch die Hausbefizervereine beteiligen. Es sind von ihnen Die Verhandlung, die der Komit nicht entbehrte, endete mit großen Hörsaal der Anatomie, beginnt am 29. Oftober. 3. Diens Kandidaten für die erledigten Sige der dritten Abteilung auf völliger Freisprechung der Angeklagten.foot vix tags: Geh. Reg.- Rat Prof. Dr. Diels und Privatdocent Dr. Helm: gestellt worden. Einer der Herren erklärte bei Annahme der Kan- Worauf die Polizei in Kaffel fahuden muß. Die Ver: Einführung in die lateinische Sprache" im Französischen Gymnasium, bidatur, er betrachte sich nur als Bähltandidat, da es den Socialdemo- frommungsverordnung für den Regierungsbezirt tassel sollten die beginnt am 6. November. 4. Dienstags: Privatdozent Dr. Wolffen- traten zweifellos gelingen würde, ihnen genehme Kandidaten zu finden. Arbeiter Buckel, Straßner und Schemler in Kassel dadurch überstein: Elementar- Chemie" in der Technischen Hochschule, beginnt In Anbetracht dessen, daß auch die Socialdemokraten treten haben, daß sie an einem Sonntag Wahlaufrufe in Couverts am 30. Oftober. 5. Mittwochs: Lic. Dr. Schubring: Kultur- fich auf kommunalem Gebiete zur gedeihlichen den darauf angegebenen Adressaten zutrugen. Es handelte sich um geschichte der italienischen Renaissance" im Kunstgewerbe- Mitarbeit als brauchbar erwiesen hätten, sei für die Stadtverordneten- Wahl in einem Kasseler Bezirk der Museum, beginnt am 24. Oktober. 6. Mittwochs: Professor die Grundbesizer die Sache nicht von einschneidender Be- dritten Wähler- Abteilung. Die Aufrufe enthielten die Mahnung, Dr. Blate:„ Der Parasitismus im Tierreich und die Schmaroger deutung. nur dem Kandidaten der Arbeiterpartei die Stimme des Menschen, im Zoologischen Institut, beginnt am 31. Oktober. Na also! Die Arbeiterschaft Rigdorfs wird trop des an zu geben. Den Angeklagten wurde zweierlei vorgeworfen: 7. Donnerstags: Prof. Dr. Börnstein:" Das Wetter und seine scheinenden Gleichmuts der Herren auf dem Posten sein müssen. Erstens, daß sie entgegen dem§ 1 der Verordnung durch eine Boraussagung" in der landwirtschaftlichen Hoschule beginnt am Für die wahlberechtigten Arbeiter der fraglichen Bezirke muß die öffentlich bemerkbare Arbeit die Sonntagsfeier 1. November. 8. Donnerstags: Geh. Reg.- Rat Dr. Stephan: Losung sein: Am 11. Ottober alle Mann an die Wahl- gestört hätten, zweitens eine Uebertretung des§ 6 der VerAllgemeine Rechts- und Gesezestunde" im Französischen Gymnasium, tische! ordnung, der das Berteilen von Flugblättern an Sonntagen beginnt am 1. November. 9. Freitags: Prof. Dr. Goeniger: Eine Gasexplosion bildete vorgestern den traurigen Abschluß betrifft. Das Schöffengericht verurteilte sie zu Geldstrafen, das Grundzüge der socialen Geschichte Deutschlands im Mittelalter" im eines Hochzeitsfestes. In Lichtenberg, Hagenstraße 2, hatte der Landgericht als Berufungsinstanz sprach sie jedoch mit folgender Franzöfifchen Gymnasium beginnt am 26. Oftober. 10. Freitags: städtische Lehrer Biedrzinski, der vorgestern seine Hochzeit feierte, eine Begründung frei: Es stehe fest, daß die Beschuldigten Prof. Dr. Jaetel: Descendenzlehre auf Grund der Entwicklungs aus zwei Zimmern und Küche bestehende Parterrewohnung gemur coubertierte Aufrufe zu den Adressatent geschichte der Tierwelt" in der alten„ Urania" beginnt am 26. Oktober. mietet, in die er mit seiner jungen Frau Einkehr halten wollte. Als getragen hätten, ohne eine Vergütigung zu erhalten. Bon zu geftant Der Eintrittspreis beträgt für jeden Kursus 1 Mark. Karten find das junge Ehepaar noch im Streise seiner Gäste in einem Flugblättern tönne deshalb nicht die Rede sein,§ 6 der zu haben bei G. Belling. Leipzigerstr. 136; A. Schütz, Holzmarkt Berliner Restaurant weilte, zerstörte ein rasend schnell um Verordnung scheide also von vornherein aus. Aber auch unter die ftraße 60 II; Chr. Tischendörfer, Sophienstr. 20; Trautweinsche Buchfich greifendes, infolge einer Gasexplosion handlung, Leipzigerstr. 13; Centralstelle für Arbeiter- Wohlfahrts- Feuer ihr frisch eingerichtetes Heim. In dem nach entstandenes öffentlich bemerkbaren Arbeiten im Sinne des§ 1 tönnten dem die Handlungen der Angeklagten nicht gerechnet werden, wenn einrichtungen. Köthenerstr. 23 II( 8-3 Uhr). Garten liegenden Schlafzimmer hat die Explosion, welche auf gleich, da eine gewisse Anstrengung damit verbunden gewesen sei, Im wiffenschaftlichen Theater der Urania wird heute, Mittwoch, Unvorsichtigkeit der mit einer Aenderung an der Gasleitung von einer Arbeit gesprochen werden könne. Jeder Angeklagte Herr Geheimrat Professor Aßmann einen Vortrag über die modernen beauftragten Arbeiter zurückgeführt wird, sämtliche Ein habe etiva 20 bis 30 Bei Wahlaufrufe ausgetragen. Methoden zur Erforschung der Atmosphäre mittels des Luftballons und richtungsgegenstände sowie die Decke und Wände des Zimmers völlig dieser geringen Anzahl sei eine öffentliche Bemerkbarkeit Drachens halten. zerstört. Das Ganze bietet ein Bild grauenhafter Verwüstung. Bei nicht anzunehmen, und auf feinem Fall sei die Die 9. städtische Fortbildungsschule für Jünglinge und Männer, der Katastrophe ist der Wirt des Hauses, Herr Schulz, und seine Thätigkeit geeignet gewesen, das religiöse Gefühl des Fruchtstraße 38, welche in der abgelaufenen Unterrichtsperiode die stattliche Frau noch erheblich zu Schaden gekommen. Die sofort herbei- Publikums in seiner Allgemeinheit zu verlegen Bahl von 1600 Schülern, 87 Klassen und 50 Lehrern aufwies, eröffnet das Wintersemester am Mittwoch, den 10. Oftober, abends 7 Uhr. Die Schule gerufene Feuerwehr von Lichtenberg und Friedrichsfelde erschien und die Sonntagsfeier zu stören. Die Aufrufe seien ja in besondere umfaßt eine vollständig entwickelte taufmännische und gewerbliche Ab: bald darauf und löschte den Brand, der bereits den Dielenbelag der Briefumschläge eingeschlossen und nur für bestimmte Personen be teilung. Der Unterricht wird erteilt in Deutsch, Rundschrift, Kaufmännische darüber befindlichen Wohnung ergriffen hatte. Das um seine Habe stimmt gewefen. Darauf, daß die Leute den Schußmännern aufStorrespondenz, Wechselrecht, Handelskunde, Handelsgeographie, Gesetzes: gekommene, noch nicht versicherte junge Ehepaar hat inzwischen bei fielen, könne ein Gewicht nicht gelegt werden, denn die Beamten kunde, Rechnen, Kaufmännisches Rechnen, Algebra, Körperzeichnen, Gips: den Eltern Unterkunft gefunden. hätten den Auftrag gehabt, an jenem Sonntag zeichnen, Figürliches Zeichnen, Naturstudien, Aquarellieren, Zirkel- und Projektionszeichnen, Fachzeichnen für Graveure, Ciseleure, Gold- und Reinickendorf. Die Entscheidung wegen Ableitung der Klär- auf die Verteiler von Wahlblättern zu fahnden. Silberarbeiter 2c., Modellieren in Thon und Wachs, Aftmodellieren, wasser in den Tegeler See wird voraussichtlich im Laufe dieser Die Staatsanwaltschaft legte Revision ein und machte geltend, es müsse Französisch, Englisch, einfache und doppelte Buchführung, Stenographie, Woche gefällt werden. Der Geheime Regierungsrat Dr. Schmidt- auch andren Leuten aufgefallen sein, daß die Angeklagten die Straßen Geometrie, Trigonometrie, Physik, Chemie, Warenkunde, Maschineschreiben, mann aus dem Kultusministerium wird zuvor den Seegraben sowie hinunter und in verschiedene Häuser hineingingen. Der Strafsenat Gesang und Russisch. Anmeldungen nimmt während des Unterrichts täglich die Kläranlage in der Teichstraße besichtigen, um dem Kultusminister des Kammergerichts verwarf indessen die Revision der von 7 bis 9 Uhr abends der Herr Dirigent Pagel entgegen. in einer Audienz über den Stand der Dinge berichten zu können. Staatsanwaltschaft mit folgender Begründung: Die Rechtsgültigkeit Feuerbericht. Dienstagnachmittag erfolgte ein Alarm nach Zur Feststellung der Beschaffenheit des Seegrabens, welcher nach der Regierungs- Polizeiverordnung vom 31. Dezember 1896 sei undem Dönhoffplage, wo ein elektrischer Straßenbahnwagen in Brand dem Tegeler See entwässert werden soll, hatten sich am Freitag der bedenklich. Der Vorderrichter habe sie aber mit Recht nicht angeraten war. Auf dem Wege dahin karambolierte der Tender des Kreisbaurat des Kreises Nieder- Barnim, der Kreisbaumeister Mirow, gewendet. Wahlaufrufe in Couverts, die an bestimmte Adressaten Dampfsprizenzugs aus der Schönebergerstraße an der Kreuzung der der Gemeindevorstand, sowie der Ingenieur Rothe nach der Scharns gerichtet seien, trügen nicht den Charakter von Flugschriften, Zimmer- und Markgrafenstraße mit einem elektrischen Straßenbahn weberstraße und der Klirbrücke begeben. Die an verschiedenen wie das Landgericht richtig angenommen habe. Andrerseits habe wagen der Firma Siemens u. Halste, wobei die Besazung des Stellen entnommenen Wasserproben bestanden in übelriechender, der Vorderrichter ohne Rechtsirrtum festgestellt, daß die Thätigkeit Tenders auf die Straße geschleudert wurde. Ein Feuerwehrmann blau und rot gefärbter Flüssigkeit, welche seit Jahren in den Tegeler der Angeklagten weder als öffentlich bemerkbare Arbeit anzusehen, erlitt dabei einen Schenkelbruch, ein andrer eine schwere Kopf- See gelangen. noch geeignet gewesen sei, das religiöse Gefühl des Publikums in verlegung, und mußten beide nach der nächsten Unfallstation ge= feiner Allgemeinheit zu verlegen. fahren werden. Vorher waren Friedrichstraße 114 und WilhelmsHafenerstr. 13 kleine Wohnungsbrände abzulöschen. Waldstraße 33 brannten Hölzer in einem Fabrikraum, doch brauchte hier die Wehr nicht in Thätigkeit zu treten. Aus den Nachbarorten. Vermischtes. Schwer heimgesucht wurde die Um eine Erörterung über die Stre: kklausel ist die Gemeindevertretung von Groß- Lichterfelde auf geniale Weise herumgekommen. Von der Arbeiterschaft war die dortige Gemeindevertretung zu einer öffentlichen Protestversammlung wegen der AufDas schwere Eisenbahnnnglück, das sich am Sonntag in nahme der Streitklausel in die Verträge der Gemeinde mit diversen Unternehmern eingeladen. In der Sigung vom letzten Montag der Nähe von Heidelberg ereignete und an Opfern bisher mußte sie zu der unbequemen Einladung Stellung nehmen. Dies fieben Tote und gegen achtzig mehr oder minder schwer Verwundete machte ein erstklassiger Gemeindevertreter, Herr Geheimrat Räte, forderte, war von grauenvollen Schreckensscenen begleitet. Die„ Bad. In der geftrigen Sigung der Stadtverordneten- Ver- folgendermaßen: Breffe" läßt sich folgendes darüber melden:„ Die Scenen, die nach fammlung zu Schöneberg kam die Streitklausel zur BeEs sei an die Gemeindevertretung eine Einladung seitens eines dem Zusammenstoß folgten, spotteten jeder Beschreibung. Die Ver sprechung. Bekanntlich hatte die Schöneberger Hochbau- Deputation Herrn Steinberg zur Teilnahme an einer öffentlichen Versammlung wundeten ſtöhnten und schrien nach Hilfe und Wasser, die Verlegten diese Klausel als im Interesse der Gemeinde liegend anerkannt und gegen die Streitklausel ergangen. Es wäre nun unhöflich, dieselbe riefen angstvoll nach ihren Angehörigen. Eine Frau, deren Beine zwischen beschlossen, sie in die Verträge aufzunehmen. Gegen dies Verfahren gänzlich zu ignorieren; er müsse aber sagen, daß sie amtlich zu der zwei Wagen eingequetscht waren, stedte den Kopf zum Fenster hinaus wandten fich in zwei gut besuchten Versammlungen die Arbeiter felben teine Stellung nehmen könnten. Mit der Frage der Streit- und bat flehentlich um Erlösung. Schönebergs. Eine Protestresolution wurde an den Magistrat und die tlausel habe sich die Gemeindevertretung noch nicht beschäftigt, Familie des Privatmanns Busch( Heidelberg), die Tochter, eine Braut, Stadtverordneten- Versammlung gerichtet, welche Körperschaften fie an die sondern nur der Gemeindevorstand, der die Sache blieb tot, der Vater wurde schwer verletzt. Die Schuld an dem UnBetitionstommiffion überwiesen. In der Kommission wurde die nach bestem Wissen und Gewissen behandelt habe.( Das heißt der glück trifft den 21jährigen Fahrdienstbeainten Weigert. Die Ursache, Klausel gegen eine Stimme gutgeheißen; nunmehr wurde dem Plenum Gemeindevorstand hat die Streifklausel acceptiert und ist der weshalb der Lokalzug auf freier Strecke hielt, liegt darin, daß die der Stadtverordneten ein gleiches geraten. Zustimmung der Gemeindevertretung sans phrase sicher.) Da nun beiden Schaffner die Fahrkartenabgabe bei der Ueberfüllung Nachdem der Referent, Maurermeister Schulz, der Stadtverord- der Gemeinde vor stand nicht eingeladen sei, sondern nur die mit Reisenden nicht bewerkstelligen konnten. Der Fahrdienstneten- Bersammlung die Streiftlaufel empfohlen hatte, entgegnete Gemeiude vertretung, so bestehe feine Veranlassung, zu der beamte Weigert, der sofort verhaftet wurde, gab zu seiner Entunser Parteigenosse Stadtv. Obst, daß die Annahme nichts andres Einladung Stellung zu nehmen. Die difficile Unterscheidung zwischen schuldigung an, daß er überarbeitet gewesen sei. bedeute, als eine Parteinahme der Behörden zu Gunsten der Unter- Gemeinde vor stand und Gemeinde vertretung, die herhalten Der junge Mann soll eine Beit lang den Gesamtdienst nehmer; die Behauptung, daß der Widerstand der Behörden gegen die mußte, um alle beide aus der Klemme zu ziehen, ist zu föstlich. am Karlsthor allein berrichtet haben." Klausel die Fertigstellung des Krankenhauses in Frage stellen werde, Jedenfalls war die Zeit zu kurz zur Vorbereitung einer weniger Vierzig Personen totgedrückt. Aus Petersburg wird sei in jeder Hinsicht durchaus hinfällig. Der Stadtv. Geometer genialen Abweisung! berichtet: Jm Nikanderkloster im Kreise Porchow bei Pakow b. Frankenberg meinte zu dem ablehnenden Verhalten der Lichtenberg. Ein seltener Fall von Einmütigkeit zeigte sich in( Plestau) waren zum Kirchenfest etwa 5000 Bilger versammelt, die Staatsbehörden, das Obst noch ins Feld geführt hatte, die Staats- unfrer Gemeindevertretung bei der Abwehr einer vom Gemeinde- dann in dem zweiſtöckigen Klostergasthause übernachteten. In der behörden seien mit der Klausel schon einverstanden, nur müßten- fie vorstande beantragten Verschlechterung der Geschäfts- Nacht brach unter der Last der Pilger der Fußboden des zweiten furchtbar diplomatisch sein und deshalb hätten sie die Forderung ordnung. abgelehnt. Im übrigen sei es der Geist und die Inordnung eingebrachten Antrags, Aus Anlaß eines von unsren Genossen zur Tages- Stockwerks, und die Pilger fielen auf die im ersten Stockwert von Schlafenden. Während der Panik, die darauf entstand, schrie ein der Gemeindeverordnete telligenz der Unternehmer, die den Arbeitern Gemeindearbeiten und Lieferungen für die Gemeinde aus Mann Feuer". Nun stürzten alle auf den einzigen Ausgang zu. geschlossen wissen wollte, wünschten einige bürgerliche Vertreter In dem fürchterlichen Gedränge wurden 4 Männer und 36 Frauen Bürgermeister Dr. Gerhardt führte aus: Sie werden es Aufklärung vom Gemeindevorsteher darüber, ob es angängig sei, daß totgedrückt, 20 Personen verwundet, darunter 4 schwer. verständlich finden, daß ich hier auf die politische und wirt- ein von drei Gemeindeverordneten unterzeichneter Antrag auf die Ein schweres Bauunglück hat sich gestern bei Frankfurt schaftliche Seite des Punkts nicht eingehe. Ich will die Sache rein Tagesordnung gesetzt werde; es ſeien hierzu früher stets sieben am Main ereignet. Am Neubau der Artilleriekaserne in geschäftlich behandeln. Durch die Aeußerung des Stadtv. Obst könnte Unterschriften notwendig gewesen. Der Gemeindevorsteher konnte nicht Babenhausen stürzte das Gerüst zuſammen und begrub fünf es den Anschein erwecken, als ob durch die Aufnahme der Klauſel in umbin, die zulässigkeit anzuerkennen, gab aber die Absicht zu Maurer unter sich. unfren Verträgen wir die Arbeitgeber im wirtschaftlichen Stampfe erkennen, einen Antrag auf eine entsprechende Abänderung der unterstüßen werden. Das ist nicht der Fall. Die Sache liegt so, daß Geschäftsordnung einzubringen. In der letzten Sizung der Gemeindefast alle Baugeschäfte dem Bunde angehören; lehnen wir die Streit vertretung wurde über den Antrag verhandelt, der bestimmte, daß klausel ab, so werden die notwendigen Schulbauten nicht fertig ein Antrag von zehn Gemeindevertretern unterzeichnetelzen, Buttel D.- Etr. gestellt. sein sollte( bei 24 Gemeindevertretern), um auf die Für die Durchschnittsbegabung der Stadtverordneten war die Tagesordnung zu kommen. Von unsren Genossen wurde dieser Roggen, gut Rede des Schlächtermeisters Ha a se bezeichnend: In keiner andren Antrag denn auch gründlich zerpflückt; sie wiesen darauf hin, daß Stadt werde für die Arbeiter so viel gethan, wie in Schöneberg. dessen Annahme der Rechtlosmachung einer ganzen Wählerklasse Erſt jetzt werde wieder eine Volksküche eröffnet, zu welcher die gleichkäme, denn der dritten Wählerklasse, die voraussichtlich bei †) Gerſte, gut Arbeiter nichts zugegeben haben. Von den Arbeitern der nächsten Wahl von der Arbeiterpartei beset würde, werden hier überhaupt keine Steuern gezahlt. Von den Puzern, die würde dann das Stellen von Anträgen bei dem bekannten Entgegentäglich 10 m. verdienen, ist beim Steuereinziehen feiner zu finden. tomten per bürgerlichen Vertreter unmöglich. Gemeindevertreter †) afer, aut In sarkastischer Weise geißelte Genosse Masuch das Verhalten Iona als Wortführer der bürgerlichen Parteien erklärte aber gering jener Herren. Den Worten des Herrn Haase irgend welchen Wert zum Erstaunen der Socialdemokraten, daß von seinen Freunden wohl nichtstroh beizulegen, hat keinen Zwed. Es wäre zu viel Ehre. Im übrigen fein Einziger für eine Verschlechterung der Geschäftsordnung zu beu müsse er sein Erstaunen über die Konsequenz der Anschauungen bei haben wäre, und erinnerte dann seine Freunde an die Zeit, wo sie Gröfen den Magistratsmitgliedern zum Ausdruck bringen. Auf der einen in der Minderheit waren, wo sie ebenfalls zu kämpfen hatten, um Speifebohnen Seite tauft man zur Straßenpflasterung Steine auf Rechnung Anträge aus ihrer Mitte auf die Tagesordnung gesezt zu sehen! Der Linjen der Stadt, um eine Ersparnis zu erzielen, und hier sei Antrag wurde denn auch abgelehnt. man bestrebt, trop Baurat und Baumeister, städtische Bauten von Privatunternehmern aufführen zu lassen. Was die Aeußerung des Stadtv. Frankenberg betrifft, so müsse er sagen, wäre der von ihm ausgesprochene Gedanke nicht gar zu dumm, so fönnte man ihn ganz gefcheidt nennen!( Der Vorsteher hält diese Aeußerung für ihr Brot schaffe. Gerichts- Beitung. " " Marktpreise von Berlin am 8. Oktober 1900 nach Ermittlungen des fgl. Polizeipräsidiums. " " gering " " mittel gering mittel gering mittel 15,60 14,90 14,80 14,10 14,-13,40 15,80 14,90 14,80 13,90 13,80 12,90 Kartoffeln, nene, D- Ctr. Rindfleisch, Kenle 1 kg do. Bauch Schweinefleisch Kalbfleisch Hammelfleisch 6, 1,60 1,20 1,30 11,60 1,10 " 1,80 1, " 1,60 1,20 " 2,80 2, 60. Sund 4, 2,80 1 kg 2,- 1,20 2,60 1,20 Butter Fier Starpfen Aale Bander Hechte 7,00 7,50 6,50 40, " " Barsche 5,10 Schleie 25, Bleie 45,- 25, Strebse 70,- 30, †) frei Wagen und ab Bahn. 2,60 1,20 21, 1,80 0,80 2,60 1,20 per Shot 12, 1,40 0,80 2,50 Produktenmarkt vom 9. Oktober. Auf dem Getreidemarkt setzte sich die rückläufige Bewegung heute fort infolge der Fortdauer des inländischen Warenangebots russischer Roggenfirmen, neuerlicher Rückgänge der Weizenpreise in New York und schwerfälligen Mehlabsages. Die Lieferungspreise Die Ausbeutung einer Kunstnovize fam in einer Ver- für Weizen gaben für vordere Lieferungen um 0,75 M. und per Mai um unparlamentarisch und ersucht um Zurücknahme. Da dies nicht handlung zur Sprache, die gestern vor dem Schöffengericht stattfand. 0,50 W. nach, Roggen stellte sich um 0,25 M. bezw. 0,50 W. niedriger. Späterhin zog Brotgetreide etwas an, da die andauernd trodne Witterung geschieht, erteilt er Stadtv. Masuch einen Ordnungsruf.) Unter dem Die jugendliche Kellnerin Emma Dahlke fühlte den Drang in sich, Befürchtungen erweckt, daß die jungen Saaten sich nicht günstig entwickeln. Lauten Widerspruch der Mehrheit schloß er seine Ausführungen. Chansonnette zu werden und als sie aus einer Zeitungsanzeige erfah, safer war still und ziemlich fest. Rüböl war wenig verändert. Die Streifflausel wurde hierauf mit 29 gegen 4 Stimmen gut- daß der„ Direktor" G. fich damit befaßte, stimmbegabte junge Damen Spiritus. 70er Locospiritus notierte unverändert 50,40 m. geheißen. zu Sängerinnen auszubilden, meldete sie sich bei ihm. Sie wurde Rigdorf. Die Wohnungsnot hat sich auch in unsrer auch sofort angenommen. Ihre Ausbildung" bestand darin, daß fie Wetter Prognose für Mittwoch, den 10. Oftober 1900. Stadt schon seit längerer Zeit bemerkbar gemacht. Die Deputation bereits am folgenden Tage vor dem Publikum fingen mußte. Der Ein wenig fühler, teils heiter, teils wolkig, bei mäßigen westlichen für die städtischen Pflege- Anstalten mußte fich wiederholt mit der Direktor war nämlich das Haupt einer weiblichen Gefangsgesellschaft, mit Winden; feine erheblichen Niederschäge. Berliner Wetterbureau. Unterbringung von Familien beschäftigen, derer Ernährer in Arbeit denen er die Umgegend Berlins bezog. Die neue Schülerin sang drei Tage Verantwortlicher Redacteur: Heinrich Wekker in Groß- Lichterfelde.. Für den Inseratenteil verantwortlich: Tb. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin.