Nr. 241. Abonnements- Bedingungen: $ Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 8,30 Mt., monatl. 1,10., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagss Nummer mir illustrierter Sonntagss Beilage, Die Neue Welt" 10 Pfg. Poft Abonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Gingetragen in der Poft Bettungs Preisliste für 1900 unter r. 7971. Unter Kreuzband für Deutschland und Defterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Erscheint täglich außer Montags. Vorwärts Su 17. Jahrg. Die Insertions- Gebühr beträgt für ble fechsgefpaltene kolonele anno geile oder beren Raum 40 Pfg., für dspolitische und gewertschaftliche Bereinsund Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Bleine Anzeigen" jebes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inferate für bie nächste Nummer müffen bts 4 Uhr nachmittags in berExpedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochens * tagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. #mjoo Rernsprecher: Amt 1, Mr. 1508, 2 si din jo Berliner Volksblaff. Telegramm- Adresse: " Socialdemokrat Berlin" tommaded tissier End avila Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Fernsprecher: Amt I, Nr. 1508. Präsidentenwahl und KohlenarbeiterStreik. SH Dienstag, den 16. Oftober 1900. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Fernsprecher: Amt I, Nr. 5121. Berlin, den 15. Oktober. Unbotmäßige Chriften. berechtigt, und dann ist der Staat Pennsylvanien so überwältigend Botum nicht aus der Reihe der republikanischen Staaten gestrichen republikaniſch, daß er selbst durch ein sehr verstärktes demokratisches 000 Politische Nebericht. werden würde; aber der Refleg der Ereignisse, welche fich in Pennsylvanien abspielen, trifft die ganzen großen Arbeitermassen New York, 5. Oftober 1900. des Lands, welche nun einmal die republikanische Partei als den Seit dem Frankfurter Kongreß der christlichen Gewert. In dem jezt mit großer Intensität geführten Präsidentschafts- Sort aller Monopole betrachten und dagegen in ihrer überwältigenden haften haben die Centrumsleute die Freude an ihren ehemaligen Wahlkampfe spielt sich feit etwa 14 Tagen eine Episode ab, welche Mehrheit kein andres Mittel kennen, als die Erwählung Bryans. Ein Schöpfungen, den Gewerkvereinen, verloren. Sie mußten sehen, wie schwer zu Gunsten Bryans in die Wagschale fallen dürfte, falls sie großer blutiger Konflikt also, wie die von Homestead und Hazleton die Vereine, die meist von Geistlichen gegründet oder doch von nicht schnell ihr Ende erreicht. Es ist dies der Riesenausstand der vor Jahren, würde in diesem Augenblick im ganzen Lande einen solchen geleitet wurden, mehr und mehr von dem Einfluß der Kapläne Kohlengraber in den Hartkohlen Distrikten Pennsylvaniens, dem Sturm der Entrüstung entfesseln, dessen Wirkung unzweifelhaft die sich befreiten. Der Versuch des Pfarrers Drießen, der in Franks, alten, mit so viel Arbeiterblut getränkten Schlachtfeld, auf welchem republikanische Partei verderbenbringend treffen würde. Gleich im furt durch seine getreuen Arbeitervertreter aus Köln die Frage der seit Jahrzehnten die grausamen Kämpfe zwischen den Kohlen Anfang des Streits fand ein Zusammenstoß statt, wobei es einen Neutralität anschneiden ließ, in der Hoffnung, dadurch dies, arbeitern und den vereinigten Eisenbahn- und Kohlengruben- Toten und acht Verwundete gab, was aber hier als eine sehr un- fenige Richtung zu Fall zu bringen, welche dem ZusammenGesellschaften ausgefochten werden. Die Geschichte dieser Kämpfe bedeutend Affaire gilt. gehen mit den freien Gewerkschaften das Wort redet, mißlang wird einst für den fünftigen Historiker eine unerschöpfliche Quelle für Seitdem aber verfahren die Gesellschaften mit äußerster Vorsicht, vollständig. Die Frankfurter Verhandlungen waren für das Centrum die Darstellung kapitalistischer Schandthaten bilden; aber es ist nicht und die Dinge entwickeln sich in größter Ruhe, um so mehr, als wenig erbaulich, die Neden eine Kette runder, nettester Absagen an ber Bwved diefer Beilen, näher darauf einzugehen. Es genüge, darauf es den Streifenden thatsächlich gelungen ist, fast den ganzen Betrieb den Klerus. hinzuweisen, daß nach jedem Kompromiß und jedem der, ach, so lahm zu legen. Bis jetzt haben die Kompagnien sich zu einer LohnDie Minierarbeit gegen die Gladbacher Nichtung, welche die feltenen Siege der Arbeiter es der Compagnien einziges Trachten erhöhung von 10 Broz. bereit erlärt, wollen aber nur mit ihren" Neutralität der Gewerkschaften befürwortet, begann wie jetzt der war, die Kleinen Vorteile, welche die Arbeiter etwa gewannen, in Leuten, nicht mit der Union verhandeln. Die Streifleiter da Bergknappe", das Organ des christlichen Arbeiterverbands mits betrügerischer Weise nach und nach illusorisch zu machen. Meist gegen haben die Arbeiter aufgefordert, diese Offerten ganz zu teilt denn auch fofort nach dem Kongreß; namentlich richtete fie allerdings erreichten die Arbeiter überhaupt nichts und mußten, nach ignorieren, bis das Streiffomitee der Gewerkschaft die Besich gegen Giesberts und Brust persönlich. Schon früh wurde vers unfäglichen Opfern, die sie gebracht hatten, wieder zu den alten Bedingungen für eine Lösung des Konflikts vorlegen und darüber fündet, daß die Fuldaer Bischofskonferenz fich mit dieser Frage bes dingungen an die Arbeit zurückkehren. Der einzige, immerhin nicht entscheiden lassen wird. gehen gegen die Kohlengräber erwies. schäftigen und ein, maßgebendes Urteil" fällen werbe. zu verachtende Erfolg war, daß die Gesellschaften, trotz ihres Siegs, Die Republikaner behaupten natürlich, daß der Streit seitens Der Hirtenbrief erschien. Die chriftlichen Gewerkschaften find schwer an ihrem Geldbeutel getroffen wurden, was sich dann für der demokratischen Barteileitung seiner politischen Folgen halber an aber nicht gesonnen, nach dem Erlaß des Oberhirten einzuschwenken. die Zukunft als eine Art Hemmschuh gegen allzu rücksichtsloses Vor- gezettelt worden sei. Obgleich das an und für sich nicht unmöglich von den beiden großen Sündern, die in Frankfurt auf dem chriftwäre, so ist es doch, nach Lage der Dinge, in diesem Fall sehr un- lichen Gewerkschaftskongreß der Neutralität der Gewerkschaften am wahrscheinlich. Die Arbeiter haben mehr als genügenden Grund entschiedensten das Wort redeten, die Herren Giesbert und Brust, zum Streit, und auch der Moment ist ein verhältnismäßig günstiger. wehrt sich der letztere sehr entschieden gegen die Bevormundung Daß aber der Streit in dem angedeuteten Sinne sehr gewichtige seitens der geistlichen Herren, deren Urteil ihm( Bruſt)„ durchaus politische Folgen haben kann, steht allerdings fest. nicht maßgebend" ist. Brust schreibt dann im Bergknappen" weiter: In diesen Regionen sind ungefähr 145 000 Arbeiter beschäftigt, von denen jetzt sich etwa 130 000 im Streit befinden. Ihre sehr bescheidenen Forderungen gehen dahin, daß die Löhne alle zwei Wochen ausgezahlt werden sollen, eine von dem Staatsgesetz vorgeschriebene Maßregel, an welche sich aber die Gesellschaften nicht fehren; ferner eine Lohnerhöhung von 20 Prozent für die niedrigeren Lohnsäge, eine solche von 10 Prozent für die höheren; Abschaffung der so genannten gleitenden Lohnstala( wie die Methodel, die Löhne je nach dem Verkaufspreis für die Tonne Kohlen festzusetzen, genannt wird; eine Methode, bei welcher die Arbeiter fortwährend betrogen wurden, da sie nicht im stande waren, immer prompt den durchschnittlichen Verkaufspreis festzustellen, was die„ Bosse" zu Ungunsten der Arbeiter ausnutten); Abschaffung der Compagnie- Aerzte; Abschaffung der Compagnie- Läden( in welchen teuer einzukaufen die Arbeiter moralisch" gezwungen werden); eine Tonne Stohlen soll 2240 Pfund enthalten und nicht 3200, wie jetzt; der Preis für ein Fäßchen Pulver soll 1,50 Dollar sein und nicht, wie jeßt, 2,50 Dollar, während die Compagnie das Bulver für 90 Cents tauft. * 黃 J. der Bergarbeiter wurde ein Beschlußantrag der Kommission an Scranton( Pennsylvanien), 18. Oftober. In einer Versammlung genommen, welcher eine zehnprozentige Lohnerhöhung a nznehmen rät. Für den Fall, daß gewisse andre Bedingungen den Gesellschaften unannehmbar erscheinen, schlägt der Beschlußantrag vor, sämtliche Streitpunkte einem Echiedsgericht zu unter breiten. Unterdessen werde der Ausstand fortdauern müssen. Frankfurt a. M., 15. Oftober. Die Frantf. 8tg." meldet aus New York: Der Streit der Sohlenarbeiter ist nun doch wohl der Erledigung nahe, da diese den Arbeitgebern Gegenvorschläge gemacht haben, die anscheinend annehmbar find. stasid d " Es fähe wahrlich traurig um die materiellen Standesinteressen der Arbeiter ans, wenn deren Vertretung allein den wenigen Mitgliedern der katholischen Arbeitervereine überlassen worden wäre und man nicht Gewerkschaften gehabt hätte.... Ju dem Hirtenschreiben ist enthalten, daß die gewerkschaftliche Thätigkeit nach Konfessionen zu scheiden hätte, was ein Unding ist. Wir hätten da die von Arens, Drießen usw. so sehr ge wünschten katholischen oder Centrumsgewerkschaften. Welch heillose Bersplitterung der Berufsgenossen diese absetzen würden, braucht nicht gesagt zu werden. Wir müssen unser tiefes Bes dauern darüber zum Ausdruck bringen, daß die Herren Bischöfe diesen unseligen Schritt gegen die christlichen Gewerkschaften unternommen haben. Die Herren Socialdemokraten werden sich auf den Kaiser von China ins Fäustchen lachen und dabei wieder ihre Ernte halten. Sie leben Daß diese Forderungen, wie gesagt, sehr belcheidene find, geht Ein Attentat auf den Kaiser von China schon daraus hervor, daß nach einer genauen, von leiner Seite be- wird heute gemeldet. Auf der Reise nach Singanfu wurde Kaiser ftrittenen Aufstellung des Streifleiters, des Präsidenten der Kohlen- Kwangsit zu ermorden versucht. Der Thäter wurde indessen, ehe gräber- Union, John Mitchell, die Arbeiter in den letzten Jahren er den Kaiser noch verwunden konnte, festgenommen und alsbald nicht mehr als 20 Dollar per Monat verdient haben, was wohl ver hältnismäßig schwerlich mehr sein dürfte, als monatlich) 40-50. getöpft. Der Weltgeneralissimus Walderfee scheint mit dem Zug nach in deutschen Minendistrikten. Dabei herrscht Kinderarbeit in schauer- Baotingful auf die Lorbeersuche gehen zu wollen. Da wir keinen lichem Umfange; Knaben und Mädchen von acht Jahren Reichstag haben, der Ernst zu machen gewillt ist, wird man diesem aufwärts helfen au Tausenden Geld verdienen; aber wenn nicht die Reichsunterstügung versagen. man die Gesellschaftsbeamten befragt, find diese diese Kinder sämtlich über 14 Jahre alt, benn das Gesetz schreibt es Truppen. so vor. In Tientsin und Beting graffieren Strautheiten unter den fremden d Die deutsche Regierung hat, wie offiziös erklärt wird, der fran zöfifchen Note im Princip" augestimmt. Da die schöne Formel im Brincip" gewählt worden ist, darf man vielleicht doch noch hoffen, daß sie sich auf die französischen Forderungen, die für jeden Friedenspolitiker unannehmbar find, nicht verpflichtet haben. In Peking. ja nach eignem Geständnis nur von den Fehlern ihrer Gegner... Wenn da die Mineure aber glauben, ihren Plan zu erreichen, find sie im Irrtum. Der Schlag wird uns nur stärken. Wenn man glaubt, wir ließen uns totdrücken, wird man finden, daß wir schon Druck auszuhalten und uns dagegenzustemmen wissen. Die christliche Gewerkschaftsbewegung wird man nicht mehr aufhalten können. Jezt erst recht werden die christlichen Gewerkschaften zeigen müssen, daß sie den Kinderschuhen entwachsen sind und jede Bevor mundung ablehnen." Schließlich wendet sich Brust auch gegen die„ Vertuschung sa politit" der Köln. Boltszig.", welche den katholischen Arbeitern vorreden will, der Hirtenbrief richte sich nicht gegen die christlichen Gewerkschaften. Die große Mehrzahl dieser Kohlenarbeiter kommt aus Ländern, in welchen die Lebenshaltung der arbeitenden Waffen eine sehr niedrige ist. Noch vor 15-20 Jahren waren es hauptsächlich AmeriNun, der Hirtenbrief ist für jeden, der nicht ein Interesse an der faner, Jrländer und Deutsche, die das Gros der Minenarbeiter bildeten; Bertuschung hat, vollkommen klar. Wenn er aber wirklich noch einen heute sind es zu etwa 70 Broz. Slowaken, Bolen( diese beiden KateZweifel gelaffen haben sollte, so hat der Bischof von Freiburg das gorien werden von den Amerikanern Huns"-Hunnen genannt) Verdienst, durch sein Begleitschreiben auch diesen letzten Zweifel und Italiener. Der Jrländer lebt zwar in seiner Heimat auch nicht posting befeitigt zu haben. Dieses will von Gewerkschaften auch von auf großem Fuße, aber er findet sich hier rasch in bessere Berhält Englische Blätter melden aus Beting unter dem 9. b. Mts.: Die tatholisch- tonfessionellen überhaupt nichts wissen. Es wird niffe, hält sie fest und rebelliert leicht, wenn man ihn zu drüden Generale der verbündeten Truppen hielten hier eine Konferenz ab, daher noch weit mehr als der Hirtenbrief selbst die Opposition der versucht. Nicht so Slowaken, Polen und Italiener: fie tommen mit um über gleichmäßige Verfügungen betreffend die Polizei in der wenigem aus, sparen noch bei erbärmlichen Löhnen und ziehen oft ganzen Stadt ein Einvernehmen zu erzielen. Es soll eine Brolla fortgeschritteneren katholischen Arbeiter hervorrufen. mation erlaffen werden, welche den Einwohnern gestattet, die Stadt genug mit dem Ersparten in ihre Heimat, von wo sie dann andre zu verlassen und wieder zu betreten, ohne daß besondere Erlaubnis ihrer Art schiden. Kommt es zum Streit, so find sie auch mit dabei nötig wäre. Sir Robert Hart bereitet einen Aufruf an die Landund möchten am liebsten gleich breinschlagen. bewohner vor, worin fie aufgefordert werden, bei Garantie des Schutzes ihre Produkte zur Stadt zu bringen. Li- Hung- Tichang " Waldersees Kriegszug. Deutsches Reich. Die Ursache der Ermordung Kettelers. Als wir in den Anfängen des chinesischen Kriegs darauf hin wiesen, daß die Ermordung Kettelers die Folge des völkerrechts. Feststellung von der Khatipresse beschimpft und man suchte die An gelegenheit fo darzustellen, daß der Angriff auf die Taku- Forts erst durch die Vorgänge in Peking verursacht sei. Jegt wird nun unsre Auffassung in aller Form bestätigt. Der deutsche Dolmetscher Cordes, der einzige Beuge der Ermordung des deutschen Gesandten, hat über die Vorgänge dem Betinger Korrespondenten der Times" einen Bericht erstattet und in dieser Darstellung heißt es: Eine eigentümliche Tattit der Streifenden in diesen Distriften besteht in dem Aufmarschieren von Tausenden von Streifenden in Orten, wo die Kohlengräber noch arbeiten, um diese letteren zum ist in Beling eingetroffen und hat den Gesandten Besuche ab- widrigen Einbruchs der Mächte in Taku sei, wurden wir ob dieser Anschluß an den Streit zu bewegen. Und das ist dann gewöhnlich gestattet. der Moment, welcher zu Konflikten führt. Die Gesellschaften ziehen nämlich sofort, wenn ein Streit sich ausbreitet, Bewaffnete nach den Nach einer Depesche aus Tientsin vom 12. Oktober ist die Er von den Streikern bedrohten Buntten; Polizei, Miliz und die vers pedition nach Baotingfu am Morgen des Tags in zwei verschiedenen haßten Pinkertons", eine von einer großen Agentur dieses Namens Stolonnen aufgebrochen. Die eine Kolonne, aus Deutschen, Franzosen auf Bestellung gelieferte Mörderbande, deren Mitglieder oft genug und Italienern bestehend, marschiert direkt auf Baotingfu. Sie wird von dem Sheriff der betr. Distritte als Unter- Sheriffs eingeschworen von dem General Bailloud befehligt. Die zweite besteht aus 2000 werden und so einen amtlichen Charakter erhalten. Kommt Engländern unter Campbell und rückt auf einem Umwege füdlich des es dann zum Zusammenstoß, so ist das Resultat faft immer dasselbe; liegen, in denen, wie man glaubt, Boger wohnen. Flußlaufs nach Baotingfu ver, wo zahlreiche Dörfer denn die Arbeiter sind im günstigsten Falle mit Revolvern und Knippeln, die Wächter der Ordnung" mit Magazingewehren bewaffnet. Wie viele, bei solchen Gelegenheiten im Laufe der Jahr- Nach einer Londoner Meldung der Bol. Korr." findet der ruffifche zehnte gefallene Arbeiter die Erde Bennsylvaniens dedt, ist schwer Vorschlag, die Erfazansprüche an China dem Haager Schiedsgericht au fagen; aber gering ist die Bahl wahrlich nicht. zu unterbreiten, bei den Mächten wenig Antlang, da dieselben zu Die Situation bei einem solchen Riesenstreit ist also stets eine verschieden seien. Diese Angelegenheit könne daher nur direkt zwischen fehr gefährliche und für Explosionen aller Art geeignet. Das haben den Mächten und China geregelt werden. die republikanischen Wahlleiter wohl eingesehen und sich sofort mit Bom Platz an der Sonne.is den Gesellschaften in Berbindung gefeßt, um diefe zum Nachgeben Nach einem Telegramm aus Shanghai, ben 14. Oftober, zu veranlaffen. Die Gefahr für die Republikaner besteht nun nicht hat in der Kiautschoubucht ein Tornado ftattgefunden, durch den ettva darin, daß die Streifer in Pennsylvanien für Bryan stimmen sechzehn Gebäude zerstört, ein Mann getötet und acht verRegierung das Ultimatum gestellt, binnen 24 Stunden Befing au würden: denn erstens ist ein großer Teil derselben noch nicht stimmet wurden. Die Haager Poffe. " Am Nachmittag des 19. Juni wurde ich, wie am Tage vorher, vom Baron v. Ketteler ins Tjung Li Jamen gesandt, um die Zurückziehung der Kunsu- Truppen von Tung Fu Siang, wo fie nur wenige Schritte von unfren Bosten an den elektrischen Werken entfernt standen, au fordern. Der Sekretär, der mich empfing und den ich schon lange tenne, war außerordentlich nervös. Er sagte, es sei ein großer Wechsel der Situation getommen. Die fremden Admirale hätten die TakuForts genommen und es werde sehr schwer sein, die Truppen im Baum zu halten." Den Gesandten wurde unmittelbar darauf von der chinesischen berlaffen. Die Herren fügten fich nicht. Darauf geschah der Mord. Nachdem der Zusammenhang der Ereignisse in dieser Weise festgestellt ist, haben die Mächte keinen Anlaß mehr, sich über den Bruch des Völkerrechts zu entrüsten. Begonnen haben die Mächte damit, das Völkerrecht zu mißachten.— Liebesgaben. Im.Reichs- Anzeiger' wird eine Liste der Liebesgaben veröffentlicht, die im Monat September bei der Haupt- sammelstelle in Bremen eingegangen sind. An Getränken werden da aufgezählt 16 400 Flaschen und 82 Kisten Bier. 12 301 Flaschen und 87 Kisten Wein, 4649 Flaschen, 232 Kisten und 1 Faß S p i r i t U o s c n lhauptsächlich Liqueure und Cognac) und 12 983 Flaschen und 212 Kisten Mineralwasser und Fruchtsäfte. Ferner wurde» gespendet: 178 600 Stück. 10(große) Kisten und 5 Pakete C i g a r r e n; 83 600 Stück, 9 Kisten und i Paket Cigaretten; 2057 Pfund. 7777 Pakete, 13 Kisten, 6. Säcke und 1 Korb Rauchtabak; 551 Pfund und 1000 Dosen Kau t a b a k sowie 150 Pfund, 6500 Dosen und 2 Kisten Schnupf t a b a k. Wenn die Chinafahrer alles das rechtzeitig bekommen, so können sie manchen Schluck trinken und manchen Zug rauchen zu Ehren der zu Hause bleibenden Khaki-Enthusiasten. Bis jept sind allerdings schon recht viele Briefe veröffentlicht worden mit den lebhaftesten Klagen darüber, daß unsrc Weltmachtspioniere so gar knapp gehalten werden und von den Liebesgaben herzlich wenig merken. Hoffentlich bekommen sie aber wenigstens von den ungezählten Dutzenden wollener Socken. Unterhosen, Strickjacken und dergleichen etwas zu sehen, die gleichfalls im Monat September gespendet wurden neben beinahe 19 000 M. barem Gclde zum Ankauf von „Liebesgaben'. Wenn die 5000 Flaschen„Liebestinte' auf die ca. 200 000 Brief bogen, 12 000 Postkarten und 3600 Waldersee-Ausichtskarten ver schrieben sein werden, die zu diesem Zwecke gespendet wurden, dann werden die Spender erfahren, ob die Soldaten von den schönen Sachen viel bekommen haben. Lesestoff ist auch ziemlich reichlich gespendet worden; wir zahlten ungefähr 60 Kisten und Ballen Bücher, Zeitungen und Zeitschriften. darunter 20 000 Kriegslieder. Auch 40 Exemplare der „Woche' wurden gespendet; um aber Herrn August Scherl nicht in den Geruch der Knickerei zu bringen, bemerken wir, daß er nicht der Spender ist. Etwas zu lesen wird namentlich den armen Kranken in den Lazaretten hochwillkommen sein, deshalb wollen wir auch nicht spotten über die vier Pakete„Kölnische Volks- z e i t u n g mit denen Herr I. P. Bachem in Köln seiner Chiua begeisterung Ausdruck giebt. Ob man sie den Soldaten zu lesen geben wird, das zu wiffen wäre uns übrigens gerade so interessant wie Herrn Bachem selbst. Als Höriger der Welt- und Chinapolitik bekundet sich Eugen Richter durch die Anträge, die er für den bevorstehenden Parteitag der freisinnigen Volkspartei in Görlitz gestellt hat. Er beantragt: „1. Der Parteitag erklärt eS für gerechtfertigt, daß Deutschland in Gemeinschaft mit den andern Kulturn, ächten Streit- krafte angeboten hat, um die Gesandten in Peking zu befreien und eine Sühne und Entschädigung herbeizuführen für die an Fremden in China verübten Bedrohungen und Gewalt thaten, msbesondere auch für die Ermordung deS deutschen Ge sandten. 2. Der Parteitag ist der Ansicht, daß eine solche Sühne und Entschädigung ebenso wie für die Zukunft eine wirksame Sicherung des Handelsverkehrs und der Fremdenuiederlassungen in China sich nur erreichen läßt in Reih und Glied mit den andenr Mächten, zumal die deutschen Interessen in China erheblich geringer sind als diejenigen der meisten andren Großmächte und jedes Aufgebot von Machtmitteln für Deutschland wegen seiner geographischen Lage mit ganz besonderen Schwierigkeilen und Opfern verknüpft ist. 3. Der Parteitag bedauert, daß die Art der Jnscenierung der deutschen Chinapolitik bei mancherlei öffentlichen Kundgebungen n i ch t g e e i g n e t war. die Erreichung der erwähnten Ziele der Chinapolitik zu fördern im Verhältnis weder zu andren Großmächten noch auch gegenüber China selbst.' Eugen Richter verschreibt sich und seine Partei endgültig der weltpolitischen Eroberungspolitik; den Thcaterspektakel der Waldersee- fahrt und die Großmannssucht, die sich vor allen andren Nationen abenteuerlich vorausdrängt, lehnt Herr Richter ab, um die Berechtigung der Weltpolitik selbst desto beflissener zu bejahen. Der Führer des Freisinns billigt die kriegerische Expedition gegen China, heischt im Wetteifer mit alldeutichen Drauf- gängern Sühne und Entschädigung, während die Ursachen der von den Chinesen begangenen Gewaltthaten ihm gleichgültig erscheinen. Herr Richter ftagt nicht nach der Schuld der Missionare, nach der Schuld der Diplomaten, nach der Schuld des gewaltsam in China eingebrochenen Europas. Es macht der Liberalismus sich zum Mitschuldigen all des Unrechts, das im fernen Osten verübt wurde, und all der Konflikte und Schwierig- leiten, die aus der gewaltsamen„Civilisierung' Chinas in Zukunft erwachsen werden. Die freisinnige Opposition schützt da? Unrecht, indem sie aus- schließlich die augenblickliche Erscheinungsform des Unrechts bekämpft. Herr Richter mag die Pose, in der die Weltpolitik sich bläht, trefflich glossieren, die kulturfeindliche Weltpolitik selbst hat von ihm nichts zu befürchten.— Nur nicht so weichlich! Während die naffonalsocialen Ge- fangenenmordschristen in ihrem Gemütslebcn jeder schivächlichen Mitleidsregung abhold sind, ist ihr Denken schreckhaft weichlich, um nicht zu sagen erweicht. Seitdem es diesen Verein deS Unvereinbaren giebt. öden seine Mitglieder die Socialdemokratie damit, daß sie hartnäckig wieder- holen, wie wir uns so herrlich von der alten Rcvolutionsromantik zur Vernunft gemausert hätten. Und heute erklärt Herr v. Gerlach tn einem Khaki- Artikel der„Welt am Montag', die Social- demokraten seien doch früher ganz andre Kerle gewesen, als die Arbeiterniassen noch der„revolutionären Gewaltpolitik zujauchzten', während sie jetzt in die Netze einer«mimosenhaft-sentimeutalen Gefühlspolitik verstrickt seien'. Mußten uns dazu die Gerlach und Genossen unablässig predigen, wir sollten doch aufhören, der revolutionären Gewaltpolitik an- zuhängen, um jetzt zu bedauern, daß wir nicht auf den Putschismus der Gewalt bauen. Freilich jenes goldene Zeitalter, wo die Socialdemokratie— nach dem Zeugnis Gerlachs— den Klassenkampf hunnenhaft auf- gefaßt haben soll, hat in Wahrheit nie bestanden, seitdem es social- demokratische Arbeitermassen giebt. Wußte dieser Herr ein wenig Bescheid in unsrer Parteigeschichte und Parteilitteratur, so könnte er eine solche Behauptung gar nicht unterschreiben, die nur deshalb nicht wider besseres Wissen ausgesprochen sein kann, weil er überhaupt über kein besseres Wissen verfügt. Seit fast 30 Jahren existiert ein beinahe 1000 Seiten umfassendes Parteiwerk, das im lvesent- licheu sich mit unsrer Stellung zur rohen Gewalt befaßt; es ist dies der Leipziger Hochverrats-Prozeß. In Wahrheit hat die Socialdemokratie, seitdem sie als Partei organisiert ist, niemals der Gewalt„zugejauchzt', wenn sie sich auch immer bewußt ge- blieben ist, daß die herrschenden Klassen im entscheidenden Augen- blick, gemäß ihrer ganzen Brutalitätsanschauung, zur Gewalt ihre Zuflucht nehmen würden. Die Socialdemokratie aber verabscheut principiell dies Mittel ihrer Gegner, die Macht, die sie erobern will und erobern tvird, ist weder eine Macht der Gewehre und Kanonen, noch soll sie durch diese Instrumente der Bestialität errungen werden, sofern es nach unsrem Willen geht. Herr v. Gerlach sehnt sich also unnötigerweise nach den„alten" Socialdemokraten der revolutionären Gewalt, wir haben niemals den Moralanschauungen deutscher Studenten gehuldigt. Nur nicht so weichlich, so schwammig im Denken I Empfindliche Leute. Wegen Beleidigung des ersten schweren Reiterregiments zu München wurde heute der Redacteur des �Kladderadatsch' Wilh. Polstorff vor der 7. Straf- kammer des Landgerichts I zur Verantwortung gezogen. Der „Kladderadatsch" glossierte in einer kleinen elfzeiligen Notiz eine Diitteilung der socialdemokratischen„Münchener Post", wonach sich bei dem ersten schweren Retterregiment zu München nicht ein einziger Freiwilliger für die Expedition nach China gemeldet habe. An diese an sich falsche Mitteilung knüpfte der„Kladderadatsch' die Bemerkung:„Wenn das socialdemokratische Blatt wirklich die Wahrheit berichtet, so braucht man deshalb noch lange nicht deni Regiment Mangel an soldatischem Ehrgefühl und patriotischer Gesinnung vorzuwerfen. Wie mau weiß, kann der Bayer nur da leben, wo er regelmäßig bayrisches Bier vom Faß erhält. Daß dies bei einem Feldzuge in China nicht möglich ist, liegt auf der Hand. Da nun die schweren Reiter bei einer ungenügenden Verpflegung auch nur Ungenügendes leisten könnten, so ist es im Interesse der deutschen Waffenehre nur zu billigen, wenn sie ruhig zu Hause bleiben." Der Kommandeur des ersten schweren Reiterregiments hatte wegen dieses Artikels den Strafantrag gestellt, weil er darin den beleidigenden Vorwurf der mangelnden Tapferkeit und Kriegstüchtigkeit erblickte. r Der Angeklagte sprach seine Verlvunderung darüber aus. daß wegen dieser kleinen harnilosen Schnurre er auf die Anklagebank gebracht werden konnte. Er habe nicht entfernt annehmen können, daß irgend jemand diese kleine Schnurre erusthaft nehmen werde, und es' habe etwas Beschämendes und Niederdrückendes für ihn, vor gelehrten Richtern darlegen zu müssen, was sich für jeden Wer- ständigen von selbst verstehe. Der Strafantrag beweise ihm, daß der Komniandenr des ersten schweren Reiterregiments, der zweifellos ein sehr tüchtiger ReiterSmann sei, bei Bcur- teilung litterarischer Produkte doch etwas schwerfällig sein müsse, da er einen harmlosen Scherz für blutigen Ernst nehmen konnte. Der Staatsanwalt hielt den Artikel entschieden für beleidigend und beantragte 100 Mark Geldstrafe event. 10 Tage Ge- fängnis. Der Gerichtshof erkannte jedoch auf Freisprechung, da auch er in dieser in einem Witzblatt erschieneneu Notiz eine Be- leidignng nicht erblicken konnte, im übrigen aber meinte, daß, wenn man aus derselben herauslesen wollte, was der Kommandeur heraus- gelesen habe, dem Angeklagten persönlich das Bewußtsein der Be- leidigung gefehlt habe. Es ist gegenwärtig gefährlich, Scherze und Witze zu machen. Prefisreihcit. Der Genosse Rollwagen, Redacteur an der„AugSburger Volkszeitung', ist, wie bereits kurz mitgeteilt, von dem AugSburger Schwurgericht zu 300 Mark Geldstrafe ver« urteilt worden, weil er die Offiziere des 3. bayrischen Infanterie- Regiments beleidigt haben soll. I» seinem Blatte waren verschiedene Notizen erschiene», in denen behauptet wurde, daß in jenein Regiment auch Unfreiwillige nach China abkommandiert worden seien. Die Offiziere und Unteroffiziere erklärten unter Eid. daß sämtliche Soldaten, die unterzeichnet haben, sich freiwillig gemeldet hätten und daß sie sich dieser Freilvilligkeit auch bewußt gewesen sein müßten; niemand sei gepreßt worden, nach China zu gehen. Dagegen konnte der Ang-klagte durch Zeugen den Nachweis führen, daß sich einige Soldaten, welche mit nach China gegangen sind, gegen dritte Personen(auf der Pferdebahn) dahin geäußert hatten. sie seien nach China abkommandiert worden. Die Eltern des einen Soldaten. Namens Maier, machen folgende Aussagen: Zeuge Georg Maier, Vater des Soldaten Max Maier. deponiert: Sein Sohn habe ihm erzählt, man habe ihm einen Zettel vorgelegt, den habe er unterschrieben, und dann habe man ihn: erklärt, er müsse nach China. Er habe niemals gesagt, daß er sich freiwillig gemeldet habe. Erst als er in München war, habe er gesagt, daß er freiwillig gehe. Zeugin Ida Maier. Ehefrau deS vorigen Zeugen, bekundet: Ihr Sohn sei gekommen und habe gesagt:„Mutler, jetzt wird's noch schöner, jetzt müssen wir»ach China." Auch habe er ihr erzählt, daß die Freiwilligen nicht gereickt hätten und daß man einfach die andren nun untersucht und die Kräftigsten genommen habe. Weitere Zeugen bestätigen ebenfalls, daß der Soldat Maier seinen Eltern, wie oben angegeben, berichtet hat. Man sollte annehmen, daß nach dieser Beweisaufnahme der An- geklagte freigesprochen worden wäre. Trotzdem erfolgte die Ver- u r t e i l u n g. Wie konnte dies geschehen? Die beiden Soldaten. die mittlerweile nach China abgegangen waren, sind kommissarisw vernommen ivordcn. Dieselben haben zugegeben, jene Aeußerungcn, ivelche zur. Anklage führten, in derThat gemacht zu haben. Sie hatten g e fl ü n k e r t und zwar zu den, Ziveck, den Vorwürfen ihrer Eltern zu entgehen; solche wären von feiten der Eltern erfolgt, hätten diese erfahren, daß ihre Söhne aus freiem Wille» für China kapituliert hätten. An diesem Beispiel zeigt sich recht drastisch, in welch unerauick- liche Situation ein Redacteur kommen kann. Er hat die Pflicht, Mißstände aufzudecken, der Kritik der Oeffentlichkeit zu unterbreiten. Werden ihm Mitteilungen wie die obigen gemacht, so fordert sein journalistisches Gewiffen, sie in der Presse bekannt zu geben. Für den Angeklagten lag auch in diesem Fall kein Grund vor, an der Richtigkeit des. ihm Mitgeteilten zn zweifeln. Nicht allein, daß dieses ihm aus ersterQuelle kam, ähnliche Meldungen über Vorgänge in andern Garnisonen hatten schon die Runde durch die Presse gemacht, ehe er seine Notizen verfaßte. Er hatte also durchaus in gutem Glauben ge- handelt. Bei dem heutigen Stande des Zeitungswesens ist eS ganz unmöglich, daß der Redacteur noch größere Vorsicht auwenden könnte, als er in diesem Fall beobachtet hat' Hunderte von Vorgängen aus aller Welt werden täglich den Redaktionen gemeldet durch den Telegraph, durch Berufs-' und Gclegenheits- Berichterstatter. Der Redacteur ist gar nicht in der Lage, jede Mitteilung daraufhin zn prüfen, ob sie bis auf das Tipfclchen auf den, i stimmt. Ist auch die kleinste Kleinigkeit unrichtig, so wird er von, Staatsanwalt ver- 'olgt und von den Gerichten in der Regel verurteilt. Beide ver- ennen die Aufgaben der Presse und die Schwierigkeiten, unter denen re ihre Pflicht zu erfüllen hat.— Patriotische Baifsc herrscht gegenwärtig im Wupperthal. Das Kaiserpaar hat den angekündigten Besuch auf unbestimmte Zeit ver- 'choben, und die Patrioten in Elberfeld und Barmen, die sich die dekorative Ausstattung ihrer Monarchenbegeisterung etwas hatten kosten lassen, sind nahe daran, unter die Vaterlandslosen zu gehen. Sollte sich nicht eine Gesellschaft gründen laffen, die gegen solche Besuchsabsagen wenigstens insofern versichert, als sie die Bar- auslagen zurückerstattet?— Ter Reichshauöhalis- Etat für ISvl ist, wie die„Verl. Pol. Nachr." mitteilen. Ende voriger Woche in einer Konferenz der Staatssekretäre unter Anziehung des Kriegsministers v. Goßler und des Direktors der Kolonialabteilung und unter Vorsitz des Reichs- kanzlers festgestellt worden. Der Etat geht nunmehr an den Bundesrat.— Der Huuger-Kiichenzettcl der kgl. Niisiedeliingskoinniission. Vor fast zivei Monaten wurde der famose„Küchenzettel" der Anfiedeluugskommission für die östlichen Provinzen bekannt gegeben. Jetzt tritt die ministerielle„Berl. Korr.' mit einem langen Artikel über'diese Angelegenheit hervor. Man hat lange Zeit zur Fest- tellung des Thatbestands gebraucht. Verspricht man nun endlich Abhilfe? O keineswegs. Man bestätigt die kulturelle Unwürdigkeit der Zustände auf den Ansiedelungsgütern und sucht sie mit erbärm- lichen Scheingründen zu beschönigen. Zunächst erklärt der ministerielle Entschuldigungsartikel, die Be- köstigung der Tagearbeiter auf den Gütern der Ansiedelungs- kommission sei nicht geringer als die belvährte gute Beköstigung der — Strafgefangenen und selbst für die Soldaten in Posen iverde die Verpflegung mit 46 Pf. bestritten. Außerdem aber erschöpfe der Küchenzettel nicht alle Kosten der fiskalischen Eigcnbeköstigung; es seien Kosten fiir Feuerung, Herdeinrichtung und Geschirr zuzurechnen; .erner werden Kraut, Kohl. Mohrrüben, Obst geliefert. Ja noch mehr, die Saisonarbeiter verlangen Anstellung einer ihrer weiblichen Mitarbeiterinnen in der Speiseküche, weil sonst die Speisen ihrem Ge- chmack nicht entsprechen. Diethatsächlichen Kosten der Tagesration stellen ich danach auf 50—60 Pf. Und daß diese Summe genügend sei— so fährt die offiziöse Verteidigung fort— ergebe die Thatsache, daß die Tagearbeiter der Ansiedelungsgüter— nicht ausrücken. Aller- dings staatliche„Muster betriebe' seien die Anfiedlnngsgüter nicht; das könnten sie auch nicht sein, da es sich nur um eine „Zwischenverwaltungsperiode" handele. Also als Zmischenverwalter hat der Staat keine Verpflichtung, die Arbeiter einiger», aßen menschenwürdig zu beköstigen.„Vorüber- gehend' darf„Vater Staat' die Seinigen darben und verhungern lassen I Schließlich enthält die„Verl. Korresp.'»och den gewiß wesent- lichsten Grund der staatlichen Knauserei: Man könne nicht mehr geben aus Rücksicht auf die„privaten Nachbar- betriebe". Als seiner Zeit der„Küchenzettel" der Anfiedlungs- kommisßon erschien, erhob auch die„DeutschcTagesztg." Bedenken und erklärte, daß die ostelbischcu Landwirte in ihrer überwiegenden Mehrheit keineswegs die Arbeiter so jämmelich behandelten. Jetzt gesteht das offiziöse Blatt des Ministeriums, daß die Ansiedlnugskommission ge- rade deshalb die elende Beköstigung gebe, weil eine bessere Be- köstigung die Arbeiter der benachbarten Agrarier zur Begehrlichkeit reizen könne. Und da den Agrariern keinerlei Leids gethan werden darf, so wird es auch für die Zukunft bei dem Hungerzettel der königlichen Ansiedlungskommijsion verbleiben I— Kleine Beiträge zur Frage der Kohlenteuerung. In einigen Kreisen der Kohlenwucherer fühlt man das Bedürfnis, gegenüber der wachsenden öffentlichen Empörung die Schuld an dem Kohlcnwuchcr auf die Abnehmer zn wälzen. Die ganz unter dem Einfluß der Kohlenbarone stehende Handelskammer für den Regierungsbezirk O p p e ln mußte eine Resolution beschließen, in der es heißt: „Die gegenwärtig noch obwaltende Kohlenknappheit und Kohlen- teuerung ist hervorgerufen durch eine Reihe bekannter Momente, denen weder durch Voraussicht der Bergwerksbesitzer vorgebeugt werden konnte, noch durch Maßnahmen dieser oder andrer Faktoren augenblicklich sofort wirksam entgegengetreten werden kann. Es macht sich aber bereits eine allmähliche Besserung fühlbar, und die Ucbelstände würden lange nicht die Schärfe erreicht habe», hätten die Konsumenten nschr, durch übertriebene A e n g st l i ch k e i t und zum Teil durch Spekulation veranlaßt, danach gestrebt, vorzeitig ihren Bedarf überreichlich zu decken und, um das zu erreichen, übertriebene Preisforderunge» geradezu provoziert." Die Kammer hegt im übrigen das Vertrauen zu der Staats- rcgierung,„daß dieselbe keinerlei Maßnahmen ergreifen wird, welche die Freiheit der Bewegung des Bergbaues und ins- besondere des Handels beeinträchtigen". Mit diesem Vertrauen, daß die Regierung sich als unfähig erweisen wird, den, Kohlcnwucher durch wirksame Maßregeln cnt- gegeuzutreten, und daß sie hierzu auch gar nicht die Absicht hat, scheint die Handelskammer recht behalten zn sollen. Zu bewundern ist übrigens, ivenn von der Handelskammer der Kohlenbarone ivenigstens anerkannt wird, daß„übertriebene Preisforderungen' stattgefunden haben. Anderswo ist man nicht so heuchlerisch.� In dem Organ des rheinisch- w e st f ä l i s cb e n K o h l e n s y„ d i k a t s wird syndikatS- offiziös»nigetcilt, daß infolge des Nachlassens der industriellen Konjunktur ein Nachlassen der Nachfrage nach Kohlen in Aussicht siehe. Um aber den Konsumenten begreiflich zu machen, daß auf ein Herab gehen der Preise keinesfalls zu rechnen sei, wird weiter mitgeteilt, daß beim weiteren Zurück- gehen der Nachfrage die Produktion eingeschränkt iverden ivürde! Man hält es hier also gar nicht der Mühe für wert, den Schein zu erwecken, als ob die Kohlenteuerung von andren Kreisen ver- ursacht wäre, und man giebt höhnisch zu. daß die kapitalistischen Besitzer der Gruben selber die Kohle„Wucherer sind.—_ „Daß mein Haupt kann; kühnlich legen, jedem Unterthan in Schoß". Am 15. Oktober sollte das Kaiserpaar zur Einweihung eines Denkmals für Wilhelm I in Hildesheim sein. Die großen Fest- Vorbereitungen sind auch hier umsonst aufgewendet worden, da der Kaiser nicht kommt. Nicht unlieb dürfte diese Absage der Polizei kommen; denn diese hat bei solche» Gelegenheiten einen schweren Dienst..... Unser hannövcrischcs Parteiblatt veröffentlicht eme von der Polizei ausgearbeitete„Uebersicht über die zur Sicher- heit Ihrer Majestäten des Kaiser und der Kaiserin am 15. Oktober 1900 angeordneten Maß- nah m e n". Es ist dies ein spaltenlanges Dokument, das unter A 1, 2, 3, 4, 5 usw. B 1, 2, 3, 4, 5 usw. 0, D, E. F, G, H, I.— jeder Buchstabe wieder mit zahlreiche» Unterabteilungen— Unmenge genauer Weisungen enthält. Wir erfahren aus diesem Programm, daß das Kaiserpaar stets und überall von Polizisten zu umgeben ist, aber mit kunstvoller Diskretion. Man liest da z. B.: „Die anwesenden Polizeibcamten haben die Majestäten nicht ans dem Auge zu verlieren. Der Polizei-Jnspektor hat sich in der Nähe der Majestäten aufzuhalten, deren Weiterbewegnngen zu folgen und stets einige Beamte an geeigneten Plätzen zu wissen, die auf nur einen Wink herbei zu eilen bereit sind. Hicrpon dürfen die Majestäten nichts bemerken." Aber auch diese Schutzmaßnahmen scheint die Hildesheimer Polizei noch nicht sür genügend gehalten zu haben; denn sie hat auch folgenden Geheimerlaß versandt: Hildesheim, den 6. Oktober 1900, Polizei-Direktion. D.-B..!7r____ Geheim. Aus Anlaß der Anwesenheit Sr. Majestät des Kaisers und Ihrer Majestät der Kaiserin Hierselbst am 15. d. Mts. ersuche ich, sofortige, ivenn nötig telegraphischc Mitteilung hierher gelangen zu lassen, falls dort tvohncude Anarchisten oder als solche ver- dächtige Personen sich in der Zeit von heute bis zum 15. d. M.'S. von dort entfernen sollte». Gleichzeitig bitte ich um Mitteilung und Signalement und, wenn möglich, um Photographie der betreffenden Person. An die Polizeibehörde N» Wenn man das liest, müßte man glauben, eS gäbe in Deutsch- land massenhaft anarchistische Propagandisten der That. Aber der Erlaß zeigt zugleich, daß es gefährlich ist. an BegcisterungSaus- brächen für die regierenden Herrschaften teilzunehmen; denn wie leicht kann eS vorkommen, daß ein eifriger Byzanttner eine Aehnlich- keit mit eine»,„Anarchisten" hat und infolgedessen, statt patriottsch schwelgen zu können, festgenommen wird I— Die GermanisiernngSpolittk in Posen trägt immer wundervollere Blüten. DaS Fräulein O m a n k o w s k a, dessen Verhaftung »vir bereits mitteilten, ist dem„Dziennik" zufolge zu 6 Tagen Gefängnis verurteilt worden und hat bereits ihre Strafe angetreten. Ihr Verbrechen bestand bekanntlich darin, daß sie entgegen der Sprachenverfügung des Kultusministers armen polnischen Kindern unentgeltlichen Unterricht in der Muttersprache erteilt hatte. Sie erhielt zunächst ein Strafmandat von über 100 M. Die angerufenen Genchte erklärten sich für inkompetent in dieser Angelegenheit. Schließlich ging die Sache an da? Ministerium, kam dann wieder nach Posen zurück und man hörte monatelang nichts davon. Jetzt sollte Pfändung vorgenommen werden, die aber resultatlos verlief. Den polnischen Kreisen wäre es ein kleines gewesen, die 100 M. aufzubringen, das Fräulein zog es aber vor. ins GefängmS zu gehen. Die natürliche Folge davon ist. daß sie jetzt als Märtyrerin verehrt wird, und so wird dem Nationalhaß immer wieder neue Nahrung gegeben, für das Deutschttnn wird dabei nichts gewonnen. Dies einzusehen, scheint nur unsrer Regierung nicht ge- fingen zu wollen. Die Landtagsnnchwahl in BreSlan. Es wird uns telegraphisch berichtet: aquellas Das Läbische Streifpoften- Verbot. Bei der heutigen Landtagswahl erzielten Freifinn und Social- Jabzuhalten, in denen unter anderm die Errichtung nationaler und ländern nicht, ihn zu fangen. So wird der Dam bemokraten 35 Stimmen Mehrheit gegen die konservativ flerifale internationaler Korrespondenz- Bureaus beschlossen wurde. Einer der Mail" aus Pretoria berichtet, daß die englischen Koalition. Socialisten gewannen 11 Mandate. Rongreßteilnehmer, ein Italiener Samaja, ist von der französischen Behörden fürzlich einmal in Erfahrung brachten, General De Wet Polizei gleich am ersten Tage verhaftet und ausgewiesen worden.- wolle fich mit einem andren Boerenführer bei Heilbron treffen. Die ad en englischen Truppen wurden sofort zusammengezogen, so daß sie einen Ring von 20 Meilen Umfang bildeten. Es fanden danach mehrere Kämpfe zwischen Engländern und Boeren statt. Lekteren, welche 2000 Mann start waren, gelang es jedoch aus dem Kordon zu entschlüpfen. Bon englischer Seite liegen auch wieder einige Siegesnachrichten Aus Kapstadt wird gemeldet: Das Westfent- Regiment Delarey hat alle seine Gefangenen freigelassen. überraschte die Boeren in ihrem Lager bei Frankfort und brachte ihnen schwere Verluste bei, acht Boeren wurden gefangen genommen. Dieser Erfolg bedeutet zunächst einen moralischen Sieg mufrer Partei über niedrige Verleumdung. Die Konservativen und das Centrum im preußischen Landtag haben die drei freiſinnigen Mandate für ungültig erklärt, weil an die socialdemokratischen Wahlmänner am Wahltage widergesetzlich Geld verteilt worden sei. Thatfächlich war nur geschehen, was das Gesetz gestattet und was moralisch unantastbar ist: unsre Wahlmänner hatten für ihre Arbeitsversäumnis eine ganz mäßige Vergütung erhalten. Das erbärmliche Manöver hat seinen Urhebern feinen Erfolg gebracht. Die focialdemokratischen Arbeiter haben ihre Vertrauensmänner von neuem und in größerer Zahl wiedergewählt. Hamburg, 15. Oftober. Heute gelangte hier das vielbesprochene Streitposten- Verbot des Senats von Lübeck zur gerichtlichen Behandlung vor dem Landgericht. Es sei vorweg genommen, daß das Gericht sein Urteil bis Freitag den 26. d. M. ausgefest hat. eigentlich die Ibischen Behörden selbst gefällt, indem fie, Das bemerkenswerteste Urteil über die Verordnung haben obwohl seit Erlaß des Gesezes Hunderte, ja Tausende von Lübecker Arbeitern bei Ausständen auf Streifposten gezogen sind, die VerDer Wahlkampf war ein überaus heißer. Den Konservativen ordnung nicht in einem einzigen Falle angewandt haben, obwohl die ist jeder Mandatszuwachs überaus wertvoll, da sie fast die volle Arbeiter durch eine ungewöhnliche Häufung von Streifposten geradezu Mehrheit im Abgeordnetenhause haben, die sie zur Durchführung Eine solche Provokation hat auch das Hamburger Echo" in feiner eine Anflage auf Grund der Verordnung zu provozieren fuchten, aller ihrer reaktionären Anschläge anstreben. Dazu kam, daß Nr. 175 vom 31. Juli den Lübecker Arbeitern anempfohlen, indem die Konservativen durch die Breslauer Wahl den Beweis für die es nach einer nochmaligen Erörterung der Rechtsfragen schrieb: Aussichtslosigkeit einer focialdemokratischen Beteiligung an den Wieder rufen wir der Arbeiterschaft beds zu: Bietet der Landtagswahlen zu erbringen und damit den socialdemokratischen rechtswidrigen Berordnung Trok! Fügt Euch derselben unter Ansturm bei den fünftigen allgemeinen Wahlen zu hemmen hofften. teinen Umständen!" Diefe Hoffnungen haben sich nicht erfüllt. Troz öffentlicher Stimmabgabe, troz mannigfachster Schwierigkeiten haben unsre Breslauer Genossen sich trefflich geschlagen und das weitere Vordringen der kulturfeindlichsten Reaktion gehindert. Die Mehrheit aus liberalen und socialdemokratischen Wahlmännern gegenüber dem konservativ- tleritalen Kartell betrug bei den letzten Landtagswahlen 17 Stimmen; jetzt ist sie auf 35 gestiegen. Die Besten der Nation. An Khalifeindliche Schriftsteller ergeht zur Zeit das folgende Mahnschreiben: spires in sens ST Sehr geehrter Herr! sido di In meinem Verlage erschien soeben: i offici Der gelbe Krieg. ad fun sis Ein Selbstschriften- Album hervorragender Männer der Gegenwart 1961 über die Ereignisse und Kämpfe in China, s vor. daß seine Truppen ein Boerenlager zweimal nach einander überLondon, 15. Oftober. Lord Roberts meldet aus Pretoria, raschten und hierbei 7 Boeren töteten, drei verwundeten und 18 gefangen nahmen. Boeren überrascht, welche sich nach furzem Stampf sämtlicher Wagen Eine englische Abteilung, welche einen Convoi begleitete, wurde zwischen Bethulie und Springfontein von den und Maulesel bemächtigten. Die den Zug begleitenden englischen Truppen wurden jedoch in Freiheit belassen. Tassen worden, in welchem Lord Roberts den Leistungen Ballers Anläßlich der Abreise Bullers ist ein Armeebefehl erIn diesen Worten hat die Hamburger Staatsanwaltschaft eine großes Lob spendet. Auch General De Wet hat eine Protla mation erlassen, in welcher er erklärt, daß alle Burghers, die sich Aufforderung zum Ungehorsam gegen die Geseze gefehen und gegen weigerten, Waffen zu tragen, zu Kriegsgefangenen gemacht werden Abgeordneten Molkenbuhr, Anklage aus§ 110 St.-G.-B. der Krieg mehr und mehr für aussichtslos gehalten zu werden. den damaligen verantwortlichen Redacteur des„ Echo", den Reichstags- würden. Andrerseits scheint doch auch von jeiten der Burghers erhoben. Als Verteidiger in der heutigen Verhandlung fungiert gesehener Burgher, van Post, hat die Erlaubnis erhalten, sich in die Dem„ Reuterschen Bureau" wird aus Pretoria gemeldet: Ein anRechtsanwalt Dr. Suse. Der Angeklagte erklärt, er habe es Oranje- Kolonie zu begeben, um de Wett aufzusuchen und ihm vorfür unumgängig notwendig gehalten, eine Entscheidung des Reichs- zustellen, daß es thöricht sei, den Stampf weiter fortzufezen, gerichts über die Frage der Rechtsgültigkeit der Lübecker Verordnung herbeizuführen. Das sei seiner Ansicht nach am besten auf die jetzt Schömann und ein andrer Burgher haben sich zu demselben Zweck scheidung herbeizuführen, habe er um so mehr für seine Pflicht gedem„ Echo" zur Last gelegte Weije möglich gewesen. Die Ent- 3 Botha begeben. halten, als bei der Interpellation im Reichstag der Staatssekretär Nieberding selbst es für wünschenswert gehalten habe, daß die ordentlichen Gerichte die Frage prüften. Schreiben: deiggund and wide sik od mng Die Ber daß wir die Abhaltung der für den 14. Oftober cr., nachmittags Auf Ihre Zuschrift vom 10. Oftober cr. wird Ihnen eröffnet, untersagen, da wir wegen der Nähe der Stadt durch jene 1/23 1hr einberufenen Volksversammlung unter freiem Himmel hiermit Versammlung die allgemeine Ruhe, Ordnung und Sicherheit als gefährdet ansehen müssen. Bischofswerda, den 12. Oktober 1900. Partei-Machrichten.ne a 198 19 Als Reichstags- Kandidat für den Wahlkreis Meseri Bomit ist von socialdemokratischer Seite der Mechaniker Otto Der Staatsanwalt Dr. Hopf beantragt eine Geldherausgegeben zum Besten der verwundeten Krieger.Inftrafe von 100 M. Er hält die Verordnung für rechtsgültig und Bofen aufgestellt worden. An dem Kampf um das Reichstagsundig Mit Titelbild: ,, Völker Europas, wahret Eure heiligsten Güter!" begründet diesen Standpunkt folgendermaßen: Es handelt sich bei mandat beteiligen sich nunmehr sechs Kandidaten. von Professor Kenndfuß. m der Handlung des Streitpostenstehens nicht um Handlungen in Aus- Eine socialdemokratische Konferenz des Regierungsbezirks Elegant gebunden in Ganzleinband: Preis 5 M. franko.übung des Koalitionsrechts selbst, sondern um Begleiterscheinungen Merseburg fand am Sonntag in alle statt. Vertreten waren die Wenn Sie auch keinen Beitrag zu dem Werke dazu. Es solle durch die Berordnung uur die Ordnung. Ruhe und Wahlkreise: Caalkreis, Beiz- Weißenfels, Schfenditz- Merseburg, lieferten, so hoffe ich doch, daß Sie diesem Unternehmen so viel Sicherheit auf öffentlicher Straße usw. geschützt werden und das Telißsch- Bitterfeld, Torgay- Liebenverda, Wittenberg- Schweinitz und nteresse entgegenbringen, um 1 Gremplar zu befollidiere mit den Bestimmungen des§ 152 der Gewerbe- Ordnung der Mansfelder Kreis durch 20 Delegierte. und Vorsteher verschiedener stellen. Bietet doch das Buch einen wertvollen Beitrag der in keiner Weise. Wolle man andrer Ansicht sein, so müsse Institutionen. Unter anderm wurde beschlossen, überall dort, wo es Litteratur, zu welchem die Besten der Nation beigetragen man zugeben, daß dann ja überhaupt nichts weiter bestraft werden möglich ist, die Parteigeschäfte in die Hände der socialdemokratischen haben. Ein vorzügliches Festgeschenk bildet das Wert qußerdem tönnte, als durch§ 153 der Gewerbe- Ordnung verboten sei. Dabei Vereine zu legen. durch seine vornehme Ausstattung für jeden Salon. do sei es doch allgemein gebräuchlich, daß Ausschreitumgen bei Streits, Ihrer Bestellung entgegensehend, zeichne mit Ans Sachsen. Am Sonntagnachmittag follte Genosse SinderHochachtungsvoller Ergebenheit Risi gfalfo, auch Begleiterſcheiningen beat- Gefeßubes boats noches, mann eine halbe Stunde von der Stadt Bischofswerda ents durch die§ 240,§ 185 mmd§ 223 Straf- Gesetzbuchs bestraft würden. fernt auf einem Grundstücke in einer öffentlichen Volksversammlung Leipzig, Datum des Poststempels. 13 G3 folle nun zwar in den letzten Tagen ein Urteil ergangen sein, über die Chinawirren und die Weltpolitik referieren. sitada Carl Minde. das die Lübecker Verordnung für rechtsungültig erkläre. Man kann also um ein Billiges zu den Besten der Nation Form, in der es durch die Zeitungen gegangen sei, fönne es mög Bürgermeister Lange gemacht. Der fandte dem Einberufer folgendes In der anstalter der Versammlung hatten aber die Rechnung ohne den avancieren, sofern man nur ein Eremplar des Khati- Werts ersteht.- lich ergangen fein, denn der§ 110 des Straf- Gesetzbuchs stehe nicht zur Zuständigkeit des Amtsgerichts. Wenn ein solches Urteil aber Bremen, 14. Oftober.( Eig. Ber.) Die Bremische Bürgerschaft auch ergangen sei, er stehe aus den oben angeführten Gründen auf ist jetzt bei der Beratung einer großen Anzahl von Anträgen ange- andrem Standpunkt. langt, die bei der durch die erste Jahreshälfte sich hinziekenden Der Verteidiger bezicht sich auf die Reichstags- Debatte Budgetberatung gestellt und dann bis zur Erledigung des Budgets und die Aeußerungen der juristischen Fachpresse über die Frage und zurückgestellt wurden. Die socialdemokratische Fraktion hat eine ganze führt aus, zweifellos gche schon aus der allerdings abgelehnten Reihe Anträge eingebracht, die in ihrer Gesamtheit ein nettes Buchthausvorlage§ 4 Abs. 2, hervor, daß die Reichsgesetzgebung sich Stüd realtionärer Rüdständigkeit der Bremischen Republik" der Materie habe bemächtigen wollen. Damit müsse die Landesbezeichnen. In der letzten Bürgerschaftsfizung kamen drei geießgebung ihre Finger von der Materie lassen. Der Stadtrat daselbst. ihrer gefeßgebung ihre Finger von der Materie lassen. Wäre etwas medioglo] sid sit mbi Dr. Lange." Anträge zur Debatte. Der erste forderte die end- andres möglich, so würde man in Bayern jetzt z. B. ja den abliche Beseitigung der indirekten Lebensmittelbesteuerung, die den gelehnten Teil der lex Heinze im Wege der Landesgesetzgebung ein- nahe an einem Weg oder zu nahe an einem Wasser, zu nahe an einer In Sachsen hat man Versammlungen schon verboten, weil sie zu Namen„ Verbrauchsabgabe" trägt. Ein vor zwei Jahren gestellter führen können. Es fomme nicht darauf an, ob die Materie schon Kirche oder zu nahe an einem Wirtshaus abgehalten wurden; daß da derartiger Antrag fiel ins Waffer, weil man teine Ersatzsteuer reichsrechtlich geregelt jei, sondern darauf, ob die Reichsgefebgebung die Nähe einer gangen Stadt besonders gefährlich sein muß, finden fonnte. Auch jetzt hat man offenbar feine Neigung, den Erjab sich der Materie behufs Regelung bemächtigt habe. Und das sei schon ist mar logisch, felbst wenn der gewöhnlichste Unterthanenverstand dies in der von focialdemokratischer Seite vorgeschlagenen progressiveren geschehen mit der Schaffung des§ 152 der Gewerbe- Ordnung, der unbegreiflich findet. Nau ist für Sachsen aber immerhin, daß diese Gestaltung der Einkommensteuer für die Einkommen oberhalb 6000 m. Sie Streitmaterie regele. zu suchen. Die Liberalen umgingen diese Forderung abermals durch Logit auch in einem amtlichen Schreiben Ausdruck findet. Annahme eines Antrags, der bloß die Niedersetzung einer Deputation den 26. ausgefegt.Das Urteil des Gerichts wird, wie schon bemerkt, bis Freitag Uebrigens mute man uns nicht zu, daß wir eruftbehufs Erwägung anderweitigen Ersages fordert. Die Deputation is haft gegen die Auffassung einer sächsischen Behörde über Bers wird vermutlich ewig lange suchen und schließlich nichts finden. Ein of mind Ausland.ist telli socialistischen Bersaninilungen zu nahe; sie wünschen sie dahin, wo Ginza d and out 25% fammlungsfreiheit polemisieren. Den sächsischen Behörden find alle socialdemokratischer Antrag, die Billard- und Kegelbahnsteuer zuflada beseitigen, wurde abgelehnt. Man liebt diesen Steuerkleinfram. nsthom gaudialtsddan -a biltilbind der Pfeffer wächst. Ein weiterer, gleich den vorigen Anträgen vom Genossen Destreich- Ungarn. ang ta Polizeiliches, Gerichtliches usw. omiss Lo me begründeter Antrag, die bei Ableistung des Staatsbürger- Der gegen Geschäftsreifende und Agenten, speciell aus d Genoffe Lebins in Dortmund hat eine ihm wegen Bes eids geforderte Gebühr von 16,50 M. zu beseitigen, fand auch bei Oestreich, gerichtete Gesetzentwurf, der das Sammeln von Beeinigen Liberalen Unterstügung. Und schließlich überwies die Bürger- ftellungen bei Privatkunden verbietet, wurde, wie die Frankfurter leidigung der Zuchthausdirektion in Werden zudiftierte Gefängnis schaft den Antrag an den Senat, der dafür sorgen soll, daß die Beitung" meldet, im ungarischen Abgeordnetenhause gestern ein- strafe angetreten. Hoffentlich erträgt er den zeitweiligen Verlust Deputation für die Vertreterivahlen einen Bericht über die Frage an immig angenommen. da oni der deutschen Freiheit ohne Nachteil. de die Bürgerschaft einliefern solle. Die Antwort kann man sich voraus Frankreich.admind m berechnen. Es fällt der Deputation gar nicht ein, dafür zu forgen, Antisemitisches. Der bekannte ehemalige Bürgermeister von daß die Gesamtheit der bremischen Steuerzahler, also namentlich das Algier May Regis fehrte am Sonntag nach Algier zurück. Es fun but m Gewerkschaftliches. tedand using Gros der Arbeiter ohne weiteres an den Bürgerschaftswahlen teil tam zu Ruhestörungen; die Polizei nahm einige Verhaftungen vor. Berlin und gegend. QUI nehmen kann. Und auch den Liberalen ist das so, wie es jetzt ist, Am Tage vorher war sein Bruder Louis Regis vom dortigen Achtung, Tapezierer! Bei der Firma Flieder, Schmidstr. 23, gerade recht. Deshalb haben sie sich jetzt auch um den klaren Be- Schwurgericht wegen Thätlichkeiten gegen einen seiner politischen haben jämtliche Kollegen aufgehört wegen Nichtbewilligung der schluß, das Bürgereigeld zu beseitigen, herumgedrüdt. Auch die Stimmzettelfrage wurde aufgerollt. Genoffe Rhein verhaftet worden. Gegner zu 8 Monaten Gefängnis verurteilt und sogleich Preise, die unsrem Tarif nahe tommen. Wir erwarten, daß dieses Geschäft gemieden wird. Die Verbandsleitung. forderte, daß die Wahldeputation einheitliche Couverts für die Stimm zettel ausgeben solle. Aber der freisinnige Wadelstrümpfler Lankau Paris, 14. Oftober. Die Regierung hat den Präfekten des Der Centralverein der im Adressenwesen und verwandten bestritt die Notwendigkeit ganz entschieden. Schließlich verwies man Norddepartements beauftragt, eine Verständigung zwischen den Brauchen Beschäftigten ist den Inhabern der Adressenbureaus den Antrag, der auch die Verlegung der Wahlen auf einen Sonntag ausständigen Glasarbeitern und ihren Arbeitgebern schon immer ein Stein des Anstoßes gewesen, und es scheint, als verlangte, ebenfalls an die Wahldeputation. Wie lange wird sie herbeizuführen. Der Ausstand dauert bereits drei Monate. wenn einer derselben, für dessen Unterhalt die weitaus meisten der England.tals Sunarmen ausgepowerten Tintenfulis fich bei Tag und Nacht mühen müffen, zur Vernichtung der jungen Organisation entschlossen ist. über eine reaktionäre Antwort brüten? so 7104 6 & Aus dem Großherzogtum Sachsen Weimar.( Eig. Ber.) Die Parlamentswahlen sind nunmehr bis auf 13, durch Es ist dies der Inhaber der Firma Rob. Teßmer, Charlottenste, 84. Rüdwärts revidiert soll allem Anschein nach in unsrem Ländchen der welche eine weitere Aenderung der Parteiverhältnisse nicht eintreten Die Firma ließ am letzten Donnerstag von den gegen Lohn Unterricht in den Fortbildungsschulen werden, denn das weimarische dürfte, beendet; 12 von diesen 13 Sigen werden, wie man ans Beschäftigten fich einen Bettel einreichen mit der Angabe des Regierungsorgan fnüpft an das Thema, welches gegenwärtig der nimmt, in den Händen der Opposition verbleiben. Die Liberalen Namens, der Zeit der Beschäftigung bei der Firma und der Angabe, Herr Schulrat Stier in den Lehrerkonferenzen des zweiten Bergewannen noch einen Siz, so daß deren Gewinn, gleich dem der ob Mitglied des Centralvereins oder nicht. Fünf Mitglieder des waltungsbezirks bespricht, folgende geistreiche Bemerkung: Ministeriellen, 35 Size beträgt. Vereins, darunter der Vorsitzende, der Kassierer und ein Revisor, hatten den Mut, ihre Mitgliedschaft schriftlich zu bescheinigen und wurden am Sonnabend unter der ausdrücklichen Angabe, es geschähe dies wegen der Zugehörigkeit zum Centralverein, gekündigt. Bier der Beschäftigten haben es vorgezogen, die Lebensstellung fofort aufwenn die konservative Partei sie zu ihrer Schande verweigern sollte, zugeben und wird es der Organisation wohl nicht schwer fallen, würden die Radikalen Chamberlain Tag für Tag eines ehrwidrigen diese zum Teil feit 4 Jahren bei der Firma beschäftigten Schreiber die 4 Verhaltens zeihen und es dem Land überlassen, sich ein Urteil über vorläufig über Wasser zu halten und wieder unterzubringen. Wenn einen Minister und eine Partei zu bilden, die jeder Untersuchung man aber seitens der Firma Tezmer glaubt, daß nunmehr die zu entrimuen suchen. Wenn die Mitteilungen des Morning Leader" Agitation des Centralvereins zu Ende ist, dürfte man sich täuschen, richtig sind, so ist Chamberlain eines so ehrwidrigen Verhaltens umsomehr da eine ganze Anzahl Mitglieder sich noch im Bureau beüberführt, daß jeder Tag, den er Minister bleibt, uns als Nation finden und für ihre Organisation wirken. schändet. Als Eir Herkules Rebinson zum Gouverneur der Kapkolonie Sache der Kollegen wird es sein, dieselben nach Möglichkeit zu ernannt wurde, protestierte Chamberlain gegen die Ernennung, weil unterstüßen, da nur eine starke und zahlreiche Organisation ein entSir Herkules finanzielle Beziehungen zu einer Mine sprechendes Gegengewicht gegen derartige Liebenswürdigkeiten bildet. oder Bank in Südafrika gehabt hatte. Was war das im Ver- Deswegen Adressenschreiber, Angestellte der Zeitungs- und Verlagsgleich zu dem, was über die Chamberlainschen Familien- Compagnien geschäfte, Reklamebureaus usw. Hinein in die Organisation l bekannt ist, die Regierungsaufträge übernehmen?" Centralverein der im Adressenwesen und verwandten Branchen Beschäftigten. Berlin. on ndo sisulist Deutsches Reich. Unfre Fortbildungsschulen dürfen nicht ausschließlich Berufs- Der radikale Abgeordnete 2a bouchere kündigt dem Kolonialschulen sein. In erster Linie liegt ihre hohe Bedeutung, wie auch in minister Chamberlain den Krieg bis aufs Meiser an. Bezug auf die Boltsschule, in ihrer erzieherischen Thätigkeit, sowohl Die radikale Partei sei entschlossen, eine gründliche und unparteiische nach der religiös- fittlichen, als nach der nationalen Seite. Dadurch Untersuchung der gegen ihn erhobenen Vorwürfe zu verlangen, und tönnte der Verbreitung der Socialdemokratie, die sich leider des Heranwachsenden Geschlechts mehr und mehr zu versichern sucht, ein wirlfamer Damm entgegen gefeßt werden." Also! Das Volt ja nicht zu helle gemacht, etwas weniger für den Lebensberuf vor bercifet, und im übrigen es Ein nettes Die Kaiferin Friedrich ist schwer erkrankt. Ihr neuralgisches Leiden hat zu einem Anfall von afuter Herzschwäche geführt, dessen Wiederholung nach ärztlicher Erklärung als ein das Leben unmittelbar gefährdendes Ereignis" erachtet werden müßte. Rezept gegen die Ausbreitung Sudern erzogen. 910 Zum Gerichtsbericht in unsrer Nr. 239 ersucht Herr Fließ, Redacteur des" Satyr", um Richtigstellung zweier Irrtümer des Berichterstatters. Herr Fließ schreibt: Rußland. " In Dresden- Löbtau find 120 Gürtler, Monteure, Schlosser, Dreher 2c. der Kronleuchterfabrik von Seifert am 12. Oktober in den Ausstand getreten. 1. Ich war nicht eine Zeitlang Redacteur des" Sathr", sondern Kaiser hat, um der Teuerung im Amurgebiet zu steuern, eine vom Breslau legten gestern 50 Tischler die Arbeit nieder. Zuzug ist Petersburg, 15. Oftober. Der Regierungsbote" meldet: Der In der Bautischlerei von Lehmann Nachfl. Sternberg in war es von Anbeginn an und bin es heute noch. 2. Es ist unrichtig, daß Straßenhändler, welche mit dem Finanzminister vorgeschlagene zeitweilige Maßnahme beſtätigt, welche fernzuhalten. Satyr" handelten, wegen Verbreitung anzüchtiger bestimmt, daß bis zum 1. Januar 1901 Waren aus Häfen des chriften angeflagt und verurteilt find. Das ist niemals europäischen Stuhland auf Schiffen unter fremder Flagge nach ruffigeschehen, im Gegenteil, der Staatsanwalt selbst hat hervorheben schen Häfen in Ostafien gebracht werden dürfen. müssen, daß in drei Fällen rechtsträftige Erkenntnisse festgestellt 2 id Afrika. haben, daß der Inhalt des Sathr" nicht unaüchtig ist. Aus Transvaal liegen heute eine ganze Reihe Nachrichten vor, Die Güterbodenarbeiter in Magdeburg sind auf ihr Gesuch die einander aber vielfach widersprechen. Nur so viel ist ersichtlich, um Abschaffung der Accordarbeit bisher ohne Antwort geblieben. Der internationale Anarchistenkongreß soll, wie der Frank- daß die Boeren den Engländern noch immer viel zu schaffen machen. Die Geschäfte des Arbeitersekretariats in Bremen haben furter Zeitung" aus Berlin gemeldet wird, doch noch in Paris Namentlich scheint fich der Boerengeneral De Wet ausgezeichnet einen derartigen Umfang angenommen, daß die Gewerkschaftskartelle stattgefunden haben. Es sei ihnen gelungen, vier Geheimsizungen auf den Guerillakrieg zu verstehen und es gelingt den Eng- von Bremen und Hastedt sowie die Gewerkschaftsvorstände Bremens " sul@ fs Intox und Umgegend beschlossen, znm 1. Dezember 1900 einen zweiten Sekretär einzustellen, der dieselben Rechte und Pflichten hat wie der erste. Wegen Vergehens wider den berüchtigte« 8 �53 der Gewerbe-Ordnung und außerdem wegen Verübung groben Un fugs beim Streik m der Feuerlöschmaschinen-Fabrik von Justus Christ. Braun in Nürnberg hatten vier Metallarbeiter Strafmandate aus 3—6 Tage Haft erhalten. Dagegen erhoben sie Einspruch, der am Sonnabend vor dem Schöffengericht Nürnberg verhandelt wurde. Dabei stellte sich heraus, daß die Anklage überhaupt leichtfertig aufgebaut war. Die arbeitswilligen Zeugen bestätigten, daß der eine Beschuldigte den Mund überhaupt nicht aufgemacht hatte. Trotzdem erhielt er ein Strafmandat wegen groben Unfugs. Die kläglichste Rolle spielte der arbeitswillige Zeuge L. K l e n k, der bekundete. daß er, als man ihn auf den Streik aufmerksam machte, erwidert habe: das geht mich nichts an, in einer langen Arbeitszeit verdiene ich mehr als in einer kurzen. Als ihn Streikposten heimbegleiteten, sei er auf die Polizeiwache gegangen und habe um Schutz gebeten, worauf ihm der Wachtmeister gesagt habe: DaS ist nicht so schlimm. Sie scheinen nur etwas ängstlicher Natur. Dann habe er gefragt, ob er sich einen Revolver kaufen und die Leute niederschießen solle. Auf die Frage, ob die An geklagten ihn beschimpft nnd auf die Füße getreten, wie die Anklage behauptet, konnte der Zeuge nur erwidern, daß nichts der« g l ei ch e n erfolgt sei. Der Amtsanwalt mußte bei solch dürftigem Material selbst die Anklage fallen lassen, nur einen der Beschuldigten wollte er wegen Unfugs verdonnert wissen, DaS Gericht sprach aber alle Angeklagten frei. Ausland. Zwei Etreik-Statistiken. Nachdem wir vor einigen Wochen ausführlich die Resultate der deutschen Streikstatistik veröffentlicht haben, ist eS interessant, die Zahlen andrer Länder zum Vergleich heranzuziehen. Heute liegen uns Streikstatistike» aus Oestreich und Italien vor. Wir geben daraus kurz die hauptsächlichen Zahlen: In Oestreich wurden im Jahre 1899 im ganzen 324 Streiks gezählt, durch die 977 Unternehmungen und gegen 60 000 Arbeiter m Mitleidenschaft gezogen wurden. Von den Streiks brachen 103 im Frühjahr. 93 im Sommer. 86 im Herbst und nur 42 im Winter auS. Im Vorjahr wurden insgesamt nur 2SS Streiks gezählt. Die Verteilung der Lohnkämpfe auf die einzelnen Industrien stellt sich folgendermaßen: Es entfielen von den Gesamtzahlen auf: 1898 1899 28 Proz. 12. 11. S. 8. V. 7. sich in verschiedene Textilindustrie... 11 Proz. Holzindustrien... 11„ Metallindustrie... 10„ Baugewerbe. i. i 19„ Bergbau.... i 11„ Steine, Keramik ze.. 11„ Mode, Konfektion.. 7 Eine Reihe weiterer Streiks zersplitterte Jndustriegruppen. Die Streikursachen waren 175 mal Lohnforderungen. 67 mal Forderungen auf Verkürzung der Arbeitszeit und in 119 Fällen anderweitige Beschwerdepunkte. Bei einer Reihe von Streiks waren mehrere Forderungen mit einander verbunden, lieber die Resultate wird gemeldet, daß die Streiks in 69 Fällen einen vollen, in 120 Fällen einen teil weisen Erfolg hatten, während in 105 Fällen kein Erfolg erzielt wurde. Für eine Reihe von Streiks find die Resultate nicht bekannt geworden. Jedenfalls zeigen die Zahlen, daß die Arbeiter durch die Streiks in einer Reihe von Fällen eine größere oder geringere Aufbesserung ihrer Lebenshaltung erzielt haben. Ueber die Streiks in Italien verzeichnen wir die folgenden Mid tellungen: Es fanden statt 1894: 104 Streiks mit 21 595 Streikenden und 323 261 Streiktagen städtische Behörden doch auch soeiale Aufgaben. Man soll nicht nur mit der Kohlennot rechnen, sondern ihr auch entgegen treten!_ Aus vev Frunenbewegung. Die Frauenarbeit im Dienst der Berliner Waisenpflege hat sich bisher bestens bewährt. Nach dem eben erscheinenden Berichs der Armendirektion war zu Anfang des JahrS 1900 die Zahl der Gemeinde-Waifenräte, in denen Waisenpflegerinne» thätig sind, au 200(um 18) gestiegen und in diesen Waisenräten die Zahl der Pflegerinnen auf 433(um 41). Zugleich hatte sich die Zahl der Waisenräte, in denen überhaupt noch keine Pflegerin thätig ist, von 63 auf 59 verringert. Die Armendirektion ist nach wie vor von der Wichtigkeit der Frauenarbeit im Bereiche der Mündelüberwachung durchdrungen und hofft, daß die Waisenräte auch ferner nach geeigneten Damen Umschau halten werden. Aus den 146 Berichten über die Thätigkeit der Waisenpflegerinnen geht freilich hervor, daß eS in manchen Stadtgegeuden, namentlich in den ärmeren, fast ausschließlich von Arbeitern beivohnten Vierteln, sehr schwer fällt, ge eignete Frauen zu finden, obwohl gerade hier die Zahl der Halte� linder oft sehr groß ist. Die weitaus größte Zahl der Waisenräte spricht sich durchaus anerkennend über die Arbeit der Frauen aus und inag sie für die Zukunft nicht entbehren. Berein der Frauen und Mädchen zu Schöneberg. Die regelmäßige Vereinsversammlung findet Mittwoch, den 17. Oktober, abends 8 Uhr, im„Klubhause", Hauptstr. 5 und 6, statt. Vortrag über:„Das Recht der Frau nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch." Referent: Rechtsanwalt Dr. Karl Liebknecht. Des interessanten Vortrags wegen wird um recht zahlreiche Beteiligung gebeten. Die Frauen von Wilmersdorf und Friedenau sind hiermit extra ein- geladen. Die Versammlung findet diesmal im großen Saal statt. Gäste sind willkommen. Z« unsrem Bericht über die Versammlung des Frauen und Mädchen-BtldungSvereinS(Nr. 238 vom 12. Oktober) teilt uns Genosse AronS mit: Da bereits verschiedene Anftagen nach dem genauen Titel der tn meinem neulichen Vortrag empfohlenen naturwissenschaftlichen Bücher ergangen sind, bitte ich Sie, denselben mitzuteilen. Er lautet:„Naturwissenschaftliche Elementarbücher". Straßburg, Ver lag von Trübner. Sie sind durch die VorwärtS-Buchhandlung zu beziehen. Die Einzeltitel sind: 1. Chemie. 2. Physik. 3. Astronomie. 4. Physikalische Geographie. 5. Geologie. 6. 7. Tierkunde. 8. Bo tanit. 9. Mineralogie. 10. Physiologie. 11. Allgemeine Einführung in die Naturwissenschaften. Der PreiS jedes Bands beträgt 80 Pf. 125 960 1 152 503 1 113 535 239 292 22 112 Männer, 9571 1895: 126». 19 307 1896: 210„, 96 051'' 1897: 217 76 570 1898: 256.. 35 705 An den Streiks des Jahrs 1898 waren Frauen und 4022 Kinder beteiligt. Der dritte Teil betraf die TeM Industrie, 11 Proz. der Streiks die sizilianischen Schwefelgruben. 10 Proz. das Baugewerbe, weitere 10 Proz. öffentliche Erd« und Straßenarbeiten sc. In wie starkem Maße es sich bei den italienischen Streiks noch um reine Lohnfragen handelt. geht daraus hervor, daß 1898 47 Proz. der Streiks unternommen wurden. um eine Lohnerhöhung zu erzielen, bei 19 Proz. der Streiks handelte eS sich darum, den vom Unternehmer ausgehenden Lohnverkürzungen entgegenzutreten; 3 Proz. der Streiks wurden geführt, um eine den Arbeitern zu gemutete Verlängerung der Arbeitszeit zurückzuweisen, und nur 2 Proz.. um kürzere Arbeitszeiten zu erkämpfen. In den übrigen Fällen handelte eS sich um verschiedene und kombinierte Ursachen. Die Mehrzahl der italienischen Streiks entfällt immer noch auf Norditalien, wo die Industrie entwickelter ist. Doch verringert sich mehr und mehr die Anzahl der Provinzen, in denen gar keine Streiks zu verzeichnen sind. In der Saazer Kontrollkasien-Fabrik(Oestreich) sind Differenzen ausgebrochen, wegen der Zugehörigkeit der Arbeiter zum Metall- arbeiter-verband. Die Firma sucht jetzt durch ihren Meister in Deutschland Arbeitswillige auzuwerben. Ssrialvs. Eine Konfercnz der focialdemokrattschen Gemeinde- tertreter, Kandidaten zu Gemeinderats- Wahlen und Vertrauens- leute des niederrheinischen Agitationsbezirks tagte am 14. Oktober in O l i g S zwecks Beschlußfassung über ein Kommunalprogramm, besten Ausarbeitung in einer früheren Konferenz einer Kommission übertragen war. Das vorgelegte Programm fand mit einigen Aenderungen Annahme. Dasselbe lehnt sich im wesentlichen dem für die Provinz Sachsen aufgestellten an. besteht aus einer prineipiellen Erklärung, einer Anzahl an den Staat zu stellender Forderungen und direkten Forderungen an die Kommunal-Ber« waltungen. An» dem Staat der Soeialreform.«Der Vakanzenliste für Militäranwärter" entnehmen wir folgendes Inserat: „Lerbach(Harz) König!. Hüttenamt. 8 Hilfsschreiber, gute Handschrift, unter Beherrschimg der Rechtschreibung, Gewandtheit im Rechnen, Fähigkeit zur selb- ständigen Herstellung statistischer und ähnlicher Arbeiten nach Anweisimg. auf 14tägige Kündigung, Anfangslohn für den Arbeitstag je 1,00 Mark, kann bis 3,25 M. steigen. Stellen- inhaber haben außer den gesetzlichen, für den Arbeiter vorgeschriebenen Versicherungsanstalten— auch beim Lebensalter unter 30 Jährendem KlauSthaler Knappschaftsverein beizutreten; die für diese Kassen erforderlichen Beiträge werden ihnen von ihrem Lohn teilweise abgezogen; Anstellung hängt von dem Bestehen einer Prüfung ab. Nach Abzug der Beiträge für die staatliche Versicherung und den Knappschaftsverein bleiben dem glücklichen Inhaber der Srelle wöchentlich fünf Marli Und um diese Stelle in dem preußischen Musterbetrieb zu erhalten, muß sich der Bewerber in langen Dienstjahren den Civil-VersorgungSschein erworben haben. Angesichts der Kohlennot beschloß das Münchener Gemeinde- kollegium, für eine Million Kohlen über den Bedarf anzuschaffen, damit nicht etwa der Betrieb der städtischen Gaswerke gestört werde. Als Verwaltungsbehörde hat das Gemeindekollegium damit un- f weifelhaft seine Pflicht gethan. Was ist damit aber gegen die t o h l e n n o t gethan? Durch solche Massenbestellungen wird die- selbe doch nur verschärst und neben den verwalwngStechnischen haben VerJamminugON. Eine mähig besuchte öffentliche Bersamnilnng der Dach dccker tagte am DienStag, den 9. Oktober, im Engliichen Garten. G. Link sprach über den Bauarbeiterschutz und die Maßnahmen der preußische» Regierung. An der Hand eines reichen Zahlenmaterials behandelte der Vortragende in interessanter Weise die Frage des BauarbeiterschutzeS. Nämentlich der Beruf der Dachdecker, so führte Redner aus, marschiert bei den Unfällen, Todesfällen infolge von Betriebsunfällen, wie auch in Verufskrankheiten an erster Stelle. Reicher Beifall lohnte die Ausführungen des Referenten. In der Diskussion sprachen WinSkowki,' Onh, Mehrlein, im Sinne des Referenten. Sodann erstattete der Vertrauens mann den Bericht über.die Streikabrechnung. Die Ausgaben be« trugen vom 1. Mai bis dato 482,10 M. Die Einnahme in dem- selben Zeitraum 1224,75 M. DaS gegenwärtig fest angelegte Vermögen beträgt 3100 M. exklusive eines Bestands von 92.65 M. Die Revisoren bestätigten die Nichtigkeit der Abrechnung und wurde der Vertrauensmann entlastet. Kuhnert regt an. daß die Dachdecker in Zukunft dahin wirken sollen, daß die HiliSarbeiter sich im Verband der Bau- und Erdarbeiter organisieren mögen. Hierauf schließt der Vorsitzende die Versammlung. Eine öffentliche Versammlung der Fliesenleger Berlins und Umgegend tagte am 11. Oktober 1900 bei Schulz, Grenadierstr. 33. Dieselbe nahm folgenden Antrag an:„Die heutige öffentliche Ver- sammlung beschließt, den Beitrag zum Generalfonds von 50 Pf. auf 25 Pf. herabzusetzen und zwar vom Montag, den 15. Oktober ab. Ferner wurde das Verhalten der Hamburger Aeeord arbeitenden Fliesenleger scharf kritisiert, welche 14 M. pro Tag erhalten sollen und durchschnittlich 5— 6 Quadratmeter Wandbekleidnng machen. Ebenfalls getadelt wurde, daß der„Vorwärts" nicht den Bericht „Politische Lohndrücker" gebracht habe. Nachdem die Versammlung sich noch für einen Aufruf in der Presse und eine der nächsten öffent- lichen Versammlung vorzulegende Resolution ausgesprochen hatte. schloß der Vorsitzende dieselbe. Eine Versammlung der Rabitzputzer tagte am 10. Oktober en Arminhallen. Zum ersten Punkt der Tagesordnung:„Wird der mit den Unternehmern geschlossene Vertrag von denselben inne- ReHalten?" referierte Kollege N i e k e. Derselbe führte zunächst ver- hiedene Mißstände an und beantwortete die gestellte Frage mit Nein". Um uns das Halten des Vertrags möglichst schwer zu machen, habe man eine möglichst große Anzahl von Putzern ein- gestellt, um dieselben nach 1—2 Tagen wieder zu entlassen. Ferner wurde in der letzten Generalversammlung deS Arbeit- geberbundS für das Baugewerbe Deutschlands beschlossen, Verträge mit den Arbeitnehmern auf längere Zeit überhaupt nicht einzugehen. Nunmehr wandte sich Redner an die Kollegen. Nur sie seien schuld an den jetzt unhaltbaren Zuständen. Auf keinem Fall dürfen die Kollegen bei etwaigem Arbeitsmangel den Arbeitgebern das HauS einlaufen, sondern jeder sei verpflichtet, den ArbeitsnachiveiS u benutzen. Dann wäre auch der Arbeitgeber gezwungen, sich an >en Nachweis zu wenden. Um wenigstens etwas zur Unterbringung der Arbeitslosen zu thun, wird der Ausschuß an die Arbeitgeber appellieren, während der stillen Zeit die Arbeitszeit herabzusetzen. Sämtliche Diskussionsredner traten den Ausführungen des Redners bei. um zweiten Punkt der Tagesordnung wurde da« Verhalten eines ollegen B. zur Sprache gebracht, welcher verschiedentlich versuchte. den Verband zu schädigen. Ein Antrag, denselben auszuschließen, wurde, da derselbe nicht anwesend, abgelehnt und der Vorstand beauf- tragt, den Betreffenden zur nächstenSitzung zu laden. Darauf wurde noch ein Antrag Nieke angenommen, nach ivelchem nur derjenige in den Arbeitsnachweis eingetragen wird, der Verbandsbuch nnd Streikkarte in Ordnung hat. Hierauf nannte der Vorsitzende 20 Kollegen, welche mit Umgehung des Arbeitsnachweises in Arbeit getreten sind. Zum Schluß wurde noch mitgeteilt, daß bei den Firmen Zöllner u. Co. 'owje Günther u. Solwedel arge Mißstände herrschen, und zwar ollen bei Zöllner ungelernte Arbeiter im Aeeord spannen und putzen, während Günther u. Solwedel verschiedene Löhne zahlen. Der Ausschuß wurde beauftragt, für Aenderung Sorge zu tragen. Die Gold- und Silberarbeiter hielten am 10. Oktober im Dresdner Garten" eine Versammlung ab. Brückner gab den Bericht über den Verlauf der Beivegung. Er führte aus, daß es ohne Kampf eluiigen sei, die neunstündige Arbeitszeit in den drei bedeutendsten -ilberwarenfabriken einzuführen. Und zwar trat eine Verkürzung ein bei Meyen u. Co.. Sebastianstr. 20. von 9 Stunden 40 Miniiten auf 9 Stunden, bei Vollgold u. Sohn, Köpnickerstraße. von 9 Stunden 40 Minuten auf 9 Stunden und bei Gebr. PeterSfeldt, Hollmann- straße, von 9 Stunden 30 Min. auf 9 Stunden. Er hoffe nun auch, daß, da ein großer Teil Unorganisierter dabei beteiligt waren, diese daraus die Lehre ziehen und einsehe» möchten, wozu eine Organi« ation da ist. Jeder sei unbedingt verpflichtet, sich derselben anzu- chließen; das erwarte er vor allem von denen. die an dieser Be- wegung beteiligt waren. Des weiteren bespricht Redner die Arbeits- zeit in den andern Geschäften der Gold- und Silbenvaren- Branche. ES sei da zu konstatieren, daß in den meiste» Ge- chästen schon eine neunstündige und niedrigere Arbeits- zeit vorherrschend sei. DaS sei ein erfreuliches Zeichen. Hierauf teilt ein Kollege von der Firma Eisoldt, Stallschreiberstraße, mit, daß Herr Eisoldt mit Rücksicht auf die heutige Versammlung gleichfalls die neunstündige Arbeitszeit bewilligt habe. Almendinger bespricht dann die Resolution, welche in der Versammlung der Graveure und Ciseleure angenommeii Ivurde und in dem Ver« sammlungsbericht derselben in der Nr. 236 deS„Vorwärts" veröffentlicht ist. Es könne unter keinen Umständen den Silberarbeitern und Hilfsarbeitern der Firma Meyen u. Co. ein Vorwurf gemacht werden, da selbige völlig unbeteiligt seien an dem gekennzeichneten Verhalten. Er hoffe, daß in der Resolution nur die speciellen Kollegen des pp. Hoffmeister, die Graveure, gemeint sind. Zu dieser Angelegenheit sprechen sich noch mehrere Kollegen im selben Sinne aus; sie verurteilen natürlich das Ver« halten der Graveure bei der Firma Meyen auf das schärfste. Ferner teilt Almendinger noch mit, daß 14 Kollegen von der Firma Harnisch, Rosmarienstraße, ivelche dem Verband bisher noch fern« gestanden haben, sich demselben nunmehr angeschlossen hätten. Brückner ersucht die Werkstatt-Vertranensleute, bei' ihm ihre Adressen abzugeben. Ferner macht er darauf aufmerksam, daß sich eine binnen kurzem einzuberufende Delegiertenversammlung mit der Neu- wähl der Delegierten zur Orts-Krankeuknsse zu befassen habe, ebenso daß am 30. Oktober eine Generalversammlung stattfindet, in welcher die Neuwahl der AgitationSkommission vorgenommen wird. Die Metallarbeiter- Gewerkschaft hatte am Sonntag eine Versammlung für Maschinen former einberufen, die aber nur schwach besucht war. Wie der Referent Dannenberger auS- führte, sind die Maschinenformer nicht gut organisiert. Daran seien zum großen Teil die Handformer schuld', denn sie hätten von Anfang an die Maschinenformer als Eindringlinge in den Beruf, al« unter- geordnete Kollegen betrachtet und anstatt sie zu organisieren, hätten die Handformer die Maschinenformer links liegen lassen. Es handle sich jetzt darum, daß die Maschinenformer für ihre» Beruf eine gute Organisation schaffen, denn auch sie niüssen, wie jede andre Berufs« gruppe, für Verbesserung ihrer Lohn- und Arbeitsverhältnisse kämpfen. Zunächst werde man die Beseitigung der drückendsten Miß- stände ins Auge fasien müssen. Es solle eine AgitationSkommission geivählt werden, der die Aufgabe zu stellen ist, die Lohn- und Arbeitsverhältnisse in den einzelnen Betrieben zu ermitteln und iveitcr auf eine Festlegung einheitlicher Accordlöhne hinzuivirken.— Der schwache Besuch der Versammlung wurde von einem Diskussionsredner dadurch erklärt, daß ein großer Teil der Maschinenformer dem deutschen Metallarbeiter-Verband angehören und diese Kollegen der von der Gewerkschaft einberufenen Ver- sammlung fern geblieben seien.— Dem Vorschlag des Referenten gemäß wurde eine Agitationskommission der Maschinenformer ge- wählt. Sie besteht aus den Mitglieder»: PeterS, Russow, Schmiederski. Der Fachverein der Musikinstrumenten-Arbeiter tagte am Montag, den 8. Oktober, bei Graumann, Naniiynstr. 27. Auf der Tagesordnung stand ein Vortrag des Ingenieurs Herrn Grenipe über Technik und Verkehrswesen." Zunächst ehrte die Versammlung den verstorbenen Kollegen Karl Schach durch Erheben von den Plätzen. Im Anschluß an den Vortrag entivickelte sich eine rege Diskussion. in der sämtliche Redner ihr Bedauern darüber aussprachen, daß die Arbeiter immermehr»ach den Vororten gedrängt werden, aber für ihre Beförderung leider nur mangelhaft Sorge getrogen wird. Kollege Hänsel macht darauf aufmerksam, daß auf dem Arbeitsnachweis Adressen für Arbeitsuchende vorhanden sind, aber leider die Kollegen sich nicht dorthin be- mühen. Von der Agitationskommission wird der Bericht über die Differenzen bei der Finna Neckewitz gegeben, und der Kollege Naglo, Zusainmensetzer, einstimmig als Gemäß- regelter erklärt. Kleinlein ersucht im Hinweis auf die Werkstatt von Neckewitz, daß die Kollegen für die Zukunft nicht eigenmächtig vor- gehen oder handeln, sondern sich an die Organisation wenden, damit würde mehr erreicht»verde» können. Neu aufgenommen in den Verein»vurden vier Kollegen. Die Müller und Mühlenarbeiter hielten am Sonntag bei Noak, Nkanteuffelstr. 9, eine öffentliche Versammlung ab. in der Link das Referat übernommen hatte. Redner beleuchtete in l'/zstündiger Rede die gewerkschaftlichen Bestrebungen und Kämpfe der deutschen Arbeiterschaft. Er begrüßt es mit Freuden, daß auch die Berliner Müller endlich, lvie es den Anschein habe, sich auS ihrer Lethargie aufzuraffen beginnen, und fordert sie auf, ihre Organisation auSzngestalte», damit auch sie ein»vürdigeS Glied in dem geWerk- schaftlichen Aufmarsch der Berliner Arbeiterschaft darstellen. Nach dem mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Vortrag folgt eine äußerst anregende Diskussion im Sinne deS Referats. O st w a I d und Link empfehlen sodann kurz den Anschluß der Müller an die Gewerkschaftskommission. Es»vird dementsprechend beschlossen und O st Iv a l d als Delegierter geivählt. Nach einem Hinlveis auf die bestehende Organisation findet die sehr gut besuchte Versammlung ihren Schluß. Der Bezirk Osten des Verbands deutscher Schuhmacher hielt onl Montag eine leider nur schlvach besuchte Mitglieder- Versammlung ab. Auf der Tagesordnung stand ein Vortrag deS Herrn Georg D a v i d s o h n über: Der Krieg und seine Begleit- erscheinungen. Eine Diskussion knüpfte sich an den beifällig auf- genommenen Vortrag nicht. Unter Punkt 2 der Tagesordnung wurden die nunmehr beigelegten Differenzen in der Fabrik von B e n k m a n n erörtert. Ursache der Differenzen war das unkollegialische Verhalten des Stanzers Karl Box. der nunnlehr von dem Fabrikanten entlassen worden ist. Auch dieser Vorfall zeigt,»vaS man durch eine starke und zielbeivußte Organisation z» erreichen vermag. Di- Zahlstelle Berlin! des Verbands der Bau-, Erd- und gewerblichen Hilfsarbeiter Deutschlands hielt am 7. d. Mt». ihre regelmäßige Mitgliederversamnilnng mit Frauen ab. Zum ersten Punkt der Tagesordnung hielt Frau Mesch einen lehrreichen Vortrag: „Was hat eine Arbeiterin zu thiin, um eine meuschenlvürdige Existenz zu erreichen". Der Vortrog ivurde mit großem Beifall aufgenommen, von einer Diskussion aber Abstand genommen. Im zweiten Punkt erstattete der Kassierer den Kasienbericht vom dritten Ouartal. Die Revisoren bestätigten, alles in bester Ordnung befunden zu haben. Dem Kassierer wurde Decharge erteilt. Noch Erledigung einiger internen Angelegenheiten ivurde die Versammlung geschloffen. Der Holzarbeiterverbaud FriedrichSfelde hielt am 11. d. M. in BubeS Restaurant eine Bezirksversammlung ab. Der erste Punkt der Tagesordnung bestand in einem Vortrag deS NaturheilarzteS Lindenau über„Die Naturheilkunde und deren Bedeutung für den Arbeiterstand". Unter„Vcrbandssacheu" kam die Frage der Werlstatt- sitzungen besonders zur Sprache, deren Pflege dringend empfohlen Ivurde. Unter Verschiedenem wurde die Feier eines Weihnachtsvergnügens angeregt, aber vor der Hand abgelehnt. Im Schluß« wort ermahnte Genosse Pfeifer zu künftiger reger Teilnahine auch der Frauen an den Bezirksversammlungen. Mit einem Hoch auf den Verband schloß die Sitzung._ Urtzke Attchvichkett und Depeschen. Enthüllungen. London, 15. Oktober. Das„Reutersche Bureau' meldet auS Pretoria vom 11. d. MtS.: Die Kommiision. welche über die RechtSgültigkeit der Konzessionen in Transvaal entscheiden soll. hielt heute vormittag eine Beratung ab. ES ivnrde der Direktor Kretschmar von der Niederländisch- Südafrikanischeii Eisenbahn vernommen. Bemerkenswerte« Beweismaterial hat sich ans Dokumenten ergeben, die einer holländischen Ambnlanz abgenommen worden find und die den BelveiS erbringen, daß die Eisenbahn- Gesellschaft ein Corps zur Zerstörung von Brücken organisiert hatte._ Köln a. Rh., Ib. Oktober.(B. H) Auf der Strecke Grefrath- Moedrath entgleisten die Maschine, sowie mehrere Wagen eine» Güterzugs in dem Augenblick, als der Zug eine abschüssige Stelle passierte. Das Personal sprang ab; der Heizer geriet indesien unter die Maschine und blieb sofort tot. Mehrere Wagen wurden zer« trümmert. «erantwottl. Redakteur: Heinrich Wetzter in Groß-Lichterselde. Für dm Inseratenteil verautwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Max Badina in Berlin. Simu 2 Beilaae»«. IlnterbaltungSblatt. Hr. 241. 17. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt, Dienstag, 16. Oktober 1900. bekannt: Ein Verbrechen? ablandoa begangen sein sollte, wird demjenigen, durch welchen die Ermittelung Eingegangene Druckschriften. ca. 30 Pf. an. Witterungsübersicht vom 15. Oftober 1900, morgens 8 1hr." Stationen Barometer: stand mm Windrichtung Windstärke Swinemde. 748 23 Hamburg Berlin 747 SW 75123 München 760 2 Wien Wetter Temp. n. 6. 5° C. 4° N. Stationen 4 Petersburg 23 6 bedeckt 4hvolfig 5bebedt 5 Cort 4 Aberdeen 4 Baris Franff./M. 751 WSW 4 heiter Barometerstand mm Wind: richtung Windstärke Wetter 5 paparanda 742 SSD 1wolfig 762 NW 761 SW Temp. n. 6. 16° C.= 4° 8.1 8 1 bedeckt 6 heiter 2 Regen 5 757 23 3 wolfig Wetter- Prognose für Dienstag, den 16. Oktober 1900. Stühl, teils heiter, teils woltig mit geringen Niederschlägen und frischen westlichen Winden. Berliner etterbureau. hineinbegleitet hat. Den Namen des Zimmermanns hat bisher ungünstige Herbstbestellung in Deutschland, wodurch die Preise besonders niemand angeben tönnen. Alle Zeugen aber, die ihn von Ansehen für spätere Termine bei tappem Angebot gut behauptet blieben. Zu tennen, beschreiben ih ihn gleichmäßig und wollen wissen, daß er in der weiteren Verlauf des Verkehrs wurde besonders Mairoggen höher beDurch Säulenanschlag gab das Polizeipräsidium über einen Antonstraße wohnt. Vernehmungen haben auf dem Polizei- vertet. Hafer konnte sich gut behaupten. Rüböl zoglauf Bariser Rotierungen noch unaufgeklärten Todesfall gestern vormittag folgendes präsidium schon zahlreich stattgefunden. Die Vorgeladenen sind viel- Spiritus. 70er Cocofpiritus notierte mit 49,50 M. 30 Pf. niedriger. fach Leute, die sich in der Umgebung des Nuheplages aufzuhalten 1000 Mart Belohnung. Am Sonntag, den 14. ds. Mts., pfl mittags 1/212 Uhr, wurde in dem Keller des Hauses SchulzendorferDa äußere Verlegungen an der Leiche nicht aufstraße 7 eine ungefähr 40 Jahre alte Frauensperson, blond, unter gefunden wurden, so halten die erzte es nicht für ausgefchloffen, fest, gedunsenes Gesicht, tot aufgefunden. Ihr Gesicht war voll Sie fönnte, um das Blut zu stillen, in der Angst ihr Taschentuch in unter- baß die Nerger eines natürlichen Todes gestorben ist. ständig mit gerommenen Blute bedeckt, welches aus Mund und Nase den Mund gestedt haben. Die Nerger muß schon in der Nacht zum geflossen war. Obgleich. irgend welche äußere Verlegungen an der Leiche nicht festgestellt werden konnten, so ist doch nicht Sömittag in dem Keller gelegen haben. Hausbewohner, die nachts ausgeschlossen, daß die Unbekannte eines gewaltsamen Tods Heimkehrten, hörten Leises Wimmern aus dem Keller dringen, gestorben ist, da in der Mundhöhle ein blutiger legten dieser Wahrnehmung aber kein großes Gewicht bei, weil schon appen gefunden wurde. Bekleidet war die Leiche mit einem zu verschiedenen Malen dort Betrunkene aufgefunden wurden und der alten, schmußigen, graublauen Rocke, einer Stattunbluse aus blauen Keller Obdachlosen oft als Schlupfwinkel diente. Die Leiche weißgeblümten Stoffe, einer kurzen, grauen Trikotjade, die die wurde dann von dem Hausverwalter gefunden; sie lag in einer Stelle des Hemds vertrat, einem rotivollenen, mit schwarzen Streifen dunklen Ede im Kellergang. und einem Sammetrande versehenen Unterrod, einem zweiten solchen aus grauer Leinwand, einer hellblauen verwaschenen Schürze mit weißen Punkten, schwarzen Strümpfen und Schnürhalbschuhen. Augenscheinlich war die Verstorbene, welche bei ihrer Auffindung noch 2. Heft des 19. Jahrgangs erschienen. Aus dem Inhalt heben wir hervor: Von der Neuen Zeit"( Stuttgart, Dick' Verlag) ist soeben das start nach Alkohol roch, eine Prostituierte der niedrigsten Ein Gedenktag des Dogmenfanatismus. Die socialistischen Kongresse Gattung. Für den Fall, daß bei der Unbekannten ein Word und der socialistische Minister. Von Karl Kautsky. Die Werftarbeiter: auferung in Bon Dba Diberg( Genua). – Berliner Theater. Aussperrung Hamburg. Von Deutscher Senefelder Bund. Mitgliedschaft Berlin. Heute abend 8 Uhr im Restaurant Miegel, Stralauerstraße 57: Mitglieder- VersammUrsprung des Totemismus. Litterarische Rundschau: Dr. Julius Pikler und Dr. Felix Somló, Der lung und Vorstandssitung. lestes in Sachen der Greien Boltsbühne. Bon F. Mehring. Was die Arbeiter feet or Diensten börsiger Generuser Berling bei viebehen, on Die Tote ist als die im Jahre 1852 in Gaubitz geborene, von Siegfried Weinberg. Größere Ausnutzung des Brotforns durch das Malz- straße 31/32. Brent tant getrennt lebende Auguste Merger, geborene Badverfahren Bon B. Mr. Grempe. Die Barifer Breffe. " In Freien Stunden", Illustrierte Romanbibliothek für das arbeitende gemeldet war. Frau Nerger war früher mit einem Schloffer, Bolt in Wochenheften a 10 Bf. Die Lieferungen 39 bis 42 enthalten die Fort der jetzt sein eignes Geschäft hat und in guten Verhält- fegung des prächtig illustrierten kulturhistorischen Romans„ Der Sohn des niffen lebt, verheiratet. Da sie dent Trunt ergeben war, jo ließ Rebellen" von Bictor Hugo. Ferner feuilletoniſtiſche Stizzen, Novelletten und ihr Mann sich von ihr scheiden. Die Frau tam nun immer mehr Notizen unter„ Dies und Jenes" und" Wiz und Scherz". herunter. Vor einem Vierteljahr nahm sie Arbeit in dem Produktengeschäft von Winnig in der Müllerstr. 7a und wohnte dort auch. Vor 14 Tagen aber bekam sie den Einfall, plöglich aufzuhören. Acht Tage lang that sie nichts und hielt sich während dieser Zeit bei einem Droschtentutscher Ditter in der Antonstraße auf, bis Ditter fie zu Winnig zurückbrachte. Am Sonnabend sollte sie hier wieder angemeldet werden. Abends ging sie mit dem Bemerken weg, sie wolle einen Augenblick zu„ Vater Schirmer", einer„ Kaschemme" in der Ruheplatzstraße, gehen. Hier war fie als, Soff- Juste" bekannt. Sie blieb bis zum Schluß des Geschäfts um 11 Uhr abends. Später nach 2 Uhr, wurde sie noch von zwei andern unter der Kontrolle+) Gerste, gut der Sittenpolizei stehenden Frauenspersonen mit einem 3immermann aus der Antonstraße, mit dem sie in der Rafchemme gekneipt hatte, in der Lindowerstraße, nahe der Müller- †) Gafer, gut straße, gesehen. Die Verstorbene ist am 28. Dezember 1852 zu Gaubiz in Preußen geboren. Soweit die bisherigen Ermittelungen.tirob gering Bemerkt sei noch, daß Frau Nerger vor etwa 6 Wochen einmal auf den der Straße von Krämpfen befallen und von einem Schutz- Erbsen mann in ein Krankenhaus gebracht wurde. des Thaters gelingt, obige Belohnung zugesichert. Anzeigen sind beim Kriminalkommissariat zu erstatten. Auch nimmt jedes Polizeibureau solche entgegen. Die gerichtsärztliche Deffnung der Leiche soll hente Dienstag erfolgen. preis von 1,20 M., Postzeitungstatalog Nr. 3777) nimmt Bestellungen auf Jeber Kolporteur, jeder Buchhändler( auch die Post zum Bierteljahrsdiese 10 Pfefte an. Marktpreise von Berlin am 13. Oftober 1900 nach Ermittlungen des tgl. Polizeipräsidiums. Weizen, gut D- tr. mittel gering " JP Roggen, gut " " " " mittel gering mittel gering mittel Speisebohnen insen Kartoffeln, nene, D- Str. Rindfleisch, Keule 1 kg dv. Bauch 6, " Schweinefleisch " Kalbfleisch " Hammelfleisch Butter Eler Karpfen Anle 15,60 14,80 14,70 13,90 13,80 13, 15,80 14,90 14,80 13,90 Bander 13,80 12,90 " " 6,82 6,32 7,40 5, 40,- 25, 45,-20, 70,- 30, Hechte Barsche Bleie Krebse ) frei Wagen und ab Bahn. 60 Stid 1 kg selbständiger und Umgegend. Briefkasten der Redaktion. Wir bitten bei jeder Anfrage eine Chiffre( zwei Buchstaben oder eine Zahl anzugeben, unter der die Antwort erteilt werden soll, und die letzte Abonnementsquittung beizulegen. Fragen ohne solche werden nicht beant wortet und schriftliche Antwort wird nicht erteilt. Die juristische Sprechstunde findet Montag. Dienstag, Donnerstag und Freitag von 7-9 Uhr abends statt. Für Panzer, Schöh. Ursprünglich verfolgt der Verein humanitäre und ethische Biele. 4,- B. Cordt. Auch Masten- Verleihgeschäfte fallen unter den Neunuhr1,60 120 Ladenschluß. H. E. Ein Urteil über eine gleichliegende Sache ist uns 1,30 1- nit belannt. Doch dürfte Ihr Einspruch insbesondere dann Erfolg haben, 1,60 120 menn Ihnen vom Lehrer nichts mitgeteilt ist, das Nachbleiben verfügt war. 1,80 1, Segen Sie uns vom Ausfall des Termins in Kenntnis, um denselben mit1,60 1,20 teilen zu können. P. U. F. Rein. Teilen Sie uns das Urteil mit. 2,80 2,- Jurist. 1. Der Kläger reicht eine Aufstellung der ihm erwachsenden 4,80 2,80 often dem Gericht mit dem Antrag ein, die von dem Beklagten an ihn zu 2,40 1,20 criegenden Kosten auf so und so viel festsetzen zu wollen. Dann ergeht ein 2,50 1,20 Gerichtsbeschluß, in dem die Höhe der Soften festgesetzt wird. Zahit Be 2,60 1,20 flagter dann nicht, jo tann der Kläger diesen Beschluß dem Gericht mit dem 2, Antrag überreichen, den Beschluß mit der Vollstreckbarkeitsklausel zu versehen 1,80 0.80 und dann vollstrecken lassen. 2. Die wirklich gehabten Kosten kann der 3,- 1,20 läger liquidieren. 3. Dafür besteht keine Frist. Stegemann. Jemand, ( 1,40 0,80 der übergetreten ist. G.. 80. 3abang fann jemand für Zahnper Sdjot 122,50 reparaturen nicht verlangen, wenn er öffentlich Garantie übernommen hat, es sei denn, daß der Schaden durch Mutivillen oder dergleichen herbeigeführt .- B. A. 80. Das Mletderſpind würde, für präubbar erachtet werden. Inwissender. Nichten Sie unter Ueberreichung der Heiratsurkunde schriftlich) an den Magistat. Abteilung für Invaliditätssachen, Klosterstr. 41. und der Juvaliditätsfarten den Antrag auf Rüderſtatinng( mündlich oder Alex N. Wiederholen Sie Ihre Anfrage unter Tarlegung, an welchem Ort die Ghe geschieden ist und wo der jezige Wohnort der Chefrau ist Der Zimmermann aus der Antonstraße war bis gestern abend noch nicht ermittelt. Durch übereinstimmende Aussagen lag recht still, die Preise waren indes zumeist behauptet. Die ungünstigen Produktenmarkt vom 15. Oftober. Der heutige Getreideverkehr mehrerer Zengen ist aber jetzt festgestellt, daß er die Frau Nerger in Witterungsberichte aus Argentinien sowie weichende Weizenpreise an den der Nacht zum Sonntag bis in das Haus Schulzendorferstraße 7 nordamerikanischen Plätzen wurden paralysiert durch die Nachricht über die Warenhaus A.Wertheim. Txu ausserord ionozzuna Vor der Eröffnung unsrer Neubauten Leipziger-, Voss- und Oranien- Strasse Extra- Verkauf zu ausserordentlich herabgesetzten Preisen in sämtlichen Abteilungen unsres Geschäfts. Die Extra- Preise tsiz sind neben den bisherigen auf den Preiszetteln vermerkt. D Alle Waren sind im Preise ermässigt. 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Allen Genossen, Freunden und Be tannten hiermit die traurige Nachricht, baß meine liebe Frau Allen Bekannten und Verwandten die traurige Nachricht, daß am Sonn: tag, den 14. Oktober, mein lieber Dienstag, den 16. d. M., abends 8 Uhr, in Kellers Festsälen, Marie Kieckhäfer Mann, unser guter Bater, der Maurer Koppenstraße 29: Gr. öffentl. Parteiversammlung geb. Wolff am 14. d. M. nach schwerem Krankenlager verstorben ist. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 18. d. M., des Emmaus- Kirchhofs aus statt. Der trauernde Gatte Danksagung. August Blankenburg Teilnahme bei der Beerdigung meines verstorben ist. 5166 Marie Blankenburg nebst Kindern. mich Brunnenstr. 75, an nachn. 5 Uhr, von der Seichenhalle Haber Zorkingit. als Specialarzt f. Hals, Nasen- u. Ohrenleiden niedergelassen. Sprechst. 8-10 V. 4-6 N. 39/ 1*] Dr. Lachmann. Tagesordnung: 1. Berichterstattung vom Internationalen Kongreß 527b] nebst Kindern. zu Paris. 2. Diskussion. 209/4 Die Vertrauenslente. Am 13. d. M., vormittags 10 Uhr, entschlief fanst nach furzen, aber schweren Leiden meine liebe Frau, unsre gute Mutter Für die vielen Beweise herzlicher lieben unvergeßlichen Manns, unsres guten Vaters, Bruders und Schwagers, [ 57552 des Restaurateurs Herm. Krawczack, sagen wir allen Freunden und Bes tannten unsern herzlichsten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen. Achtung! VI. Wahlkreis. Adtung! 8 Augute Strahl Herbstfest Donnerstag, den 18. Oktober, abends 8, Uhr: Drei Volks- Versammlungen in folgenden Lokalen: Mündner, Bergstraße 12, Ledebouran92 Referent: der Kandidat des Streifes Genosse Ledebour Swinemünder Gesellschaftshaus, Swinemünderstr. 42, Referent: Reichstags- Abgeordneter Genosse Schippel Belforter Salon, Belforterstraße 15, Referent: Reichstags- Abgeordneter Genosse Tutzauer arrangiert vom Vorstand des Socialdemokratischen Wahlvereins des 6. Kreises. Die Tagesordnung lautet in den 3 Versammlungen: Die Bedeutung der diesmaligen Nachwahl. Diskussion. Recht zahlreichen Besuch erwartet 220/17 Das socialdemokratische Wahlkomitee. Frau geb. Tesch im 54. Lebensjahre. Dies zeigt tief betrübt im Namen der Hinterbliebenen an Emil Strahl. Die Beerdigung findet am 16. b. M., nachmittags 3 Uhr, vom Trauerhause, Hochstraße 29, aus nach dem Kirchhof der I. Pauls- Gemeinde statt. Centralverband der Maurer Deutschlands. Bitiale Bertin II. Am 13. Oftober verstarb unser Kollege 190/6 Karl Gebauer im Alter von 49 Jahren an der Proletarierfrankheit. Die Beerdigung findet am Mitt wochnachmittag 3 Uhr von der Leichen: Halle des Gnadenkirchhofes in der Barfusstraße, aus, statt. Um rege Beteiligung bittet Die Verbandsleitung. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Parteigenossen des Wahlkreises Nieder- Barnim Morgen, Mitwoch, den 17. Oftober 1900, abends 8 Uhr, im ,, Gewerkschaftshaus", Engel- Ufer 15: Vertrauensmänner- Versammlung für sämtliche Bezirke und Branchen. Tages Ordnung: 1. Streifzüge durch die Pariser Weltaus: ftellung. Referent: Kollege Koblenzer. 2. Der§ 616 des Bürgerlichen Gesetzbuchs. 3. Bericht über Streits und Differenzen. Jede Werkstatt muß vertreten sein. Mitgliedsbuch mit Vertrauensmännerkarte legitimiert. 108/ 14* Die Ortsverwaltung, Deutsch. Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher: Amt VII, 353. Am Dienstag, den 16. Oktober, abends 812 1hr, im Rokal des Herrn Nümann, Brunnenstr. 188: Versammlung E aller in der chirurgischen Branche beschäftigten Arbeiter. Tagesordnung: 1. Ursache und Wirkung der wirtschaftlichen Krise. Referent: Hermann Scheffler. 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten und Verschiedenes. Mittwoch, den 17. Oktober, abends 81/2 Uhr: Versammlung für den Often im Lokal des Herrn Keller, Koppenstraße 29: Tagesordnung: 1. Die geplante Abänderung des Krankenkassen Gesetzes. Referent: angelegenheiten. Stadtverordneter Dr. Curt Freudenberg. 2. Discussion. 3. Berband 118/17 Mittwoch, 17. Oktober, abends 8/2 Uhr, im ,, Gewerkschaftshaus", Engel- Ufer 15 Vertrauensmänner- Konferenz für den Süden. Die Zahlstellen Fabra, Walbftr. 57; Schreiber, Huttenstr. 9, und Gründer, Johannisstr. 9, sind aufgehoben. Die 8ahlstelle 12 ist von Obst, Grunewaldstr. 110, verlegt zu Schulz, Bahnstr. 35. 223/5 Am Sonnabend, den 20. Oktober 1900, abends 8 1hr, tagt in Rummelsburg, Café Bellevue( Glashalle), die Kreiskonferenz Tages Ordnung: 1. Jahresbericht des Kreis Vertrauensmanns. 2. Bericht der Revisoren. 3. Neuwahl des Kreis Vertrauensmanns und der Revisoren. 4. Bericht und Neuwahl der Mitglieder der Agitationskommission. 5. Bericht und Neuwahl der Mitglieder der Preßkommission. 6. Organisation. Achtung! Der Kreis- Vertrauensmann. Adolf Gark, = Neu Weißensee, Lehderstr. 5. Rixdorf. Achtung! ber Bildhauer. Sonnabend, den 27. Oktober, abends 8 Uhr, in Kellers Fettsälen( Gesamträume), Koppenstr. 29. Reichhaltiges und gediegenes Programm. Bur humoristischen Aufführung gelangt: Greift nur hinein... oder So kommt man zu Stoff. Eintrittskarten a 75 Pf, inkl. Tanz sind zu haben bei den Kollegen III; rautvetter, Krautfr. 28 111; im Bureau Engel- Ufer 15, Zimmer 27, 21/6 vormittags von 11-1 Uhr, nachmittags von 1/ 26-7 1hr( daselbst für Mits glieder a 50 Bf. gegen Vorzeigung des Mitgliedsbuchs) und Road, Sorauerstr. 11 I. Unverkaufte Billets find bis zum 26. Oktober zurückzugeben. Gäste willkommen. Die Vergnügungs- Kommiffion. Achtung! Maurer. Achtung! Mittwoch, den 17. Oftober, abends 8½ Uhr Mitglieder- Versammlung des Centralverbands der Maurer u. Bezirk Moabit in den ,, Arminius- Hallen", Bremerstr. 72/73. Tages Ordnung: 190/5 1. Vortrag des Kollegen Silberschmidt über: Die Durchführung der Arbeiterforderungen im deutschen Reichstag". 2. Diskussion und Verschiedenes. Um rege Beteiligung bittet Die Verbandsleitung. Deutscher Senefelder- Bund ( Mitgliedschaft Berlin). Dienstag, 16. d. M., abends 82 Uhr, im Restaurant Miegel, Stralauerstr. 57 Mitglieder- Derlammlung. Tages Ordnung: Berichterstattung über die General- Versammlung. Achtung! Achtung! 278/2 J. A.: Paul Möhring. Achtung! Deutscher Holzarbeiter- Verband. Verband der Graveure, Ciseleure u. verw. Berufsg. Mittwoch, den 17. Oktober, abends 8 Uhr, bei Herrn Thomas, Hermannstraße 48/49: General- Versammlung. Tagesordnung: Deutschlands. Dienstag, den 16. Oktober 1900 General- Derlammlung E im Dresdener Garten, Dresdenerstraße 45. Tages Ordnung: 2. Bericht des Vorstands. 3. Diskussion über 1. Geschäftliches. 1. Abrechnung vom 3. Quartal. 2. Vortrag des Genoffen Max Schütte Werkstattverhältnisse, besonders das Ueberstundensystem. Referent: Siewert. 74/13 über:" Der allgemeine deutsche Arbeiterverein". 3. Verbandsangelegen: 4. Verschiedenes. Heiten und Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert! Die Kollegen der Firmen Auerbach, Köhler, Matschke, Um recht rege Beteiligung ersucht Die Ortsverwaltung. Thiel u. Co. und Greiser sind im eignen Interesse dringend ersucht zu Der Vorstand. 108/15 kommen. Verband aller im Stock- und Schirm- Gewerbe Achtung! Fliesenleger. Beschäftigten Berlins und Umgegend. Achtung! Mittwoch, 17. Oktober, abends 8 1hr, im ,, Englischen Garten" Mittwoch, den 17. Oktober, abends 8 Uhr, bei Buske, Alexanderstr. 27 c General- Dersammlung. General Derlammlung. Tages Ordnung: 1. Bericht des Vorstands. 2. Kassenbericht, Bericht vom Streitfonds. 3. Neuwahl des gesamten Vorstands. 4. Verschiedenes. 180/13 Mitgliedsbuch legitimiert. Einen in Anbetracht der wichtigen Tagesordnung zahlreichen Besuch der Versammlung erwartet Sonnabend, 20. Oktober: Der Vorstand. 8. Stiftungsfest a im ,, Schweizergarten", Am Königsthor. Am 11. und 25. November, vormittags 9 Uhr, finden für unsre Verbands: Während der Kaffeepause ernste und heitere Vorträge. Festrede. Ball. mitglieder Urania- Vorstellungen statt. Am 11. November gelangt zur Aufführung: Paris und die Weltausstellung". Preis des Billets 50 Pf. Anfang 82 Uhr. Herren 50 Pf: Damen 30 Pf. Billets find bei fämt Am 25. November gelangt zur Aufführung:„ Auf den Wogen des Oceans". lichen Vertrauensleuten zu haben. Preis des Billets 70 Pf. Die Ortsverwaltung. Verein der Arbeiter und Arbeiterinnen der Wäsche und Krawattenbranche Berlins und Umgegend. Der Vorstand. Vorläufige Ankündigung. Am Mittwoch, den 31. Oktober 1900, abends 8½ Uhr, wird in Kellers großem Saal, Stoppenstr. 29,' eine Grenadierstr. 33 Deffentliche Versammlung. Tages Ordnung: 1. Welche Stellung gedenken die Fliesenleger zu der jest um sich 63/9 greifenden Accordarbeit einzunehmen? 2. Diskussion. Ein jeder hier in Berlin arbeitende Fliesenleger ist verpflichtet, in der Versammlung zn erscheinen. Der Vertrauensmann. Verein der Tischler Berlins und Umgegend. ( Vertrauensmänner- Centralisation.) Dienstag, den 16. d. M., abends 8 Uhr, bei Thiel, Fruchtstr. 36a: General- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Bericht des Vorstands und der Agitations. tommission. 2. Nenwahl des gesamten Vorstands. 3. Wahl eines Revisors und der Agitationstommission. 4. Anträge zur ev. Statutenänderung. Mitgliedsbuch legitimiert. [ 199/10] Der Vorstand. von 2 M. an, Plomben billigst, Bahnziehen schmerzlos, Teilzahl Zähne gestattet. Mittwoch, den 17. Oktober, abends 8½ Uhr, im alten Schühenhauſe, Volksversammlung übe etter traberechn. ausgescht. N. Jammer, Madatfer. 13. Linienstr. 5: Versammlung. Tages Ordnung: 1. Bortrag des Reichstags- Abgeordneten Rosenow:„ Die Arbeiter: bewegung einst und test." 2. Diskussion. 3. Bierteljahresbericht. 4. Wie feiern wir unser zehnjähriges Stiftungsfest? 5. Verschiedenes. Mitglieder werden in jeder Versammlung sowie in folgenden Zahlstellen aufgenommen: Beim Vereinskassierer M. Stanowsky, Höchstestr. 48, Sof 1 Tr.; im Arbeitsnachweis bei ergt, Landwehrstr. 1, part. ( Teleph. 7 Nr. 576); beim Schriftführer W. Eue, Weißbachstr. 5; bei A. Leopold, Invalidenstr. 15; bei Frau Reiß, Chorinerstr. 3; bei Frau Budow, Arndtstr. 10, im Laden; bei Frau Hill, Reinickendorfer: ftraße 60c, 3 Tr.; in Weißensee bei Sped mann, Königs- Chauffee, Raffierer: P. Keller, Straßburgerstr. 51; in Steglis bei Frl. After, Adolfstr. 10. [ 251/10] Der Borstand. stattfinden mit der Tagesordnung: Die Vivisektion und die Arbeiter. Eine bisher totgeschwiegene hochwichtige Zeitfrage. Redner: Redacteur Reinhold Gerling. Da in dieser Versammlung viele Dinge zur Sprache kommen sollen, welche tief in das Wohl und Wehe der Arbeiter eingreifen, so werden die Arbeitervereine und Krankenkaffen gebeten, am 31. Oktober keine eignen Versammlungen abzuhalten, um einen recht zahlreichen Besuch des oben angekündigten Vortrags zu ermöglichen. Nach dem Vortrag freier Meinungsaustausch. Zutritt ganz unentgeltlich. Freunde und Gegner find eingeladen. 501b Metzners Korbwaren- Fabrik. Berlin, Andreasstraße 23.( Leiterwagen II. Geschäft: Brunnenstr. 95 III, Geſchäft: Beuſſelſtr. 67. Sportswagen IV. Gesch.: Leipzigerit.54/ 55 V. Geschäft: Stralauerstr.19 Kinderstühle Kinderwagen, Grösstes Lager Kinderbettstellen. Berlins. Dufters. 1000 Mark 8able ich jebem, ber mir in Berlin ein größeres gratis. Kinderwagen- Lager als das meinige nachweist. Möbel- Magazin Otto& Slotawa, Tischlermeister, Otto& Slotawa, Tischlermeister, Sarg- Magazin Berlin NW., Bremerstrasse 67. 2. Geschäft: Turmstrasse 81. 5263L* und Beerdigungs- Comptoir. Rechtsanwalt Adolf Lustig Chausseestr. 4. wohnt jetzt: [ 6046 Ziehung 20.- 26. ds. Monats Dritte Meissner Geld- Lotterie Lose nur 3 Mark, 5597L* Porto und Liste 30 Pf. extra empfehlen und versenden Unter Linden 3, Höchstbetrag im günstigsten Fall Haupt100,000 Mark Carl Heintze, Berlin W., 1 Prämie 60000, Gewinne 40000, 20000, 10000, 2 à 5000, 10 à 3000 Mark etc. und der General- Debiteur Geld- Gewinne u. 1 Prämie, zus. Alexander Hessel, Dresden, 13160 Gus: 375,000 Mark baar Geld. Weissegasse l. Z-rrantwortUchtt Redacteur! Heinrich Welker in Groß-Lichterselde. Für du» JnsttlUenteil veraluwonlich: Tl>. Glocke u» Berlin. Druck und B erlas von Mar Babing in Berlins starke msHsenabsatT Diautax, liüwoch and Donnerstag eröffnen wir in der eigens zu diesem Zwecke eingerichteten I. Etage, einen ungewöhnlichen Massenverkauf Tricotasren trumpfwaaren Handschuhen, Werden Sie fiberraschen! f Br. 241. 17. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Dienstag, 16. Oktober 1900. und bei Krause, Müllerstr. 7a. " verein Berlin. = tim Die Agitation für Herbeiführung des Achtuhr Laden- dieser Gelegenheit hielt auch Professor Birchow eine Ansprache, Berliner Partei- Angelegenheiten. schlusses, der wir bereits in unsrer Nummer vom 80. September vorin der berühmte Forscher und Lehrer hervorhob, daß die Er Achtung, Parteigenossen! Heute abend 8 Uhr findet in gedachten, ist nunmehr von den in Betracht kommenden Organisationen innerung an das zehnjährige Bestehen des Kinderhospitals durch die Kellers Festsälen, Koppenstr. 29, eine Parteiversammlung statt behufs der Handlungsgehilfen in die Wege geleitet worden. Die Or- schwere Sorge um die Existenz des Krankenhauses getrübt werde. Bu feinem großen Bedauern sei es nicht gelungen, für das Berichterstattung vom Internationalen Kongreß ganisationen verteilen ein Flugblatt folgenden Inhalts: Kinderkrankenhaus in weiteren Kreisen die Teilnahme zu eriveden, zu Paris. Bahlreichen Besuch erwarten Tausende von selbständigen Gewerbetreibenden und Handlungs die nötig ist, um das Hospital finanziell sicherzustellen. Vielleicht Die Vertrauensleute.gehilfen leiden unter der langen schweren Arbeitszeit, die ihnen durch wäre es zwvedmäßig gewesen, wenn die einstigen Hilfsärzte des Die Arbeiter- Bildungsschule eröffnet, worauf wir nochmals das unnüße lange Aufhalten der Läden auferlegt wird. Krankenhauses an die Bevölkerung sich mit einem Aufrufe hinweisen, in dieser Woche ihre neuen Kurse, und zwar Montag Jeder soll sich daher zur Pflicht machen, niemals nach 8 Uhr gewandt hätten, daß das Kinderkrankenhaus der Unterſtügung in Rationalökonomie, Dienstag in Naturerlenntnis, Donnerstag in a bends eintaufen zu wollen. Bei etwas gutem Willen können bedarf. Die Begründung des Kinderkrantenhauses glaubte, der Redeübung, Freitag in Geschichte. Die reichhaltige Bibliothet die Einkäufe auch vor 8 Uhr erfolgen. Alle die zahllosen An- Gedanke, der ihrer Schöpfung zu Grunde liegt, würde von selbst so ist an diesen Abenden von 8-9 Uhr geöffnet. Der Mitgliedsbeitrag gestellten und deren Angehörigen werden Ihnen für diese fleine Mühe wirken, daß es ihr an dem erforderlichen Beistand nicht fehlen beträgt pro Monat 25 Pf.; das Unterrichtsgeld für jedes Fach bedankbar sein. Eine öffentliche Versammlung findet am bie werkthätige Unterstützung der Aerzte hat fich nicht in würde. Darin aber hat sie sich getäuscht. Auch die Aussicht auf trägt pro Kurjus 1 Mart und ist spätestens am zweiten Abend zu Donnerstag, den 25. Oftober cr. in 2ouis Kellers Feft dem Maße erfüllt, wie einst erwartet wurde. Es hat sogar an zahlen. Der erste Abend eines jeden Kursus steht jedermann zum jälen, Koppenstr. 29, statt. unentgeltlichen Besuch frei. Aufnahmen finden statt im SchulBeichen positiver Abneigung gegen das Hospital von ärztlicher Total, Engel- Ufer 15, und in folgenden Bahlstellen: G. Schulz, Unterzeichnet ist das Flugblatt von folgenden Organisationen: Seite nicht gefehlt. Admiralstr. 40a; Reul, Barnimstr. 42; Schiller, Rosenthalerstr. 57, Kaufmännischer Hilfsverein für weibliche Angestellte. Berein junger Der Merger der Großen. Der mangelhafte Beſuch am UnterRaufleute von Berlin. Verband deutscher Handlungsgehilfen, Streis- baltungsabend des Vereins der Straßenbahn- Angestellten hat das An die Parteigenossen des Wahlkreises Nieder- Barnim. Verein der Dentschen Kaufleute. Deutschnat. Mißfallen des Vorstands erregt, welcher den Wunsch aussprach, daß Am Sonnabend, den 20. Oktober 1900, abends 8 Uhr, tagt in Sandlungsgehilfen- Verband, Gau Brandenburg. Centralverband der für die Zukunft diejenigen Beaniten, welche an den Unterhaltungs Rumunelsburg, Café Bellevue, Glashalle, die reistonferenz Handlungsgehilfen und Gehilfinnen Deutschlands. Katholischer Ranf- abenden teinen Dienst versehen, sich doch möglichst vollzählig an mit folgender Tagesordnung: 1. Jahresbericht des Jahresbericht des Kreis- männischer Verein. Verein junger Kaufleute der Lederbranche. All- folchen beteiligen möchten. Die Angestellten aber, die mehr oder Vertrauensmanns. 2. Bericht der Revisoren. 3. Neuwahl des gemeine Vereinigung deutscher Buchhandlungsgehilfen. Verein Berliner weniger gezwungen dem Berein beigetreten sind, halten sich von den Kreis- Vertrauensmanns und der Revisoren. 4. Bericht und Neu- Hausdiener. Festlichkeiten schon deshalb fern, weil sie bei dem ungenügenden wahl der Mitglieder der Agitationstommission. 5. Bericht und Neuwahl der Mitglieder der Breßkommission. 6. Organisation. strebungen der Handlungsangestellten an und erfüllen deren Wunsch, erforderlich find, nicht machen tönnen und weil ihnen ferner bie Hoffentlich schließen sich die Berliner Hausfrauen den Be Gehalt, den fie bei der Großen Berliner Straßenbahn- Gesellschaft beziehen, größere Unkosten, die zu derartigen Gesellschaftsabenden Der Kreis- Bertrauensmannn. 16 Adolf Gary, Weißensee, Lehderstr. 5. nach acht Uhr teine Einkäufe mehr zu besorgen. Tendenz des Vereins an sich selbstverständlich aufs tiefste zuwider Rigdorf. Sente abend 8½ Uhr, hält ber jocialdemokratische Der Schuhmann als Medizinalperson. Ein Berliner Arst fit. Summer fragt es ſich, ob nicht irgendwelche Zwangsmaßregeln Berein Vorwärts bei Hollbach, Hermannstr. 109, eine General- fchreibt der Media. Neform": Mein Vertreter wurde im die Angestellten zur gutgefinnten Vereinsfröhlichkeit stimmen tönnen. versammlung ab. In derselben hält der Genosse Dr. Victor Juli d. I. von seiten der Revierpolizei gerufen, um bei einer erFränkt das Referat über: Ein Streifzug durch die Reichsver- hängten Frau H. in der Kremmenerstraße Wiederbelebungsversuche Germanisierungspolitik in Berlin. Auf ministerielle Anfaffung. zu machen. Bei seiner Antimft fand er zwei Schugleute vor, die ordnung sind die in Berlin bestehenden polnischen Private: Er ging schulen geschlossen worden. Die Anstalten besaßen teine bereits mit Wiederbelebungsversuchen beschäftigt waren. un fofort selbst mit solchen Versuchen vor und bemühte eignen Schulhäuser; der Unterricht wurde zwei bis dreimal wöchent vergeblich um die betreffende lich am Nachmittag in den Vereinszimmern polnischer Gastwirtschaften sich eine volle Stunde Brämie von 15 M. erhielt mein Vertreter 6 M. Daraufhin gründe polnischer Geschichte. Schon in den lezten Jahren wurden diesen Berson. Auf die Eingabe um Bewilligung der gesetzlichen erteilt und umfaßte den polnischen Sprachunterricht und die Anfangs wandte ich mich an das tönigl. Polizeipräsidium mit der Schulen von der Behörde Schwierigkeiten gemacht. Einzelnen Bitte um Aufklärung, warum mein Vertreter nicht 15, sondern nur Lehrern wurde das Erteilen polnischen Unterrichts untersagt, ver 6 Mart erhalten hätte, und erhielt darauf folgenden Bescheid: schiedentlich auch die improvifterten Schulräume aus gesundheitsAuf das Gefuch vom 24. v. M. gereicht Ihnen zum Bescheide, polizeilichen Gründen für ungeeignet erklärt. Infolgedeffen ging daß nach dem Ministerialerlaß vom 2. Februar 1821 die Verteilung bie Bahl der unter der Aufsicht und Verwaltung hiesiger polnisch der für die Wiederbelebungsversuche au willigenden Prämie von 15 Mart unter die beteiligten Bersonen, Einen Schrotschuk ins Gesicht erhielt gestern abend der Buch Herrn Dr. J., den im Samariterdienst ausgebildeten Schumann halter Cstar Weiß aus der Wallstr. 2 zu Charlottenburg bei einer In Ober- Schöneweide findet heute abend 8 Uhr bei Töpfer Scheel und den Schuhmann Pagold fo erfolgt ist, daß err Dr. 3. Rempelei, an der er nicht beteiligt war. Der Bierzapfer Berniker. ( früher Saferland) eine öffentliche Parteiversammlung statt. Genoffe und Scheel, der nach dem Ministerial- Erlaß vom 9. Juli 1898 aus der Magazinstraße stand mit einem Mädchen am Gartenzaun Schubert- Schöneberg spricht über den Parteitag zu Mainz. Bericht die den Mebiginalperionen zustehende höhere an der Ede der Orangen- und Stallstraße. Der Maurer Willy und Wahl des Vertrauensmanns. Prämie zu beanspruchen hat, je 6 M. und Bägold 8 M. erhalten Tellmann machte dazu im Vorübergehen eine harmlose Behat. J. V. Friedheim." Die Anerkennung des Saugmanns als Medizinalperson stebt mertung. Sofort brach Bernifer in ein wüstes Geschimpf fehr im Gegensatz zu der Praxis, die von der Behörde den aus, zeigte Tellmann einen Revolver und bemerkte ihm, daß er eine Ladung belommen könne. tantentaffen gegenüber angewendet worden ist. In Staffen schlug Kellmann dem Zerniker seinen Schirm ins Gesicht. Der Ge Darüber aufgebracht, angelegenheiten hat die Behörde, abgesehen von nichtstudierten schlagene machte nun eine Drohung wahr und feuerte einen Schuß Naturheilkundigen, jogar Aerztinnen, die so gut wie irgend Getroffen einer ihrer männlichen Kollegen in ihrer Wissenschaft unterrichtet ab. Tellmann sprang beiseite und blieb unverletzt. waren, nicht für voll angesehen, weil sie dant unsrer heimischen wurde dagegen Weiß, der gerade dazu kam und einen Augenblick Rückständigkeit ihre Studien an einer ausländischen Universität be- stehen blieb, um zu sehen, was es gebe. Acht Schrotkörner brangen ihmt über, ebenso viele unter den Augen in den Kopf ein. Die treiben mußten. Augen felbst blieben glücklicherweise unverlegt, wenn sie nicht lichen Straßenbau- Bolizeiverwaltung im Jahre 1899 nur 2559 vor- wurde nach der Rettungswache und von dort in ärztliche Behandlung Zur Wohnungsnot. An Hochbau Entwürfen haben der ört- mittelbar in Mitleidenschaft gezogen werden. Der Schwerverletzte gelegen( in den Vorjahren 1898 und 1897: 2726 und 2787) Gein seine Wohnung gebracht. nehmigt wurden 2418 Entwürfe( 1898 und 1897: 2617 und 2623), davon betrafen 1151( 1150, 1281) größere Baulichkeiten, 1267( 1467, Tas Rektorat der Berliner Universität ist gestern von dem 1392) fleinere Baulichkeiten. Die meisten Entwürfe fielen in den berühmten Stirchenforscher Profeffor Sarnad übernommen worden. Bereich der den Often, den Norden und den Nordwesten umfassenden Bei dieser Gelegenheit gab der abtretende Rektor Profeffor Fuchs Bau- Inspektionen, wo die Bauthätigkeit feit langem am stärksten ist; einen Bericht über das abgelaufene Studieujahr. Jm abgelaufenen doch war gerade hier die Berringerung der Bahl der zur Genehmigung Studienjahr waren bekanntlich 4482 Studierende eingeschrieben, 178 Außerdem waren im Wintersemester 431, vorgelegten Entwürfe in den letzten beiden Jahren verhältnismäßig mehr als im Vorjahr. im Sommersemester 301 Damen als Hörer zugelassen. 19 Studierende herdiebstahl, einer mit dem Confilium wegen Beihilfe aur mußten bestraft werden, darunter einer mit Relegierung wegen out und einer mit der Unterschrift des Confiliums wegen Beschädigung von Bibliotheksbüchern. Promotionen fanden 160 statt. Schöneberg. Was hat die Herrschende Klasse zur Beseitigung des Wohnungselends gethan? Ueber diese Frage spricht Stadtv. Baul Hirsch( Charlottenburg) heute abend in der Bollsversammlung im Klubhaufe, Hauptstr. 5/6. Bahlreiches Erscheinen aller Mieter, Männer und Frauen, erwartet. Der Einberufer. Friedrichsfelde. Die Generalversammlung des socialdemokratischen Wahlvereins findet am Donnerstagabends 81/2 Uhr bei Bube, Prinzen- Allee 30, statt. Friedrichshagen. Die nächste Versammlung des ArbeiterBildungsvereins findet am Donnerstag, den 18. ds. Mts., pünktlich willigenden Prämie von 15 Mart der verehelichten H. zu be- katholischer Vereine stehenden Schulen von vierzehn auf acht zurüd. abends 9 Uhr statt. Vereinslokal bei Conrad. Baumschulenweg. Mittwoch hält der socialdemokratische Verein Borwärts" feine Monatsversammlung im Lotal des Herrn Michler, Ernst- und Marienthalerstraßen- Ede ab. Genoffe Albin Geris wird über unfren Parteitag sprechen. Auch findet in dieser Verſammlung die unentgeltliche Ausgabe der Parteitags- Protokolle an die Mitglieder statt. Tokales. Zur Nachwahl im 6. Berliner Reichstags- Wahlkreise. Die Freisinnige Beitung", das Mundstück der Partei leitung der Freifinnigen Bollspartei, vervollständigt die Verlegenheitsausreden zur Begründung der Wahlenthaltung der Freifinnigen durch folgende neue Wendung: " Zur Reichstags- Erfazwahl im 6. Berliner Wahlkreis hat der focialdemokratische Kandidat Ledebour den Freifinnigen zum Vorwurf gemacht, daß sie durch den Verzicht auf eine eigne Kandidatur auch verzichtet hätten, Stellung zu nehmen zur Regierungspolitik und zu den großen Fragen, die unser Bolt erregen, insbesondere zu den Chinafragen und zur Weltpolitif. Bu all diesen Fragen wird die Freifinnige Bolkspartei Stellung nehmen noch vor den Wahlen im 6. Berliner Wahlkreise auf dem Görliger Barteitag." " am größten.eu mungslosen in gamilien- Aſhl für Obdachlose besucht und sich bei Bürgermeister Brinkmann hat am Sonntagabend die Woh ihnen eingehend nach den Ursachen ihrer Not erfundigt. Bon viclen Familienvätern ist Herrn Brinkmann die Antwort geworden, daß sie gern die Miete aufbringen würden, aber ihrer zahlreichen Kinder wegen von den Hauswirten nicht aufgenommen würden. Allzuviel Eindruck versprechen wir uns nun nicht von einem Eine mutige Dame. Das Polizeipräsidium teilt mit: Das Protest, der hinter verschlossenen Thüren gefaßt, sicher nicht über den Fräulein Elly Löwenthal, Kleiftstraße 4 wohnhaft, hat am lahmen Inhalt des Richterschen Antrags hinausgehen wird. Die Unter der Kohlenteuerung leidet auch der Stadtfädel. Bur 25. Auguft d. J. gegen 12 Uhr mittags in der Leipzigerstraße ein " Freifinnige 8tg." hat aber obendrein vorsichtig in ihrer Erklärung Beschaffung der Feuerung für die städtischen Anstalten sind im legten mit einem führerlösen Geschäftsfuhrwerk durchgehendes Pferd auf den Hauptvorwurf gegen den Wahlenthaltungsbeschluß übergangen, daß Rechnungsjahr rund 1318 618 m.( Vorjahr: 1177 747 m.) aus- gehalten und dadurch größeres Unheil verhütet. Für das hierbei be nämlich Taufende von freisinnigen Wählern auf die Weise abgehalten gegeben worden, davon 1188 928( 1020 593) M. für die Feuerung wiesene, entschloffene und mutige Handeln wird Fräulein Löwenthal werden, gegen den Kornwucher und die Hunnenpolitit durch ihre allein und 129 690( 157 154) M. für Betriebs, Verwaltungs- und öffentlich belobt. Nebenkosten. Die eigentlichen Feuerungskosten find um 168 335 M. Der Giftmörder vom Teufelssee, Töpfer Engen Jänide, Stimmabgabe zu protestieren. Ein solcher Wählerprotest wäre wert- gestiegen, die Betriebs, Berwaltungs- usw. Stoften um 27 464 W. wird in den nächsten Tagen aus dem Potsdamer Untersuchungs boller gewesen, als ein Barteitagsbeschluß unter Ausschluß der gesunken. Die städtischen Anstalten hatten im legten Jahre( bezw. gefängnis nach der Nenen Charité in Berlin gebracht, wo er auf Deffentlichkeit. In der national- social schillernden Welt am im Vorjahre) zu zahlen für 1 Centner Kleinfteintohle 902/10( 805/10) feinen Geisteszustand beobachtet werden soll. Montag" wird der freifinnige Enthaltungsbeschluß folgender- Pfennig, Stücksteinkohle 1135/10( 96/10) Pf.. Stüdfördertohle 95 maßen gloffiert: Beim Gerüstbau verunglückte auf dem Lehrter Bahnhof ( 854/10) B3f., Rußtohle 1005/10( 893/10) Bf., Braunkohle 787/10( 68) Bf.awischen Ueber die Ersprießlichkeit von Bähltandidaturen kann man ja Breßtohle 704/10( 658/10) Bf., für 1 Stubitmeter Holz 8,42( 7,56) W., für wifchen Lokomotivschuppen, die ausgebessert werden sollten, der Borarbeiter Franz Deutschbein. Ein Balken, der den Arbeitern aus verschiedener Meinung sein. Aber es giebt Fälle, wo sie geradezu istohlenanzünder etwa 14/10( 14/10) Bf., für 1 Sektoliter Coats 70 Bf. Die einer Höhe von 8 bis 9 Metern entfiel, traf ihn, verlegte ihn schwer Pflicht find. Ein solcher lag hier vor. Der socialdemokratische Jahr eingeführt; es wurden aus den städtischen Gaswerfen 421 655 am Hinterkopf und zerschmetterte ihm einen Arm. Der Berunglückte Coatsfeuerung wurde in den städtischen Anstalten erst im legten Kandidat Ledebour gehört- bei aller Hochschäzung feiner Bettoliter Coats bezogen. Der Verbrauch an Kohlen ging infolge wurde mit einer Droschke nach der Charité gebracht. bei aller Hochschätzung seiner Berson sei das gesagt!-au ienen in ihrer Ber- deffen zurück. Im lezten( bezw. vorlegten) Jahr wurden den An- Am Fahrstuhl verunglückt ist Montag früh der Schloffer bissenheit unbedingt schädlichen Dottrinär stalten 829 698( 1 128 318) Ctr. Stohlen geliefert, außerdem 58143/4 3. Vogel aus der Kepplerstraße, der auf der Gasanftalt II in fanatitern, für die selbst ein verständiger Social-( 56271/2) Kubikmeter Holz und 99 150( 80 100) Stück Kohlenanzünder. Charlottenburg beschäftigt ist. Als er in Höhe des dritten Stod demokrat mur um ber eisernen Barteidisciplin willen eintreten Ueber die Erfahrungen, die mit der Coatsfeuerung in den städtischen werts auf dem Fahrstuhl stand, löste fich letterer aus seiner Ruhe tann. Richtsocialdemokraten wird man nur in verschwindender Anstalten gemacht worden find, äußert sich der Bericht der Brenn lage und saufte in die Tiefe. Bogel zog sich bei der unfreiwilligen Bahl für ihn an die Wahlurne bringen tönnen. Das wäre nun materialien- Deputation im allgemeinen günstig. Nur zum Anheizen, Fahrt schwere Kopfverlegungen zu und wurde nach der Rettungsfein Unglüd, da es sich um einen absolut sicheren Besigstand der namentlich an kalten Tagen, ist Coats allein ohne Bufas von Kohlen wache und später nach dem städtischen Krankenhause geschafft. Socialdemokratie handelt. Das Unglüd aber ist, daß viele frei feuerung ein Refsel mehr in Betrieb gehalten werden, so daß hier 7 Uhr auf dem Wertheimschen Grundstück in der Leipzigerstraße. nicht geeignet. In den größeren Anstalten muß bei der Coats- Ein schwerer Unglücksfall ereignete sich gestern abend nach finnige Wähler, um der Charybdis Ledebour zu entgehen, erhebliche Mehrausgaben an Material, Lohn usw. eintreten. fish in die Stylla Ulrich stürzen werden. apis Auf dem Hofe waren zwei Hofarbeiter mit Einpacken. beschäftigt, als Die tonservativen Unter großer Beteiligung wurde Sonntagmittag auf dem plöglich aus dem Neubau aus ziemlicher Höhe ein großer hölzerner Mittelstandsretter werden es schon verstehen, mit dem roten städtischen Begräbnisplay in Friedrichsfelde in unmittelbarster Nähe Arbeitsbod herunterstürzte. Er traf den Arbeiter Baschen so unSchreden die freifinnigen Hausagrarier genügend zu unsres unvergeßlichen Wilhelm Liebknecht der Genojie glücklich, daß er auf der Stelle tot war, während sein Kollege Lorenz ängstigen, um ihnen den geldschrankrettenden antisemitischen Germann Krawca ad aus der Müllerstr. 159 beerdigt. In der an der Nase und am Arme ungefährlich verlegt wurde. Ein Arzt Stimmzettel in die Hand zu drücken. Eine freisinnige Zähl mit Blumen und Topfgewächsen geschmückten Halle widmete Genoffe war sofort zur Stelle und ein bald erschienener Rettungswagen brachte kandidatur hätte abgesehen von den Rücksichten der Partei- Mar Stiefel dem so jung Dahingefchiedenen eine furze, aber eindruds den Lorenz zur Unfallstation. entsprechenden Widmungen niedergelegt. ehre, die uns natürlich nichts angehen-die Wucht des social volle Gedächtnisrede, in der er der steten Opferfreudigkeit Strawczads. Aus Furcht vor Strafe wegen Schamberlegung verfuchte demokratischen Protestes gegen die handelsvertragsfeindliche besonders in der in der Zeit des Socialisten Verfolgungsgefeßes, Brotwucherpolitik verstärken helfen. Die doch nur teilweise gedachte. Der Arbeiter Gefangverein Nordwacht hatte die gestern, Montagvormittag, der 20 Jahre alte Arbeiter Baul Müller befolgte Barole der Stimmenthaltung bebeutet in Trauerfeier mit einem eindrucksvollen Liebe eröffnet und aus der Danzigerstr. 67 feinem Leben ein Ende zu machen. Er schloß am Grabe mit dem Vortrag des Gesangs Dort unten stach fich mehrmals mit einem Meffer in die linke Brust und wurde der Bragis eine Stärkung der ultra reaktionären ft Frieben. Zahlreiche und prächtige Strangipenden, u. a. vom hver verletzt mit einem Lüidschen Rettungswagen nach dem Krankenlok am Kandidatur Ulrich. In der That, die Richtersche Partei- jocialdemokratischen Berliner Gastwirteverein, wurden am Grabe mit haus am Friedrichshain gebracht, bittatur zeitigt immer duftigere Blüten." Daß die Richtersche Parteitaktit auf die Unterstützung der Eigentümlich berührte es, als zum Schluß der Beerdigung der konservativ- antisemitischen Interessen- Koalition für Brotwucher und jegige stellvertretende Kirchhofsinspektor angeblich im Namen Sunnenpolitit hinauslaufen wird, glauben auch wir. Dem Genoffen der Hinterbliebenen der Trauerversammlung für die zahlreiche Be Ledebour tann es aber nur angenehm sein, von den pastoralen Vorteiligung seinen Dank abstattete, um im Anschluß hieran das stille Kämpfern der Sunnenpolitik als ein unbedingt schädlicher Dottrinär. Gebet" zu erbitten. fanatiker" befehdet zu werden. Beinlich müßte es dagegen einen Das Statistische Amt der Stadt Berlin hat für die von jeden Genossen berühren, wenn er von national- socialer Seite als ihm auf der Pariser Weltausstellung ausgestellten graphischen Dar ein im Sinne der obigen Ausführungen verständiger Socialdemokrat" stellungen die höchste Auszeichnung, den Grand Prix, erhalten. te angeschmeichelt würde. 1912 Zehn Familien schwebten in Erstickungsgefahr bei einem Brande, der in der Nacht zum Sonntag in der Grünthalerstraße 57 auf dem Gesundbrunnen zum Ausbruch fam. Das Haus beherbergt durchweg fleine Mieter. Unter der Treppe im Erdgeschoß befindet fich ein tellerartiger Raum, der mit Lumpen, alten Kleidungsstüden und allerhand Gerümpel angefüllt war. Hier war der Brand gegen Mitternacht entstanden. Gegen 1 Uhr wurde die Nachbarschaft durch vereinzelte Gilferufe aus dem Schlafe geschredt. Sie rührten von einer Frau von Atimow her, die unmittelbar über der brennenden Kabuse ein leines Bimmer bewohnt. Da die Gefahr in jedem Das Kaiser und Kaiferin Friedrich- Krankenhaus hat am Augenblid wuchs, warf fie die atrage durch das Fenster auf den Sonntag die Feier seines zehnjährigen Bestehens begangen. Beilhof und sprang hinterher, unglücklicherweise aber neben die Matrage, too sie bewußtlos liegen blieb. Ms die Feuerwehr erschien, drangen sofort Sappeure in die Wohnungen, um durch Einschlagen der Fenster dem Rauch Abzug zu verschaffen und den bedrängten Peo sonen beizustehen. Frau von Mimow wurde nach der nächsten Unfallstation getragen und später nach dem Lazarus-5�ranlenhause befördert. Die 7. städtische FortdildungSschule für Jünglinge und Erwachsene, Gräfestr. 85/88, die sich seit Jahren eines wachsenden Zuspruchs, insbesondre seitens der Lehrlinge und Gehilfen des Handwerker- und Kaufmannsstands, erfreut, bietet Gelegenheit zur unentgeltlichen Fortbildung in: Deutsch, Schön- schreiben, Rechnen, Geometrie, Physik, Chemie, Freihandzeichnen, Zirkelzeichnen. Der Unterricht in Stenographie und Maschinenschreiben(System Remington und System Bar-Lock) kostet halbjährlich 2 M.; Modellieren 1 M., Fr' zeichnen für Graveure, Lithographen usw.. Französisch und Englisch 4 Obwohl das Winterhalbjahr in der Anstalt bereits am 10. Oktober de- gönnen hat, werden nachträglich Anmeldungen von Herrn Rektor Faltz iui Amtszimmer während der Unterrichtszeit von VjS-VelO Uhr abends und Sonntags von 8—92/« vormittags entgegen genommen. Orgelkonzert. Der Orgelvortrag des Musikdirektors Otto Dienel w der M a r i e n k i r ch e am Mittwoch, den 17. Oktober, mittags 12 Uhr, bringt Orgelkompositionen von Bach, Mendelssohn und Dienel, Terzette aus Haydns Schöpfung, Streichquartette und andres. Der Eintritt ist frei. . Fenerbericht. Mehrfache Marmierungen erfolgten in der Zwischenzeit. Am Sonntag wurden Brunnenstr. 11 Bodenverschläge mit Inhalt eingeäschert. Möckernstr. 114 brannte Bohnermasse lind Keibclstr. 20 Hansgerät. Nach der Stromstraße wurde die Wehr ge- rufen, weil hier ein Mann von einem elektrischen Straßenbahnwagen überfahren war. Sonnabendabend kam Prenzlauerstr. 20 in einer Badestube Feuer aus. Krautstr. 22 war ein kleiner Fabrikbrand mit einem Rohre abzulöschen. Unbedeutende Wohnungsbräude ver- ursachten Alarmierungen nach Oranienstr. 130», Salzwedelerstr. 15, Katzbachstr. 22 und Heinersdorferstr. 13. Längere Zeit hatte die Wehr zu thun, un, Brunnenstr. 84 ein Feuer abzulöschen, das durch entzündetes Kolophonium entstanden ivar. Zl»S den Nachbarorten. Ein Bild des Jammers entrollt sich jetzt täglich morgens um 7 Uhr vor der englischen Gasanstalt in der Torgauerstraße zu S ch ö n e b e r g. Hunderte von Kindern, Frauen und arbeitslosen oder alten Männern fahren zu der genannten Stunde mit Kinderwagen, Handwagen und andern oft recht primitiven Vehikeln vor der genannten Gasanstalt auf, um zu dem gegen Mittag statt- findenden Verkauf von Coaksasche nur ja rechtzeitig zur Stelle zu sein. In langer doppelter und dreifacher Reihe stehen hier die Armen, deren kümmerliches Einkommen nur eine kleine Ausgabe für Feuerungsmaterial gestattet, bei ihren Gefährten in Wind und Wetter und harren auf den Augenblick, wo der Portier das Zeichen giebt, in dem Hof zun, Empfang der Marken anzutreten. Unter Stoßen und Drängen ergießt sich dann die Schar in den Hof, und glücklich preist sich der- jenige, der endlich für 40 Pf.(im Vorjahr 20 Pf.) eine Anweisung auf eineu Hektoliter Coaksasche in den Händen hat. Jedoch giebt es häufig nur einen halben Hektoliter, da die Direktion dafür sorgt, daß ein Jeder etwas haben soll, und doch muß tagtäglich eine große Anzahl der Wartenden ohne diese Feuerung abziehen. Man muß sich fragen,� ob es denn wirklich kein Mittel giebt, welches es den Armen ermöglicht, etwas leichter als jetzt zu ihrem bißchen Feuerung zu kommen I Zum neuen BebaumigSplan der Stadt Schöneberg haben eine Anzahl Stadtverordnete einen Antrag gestellt dahingehend, daß der Magistrat über den Plan der Stadtverordneten-Bersammlung Auskunft geben möge. Der Grund dieser Stellungnahme liegt iii dem vollständigen Stocken des Verkaufs von Gnnldstückeil und der dadurch bedingten Mindereinnahme an Umsatzsteuer. Ein wüster Austritt erfolgte in der Nacht zum Sonntag in Charlottenburg, Wallstr. S. Hier betreibt die Witwe Auguste Hirsch Gastwirtschaft'und Fremdenherberge. Sie hat den stüheren Schlächter Paul Dachwitz als Geschäftsftihrer angenommen und lebt mit ihm in Gemeinschaft. Dachwitz, ein ehemaliger Athlet, hat schon sehr viel auf dem Kerbholz. Seine letzte Strafe bestand in fünf Jahren Zuchthaus, auch steht er noch jetzt unter Polizei-Aufsicht. Er gilt als äußerst jähzornig und ist rasend eifersüchtig auf seine Konkubine. Skandalscenen waren daher oft an der Tagesordnung. Am Sonnabendabend kam der Maurer Adam mit einem Freunde in das Hirschsche Lokal und während beide ein Glas Bier tranken, bedrohte Dächwitz in einem Anfall von Eisersucht die Wirtin mit einem großen Schlächtermesser, wobei er das Bier des Adam um- warf. Als dieser in nihiger Weise den Dachwitz um Ersatz für das verschüttete Bier anging, wandte sich der Wüterich schnell um und schlug den» Adam mit der Schneide des großen Messers quer über das Gesicht, so daß der Getroffene blutüberströmt zusammenstürzte. Er mußte nach der nächsten Rettungswache gebracht und dann nach Anlegung von einem Verbände auf seinen Wunsch nach seiner Wohnung befördert werden. Während dieser Zeit ging es in der Fremdcnherberge toll zu. Die von neuem bedrohte Wirtin war zur Polizei geeilt, damit diese ihren verrückt gewordenen Liebhaber in Sicherheit bringe. Unterdessen hatten Gäste den rasenden Dach- witz entwaffnet und sowohl im Zimmer wie auch auf der Straße unbarmherzig verarbeitet. Als dann der von der Polizei beorderte Wagen aus der Unfallstation erschien, unternahm der Wütende einen Angriff auf einen Schutzmann, schlug und biß um sich, wurde aber schließlich doch überwältigt und geknebelt nach einer Heilanstalt übergeführt._ Gevichks�Ieitung. Einen Sprung ins Uusittliche sollte der Buchbinder Groß- mann gethau haben, weil er eine Postkarte vertrieben hatte, die nach der Ansicht der Anklaqebehörde gegen Moral und Anstand ver- toßen sollte, Großmann stand gestern deshalb vor der ersten Straf- kammer deS Landgerichts I. Das beanstandete Bild auf der Karte stellt ein vierblätteriges Kleeblatt dar. in dessen einzelnen Blättern ein Paar Herren- und ein Paar Damenstiefel in eigenartiger Weise gruppiert sind. Der Angeschuldigte bestritt, daß das scherzhafte Bild zu den unsittlichen zu rechnen sei, es sei zu Tausenden verbreitet und werde vielfach gekauft. Seit Jahr und Tag übenichme die Post den Versand dieser Karten, ohne ie zu beanstanden. Der Staatsanwalt führte aus, daß diese Um- 'tände den Angeklagten nicht straffrei machen könnten. Die Karte sei zweifellos unsittlich und bei dem überhand nehmenden Vertrieb an- tößiger Postkarten beantrage er gegen den Angeklagten eine Geld- träfe von 50 M. Der Gerichtshöf war auch der Anficht, daß das Bild zu den unzüchtigen zu rechnen sei, beließ es aber bei einer Geldstrafe von 10 M. Außerdem wurde auf Einziehung der bean- 'landeten Karte erkannt. Eine Schießaffaire führte gestern den 16 jährigen Wilhelm Röste unter der Anklage der vorsätzlichen Körperverletzung vor die 7. Strafkammer des Landgerichts I. Der Schwager des Angeklagten ist Verwalter des Grundstücks Triflstr. 12. Dieses ist rings mit einem Bretterzaun umgeben und enthält ein längere Zeit nicht mehr in Benutzung gewesenes Fabrikgebäude. Das Grundstück übt eine besondere Anziehungskraft auf die Jugend: man hatte in den Zaun eine Lücke gerissen und durch diese kletterten täglich elf- und zwölf- jährige Burschen hindurch und entwendeten auf dem Grundstück Hölzer und Eiieustiiae. Am 11. April war wieder eine Anzahl Jungen auf das Grundstück gekrochen. Plötzlich trat ihnen der Angeklagte mit einem geladenen Desching entgegen und als sie schleunigst flüchteten, rief er ihnen zu: Steht, oder ich schieße! Gleich darauf fiel auch' ein Schuß und einer der Jungen lvurde an einem Bein verletzt. Er mußte nach der Unfallstation geschafft und alsdann längere Zeit in der Charite behandelt werden. Die Kugel sitzt noch im Bein oberhalb der Kniescheibe und hat sich dort verkapselt. Während der Staatsanwalt eine vorsätzliche Körperverletzung für er- wiesen erachtete und 300 M. Geldstrafe eventuell 60 Tage Gefängnis beantragte, versicherte der Angeklagte, daß er nur einen Schreckschuß in die Lust habe abgeben wollen. Der Gerichtshof glaubte ihm dies, hielt nur eine Fahrlässigkeit für vorliegend und erkannte auf einen Verweis. Wegen Duldung eines Glückspiels war der Restaurateur I. angeklagt worden, weil er es gestattet hatte, daß in seinem Lokal Gaste lim Geldstücke würfelten. I. machte gegen die Anklage geltend, die Leute hätten nur zu ihrer Unterhaltung getrudelt, nicht um große Gewinnste zu erzielen. Das Landgericht verurteilte ihn jedoch zu einer Geldstrafe und das Kammergericht verwarf seine Revision mit der Begründung, das Würfeln um Geld sei auf jeden Fall ein Glücksspiel, auch ivenn man sich nur unterhalten wolle. Vierfaches TodeSnrteil. Aus Graudenz wird berichtet: Das Schwurgericht verurteilte die vier Zuchthäusler Kurz, Wierzoch, Neumann und Sielinski zum Tode. Dieselben hatten am Pfingst- sonntag d. I. beim Ausbrechen aus dem Zuchthause den Hilfsaufseher Faust ermordet.__ Vevmiptzkes- Eine Verhaftung, die mit dem Morde in Könitz in Zu« sammenhang gebracht wird, ist in Tilsit erfolgt. Die dortige Polizei hatte der„Tils. Allg. Ztg." zufolge ani Freitag einen Fleischergesellen Namens Falk verhaftet, der in Könitz gearbeitet hat und aus anscheinend belangloser Ursache mit dem Winterschen Morde in Beziehung gebracht wurde. Denn ivie weiter ge- meldet wird, scheint man der Verhaftung Falks eine Ve- deutung nicht mehr beizulegen. Der Festgenommene ist zwar dem Gerichtsgefängnis zugeführt worden, doch hat das mit ihm angestellte Verhör bisher nicht den geringsten Anhalt dafür ergeben, daß er mit der fraglichen Blut- that in irgend welcher Beziehung steht. Nach der Angabe Falks hat er vor längerer Zeit an zwei Tagen als Holzhacker beim Fleischermeister Hoffmann in Könitz in Arbeit gestanden und ist dann nach Danzig gereist, um im dortigen Gefängnisse eine ihm früher auferlegte Strafe anzutreten, nach deren Perbüßung er ohne weiteres wieder auf freien Fuß gesetzt wurde, das letztere wäre sicherlich nicht geschehen, sofern auch nur der leiseste Verdacht gegen ihn vorgelegen hätte. Eisenbahn-Unglllck. Aus Breslau wird berichtet: Sonntag« abend 10 Uhr fand ein Zusammenstoß eines nach der Stadt zurück- kehrenden Zugs der Breslau-Prausuitzer Zweigbahn mit einem Omnibus, welcher mit Fahrgästen voll besetzt war, statt. Der Omnibus wurde umgeworfen und sämtliche Insassen mehr oder minder schwerverletzt. Einer der Verletzten, ei» Bahn- arbeiter, ist auf dem Transport nach dem Krankenhause gestorben. Die Ursache des Unfalls ist darin zu suchen, daß der Kutscher des Omnibusses ein Signal des Zugs irrtümlich auf andre in der Nähe verkehrende Maschinen bezogen hatte. Schwerer Unfall. Am Freitag stürzte bei Schaydetten ein mit zwölf Reisenden besetzter Wagen einen Abhang hinab. Der Kutscher wurde getötet, fünf Personen schwer, die andern leicht verletzt. Die Reisenden behaupten, daß das Unglück durch die Uuacht- samkeit des Kutschers herbeigeführt worden ist. Kleine Anzeigen. W__ 26 Buchstaben zählen doppelt, JfA Ja Anzeigen in de 7i A n nahmestellen für Berlin bis 2 Uhr, für die Vor orte bis 1 Uhr, in der ffauptexpedition Beuthstr.S bis 4- Uhr angenommen, Verkäufe. praße 9, parterre. Pratze 8. Anerkannt vorzügl laufsquelle für Gardinen, Rouleaux, Tüllbett- und< decken. Betten» Steppdecken, Leihhaus Neanderstraße 6. Pratze 6. Teppiche, Gardinen, spottbillig Leihhaus Neanderstratze S. 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BauUIer! Rixdord In der Tischlerei von Projahn, Ziethenstr. 27. haben die Kollegen wegen Differenzen die Arbeit nieder- gelegt. Zuzug ist streng fernzuhalten. Die O" 108/10 Ortsverwaltnng. Achtung, Drechsler! Gesperrt sind folgende Werk- stellen: s108/12 Grund, Friedcnstr. 48. Rost. Markusstr. 36. Walter, Rüdersdotterstr. 48. Körner Nachflg. I. Nieder, Grüner Weg 65. Hannemann. KömgSbergerstr. 32. Pfaff, Grüner Weg 27. Die Lohnkommifsion. Achtung! Bauarbeiter. Auf dem Bau Alerandriuenstr. 120 sind vor kurzer Zett Differenzen wegen rückständigem Lohn ausge- brochcn, da dieselben durch das Arbeitanstiehmen andrer, vorher dort nicht bcichöfttgter Kollegen nicht bei- gelegt werden konnten, so wird er- sucht, den Zuzug sernzuhalteu.[30/23 ille Ijohiikoininission. Achtung! Achtung! Stuccateure! Folgende Firuien haben die Forde- rung bewilligt, sowie das Angebot, Accord zu arbeite», zurückgezogen: Schirmer. Juntetsdorf. Jäckcl. Gottheiner. Jablonsit. CaSpary. Woitschach u. Brandt. Rödel. Dammnch. Hänska. Schnbett u. Sammt.' Gcspertt bleiben folgende Firmen: Drechsler. Hampel u. Voigt. Walz. Hoffmann. Pichler. M. Dröffe. Bachmann. Diekmann. Für die Stanzerei einer grötzereu Metallwarenfabrik Süddeutschlands. . Vi* nl<12 f S t....4:™:..v.......V jl. Offerten unter N. P. 2060 an Kndolf 39/8» Druck und Verlag von Max Badiug in Berlin.