Nr. 245. Abonnements- Bedingungen: 3 Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 mt., wöchentlich 28 Pfg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagss Nummer mit illuftrierter Sonntags Beilage, Die Neue Welt" 10 Pfg. Poft Abonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Eingetragen in der Post- Bettungss Preisliste für 1900 unter Mr. 7971. Unter Kreuzband für Deutschland und Defterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Erscheint täglich aufer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 17. Jahrg. Die Insertions- Gebühr beträgt für die fechsgefpaltene Solonel zeile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewertschaftliche Bereinsund Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inferate für bie nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in berExpedition abgegeben werden. Die Erpcditton ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Kernfprechter: Rmt I, Mr. 1508. Telegramm Adresse: Socialdemokrat Berlin Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Fernsprecher: Amt I, Nr. 1508. Der Kanzlerwechsel. In einem fonftitutionellen Staatswesen sind die Ursachen eines Wechsels im höchsten Staatsamt für jedermann offenbar. In Preußen und Deutschland vollziehen sich die wichtigsten Aenderungen in der Regierung nicht nur ohne Einwirkung des Bolts, sondern auch als unergründliches Geheimnis. Die wirklichen Gründe und der wahre Hergang des Kanzlerwechsels lassen sich nur erraten. Sonnabend, den 20. Oftober 1900. Ein glänzendes Schauspiel Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Fernsprecher: Amt I, Nr. 5121. im großen und ganzen doch höchstens den Ansprüchen einer lustigen und nicht allzu anspruchsvollen Stammtisch hat sich wieder einmal in Peking begeben, das natürlich niemand gesellschaft. Es sind dann auch eine Anzaht von Teles anders zum Urheber hat, als unsern Weltgeneraliffimus. Der Tele- grammen bekannt geworden, die die Flottenvereins- Expedition graph meldet nämlich aus Peking, Waldersee habe daselbst die nach Europa gesandt hat, aber diese Nachrichten waren nicht schlechter Truppen besichtigt, und diese hätten ihn dann nach seinem Ab- und nicht besser als die, welche uns tagtäglich durch die englischen steigequartier begleitet. Das Ganze bot ein glänzendes Schau- erfreulich sein, wenn der Kinematograph uns nach einigen und französischen Agenturen übermittelt werden. Es wird zwar recht spiel", das selbstverständlich die Kinematographen verewigt haben Monaten in den verschiedenen Bariété Theatern die Lan,, Schnell und glatt", sagt die Rhein.- Westf. 3tg.", fanft und dürften. dung der Truppen, die Paraden vor dem schmerzlos", sagt die Lägl. Rundschau" und ähnlich klingt es Die russische Gesandtschaft wird nach Beling zurückkehren, ver Obertommandierenden und vielleicht sogar einen wohl= fast aus allen Blättern sei der Abgang des Fürsten Hohenlohe mutlich um dem Diplomaten Waldersee besser auf die Finger sehen gelungenen Angriff auf Bogerhorden in lebenswahren erfolgt. Thatsächlich trifft das Gegenteil zu. Fürst Hohenlohe zu können. Die„ Kölnische Zeitung" fabelt aus diesem Anlaß von Bildern vorführt, aber eigentlich hätte man doch etwas mehr erist aus dem Amt geschieden wie Bismard und wie Caprivi einer Alenderung der russischen Bolitik. wartet von der Thätigkeit eines Unternehmens, das über so reiche wider seinen Willen. Frankreich ringt mit Deutschland um die Krone der Politik der Mittel, so gute Konnerionen und so wertvolle Protektionen verfügt." Ueberaus erheiternd wirkt die Darstellung, welche die Kreuz- Rache und des Bramarbasierens. In der Beantwortung der von Beitung" von der Freiwilligkeit" des Hohenlohefchen Abschieds giebt: Li- Hung- Tschang und Tsching überreichten Note stellt der französische " Fürst Hohenlohe hatte sich überzeugt, daß er am Ende Gesandte Bichon fest, daß China zugestehe, das Völkerrecht verlegt feiner Kraft war. Noch nach der Rückkehr aus Werki zu haben, und daß es die Verantwortlichkeiten, die es auf sich gehatte er die Absicht geäußert, eine Kundladen habe, der gerichtlichen Aburteilung zuweise. Bichon verlangt gebung zu veröffentlichen, durch die er die Nicht- daher eine exemplarische Bestrafung der Hauptschuldigen Tuan, einberufung des Reichstage begründen und ferner tonstatieren Tschuang, Kangji und Tungfuſsian und erklärt, so lange deren wollte, daß die Chinapolitik des Grafen Bülow im vollen Köpfe nicht gefallen feien, könnten die Feindseligkeiten nicht einEinverständnis mit ihm, dem Fürsten Hohenlohe, geführt gestellt werden. worden; er wollte also weiter politisch wirken. Die förperliche Gebrechlichkeit machte sich dem greifen Staatsmame aber so fühlbar, daß er darauf verzichtete und den Entschluß des Rücktritts faßte." Hohenlohe kam nach Homburg in der Abficht, Reichskanzler zu bleiben. Er ahnte noch nichts von der körperlichen Gebrechlichkeit, die er alsbald entdecken sollte. Dann aber hat die Unterzeichnung des Dekrets zur Einberufung des Reichstags an seinen Kräften übermäßig gezehrt und plötzlich übertam ihn die große Schwäche, die ihm nur noch das Entlassungsgesuch gestattete. Selbst die eingeweihten Kreise" waren völlig überrascht durch die Kunde vom politischen Ableben Hohenlohes. Selbst im Auswärtigen Amt in Berlin wußte man am Mittwochabend noch nichts von dem Kanzlerwechsel. Ebenso traf die Nachricht die deutschen Botschafter im Auslande völlig ahnungslos. Es war urplöglich die Erleuchtung gekomnien, daß Hohenlohe zur Vertretung einer schneidigen China- und Weltpolitik nicht genüge. Graf Bülow will diese Aufgabe, welche alle höchsten Ziele der gegenwärtigen Reichspolitik in sich schließt, lösen. Er will den Walderfee- Kreuzzug verantworten und er bedarf keines besonderen Zeugnisses seiner Fähigkeiten und Kenntnisse in der inneren Politit. Auch im Notenfabrizieren wetteifert Herr Delcassé mit dem Grafen Bülow. In einer neuen Note ersucht Frankreich die Mächte, das Programm der in der ersten Note enthaltenen Bedingungen zu verwirklichen. Delcaffé schlägt vor, jede Macht, welche fich die in Frage stehenden Bedingungen zu eigen mache, möge sie zur Kenntnis Chinas bringen, um die Wiederherstellung der Ordnung daselbst beauftragen, die festgesetzten Bedingungen der durch Li- Hung- Tichang zu beschleunigen. Jede Regierung möge ihren Vertreter in Beting vertretenen Regierung zur Kenntnis zu bringen. Andrerseits werden amerikanische Vorschläge angekündigt, deren Inhalt aber noch nicht bekannt geworden ist, und Li- Hung- Tichang hat Friedensvorschläge unterbreitet, die gar nicht demütig flingen. Alarmierende Nachrichten über eine wachsende antidynastische * * und zugleich fremdenfeindliche Bewegung sind völlig unkontrollierbar. Friedensverhandlungen. 0 " * Politifire Meberlicht. Berlin, den 19. Oktober. Die beiden Wahlschlachten, die am Donnerstag im Zeichen des Weltmachtkurses geschlagen wurden, haben wiederum einen für uns recht erfreulichen Erfolg gehabt. Wir haben nicht nur unsern 1898 errungenen Anteil an der Gesamtzahl der abgegebenen Stimmen erhalten, sondern in Brandenburg sogar noch weiter gesteigert; die Wahl in Brandenburg brachte uns sogar eine Vermehrung der absoluten Stimmenzahlen: der beste Beweis dafür, daß sich das arbeitende Volt weder durch Chauvinismus im allgemeinen, noch durch den besondren khakifarbenen Weltmachtschauvinismus Brotforb des Volfs wird ein deutliches Halt zugerufen durch einfangen läßt. Auch dem neugeplanten Raubzug der Agrarier auf den den Wahlausfall, das um so vernehmlicher ist, als es nicht aus rein städtischen, sondern aus zumeist ländlichen Bezirken tommt. Hört es, ihr Hunnen! hört es, ihr Brotwucherer! hindern durch die gewagtesten Mittel der Wahlmache, die in Und ein solches Volfsurteil kann man auch nicht berBrandenburg unter der Aegide des landrätlichen Kandidaten der konservativen Junker besonders krasse Formen annahm. Verleumdung der Socialdemokratie, ihrer Ziele wie ihres Verhaltens zu den politischen Tagesfragen, der in Landkreisen besonders wirksame Mißbrauch wirtschaftlicher Uebermacht und in ausgiebigstem Maße angewandt. Sie blieben wirkungsobrigkeitlicher Autorität, alle diese bekannten Mittel wurden los; die Socialdemokratie blieb Siegerin unter erschwerendsten. Umständen in dem Einzelkampf, und sie wird auch die Siegerin im Entscheidungskampf bleiben. Hunnenbriefe. Geehrter Meister. Der Agence Havas" wird aus Beling gemeldet, Li SungTschang und Prinz Tiching hätten dem diplomatischen Corps eine Note überreicht, in welcher es heißt, es sei geit, die Friedensverhandlungen zu beginnen. Diejenigen Persönlichkeiten, welche Mitschuldige und bestraft werden. Li- Hung- Tichang und Tsching erklären sich in der Boxer seien, würden nach den chinesischen Gesetzen abgeurteilt ihrer Eigenschaft als Bevollmächtigte bereit, über den Frieden zu verhandeln und im Princip eine Entschädigung für die Zerstörung So allgemein Graf Bülow von der bürgerlichen Preffe als der Gesandtschaften zuzugestehen. Die Höhe des Schadens sollte durch Weltpolititer anerkannt wird, so unsicher fühlt man sich in Delegierte ermittelt werden. Die europäischen Mächte fönnten neue den Erwartungen seiner Stellungnahme zu innerpolitischen Fragen. Handelsvorteile erhalten oder man tönnte die alten Verträge abDie Junkerblättter fönnen ihr Mißbehagen über einen zu england- ändern. Aber die Wünsche gingen auseinander und jede Macht müsse freundlichen und nicht agrarisch geaichten Kanzler nur schwer verhüllen. Die ihrigen genau formulieren. Schließlich verlangen Folgender Brief wird von einem Düsseldorfer Anzeigenblatt Sie fürchten fast, feinen guten Tausch gemacht zu haben, da sie für iung Tiang und Tsching fofortige Ein- buchstabengetreu wie folgt veröffentlicht, abreffiert an einen DüffelHohenlohe Bülow bekommen. Posadowsky oder Miquel im Tiung- li- Yamen für den 21. Oftober. stellung der Feindseligkeiten und eine Zusammenkunft dorfer: wäre ihnen lieber gewesen. Die" Post" verrät starke Unter- Wie den Times" gemeldet wird, enthält diese Note auch den strömungen in den preußischen Regierungskreisen, die dem neuen Ausdruck des Bedauerns Chinas über die Vorgänge der jüngsten Reichskanzler agrarische Garantien abzupressen Zeit und das Versprechen, daß diefelben sich nie wiederholen sollen. trachten. Herr v. 8edlik, der Getreue Miquels, schrieb Nach Annahme der allgemeinen Grundlagen der Unterhandlungen im heutigen Morgenblatt der" Post": solle dem Tsung- li- Damen gestattet werden, seine Thätigkeit wieder Eine andre Frage aber ist, ob nicht, wie Herr v. Kardorff aufzunehmen und nach Erledigung der die Entschädigungsfrage be bei dem vorletzten Kanzlerwechsel aus tonstitutionellen Gründen treffenden Punkte sollen, so verlange China weiter, die Truppen der fagte, sämtliche Mitglieder des preußischen Staats- Mächte zurüdgezogen werden. minifteriums die Staatssekretäre der Reichsämter stehen be- Li- Hung- Tichang bei Besuchen, welche er den fremden Gesandten abWie der Agence Havas" aus Tientsin gemeldet wird, sagte kanntlich dem Reichstanzler nicht kollegialisch gleichberechtigt zur stattete, er habe in einem nach Petersburg gerichteten Telegramm die Seite thre Portefeuilles Sr. Majestät zur Verfügung ftellen sollten. Rückkehr des russischen Gesandten von Giers Der Wechsel im Präsidium des Staatsministeriums, dessen Gründe vornehmlich auf Er fügte hinzu, daß der Kaiser, beide vornehmlich auf dem Ge- nach Beling erbeten. biete der Reichspolitit zu suchen sind, bedeutet sicher Kaiserinnen und die ganze Familie des Prinzen King fich in einen Systemwechsel. Auch der Umstand, daß er sich, wie es Singanfu befänden, sowie daß die Abwesenheit des taiferlichen Hofs fcheint, ohne beirätliche Mitwirtung des Staats- die Friedensverhandlungen verzögern werde. Li- Hung- Tichang zeigte ministeriums bollzogen hat, spricht mehr für, als lebhaftes Bedauern über den Vormarsch nach Baotingfu. gegen diese Annahme. Aber es wäre für die Herstellung der Die Einnahme von Paotingfu " vollen politischen Verantwortlichkeit des Kabinettschefs von Wert, ist am 15. Oftober durch die- Franzosen erfolgt. Die wenn für die Zusammensetzung des Ministeriums völlig freie Deutschen sind wieder nicht dabei gewesen. Bahn geschaffen würde, und die Neubildung des Ministerium3 würde nicht nur volle Klarheit Ein Brief des Mikado. über den patriotischen Kurs der Zukunft bringen, sondern Der Kaiser von Japan antwortete am 10. d. M. auf ein von China, in welchem dieser ihn auch die Gewähr der Einheitlichkeit und Stetigkeit dieses Kurses Schreiben des Kaisers in fich schließen." dringend ersuchte, feinen Einfluß zur Wiederherstellung des Friedens Und im heutigen Abendblatt wiederholt die" Post" gegenüber und der Bewahrung des bisherigen Zustandes in Ostasien geltend Angriffen der Köln. 8tg." des Bülow= Blatts! auf zu machen. Der Kaiser von Japan jagt in der Antwort, wenn Herrn v. Miquel ihren Nat", daß das Staatsministerium aus Kaiser Kwangfü die Wiederherstellung des Friedens wirklich wünsche, so werde er alle reaktionären Beamten aus ihrer Anlaß des Wechsels im Präsidium in seiner Gesamtheit Sr. Majestät Stellung entfernen, an ihrer Statt liberale Staatsmänner ernennen, die Portefeuilles zur Verfügung stellt." und eine neue Regierung einrichten. Ferner spricht der Mikado den Wunsch aus; der Kaiser möge, statt nach Schenst zu gehen, sofort 9 Diese höchst auffällige Aufforderung zum Ministerstreit er flärt sich aus der Unsicherheit der Konservativen über Bülows inner- nach Beting zurückkehren. politische Absichten und aus der Absicht, den neuen Ministerpräsidenten Der Nachrichtendienst des Flottenvereins. sogleich auf die agrarisch industriefeudalen Pläne zu verpflichten. Der Flottenverein hatte eine Nachrichten Expedition Man mußte in der That gespannt sein, wie Miquel fich zu dem in Scene gefekt, über deren Erfolge der Hann. Stur." spottet: plözlichen Kanzlerwechsel verhalten würde. Er, der so lange selbst als fünftiger Stanzler galt, sah sich nicht einmal befragt und soll sich dem politischen Neuling unterordnen, über dessen Befähigungen der schlaue Stopf feinerlei gweifel hat. Die mit allen Erfordernissen der neuzeitlichen Kriegsbericht erstattung ausgerüstete Expedition, die sich zu Anfang August nach Oftafien begeben hat, ist in jeder Beziehung so gestellt, daß man bei ihrem Abgang hoffen durfte, nun ungefärbte und auf Thatsachen Aber die Drohung des Ministerstreits hat bereits ihre Wirkung Was aber dem deutschen Bublifum bis jetzt von dieser Seite geberuhende Mitteilungen vom Kriegsschauplatz zu erhalten. Schweinburg verkündet, daß Demissionen von boten worden ist, rechtfertigt die hochgespannten Erwartungen in Ressort chefs weder im Reich noch in Preußen ein- teiner Weise. Ein federgewandter Assessor hat, und zwar in recht treten werden. Graf Bülow ist bereit, die Politik der agrarischen anschaulicher Weise, erzählt, wie er auf der Reise nach Marseille Liebesgaben im Reiche durch Posadowsky und in Preußen durch geschwigt hat; er hat auch das schon ein wenig abgeleierte Thema Miquel ungehemmt fortwuchern zu lassen. von den Strapazen der Seefahrt aufs neue zi variieren versucht. Das war ja recht nett, aber seine bisherigen Berichte genügten geübt. Kiautschou, den 17. 8. 00. Geehrter Meister, wie ich euch mitteilen muß, erlaubt mir jetzt erst meine Zeit euch einen Brief zu Schreiben denn wir liegen schon die ganze Zeit mit einem Detaschement von Eins hundert Seefoldaten und Einhundert Mann von unser Schinesen Compagnie in einem Feindlichen Lande nähmlich am Ende von Kiautschau und find in einem Schinesischen Gößentempel einquartiert. Hier ist aber kein Schreibpapier und keine Ansichtstarten aufzutreiben was mich sehr ärgert. Denn ich hatte sie und ihre Frau fest versprochen möglichst viele Ansichtskarten zu Schicken was aber mit dem besten Willen nicht geht. Deshalb möge fich doch der Meister beruhigen bis wir wieder in Tsingtau sind, dann will ich aber genügend Schicken denn mein versprechen halte ich denn der Meister ist mich immer zu gut gewesen. Geehrter Meister diesen Bogen Papier und Kouwehrt schenkte mich heute ein Deutscher Grandi welcher von dem Bahnbaupersonal ist welche alle Schuß bei uns genommen hatten. Hier geht es aber trittischer zu als wie in Deutschland denn die Schinesen werden hier so zerhauen sodaß fie in ihrem ganzen Leben an die deutschen Soldaten denken. Wir machen uns des Morgens schon um 2 Uhr auf und durchsuchen sämmtliche Dörfer und erobern alle Waffen, welche sie überhaupt haben, denn wo wir gesucht haben, da liegt alles auf einen Saufen wie Kraut und Rüben und wenn wir jerade den Schinesen in die Hände bekommen der Waffen hat der be: tommt nicht bloß Blane Augen, sondern zuerst bekommt er Fünfzig mit einem Ochsenziemer dann kann er aber nicht mehr Amen fagen und sagen und dann wird ihm der Zopf abgeschlagen nähmlich mit ihre eignen Degen welche wir bei ihnen und finden diese sind meistens Acht Centimeter Breit da kann der Meister sich wohl vorstellen was das für Dinger find. Wir haben bis jetzt schon mindestens Einhundert Lanzen zwanzig Degen und einen ganzen Haufen Bistohlen und Gewehre und noch mehr so schöne Waffen. Geehrter Meister wir gehen hier den ganzen Tag mit Einhundertundzwanzig Scharfe Patronen herum und haben meistenteils umgeschnallt und des Nachts liegen wir Feldmarschmäßig in unsre Schüßengräben und erwarten immer einen Angriff von das hinters liftige Bad. Wir haben jetzt schon über Zwölf Wochen teine ose bom Leibe gehabt da lann der Meister sich wohl denten wie uns die Nippen im Leibe weh thuen aber alles hat seinen übergang. Das Essen ist hier auch Yfjt Mau denn wir müssen uns hier mit daS Schinesenfutter herum Schlagen aber an Hühner fehlt es doch nicht...... Löhnung bekommen wir hier auch keine denn ich habe bis jetzt schon Achtundfünfzigmark im Abrechnungsbuch stehen...... Geehrter Meister wenn ich noch einmal Glücklich wieder nach Tsingtau komme dann schicke ich zuerst genügend Ansichtskarten. Ich will Schließen in der Hoffnung daß euch diese Zeilen Gesund und munter antreffen wie sie mich verlassen. Viele Grüße sendet euch Wenn man diesen Brief eines Deutschen liest, gelangt man zu bitteren Betrachtungen über die sittliche Erziehung des deutschen Volks durch den Militarismus. Im übrigen hoffen wir, daß der Briefschreibcr recht viele Ansichtskarten kriegt. Maler Rocholl aus Düsseldorf, der ja im Lager des Weltfeldmarschalls ist wird sie wohl schon skizziert haben: Deutsche Soldaten auf der nächtlichen Suche in den Chinesendörfern, hier alles tvie Kraut und Rüben durcheinanderwerfend, Waffen„erobemd dort und da Chinesen mit Ochsenziemern so„zerhauend", daß die Chinesen nicht mehr Amen sagen können, d. h. sterben. Den wehrlos am Boden Liegenden hacken die Soldaten mit Säbeln die Zöpfe ab Man köunt« auch einige hübsche Guirlanden aus den Karten zeichnen, vielleicht mit den Inschriften:„Wir sind im wahren Christentum"— „Liebe Deinen Nächsten wie Dich selbst"—„Deutschland, Deutschland über alles"—„Hoch das deutsche Hunnentum".— Einen andren Hunnenbrief veröffentlicht die neueste Nummer der„Zukunft". Er ist von einem Soldaten an seine Angehörigen in Remagen gerichtet und lautet: Tientsin, den 22. 8. 1600, „Meine lieben Grotzeltem! Ich muß die Feder(Bleistift) zur Hand nehmen, um Euch einige Worte zu schreiben. Wir sind schon seit dem 17. 8. 1900 hier in Tientsin. Wir sind alle in der chinesischen Universität einquartiert. Ihr könnt Euch gar keinen Begriff in Deutschland davon machen, wie es hier aussieht. Alles ist verwüstet und zerstört. Von Taku bis hier, Tientsin, sind alle Dörfer ausgebrannt und von den Chinesen verlassen. Man sieht nur noch die Ueberreste von den Häusern. Das sind aber nur mehr Lehmhütten. Ueberall sieht man tote Hunde und Leichen herumliegen. Auch hier in Tientsin sieht man fast außer der Besatzung keinen Menschen mehr. Die Chinesen, die noch hier find, muffen schwer arbeiten. Wenn sie nicht wollen, giebtS Bambushiebe. Die sind aber auch froh, daß sie arbeiten können, sonst müssen sie verhungern. Borgestern abend mufften Chinesen(gefangene Boxer) bei der Artillerie, bevor sie am andren Morgen erschoffen wurden, arbeiten. Einer weigerte sich dazu und schlug sogar nach dem Wachtmeister. Sofort kriegte er fünfzig BambuShiebeaS Deutsche Reich unmittelbar nichts zu kümmern" habe, ehr wohl vertreten laffen können, die Schwierigkeit liege aber zarin,„daß der König von Preußen deutsches Reichsoberhaupt ge- worden ist und somit jetzt die Teilnahme fürstlicher Vertreter aus andren deuffchen Staaten leicht diese in einer Beleuchtung erscheinen lassen könnte, die sie selbst für sich wohl kaum wünschten und der sie auszusetzen sicher den Berliner Absichten völlig widerspräche." Auch ein Stimmungszeichen!— Zur Neutralität der Gewerkschafte». Die„Kölnische Volkszeitung" sucht die Aufmerksamkeit von dem ihr unangenehmen Hirtenschreiben abzulenken, indem sie den„social- demokratischen Gewerkschaften" vorwirft, daß sie der politischen Bartei Gefolgschaft leisten. Sie läßt sich aus Berlin schreiben� „Die Neutralität der socialdemokratische« Gewerkschaften wurde auf einer Versammlung der social- demokratischen Partei in Braunschweig trefflich illustriert. Dort war es vorgekommen, daß die Gewerkvereine ihre regelmäßigen Zusammenkünfte auch an solchen Abenden gehalten halten, an denen offizielle Parteiversammlungen stattfanden. Hierüber wurde lebhaft Klage geführt und die Resolution be- schloffen, daß die Fachvereine in Zukunft bei Festsetzung der Zeit ihres Tagens auf die allgemeinen Versammlungen der Partei die gebührende Rücksicht zu nehmen hätten. Wie stimmt dieser Beschluß überein mit der so oft wiederholten Behauptung, die Geiverkschaften seien neutral? Die Erfahrung lehrt, daß die An- gehörigen derselben stets unter dem mächtigen Einflüsse der Socialdemokratie stehen. In überwiegend protestantischen Gegenden aber ist es dem einzelnen Arbeiter schier unmöglich, sich dem von ihr ausgeübten Terrorismus zu entziehen. Nur Organisation kann da helfen und zwar in den christlichen Gewerkschaften. Erst nach Einführung derselben ist es in Berlin, Hannover, Braunschweig usw. gelungen, eine größere Anzahl von Mitgliedern der katholischen Arbeitervereine zum Austritt aus der socialdemokratischen Gewerkschaft zu be- stimmen, der sie notgedrungen angehört hatten." Wir können der„Köln. Volks-Ztg." verraten, daß es noch andre Städte giebt, wo die socialdemokratische Partei auf die Versamm- lungen der Gewerkschaften Rücksicht nimmt und umgekehrt. Die übergroße Mehrheit der Socialdemokraten sind auch gewerkschaftlich organisiert. Finden wichtige Versammlungen beider an ein und demselben Abend statt, so kommen viele der Beteiligten mit ihrem Pflichtgeftihl in Konflitt. Um zu vermeiden, daß Leute, die bei beiden Zweigen der Arbeiterbewegung interessiert sind, ihre Pflichten bei der einen Richtung versäumen muffen, sucht man den ganz vernünftigen Ausweg, daß man bei der Anberaumung von Versammlungen auf einander Rücksicht nimmt. In diesem vernünftigen Abkommen eine Verletzung der„Neu- tralität der Gewerffchaften" zu erblicken, heißt die Dinge auf den Kopf stellen. Das Gegenteil trifft zu. Die socialdemokratische Partei hat sich von jeher befleißigt, beide Bewegungen auseinander zu halten, während ja gerade der Hirtenbrief zeigt, wie wenig an- genehm dem Klerus die Gewerkschaftsbewegung über- Haupt ist. Am Schluß giebt der Schreiber zu, daß in vielen Städten, wie Berlin usw., die Centrumsleute durch Gründung be- sonderer„katholischer" oder„christlicher" Gewerkvereine die Zer- splitterung der Arbeiterschaft herbeigeführt haben.— Handfeste Männer verlangt die„Kreuz- Zeitung" gegen die Socialdemokraten, die in konservativen Wahlversammlungen Ver- leumdungen der Socialdemokraten richttg zu stellen suchen. Wenn konservative Leute Lausejungen schimpfen, so nennt das die„Kreuz- Zeitung" mit Recht, wenn auch ein wenig zu höflich,„rohe Formen". Bedenklich aber ist die Sinnesänderung des Blatts, das da glaubt, die Socialdemokraten hätten bei der Branden- burger Wahlagitation diese gut konservative Taktik geübt. Die Hand- festen Männer thäten den Konservativen zur Säuberung der eignen Partei vielleicht wertvolle Dienste.— Bergleute nach Mautschou gesucht. Unter den Bergleuten des Saar-RevierS ist der«Rheinisch- Westfälischen Zeitung" zufolge eine Umfrage gehalten worden, wer freiwillig nach O st- ästen gehen will. In Kiautschou will man durch ein- heimische Bergleute nach Kohlen graben lassen. Da wird' also der Versuch gemacht, wirkliche Kulturträger nach China zu bringen, nachdem wir bisher bloß Soldaten, Beamte, Missionare und Generalissimi dahin exportiert haben. Die gesundheitlichen Verhältnisse in Kiautschou lassen sehr viel zu wünschen übrig. Diese Freiwilligen sind mithin zu warnen.— Die Lchrernot wurde, wie der„BolkS-Ztg." geschrieben wird, am 3. Oktober d. I. auf dem letzten„Brandenburgischen Lehrertag" besprochen. Bei dieser Gelegenheit machte auch der Vertreter der Potsdamer Regierung über die Lehrernot in dem von ihm ver- tretenen Regierungsbezirk einige Ausführungen. Dadurch, daß die Lehrer' die Einführung deS einjährigen Dienstes erreicht hätten, sei im Potsdamer Bezirk ein großer Mangel an Lehrern entstanden. Mehr als 46 Stellen sei die Regierung nicht in der Lage zu besetzen! Im Anschluß daran wurde an die Lehrer die Bitte gerichtet, die Regierung bestens zu unterstützen durch bereitwillige Uebernahmen von Vertrettingen. Besonders auf dem Lande werde das der Fall sein. Der Herr RegicrungSvertteter macht eS sich sehr leicht, den Lehrerniangel zu erklären. Der Hanptarund ist aber nicht das Recht des einjährigen Dienstes, sondern die schlechten Gehälter, die nian den Lehrern auf dem Lande zahlt und die unwürdige Behandlung, die sie sich dort vielfach gefallen laffen müssen.— Ueber die Industrialisierung deS Hofs plaudert in politisch nicht bedeutungsloser Weise die„Kölnische Volkszeitung'. Man hatte von einer„Auffrischung der Hofgesellschaft" gesprochen und im Anschluß an dieses Wort führt das Centrumsblatt aus, in dem es an den Satz erinnert, daß in Preußen auf die Dauer nicht gegen die„Kreuz-Zeitung" regiert werden könne: „Das heißt doch nicht etwa, die Stellung der„Kreuz-Zeitung" sei in der Presse so bedeutsam, um jeder Regierung die Notwendig- keit aufzuerlegen, sich mit ihr anzufreunden. Die Bedeutung der„Kreuz- Zeiwng" bestand darin, daß sie das Organ jener Kreise war. ans denen sich immer die Hofgesellschaft zusammensetzte, die vor allem, wenn nicht ausschließlich das Ohr des Königs besaß und auch auf die Besetzung der Minister- und hohen Verwaltungsposten nichl geringen Einfluß hatte. Dutzendfach sind die Erfahrungen, daß ein Minister, der es mit der Hofgesellschaft und der„Kreuz- Zeitung" verdarb, als ei» vom Förster bezeichneter Baum gelten konnte und in kurzer Zeit gefällt wurde. Liegt es nun nicht auf flacher Hand, wie wichttg eS wäre, wenn sich das änderte, wenn sich eine anders zusammengesetzte Hofgesellschaft bildete! Und allem Anschein nach sind wir schon auf diesem Wege. Man wird deshalb nicht gerade auf eine grundsätzliche Wendung schließen können; eine groffr Rolle spielt dabei das Geld. Für den sparsam eingerichteten Hof Kaiser Wilhelms I. konnten die pommerschen und brandenburgischen Landjunker den notwendigen Aufwand machen. Heute aber geht es den Junkern infolge der Lage der Landwirtschaft immer schlechter, außerdem hat das Avancement vom Königtum zum Kaisertum uns, wie einst schon Gustav Frehtag voraussagte, einen Hofglanz gebracht. von dem sich vor 30 bis 40 Jahren noch niemand etwas träumen ließ. Die meisten Junker können nicht mehr mitkommen. Im vorigen Winter war, wie man uns erzählte, eine schwer reiche Dame der Hochfinanz auf einer Festlichkeit von Angehörigen des landsässigen Adels stark über die Achsel angesehen worden. Sie rächte sich, indem sie mit nicht AU leiser Stimme ihren Nachbarn erzählte:„Sehen Sie. was ich hier trage. DaS Brillantcollier übersteigt an Wert be- deutend den ganzen, ziemlich verschuldeten Grundbesitz der hier anwesenden Familie v. X.. die Ringe, die ich an den Fingern trage, den Grundbesitz der Familie v. D.. das Armband und mein Sealskiirpelzmantel ist viel mehr wert als der gesamte v. Z.sche Grundbesitz." So tritt die Finanzaristokratie auf die Bühne und ruft dem alten Adel— dem„Schnaps- und Kartoffeladel", den„Krautjunkern", wie man sie spöttisch nennt— ein„öte-toi. quo je rn'y rnette«(Platz für mich!) zu. Sollte es nun der Fall sein, daß diese„neue social- Schicht", um mit Gambetta zu reden, die alte Geburtsaristokratie verdrängt, so ergiebt sich alles Weitere von selbst. Neue Ideen werden mit den neuen Aristokraten ihren Einzug halten, und die Monarchie selbst dürfte nicht ganz unberührt davon bleiben, fondern sich mehr und mehr in eine Art„Bürgerkönigtum" um- gestalten. So ist es auch zu verstehen, daß die Taktik des w a d e l st r ü m v f l e r i s ch e n Freisinns, der auf Siege an. der Wahlurne und Beherrschung der Massen nicht mehr zu hoffen wagt, neuerdings dahin geht, auf dem Umwege über das Hofparkett an das Steuerruder des Staats zu gelangen. Daher erklärt sich auch das byzantinische Wesen mancher wadelstrümpflerischen Prehorgane. In einem monarchi- schen Staate, der nicht parlanientarisch regiert wird, stellt die Hof- gesellschaft die Kreise dar. aus denen sich' die Leiter des Staats- ivesens immer neu rekrutieren. Bis jetzt überwog in der Hofgesellschaft das oft elbische Landjunkertum; es würde auch in der Politik bald bemerkbar werden, wenn an dessen Stelle die Finanzaristokratie des Tier- gartenviertels träte. Man giebt ftch ja eine ge- waltige Mühe, um gesellschaftlich aufzurücken, besonders die Damen sehen im Hofleben das reine Paradies. Einerseits kann man diese Leidenschast menschlicher Eitelkeit nur belächeln, anderseits dürfte es eine große Wendung bedeuten, wenn die Quitzows, Köckeritze und Jtzenplitze durch die v. Schulze, u. Müller und v. Cohn ersetzt würden. Auf einmal wird das ja nicht kommen, aber augenscheinlich bahnt ftch eine„Auffrischung" langsam an. Die neue Aristokratie, welche den Kohlenhammer und den Stab Merkurs im Wappen führt, hat sich schon in mancher Beziehung einflußreich gezeigt. Aber bald dürfte das noch beut- licher werden; die neue Sonne der„Weltpolitik" wird wohl zu- nächst in Deutschland selbst ihre Früchte reifen lassen." Auch der Hof trägt eben der Entwicklung vom Agrar- zum In- dustriestaat Rechnung I—_ Chronik der MajestätSbeleidigungS- Prozesse. Bon der Strafkammer in O st r o w o wurde ein Arbeiter ans � Jaskulki bei Ostrowo wegen Majestätsbeleidigung zu zwei Monaten Gefängnis verurteilt. Bon der Strafkammer Posen wurde der Arbeiter Vincent Gromacki aus Posen wegen einer in einem Wirtshause begangenen Majestätsbeleidigung zu einem Jahre Gefängnis venirteilt.' Die Strafe wurde so hoch bemessen, weil der Angeklagte selbst Soldat gewesen ist. Der frühere Unteroffizier, jetzige Arbeiter U b i n g von Essen soll den Kaiser, die kaiserliche Familie und den Herrgott beleidigt haben. Dieserhalb hatte er sich vor der Essener Strafkammer zu verantworten. Die unter Ausschluß der Oeffentlichkeit geführte Ver- Handlung endete mit Freisprechung des Angeklagten, weil das ärztliche Gutachten auf Geistesschwäche lautete.— Solche Tinge kommen überall vor. Der Gouverneur von Deutsch-Ostafrika Herr v. Liebert hat sich kürzlich im Stutt- garter Kelonialverein gegen die Angriffe des Herrn Dr. Hans Wagner— den er' übrigens verklagen will— ver- teidigt. Er sagte u. a.: „Die falsche Nachricht von der angeblichen Niedermetzelung von 2000 Menschen aus Anlaß der Eintreibung der Hüttensteuer ist vielleicht dadurch entstanden, daß an Weihnachte» im vorigen Jahre der Hauptmann Johannes, der durch seine Milde und Liebenswürdigkeit in der ganzen Kolonie bekannt ist, eine Strafexpedition unternehmen muhte. Unsre Station Mosst sollte von einem Negerstamme überfallen werden, bei dem es Sitte ist, daß die jungen Leute nur heiraten dürfen, wenn sie vorher einen Raubzug unternommen haben. Das Komplott kam dadurch heraus, daß ein eingeborener Unteroffizier das Gespräch einiger Häuptlinge im Busch belauschte. Es ivurden bei dieser Expedition einige Hundert Menschen nieder- gemacht. Solche Dinge kommen überall vor, Ivo Kultur und Unkultur zusammenstoßen. Das Vorgehen des Haupt- inannS Johannes kann ich unbedingt vertreten. Wenn wir angegriffen werden, so müssen wir' uns wehren. Gegenüber den gegen mich erhobenen Anschuldigungen habe ich ein absolut reines Gewissen; ich bin sehr neugierig, wie der betreffende Herr seine Angaben vor Gericht beweisen will." Angegriffen sind die Deutschen aber ja noch gar nicht worden, sondern es war von den Negern angeblich nur beabsichtigt; vielleicht wäre der Angriff ganz unterblieben. Aber andernfalls hätte Herr Liebert wohl auch nicht den milden und liebenswürdigen Herrn Johannes gesandt, der es bei der Niedermachung von nur einigen Hundert Menschen bewenden läßt. Keine Anarchistenkonfererenz? Wien, 19. Oktober. Die »Politische Korrespondenz" erfährt aus Rom. die Nachricht vom baldigen Zusammentritt einer Anti-Anarchistenkoi�erenz sei verfrüht, da positive Beschlüsse der Kabinette hierüber bisher nicht vorlägen.— Ausland. Gin galizischer Prozeß. Man schreibt uns aus Wien, 18. Oktober: Genosse DaszynSki ist gestern vom Krakauer LandeSgericht zu zehn Wochen st rengen Arrest verurteilt worden. Socialdemokraten sind Anklagen und Verurteilungen gewöhnt und eine Strafe von LVe Monaten wird in Deutschland,' wo die Straffucht geradezu Orgien feiert, nicht gerade viel Auffehen erregen. Trotzdem verdient der Prozeß auch außerhalb des unglücklichen Galiziens Be- achtung; er ist einer der unverschämtesten Tendenzprozesse, der jemals vor einem Gericht verhandelt worden ist. Die Anklage gegen Das- zhnski lautete auf das Vergehen des Auflaufs; er soll.' wie das Strafgesetzbuch sagt,»mehrere Personen zur Widersetzung gegen eine im Amte befindliche obrigkeitliche Person aufgefordert haben". Diese Unthat hat nun Daszynski— im Theater begangen! Am 15. Juni 1897, vor mehr als drei Jahren, spielte man'in einem obskuren Theater in Krakau ein„Stück" unter dem vielsagenden Titel:»Die Volksverführer". Der Verfasser des„Stücks" ist der Krakauer O b e rsta ats a n w a l t Kolitowski, und sein„Werk" ist eine unverschämte Verhöhnung des kurz vorher gewählten Ab- geordneten der Stadt, eben des Genossen Daszynski. Die Direktion der städtischen Bühne weigerte sich, das ordinäre Tendenzstück auf- zuführen, ebenso ein katholischer Verein, der zu Daszynski in schroffer Gegnerschaft steht. Endlich setzte der Bezirkshauptmann von Krakau die Aufführung am Sommertheater durch. In dem „Stück" spielt die Hauptrolle ein Socialdemokrat, der die Bauern zum Diebstahl aufreizt. Der Darsteller er- schien nun in der täuschend nachgeahmten MaSke DaSzhnSki'Sl Nun vergesse man nicht, daß Daszynski vier Monate vorher von 22000 Wählen, zum Abgeordneten von Krakau gewählt worden war, und man versieht, welche Infamie hier unter der liebevollen Förderung der politischen und richterlichen Beamten begangen worden war. Die im Theater anwesenden Socialdemo- kraten, darunter auch Daszynski, protestieren selbstverständlich gegen diese gemeine Schamlosigkeit, und das Subjekt von„Dichter" wird von ihnen mit ingrimmigen Zurufen gekennzeichnet. Sofort ist Polizei da, sie verhastet sieben Genossen, durchwegs Männer, die im Vordergründe der Bewegung in Krakau stehen. Sie werden am andern Tage„wegen polizeiwidrigen Verhaltens an öffentlichen Versammlungsorten"— der östreichische grobe Unfug— polizeilich bestraft. Daszynski erhält die höchste zulässige Strafe; vierzehn Tage Polizei-Arrest. Damit begnügt man sich aber in Krakau nicht; nach der Polizei tritt der Staatsanwalt in Aktion. Alle„Demonstranten" werden wegen Auflaufs angeklagt, und vom Gericht programmmäßig zu hohen Strafen venirteilt. Wie hier alles Tendenz und Willkur ist, zeigt die Thaffache, daß der oberste Gerichtshof, an den die Sache mittels einer Nichtigkeitsbeschwerde kam, die ausgesprochene Strafe auf die Hälfte her abminderte. Der Prozeß gegen Daszynski wird mit Absicht verschleppt. Der Reichsrat war zwar damals ge- schlössen, der Abgeordnete war also gar nicht immun, und ler ist noch dreimal geschlossen worden, ehe die Auflösung kam, aber man wartete mit Absicht bis jetzt, um Daszynsky ivährend der Wahlbewegung unschädlich zu machen. Nach vierzig Monaten kommt es endlich zu Verhandlung; natürlich erinnern sich die von der Auflage geführten Zeugen trotz der langen Frist auf jedes Detail. Die von der Verteidigung geführten Zeugen«erven vom Gericht nicht zugelassen, die Strafe wird ungewöhnlich hock be- messen. Aber alle diese Seltsamkeiten— der„dichtende" Ober- staatsanwalt, der Bezirkshauptmann, der die Aufführung des Sudelstücks erzwang, die zweimalige Bestrafung wegen einer Sache, die späte Durchführung des Prozesses, die ungewöhnlich hohe Strafe— all diese Merkmale eines Tendenzprozesses sind noch nichts gegen die Begründung, aus der heraus das Gericht die Verurteilung aussprach. Es ist ein Schulbeispiel für den berüchtigten dolus svsntualis. Das Gesetz stellt die Merkmale des Delikts dahin auf, daß zur Widersetzung aufgefordert werden müsse, also nicht, daß sie etwa hervorgerufen, indirekt bewirkt worden sei. Daß Daszynski aufgefordert hätte, sich der Matznahmen der im Theater er- schien'enen Polizisten zu widersetzen, das behauptet nicht einmal die Anklage, sondern er soll seine„P r i v a t m e i n u n g" über das Stück— nämlich seine Entrüstung über die freche Berunglimpstmg seiner Partei und seiner Person I— so laut geäußert haben, daß dadurch die übrigen Demonstranten in ihrem Widerspruch„er- mutigt worden seien". Also das Subjekt von einem „Dichter" kann die Socialdemokratie verhöhnen, den Ab- geordneten der Stadt als ordinären Diebsgesellen hinstellen; äußert aber der Beschimpfte über das Pamphlet seine„Privat- Meinung", wird er auf zehn Wochen bei Arrestantenkost eingesperrt! Dann sage man, daß man in Oestreich für die litterarische' Thätig- keit nichts thut. So hoch geehrt wie der Oberstaatsanwalt als Dichter ist noch kein Poet worden. Die Leute, denen sein Stück nicht gefiel, sind alle in den Kerker geworfen worden! Der Prozeß ist ein Rachewerk, zu dem die Krakauer Behörden — der Bezirkshauptmann, der Staatsanwalt und die Richter— sich vereinigt haben, um an dem verhaßten Socialdemokraten ihr Mütchen zu kühlen. Wir zweifeln nicht, daß man im Justizministerium in Wien über den Prozeß und seine Werkzeuge ebenso denkt und urteilt wie bei allen anständigen Leuten. Aber das ist ja eben das Merkwürdige an diesem Oestreich: die lokalen Clique» und Gesetz- brecher sind mächtiger als alle Minister. Wien ist weit, und so wirtschaften die Schlachzizen in Galizien wie einst, als sie despotisch das Regiment führten. Das Gericht ist das Werkzeug persönlicher Rache: daS ist eben galizische Justiz!— Militärjnstiz. Paris, 18. Oktober. Die Militärjustiz bleibt ihrer Mission treu, die darin besieht, im Dienste der„Annee-Ehre" alle Rechtsbegriffe mit Füßen zu treten. Die Verhandlung bor dem Militärgericht von Bourges in Sachen der Metzelei von Chalon war in allem und jedem ein treues Konterfei der militärgerichtlichen Esterhazy- und Dreyfus-Prozesse. Nur daß die„Armee-Ehre" diesmal nur drei Gendarmen zu schützen hatte, die dem Kapital Mordsdienste geleistet hatten. Dieser Umstand erschwert aber die Schuld der Militärrichter von BourgeS, da ja der Fanatismus des Corpsgeistes beziehungsweise die einen großen, die ganze Nation durchzitternden Konflikt entfachenden politischen Leidenschaften im gegebenen Fall gänzlich fehlten. Die Militärs ver- richteten ihre cynische„Gerichts"-Arbeit mit handwerksmäßiger Ruhe, sie benahmen sich brutal-parteiisch mit der Selbstverständlich- keit einer natürlichen, gewohnheitsmäßigen Funktion. Die Gcrichtskomödie begann damit, daß der militärische Unter- sucher Debascher in einem blöden Bericht, der eines R a v a r y, des Unternehmers in der Esterhazy- Sache, würdig wäre, für die Einstellung der Untersuchung gegen die drei Gen- darmen plädierte. Grund: der Zustand der Notwehr, indem die Gendarmen sich befunden haben sollen. Um aber diesen Grund, den Knotenpunkt des ganzen Prozesses, glaubhaft zu machen, verschwieg Debascher die wichtigsten Belastungsaussagen und sprang überhaupt mit den Thatsachen um, wie dies nur eben ein militärischer Gerichtsbeamter thun kanu, der mit einer grenzenlosen Voreingenommenheit eine ebenso grenzenlose juristische Unwissenheit verbindet. Die Fabel von dem„Notwehr-Zustand" erledigt sich schon dadurch, daß der civile Untersuchungsrichter von Chalon ver- gebens wochenlang nach Beweisen gegen die Streikenden gesucht hatte. Dies UntersuchnngSverfahren gegen die Arbeiter mußte eingestellt werden. Außerdeni ist die schwerwiegende That- fache zu berücksichtigen. daß von den demonstrierenden Streikenden kein einziger getötet oder verwundet wurde. Die Opfer (drei Tote und einige Verwundete) sind aus den Reihen der Neu- gierigen gefalle», die an der Thür ihrer Wohnung sich die Vorgänge ansahen. Hätten sich die Gendarmen wirklich in Lebensgefahr be- funden inmitten einer auf sie schießenden Menge, wie sie daS be- haupten, so hätten doch offenbar ihre„Notwehr"-Schüsse die an- greifenden Demonstranten treffen müssen. Wie der Untersucher, so die Richter. Die ganze Beweisaufnahme — wenn dieser Ausdruck hier gestattet ist— zielte darauf ab, den „Notwehr-Zustand" aller Evidenz zum Trotz zu beweisen. In Wahr- heit wurden den Streikenden nur Steinwürfe nachgewiesen, nicht aber Revolverschüsse. Die einstudierten Entlaswngsanssagen der Militärs, die unter andrem aus einem Hause von einer großen Höhe abgegebene Revolverschüsse vernommen bezw. gesehen haben wollen, scheinen im günstigsten Falle darauf zu beruhen, daß die betreffenden Zeugen, die in einer gewissen Ferne sich befanden, die Gendarmenschüsse den Arbeitern unterschieben. Ein Lieutenant verglich sogar die angeb- lichen Schüsse aus dem ominösen Hause mit dem„Knall einer Höllen- Maschine" l... Unnütz zu sagen, daß keine Spur der„Höllen- Maschine" aufgefunden wurde. Der Cynismus der Richter ging so weit, den Tod der drei Neugierigen den Kugeln der— Streikenden zuzu- schreiben!... Zwar sind es dieselben Ordonnanzkugeln, mit denen die Gendarmenrevolver geladen waren, aber was verschlägt's? „Der Waffenhändler von Chalon"— deducierte frech der Gerichts- Vorsitzende—„verkauft Ordonnanzkugeln an jedermann".... Ferner versteht es sich von selbst, daß der„Regierungs- kommissar". der militärische Anfläger, ebenfalls für die Angeklagten Partei ergriffen hat. Ja, er machte sich die Hypothese des Gerichts- Vorsitzenden zu eigen und behauptete steif und fest, daß mindestens eines der Opfer von den Demonsttanten getötet wurde. Dem Verteidiger blieb demnach nichts weiter übrig, als vom Gericht »mehr als die Freisprechung" der Angeklagten zu ver- langen I... Merkwürdigerweise hat das Gericht die Gendarmenmörder„nur" freigesprochen... Das Verbrechen von Chalon ist also ungesühnt geblieben. Daran ist aber nicht allein das Militärgericht schuld, das ja nun auch einmal nicht aus seiner Haut heraus kann, sondern in viel höherem Maße die kapitalistische Civiljustiz, die die Gendarmen vor das reinwaschende Militärgericht verwiesen hat. obwohl dieselben als Agenten der„Gerichtspolizei', die nur einer Abteilung berittener Jäger Hilfs- dienste leisteten, vor das Schwurgericht hätten kommen sollen. Die Gerichtsbehörden von Chalon hatten sich aber an den Schein der momentanen Unterordnung der Gendarmen unter den Jägeroffizier angeflammert, um die Freisprechung der Schuldigen durch das Militärgericht zu sichern. Der Ausgang des Prozesses von Bourges ist natürlich nicht geeignet, dem Ministerium proletarische Sympathien zu erwerben, wenn auch die reakttonären Blätter darüber zetern. daß alle Ordnungsretterei zum Teufel gehen müsse, sobald schießende Gendarmen nicht— wie das nach �er Schlächterei von Fourmies der Fall war— beglückwünscht, sondern vor Gericht geschleppt würden:„DaS muß— so schreibt Paul de Cassagnac— die Agenten der öffentlichen Gewalt entmutigen, sie mit Ekel gegen ihre Berufs- Pflicht erfüllen. Da sie von einer Schurken-Regierung nicht ge- schützt werden, so werden sie uns am Tage der Gefahr nicht mehr schützen."... Leider sieht der kapitalistisch- bonapartistische Gesellschaftsretter von seinem Standpunkt aus viel zu schwarz. Die cynische Frei- sprechnng der drei Gendarmen vernichtet vollständig den Effekt der „umstürzlerischen" Anklage- Erhebung und stellt die Unantastbarkeit des im Dienste des Kapitals tötenden Gendarmen wieder her. Inzwischen aber schlummert der Reformvorschlag des früheren Kriegsministers Galliffet betreffend Beschränkung der Kompetenz der Militärjnstiz seit einem Jahre in irgend einem der zahlreichen Archiv- schränke der Deputicrtenkammer nebst vielen andren mehr oder minder ausgezeichneten Reformvorschlägen. Und doch hatte Galliffet höchstens nur die schlimmsten Auswüchse der Militärjustiz zu be- festigen vorgeschlagen... Oestreich-Ungarn. Aus Krakau wird uns unter dem 18. d. Mts. geschrieben: Die Agitation für die Wahlen zum Reichsrat, die bei uns schon im Dezember stattfinden werden, ist unsrerseits mit aller Energie eröffnet worden. In Stadt und Land finden täglich zahlreiche Ver- sammlungen statt, in denen unsre Redner das Parteiprogramm und die politische Lage des Lands beleuchten. Ebenso werden die meisten gegnerischen Versammlungen von unsren Diskussionsrednern besucht. Unsre Wahlcanipagne wird auch diesmal unter dem Zeichen des allgemeinen gleichen Wahlrechts, der Bekämpfung der an- maßenden Reaktion und der skandalösen Mißwirtschaft der herrschenden Adelsklique im Lande selbst geführt. Den ge- waltigen Kampf für Volksrechte, gegen den Absolutismus führen wir in Galizien ganz allein. Die bürgerliche Linke, die mit einem radikalen Phrasenschwall in den Wahlkampf eintrat, ist desorganisiert und machtlos. Außer den Kandidaten für die 5. Kurie hat unsre Partei auch. zwei Kandidaten in der Bauernkurie und vier für die 3. Kurie, in der das Bürgertum wählt,- aufgestellt. Die Agitation beschränkt sich nicht mehr auf die städtischen Arbeitermassen. Täglich finden Bau er»Versammlungen statt, die unsre Redner mit Be- geisterung aufnehmen. Die unerhörte Korruptions- und Vettern- Wirtschaft, unter der die wirtschaftlich verelendeten Bauern ebenso stark wie die Arbeiter leiden, hat sie zu uusren Freunden gemacht. Die Agitation unter der jüdischen Bevölkerung Galiziens wird ebenfalls mit Energie betrieben. In kürzester Zeit wird die Partei ein wöchentlich erscheinendes Blatt:„Jüdisches Volks- b l a t t" herausgeben. Daß die Behörden alles mögliche thun, um uns entgegen zu arbeiten, ist selbstverständlich. Versammlungen werden verboten, andre durch bezahlte Sprengkolonnen auseinander- getrieben; in einer Stadt hat man sogar zu Einladungen für eine reaktionäre Versammlung amtliche, portofreie Kouverts er- halten. Nicht uninteressant ist es, daß die Z ionist en drei selb- ständige Kandidaturen aufgestellt haben!— Rußland. Petersburg» 19. Oktober. In den nächsten Tagen wird hier die Kommission eintreffen, welche von der japanischen Re- gierung nach Rußland entsandt ist, um den Handel und die In- dustrie zu studieren. Der Führer der Kommission Jesaki überbringt einen Brief des japanischen Handelsministers an den Finanzmiuister Witte.— Hier wird in einigen Monaten eine große Ausstellung japanischer Kunsterzengnisse verschiedener Gattung eröffnet, welche Jesaki veranstalten wird. Das ist jedenfalls eine vernünftigere Politik, als die, welche die Beziehungen zu fremden Ländern durch Kruppsche Kanonen anzu- knüpfen und aufrecht zu erhalten bestrebt ist.— Afrika. Präsident Krüger ist am 19. d. MtS. früh an Bord der „ Gelderland" gegangen. Es wird nicht mehr befürchtet, daß die englische Regierung dem alten Mann noch irgendwelche Schwierig- leiten bereitet; sie betrachtet Krüger als Privatmann. Heber stattgefnndene Gefechte wird gemeldet: Einer Abteilung Boeren gelang es in der Nacht zum 16. d. Mts. in Jagersfontein einzudringen. Am nächsten Morgen entspann sich ein Kampf, bei welchem die Verluste der Engländer 9 Tote und 2 tödlich Ver- wundete betrugen. Die Boeren verloren ihren Kommandanten und 20 Tote. General Kelly-Kenny sandte gestern Truppen aus, welche heute in Lagersfontein eintreffen sollten. Ein amtliches Telegramm besagt, daß Lord Methuen und Oberst Douglas in Zeenist eingetroffen sind, nachdem sie mit Delarey und Lemmer ein mehrtägiges Gefecht gehabt hatten. Die in Marseille angekommene südafrikanische Post bringt die Antwort des Boerengenerals Botha auf die jüngste Proklamatton des Lord Roberts. Botha widerlegt dessen Behauptung, daß nur die unter Bothas direktem Befehl stehenden Truppen als Militär- truppen zu betrachten seien, und protestiert dagegen, daß der englische General alle übrigen Boerensoldaten, welche noch vereinzelt kämpfen, als Rebellen behandeln will.„Der vereinzelte Kampf unsrer Truppen", so erklärt Botha in seiner Ant- wort,„geschieht in llebereinstimmung mit den Gesetzen unsrcs Lands!"' Bezüglich der Drohung des Lords Roberts, die Wohnungen der Boeren zu zerstören und die Frauen und Ktnder aus denselben anszuweisen, erklärt Botha, es sei dies daS erste Mal, daß ähnliche Maßregeln zwischen civilisierten krieg- führenden Völkern getroffen werden. Wenn Roberts auf der Aus- führung dieser Maßregeln bestehe, so könne er, Botha, gegen diese Verletzung der Menschenrechte nur energisch protestieren. Jedenfalls werde dies aber keineswegs zur Niederlegung der Waffen beitragen. Ueber den wirflichen Stand der Dinge in Transvaal giebt ein Privat-Telegramm der„Franks. Ztg." aus London Auskunft, in dem es heißt: Die Nachricht, daß Lord Roberts seine Rückkehr nach England mindestens bis zum Januar verschoben, hat hier viel Enttäuschung verursucht und die gestrige Meldung von ernsten Ver- lusten, welche Oberst Mahons Truppen haben, hat weiten Kreisen gezeigt, daß der Krieg noch nicht vorüber ist. Lord Roberts iclbst scheint einer Fortsetzung des Feldzugs während der Regenzeit entgegen zu sehen, denn er sagte den Freiwilligen aus den Kolonien, welche Urlaub nahmen, er hoffe, sie würden nach einem Monate ihre Thätigkeit wieder beginnen und bis zum Schluß des Kriegs bei der Armee bleiben.— Der„Birmingham Post" zufolge mußte vor weniger als einem Monat ein' in Mafeking verweilender Journalist seine abendlichen Spaziergänge an der Straße nach Otto- shoop aufgeben, weil Patrouillen der Boeren abends gefährlich wurden. Aus Pretoria wird berichtet, die telegraphische Verbindung zwischen Pretoria und Johannesburg ist abgeschnitten. Die Dela- goabai-Bahn wird durch tägliche Angriffe der Boeren unsicher ge- macht. Lord Roberts hat eine Proklamation erlassen, worin er die Ausfuhr von Waren aus Transvaal und dem Freistaate mit Aus- schluß von Gold in Barren und Kriegsmunition erlaubt. Zur Landtagöwahl in Sachsen- Weimar. In Eisenach wurde im socialdemokratischen Verein nach einem Vortrag über die Landtagswahl folgende Resolution angenommen: „Da es uns unmöglich ist, bei der demnächst stattfindenden Landtagswahl selbständig vorzugehen und eigne Wahlmänner aufzustellen, so haben wir, um die jetzige reaktionäre Mehrheit des Landtags, welche aus Bürgermeistern und Bezirksdirektoren besteht, zu beseitigen, beschlossen, die von den Freisinnigen im Einverständnis mit unsren Genossen auf- gestellten Wahlmänner am Ort zu wählen und wollen Sie in Ihrem Ort desgleichen thun und Ihre Gesinnungsgenossen dazu auffordern." lieber die Bedeutung der Neuwahlen sprach Genosse Baudert in einer weiteren Versammlung in Ruhla(Gotha), da die Wahrschein- lichkeit nahe lag, daß eine Versammlung im Weimarischen nicht er- laubt worden wäre. Die Verständigung über eine gemeinsame Liste der beiden Parteien ist bereits erfolgt. Die Parteikonferenz für den Wahlkreis Jauer— Bolken- Hain— Laudcöhut beschloß, Mitgliedskarten drucken zu lassen und dieselben an solche Genossen zu verabreichen, welche bisher auS wirtschaftlichen und nationalen Gründen der politischen Organisation ferngeblieben sind. Man hofft, durch die Verabreichung dieser Karten, welche einer behördlichen Kontrolle nicht unterliegen, die sogenannten Drückeberger zur Zahlung von Beiträgen zur Parteikasse heranziehen zu können, ausgehend von dem neuesten Programmsatze des Mainzer Parteitags, daß nur derjenige sich zur Partei gehörig betrachten kann, welcher die Partei pekuniär unterstützt. GemevkfrlzÄfiliches« Verli» nud Umgegend. Achtung, Stucratcnre! Die Kollegen werden nochmals er- sucht, sich reger an den Extrasamnilungen zum Streikfonds zu be- teiligen. Sollten auf einzelnen Bauten noch keine Deputierten er- nannt sein, so ist dies unverzüglich nachzuholen. Die Ablieferung der gesammelten Gelder sowie die Ausgabe der Quittungskarten und Marken erfolgt Sonnabend von 5 Uhr ab im Arbeitsnachweis, Seydel- straße 13. Die Lohnkommission. Achtung, Kistenmacher! In der Kistenfabrik von Seifert', Pallisadenstraße, haben wegen Maßregelung sämtliche Kollegen die Arbeit niedergelegt. Zuzug ist fernzuhalten. Die Kommission. Achtung, Bnchbinderei-Arbeitcrinnen! Die neuen Tarife find von heute ab in unsrem Bureau. Engel-Ufer 15, IC, zu habe». Die Lohnkommission. Die städtischen GaSarbeitcr von Rixdorf, welche in ihrer großen Mehrzahl dem Verband der Gemeinde-Arbeiter angehören. find in eine Bewegung zur Verbesserung ihrer Lohn- und Arbeits- bedingungen eingetreten. Hierzu hatten dieselbe» auch alle Ursache, indem sie nicht nur erheblich schlechter bezahlt werden, wie ihre Berliner Kollegen, sondern auch m vielen andren Punkten die Arbeitsbedingungen äußerst verbesserungsbedürftig sind. Während die Betriebsleute der Berliner Gaswerke mit 5,50 M. pro Tag entlohnt werden, erhalten die Betriebsleute des Rixdorfer Gaswerks nur einen Tagelohn von 4.50 M. Aehnlich liegt die Lohnfrage bei den Hofarbeitern. Daher haben sie an ihre vorgesetzte Direktion daS Ersuchen gerichtet, betreffs des Lohns die in Berlin gewährte» Sätze bewilligen zu wollen. Außerdem verlangen sie eine bessere Bezahlung der Ueberstunden«, Sonn- und Feiertagsarbeit. Ferner wenden sie sich in ihrer Eingabe gegen die langen Wechsel- schichten. Gegenwärtig müssen die Betriebsleute alle Woche einmal 24 Stunden hinter einander beim Schichtwechsel arbeiten. In den Berliner Gaswerken sind dagegen die Betriebsleute in den Winter monaten nur alle 14 Tage einmal gezwungen, 18 Stunden hinter einander thätig zu sein, während in den Sommermonaten auch beim Schichtwechsel nur 12 Stunden gearbeitet wird. Deshalb wünschen die Betriebsleute des Rixdorfer Gaswerks die Einführung des Berliner Schichtwechselsystems. Ferner fordern sie die unentgeltliche Berabfolgung von Kaffee in den Sommermonaten, wie dieses m den Berliner und vielen andren Gasfabriken schon seit Jahren ge- schieht. Außerdem halten sie die Errichtung eines ArbeiterausschusseS für dringend notwendig. Diese Fordeningen sind der Direktion unter näherer Begründung mit dem Ersuchen unterbreitet worden, sie dem zuständigen Kuratorium zwecks Bewilligung vorlegen zu wollen. Deutsches Reich. Die Differenzen in der Kronleuchter-Fnbrik K. M. Seifert in Löbtau sind durch Entgegenkommen beider Teile beseitigt. Ein SchreckenSregimcnt soll anscheinend über die Arbeiter schaft im rheinisch-westfälischen Industriegebiet hereinbrechen. Eni lassungen und Lohnreduktionen, das sind die Mittel, durch welche das Unternehmertum sein Mütchen an den Arbeitern kühlt und durch welche man dieselben zu völlig willenlosen Sklaven herabwürdigt. Nicht gemuckst soll werden. WaS der Unternehmer auch beginnt, stumm und ergeben soll sich der Arbeiter fügen. Wer noch einen Funken Eigenwillen besitzt, wer noch nicht vollständig in Demut und Unterwürfigkeit ergeben ist, der fliegt hinaus aufs Pflaster, den trifft die Rute Arbeitslosigkeit. Um jede Regung der Opposition zu ersticken, benutzt man jetzt ein neues Lohnraub-Shstem. Den Arbeitern wird allgemein durch Anschläge an den Werkstattthoren bekannt gegeben, daß von einem bestimmten Termin ab. veränderte Accord- und Lohnsätze in Kraft treten. Damit sich die Arbeiter den Regulierungen bedingungslos fügen, wird ihnen weiter eröffnet, daß derjenige, der über die neuen Lohnsätze Auskunft wünscht, sich beim Betriebschef, oder auf dem Bureau zu melden habe. Das genügt I Die Arbeiter wisien, daß derjenige, der nicht voll und ganz auf das»gerechte Wohlwollen" der Unternehmer vertraut, oder Neugierde nach den Aenderungen zeigt, sicher von der Zufälligkeit,»überzählig" zu sein, betroffen wird. Auf diese Weise hofft man in aller Ruhe die bösen Folgen der Krise allein auf die Schultern der Arbeiter abwälzen zu können. Die nächsten Reichstagswahlen werden zeigen, daß die skrupellose AuS- Nutzung auch die Arbeiter im schwarzen Ruhrrevier nicht nur aufgerüttelt aus der bisherigen Gedankenlosigkeit, sondern auch in die Reihen des für seine Befreiung kämpfenden Proletariats getrieben hat. Der Messerschlägerstreik in Solingen ist nach elfwöchentlicher Dauer nunmehr beigelegt. Die Einigung erfolgte auf folgender Grundlage: 1. Die Arbeit wird in allen Fabriken sofort wieder aufgenommen. 2. Dagegen verpflichten sich die Fabrikanten, die neu einzustellenden Arbeiter aus der Zahl der Streikenden zu nehmen. 3. Es soll eine Kommission zusammentreten zum Zweck der Preis- Regulierung und soll die Arbeit zur Fest- setzung der Preise so gefördert werden, daß die Preise am 1. Januar 1901 in Kraft treten können. Bis zum Inkrafttreten des neuen Preisverzeichnisses werden von jede»» Fabrikanten die vor Ausbruch des Streiks von ihm gezahlten Löhne weitergezahlt. K 4. Es soll als EinigungSamt zwischen beiden Bereinen eme Vergleichs- kammer eingerichtet werden; mit den Bestimmungen für dieselbe wird sich die heutige Kommission in einer späteren Sitzung befassen. Ausland. Der Streik der Bergarbeiter in Pennsylvanien. Aus New V o r k wird berichtet: In den Bergwerken werden Bor- bereitungen getroffen zur Wiederaufnahme der Arbeit, welche er- folgen wird, so bald die Arbeiter einen dahingehenden Beschluß ge- faßt haben. Mitchell, der Organisator des Streiks, hat erklärt, er werde die Wiederaufnahme der Arbeit nicht anordnen, bis nicht alle Bergwerksbesitzer die Forderungen des Grubenarbeiter-Verbands bewilligt haben. Es scheint nämlich, daß dies von einigen Bergwerks- besttzern noch nicht geschehen ist. Socittle-s. Bauarbeiterschutz. Die Nürnberger Bauarbeiter haben dem Magistrat ihrer Stadt eine Petition zugesandt, in der in der Haupt- fache gefordert wird: 1. Errichtung von verschließbaren Baubuden bei alle» Betrieben, in denen mehr als fünf Arbeiter beschäftigt sind, mit Holzfußboden, Waschvorrichtungen ic. 2. Einrichtung von Bedürfnisanstalten. 3. Provisorische Schließung offener Fenster bei dachdichten Bauten in der Zeit vom 1. Oktober bis zum 1. April. 4. Ersetzung der offenen EoalSkörbe durch sog. Kanonenöfen. 5. An- bringung von Ständergerüsten von außen ev. Errichtung eines Schutz- gertisteS an der äußersten Umfassungsmauer in jeder Etage. Diese Gerüste müssen mindestens 1>/a Meter breit sein und dürfen mit Baumaterial nicht belastet werden. Auch die Aufstellung sogenannter verbundener Gerüste muß so gehandhabt werden, daß jedesmal nachdem eine Etage aufgestellt ist, diese vollständig abgedeckt wird, damit bei weiteren Arbeiten nicht Werkzeuge und Hölzer bis unten, wo meist Leute beschäftigt sind, durchfallen. Dasselbe trifft bei der Aufstellung eiserner Gerippe auf den Bauten zu. Den einzelnen Punkten ist eine ausführliche Begründung beigegeben. Der Ausschuß des städtischen Arbeitsnachweises in NLrn berg war an den Magistrat mit dem Antrag herangetreten, daß den um Arbeit Nachsuchenden vom Nachweis Mitteilung gemacht werden solle, wenn in dem Arbeitskräfte verlangenden Betriebe ein Streik ausgebrochen sei. Dieser Beschluß war vom Ausschuß, dem zur Hälfte Arbeitgeber, zur andern Hälfte Arbeitnehmer angehören, mit allen gegen eine Stimme gefaßt worden. De Magistrat hat den Beschluß bestätigt. Das Gemeindekollegium hin gegen hat vom Magistrat verlangt, daß der bisherige Zustand erhalten bleibe.— Damit hat das im Gemeindekollegium sitzende Unter- nehmertum bewiesen, daß ihm an einer paritätischen Handhabung der Geschäfte im Arbeitsnachweise nichts liegt. Das Vertrauen zum städtischen Arbeitsnachweis.dürste dadurch in Arbeiterkreisen aber nicht gerade wachsen. Immer laugsam voran! Zu dem zögernden Verhalten des Bundesrats eine Reihe von Bestimmungen der Geiverbe- Ordnung zur Ausführung zu bringen, finden die»Berk. Pol Nachr." folgende Entschuldigung: »Gegenüber den Klagen über zu langsame Ausführung der letzten, hauptsächlich den Ladenschluß behandelnden Gelverbe-Ordnungs Novelle ist schon von andrer Seite darauf hingewiesen, daß der Eni- wurf zu einer Verordnung über die Beschaffung von Sitzgelegenheit dem Bundesrat vorliegt und an der Feststellung von auf den fakul- tativen Achtuhr-Ladenschluß bezüglichen Bestimmungen gearbeitet wird Man wird überhaupt bedenken müssen, daß es nichr zweckmäßig ist, mit der Einführung von tief in daS Erwerbsleben einschneidendenNeuerungen allzu schnell vorzugehen. So ist die Gewerbe-Ordnungs-Novelle vom Jahre 1897, welche das sogenannte Handwerksorganisations-Gesetz darstellt, noch nicht völlig durchgeführt. Am 1. April und am 1. Oktober 1901 werden bestimmte Theile dieser Novelle erst in Kraft treten. Noch eklatanter liegen die Verhältnisse bei der Gewerbe-Ordnungs-Novelle vom Jahre 1891. Hier werden die Bestimmungen, welche von dem Schutze der Arbeiter in Werk stätten mit Motorenbetrieb handeln, am 1. Januar 1901 zur Geltung kommen, nachdem der Bundesrat eingehende AusführungS Vorschriften erlassen hat." Das ist ein Stück der berühmten deutschen Socialreform, die. vergleicht man damit die Absicht der Regierung, die Bäckerei- Verordnung rückwärts zu revidieren, im Zeichen des Krebses stehl Vsvsa, nmlnngen. Der Holzarbeiter-Berband hielt am 17. Oktober im GeWerk- schaftshaus eine Vertrauensmänner-Versammlung für sämtliche Be- zirke und Branchen ab. Nach einem beifällig aufgenommenen Referat des Kollegen Koblenzer über: Streifzüge' durch die Pariser Welt- ausstellung, ging man zum 2. Punkt der Tagesordnung über, um sich mit dem Paragraphen 616 des neuen Bürgerlichen Gesetzbuchs zu beschäftigen. Anlaß dazu gab das Vorgehen der Zwangsinnung. Der Vorstand derselben hatte die Mitglieder durch ein Cirkular auf- gefordert, die Fabrikordnungen umzuändern, um auf diese Weise die Vorschriften des Paragraphen 616 zu umgehen. Mehrere Redner vertraten den Standpunkt, daß sich die Arbeiter die ihnen gesetzlich gewährleisteten Rechte nicht nehmen lassen sollten, deshalb müsse jede Unterschrist verweigert werden, wenn die vor- gelegten Fabrikordnungen Bestimmungen enthalten, welche den 8 616 hinfällig machen. Dem wurde entgegengehalten, daß die meisten Arbeitgeber ihre Gesellen sofort entlassen könnten, wenn dieselben Bezahlung für ohne ihr Verschulden versäumte Zeit verlange» würden. Weil dann viele Kollegen auf die Rechte des Z 616 verzichten würden, um nicht unnötig arbeitslos zu werden, fei eS zwecklos, wegen eines solchen zweifelhaften Vor- teils Differenzen mit den Unternehmern herbeizuführen. UebrigenS seien sich die Juristen selbst noch nicht einig., wie der§ 616 auszulegen sei. Bis jetzt ist auch noch nicht entschieden, ob auch Aeeord- arbeiter für versäumte Zeit eine Vergütigung beanspruchen dürfen. n emem Falle wurde ein Kollege mit dieser Forderung vom iewerbegericht abgewiesen. Was eine entschädigungspflichtige, nicht er- hebliche Verhinderungsfrist ist. darüber ist man noch im Zweifel. Bis jetzt ist noch keine Gerichtsentscheidung vorhanden, die in dieser Beziehung einen AnHaltepunkt bietet. Weil überhaupt nur wenige Kollegen von dem im§ 616 gewährleisteten Recht Gebrauch machen können, die Arbeitgeber aber jederzeit durch vorherige Entlassung die Gesetzes- bestimmung außer Kraft setzen können. Aus diesen Gründen nahm die Versammlung mit allen gegen 2 Stimmen folgende Resolution an: »In Erwägung, daß der 8 616 des Bürgerlichen Gesetzbuchs die den Arbeitern eingeräumten Rechte nicht garantiert, indem derselbe nicht als öffentliches oder zwingendes Recht gilt, auch der Begriff einer verhältnismäßig erheblichen Versäumniszeit die verschiedensten Auslegungen zuläßt, hält eS der Verband zur Zeit nicht für ratsam, durch größere Aktionen wie Arbeitseinstellung ze. die Unternehmer auf diesen Paragraphen zu verpflichten, überläßt es jedoch jedem einzelnen Kollegen, seine eventuelle Forderung auf Grund dieses Paragraphen geltend zu machen, und gewährt hierzu Rechts- schütz auS Mitteln des Verbands." Auf Antrag der Eontroleure wird beschlossen, daß den Vertrauens- leuten, die erst nach 9 Uhr in der Versammlung erscheinen, die Karten nicht mehr abgestempelt werden. Nachdem noch Maatz über Streiks und Differenzen berichtet hatte, erfolgte um ilVs Uhr Schluß der stark besuchten Versammlung. I» einer Branchenversammlung der Drechsler» die am Donnerstag bei Stechert tagte, berichteten D ä n z e r und Michaelis über den Stand der Lohnbewegung. Nach ihren AuS- fühningen, die sich auch auf viele Einzelheilen erstreckten, ist der Streik in der Elsenbranche und in der sogenannten»echten Branche" ziemlich beendet. Bei dem Streik waren beteiligt 66 Werk« stellen(41 mit Krastbetrieb, 25 mit Trittbetrieb), in denen 299 Kollegen beschäftigt waren. Von diesen legten 271, darunter 234 organisierte, die Arbeit nieder. Jetzt sind nur noch 19 ausständig. In der Elsenbranche ist ein guter Erfolg zu verzeichnen. In der»echten Branche' können die Drechsler auch. wie beide Redner betonten, ganz zufrieden sein, da die Konjunktur nicht gerade eine gute war. Einige Werkstellen, die täglich im Vorwärts" veröffentlicht iverden, sind noch gesperrt.— Nach längerer Diskussion beschloß die Versammlung einstimmig, den Streik für aufgehoben zu erklären. Die gesperrten Werkstellen bleiben gesperrt, so lange sie nicht vollständig besetzt sind. Es wird ver- ucht werden, die noch Ausständigen zu oen neuen Bedingungen unterzubringen. Bis dahin erhalten sie die Streikunterstützung weiter. Versuche der Meister, die Löhne wieder herabzusetzen oder die Arbeitszeit zu verlängern zc., sollen energisch abgewehrt werden. Die bettoffenen Kollegen haben sich sofort an die Kommission im Gewerkschafishause zu wenden, damit diese erst einen EiuigungSversuch machen und ihnen nötigenfalls eine Direktive geben kann.-- Zu der Frage: Wie können wir das Errungene aufrecht erhalten? sprach D ä n z e r. Er führte unter andern, auS: Zunächst müffe in jeder Werkstelle genau festgestellt werden, was erzielt sei, damit be, Verschlechterungen in der schon erwähnten Weise die Abwehr erfolgen könne. Dann sei aber vor allem auf eine gefestigte Organisatton zu sehen. Jede Werkstatt müsse einen Vertrauensmann haben und dieser dürfe in keiner Ver- ttauensmänner-Sitzung fehlen. Nachdem auch hierüber längere Zeit diskutiert worden war, faßte die Versammlung folgende Beschlüsse: In Branchenversammlungen sind die Verbonds-Mitgliedsbücher als Ausweis bei der Kontrolle vorzuzeigen. Gäste haben Zutritt, sind aber als solche der Versammlung bekannt zu geben. In Bezirks- Branchenversammlungen ist kein Ausweis nötig. Jeden Monat ist eine B e z i r k S» Branchenversammlung abzuhalten, und zwar der Reihe nach einmal für den Osten, dann für den Südosten und Süd« westen gemeinsam und schließlich ftir den Norden. Bei Abhaltung von wichtigen allgemeinen Versammlungen ist die jeweilig fällige Bezirks-Branchenversammlung aufzuschieben." Obmann ist jetzt der Kollege Koppen, Münchebergerftt. 81» Er bleibt zugleich Bezirksleiter für den Osten. Bezirksleiter für den Südosten ist Meisch, Naunynstt. 72; für den Südwesten S ch o b e l, Plan-User 91, und für den Norden Michaelis, RheinSbergerstt. 21. Tie Fliesenleger nahmen in einer am Mittwoch abgehaltenen Versammlung Stellung zu der Accordarbeit in ihrem Gewerbe. Anlaß dazu gab die Annahme, daß bei der Firma Rosenfeld einige Fliesenleger aus Hamburg, entgegen den für Berlin geltenden Arbeitsbedingungen, in Accord arbeiten. Einem Vertreter der Lohn- kommission gegenüber haben die Betreffenden zwar behauptet, sie arbeiten in Lohn, aber aus der Art, wie sie arbeiten, glaubt man mit Sicherheit schließen zu können. daß es sich doch um Accordarbeit handelt. Wie behauptet wird, sollen diese Hamburger Fliesenleger täglich im Durchschnitt fünf Quadratmeter Wandfläche fertigstellen. Eine Leistung, bei der nur Pfuscharbeit geliefert werden könne. Man findet das Ver- halten der Hamburger um so verwerflicher, als dieselben Mitglieder des Centraiverbands der Maurer find, und durch ihre Accordarbeit schon 30—40 Kollegen arbeitslos geworden sind. Bei der Firma Perino, und zwar auf dem Bau der Luftschiffer- Kaserne, sollen, wie ein Gerücht besagt, ebenfalls einige von auswärts gekommene Fliesenleger in Accord arbeiten.— Nach längerer Debatte nahm die Versammlung eine Reso- lution an, worin daS Verhalten der Hamburger bei der Firma Rosenfeld und der Kölner bei der Firnia Perino entschieden ver- urteilt und erklärt wird, daß dasselbe mit allen zu Gebote stehenden Mitteln bekämpft werden soll. Weiter heißt eS in der Resolution: Die Versammlung verurteilt das Verhalten der im Centralverband der Töpfer organisierten Kollegen, dessen Mitglieder sich schon während des letzten Streiks der Fliesenleger als Arbeitswillige den Unternehmern zur Verfügung gestellt haben und auch jetzt wieder in Accord arbeiten. Eine stark besuchte Versammlung des CentralverbandS deutscher Maurer für Moabit tagte am 17. Oktober in den Arminiushallen. S i l b e rs ch m i dt referierte über:»Die Durch- sührung der Arbeiterforderungen im deutschen Reichstage". Lang- anhaltender Beifall am Schlüsse des zweistündigen Vortrags zeigte, daß der Referent im Sinne der Versammelten gesprochen hatte. Eine Diskussion fand nicht statt.—Haast erstattete darauf Bericht von der letzten Sitzung der Gesamtleitung und erwähnte insbesondere, daß die wöchentliche Beisteuer zum Sttcikfonds von 50 auf 25 Pf. erniedrigt worden ist. In der Diskussion erklärten sich mehrere Redner gegen den Beschluß der Gesamtleitung, indem sie der Ansicht waren, daß dieselbe zu einem solchen Beschluß nicht kompetent sei. Die Marmor- und Granitarbeiter hatten am Donnerstag eine Versammlung einberufen, die leider sehr schwach be- sucht war. Infolgedessen wurde das von Mitschke angekündigte Referat bis zur nächsten Versammlung vertagt. Der vom Ver- trauensmann Wo lff erstattete Bericht über das 2. Quartal ergiebt eine Einnahme aus Marken, Listen usw. von 977,84 Mark bei einer Ausgabe von 379,87 Mark, so daß ein Bestand von 597,97 Mark verbleibt. Die Einnahme und Ausgabe über den Stteik bei Jäger beträgt 743,50 Mark. Die Revisoren be- kündeten die Richtigkeit der Abrechnung, wobei bemerkt wurde. daß noch eine beträchtliche Zahl Marken abzurechnen find. Die auf Berlin entfallenden 10 Proz. der Reise-Unterstützung in Höhe von 51 M. wurden bewilligt. Von mehreren Rednern wurde noch gewünscht, die Protokolle vom Verbaudstag a 10 Pf. zu entnehmen, desgleichen auch die Marken für Extrasteuer. Ferner wurde noch darauf aufmerksam gemacht, die verausgabten Fragebogen behufs Austiahme einer Statistik genau auszufüllen. Ter Verband der Graveure und Ciseleure, Filiale Berlin, hielt am 16. Oktober im Dresdener Garten seine Generalversamm- lung ab. Die sehr gut besuchte Versammlung beschäftigte sich. nachdem sie den Bericht des Vorstands entgegengenommen hatte, mit der Frage:„Wie stellen sich die Kollegen zur Ueberstunden- und Heimarbeit?" lieber diesen Punkt referierte Brückner. Nach einet regen Diskussion wurde vom Kollegen Leidner ein Antrag ein- gereicht, welcher besagt, daß jedes Mitglied, welches sich freiwillig zum Ueberarbeiten anbietet resp. Arbeit mit nach Hause nimmt, vom Verband auSgeschloffen wird. Die Debatte über diesen Antrag wurde bis zur nächsten Sitzung vertagt. Dem Verband neu hinzugetteten sind 17 Kollegen. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, den 21. Oktober, vormittags 8»/, Uhr, in der Aula der 68. Wem ein beschule, kleine Frank- futtersir 6: Versanunlung.„Freireligiöse Borlesung."— Um IB/« Uhr vormittags, ebendaselbst: Vorttag des Herrn Professor Dr. Albert Wehrte. Allgemeine Kranken- und Sterbekasse der Metallarbeiter schule, hat festgestellt, daß 1110 Gramm Schmutz, der unter den ' Schwellen festgeschraubten Schulbänke hervorgekehrt wurde, 2Va Milliarden Pilzkeime aufwies. Die Uebertragüug von Krank- Helten durch solche im Staube enthaltenen Keime' ist' bereits nach- 'gewiesen. Auch die organischen Stoffe des Staubes wirken ungemein 'schädlich. Gerade in Berlin ist der Staub sehr reich an solchen Stoffen: Ermittelungen des Referenten haben ergeben, daß der von den Schülern in Berliner Schulen eingeschleppte Staub 33 Prozent - organische Stoffe enthält. Darum muß der Staub aus Schulräumen .möglichst schnell und gründlich beseitigt werden können. Zur Wohnungsnot. Nackidem aus dem städtischen Oddach in der Fröbelstraße in den letzten Tagen 45S Personen haben entlassen � werden können, befanden sich dort im Familienobdnch heute vormittag ' noch 1210 Personen. Mehrere Hausbesitzer haben sich gemeldet, die kleine leere Wohnungen zur Verfügung gestellt haben, und in de» meisten Fällen hat die städtische Verwaltung die Zahlung der ersten ' Monatsmiete übernommen; früher würden nur je 15 M. als Zu- schuß zur Miete gezahlt. Den Wohnungslosen, die im städtischen Obdach sich befinden, sind dort folgende Fragen vorgelegt worden: „Wie lange sind Sie in Berlin? Warum sind Sie obdachlos? Ist die Armenkommisfion vor Eintritt in das Obdach um Hilfe an- gegangen? Ist Geld zur Miete vorhanden? Ist die Obdachlosig- keit wegen Mietssteigenuigen erfolgt? Sind Sie ivegen Ihrer Kinder obdachlos geworden? Hat der Mann Arbeit und Ver- dienst?" Ucber Ausweisungen angeblicher Anarchisten wird be- richtet: Neuerdings find wieder einige italienische Anarchisten ausgewiesen worden. Der Cementarbeiter Annibale Gasparinotte aus Carbonera in Italien, zuletzt in Berlin, wurde verhaftet, aus Preußen ausgewiesen und zum Weitertransport nach Italien an die östreichische Grenze gebracht. Ferner ist der Erdarbeiter Josef Turina aus Jtro, Provinz Brescia, aus Elsaß-Lothringen aus- gewiesen worden. Im Friedenauer Amtsgefängnis befindet sich zur Zeit der Steinmetz Peter Vesentini, der vor drei Wochen aus Budapest hierher übersiedelte, nachdem die ungrische Regiening ihn wegen anarchistischer Un, triebe des Lands verwiesen hatte. Er sieht seiner Auslieferung an die italienische Regierung entgegen. Am Ende erleben wir noch, daß die Unternehmer der Regierung grollen, weil fie Leute anslveist, deren Bedürfnislosigkeit so hübsch gegen die Begehrlichkeit der deutschen Arbeiter ausgespielt werden ionnte. Professor Rodert Koch ist nach anderthalbjähriger Abwesen- heit von seiner großen Reise, die der Erforschung von Tropen« kraukheiten galt und zunächst nach Italien, dann nach Batavia und schließlich nach Neu-Guinea sSlephansort und Herbertshöhc) ging, mit seinem Begleiter Stabsarzt Ollwig gestern hierher zurück- gekehrt. Der wunderliche Vcleidignngsprozeß gegen David und Eugen Ernst, auf den wir in der Mittwoch-Nummer hinwiesen, ist der Vertagung verfallen. Es handelt sich in dem Prozeß bekanntlich um den von der Staatsanwaltschaft gemachten Versuch, neben dem verantwortlichen Redacteur eines inkriminierten Flugblatts auch den Geschäftsführer der Druckerei, in der das Flugblatt hergestellt war, verantwortlich zu macheu, obgleich der Geschäftsführer von dem Inhalt der Druckschrift selbverständlich keine Ahnung hatte. Ist das notwendig? Heute und am Sonnabend nächster Woche können die öffentlichen Geschäfte statt bis 9 Uhr bis um 10 Uhr abends geöffnet bleiben. Diese Tage sind vorläufig freigegeben worden, bis vom Polizeipräsidium feste Bestimmungen über die fteizugebenden vierzig Abende getroffen sein werden. Der ehemalige Rechtsanwalt Fritz Friedmann hat Amerika verlassen. Er will sich als- Geschäftsführer eines großen Hamburger Unternehmens dauernd in Berlin niederlassen und war Tor einigen Tagen hier, um seine Uebersiedelung vorzubereiten. Nach Durch- ftihrung seines Scheidungsprozesses gedenkt Herr Friedmann, der „Bosfischen Zeitung" zufolge, das Frl. M. zu heiraten, das ihm nach Amerika gefolgt wm und zur Zeit noch in New Dorl sich befindet. s Bei Wafferrohrbrüche« und auch bei bloßen Absperrungen der Wasserleitung werden für die nördliche„Hochstadt", den Stadt- teil vor dem Rofenthaler Thor, dem Schönhauser Thor, dem Prenz- lauer Thor usw., mit Rücksicht auf die Feuersicherheit besondere Matz- nahmen zur Wasserversorgung notwendig, weil sich dort wegen des niedrigen Grundwasserständs nur wenige für Feuerlös'chzwecke f;eeign'ete Straßenbrunnen befinden. An zwei Punkten der„Hoch- tadt", in der Oderberger und in der Pankstraße, sind je drei be- sondere Wassertransportwagen aufgestellt. Für den Fall, daß sich auch diese Aushilfe als nicht genügend erweisen sollte, ist mit der Straßenreinigung das Abkommen getroffen worden, daß jederzeit die erforderliche Anzahl Sprengwagen von den Straßenreinigungs- Depots oder von den Straßen'herbeigeholt werden kann. Die Leitung der Feuerwehr beschäftigt sich bereits seit mehreren Jahren auch mit dem Gedanken, m der«Hochstadt" Feuerlösch- Cisternen anzulegen. Die in Fabriken vorhandenen Cisternen, die zur Speisung einer Handdruck- oder Dampfspritze genügend Wasser liefern, find in das Verzeichnis der Brunnen und Hydranten mit aufgenommen worden, um in, Notfall zur Aushilfe benutzt werden zu können. Gestürzte Pferde aufzurichten, werden, namentlich wenn die Tiere auf glattem Boden zu Fall kamen, häufig unrichtige Mittel angewendet, was zu Mißhandlungen des Tiers sührt.s Die Unter- stützung muß folgende sein: Dem gestürzten Pferde, welches frei von Strang und Deichsel sein muß, sind zunächst die Vorderschenkel zum Aufspringen zurecht zu legen. Zu diesem Zwecke wird es mit der Hand so gehoben, daß es' auf dem Brustbein ruht. Ein Mann stellt sich einige Schritt vor das gestürzte Pferd, nimmt mit jeder Hand einen Trensenzügel und giebt damit hebende Anzüge; gleich zeitig wird das Tier am Schweif gehoben nnd zum Aufstehen an- fiefenert. Glatter Boden ist vorher mit Stroh und Decken zu belegen, o daß Vorder- nnd Hinterschenkel sofort festen Fuß fassen können. Sollte das Pferd trotzdem nicht anfspringen, so zieht man einen Gurt oder Strick unter der Brust dicht hinter den Vorderbeinen durch und unterstützt es durch Heben ans beiden Seiten. Meistens bleiben die Pferde aus Schrecken darüber, daß sie gestürzt sind, liegen; die angeführte Unterstützung wird aber alsbald Erfolg haben. Das Opfer einer rohen Mißhandlung ist ein unbekanntes, unter Sittenkontrolle stehendes Mädchen geworden. Das Mädchen befand sich vorgestern mit einigen andren in der Gast Wirtschaft von Wuthe in der Jnvalidenstr. 29 und war anscheinend etwas angetrunken. Ein Zuhälter Willy Kloth, der sich zu ärgern schien, daß sie laut war, fiel über fie her, versetzte ihr mehrere Schläge auf den Kopf, warf sie unter den Tisch und bearbeitete sie hier in unmenschlicher Weise mit den Füßen. Als ein Schutz- mann kam, ergriff der rohe Bursche die Flucht. Der Beamte brachte nun die Mißhändelte mit einem Wagen der nächsten Unfallstation nach der Charit«. Hier starb sie gestern, ohne das Bewußtsein wieder erlangt zu haben. Zu dem Bericht über den wüsten Austritt in Charlotten- bürg, den wir am Dienstag brachten, teilt uns die Witwe Auguste Hirsch mit, daß ihr Bräutigam weder Athlet sei, noch eine Zuchthaus- strafe hinter sich habe. Umfangreichen Diebstählen auf dem Potsdamer Güter- b a h n h o f e, die zwei bis drei Jahre zurückliegen, ist die Kriminal- Polizei erst jetzt durch anonyme Briefe auf die Spur gekommen. Es sind mehrere Arbeiter unter dem Verdacht verhaftet worden, aus Güterwagen Stoffe, Porzellan, Cigarren und Spirituosen entwendet U haben. Weitere Verhaftungen sollen bevorstehen. Unter den Ver- lasteten befindet sich auch ein Weichensteller, bei dem bei der Haus- suchung einige Stoffreste und Porzellan beschlagnahmt worden ist. Dieser hat durch seinen Verteidiger Rechtsanwalt Dr. Schwindt die Behauptung aufstellen lassen, daß er lediglich das Opfer einer bös- willigen Verleumdung geworden sei. Der Verteidiger hat für ihn die Haftentlassung beantragt. Im Eisenbnhuwageu erschoffen hat sich der Gemeindevorsteher Albert K o e t s ch a u aus Liebleben. Der Mann bestieg gestern morgen in Stendal den Kölner Zug, der um 6 Uhr 58 Minuten auf den, Lehrter Bahnhof hier eintrifft. Als man das Abteil dritter Klasse öffnete, fand man den Reisenden tot auf der Bank sitzen. Er hatte sich durch einen Revolverschutz in den Kopf getötet und vorher wahrscheinlich auch»och Gift genommen. Die Bahnhofspolizei ließ die Leiche nach dem Schauhause bringen. Was dem Selbstmord zu Grunde liegt, ist noch nicht aufgeklärt. Koetschau fuhr allein in dem Abteil, daher hatte niemand von dem Vorgange etwas bemerkt. Ein trauriges Ende hat der 57 Jahr alte Maurer Ernst Knebel aus der Stvinemünderstr. 60 gefunden. Auf einem Neubau in der Hohenzollernstraße stürzte er am Dienstagnachmittag um 4 Uhr von einer Leiter, verletzte sich aber anscheinend gar nicht. Sofort nahm er seine Arbeit wieder auf. Nachdem um 5 Uhr Feierabend gemacht worden war, ging Knebel ohne Begleitung durch den Tiergarten seiner Wohnung zu. Unterwegs muß er nun infolge innerer Verletzungen, die sich vorher nicht bemerkbar gemacht hatten, zusammengebrochen und hilflos und von niemandem' bemerkt liegen geblieben sein. Am nächsten Morgen fand man ihn am Königsplatz m der Nähe von Kroll tot daliegen, während seine betagte Frau, mit der er in kinderloser Ehe lebte, vergeblich auf seine Heimkehr wartete. Zu dem Vorfall im Hanse Schulzeudorferstr. 7 wird jetzt berichtet, die bei der Obduktion der Leiche gefundenen Merkmale hätten ergeben, daß der verhaftete Müller an der Nerger einen L u st- m o r d verübt habe. Müller soll jetzt im Gefängnis den wilden Mann spielen. Feuer im Polizeipräsidium alarmierte gestern abend kurz nach 9 Uhr mehrere Löschzüge. In einem Saale der politischen Ab- teilung war auf noch zu ermittelnde Weise ein Aktenschrank in Brand geraten. Das Feuer wurde indes bald gelöscht und blieb ans den Schrank beschräntt. Ob wichtige Aktenstücke zerstört sind, konnte nicht sogleich festgestellt werden. Feuerbericht. In der Zwischenzeit erfolgten nur unbedeutende Brände. Tunnstraße 16 hatten Möbelstoffe und Tunnstr. 4 Betten Feuer gefangen, das in beiden Fällen ohne Vornahme einer Schlauch- leitung beseitigt werden konnte. Kellerbrände, die Papier. Preß- kohlen und Verpackungsmaterial ergriffen hatten, waren Neue friedrichstr. 86, Steinmetzstr. 39 und Reinickendorferstr. 23» abzu- öschen. Elsasserstr. 67 wurden Schuhwaren und Möbel durch Feuer beschädigt._ AuS de» Nachbarorten. Der Ausschluß der Rixdorfer Magistratsmitglieder und Stadtverordneten von städtischen Arbeiten und Lieferungen, die im Submissionswege vergeben werden, beschäfttgte am Donnerstag die gemischte Verständigungskommisfion. Diese Kom- Mission ist bekanntlich im Sommer 1899 eingesetzt worden, weil der Magistrat schon aus formellen Gründen jenen Beschlüssen der Rixdorfer Stadtverordneten die Zustimmung versagte. Der zweite Bürgermeister Dr. Voigt war nun am Donners- tag in der Lage. das Resultat einer Umfrage bei etwa 18 städtischen Verwaltungen vortragen zu können. Danach ist die Zrage der Beteiligung von Stadtverordneten und Magistrats- Mitgliedern an städttschen Arbeiten und Lieserungen überhaupt nicht erörtert worden in Düsseldorf, Aachen, Dortmund, Posen, Krefeld. Königsberg i. Pr., Barmen. Halle. In Barmen und Halle ist aber üblich, daß sich Mitglieder von Deputationen an den von diesen vergebenen Arbeiten zc. nicht beteiligen. In Magdeburg schwebten Erörterungen, ein Ausschluß erfolgte nur bezüglich der Mitglieder der Deputationen. In Breslau und Köln wurden die Mitglieder der Bau- deputation von derarttgen Arbeiten und Lieferungen aus- Seschlofsen. In Stettin wurde der Ausschlutzautrag abgelehnt. n Schöneberg dürfen sich die Mitglieder von Depu- tationenanden Arbeiten zc. nicht beteiligen, die von den be« treffenden Deputationen vergeben oder beauf- sichtigt werden. In Frankfurt ä. M. ist die Vergebung von Arbeiten und Lieferungen an Stadtverordnete und Magistratsnntglieder nur mit' Z u st i m m u n g des Vi a- g i st r a t s zulässig. In Berlin, wo verschiedene die Angelegenheit betreffende Anträge abgelehnt worden sind, „gilt" es nach der eingezogenen Auskunft als„feste Regel", daß kein Mitglied einer Verwaltungs- Deputation eine Arbeit übernehmen soll, die von derselben Deputation vergeben wird oder für ein Institut bestinimt ist, das der Aufsicht dieser Deputation unterliegt. Die Berliner Regelung erscheint Herrn Bürgermeister Voigt als die richtig st e. Es müsse, führte er auS, dem Taktgefühl der einzelnen Stadtverordneten und Stadttäte überlassen bleiben, ob sie sich beteiligen wollen oder nicht. Evenwell sei es Sache des Taktgefühls, vorher aus der Deputation auszuscheiden, und das Taktgefühl werde, wie er glaube, nicht versagen. Wenn aber doch, dann könnte man durch Beschlüsse eingreifen. Jetzt sei es nmsoweniger erforderlich, als sich im letzten Jähr kein Bedürfnis zu einem Einschreiten im Sinne jenes Stadtverordneten-Beschluffes er- geben habe.— Es folgte eine mehrstündige Debatte, in der die Stadtverordneten R e tz e r a u sSoc.) und Wach sSoc.) mehrmals für die Aufrechterhaltung des Beschlusses mit der Maßgabe eintraten. daß der Hauptteil folgende Fassung erhalte:„Bei städtischen Arbeiten und Lieferungen, die im Submissionswege vergeben werden, ist Stadtverordneten und MagistratLniitgliederu'ein Zuschlag nicht zu erteilen." Bürgermeister Borgt gab demStadtv. Wach zu, daß gegen diese Fassung in rein rechtlicher Beziehung nichts einzu- wende» sei. Er blieb jedoch aus praktischen Gründen bei seiner Auffaffung und beanttagte, der Stadtverordneten-Ver- sammlung zu empfehlen, ihren Beschlutz vom April 1899 aufzuheben und andre Beschlüsse nicht zu soffen. Dieser Antrag wurde mit 6 gegen 4 Sttmmen angenommen. Da- gegen stimmten die beiden Socialdemokraten und zwei„Kommunal« reformer". Die Stadtverordneten-Versammlung wird außer zu dem Kom- missionsbeschluß zu dem Antrag Retzerau-Wach, sowie zu einem Eventual-Anttag Belß-Rahmig Stellung zu nehmen haben. Letzterer bezweckt eine Regelung im Sinne des Schöneberger Ver- fahrens. AuS Rixdorf. Ein seit längerer Zeit von der Kriminalpolizei gesuchter Zuhälter Namens Georg Kohl, wurde gestern morgen in einer Laube auf den Köllnischen Wiesen schlafend angetroffen, fest- genommen und dem hiesigen Amtsgericht zugeführt.— Der uubekannte Mann, welcher am 16. d. Mts. in der Berlinersttaße' schwerkrank aufgefunden und nach der städtischen Krankenanstalt ge- bracht wurde, daselbst aber kurz darauf verstarb, ist jetzt als der 38jährige Arbeiter Emil Veit aus Berlin festgestellt worden. Als Todesursache wurde Herzlähmung konstatiert. In den Vororten haben die Behörden den Besitzern von Automaten folgenden Bescheid zugehen lassen:„Wir weisen hierdurch die Besitzer selbstthätiger Verkaufsapparate(Automaten! darauf hin. daß nach ministerieller Bestimmung diese Apparate als öffentliche Verkaufsstellen unter die Vorschrift des' 9 Uhr-Ladenschlusses fallen. Diese Apparate sind daher mit geeigneter Vorkehrung zu versehen, um während der Verbotszeit die Entnahme der Waren unmöglich zu machen. Wer dies versäumt, macht sich straffällig." Zeugen gesucht. Am Sonnabend, den 11. August 1900, fand in A d l e r s h o f im Schmauserschen Lokal eine öffentliche Gewerkschaftsversammlung statt, welche nach kurzer Dauer von dem überwachenden Gendarm Donath aufgelöst wurde. Gelegentlich dieser Versammlung ist nun gegen 7 Personen Anklage erhoben worden und zwar wegen Uebertretung und Beamtenbeleidigung. Tenuin zur Hauptverhandlung ist Montag, den 29. Oktober 1900, vormittags 9 Uhr, am Schöffen- gericht in Köpenick. Zimmer Nr. 8; als Belastungszeugen sind 5 Gendannen und 2 Amtsdiener auS AdlerShof geladen. Wir bitten alle Personen, welche in der Versammlung zugegen waren und sich der Vorgänge erinnern können, sich bei' dem Unterzeichneten als Zeugen zu melden. I. A.: PaulMeyer, Tischler, Adlershof, Hackend ergstr. 10, Hof parterre. Marktpreis« von Verltn am 18. Oktober ISO« nach Ermiltluiigen des kgl. Polizeipräsidinuis. ♦) ab Bahn.**) ab Bahn und frei Mühle, f) frei Wagen und ad Bahn. Prodnktenmarkt vom 19. Oktober. Getreide. Von auswärts lagen heute mattere Notierungen vor. Hier war das Geschäft sehr still und die Umsätze vollständig belanglos. Die Zufuhren find gering, weil die Produzenten noch nickt mit der Winterbestellung fertig sind, und die Käufer halten sich vollständig abseits. Eine russische Roggenladung, welche zu 98.50 M. aus Stettin verschloffen wurde, drückte weiterhin auf die Preise, sowohl Roggen wie Weizen notierten 0,50 M. niedriger. Hafer war wenig verändert. Rüböl notierte trotz weiterer Pariser Hauffe nur 10 Pf. höher. Spiritus. 70 er Locospiribts wurde zu 48,90 M., mithin 10 Pf. höher umgesetzt. Ivttternugltlbcrftcht vom IS. Oktober ISOO. morg«,,»» tthr. Stationen Ewtnemde Hamburg Berlin Frankf./M. M tin che» Wien 763 761 762 763 760 c 2 B H N NW S W Wetter woMg 3 wolkig 2 bedeckt 3'bedeckt tzbedeckt 768NNO 758NW 768 N 770 N 763NNW Wetter 2 wolkig Ibedeckt 3hlb.bed 1 wolkig 2bedeckt e» f. C-> »» s eö 0 3 7 8 11 «Set»er>Prog«ose für Sonnabend, den SO. Oktober 1900. Kühl und vorherrschend wolkig, zeitweise heiter bei schwachen nördlichen Winden; keine erheblichen Niederschläge. BerlinerWetterbureau. Briefkasten der Redaktion. Die iuristische Sprechstunde siudet Montag, TicuStag. Donnerstag„nd ffreitag von 7—9 tthr abends statt. W. U., Falckenstetnstrafte. Wie Sie bemerkt haben werden, ist der Sache in der Freitagsnunimer berettö Erwähnung getban. (?. St. 1. und 2. Nein. 3. Das Gewerbegericht ist zuständig.— N. W. 7S. 1. Wie wiederholt ausführlich dargelegt ist, ist das Gesuch eines Deutschen um Ausnahme in den preußischen Staatsverband in Berlin schriftlich an das Polizeipräsidium zu richten, der Anttag eines Nicht- deutschen auf Naturalisation zu Protokoll feines Polizeireviers zu erklären. 2. New.—<5. Sch. 28. 1. Der Mietsthaler wäre anzurechnen. 2 Falls keine Kündtgungssnst vereinbatt ist. gilt für Dienstboten nicht eine vierzehntögige, fondem eine seckSwöchentlichc zum Quartalsersten. — D. SÄ- 1. New. 2. Dazu ist die Verwaltung nicht berechtigt.— . B. 1000. Die Polizei kann unter folchen Umständen auch beim Schlafwirt Haussuchung vornehmen. 2. K. Fordern Sie den Wirt auf, die Reparatur machen zu lassen, setzen Sie ihm eine Frist, bis zu deren Ablauf er die Reparatur machen lassen soll, drohen Sie ihm, daß Sie nach fruchtlofem Ablauf der Frist die Reparatur auf seine Kosten vornehmen Tassen würden und führen Sie diese Drohung aus. J. F. 49. 1 Nein. 2. Klagen Sie beim Amtsgericht auf Beseitigung der Mißstände. St. 20. Nur die für die Zeit seit dem 1. Juli zahlbaren Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Ver antwortung. Theater. Sonnabend, den 20. Oktober. Opernhaus. Fra Diavolo. Anfang 712 Uhr. Schauspielhaus. Der wilde Reut RANIA** Steuern können noch mit Lohnarrest belegt werden.-. y. Nein trägt 6 Wochen zum Quartalsersten. Jedoch darf eine längere oder fürzere M. K. 100. Gin Gegensatz besteht zwischen beiden Bestimmungen vereinbart werden. Die Frist darf aber nicht weniger als einen Monat nicht. Siehe Seite 52 des dent Arbeiterrecht beigefügten Führer durch betragen, die Kündigung kann nur für den Schluß eines Stalendermonats das Bürgerliche Gesetzbuch. C. R. 1 und 2. Die Höhe der Rosten und zugelassen werden und die Kündigungsfrist muß für beide Teile gleich sein. Stempel tönnen wir nicht berechnen. Der Verkauf geschieht durch das 2. Ein Handlungsgehilfe, der unter 2000 m. Gehalt bezieht, ist nur dann Gericht, nicht einen Gerichtsvollzieher. 3. Es muß ein notarieller Vertrag frankenversicherungspflichtig, wenn der gefeßlich ihm zustehende Anspruch au oder eine gerichtliche Auflassung zutreten. Wiffen ist Macht. 1. Ihre Gehalt und Unterhalt bis zur Dauer von 6 Wochen durch Vertrag auf Auffassung ist unrichtig. Die Kündigungsfrist des Handlungsgehilfen be: gehoben oder beschränkt ist. 2. 3. Besten Dank und Gruß 166 bei Friedrichshagen, Station Hirschgarten. Typographia| Wald- Restaurant„ Kiekemal“ Taubenstr. 48/49. Gesangverein Berliner Buchdrucker und Schriftgiesser. bends 8 Uhr: Auf den Wogen des Oceans. Im Hörsaal: Flüssige Luft." Vou Dr. Donath. Invalidenstr. 57/62. ( M. d. A.-S.-B. Dir.: P. Friedrichs.) Sonntag, den 28. Oktober, in Kellers Festsälen, Sonntag, den 21. und Montag, den 22. Oktober Grosses Schlachtefest wozu alle Freunde und Bekannte, nebst werter Familie, einladet Wilhelm Magdeburg. Vokal- und Instrumental- Konzert Palast- Theater unter gefl. Mitwirkung der Opernsängerin Frau Rietz- Schulze, sowie namhafter Solisten. früher Feen- Palast, Burgstr. 22. Neues Opern: Theater rom. Tagl. Sternwarte. Anfang präc. 6 Uhr. Eintrittspreis 40 Pf., an der Kasse 50 Pf., Kinder 10 Pt. Sensations- Oktober- Progr. I Puritani. Anfang 72 Uhr. Deutsches. Rosenmontag. Anfang 72 Uhr. Leffing. Johannisfeuer. Anfang Nachmittags 5-10 Uhr. CASTANS Nach dem Konzert: TANZ. Herren, die daran teilnehmen, zahlen 50 Pfennig nach. Noch nie dagewesener Erfolg! 8% Uhr. Neu! 8½ Uhr. Todes- Anzeige. Allen Genossen, Verwandten und Bekannten die traurige Nachricht, daß mein lieber Mann, unser Bruder und Schwager, der Former Carl Reuter Billets sind zu haben im Setzersaal des„ Vorwärts", in den Der olle Muckebold. Die Beerdigung findet am Sonntag, " Arminhallen", in der Musikalienhandlung von Kaun, Grüner Berliner. 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Die Zahlstellen, in denen an jedem Sonnabendabend von 8-10 Uhr neue Mitglieder( bis 45 Jahre) aufgenommen werden, befinden sich: Naunynstr. 78 bei Grundmann; Kleine Andreasstr. 14 bei Schmidt; Reichen bergerstr. 29 bei Schmidt; Staligerstr. 69 bei Sinke; Alte Jakobstr. 69 bet Lenz; 8offenerstr. 46 bei Menk; Elsasserstr. 11 bei Raddatz; Georgenkirchstr. 25 bei Radtke. Die Ortsverwaltungen. Grosser Ausverkauf! Wegen Aufgabe meines seit 11 Jahren bestehenden Geschäfts ,, Fortuna" verkaufe ich sämtliche 57748* Herren-. Knaben- Garderobe u zu besonders herabgesetzten ganz ungewöhnlich billigen Preisen. früher früher Winterpaletots jezt M. 15.- an.| Stoff- Beinkleider jetzt M. 4.Jadett- Anzüge 20 früher Mr. 13.50 50 an. Winterjoppen früher M. 7.50 Arbeiterkleidung spottbillig. „ FORTUNA" 99 an. 5.- an. Raffanien- Allee 93, Edte Oderbergerffrahe. 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Tages Ordnung: 147/17 1. Bericht des Vorstands und Kaffterers. 2. Vortrag des Kollegen Reuter Ueber Kartelle. 3. Diskussion. 4. Wahl. 5. Verschiedenes. Die Vorstandsmitglieder werden ersucht, um 8 Uhr zu erscheinen, einer Besprechung halber. Der Vorstand. Achtung! Steinarbeiter. Achtung! Sonntag, den 21. Oktober, mittags 122 Uhr, im ,, Englischen Garten", Alexanderstr. 27 c Oeffentliche Versammlung. Tages Ordnung: 1. Abrechnung. 2. Neuwahl des Vertrauensmanns und der Revisoren. 3. Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vertrauensmann. Achtung! Stellmacher. 275/12 Achtung! Sonntag, den 21. Oktober, nachmittags 122 Uhr, im Gewerkschaftshaus", Engel- йfer 15 Große öffentliche Versammlung. Tages Ordnung: 1. Wie ist es möglich, das Errungene festzuzuhalten". Referent Rollege Ahrens. 2. Diskussion. 3. Gewerkschaftliches und Verschiedenes. 108/19 Die Kommission. Außerordentliche Orts- Krankenkaffeder General- Versammlung der Orts- Krankenkasse der Gelb- und Zinngießer findet am Sonntag, den 28. Oktober cr., vormittags 10 Uhr, im Lofale des Serrn Jannaschk, Jnfelftr. 10, 2 Treppen statt, wozu sämtliche Herren Arbeitgeber, welche ein Drittel aus eignen Mitteln zur Kaffe zahlen, und fämtliche großjährigen Kaffenmitglieder hiermit eingeladen sind. Quittungsbuch legitimiert. Tagesordnung: Strumpfwirker. Montag, den 29. Oftober cr., in Feinds Salon, Weinstraße 11: Versammlung der Arbeitgeber und der großjährigen Kaffen- Mitglieder. Tagesordnung: Abends präcise 8 Uhr Wahl von 21 Vertretern der Arbeitgeber, präcise 9 Uhr Wahl von 47 Vertretern der Raffenmitglieder zu den General versammlungen. Arbeitgeber wie Kaffenmitglieder werden nach dem zweiten Nachtrag Der Vorstand. 1. Wahl von 25 Vertretern der§ 49 des Statuts hierzu eingeladen. Arbeitgeber. 2. Wahl von 52 Ber: 273/9 tretern der Arbeitnehmer. 3. Verschiedenes. Berlin, den 19. Oftober 1900. 588b Der Vorstand. Das [ 5595* Sentral- caufen- u. Sterbe Riesen- Stofflager kasse der Tischler c. Ortsverwaltung Berlin C. Mitglieder- Versammlung Montag, den 22. Oftober, abends 81%, Uhr, bei Habel, Bergmannstraße 5-6. Tagesordnung: 1. Abrechnung vom III. Quartal. 2. Verschiedene Kaffenangelegen heiten. Um recht zahlreiches und pünkt liches Erscheinen ersucht 182/14 Die Ortsverwaltung. Krausenstr. 14 I. Etage, fertigt nach Mass unter garantiertem Sitz: sochelegante Winterpaletots für 36 M. Hochelegante Anzüge für 30 M. Hochfeine Beinkleider für 10-12 M. Säle Luisenstd. Klubhaus Annenstr.16( nh.H.Grupe) für Vereine, Hochzeiten 11. Brivat Geſellſchaften. 14 Telephon Amt 7a No.7301 Saal mit Bühne an Vereine un entgeltlich zu vergeben. Westend Weiß- u. Bayrisch- Bierlokal Ressource, Schwerinstr. 13, Wilhelm von Paul Litfin, 53862* Lichtenberg, Atzpodienstr. 1. Gründer. 5916 Garten, Vereinszimmer, Kegelbahn. Alte n. nene Stiefel Ausw. reen 5686 Kleine Anzeigen. 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Datz ein weißes Blatt Papier riuch seinen Nutzen haben kann, erfuhr gestern die socialdemokratische A g i t a t i o n s k o m m i s s i o n für die Provinz Brandenburg vor dem Ober-VerwaltungSgericht. Der Berliner Polizei- Präsident sieht die genannte Kommission als einen Verein an, der auf öffentliche Angelegenheiten einzuwirken bezweckt. Er hat deshalb wiederholt den Parteigenossen Karl D i m m i ck als den angeblichen Leiter der Kommission zur Einreichung von Statuten gemäß Z 2 des Vereinsgesetzes aufgefordert. Die Beschwerden Dimmicks blieben ohne Erfolg. Als durch eine Verfügung vom 17. März 18S9 eine Strafe von 150 M. an- gedroht worden war, reichte Dimmick dem Polizeipräsidenten ein tu e i ß e s B l a t t Papier ein und führte aus, daß darauf ein Statut geschrieben stehen könnte, wenn die Kommission eins hätte. Da sie aber k e i n S habe, könne keins eingereicht werden. Der Polizeipräsident war indessen der Meinung, daß Dimmick durch jene»Anlage" seiner Verpflichtung nicht genügt habe.� Er setzte am 6. Juli 189S die Strafe fest und drohte D. eine neue Strafe für den Fall an, daß er binnen 14 Tagen bestimmt fixierte Satzungen des angeblichen Vereins„Agitations- kommission" nicht einreiche.— Der O b e r p r ä s i d e n t. bei dem D. sich beschwerte, wies ihn mit folgender Begründung ab: Die Thätigkcit der Kommission bezwecke unzweifelhaft eine Einwirkung auf öflcntliche Angelegenheiten, denn die Kommission habe von jeher im Interesse einer politischen Partei, der Socialdemokratie, gelvirkt. Sie sei aber auch als ein B e r e i n anzusehe», unterfalle also dem Z 2 de? Vereinsgesetzes. Der Polizeipräsident hätte deshalb mit Recht dem Beschwerdeführer die Einreichung von Vereinssatzungen aufgegeben und von den polizeilichen Zwangsmitteln Gebrauch machen können. Hierin liege, wenn die Kommission Satzungen nicht habe, s e l b st- verständlich die Aufforderung, solche Vereins- satznngen zu errichten. Genosse Dimmick erhob nunmehr durch den Rechtsanwalt Dr. Heinemann die Klage beim Ober-VerwaltungS- g e r i ch t, in deren Begründung von dem genannten Anwalt unter anderm ausgeführt wurde: Die Anordnung und die Strafandrohung des Polizeipräsidenten seien in mehrfacher Richtung ungesetzlich. Zunächst sei rechtlich unzulässig das Verlangen nach der Einreichung von nicht e x i st i e r e n d e'n Statuten, da, waS unmöglich sei, nicht angeordnet Iverden könne. Ueber- Haupt wäre nicht ersichtlich, auf welche gesetzliche Bestimmungen die angefochtene Verfügung ihr Verlangen stütze. Die 2 und 13 des Vereinsgesetzes kämen nicht in Betracht, da sie die Prüfung der Frage, ob die gesetzlichen Thatbestandsmerkmale vorlögen, dem �Richter und nicht der Polizei zuwiesen. Das Ver- langen, der Kläger solle für die Errichtung von Statuten sorgen, entbehre an sich auch jeder gesetzlichen Grund- läge. Dem Kläger ständen keinerlei Mittel zu Gebote, die Kommission zum Besitz von Statuten zu zwingen. Selbst wenn— was bestritten wird— die Agitations- kommission ein Verein und Dimmick ihr V o r st e h e r wäre, käme schlimmstenfalls zu Gunsten Dimmicks die Bestimmung des 8 13 in Betracht, wonach der Vorsteher eines Vereins im Sinne des 8 2 straffrei bleibe, wenn die Einreichung der Statuten ohne sein Verschulden unterblieben sei. Dies träfe hier zu, weil ein Statut garnicht existiere.— Die Agitationskommission sei nun aber kein Verein. Sie bestehe nur aus Delegierten von acht öffentlichen Volksversammlungen, die, je eine in einem Kreise. in de» sechs Berliner Reichstags-Wahlkreisen, sowie in den Wahl- kreisen Teltow- Beeskow- Charlottenburg und Nieder- Barnim ab- gehalten würden. Die einzelnen Delegierten würden immer nur auf ein Jahr getvählt. Jeder Delegierte habe für den Wahlkreis, der ihn delegiert, in den Wahlkreisen der Provinz Brandenburg, den seine Wähler zu bearbeiten wünschen, Agitation zu treiben, Gelder in Empfang zu nehmen usw. Die verschiedenen Delegierten, deren es acht bis zehn gebe, träten, wenn es ihnen passe, miteinander in Verbindung, seien es alle, seien es zwei oder drei. Irgend eine Organisation unter diesen Mitgliedern der Kommission gebe es nicht,«einer habe sich dem andern zu unterwerfen. Es verfolge auch jeder andre Zwecke. Der eine bekümmere sich zum Beispiel um Ost- Sternberg, der andre um Ober-Barnim. Dann tauschten die ein- zelnen Delegierten ihre Erfahrungen a»S. Verantwortlich seien sie nur neuen öffentlichen Versammlungen gegenüber, die von den social- demokratischen Vertrauenspersonen der betreffenden Wahlkreise ein- berufen würden. Von einer Unterordnung unter eine organisierte Willensmacht könne hier nicht die Rede sein, somit auch nicht von einem Verein. In der gestrigen Verhandlung vor dem ersten Senat des Ober« Berwaltungsgerichts wiederholte Rechtsanwalt Dr. Heine mann im wesentlichen seine schriftlichen Ausführungen, während Regierungs- rat Bäricke vom Berliner Polizeipräsidium ausführlich das Gegen- teil nachzuweisen suchte. Er machte die interessante Mitteilung, daß die Behörde im Verwaltungs-Zwangsverfahren vor- gegangen sei, weil sie mit Veranlassung eines Strafverfahrens bei der damaligen Judikatur des Kammergerichts bezüglich§ 2 keinen Erfolg gehabt hätte. Damals sei noch im Gegensatz zu jetzt vom Kammergericht angenommen worden, die Verpflichtung zur Ein- reichung von Statuten bestände nur während der ersten drei Tage nach Stiftung des Vereins.— Rechtsanwalt Dr. H e i n e m a n n replicierte kurz, gerade dieses Zugeständnis zeige zur Evidenz, daß etwas verlangt worden sei, was nach der Judikatur von Gerichten dem Gesetze nicht entsprach. Daß der vermeintliche Mangel der Gerichtspraxis durch Verwaltungs- m a ß r e g el n gehoben werden solle, das sei ein Widerspruch gegen die Grundprincipien eines Rechtsstaats. ' Nach längerer Beratung publizierte Präsident P e r s i u S folgendes Urteil. Zwar sehe das Gericht die AgitationSIommission als einen Verein im Sinne des 8 2 und den Kläger Dimmick als seinen V o r st e h e r an. Indessen habe eS nicht anzuerkennen vermocht, daß mit der Anfforderung, Statuten einzureichen. U n- mögliches nicht verlangt werde. Eine Polizei- Verfügung unterliege aber der Aufhebung, wenn sie verfuge,' was thatsächlich nicht ausgeführt werden könne, oder wenn sich die Ausführung aus Rechtsgründen als untunlich erweise. Solches fei hier der Fall. Denn für den Vorsteher eines Vereins gebe es kein Mittel, die Errichtung eines Statuts zu erzwingen. Das Statut sei der Ausdruck des Gesamtwillens der Mitglieder, und das Gesetz biete keine Handhabe, sie anzuhalten, ihren Willen schriftlich niederzulegen. Nun habe die AgitattonSkommission, wie die Akten er« geben, am 22. Februar 1893 beschlossen, die Einreichung von Statuten bis zur gerichtlichen Entscheidung abzulehnen. Somit habe Kläger der Aufforderung nicht nachkommen können. Der Bescheid des Oberpräsidenten sei deshalb auszuheben und die Verfügung des Polizeipräsidenten außer Kraft zu setzen. Dessen ungeachtet bestehe für den Vor st eher der Agitationskommission die Verpflichtung auf Auskunfterteilung gemäß 8 2 des Vereinsgesetzes. Auf Verlangen des Polizei- Präsidenten müsse er, a u ch schriftlich, Auskunft über Zweck, Ziel und Wesen der Agitationskommission geben. Die Entscheidung beweist, wie recht Dimmick hatte, als er ein weißes Blatt Papier der Polizei einreichte. Geeichks�Äeikung. Paul Hchse und Prof. ZuliuS Rodenberg hatten sich am Freitag vor dem hiesigen Schöffengericht wegen B e s ch i m p f u n g des Andenken? Ver starben er zu verantworten. Die Klage war veranlaßt von den Kindern des verstorbenen Frhrn. Dr. Franz von D i n g e l st e d t und seiner Ehefrau, nämlich: dem Fräulein Susanne v.' D., Ernst Frhrn. v. D., Frau Gabriele v. P r e s ch e r n- Heldenfeldt geb. v. D. und Hauptmann Wilhelm Frhr. von Dingel st edt, sämtlich zu Wien. Die Privatkläger wurden durch Rechtsanwalt Dr. Bieber- Berlin und Hof- und GerichtSadvokat Dr. Emil Links- Wien, die beiden Angeklagten durch Justizrat L i S c o vertreten, den Vorsitz führte Amtsgerichtsrat S ch ö I l e r.— Im Dezember-Heft 1899 der von Professor Julius Rodenberg herausgegebenen»Deutschen Rundschau" erschien ein Abschnitt der von' Paul H e y s e darin veröffentlichten«J u g e n d- E r- innerunge n", der das Kapitel„König Max' und daS alte München" behandelte. Paul Hehse äußert sich darin u. a. über die verstorbenen Eltern der Kläger, den Frhrn. Franz v. Ding eiste dt, der in der von ihm geschilderten Zeit Hof- thcater-Jntendant zu München war, und seine' Gattin Johanna, die ehemals berühmt gewesene Sängerin Lutz er. Die klagenden vier Kinder Dingelstcdts erblickten in diesem Aufsatz Beschimpfungen des Andenkens rhrer Eltern und behaupten, daß unwahre Thaffachen wider besseres Wissen behauptet und verbreitet worden seien, welche dieselben bei Lebzeiten in der öffentlichen Meinung herabzuwürdigen geeignet gewesen wären. Die Kläger fühlen sich besonders durch folgende Stellen verletzt: Paul Hehfe behauptete, Franz v. Diugelstedt sei ffivol gewesen. Zwei Seelen hätten in seiner Brust gelebt, die demagogische sei mehr und mehr durch die aristokratische unterjocht worden. Es sei der höchste Ehrgeiz dieses an- sänglichen Freiheitskämpfers gewesen, in seinem Auftreten es jedem hochgeborenen Dandy-Jü'ngling gleich zu thun, und man er- zählt sich, daß schon ehe er geadelt wurde, sein Friseur ihn»Herr Baron" nennen mußte. Ferner: Er habe den Ton eines cynischen Weltmanns angeschlagen und mit zweideutige» Abenteuern kokettiert. Er habe sich wegen seiner Mißerfolge als Dichter dadurch zu be täuben gesucht, daß er seinen Untergebenen und schwächeren Kollegen seine Macht ffihlen ließ oder ein dreistes Hohnwort von seiner Loge herab dem Münchener Publikum ins Gesicht warf. Schließlich wird Diugelstedt als»haltloser Charakter" geschildert. Bezüglich der ver- storbenen Mutter der Kläger wird behauptet, daß sie ihrerseits einen Ton ins Haus gebracht habe, der zuiveilen stark an die Bohöme erinnerte. Es wird dazu ein Geschichtchen erzählt: Als sie in ihrem eignen Hause ihre Gäste durch herrlichen Gesang entzückte und reichen Beifall fand, habe sie sich am Flügel umgedreht und ihren Gästen die Zunge herausgestreckt. Rodenberg, der nach Dingel- stcdts Tode dessen litterarischen Nachlveis herausgegeben und zum Dank dafür von Frl. Susanne v. D. und dem Hauptmann v. D- die große Büste ihres Vaters zugeeignet erhalten hat, machte zu dieser Heyseschcn Schilderung die Fußnote: Er habe f. Z. seine eignen Erinnerungen an D.. der ihm ein treuer Freund gewesen, mit pietätvoller Wärme aufgezeichnet. Er würde nicht wagen, ein so viel ungünstigeres Bild daneben zu stellen, wenn er nicht seine Anschauung mit noch andren Zeugnissen als seinen eignen Erfahrungen begründen könnte. Die Vertreter der Kläger vertraten den Standpunkt, daß die Heyseschen Bemerkungen, soweit sie Thatsachen als auch soweit sie Urteile enthalten, das An- denken des Verstorbenen durchaus beschin, pften. Zum Beweise dafür, daß diese Beschimpfung wider besseres Wissen geschehen, ließen die Herren Dr. Bieber und Dr. L i n k s in der Verhandlung eine Reihe von Briefen Paul Hcyses an Franz v. Diugelstedt verlesen, die in warmherzigem Tone gehalten sind und freundschaftliche Ge- fühle zum Ausdruck bringen. Dazu gehört namentlich der Kondolenz- brief vom 3. Oktober 1887, den Hehse nach dem Tode der Frau v. Diugelstedt an den letzteren geschrieben hat. Rechtsanwalt Dr. Bieber betonte, daß dies nicht der Brief eines Mannes sei, der den Adressaten als»haltlosen Charakter",„frivol" und„chnisch" ansah. Der Gerichtshof kam zur F r e i s p r e ch u n g der Angeklagten. Was die in dem Aufsatz enthaltenen„Thatsachen" betreffe, so sei der Nachweis nicht erbracht, daß sie unwahr seien, noch weniger der Nachweis, daß sie„wider besseres Wissen" auf- gestellt seien. Nach Ansicht des Gerichtshofs habe beiden Angeklagten jede Absicht und das Bewußtsein der Beleidigung gefehlt. Die Freisprechung gönnten wir den beiden Angeklagten von Herzen, auch wenn sie nicht die geistig hervorragenden Männer wären, die sie sind. Wegen solcher Angelegenheiten mit einer Beleidigungs- klage zu kommen, war einfach thöricht. Aber was uns an dem Urteil auffällt, ist die Begründung, die sich der landläufigen Gerichtspraxis schnurstracks entgegenstellt. Bisher haben Staatsanwälte und Richter stets dem Angeklagten die Arbeit aufgebürdet, für seine Behauptungen den Beweis det Wahrheit zu erbring en, und wehe ihm, wenn ihm das nicht bis auf das Tipfelchen überm i gelang. Ganz anders in diesem Falle das Schöffengericht, das, soweit auS dem Gerichtsbericht er- sichtlich, cS umgekehrt als Sache der Kläger' ansah, zu be- weisen, daß die Behauptungen der angeblichen Beleidiger der Wahr- heit zuwiderlaufen. Bürgert sich diese Praxis an deutschen Ge- richten ein, dann werden die Staatsanwälte mit ihren Preß- Prozessen einpacken können! AuS dem Reiche des Herrn v. Oppen. Ein intereffanter Privatbeleidigungsprozeß mit politischem Hintergrund gelangte gestern vor der dritten' Strafkammer am Landgericht II zur Verhandlung. Als Privatkläger und Privatbeklagter standen sich der Maurermeister Albert Pförtner und der Amtstechniker Oskar Poseck— beide aus Adlershof— gegenüber. Der Beklagte war früher Angestellter des Klägers, Ivnrde aber später vom Amtsvorstcher v. Oppen als Amtstechniker angestellt und in»euerer Zeit definitiv bestallt. Als im Jahre 1898 die ReichstagSivahlen in Sicht standen, sollte in Adlershof ein Komitee aus konservativen Männern zur Vor- bereitung der Wahl gebildet werden. Man dachte dabei auch an den Maurermeister Pförtner, Poseck sagte aber dem AmtSsekretär und stellvertretenden Amtsvorstcher, dem jetzt verstorbenen Herrn von Rheinbaben:„Pförtner ist doch dazu nicht zu gebrauchen, der hat im vorigen Jahre in seinem Bureau zu mir gesagt:„Das i st mir ganz egal, ob mein Kaiser Wilhelm oder Bebel heißt!"' Der Amtssekretär teilte das natürlich dem Amtsvorstcher mit, der aber nichts unternahm, obwohl Pförtner stellvertretender Gemeinde- Schöffe war? er unterließ dies, weil der Stellvertreter nur in höchst seltenen Fällen in Funktion zu treten hat. Als aber Pförtner im vorige» Jahre doch zum Gemcindeschöffen gewählt wurde, erhob Herr v. Oppen in seiner Eigenschaft als Amtsvorsteher Einspruch gegen die Wahl des Herrn Psvrtner und begründete diesen mit der angeblichen Aeußerung des letzteren. Der Landrat ließ sich zunächst von Poscck die Aeußerung noch einmal bestätigen und lud dann den Pförtner zur Verantlvortlichen Vernehmung vor. Dieser bestritt, jemals eine solche Aeußerung gemacht zu haben, wurde aber vom Landrat aufgefordert, den Vorwurf auf dem Wege der Beleidigungsklage von sich abzuwälzen. Pförtner klagte und erzielte vor dem Schöffengericht in Köpenick die Ver- urteilung des Poseck zu 50 Mark Geldstrafe, weil daS Gericht den Wahrheitsbelveis nicht für erbracht ansah und dem Beklagten auch den Schutz des 8 193 absprach, weil Poseck zu der Zeit, als er die angebliche Aeußerung des Pförtner verbreitete, noch nicht als Beamter im Sinne des Gesetzes angestellt war. Nach der Ver-� urteilung erfuhr der Gendarm Haufschild davon und sagte zu dem Amtsdiener Hannemann:„Das kann doch aber Pförtner gar nicht be- streiten, daß er das gesagt hat, er hat es ja in meiner Gegenwart auch gesagt. Poscck erfuhr davon und stützte darauf seine Berufung, die gestern verhandelt wurde. Die Sache nahm dadurch eine andre Wendung, daß der Gendarm Haufschild bekundete, er habe im Jahre 1897 mit Pförtner und einigen andren Herren im Wcrkmüllerschen Lokal bei einem Glase Bier gestanden und da habe dieser eine gleiche Aeußerung gcthan, der er keine Bedeutung beigelegt, an die er sich aber gelegentlich der Verurteilung des Poseck erinnert habe. Einer der Beisitzer richtete an den Gendarm die Frage, ob er nicht gefunden habe, daß die Aeußerung sehr nahe an Majcstätsbeleidigung streifte. Derselbe erwiderte, daß er sich des Wortlauts nicht mehr genau erinnere, er habe aber nur das Gefühl gehabt, daß Pförtner ausdrücken wollte, ihm fei es ganz egal, mit wem er Geschäfte mache, ob das Kon- s e r v a t i v e oder ob das Socialdemokraten seien, wäre ihm einerlei. Der Kläger behauptete, er habe nur einmal, als er sich um den Bau der katholischen Kirche in Adlershof beward und man ihm scherzhaft zurief, da müsse er ja erst katholisch werden, gesagt, na. dann werde er katholisch. Später habe er vielfach erzählt, man lege ihm zur Last, die in Rede stehende Aeußerung gethan zu haben. Der Gendarm erklärte aber, die betreffende Aeußerung sei lange vorher, nämlich schon im Jahre 1897 gefallen. Auf Grund der Bekundung des Gendarmen hielt der Gerichtshof den Beweis der Wahrheit für erbracht. Das erste Urteil wurde aufgehoben, der Angeklagte wurde freigesprochen und die Kosten wurden dem Privatkläger auferlegt. Vom Militärgericht ist gestern der Unteroffizier Georg Schön von der zweiten Lehr-Compagnie der Artillerie-Schießschule in Jüterbog zu fiinf Wochen Mittelarrcst und zur Degradation und Versetzung in die zweite Klaffe des SoldatenstandS verurteilt worden, iveil er seinem Compagnie-Feldwcbel zwei Fünfzigmarkscheine entwendet hatte. a UM DEN hASSEMNDRANC ZU BEWÄLTIGEN. FINDEN IN UNSEREN Photographischen Ateliers AUFNAHMEN VON 9 OHR MORGENS BIS 8 OHR ABENDS UNUNTERBROCHEN STATT. NACH EINTRITT DER DUNKELHEIT BEI ELECTRISCHEM LICHT. A. JANDORF& CO. Jacob Gebrüder Nachfl. Charlottenburg, Wilmersdorferstr. 56 Ecke Pestalozzistr. 3 Minuten vom Stadtbahnhof Charlottenburg. Trotz enorm billiger Preise GRATIS erhält jeder Käufer in unserem Warenhaus bei einem Gesamteinkauf in Höhe von Mark 10 15 20 Mark Mark Mark 1 hochelegante Butterdose oder 1 Cigarrenschrank mit nussbaumfarb. 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