Nr. 247. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 mt., wöchentlich 28 Pfg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagss Nummer mit tlluftrierter Sonntago Beilage, Die Neue Welt" 10 Pfg. Poft Abonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Gingetragen in der Boft- Bettungs Preisliste für 1900 unter Mr. 7971. Unter Kreuzband für Deutschland und Defterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Erscheint täglich außer Montags. caratsid elisa dixi 200 Vorwärts 1053 194 Volksblatt. Berliner Dolksblaff. 17. Jahrg. Die Insertions- Gebühr on beträgt für die fechsgefpaltene Rolonel zeile oder beren Raum 40 Pfg., für politische und gewertschaftliche Bereinsund Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inserate für bie nächste Nummer müffen bis 4 Uhr nachmittags in derExpedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Mernsprecher: Rmt 1, nr. 1508. Telegramm- Adreffe: " Socialdemokrat Berlin" Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Fernsprecher: Amt I, Nr. 1508. Der Beschwichtigungs- Vertrag. " " Hierin dürfte das eigentliche Motiv zur Abschließung des Vertrags zu suchen sein; denn sonst ist er absolut inhaltlos. Weder ändert er etwas an der Situation in China, noch gewährt er den beiden vertragschließenden Staaten Bugeständnisse, die sie sich nicht auch sonst ohne Vertrag im eignen Interesse einräumen würden, noch hemmt er ein Verfolgen selbstsüchtiger Pläne, denn die Einschränkungen, die der Abfaz 2 des Abkommens errichtet, hebt der Absay 8 einfach wieder ouf. Dienstag, den 23. Oftober 1900. Die Wohnungsnot, . " Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Fernsprecher: Amt I, Nr. 5121. deffen Zolleinnahmen sie, nach einem Bericht der„ Times" und heißt es:" Die Miete verschlingt einen zu großen Teil des des Daily Chronicle", einer von ihnen begünstigten Bant zu Arbeitereinkommens. Tritt nun noch eine größere Kinderzahl weisen, obgleich die Bollgefälle durch Vertrag als Garantie für ver- hinzu, so ist es erklärlich, daß beide Eheleute verdienen Das deutsch englische Abtommen über die offene schiedene chinesische Auslandsanleihen verpfändet find. müssen." Auch wird ein fühlbarer Mangel an ArbeiterThür giebt der liberalen wie der konservativen Bresse Stoff zu ge Ganz zweifellos stellt diese Inbefignahme der Mandschurei einen wohnungen konstatiert. Im Regierungsbezirk Arnsberg scheiten Betrachtungen über die diplomatische Geschicklichkeit des territorialen Vorteil" im Sinne des dritten Absages der englisch- ließ die Unterkunft der Arbeiter in den eigentlichen InLeiters der deutschen auswärtigen Politit, dessen neuester, Erfolg" deutschen Abmachung dar, denn dieser Absatz spricht deutlich von Vor- duftriebezirken und in den meisten städtischen Gebieten angeblich ein weiterer Schritt" die früheren Schritte sind teilen unter irgend einer Form", nicht von formellen bei dem außergewöhnlichen Zuzuge noch durchweg zu wünschen jedenfalls in der Entsendung Waldersees und der Revanche- Note zu Annektionen. Somit haben England und Deutschland es übrig". Im Regierungsbezirk Raffel wurde der„ Mehrerblicken zur Lösung der chinesischen Frage sein soll. Hält diese Auf jeder Zeit in der Hand, unter Berufung auf Rußlands Vorgehen in verdienst der Arbeiter durch die gleichzeitig steigenden fassung, der sich auch die freifinnigen Blätter anschließen, vor, dann be- der Mandschurei ihre Erklärung zu Gunsten der Aufrechterhaltung Ausgaben für Lebensmittel, Kohlen und Miete aufgebraucht, deutet allerdings der Vertrag einen Erfolg", zwar nicht so weit des Territorialbestands des chinesischen Reichs als nicht mehr für sie so daß die Lohnerhöhung auf die allgemeine Lebenshaltung die Lösung der chinesischen Wirren in Betracht kommt, wohl aber bindend zu erklären, mur find sie gehalten, vor der Ergreifung ihnen der Arbeiter wenig Einfluß ausübte". Im Regierungsbezirk was die Pofition der Regierung gegenüber den Angriffen auf ihre zusagender Maßregeln eine Beständigung zu versuchen. Und wenn Wiesbaden ließen die Wohnungsverhältnisse nach den Chinapolitit anbelangt. Die Mißerfolge der legten Zeit hatten selbst diese Verständigung nicht gelingt? Nun, so hat jeder der beiden Beobachtungen der Gewerbe- Inspektoren zu wünschen übrig. Die den liberalen Durchschnittsphilister gegen die im neuesten welt- Staaten wieder volle Aktionsfreiheit. fleinen Wohnungen sind sehr gesucht und oft unverhältnispolitischen Kurs hervortretenden aggressiven Tendenzen rebellisch ge= Von einer sogenannten„ Bindung" kann deshalb durchaus mäßig teuer". Sm Regierungsbezirk Düsseldorf stiegen die macht; nun, nachdem sich das Auswärtige Amt so verständig nicht die Rede sein. Jede der beiden Nationen ist genau Löhne, aber die Lebenshaltung der Arbeiterbevölkerung zeigt, nur Handelszwecke in China verfolgen zu wollen, nur so lange gebunden, als sie sich selbst für gebunden halten will; hat sich nicht im gleichen Maße verbessert, da der Gewinn gewinnt er wieder Bertranen in die so glänzend bewährte findet sie es für angebracht, Landansprüche zu stellen, hat sie stets an Arbeitsverdienst durch die Steigerung der Preise für fast Leitung unfrer auswärtigen Angelegenheiten. Das erleichtert, ausreichenden Grund zur Hand, um die Bestimmung des Absatzes 2 alle Lebensbedürfnisse, insbesondere der Wohnungs. wenn es auch sonst keinen 8wed hat, die Abwehr der drohenden als nicht mehr für sie gültig zu erklären. Und Rußlands Beschlagnahme mieten, zum großen Teil wieder aufgehoben wird." Im socialdemokratischen Kritik des Chinaturfes im Reichstag und verdeckt der Mandschurei wird voraussichtlich nicht allein zum Vorwand dienen Stadtbezirk Düsseldorf, wo besonders hohe Mietssteigeüberdies den Rückzug, zu dem sich der neuernannte Kanzler nach tönnen. Japan erfährt durch Nußlands Einschließung des Liaotung- rungen eintraten, ergab eine vom Ortsverbande der Abweisung seiner Revanchevorschläge seitens Rußlands und der Ver- Golfs eine entschiedene Schädigung seiner politischen Machtstellung und deutschen Gewerkvereine organisierte Umfrage, daß unter einigten Staaten genötigt sah. seines Handelsverkehrs nach der Mandschurei, daß es schwerlich der 111 Arbeiterfamilien, welche nur 2 Zimmer bewohnten, sich russischen Occupation zustimmen wird, ohne seinerseits auf andrem 28 befanden, die ihre Wohnung mit mehr als 3 Kindern chinesischen Gebiet Kompensationen zu fordern, umſomehr als bei teilen mußten, in 3 Fällen lebten sogar die Eltern mit sechs der zunehmenden Verschlechterung der Finanzen an entsprechende Kindern im Alter von 1-12 Jahren in einer derartig Geldentschädigungen kaum zu denken ist. fleinen Wohnung zusammen.- Stellt man den Mietspreisen Wie gänzlich bedeutungslos der ganze Vertrag ist, zeigt sich die verdienten Jahres- Durchschnittslöhne gegenüber, welche am besten darin, daß die offiziöse Presse die Erwartung ausspricht, sich nach den gemachten Angaben auf 1226 M. pro Kopf beauch Rußland werde dem Abkommen beitreten. Vielleicht leistet fich liefen, so ist nicht zu verkennen, daß selbst die gut bezahlten in richtiger Abschätzung der famosen„ Bindung" Rußland thatsächlich Industrie- Arbeiter hier einen unverhältnismäßig hohen Wohlbeachtet, der Vertrag befagt nichts über die Beanspruchung dieses Vergnügen, Rußland in demselben Augenblick, wo es sich Prozentsaz ihres Verdienstes für die noch dazu besonderer Interessensphären, über Eisenbahn-, Minen-, Schiffahrts anschickt, China um ein ungeheueres Gebiet zu schröpfen, als Mit- oft unzureichende Wohnung aufzuwenden haben, und daß tongeffionen 2c. Was er stipuliert, ist nur, daß beide Nationen, unterzeichner des deutsch- englischen Abkommens und als Bürge der eine durchgreifende Besserung der WohnungsDeutschland wie England, Chinas Häfen dem internationalen Handelsfreiheit und der Integrität des chinesischen Reichs: das wäre verhältnisse zu den allerdringlichsten social. Handel offen halten und in dieser Richtung ihren Einfluß eine Farce, die an Komit selbst noch die russische Friedensposse im politischen Aufgaben gezählt werden muß." geltend machen wollen. Das aber ist etwas völlig Selbstverständ- Haag übertrifft. Auch dem blödesten Auge würde dadurch die ab= Aus dem Regierungsbezirk Köln heißt es im Bericht: liches. England hat, da es ohnehin weit über die Häfte des ge- folute Bedeutungslosigkeit des grandiosen neuesten Erfolgs der Die Frage der Beschaffung von Wohnungen für kleine Ansamten Handels mit China in der Hand hält, auch bisher schon deutschen Diplomatie flar werden. gestellte und für Arbeiter ist in Stöln brennend geimmer die Forderung des Offenhaltens der Handelsthore Chinas worden. Die Mietspreise schnellten in ungesunder Weise bertreten, und der gegenwärtige Moment, wo es in Südafrika bein die Höhe, so daß ein großer Teil der schäftigt ist und seine Sache in China faum halb zu vertreten Arbeiter nicht in der Lage ist, Wohnungen zu bermag, wäre der aller ungeeignetste, von dieser Magime mieten, die auch nur mäßigen Anforderungen abzuweichen; denn ein solches Vorgehen würde sofort die sich jetzt in so startem Maße bemerkbar macht, wurde entsprechen. Dies beweist das ungünstige Ergebnis der 1895 Deutschlands, Japans und Ameritas energischen Protest bereits im Vorjahr von den Gewerbe Aufsichts- erfolgten Wohnungsaufnahme, welche u. a. ergab, daß in hervorrufen, deren Unterstützung es gegen die russische Politik bedarf. beamten Preußens hervorgehoben. Fast aus allen Be- Köln 4676 nur aus einem Raume bestehende Wohnungen Die Forderung einiger englischen Blätter in den letzten Wochen, zirken tamen Klagen über Wohnungsmangel und Miets von mehr als einer Person bewohnt wurden. Aber England müsse sich das yangtfethal als seine besondere Interessen- steigerungen. Vielfach bestätigen die Berichte die von nicht allein Mangel an Wohnungen ist vorhanden, biele sphäre sichern, ist nur als Antwort gegen das Streben einiger uns wiederholt gemachte Beobachtung, daß die Steige- Wohnungen befinden sich auch in einem Zustande, der Mächte nach Gebietseriveiterung in China zu betrachten und richtet rung der der Wohnungsmiete mindestens so sie als gänzlich ungeeignet zum Aufenthalt sich speciell gegen Rußland und Frankreich. hoch war als die des Lohns, mitunter sie von Menschen erscheinen läßt." Noch mehr aber ist Deutschland daran interessiert, die Thore noch übertraf. In dem bor turzem erschienenen Daß die unzureichenden Wohnungen die Sterblichkeit aufzuhalten. Es ist kaum im stande, Englands Handel in Schantung Bericht für 1899 heißt es aus Ostpreußen: Die besonders der Kinder ungünstig beeinflussen, hebt der Bericht Abbruch zu thun, während dieses durch eine differenzielle Behand Löhne steigen seit einigen Jahren langfam, aber stetig. aus den Weberdörfern im Regierungsbezirk Breslau herlung des deutschen Schiffs- und Handelsverkehrs in Hongkong Deutsch Dasselbe thun aber auch die Lebensmittelpreise und noch vor. Es heißt da:„ Es ist ermittelt, daß in den Langenlands Handel schwer zu schädigen vermöchte, ganz abgesehen von mehr die Wohnungsmieten, so daß sich die bielauer Betrieben die Zahl der verstorbenen Kinder mit dem Verkehr auf dem Yangtsetiang, an dem die deutsche Schiffahrt Lebenshaltung der Arbeiterfamilien wohl kaum ge 54 Proz. wesentlich größer, als die der überlebenden iſt, fteigenden Anteil gewinnt; laffen doch zur Zeit bereits drei deutsche hoben haben wird." In Westpreußen lassen die während in den Reichenbacher Betrieben mit 44 Proz. das Reedereien regelmäßige Dampfer zwischen Swatow, Shanghai, Arbeiterwohnungen noch viel zu wünschen übrig". Jm Bezirk umgekehrte Verhältnis besteht. Der Hauptgrund hierfür Tschintiang und Hantau, Jichang laufen, teilweise sogar bis Potsdam sind die Mietspreise für Arbeiterwohnungen dürfte in der schlechteren Lebenshaltung und den schlechten Tschunking. berhältnismäßig hoch, obgleich diese Wohnungen besonders in Wohnungen in dem schnell emporwachsenden IndustrieThatsächlich haben denn auch Deutschland, England, Japan in älteren Häusern nicht den Ansprüchen der Zeit genügen". Jm Bezirk orte Langenbielau liegen." Erkenntnis dieses gemeinsamen Interesses schon einige Monate vor Berlin Charlottenburg war 1899 die Wohnungsdem Ausbruch des Borer- Aufstands der amerikanischen Hayschen Note not, welche augenscheinlich noch eine Steigerung erfahren hat, zugeftimmt, die im Absatz 2 nicht nur für die chinesischen Freihäfen, sehr empfindlich. Durch das Niederreißen von alten Wohnsondern auch für jene der sogenannten Interessensphären den vierteln, an deren Stelle große Geschäftshäuser und Lurus Grundsatz aufgestellt, daß der chinesische Bolltarif als bauten treten, verringert sich die Zahl der kleinen Wohnungen die Grundlage der Bollerhebung dienen und immer mehr, für die übrig bleibenden, oft nur den allerTestere in Händen der chinesischen Regierung bescheidensten Ansprüchen genügenden, werden über bleiben müffe. trieben hohe Mieten gezahlt, welche oft ein Ueber diese von Deutschland und England schon vor ungefähr Viertel, ja bis zu einem Drittel des Verdienstes einem halben Jahre als bindend anerkannten Grundsäge geht der des Manns aufzehren". jezt publizierte Specialvertrag nirgends hinaus; sein Wortlaut ist In der Provinz Pommern waren die Preise der nur weniger präcise, als die Fassung der Hayschen Note. Und doch Wohnungen wie der Lebensmittel gestiegen, im Regierungsliegt in dieser nochmaligen Stipulation eines selbstverständlichen, bezirk Magdeburg war der Mangel an guten Um gütige Nachsicht flehen jetzt die Offiziösen den Reichstag gleichen Interessen immerhin noch, wie auch die Nordd. Allg. 8tg." und preiswerten Wohnungen in den Städten mit an, obwohl dieser selbst mit Ausnahme der Socialder eigentliche Schwerpunkt des Vertrags. Die reger Entwicklung der Industrie geradezu bedenklich demokratie- nichts weniger als ein Eisenfresser ist, sondern weitere im Absatz 2 enthaltene gegenseitige Bustcherung, daß beide geworden, vor allem in Magdeburg und Aschersleben. Nach vielmehr in leidenschaftlichem Edelmut erpicht ist, der RegieKontrahenten die gegenwärtigen Berwickelungen" nicht den Mitteilungen des Reiters einer Magdeburger Fabrit rung mit Aufgebot aller Sträfte Bardon zu geben. bemugen wollen, territoriale Vorteile zu erlangen, ist völlig be haben Arbeiter seines Betrigs, da sie Bohnungen Die Offiziösen fuchen dadurch die Opposition zu schwächen, deutungslos; denn sie ist an die Bedingung geknüpft, daß auch zu annehmbaren Preisen nicht mehr erhalten fonnten, daß fie ihr ohne weiteres zugeben, der Reichstag habe ein leine andre Macht die jetzige Lage in China verwertet, um unter ihre Möbel irgendwo eingestellt und sich Recht, sich zurückgesezt zu fühlen. In diesem Sinne schreibt irgend einer Form" solche territorialen Vorteile zu erlangen als Untermieter eingemietet. als Untermieter eingemietet. Der Gewerbe- die Münch. Allg. 3tg.": und diese Bedingung ist eben nicht gegeben. Rußland wird die Inspektor in Magdeburg I teilt ferner mit, daß infolge der Mandschurei nicht herausgeben, in der es fich bereits ungünstigen Wohnungsverhältnisse selbst bei Familien von häuslich einzurichten beginnt. Allerdings hat fürzlich die geringer Kopfzahl die Benuzung eines Betts bon zarische Regierung verkünden laffen, daß sie das Land nicht nur einer Person zu den Seltenheiten gehört". annettieren" wolle; doch handelt es sich hierbei um nichts Im Regierungsbezirt Merseburg waren die Wohnungs. im allgemeinen als einen Wortstreit. Jedenfalls wird sie die Mandschurei verhältnisse sehr mangelhaft, besetzt halten, nach Gutdünken verwalten, Steuern einziehen usw. Besserung der hygieinisch oft bedenklichen Zustände ist Ob man solche Beschlagnahme Annektion, Occupation, Besetzung, dringend zu erstreben". In Riel zeigte sich infolge des Aufrechterhaltung der Ordnung" nennt, ist nebensächlich. Das Aufblühens der Schiffswerften ein großer Mangel an ArbeiterVorspiel liefert schon jetzt das Verhalten der russischen Behörden wohnungen; auch in Gaarden waren die Wohnungen in dem von russischen Truppen besetzten Vertragshafen Riutschwang, knapp und teuer". Im Bericht aus dem Bezirk Hannover betont, " " " B eine Zur Abhilfe der Wohnungsnot geschah seitens der Kommunen fast gar nichts und die Thätigkeit der Bau- und Sparvereine blieb eine sehr beschränkte; die Folgen davon haben jetzt die Arbeiter zu spüren die Wohnungsmieten steigen immer weiter und die Löhne beginnen au sinten, so daß aus der Wohnungsnot ein Wohnungselend schlimmster Art geworden ist. Politische Neberlicht. Berlin, den 22. Oftober. Nur eine Strafexpedition! " Ohne gweifel wird der Reichstag sofort mit einer durchaus torretten Indemnitätsvorlage begrüßt werden. Dem Reichskanzler wird dadurch freilich nicht eine Rechtfertigung oder wenigstens Entschuldigung der Unterlassung einer früheren Einberufung des Parlaments erfpart; aber dem Grafen Bülow mag dabei neben seiner rednerischen Gewandtheit der Umstand zu statten kommen, das er nach allgemein verbreiteter Anficht für die Einberufung gewesen sei. Daß der Meichstag trosdem seine Rechte energisch wahren wird, ist in der OrdEr wird aber nicht daran denken, aus der Sache einen Kriegsfall mit dem neuen Reichskanzler zu machen. Es dürfte ihm genügen, verhütet zu haben, daß die thatsächliche Beis nung. seiteschiebnng des Reichstags bei Einleitung der Ehina-Expedikion in Zukunft als Präzedenzfall betrachtet werden kann." Das„Verl. Tagebl." macht auch bereits Vorschläge, sin welcher Weise die Indemnität, das Ersuchen um nachträgliche Billigung, begründet werden könnte. Man solle den Zug nach China als eine Strafexpedition hinstellen, zu deren Aussendung der Kaiser als oberster Kriegsherr berechtigt gewesen sei. Diese Umtaufung einer kriegerischen Aktion in eine Harm- lose Strafexpedition würde dem Verfahren von Angeklagten entsprechen, die bemüht sind, ihre Handlungen mit milderen Ausdrücken zu bezeichnen als das Strafgesetz beliebt. So mag man einen Diebstahl eine leihweise Entnahme nennen, eine Wechselfälschung einen Kopierversuch einer schönen Handschrift aus künstlerischem Interesse, einen Mord eine Liebkosung mit tödlichem Ausgang, einen Betrug ein Examen der Dummheit. Lessings Franzose, der das Glück bloß korrigierte, ist ja das Vorbild für alle solchen Firmenänderungen. Das„Berliner Tageblatt" erweist dem neuen Kanzler einen sehr schlechten Dienst, wenn es ihm zutraut oder rät, den Krieg in eine Strafexpedition umzutaufen. Dann hätten wir auch anno 1870 eine Strafexpedition unternommen, und jede verfassungsmäßige Garantie verflüchtigte sich, wenn man auf diese Weise mittels einfacher Umnennung die staats- rechtliche Bedeutung der Maßnahmen fälschte und sie der be- rufenen Instanz entzöge. Schließlich könnte man auf diese Weise Handelsverträge als Verwaltungsmaßregeln deklarieren, die nicht an die Zustimmung des Parlaments gebunden sind. Von einer Strafexpedition kann man nur reden, wo es sich um ein militärisches Unternehmen gegen ein wildes Volk innerhalb einer eignen Kolonie- oder Interessensphäre handelt. China ist aber weder ein wildes Land, noch ist es unsre Kolonie. Man kann mit ihm Krieg führen, aber man kann keine Strafexpedition dorthin unternehmen. Daß der Jameson nicht auf den schlauen Einfall geriet, seinen Einbruch in Transvaal eine Strafexpedition zu nennen, damals als man bei uns so furchtbar über dieses Unter- nehmen empört war._ Deutschlands„Platz an der Sonne". Schon manche Nachricht ist zu uns gekommen, aus der hervor- geht, daß in unsrer«Pachtung" Kiautschou Verhältnisse ob- walten, die denen in unsren afrikanischen Besitzungen recht ähnlich sehen. Zu den schon bekannt gewordenen Annehmlichkeiten tritr noch der Hnngertyphns, der in Deutsch- China ziemlich stark grassiert. Durch den bekannten glücklichen Wind ist die„Schleswig-Holsteinsche Volkszeitung" in den Besitz von unanfechtbarem Material gekommen. das es uns ermöglicht, einen Blick auf die G c s u n d h e i t s- Verhältnisse von Kiautschou zu werfen: Im Seuchenlazarett in Tsintau befanden sich am 31. Juli 1899 23 Kranke, von denen 20 den Hungertyphus hatten. Die Krankenzahl ging bis zum 6. August auf IS herab, unter denen 13 an Hungertyphus litten. Alsdann stieg die Krankenzahl wieder auf 30 mit 27 Hungcrthphnskranken. Darauf fiel sie wieder. Am IS. August zählte das Lazarett 23 Kranke, die sämtlich Hungertyphus hatten. Am 29. August war die Verhältnis- mäßig günstige Zahl von 14 Kranken erreicht, die aber bis zum 31. August wieder auf 17 stieg, sämtlich mit Hungertyphus. Auf die Frage, wieviel Kranke in den 46 Tagen überhaupt ein- geliefert wurden, giebt uns die Statistik über Zugang und Abgang der Kranken für diese Zeit Auskunft. Dieser Zu- und Abgang ist auf halbe Monate berechnet. Für die erste Augusthälfte belief sich der Zuwachs an Kranken überhaupt auf 26, von denen 24 Hungertyphus hatten. Behandelt wurden im ganzen 49, dmnmtcr 44 mit Hungertyphus. Außerdem wurden 4 Leichen eingeliefert, bei denen an dreien der Hungertyphus erkannt wurde. Geheilt wurden 23, darunter 22 mit Hungertyphus, gestorben sind 4. darunter einer mit Hungertyphus und e n t l a u f e n ist ein mit Malaria behafteter Mann. Wie wir sehen werden, ist das Fortlaufen nichts Seltenes. Für die zweite Augusthälfte kamen im ganzen 14 neue Kranke hinzu. Behandelt wurden im ganzen 37, von denen nur einer keinen Hungertyphus hatte. Außerdem wurden drei Leichen eingeliefert. In der ersten Septemberhälfte kamen 10 neue Kranke hinzu, von denen 8 den Hungertyphus hatten. Behandelt wurden im ganzen 27 Kranke, darunter 25 an Hungertyphus. Geheilt wurden 7 Hungertyphuskranke, gestorben sind 5 Hungertyphuskranke, darunter eine Frau. Fassen wir diese Zahlen zusammen, so steht fest: In der Zeit vom 1. August bis zum 15. September kamen zu einem Bestand von 23 Kranken, von denen 20 Hungertyphus hatten, SO. von denen 46 Hungertyphus hatten. Geheilt wurden in der Zeit ein Kranker ohne Hungertyphus und 44 Kranke mit diesem Leiden. Entlaufen sind drei Kranke. Verstorben sind neun am Hunger- thphus Leidende und drei andre Kranke. Im ganzen wären also 66 Typhuskranke zu behandeln. Die sieben nach dem Lazarett gebrachten Leichen beweisen, daß es jedenfalls außer- halb des Lazaretts»och manchen an Hungertyphus Leidenden gab, den die Vorurteile des Volks oder andres am Aufsuchen des Lazaretts verhinderten. Es darf also behauptet werden, daß eine wirkliche HnngertyphnS-Epidemie in dieser Zeit in Kiautschou vorhanden war. Der Hungertyphus ist eine Begleiterscheinung der Ent- behrnng, des Elends. Tritt er in Deutschland auf, so meist nur in den ärmsten Gegenden, wie Oberschlesien. In dieser Fieber- und Hungergegend müssen deutsche Soldaten ihren Dienst thun zur höheren Ehre des deutschen Vaterlands. *** Deutsches Weich. Eine kleine ZnchthauSrede hat der Oberhofmeister der Kaiserin. Frhr. v. Mirbach, gelegentlich der Eröffnung eines Gebetsaals in Potsdam gehalten. Der Herr führte in dieser stilistisch denkwürdigen Ansprache nach dem»Reichs- boten" u. a. aus: Er müsse den ihm gewordenen Dank als zu überreich ab- lehnen, nur durch die Macht der Unterstützung Ihrer Majestäten, besonders der Kaiserin, sei es ihm möglich geworden, das Erreichte zu leisten. Er habe auch viele treue Helfer gefunden, und das Schönste an der heutigen Feier sei ihm gewesen, daß sie alle Stände, alle Lebensalter vom höchsten Greisenalter bis zur blühenden Jugend um ein Werk zu Christi Ehre geschart habe. Es sei dringend nötig, daß man lerne Gott fürchten, die Brüder lieb habe» und den König ehren. Namentlich für die Arbeiterwelt sei dies besonders nötig. Die dämonischen und guten Gewalten im Volksleben spitzen sich immer mehr z u und auch nach Potsdam wären, namentlich von Berlin aus, die Wellenschläge des Umsturzes getragen worden. Selbst der Bau der Liebeswerke hat vielfach wtter den fortgesetzte» Streiks gelitte». Da wäre es denn Zeit, daß den Arbeitern die Auaen geöffnet würden, daß dieser revolutionäre Weg nicht zu ihrem Glück, sondem sie in das Verderben führen würde. Es sei ihm eine besondere Freude, mit- teilen zu können, daß die Kaiserin den Arbeitern, die immer mutig und treu ihre Arbeit gethan hätten, besondere Aus- Zeichnungen verliehen habe." In dieser Zeit des HunnentumS ist eS erfreulich, daß sich der Freiherr v. Mirbach der christlichen Forderung entsinnt, daß man die Brüder lieb haben müsse. Dieser Satz hat den Vorzug der Klarheit vor den merkwürdigen Bildern der immer mehr zugespitzten dämonischen und guten Gewalten sowie des nach Potsdam ge- tragenen Wellenschlags. Im übrigen stellt die Rede einen Nachhall aus der Bielefelder und Oeynhäuser Zeit dar, eine kleine Erinnerung an die Zuchthaus- Vorlage. Wenn Herr v. Mirbach es besonders aufregend findet, daß selbst bei Werken der Liebe von den Arbeitern gestreikt wird, so finden wir es umgekehrt besonders schlimm, daß selbst bei besagten Werken der Liebe die Arbeiter so wenig zu ihrem Rechte konmren, daß sie zum Streik greifen müssen. Vielleicht wird sich Freiherr v. Mirbach gelegentlich dessen bewußt, daß auch st r e i k e n d e Arbeiter seine Brüder im christlichen Sinne sind, und daß auch er es selbst noch sehr notlvendig habe, die Brüder zum mindesten zu lieben, da ihm nun einmal die socialpolitische Einsicht versagt sein sollte, daß in der organisierten Arbeiterschaft das wertvollste Element der modernen Kultur liegt, daß jeder Streik ein bedeut- sameres Mittel zur Hebung des Volks ist als alle Gcbetsüle und christlichen Liebeswerke zusammengenommen.— Wir gratulieren! Wegen des deutsch-englischen Vertrags ist Graf Bülow von Reeder- und Dampfschifffahrts-Gesellschaftcn eifrig antelegraphien worden, weil er so erfolgreich die offene Thür ein- gerannt hat. Dieses telegraphische Glückwünschen der Geschäftsinteresscnten scheint an die Stelle von Reichstags-Verhandlungen treten zu sollen. Das Verfahren hat das Gute, daß die Opposition dabei völlig fehlt. Denn die gescheiten Kritiker sparen sich die Telegrammkoste». Man regiere also mit telegraphischcn Gratulanten anstatt mit der Volksvertretung!— Die Gcsanitdemission des preusiischcn Ministeriums soll, nach der«Münchener Allgemeinen Zeittuig", angeboten, aber vom Kaiser abgelehnt sein. Wie dagegen offiziös erklärt wird, ist diese Meldung aus der Luft gegriffen. Unterstaatssekretär v. R i ch t h o f e n soll zum Staatssekretär des Auswärtigen Amts ernannt sein. Fürst Hohenlohe trifft am Dienstag in Berlin ein, um Abschied zu nehmen.— Bülow und Miqncl haben zusammen eine Konferenz gehabt. Feinhörige Spiritisten haben bereits als Resultat dieser Aus- einandersetznng vernommen, daß die beiden Herren in der Auf- fassuug aller Hauptfragen der inneren Politik völlig übereinstimmen. Bülow mit Miguel? Oder Miguel mit Bülow?— Patriarchalisches Regiment i» Wcfiprenffe». Als am 29. August d. I. der Gutsbesitzer Gustav Flindt in Bereut nachts nach Hause kam, öffnete ihm die Köchin Dy a nicht sofort die Thür, weil sie eingeschlafen war. Darüber geriet Flindt in solche Wnt, daß er noch einiger Zeit in die Kammer drang, in der die Köchin mit dem Dienstmädchen Loschcwski zu- sammen schlief. Er wollte angeblich die Mädchen wegen clucr Nach« lässigkeit zur Rede stellen. Durch sein Nutteln an der Thür fiel der Thürschlüffel zu Boden. Als die geängstigt«! Mädchen denselben in der Dunkelheit nicht sofort finden konnten, erbrach Flindt die Thür und schlug dann mit einem Stock— nach seiner Behauptung war es„nur" eine— Reitpeitsche, auf die beiden nur ganz notdürftig bekleideten Mädchen so toll ei», daß deren Körper'mit Striemen und Beulen bedeckt war. Die Mädchen erstatteten Anzeige und Flindt mußte vor dem Schöffengericht in Marienburg erscheinen. Der als Amts- anwalt fungierende Marieuburger Bürgermeister S a n d f u ch s beurteilte die rohe That sehr milde. Er beantragte 150 Mark Geldstrafe mit der Begründung, dem Angeklagten müßten mildernde Umstände zugebilligt werden,„weil er mit Recht ärgerlich sein konnte, wenn ihm von Dienstboten nicht sofort geöffnet und dann, als ihm geöffnet war, die Thür nicht mehr zngeschloffen worden sei, wie es sich gehört hätte." Das Gericht vertagte die Sache, um ein Gutachten des Sanitätsrat Dr. Hennann in Dsi rs ch a u über die Art der Verletzung der Mädchen einzuholen. Am letzten Donnerstag bekundete der Sachverständige, daß bei dem einen Mädchen die Verletzungen eine Verminderung der Arbeitsfähigkeit zur Folge haben werde. Der Angeklagte entschuldigte sich mit Trunkenheit(Vergleiche unsre Notiz«Für ein Trunksuchtsgesetz" Red. d.„Vorw.") und Gereiztheit infolge Wider- spenstigkeit verschiedener seiner Arbeiter in den Tagen vorher. Das Gericht verurteilte Flindt zu zwei Monaten Gefängnis. Als strafmildernd wurde das h i tz i g e T e m p e r a m e n t deS Angeklagten angesehen.—_ Für ein TrnnksilchtSgesetz tritt die„Konservative„Korrespon- denz" ein. „Wie oft ist nicht die öffentliche Sicherheit von Trunksüchtigen bedroht; diesen aber werden, im Fall sie der gerichtlichen Ver- ntteilung anheimfallen, mildernde Umstände zugebilligt, so daß auf diese Weise die Trunksucht geradezu gefördert wird. Wie oft kann man in Gerichtsverhandlungen lesen, daß Angeklagte, um die Strafe herabzumindern, darauf hinlveisen, daß sie vor Begehung der Strafthat bis zu 20 Glas Bier nebst«einigen" Schnäpsen zu sich gcnonimen haben." Wir erinnern uns allerdings, daß es namentlich bei der Ab- urteilung von Stndentenexcessen vielfach vorgekomnien ist, dem Excedenien mildernde Umstände zuzubilligen, weil derselbe total be- trunken gewesen war. Bei de» kommentmaßig betriebenen Sauf- gelagen unsrer studentischen Jugend, in erster Linie der in den Corps vereinigten, ist dies auch nicht verwunderlich. Sodann heißt eS weiter: „Auf der Linken will mau von einer wirksamen Bekämpfung der Trunksucht nichts wissen, trotzdem man selbstverständlich dieses Laster entschieden verurteilt. Erst die Erörterung dieser Frage auf dem letzten socialdemokratischen Parteitage hat gezeigt, wie wenig enist es die„oberste Partei-Jnstanz" der Socialdemokratie mit der Sache nimmt.„Alkohol ist Privatsache" wurde aus- gerufen und damit eine neue„Freiheit" der„Genossen", nämlich die, uneingeschränkt dem Alkoholgenusse zu huldigen, proklamiett. „Alkohol" ist aber nichts weniger als Privatsache, sondern eine für die Volkswohlfahrt ungemein wichtige Angelegenheit, deren Regelung wahrlich keinen Aufschub mehr verträgt." Die»Korrefpondenz" hätte nicht unterlassen sollen, darauf hin- zuweisen. daß ans dem Mainzer Parteitage vor allem einige ostdeutsche Delegierte für die Behandlung der Alkoholfrage durch den nächsten Parteitag eingetreten sind. Sie begründeten ihre Anträge, indem sie betonten, daß im Osten Deutschlands, dort, wo die Kraut- und Schnapsjunker dominieren, auch die Schnapspest herrsche. Nur langsam wird der Alkoholteufel ver- drängt durch— die Socialdemokratie.— Amtliches Wahlergebnis. Bei der am 18. Ottober statt- gehabten ReichStags-Ersatzwahl im Wahlkreise 8(Westhavelland und Stadt Brandenburg) erhielten von 200S9 abgegebenen Stimmen Generaldirektor v. Löbell-Charlottenburg(kons.) 7116 und Schrift- steller Heinrich Peus-Dessau(Soz.) 0500 Stimmen. Zwischen beiden hat Stichwahl stattzufinden.— Das amtliche Ergebnis in W a n z l e b e n ist: Bei der am 18. Ottober stattgehabten Reichstags- Erlatzwahl im Wahlkreise VI (Wanzleben) erhielten von 14 966 abgegebenen Stimmen Tischler- meister G e r l a ch- Halberstadt(Soc.) 6045 Stimmen, Guts- und Fabrikbesitzer Schmidt-Westerhüsen(natl.) 5166 Stimmen und v. Kotze, Landrat z. D. in Kleinoschersleben(kons.) 3747 Stimmen. Es ist also Stichwahl zwischen Gerlach und Schmidt nötig.— Ein gutes Mittel. Die„Kons. Korresp." giebt aus Anlaß der Wahl in Brandenburg ihren begreiflichen Aerger über die„social- demokratischen Aufpasser" in den Wahllokalen Ausdruck und schreibt dazu: „Ein gutes Mittel, diese Aufpasser entbehrlich zu machen, hat der Wahlvorstchcr in Päwesin ersonnen. Er berief zwei der rabiatesten Socialdcmokraten in den Wahlvorstand, damit diese sich davon überzeugen könnten, daß die Sache auch wirklich mit rechten Dingen zuging. Sie weigerten sich anfangs, dieses Ehrenamt anzunehmen, bequemten sich aber doch, da sie keine Neigung verspürten, ein Jahr lang doppelte Steuer zu bezahlen, b'rolbatum est!" Das wäre in der That auch nach unsrer Meinung ein gutes Mittel und würde uns der sehr oft großen Schwierigkeit überheben, immer die geeigneten„Aufpasser" zu finden. Aber die konservativen Macher werden sich hüten, diesen Rat zu befolgen; sie wollen ja eben keine Aufpasser haben, die ihnen jeder Zeit in die Karten gucken können.— Abgeblitzte nationalsociale Weltmachts- Apostel. Man schreibt uns aus Kiel: Am Sonnabendabend dürften den Nationalsocialen wohl endlich die Augen darüber aufgegangen sein, daß ihre Versuche, die Kieler Arbeiterschaft für ihre WeltniachtS-Politi! zu begeistern, aussichtslos sind. Sie hatten zu diesem Zcltpuntt eine Versammlung mit dem Pfarrer Naumann als Referenten über das Thema:„Die Voraussetzungen der WcltmachtSpolitik" einberufen, in sämtlichen Kieler Zeitungen annonciert und freie Aussprache angekündigt. 2000 Personen füllte» den Saal des Kolosseums, infolge der Ankündigung unsres Kieler Partei-Organs, daß die Arbeiterschaft Kiels dem Pfarrer Naumann ihre Meinung über seine Wasser- und Hunnenpolitik nicht vorenthalten werde. Wie schon in jener Versammlung, in der sich die Kieler Socialdemokratie beim ersten Flottengesetz mit den National- socialen auseinandersetzte, hatten die Nationalsocialen sich mit dem Vertranensinann geeinigt, daß einer unsrer Genossen zur Gewähr einer nnpartcischen Leitung der Versanimlung mit ins Bureau komme. Der Referent, Pfarrer Naumann, war erkrankt, sprach jedoch ca. 3/4 Stunden, um sich dann sofort zu entfernen. Als sein Stell- Vertreter war der Dr. Maurcnbrecher aber anwesend. Die Gedankengänge dieser nationalsocialen Redner sind bekannt. Wir übergehen deren Ausfühningen und auch die der unsren Standpunkt vertretenden Genossen Legten, Adler und Weiß. Genosse Adler hatte am Schlnsie seiner Ausführungen angekündigt, daß er die von ihm jetzt zu ver- lesende Resolution einbringen wolle, als der Vorsitzende ihn mit den Worten unterbrach, daß es nicht ihre Absicht sei, eine Resolution der Versammlung zu unterbreiten; das Ergebnis der Abstimmung sei ja auch nicht zweifelhaft, da der Verlauf der Versammlung ja er- geben habe, daß die größere Hälfte der Teilnehmer der Social- dcmokratie angehöre. Nach einer kleinen Vorlesung Adlers über die Souveränetät der Versammlung, der Demokratie, die auch die Nationalsocialen wollten, und das Recht auf Einbringung einer Resolutton für jedtti ein- zeliien der Versammlungsteilnehmer, konnte er dann seine Resolution verlesen und vor dem Bureau niederlegen. Während nun der dritte unsrer obengenannten Genossen sprach, mußte das Bürcau der Versammlung sich wohl über die Resolution besprochen haben. denn nachher erklärte der mit zur Leitung der Versammlung berufene Genosse Brecour, daß die Mehrheit des Bureaus beschlossen habe, die Resolution nicht der Versammlung zur Abstimmung zu unterbreiten; unter diesen Umständen könne er dem Bureau nicht mehr angehören und er sehe sich ver- anlaßt, seine Parteigenossen zum Verlassen des Lokals aufzufordern, damit die Nationalsocialen allein weiter tagen könnten. Den erstaunten Gesichtern der bleibenden Nationalsocialen bot sich nun ein Schauspiel, welches ihnen die Hoffnung, die Arbeiter- schäft Kiels zu ihrem Hnnnentum zu bekehren, wohl gründlich geraubt hat. In kürzester Zeit leerte sich der Saal, fast alles strömte zur Thür und ehe sich dessen die Anwesenden versahen. sahen sie sich zu etlva 100 Personen in dem Ivetten Saal vereinzelt sitzen. Wahrlich, die„größere Hälfte" gehörte zu uns, der Vorsitzende hatte recht gehabt; nur bestand die größere Hälfte aus ca. 95 Proz. Was diesem Vorkommnis eine größere Bedeutung verleiht, ist der Umstand, daß die rasche und_ prompte Befolgung der Brecourschen Aufforderung, die darin liegende Bekennnng zur Socialdemokratie, die Discipliniettheit der beste Beweis ist. wie wenig es zutrifft, wenn man glaubt, daß die Arbeiter der Staatsbetriebe— und die waren ganz besonders zahlreich unter den Versammlungsteilnehmern vertreten— der Wasser-, Weltmachts- und Hunnenpolitik Sympathie entgegenbrächten. Die Thatsache bleibt nun einmal bestehen, die Kieler Arbeiterschaft ist in der überwältigenden Mehrheit socialdemokratisch. Die Ablehnung der Resolution durch die Leiter der National- socialen ist ein besserer Prüfstein hierfür geworden, als es die Ab- stimmung hätte sein können. Die fragliche Resolutton lautete: „Die am 20. Oktober im Kolosseum tagende, vom national- socialen Verein einberufene öffentliche Versammlung stellt sich, nach- dem sie den Vortrag des Herrn Pastor Naumann und die Diskussion gehört hat, auf folgenden Standpunkt: Die Versammlung verurteilt jede heutige Weltpolitik und spricht ganz besonders den Verherrlichern von Kriegen nach Hunnenart jedes Recht ab. sich als Freunde der Arbeiter, Verteidiger der Verfassung und Schutzherren deutscher Bürgerrechte aufzuspielen. Die Versammlung erklärt endlich ihre Ueberzeugung, daß Welt- Politik, Militarismus. Marinisnius und Hunnentum die erklärlichen Produkte einer verrotteten kapitalistischen Gesellschaft sind, der allein ein Ende bereiten kann und wird die internationale, völkerbefreiende Socialdemokratie.— Die Beschränkung der Fretziiaigkeit, welche die preußische Regierung durchzuführen beabsichtigt, findet natürlich den Beifall der Konservativen. Die„Konserv. Korresp." begrüßt die„Reform" mit großer Genugthuung und weist daraufhin, daß die Ostelbier im Reichstag wie im Herrenhaus schon längst solche Be- stimmnngen verlangt haben. Auch das ftüher erhobene„Anzugs« g e l d" müsse wieder eingeführt werden. Die„Quellen des Z u st r o m s" der Arbeiter nach den Städten müssen„verstopft" werden. Auf die„positiven Reforinen" legt die Korrespondenz keinen Wert.— Natürlich würden die Neubauten der Kommunen nur wieder mehr Platz für Zuziehende schaffen. Es liegt aber im Interesse der Junker, daß solcher nicht vorhanden ist, damit die Neuzuziehenden keinen Platz finden und nun nach den Bestimmungen des Entwurfs auf dem Lande bleiben müssen. Der Beifall der Junker kennzeichnet die Reform zur Genüge als ein urreaktionäres Machwerk.— Eine wertvolle Aufklärung verdanken wir der„Kons. Korresp."; sie schreibt: „Im„Pommerschen Volkskalender' für 1901, den die Social- dcmokratie in vielen Tausenden verbreitet, ist der Landbesitz der größten Grundbesitzer in Deutschland zusammengezählt. Dann heißt es:„Siebzehn der größten Grundbesitzer haben zusammen 18 460000 Morgen Land. Nun rechnet einmal zusammen, wieviel siebzehn von Euch Landwirten haben." Die Rechenaufgabe würde aber erheblich interessanter und für die Socialdemokraten bedeutsamer sein, wenn sie folgendermaßen gestellt würde: Die vier.Genoffen" Bebel, Singer, Volkmar und A r o n s haben zusammen— sagen wir gering taxiett: zehn Millionen Mark im Vermögen, dazu das ent- sprechende Einkommen und Villen. Nun rechnet einmal aus. wie viel vier von Euch Arbeiten! an Vermögen, Einkommen und Villen besitzen l" Diese vier Heuchler! Wenn wir sie einmal schröpfen wollten. dann jammetten sie immer, sie besäßen bUß jeder knapp zwei Millionen und jetzt müssen wir nus gegnerischen Blättern erfahren. daß sie außer ihren Villen und ihrem Einkommen noch zusammen mindestens 10 Millionen besitzen. Na wartet!— Gegen die Volksschule. Wie der„Franks. Ztg.' von einer Seite,„die sich über Vorgänge im Kultusministerium wiederholt gut unterrichtet zeigte", mitgeteilt wird, ist man daselbst bemüht, einen Mittelweg einzuschlagen. Das Schuldotations-Gesetz soll sich ganz im Rahmen eines Finanzgesetzes halten, aber nebenbei und so zu sagen in einem Nebensatze soll von dem konfessionellen Charakter der Volksschule wie von einer unzweifelhaften T h a t s a ch e die Rede sein, so daß damit ohne allen programmatischen Aufwand die gesetzliche Grundlage, auf die man sich später berufen könnte, geschaffen werde.— Merkwürdig lange Zeit braucht man, um die Beschwerden. die gegen den Hauptmann v. Besser erhoben worden sind, nach- zuprüfen. Ein eigentlicher Bericht aus Kamerun ist noch nicht eingegangen. Der Kommandeur der Schutztruppe, Major v. Kainptz, der gegenwärtig auch den Gouverneur vertritt, hat, wie verlautet, nur die Beschwerden der beiden Offiziere gegen den Hauptmann v. Besser eingesandt, ivelche der Major bei seinem Eintreffen im Schutz- gebiete vorfand und die ihn zur Abberufung des Hauptmanns v. Besser veranlaßten. Es soll auch Hauptmann v. Besser selbst zu einem Bericht aufgefordert werden; auch wird eine genaue Unter- suchung der Sache angestellt, dann erst wird eine Veröffentlichung der Vorgänge erfolgen.— Die Grausamkeiten, die dem Hauptmann v. Besser und seiner Expedition vorgeworfen werden, haben sich in den ersten Monaten dieses Jahrs abgespielt. Nationalliberaler Jugendbund, die Vereinigung, auf die der altersschwache Nationallibcralismus seine ganze Hoffnung setzt, hat am Sonntag in Köln eine Vertreter-Versammlung ab- gehalten. Es wurde die Gründung eines deutschen Reichsverbands beschlossen, der alle bereits bestehenden und noch zu gründenden Vereinigungen umfasien soll. Ms Vorsitzender des Verbands wurde Gerichtsassessor Dr. Fischer-Köln gewählt. In einer später statt- findenden Vertreter-Versammlung sollen die Satzungen festgestellt werden.— Bayrische Loyalität. Prinz Rupprecht von Bayern, unser zukünftiger Moltke, wird bekanntlich seine Residenz in Bamberg haben. Die loyalen Bürger der alten Bischofsstadt wollen den Einzug des zukünftigen Landesvaters mit seiner jungen Gemahlin zu einer großen Ovation benutzen. Nur eine kleine Bedingung hat man daran geknüpft, nämlich daß der Einzug des fürstlichen Paars entweder vor ■ dem 20. oder nach dem 23. Oktober stattfinden müsse, iveil in der Zwischenzeit Bornum und Bailey Vorstellungen dort zu geben beabsichtigten und folglich auch keine Zeit für andre Zwecke vorhanden ist. Da die Wittelsbacher in Bezug auf Ovationen nicht verivöhnt sind— bei dem alljährlichen Central-Landwirtschasts- Fest sOktoberfest) und andren Veranstaltungen wird das deutlich be- wiesen—, so ist man in München auf diese Bedingung eingegangen und der Einzug wird erst in den letzten Tagen des Oktober statt- finden.— Anarchistcnhatz. Ans New Jork wird gemeldet, daß die Untersuchung über das angebliche Anarchistenkomplott zu keinem Er- gebnis geführt hat.— In Rom verhaftete die Polizei drei aus New D o r k angekommene augebliche gefährliche Anarchisten. Ebenso wurden nenn aus A n c o n a eingetroffene Anarchisten in Haft genommen.— Ausland. Ungarn. Beschränkung der Annahme von Bestellungen durch Geschäftsreisende. Der im Abgeordnetenhause angcnoinmene Gesetzentwurf, der die Geschäftsreisenden in ihrem Beruf wesentlich beschränkt, entspricht etwa dcni deutschen Verbot des Detail- reisenS. Der Entwurf verbietet den Geschäftsreisenden, bei Privatkunden Geschäftsaufträge z u sammeln, ' wenn sie nicht zuvor schnftlich eingeladen worden sind, die Kunden zu besuchen. Der Handelsminister ist bei der Abfassung dieses Entwurfs vor der Absicht geleitet morden, einerseits den Detailhandel in der Provinz von der„übermächtigen" Konkurrenz, namentlich der ausländischen Industrie zu schützen und andrerseits gewissen Miß- brauchen in Bezug auf das Ratengeschäft, die durch reisende Agenten thatsächlich in großer Anzahl begangen werden, einen Riegel vorzuschieben. Es sind geradezu drakonische Strafbestimmnngen, welche der Entwurf auf das Sammeln von Bestellungen bei Privat- künden setzt, nämlich eine Arreststrafe von 30 Tagen und Geldbußen von 20—600 Kronen. In Deutschland hat das Verbot des Detail» reiscus bekanntlich den von den Zünftlern erhofften Erfolg nicht gehabt; es ist schade, daß die Ungarn gerade die Fehler unsrer Wirt- schaftlichen Gesetzgebung nachahmen.— Frankreich. Eine bemerkenswerte regierungsfreundliche Rede hat am Sonntag der Radikale Lson Bourgeois, ehemaliger Minister- Präsident in S u i p p e s gelegentlich eines Festes des republikanischen Vereins gehalten. Er sprach seine Gcnugthunng darüber aiis, daß durch die Energie des K r i e g s m i n i st e r s die Miß- Verständnisse zwischen Volk und Herr beseitigt seien. Das Herr sei an seinem Platze. wenn es für die Verteidigung der Grenzen und der Gesetze sorge. Bourgeois forderte,' daß'die Regierung alsbald nach Zusammentritt des Parlaments die Reformen des republikanischen Programms einführe, das heißt, daß sie die kirchlichen Kongregationen bekämpfe; eS dürfe nicht Leute geben, die einem fremdländischen Führer gehorchen; der Katholizismus sei eine Religion, aber der Klcrikalismus sei eine Politik. Die Re- giernng müsse den Nationalismus bekämpfen und den Patriotismus begünstigen. Redner trank zum Schluß auf die auf dem freien Willen aller freien Bürger begründete Republik.— Belgien. Kulturträger am Kongo. Ein vom Kongo in Antlv e rpe n eingetroffener Postdampfcr iiverbringt die Nachricht: Der Gerichtshof in Borna verurteilte den Agenten M o r a y, der den Häuptling Alibu im Mongalle-Bezirk tötete, zu zehnjähriger Zwangsarbeit und den Agenten Matths, der angeklagt war, mehrere Ein- geborene getötet zu haben, zu sechsjähriger Zwangsarbeit. Die Verurteilten waren geständig, erklärten jedoch, auf mündliche Weisung Lothaires gehandelt zu haben.— England. Nene Aunektiouen. Die„TimeS" melden vom 8. d. M. aus R a r o t o n g a: Der Gouverneur von Nen-Secland, Lord Kanfurly, ist heute hier gelandet und hat auf einmütiges Ersuchen der Häupt- linge die Cook-Juseln formell annektiert. Amerika. Zur Präsidcntschaftswahl. NewAork. 22. Oktober. Die Anhänger Mac Kinleys haben beschloffen, ihrem Kandidaten am 3. November eine große Kundgebung anläßlich des Einzugs in New Aork zu erweisen. 150 000 Mitglieder aller Gewerkschaften und Genossenschaften werden an der Kundgebung und dem Umzüge teilnehmen.— Afrika. Ter Präsident Krüger ist nun programmgemäß mit der „Geldcrland" nach Europa abgereist. Die Gemeindevertretung von Marseille hat beschlossen, dem Präsidenten Krüger keinerlei offiziellen Enipsang zu bereiten. Es solle � überhaupt jede Kundgebung, welche einen einigermaßen offiziellen Charakter trage, vermiede» werden. Ebensowenig werde irgend ein Aufzug oder eine lärmende Straßenkundgebung zu Gunsten Krügers gestattet werden.— Wie dem„Figaro" berichtet wird. werden mehrere fremdländische Abordnungen in Marseille eintreffen, um den Präsidenten Krüger zu begrüßen. Dr. Lehds dürfte Krüger bis Port Said entgegenfahren.— DaS irische Transvaal- K o m i t,'e e in Dublin hat einstimmig beschlossen, dem Präsidenten Krüger bei seiner Ankunft in Europa eine Adresse zu überreichen. Eine Abordnung begiebt sich zur Ueberreichung nach Frankreich. Die Adreffe wird in englischer, holländischer, französischer und irischer Sprache gedruckt werden. Fast gleichzeitig mit Krüger hat sich in Durban der General Bull er nach Europa eingeschifft. Ueber stattgehabte Gefechte wird berichtet: Die Boeren wurden bei ihrem Angriff auf Jagersfontein von Bewohnern der Stadt, Männern und Frauen, unterstützt; sie wurden unter schweren Verlusten zurückgeschlagen. Bei einem Marsche nach Zeerust über- raschte Lord Methuen Lemmer; er erbeutete 225 Wagen und machte 12 Gefangene. Die Boeren wurden durch berittene Infanterie aus ihrer Stellung an der Eisenbahn bei Kroonstad geworfen; auch bei Fauresmith und Frederikstaad erlitten die Boeren Niederlagen. Aus Stanterton wird mitgeteilt: Kleine Boeren- Abteilungen, die aus dem Norden zurückgekehrt sind, nach- dem Bnller sie nicht weiter verfolgte, bedrohen jetzt die eng- tischen Verbindungslinien, sie'gingen, um ihren Farmen nahe zu sein, auf Umwegen südwärts. An einigen kleineren Stationen unter- lassen jetzt die Schildwachen jeden Anruf, da die Boeren denselben neuerdings durch Feuern beantworteten. Vorige Woche haben die Boeren die Bahn östlich und westlich von Standcrton aufgerissen, ohne indessen viel Schaden anzurichten.— Zur Stichwahl in Brandenburg- Westhavellaud. Das socialdemokratische Wahlkomitee für Brandeuburg-Westhavelland er- sucht alle diejenigen Parteigenossen, welche eingeschriebene Wähler in Brande nburg-We st Havelland sind, zur Zeit aber außerhälb, etwa in Berlin und Umgegend, arbeiten, dringend, am nächsten Freitag, den 26. Oktober zur Stichwahl im Kreise erscheinen und ihr Wahlrecht ausüben zu wollen. Es gilt, mit allen Mitteln zu verhüten, daß die Zwangswähler der schwarzen Dörfer das aufgeklärte Proletariat der Städte und vor- geschrittenen Dörfer im Kreise noch einmal überstimmen. Es kann unter Umständen von wenigen Stimmen abhängen, mein der Sieg zufällt. Die betreffenden Genossen wollen sich am Wahltage nach Abgabe ihrer Stimme beim Wahlkomitee in Bruno Raus Restaurant, Neustädt. Heidestr. 75, melden. DaS gothaische Herzogtum bleibt vorläufig als solches er- halten und wird nicht in eine socialistische Republik umgewandelt, da die gefürchtete socialistische Majorität noch einmal von dem Land- tage abgewandt ist. Im neunten Landtags-Wahlbezirk, der aus- schlagqebend für die Frage der Mehrheit war, unterlag unser Genosse W o l f f mit 20 Stimmen in der Stichwahl dem Freffinnigen I u s a tz, der 22 Stimmen erhielt.— Da werden die gothaischen Pfahlbürger aufatnien. Korbmacher Fischer rsSivlvm In Bielefeld beriet eine Parteiversammlung über den Ausschluß eineS gewissen Büchel aus der Partei. Bevor man zu einem Beschluß kam, erklärte Büchel selbst seinen Austritt und drohte mit der Herausgabe einer Broschüre über die Zustände in der Partei.— Durch Austritt des Herrn Büchel dürften diese sich bedeutend gebessert haben. A«S der russischen Arbeiterbewegung. Im„Vorwärts" wurden schon die Urteile erwähnt, die über Teilnehmer an dem Begräbnis des Genossen Wcgrzynowicz verhängt wurden. Jetzt sind nähere Angaben darüber da. Von den 200 arretierten Arbeitern und Arbeiterinnen wurden gegen 100 Personen freigelassen. Die übrigen wurden verurteilt und zwar die Auswärtigen zu 2 Monaten Gefängnis und 3 Jahre Verbannung' nach ihrem Hcimatsort unter Polizei- Aufsicht. die Warschauer zu 3 Monaten Gefängnis und 2 Jahre Polizei-Aufsicht. Das Ceutralkomitce der Socialdemokratischen Partei Polens und Litauens hat anläßlich dieser Urteile in Warschan 2000 Flugblätter verbreitet, die in einer Geheimdruckerei in Polen gedruckt wurden. Verschiedene socialistische Organisationen in Rußland und Polen sind mit einem Protest gegen das Warschauer Blutnrteil hervor- getreten. Die Socialdeinolratische Partei Rußlands hat in allen bedeutenden Städten Flugblätter darüber verbreitet. In diesen Tagen erschien auch ein Ausruf des„Allgemeinen jüdischen Arbeitcrbundcs in Rußland und Polen", der in allen Städten Polens und Litauens verbreitet wurde. In W i t e b§ k i wurden große Verhaftungen vorgenommen. Ueber 100 Arbeiter, Arbeiterinnen und auch Intelligente wurden arretiert. Von den Verhafteten wurden viele bald befteit; 46 Mann blieben aber im Gefängnis. Es wnrde viel illegale Litteratur ge- funden. Die Verhafteten werden in Verbindung mit dem„Allgem. Jüdischen Arbeitbund in Rußland und Polen" gebracht. GrmeLksltzttftlilszes. Berlin und Umgegend. Achtnng, Schuhmacher! In einer am Freitag, den 13. d. M. stattgefundeuen öffentlichen Schuhmacher- Vcrsammlüng ist über die Schuhfabrik von Kerwicn, Barnimstr. 22. bis auf weiteres die Sperre verhängt worden. Wir ersuchen die Kollegen, diesen Beschluß zu beachten. Die Ortsverwaltung des Vereins deutscher Schuhmacher. Deutsches Reich. Die Porzellanarbeiter i» Rudolstadt haben mit der Firma Schäfer u. Vater einen schweren Kampf auszufechten. Seit drei Wochen befinden sich hier 96 Arbeiter und Arbeiterinnen im AuS- stand, ohne daß gegenwärtig eine Beendigung der Differenzen vorauszusehen ist. Dieser Tage standen Verhandlungen vor dem Gewerbegericht an, die aber resultatlos verliefen, da die Chefs der Firma erklärten, datzsiekllnftigüberhauptkeine Mitglieder des Porzellan- arbeiter-Verbands mehr beschäftigen wollen. Immerhin haben die Verhandlungen vor dem Einigungsamt ganz beachtenswertes Material geliefert. Dieselben haben ergeben, daß in den Porzellanfabriken fast durchweg wahrhaft grauenhafte Zustände in Bezug auf Reinlichkeit bestehen müssen.. Zweimaliges Auskehren die Woche und allsountägliches Scheuern, vielleicht auch noch drittes Mal Kehren bei den Formern, bezeichnet der als Sachverständiger geladene Fabrikinspektor Brecht als das höchste Maß aller Vollkommenheit; er könnte imr drei Porzellanfabriken im Lande als sehr sauber be- zeichnen(von 301). Nun kann man sich vorstellen, was es heißt, in einer Porzellanformerei nur ein- oder zweimal wöchentliches Aus- fegen. Die Arbeitsstätten gleichen oft schon mehr den reinsten Kalk- gruben, und der Staub wirbelt in dichten Wolken auf, Lungen und Äugen ruinierend. Hochinteressant war die fernere Aussage des Fabrikinspektors betr. der Arbeitszeit. Er gab sich nämlich die möglichste Mühe, die Chefs der Firma für eine Verkürzung der Arbeitszeit auf Stunden zu erwärmen und konstatierte dabei, daß er vor kurzem mit einem Fabrikbesitzer gesprochen habe, der sich lange gesträubt, eine kürzere Arbeitszeit einzuführen. Jetzt aber könne nichts in der Welt den Mann beweisen, wieder zur längeren Arbeitszeit zurückzukehren, denn er könne konstatieren. daß heute bei der verkürzten Arbeitszeit ebensoviel fertig werde als früher bei der längeren, und dabei sei der materielle Nutzen ganz auf seiner Seite, da er heute weniger Heizung, Beleuchtung und Kraft brauche als vorher. Das ist zwar eine alte Weisheit, die uns Socialdemokraten längst bekannt ist, aber immerhin ist solch ein Geständnis von der Seite doppelt interessant. War es doch gerade Herr Brecht, der noch in seinem 18g4er Bericht sich bitter darüber beklagte, daß die Socialdemokratie durch ihre Agitation die Unzufriedenheit unter die bis dahin„zufriedenen" Arbeiter des Thüringer Waldes getragen habe. Nachklänge vom Maurerstreik in Dortmund. Ein streikender Maurer ivurde im Juli d. I. in einer Unterredung, die er mit einem zugezogenen Kollegen pflog, durch einen Schutzmann gestört. Wie in der göttlichen Weltordnung nicht weiter verwunderlich, sollte der Maurer für die unerbetene Mühewalwng des Beamten auch noch 10 M. Strafe bezahlen. In einer, drei Tage nach der Straf- Verfügung stattgefundenen Streikversammlung brachte der Betreffende die Affaire, die sich am Bahnhof abgespielt, zur Sprache und sprach dabei in despektierlicher Weise von der Legitimationsmarke des Beamten. Dafür erhielt er zwei Wochen Gefängnis. Ausland. Nicdermetzelung von Arbeitern in Ungarn. Nach Nachrichten aus A g r a m kam es Mitttvoch in dem an der Drau gelegenen Kohlenbergwerk„Ferdinand" zu einer furchtbaren Gendarmenschießerei. Die im Werk beschäftigten kroatischen Arbeiter waren aufs äußerste gereizt, weil der Werksingcuieur Wendel!» Hawliczek die czechischen Arbeiter bevorzugte und ihnen größere Accordlöhiie bewilligte. Die Kroaten forderten die gleichen Löhne und entsandten eine Abordnung an Ingenieur Hawliczek. Dieser wies die Deputation aus der Kanzlei hinaus. Hierauf wollten die Kroaten die czechischen Arbeiter ans dein Werk vertreiben, und als Ingenieur Hawliczek für diese Parteff ergriff, wandten sich die Kroaten gegen den Ingenieur, der sich in die Kanzlei flüchtete. Die Arbeiter erbrachen jedoch die Thür und mißhandelten ihn. Unterdessen waren Gendarmen angekommen, die die kroatischen Arbeiter aufforderten, auseinanderzugehen. Die Kroaten wichen nicht vom Platze, worauf die Gendarmen auf die Menge eine Salve ab- gaben. Acht Arbeiter wurden getötet und zwanzig verwundet, von denen vier dem Tode nahe sind. Nach der abgegebenen Salve lief die Menge auseinander. Eine Kommission führt die Unter- suchung an Ort und Stelle. Jene Arbeiter, die zum Angriff auf den Ingenieur Hawliczek aufgereizt hatten, wurden verhaftet. Ter Eisenbahnarbeiterstreik in Trieft ist bereits beendet. Nachdem die Südbahn-Gesellschaft zu einer Erhöhung der Accord- löhne bis zu einem Gesamtaufwande von 100 000 Kronen pro Jahr sich bereit erklärt hatte, nahmen am Montag früh die Magazin- Arbeiter und Verschieber der Südbahnstation die Arbeit wieder auf. Es arbeiten wieder 500 Mann. Die zur Aushilfe herbeigezogenen Arbeitskräfte wurden vorläufig noch nicht entlassen. Die Diamant-Arbeiter in Antwerpen sind in einen General- streik zur Erkämpfung des achtstündigen Arbeitstags eingetreten. Es sind etwa 3000 Arbeiter an dem Streik beteiligt. Möbeltischler! Sieben Wochen haben sich die Möbeltischler Gotenburgs im Ausstand befunden. Km Vorsommer dieses Jahres kündigten die Arbeitgeber die alten Abmachungen und verlangten, daß ein großer Teil neuer, für die Arbeiter unannehmbarer Bestimmungen ein- geführt werde. Da durch Verhandlungen kein Ausgleich zu erzielen war, sahen sich die Arbeiter genötigt, am 28. August die Arbeit niederzulegen, trotzdem sie nichts a n d r e s als die Erneuerung der alten Abmachungen verlangt hatten. Die Arbeitgeber antworteten hierauf mit einer allgemeinen Aussperrung: doch es gelang ihnen nicht, hierdurch etwas zu profitieren. Die Arbeiter sind nämlich alle organisiert und keiner ist im Kampf für diese gerechte Forderung zurückgewiesen. Den Arbeit- gebern blieb nichts andres übrig, als die A u s s p e r r n n g auf- z u h e b e n, was dann am 15. Oktober geschehen ist. Sie suchen nun durch prahlerische Annoncen in in- und ausländischen Zeitungen sich neue Arbeiter für die Plätze der alten zu verschaffen. Doch das soll ihnen nicht glücken! Die Arbeiter haben darauf mit einer allgemeinen Arbeits nieder- l eg u n g(Blockade) geantwortet und ermahnen nun alle deutschen Kollegen, auf keinen Fall nach Gotenburg zu reisen, so lange der Streik dauert. Kein Möbeltischler nach Gotenburg! Der Fachverein der Möbeltischler Gotenburgs. Alle deutschen Parteizcitungen werden um Abdruck dieses Aufrufs ersucht._ Lodz. Der Streik der jüdischen Weber endete mit einem Sieg« derjenigen Arbeiter, die bei den Zwischenmeistern arbeiteten. Sie erhielten eine Lohnerhöhung um 70 Kopeken(i M. 50 Pf.) pro Woche. Für die Fabrikweber aber ging der Streik verloren. Gevirhbs-'Ivitung. Eine Reihe Koniy-Prozeffe stehen auf der Tagesordnung: Aus dem Ennittelungsverfahren gegen„Unbekannt", wovon wir kürzlich berichteten, ist jetzt ein Strafverfahren gegen„Werner und Genossen" geworden. Werner war als parteipolitischer Rechercheur der Antisemiten in Könitz thätig, und es wird ihm znnächst zur Last gelegt, dort zwei Gerichtsbeamte, denen die Akten über die Konitzer Mordaffaire zugänglich waren, bewogen zu haben, ihm aus den Akten Material für die Zeitungen zu be- schaffen. Die Staatsanwaltschaft nimmt an, daß sich W. der Bcamtenbestechung und der Hehlerei schuldig gemacht hat. Bei W., der als Buchhändler in Landsberg a. W. ansässig ist, sowie in den Re« daktionen jener Zeitungen, die den Akteninhalt veröffentlichten, sind kürzlich H a u s s u ch u'n gen vorgenommen ivorden, die aber kein Ergebnis hatten. Werner und zwei Gerichtsbeamte sind verantwort« lich vernommen worden. Weiter steht ein Meineidsprozeß vor dem Schwurgericht in B e u t h e n mit der Affaire in Verbindung. Der Privatschreiber Paul O r d a ans K a t t o w i tz hatte eidlich bekundet, es sei zur Zeit des Mordes in Könitz gewesen und habe gesehen, wie Jsraelski nachts ein Paket in den Teich geworfen habe. Diese Aussage soll erfunden und Orda nie in Könitz gewesen sein. Da er aber dabei bleibt, wird, wie oberschlesische Blätter melden, in den nächsten Tagen der Untersuchungsrichter mit Orda nach Könitz reisen, um sich von' ihm die betreffende Stelle zeigen zu lassen. Zur Verhandlung gegen Orda werden auch Zeugen aus Könitz, darunter Jsraelski. geladen. Gestern stand auch in Könitz ein Meineidsprozeß zur Ver- Handlung: Dem Kaufmann I a c o b y in Tuchel, einem bisher un- bescholtenen Manne, wurde eines Tags auf der Straße„Hep hep I" nach- gerufen. Er erstattete Anzeige und die Rufer erhielten Straf- Mandate wegen groben Unfugs. Sie beantragten richterliche Ent- scheidung und gaben im Verhandlungstermin an, einer von ihnen habe «Hep, hep I" gerufen und Jacoby darauf mit„Lümmel",„Lorbasse" geantwortet, hierauf erst hätten sie insgesamt„Hep, hep!" gerufen. Ein unbeteiligter junger Mann bestätigte diese Angaben. Jacoby, eidlich vernommen, destritt, geschimpft zu haben und erklärte, daß ihm der Ausdruck. Lorbaß" gar nicht bekannt sei. Das Schöffengericht nahm an. daß die jungen Leute gereizt worden seien, hielt die Be- leidigungen für kompensiert und erkannte auf Freisprechung. Nun- mehr wurde bei der königlichen Staatsanwaltschaft in Könitz Straf- antrag gegen Jacoby wegen Meineids gestellt und gab die Staats- anwaltschast dem Antrag Folge. Verteidiger des Angeklagten, der gegen Stellung einer Kaution von 5000 M. auf freiem Fuße be- lassen worden mar, sind Rechtsanwalt Appelbaum-Konitz und Justiz- rat Dr. v. Gordon-Bcrlin. Donnerstag beginnt ferner in Könitz der Meineidsprozeß gegen M a s I o f f und Genossen. Masloff will bekanntlich in der Nacht nach der Ermordung Winters in dem Keller des Schlächter- meisters Levy, Angehörige der Familie Levy sowie mehrere andre jüdische Männer bei einer sehr verdächtigen Hantierung beobachtet haben, er will im Keller Wimmern und verdächtiges Geräusch gehört, und alsdann bemerkt haben, wie mehrere Männer ein schweres Wegen Landfriedensbruchs hatten sich am Freitag in Konig bor dem Schwurgericht die Arbeiter Stubnigti, Rofowsti, 8inier, Mischte und Trapp aus Komarczyn zu verantworten, und zwar aus Anlaß eines Auflaufs, der sich am 11. Juni d. J. in Komarczyn aus denselben Gründen wie in Ronit ereignete und an dem die Angeflagten als Rädelsführer und Teilnehmer beleidigt gewesen sein follen. Der Gerichtshof verurteilte Studnişti, Rotowski und Mischte zu je 3 Monaten 14 Tagen, Binier zu 4 Monaten Gefängnis, unter voller Anrechnung der Unterfugeeft. Trapp wurde frei gesprochen. Eine ähnliche Anklage wird am Dienstag und Mitt too ch dieser Woche gegen eine Anzahl Einwohner der Stadt Tuchel in Westpreußen zur Verhandlung gelangen und daneben laufen vor der Konizer Straftammer Prozesse, die fich mit ganz gleichen Krawallen, wenn auch geringfügiger art, in andren westpreußischen Städten beschäftigen. bou decisi chiud schon Dysenteric. Friedensgesuch. Batet an die Stelle am Mönchsee trugen, an welcher später Teile| stehen, die dem menschlichen oder tierischen Körper in Arzenei- gungen von Kollegen bestimmte Vorschläge machen soll. Zum Schluß vom Körper Winter gefunden wurden. Diese Angaben hat Masloff form eingeführt würden, nicht aber äußerlich an ber Versammlung wurden die verschiedenen Mißstände, welche auf vor dem Untersuchungsrichter beschworen. Die Anklagebehörde nimmt gewandte Apparate, denen eine heilsame Ginwirtung auf dem Platz Beidler herrschen, noch eingehend erörtert und ins an, daß Masloff gelogen habe. Auch einige seiner Verwandten sind ben Körper zugesprochen werde. Auf diese Apparate treffe dasselbe besondere fritifiert, daß bei dem geringsten vorkommenden unvers wegen Meineids unter Antlage gestellt. zu, wie auf das sogenannte Voltakreuz, das ebenfalls nicht als schuldeten Arbeitsfehler außerordentlich hohe Lohnabzüge gemacht Geheimmittel gelten fönne. werden. Das diesbezügliche Material wird dem Gesellenausschuß unterbreitet werden und soll diejer das Weitere veranlassen. Zwei Urteile. Aus Aachen wird uns geschrieben: Einm 3iegeleibefizer aus Ciweiler, welcher mit Vorliebe de Die Arbeiter der chirurgischen Branche hielten am Diens Arbeiterinnen in seinem Betrieb, beschäftigt, obwohl diese Arbeit be tag, den 16. b. M., eine gut besuchte Versammlung ab, in welcher fanntermaßen eine sehr schwer ist, hatte Arbeiterinnen bis zu Scheffler über Urfache und Wirkung der wirtschaftlichen Krije" 15 Stunden täglich ausgenutzt. Außerdem hatte er ein jugendliche sprach. Heller gab dann einen kurzen Bericht der AgitationsArbeiterin nicht in das Verzeichnis der jugendlichen Weiter ein- tommiffion und wies nach, daß das Abhalten von Werkstellengetragen. Troydem der Angeklagte wiederholt wegen derartiger versammlungen die beste Agitation für die Branche sei. Es ist der Bergehen borbestraft war, wurde er mir zu 30 M. Geldstrafe Kommission gelungen, in furzer Zeit über 100 Mitglieder dem verurteilt. Eine derartige Strafe schreckt die Unternehmer nicht. Deutschen Metallarbeiter- Verband zuzuführen. Von einzelnen Rednern In dem zweiten Fall handelte es sich um eine Urkundenwurde schließlich noch das Verhalten des Werfführers ering bei fälschung. Ein Schloffergeselle aus Luremburg the von der Firma Dr. Müller einer Gert S. Hunterzogen. einem Fabrikanten in Neutral- Moresnet, bei dem er gearbeitet, noch 5 r. zu fordern. Er schreibt sich selbst eine Zahlungsanweisung In Groß- Lichterfelde sprach am Freitag Paul Göhre unter und versucht, den Betrag an der Staffe einzuziehen. Dabei wird er rauschendem Beifall vor einer starktbesuchten Wolksversammlung über abgefaßt und nach Aachen in Untersuchungshaft abgeführt. Da die das Thema: arum find die Socialdemokraten gegen die Welts That nun in Neutral- Moresnet verübt war, so mußte er nach den machtpolitit?" In der Diskussion bekam zunächst ein Gegner, ein Eine Anklage wegen unlauteren Wettbewerbs wurde ganz veralteten Bestimmungen des Code penal verurteilt werden Herr Medenmald, das Wort. Ihm antwortete in schlichter aber gestern vor dem Schöffengericht gegen die drei Tischler Paul und lautete das Urteil auf das geringste zuläffige Strafmaß von treffender Weise der Arbeiter Wafieridlem, während die gründ kalisch, Bernhard Kretschmar und Paul Müller ver- fünf Jahren Zuchthaus. Bei der Urteilsverkündigung wurde liche Abfuhr unter großer Heiterkeit der Versammlung die Genoffen handelt. Die drei Angeklagten waren früher in dem großen Betriebe dem Angeklagten anheimgegeben, ein Gnadengefuch um herab- Göhre und Wenzel besorgten. Nach einstimmiger Annahme der des Möbelfabrikanten W. Kümmel, Frankfurter- Allee 117a, be- minderung des Strafmaßes einzureichen. Protestresolution gegen die Weltmachtpoluit Herr Medenwald schäftigt. Im März d. J. traten 24 Tischler aus dieser Fabrit aus war inzwischen verduftet- schloß Genosse Dorheimer mit einem und gründeten in der Markusstraße eine Genossenschaft unter der Jungbier ist ein geistiges Getränk und deshalb nach§ 56 begeisterten Hoch auf die Socialdemokratie die Versammlung. Firma Genossenschafts- Tischlerei Stern, G. m. b. 5." Bald Absatz II Biffer 1 der Gewerbe- Ordnung vom Feilhalten im Umhererfuhr Kümmel, daß die neue Konkurrenz diefelben Möbel anziehen ausgeschloffen. So hat das Kammergericht in einem fertigte, wie er und zwar mit solcher Genauigkeit, daß nur Strafverfahren gegen den Brauereibefizer Bolle entschieden. Bolle diefelben Zeichnungen, die er fich zu teuren Breifen hatte war vom Landgericht in Naumburg zu einer Gerbftrafe gestiti, bu anfertigen lassen, verwendet sein mußten. Nachdem seitens der weil er feine Autorität dazu benutzt hatte, 3 Lehrlinge zu bestimmen, auf Staatsanwaltschaft abgelehnt worden war, gegen die drei vor seine Rechnung Jungbier im Umherziehen feilzuhalten. Das Kammer: Bom Grafen Waldersee, dem Weltgeneraliffimus, hören wir genannten Leiter die öffentliche Klage wegen unlauteren Wettbewerbs gericht verwarf die Revision Bolles und führte aus, Jungbier sei. Vom Grafen Walderfee, dem Weltgeneraliffimus, hören wir zu erheben, erreichte Kümmel dies auf dem Wege der Privattlage. obwohl es teinen Allohol enthalte, zu den geistigen heute, daß er an Dysenterie, deutsch: Darmentzündung, erkrankt Im gestrigen Termin wurde angenommen, daß die Angeklagten sich, Getränken zu rechnen, da es Alfohol entwidele, nachdem ist. Der reichliche Genuß von Lorbeergemüse scheint ihm nicht be entwide während sie bei dem Kläger in Stellung waren, durch Nachpausen es die Käufer in Flaschen aufgestellt hätten. Ein wunderliches fommen zu sein. Daß die Borer durch diesen Krankheitsfall so sehr in den Besitz von Kopien der Originalzeichnungen gefegt hatten. Urteil! ermutigt worden sind, daß sie aufs neue zum Aufstand entschlossen Es wurde auch angenommen, daß diese Zeichnungen als Geschäftssiss red loantis hon, find, if nur eine jener Shanghaier Meldungen, die mit Vorsicht aufgeheimnisse anzusehen seien. Während der Vertreter des Klägers, Das Kammergericht hat Bedenken gegen die Rechtsgültig Rechtsanwalt Wronker, den Fall als einen besonders typischen be- feit der Berliner Polizeiverordnung vom 1. Januar 1900, nach aunehnen sind. Für die friedliche Entwicklung der chinesischen Anzeichnete und eine strenge Bestrafung der Beklagten beantragte, fuchte beren§ 1 Gegenstände, Mittel, Einrichtungen und Methoden, welche gelegenheit tönnen solche Darmaffektionen nur von Vorteil sein, der Verteidiger, Rechtsanwalt Leonh. Friedmann, den Nachweis zu dazu bestimmt sind, die Empfängnis zu verhüten oder sexuelle wenn sie auch die Abhaltung von Paraben einigermaßen beein führen, daß das Nachpausen der Zeichnungen feineswegs erwiesen Erregungen hervorzurufen, weder öffentlich angepriesen, ange- trächtigen dürften. Warum hat sich aber Waldersee nicht vorher auf sei, ein Tischler, der viele Jahre lang dergleichen Möbel angefertigt tündigt, noch in öffentlichen Anstalten zur Anwendung gebracht feine Tropenfestigkeit untersuchen lassen? habe, könne auch durch Photographie, sowie durch Nachzeichnen der werden dürfen. Gegen diese Bestimmung sollte sich der Buch- Von russischer Seite wird jetzt erklärt, daß die Rückkehr des im Schaufenster ausgestellten Stücke auf erlaubte Weise in den Besitz händler Nitschmann dadurch vergangen haben, daß er in russischen Gesandten nach Peking lediglich den Friedensverhandlungen von Modellen gelangen. Der Gerichtshof hielt die Angeklagten des seinem Schaufenster ein Buch des Dr. Schröder so auslegte, zu gute tommen solle. unlauteren Wettbewerbs für überführt und erkannte auf eine Geld hatte, daß man von der Straße nur den folgenden Titel lejen strafe von je 500 Mart. 19 fonnte: Die Vorbeugung der Empfängnis aus Ghenot." Died usd and drin duas Staatsantvaltschaft erblidte hierin, indem sie von denselben Er Der Ueberfall, dem der Kriminalbeamte Rarge in wägungen, wie in dem neulich von uns mitgeteilten Falle ausging. Der chinesische Gesandte in Paris hat dem Minister des der Nacht zum 7. d. M. ausgesetzt war, beschäftigte gestern bereits die Anfündigung von Methoden, diesmal von solchen zur Ver- Aeußeren Delcassé einen Brief des Kaisers von China an den das Schöffengericht. Herr Sarge war in der genannten Nacht mit hütung der Empfängnis. Der Angeklagte wurde jedoch in Präsidenten Loubet überreicht, in welchem der Kaiser um die Verfeiner Familie auf dem Heimweg begriffen. Als er durch die zweiter Instanz freigesprochen, weil wegen des von Tilfiterstraße ging, bemerkte er, daß vier junge Leute mit großen nationalökonomischen Erwägungen ausgehenden Inhalts des Buchs mittelung des Präsidenten zur schnellen Eröffnung von Friedensverhandlungen bittet. Steinen nach den Laternen warfen. Karge stellte sich als Kriminal- nicht einmal von einer verschleierten Ankündigung derartiger Methoden beamter vor und verbot den Unfug. Sofort fielen die vier Burschen die Rede sein könne. Die Staatsanwaltschaft legte Revision ein Hunnische Vergnügungsreifen. über den Beamten her und richteten ihn furchtbar zu. Zum Glüd und forderte die Bestrafung des Beschuldigten. Rechtsanwalt Hahn, Das„ Reutersche Bureau" meldet bom 15. d. Mts. aus kam dem Bedrängten ein Schankwirt zu Hilfe, es gelang, zwei der der diesen vor dem Kammergericht vertrat, machte geltend, die Ber- Peiho- tien: Die englische Kolonne ist, ohne auf Widerstand geThäter, die Arbeiter Hermann Gierte und Karl Blant, fest- ordnung wäre auf jeden Fall insofern rechts ungültig, als sie stoßen zu sein, hier angekommen, fie fand die hiesigen Bezunehmen, die beiden andren Schläger sind noch nicht ermittelt, man auf den Buchhandel bezogen werden könnte. Wollte man der hörden durchaus freundlich gesinnt; das deutsche, das französische ist ihnen aber auf der Spur. Karge mußte blutüberströmt nach der Staatsanwaltschaft folgen, dann könnte die Polizei sogar hoch das italienische Kontingent haben in der Stadt Sanitätswache gebracht werden, er ist zwei Wochen lang dienstunfähig wissenschaftliche Bücher aus den Schaufenstern fernhalten und Quartiere genommen, die Engländer marschierten drei Meilen weiter gewesen. Der Gerichtshof verurteilte Gierke zu drei Monaten, ihre sonstige öffentliche Ankündigung unterdrüden. Uebrigens vor und bezogen am Ostufer des Fluffes ein Lager. Blant zu einem Monat Gefängnis. handele es sich auch hier um eine tiefernste Schrift. Das Kammergericht verwarf die Revision der Staaatsanwaltschaft Silberdiebstähle im Garnisonlazarett I führten gestern den mit folgender eigentümlichen Begründung: Der Senat habe beInstrumentenmacher Hermann Hartmann unter der Anklage des züglich der Rechtsgültigkeit der Berordnung vom 1. Januar schweren Diebstahls und den Uhrmacher Leopold Loew unter der 1900 erhebliche Bedenken. Er könne aber im vor Anklage der schweren Hehlerei vor die zweite Straffammer des liegenden Falle von einem Einschreiten abfehen, Landgerichts I. Hartmann war seit dem vorigen Jahre in dem weil die Revision schon deshalb abzuweisen sei, weil der VorderGarnisonlazarett I mit dem Reinigen von Instrumenten beschäftigt. richter un angreifbar thatsächlich festgestellt habe, Eines Tags bemerkte er in einem offenstehenden Spinde ein ver- daß nicht einmal eine verschleierte Ankündigung einer Methode schnürtes und versiegeltes Batet, welches mehrere Rollen Silberdraht erfolgt sei. det dersted enthielt und entwendete daraus 127 tollen Silberdraht im Werte von 1106 Mart. Einige Zeit darauf stahl er wieder aus einem Spind 5 Schachteln mit 125 Rollen Silberdraht im Werte von 1089 Mart und schließlich noch einmal eine Schachtel mit 25 Rollen im Werte von 218 M. In den letzten Der Verein der Zimmerer( Bertrauensmänner- Centralisation) beiden Fällen war das Spind verschlossen und von dem Angeklagten hielt am Sonntag eine Generalversammlung ab. Der Kassierer mit einem falschen Schlüssel geöffnet worden. Den Silberdraht hat Megner erstattete den Rechenschaftsbericht für das dritte Quartal. er alsbald bei Loew verkauft. Den zuletzt gestohlenen Karton mit 25 Rollen hatte er, als die Diebstähle entdeckt wurden, noch nicht aus dem Lazarett fortgeschafft. Er verbarg den Karton zunächst unter einem Spind und als er dann des Diebstahls bezichtigt wurde, räumte er die Diebstähle sofort ein und holte den Karton aus dem Versteck hervor. Hartmann behauptete, daß Loew gewußt habe, daß die an ihn verkauften Rollen Silberdraht aus dem Lazarett entwendet waren. Loew bestritt diese Beschuldigung ganz entschieden Bestehen des Einigungsvertrags im Baugewerbe für die Arbeiter als und behauptete, daß er stets sofort Anzeige bei der Polizei erstattet günstig eriviesen und soll deshalb die Verlängerung des Vertrags habe, wenn ihm beim Einkauf von Gold: und Silbersachen auf ein Jahr befürwortet werden. Bei den demnächst stattfindenden irgend welche verdächtige Umstände aufgefallen feien und daß Beratungen der Achtzehnter- Kommission über die Arbeitsbedingungen jest eine Menge noch von ihm freiwillig Frankfurt a. M., 22. Oftbr. Der Frtf. 8tg." wird mitgeteilt: abgelieferter des nächsten Jahrs solle aber mit Rücksicht auf die derzeitige Sachen auf der Kriminalpolizei in Aufbewahrung seien. Rechts- Teuerung der Lebensmittel eine Lohnerhöhung von 2/2 Pf. für die Nach einer zuverlässigen Information ist dem Wirtschaftlichen Ausanwalt Leopold Meyer führte für den Angeklagten auch noch ins Stunde beantragt werden, die am 1. April, oder falls das nicht er- fchuß in der That der Bolltarif in Form eines Doppeltarifs, also mit Gefecht, daß der Vater des Loew nach dem ersten Ankauf eine Probe reichbar, doch am 1. Juni in Kraft zu treten habe. Die Zimmerer einer Magimal- und Minimalrubrif vorgelegt worden, und zwar angeblich, Silberdraht dem Kriminalkommissar v. Bådmann zur Prüfung fühlen sich zu dieser Forderung umso mehr veranlaßt, als auch die Maurer weil die Anforderungen der Industrie auf Schutzölle zum Teil eine vorgelegt habe, ob der Verdacht einer strafbaren Handlung des beider Richtungen dieselbe Forderung stellen wollen. Außerdem sollen in fabelhafte Höhe erreichte. Es sollen I. Magimalzölle bei allen den Hartmann vorliege. Dieser habe geantwortet, daß nichts angezeigt dem neuen Vertrage noch einige Rebenforderungen Aufnahme finden. worden sei. Hartmann hatte dem Loew einmal gesagt, er habe zu Nach längerer Distuffion, in der sich im allgemeinen volles Gin- Staaten zur Anwendung kommen, mit denen keine Vertragsabschlüsse zur viel eingekauft, ein andres Mal hatte er als Grund des Verkaufs verständnis mit den Ausführungen des Referenten befundete, nahm ftande kommen; II. der Minimaltarif mit beträchtlichem Abschlage angegeben, daß er jetzt andre Stärken bei seinen chirurgischen die Versammlung eine Resolution an, die im Einverständnis mit gegenüber dem Marimaltarif mit denjenigen Staaten, mit denen Instrumenten gebrauche. Nach Vernehmung des Generalarztes des dem Beschluß einer am 17. Oftober stattgehabten Baudeputierten Handelsverträge abgeschlossen werden, und zwar in beiden Fällen, Garnisonlazaretts I, Dr. Jahn, beantragte der Staatsanwalt Sigung ihre Vertreter in der Achtzehner- Kommission beauftragt, bei ohne dazu die Zuftimmung des Reichstags einzuholen; III. soll gegen Hartmann 1 Jahr Gefängnis, gegen 2oew neun der Erneuerung des Vertrags eine ſtufenweise Lohnerhöhung zu es der Regierung gestattet sein, unter den Minimaltarif Monate Gefängnis. Der Verteidiger führte dagegen aus, fordern und fich in diesem Sinne mit den Vertretern des Central- herabzugehen, und zwar soll dazu in jedem einzelnen Fall daß bei letzterem von einer Hehlerei gar feine Rede sei. Der Ge- Verbands in der Kommission zu verständigen. In die bestehende die Zustimmung des Reichstags eingefordert werden. richtshof verurteilte Hartmann zu 1 Jahr Gefängnis unter Rechtsschutz- Kommission wurde Th. Fischer an Stelle des aus sofortiger Berhaftung, Loew dagegen wurde freigesprochen. scheidenden Mitglieds Obst gewählt. 19 ilgio Damit ist die Hochschutzöllnerei von der Regierung acceptiert Hetlapparate find keine Geheimmittel, die zur Heilung von Die Steinarbeiter hielten am Sonntag eine Versammlung im Krankheiten dienen. Die Firma Ruckin u. Albrecht in Leipzig ver- Englischen Garten" ab, in der der Vertrauensmann Wa Iter den treibt die Heilapparate„ Orydonor- Biftory" und" Banagora", deren Bericht erstattete. Die Abrechnung vom 8. Quartal ergab eine Ge- Tette Machrichten und Depelthen. äußerliche Anwendung gegen zahlreiche Krankheiten eine Heil- famteinnahme von 3828,70 M., die Ausgaben betrugen 2588,32., wirtung ausüben soll. Die Apparate sollen im stande sein, den in so daß ein Kassenbestand von 1235,88 m. verbleibt. Nach der Ab- Konin, 22. Oktober.( W. T. B.) In dem Prozeß wegen wiffent der Luft enthaltenen Sauerstoff aufzufangen und den Menschen zu rechnung vom 17.: November vorigen Jahrs bis 30. September lichen Meineids gegen den Kaufmann Jakob Jacoby aus Tuchel wurde zuführen, die durch Schnallenbänder, Gurte 2c. damit verbunden sind. dieses Jahrs betrugen die Einnahmen inklusive des alten Be- der Angeklagte heute zu 1 Jahr Zuchthaus und 2 Jahren EhrDer Inhalt einer zu den Apparaten gehörigen Hülse ist nicht bestands von 885,10 M., insgesamt 9546,74 m.; die Ausgaben, berluft verurteilt, und es wurde die sofortige Verhaftung Jacobys tannt, sondern das Geheimnis eines amerikanischen Erfinders. Die darunter an die Geschäftsleitung 5552,20 m., für Kranken- unter angeordnet. Köln, 22. Oftober.( W. T.'B.) Amtlich wird gemeldet: Auf dem genannte Leipziger Firma hatte nun die Apparate in der Magde- ftügung 518 W., Reife Unterstützung 513 M., Maßregelungs- und burgischen Zeitung" angepriesen, ebenso in Kalendern, die fie in Streit- Unterstügung 490 m. und 216,40 m. an andre Gewerkschaften, Bahnhofe in Koblenz fuhr eine Rangierlokomotive, welche zivci nicht angekoppelte Wagen vor sich hatte, heute dem Buge 104 nach, Magdeburg verbreiten ließ. Die Firmeninhaber wurden daraufhin insgesamt 8311,36 m. beschuldigt, eine Oberpräsidial- Berordnung übertreten zu haben, die, In derselben Zeit wurden 17 Bersammlungen und 13 Play- um demselben über mehrere infolge Umbaus des Bahnhofs im gleich ähnlichen Verordnungen in allen andren preußischen Provinzen, vertreter- Sigungen abgehalten. Daneben war eine umfangreiche Fahrgeleife befindlichen Erhöhungen hinüberzuhelfen. Als die beiden bas öffentliche Ankündigen von Geheimmitteln, die Sorrespondenz zu erledigen. Den Blagvertretern wurde auf Bagen auf dem Brechpunkt angekommen waren, rollten fte dem zur Heilung von Krankheiten dienen sollen, verbietet. Das gegeben, auf die Restanten einzuwirken, damit diese ihren Schnellzuge in den tiefer liegenden Moselbahnhof nach und liefen und sollen in ber nächsten auf den Bug auf. 8wölf bis fünfzehn Reifende erlitten Sontufionen. Landgericht verurteilte denn auch die Angeklagten zu Geld- Berpflichtungen nachkommen, strafen, wogegen fie Revision einlegten und geltend machten, Versammlung die weiteren weiteren Maßnahmen beschlossen werden. Kapstadt, 22. Oftober.( Telegramm des Reuterschen Bureaus.) wurde Walter Heil apparate seien teine Heil- oder Geheim mittel im Sinne Als Vertrauensmann einstimmig auf Infolge der neuerdings wachsenden Thätigkeit der Boeren im jener Verordnungen. Das Kammergericht gab der Revision ein Jahr wiedergewählt und ihm eine monatliche Ent- Oranje Freistaat und der zunehmenden Geneigtheit derjenigen statt und sprach die Angeklagten mit folgender Begründung schädigung von 15 M. zugestanden. Als Hilfstaffierer wurde Boeren, welche den Neutralitätseid geleistet haben, den Feind zu frei: Das Landgericht habe den Begriff Geheimmittel a rich all und als Revisoren Reuter, Sirte und Lieste unterfiligen, haben sich die Militärbehörden für träftige Maßnahmen bertannt, wenn es die Apparate als solche ansehe. gewählt. Außerdem wurde eine fünfgliedrige Kommission gewählt, entschieden, um die marodierenden Truppe(?) niederzuwerfen und Unter Geheim mittel wären nur Heilmittel zu ver- welche der nächsten Versammlung über die Begleitung bei Beerdie die Neutralen für jede Berlegung ihres Eids streng zu bestrafen. Berantwortl. Redacteur: Heinrich Wekker in Groß- Lichterfelde. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud und Berlag von May Bading in Berlin. Hierzu 2 Beilagen u. Unterhaltungsblatt. Versammlungen. Die Rückkehr des russischen Gesandten. Der Regierungsbote" meldet:" In den seiner Zeit veröffentlichten Regierungsmitteilungen waren die Grundlagen angegeben, von welchen die kaiserliche Regierung fich leiten ließ, als fie ben russischen Gesandten mit dem gesamten Gesandtschaftspersonal aus Beting nach Tiensin abberief. Da die kaiserliche Regierung keine anderen Ziele verfolgt, als die schnellste Wiederherstellung geordneter Beziehungen zu China, erklärte fie damals, daß, fobald eine gesetzliche chinesische Regierung mit genügenden Vollmachten versehene Vertreter zur Führung der Verhandlungen mit den Mächten ernenne, Rußland nach Uebereinkunft mit allen fremben Regierungen nicht zögern werde, seinerseits für diesen Zweck Bevoll mächtigte zu ernennen, und fie an den zur Führung solcher Verhandlungen bestimmten Ort entfenden werde." Belgien in China. Die Einnahmen betrugen 6967,50 m., die Ausgaben 3966,97 m., Brüffel, 22. Oktober. Dem Messager de Bruxelles" zufolge der Ueberschuß 3000,53 M. Dem Staffierer wurde Decharge erteilt, soll der König der Belgier die Zustimmung Frankreichs zur Beebenso dem Vergnügungskomitee, dessen Abrechnung vom Stiftungs- teiligung Belgiens an der Aktion in China unter der Form erlangt fest Höhne erstattete. Der folgende Bunkt der Tagesordnung haben, daß Belgien sich an der Bildung einer internationalen Unfre Lohn- und Arbeitsverhältnisse im nächsten Jahre, Gendarmerie für China beteiligen könne, deren Errichtung beschlossen nahm das Hauptintereffe der Versammlung in Anspruch. fein soll. Wie der Referent Hinrichsen ausführte, hat fich das| worden. Die nene Handelspolitik. Br. 247. 17. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Dienstag, 23. Oktober 1900. 03.0 ab elfoon iso asd gok Gegen das persönliche Regiment, gegen die Ausschaltung des Reichstags bei den einschneidendsten Angelegenheiten ist am 30. Oktober durch die Wahl unsres Genossen Georg Ledebour Protest einzulegen. Parteigenossen, sorgt durch eifrige Agitation dafür, daß dieser Protest wuchtig und wirkungsvoll ausfalle! Arbeiterinnen Berlins, wahret Eure Rechte! Die Bestimmungen der Gewerbe- Ordnung, die zum Schuße der Arbeiterinnen und jugendlichen Arbeiter erlaffen find, werden vielfach seitens der Unternehmer nicht beachtet und die Rechte der Arbeiterinnen werden oft gekürzt. Das Gesetz bestimmt: = Bezirks- Vertrauensleute, die Revisoren, die Mitglieder der Breß- und willigt, in 9 Werkstätten mußte die Kommission hinzugezogen Agitations- Kommission und der Obmann der Lokalkommission. Der werden, und sind sämtliche Forderungen bis auf einen Punkt in Kreis Vertrauensmann hat alljährlich wenigstens zwei Kreis- einer Werkstatt, wo 14 Forderungen gestellt waren, bewilligt worden. In den Vorstand wieder resp. neugewählt wurden Diederich 1., Stonferenzen einzuberufen, wo er Rechnung zu legen hat. Specialdebatte wurde das Organisations- Statut in der vorstehend to b. 23 ei 3 1., W. Ramp 2. Schriftführer. In die Agitations. Nach eingehender Begründung durch Stadthagen und längerer Feyden 2. Vorsitzender; Suhle 1., P. Schmidt 2. Kassierer; ffizzierten Fassung angenommen. fommission neu hinzu gewählt wurden die Kollegen lose, Gohr, C. Deutschmann, Waaren, Eberts und Uster. Zum Revisor wurde Jähne und zu Beitragssammlern BohnHagen und Ligtow ernannt. Bur Statutenänderung lagen eine ganze Reihe von Anträgen vor, welche nach längerer Diskussion einer Kommission von sieben Personen überwiesen wurden. Ein Antrag des Vorstands, betreffend den Ausschluß eines Mitglieds, gab Veranlassung zu einer längeren Debatte und wurde der Vorstand beauftragt, den betreffenden Kollegen von dem Generalversammlungsbeschluß in Kenntnis zu setzen. Folgende, von der Statutenkommission vorgeschlagene Resolution fand gleichfalls Annahme: W Die Arbeitszeit dauert für Arbeiterinnen über 16 Jahre 11 Stunden täglich, mit einstündiger Mittagspause; an Vorabenden Der Kreis Vertrauensmann hat den Bezirks- Vertrauensleuten von Sonn- und Festtagen nur 10 Stunden, und es muß die Arbeits- Marten und mumerierte Beitragskarten zur Verfügung zu stellen, stätte an diesen Tagen bis spätestens 51/2 Uhr verlassen sein. damit solche Genossen, welche aus einem stichhaltigen Grund 10 Stunden mit einstündiger Mittagspause sowie je 1/ 2stündiger die Partei dauernd materiell zu unterstützeu, erfüllen können. Jugendliche Arbeiter von 14-16 Jahren dürfen täglich nur einem Bezirks- Wahlverein nicht beitreten können, doch ihre Pflicht, Frühstücks- und Vesperpause beschäftigt werden. Kündigungen und Entlassungen. Gründe für sofortiges Verlaffen der Arbeit sind z. B.: Unfittliche Angriffe der Unternehmer oder ihrer Vertreter, Thätlichkeiten, grobe Beleidigungen, unregelmäßige Lohnzahlung, bei Accordarbeit nicht ausreichende Beschäftigung usw. parban Versammlungen. Die Rabinputer hielten am 17. Oktober in den Arminhallen Die Freie Volfsbühne" hielt ihre Oftober- Generalversamm eine Mitgliederversammlung ab. Wiesenthal hielt einen Img am Freitag in Cohns Festfälen ab, Rechtsanwalt Victor interessanten Vortrag über:" Die Naturwissenschaften und die Bibel". Die Kündigungsfrist ist eine 14 tägige; sie kann durch gegen ränt! hielt einen Vortrag über Kunst und Censur". ct Von einer Diskussion wurde Abstand genommen. Die Abrechnung feitige Vereinbarung ausgeschlossen werden. Wenn Kündigungs- Der Referent zeigte in seinen interessanten Ausführungen, wie vom 3. Quartal ergab für die Hauptkaffe eine Einnahme von 728,75 M., fristen bestehen, müssen sie für beide Teile gleich sein. es die Polizeis und Verwaltungsbehörde trop des flaren Wortlauts welcher eine Ausgabe von gleicher Höhe gegenüber stand, für 215,70 M., der eine Ausstellung von Zengniffen. Die Arbeiterin hat das Recht, des Artikel 27 der preußischen Verfassung, der bestimmt, daß jeder die Lokaltasse eine Einnahme von ein Zeugnis über Art und Dauer ihrer Beschäftigung zu verlangen; Breuße das Recht habe, durch Wort, Schrift und Bild seine Meinung Ausgabe von 153,55 M. gegenüber stand; es blieb ein besondere Merkmale, welche die Schädigung der Arbeiterin zur Folge frei zu äußern, fertig gebracht haben, die Kunst unter Censur zu Klaſſenbestand von 62,15 M. Die Mitgliederzahl betrug 222 Strafgelder. Bestimmungen über Lohnabzüge in Form von Im Geschäftlichen konnte der Vorsitzende die andauernde Steige Stollegen Hinz, der sein Amt niedergelegt hatte, Schönebed Strafgeldern müssen in der Fabrikordnung, die sichtbar aushängen rung der Mitgliederzahl, die jetzt das siebente Tausend überschritten aum Kassierer gewählt. Alsdann wurde ein in legter Bersammlung muß, bekannt gegeben sein. Die Verhängung jeder Strafe muß der hat, fonstatieren. Er macht die Mitglieder auf die durch das ständige gestellter Antrag auf Ausschluß des Kollegen Broman ange Arbeiterin ohne Berzug mitgeteilt werden. Anwachsen des Vereins vermehrte Arbeitslast des Staffierers auf- nommen, da er seine Beleidigung dem ganzen Vorstande gegenüber haben können, sind ungeseßlich und sind zurückzuweisen. 5 V Hygienische und Schuhmaßregeln. Arbeitsräume, Betriebs- merksam und stellt im Auftrage des Vorstands den Antrag, das nicht zurüdnehmen wollte. Riele gab dann noch bekannt, daß er borrichtungen, Maschinen und Gerätschaften find so einzurichten und Gehalt des Kaffierers von 180 M. auf 200 M. zu erhöhen. Bum fich an die Unternehmer gewandt hätte betreffs Berkürzung der zu unterhalten, daß die Arbeiterinnen gegen Gefahren für Leben Repertoir des Bereins übergehend, giebt der Vorsitzende zur Kenntnis, Arbeitszeit. Eine Antwort sei bis zur Stunde nicht eingetroffen. und„ leber und Gesundheit geschüßt sind. Es ist für genügend Licht, reine gute daß nach der Aufführung der beiden Teile von Ueber unsre Kraft" Der Verein der Arbeiter und Arbeiterinnen der Wäsche: Luft, Beseitigung von Staub und Abfällen zu sorgen; ebenso find im Lessing- Theater Jbsens Bund der Jugend" zur Darstellung gebranche batte am Mittwoch, den 17. d. eine Bersammlung nach dem Schußvorrichtungen an Maschinen anzubringen. In Anlagen, deren lange. Für Jamnar habe der Ausschuß beschlossen, Restroys alte Alten Schüßenhaus", Linienstraße 5 einberufen. ReichstagsBetrieb es mit sich bringt, daß die Arbeiterinnen sich umkleiden und Boffe Lumpacivagabundus" zu bringen. Für Februar jei Abgeordneter Rojeno to hielt einen sehr beifällig aufgenonimenen nach der Arbeit reinigen, müssen ausreichende, für beide Geschlechter wiederum im Lessing Theater eine französische Novität„ Die Vortrag über: Die Arbeiterbewegung einst und jetzt." Nach dem getrennte Ankleide und Waschräume vorhanden sein. Bedürfnis- rote Robe" in Aussicht genommen. Kaffenbericht fürs 3. Quartal, welchen der Kassierer Stanowsky gab, anstalten müssen in genügender Bahl vorhanden und so eingerichtet Um den zahlreichen Wünschen der Opernfreunde Rechnung zu hatte der Verein eine Einnahme inkl. Vortrag vom 2. Quartal von sein, daß Sitte und Anstand nicht verlegt werden. tragen, habe der Vorstand mit dem Theater des Westens ein Ab 1971,59 M. und eine Ausgabe von 1328,05 M. Lebhaft bedauert Arbeiterinnen, achtet darauf, daß diese zu Eurem Schuße er kommen dahingehend getroffen, daß für den Verein am 10. und wurde, daß die Mitglieder jo lässig mit dem Begleichen der BeiTaffenen gefeglichen Bestimmungen durchgeführt und innegehalten 24. März nächsten Jahres Opern- Vorstellungen stattfinden, träge sind und sie werden deshalb auf§ 9 des Vereinsstatuts ver Das Fest am 17. November wird zur Erinnerung an das zehn- wiesen. Jede Aenderung der Wohnung ist entweder dem Kassierer jährige Bestehen der Freien Vollsbühne" ein besonders hervor- oder bei W. Ene, Weißbachstr. 5 11 zu melden. Die Bibliothek beragendes Programm erhalten, und ist den Mitgliedern der Besuch findet sich seit 1. Oftober Lowestr. 5 II bei Nerlich. Ersucht wird, desselben dringend zu empfehlen. unter allen Umständen das Umfragen in den Fabriken zu unter Den Kassenbericht erstattet Winkler. Danach betrugen vom lassen und sich statt dessen am Arbeitsnachweis, Landwehrstr. 1 bei 1. Juli bis 30. September die Einnahmen 14 884,55 M., die Aus- Hergt, zu melden. gaben 7005,89 W., jodaß am 30. September 1900 ein Bestand von 7878,66 m. verbleibt. werden. Wohl hat man dem Drängen der Arbeiterschaft auf Anstellung weiblicher Gewerbe- Inspektoren insoweit Rechnung getragen, daß man für Berlin eine weibliche Assistentin anstellte. Damit allein sind unsre Forderungen jedoch nicht erfüllt. Auch dürfen wir uns nicht der Hoffnung hingeben, daß durch diese Anstellung die Aufnahme von Beschwerden in einer solchen Weise vor sich gehen wird, wie es notwendig wäre. Wir weisen darum von neuem darauf hin, daß nachstehende Bersonen bereit sind, um es den Arbeiterinnen zu ermöglichen, ohne Nachteile für ihre Existenz auf Beseitigung der Mißstände in den Arbeitsstätten hinzuwirken, wahrheitsgetreue Beschwerden entgegen zunehmen und für schleunigste Abhilfe Sorge zu tragen. Die Namen der Beschwerdeführer werden streng geheim gehalten! Frl. Baader, Großgörfchenstraße 38, zweiter of II. Frau Bauschte, Rostockerstr. 47, Hof II. Frau Dr. Wehl, Lothringerstraße 67, I. Frau Jung, Fichtestraße 25, of Il. Frau 2u3, Waterloo- Ufer 9, im Laden. Frau Mesch, Lychenerstr. 3, lints, Aufg. IV. Frau Ties, Blumenstr. 63, I rechts. Frau Sprung, Engel- Ufer 4a, 2. Hof II. Sprechzeit jeden Mittwochabend von 7-9 Uhr. A. Korsten, Gewerkschaftsbureau, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15, L., Zimmer 8. Borm. 9-1 und nachm. 6-8 Uhr. Der Vorsigende teilt mit, daß gegen den Berein fein Prozeß ist es jedoch geblieben. schwebe. Allerdings habe ein Rechtsanwalt mit Klage gedroht, dabei Aus dem Charlottenburg. Der Socia Der Socialdemokratische Wahlverein für In der Diskussion bittet Grempe um Mitteilung über den Zeltow- Beeskow- Storkow- Charlottenburg, hielt, am Donnerstag, den Stand des Prozesses, den eine Theateragentur wegen Tantième an- 18. d. M., icine ordentliche Generalversammlung ab. gestrengt haben soll. Ferner ist Grempe der Ansicht, daß die Bericht des Vorstands geht hervor, daß neben 5 Versammlungen Gehaltserhöhung für den Kassierer zu niedrig bemessen sei, und be- 13 Vorstandsfizungen stattfanden. Die Entwicklung des Vereins im letzten halben Jahre war stark beeinträchtigt durch die Unbestimmtheit antragt, das Gehalt auf 225 W. zu erhöhen. über die fernere Ausgestaltung des Vereins in Bezug auf die Centralisation der in Kraft bestehenden Bildungsvereine zu einem großen Wahlverein; doch sind nunmehr die Vorarbeiten in den Dittmar ist ebenfalls für ein Gehalt von 225 M. Derfelbe hierzu gewählten Kommissionen erledigt. Eine größere Zahl von fommt auf das letzte Feit zu sprechen und dankt dem Vorstand für teils verzogenen, teils mit ihren Beiträgen rückständigen Mitgliedern bas geichidte Arrangement. Er ist jedoch der Ansicht, daß der Saal mußten gestrichen werden. Ausgeschlossen wurden vier Mitglieder, der Brauerei Friedrichshain sich für Feste, die einen wirt die Streifbrecherdienste geleistet, und ein Mitglied, welches das der Arbeiterschaft start mißbraucht hatte. Für lichen Kunstgenuß hervorrufen sollen, nicht eigue. Fräul ist Vertrauen 60 Mart eingestellt. vierteljährlich 60 werden müsse. der Ansicht, daß der Boykott über die Philharmonie aufgehoben die Bibliothek find Die Philharmonie sei ein Kunstinstitut, das Der Bericht des Kassierers ergiebt eine Einnahme intl. altem feinen Saal zu feiner politischen Versammlung hergebe. Cohn Bestand von 1054,91 M., der eine Ausgabe von 522,45 M., darunter entgegnet, daß die Freie Voltsbühne" nicht dazu da sei, zu ent- 400 W. an den Vertrauensmam, gegenübersteht. Somit verbleibt scheiden, ob ein Boytott gerechfertigt ist oder nicht. Mögen die ein Bestand von 532,46 M. Die Wahl des Vorstands ergiebt Herren, die die Aufhebung des Verbots wünschen, in ihren Wahl- folgendes Resultat: Baale, 1. Vorsitzender, Bunge, 2. Bors., vereinen dahingehende Beschlüsse faffen lassen. Dort sei der Ort, Henschte, 1. Raffierer, Stresse, 2. Kassierer, Wegner, Schriftführer. Revisoren: Junger, Flemming, Vogel. über solche Angelegenheiten zu beraten. wurde am Sonnabend im Restaurant Bellevue zu Rummelsburg Zum andern Punkt der Tagesordnung hielt Genosse Hirsch einen interessanten Vortrag über: Fabritinspektion Charlottenburg", über abgehalten. Anwesend waren 27 Delegierte aus 18 Orten, ferner der Reichstags- Abgeordnete des Kreises, der Kreis- und mehrere An der Diskussion beteiligen sich noch Frl. Bien und Hauschner. welchen sich eine turze Diskussion entspann, an der sich die Genossen Unter VereinsOrts- Vertrauensleute, sowie die Mitglieder der Preß-, Agitations- Der Antrag Dittmars wird abgelehnt, der Antrag auf Decharge und Speerer, Sabor und Krätte beteiligten. und Lokal- Kommission und die Revisoren. angelegenheiten ward die Aufnahme von 20 neuen Mitgliedern vorDer Kreis- Vertrauens- Erhöhung des Kassierergehalts auf 225 M. angenommen. mann Garg erstattete Bericht über seine Thätigkeit. Er bemerkte u. a. genommen, der Genosse Labude als Abteilungsführer für den Die Stellmacher hielten am Sonntag eine öffentliche Ber- fechsten Bezirk bestätigt, sowie auf den am 11. November d. J. nachdaß er am 11. Januar die Kaffe mit einem Bestand von 845,15 M. über- fammlung ab, um über die Frage: Wie ist es möglich, das Er- mittags 4 Uhr stattfindenden Besuch der Urania( pro Billet 40 Pf. nommen habe. Die Gesamteinnahme betrug 2646,10 m., die Ausgabe 2659,98 m., bleibt ein Bestand von 881,27 m. Nachdem die ungene festzuhalten? zu beraten. Aus den 50 eingelaufenen Frage durch die Abteilungsführer) aufmerksam gemacht. Auf Anregung des Decharge ausgesprochen war, wurde Garg als Kreis- Verbogen ist zu ersehen, daß 43 Werkstätten die neunstündige Arbeits- Genoffen Klein wird in nächster Zeit wiederum eine Berufsstatistik trauensmann wiedergewählt. Mit dem Amt der Revisoren zeit haben, während dei 7 Firmen länger gearbeitet wird. Der über die Mitglieder des Wahlvereins stattfinden. Schluß der VerMit dem Amt der Revisoren wurden Seitel, Beutert und Hoffmann betraut. Der Bericht Diskussion ist zu entnehmen, daß die Verhältnisse in manchen fammlung 3/412 Uhr. find. Werkstuben recht traurige Gine Kreiskonferenz für den Reichstags- Wahlkreis Nieder- Barnim Der Streiskonferenz lag der von einer Kommission ausgearbeitete Dittmar ftellt munmehr den Antrag, den Vorstand zu beauf tragen, Schritte zu thun zur Freigabe der Philharmonie. Bei in einem Meister Der der Preßkommission, den Gerstenberger erstattete, wurde ohne Schöneberg, bei dem noch das Koft- und Logiswesen herrscht, Friedrichsfelde. Am 18. d. M. hielt der Socialdemokratische Debatte entgegengenommen. Als Mitglieder der Preßkommission find die grbeiter gezwungen, in einem 20 Stufen tiefen Keller zu Wahlverein für Friedrichsfelde seine Generalversammlung ab. wählte die Konferenz die Genossen Gerstenberger und Grauer. schlafen und sogar in der Werkstätte hat ein Geselle wochenlang Bericht des Vorstandes ergab einen Mitgliederbestand von 87 PerHierauf gab Freiwald den Bericht der Agitations- Kommission. übernachtet. In einer größeren Fabrit, die die Lieferungen für den fonen. Die Einnahme vom zweiten und dritten Quartal betrug Urteil des Ober- Verwaltungsgerichts, welches die Agitations- chinesischen Krieg zu machen hat, wurde durch Anschlag bekannt- 90,62 W., die Ausgabe 31,29 m., bleibt ein Bestand von 59,33 W. Kommission als einen Verein erklärt, den angeblichen Vorsteher des gemacht, daß die Arbeitszeit wieder von 6-7 Uhr dauere, also Bei der Neuwahl des Vorstands wurden gewählt: Pinsler zum 10% Stunden. Die Schmiede gaben sich damit zufrieden. ersten Vorsitzenden, Kacza zum zweiten, Riebe zum ersten felben aber von der Pflicht, nicht vorhandene Statuten der Polizei zum zweiten, Daenite zum die Als Stellmacher dagegen der Schriftführer. Mühlmann protestierten, erklärte einzureichen, freispricht. Als Mitglied der AgitationsTyratowski und Glawe, zu Revisoren Arbeitgeber, wenn fie Saffierer, au Behiemann. Die Puntte 2 und 3 der Tageser müsse seinen Betrieb schließen, Kommission wurde Freiwald wiedergewählt. nicht länger arbeiten wollten. Darauf erklärten sich auch Feldt und diese einverstanden. In schärffter Weise wurde das in einigen ordnung, betreffend Bericht und Wahl des Vertrauensmanns, sowie Entwurf eines Organisations Statuts für den Wahlkreis Betrieben herrschende Kolonnensystem gegeißelt, bei dem oft der Lokalkommiſſion, wurden abgefekt und einer öffentlichen ben bor. Nach diesem Entwurf soll der Kreis in 12 Bezirke eingeteilt nur der Kolonnenführer den Preis der Arbeit kennt und der Versammlung überwiesen. Als Delegierte zur Kreiskonferenz wurden werden. Jeder Bezirk foll einen Bezirks- Wahlverein bilden, und jeder dienst in ungerechtester Weise verteilt wird. Es gelangt dann eine die Genossen Riebe, Kacza und Gronwald gewählt. dieser Wahlvereine soll mindestens ein Fünftel der Beitragsgelder an Resolution zur Annahme, durch die sich die Anwesenden verpflichten, Centralverein der Bildhauer Deutschlands. Heute abend 812 Uhr den Kreis- Vertrauensmann abliefern. Jeder Bezirks- Wahlverein hat das im Frühjahr Errungene, speciell die neunstündige Arbeitszeit, im Gewerkschaftshaus: Generalversammlung. einen Vertrauensmann zu wählen. Die Vertrauensleute sind verpflichtet, die Vereine in der Durchführung ihrer gemeinsamen Zwede hochzuhalten und, soweit sie noch nicht organisiert find, sich dem zu unterstützen. Diejenigen Parteiangelegenheiten des Kreises, welche deutschen Holzarbeiterverband anzuschließen. eine gemeinsame Beratung erfordern, wie die Wahl des Kreis- Vertrauens- Der Verein der Tischler Berlins und Umgegend hielt am Die juristische Sprechstunde findet Montag, manns, seiner Revisoren, der Preß- und Agitations- Kommissionsmit- 16. Oktober im Freischüß", Fruchtstraße, seine Generalversammlung glieder 2c. werden in Kreiskonferenzen erledigt. Die Leitung der Kreis- ab. Zum ersten Buntt der Tagesordnung erstattete der Kassierer Donnerstag und Freitag von 7-9 Uhr abends statt. Angelegenheiten unterliegt dem Kreis- Vertrauensmann. Zur Kreis- den Kaffenbericht. Einer Einnahme von 1101,85 M. stand eine F. D. 20. Die Gehaltssäße sind bei Siemens u. Halste ebenso wie fonferenz entfendet jeder Bezirks- Wahlverein Delegierte, deren Zahl Ausgabe von 953,74 M. gegenüber, mithin ein Ueberschuß von fich nach der Größe des Wahlvereins richtet, derart, daß auf weniger 148,11 m. 1100 m. wurden der Bank überwiesen. Den Bericht des als 50 Mitglieder ein, auf 50-100 Mitglieder zwei, und auf jedes Borstands erstattete Diederich. Neu aufgenommen wurden 62 Kollegen. weitere hundert Mitglieder noch ein Delegierter entfällt. Außerdem Die Agitationskommission hatte 27 Werkstätten geladen; davon find tann( um den Frauen die Mitarbeit zu ermöglichen) in einer 2, Lehmann u. Sohn, Friedenstr. 54, und Straßburg, Frucht öffentlichen Versammlung, welche für den Bezirk von der weib- straße 85, nicht erschienen. Die Kollegen der Werkstatt Lehlichen Vertrauensperson einberufen ist. je eine weibliche Delegierte mann u. Sohn hatten es vorgezogen, statt am genannten 2., Emdenerstraße. Die Gänsefüßchen find infolge eines Versehens zur Kreiskonferenz gewählt werden. Wenn der Bezirks Wahlverein Abend zu erscheinen, zu arbeiten, und hielt der Obmann daraufhin hinzugefügt worden. Es ist doch selbstverständlich, daß uns jede kränkung es beschließt, dann können die Delegiertenwahlen statt in einer die Sigung in der Werkstatt ab. Von den 25 erschienenen Wert des mutigen Manns ferngelegen hat. Daß eine Eingabe Erfolg haben Bereins, in einer öffentlichen Versammlung vorgenommen werden, stätten handelte es sich bei 12 um Vereinsangelegenheiten, bei wird, bezweifeln wir. Versuchen Sie es immerhin. A. Fröhlich. Schriftliche Antwort erteilen wir nicht. Sie können aus jedoch fält in diesem Falle das Recht fort, eine weibliche Delegierte 13 Werkstätten um Erhöhung der Accordpreise, Anschaffung von der Landeskirche durch Erklärung vor dem Amtsgericht Ihres Wohnort& J. J. 8. 10. 61. 1. Nein. 2. Ja. 3. Ja. 2. W. Die in einer besonderen Frauenversammlung zu wählen. Außer den Werkzeug und in einer Werkstatt um Kürzung des Koftgeldes. Von austreten. Delegierten find auf der Kreiskonferenz stimmberechtigt: Der Ab- den genannten 13 Werkstätten find in 4 ohne Vermittelung der Reichsbant ist eine unter Aufsicht und Leitung des Reichs stehende Bant. geordnete oder Kandidat des Kreises, der Kreis- Vertrauensmann, diel Agitationskommission mit dem Arbeitgeber die Forderungen be Sie hat die Eigenschaften einer juristischen Person. Ihr steht die Aufgabe = Briefkasten der Redaktion. Dienstag, bei der Großen Berliner; für den Anfang beträgt der Monatslohn mithin 85 M. Fragen Sie Martgrafenstr. 94 an. Dante. 1. Lamprechts deutsche Geschichte und Schloffers Weltgeschichte find zu empfehlen. 2. Berlangen Sie in einer Buchhandlung die Mathematischen Unterrichtsbriefe. 3. Ginen solchen Mann kennen wir nicht. Ein Nieter. Bei Stumm. A. 64. Eine Milliarde hat tausend Millionen. Produktenmarkt vom 22. Oftober. An der heutigen Getreibe But, den Geldumlauf im Reichsgebiet zu regeln, die Bahlungsausgleichungen| Stritit des Programms der Franzöfifchen Arbetterpartei", von Fr. Engels Der 23. nationale Kongreß der socialistischen Partei Frankreichs. 65rfe war der Verkehr ungleichmäßig. Der wenig befriedigende preußische zu erleichtern und für die Nußbarmachung verfügbaren Kapitals zu forgen( Schluß). Die Kongreffe der Föderation der Arbeitsbörsen. Saatenstandsbericht, das tältere Wetter und das Fehlen russischer Offerten Sie hat ihren Sit in Berlin und an vielen Orten Zweiganstalten. Es ist Bon Jean Longuet. Der Kongreß der socialistischen Genossenschaften. bewirkte Kauflust für Roggen. Weizen wurde jedoch dadurch nicht be das Vermögen der Reichsbank nicht Reichsvermögen, vielmehr ist sie ein Von F. Belloutier. Der Kongreß für die Lage und bie echte berieferungspreise für Weizen stellten sich für Dezember um 0,25 Mr., für Mat einflußt; inländischer war angeboten, namentlich mecklenburgischer. mit Privatfapital betriebenes Bankinstitut, das einen Teil seines Gewinns Von Marcel Mauß. an bas Reich abzuführen hat. 2. 5, C. 6. Es ist niemand verwehrt, Frauen. Von Marie Bonnevial. Umfang des Hefts 64 Seiten. sechs Pferde vorzuspannen. B. O. Die Unfallversicherung tritt in Verlag der Société nouvelle de Librairie et d'Edition, 17 rue Cujas, um 0,50 m. niedriger. Ihrem Fall nicht ein. Paris. gegen den Sie können nur des Breats Schabenserfas geltend machen.-Pankow. Nenaptabiostojne sid arisanniabigstad glochjoule si Marktpreise von Berlin am 20. Oftober 1900 1119) Gingegangene Druckschriften i forben bas gue nach Ermittlungen bes fgl. Polizeipräsidiumis. Welgen, gut D. Ctr.| 15,30) 15,28 Startoffeln, neue, D- Ctr. 15,26 15,24 Rindfleisch, Keule 1 kg. mittel Bon der Neuen Zeit"( Stuttgart, Diez' Verlag) ist foeben das 3. Heft des 19. Jahrgangs erschienen. Aus dem Inhalt heben wir hervor: Das persönliche landwirtſchaftliche Rußlands. Bruder Bauer! Von A. Hofer( Skaisgirren). Bon Parvus. I. Socialismus und Erziehung. Eine social- pädagogische Stigge von Ludwig Woltmann. Stellung der Konsumvereine und Allgemeiner GenossenschaftsVon Herm. Fleißner( Dresden). Litterarische Rundschau: †) Gerßte, gut Dinter der Mauer, Karl geßler, Die deutschen Kolonien.- Rotizen: Der Mann mit der Hade. Bon Volkstümliches Handbuch des öftreichischen Rechts. Dr. J. Ingiver und Dr. J. Rosner. Heft 1. Verlag der Wiener Bolts buchhandlung Ignaz Brand. Wien, VL, Gumpendorferstr. 18. do Le Mouvement Socialiste( Die Socialistische Bewegung). Halbmonatlich erscheinenbe internationale Revue, erscheinend am 1. und 15. des Monats. Die Roggenpreise waren durchweg unt 0,50 M. höher. Die Umsäze waren flein. Im weiteren Verlaufe zog Roggen ferner an, währen Betzen unverändert blieb. Safer war froß ber Steigerung der Maipreise unverändert. Rüböl war auf Realisierungen um 0,20 m. schwächer. Spiritus. 70 er tocofpiritus gab um 20 Bf. auf 48,80 W. nach. 214Spiritus.( 70er M. 6,-4, 1,60 1,20 Witterungsübersicht vom 22. Oftober 1900, morgens 8 Uhr. " it gering of 15,22 15,20 *) Roggen, gut mittel " " 14,45 14,42 " Schweinefleisch 1,60 1,20 " " 14,39 14,36 Kalbfleisch 1,80 1" gering n 14,33 14,30 Hammelfleisch " 1,60 1,10 Stationen do 15,50 14,90 Butter 2,80 2 Eier Karpfen поп 1 kg 2,40 1,20 Aale 2,50 1,20 Banber dug 2,60 1,20 2,-1, 1,80 0,80 3,- 1,20 1,40 0,80 mittel 14,80 14,20 gering 14,10 13,50 +) Safer, gut 615,80 14,90 niitteld 14,80 13,90 gering 13,80 13,- Hechte susto Nichifrob 7-6,50 Bariched 5,20 Schleie 7,40 eu 40, Erbsen 45, 20, Krebse per Shot 12-2,50 Preis der Nummer für das Ausland 50 Ets., Abonnement für das pals: Spelfebohnen P1020 Bleie 70, 30 jahr im Ausland 5 Fr. Inhalt der Nummer vom 15. Oftober: Die Ergebnisse des Nationaltongresses. Von Louis Révetin. Die Agrarfrage und der Socialismus, 1 Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Ver antwortung. Theater. Dienstag, den 23. Oftober. Opernhaus. Cosi fan tutte. An fang 72 Uhr. Schauspielhaus. Das goldene Bließ. Anfang 7/2 Uhr. Neues Opern Theater( ron). Jl Barbiere de Siviglia. nfang 7 Uhr. Deutsches. Der Biberpelz. Anfang 72 Uhr. Leffing. Morituri.( Teja. Fritchen. Linsen ab Bahn. †) frei Wagen und ab Bahn. nomi RANIA Apollo- Theater. Taubenstr. 48/49. Durchschlagender Erfolg der rum Im Theater prodNovität: abends 8 Uhr: Auf den Wogen des Oceans. Fräulein Loreley. Invalidenstr. 57/62. bitmap Eine Wanderung durch die Ferner: Riccardo und Benedetto. Weltansstellung in Paris. Tägl. Sternwarte. Trio Resa. Nachmittags 5-10 Uhr. CASTANS Das Gwig- Männliche.) Anfang PANOPTICUM 7 Uhr. Berliner. Ueber unsre Kraft. Anfang 72 Uhr. Residenz. Die Dame von Maxim. Anfang 7/2 Uhr. 616 Neues. Der weiße Hirsch. Anfang 71 Uhr. Weften. Hoffmanns Erzählungen. Anfang 7 Uhr. Schiller. Fauft.( 1. Teil.) Anfang 8 Uhr. Secessionsbühne. Der Thor und der Tod. Heckenjos. Anfang 7 Uhr. Die Geisha. Anfang Central. 7 Uhr. Thalia. Der Liebesschlüssel. Anfang 72 Uhr. Luifen. Die guten Freunde. Anfang 8 Uhr. Friedrich- Wilhelmstädtisches. Der Tugendring. Anfang 7/2 Uhr. Carl Weik. Müller und Schulze auf der Pariser Weltausstellung. Anfang 8 Uhr. Belle Alliance. Die schöne Millibäuerin von Tegernsee. Anfang 8 Uhr. Die neuen lebenden Photographien. Graf Waldersee. Kampf mit chinesischen Boxern. Konzertn der russischen Nationalkapelle aus Kiew, Kapellmeister Semaschko. Illusionen Kasperl- Theater Irrgarten Schreckenskammer. Central Theater Anfang 7 Uhr: Die Geisha. Operette in 3 Atten von S. Jones. Mittwoch und Donnerstag: Die Geisha. Erna Bertholdi. Adele Moraw. Mme. Hilaris. Der Kosmograph. Kassenöffnung 7 Uhr. Anfang 8 Uhr. Cirkus Schumann. Heute, Dienstag, den 23. Oktober, abends präc. 712 Uhr: Große außerordentl. Vorstellung. Auftreten sämtlicher neu engagierten Specialitäten. U. a.: Neu! Die welt: berühmte Samilie James Powell. Neu! Miss Victoria. Direktor Alb. Schumanns anerkannt unerreicht ga ftehenben Original Dreſſuren. Neu! Die reizenden Miniaturmenschen: Die 9 Colibris, als XylophonVirtuosen und Drahtseilkünstler. Zum Schluß zum 32. Male: Das größte Manegen- u. Waffer: Schauſtück der Gegenwart. Barometerftand mm Windrichtung Windstärke Wetter Swinembe. 768 9 4wolfig Samburg 772 NNW 2wolfen! Berlin 769 NAS 4 heiter Frantf./M. 770 NNO 4bebedt München 768 Still wolfig Wien 764 WNW 4 Regen Temp. n. E. 5° C. 4° R. Stationen Barometer= ftand mm Winds richtung 7 Haparanda 766 Still 2 Petersburg 2 Tort 6 Aberdeen 3 Baris 5 Windstärke Wetter Regen 780 MNO 2 woltig 77452 77390 2h16. bed. 3 bedeckt etter.Prognose für Dienstag, den 23. Oktober 1900. Temp. n. 6. 15° G.= 4° R. 31885 Ein wenig wärmer bei ziemlich frischen westlichen Winden und zus nehmender Bewölkung; nachher etwas Regen. Berliner Wetterbureau. Cirkus Renz- Konzert- Tunnel Wojentags 7 Uhr. Karlstrasse, Nur erstklassige uloged Direktion: Sonntags 5 Uhr. Specialitäten. J. M. Hütt. Jeden Sonnabend nach der Vorstellung: Tanz ohne Nachzahlung. 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Volksversammlungen 220/19 in folgenden Botalen: Königstadt, Schönhauser Allee 10-11. Referent: Stadtverordneter H. Borgmann. Berliner Prater, Kastanien- Allee 7-9. Referent: Stadtverordneter Bruns. Hensels Salon, Invalidenstr. 1. Referent: Der Kandidat des Kreifes G. Ledebour. Kolberger Salon, Kolbergerstr. 23. Referent: Reichstags- Abgeordneter P. Singer. Kronen- Brauerei, Alt- Moabit 47-49. Referent: Reichstags- Abgeordneter Fr. Zubeil. Tages Ordnung in allen Versammlungen: Die bevorstehende Reichstagswahl und das Verhalten der bürgerlichen Parteien. Recht zahlreichen Besuch erwartet Das socialdemokratische Wahlkomitee. Volks- Versammlung sa am Mittwoch, den 24. Ottober, abends 8 Uhr, s fe Nach langen schweren Leiden starb am 13. d. M., nachm. 612 Uhr, meine liebe Frau, unfre gute Mutter Louise Michaelis geb. Seifert. im großen Saal der Arminhallen, Kommandantenstraße 20. um sines Beileid bitten Tages Ordnung: 1. Jahresbericht der Vertrauensperson und Neuwahl derselben. 2. Bericht über die Frauenkonferenz in Mainz. B 3. Bericht über den Internationalen Kongreß in Paris. Referentinnen Gen. Ihrer und Zetkin. 1/12 Bahlreichen Besuch dieser wichtigen Versammlung erwartet Die Vertrauensperson der Franen. II. Wahlkreis. S.-D. Wahlverein. Heute, Dienstag, 23. Oktober, abds. 8 Uhr, im Saal der Habelschen Brauerei, Bergmannstraße 5-7: General- Versammlung. Tages Ordnung: Bericht des Vorstands und Kassierers. Verschiedenes. Neuwahl des Vorstands. 238/15 Mitgliedsbuch legitimiert. Zur Ausgabe kommen: Parteitags- Protokolle. Bahlreiches Erscheinen der Mitglieder erwartet Der Vorstand. Socialdemokratischer Wahlverein für den dritten Berliner Reichstags- Wahlkreis. 186 Mittwoch, den 24. Oktober, abens 8 Uhr: General Versammlung im Lokal ,, Dresdener Cafino", Dresdenerftr. 97. Tages Ordnung: 1. Bierteljährlicher Bericht: a) des Vorstands, b) des Kassierers. 2. Diskussion. 3. Wahl des 1. Vorsitzenden. 4. Vortrag des Genossen Max Schütte über:" Das Socialistengeset". 5. Diskussion. 6. Vereinsangelegenheiten.: 240/ 20* Als Broschüre wird in diesem Vierteljahr das Mainzer Protokoll gegeben und gelangt dasselbe in der Versammlung zur Ausgabe. Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. NB. Die Bahlstellen des Vereins befinden sich: Gottfr. Schulz, Admiral: Straße 40a( Rottbuser Plaz); W. Börner, Ritterstraße 15; Martin Mescha, Adalbertstr. 24( Eingang Engel- Ufer); Emil Götte, Brandenburgstraße 18; A. Flick, Simeonftr. 23; Ernst Lier, Alte Jakobstraße 119; Franz Krüger, Naunynstraße 54. Der Vorstand. Socialdemokratischer Wahlverein Herm. Michaelis und Kinder. Die Beerdigung findet Dienstag, Socialdemokratischer Wahlverein 18. für den 4. Berliner Reichstags- Wahlkreis( Often). Am Dienstag, den 23. Oktober cr, abends 8 Uhr, Große Frankfurterstraße 117: General- Versammlung. ath Tages- Ordnung: 1. Bericht des Vorstands. 2. Kaffenbericht per 1. Salbjahr 1900. 3. Neuwahl des Vorstands und ber Revisoren. 4. Statutenänderung. 5. Vortrag des Genoffen Adolf Hoffmann über: Die Weltpolitik und der chinesische Krieg". 6. Distuffton. Der Vorstand. Centralverband der Maurer etc. Am Donnerstag, den 25. Oktober, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15: Generalversammlung der Zahlstelle Berlin II Tages Ordnung: 1. Abrechnung des Kaffterers vom 3. Quartal 1900. 2. Vortrag des Genoffen Dr. Weyl über: Die Revision des Krantenversicherungs- Gefezes. 3. Verschiedenes. 190/8 Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. Das Erscheinen aller Mitglieber erwartet Die Verbandsleitung. Herbstfest der Bildhauer 017 den 23. b., nachm. 3 Uhr, von der Sonnabend, 27. Oktober, bei Keller, Koppenstraße 29. Leichenhalle des Lichtenberger Gemeinde- Friedhofs( Krugstege) aus statt. Todes- Anzeige. Allen Verwandten, Parteigenossen und Freunden die trau rige Nachricht, daß mein lieber Mann, unser Schwiegersohn und Schwager Bruno Schilling am Sonnabend verstorben ist. Um stilles Beileid bitten Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung erfolgt am Mittwoch, den 24. Oktober, nach: mittags 4 Uhr, vom Trauer: hause Langhansstraße 69 aus nach dem Weißenseer Kirchhof ( Rölkestraße). Socialdemokrat. Arbeiterverein für Weissensee u. Umg. Den Mitgliedern zur Mit teilung, daß der Genoffe und Gemeinde- Vertreter Bruno Schilling am 20. d. M. im hiesigen Krankenhause einem Halsleiden erlegen ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Mitt woch, den 24. d. M., nachmittags 4 Uhr, vom Trauerhause Lang hansstr. 69 aus statt. 18/4 Der Vorstand. Todes- Anzeige. Am Sonnabend, den 20. Okt., abends 1/210 Uhr, verstarb plöt lich unser Parteigenoffe, der Buch brucker und Gemeindeverordnete für den 4. Berl. Reichstags- Wahlkreis( Südost). Bruno Schilling. Dienstag, den 23. Oktober, abends 8 Uhr, im Konzerthaus Sanssouci, Kottbuserstrasse 4a: General- Derlammlung Tagesordnung: 1. Bericht des Vorstands. 2. Bericht des Kassierers. 3. Neuwahl des gesamten Borstands. 4. Vortrag des Genossen August Täterow über:" Der Pariser Kongreß und die internationale Socialdemokratie". 5. Diskussion. 6. Vereinsangelegenheiten. Mitgliedsbuch legitimiert. Zahlreichen Befuch erwartet 243/18 Der Vorstand. Diejenigen Mitglieder, welche bis inkl. Oktober ihre Beiträge Bezahlt haben, erhalten das Mainzer Parteitags- Protokoll gratis. D. O. Deutscher Buchbinder- Verband. ( Zahlstelle Berlin.) Mittwoch, 24. Oftober, abends 8% Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15: Ordentl. General- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Schriftstellers Herrn Rud. Steiner über: ,, Häckels Welträtsel". 2. Abrechnung vom Sommerfest. 3. Verbandsangelegenheiten und Verschiedenes. 26/15 Mitgliedsbuch legitimiert. Das vollzählige Erscheinen der Mitglieder erwartet Die Ortsverwaltung. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mitt: wochnachm. 4 Uhr vom Trauer: hause, Langhansstr. 69, aus nach dem Neu- Weißenseeer Friedhof statt. [ 223/6 Rege Beteiligung erwünscht Der Vertrauensmann von Weißensee und die focial: demokratische Fraktion der Gemeindeverordneten. Statt jeder besonderen Meldung. Am 21. d. M. starb nach längerem Leiden meine liebe Frau und meine liebe Mutter Anna Hentschel. Um stilles Beileid bitten Moritz Hentschel und Sohn. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 24. d., nachm. 4 Uhr, von der Leichenhalle des Lichtenberger Gemeinde Friedhofs( Strugstege) aus statt. Buchhandlung Vorwärts, Berlin. Zu kaufen gesucht: 1 Liebknecht, Blick in die Neue Welt. Achtung! Deutsch. Metallarbeiter- Verband Ragnetige Geſelſchaft, Verwaltungsstelle Berlin. d Mittwoch, den 24. Oftober, abends 8 Uhr, in den Apollo- Sälen, Hermannstr. 48-50:[ 6515 Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher: Amt VII, 353. Großer Vortrag Dienstag, den 23. Ottober 1900, abends 8 Uhr, im Gewerkschafts. haus( gr. Saal), Engel- Ufer 15: Versammlung der Klempner. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Karl Liebknecht über: Bur Natur: geschichte des Streitbrechers. 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten. Kollegen! In dieser Versammlung gelangen die Fragebogen zur Aus: gabe. Bahlreiches und pünktliches Erscheinen ist daher unbedingt erforderlich. Die Ortsverwaltung. 121/3 Achtung! Putzer. Achtung! Donnerstag, den 25. Oktober, abends 6 Uhr: Grosse Versammlung der Puter Berlins und der Vororte in Cohns Festfälen, Beuthstraße 20. Tages Ordnung: 1. Die Wohnungsnot und die heutige Gesellschaft. Referent: Schrifts fteller und Stadtverordneter P. Hirsch. 2. Die weitere Festsetzung der Beiträge zum Streitfonds. 132/1 Die Bersammlung wird in Rücksicht auf den Referenten pünktlich erJ. A.: Franz Schulz, Brunnenstr. 102. öffnet. bes Herrn Reinhold Gerling über: Sofortige Schmerzstillung durch ein: fache Handgriffe. Anzuwenden bei Atemnot, Blutandrang, Magenkrampf, Kopfschmerzen, Nervenschmerzen usw. Der Vorstand: F. Langer. Programm in bewährter Weise. Eintrittskarten a 75 Pf. inkl. Tanz( Mitglieder 50 Pf.) find noch zu haben bei Trautvetter, Strauts ftraße 28, III.; Noack, Sorauerftr. 11, I., und im Bureau Engel- Ufer 15, Zimmer 27 von 11-1 und 26-7 Uhr. Unverkaufte Eintrittskarten find bis zum 26. Oktober zurückzugeben. Gäste willkommen. Das Vergnügungs- Komitee. Die beliebten 21/8 Achtung! Tertil- Arbeiter. Achtung! Filiale Berlin III( Dekateure). Am Mittwoch, den 24. Oftober 1900, abends 8 Uhr, im Lokal bon Janaschk, Jufelstraße 10: General- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Bericht des Vorstands. 2. Bericht des Kassierers und der Revisoren. 3. Abrechnung vom Stiftungsfest. 4. Neuwahl des Vergnügungsfomitees. 5. Verschiedenes. 197/19 Die Mitglieder werden ersucht, pünktlich zu erscheinen. Mitgliedsbuch Tegitimiert. Der Vorstand. Soeben beginnt der 19. Jahrgang der ** Deuen Zeit** Revue des geistigen und öffentlichen Lebens Unter ständiger Mitarbeiterschaft Dont A. Bebel, p. Lafargue, Fr. Mehring, F. A. Sorge rebigirt von Karl Kautsky Die angesehene Stellung, welche fich die„ Neue Zeit" bei Anhängern und Gegnern der Sozialdemokratie erworben hat, verdankt die Zeitschrift ihrer Eigenschaft als Organ des wissenschaftlichen Sozialismus, nicht minder aber auch der einer politischen Revue ersten Ranges. Die Ereignisse des Tages, die von weiter reichender Bedeutung sind, werden, namentlich soweit sie auf die Arbeiterbewegung und den Sozialismus Bezug haben, eingehender besprochen, als es in der Tagespresse möglich ist, während gleichzeitig die wichtigsten Erscheinungen auf dem Gebiete der Literatur und Kunst, der Naturwissenschaften und der Technik angemessene Berücksichtigung finden. Die neue Zeit" darf als unentbehrliche Zeitschrift für alle diejenigen bezeichnet werden, welche ein mehr als flüchtiges Interesse für die große Tagesfrage der sozialen Entwicklung haben. Die Neue Zeit" erscheint wöchentlich einmal und ist durch alle Buchhandlungen und Kolporteure zum Preise von M. 3.25 pro Quartal zu beziehen. Das einzelne Heft toftet 25 Pfennige. Hochachtungsvoll 3. H. W. Die Nachf., Stuttgart. Würzburger Hühnerangenmittel von Dr. H. Unger. Gegen 30 Pfennig auf 10 Pf. Anweisung frei. Ohne Zweifel die bequemite u. wirksamste Hilfe. Der Schmerz ist in 5 Min. fort. Das Hühnerauge selbst in 3 Tagen.( Enthält Salicylsäure u. indischen Hanfextratt.) Dr. H. Unger in Würzburg. Hauptdepot in Berlin( 20 Pf.) Salomon- Apotheke, Charlottenstraße. München: Schützen- Apotheke. Stuttgart: Hirsch- Apotheke. Breslau: Victoria- Apotheke. [ 54300* Telephon Amt IV 447. Wohlfahrts ( Porto und Loose à Mk.3.30 Liste 30 Pf. extra) zu Zwecken der Deutschen Schutzgebiete. Ziehung 29. November u. folg. Tage zu Berlin, 16 870 Geldgewinne, zahlbar ohne Abzug im Betrage von M. 575,000 HauptGewinn M. 100,000 HauptGewinn M. 50,000 HauptGewinn Ma 25.000 HauptMa. Gewinn 15,000 2& 10000-20000 4& 5 000-20000 10 à 1000-10000 500-50000 100 150& 100-15000 600 a 50-30 000 16000 à 15 240 000 Loosanzahl 500000.- Versand geg. Postanweisung oder Nachnahme durch General- Debit: Bankgeschäft Lud. Müller& Co. in Berlin, Breitestr. 5 und Hamburg, Nürnberg, München. Telegr.- Adr.: Glüoksmüller. Begründung des Geschäfts 1878. M. Schulmeister en gros? Schneidermeister en detail 56942* Dresdenerstraße 4, am Kottbuser Thor. Herren- und Knaben- Hohenzollern- Mäntel. Herbst- und Winter- Paletots in Estimo, Cheviot und Krimmer von 16,50-42 Mr. Gehrock- Anzüge.. von Mt. 27 an| Winter- Joppen. von Mr. 5 an Rock- Anzüge Lackett- Anzüge. Beinkleider. " 23 15 " " " " Schlafräcke. Jünglings- Anzüge 12 " " 8,50, n " " 5 Knaben- Joppen, einzelne Hosen. Knaben- Anzüge zu außergewöhnlich billigen Preisen. Bestellungen nach Mak von englischen. franzöfifchen und deutschen Stoffen werden in eigner Werkstatt unter meiner persönlichen Leitung gut u. billig ausgeführt. 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( Ohne Gewähr.) 798 887 1202 347 56 413[ 300] 48 89 633 2267 433 528 831 998 3065 330 31[ 1000] 4254 313 59[ 3000] 62 464 761 84 5185 271 498 599 718 994 409 73 512 641 68 706 834 921 6001 18 133 63[ 3000] 252 323 496 508 91 726 81[ 500] 810 70 904 17 7102 245 427 565 660 780[ 3000] 821 76 985 8036 49 124 351 526 619 704 865 9429 9037 79 133 315 316 32 423 513 66 99 694 873 10054 222 49 80 415 550 96 610 37 719 836 935 99 11170 84 393 611[ 500] 67 946 76 12100 256 479 563 643 829[ 1000] 42929 13086 469 558 691[ 3000] 96 807 14351: 503 75 719 51 834 37 905 15150[ 300] 66 289[ 1000] 337 404[ 500] 89 595 659 766 880 916 99 16070[ 1000] 152[ 1000] 467 92 636 59 81 705 78 900 17013 27 155 276 336 428 665 865 96 984 18089 339 76 95[ 1000] 482 95[ 1000] 522 37 610 56 59 89 940 19027 75 104 266 77 316 54 460 73[ 3000] 612 763 898 20031 34 184 234 76 455 69 517 774 89 813 17 901 29 44 21032 252 427[ 300] 637 86[ 1000] 707[ 1000] 810 22177 279 95 528[ 300] 33 56 718 23124 300 708 821 24027 104 270 72 98 368 456[ 1000] 560 80 636 752 801 954 27 106 60 208 390 577 780 850 74 522 676 87 717 54 897 932 [ 1000] 28043 144 351 433 53 25000 26116 76 86[ 300] 276 420 68 27025 71 73 86 654 877 927 744 96 900[ 3000] 17: 29042 75 538 65 92 157 75 79[ 1000] 206 54 324 463 523 87 95 694 852 948 30118 28 96 315 56 408[ 300] 505 782 806 34 31310 57 582 817[ 300] 22 90 909 23 32073 284 92 381 503 39 698 831 33033 183 295[ 300] 352 82 637 714 31 75 777 809 19 41 947 72 34186 201 419 648 68 746 86 868 90 97 930 35140 298 569 74 671 854 927 36006 36 87 105 236 439 75 538 655[ 300] 37065 197 305[ 300] 10 89[ 1000] 547 74 881 38109[ 3000] 14 28 322 416 75 559 693 723 78 864 39257 351 98 413 550 51 78 40046 98 344 584 655 88 92 867 79 41010 102 20[ 300] 297 373 91 546 719 873 42257[ 500] 345 432 646 43025 212 449[ 500] 88 602 10 955 44037 71 571[ 500] 632 714 874 915 32 59 60 45226[ 3000] 90 91 94[ 300] 574 680 706 833 913 46097 345 444 70 510 50 911[ 300] 76 47030[ 300] 176 99 471 536 655 57 65 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Glocke in Berlin. Drud und Verlag von Mag Bading in Berlin. Br. 247. 17. Jabrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Dienstag, 23. Oktober 1900. Berliner Partei- Angelegenheiten. handlungen ist an den genannten drei Sonntagen ebenso wie an sich Mut; vielleicht auch hält er uns, da wir weiße Wäsche tragen, den übrigen Sonntagen schon vor Beginn der allgemeinen Berkaufs- annähernd für seinesgleichen. Wir möchten doch das Schriftstück, zeit, und zwar von 5 Uhr morgens an zulässig. das er in der Hand halte, mit Namen, Stand und Wohnung unters Erster Reichstags- Wahlkreis. Eine Kommunal. 2. Von dem allgemeinen Verbot der Beschäftigung von Geschreiben. Selbstverständlich fragen wir nach dem Inhalt des Schriftwähler- Versammlung wird heute, Dienstagabend 81/2 Uhr hilfen, Lehrlingen und Arbeitern im Handelsgewerbe amitids; ob es sich vielleicht gegen den immer noch waltenden bei Beyer, Fischerstr. 25, abgehalten. Auf der Tagesordnung steht 25. Dezember, dem ersten Weihnachtstage, werden, soweit der Buchthausturs und ähnliche, das deutsche Volt beleidigende die Erörterung der bevorstehenden Kommunalwahl und die Gewerbebetrieb in offenen Verkaufsstellen stattfindet, ausgenommen: Weißstände richte? Der Herr blieb stumm, indessen hatten wir aber Aufstellung eines Kandidaten. Zahlreicher Besuch wird erwartet. a) der Handel mit Milch, mit Bad und Konditorwaren sowie schon bemerkt, daß es sich um die Gratulation an die Kaiserin wir höflich, aber doch mit der Zweiter Wahlkreis. In der heutigen Generalversammlung mit Confitüren während der Beit von 5 bis 10 Uhr vormittags und handle. Natürlich bedauern erforderlichen Energie, den Wunsch des Patrioten nicht erfüllen des Wahlvereins, die in Habels Brauerei in der Bergmannstraße von 12 bis 2 Uhr nachmittags; stattfindet, wird an die Mitglieder das Protokoll bes 10 Uhr vormittags; b) der Handel mit Fleischwaren während der Zeit von 5 bis zu können. Der Patriot geht weiter zu einem alten Mann, dem man auf dem ersten Blid ansah, daß er Arbeiter war. Auch Mainzer Parteitags ausgegeben. Neben den Wahlgeschäften hier holte er fich eine noch weit energischere Abweisung. Der Patriot werden die Mitglieder hauptsächlich die Frage zu erörtern haben, mochte aber inzwischen an seinem Metier Gefallen gefunden haben. wie nunmehr zwischen Vertrauensmann und Wahlvereins- Borstand Ohne etwas zu verzehren, blieb er, auf andre Gäste wartend, ruhig ein einheitliches und gemeinsames Zusammenarbeiten ermöglicht und im 2okal sigen als eine leibhaftige Majestätsbeleidigungs- Provokation. insbesondere auch die Diskussion aller wichtigen Parteifragen und Denn bei der bekannten Stimmung der Arbeiterschaft ist nur zu leicht ein Partei Angelegenheiten in erster Linie im Schoße des Wahlunbedachtes Wort möglich, das, von einer Denunziantenseele ausbereins gepflogen werden kann. Deshalb ist auch zahlreiches gebeutet, einen braven Mann und seine Familie in namenloses Una Erscheinen der Mitglieder geboten. Der Vorstand. glück bringen kann. " c) der Handel mit Rolonialwaren, mit Vorkostwaren, mit Brennmaterialien, mit Bier und Wein, mit Tabat und Cigarren während der Beit von 8 bis 10 Uhr vormittags; d) der Handel mit Blumen während der Zeit von 7-10 Uhr vormittags und von 12-2 Uhr nachmittags; e) der Handel mit Druckschriften auf den Bahnhöfen während der geit bon 71/2 bis 10 Uhr vormittags; f) die Zeitungsspedition während der Zeit von 4-9 Uhr vor mittags. Am Mittwochabend 81/2 Uhr findet im großen Saal der 3. Am 26. Dezember, bem zweiten Weihnachtsfeiertag, Arminhallen" Kommandantenstr. 20, eine Bolts finden lediglich die allgemeinen Vorschriften über die Feststellung der versammlung für Männer und Frauen statt, in der die Beit zur Beschäftigung von Gehilfen, Lehrlingen und Arbeitern im Vertrauensperson, Genossin Ottilie Baader, den Jahresbericht Handelsgewerbe Anwendung. erstatten wird. Ferner werden die Genofsimmen Bettin und 4. Alle mit den vorstehenden Festsetzungen nicht im Einklange Ihrer über die Frauenkonferenz in Mainz und den stehenden Vorschriften früherer Verordnungen bleiben außer AnPariser Kongreß berichten. Parteigenofsimmen, agitiert für wendung. zahlreichen Besuch der Versammlung. gegengenommen. = Steglik. Mittwochabend 7 1hr erfolgt eine Flugblatt Berteilung, wozu sich die Parteigenoffen zahlreich und recht zeitig an den bekannten Stellen einfinden wollen. Donnerstagabend zeitig an den bekannten Stellen einfinden wollen. Donnerstagabend 8 Uhr ist eine wichtige Protestversammlung gegen die Streik tlauferts Kommunales. M Ueber die 8ahl der Unterschriften unter der Adresse verlautet immer noch nichts. Geniert es die Arrangeure, damit herauszurücken? del Im Auftrage des tgl. Provinzial- Schulkollegiums find die Rektoren der hiesigen Gemeindeschulen kürzlich ersucht worden, an die Lehrer den Auftrag zu richten, die Schüler und Schülerinnen vor unnüßer Belästigung des Kaisers durch Briefe zu warnen. $ Neunuhr Ladenschluß der Apotheken. Die Apotheken in Berlin O. und NO. haben vereinbart, vom 1. November ds. Js. ab ihre Apotheken um 9 Uhr zu schließen. Das Provinzial- Schulfollegium ist hierbei gewiß von der Ansicht ausgegangen, daß schon im Kinde ein gewisses Selbstbewußtsein Achtung, 6. Wahlkreis. Den Genoffen und Genoffinnen zur Die Arbeiter- Krankenversicherung hat in Berlin naturgemäß auch im beiträgt, wenn das Kind durch einen verkehrten Geschichtsunterricht Berliner Arbeiter- Krankenversicherung im Jahre 1899. großzuziehen ist, und daß es zur Förderung dieser Tugend wenig Nachricht, daß am Dienstag, den 23. Oktober, abends 8/2 Uhr, fünf Jahre 1899 gegenüber dem Vorjahre an Ausdehnung ge zu dem Glauben an die Allmacht fürstlicher Personen verleitet wird Volksversammlungen stattfinden und zwar in folgenden Lokalen: Kronenbrauerei, Alt- Moabit 47/49( Referent: Reichstags- wonnen. Die verhältnismäßig stärkste Zunahme der Mitglieder- und in diesem falschen Glauben mit allerhand oft recht thörichten Abgeordneter Fr. 8ubein), Kolberger Salon, Kolbergerstr. 23( Ste- Bahl hatten( abgesehen von der Gemeinde- Krankenversicherung, die Wünschen an den Kaiser herantritt. ferent: Reichstags- Abgeordneter Paul Singer), Senfels Salon, wegen ihres an sich nur ganz geringen Umfangs hierbei nicht in Die Maseru im städtischen Obdach. Von den im städtischen Invalidenstr. 1( Referent: der Kandidat des Kreises G. Ledebour), jenige Art Krankenkaffen, die den Arbeitnehmern mit Recht sehr loser Familien sind am gestrigen Sonntag wiederum vier als an Betracht kommt) die Betriebs- Krantentaffen, also die Familienobbach in der Fröbelstraße untergebrachten Kindern obdach Berliner Prater, Kastanien- Allee 7/9( Referent: Stadtverordneter B. Bruns), Königstadt, Schönhauser Allee 10/11( Referent: Stadt wenig sympathisch ist. Im Jahre 1899( bezw. im Vor- den Wasern erkrankt in das Krankenhaus Moabit geschafft worden. verordneter H. Borgmann). Das Thema lautet: Die bevor- jahre 1898) war die durchschnittliche Mitgliederzahl: Insgesamt sind bisher 32 derartige Erkrankungsfälle zu verzeichnen ſtehende Nach wah I und das Verhalten der bürgerlichen Barteien. liche Mitglieder, 126 184( 120 681) Iveibliche, bei 38( 32) Betriebs- geleen 56( 56) Orts- Krankenkassen 244 881( 233 879) männ Recht zahlreichen Besuch erwartet Eine erfreuliche Kunde". In bürgerlichen Blättern macht Das socialdemokratische Wahlkomitee. Krankenkassen 54 936( 50 311) männliche, 7877( 5597) weib Eine erfreuliche Kunde für die liche, bei 19( 19) Innungs- Krantenfaffen 22 258( 21 285) folgende Mitteilung die Runde: Bierter Berliner Reichstags Wahlkreis( Often). Die männliche, 6265( 5750) weibliche, bei der Gemeinde- Krankenversiche Hausfrauen dürfte die Nachricht sein, daß der seit Jahren herrschende Mitglieder des Wahlvereins werden ersucht, zu der heute statt- rung 852( 8) männliche, 534( 36) weibliche, bei den staatlichen Eisen- Dienstbotenmangel völlig beseitigt sei. Seit Anfang dieses findenden Generalversammlung bei Bräuer, Große Frant- bahn- und Post- Krankenkassen 20 814( 20 739) männliche, 1901( 2099) Monats ist ein so startes Angebot von Dienstpersonal zu verzeichnen, furterstraße 117, recht zahlreich zu erscheinen, da Genosse Adolf weibliche, bei 35( 38) eingeschriebenen Hilfskaffen 22 031( 21 896) wie es feit mindestens fünf Jahren nicht mehr der Fall gewesen, ja Hoffmann über die Weltpolitik und den chinesischen Krieg spricht. männliche, 9526( 11 266) weibliche, bei 2( 2) freien landesrechtlich es ist in den letzten Tagen wiederholt vorgekommen, daß in den Aufnahmen und Kassenbeiträge werden vor der Versammlung ent- genehmigten Hilfstassen 402( 422) männliche, bei 24( 26) ein- Gefindevermietungsbureaus das Angebot die Nachfrage nicht unerheblich Der Borstand. geschriebenen Hilfskaffen, die dem§ 75 des Krantentaffen- Gefeges überstieg. Diese auffällige Erscheinung dürfte wahrscheinlich auf die von 1883 nicht entsprechen, 50 983( 46 904) männliche, 6512( 4496) Stonjunktur in zahlreichen hiesigen Fabriken zurückzuführen sein; weibliche. Bei den Orts, Betriebs- und Junungs- Krantentassen, es baben Ende vorigen Monats umfangreiche Entlassungen weiblicher Krankenkassen, den eingeschriebenen und den landesrechtlich ge- Ausnahmegesetzgebung herausgebildet haben, ist es bezeichnend, daß der Gemeinde Krankenversicherung, den Eisenbahn- und Post: Arbeitsträfte stattgefunden. Für die Zustände, die sich unter der für das Gesinde bestehenden nehmigten Hilfstassen ertrantten 1899( bezw. 1898) männ liche Mitglieder in zusammen 154 078( 134 316) Fällen mit erst der Arbeitsmangel in der Industrie, die den Proletariermädchen 3 517 493( 3 101 346) Krankheitstagen, weibliche in 58 538( 52 372) doch wahrlich keine Annehmlichkeiten bietet, diese Mädchen den Fällen mit 1 600 703( 1 407 099) Strantheitstagen. Es starben Gefinde- Vermietungsbureaus und den Herrschaften" zutreibt. Noch 3868( 3269) männliche und 953( 774) weibliche Mitglieder. Auf bezeichnender ist es, daß der wirtschaftliche Rückgang aus diesem Die städtische Verkehrsdeputation wird auf Grund der 100 männliche Mitglieder famen also 42,10( 38,58) Grfrankungs- und Grunde als ein erfreuliches Zeichen betrachtet wird. füngsten Entscheidung der Stadtverordneten- Versammlung in nächster 1,06( 0,94) Sterbefälle, auf 100 weibliche 38,39( 36,49) ErkrankungsZeit wichtige Beschlüsse faffen. Bereits am Mittwoch tritt die und 0,63( 0,54) Sterbefälle. Die Zahl der Erkrankungen wie Deputation zufammen, um die Beratungen über die alsbald von die der Sterbefälle hat demnach im letzten Jahre beträcht der Stadt zu erbauenden neuen Straßenbahn- Linien zu beginnen. Ii ch it ärter zugenommen als die der Mitglieder. Auch das Es dürfte zunächst eine Subkommission ernannt und mit der Auf- Verhältnis der Zahl der Sterbefälle zu der der Erkrankungen hat Gesellschaft. Sommerwagen ohne jede Schuhwand verkehrten Eine neue Rücksichtslosigkeit der Berliner Straßenbahngabe betraut werden, diejenigen Linien festzustellen, deren Inangriff sich ungünstig verschoben. 1899( bezw. 1898) famen auf 100 Gr- gestern bis zum Abend auf den Linien vom Zoologischen Garten nahme zunächst erfolgen soll. Man wird vorläufig keine„ Kon- trankungen bei den männlichen Mitgliedern 2,51( 2.43), bei den bis Treptow, und auf andren Strecken. Die Passagiere machten ihrer furrenzlinie bauen, sondern Verbindungen zwischen einzelnen weiblichen 1,63( 1,48) Sterbefälle. Das Jahr 1899 war in bösem Entrüstung in derbster Weise Luft, aber sie mußten, um überhaupt Punkten in Berlin N. und S. schaffen, zwischen denen es bisher noch Sinne ausgezeichnet durch zahlreiche& rtrautungen der mitzukommen, wohl oder übel in dem Wagen Plaz und als Zugabe teine Verbindungslinie gab. Gemäß der ihr erteilten Befugnisse Atmungsorgane. Gerade diese Erkrankungen pflegen unter für die Fahrt eine Erkältungsfrankheit mit in Stauf nehmen. wird die Deputation direkt mit dem Polizeipräsidium wegen der den Arbeitern die meisten Opfer zu fordern. Konzeffionierung verhandeln, ohne zuvor erst Magistrat und StadtIn der Herberge des Elends, dem städtischen Obdach, be berordneten zu befragen oder deren Genehmigung einzuholen. Von der Abteilung für Invaliditäts- und Alterverfiche- fanden sich am 1. Oktober d. 3. 186 obdachlose Familien mit Im Laufe des Monats Ebenso sollen die Verhandlungen mit Charlottenburg bezüglich der rungsfachen, die bei dem Magistrat als der unteren Verwal- 448 Personen und 108 Einzelpersonen. von beiden Kommunen gemeinsam zu bauenden städtischen Straßen- tungsbehörde" im Sinne des Invaliditäts- und Alterversicherungs- September wurde das städtische Obdach von 14 396 nächtlich Obdach bahnen binnen kurzem eröffnet werden. Gesetzes besteht, wird der Bericht pro 1899/1900 veröffentlicht. lofen und zwar von 12 305 Männern und 2091 Frauen benutzt. Die Deputation für die innere Ausschmückung des Rat. Durch das am 1. Januar 1900 in Straft getretene neue In Von diesen Bersonen wurden 65 hiesigen Krankenhäusern, 4 der hauses hat beschloffen, von Schülern des Kunstgewerbe Museums palidenversicherungs- Gesez find die Geschäfte der Ab- Anstalt für Epileptische Bublgarten", 24 der Geschlechtstranten Entwürfe anfertigen zu lassen, zur Ergänzung des vorhandenen teilung erweitert worden. Hinzugekommen ist besonders die Ent station und 161 der Polizei überwiesen. Gebadet haben im Obdach Tafelschmuds im Rathause zwei Lichttandelaber und zwei Fruchtschalen gegennahme der Anträge auf Beitragerstattung und auf Ueberweisung 6957 Personen. im fleinen Maßstabe und hierfür sechs Breise zu je 250 M. auszu- Bericht dürften besonders die folgenden Angaben intereffieren. mann über die Wohnungsfrage und die Notwendigkeit einer von Rentenbeträgen, sowie die Auskunftserteilung. Aus dem Die bekannte Neußerung des neuen Bürgermeisters Brints setzen. Ferner hat die Deputation beschlossen, zwei Bronzetafeln an Die Anträge auf Gewährung von Invalibenrenten find Wohnungsbeaufsichtigung wird in Sausbefizertreisen viel besprochen. den Treppenwangen im Treppenhause rechts und links vom Eingang 1899/1900 auf 3397 gestiegen, davon gingen 2261 vom 1. April bis So gab im Grundbesitzerverein Often speciell der letterwähnte Vor unterhalb der Wandkandelaber anbringen zu lassen, worauf die 31. Dezember 1899 ein, 1186 vom 1. Januar bis 31. März 1900. fchlag Anlaß zu einer lebhaften Debatte. Oberbürgermeister und Stadtverordneten Borsteher seit 1809 ber- Bon den bis 31. Dezember 1899 Vom Borsigenden, wie zeichnet werden sollen. den bis 31. Dezember 1899 eingegangenen Anträgen vom Stadtverordneten Meybring wurde auf die Schwierigkeiten bei wurden 1727 als begründet und 325 als unbegründet an die zu der Durchführung dieses Plans hingewiesen und das Berlangen aus Der Magiftrat hat bei der Stadtverordneten Versammlung ständigen Versicherungsanstalten weitergegeben, darunter 1818 an gesprochen, daß falls dennoch die Wohnungsinspektion eingeführt deren Genehmigung nachgesucht, daß dem Vorstand der ersten die Anstalt Berlin, 190 an die Anstalt Brandenburg, der Rest an werde, auch Vertreter des Hausbesitzerstandes zu diesem Amt heranBrandenburgischen Provinzialausstellung für Geflügelzucht zu andre Anstalten. Von den feit 1. Januar 1900 eingegangenen Anden Kosten der Ausstellung im November d. J. aus städtischen trägen wurden 721 als begründet und 34 als unbegründet der das Polizeipräsidium zum Erlaß einer Verordnung zu bewegen, Ein in der Versammlung gestellter Antrag, gezogen werden sollen. Mitteln ein Beitrag von 1800 M. und an Ehrenpreisen der Stadt Landesversicherungs- Anstalt Berlin übersandt. Im ganzen wurden welche das Aftermieter- und Schlafstellenwesen wesentlich einschränkt, Berlin die Summe von 700 M., zusammen 2500 M., sowie dem 2807 Anträge an die Anstalten weitergegeben. Burüdgezogen oder wurde abgelehnt und vor einem zu rigorosen Vorgehen der Hausa Borstand des Deutschen Tierschus- Vereins zu Berlin aus auf andre Weise erledigt wurden 312, unerledigt blieben 278; find, eigentümer in dieser Frage, mit Rücksicht auf die ärmeren Mieter, Anlaß der Efelausstellung Ehrenpreise von zusammen 500 M. be- wie oben, 3397 Anträge. Von den 2807 Anträgen wurden 2290 gewarnt. willigt werden. bewilligt, 289 abgelehnt; über 228 war noch keine Nachricht Der Ausbruch der Maul- und Klauensenche unter den In der außerordentlichen Magistratssitzung am Sonnabend eingegangen. Anträge auf Gewährung von Itersrenten Rindern wird vom hiesigen Central- Viehhof gemeldet. tam auch der neue Entwurf der Baudeputation II über das Be gingen 412 ein, 254 bis 31. Dezember 1899, 158 feit bauungs- Ortsstatut für Berlin zur Besprechung. Nach 1. Januar 1900. Von den ersteren wurden 183 als begründet Das Richard Wagner- Denkmal soll, wie jest bestimmt worden eingehender Beratung wurde der Entwurf dem Ausschuß überwiesen, und 51 als funbegründet weitergegeben, darunter 217 an Berlin, ift, am füdlichen Rande des Tiergartens, der Hildebrandtstraße gegen der fich mit dem Hugo Sachsschen Antrag beschäftigt, wonach auf 13 an Brandenburg, der Mest an andre Anstalten. Von den An- über, zu stehen kommen. D Grund des Kommunalabgaben- Gesetzes die Anlieger bei Straßens trägen seit 1. Januar 1900 wurden 110 als begründet und 5 als Zwischen den Polizei- und Gerichtsbehörden in Berlin ist durchbrüchen oder Erweiterungen usw. entsprechend den dadurch ent- unbegründet an die Anstalt Berlin gesandt, so daß im ganzen es aus Anlaß der verspäteten gerichtsärztlichen Oeffnung der Leiche stehenden Vorteilen zu Abgaben herangezogen werden können. Der 349 Anträge an die zuständigen Anstalten gingen. 39 wurden zurück der ermordeten Frau Auguste erger zu einer Rüdsprache ge neue Entwurf regelt die Anlage neuer Straßen durch die Stadtgemeinde gezogen oder sonstwie erledigt, 25 blieben noch unerledigt; sind, tommen. Die Leiche wurde am Sonntag früh aufgefunden und erst ( Verpflichtung der Anlieger zur Erstattung der Anlageloften, Feststellung wie oben, 412 Anträge. Von den 349 weitergegebenen Anträgen am Dienstagnachmittag von der Gerichtskommission besichtigt und und Verteilung der Anlagekosten), ferner die Anlage und Unter wurden 280 bewilligt, 41 abgelehnt, 28 waren noch nicht erledigt. geöffnet. Die Polizei und Staatsanwaltschaft hatten auf die haltung neuer Straßen durch Unternehmer, endlich die Verpflichtung Beitragserstattung wurde seit 1. Januar 1900 2517 mal be- sofortige Leichenöffnung hingewirkt, damit die Todesursache schnell der Anlieger an vorhandenen unbebauten Straßen. Neu ist eine antragt, 2022 mal wegen Chefchließung, 56 mal wegen Bezug einer festgestellt und die Nachforschungen nicht gehemmt würden. Wenn Milderungs- und Ausgleichungsbestimmung: Wenn der auf ein Grund- Unfallrente, 489 mal wegen Tod. 2495 dieser Anträge wurden an die auch die polizeilichen Ermittelungen zur Aufklärung dieses stück verteilte Beitrag den Mehrwert übersteigt, welchen dasselbe Landes Versicherungsanstalt Berlin abgegeben, 22 anders erledigt. Falls in der Zwischenzeit nicht geruht haben, fehlte es durch die Anlage der neuen Straße erlangt hat, so ist der Beitrag Austunft über Angelegenheiten der Invalidenversicherung wurde doch an einer festen Unterlage, weil der Thatbestand noch die Festnahme auf den Betrag des Mehrwerts herabzusetzen. Das Vorhandensein 306 mal schriftlich erteilt; die zahlreichen mündlichen Auskünfte im feineswegs feststand und Festnahme von von verdächtigen dieser Voraussetzung und der zu veranlagende Mehrwert wird durch Bureau find nicht gebucht. Auf Antrag der Anstalt Berlin wurden Personen nicht hätte aufrecht erhalten werden können. Nur weil ber die städtische Grundeigentums- Deputation festgestellt. Bei dieser sechs Arbeitgeber, die den Kontrollbeamten die ververdächtige Selempner Richard Müller mehrfach vorbestraft war Bestimmung ist unter der Bezeichnung Grundstück" der im langten Angaben verweigerten, durch Androhung und und unter Polizei- Aufsicht stand, ließ sich seine Festnahme recht Busammenhang stehende Grundbesitz des nämlichen Eigentümers be- Festsetzung von Geldstrafen dazu angehalten. Seit 1900 ist die fertigen. Um in Zukunft Unzuträglichkeiten vorzubeugen und eine griffen. Polizei hierfür zuständig. Gegen drei Personen, die in schnelle Feststellung der Todesursache in solchen Fällen zu ermög Quittungstarten unzulässige Bermerte gemacht lichen, find Anordnungen getroffen worden, daß die gerichtsärztliche hatten, sind Geldstrafen( 2, 3, 10 m.) festgesetzt worden. Der Oeffnung fofort nach Auffindung der Leichen oder doch bald darauf Armendirektion wurde, wie üblich, von jedem Rentenantrage erfolgt. Ausnahmen von der Sonntagsruhe im Handelsgewerbe. bezw. von den Rentenbewilligungen Mitteilung gemacht. Sie hält Die Kate läßt das Mansen nicht. Der aus dem Tausch Das Polizeipräsidium hat für den Stadtkreis Berlin ich bekanntlich für geleistete unterstüßungen an Brozeß bekannte Journalist Bedert ist, wie ein Berichterstatter Das Polizeipräsidium hat für den Stadtkreis Berlin ben Renten schablos. Nach dem legten Verwaltungsbericht meldet, in Altona verhaftet worden. Wie wir kürzlich mitfolgendes angeordnet: teilten, hatte er sich unter dem Namen Larssen bei einem dortigen 1. Im Handelsgewerbe, jedoch mit ausschluß der Bank-, Wechsel der Anstalt Berlin wurden ihr 1898 21 731 D. überwiesen. und Lotteriegeschäfte, dürfen abweichend von der allgemein feft- Wie die Glückwunsch Demonstration au die Kaiferin Blatt Stellung als Redacteur verschafft, wurde dann aber; nachdem gestellten fonntäglichen Beschäftigungszeit Gehilfen, Lehrlinge und arrangiert wurde, darüber teilt uns ein Leser folgendes mit: er eine Reihe von Betrügereien berübt, entlarvt. Es wird ihm auch Arbeiter an den dret letten Sonntagen vor Weihnachten, am Freitagabend size ich mit einem Kollegen in einer Restauration Urkundenfälschung zur Last gelegt. 9., 16. und 23. Dezember d. J., von 8 bis 10 Uhr vormittags und nahe am Wedding. Während wir uns über Arbeits. Die Atten in der Gönczischen Sache gehen munmehr mit bon 12 bis 8 Uhr nachmittags beschäftigt werden. angelegenheiten unterhalten, bemerken wir, wie ein feingekleideter dem Bericht der Staatsanwaltschaft an den Justizminister ab. Wie Der Verkauf von Back- und Koditorwaren, von Fleisch Herr uns fortwährend beobachtet. Er mißt uns von oben bis unten, es heißt, foll diese Behörde Bollstreckung des Todesurteils empfohlen und Wurst, der Milchhandel und der Betrieb der Workoft: I geht aus dem Lokal heraus und kommt dann wieder. Nun faßt er haben. Der Offizialverteidiger Dr. Herbert Fräntel hat es für seine Tokales. McwissenZpflicht erachtet, in einer Eingabe an den Kaiser auf die Bedenken hinzuweisen, welche gegen die Thäterschast oder Mtthäter- schart Gonczis an der Ermordung der beiden Frauen zu sprechen scheinen. Die freigesprochene Ehefrau Gönczi hat. als sie von dem Schritte des Verteidigers für ihren Mann Kenntnis erhielt, sich fcnt diesem m Verbindung gesetzt, um sich dem Gesuch um Um- Wandlung der Todesstrafe in lebenslängliches Zuchthaus anzuschließen. Gonezr hatte neuerdings den Verteidiger aufgefordert, abermals e,n Wiederaufnahmegesuch einzureichen. Der Verteidiger hat es ab- gelehnt. ?Mir den Harmlosenprozest sind, wie es heißt, drei Wochen 'angesetzt worden. Die Verhandlungen beginnen am 19. November, es sind für jede der drei Wochen fünf Verhandlungstage in Aussicht genommen. Den Vorsitz führt Landgerichts-Direktor Öppermann. Immer rin in die Heilsarmee. Die Heilsarn, ee kündigt an: Kapitän Gronemann, ein junger bekehrter Kaufmann aus Königs- berg, leitet in der Heilsarmee-Halle, Zossenerstr. 3ö, einen großen SeelenrcttungS- Feldzug. Trinker, Spwler, Raucher. Wollüstlinge. Socialdemokraten, Heuchler, selbstgerechte Pharisäer. Israeliten, Namen- und wahre Christen; jedermann ist herzlich willkommen. Eine etwas gemischte Gesellschaft würde da zusammen kommen! Arbeiter-Risiko. Ein schwerer Unglücksfall ereignete sich am Sonnnbendvormittag g'/e Uhr in der Pianofortefabrik'von C. Bech- stein. Grünanerstr. 38/39. Der Arbeiter Richard Götze, welcher bei dem Großen internationalen Reinigungsinstitut als Fensterputzer * angestellt ist, war mit dem Reinigen eines Fensters in der dritten > Etage beschäftigt. Hierbei rutschte er auf dem Fensterbrett aus und stürzte auf ein im ersten Stock belegenes Glasdach. Durch die Wucht des Anpralls brach das Dach unter großem Getöse zusammen und G. fiel auf eine untenstehende Zuri'chtemaschine. Glücklicherweise war dieselbe außer Betrieb. Außer einigen Schnittwunden hat sich der Schwerverletzte bei dem Sturz eine Gehirnerschüttenmg und mehrfachen Rippcnbruch zugezogen. Er erhielt die erste Hilfe'in der Sanitätswache am Görlitzer Bahnhof und wurde von dort in höchst bedenklichem Zustand nach dem Urban-Krankenhause gebracht. Große Erregung herrschte unter den Arbeitern der Fabrik darüber, daß für den geringen Lohn von 2.50 M. pro Tag die Arbeiter einer solch lebensgefährlichen Beschäftigung nachgehen müßten. An seinem Gcbnrtstag tödlich vernnglttckt ist gestern vor- 'mittag der 94 Jahre alte Vorarbeiter Eduard Draeger aus Dall- dorf. Der Mann wurde um 10 Uhr vormittags auf dem Lehrter Personenbahnhof von einer Lokomotive gefaßt und überfahren. Beide Beine tvurden ihm zermalmt und ganz abgefahren. Ar- beiter brachten ihn mit einer Tragbahre nach der Ch'arits. Als er dort ankam, war er schon tot. Weitere Opfer der elektrische» Straßenbahn. Der 49 Jahre alte Droschkenkutscher E r n st Kresse aus der Lützowstraße 104, der 'am Mittwoch voriger Woche vor dem Hause Potsdamerstraße 123 bei einem Zusammenstoß seiner Taxbmetcrdroschke erster Klasse mit einem elektrischen Straßenbahnwagen vom Bock geschleudert wurde und sich einen Schädelbruch zuzog, ist im Elisabcth-Krankenhause ge- storben. Er hinterläßt seine Frau mit zwei Kindern im Alter von 16 und 8 Jahren. An der Ecke der Frankfurter- und Waßmannstraße wollte gestern, Montagnachmittag in der ersten Stunde die 34 Jahre alte Ver- käuferin Anna W o l f aus der Barnimstratze 43 von der Marsilius- � nach � der Waßmannstraße hinübergehen. Bemüht, vor einem Geschäftswagen vorübcrzukommen, geriet sie unter einen elektrischen Wagen der Linie Frankfurter Allee— Großgörschenstraße, der aus der- selben Richtung von der Kleinen Frankfurtcrstraße herkam. Sie wurde zehn bis fünfzehn Schritte weit geschleift, erlitt außer einem Bruch des rechten Oberarms, bedeutende Verletzungen am Kopf und an den Schultern und mußte, nachdem sie auf der Unfallstation am Grünen Weg einen Notverband erhalten hatte, mit einem Lückschen Rettungswagen nach dem Krankenhaus am Friedrichshain gebracht werden. Von einem elektrischen Wagen wurde Montagnachmittag um 4 Uhr in der Berlinerstraße zu Charlottenburg der Möbel- träger Starck beim Abladen umgestoßen und geschleift. Er erlitt eine Kopfverletzung und Gehirnerschütterung und mußte in das Krankenhaus gebracht werden. Vor den Anacii feiner Mntter getötet wurde am Sonn- cbendabend um SVr Uhr der 12 Jahre alte Sohn Fritz des Maurers RobbertS aus der Göbenstraße 7. Der Knabe fuhr mit seiner Mntter in einem elektrischen Straßenbahnwagen bis zur Ecke der Potsdamer- und Göbenstraße. Unmittelbar nach dem Aussteigen ging er hinten um den Wagen herum, um den Fahrdamm zu über- schreiten, als er unter einen entgegenkommenden Wagen genet, unter den ihn die zu Hilfe gerufene Feuerwehr mit Mühe hervorholte. Der Verunglückte, dem der ganze Leib zerrissen war, starb bald darauf. Er war das einzige Kind der Frau, deren Mann seit zwei Monaten an einem Lungenleiden im Moabiter Krankenhause da- niederliegt. Ein großer Dachstuhlbrand wütete Montagabend Luisen- straße 27. Kurz nach 6 Uhr drang Ranch durch Bodenluken, und als der Hausverwalter die Bodenthür öffnete, fand er bereits alles verqualmt und Flammen züngelten an einem Haufen Akten empor, die dem Patent-Bureau von Timar gehörten. Da das Feuer dann von mehreren Stellen aus gemeldet wurde, so rückten bald acht Löschzüge, darunter mehrere Dampfspritzen heran. Anfangs war infolge der starken Verqualmung nur über mechanische Leitern an den Brand heranzukommen. Das Feuer breitete sich schnell aus, erfaßte fast den gesamten Dachstuhl des Vorderhauses und sprang außerdem auf eine Dachwohnung des Hauses Nr. 26 über. Nach einstündigem Wassergeben . galt die Gefahr für beseitigt, doch nahmen die Au'fräumungSarbeiten noch lange Zeit in Anspruch. Die anfangs lautgewordene Befürch- tung, daß ein Kind in den Flammen umgekommen sei, bestätigte sich glücklicherweise nicht.— Kurfürstenstr. 153 war im Keller ein Faß init Petroleum in Brand geraten, der Kisten und Waren zerstörte. Gleichzeitig war Fchrbellinerstr. 62a, ein Balkonlogenbrand abzulöschen. Das Austragen der FriihstMs-Baäware und Milch soll, nach Beschluß einer sehr zahlreich besuchten Versammlung von Bäcker- meistern, mit Rücksicht auf die Verteuerung von Kohle und Milch, die erhöhten Betriebsunkosten durch Steigerung der Löhne, Ver- kürzung der Arbeitszeit, Verbot der Kinderarbeit sc. nur mehr gegen wenigstens teilweise Entschädigung erfolgen, und zwar ist ein Entgelt von 5 Pf. wöchentlich bezw. 20 Pf. monatlich in Aussicht genommen. In einer demnächst stattfindenden Versammlung von Milch-, Back- Warenhändlern und Bäckermeistern soll der Zeitpunkt der Einführung dieser Maßnahme beschlossen werden. Derartige Beschlüsse sind schon mehrfach unter den verschiedensten Vorwänden gefaßt worden, ohne daß jemand an ihre Durchführung dachte. Belobigung. Der Kaufmann Herr Heinrich M ü l b e, Reichen- bcrgerftraße 122, hat am 25. September d. I. den fünfjährigen Knaben Walter Krähahn aus der Lankwitzstraße 5, welcher beim Spielen in den Landwchrkanal gefallen war. vom Tode des Er- trinkens gerettet. Für die mit Mut und Entschlossenheit vollbrachte That wird Herr Miilbe hierdurch öffentlich belobt. Der Verdacht eines Giftmords hat sich neuerdings gegen den verhafteten Hausdiener Karl G o l e ck i erhoben, der, wie wir kürzlich berichteten, die Inhaberin eines Modesalons, Frau Zoller, Friedrichstr. 4Sa, durch Fälschungen von Zolldeklarationen schwer schädigte. Der frühere Inhaber des Modesalons hieß Amdt, seine Priva'livohnung befand sich unmittelbar neben dem Salon. Er lebte sehr zurückgezogen und hatte die Aufwartung und Zimmerreinigung den Goleckischen Eheleuten übertragen. Frau Golecki hatte außerdem öfter für Einholung von Speisen und Getränken zu sorgen. Außer von den Ehe- leuten Golecki wurde die Arndtsche Privatwohnung von fremden Personen fast nie betreten. Da starb nun vor etwa l�/s Jahren Arndt ganz plötzlich, ohne daß irgend welche Krankheitssymptome Verantwortlicher Redactcur: Heinrich Wefcker in 1 vorher an ihm bemerkt gewesen wären. Da nun die jetzt gegen den Verhasteten geführte Untersuchung bereits ergeben hat, daß die Unter- schlagungen und Fälschungen bis zum Jahre 1897 zurückreichen, also auch schon unter dem früheren Geschäftsinhaber, dem verstorbenen Arndt, begangen wurden, so ist der Verdacht rege geworden, daß der plötzliche Tod des Arndt vielleicht in Verbindung mit den Unterschleifen stehe. Es finden nun in dieser Richtung Erhebungen statt, die nicht ausschließen, daß eine Exhumierung der Arndtschen Leiche erfolgt. Der erste Nachtfrost ist in der Nacht zu gestern eingetreten. Mit starkem Reif überzogen waren die Dächer und Rasenflächen in Berlin. Der Thermometer war an freigelegenen Stellen bis unter den Geftierpunkt gefallen. Kleine Wasserpfützen waren mit einer Eisdecke überzogen, die beim Höhersteigen der Sonne sich schnell auflöste. Die internationalen Ladendiebe, die in Köln einem Juwelier und hier in Berlin die Amsterdamer Diamantenschleiferei um Schmuck- sacken bestahlen, sind auf Grund der Personalbeschreibung, die die hiesige Kriminalpolizei von ihnen verbreitete, in Magdeburg erkannt und festgenommen worden. Es sind zivei Männer und zwei Frauen- zimmer. Orgelkonzert. Die zum Gedenken an den lävjährigen Todestag von Sebastian Bach(28. Juli 1759) in der Marienkirche veranstalteten BachiFeiern haben damals solchen Anklang gefunden, dag Herr Musikdirektor Otto Dienel sich gedrungen fühlt, ebendaselbst am Mittwoch, den 24. Oktober, mittags 12 Uhr, ein ähnliches Bach-Konzert zu geben, desicn Programm nur Kompositionen des Altmeisters enthalten wird. An der Ausführung der Orgel-, Gesangs- und Violinvorträge beteiligen sich außer Herrn Dienet Fräul. Martha Meißner, Fräul. Maria Michels, Herr Nico Harzen-Müller, Herr Ernst Prätorius und Herr Schwießelmann.'Der Einttitt ist frei. Im Zoologischen Garte» sind wieder interessante Tiere aus den deutschen Kolonien eingetroffen. Der Oberarzt in der kaiser- lichcn Schutziruppe für Dcutsch-Ostafrika, Herr D r. Schell mann, hat eine Zibethkatze als Geschenk dargeboten, sie gehört der von Matschie beschriebenen Abart Vivsrra orientalis an, welche an der Zanzibarkllste unter dem Namen„Xßfiria" bekannt ist. Wegen des Zibcths, einer stark aromatisch riechenden Absonderung, die in eiuerl am' Hinterlcibe des Tiers vorhandenen Drüsentasche entsteht, wird die Zibeth- katze mit Hunden gejagt und gefangen. Auf dem Markt in Sansibar kann man sehr oft diese Art zum Kauf gebracht finden. Von Togo in Westafrika sind zwei Schmarotzer-Milane und ein Schild- r a b e als Geschenke des Herrn Dr. B l u d a u in Klein- Popo zu verzeichne». Die Milane sind unscrnr schwarzen Milan ähnlich, unker- scheiden sich aber durch gelbe Schnabelfärbung. Der Schild- rabe ist schwarz, mit lilafarbigem Schimmer und hat iveiße Brust, von welcher aus eine breite, weiße Binde sich um den Nacken herum zieht. Er ersetzt geivissermaßen die Nebelkrähe im tropischen Afrika.__ Ans de» Nachbarorte». Lichtenberg. Die Aufnahme des Betriebs auf der Straßen- b a h n l i n i e Spittclmarkt— Fricdrichsfclde in ihrer ganzen Aus- dehnung(nicht wie bisher nur bis zur Oslbahnbrücke) ist in absehbarer Zeit endlich zu erwarten. Tie Eisenbahnverwaltung hat nunmehr ihre Bedenken gegen die Tragfähigkeit der Ostbahnbrücke fallen lassen und die Zustimmung zur Schienenlegung erteilt, nur müssen die Schienen eine Länge besitzen, daß sie von einem Brückenjoch zum anderil reichen. Die Schienenlegung selbst schreitet rüstig vorwärts. Die Einführung des elektrischen Betriebs auf der Straßenbahn setzte unsre Gemeinde in die Zwangslage, für die Beschaffung von Gespannen zur Fortschafsiing der F e u e r I ö s ch g c r ä l e bei ausbrechender Fenersgefahr ander- weit Sorge zu tragen, da die hierzu bis zum 1. Januar 1901 verpflichtete Pferdebähngcscllschaft den Vertrag gekündigt hat. Die Gemeinde wird nicht umhin können, an die Beschaffung eignen Pferdematerials zu denken, wenn es wahr ist, was in einer Kommissionssitzung behauptet wurde, daß die in letzter Zeit beliebte „ Stänkerei"'(gemeint sind von unsren Genossen vorgelegte Beschwerden über vorgekommene Unregelmäßigkeiten bei der Straßen- besprengung und Kehrichtabfuhr) den hierbei in Frage kommenden Pferde- besitzern die Lust zur Beteiligung an Gemeindearbeiten benommen habe. Wir können diesen Entschluß nur mit Freuden begrüßen, wenigstens soweit Gemeindeverordnete in Betracht kommen. Einen Schaden wird die Gemeinde hiervon sicher nicht haben. Gutem Vernehmen nach sind die Bauunternehmer auch in unsrer Gemeinde mit ihrer Forderung um Aufnahme der Streikklausel in abzuschließende Bauverträge abgeblitzt. Man wird sich hier nach dem in Berlin gebräuchlichen Verfahren richten. Charlottenburg. In der nächsten Stadtverordneten- Versammlung am Mittwoch kommt es voraussichtlich zu leb- haften Debatten infolge zweier auf der Tagesordnung stehenden Petitionen. Die erste betrifft die Errichtung eines Schlachthofs und von Markthallen, die zweite bezieht sich auf die W o h n u n g s n o t. Zu dieser Frage hat die Ortsgruppe Charlottenbnrg des Bunds deutscher Bodenreformer an die städtischen Körperschaften eine Petition gerichtet, die die bekannten Forderungen der Boden- besitz-Refonner enthält, nämlich: 1. Die Erwerbung umfang- reicher, bis jetzt der Bodenspekulation noch nicht anHeim- gefallenen Bauterrains im Weichbilde der Gemeinde und Ueber- lassung derselben in der Form des Erbbaurechts an die private Bau- thätigkeit, 2. die besondere Besteuerung unbebauten Baugrunds(Bau- platzsteuer) unter Schonung der Ziergärten. 3. die Heranziehung der Grundstücksbesitzer zur Mittragung der Kosten jener städtischen Meliorationen, die in direktester Weise den Wert der Grundstücke er- höhen. Eine öffentliche Volksversammlung, die sich mit der Wohnungsnot befassen soll, haben die Bodenbesitzreformer zu Dienstagabend nach dem Lokal von Papritz in der Berlinerstrahe einberufen. DaS Vermögen der Stadt Charlottenbnrg hat nach der soeben vom Magistrat an die Stadtverordneten-Versammlung er- folgten Mitteilung im letzten Rechnungsjahr die Höhe vou mehr als 55 Millionen Mark erreicht. Es bedeutet dies einen Zuwachs von 6,1 Millionen Mark gegen das Vorjahr. Aber auch die Schulden der Stadt sind um die Kleinigkeit von mehr als CVa Millionen Mark gestiegen und betragen jetzt 361/2 Millionen Mark. Es ver- bleibt somit ein Ueberschuß von XWt Millionen Mark Vermögen. Die Gemeindevertretung von Britz bat beschlossen, zu den Schullasten die Gemeinden Berlin mit 5500 M., Rixdorf mit 7500 M. und Niederschöneweide mit 4500 M.theraiizuziehcu. Eine Schüleraufnahme hat ergeben, daß unter den 1200 Schulkindern in Britz sich 516 befinden, deren Väter in auswärtigen Industrien und zwar ausschließlich in sBerlin, Rixdorf und Niederschöneweide beschäftigt sind._ Soriales Arbeiterentlassungen und Lohnrednktionen. Während auf verschiedenen Werken jetzt plötzlich Massenkündigungen vorgenommen werden, begann man bei Krupp schon vor Monaten mit Abstotzung überzähliger Arbeitskräfte und mit Regulierung der Löhne. In der Graveurwerkstatt sind B. von den vor Jahresfrist beschäftigten 150 Personen jetzt bereits 2/s abgeschoben worden. Die Schichtlohn- sätze kürzte man stellenweise um 10—15 Proz., die Reduktion der Accordpreise ist aber noch höher. Dabei dauett die Reduktion noch an; auch sollte jetzt eine Massenkündigung(ca. 1000 Mann) vor- genommen werden. Die ungünstige Aufnahme dieser zu_ früh bekannt gewordenen Absicht ist wohl die Veranlassung, daß man' von der Massenkündigung abgesehen hat und es bei der allmählichen Abstoßung beläßt. Trotzdem sind in letzter Woche ca. 100 Kündigungen erfolgt. Wie unter den früher Ent- lassenen sind auch unter den letzteren sehr viele mit langjähriger wß-Lichterfelde. Für den Inseratenteil verantwortlich: Tb. Glocke in Berl Dienstzeit. Daß Arbeiter mit 5— 15jähriger Dienstzeit entlasten werden, gehört einfach zu den Alltäglichkeiten. Und alle die Leute gehen der Anrechte an die Pensionskasse, zu der sie zwangsweise jährlich ca. 35 M. Beiträge zahlen mußten, verlustig— zur höheren Ehre der Kruppschen Wohlfahrtseinrichtung. Besonders traurig ist es um die Graveure und Ciseleure, die entlassen wurden, bestellt. Die Leute bekommen nämlich, wenn sie einmal bei Krupp waren, anderwärts in ihrem Berufe keine Beschäftigung mehr. Unter dem Versprechen dauernder, lohnender Arbeit wurden die Leute nach Essen geholt, jetzt liegen sie thatsächlich auf der Straße. So iverden die Folgen der Krisen den Arbeitern aufgebürdet, Herr Krupp wird an seinem 20 Millionen- Jahresdurchschnitts-„Verdienst" keinen Schaden erleiden.— Neben den bereits bekannt gegebenen Massenkündigungen ist noch die ca. 1000 Mann betreffende der„Gute HoffnungShütte" in Sterckrade mitzuteilen.— Das Walzwerk Schulz- Knaud in Essen, welches vor einigen Wochen bereits 200 Arbeiter entließ, hat jetzt auch noch' wöchentlich 1—2 Feierschichten eingelegt.— Ter Vochnnrer Verein in Bochnm leidet besonders durch die Chinarummelei. Ein für China bestimmter großer Auftrag in Eisenbahnmaterial kann nämlich wegen der unsicheren Lage nicht in Angriffs genommen werden. In den betreffenden Werkstätten, in denen früher vbne Pausen Tag und Nacht gearbeitet wurde, ist der Betrieb gnnz ve- deutend eingeschränkt worden und die Accorde wurden ebenso ve- deutend reduziert. Auch hier werden die Uebcrschüffe keine Einbuße erleiden. Die Gründung eines Verbands deutscher Mietervcreine ist in Leipzig auf einer am letzten Sonnabend und Sonntag da- selbst abgehaltenen Konferenz deutscher Mietervereine beschlossen worden. Die Satzungen des neuen Verbands besagen u. a.: Der Verband deutscher Mietervereine bezweckt die gemeinsame Vertretung und Förderung der Interessen der Mieter in allen das Mietsverhältnis betreffenden Angelegenheiten. Ilm dieses Ziel zu erreichen, stellt sich der Verband insbesondere folgende Aufgaben: Förderung einer gesunden Wohnungspolitik im Reich, Staat und Gemeinde, Stellungnahme zu den Bestrebungen der Haus- und Grundbesitzerorgaiiisationen, Gründung neuer Mietervereine, Zu- sammenwirken mit Organisationen verioandter Richtung, Einführung von Mietverträgen, die dem Mietrecht des bürgerlichen Gesetzbuchs entsprechen, Eimvirkung auf die öffentliche Meinung durch Ver- sammlungen und durch die Presse. Der Bock als Gärttier. Im Gemeindekollegium zu Würz- bürg wurde unlängst über die Wohnungsfrage verhandelt auf Grund der Erhebungen, die der Magistrat im Jahre 1896 in einigen Straßenzügen vornehmen ließ. Das Referat hatte man— dem V o r st a n d e des Hausbesitzervereins übertragen.— Haben wir nötig, unsren Lesern mitzuteilen, was der über die Wohnungsnot zu sagen wußte? Verwifitzkes. . Die dritte Ausfahrt des Luftschiffs des Grafen Zeppelin, an der Graf Zeppelin. Lieutenant v. Ärogh und der Forschungs- reisende Eugen Wolf teilnahmen, begann Sonntag bei regnerischem, beinahe iviudstillem Wetter um 5 Uhr 2 Minuten nachmittags. Das Luftschiff erhob sich, die Spitze etwas nach oben, zunächst bis etwa 250 Meter Höhe und führte, ungefähr 1 Kilometer vom Lande ent- fernt, verschiedene Wendungen mit Auf- und Abwärtsfahren mit bestem Gelingen aus. Nachdem das Luftschiff den Kurs gegen das schiveizerische Ufer genommen hatte und bis zu etiva 400 Meter Höhe emporgestiegen Ivar, fuhr es bis einige Hundert Meter vor Manzell zurück,' wo es langsam bis auf den Wasserspiegel herabging und um 5 Uhr 25 Minute» glücklich landete. Eisenbahnunfälle. Aus Brom berg wird gemeldet: Am Sonnabendabend um halb zwölf Uhr ist der Schnellzug 62 �auf der Haltestelle P a r l i n in den Güterzug 4284, welcher hier überholt werden sollte, hineingefahren. Das Lokomotivpersonal vom Schnellzug wurde leicht, von Reisenden niemand verletzt. Sechs Fahrzeuge sind erheblich beschädigt. Beide Geleise ivaren etwa 12 Stunden gesperrt. Der Personenverkehr wurde durch Umsteigen an der Unfallstelle auf- recht erhalten und die Reisenden in Packwagen des Güterzugs nach Brombcrg weiter befördert.— Auf dem Bahnübergange zwischen Busendorf und Brotnach wurde ein dicht mit Ansflüglern besetzter Bauernwagen von einem Güterzuge überfahren. Zwei Personen wurden getötet, sechs schwer verletzt.— Auf der rechten Oderufer- Eisenbahn entgleiste gestern Abend zwischen Groß-Zöllnig und und B e r n st a d t der Güterzug 3309. Sechs Waggons stürzten in wüstem Durcheinander quer über das Geleise. Das Zugpersonal rettete sich durch Abspringen. Unfall ans einer elektrischen Bahn. Sonntag nachmittags 3 Uhr stürzte bei Reckehütte in R o s d z i n(Oberschlesien) ein in voller Fahtt befindlicher, dicht besetzter Anhängewagen der elektrischen Kleinbahn in einer scharfen Kurve um. Siebzehn Personen sind teils schwer, teils leichter verletzt, ein Bahnbeamter tödlich. Im Riesengebirge ist der Winter bereits mit aller Strenge eingekehrt. Eine Dame, die am 14. d. Mts. bei schönstem Wetter von Johannisbad aus einen Ausflug in die Berge unternahm, wurde am selben Tage auf dem Koppenplane von einem solchen Schnee- weiter überrascht, daß sie in der Wiesenbande Zuflucht nehmen und sich dort bis auf weiteres einquartieren mußte. In einem vom 17. datierten Briefe, den die Prager„Bohcmia" auszugsweise veröffentlicht, schreibt sie:„Ich bin noch immer in der Wiesenbaude und es ist für den Augenblick gar nicht abzusehen, wann ich zu Thale kann; dann nur mit dem Hörnerschlitten. Der Schneesturm braust hier oben mit furchtbarer Gewalt, und säße man nicht in dieser festen Baude, bei so lieben, freundlichen Menschen, es könnte einem recht bange werden.——— Ein Paar riesige Berharn- dincr bellen von Zeit zu Zeit auf,— da kommt ab und zu eine bis zur Unkenntlichkeit eingewickelte und verniummte menschliche Gestalt, ein Schwärzer oder ein Grenzwächter— oft dicht hinter einander. Der Schnee liegt stellenweise drei Meter hoch, und es ist schrecklich stürmisch; wenn das nicht wäre, hätten die Leute eine Kiste aus einen Schlitten gcnagelt und mich in diesem„Fahr- zeug" nach Petzer gebracht. Verproviantiert sind wir vorzüglich in der Baude, da merkt nian gar nicht, daß man von aller Welt ab- geschlossen so in den Wolken sitzt. Die Betten werden nachmittags alle aus den Zimmern heruntergetragen zum Wärmen, die Fenster sind handbreit zugefroren und thauen gar nicht ab. Das Wasser gefriert im Glase' oben im Zimmer." Nach fiebzehnmonatiger Abwesenheit ist die nach Spitz- bergen zu Gradmessungen entsandte Expedition auf de» Schiffen „Bakan" und„Ledokol" nach Kronstadt zurückgekehrt. Alle Mitglieder der Expedition befinden sich ivohl. Verschiebung eines HauseS. Die vielgerühmten Kunststücke der Amerikaner werden auch bei uns in Deutschland sehr gut gemacht. So wurde zu Dremmen. Kreis Heinsberg in der Rheinprovinz in aller Stille eine Arbeit ausgeführt, wie man sie nur aus Amerika berichtet. Dort wurde nämlich die Verschiebung des Bahnhofs- gebäudes bewerkstelligt. Das an der Strecke Linderit— Heinsberg ge- legene Gebäude konnte seit Jahren dem gesteigerten Venehr nicht ge- nügen. Die Bahnvcrwaltung beschloß deshalb, ein doppelt so großes Haus an die Stelle des alten zu setzen. Hierzu mußte jedoch das jetzige Bahngebände etiva vierzig Fuß weit nach Osten verschoben werden. Die Vorbereitungsarbeiten hierzu begannen zu Anfang der vorigen Woche. Aus Eiienbahnschivcllen wurde ein Geleise hergestellt, auf dem das Gebäude mittels Rollen fortbewegt iverden sollte. Viele Schwierigkeiten bereitete die Trennung des Hauses von seinen Fundamenten wegen der Verschraubungen, durch die das in Fach- werk ausgeführte HauS befestigt war. Alsdann wurde der untere Rand in der Dicke eines Steins fortlaufend weggehauen und Balken untergeschoben. So konnte denn das Gebäude auf dem für diesen Zweck hergestellten Geleise vorwärts bewegt und bis zu seinem neuen Platze verschoben werden. Die ganze Arbeit nahm nur eine Woche Zeit in Anspruch._____ in. Druck und Verlag von Max Babing in Berlin.