Nr. 248. Abonnements- Bedingungen: = Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 mt., wöchentlich 28 Pfg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagss Nummer mir flluftrierter Sonntags Beilage ,, Die Neue Welt" 10 Pfg. PostAbonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Eingetragen in der Post- Zeitungs Preisliste für 1900 unter Br. 7971. Unter Kreuzband für Deutschland und Defterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Erscheint täglich außer Montags. at is 17. Jahrg. Vorwärts Berliner Volksblatt. Die Insertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Solonel. geile oder beren Raum 40 Pfg., für polittsche und gewertschaftliche Vereins und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Bleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inferate für bie nächste Nummer müffen bis 4 Uhr nachmittags in berGrpedition abgegeben werden. Die Grpcbition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Fefttagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Kernsprecher: Mmt I, nr. 1508. Telegramm Adresse: Bocialdemokrat Berlin" Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Fernsprecher: Amt I, Nr. 1508. Mittwoch, den 24. Oftober 1900. " 0 Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Fernsprecher: Amt I, Nr. 5121. " Auch in der Papierindustrie machen sich ver- händler des größten deutschen Industriellenverbands es am besten Zolltarif und industrielle Interessen- fchiedene Strömungen geltend. Indes die Papierfabrikanten wissen muß, bestätigt, daß den nach Zollerhöhungen schreienden auf möglichste Erhöhung der Papierzölle hinarbeiten, dringt die Fabrikanten zumeist die Uebersicht über die Bedürfnisse gegensätze. Bapierbearbeitungs- und-berabeitungs- Industrie, die Bunt- ihres eignen Industriezweiges fehlt, daß sie sich bloß von Bisher sind über den neuen Zolltarif nichts als Ver- papier-, Tapeten-, Kartonnagenfabrikation usw., zum großen ihrem Eigeninteresse leiten lassen und aus Eigennut" mutungen in die Oeffentlichkeit gedrungen: Vermutungen, Teil auf Herabsetzung der heutigen Zollsätze. Recht ihre Zollforderungen bon bornherein absichtlich: von denen zwar manche sich auf die in den regierungsseitig charakteristisch ist in dieser Hinsicht ein Artikel der Deutschen zu hoch stellen. Besser als durch diese Ausvorgenommenen Anfragen hervorgetretenen Absichten stüßen Export- Zeitung", in dem sich der Geschäftsführer der„ Ver- führungen des Herrn Bued fann der Wert der aus und sicherlich eine gewisse Wahrscheinlichkeit für sich einigung für die Zollfragen des Papierfachs", Eugen Hager, den Kreisen der Hochschutzöllnerischen Industriellen erhobenen beanspruchen können, die aber doch der Authenticität gegen die Ansicht wendet, als sei die gesamte Papierindustrie Bollanträge und des auf diese Anträge sich stüzenden, gegen entbehren. Aengstlich wacht die Regierung darüber, daß über an der Erhöhung der Papierzölle interessiert. Im Gegenwärtig dem Wirtschaftlichen Ausschuß vorliegenden Doppeldie Anträge der einen Interessentengruppe und ihre Berückteil, die Mehrheit innerhalb der deutschen Papierbranche sei tarifs taum charakterisiert werden. sichtigung im Tarif die andren Interessentengruppen mög- gegen Zollerhöhung und verlange vielmehr 8011- Das sind nur erst Vorspiele in dem famosen Kampf um lichst wenig erfahren; offenbar will man versuchen, ermäßigung. den sogenannten Schuß der nationalen Arbeit"; die neue Tarifgeset Vorlage so lange geheim zu" Bresse und Buchdruck, die von der gesamten heimischen das eigentliche Spiel wird erst beginnen, wenn der ZoIIhalten, bis ihre Einbringung im Reichstag zur Ver- Papiererzeugung vielleicht 40-50 Proz.( der Menge, nicht dem tarif an den Reichstag gelangt und die verschiedenen öffentlichung zwingt. Die Absicht dieser Geheimniskrämerei Werte nach) absorbieren, sind heutzutage die wichtigsten Kultur- Gruppen der Industriellen dann entdecken werden, daß er ist, das Hervorbrechen und Aufeinanderstoßen der vorhandenen mittel und Kulturträger, und gerade diese Kulturwerkzeuge würden für sie allerlei niedliche Ueberraschungen birgt und vielleicht, verteuert, ihre Verwendung also eingeschränkt werden, d. h. es Interessengegensäge, die nicht nur zwischen Industrie und Landwirtschaft und zwischen den einzelnen Industriegruppen, sondern würde der Ausbreitung der Kultur felbft entgegengewirkt werden. was er auf der einen Seite zugesteht, auf der andern Seite Darum feine erhöhten Papierzölle! Die erhöhten Bapierzölle find durch Verteuerung der Rohmaterialien oder durch Erselbst innerhalb derselben Gruppe zwischen den Fabrikanten der eine Ausgeburt kaufmännischer und handelspolitischer Kurzsichtigkeit, schwerung der zollamtlichen Abfertigung wieder entzieht. Und Halb- und Fertigfabrikate bestehen, möglichst lange hinauszu- sie sind ein Mittel der wirtschaftlichen Vergewaltigung, fie bedeuten daß es an solchen Ueberraschungen nicht fehlen wird, dafür schieben. Dann aber scheinen trotz des jahrelangenHerumhausierens die Berkümmerung der Papierverarbeitungs- Industrie und sie sind bürgen die spärlichen Enthüllungen, die bisher über die im Deutschen Reich, des ewigen Erfundigens und Anfragens bei ein Hemmnis der allgemeinen Kultur." Vorschläge zum neuen deutschen Zolltarif- Gesez in die Oeffentlichallen möglichen landwirtschaftlichen und industriellen Interessen- Diefer Interessen Widerspruch in den einzelnen Industrie- teit gedrungen sind. So scheint thatsächlich die zuerst von verbänden die beteiligten Reichsämter sich immer noch zweigen selbst, wie andrerseits die Propaganda der Agrarier unfrem Nürnberger Partei Organ gebrachte Nachricht, daß nicht über verschiedene Bollfragen einigen zu fönnen. Die für das Doppeltarif System haben sogar den hochschutz die Umhüllungen der eingeführten Waren bielerörterte Frage, ob das bisherige System beizubehalten zöllnerischen Centralverband deutscher In für zollpflichtig erklärt werden, sich völlig zu beoder ob das Doppeltarif- System, die gleichzeitige Aufstellung du strieller zu Bescheidenheits- Ermahnungen veranlaßt. stätigen, ebenso wie auch die geplante Aufhebung eines Minimal- und Marimaltarifs, ratsamer sei, ist aller- Er hat durch seinen Geschäftsführer, H. A. Bued, eine ber zinsfreien Zollkredite. Zwar haben sich mit dings, wie verlautet, endlich doch im Sinne der oftelbisch Art Gutachten ausarbeiten lassen, das offensichtlich neben Ausnahme der Handelskammer zu Sorau, die sich mit der agrarischen Brotwucherer entschieden worden. Das nichts andren den Zweck verfolgt, der allzu unverschämten Verzinsung der Zollfredite einverstanden erklärte, sämtliche weniger als logische Raisonnement des Hahn- Röside- Wangen- Ueberspannung der Zollforderungen in den Reihen der deutsche Handelskammern gegen diese Maßregel heimschen Trifoliums und der„ Kreuz- Zeitung" scheint wirklich eignen Gefolgschaft einen Dämpfer aufzusetzen. Dabei gesprochen; doch scheint man bisher den Einsprüchen im Reichsamt des Innern einen größeren Erfolg gehabt zu verbreitet sich Herr Bueck, der schon bei früherer Ge- im Reichsamt des Innern wenig Wert beizumessen. haben als bei gewöhnlichen, normalen Menschenfindern. legenheit eine gewisse Befähigung zum enfant terrible ver- Unter diesen Umständen ist es begreiflich, daß endlich Wenigstens weiß die Frants. Zeitung" und diese Meldung raten hat, auch über den Wert der bei der Vorbereitung der auch die freien Industrieverbände sich zu rühren bewird von andrer Seite bestätigt auf Grund zuverlässiger Handelsverträge erzielten Zollanträge. Herr Bueck führt ginnen und sich dem Vorgehen der Handelskammern anschließen. Informationen zu berichten, daß dem Wirtschaftlichen aus, daß die von den Interessenten der Regierung So hat auf seinem jüngsten Verbandstage der Verband fich Ausschuß thatsächlich der Zolltarif in Form eines genannten Zollfäße in zahlreichen Fällen" gar nicht deutscher Chokoladefabrikanten" die gegen Doppeltarifs, mit einer Maximal- und Minimal- das wirkliche Minimum bilden, sondern höher ge- schläge auf Verzollung der Verpackung ausgesprochen; rubrit, vorgelegt worden ist, und zwar angeblich, weil die griffen worden sind". Der einzelne Produzent sei meist nicht ebenso der Verband Anforderungen der Industrie auf Schutzölle zum Teil eine in der Lage, die Wirkung des ausländischen Wettbewerbs auf Birkereien. Eine Eingabe des lettgenannten Verbands fabelhafte Höhe erreichen. Es sollen 1. Marimalzölle bei allen seinen Produktionszweig richtig zu beurteilen. Er sei nur zu enthält einen Hinweis auf eine Folge der Verzollung der den Staaten zur Anwendung kommen, mit denen keine Vertrags- fehr geneigt, von seinen speciellen Interessen ausgehend, den Verpackung, die ganz besondre Beachtung verdient. Bekanntlich abschlüsse zu stande kommen; 2. der Minimaltarif mit den Minimalzoll in einer Höhe zu bezeichnen, die das all- geht die Baumwolle zollfrei ein. Es wird nun berechnet, daß jenigen Staaten, mit denen Handelsverträge abgeschlossen gemeine Interesse nicht erfordert". Dann heißt für die im Jahre 1899 eingeführten 3 307 280 Doppelcentner werden, und zwar in beiden Fällen, ohne dazu die Zustim- es wörtlich weiter: Baumwolle, die, mit Packleinen umhüllt und mit eisernen mung des Reichstags einzuholen; 3. soll es der Regierung " Sehr verschieden wird das Urteil über das Minimum des Reifen zusammengehalten, die Zollgrenze passiert haben, gestattet sein, unter den Minimaltarif herabzugehen, und zwar Bollfazes ausfallen, wenn die Frage nach der Möglichkeit des 527 163 m. Zoll für die Umhüllungen zu zahlen gewesen soll dazu in jedem einzelnen Fall die Zustimmung des ReichsWettbewerbs mit der ausländischen Einfuhr und damit des muß wären, sodaß, während die Ware selbst zollfrei war, die gänzlich bringenden Weiterbestands des betreffenden Produktionszweigs in tags eingefordert werden. den Vordergrund gestellt wird. Dabei muß die Thatsache voll zur wertlose Verpackung über eine halbe Million Mark zu entGeltung kommen, daß in ein und demselben Bro richten gehabt hätte. duktionszweige unter sehr verschiedenen Be= dingungen gearbeitet wird und zwar, was hier befonders ins Gewicht fällt, mit verschiedenen Entstehungskosten und dem gemäß mit geringerem oder größerem Rugen. Daß von diesem Gefichtspunkte aus das Minimum des erforderlichen Zolls schr verschieden beurteilt wird, ist zweifellos. Ueber die Höhe der wichtigeren Zollfäße fehlt jedoch auch jezt noch jegliche Nachricht. Indes vermag alles Vertuschen nicht zu verhindern, daß je mehr die einzelnen Interessenfreise aus den allgemeinen zolltheoretischen Erörterungen heraustreten und sich Specialfragen zuwenden, desto schärfer die Interessengegensäge sich geltend machen. Besonders der Gegensatz zwischen den Spinnereien und Webereien in der Textilindustrie spigt sich immer mehr zu. Während die im„ Centralverband deutscher Industrieller" organisierten Spinner die Garnzölle, um sich der englischen und schweizerischen Konkurrenz zu erwehren, noch erhöht sehen möchten, speciell auf die heute größtenteils aus England eingeführten feindrahtigen Sorten, machen die Besizer der Webereien mit Recht geltend, daß trotz eines zwanzigjährigen hohen Zollschutzes die deutschen Garnfpinnereien nur immer noch ordinäre und mittlere Garne erzeugen, daß, heute wie früher, die feineren Sorten aus England und der Schweiz bezogen werden müssen und der hohe Garnzoll eine Belastung der deutschen Webwaren darstellt, die ihnen die Konkurrenz auf dem Auslandsmartt außerordentlich erschwert. Und thatsächlich sind an der ungünstigen Lage der deutschen Textilindustrie die Garnzölle wesentlich mitschuldig. Dabei hat der Garnzoll der Entwicklung der Spinneret wenig genügt; er hat zwar zur Ausdehnung der Anlagen, zur Vermehrung der Produktion geführt; aber da die Spinner bei der Erzeugung der zollgeschütten groben und mittleren Sorten gute Geschäfte machten, erfolgte nur ganz vereinzelt ein Uebergang zur Produktion feiner Garne. Der Zollschuh hat also wohl den Umfang der Produktion erweitert, aber andrerseits den Uebergang zur Fabrikation feinerer Sorten gehindert. D " der Baumwoll Webereien ausVorund Vielleicht ist es gar nicht so übel, daß das Agrariertum und gewisse Streise des industriellen Hochschutzöllnertums sich nicht entblöden, mit ganz maßlosen Zollforderungen zu kommen. Dadurch werden die vorhandenen Interessengegen säge noch verschärft. H. C. Politische Uebersicht. Berlin, den 23. Ottober. Endlich muß gesagt werden, daß in nicht wenigen Fällen von dem Produzenten absichtlich höhere als die durchaus erforderlichen Minimalzölle als solche angegeben werden. Das ist in der Natur der Sache begründet, erklärlich und entschuldbar. Denn das Verlangen, von vornherein den Zollfaz anzugeben, der bei dem Schuß der nationalen Arbeit den geringsten Nutzen Die Mysterten der Zuchthausvorlage. läßt, ruft einen scharfen Konflikt mit dem Eigennuh hervor, Unser Leipziger Parteiorgan veröffentlicht einen Brief des und es ist entschuldbar, wenn dieser den Sieg davonträgt. Geschäftsführers des Centralverbands der Industriellen, der in die Die vorstehende Behauptung würde auch nicht so bestimmt aufgestellt werden können, wenn nicht die Erfahrungen während Geheimnisse der Zuchthausvorlage mit magischen Lichte hinein leuchtet. der Berhandlungen über den Abschluß des deutsch- russischen Das Dokument lautet: Handelsvertrags fie erhärtet hätten. Damals fonnten zahlreiche Fälle festgestellt werden, in denen Produzenten die früher von ihnen als abfolut für ihren Bestand notwendig geforderten Bollfäße fallen ließen und zum Teil weit niedrigere Sase als solche anerkannten, mit denen dem auss ländischen Wettbewerb noch begegnet werden könne. Dies geschah aber meistens erst nach äußerstem Drängen im Wege der kontra diktatorischen, auf der andren Seite von durchaus sachverständigen Berfonen geführten Verhandlungen. 41 Centralverband deutscher Industriellen. Berlin, den 3. August 1898. Das Reichsamt des Jnnern hat mir persönlich gegen über den Wunsch geäußert, daß die Jndustrie ihm 12000 m. zum Zwecke der Agitation für den Entwurf eines Gesetzes zum Schutz des gewerblichen Arbeitsverhältnisses zur Verfügung ftellen möchte. Ich habe diese Angelegenheit dem ftell. vertretenden Vorsitzenden des Centralverbands, Herrn Geh. Finanzrat Jende, unterbreitet, der es and naheligenden Gründen für zweckmäßig erachtet hat, dieses etwas eigentümliche Verlangen nicht zurückzuweisen. Herr Geheimrat Jencke hat für die Firma Krupp 5000 M. zu dem erwähnten Zweck zur Verfügung gestellt. 119 Aehnlich war der Vorgang, wenn es sich um russische Konzeffionen handelte. Zunächst wurde das proponierte Zugeständnis für bedeutungslos erklärt, da die Höhe des Bolls jedes Geschäft nach Rußland unbedingt ausschließe. Erst wenn die Unterhändler zu erkennen gaben, daß sie unter diesen Umständen, da weiteres nicht zu erreichen sei, bei dieser Position lieber auf jedes Zugeständnis verzichten und dafür bei andren gez. 5. A. Bueck. Zöllen etwas herauszuschlagen suchen würden, gaben die Produzenten Aehnliche Verhältnisse finden wir in den Zweigen der Eisenzu, daß sie wohl auch bei dem zugestandenen Zolle noch Aussichten Es sei vorweg bemerkt, daß wir nicht den mindesten Zweifel industrie; die Interessen der Roheisenproduzenten, der Her- hätten, Geschäfte nach Rußland zu machen, und wünschten, daß haben, daß der Brief echt ist. Wir haben sogar für die Echtheit bereits steller von Halb- und Fertig Fabrikaten sind keineswegs man das Zugeständnis festlegen möge. eine Art Beweis einen Beweis des Schweigens; denn während gleichartige. Hat der Produzent des Rohmaterials und des Wird sonst den in letzter Zeit aus den hochschuh- alle bürgerlichen Blätter, selbst konservative, heute abend den Brief abfogen. Halbzeugs ein Interesse daran, die auswärtige Ron- zöllnerischen Lagern erschallenden Rufen nach Bollerhöhungen drucken und Auftlärung fordern, find gerade die besonderen Organe daß die turrenz durch hohe Zölle auf seine Artikel möglichst ver- entgegengehalten, Gesamt- Geschäftslage die„ Berliner wie des Centralverbands vollständig verstumunt: mindert zu sehen, so findet umgekehrt der hauptsächlich für die Ein- und Ausfuhrstatistik die Zwecklosigkeit und Reuesten Nachrichten", die, Post", und die Schweinburgsche fremde Märkte der von Fertig. Schädlichkeit produzierende Fabrikant betreffenden Forderungen erweise, Sorrespondenz, die Berl. Politischen Nachr.". Und doch hätte Fabrikaten das größte Interesse daran, die von ihm so wissen die gutbezahlten Verfechter der Fabrikanten eine telephonische Anfrage bei ihrem Freunde Bued in wenigen Mi verarbeiteten Roh= und Halbstoffe möglichst billig interessen nicht laut genug über die graue Theorie zu spotten nuten ihnen eine Ablengnung beschafft, wenn diese möglich wäre. zu erhalten; denn jede Verteuerung durch Zölle erhöht und die tiefe, unbestreitbare Sachverständigkeit ihrer erfahrenen, Außerdem äußern sich auch einstweilen, aus fehr begreif naturgemäß seine Produktionskosten und vermindert die Export- mitten in der Praxis stehenden Auftraggeber zu preisen. Hier nun lichen Gründen, die agrarischen Organe nicht, die fähigkeit. wird von einem, der als langjähriger Geschäftsleiter und Unter- Kreuz- 8eitung" und die Deutsche Tageszeitung". 26910 9179) 04 Wir halten also den Brief für echt, aber für eine MaSle. Vergegenwärtigen wir uns, um über die Bedeutung des Briefs klar zu werden, die Zeitumstände, in denen er geschrieben. Am 17. Juni 1897 kündigte der Kaiser in Bielefeld zum ersten- mal die ZuchthauSvorlage an, indem er die schwerste Strafe dem androhte, der sich unterstände, einen Menschen, der arbeiten wolle, an freiwilliger Arbeit zu hindem. Am 11. Dezember 1897 kam der vom„BorwürtS" veröffentlichte Geheimerlaß des Grafen PosadowZkh, der Material für die ZuchthauSvorlage herbeizuschaffen suchte. Aber die Angelegenheit kam vorerst nicht in Fluß. Da weiß am 3. August 1898 Herr Bueck seinen Intimen zu be- richten,„das ReichSamt des Innern" wolle 12000 M, von der Industrie haben, um die Zuchthausagitation in Gang zu bringen. Das Geld wurde denn auch gegeben; aber eine Agitation trat äußerlich zunächst nicht in die Erscheinung. ES war ganz im Gegenteil so still, daß die einen Monat später ge- haltene Oeynhauser Rede wie eine Ueberraschung wirkte. Da- mals kündigte Wilhelm II. bekanntlich an, daß das Gesetz semer Bollendung nahe,„worin jeder, ermöge sein, wer er will oder heißen, wie er will, der einen deutschen Arbeiter, der willig wäre, seine Arbeit zu vollführen, daran zu hindem versucht, oder gar zum Streik anreizt, mit Zuchthaus bestraft werden soll." Da diese Rede eine sensationelle Aufregung veranlaßt?, so erkennt man daraus, wie wenig das Publikum damals durch eine Agitation vorbereitet war; allerdings kann man für 12 000 M. nicht viel verlangen. WaS besagt nun der Brief des Herm Bueck, wenn man ihn buchstäblich auffaßt'?„DaS" ReichSamt des Innern verlangt von „der Industrie" 12 000 M., um für ein Gesetz zu Gunsten„der Industrie" zu agitieren. Wäre dies wirklich geschehen, so wäre da- mit ein urkundlicher Beweis für eine freilich niemals be- zweifelte Thatsache gegeben, daß sich daS ReichSamt des Innern mit seiner Zuchthausvorlage in den Dienst der Interessen der Industrie gestellt hat, und zwar in einer Weise, daß es für diese einseitige Interessenvertretung sogar Gegenleistmigen verlangt hat. Das wäre dann ein wertvolles i Aktenstück, weil es die socialdemokratischen Behauptungen über die Abhängigkeit der Regierung von der Großindustrie � dokumentarisch > beglaubigte. In diesem Verfahren wäre aber auch eine gewisse zarte Rücksichtnahme auf das Volk zu erkennen. Es wäre für das Reichsamt des Jnnem ein leichtes, aus irgend welchen Fonds, d. h. aus den Ssteuermitteln der Arbeiter, eine derartige Agitation gegen die Arbeiter zu bestreiten. Das geschieht ja alle Tage. Wenn nun in diesem Ausnahmefall das Reichsamt des Jnnem die Interessenten selbst zu den Agitatiouskosten herangezogen haben sollte, so wäre das gegenüber der Verwendung allgemeiner Steuermittel ein Fort- schritt, der allerdings verfassungsmäßig nicht zu rechtfertigen wäre. Auf diesem Wege aber gelangte man schließlich dazu, daß die ganze herrschende Politik, die ja doch nur den Interessen der Besitzenden dient, von den Interessenten bestritten würde: Heer, Flotte, Minister- gehälter usw. Heute treibt die Regierung zwar Politik im Jntereffe der herrschenden Klaffen— aber die Kosten bringt sie aus den Maffen der Unterdrückten auf. Jndeffen, uns scheint diese wörtliche Auslegung beS Briefs unmöglich. Ein ReichSamt will für irgend einen Zweck agitieren. Dann braucht eS nicht Privatleute anzubetteln. ES kann das aus eignen Mitteln, namentlich wenn es die preußischen Fonds mit- benutzt. Liegt ihm aberl daran, daß private Gelder heran- � gezogen werden, so ist ihm auch das ein Leichtes zu erreichen, ohne 'daß eine solche kompromittierende Bettelei nötig wäre. Man denke ian den Flottenverein, der willig, den Anregungen von oben ! gemäß, ungeheure Summen aufgebracht hat. Schließlich aber ist auch die lächerliche Winzigkeit der Summe zu bedenken; um lumpiger 12 000 M. wendet sich„daS ReichSamt des Innern" gewiß nicht an„die Industrie". Auf der andren Seite ist das Verhalten„der Industrie", der Ton des Bueckschcn Schreibens, dieser beleidigend hochfahrende und verächtliche Ton gegen„das Reichsamt des Innern" ein starkes Argument gegen die wörtliche Deutung des Briefs. Der Centralverband der Scharfmacher verwendet jährlich Hundert- tausende zu Zwecken seiner Agitation. Er besoldet Bueck und Schweinburg, er hält eine ganze Anzahl großer, aber nicht rentabler Schmock und die Reichskanzlerin. Die Socialdemokratie hat nur ein mäßiges Interesse an dem Persönlichen der höheren Herrschaften. Und nur so weit die Eigen- tümlichkeiten von Personen politische Besonderheiten zu er- klären vermögen, ist sie genötigt, dem Menschlichen Aufmerksamkeit zu schenken. Die Socialdemokratie kämpft um Grundsätze, In- stitutionen, Systeme— das andre ist ihr gleichgültig. Bisweilen freilich möchte eine andre Kampfesmethode locken, deren große Wirk- samkeit die Geschichte erwiesen hat. Man hört so mancherlei, dessen Veröffentlichung geeignet wäre, die schimmernden Schleier zu zerreißen, die über der vornehmen Welt des Scheins liegen. Man könnte das System unterwühlen, indem man statt die Wahrheit über politische Fragen die Wahrheit über die in der Politik thätigen Menschen diskutiert. Jndeffen eine Partei, die für Ideen und Ideale streitet, bedarf solcher groben, wenn auch sehr treffsicheren Mittel der Pro- paganda nicht. Ganz ander» verhält fich die bürgerliche Klaffe. Ihr Interesse an großen allgemeinen Fragen ist fast erloschen. Diese Bourgeoisie lebt vom Klatsch und für den Klatsch. Statt den Kultus der Kunst treiben sie den Kult der Künstler, die Verhältnisse der Schauspieler und Schauspielerinnen, die Abenteuer des Kapellmeisters, die Schulden des MalprofefforS fefleln mehr ihre Aufmerksamkeit als die Schöpfungen des Talents. Genau in derselben Weise hat sich daS politische Interesse •der Bourgeoisie entivickelt. DaS Aufblühen der illustrierten Schmock- schtisten entspringt dieser V(*rsimpelung des Geistes. Man will wissen, was der Minister für einen Anzug trägt, wie feine Frau aussieht, nach welcher Mode seine Kinder gekleidet sind. Und weiß man gar etwas ganz Privates, völlig Intimes von den Helden- gestalten der Staatsverwaltung, so befindet man sich im Zustand höchster Glückseligkeit; allerdings pflegt solche Wissenschaft nicht den Weg in die sorgsam vor jeder Verunreinigung mit brutalen Wahrheiten behüteten Stätten der photographisch-neutralen Meinungs- macherei zu finden. Gerade im Augenblick beweist Schmock wieder sein wunderbares Verständnis für den Geschmack des Publikums. An dem ganzen reichsdeutschen Kanzlerwechsel interessiert ihn nur— die Frau deS Reichskanzlers,„die Reichskanzlerin"— ihr widmet im Stile läppischer Himmelei ein Feuilletonist der„Renen Freien Preffe' saccharinsütze Betrachtungen, und die Berliner Preffe vom Anzeiger Scherls bis zur„Post" und„Dossin" drucken sie eifrig ab. Aber diesmal hat Schmock, vielleicht ohne Abficht, den zuckrigen Klatsch beinahe zur Höhe politisch-kulturhistorischer Be- deutfamkeit erhoben; denn er hat, wenn seine Andeutungen aus- gedacht werden, nichts weniger leisten wollen, als den Beweis führen, daß der Kanzlerwechsel doch eine neue Aera für das herrschende System bedeutet, und zwar nicht wegen der Person des Grafen Bülow, sondern eben wegen der— Reichskanzlerin: Ein neuer Geist ist, Blätter aus. Warum sollte er unwirsch sein, wenn ihm die Re- gierung für lumpige 12000 M. ihre eignen Organe als Agitatoren zur Verfügung stellt l Das wäre doch ein ungeheurer und beinahe tvie geschenkter Liebesdienst, über den man nicht unwillig ist. Und warum erachret«S Krupp aus naheliegenden Gründen für zweckmäßig, 6000 M. zu bewilligen? Wenn die Industrie sich ge« weigert hätte, die 12 000 M. zu geben, so hätte sich daS„ReichSamt deS Innern" eben die Agitation� erspart und wäre nicht weiter un« glücklich gewesen. Man sieht: die wörtliche Auslegung des Briefs führt zu lauter Unmöglichkeiten. Aber der Brief erhält sofort ein andre? Gesicht, wenn man ihn dechiffriert. Das„ReichSamt des Innern" ist unires Erachtens nur vor- geschoben, um irgend eine nicht verantwortliche, außerhalb der Beamten- schaft stehende aber einfluhreichePerson zu decken. Dieser Mensch wendet sich an den Centralverband, weil er für seine persönlichen Zwecke in augenblicklicher Notlage 12 000 M. braucht, und al? Gegenleistung verspricht er, für die ZuchthauSvorlage zu agitteren— nämlich auf Hintertreppen— macht er sich anheischig, die Sache in Fluß zu bringen, mit Hilfe seiner persönlichen Beziehungen. „Die Industrie" ist mißtrauisch, sie verachtet den Pumpier, aber sie will ihn doch nicht vor den Kopf stoßen, weil er doch nun ein- mal Einfluß hat und„der Industrie" als Agent ihrer Interessen nützliche Dienste verrichtet. So zahlt Krnpp widerwillig die 6000 Mark und die andern bewilligen den Rest des„etwas eigen- tümlichen Verlangens". Und der Mensch thut denn auch seine Schuldigkeit, er scheut keine Hintertreppe: er agitiert in der That für die ZuchthauSvorlage. Und sie kam! Es ist nun an Herrn Bueck, den Namen der Person, die 12000 Mark von„der Industrie" forderte, der Welt preiszugeben. Dann wird man erfahren, ob in der That für den Preis von 12 000 Mark ein Agent der Hintertreppe es unternommen hat, die deutsche Arbeiterschaft der Industrie ans Messer zu liefern. DaS wird das deutsche Panama werden! « Die bürgerliche Presse begnügt sich im wesentlichen mit dem Wunsche weiterer Aufklärungen: Die liberale„National-Zeitung" bemerkt: „Wir würden dieses Schriftstück für eine Fälschung halten. wenn die Erfahrung nicht gelehrt hätte, daß solche Veröffent- lichungcn der socialdemokratischen Presse authentisch zu sei» pflegen. Nach dem Datum des Schreibens ist es längere Zeit nach dem Posadomskyschen Rundschreiben vom 11. Dez. 1897 an die Bundesregierungen, worin um Bericht über die bei Streiks vor- kommenden Ausschreitungen ersucht wurde, und kurz vor der Oynhausener Rede des Kaisers vom 6. Sep- t ein der 1898 ergangen, in der ein„ZuchthauSgesetz" an- gekündigt wurde. Wenn der„getretene" Centralverband sich dem „etwas' eigentümlichen Verlangen" fügte, so ist dies noch weniger erstaunlich, als daß ein solches von dem ReichSamt des Innern erhoben lvnrde. Das letztere wird nicht umhin können, alsbald über das seltsame Vor« kommnis öffentlick Auskunft zu gebend" Die„Bosstsche Zeitung" findet die Mitteilung„verwunderlich" und daS Schreiben„vollkommen unverständlich": „Wir halten für ausgeschlossen, daß der Staatssekretär Graf PosadowSky oder irgend einer seiner Räte ein solches Verlangen, das noch mehr als„eigentümlich" wäre, an Herrn Bueck gestellt habe. Ueber die Frage, ob daS Schriftstück echt ist, wird sich Herr Bueck sicherlich ohne Säumen äußern." Die Berliner„Volkszeitnng" erklärt: „Es ist dringend notivendig, daß der Staatssekretär des Reichsamt des Innern, Graf Posadowsky, sich schleunigst und rückhaltlos äußert, ebenso daß die Herren Bueck. Jencke und Krupp dies lhun. Eine Auftlärung über die Entstehung des Schriftstücks muß erfolgen. Wir stehen ihm nnt Mißtrauen gegenüber. Wir halten es für ausgeschlossen, daß die Regierung die Industrie um die lächerlich geringe Summe von 12 000 M. angegangen habe. Für Agitationszwecke zu Gunsten der ZuchthauSvorlage standen dem Reichsamte des Innern Mittel und Organe genug zur Verfügung, es brauchte sich also gar nicht in ein Abhängigkeitsverhältnis von einer einzelnen Jnteressentengrnppe zu begeben." Die katholische„Germania" möchte die Echtheit des Briefs anzweifeln, fährt dann aber fort: in das oberste Reichsamt und damit wohl auch in die maßgebenden Hofkreise eingezogen. Vorbei ist eS mit der asketischen Frömmigkeit, der sinnenfeindlichen Weltflucht, der allzu bekleideten Sitten- härte: der allerneueste Kurs steht im Zeichen— Hans Makarts, des MalerS der Wiener Sinnlichkeit! Das ist die nicht unbeträcht- liche Erkenntnis, die wir dem schmockischen Schwärmer der»Reichs- kanzlerin" verdanken. Der Portraitaufsatz über die Gattin des Grafen Bülow fängt ziemlich belanglos an. Wir werden in ein Wiener Wohlthätigkeits- konzert geführt, und lernen die Dame als Klavierspielerin kennen; ihr Name und Herkunft wird angegeben: sie ist eine Sizilianerin „Maria Anna Zos Beccadilli di Bologna aus dem Hause der Principi di Camporeale. Herrin des Marchesates Altaville auf Sizilien", zu jener Zeit in erster Ehe vermählt mit einem Grafen Dönhoff. Schmock schwärmt dann etliches über ihr feenhaftes Klavierspiel, in einem unsäglich komischen Stil: „Sie hat sich mehrmals öffentlich hören lassen, selbstverständ- lich nur zu Gunsten irgend einer guten Sache. Wenn die Wohl- thätigkeit es gestattete, wenn die Nächstenliebe es gebot, wenn der Zweck die Tasten heiligte, dann stieg sie nach der Art dieser vornehmen Damen, von der leutseligen Caritas sanft ge- nötigt, herab aus ihrer Höhe, um den andren hier unten einiges von ihrer Kunst mitzuteilen." ES ist doch etwas Schöne? um die Wohlthättgkeit; sie adelt selbst ein so gemeines Instrument wie das Klavier. Wenn Beethoven eine Welt in Tönen aufbaute, wenn eine Clara Schumann die Ge- danken der großen Schöpfer auf dem Klavier nachempfand, so thaten sie dies um schnöden Lohns willen— es war also ein ganz un- 'tandesmäßiges Gewerbe. Die echte, die edle Kunst, die reine Kunst der Vornehmen, der Comtessen und Barone beginnt erst, wo sie zu Gunsten eines Asyls für altersschwache Schoßhunde oder ähnliche hohe Zwecke der christlichen Liebe gehandhabt wird l Die Philosophie SchmockS über die wahre Kunst! Wir übergehen die sinnigen Betrachtungen, wie die Reichs- kanzlerin ihrem Gemahl, der im europäischen Konzert früher gelegent- lich den Mann nnt der pausierenden Flöte dargestellt hat. durch ihr Klavierspiel„die Geister deS Unmuts verscheuchen", die Gegenwart der bösen Fee sder Politik) erträglicher machen werde. Der Schluß der Charakteristik aber sei wiedergegeben; denn hier liegt jene An- kündigung der neuen Aera: „Wunderlich ist eS immerhin, wie auS den Fenstern dieses deutschen AmtSpalasteS italienische Namen hervorklingen, wie sich im Zickzack eine unsichtbare Fährte zu ziehen scheint von jener etwa? bedenklichen Gräfin C a m p a n i n i zu der geburts- wie geisteSedlen Prinzipessa Camporeale. Diese? ist der eigent- liche Familienname der neuen Reichskanzlerin... In Wien schien sich die junge Dame mit unverhohlener Vorliebe in geistig an- geregter Umgebung, in künstlerisch bewegter Lust zu gefallen. Der Gesellschaftskreis, der sich eineZ eitlang um Makart und seine blendende Kunst gebildet! „ES wäre allerdings mehr als ein„etwas'eigentümliches Verlangen", wenn„das Reichsamt des Innern" auch mir den Wunsch geäußert haben sollte, die Großindnstiellen sollten eine nicht unerhebliche Summe Geldes zu einer Agitation für die sogenannte Zuchthausvorlage dem ReichSamt des Innern zur Verfügung stellen. Mit dem Budget- recht des Reichstags, das die Einnahmen und Ausgaben gesetzlich feststellt und eine Verwendung von privaten Mitteln für öffentliche Zwecke ausschließt, wäre ein solches Vorgehen nicht in Einklang zu bringen." Der konservative„ReichSbote" bemerkt: „Herr Bueck spricht hier eine Behauptung �in Bezug auf das Reicksamt des Innern bezw. den Staatssekretär Grafen v. Posa- dowsky aus, die man so lange für eine Mystifikation halten muß, bis die amtliche Aufklärung, die nicht auf fich warten lassen wird, erfolgt ist." � � * Deutsches Ileich. Die Diktatur im Elsaß. Durch Verfügung des Ministeriums für Elsaß- Lothringen auf Grund des§2 des neuen reichsländischen Preßgesetzes ist die Verbreitung zweier italienischer socialisti- scher Zeitungen, des„Avant i" in Rom und der„G i u st i z i a" in Reggio Emilia, im Gebiete des Reichslands verboten worden. In den letzten Jahren sind italienische Arbeiter in großer Zahl nach Elsaß-Lothringen gekommen. Da? llntemehmertum müht sich eifrig um diese billige Arbeitskrast und kennt nur die eine Furcht, daß die elend bezahlten italienischen Arbeiter, zu denen die deutsche Arbeiterpresse nichr dringt, durch das Lesen der heimatlichen Blätter zum Bewußtsein ihrer Lage und zum Widerstand gegen allzu bösartige Zumutungen der Kapitalisten erzogen werden könnten. So gering auch die Zahl der in Elsaß- LothrnM» verbreiteten Exemplare jener beiden socialistischen Blätter ist. so unantastbar auch ihr Inhalt gegenüber dem deutschen Strafgesetz. die Befürchtungen der Unternehmer werden von den reichs- ländischen Behörden geteilt, und flugS wird den tiefgedrückten italienischen Arbeitern die Möglichkeit, sich in ihrer Heimatssprache über ihre politischen und gewerkschaftlichen Interessen zu unterrichten, entzogen. Diese Arbeiter sind willkommen als billige und willige Ausbeutungsobjekte kapitalistischer Bereicherungssucht, doch ihre elementarsten Menschenrechte glaubt man rücksichtslos antasten zu dürfen.—_ Die Agrarier sind durch das Entgegenkommen, daS die Regie- rung ihnen durch Aufstellung eines Doppeltarifs beweist, unter dessen Minimalsätze nur unter ganz besonderen Umständen herabgegangen werden darf, noch nicht zufrieden gestellt. Die„Deutsche Tagesztg." sagt zu den Mitteilungen der„Franks. Ztg.", die wir gestern wiedergaben: „Sollte ein Mindesttarif aufgestellt werde», so würde eS selbstverständlich sein, daß der Reichstag durch die Annahme dieses Mindesttarifs die Regierung für alle Fälle ermächtigt hätte, in Handelsvertragsverhandlungen bis zu dem Mindestsatze herab- zugehen. Ein weiteres Herabgehen unter den Mindesttarif widerspricht aber dem Wesen dieses Tarifs. Soll die Regierung ermächtigt werden, auch unter diese Sätze herabzugehen, so ist das Princip des Mindesttarifs aufgegeben. Die erforderliche Zustimmung des ReichslagS ändert deran nichts. Wir würden gegen eine solche Auffassung des Mindesttarifs und gegen eine solche Lösung der Tariffrage die allerge wichtigsten Bedenken haben." Die„Deutsche Tagesztg." weiß, daß die Regierung mit Z u« stimmung des Reichstags unter den Minimaltarif herab« gehen darf, auch wenn die ausdrückliche Festsetzung dieser Regiernngsbefngnis im Tarifgesetz nicht getroffen würde. Es ist jedoch dem Agraricrblatt zuwider, daß durch Aufnahme dieser Be- stimmung die Notwendigkeit des Herabgehens unter den Minimallarif von vornherein zugegeben wird. Gewiß ist die Auf- stellnng eines Mindesttarifs, unter den herabgegangen werden darf, ein logischer Unsinn. Nur die„Deutsche Tagesztg." hat nicht das Recht, über diesen Widerspruch zu klagen, denn er ist nur die Folge der agrarischen Unstnnigkeit, die dem Ausland« einseitig bestimmte Mindestbedingungen auserlegen will.— Die Erneminng des Frhrn. v. Richthofen, des bisherigen Unterstaatssctrelärs im Auswärtigen Amt zum Staatssekretär ist nunmehr amtlich tzekannt gegeben worden. hatte, war ihr Element, und sie f e h lt e n i ch t b ei den glanzvollen Kostümabenden, mit welchen der Künstler den Farbenrausch entschwundener Tage ftisch herbeizu- zaubern und zivischen den vier Wänden seiner Wertstatt für die Dauer einiger Stunden festzuhalten versuchte. Ein dunkler Rembrandthut mit nickenden Federn war ein trefflicher Rahmen für das Gesicht dieser Italienerin und seine hohen Farbentöne. Ohne Zweifel ist ihrProfil auch auf Makarts„Einzug Karls V." zu finden. Man weiß ja, daß das Bild die Porträts vieler Wienerinnen enthält. ES ist, in eine vergangene Zeit versetzt, in die echte Makart-Zeit über« tragen, das beste Konterfei Wiens, wie es damals war, sagen wir, wie es sein wollte, schwelgend in Sehnsucht nach Licht und Farbe, trunken schon vom Verlangen nach einer Kunst, deren Höchstes leider unerreichbar blieb, deren Abgang wie Meer- leuchten Wunder versprach, aber auch wie der aus dem leuchtenden Meere geschöpfte Phosphorschein zwischen den Fingern verblich."— So entzückt sich Schmock an seinen Erinnerungen aus der Makart-Zeit der Reichskanzlerin, ruft zugleich bei seinen unter- richteten Lesern jene zahlreichen, in MakartscheS Farbenfeuer ge- tauchten Schilderunge» der Kostümfeste ins Gedächtnis, bei denen die Sizilianerin mirgewirtt, und stellt die Gemälde des Wiener Meisters, die von den Frommen mit wildesten Flücken verfolgt wurden und werden, lebendig vor das Auge. Wir sind keine Freunde Makartscher Kunst. Ihre Sinnlichkeit ist hohl. Ihre orgiastische Lebensfteude ist unnatürlich— sie wirkt nicht selten wie geschminkte Verwesung. Dennoch aber weht aus ihnen ein Hauch freien Lebens und irdischer Schönheit, und wenn etzt im Kreise des höchsten deutschen Beamten Makart herrscht, so ist das ein nicht unerfreulicher Fortschritt gegenüber der düsteren Mnckerei, die wir bisher für die herrschende Mode deS höheren Geistes halten mußten. In uns aber regt Schmock noch andre Erinnenmgen an, die gar nicht so weit zurückliegen. Wir denken daran, wie eben erst derselbe Graf Bülow, der Makartische Stimmungen im Hause birgt, mit- verantwortlich jene lex Heinze vertreten hat, die unter allen Knnst« werken keine mit größerer Schärfe verfolgt haben würde, wie die Hans Makarts, dieses Fanatikers der Entkleidung. Und noch eines andern gedenken wir: Wie mag fich die Gesellschaft, die sich um den Freiherrn v. Mirbach gruppiert, jene kommen Herren und Damen, die abwechselnd den.Reichsboten" und das„Kleine Journal" lesen, die alle nackte Kunst verabscheuen und am liebsten in härenem Gewände gen Jerusalem pilgern— wie mag dieser Hofgesellschaft der Einbruch des sinnenftohen Kunst- Heidentums in das Reichskanzlerpalais behagen! Sind das nicht zwei Welten, die unversöhnlich gegen einander klaffen? Steckt nicht darin etwa der Keim einer neuen KanzlerkrisiS? Schmock hat uns, wie man steht, mit seinen üppig rankenden Erinnerungen ein schwer erklärliches Problem aufgegeben... Wie wird dieser Makartkurs enden?»s, Partei- Nachrichten. Vom neuen Reichsetat für 1901 beginnt bereits einiges| benutte, was heutzutage ja nicht sehr selten ist, den Kampf gegen Dr. Lehbs mitgeteilt, daß fie einen längeren Aufenthalt des durchzusichern. Dem Bundesrat sind einige Teile desselben zu den Umsturz als Basis zum weiteren Borivärtsschreiten. 1878 Präsidenten Krüger in Belgien nicht gern sehen würde, da dessen gegangen. Die Ansätze des Etats für das Reichs- Eisenbahnamt und war er Staatsanwalt in Halle. Als damals die Freie Presse Anwesenheit zu englisch- feindlichen Kundgebungen Anlaß geben für die Neichs- Justizverwaltung zeigen keine wesentliche Aenderung im für Halle" als Kopfblatt der Magdeburger Freien Presse" erschien, würde, welche die belgische Regierung nicht dulden könne. Bergleich zum Jahre 1900. Bei den Stempelabgaben zeigt der machte der strebsame Staatsanwalt, der eine feine Witterung dafür Voranschlag für Spielfartenstempel und Wechselstempelsteuer ebenfalls hatte, wie der Wind in den höheren Regionen wehte, dem socialfeinen wesentlichen Unterschied. Dagegen ist die Stempelabgabe für demokratischen Blatte recht bald den Garaus. Er beschlagnahmte Wertpapiere, aufgeschäfte, Lotterielofe und einfach jede erscheinende Nummer und ließ die Redacteure verhaften. Schiffsfracht Urkunden, die im Etat für 1900 auf als fich dieses Spiel fünfmal wiederholt hatte, mußte die Freie Die Veriveigerung der Stadthalle in Elberfeld zur Benutzung 53 708 000 M. angelegt war, für das Jahr 1901 auf 100 170 000 m. Preffe für Halle" in Leipzig gedruckt werden, deffen damaliges Breß- für unfre Parteiangehörigen wird von allen rechtlich Denkenden als veranschlagt, in Rücksicht auf den Mehrertrag, der infolge der am gefeß dem Thatenbrang des ftrebsamen Herrn ein Biel feste. Der eine recht fleinliche, gehäffige Maßnahme der städtischen Verwaltung 1. Juli 1900 eingetretenen Aenderung der Abgabenfäße zu erwarten Lohn für diese Thätigkeit blieb natürlich nicht aus. 1897 hatte der empfunden. Der f. 8. gewählte Bürgerausschuß, dem die Aufgabe ist. Die Einnahmen an 8öllen, Verbrauchssteuern und ftrupellose Socialistenbekämpfer sich glüdlich zum Oberstaatsanwalt gufiel, mit allen Mitteln dafür zu streben, daß die Stadthalle allen Aversen sind auf 810 330 850 m. veranschlagt, d. 5. 20 605 850 2. in Naumburg hinaufgeftrebert. politischen Parteien geöffnet werde, hat beschlossen, einstweilen mehr als für das Jahr 1900. Recht bald machten fich denn auch hier die Spuren seiner von der Beschreitung des Klagewegs abzusehen; auch foll der Posen, 22. Oftober.( Fig. Ber.) Herr v. Stülpnagel, der Thätigkeit, namentlich für die im Sprengel des Oberlandesgerichts Socialdemokratische Boltsverein" feinen Beitrag von 2000 m. nicht Unter feiner zurückverlangen. Dagegen wurde entsprechend der von der großen kommandierende General des fünften Armeecorps, hat wiederum Amtsthätigkeit wurden die Groben Unfugs- und Kollektenprozesse Bürgerversammlung Naumburg erscheinenden Parteizeitungen bemerkbar. angenommenen Resolution beschlossen, die: einen Corps ,, wunsch" erlassen. Diesmal handelt es sich nicht um eingeleitet, die dem Oberlandesgericht Naumburg zu dem Ruhm ver- Stadtverordneten- Bersammlung zu ersuchen, das demnächst auf Grund den Heiratskonsens für Unteroffiziere, sondern um eine Kriegssteuer bolfen haben, mit diesen Maßnahmen beinahe einzig in der deutschen des neuen Gemeinde Wahlgefeßes zu erlassende Reglement für die des 5. Armeecorps für die Hunnenkrieger. Es wird gewünscht". Rechtspflege dazustehen. Das ominöse„ Zuzug fernzuhalten" mußte aus Stadtverordnetenwahlen mit Rüdficht auf die weniger bemittelten daß die Mannschaften und Unteroffiziere je 20 Bf., die Offiziere daß die Mannschaften und Unteroffiziere je 20 Pf., die Offiziere den Spalten der socialistischen Preffe, die das Glück hat, im Bereich des Bürger so günstig zu gestalten, als dies nach den in Betracht 3. bis herab zu 1 M. zahlen sollen, als Weihnachtsgabe für die 3 M. bis herab zu 1 M. zahlen sollen, als Weihnachtsgabe für die ostasiatischen Truppen. Die zusammengewünschte" Summe foll bis Ober- Landesgerichts Naumburg zu erscheinen, verschwinden, und Geld- lommenden Gesezen zulässig ist. Daß nach der Nichtung Erfolge jetzt nach den uns zugegangenen Mitteilungen etwa 14 000 m. be- und Haftstrafen waren die Sühne für das begangene Verbrechen, zu erwarten find, ist wohl kaum anzunehmen. tragen. Wird Herr v. Stilpnagel, der nach der Veröffentlichung darf. Durch die Art der Begründung der Strafbarkeit dieses Zusatzes für die Unansässigen die Genoffen Wolf und Hofmann mit je das in andren Oberlandesgerichts- Bezirken ungestraft verübt werden Bei der Gemeinderatswahl in Kadiz( Sachsen) wurden feines früheren Corpswunsches drei verschieden lautende Dementis hat sich das Naumburger Oberlandesgericht ein dauerndes Denkmal 74 Stimmen gewählt. Bon 282 eingetragenen Wählern machten gegeben hatte, auch diesmal dementieren? in der Rechtsprechung gegen die socialistische Partei und ihre Presse mur 96 von ihrem Recht Gebrauch. Die Aufhebung des Jesuitengesehes kündigt die Tägliche Rundschau" an. Mögen fie hereinkommen wenn wir nur dafür das Centrum Ioswürden! Neue ,, Judengenoffen". Aus Hessen schreibt man uns: Bor furzem brachte der Vorwärts erst eine humoristische Stilprobe des Reichstags- und Landtagsabgeordneten Köhler, als er dessen fulminante Einladung zu der großen" Demonstration für die Königin von Holland zum Abdruck brachte. Von dem Erfolg dieser Prachtleistung hat man nichts gehört, selbst die eignen Parteiblätter des„ Rufers im Streit" schwiegen sich über dieselbe aus. Aber Herr Köhler versteht noch mehr, er kann jogar der Hessischen Regierung gefährlich werden, wie man aus nachstehendem vor einiger Zeit veröffentlichten Aufruf ersehen kann! Der genannte Herr, der neben feinen parlamentarischen Ehrenämtern auch noch die Bürde eines Bürgermeisters trägt, läßt sich nämlich wie folgt vernehmen: Antisemiten, Achtung! gesetzt. Die Jagd auf die„ Postillons"- Wize, wobei die и W Totculifte der Partei. Jn Königsberg starb in der Nacht bont Sonnabend zum Sonntag der Maurer August Haugwiz. augwis hat sowohl in der Partei als auch in der Gewerkschaftsbewegung ftets seine volle Pflicht gethan. In den legten 2 Jahren war. andauernd krank und erwerbsunfähig; er betrachtete den Tod als eine Erlösung. Polizeiliches, Gerichtliches usw. " Thüringer Tribüne", das Hallenser Volksblatt" und die Volts- Die Solinger Parteigenossen beschlossen das Vertrauens stimme" in Mitleidenschaft gezogen wurden, dürfte wohl eben- männer System aufzuheben und die socialdemokratischen Vereine falls noch auf die Initiative des Herrn Woytasch zurückzuführen zum Träger der Parteibewegung zu machen. Die Aufstellung eines sein. Vielleicht war es sein letztes Werk, diese Verfolgungen Arbeitsprogramms 2c. bleibt den einzelnen Vereinen überlassen. Der einzuleiten. Der Naumburger Oberstaatsanwalt begnügte sich aber Posten des Kreisvertrauensmanns bleibt bestehen. Die Diskussion nicht damit, möglichst viele socialdemokratische Redacteure ins Geüber die Presse zeigte, daß man mit der bisherigen Entwicklung der fängnis zu bringen, er war auch bemüht, den inhaftierten Ne- Bergischen Arbeiterstimme" zufrieden sei, obwohl wir im Verhältnis dacteuren den Aufenthalt im Gefängnis fo unangenehm wie möglich zur Wählerzahl doppelt so viel Abonnenten haben müßten. Innerhalb zu machen. Unter seinem Regime wurde Genosse Schulz in Erfurt Jahresfrist hat die Arbeiterstimme" ca. 1200 Abonnenten gewonnen. bei einer zweimonatlichen Gefängnisstrafe mit Erbsentesen be- Mit der redaktionellen Leitung des Blatts waren die Genossen zuschäftigt und dem Genossen Müller- Magdeburg entzog er die frieden. Ferner wurde beschlossen, in dem vom Centrum beherrschten Selbst beschäftigung, welche dieser schon fünf Monate be unteren Kreis Solingen in nächster Zeit eine regere Agitation zu feffen hatte, unter der fadenscheinigen Begründung, Genoffe Müller fei entfalten. nicht Leiter der„ Boltsstimme" gewesen, außerdem sei es ja auch befannt, daß die Gelder, womit die Selbstbeschäftigung bezahlt wird, durch Sammlungen( 1) aufgebracht würden. Herr Woytasch war es auch, der im Jahre 1898 unfrem Genossen Weißmann, als dieser wegen verschiedener Prepdelikte sechs Monate Gefängnis zu verbüken In dem neuesten Jahrgang des Hessischen Land- hatte, ohne jebe Veranlaffung die Selbstbeschäftigung entzog und Talenders befindet sich eine Verherrlichung des französischen Bogelläfige aus Draht anzufertigen. Bei solchen Leistungen stand Weißmann dadurch zwang, da er doch einmal arbeiten mußte, Juden- Triumvirats Dreyfus- 8ola- Labori.. Antisemiten von Hessen! Es bedeutet diese Verherr- Ober- Landesgericht Naumburg fand, noch eine glänzende Carriere bildete wieder einmal bei der Verbreitung unsres Rostoder Parteidem Edlen, dessen Wirksamkeit verständnisvolle Unterstügung beim Die Verordnung über die Sonntagsruhe in Mecklenburg lichung des französischen vaterlandverräterischen JudenOrgans eine Rolle. Vor dem Ribnizer Schöffengericht hatten tums einen ganz bedeutenden Unfug und eine An- bevor. Nun hat ihr der Tod ein Ziel gesetzt. maßung fondergleichen. Denn sie erfolgt im Groß- Gegen den Hirtenbrief. Die Christliche Textil- fich einige Parteifreunde zu verantworten, weil sie eines Sonntags verwaltung, deren Bürger der überwiegenden Mehrzahl einer Besprechung des Fuldaer Rundschreibens und des feiner Zeit im Bostgesetz ausdrücklich die Bestimmung getroffen hat, herzoglichen Staatsverlag, also unter der Aegide einer Staats- arbeiter Gewertschaft für das Albthat" nahm nach einige Exemplare der„ Mecklenburgischen Volts- Zeitung" verbreitet hatten. Die Angeklagten beriefen sich darauf, daß der Reichstag nach antisemitischer Gesinnung sind. Aber es ist Begleitschreibens des Freiburger Erzbischofs einftinunig feiner Zeit im Postgesetz ausdrücklich die Bestimmung getroffen hat, dies dasselbe Lieb, das die amtliche Darmst. 8tg." nun seit eine Resolution an, in der es heißt:„ Wir beanspruchen für die besonders in Rücksicht auf die Rechtsprechung in Mecklenburg, Jahren schon, dem Darmstädter Juden Großmogul Arbeiter diefelbe Freiheit und Unabhängigkeit in der Wahrung und Ver- erlaubt wird. Das Gericht verurteilte die Angeklagten zu daß die Verbreitung der ant Beitung auch Sonntagen auliebe fingt. Wir waren feither dieser Unverschämtheit, tretung ihrer Standesinteressen, wie sie von tirchlicher Seite allen 6 m. Strafe, da es annahm, die Verbreitung geschehe, um Be Dieser schweren und fortgefesten Beleidigung andren Berufsständen ungeschmälert eingeräumt unfrer Ueberzeugung durch das amtliche Organ gegenüber und von diesen thatsächlich auch in Anspruch genommen wird; denn stellungen für die Zeitung entgegen zu nehmen. Durch das Postnur zu gutmütig. Lassen wir das jetzt! Der nächste Landtag und die katholischen Angehörigen des Arbeiterstands verdienen in dieser geses sei nur die Verbreitung an die Abonnenten der Zeitung freidie Verwaltung des Staatsverlags werden uns gerüstet sehen, Beziehung nicht weniger Vertrauen als ihre Glaubensgeroffen und gegeben. Die Entscheidung wird in zweiter Instanz angefochten und die großherzogliche Regierung wird unsre Meinung hören Mitbürger in andern Ständen."- Auch die vereinigten Vorstände werden. über das Unschidliche, das sie zu geschehen zuließ. Antiber chriftlichen Gewerkschaften in Mannheim und Freiburg semiten! Thut Ihr dasselbe! und gebt auch demjenigen die haben sich gegen den Freiburger Erlaß gewandt. Ausland. Frankreich. " Eine bedeutsame Reform. richtige Antwort, der Euch den Kalender für Bureaukraten und Jud, den hessischen Landkalender anbietet. So Herr Köhler im Namen der antisemitischen Abgeordneten des hessischen Landtags. Wenn es nun bei der nächsten Tagung des hessischen Parlaments feinen Ministersturz giebt!... Es ist nur gut, daß Herr Köhler die Minister lange vorher auf das Schreckliche vorbereitet hat, daß sie ihm noch rechtzeitig aus dem Wege Der jezige Kriegsminister André geht mit großem Eifer daran, gehen können. Vielleicht hat aber der Appell des Herrn Köhler an mit den alten verzopften militärischen Einrichtungen gründlich auffeine Gesinnungsgenossen zur Mißachtung des Regierungskalenders zuräumen. Wie La France militaire" erfährt, hat der Kriegsdie gute Folge, daß der demnächst zur Verteilung gelangende minister einen Gesezentwurf über die Reform der Kriegssocialdemokratische Agitationstalender um so größere Be- gerichte fertiggestellt. Das Hauptmerkmal der geplanten Reform achtung findet. sei, daß in Friedenszeiten die militärischen Richter durch Civilrichter ersetzt werden sollen. = " Spanien. Serbien. Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Die Arbeiter der nördlichen städtischen Nicfelfelder haben in den letzten Wochen mehrere Versammlungen abgehalten, in denen fie fich mit ihrer Lage und der Organisationsfrage beschäftigten. Es wurde allgemein betont, daß die Lohn- und Arbeitsbedingungen der Rieselwärter, Freiarbeiter, Deputaten 2c. auf den Berliner städtifchen Riefelfeldern sehr verbesserungsbedürftig sind und gegenwärtig auf denselben vielfach Zustände herrschen, die lebhaft an die Gefilde unsrer Ostelbier erinnern. Besonders flagte man über die Willkürherrschaft vieler aufsichtführender Organe. Da alle bisherigen Versuche durch Eingaben und Petitionen, eine Verbesserung der Verhältnisse herbeizuführen, vergebens waren, man nicht einmal Antwort auf dieselben erhielt, beschlossen die Versammelten dem Verbande der GemeindeArbeiter beizutreten und für die nördlichen Riefelfelder eine besondere Filiale desselben ins Leben zu rufen. Heber 100 Mann schlossen sich bereits der genannten Drganisation an. Auch für die südlichen Riefelfelder sollen demnächst Bersammlungen stattfinden. Achtung, Schuhmacher! Die Sperre bei der Firma Kerwien, Barnimstr. 52, wird hierdurch aufgehoben, da die Forderungen der Die Ortsverwaltung. Arbeiter bewilligt sind. In der Buchdruckerei von Hä bringer( Inhaber Silberer), Mauerstr. 88, legten gestern sämtliche Arbeiter und Arbeiterinnen ( 26 Buchdrucker, 1 Stereotypeur, 4 Hilfsarbeiter und 8 Hilfsarbeiterinnen) wegen fortgesetter Entlassungen von Verbandsmitgliedern und Einstellung von Gutenbergbündlern die Arbeit nieder. Deutsches Reich. Ergöglich ist die Ratlosigkeit des Schmods im Kreise Bochum über die Feststellungen des" orwärts" in Bezug auf die der Ptequart, der Offigier, der im Dreyfus- Prozeß eine so herborBevölkerung angedichtete Chinarummel- Begeisterung. Sie hüten fich ragende Rolle spielte, wurde bekanntlich durch das Urteil eines wohlweislich, auf die angeführten Thatsachen einzugehen, um aber zu Militärgerichts aus der Offizierslifte gestrichen. Dies Urteil ist nach zeigen, daß fie noch da sind, drucken sie die Ausführungen betreffend dem Gaulois" als ungefeßlich annuliert worden; Picquart werde die Chinaftimmung in der Bochumer Harmonie" ab und knüpfen jedoch vor ein neues Disciplinargericht gestellt werden. daran die verwunderte Frage: hat der Vorwärts" denn der Harmonie Gesellschaft auch schon unter Gewähr& männer? Die Richtigkeit der Meldung Madrid, 22. Oftober. Der Unterstaatssekretär des Innern, wird gar nicht bezweifelt, gilt als selbstverständlich und über die der Präfett und der Bürgermeister von Madrid und die Präfekten Quelle des Vorwärts" zerbricht man sich den Kopf. Für uns mehrerer Departements haben demissioniert. Es wird erwogen, die hätte es solcher Bestätigung unsrer Mitteilung nicht bedurft, wollen Garnison zu konfignieren. Bis jetzt ist die Ordnung nicht gestört dieselbe aber zur gebührenden Ehre des Schmocks registrieren und worden. diesen Braven für ihren Dienst verraten, daß man in ben erwähnten Streifen auf das persönliche Regiment" als Ursache des ChinaSofia, 28. Oftober. Das Amtsblatt veröffentlicht ein Defret, rummels mindestens ebenso schlecht zu sprechen ist, wie auf den durch welches die Sobranje auf den 28. Oktober einberufen wird. Chinarummel selbst. Es schreien heute sehr viele Leute öffentlich Hurra, sie schreien Afien. Am Ausstand der Leipziger Töpfer find 80 Prozent der im aber nicht aus Begeisterung, heimlich knirschen sie mit den Zähnen. Weitere 10 Prozent haben ihre Die amerikanischen Civilisatoren auf den Philippinen. Beruf Beschäftigten beteiligt. Nationalliberale Wahlrechts Verschlechterer. Wie das Der Hongfong Daily Preß" wurden Mitte September aus Manila Arbeit noch fertig zu ftellen, während der Nest aus folchen Arbeitern Offenbacher Abendblatt" berichtet, hat sich der Syndikus der Handels- über Grausamteiten berichtet, die einheimische, im Dienste besteht, die den Streifenden mehr oder weniger Hindernisse in den Tammer zu Offenbach, Herr Schloßmacher, auf dem hessischen der Amerikaner stehende Truppen mit Vorwissen ihrer ameri- Weg legen. Da ist zunächst die Humorvoll wirkte es, daß einige Leute versuchten eine VerHandelstammertage in Mainz dahin ausgelassen, als das Wahlrecht fanischen Offiziere begangen haben. fogenannte Wassertur", eine sehr beliebte Art zur Handelskammer festgelegt werden sollte, daß er, wenn es der sammlung der Arbeitswilligen einzuberufen. Da aber nur 12 Mann politisch notwendig sei, für die Abschaffung des gleichen Folter. Der Gefangene wird dabei an Armen und Beinen ge- erschienen, gingen die Braven unverrichteter Sache wieder heim. diretten Reichstagswahlrechts zu haben sei. In bunden, worauf man ihm einen Stock oder einen Gewehrlauf quer Die Tarifverhandlungen der Buchbinder sollen nunmehr Konsequenz dieser Ansicht trat er dann für ein Dreiklassenwahlrecht vor den Mund hält, so daß er ihn nicht schließen tann. Dann wird dem zum Abschluß gekommen sein. Die Buchbindereibesitzer in Leipzig zur Handelskammer ein, mußte aber den Schmerz erleben, daß diese unglücklichen Waffer eingegoffen, das er wohl oder übel schlucken hielten eine Versammlung ab, in der mitgeteilt wurde, daß die einen dahinzielenden Antrag ablehnte. Ob es dieser Herr noch ein- muß. Damit fährt man so lange fort, bis das Opfer es nicht beiderseitigen Kommissionen bereits am 19. Oftober in einer gemein mal wagen wird, wie im Jahre 1898 als Reichstagskandidat aufzu- mehr aushalten kann und alle Angaben macht, die von ihm ver- famen Sizung zu einer Einigung gekommen seien. Die Arbeitszeit treten? Seine in Mainz proflamierten Grundsäge würden geeignet langt werden. Eine andre Art, die Gefangenen zu quälen, ist die, soll eine 531/ ftündige sein, unter Wegfall der Vesperpause am Sonnfein, ihm einen ganz besonders freundlichen Empfang bei der Mehr- daß man sie zum Schein aufhängt, bis sie beinahe erftidt abendnachmittag. Renderingsanträge sollen mindestens drei Monate heit der Wähler zu sichern. Die politische Notwendigkeit" seines find. Bei einer solchen Gelegenheit foll fogar, wie die ge- vor Ablauf des Tarifs eingebracht werden, andernfalls behält der Durchfalls würde ihm sicher noch etwas deutlicher als bei der letzten nannte Beitung behauptet, ein Offizier zugegen gewefen fein. Tarif auf ein weiteres Jahr Gültigkeit. Der neue Tarif soll am Wahl plausibel gemacht werden. Dieser war so erbittert über die fortgesetzte Weigerung von zwei 1. November eingeführt werden. Gefangenen, den Versteck von Waffen anzugeben, daß er befahl, Agrarische Wünsche. München, 22. Oftober.( Eig. Ber.) fie aufzuhängen, und zwar an einem Galgen, der schon für eine Düsseldorfer Genossen eingerichtet. Das Gebäude fäßt große Ein Partei und Gewerkschaftshaus haben sich die Die bayrische Regierung und der Landtag haben bisher gegenüber wirkliche Hinrichtung fertiggestellt war. Der eine Gefangene den Anforderungen der Landwirtschaft eine Nachgiebigkeit gezeigt, wurde also vor den Augen feines Kameraden aufgehängt und Säle und Räume für Wohnung des Wirts, sowie für eine große die der Herren Bauern Begehrlichkeit immer mehr steigert. So soll dann wie tot herabgelaffen. Hierdurch wurde der zweite Herberge. Früher befand sich dort ein Kaufhaus. Das Etablissefich der Centrums- Abgeordnete Dr. Hauber jegt gar Gefangene so eingeschüchtert, daß er versprach, die Amerikaner an ment ist schön renoviert und am verflossenen Sonntag mit einer mit der Abficht tragen, im nächsten Landtage einen Antrag ein- den Ort zu geleiten, wo die Waffen verborgen waren. Zwei Offiziere, großen Versammlung und abends Festlichkeit dem Betrieb übergeben zubringen, nach dem ländlichen Dienstboten nach 5 jähriger deren Namen die Zeitung angiebt, find bereits wegen solcher Unthaten worden. Da die hiesigen Genossen bisher sehr an Lokalmangel ununterbrochener Dienstzeit eine Prämie von 250 M., nach zehn ihrer Untergebenen bestraft worden, aber nur sehr gelinde, weshalb litten, wohl einen großen Saal hatten, der aber an der äußeren Jahren eine solche von 500 M. und nach 20 Jahren 1000 M. zu das Beispiel in feiner Weise abschreckend wirken kann. Man Peripherie der Stadt lag, so muß das neue Versammlungshaus, zuzahlen ist, natürlich aus dem Staatsfädel! Die Steuer- fieht, die amerikanischen Stulturträger stehen den europäischen in mal es im Centrum der Stadt auf verkehrsreichster Straße liegt, zahler follen also nicht nur durch die Kornzölle geschröpft werden, nichts nach. als ein sehr großer Fortschritt für die hiesige Bewegung angesehen werden. fondern außerdem will man von ihnen noch einen Extrabeitrag zur Afrika. Wir haben hier nun unser eignes großes Heim, unLöhnung der Dienstboten haben. abhängig von den Launen eines Wirts und gefeit gegen die Präfident Krüger ist doch nicht in aller Stille von Lourenço Intriguen unfrer Gegner. Auch von keiner Brauerei ist das UnterEin Socialistenverfolger. Der Oberstaatsanwalt Marques abgereift. Die Vertreter der fremden Staaten, mitnehmen abhängig, Kapitalien sind genug vorhanden, das UnterWoytasch in Raumburg, der diesen Posten seit dem Jahre Ausnahme natürlich desjenigen Englands, gingen an Bord der nehmen zum Wohl der Arbeiterbewegung lebensfähig zu erhalten. 1897 am Oberlandesgericht in Naumburg bekleidet, ist, wie wir be- Gelderland", um Abschied von Krüger zu nehmen. Dagegen " reits furz mitgeteilt, am 18. Oktober im Alter von 62 Jahren ge- wird der besiegte Boerenführer in Europa mit sehr ge- In der Uhrgehäusefabrik von Nohland n. Pohland in storben. Das Hamb. Echo" widmet ihm folgenden Nachruf: Mit mischten Gefühlen erwartet. Wohl bedauert man in Europa Krimmitschau sind Differenzen ausgebrochen, weil den Polierern ihm ist einer jener Leute dahingegangen, deren Devise lautete: allgemein die Niederlage der Boeren, aber mit England die Preise gekürzt werden und sie den Spiritus fünftig ſelbſt Carriere um jeden Preis, mögen die angewandten Mittel auch noch möchte es doch keiner der Staaten verderben. So berichten bezahlen sollen. Polierer werden gebeten, vorläufig Krimmitschau so verpönt sein bei aufrichtigen Männern von Ueberzeugung. Woytasch die„ Times" aus Brüssel, die belgische Regierung habe zu meiden. KnappfchaftS» Aeltestc»- Wahlen im Ruhrbezirk. In den acht neugcbildeten Knappschafts-Sprengeln der Bochumer Knappschakts �kasse fanden am Sonnabend die Wahlen statt. In Betracht kamen 14 Aelteste; davon wurden 10 Oppositionelle. 1 Pole und 3 Zechen Zandidaten gewählt. Die Oppositionellen sind nach gemeinschaftlicher Verembarung und auf Grund eines gemeinschaftlichen Flugblatts des Deutschen Berg- und Hüttcnarbciter-Verbands und des christlichen Gewerkvereins gewählt worden. Wo die Mitglieder beider Vereine in beständiger Fühlung niiteinander geblieben sind, kamen die Kandi- daten glatt durch. Anders aber in zwei B r u ch e r Bezirken, wo der fanatische Ultramontaiiisvus dominiert und die Mitglieder des christ- lichen Gewerkvereins höchstwahrscheinlich unter dem' Einfluß einiger „Hetzkapläne" sich nicht um die Verabredung kümmerten, sondern eigenmächtig vorgingen und dadurch Zechenkandidaten aum Siege verhalfen. a Textilarbeiter-Streik. Die Arbeiter der Firma Schapen und ter Meer, mechanische Weberei in Hüls bei Kr e seid, find in den Ausstand getreten. Ohne weiteres hatte die Firma eine Lohn- reduzierung um 25 Proz. vorgenommen. Die BermittelungSversuche waren samtlich erfolglos. gegen streikende Arbeiter, die am Tischler- strerk in München teilgenommen hatten, hatte die dortige Staats» Anwaltschaft zuwege gebracht. Sämtliche Angeklagten sollten .Arbeitswillige" bedroht haben, und waren damit wegen Vergehens gegen den§ 153 der Gewerbe-Ordnung unter AnNage gestellt. Zwei von den Uebelthätern wurden freigesprochen, von den beiden andren der eine zu acht Tagen und der andre zu drei Tagen Gefängnis verurteilt. In der Verhandlung gegen den einen Angeklagten ent stand ein kleiner Konflikt zwischen dem Vorsitzenden und dem Ver leidiger Dr. Bernheim. Der Amtsanwalt hatte gegen einen An- geklagten 14 Tage Gefängnis beantragt. Dr. Bernhein, bemerkte hierauf es er>cheine ihm auffallend bei dem heutigen Stand der Rechtsprechung.' daß man politische und Streikvcrgehen in den meisten Fällen nnt geradezu exorbitanten Strafen belegt und keine mildernden Umstände kennt, während auf der andren Seite Meister und Meistersöhnchcn sehr milde wegzukommen Pflegen. So wolle er den Herren Schöffen einen Fall in Erinnerung bringen, wonach kürzlich ein Meistersöhnchen, das einem Lehrling mit einem glühenden Eisen einen Stich in den Aster beibrachte, mit 5 M. Geldstrafe davon kam.... Amts- rrchter Kraus: Dies gehört nicht zur Sache, ich nuih Sie unterbrechen. Herr Verteidiger! Dr. Bernheim: Es ist dies mein gutes Recht, und wenn ich den Herren Schöffen... Amtsrichter einfallend: Ich laffe die Besprechung dieses Falls hier nicht zu I Dr. Bernhcim: Gut. dann habe ich nichts mehr zu sagen. Amtsrichter: Wollen Sie Gerichtsbeschluß? Dr. Bernheim: Nein! Amtsrichter: Dann wollen Sie in Ihrem Plaidoyer fort- fahren Dr. Bernheim: Ich verzichte! Das Gericht zog sich hierauf zur Beratung des Urteils ziirück und verkündete dann die kostenlose Freisprechung des Angeklagten Netsch.— Warum war wohl dem Herrn Amtsrichter Kraus die Besprechung des von Dr. Bernhcim angezogenen Falls so unangenehm? Ganz einfach: Das betreffende Urteil war unter dem Vorsitz des Amtsrichters Kraus gefällt worden! Ausland. AuS Graz wird gemeldet: Die Magazinarbeiter der hiesigen Südbahnstation beschlossen in einer Versammlung, an die Südbahn- Verwaltung eine Reihe von Forderungen zu stellen und, falls solche nicht binnen 14 Tagen bewilligt seien, in den Ausstand zutreten. Mus der Frsnenbvmvgnng. Genossinnen! Die Frauenkonferenz zu Mainz hat den Genossinnen eine Reihe wichtiger und schwieriger Aufgaben zugelviesen, die nur er« folgreich gelöst werden können, wenn einheitlich, planmäßig an ihnen gearbeitet wird. Um diese unerläßliche Voraussetzung eines kräftigen, fruchtbaren Wirkens zu schaffen, hat die Frauenkonfcrenz einen Ausbau des Systems der Vertrauenspersoncn beschlossen. Als Organe der proletarischen Frauenbewegung sind Vertrauens- Personen der Genossinnen im Einvernehmen mit den Genossen überall dort zu wählen, wo entweder die Vercinsgesetze die Mitglied- schast der Frauen an politischen Vereinen unmöglich machen.' oder wo die Rücksicht aus die �Entwicklung der proletarischen Frauen- bewegung und ihre Leistungen eine Teilung der Arbeit zivischen den Genossen und Genossinnen als nötig oder ersprießlich er- scheinen läßt. Genossinnen!� Der Hinblick auf die in nächster Zeit zu leistende allgemeine Agitationsarbeit, die durch Kohlennot und Wohnungsfrage sehr umfangreich und wichtig wird, der Hinblick insbesondere auf den beschlossenen Kampf für die socialdemokratischen Forderungen des gesetzlichen Arbeiterinnenschutzes machen es nötig, daß Ihr un- gesäumt, nach vorausgegangener Verständigung mit den Genossen, die Wahl Eurer Bertrauenspersonen vornehmt. Die Adressen der Ge- wählten sind sobald als möglich der Unterzeichneten mitzuteilen, damit diese ihnen das Organisationsstatut zusenden und sich mit ihnen über die Durchführung der Arbeit für Ausklärung und Organisierung der Proletarierinnen ins Einvernehmen setzen kann. Mit socialdemokratischem Gruß Ottilie Baader, Central- Vertrauensperson. Berlin W., Großgörschenstraße 38, zweiter Hos rechts, 3 Tr. Die Arbeiterpresse wird un, Abdruck gebeten. Socinles. Tie Streikklausel abgelehnt hat auch der Magistrat von Würzburg. Das einzige Magistratsmitglied, das für die Streik- klausel sich einlegte, war der Baumeister H o f m a n n, ein ehemaliger Maurergeselle. Die Orts-Krankeukasse in Rcicheubach t. V. ist in Differenzen mit den Apothekern geraten. Der Vorstand der Kasse hatte veranlaßt, daß alle HandverkaufS-Artikel zur Krankenpflege nicht ans den Apotheken, sondern ouS Drogirengeschäften zu beziehen seien. Die Apotheker antlvorteten damit, daß sie den Kassenmitgliedern den Rabatt entzogen. Die Kasse ist dagegen zwar machtlos, sie steht sich aber ganz gut dabei, weil sie durch den teilweisen Bezug von Heilmitteln auS den Droguengeschäften noch ganz bedeutende Er- sparnisse macht._ Vevsttlninluttgen. Zur ReichStagSwahl im 6. Wahlkreise. Wenn auch nicht neu. so doch immerhin intereffant ist daS Ver- halten der Antisemiten bei dem gegenwärtigen Wahlkampf. Unter dem Deckmantel einer Mittelstandspartei, Ordnnngspartei und ähnlicher Bezeichnungen. betreibt sie ihre Agitiation und beruft Versammlungen ein, in denen sie durchaus nicht als Antisemiten, weil die Bezeichnung wohl etwa? anrücbig geworden ist. gelten wollen. Eine solche Versamnilung hat am Montag bei Puhlmann in der Schönhauser Allee statt- gesunden, in der für den Kandidaten Ulrich Propaganda ge- macht werden sollte. An Stelle des Stadtverordneten P r e tz e l, der als Referent aufgestellt war, aber das Erscheinen vergessen hatte, über- nahm es der Redactenr der„Staatsbürger-Zeitung", Herr W i l l b e r g, seinen Gesinnungsgenossen Herrn Ulrich in empfehlende Erinneriing zu bringen. Aber nicht nur an die„teutschen" Männer richtete sich der Appell, sondern auch den sonst so verhaßten weißen und schwarzen Semiten wurde das Recht eingeräumt, sür den Kandidaten der nationalen Parteien einzutreten, denn die Judenfrage, so meinte der principienfeste Redner, muß in den Hintergrund gedrängt werden und hat mit dieser Wahl gar nichts zu t'hun. Noch eifriger im Liebeswerben um die Frcisinnsstimmen zeigte sich der Kandidat in höchsteigner Person selbst. Er suchte den in der Versammlung etwa anwesenden Freisinnsmannen nachzuweisen, daß die Socialdemokratte nur die Vorläuferin des Anarchismus ist. daß der Kampf dann kein poli. tischer mehr ist. sondern mit Dolch und Revolver geführt werden wird und daß die liberale Wählerschaft doch für den staatserhaltenden Mann eintreten muß. Daß die beiden Hauptredner des Abends auch sonst gegen die Socialdemokratte Ivetterten und dabei mit allerlei Verdächtigungen gegen die bekannten Parteigenosse» nicht sparten, daß sie die alten längst schon abgeleierten Märchen den Versammlungsbesuchern aufzutischen versuchten und mit viel Eifer und wenig— Geschick die Chinapolittk mit allen ihren Konsequenzen und den Militarismus und Marinismus verteidigten sowie für die Erhöhung der Kornzölle eintraten, sei nur nebenbei erwähnt. Von. mehreren unseren Genossen wurde den China Schwärmern unzweideutig zu erkennen gegeben, daß für ein der artiges Programm in der Arbeiterschaft keine Sympathie vor- Händen sei.— Im übrigen ist die Versammlung, die von etwa 200 Personen besucht war. recht stürmisch verlaufen. Die einzelnen Redner wurden von beiden Seiten beständig durch lebhafte Zwischenrufe unterbrochen und deren Ausführungen waren oftmals nur teilweise verständlich. Umsomehr wurde es anerkannt, daß die Polizei nicht wie sonst auf dem Podium, sondern bescheiden vor der Thür die Versammlung beobachtete. Gegen '/ei Uhr verließen uns« Genoffen in corpore die Versammlung und kaum 40 Mann blieben zurück, um dem Kandidat Ulrich, der nun erst recht aus voller teutscher ManneSbrust gegen die verruchten Socialdemokraten donnerte, Gesellschaft zu leisten. Eine Filialdersammlnng der Stuccatenre, die am Montag abgehalten wurde, nahm den Bericht des Vertrauensmanns D a s ch ü t t über die Tarifverhandlungen entgegen, die von der aus Arbeiten: und Arbeitgebern bestehenden Konimission gc pflogen worden sind. Die Verhandlungen haben, wie der Referent mitteilte, nunmehr ihre» Abschluß gefunden und die Konmiission hat sich auf einen Tarif geeinigt, dessen wesentlichste Punkte sind: I n Accord wird nicht gearb eitet. Die tägliche Arbeitszeit beträgt 8'/s Stunden. Es wird ei» einheitlicher Lohn gezahlt und zwar für Anfetzer und Weißarbciter 7,50 M., für Former. Zieher und Zusammenschneider 5,50 M., für Gießer 4,50 M. pro Tag. Die übrigen Positionen sind von geringerer Bedeutung. Sie regeln die Fahrgeldvergütung, Zuschläge für auswärtige Arbeiten und Ueber stunden. Baubuden usw.— Dieser Tarif unterlag nun der Beschlutz fassnng der Versammlung. Ueber die Lohnsätze entstand eine längere Debatte. Die meisten Redner waren gegen die im Tarif aufgeführten Löhne, mit der Begründung, daß zwar der bisher geltende Tarif für Bau-Stuccateur'c einen' Minimallohn von 7 M. festsetze, in den meisten Fällen aber ein Tagelohn von 8 M., ja teil- weise ein noch höherer gezahlt werde. Die Festsetzung eines Ein- heitslohns von 7,50 M. bedeute also für die meisten Kollegen, nanientlich für die Weißarbeiter eine Verschlechterung. Diese Ein- Wendungen erkannte auch Daschiitt als zutreffend an. er meinte aber. wenn die gute Konjunktur nachlasse, dann würden die Unternehmer nicht mehr wie den jetzt geltenden Minimalsatz zahlen, während sie nach Annahme des neuen Tarifs nicht unter 7,50 M. hinunter gehen dürften. Man möge nicht vergessen, daß höhere Löhne jetzt nur aus Anlaß des guten Geschäftsgangs gezahlt werden. Aus diesen Gründen hätten auch die Kommissionsmitglieder den neuen Lohnsätzen zugestimmt. Redner meint auch, daß die Ansetzer wohl iveniger Grund zur Opposition gegen den Einheitslohn hätten, wie die Weißarbeiter, welche die Mehrheit in der Versammlung bildeten.— Die anwesenden Werlstattarbeiter widersprachen ebenfalls der Fest- fetzung der Einheitslöhne von 5,50 M. beziehungsweise 4,50 M., da zur Zeil in vielen Fällen höhere Löhne gezahlt werden. Wenn einheitliche Löhne eingeführt werden sollen, dann sei nicht einzusehen, weshalb die Werkstattarbeiter nicht mit den Bauarbeitern gleich- gestellt werden.— D i e V e rs a m mlu n g lehnte dieEinheits« löhne für alle Kategorien a b und beschloß, daß die Minimal- löhne des bisherigen Tarifs bestehen bleiben. Die übrigen Bestimmungen des neuen Tarifs wurden angenommen mit der Maßgabe, daß derselbe nicht auf ein Jahr, sondern nur bis zum 1. April 1901 Geltung haben solle. Der Verein Berliner Droschkenkutscher hielt seine viertel- jährliche Mitgliederversammlung am 18. d. M. in den Arininhallen ab. Dieselbe ehrte vor Eintritt in die Tagesordnung das Andenken des dahingeschiedenen Wilhelm Liebknecht und der im dritten Vierteljahre verstorbenen Vercinsmitglieder Albert Mewes und Wilhelm Schmidt durch Erheben von den Plätzen. Sodann er- stattete derVorsitzcndeKnütter den Geschäftsbericht für daS abgelaufene dritte Quartal d. I. Demselben ist zu entnehmen, daß im Vereins- bureau, Schützenstr. 58, 123 Protokolle in Fahrangelegenheiten auf- genommen, 515 Karten und Briefe abgesandt, sowie 145 schriftliche Anfragen und Fundsachen-Angelegenheiten vom Bureau erledigt worden sind. An Fundgcgcnständcn wurden 517 eingeliefert und hiervon 307 von den Verlierern reklamiert, für welche 451,70 M, Versäumnisgcbübr für die betreffenden Kutscher gezahlt worden sind. Als Mitglieder sind dem Verein im dritten Vierteljahr neu bei- getreten 41 Kollegen, die Gesamtmitgliederzahl betrug Ultimo Sep- tembcr d. I. 1300. Das gesamte Vcreinsvermögen belief sich zu demselben Zeitpunkte auf 8658 Mark 31 Pf. Das Bureau einer öffentlichen Versammlung war seiner Zeit beauftragt worden, au die höhere Verwaltungsbehörde eine Eingabe zu richten, um dieselbe zu veranlassen, auf Grund des K 34 des Jnvaliditäts- Versicherungsgesetzes die Festsetzung einer höhere» Lohnklasse für die Droschkenkutscher, für welche bisher in der dritten Lohnklaffe geklebt worden ist, den Jahrcs-Arbeitsverdieust den thatsächlichen Verhält- »issen entsprechend, aber mindestens höher als auf 850 M. zu nor- mieren. Wie der Vorsitzende Ä n ü t t e r mitteilte, ist auf diese an das Reichs-Versicherungsamt gerichtet gewesene Eingabe vom Ober- Präsidenten der Bescheid ergangen, daß der Jahres-Arbeitsvcrdienst für die Droschkenkutscher Berlins und der Umgegend vom 1. Januar 1901 ab auf 1120 M. festgesetzt worden ist. Diese Erhöhung des Jahresverdienstes komme den Droschkenkutschern bei etwaigem Be- zuge versicherungsgesetzlicher Renten zu gute, wenn dieselbe auch eine unbedeutende Steigerung der Versicherungsbeiträge bedinge. Nach einer Erörterung bestehender Mißstände in der Durchführung deS Hofvertrauensmännersystem wurde beschlossen, eine Eingabe an das Polizeipräsidium zu richten, in welcher daS Halten von Omnibussen an Haltestellen der Straßenbahnen zc., sowie daS zu späte Erleuchten der Wagen der letzteren zur Abendzeit gerügt und um Abhilfe ersucht werden soll. Auf ein« von einer öffentlichen Versammlung letzthin beschlossenen Eingabe an daS Polizeipräsidium, dahingehend, die Burgstraße in der Zeit von 2—3'/, Uhr nachmittags täglich, sowie die Friedrichstraße von der Weidendammer Brücke bis zur Krausen- straße während der Tagesstunden überhaupt für leerfahrende Droschken zu sperren, ist ein Bescheid bisher noch nicht eingegangen. Mit der Veranstaltung eine» üblichen Wintervergnügens erklärte sich die Ver- sammlung einverstanden. Charlottcnburg. In der am 22. Oktober bei Lehder ab- gehaltenen Mitgliederversammlung deS CentralverbandS der Maurer kamen einige Fälle zur Sprache, in denen sich einige Kollegen gegen die Vertragsbestimnumgen durch Ueberstundenmachen vergangen haben. Ferner wurde gewünscht, daß der Vorstand mit dem Vorstand des .Vereins zur Wahrung der Interessen der Maurer Berlins" in einer gemeinschaftlichen Sitzung Maßnahmen treffe, durch die verhütet wird, daß vom Verband ausgeschlossene Mitglieder dort Aufnahme finden. Am Sonnabend, den 27. d. M., fällt der Zahlabend aus und es werden deshalb am Montag, den 29. d. M., die Beiträge bei Lehder entgegen genonimen. Schöneberg. Am Dienstag, den 16. d. M.. tagte im.Klub- Hause" eine öffentliche Versammlung, in der Stadtverordneter Hirsch- Charlottenburg über das Thema:.Was haben die herrschenden Klassen zur Beseitigung der Wohnungsnot gethan?" sprach. An der Diskussion beteiligten sich O b st und Frentzel. Zu Delegierten zur Kreiskonferenz wurden gewählt: Spediteur B ä u m I e r. Tischlermeister H o f f m a n n und Restaurateur O b st. Rixdorf. In seiner am 17. d. M. abgehaltenen General- versanimlung nahm der Holzarbeiter- Verband de» Bericht der Ab- rechnung vom 3. Quartal entgegen. Die Einnahme der Hauptkasse betrug 1417,62 M., die Ausgabe 1186,62 M., verbleiben am Orts 231 M. Die Lokalkasie hatte eine Einnahme von 685,34 M., eine Ausgabe von 304,75 M.. verbleibt ein Bestand von 380,59 M Die Einnahme der Lokal- Streikkasse betrug 410,30 M., die Ausgabe 5 M., verbleibt ein Bestand von 405,30 M.— Nach dem Bericht des Kassierers hielt Genosse Schütte einen interessanten Vortrag über den Allgemeinen Deutschen Arbeiterverein. Der Vortragende ermete reichen Beifall. An die Diskussion über den Vortrag schloß sich der Bericht der Werkstatt-Kontrollkommission und des Geiellenausschusscs der hiesigen Zwangs-Tischlerinnung. Es wurde den Mitgliedern der Jnnungs- Krankenkasse die Beschaffung der im Druck befindlichen Krankenkassen- Statute anempfohlen. Zum Bericht der Kommission wurde lebhast bedauert, daß in der Werkstatt von Projahn, Ziethen- straße 27,woseIbstDifferenzen bestehen, sich zwei Arbeitswillige gefunden haben. Hierzu gclangtefolgender Antrag zurAnnahme:,DerVorstand des Holzarbeiter-Verbands Rixdorfs soll sich mit den socialdemokratischen Stadtverordneten in Verbindung setzen und wegen der HandlungS- weise des Tischlermeisters Projahn Rücksprache nehmen, damit der Magistrat von den Stadtverordneten über die Geschäftspraxis dieses Herrn aufgeklärt wird, eventuell dahin wirken, daß dieser Herr ge- zwungen wird, den üblichen Accordlohn für die Tischlerarbeiten der städttschen Schulen zu zahlen und ihm in Zukunft keine städtischen Arbeiten mehr übertragen, weil durch sein Gebahren die Solidität unsreS Handwerks stark geschädigt wird."— Schließlich werden noch 150 M. aus der Lokalkasse dem Hauptvorstande zum allgemeinen Streikfonds überwiesen. Ober-Schönewcide. Am Dienstag, den 16. Oktober, fand Hierselbst im Lokal von Töpfer eine öffentliche Parteiversammlung statt. Schubert- Schöneberg erstattete den Bericht vom Partei- tage. Die Diskussion, an welcher sich Genosse I o b n beteiligte, bewegte sich im Sinne des Referats. Folgende Resolution fand ein- stimmige Annahme: Die ani Dienstag, den 16. Oktober, in Ober- Schöneweide im Lokal von Töpfer stattfindende Parteiversammlung erklärt sich mit den Beschlüssen des Parteitags einverstanden. wünschte jedoch eine andre Lösung der Landtagsfrage, fügt sich aber den Beschlüssen des Parteitags als höchste Instanz der Partei. Nach dem Bericht des Vertrauensmanns S i e l o f fanden im verflossenen Geschäftsjahre sieben Versammlungen statt. Einer Einnahme von 298,40 M. mit Einschluß von 43,81 M. Bestand zu Beginn des Geschäftsjahrs steht eine Ausgabe von 169,20 M. gegenüber, bleibt mithin Bestand 129,20 M. Der bisherige Vertrauensmann wurde wiedergewählt. Zu Rebisoren wurden John, Peter und G r u n o w ernannt. Nachdem noch die Genossen Oelbcck, John und Mainholz in die Lokalkommission gewählt und Sielof und O e l b e ck als Delegierte zur Kreiskonferenz bestimmt wurden, schloß der Vorsitzende die Versammlung mit einem Hoch auf die internationale Socialdemokratte. China. Tie Diplomatie scheint in der Ebinafrage mehr und mehr an Stelle der Militärs zn treten. Zwischen dem Pariser und New Dorker Kabinett bat ein lebhafter Notenwechsel schon vor dem Bekanntwerd cu des englisch- deutschen Abkommens stattgefunden. Diese 9u>le>» werden jetzt vom amerikanischen Staatsdepartement veröffentlicht: sie zeigen von neueni, daß Amerika die Polittk der offenen Thür als obersten Grundsatz aufgestellt hat. Mit dem Ar- tikcl 3 des deutsch-englischen Abkommens soll jedoch die amerikanische Regierung nicht einverstanden sein. Der New Dorker„Evening Post" gehl au§' Washington die Meldung zu. daß die amerikanische Regie« rung der Ansicht sei, dieser Artikel werde zu einer baldigen Verwickelung die Ursache geben. Diese Befürchttmg werde in der Antwort an die deutsche Regierung zum Ausdruck gebracht. Der Abzug der Ruffen. Der„N o w o j e W r e m j a" wird aus Ssretensk vom 20 Ok- tober gemeldet: Seit dem 28. September sind 22 000 Re- s e r v i'st e n aus China nach Hause z u r ü ck g e k e h r t. 6«)0 trafen auf Dampfern in Ssretensk ein. Da seit dem 19. Oktober die Schiffahrt auf dem Amur eingestellt ist, mußten 3000 Reservisten die Danipferfahrt unterhalb Polrowka aufgeben. Längs dem Schilka» flutz sind Etappen aufgestellt, die mit warmer Kleidung und Proviant versehen sind. Tie russische Machtsphäre dehnt sich trotzdem immer mehr aus, die Position Rußlands festigt sich, auch ohne daß es viel Soldaten dort behält. Aus' Dokohama wird gemeldet, der russische und der japanische Trnppenführer hätten ein Abkommen geschlossen, demzufolge Ruß- land allen Berkehr auf der Bahnlinie zwischen Jangtsun und Scbanhaiklvan und ebenso an der letztgenannten Station leitet. Die Verbündeten hätten das Recht, die Linie für militärische Zwecke zu benutzen, Rußland benutze die Bahnlinie nordwärts nach Niutschwang. willige aber ein, in der Provinz Tschili ansreichendes rollendes Material für den Zweck der Verbündeten bereit zn halten. »Nowoje Wrcmja" sieht das Gebiet nördlich vom P e i h o als zur russischen.Einflußsphäre" gehörig an und will die Politik der offenen Thür nicht auf dies G e- biet angewendet wissen. Nur da, wo die Engländer herrschen, scheint das schlaue Rußland nichts gegen die offene Thür zu haben. Ein deutsch-russischer Gcheimvertrag? Loudo«, 23. Oktober.„Daily News" berichten aus Berlin, man sei dort fest davon überzeugt, daß ein geheimer deutsch. russischer Vertrag bestehe, nach welchem Deutschland den Russen in der Mandschurei vollständig freie Hand läßt. Das deutsch-englische Abkommen sei sür Deutschland nur ein ergänzender Vertrag. Letzte Meldungen. Rom, 23. Oktober. Die„Agenzda Stefani" meldet: Der auch in Rom beglaubigte chinesische Gesandte in London ist vom Kaiser von China beauftragt worden, dem König von Italien eine Bot- schaft zugehen zu lassen, in welcher der Kaiser sich! zunächst nach der Gesundheit des Königs von Italien erkundigt und dann sagt, China habe den befreundeten Mächte» gegenüber durch eine un- besonnene Bewegung Schuld auf sich geladen. Der Kaiser hege die Zuversicht, daß die Strafe hierfür keiue übertriebene sein werde, und bitte den König von Italien, sich zum Zwecke der Beseitigung der Schwierigkeiten und de« schnellen Abschlusses efties Friedensvertrags mit den übrigen Mächten ins Einvernehmen zu setzen. Schließlich versichert der Kaiser den König von Italien seiner unbegrenzten Dankbarkeit._ Letzte Mttitzvichkett und Depesitzen. Vom Kohlengräberstreik. New Dork, 23. Oktober. sW. T. B.) Der„Tribüne" wird an? Scranton telegraphiert, dort sei die Nachricht eingetroffen, daß der Führer der ausständigen Kohlenarbeiter Mitchell dem Au- erbieten der Arbeitgeber zngestimmt und der Ausstand somit be« endet sei._ Könitz, 23. Oktober.(28. T. 83.) Im Tucheler Krawall- firozcst wurde heute der Augeklagte D o r a u wegen schweren Land- riedensbruchS zu vier Monaten WefänguiS verurteilt. Die übrigen Angeklagten wurden freigesprochen. Kaysersberg(Elsaß), 23. Oktober.(W. T. B.) Bei einem Brande, welcher mehrere Häuser zerstörte, kamen hier in ver- gangener Nacht zwei Familien mit zusammen 8 Personen umS Leben. Bis jetzt sind 6 Leichen geborgen worden. Komotau, 23. Oktober.(B. H.) In Neustadt fanden arge Straßentumulte statt, weil ein Polizist einen sich seiner Verhaftung widersetzenden Bergmanu niedergeschossen hatte. Die Gendarmerie stellte die Ruhe wieder her. verantwortl. Redacteur: Heinrich Wetzt» in Grob-Lichterselde, Für dm Inseratenteil verantwortlich: Th.«locke in Berlin. Druck und Verlag von Max Babing in Berlin. Hierzu I Beilage n. IlnterhaltungSblatt. r. 248. 17. Jahrgang. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt. Mittwo, 24. Oktober 1900. Die einzige Partei, die dem Zickzack- und Buchthauskurs entschlossen die Stirn bietet, ist die Socialdemokratie. Ihr liegt es ob, der Reaktion den Todesstoß zu versetzen. Wer eine freiheitliche, gesunde Entwicklung unsres Vaterlands will, der stimme bei der Nachwahl am 30. Oktober für unsren Kandidaten Georg Ledebour. Kommunales. Stellung genommen. Er hat eine Resolution angenommen, worin Vermist wird seit Sonntag vor acht Tagen der 65 Jahre alte er die Organisation von Einkaufsgenossenschaften als wertvoll be- Gymnasial- Oberlehrer a. D. Prof. Start Obertümpfler aus der Großen Präsidentenstr. 10. Der alte Herr lebt seit fünf Jahren in Berlin und ist als Vereinsredner bekannt, namentlich in religiösen Vereinen, aber auch unter den Spiritisten. Man befürchtet, daß ihm ein Unfall zugestoßen ist. werden. 15 Aus den Nachbarorten. Zur Volkszählung. Der Magistrat veröffentlicht folgende Bezeichnet und die Staatsregierung ersucht, solche Genossenschaften durch fanntmachung: Auf Grund des Beschlusses des Bundesrats vom Abgabe der erforderlichen Kohlenmengen zu unterſtüßen. 17. März d. J. wird im Deutschen Reiche am 1. Dezember d. J. An den Handelsminister soll der Antrag gerichtet werden, eine eine allgemeine Volkszählung stattfinden. Das Bählgeschäft Enquete über die Verhältnisse der Kohlenerzeugung und des Kohlenwird in ähnlicher Weise wie bei den früheren Zählungen die städtische handels zu veranstalten. Auf dem Transport entsprungen ist am gestrigen Dienstags Zählungskommission mit einem Kommissar des töniglichen Polizei- In dem Ausschuß scheinen bei der Beratung der Angelegenheit präsidiums unter Mitwirkung von Bürgern unsrer Stadt vermittelst die verschiedensten widerstreitenden Interessen aufeinander gestoßen bormittag gegen 11 Uhr auf dem Potsdamerplaß ein etwa dreißigjähriger Gefangener. Der Mann war kurz vorher in Begleitung Zählpapiere ausführen, deren Ausfüllung am Zählungstage zu sein und mit der Refolution soll mehr als eine Beseitigung der jähriger Gefangener. Der Mann war kurz vorher in Begleitung den Haushaltungs- Vorständen obliegt. Indem wir unfern Sohlennot erreicht werden. Es wird nämlich darin auch die Be- eines Transporteurs auf dem Potsdamer Bahnhof mit dem Zuge von Magdeburg eingetroffen und sollte mittels Droschke nach Moabit Mitbürgern schon jegt hiervon vorläufige Nachricht geben, hauptung aufgestellt, daß allseitig Arbeitermangel in das Untersuchungsgefängnis gebracht werden. Während der Aufbitten wir um eine recht zahlreiche Beteiligung beim 2ählgeschäft. herrsche und die Regierung wird deshalb aufgefordert, Erleichterung seher nach einem Fuhrivert suchte, gelang es dem Gefangenen, fich Wir bemerken dabei, daß die Volkszählung von großer Be- in der Einstellung ausländischer Arbeiter zu gewähren. seiner Handschellen zu entledigen und zu entfliehen. Er flüchtete deutung für die Wissenschaft und die Verwaltung ist und nicht zu Daß gegenwärtig Arbeitermangel herrsche, ist einfach unwahr, über den Potsdamerplatz und rannte durch die Königgrägerſtraße Steuerlichen Zweden erfolgt. Zur Annahme von Meldungen sind die das grade Gegenteil ist der Fall. nach der Köthenerstraße hinein, verfolgt von einer Menschenmenge, Herren Bezirksvorsteher oder zwischen 9 und 3 Uhr die VolkszählungsAbteilung des Statistischen Amts der Stadt, Klosterstr. 13/ 15a, Die Orts- Krankenkassen vollziehen, wie ihre täglichen Bekannt die durch den Alarmruf des Transporteurs auf den Fliehenden aufmerksam geworden war. Schon hatte der letztere den Eingang zur 3 Treppen, bereit. Ferner aber richten wir an diejenigen unsrer machungen ergeben, zur Zeit vielfach die Wahlen der Vertreter Wannseebahn erreicht, woselbst es ihm in dem großen MenschenMitbürger, an welche wir uns in der Ueberzeugung von ihrem stets zu den Generalversammlungen. So z. B. die Ortstaffe gewühl gelungen wäre, zu entkommen, als er im legten Augenblick bewährten Gemeinfinn unmittelbar oder durch unsre dazu an des Maurergewerbes, die der Strumpfivirker ufw. Angesichts der ftolperte und zu Boden stürzte. Die Wucht des Falls war eine so gewiesenen Organe wenden werden, die dringende Bitte, uns auch bevorstehenden Abänderung des Krankenversicherungs- Gesezes, in heftige, daß der Gefangene einige Setunden betäubt liegen blieb. bei dieser Zählung die erbetene Mitwirkung freundlichst zu gewähren. welcher u. a. das ohnehin sehr begrenzte Selbstverwaltungsrecht der So gelang es mehreren Personen, den Ausreißer dingfest zu machen Berlin, den 15. Ottober 1900. Magistrat hiesiger königl. Haupt- und Kaffen noch bedeutend weitere Einschränkungen erfahren soll, halten und seinem hinzukommenden Transporteur zu übergeben. Residenzstadt. Kirschner. wir es für angebracht, daran zu erinnern, daß schon jetzt die Kaffen- Urania. Der Vortrag„ Eine Wanderung durch die Weltausstellung in Wegen Beseitigung des Accumulatorenbetriebs im Sinne mitglieder sich an den Vertreterwahlen recht rege und vollzählig Paris", der mit zahlreichen Originalaufnahmen der großartigen Anlagen der landespolizeilichen Verfügung hatte die städtische Verkehrsbeteiligen sollten. Es ist notwendig, Personen zu wählen, die im und Bauten auf der Ausstellung ausgestattet i berzaubenstraße wiederhout ist, wird in noch deputation in ihrer lezten Sigung beschlossen, mit den Vertretern der Großen Berliner Straßenbahn in Verhandlung darüber ein- geeigneten Moment mit ganzer Energie den Willen ihrer Mandat- heute, Donnerstag, Freitag und Sonnabend in der Taubenstraße wiederholt zutreten, zu welcher Gegenleistung die Gesellschaft für die geber zu wahren und zum Ausdruck zu bringen gewillt sind und höhere Inanspruchnahme des städtischen Grund und Bodens( durch nicht, wie es lediglich oftmals aus Bequemlichkeit geschieht, die ganze ober und unterirdische Stromzuführungs- Anlagen) sich werde bereit Verantwortung und die Zukunft der Kasse dem Vorstand allein Rigdorf. Die Grundsteuer- Ordnung für die Stadtfinden lassen. In der vergangenen Woche hat nun bereits eine Kon überlassen. gemeinde Rigdorf soll jezt, gemäß einer Verfügung des Regierungsferenz des Stadtsyndikus Meubrink mit den Direktoren der Gesellschaft Die erfte Briefmarkeuauktion ist gestern hier in einem Saal präsidenten, dahin geändert werden, daß unter anderm als ein neuer stattgefunden, wobei städtischerseits eine Erhöhung der von der Ge- des Restaurants Unter den Linden 27 abgehalten worden. Die Paragraph folgende Bestimmung aufgenommen werden foll: " Der gemeine Wert( der der Besteuerung zu Grunde gelegt wird) geschlagen wurde. Wie die„ Boff. 3tg." vernimmt, soll die Verkehrs- alle Befizer größerer Berliner Privatsammlungen. Aus London, tommt nur mit drei Vierteln zur Anrechnung bei Gedeputation für die Zulassung der ober- oder unterirdischen Strom Paris, Stockholm, Wiesbaden, Dresden und vielen andren Orten bäuden der Aktiengesellschaften, Genossenschaften und Gesellschaften zuführung an fünf Punkten zwei Prozent der Brutto- Einnahme mehr waren Gebote eingegangen. Den höchsten Preis der vierstündigen mit beschränkter Haftung, deren durch Statut bestimmter 8 wed gefordert haben, so daß statt 8 Proz. 10 Broz. zu zahlen sein Versteigerung erzielte die blaue 81 Para- Rumänien aus dem ausschließlich darauf gerichtet ist, unbemittelten würden. Unter Zugrundelegung der Brutto- Einnahme des letzten Jahre 1858. Der Zuschlag auf diese Marke, die als die Familien gesunde und zweckmäßig eingerichtete Jahrs würde das einen Mehrbetrag von nahezu einer halben Million feltenste Europas gilt, erfolgte bei einem Gebot von Wohnungen in eigens erbauten oder angekauften Mark jährlich bedeuten. 5000 M. Ein hiesiger Händler hatte den Auftrag, bis 6500 Mäufern zu billigen Preisen zu verfchaffen, und deren für die Marke zu bieten, der Ersteher hat somit noch 1500 M. Statut, die an die Gesellschafter zu verteilende Dividende auf gespart; ein zweiter Auftrag lautete auf ein Höchstgebot von höchstens 4 Proz. ihrer Anteile beschränkt, auch den Gesellschaftern Dritter Wahlkreis. Der Wahlverein hält heute, Mittwoch für 750 m. verkauft; die 108 Baras brachte 575 M. Die zweit- wert ihrer Anteile zufichert, den etwaigen Rest des Gesellschafts4800 M. Die Rumänier 27 Baras derselben Kollektion wurde für den Fall der Auflösung der Gesellschaft nicht mehr als den Nennabends 8 Uhr, feine Generalversammlung ini Dresdener Kasino", Dresdnerstr. 96, ab. Auf der Tagesordnung steht außer geschäft feltenfte der europäischen Marken, die Toskana 3 Lire aus dem vermögens aber für gemeinnügige Zwede bestimmt. Ferner fommen lichen Angelegenheiten die Wahl eines ersten Vorsitzenden und ein schweizer Marten, die hier in Berlin mehrfach als Specialitäten ge- Besteuerung der Gebäude der Arbeiter, Handwerker lichen Angelegenheiten die Wahl eines ersten Vorsitzenden und ein Jahre 1860, brachte 1100 M. Recht gut bezahlt wurden auch alte nur drei Viertel des gemeinen Werts zur Anrechnung bei der Vortrag von May Schütte über das Socialistengeset; außerdem sammelt werden. Unter den außereuropäischen Marken erreichte das oder diesen wirtschaftlich gleichzustellenden Per Diskussion und Vereinsangelegenheiten. Als Broschüre wird in diesem Vierteljahr das Protokoll des Parteitags in Mainz in der Höchstgebot von 1000 m. die 5 C.- Stadtpostmarke von Brattleboro ionen, wenn die Gebäude dazu bestimmt sind, von ihnen in den Vereinigten Staaten, eine 1845 emittierte Marke, die bisher ausschließlich oder außer von ihnen selbst höchstens noch von Bersammlung ausgegeben. Eröffnung pünktlich. in teiner Sammlung Deutschlands sich befand. zwei andren Arbeiter-, Handwerker- oder diesen wirtschaftlich gleich werden auf Berliner Schulwesen. Die neue Gemeindeschule in der zustellenden Familien bewohnt zu werden." beziehen können. Die Beendigung der Bauarbeiten zur Umwandlung gegangen. Eine Unterstügung der neugegründeten Sterbes der bisher als Wohnungen benutzten Räume in Klassenzimmer_war für Donnerstag, den 18. Oktober versprochen worden, das Haus tasse der Magistratsbeamten und Lehrer beantragt war aber noch am Freitag und Sonnabend nicht benutzbar. Noch der Magiftrat bei der Stadtverordneten- Versammlung dahin, daß am Montagvormittag während des Unterrichts waren in dem Hause für die erste Einrichtung der Kasse ein einmaliger Beitrag von 200 m. und ferner widerruflich 20 Proz. der durch die Mitglieder jährlich geArbeiter mit den Aufräumungsarbeiten beschäftigt. zahlten Beiträge als laufender Zuschuß bewilligt werden möge. Tokales. " 1 Fünfter Wahlkreis. Die Genossen des Kreises -Der die am Freitagabend 81/2 Uhr, im Rosenthaler Hof. Rosenthalers Scheringstraße hat die hier für sie gemieteten Räume erst am Montag Stadtverordneten- Versammlung ist eine entsprechende Vorlage zu straße 11/12, stattfindenden merksam gemacht. Laut Beschluß der letzten Versammlung wird das Protokoll des Mainzer Parteitags an die Genossen gratis verabfolgt, welche nicht über 3 Monate mit ihren Beiträgen im Rückstande sind. Die Ausgabe der Protokolle erfolgt in den einzelnen Abteilungen. Mitgliedsbuch legitimiert. Zahlreichen Besuch erwartet Der Vorstand. Die Masernepidemie im städtischen Asyl für obdachlose Das schriftliche Urteil des Ober Verwaltungs. familien ſcheint erloschen zu fein. Im gestrigen Tage wurden intergerichts in Sachen der Hausbeliker liegt jest bor den Kindern der Obdachlosen keine Masern- Erkrankungen mehr fon- Es wird darin des längeren ausgeführt, daß die Städtestatiert. Ebenso trafen aus dem Strantenhause Moabit fünf Kinder, Ordnung vom 30. Mai 1853 nach ihrer Entstehungsgeschichte dem die daselbst die Krankheit durchgemacht hatten, wieder als genesen Miteigentum teinerlei Bedeutung beilege. Ein Hausim städtischen Obdach ein. Auch die Zahl der im Obdach Befindlichen befizer im Sinne des§ 16 sei ein Einwohner, welcher Eigenhat wieder seit Sonntag um 50 Stöpfe abgenommen. tümer eines Wohnhauses sei. Stehe das Eigentum an einem um die beg for Direktion um die Einführung des 3 weischichtensystems vor stellig geworden. Heute liegen die Dienstverhältnisse dieser Arbeiter derartig, daß sie sich meistens vor 11 Uhr nachts nicht zur Ruhe begeben fönnen. Da ihr Dienst bereits um 6 Uhr morgens beginnt, fie daher spätestens um 5 Uhr das Bett verlassen müssen, bleibt ihnen nur eine ungenügende Nachtruhe übrig. 8war haben die Markt- Die Große. Einen Zusammenstoß zwischen zwei eleffrischen solchen mehreren Bersonen zu, sei also ein Mifeigentum vorhallen- Arbeiter am Tage einige längere Ruhepausen, doch sind diese wagen gab es gestern, Dienstagnachmittag, am Halleschen Thor. hauden, so erstrecke sich zwar das Recht eines jeden Miteigentümers für sie meistens völlig wertlos. Sie müssen diese Zeit Ein Zug der Linie Zoologischer Garten- Treptow und ein Ringbahn- auf jeden Teil des Hauses; aber es habe, da die Rechte eines jeden in der Kneipe zubringen, da die. Pausen, um die Behausung aufzusuchen und hier fich der Ruhe hinzugeben, wagen trafen fich, als der Ringbahnwagen vom Askanischen Play durch die Rechte der übrigen eingeschränkt feien, feiner von ihnen herfam und der Zug von der Gitschinerstraße nach dem Blücherplatz ein ganzes Haus. Sei mun tein Miteigentümer eines wieder nicht ausreichen. Daher wünschen die Arbeiter, daß die eine Arbeitsschicht von 5 Uhr morgens bis 3 Uhr nachmittags, die einbog. Dem Ringbahnwagen wurde die vordere Plattform zer- Hauses Hausbesizer im Sinne des§ 16 der Städte- Ordnung andre von 1 Uhr mittags bis 10 Uhr abends währt. Außerdem fordern trümmert. Er wurde betriebsunfähig; die Verkehrsstörung, die der von 1853, so habe keinem der sieben als Hausbefizer gewählten beigeladenen Stadtverordneten die Wahlfähigkeit zugestanden, ihre Wahl fie von der Direktion eine Erhöhung der Löhne. Der Anfangslohn Busammenstoß verursachte, dauerte anderthalb Stunden. foll 3 M. betragen, nach einem Dienstjahre 3,50 M. und nach zwei Auf der Unfallstation VIII, Grüner Weg 17, erschien am 18. d., sei deshalb ungültig. Dienstjahren 4 M. Ferner wünschen sie die Gewährung eines nachmittags, der Maurer Sliemann, um ärztliche Hilfe nachzu- In der letzten Sihung der Schöneberger StadtverordnetenSommerurlaubs unter Weiterzahlung des Lohns. suchen. Kliemann war bei der Arbeit mit der Brust auf die Kante Versammlung tam die Frage der Einführung des obliga: Die Fahrstuhl- Fahrer der Central Markthalle fordern eines Kastens gefallen und fühlte heftige Schmerzen. Der Hilfe torischen Fortbildungsschul- Unterrichts zur Be außerdem für fich die Einführung der Achtſtundenschicht. Gegenwärtig suchende war sehr verwundert darüber, daß der Wärter der Unfall- rafung. Der Magiftrat sowohl als die gemischte Deputation muß diese Arbeiterkategorie 12 Stunden ohne Frühstücspause 2c. täg station, dem er fein Anliegen bortrug, gar nicht glauben wollte, daß ersuchten im Vertagung der Frage auf zwei Jahre. Der Magiftrat lich thätig sein. Da der Fahrstuhl Betrieb eine Reihe von Ge- er verlegt sei und ärztlicher Hilfe bedürfe. Erst nach einigem Hin- mit der eigentümlichen Begründung, daß der gegenwärtige Zeitpunkt fahren mit sich bringt, so ist der Dienst der Fahrstuhl- Fahrer und Herreden rief der Wärter den Arzt herbei. Diesem teilte lie für Uebernahme dieser neuen Aufgabe recht ungünstig wäre, weil die fehr verantwortungsvoll und aufreibend. Sie glauben daher durch mann mit, daß er gefallen sei, heftige Schmerzen verspüre und wahr Verwaltung durch dringende Anforderungen auf allen möglichen Ger die Achtstundenschicht nicht nur ihre Gesundheit zu heben, sondern scheinlich einen Rippenbruch erlitten habe. Der Verunglückte nußte fich bieten, so bei Schulbauten, Kanalisation, Bebauungsplänen, beim auch zur Verminderung von Unglüdsfällen beizutragen, die heute ausziehen, der Arzt untersuchte ihn und sagte dann, ein Rippenbruch Krankenhaus usw. für die nächsten Jahre besonders start in infolge von Uebermüdung nur zu leicht vorkommen können. Hoffent- liege nicht vor, die Sache sei nicht so schlimm. Er verschrieb eine Ein- Anspruch genommen sei. Die gemischte Deputation lich prüft die Direktion der städtischen Markthallen die ihr in einer reibung und der Patient war damit abgefertigt. Mehr auf das war gegen die Einführung mit der noch eigentümlicheren Motivierung, Betition vorgetragenen Wünsche näher und trägt baldigst für deren ärztliche Urteil als auf seine eignen Wahrnehmungen vertrauend, daß, so lange Berlin und fast sämtliche seiner Vororte den SchulBewilligung Sorge. begab sich Kliemann wieder nach seiner Arbeitsstelle. Er wollte ver- awang nicht hätten, die Einführung in Schöneberg die Wirkung haben Der Abschluß der städtischen Gaswerke für das Etats- fuchen, weiter zu arbeiten, aber die Schmerzen hatten sich inzwischen werde, daß die gewerblichen Arbeiter, um dem Schulzwang zu ent Der Abschluß der städtischen Gaswerke für das Etats- fo gesteigert, daß er sich kaum auf den Beinen zu halten vermochte. gehn, die in den Nachbarorten gebotenen Arbeitsgelegenheiten vorjahr 1899 war infolge des vermehrten Absages von Gas an Private Nun begab sich der Verunglückte zu seinem Staffenarzt. Dieser stellte ziehen, würden. Dies würde erhebliche Schädigungen für den und des größeren Berkaufs von Nebenerzeugnissen( Coats, Teer, einen Rippenbruch fest, legte einen Verband an und traf die weiteren Geschäftsbetrieb der Schöneberger Gewerbetreibenden zur Folge Ammoniakwaffer) und der hierfür erzielten höheren Preise außerordent- Anordnungen zur fachgemäßen Behandlung des Krankheitsfalls. haben.(?) Die Bildung von Zwangsinnungen und Hand in lich günstig. Hergestellt wurden 1899: 138 158 000 Stubikmeter, wovon ab- Daß der Arzt auf der Unfallstation einen Rippenbruch übersehen Hand damit die Einrichtung von Fachschulen ist neuerdings gegeben find gegen Zahlung von 16 Pf. für das Rubikmeter 84901 687, fonnte, das muß doch recht sonderbar erscheinen und trägt sicher auch für Schöneberg erfolgt und noch nicht abgeschlossen. b. h. 3 326 687 Stubitmeter gegen den Etat mehr zu 10 oder 12 Pf. nicht dazu bei, das Vertrauen des Publikums zu der ärztlichen Be- Dieser Umstand ist von großem Einfluß auf die Beſchichung 37 223 230 Stubifmeter(+3 298 230 Rubikmeter), unentgeltlich für der Fortbildungsschule und infolgedeffen auf die ganze Gestaltung den eignen Verbrauch 1 184 123 Rubikmeter(-89 977 Kubikmeter), handlung auf Unfallstationen zu stärfen. für die öffentliche Beleuchtung 10 529 685 Stubifmeter(-70 315 Stubik- Die Ladenschlußzeit der offenen Verkaufsstellen ist vom Polizei- des Lehrplans. Bergebens wandte sich der Stadtv. Dr. Richter gegen eine derartige Verschleppung, nachdem eine Reihe von Vermeter). Der Gasverlust betrug 4312 375 Kubikmeter, gegen die präsidium auf Grund des§ 139e Absaz 2 Ziffer 2 der Reichs- fammlungen zu der Frage Stellung genommen und die Handwerkeretatsmäßig angenommenen 5 625 900 Rubikmeter weniger 1313 525 Gewerbe- Ordnung am 3., 10., 17. und 24. November, am 1., 8., Kubikmeter. Aus dem Absatz des Gases an Private erzielte die 13. bis 15., 17. bis 22. und 31. Dezember auf 10 Uhr abends fest- freise sich für das Obligatorium ausgesprochen. Es mußte nichts, die Versammlung war mit dem Bürgermeister Dr. Gerhardt der Anficht, Verwaltung eine Einnahme von 17 323 165 W., in Neft ge- gesetzt. daß dem Handwerkerstande Ruhe gegönnt werden müsse. Eine stellt wurden 121 338 M., gegen den Etatsansatz wurden Schwierigkeiten macht die Feststellung eines Manns, der am solche Fürsorge wird diese Kreise wohlthuend berühren. mehr eingenommen 855 484 M. Im ganzen ist eine 17. d. M. beim Vorwerk Wolfsthal in der Nähe von Strausberg in Von einem etwas tomisch aussehenden Lokalpatriotismus Mehreinnahme zu verzeichnen bon 2 209 592 M.; darauf der Kapelle erhängt aufgefunden wurde. Es ist ein Mann von wurde die Forderung der Nachbewilligung von 1600 M. zur Be= kommen in Verrechnung die Mehr- und Minderausgaben des 38 bis 42 Jahren mit dunklem Haar und rötlichem Schnurrbart. ichidung der in Berlin- stattfindenden internationalen Ordinariums im Betrage von 161 429 M., es verbleibt sonach eine Im Dachstuhl einer Krankenbaracke des alten Instituts für aus st e llung für Feuerschuß- und Feuer Rettungswirkliche Mehreinnahme von 2048 162 M., die dem etatsmäßigen Infektionstrantheiten bei der Charité entstand gestern früh Feuer. wefen diftiert. Wie vom Dezernenten ausgeführt wurde, habe die Ueberschuß von 3 638 617 m. hinzutritt. Unter Hinzurechnung der Reste aus dem letzten Jahre von 1154 302 M. stellt sich der Stadt alle Ursache, auf dieser Ausstellung ihr Licht nicht unter den rechnungsmäßige Ueberschuß auf 6841 082 M., wovon an die Stadt Scheffel zu stellen. Schöneberg habe, was die Gerätschaften aubelange, die erste Feuerwehr der Welt. Die Bürger hätten eine hauptlasse bar überwiesen worden find 6 579 913 M., der Mehrbetrag Kohlensäuresprize, wie sie teine andre Stadt aufzuweisen habe. von 261 169 M. ist in Nest gehalten worden. Diese Sprize müßte man zur Ausstellung schicken, damit die Besucher Zur Kohlennot hat der Centralausschuß hiesiger fähen, wie weit Schöneberg vorgeschritten fei. Demgegenüber wies der Stadtv. Masu ch( Soc.) sowie eine große Reihe Redner auf taufmännischer, gewerblicher und industrieller Vereine" tonnten sie wieder abrüden. " Die Wärter bemerkten es sofort, und die Hausfeuerwehr der Charité berhinderte im Verein mit den Wärterpersonal ein weiteres Umfich greifen, bis die Berufsfeuerwehr eintraf und den Brand vollends löschte, indem sie die aus Gips mit Rohr und Pappe bestehende Dede einschlug, Von allen Seiten tamen furz nach der Meldung 15 Züge der Feuerwehr herangeraffelt. Nach einer Viertelstunde wipe Gerichts- Beitung. 0 Witterungsübersicht vom 23. Oftober 1900, morgens 8 Uhr. Barometerstand mm Wind Bunupia Windstärke Wetter Temp. n. G. 6°.= 4° R. Stationen Barometers stand mm Windrichtung Windstärke Wetter 6 Haparanda 758OGO 2wellig Temp... 12220 5° C.= 4° R. 3 6 Petersburg 758 NO 1 bedeckt 5 Cort 3 bebedt 7779 -0 Aberdeen 769 NW 3 bedeckt -1 Baris 13 heiter heiter 2 Marktpreise von Berlin am 22. Oktober 1900 nach Ermittlungen des tgl. Polizeipräsidiums. bas Verkehrte diefes Vorgehens hin. Man würde es in der Bürger- auch der Polizist aufhielt. Er schüchterte dort das Mädchen mit den] schaft nicht verstehen, wenn die Sprige nach Berlin gefchiat mürbe, Worten: Du hast Dich wohl schon öfter an der Saale umberum für die betreffende Firma Reklame zu machen, und am Orte in getrieben" ein und nahm es dann in eine nebenan gelegene Stube, der Zwischenzeit bei eintretender Feuersgefahr nicht zur Stelle wäre. um angeblich den Fall" zu untersuchen. Nach circa 10 Minuten Stationen Um den Ruhm Schönebergs nicht zu verdunkeln, schritt man zur tamen Kind und Polizist wieder heraus und dann sagte der Beamte Wahl eines Ausschusses, der Mittel und Wege finden soll, dennoch zu dem Onkel des Kinds: Also Sie sind derjenige, die Ausstellung mit der Sprite zu beschiden. Unser Magistrat ift welcher das Kind schon öfters gebraucht?" Der über die bodenlose geschäftlich sehr in Anspruch genommen. Frechheit erstaunte Landwirt ging nach kurzem Streit nach der Swinemde 766 WSW Regen Hamburg 767 3bedeckt Polizeiwache, um sich vor den Ausschreitungen des Beamten 769 SS 3bedeckt Berlin schüßen zu lassen. Der Polizist ging aber mit dem Kind in die Franff./m. 773 Still- heiter Wohnung der Eltern, ließ von dem Bruder die verschlossene Stuben- München 771 Still thür öffnen und schickte dann den Bruder wieder fort, um mit dem Wien 772 Still Meine Tante, deine Tante" sollte nach einer an die Mädchen allein zu sein. Als dann der Onkel von der Wache wiederPolizei ergangenen anonymen Anzeige während der beiden testen fam, entdeckte man, wie frivol der Beamte gehandelt hatte. Er Jahre wiederholt in dem Lokale des Restaurateurs Gottfried wurde verhaftet und heute zu zwei Jahren Buchthaus und Bertau im Equitable- Palast, Leipziger und Friedrichstraßen- Ede, drei Jahren Ehrverlust verurteilt. Die That wurde als ab gespielt worden fein. Die angestellten Ermittelungen ergaben auch icheulich bezeichnet, jedoch wurde nicht angenommen, daß der Weizen, gut D.- Ctr. so viel Belastungsmaterial, daß gegen Sertau und feinen Ge- Angeklagte dieselbe als Beamter beging. Der Freiheitsberaubung fchäftsführer Hoffmaun Anflage wegen Duldens berbotenen wurde er für nichtschuldig erklärt. Glücksspiels erhoben wurde, die gestern vor dem Schöffengericht Aus Konig wird berichtet: Kaufmann Rofenthal und berhandelt wurde. Beide Angeklagte, die von den Rechtsanwälten Unger und Leopold Meyer verteidigt wurden, bestritten mit Frau aus Kamin wurden unter dem Verdacht der wissentlich falschen Entschiedenheit ihre Schuld. Kerkau, der Vater des bekannten Anschuldigung und der Verleitung zum Meineide in der Konizer †) Kerlau, der Vater des bekannten mordsache verhaftet. Bu dem Donnerstag beginnenden großen Billardtünstlers erklärte, daß er viel auf Reisen sei und sich bei meineidsprozeß Maslow und Genossen haben sich bereits der t) Safer, gut seiner Anwesenheit nur mit der Buchführung in feinem Comptoir Oberlandesgerichts- Präsident Braun und der neue Oberstaatsanwalt beschäftige. Er habe deshalb den Mitangeklagten Hoffmann als Bank aus Marienwerder als Zuhörer angemeldet. Außerdem soll Geschäftsführer angenommen, der kontraktlich verpflichtet sei, darauf als Vertreter des Justizministers ein Regierungstommiffar den Ver- Nichtstrob zu achten, daß keine unerlaubten Spiele betrieben würden. Das Karten handlungen beiwohnen. Im Prozeß Israelsti ist die von eu handlungen beiwohnen. piel werde in seinem Lotale überhaupt wenig betrieben, was schon daraus der Staatsanwaltschaft eingeleitete Revifion zurüdge3 og en Speifebohnen zurückgezogen hervorgehe, daß er beispielsweise im Monat Februar an Kartengeld mur 97 m. gelöst habe, während seine Einnahme aus den Billards beinahe 4000 M. betragen habe. Durch die umfangreiche Beweis aufnahme wurde festgestellt, daß thatsächlich wiederholt Glücksspiele im Kertauschen Lokale gespielt worden waren; auch hielt der Gerichts hof für erwiesen, daß der Angeklagte Hoffmann nicht alles gethan, um es zu verhindern. Er wurde deshalb zu einer Geldstrafe von 100 Mart verurteilt, während der Angeklagte Kerkau freigesprochen wurde. worden sei. worden. lehrer Hofrichter Schimpfworte gebraucht hatte, weil dieser ihm Der Bürgermeister Debitius, welcher gegen den Ober arteilich feit in der Winkerschen Mordsache vorgeworfen hatte, wurde zu 150 M. Geldstrafe und Oberlehrer Hofrichter in der Widerklage zu 50 M. Geldstrafe verurteilt. Vermischtes. " mittel gering Kartoffeln, neue, D- Ctr. Rindfleisch, Keule 1 kg do. Bauch Schweinefleisch Butter " mittel 6,-4, 1,60 1,20 " gering 1,30 1B n *) Roggen, gut 14,3 1,60 1,20 " " mittel " Kalbfleisch 1,80 1, " gering # Hammelfleisch 1,60 1,10 " Gerfte, gut " 12 " 15,50 14,80 14,70 14, 13,90 13,30 2,80 2, Eier 60 Stud 4,80 3, " " 15,80 14,90 Starpfen Aale 1kg 2,40 1,20 2,50 1,20 " " 14,80 13,90 13,80 13, Bander Hechte 2,60 1,20 " 7, 6,50 Barsche 7,40 40, " 25, " " 5,20 Schleie Bleie 45, 20, Krebse 70, 30, mittel gering " " 2,- 1, 1,80 0,80 3,1,20 " 1,40 0,80 pet Sod 12, 2,50 Erbfen Linsen *) ab Bahn. +) frei Wagen und ab Bahn. Produktenmarkt vom 23. Oktober. Auf dem Getreidemarkt entwickelte sich heute bei stillem Geschäft ungleichmäßige Haltung. Weizen lag schwach. Die gestrige matte Haltung der Chikagoer und New Yorker Börse infolge der weiteren erheblichen Zunahme sichtbarer dortiger Weizenbestände sowie die glänzenden Ernteaussichten in Argentinien förderten die Realisierungsluft, so daß die Lieferungspreise 0,50 m. verloren. Roggen war infolge fortdauernden Warenbegehrs bei fehlendem russischen und geringem inländischen Angebot 0,50 M. höher. Späterhin schwächte sich Roggen mäßig, Weizen dagegen stärker ab. Safer war infolge ge steigerter Maispreise um 0,50 Wt. beffer, Rüböl auf Pariser Rückgang um 0,50 m. nachgebend. Spiritus. 70 er Locospiritus unverändert. Briefkasten der Redaktion. Der neueste Rekord im groben Unfug. Gelegentlich des Straßenbahner- Ausstands war es auf dem Alexanderplatz zu einem Wegen zahlreicher Wechsel- und Urkundenfälschungen ist Auflauf gekommen. Gerade als jemand verhaftet wurde, fuhr ein der Agent Wahl aus Göttingen am Freitag flüchtig geworden, jedoch Omnibus vorüber, auf deffen Hinterperron ein Mann Namens noch am Abend desselben Tags im Metropol- Theater zu Hannover Katz stand. Dieser rief dem Verhafteten zu: Merken Sie verhaftet worden. Durch sein verbrecherisches Treiben sind zahlreiche sich die Nummer; Sie brauchen sich das nicht ge- Geschäftsleute um bedeutende Summen geschädigt. Wahl war als fallen zu lassen." Er wurde deshalb wegen groben ün- Agent für artistische Engagements hervorragend thätig. fugs angeklagt und in erster und zweiter Instanz zu zwölf Der Typhns in Koblenz läßt noch immer nicht nach. Dieser Lagen Saft berurteilt. Die Gerichte erachteten Tage find wieder in das Garnisonlazarett vier Mann von dem für" festgestellt, daß der Angeklagte den Sistierten zum Biber 68. Infanterie- Regiment als typhusverdächtig eingebracht worden. te juristische Sprechstunde findet Montag, Dienstag, stand gegen den Schußmann, der ihn festnahm, ermuntert Die Zahl der Typhustranten beträgt gegenwärtig 104 Mann. Donnerstag und Freitag von 7-9 1hr abends statt. habe, so daß eine größere Menschenmenge darauf auf-| E. 2. Friedenau. Wir wollen über die Angelegenheit berichten, wenn mertfam" geworden und somit durch den 8uruf belästigt Buenos Aires gemeldet, die dortige Gegend sei durch eine UeberUeberschwemmung in Argentinien. Den" Times" wird aus Sie den Mann vor Gericht belangt haben. N. B. 109. Zur Versicherung ist keiner von beiden verpflichtet. Der Angeklagte legte Revision ein und machte geltend, daß er schwemmung heimgesucht worden, von welcher 500 englische Quadrat Etwaige Schäden hätten Sie zu tragen, beziehentlich zu ersetzen. den Festgenommenen lediglich habe auffordern wollen, sich über den meilen südlich der Stadt betroffen feien. Eine große Menge von S. M. 12. 1. Lohnarrest ist wegen Alimente für außereheliche Kinder Schußmann zu beschweren, weil seines Erachtens die Ver- Vieh sei in den überschwemmten Gebietsteilen umgekommen, doch nur soweit zulässig, als der notdürftige Unterhalt des Schuldners und der standesgemäße seiner Ehefrau und seiner ehelichen Kinder dadurch nicht be: haftung in unzuverlässiger Weise erfolgt sei. Der Straffenat des habe die Landwirtschaft nicht in dem Maße gelitten, als man glaubte.chränkt wird. Als notbürftig wird in Berlin ein Betrag von 45 bis 60 Mr. Nammergerichts verwarf die Revision mit folgender Begründung: Immerhin würden auf die Dauer von 3 Jahren außerordentliche erachtet. Der Schuldner müßte gegen den zu Unrecht oder in unrichtiger Das Rechtsmittel scheitere an den thatsächlichen Feststellungen der Ausgaben erforderlich sein, um die Hauptlinie im Süden wieder- Söhe erlassenen Pfändungsbeschluß sofortige Beschwerde, die Ehefrau und Borderrichter, auf die§ 360 Nr. 11 ohne Rechtsirrtum angewandt herzustellen. Kinder Klage erheben. 2. Das nüßt nichts. Sie könnten lediglich auf Ihr worden sei. Der Vorderrichter habe festgestellt, daß der Angeklagte Fünf Fischer ertrunken. Bei starkem Sturm fenterte gestern Erbrecht verzichten. Dann fällt Ihr Erbteil den andren Erben zu. Wrangelstr. 126. Gegen die bereits festgestellte Rente können Sie der Be den Sistierten habe ermuntern wollen, Widerstand zu leisten, und morgen bei Cranz ein Fischerboot, wobei fünf Fischer ertranken. rechnungsweise nach nichts mit Erfolg unternehmen. Die Rente bleibt in daß er durch den Zuruf zugleich eine erhebliche Menschenmenge Eisenbahn- Unglück. Ein gestern Abend von Charleroi nach der niedrigen Höhe, auch wenn inzwischen der ortsübliche Tagelohn oder aufmerfiam gemacht habe. Dadurch sei aber die Menschen Buttre abgegangener Personenenzug entgleifte bei Jumet. Etwa ein Durchschnitts: Verdienst höherer Die geworden ift. menge in ihrer Allgemeinheit belästigt worden, dreißig Personen erlitten Verlegungen. Unfallrente stellt eben nicht den Ersatz des Schadens, sondern den Eleinen Teils des Ersatz eines Schadens dar. weshalb die Bestrafung des Angetlagten wegen groben Unfugs berechtigt sei. B., Usedomstraße. Der Stiefvater darf seine Stieftochter nicht heiraten, weil diese mit ihm in gerader Linie verschwägert ist.- A. B. 101. Wenden Sie sich mündlich oder schriftlich an die Postdirektion. 1. Nein. 2. Sie müssen, um die Invalidenrente zu erhalten, 200 Marten 26 Wochen ununterbrochen erwerbsunfähig) fein. geklebt haben und dauernd erwerbsunfähig geworden( oder während 3. Das Gesuch richten Sie an den Magiftrat, Abteilung für Invaliditätsversicherung, Klosterstr. 41. Ein Beispiel für solchen Antrag finden Sie im Arbeiterrecht" S. 441 Nr. 88. M. 23. 1900. 1. Ein Jahr. 2. 200 Marten. 3. Sie darf weiter fleben, aber gerechnet werden nur die Marken bis zur Hochzeit. Mit der Weiterfleberei beginnt eine neue Versicherung. 2. D. 100. Der Ver: trag müßte vor einem Notar oder auf dem Amtsgericht abgeschloffen werden Ein Schuhmann als Bestie. : Explosion auf der Weltausstellung. In der Ausstellungsabteilung für Gasmaschinen auf dem Marsfelde in Paris erfolgte Montagabend eine heftige Explosion, welche 200 Meter weit zu hören wundet wurden, unter ihnen der frühere belgische Abgeordnete Ein Gasmotor war explodiert, wodurch fünf Personen verde Somgee. war. Aus Halle a. S. wird uns bom 22. Oktober berichtet: Gin Sittenwächter schlimmer Surte stand heute in der Person des 29 jährigen früheren Polizeisergeanten Hermann Brellenthien von hier, geb. in Kallies( Pommern) wegen Verbrechens gegen§ 176 Abs. 3 des Str.-G.-B. vor der Straflammer unter Anklage. Er hatte an der neunjährigen Wetter Prognofe für Mittwoch, den 24. Oktober 1900. Tochter des Arbeiters Kamm in Giebichenstein unzüchtige Bunächst etwas wärmer, veränderlich, vorwiegend trübe mit Regen: Handlungen vorgenommen. Das Kind tam mit seinem Onfel, fällen und frischen westlichen Winden; später etwas fühler. einem Landwirt W. in das Restaurant Zur Stadt Saalfeld, wo sich Berliner Wetterbureau. nur W. 13. Achtung! VI. Wahlkreis. Atung!| Orts- Krankenkaffe| Verband deutscher Schneider u. Schneiderinnen. Am Donnerstag, den 25. Oktober, abends 8 Uhr, bei Gleinert, Schulstr. 29: Volksversammlung Tages Ordnung: Die bevorstehende Nachwahl und das Verhalten der bürgerlichen Parteien. Referent: Der Kandidat des Kreises Georg Ledebour. 248/15 Der Einberufer. J. A.: M. Kiefel. Centralverband der Maurer etc. für Bierbrauer- Gewerbe zu Berlin. Filiale Berlin. Mitglieder- Versammlung Berliner Ressource, Kommandantenftr. 57. Tagesordnung: Am Freitag, den 2. No- am Mittwoch, den 24. Oftober, abends 81/2 Uhr, in der vember 1900, abends von 1/28 bis 10 Uhr, finden im Gewerk schaftshause, Engel- Ufer 15 im Saal 1 die im§ 49 des Kassenstatuts por: geschriebenen Delegierten- Wahlen für die Jahre 1901/1902 ftatt. Von 128 bis 8 Uhr wählen die Arbeitgeber 134 Vertreter. Bon 129 bis 210 Uhr wählen die Arbeitnehmer 269 Vertreter. Am Donnerstag, den 25. Oktober, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshaus, sür die Arbeitnehmer dient bas Engel- Ufer 15: Mitgliedsbuch als Legitimation. Um recht zahlreiches und pünktliches [ 273/11 Generalversammlung der Zahlstelle Berlin II een exfuest Tages- Ordnung: 1. Abrechnung des Raffierers vom 3. Quartal 1900. 2. Vortrag des Genossen Dr. Weyl über: Die Revision des Krankenversicherungs- Gesezes. 3. Verschiedenes. Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. Das Erscheinen aller Mitglieder erwartet Parteigenollen, Die Verbandsleitung. 190/8 Der Vorstand. Otto Wolf, Vorsitzender. Saal mit Theaterbühne, Vereinszimmer, auch zur Zahlstelle, empfiehlt Langhans, Lichtenbergerstraße 21.+* Gewerkschaften Charlottenburgs: Volks- Versammlung Donnerstag, den 25. Oktober, abends 8 Uhr, in der Gambrinus Brauerei, Wallstraße 94: Gr. Protest- Versammlung am Mittwoch, den 24. Ottober, abends 8 Uhr, im großen Saal der Arminhallen, Kommandantenstraße 20. Tages Ordnung: 1. Jahresbericht der Vertrauensperson und Neuwahl derselben. 2. Bericht über die Frauenkonferenz in Mainz. 3. Bericht über den Internationalen Kongreß in Paris. Referentinnen gegen die Einführung der Streifflausel in den Verträgen der Gen. Ihrer und Zetkin. hiesigen Stadtverwaltung mit den Unternehmern. 1/12 Tages Ordnung: Bahlreichen Besuch dieser wichtigen Bersammlung erwartet Die Vertrauensperson der Frauen. 1. Die Bedeutung der Streitklausel und deren Schäden für die Achtung! Ballschmieders Achtung! Arbeiterklasse. Referent Paul Jahn( Berlin). 2. Distuffion. 3. Gewerkschaftliches. 204/13 Um recht zahlreiche Beteiligung zu dieser Versammlung ersucht Die Gewerkschaftskommission. J. A.: Otto Flemming, Schlüterstr. 71. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Mittwoch, den 24. Oktober, abends 8% Uhr, bei Keller, Koppenstraße 29: General- Dersammlung. Tages Ordnung: Kaffenbericht vom dritten Quartal, Bericht des Vorstands, der WerkstattKontrollkommission, der Bezirksleiter und des Arbeitsvermittlers, Anträge, Verbandsangelegenheiten. Nur Eintritt mit Mitgliedsbuch. Um zahlreiches Erscheinen ersucht 109/12 Die Ortsverwaltung. Kastanienwäldchen, Badstr. 16. Sonnabend, den 27. Oktober 1900: 1. Wahl eines zweiten Bureaubeamten. 2. Vortrag des Herrn Dr. Heinemann über§ 153 der Gewerbe Ordnung und die Streifbrecher. 162/14 3. Berschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert! Ohne dasselbe kein Butritt! Um zahlreiches Erscheinen der Mitglieder ersucht Die Ortsverwaltung. Socialdemokratischer Wahlverein für Teltow- Beeskow- Storkow- Charlottenburg. Am Sonnabend, den 27. Oktober, im Saal der ,, Gambrinus- Brauerei", Wallstr. 94: XI. Stiftungs- Fest unter Mitwirkung des Berliner Original- Volkshumoristen Herm. Lewandowsky, sowie der Gesangs- und SpielDuettisten Geschw. Grosselli. S FESTREDE, gehalten vom Stadtverordneten Genossen Curt Baake. Entree 30 Pf. inkl. Tanz. Anfang 8 Uhr. Eintrittskarten sind in den Zahlstellen, sowie bei den bekannten Parteigenossen zu haben. 250/ 15* Achtung! Der Vorstand. Moabit! Wichtig für jede Familie! Grosser öffentl. Vortrag für Damen und Herren Gr. Vokal- u. Inftrumental- Konzert in Ahrenz Brauerei( gr. Saal), Thurmſtr. 26, Ede Stromsſtr. des sur seier des 8. Stiftungsfeftes Gesangvereins ,, Nordwacht"( I. d. Nach dem Konzert: Großer Ball. Anfang 8 Uhr. Möbel A.-S.-B.) Billet 30 Pf. Großes Lager und Polsterwaren. Gebiegene Arbeit, äußerst billige A. Schulz, Breise, empfiehlt Reichenbergerstr. 5. Auch Teilzahlung!(* Donnerstag, den 25. Oktober, abends 8½ Uhr, spricht Frl. M. Kube, Naturheilkundige über: Wann und wo ist Lungenschwindsucht heilbar? [ 6666 Das Wesen der Schwindsucht, Lungenbluten, Asthma, Emphysem. Entstehung und naturgemäße Heilung. Entree 15 Pf. Um zahlreichen Besuch wird gebeten. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Ver antwortung. Theater. Mittwoch, den 24. Oftober. Opernhaus. Der Ring des Nibe: Iungen. Das Rheingold. An: fang 7 Uhr. RANIA** Taubenstr. 48/49. Im Theater abends 8 Uhr: Eine Wanderung durch die Weltausstellung in Paris. Invalidenstr. 57/62. Central Theater Anfang 72 Uhr: Die Geisha. Operette in 3 Atten von S. Jones. Morgen und folgende Tage: Die Geisha. Sonntagnachmittag halben Breifen: 3 Uhr au Die Puppe. Schauspielhaus. Das goldene Bites. Tägl. Sternwarte. Thalia- Theater Medea. Anfang 7 Uhr. Nenes Opern Theater( Kroll). 1 Die Fledermaus. 72 Uhr. Anfang Deutsches. Rosenmontag. Anfang 72 Uhr. Nachmittags 5-10 Uhr. CASTANS Leffing. Johannisfeuer. Anfang PANOPTICUM 7 Uhr. Berliner. Die strengen Herren. Anfang 7 Uhr. Residenz. Die Dame von Marim. Anfang 7 Uhr. Neues. Die Butterseite. Anfang 72 Uhr. Weften. Undine. Anfang 712 Uhr. Schiller. Faust.( 1. Teil.) Anfang 8 Uhr. Seceffionsbühne. Der Thor und der Tod. Heckenjos. 71 Uhr. Anfang Central. Die Geisha. Anfang 72 Uhr. Thalia. Der Liebesschlüssel. Anfang 712 Uhr. Die neuen lebenden Photographien. Graf Waldersee. Kampf mit chinesischen Boxern. Konzert der russischen Nationalkapelle aus Kiew, Kapellmeister Semaschko. Illusionen Kasperl- Theater Irrgarten- Schreckenskammer. Apollo- Theater. Dresdenerstr. 72. Heute und folgende Tage: Der Liebesfchlüssel. Große Ausstattungspoffe mit Gefang und Tanz. Hauptdarsteller: Thomas, Thielscher, Helmerding, Junkermann, Paulmüller und die Damen Milton, Schäffer, Wanovius, Junker- Schatz, Wehling. W. Noacks Theater. Brunnenstraße 16. Heute, Mittwoch, den 24. Oftober: Die Waise aus Lowood. Schauspiel in 4 Aufzügen von Charlotte Birch- Pfeiffer. Donnerstag: Bummelfrike. Anfang 8 ur. Durchschlagender Erfolg der Metropol Theater. Luifen. Alexandra. Anfang 8 Uhr. Friedrich Wilhelmstädtisches. Novität: Der Tugendring. Anfang 7/2 Uhr. Carl Weik. Müller Schulze auf der Pariser Weltausstellung. Anfang 8 Uhr. Belle- Alliance. railer and use Fräulein Loreley. Die schöne Mili bäuerin von Tegernsee. Anfang 8 Uhr. Metropol. Specialitätenvorstellung. Der Mandarin von Ting- ling ting. Anfang 7 Uhr. Apollo. Specialitäten- Borstellung. Fräulein Loreley. Anfang 8 Uhr. Palaft. Specialitäten Borstellung. Der olle Mudebold. Anfang 7 Uhr. Reichshallen. Anfang 8 Uhr. Stettiner Sänger. Urania. Taubenftr. 48/49.( Jm Theatersaal) Abends 8 Uhr: Eine Wanderung durch die Welt ausstellung in Paris. Invalidenstr. 57/62. Täglich abends von 5-10 Uhr: Sternwarte. Ferner: Riccardo und Benedetto. Trio Resa, Erna Bertholdi. Adele Moraw. Mme. Hilaris. Der Kosmograph. Kassenöffnung 7 Uhr. Anfang 8 Uhr. Cirkus Busch Mittwoch, den 24. Oftober cr.: abends 7/2 Uhr: Elite Gala Abend. Beginn der Pantomime 10 Uhr. Schiller Theater Berliner Landpartien ( Wallner Theater). Mittwoch, abends 8 Uhr: Faust. Bon Goethe. Der Tragödie I. Teil. 2. Abend. unt über Ult. Tolle Streiche zu Waffer und zu Lande in 2 Aften. Besonders hervorzuheben: Die Locken: Ella und Bruder Mierecke vom Seminar. Donnerstag, abends 8 Uhr: Professor M. Herrmann. Die goldne Eva. Freitag, abends 8 Uhr: Zum erstenmale: Faust. II. Teil. 1. Abend. Gerichtlicher Sachverständiger und Entlarver des berühmten amerikan. Der größte Operetten Er: folg dieser Saison. Eduard Steinberger a.. Der Mandarin von Tsing- ling- ting fowie das neue phänomenale , Arcadia' Vornehmstes Vergnügungs- Etablissement der Residenz W., Behrenstr. 55/57. Danksagung. Für die zahlreiche Beteiligung und reichen Blumenspenden sowie den Gesang und Musik bei der Beerdigung meines lieben Manns, des Formers Karl Reuter, fage ich allen Teilnehmern, insbesondere d. Borst. Turnverein sowie dem M.-T.-V. zu Bernau und den Kollegen der Fabrit von Schwarzkopff meinen innigften Dant. Die trauernde Witwe 6746 Clara Reuter. Heute: Reunion. Sanssouci Anfang 11 Uhr. Morgen nächste Reunion. Entree 5 Mk. Die Direktion. Wo amüsiert man sich grossartig? Hasenheide 21 und Jahnstr. 8 in Schnegelsbergs Festsälen, Jnh.: Max Schindler. Telephon: Amt IV Nr. 1132. Heute: Grosser Ball, ats Specialität: Gigarren- Regen, verbunden mit Schlangen- u. Bonbon- Regen u. diversen Ueberraschungen. Täglich: Specialitäten- Vorstellung. Entree frei. 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Oktober, abends präc. 71/2 Uhr: Gala- Vorstellung. Auftreten sämtlicher neu engagierten Specialitäten. 1. a.: Neu! Die reizende Miss Mabel O'Brien. Neu! Die weltberühmte Familie James Powell. Neu! Miss Victoria. Neu! La belle Lopezina 2c. Nur noch turze Zeit! Auftreten der königl. Liliputaner Hoftünstler- Truppe Mediums Dr. Slade, Vorführung Les 9 Colibris. feiner Demonstrationen als: Palast- Theater ſelung u. rätſelhafte Entfesselung eines Sträflings Es werden Hrn. Herrmann echte früher Feen- Palast, Burgftr. 22. Sensations- Oktober- Progr. Buchthausfeffeln, die vom Publitum Noch nie dagewefener Erfolg! vorher und nachher aufs genaueste 82 Uhr. Neu! 8% Uhr. untersucht werden, um beide Hände Füße u. Der olle Muckebold. unbe gelegt. verſchloſſen. Die Schlüſſel werden vom Publikum Emanuel Mud, Rentier: Direktor Richard Winkler. Durchweg lauter Schlager! Amiéla Koncewicz, Chansonetten- Diva 3 Flaschen. Mr. Richard, großartige Pyramide auf Außerdem: 12 Attraktions- Nummern. 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( Ohne Gewähr.) 1009 4 27 140[ 3000] 216 23 38 60 376 593 631 34 950 43 50 74 166 364 68 466 79 501 668 77 2047 146 264 336 432 513 879 954 3109 30 218 428[ 500] 37 48 54 591 729 948 4030 54[ 3000] 126 74 249 75 429 504[ 300] 36 641 704 66 879 95 940 5311 23 51 633 756 931 6027 136[ 75 000] 99 300 47 590 962 7299 400 41 770 823[ 500] 8141[ 300] 58 337 [ 1000] 415 532 67[ 500] 679 821 916 9109 269[ 1000] 325 30[ 500] 45 416 629 810 964 10003 140 215 85 466[ 1000] 511 611 88 716 826 11030 111[ 3000] 286 313 30 412 502[ 1000] 48 81 606[ 500] 70 924 12152 404 16 72 80 519 76 618 27 743 852 13118 28 98 308 76 440 503 611 31 98 801 907 81 94 14100 284 354 67 592 673 898 15029 159 365 97 437 86 654 746[ 500] 855 90 984 16016 182 206 91 405 14 34 72 555 605 28 92 722 870 17064 [ 300] 179 80 200 61 315 42 73 747 71 956 18037 192 573 640 768[ 500] 892 19202 458 602[ 3000] 81 976 24030 25121 20081 176 98 388 408 538 677 803 16 21095 352 98 644 805 42 55[ 3000] 22031 213 409 558 91 808 33 75 932 37 23242 404 7 13 507 45[ 3000] 649 710 844 923 26 45 33 110 62 226 303 72 78 96 491 715[ 300] 913 32 41 427 37[ 300] 985 88[ 300] 26359 81 401 80 519 622 767 802 963 96 27145[ 3000] 59 80 87 88 242 318[ 300] 451 514[ 300] 645 760 862 28269 455 558 77 847 76[ 1000] 29085 111 295 97[ 500] 409 19 518 875 2007 49 59[ 300] 109 74 220 331[ 300] 500 78 640 95[ 300] 840 999 31118 70 610 75 813 38 69 70 905 7 24 32111[ 3000] 401 13 582 626 901 27 33146 244 78[ 300] 302 469 550 618 64 93 34126 59 91 287 96 415 42 641 718 957 35001 207 301 23 79 553 790 845 910[ 3000] 40 36106 27 258 574 92 626 72 916[ 500] 80 88 37177 447 72 542 787 38012 252 347 400 [ 300] 61 89 554 701 92 921 39043[ 3000] 71 223 99 348 89 715 942 40051 94 133 224 707 58 99 916 67 133 224 707 5 41210 46 71 309 443 42077 117 342 435 505 34[ 500] 64 77[ 300] 690 705 947 [ 3000] 43010 286 99[ 300] 328[ 3000] 404 551 74 799 932 [ 300] 44046 87 112 80 271 320 26 442 73 531 724 33 45319 455 591 749 906 46130 93 213[ 3000] 542 47339 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Nur das erste Wort fett. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. Verkäufe. Restauration sofort verkäuflich, große Fabrik hinten. Auskunft Warschauerstraße 79 im Cigarrengeschäft. + 37* Elegante vorjährige Herrenhosen, feinste Stoffe 9-12 Mart. Verkauf Sonnabend und Sonntag. Versand: bausGermania, Unter den Linden 21 II 180024 100 9 49 64 211 499 522 659[ 3000] 842 960 181088 97 201[ 500] 66 686 794 816 27 99[ 500] 918 53 182021 100 315[ 500] 448[ 3000] 839[ 1000] 972 183060 184 511 621 50 85[ 300] 812 65[ 300] 75[ 1000] 947 184070 89[ 300] 239 67 457[ 500] 551 619 55 757 95 97[ 300] 820 185016 56 184 87 531 662 709 88 966[ 500] 186137 515 88 693 736 914 187028 165 71 95 237 315 549 950 188009 22 163[ 500] 75 352 493 679 781 849 947 189067 288 420 532 78 811[ 3000] 91 922 29 65 190114 354 410 54 91 99 511 77 642 752 982 191083[ 300] 91 96 299 326 491 556[ 1000] 656 88 743 192223 65 531 722 822 988 193194 218 402 91 526[ 1000] 685 814 930( 500) 194035 150[ 3000] 400 785 87 854 933 59 195044 136 409 78 196010 191 337 46 92 643 868 902 27 197012[ 300] 305 14 683 824 36 904 198018 225 55 76 83 338 443 80 502 87 916 199157 239 87 574[ 300] 83 605 27 895 96 200257 94 562 77 945 201043 165 209 57 468 591 915 202200 309 460 505 603[ 300] 22 96 786 91[ 1000] 800 203026 266 93 307[ 300] 434 41 60 761 817 29 98 204172 567 98 639 802 62 205011 44 61 62 113 492 520 631 855 206021 207 90 307 598 650 82 84 704 92 99 801 922 207019 50 61 95 912 15 83 208040 166 263 311 23 50 65 99 421 663 812 209006 306 724 97 873 210138 49 60 88 270 302 400 83 530 672 742 77 80 809 083 530 672 211122 342 59 523 615 79 822 61 939 63 92 212172 97 332 590 94 604 25 58 765 83 213122 296 313 415 670[ 3000] 701 58 214048[ 300] 60 191 247 377 468 515 91 655 728 877 912 90 215216 354 421 53 68 92 582 627 761 887 216094[ 3000] 179 252 368 525 50 89 659 736 923 33 94 217009 20 62 96 139 473 527 30 705 92 983 18028 91 209[ 3000] 77 611 219097 136 230 324 38 95 415 61 503 21 627[ 800] 786 818 220176 78 405[ 500] 512 828 97 221013 30 69 148 248 328 52 459 66 222008 172 367 85 415 84 767 223027 41 96 228[ 3000] 74 355 93 467 521 73[ 1000] 682 715 224117 26 234 327 97 440[ 3000] 42[ 500] 70 609 22 717 949[ 500] 57 225195 234 385 414 575 3m Gewinnrade verblieben: 1 Gewinn zu 500 000 Mt., 2 zu 200 000 r., 2 zu 150 000 wt., 2 au 100000 Mt., 2 zu 50 000 Mt., 1 au 40 000 Mt., 8 au 30 000 Mt., 22 zu 15 000 Mt. 44 zu 10000 r., 90 zu 5000 t., 1252 at 3000 Mt., 1363 zu 1000 W., 1617 zu 500 02. Berichtigungen. In der Lifte vom 20. Ottober nachmittags Lies 54558 ftatt 54 355, in der Liste vom 22. Oftober nachmittags 9062 ftatt 9072. 6.Biebung d.4. Klaffe 203. Kgl. Preuß. Lotterie. 502 75 624 67 747 86 928[ 300] 114110 348[ 500] 82 476 649 2389 Biebung vom 23. Oftober 1900, nachmittags. Rur die Gewinne Aber 220 Rart find den betreffenden Stummern in Barenthese beigefügt ( Ohne Gewähr.) 1349 411 657 84 93 40 255 64 560 746 99 942 [ 1000] 405 20 605 739[ 500] 88[ 300] 839[ 300] 98 934 3175 5243 96 313 675[ 1000] 568 909 4205 60 559 756 833 966 839 942 6217 305 442 94 692 897 911 7028 48 82 184 298 8042[ 500] 91 144 77 211 322 391 438[ 500] 553 846 974 77 53 556 58 70 834 86 9022 183 443 515 752 922 70 11071 10127 299 316 61[ 500] 581 656 80 86 866 87 97 85 115 364 421 82 87 928 12048 103 38 308 67 483[ 1000] 560 706 35 800 910 13034 363 463 78 595 639 62 896 909 14 14123 235 61 312 92 543[ 300] 631[ 1000] 55 991 15037 89 16209[ 1000] 101 71 321[ 500] 36 66 476 784[ 500] 862 910 95 377 465 76[ 3000] 95 527 83 835 65 942 17062 201 483 859 18000 404 70 539 673 863 19067 117 244[ 500] 59 300[ 300] 56 93 679 788[ 1000] 891 20018 21 66 514 67 847 965 21091 416 525 34[ 300] 854 937 72 22074 107[ 3000] 68 219 397 510 607 41 703 841 23241 372 88[ 3000] 516 800 24119 213 585 735 804 11 20 27046 168 26064 976 25173 260 78 319 557 744 883 997 70 211 53 63 65[ 1000] 378 448 64 568 676 869 81 905[ 3000] 67[ 300] 79 28020 108 98 339 643 75 97.728[ 300] 866 934 37 47 720 95 295 408 544 634 72 711 94 877 32153 65 245 558 603 89 717 20[ 1000] 848 55 76 33012 17 52 91 417 97[ 300] 596.98 659 766 78 866 34091 416 85 589[ 500] 642 738 42 805 965 67 82 35124 287 406 550 601 36011 171[ 1000] 321[ 1000] 37049 224 41 79 300 511 35[ 3000] 691 95[ 300] 716 884 97 38097 373 443 572 637 410 99[ 1000] 554 760[ 1000] 823 [ 300] 935 50 39052 138[ 1000] 386[ 3000] 699 702 20 817 983 [ 300] 85[ 1000] 3022014 16 107 212 316 63 4117814( 3000) 31.000 167 40185 254 59 661 99 755 973 41067 123 75 79 310 556 66 889 42170 569 692 749 858[ 3000] 935 45 43111 68 81 44005 70 130 96 253 78 819 61 421 28 30 573 626 738 827 909 371 475 564 621 45027 30[ 300] 80 213 43[ 1000] 54 396 459 645 66 837 904 46081 163 238 387 523 73 86 89 733 863 48234 360[ 300] 75 47084 135 224 30 374 434 68 893 913 464 602 811 13 23 49008 15 33 108 249 313 37 97 405 566 677 859 75 955 71[ 500] 76 51064 169 97 50005 86 270 309[ 3000] 473 539 608 730 269 735 69 833 958[ 300] 52049[ 300] 462 90 99 610 74 713 42 812 14 907 52 53044 112 387 674 87[ 3000] 818 27 45 80 55014 20 937 48 54155 387 92 402 500 59 776[ 500] 805 14 98 270 833 40 621 56152 72 294 500 626 764 835 964 57014 81 133[ 3000] 313 429 682 58221 396 457 578 613 700 12 71 902 59279 342 72 490 800 56 921[ 500] 61006 211 22 60204 398 99 467 622 765[ 500] 868 939 62001 29 35[ 1000] 94 349[ 300] 89 564 71 623 759 85 859 92 63153 395 437 656 704 29 90 876 636[ 500] 72 99 727 70 895 [ 300] 908 64568 713 868[ 300] 903[ 5000] 18 70 75[ 1000] 65006[ 1000] 60 425 585 681[ 500] 729 79 96 837 901 59 67264 67 515 66029 63 126 229 378 82 411 595 606 718 44 86 87 98 708 66 902 59 68026 78 90 224 784 927 60277 80 87 92 465 560 610 990 71234 350 70031 51 81 186 541[ 300] 62 730 924 56 73072 147 240 480 53 55 465 601 701 848 61 72189 500 809 551 55 805 56 906 65 74035 330 47 494 98 764 66 94[ 500] 76155 215 340 400 75092 615 23 52 813 54 909 95[ 500] 11 96 554 887[ 300] 77356 486 584 97 762 854 95 973[ 3000] 78121 51 57 395 684 824 913 20 22 79122 252 73 317 680 83 80286 424[ 300] 62[ 500] 702 815 998 81045 138 63 249 82290 93 301[ 300] 639[ 500] 64 82 94 346 606 85 726 43 842 84295 96 731 91 811 83262 415 86 95 520 93 601 749 63 448 67 620 66 89 791 821 24 943[ 500] 85277 396 504 610 45 749 878 86081 114 274 360[ 3000] 76 437 522 656 713 910 87259 301 656 824 72 944 88076 220 94 312 84 405 8 532 49 608 70 73 799 846 926 58 89047 100 219 20 444 734 61 806 61 90026 147 427 671 780 968 91058 88 164 329 52 511 636 809[ 500] 908 17 92086 129 220[ 300] 456 509 608 11 63 94036 135 92 954 93200 28 407 79 682 91 737 854 940 71 248 354 417 89 586 610 20 57[ 300] 706 50 944[ 1000] 88 96068 119[ 500] 35 79 290 95093 213 77 96 98 512 674 444 516 66[ 300] 85 682 710 80 97013 60 231 33 369 551 68 724 90 989 98011 38 42 202 4 40[ 1000] 522 99019 206 66 377 458 59[ 500] 561 742 100084 273 599[ 500] 975 77 101011 67 81 195 662[ 500] 65 745 102000[ 300] 1 40 106 222 25 420 76[ 300] 81 529 62 103274 675[ 300] 81 104397 401 51 503 80 619 55 762 76 605 19 40 44 909 105139 286 92 392 403 47[ 5000] 650 58 96[ 500] 757 106106 226 94 389 512 55 754 824 107227 82 401 86 683 911 22 92 108109 81 687 785[ 3000] 918 22 59 109074 84 215[ 3000] 346 97 427 506 55 110203 32[ 3000] 320[ 500] 40 475 567[ 300] 611[ 300] 111029 69 108 362 433 96 546 674[ 300] 750 855 112007 13 113202 48 419 172 268 301 61[ 1000] 77 402 617 30 766 989 Kleine Anzeigen. 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