Nr. 249. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Wierteljährl. 3,30 mt., monatl. 1,10 mt., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagss Nummer mit illuftrierter Sonntags Beilage, Die Neue Welt" 10 Pfg. Poft Abonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Eingetragen in der Post- Beitungss Preisliste für 1900 unter Mr. 7971. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Erscheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 17. Jahrg. Die Insertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Kolonel zeile oder beren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inferate für bie nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in berExpedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochens tagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Ternsprecher: Hmt I, nr. 1508. Telegramm- Adresse: „ Borialdemokrat Berlin Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Benth- Straße 2. Fernsprecher: Amt I, Nr. 1508. Um 12000 Mark! " Es ist notwendig, mit aller Energie darauf hin gutveisen, daß der Herr Staatssekretär des Reichsamts des Innern sich durch diesen Erlaß... zum Commis des Unternehmertums degradiert hat. Das, was durch diesen Erlaß dellariert ist, bedeutet nichts andres, als die Unterwerfung der Steichsregierung unter die Herrschaft des Unternehmertums, als die Kapitulation vor der Großindustrie." Donnerstag, den 25. Oktober 1900. größeres Intereffe, den Namen des Stipendiaten des Jende Fonds fofort zu nennen, als die Oeffentlichkeit und auch die Staatsanwaltschaft ein Interesse daran hat, den Namen bis Graf Posadowsky hat keine Zeit, zu erfahren. zur Eröffnung des Reichstags zu warten, um den schweren Verdacht gegen die Integrität des Reichsamt des Innern zu beseitigen. Wenn er nicht sofort die Antwort erteilt, wird er sie auch im Reichstag nicht mehr erteilen können. Die agrarischen Freunde des Grafen Posadowsky find bereits sehr besorgt um das Schicksal des hochschutzöllnerischen Staatsfekretärs. Welche Sicherheit kann man haben, daß nicht auch die HandelsSinger, am 17. Januar 1898 fiber ben verträge in der Weise zu stande kommen, daß eines Tags sich, das ReichsStreit- Erlaß des Grafen Posadowsky.amt des Innern" mit dem Wunsche an den Dr. Hahn wendet, der „ Wenn Herr Singer gesagt hat, ich hätte mich hier bei diesem Erlaß als Commis des Unternehmer tums gekennzeichnet, so stelle ich mich bezüglich dieser Aeußerung unter den Schutz des Präsidenten." Bund der Landwirte möchte ihm Gelder zur Verfügung stellen, das mit es für einen Getreidezoll von 10 W. agitieren könne. Haben sich die Industriellen die Zuchthausvorlage 12 000. toften laffen, so können die Agrarier für solche Agitation gegen die Handelsverträge gut 12 Millionen anlegen. Niemand hat Grund, den „ Das Material, welches in der Denkschrift zusammen- Grafen Bofabowsky persönlich zu verbächtigen, aber er ist eben vergetragen ist, fommt von den Behörden, die die un- antwortlich für das ganze Neichsamt des Innern. Die 12 000 Mart haften an seinem Namen, so lange die erforderliche Aufklärung nicht parteiischen Hüter des Rechts find." gegeben wird. Antwort des Grafen Posadowsky. Direktor von Woedtke, bei der Beratung der Zuchthausvorlage am 22. Juni 1899. Es giebt also in deutschen Landen einen„ Agitator", der sich fähig fühlt, gegen ein Trinkgeld von 12 000 m. einer Interessen gruppe ein ihr genehmes Gesetz zu besorgen. Das ist die trotz allen Erfahrungen immer noch verblüffende Erkenntnis, die wir der Veröffentlichung des Bueckschen Schreibens verdanten. Krupp giebt 5000 M., ein paar andre den Rest und die Sache wird gemacht! Für diese spaßhafte Summe kann bereits eine Agitation entfaltet werden, die zum Ziel führt. Dieses deutsche Panama der Socialpolitik fügt zu dem Empörenden noch das Lächerliche. at pr " " Die National 8eitung" weiß bereits zu verfichern, daß sich das preußische Staatsministerium mit der Angelegenheit beschäftigt habe und sie hält ein weiteres Verbleiben des Grafen im Amt für unmöglich. Wir unsrerseits sind uns bewußt, daß wir im Reiche der Un möglichkeiten leben und hüten uns wohl, die Logit unsrer Moral zum Gesetz der Handlungen der herrschenden Klasse zu erheben. Freilich sollte man voraussetzen, daß es dem neuen Neichskanzler, dem Grafen Bülow, nicht gerade angenehm sein kann, unter dem Drucke dieser schwülen Affaire seine Regierung zu beginnen! Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Fernsprecher: Amt I, Nr. 5121. Bielleicht hat man mit der Veröffentlichung des Briefs diesen Zweck zu erreichen gehofft. Es liegt uns fern, Herrn Bueck selbst mit der Veröffentlichung seines Schreibens in Verbindung zu bringen. Viel näher liegt die Wahrscheinlichkeit, daß einer von den Adressaten des Schreibens mit der von ihm veranlaßten Beröffentlichung den oben dargelegten Zweck verfolgt habe. Man wird aber gut baran thun, vorläufig noch auf weitere Aeußerungen zu verzichten. Auffällig ist, daß das Reichsamt des Innern noch feine Veranlassung genommen hat, sich irgendwie zu äußern. Mit fast der gesamten Preffe halten wir eine möglich st baldige Aeußerung dieser Stelle für unbedingt ge boten." " Man ficht: die Deutsche Tageszeitung" zittert für ihren 10 Mart Boll- Agitator. Die Post" schreibt fast wörtlich dasselbe, was sie im ersten Schreck des Beblig- Standals geftammelt; sie schimpft auf die„ auf eine höchst unreinliche Art ermöglichen Publikationen der socialbemokratischen Standalpresse" und erklärt ihr bisheriges Schweigen damit, daß sie nicht mit Eifer auf jeden von dieser Sorte Publizistik hingeworfenen Bissen zu stürzen pflegte. Der ganze Bedlitz! Diefe, Bost" aieht es eben vor, sich von den Bissen zu nähren, die ihr ein Schweinburg oder ein Korbmacher Fischer himvirft. Im übrigen läßt" sich das Organ folgende lustige Weisheit schreiben: " Der Brief tann in der publizierten Fassung, so wird uns hierzu mitgeteilt, denn am nicht geschrieben sein, denn gar 3. August 1898, von welchem Lage er datiert ist, existierte bekanntlich noch gar kein Gefeßentwurf zum Schuße der gewerblichen Arbeitsverhältnisse. Der Entwurf ist vielmehr erst später ausgearbeitet worden. Wir müssen daher den der „ Leipziger Voltszeitung" vorliegenden Brief für apofryph halten. Wenn sodann in dem Artikel ein Beamter des Reichsamts des Junern wegen der Verteidigung des Entwurfs eines Arbeitswilligen Gefeßes angegriffen wird, so wird sich für dessen Borgesetzten, den Staatssekretär des Junern, in dem jept bald zusammentretenden Reichstag Gelegene heit bieten, die geeigneten Erklärungen ab311= geben." " Mag aber auch die Personenfrage sich erledigen, wie sie will. Gine wunderbare Beweisführung! Wir werden nächstens Diese 12 000 Mart werden unsrer Aufklärungsarbeit treffliche Die Regierung bereitet ein Gesetz vor, das zur Knebelung der Dienste leisten; diese 12 000 m. werden für uns agitieren, obwohl von der" Post" hören, es sei nicht wahr, daß die Agrarier Agitationssummen gegen die Handelsverträge aufbringen, weil diese Arbeiterklasse bestimmt ist natürlich aus gänzlich unparteiischem sie das Reichsamt des Innern" erhalten hat. Die Abhängigkeit Sandelsverträge noch gar nicht abgeschlossen feien. Das Reichsamt Allgemeininteresse. Aber die Regierung kommt nicht recht vorwärts der leitenden Politik von den Vereinigungen des großkapitalistischen des Innern" wollte für ein Gesez agitieren; das ist unmöglich, ruft mit ihrem Plan. Da ersteht ein rettender Agitator", der 12 000 m. Unternehmertums liegt jegt vor aller Welt offenbar. Man macht die Bost", denn das Gesez exiftiere tja noch gar nicht. Welch eine von der Gesellschaft der erbittersten Feinde der Arbeiter aus nicht nur Gesetze gegen die Arbeiter zu Gunsten der Ausbeuter, schlagflüssige Aufregung muß den Erfinder dieses Beweises beborgt. und plöglich sieht man deutliche Erfolge. Es ist die weil Es ist die weil die Gemeinsamkeit des Klasseninteresses instinktiv dazu herrschen! Uebrigens ist die ganze Phrase von dem Agitieren nur Politik des Portiers, die Politik der offenen Hand, die wirksamer ist drängt, sondern auch, weil die Vertreter des Großkapitals eine façon de parler, eine Redeblume, und außerdem hat ja als die Politik der offenen Thür. der offiziellen Regierung Agitationsgelder" zur Verfügung stellen; Wilhelm 1. einen Monat später angekündigt, daß sich das Gefes Auf diese Weise kommt schließlich eine Buchthausvorlage zu die triebhafte Liebe wird durch Barzahlung gesteigert. Die Staats- feiner Vollendung naht. Die vertröstende Losung, daß Posadowsky erst im Reichstag stande, die gemacht ist, die Millionen der Aermsten, der Aus- verwaltung ist nichts als ein Ausschuß der befizenden Klassen- das Mede stehen werde, ist gleichzeitig auch den Berliner Neuesten gebeuteten, der Unterjochten um die spärlichen Früchte ihres helden- beweist der Brief des Herrn Bueck mit urkundlicher Evidenz. Die Nachrichten", der Täglichen Rundschau" und der haften Opfermuts, ihres todesverachtenden Kampfes um ein bißchen 12 000 m. werden Wucherzinsen tragen für uns. Kreuz 8eitung" eingeblasen worden; das legtgenannte Sonne, erbarmungslos zu bringen. Blatt bemerkt: Da dies Schreiben zur Beit durch die Presse geht, nehmen auch wir davon Notiz. Auffallen und einige Zweifel an seiner Echtheit erregen muß das Datum, da im August 1898 von dem Arbeitswilligengesetz überhaupt noch keine Rede war. Im übrigen wird ja wohl die Regierung im Reichstag über die Angelegenheit die nötige Aufklärung geben." Die Natlosigkeit muß sehr groß sein, daß man keine andre Ausrede zu erfinden vermocht hat. Aber wer ist der Schuldige, wer ist der Schuft, der als Träger eines Systems unglaublicher Korruption, um 12000 M. seine agitatorischen Talente zu Gunsten der Zuchthausvorlage an geboten hat? Die Arbeiterschaft will seinen Namen wissen, das ganze Bolt hat ein Recht zu fordern, wer der Mann ist, der es in erster Linie auf dem Gewiffen hat, daß ein Jahr lang die Oeffentlichkeit durch jenes Gesetz nutzlos erregt wurde, das dem großkapitalistischen Unternehmertum willenlose Kulis zu züchten trachtete? Herr Bued, der Wissende, schweigt. Schweinburgs und des Centralverbands der Industriellen Korrespondenz ist stumm wie das Grab oder das ertappte Verbrechen. Die Organe der Scharfmacher. retten sich wie damals in der tödlichen Verlegenheit der BedlißEnthüllung hinter eine schlotternde Vornehmheit; das sei eine socialdemokratische Sensation, auf die man nicht nötig habe, einzu gehen. Wenn die Sache nicht wahr ist- warum schweigt man? Wenn nur eine harmlose Unüberlegtheit dahinter stecken sollte warum erteilt man feine Aufklärung? Wenn irgend eine untergeordnete Ber sönlichkeit den Streich verübt hat, warum giebt man den Elenden nicht preis? Dieses Schweigen muß im Volte den ungeheuerlichsten Argwohn hervorrufen, es muß nun an eine Storruption glauben, die unergründlich ist, und es muß fich fragen, auf welche Weise denn für andre Gefeßentwürfe agitiert" werden möge. In vier Zeitungen, zu denen irgend ein Schweinburg Bugang hat, wird in fast wörtlicher Uebereinstimmung erklärt, das Reichsamt des Innern gedenke erst im Reichstag Nede zu stehen; es könne der Regierung nicht zugemutet werden, daß sie sich gegenüber jeder beliebigen unbewiesenen Anschuldigung zu Gegenerklärungen bereit finden sollte". Ein ganz auffälliger Anfall vornehmer Gleichgültigkeit! Aber es handelt sich gar nicht mehr um eine unbewiesene Anschuldigung, es handelt sich um ein schwer anklagendes Dokument, dessen Echtheit von denen, die dazu in der Lage wären, nicht bestritten wird. Herr Bued hat in seinem Brief von einem ihm persön Iich geäußerten Wunsch des Reichsamts des Innern" ge= sprochen. Wer hat unter der Firma des Reichsamts des Innern Herrn Bueck angebettelt? Sigt etwa gar dieser Lohndiener des Centralverbands der Scharfmacher, dieser Agitator der Zuchthaus vorlage, in dem Reichsamt, das diesen Entwurf ausgearbeitet hat? In diesem Fall hätte Graf Posadowsky, der Leiter des Reichsamts des Innern, allen Anlaß, sofort und unverzüglich den Schuldigen preiszugeben. Graf Pojadowsky trägt die Verantwortung für alle Handlungen aller Beamten seines Ressorts, er selbst hat sich als " Kugelfang" für die Angriffe, die höher hinauf zielen, angeboten, er ist aber auch der Kugelfang" für alle Beschuldigungen, die den unter ihm Arbeitenden gelten. Ist der Empfänger der 12000 m. ein Beamter im Reichsamt des Junern, so trägt Graf Posadowsky selbst so lange die Verantwortung für die Verfehlung seines Untergebenen, bis er nicht den Schuldigen ausgeliefert hat. Der Staatssekretär des Reichsamts des Innern hat deshalb fast ein noch Die bürgerliche Presse beschäftigt sich heute allgemein mit der Angelegenheit. Thatsächliche Mitteilungen bringt die liberale ,, NationalBeitung", die ein merkwürdiger Widerspruch die Sache selbst zwar als harmlos darstellen möchte, zugleich aber auch die Demission Posadowstys fordert. Das Blatt schreibt: " " „ Das von socialdemokratischer Seite veröffentlichte Schreiben des Herrn Bued ist, wie wir bereits andeuteten, echt, und Die fatholische" Germania" tappt zwischen Wenn und Aber der darin erwähnte Vorgang läßt sich nicht in Abrede stellen. hin und her, sie möchte den unbegreiflichen Fehltritt" bezweifeln Er ist, wie wir erfahren, bereits gestern im Staats- und fordert, daß Herr Bueck sich zu erklären habe. An den Grafen ministerium zur Sprache gekommen. Näheres über Bosadowsky wagt das Blatt anscheinend nicht, diese Forderung zu den Zweck der finanziellen Inanspruchnahme stellen. des Centralverbands deutscher Industrieller durch das Reichsamt des Junern ist uns nicht be fannt; aber es unterliegt keinem Zweifel, daß Graf Posadowsky persönlich die Verantwortlichkeit dafür zu tragen hat. Die Vossische Zeitung" meint: Sollte Graf Posadowsky wider alles Bermuten ein solche Forderung an den Centralverband aus irgend welchen Gründen gestellt oder gebilligt haben, so würde allenthalben die Ueberzeugung herrschen, daß er seine Entlassung nehmen müsse, auch wenn er in gutem Glauben gehandelt hat." Die Volts- Zeitung" schließt ihre Betrachtung: " rufenen Vertreters des ihm unterstellten Reichsamts des Innern, fofort und auf dem kürzesten Wege eine Erklärung zu er Lassen, die eine gründliche und erschöpfende, durch nichts berschleierte oder verklausulierte Aufklärung giebt. Mit gespanntem Intereffe sieht alle Welt dem heutigen ReichsAnzeiger" entgegen." " Es ist unbegreiflich, daß ein Beamter in der Stellung des Staatssekretärs des Jumern für zulässig halten konnte, für irgend einen agitatorischen Zweck der Regierung von einem privaten Inter- Es ist die Pflicht des Grafen Bofadowsty als bes bea effentenverein Geld zu verlangen, vollends in einer Angelegen wie bei heit, in der dieser Verein so sehr Bartet war, dem Versuche gesetzgeberischen Vorgehens gegen Ausschreitungen bei Streifs; dadurch mußte doch geradezu der Auschein einer Abhängigkeit der Regierung von den Großindustriellen in derartigen Es ist lächerlich, wenn der Fragen hervorgerufen werden. Der heutige Reichs- Anzeiger" hat wie die ,, Norddeutsche „ Vorwärts" von einem" Panama" spricht: die persönliche Allgem. Zeitung" tein Wörtchen über die Sache zu sagen. Ehrenhaftigkeit des Grafen Posabowsky ist über jeden Der Hamburgische Korrespondent" äußert sich ähnlich wie Berdacht erhaben. Was vorliegt, ist ein im vermeintlichen die National- Beitung": Mit fröhlichem Geschimpf fällt die ,, Kölnische Zeitung" in öffentlichen Interesse begangener Mißgriff unverzeihlicher Art. Wenn dadurch rascher, als es er- den Hinterhalt ihrer Zweifel: Der Brief sei eine abenteuererliche Geschichte, er sei mit einem hübschen Strahlenkranze von wartet wurde, ein Personenwechsel an der Spige eines wichtigen träftigen Fragezeichen zu umrahmen. Zum Schluß heißt es: Reichsamts herbeigeführt wird, so dürfte dies für den neuen Kangler im jezigen Augenblick eine ernste Unbequemlichkeit sein, die man gern vermeiden würde; aber sie wird sich wohl kaum bera meiden lassen." Obwohl die National 8eitung" fich stellt, alsob fie den Panama- Borwurf lächerlich findet, wird sie selbst a wischen den Beilen sehr deutlich. Die agrarische Deutsche Tageszeitung" interessiert sich nur für den 3 wed der Veröffentlichung in diesem Augenblid. Sie spricht erst von einer Mystifikation, an die sie selber natürlich nicht glaubt, fährt dann aber fort: " Man tann dies socialdemokratische Jubelgeschrei über ein deutsches Panama auf sich beruhen lassen. Es ist selbstverständlich ausgefchloffen, daß die Regierung fich von einer Interessentengruppe für die Vorbereitung irgend eines Gesezentwurfs bezahlen läßt. Die nächsten Tage werden wohl eine genügende Aufklärung über diese Räubergeschichte bringen." Die Kölnische Zeitung" beluftigt sich so krampfhaft, daß man annehmen muß, sie sei sehr gut darüber unterrichtet, wie schlimm es um die Sache steht. Stimmen unsrer Parteipreffe werden wir morgen zusammenſtellen. sd ni. Politische Meberlicht. Berlin, den 24. Ottober. Die erfte Kanzlerthat. Sollte der Brief echt sein, so würde seine Veröffentlichung gerade jetzt sicher einen bestimmten 8wed verfolgen. Obwohl der Chefredakteur der Leipziger Boltszeitung", Ab geordneter Dr. Schoenlant, ein berühmter Brieffinder ist, dürfte doch in diesem Falle zu vermuten sein, daß dieser Brief nicht aufällig gefunden worden sei. Im Gegenteil, die Annahme liegt nur zu nahe, daß er dem socialdemokratischen Blatte zu einem bestimmten 8wede überlassen worden fei. Be- Die Nordb. Allg. 8tg.", Hohenlohes Leibblatt, hat schnell ges fanntlich gehört jegt der Staatssekretär des Reichsamts des Innern lernt, auf Stoften des gestern noch gefeierten alten Herrn den neuen zu den Personen, die von den Freihändlern und Börsenliberalen Herrn zu feiern; fie verkündet heut des Grafen Bülow großes am heftigsten bekämpft werden und am liebsten beseitigt würden. Wollen: „Me wir erfahren, hat der Reichskanzler und Ministerpräfi- dent Graf w Bülow in der gestern unter seinem Vorsitz ab- gehaltenen Sitzung des StaatsministeriumS nach warmen Worten der Anerkennung für den Fürsten zu Hohenlohe-Schillingsfürst in längerer Ansprache auf die Notwendigkeit einer ein- h ertlichen und geschlossenen Regierung hin- gewiesen als unerläßliche Vorbedingung für diejenige Stetig- keit und Zielbewußtheit in der inneren Politik, welche das Land verlange und brauche." Man könnte meinen, es sei angemessener, solch Selbstvertrauen weniger in längeren Ansprachen und offiziösen Noten zu verkünden, als durch die That zu bewähren. Doch— wir gestehen— Gra Bülow weiß nicht nur zu reden, sondern ist ein Mann der That, der schnellen und bedeutsamen That. Aus derselben Staats- ministerialsitzung, in der sich Graf Bülow als neues Bis- M ä r ck ch e n ankündigte, wird berichtet: „Der auf der Tagesordnung befindliche einzige Gegenstand wurde abgesetzt. Dafür wurde, wie ein offiziöser Berichterstatter erfahren haben will, in eine allgemeine Besprechung der politischen Lage bezw. der Landtagsarbeiten eingetreten und eine ungefähre Disposition in dieser Richtung getroffen. So viel wir wissen, zeigte man wenig Neigung, die am 15. Januar bevor- stehende Tagung mit bedeutungsvollen� Vorlagen auszustatten, namentlich soll vermieden werden, Vorlagen, über welche die öffentliche Meinung noch zu wenig g?- klärt ist und weit auseinandergeht, einzubringen. ES dürften also die Kanalvorlage und das Schul- dotations-Gesetz ausscheiden." Gewiß würde diese Absetzung der Kanalvorlage, wenn sie sich ' bestätigt, einen Sieg Miguels und die schwächliche Unterlverfung * Bülows unter die Ägratier bedeuten. Das würde aber nicht hindern, � daß dieser Miguelsieg dennoch zugleich ein weit größerer Sieg . Bülows ist. Hat Miguel über Bülow gesiegt, so hat Bülow den 'Kaiser gewonnen. Als Wilhelm II. am 11. August 1899 der Dortmund-EmS-Kanal �besichtigt hatte, hielt er am Dortmunder Hafen eine Ansprache, in .der die Worte fielen: „Das Werk, das ich soeben besichtigt habe, ermöglicht hoffent- lich der Stadt Dortmund, wieder ihren Flug über die See zu nehmen, wie sie ihn einstmals genommen hat. Nur möchte ich glauben, daß der Kanal, wie er augenblicklich anzu- sehen i st, nur ein Teilwerk ist. Es ist aufzufassen in Verbindung mit dem großen Mittellandkanal, den zu bauen und zur Durchführung zu bringen meine Regierung und ich fest und unerschütterlich ent- schloffen sind." Wenn es jetzt dem Reichskanzler Grafen Bülow gelungen sein sollte, die festen und unerschütterlichen Entschlüsse des Kaisers zu erschüttern, so ist nicht zu verkennen, daß Graf Bülow die Gewähr eines ansehnlich starken MannS in sich trägt. Daß er seine Stärke zunächst an der Verhinderung des einzigen Kulturwerks, das in Preußen geschaffen werden sollte, erprobt, dürfte allerdings seine liberales Lobeshymnensänger wenig erfreuen.— Der Zollkampf. Der Entwurf des Zolltarifs ist auf Grund der Be- ratungen des Wirtschaftlichen Ausschusses zur noch- maligen Durcharbeitung an die zuständige Stelle zurückgegangen. Die Vorlegung des Entwurfs im Bundes- rat erfährt damit eine Verzögerung. Der Inhalt des Entwurfs wird nach wie vor durchaus geheim gehalten. Die Arbeit, die Graf v. Posadowsky für die Agrarier verrichtet, verträgt ebenso wenig das Licht des Tags wie jene Geldgeschäfte des„Reichs- amts des Innern" im Dienst der zuchthausbeflissenen Großindustrie. Dennoch sickert einiges durch. Es ist bekannt, daß an Stelle des bisherigen Einheitstarifs, der den Abschluß von Handelsverträgen ermöglichte, der agrarisch geaichte Doppel- t a r i f treten soll, nur wenig gemildert- durch die Befugnis der Regierung, in besonderen Fällen mit Zustimmung des Reichstags auch unter den Minimaltarif herabzugehen. Jetzt macht die„Deutsche Volkswirtschaftliche Korrespondenz" einige Mitteilungen über die Zollsätze selbst, die ihr aus den Beratungen des Wirtschaftlichen Ausschusses zu- geflossen sind: „Für den R o h e i s e n- Z o l l ist im M i n i m a l t a r i f der bisherige Satz von 10 M. vorgesehen, im Maximal- tarif jedoch ein Satz von 15 Mark, um eventuell als Kampfzoll gegen die Vereinigten Staaten zu dienen. Werkzeugstahl soll mit 8 Mark im Tarif stehen. Harte Kammgarne haben eine mäßige Zollcrhühung erfahren. Der Unterschied in der Verzollung von Kammgarn und Streich- gar» ist aber nicht fallen gelassen worden. Was die Getreide- zölle anlangt, so ist berichtet worden, daß sie mit 6 M. im Miuimaltarif nnd mit 7'� M. im Maximaltarif erscheinen. Von einer Unterscheidung zwischen Weizen und Roggen soll ab- gesehen worden sein." Die„Deutsche Tageszeitung" bemerkt zur Ankündigung dieser von der Regierung geplanten Hungerzölle: „Wie wir wiederholt auseinandersetzten, sind wir nicht in der Lage, diese aus vertraulichen Verhandlungen durchgesickerten Mit- teiiungen auf ihre Richtigkeit zu prüfen. Nur so viel wissen wir, daß die Angaben über die Höhe des Getreidezolls nicht richtig sind. Sie würden auch weit hiuter den be- rechtigten Forderungen der deutschen Landwirtschaft zurück- bleiben." Die„Deutsche Tageszeitung" will also erfahren haben, daß der Zolltarif der Regierung einen Zoll, der G M.«och übersteigt, als M i n d e st s a tz enthalte. Mag nun die Mitteilung der„Deutschen Volksw. Korr." oder die Annahme der„Deutschen Tagesztg." richtig sein— die ungeheuerste Gefährdung der gesamten deutschen Arbeiterklasse ist durchaus nahe gerückt. Der jetzige Zoll von 3�/2 Mark soll nach der„Deutschen Volksw. Korr." auf mindestens K Mark, nach der„Deutschen Tages- Zeitung" auf einen noch höheren Satz empor- getrieben werden. So will es die Regierung des Grafen Posadowsky. Die Agrarier aber schreien und Hetzen, daß das noch immer nicht das richttge Maß der Welt- aushungerung sei, daß der Hungerzoll noch weiter erhöht werden soll. Vielleicht finden sich in der Nähe des Reichs- amts des Innern einige Bedürftige, die um 12000 M. auch diese Wünsche der Agrarier zu erfüllen versprechen. Die Agrarier betreiben— das ist anzuerkennen— die Agitation für maßlose Erhöhung des Kornzolls mit regstem Geschrei. Die Herren vom Bund der Landwirte haben bereits an den neuen Reichskanzler eine Eingabe gerichtet, in der sie gegen den neuen Doppeltarif-Entwurf lärmend protestieren, weil er ihn u noch nicht genügend jede Möglichkeit ausschließt, die Brotverteuerung zu irgend einer Zeit und irgendwie zu mildern. Uebermütiger denn je erhebt sich die agrarische Agitation, die zu Gunsten einer Handvoll preußischer Junker und winziger Gruppen des Großbauerntums die gesamte Be- völkerung maßlos auszuplündern begehrt. Die schwer be- drohte Arbeiterklasse muß den junkerlichen Brotwncher durch machtvolle Gegenagitation zurückwerfen. Militärjustiz. Mit dem 1. Oktober d. I. ist das neue Kriegsgerichts- Verfahren in Kraft getreten, und damit ist die O e f f e n t- l i ch k e i t des Verfahrens gegen Angehörige des Soldaten- stands auch fiir Preußen eingeführt. Allerdings ist durch die bekannte kaiserliche Kabinettsordre die Oeffentlichkeit für alle wichtigen Fälle so gut wie aufgehoben. In dem nachstehenden Fall, den wir der„Frankfurter Zeitung" ent- nehmen, wurde vom Vertreter der Anklage ebenfalls der Versuch gemacht, die Oeffentlichkeit auszuschließen; der Antrag wurde indes abgelehnt. Der Fall spielt in Frankfurt a. M., und es ist die erste Sitzung, welche das neugeschaffene Kriegsgericht abhält. Auf der Anklagebank sitzt ein Musketier des 81. Infanterie- regimentS, Namens Burma nn, dem eine Reihe militärischer Vergehen zur Last gelegt werden. Vor ein bürgerliches Gericht wäre er wegen der Dinge, die er verübt hat, gar nicht gekommen. Sein Verteidiger ist Rechtsanwalt Dr. T h e b e s i u s, während Justizrat H a s e m a n n die Anklage vertritt. Dieser stellt gleich zu Beginn den Antrag aufAusschluß der'Oeffentlichkeit, weil durch die Verhandlung eine Gefährdung der dienstlichen Jntercffen eintreten könne; aber der Gerichtshof lehnt den Antrag ab. So erfahren wir denn, was der Musketier begangen hat. Er steht bei der 2. Kom- pagnie(Hauptmann Pohl) und hat sich bei einer Felddienst- Übung am 2. Juli das obere Glied des kleinen Fingers der rechten Hand abgeschossen. Die Anklage nimmt an, daß er das absichtlich gethan hat, um vom Militär frei zu kommen, und auf einer solchen„Selbstverstümmelung" steht mindestens ein Jahr Gefängnis. Burmann ist allerdings nichts weniger als ein guter Soldat, er hat schwache Augen, schießt schlecht und soll von seinen Kameraden deshalb„geschluckt", d. h. gehänselt worden sein. Aber das Gericht kommt nicht zu der Ueberzeugung, daß er sich absichtlich verstümmeln wollte, sondern glaubt dem Angeklagten, daß ein Unglücksfall vorliegt. Ueberdies ist er durch das Fehlen des Fingerglieds nicht behindert,„Griffe zu kloppen" und zu schießen. Aber er hat auch noch andres ans dem Kerbholz. Am 1. September saß er in der Kantine und hatte sich einen gehörigen Rausch angetrunken. Der Unteroffizier Schmidt ließ ihm sagen, er solle auf seine Stube kommen, und der Musketier erwiderte, der Unteroffizier möge selber kommen und ihm das sagen. Das ist nach dem Militär-Strafgesetzbuch eine„Gehorsamsverweigerung"(Mindeststrafe 14 Tage strengen Arrest) oder doch eine„Achtungsverletzung". Als dann der Soldat in seiner Stube war, wo thm der Feldwebel gütlich zuredete, sich ins Bett zu legen, schlug er dem Unteroffizier die Thür vor der Nase zu und führte allerlei wirre Reden, die u. a. eine schwere Beleidigung des Hauptmanns Pohl enthielten. Der Unteroffizier holte schließlich einen Lieutenant, und als er mit diesem die Treppe heraufkam, rannte der Trunkene, der wieder in die Kantin: wollte, auf den Unteroffizier zu nnd faßte ihn an der Hand, Ivurde aber sofort von Soldaten gefaßt und in Arrest abgeführt. Dort sagte er zu dem Unteroffizier, er solle die Zelle verlassen. Der Ver- leidiger macht sinnlose Trunkenheit geltend. Der Gerichts- hos aber nimmt an, daß er noch wissen mußte, was er that, spricht den Musketier der Achtnngsverlctzung in drei Fällen, der Beleidigung eines Vorgesetzten in zlvei Fällen und des thät- lichen Angriffs auf einen Vorgesetzten schuldig und erkennt auf eine Gesamtstrafe von fünf Vierteljahren Gefängnis. Dem Verurteilten wird ein Monat Untersuchungshaft angerechnet, weil sich durch die neue Gerichtsordnung seine Verurteilung ohne sein Ver- schulden verzögert hat. Zweierlei fällt bei dem Prozeß auf. Fünfzehn Monate muß der Soldat ins Gefängnis, weilersichimZustaudderTrunkcn- heit einige„Achtungsverletzungen" und„Gehorsams- v e r w e i g e r u n g e n" hat zu Schulden kommen lassen. Für diese Vergehen wären, selbst wenn man der„ in i l i t ä- risch en Disciplin" im weitgehendsten Maße Rechnung tragen will, etwa einige Wochen Arrest angemessen gewesen. Bleibt der thätliche Angriff auf den Vorgesetzten, der in der Trunkenheit begangen ist von einem Mann, der allem An- 'chein nach nur mit großer Unlust seinen militärischen Pflichten obliegt. Fünfzehn Monate Kerker für ein Ver- gehen, durch das kein Mensch verletzt worden ist— so urteilt ein Kriegsgericht. Aber nicht immer werden von den Kriegsgerichten so harte Urteile gefällt; es haben in den letzten Jahren eine ganze Anzahl Offiziere wegen„Brüsewitzereien" vor Kriegsgerichten gestanden und die Oeffentlichkeit ist da in fast allen Fällen in Erstaunen gesetzt worden ob der merk- würdig milden Urteile, die selbst in solchen Fällen er- gingen, wo die betreffenden Offiziere Menschenleben vernichtet hatten. Charakteristisch für den Geist, der in den Militärgerichten herrscht, ist ferner der Umstand, daß selbst bei derarttgen geringfügigen Vergehen schon der Versuch gemacht wird, die Oeffentlichkeit auszuschließen. Es gab hier keine militänschen Geheimnisse zu verraten; warum sollte hinter verschlossenen Thüren verhandelt werden? Soll die Oeffentlichkeit nicht wissen, wie schwer die Söhne des Volks in den Kasernen bestraft werden für Vergehen, die im bürgerlichen Leben solche gar nicht darstellen?_ Kirche und Schule. Die von uns wiedergegebene Nachricht der„Frankfurter Zeitung" über den bevorstehenden Erlaß eines Schuldotattons- Gesetzes für Preußen bedeutet einen schweren Schlag gegen die Volksschule. Das Gesetz soll sich ganz im Rahmen eines Finanzgesetzes halten, aber nebenbei soll von dem konfessionellen Charakter der Volksschule die Rede sein wie von einer unzweifelhaften Thatsache. Man will also, wie die„Freisinnige Zeitung" mit Recht ausführt, auf diese Weise ohne allen programmattschen Aufwand die gesetzliche Grundlage schaffen, auf die man sich später berufen kann. Mit andren Worten: Das famose Gesetz des Grafen Zedlitz seligen Angedenkens soll auf Umwegen eingeschmuggelt werden. Ein besonderes Gesetz über die Regelung des Unterrichts- Wesens ist bereits in der preußischen Verfassungsurkunde vor- gesehen; wiederholte Versuche, ein solches Gesetz zu stände zu bringen, sind gescheitert, dagegen sind einzelne Abschnitte des Volksschulwesens durch Specialgesetze geregelt worden, so das Relittenwesen, das Diensteinkommen der Volksschullehrer, das Pensionswesen und die Zuwendungen der Staatskasse an die Schulverbände. Der Zedlitzsche Entwurf vom Jahre 1891 sah eine Verschärfung der konfessionellen Absonderung der Kinder und der konfessionellen Organisation der Volksschule vor. er wollte besondere konfessionelle Schulvorstände aufrecht erhalten und in den Städten allgemein einrichten, verlieh den kirchlichen Behörden einen vermehrten Einfluß auf die Lehrer und den Religionsunterricht, beschränkte die Selbstverwaltung der Städte und legte den Dissidentenkindern die Verpflichtung zur Teilnahme am Religionsunterricht in der Schule auf. Bis dahin waren vom Jahre 1872 ab die Dissidentenkinder in Preußen von jedem Religionsunterricht in der Volksschule dispensiert, sobald die Eltern erklärten, selbst für den Religions- unterttcht der Kinder anderweit sorgen zu wollen. Der Zedlitzsche Entwurf wurde bekanntlich infolge des Sturms, der sich im Volke dagegen erhob, nachdem der Minister Graf Zedlitz seine Entlassung eingereicht und Graf Caprivi von dem Posten als preußischer Ministerpr'asident entbunden war, llon dem Nachfolger des Grafen Caprivi. dem Grafen zu Eulenburg, zurückgezogen. Es verlautete damals, daß der König in der Kronratssitzung vom 18. März sich dahin ausgesprochen habe, daß man die Kundgebungen im Lande nicht unberücksichtigt lassen dürfe. Bei allen Specialgesetzen, die seitdem erlassen wurden, hat die konservativ- klerikale Mehrheit des Landtags stets in Resolutionen dem Verlangen nach einem Volksschulgesetz auf konfessioneller Grundlage Ausdruck gegeben. Erst in aller- letzter Zeit, als die ungerechte Verteilung der Schullasten zwischen den Gutsbezirken und den Gemeinden, namentlich in Ostelbien allzukraß hervortrat, haben die Konservativen und das Centrum mit Rücksicht auf ihre Wähler erklärt, daß sie nicht mehr ein allgemeines Volksschulgesetz verlangen, sondern sich auf ein Specialgesetz über die Verteilung der Volksschullasten einlassen würden, falls in demselben zu- gleich der konfessionelle Charakter der Volksschulen, die Rechte der Eltern und Gemeinden, aufrecht erhalten und gesichert würden. Mit dieser Forderung" erklärte sich in der Sitzung des Abgeordnetenhauses vom 29. März d. I. auch der Führer der Freikonservativen, Frhr. v. Zedlitz, und der neue Kultusminister Studt im wesentlichen einverstanden. Das bedeutet aber nichts andres, als daß thatsächlich in Form eines Finanzgesetzes alle diejenigen Materien geregelt werden sollen, deren Regelung der Zedlitzsche Entwurf vorsah. Das konfessionelle Princip soll gesichert, die Schule völlig der Kirche ausgeliefert werden. So wichtig auch eine endliche Regelung der Schulunterhaltungspflicht ist, so würde die konser- vativ-klerikale Mehrheit doch eher darauf, als aus die Verkirchlichung der Schule verzichten. Lieber kann ja die Volksschule in Preußen völlig verkümmern, als daß die frommen Herren von ihrer Forderung abweichen. Wie schwer der geplante Schlag auch die städtischen Schulen treffen würde, crgiebt sich daraus, daß der Zedlitzsche Entwurf u. a. auch, abgesehen von den konfessionellen Schulvorständen, für die Städte noch besondere Schul- deputattonen für die äußeren und für die inneren An- gelegenheiten verlangte. Von welchem Geiste besonders diese Deputationen für die inneren Angelegenheiten beseelt sein werden, läßt sich unschwer vermuten. Dies neue Attentat auf die Volksschule zeigt wieder einmal den Zusammenhang zwischen der Polittk im Reich und der in den Einzelstaaten. Das Centrum hat sich so bewilligungslusttg gezeigt, daß ihm eine Belohnung in Form der Erfüllung eines seiner ältesten Wünsche zu teil werden soll. Im Reich wird das Volk mit Hilfe des Centrums durch neue Steuern für kulturfeindliche Zwecke ausgepowert, in Preußen soll es verdummt werden. um sich für jede Politik ausbeuten zu lassen. Hoffen wir. daß es gelingt. den neuesten Streich der Reaktton abzuwehren und die Volks- schule vor der Auslieferung an die Geschorenen und Ge- scheitelten zu retten!— « Deutsches Zteich. Das Schachergeschäft. Wie das„Bureau Herold" erfahren haben will, find seitens der Reichsregicrung bereits Schritte geschehen, um wegen Gewährung der Indemnität mit dem Centrum Fühlung zu nehmen. Von feiten der Regierung wird dem Centrum die Aufhebnug des JesuitengesctzeS versprochen, wozu bereits Fürst Hohenlohe als Reichskanzler die Zustimmung der einzelnen Bundesfürsten ein- geholt habe.—_ Gegen die Junker. In einer am Mittwoch in Berlin ab- gehaltenen Versammlung, welche in sich die Vertreter der Berliner Industrie und des Berliner Handels vereinigte, ist beschlossen, zur Einleitung einer energischen Agitation für die Aufrechterhaltung der Handelsverträge und Wahrung der Handels- und industrielle» Interessen eine Versammlung von Ver- tretern der Industrie und des Handels aus ganz Deutsch- l a n d für die nächste Zeit zu berufen.— Gegen den„Kontraktbruch" ländlicher Arbetter wird seitens der Agrarier seit Jahren die Gesetzgebung angerufen. Im Reichstag können sie auf die Durchführung ihrer reaktionären Pläne nicht rechnen, sie verlegen sich deshalb mit ihrer Agitation auf die Landtage. Hier bringt man ihren Wünschen mehr Ver- ständnis entgegen; bis gesetzgeberische Maßnahmen noch nicht getroffen sind, geschieht auf dem Wege der Verwaltung das Möglichste, der„Leutenot", aber nicht der Not der Leute auf dem Lande abzuhelfen. Eine Verordnung des sächsischen Ministeriums. die kürzlich der Leipziger Amtshauptmannschaft zur Beratung vor- gelegen hat. beweist, daß in Sachse» Pläne vorhanden sind, strenge gesetzliche Maßnahmen gegen die„kontraktbrüchigen" Arbeiter zu erlassen. In dem erwähnten Ministerialerlaß wird zunächst auf den Bericht einer Amtshauptmannschaft hingewiesen, der das Vorhandensein großen Arbeitermangels auf dem Lande festgestellt habe. Einheimische Arbeits- kräfte seien fast gar nicht zu haben, Kontraktbruch des Gesindes daher an der Tagesordnung. Die einzige Hilfe für größere Güter seien infolgedessen die zahlreich aus Russisch-Polen, Rußland und Galizien einge'fiihrten ausländischen Saisonarbeiter, deren Betragen und Leistungen, wie die Amtshauptmannschaft kürzlich bei andrer Gelegenheit zu berichten hatte, im allgemeinen recht be- friedigen. Doch komme auch bei diesen Konttaktbruch nicht selten vor und sei für den Landwitt um so schmerz- sicher, als die Einführung mit ziemlichen Kosten ver- bnnden sei. Die Einführung der ausländischen Saison-Arbeiter habe auch ftir genehmigungspflichtig erklätt werden müssen, weil diese häufig die Träger von Krankheiten(Typhus, Blattern ec.) gewesen sind. Bei Etteisimg der Genehmigung, die bisher noch nicht versagt zu werden brauchte, wird, so heißt es dann wörtlich weiter, den Arbeitgebern gleichzeitig die Beschaffung ausreichender deutscher Legitimationspapiere, die Veranlassung sofortiger ärztlicher Untersuchung eventuell Impfung der Arbeiter, sowie deren rechtzeitige Heim- beförderung im Herbst aufgegeben. Was die deutschen LegMmattonSpapiere anlangt, so war eine gewisse Nachsicht dlsher unvermeidlich, die Amtshauptmannschaft glaubt aber, dah dieses, soviel bekannt, auch von andren Polizeibehörden gestellte Erfordernis nach Erzielung eines entsprechende» Einver- ständnisies ,nit der königlich preußischen Regierung recht wohl zu dem von den Landwirten gewünschten Mittel gegen Kontrakt- bruch werden könnte, wenn nämlich den einpassierenden Arbeitern an der Grenze unter Abnahme ihrer heimischen Papiere ein den Namen des einführenden Arbeitgebers mitent- haltendes deutsches Papier ausgehändigt würde. In Deutschland ohne ein solches Papier betroffen, wären sie über die Grenze 5 u r ü ck z u dirigieren. Bei rechtmäßigem Wechsel der Arbeits- stelle wäre ein entsprechender Vermerk auf dem Papiere anzubringen, wodurch auch die Verantwortlichkeit für die Kosten der Rückspedierung auf den neuen Arbeitgeber übertragen würde. Die Kreishauptnraniischaften erhalten Veranlassung, in der An- gclegenhcit und über die von der betreffenden Amtshauptmannschaft veschloffenen und weiter angedeuteten Maßnahmen nach Gehör der Amtshauptmannschafte» bez. deren Bezirksausschüsse gutachtlichen Bericht zu erstatten. Ministerium des Innern gez. Merz. � Es soll also Material gesammelt werden zu einem Unter- druckungsgesetz gegen die ländlichen Arbeiter. Hat man auch zunächst erst die ausländischen Saison-Arbeiter im Auge, so wird man bald mit Maßnahmen auch gegen die heimischen Arbeiter folgen. Dabei dcfolgl man annähernd dieselbe Methode, wie bei der famosen Enquete Posadowskys: das, was erst bewiesen werden soll durch die Untersuchungen, wird den unteren Verwaltungsbehörden schon fertig zugestellt. Das gewünschte Resultat kann natürlich nicht ausbleiben. Wie die„Leipziger Volkszeitung" mitteilt, hat der dortige Bezirksausschuß Stellung zu dieser Verfügung genommen. Eine Snbkommisfion unterbreitete dem Ausschuß' Anträge, dahin- gehend,„die Matznahmen auch gegen Arbeiter aus Schlesisch-�Polen, Posen und We st Preußen zu fordern, auch sollen die Arbeitgeber keine Arbeiter annehmen dürfen, die nicht genügende Legitimationspapicre und keinen ausreichenden Ausweis über den Austritt aus der letzten Arbeitsstelle vorweisen können. Die Arbeitgeber aber, die Arbeiter ohne Legitimations- Papiere einstellen, sollen zur Rechenschaft gezogen werden." Die Kommission schließt sich also den Vorschlägen der un- genannten Amtshauptmannschaft nicht nur an, sondern geht noch darüber hinaus.— Ein Dementi? Einige Blätter, auch wir, hatten die Mit- teilung gebracht, daß in Posen das Gerücht ginge, es seien noch weitere Gewaltmaßregeln gegen die Polen geplant. Es wurde dies zurückgeführt auf die Thatsache, daß der Kultus- minister der Sitzung der A n s i e d e I u n g s k o m m i s s i o n bei- gewohnt hatte. Die angekündigten Beschränkungen würden zum große» Teil i» das Ressort des Kultusministers fallen. Die„Nordd. Allg.Ztg." nennt die Mitteilungen„Tatarennachrichten", durch deren Verbreitung „eine unnötige Aufregung unter der polnischen Bevölkerung erzengt wird, und meint deshalb, daß Blätter, welche nicht die Verhetzung der Maffen gegen die Regienmg als Selbstzweck betreiben, vor der kritiklosen Wiedergabe derartiger Schauermärchen sich hüten sollten." Wenn man wirklich etwas zu dementieren hat, ivarum erklärt man nicht rund heraus, cS seien keine weiteren Chikanierungen gegen die Polen geplant?— Herr Rüren setzt seinen Kampf wider die Sittenverderbnis unsrer Zeit„unentwegt" fort. Da aus seiner Dox nichts geworden ist. so will er dem Drachen Unsittlichkeit durch Kleinarbeit zu Leibe gehen. Dieser Tage fand unter dem Vorsitz des oberlnndcsgerichts- rätlichen Ritters St. Georg eine Versammlung des„Kölner Vereins zur Bekämpfung der öffentlichen Unsittlichkeit" statt. Dem dort erstatteten Bericht über die Thätigkeit dieses Vereins ist zu entnehmen: In einer Versammlung, worin die Vorstände von 73 katholischen Bereinen Kölns erschienen waren, verpflichtete man sich: diejenigen Geschäfte und Betriebe, die„Bildwerke, Schriften oder sonstige Artikel unsittlicher Art ausstellen oder vertreiben, gänzlich zu meide n und insbesondere keinerlei Einkäufe dort zu machen". Diese Kundgebung hatte„den sichtbaren Erfolg, daß zahl- reiche Aergcrnis erregende Ausstellungen aus den Schaulädcn vcr- schwanden". Der Vorstand hat es dabei aber nicht bewenden lassen, sondern er hat auch durch die Presse und durch Cirkulare in der Oeffeutlichleit gewirkt. In vielen Fällen ist durch„persönliche Rücksprache mit einzelnen Geschäfts- inhabern Wandel geschaffen" worden. Nicht minder war der Vorstand thätig,„um die Tingeltangel und Variets- Theater zu beobachten, damit ärgerniserregcnde Schau- stcllungen unterblieben". Auch auf dem Gebiet der Mutoskope und Panoramen ist der Vorstand„segensreich thätig geivesen". Ferner hat er erreicht, daß gegen das öffentliche Baden eingeschritten wird, und zwar derart, daß zur Zeit wenigstens von diesem schrecklichen Unfug gar nichts mehr zu merken ist. Zahlreiche Einzelerfolge, so sagt der Bericht endlich,„entziehen sich aus naheliegenden Gründen der öffentlichen Erwähnung". Es folgte dann eine Besprechung de» Berichts. Herr Rören mußte wegen vorgerückter Zeit die Beantwortung der Frage: was von dem Inhalt der lex Heiuze Gesetz geworden ist, vertagen. Er ver- kündete aber»ach der„Kölnischen Volkszeitung",„daß er den Nach- weis für die in Bonn aufgestellte und von den Gegnern bekrittelte Behauptung erbringen werde, daß vier Fünftel dcS Entwurfs Gesetz geworden sei, wenn man letzteres nicht nach der Anzahl der Para- graphen, sondern nach dem Inhalte beurteile".— Trotz deS schöne» Berichts aber ist Herr Rören mit seinem Verein nicht zufrieden; er beklagte, daß dieser noch nicht die Thätigkeit entfalten könne. Ivie es gewünscht werden müsse; es fliege das an der ungenügenden Zahl der Mitglieder. Herr Rören stößt also nicht nur in dem sittlich ver- kommene» deutschen Reichstag, sondern in seinem eignen erzkatholischen Köln auf Undank.— Gegen den Kohlcnwucher. Aus Elsaß-Lothringen schreibt man uns: Die Annahme des kürzlich erwähnten Kohlen- antrags im Gemeinderat der Stadt Mülhausen hat eine un- erwartete, aber nicht unerfreuliche Wirkung gehabt. Als sich die ge- ivählte städtische Kommission direkt mit den Gruben in Verbindung setzte und man daraus sah, daß mit der Sache ernst gemacht werden solle, entdeckten, wie das„Mülh. Tagebl." mitteilt, plötzlich zwei am Orte ansässige Kohlenfirmen, daß auch sie eine größere Quantität Kohlen billiger abgeben könnten und zwar zu einem Preise. der den von den Gruben gemachten Offerten ungefähr gleichsteht. Danach kommen belgische Kohlen auf ungefähr 40 M., Saar- kohlen auf 32 M. die Tonne, das heißt der Cenwer 2 und 1,60 M. frei ins Haus. Als das Anerbieten an die Gemeinderatskommission kam, ging sie sofort darauf ein und bestellte eine lluterkommission, die die Ausführung der Sache, speciell der Qualität der Kohlen, kontrollieren soll. Auch die in Privathänden befindliche Gas- s a b r i k hat ihr Herz entdeckt und der Stadt eine größere Quantität Cooks zu einem Niedrigeren Preise als dem übliche» zur Verfügung gestellt. Das energische Vorgehen der Mülhauser Geincindeverwaltung gegen die gewissenlosen Kohlenverteuerer verdient, wie man sieht, allenthalben nachgeahmt zu werden.— Ehronik der MajestätSbeleidigungS- Prozesse. Man schreibt uns ans Essen: Bei Gelegenheit eines WirtS- Hausgesprächs soll der aus Bayern gebürtige' Arbeiter A. I o b st eine Majestätsbeleidigung verbrochen haben. Es war die Rede von russischen Verhältnissen.' Jemand aus der Gesellschaft bemerkte, in Rußland zöge das Volk vor jedem Kaiserdcnkmal den Hut. Jobst »arf nun die Bemerkung hin, er würde selbst vor einem Denkmal �cs deutschen Kaiser« nicht den Hut abnehmen. Die zu dieser Zlcußcrung gegebene Begründung soll majestätsbeleidigend gewesen sein. Trotz einer entschiedenen Behauptung des Angeklagten, er habe nicht die geringste Absicht gehabt, zu beleidigen— glaubte das Gericht das Gegenteil, und mit drei Monaten Gefängnis soll der Sünder sein Vergehen sühnen.— Vor der Hamburger Strafkammer stand dieser Tage der Eisendreher S ch., angeklagt der Majestätsbeleidigung. Der An- geklagte soll sich des ihm zur Last gelegten Vergehens in einer Metallarbeiter- Versammlung schuldig gemacht haben. Er hatte in dieser Versammlung das Wort ergriffen und soll durch eine sonst recht harmlose Aeußerung. die nach Ansicht des Polizeisergeanten Ristig, der die Versammlung überwacht hat, in Ver- bindung steht mit einer Aeußerung über die Rede des deutschen Kaisers betreffs der v a t e r I a nd s l o s e n Gesellen, diesen beleidigt haben. Der Gerichtshof beschloß, die Oeffentlichkeit während der ganzen Dauer der Verhandlung auszuschließen und zwar wegen Gefährdung der öffentlichen Ordnung. Obwohl der An- geklagte seine Schuld bestritten hat, und ihm entlastende Zeugen- aussagen zur Seite standen, wurde doch vom Gerichtshof die be- lastende Aussage de« genannten Beamten als völlig richtig anerkannt und der Angeklagte schuldig erklärt und zu z w e i M o n a t e n G e- f ä n g n i s verurteilt._ Keine Anarchisten-Konferenz. Die Nachrichten, daß Italien oder Oestreich-Ungarn die Einberufung einer Auti-Anarchisten- Konferenz verlangt hätten, soll, wie der„Volks-Ztg." aus Rom geschrieben wird, auf Erfindung beruhen. Wahrscheinlich hat man an dem ersten Fiasko genug gehabt. Eine neue„Kohlcnstation" hat. wie die„Daily Mail" be- richtet, das Deutsche Reich erworben. Es handelt sich um die Insel Farsan im Roten Meere. Es heißt, die Insel werde nur zeitweilig als Äohlenstation benutzt werden, so lange deutsche Kriegsschiffe nach Ostasien gehen. Jetzt sind zwei deutsche Kriegsschiffe dort. Farsan ist die größte einer Gruppe von kleinen Inseln, ungefähr zwei Stunden von der arabischen Küste entfernt, gegenüber Massauah. Es ist das Centrum der Perlenfischerei. Eine Petroleumquelle ist dort kürzlich gefunden worden. Die Insel bietet einen vorzüglichen Hafen.— Ausland. Frankreich. Paris, 24. Oktober. Die Schwurgerichtskammer verhandelte heute gegen die Zeitung„Le Jour" und seine Mitarbeiter P o s s i e n und G a l I i lvegen Verleumdung, begangen in Artikeln, die eine angebliche Zusaminenkunft des Oberst- lieutenantS Picard mit dem dtutschen Militär-Attachö Oberst v. Schtvartzkoppen in Karlsruhe zum Gegenstand hatten und wegen Veröffentlichung einer Photographie dieser au- geblichen Zusammenkunst.„Le Jour" lvurde zü 2000 Fr. Geldbuße, Possien zu sechs Monaten Gefängnis und Galli zu einem Monat Gefängnis verurteilt. Außerdem müssen die drei Angeklagten 30 000 Fr. Entschädigung zahlen und in 50 Pariser und Provinzblättern das UrteilserkenntniS ver- öffentlichen. Der offizielle Schluß der WeltanSstellnng ist seitens des Ministerrats auf den 11. November festgesetzt. Türkei. Die kretische Frage beginnt wiederum den„kranken Mann" zu bedrücke»; bald dürften sich auch die übrigen europäischen Mächte mit ihr beschäftigen müssen. Die„Kölnische Zeitung" meldet aus Konstantinopel, daselbst herrsche ernste Besorgnis über die Pläne des Prinzen Georg von Griechenland, der mit seiner gegen- ivärtigen, von den vier Großmächten geschaffenen Stellung eines Speci'aldelegiertcn für Kreta nicht mehr zufrieden, die türkischen Hoheitsrechte abstreifen und die Insel selbständig machen oder sie eng an sein Vaterland angliedern möchte. Der Prinz habe deshalb den Zaren aufgesucht und auch die Königin von Griechenland sei i» Livadia eingetroffen, um die Pläne ihres Sohns zu unterstützen. Auf der Pforte stimmen diese Bestrebungen um so bedenklicher, als gleichzeitig die Meldungen sich mehren von der znnchinenden Gährung in Macedonien.— Afrika. Die beiden südafrikanischen Republiken dürften sobald noch nicht zur Ruhe kommen. In der letzten Zeit haben die Bocren wieder eine nngewöhnlichc Thätigkeit entfaltet, die den Engländern schon vielfach verhängnisvoll geworden ist. Aus Kapstadt wird vom 23. Oktober gemeldet: General Frenck begegnete auf dem Marsche vo« Carolina nach Bethel anhaltendem Widerstand und verlor 36 Mann an Toten. Auch sonst hatten die britischen Truppen in mehreren Scharmützeln Vcr- luste: es fielen dabei insgesamt 50 Mann. Indes fühlen sich die Engländer als Herren des Lands. So haben sie die postalische Ausfuhr von Rohgold aus Transvaal verboten.— Pavfti-Machviztzken. Eine Warnung der Kricgervereine. Aus Bochum schreibt man uns: In Werne wurde dieser Tage durch den Ansturm organisierter Bergleute die bestehende„Ordnung" wieder einmal stark ins Wanken gebracht: die Gefahr liegt nämlich nahe, daß ein im Verdacht der Socialdeinokratic stehender Bergmann ins Gemeinde- kollegium gewählt wird; die Stichwahl steht vor der Thür; da muß denn' der Kriegerverein eingreifen, um den Gegner, einen „gutgesinnten" Kameraden, durchzubringen. In einem Werner Lokal erschien deshalb folgender Anschlag: Werne, den 21. Oktober 1900. Bekanntmachung. Nach§ 13 der Satzungen des Vereins machen wir darauf auf- merksam, daß, wer einem socialdemokratischen Kandidaten bei einer politischen oder kommunalen Wahl seine Stimme giebt, dadurch die Bestrebungen der Socialdemokratie fördert— also gegen§ 1 der Satzungen verstößt, aus dem. Verein ausgeschlossen wird. Der Vorstand. Der Landesvorstand der socialdemokratischen Partei in Bayern beruft den diesjährigen Landes-Parteitag auf den 8. und g. Dezember nach Fürth ein. Die vorläufige Tagesordnung lautet: 1. Bericht des Paneivorstands. 2. Parlamentarischer Bericht der LandtagS-Abgeordneten. Bericht- erstatter: G. v. Wollmar. 3. Unsre Aufgabe in den Gemeindevertretungen. Berichterstatter: Franz Jos. Ehrhart._ Berlin und Umgegend. Achtung, Vergolder i Wegen Differenzen bei der Firma C. Ruthenberg, Reu-Weißensee, ersuchen wir bis auf weiteres den Zuzug fernzuhalten. Der Vorstand der Filiale Berlin. D-utscheS Reich. Die Tartfgemeinschaft der Buchbinder. Von dem Ergebnis der langwierigen Tarifberatungen in Leipzig entwerfen jetzt die Unterhändler der Gehilfen folgende Schilderung: lieber einen der strittigen Hauptpunkte, die Arbeitszeit, konnte am 19. Oktober in der gemeinsamen Sitzung eine Einigung über den Antrag der Gehilfen nicht erzielt werden, weil die Herren Prinzipale erklärten, nicht kompetent zu sein. Sie müßten darüber erst eine Prinzipalsversammlung befragen. Diese werde am Sonntag ab- gehalten werden, um endgültig zu beschließen. Der Gehilfenantrag verlangte ö3V»stündige Arbeitszeit unter Wegfall der viertelstündigen Vesperpause an Sonnabenden. Da die Buchbindereibesitzer am Sonntag nunmehr den Gehilfen- antrag endgültig angenommen haben, so tritt nicht nur— vorläufig wahrscheinlich exklusive bei den in Buchdruckereien beschäftigten Buch- binderei-Arbeitern— eine gleichmäßige Arbeitszeit ein, sondern die Allgemeinheit erhält noch eine kleine Verkürzung derselben. Eine Zuschrift seitens de? Vorstands der deutschen Buchbinderei- besitzer, über die endgültige Beschlußfassung der Prinzipalsversamm- lung, ist bis zur Zeit noch nicht in den Händen der Gehilfen- Vertreter. Weiter hatten die Prinzipale bei 22 verschiedenen Teilarbeiten beantragt, daß diese auch von Mädchen hergestellt werden könnten und dafür sollten, wenn diese Arbeiten von Mädchen hergestellt würden. 30 Prozent des Gehilfen-Accordsatzcs in Abzug gebracht werden. Räch langen Debatten, in denen die Gehilfen bestrebt waren, die Anzahl der Gehilfenarbeiten, die auch von Mädchen hergestellt werden sollten, einzuschränken, was aber fehlschlug, wurde durch Gehilfenvertreter-Antrag diese Forderung der Prinzipale beseitigt und die 30 Prozent Abzug ebenfalls. Ein weiterer Gehilfenantrag beseitigte das ständige Zusammen- arbeiten von Gehilfen und Lehrlingen im Accordlohn. Zeitweilig soll eS noch gestattet fein, und nur bei einzelnen besonderen Arbeiten. Damit ist, so ziemlich wenigstens, die Ausnützung des Lehrlings durch den Arbeiter sowie die Verbildung des Lehrlings un- möglich geworden. ' Der' Prinzipalsantrag, eine Lehrlingsskala einzuführen, fand auch bei den Gehilfen Annahme. Diese stellt sich wie folgt: in Betrieben mit 3 Gehilfen 2 Lehrl., mit 6 Gehilfen 3 Lehrl., „„„ 10„ 4„„15„ 5„ Für je weitere 5 Gehilfen 1 Lehrling mehr. Damit sind der übermäßigen Lehrlingszüchterei Schranken ge« zogen. Die Dauer des Tarifs ist auf drei Jahre festgelegt. Dazu bemerken wir: Bei einem derartig komplizierten Tarif wie dem unsrigen, der mehrere Hundert Gnindpositionen und gegen 8000 bis 10 000 Accordsätze in 24 Formaten aufweist, erscheint eine erst- malige längere Gültigkeitsdauer geboten. Wir meinen, das erste Jahr ge- hört der Einführung, das ziveite soll ein Ruhejahr sein und das dritte wird der Revision, d. h. der Beseitigung von Mängeln und der Verbesserung gewidmet sein. Späterhin soll der Tarif immer nur auf ein weiteres Jahr verlängert werden. Das Schiedsgericht besteht gleichmäßig aus sechs Prinzipalen und sechs Gehilfen. Anstatt Kündigung wird folgendes angenommen: AenderungS- anträgc sind mindestens drei Monate vor Ablauf dieses Tarifs ein- zubringeu, andernfalls derselbe auf ein weiteres Jahr Gültigkeit hat. Etwaige AcnderungSanträge find beim gemeinsamen Tarifaint anzubringen. Auch in viele andre Grundpositionen in den„Allgemeinen Be- stimmungen" sind auf Antrag der Arbeitervertreter Verbesserungen hineingekommen. Die Tarifkommission der Buchbinder. Sächsische Bergarbeiterherrlichkeit. Aus Zwickau wird be- richtet: Einen kleinen Beitrag dazu, wie man mit den Bergarbeitern umzuspringen pflegt, liefer» folgende zwei Fälle. Der Häuer G.. der sich am letzten Bergarbeiterstreik mit beteiligt hatte und aus diesen, Grunde nach§ 80 des Berggesetzes entlassen ivar. hatte schließlich am 20. März auf einem andren Schachte wieder Arbeit erhalten, Ivo er aber am 3. Mai wieder entlassen wurde, weil er sich erlaubt hatte, am 2. Mai unentschuldigt zu fehlen. Bei dieser letzten Entlassung nun lag kein Grund nach Z 80 des Berggesetzes vor. Nach dieser Entlassung machte G. selbstverständlich Ansprüche auf seine eingezahlten Kassengelder. Dieser Anspruch wurde jedoch vom Vorstand der Allgemeinen Knnppschastskasse mit der Begründung abgewiesen. G. sei weder in der Kasse seiner ersten Arbeitsstätte, noch in der Allgemeinen Knappschaftskasse ununterbrochen fünf Jahre lang Mitglied gewesen. Hierauf meldete G. beim Bergschicdsgericht die Klage an, worauf ihm am 27. Juni vom Bergamt Freiberg der Bescheid zuging, daß seine Sache aus- sichtslos sei, weil er in beiden Kassen nicht eine ununterbrochene fünfjährige Mitgliedschaft nachweisen könnte. G. beruhigte sich aber mit dem Bescheid des Bergamts nicht, zumal das Berggesetz von einer ununterbrochenen fünfjährigen Mitgliedschaft kein Wort vor- schreibt, forderte vielmehr, gestützt auf das Berggesetz, seine Beiträge heraus. Am 26. August erhielt G. den Bescheid von der Knappschaftskasse,„daß sie nach nochmaliger Er- wägung seiner Beitragserstattungs-Angelegenheit mit Rücksicht darauf, daß die Unterbrechungen der Mitgliedschaft bei G. immer nur von kurzer Dauer gewesen seien, die Rückzahlung der Beiträge aus- nahmSwcise genehmige". Somit hatte G. die für einen Arbeiter ganz ansehnliche Summe von 375,65 M. gerettet. Man sieht aber aus obigem, wie schwer es den Bergarbeitern gemacht wird, zu ihrem Rechte zu gelangen. Sächsische Justiz im„liberalen Musterländle". Im Juli hatte die Ortsverwaltung des Deutschen Metallarbeiter-Verbauds in Pforzheim aus Anlaß von Lohndifferenzen im Geschäft der Dosen- fabrik Kling u. Schmitt über diese Fabrik durch eine Ankündigung im„Pforz. Auz." die Sperre verhängt und vor Zuzug ge- warnt. Deshalb wurde vom Amtsgericht gegen den Vor- sitzenden der Ortsverwaltung, den Goldarbeiter Karl Klein, eine Gefängnisstrafe von acht Tagen, gegen den Arbeiter- sekretär Fritz Frede eine solche von fünf Tagen ausgesprochen. Klein hatte eine öffentliche Versammlung einberufen und in ihr den Vorsitz geführt, außerdem dabei gesprochen; Sekretär Frebe. damals in Urlaub. hatte die Ankündigung dem„Pforzheimer Anzeiger" zu- gebracht. Außerdem wurde durch das gleiche Urteil gegen den Dosenmacher Emil Landes eine Gefängnisstrafe von zehn Tagen ausgesprochen, weil er den arbeitswilligen Dosenmacher Hch. Seitcr mit Mißhandlung bedroht habe. Die Verurteilten wollen sich bei dieser Entscheidung nicht beruhigen. In der Anhalter Holzindustrie-Aktiengesellschast sind wegen Maßregelung des Aeltesten-Kollegiums sämtliche Tischler, Polierer und Drechsler in den Ausstand getreten. Sortoles. Ueber die Ausdehnung der Unfallversicherung wird folgendes berichtet: Nachdem vom Reichs-Versichcrungsamt die Vorbereitungen für die Anmeldungen der durch das Gewerbe-Unfall- versicherungs-Gesctz neu in die Verficherungspflicht einbezogenen Betriebe getroffen sind, müssen nunmehr die Arbeiten zur berufsgenossenschastlichen Eingliederung dieser Betriebe, für welche übrigens der Beginn der Versicherungspflicht erst durch kaiser- liche Verordnung festgestellt werden wird, bei den unteren Behörden erledigt werden. Man nimmt an, daß sich diese Ein- gliederung spätestens zum Anfang Oktober nächsten Jahrs wird zum Abschluß bringen lassen. Bei den neu in die Unfallversicherung ein- zubeziehenden Betrieben kommen namentlich die der Schmiede und Schlosser, der Fleischer, der Brauer und einzelner Verkehrs- und Handelszweige in Betracht. Von den in Brauereien Angestellten dürften nur wenige gegenwärtig noch nicht versichert sein, bei den neu in die Versicherung einbezogenen Brauereien handelt es sich meist um Be- triebe mit recht wenigen Arbeitern. Dagegen ist noch ein großer Teil der in der Fleischerei beschäftigten Angestellten außerhalb der Versicherung, man wird ihn auf nicht viel unter 100 000 Personen schätzen können. Bei den Schmieden und Schlossern dürfte die in Betracht kommende Zahl sich sogar auf das Doppelte belaufen. Jiy allgemeinen wird man die Gesamtzahl der durch das Gewerbe- Unfallversichernngs- Gesetz neu versicherten Arbeiter auf etwa Vg Million schätzen können. Bauarbeiterschntz. Wie nachlässig oft Bauten aufgeführt werden, wie die einfachsten Sicherheitsmaßregeln zum Schutze der Arbeiter außer acht gelassen werden, das bewies eine Verhandlung vor der Essener Strafkammer, die gegen den Bauunternehmer Klemmann aus Bochunr gerichtet war. Kleinmann führte in diesem Frühjahr den Bau der Baptistenkirche in Schalke aus. Am 30. Juni stürzte der Triumphbogen ein. Hinter denr- selben war eine Giebelmauer ausgeführt, an welcher vier Arbeiter beschäftigt waren. Durch den Einsturz des Bogens stürzte auch die Giebelmauer samt dem Gerüst, auf welchem die vier Leute be- schäftigt waren, hinterdrein und zwar in daS Innere der Kirche. Die vier Arbeiter wurden zum Teil erbeblich verletzt. Herr Regierungsbaumeister Hamm gab sein Gutachten dahin ab. daß die Schuld an dem bedauerlichen Unglücksfall dem Angeschuldigten zu- zuschreiben sei. Der Sachverständige legte dar, dasj wichtige Anforderungen. die bei gewissenhafter Bauaufführung beobachtet werden, hier unberücksichtigt blieben. Trotzdem kam das Gericht zu einer Freisprechung, da ihm der Fall nicht genügend aufgeklärt er- schien.— Der Borfall zeigt, wie berechtigt das Verlangen der Arbeiter ist. daß eine strenge Baukontrolle mit Hinzuziehung von Arbeiter- Vertretern stattfindet. Die Errichtung eines Hafeninspr?torats für Bremerhaven war von den Organlsntionen der Hafenarbeiter in den Unterweser- orten beim Bremischen Senat beantragt worden. Jetzt ist auf diese Eingabe eine Antwort eingegangen, in der es u. a. heißt: „Die am 1. Juli des laufenden Jahrs erfolgte Anstellung eines Hafeninspektors für die Häfen in der Stadt Bremen ist ein Versuch, dessen Ergebnis längere Zeit hindurch beobachtet werden muß,- bevor man mit einiger Wahrscheinlichkeit wird sagen können, ob er geglückt ist oder nicht. Da sich gegenwärtig, nach kaum viermonatiger Thätigkeit des Hafen- inspektors, der Ausfall dieses Versuchs noch nicht beurteilen läßt, muß es ausgeschlossen erscheinen, schon jetzt die in Bremen erst probeweise eingeführte Einrichtung eines Hafeninspektors auch in Bremerhaven zur Probe ein- zuführen. Erst wenn hier hinreichende Erfahrungen darüber vor- liegen, daß die Anstellung eines Hafeninspektors sich bewährt hat, wird man daran denken dürfen, die nämliche Einrichtung auch in Brenierhaven ins Leben zu rufen." Das sieht ja fast aus, als ginge man mit dem Gedanken um, auch das Hafeninspektorat für Bremen wieder aufzuheben. Govuijks�Äeikimg« Wie MajcstiitSbcleidigungS- Denunziationen zu stände konimen. Um sich an einem langjährigen Feind und Konkurrenten zu rächen, sollte die Wwe. M. S ch u l z zu dem verwerflichen Milteljder wissenschaftlich falschen Anschuldigung gegriffen haben. Sie stand gestern deshalb vor der 8. Strafkammer des Landgerichts I. Die Angeklagte lebt seit langen Jahren in bitterer Feindschaft mit dem Steinsetzmeister Poppe, der ein gleiches Ge� schüft betreibt, wie sie. Viele Privatklagen legen Zeugnis von dem unerquicklichen Verhältnis ab. Zuletzt wurde Frau Schulz wegen Beleidigung des Poppe zu 80 Mark Geldstrafe verurteilt. Am l3. Dezember v. I. richtete die Angeklagte an die Staatsanwaltschaft eine Anzeige, worin sie angab, daß Poppe sich am Vormittag desselben Tags in beleidigender Weise über den Kaiser geäußert habe. Sie sei ihm vormittags gegen 10 Uhr an der Ecke der Prinzen- Allee und Bellermann- straße begegnet, Poppe habe sie, wie gewöhnlich, beschimpft und verhöhnt, und als sie mit einer Anzeige gedroht habe, Hobe Poppe nicht nur die Justizbehörden, sondern auch den Kaiser beleidigt. Poppe wurde vernonimen. Es gelang ihm der Nachweis, daß er an dem fraglichen Tage von früh bis Abend auf dem Pankower Kirchhof zu thun gehabt hatte und mit der Angeklagten gar nicht zusammen getroffen sein konnte. Es lag die Annahme nahe, daß die Anzeige der letzteren lediglich ein Phantasieprodnkl ivar. Sie blieb zwar im Termine dabei, daß ihre Anzeige der Wahrheit entspreche, die Beweisaufnahme sprach aber dafür, daß sie sich von ihrem Roche- gefühl hatte hinreißen lassen, sich die ganze Geschichte aus den Fingern zu saugen. Der Gerichtshof erkannte mit Rücksicht darauf, daß es in hohem Grade gemeingefährlich sei, einen unbescholtenen Mann wider besseres Wissen der Majestätsbeleidignng zu bezichtigen. auf eine Gefängnis st rafe von vier Monaten. Die Strafe würde noch härter ausgefallen sein, wenn die Angeklagte nicht eine hysterisch veranlagte Person wäre. Die großen Warenhäuser scheinen neuerdings besondere An- ziehungskraft auf Frauen aus der Provinz auszuüben, die in diesen großen Räumen die Gelegenheit zum Stehlen ivahrnehmen. Wie Staatsanwalt L i e b e n o w bei der Verhandlung einer Anklage wegen Ladendiebstahls hervorhob, sind in letzter Zeit wiederholt Frauen aus der Provinz, die sich in sehr guter socialer Lage befinden, dabei abgefaßt worden, wie sie mit der Verschmitztheit geübter Ladendiebinnen von den in den Kaufhäusern ausgelegten Gegenständen' einige unter ihren Mänteln verschwinden ließen. Mcrkivürdigerweise wird in den meisten Fällen dieser Art geltend gemacht, daß die be treffenden Frauen im Zustande augenblicklicher Verwirrung gehandelt haben müßten und geistig nicht normal seien. Der Einivand hat dann die Hinzuziehung ärztlicher Sachverständiger zur Folge, die aber gewöhnlich nicht behaupten können, daß der' StrafanSschließungsgrund des§ 51 des Straf-Gesctzbuchs vorliegt. Gestern konnte allerdings Sanitätsrat Dr. Leppmann ausnahmsweise begutachten, daß die betreffende Ladendiebin— die Frau eines Oberpostsekretärs— in so hohem Grade hysterisch sei, daß sie die Folgen ihrer Handlungsweise nicht zu über sehen vermochte. Sie wurde deshalb freigesprochen. Es ist vielleicht angezeigt, darauf hinzuweisen, daß in den großen Waren Häusern außer den Kriminalbeamten auch eine Reihe iveiblicher Nngestellter, die sich in der Maske harmloser Käuferinnen unter das Publikum mischen, mit der Beobachtung verdächtiger Personen betraut sind und solche Griffe in die ausgelegten Waren fast jedes- mal bemerkt werden._ VevsÄMInIunZen. Im ersten Berliner ReichStags-Wahlkreisc fand am Dienstag- abend eine öffentliche Kommunalwähler-Versammlung bei Beyer, Aischerstraße, statt. Alis der Tagesordnung stand die Erörterung zur devorstehenden Kommunalwahl im 1. Kommunalbczirk, der die Stadt- bezirke 1—10 umfaßt und Aufstellung eines Kandidaten. W a l d e ck Ma nasse als Referent erläuterte zunächst die Aufgaben der Kom- munen und wandte sich dann in scharfen Worten gegen den Haupt- gegner der Arbeiter in Berlin, gegen die freisinnige Volkspartei, die auf allen Gebieten des kommunalen Lebens den alten manchesterlichen Schlendrian bestehen lasse. In den Kommunen, wo das Klassenwahlsystem zu ihrem Vorteil ist. sind die Freisinnigen Anhänger dieses ungerechten, die„unteren" Volksklaffen gewaltsam zurückdrängenden Systems, und wenn trotz der Wer- steinerung der herrschenden Partei- im Roten Hause kleine Fortschritte auf verschiedenen Gebieten zu verzeichnen seien, so sind sie nur auf Andrängen der Arbeitervertreter und aus taktischen Gründen der Freisinnigen erzielt worden. Der Referent entwickelte dann in großen Zügen das Kommunalprogramm der Socialdemokratie und begründete im einzelnen die Forderungen, welche in diesem Programm auf allen Gebieten des kommunalen Wirkungskreises gestellt sind. Nach allen Richtungen hin, in der Schule, auf dem Gebiete der .Volksbildung, in der Kranken- und Gesundheitspflege, in den Armen- imd Waisenängelegenheiten, in der Fertigstellung von Gemeinde- Arbeiten, vor allen Dingen aber in der Wohnungsfrage und im Verkehrswesen seien große und mannigfaltige .Aufgaben zu lösen, die aber nur gelöst werden können, wenn die socialdcmokratische Fraktion innerhalb des Berliner Rathauses zu einem ausschlaggebenden Faktor werde.— In der Diskussion wurde noch des weiteren auf die Wohnungsnot und auf die daraus entstehenden traurigen Folgen aufmerksam gemacht, insbesondere wurde uoch die Frage aufgeworfen, welche Mittel der Vorbeugung die Berliner Kommunalverwallung anwenden wolle, um die Wohnungsnot nicht noch größer werden zu lassen, wenn in absehbarerZcitdassog.Scheunenviertel, in welchem vielfach die ärmsten Proletarier wohnen, niedergerissen »ird und mit einem Mal tausende kleiner Wohnungen verschwinden. Als Kandidat im ersten Kommunalbezirk zu der am 6. November stattfindenden Stadtverordneteuwahl wurde einstimmig Waldeck Manasse aufgestellt. Zum Schluß wurde auf eine am Sonntag, den t. November, stattfindende Flugblattverteilung hingewiesen und zu eger Beteiligung aufgefordert. Der socialdeniokratische Wahlverein für den». Wahl- kreis hielt am 23. Oktober im Saale der Brauerei Habel, Bergmann- straße, seine Generalversammlung ab. Vor dem Eintritt in die Tagesordnung ehrten die Anwesenden das Andenken der im letzten Halbjahr verstorbenen Vereinsmitglieder in der üblichen Weise. Der Kassierer Hinze erstattete dann den Kassenbericht für die Zeit vom 8. April bis zum 21. Oktober. Die Gcsamteinnahme einschließlich eines Bestands von 378,07 betrug 1680,27 M., die Gesamtausgabe 1574.78 M., wovon 1200 M. für Agitation ausgegeben wurden. Am 21. Oktober verblieb ein Bestand von 105,49 M.' Hinze berichtete dann weiter über die von ihm gemachte Zusammenstellung der Mitglieder nach Berufen. Danach sind am zahlreichsten im Verein vertreten die Tischler mit 172 und die Maurer mit 165: dann folgen die unquali- fizierten Arbeiter mit 84. Schankwirte giebt es 54 und Schneider 52 im Verein. Von den Metallarbeitern sind verhältnismäßig wenig politisch organisiert.— Die Zahl der Mitglieder, die am 8. April 931 betrug, hat sich auf 1133 erhöht. lieber die Thätigkeit des Vorstands berichtete Richard Fischer. Neben den speciellen Vercinsangelegenheiten behandelte er auch einige allgemeine Fragen. Vom Vorstand des Wahlvereins in Charlottenburg sei der Vorstand angefragt worden, wie er sich zum Ausschluß von Mit- gliedern stelle, die als Accordarbeiter in ihren Gewerkschaften bereits ausgeschlossen seien. Der Vorstand habe geglaubt, hierzu allein überhaupt nicht Stellung nehmen zu sollen, da dafür eine bestimmte Norm im Parteistatut nicht gegeben sei. Auch ständen noch eine Reihe von Gewerkschaften auf dem Standpunkt des Berechnungs systems, der Accordarbeit. Wenn nun aber eine Gewerkschaft (z. B. die Maurer) die Accordarbeit abzuschaffen bestrebt sei und Accordarbeiter ausschließe, dann könnten, und so sei dem Chorlotten burger Vorstand geantwortet worden, in Berlin über die Stellung der'Wahlvereine nur die sämtlichen Wahlverein s-Vor- stände von Berlin und Umgegend in gemein- schaftlicher Sitzung, unter Hinzuziehung von' Vertretern der betreffenden Gewerkschaft, Entscheidung treffen.— Brennend sei jetzt die Frage: Welche Stellung nimmt der Wahl verein künftig ein bei Behandlung der all gemeinen Partei-Arbeiten? Seit der Aufhebung des Verbindungsverbots habe sich nicht nur in Berlin, sondern in ganz Deutschland die Notwendigkeit für ein engeres Zusammen arbeiten von Wahlverein und Vertrauensmann heraus gestellt. So sei denn auch schon während deS letzten halben Jahrs der Vertrauensmann des zweiten Kreises zu allen Vorstands- Sitzungen als gleichberechtigt hinzugezogen worden. Als alleinige' Partei-Orga'nisation für alle Umstände könne der Wahlverein schon mit Rücksicht auf die Frauen nicht gelten. Dann hätten wir eine Anzahl tüchtiger Parteigenossen, die wegen der Einreichung der Mitgliederliste bei der Polizei aus verschiedenen, in ihren persönlichen Verhältnissen liegenden Gründen nicht Mitglied deS Wahlvereins werden können. Andrerseits gebe es doch eine Reihe Parteifragen, so z. B. zur Zeit die Uebernahme der„Vorwärts" Druckerei in den Besitz der Partei:c., die im Gegensatz zur bis hcrigen Praxis von nun ab erst innerhalb' des Wahl Vereins besprochen und geklärt werden müßten, ehe man damit in die Oeffentlichkeit hinaustrete. Die Wahlen ergaben folgende Neuznsammensetznng des Vorstands: Werner, 1. Vorsitzender; K r u s ch k e, 2. Vorsitzender; Hinze, 1. Kassierer; Pardemann, 2. Kassierer; V ö l l m e r, 1. Schrift- führer; Reiniann, 2. Schriftführer; Buchholz, Beisitzer; Saß, Schonheim und M ö g I i n, Revisoren. Ueber die Frage, tvie die Parteiarbeit in Zukunft zu regeln sei. entspann sich, anknüpfend an Fischers Aus- führungen, eine lebhafte Debatte, die mit der Annahme folgender Anträge endete:„Der Vorstand ist ver- pflichtet, nach Bedarf in jedem Stadtteil Versammlungen der Bezirkssührer und der dortigen Mitglieder einzuberufen. Zu diesen Versammlungen sollen Vertraucnspersonen und Abteilungs- führer hinzugezogen werden. Zweitens ist der Vorstand verpflichtet, Bezirkssührer- Versammlungen des ganzen Kreises einzn- berufen, in denen alle den Kreis interessierenden Fragen sowie die Besetzung der Aemter und Delegationen des Kreises vorznbesprechcn sind. Das Resultat ist der allgemeinen Versammlung vorzulegen. Die Bezirksführer sind verpflichtet, in all diesen Versammlungen zu erscheinen."—„Die Generalversammlung drückt den Wunsch aus, daß die im Statut vorgesehenen Mitgliederversammlungen alle Monate vom Vorstand zur Besprechung aller die Partei mteressie- renden Fragen einberufen werden." Eine stark besuchte Versammlung deS vierten Wahlkreises, Wahlverein für den Osten, tagte am Dienstag im Lokale „Königsbank". Den Bericht des Vorstaiids über die Thätigkeit des- selben erstattet Schneider. Zu Ehren der verstorbenen Mit- glieder, es sind deren drei im Halbjahr April— Oktober, erheben sich die Anwesenden von den Plätzen. Im verflossenen Halbjahr haben sechs Vorstandssitzungen und fünf Versammlungen stattgefunden. Ebenfalls ist eine' Zunahme der Mitglieder zu verzeichnen. Hierauf erstattet T h i e l k e den Kassenbericht. Derselbe weist für das Halbjahr inklusive eines Kassenbestands von 474,35 M. eine Einnahme von 2418,15 M. auf. Dieser gegen über steht eine Ausgabe von 2006,40 91, bleibt ein Bestand von 411,75 M. In den Vorstand wurden hierauf neu bezw. wieder- gewählt: Baader als erster, Q u i n t i n g als zweiter Vorsitzender, G.Tempel als erster. Lese der als zweiter Schriftführer, T h i e I k e als erster. E n d e r s als zweiter Kassierer. Als Beisitzer wird mit 15 Stiinmen Mehrheit Knöpchen gewählt. Da gegen diese Wahl Protest erhoben, wird der Vorstand beauftragt, Erkundigungen einzuziehen. Als Revisoren iverden Fritz Zimmermann, Oskar Zimmermann und R a h n ge- tvählt. Genehmigt wurde ein Antrag des Vorstands— um de» Scherereien mit der Polizei ans dem Wege zu gehen—„Partei- genossen gelten erst dann als Mitglieder, wenn die nächste Mit- glieder-Versammlung über die Aufnahme entschieden hat". Ebenso wurde der Vorstand ermächtigt, Hilsskassierer zu ernennen. Hierauf hielt Genosse A. Hoffmann einen mit großem Beifall aufgenommene» Vortrag über„China und Weltpolitik". Eine Diskussion über den Vortrag wurde nicht beliebt. Der Wahlverein deS IT. Berliner RcichStagS-WahlkrciseS (@ ü d- O st e n) hielt am Dienstag im Lokal„Sanssonci" seine rege besuchte Generalversammlung ab. Vor Eintritt sn die Tages- ordnung ehrten die Anwesenden das Ableben des Mitglieds Robert Hahn in der üblichen Weise. Den Be- richt des Vorstands für das letzte Halbjahr erstattet der Vorsitzende Weiße, der mitteilt, daß sich das System der Bezirks« einteilung gut bewährte. Es habe sich jedoch herausgestellt, daß die zu leistende Arbeit für die sieben Vorstandsmitglieder, wie cS der§ 5 des Statuts vorschreibt, eine zu große ist, weshalb der Vorstand im Einverständnis mit ven BezirkSführern beantragt, für die Folge anstatt einen, drei Beisitzer zu wählen.'(Diesem Antrag stimmt die Versammlung später zu.) Es fanden statt: fünf Mit- glieder- und eine General-Versammlung. Die Zahl der Mitglieder beträgt augenblicklich 2600, von denen leider auch noch ein beträcht- sicher Teil mit seinen Beiträgen im Rückstände ist. Obwohl 416 Mitglieder neu aufgenommen wurden, mußten annähernd viermal so viel als Restanten gestrichen worden, von denen ein Teil später die Beiwäge nachzahlte. Freiwillig ausgetreten find 13, gestorben im letzten Halbjahr 14 Mitglieder. ÄnS dem Kasienbericht, den Genosse T r a c z y k giebt, geht hervor, daß die Einnahme vom I.April bis I.Oktober einschließlich deS alten Bestands von 497,50 M. die Summe von 2666 M. erreichte, der eine Ausgabe von 1872,95 M. gegenüber steht, incl. eines Postens von 1201,50 M. für Agitation im vierten Wahlkreise. Auch der Kassierer beschwert sich über das unpünktliche und unregelmäßige Zahlen der Beiträge. Ueber die Kalamität des Restierens entspinnt sich dann noch eine kurze Debatte. Weiter soll für die Zukunft betreffs der Einberufung von Versammlungen zwischen Vorstand und Vertrauenspersonen eine Verständigung herbeigeführt werden. An Stelle des jetzt üblichen Liquidierens der unumgänglichen Auslagen soll von jetzt ab eine feste Entschädigung von 5 M. monatlich für jedes Vorstandsmitglied treten. Aus der Neuwahl zum Vorstand gingenfolgende Genossen hervor: erster Vorsitzender: Richard Weiße, Forsterstr. 39, zweiter: Gustav Beer; erster Schriftführer: Adolf Runge, Manteuffel- straße 119, zweiter: Bruno Lohse; erster Kassierer: W a l d e ck T r a c z y k, Wienerstr. 14, zweiter: Karl S a l z m a n n; als Beisitzer: Richard Peschel, Otto Rasche und Ernst Osburg; zu Revisoren: Wilh. Frehland, Franz Prothmann und Karl Z u n k e r. Hierauf referierte Täterow unter großen« Beifall über den Pariser Kongreß und die internationale Social- demokratie. Eine Diskussion fand nicht statt. Unter Vereins- angelegenheiten gab der Antrag: Man wolle ans den Reihen der Mitglieder des Wahlvereins ein Sängerchorbilden, Anlaß zulängerer Debatte. Ursache des Antrags war ein Strcitfall zwischen dem Vorstand des Wahlvereins und dem des Arbeiter-Sängerbunds. Der Antrag wurde nach längerer Debatte dem Vorstand zur weiteren Erledigung überwiesen. Am Schluß>vurde noch mitgeteilt, daß das Mitglied E r n e r t verstorben ist. Die Versamurlung erhob sich zu dessen Ehren von den Plätzen. In Erkner tagte am Sonntag in Brodts Gesellschaftshaus eine öffentliche Volksversammlung, in ivelcher Genosse Schubert- Schöneberg ein interessantes, mit großem Beifall aufgenommenes Referat hielt über:.Weltmachtspolitik und Chinawirren".— Eine Diskussion fand nicht statt. Nach der Berichterstattung des Ver- trauensmanns schritt man zur Neuwahl desselben. Hensel, welcher das Amt so lange verwaltet hat, lehnte eine Wiederwahl ab, worauf Pfeffer zum Vertrauensmann gewählt wurde. Zu Revisoren wurden gewählt Zernicke und Hensel. In die Lokalkommission wurden gewählt Klemowicz, Kranz und A. K e l l i n g. Handelshilfsarbeiter, Hausdiener, Packer. Heute abend bei Keller, Koppenstrabe 23: große öfsentlich« Versammlung, den Achtuhr- Ladenschluß betreffend. Barbier- und Frisenrgehilfcn. Donnerstag, den 25. Oktober, abends lO'/j Uhr, tm Luifenstädtischen Konzerthaus, Alte Jakobstraße 37: Oeffeutliche Protest- Versammlung sttr Arbeitnehmer und Arbeitgeber. Besprechung des Neunuhr-Ladenschluffes. China. Die Dtrafexpedittouen der Verbiindeten. Die verbündeten Truppen stoßen von Peking und Tientsien aus immer weiter vor tu das Juuere des Lands, angeblich, um die Boxer zu verfolgen. General Campbell ist mit' der linken Scitenkolonne des von Tientsin nach Paotingfu abniarschierten Expeditionsteils am 17. Oktober in Pafang angekommen; Pafang war während der letzten zwei Wochen von 1500 Mann kaiserlich chinesischer Truppen besetzt gehalten worden. von denen 1000 bei Ankunft der Engländer südlich abzogen. Ein chinesischer General war am 13� d. M. in einem Gefecht mit Boxern bei Pantschaiwu schwer verwundet worden. In Menan-Hsien ist ein Schreiben des Prinzen Tuan aufgefunden worden, welches Befehl erteilt, die Expedition im Sumpfgelände zu vernichten, und Waffen seitens der chinesischen Regierung zur Verfügimg stellt. General Campbell marschiert südwärts weiter nach Paotingfu. Der übrige Teil der von Tientsin abgegangenen Expedition hat sich am 13. Oktober mit der von Peking ab- gegangenen Expedition unter General G a s e l e e vereinigt und es wird angenommen, daß die ganze Expedition am 21. d. Paotingfu erreicht hat. Beide Generale sind Engländer. Wie es scheint, operiert jeder der dort anwesenden Truppcnführer so ziemlich auf eigne Faust und kümmert sich wenig um den Oberbefehlshaber Walderiee. Die Winkelziige der Diplomaten nehmen unterdes ihren Fortgang. So will„Daily News" wissen, daß der Besuch des chinesischen Gesandten in Livadia, wo sich jetzt der Zar aufhält, zu dem Abschluß eines ru ssi s ch- ch in esisch en Vertrags geführt habe, welcher vollständig unabhängig sei von den Berhaiidliingen in Peking. Gester» lag ja auch die Meldung von einem angeblichen Geheimvcrlrag zwischen Deutschland und Rußland vor. Selbstverständlich ist bei der notorische» Ncidsncht und dem Mißtrauen der Mächte unter einander allen diesen Nachrichten wenig Gewicht beizulegen.— Letzte Meldungen. London» 24. Oktober.(W.T.B.) Die„Times" veröffentlichen in ihrer zweiten Ausgahe folgende Meldung aus Peking vom 19. dieses Monats: Hier eingegangene Telegramme des Kaisers, welche am 12. d. M. in Tinigkuan am Gelben Flusse aufgegeben worden sind, enthalten keine Andeutung dafür, daß der Hof nach Peking zurück- zukehren beabsichtige. Der Hof steht im Gegenteil ganz unter dem Einflüsse Tiingfuhsiangs und seiner Kansu-Truppen, deren Interesse verlangt, daß der Hof in Singanfu bleibt.— Der russische Gesandte ist heule hierher znriickgekrhrt.— Die Russisch-Chiiiesische Bank bat Anweisung erhalten, ihre Thätigkeit in Peking wieder ans- zunehmen. Wien, 24. Oktober.(W. T. B.) Das„Fremdenblatt" be- stätigt. daß Oestreich-Ungaru dem deutsch-rnglische» Abkomme»» betreffend China beigetreten ist. Zwei Kaiserrede». Elberfeld, 24. Oktober. Die Rede des K a i s e r S bei Entgegennahme des Ehrentrunks im Festsaal des Rathauses besagte u. A.: Wenn es uns erst heute vergönnt ist. in Ihren Mauern zu er- scheinen, so liegt das daran, daß uns bange Sorge an das Krankenlager meiner hohen Malter gefesselt hielt. Golt sei dank hat cS die Wendung zum Bessern gestaltet, daß wir heute Ihrem Wunsche eist- sprechen konnten. Ich beglückwünsche Sie zu dem stolzen Bau, den Sie aufgeführt haben. Möge in seineu Räumen immer das alte gute deutsche Bürgertum walten, gemeinsam zu wirken und gemeinsam große Ziele zu erringen, und niöge der H a n d e l u n d d i e I n d u st r i e dieser Stadt, die allseitig anerkamst sind auf dem Weltmarkte, ihren Ruhm von Jahr zu Jahr mehren. Daß mir Gott aber die Möglichkeit verieihen möge und die Kraft und die Fähigkeit, den dazu notwendigen Frieden zu erhalten und zu bewahren und. wenn es nötig ist. zu erzwingen, das sei mein erstes Gebet an dieser Stelle. In Barmen sagte der Kaiser in der Ruhmeshalle unter andrem folgendes: Daß Ihre Stadt besonders auf Handel und Wandel und das Schaffen der Industrie angewiesen ist. das weiß die Welt längst. Ihre Leistungen stehen frei und offen vor allem Volke da und Sie brauchen sich dessen wahrlich nicht zu schämen. Daß eS stets mein erstes Ziel und meine größte Arbeit ist, für mein Volk und seine arbeitenden Teile de»» Friede»«ach Möglichkeit zu erhalten, davon habe ich vor wenig Tagen erst glaube ich, wieder einen Beweis abgelegt: das Ucbercinkommcn mit dem mächtigsten germanischen Staate außer unsrem Volk- wird, so hoffe ich, in die weite Zukunft hinaus ein gemeinsames Streben auf dem offenen Weltmarkt für uiffre beiden Völker gewährleisten in freuildschastlichem Wettkaiupfe, ohne Schärfe. Zfchke MÄchvichkett und Depeschen. Schiffszusammenstoff. Alicante, 24. Oktober.(W. T. B.) Der französische Dampfer «Faidherbe" stieß im dichten Nebel mit dem französischen Dainpfer „Mitidja" zusammen und sank. Von den 27 Mann der Besatzung des„Faidherbe" sind 19 umgekommen, ebenso 5 Dtatroscu der Mitidia", welche die Schiffbrüchigen zu retten suchten. perantworti. Redacteur: Heinrich Wetzker in Grvß-Lichterselde. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Max Babing in Berlin. Hierzu S Beilagen u. ttuterhaltuiigsblatt. Nr. 249. 17. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Donnerstag, 25. Oktober 1900. Am 30. Oftober foll die Wählerschaft des sechsten Reichstags- Wahlkreises zur Nachwahl antreten. Unter allen 397 Wahlkreisen im Reich ist der Socialdemokratie wohl keiner so sicher wie dieser, der seit 16 Jahren zum eisernen Bestand der Partei gehört. An eine wirksame Befehdung der Arbeiterpartei denken die bürgerlichen Parteien wohl kaum; und wo fie ungleich dem Freisinn, der von vornherein die Flinte ins Korn geworfen hat, mit einer Kandidatur hervortreten, da geschieht es in dem niederdrückenden Gefühl, daß solche Dentoustration weder jetzt noch später sich durch die Hoffnung auf Erfolg lohnen wird. Den sechsten Berliner Reichstags- Wahlkreis würde die Socialdemokratie mühelos behaupten, auch wenn sie teine einzige Versammlung abhielte, kein einziges Flugblatt verbreitete. Und dennoch hat die Partei gerade im vorliegenden Fall die Pflicht, in umfassender Agitation die Massen aufzurütteln. Schou die erzieherische Aufgabe gebietet ihr, jene auch im sechsten Wahlkreise vorhandenen Tausende, die bisher aus Schlaffheit ihrer Keine der in Betracht kommenden Parteien des Reichstags außer aus nicht notwendig, daß man die preußische Staatsangehörigkeit der Socialdemokratie gedenkt sich diesem Raubzug ernsthaft besigen oder wie sonst bei den Stadtverordneten- Wahlen ein Jahr zu widersezen; ja die ausschlaggebende Partei, das Centrum, in Berlin gewohnt haben muß. Ebenfalls sind Schlafburschen, drängt sich Schulter an Schulter mit den Konservativen zur gemein- wie überhaupt Personen, die teinen eignen Hausstand besigen, zur samen Ausplünderung des Volks. Ausübung des Wahlrechts berechtigt! Gegen diese verderbliche Politik gilt es mit voller Energie zu protestieren, und dazu bietet die Nachwahl im sechsten Kreise eine Gelegenheit, die von keinem, dem sein und seiner Familie Gedeihen am Herzen liegt, aus der Hand geschlagen werden darf. Dann der Khakikurs mit seinen dem deutschen Voltscharakter in tiefster Seele verhaßten Nodomontaden von bisher unerhörter Roheit, Hohlheit und Lächerlichkeit. Gegen eine abenteuernde Bolitik, die Millionen und Abermillionen nuglos verpulvert, ohne die Volksvertretung vorher auch nur zu befragen, soll ebenfalls bei der fich am 30. Oktober bietenden Gelegenheit ein strenges Veto ein gelegt werden. Und weiter gilt es zu protestieren gegen die mit Brotwucher und halitum innig verschwisterte Arbeiterknebelung, gegen jenes Scharfmachertum, das für jedes ernsthafte Streben der reitschaft hält. Das Wahlgefeß schließt von der Berechtigung zum Wählen aus: Personen, welche eine Armen unterstützung aus öffent= lichen oder Gemeindemitteln beziehen oder im letzten der Wahl vorhergegangenen Jahre bezogen haben. Schon früher ist regelmäßig darauf hingewiesen worden, daß es teine Armenunterstüßung im Sinne des Gesetzes ist, wenn jemand infolge eines außerordentlichen Unglüdsfalls( wie Fenersbrunst, Ueberschwemmung, Mißernte usw.) eine Unterſtügung aus öffentlichen Mitteln erhielt. Ferner wurde betont, daß Schulgeldreste, erlaffenes Schulgeld, Steuer- Rückstände kein Grund sind, einen Wähler vom Wahlrecht auszuschließen. vornehmsten Staatsbürgerpflicht nicht genügt haben und die ihrer Arbeiterschaft auf Verbesserung ihrer Lage das Zuchthaus in Be Prozesses, die Aufnahme der Kinder zur Führung eines socialen Stellung nach zu uns gehören, zur Abgabe des Stimms zettels zn bewegen. Dann aber ist ins Auge zu fassen, daß gerade die heutigen Zeitumstände die arbeitenden, ausgebeuteten Bevölkerungsschichten förmlich dahin drängen, unzweideutig gegen eine Politit Stellung zu nehmen, die Deutschland zum tiefsten Verderben gereichen muß. Als Armenunterstüßung heißt es jetzt im Sommissionsbericht sind die Gewährung des Armenrechts in Fre is hule, unentgeltliche Verabfolgung von Schulbüchern und WeihnachtsJe größer am 30. Oftober die Stimmenzahl für den social geschenken an die Kinder, sowie Unterstügungen aus Stiftungen demokratischen Reichstagskandidaten Schriftsteller Georg Ledebour in Berlin, je wirkungsvoller der Protest gegen die volksfeindlichen Absichten der herrschenden Parteien! Parteigenossen und Genossinnen im sechsten Wahlkreise! Benußt in diesen Tagen jede Gelegenheit, um die Säumigen zur Ausübung der Wahlpflicht aufzurütteln! * Brotwucher und Khakiwahn- unter diesem Zeichen steht die heutige Politik Deutschlands. Nach innen hin bereiten Junker und Junkergenossen einen ungeheuren Raub zug auf die Taschen des Volts vor; die heute schon unerschwinglichen Lebensmittelpreise sollen Was hat sich der Wähler für den Wahltag zu zu Gunsten des nimmersatten Ostelbiertums durch den Acht- oder merten? Jeder Deutsche, der am 30. Oktober 25 Jahre alt ist Zebnmark- Boll wucherisch gesteigert werden! und in der Wählerliste verzeichnet steht, kann wählen. Es ist durch Für den Juhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Ver antwortung. Theater. Donnerstag, den 25. Oktober. Opernhaus. Der Ring des NibeIungen. Die Walküre. An fang 7 Uhr. Schauspielhaus. Der wilde Neutlingen. Anfang 7/2 Uhr. RANIA** Taubenstr. 48/49. Im Theater abends 8 Uhr: Eine Wanderung durch die Weltausstellung in Paris. Im Hörsaal: " Die Gashülle des Erdballs." Von Dr. Nass. Invalidenstr. 57/62. Cirkus Busch Donnerstag, den 25. Oftober cr.: abends 71/2 Uhr: Sports- Gala- Abend. Beginn der Pantomime 10 Uhr. Metropol- Theater. Der größte Operetten: Er folg dieser Saison. Eduard Steinberger a.G. Der Mandarin Berliner Landpartien von Tsing- ling- ting Neues Opern Theater( ron). Tägl. Sternwarte. ut über uit. Tolle Streiche zu Waffer Der Mikado. Anfang 72 Uhr. Deutsches. Hedda Gabler. Anfang 712 Uhr. Leffing. Die Ehre. 71/2 Uhr. Anfang Nachmittags 5-10 Uhr. CASTANS Berliner. Die ftrengen Herren.- PANOPTICUM fang 72 Uhr. Nefidenz. Die Dame von Marim. Anfang 7/2 Uhr. Neues. Der weiße Hirsch. Anfang 71 Uhr. Weften. Der Bettelstudent. Anfang 72 Uhr. Schiller. Die goldne Eva. Anfang 8 Uhr. Secessionsbühne. Der Thor und der Tod. Hockenjos. Anfang 712 Uhr. Central.. 72 Uhr. Die neuen lebenden Photographien. Graf Waldersee. Kampf mit chinesischen Boxern. Konzert der russischen Nationalkapelle aus Kiew, Kapellmeister Semaschko. Illusionen Kasperl- Theater Irrgarten Schreckenskammer. Die Geisha. Anfang Central- Theater Thalia. Der Liebesschlüssel. Anfang 712 Uhr. Luisen. Der Millionenbauer. Anfang 8 Uhr. Friedrich Wilhelmstädtisches. Der Tugendring. Anfang 7/2 Uhr. Carl Weik. Müller und Schulze auf der Pariser Weltausstellung. Anfang 8 Uhr. Anfang 72 Uhr: Die Geisha. Operette in 3 Aften von S. Jones. Morgen und folgende Tage: Die Geisha. Sonntagnachmittag 3 1hr zu halben Preisen: Die Puppe. Belle Alliance. Die schöne Minibäuerin von Tegernsee. Anfang Thalia- Theater 8 Uhr. Metropol. Specialitätenvorstellung. Dresdenerstr. 72. Heute und folgende Tage: Der Mandarin von Ting- ling: Der Liebesschlüssel. und zu Lande in 2 Aften. Professor M. Herrmann, gerichtlicher Sachverständiger und Entlarver des berühmten amerikan. Mediums Dr. Slade. Vorführung feiner Demonstrationen als: Fesselung u. rätselhafte Gutfesselung eines Sträflings Ferner: Die Flucht aus dem Reisekoffer mitten in der Manege! Außerdem: Gala: Programm. Cirkus Schumann. Heute, Donnerstag, den 25. Oktober, abends präc. 71/2 Uhr: Elite- Abend. Gala- Programm. Koloffaler Erfolg der neu engagierten Specialitäten. U. a.: Neu! Die reisende Miss Mabel O'Brien. Neu! Der Barbier von Sevilla, ur tomische Episode, dargestellt von den 9 Colibris, ting. Anfang 712 Uhr. Apollo. Specialitäten Vorstellung. Große Ausstattungspoffe mit Gesang den kleinsten Menschen der Welt. Fräulein Loreley. Anfang 8 Uhr. und Tanz. Neu! Prinz Piccolomini als Palast. Specialitäten Borstellung. Hauptdarsteller: Thomas, Thielicher, Xylophon- Virtuose. Neu! Die weltDer olle Muckebold. Anfang Helmerding, Junkermann, Paulmüller berühmte Familie James Powell. Neu! 72 Uhr. und die Damen Milton, Schäffer, La belle Lopezina 2c. Direktor Alb. Reichshallen. Stettiner Sänger. Wanovius, Junker- Schatz, Wehling. Anfang 8 Uhr. Urania. Taubenstr. 48/49.( Im Theatersaal) Abends 8 Uhr: Eine Wanderung durch die Welt: ausstellung in Paris. Schumanns neueste Orig.- Dressuren. Zum Schluß, allabendl. stürm. Erfolg Apollo- Theater. CHINA Im Hörsaal: Das Gashütte Durchschlagender Erfolg der Juvalidenstr. des Erdballs." Bon Dr. Naß. 57/62. Täglich abends von 5-10 Uhr: Stern warte. Schiller Theater ( Wallner Theater). Donnerstag, abends 8 Uhr: Die goldne Eva. Lustspiel in 3 Aften von Franz von Schönthan und Franz Koppel Elfeld. Novität: Fräulein Loreley. Riccardo und Benedetto. Ferner: Trio Resa. Erna Bertholdi. Das größte Manegen- u. Waffer: Schanstück der Gegenwart. Die Unfren in Kiautschou. Der Aufstand der Boxer.- Krieg. Die Verbündeten vor Taku- Peking. Sanssouci Kottbuserstrasse. Jeden Sonntag, Adele Moraw. Montag und Donnerstag: Mme. Hilaris. Der Kosmograph. Kassenöffnung 7 Uhr. Anfang 8 Uhr. Freitag, abends 8 Uhr: W. Noacks Theater. Zum erstenmale: Faust. II. Teil. Brunnenstraße 16. ( 1. Abend. Das Reich der Mütter.) Heute, Donnerstag, den 25. Oftober: Sonnabend, abends 8 Uhr: Zum erstenmale: Faust. II. Teil. ( 2. Abend. Faust's Tod u. Erlösung.) Bummelfritze. Posse mit Gesang in 3 Aften( 6 Bildern) von Jacobson und Wilten. Musit von Michaelis. Nach der Vorstellung: Palast- Theater Tanzkränzchen. frither Feen- Palast, Burgstr. 22. Freitag: Die Waise aus Lowood. Sensations- Oktober- Progr. Carl Weiss- Theater Noch nie dagewesener Erfolg! 8 Uhr. Neu! 8½ Uhr. Gr. Frankfurterstr. 132. Humoristischer Prolog: Die gute Censur. Hierauf: Zum 50. Male: Emanuel Muck, Rentier: Müller und Schulze Direktor Richard Winkler. auf der Pariser Weltausstellung. Durchweg lauter Schlager! Ausstattungsposse mit Gesang Amiéla Koncewicz, Chansonnetten: 5 Bildern von C. Weiß u. J. Dill. Diva Mr. Richard, großartige Pyramide auf 3 Flaschen. Der olle Muckebold. Berf. u. gefpr. vom Dir. Carl Weiß. Außerdem: 12 Attraktions- Nummern. Anfang: Wochent. 72, Sonnt. 7 Uhr. Entree: 50 Pf. Anfang 8 Uhr. in Morgen: Dieselbe Vorstellung. Sonnabendnachmittag 4 Uhr: Rübezahl und die geraubte Prinzessin. Kleine Preise Hoffmanns sowie das neue phänomenale Oftober- Special.- Progr. Jane Pierny. Bonhair- Truppe. Anfang 7/2 Uhr. Rauchen überall gestattet. Deutsche Konzerthallen Spandauer Brücke. Täglich m 4 4 ausländische Kapellen Gr. Theater- Vorstellung. Reichshallen. Täglich: Stettiner Sänger. Zum Schluß:( nur noch turze Zeit!) Excellenz kommt! Anfang 8 Uhr. Vorher: Konzert. Salonteppich, ertragroßes Prachteremplar 26,00, wunderschöne Zimmerteppiche 8.00, prachtvoller Säulentrumeau 30,00, wundervolle, gestickte Uebergardinen, Portieren, Spachtelstores, Salon: Uhren, Muschelspiegel, Sofaftoffbezüge, Steppdecken, Remontoirühren, Salon bilder, Plüschdecken 5,00, gediegene Nußbaummöbel, Paneelsofas, Plüschgarnituren, ganzeEinrichtungen werden beim Auktionator, Möckernstr. 137 ( Anhalter Bahnhof), nachmittags zwei bis acht Uhr spottbillig verkauft. Uebers nehme ganze Warenlager, Wirtschaften, Nachläffe zum Verkauf und zur Ver Wochentags Tanz frel. Bereins und steigerung. Gefaufte Möbel tönnen Borzugsbillets wochentags gültig. in meinen großen Lagerspeichereien Säle zu Festlicht. u. Versammlungen. I unentgeltlich lagern. Nordd. Sänger. Anfang Sonntags 7 Uhr. Entree 50 Pf. Bon 5-7: Unterhaltungs- Musik. Wochentags 8 Uhr. Entree 30 Pf Nach jeder Soiree: Tanzkränzchen. [ 57350* nicht anzusehen. Die Armemunterſtüßung muß innerhalb der letzten 12 Monate vor der Wahl bezogen sein, nicht innerhalb des vorangegangenen Kalenderjahrs. Wähler, die nur bis September 1899 Armeminterstützung bezogen haben, find also noch wahlberechtigt. Einladungen zur Wahl werden nicht versandt. Jeder über 25 Jahre alte Wähler muß uneingeladen am 30. Ottober nach seinem Wahllokal kommen. Jeder muß in dem Wahllokal wählen, welches für den Bezirk bestimmt ist, wo seine Wohnung Ende September bei Aufstellung der Wählerliste lag. Typographia Gesangverein Berliner Buchdrucker und Schriftgiesser. ( M. d. A.-S.-B. Dir.: P. Friedrichs.) Sonntag, den 28. Oktober, in Kellers Festsälen, Koppenstrasse 29: Vokal- und Instrumental- Konzert unter gefl. Mitwirkung der Opernsängerin Fran Rietz- Schulze, sowie namhafter Solisten. Anfang präc. 6 Uhr. Eintrittspreis 40 Pf., an der Kasse 50 Pf., Kinder 10 Pf. Nach dem Konzert: TANZ. Herren, die daran teilnehmen, zahlen 50 Pfennig nach. Billets sind zu haben im Setzersaal des„ Vorwärts", in den Arminhallen", in der Musikalienhandlung von Kaun, Grüner Weg 17, im Vereinsbureau Ritterstr. 88, und bei sämtlichen aktiven 66/2 Mitgliedern. Heute abend präc. 9 Uhr: Generalprobe. Max Kliems Festsäle, Hasenheide 13-15. HAHAR Jeden Donnerstag: Im neuen Festsaal: Große Soiree der ,, Norddeutschen Sänger" Zimmermann, Steinhardt, Stangenberg 2c. Kaffeneröffnung 7 Uhr. Nach der Soiree: Tanzkränzchen. Seben Grosses Militär- Streich- Konzert. Sonntag: Anfang 6 Uhr. Max Kliem. Empfehle meine 3 Säle: 1200, 1000 und 560 Personen fassend, Vereinen und Gesellschaften. ,, Arcadia" タ 57052* Vornehmstes Vergnügungs- Etablissement. der Residenz. W., Behrenstr. 55/57. Heute: Reunion. Entree 5 Mk. Anfang 11 Uhr. Entree Nächste Reunion: Sonnabend, 27. Oktober. Die Direktion. Cirkus Renz- Konzert- Tunnel Wochentags 7 Uhr. Karlstrasse. Nur erstklassige Sonntags 5 Uhr. Specialitäten. Direktion: J. M. Hütt. Jeden Sonnabend nach der Vorstellung: Tanz ohne Nachzahlung. Damen- Mäntel enorm billig Direct in bei Heinrich Rackwitz, der Fabrik Niederwallstrasse 28-29. I. Etage, gleich am Spittelmarkt, viertes Haus rechts. Chike Winter- Jaquets unb Paletots, glatt, m. Belz u auch verschnürt 4,75, 6,50, 9,50, 12, 15, 18-30 mr Elegante Capes t. Estimo, Plisch, gl. 1. carr. Stoff., extralj 5,50, 6,75, 8,00, 9,50, 12, 15-40 M Wattirte Räder. 7,50, 9,50, 12, 15, 18, 24-45 mt Kinder- Jaquets u. Mäntel 3,50, 4,50, 6,50, 9, 12-18 M Täglich bis Abends 9 Uhr auch Sonntags geöffnet. Königsberger Geld- Lotterie zur Freilegung des Königlichen Sohlosses zu Königsberg 1. Pr. 6340 Geldgewinne im Betrage von Die Hauptgewinne sind 190000 Mk. 50000,20000. Original- Loose à 3 Mark( Porto u. Liste 30 Pf.) empfehlen und versenden prompt etc. BankOscar Bräuer& Co. Nachf., Geschäft Berlin W., Friedrich- Strasse 181. Filiale NW., Wilsnacker- Strasse 63. Ziehung unwiderruflich 29. Oktober bis 1. November. 9807 Achtung! VI. Wahlkreis. Atung! 200 Am Donnerstag, den 25. Oktober, abends 8 Uhr, bei Gleinert, Schulstr. 29: Volksversammlung Tages Ordnung: Die bevorstehende Nachwahl und das Verhalten der bürgerlichen Partelen. Referent: Der Kandidat des Kreises Georg Ledebour. 248/15 Der Einberufer. J. A.: M. Kiesel V. Wahlkreis. Socialdemokratischer Verein für den 5. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Freitag, den 26. Oktober, abends 81/2 Uhr, im Lokal ,, Rosenthaler Hof", Rosenthalerstr. 11-12: General- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Bericht des Vorstands, des Kassierers und der Revisoren, Neuwahl des Gesamnitvorstands. 2. Vereinsangelegenheiten. Verband der Bau-, Erd- und Konsumverein Berlin- Süd. gewerblichen Hilfsarbeiter Deutschl., Zahlstelle Berlin I. Den geehrten Mitgliedern zur Nachricht, daß für den Süden die der Kollege Nachricht, daß Den wingleber gur dridh, bah2. Verkaufsstelle in der Gräfeftr. 40 Franz Hernung ant 21. d. M. verstorben ist. Die Beerdigung findet am Donnerstag, den 25. b. M., nachm. 312 Uhr, von der Leichenhalle des St. Boni facius- Kirchhofs in Südende aus statt. Um rege Beteiligung bittet 43/10 Die Crtsverwaltung. Empfehle allen Freunden u. Bekannten Den Mitgliedern des Deutschen mein Weiss-, Bayrischbier- Metallarbeiter- Borbands gestatte ich und gr. Speisegeschäft. Reich mir hierdurch für die zahlreiche Teil: haltiges Frühstück von 30 Pf., Mittag nahme und schöne Kranzspende bei mit Bier 50 Bf. fowie Abendtisch à la ber Beerdigung meines lieben Manns carte von 30 Bf. an. 2 Vereinszimmer mit Klavier für 20-50 Personen. H.Stramm, Rest., Ritterstr. 123. Hermann Krüger meinen herz* lichsten Dank auszusprechen.[ 58282 Witwe Minna Krüger. Deutscher Holzarbeiter- Verband. ( Bahlstelle Rigdorf.) 245/ 12* Sonnabend, 27. Oktober, im Apollo Theater( Inh. Philipp Thomas), Rigdorf, Hermannstraße 48-50: Nur Mitglieder haben Zutritt. Mitgliedsbuch legitimiert. Der Vorstand. Achtung! Vergolder. Achtung! VII. Stiftungs- Fest bestehend in this stoned Am Donnerstag, den 25. Oktober, abends 8 Uhr, in der Vokal- und Instrumental- Konzert, turnerischen Aufführungen ,, Alhambra", Wallnertheaterstraße 15: Gr. öffentliche Versammlung der Vergolder Berlins und verw. Berufsgenossen. Tagesordnung: 227/2 feit dem 22. Oktober 1900 eröffnet ist. Geschäftszeit: 8-8, Sonnabends bis 9 Uhr, Sonntags geschlossen. 278/8 Der Vorstand. In der heutigen Zeit, wo fast Alle mit Recht das Ziel erstreben, sieb gesund durchzuleben, kann deren Devise nur nachst. Bild sein. In dem Schnaps. nasskallen Bier Wir trinken KlimaDeutschlands billiger u. bekemm. licher als Bier! Von 10 Pf. pre L.& i, sowie in m. lomb. Orig. Flasehen von u. Liter. Kein künstl. Gemisch, kein Malz, keine sog. schweren Weine etc., sondern( lant Furse von Bismarck's Worten: Nationalgetränk") angenehme, lefcht trink, u. dabei so sehr stärkends Oswald Nier's reine ungegypete Traubenweine aus Weintrauben f.Festlichkeiten, Vereine, Krankenhäus. bew.hoh.Rabatt! Seit 1876: 70 eig. Centralgeschäfte( 44 in Berlin, 261. d. Provinzen) nebst Weinstuben u. üb.1200 Filialen in Deutschland. Ausführl.illustr. Preis courant grat. u.fro. und humoristischen Vorträgen unter Mitwirkung des Gesangvereins„ Hand in and Berlin( M. b. M.-S.-B.), beg Matländer Manbolinen- Bereins Noch nie dagewesen! Ummtlichen Weine in allen Kreisen und der Duettisten Gohlke. Nach dem Konzert: Gr. Ball( Herren, die daran teilnehmen, zahlen 50 Pf. nach. Anfang 8 Uhr. Entree 20 Pf. 109/4 Das Komitee. Achtung, Parkettbodenleger! Die Arbeitsniederlegung und Maßregelung bei der Firma Ruthenberg Heute, Donnerstag, den 25. Oktober, abends 6 Uhr, im Lokal Neu- Weißensee. Das Erscheinen aller Kollegen ist dringend notwendig. 198 Der Vorstand der Filiale Berlin. J. A.: Oehlert. Orts- Krankenkasse für das Buchdruckgewerbe zu Berlin. Sonntag, den 4. November 1900, vormittags 10% 11hr, im Luisenstädtischen Konzerthause, Alte Jakobftr. 37: Ordentliche General- Versammlung. 170-107 Tages- Ordnung: 6805 1. Ergänzungswahl des Vorstands( 1 Arbeitgeber, 3 Arbeitnehmer). 2. Mitteilungen des Vorstands. 3. Beschlußfaffung über die Neugestaltung des Aerzteverzeichnisses. 4. Antrag des Vorstands- auf Aenderung des§ 51 Nr. 8 und des§ 52 des Kassenstatuts. 5. Wahl des Rechnungs- Ausschusses für das Jahr 1901. 6. Wahl freiwilliger Kranken- Controleure. 7. Verschiedenes. Achtung! des Herrn M. Prill, Goethe: und Grolmannstraßen- Ecke: Kommiffionsfihung mit den Vertrauensleuten. van Houtens Cacao 2 Kilo genügt für 100 Tassen Ein Versuch aberzeugt, dass Van Houtens Cacao für den täglichen Gebrauch allen anderen Getränken vorzuziehen ist. 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Innere Kaffe Angelegenheiten und Verschiedenes. 149/8 Mitgliedsbuch legitimiert. J. A.: P. Hoffmann. Heute abend 8% Uhr im Englischen Garten, Alexanderstr. 27c, Vortrag über Männerleiden, Kurbad, Magazinstr. 17. Ya de tause CLOU noter H Я .er nächsten WeltXM 3 Ausstellung: odonto bnsdsado2: #oldoofd JonanT- tresno- su Anolistic Echte Filtere SANDMANN& WOLFEGAN Gebrüder& Wein& Spirituosen Kommandit Gesellsch Vogelzüchterei 2. G. Müller, Nordhausen a. H. 5720* * Briketts ☑ 必 find bei Friedr. Daniel u. Co. Berlin W. 8., Leipzigerstr. 29. Prima harte Schlackwurst 1900 Jung- Geflügel 1900 Jung- Geflügel Speck, gar. leb. Ant. franco emballagefrei in durchsichtigen Käfigen: 10 RiesenGänse schwer M. r 30 9t. 18 RiesenEnten fett, groß 26 M. 20 fleischige große Hahnen 18 92. 20 Legehühner 2 [ 56152* Pf. Pfd. 110 hiefige Schlachtung 65 Bf. mager, bei 5 Pfd. a Pfd. Speck, fett, bei 5 Pfd. a Pfd. 60 echt oftpr. in " Landſchinken, gans un bat6.90 Bf. u. a Bfb. 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Verkäufe. 45 80 279 316 422 64 79[ 500] 644 797 857 975 11400916 115126 296 151 55[ 1000] 217 59 645 727 69 876 945 62 [ 1000] 443 773 116122 76 86 229 372 541 56 78 98 670 757 98 949 117023 25 111 60[ 500] 66 249[ 300] 67 379 487 835 53 118010 180 98 389 414[ 1000] 516 43 654 704 917 119213 331 421 886 981[ 3000] 120034 212 49 498 722 26[ 500] 64 121150 313 85 437 45 549 86 93 673[ 500] 122101 2 25 77 381 400 50 525 38 123183 256 369 547 611 743 842 653 86 719 70 819 22 948 59 26( 500) 61 121150 313 8 124016 41 44 64 135 482 542 66 601 10[ 500] 88 911 39 [ 300] 125050 200 57[ 300] 376 494 518[ 3000] 61 99 697 727 42-77 126249 82 404 501 85[ 300] 753 83[ 3000] 845 928 128162 232 433 53 [ 3000] 127250 76 333 46 50 97 616 927 129063 96 274 319 534 60 78 678 501 30 637 49 87 852 973 777 902 57 130131 54 560 626 57 733 868 928 56 131140 99,204 398[ 3000] 447 505 36 608 798 132006 8 82 187 232 83 940 134141[ 3000] 380 133115[ 300] 63 254 344 905 33 60 466 847 953 96[ 500] 135043 335 472 74 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Schlächter, Konditoren, Friseure Meyershof, Ackerstr. 132. 5617L* Lohtannin, Dampf, Heißluft- Bäder En gros- Detail. D. Wurzel& Co., Wrangel- Strasse 17, Ecke Manteuffel- Strasse. 4.8iehung d. 4. Klaffe 203. Kgl. Preuß. Lotterie. Biebung vom 24. Oftober 1900, nachmittage. Flur die Gewinne über 220 Mart find den betreffenden Rummern in Parenthese beigefügt. ( Ohne Gewähr.) 1036[ 1000] 88 38[ 3000] 354 74 654 57-834 66 945 [ 5000] 167 256 517 25 85 717 86 916 47 79[ 10 000] 2007 3182 23 64 168 69[ 1000] 90 93 327 88 419 55 507 878 904 262 328 450 64 74[ 300] 620 40 43 53 59 778[ 1000] 886 4164 5026 235 44 328 [ 500] 259 484 91 819 60 68 954[ 500] 65 43 494 508 604 11 82 716 864 82 6054 188 210 556 713 7053 [ 300] 62 396 429 509[ 1000] 13 671 83 729 897 8004[ 300] 31 96 127 219 346 630 997 9055 232 332 439 583[ 3000] 616 99 743 857 935[ 3000] 1643 58 710 20 877 952[ 3000] 66 10231 318 468 531 91 643 58 710 20 877 952[ 3000] 66 11076 241[ 1000] 344 46 79 12218 73 339 75 616[ 3000] 26 807[ 300] 56 70.983 84 13266 301 49[ 300] 528 616 45 86 715 80 934 14163 262 68 313 450 507 32 642 53 721 61 845 [ 1000] 15009 339 53[ 500] 421 60.99 853 912 58 63 90944 16259 350 579 81 704 80153[ 3000] 688 94 98 17197 358 19180 95 880 933 18051 129 235 351 584 627 734[ 300] 72 203 35 386 407 534 36 64 635 733 20003 54 474 85 595 623 88 982 21151 56 353 572 702 859 22010 44 45 79 171 434 570 88 637 823 63[ 1000] 925 26 89 24128 45 [ 500] 96 985 23056 270 790[ 3000] 91 96 837 956 25081 222 371 455 676 837[ 1000] 978 26615 38 71 93 95 96[ 300] 748 832[ 300] 27183[ 1000] 234 50 28029 125 69 394 314 57 513[ 300] 21 32 630 786 825 52 982 589 695[ 300] 717 854 29034 72 166 281[ 300] 335 69 96 708 61 829 97 911 95 96 502 646 876 30154 392 507 55 683 98[ 3000] 825 29 950 62 95 31039 128 210 37[ 300] 303 50 444 74 560 631 35 59 745 876 32069 33072 479 772[ 500] 34007 66 411 35030 277 451 620[ 300] 36212 14 339 403 595[ 500] 697 917 96 37002 77 105 336.678 733 833 87 90 984 38074 269 382 512 78 667 68 710 39047 349 747 956 80 87 41044 97 40106 16 19[ 3000] 510 662 71 97 865 82 977 189 571 786 991 42021 241 371 490 524[ 1000] 909 44 80 43214 84-393 450 57 64 607 802 44041 47 232 466 978 45019 55 102 81 263 81 349 79 95 519 66 668 807 46005 204 464[ 500] 77 580[ 15 000] 619[ 300] 85 864 978 47053 69 307 22 50 419 542[ 500] 731 919 27 44 48031 220 64 311 50 86 471 558 713 951 49014 241 42 411 577 621 70 98 704[ 1000] 876 941[ 1000] 50085 318 29 487 713 871 914 16 49 51121 283 313 462 531 53072 161 849 52 97 916 46 52134 242 305 564 77[ 500] 771 54017 65 147 83 231 243 315 462 609 24 711 51[ 3000] 951 383 586 714 810 97 958[ 3000] 55036 137 251 434 561[ 3000] 993[ 300] 56012 26[ 300] 72[ 300] 479 640 729 56[ 300] 61 72[ 300] 863 991 57098 134 206 76 463 563 91 814[ 300] 940 58033 141 325 55 437 52 95 507 25 55 630 706 853 59068 [ 300] 129 93 373 539 605 829[ 1000] 31 47 69074 61622 713 22 947 60039 43 59-378-593 705- 23[ 800] 62160 97 293 361 777 841 86 996 63086 171 496 589 643 [ 3000] 53[ 3000] 88 720, 33, 42, 64040,[ 1000] 74 154 609 66 65051[ 3000] 54 55 58 209 48 458 526 33[ 500] 47 78 687 793 [ 500] 66102 79 406 584 90 67069 80 391 93 411 639[ 3000] 53 710 858 933 68192 234 342 448 59 571 754 68 962 207.38 562 733 942 81 71083 70074 157 59 63 92 406 33 599 677[ 3000] 961 100 79 227 327[ 1000] 808 996 72121 377 459 743[ 300] 851 988 73007 8 307 452 661 792 836 84 74218[ 500] 394 772 88 817 912 75119 336 47 486 535 698 700 41 76083 154 63 212 39 384 96 622 49 999 77226 320 84 524 638 701 931 78077 102 299[ 300] 308 16 13000] 45 492 577 99 749 816 79401 92[ 300] 639 60 839 56 S0028 145 284 614[ 3000] 754 866 80 81003 135 44 206 41 57 407 74 503 759 868 946 82102 20 71 291 381 441 720 42 46 83177[ 1000] 221 25 344 87 496 605 735[ 1000] 802 944 84074 84 305 85 451 626[ 3000] 31 782 910 85222 47 311 448 574 680 775[ 1000] 861 86164 98 327 409 533 692 [ 1000] 923 94 S7032 186 353 476 90 549 60[ 300] 90 667 [ 3000] 766 88360 491 636 49 835 89309 539 890 927 39 43 90104 453 544 88 617 838 46 79 924 81 91199 214 37 371 524 68 649 836 92021 230 67 371 407. 72 618 72 774 815 977 80 93104 370 77.522-754[ 500] 74 922 70 94072[ 15 000] 93 237 460 559 633[ 300] 70[ 500] 849 80 95244 376 400 568 97122 [ 3000]: 96197[ 300] 385 589 652 88 724 54 869 98 [ 3000] 415 618 756 96 955[ 300] 98030 104 222 23 30 93 388 723 50921 99080 194 290 93 448 539 82 682 719 838 100077 250 322 49 429 764 101083 123 444 611 985 102023 48 62 74 180 97 98 204 16 34 474 93 577 672 90 766 77 963 103099 118 294 347 579 757 104004 68 182 332 447 87 558 105398 480 535 648 828[ 500] 902 43 106257[ 300] 424 51 607 812 983 90 107165 75 300 528 49 89 664 815 22[ 500] 999 108206 19 40 98[ 500] 371 86 591 774 87 857 99 109025[ 1000] 102[ 1000] 296 371 403 615-46 110088 114 335 111017 104 94 279 375 81 481 88 567 704 32 112107 38 215[ 3000] 356 91 438 79 537 99 613 795 818 925 87 113048 195 224 369 535 61 694 770 802 50 913 Kleine Anzeigen. 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500. für die nächste Anzeigen Nummer werden in den Annahmestellen für Berlin bis 2 Uhr, für die Vororte bis 1 Uhr, in der Hauptexpedition Beuthstr.3 bis 4 Uhr angenommen. 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Bieh ( 206 städt, Friedrichstraße 16. 6706 ift wegen Lohndifferenzen die Arbeit verlangt der Arbeitsnachweis der suchenden Kollegen, diesen Bau zu Bergolder und Berufsgenossen, 30/14 Engelufer 15, Zimmer Nr. 18, Die Lohntommission. Vormittags von 8-10 Uhr. Tüchtige Grundierer eingestellt. Wir erfuchen die arbeit meiden. Nr. 249. 17. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Donnerstag, 25. Oktober 1900. Wortlaut wieder: 101 Wahlkreise als Partei abgebankt haben. Da sie dem Kampfe aus- Wahlagitation zu entfalten, sondern auch für die Verbreitung des Die städtische Verkehrsdeputation gewichen sind, kommen sie für uns nicht mehr in Frage. Mit Nullen Borwärts" und für Anschluß an den Wahlverein thätig zu sein. hat in ihrer gestrigen Sigung zur Ausführung des Gemeinde- fann man nicht rechnen, gegen fie fann man nicht tämpfen.( Leb- fart erwartet, daß die Genoffen sich auch rege mit der Flugblattbeschluffes, neue Straßenbahnlinien durch die Stadt ausführen und hafter Beifall.) Die einzige Partei, die wir in diesem Wahltreise verteilung befaffen. Mit einem begeisternden Hoch wurde die betreiben zu laffen, den ersten Schritt gethan. Zur Feststellung der zu bekämpfen haben, ist die konservativ- antisemitische Koalition. imposante Versammlung geschlossen. Es ist bezeichnend, daß sich die Antisemiten, die eine Volks In der Brauerei Königstadt, Schönhauser Allee, zuerst in Angriff zu nehmenden Linien sowie zur Regelung partei sein wollen, die angeblich die Intereffen des Mittel- referierte Stadtverordneter Borgmann, der seinen Vortrag mit des Baus und Betriebs wurde eine Subkommission, be= stands vertreten wollen, mit den Konservativen verbünden, dem Hinweis einleitete, daß zwei bekannte Männer, unser jugendstehend aus den Stadträten Meubrink und Krause, bie doch nichts andres sind als eine Interessenvertretung der Agrarier. frischer, tampfesfreudiger Wilhelm Liebknecht durch den Tot dem Magistratsaffeffor Alberti und den Stadtvv. Dinje,( Sehr richtig!) Der Redner besprach ein von den Konservativen und der altersschwache amtsmide britte Stanzler des Deutschen Reichs, Ezmann, Jacoby und Singer eingesetzt, welche den Auftrag herausgegebenes Flugblatt. Darin heißt es, es solle die Probe ber die Verantwortung für seine Thaten oder Nicht- Thaten andern erhielt, ihre Vorschläge möglichst schnell der Deputation zu unterbreiten. Vorher war ein Schreiben des Polizeipräsidenten zur Mit- gemacht werden, ob der Wahlkreis eine Hochburg der internationalen überlassend, freiwillig oder unfreiwillig seinen Posten aufgegeben teilung gebracht worden, in welchem in sehr entgegenkommender Socialdemokratie bleiben werde. Wir sind der zuversichtlichen hat, in verhältnismäßig furzem zwischenraum aus dem politischen Weise dem Beschluß, städtische Straßenbahn- Linien zu errichten und Hoffnung, fagte der Redner unter lebhaftem Beifall der Zuhörer, Leben geschieden sind. daß dieser Wahlkreis für immer eine Hochburg unsrer Partei bleiben Eine recht eingehende Kritik widmete der Redner sodann der zu betreiben, wohlwollende Förderung zugesichert ist. wird. Wenn die Konservativen in ihrem Flugblatt von ihrer von der herrschenden Klasse auf Kosten der arbeitenden Bevölkerung Wir geben das Schreiben, welches wohlthuend von der an andren Stellen auf diesem Gebiete geübten Praxis absticht, im Baterlandsliebe reden, so sagen wir, auch wir haben Vaterlands- inscenierten Weltpolitik, der Kolonialpolitik mit all ihren Folgen; er liebe, aber sie bedeutet für uns nicht eine unterwürfige Bertennzeichnete sehr treffend die Handels- und Bollpolitit und verwies Erwiderung auf das Schreiben vom 22. Juni d. J. Gemäß ehrung eines Herrscherhauses, sondern Liebe zu den breiten Massen darauf, daß diefelben Leute, die Kraut- und Schlotjunter, welche die des Volks.( Bravo.) Die Konservativen führen auch die chriftliche ganzen Vorteile diefer Politit genießen, auch noch fortgesetzt bestrebt der seiner Zeit mit der städtischen Verwaltung vereinbarten und Weltanschauung ins Feld, für deren Erhaltung fie eintreten wollen. find, die durch indirekte Steuern so schwer belastete Arbeiterklasse feither sämtlichen Straßenbahn- Unternehmungen gegenüber gleichmäßig innegehaltenen Praxis wird der Bau und Betrieb neuer Für uns ist Religion Privatsache, unsre Weltanschauung ist nicht die politisch und wirtschaftlich rechtlos zu machen. Nachdem der Referent Es ist verkehrt, wenn eine noch das Verhalten der bürgerlichen Parteien und diesen gegenüber Straßenbahn- Linien nur dann genehmigt, wenn die An- christliche, sondern die socialistische. Bartei tonfessionelle Gesichtspunkte im politischen Stampf geltend die Ziele der Socialdemokratie erörtert hatte, forderte er die Ver lagen durch ein öffentliches Verkehrsbedürfnis Verkehrsbedürfnis gerechtDas ist ein Rückfall in die Zeiten des Mittelalters, sammlung auf, für unfren Kandidaten Ledebour einzus fertigt werden. Einem solchen nicht entsprechende Geleis- macht. wo man die Kezer verbrannte und wegen religiöser Meinungs- treten und am 30. Oftober Protest einzulegen gegen die, anlagen müssen als eine aus polizeilichen Rücksichten verschiedenheiten blutige Striege führte.- Unter lebhaften Sundgebungen Weltmachtspolitik, gegen die Reaktion, gegen das herrschende nicht zu duldende Belastung der öffentlichen Straßen und Pläge der Zustimmung und stürmischem Beifall der Zuhörer fennzeichnete System überhaupt. Durch lebhaften Beifall bezeugten die Ber angesehen werden. Im Verfolg dieser Praxis ist es unthunlich, Genosse Ledebour die Heuchelei der gegnerischen Barteien, die zwar fammelten ihr Einverständnis mit den Ausführungen des Referenten. für das dortfeits vorgelegte Projekt eines Netzes von Straßen- das Christentum stets im Munde führen, in Wirklichkeit aber den Ein Herr Hammer, der sich zur freisinnigen Volkspartei bekennt, bahnen, welches naturgemäß ohne Rücksicht auf das gegen Grundsäßen wahren Christentums ins Gesicht schlagen, indem fie, führt sodann aus, daß ein sehr großer Teil feiner Parteigenossen die wärtige Verkehrsbedürfnis aufgestellt ist, eine principielle Ge- wie Pfarrer Naumann, vorkommenden Falls die Abschlachtung wehr- Aufstellung eines eignen Kandidaten befürwortet habe, daß nunmehr nehmigung zu erteilen. Es muß vielmehr vorbehalten werden, die demnächst ein- loser chinesischer Gefangener als ganz in der Ordnung betrachten. in Rücksicht auf die gegenwärtige politische Situation jeder Frei( Bravo!)- Der Rebner fennzeichnete die Verleumdungen der Social fimmige unbedingt verpflichtet ist, für den Kandidaten der Socialzureichenden Specialentwürfe nach Maßgabe des angegebenen Ge- bemokratie, welche das konservative Flugblatt enthält, und führte bemokratie einzutreten. Nachdem der Genosse Lohse noch zur fichtspunkts zu prüfen. Nichtsdestoweniger bemerke ich schon jetzt, daß ich mich der dann aus: Bezeichnend ist es, daß in dem Flugblatt mit feiner regen Agitation und zur Beteiligung an den Wahlarbeiten auf Absicht der Stadt, den Straßenbahnbetrieb in eigne Hand zu Silbe die Rede ist von dem Verfaffungsbruch der Reichsregierung gefordert hatte, erfolgte der Schluß der Versammlung mit einem Absicht der Stadt, den Straßenbahnbetrieb in eigne Hand zu und den Brotverteuerungsplänen der Agrarier. Wenn jene Leute kräftigen Hoch auf die Socialdemokratie. nehmen, in keiner Weise entgegenstellen werde, da ich Jm Prater, Sastanien Allee, sprach am Dienstag es durchaus als im öffentlichen Interesse liegend Patrioten wären, dann könnten sie diese Dinge, die das Volk im Redner erachte, wenn ein derartiger, die städtischen Straßen in Anspruch höchsten Grabe interessieren, nicht mit Stillschweigen übergehen. Wenn Stadtverordneter Bruns vor überfüllter Versammlung. nehmender und für die Stadt und ihre Bewohner so hervorragend in dieser Zeit der allgemeinen Teuerung ein Stornzoll von 8 oder Stadtverordneter Bruns vor überfüllter Versammlung. wichtiger Betrieb auch von der Stadtgemeinde als solcher in Angar 10 Mart gefordert wird, so ist das eine Schandthat, die geißelte in treffender Weise die Politik der heutigen Regierung. Das griff genommen und ausgeführt wird. Die Verkehrs Deputation as nationale Empfinden gegen die Brotverteuerer auflodern Buchthausgesetz ist zwar abgewendet, fein Geist lebt im Grafen Mirbach griff genommen und ausgeführt wird. Die Verkehrs- Deputation fann überzeugt sein, daß bei der Verwirklichung der Absichten Taffen müßte. Wenn die Konservativen und Antisemiten zu diefer. a. weiter. Redner verlieft den zuerst von der„ Leipziger Wolfsztg." kann überzeugt sein, daß bei der Verwirklichung der Absichten Schandthat schweigen, so beweist das, daß ihr Kandidat, Herr Ulrich, veröffentlichten Brief des Herrn Bueck und unterzieht denselben einer des Magistrats meinerseits jedes mit den von mir wahr scharfen Kritif. Zur Welt resp. Chinapolitik übergehend, gab der zunehmenden polizeilichen Interessen zu vereinbarendes Wohl auch zu denen gehört, die den Brotwucher billigen. Die Angehörigen Redner den Reichen den Rat, erst hier im Lande nach Christi Lehre des Mittelstands, die fleinen Handwerker, Geschäftsleute und Be wollen gezeigt werden wird. An die Städtische Verkehrs Depus anten, die doch eine Verteuerung des Brots ebenso fühlen wie zu leben, dann erst nach Afrika oder China zu gehen. Ganz abs 14 Millionen eingebracht, dagegen 33 Millionen verschlungen habe. Wir hoffen, daß die in dem Schreiben betonten verkehrs- die Arbeiter, sollten nur ihren Kandidaten fragen, wie er sich gesehen von den Unkosten jener Weltpolitit, die im letzten Etatsjahre zu dieser Angelegenheit stellt. Nachdem Ledebour noch polizeilichen Rücksichten nicht dazu führen werden, das bem un beabsichtigten städtischen Unternehmen entgegengebrachte Wohlwollen die Biele und Bestrebungen der Socialdemokratie dargelegt hatte, um Schluß ging der Referent mit den verschiedenen Parteien ins forderte auf, 2 e de bour mit ungeheurer Stimmenzahl zu wählen, auszuschalten und an seine Stelle etwa die Wahrung der wirt- schloß er mit der Aufforderung zu lebhafter Beteiligung am Gericht und fritisierte das antisemitische Flugblatt eingehend. schaftlichen Interessen der Großen Berliner Straßenbahn" zu setzen. Wahlkampf. Diejenigen, welche sich der Socialdemokratie anschließen, forderte auf, Ledebour mit ungeheurer Stimmenzahl zu wählen, einverstanden sind. Der Vortragende erntete reichen Beifall. DisDie Deputation nahm weiter den Bericht über die Ver- zeigen fich als die wahren Freunde des Volts, die am ersten wert um zu dokumentieren, daß die Arbeiter mit dieser Regierung nicht handlungen entgegen, welche mit der Großen Berliner find, den Namen Deutsche zu tragen.( Lebhafter Beifall.) Wohl sah man in der Versammlung Leute, die anscheinend fussion fand nicht statt. wegen Beseitigung des Accumulatorenbetriebs geführt worden sind. Die Vertreter der Gesellschaft haben eine bürgerlichen Parteien angehören, auch hatte sich zu Anfang der Bereitwilligkeit gezeigt, die Stadt an der Verbilligung des Betriebs, Ledebourschen Rede ein Gegner durch provokatorische Zwischenrufe Freie Volksbühne. Sonntagnachmittag 23/4 Uhr. 6. Abteilung welche bei Abschaffung der Accumulatoren zweifellos eintreten wird, mehrfach bemerkbar gemacht, als aber der Vorfißende an die Gegner in einer Erhöhung der Bruttoabgabe teilnehmen zu lassen, sondern unter Zusicherung vollster Redefreiheit das Ersuchen zur Teilnahme im Carl Weiß- Theater: Ueber unsre Kraft"( I. Teil).. III. Serie an der Debatte richtete, da meldete sich niemand zum Wort. auf die Beteiligung der Stadt am Reingewinn verwiesen und nur der Vorstellung, Sonntag, den 11. November, Anfang 21/2 Uhr( wegen die Möglichkeit der Zahlung einer sogenannten Anerkennungs- lung, die fürzlich im Kreise abgehalten wurde, und zeigte in treff winterfest, Gedächtnisfeier zum 10jährigen Bestehen der Bere Genosse Werle schilderte den Verlauf eines Centrumsversamm der langen Dauer der Vorstellung):„ Ueber unsre Kraft"( II. Teil). treff- ber gebühr von etwa 10 000 m. offen gelassen. Die Deputation beschloß, den Gemeindebehörden zu empfehlen, die licher Weise, daß auch die frommen Centrumsleute, gleich unsren liner Freien Volksbühne, Sonnabend, den 17. November, in der Zustimmung zur Einführung der unterirdischen Stromzuführung unter tonservativen und antisemitischen Gegnern, in Ermangelung von Brauerei Friedrichshain. Ordner Sizung: Donnerstag, der Bedingung zu erteilen, daß die Gesellschaft sich verpflichtet, die Gründen vorzugsweise mit Verunglimpfungen und Berleumdungen ben 8. November, abends 81/2 Uhr, im Restaurant Sticher( siehe gegen unsre Bartei operieren. Nach einigen Schlußbemerkungen dini jenigen Mehrkosten zu erfegen, welche entſtehen, wenn die Anlage gedebours endete die imposante Versammlung mit einem brausenden heutiges Inserat). Der Vorstand. J. A.: G. Winkler. städtischer Untergrundbahnen dadurch erschwert oder berteuert wird, daß in den für diese Anlagen gewählten Straßen Hoch auf die Socialdemokratie und Hochrufen auf den Kandidaten des Wahlkreises. Kabel oder Kanäle der Straßenbahngesellschaft liegen, welche unterirdische Stromzuführung vermitteln. tation 2c. 0 Die Genehmigung der für einige Strecken vorgeschriebenen unterirdischen Stromzuführung wurde ausgesetzt bis nach erfolgter Prüfung der Specialprojekte, zu deren Einreichung die Gesellschaft aufgefordert werden soll. Trog wiederholten Widerspruchs der Verkehrs- Deputation will die Große Berliner die Linie Schöneberg Treptow am Schlesischen Thor enden und weigert sich, auf der Linie Moripplag Central- Viehhof den verlangten ununterbrochenen Fünf- Minuten Verkehr einzuführen. bem M erörtern. % Die Große Straßenbahn Gesellschaft hat es abgelehnt, andre Unternehmungen zum Anschluß an ihre. Ruhegehaltskaffe zuzulassen. und zu Lokales. Er Mit dem Märchen von einem Bündnis der Socialdemo fraten mit den Freifinnigen versucht der konservativ- antisemitische Ter Achtuhr- Ladenschluß steht in einer heute abend 81/2 Uhr stin Kellers Festfälen, Koppenstr. 29, stattfindenden Bolls- Ver. Zu der Versammlung im Rolberger Salon war der An- sammlung auf Tagesordnung. Die wichtige Frage macht eine drang so stark, daß der Saal schon lange vor Eröffnung der Ver- rege Beteiligung notwendig; die Parteigenossen und Genoffinnen jammlung polizeilich gesperrt wurde. Aus der Rede des Genossen werden daher um zahlreichen Besuch gebeten. Singer heben wir das folgende hervor: Es ist nicht daran zu zweifeln, daß der Wahlkreis uns erhalten bleibt; aber es tommt darauf an, daß die Wahl sich zu einem gewaltigen Protest gegen die Herrschenden Zustände gestalte und darum wollen wir unsre Kandidat im sechsten Berliner Reichstags- Wahlfreise, Herr Ulrich, ganze Straft aufwenden und ihn so bearbeiten als gelte es, ihn neu 3 frebsen. Die Nordd. Allgem. Zeitung" schreibt nämlich folgendes: " In einer Wählerversammlung im sechsten Berliner Reichstagszu erobern. Diese Wahl soll ein Protest sein gegen die Abenteurer Wahlkreise, welche der Wahlausschuß der nationalen Parteien gestern politik, gegen die Politik der Brotverteuerer und gegen die Politik des Nach dem Vertrage steht dem Magistrat unzweifelhaft das Recht persönlichen Regiments. Von dem neuen Reichstanzler ist keine nach dem Buhlmannschen Saale einberufen hatte, teilte der Kandidat, Stadtverordneter Ulrich mit, daß die Social Er au, die Durchführung dieser Anordnungen zu fordern. Die wesentliche Aenderung der herrschenden Richtung zu erwarten. Deputation beschloß, unter Hinweis auf den Klageweg, der Gesell wird denselben Faden weiterspinnen, nur vielleicht mit dem Unter demokraten mit den Freifinnigen einen Patt des Inhalts, daß die Frei schaft aufzugeben, eine erschöpfende und auf Thatsachen beruhende schied, daß die Politik des Chauvinismus, des Landhungers, des geschlossen haben sinnige Volkspartei auf die Aufstellung eines Begründung ihrer Weigerung einzugeben. Landerwerbs im tapitalistischen Interesse mehr Unterstützung durch besonderen Kandidaten im fechsten ReichstagsBezüglich der Herstellung einer Verbindung des Südens der ihn findet. Der Redner charakterisiert dann das chinesische Wahlkreise verzichte, dafür sollen die Socialdemo Stadt mit dem Grunewald hat die Gesellschaft befriedigende Abenteuer, die Nichtachtung des Reichstags, das Auftreten des traten bei den nächsten Landtagswahlen von der AufErklärungen abgegeben. Waldersee, der dant dank der Agitation der Chauvinisten und Von einer Abgabe für die Straßenbenußung durch Omnibusse Imperialisten ber Regierung einer Operetten- ftellung eines eignen Kandidaten Abstand nehmen. Es muß jemand wirklich schon ein konservativ- antisemitischer wird wegen der Rechtslage zur Beit Abstand genommen. figur geworden ist. Er schildert die unverschämten Ansprüche gesetzten Maximaldienstzeit der Wagen führer soll herrschenden Klassen und der Regierung noch immer danach getrachtet bie Oeffentlichkeit bringen könnte, nehmen wir doch nicht an. Ganz In der Kontrollierung der Junehaltung der durch Vertrag fest der Agrarier, der Brotverteuerer und bemerkt weiter, daß von den Wischmaschlandidat sein, um solchen blühenden Unsinn selber zu Wagenführer glauben, denn daß Herr Ulrich wider befferes wiffen so etwas in fortgefahren werden. werde, die Rechte der Arbeiter einzuschränken. Große Entrüstung abgesehen davon, daß unsre Genossen im sechsten Berliner Die Prüfung des von Siemens u. Halste eingereichten ruft es hervor, als der Redner das gestern auch im Vorwärts" ver- Wahlkreife fiberhaupt von einem Bündnis irgend welcher Art Entwurfs einer Pensionstasse für ihre Angestellten ist aurii döffentlichte Schreiben des Herrn Bued verlieft, nach welchem das Reichs- nichts wiffen wollen, schiebt man ihnen da ein Tauschgeschäft gestellt worden, um die Möglichkeit eines Anschlusses dieser Kaffe amt des Innern 1890 12 000 m. von der Industrie zur Agitation unter, bei dem der Vorteil ausschließlich auf der andern an andre private oder städtische Einrichtungen ähnlicher Art zu für die Zuchthausvorlage verlangt hat. Nachdem der Redner noch Seite wäre, denn der sechste Berliner Reichstags- Wahlkreis ist der das Verhalten der bürgerlichen Parteien kritisiert hat, schließt er mit Socialdemokratie sicher, mag die freifinnige Partei thun oder laffen, der Aufforderung, daß jeder, der auch nur kriechen kann, gegen was sie will. Obendrein ist in den Versammlungen unfrer Partei Marinismus und Chauvinismus, gegen die Brotverteuerung und den was sie will. Obendrein ist in den Versammlungen unfrer Bartei wiederholt von seiten unsrer Redner dem Bedauern Ausdruc Zuchthauskurs und für die Friedenspolitik und für Volkswohl seine gegeben, daß die Freifinnigen auf die Aufstellung eines Kandidaten Stimme abgebe. verzichtet haben, weil gerade auch ihre Stimmen bei Zählung der Die Versammlung in der Kronenbrauerei war gegen den Brotwucher abgegebenen Proteststimmen hätten mit ins Erörterungen vorbereitetes und geprüftes Projekt vorzulegen, welches trotz des strömenden Regens derartig start besucht, daß der geräumige Gewicht fallen können. Alles das muß Herr II rich wissen. Um die Erwerbung einer am Plögensee belegenen Landfläche zur am Blögensee belegenen Landfläche zur Saal vollständig überfüllt war. Hier referierte Genoffe 8 ube il fo unverständlicher ist es, daß er jene albernen Märchen hat in die Anlegung eines Hafens für den Berlin Stettiner Kanal zum Die Verhandlungen auf dem Parteitag der Freifimigen Bollspartei Welt setzen können. Gegenstand hat. Die nene Babe- Anstalt am Wedding will der Ausschuß der Mehrere Gegenstände der Tagesordnung, unter anderm die hätten den Beweis erbracht, daß dieselbe die Demokratie mur noch dem Namen nach tenne. Die Angst dieser Herren vor der Stadtverordneten- Versammlung nicht, wie ursprünglich bestimmt, in vom Polizeipräsidenten versagte Genehmigung einer Straßenbahnlinie Auflösung des Reichstags sei ihnen in alle Glieder geber Bankstraße, sondern auf dem Baumschulen Platz in der Gerichts Königin Augusta Straße- Hafen Platz- Dessauer und Bernburgerstraße bis zum Askanischen Platz, sowie die Nicht fahren, ba möglicherweise kein Freifinniger mehr als Flotten der Bantstraße, sondern auf dem Baumschulen Platz in der Gerichtgegner gewählt worden wäre. Für den sechsten Wahlkreis egiftieren ftraße errichtet wiffen. genehmigung der Linien Markgrafenstraße bis zur Junkerstraße Diese Freifinnigen" überhaupt nicht mehr! Rebner bespricht als Unschuldig verurteilt. Der Fall Teubloff", deffen wechselund von der Museumsstraße über den Luftgarten und die Schloß bant" ben von der„ Leipziger Boltszeitung" veröffentlichten Brief volle Phafen wir kürzlich mitgeteilt haben, ist in ein neues sonder freiheit nach dem Schloßplatz mußten, der vorgerückten Beit des Herrn Bued, und die sonstigen Tagesfragen. Der Kanzler bares Stadium getreten. Der Ingenieur Teudloff war von einer wegen, bis zur nächsten Sigung der Deputation vertagt werden. wechsel, die Chinapolitik und die neuen Handelsverträge, wie auch Frauensperson, die ihn in seiner Wohnung besucht hatte, beschuldigt bie wieder auftauchende Verschlechterung des Wahlrechts werden den worden, ihr das Portemonnaie gestohlen zu haben. Er wurde über diese Reichstag am meisten beschäftigen. Die Gewaltpolitit nach Affaire auf dem zuständigen Polizeibureau vernommen und glaubte außen und der Absolutismus nach innen, wie auch die fich dabei durch einige Bemerkungen des Polizeilieutenants Valvis im sechsten Reichstags- Wahlkreise. Abänderung der Behrordnung für überseeische Expeditionen werden dermaßen beleidigt, daß er diesem eine Forderung überbringen ließ. voraussichtlich lebhafte Kämpfe hervorrufen und die Aufmerksamkeit Er wurde am 6. Oftober wegen Herausforderung zum Zweikampf Taufende von Parteigenossen und Genoffinnen waren am Dienstag der Boltsmaffen aufs neue erregen. Dem allem gegenüber tomme au fünf Tagen Festungshaft verurteilt. Ihn trafen aber noch viel. in den Versammlungen anwesend, die das Wahlkomitee in verbas Wort des unvergeßlichen Liebknecht wieder aur Geltung: herbere Schicksalsschläge. Borher verurteilte ihn das Schöffengericht schiedenen Stadtteilen des Kreises veranstaltet hatte. Niemals in der Defensive stets in der Offensive!( Rauschender auf Grund der Bekundungen der Frauensperson, die T. entschieden beftritt, wegen Diebstahls zu drei Monaten Gefängnis. Die Strafe In Hensels Restaurant, Invaliden- und Brunnenstraßen Beifall.) Ecke, wo Genosse Ledebour sprach, herrschte ein ungeheurer An- Eine Besprechung des Vortrags fand nicht statt. Der Vor ist rechtskräftig geworden, da das Schriftstüd, in welchem die Berufung brang. Der Saal, die Bühne, sowie ein weiter Nebenraum des fizende Kiefel erwähnte noch, wie vor einigen Tagen zu einer gegen das erste Urteil angemeldet wurde, nicht an seine Adresse geSaales waren von einer Stopf an Kopf gedrängten Vollsmenge bis Frau ein Herr gekommen sei, um sich nach deren Sohn zu erkundigen, langt ist. In der schöffengerichtlichen Verhandlung hatte nun außer in die äußersten Winkel gefüllt, und nachdem das Lokal kurz vor Beginn ob er als Freiwilliger" nach China gehen wolle. Als die so befragte dem die Bestohlene mitgeteilt, daß auf dem Korridor des Gerichtsder Versammlung durch die Polizei abgesperrt worden war, suchten noch Mutter dieses Ansinnen zurückwies, erklärte dieser Herr, daß er gebäudes nicht nur Teudloff, sondern auch dessen Wirtschafterin und Hunderte vergebens Einlaß. Genosse Ledebour begann feinen Befehl" habe, fich um Freiwillige" und deren Aufenthalt zu er deren zum Besuch bei ihr weilende Schwester an sie herangetreten Vortrag mit dem Hinweis auf die Freifinnigen, die in diesem fundigen. Im übrigen fordert Redner noch auf, nicht nur eine regel seien und ihr zugeredet haben, zu Gunsten des T. auszusagen. Die Deputation, welche zugleich das Lade und Lösch wefen bearbeitet, beschloß, den Gemeindebehörden ein in langen 9 Zur Wahlagitation Aus den Nachbarorten. Brit. Freitag, abends 81/2 Uhr, im Lokal von Barkentin, Bürgerstr. 4: Generalversammlung des Volksbildungsvereins. E. 2. 25. J. R. V. Beantragen Infolge deffen wurden alle drei Personen wegen Verdachts der Ebenfalls übte Herr Hermann das Kunststück, aus einem ver- präsidenten der Provinz Brandenburg zugeteilt. Verleitung zum Meineide in Untersuchungshaft genommen. fchloffenen und mit Stricken umwundenen Koffer, in den er sich Sie beim Amtsgericht Aufhebung der Beschlagnahme, verlangen Sie dann Gestern hat nun die verhaftete Schwester der Wirtschafterin ihrem hatte sperren lassen, sich heraus und eine Dame dafür hineinzu- von dem Amtsvorsteher die Herausgabe der Kalender und Schadensersaz. Berteidiger Rechtsanwalt Dr. Schwindt das Geständnis gemacht, praktizieren. Die in der That verblüffenden Tricks fanden vielen Bei- Kommt er diesem Begehr nicht nach, so können Sie auf Herausgabe und Schadensersatz flagen. Das Eigentum ist unverletzlich".daß Herr Teudloff das Portemonnaie nicht gefall.. Ganz vorzüglich führten sich im Laufe des Abends die Eine Klage hätte nur dann Aussicht auf Erfolg, wenn mit Bestimmtheit anstohlen haben könne, da sie selbst dasselbe ge- tomischen Radfahrer Ariel und Loubé mit allerhand waghalsigen zunehmen ist, daß der Sachverständige erklärt, das Kleid ist total verpfuscht. R. H. Nein. nommen habe. Sie behauptet: sie habe beim Vetreten des Zimmers Kunststücken ein. In der Regel ist deshalb von solchen Klagen abzuraten. Kufahl. Strafbar wäre das Vorgehen Ihrer Frau feineswegs. Gegen das Portemonnaie gefunden, geglaubt, daß es Herrn T. gehöre das Urteil fönnen Sie Berufung einlegen lassen. A. Sch. Butlikstr. und zu sich gesteckt, um denselben erst eine Weile zu ängstigen und G.. schließlich angenehm zu überraschen. Als dann später die KriminalIhr Bruder soll ein Gesuch an die Militär- Ersaßkommission richten. u. W. Steglik. Für katholische Geistliche besteht auch heute noch das beamten in der Wohnung erschienen seien und von einem gestohlenen Cölibat. H. F. 1. Wenn die Diebe sich nachweislich für das gestohlene, Portemonnaie gesprochen haben, habe sie es selbst mit der Angst betommen und das Portemonnaie heimlich auf der Straße weggeworfen. Ober- Schöneweide. Sonnabend findet bei John die Ver- Geld Uhr und Ring angeschafft haben, so hat die Staatsanwaltschaft Uhr und stände zu pfänden. Verlangen Sie die Herausgabe, beschweren Sie sich Da das Mädchen bei dieser Darstellung verbleibt und erklärt, daß ſammlung des Arbeiter- Bildungsvereins statt. Genosse Ahrens hält Ring an den Bestohlenen auszuliefern und die Kaſſe kein Recht, diese Gegendann eventuell und stellen Sie, wenn auch die Beschwerde erfolglos fein fie es nicht mehr mit ansehen tönne, wie Herr T. unschuldig leiden einen Vortrag über„ Invaliditäts- und Altersversicherung". müsse, wird Rechtsanwalt Dr. Schwindt sofort die erforderlichen Charlottenburg. Die socialdemokratischen Stadtverordneten follte, Klage an. 2. Was Sie schildern, ist straffällig( Minimalstrafe 96 m.). V. M. Legen Sie Berufung auf schiedsgerichtliche Entscheidung ein. Schritte zur Wiederaufnahme des Verfahrens einleiten. Auf die haben beantragt, an den Magistrat das Ersuchen zu richten, mit RückFreilich ist auch nach unsrer Ansicht die Frage, ob die Hilflosenrente in weitere Entwicklung dieser seltsamen Affaire darf man gespannt sein. ficht auf die außerordentliche Steigerung der Kohlenpreise Kohlen bereits rechtskräftig entschiedenen Fällen zu gewähren sei, schwerlich zu beFür die letzte Feldpaketpost vor Weihnachten nach China anzukaufen und zum Selbstkostenpreis an die Einwohner der jahen. Auch im Nachtrag zum„ Arbeiterrecht"( S. 8) wird diese Frage nur der Wintermonate ab- für die am 1. Oftober noch nicht rechtskräftig entschiedenen Fälle bejaht. find, wie wir nochmals hervorheben wollen, Sendungen im Laufe Stadt zum Hausgebrauch während der der Tagesordnung H. B., Velten 100. Nach Ihrer Schilderung hätte für Sie die dieser Woche, spätestens Sonntag früh, zu Post zu geben. Sie werden zugeben. Der Antrag wird auf die feit 1897 verjährt, so daß jetzt jeder Schritt Dienstag von Bremerhaven aus nach Ostasien abzugehen. aussichtslos wäre. A. F. 16. Nein. Julius K. Aus Ihrer Dar: der Errichtung eines Schlachthauses, der Errichtung stellung ist die Sachlage nicht ersichtlich. Glauben Sie durch Ihren Anwalt Ein schönes Stück Arbeit erwächst der Postverwaltung aus von Markthallen und mit der Wohnungsfrage. geschädigt zu sein, so wenden Sie sich an einen Anwalt, zu dem Sie zueinem Versehen, das im Verlag der Allgemeinen Fleischerzeitung" wir berichten morgen ausführlich und teilen vorläufig B. M. 22. Die Summe fann gleichviel wie hoch sein. aufgedeckt worden ist. Diese verbraucht viele Briefmarken und bezog mit, daß sich der Oberbürgermeister Schuſtehrus der Schlacht: Ob Sie ein Buch oder mehrere nehmen, steht bei Ihnen. heute vom Postamt 19 fünf Pakete zu je 10 000 Stid. Nun fanden haus- und Markthallen Frage sympathisch gegenüberstellte, 1. Ja. 2. Zuständig ist jeder Notar und das Amtsgericht( Neue Friedrichsich in einem Paket, das nur Fünfpfennigmarken enthalten sollte, und daß er behufs Schaffung von Arbeiterwohnungen mit zwei ftraße 13). 3. Nein, wohl aber haften die Sachen nach wie vor für die 2000 Stüd Behnpfennigmarken. Das Postamt ist für den Irrtum Berliner Baugenossenschaften in Unterhandlungen getreten ist, die zu früher entstandenen Schulden. F. M. 1000. Die staatliche Einkommenüber beträgt bei einem Gintommen von mehr als 900 bis einschließlich nicht verantwortlich, das Versehen ist vielmehr in der Reichsbruderei einem befriedigenden Abschluß führen dürften. Die An 1050 M. 6, bei mehr als 1050 bis 1200.: 9, bei mehr als gemacht worden, in der die Marken verpackt wurden. Es muß nun gelegenheit soll in einer gemischten Deputation beraten werden. 1200 bis 1350: 12, von da bis 1500: 16, bei 1500 bis 1650: 21, ein andres Paket, das mur Zehnpfennigmarken enthalten sollte, in- Aus den sonstigen Verhandlungen sei nur noch erwähnt die ein- von da bis 1800: 26, von da bis 2100: 31 Mr. Die Kommunal folge der Verwechselung 2000 Stück Fünfpfennigmarken aufgenommen stimmige Ablehnung der Magistrats vorlage, dem steuer besteht in einem Zuschlag zu dieser Staatsstener. haben. Um den Verbleib aufzuklären, bevor das zweite Batet unter Staate den Kostenbeitrag für die zu bewirkende definitive Regudas Publikum gelangt, müssen jezt sämtliche Postämter ihre Bestände lierung der Fasanenstraße in Bezug auf die Front des Grundstücks einer genauen Prüfung unterziehen. der akademischen Hochschule für Musik zu erlassen. dann der Sammelstelle für Feldpostpakete in Bremen zugeführt, um nächtechäftigte sich die Versammlung mit wichtigen Fragen, ist aber og mar Sigung gesetzt. In der Sigung vom Mitt: Berufsgenossenschaft( nicht der Bauer) aufzufonmen gehabt. Ihr Anspruch nur trauen haben. H. Neider. G. H. Ja. Witterungsübersicht vom 24. Oktober 1900, morgens 8 1hr. Stationen Barometer stand mm richtung WindWindstärke Wetter Temp. n. 6. 5° C. 4° R. 6 wolfig Swinembe. 760 NM 766 WNW 764 WNW 1Mebel 4woltenl 4 bedeckt Stationen stand mm Barometer richtung Wind Windstärke 7 Haparanda 761 Still 5 Petersburg 3 Cort 7739 6 Aberdeen 5 Paris Wetter wolfent 1 bedeckt 764 N 2 bedeckt 772SSO Owolfig Temp. n. 6. 14 769 S 6 bedeckt 764 23 5 bedeckt Wetter- Prognose für Donnerstag, den 25. Oktober 1900. Ein wenig wärmer, zeitweise heiter, vielfach wolfig mit leichten Regens Berliner Wetterbureau. Zur Erzielung einer größeren Verkehrssicherheit in den Absperrung des Grunewalds. Uns wird geschrieben: Seit Straßen hat sich der Verein Berliner Droschtentutscher in furzem sieht man überall an den Bäumen Tafeln angeschlagen, welche einer Eingabe an das Polizeipräsidium gewandt. Er fordert eine die vielen beliebten Fußwege verbieten und das Publikum zeitigere Beleuchtung der Straßenbahnwagen und ein polizeiliches auf verhältnismäßig wenige Hauptstraßen beschränken. Wie Verbot des Haltens der Omnibuswagen an verkehrsreichen Punkten es heißt, hat ein neuer Oberförster die Verwaltung übernommen und den Haltestellen der Straßenbahn. und eine feiner ersten Aufgaben darin erblickt, Hunderte Hamburg Mit ungültigen amerikanischen Zehndollar- Noten hat ein von Tafeln mit der öminösen Inschrift„ Verbotener Weg" anbringen Berlin unbekannter Mann Schwindel getrieben und ist, nachdem er eine zu lassen. Selbst zahlreiche breite Promenadenwege, die erst vor Frankf./M. 769 S Anzahl hiesiger Geschäftsleute hineingelegt, flüchtig geworden. Die wenigen Jahren unter erheblichem Softenaufwand als solche in München Noten rührten aus dem Bürgerkriege in den 60er Jahren her und Stand gesezt wurden, sind von dem unverständlichen Verbot be- Wien waren von den Südstaaten ausgegeben worden. troffen worden. Das reizvolle Wandern ohne Weg und Steg ist nun gar vollkommen verpönt, und so manche Personen, die entweder diese Warnungen nicht gesehen haben oder nicht glauben wollen, daß sie so streng gehandhabt werden, find von den Unterbeamten aufgeschrieben und nachher mit Geldstrafen in Höhe von 5 M.(?) belegt worden. Ein solches Vorgehen entspricht ganz und gar nicht der Ueberlieferung und der Rücksicht, die bisher auf die Besucher des Walds genommen wurde. Eine ganz besondere Härte liegt in den Verboten für diejenigen, die gerade mit Rücksicht auf die Nähe des Walds in Vororten wohnen und nunmehr gezwungen werden, die lieb gewordenen lauschigen Waldspaziergänge einzustellen." Hoffentlich wird die Ungehörigkeit bald beseitigt und der abgesperrte Teil des Grunewalds wieder den Berlinern zugänglich gemacht. In einem Hotel Unter den Linden erschossen hat sich in der Nacht zum Dienstag ein junger Mann, der dort am Abend borher eingekehrt war. Der Selbstmörder soll ein Kaufmann Gustav Schröder aus Harburg sein. Von dem auf der Unfallstation VIII praktizierenden Arzt Herrn Dr. med. J. Daniel erhalten wir zu der gestern gebrachten Notiz folgende Buschrift: Die Angabe des Verlegten, der Wärter der Unfallstation habe erst nach einigem Hin- und Herreden den Arzt herbeigerufen, ist unrichtig. Ich war im benachbarten Zimmer, ging fofort nach Eintreffen des Verlegten zu ihm und untersuchte ihn eingehend. Ein Rippenbruch ließ sich nicht feststellen. Jeder, ob Arzt, ob Laie, der nur einigermaßen Erfahrung in diesen Dingen hat, weiß, daß Knochenbrüche und namentlich Rippenbrüche frisch nach der Verletzung in sehr vielen Fällen nicht sicher als solche zu fonstatieren sind. Ich ließ die Möglichkeit eines Bruchs durchaus nicht außer acht, riet dem Verlegten ausdrücklich, die Arbeit auszusehen und sich weiterhin an seinen Kassenarzt zu wenden, nach dem ich ihm die zweckmäßigen Verhaltungsmaßregeln gegeben hatte. Eine schauerliche Nachricht brachte dieser Tage ein Lokal" Der Klempner Bobisch aus der Wasserthorstr. 61 trug bei Die Klage unfres Parteigenoffen Freiwald in Pankow einer Schlägerei, in die er verwickelt wurde, so schwere Verlegungen tvegen ungültigkeitserklärung seiner Wahl zum Gemeindedavon, daß er alsbald nach dem Krankenhause Am Urban gebracht vertreter beschäftigte gestern den Bezirksausschuß. Die werden mußte. Sein lebensgefährlicher Zustand ging seiner Wirtin, Klage wurde abgewiesen. Unser Parteigenoffe will seine Angelegen einer verwitweten Frau B. aus demselben Hause, so zu Herzen, daß heit weiter beim Ober- Verwaltungsgericht verfechten, um dort den fie in Wahnsinn versiel und der Jrrenanstalt Herzberge überwiesen§§ 46 bis 47 der Landgemeinde Ordnung Anerkennung zu verwerden mußte". schaffen. blatt: Hierzu wird uns berichtet: An der Geschichte ist wahr, daß der Klempner Bobisch ohne sein Verschulden in eine Schlägerei verwickelt wurde, bei der er sich eine unbedeutende Verlegung am Heinen Finger der linken Hand zuzog. Seine Wirtin ist nicht über dies Ereignis geiftestrank geworden, eine Darstellung, die ja an sich schon unwahrscheinlich klingt. Vielmehr ist sie früher schon geistesfrant gewesen und es zeigten sich in letzter Zeit wieder Spuren geiftiger Umnachtung bei ihr, die eine Unterbringung in der Frrenanstalt notwendig machten. Straßensperrung. Die Bellevue- Allee vom Kemperplaz bis Charlottenburger- Chaussee wird behufs Neubeschüttung der Chauffeedecke vom 25. d. M. bis auf weiteres für Fuhrwerke und Reiter gesperrt. Unter dem Verdacht, der Unbekannte in Försteruniform zu sein, der im Sommer d. J. die Waldungen bei Wannsee und Treuenbrießen unsicher gemacht hat, war im September der frühere Hilfsförster Konrad Lehmann verhaftet worden. Er ist nunmehr wieder aus dem Potsdamer Gerichtsgefängnis entlassen und außer Verfolgung gesetzt worden, da sich der Verdacht nicht aufrecht erbalten ließ. Vermischtes. Ein graufiger Fund wurde in Miloslaw( Provinz' Posen) gemacht. Wie von dort geschrieben wird, fand dort der Kaufmann Poser auf einem Fensterbrett seiner Wohnung einen Menschenarm. Der Arm ist nicht mehr frisch. Da weder in Miloslaw noch Umgegend in letzter Zeit jemand ermordet worden ist, hat sich alsbald unter der Bevölkerung die Meinung gebildet, es handle sich um einen Arm Ernst Winters. fällen und mäßigen westlichen Winden. Freie Volksbühne. Die siebente Abteilung ist geschlossen. Ordner- Sitzung Donnerstag, den 8. November, abends 82 Uhr, im Restaurant Sticher. Sonntagnachmittag 23, Uhr: Carl Weiss- Theater: Ueber unsre Kraft. VI. Abteilung. Die Mitglieder werden gebeten, pünktlich zu erscheinen. Die III. Serie der Vorstellungen beginnt am 11. November, nachmittags schon um 22 Uhr ( wegen langer Dauer derselben) mit dem II. Teil von Björnsons Ueber unsre Kraft. Winterfest Bis zu diesem Tage muss spätestens der NovemberBeitrag entrichtet sein. 1234/10 zum 10jährigen Bestehen der Freien Volksbühne am Sonnabend, den 17. November, abends 812 Uhr, in der Brauerei Friedrichshain( nur für Mitglied.). Lyriker- Abend: Recitationen, Kammermusik, Vokalkonzert, ausgeführt von allerersten Gesangskünstlern. Nach dem Konzert: Tanz. Marken vom 1. November ab in allen Zahlstellen erhältlich. Man bestelle dieselben vorher. Die Mitglieder werden darauf aufmerksam gemacht, dass sie nur die Vorstellung ihrer Abteilung besuchen dürfen. Nachzügler haben kein Anrecht auf einen Platz im Theater und können besonders in der VI.Abteilung nicht berücksichtigt werden, da dieselbe gefüllt ist. Der Vorstand. I. A.: G. Winkler. Der weit über Bayerns Der Wurzelsepp ist nicht mehr. Gaue hinaus bekannte„ Wurzelsepp", der 1896 auf der Berliner Gewerbe- Ausstellung war, ist Sonntag, morgens 3 Uhr, in WesterDer mit Regenschauern verbundene heftige Sturm, der ham gestorben. Wer liefert nun den echten, unverfälschten„ GebirgsEnzian"? Dienstagabend und während der letzten Nacht wütete, hat in der Die Cholera in Judien. Nach einem dem Staatssekretär für Umgebung von Berlin manches Unheil angerichtet. Biele Bäume, Indien von dem Gouverneur von Bombay zugegangenen Telegranim material. Schmerzloſes Zahnziehen. Möbel besonders an Chauffeen stehende Obstbäume find umgebrochen sind in der mit dem 13. Oftober abgelaufenen Woche in der Präsidentschaft Bombay 183 Cholerafälle, Special- Geschäft für Die Hauptverhandlung gegen den Grafen Pückler- Klein- 108 Todesfälle, vorgekommen. In den Eingeborenenstaaten Tschirne, den Schriftsteller Otto Bödler und den verantwortlichen tamen nur wenig, vereinzelte Cholerafälle vor. In allen Distrikten Naturbutter Blütenbonig W. 4, bürgerliche Einrichtungen Redacteur der Staatsb.- 3tg." Dr. Bötticher wegen Aufreizung zum ist Regen sehr nötig. Von einigen leichten Schauern in Karnatat 592b] Joczes, Probuzna via Myslowitz. Fr. C. Schulz vorm. A. Rienz, Klaffenhaß findet am 26. Oftober, vormittags 11 1hr, vor der abgesehen, ist überhaupt kein Regen gefallen. worden. um die Reden, die Graf Pückler und Böckler in einer VolfsversammKünstliche Zähne 1,50, prima Heinemann, Ballifadenstr. 59, darunter zwischen Koppen- und Friedenstraße. 10 Pfd.- Colli M. 5,50 M. 7. Straffammer des Landgerichts I Berlin statt. Es handelt sich Der Kaffierer der Nationalbank in New York ist nach lung im Juli d. J. hier in Berlin gehalten haben, und um die Unterschlagungen in Höhe von ungefähr 3/4 Millionen Dollar flüchtig geworden. Wiedergabe dieser Reden in der Staatsb.- 8tg.". " Briefkasten der Redaktion. Die juristische Sprechstunde findet Montag, Donnerstag und Freitag von 7-9 Uhr abends statt. Dienstag, Ehrenpreis Brüssel 1900. Speck etter mager . Pfd. 65 Pf. 65 " " " " 45 55 " " 65 " " 55 " " 75 " 85 " 65 " 65 " Sächsische Blutwurst Thür. Rotwurst. Fleischwurst Hallesche Zwiebelwurst ff. Leberwurft. Braunschw. Mettwurst Polnische Mettwurst harte harte, 110 " 85 " " 110 " " " " Schlackwurstelde 85 Salami, weiche Klähn, Ostpreuß. Landschinken 90 Lindenstraße 10. Chauffeestraße 27. Alt- Moabit 15. ( 55952* Das Riesen- Stofflager Der Streit der Kettensprenger. Ein Mensch, der sich seiner Fesseln entledigt, ist immer unsrer Sympathien sicher. Nur handelt er unflug, wenn er mit Seinesgleichen in Unfrieden lebt. Und diesen bedauernswerten Fall erlebten wir gestern abend im Cirkus Busch, wo eine der Kapazitäten Berlins in der Person des E. S. 39. Um in Berlin Hebamme zu werden, meldet man sich Profeffors Hermann zum Volt herniederließ. Um über Herrn beim Bezirksphysikus Schulz am Tempelhofer Ufer 29; Frauen aus dem Professor Hermann näheres zu erfahren, braucht man nicht den Regierungsbezirk Potsdam melden sich bei ihrem Kreisphysitus. Diese erste Universitätskalender zu bemühen. Ihn drängt ein faustisches Streben; Meldung geschieht zum Zwede der Vorprüfung und Untersuchung. Hierauf die vier Fakultäten hat er satt, sein Reich ist die Magie. haben die Frauen beim Polizeipräsidenten und die aus dem Regierungsbezirk Potsdam beim Regierungspräsidenten ein Gesuch um Zulassung zur Nicht die, die auf Jahrmärkten sich mit armseligen Taschenspieler- Ausbildung einzureichen. Sodann erhalten Sie Bescheid, ob Sie angenommen Künsten begnügt. Darüber ist Hermann gleichfalls hinaus. Nur find oder nicht, und werden im ersteren Fall zu dem Kursus einberufen, ganz besondere Anlässe reizen ihn, sich der Menge zu zeigen. Und der jährlich vom 1. Oftober bis 31. März in der Charité abgehalten wird. so ein besonderer Anlaß war gegeben, als der Kettensprenger während der Zeit ihrer Ausbildung müssen die Frauen in der Charité Houdini von Amerika gekommen war und hier zunächst vor einem wohnen. Die Kosten für Ausbildung, Wohnung, Verpflegung und Instru hohen Polizeipräsidio, dann aber auch allabendlich im Wintergarten mente stellen sich auf etwa 300 M: Frauen im Alter von über 30 Jahren mit seinen Künften prunkte. Es braucht kein Mann von drüben her werden in Preußen zur Ausbildung nicht zugelaffen. N. 68. Ja, falls nicht etwa in dem Lehrvertrag das Gegenteil ver Krausenstr. 14 I. Etage, zu kommen, sagte sich Herr Hermann, um mit so was den einbart ist. Luife. Die Tochter fann Auseinandersetzung wegen des Berlinern zu imponieren. Das machen wir selber. Aljo mütterlichen Erbteils verlangen und auf Aussteuer tiagen. Um die Er fündigte er an, er werde bei Busch Ketten sprengen, daß es nur öffnung des Testaments herbeizuführen, ist erforderlich, daß sie die Sterbeso trache. Aber als er von einem Menager geleitet, sein Urtunde dem Amtsgericht überreicht und die Eröffnung beantragt. Werk in der Manege beginnen wollte, trat Herr Houdini aus dem Reichstag- Stadtb. 1. Reich ufw. 2. Bei dem Bau ist darauf keine Rücksicht ge Wintergarten ihm in den Weg und bot ihm 5000 m., wenn er feine, nommen. 3. Nein, dort ist keine bestimmte Scheidung der bürgerlichen Parteien. B. S. 58. Sie würden mit einer Schadensersatzklage nicht durchdes Amerikaners Fesseln an den Armen abstreife. Was Herrn Hermann bringen. Sie hätten im Termin beantragen können, die Ihnen erwachsenen bewog, dem verlockenden Angebot zu widerstehen, ist nicht ganz klar, Auslagen der Staatstaffe aufzulegen. Wissen ist Macht. 1. Wenn genug, er verzichtete auf den Vorschlag und ließ es bei den von ihm nichts vereinbart ist, so gilt für Handlungsgehilfen 6 Wochen Kündigungsjelber mitgebrachten Fesseln bewenden. Der Manager aber leistete frist zum Quartalsschluß. Ist bei dem Vertrag nichts vereinbart worden, fich ebenfalls aus unersichtlichen Gründen den wenig passenden Scherz, so ist der Handlungsgehilfe nicht frankenversicherungspflichtig, der Chef hat öffentlich zu bezweifeln, daß Herr Houdini Amerikaner sei, worauf dieser aber für den Fall einer Krankheit ihm das volle Gehalt bis zur Dauer von Schnurstracks den großen bunten Bürgerbrief vor den Augen des Publikums 6 Wochen zu zahlen. 2. I'm Arbeiterrecht( Diet' Berlag) sind diese Fragen auch Reste! ante Sugl felttabulig! ausbreitete. Im Zuschauerraum wurde es bereits fehr lebendig, als nebenbei erwähnt. Eine ausführliche Darlegung der Rechte und Pflichten der Handlungsgehilfen wird in einigen Monaten erscheinen. 901. Ja. Mocquett Plüsche 5,35 M. es den mehr oder minder zarten Bemühungen der Stallmeister ge= Sparenberg. Schriftliche Antwort erteilen wir nicht. Berlin gehört per Meter( 130 cm breit).[ 53578* lang, den Konkurrenten des Herrn Hermann zum Niedersehen zu be- zu teinem Regierungsbezirk, sondern bildet einen besonderen Verwaltungs- Mufter b. näherer Angabe franco. wegen. Nun begann die Vorstellung, in der wie im Wintergarten bezirt. Die Geſchäfte, die sonst einen Regierungspräsidenten en Der Emil Lefèvre, Oranienstr. 158. das eigentliche Abstreifen der Fesseln hinter einem Vorhang geschah. präsidenten zustehen, sind teils dem Polizeipräsidenten, teils dem Oberfertigt nach Mass unter garantiertem Sitz: Hochelegante Winterpaletots für 36 M. Hochelegante Anzüge für 30 M. Hochfeine Beinkleider für 10-12 M. Möbelstoffe!! Gelegenheitskauf: Landsbergerstr. 41, I. Teilzahlung. [* Jede Dame lese! Reisemuster, ausschl. Modelle. Jackets, schwarz u. farbig, v. M. 6,00 Jackets a.Sde, eleg.verarb., v. M. 10,50 Golf- Kragen, tarr. u.einf., v. M. 5,00 Frauencapes, 90-100cm I. v. 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