Nr. 251. Abonnements- Bedingungen: = Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 m., wöchentlich 28$ fg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagss Nummer mir tlluftrierter Sonntags Beilage, Die Neue Welt" 10 Pfg. PoftAbonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Eingetragen in der Post- Beitungs Preisliste für 1900 unter Br. 7971. Unter Kreuzband für Deutschland und Defterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Erscheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Dolksblatt. 17. Jahrg. wol and Dte Insertions- Gebühr beträgt für die sechsgespaltene Rolonel zetle oder beren Raum 40 Pfg., für politische und gewertschaftliche Vereinsund Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inferate für bte nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in derExpedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Kernsprecher: Bmt I, nr. 1508. Telegramm Adresse: " Bocialdemokrat Berlin" Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Fernsprecher: Amt I, Nr. 1508. Die Krisis in der christlichen Gewerkschaftsbewegung. Man schreibt uns vom Rhein: Es hat sich alles ganz folgerichtig entwickelt in der chriftlichen Gewerkschaftsbewegung. Sie ist Mitte der neunziger Jahre ins Leben gerufen worden von Männern der Kirche und des Cen trums zu dem eingestandenen Zweck, die katholischen Arbeiter durch die christlichen Sonderorganisationen von dem Uebergang zu den alten, Verbänden oder, was damit für gleichbedeutend gehalten wir, zu den Socialdemokraten abzuhalten. Sonnabend, den 27. Oftober 1900. treten ist, hatte nicht nur durch ihre Zahl, sondern auch durch ihre Einsicht und Entschiedenheit das Uebergewicht. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Fernsprecher: Amt I, Nr. 5121. d Politische Meberlicht. Berlin, den 26. Oftober. Ein glänzender Sieg. Aus Brandenburg wird uns telegraphiert: christlicher Bergleute, die, offenbar von einem Geistlichen verfaßt, fast wie eine Abbitte früherer„ Sünden" und wie eine principielle Wie die wirtschaftliche Selbständigkeit den christlichen Gewerk Gutheißung des Fuldaer Hirtenbriefs aussah. In München haben schaften das Unternehmertum als Gegner schuf, so mußte ebenso sich die christlichen Arbeiter für die Selbständigkeit der christlichen notwendigerweise der Verzicht auf die konfeffionelle und religiöse Gewerkschaften ausgesprochen, eine endgültige Stellungnahme aber Abgeschiedenheit die Herren von der Kirche aufregen. Gleich nach verschoben bis zu der demnächst in einer rheinischen Stadt zudem Frankfurter Kongreß tam die Mitteilung, daß die nächste fammentretenden Sigung des Centralausschusses christlicher GewerkBischofskonferenz in Fulda zu der Frage der christlichen Berufs- schaften. organisation Stellung nehmen werde. Das ist nunmehr geschehen. Wie sich die christlichen Organisationen zu dieser für sie sehr Mit derselben Entschiedenheit, mit der das Unternehmertum gegen wichtigen Frage stellen werden, ist nicht zu sagen. Entweder sie die christlichen Gewerkschaften vorgegangen ist, sagt der hohe Klerus bengen sich unter der von Fulda aus ergangenen Weisung ihnen die Freundschaft auf. Es ist dummes Gerede, ein Zeichen das wäre eine Verleugnung ihres Programms, ihrer Entwicklung, mangelnden Muts oder mangelnder Ehrlichkeit, wenn katholische ihres Daseins, mit ihrem Kredit bei der Arbeiterschaft wäre es vorAuf den Gegensatz zu den Socialdemokraten war denn auch das Blätter bon dem Fuldaer Hirtenbrief behaupten, er fei bei. Oder fie versagen den Bischöfen den Gehorsam, sie bleiben ihrem den christlichen Gewerkschaften von ihren geistlichen und welt- nicht gegen die christlichen Gewerkschaften gerichtet, sondern Programm und ihrer Entwickelung treu dann verlieren sie die lichen Gönnern gegebene Programm zugeschnitten: fte nahmen gegen die alten Verbände! Man lese die als Programm- Gunst des Klerus und des Centrums. Die eine oder die andre teinen Socialdemokraten als Mitglied auf; fie schrift geltende Broschüre der Gladbacher Richtung über die christlichen Möglichkeit muß der Sache der Klassenbewußten Arbeiterschaft zu stellten sich auf den Boden der bestehenden Gesellschaftsordnung Gewerkvereine, man lese die Verhandlungen des Frankfurter Kon- gute kommen. - was angeblich die alten Verbände nicht thun; sie verwarfen den greffes, man verfolge die Entwicklung der christlichen Organisationen Es giebt aber noch eine dritte Möglichkeit, der wir sogar den Klaffenkampf und wollten das hoben sie mit besonderem Nach in den letzten zwei Jahren und man wird finden, daß der Inhalt Vorrang der Wahrscheinlichkeit zuerteilen möchten: die chriftlichen drud hervor in Frieden mit den Unternehmern ihre gerechten des Fuldaer Hirtenbriefs Satz für Satz nichts weiter ist als eine Gewerkschaften begnügen sich mit einer vermittelnden Stellung Forderungen durchsetzen. So weit trieben anfangs die christlichen Berurteilung dieses Gladbacher Programms, dieser Entwicklung, wie nahme; ihre geistlichen Gönner setzen ihnen eine Resolution auf, die Gewerkschaften ihre Abneigung gegen alles, was sie für socialdemo- fie in den Frankfurter Verhandlungen zu Tage getreten ist. Aber den Bischöfen recht und den Arbeitern nicht unrecht giebt. Das würde kratisch hielten, daß sie auch von einem gelegentlichen Zusammen- nicht nur gegen dieses Programm und diese Entwicklung der christ- der Sache der christlichen Gewerkschaften auch nicht sonderlich nüßen. gehen mit den alten Verbänden, etwa bei Lohnbewegungen, nichts lichen Gewerkschaften richtet sich das Fuldaer Schreiben, nein, es ist auf alle Fälle aber haben wir durch den Zwischenfall, durch die wissen wollten. eine Verurteilung der selbständigen christlichen Gewerkschaftsbewegung Stellungnahme der Kirche und des Centrums zu den christlichen Centrum und Klerus nahmen sich mit Eifer der Gründung überhaupt. Oder kann der Satz des Hirtenbriefs:„ Die Fach- Gewerkschaften, eine Fülle agitatorischen Materials gewonnen, das solcher Organisationen an, und die Unternehmer förderten abteilungen in den Arbeitervereinen werden in ihrer allgemeinen uns in der politischen wie gewerkschaftlichen Bewegung große Dienste oder duldeten doch wenigstens die christlichen Berufsvereinigungen, Verbreitung den Beweis liefern, daß es keiner religiös- neutralen leisten wird. die mit ihren friedlichen und genügsamen Grundsäßen eine im Neufchöpfungen bedarf, um die... riellen Interessen der christKapitalistensinne erfreuliche Gegenwirkung auszuüben versprachen lichen Arbeiterschaft zu verteidigen und zu fördern, sondern daß auf die„ begehrlichen“ und„ hezerischen" Verbände unter" social- die katholischen Arbeitervereine befähigt und start genug sind, neben demokratischer Leitung". Aber es tam anders. Mit der Organisation der geistigen Wohlfahrt auch die materiellen Standesinteressen ihrer läßt sich heute doch nicht mehr spielen. Man konnte den gläubigen Mitglieder zu vertreten" kann dieser Saz, so fragen wir, einen Arbeitern Geduld und Genügsamteit, Interessengemeinschaft und andren Sinn haben, als den, daß dem hohen Klerus die christlichen Frieden predigen, man hat das auch reichlich besorgt in den christlichen Gewerkschaften überflüssig erscheinen? Und nicht nur überflüssig, Gewerkschaften aber man konnte nicht hindern, daß der Lauf der sondern auch gefährlich, da sie, wie in dem Hirtenbrief ausführlich Dinge, die Wirklichkeit und die Erfahrung des Lebens die wohl dargelegt wird, durch Interkonfessionalität und religiöse Neutralität gemeinten Lehren über den Haufen warf. Das Beispiel der klassen- wider unsre heilige Religion", die katholische Kirche fündigen! bewußten Arbeiterschaft, deren Einfluß sich die christlichen Organi- Zum Ueberfluß ist der Freiburger Erzbischof so gütig, denjenigen, fationen trotz alles Gegenarbeitens der Klerikalen„ Arbeiterfreunde" doch die den wahren Sinn des Fuldaer Hirtenschreibens nicht erfaßt In der am 18. Oftober d. J. stattgefundenen Hauptwahl ers nicht entziehen konnten, das Verhalten des Unternehmertums, das haben, die nötige Erläuterung und Deutung zu geben; er ist weiter hielten, von 20 059 abgegebenen Stimmen v. Löbell 7116, Bene den christlich bescheidenen Wünschen der gläubigen Arbeiter ebenso- so ehrlich, die Motive der Fuldaer Kundgebung mitzuteilen: Die hielten von 20 059 abgegebenen Stimmen v. Löbell 7116, Bene wenig Gehör schenkte, wie den Forderungen der Socialdemokraten- Furcht, daß die Organisationsbestrebungen der christlichen 9509 und Bode- Brandenburg( frf.) 3416 Stimmen. alles das brachte die christlichen Arbeiter ganz von selbst ab von dem Arbeiter den Socialdemokraten zu gute kommen. Darum zurück Der schöne Sieg wurde errungen trotz der schmählichsten WahlPfade der Genügsamkeit und des Friedens, das führte sie not in den Schafstall der katholischen Arbeitervereine, wo der Herr machenschaften der konservativen Gegner, die jede Niederträchtigkeit wendigerweise zur Ausübung des Klassenkampfs, mochten sie ihn auch Kaplan unumschränkt gebietet und die Verdummung der Arbeiter und jede Niedrigkeit aufboten, um ihre Landrats- Kandidatur zum programmatisch verwerfen. systematisch betrieben wird. Erfolge zu führen. Doch das arbeitende Volk des Wahlkreises Die Unternehmer waren die ersten, die gegen diesen Bruch Unternehmertum und Kirche haben sich von den christlichen Ge- hat den konservativen Bureaukraten, den reaktionären Streber der Abmachung aufbegehrten. Die christlichen Organisationen hatten werkschaften losgesagt, wie stellt sich min der Dritte im Bunde der zur Strecke gebracht. Er wurde zur Strede gebracht, obschon verheißen, im Gegensatz zu den alten Verbänden bescheiden und ruhig Arbeiterfreunde", das Centrum zu der Sache? Die„ Germania", er in der Angst um das Mandat zwischen Haupt- und Stichwahl zu sein, ihr Schicksal Gott und dem guten Herzen des Fabrikanten das Fraktionsorgan der Ultramontanen, schweigt. Sie hat aljo zu überlassen- und jezt stellten sie Forderungen wie die Social- offenbar nichts gegen die bischöflichen Kundgebungen einzuwenden. alle seine volksfeindlichen Ueberzeugungen abschwor. Sagte doch demokraten; sie erklärten den Streit als notwendige Waffe im wirt- Das führende Centrumsblatt am Rhein, die„ Kölnische Volts- Herr v. Löbell in seiner letzten Wahlerklärung: schaftlichen Kampfe, wie die Socialdemokraten; fie legten, wenn ihre zeitung", zieht es vor, sich dumm zu stellen; sie versichert immer Wie ich dies in meinen Wahlreden insbesondere in Brandenburg Forderungen nicht bewilligt wurden, die Arbeit nieder, wie die Social wieder, daß das Fuldaer Schreiben nicht gegen die christlichen Gewerk- und Rathenow gethan habe, erkläre ich auch hiermit ausdrücklich, daß demokraten, womöglich mit diesen zusammen! Ja, weshalb die schaften gerichtet und daß die Erläuterung des Freiburger Erzbischofs ich für eine gleichmäßige Berücksichtigung der Interessen der Induſtrie und der Landwirtschaft bei Regelung des Zolltarifs beziehungschristlichen Arbeiter denn noch anders behandeln als die Social- irrig sei. Wenn man nicht annehmen will, daß der Segen des weise dem Abschluß von Handelsverträgen unbedingt eintreten demokraten, wenn sie dem kapitalistischen Geldsack nicht minder ge- Papstes die Einsicht des rheinischen Blatts ungünstig beeinflußt hat, und insbesondere in Rücksicht auf die große Industrie meines fährlich zu werden anfingen? Und so tam es. Die christlichen dann bleibt nur die Annahme, daß die„ Kölnische Volkszeitung" die Wahlkreises einer derartigen Erhöhung der Getreide Agitatoren und Streilleiter wurden gemaßregelt, den Arbeitern bischöfliche Kundgebung absichtlich mißdeutet, um den unangenehmen zölle, daß dadurch der Abschluß von Handels wurde der Eintritt in die christlichen Organisationen untersagt, die Eindrud, den das Vorgehen des preußischen Episkopats auf die verträgen mit langer Bindung für die Industrie schwarzen Listen traten gegen sie in Kraft, und in ihren ge- Arbeiter machen muß, abzuschwächen ein Versuch, den man vom unmöglich gemacht würde, meine 8 ustimmung verheimen und nicht geheimen Erlassen verfehmten die Unternehmer die ultramontanen Standpunkt begreifen, aber vom christlichen Stand- agen würde... Ich habe rundweg abgelehnt, dem Bunde der Landwirte oder irgend einer Parteigruppe christlichen Organisationen ganz genau wie diejenigen, die sie als punkt nicht entschuldigen kann. irgend welche bindende Erklärungen über meine zukünftige socialdemokratisch bezeichneten. Mit der anfänglichen Gunst und politische Haltung in Einzelfragen abzugeben. Im Duldung der Unternehmer gegenüber den christlichen Gewerkschaften übrigen habe ich aus meinem politischen Standpunkt niemals einen war es ein für allemal aus. Hehl gemacht, habe oft genug betont, daß ich kein einseitiger Interessenpolitiker bin, sondern das Wohl der Gesamtheit und aller einzelnen Eriverbsstände zu fördern suchen werde, habe u. a. mich auch auf den Boden des geltenden Reichstagswahlrechts und der bestehenden Koalitionsfreiheit geftellt." -In der am heutigen Freitag stattgefundenen Stichwahl zur Reichstags- Erjazwahl im Kreise Brandenburg- Westhavelland erhielt Generaldirektor v. Löbell Charlottenburg( f.) 10 184, Schriftsteller Be u 3- Deffau( Soc.) 10896 Stimmen. Somit ist Pens( Soc.) gewählt. Die Centrumsblätter, die in der Gewerkschaftsfrage die Aachener Richtung, den Standpunkt des Pfarrers Drießen vertreten, froh locken über die„ Niederlage" der Gladbacher; sie vergessen, daß der Die wirtschaftlichen Stämpfe, zu denen die christlichen Organisationen Fuldaer Hirtenbrief nicht die eine oder die andre Richtung, sondern wider den Willen ihrer Gründer und Gönner getrieben wurden, und jede christliche Berufsvereinigung verurteilt, die über die Fachdie terroristischen Reibereien des Unternehmertums mußten von abteilungen in den katholischen Arbeitervereinen hinausgeht. selber den Gedanken zeitigen, daß die Betonung der religiösen Ein andrer Teil der Centrumspresse heißt die bischöflichen KundMomente für die Verfechtung der materiellen Interessen wenig oder gebungen, das Fuldaer Schreiben wie die Freiburger Erläuterung, Doch alle List und alle Wahlmache nüßten nichts. Unser gar nichts nüße; ja, die religiöse oder konfessionelle Isolierung rüdhaltlos gut. So die Rheinische Volksstimme", das bekannte ward der Sieg. mußte sich mehr und mehr als hinderlich und schädlich herausstellen centrums- agrarische Blatt, das aus seiner Arbeiterfeindlichkeit und 1896 bei einer Nachwahl hatte die Socialdemokratie zu m angesichts der Notwendigkeit, mit andren Organisationen zufammen seiner Abneigung gegen jede Arbeiterorganisation nie ein Gehl erstenmal diesen Wahlkreis erobert. Unfre Partei siegte mit zugehen, wenn man überhaupt etwas erreichen wollte. Man gab gemacht hat und das jetzt, wo es die Autorität der Kirche für sich 9720 gegen 9685 konservative Stimmen. die dogmatische Bedeutung des Worts, christlich" völlig preis, hat, eifriger als je über die gewerkschaftlichen Bestrebungen der Es gelang der Reaktion, uns diesen mit geringer Majorität geman verlangte von den Mitgliedern nicht das Bekenntnis auf einen Arbeiter herzieht. Dann ist die in Bonn erscheinende„ Deutsche bestimmten Glauben, sondern nur, wie es in der Gladbacher Reichszeitung", die sich unumwunden auf die Seite der Bischöfe stellt. wonnenen Wahlkreis nochmals abzujagen. 1898 siegte in der StichBroschüre über die christlichen Gewerkvereine heißt: Die An- Das Blatt weist es mit Entschiedenheit zurück, als ob das Fuldaer wahl v. Löbell mit 10 708 über Peus mit 10 542 Stimmen. Jest beträgt unfre Majorität 700 Stimmen. Damit ist der erkennung des von Gott gegebenen Naturrechts und damit der Schreiben nicht gegen die christlichen Gewerkschaften gerichtet sei; natürlichen Gesellschaftsordnung" und überließ es dem Einzelnen, die Deutsche Reichszeitung" läßt nur tonfessionelle, also katholische Wahlkreis für alle geit uns verfallen und kein Landrat was er sich unter diesen dunklen Worten denken wollte. In Ver- Organisationen gelten und verurteilt die interkonfessionellen, christ- wird je wieder aus Brandenburg in den Reichstag ziehen. jammlungen konnte man christliche Agitatoren sagen hören: Die Be- lichen Gewerkschaften als eine Gefahr für die katholische Sache. Der Sieg, den unsre Partei erfocht, offenbart die unsägliche zeichnung„ chriftlich" für unsre Organisationen ist überhaupt über- Im allgemeinen findet man in der Presse des Centrums mehr Thorheit unsrer Gegner, die vermeinten, in weltpolitischer flüssig; was wir erstreben: die Besserung der Arbeiterlage, ist Bustimmung als Ablehnung gegenüber dem Fuldaer Hirtenbrief; masterade werde dem deutschen Volk die Reaktion und Uneinfache Menschenpflicht, ist einfach vernünftig; man hörte christliche ehrlichen und entschiedenen Widerstand trifft man nirgend in den kultur liebenswerter erscheinen. Der Sieg, erfochten in einem Führer es waren das immer Arbeiter verkünden, daß die ultramontanen Blättern. Was die Organe der christlichen Vereine Entzweiung der Arbeiter nach Partei und Glauben ein lebel sei, betrifft, so ist es auffallend, daß die„ Westdeutsche Arbeiter- Zeitung", stark landwirtschaftlichen Wahlkreis, bedeutet zugleich eine Ab. die christlichen Sonderorganisationen dürften nur als zeitlicher Not- das von Giesberts geleitete Blatt der Gladbacher, bis jetzt noch fage der Bevölkerung an die agrarischen Pläne, behelf gelten, das Ziel alles Strebens müsse die einheitliche neutrale nicht einmal Stenntnis den bischöflichen Kundgebungen das Volk durch erhöhte Koruzölle auszuhungern und Industrie und Die Enthüllung der 12 000 MarkOrganisation fein! genommen hat! Der Bergknappe", das von Brust geleitete Handel tödlich zu treffen. Auf dem Kongreß der christlichen Gewerkschaften, der zu Pfingsten Verbandsorgan der christlichen Bergleute, brachte einen sehr entschieden Geheimnisse des Neichsamts des Junern dürfte die konservative in Frankfurt a. M. stattfand, waren die Verhandlungen durchweg auf lautenden Artikel gegen das Fuldaer Schreiben, das aber zum Teil Niederlage endgültig besiegelt haben. diesen Ton gestimmt. Es wurden zwar abweichende Meinungen, laut, wieder aufgehoben wurde durch eine den Erlaß des Freiburger Erzaber die Richtung Giesberts- Brust, worin die freiere nichauung ver- bischofs betreffende Erklärung des Vorstands des Gewerkvereins von Wir marschieren! Ter Kampf um PosadowSky. Während die gesamte Presse der Linken den 12 000 Mark-Handel des Reichsaints dcS Innern mit dem Centraitierband der Industriellen aufs schärfste verurteilt— wenn auch nicht überall aus aufrichtiger Ueberzeugung— während auch das gesamte Ausland sich mit diesem Skandal anklagend beschäftigt, ist die agrarisch- konservativ« Presse lediglich bemüht, den Grafen PosadowSky zu retten. Sie findet dies« Zahlung des Centraiverbands gänzlich einwandSfrei, um so nichts« würdiger aber die Infamie, dast man diese» reinliche Geschäft auf» gedeckt hat. Die Moral ist, wie man sieht, nicht nur in der Weltpolitik ausgeschaltet, sondern auch für die innere Politik. Erlaubt ist alles � außer die Demission deS 10 Mark-Zoll-Grafen. Es gehört eine Stirn dazu, wenn derselbe Frhr. v. Zedtttz jetzt in der„Post" über die schlimmen Jntriguen gegen den Grafen PosadowSky zetert, dem wir das Honorar für seine Kanal-Jntriguen ziffernmäßig nachgerechnet haben. Die„Deutsche Tageszeitung" malt die Jntrigue, wie folgt, phantasiereich auS: „Wenn Graf PosadowSky jetzt seinen Abschied zu nehmen gezwungen würde, dann hätte eine der schlimmsten Jntriguen, die je gesponnen worden sind, einen glänzenden Sieg gefeiert, und es wäre für die Intriganten damit viel erreicht. Sie rechnen damit, daß jederNachfolger des Staatssekretärs sich erst in die schwierige und ungeheuer umfassende Materie einarbeiten müßte. Selbst- verständlich würde dann die bisherige Vorarbeit preisgegeben und m eine grundsätzliche neue Bearbeitung der ganzen Frage eingetreten werden müssen. Die Zeit des Ablaufs der Handelsverträge rückt nahe heran. Der Reichstag muß sich im nächsten Jahre niit der Sache beschästigen, wenn rechtzeitig die Verträge gekündigt werden sollen. Muß ein Aufschub infolge des Wechsels in der Leitung deS ReichsamtS des Innern eintreten, so wird man zur rechten Zeit nicht ferfig sein; eine Kündigung der Handelsverträge kann nicht erfolgen. man wird sie stillschweigend auf ein Jahr weiterlaufen lassen müssen, und damit ist Zeit gewonnen für eine den Wünschen der Intriganten entsprechende Regelung der Sache. Das hat man sich so schön gedacht, und deswegen fcheute man sich nicht, sich eines Mittels zu bedienen, das von allen anständigen Leute» für gemein gehalten wird." Das agrarische Blatt setzt, wie man erkennt, alle seine Brot- wuchcrhoffnungen auf die zwei Augen des Grafen PosadowSky; deshalb darf er den moralischen Tod jetzt nicht sterben. Nach den Dar- legungen der„Deutschen Tageszeitung" aber ist der Staatssekretär so unentbehrlich, daß die ganze Regierungsmaschinerie stocken würde, wenn der Graf plötzlich den physischen Tod erleiden würde. Der Bund der Landwirte scheint wirklich hohe Agitationssummen im Neichsamt des Innern angelegt zu haben. Die„Kreuz-Zcitung" kritisiert ganz zutreffend die Moral mit doppeltem Boden, wie sie dem Liberalismus eigen ist; sie schreibt: „Die„National-Zeitung" gicbt übrigens zu, daß für den Kampf um die Flotte in der That andre als die spärlichen Mittel deS Dispositionsfonds verwendet seien, d. h. daß die Regierung, um für die Flottenvorlage Stimmung zu machen, auch die von privaten Vereinigungen ihr geivährte Hilfe gern angenommen habe; sie meint aber, daß dieser Fall ganz anders liege, weil die Hilfe in aller Ocffentlichkeit durch den zu diesem Zweck gegründeten Flottenveresii gewährt worden sei. Das heißt also mit andren Worten: Eine an sich vom moralischen Standpunkt verwerfliche Handlung wird dadurch entschuldigt, daß sie in voller Oeffentlichkeit vorgenommen wird. Wir haben für eine derartige Auffassung kein Verständnis." Das sind wertvolle Geständnisse. Wir haben niemals daran gezweifelt, daß in unsrer gesamten Politik die Jnteressentengelder die Hauptrolle spielen. Es wird im Gedächtnis behalten werden, daß in dem Verzweifliingskainpf um PosadowSky die Liberalen und Kon- servatiben das offene Geheimnis jetzt zugestehen. Der Unterschied zwischen dein Fall PosadowSky-Bncck und dem allgemein üblichen Verfahren besteht eben mir darin, daß man die Vermutung diesmal urkundlich beweisen kann. Ganz in das agrarische Horn bläst die„Germania", das Central- orgail des Centrums, das über der Rettungsaktion für den Hochschutzzöllner völlig vergißt, ein Urteil über das Verfahren des ReichsamtS des Innern zu fällen. Das katholische Blatt scherzt, die Socialdemokratie stehe im Dienste deutscher Industrieller, und be- schäftigt sich dann ausschließlich mit der Industrie. So völlig agrarisiert ist das Centrum, daß e« kein Wort des Tadels findet über dieses Gcldverhältnis der Regierung zu den Scharfmacher», aus dem die Konter-Socialreform entsprungen. Für einen zehn Mark-Zoll opfert das Centrum die ganze Social- r e f o r m. Dunkle Andeutungen macht die„Tägliche Rundschau" über die Geheimabsichten, die man mit der Zuchthansvorlage verfolgt habe. Das Blatt läßt sich von„nationaler" Seite erzählen: Friedrich Wilhelm!?. Am Freitag ist in der SiegeSallee ein Denkmal Friedrich Wilhelms IV. enthüllt worden, das von Karl Begas ausgeführt worden ist. Als Ergänzung zu dem Werk des Bildhauers seien ein paar Dokumente als Beiträge zu einem litterarischcn Denkmal des Fürsten wiedergegeben. Den Kronprinzen charakterisierte Hoffmann von Fallersleben mit folgenden Versen: Es war einnial ein kleiner Prinz, Dem war es angeboren, Und Hof und Hauptstadt und Provinz Gebraucht« nichts als Ohren. Er sprach bei Tag, er sprach bei Nacht, Die Länge und die Breite, Er sprach, noch eh' er aufgemacht, Demosthenes der Zweite. Deklamieren Und Parlieren, Ei. was spricht der Prinz so schön! Er sprach wohl hin. er sprach wohl her, Er fprach von großen Thaten. Und wie das Volk so glücklich wär' In seiner Hoheit Staaten; Er sprach von Gott und Ewigkeit Und von dem Kohl im Garten. Er sprach von einer neuen Zeit— Nur müßten sie noch warten. Deklamieren Und Parlieren, Ei. was spricht der Prinz so schön! Er sprach um eins, er sprach um zwei, Der Thron ward zum Katheder,', Und denkt Euch nur: das Volk war frei, Den»— hören durfte jeder! Zwar war bei Hof und in'der Stadt Die Hälfte taub geworden. Doch iver die längsten Ohrel, hatt'. Der kriegte einen Orden. Deklamieren Und Parlieren, Ei, ivas spricht der Prinz so schön! „Hiernach steht die ganze Bewegung deS Jahrs 1898/99, soweit> sie mit der Zuchthausvorlage zusammenhängt, in einein niehr als eigentümlichen Lichte.... Es kommt nicht darauf an, jetzt einzeln« Personen oder Zeitungen an den Pranger zu stellen, es kommt darauf an, den letzten Gedanken zu ergründen, von dem die ganze Treiberei jener Tage«ingegeben tvar. Wir sind weit entfernt, den Staatssekretär belasten zu wollen, als habe er dieses Endziel der Bewegung mit im Auge gehabt. Aber ab- streiten wird sich nicht lassen, daß es darauf abgesehen war, itnser konstitutionelle» System tu«tue Krisis hineinzutreiben, bei der die freiheitlichen Errungenschaften der Verfassung samt und sonderö in Frage gestellt worden wären. Nachdem wir aber iin Laufe der 90er Jahre nicht einmal, sondern unsres Erinnern» bereit« dreimal— in Wirklichkeit vielleicht noch öfter. hart an diesem Abgrnnd der VerfaffnngskrisiS vorbeigegangen sind, wird es sich doch empfehlen, daß das Parlament sich dein- nächst einmal gründlich mit dem andern verantwortlichen Faktor der Gesetzgebung darüber ausspricht, ob e« nicht gemeinsame Aufgabe ist, derartige innere Konflikte und Katastrophen jederzeit im Keim zu ersticken. Andernfalls muß daS Parla- ment eben seine Konseq Uenzen daraus ziehen, wenn die Rei chS v erw a ltun g S i nsta nz nicht un- zweifelhaft zuverlässig in dieser Beziehung sich erweist." Diese Andeutungen besagen: Die ZuchthanSvorlage war nur ein Mittel für andre Zwecke, sie sollte als Hebel für einen Staats- streich dienen. Nach den Versicherungen der„Täglichen Rundschau" ist das ganze Staatswesen seit Jahren von unterirdischen Strebungen unterminiert, eS ruht auf der unablässigen Gefahr einer Revolution von oben. Das sind Anschauungen, dies wir oft genug ausgesprochen haben, jetzt werden sie von„nationaler" Seite bestätigt. Der„NeichS-Anzeiger" meldet bis jetzt Iveder die Entlaffung deS Herrn v. Woedtke, noch die Erkrankung des Grafen PosadowSky. Das„Berliner Tageblatt" versichert bereits, der Staatssekretär des Neichsamt« der Scharfmacher werde nicht dennssionieren, er werde auf seinem Posten bleiben, allerdings zugleich an sich eine Art Selbstkasteiung zur Sühne der Sünden vollziehen. Das Blatt schreibt: „Aus verschiedenen Anzeichen glauben wir schließen zu dürfen, daß der Staatssekretär des Inner» Graf Posa« dowsky den Fall Bucck-Woedtke nicht so auffaßt, daß er wegen desselben zurücktreten müsse. Graf PosadowSky glaubte, als die Arbeitswilligen- alias Zuchthansvorlage die erste Lesung im Reichstag passiert hatte, den Wünschen des Kaisers zu entsprechen, wenn er alles daransetzte, um die Vorlage dnrchzubringcn. Herr von Woedtke, sein erster Mitarbeiter, glaubte»och ein Uebriges thun zu müssen, und so kam es zu jener Affaire Bueck-Woedtke.... Graf PosadowSky hält sich für stark genug, dem Ansturm, der sich im Reichstag gegen ihn richlen wird. Widerstand leisten zu können, und will feine gewaltige Arbeitskraft dem Reichskanzler nicht entziehen.... Der von andrer Seite gekommene HiniveiS, daß e» doch bald zu Friktionen zwischen dem Reichskanzler und seinem Stellvertreter kommen werde, erscheint manchem um so sicherer auSgischlosfen, al» Graf PosadowSky, wie wir von einer mit feinen Intentionen wohlvertrauten Stelle vernehmen, keineswegs die Aspiratlon hegt, auch fernerhin einen so großen Einfluß auSzu« üben wie unter dem Fürsten Hohenlohe; der Staatssekretär de? Innern ist vielmehr ganz von der Richtigkeit der Erklärungen burchdriliige», die Graf Büloiv in der Dienstags- sitzung des Staatöministerinms abgab, und hält e« für selbst- verständlich, daß Graf Büloiv nicht bloß als leitender Staats- mann gilt, sondern dies auch wirklich ist. Graf PosadowSky will also seine Stellung behaupten." Das heißt: der Graf will zwar Aint und Gehalt behalten, im übrigen aber werde er sich zum Handlanger des Grafen Büloiv erniedrigen. Das soll seine Strafe sein! Wir iverden sehen, ob diese famose Rettung deS Grafen durch edle Selbstverleugnung in der That zur Wahrheit werden wird. Wahrheit über China. In der angesehenen englischen Zeitschrift„Fortnightlh Review" spricht sich Sir Robert Hart über die Chinawirren aus. Er bezeichnet die Boxerbewegung als eine nationale Er- Hebung, die von der chinesischen Regierung angeregt und begünstigt wurde, weil sie die Ueberzeugung gewonnen hatte, daß nur ein großangelegte« freiwillige« WehrfystemdaS Reich gegen die Eingriffe der Fremden sicherstellen könne. Die Boxer- bewegung wurde von einigen fremden Gesandten als sehr bedeutsam betrachtet, aber etwaige darau» entstehende Ein Portrait de» Königs von Karl Marx. Karl Marx hat in seinen Aufsätzen über die Revolution und Konterrevolution in Deutschland 18S1 von der Persönlichkeit Friedrich Wilhelms IV. die folgende Schilderung entworfen: „Wenn Ludwig XVI., Donis le D#sir<, ein einfacher, anspruchsvoller Einfaltspinsel war, seiner eignen Nichtigkeit halb bewußt, ohne bestimmte Ideen.... war Friedrich Wilhelm le I)e8irs(der Ersehnte) ganz andrer Art. In dilettantischer Weise hatte er sich mit den Elementen der meisten Wissenschaften bekannt gemacht und hielt sich daher für kenntnisreich genug, sein Urteil in jeder Sache für entscheidend anzusehen. Er war überzeugt, er sei ein Redner ersten Range«, und e» gab sicher keinen Handlungsreisenden in Berlin, der ihn an Fülle vermeintlichen Witzes oder an Geläufigkeit im Sprechen übertreffen konnte. Und vor allem hatte er seine Ideen.... Der König sollte der erste Edelmann deS Reichs sein, umgeben zunächst von einem glänzenden Hofstaat mächtiger Vasallen, Fürsten. Herzoge und Grafen, und dann von einem zahlreichen und reichen? niederen Adel.... Kaum war da« Mundwerk de« neuen KönigS durch den Tod seine« Vater« entfesselt, da macht« er sich auch schon daran, seine Intentionen in Reden ohne Zahl zu verkündigen.... Friedrich Wilhelm IV. besaß zu viel von jener Verachtung für bareS Geld, die feit jeher da« edelste Erbstück der Söhne'der Kreuz- fahrer gewesen ist. Er fand bei seiner Thronbesteigung ein kost- spielig. wenn auch knmiserig eingerichtete« Regierungssystem vor, und einen mäßig gefüllten Staatsschatz. Nach zwei Jahren war jede Spur eine« UeberschuffeS in Hoffesten, königlichen Reisen, Gnaden- gaben, Unterstützungen an hungernde und lungernde, schmierige und gierige Adlige usw. aufgegangen und die regelmäßigen Steuern genügten nicht mehr für die Bedürfnisse de» Hof« und der Regierung. Au» den Tagen de» Wahnsinn». „Der Kranke verrichtet seine Funktionen, spricht aber verwirrte Worte und Dinge, legt die Hand an den Kopf und lamentiert, ei» Zeichen, baß er seinen Zustand fühlt."(Leopold v. Gerlach« Denk- Würdigkeiten 8. Oktober 18S7.) „Bei den Konferenzen gestern hatte Edwin Mantenffel stet« die arribre pensäo(Hintergedanken), dem Prinzen(Wilhelm) über den Koustitnttonseid hinivegzuhelfen und so mit der unpreußischen und verderblichen Berfaffung abzufahren... Ich halte aber 1. den Prinzen nicht für geneigt, einen solchen eoux d'ötat(Staatsstreich) durchzuführen... 2. WaS ist denn aber unser Konstittltionalismu«? Die Spitze ist ihm abgebrochen nach verworfenem Wirren wurden erst im September erwartet, und alle War- nun gen blieben unbeachtet. Hart meint, die Boxer hätten nur Schlappen erlitten und in einer nicht sehr fernen Zukunft würden zwanzig Millionen derselbe» mit gefähr- licheren Waffe» als Speere» entschloffen sein, die Politik „China für die Chinesen, hinan» mit den Fremden!" durch- zuführen. Damit bestätigt auch Sir Robert Hart, der Letter de« chinesi- schen Zollwesens seit Jahrzehnten, einer der trefflichsten Kenner der chinesischen Verhältnisse, durchaus die von un§ vertretene An- schaunng über Ursprung, Wesen und Zukunft der chinesischen Erhebung gegen die Fremden.� Die europäischen Regierungen aber, insbesondere die deutsche Regierung, beharren jetzt darauf, die BerständniSlosigkeit der Pekinger Gesandten zum Muster ihrer Chinapolitik zu nehmen. Unheilvollste Folgen können nicht ausbleiben.— Einen neuen bemerkenswerten Beitrag zu der Frage: Wer sind die Schuldigen? erbringt der frühere deutsche Gesandte in Peking-, Herr v. B r a n d t, in einem Artikel der soeben erschienenen Nummer der„Nation". In einer Besprechung der Forderungen, die von den Gesandten im Auftrag der Mächte an China gestellt worden sind, sagt Herr v. Brandt: „Ganz besonders schwierig wird sich die Frage wegen der Etablier ung dauernder Schutz wachen der Gesandtschaften gestalten, wen» auch nicht während der ersten Zeit, so doch späterhin. Und sie wird dadurch nicht er- leichtert iverden, daß die Verivendiing der Schntzivachen der Ge- sandtschaften i m I u n i d. I. nicht eine solche gewesen ist. wie sie sich nach dem Völkerrecht rechrfertigt. Die ersten Angriffe auf die Gesandtschaften haben am 20. Juni stattgefunden, aber schon i» der Zeit vom 14. bis zum 17. Juni sind zahlreich« Chinesen, angeblich Boxer, von den Schntzwachcn der Gesandtschaften und Privat- Personen, die sich den ersteren angeschlossen hatten, auf den Straffen nnd in Tempel» niedergemacht worden. In manchen der von Augenzeugen ungeführten Fälle kann die Eiitrüstmig über den Mord und die Mißhaiidliiiig eingeborener Christen als Erklärung und Entschnldigung dienen, aber wenn, w i e d t e s leider unzweifelhaft scheint, von der Stadtmauer der Tatarenstadt mis auf die in der Chinesenstadt exerzierenden Boxer geschossen wird und etuige vierzig der- selbe» getötet werden, ohne daff die Leute den fremden Angreifern auch«nr die geringste Veranlassung geacbcu hätten, so kann man daS dringende Verlangen der chinesischen Behörden nach der Entsermmg der Schutzwachen wohl auch aus andren Gründen als dem ihnen untergelegten erklären, die Gc- sandtschaften wehrlos machen zu wollen." •« » Deutsches Zleich. Da» kleine rcichsländische Socialistengesey. Ans Straßburg i. E. wird uns vom 23. Oktober ge- chriebcn: Wie ich dem„Vorwärts" bereits berichtete, hat daS Ministerium ür Elsoß-Lothrtnaen von der ihm nach§ 2 de« neuen reich«- ländischen Preßgesetze» vom 8. August 1898 zustehenden Besugm»: „die Verbreitung einer außerhalb de« Retch»gebi«t« herausgegebenen Druckschrift oder einzelner Teil« einer solchen in Elsaß-Loihniigen zu verbieten," dieser Tage zum erstciiinal i» einer Weise Gebrauch gemacht, die eine einschneidende priucipielle Acnderung in der Handhabung dieser auS den Zeiten der chwärzesten Reaktion des zweiten Kaiserreichs stammenden und in die gefctzliche Ncn-Ordnung der Preßverhältnisse unsreS Landes mit hertibergenommenen Schutzbeftimmung bedeutet. Bisher hatte man sich vernünftigerweise darauf beschränkt, das Verbot gegen Druckerzeugnisse französischer Herkunst in An- Wendung zu bringen, während da« Ministerium e« jetzt für gut be« funden hat, zivei Zeitungen italienischen Ursprungs, dem in Rom erscheinenden ,. Avanti" und der„Giustizia" in Rcggio Emilia, den Ucbertritt auf reichsländisches Gebiet zu verwehren. Eine derartige Anwendung der erwähnten Prohibittönsbefugnis steht im direkten Widerspruch, ivcnn nicht mit dem Wortlaut, so doch mit dem S i n n des 8 2 unsres PrcßgesetzcS, dessen Zweckbestimmung von Anfang a» nur sein konnte: die Abivehr der von Frank- reich her gegen die Bereinigung Elsaß-Loth- ringe iis mit dem Reich, also gegen die durch den Frankfurter Friedensvertrag geschaffenen neuen staatsrechtlichen Verhältnisse des Lands gerichteten Agitation. Jeder Zweifel an der Nichtigkeit dieser Auffaffung erscheint unS von vornherein ausgeschlossen. Schon in den dem Reichsgesetz über die Presse vom 7. Mai 187« beigegebenen Motiven wird der im§ 31 ausgesprochene vorläufige Ausschlnh Elsaß-LothringenS vom Geltungsbereich deS Gesetzes lediglich mit der Notwendigkeit von Abwehrmitteln gegen reichsfeindliche, die neue staatS- Verantwortlichkeitsgesetz...». Ist aber noch die Frage, ob uns der KonstituttonalismuS nicht noch gute Dienste thun wird. Einmal schützt er uns vor einer ferneren Konstitutton und dann könnte das... Herrenhaus doch vielleicht Willkürlichkeiten entgegentreten.(Ebenda 11. Ott. b7.) (Der König) spricht mehr, im Anfang zusammenhängend, dann verivirrt. Fragen nach Zeit und Dauer der Krankheit.... dann aber wieder eine willkürliche Sprache mit erfundene» Motten und Phantafie-Bildern... dabei leidlichen Appetit.(Ebenda 14 Ott. V7.) „Die Landesangelcgenheiten beschästigen den kranken Herrn. Er spttcht von Dingen, die er vor bat, und die er nicht zu Ende bringen würde, weil ihm so viel Hindernisse in den Weg gelegt würden. Dann klagt er über den Kopf.... Die Reden und die Bettvechse« lung der Worte sind oft sehr merkwürdig. Der König sieht zivei neue Vasen, die sie ihin hingestellt haben.„DaS ist ja sehr schön, daS sind ja zwei ganz neue— Freimaurer". So liegt ihm die Zu- kunft der Kirche auf dem Herzen."(Ebenda 19 Ott 67.) „Auf die Rede(der Königin), daß er(F. W. IV.) sich damit (mit RegierungSgeschüften) keinesfalls befaffen dürste und daß er Wilhelm damit beauftragen sollte, habe er ein unwillige» Gesicht gemacht und von bei lebendigem Leibe begraben und dergleichen geredet."(Ebenda 21. Ott. 67.) „Der König wußte nicht, Ivas daö Neue PalaiS war.... Ost ist er(ehr tranrig und sagt, er würde in dieser elende» Verfassung bleiben, setzt dann hinzu:„Bete, bete für mich, ich thue e« auch." Dann aber schlägt er es fich wieder aus dem Sinn und ist heiter... der gute, freundliche, edle, dicke Herr."(Ebenda V. November 1857.) „Durchsicht der Papiere im Potsdamer Schloß. Diese von Witz überlaufenden Briefe und der jetzige Zustaub des armen Herrn... Der König ist die letzten Tage sehr unruhig und aufgeregt ge- wesen... Es ist Gefahr des Blödsinn» oder Wahnsinns." (13./1S. September 1859.) „Wenn er im Bette liegt, faltet er die Hände und ruft in einer Att von Hast Gottes Erbarmen an und sagt dann öfters wiederholt Amen."(30. September 1859.) «Es war 12Vs Uhr geworden, da röchelte der König»och ein- mal und verschied kurz nach 12»/« Uhr. Der Herr hatte»SV, Jahre als König gelebt, aber eigentlich nur 18 Jahre regiert. Was hat cr alle» in dieser Zeit durchgemacht, wie viel« betrogene Hoffnungen. wie manche Schlväche». Versündigungen aber er hicll doch stets fest an dem Herrn, de» er vor den Menschen bekannte; erfühlte tief, daß cr ihm gegenüber ein anner Sünder wäre."(Ebenda, 2. Januar 1861.), rechtliche Stellung deZ Lands gefährdenden Machinationen von fron» zösischer Seite begründet. Es'heiht darin in dieser Hinsicht: «Die Uebertragung des Entwurfs auf Elsah-Lothringen würde ohne den gleichzeitigen Erlaß ergänzender Bestimmungen nicht zu« lässig sein,' weil die Gewerbe-Ordnung im Reichslande noch mcht gilt. Abgesehen hiervon aber gestatten die offenkundigen Bestrebungen, welche daselbst gegen die Bereinigung' des Landes mit Deutschland thätig sind, und die mächtigen in das Ge- biet der internationalen Politik zurückgreifenden Anlehnungen, welche diesen Bestrebungen zu Gebote stehen, eS gegenwärtig mcht, die Mittel auS der Hand zu geben, welche die französische Preß« gesctzgebung zur Verhütung deZ Mißbrauchs im Sinne dieser Bestrebungen gelvährt. Die Verhältnisse in Elsaß- Lothringen müssen weiter geklärt sein, wenn die Einführung des vorliegenden Gesetzes mit' dem Interesse des Reichs vereinbar sein soll." Aber auch die vom Ministerium für Elsaß-Loth- ringen s e l b st dem nunmehr seit zwei Jahren in Kraft befindlichen neue» reichSländischen Preßgesetz beigegebene Be- griindung spannt den Rahmen der Anlvendbarkeit deZ in Frage stehenden Vcrbreitungsverbots gegen«außerhalb des Reichsgebiets heraus- gegebene Druckschriften" keineswegs weiter, beschränkt ihn vielmehr ausdrücklich auf die Zwecke der auch vom Reichstag für notwendig erachteten Abwehrmaßregel» gegen etwaige von Frankreich aus- gehende deutschfeindliche Machenschaften: «Die unmittelbare und vorbehaltlose Einführung' des deutschen Preßgesetzes— so heißt es dort— erscheint in Eliaß-Lothringe» nicht angängig, da einzelne Bestimmungen des Reichsrechts den Forderungen, ivclche nach den im Reichsland gegebenen Verhält »issen zu stellen sind, nicht genügend Rechnung' tragen. Noch heute sind, namentlich von außen her, Bestrebungen thätig, die gegen die Vereinigung Elsaß-Lothringens mit dem Deutschen Reiche gerichtet sind, und wenn dieselben auch, dank dem erstarkten Bewußtsein der dauernden Zugehörigkeit des Lands zum Reiche, nicht mehr den Boden finden wie ehedem, so müssen doch der Regierung die Mittel zur Verfügung stehen, ihnen da, wo sie am häufigsten und am stärksten auftreten, rasch und wirksam zu begegnen. Von diesem Gesichtspunkte aus sind also Aenderungen oder ergänzende Bestimmungen deS Reichs reckts erforderlich." Und weiter: „Die Vorschrift in ß 14 deS ReichS-Preßgesetzcs, wonach die Verbreitung einer im Ausland erscheinenden periodischen Druck' schrift nur dann verboten werden kann, wenn gegen eine Nummer derselben binnen Jahresfrist zweimal eine Verurteilung auf Grund der KZ 41 und 42 de« Strafgesetzbuchs stattgefunden hat, ist zur erfolgreichen Abwehr der gehässigen Angriffe', die von einem Teil der ausländischen Presse fortgesetzt gegen die durch den FrankfurterFriedenSvertra'ggeschaffeneRech ts- lag« gerichtet werden, völlig unzureichend... Die Befugnis zu raschem Einschreiten gegen ausländische Druckschriften aller Art kann daher nicht entbehrt werden." Die Absicht des Gesetzgebers bei der Fassung deS K 2 unsres reichsländischen Preßgesetzes ist also zweifellos dahin festgestellt, daß das Verbreitungsverbot sich lediglich gegen solche ausländische Druckschriften zu wenden habe, die eine deutschfeindliche, gegen die Bestimmungen des FrankfnrterFriedensvertrags gerichtete Agitation entfalten, wogegen von einer weiteren Auslegung'jeneS Paragraphen in den, Sinn«, daß dem Ministerium das Recht zustehe, nach Gutdünken jede im Ausland erscheinende Druckschrift, deren Tendenz ihm nicht zusagt, vom Ueberschreiten der Grenzen des Reich«- land« fernzuhalten, deshalb nicht die Rede fein kann. Insbesondere wird sich daS Einschreiten deS Ministeriums gegen die beiden italienischen Zeitungen nimmermehr rechtfertigen lasten. ; WaS Herr v. Puttkamer mit dieser seiner administrativen Ver ibotSverfügung bezweckt, darüber kann ein Ziveifel freilich nicht b* stehen.«A v a n t i" und„Giustizia" zählen zu den hervor- ragendsten Verfechtern der Klasseninteressen deS s o c i a I i st i s ch e» Proletariats in Italien und sie werden auch von den in der Industrie Elsaß-Lothringens besonders zahlreich beschäftigten italienischen Arbeitem da und dort gelesen. ES ist also vor allem die drohende Ausbreitung des socialistischen Ge- d a n k e n S unter jenen fremdländischen Arbeitern seines Macht bereichs, die Herr v. Puttkamer verhindern ivill. Denn daß unsre italienischen Brudcrorgane, da sie doch aus einem uns eng ver- kündeten Lande komme», die Zugehörigkeit Elsaß-Lothringens zum Reiche gefährdende Bestrebungen verfolgen, das wird die Straß burger Regierung gewiß nicht behaupten wollen. Die neueste Puttkamersche Polizeithat ist weiter nichts als ein einseitiger Eingriff in den socialen Klassenkampf, womit man den, Mangel des längst schon schmerzlich vermißten S o c i a l i st e n- g e s e tz e S einigermaßen abhelfen will. Sie schließt sich würdig den Knebclungsmaßregeln an, denen die socialistische Presse des Reichslands selbst unter dem Regime Puttkamer von jeher aus- gesetzt war.—_ Vitlow, der Schuhzöllner. Der römische„Corriere della Sera' bespricht die Erwartungen, die Italien vom neuen deutschen Reichs konzler in handelspolilischer Hinsicht hegen dürfe. In dem Artikel wird ausgeführt: «Reichskanzler Graf Bülow hege zwar gegenüber Italien in handelspolitischer Beziehung die besten Gefühle, allein trotzdem werde er gezwungen sein, wie er dies bereits in einen, Briefe an seine Schwiegermutter Minghetti ausgedrückt habe, die Interessen der über allzu starken ausländischen Lebensmittel- Import klagenden deutschen Landwirtschaft in Rechnung zu ziehen. Italien werde darum gut thun, ebenfalls nur die eignen Interessen ins Auge zu fassen." Das ist iinmerhin ein linder Trost für die deutslben Agrarier, die in höchster Spannung erwarten, wie weit Graf Bülow sich den junkerlichen Forderungen fügen werde. Sie vertrauen, daß ihr Miqnel und ihr Posadowsky den weltpolitischen Bülow gehörig in den agrarischen Karren spannen werden.— Der Zollkampf. Die niaßlosen Getreidezollsätze, mit welchen der Vertreter des 12 000 Mark-Reichsamts den Agrariern zu dienen gedenkt, erregen in Handelskreisen wahrhaftes Eist- setzen. Der«Hamb. Korresp." erklärt erregt: «Daß auf Grund eines 6 Mark-Getreidezolls ein Handels- vertrag mit Rußland zu stände kommen könnte, kann kein ver- nünftiger Mensch glauben; man hat also uicht die Handels- Verträge, sondern den Zollkrieg vorbereitet. Nun halten wir es allerdings für ausgeschlossen, daß Graf v. Bülow seinen Namen unter eine» Mimmaltarif dieser Art setzen könnte. Trotz- dem ist es Pflicht aller interessierten Kreise, sich ihrerseits ans Leibeskräften gegen dieses Attentat aus die Grund- lagen unsrer Wirtschaftspolitik zu wehren." Die«Deutsche Tageszeitung" hat aber erklärt, die Angabe des 6 Mark-Zolls sei nicht richtig, der Regiernngsentivurf enthalte einen noch höheren Getreidezollsatz. DaS Jesuitenaesetz soll trotz der von der„Germania' knnd- gegebenen Zuversicht doch nicht aufgehoben werden. Die«Köln. vollsztg." erklärt klagend, sie wisse, daß die Meldung ernciiter Ver- Handlungen über Aufhebung jenes Gesetzes falsch sei. Dem Centrum wird also der willkommene und dringlich nötige Oppositionsstoff noch einige Zeit belassen werden.— Moltkc. An, Freitag fanden mehrfache militärische Feierlich- keiteu aus Anlaß des 100. Geburtstags des Fcldmarschalls Grafen Moltke statt. Auch der Kaiser erließ'«inen Armeebefehl, in dem Moltke überaus verherrlicht und als«Muster aller Kriegertugeuden" gefeiert wird. Zu den Tugenden Moltkcs pflegten sein» Verehrer stets die zurückhaltende Schweigsamkeit zu zähle». Moltke war ein Feind von Pomp und laute» Festen. Wir wissen nicht, ob die ihn jetzt Feiernden in der Zeit der Waldersec-Reklanie auch dieser Tugend des Manns gedacht haben. Wahlbestechung. AuS Breslau wird einem hiesigen Blatte gemeldet: In einer am Donnerstagabend stattgeftlndenen social- demokratischen Versammlung teilte der socialdemokratische Wahlmann Müller August BorewSki mit, daß vor einigen Tagen ein konservativer Führer an ihn herangetreten sei und ihm eintausend Mark angeboten habe, damit er seine Gesinnungsgenossen unter den Wahlmännern bewege, sich der Wahl zu enthalten und mit dem Gelbe am Wahltage einen Ausflug zu unter- nehmen.— Tie Mitteilung de« Genosten BorewSki erbebt gegen einen konservativen Führer den bestimmten Borwurf deS Versuchs der Wahlbestechung, eine» Verbrechens, das, wenn es zur Ausführung gekommen wäre, mit Gefängnis von einem Monat bis zu zwei Jahren bestraft wird. Bekanntlich sind die BreSlauer Wahlen seiner Zeit auf daS Betreiben der Konservativen aufgehoben worden, weil die an die socialdemokratischen Wahlmänner gezahlte kleine Entschädigung für versäumten Arbeitsverdienst als ungesetzlich erklärt wurde.— Kaiser und Herzog. AuS Wolfenbüttel wird berichtet: Der Herzog von Cumberland, dessen«GottcS-Gnadentum" im Sinne unserer Monarchisten unzweifelhaft ist, ist vom hiesigen Regiments� kommando boykottiert worden, was gerade kein Beweis für „gute Beziehungen" zwischeu Gmundcn und Berlin ist. Wie die«N. N." berichten, hatte die Vaterländische Vereinigung „Brunonia" zu dem am Sonntag stattfindenden Geburtstag des Erbprinzen Georg Wilhelm, welcher durch Konzert ge feiert werden sollte, die Kapelle des hiesigen 46. Feld-Artillerie- Regiments engagiert. Seitens des Regiments-Kommandeurs ist aber ein Spielverbot erlassen, weil ein Hoch auf den t erzog von Cumberland ausgebracht wird, zu welchem die apelle intonieren müßte. Ein Versprechen des Vorstands, neben dem HerzvjjHoch auch ein K a is er h o ch auszubringen, erwirkte nicht die Zurücknahme dieses Befehls.— Gin„Patriot". Der in Saalfeld erscheinende„Ober- voigtländische Anzeiger" teilt mit, daß der Redacteur deS„Saab selber Anzeiger", e,n Herr Gustav Bethge, sich der Unter- schlagung an Gelbem schuldig gemacht hat, die für die Krieger in Ostasien gesammelt worden waren. ES handelt sich um 200 M. Bethge forderte unablässig durch die Zeitung und persönlich zu Sammlungen auf, veranlaßte andre, bei festlichen Gelegenheiten zu Gunsten einer Sammlung daS Wort zu ergreifen und ivar eifrig bemüht, daS Geld in feine Hände zu bekommen, wo er sich fast aufdringlich zeigte. Aus irgend eine», Grunde— wahrscheinlich hatte man Verdacht geschöpft— wurde bei Bethge eine Revision vorgenommen, wobei die Unterschlagung entdeckt wurde. Bethge suibie zuerst Ausreden zu machen,' m'nßte aber schließlich ein- gestehen.— Nachscsstou des bayrischen Landtags. München, 25. Oktbr. (Eig. Bcr.) Die liberale» Organe der bayrischen Negieruug, die noch vor kurzem in ihrem politischen Teile hochnäsig die Nachricht dementierten, daß eine Nachsession des Landtags unvermeidlich sei, müssen nun doch kleinlaut im lokalen Teil die bevorstehende Ein berufuug der Kammer für Mitte Februar melden. Motiviert wird die Einberufung von der Regierung durch den Hinweis auf den acht zigsten Geburtstag des Regenten, über besten beabsichtigte Ehrung der Landtag beschließen soll. DaS schützt das Ministerium natürlich nur vor, um sich gegenüber der Kammer der Rcichsräte zu decken. Die Herren Privilegierten und Lebenslänglichen scheinen nur mit äußerstem Wiederwillen ihre Pflichten gegenüber dem Lande zu erfüllen und suchen, um jeden Preis die Nachsestton zu ver- hindern.(In einer TentrumSversammluna, die im verflossenen Juli in München stattfand, verstieg sich ein durch seine Offenherzigkeit bekannter ultramontaner Abgeordneter aus dem Arbeiterstandc zu der Behauptung, die Reichsräte seien deshalb Gegner der Nachsession, weil sie das Arbeiten nicht getvohnt seien!) Deshalb braucht die Regicrnna einen schicklichen Vorwand, Thatsüchlich liegen die Verhältnisse aber... daß alle Parteien der unteren Kammer eine kurze Session des Landtags schon mit Rücksicht auf die unhaltbaren Zustände unter dem Lehrer personal für unumgänglich notwendig halten und dies der Re- gierung auch in unzweideutigster Form zu verstehen gaben.— Dresche» ist frei! Wegen Anreizung verschiedener Klassen der Bevölkerung zu Gewaltthätigkeitert standen gestern der Rittergutsbesitzer Graf Walter v. P ü ck l e r- Kl. Tschirne, der Schriftsteller Otto Heinrich B ö ck l e r»md Redacteur Dr. Paul B ö t t i ch e r vor der 7. Stxafkammcr des Landgerichts I. Den Vorsitz führte Land- gerichtsdircltor Voigt, die Anklage vertrat Staatsanwalt Filbrh die Verteidigung führt Rechtsanwalt Dr. Hahn- Charlottcnburg. Unter Slnklag» standen die Reden, die die beiden ersten Ange- klagten an, 13. Juli d. I. in der„Tonhalle" in einer vom Wahlverein der«Deutschen Reformpartei" einberufenen antisemitischen Volks versaminlung gehalten haben. In dieser Versammlung sprach Graf v. P ii ck l e r über daS Thema:„Die praktische Lösung der Juden« frage". Ii, einer überaus kräftigen Sprache führte er darin aus: Zwei Völkerschaften bewohnen unser deutsches Vaterland, die Ger- manen und die Juden, ein Vertragen zwischen beiden sei nicht möglich, die einen müsten herausgeschmissen werden.„Durchhauen und r a u S s ch m e i ß e n" sei das einzige Mittel, uin mit der „Jude n bau de" fertig zu werden. Ausnahmegesetze seien „Mumpitz". Der Redner wandte sich dam, gegen die „Frechheit der jüdischen Presse", erivähnte, daß gegen ihn als Amtsvorsteher ein Disciplinarverfahrcn iusceniert worden sei und sagte ungefähr: Es ist ganz schnuppe, ob ich mit oder ohne Amtsvorsteher auf die Judenbaude losdresche, gedroschen m u ß iv e r d e»,, bis die Jude» windelweich gehauen und zerschmettert am Boden liegen. Das tapfere Boeren- voll wehre sich bis zum letzten Blutstropfen gegen die Angriffe eines hiiiterlistigeu Bolls, man möge diese», Beispiel nach« ahmen und den Juden kräftige Boeren hiebe applizieren.— Nach dem Grafen Pückler sprach der Aiigeklagte Böckler über die „Judenschützer". Er kam dabei auf die Stölpcr und Bütower Prozesse zu sprechen und soll daS Bedauern ausgedrückt haben, daß die Bütower Aufrührer bloß an die Fensterscheiben der Juden sich gehalten haben; e» hätte gegen die frechen Juden nach dem Rezept des Grafen Pückler verfahre» werden sollen, daS hätte ihnen nicht geschabet.— Ueber den Gang der Ver- sammlung und die Reden, die gehalten worden, erschien in der„Staatsbürger-Zeitung" ein sehr eingehender, in den Lraftstcllcu wortgetreuer Bericht, den der Dr. Böttjcher zu vertreten hat. Graf Pückler erkannte diese» Bericht im ganzen als zutreffend an und gab zu, kräftige Worte gebraucht zu haben. Angeklagter Böckler gab seinen Worten eine andre Auslegung. Er Hab« lediglich auf einige sehr dreiste jüdische Acußerungen Bezug genommen, die bei dem Bütower Prozeß in die Erscheinung getreten und auf diese bestimmten, der Vergangenheit angehörenden Fälle daS Rezept de« Grafen Pückler für praktisch erachtet, Er habe besonders hinzugesetzt, daß er keineswegs zu Gelvaltihätigkeiten aufreizen walle, sondern nur von Vergangene», spreche. Letzteres wurde von dem als Zeugen vernommenen Polizeilieutenant Härtung bestätigt. Dieser Zeuge bekundete, daß die Versammlung sehr zahlreich von einem sehr feinen Publikum besucht gewesen sei; der T e i l des V o l S, der dort war, habe zu Gewalithätigkeiten nicht aufgereizt werden können, man habe dem Redner beifällig zu- gejubelt und zu geklatscht. Auf Befragen de« Pptsitzenden erklärte der Zeuge, dgß nach semer Auffassung nicht alles wörtlich zu nehmen sei, wa» der Graf Pückjer sagte. Dieser bediene Wort« deS Angeklagten nicht dahin aufgefaßt, daß fie nun auch ins Praktische übersetzt werden sollen.— Staatsanwalt F i l b r y erachtete die ThatbestandSmerkmale des Z 180 St.-G.-B. für erfüllt. Dieser Paragraph verlange nicht, baß die Hörer des Grafen Pückler»ach dessen Worten hinauslaufen und auf die Juden losdreschen; es genüge, wenn bei den Zuhören, die Geneigtheit hervorgerufen werde, bei paffender Gelegenheit, bei Unruhen ec. nach dem Rezept des Grafen Pückler zu verfahren. Wie jetzt die Dinge bei uns liegen, liege sogar eiue nahe Gefahr dazu vor. Die Angeklagten mögen durch gewisse Auswüchse namentlich der jüdischen Presse zu kräftigen Ergüssen gereizt gewesen sein, solche aufreizenden Reden seien aber unzulässig. Wohin sollte man kommen, wenn solche auftührerischen Reden Kon den Vertretern der Arbeiter gegen die Arbeitgeber, von den Juden gegen die Christen, von Katholiken gegen Evangelische gehalten würden? Was dem Grafen Pückler recht sei, müsse doch den andern billig sein. Er beantrage gegen den Grafen Pückler 200 M., gegen den Angeklagten B ö ck l e r V0 M.. gegen Dr. B ö t t i ch e r 200 M. Geldstrafe.— Rechtsanwalt Dr. Hahn beantragte dagegen die Freisprechung aller drei Angeklagten. ES sei nicht aus- reichend, daß zu Feindseligkeiten aufgereizt werde, eS müsse direkt zu Gewaltthätigkeiten in einer den öffentlichen Frieden gefährdenden Weise angereizt werden. Diese Absicht habe Graf Pückler nicht gehabt. Er habe lediglich die Gefahren geschildert, die den, Boterlande durch das Judentum drohen und dabei sich in Hyperbeln gefallen. Wegen viel stärkerer Ausdrücke sei er in Breslau und Glogau freigesprochen worden und deshalb habe auch Dr. Bötticher daS Referat ohne Bedenken auf- genommen. Der Angeklagte Böckler habe nichts gesagt, was einer Aufforderung zu Gewaltthätigkeiten ähnlich sehe.— Der Gerichtshof kam zur Freisprechung der drei Angeklagten. Die Aeußerung des Angekl. Böckler sei nur eine Kritik vergangener Dinge gewesen und nicht unter den§ 130 zu bringen. Die dem Grafen Pückler zur Last gelegten Aeußerungen seien nach Ansicht deS Gerichts nur b i l d- lich und nicht wörtlich zu nehmen, eS feien Uebertreibungen, die auf den ersten Blick sich als folcke zu erkennen geben, nicht ernst genommen werden können und sollen, und nicht geeignet seien, zu Gewaltthätigkeiten anzureizen._ Das GegenwartSznchthanS in Saarabieu. Von der Saar wird uns geschrieben: Die Firma R u d. Böcking u. Cie. zu Halbergerhütte hat mit dem 1. Oktober einen„Erlaß" in Kraft gesetzt, wie er eben nur im Machtbereich des Beherrschers von Saarabien denkbar ist. ES ist ein Kabinettstück der Gesetzgebungskimst unsrer Fabrikanten-Despotie. Kein Wunder— Herr Rudolf Böcking ist ein Schwager des Herrn v. Stumm, und dieser selbst Teilhaber der Halberger Hütte. Wir übergeben das neueste Zeugnis grenzenloser Unternehmer-Uebcrhebung hiermit dem Gericht der Oeffentlichkeit. Es lautet unter Weglassung der nebensächlichen Stellen wörtlich: Disciplinar-Reglenient für die Meister der Firma Rud. Böcking u. Cie. zu Halbergerhütte. Die Bestimmungen der allgemeinen Arbeitsordnung für die Halbergerhütte vom 1. März 1802 nebst Zusatz vom 18. April 1393 sind auch für die Meister der Firma mit nachstehenden Modifi- kationen maßgebend: I. Die in den KZ 1— b über die Sonntagsruhe enthaltenen Vorschriften finden auf die Meister keine Anwendung. Die Meister sind aber bei Strafe verantwortlich für die Befolgung dieser Vorschriften durch die Arbeiter. II.(Betrifft die Kündigungszeit.) III. Den Entlassungsgründen ohne die monatliche Kündigung, die in Z 13 der Arbeitsordnung aufgeführt sind, treten hinzu: 11. Wer Arbeiter, welche unter ihm stehen, ohne specielle Erlaubnis der Firma, selbst gegen Vergütung, zu Privatzwecken benutzt, sie in Kost und LogiS nimmt, Geld von ihnen leiht, oder sich Naturalien mit oder ohne Zahlung von ihnen liefen, läßt. 12. Wer socialdemokratische Blätter hält oder verbreitet, an socialdemokratischen Versamm- lungen oder Vereinen teilnimmt oder auch Wirts- Häuser frequentiert, in welchen socialdemo- kratische Versammlungen abgehalten werden oder Blätter dieser Richtung aufliegen. IV. An Stelle des§ 38 tritt nachstehende Bestimmung: Den Meistern ist bei Strafe verboten: 1. Gerichtliche Klagen gegen Angehörige des Werks, ohne dem Chef der Firma ihre dahingehende Absicht vorher mitgeteilt zu haben; 2. Geschenke an Vorgesetzte oder deren Familienmitglieder sowie jedes Nebengeschäft mit Ausnahme deS Ackerbaus ohne specielle Erlaubnis des ChefS der Firma. Das letztere Verbot bezieht sich auch auf die Angehörigen deS Meisters (Frauen, Kinder und Verwandte, welche zu seiner Haushaltung gehören); 3. außer dem Knappschaftsverein noch einer andren Krankenkasse anzugehören. V. Das S t r a f m a x i mst, m in§ 39 wird von 6 auf 10 M. erhöht. VI.(Handelt von Zusatz zur Knappschastspenfion bei Invalidität und Gratifikationen bei günstigem Geschäftsabschluß.— Es sei hier bemerkt, daß in einem andren Schriftstück bestimmt ist, daß die Unterstüdung an diejenigen Meister nicht aus- gezahlt wird, vie sich an s o c i a I i st i s ch e n Ver« s a m m l u n g e» und„Umtrieben" beteiligen.) Vll. Will ein Met st er sich verheiraten, so hat er diese Absicht vor der Hochzeit de in Chef der Firma n, itzuteilen, widrigenfalls er die Kün- digung zu gewärtigen hat. Halbergerhütte, den 1. Oktober 1900. _ Rud. Böcking u. Cie. Die Kohlennot. Eine sehr zeitgemäße Schrift hat soeben der Verlag unsres Nürnberger Parteiblatts, die Fränkische VerlaaSanftalt, heraus-■ gegeben. Es ist eine Broschüre uiisres Parteigenossen Dr. v. Hall er über„D i e K o h l e n n o t". eine außerordentlich interessante und gewissenhafte Arbeit, die auf dem beschränkten Raum das ganze zur vorhandene Material zusammenträgt und, wenn auch in knapper Form, dennoch erschöpfend behandelt. Genosse Haller hat das Thema Mitte dieses Monats in einer Nürnberger Versammlung besprochen und folgt nun den Wünschen der Zuhörer, indem er dx» Vortrag in Druck aiebt. In der Broschüre wird wirksam gezeigt, wie mit der Gründling des rheinisch-ivestfälischei, Kohlensyn dikatS 1893 die Preis- treiberei der Kohle begann, zunächst durch die Syndikatisiernng der Produktion. Dieie ist Hein» soweit fortgeschrttten, daß von bei, im vorigen Jahre in ganz Preußen geförderten 94 Millionen Tonnen Kohlen. 48 Millionen Toime»— also mehr als die Hälfte vom Syndikat produziert wurden. Um seinen Zweck zu erreichen, arbeitete das Syndikat nach zwei Richtungen: Einschränkung der Förde- rung, Foreiernng der Ausfuhr. Das erstere erreichte da« Syndikat mit solchem Erfolg, daß 1894 die Förderung gegen die Beteiliguiigs- Ziffer um 5,03 Pröz., 1899 um 6.33 Proz. zurückblieb. Die Forcierung der Anssiihr wurde mit solchem Erfolg betrieben, daß die Stoinkohleii- Ausfnhizifser von 6,68 Millionen Tonnen in 1893 ans 13,94 Mil- lionen Tonnen in 1869 stieg, wobei die Gewährung billiger Ausfuhrtarife durch die preußische Staatsregierniig dem Export- eifer noch verständnisvoll entgegen kam. Dergestalt koimtci, die Kohle ii preise auch in die Höhe gejagt werden. So betrug der Preis pro Toime bei Flammkohlen 1893: 7,58 M.. 1900: 12 bis 14.50 M.. bei Fettkohle» 1893: 7.29 M,. 1900: 10,50 M.. bei Mager- kohlen 1893: 7.50 M. 1900: 10 M.. bei Coaks 1893: 8.73 M., 1900; 16,11 M.. so daß sich heute die Kohlenversorgmig nur unter sich einer sehr blumenreichen Sprache. Er selbst habe dieden schwersten persönlichen Opfern dcö Einzelnen' vollziehen „ Die Versammlung legt auf das entschiedenste Protest ein gegen die beabsichtigte Verteuerung der Lebensmittel. Ansland. fann. Die 2 300 000 Tonnen Kohlenlieferung, die jetzt die Aus der Frauenbewegung. preußische Staatsregierung für die Zeit von April 1901 bis 1902 ausgeschrieben hat, foll fie den Zechen mit Der Verein der Frauen und Mädchen der Arbeiterklasse Die Versammlung ersucht den hohen Reichstag, im Interesse 25-30 M. per Waggon höher bezahlen als die letzte Lieferung. hielt am Montag feine regelmäßige Vereinsversammlung ab, in der der armen Bevölkerung des Gulengebirgs jede Erhöhung der LebensIn Nürnberg stieg der Waggon böhmischer Braunkohle während neun Fräulein Jmle über die Arbeiterin in der Gewerkschaftsbewegung mittel- Bölle abzulehnen, da die Eulengebirgs- Bevölkerung ohnedies Monate dieses Jahrs um 38 M., in Zwickau die Stücfohle um sprach. Dem Vortrag folgte eine kurze Diskussion und teilte sodann schwer unter der Teuerung der Lebensmittel zu leiden hat." 48 Mujw. Da jezt das rheinisch- westfälische Kohlensyndikat den die Vorsitzende mit, daß Montag, den 5. November, die nächste Preis der Industietohle nicht weiter treiben fann, plündert es die Vereinsversammlung stattfindet. Verbraucher der Hausbrandtohle aus, indem es den Preis dieser Kohle um 25-50 Pf. schraubt. Hierbei sind die treibenden Elemente die Großbanten, die gleichmäßig an Industrie und Bergbau beteiligt sind. Die JIndustrie wollten sie nicht mehr belasten und halten sich nun an die große Masse der kleinen Konsumenten. An der Preistreiberei ist auch der 8 wischenhandel beteiligt; er hat mit den Zechen große Massen abgeschlossen, so daß keinerlei Mengen mehr zur freien Verfügung stehen. Wie umerhört der Wucher ist, zeigt die Aeußerung eines Fachmanns, der Es Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Im Auftrage: Otto Flemming. Schlüterstr. 71, Vertrauensmann der Gewerkschafts- Kommission. Deutsches Reich. Ueber den Bergarbeiter Ausstand in Pennsylvanien wird aus New York berichtet: Der Ausstand in Hazleton ist, soweit die Gesellschaften in Frage kommen, die die Forderungen der Arbeiter erfüllt haben, beendet. Die Arbeit wird am nächsten Montag wieder aufgenommen. China. Die Nachrichten aus dem Gebiet der Straferpeditionen" sind sehr spärlich. Die Russen sind fast gänzlich abgezogen, Japaner find ebenfalls nur noch in geringer Bahl vorhanden, nur die Deutschen, Franzosen und Engländer suchen im Norden Chinas noch Lorbeeren zu ernten. So haben die Deutschen wiederum zwei Kruppsche Kanonen von im Abzuge begriffenen" Chinesen erbeutet. Die Charlottenburger Gewerkschafts- Kommission ersucht die Charlottenburger Arbeiterschaft über alle an den früheren Obmann der Kommission, Friz Blend, in der Zeit vom 3. Februar 1899 bis 1. Juni 1900 überiviesenen Gelder und Listensammlungen Auskunft zu erteilen. Zur Entgegennahme diefer Auskunft ist hiermit der Metallden Gewinn der Beherrscher des schlesischen Kohlenmarkts, Wollarbeiter Wilhelm Menge, Bismardstr. 77, Seitenfl. 2 Tr.( abends heim und Friedländer, auf 67000 m. pro Tag berechnet! Wie die Bechenkapitalisten durch die Bewucherung der Konsumenten von 5-8 Uhr) ermächtigt. verdienen, zeigen die Abschlüsse verschiedener Gesellschaften. betrug die Dividende bei der Zeche„ Nordstern" 1894 4 Proz., 1899 16 Proz., bei„ König Wilhelm" 1894 5 Broz, 1899 20 Proz., Aus Südchina dagegen liegen wieder alarmierende Nachrichten bei„ Concordia" 1894 51/2, 1899 21 Proz., über demnächst zu erwartende Kämpfe vor. Die Times" melden aus Consolidation" 1894 8 Proz., 1899 25 Proz., bei„ Arenberg" 1894 35 Pro3., 1899 Ueber das Wirken des verstorbenen Genoffen Claußen Shanghai: In gut unterrichteten Kreisen herrscht die entschiedene 75 Proz. Aehnliche Profite machten auch die bayrischen Aktien wird uns nachträglich noch folgendes berichtet: Ein waderer Kämpfer Meinung, daß die militärische Lage in der angtiegegend gesellschaften. ist der Arbeiterschaft Hamburgs am 23. Oktober durch den Tod unmöglich werde; Vorräte, Waffen, Munition, Nahrungsmittel und Geradezu empörend ist diesen Profiten gegenüber die Arbeiter entrissen worden. Wilhelm Claußen, der langjährige Redacteur Geld werden noch immer in großen Mengen vom Yangtse aus nach ausbeutung. Nach amtlichen Ausweisen betrugen die Löhne im des Former- Fachblatts„ Glück auf", hat am 23. Oktober die Augen dem kaiserlichen Hof gebracht. Die chinesischen Truppen daselbst und Bergbau Preußens im Durchschnitt 1898: 1010 m., 1899: 1070 m. für immer geschlossen." Seine Kräfte hatte Claußen vor allem dem im Norden von China werden eifrig einererziert und im Schießen Dieser lächerlich geringen Lohnerhöhung steht eine erschredende gewerkschaftlichen Kampfe geweiht und so blieb es nicht aus, geübt unter dem Kommando europäisch ausgebildeter Steigerung des Arbeiterrifikos gegenüber. Die Unfallziffern daß die Nachsucht des Unternehmertums für ihn und seine und feine Unteroffiziere. steigen im deutschen Bergbau, ebenso die Krankheitsziffer. Familie die Strafe des Verhungerns bestimmte. Mitte der Die ,, fmarten" Engländer. Der Verfasser fritisiert alsdann die Regierungs- Maßachtziger Jahre trat der Gemaßregelte in die Buchdruckerei unsres Der Pariser Temps" schreibt: Die Times"-Meldung, wonach nahmen gegen die Kohlennot in Preußen und Bayern, die nichts an Genossen Friz Meyer in Hamburg ein, nicht der einzige, der dort in Deutschland angesichts der sich verschlimmernden Lage im Yangtsedem Zustande der Dinge geändert haben, bespricht die Maßnahmen schwerer Zeit ein Unterkommen, fand. Ein halbes Menschenalter Thale beschlossen habe, mit Truppen einzurücken, wird hier als eine verschiedener Schacht verwaltungen und weist aus lang war Claußen in guten wie in bösen Tagen seinem Chef ein logische Folge der jüngst geschlossenen Konvention zwischen Engden Berichten der Fabrikinspettoren nach, wie die wackerer Mitarbeiter und seiner Gewerkschaft wie ihrem Organ ein land und Deutschland betrachtet. Man nimmt hier steigende Erhöhung der Kohlenpreise auf das Existenzniveau der Kluger, verständiger Leiter. Ein langwieriges Leiden begann vor daß England in Anbetracht der Unmöglichkeit, seine Interessen Arbeiterfamilie drückt. Zum Schluffe macht er zur Einengung des einigen Jahren den Lebenskeim des erst in der Mitte der Vierziger im Yangtse- Thale genügend zu vertreten, das Abkommen mit Kohlenwuchers folgende Vorschläge: weitere Ermäßigung des stehenden Manns langsam zu zerstören. Mit Aufbietung aller Kräfte Deutschland abgeschlossen habe, damit die deutschen Truppen im Rohstofftarifs, zollfreie Einfuhr von Kohlenersatzstoffen, wie Gasöl, hielt Claußen sich aufrecht; trotz seiner Krankheit nahm er noch an yangtse- Thale für Deutschland und England gleichzeitig einschreiten Nichtbeteiligung der Regierung an Kartellen, einschränkende Kontrolle den Verhandlungen des letzten Verbandstags regen Anteil und können, ohne dadurch die Eifersucht der andren Mächte heraufzuder Kohlenausfuhr, Verkauf der staatlichen Kohlenproduktion in erster widmete die letzten Tage, bevor er sich in das Krankenhaus begab, beschwören. Linie an kleine Konsumenten, Ausbau der Wasserstraßen und Kanali- der Fertigstellung des Protokolls. Claußen hinterläßt eine Frau mit fation, Uebernahme der Kohlenversorgung durch die Gemeinden unter sechs unmündigen Kindern. Das Andenken des braven, charakterAbgabe zum Selbstkostenpreise. Geschieht nichts, so wird die Macht festen Manns wird von seinen Kollegen und von der Arbeiterschaft der Zechen und der Großhändler immer drückender werden, denn Hamburgs in Ehren gehalten werden. schon jetzt findet auf dem Gebiete der Kohlenproduktion eine stetige Konzentration des Kapitals statt. Im Ruhrbezirk bestanden 1860 281 Werte mit 29 320 Mann Belegschaft. Heute bestehen 168 Werke aber mit 218 917 Mann Belegschaft. alt, Es würde in der That jener Auslegung des deutsch- englischen Vertrags nahe kommen, wenn die deutsche Regierung sich herbeilassen würde, den Engländern das Yangtse- Thal von den Aufständischen" zu säubern. Das hieße, sich in China immer mehr Ein chriftlich fociales Gewerkschaftskartell hat sich in engagieren und den Engländern die Staftanien aus dem Feuer holen. Bochum fonstituiert. Dasselbe besteht aus 13 Mitgliedern, von denen 8 den Vorstand spielen. Lis Die Bestrafung der ,, Schuldigen". Paris, 26. Oftober. Der Agence Havas" wird aus Peking Posteustehen beim Streik unterlag der Straffammer in vom 24. d. Mts. gemeldet: Prinz Tiching und Li- Hung Gegen die Ber staatlichung der Bergwerte äußert Frankfurt a. M. als Berufungsinstanz zur Beurteilung. Angeklagt ich ang teilten den Gesandtschaften Dekrete mit, nach denen die der Verfasser seine Bedenken. Daß konservativ- rückständige Kreise war ein Tischler, der gelegentlich des Streits der Aufforderung des Prinzen und Minister, die für die Unruhen verantwortlich find, dieser Maßnahme das Wort reden, sollte funs Socialdemokraten Bolizeibeamten, sich zu entfernen, nicht Folge leistete. Die Straf nach dem Grade ihrer Schuld bestraft werden sollen. Der stuzzig machen. Dem heutigen Klassenstaat die Bergwerke fammer verwarf die Berufung, fegte aber die Strafe von 20 M. auf Raiser erkennt ferner an, daß Tungfubfiang fich großer Ver zu überantworten, sei ein verhängnisvolles Beginnen. Auf 6 M. Herab. In der Begründung heißt es: Nicht jeder Schußmann brechen schuldig machte und beauftragt Tiching und den staatlichen Gruben find die Arbeiterverhältnisse die traurigsten. Das Stoalitionsrecht ist dort vernichtet, der Kreis ist ohne weiteres berechtigt, jeden Menschen von der Straße fort- Sung- Tichang, die Strafe anzugeben, welche Tungfubfiang und die der Staatsarbeiter ist das Jagdgebiet für die Wölfe in auweisen. Es muß geschehen zum Zweck der Aufrechterhaltung der Brinzen, deren Bestrafung die Europäer verlangen, verdienen. Die. der Staatsarbeiter ist das Jagdgebiet für die Wölfe in öffentlichen Ordnung. Das ist in diesem Fall geschehen. Die Bevollmächtigten erklären, daß der Kaiser einige Prinzen aus freien Schafskleidern, für die katholischen und protestantischen Ber- Schuleute hatten den betreffenden Auftrag erhalten, weil die Hilfe Stücken bestraft habe, daß Kanghi einer Krankheit erlegen sei und splitterer der Arbeiterbewegung. der Polizei gegen Belästigungen der Arbeitswilligen durch Aus- daß Tuan und Tschuang sich nicht bei dem Hofe befinden. Die GePolitisch kämpfen, gewerkschaftlich kämpfen, damit wir den orga= ständige angerufen worden war. Da jedoch der Angeklagte geglaubt fandtschaften sind von diesen Mitteilungen nicht befriedigt. nifierten Kapitalismus brechen können, ist der beste Ausweg auch aus haben mag, er habe ein Recht, da zu stehen, so wurde die Strafe Der amerikanische Gesandte Conger scheint aber von jeiner Regierung zu möglichster Beschleunigung der Verhandlungen Das flott geschriebene Heft, mit seiner Fülle agitatorisch wirt- auf 6 M. ermäßigt. sament, interessanten Materials, empfehlen wir zur weitesten Verein, da die Prinzipale auf die unterbreiteten Forderungen ein nur fort die Verhandlungen mit den dineſiſchen Bevollmächtigte Die Buchbinder in Frankfurt a. M. treten in den Ausstand angespornt zu werden. Es ist ihm die Weisung zugegangen, so-= breitung. sehr mäßiges Entgegenkommen zeigten. Der Streit kann ein recht auf Grundlage der Punkte zu eröffnen, über welche sich alle Mächte hartnäckiger werden, da die Meistervereinigung einen recht prozigen geeinigt haben. Die Regierungen werden über die Punkte, bei welchen Standpunkt einnimmt und in einer dieser Lage stattgehabten Ver- Meinungsverschiedenheiten bestehen, unter einander verhandeln, um ammlung beschlossen hat, solidarisch zusammen zu stehen und während zu einer weiteren Verständigung zu gelangen. der Lohnbewegung in Lohnstreitigkeiten nicht mit der Gehilfenschaft und deren Vertretern direkt zu verhandeln, sondern dieselben an die Kommission der Arbeitgeber zu verweisen, dieser drückenden Not. Spanien. Aus der ,, besten Gesellschaft". Peinliches Aufsehen macht das Verschwinden des spanischen Gesandten Don Guijarro aus Santiago( Chile), wo er für die spanische Regierung beglaubigt war. Er hat 250 000 bis 300 000 Dollar Schulden hinterlassen. Auch sonst sind standalöse Geschichten von diesem sauberen Herrn aufgedeckt worden. Afrika. tommenden Zur Zolltariffrage. Köln, 26. Oftober. Die Kölnische Zeitung" bringt folgendes Zur Lohnbewegung der Weber im Eulengebirge. Dieser Tage hielten die Weber, Weberinnen und Spuler des Eulen- Telegramm aus Berlin von heute: Vielfach wird gemeldet. daß der neue Zolltarif den WirtschaftAus Transvaal. Die Boeren haben in den letzten Tagen gebirges, so weit sie in der Hausindustrie beschäftigt sind, wieder verschiedene Kleine Vorteile errungen. So haben sie wiederum eine Versammlung ab. Dieselbe fand in Steinlichen Ausschuß mit einer Magimal- und Minimal- Rubrit verlassen Jacobsdal nach hartnäckigem Widerstande der Besagung er- feifersdorf, Kreis Reichenbach statt, und erfreute sich eines habe, daß also die Idee des Doppeltarifs zum Siege gelangt sei. obert. Die Besatzung bestand aus 52 Mann; davon sind 34 Mann ebenso starken Besuchs als die vorher in Leutmannsdorf Dem gegenüber können wir auf Grund sorgfältiger Erfundigung im Kampf verloren gegangen. Auch an mehreren Orten sind die abgehaltene Weberversammlung. Namens der Weberkommission des feststellen, daß der Wirtschaftliche Ausschuß sich eines Beschluffes KalmsEngländer von fleinen Boerenabteilungen hart bedrängt worden. Eulengebirges erstattete der Hausweber zu Gunsten der Aufstellung eines Doppeltarifs überhaupt enthalten Bericht. Von den 36 in Betracht Dagegen wird aus Colesberg auch von einer Niederlage der eutmannsdorf hat. Die Vorzüge und Nachteile einer solchen grundsäglichen bereits Firmen haben 16 fich mehr Boeren gemeldet: Philippolis, das von den Boeren anoder gegriffen und, nachdem es mehrere Tage gehalten worden war, er- weniger zustimmend zu der Lohnforderung- die Weber fordern Neuerung sind allerdings bei den letzten Beratungen im Wirtschaftgeäußert. Einige Firmen lichen Ausschuß eingehend erörtert worden, man hat es aber obert wurde, ist am 24. d. M. von der Yeomanry in Verbindung mit bekanntlich 10 Proz. Lohnerhöhung Aus allen mit Absicht unterlassen, über diese Frage, die zunächst der Entzwei andren Abteilungen zurückerobert worden. Es wurden daselbst haben auch bereits Lohnerhöhungen stattfinden lassen. Boeren in erheblicher Stärke angetroffen. Wie gemeldet wird, haben Schreiben geht der Wunsch hervor, daß alle Fabrikanten bewilligen scheidung des Reichskanzlers unterliegt, einen förmlichen Beschluß dieselben schwere Verluste erlitten. Eine Anzahl Boerenfrauen aus möchten, damit die anständigen Fabrikanten gegenüber den Nicht- herbeizuführen. Alle Fabrikanten erJagersfontein sollen, wie berichtet wird, heute nacht Colesberg bewilligern nicht ins Hintertreffen geraten. auf der Eisenbahn passiert haben; sie sollen von dort weggebracht tennen in ihren Antwortschreiben die Möglichkeit und Notwendigkeit Tehte Nachrichten und Depehihen. worden sein, weil sie den Feind unterstüßt hätten. der Lohnerhöhung an. Mehrere drängen geradezu auf Einführung Daily Mail" meldet aus Kapstadt, Lord Roberts habe be- eines einheitlichen Lohntarifs. Ein Fabrikant schlägt vor, daß die schlossen, infolge der dringenden Vorstellungen der australischen Weber nur bei solchen Fabrikanten arbeiten möchten, die den festzuDer Inhaber der Firma Alter in Regierung die Freiwilligen Australiens in ihre Heimat zurückkehren stellenden Lohntarif bewilligen. zu lassen, damit sie den Festlichkeiten anläßlich des Jubiläums der Peterswaldau, der auch bereits Lohnerhöhungen den von ihm beschäftigten australischen Föderation beiwohnen können." Hauswebern zugestanden hat; hat sich bereit erklärt, mit den übrigen in Betracht kommenden Fabrikanten zwecks Einführung eines einheitlichen Lohntarifs Rücksprache zu nehmen. fönnte. Zur Stichwahl in Brandenburg melden später eingehende Telegramme, daß Pens 10 991 und Löbell 10 343 Stimmen erhalten habe. Die Wahl in Wangleben. Wanzleben, 26. Ottober.( W. T. B.) Bei der heutigen Die demnächst erfolgende Ankunft Krügers in Europa macht der belgischen und holländischen Regierung viel Kopfschmerzen. In Soweit der Bericht der Kommission, der sehr beifällig aufge- Reichstags- Stichwohl im Kreis Wanzleben erhielt nach den bisherigen der holländischen Presse befürchtet man allen Ernstes nommen wurde. Es folgte nun eine Ergänzungswahl zur Weber- Feststellungen: Schmidt( natl.) 8692 und Gerlach( Soc.) 6484 andern wurde August Klingbergs Stimmen. diplomatische Verwidelungen mit England anläßlich der tonumission. Unter boraussichtlichen Rundgebungen der Bevölkerung. Das Handels- Steinjeifersdorf gewählt. Klingberg ist vor 5 Jahren Damals Neue Siege. blad" und andre große Blätter fordern die Bevölkerung auf, am auch der weiteren Oeffentlichkeit bekannt geworden. Bet den Landtagswahlen in Weimar fiegten wir bis jetzt Tag der Ankunft Krügers zu flaggen und die Fahnen mit Trauer- waren vom Kaiser Geldmittel zur Verfügung gestellt worden, flor zu umgeben. Eine solche Trauerfundgebung mache einen tieferen um die Gerätschaften der Weber auszubeffern; auch Klingberg in den Wahlkreisen Apolda und Ilmenau. Eindruck als jede andre und habe den Vorzug, zu keinerlei unlieb- glaubte, daß der Webstuhl seiner Tochter ausgebessert werden samen Störungen zu führen. Das geschah aber nicht. Vielmehr erhielt Selingberg ein Amerika auf den Philippinen. Die belgische Regierung hat der Transvaal- Gesandtschaft Reinerz, den 16. Oftober 1895, datiertes Schreiben, worin ihm der Washington, 26. Okt.( Meldung des„ Reuterschen Bureaus"). vertraulich mitgeteilt, daß, da ein längerer Aufenthalt Krügers in gl. Leggemeister Frankenberg mitteilte, daß er die Unterstützung nicht Brüssel vielleicht Gelegenheit geben könnte zu anti- englischen De- bekommen könnte, weil er ein Führer des socialdemokratischen Eine Depesche des Generals Mac Arthur aus Manila vom heutigen monstrationen, dies von der belgischen Regierung nicht würde ge- Vereins in Steinseifersdorf sei. Gemäß der bestehenden Instruktion Tage meldet: Eine Abteilung von 100 Amerikanern griff die Aufduldet werden können. Alle Kreise der Bevölkerung tadeln einen könne er deshalb der Unterstützung nicht als würdig erachtet ständischen in der Nähe von Narvigan an; sie fand eine starke Stellung Es entspann sich ein dem Leggemeister ale armer, vor, die von 1400 Aufständischen besetzt war. derartigen Schritt der Regierung, die Presse nennt das Verfahren werden, trotzdem er ihm Die Amerikaner waren angesichts der Hinzugefügt war verzweifelter Kampf. nicht bloß hartherzig, sondern taftlos. unterstützungsbedürftiger Weber bekannt sei. noch, daß, falls sich das Verhältnis ändere Klingberg also nicht großen Uebermacht des Feinds gezwungen, nach Narvigan zurückmehr socialdemokratischer Führer sei er auch Unterstüßung be- zukehren. Auf ihrer Seite wurden ein Lieutenant und vier Mann tommen fönne. Damals sorgten die Parteigenossen dafür, daß getötet, neun Mann verwundet; vier Mann wurden vermißt. Der Klingberg nicht zu furz fam. Klingberg verkaufte seine Ueberzeugung Berlust der Aufständischen wird auf 150 Mann geschätzt. nicht und daß der nun 73jährige noch immer auf dem Posten für die Erfolge der Boeren. Bewegung ist das beweist seine Wahl in die Weberkommission. Partei- Nachrichten. Bei der Gemeinderatswahl in Wiltau( Sachsen) errangen unsre Parteigenossen einen schönen Sieg, indem sie die zweite Klasse der Unansässigen vollständig behaupteten. In der ersten Klasse Am 23. September cr. war bereits in Leutmannsdorf folgende London, 26. Oftober. Das„ Reutersche Bureau" meldet vom unterlagen unsre Parteigenossen, da hier ausschließlich Beamte einer Resolution einstimmig angenommen worden: 19. d. Mts. aus Johannesburg: Am 8. d. Mts. schnitt Hans Botha größeren Fabrik und die Lehrer wählen. „ Die in Leutmannsdorf stattfindende, von 300 Hauswebern, mit einer Boerenabteilung einen Eisenbahnzug mit einer ErkundungsMichael Fleischmann, ein alter Parteigenoffe, der aus der Weberinnen und Spulern des Eulengebirges besuchte Versammlung truppe der Schützenbrigade zwischen Heidelberg und Greylingstad Zeit des Socialistengefeßes noch manchem in Erinnerung sein dürfte, richtet an den hohen Reichstag das Ersuchen, eine Aenderung des ab; zwei britische Offiziere und eine Anzahl Leute fielen, das ganze ist in Frankfurt a. M., wo er ein Cigarrengeschäft betrieb, gestorben. Alters- und Invaliditätsversicherungs- Gesezes dahingehend vorzu- Detachement mußte sich schließlich ergeben. Aus Maseru meldet dasselbe Bureau vom 22. d. M., Präsident Fleischmann war eins jener Opfer der Socialistenverfolgung, die am nehmen, daß die Weber, Weberinnen und Spuler der Hausindustrie Weihnachtsabend des Jahrs 1887 aus Frankfurt a. M. ausgewiesen von den Beiträgen zu der genannten Versicherung befreit werden, Steyn befinde sich in Fouriesburg, und habe diesen Ort als Haupts wurden. Er wandte sich damals nach Karlsruhe und hat dort bis da das Zahlen der Beiträge den Angehörigen der Hausindustrie bei stadt des Freistaats proklamiert. zum Fall des Socialistengesezes ein Cigarrengeschäft betrieben. Er ihren färglichen Löhnen oft geradezu unmöglich ist. Die Versammwar ein fleißiger, thätiger Parteigenosse, der lange Jahre im Wies- lung schlägt vor, daß der Ausfall der Beiträge durch eine Reichsbadener Reichstags- Wahlkreis kandidierte. In den letzten Jahren ist Einkommensteuer gedeckt werde." Fleischmann weniger politisch hervorgetreten, bleibende Verdienste In Steinfeifersdorf stimmte man einhellig dieser hat er sich gerade in der schlimmsten Periode politischer Verfolgung Resolution zu. Gleichzeitig nahm man eine Resolution an, die fich für die Partei erworben. gegen den Lebensmittel- Wucher wendet. Die Resolution lautet: Berdjansk( am Asowschen Meere), 26. Ottober.( W. T. B.) Heute früh überschwemmite während eines mit heftigen Regengiffent verbundenen Sturmes eine Meereswelle den Quai und einen Teil der Stadt; der Schaden ist bedeutend, auch sind Verluste an Menschenleben zu beklagen. Verantwortlicher Redacteur: Heinrich Wesker in Groß- Lichterfelde. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud und Verlag von Max Bading in Berlin. Hierzu 2 Beilagen. Nr. 251. 17. Jabrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonnabend, 27. Oktober 1900. Wer gegen Brotwucher, Khakiwahn und Arbeiterkuebelung protestieren will, gebe bei der Nachwahl im sechsten Wahlkreise für den Kandidaten der Socialdemokratie, Schriftsteller Georg Tedebour, seine Stimme ab. Parteigenossen, Genossinnen und Genossen! Die Nachwahl am 30. Oftober im sechsten Berliner Reichstags Wahlkreise steht vor der Thür. Da richten wir an Euch alle die dringende Aufforderung, alle Kräfte anzuspannen, um dafür zu sorgen, daß durch eine möglichst große Stimmabgabe für unsren Schriftsteller Georg Ledebour in Berlin Kandidaten befindet sich noch ein zweites, dem hiesigen Fenerbestattungs- Verein ihren Namen nicht im geringsten verdient. Ueberfahren im eigent unterstelltes Kolumbarium, das feiner Zeit auf Gemeinde- lichen Sinn wird ja selten jemand. Dagegen schützt ja zumeist der beschluß widerruflich eingerichtet wurde. Daselbst find eben- Rahmen, der die Näder unigiebt. Während aber anderwärts die falls verschiedene Urnen mit Leichenbrand aufgestellt. Der ganze Schutzvorrichtung vorn über den Wagen hinausreicht, liegt sie im April 1898 in Betrieb genommene Verbrennungsofen in der bei uns unmittelbar vor und neben den Rädern. Den Raum von Diestelmeyerstraße dient nur zur Verbrennung von Körperteilen, der vorderen Plattform bis zum Nadwerk läßt sie frei. mögen diese von lebenden Menschen aus Amputationen herrühren Wer aber unter die Plattform gerät, der ist in der Regel nicht oder zu Leichen gehören, bei denen jede Leichenindividualität ver- viel besser daran, als der, über den die Räder hinweggehen. Das loren gegangen ist. Nur die Verbrennung solcher Teile ist durch die schlimmste ist, daß auf beiden Seiten die Trittstufe so tief herab Staatsbehörden gestattet worden. Die Leichenteile 2c. werden in reicht, daß sie den Verunglückten zwischen sich und dem harten mit Zint ausgelegten Holzkästen in den Verbrennungsofen ein- Straßenpflaster zerquetschen muß, wo sie ihn gerade trifft. Leider ein neuer imposanter Sieg der socialdemokratischen geführt. Im Jahre 1899/1900 find 336 solcher Kästen( ie circa find das durchweg gerade sehr empfindliche Körperstellen, der Schädel, Sache gewonnen werde, ein Sieg, der ein Protest sein muß 2 Centner schwer) mit Leichenteilen 2c. eingeäschert worden. Brände die Brust und der Unterleib, und so kommt es, daß so viele Ungegen die überwuchernde Reaktion, die weltpolitischen haben 168 stattgefunden, so daß zu jedem Brande 2 Kästen in den glüdsfälle auf der Straßenbahn schwer, ja tödlich verlaufen, obwohl Abenteuer, die hunnenmäßige Krieg führung im Verbrennungsofen eingeführt worden sind. der Verunglückte nicht überfahren" wurde. Da kann nur ein SchutzAuslande und die Hunnenpolitik gegenüber den rahmen abhelfen, der den ganzen Wagen umfaßt. Arbeitern im Inlande mit ihrer Folgeerscheinung, der Defen und Kochherde, die sich in den Wohnräumen der Spree- und Die Oefen auf Schiffen und in den Wartchallen. Die Im Krankenhause Bethanien verunglückte gestern eine Korruption der herrschenden Klassen. Oderkähne befinden, sind oft in so defektem Zustand, daß bei Reinmachefrau dadurch, daß sie von der Leiter fiel und den Arın längerem Aufenthalt in diesen engen, kleinen Räumen die Schiffe- fo gefährlich brach, daß er wahrscheinlich amputiert werden muß. bewohner durch den sich ansammelnden Kohlendunst nicht selten von Souten sich in öffentlichen Anstalten keine Leitern anschaffen lassen, ernsten Erkrankungen betroffen werden, ja tödliche Erstickungs- die Schutz vor solchen Unglücksfällen gewähren? fälle sind auf diese Weise verursacht worden. Aehnliche Vor- Arbeiterrifiko. Den Unterschenkel im Treibriemen eintommnisse auf Elbkähnen und Schiffen haben die Hamburger gebüßt hat in der Asphaltfabrik von Reh u. Co., Helmholzstr. 3 Polizeibehörde zum Erlaß einer Verordnung veranlaßt, die in Charlottenburg, der 33 Jahre alte Arbeiter T., Stromstr. 37 beſtimmt, daß alle Oefen und Kochherde, die zur Heizung wohnhaft. Bei der Arbeit war er in den Treibriemen geraten, und auf Wasserfahrzeugen verwendet werden, in gutem gebrauchs- der rechte Unterschenkel war ihm vollständig abgerissen, ehe die fähigem Zustand sich befinden müssen, daß keine Ofenklappen an den Maschine angehalten werden konnte. Der Verunglückte wurde nach selben vorhanden sein dürfen. Qualmende Defen dürfen nicht zur der Unfallstation XI gebracht, welche die erste Hilfe leistete, und kam Heizung der Wohnräume auf Schiffen verwendet werden. Die Rauch von dort nach dem Charlottenburger Krankenhause. abzugsrohre müssen an den Decken möglichst frei von andren Gegenständen stehen, auch darf der Rauchabzug nicht durch Gegenzug behindert sein. Ebenso muß für gründliche Reinigung der Oefen gesorgt sein und die Thür der Feuerung stets frei bleiben. Beheizen der Joh. Pfarr, Putlig str. 10. Telephon: Amt II. 3421. Oefen mit Petroleum oder dergleichen ist verboten. Die Bekanntmachung ist auf dem Schiff in der Nähe der Ofen anzuschlagen. Am Wahltage selbst bitten wir die Genossen andrer Wahl- Auf den Spree- und Oderkähnen thäte der Erlaß einer solchen Bekreise, die sich zur Verfügung stellen wollen, außer bei Pfarr stimmung ebenfalls sehr not. auch noch in den folgenden Lokalen morgens acht Uhr sich zu melden: Namentlich aber ergeht der Aufruf zur Agitation an die Genossinnen, denen durch die Kohlennot, die drohende Getreidezoll- Erhöhung, die Steigerung der Lebensmittelpreise, den Wohnungswuch er vielfacher Anlaß zur Aufklärung und Aufrüttelung der Säumigen gegeben ist. Wer aber helfen will am Wahltage von den Genossen andrer Kreise, der wird Gelegenheit genug haben sich zu bethätigen. Es werden Listenführer, Bettelverteiler usw. gebraucht. Solche Genossen, die jetzt schon in der Lage sind, über ihre Zeit am 30. Ottober verfügen zu können und eine Liste über nehmen können im Wahllokal, mögen sich für Moabit bereit halten, wo die Kräfte uns nicht so zahlreich zur Verfügung stehen, wie in den andren Stadtteilen; für die Listenführung werden diese Genossen also ersucht, sich jetzt schon zu melden bei: Bachgänger, Swinemünderstr. 34, Telephon: Amt III. 6167. Tauschel, Wiesenstr. 29, Telephon: Amt II. 1288. Ramlow, Schönhauser Allee 135, Telephon: Amt III. 5294. Frisch ans Werk für den Sieg unsrer Sache am 30. Oktober! * * Gastwirte contra Warenhäuser. Gegen die Erteilung von Schankkonzessionen, insbesondere aber der vollen Konzession an Warenhäuser, hat der Verband der Gast- und Schankwirte Berlins eine Eingabe an den Stadtausschuß gerichtet. dem Justizpalast in Moabit ausgeführt. Ein dreister Diebstahl wurde am Mittwochnachmittag vor Der Kutscher eines „ Herrschaftlichen" Fuhrwerks hatte einen Termin wahrzunehmen. Eine ähnliche Klage muß man in Betreff der auf den Wärme- Er überließ während seiner Abwesenheit einem andern Kutscher die Hallen der Stadt- und Ringbahn aufgestellten Coatsöfen erheben. Beaufsichtigung über sein Fuhrwerk. Als er wieder vor das Dieselben sind zum Erwärmen von Aufenthaltsräumen für Menschen Gebäude trat, war sein Fuhrwerk verschwunden. Der von ihm wenig geeignet. Sie haben vielfach undichte Stellen und erfüllenden beauftragte Kollege hatte mit seinem eignen Fuhrwerk fortfahren. engen, bei falter Witterung zeitweise dicht mit Menschen besetzten und das fremde ohne Beaufsichtigung stehen lassen müssen. Dies Raum mit einem lästigen, trodnen und ungesunden Kohlendunt. hatten sich zwei Männer zu nutzen gemacht ,; von denen der eine im Auch der sich auf den heißen Defen vielfach ablagernde Staub trägt Innern der einspännigen Equipage Platz nahm, während der andre troz des häufigen Oeffnens der Thür sehr zur Verschlechterung der sich auf den Bock schwang und dann davonfuhr. Bisher sind die Ermittelungen nach dem Verbleib des Fuhrwerks erfolglos gewesen. Den Genossen und Genossinnen zur Nachricht, daß am Sonntag Luft bei. vormittag eine Flugblatt- Verbreitung stattfindet. Wir ersuchen diejenigen, welche bei der Verbreitung helfen wollen, sich pünktlich morgens 8 Uhr( außer in den befannten Stellen) in folgenden Lokalen einzufinden: J. Pfarr, Butligstr. 10; Krause, Müllerstr. 7a; Schulze, Schwarzkopffstr. 15; Thomas, Gartenstr. 152; Brinkmann, Prinzen- Allee 21; Herrmann, Putbuserstr. 45; Bachgänger, Swinemünderstr. 34; Rosin, Ruppinerund Schönholzerstraßen- Ece; Hoppe, Aderstraße 21; Schönfeld, Fehrbellinerstraße 9. Zahlreiche Beteiligung der Genossen und Genoffinnen ist Ehrenpflicht. Das socialdemokratische Wahlkomitee. Lokales. Gestern find in der Sieges- Allee die Standbilder Friedrich In der Nergerschen Mordsache sind die Nachforschungen soWilhelm IV. und eines Kurfürsten aus dem 16. Jahrhundert in weit gediehen, daß das Ermittelungsverfahren in die VorunterGegenwart des Kaisers eingeweiht worden. Der Kaiser ließ sich fuchung übergeleitet worden ist. Staatsanwalt Dr. Kaz, der die bei dieser Gelegenheit hiesigen Blättern zufolge den Bürgermeister untersuchung bisher führte, hat sie an den Untersuchungsrichter abBrinkmann vorstellen. Dem Bernehmen nach sprach der Monarch gegeben. Der verhaftete Klempner Müller leugnet nach wie vor. dem Bürgermeister gegenüber im allgemeinen über die hohen Daß er an dem Abend vor dem Morde mit Frau Nerger zusammenkommunalen Aufgaben, die seiner warteten und über die„ muster- gewesen ist, faun er nicht bestreiten. Das ist aber auch alles, was hafte Ordnung in der Reichshauptstadt". Wilhelm II. In der„ Voss. Ztg." lesen wird: Professor Kart Begas erhielt gestern vom Kaiser den Kronenorden 3. Klasse und dazu einen neuen bemerkenswerten Auftrag: der Künstler wurde damit beauftragt, ein Marmorstandbild Kaiser Wilhelms II. zu schaffen. Dieses Werk hat der Herrscher der neuen Ruhmeshalle in Barmen als Geschenk gemacht. war, Das Polizeipräsidium teilt mit: Der Monteur Herr Baul Jahn wurde am 15. September für die Rettung einer Frau bei einem Brande im Hause Ackerstr. 48 öffentlich belobt. Bei diesent Rettungswerte war auch der Sattlermeister Herr SarlSzezinsky, Ackerstr. 136, in erheblichem Maße beteiligt. Für die thatkräftige Silfeleistung wird letzterer ebenfalls öffentlich belobt. er augiebt. Mit der Frau in der Schulzendorferstraße oder gar in dem Hause, in dem sie später ermordet aufgefunden wurde, gewesen zu sein, stellt er immer noch entschieden in Abrede. Dabei beginnt er auch, den„ wilden Mann" zu spielen. Andrerseits aber macht er immer neue Versuche, sein Ali bi nachzuweisen, aber mit wenig Glück. Schwer belastend ist neuerdings die Bekundung eines Zengen über das Tuch, das in den Mund der Ermordeten hineingepreßt worden war. Dieser Zeuge, der Müller genau fennt Die Reste ciner alten Obstbaum- Allee, die schon vor Jahren und auch mit ihm am Abend vor dem Mord verkehrte, beschrieb aufgehört hat, ihren Zweck zu erfüllen, befinden sich noch innerhalb genau, was für ein Tuch er an jenem Abend trug. Nun ist das Für unsre Leser im sechsten Reichstags- Wahlkreise liegt der Berliner Weichbildgrenze in dem nördlichen Teile der Prenzlauer Tuch, mit dem man Frau Nerger erstickte und das mit geronnenent Allee. In dieser Straße steht, an ihrer Kreuzung mit der Danziger- Blut besudelt gereinigt worden, und es der heutigen Nummer des„ Vorwärts" eine Beilage bei, welche straße beginnend, noch eine Reihe von Birnbäumen. In neuerer sich jetzt, daß die zeigt Beschreibung, die der Beuge bon die Einteilung der Wahlbezirke zur Nachwahl enthält. Wir bitten, geit hat sich dafür kein Bächter mehr gefunden, weil die Anlage, Müllers Tuch gab, ohne das bei Frau Nerger gefundene gefehen zu diese Beilage für den 30. Oktober aufzuheben. die früher einmal bis in die Nähe des Prenzlauer Thors gereicht haben, genau auf dieses paßt. Müller aber leugnet, daß es das hatte, bei dem Fortschritt der Bebauung der Prenzlauer Allee immer feinige fei. Die Nachforschungen über das Vorleben des VerDie Berliner Klamottenkutscher. Von der Ansicht aus mehr eingeschränkt wurde. Auch soll es in so unmittelbarer Nachbar- hafteten ergaben, daß er sich 31/2 Jahre lang unangemeldet in Berlin gehend, daß der Einzelne dem Kapital und dem Unternehmer gegen- fchaft bebauter Gebiete der Großstadt immer schwerer geworden sein, aufgehalten hat. über machtlos ist, haben sich in den letzten Jahrzehnten die Arbeiter die reifenden Früchte vor kleinen und großen Langfingern zu hüten. In Als sie ihrem Manne das Mittagessen zur Arbeitsstelle Berlins in fast allen Branchen zu großen Vereinigungen zusammen- den letzten Tagen ist nun auf dem östlichen Rande der Prenzlauer bringen wollte, verunglüdte gestern in der Klopstockstraße die geschlossen, in welchen die zersplitterten Kräfte in einanderfließen zu Allee bis zum Ringbahnhof alles, was an Birnbäumen hier noch Arbeiterfrau F. aus der Tauenzienstraße dadurch, daß sie mit ihrem einem gewaltigen Strom, in dessen Rückwirkung auch der einzelne übrig geblieben war, beseitigt worden, weil in Kürze auf der Strecke Kinderwagen unter den Plattenwagen des Spediteurs Mierke aus Arbeiter ein gewisses Gefühl der Sicherheit und des Geborgenseins zwischen Fröbel- und Stargarderstraße mit der Kanalisierung der der Christstraße geriet. Der Frau wurden beide Beine erheblich verhaben kann. Es dürfte nur noch ganz wenige Berufe in Berlin geben, Prenzlauer Allee begonnen werden soll. Die jetzt beseitigten Bäume letzt. Wunderbarerweise erlitt das Kind in dem Kinderwagen, der in denen es keine Organisationen der Arbeiter giebt und zu wie die weiter erhalten gebliebenen haben noch alljährlich, auch in zertrümmert wurde, keinen Schaden. diefen wenigen gehört der Beruf der Klamottenfutscher. diesem Jahre, ziemlich viel Früchte getragen. Gleichwohl begrüßt Dieser Kutscher gehört trotz seiner übermenschlich langen Arbeitszeit hier längst keine reife Birne mehr den Herbst. Die städtische Partzu den am schlechtesten abgelohnten Arbeitern, feine Arbeitszeit be- verwaltung läßt, seit die Bäume nicht mehr verpachtet sind, die ginnt meistenteils schon um 4 Uhr früh mit dem Pferdefüttern und Früchte unreif abnehmen, um zu verhindern, daß die Kinder diese Bauert bis in die sinkende Nacht hinein. Selten wird für diese Arbeit besorgen. Schinderei mehr wie 15 M. die Woche bezahlt, dabei liegt der Kutscher den ganzen Tag über auf der Straße und ist allen Witterungseinflüssen In die Berliner Kanalisation entwässerten bis zum 31. März ausgefeßt. Es kann nicht Wunder nehmen, wenn bei solchem Lohn und bei 1900 26 092 Grundstücke. Davon gehörten 24 972 zu Berlin, 572 zu folcher Arbeitszeit, um das Hungergefühl zu betäuben und den müden Charlottenburg, 263 zu Schöneberg, 285 zu Lichtenberg. Zu den Körper immer wieder von neuem aufzustacheln, ein beträchtlicher Vorortgemeinden, die mit einem Teil ihres Gebiets an die Berliner Teil des Wochenlohns in Altohol umgesetzt wird. Nicht einmal Kanalisation angeschlossen sind, werden künftig auch Borhagenüber einen freien Sonntag, den doch jeder Arbeiter hat, ver- Rummelsburg, Stralau und Tempelhof gehören. fügt dieser Großstadtproletarier, denn dann muß er gewöhnlich neben dem Pferdefüttern noch allerlei Verrichtungen, wie Holzzerkleinern Immer langfam voran! Aus dem Rathause wird gemeldet: und dergleichen, für den Fuhrherrn" besorgen. Und was mußte Das Magistratskollegium beriet in mehrstündiger geheimer Sizung ihm auch der freie Sonntag! Er hat kaum soviel in seinem Besiz, die Wohnungsfrage, ohne zu einem endgültigen Beschlusse um das Notwendigste zum täglichen Dahinvegetieren beschaffen zu zu gelangen. In einer neu anzuberaumenden Sizung soll die Anfönnen. Wie soll da an eine Erholung des Körpers zu denken fein?! Und geistige Bedürfnisse kennen die meisten dieser zu Boden gedrückten Proletarier überhaupt nicht. Die meisten Klamotten" futscher haben noch nicht einmal eine Schlafstelle, sondern sie tam Stadt. Die Kommission zur Vorberatung der Uebernahme des Uebernahme des Friedrich- Kinderkrankenhauses durch die pieren beim" Fuhrherrn" im Stall, auf dem Heuboden, im Kaiser Friedrich und Kaiserin Friedrich Kinder- Krankenhauses hielt Schuppen, und oft tragen sie jahraus jahrein dieselben Kleidungs- am Donnerstag im Rathause eine Sigung ab, an welcher sich die ProStücke. Wann wird es möglich sein, auch diese Berliner Arbeiter fefforen Virchow und Baginsti, sowie die Stadträte Bail und alliance- Theater aus gemeldet. Es handelte sich jedoch lediglich um Feuerbericht. Freitagabend wurde Mittelfeuer" vom Belleparias zu denkenden und klassenbewußten Proletariern zu machen?! Dr. Straßmann beteiligten. Es fand nur ein allgemeiner Austausch Das Magiftratskollegium hat dem Beschlusse der Verkehrs- der Ansichten statt, wobei allseits anerkannt wurde, daß wenn die einen kleinen Brand, der in einer benachbarten Konditorei entstanden Deputation zugestimmt, daß die Genehmigung zur Einführung der Verwaltung in der bisherigen Weise fortgeführt werden solle, ferner war und mit Leichtigkeit abgelöscht werden konnte. Vorher war auf unterirdischen Stromzuführung unter der Bedingung erhebliche Zuwendungen erforderlich sind. Der Krankenhausverein dem Lehrter Güterbahnhof ein mit Kohlen beladener Waggon durch Donnerstagabend wurde erteilt werde, wenn die Straßenbahn- Gesellschaft sich verpflichte, die habe im legten Jahre einen Zuschuß von 40 000 W. geleistet, den die Selbstentzündung in Brand geraten. die Wehr nach Ritterstr. 81 gerufen, wo in der Schriftgießerei jenigen Mehrkosten zu ersetzen, welche eintreten, wenn die Anlage Anstalt auch in Zukunft nicht wird entbehren können. von Arndt Kisten und Regale Feuer gefangen hatten. Gegen Städtischer Untergrundbahnen dadurch erschwert oder verteuert wird Vom Kriegsschauplatz der Großen Berliner. Auf der Mitternacht wurde in der Rosenthalerstraße ein Mann von einem und in den für diese Anlagen gewählten Straßen Kabel oder Stanäle elettrischen Straßenbahn schwer verunglückt ist gestern abend gegen elektrischen Straßenbahnwagen überfahren und schwer verletzt. Er der Straßenbahn- Gesellschaft liegen, welche unterirdische Strom- 11 Uhr der 24 Jahre alte Buchhalter Paul Ruben aus der Ill- war jedoch bereits unter dem Wagen hervorgezogen, als die alarmierte zuführung vermitteln. straße 6 zu Steglig. Der junge Mann, der in Berlin beschäftigt ist, Feuerwehr eintraf. Zur selben Zeit mußte Bergstr. 21 ein kleiner " gelegenheit zur Erledigung gelangen. Jm Gewerkschaftshaus( großer Saal) ist Sonntagabend die erste Soiree des Ernst Bahlschen Doppelquartetts. Das Konzert findet unter Mitwirkung des Geigenkünstlers Hans Prengel statt; die Konzertmufit wird von Mitgliedern der Freien Vereinigung der Civilberufsmufiter ausgeführt. Im Verein für volkstümliche Kurse von Berliner Hochschullehrern beginnt am nächsten Montag, den 29. Oftober, abends 812 Uhr, der Privatdocent Dr. Fr. Kopsch, Assistent des Herrn Geheimrat aldeyer, im Hörsaal der Anatomie, Philippstr. 12, seinen sechs Abende umfassenden Vortragstursus über„ Bau und Leiſtung des Gehörapparats" und wird zunächst eine allgemeine Uebersicht über die einzelnen Teile des Gehörapparats geben. Eintrittskarten zum Preise von 1 M. für den Kursus handlung, W., Leipzigerstr. 13; Centralstelle für Arbeiter Wohlfahrtssind zu haben bei: Georg Belling, W., Leipzigerstr. 136; A. Schütz, O., Holzmarktstr. 60; Tischendörfer, C., Sophienstr. 20; Trautweinsche Bucheinrichtungen, W., Röthenerstr. 23. い Die Feuerbestattung ist bekanntlich bisher von den preußischen ging auf dem Heimwege durch die Rosenthalerstraße und wollte an Wohnungsbrand beseitigt werden. Auch Ritterstr. 18 und HübnerStaatsbehörden nicht genehmigt worden, trotzdem die städtischen Be- der Gipsstraße einen elektrischen Wagen besteigen. Eine Droschke, straße 1 wurden kleine Wohnungsbrände gemeldet. Längere Zeit hatte hörden in Berlin wiederholt ihre Einführung beschlossen haben. In der er ausweichen mußte, brachte ihn so in Verwirrung, daß er die Wehr zu thun, um einen Brand zu beseitigen, der Görliger der von dem Vorstande des hiesigen Vereins für Feuerbestattung unter den Straßenbahnwagen geriet und ein Stück Wegs Ufer 3 Möbel einäscherte. auf dem städtischen Friedhof in Friedrichsfelde errichteten Urnenhalle geschleift wurde. Dem Unglücklichen wurde der Schädel ( Kolumbarium) sind in der Zeit vom 1. April 1899 bis 31. März ich wer verlegt und der Brustkasten eingedrückt. Ein Schutz1900 zwölf neue Urnen mit Leichenbrand aufgestellt worden, so daß mann brachte ihn nach der Charité, wo er noch bewußtlos darsich dort im ganzen 158 solcher Urnen befanden. Außerdem wurden niederliegt. = Aus den Nachbarorten. Adlershof. Sonntag, nachmittags 4 Uhr, findet in Schmausers noch drei Urnen in der Erde beigesetzt, so daß insgesamt 17 Urnen Auch dieser Unglücksfall zeigt wieder, daß die Schug Saal, Bismarckstr. 16, eine öffentliche Versammlung für Männer bis jetzt in dieser Art untergebracht sind. Im Treptower Part vorrichtung an unfern Straßenbahnwagen nichts taugt und und Frauen statt, in welcher Genoffe Paul Hirsch- Charlottenburg filier:»Die Ursachen der Wohnungsnot und der Aohlenwucher* sprechen wirb. Ebenfalls findet am Tonntagmorgen S Uhr von EchmauserS Lokal eine Flugblattverbreitung statt und werden die Genossen ersucht, sich zahlreich daran zu beteiligen. Spandau. Unsre Genossen machen wir an dieser Stelle noch- mals auf die morgen(Sonntag) nachmittags 8V2 Uhr bei Wehe, Pichelsdorferstr. 39, stattfindende öffentliche Volks-Versammlung aufmerksam; Genossin Klara Zetkin-Stuttgart referiert über das Thema:„Die Chinawirren und die Lnteressen des Proletariats." Johannisthal. Gegen die Wahl der am 23. d. M. gewählten fünf Wahlmänner zu den demnächst stattfindenden Ersatzwahlen zum Kreistage für den Kreil Teltow ist von den Vertretern Mann(See.) uilb J?eJbf;tn Protest erhoben worden, da der Gemeindevorsteher . als Wahlvorsteher ,n unzulässiger Weise während des Wahlakt» für die Gewählten, agitiert habe. Als nämlich Mann das Protest Protokoll unterichneben hatte, wollte auch der Vertreter Rehbein dasselbe unterschreiben, wurde aber trotz wiederholte» Protestes vom Borsteher daran verhindert. In der nun folgenden Gemeinde rats-Sltzung wurden zunächst einige geschäftliche Sachen erledigt Hleraus erklärte der Gemeindevorsteher, die socialdemokratisch Partei habe ihm zwei in einer öffentlichen Versammlung angenommene Resolutionen geschickt, von denen die. eine gegen die Weigerung des Gemeindevorstehers, von seinem Gehalt den fest gesetzten Betrag zu den Kosten für die schriftlichen Arbeiten bei zusteuern, protestiert, während die andre die baldige Durchführung der Kanalisation im Ort verlangt. Der Gemeindevorsteher be antragte, diese Resolutionen dem Einsender wieder zurück zu senden. Das Gleiche beantragte der Vertreter Schmidt. Letzterer wollte überhaupt nicht einsehen, dafi er über seine Thattgkeit im Gemeinderat irgendwie Rechenschast ablegen solle. Beide Herren erhielten indes von den Vertretern Mann und Reh b-in die gebührende Antwort. Auch wurde dem Gemeinbevorsteher bedeutet, dafe in der Versammlung, welche diese Resolution annahm. alle Kreise der Bevölkerung vertreten waren und für dieselbe gestimmt haben, so daß die Meinung de! Gemeindevorstehers, die Resolutionen stammten von der s 0 c i a l d e m 0 k r a t i s ch e n Partei, wie er sich ausdrückte, hinfällig sei. Die Herren sahen denn auch schließlich ein, daß ihre Meinung falsch sei, und gaben klein bei.— Von dem Lokal Echulinspektor. dem Prediger Schlicht in Rudow, ist endlich eine Antwort auf das bereits mehrmals erfolgte Gesuch um Ab Haltung des K 0 n f i r m a» d e n« U n t e r r i ch t s in Johannisthal erfolgt. allerdings im ablehnenden Sinne. Dieser Vertreter der christlichen Nächstenliebe erklärt, so leid es ihm auch mm die Kinder thäte, daß diese den weiten Weg machen müssen, er habe«S nicht nötig, den Unterricht in Johamiislhal zu erteilen; wenn die Gemeinde Johannisthal dies durchaus wolle, dann möge sie sich einen Geistlichen anstellen. Hierzu ist zu Hemerken. baß die Gemeinde Johannisthal und Rudow eme Kirchengemeinde bilden. Die Angelegenheit wurde schließlich dem Schulvorstand behnfs weiterer Regelung überwiesen. Uebcr die geplante Aufhebung der Nachtschichten in de» Mllltär-Werk statten wirb aus Spandau berichtet: „Wegen des steigenden Bedarfs an Gewehrnnmition hat sich eine Bergrößernng der Produktion der kgl. Munitionsfabrik in Spandau. die ganz allein die Munition für die Handfeuerivaffe» der gesamten deutschen Armee liefert, als notioendig herausgestellt. Wenn stüher vorübergehend stärkerer Bedarf war, wurden Nachtschichten eingelegt. Mit Rücksicht auf die große Zahl der in dieser Fabrik beschäftigten Arbeiterinnen— etwa 4000 gegenüber 1000 Arbeitern— soll die Nachtarbeit_ grundsätzlich nicht mehr zur Anwendung kommen. Deshalb wird, um die erforderlichen neuen Betriebsräume zu er- langen, in möglichst kurzer Zeit ein Erweiterungsbau zur Aus- sührung kommen." Große» Aufsehen erregt in Spandau die Entdeckung von Veruntreuungen, die in der städtischen Steuerkasse vor- gekommen sind. Ein seit Jahren dort beschäftigter Beamter sollte 'am Sonnabend Rechnung ablegen. Zu diesem ihm festgesetzten letzten Termin erschien er nicht, sondern meldete sich krank; mit Montag war er dann au« feiner Wohnung verschwunden. Gestern stellte er sich jedoch wieder ein und die Untersuchung ergab ein größeres Defteit, dessen Höhe indes noch nicht sogleich genau festgestellt werden konnte, da der unredliche Beamte Bücher der Kassenverwaltung beiseite geschafft hatte. Er ist zunächst auf der Stelle aus seinem Amt entlassen worden. Der Mann, der einem hiesigen Blatt zufolge weit über seine Eiiikommensverhältnisse ge- lebt hat, ist Familienvater. Die Rixdorfer Stadtverordneten-Versanimlung hielt gestern «ine Sitzung ab. Zunächst wurden die neugewählten Stadt- verordneten Hennig(3. Abteilung) und Wanz'lick<1. Abteilung) eingeführt. Darauf schritt man zur Auslosung des Drittels, für das im November die regelmäßigen Ergänzungswahlen vorzunehmen sind. Ausgelost wurden aus der ersten Abteilung 5, aus der zweiten Abteilung 6 und aus der dritten Abteilung 5 Mit- glieder. Die Auslosung erstreckte sich auch mit auf die noch nicht wieder vergebenen Mandate der dritten Abteilung. die durch das bekannte Urteil de» Ober-VerwaltungSgerichts erledigt Wurden und deren es nach der Wahl des Genossen Heimig noch L giebt. Die betreffenden Stimmzettel trugen die Aufschrift: Ersatz- mann für(folgt der Name). Von den IS wirklichen und fingierten Stadtverordneten der 3. Abteilung wurden ausgelost der Schank- Wirt Münz er, der Cigarrenhändler E. R e tz e r a u. der Schank- Wirt Köpke, der Ersatzmann N. N. für den Schriftsetzer E. W u tz t i und der E r s a tz m a n n N. N. für d e n K a f s e n- beamt'en Conrad.-'Die nun noch erforderlichen Ersatzwahlen werden-zugleich mit den Ergänzungswahlen im November statt- finden. Da die erste Vorschulklasse der Realschule jetzt mit 67 Schülern besetzt ist, beantragt der Magistrat, die Klasse zu teilen und eine neue Lehrerstelle zu errichten. Stadtv. R e tz e r a u(Soc.) erklärte sich namens seiner Fraktion damit einverstanden und führte aus. daß die Schnelligkeit, mit der der Magistrat bei der höheren Schule vorgegangen sei, auch mit Bezug auf die Mißstände in der Gemeinde- schule erwünscht sei. In demselben Maße wie man erstere fördere, werde letztere vernachlässigt.— Bürgermeister Voigt entgegnete, daß man alles was möglich sei, im Interesse der Volksschule ge- than habe.— Die Borlage wurde einstimmig angenomnien. Die Frage der Vergebung von Arbeiten und Lieferungen an Stadtverordnete und Magistrat?- Mitglieder führte zu einer längeren Debatte. Diese hatte jedoch. wie der Stadtverordnete R e tz e r a u(Soe.) treffend sagte, den Charakter eines Begräbnisses. Wie nach dem neulichen Kommissionsbeschluß— siehe„Vorwärts" vom 20. Oktober— vorauszusehen war, wurde der Beschluß der Etadtverordneten-Versammlung vom April 1899, Stadtverordnete und Magistratsmitglieder von Arbeiten und Lieferungen aus- zuschließen, unter sanften Reden zu Grabe geleitet. Selbst die beim Zustandekommen diese» Beschlusses beteiligt gewesenen Komniunalreformler streckten vollständig die Waffen. Ihrer Meinung nach hat der Beschluß bewirkt, daß im letzten Jahr Mißhellig leiten nicht vorgekommen sind. Und das genügte ihnen, ihn jetzt ganz preiszugeben, nachdem sie in der vorigen Woche ,n der Kommission noch ihren alten Standpunkt eingenommen hatten. Der Redner der socialdemokratischen Fraktion. Stadtv. Retzerau, trat noch einmal unter Bezugnahme auf trübe Erfahrungen in der verflossenen Gemeindevertrelung für die Aufrechterhaltung jenes Beschlusses ein und legte dar, daß es notwendig, vor- beugende Mahnahmen zu' treffen. Gegen die Stimnien der Socinldemokraten wurde der Beschluß aufgehoben und jede andre Beschlußfassung zu der strittigen Frage a b- gelehnt. Die neue Gnmdsteuer-Ordmmg wurde debattelos angenommen. Aus Rixdorf. Bei einem Einbrach in die Gesellenstube des Bäckermeisters Rcmier, Mainzerstr. 1 Hierselbst, wurden zwei Burschen namens Bartz und Loburg festgenommen, während ein dritter Be- teiligter entkam. Gestern gelang es. auch den»rttte, zu verhaften. und zwar in der Person des Bäckers Karl Langemeier. DaS Klee- blatt raubte specfell Gesellenstuben in Bäckereien auß und hat augenscheinlich eine große Zahl derartiger Einbrüche auf dem Kerb Arbeiterfeindliches auS Groß- Lichterfelde. In Groß Lichterfelde beginnt das in kommunalen Vereinen organisierte Haus-Agrariertum nebst seinem arbeiterfeindlichen Anhang sich mit den Bestimmungen de? neuen Kommunal-Wahlrechts zu beschästigen und seinen Einfluß für eine Verschlechterung zu Un« gunsten der arbeitenden Klaffe in der unverstorensten Weise geltend zu machen. So hat der Lichterfelder Verein— und die übrigen Ortsverein» gleichen Kalibers haben sich dem angeschlossen— eine Resolution angenommen, in welcher die Gemeindevertretung ersucht wird, von der im Gesetz enthaltenen Befugnis, die den Kommunen zum Zweck der Fern Haltung der Arbeiter aus den Ge meindeparlamenten eingeräumt ist, Gebrauch zu machen. Es wird sich ja zeigen, ob die Grotz-Lichterfelder Gemeinde� Vertretung diese ihr von den besitzenden„Msibürgern" zugemutete schöne Rolle eineS Büttels acceptieren wird. Bei den Erfahrungen, sie die Arbeiter bezüglich der Streikklausel gemacht haben. erscheint es durchaus wahrscheinlich, daß ein» gweidnttel- Majorität der Gemeindevertretung, die zu einem öal Wahlrecht einschränkenden Ortsstatut gesetzlich erforderlich ist, zu stand« kommen wird. Daß die fetten Zeiten für die Hausbesitzer auch deren Ueber- mut in«icht geringem Maße gesteigert haben, beweist der Beschluß des Grundbesttzervereins Lichterselde-Ost, eine schwarze Liste der Mieter zu errichten und sie den übrigen gleichartigen Vereinen zur Verfügung zu stellen. Hoffentlich»rinnern ttch die Mieter bei der nächsten Neuwahl der gesamten Gemeindevertretung dieser sauberen, jedem Mißbrauch Thür und Thor öffnenden Praktiken der Hauteigentümer und sorgen dafür, daß durch die Wahl soeialdemokratischer Vertreter der ört- lichen Reaktion ein Dämpfer aufgesetzt wird. pom Gevidgks ZKeineidSProzeß MaSloff zu Könitz. Au» den Verhandlungen DoimerSlflg erwähnen wir noch: Die Angeklagte Frau MaSloff sagt auS, baß sie beim Verrichten von Aufwartediensten im Lewyichc» Hause eine Cigarrentasche gefunden habe, in der ejne Photographie Ernst Winters enthalten war.— Präs.: Kaiinten Sie Ernst Winter?— Angekl.: Nein, aber ich habe die Photographie im Schaukasten von Heyn gesehen.— Präs.: War das die Photographie?— Angekl.: Jawohl.— Präs.: Hat darunter gestanden:„Ernst Winter, ermordet am 11. März 1900".— Angekl.: Das ist möglich.- Präs.: Fch will bemerken, es wird bekundet werden, daß bis zum 11. Marz Ernst Winter nur in einem Gruppenbtlde photographiert war, nach dem Morde wurden auf Grund dieses Gruppenbilds Einzel- bilder gemacht, die in den Handel kamen und die verlesene Unter- schrift enthietten, Am Fxeitag begab sich der Gerichtshof nach dem Lewhschen Hause, um dort die Räumlichkeiten zu besichtigen. Die Straßen wurden durch Militär abgesperrt. MaSloff zeigte beim Lokaltermin, von welchen Stelle» aus er seine Beobachtungen gemacht haben will. Nach Wlederaufnahme der Verhandlungen am Nachmittag gab der Bäckermeister Lange, bei dem Winter ivohnte, Auskunft über da« Verschwinden des Ermordeten und die Auffindung der Leichenteile. Der Ermordete, so bekundet der Zeuge weiter, verkehrte viel mit seinen Mitschülern uiid jungen Mädchen. Mit S P e i s i n g e r und Moritz Lewy habe er ihn niemals zusammen gesehen- Der Vater des Ermordete». Bauimteriiehmer Winter, sagt olgendes aus: Er habe seinem Sohne Vorhaltungen darüber gemacht, was er mit I u d e n m ä d ch e n zu schaffen habe. Er könne doch nicht daran denken, jemals eine Jüdin zu heiraten. Sein Sohn habe ihm eantwortet, daß er die Damen in der Tanzstunde kenne» gelernt abe. Er sagte:„Wenn sie fallen, muß ich sie doch aufheben." Heiterkeit.) Nachdem die jugendlichen Arbeiter Müller und JackowSki über die Umstände berichtet haben, unter denen Arm und Kopf des Winter von ihnen aufgefunden worden sind, sucht dex Prä- ' i d e n t festzustellen, wann der Ermordete zuletzt gesehen worden. Zeuge Oberlehrer Dr, Hofrichter bekundet darüber: Ich glaube, >e»i Ermordeten am 11. März, nachmittags Uhr, in derDanziger- trahe begegnet zu sei». Er befand sich m her Gesellschaft von zwei andren Gymnasiasten. Sein Gesicht war so gerptet, daß ich annahm, Winter sei angetrunken. Er grüßle aber so formvollendet, daß ich andrer Meinung wurde. Ich kann aber nicht mit Bestimmt- hcit sagen, ob das am 11. März war. Alsdann wird die inzivischen erschienene Zeugin Fräulein S t ü h i n g vernonimen. Dieselbe sagt auf Befragen des Präst- dxnten aus: Ich weiß nicht, wer den Arm nach dem Kirchhof getragen hat; meine Mutter erzählte aber, daß sie I s r a e I S k i am Morgen des Tags, an welchem der Arm gefunden wurde, in der Nähe des evangelischen Kirchhofs mit einem Sack gesehen hätte.(Große Bewegung.)— Der Gerichtshof beschließt, sofort die Mutter der Zeugin laden zu lassen. Der Sachverständige Sanitätsrat Dr. Müller(Könitz) giebt hierauf folgendes Gutachten ob: Die Trennung der Leichenteile muß nach dem Befunde von fachkundiger Hand ausgeführt ivorden sein. Der Tod ist durch Verblutung eingetreten. Die Leichenteile waren geruchlos und frisch. Vor der Verblutung hat höchstmahr- cheinlich ein starker Erstickungsversuch stattgefunden. Der Halsschuitt ist anscheinend bei lebendem Zustande ausgeführt.— Nach Ver- »ehmung weiterer Sachverständiger wurde die Verhandlung sodann auf Sonnabendvormittag vertagt. Wegen Beleidigung durch die Presse wurden gestern die Redacteure Karl Günther vom„Berliner Tageblatt", G 0 t t h. Meyer von der„Berliner Abendpost" und Heinrich Engel vom„Reichsboten" sowie der Korrespondent B e r t h. S p a r r vor der 1. Straskammer des Landgerichts I zur Verantwomuig gezogen. ES handelte sich um eine von dem letztgenannten ausgebende, in die genannten Zeitungen übergegangene Notiz, wonach in der Kämmereikasse zu Güsten in Anhalt ein Deficit von 2S790 Mark entdeckt und während der Dauer der Untersuchung der Bürgermeister O l fe und der Stadtrat Stephens vom Amte suspendiert worden seien. Die betreffenden Zeitungen brachten später eine Berichtigung, wonach nur ein Rechenfehler vor- liege, der bisber weder von der RechnungSkommilfion noch von der Regierung aufgeklärt werden könnt«. Eine AmtSsuipenston habe nicht laltgefunden. Die Angeklagten bestritten sämtlich jede beleidigende Absicht.— Auf Antrag des Rechtsanwaltl Moss«, der den ersten An- geklagten vertrat, beschloß der Gerichtshof, über die einschlägigen Verbältnisse den Geh. Reg.-Rat Dunker zu Dessau, den RegierungS- asieffor Teichmüller und die Stadtv. Wilhelm Rothe und Boa« in Güsten kommissarisch zu vernehmen. BundeSbrüderltche Moral. Wegen Herausforderung zum Zweikampf mit töhtlichen Waffen bezw. wegen Kartclllrägerei hatten sich gesten der Referendar a. D. Paul Rühle und der Assessor Karl Müller vor der 7. Strafkammer des Land- gericht« I zu verantworten. Der erste Angeklagte soll unlautere Be- Ziehungen zu der Ehefrau eines Bundesbruders unter- lalten haben. Der Hintergangene Ehemann hat die Ehescheidung»- klage angestrengt mit dem Erfolge, daß die Ehe getrennt und seine bisherige Frau als der allein schuldige Teil erklärt wurde. In dem Scheidungsantrag war eine Lcußeruiig wiedergegeben, wonach der Erste Staatsanwalt Bühler zu Eisenach, ebenfalls ein B u n d e S b r u d e r des Antragstellers sowie des Angeklagten Rühle, sich über das Verhalten des letzteren in höchst abfälliger Weise ausgesprochen hatte. Dadurch kam dies« Aeußerung in die Akten und zur K e n n t n i S des Angeklagten Rühle, der durch den Mitangeklagten Müller den Ersten Staatsanwalt Bühler zu einem Widerruf auffordern und ihm im Weigerungsfalle eine Forderung auf Pistole», zwanzig Schritt Distance und bei dreimaligem Kugelivechsel, zu gehen ließ. Der Angeklagte Rühle behauptete, daß der Erste Staatsanwalt ihn einseitig und zu Unrecht gekennzeichnet habe und daß keine unbedingte Forderung, sondern nur eine vorbereitende Handlung vorliege. Der Gerichtshof konnte sich dieser Ausiosluug nicht anschließen, sondern verurteilte den Angeklagten Rühle zu drei Wochen, den Angeklagten Müller zu drei Tagen F e st u n g. Bier Prozesse gegen den ReichStags-Abgeordueten Re- dacteur Adolf Thiele in Halle a. S. beschäftigten gestern das Reichsgericht. Durch Urteil vom 3. Aiuli hat das Landgericht Halle unsren Parteigenossen wegen Beleidigung von Mitgliedern des Krieg er Vereins Wilhelm in Berlin und der preußischen Offiziere und Unteroffiziere durch den Ausbruck„Kriechervereine" zu 100 M. Geldstrafe verurteilt. In dem zweiten Urteile, vom 80, Juni, hat der Angeklagte wegen„Verbreitung unzüchtiger Schriften"(es handelte sich um den Abdruck von Briefen. die auf das Dariehnsgcsilch eines Mädchens eingelaufen ivaren und teilweise chnisch und unsittlich waren) SV M Geldstrafe erhalt«». Eine schwere empfindliche Strafe, nämlich 000 M., hat ihm das Gericht in dem dritten Falle(Urteil vom 23. August) auferlegt. Hier handelte es sich um Beleidigung deS Pastors P. in Herzvcrg, dem eigennütziges Handeln vorgeivorfen worden war. In dem vierten Urteile, am gleichen Tage gefällt und auf 300 M. Geldstrafe lautend, handelte e« sich um Beleidigung de» Oder- laudeSgcrichts Naumburg aus Anlaß seiner Entscheidungen über die Veranstaltung von„Kollekten" für Stretkenoe. Der Angeklagte beschwerte sich in der Hauptsache darüber, daß in den Fällen 3 und 4 nicht Verjährung angenommen worden sei. Er be- kämpfte dabei die Entschetduna des Reichsgerichts vom Id. Februar 1895 betr.§ 69 des Strafgesetzbuchs(lex Rintelen). Das Reichsgericht verwarf sämtliche Revisionen de» Angeklagten, obwohl in dem ersten der Reichsanwalt die Aufhebung des Urteils beainragt hatte. Auf die Revision deö Gtaatsanivalts wurde dageaen t»t in dem zweiten Falle das Urteil dahin abgeändert, daß auf Einziehung der betr. Zeitungsnummer zu erkennen sei. Höchster Rekord im groben Unfug. Im Juni d. F. er- schiene» im„Volksblatt für Halle a. S." out Anfragen, wie:„M. A. Frau Vjktuolienhändlerin Metze liest unser Blatt nicht", einige Notizen. Einem Metallarbeiter wurde ebenfalls nur im Brief- kästen mitgeteilt, daß der Former Rost aus dem Verbände ausgetreten sei,«. Ter kons ervative Verein war in diesem Falle so empfindlich, in den Notizen grobenUnfug zu erblicken und den verantwortlichen Redacteur des„Volklblatts", Genossen Swienty bei der Staatsanwaltschaft zu denunzieren. Die Anklagebehörde nahm sich der Sache auch an und brachte den Genossen Sivteiity vor das Schöffengericht. Der Kanzlist Feigel, der als Mitglied des konservativen Vereins die Anzeige erstattet hatte, verstieg sich als Zeuge zu der Aeußerung, seine 3 Söhne wären so gut erzogen, daß ie lieber verhungern, als das„Vollsblatt" lesen würden. rr, den die ganze Sache nichts anging, hatte sich beunruhigt gefühlt, während die in den Notizen geitanuten Personen teils 'in Abrede stellten, geschädigt zu sein und einer sogar behauptete. durch die Volksblattnotiz Vorteil gehabt zu haben. Genosse Sivienty wurde antragsgemäß zu 6 Tagen Haft verurteilt.• Sortales Arbeitslöhne und Arbeitsleistung im preußischen Berg- bau im Jahre 18SS. Nach amtlichen Erhebungen sind im Jahre 1899 im preußischen Bergbau beschäftigt gewesen: Im unterirdischen Betrieb beschäftigte Bergarbeiter....... Unterirdisch beschäftigte Arbeiter.. Ueber Tag beschäftigte Arbeiter, ausschließlich jugendliche u. weibl. Jugendl. männl. Alb. unter 16 Jahren Weibliche Arbeiter. 222 758, mehr geg. d.Borj. 11 139 80 344.„., 88 084, 12 723, 5 487, 5121 4177 1440 _ 187 Zusammen 409 385, mehr geg. d. Vorj. 22 064 Die Löhne dieser Arbeiter(ausgeschlossen sind die Beamten. Aufseher, Oberhauer und Fahrhauer) betrugen 437 928 857 M.; 46 745 272 M. mehr als im Vorjahre. 85 364 546 M. mehr als im Jahre 1897. 127 835 541 M. mehr als int Jahre 1896 und 156 843 526 M. mehr als im Jahre 1895 an Löhnen gezahlt wurde. Der Durchschnittslohn pro Arbeiter betrug im Jahre 1899 1070 M., 1393 1010 M.. 1897 964 27?., 1896 900 M. und 1895 848 M, Bezeichnend für die Zustände in Schlesien ist es, daß von den 5476 Arbeiterinne n imSteinkohlenbergbau in Ober- 'chlesicn allein 3815 beschäftigt werde», Die niedrigsten Löhne weisen wieder die im Erzbergbau tn Siegen, Nassau und im Oberharz beschäftigten Bergarbeiter auf. Im' Mausfelder Kupferschieferbau kam für Bergarbeiter mit die Schicht durchschnittlich 3,41 M.. in Oberschlesien 4.04 M.. m Nieder- schlesien 3,42, im Brounkohlengebiet des Bezirks Hall« 3 32 M, ini Dortmunder Bezirk 4.84 M.. int Aachener Bezirk 3,93 M. und m Saarbrücken 3.99 M. Der Jahrcsverdjenst der weiblichen Arbeiter 'chwaukte zwischen 279 M. bei 275 Arbeitsschichten im oberschlest- chen Bergbau und 468 W. bei 298 Arbeitsschichten im Braunkohlen- luerk des Bezirks Halle.„ �„. Die Schichidaner einschließlich der Ein- und Aulfahrt und der Ruhepausen überstieg für die Mehrzahl der unterirdischen Beleg- chaft beim Steinkohlenbergbau 10 Stiuiden nicht. Rur t» Ober- schlesien hatte noch ein großer Teil zwölf st ündige Schichten. Leim Braunkohlenbergbau betrug die Schicht unter Tage durch- 'chnittlich 11,5 Stunden. Beim Erzbergbau schivankte die Schichtdauer unter Tage zwischen 8,1 und 11,1 Stunden. Ueber die Jahresleistung im Steinkohlenbergbau pro Mann der Belegschaft ergiebt die Statistik folgendes: Jahr Oberschlesien Niederschlesten Dortmund �f�sberg.oeike, 1896 1897 1898 1899 Tonnen 359 366 382 379 Tonnen 221 220 224 219 Tonnen 286 283 274 274 Tonnen 238 241 245 237 Die größte Abnahme der Förderung zeigt fich im Dortmunder Bezirk. Als Erklärung dafür mag zunächst, was für die übrigen Betriebe auch zutrifft, auf die groß« Zahl ungeübter Arbeiter, die in den letzten Jahren zum Bergbau herangezogen wurden, hin- gewiesen werden. Diese Leute können geübte Arbeiter nicht voll ersetzen. Es wäre höchst leichtfertig, diese Miuderleistnngsfähigkeit einfach aus die Faulheit der Arbeiter zu setzen, wie es die Unternehmer mit Vorliebe thun. Weiter kommt hinzu, daß mit dem Tiefergehen der Schächte gerade im Dortmunder Bezirk die Leistungsfähigkeit der Arbeiter Einbuße erleiden muß. weil ein Teil der Arbeiter der Kohlenförderung entzogen wird, um Arbeiten zu verrichten, die den BetriebSeinnchtungen und der Betriebssicherheit dienen. In den übrigen Bezirken sind die Schwan- kunaen sehr gering und gegen 1896 weist Oberschlesie» sogar eine Erhöhung der Förderung auf. Die schwankende» Zahlen lassen auch daraus schließen, daß durch große Betriebsstörungen, die eine volle Entfaltung der Arbeitskräfte hemmen— wir rechnen dazu auch dcn Wagenmailgel, der im vorigen Jahr auf den Eisenbahnen eintrat—- Minderleistungen erklärlich werden. Schlechte» Gestein beim Abbau. Eindringen von Wasser und ähnliche Beschwernisse des Bergbau» müssen die Fördermenge zurücksetze». Das iveiß jeder praktische, ob- jekiive ffleumiler, nur die Interessentenkreise der Unternehmer Ver- juchen mit Vorliebe, den Arbeitern die Schuld ayfzubürden. Der Bund der Arbeitgeber- Verbände Berlins zählt zur Zeit 1ö korporative Mitglieder mit 1959 Arbeitgebern. Der Anschluß von drei weiteren Arbeitgeber- Berbänden steht bevor. Dem Bunde " " Die haben sich bisher angeschloffen: die Bereinigungen der Berliner Chef, ber wollte jedoch nicht nachgeben. Nach den Aussagen der für die 8000 bort Beschäftigte vorhanden ist, darf erst nach 5 Uhr. Metallwarenfabrikanten, der Pianofortefabrikanten, der Metall beiben in der Bersammlung anwesenden Wertmeister der Firma benust werden, benso ist es mit den Waschvorrichtungen. Wenn fchraubenfabrikanten, der Schuhfabrikanten, der Klempnermeister, ift Herr Ruthenberg wohl geneigt, auf das Berlangen nach alle Arbeiter und Arbeiterinnen diefelben benutzten, so würde es der Glasschleifereibesizer, die Bäckerinnung„ Germania", die Wer der gleichen Bezahlung für die gleiche Arbeit einzugehen und will 3/4 Stunden dauern, bis die legten sich reinigen tönnen. Außerdem bände der Baugeschäfte, der Gips- und Cementgeschäfte, der Kunst im Keller nur noch Mädchen oder Lehrlinge beschäftigen; die sind diefelben für beide Geschlechter gemeinsam. Hier einzugreifen fchloffereien, der Malereigeschäfte, der Glaser, Töpfer und Bild Einstellung der drei Gemaßregelten aber lehnt er entschieden ab. ist Sache des Fabrifinspektors. Für vorzeitiges Waschen find 50 Pf. hauermeister und der Fliesengeschäfte. Nach längerer Distusfion erklärte die Versammlung in einer Refo Strafe zu zahlen. Die Mädchen im Bulfanifierraum haben jezt Bureaukratismus. Am 1. August 1800 hatte die Spulerin Glution, daß die Lohnfrage als erledigt zu betrachten sei. Doch wird nur 10 Minuten Frühstücks- und Vesperpause gegen eine halbe in Langenbielau bei der unteren Verwaltungsbehörde den gefordert, daß die drei Gemaßregelten wieder eingestellt werden und Stunde, die es früher gab. Leider lesen die meisten der dort BeAntrag auf Gewährung von Altersrente gestellt. Die Antwort traf ebenso die Arbeiterinnen zu ben alten Bedingungen auf ihre alte schäftigten nicht die Presse, die allein ihre Intereffen wirksam vertritt, am 18. Oftober d. J. von der Landes- Versicherungsanstalt Schlesien Arbeit. Werden diese Forderungen nicht binnen 24 Stunden befondern find Abonnenten jener Schundpreffe, die dann obendrein die Arbeiter durch ihre Kulis verhöhnen läßt. Die Lohnberechnung der Meister ist eine durchaus willkürliche. ein. Die Erledigung des Antrags hat also mehr als 141 Monate willigt, so ist die Firma als gesperrt zu betrachten. in Anspruch genommen. Alters- und Invalidenrenten- Antragsteller Der Verband der Möbelpolterer hielt am 22. Oftober im feitens der Meister ist Direktion hatte die Meister beauftragt, fich die Namen Getvertschaftshause feine Generalversammlung ab. Nach dem geber Distuffionsredner zu notieren. Auch sollte ein Schreiber dürfen sich also die Zeit nicht lang werden lassen. Den Niedergang der Konjunktur im Baugewerbe behandelt brudt vorliegenden Staffenbericht war der Bestand vom Juni 4681,009 bie Ausführungen des Referenten stenographieren und die die Einnahme vom 1. Juli bis 30. September betrug 6489,80 m., felben widerlegen. In der Diskussion versuchte ein Herr Alfred der Vorstand des Verbands der Baugeschäfte von Berlin und den Vororten in seinen neuesten Mitteilungen" die Ausgabe 6294,19 M., mithin Bestand am 1. Oktober 4876,70 m. und kommt dabei zu folgenden Schlußfolgerungen: Benn selbst zur Aufnahme in den Verband hatten sich im legten Quartal Breittreng die Direktion in Schutz zu nehmen. Als derselbe von Wenn ſelbſt 188 Kollegen gemeldet. Im Arbeitsnachweis waren Adressen ab- Wiesenthal mit seinen Bemühungen abgewiesen wurde, war Arbeiterorgane, bie zielbewußt im socialdemokratischen Fahrwasser gegeben 961, arbeitslose Kollegen waren eingeschrieben 926, besetzt ber Beifall so start, daß der überwachende Beamte erklärte, im Wiedersegeln, die sehr gedrückte Lage rückhaltlos anerkennen, wenn ferner, tonnten 710 Stellen werden, während 251 nicht erledigt werden holungsfall die Versammlung aufzulösen. Im Schlußwort forderte wie wir aus zuverlässiger Quelle erfahren haben, schon vor einiger konnten. Da der Antrag„ Aufhebung des Kartellvertrags mit dem die Versammlung mit einem Hoch auf den Deutschen Metallarbeiterder Referent zum Eintritt in die Organisation auf und wurde dann Beit allein von der Nenommiergarde der Arbeiterführer fast Deutschen Holzarbeiter- Verband" in der Generalversammlung vom 1700 Total und 5000 centralorganisierte Maurer feiern mußten uli nicht erlebigt werden konnte, so wurde nach einem einleitenden Berband geschlossen, ( Ein Herr Gregor Scheller in Wilhelmsruh bittet uns mitund nicht zum Streitfonds beitragen konnten, so sollte diese Juli nicht erlebigt werden konnte, so wurde nach einem einleitenden Referat Reuters die Diskussion fortgesetzt. Neuter sprach über Thatsache in ihrer schroffen Nacktheit den Arbeiterorganisationen den Nugen der Kartelle und empfahl zum Schluß den nach noch zuteilen, baß er mit dem Meister Scheller des Kabelwerks„ Oberallen Anlaß bieten, die noch in einer Brotstelle befindlichen Arbeiter allen Anlaß bieten, die noch in einer Brotstelle befindlichen Arbeiter maliger Beratung der Vorstände wesentlich abgeänderten Kartell- pree" nicht identisch sei. Sted.) zu einer besonnenen und ruhigen Fortsetzung der Arbeit zu den vertrag mit dem Holzarbeiterverband. Nach eingehender Debatte Weißenfee. Am 16. Oftober tagte im Brälaten" eine öffent jezigen Bedingungen zu bewegen und eine angebotene Verlängerung wurde der Vertrag in ber neuen Fassung gegen eine fleine Minorität liche Gewerkschaftsversammlung. In derselben gab der Vertrauensber vertraglichen Bestimmungen mit großer Freude zu acceptieren, nicht aber es auf eine erneute Straftprobe antommen zu laffen, bei angenommen. Bei der hierauf vorgenommenen Wahl eines Vor- mann der Gewerkschaften den Jahresbericht, welcher mit einer Einder sie dann doch die Rechnung ohne den Wirt gemacht haben igenben wurde der frühere langjährige Borfizende, Kollege nahme von 293,72 M. und einer Ausgabe von 191,82 m. abschloß. Heinrich Schulz I gewählt. Da Schulz bisher das Amt Der Kassenbestand beträgt 101,90 m. 8um Vertrauensmann wurde dürften und durch die sie sich obendrein noch die Sympathien eines Revisors befleidet hatte, so wurde an seiner Stelle Mettner Emil Schumann, Lehderstr. 118, zu Revisoren wurden Herm. der Socialphantasten bürgerlicher Zunft verscherzen könnten. Inwieweit also das Sinten der Konjunktur auf die Ge- zum Revisor ernannt. Als Bertreter des Verbands bei den Sizungen lo und Gerhardt gewählt. Sierauf erhielt ein bas Wort zu einem Bortrag über freie ftaltung des Berliner Arbeitsverhältniffes im Baugewerbe Einfluß des Holzarbeiterverbands wird der Kollege F. Volt gewählt. haben wird, wird bauptsächlich von dem Verhalten der Arbeiter Die au Holzbearbeitungs- Maschinen beschäftigten Arbeiter und riftliche Gewerkschaftsbewegung, welcher eine lebhafte Debatte selbst bezw. ihrer Führer bei einer etwaigen Verlängerung des Berlins und Umgegend hielten am 18. Oktober eine außerordent- nahmen. Mit einem Hoch auf die moderne Arbeiterbewegung wurde außerordent- seitigte, in der auch Vertreter christlicher Gewerkschaften das Wort Bertrags abhängen. Jedenfalls wird von einer weiteren Lohnliche Generalversammlung ab. Zum ersten Punkt des Tagesordnung, die recht gut besuchte Versammlung geschlossen. erhöhung unter den jetzigen Umständen keine Rede sein können und Fortsetzung der Wahlen der letzten Generalversammlung, wurde der die recht gut besuchte Versaminlung geschlossen. selbst ein Festhalten an dem bisherigen Lohnsatz als äußerstes Stollege Biehl als zweiter Schriftführer gewählt, in die Werkstellen Reinickendorf. Der hiesige Wahlverein hielt Sonnabend, Opfer der Arbeitgeber nur dann durchführbar sein, wenn die Arbeiter Kontrollfommiffion für Weißenfee-iland, für den Norden den 20. b. M., im Lotal von Medelmann in Schönholz seine Generalden Stundenlohn als Normallohn, wie s. 8. vom Gewerbegericht ihn und Bold, für den Südosten Rusch und Hacke, für den versammlung ab. Herr Dr. Wollheim hielt einen Vortrag über: ausgesprochen wurde, anerkennen oder aber sich verpflichten, feinesfalls Südwesten Engler, für Moabit Sommerfeld, in die Arbeits- Luft und Leben". Der Vortrag fand großen Beifall. Eine Disin dem Vertragsbezirk unter oder über diesem Satz zu arbeiten und nachweis- Kommission Bober, Bimmermann und Klemm, fussion knüpfte sich an denselben nicht. Hiernach gab der Borsigende: fomit, was bisher vielfach noch nicht der Fall war, die Arbeits- und in den Rechtsschutz Wegner. Auf Antrag des Vorstands den Bericht des Vorstands, Aus demselben geht hervor, daß im bedingungen auch für organisierte und nichtorganisierte Arbeit wurden demselben 100 M. zur Vergrößerung der Bibliothek be- 8. Quartal 8 Berfammlungen und 8 Borstandesigungen stattgefunden geber in jeder Beziehung selbst bet einem Geschäftsrfidgang gleich willigt, ebenso wurde ein Antrag. Distuffionsabende einzuführen, haben. Die Mitgliederzahl betrug 115. Darauf verlieft achter fein werden. angenommen. Dem Vorstand zur Beratung überwiesen wurden die den Staffenbericht. Die Einnahme" betrug mit Bestand vom zweiten Bei letterer Bedingung ist es ja allerdings zunächft mehr wie Anträge: 1. in Nigdorf eine Bahlstelle zu errichten, 2. Bezirks- Quartal 104,60 m., bie Ausgabe 44 M., bleibt ein Bestand von zweifelhaft, ob die Arbeiter eine solche in ihrem eignen Interesse versammlungen abzuhalten. Angenommen wurde ein Antrag Pantow: 60,60 m. Nach dem noch verschiedene Vereinsangelegenheiten erledigt Tiegende Berpflichtung werden durchführen können und ob die die Versammlung Punkt 81/2 Uhr abzuhalten. waren, erfolgte mit einem Hoch auf den Berein Schluß der gut Gesamtvertretung der Arbeitgeber zu einem derartigen Opfer wird besuchten Versammlung, bereit fein." Der Verband der Stock- und Schirmarbeiter hielt am Waibmannsluft. Am Sonntag, den 21. b. m. hielt der socialIn der nächsten Beit soll eine außerordentliche General- Mittwoch seine diesjährige Generalversammlung ab. Kollege Popig bersammlung einberufen werden zur Beratung über den Stand der gab ben Bericht des Vorstands. Darauf gab der Kaffterer den demokratische Wahlverein für Waidmannsluft und Umgegend seine Streiftlaufeleinführung und zur Stellungnahme zu den Arbeiter- Raffenbericht des vergangenen Jahrs. Bestand am 1. Oftober 1899 Generalversammlung ab. Der Bericht des Borstands ergab, daß 108,09 Einnahme bis 30, September 1900 2499,84 M., Aus- feit der Gründung des Wahlvereins am 15. Oftober 1899 die borschlägen auf Verlängerung des Vergleichsvertrags. Was die Unternehmer beabsichtigen bet der Verlängerung des gaben 2271,66 W., mithin Raffenbestand am 30. September Mitgliederzahl von 30 auf 110 geftiegen ist. Der Kaffenbestand be 331,27 m. Dann fanden die Neuwahlen des Gesamtvorstands ftatt. trug 59,31 m. Die Neuwahl des Vorstands ergab folgendes Bertrags, ist aus Obigem nicht zu entnehmen, es wäre weit beffer. Sie ergaben folgendes Resultat: Liebe erfter Borsigender, Resultat: Adam 1. Borsigender, Schönfeld 2. Borsigender, Popig zweiter Vorsitzender, Südert Kassierer, Liebenow Miller, Rassierer, Biering Schriftführer. Für die umliegenden Schriftführer, Zorn und Beisiger, und Winter Soviel uns bekannt ist, haben die Arbeiter Forderungen auf Erhöhung des Lohns nicht Revisoren. Gleichzeitig wurde beschlossen, die Entstaffierer gewählt. Als Vertrauensmann wurde Blümet gewählt. geftellt. Bauarbeiter- Schuh. Auf die Eingabe der Bauarbeiter an den schädigung für Vorstandsfizungen von 30 auf 50 Pf. zu erhöhen. Bum 2. Bunkt der Tagesordnung hielt Genoffe B. Jahn einen Magistrat in Nürnberg um Erlaß einer Bauverordnung zum Kollege luce brachte den Antrag ein, daß die Sperre über die Vortrag über: Handels- und Kolonialpolitit. Neicher Beifall lohute Schuße der Arbeiter ist vom Magiftrat die Antwort ergangen, daß Firma Körnig u. Aufrecht aufgehoben würde. Die Versammlung bem Redner am Schluß seines Referats. die bayrische Regierung beabsichtigt, auf Grund bes Artitels 101 destimmte dem zu Zur Generalversammlung des Wahlvereins für den Boliger Strafgesetzbuchs an ſtelle der vielfachen Einzelvorschriftente Bosamenttere hielten and 18, Oktober eine Bersammlung 4. Wahlkreis( Süd- Osten) teilt uns der Schriftführer noch mit, eine allgemein verbindliche oberpolizeiliche Vorschrift betreffend Sicherheitsvorrichtungen zur Verhütung von Unfällen bei Bauarbeiten ab. Zuerst verlas der Kassierer bie Abrechnung vom britten Quartal. daß die beschlossene feste Entschädigung für die Mitglieder des und Beseitigung von Mißständen und Gesundheitsschädigungen im Die Gesamteinnahme betrug 322,33 m., die Gesamtausgabe Borstands nur den drei Vorstandsmitgliedern zuerkannt ist, welche Sodann berlas ber die Hauptarbeiten zu erledigen haben. Es sind dies: Baugewerbe zu erlaffen. Ein bezüglicher Entwurf hierzu ist seitens 286,16 M., bleibt ein Bestand von 36,17 ber obersten Baubehörbe ausgearbeitet worden. In demselben find Kollege 8 ehms die Abrechnung der Buschußkasse bei Strantheits ber erste Borsigende, der erste Schriftführer und der erste Raffierer. ua. Bestimmungen über Unterkunfträume, Arbeiteraborte, Abfällen vom dritten Quartal. Die Einnahme berselben betrug infl, Da ber Gesamtvorstand aus 9 Mitgliedern besteht, würde sich im haltung von Bugluft, Coatsfeuer und über den Gerüstbau vor Bestand 563,14 m., die Ausgabe 95,59., bleibt ein Bestand von andren Falle die aufzuwendende Summe an hoch belaufen. 467,55 W. gefehen. Unter Verschiedenem wurde von der Arbeitsnachweis- Freireligiöse Gemeinde, Sonntag, den 28, Oftober, vormittags Kommission Beschwerde geführt, daß sich viele Kollegen als arbeits- 8 Uhr, in der Aula der 69. Gemeindeschule, Kleine Frank los eintragen lassen und doch Umfrage halten. In Butunft sollen furterfir 6: Berfammlung. Freireligiöse Borlesung." um 10% Uhr die Namen der Kollegen veröffentlicht werden, bormittags, ebendaselbst: Vortrag des Herrn Professor Dr. Albert Gehrte. Zehlendorf, Sonntag, den 28. Oftober, nachmittags 22 Uhr, im Schwarz fchen Lofale hterfelbst, Alfenstraße 36: Oeffentliche Ge wertschaftsversammlung: Die Biele der Gewerkschaftsbewegung. Eine Alters- und Reliktenversorgung städtischer Arbeiter tirb vom Magistrat in Magdeburg geplant. In dem Entwurf eines Detsstatuts, der zunächst der Stadtverordneten- Versammlung unter breitet ist, wird in Vorschlag gebracht, 1. den städtischen Arbeitern; a) bei infolge törperlicher oder geistiger Gebrechen eingetretener, nicht vorfäglicher oder durch grobes Verschulden herbeigeführter Unfähigkeit zur Arbeitsleistung im städtischen Dienst eine Sente und b) für ben Fall ihres Tods ihren Hinterbliebenen Witwen und Waifengelb zu gewähren, ohne daß jedoch hierdurch irgend ein Rechtsanspruch begründet werden soll. 2. Boraussetzung des Rentenbezugs zu la ist eine mindestens 15jährige ununterbrochene Dienstzeit im städtischen Dienst nach bollendetem 20. Lebensjahre. Unterbrechungen durch Krankheit, militärische Uebungen und städtischerseits erfolgte Arbeitseinstellungen, welche 3 Monate nicht übersteigen, lommen in der Regel nicht in Betracht. Für den Bezug von Witwen- und Waisengeld( 1b) ist die 15jährige Dienstzeit des verstorbenen Ehemanns oder Waters nicht unbedingt Vorausfegung. 3. Die Rente( 1a) beträgt nach 15jähriger Dienstzeit( Nr. 2 Sab 1) 30 Prozent des Durchschnitts des in den letzten fünf Haus haltsjahren bezogenen Dienſteinkommens und steigt mit jährlich 1/2 Prozent bis zum Höchstbetrage von 662/3 Prozent; ihr Mindest: betrag ist jedoch 240 M. 4. Das Witwengelb beträgt 1/5 des Diensteinkommens des Mannes( siehe Nr. 8), nach welchem deffen Rente zu berechnen sein würbe, jedoch mindestens 180 M. Bis zum vollendeten 15. Lebensjahr wird ein Waisengeld für Halbwaise in Höhe von 1/5, für Vollwaife in Höhe von 1/8 bes Witwengelbs gewährt. Die Kosten sollen von der Stadt allein getragen werden. Sie werden auf rund 30 000 bis 40 000 Mart pro Jahr berechnet. Die Leistungen sollen nach dem Magistratsantrage am 1. April in Straft treten und zur Deckung der Unkosten für den Haushaltungsplan 1901 3000 Mart bewilligt werden. 21 Vermischtes. Die Klempner tagten in einer mäßig besuchten Versammlung am Dienstag, den 23. b. M., im Gewerkschaftshause, Karl Lieb ne cht hielt einen Bortrag:" Bur Naturgeschichte des Streifbrechers." Neicher Beifall wurde dem Referenten nach seinem interessanten Vortrag gezollt. In der Distuffion sprachen sämtliche Kollegen im Sinne desselben. Es wurden dann die Fragebogen ausgegeben mit dem Bemerken, dieselben seien gewiffenhaft auszufüllen und balbigft Aberglaube bei Moltke, Gestern ist der hundertjährige Gean Weigel, Eisenacherstr. 8, einzusenden, Von denjenigen Wert burtstag des Schlachtenlenters in der bürgerlichen Preise durch stellen, wo niemand anwesend war, tönnen Fragebogen im Werbands zahllofe Leitartitel gefeiert worden, Die antisemitische Staatsb.bureau in Empfang genommen werden. Btg." ist geschmadlos genug, aus einer Schrift Molttes über Polen aus dem Jahre 1832 folgende Stelle auszugraben: " Eine gut besuchte Bersammlung der Puter Berlins und der Vororte tagte am 25. Oftober, abends 6 Uhr, in Cohns Festsälen", Beuthstr. 20. Zum ersten Punkt der Tagesordnung sprach Hirsch über die Wohnungsnot. Von einer Distusfion wurde Abstand ge nommen. Bum zweiten Punkt wurde beschlossen, die StreiffondsBeiträge vom 29. Oftober bis auf weiteres auf 25 Pf, herab uieben, wer weniger als drei Tage arbeitet, ist von dem Streif fonds- Beitrag entbunden. Nachdem noch der Vorfißende Franz Schulz über die Arbeitslosigkeit in diesem Sommer sowie über die gemeldeten Bauten berichtet hatte, wurde die Versammlung geschlossen. " Bu allen Beiten hielten die Juden einen Eidschwur in Bezug auf einen Christen nicht flir bindend. Aus der Streitigkeit eines Ser Ihrigen mit einem Christen machten sie stets eine Angelegenheit der Nation. Wenn es darauf antam, gemeinsame Bwede zu fördern, so wurde ein allgemeiner Fasttag ausgefchrieben, und bei Strafe eines der drei jüdischen Flüche mußte dann jeder ben Betrag einer eintägigen Konsumtion für sich und die Seinigen einzahlen. Auf diese Weise haben einzelne Städte und Provinzen andre oft weit entlegene mit bedeutenden Geldfummen unterstützt. Noch jetzt hat jede Stabt ihren eignen Richter, jede Broving ihren Rabbi, und alle stehen unter einem ungetannten Oberhaupte, das in Asien haust, durch das Gesetz zum beständigen Umherirran von Ort zu Ort verpflichtet ist und den fie den Fürsten der Sklaverei" nennen. " Vielleicht hat die Staatsbürger Beitung" durch Abbruck dieser Thorheit das Andenken Moltkes um deswillen herabsetzen wollen, weil er ungleich bem von antisemitischer Seite vergötterten eisernen Kanzler" ein vornehmer Charakter und von Eigennus frei war. Der Groß- Lichterfelde. Die hiesigen Schuhmachergehilfen hielten am Montag eine öffentliche Versammlung ab, um über die Verbefferung ihrer traurigen materiellen Lage zu beraten bezw. über den Anschluß an die Organisation der Schuhmacher zu beschließen. Kollege Weber aus Berlin sprach über:" Die Bedeutung der Tarif gemeinschaften." Nach eingehender Schilderung der schlechten Lohnund Arbeitsverhältniffe im Schuhmachergewerbe, ging Stebner auf das eigentliche Thema über, und sprach sich unter specieller Beleuchtung der Empfindlicher Zucker. Unser Mainzer Parteiblatt schreibt: Tarifgemeinschaft bei den Buchdruckern nur bedingungsweise Der diesjährige Most, der soeben noch in unsrer Provinz für den Abschluß solcher Vereinbarungen aus. Insbesondere verwirft gefeltert wird, findet im Handel sehr gute Aufnahme, benn täglich Referent solche auf längere Zeit mit den Unternehmern ab- werden ungeheure Quantitäten in unsre Stadt eingeführt. geschlossenen Verträge, indem danach die Aktionsfreiheit der Arbeiter Verkehr mit Kolonialzucker nach den Weinorten unsrer Provinz ist gehemmt und die Interessen derselben geschädigt würden. übrigens auch kein geringer. Die mit 8uder beladenen Fuhrwerke In seinem Schlußwort forderte Redner die anwesenden Be- verlassen unsre Stadt zumeist gegen Abend, so daß fie erst nachts Die Bergolder hielten am Donnerstag eine gutbesuchte Ver- rufskollegen auf, energisch für eine Bessergestaltung ihrer Lebenslage in den Ortschaften eintreffen. Ob wohl ber Budertransport unter fammlung ab, um über die Maßregelung und Arbeitsniederlegung einzutreten und zu diesem Zweck der Organisation der Schuhmacher bem Tageslicht zu leiden hat? bei der Firma Ruthenberg in Neu Weißensee zu beraten. Unter fich anzufchließen. dem Titel: Was soll mein Sohn werden? ist in der Weißenseer Bu einer Diskussion tam es nicht, da der überwachende Beamte Beitung" fürzlich eine Notiz erschienen, in der das Bergolderhandwert sich erhob und die Versammlung auflöfte. Auf die Frage des Vorsitzenden nach dem Grund der Auflösung, als sehr einträglich hingestellt wird es würden 30-40 W. pro wurde ihm die Antwort zu teil, daß zu einer solchen Auskunft teine Woche verdient und zugleich wurde erwähnt, daß in der Verpflichtung bestehe. E unterliegt feinem Zweifel, daß die Auf renommierten Fabrit von Ruthenberg eine Anzahl Lehrlinge lösung wegen eingetretener Polizeiftunde, die für den Gastwirt eingestellt werden könnten. Später wurde dann noch eine Bagel auf 10 Uhr her abgefest ist, erfolgte. Lohnliste veröffentlicht, die aber nur die Accordlöhne von Derlammlungen. # " G Fünfzig Personen durch eine Reffelegplosion getötet. Aus Liverpool wird gemeldet, daß an Bord des Dampfers Eugenia" infolge einer Steffelegplosion 50 Personen getötet worden find, darunter 27 Mann von der Besatzung. Der Dampfer befand sich zwischen Zomst und Barnaul. Briefkasten der Redaktion. 23 besser bezahlten Arbeitern enthielt und sich nur auf vier Wochen Nieder Schönewelde. Am Dienstag, den 16. Oftober, fand erstreckte. In den Berichtigungen, die von dem Hauptvorstande des eine gutbesuchte öffentliche Werkstatt- Versammlung aller im Kabel- Die juristische Sprechstunde findet Montag, Dienstag, Verbands der Vergolder veröffentlicht wurden, wird nachgewiesen, werk Oberspree" beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen im Lokale Donnerstag und Freitag von 7-9 ihr abends statt. baß gerabe bei dieser Firma der Verdienst ein bedeutend geringerer Wilhelminenhof" statt. Referent war Genosse Wiesenthal Holzarbeiter. Die gewünschte Abreffe ift: Dr. Karl Biebknecht, ift und die Lehrlingszüchteret in Blüte steht( 25 Lehrlinge bei 32 Gea Derselbe tonnte feststellen, daß die vorige Versammlung schon einige Spanbauer Brüde 8, Olmütz 36. Arbeitsnachweis Engelufer 15. Dort erhalten Sie auf hilfen). Es existieren dort zwei Wertstuben, von denen sich eine im Verbesserungen bewirkt habe. So ist z. B. das Betragen des Steller befindet. Hier unten" werden schlechtere Preise gezahlt als Meisters Liejehn gegen die Arbeiter ein besseres geworden, die übrigen Anfragen Auskunft. Slowake. Die Durchschnittspreise von Eisenbahn- Lokomotiven schwanken oben". Man verlangte nun, daß für die gleiche Arbeit auch die Daß aber noch vieles zu verbessern ist, lebren folgende Vorfälle: gleichen Preise gezahlt werden sollten, wurde aber rundweg ab- Für die Arbeiter und Arbeiterinnen, welche den ersten Zug verfehlen ie nach der Größe und Ausführung zwischen etwa 25 000 m. und 60 000 r. Der Stand der Eisen- und Kohlenpreise wie auch der Arbeitslöhne wirkt gewiesen, und drei Bergolder wurden entlassen. Die übrigen Ver- und dann erst 7,55 Uhr in Johannisthal eintreffen, ist es eine Un aber auch erheblich auf die Kosten eines solchen großen Werts ein. golder, Arbeiter und Arbeiterinnen, erklärten sich solidarisch und möglichkeit, um 8 Uhr bei dem Portier des Werts zu sein. Die A. P., Nigdorf. Sie möchten gern Hausbesitzer werden. Ihnen beschloffen, die Arbeit niederzulegen. Man wurde vorstellig bei dem Babegelegenheit, eine Wanne und sechs Brausen, welche augenblicklich fehlen aber die Mittel dazu. Nun wenden Sie sich an uns, um zu er ahren, woher Sie das Gelb bazu bekommen könnten. Darin tönnen wir| welche Klaffe Sie wollen. Ihnen nnn leider nicht raten. Bei den hohen Mietspreisen teilen wir aber Ihren Wunsch, das kostspielige Mietezahlen mit dem profitablen Miete: einnehmen zu vertauschen. Sollten Sie daher von andrer Sette die er wünschte Auskunft erhalten, so wären wir Ihnen sehr verbunden, wenn Sie uns ebenfalls einen fleinen Wint geben wollten. Sie werden an uns anständige Leute kennen lernen! Marktpreise von Berlin am 25. Oktober 1900 nach Ermittlungen des fgl. Polizeipräsidiums. Weizen, gut D.- Ctr. " 6. Sobald ein Geschäft einen kaufmännischen| Umfang hat, müffen faufmännische Bücher geführt werden. 2. 2. Nein. Gewerbegericht 00. Vorausgesetzt, daß Sie nicht etwa Ausschluß der Kündigungsfrist vereinbart haben, steht Ihnen als Kellner, also als gewerb: lichem Arbeiter, eine vierzehntägige Kündigungsfrist zu. Wenn Ihnen tein festes Gehalt gezahlt wurde, Sie vielmehr nur auf sogenannte Trinkgelder*) angewiesen waren, so steht Ihnen trotzdem ein Recht auf Schadensersatz zu. G. S. 100. Solches Teftament wäre ungültig. Sprechen Sie event. Buständig ist das Gewerbegericht. Ein Beispiel für solche Klage auf Entschädigung wegen Nichteinhaltung der gefeßlichen Kündigungsfrist bei Trint+) mit Abschrift desselben in der juristischen Sprechstunde vor. Lenke. Thre U. W. Die geldlohn finden Sie im„ Arbeiterrecht" S. 386 Nr. 13. Annahme ist irrtümlich: die Rente erhöht sich nicht. Rixdorf 5. N. Berlin. Ja, Sie bedürfen jedoch einer Klage wäre aussichtslos. 1. Niemand taun gezwungen werden, Ratenzahlungen zu bewilligen. 2. Ja. A. A. 33. Wenden Sie sich mündlich oder schriftlich an das Wahl- egitimationstarte, welche auf den Antrag des Inhabers des stehenden+)" Hafer, gut bureau, Poststr. 16... 100 23. Oftfee. 1. Strafbarkeit liegt nach Ihrer Gewerbebetriebs von der Polizeibehörde für die Dauer des Kalenderjahrs Schönhauser Allee. Ihr Gegner ist im Recht. E. M. 100. ausgestellt wird. Schilderung nicht vor. 2. Steckbrief und dergl. ist zulässig. 1. Ihr Geburtszeugnis und das mit Rechtskrafts- Attest versehene Ghe scheidungsurteil ist erforderlich. 2. Für Witwer ist keine Wartezeit vors geschrieben. Die Wartezeit für Witwen ist mit Rücksicht auf die Möglichkeit des Mutterwerdens festgesetzt. E. F. 1. und 2. Nein. 3. Unbestimmt. G. D. 11. 1. Ja. 2. Eine Sammlung aller Konventionen ist uns nicht bekannt. N. F., Pintschstraße. Fordern Sie die Wirtin schriftlich auf, innerhalb 24 Stunden das Versprochene zu besorgen, widrigenfalls Sie es auf ihre Kosten ausführen lassen würden. Führen Sie nach frucht: Losem Ablauf der Frist Ihre Drohung aus und verklagen Sie dann ( beim Amtsgericht) die Wirtin auf Erstattung der von Ihnen für die Reparatur verauslagten Kosten. Hamburg 00. 1. Sechs Wochen zum Quartalsersten. 2. Die üblichen Umzugstermine gelten. 5. 3. 170. 1. und 2.: Die Verpflichtung zur Zahlung einer Gewerbesteuer ist unabhängig davon, ob Gehilfen beschäftigt werden. Nach dem preußischen Gewerbesteuer- Gesez ist der Gewerbebetrieb steuerfrei, menn weder der Ertrag 1500 m. noch das Geschäftskapital 3000 m. erreicht. Jedes stehende Gewerbe muß( bei der Gemeindebehörde, in Berlin also bei dem Magistrat) angemeldet werden. 3. Nein. 4. und 5. Als Selbst: versicherer laffen Sie sich eine graue Quittungskarte geben und kleben Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Ver antwortung. Theater. Sonnabend, den 27. Oktober. Opernhaus. Der Ring des Nibe: lungen: Dritter Abend: Siegfried. Anfang 7 Uhr. Schauspielhaus. Der wilde Reut lingen. Anfang 72 Uhr. Neues Opern Theater( Kroll). Die Fledermaus. Anf. 71/2 Uhr. Deutsches. Rosenmontag. Anfang 71/2 Uhr. Leffing. Johannisfeuer. Anfang 712 Uhr. Berliner. Die strengen Herren. Anfang 72 Uhr. Residenz. Die Dame von Marim. Anfang 72 Uhr. Neues. Gerda Mohr. Anf. 71/2 Uhr. Westen. Bar und Zimmermann. Anfang 7 Uhr. Schiller. Fanft. II. Teil. 2. Abend. Anfang 8 Uhr. Secessionsbühne. Der Thor und der Tod. Hockenjos. Anfang 72 Uhr. Central. Die Geisha. Anfang 712 Uhr. Thalia. Der Liebesschlüssel. Anfang 72 Uhr. Luisen. König Krause. Anfang 8 Uhr. Friedrich Wilhelmstädtisches. Der Tugendring. Anfang 72 Uhr. Carl Weik Müller und Schulze. RANIA** Witterungsübersicht vom 26. Oftober 1900, morgens 8 Uhr. Stationen Barometer stand mm richtung Wind Windstärke Swinemde. 755 SSO 753 SS Hamburg Berlin 756 S Franff./M. 757 S München Wien Wetter Temp. n. T. 5° 4° R. Stationen Barometerstand mm Wind richtung Windstärke Wetter 8 Haparanda 757 N 2Nebel 751 NM 10 Petersburg 3Dunst 2 bedeckt 2hlb. bed. 7 Cort 2 wolkig 8 Aberdeen 759 Still heiter -Nebel 3 Paris 4 743 WNW 755 SS 35lb. bed. 3wolfig 3 wolkig Temp. n. T. 5° 6.= 4°. 761 Still Wetter Prognose für Sonnabend, den 27. Oktober 1900. Etwas fühler, veränderlich, vielfach wolkig mit Regenfällen und frischen westlichen Winden. Berliner Wetterbureau. Thalia Theater Dresdenerstr. 72. Der Liebesschlüssel. Taubenstr. 48/49. Große Ausstattungspoffe mit Gefang Im Theater abends 8 Uhr: Eine Wanderung durch die Weltausstellung in Paris. Im Hörsaal: ,, Ausbreitung des Schalls." Von Dr. Donath. Invalidenstr. 57/62. und Tanz. Jm 1. Aft: Musikalisch- automatisches Potpourri. Hauptdarsteller: Thomas, Thielscher, Helmerding, Junkermann, Paulmüller, und die Damen Milton, Schaffer, Wanovius, Junker- Schatz, Anfang 72 Uhr. Morgen und folgende Tage: Die Tägl. Sternwarte. felbe Borstellung. Nachmittags 5-10 Uhr. CASTANS Carl Weiss- Theater Gr. Frankfurterstr. 132. Nachmittag 4 Uhr: Kindervorstellung. Rübezahls erste Liebe. PANOPTICUM Baubermärchen m. Ges. in 6 Bildern Die neuen lebenden Photographien. Graf Waldersee. Kampf mit chinesischen Boxern. Konzert der russischen Nationalkapelle aus Kiew, Kapellmeister Semaschko. Illusionen Kasperl- Theater Irrgarten Schreckenskammer: von J. Dill. Preise der Pläge: I. Parkett 30 Pf. II. Parkett und II. Rang 20 Pf I. Rang 30 Pf. Galerie 10 Pf. Abends 8 Uhr: Müller und Schulze auf der Pariser Weltausstellung Ausstattungspoffe mit Gesang in 5 Bildern von C. Weiß u. J. Dill. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Anfang 72 Uhr. Cirkus Cirkus Busch Schumann. Sonnabend, den 27. Oftaber cr.: abends 72 Uhr: Prunk- u. Parade- Abend. Beginn der Pantomime 10 Uhr. auf der Bariſer Weltausstellung Berliner Landpartien. Anfang 8 Uhr. Nachm. 4 Uhr: Nübezahls erste Liebe. Belle- Alliance. Die schöne Milli bäuerin von Tegernsee. Anfang 8 Uhr. Metropol. Specialitätenvorstellung. Der Mandarin von Tsing- linge ting. Anfang 71/2 Uhr. Apollo. Specialitäten- Borstellung. Fräulein Loreley. Anfang 8 Uhr. Palaft. Specialitäten Borstellung. Der olle Mudebold. Anfang 71% Uhr Reichshallen. Stettiner Sänger. Anfang 8 Uhr. Urania. Taubenstr. 48/49.( Im Theatersaal) Abends 8 Uhr: Eine Wanderung durch die Welt ausstellung in Paris. Im Hörsaal: ,, Ausbreitung des Schalls". Von Dr. Donath. Ult über Ult. Tolle Streiche zu Waffer und zu Lande in 2 Aften. Prof. Hermanns Demonstrationen Fesselung und rätselhafte Entfeffelung Die Flucht aus bem Reffetoffer mitten in der Manege. ,, Ararat" arabischer Vollblut: Schimmelhengst, in der hohen Schule geritten von rn. Burkhardt- Foottit. Auftreten der 3 Schulreiterinnen Die deutsche Schulreiterin Fräulein Martha Mohnke. Die französische Schulreiterin Mademoiselle Spampani. Die englische Schulreiterin Miss Lala- Lee. Sensationell! Noch nie dagewesen! Frères Frediani: 3 Afrobaten zu Pferde! Europäische Kavallerieen Invalidenstr. 57/62. Täglich auf 16 Schulpferden. abends von 5-10 Uhr: Sternwarte. Schiller Theater ( Wallner Theater). Sonnabend, abends 8 Uhr: Zum erstenmal: Faust. Von Goethe. Der Tragödie II. Teil. ( 2. Abend. Fausts Tod u. Erlösung.) Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Die Orientreise. Sonntag, abends 8 Uhr: Das Glück im Winkel. Montag, abends 8 Uhr: Faust. I. Teil. 1. Abend. Central Theater Anfang 72 Uhr: Die Geisha. Operette in 3 Alten von S. Jones. Morgen, nachmittags 3 Uhr zu halben Preisen: Die Puppe. Abends 72 Uhr: Die Geisha. Montag und folgende Tage: Die Geisha. Palast- Theater früher Feen- Palast, Burgstr. 22. Sensations- Oktober- Progr. Noch nie dagewesener Erfolg! 82 Uhr. Neu! 8% Uhr. Der olle Muckebold. Emanuel Muck, Rentier: Direktor Richard Winkler. Durchweg lauter Schlager! Amiéla Koncewicz, Chansonnetten: Diva Mr. Richard, großartige Pyramide auf 3 Flaschen. Außerdem: 12 Attraktions- Nummern. Anfang: Wochent. 7/2, Sonnt. 7 Uhr Entree: 50 ẞF. Am 5. November, abds. 8 Uhr, beginnen 58442* 3 neue Abendkurse für Elektrotechnik, Maschinenbau u. Praktikum. Anmeldungen im Bureau der ,, Elektra", Prinzenstr.55. Heute, Sonnabend, den 27. Oftober, abends präc. 71/2 Uhr: 5. Grande Soirée High- Life Gala Programm. Apollo- Theater. Novität: Durchschlagender Erfolg der Fräulein Loreley. Ferner: Riccardo und Benedetto. Trio Resa. Erna Bertholdi. Adele Moraw. Mme. Hilaris. Der Kosmograph. Kassenöffnung 7 Uhr. Anfang 8 Uhr. Metropol Theater. Behrenstr. 55/57. Der größte Operetten: Er folg dieser Saison. Der Mandarin von Tsing- ling- ting sowie das phänomenale Oktober- Special. Programm. Jane Pierny. Bonhair- Truppe. Anfang 8 Uhr. Rauchen überall gestattet. W. Noacks Theater. Brunnenstraße 16. 1. a.: Neu! Die reizende Miss Mabel O'Brien. Neu! Die an mutige jugendliche Schulreiterin Seute, Sonnabend, den 27. Oftober: Frl. Dora Schumann. Die einzig daſtehenden muſital. Sengite. Wegen Privat- Festlichkeit Les 9 Colibris, feine Vorstellung. die kleinsten Menschen der Welt. Sonntag: Bummelfrike. Zum Schluß: Das größte Manegen- u. Waffer: Sanssouci Schaustück der Gegenwart: CHINA. Die Unfren in Kiautschou. Der Aufstand der Boxer.- Krieg. Die Verbündeten vor Taku- Peking. Die Erstürmung der Taku- Forts. Sonntag: 2 Borstell. Nachm. 32 u. abends 72 Uhr. Nachm, 1 Kind frei. Weiß- u. Bayrisch- Bierlokal bon Paul Litfin, 5386 Lichtenberg, Atzpodienstr. 1. Garten, Vereinszimmer, Kegelbahn. Grosses Schlachtefest Sonntag, den 28. Oftober cr., wozu freundlichst einladet Kottbuserstrasse. Jeden Sonntag, Montag und Donnerstag: Hoffmanns Nordd. Sänger. Anfang Sonntags 7 Uhr. Entree 50 Pf. Von 5-7: Unterhaltungs- Musik. Wochentags 8 Uhr. Entree 30 Pf Nach jeder Soiree: Tanzkränzchen. Wochentags Tanz frel. Vereins- und Säle zu Festlicht. u. Versammlungen. Vorzugsbillets wochentags gültig. Deutsche Franz Kitzing, Konzerthallen Restaurant, Briz, Rudowerstraße 85, Cirkus Renz- Konzert- Tunnel Wochentags 7 Uhr. Karlstrasse. Nur erfitlaffige Sonntags 5 Uhr. Specialitäten. Direktion: J. M. Hütt. Jeden Sonnabend nach der Vorstellung: Tanz ohne Nachzahlung. Unbedingt größtes*) Spandauer Brücke. Täglich 6 2,80 2, Kartoffeln, neue, D- Ctr. 6, mittel gering Roggen, gut " Rindfleisch, Kente 1 kg 1,60 1,20 " do. Bauch 1,30 " 14,35 " Schweinefleisch " 1, 1,60 1,20 mittel gering " Kalbfleisch " 1,80 1, " Hammelfleisch 1,60 1,10 Gerste, gut mittel gering 15,50 14,80 Butter " 14,70 14, 13,90 13,30 Eier Karpfen 60 ft 4,80 3, 1 kg 2,40 1,20 15,80 14,90 Aale 2,50 1,20 mittel 14,80 13,90 Zander 2,60 1,20 " gering 13,80 13, Hechte " Richtstroh Hent Erbsen Speisebohnen Barsche 1,80 0,80 " Schleie " 40, 25, Bleie 3, 1,40 0,80 $ 1,20 45, 20, Krebse per Shot 122,50 " Linsen 70, 30, " *) frei Mühle. " +) frei Wagen und ab Bahn. 1111181888|||||| 2,-1, Stärferes in Produktenmarkt vom 26. Oftober. Der Getreidemarkt ver lief ruhig und war im allgemeinen schwach behauptet. Oländisches Warenangebot trat zu Tage und wurden hierbei mehrfach Abschlüsse gethätigt. Die gestern aus New York und Chicago gemeldeten Preissteigerungen verstimmten die Käufer, und zwar um so mehr, als an dauernd milde Witterung ihren Einfluß geltend macht. Die Lieferungspreise für Weizen bewegten sich taum unter dem Niveau der gestrigen Kurse; Roggen fonnte sich gut behaupten. Im weiteren Verlaufe machte sich eine zubersichtlichere Tendenz geltend, die aber zumeist nominell verblieb. Aus Rußland lagen feine Offerten vor. Hafer war ziemlich feft. Rüböl auf Pari 0,40-0,50 anziehend. 出版 Spiritus. 70er Locospiritus notierte 48,80 M. unverändert. Reichshallen. Täglich: Stettiner Sänger. Zum Schluß:( nur noch turze Zeit!) Excellenz kommt! Aufang 8 Uhr. Borher: Konzert. ZUM URATION GOLDENEN Jet Oranienstr. 183, part., ( früher Wollschläger). Gr. Mittagstisch. Warme Küche zu jeder Tageszeit zu soliden Preisen. Vereinszimmer. Morgen, Sonntag, von früh an: Bauerngoullasch. 58419* Fritz Felgentreff. Bitte machen Sie einen Versuch mit Gottmanns Normal- Hut Das Beste! Stück Bis jetzt Unerreichte 112,90. Gr. Frankfurterstr. Sale 130 und 1117. Luisenstd. Klubhaus Annenstr.16( nh.H.Grupe) für Vereine, Hochzeiten u. Privat Gesellschaften. 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Auf einen Vorkommnis wird bewiesen, wie zutreffend es ist, was Herr Buruf aus der Versammlung: Wer folche Greuelthaten verübe, dürfe Am Donnerstag fand wieder eine vom Wahlverein arrangierte v. Bötticher im Reichstage zu den Vertretern des Unternehmertums fich in Deutschland nicht dicke thun, erwiderte Ledebour:" Unter uns Boltsversammlung statt. Gleinerts Saal in der Schulstraße, der diesmal fagte:„ Meine Herren, wir arbeiten ja nur für Sie!" Herr darf er das allerdings nicht thun. Wenn er aber in einem als Versammlungslokal ausersehen war, erwies fich zu klein, um v. Wödtte und fein Chef Graf Posadowsky, der die Berant patriotischen Verein sich seiner Heldenthaten" rühmt, allen Besuchern Raum zu gewähren. Nur ein kleiner Teil der wortung für die Anbettelung der Industriellen trägt, tönnen wir sicher sein, daß ihm ein Lorbeerkranz auf zuerst Erschienenen fand Sitzpläge, der bei weitem größte werden das Feld räumen müssen. Der Regierung wird die Stirn gedrückt wird." Zum Schluß kritisierte der Teil der Versammlungsteilnehmer mußte stehend in dem über es erwünscht sein, sich diese ihr unbequem gewordenen Redner die gegnerischen Parteien und deren Verhalten in dieser füllten Saale weilen. Den Vortrag des Abends hielt Genoffe Beamten abzuschütteln. Hoffentlich wird Graf Posadowsky nicht, Wahlbewegung; er zeigte, daß nur die Socialdemokratie für die Ledebour. Zunächst teilte er den gespannt lauschenden Zu- wie Fürst Hohenlohe, so bald schwerhörig, daß er noch vor dem Zu- Rechte und Freiheiten des Volks eintritt. Indem wir in der Gegenhörern die durch die Abendblätter bekannt gewordene Thatsache summentritt des Reichstags sein Amt aufgeben muß. Der Reichstag wart den Kampf führen gegen Abfolutismus, Sunuentum und Brot mit, daß offiziösem Eingeständnis zufolge Herr v. Woedtke, einer der muß ihn zur Rechenschaft ziehen.- Im weiteren Verlauf seiner wucher, fämpfen wir zugleich für unser Zukunftsideal. Wer als höchsten Beamten im Reichsamt des Innern, die Anschnorrung des Ausführungen rief der Referent den Auvefenden in Erinnerung, mit Kämpfer in unsre Reihen eintritt, der hilft damit das Wohl der Verbands der Großindustriellen veranlaßt hat. Scharf und treffend welchen Mitteln seiner Zeit seitens der Regierung versucht worden ganzen Menschheit fördern. Der wirkungsvolle Vortrag wurde mit Kennzeichnete der Redner das Empörende der Thatsache, daß zur ist, für die Zuchthausvorlage Stimmung zu machen, er be- stürmischem Beifall aufgenommen. Hierauf richteten die Genossen Unterstützung des von der Regierung gemachten Versuchs, ein Gesetz leuchtete die von den herrschenden Parteien unterstügte volts- Berle und Kiefel Aufforderungen zur regen Mitarbeit bei den zur Knebelung der Arbeiter ins Leben zu rufen, eine ausgesprochen feindliche Politit der Regierung und zeigte, wie besonders Wahlen an die Anwesenden, dann endete die Versammlung mit Hocharbeiterfeindliche Organisation durch eine der höchsten Reichsbehörden die weltpolitischen Bestrebungen zum Unheil des Vaterlands rufen auf die Socialdemokratie und ihren Kandidaten. um einen Geldbeitrag angegangen worden ist und einen solchen gegeben ausschlagen müssen. Allgemeine Entrüstung bekundeten die Verhat. Wir glauben, sagte der Redner unter lebhaftem Beifall der Ver- sammelten, als der Redner an einem jüngst bekannt gewordenen Achtung! Kistenmacher Achtung!| Orts- Krankenkasse Sonntag, den 28. d. M., abends 6 1hr, im Lokal des Herrn Stechert, Andreasstr. 21: der Maler. Mittwoch, den Oftober, Versammlung mit Frauen. abends 8 libe, in ben Armin: = Tages Ordnung: 1. Bortrag der Genossin Anna Mesch. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Nach der Versammlung: Gemütliches Beisammensein und Tanz. Um zahlreichen Besuch bittet 95/9 Der Vorstand. J. A.: Karl Judel. Verband der Möbelpolierer. Montag, den 29. Oktober, abends 8 Uhr, im Lokal des Herrn Möhring, Admiralstr. 18c: Derlammlung Tagesordnung: 1. Vortrag des Genoffen Hoffmann: Auf was wir stolz find". 2. Distnssion. 3. Werkstattangelegenheiten. 4. Verschiedenes. Die Kollegen der Werkstatt Neumann u. Buhner, Lansizer Platz 14/15, find besonders eingeladen. Achtung! [ 147/18] Einsetzer. Der Vorstand. Achtung! hallen, Kommandantenstr. 20: Große Allen Kollegen, Verwandten und Bekannten die traurige Nachricht, daß mein lieber guter Mann, unser treuforgender Water, der Glasäger Bruno Klibor, am 25. d. Mis. an den Folgen der Proletarierkrankheit entschlafen ist. Mitglieder- Bersammlung Die Beerdigung findet Sonntag, Tagesordnung: Wahl von 150 Delegierten( Arbeit nehmern) und 75 Delegierten( Arbeitgebern). Die Wahl beginnt präcise 8 Uhr. Mitgliedsbuch legitimiert. 6916 Der Vorstand. Danksagung. Allen Parteigenossen und Ge: noisinnen, Freunden, Kollegen und Bekannten, insbesondere den Genoffen des Weißenseer und Panfower Arbeitervereins, den Mitgliedern der Gewerkschaften Weißensees sowie den Arbeiter Gesangvereinen fagen wir V den 28. d., nachmittags 3/ 4Uhr, von der Leichenhalle des Hl. Kreuzkirchhofs in Mariendorf aus, statt.[ 7046 Dies zeigt tiefhetrübt an Anna Klibor, geb. Springer. Allen Freunden und Bekannten empfehle mein Weiß- und BayrischBierkokal, sowie meine beiden Vereinszimmer mit Klavier für 20 und 50 Personen. 57639* August Bieberstein, Adalbertstr. 61. Möbel Kreuzberger Harmonie. in gediegener Ausführung, Am 25. d. Mts. starb nach langen Leiden an der Proletarierfrankheit unser altes treues Mitglied Bruno Klibor. Sonntag, 28. Oktober, vormittags 10 Uhr, im Gewerkschaftshaus, für die so äußerste zahlreiche Be- Wir werden ihm dauernd ein ehrendes Engel- Ufer 15: Versammlung. Tages- Ordnung: Fortsetzung der vorigen Versammlung. teiligung bei dem Begräbnis meines so früh verstorbenen Manns, unsres Bruders, Schwiegersohns und Schwa: gers Bruno Schilling unjern 109/6 herzlichsten Dank. Neu Weißensee, 25. Oftober 1900. Die trauernden Hinterbliebenen. Herbstfest der Bildhauer heute in Kellers Festfälen, Koppenstr. 29. Andenken bewahren. Die Beerdiging findet Sonntag, den 28. d., nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Hl. Kreuzfirchhofs in Mariendorf aus, statt. Treffpunkt der Sänger: 3 Uhr, Kirchhof.[ 66/4 auch auf Teilzahlung. [ 55932* H.& M. Lewent 131. Oranienstr. 131. Jeder Arbeiter Jeder Handwerker follte zur Arbeit die Lederhose Herkules tragen. Allein- Verkauf. Sehr starke Ware in praftischen grauten ut. braunen Streifen. Hinten u. vorn am Bund aus einem Stick gearbeitet. Nietknöpfe u. Rapp nähte. 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Dem Herrn Houdini, dem sogenannten ,, nfeffelbaren, auf feine an mich in den Tagesblättern ergangene Herausforderung das Folgende zur Antwort: Herr Houdini möge sich an einem beliebigen Abend in der Arena des Cirkus Busch von mir mit meinen Bolizei: feffeln schließen lassen. Vermag er sich aus denselben, ohne diese Fesseln zu verlegen und ohne die Beihilfe eines Instruments, zu befreien, so zahle ich ihm den Betrag von 1000 Mark; befreit er sich nicht, so zahlt er an mich 1000 Mark, welchen Betrag er gleich mir vor der Vorstellung im Bureau des Cirkus zu deponieren hat. Das ist, wie der Amerikaner sagt ,,, fair play", und wird Herr Houdini, wenn er seiner Sache so todsicher ist, wie er behauptet, nicht zögern, meinen Vorschlag schleunigst und freudig zu acceptieren. Berlin, im Cirkus Busch, 26. Ottober 1900. M. Hermann, Prestidigitateur. Wegen Aufgabe meines seit 11 Jahren bestehenden Geschäfts Fortuna" verfause ich sämtliche 57742* Herren- 1. 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853 194338 467 534 634 974 195064 273 389 425 93 608 15 47 879 978 196026 71 138 73 367 460[ 500] 581 90 197250 549[ 500] 901 3 198002 158 205 61 354 489 572 674 79 729 818 31 51 80 915[ 3000] 199089 319 59 753 75 948 200012 176 204 40 586[ 300] 689 201466 77 603 991 202097 186 229 47 91 397[ 300] 477[ 1000] 566 649 58 203134 41 98[ 3000] 348 516 65 614 54[ 300] 55 702 826 59 66 906 204110 17 284[ 300] 96 777 803 42 74 205107 888 961 206196 313 532[ 500] 633 911 207065 168 352 556 68[ 500] 208086 93 97 160 99 221 326 628 844 209069 110 234[ 1000] 782 813 [ 300] 85 975 210105 26 247 301 492 544 70 82 685 711[ 1000] 53 858 904 72 211062 68 264 90 626 97[ 300] 776 95 805 36 212143 73[ 3000] 85 263 90 588 620 50 70 840 979 213108 67 222 366 90 98 561 634 47 819 954 214162 255 365 421 81 568 745 90 887 215022 36 320 57 431 63 691 853 948 216159 671 735 856 217235 418 638 45 218005 60 130 38 70 274 371 [ 300] 667 79 763 909 219156 94 441 573 641 822[ 3000] 220070 88 168 71 88 201 16 468 515 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Berichtigung. In ber Lifte vom 24. Oftober nachmittags lies 53 751 mit 1000 ftatt mit 3000 Mart. für Hüte auszugeben, man erhält auch zu. billigen Preisen gute Sachen, wenn man die richtige Bezugs quelle fennt. Knabenfilzhüte Herrenfilzhüte, [ 53942* 1-3 M. weich 1,75-5,25 fteif 2,00-5.25 Cylinderhüte " n 4,00-12,00 Chapeaux claques 8,00-10,00 im Einzelverkauf bei " " Arnold& Eggert 29 autelart. 44. part. Waldemarstr. Kein Laden. üte Trotz der kolossalen Steigerung in der Hutfabrikation verkaufe noch zu den alten Preisen.[ 55200* Otto Gerholdt. Dresdenerstrasse No. 2, Ede Skalitzerstraße. Großes Lager in Schirmen, Müzen, Krawatten. Meinen werten Stunden hiermit die ergebene Anzeige, daß ich mein Herren- und Damengarderobe- Geschäft von der Skalitzerstr. 133 nach Prinzenstr. 17 berlegt habe. Es wird mein Bestreben sein, meine werte Kundschaft nach [ 57832*] J. Wand. wie vor reell zu bedienen. Zähne 2 M., ziehen 1 Mk. Plomben 1.80, Leipzigerstr. 130. Spr. 9-7. 10 Jahre Garantie. Vollkommen schmerzl. ZahnMk. Zahn- Arzt Wolf, 6.8iehung d.4. Klaffe 203. Kgl. Preuß. Botterie.| 77 457 59[ 1000) 574 650 759 833 918 39 Biebung vom 26. Oftober 1900, nachmittags. Bur die Gewinne über 220 Mart find den betreffenden Nummern in Parenthese beigefügt ( Ohne Gewähr.) 5 41 78 151 203 52[ 500] 71 312 63[ 500] 500 638 87 814 12 1052 99 195 230 36 71 394 401 716 52 2824 33 417 45 738 595 684 767 877 921 3168 288 339 430 583 650 738 857[ 500] 4023[ 500] 67 71 360 87 409 531 605 810 902 95 5066 69 131 289 628 81[ 500] 909 6019 98 182 241[ 1000] 79 330 33 828 924 7061 182 218 95 302 30 43 71 403 78 822 8146[ 1000] 363 [ 300] 478 953 68[ 300] 9135 276 437 638[ 3000] 973 10113 238[ 500] 337[ 1000] 500 55 942 11041 175 619 877 93 12077 158 354 490 575 708 34 13106 8 17 475 522 62 629 717 806 14040 62 242 533 693 833 15179 279 388 545 683 783[ 500] 834 83 908 41 62 16113 252 55 334 79 410 548 749 78 930 53 17935 18061 63 67 152[ 300] 76 308 440 46 558 774 873 924[ 500] 89 96 19105 278 368[ 300] 498 549 623 44 747 82 887 959[ 500] 20205 84 300 25 487[ 3000] 911 21009 37 118 207 82 99 [ 1000] 457 596[ 3000] 635 803 91 22224 81 332 79 98[ 15000 416 568 793 23136 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