Nr. 252. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 mt., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Gonntagss Nummer mir illuftrierter Sonntages Beilage ,, Die Neue Welt" 10 Pfg. PoftAbonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Eingetragen in der Post- Beitungs Preisliste für 1900 unter Br. 7971. Unter Kreuzband für Deutschland und Defterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Erscheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 17. Jahrg. Die Insertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Kolonels zeile oder beren Raum 40 Pfg., für politische und gewertschaftliche Vereinsund Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inserate für bie nächfte Nummer müffen bis 4 Uhr nachmittags in derExpedition abgegeben werden. Die Erpedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Gonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Mernsprecher: Amt I, Mr. 1508. Telegramm Abreffe: Borialdemokrat Berlin" Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Fernsprecher: Amt I, Nr. 1508. Panama! Panama! Ein Geständnis, überschrieben wir unsre Bemerkungen über die „ Aufklärung" des Reichsamts des Innern in Sachen der 12 000 m. mit Vorbedacht nicht: Das Geständnis; denn wir vermuteten, daß es mit diesem einen Geständnis nicht abgethan sei. Der Zuchthauskurs hat mehr der verschwiegenen Geheimnisse und der verstohlenen Sünden. Umsonst" treibt eine Regierung nicht eine folche beispiellose Politik und eine so unsaubere Politit tann nicht mit sauberen Mitteln gefördert werden. " 1 Ein Geständnis es werden weitere Geständnisse folgen müssen, und kein einfältig Geschwäß über Posadowsky- Intriguen wird die Schuldigen dieser Notwendigkeit entziehen; dafür wird der Reichstag sorgen. Was über die moralisch- politische Würdigung der sonderbaren Enthüllungen der amtlichen Korrespondenz zu sagen war, ist mit aller Schärfe geschrieben worden. Dieses Geständnis der Leibeigenschaft eines Reichsamts unter eine Sippe von strupellosen GroßKapitalisten, das in aller Naivetät amtlich gewagt worden ist, mußte in seiner Bedeutung und seiner Wirkung nach allen Richtungen hin fest und bloßgestellt werden. Das war ein unvermeidliches Geschäft für jeden Politifer; denn es wurden dadurch die erhabenen Anschauungen von ausgleichender Gerechtigkeit und Unparteilichkeit, wie sie in der Regierung herrschen, für immer dem staunenden Volt eingeschärft. Mit dieser Verwertung der ministeriellen Beichte ist aber die Angelegenheit nicht erledigt, sie hat vielmehr kaum erst angefangen. Die ministeriellen Enthüllungen waren dankenswert in ihrer schönen, wenn auch ein wenig verwirrten Offenherzigkeit, aber sie hatten einen Mangel: fie hatten mit dem Bueck- Briefe nicht das mindeste zu thun! = " Sonntag, den 28. Oktober 1900. der angegebene Zwed des Pumps, die Agitation", eine Maste war. Sie erinnert an den vom Vorwärts" am 22. August 1900 " veröffentlichten Aufruf des Centralverbands der Industriellen, in dem die Mitglieder um freiwillige Beiträge zu dem Preßfonds ge= beten wurden. Wir hatten den Aufruf ohne Datum mitgeteilt. Die Leipziger Volkszeitung" ergänzt jetzt das Datum- 20. Mai 1895und fügt hinzu: " " Wir stellen des weiteren fest, daß dieser Preßfonds noch heute besteht und in der Kasse der Direktion der Diskontogesellschaft Berlin W., Unter den Linden 35, ruht, und daß dieser Hort der Nibelungen seit 1895 erkledlich gewachsen ist. Es liegt also die Annahme nahe, daß die Regierung, deren intime Beziehungen zum Centralverband schon seit v. Böttichers Zeiten bekannt sind, die Subsidiengelder für publizistische Zwecke bei der zuständigen Instanz", der gesonderten Preßverwaltung, erbeten und erhalten hätte. Der Preßfonds wäre gewiß in der Lage, Kleinigkeiten von 12 000 M. ohne viel Aufhebens zu leisten. Man weiß ja man dente nur an Schweinburg und seine Spießgefellen daß die Scharfmacher sich bei Ausgaben für Preßawede nicht lumpen lassen. Das Bittgesuch des Reichsamts des Jnnern aber, das in dem Bueckschen Briefe vom 3. August 1898 behandelt wird, hat nichts mit dem Preßfonds zu thun, sondern wendet sich an die Industrie" schlechthin. Die zum Zwecke der Agitation für den Entwurf eines Gesetzes zum Schutz des gewerblichen Arbeitsverhältnisses" geforderten 12 000 m. werden aufgebracht nicht aus dem Breßfonds, sondern durch die Privatwohlthätigkeit mehrerer Großindustrieller, unter denen, Eycellenz Krupp" sich mit den üblichen 5000 M. einstellt. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Fernsprecher: Amt I, Nr. 5121. Meine Herren! Ich beginne zunächst mit den Worten meines herzlichsten Danks dafür, daß es mir heute vergönnt ist, Ihren Beratungen beizuwohnen. Es ist für mich geradezu ein Genuß gewesen, die ausführlichen Referate der beiden Herren Referenten zu hören und an denselben meine eigne Kenntnis der Dinge noch einmal wieder zu prüfen, an ihrer Hand noch einmal zu rekapitulieren, wie die ganze Sache sich entwickelt hat. Ich interlasse es mit Rücksicht auf die Anwesenheit der Herren Referenten, dasjenige Wort zu gebrauchen, welches ich diesen Referenten gegenüber sonst auf der Zunge gehabt hätte." Bebel brachte dies Verhalten von Regierungsvertretern am 29. Januar 1898 im Reichstag zur Sprache und führte aus: " Devoter und unterthäniger kann man in der That von seiten der Regierungsvertreter sich zu den Herren Großindustriellen nicht verhalten." Der Staatssekretär Graf v. Posadowsky nahm das Verhalten seines Beamten durch die an Bebel gerichtete Versicherung in Schutz:„ Herr Abgeordneter Bebel, wenn ich hier im Reichstag auch erklärte, es wäre ein wahrer Genuß für mich gewesen, einer, fünftägigen Debatte im Reichstag über einen auf unehrliche Weise in die Presse gelangten Erlaß( es handelte sich um den vom„ Vorwärts" veröffentlichten Streiferlaß) beizuwohnen, so würden Sie mir das gar nicht glauben." Bebel replizierte: Ich glaube dem Herrn Staatssekretär sehr gern, daß er nicht in der Lage war, seine Genugthuung und seinen Dank dafür auszusprechen, daß er hier fünf Tage lang wegen seines bekannten Erlasses auf der Anklagebant saß. Ich habe die Ausführungen des Herrn v. Woedtke nur um deswillen citiert, um an dem Ton dieser Auslaffung zu zeigen, wie das Verhältnis der ReAus all diesen Erwägungen scheint hervorzugehen, daß es sich gierung zu dem Verbande deutscher Industrieller ist. Und dieser nicht um eine publizistische Agitation handelt, daß die Beweis ist mir, glaube ich, geglückt." 12 000 M. von 1898 für andre ,, agitatorische" Zwecke gebraucht worden sind." Durch diese Debatte flingt etwas wie eine Vorahnung durch, daß das Reichsamt des Innern zur Erhöhung des Genusses So steht die Sache in der That. Zur Zeit Bismarcks stand der ministerieller Thätigkeit auch 12 000 m. von dem einflußreichen Vertrocken. " Der Brief des Herrn Bueck, d. h. seine Veröffentlichung, hatte im Reichsamt des Innera eine begreifliche Besinnungslosigkeit hervorgerufen. Woher kam dieses tödliche Geschoß? Birgt dieses unheimliche Dunkel noch mehr flugbereite elfenfonds mit seinen reichen Schäßen auch für die persönlichen band erbitten und annehmen würde. Dr. Bueck, dessen Referaten Kugeln? In solcher Gewissensangst und Unsicherheit entschloß Bedürfnisse der ministeriellenen Herren und ihrer Familienangehörigen zuzuhören für den Grafen v. Posadowsky und seinen Beamten man fich, einen Fall zu beichten oder zu konstruieren, der„ dem zur Verfügung; fo wurde einst der Schwiegervater des Herrn geradezu ein Genuß" ist, proklamierte bei einer andren GeReichsamt des Innern" vergleichsweise am harmlosesten erschien, b. Boetticher aus diesem Fonds vor einem schimpflichen Bankrott legenheit als Grundsatz:„ Auf wirtschaftlichem und einen Fall, der nur einer war in der langen Standal bewahrt. Caprivi, der Gentleman, legte den Sumpf der Korruption socialem Gebiet weife ich jede Gleichberechtigung geschichte der zärtlichen Beziehungen zwischen dem Ministerium der aus. Ein Belfenfonds war nicht mehr da. Aber die finanziellen Bedürfnisse trockneten nicht mit des Arbeiters mit dem Arbeitgeber vollständig So wandte man zurück," der kaiserliche Erlaß vom 4. Februar 1890 betont, es fei. Arbeiterwohlfahrt und dem Centralverein der Arbeiterknechtung. ,, eine der Aufgaben der Staatsgewalt, die Zeit, die Dauer und die Und man erzählte die Geschichte, wie Herr v. Woedtte beim sich an die Industrie". Der Welfenfonds und der Schwiegervater des Ministers ver- Art der Arbeit so zu regeln, daß die Erhaltung der Gesundheit, die Herrn Bued 12 000 m. erbettelt habe, um im Sommer 1899 nach der ersten Lesung der Zuchthausvorlage Flugblätter mit duſtrie" aber schenkt nichts, fie will für ihre Trinkgelder auf- und ihr Anspruch auf gefeßliche Gleichberechtigung Flugblätter mit langten von der Regierung keine Gegenleistungen.„ Die In- Gebote der Sittlichkeit, die wirtschaftlichen Bedürfnisse der Arbeiter Posadowsty Reden und Gelbe Hefte" mit Denkschrift- Auszügen merksam bedient werden, fie fordert Agitation" für ihr genehme gewahrt bleiben". Ein Verband, von dessen Geschäftsführer 12000 r. massenhaft ins Land zu werfen. Das war die Selbstbezichtigung einer unerhörten Interessentenpolitit Gesetze und findet obendrein noch solche Aufforderungen zu Liebes- zur Agitation für ein Gesetz zur Knebelung der Arbeiterklasse erbeten werden, hat einen Anspruch darauf, als Herr im eignen Hause", in der Regierung, und die gesamte Presse, soweit sie noch sittlich denkt gaben etwas eigentümlich". Die Zuchthausvorlage, also ein Gesez, das insbesondere im Hause des Reichsamts des Innern, zu schalten. oder wenigstens es für taktisch klug hält, Sittlichkeit kundzugeben, war bestimmt war, die ganze gewaltige, mit unsäg- Und der Verband übt dies Recht weidlich aus, wie die in Verwahrung mit uns einig in der schärfsten Verurteilung dieses Finanzhandels. lichen Opfern errungene Arbeiterbewegung ins des Grafen v. Posadowsty und seiner Räte befindlichen„ urkundlichen Aber es war der Verrat einer Schuld, deren die Socialdemokratie Serz zu treffen, ist von der Industrie" be Belege" so klar erweisen. das Reichsamt des Junern gar nicht angeklagt hatte. Die offizielle Kundgebung sprach von einer Agitation imfördert worden. Das übertrifft alle Fäulniserscheinungen aus stellt und für 12000 Mart agitatorisch geJahre 1899 der Bueck- Brief stammt vom 3. August 1898, also der Welfenfondszeit! aus einer Zeit, da die Zuchthausvorlage noch gar nicht veröffentlicht Das Reichsamt des Innern hat gestanden, daß Herr v. Woedtke war, geschweige daß sie bereits beraten worden. Es gab da mals noch gar keine öffentliche Agitation für dieses Schand- im Sommer 1899 nach der ersten Lesung der Zuchthausvorlage bei wert, es gab nur eine stille, geräuschlose, aber um so wirksamere Herrn Bueck gewesen sei, un 12 000 m. für die Gelben Hefte" zu Thätigkeit einzelner Agitatoren bei einzelnen Personen, damit der Plan überhaupt ins Leben träte; aber auch diese Agitation wiederum 12000 m. erbeten? Wo hat er agitiert? Mit welchen Wer war nun im Sommer 1898 bei Herrn Bueck und hat toftete Geld, viel Geld denn diese Agitatoren standen höher als Mitteln? Wo sind die Beläge? Landräte, Kreisblattbesiger und Ortsdiener und darum sollte die Industrie" zahlen. erbetteln. " Deutsch Banama ist in dem Reiche der Hunnen erstanden. Es giebt keinen Rückzug und keine Ausflucht mehr. Das Datum des Bueck- Briefs 3. August 1898- beruhte auf keinem Irrtum, keinem Schreib und keinem Druckfehler. Das Die Socialreform" steht am Pranger. Das Volk wird in stellt die Leipziger Volkszeitung" in ihrer heutigen Nummer fest, feinem idealen Befreiungskampf und in seinem Ringen um die stellt die„ Leipziger Volkszeitung" in ihrer heutigen Nummer fest. Minderung seines Elends durch eine Politik der Gewaltthätigkeit indem sie erklärt: ,, daß der von uns am 22. Oktober veröffentlichte Brief des Generalsekretärs Bueck, dessen Echtheit unbestritten ist, auch in seinem Datum bis auf das letzte Tipfelchen stimmt. Er ist geschrieben am 3. August 1898." B Ueber diesen im Bueck- Brief behaupteten 12 000 Mart Bettel vom Sontmer 1898 aber hat sich das Reichsamt des Innern bis jezt nicht geäußert, obwohl selbst die, Post" in einer fingierten Ausmalung der Bumpscene das Geschehnis in die Zeit vor der Oeynhauser Nede verlegt hatte, und wenn das Reichsamt gesteht, auch im Jahr 1899 von den Scharfmachern 12 000 m. genommen zu haben wofür die Belege vorhanden find! so fönnte es scheinen, als ob das Reichsamt des Innern gerade diese Summe von 12 000 m. bevorzugte, daß es auf ein kleines, aber fest es Nebeneinkommen Wert legte; aber wir vermögen an so viel Bescheidenheit nicht zu glauben, die ja die mit Millionen operierenden Scharfmacher wegen der Niedrigkeit der Ansprüche geradezu beleidigen muß. Das würde den neuen Vorwurf für das Reichsamt des Innern einschließen, daß es die in, der Politik sonst üblichen Preise verderbe. unterdrückt. Und die Interessenten dieser Politik fördern ihre Zwede durch Trinkgelder. Es ist nur zu wünschen, daß die Herren Boiadowsky und Woedkeuns bis zur Eröffnung des Reichstags erhalten bleiben! Politische Uebersicht. Berlin, den 27. Oftober. Die Herren im Hanse- Posadowskys. Blighell hat das Ersuchen, welches das Reichsamt des Innern an den Geschäftsführer des Centralverbands deutscher Industrieller wegen 12 000 m. Beihilfe gerichtet hat, die Richtigkeit der Ansicht beleuchtet, daß die großindustriellen und agrarischen Kreise die Behörden als ihre Kommis betrachten. Dafür, daß der Ministerialdirektor und vortragende Rat Dr. von Woedtke und sein Chef, der Staatssekretär Graf v. Posadowsky, die unterthänige Stellung gegenüber dem genannten einflußreichen Verband längst als selbstverständlich erachteten, sei an einen im Reichstag am 29. Januar 1898 zur Sprache gebrachten nicht angemeldeten Versammlung des Centralverbands deutscher Industrieller der Geheime Finanzrat Jende( Direktor der Firma Friedrich Krupp) und der Geschäftsführer des Centralverbands Dr. Bued Referate über die Invalidenversicherungs- Novelle. Im Anschluß an diese Referate richtete Dr. v on Woedtke, der neben dem ständigen Gast" der Centralverbands- Versammlungen, Herrn Die Leipziger Volkszeitung" giebt jetzt noch einen Schweinburg, als Gast zugelassen war, folgende Worte an die andren schlüssigen Beweis für die Richtigkeit unsrer Auffassung, daßvers ammelten Grokinduftriollon. Die Sache steht also jetzt so, wie am Anfang. Wir wissen gar nichts. Das Reichsamt des Jnnern hat über einen Fall von 1899 Borfall erinnert. Am 3. Februar 1897 hielten in einer polizeilich Aufklärung gegeben. Um was hat es fich 1898 gehandelt? Wer ist der Schuldige? Es ist Sache des Reichsamts des Innern, nachzuweisen, daß kein Mitglied des Reichsamts des Innern an dieser dunkeln Schuld beteiligt ist. Sonst sind alle aus der Enthüllung entstehenden Schlußfolgerungen unabweisbar. " = Zum deutsch- englischen Abkommen. Wenn die neue Festigung der deutsch- englischen Beziehungen, deren sich Graf Bülow als erste Kanzlerthat rühmt, Sinn und Wert haben soll, so muß die Regierung auf die weitere Ausführung ihres Marine Programms Verzicht seine Billigung durch den Reichstag beruhte auf der VorausDenn die Aufstellung dieses Marine- Programms und setzung eines sich verschärfenden Konflikts zwischen England und Deutschland. Teisten. Als das große Marineprogramm, das eine volle Verdoppelung der gesamten deutschen Kriegsflotte vorsah, im März d. J. der Budgetkommission vorlag, schrieb der Vorwärts": ,, Nur das eine ist aus den Neden der Kommissionsmitglieder noch deutlicher geworden, als es bisher gewesen, daß nämlich gerade dasjenige, was als das Unsinnigste galt, der wirkliche Sinn der Vorlage ist. Die Vorlage bedeutet etne schroffe Frontstellung gegen England. Die Regierung war befragt worden, welche Ereignisse seit dem Erlaß des Flottengefeßes vom April 1898 eingetreten feien, die eine Aenderung desselben nötig machen. Die Antwort der Regierung hat fich das ist aus den Rüdäußerungen der Abgeordneten in der Kommission mit Sicherheit festzustellen auf nichts weiter bezogen, als auf den Samoa Konflikt und die Beschlagnahme der deutschen Post dampfer vor der Delagoa bah." um nur eine Breßstimme au schrieb: " Die„ Deutsche Tageszeitung" den damaligen Tagen zu citieren Aber Graf Bülow sieht auch für die Zukunft neue Reibungen mit derselben Macht voraus, der wir die uns zugefügten Beleidigungen auf Samoa und in Südafrika zu verdanken haben. Er sagt, die englische Politik sei in den letzten Jahrzehnten eine andre geworden, die Ideen von Adam Smith und John Bright seien erstorben. Gegenwärtig fasse die imperialistische Strömung in England mehr und mehr Boden. Eine der Hauptforgen der deutschen Politik set, gute Beziehungen zu allen Mächten zu unterhalten. Selbstverständlich wären diese aber nur möglich auf der Grundlage vollster Gegenseitigkeit und gegenseitiger Rücksichtnahme. Die offiziellen Beziehungen waren durchweg die besten. Aber die Zeiten der Kabinettspolitik wären geschwunden, die Volksleidenschaften mehr und mehr als einflußreicher Faktor in den Vordergrund getreten." Der Sinn der Rede ist also der: Der wirtschaftliche Neid der Engländer gegen uns ist im Wachsen, die englische Ländergier greift immer weiter aus, die britische Regierung wird der Volksleidenschaft schließlich nachgeben müssen und das Ende wird die unvermeidliche Auseinander fegung zwifchen Deutschland und " 0 balanciert. wvenit Groß Wohlfahrt wichtigsten Fragen verschachert. Wir erinnern das liberale weiteres, ohne Bezahlung von Gebühren, auch Gemeindebürger) in britannien sein. Troz aller deutschen Bemühungen, gute Blatt lediglich daran, daß gerade dank der uns empfohlenen Thätigkeit gegen die Opposition gesezt wurde, der Kampf ein verBeziehungen auch zu England zu unterhalten, wird diese Aus- politischen Taktik der Liberalismus in Deutschland sich zu seiner zweifelter, ein sehr schwerer war. Und der Erfolg einandersetzung sich schon deshalb nicht vermeiden lassen, weil die heutigen Einflußlosigkeit herabgewürdigt hat. Es gelüftet uns nicht, er auch nicht allen Erwartungen entspricht hat uns gezeigt, deutsche Regierung auf der Bedingung vollster Gegenseitigkeit diesem Vorbilde eines würdelosen Verfalls zu folgen. daß das Eintreten der Socialdemokraten für den Freifinn demselben und gegenseitiger Rücksichtnahme" bestehen wird und bestehen Der Platz an der Sonne. die stark gefährdeten bisherigen Mandate wieder sicherte, und daß muß." Dem Bundesrat ist ber Etat für das Schuhgebiet außer Apolda, wo die 52 Wahlmänner der socialdemokratischen Riautschou zugegangen, der in Einnahmen und Ausgaben mit Bartei wieder gewählt wurden, auch in Jimena u die gesamte Listé 10 050 000 m. Der Reichszuschuk beträgt unsrer Partei siegte und damit der zweite Socialdemokrat Die fortdauernden Ausgaben belaufen sich in den weimarischen Landtag seinen Einzug hält. Eine äußerst rege auf 4 383 399, die einmaligen auf 6575 000 m. 90 601 M. find als Reservefonds angelegt. Zur näheren Begründung der Wahlbeteiligung allerorts zeigte nur nicht keinen Stillstand, sondern einmaligen Ausgaben wird eine Dentschrift über die Entwidlung einen erfreulichen Fortschritt unter den größten Erschwerungen im Kiautschous im Jahre 1900 vorbereitet, die bem Reichstag politischen Kampf. im Januar nächsten Jahrs zugehen soll. Jm Extraordinarium sind. angejetzt zu Hafen- und Tiefbauten, einschließlich Landerwerb, 3 385 000 M. 34 Hochbauten 1590 000 M., zur Beteiligung an der Beschaffung von Wohn- und Arbeiterhäusern 200 000 m. Der Reichszuschuß für Kiautschou betrug im Ctat 1898/99 5 Mill. M., im Etat für 1899/1900 8 500 000., jegt übersteigt er bereits zehn Millionen! Und die Regierung selbst betonte damals in der Begründung der Marinevorlage die Möglichkeit eines Seekriegs gegen eine große Seemacht; es sei unbedingt erforderlich, daß die deutsche Schlachtflotte ebenso start ist, als die der größten Seemacht." Jest bekundet die Regierung durch den Abschluß des deutsch englischen Uebereinkommens, daß ihre früheren Befürchtungen hinfällig sind. Der deutsche Kaiser ist der Hoffnung, daß das Uebereinkommen ,, in die weite Zukunft hinaus ein gemein fames Streben in freundschaftlichem Wettkampf, ohne Schärfe gewährleisten werde". Als Gouverneur von Deutsch- Ostafrika soll demnächst der Generalmajor von Trotha ernannt werden. Ist dies richtig, so scheinen die Anklagen, die gegen den bisherigen Gouverneur von Liebert erhoben worden sind, doch so unbegründet nicht zu sein, wie er sie selbst hinstellen möchte. Aber auch mit von Trotha Der hätte die Regierung wieder einen schlechten Griff gemacht für die Will die Regierung die von ihr gepriesene hohe Bedeutung des Abkommens nicht selbst verleugnen, so muß sie die logische Folgerung ziehen, daß nunmehr bas stürmische Tempo der deutschen Marine- Etat erheblichen Kürzungen gegenüber dem letzten Etat zumber ein bortiges bürgerliches Blatt mit Stolz, die De- liche und nicht militärische sind oder doch sein sollten, hat er tatt Marinerüstungen gemilbert werden darf. Wir erwarten, im fünftigen begegnen. si nemen. ist Offizier, mag nötigen preußischen Schneid haben, Potemkinsche Dörfer. Von den Kaisertagen in Elberfeld Aufgaben des Gouverneurs, die doch in erster Reihe wirtschaftmeldet nach foration am Rügenberg sei so arrangiert gewesen, daß alle ärm der Meinung selbst nationalliberaler Blätter bei seinem Aufenthalt lichen Verhältnisse verdeckt gewesen seien! in Deutsch- Östafrika nicht die erforderlichen Eigenschaften gezeigt. Deutsches Reich. Auch offiziös bediente Blätter, wie die„ Allgemeine Zeitung" und der Hamburger Korrespondent" laffen Pojadowsky fallen. Was werden sie erst nach den neuen Feststellungen sagen? " in nat lot silindustr Das Gerippe im Schrank. Bei Geheimrats ist es fein, Feiner fönnt' es gar nicht sein. Alles schimmert blink und blant, Aber wißt es: ein Gerippe, Ein Gerippe steht im Schrank. du silids Welch ein Brunt, welch eine Pracht! Aber wenn die braune Nacht Auf die Erde niedersant, Kommt auf einmal das Gerippe, Das Gerippe aus dem Schrank. Um den runden Tisch herum Sigen alle still und stumm, Auf dem Tische Speis und Trank Und dazwischen das Gerippe, Das Gerippe aus dem Schrank. polus unduggish Ausland. Frankreich. 13 („ Kladderadatsch".) sid Sipido verhaftet. Aus Brüssel wird vom Sonnabend berichtet: Die Zuckerprämien. Aus Paris wird berichtet: Das Ende der Posadowsky- Heke Die in Paris zwischen Frankreich, Deutschland und glaubt die" Post" triumphierend anfündigen zu können. Sie wird est reich- Ungarn stattfindenden Verhandlungen über wohl bald merken, daß wir erst am Anfang stehen, zwar nicht mit die Buderfrage sind nahezu beendigt. Man hält es fast für drei der„ Heße", aber mit dem Kampf der Wahrheit gegen die korruption. sicher, daß sich die drei Mächte über die Abschaffung der Die„ Rache" um im Stil der Khatimänner zu reden die Ab- Ausfuhrprämien einigen werden. Die Einigung erfolgt auf rechnung mit den Steuerleuten des Zuchthauskurses beginnt! Es der Grundlage einer gleichwertigen Abschaffung, das heißt in der ist nichts mit dem voreiligen Erlösungsjubel der" Post", die befreit Weise, daß Frankreich, welches niedrigere direkte Ausfuhraufatmet: prämien als Deutschland und Oestreich hat, in einem Punkt das Der blinde Eifer, mit dem diese Presse sich auf den jeden Gesetz von 1884 abändern wird, so daß die durch dieses Gesez dem falls in Bezug auf das Datum gefälschten und im französischen Zucker gewährte industrielle Vergütung herabgesezt übrigen bestenfalls gestohlen en Bueck- Brief stürzte, ließ wird und nur der wesentlich landwirtschaftliche Teil der Prämien eben die Absicht des ganzen Manövers zu deutlich erkennen, und bestehen bleibt. Die drei Länder leisten auf diese Weise einen es genügte, das Kind bei dem wahren Namen zu nennen, um es gleichen Verzicht. Aber für die endgültige Lösung der Frage bleibt zu vereiteln." noch ein sehr weiter Spielraum. Wenn es zwischen Frankreich. Einstweilen ist es an uns, das Kind bei seinem Namen zu Deutschland und Oestreich- Ungarn zu einer endgültigen Einigung gekommen ift, wird man mit den Zucker einführenden Die Frage über den Personenwechsel wird ja nun wohl nach Mächten unterhandeln müssen und zwar, um diejenigen, welche indidnot rod welcheddol den inzwischen erfolgten Feststellungen ein wenig anders be- Kompensationsabgaben eingeführt haben, dazu zu bewegen, auf antwortet werden. Uebrigens fündigt die Nationalliberale Kor- diese Abgaben zu verzichten und um diejenigen, welche die Absicht is ad respondenz" schon jetzt an, daß an der Spize des Reichsamts des haben, neue einzuführen, zu veranlassen, diesen Gedanken aufzub Innern ein Personenwechsel über kurz oder lang stattfinden müsse." geben. Nur unter dieser Bedingung würde die Abschaffung der Dagegen soll eine Besprechung der Angelegenheit im preußischen Ausfuhrprämien von Nußen sein. Wenn man diesen Verzicht von Staatsministerium, wie die„ Nordd. Allg. Stg." versichert, noch nicht England verlangt, wird man eine Wiederaufnahme der Arbeiten der Auktion bei Esterhazy. Auf dem Landgute Esterhazys bei stattgefunden haben. Brüsseler Konferenz veranlassen, welcher man dann einen bestimmten Chalons sind dieser Tage die Möbel meistbietend verkauft worden. Entwurf einer internationalen Stonvention zur Regelung des Den Anfang machte eine kleine Waffenſammlung Esterhazys. Ein Zuckerregimes wird vorlegen können. Der Zusammentritt der Los Bücher Esterhazys ging für 1,50 Fr. an den Schullehrer des Konferenz hängt also ab von dem Resultat der zweiten Reihe Orts weg. Als der Käufer sich seinen Schab näher besah, fand er von Unterhandlungen, über das sich noch schwer etwas voraus: darin die Theorie des berühmt gewordenen Geschützes 120 fagen läßt. Waffen kurz, von der die Generäle de Pellieur, Gonse und Boisdeffre Des Freisinns Flucht vor der Oeffentlichkeit. Noch ein Taufendmarkmann. Die Breslauer Morgen- behauptet hatten, daß nur jemand, der wie Dreyfus, an der Quelle" Die Parteitage der Freisinnigen tagen bekanntlich unter Aus- zeitung" berichtet, daß noch in einem zweiten Fall ein Herr aus gesessen habe, sie sich hätte verschaffen können. schluß der Offentlichkeit. Wie groß die Furcht der Herren, die in dem fonfervativ- fleritalen Parteilager an einen socialdemokratischen Die ,, tote Hand". Dem„ Siècle" aufolge hat der FinanzGörliz versammelt waren, ging, davon erzählt die in Görlig er Wahlmann herangetreten fei, um ihn mit einem Tausendmarkschein minister die Untersuchung über den Beistand der Kon scheinende„ Niederschlesisch- Oberlausitzer Korrespondenz" ein nettes zu bestechen. Der Erfolg war natürlich auch hier der gleiche. gregationen, die voriges Jahr vom Parlament beschlossen wurde, Stüdchen. Die genannte Korrespondenz schreibt: Dagegen will die Schles. 8tg.", wissen, daß die Aussage des social- nachdem schon vor 20 Jahren ein fruchtloser Versuch gemacht worden " Ein auffallendes Intermezzo gleich am Begrüßungsabend, demokratischen Wählers, der übrigens nicht Wahlmann sei, auf einem war, nahezu beendet. Die dieses Mal angewandte Methode hat wo man den vom Ortsausschuß aus Versehen geladenen Bertreter Mißverständnisse beruhe. Der Herr Seidel, der in Frage zum Ziele geführt, und die Wolksvertretung wird in Kürze von dem einer entschieden liberalen niederschlesischen Zeitung mit einer fommit, sei ein sehr jovialer, humoristischer Herr. Vielleicht habe er Endresultat unterrichtet werden. Die bisherige Schäzung des ebenso ängstlichen als unhöflichen Hast aus dem Saal drängte, ihm mit dem Genossen einen Wig gemacht, den dieser nicht verstand. Kongregationsvermögens auf 10 Milliarden Franis dürfte sogar das Notizbuch von Parteiwegen" entriß und die Hier ist der erste, von uns gestern gemeldete Fall gemeint. fich nach dieser Untersuchung als zu niedrig erweisen. Die Kirche betreffenden Notizzettel kurzer Hand tonfiscierte, zeigte, bis Selbst wenn dieser sich so verhielte, wie die Schlei. Stg." ihn hin hat in der That einen guten Magen. zu welchem Grade man sich in die Furcht vor der Oeffentlichkeit" stellt, wäre der zweite Fall noch nicht erklärt. Oder verfügt die verrannt hatte! Eine Anzahl von Delegierten aus den festesten konservative Partei über so viele joviale, humoristische Herren?" Belgien. Wahlkreisen der Partei nahmen denn auch recht energisch gegen diese Geheimnisthuerei Stellung und tadelten es, daß man derartig Das Teftament des Papstes. Der" Germania" zufolge Gin in Begleitung eines Gendarmen zur Festnahme Sipidos nach den Principien der Partei, welche doch das öffentliche Verarbeitet Leo XIII. seit einigen Tagen an einer neuen Encyklika, fahren in der Rechtspflege und in andren Dingen auf ihr die er am Ende des Jahrs zu publizieren gedenkt und die eine Frankreich entsandter Polizei- Offizier verhaftete den Flüchtling, Panier geschrieben hat, ins Gesicht schlägt." Huldigung für den Erlöser beim Beginn des neuen Jahrhunderts welcher sich in Billancourt bei Paris aufhielt. Sipido sezte seiner Weiter heißt es dann in der anscheinend sehr gut informierten Kor- enthalten wird. Bekanntlich hat sich bereits voriges Jahr ein Komitee Berhaftung keinen Widerstand entgegen. Wie es heißt, wurde bei respondenz, daß gleich am ersten Tage die Geister heftig aufeinander gebildet, um dieser Huldigung durch Errichtung von Statuen und ihm ein Dolch vorgefunden. Heute vormittag traf Sipido in Brüffel platten. Auch wird konstatiert, wovon im offiziellen Bericht wenig Krenzen an den höchsten Punkten Italiens Ausdruck zu geben, und ein und wurde in den Juſtizpalast übergeführt. Holland. zu lesen war, daß Dieber Karlsruhe auf dem Parteitage eine in Rom werden zu demselben Zweck Ende Dezember und Anfang feurige Flottenrede" gehalten habe, und schließlich wird Januar große Feierlichkeiten stattfinden. Leo XIII. soll, wie in die Unfallversicherungs- Vorlage ist noch einmal von der Gugen Richter unverblümt gesagt, daß er die Parteitagsteilnehmer vatikanischen Streisen berichtet wird, in seiner Encyklika im allgemeinen weiten Kammer angenommen worden. Die Verschlechterungen, welche start enttäuscht habe. Ueberall habe man bezüglich der Richterschen auf die Wohlthaten des Christentums für die menschliche Kultur hin- Bie Regierung in die Vorlage gebracht hatte, um sie für die plutoRede über die Chinapolitit das Urteil gehört: Richter wird alt! weisen und die Völker ermahnen, im nenen Jahrhundert den Glauben fratische Erste Stammer verdaulich zu machen, sind von der Zweiten Und das muß sich der unentwegte Eugen von seinen eignen an den göttlichen Erlöser, der am Ende des zu Ende gehenden Kammer mit desto größerer Demut hinuntergeschluckt, als die GeParteigenossen sagen lassen. Eine bittere Bille! schwächer geworden ist, wieder neu zu beleben, indem er auf die nehmigung der ursprünglichen Vorlage von den liberalen und Mittel hindeutet, die hierzu dienen können. Der Papst soll diese war. Der Aufforderung der socialdemokratischen Abgeordneten, Der focialdemokratische Sieg im Wahlkreis Branden- Encyklika als sein Testament für die Christen der ganzen Welt hriftlich- socialen Parteien nicht mit Opferfreudigkeit gegeben worden burg Westhavelland ist um so ruhmvoller, als er völlig bezeichnen. die Borlage in ihrer ursprünglichen Form an das hohe Haus aus eigner Kraft errungen worden ist. Die Freisinnigen zurückzuschicken, hat denn auch die Kammer keine Folge geleistet; Ueber den Wahlkampf und den Wahlausgang in Sachfen nicht nur, daß alle Versuche, den Unternehmern die Hinterziehung dieses Wahlkreises gingen in hellen Scharen zur Partei der Kornwucherer und der Volksentrechtung über. Die Voff. Beitung" Weimar wird uns geschrieben: der Prämienzahlung unmöglich zu machen oder doch zu beschränken, selbst muß gestehen: Von ganz besonderem Interesse sind diesmal die Landtags- ohne Ausnahme gescheitert sind, die verschlechterte Vorlage ist Man wird nicht fehlgehen, wenn man annimmt, daß auch wahlen in Sachsen- Weimar schon deshalb gewesen, weil sich, infolge während der öffentlichen Beratung noch wesentlich verschlechtert worden. bei dieser Wahl die Mehrheit der freisinnigen des reaktionären Wirkens der Minister von Bawal und von Wurmb, Die Wartezeit ist von 3 auf 6 Wochen gebracht, und die RegieWählerschaft für den konservativen Kandidaten ein starker Zug der Unzufriedenheit bemerkbar machte, und in rung hat das Versprechen gegeben, daß, soweit möglich, dic gestimmt hat. Herr v. Löbell hatte um die freifinnigen Anbetracht des veralteten reaktionären Wahlsystems Wahlsystems eine Reichs- Versicherungsbant die ärztliche Pflege der Verlegten den wird. Stimmen unverkennbar gebuhlt. Er ließ Erklärungen veröffentlichen, die bei der äußersten Rechten weniger Beifall finden konnten beffere Bertretung im Landtage nur durch ein Zusammen- Unternehmern oder Unternehmer- Vereinen übertragen Zahlreiche Arbeiter werden also durch Hinterlist und Tyrannei der oppositionellen Parteien gesichert erfchien. Daß als bei vertrauensseligen Mitgliedern der Linken." un ihr Recht auf eine Rente kommen. Weil teine gesetzliche In Stadt Brandenburg z. B. hatte b. Löbell bei der Hauptwahl diesem erfolgten Zusammenschluß gegenüber die wüsteſte, ser antenversicherung in Holland besteht, erhält der verletzte 1615, der freisinnige Kandidat 1547, der Socialdemokrat 5169 Stimmen rücksichtsloseste Agitation von seiten der sogenannten Ordnungs- Arbeiter auch während der Wartezeit eine Geldentschädigung erzielt. Ju der Stichwahl erhielt v. Löbell 3071 gleich 1615 und parteien" folgen würde, war leicht vorauszusehen. Aber von der Reichs- Versicherungsbank. Die Auszahlung dieser Ent 1456 Stimmen; die für den konservativen Kandidaten abgegebene was in der That geschehen ist, das spottet jeder Beschreibung. schädigung wollten die Reaktionäre ebenfalls den Unternehmern Stimmenzahl überftieg also die Stimmenzahl der Hauptwahl fast Mußte es schon allgemein auffallen, daß entgegen dem früheren Zu- übertragen, damit der Verletzte während der ersten sechs Wochen um die volle Ziffer der freisinnigen Stimmen. Der freisinnige stand die gesamten Urwahlen auf einen und zwar den un nach dem Unfall völlig der Willkür der Unternehmer überliefert Zusammenbruch ist unzweifelhaft. Die Kreuz Beitung" meint:„ Sonderlich überrascht günstigsten Wochentag von feiten der Bezirksdirektoren gelegt wäre; das ist ihnen nicht gelungen; auf einem audren Punkte haben trat in einer großen Anzahl von Ortschaften Unfallversicherung selbst zu tragen, oder einem Unternehmerverein sind wir durch das gestrige Ergebnis nicht." trat in einer großen Anzahl von Ortschaften fie aber gefiegt. Die Unternehmer, denen gestattet wird, das Nifito der Des Herrn b. Löbell versucht gute Miene böfen die geplante Wahlrechtsbeschränkung in der von oder Versicherungsgesellschaft zu übertragen, müssen, wenn eine Spiel machen. Aber Herr Herr v. Löbell selbst verließ den verließ den Gemeindevorständen festgesetzten Wahlzeit, die in größeren Mente festgestellt wird, unmittelbar deren Kauffumme an die Reichsmindestens fünf den Wahlkreis am Abend nach seiner Niederlage mit dem grimmigen Gemeinden Stunden und in fleineren Versicherungsbant bezahlen. Die Regierung wollte ihnen von den Wort: Es ist empörend". Die Kreuz- Zeitung" scheint sich in den Gemeinden mindestens drei Stunden dauern soll, in der deutlichsten diesbezüglichen Entscheidungen der Neichsbank eine Berufung nicht Gedanken, daß die fonservativen Wahlkreise einer nach dem andren Weise zu Tage. Kann von einer Wahl noch die Rede sein, wenn in zugestehen, die Stammer hat aber ein so ungeheures Unrecht an den der Socialdemokratie verfallen, bereits mit Entsagung gefunden zu Ortschaften, wo ein großer Teil der Arbeiter auswärts beschäftigt ist, Unternehmern nicht verüben wollen und ihnen das Recht auf Behaben; sie wird nur noch überrascht sein, wenn ihre Partei einmal die Wahlzeit auf einen Freitagnachmittag von 1-4 Uhr gelegt rufung von jeder Entscheidung der Reichsbank zuerkannt. Das Recht nicht besiegt werden sollte. der verletzten Arbeiter auf eine Rente wird hierdurch in den meisten Die Deutsche Tageszeitung" versucht die böse Nieder- wird?! Und dann, den Arbeitern gegenüber gab es nur Fällen eine Beitlang in Frage gestellt werden. lage mit einem iz zu erledigen; sie erklärt in Fettbrud, die ein Versammlungsverbot, welches aber obligatorisch Die Vorlage ist jegt mit 88 gegen 3 Stimmen genehmigt. Socialdemokratie habe mit allen Mitteln des Lerro auf das ganze Land ausgedehnt war, während auf Die socialdemokratischen Abgeordneten haben ihre Stimmen für die rismus" gearbeitet. Die Deutsche Tageszeitung" hat vergessen, der andren Seite in einer auffällig großen Zahl von Bürgermeister Vorlage abgegeben, weil bei den bestehenden politischen Verhältnissen daß die Nachwahl nötig geworden war infolge m a glofen Wahl- Bersammlungen man recht ungestört alle Borarbeiten zur Wahl treffen ein wirklich gutes Gefez in absehbarer Zeit nicht zu erwarten ist. schwindels der Konservativen. Und die Herren der tonute. Am Tage vor der Wahl erschien ein Flugblatt, welches Bon einer neuen Ablehnung durch die Erste Kammer wird wohl " Deutschen Tageszeitung" fönnten auch die ungültigkeit der jezigen von der Aufhebung der Ehe, Beseitigung der laum mehr die Rede sein; die Unternehmer haben auf weitere Wahl im Reichstag erreichen, wenn es ihnen belieben möchte, Familie, Erziehung der Kinder in Findelhäusern Opposition verzichtet; sie haben Grund, mit dem errungenen Erfolge den Terrorismus ihrer eignen Parteileute im Wahlproteſt und noch vielen ähnlichen Ladenhüttern der konservativen Wahlkampf- zufrieden zu sein! festzulegen. schwindeleien starrte. Welche Furcht diese Angstmeier befeelte, ging Als getreuer Ekkehardt der Socialdemokratie bietet sich am treffendsten aus dem Schlußfaz der betr. Flugblätter hervor: Seid andas Berliner Tageblatt". Es beschwört uns leit einig, einig, einig! Wählt feinen Freifinnigen, teinen National Socialen, Aus Kapstadt wird vom 26. d. Mts. gemeldet: Heute hat artikellang: wir sollen alle sommerlichen Sünden der Welt- und feinen Socialdemokraten, sondern einen Mann der Ordnungsparteien, die feierliche Proklamierung Transvaals als eines Chinapolitik vergeben und vergessen sein laffen, auf daß nicht Leon der Gott fürchtet, ben Katser ehrt und die Teils des britischen Reichs stattgefunden. 6200 Mann hardt v. Bülow in den Kämpfen um die Zolpolitik sich auf die standen in Parade. Brüber lieb hat." Erwägt man weiter, bag jeber Wähler Damit hätten die beiden füdafrikanischen Republiken aufgehört, agrarische Seite flüchten müffe. Wir sprechen dem„ Berliner Tageblatt" nicht von der außer der Staatsangehörigkeit noch das Gemeindebürgerrecht befißen zu eriftieren. Indes, die Annexion wurde vom General Roberts Ge wissenlosigkeit einer Politit, die um eines etwaigen muß, so begreift man leicht, daß in diefem erregten Wahlkampfe, bereits vor Wochen ausgesprochen, in Wirklichkeit haben die EngVorteils willen ihre Principien in grundlegenden und für die deutsche wo der gesamte Beamtenapparat( jeder Staatsbeamte wird ohne länder die beiden Staaten noch immer nicht in Besiz. Zwar wird, " สิน " " " " Das Blatt waren, zum so Afrika. Transvaal, eine englische Kolonie? Es werden folgende englische Siege gemeldet: General Barton hat die Truppen Dewets bei Frederiksstad gemacht. scheinbar zur Bekräftigung der oben bezeichneten Feierlichkeiten, von wird, ist die Arbeit ruhen zu lassen und sofort der 21er Kommission von 16 bis 17 Fr. refp. 18 bis 14 r. nebft freier Station.- Jir einer Reihe Niederlagen der Boeren berichtet, schon das aber zeigt, zu Händen des Vorsitzenden Kollegen Otto Grunow, Frankfurter den verflossenen drei Quartalen fanden in der Schweiz insgesamt daß eben die Boeren ihren Widerstand noch nicht aufgegeben haben. Allee 97, Mitteilung zugehen zu lassen. 98 Lohntonflikte statt, wovon 50 Streits und 48 Lohnbewegungen. Die 21er Rommission. Die Leichterschiffer in London, die über eine gute OrganiZur Lohnbewegung der Berliner Fleischergesellen haben ſation verfügen, befinden sich im Ausstande. Vorläufig sind am die eine bisher nicht übliche zersprengt, ihnen schwere Verluste beigebracht und mehrere Gefangene bie Berliner Fleisher- Innungsmeister nochmals Stellung Streit 2000 Mann beteiligt, Nach weiteren Berichten aus Jakobsdal griffen 200 Boeren die dortige Garnison ohne Erfolg an. Die Garnison bestand aus genommen. Sie haben eine Kommission aus Groß- und Laden Berechnung der Ueberstunden verlangen. Zur Beilegung des Konflikts iner Compagnie Kapstadt- Hochländer mit einem Geschüß. Die Eng- chlächtermeistern gewählt, die in diefer Sache Beratungen pflegen haben sich die Ausständigen um die Vermittelung des Vorstehers des länder hatten 14 Tote und 20 Verwundete. und geeignete Vorschläge ausarbeiten foll. Hoffentlich kommt Handelsamts bemüht. und für die Gesellen An Mafeting, 26. Oktober. Der Ausstand unter den Grubenarbeitern im Beden von Am Mittwoch griffen Lord hierbei auch etwas Rügliches Die Meister der Freien Bereinigung Bas de Calais nimmt zu. In den Gruben der Bergiverksgesellschaft Methuen und zwei andre britische Generale gemeinsam die nehmbares heraus. werden fich füglich füglich auch wieder mit dieser Angelegen Stellung der Boeren bei Zeerust an. Der Feind wurde geworfen und zersprengt. Es wurden 39 Gefangene gemacht und 20 Wagen heit beschäftigen müssen, denn ein gelinder Druck wird doch von Dourges ruht die Arbeit vollständig. von den Gesellen sowohl wie von der Arbeiterschaft im allgemeinen Aus Montreal( Stanada) wird gemeldet: In Valleyfield, erbentet. Durban, 26, Ottober. In Nordnatal find Boeren aufgetaucht. ausgeübt. Behördlicherseits soll man der Innung angeraten haben, 50 Meilen von Montreal entfernt, legten 3000 bei dem Bau von Berbesserungen der Lage der Schlächtergesellen eintreten zu lassen, Baumwollfabriken beschäftigte Maurer die Arbeit nieder. Die AusSie haben eine kleine Brücke der Eisenbahn bei der Station Wasch- damit die Behörde nicht selbst, wie dies beim Bädergewerbe schon ständigen find französische Kanadier. Eine große Anzahl von Truppen bant zerstört und einen Güterschuppen beschädigt. Die Bahnlinie ift schleunigst wieder ausgebeffert worden und der Verkehr wieder geschehen sei, Veranlassung habe, einzugreifen. Vielleicht beherzigen und Milig wurden nach Valleyfield abgesandt. Die Lage ist bedrohdie Meister diesen Rat und zeigen durch Thaten, daß sie gewillt sind, lich und durch die Rassenfeindschaft, besonders durch die Anivesenheit aufgenommen. Auf der andren Seite wird anch von Erfolgen der Boeren die elenden Zustände im Fleischergewerbe abzustellen. Unterdes englischer Truppen, verschlimmert. Den Ausständigen haben sich Auf der andren Seite wird auch von Erfolgen der Boeren gemeldet. Außer der gestrigen Meldung des Bureau Reuter aus arbeiten die Fleischergesellen rüftig am Ausbau ihrer Organisation, 2500 Weber angeschlossen. damit sie in Zukunft beffer gewappnet find. Johannesburg berichtet ein Telegramm aus Standerto: Eine Abteilung der Kolonne French, welche sich von Bethel nach Standerton begab, wurde unterwegs zweimal von den Boeren angehalten und aufgefordert, nach Bethel zurückzukehren. Als sich der englische Kommandant auch beim zweitenmal weigerte, dies zu thun, wurde jeine Abteilung von den Boeren umzingelt. Nachdem ihr acht GeSchüße abgenommen worden waren, wurde ihr freies Geleit bis Standerton gegeben. " Partei- Nachrichten ehrendes Gedenken bewahren! Die Organisation scheint auch nicht ohne Einfluß auf die Bes hörde gewesen zu sein, denn die Maßnahmen und Untersuchungen, die eingeleitet wurden, sind sicherlich darauf zurückzuführen. Achtung, Vergolder! Die Differenzen bei der Firma Ruthenberg in Weißensee find beigelegt. Die Maßregelungen sind von der Firma zurüdgezogen und haben sämtliche Arbeiter Sonnabend früh die Arbeit aufgenommen. Dentsches Reich. brummen. W Aus der Frauenbewegung. Die Arbeit der Nenplätterinnen gehört zu den mühevollsten und anstrengendsten, welche Frauen im So sehr, daß die Lehrmädchen nur Berufsleben zu leisten haben. Aber selbst die felten unter den Jugendlichen" zu finden sind. Mädchen von 16 und 17 Jahren, welche aus andren Gewerben in In der That brechen die Boeren an allen Ecken und Enden die Wäschefabrik eintreten, empfinden nur zu häufig nach kurzer Zeit Hervor und beunruhigen die englischen Heere. Dabei spielen die die verderblichen Folgen der Ueberanstrengung, welche in diesem Frauen eine hervorragende Rolle. Die Zerstörung der Farmhäuser Polizeibeamte und Arbeitswillige müssen nach den Urteilen, Beruf unvermeidlich zu sein scheint. Und doch ist noch so wenig geund die Vergewaltigung der Infassen derselben hat die Boeren, die oftmals wegen Beleidigung dieser staatserhaltenden Elemente schehen, um dieser gedrückten Arbeiterinnentlasse zu einem menschenMänner wie Frauen in Berzweiflung gebracht und man fann fich gefällt werden, das empfindsamste Ehrgefühl besitzen. So hatte sich würdigen Lose zu verhelfen. Seit man erkannt hat, wie schwer der daher nicht wundern, wenn sie wieder zu den Waffen greifen. Lord vor der Dortmunder Strafkammer der Bergmann Leinpeter aus weibliche Organismus durch langes Stehen geschädigt wird, hat Roberts scheint dies auch eingesehen zu haben, denn er hat Lord Eving wegen Gendarmeriebeleidigung zu verantworten. Sämtliche man in einigen Staaten eine eifrige Agitation entfaltet, um ihnen Methuen vefohlen, folgenden Erlaß im westlichen Transvaal Chargen, vom Brigade Kommandeur herab, hatten Strafantrag in den unbeschäftigten Zwischenpausen Sitzgelegenheit zu verschaffen. bekannt zu geben: gestellt. Während der letzten Ausstandsbewegung unter den Berg In England ist das betreffende Gesetz bereits in Wirksamkeit. Bei Burghers, die sich freiwillig ergeben und die vorher nicht arbeitern war das Schreckliche geschehen:" Buze" hatte der Verbrecher uns wird an einer Verordnung in derselben Sache gearbeitet. den Neutralitätseid geleistet haben, werden nicht aus Südafrika fogar anstatt Gendarm gesagt. In einer großen Versammlung sprach Aber niemand gedachte der Plätterin, welche ihre Arbeit, den fortgeschickt werden. Es können solchen Burghers, die auf dem Leinpeter energisch gegen einen Streit und wies auf die bösen ganzen Tag stehend, verrichtet und obendrein das schwere Plätteiser Schlachtfeld gefangen genommen werden, keine Versprechungen Folgen, wie z. B. in Herne. Hin. Durch die Art, wie er diese mit festem Drud führen muß. Ueber das Blättbrett gebeugt, arbeitet bezüglich ihrer weiteren Behandlung gemacht werden. Burghers, Folgen schilderte und durch die Titulation, deren er sich bediente, fie ohne die Wohlthat kleiner Unterbrechungen außer der regel die sich freiwillig ergeben und den Eid noch nicht geleistet haben, soll die Beleidigung geschehen sein. Selbst der Staatsanwalt mußte mäßigen Effenspause. Ist ihr doch sogar das Sprechen verboten, oder wenn sie ihn geleistet haben, gezwungen worden sind, ihn anerkennen, daß der von dem Angeklagten befolgte Zweck ein sehr welches ihre Aufmerksamkeit ablenken könnte, denn die Arbeit erzu brechen, wird nach Beendigung der Feindseligkeiten erlaubt fittlicher gewesen sei, er habe seine Stollegen vor einem unbesonnenen fordert nicht nur Kraft, sondern auch peinliche Genauigkeit. Die werden, auf ihre Farmen zurückzukehren. Für Güter, die solchen, Schritt warnen wollen, und müsse dem 2. daher der§ 193 zur Seite Temperatur in den Arbeitsräumen steigt häufig auf 33 Grad Celsius, die fich freiwillig ergeben, von jezt ab weggenommen werden, gestellt werden. Aber die Form, deren er sich bedient habe, lasse empfindlicher noch durch den Dunst, den die feuchte Wäsche erzeugt wird Zahlung geleistet." doch die Absicht der Beleidigung erkennen, weshalb Bestrafung er- Eine weitere Verschlechterung der Luft ist durch die GasAuch dieser Erlaß ist nicht frei von Zweideutigkeit, die Gelegen folgen müsse. Das Gericht schloß sich der kunstvollen Deduktion an plätterei entstanden; die Ausströmungen aus schadhafter heit zu Willtür bietet. und einen Monat lang soll der Sünder wegen der verlegten Form Röhren oder mangelhaft schließenden Gashähnen steigern die Gefahren für die Gesundheit. Sein Wunder, daß die Berufskrankheiter In Duisburg mußten sich zwei Maurer wegen angeblicher Ver- zunehmen und ernste Folgen für das ganze Leben zurücklaffen. Der letzung des§ 153 der Gewerbe- Ordnung verantworten. Bei Ge- beständig aufsteigende heiße Luftstrom, das fortgesette aufmerkſame Totenliste der Partei. Nach schwerem Leiden verstarb an der legenheit des letzten Maurerstreits sollen die Maurer Wolf und Lösche Sehen auf das glänzende Weiß erzeugen Augenleiden; seit EinLungenkrankheit der Bertrauensmann der socialdemokratischen Partei mehrere Arbeitswillige beleidigt haben. Die Beschuldigten erklären, führung der Gasplätterei zeigt sich auch eine auffallende Vermehrung Lungenkrankheit der Vertrauensmann der socialdemokratischen Partei den Betreffenden nur Vorhaltungen gemacht zu haben, weil sie sich der Halskrankheiten. Selten tommt es vor, daß eine Blätterin dem Breslaus, Korkarbeiter Karl Czecay, im blühenden Mannesalter von 39 Jahren. Czeckay hat Beit seines Lebens mit Eifer und Hingebung jedesmal auf dem Wege von und zur Arbeit von Polizeibeamten be- Beruf viele Jahre angehören kann; die Kräfte werden zu schnell für die Sache der Arbeiter gekämpft, politisch wie gewerkschaftlich. Bleiten ließen. Der Vorsitzende des Gerichts verteidigte solche Be- verbraucht. Aber an Stelle derjenigen, welche mit zerrütteter Ge Längere Zeit, bis zum Uebertritt der ganzen Organisation in den gleitung: benn man lese doch alle Augenblide in fundheit scheiden, treten neue unverbrauchte Kräfte. Die Not des Holzarbeiter Verband, war Czeday Borsitzender des Verbands der ben 8eitungen, daß Arbeitswillige beleidigt Lebens liefert auch für die gefährlichsten Berufe immer Opfer in Kortarbeiter Deutschlands, ebenso füllte er lange Zeit den Bosten des würden( 1) Nur zwei angebliche Beleidigte haben Worte wie: genügender Bahl. anders niemand. Selbst Schufte und Knochen taput hauen, gehört Kaffterers beim Breslauer Gewerkschaftskartell zur vollsten Zufrieden der Beamte, der die Arbeitswilligen immer begleitete, fonnte nichts Gleichheit":" Die Löhne stehen nicht im entferntesten mit den hohen leber die Lohnverhältnisse schreibt S. Markwald in ber heit aller aus. Welches Vertrauen ihm auch die politisch thätigen befunden. Dagegen sagten die Belastungszeugen noch Anforderungen im Einklang, die an die Leistungskraft dieser Schichte Genossen entgegenbrachten, zeigt der Umstand, daß eine Parteiaus, der Beamte habe geraten", wemt des weiblichen Proletariats gestellt werden. In Berlin betragen die versammlung ihm im Vorjahre einstimmig das Amt des socialdemo- übereinstimmend Euch was wollen, dann haut Accordlöhne pro Dugend Stehkragen 20-40 Bf., Umlegetragen 20 fratischen Vertrauensmanns für Breslau übertrug. Tren bis in den fie( die Streikenden) Tod war Karl Czecay seiner, unsrer großen Sache, und die Genossen nur feste drauf. Der Amtsanwalt beantragte gegen einen der bis 50 Pf., Manschetten 35-90 Pf., Serviteurs 40-70$ 3f. und Mitkämpfer werden dem Braven, viel zu früh von uns und Gericht schloß sich dem freisprechenden Antrage an, ging aber über der Qualität des Fabrikats. Die Tagesleistung einer befonders Angeklagten 14 Tage Gefängnis, für den andren Freisprechung. Das Die angegebenen Lohnsätze schwanken selbstverständlich je nach feiner tiefgetroffenen Familie Dahingefchiedenen, ein bleibendes, das für den andren Angeklagten beantragte Strafmaß hinaus und tüchtigen Reuplätterin beträgt bei Stehfragen 8 bis 10 Dutzend, bei erkannte auf einen Monat Gefängnis. In der Urteilsbegründung Umlegekragen 6 bis 8 Dugend, bei Manschetten 5 bis 8 Dugend. Der socialdemokratische Wahlverein in Duisburg richtete heißt es, die Drohungen seien gemeine und das Benehmen der An- Weniger geübte Arbeiterinnen plätten pro Tag 3 bis 5 Duzend unter Berufung auf die hohen Kohlen- und Nahrungsmittelpreise an geklagten ein sehr freches gewesen, weil ein Beamter dabei war. Umlegefragen, 4 bis 7 Dubend Stehkragen usw. Wenn natürlich das Stadtverordneten- Kollegium zwei Eingaben mit folgendem Wort- und der Beamte hat nichts gehört! auch lebung und Geschicklichkeit die Höhe des Verdiensts beeinflussen, Laut: Die städtische Verwaltung wird angewiesen, das für denta so ist doch das Einkommen der tüchtigsten Blätterin ein sehr geringes. Kommunalen Berbrauch bestimmte Quantum von Kohlen zu ver- Unternehmer- Humanität. Die Krefelder Färberei- Arbeiter Dr. Feig erzählt, daß er sich die Lohnbücher einer sehr geübten größern und an jedes Gemeinderatsmitglied, dessen Jahresverdienst hatten mit den Unternehmern im vorigen Herbst eine Arbeitsordnung Neuplätterin verschafft habe, die in den letzten Jahren je 192 Die Summe von 2000 m. nicht übersteigt, zum Selbstkostenpreis ab- vereinbart, wonach der Zehnstundentag maßgebend sein sollte. Auch bis 260 Arbeitstage zählte. Ihr Jahreseinkommen betrug zugeben. Sollte diese Bitte die Genehmigung der Stadtverordneten waren feste Lohnfäße vereinbart worden, und wurden sämtliche 612,50 bis 720,64 M. Der durchschnittliche Wochenverdienst nicht erhalten, so wollen sie gefl. zu folgendem Bunkt ihre Zu- gefeßliche Feiertage bezahlt. Der höchste in den stellte sich auf 11,78 bis 18,96 m. stimmung geben: Die städtische Verwaltung wird augewiesen, den Nun plötzlich kommen die Unternehmer, welche in einem verschiedenen Jahren erzielte Wochenlohn betrug von 20,- bis jährlichen Verbrauch an Kohlen und Kartoffeln für jeden in ihrem Färbereibefizer- Verband vereinigt find, und präsentieren den 25,83 M., der höchste Tagesverdienst 4,49 M. Welche außer Dienst stehenden, gegen Lohn oder Gehalt arbeitenden Beamten Arbeitern eine neue Arbeitsordnung, welche alles das aufhebt, was gewöhnliche Leistung aber mußte die Plätterin vor sich bringen, un oder Arbeiter, sofern das Jahresgehalt derselben die Summe von ihnen im vorigen Jahre zugestanden war. Die Festsetzung der den hohen" Verdienst von 4,49 M. zu erzielen! Sie mußte in 2000 m. nicht übersteigt, zu beschaffen und zum Selbstkostenpreis Arbeitszeit steht im Belieben des Unternehmers, wenn er seinen einem einzigen Tage plätten: 7 Dugend Kragen zu je 35 f., abzugeben. Arbeitern nur 12 Stunden vorher bekannt gemacht, wie lange 8 Dußend zu je 80 Pf. und 2 Dutzend zu je 27 Pf., zusammen also Im Kanton Schaffhausen hat sich in den letzten Jahren mit gearbeitet werden soll. Auch ist ein Baffus eingefügt, welcher den§ 616 des Bürger: felben Woche leistete die nämliche Blätterin quantitativ noch mehr. 14 Dugend oder 168 Stück Kragen. An einem andern Tage der der fortschreitenden Entwicklung der Industrie auch die Arbeiter belegung in recht erfreulicher Weise entwickelt und zwar die gewerklichen Gesetzbuchs vollständig aufhebt. Der Bassus heißt: Sie bekam es fertig, an einem einzigen Arbeitstag 17 Dutzend gleich schaftliche wie die politische. Letztere äußert sich unter anderm in dem" Ebensowenig kann der Arbeiter Lohn für solche Beiten 204 Sragen zu bügeln, verbiente aber trotzdem weniger, wie an selbständigen Vorgehen bei Wahlen, wobei auch schon Erfolge erzielt beanspruchen, in denen er durch einen in seiner Person liegenden isdem andern Tag dieser arbeitsreichen Woche, nämlich 8,40 m., da wurden. Zu den nächsten Neuwahlen haben unsre dortigen Genoffen Grund an der Arbeit verhindert worden ist, auch wenn die Ver- ihr jedes Dugend nur mit 27 Pf. bezahlt wurde. Wie niedrig und bereits ein Programm aufgestellt, fäumnis entschuldbar und von nicht erheblicher Dauer ist wie schwankend der Verdienst der Neuplätterinnen ist, dafür spricht das im ersten Teile Weiter wird berlangt, daß der Arbeiter bei LohnForderungen an den Staat und im zweiten solche an die Gemeinde die folgende Thatsache. Es kam vor, daß die erwähnte, ungewöhnlich enthält, Von erstem wird verlangt der Erlaß eines Gesetzes be- streitigkeiten innerhalb zwei Tagen die Klage beim geschickte Blätterin die ganze Woche, ohne auch nur einen Tag artreffend die gewerblichen Schiedsgerichte, Abänderungen des Steuer- werbegericht erhoben haben muß, widrigenfalls die Lohnbeitslos zu sein, nicht mehr als 10 m. verdiente. Anfängerinnen gesezes in Bezug auf das Griſtenzminimum, Schaffung eines abzüge usw. als berechtigt anerkannt sind und der Anspruch auf müssen sich mit Hungerlöhnen von 6-8 M. begnügen und kommen Arbeiterinnenschutz- Gesetzes 2c. Von der Gemeinde wird die un- gerichtliche Entscheidung verwirkt ist. entgeltliche Berabreichung von Lehrmitteln, Erstellung billiger Wohn- in ihrem zuletzt erwähnten Bassus ungefeßlich ist, nicht aufzwingen Die Arbeiter wollen sich aber eine solche Zuchthausordnung, die erst nach längerer Zeit auf 12 bis 15 M. Die Ausbeutung der Lehrlinge wird folgendermaßen ges häuser und andres verlangt. Das ist nicht viel, aber ohne eine einiger- lassen, und können, trok der ungünſtigen Konjunktur, wenn die Unter- schildert: Die Lehrzeit der Blätterinnen dauert zumeift 6 Wochen, maßen wirksame Vertretung der Arbeiterinteressen wird von allen nehmer sich nicht auf Berhandlungen einlassen, ernste Differenzen reicherung des Fabrikanten schuften müssen, haben die Armen doch und obwohl die Mädchen schon am ersten Tag tüchtig zur Be diesen Forderungen dennoch nichts verwirklicht werden. entstehen. ein Lehrgeld von 10-15 m. an den Unternehmer zu zahlen. Die belgischen Parteigenossen werden demnächst im ganzen Zum Streik der Porzellanarbeiter in Rudolstadt. An- Uebrigens wird die Lehrzeit nicht überall nach Wochen berechnet. Lande eine lebhafte Agitation entfalten zu Gunsten des allgemeinen täglich des in der Fabrit von Schäfer u. Vater in Rudolstadt mum- Dr. Feig erfuhr z. B., daß in einer Fabrit das Lehrmädchen in der gleichen Wahlrechts und einer allgemeinen Amnestie. Die mehr 4 Wochen dauernden Ausstands der Porzellanarbeiter scheint Blätterei 40 Dußend Kragen gut gebügelt haben muß, damit es für Bewegung wird eingeleitet durch eine große Demonstration, die am fich auch ein meineidsproze B entwideln zu sollen. In einem ausgelernt erklärt wird. Die meisten Lehrmädchen brauchen 6 bis 11. November in Brüssel stattfindet. In der letzten Sigung des Termin des Gewerbegerichts jagte ein streifender Porzellanmaler 8 Wochen, um die Leistung fertig zu bringen. Nach den meisten LehrGeneralrats( Parteivorstand) wurde auch darüber beraten, ob unter Eid aus, daß ihm angekündigt worden sei, er werde aus dem verträgen müssen sich die Lehrmädchen verpflichten, nach der Lehrzeit fich die Partei an den Rundgebungen zu beteiligen habe, die von Porzellanarbeiter- Berband ausgefchloffen werden, wenn er nicht mit ein oder mehrere Jahre in derselben Fabrit zu arbeiten, während sich bürgerlicher Seite bei der Ankunft trügers beabsichtigt find. Der streike. Ein zweiter ebenfalls als Benge unter Eid vernommener der Prinzipal das Recht vorbehält, die Arbeiterinnen auch Beschluß wurde vertagt. Die Beteiligung wird davon abhängig ge- Maler fagte dagegen aus, daß er sich auf eine derartige ihm früher zu entlassen. Wenn derartige Verträge auch nach der macht werden, daß die Kundgebungen keinen rassenfeindlichen gegenüber gemachte Androhung nicht entfinnen könne. Auf Meinung des Bolts den guten Sitten widersprochen, so find doch die Charakter annehmen, daß sie nicht die Form einer Verherrlichung lettere absolut nichtssagende Aussage ist mun gegen den Juristen andrer Ansicht, und die sehr gut organisierten Unternehmer der Person Krügers annehmen dürfen, sondern eine Huldigung des Betreffenden ein Verfahren wegen Meineids eingeleitet worden. verstehen es prächtig, durch die Anwendung schwarzer Listen daffie, Bolts der Boeren darstellen. Die treibende Kraft dürfte in der Sache, wie bei dem ganzen Streit, au sorgen, daß die betreffende Bestimmung nicht nur auf dent der eine Chef der Firma, Herr Water, sein, der bereits bei den Bapier steht. Verhandlungen mit der Kommission der Arbeiter, vor Ausbruch des Daß in einer großen Fabrit in Berlin unentgeltliche Lehrzeit Streits, in seinem Comptoir sagte:" Ihr seid Arbeiter und eingeführt ist, dürfte wohl den Beweis liefern, daß die Unfitte des Ihr müßt gehorchen!" Nach Lage der Dinge muß jedoch Lehrgelds für die Blätterinnen überhaupt abgeschafft werden könnte der so schön gedachte Meineidsprozeß" verlaufen wie das Horn- und müßte. Aber hier wie bei den andren schweren Uebelständen berger Schießen; denn auch die durch den Staatsanwalt in eigner dieses Berufs ist es die Fligsamkeit der Frauen, ihre Notlage, Borson bewirkte Beschlagnahme eines Briefs des Hauptvorstands des ihre Bereinzelung, welche fie hindern, auf die Abschaffung der überBorzellanarbeiter= Verbands an den Vorfizenden der Rudolstädter großen Lasten bedacht zu sein. Möchten sie sich doch bewußt werden, Bahlstelle dürfte das zur Förderung der Sache so sehr benötigte daß es ein Mittel giebt, ihre Lage zu beffern, und daß es Material" nicht so vervollständigen, als man das wünscht. ihre Pflicht ist, ihre Pflicht gegen sich selbst, es zu ergreifen und zu benuhen. Es ist der Anschluß an ihre Organisation, der ihnen kleine Opfer auferlegt und große Vorteile gewährt, so große, daß fie ihr Aus der Schweiz. In der Stickereifabrik von Heine in Arbon Bögern, thre Zurückhaltung später kaum mehr begreifen, nachdem sie am Bodensee haben die Arbeiter wegen Lohnreduktion die Arbeit sich als Mitglied ihrem Verein angeschlossen haben. Jeder Beruf eingestellt. Die Müllergehilfen von Rorschach und Umgebung ohue Organisation lastet schwerer und lohnt schlechter als derjenige, tehen in einer Lohnbewegung mit folgenden Forderungen: 11stündige dessen Mitglieder durch Gemeingefühl und Gesamtinteresse geleitet Achtung, Bauauschläger! Mit dem 15. Ottober ist Punkt 9 tägliche Arbeitszeit, 11/2 Stunden Mittagspause, Vor- und Nach- werden. Doppelt nötig ist solche Stärkung des einzelnen durch Rüdder Anmerkung unsres Tarifs, betreffend die Fensterfrage, in Straft mittagspausen bon je 20 Minuten, am Sonnabendnachmittag um halt an der Gesamtheit bei einer so schweren, so anstrengenden und getreten. Wir ersuchen sämtliche Stollegen, stritte die Junehaltung 6 Uhr Feierabend; ferner minimalen Tagelohn von 5 bis 5,25 Fr. so schlecht gelohnten Arbeit wie die der Neuplätterinnen. dieser Bestimmung zu fordern. Wo diese Forderung nicht erfüllt für Poftenarbeiter. 4,75 bis 5 Fr. für Magaziner, bezw. Wochenlöhne Polizeiliches, Gerichtliches univ. Vom Landgericht Zwickau wurde die vom Genoffen Sachle eingelegte Revision gegen das Urteil des Schöffengerichts Zwidau wegen Vergehens gegen§ 153 der Gewerbe- Ordnung an läßlich des Bergarbeiterstreits, wonach ihm eine Woche Gefängnis auferlegt war, verworfen. Genosse R. Levy in Erfurt wurde am Freitag vom Schöffengericht in Saalfeld wegen Fabrikantenbeleidigung zu 21 W. Geld strafe verurteilt. Das Vorgehen rührt noch aus seiner früheren Thätig. teit am Saalfelder Boltsblatt" her. Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. " 1 " Ausland. 200 Ge Sociales. Versammlungen. Dem Arbeiterinnenschutz- Gesetz des Kantons Zürich unter-| Arbeitsordnung bie er vorlegte hafte der Druder für die die ergangenen Urteile auf und wies die Angelegenheit zur neuer standen in Jahre 1899 745 Geschäfte, wovon die Mehrzahl( 503) in Hälfte des Materialschadens, der durch sein Verschulden entstehe. Verhandlung an das Essener Landgericht zurüd. der Stadt Zürich, mit 2057 Hilfspersonen, wovon 911 Lehrtöchter. Der Kläger habe nun das Plazen eines Steins verschuldet, Aus diesem Grunde hatten sich die vier Mitglieder des Gruben371 derselben erhielten im Geschäft Kost und Logis. 451 Betriebe weil er beim Einspannen nicht an allen Seiten schräge Keile vorstandes und die betreffenden Betriebsbeamten am Freitag nochmals beschäftigten nur 1 bis 2, 294 je 3 und mehr Personen. Bei diesen benutzt habe. W. hätte auf der einen Seite glatte Steile genommen, vor der Strafkammer zu verantworten. Betrieben handelte es sich meistens um Damenschneidereien, wodurch sich der Stein beim Druden gehoben habe. Der Ober- In der Verhandlung entschuldigten sich die angeklagten Kohlens Wäschereien und Glättereien, Moden- und Weißwarengeschäfte. bruder des Beklagten, der vor dem Gewerbegericht als Beuge er barone mit der vom Vorsitzenden gerügten Wendung, daß sie nicht Inspiziert wurden fast alle Geschäfte, zum Teil zweimal, wobei sich schienen war, vertrat ebenfalls den Standpunkt, daß der Stein nicht so schlau wären wie der Staatsanwalt und andres zu thun hätten, ergab, daß 138 Arbeitslokale eine Höhe von unter 21/2 Meter haben; zerplagt wäre, wenn der Kläger und Widerbeklagte an allen Seiten als auf Verstöße gegen die Gewerbe- Ordnung zu achten. Der in 3 Geschäften betrug der Luftraum pro Person weniger als 8 Rubit fchräge Keile genommen hätte. W. bestritt dies ganz entschieden und Staatsanwalt beantragte, jeden der vier Gewerke mit 500 M., die meter. In einem Geschäft mußte veranlaßt werden, daß jeder Person betonte, daß er im Betrieb seines jezigen Arbeitgebers angeklagten Aufseher mit je 30 M. zu bestrafen. Die Gewerke ein eigenes Bett zur Verfügung gestellt werde. 28 Geschäfte erhielten immer glatte Steile bemuze. Die Drucksteine plaßten oft auch aus wurden vom Gerichtshof zu je 75 M., die Aufseher zu je 10 m. zusammen 1100 Ueberstunden bewilligt. Gebüßt wurden 6 Geschäfte Gründen, die in ihnen selber lägen, möge man sie einstellen wie Strafe verurteilt, eine Sühne, die vielleicht dem Profit weniger uns wegen Ueberzeitarbeit und zwar von je 5, 10, 20 bis 75 Fr., im man wolle. Uebrigens habe er vor den Drucken den Oberdrucker gefeßlicher Ueberstundenschichten gleichkommen mag. Besamtbetrage von 135 Fr. gefragt, ob der Stein nicht zu start angespannt sei, ohne eine Antwort zu erhalten. Herr Keller wurde von der Kammer VIIJ zur Zahlung des rückständigen Lohns verurteilt und mit seiner Widerklage abgewiesen. Nach der Um die Vergebung der Druckarbeiten an Firmen, die den Urteilsbegründung des Vorfizenden Dr. Meier fonnten sich die Buchdruckertarif anerkannt haben, petitionierten die Mitglieder des sachverständigen Beisiger nicht davon überzeugen, daß Buchdruckerverbands in Chemniz an den Gemeinderat der Stadt. den Kläger 2. ein nachweisbares Verschulden treffe. Sie Vom Rate ist, wie früher schon geschehen, wieder Ablehnung nahmen vielmehr an, daß es sich hier um ein Vorkommnis handle, dieses Gesuchs erfolgt und zwar im Hinblick darauf, daß es unthun- für das W. nicht haftbar gemacht werden könne. lich erscheine, Lieferungen von den lediglich unter dritten Personen bereinbarten und demgemäß jederzeitigem Wechsel unterworfenen Bedingungen des Arbeitsvertrags abhängig zu machen. In der Konsequenz müßte man sonst bei Vergebung aller andren städtischen Arbeiten in gleicher Weise verfahren; für eine Stadtverwaltung sei es aber unbedingt erforderlich, sich freie Auswahl unter den Lieferanten vorzubehalten. Diesen Einwand kann nur vom manchesterlichen Standpunkt begründet werden. Eine Gemeindebehörde mit so starker Arbeiterbevölkerung, wie Chemnitz sie aufweist, hätte wohl von einem socialpolitisch einsichtigen Standpunkt die Frage beurteilen können. Gegen die Verunreinigung des Rheins durch die Ableitung der Abwässer und Fäkalien, wie sie von den Gemeindebehörden der Städte Mannheim und Karlsruhe beabsichtigt wird, wendet sich eine an den Reichstag gerichtete Petition der Gemeindebehörden der Städte Worms, Speyer und Germersheim. Die Betenten führen aus, daß durch die beabsichtigte Verunreinigung des Rheinstroms die Gesundheit der Bewohner der stromabwärts gelegenen Städte und Dörfer auf das äußerste bedroht sei. Ganz besonders werde die Stadt Worms geschädigt, da sie 12 Kilometer unterhalb der Einlaßstelle der Mannheimer Abwässer ihr Trink- und Brauchwasser dem Rhein entnimmt. Schließlich fordert die Petition: der Reichstag wolle beim Reichskanzler darauf dringen, daß in Gemäßheit des Reichstagsbeschlusses vom 13. März 1900 eine Reichstommiffion bald möglichst einberufen werde, welche die geschilderten Mißstände unterfucht. Gerichts- Beitung. " die wenden! Charlottenburg. Eine Protestversammlung gegen die Streit. flaufel, die von etwa 500 Personen besucht war, fand am Donners tag in Charlottenburg statt. Paul Jahn- Berlin referierte über die Bedeutung der Streifflausel und deren Schäden für die Arbeiterklasse. In der Diskussion schildert Schulze- Charlottenburg das Ges bahren einiger Unternehmer, um die„ Notwendigkeit" der Streifflaufel zu erweisen. So habe ein Unternehmer einen Arbeiter gedroht, ihn wie einen Hund mit einem Knüttel vom Bau zu jagen, nur weil dieser Arbeiter die übliche Baukontrolle ausübte. Um aber der drohenden Uebermacht der Unternehmer jederzeit entgegentreten zu Eine Ausschreitung gegen einen Schuhmann haben sich der können, sei es für alle Bauarbeiter erforderlich, sich nicht nur Maurerpolier Wilhelm Lehmann und der Arbeiter Karl Kühne, gewerkschaftlich, sondern auch politisch zu organisieren! Sturt die gestern vor dem Schöffengericht zur Verantwortung gezogen Baate fann sich dem letzteren Wunsch nur anschließen. wurden, zu Schulden kommen lassen. Auf dem Neubau Wilhelms- Denn wäre die politische Organisation in Charlottenburg havenerstr. 46 erschien eines Tags der Schuhmann Rüger, um eine stärkere, dann würde man bei den Stadtverordnetenwahlen einen Maurer, der sich eine Unvorsichtigkeit gegen einen Straßen- größere Erfolge erzielt haben. So sei es auch gelungen, daß passanten hatte zu Schulden kommen lassen, festzustellen. Als er den während der Abwesenheit von Baate und Hirsch, als sie auf Bau betreten hatte, gebot ihm der Angeklagte Lehmann, sich den Parteifongressen thätig waren, die von den Bauherren beHygienische Maßregeln in der Schule. Die Regierung zu fofort bom Bau zu scheren", da er Köln hat eine sehr nüßliche Anregung auf dem Gebiete der Schul- Erlaubnis diesen ohne seine antragte Streifflausel von der Stadtverordneten- Versammlung„ bornicht zu betreten habe und gebrauchte dabei gesundheitspflege gegeben. In der Verfügung wurde den Gemeinden einige derbe Worte. läufig angenommen wurde. Als Baake darüber beim Bürgermeister Die Situation des Schuhmanns gegenüber der Wunsch ausgedrückt, für die auswärtigen Schüler nicht beneidenswert, denn war voritellig" wurde, sei ihm von diesem entgegnet worden, daß dieser aus den Reihen der auf dem Filz oder Holzschuhe zur Benutzung in der Klasse anzuschaffen. Wie Bau beschäftigten Arbeiter soll der Ruf ergangen sein:" Haut doch angeblich ein bisheriger Gegner der Streitklausel, habe dieselbe in Beschluß noch nicht endgültig sei. Der Stadtbaurat Bratring aber, berichtet wird, ist die Anregung in einigen Kreiſen auf fruchtbaren die Blaujaden!", auch sollen einige Klamotten in die nächste Boden gefallen. Die Gemeinden haben die nötige Bahl von Nähe des Schuhmanns geflogen sein, allerdings ohne ihn zu treffen. sei ein besonderer Freund der Streifflausel, wie er es beim Bau einigen Bauverträgen bereits berücksichtigt. Baurat Brettschneider Reserveschuhen beschafft und dadurch den Kindern, die mit nassem als einer der Steinwerfer ist der Angeklagte Kühne von dem der Elektricitätswerke bewiesen habe. Daher mögen alle Schuhwerk zur Schule kommen, Gelegenheit geboten, dafür trockene Beamten festgestellt werden. Nach dem Antrage des Staatsanwalts Bauarbeiter sich nicht nur Fußbekleidung einzutauschen. Es wäre sehr wünschenswert, daß verurteilte der Gerichtshof den Angeklagten Lehmann zu einem gegen die offene, sondern noch energischer gegen verstedte Dieses Beispiel bei allen andren Behörden und Schulverwaltungen Monat Gefängnis, Kühne wegen des Steinwerfens zu zwei( Lebhafter Beifall.) Streifflausel Fenchel ist der Meinung, daß Nachahmung fände. Wochen Haft. das Gewerkschaftskartell in Charlottenburg den socialdemo Studenten, die sich viel schlimmerer Ausschreitungen gegen fratischen Stadtverordneten bauein reiches Material für Beamte schuldig machten, sind vor deutschen Gerichten bekanntlich gewerbliche Fragen verschaffen könnte. Schulze bespricht noch den vielfach mit einer für sie kaum fühlbaren Geldstrafe davongekommen. Mangel von Arbeiterfürsorge auf Bauten, der nur durch allgemeine Eine etwas zu kurz entschloffene Frau ist die Frau die bereits von Jahn beantragte Resolution, ähnlich derjenigen, Solidarität beseitigt werden kann. Flemming verliest nochmals Döbbeling, die wegen Sachbeschädigung vor dem Schöffengericht stand. Sie hatte sich wegen Reparatur einer Fensterscheibe an einen wie sie die Berliner Bauarbeiter in ihren Versammlungen im Mai Glasermeister gewandt, wartete aber vergeblich darauf, daß dieser, angenommen haben. Mit dem Zusaß, daß alle Bauarbeiter gegen wie er zugesagt hatte, die Arbeit ausführte. Nachdem fie mehrere die offene und versteckte Streiftlausel protestieren, gelangte diese Male auf ihr wiederholtes Ersuchen, die Reparatur vorzuResolution einstimmig zur Annahme. nehmen, hingehalten worden war, rig ihr die Geduld. Sie nahm fich einen Farbentopf, ging an das Geschäftslokal des Meisters und überpinselte an dem Geschäftsschilde die Bezeichnung„ GlaserErfüllung der ihm übertragenen Aufträge bedacht sei, sich nicht unter- meister". Sie war der Meinung, daß jemand, der so wenig auf die „ Glaſermeister" nennen dürfe. Sie wurde durch Auferlegung einer zwischen den Vertretern der Mächte und China haben, amtlichen Die Steigerung der Papierpreise in Nordamerika. Aehnlich Geldstrafe von 5 M. belehrt, daß ihr Verfahren nicht nur un- Meldungen zufolge, die über Jokoham a fommen, am 26. d. M. wie bei uns, und zwar in noch erhöhterem Maße, ist die Steigerung gewöhnlich, sondern auch unzulässig sei. der Papierpreise in Nordamerika eingetreten. Die Preis für Zeitungsin Peting begonnen. Eine Vollversammlung des diplomatischen papier stieg in diesem Jahre allein um 80 Proz. Die Preistreiberei ist Vier Kohlenbarone auf der Anklagebaut. Am 20. Dezember Corps wird morgen abgehalten und auf dieser über einen gemein Der Tod Kangiis auf einen größeren Bedarf zurückzuführen, der besonders schiver gedeckt vor. Js. hatten sich vor der Essener Straftammer 10 Be- samen Aktionsplan Beschluß gefaßt werden. werden konnte, weil im vorigen Jahre eine ganze Anzahl Fabriken triebsbeamte und die vier Mitglieder des Grubenvorstands der Zeche wird hier amtlich bestätigt. Der Weltgeneralissimus Graf Waldersee ist ihren Betrieb wegen der anhaltenden Dürre zeitweise einstellen Unser Friz", eins der reichsten Unternehmen im rheinischmußten. Die Wasserkraft, die bei den Papiermühlen vielfach als westfälischen Industriegebiet, wegen verschiedener Bergehen zu ver- nicht in Beling, sondern in Tientsin, wo er die Truppen Betriebskraft benutzt wird, versiegte. antworten. In der Hauptsache handelte es sich um systematische inspiziert hat. Bon Tientsin bis Schanhaitwan ist der regelDiesen Zustand hat sich natürlich der Papiertruzz zu nutze gemacht Uebertretung der Bestimmungen, betreffend Beschäftigung mäßige Eisenbahnverkehr wieder eröffnet. Bei der Station Beitang und jene übermäßige Steigerung der Preise betrieben. Die" Inter- jugendlicher Arbeiter. Bereits in der Voruntersuchung war der Bahndamm unterminiert; es wurden ungefähr 40 Minen national Papier Company" trat 1898 mit einem Aktienkapital war festgestellt, daß auf genannter Beche die jugend herausgenommen, wobei einige Explosionen stattfanden, die aber nur von 45 Millionen Dollar ins Leben, sie übernahm 25 der Hauptsächlichen Arbeiter fortgesezt über die gesetzlich erlaubte Zeit hinaus unbedeutende Verlegungen von Personen zur Folge hatten. lichsten Holzfaser- und Papierfabriken in den Vereinigten Staaten beschäftigt würden, auch des Sonntags zog man sie entgegen der Der Protektor der Mandschuret. und produziert 75 Proz. des sämtlichen östlich von Chicago her- Vorschrift zu Arbeiten heran. Doch damit nicht genug. Lange blieb gestellten Bapiers. Seither ist die Zahl der vom Trust kontrollierten die fortgesette Uebertretung der gefeßlichen Bestimmungen zum Segen Fabriten auf 30 gestiegen; er kontrolliert 80 Proz. des hergestellten des Profits unermittelt, bis endlich die Bergbehörde dahinter kam. Papiers, während die unabhängigen Fabriken 20 Broz. liefern. Das war für die Herren Gesetzesverächter aber weiter nicht ge: Dieser Trust verfügt mun über alle Dertlichkeiten in den Ver- fährlich. Die Bergbehörde ließ der betreffenden Grubenverwaltung eine einigten Staaten, wo sich billige und genügende Wasserkraft und ernstliche" Verwarnung zugehen, die bereits jahrelang mißbilliges Spruce- Holz zugleich befinden. Der gegenwärtige Verbrauch achteten gesetzlichen Bestimmungen für die Folge zu beachten, London, 27. Ottober. In einem vom 25. d. M. datierten von Holz seitens der Papiermühlen in den Vereinigten Staaten be- widrigenfalls Anzeige bei der Staatsanwaltschaft erstattet werde. Times" Telegramm aus Beting heißt es: Die Führer der läuft sich auf ungefähr 2 Millionen Klafter für das Jahr, was das Aber was schert den Grubenmagnaten gesetzliche Bestimmung und Expedition nach Ba otingfu zeigten eine übelangebrachte Milde, vollständige Abholzen von 625 Quadratmeilen Waldes nötig macht. Bergbehörde! Die ungesetzliche Beschäftigung jugendlicher Arbeiter indem sie die Stadt Paotingfu ichonten, öffentliche Gebäude Wie der Präsident des Trusts erklärt, befigt letterer 1560 Quadrat- wurde nicht einstellt. Im Gegenteil, wie die damalige Verhandlung nicht zerstörten und die dortigen chinesischen Beamten unbestraft meilen Holzländereien in Maine, New Hampshire, Vermont und erwies, in noch verstärktem Maße fortgejezt. Und auch vor weiteren ließen. Sie haben sich damit begnügt, einen nichtssagenden New York und mehr als 2000 Quadratmeilen in Canada. Die für Gesetzesverletzungen scheute man nicht zurück. Eines Tags erschien wieder militärischen Spaziergang durch die Stadt zu machen, ihn verfügbare Wasserkraft wird auf 100 000 Pferdekräfte geschäßt. ein Beamter der Aufsichtsbehörde zur Revision. Er forderte die als wenn das die Höflichkeit geböte gegenüber den chinesischen Diese Wasserkraft und viele der Waldbefizungen wurden zweifellos Schichtenbücher zur Einsicht ein. Nun war guter Rat teuer. Die Beamten, an deren Händen doch das Blut von Missionaren flebt, nur zur Schädigung der Stonfurrenz, nicht für den gegenwärtigen permanent fortgesette Uebertretung mußte ans Tageslicht kommen, die den Märthrertod sterben mußten. Solch eine Milde muß von oder zukünftigen Bedarf gekauft. wenn der Beamte nicht getäuscht werden konnte. Und ungeniert den Chinesen misverstanden werden. Die ganze Expedition ist versuchte man das. Der Betriebsführer Wagner gab Anweisung, die dadurch ziemlich lächerlich gemacht worden, daß ihr fleine franSchichtenzettel durch Rasuren und Neueintragungen zu ändern, zösische Abteilungen zuvorkamen, die eine Woche vor der Ankunft mit andern Worten die Urkunde zu fälschen! Doch der Aufsichts- der Haupttruppe im Besize eines jeden Thors von Paotingfu beamte, durch die Verzögerung in der Zustellung der verlangten waren. Belege bereits mißtrauisch geworden, entdeckte die Fälschung und erstattete Anzeige. Sociale Rechtspflege. China. Die Unterhandlungen 蘋 Paris, 27. Oktober. Nach einer Petersburger Meldung soll der Bar einen Brief des Kaisers von China erhalten haben, in welchem dieser ihn ersucht, das Protettorat über die Mandschurei zu übernehmen. " Die mißverständliche Milde. Wie gemeldet wird, betrat Gaselee die Stadt erst, nachdem er mit den chinesischen Beamten außerhalb der Wälle fonferiert hatte, und um die Empfindlichkeit der chinesischen Beamten, die des Mordes der Missionare schuldig sind, zu schonen, ließ man nur eine Abteilung von 300 Soldaten an der militärischen Promenade durch die Stadt teilnehmen. So ist die sogenannte Straferpedition zu einer Farce herabgewürdigt worden. Eisenbahnunfälle. Zwet gewerberichterliche Aeußerungen über die Frühstückspause. Wegen der Frühstückspause war es zwischen zwei Arbeitern und dem Holzplatzbefizer Bielstid von der Firma Janson Die Folge war die Anklageerhebung wider die betreffenden Be u. Bielstid zu einem Streit gekommen, der mit der Lösung des amten und Gewerte. Gegen lettere richtete fich die Anklage nur Arbeitsverhältnisses endete. Die Arbeiter flagten beim Gewerbegericht auf Lohnentschädigung. Es handelte sich um die Streit wegen Gewerbevergehen, gegen die übrigen Angeklagten außerdem frage, ob sie das Frühstück hätten in der Kneipe einnehmen dürfen wegen Fälschung von Urkunden. Diese Vergehen wurden von den Angeklagten auch ohne weiteres eingeräumt. Die angeklagten Ge Nach den blutigen Gemegeln, die seitens der europäischen Heere oder ob sie auf dem Platz hätten bleiben müssen. Außerdem tamen werte wandten ein, daß sie als Mitglieder der Grubenverwaltung unter den Chinesen angerichtet worden sind, mögen die Einwohner noch einige Unterfragen in Betracht. Die Angelegenheit beschäftigte ato e i mal die Stammer VII. Ueber die erste Wer eine Angestellten der Gewerkschaft seien, ste repräsentierten von Baoting fu von der„ Milde" überrascht gewesen sein. Das die Gewerkschaft selbst. Darum tönnten ihnen die Betriebs- Telegramm zeigt, wie ungemein verrohend der Krieg auf die soge handlung berichteten wir seiner Zeit eingehender. Damals veranlaßte vergehen nicht zur Last gelegt werden, denn für den nannten Kulturvölker wirkt. der stellvertretende Vorsitzende der Kammer, Dr. Gerth, namens Betrieb seien lediglich die betreffenden Beamten verantwortlich. Die des Gerichtshofs einen Vergleich auf Zahlung der vollen Klage angeklagten Beamten führten an, daß sie unter dem Drude fumme. Der Vertreter der Beklagten ging den Vergleich unter dem Borbehalt ein, daß seine Chefs ihm zustimmten. Der Gerichtswingender Berhältnisse gehandelt hätten. Nur durch die Lehte Nachrichten und Depeschen. hof hatte die Zahlung der vollen Klagesumme empfohlen, weil Bergehen sei es ihnen möglich gewesen, den Betrieb in der geforderten Bei Unterlassung der Vergehen wären Weise aufrecht zu erhalten. er der Meinung war, daß die Kläger mangels einer sie vielleicht in den Verdacht nicht genügender Leistungsfähigkeit ge- Stel, 27. Oftober. Amtlich wird gemeldet: Auf der Nebenbahn ausdrücklichen gegenteiligen Abrede auf eine angemessene Frühstücspause von einer halben Stunde ein Recht gehabt hätten kommen, was gleichbedeutend mit Entlassung von ihren strede Quetjenburg- Gremsmühlen der oftholsteinischen Schweiz Heute bei der Ausfahrt auf Saltestelle Holsteinische und auch berechtigt gewesen feien, über die Baufe erhoben, die Schichtenzettel gelten nicht als Ürkunden, weshalb die Schweiz" der gemischte Bug 718 auf einen aus dem Kics. frei zu verfügen und in die Kneipe nahe dem Fälschung nicht straffällig sei. berge in demselben Geleise kommenden Arbeitszug, mit dem Arbeitsplaße zu gehen. Herr Bielstid beanstandete den VerDer Staatsanwalt hielt sämtliche Angeklagte für schuldig. Anders er auf Haltestelle Holsteinische Schweiz" treuzen sollte, zusammengleich, und so tam es zu der neuen Verhandlung, die unter dem Vorsiz urteilte das Gericht. gestoßen. Reisende sind nicht berlegt; der Lokomotive des Gewerberichters Dr. Meier stattfand. Auch diesmal wurde ein Entgegen der von den angeklagten Gewerten zu ihrer Ber- führer des Bugs 713 ist tot und der auf dem Arbeitszuge Bergleich geschlossen, indeffen nur auf zahlung der Hälfte der teidigung angeführten Ansicht hielt das Gericht fie für Angestellte befindlich gewesene Bahumeister durch Abschlendern vom Wagen Klagesumme. Mehr glaubte Herr Dr. Meier nicht vorschlagen zu der Gewerkschaft, nicht diese selbst. Die Verantwortung trage aber verlegt worden. Zuglokomotive von 713 sowie verschiedene Wagen dürfen. Er gab seiner Auffassung dahin Ausdruck: Hätte Herr außer den anordnenden Betriebsbeamten nur der eigentliche Ge- des Arbeitszuges find stark beschädigt. Die Strecke ist gestört. Bielstider den Klägern, was nicht anzunehmen sei, das Früh werbetreibende. Als Mitglieder des Aufsichtsrats fömiten die Anwäre Petersburg, 27. Oftober.( W. T. B.) Gestern abend fand stücken überhaupt untersagt, dann das hart gewesen. geklagten daher für die Vergehen nicht verantwortlich gemacht Wenn er aber, wie B. behauptet, nur verlangt habe, werden. Aus diesem Grunde seien die Gewerke freizusprechen. auf der transkautafischen Bahn zwischen den Stationen Frakali und ste sollten auf dem Platz und nicht in der Kneipe frühstücken, so Die übrigen Angeklagten dagegen wurden teils wegen Vergehen Kaspi infolge der Fahrlässigkeit eines Beamten der ersteren Station hätte er dazu ein Recht gehabt, denn er hätte mit Recht gegen§ 151 der R.-G.-O. zu nur 300, 50 und 30 M. Geldstrafe, ein Zusammenstoß zwischen einem von Batum nach Tiflis fahrenden jagen können: Ich bin Herr auf meinem Plaß! 8 Personen wurden getötet, 20 verletzt. diefer dem Unternehmer- Absolutismus angepaßten Anschauung hat teils wegen Fälschung zu zwei resp. einer Woche Gefängnis ver- Personenzug und einem nach Batum bestimmten Laftzuge statt; der Chef am Ende auch das Recht, dem Arbeiter die Biersorte vorauschreiben, die er zum Früdstück trinken darf. -Nach urteilt. Gegen das freisprechende Urteil sowie gegen die betreffs des Gewerbevergehens erfolgten Verurteilungen, weil zu niedrig bes messen, legte der Staatsanwalt Berufung ein. Die wegen Fälschung Verurteilten legten ebenfalls Berufung ein. Die Ueberschwemmungen in England. London, 27. Oftober.( W. T. B.) Nach bisherigen Feststellungen find bei den Ueberschwemmungen in Nord- England nur 4 Personen umgekommen. Dagegen ist der Sachschaden in Darlington, Jarrow Hierzu 4 Beilagen u. Unterhaltungsblatt. Der geplatzte Druckstein. Der Steindruckereibefizer Keller, von dem der Maschinenmeister W. 5,10 M. rückständigen Lohn im Klagewege gefordert hatte, erhob Widerklage und beanspruchte 52,50 Die letzteren Berufungen wurden verworfen. In Bezug auf die Mart Schadenersag, indem er folgendes geltend machte: Nach seiner vom Staatsanwalt eingelegte Berufung hob das Reichsgericht und an anderen Orten sehr bedeutend. Verantwortl. Redacteur: Heinrich Wekker in Groß- Lichterfelde. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud und Verlag von May Bading in Berlin. the modre Nr. 252. 17. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonntag, 28. Oktober 1900. demokratie, zu stimmen. Schriftsteller Georg Ledebour, Berliner Partei- Angelegenheiten. Ordner Sigung: Donnerstag, den 1. November, abends shut Gunsmi81/ 2 Uhr( nicht den 8. November) im Restaurant Sticher( siehe Nach außen hin die Hunnenpolitik, nach innen eine Politik, heutiges Inserat). Der Vorstand. J. A.: G. Winkler. die durch die Hoffnungen der Brotwucherer und durch die Schmach Samariter Kurfus für Arbeiter und Arbeiterinnen. Wir des aus den Geldschränken der Scharfmacher erbettelten 12 000 Mart machen nochmals auf den heute abend stattfindenden Vortrag im Fonds sich selbst für immer gerichtet hat: Das ist die gegen Gewerkschaftshaus aufmerksam. Derselbe beginnt pünklich 6 Uhr. wärtige Situation, die dringend wie noch nie zum Protest heraus- wozu noch einige Teilnehmer erwünscht sind.( Siehe heutiges Die II. lebungsstunde in der Filiale findet morgen abend statt, Inferat.) fordert! adop Doch es ist ja tein Aufpasser zu sehen, und Kinder, wenn sie unbeaufFür die Wahlagitation sichtigt find, würden sich gewiß nicht um die Vorschriften einer Haus sordnung fümmern. Es scheint daß die Kleinen sich im Bereich dieses im sechsten Reichstags Wahltreise ist heute, Sonntag, Freie Voltsbühne. Heute nachmittag 24 Uhr. 6. Abteilung Hauses der Armut nicht heimisch fühlen, und daß der Druck des der günstigste Tag. Keine Gelegenheit darf daher versäumt werden, im Carl Weiß- Theater: Ueber unsre Kraft"( I. Teil). III. Serie Elends, der auf den Eltern laftet, auch das Gemüt der Stinder trifft, um die Wähler darauf hinzuweisen, daß die politische Lage im all- der Vorstellung Sonntag, den 11. November, Anfang 2/2 Uhr( wegen und ihre natürliche Jugendlust erstickt. Wie tönnte es auch anders gemeinen, wie die sociale Lage des arbeitenden Bolls im besonderen der langen Dauer der Vorstellung): Ueber unfre Straft"( II. Teil).- fein? Muß doch selbst das unwissende Kind empfinden, daß nur gemeinen, wie die sociale Lage des arbeitenden Volls im besonderen Winterfest, Gedächtnisfeier zum 10jährigen Bestehen der Ber- ganz außergewöhnliche Verhältnisse die Eltern veranlassen jedermann gebietet, am Dienstag für den Kandidaten der Social- liner Freien Volksbühne, Sonnabend, den 17. November, in der konnten, in diesem großen ungemütlichen Hause. wo das Brauerei Friedrichshain. Familienleben aufhört, ein Unterkommen zu suchen. An jeder Seite des Hofs erhebt sich ein Flügel des mächtigen Links find die Frauen und Mädchen fasernenartigen Gebäudes. untergebracht, rechts hausen die Männer und Knaben. Nur die Kinder unter sechs Jahren dürfen in der Frauen- Abteilung bei der Mutter bleiben. Im übrigen find die Familienglieder von einander getrennt. Mann, Frau und Kinder können nur im ofe oder außerhalb des Hauses zusammenkommen. schmale steinerne Treppe führt durch einen grau getünchten Flur in Wir wenden uns der Männer Abteilung zu. Eine die Stockwerke, deren jedes außer einer Anzahl von Schlafräumen Arbeiter, Parteigenoffen, agitiert daher, wo sich immer Gelegen heit bietet, damit der Sieg der Socialdemokratie am Dienstag In Friedrichsfelde ist Dienstag, abends 81/2 Uhr, eine öffent ein größeres Gelaß enthält, welches die etwas vornehm klingende impofant und wirkungsvoll ausfalle! 190 and duliche Parteiversammlung. Gerstenberger referiert über den Bezeichnung Speisesaat" führt, das aber, wie man sich denken fann, feine der Eigenschaften hat, an die uns das vornehme Wort Namentlich aber ergeht der Aufruf zur Agitation an die Ge Parteitag. Wahlen.load hd 6 plans sie zu erinnern pflegt. Es ist ein nichts weniger als behaglicher Rain, nossinnen, denen durch die Kohlennot, die drohende sid( bud wo auf langen Bänken an roh gezimmerten Holztischen die Insassen Getreidezoll- Erhöhung, die Steigerung der Lebensung hit 69 Kommunales.d na des Stockwerts ihre Mahlzeiten einmehmen und wo sie sich auch während mittelpreise, den Wohnungswucher vielfacher Anlaß zur des Tags aufhalten dürfen. Die Asylisten haben eben das Mittagessen Aufklärung und Aufrüttelung der Säumigen gegeben ist. Der Rechnungsausschuß der Stadtverordneten- Versammlung eingenommen. Sie sind teils mit Abräumen beschäftigt, teils sigen hat bei Prüfung des Jahresabschlusses der Stiftungstaffe für 1898 fie auf den Bänten im Gespräch beieinander oder stehen im Sorridor erinnert, daß die für den Verkauf von Ländereien des Gymnasiums herum, umgeben von ihren in demselben Stockiert untergebrachten zum Grauen Kloster erlöften 1/2 Millionen Mark nicht zur Stiftungs- Anaben. Nur wenige der Männer verraten durch ihre äußere Lasse geflossen, sondern zur Verfügung des Gymnasiums bei der Erscheinung den gänzlich herabgekommenen, in tiefstem Elend lebenden Bank niedergelegt worden sind. Der Magistrat antwortete hierauf, Broletarier. Die meisten sehen aus wie Arbeiter in anständiger daß dieser Erlös freies Eigentum des Gymnasiums fei, Werktagskleidung, einige tragen sogar saubere weiße Wäsche. Ihre einer Aufsicht des Magistrats unterliegt, und daß daher eine Anweisung, das als Patron nicht Gespräche drehen sich fast ausschließlich um die eine große Frage: Kapital Wo finden wir eine Wohnung, ein eignes Heim! an die Hauptstiftungstaffe oder das Depositorium abzuliefern, dem wir haben hier zwar ein Obdach, wir bekommen auch satt zu essen; Direktor des Gymnafiums nicht erteilt werden konnte. Der Rech- wenn es auch nicht gerade besonders schmackhaft ist, der Hunger nungsausschuß hat sich in seiner Sigung am legten Dienstag, in treibt es hinein. Aber wenn wir nur erst wieder hier heraus wären, welcher seitens des Stämmerer Maaß mitgeteilt wurde, daß die wenn wir nur eine Wohnung finden könnten! Das ist die Klage, 11/2 Millionen Mark zum Vermögen der Stommunitätskaffe des die in den verschiedensten Variationen in unser Ohr flingt. Keiner Gymnafiums gehören, mit dieser Antwort nicht befriedigt erklärt, ist von allen fühlt sich behaglich an diesem zwar gastlichen, doch ach, so vielmehr der Meinung, daß das Gymnasium refp. die Stommunitäts- unglücklichen Ort. Heut früh ist uns wieder verlesen worden, tasse noch andre Vermögensobjekte besitzt, die in den Kassen- daß tvir bis zum 1. November das Obdach berlassen abschlüssen nicht zur Kenntnis der städtischen Behörden müssen hören wir einen Mann in mittleren Jahren zu einem fommen. Das Vermögen darf jedenfalls nur zum Nußen älteren grautöpfigen Leidensgefährten sagen Tag für Tag laufe des Gymnafiums verwendet werden. Da die Stadt bedeutende Zu- ich herum, aber ich finde keine Wohnung, und wo noch eine frei ist, schüsse für das Gymnasium giebt, fo ist es nötig, daß die städtischen ba nimmt mich der Hauswirt nicht, weil ich ihm zu wenig Sachen Behörden wissen, welches Vermögen und welche Einnahmen vor habe. Na," erwidert gleichmütig der Alte, sie können uns doch handen sind und zu welchen Zwecken dieselben verwendet werden, nicht auf die Straße schmeißen. Wenn wir keine Wohnung finden, im beurteilen zu können, ob der städtische Zuschuß nicht vermindert müssen sie uns eben noch hier behalten." Ach, ich wünsche, daß ich werden kann. Der Rechnungsausschuß hat deshalb beschlossen, der so bald wie möglich heraus tönnte, jagte der andre, indem er sich Stadtverordneten- Bersammlung zu empfehlen, an den Magistrat das gesenkten Haupts entfernt. Auch wir verlassen diese Stätte der Not. Ersuchen zu richten, hierüber möglichst noch vor der Etatsberatung Dem Obdach gegenüber, an der andren Seite der Straße zieht Auskunft zu geben. fich ein niedriger Erdhügel hin, auf deffen Rüden ein Bretterzaun Städtetag. Gestern fand im Donatoren- Saal des Rathauses das dahinterliegende Gelände von der Straße abgrenzt. Hier, im eine Sigung des Vorstands des allgemeinen preußischen Städtetags Schein der milden Herbstsonne sigt neben andren Asylbewohnern ein die Oberbürgermeister Kirschner- Berlin, Becker- Köln, Hoffmann- und erwartet seine Frau, die mit den vier andren Kindern in der muter Borfiz des Oberbürgermeisters Kirschner statt, an welcher Mann in reinlicher Arbeiterkleidung, seine zwei Jungens zur Seite, önigsberg. Abides- Frankfurt a. M., Hafen Stettin, Witting Frauenabteilung untergebracht ist. Das hätte ich mir nie träumen Bojen, chneider- Magdeburg, Stadtdirektor Tramm- Hannover. laffen antwortet er auf unire Frage nach seinen VerAls Schriftführer amtierte Stadtrat Hirsekorn- Berlin. Für hältnissen, daß ich hier noch m die Verhandlungen des Städtetags sind der 29. und 30. Januar 1901 Sechs Jahre lang habe ich in einem Hause gewohnt, habe siets in Aussicht genommen. Auf die Tagesordnung ist gestellt worden: pünktlich meine Miete bezahlt, und nun mußte ich ziehen, bloß Ueberall bin ich herumgelaufen, 1. das Kleinbahngeſetz und die Gemeinden; 2. die Beteiligung der weilig jeds Stinder habe. U Frauen an der Armen- und Waisenpflege; 3. Fürsorge für die schul- aber kein Hauswirt nimmt mich wegen der Kinder. Meine Arbeit entlaffene Jugend; 4. Zwangsfortbildungsschulen. habe ich aufgegeben, damit ich geit habe, eine Wohnung zu suchen. Aber es ist alles vergebens. So ist also der Kindersegen dieser Familie wie vielen andren durch rücksichtslose Hausbesizer zum Fluch gewandelt worden! Wer aber helfen will am Wahltage von den Genossen andrer Kreise, der wird Gelegenheit genug haben sich zu bethätigen. Es werden Listen führer, Bettelverteiler usw. gebraucht. Solche Genossen, die jetzt schon in der Lage sind, über ihre Zeit am 30. Oftober verfügen zu können und eine Liste übernehmen können im Wahllokal, mögen sich für Mo a bit bereit halten, wo die Kräfte uns nicht so zahlreich zur Verfügung stehen, wie in den andren Stadtteilen; für die Listenführung werden diese Genossen also ersucht, sich jetzt schon zu melden bei: Joh. Pfarr, Putlig str. 10. Telephon: Amt II. 3421. Am Wahltage selbst bitten wir die Genossen andrer Wahl Kreise, die sich zur Verfügung stellen wollen, außer bei Pfarr auch noch in den folgenden Lokalen morgens acht Uhr sich zu Bachgänger, Swinemünderstr. 34, Telephon: Amt III. 6167. Tanschel, Wiesenstr. 29, Telephon: Amt II. 1238. Ramlow, Schönhauser Allee 135, Telephon: Amt III. 5294. Frisch ans Werk für den Sieg unsrer Sache am 30. Oktober! As Den Genoffen und Genossinnen zur Nachricht, daß am heutigen Sonntagvormittag eine 200 melden: the * Flugblatt- Verbreitung stattfindet. Wir ersuchen diejenigen, welche bei der Verbreitung helfen wollen, fich pünktlich morgens 8 Uhr( außer in den befannten Stellen) in folgenden Lokalen einzufinden: J. Pharr, Butligstr. 10; Krause, Müllerstr. 7a; Schulze, Schwarzkopffftr. 15; Thomas, Gartenstr. 152; Brinkmann, Prinzen- Allee 21; Herrmann, Putbuserstr. 45; Bachgänger, Swinemünderstr. 34; Rosin, Ruppiner und Schönholzerstraßen- Ecke; Hoppe, Aderstraße 21; Schönfeld, Fehrbellinerstraße 9. Zahlreiche Beteiligung der Genossen und Genossinnen ist Ehrenpflicht. Am Montagabend werden in folgenden Lokalen Bolksversammlungen abgehalten: Buhlmann, Schönhauser Allee 148. Referent: ReichstagsAbgeordneter J. Auer. Ballschmieders Salon, Badstr. 16. Referent: Reichstags- Abgeordneter B. Singer. Der Zur Wahlagitation wolle man sich ferner folgendes merken: Jeder Deutsche, der am 30. Oftober 25 Jahre alt ist und in der Wählerliste verzeichnet steht, fann wählen. Es ist durch aus nicht notwendig, daß man die preußische Staatsangehörigkeit besigen oder wie sonst bei den Stadtverordneten- Wahlen ein Jahr in Berlin gewohnt haben muß. Ebenfalls sind Schlafburschen, wie überhaupt Personen, die keinen eignen Hausstand besitzen, zur Ausübung des Wahlrechts berechtigt! Lokales. Die Obdachlosen. M mal ein Unterfommen suchen müßte. Der Straßenbahnvagen bringt uns wieder in das Junere der Stadt. Durch die Greifswalderstraße mit ihren einförmigen hohen * Mietstajernen und weiter durch die Nene Königstraße gelangen wir mitten in das rastlos geschäftige Treiben der Großstadt. Nichts merkt man hier von der Fülle des Jammers, der weit hinter uns in jenem großen Gebäude in der Fröbelstraße wohnt. Weiter geht es über den Aleganderplatz zum Schloßplag. Unwillkürlich fällt unser Blid auf das altersgraue Schloß, daß wohl viermal so groß ist wie das von Hunderte von Familien, infolge der Wohnungsnot obdachlos Borussia Säle, Aderftr. 6-7. Referent: Reichstags- geworden, weilen im städtischen AsyL Der ehrsame Spieß Abgeordneter E. Wurm. o in bürger hat zur Beit des großen Oktoberumzugs diese Nachricht in nel Norddeutsche Brauerei, Chauffeeftr. 58. Referenten: feinem Leibblait unter andren Zagesneuigkeiten gelesen. Er hat Der Kandidat des Kreises Georg Ledebour, Frau Klara dabei, falls er Hausbesiger ist, vielleicht eine heimliche Freude über die Bettin Stuttgart. mod dim sed diam gute Stonjuntiur auf dem Wohnungsmarkt empfunden und schmunzelnd mehreren hundert Familien bewohnte Obdach da draußen im Ahrens Brauerei, Turmftr. 25/26. Referenten: an weitere Mietssteigerungen gedacht. Oder wenn besagter Spießbirger Nordosten, und das doch nur einige Familien beherbergt. nicht gerade Hauswirt ist, sich aber doch in, wohlgeordneten Verhältnissen" und dem Schloß gegenüber das stattliche Gebäude mit der Kandidat des Kreises Georg Ledebour, Rechtsanwalt Karl befindet, so denkt er vielleicht: Nun ja, arbeitsscheues Gereichen Sandsteinfaçade: eine mit allem Komfort ausgestattete Liebknecht. sindel, Leute, die einen liederlichen Lebenswandel führen und Wohnung für Pferde. Weiter schweift unser Blick nach Tages- Ordnung in allen Bersammlungen: 1. Ein legtes ähnliches Pad, das lein solider Hausbesiger aufnehmen kann. Im Westen. Wir denken daran, daß deti in pruntenden Palästen, schmuden Bort an die Wähler des sechsten Streises. 2. Freie günstigsten Falle empfand unser Spießbürger beim Bekanntwerden Villen und komfortablen Häusern eine Anzahl reicher Leute wohnen, Diskussion. der großen Wohnungsnot eine flüchtige Regung des Mitleids mit von denen jeder über 12, 15, 20 Zimmer, ja über ganze Gebäude den armen Obdachlosen. Die Frage: Woher kommt dieses verfügt, während viele Hunderte armer Familien obdachlos in den entsegliche Elend, und wie ist dem abzuhelfen? hat den be- Straßen Berlins umherirren und trotz ciftigen Suchens nicht häbigen Bürger wohl nie gequält. Weshalb soll er sich einmal einen elenden Raum finden, wo sie sich gegen Erlegung auch darüber aufregen; weiß er doch, daß ein hochweiser eines für ihre Verhältnisse hohen Mietspreises häuslich niederlassen Magistrat die Wohnungsfrage bereits in wohlwollende Erwägung" tönnen. Wahrlich, ein schreiendes Mißverhältnis, begründet in der tapi zieht, und nun, glaubt er, wird schon alles wieder gut werden. In jenen Stadtgegenden, wo der gut fituierte Bürger in behaglichen talistischen Wirtschaftsweise und verschärft durch einen der häßlichsten Wohnstätten haust, da sieht man ja nichts von dem entfeßlichen Auswüchse dieser Wirtschaftsordnung, den Wohnungswucher, Elend der Obdachlosen. In den Broletariervierteln aber dem die Organe der heutigen Gesellschaft trotz aller wohlwollenden begegnet man täglich den Unglücklichen, die, unermüdlich Erwägungen und interfuchungen über die Wohnungsuot nicht ernstausschauend nach einer wenn auch noch 10 erbärmlichen haft zu Leibe gehen werden. Wohnung, immer wieder unverrichteter Sache zurüdfehren nach dem gewährt. Wer diese Herberge des Glends einmal besucht, dem zeigt Asyl, welches ihnen vorübergehend einen notdürftigen Unterschlupf fich die Not der armen Obdachlosen in ihrer ganzen, fürchterlichen Größe.d weit draußen im Nordosten der Stabt, in einer erst spärlich gefaßt, der gegenwärtigen Wohnungsnot durch Gründung von bebauten Gegend, erheben sich auf einem Gelände, dessen zukünftige Bau- und Spargenossenschaften für die städtischen Straßen erst auf dem Bebauungsplan existieren, zwei ausgedehnte Arbeiter und Unterangestellten entgegenzutreten. Zunächst beabsichtigt Gebäude: zwei Wohnstätten menschlichen Elends. Das eine ist ein man in Berlin und Charlottenburg mit der Erbauung von GenossenSiechenhaus, in dem arbeitsunfähige Krüppet den Rest ihrer schaftshäusern baldigst vorzugehen. In den nächsten Tagen soll die Tage verbringen; das andre, ein vierstödiger Ziegelbau, der drei Seiten Gründung der Genossenschaft erfolgen. Die städtischen Arbeiterkreise eines mächtigen Viereds umgiebt, dient den Wohnungslosen stehen der Sache sehr sympathisch gegenüber, und hoffen auch auf als Unterkunft. Es ist das städtische Obdach. bie finanzielle Unterstügung seitens der in Frage kommenden Kommunen." Das Wahlgesetz schließt von der Berechtigung zum Wählen aus: Bersonen, welche eine Armen unterstützung aus öffent: lichen oder Gemeindemitteln beziehen oder im legten der Wahl vorhergegangenen Jahre bezogen haben. Schon früher ist regelmäßig darauf hingewiesen worden, daß es feine Armenunterstüßung im Sinne des Gesetzes ist, wenn jemand infolge eines außerordentlichen Unglüd 3 falls( wie Feuersbrunst, Ueberschwemmung, Mißernte usw.) eine Unterstügung aus öffentlichen Mitteln erhielt. Ferner wurde betont, daß Schulgeldrefte, erlassenes Schulgeld, Steuer- Rüdstände kein Grund sind, einen Wähler vom Wahlrecht auszuschließen. S Gemeindebetrieben besdäftigten Arbeiter erhalten wir folgende Zur Wohnungsnot. Vom Vorsitzenden des Verbands der in Buschrift: Verbands „ Der Prftandebetrieben hat den Beschluß Unterangestellten in Als Armenunterstützung- heißt es jetzt im Kommiffionsbericht heißt es jetzt im Kommissionsbericht Treten wir durch das hohe Portal und überschreiten den engen find die Gewährung des Armenrechts zur Führung eines Borraum, so gelangen wir auf einen ziemlich großen Hof. Unter den hier angepflanzten jungen Bäumen, die der Herbst bereits völlig Pfahlbauten als Arbeiterwohnhänfer? Eine hiesige ZeitungsProzesses, die Aufnahme der Kinder in eine Freischule, entblättert hat, spielt eine Schar von Knaben und Mädchen: die korrespondenz bringt folgende Meldung: Eine Erfindung auf dem unentgeltliche Verabfolgung von Schulbüchern und Weihnachts- Kinder der Obdachloser. Ein Blick auf die äußere Erscheinung Gebiete des Bauwesens erregt zur Zeit in Fachkreisen Aufsehen. geschenken an die Kinder, sowie Unterstügungen aus Stiftungen dieser den verschiedensten Altersstufen verschiedensten Altersstufen angehörenden Kinder Der Mitinhaber der Firma Prüß u. Koch, welche zur Zeit die nicht anzusehen. beweist uns, daß ihre Eltern, die in diesem Hause eine Fundamentierungsarbeiten des Bismarck- Dentinals vor dem ReichstagsDie Armenunterstüßung muß innerhalb der letzten 12 Monate Zuflucht gefunden haben, feineswegs jenen Volksschichten an gebäude ausführt, Maurermeister Emil Prüß, hat sich ein Verfahren bor der Wahl bezogen sein, nicht innerhalb des vorangegangenen gehören, die auf der tiefsten Stufe menschlichen Glends stehend, patentieren lassen, wodurch in erster Linie der Bau von Arbeiterfich nicht sonderlich um eine Wohnung bemüht und ohne Umstände wohnhäusern, landwirtschaftlichen Gebänden, Fabriken, Baracken, Kalenderjahrs. Wähler, die nur bis September 1899 Armenunter- das Asyl aufgesucht haben würden. Die Kinder sind mit wenigen Lagerschuppen usw. in ganz erheblicher Weise verbilligt werden ftügung bezogen haben, find also noch wahlberechtigt. Ausnahmen gut und sauber, manche für proletarische Verhältnisse foll. Dabei sollen dienach dem System Brüß aufgeführten Gebäude Einladungen zur Wahl werden nicht versandt. Jeder über fogar recht nett und der Jahreszeit entsprechend gekleidet. Es ist eine bei gleicher Haltbarkeit einen weit größeren Schuß gegen Witterungs25 Jahre alte Wähler muß uneingeladen am 30. Oftober nach seinem bunte Gesellschaft, wie man sie in den Straßen und Höfen der einflüsse gewähren. Die Erfindung filigt sich in ihrem eigentlichen Wahllokal tomment. Arbeiterviertel findet. Eines aber fällt uns auf. Von der aus- fonstruktiven Wefen auf das uralte Pfahlbausystem. Während bisgelassenen, ungebundenen Fröhlichkeit, die man sonst überall her die Wände als Stfiße für obere Lasten zu dienen hatten, wird antrifft, wo eine größere Kinderschar sich beim Spiel zusammenfindet, diese Aufgabe nach dem System Prüß von Holz oder Eisenpfählen In ist hier nichts zu bemerken. Die meisten der fleinen Proletarier geleistet, welche in Betonfundamenten eingebettet find. der Umkleidung o stehen gruppentveise in findlichem Gespräch bei einander. Einzelne der den fich freitragenden Pfähle mit beruht die der Eigentümlichkeit mur tummeln sich haschenspielend, doch fehlt selbst bei diesem Spiel die massiven Wänden Er= gal den Kindern eigentümliche lärmende Fröhlichkeit. Sollte vielleicht die findung, wodurch die Kosten gegenüber den massiven Wänden Hausordnung der findlichen Ungebundenheit Schranken auferlegen? sich etiva um ein Drittel billiger stellen. Das neue System ist bereits Jeder muß in dem Wahllokal wählen, welches für den Bezirk bestimmt ist, wo seine Wohnung Ende September bei Aufstellung der Wählerliste lag. in dem Hause, welches als Baubureau für die Errichtung des Die Vorgärten am Nollendorfplatz sollen beseitigt werden. 1 Jahre alten Mann mit blondem Schnurrbart, der eine helle Müge Bismard- Denkmals vor dem Reichstags- Gebäude dient, zur An- 17 Mitglieder der Schöneberger Stadtverordneten- Versammlung haben trug, mit einem langen, brennenden Wachsstreichholz in der Hand bei wendung gelangt. Die neue Bauweise dürfte eine Rolle spielen, beantragt, den Magistrat zu ersuchen, daß dieser baldigst eine Be- der Kasse, die er zu erbrechen suchte. Siegmund lief hinter den wenn zur Abhilfe der jetzt herrschenden Wohnungsnot zur Herstellung seitigung der Vorgärten veranlassen möge, da dieselben zum Teil so Ladentisch und ergriff einen dort liegenden Gummischlauch, mit von Arbeiter Wohnhäusern geschritten werden muß. weit vorstehen, daß für Fußgänger nur ein ganz schmaler Teil des dem er dem Einbrecher einen gewaltigen Hieb über den Koof verMan thut vorläufig wohl gut, diese Lösung der Wohnungsfrage Bürgersteigs frei bleibt. fegte. Der Dieb hatte aber inzwischen einen Revolver hervorgezogen, mit einiger Reserve zu betrachten. Dr. Fri Friedmann- so schreibt ein Lotalberichterstatter mit dem er einen Schuß auf Siegmund abgab. Die Kugel durchLokalberichterstatterbohrte Gestern vormittag besichtigte Bürgermeister Brint- weilte in den letzten Tagen in Berlin und gedenkt in einigen Wochen bohrte Siegmunds rechte Hand dicht bei dem Gelent. Ein von dem Verbrecher abgegebener zweiter Schuß traf Siegmund in mann mit dem Stadtrat Mamroth das städtische Obdach hier wieder seinen dauernden Wohnsitz aufzuschlagen. Es ist ihm die Brust, dicht bei dem Herzen, so daß er ohnmächtig zusammenin der Fröbelstraße. Bei der Durchwanderung der vielen Räume gelungen, Manager eines Theaters zu werden, wozu er von einer brach. Nun gab der Einbrecher auf den am Boden liegenden Siegsprach sich der Bürgermeister jehr anerkennend über die Ordnung Hamburger Gesellschaft verpflichtet worden ist. Seine Begleiterin mund noch zwei Schüsse ab, von welchen der eine fehlging, und Sauberkeit im Obdach aus. Mit den Beamten und einigen nach Amerita, Anna Mertens, befindet sich noch bei ihm. während die zweite Kugel die rechte Lende streifte und in den Obdachlosen unterhielt er sich über die Ursachen der Obdachlosigkeit, Opfer des Straßenbahnverkehrs. Beim Absteigen von einem Unterleib eindrang. Der Mordbube eignete sich darauf den Juhalt über die Einrichtung, Verpflegung und die Schule. Gestern früh elektrischen Straßenbahnwagen ist in der vergangenen Nacht der Ge- der Wechseltasse, etwa fünfzehn Mart, an und entfloh durch ein befanden sich allerdings noch 271 Familien, 96 Männer und 263 Frauen mit 654 Kindern, 65 einzelne Männer und 77 Frauen, schäftsreifende Robert Berthold aus der Stegligerstr. 19 schwer ver- im Billardzimmer nach dem Hofe zu belegenes Fenster, das er vorher eingedrückt hatte. Siegmund war inzwischen wieder fowie 8 neu aufgenommene Einzelpersonen, zusammen 1098 Köpfe unglückt. im Obdach, das sind immer noch viermal so viel als in Bei der Arbeit verunglückte gestern morgen der 26 jährige zu sich gekommen und suchte den entfliehenden Verbrecher zu ver= früheren Jahren um diese geit. Tischler Karl Hartmann aus der Höchstestr. 8, der in der Tischlerei folgen, brach aber im Billardzimmer aufs neue besinnungslos Familienmitgliedern aufgefunden. Der alsbald herbeigeholte Arzt kleines Stück Holz, das an der Erde lag, kam zu Fall und renkte verband den Besinnungslosen und entfernte die Kugel aus dem Arm, von Hennig in der Steinstr. 3 beschäftigt ist. Er stolperte über ein zusammen und wurde hier von seinen durch die Schüsse alarmierten fich eine Schulter aus. Die Unfallstation X leistete dem Verunglückten während die andren beiden Kugeln noch in dem Körper des Schwerverlegten stecken. Freitagmittag tam Siegmund wieder zu sich und Straßensperrung. Die Neustädtische Kirchstraße zwischen der fonnte einige Angaben über den Thäter machen. Anscheinend ist er Doretheenstraße und dem Reichstagsufer wird wegen Kanalisierung ein früherer Arbeiter der Orenstein und Koppelschen Maschinenfabrik von heute ab für Fuhrwerke und Reiter gesperrt. zu Drewiß, der am Abend zuvor im Schüßenhause als Gast geweilt Besorgnissen Anlaß. und das Terrain ſondiert hat. Der Verbrecher wurde noch nicht festgenommen. Der Zustand Siegmunds giebt zu den ernſteſten ist bekanntlich durch die Aufsichtsbehörde ohne Zustimmung der Die Verlängerung der Konzession für die Große Berliner Kommunalbehörden über das Jahr 1919 hinaus bis zum Jahre 1949 erfolgt. In einer in der Nation" angestellten Betrachtung über diese Maßnahme kommt der Geheime Justizrat v. Bar zu folgendem Ergebniß: An sich hat die Verlängerung bis 1949 ja gewiß nur eine problematische Bedeutung. Denn man müßte an dem Fortschritt der Menschheit verzweifeln, wenn von der Großen Berliner nicht längst vor diesem Termin jede Spur vom Erdboden verschwunden wäre. die erste Hilfe. besuchen, um dort die gebotene Konzertmusik zu hören, werden beim Borbeigehen von dem entzückenden Bilde gefesselt, welches das Tigerpaar mit seinen Jungen darbietet. Das Passage Panoptikum wird nach erfolgter Renovation am 1. November wieder eröffnet werden, ebenso das Passage: Theater, in dem die Neuerung getroffen worden ist, daß täglich bereits von Mittag an ununterbrochen eine Dauer- Specialitätenvorstellung stattfindet. Ohne Die Rechtswirksamkeit der für jene längere Zeit er teilten Konzession bleibt in jedem Falle zu bestreiten; denn wenn das Gesetz von 1895 von einer Entstehung der Bahneinheit die einzig in der Welt dastehende Sammlung von Löwen und Tigern Im großen Raubtierhause des Zoologischen Gartens hat mit Erteilung der Genehmigung spricht, so hat es ohne Zweifel die ordnungsmäßige, dem Geseze von 1882 entsprechende eine außerordentlich willkommene Bereicherung durch die Geburt In der letzten Sigung der Stadtverordneten- Versammlung Genehmigung im Auge, welche die Zustimmung des Wege- von drei sibirischen Tigern erfahren. Es sind zwei Unterhaltungspflichtigen voraussetzt. Eine ohne diese Männchen und ein Weibchen. Die am 1. August zur Welt ge- in Spandau wurde ein Schreiben der Firma Siemens u. Halste Unterlage gegebene Genehmigung, gleichsam ins unbestimmte er- fommenen jungen Tiere haben sich jest prächtig entwidelt und er- verlesen, in welchem um Beschleunigung der Angelegenheit betreffs etwa 80 Arbeiter Wohn= teilte Genehmigung, kann die Einheit des Unternehmens nicht beber sie sieht. Sogar viele von denjenigen, welche den Zoologischen häusern neben dem Fabrik- Etablissement genannter Firma auf freuen durch ihr munteres Wesen und ihre reizenden Spiele jeden, Genehmigung zum Bau von gründen, noch weniger könnte sie allen Regeln der Jurisprudenz Garten nicht wegen der ausgestellten Tiere, sondern allein deshalb den Nonnenwiesen ersucht wird. In der sich hieran anknüpfenden zuwider vertragsmäßige Rechte und Pflichten modificieren, also etwa eine Bahngesellschaft von der vertragsmäßigen Pflicht entDebatte wurde von allen Rednern das weitgehendste Entgegenbinden, die im Vertrage bezeichneten Bahnstrecken zu der im Verlommen der Stadt gegenüber diesem Projekt verlangt; es wurde auch mitgeteilt, daß die Firma ihre gesamten Betriebe auf trage bezeichneten Zeit abzutreten." Spandauer Gebiet zu verlegen geneigt ist. Das Schreiben wurde dem Magistrat zur Berücksichtigung überwiesen. Debatte wurde der von unsren Genossen eingebrachte" Entwurf eines Statuts für die einzurichtende Pensionskasse für die städtischen Arbeiter" an die bestehende Kommission zur Beratung verwiesen und die Kommission durch die Herren Jenne, Math und Feller ergänzt. Für Um- bezw. Neubauten auf dem Terrain der Kläranlage werden 130 000 M. bewilligt. Eine sehr ausgedehnte und ziemlich erregte Debatte rief ein Bericht des Revisionsausschusses hervor, wonach der städtische Gasdirektor eine städtische Parzelle, die ursprünglich für Zwecke der Gasanstalt in Aussicht genommen war, für seine Privatzwecke in Benugung genommen und städtischerseits bezahlte Arbeiter für feine Gartenarbeiten verwendet hat. Von unsrer Seite sprachen sich die Genossen Rieger und Pieper mit aller Entschiedenheit gegen diese Eigenmächtigkeit aus, während Stadtv. Ducksch( Soz.), welcher der Gasdeputation angehört, dieselbe eines Teils entschuldigen zu müssen glaubt. Schließlich wird die Belassung der Barzelle für Gartenzwede wiederruflich genehmigt und der Magistrat ersucht, zu verhindern, daß zukünftig städtische Arbeiter von ihren Vorgesetzten mit Privatarbeiten beschäftigt werden. In der hierauf folgenden geheimen Sigung gab der Oberbürger meister Aufschluß über die von dem Steuerkassen- Buchhalter Wolny verübte Hinterziehung städtischer Gelder. Die Reformbedürftigkeit des Stadtbahntarifs. Der Bund der Berliner Grundbesizer- Vereine hat seine Petition wegen Abänderung des Tarifs der Stadt- und Ringbahn, welche von der fgl. Eisenbahndirektion Berliu abschlägig beschieden ist, munmehr dem Minister der öffentlichen Arbeiten unterbreitet. Es wird darin ausgeführt, daß mit der Zunahme der Stationen leider auch eine Verteuerung der Fahrstrecken eintrete. Die einfachen Fahrstrecken für 10 und 15 f. feien allmählich immer weiter verkürzt worden, ganz besonders benachteiligt nach dieser Seite hin sei der arbeitsreiche Norden Berlins. Es wird die Einführung des Kilometertarifs in Vorschlag gebracht. Lettere Maßregel hieße den Teufel durch Belzebub austreiben; hat sich doch der Kilometertarif, mit dem wir früher beglückt waren, bereits 1893 als unhaltbar erwiesen. Dem Berliner Aquarium gingen in den jüngsten Tagen von drei Seiten her neue und seitene Wasserbewohner zu und zwar sowohl Geschöpfe des Meer: wie des Süßwassers. Die bedeutendste Erwerbung besteht in zwei Arten von Polypen oder Tintenftichen aus dem adriatischen Meer, da wir einerseits in ihnen gleich die Vertreter von zwei verschiedenen Gattungen der Achtfüßer vor uns haben und da es sich immer wieder aufs neue erweist, daß der Transport dieser interessantesten aller Meerestiere von der Adria bis nach Norddeutschland mit außerordentlicher Mühe und Kosten verknüpft und trotz langwieriger Vorbereitungen doch oft ohne eigentlichen Erfolg ist. Die eine Art gehört zu den echten Kraken, die andern, in zwei Exemplaren eingetroffen, zu den Moschuspolypen. Auf der Treptow- Sternwerte wird während der ganzen Woche schon von 25 Uhr an der Mond in seiner jezigen günstigen Phase mit dem Riesenfernrohr beobachtet. Sonntagnachmittag 5 Uhr spricht Direktor archen hold über„ Alte und neue Forschungen über den Mond" und giebt um 7 Uhr in dem Vortrag Das Photographieren der Sternfchnuppen" Anweisungen für die Beobachtungen des bevorstehenden Stern schnuppenfalls. " Nichtsdestoweniger bleibt die Reformbedürftigkeit des Stadtbahntarifs bestehen, und die Lösung der Tariffrage gebietet sich nach Einführung des Behnpfennig- Tarifs im Straßenbahnwesen von selbst Neue Kurse für Handelskunde und Gesetzeskunde sind an der dadurch, daß auch auf der Stadt- und Ringbahn der allgemeine 9. städtischen Fortbildungsschule für Jünglinge und Männer, Fruchtstr. 38, Behnpfennig- Tarif eingeführt und ebenfalls der Abonnementspreis für das laufende Wintersemester eingerichtet. In der Gesetzestunde finden entsprechend ermäßigt wird. Justizanwärter, Bureaubeamte, Kaufleute, Bertreter des Handwerks 2c. Gelegenheit, unter Leitung eines fundigen Juristen sich über Fragen aus allen Gebieten des Rechts, soweit fie mit dem täglichen Leben in ZusammenNeu- Weißensee. Der Besuch der hier errichteten gewerblichen hang stehen, an der Hand praktischer Beispiele zu unterrichten; insbesondere Fortbildungsschule soll nach einem Beschluß der Gemeindewerden in diesem Semester die die gewerblichen Streife besonders vertretung, dem auch der Bezirksausschuß zu Potsdam beigetreten interessierenden neuen Bestimmungen der Unfall- und Invaliditäts- ist, ein obligatorischer sein. Die Schulpflichtigen, welche am Versicherung und einige Abschnitte aus dem Bürgerlichen Gesetzbuch be: 1. Oftober 1900 das Alter von 15 Jahren noch nicht überschritten iprochen werden. Anmeldungen sind schleunigst zu richten an den Dirigenten haben, haben sich Albertinenstr. 6, Zimmer 1, anzumelden und am 30. Oftober abends 7 Uhr behufs Zuteilung zu den einzelnen Pagel von 7-9 Uhr abends, Fruchtstr. 38. Klassen im Schulhause, Rölkestr. 133, zu erscheinen. Das Sturatorium, welches aus dem Gemeindevorsteher oder dessen Stellvertreter, vier Gemeindeverordneten, zwei Arbeitgebern und 2 Arbeitnehmern sowie aus dem Leiter der Schule zusammengesetzt werden soll, wird von der Vertretung in der nächsten Sizung ( 1. November) gewählt werden. Die diesjährige Veranlagung zur Staats- Einkommensteuer hat für Zehntausende Berliner Arbeiter eine große Ueberraschung gebracht. Während nämlich bisher die größte Zahl der Berliner Arbeiter niedriger als 900 m. eingeschätzt war und deshalb feine Staats- Einkommensteuer zu zahlen brauchte, sind dieses Jahr unzählige Arbeiter, Hausdiener und dergleichen mit mehr als 900 m. eingeschäzt worden und müssen daher fernerhin, falls sie nicht mit Erfolg reflamieren, Einkommensteuer bezahlen. Unter den Handwertern dürfte es nur sehr wenige geben, die dieses Jahr nicht zur Staatssteuer veranlagt sind. Die meisten sind mit 1050-1200 m. eingeschätzt und müssen nach dieser Steuerstufe 9 M. Steuer jährlich bezahlen. Neben erhöhten Mieten, gesteigerten Kohlen- und Lebensmittelpreisen auch noch diese freudige Ueberraschung. Zum Achtuhr- Ladenschluß wird mitgeteilt, daß die für die Einführung dieser Maßnahme gefeßlich erforderliche 8 weidrittel Majorität der Ladeninhaber neuerdings in Arnstadt i. Th., Bernburg, Kaffel, Deffau, Eisenach, Elbing, Erfurt, Flensburg, Hannover, Hildesheim, Karlsruhe, Königsberg, Magdeburg, Mann heim, Marienburg, Marburg, Nürnberg, Pforzheim, Rigdorf, Stargard, Stolp, Weimar, Wiesbaden gewonnen oder gesichert ist. Eine Ausnahmestellung nehmen in diesen Orten nur vereinzelt Fleischer, Bäcker und Cigarrenhändler ein. " Hierzu ist zu bemerken, daß die arbeitende Bevölkerung, die ja wohl in dem hier in Betracht kommenden Sinne die er brüdende Mehrheit des Publikums" ausmacht, gegen den Achtuhr- Ladenschluß nichts einzuwenden hat, vielmehr mit der Neuerung sympathifiert. Und wenn die Arbeiter und deren Frauen fich mit dem Achtuhr- Schluß zurechtfinden können, sollten die Leute, die ihre Dienstboten zum Kaufmanu schicken, doch wohl erst recht dazu im stande sein. Am Dienstag, den 30. d. M., 8½½ Uhr abends, beginnt im Verein für volkstümliche Kurie von Berliner Hochschullehrern Serr Brivatdozent Dr. Wolffenstein seinen Kursus über„ Elementar: Chemie" in der technischen Hochschule. Vom Gesangsdirigenten Herrn Pahl wird uns mitgeteilt, daß das heute von ihm veranstaltete Konzert fein öffentliches sei. Aus den Nachbarorten. Die Eltern und Vormünder sowie auch die Arbeitgeber find verpflichtet, ihre schulpflichtigen Lehrlinge oder Angehörigen anzumelden und zum Besuch der Schule zu veranlassen resp. ihnen die hierzu notwendige Beit zu gewähren. Theater. Nixdorf. Ein Versuch, socialdemokratisce Stadt verordnete von Kommissionen fernzuhalten, wurde In der gestern abgehaltenen Sigung der Schulbaukommission wieder einmal in der legten Stadtverordnetenfißung gemacht. Bei wurde nach heftiger Debatte die Streifklausel angenommen. Die Verweisung einer Vorlage an eine Kommission schlug der Redner Gemeinde hatte mit dem Bauunternehmer Teichmann einen der vereinigten bürgerlichen Gruppen vor, einen Socialdemokraten Vortrag abzuschließen, den der Baurat Leuthold ausgearbeitet nicht zu wählen, da ja die Herren der Linken erklärt hätten, ohne hatte und zur Beschlußfassung vorlegte. In diesem Vertrage Kommissionsberatung schlüssig zu sein. Rezerau( Soc.) war auch der be- rühmten Streifflausel liebend gedacht. Das Berliner Tageblatt" fnüpft hieran die Lamentation:" Die protestierte und verlangte, daß auch die socialdemokratische Der Gemeindevorsteher erklärte, daß dieser Paragraph wohl Nachteile, die mit dem Neunuhr- Schluß verbunden sind, werden sich Fraktion bei Besetzung der Kommission berücksichtigt werde. Der sehr großen Widerstand erfahren werde. Der bei allen möglichen selbstverständlich im verstärkten Maße beim Achtuhr- Schluß zeigen. Ausdruck„ dreiste Zumutung", den er in seinem Protest gebraucht Gelegenheiten politisch sehr radikal schillernde Gemeindeverordnete Aber wer bekümmert sich heutzutage noch um die Bedürfnisse und hatte, trug ihm einen Ordnungsruf ein. Auch hagelte es Zwischen Swoboda machte seinem bedrängten Unternehmerherzen in den die Wünsche der Konsumenten, also der Bevölkerung selbst?! rufe, unter anderm drohte Rechtsanwalt Abraham damit, daß gehäffigsten Ausführungen gegen die Arbeiterschaft Luft und Die Geseze werden nach den Sonderwünschen der großen man von der Macht einmal Gebrauch machen müsse. Sein Feind empfahl die Annahme dieses Vorschlags. Trotz der sehr beredten Interessentengruppen gestaltet. Ueber das Publikum geht man Herr Belß war auch für das Aufräumen mit der Humanität Ausführungen des früheren Gemeindeverordneten Genossen Karow furzerhand zur Tagesordnung über. ( Stadtv. Wach: Gerechtigkeit, wollen Sie sagen, Herr Belß!), da wurde der Vorschlag des Baurat Leuthold, die Streiftlaufel in die Vertreter der 3. Abteilung sich jetzt direkt als Socialdemokraten" den Vertrag aufzunehmen, angenommen. Das letzte Wort aufspielten.( Regerau: Das haben wir immer gethan!) Stadtv. wird die Gemeindevertretung in dieser Sache zu sprechen Schmidt und der Vorsteher Sander rieten zum Frieden. Man haben. solle nicht in der Erregung von der alten Gewohnheit abgehen. Sie fanden aber bei der Mehrheit kein Gehör, der socialistischerseits vorgeschlagene Stadtv. Reserau wurde nicht in die Kommission gewählt. Nach Erledigung einiger Bunite war wieder eine Theater des Westens. Troß des Verdachts, den eine starke Kommiffion zu wählen. Auf Kommando des Herrn Abraham Reklame erweckte, hat sich Signora Maria Barrientos, eine vielleicht aus Sevilla oder Zum Neunuhr- Ladenschluß. Die am Freitag in der Nord- schwenkte jetzt die Mehrheit ein und wollte auch einem Social junge spanische Coloratursängerin als eine außerordentlich tüchtige Gesangskünstlerin deutschen Brauerei, Chausseestraße, abgehaltene Versammlung der demokraten den Zutritt gestatten. Herr Abraham verkündete, Schöneberg selbständigen Barbiere und Friseure hat einstimmig beschlossen, man habe nur einmal zeigen wollen, daß man auch ohne die erwiesen. Sie gab am Freitag ein erstes Gastspiel im Theater des Und warum? Westens als Rosine im, Barbier von Sevilla". Reinheit, ihre Geschäfte an den Wochentagen mit Ausnahme der Sonnabende Socialdemokraten in Kommissionen tagen könne. und den Tagen vor den Feiertagen um neun Uhr abends zu Aus Aerger über die in den letzten socialdemokratischen Bolts- Klarheit, leichtgleitende Virtuofität u. dgl. find in einem solchen Fall schließen. versammlungen gemachten Mitteilungen, daß die bürgerlichen Vorzüge, von denen man nur die Abwesenheit, nicht das BorVertreter die Kommissions Sigungen viel handensein als etwas Besonderes zu erwähnen braucht, auch schwänzten, daß eine solche wegen ihres Fehlens schon einmal wenn sie in so hohem Maße vorhanden sind wie eben bei tagungsunfähig, gewesen sei und daß es einer von ihnen für diejer Gaftin. Was diese hingegen so auszeichnet, daß auch angebracht gehalten habe, sich vor einer Sigung erst aufzu- ein sparsames Mufifreferat dabei verweilen darf, ist der reiche Aus. heitern". druck, mit dem sie ihre künstlerischen Mittel verwendet. Sie spielt Es erübrigt fich wohl, auf die Kleinlichkeit dieses Nache auf ihrer Stimme, wie es Bülow auf dem Klavier und auf dem Auch die Berliner Konzerthaus Juhaber, deren Zahl in Letzter Beit sehr gestiegen ist, wollen sich organisieren. Zu diesem feldzugs hinzuweisen. Jedenfalls fann den Herren nur geraten Orchester gethan hatte; sie läßt die Töne nicht wie Perlen abrollen, Zwede fand eine gemeinsame Versammlung der Konzerthaus: werden, in Zukunft nicht wieder so mit parlamentarischen Bräuchen sondern rafft sie zu charakteristischen Gebilden zusammen, die den Eindruck einer die Töne durchdringenden Wärme machen, wie denn und Variété- Inhaber in Thiels Walhalla" in der Elsasserstraße zu verfahren. statt. Man beschloß, um die Gründung einer neuen Sonder- Zur Lage der Klamottenkutscher wird uns berichtet, daß es schon in den Tönen selber mehr stedt, als jene mechanische Leblofig= feit, mit der andre Coloraturfängerinnen eraft fingen. Ich wage vereinigung zu vermeiden, den bestehenden Verein der Variété- und in Rigdorf erfreulicherweise gelungen ist, diese Arbeiter zur Organi diese Unterscheidung geradezu im Hinblick auf die gefeierte oder Konzerthaus- Besizer umzugestalten. Man will eine einheitliche jation, heranzuziehen. Die Beteiligung, die anfangs lau war, wurde überfeierte Marcella Sembrich, von der wir wenige Tage früher Regelung der für die Chantants und Lokale mit Damenkapellen geltenden bald recht rege, und so gelang es der Organisation, dort den Kutschern ebenfalls die Rosine gehört hatten; allerdings steht der sehr flache Vorschriften anstreben und sich gemeinsam gegen alle Maßnahmen nicht allein einen Wochenlohn von 27 resp. 24 M. zu verschaffen, Ton der Jüngeren hinter dem sonoren Ton der Aelteren beträchtlich zur Einschränkung des Betriebs zur Wehr setzen. sondern auch erfolgreich dahin zu wirken, daß die Kutscher nicht mehr zurück. Die Gaftin sang mitten in einer sonst deutschen Aufführung Zehn ,, läftige Ausländer" fieben Ruffen, zwei Deftreicher im Stall schlafen. Hoffentlich schließen sich auch die Berliner Kollegen italienisch, gab in der Gesangsscene eine typische Einlage und ganz zu Schluß noch eine solche Einlage; alles mit gewaltigem Beifall und ein Schweizer find Ende September bezw. Anfang Oftober mehr und mehr der Gewerkschaft an. durch Verfügung des Berliner Polizeipräsidiums aus Preußen aus- Das Opfer eines Einbrechers ist in der Nacht zum Freitag feitens des nicht einmal sehr, zahlreichen Publikums. gewiesen worden. Es sind dies die Cigarettenarbeiter bezw. der Wirt des Schützenhauses zu Nowawes Neuendorf, Interessant und für unjre Pflege der dramatischen Musit nicht Arbeiterinnen Winkler und Feigelmann, der Tapezierer Sostel, der Restaurateur Siegmund, geworden. Das Schüßenhaus liegt eben rühmlich war der Abstand der Aufführung ein und derselben Schneider bezw. Schneiderin Buchbinder und Piaster, die Kaufleute einsam am Waldessaum in der Großbeerenstraße unweit des Bahn- italienischen Oper in unfrem heimischen Theater von der durch Ruwaldi und Rosenblatt, der Kürschner Taschmann(-Berner), der Hofs Drewiß und wurde im Laufe dieses Jahrs schor zweimal von Italiener. Für diese ist eine Oper immer und immer wieder eine Schneider Tragatsch und der Schweizer Lehmann, der auch der Einbrechern heimgesucht, welche in einem Falle eine größere Anzahl Sache des Singens, mag es mehr oder minder dramatisch ausdrucksNationalität nach Schweizer ist. Schüßenbüchsen vom Scheibenstand mitgehen hießen. In der Nacht voll sein. Für unsre Bühnen wird eine solche Oper nachgerade zum Freitag war Siegmund von einer Festlichkeit heimgekehrt und immer mehr eine Gesangsposse; vielleicht ist Shakespeares Behand lag im ersten Schlaf, als er ein verdächtiges Geräusch im Schant lung in Amerika ein Seitenstück dazu. Insbesondre verdrängen die zimmer hörte. Schnell eilte er dorthin und sah einen etwa 30-35 faulen Späße des Herrn H. Steffens, die man mit der Zeit so Durch Abfingen des Sanges an Aegir ze. haben gestern 167 Kriegervereine in den Kontordia- Sälen den 100 jährigen Geburtstag MpIttes gefeiert. Das muß sehr erhebend gewesen sein. : Bald scheint es dahin zu kommen, daß nur noch Streit brecher sich mit der Hoffnung, nicht ausgewiesen zu werden, nach Preußen begeben können. kennt, wie der Schüler die Kathederwitze eines Lehrers, beinahe das eigentliche Operninteresse. Im vorliegenden Fall ist der Gebrauch des Dialogs, statt dessen jene Italiener, wie schon erwähnt, beim alten Seccorecitativ geblieben sind, bereits der Keim der Auslösung des musikalischen Dramas. Hier zum Echten zurückzukehren oder vorwärts zu schreiten. wird doch ivohl nicht so schwer sein, zumal ja das musikalische Können dazu vorhanden ist. An die großartige gesangliche Leistung des Basilio bei der Sembrich- Truppe reichte diesmal Herr A. Günther nicht heran; immerhin erfreute in seinem Vortrag der Verlenmdungsarie ein interessantes Moment eines geheimnisvollen Ausdrucks. Den betreffenden italieni- scheu Kräften überlegen waren Eduard Walter als Figaro— wenigstens in der Darstellung— und besonders Desider Aranyi als Graf Almaviva, der freilich im Anfang recht wenig des Stimme war; die ausdrucksvolle Bewegtheit seines Singens wird leicht zu einer unangenehmen Unruhe des Tons, und das damals hie und da eintretende Umkippen hoher Töne ist vielleicht doch nicht bloß Augenblicksnot. sondern möglicherivcise auch eine UnVollkommenheit in der letzten Ausgleichung des mittleren und oberen Registers.— _ sz. Meineidprozetz Maßlos in Könitz. Au Beginn der Verhandlungen nieldete sich am Sonnabend Kriminälschutzmann Beyer II aus Berlin als Zeuge zur Stelle. Es wird die Mutter der gestern vernommenen»Zeugin, der Laden- inhaberin Fräulein S t ü b i n g, Frau S t ü b i n g, vernommen. Dieselbe sagt aus: Ich ging am IS. März um 53/4 Uhr früh aus. Als ich durch die Danzigerstraße ging, sah ich Jsraelski dort mit einem Sacke gehen.— Präsident: Das ist der nächste Weg vom L e w y schen Hause zum evangelischen Kirchhof. Wo trug Jsraelski den Sack, auf der Schulter oder in der Hand'{— Zeugin: Er trug den Sack unter dem Arme.— Präs.: Haben Sie gesehen, �was ungefähr in dem Sacke enthalten war?— Zeugin: Der Sack war anscheinend leer.— Präs.: War Jsraelski allein?— Zeugin: Nein, es ging noch ein Mann mit ihm.— Oberstaatsanwalt: Weshalb haben Sie sich denn nicht früher gemeldet, um Ihre Beobachtungen der Polizei oder deni Gerichte mitzuteilen?— Zeugin: Weil die Leute, die sich meldeten, immer angefahren wurden.— Präsident: Wer hat die Leute angefahren?— Zeugin: Es wurde erzählt, daß die Leute, die sich meldeten, um ihre Beobachtungen der Polizei oder dem Gerichte mitzuteilen, angefahren wurden, wenn sie etwas gegen die Juden aussagten. Deshalb wollte ich mit der Sache nichts zu thun haben.— Auf Befragen eines Verteidigers bemerkt die Zeugin: Als ich hörte, daß der Arm auf deni Kirchhofe gefunden worden sei. habe ich gesagt:„Hat etlva Jsraelski den Arm hingetragen— Auf Antrag des Ober- ftaatsanwalts beschließt der Gerichtshof, Jsraelski vorzuladen. Präs.: Der Vater des Ermordeten, Herr Banimtcrnehmer Winter, hat gestern darauf aufmerksam gemacht, daß die Zunge in dem gefundenen Kopfe zusanimcngcbissen gewesen sei. Kann das als Anhalt dafür diene», daß dem Ermordeten ein Knebel in den Mnnd gesteckt worden ist?— Die medizinischen Sachverständigen verneinen diese Frage.— Die Zeugin Fräulein Kroll, eine Nachbarin von Lewys, bekundet: Als einige Tage nach dem Morde der Verdacht gegen L e w y als Mörder Winters auftauchte, habe ich sofort nachgedacht. ob ich wohl ein verdächtiges Geräusch gehört hätte.— Oberstaatsanwalt; Wie lange waren Sie im L e w y- schen Hause. Fräulein Kroll?— Zeugin: Seit LVe Jahren.— Oberstaatsanwalt: Was waren die Lewys für Leute? Pflegten sie viel Verkehr mit andren Personen?— Zeugin: Lewys sind ruhige, arbeitsame Leute, die sehr zurückgezogen leben. Wenn an dem fraglichen Sonntag viel Verkehr bei ihnen gcivesen wäre, so iväre mir das zweifellos aufgefallen.— An den Nachbar Lelohs, Bäckermeister Langer, richtet der O b e r- st a a ts a n w a l t folgende Frage: Zeuge Langer, haben Sie vielleicht auswärtige Juden, Rabbiner oder Schächter bei L e w y gesehen?— Zeuge: Nein.— Verteidiger Nechtsanwalt H u n r a t h: Sind Sie oslniäls bei Lewy gewesen? — Zeuge Langer: Nein, einmal.— Oberstaatsanwalt: Sie haben aber häufig mit Lewy gesprochen?— Z e u g e: Jawohl. Nachdem einige weitere Zeugen den guten Leumund der Lewys bestätigt haben, betritt alsdann der S7jährige Fleischermeister Adolf Lewy, ein kleines, hageres Männchen, dessen farbloses Gesicht von einem bereits ergrauten Vollbart umrahmt ist, den Gerichtssaal. Der Präsident teilt ihm mit, daß er vorläufig uneidlich vernommen werden solle, verwarnt.ihn, macht ihn darauf aufmerksam, daß er die Antwort verweigern könne, wenn er strafgcrichtliche Verfolgung befürchte. Dann sagt der Zeuge ans: An dem kritischen Sonntage früh war der Knecht I a ck o w s k i wegen Geld bei mir. Um OVa Uhr vormittags ist mein Sohn Hugo fortgefahren und ich bin auf die� Straße gegangen, um mit Leuten Geschäfte zu machen. Mein Sohn Moritz ging fort, um Geld einzuziehen. Nachmittags habe ich dann geschlafen und bin ausgegangen. Um 4Ve Uhr kam ich zurück, habe Kaffee getrunken und bin alsdann nach dem Restaurant Falkenberg gegangen, wo ich dem Kmtenspielen zugesehen habe. Beim Kaffeetrinken waren meine Söhne nicht zu Hause, sondern nur meine Frau und ich. Abends um 7 Uhr kam ich»ach Hanse und meine Söhne gleich nach mir. Meine Schwester, Witwe Lewy, die wegen ihres Lumpenhandels „Lappen-Lewy" genannt wird, war nicht bei mir. Frau Rotz. die erzählt haben soll, daß nachts drei Männer aus dem Lewyschen Hanse gekommen seien, war an jenem Sonntage ebenfalls nicht bei uns.— Oberstaatsanwalt: Können Sie mit Bestimmtheit behaupten, daß die Angeklagte Roß an jenem Sonntage nicht bei Ihnen war?— Zeuge: Ja wohl.— Auf weiteres Befrage» fährt Lewy in seiner Aussage fort: Bis 8 Uhr war ich z» Hause, dann bin ich wieder ins Restaurant F a l k e n b e r g gegangen und von dort um 10 Uhr nach Hause. Licht habe ich in meinem Keller nicht gehabt. Meine Söhne waren beide zu Hanse. Moritz hat noch das Pferd gefüttert. Es ist möglich, daß er dabei geleuchtet hat. Das Pferdefültern dauert l/4 Stunde. Er hat dann selbst nachgesehen, ob die Hinterthür auch geschlossen sei. Es ist ganz ausgeschlossen, daß ich aus der Hofthür getreten bin. Ich glaube nicht, daß in der fraglichen Rächt Fleisch im Hofe gehangen hat. Auch ist mir kein Fleisch in der Nackit gestohlen worden. Das Geschäft ging so gering, daß ich das gemerkt halle. Uni lO'/rUhr bin ich schlafen gegangen. Es ist möglich, daß ich noch im Keller gewesen bin: qearbcilet habe ich dort auf keinen Fall.— Prä f.: Haben Sie an dem fraglichen Sonntag Besuche gehabt?— Zeuge: Nein.— Ans Befragen des Oberstaatsaiiwalis bemerkt die Zeugin- Ticnstmädche» Küster: Sie habe gehört, daß bei Lewy Kalbfleisch gestohlen worden sei.� Ob sie das aber vor oder nach dem Morde gehört habe, das lvisse sie nicht mehr.— Zeuge Adolf Lewy: Die K ü st e r hat mir erzählt, daß die Leute sie beeinflussen ivolltcn.— Präs.: Nun. Zeugin, wie verhält sich das?— Zeugin K ü st e r: Gleich nach dem Morde und auch vor einigen Tagen ist der Möbelhändler K i r s ch st c i n bei mir gewesen lind hat mich gefragt, ob in der Mordnacht ein Diebstahl bei L e w q ausgeführt worden sei. Ich habe ihm gesagt, ich wüßte nicht, ob das vor oder nach dein Morde passiert sei.— Verteidiger Rechtsanwalt Vogel: Hat Kirschstein Sie zu falschen Aus- sagen verleiten wollen?— Zeugin: Nein. � Rechtsanwalt Vogel: Das haben Sie Lewy aber doch gesagt?— Lewy: Die Küster sagte mir, ich werde von dem allen fo verwirrt, daß ich gar nicht weiß, was ich aussagen soll.— Küster: Jawohl, das habe ich gesagt.— Ein Verteidiger beantragt hierauf die Ladung mehrerer Zeugen, von denen eine Zeugin, ein Dienstmädchen, be» künden soll, daß ein gewisser R o s e n t h a l(Kamin) einen Selbst- Mordversuch gemacht habe, weil er an der Ermordung des Winter beteiligt gewesen sei.— Oberstaatsanwalt: Ich vermisse den Zusammenhang.— Präsident: Der IGerichts- Hof wird über den Antrag beschließen.— Der Präsident rät alsdann den Geschworenen, sich nur unter einander über den Prozeß zu unterhalten, um nicht den Verdacht der Parteilichkeit zu erregen. Der Vater des Ermordeten, der sich an der Beweisaufnahme be- teiligen wollte, wurde abgewiesen, da er gestern bei dem Lokal- terinin lebhaft mit dem Angeklagten Maßlos unterhandelt habe und eine Wiederholung dieses Vorfalls streng verhindert werden soll. Hierauf tritt eine Pause bis 3l/ä Uhr ein. Der Präsident erklärt nach Wiedereröffnung der Berhandlung, daß der Gerichtshof beschlossen habe, dem Antrage des Verteidigers stattzugeben und die Buchhändler Wieczorkiew ick schen Ehe- lente, den katholischen Pfarrer Brenig(Könitz) und das Dienst- mädchen Kattke(Kamin) als Zeugen zu laden. Alsdann wird die Vernehmung des Zeugen Adolf Lewy fortgesetzt. Derselbe sagt weiter ans: In der fraglichen Nacht habe ich kein Geräusch wahr- genommen, daß die Hammel unruhig waren, ist möglich.— Der Präsident legt sodann die Cigarrentasche Lewys vor, da die Angeklagte, Frau Maßlos, behauptet hat, in der Cigarren- tasche die Photographie Winters in der L e w y s ch e n Wohnung gesehen zu haben. Die Angeklagte Maßlos erklärt, die Cigarren- tasche, die sie gesehen, habe eine hellere Farbe gehabt und die Ecken seien mehr abgerundet gewesen. Lewy bemerkt dazu: Ich habe noch 3 Cigarrentaschen; ich werde dieselben mitbringen.— Präs.: Soeben ist aus Berlin ein Telegramm mit folgendem Inhalt eingetroffen:„M itten zweig und Puppe dienstlich unentbehrlich. Bitte, dieses Sachverständigen zu entlassen. Polizeipräsident." Oberstaatsanwalt: Die Pflicht als Sachverständiger vor Gericht zu erscheinen, geht über jede Dienstpflicht. Deshalb bedarf kein Beamter Urlaub, wenn er vor Gericht geladen wird.— Präs.: Für Monrag ist auch der Gerichtschemiker Bischof vor Gericht ge- laden.— Der Verteidiger Rechtsanwalt H u n r a t h richtet hierauf an den Zeugen Adolf Lewy folgende Frage: Was»lachten Sie, als Sie Gründonnerstag früh um 6 Uhr im langen Reisemantel durch die Postallstratze gegangen sind?— L e w y: Es ist mir nicht erinnerlich, so früh in der Postallstratze gewesen zu sein.— V e r- teidiger: Bestreiten Sic das bestimmt, oder geben Sie die Möglichkeit zu. dort zu jener Zeit gewesen zu sein?— Zeuge: Ich gebe die Möglichkeit nicht zu, da ich ja alsdann wissen müßte, daß ich dort gewesen sei.— Präs.: Stehen Sie früh auf?— Zeuge Lewy: So früh selten: deshalb wäre mir das dann gerade erinnerlich.— Präs.: Die Postallstratze liegt ganz abseits Ihrer Wohnung. Sie müssen sich dessen also erinnern.— Zeuge: Gewiß.— Oberstaatsanwalt: Es ist schwer, solche Fragen zu be- -antworten. Man könnte ebenso gut fragen: WnS haben Sie vor einem Vierteljahr gegessen?— Der 23jährige Fleischergcselle Hugo Lewy, der seit Juni d. I. in Berlin lebt, wird, wie seine Eltern, nneidlich vernommen.— Präs.: Weshalb sind Sie von Könitz fortgegangen?— Zeuge: Weil ich hier keine Arbeit hatte.— Präs.: Ihr Vater hatte seinen Betrieb eingestellt?— Zeuge: Ja. Aus den Aussagen der Frau Lewy ist noch folgendes nach- zutragen: Präs.: Die Roß behauptet, als sie bei Ihnen gewesen sei, hätten Sie gesagt:„Der ganze Winter ist nicht so viel wert, daß so viel Skandal gemacht wird. Der Mord wird niemals herauskommen. Dazu ist die jüdische Gemeinde viel zu reich?"— Zeugin: Wie kann sie so etwas sagen!— Präsident: Ich ermahne Sie, die Wahrheit zn sagen. Sie werden jedenfalls vereidigt werden. Sie müsse» sich doch ans solche Redensarten erinnern können?— Zeugin: Ich habe niemals so etwas gesagt! Wie kann ich jo yvaS sagen? Jede Eltern lieben doch ihr Kind.— Die Zeugin Fräulein Louise Freytag bemerkt: Ich ivollte an deni fraglichen Sonntag mit Moritz Lewy' nach„Wilhelmincn-Höhe" gehen. Um ö Uhr kam Moritz und sagte: Er könne erst um 8 Uhr kommen, da er seine Brüder erwarten müsse. Ich bin dann von 8 Uhr bis ll) Uhr abends niit Moritz spazieren gegangen.— Präsident: War Moritz Lewy, als er zn Ihnen kam, sehr aufgeregt?— Zeugin: Das habe ich nicht wahrgenommen.— Der hierauf vernommene Zeuge Schneiderlehrling Hanpt erklärt, daß er an dem in Frage stehenden Sonntag- abend mit Hugo Lewy von Granau nach Könitz gefahren sei. Danach wird die Verhandlung um ö Uhr abends auf Montag- vormittag 10 Uhr vertagt. Vevnnfitzkvs. Im Norden Englands habe» an mehreren Stellen erneute U e b e r s ch m e m m u n g e n stattgefunden, so daß die Eisenbahn- linien überflutet sind. An verschiedenen Orten ist der Verkehr der Lokalzügc fast ganz eingestellt worden. Die Eisenbahnverbindung mit South Shields ist völlig unterbrochen. Die Hauptverkehrsadern der Stadt stehen unter Wasser. Ucber ein Eisenbahnunglütt wird aus Petersburg berichtet: Auf der baltischen Bahn in der Nähe von Petersburg stießen zwei Personenzüge zusammen. Drei Personen wurden schwer, fünf leicht verletzt._ Städtischer Schlachtviehmarkt. Berlin, 27. Oktober IS00. Amt» licher Bericht der Direktion. Zum Verlaus standen: 5412 Riiider, 1138 Kälber, 8S32 Schafe, 8900 Schweine. Bezahlt wurden für 100 Pfund oder 50 Kilogramm Schlachtgewicht in Marl(beziehungsweise für 1 Pfund in Pf.): Ochsen: o.) vollflejichige, ausgemästete, höchsten Schlacht- wertes, bölbstens 7 Jahre alts 65—58, b) junge fleischige, nicht aus- gemästete und ältere ausgemästete 58— 63: c) mäbig genährte innge und gut genährte ältere 54—56; d) gering genährte ieden Alters 47— 52.— Bullen: a) vollfleischige höchsten Schlachtwertes 60-64; d) mäbig genährte jüngere und gut genährte ältere 53—59; o) gering genährte 46—52.— Färsen und Kühe: a) vollfleischige, ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwerts 00-00; d) vollfleischtge, ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren 52—53; o) ältere aiisgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Färsen 50—61; d) mäbig genährte Kühe und Färsen 44-47 s) gering genährte Kühe und Färsen 39-42.— Kälber: a) feinste Mastkälber(Vollmilchmast) und beste Saugkälber 75—79, b) mittlere Mastkälber und gute Saugkälber 66—70, v) geringe Saugkälber 50-60, d) ältere, gering genährte(Fresser) 30—43.— Schafe: a) Mastlämmer und jüngere Mast- Hammel 63—67, K) ältere Masthammel 52—59, c) mäbig genährte Hammel und Sckmse(Merzschasc) 44—50, d) Holsteiner Niederungsschafe(Lebendgewicht) 23—32.— Schweine: a) vollfleischige der feineren Rassen und deren Kreuzungen ini Alter bis zu!>/, Jahren 54—00, b) Käser 57—58, c) fleischige 50— 52, d) gering entwickelte 16—49, e) Sauen 47—49. Verlauf und Tendenz. Das Rindergeschäft wickelte sich schleppend ab, nur seine, junge, schwere Stiere und seine Bullen wurden rascher abgesetzt; es bleibt grober Neberstand Der Kälberhandel gestaltete sich langsam. Bei den Schafen war der Geschäftsgang langsam, es bleibt wieder Ueberstand. Der Schweinemarkt verlies langsam und wird voraus» sichtlich nicht geräumt; magere Ware war vernachlässigt. Marktpreise von Berlin am Äff. Oktober lUUt» ch) frei Wagen und ab Bahn. Produktenmarkt vom 27. Oktober. Der Getreidemarkt zeigte heute ungleichmäbige Haltung. Die Preise sür Weizen bewegten sich in rückläufiger Richtung aus die Andauer des starken Angebots auZ dem Jnlande und aus die weichenden Notierungen an der gestrigen New Uorker und Chilagoei Börse. Roggen vermochte sich gut zu behaupten. Die hiesigen Mühler fahren mit Deckimg des Winterbedarfs fort. Die Lieserungöpreise füi Weizen waren durchschnittlich 1 M. niedriger, Roggen blieb unverändert. Hafer behauptete die gestrigen Preise. Rüböl war geschäftslos und nominell 10 Pf. schwächer. Spiritus. 70er LocospirituS notierte 47,90 M. oder 50 Pf. niedricger. Schristen-Eingang. DaS Geschlechtsleben des Weibes.'Bon Frau Dr. med. Anna F i s ch e r- D ü n k e l m a n n. Vierte Auflage.. Berlin, Hugo Vehr- Müller. PreiS 1 M. 50 Pf. brosch. Tie chinesische Frage. Bon Pierre L ero y- B ea ul ieu. Autorisierte Uebersetzung von Dr. Albert Südekum. Leipzig. Georg H. Wigand? Verlag. Preis 2 M. 50 Pf. drosch. Der Kamps um die„Wcltrntsel". Ernst Häckel, die Welträtscl und die Kritik. Bon Heinrich Schmidt, Jena. Bon». Verlag von Emil Straub. Dr. v. Halle». Die Kohleunot. Ein Vortrag vor Nürnberger Ar- beitern von Dr. o. Hallcr. Nürnberg 1900. Briefkasten der Redaktion. Tie Inrislische Sprechstunde findet Montag, DIenStag. Touiierstag»nd Freitag von 7-9 Uhr abends statt. L. Bl. 50. Circa 22 000 deutscbe Soldaten befinden sich in China. R. M. 38. Fragen Sie gefl. im Bureau des GewerkschastshauseS, Berlin, Engelnser 15, an. T. 50. Etwa 40 Meter. K. St., Sarstedt. Ueber die Frage, wieviel Einwohner Berlin bei der nächsten Volkszähliing haben wird, kann»tan sich heute doch nur in zwecklosen Bermiitmigen ergehen. 300. Aiiswartcstauen sind nicht krankenversicherungSpflichtig.— I. H. 120. Eine Ehe zwischen einem wegen Ehebruchs geschiedenen Ehe- galten und demjenigen, mit welchem der geschiedene Ehegatte den Ehebruch begangen hat, ist durch Gesetz verboten, falls dieser Ehebruch in dem Scheidungsurteil als Grund der Scheidung festgestellt ist. Bon dleseni Verbot kann eine Befreiung bewilligt werden. Das dahin gerichtete Gesuch können Sie an das Landgericht, das die Ehe geschieden hat, richten. — A. B. u. Co. Das Gedicht ist nichts wert.— Klub. 1 Am 3l. Dezember 1900, wenn keine Anerkenntnis, keine Ratenzahlung in der Zwischenzeit eriolgt, auch lein Zahlungsbefehl oder dergleichen erlassen ist. 2. Der Schreibfehler ist völlig unerheblidi. 3. Wenn die Schenkung demieien wird, wird die Klage abgewieien.— R. N. 100. Bestimmte gefetzlick) festgelegte Sätze für die Höhe von Alimenten kennt das Gesetz nicht. ES ist— ohne Rücksicht aus das Emkommeu des Vaters— sür das uneheliche Kind der volle Betrag des Unterhalts zuzahlen. Der Unter- halt umsabt den gesamten LebenSbedarf sowie die Kosten der Erzichnng und der Vorbildung zu eineui Berus. Die Höhe der Alimente richten sidi nach der Lebensstellung der Mutter. — K. E. Sie würden, da sie dem Betrag zugestimmt haben, zu gleichen Teilen auszuzahlen haben.— F. R. 100. Eine polizeiliche Ausweisung ist in dem von Ihnen angeführten Fall möglich.— Baustelle. Den Prozeß würden Sie verlieren, weil es Ihre Sache gewesen wäre, sidi zu erkundigen, ob die Fläche Anbauungcsähig ist.— 31. G. 1000. Sie können aus Löschenlassen der Hypotherc» und auf Sichcrstellung klagen.— W. Gl. 101. Ihre Forderung ist längst verjährt.— R. Becker, Rixdorf. Aus S. 226 und folgende des Handbuchs für socialdemokratische Wähler— 1898 in der Bnchbandlung Vorwärts ersckiienen— finden Sie eine gedrängte Ucbersichi der Koloiiialpoliiil Wenn Sic eingehendere Studien machen wollen, so mübten Sie die Reichstagödnicksachen, insbesondere den Kolonialetat und die alljährlichen Debatten hierüber nachlesen.— Z. 00. Sic müssen zahlen. »HiiicriingSitversichl»vi» 27. Oktober>000, morgen»« llhr. Weiler. Prognose sür Sonntag, de» 28. Oktober 1000. EtwaS kühler, zeitweise heiter, vielfach wollig mit Niederschlägen frischen westlichen Winden. B e r l i» e> W e t> r r l>» r r a u. und Ständiges Repertoire: Lessing-Theater. Alle Abende: Johannisseuer.— Berliner Theater. Alle Abende: Die strengen Herren. Nur Donnerstag: Ueber unsre Kraft.— Residenz- Theater. Alle Abende: Die Dame von Maxim.— Thalia- Theater. Alle Abende: Der Liebes- lchlüsscl.— Central- Theater. Alle Abende: Die Geisha.— Bellealliance- Theater: Alle Abende: Gastspiel der Tcgeruseer: Sonntag und Moniag: Die schöne Millibäuerin von Tegernsee. Dienstag und folgende Tage: Die Zwiderwurz n.— Fnicdrich- Wilheltiistädtische» Theater. Alle Abende: Der Tugendring.— Carl Weist-Theater. Alle Abende: Müller und Schulze aus der Pariser Weltausstellung. Nur Dienstag: Berlin, wie es weint und lacht. BAER SOHN Chausseestrasse 24a- 25 Zwischen Invalidenstr. u. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. 11 Brückenstrasse 11 Zwischen Jannowitzbrücke u. Köpenickerstr.( Ecke Rungestr.) sd 910 ino Gr. Frankfurterstr. 20 Ecke Koppenstrasse, am Bürger- Hospital. Fabrikation und Mass- Anfertigung guter Herren- und Knaben- Bekleidung. als doufiabile Lieferanten an die preussische Armee, Warenhäuser, Garderoben Geschäfte, Vereine, Institute und ausländische Gesellschaften. WinterPaletots Winterdabil Warme Winter- Kleidung Schutz gegen gegen Kälte, Nässe, Sturm, Frost. Glatte Doublés mit warmem, schön gemustert. 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( Ohne Gewähr.) 60 72[ 300] 86 105 22 524 707 829 925 62 1010 164 98 212 508 18 772 76 857[ 500] 924 2078[ 3000] 111 36 205 439 3021 49 510 846 99 4061 223 [ 500] 77[ 300] 81 608 778 [ 300] 497 631[ 3000] 757 74 821 968 73 5151 67 358 627 74 772 974 81 6039 83[ 500] 99 474 520 622 997 7069 89 98 141 [ 300] 307 66 93[ 3000] 451 728 820 75 8767 86 91 826 92 9094 229 48 414 541 738 42 60 10001 19 106 59 563 77 605 69 921 25 90 11121 40 339 798 949 98 12227 51 90 91 460 612 705 46 48 70 818 932 13008 88 241 382 479 845 941 14080 133 200 325 425 525 728 93 880 999[ 500] 15223 93[ 300] 301 451 506 91 644 923 16048 97 223 505 82 83 780 816 56 69 926 61 17026 [ 500] 87 90 112[ 3000] 64 73 258 317 26 431 644 885 18043 316 48 85 480 705 24 947 19399 911 87 20060 172 349 85 505 848 913[ 1000] 21175 80 361 405 [ 300] 82 623 31 40[ 300] 45 67 718 20 853 22014 16 35 121 73 280 882 582 609 826 72[ 3000] 23031[ 300] 37 101 212 86 387 666 806 961 94 24107 263 334 460 606 21 45 92 25071 137 43 54 216 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790 817 22 901 * Verständlich für jedermann. Bar- Verkauf. Feste Preise. 7. Biehung d.4. Klaffe 203. Kgl. Preuß.Lotterie. 113029 105 21 22[ 3000] 212 335 457 796 Biebung vom 27. Ottober 1900, nachmittags. Nur die Gewinne über 220 Wart find den betreffenden Nummern in Barenthese beigefügt. 741 955 ( Ohne Gewähr.) 219 91 375 614 22 56 750 836 997[ 300] 1389 514 673 79 2029 243 364 454 76 564 731 93 899[ 300] 959[ 300] 4032 3239 355 57 468 558[ 5000] 607 38 97 706 79 98 905 145 82 252 63 347 77[ 3000] 686 728 877 962 78 5199[ 1000] 355 64 81 731 831 6151 381 682 818 7121 58 90 287 89 651 8080 399 586 94 661 9080 118 215 355 438 81 88 801 8 927 612 94 811 41[ 1000] 10190 268 402 14 40 548[ 1000] 85 789 94 822 11036 79 97 119[ 500] 87 98 337 48 561 74 662[ 1000] 704 929 71 12119 299 335 45 442 581 720 84 965 13220 550 654 58[ 500] 14010 339 451 55 546 76 95[ 1000] 732 821 67 84[ 5000] 15382 94[ 500] 462 91 531 602 19 826 56 16062[ 1000] 363 514[ 300] 22 62 617 776 980 17016 134 468 85 90 599 789 975 18097 166 325 31 601 15 74 716 88 804 901 19112 21 233 72 579 654 114125 536 42 44 763 824 35 38 82[ 300] 970 115300 576 779 889 116150 328 66 567 117095 608 12[ 300] 712 51 92 824 64 118031 228 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700 58 91 823 908 190 70017 465 565 711 22 868 [ 300] 241( 500) 60 ] 60[ 500] 90018 119 217[ 3000] 45 516 69 702 91 91319 417 28 530 620 47 873 913 92006 7 329 400 785 93061 303 87 91 [ 3000] 516 23 31 713 48 930 94026 86 181 270 329 406 35 590 631 736 965 95085 227 91 309 11[ 1000] 50 62 406 23 541 783 $ 99 977 82 96128 250[ 500] 354 73 483 549 95 767 87 806 36 931 43 97178 465[ 1000] 682 804 993 98086 380 429 87 640 844 999 80055 88 217[ 300] 34 382 442 68 665 779 829 69 78 100015 49 92[ 500] 378 86 438 504 710 847 921 101021 24 57 201 2 95[ 500] 317 98 543 672 747[ 1000] 987 102015 233 454 72[ 500] 636 816 85 910 20 38 103206 90 306 430 ( 500] 104085[ 3000] 69 136[ 500] 43 279 601 946 105015 26 42 336 415 63 95 579 606 7 106071 162 405 652 749 978 107029 397 484 679 763 824 108079 310 471 514 87[ 300] 2000 r., 1043 109041 134 47 227 82 83( 1000) 551 648 897 70514 87 Berichtigung. In der Lifte vom 26. Oktober vormittags ift die Nummer 117059 nicht gezogen. 110014 50 192 590[ 3000] 646 68 790 111028 136 65 83 98 203 484 605 20[ 300] 56 744 68 834 94 112324[ 1000] 400 691 715[ 300] 814 20 30[ 1000] 35[ 3000] 59 909[ 500] 69 750 900 653 89 800 31 70 952[ 3000] 71 142123 44 68 374 89 586 692 143232[ 10 000] 50[ 1000] 304 596 641 798[ 1000] 836 144098 231 402 736 38 800 85 99 902 37 67 74 84 95 97 146067 69 216 404 145450 573 87 794 818 949[ 3000] 85 [ 1000] 529 32 616 24 828[ 1000] 96 147020 131 218 42 433 531 80 747 805 91 99[ 300] 956 148024 144 380[ 3000] 94 458 [ 300] 538 668 149250 66 349 61 602 36 65 844 150123 59 259 75 326 32 415 642[ 500] 151023 68 122 273 386 422 38 659[ 1000] 842[ 1000] 949 82 152036 130 600 795 153065 284[ 300] 453 81 154060 271 79 323 78[ 1000] 659 76 725 800 155063[ 300] 77 261 91 554[ 3000] 99 635 968 156010 62 66 95 245 416[ 300] 45 84 511 49 779[ 500] 928 157432 588 652 851 59 78 158188 530 85 644 915[ 300] 50 96[ 500] 159301 450 60 541 804 981 160020 94 226 66 324 36 469 838 54 92 940 76 161231 [ 300] 682[ 3000] 96 162091[ 1000] 128 265 381 87[ 1000] 400 6 832 935 163035 70 85 433 615 67 86 704 164084 102 91[ 300] 329 73 409 75 508 49 618 95 764 833 35 91 910 35 41-49 165047 66 111 43 205 326 470 514 651 75[ 3000] 732 39[ 3000] 69 841 940 166129 302 56 496[ 500] 687 722 82[ 3000] 87 812 970 167108 214 427 551[ 1000] 800 909 168123 93 341 412 546 634 708 846 984 169012 75 77 219 390 96 727 914 23 170078 178 260 400 26 51 652 54 740 945 171071 121 46 240 80 455 723 50 911 172135 281 381 510 727 805 993 173081[ 15 000] 95 114 243 417 23 27 514 806 10 31 66 74 174128 53 407 975 175303 509 87 677 839 56 901 29 176037 271 352 92 592 99 895 177076 227 466 536 71 688 721 178082 153 212 87 349 526 702 38[ 300] 54 938 66 179335 554 645 68 714 818 93 180063 80 150 321 443 630 836 70 962 181078 128 314 84 410 630 825 182818 573 645 46 52 812 183110 307 586 616 738 822 99 184199 339[ 1000] 574 709 832 900 38 71 185099 179 223 69 308 727 63 815[ 300] 955 87[ 3000] 186098 161 65 265 642[ 300] 63 85 924[ 300] 29 187163 355 56[ 3000] 58 98 793 873 188052 55 314 735 952 189055 194 325 442 47 81 84 546 652 80 81 190103[ 500] 202[ 500] 347 60 61 92 579 663[ 300] 816[ 500] 39[ 300] 191025 44 86[ 500] 599 606 54 83 84 874 992 192182 287 305 77 441 509 89 617 891 939 83 92 193003 [ 500] 19 85 115 57[ 500] 343 459 607 808 23 905 194064 163 65 85[ 500] 540[ 300] 602 8 28 752 78 902 195161 480 92 701 32 828 196047 517 83 86 914 197079 111 47 94 379 401 97 507 65 600[ 300] 53 735 70 90 878 90 953 198060 79 161 716[ 300] 836 74 955 72 199116 226 75 452 549 67 89 673 99 790 886 89 98 919 28 200039 220 319 613 740 891 201018 57 95[ 3000] 173 [ 300] 476 580[ 300] 626 74 703 30 202019[ 3000] 216[ 300] 351 458 601 52 968 80 203236 512[ 300] 20 51 74 678[ 3000] 742 926 204182 221 825 40 423 34 96[ 300] 514 27 40 205099 161 210 99 324 34 52 93 489 675 864 948 206108 233 89 369 415[ 500] 568 747 69 921 207076 281[ 300] 326 400 5 55[ 1000] 800 208013 131 61 268 302 436 607[ 1000] 770 948 209048 142 80[ 500] 88 472 647 775 99 936 210027 42 214 92 312 811[ 300] 936 211170 239[ 500] 75 370 416 599 684 780 903[ 1000] 10[ 500] 212272 616 951 213175 78[ 3000] 205[ 500] 319[ 300] 77 491 92 604 24 67 813 910 214113 277 363 71 498 645 67 721[ 300] 811 215006 121 65 311 26 630 727 75 992 216033 176[ 1000] 249 78 80 344 65 457 559 697 217043 47 238 399 694 928[ 300] 64 81 218112 260 98[ 1000] 720 58 859[ 500] 219066 71 160 380 [ 3000] 464 546 638 717 899 948 220029 66 167 273 475 77 542 626 69 784 816 221080 126 454 559 84 644 858 222295 97 343 97 873 223224 61 459 690 731 864 926 224001[ 3000] 127 57 92 224 47 86 344 413 571 671 772[ 500] 820 35 922 225074 115 33 38 207 455 519[ 1000] 84 Im Gewinnrabe verblieben: 1 Gewinn gu 500 000 1 au 200 000 Mt., 2 au 150 000 r., 1 au 100 000 Mt., 2 gu 50 000 Mt., 1 zu 40 000 r., 6 zu 30 000 D., 14 au 15 000 R., 35 au 10000 D., 62 au 5000 M, 889 zu 3100 Mt., 991 1000 r., 1155 zu 500 Berantwortlicher Redacteur: Heinrich Wesker in Groß- Lichterfelde. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glode in Berlin. Drud und Verlag von Max Bading in Berlin. Ir. 252. 17. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonntag, 28. Oktober 1900. werke " Der Alkoholismus und seine Bekämpfung. * Kennzeichen des chronischen Alkoholismus sind: fitt Da die Trunksucht eine Krankheit ist, sollten die Kranken liche Entartung, Steigerung der Reizbarkeit, geistige Verstimmung, tassen verpflichtet sein, für die Behandlung Trunksüchtiger zu Abnahme der Willenskraft und der geistigen Leistungsfähigkeit. Dazu sorgen. Auch die Invaliditätsanstalten müßten dazu antritt Eifersuchtswahn, Kopfschmerz und Benommenheit, Störungen gehalten werden, da bei rechtzeitiger Fürsorge der Kranke geheilt der Sinnesapparate, besonders Illusionen und Halluzinationen im und so vor Arbeitsunfähigkeit bewahrt wird. Gebiet des Gesichts- und Gehörsinnes, die sich zu Sinnes( Der nachstehende Artikel ist dem im Erscheinen begriffenen Lieferungs- täuschungen steigern, welche auch zu Gewaltthaten Anlaß geben Gesundheitsschus in Staat, Gemeinde und Familie" fönnen, da sich im Rausche alle Vorstellungen leichter in HandFerner zeigen sich Das Branntweintrinken ist, wie ein Blick auf die von Emanuel Wurm( Verlag von J. H. W. Die Nachf. in lungen umsezen als im normalen Zustand. Stuttgart) entnommen. Wir können das betreffende Wert unsren Störungen der Bewegungsnerven, die zum Bittern an Zunge, Länder und Bevölkerungsgruppen zeigt, in denen es herrscht, in Lesern nur angelegentlichst empfehlen.) Lippen, Gesicht und Händen führen, besonders im nüchternen erster Linie und in überwiegender, mitunter ausschließlicher Weise Schnaps Zustand, während es sich nach Alkoholgenuß mäßigt. Auch bedingt durch die sociale Lage der Bevölkerung. Alloholische Getränke fönnen, in mäßiger Menge genoffen, für Badenträmpfe und Lähmungen, namentlich der Gesichtsnerven und in trinkt im allgemeinen nur derjenige im Uebermaß, der unEr will die erwachsene Personen als Reizmittel zur Förderung der Verdauung den Beinen treten auf, außerdem Neuralgien, Abnahme des Geschlechts- genügend und schlecht genährt wird. dienen; dagegen führt Unmäßigkeit in ihrem Genuß zur Bertriebs und der Begattungsfähigkeit. Mängel seiner Kost durch ein ihm mundendes Getränk verdecken. oder auch rüttung des Körpers und Geistes. Je alkoholreicher ein Getränk Durch den beständigen Reiz, den der Alkoholgenuß auf das Tagaus, tagein Kartoffeln und trocenes Brot oder ist, um so rascher und stärker wirkt es, deshalb ist Branntwein Gehirn ausübt, entzünden sich allmählich die Hirnhäute und als erste reichhaltigere, aber nicht schmackhaft zubereitete Nahrung, wie sie ( gewöhnlicher mit 33 bis 45, Cognac mit 40 bis 70, Mahnung des bevorstehenden geistigen Verderbens zeigt sich der in den billigen Gastwirtschaften und noch mehr von des Kochens Arrak mit 60, Rum mit 52 bis 75 Prozent Alkohol) am ver- Säuferwahnsinn, das Delirium tremens( das zitternde Delirium), unkundigen Arbeiterfrauen geboten wird, treiben dazu, durch derblichsten, während Bier, dessen leichtere Sorten 3 bis 4 und so genannt, weil es von heftigem Gliederzittern begleitet ist. Nach Schnaps die Mahlzeit wohlsch medender zu machen. Und dessen schwerere 4 bis 6 Proz. Alkohol enthalten( Weiß- und Braun- irgend einer schwächenden Gelegenheitsursache, einem schweren Rausch da der Branntwein wie das Bier um so schädlicher wirken, je schlechter bier nur 1½½ bis 3 Proz.) und Wein( Mosel mit 6, Rheinwein bis oder irgend einer inneren Krankheit, namentlich Lungenentzündung, genährt der Körper ist, so wird gerade der Widerstandsunfähigste am 13, Champagner, Bordeaux und Burgunderwein bis 14, Portwein, aber auch nach plöglicher Entziehung des gewöhnten Alkohols meisten in Versuchung geführt und am schlimmsten geschädigt. Madeira, Malaga 15 bis 24 Proz.) erst in größeren Mengen be- bricht der Wahnsinn aus; schredende Hallucinationen quälen den Kranken, Die ungenügende Ernährung des Volts wird aber nicht nur rauschende Wirkungen äußert.*( Näheres über die Zusammensetzung der von Unruhe und Schlaflosigkeit verfolgt wird. Gelingt es, ihm durch zu niedrige Löhne bedingt, sondern auch durch zu hohe der Getränke siehe bei„ Genußmittel".) Schlaf zu verschaffen, so erfolgt in 85 Proz. der Fälle Nahrungsmittelpreise, wie sie u. a. durch Zölle auf lebermäßiger Wein- und Biergenuß führt eben- Genesung. Demnach ist der Säuferwahnsinn als eine heilbare Getreide und Fleisch veranlaßt wird. Alle Nahrungsfalls zu schweren Erkrankungen, besonders zu Herzverfettung und Geisteskrankheit zu betrachten, vorausgesetzt, daß der Säufer gleich mittelgölle tragen zur Verbreitung der SchnapsLeberleiden, schließlich zum alkoholischen Insinn. Das Fettherz der zeitig auch seine Leidenschaft bezwingt. Meist aber gelingt ihm das pest wesentlich bei! Biertrinker und die geistige Stumpfheit der gewohnheitsmäßigen letztere nicht und dann verfällt er dem dauernden alkoho Eine zweite Ursache des Umfichgreifens der Trunksucht ist die Bertilger größerer Biermengen, wie sie sich besonders bei der lichen Frresein, in dem Geist und Körper des Säufers rasch übergroße Anstrengung der Arbeitenden, sowohl durch zu studierenden Jugend bemerkbar macht, sind nicht wenig verbreitet. gänzlich verfallen und er rohe Gewaltthaten, besonders gegen die lange Arbeitszeit wie zu schwere Arbeitsleistung. Am schädlichsten ist der sogenannte Frühschoppen", der Bier- oder Familie begeht, da er beständig von Verfolgungswahn und Schreck- Freilich giebt der Alkohol nur scheinbar neue Kraft; im Gegen Weingenuß am Vormittag. Noch schlimmer ist die in so vielen bildern gepeinigt wird, so daß er in höchsten Grade gemeingefährteil, der Schnapstrinker wird hinter dem enthaltsamen Arbeiter auf Industriegegenden übliche Unfitte, daß die Arbeiter früh Morgens, lich ist. Schließlich verblödet der Alkoholiker vollständig. die Dauer zurückbleiben. Denn der Alkohol wirkt nur als Reizwenn sie zur Arbeit gehen, anstatt eines warmen Getränks( Kaffee Die Trunksucht ist ein um so furchtbareres Uebel, als sie vermittel wie die Peitsche auf das Pferd. Weder durch Prügel oder Milch) bereits Bier trinken. erblich ist und ganze Generationen verelenden kann, gleich noch durch Schnaps wird die Müdigkeit dauernd beseitigt; wenn zeitig treten bei den Kindern Anlage zur Epilepsie und Nerven- der Anreiz verschwunden ist, der Alkohol seine anregende Wirkung schwäche auf. geäußert hat, tritt nur noch größere Ermüdung ein, da ja nun noch die betäubende Wirkung des Alkohols dazu tommt. anlaßt, eine noch größere Portion des verderblichen Reizmittels zu nehmen und so fort, bis Trunkenheit eintritt. Die Uebermüdung der arbeitenden Bevölkerung ist also die zweite Ursache der Schnapspest! Ein gutgenährter Mensch, mit kräftigem Mustel bau, tann bei beginnender Ermüdung durch einen Schluck Branntwein seine Leistungsfähigkeit vorübergehend steigern. Über er verbraucht dann auch mehr von den Stoffen, durch deren Umsegung er überhaupt Arbeit leistet, das heißt noch mehr gute, nahrhafte soft. Hann er sich diese bieten, so wird ihm ein fleiner Schluck Branntwein nicht schaden; der ermüdete, übermüdete und ungenügend genährte Arbeiter wird jedoch stets vom Branntweingenuß feinen Vorteil ziehen. Die traurigsten Folgen verursacht aber die Trunksucht in den jenigen Bezirken und Ländern, in denen der Branntwein das Boltsgeträut ist. Sie ist hier in so erschreckendem Maße verbreitet und greift so rapide um sich, daß man von einer Schnaps pest reden tann. Ob der Branntwein mehr oder weniger frei von Fuselölen ist, spielt dabei keine so große Rolle, auch ist der gewöhnliche, in Deutschland hergestellte Kartoffelschnaps davon freier, als man lange Zeit annahm. Nur der Absynth wirkt nicht nur durch seinen höheren Alkoholgehalt, sondern auch durch feine ätherischen Dele noch zerrüttender auf das Gehirn als der gewöhnliche Schnaps. M Die Kinder trunksüchtiger Eltern neigen, teils infolge der erblichen Belastung, teils infolge der durch die Trunksucht hervorgerufenen Zerrüttung des Familienlebens entschieden mehr als andre Personen zum Verbrechen. Deshalb ist der Vorschlag beachtenswert, daß bei Belasteten der Staat die Erziehung mehr als bisher überwache, und wenn das Kind eines Trinters fich eines Vergehens schuldig macht, der Staat dann sofort die weitere Erziehung unter seine Kontrolle stellt, indem das Kind entweder bei den Eltern bleibt, aber unter staatlicher Ueberwachung, oder in eine Ganz entseglich sind die Wirkungen des Aethers( Schwefel- Erziehungsanstalt überführt wird. Freilich dürfte die Ueberäther's), der dort, wo der Branntwein durch Steuern verteuert wachung nicht den dazu ganz ungeeigneten Polizei- Organen überist, als Berauschungsmittel benügt wird, so unter der ostpreußischen wiesen, sondern müßte durch freiwillige Pfleger aus Bürgerkreisen Landbevölkerung. Der Aethergenuß erzeugt krankhaften Stumpffinn, ausgeführt werden. auch Herz- und Gehirnschlag. Um dem Aethergenuß Einhalt zu thun, ist im Deutschen Reich im Oktober 1900 die Steuerfreiheit des zur Wetherbereitung dienenden Spiritus aufgehoben und dadurch der Aether verteuert worden. エン Dies ver Das Mitunter tritt der Alkoholismus nicht als danernde, sondern als Ganz ähnlich verhält es sich mit der erwärmenden periodische Erkrankung auf, d. h. es wechseln Zeiten vernünftiger Wirkung des Alkohols; auch diese ist nur eine scheinbare. Lebensweise mit denen des ausschweifendsten Altoholmißbrauchs ab; warme Blut aus dem Innern des Körpers strömt bei Alkoholgenuß man nennt diese Erscheinung den Quartalsuff, die Dipsomanie( vom reichlicher in die Haut und verursacht dadurch das Gefühl der Durch fortdauernden Alkoholmißbrauch werden förper- griechischen dipsa, Durst). Es zeigt sich von Zeit zu Zeit ein unwider Wärme, in Wirklichkeit aber entsteht wegen der Abkühlung des liche und geistige Störungen hervorgerufen, die, anfänglich wenig tehlicher Drang nach dem Genuß alkoholischer Getränke, auch nach Störpers ein Wärmeverlust, der durch eine vermehrte Wärmeoder gar nicht bemerkbar, schließlich zur völligen Zerrüttung des Effig, ja nach Petroleum, wobei Schlaflosigkeit, Appetitmangel, Un- produktion ausgeglichen werden muß. Da diese aber wie die Geistes und Körpers führen. Zunächst zeigen sich nur leichte Ver- ruhe auftreten. Selbst bedeutende Mengen Alkohols führen dann Arbeitsleistung nur durch die im Körper stattfindende Verbrennung. dauungsstörungen, dauernder Magentatarrh mit Appetitlosigkeit, der nicht Trunkenheit herbei. Nach Ende des Anfalls tritt geistige von Nahrungsstoffen stattfindet, so muß der Körper den Wärmedurch scharf gewürzte Speisen zu überwinden gesucht, aber dadurch Stumpfheit ein, auf die eine Zeit geringer geistiger Widerstands- verlust durch gesteigerte Nahrungszufuhr sofort ersetzen. Stann er dies, noch verschlimmert wird. Es folgt Leberverfettung, Herzschwäche, Ver- fähigkeit und Reizbarkeit folgt. Bei häufiger Wiederkehr entwickelt dann findet allmählich ein Ausgleich statt. Wenn aber ein schwacher, schlechterung des Bluts und dadurch der Ernährung des Störpers wie fich chronischer Alkoholismus. schlecht ernährter Mensch Brantwein trinkt, um sich zu erwärmen, des Nervensystems. so erreicht er damit das gerade Gegenteil, er wird nur infolge des Wärmeverluftes noch mehr frieren, darauf hin zu aberbis sich schließlich alle schlimmen Wirkungen der Alkoholvergiftung maligem Branntweintrinken getrieben und dann noch mehr geschädigt, bei ihm einstellen und er zum Gewohnheitstrinker wird. Was anfänglich ein selten gebrauchtes Genußmittel, eine Arznei war, ist zum Lebensbedürfnis geworden! in Wein *) Der Verbrauch alkoholischer Getränke betrug Die Heilung der Trunksucht ist sehr schwierig. Sie nach einer in Conrads Handwörterbuch der Staatswissenschaften" hat zunächst die Umgestaltung der socialen Berhältnisse des Kranken zur Voraussetzung, ebenso die seiner geistigen. Ver1899 mitgeteilten Tabelle in Litern Bier, Wein, Branntwein und leitung und Gelegenheit zum Trinken muß nicht nur genommen, den in diesen Getränken enthaltenen Mengen sondern ihre Beseitigung vom Kranken selbst gewollt werden, wenn wasserfreien( hundertgrädigen) Alkohol jährlich pro nicht Rückfälle eintreten follen. Dann versuche man, dem Kranken Kopf der Bevölkerung: Etel vor Branntwein beizubringen, indem man ihm alle Speisen Brannts Gesamts und Getränke mit demselben versezt oder man mische ekelerregende wein Alkoholtonfum Mittel( Brechweinstein oder Ipecacuanha) in den Branntwein, den man anfänglich dem Trinker nicht ganz entziehen kann. Dazu gebe man ihm leichte Biere und Kaffee oder Thee als Anregungsmittel, ferner leichtverdauliches, reizloses Essen, veranlasse ihn zu regelmäßigen Spaziergängen, Turnen oder Zinmergymnastik und täglichen lauwarmen Abreibungen( 23 Grad Celsius), Dampfbädern mit nach folgender Packung oder lauwarmen Bädern mit nachfolgenden kalten, turzen Douchen; nachts gebe man einen Leibumschlag, um einen ruhigen Schlaf zu erzielen. Mitunter muß zu diesem Zwecke auch zu chemischen Schlafmitteln( Opium oder Chloral) gegriffen werden, selbstverständlich nur nach Anordnung des Arztes! Belgien Bier Liter Liter 169,2 3,7 Liter 14,1 Frankreich 22,4 103,0 12,4 Dänemark 33,3 • 1,0 26,7 Liter 11,68 11,12 10,30 Deutschland 106,8 5,7 13,2 Großbritannien 145,0 1,7 8,4 Schweiz 37,5 55,0 9,3 9,01 8,73 7,90 Destreich- Ungarn 35,0 22,1 12,45 7,09 Italien 0,9 95,2 2,01 6,42 Holland 29,0 2,6 14,1 Rußland 4,7 3,3 14,1 5,15 Norwegen 15,3 1,0 12,0 Vereinigte Staaten 47,0 • Schweden 11,0 1,8 0,4 7,74 4,8 6,14 4,68 4,60 2,07 Die Beobachtung und Heilung eines Truntjüchtigen kann wirt. fam meist nur in geschlossenen Anstalten( Trinkerasy I en) durchgeführt werden. Ihre Errichtung macht sich in steigendem Maße ge= und arme Eine dritte Ursache, die den von früh bis zum späten Abend fich abarbeitenden Proletarier zum Schnapsgenuß treibt, ist das geistige wie törperliche Unbehagen, das er durch einen Rausch betäuben und vergessen will. Namentlich ungenügende, überfüllte und unschöne Wohnräume geben vielfach dazu Veranlaffung, daß ihre Bewohner das Wirtshaus aufsuchen. Die stetig wachsende Wohnungsnot trägt viel zur Verbreitung der Trunks fucht bei. Im unfreundlichen, ungemütlichen Heim sucht der Arme entweder nach der Tagesarbeit bald seine schlechte Lagerstatt auf und nimmt die Schnapsfllasche mit, aus der er trinft, bis er entschlummert und sein Elend nicht mehr fühlt. Oder er geht ins Wirtshaus, wo er mit Kameraden zusammen sich über die Dede feiner Existenz hinwegtrinkt. Hierzu kommt noch der berechtigte ang zur Geselligkeit, der das Kneipenleben veranlaßt. Und da ein Wirt nicht mit Gästen bestehen kann, die wenig verzehren, andrerseits in Gesellschaft einer den andern zum Trinken anreizt, ebenso der Dunst und Rauch in der Wirtsstube, so endet die Unterhaltung nur zu oft mit Völlerei, wie dies ja nicht nur bei den Die Länder mit größtem Branntweinverbrauch sind demnach in ausreichendem Maße zu erfolgen. Im Deutschen Reiche ist bis ärmisten und daher am wenigsten unterrichteten Voltsschichten zu feineswegs auch stets diejenigen, in denen der meiste Alkohol in den jetzt von diesen nichts geschehen. Die zur Zeit in Deutschland be- beobachten ist, sondern auch bei den Wohlhabenderen, nament verschiedenen Getränken konsumiert wird. Nur in Belgien fällt der Private, zum größeren Teil durch die Vereine für innere Mission, bedingt, folglich ist er auch nur durch sociale Maßstehenden Trinker heilanstalten sind zum Teil durch lich den Studenten und Studierten. Der Alkoholiißbrauch wird also durch sociale Ursachen größte Alkoholkonsum mit sehr starkem Branntweinkonsum zu den Deutschen Verein gegen den Mißbrauch geistiger Getränke und nahmen zu beseitigen! Borzubeugen und zu verhüten, daß fammen, in Frankreich ist es der große Weinverbrauch, der es in den Mäßigkeitsverein des„ Blauen Kreuzes" ins Leben die zweite Linie der alkoholverzehrenden Länder stellt. Den stärksten rufen. Für bemittelte" Trunksüchtige bestehen zur Zeit in die Bevölkerung der Trunksucht in die Arme getrieben Branntweintonjum hat Dänemark. Der Biergenuß aber ist in Groß- Deutschland 9 Anstalten, für wenig bemittelte wird, ist die große Aufgabe, die von der hygiene britannien größer als in Deutschland, das gewöhnlich als das bier- Trinter und Trinkerinnen 18 Anstalten( in Bayern und Württemberg der Socialpolitit gestellt wird! feligste Land gilt. Dafür ist dort der Branntweinkonsum, Dank der feine einzige). Die Verpflegungspreise in den Anstalten für wenig große und beständig wachsende. Die Zahl der Opfer des Alkoholismus ist eine erschreckend Allein in Berlin verfallen jährlich burchschnittlich besseren Lage der Massen, niedriger als in Deutsch bemittelte und unbemittelte Trinter schwanken zwischen 150 und etwa 800 Personen dem Delirium tremens; in Deutschen Reich land! Rußland, das man gern als das trinkfesteste Land hinstellt, 1800 m. jährlich. Eine kostenlose Heilstätte hat Graf Kurt zur Lippe liegen jährlich an 12 000 Personen infolge ihrer Trunksucht in den tommt erst in zehnter Linie, jein Branntverbrauch steht weit hinter im Sommer 1900 zu See( im Kreise Rothenburg in Schlesien) Krankenhäusern, 32 000 fallen der Armenpflege zur Last, 14.000 dem Dänemarks zurück und ist nur wenig höher als der deutsche, eröffnet, doch müssen hier die Aufgenommenen einen einjährigen Arbeits- Trinter find in Strafanstalten, 6000 in Frrenanstalten. Ein Viertel doch sind hier die statistischen Angaben nicht ganz zuverlässig. kontrakt abschließen.*) In sämtlichen vorhandenen Anstalten ist In der veranschlagt v. Beller auf im Ganzen 1911 Millionen Mark jährlich füchtige Platz vorhanden. Nun sind aber 1895 allein in Preußen welche ergeben, daß von allen im Alter von 20 bis 40 Jahren ernur für etwa 400 männliche und 120 weibliche minder bemittelte Trunk sämtlicher Geistesgestörten find durch den Trunt erkrankt. Schweiz find genaue statistische Erhebungen angestellt worden, und pro Kopf der Bevölkerung auf 37.21 M.( davon 22,16 M. für 1356 Fälle von Säuferwahnsinn in den Irrenhäusern und 10 983 Fälle folgten Todesfällen 11,2 Proz., und von den im Alter von 40 bis Bier, 18,20 W. für Branntwein, 2,85 M. für Wein), eine Ausgabe, von Trunksucht in den Krankenhäusern behandelt worden. Nur diejenigen 60 Jahren erfolgten 15 Proz. den Folgen des Alkoholismus zuzudie nicht viel hinter dem Wert der deutschen Getreide- Ernte Personen, welche geistestrant waren, bevor sie Trinker wurden, sozurückbleibt! Das beste Mittel zur Vertreibung der Schnapspeſt wie die, welche durch den Trunk unheilbar verblödeten, sollten in schreiben sind, das heißt also: daß jeder zehnte Mann ist gutes, bekömmliches, nicht zu leichtes und nicht zu schweres Bier. Zutreffend sagt C. v. Stein in seiner Finanzwissenschaft“:„ Unsere Irrenanstalten untergebracht werden, während für alle andern die an den Folgen des Trinkens zu Grunde geht! Trinterasyle bei längerem Aufenthalt( mindestens ein In welchem Zusammenhang Alkoholgenug und Zeit, die auf allen Punkten die geistigen Kräfte im Verhältnis zu Jahr) Heilung bringen können. Bisher wurden bis zu 60 brechen stehen, zeigen u. a. die im Jahre 1874 gemachten Bes den physischen mehr anstrengt, bedarf eines Gleichgewichts gegen die Aufregung und Bier und Tabak erfüllen daher jetzt schon eine Be- bon etwa 100 Aufgenommenen als geheilt entlassen. Bei der bis bei Berlin, die sich auf 32 837 Strafgefangene in Preußen erstrecken. stimmung, welche weit über die Ernährung, ja über den Genuß her meist kurzen Behandlungsdauer find aber Rückfälle sehr häufig. Von diesen waren 42 Proz. Trinker, und zwar 22 Proz. Gelegenheitszumal wenn die Trinker, wie dies vorwiegend der Fall, in dieselben focialen Berhältnisse zurückkehren, durch die sie zur Trinksucht getrieben Den Wert des Getränteverbrauchs in Deutschland hinausgeht." Im so ungerechtfertigter ist es, Bier und Tabak durch Steuern und Abgaben zu verteuern! wurden. Ver trinker und 20 Broz. Gewohnheitstriuker; Mord war in 46, Todschlag in 63 Broz. der Fälle im Zustand der Trunkenheit begangen. Ferner hatten von den wegen Körperverletzung Bestraften 81 Proz., In einzelnen Städten Europas beträgt der Bierberbrauch in Litern auf den Kopf der Bevölkerung: München 566, von den wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt 89 Proz., von Ingolstadt 521, Frankfurt a. M. 428, Augsburg 400, Nürnberg 321,*) Die Aufnahme ist kostenlos. Seinen Unterhalt hat der Pfleg- den wegen Hausfriedensbruchs Bestraften 94 Proz. ihr Vergehen in an Stuttgart 292, Würzburg 246, Lille 232, Karlsruhe 217, Breslau 180, ling zu verdienen, wozu ihm Arbeitsgelegenheit durch die Anstalt getrunkenem Zustand verübt. 150000 Deutsche kommen jährlich vor den Prag 172, Berlin 160, Kassel 160, Wien 145, Straßburg 136, geboten wird, und zwar in der Handelsgärtnerei, der Landwirtschaft, Strafrichter, weil sie in der Trunkenheit sich irgendwelcher Bergehen Heidelberg 120, Best 48, Moskau 28, Marseille 14, Paris 11. im Steinbruch, an der Kleinbahn, in Thongruben und im Walde. schuldig gemacht haben! Die Hälfte aller Verbrechen und drei Viertel Der Branntweinverbrauch im Deutschen Reich ist nach Dadurch wird er zunächst wieder an geregelte Arbeit gewöhnt. Er der Verbrechen gegen die Person geschehen unter dem Einfluß des den amtlichen statistischen Nachweisen, die seit 1888 zuverlässig sind, muß sich auf ein Jahr der Anstalt verpflichten. Im ersten Halbjahr Alkohols. Unter den tödlichen Verunglüdungen werden Von den Selbst= feitdem bis 1897 von 4,5 auf 4,2 Liter pro Jahr und Kopf der Be- hat er seinen vollen Lohn abzugeben als Entschädigung für Auf- bis an 6 Proz. durch Trunkenheit verursacht. völkerung gefallen, der Bierverbrauch von 1878 bis 1897 von enthalt, Verpflegung und Behandlung, im dritten Vierteljahr wird morden sind ein gehutel bis ein Fünftel, in Rußland sogar ein 87,4 auf 123,1 Liter pro Jahr und Kopf gestiegen. 1897 betrug er ihm sein ganzer Verdienst abzüglich 6 M. für Soft gespart, und im Drittel, auf übermäßigen Alkoholgenuß zurückzuführen. pro Kopf der Bevölkerung in Bayern 243,5, in Württemberg 194,8, legten erhält er wieder Geld zur freien Verfügung in die Hand, um in Baden 154,8, in Elsaß- Lothringen 76 und im übrigen Deutschland fich daran zu gewöhnen, Ausgaben zu machen und vernünftig zu Sommermonaten häufiger auf als im Winter. Die Ursachen sind zweierlei Art. Abgefehen davon, daß das Durstgeführ wirtschaften. 108,5 Liter. Die durch Alkohol bedingten Erkrankungen treten in den Im Sommer, zumal bei angestrengter Körperarbeit und an trodenen der Fall ist. In ein abfolut alkoholfreies 2otal geben bie an geistige behrlich, als auch veranlassen sie gerade bei einem jugendlichen GeTagen an sich schon größer ist als im Winter, verleitet auch die Getränke Gewöhnten nicht oder nur sehr schwierig und vereinzelt. Hirn die schlimmsten Schädigungen der Geistesthätigkeit.") häufigere Gelegenheit zur Geselligkeit zu öfterem und ausgiebigerem Verbietet man ihnen den Aufenthalt in den Schänken, so nehmen Das Bier ist," wie Professor Rosenthal- Erlangen zutreffend Genuß von Alkohol. Dieser wird aber im Sommer langsamer aus fie fich den Schnaps mit nach Hause, und beschränkt man die Menge ausführt, einer der wichtigsten Hebel des Kulturfortschritts, indem dem Körper ausgeschieden als im Winter, weil im Sommer der des an den Einzelnen zu verlaufenden Branntweins, dann wird es den barbarischen und civilisationsfeindlichen Schnaps verdrängt und Stoffwechsel überhaupt langsamer vor sich geht, besonders die Atmungs- nur der Schmuggel und Betrug groß gezogen; wer sich betrinken feine milde Wirkung an stelle des verderblicheren und gefährlicheren thätigkeit und die Harnausscheidung geringer ist als im Winter. will, findet doch Mittel und Wege, fich sein Quantum zu verfchaffen. setzt. Wo kein Wein wächst, der billig genug ist, um Volksgetränk Zudem ist das Nervensystem, besonders das Gehirn, im Frühjahr Den Trunkenen aber zu bestrafen, wie dies mehrfach auch zu werden, da haben wir alle Ursache, den Bierkonsum zu begünstigen, und im Sommer weniger widerstandsfähig und daher den Ein- im deutschen Reichstag( zuletzt 1892) vorgeschlagen wurde, heißt die um den Schnaps zu bekämpfen." wirkungen des Alkohols leichter zugänglich. Deshalb ist in den fociale Ungerechtigkeit zum Gesez erheben. Denn der wohl- Selbstverständlich soll nicht dem Uebermaß im Biergenuß geTropenländern selbst ein mäßiger Alkoholgenuß von viel schäd- ha bende Trunkene befigt hinreichende Geld- und Hilfsmittel, um fröhnt werden! Und wer sich gänzlich jedes alkoholischen Getränks licheren Folgen begleitet als Unmäßigkeit in fälteren Klimaten. Die fich dem Auge der Polizei zu entziehen; nur der Arme wird ihr, enthält, wird am besten seine Gesundheit, namentlich seine geistige Form, in der namentlich zur heißen Jahreszeit der anstatt in der Droschke oder Equipage nach Hause zu fahren, Bollkraft bis ins hohe Alter und in allen Lebenslagen bewahren! Alkohol genommen wird, ob als Branntwein, Bier oder Wein, macht fingend und lärmend entgegentaumeln! Und wie schwierig ist es, aber bei einer Bevölkerung, die an alkoholische Reizmittel gewöhut dabei einen geringeren Unterschied als die Ernährungsbedingungen, festzustellen, ob jemand trunksüchtig ist oder nicht! Goll eine ist, darf man den Schnaps nicht durch Temperenzbewegungen ver unter denen er erfolgt. Der gut genährte Rentier verträgt mehr in gewissen Zeiträumen wiederholte Feststellung eines Rausches drängen zu können glauben; es werden stets nur die ohnehin nicht als der schlecht genährte Arbeiter. Deshalb ist auf Arbeits- das Maßgebende dafür sein, dann wird jene schon oben branntweintrinkenden Streise sein, die sich schließlich zur Abstinenz stätten für wohlschmeckende, billige und erquidende Erfrischungs- hervorgehobene sociale Ungerechtigkeit noch verstärkt, denn bekehren lassen. Auch hierin schließen wir uns der Ansicht des mittel, die frei sind von Alkohol, zu sorgen! beim Armen läßt sich durch die Polizei ein leichter Rausch Professors Rosenthal an, daß so lange es nicht möglich, das Beleichter feststellen als die schwerste, oft wiederholte Trunkenheit beim Reichen, der sich dieser Aufsicht bequem entziehen kann! Daß es gerade die umBefferung ihrer Lage fämpfende Arbeiter schaft ist, die in erster Linie den Kampf gegen den Alkoholismus zu führen hat, beweist schon die eine Thatsache, daß gerade dort, wo er am schlimmsten herrscht, auch fortschrittsfeindliche Gesinnung und Charakterlosigkeit ihre beste Stätte haben. Die trunksüchtigsten Bezirke sind auch die Heimat der Socialistenfreffer und Streitbrecher, der unterthänigen, feiner Aufklärung zu gänglichen Knechtseelen. Mit Hilfe dieser aus dem arbeitenden Bolle fich rekrutierenden Gefolgschaft gelingt es der politischen, wirtschaft lichen und geistigen Reaktion, das Borwärtsstreben der aufgeklärten Arbeiterschaft zu henimen. Ebenso ungeeignet zur Bekämpfung des Alkoholmißbrauchs ist die Verteuerung des Branntweins durch hohe Steuern. Ja, fie verschlimmert das Uebel noch, denn sie macht den Trinker noch ärmer, nimmt ihm dadurch noch mehr Geld ab, das er für seine Ernährung verwenden könnte, verschlechtert diese also und erhöht dadurch die Gefahr, daß der Schnaps getrunken wird, um den Mangel an Nahrung zu verdecken. dürfnis nach Altohol ganz zu beseitigen, es im Interesse des Volkswohls durchaus nötig ist, den Genuß von Bier( auch durch Steuerfreiheit desselben) zu begünstigen, da es überall, wo es leicht zugänglich ist, dem Schnaps erfolgreich Feld abgewinnt. Außerdem ist dadurch, daß man den ärmeren Volksschichten alkoholfreie Anregungsmittel, so Kaffee, Thee und katao, billig und bequem zugänglich macht, das Schnapstrinken einzudämmen und daher die Errichtung von BoltsStaffeehallen nüßlich. kürzung der Von Grund aus fann aber das lebel nur bekämpft werden, Nicht mit Zwangsmaßregeln kann man den Alkoholismus be- indem das Einkommen der Bevölkerung durchwegs auf Freilich eben weil der Alkoholismus aus den schlechten fämpfen, sondern nur durch sociale Maßnahmen, unter folche Höhe gehoben wird, daß eine genügende und wohlschmeckende socialen Verhältnissen hervorgeht, läßt er sich nur durch Befferung denen die Erholungsstätten eine nicht unbedeutende Rolle Nahrung beschafft zu werden vermag, während gleichzeitig Ver derselben vertreiben. Da er aber auch gute fociale 8u spielen können, wenn sie von Uebertreibungen freigehalten werden. Arbeitszeit vor Uebermüdung schütt, stände zu schlechten verkehrt, wo er Fuß faßt, muß neben auch Räume, in denen gar keine alkoholischen Getränke gesunde und angenehme Wohnräume wie Erholungsdem allgemeinen politischen und wirtschaftlichen Kampfe noch für ausgefchenkt werden, können von Nuzen sein, aber wohl mehr für tätten es ermöglichen, die Mußestunden fern von jeder Anfpecielle Auflärung und Hilfsmittel gegen diese schlimme die heranwachsende Generation, die sich noch nicht an das Trinken reizung zum Trinken zu verbringen, und eine genügende Voltsfeuche gesorgt werden. Mit Aufklärung allein jedoch ist es gewöhnt hat, als für die herangewachsene. In Rußland hat der Wolfsbildung lehrt, fie in geistig edler Weise auszufüllen nicht gethan und deshalb können weder religiöse Predigten noch Staat in jeder großen Stadt Temperenatomitees ins Leben und die Schädigungen, die der Alkoholmißbrauch hervorruft, zu erethische Ermahnungen das geringste ändern, wenn die wirtschaft. gerufen, denen die Aufgabe zufaut, di ärmeren Voltsschichten von fennen. Die Erfüllung dieser Forderung liegt auf dem Gebiet des lichen Verhältnisse den Arbeiter zur Trunksucht geradezu zwingen! den schmutzigen" Traktiers", den Wirtshäusern, wegzuziehen, indem Die Trunksucht fann alfo zunächst nur bekämpft man ihnen geräumige und luftige Volksrestaurants zur Verfügung stellt, Kampfs, den die Arbeiterklasse zur Erringung der politischen und werden durch Befferung des Einkommens der Arin denen Speisen und Getränke, mit Ausnahme von Branntwein, verabswirtschaftlichen Macht führt. beiter, Berkürzung der Arbeitszeit, Beseitigung folgt werden. Jedes Komitee erhält von der Regierung eine Unterſtüßung, der Wohnungsnot, Daran hat sich anzuschließen die Bedie jährlich mindestens 50 000 Rubel beträgt und aus den Einfchaffung von Erholungsstätten, in denen den Volks- nahmen der Alkoholverwaltung entnommen wird. 1898 gab es in maffen Gelegenheit zu geselligem Beisammensein und geistiger Aus- Rußland 1713 Boltsrestaurants, in denen kein Branntwein berabfolgt bildung gegeben ist, ohne daß Branntwein verabfolgt wird oder wurde. Außerdem suchen die Komitees, die Volksbildung zu heben, mitgebracht werden darf. Einen mäßigen Biergenuß ebenfalls indem sie 747 Boltsbibliotheken, 800 Vortragsfäle, 91 Theater zur zu verbieten, würde nur den Erfolg haben, daß gerade diejenigen Verfügung stellten ein Tropfen auf einen heißen Stein! Boltsschichten, die es am nötigsten haben, vor Alkoholmißbrauch ges schützt zu werden, doch in die Schänke getrieben und damit der Verführung zum Schnapstrinken ausgelegt werden, weil, wie heute nun einmal die Verhältnisse liegen, die Mehrzahl der Arbeiter irgend ein alkoholisches Neizmittel nicht entbehren mag und fann, sei es infolge der Ueberanstrengung, fei es mangels genügender Einsicht und Selbstbeherrschung. Deshalb finden auch die Bestrebungen der absoluten Abstinenzler, Enthaltsamteitsanhänger, Tempe renzler( Mäßigkeitsfreunde) oder wie sie sich in England nennen: Teatotaler( lihtoteler) keinen nennenswerten Erfolg. Sie schießen über das Ziel hinaus, auch wenn ihnen die Gesetzgebung mit Ginschränkung der Schanffonzeffionen zu Hilfe kommt, wie dies in Nußland, Schweden, der Schweiz und einigen Staaten Nordamerikas *) Wie arg es schon mit der Verbreitung des Schnapsgenusses unter Kindern gekommen ist, beweist die Thatsache, daß z. B. in einer als sehr nüchtern geschägten anhaltischen Dorfgemeinde von 107 Kindern schon 81 Branntwein genossen hatten und in Leipzig in einer 7. Klasse einer Bezirksschule, in der ärmere 7 bis 8jährige Kinder sigen, von 42 Knaben 14 angaben, schon berauscht gewesen Richtig ist, daß die ebung der Volksbildung eines zu sein, 24, daß sie öfter Schnaps, 17 täglich Bier, 15 oft sogar der besten Kampfesmittel gegen den Alkoholismus ist. Wer sich schon vor dem Unterricht Schnaps oder Bier bekommen. Wie sehr geistig ausgebildet hat, vermag bessere, edlere Vergnügungen fich die geistige Leistungsfähigkeit der Kinder durch den zu schaffen, als sie ihm der Rausch gewährt. Aufklärung des Geistes Alkoholgeruß beeinträchtigt wird, zeigt folgende, auf 591 Schüler führt die Bevölkerung dahin, daß sie die Umnebelung desselben Leipzigs fich beziehende Statistit: 134 Kinder hatten feinent durch Alkohol verschmäht. Auch specielle Belehrung über die Alkohol genossen; von diesen erlangten 44,5 Prozent die 1. Selasse, Schädigungen, die der Alkoholmißbrauch anrichtet, ist von nöten. 48,5 Prozent die 3., 7. Prozent die 5. Klasse. Von 164 Kindern, Vorträge, Flugschriften, Artikel in den vom Bolte gelesenen Zeitungen die nur ausnahmsweise geistige Getränke befamen, hatten nur gehören zu den Hilfsmitteln, die neben den socialen Maßnahmen 85 Prozent die 1. Klasse erreicht, 55 Prozent die 3. und 9 Prozent nicht entbehrt werden können. Besonders ist immer und immer die 5. Klasse. Bei 219 Kindern, die regelmäßig Bier bewieder darauf hinzuweisen, daß derjenige ein Verbrechen an tamen, waren nur 27 Prozent zur 1. Klasse gekommen, 59 zur 3., feinen Kindern begeht, der ihnen Schnaps vorsetzt. Auch 13 zur 5. Bei 71 Kindern, die täglich zweimal Bier bekamen, hatter Bier und Wein sollten Kinder bis zum 14. Lebensjahr gar nur 24 Prozent die 1. Klasse erreicht, 57 Prozent die 8. uni nicht erhalten; sie sind sowohl als sogenannte Stärkungsmittel ent- 18 Prozent die 5. Klasse. Warenhaus A.Wertheim. Vor der Eröffnung Extra- Verkauf unsrer Neubauten Alle Waren sind im Preise ermässigt. zu ausserordentlich herabgesetzten Preisen in sämtlichen Abteilungen unsres Geschäfts. Ausgenommen sind nur vereinzelte Artikel, deren allgemeine Preislage eine Die Extra- Preise sind neben den bisherigen auf den Preiszetteln vermerkt. Herabsetzung nicht zulässt. Montag, Dienstag, Mittwoch bringen wir, soweit der Vorrat reicht, folgende Artikel zu ungewöhnlich niedrigen Preisen zum Verkauf. Glas. Rotweingläser, geschliffen 18 Pt. Portweingläser, geschliffen 15 Pf. Liqueurgläser, geschliffen 12 Pt. Bierbecher, geschliffen 18 Pf. Kompott- und Salatschalen, gepresst, 6 Grössen 6, 12, 18, 24, 32 u. 42 Pt. Steingut. Milehtöpfe, glasiert 10, 17, 25, 30, 38, 55, 68, 80 P. Kleine Töpfchen, farbig glasiert 7 u. 10 Pf. # Porzellan, weiss. Speiseteller 8 PE. Brotteller 7 PL. Terrinen 1 M. Kartoffelschüsseln 55 PL. Saueleren 80 Pt. Kompottschüsseln 25 a. 35 Pt. Kaffeetassen 14 u. 17 Pf. Milehtöpfe 10 Pf. Bratenplatten 40 60 PL. Cognac von Porzellan, dekoriert. Emaille, hellblau oder braun. Kaffeetassen, bunt 20, 25, 28 Pf. Milchtöpfe 18 PL. Schmortöpfe, 38, 48, 55, 65, 75 Pr. Dessertteller mit Goldlinien 22 Pf. Französ. Dessertteller 86 PL Französ. Tassen 55 Pt. 2. Kaffeeservices, elegante Formen, ohne mit Schmortöpfe, 62, 60, 70,85 P. 1,05M. Kasserollen, ohne mit Kasserollen, Ring 28,28,32,38,48,55 Pf. 40, 50, 60, 65, 75 PL ohne Wasserkessel, Az 1,10, 1,85, 1,55 M. mit Wasserkessel, Az 1,15, 1,40, 1,70м. flach, Schüsseln, ch, 25, 32, 40, 45, 60 Pt. weiss tief und Teller, ach, weiss 14, 18, 22, 25 PT. Teller, flach, weiss 9 Teile f. 6 Pers. 4,30, 6,10, 7,10 M. Eimer, mit Deckel 1,75 M. 16 Teile f. 12 Pers. 9,10, 12,10 M. Pfau& Co., jede Flasche k. u. k. Hof- Destillerie, Fiume, Konsole mit Mass, hellblau 38 Pf.p oder marmoriert 1,80 M M. இ Für den Juhalt der Inserate übernimmt die Nedaktion dem Thalia- Theater) Dresdenerstr. 72. Publikum gegenüber feinerlei Der Liebesschlüssel. Ver antwortung. Theater. Sonntag, den 28. Oktober. Freie Volksbühne. Carl WeißTheater. 6. Abteilung( grüne Karten). Ueber unfre straft. ( 1. Teil.) Anfang 23 Uhr. Opernhaus. Mignon. 712 Uhr. Anfang Montag: Götterdämmerung. Schauspielhaus. Der wilde Reutlingen. Anfang 72 Uhr. Montag: Madame Sans- Gêne. Neues Opern Theater( Kroll). Der Mitado. Anf. 72 Uhr. Montag: Rigoletto. Deutsches. Rosenmontag. Anfang 712 Uhr. Nachm. 22 Uhr: Die Weber. Montag: Rosenmontag. Lessing. Johannisfeuer. 712 Uhr. Große Ausstattungspoffe mit Gefang und Tanz. Im 1. Att: Musikalisch- automatisches Potpourri. Hauptdarsteller: Thomas, Thielscher, Helmerding, Junkermann, Baulmüller, und die Damen Milton, Schäffer, Wanovius, Junter- Schaß, More fang 7 Uhr. Morgen und folgende Tage: Die selbe Vorstellung. Palast- Theater früher Feen- Palast, Burgstr. 22. Mittwoch, den 31. d.: Lekter Abend des Sensations- Oktober- Progr. Noch nie dagewesener Erfolg! 82 Uhr. Neu! 8½ Uhr. RANIA Taubenstr. 48/49. abends 8 Uhr: Auf den Wogen des Oceans. Invalidenstr. 57/62. Eine Wanderung durch die Weltausstellung in Paris. Montag, ebends 8 Uhr: Eine Wanderung durch die Weltausstellung in Paris. Im Hörsaal: „ In den Alpen soest une jetzt." Von Dr. Werner. Tägl. Sternwarte. Nachmittags 5-10 Uhr. Berliner Aquarium Unter den Linden 68 a. Anfang Der olle Muckebold. Eingang Schadowstr. 14. Nachm. 3 Uhr: Die Slavin. Montag: Johannisfeuer. Berliner. Die strengen Herren. Anfang 72 Uhr Nachm. 2 Uhr: Prinz Friedrich von Homburg. Montag: Die strengen Herren. Emanuel Mud, Rentier: Direktor Richard Winkler. Durchweg lauter Schlager! 12 Attraktions- Nummern. Anfang: Wochent. 71/2, Sonnt. 7 Uhr. Entree: 50 Pf. Residenz. Die Dame von Marim. Passage- Panoptikum. Anfang 72 Uhr. Nachm. 3 Uhr: Jugend. Montag: Die Dame von Marim. Neues. Gerda Mohr. Anf. 72 Uhr. Nachm. 3 Uhr: Der weiße Hirsch. Montag: Gerda Mohr. Westen. Hoffmanns Erzählungen. Anfang 7 Uhr. Nachm. 3 Uhr: Martha. Montag: Hoffmanns Erzählungen. Schiller. Das Glück im Winkel. Anfang 8 Uhr. Nachm. 3 Uhr: Die Orientreise. Montag: Fanft. I. Teil: 1: Abend. Wieder- Eröffnung: Donnerstag, den 1. November, mittags 12 Uhr. Nach der umfassenden Renovierung: Größtes und elegantestes Schau Etablissement der Welt. China in Berlin. Großart. Schanstellung in 11 Bildern. Der Eintritt intl. Theater 50 Pf. Kein Extra- Entree! Apollo- Theater. Seceffionsbühne. Der Thorn Durchschlagender Erfolg der der Tod. Hodenjos. Anfang 71/2 Uhr. Nachm. 3 Komödie der Liebe. Novität: Montag: Die Bildſquiger. Dazelm. Fräulein Loreley. Der Bildschnitzer. Central. Die Geisha. Anfang 72 Uhr. Nachm. 3 Uhr: Die Puppe. Montag: Die Geisha. Thalia. Der Liebesfchlüssel. Anfang 72 Uhr. Montag: Dieselbe Vorstellung. König Krause. Luisen. 8 Uhr. Anfang Nachm. 3 Uhr: Maria Stuart. Uhr: Maria Montag: König Strauſe. Friedrich Wilhelmstädtisches. Der Tugendring. Anfang 71/2 Uhr. Nachm. 22 Uhr: Der Bettelstudent. Montag: Der Tugendring. Carl Weiß. Müller und Schulze auf der Pariser Weltausstellung. 39 Anfang 8 Uhr. Montag: Diefelbe Vorstellung. Belle Alliance. Die schöne Millibäuerin von Tegernsee. Anfang 8 Uhr. Montag: Dieselbe Vorstellung. Metropol. Specialitätenvorstellung. Der Manbarin- von Ting- lings ting. Anfang 7 Uhr. Montag: Diefelbe Vorstellung. Apollo. Specialitäten- Vorstellung. Fräulein Loreley. Anfang 8 Uhr. Montag: Dieselbe Vorstellung. Palaft. Specialitäten Vorstellung. Der olle Muckebold. Anfang 7 Uhr. Montag: Dieselbe Vorstellung. Reichshallen. Stettiner Sänger. Anfang 7 Uhr. Urania. Taubenstr. 48/49.( Jm Theatersaal) Abends 8 Uhr: Auf den Mogen des Oceans. Im Hörsaal: In den Alpen sonst und jetzt." Bon Dr. Werner. Invalidenstr. 57/62. Eine Wande rung durch die Weltausstellung in Paris. Montag: Dieselbe Vorstellung. Täglich abends von 5-10 Uhr: Sternwarte. Schiller- Theater ( Wallner Theater). Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Die Orientreise. Schwant in 3 Atten von Oskar Blumenthal und Gustav Kadelburg. Sonntag, abends 8 Uhr! Das Glück im Winkel. Schauspiel in 3 Atten v. Hermann Subermann. Montag, abends 8 Uhr: Faust. I. Teil. 1. Abend. Dienstag, abends 8 Uhr: Faust. I. Teil. 2. Abend. Central- Theater Nachmittags 3 Uhr zu halben Preisen: Die Puppe. Abends 7/2 Uhr: Ferner: Riccardo und Benedetto. Trio Resa. Erna Bertholdi. Adele Moraw. Mme. Hilaris. Der Kosmograph. Kassenöffnung 6 Uhr. Anfang 72 Uhr. CLL Cirkus Schumann. Heute, Sonntag, den 28. Oftober, nachmittags 31/2 u. abends 72 Uhr: große brillante Gala: Vorstellungen. In beiden Vorstellungen: Gleichreichhaltiges abwechselndes großes Programm. In beiden Vorstellungen: Les 9 Colibris, die kleinsten Menschen der Welt. 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Der Mandarin Turn- Verein ,, FICHTE" ( Mitglied des Arbeiter- Turner- Bundes). Sonnabend, 3. November, im Konzertsaal der Aktien- Brauerei Friedrichshain am Königsthor: Wohlthätigkeits- Künstler- Konzert zum Besten des Unterstützungs- Fonds des Vereins. Mitwirkende: Berliner Tonkünstler- Orchester, Kapellmeister Herr Franz v. Blon. Konzertmeister( Solovioline) Herr Willy Neumann. Konzertsängerin: Frl. Elisabeth Volkmar van Berge. Harfe: Frl. Emilie Stoltz. Orgel: Herr Musikdirektor Paul Kurz. Herr Otto Wolf( Tenor). Herr Paul Gierse( Baryton). Anfang präc. 812 Uhr. Eintritt 50 Pf. Programm mit Liedertext am Konzert- Abend 10 Pf. Nach dem Konzert: BALL. DeHerren, welche daran teilnehmen, zahlen 50 Pfennig nach. Das Rauchen ist nur nach dem Konzert gestattet. Während der Piecen wird die Bedienung zurückgezogen und die Saalthüren verschlossen. Alle Freunde und Gönner des Vereins werden hiermit freundlichst eingeladen und gebeten, äusserst pünktlich zu erscheinen. Das Komitee. W. Noacks Theater. Brunnenstraße 16. Heute, Sonntag, den 28. Oktober: Bummelfritze. Posse mit Gesang in 3 Atten( 6 Bildern) von Jacobson und Wilten. Musik von Michaelis. Nach der Vorstellung: Tanzkränzchen. Montag: Der Hüttenbesitzer Reichshallen. Täglich: Stettiner Sänger. Zum Schluß:( nur noch kurze Zeit!) Excellenz kommt! Anfang 8 Uhr. Vorher: Konzert. Elysium. Landsberger Allee 40-41. Jeden Sonntag: Konzert Norddeutscher Sänger. Bimmermann. Stangenberg usw. Nach 9 Uhr: BALL. Anfang 5 Uhr. Entree 30 Pf. Albrechts Lange: von Tsing- ling- ting. Geſellſchaftshaus, rae 108, 62 Jane Pierny. Bonhair- Truppe. CHINA. Georg Kaiser Der Aufstand der Boger. Krieg. Die Nufren in Kiautschou. Die Verbündeten vor Taku- Peking. in China durch den Kinematographen. Darstellung der neuesten Ereignisse Cirkus Busch 2 Sonntag, den 28. Oktober cr.: 28. Dit 2 grosse brillante Vorstellungen; Nachm. 4 Uhr und abends 7½ Uhr. Nachmittags 4 Uhr hat jeder Er wachsene ein sind frei, weitere Kinder auf allen Sitzplätzen die Hälfte. In beiden Vorstellungen: The little Toney der kleinste Wunderjockey. Abends 72 Uhr: Berliner Landpartien Ult über Ulf. Tolle Streiche zu Wasser und zu Lande ir 2 Aften. Europäische Kavallerieen auf 16 Schulpferden. Prof. Hermanns ensationelle Demonstrationen. Fesselung und rätselhafte Entfesselung eines Sträflings. Die Flucht aus dem verschlossenen Reisekoffer mitten in der Manege. Vorzügliches Programm. mit seinem neuen Repertoir. Anfang 7 Uhr. Rauchen überall gestattet. Ostbahn- Park Rüdersdorferstr. 71, Küstrinerplatz. 912 Sonntag, den 28.Oftbr., fowie jeden Mittwoch und Sonntag: Süddeutsche QuartettSänger. Kaffeneröffnung 5 Uhr, Anfang 61/2 Uhr. Entree 30 Pf. Passepartouts haben Mittwochs Gültigkeit. [ 56632* Nach der Vorfte llung BALL. Deutsche Konzerthallen Spandauer Brücke. Die Geisha. Sanssouci 4 Operette in 3 Atten von S. Jones. Molly Fräul. Walde. Mimofa Fräul. Werber. Montag und folgende Tage: Die Geisha. Kottbuserstrasse. Jeden Sonntag, Montag und Donnerstag: Hoffmanns Carl Weiss- Theater Anfang Sonntags 7 Uhr. Gr. Frankfurterstr. 132. Seit Charley's Tante hat keine Poffe einen solchen Erfolg gehabt, wie Müller und Schulze auf der Pariser Weltausstellung Ausstattungspoffe mit Gefang in 5 Bildern von C. Weiß u. J. Dill. Anfang 72 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Dienstag: Berlin, wie es weint und lacht. Sonnabendnachmittag: Rübezahl u. Schneider Benedict. Nordd. Sånger. Entree 50 Pf. Bon 5-7: Unterhaltungs- Musik. Wochentags 8 Uhr. Entree 30 Pf. Nach jeder Sofree: Tanzkränzchen. Wochentags Tanz frel. Vereins: und Borzugsbillets wochentags gültig. Säle zu Festlicht. u. Versammlungen. Englischer Garten Alexanderstraße 27 c. Säle für Sonnabende in den Monaten Oftober, November, Jantuar noch fret. Dienstags u. Donnerstags: Ball. Täglich ausländische Kapellen 4 Gr. Theater- Vorstellung. Schweizer Garten. Am Königsthor. Am Friedrichshain. Im neuen großen Saale: Jeden Sonntag: Bet verstärktem Orchester. Ball Anf. 4 Uhr. H. Kriegers Festsäle, empfiehlt seinen Saal. Gr. Vereins: zimmer Sonnabende noch fret.[ 5695* Urania Wrangelstrasse 10/11. Jeden Sonntag: Grosser Ball. Anf. 4 Uhr. Siche Auschlagfäulen. Empfehle mein Lokal zu Festlichkeiten und Versammlungen. 56239*] C. F. Walter. Schmargendorf. Restaurant Sanssouci: Jeden Sonntag: Großer Ball. Gesellschaftshans Swinemünderstr. 42. Tägl. Theater u. Specialitäten: Vorstellung. Jeden Sonntag: Ball. Säle für Gesellschaften, Vereine, toulant zu vergeben. ( 56249 Alhambra Wallnertheater- Strasse 15 Jeden Sonntag und Dienstag: Gr. Extra- Ball bei doppelt befestem großen Orchester Anfang 5 Uhr. A. Zameitat. 136* Hoffmanns Volksgarten, Westend, Kastanien- Allee 1. Säte für Sonnabende ti den Monaten Oftober- November noch fret. 5625* Moabiter Klubhaus, Beusselstr. 9. Inhaber: Siegfried Dobrick. Dobrick. Freie Volksbühne. Ordner- Sitzung Donnerstag, den 1. November, abends Uhr, im Restaurant Sticher. Heute nachmittag 2 Uhr: Carl Weiss- Theater: Ueber unsre Kraft. VI. Abteilung. Die Mitglieder werden gebeten, pünktlich zu erscheinen. Die III. Serie der Vorstellungen beginnt am 11. November, nachmittags schon um 2 Uhr ( wegen langer Dauer derselben) mit dem II. Teil von Björnsons Ueber unsre Kraft. Bis zu diesem Tage muss spätestens der NovemberBeitrag entrichtet sein. 234/11 Winterfest zum 10jährigen Bestehen der Freien Volksbühne am Sonnabend, den 17. November, abends 812 Uhr, in der Brauerei Friedrichshain( nur für Mitglied.). Lyriker Abend: Recitationen, Kammermusik, Vokalkonzert, ausgeführt von allerersten Gesangskünstlern. Nach dem Konzert: Tanz. Marken vom 1. November ab in allen Zahlstellen erhältlich. Man bestelle dieselben vorher. Die Mitglieder werden darauf aufmerksam gemacht, dass sie nur die Vorstellung ihrer Abteilung besuchen dürfen. Nachzügler haben kein Anrecht auf einen Platz im Theater und können besonders in der VII. Abteilung nicht werden, da dieselbe gefüllt ist. berücksichtigt Der Vorstand. I. A.: G. Winkler. Wo amüsiert man sich grossartig? Hasenhelde 21 und Jahnstr. 8 in Schnegelsbergs Festsälen, Jith.: Max Schindler.- Telephon: Amt IV Nr. 1132. Heute: Grosser Ball, ale Specialität:* Cigarren- und echten Weichselspitzen- Regen verbunden mit Schlangen- u. Bonbon- Regen u. diversen Ueberraschungen. Täglich: Specialitäten- Vorstellung. Entree frei. Empfehle den geehrten Gewerkschaften, Bereinen, Fabriken 2c. meine äle, 300 und 1200 Personen fassend( mit Bühne) zu Versammlungen und Festlichkeiten jeder Art.[ 57419* Graumanns Festsäle, früher Renz, Naunynffrake 27. [ 53348* Empfehle meine Säle, 900 Personen fassend( auch mit Bühne), zu allen Festlichkeiten u. Versammlungen. Einige Sonnabende sind noch frei für Bereine. Jeden Sonntag und Donnerstag: Grosser Ball. Alle übrigen Tage steht mein Lokal zu Bersammlungen zur Verfügung. Cirkus Renz- Konzert- Tunnel Wochentags 7 Uhr. Karlstrasse. 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Drud und Verlag von Mag Bading in Berlin. Br. 252. 17. Jahrgang. 3. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonntag, 28. Oktober 1900. Hunnenbriefe. Wohl für die meisten unsrer jungen Khatimänner ist der Beweg grund ihrer Chinabegeisterung die Abenteuerlust gewesen. Der fremb artige Glanz des fernen Oftens, die Schäge Chinas Lodten sie übers Meer. Aber wie bald ernüchtert sich ihre phantastische Begeisterung, wenn sie erst die Rauheiten des Kriegs empfinden; aus einer Reihe von Briefen, die wir von Khatimännern bereits veröffentlichten, ging dies deutlich genug hervor. Das ungewohnte, heiße Klima, nicht selten ungenügende Berpflegung, Nahrungsmittel von häufig minderwertiger Qualität, manchmal gewiß auch nicht in genügender Menge, das alles ist geeignet, die robusteste Gesundheit zu erschüttern. Dazu kommen die Strapazen des Feldzugs und vor allem der häufig eintretende Mangel an gutem Trinkwasser oder, wenn solches vorhanden, die aus Gesundheitsrücksichten sich notwendig machende Enthaltsamkeit vom Trinken. welchen er voll Dollars hatte. 1 Offizier, 3 Unteroffiziere und 10 Mann im Stampfe, außerdem hatten wir noch Verwundete." Schutz vor der Kultur. in großer Bahl zu den Konservativen gegangen und auch unser die Ausführungen des Referenten und erinnert an die Angriffe der Kandidat e debour war in der Versammlung erschienen. Heuchler und Muder gegen die Sonntagsruhe, die mit genau Durch diesen Zusammenstoß wurde die Versammlung zu einer der denselben Argumenten betämpft worden ist. Herr Jul. Ralisti interessantesten des ganzen Wahlkampfs. ( Centralverband der Handlungsgehilfen und Gehilfinnen Deutschlands) Die Konservativen, die wohl etwas wittern mochten, hatten an weist darauf hin, daß sich die Regierung gar nicht um die Lage der rednerischen Sträften alles mögliche aufgeboten, um die Nebezeit Sandelsangestellten fümmere. Für die Agitation zum Zuchthausmöglichst lange für sich in Anspruch zu nehmen und die Social gefes habe sie 12000 m. gepumpt, aber daß für die Agitation zur demokraten vielleicht gar nicht zur Diskussion tommen zu lassen. Vier Einführung des Achtuhr Ladenschlusses ein Pfennig geborgt worden tonfervativ- antisemitische Rebner sprachen hintereinander, der B a stor fei, habe man noch nicht gehört.( Stürmischer Beifall.) Für uns ist Philipps, Redacteur Man nes, Hofprediger Stöder der Achtuhr- Ladenschluß eine Etappe auf dem Wege zum achtstündigen. und der fonfervative Randidat Rechtsanwalt Ulrich. Sie alle Normalarbeitstag für alle Geschäfte, ob offene Verkaufsstellen oder nicht., bemühten sich einer nach dem andern, zu beweisen, was die Social- Herr v. Gerlach und Frl. Dr. Augspurg schilderten, wie im demokratie für eine elende Partei sei und wie gut es dagegen die Auslande schon ein viel früherer Ladenschluß durchgeführt sei, und Konservativen mit den Arbeitern meinen. forderten den Ausschuß auf, ein Adreßbuch aller der Geschäfte herausPastor Bhilipps rechnete den Arbeitern die Vorteile vor, die zugeben, die um 8 Uhr schließen. Es sprachen dann noch Herr Dathe, sie aus den Versicherungsgesetzen beziehen. Mannes flagte unfre Benno Maaß, der die Gehilfenverbände angriff, die sich nicht an Bartei an, fie wolle den Mittelstand ruinieren. Der salbungsvolle, der Agitation beteiligten, den Verein der Handlungskommis von 1858 Stöder schlug nationale Töne an und behauptete, daß die Social- und den Kaufmännischen Hilfsverein für männliche Angestellte. demokraten das Baterland und die Heimat nicht lieben. Herr Aug. Hinze und ein Seleingewerbetreibender, der aus dem Am denkbar ungeschicktesten verfuhr der Kandidat Ulrich, Achtuhr- Schluß einen unermeßlichen Schaden für den Handel erder zu glauben schien, er werde im sechsten Reichstags- Wahlkreise stehen sah.Geschäfte machen, wenn er sich zu einer Reihe reaktionärer Gesez- Nahezu einstimmig wurden folgende Resolutionen angenommen: entwürfe bekenne. Zuerst das Buchthausgefey, das sei dringend 1. Die heutige Versammlung erklärt sich mit den Ausführungen des nötig zum Schuße der Freiheit der Arbeitswilligen. Dem all- Vortragenden einverstanden. Sie ist der Ueberzeugung, daß der gemeinen Wahlrecht milise, die ahlpflicht mit Straf- Achtuhr- Ladenschluß für die Angestellten und Ladenbesitzer eine bestimmungen für Fernbleiben von den Urnen beigefellt werden; dringende Notwendigkeit sei, und beauftragt den Ausschuß, mit aller dann werde man tönigstreue Wahlen erzielen. Ferner braucht die Energie nicht nur für die Erringung des Achtuhr- Ladenschlusses, sondern Landwirtschaft hohe Getreidezölle. Ohne die lex Heinze müffe die für einen Achtuhr- Schluß aller Geschäfte als Vorläufer einer weiteren deutsche Sittlichkeit in Trimmer gehen. Das alles bekämpfen Werkürzung der Arbeitszeit im Handelsgewerbe thätig zu sein". die Socialdemokraten, und es wäre daher besser gewesen, 2. Die Versammlung protestiert energisch gegen die Festsetzung der wenn Kain anstatt den Abel den Bebel 40 Ausnahmetage, in denen bis 10 Uhr gearbeitet werden kann, da totgeschlagen hätte! solche Ausnahmen weder im Interesse der Konsumenten noch der Angestellten find. Mit einem begeisternden Hoch auf den Achtuhrschluß aller Geschäfte wurde die Versammlung geschlossen. Dieser Kalauer im Büdlerstil fand bei den Versammelten die gebührende Würdigung. Als der Redner noch als eine Scheufäligfeit der Socialdemokraten citierte, der verstorbene Liebknecht habe die ganz legale Pachtung von Kiautschon eine Räuberet" genannt, brauften endloser Beifall und Bravos durch den Saal. Das sind die mit jedem Kriege notwendig verbundenen Leiden und Qualen; es ist daher kein Wunder, daß so viele Krieger, die mit dem ganzen Feuer und der Begeisterung ihrer Jugend hinaus gezogen sind, gar bald sich ernüchtern. Dieser Eindruck läßt sich auch durch die Renommage nicht verwischen, die durch manchen Brief durchklingt; vielfach ist es Galgenhumor, der da zum Ausdrud tommt oder das Bestreben, die Angehörigen nicht übermäßig zu ängstigen. Die Braunschweiger Neuesten Nachrichten" veröffentlichen den Brief eines aus Königslutter stammenden Seefoldaten Heinrich Liebing, welcher seinen Eltern schreibt: " Wie Ihr wißt, find wir mit der„ Irene" hier glüdlich angekommen. Schon bei unsrer Ankunft merkten wir, daß es hier heiß bergegangen war, denn in Tatu hatte das erste Treffen der Schiffsmannschaften bereits stattgefunden. Es waren hier ungefähr 30 bis 40 Kriegsschiffe aller Nationen. Von Taku aus hatten wir die Bahn benußen wollen. Dieses ging aber nur eine furze Der Wahlverein für den fünften Reichstagswahlkreis hielt Strede gut, denn bald waren die Schienen aufgeriffen waren bie und fomit stodte die Fahrt. Inzwischen war es Abend und wir am Freitag eine Generalversammlung ab. Aus dem vom Vor fizenden 8ize wig erstatteten Bericht des Vorstands ist zu entmußten im Buge fchlafen, Gepäd und Mannschaften dicht neben einander gepöfelt. Das war die erste Nacht im fremden Den konservativen Herren im Bureau wurde bei dieser Stimmung nehmen, daß im 3. Quartal 3 Mitglieder- und 11 GruppenverLande. Aber am Morgen, als wir erwachten, halte jeder einen der Versammlungsmajorität wohl etwas schwül und sie fahen fich fammlungen stattfanden, daß aber ein stärkerer Besuch namentlich riesigen Hunger und nichts zu ejfen. Nach kurzer Zeit nach 11 Uhr veranlaßt, dem socialdemokratischen Kandi der letzteren bringend gewünscht werden müsse, schon um deswillen, bekamen wir Thee, aber nur ein Biertel Liter jeder Mann und daten Ledebour das Wort zu erteilen. Dieser wurde mit damit sich die Mitglieder im Interesse eines ersprießlichen Zusammen tein Brot. Dann folgte ein sechsstündiger Marsch, bis wir Bravos empfangen. Er geißelte fowohl das Verschwinden der Herren arbeitens näher fennen lernen. Weiter teilte der Borsigende mit, nach Tientsin tamen, wo die andren Mächte bereits versammelt Bhilipps und Stöcker, die sich inzwischen gedrückt hatten, als auch daß der frühere Bertrauensman Karl Lange, der durch die waren. Den Oberbefehl führte der englische Admiral Seymour, die Feigheit der Konfervativen, die sich in unsren Versanmilungen vorige Mitgliederversammlung wegen Spigelei aus dem Verein auswir wurden von demselben herzlich begrüßt. Wir waren nicht stellen. Er ging dann oft von wildem Geschrei geschlossen wurde, an ein Schiedsgericht appelliert hat. Das Schieds250 Mann in zwei Kompagnien eingeteilt, die Führung hatte unterbrochen- mit den konservativen Herren und ihren reaktionären einen Witgliede des Parteivorstands, hat zwar die Handlungs der mehr vorne, näher der Bühne sigenden Konservativen gericht, zusammengesetzt aus Genossen des fünften Wahlkreises und Herr Major Christ. Auf dem sechsstündigen Marsche hatten wir sehr durch Hunger und Durst zu leiden. Waffer anschauungen scharf ins Gericht. Besonders knüpfte er an die Aus: weiſe Langes, da es in unsrer Partei nichts zu bespigeln gebe, nicht faben wir felten, und wenn wir Wasser antrafen, so führungen des reaktionären Gegenkandidaten an und wies darauf als Spigelei, wohl aber als groben Vertrauensbruch angesehen und durften wir nicht trinken, da es die Chinesen ver- hin, welche Stirn dazu gehöre, gerade im gegenwärtigen Augenblick fich für Langes Ausschluß aus der Partei erklärt. Den Kaffengiftet haben sollten. Gegen Tientsin gingen wir in Schüzenlinien von der Notwendigkeit des Buchthausgesetzes zu sprechen, wo sich heraus- bericht erstattete iepmann. Im III. Quartal betrugen die bor. Mit den Russen lagen wir durcheinander bei Tag und Nacht. gestellt hat, mit welchen Mitteln der 12 000 Mark- Korruption Einnahmen 515,82 M.( einschließlich eines Bestands von 178,27 M.), Wir hatten sehr wenig Proviant und so fam es, daß die Russen für dieses Gesetz agitiert worden sei. Die von Ulrich gewünschte die Ausgaben 94,25 M., bleibt ein Bestand von 421,57 202. den letzten Brocken Brot mit uns teilten. Wir Deutschen feien nur die Indifferenten. Die Leute, die sich einmal mit den worden. 47 Mitglieder gestrichen 23a hIpficht brauchten wir nicht zu sehenen; denn am gefährlichsten Wegen restierender Beiträge sind Die Beiträge geben jezt pünktlicher und regelmäßiger gingen noch viel zu gelinde gegen die Chinesen vor, die Russen konnten das viel besser,( 1) denen öffentlichen Dingen beschäftigen, würden sie erst aufgerüttelt werden, ein wie früher, es ist deshalb trotz Abnahme der Mitgliederzahl eine Wenn Herr Ulrich Steigerung der Beitragseinnahme zu verzeichnen. In den ersten war es ganz gleich, ob Alt oder Jung, ob Mann oder Weib, was so kämen doch schließlich die meisten zu uns. in den Weg kam und Widerstand bot, wurde umgebracht. gesagt habe, die Socialdemokraten wollten den Mittelstand ruinieren, brei Quartalen dieses Jahrs gingen 1124 Beiträge mehr ein wie in Biele wertvolle Sachen nahmen die Russen mit; focialistischen Wissenschaft. Der Verein hat gegen: so zeige er damit, daß er keine Ahnung habe von den Lehren der dem gleichen Zeitraum des Vorjahrs. ein jeder hatte einen Geldbeutel an der Seite hängen. tapitalistische Wirtschaftsordnung ruiniert, aber Der Mittelstand werde durch die wärtig 520 Mitglieder, die sich folgendermaßen auf die einzelnen durch Berufe verteilen: 46 Arbeiter, 33 Hausdiener und Packer, 31 GastVon uns blieben bie Socialdemokraten, die dazu ja auch gar nicht in der Lage find, who chartwicie, 30 Submager, 28 Maurer und Bauarbeiter, Im Anschluß an ein von Herrn Stöcker vorgebrachtes Citat aus 27 Tischler, 27 Schneider, 26 Handlungsgehilfen, Kaufleute und BuchSchiller sagte der Redner: Gerade wir bethätigen durch unser Ver- halter, 15 Kürschner, 14 Buchdrucker und Schriftfezer, 13 Kaffen- und halten den Vers An's Vaterland, an's theure, schließ' dich an!" Gewerkschaftsbeamte, 12 Bäcker, 12 Händler, 11 Schloffer, 10 Kellner, Es fällt uns gar nicht ein, den Staub von den Pantoffeln zu 9 Cigarren- und Tabalarbeiter, 8 Buchbinder, je 7 Metallarbeiter, Ein europäischer Kaufmann schreibt an den„ Ostasiat. Lloyd" schütteln, wie verschiedene Leute es wünschen. Wir wollen freie Seiler, Steindrucker und Lithographen, Tapezierer, 6 Hutmacher, über die Plünderungen seitens der Truppen der Verbündeten: Männer auf freiem Boden sein, keine Knechte!( Brausender Beifall.) je 5 Barbiere, Cigarrenfabrikanten, Eisen- und Schraubendreher, Freitagmorgen war ich auf meinem Speicher, um etwas auf- Wir bekämpfen die undeutschen und vaterlandslosen Leute, Drechsler, je 4 Instrumentenmacher, Bimmerer, Mechaniker, je zuräumten; den größten Teil der Zeit habe ich indessen darauf ver- die Die bas Boll unterbrücken, die ie die breite Waffe burch 3 Bildhauer, Böttcher, Buchhändler, Bürfienmacher, Heizer, Schneiderwenden müssen, um Soldaten, welche sich zum Plündern einschlichen, Kornzölle auswuchern. Wie Ledebour dann noch auf die meister, Töpfer, je 2 Buchdruckereibefizer, Dachdecker, Dienstlente, hinauszuwerfen. Kaum war ein Trupp Japaner fort, da waren hunnenmäßige Kriegsführung in auch gleich schon wieder die Russen da, um ihren Sold aufzu steigerte sich das Toben der Konservativen bis zu mimutenlangen arbeiter, Maler, Maschinisten, Masseure, Messerschmiede, Musiker, beffern. Daran, ob ein Speicher verfchloffen ist oder nicht, kehrt sich ausbrüchen, so als Ledebour nachwies, daß die Besizergreifung Redacteure, Rechtsanwalte, Rohrleger, Sattler, Stuccateure, Uhrmacher, das Militär wenig. Er wird eben dann einfach aufgebrochen, und so von Kiautschou gerade so zu beurteilen sei, wenn Borrichter, Wäsche- Arbeiter, Weber; je ein Arzt, Bademeister, Brauer, fam es, daß ich innerhalb vier Tagen drei neue Schlösser ver- die Amerikaner mitten im Frieden den Hafen Kolberg Chemifer, Cigarrenhändler, Ciseleur, Droschfenfutscher, Färber, Fuhrbrauchte! Und alles dies geschieht unter den Augen einer fran- befegt hätten, weil etwa in Stonig ein paar amerikanische Bürger herr, Galvaniseur, Gelbgießer, Glaser, Glasschleifer, Goldarbeiter, zösischen Wache, welche drei Schritte von meinen Gebäuden entfernt infolge einer Hegrede des Grafen Büdler totgeschlagen feien. Wie Hobler, Ingenieur, Journalist, Kistenmacher, Konditor, Korbmacher, ift. Und mit eignen Augen habe ich gesehen, wie französische wir Deutsche uns nicht eine solche Fortnahme von Kolberg gefallen Rüfer, Kutscher, Milchhändler, Polier, Posamentier, Präger, Soldaten einen„ Hong", der meinen Lagern gegenüber liegt, einer laffen würden, so dürften wir den Chinesen es auch nicht verargen, Schleifer, Schmied, Schnittarbeiter, Vergolder, Schreiber, Schriftgründlichen Prüfung unterzogen. Wenn Soldaten, die zum Schute daß ihnen infolge der unablässigen Bachtungen" von Kiautschou, fteller, Schriftgießer, Tanzlehrer, Zahntechniker, Zuschneider. unires Eigentums dienen sollen, bei uns Diebstahl und Port Arthur, Weihaiwei usw. usw. die Galle übergelaufen sei. Den Demi Kaisierer wurde hierauf die Decharge Einbruch verüben, dann allerdings müssen wir das französische Höhepunkt erreichte der Zornesausbruch der reaktionären Bündler, und dann die Neuwahl des Vorstands vollzogen, welche Sprichwort allmählich verstehen lernen, welches sagt: Gott schüße als Ledebour sagte, es gereiche Deutschland zur Schande, daß folgendes Resultat hatte: 3ie wig, 1. Vorsitzender, Zucht, mich vor meinen Freunden! in China von unsren Truppen durch Niedermegelung voit Ge- 2. Borsigender; Liepmann, 1. Staffierer, Gaffie, 2. Kassierer; Dies alles aber waren ja nur meine persönlichen Beobachtungen. fangenen in hunnenmäßiger Weise Krieg geführt würde. In das Toben Babke, 1. Schriftführer, Max Krause, 2. Schriftführer. Andre wissen vielleicht liebreichere Thatsachen zu berichten. Das der Konservativen hinein schrie der Vorsitzende dem Redner zu: Es folgende Genossen wurden als Abteilungsführer bestätigt: schönste aber von allen Stückchen ist( und bleibt hoffentlich) ist eine Schmach zu sagen, in China führten deutsche Soldaten 1. Abt. With. Veier, II. Abt. Stetter, III. Abt. Karl Klein, das, was sich auf der Russisch Chinesischen Bank abgespielt hat. hunnenmäßig den Strieg. Als das Gefchrei sich einigermaßen gelegt IV. Abt. Dolt, V. Abt. Wirth. Mit dem Amt der Dorthin hatte man, um ja recht sicher zu sein, eine Offizierswache hatte, wiederholte Ledebour den Zuruf des Vorsitzenden, damit die Ver- Revisoren wurden Herzer, Jof. Meier und Israel bes befohlen, die ihren Dienst so tadellos versah, daß man eines Tags sammlung doch auch dieses überraschende Urteil höre, und fügte hinzu: traut. Nach furzer Diskussion setzte die Versammlung auf Antrag den Trefor erbrochen und seines Inhalts beraubt vorfand!" Mich fanu doch der Vorwurf des Vorsitzenden gar nicht treffen. Brausender Liepmanns eine aus fünf Mitgliedern bestehende Kommission ein, welche Weiterhin meldet derselbe Gewährsmann unter dem 29. August: Beifall der Socialdemokraten folgte diesen Worten. Als dann Ledebour das Vereinsstatut derart umarbeiten soll, daß es mit dem neuen " Vor einigen Tagen sind neue französische Truppen den Konservativen zurief: Wenn Sie wirklich ein Gefühl für Deutsch Parteistatut im Einilang steht. Auf Antrag Wels wurde bevon Hause gekommen; das erste, was fie thun, ist, daß fie am lands Ehre hätten, würden Sie unsre Empörung über die Hunnen schlossen, daß die in öffentlicher Parteiversammlung mit Aemtern bes Hellen Tage, zwischen 12 und Personen( Vertrauensmann, 2 Uhr, einen französischen thaten deutscher Krieger teilen! brachen die Konservativen in ein kleideten Preß Kommissions Laden aufbrechen, denselben teilweise plündern und einen verstärktes Wutgeheul aus, der Vorsitzende schwang seine Glocke wie mitglieder 2c.) dem Wahlverein vierteljährlich Bericht über ihre daneben gelegenen chinesischen Fleischladen ganz ausrauben. ein Kriegsbeil und schrie mit erregten Zügen dem Redner zu: Ich Thätigkeit zu erstatten haben. Eine längere Diskussion entstand Französische Wachen stehen in jeder Straße, und dem Schreiber entziehe Ihnen das Wort! Als Genosse Ledebour mummehr die über die vom Wahlverein zu Charlottenburg an den Vorstand ge Dieser Zeilen ist es, wie auch verschiedenen andren Herren, deren Rednertribüne verließ, erhoben sich als Gegendemonstration richtete Anfrage: Wie stellt sich der Verein zum Ausschluß von AccordSpeicher in der französischen Niederlassung liegen, vorgekommen, daß gegen die Bergewaltigung etiva drei Viertel der Ver- maurern? Die e Versammlung beschloß, daß die Vorstände sämtlicher ihnen der Eintritt in ihre eignen Baulichkeiten verweigert fammiten unter Hüteschwenken und donnernden Hoch- und Bravo- Wahlvereine zufammen mit Vertretern der Gewerkschaftsworden ist, mit der Begründung, daß strengster Befehl er rufen und verließen, die Marseillaise fingend den Saal. kommission und der Organisation der Maurer diese Angelegenheit teilt sei, niemand in die bezüglichen Gebäude hineinzulassen. Die Konservativen suchten durch Deutschland, Deutschland über beraten sollen. Zum Schluß wurde noch der Reichstagswahl im Wenn dieser Befehl auf das genaueste durchgeführt würde, so alles" die Marseillaise zu übertönen. Als sie, ein paar hundert sechsten Streise gedacht und die Mitglieder zur Beteiligung an den wäre uns das natürlich äußerst lieb, weil wir dann ja die Gewiß- Maun start, in dem geräumigen Saal allein zurückgeblieben waren, Wahlarbeiten aufgefordert. heit hätten, daß uns der Rest der Waren, der uns bisher noch stärkten sie sich durch ein neues Kaiser hoch und das heil dir im nicht gestohlen war, ficher bliebe. Wenn man dann aber am folgenden Siegerkranz!" Tage sehen muß, wie trok dieses Verbots die Wachen ruhig Dann ergingen sich Mannes und andre Redner noch in allerlei Japaner und Franzosen hineinlassen, um Sachen zu stehlen, Verunglimpfungen der Socialdemokratie, die uns hier nicht weiter so jetzt das doch allem die Krone auf, was man von dem uns ge- interessieren. wordenen Schuße erwartet hatte. Als erläuternde Thatsache füge Jedenfalls haben diese Versammlung und die von den Konserich noch hinzu, daß die französischen Soldaten von dem Zuder, der vativen vorgetragenen forrupten und reaktionären Anschauungen auf meinem Speicher liegt, eine größere Mege gestohlen haben und gezeigt, daß die konservativen Herren allerdings sehr guten Grund an Läden weiter verkauften. Einem meiner Bekannten wurden vorhaben, wenn sie eine Diskussion mit den Socialdemokraten scheuen. einigen Tagen 30 Sad zum Kaufe von französischen Soldaten angeboten. Es fehlt nur noch, daß fie Auktionen abhalten!" die zu DistanA- dols persammlungen. als ping in 9 100 Bringin Leders erteilt Gegen 300 Barbiergehilfen sowie 100 Prinzipale waren in der öffentlichen Versammlung der Barbiere am 25. d. M. ver sammelt, um zum Reunuhr- Ladenschluß Stellung zu nehmen. Der Referent Wernde erläuterte zunächst die wirtschaftliche Lage der Gehilfen und führte sodann durch reiches Zahlenmaterial den Beweis der übermäßig langen, unregelmäßigen Arbeitszeit und schilderte die Bestrebungen der Gehilfen auf Erringung fürzerer Arbeitszeit. Sodann kritisierte der Referent das Gebahren der Wollschlägerſchen Imnung, welche, wenn Verbesserungen durch die Gesetzgebung für den Handel sowie für den Gewerbebetrieb erlassen werden sollen, um die eventuellen Verbesserungen für das Barbiergewerbe illusorisch zu machen überall vorstellig werde, werde, und ihren Zweck auch erreiche, so daß die Barbiere das eine Mal zum Handel, Zur Wahlagitation im 6. Wahlkreis. Zum Achtuhr- Ladenschluß nahm eine Versammlung Stellung, das andre Mal zum Gewerbebetrieb gehören. Da zu Weihdie Donnerstag, den 25. d. Mts., in Kellers Festjälen, Koppenstr. 29, nachten und Neujahr v. J. Ausnahmebestimmungen erlassen Konservative Wahlversammlung. tagte und von ca. 1500 Ungestellten und Konsumenten besucht war wurden, daß die im Friſeurgewerbe beschäftigten Personen Zu einem lebhaften Zusammenstoß von reaktionärer Der Referent, Herr Tröger, schilderte noch einmal an diesen Tagen länger beschäftigt werden durften, and socialdemokratischer Gesinnung, will sagen von die Vorteile, welche die Angestellten vom Achtuhr- Laden- stimmungen, die sonst nur für das Handelsgewerbe gelten, founte Konservativen und Socialdemokraten tam es am Freitagabend in schluß haben werden, und zeigte, daß derselbe weder man annehmen, daß auch der gesegliche Nennuhr- Ladenschluß auf einer vom Konfervativen Wahlverein nach den Germania- Brachtfälen für die Ladenbesitzer noch das konsumierende Bublifum eine das Barbiergewerbe Anwendung finden würde. Das um so mehr, in der Chausseestraße einberufenen Versammlung. Da die Kon- Schädigung ihrer Interessen mit sich bringe. Er bittet den Ausschuß, als in den Friseurgeschäften ein lebhafter Handel mit Parfümerien Die Versammelten müßten servativen unsren Versammlungen gefliffentlich fern bleiben und der sich zur Herbeiführung des Achtuhr- Ladenschlusses gebildet hat, und Toilettegegenständen stattfinde. nicht einmal der konfervative Kandidat Ulrich es wagt, in unfren mit Rat und That zu unterstüßen, damit etwas Ersprießliches daher energisch wegen der Nichtauivendung des Neunuhr- LadenVersammlungen zu erscheinen, um sich vorzustellen und sich mit herauskommte. Die Distuffion war eine sehr lebhafte. Herr schlusses auf das Barbiergewerbe protestieren.( Bravo.) Säuts den socialdemokratischen Rednern zu meffen, fo waren unire Genofien Iobe I( antisemit.- deutsch- nati. Handlungsgehilfen- Verband) ergänzt liche Diskussionsredner sprachen im Sinne des Referenten. Bes Folgende Resolution wurde angenommen:" Da in den Barbier-| kommission gerichtet war; in demselben wurde mitgeteilt, daß der Die Tapezierer der Filiale Süd hielten am Dienstag, den geschäften einerseits ein lebhafter Handel, andrerseits die lange Vorstand der Imung eine Agitationskommission nicht feune, 15. d. M. ihre Ortsversammlung ab. Die Versammlung beschäftigte unbeschränkte Arbeitszeit durchaus gesezlich geregelt sein muß, sondern nur den Innungsgehilfen- Ausschuß und nur mit dem sich mit den Verhältnissen der Firmen J. C. Pfaff, Birnbaum protestiert die von Arbeitgebern sowie Arbeitnehmern besuchte selben unterhandeln würde. Unter allgemeiner Heiterkeit wurde und Flieder. Außerdem wurden einige Vereinsangelegenheiten öffentliche Versammlung der Barbiere und Friseure aufs leb- festgestellt, daß Mitglieder des Ausschusses nicht da wären und auch erledigt. hafteste gegen die Nichtanwendung des Gesezes betreffend den feiner der Anwesenden von der Eristenz eines Ausschusses etwas „ Die heute Weißensee. Am 28. Oftober fand die Generalversammlung Neunuhr Ladenschluß auf das Barbiergewerbe. Die Ver- wisse. Folgender Antrag fand einstimmig Annahme. fammlung beauftragt die Agitationskommiffion, unverzüglich eine tagende öffentliche Versammlung erklärt, von der Existenz eines des socialdemokratischen Arbeitervereins statt, in der der Genosse gemeinsame Konferenz mit den Vorständen der Organisation der Innungs- Gehilfen- Ausschusses nichts zu wissen. Die Versammelten Taubmann als Vertrauensmann gewählt wurde. Außerdem Selbständigen anzubahnen und denselben die Forderung des Neun- erklären daher, daß die Agitationskommission diejenige Kommiffion wurden die Wahlen der Lokalkommission und der Revisoren volluhr- Ladenschlusses zu unterbreiten." Kollege Liere verlas sodann ist, die die Interessen der Gehilfen zu vertreten hat." ein Schreiben der Wollschlägerschen Innung, welches an die AgitationsNach kurzem aber schwerem Leiden herstarb am 24. Oktober mein Bruder, der Gärtner Karl Fisch. Die Beerdigung findet am 28. d. M., nachmittags 5 Uhr, von der Leichen: Halle des St. Thomas- Kirchhofs aus statt.[ 714b] Franz Fisch. Nach kurzem schweren Leiden ver fchied unser lieber Schwager, der Fuhrherr 7126 Albert Schilk. Die Beerdigung findet Sonntag 22 Uhr von der Kapelle des neuen Jakobi- Kirchhofs in Briz statt. Die tiefbetrübten Hinterbliebenen. Hermann Weiland und Fritz Meess. Montag, den 29. Oktober, abends 8% Uhr: zogen. 1. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Mittwoch, den 31. Oktober, abends 81/2 Uhr: 5 öffentl. Volks- Versammlungen Kommunalwähler- Verfammlung in folgenden Lokalen: Buhlmann, Schönhauser Allee 148. Referent: Reichstags- Abgeordneter J. Auer. Ballschmieders Salon, Badstraße 16. Referent: Reichstags- Abgeordneter P. Singer. Borussia- Säle, Ackerstraße 6-7. Referent: Reichstags- Abgeordneter E. Wurm. [ 220/20 Norddeutsche Brauerei, Chausseestraße 58. Referenten: Der Kandidat des Kreises G. Ledebour, Frau Klara Zetkin- Stuttgart. Ahrens Brauerei, Turmstraße 25-26. Referenten: Der Kandidat des Kreises G. Ledebour, Rechtsanw. Karl Liebknecht. Tages- Ordnung in allen Versammlungen: Allen Freunden und Bekannten die 1. Ein lehtes Wort an die Wähler des 6. Kreises. 2. Freie Diskussion. traurige Nachricht, daß meine gute Frau Lina Röhli geb. Kummernus am 27., früh 6 Uhr, verstorben ist. Der trauernde Gatte Robert Röhl nebst Sohn. Die Beerdigung findet Dienstag, der Leichenhalle des Emmaus- Kirch hofs aus statt. Dienstag, den 30. Oftober, abends 8% Uhr: Verkündigung des Wahlresultats in folgenden Lokalen: den 30. b. W., nadm. 3½ Uhr, von Ahrens Brauerei, Turmßte. 25.| Hensels Fettsäle, Invalidente. 1a. Eiskeller, Chauffeeftr. 88. Weimanns Volksgarten, Badftr.56 Wernau, Schwedterstr. 23-24. 7526 Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden meines lieben Gatten und Baters sagen wir allen Freunden und Bekannten, ins besondere den Kollegen ber Gießerei der A. E.-G., unfern herzlichsten Dank. Frau Minna Wenzelowsky Das locialdemokratische Wahlkomitee. Danksagung. Allen Freunden, Kollegen und Bekannten für die Teilnahme und zahlreichen Kranzspenden bei der Beerdigung meiner lieben Frau fage Emil Flichtbeil nebst Kindern. Deutsch. Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. ich hiermit meinen herzlichsten Dant. Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher: Amt VII, 353. nebst Söhnen.[ 7236 5861L Nachruf. Am 24. d. M., vormittags 11 Uhr, verstarb plötzlich während der Ausübung seines Berufs unser langjähriger Bureauvorsteher Franz Marcks im 60. Lebensjahre. Der Dahingeschiedene hat sich durch seine stets pflichttreue und gewissenhafte Amtsführung unsre volle Achtung erworben und werden wir dem Entschlafenen ein dauerndes Andenken bewahren. Der Vorstand 7316] der Allgemeinen Orts- Krankenkasse gewerblicher Arbeiter und Arbeiterinnen zu Berlin. Gentral- Kranken- u. Sterbefasse der Tischler ut. ( Eingeschr. Hilfstaffe 3, Hamburg.) Ortsverwaltung Berlin G. Montag, den 29. Oftober bs. 38., abends 8 Uhr, in ,, Wollfs Festfälen, Fruchtstr. 36a: Mitglieder- Versammlung Tagesordnung: 1. Staffenbericht vom 3. Quartal 1900. 2. Verschiedene Kaffenangelegenheiten. Mitgliedsbuch legitimiert. Die Sprechstunden fallen an diesem Abend aus. Beiträge werden in der Versammlung vom Kassierer entgegen: genommen. [ 185/1 Um zahlreiches Erscheinen der Mit glieder sowie deren Frauen ersucht Die Crtsverwaltung. Orts- Krankenkasse der Cigarrenmacher. usw. zu Berlin. Dienstag, den 6. November, abends Rohtabake. Dienstag, den 30. Oktober cr., abends 8½ Uhr: Versammlung aller in Metallknopf- Fabriken beschäftigt. Arbeiter u. Arbeiterinnen im Gewerkschaftshaus( großer Saal), Engel- Ufer 15. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Kollegen Otto Naether über:„ Der Wert der Ver fürzung der Arbeitszeit." 2. Disfusion. 3. Die Verhältnisse bei der Firma Marold. 4. Verbandsangelegenheiten. Mittwoch, den 31. Oktober cr., abends 8½½ Uhr, im Gewerkschafts: haus, Engel- llfer 15: = bei Dräsel, Neue Friedrich Straße 35. Tagesordnung: Vortrag über: Die bevorstehende Kommunalwahl. Referent: Stadtv. Ferdinand Ewald. 2. Disfussion. Das Komitee. Zahlreichen Besuch erwartet 208/4 Deutscher Holzarbeiter- Verband. Mittwoch, den 31. Oktober, abends 8 1hr, bei Stechert, Andreasstraße 21: Branchenversammlung der Schlafzimmer- Tischler ( Betten, englische Schränke, Toiletten- Unterfäße und Nachtspinde). Tages Ordnung: = 1. Die gegenwärtigen Arbeits- und Lohnverhältnisse in unsrer Branche. 2. Diskussion. 109/7 Es ist Pflicht, daß sämtliche Kollegen der Branche in der Versammlung erscheinen. Fabrik- u. Modelltischler sowie Modelldrechsler. Montag, den 29. Oktober, abends 8 Uhr: Branchen Versammlung im Lokal ,, Weddingpark", Müllerstr. 178. Tages Ordnung: 1. Technische Fortschritte und Verkehrswesen. Referent: Herr Ingenieur Grempe. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Die Kollegen werden dringend ersucht, des wichtigen Vortrags wegen Der Obmann. recht zahlreich zu erscheinen. Mittwoch, den 31. Oktober, abends 8 Uhr: Branchen- Versammlung der Telephon- Tischler sowie derjenigen Tischler, welche auf photographische und chirurgische Apparate beschäftigt find im ,, Märkischen Hof", Admiralstraße Nr. 18c. Tages Ordnung: 1. Bericht der Kommission. 2. Besprechung über die gegenwärtigen Arbeitsverhältnisse in der Branche. 3. Verschiedenes. Es wird jedem einzelnen in dieser Branche beschäftigten Kollegen zur besonderen Pflicht gemacht, in dieser Versammlung zu erscheinen. Die Kollegen von Seibt sind ganz besonders zu dieser Versammlung Der Einberufer. eingeladen. Versammlung der Heizungs- Monteure und Helfer. Wäscherinnen und Plätterinnen Tages Ordnung: 1. Wahl einer ständigen Kontrollfommission über die Junehaltung des Lohntarifs. 2. Wie fann in unserm Beruf ein einheitlicher Accordtarif ge: Durch außerordentlich vorteilhafte schaffen werden? 3. Verbandsangelegenheiten. Einkäufe offeriere zu den billigsten 121/4 Breisen( guter Brand, vorz. Qual.): 85 Bf. Sumatra u. Borneo, Deden Bollblatt, Achtung! 125, 160, 180, 225, 250, 300, 350, 400, 450 Pf.; Javas 80, 85, 90, 95, 110, 120, 125, 130 Bf.; Vorstenlanden Deder 175 Pf.; Mexiko 250, 350 Pf.; Domingo 95, 100, 125 Pf.; Carmen 115, 120 f.; Felix Brasil 115, 120, 125, 135, 145, 180 Pf.; Uckermärker, gerippte Ginl., 85, 90 f.; Elsässer Bühlerthaler, flott brennend, Umblatt 75 u. 80 Bf. Gebrauchte gut erhaltene Wickelformen 30 Pf. pro Stüd; neue Formen zu Originalpreisen.[ 55439* Berlin C., E. Erbe, auguititr. 36. Hof p. Neu eröffnet en gros Roh- Tabak en detail Die Ortsverwaltung. Berlins und Umgegend. Dienstag, den 30. Oftober 1900, abends 8½ Uhr, im Saale der Brauerei Friedrichshain( fr. Lipps): Bauarbeiter! adtung! Gr. öffentliche Versammlung Gruppe der Puterträger. Montag, den 29. Oktober, abends 8 Uhr, Alexanderstraße 27 c: Mitglieder- Versammlung 43/11 Tages Ordnung: 1. Vortrag der Frau Klara Zetkin aus Stuttgart über: ,, Arbeiterinnenschutz". 2. Freie Aussprache. 3. Verschiedenes. Die Einberuferin: Frau Martha Hammermann, Blätterin, Weißenfee, Straßburgstr. 56. Alle Mitglieder des Vereins der Wäsche und Krawattenbranche werden um rege Agitation für diese 1. Abrechnung vom 3. Quartal. 2 Verbandssachen. 3. Verschiedenes. Versammlung gebeten. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Die Ortsverwaltung. 251/ 11* Gentral- Krankenkasse der Buchbinder. Volksversammlung Verwaltungsstelle Berlin. Montag, den 29. Oktober cr.. abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer No. 15, Saal 3: Haupt- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Kassen und Kontrollbericht pro 3. Quartal 1900. 2. Bericht über am Mittwoch, den 31. Oktober d. J., abends 81/2 Uhr, zu Berlin, in Kellers großem Saal, Koppenstr. 29. Es handelt sich darum, das Volk zum Kampf gegen einen der fluchwürdigsten Mißbräuche der Neuzeit, nämlich gegen die in immer steigeudem Maße um sich 8 Uhr, Rosenthalerstr. 11-12, im Nur reife, fabrikationsfertige Ware die Generalversammlung freier Stranfenfassen und die Beschlüsse derselben. greifende und in mitleidslosester Weise betriebene Restaurant Pohl: Mitglieder- Versammlung. Tagesordnung: H. Kurnicker, in allen Preislagen.[ 454b 3. Bericht von der Centralfommission. 4. Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Die Ortsverwaltung. Wahl von 90 Vertretern zur General Lothringerstr. 8, am Prenzlauer Thor. bersammlung laut§ 49 des Statuts. Quittungsbuch legitimiert. Desgleichen findet in demselben Lokale Dienstag, den 6. November, abends 6 Uhr: ftatt. Versammlung der Arbeitgeber Tagesordnung: Wahl von 32 Vertretern zur Generalbersammlung laut§ 49 des Statuts. Der Vorstand. 7346 Möbel und Wohnungs Einrichtungen zu Fabrik- Preisen. 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Diesem Zweck soll die angekündigte Versammlung dienen. Redacteur Reinhold Gerling spricht über: Die Vivisektion und die Arbeiter. Eine bisher totgeschwiegene hochwichtige Zeitfrage. Freunde und Gegner sind eingeladen. Freier Meinungsaustausch wird zugesichert. Zutritt für Männer und Frauen ganz unentgeltlich. Der Weltbund zur Bekämpfung der Vivisektion. Wasch- u. Bleich- Anstalt Atung! Isolierer u. Rohrumhüller Atung! Jede Art Wäsche wird gewaschen und geplättet ohne Gebrauch scharfer Sachen und trodne im Freien. Christian Adolphs, Köpenick, Grünauerstr. 69. Prompteste Ausführung, billigste Sonntag, den 28. Oktober cr., nachmittags 2 Uhr: Deffentliche Versammlung der Isolierer und Nohrumhüller Fahrräder, Nähmaschinen Breise. Gefällige Bestellungen erbitte sowie sämtlicher in deren Betriebe beschäftigt. Arbeiter verschiedene Marken, auch wenig gebrauchte, zu billigsten Preisen. Reparaturs Werkstätte. Lehrbahn. Sämtl Zubehör. Teilzahl. gestattet. 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Der Centralverband der Maurer( Bahlstelle Berlin 11) bielt Seiffert legte Wittmann flar. am Donnerstag eine Generalversammlung im Gewerkschaftshaus ab. Stollegen Mandel und Leschte gemaßregelt worden sind und Die gut besuchte Versammlung nahm hierzu einstimmig folgende mn Gemerlſchaftsstollegen Wande Gimahmen im pe for her offerer Braun erſtattete, betrugen die hätten. Die Handlung der Kommiſsion und der Kollegen bonbelt Resolution on: wurde „ Die Generalversammlung des socialdemokratischen Arbeiter Einnahmen im verflossenen Quartal inkl. des alten Bestands von der Versammlung als gerechtfertigt anerkannt. Als Revisoren der vereins mache es jedem Parteigenossen zur Pflicht, auf eine Partei5569,48 m. insgesamt 21 369,23 m., die Ausgaben, darunter 12 636,60 m. alt die Hauptkasse, insgesamt 14 642,65 Streitabrechnung wurden gewählt: Schwanhern, Bartholozeitung, insbesondere auch auf die" Laterne", zu Mart, so daß ein Kassenbestand von 6726,58 m. verblieb. m meus, Mertens und Tschernig. Vergnügungsfonds, der aus Ueberschüssen von Vergnügungen be= Charlottenburg. Am Dienstag, den 28. Oftober, tagte in der Der Stassenbericht des Genossen Ducksch weist eine Einnahme von steht und zur Unterstügung hilfsbedürftiger Mitglieder verwandt Gambrinus- Brauerei, Wallstr. 94, eine außerordentliche Mitglieder 443,72 m. und eine Ausgabe von 385,65 M. auf. In den Ausgaben ist wird, war in derselben Zeit eine Einnahme von 524,90 M. und eine versammlung des Verbands der Fabril-, Land- Hilfsarbeiter und ein Bosten von 200 m. Stufer Bell, der für Druckschulden der„ aterne" Ausgabe von 711,42 M. zu verzeichnen. Die Abrechnung wurde von Arbeiterinnen Deutschlands( Bahlstelle Charlottenburg). Auf der aus den ersten Wochen ihres Bestehens gedeckt worden ist. Das Mais den Revisoren als richtig bestätigt und auf deren Antrag dem Tagesordnung ſtand: Bericht des Ausschusses der Firma fest- Stonitee hatte eine Einnahme von 272,60 M., eine Ausgabe von! Kaffierer die Decharge erteilt. Dem Vergnügungsfonds wurden auf 8immermann u. Sohn wegen der Aussperrung der 183,80 m. und einen Ueberschuß von 88,80 M. Die Wahlen hatten Antrag Winzler 800 M. aus der Filiallasje überwiesen. Als dritter Kollegen Pohl und Reibe. Die Versammlung beschloß ein- folgendes Resultat: 1. Vorsitzender: Pieper; 2. Vorsitzender: G.: als Kollegen find Revisor wurde Moder gewählt. Hierauf hielt Dr. Wehl einen stimmig, beide gemaßregelt zu bebel; 1. Staffierer: Dudich; 2. Staffierer: Grieben; 1. SchriftVortrag über die Revision des Krankenversicherungs- Gefeßes. Der trachten, und verpflichteten sich die Kollegen der Firma führer: Rieger; 2. Schriftführer: Schwarzer; als Revisoren: Vortrag, in dem der Referent sich scharf gegen die geplanten Ver- F. Zimmermann u. Sohn, pro Mann und Woche 50 Pf. für emme und Hornig. In die Preßkommission: 3wirner ,; schlechterungen des Gesezes wandte, wurde sehr beifällig aufgenommen. die Unterstützung der beiden Kollegen zu zahlen; die in andren Ost. Sumte, toniger, Rogge und Staar. Unter Verschiedenem wurde den Obleuten der einzelnen Bezirke für Betrieben beschäftigten Mitglieder versprachen durch Sammellisten Köpenick. Der Socialdemokratische Arbeiterverein für Köpenic ihre Thätigkeit eine jährliche Entschädigung von 20 m. bewilligt. gleichfalls hierzu beizutragen. und Umgegend hielt am 16. Oftober im Lokal von Stippekohl eine, Sodann wurde auf die bevorstehende Reichstagswahl im 6. WahlNach heftiger Debatte darüber, ob die Arbeit niedergelegt Bersammlung ab. i wjorra hielt eine Vorlesung über gewert freise hingewiefen und außerdem zum Anschluß an die Wahlvereine werden follte oder nicht, wurde nach Berlesung einer Depesche des schaftliche und politische Organisation. An der Diskussion beteiligten aufgefordert. Hauptvorstands Hannover beschlossen, der schlechten Konjunktur fich illiges, wiwjorra, Serbst und Woit. Aus dem wegen, hiervon Abstand zu nehmen. Der Vorfizende ermahnte die Vierteljahrsbericht des Kaffierers ging hervor, daß am 1. Juli 1900 Stollegen, treu zum Verband zu halten und sich nicht durch die ein Bestand von 272,95 m. vorhanden war. Die Einnahme im Gewaltatte der Chefs die Organisation zerstören zu lassen. Bierteljahr betrug 148,75 M., die Ausgabe 258,50 M., darunter 200 m., die dem Vertrauensmann überwiesen wurden. Mithin bleibt am 1. Ottober ein Bestand von 168,20 M. Der Vorsitzende teilt mit, daß in diesem Bierteljahr 7 Mitglieder ausgeschieden und 14 eingetreten sind. Genosse Woit brachte in Anregung, das Protokoll des Mainzer Parteitags an Mitglieder zu herabgejeztem Preise zu verabfolgen. Beschlossen wurde, daß die Mitglieder, welche dafür ein Bedürfnis haben, sich an den Vorstand zu wenden haben. Der Fachberein der Musikinstrumenten- Arbeiter hielt Montag bei Graumann, Naunynstr. 27, eine Generalversammlung ab. Die Einnahme im 3. Quartal betrug inkl. des übernommenen Bestands 3069,65 M., die Ausgabe( 847,90 m., so daß für das 4. Quartal 2221,75 M. übernommen werden konnten. Das Stiftungsfest ergab einen Ueberschuß von 7,50 m. Neu aufgenommen in den Verein wurden 14 Kollegen. Spandau. In der Generalversammlung des hiesigen socialdemokratischen Arbeitervereins erstattete am Sonntag der Genosse Pieper den Bericht vom Parteitag. Der Bericht wurde mit Beifall entgegengenommen. In der Diskussion sprach sich Genoffe Rieger unter lebhafter Zustimmung über die Chinawirren und Eine Versammlung der Kistenmacher tagte am Montag, den den Standnunkt des Proletariats zu denselben aus. Der Parteitag 22. d. M. bei Stecherts. In derselben hielt Juckel einen in Mainz habe wieder bewiesen, daß die Socialdemokratie die einzig Paletots Die beliebten Wohlfahrts( Porto und Loose à Mk. 3.30 Liste 30 Pf. zu Zwecken der extra) Deutschen Schutzgebiete. Ziehung 29. November u. folg. 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