med upside do Nr. 255. ding Abonnements Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Vierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 mt., wöchentlich 28 Pfg. fret ins Haus. Ginzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagss Nummer mit illuftrierter Sonntagss Beilage ,, Die Neue Welt" 10 Bfg. PoftAbonnement: 3,30 Mart pro Quartal.n Eingetragen in der Post Beltungss Pretstifte für 1900 unter Mr. 7971. Unter Kreuzband für Deutschland und Defterreich Ungarn 2 Mart, für bas übrige Ausland 3 Mart pro Monat. = Erscheint täglich außer Montags. 6711 Vorwärts Berliner Volksblatt. 17. Jahrg. Die Insertions Gebühr beträgt für die fechsgefpaltene Rolonel getle oder beren Raum 40 Pfg., für politische und gewertschaftliche Vereins und Bersammlungs. Anzeigen 20 Pfg. Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inserate für bie nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in ber@ rpedition abgegeben werden. Die Erpcbition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und brut Besttagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Jernsprecher: mt 1, nr. 1508. Telegramm Adresse: Socialdemokrat Berlin" Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Fernsprecher: Amt I, Nr. 1508. Die regierende Industrie. Tom Centralverband beutscher Industrietter Wie bedeutend die Ausgaben dieser Unternehmerverbindung sind, fann man Seite 2 von Nr. 82 der Berichte desselben ersehen, wo nach im Jahre 1898 Einnahme und Ausgabe des Centralverbands mit 107 871,20 m. abschließen( die einzelnen Poften werden begreiflicherweise nicht mitgeteilt) und ein Bestand 35 569,10 M. auf das Jahr 1899 vorgetragen wurde. feinem über die Kassenverwaltung bon 1898 erstatteten Bericht hob Herr Bued auch die Verdienste des Herrn Geheimrats Jende zur Befriedigung der an den Centralverband gestellten Ansprüche hervor. Es heißt in seinem Bericht: bon Bei " Es ist aber namentlich ben Bemühungen des Herrn Geheimrat Jende und der außerordentlichen Opferwilligkeit großer industrieller Verbände, insbesondere der westlichen Syndikate in der Montan- und Eisenindustrie zu danken, daß der Fehlbetrag im Laufe des vergangenen Etatsjahrs aufgebracht worden ist, um unsre Mehraufwendungen für ein ganzes Jahr zu decken." Noch einige andre Stellen dieses im März 1899 erschienenen Berichts verdienen Beachtung. Unter den in der Zeit vom 1. Oftober 1898 bis 28. Februar 1899 behandelten Angelegenheiten werden Seite 155 folgende erwähnt: werden." " Donnerstag, den 1. November 1900. best End art ods in stallis tod Expedition: SW. 19, Beutly- Straße 3. Fernsprecher: Amt I, Nr. 5121. Die Blätter, die in einer kaum verständlichen Gedanken- Festgehalten aber sei, daß die" Post" und die ihr gesinnungsTofigkeit oder Böswilligkeit die Fälschung, die die Leipziger bertandte Bresse das Verfahren des Reichsamts des Innern verVolksztg." oder ihr Hintermann mit der Datierung des teibigt; man würde es also auch richtig finden, wenn die Börse das Buedichen Briefs vorgenommen hatte( denn um eine Reichsamt des Innern bezahlte, damit es für ein bequemes BörsenFälschung fann fich's nur handeln, da die Leipz. Boltsatg." selbst gefez agitiere. die Möglichkeit eines Irrtums abgewiesen hat) für bare Münze nahmen und sich so von der Socialdemokratie an der Nafe umher führen ließen, find jetzt unsterblich blamiert.. " Die Kreuz- Beitung" erklärt noch, daß Herr v. Woedtke im Jabre 1898 in der fraglichen Zeit auf Urlaub gewesen sei, und die Berliner Neuesten Nachrichten" fügen hinzu, daß für den Grafen Posadowsky dasselbe hinsichtlich des Augusts 1899 gutreffe. Man beschäftigt sich also bereits mit Alibibeweisen. Vor allem soll der Behn-( Boll-) Markgraf gerettet werden. alt old Durch diefe( die Buedsche) Veröffentlichung fallen alle Schluß folgerungen, Andeutungen, Vermutungen und Phantasien, die an bie Datumsfälschung gefufipft worden sind, in sich zusammen. Herr Bued hätte ja seine Erklärung eher veröffentlichen tönnen. Wir nehmen ihm aber fein Zögern diesmal nicht Durch die beiden Erklärungen des Herrn Bued ist nunmehr die übel, weil er dadurch diesen Blättern recht gründlich zu Gemüte Echtheit des Briefs allseitig zugestanden. Herr v. Woebtle hat thöricht und wie schädlich es unter Umständen ist, fich von der Socialdemokratie nasführen zu lassen. an die Industrie das etwas eigentümliche" Verlangen gestellt, Wir geben uns nun auch der Hoffnung hin, daß Herr Buted alles 12 000 M. zu der Agitation des Reichsamts des Innern für die Es wird sich zeigen, auf wuessent mögliche thun werde, um dem Briefhehler, der vielleicht auch Buchthausvorlage herzugeben. der Fälscher gewefen ist, auf die Spur zu kommen. Allau Seite der Irrtum bezüglich des Datums begangen worden ist. schwierig fann das eigentlich unsres Erachtens nicht sein. Wie wir Für die Beurteilung des Falls genügen vollständig die Bueckbereits mitteilten, handelt es sich nur um einige wenige bereits mitteilten, handelt es sich nur um einige wenige wir Woedteschen Aufklärungen, die bis zur finanziellen Silfeleistung fönnen uns heute genauer ausdrücken um drei Adreffaten. gediehene Intimität zwischen den Scharfmachern und der Industrie Jeder von diesen drei Adressaten, die wir kennen, aber vorläufig ist für alle Zeiten festgestellt und wird niemals vergessen werden. nicht nennen wollen, hat auch ein persönliches Interesse daran, Das ist das elende Panama der Socialreform, ſelbſt daß man der Hehlerei beziehungsweise der Fälschung. dovan Die Preßfonds. Die Preffonds.ca auf den Grund tomme. Derartige Briefe pflegt man doch als wenn es" nur" ein„ einspanniges" Panama sein sollte. vertraulich zu bezeichnen, und vertrauliche Briefe werden gewöhn lich nicht zu den Aften gelegt, sondern sorgfältig aufbewahrt, wenn man nicht vorzieht, fie fofort zu vernichten. Erwägt man alle diese Umstände, so wird man zu unsrer Ansicht kommen Der Zuchthaus- ,, Agitations" Zuschuß, den Herr Bueck dem müssen, daß es nicht schwierig sei, den Fälscher oder mindestens geldverlegenen Ministerialdirektor des Reichsamts des Innern feine Spuren zu entdecken." " " um der „ Ein zum Centralverband gehörender Verein hatte beantragt, daß der Centralverband Maßregeln ergreifen möge, um das Vordringen der Socialdemokratie in der Verwaltung der Krankenkassen zu bekämpfen. Nähere Ausführungen waren dem Antrage nicht beigegeben. Aus sonstigen Sundgebungen Haltet den Dieb! Wir sehen mit Vergnügen, wie die„ Dentiche in die Hand drückte, ist nicht bloß fennzeichnend für die duzdes Vereins war aber zu erkennen, daß von ihm folgende Mittel Tageszeitung" diesen urallen Gaunerkniff anwendet: Haltet den brüderlichen Beziehungen, die zwischen der Reichs- Socialzur Erreichung seines Swedes ins Auge gefaßt waren. Bekanntlich Hehler, haltet den Fälscher- darüber soll vergessen werden, daß reform und dem industriellen Groß- Ausbeutertum bestehen, werden die Beiträge zu den Krankenkassen jegt zu zwei Dritteln von die Vertrauensleute der Agrarier selbst in der Zuchthausvorlage sondern auch für die innigen Verbindungen, die wieder den Arbeitern und zu einem Drittel von den Arbeitgebern entrichtet Hehler- und Fälscherdienste geleistet haben, indem sie zur Agitation awischen Regierung und offiziöser Bresse angeknüpft worden und danach ist auch die Zusammenstellung in den Vorständen der für eine angeblich im Jnteresse der Arbeiter geschaffene Vorlage die find. Nach dem Tausch- Prozeß hieß es bekanntlich, daß nun Krantentassen geregelt. Um das Stimmenverhältnis in den Vor- widerwillig geopferten Trinkgelder der Industrie" in Anspruch der Verkehr der Regierung mit der offiziösen Presse auf ein Minimum beschränkt werden solle; die schambolle Regung ständen gleichmäßig zu gestalten, sollen in Zukunft auch die Beiträge nahmen. zur Hälfte von den Arbeitgebern, zur Hälfte von den Arbeitern ge- Gerade wenn Herrn Buecks Behauptung richtig ist, ist die Lage scheint aber nicht lange vorgehalten zu haben. Heute ist tragen werden udes Reichsamts des Junern nicht gebeffert, sondern nur ver- die Verbindung zwischen Regierung und Presse wieder so Die Beamten der Krankenkaffen werden jetzt vom Vorstande schlimmert; es wird den Agrariern nicht gelingen, durch Haltet- den- innig, daß der Ministerialdirektor im Reichsamt des Innern angestellt, was dahin geführt hat, daß die Anstellung fast lediglich Dieb- Nufe die Spuren zu verwischen und die Schuldigen zu retten. Aus als Vermittler zwischen industriellem Interesse und offiziöser im Sinne der Zweidrittel- Mehrheit der Arbeiter sich vollzicht. den Ausführungen der Deutschen Tages- Stg." geht hervor, daß fie glaubt, Breffe auftritt und nach amtlichem Geständnis! diese Um die Beamten dem Einflusse dieser meist socialdemokratischen die Leipziger Volkszeitung" fönne fein zwingendes Beweismaterial um ein Ausbeutertrinkgeld Schundschriften gegen die ArbeiterMehrheit zu entziehen, soll das Krankenkassen- Gesetz dahin ab- haben, weil der Brief mur an drei Adressaten gerichtet sei. Daher bewegung berbreiten läßt. Wenn der Hüllesche Schriftengeändert werden, daß die Beamten von der Gemeinde angestellt die Auffrischung ihres Muts. Bermutlich bedauert das Blatt schund mit zwölftausend Mart bezahlt wurde jetzt, daß man überhaupt im ersten Schreck ein Geständnis abge- och mögen dann erst die Summen fein, mit Ministerialdirektor behauptet ja, die Beläge zu haben, wie Vorläufig machte das Direktorium des Centralverbands diesen legt hat. denen aus den Geldern socialdemokratischer Antrag zwar noch nicht zu dem feinigen, man wird sich aber erNoch lanter triumphiert die" Post", daß nur ein innern, daß im Sommier d. J. in Nr. 29-31 des Preußijen nachweisbar wäre und daß es nicht in zwei Fällen möglich fei, der Socialdemokratie bestritten wird! mit der Kölnischen Beitung" zu reden„ einspanniges" Banama Steuerzahler bie behördliche Bekämpfung Berwaltungsblatts" der Fürst Bismarcks Regierung wirtschaftete mit dem Welfenbortragender Rat im Handelsministerium, einen längeren Auffag den urkundlichen Beweis für die finanziell politischen Beziehungen unter dem Titel„ Die Abänderungen der Krankenversicherungs- zwischen Regierung und der Scharfmacher Industrie zu führen. fonds. Das sequestrierte Familienvermögen der Welfen sollte Gefeges" veröffentlicht hat, der vollständig denselben Gefichts. Die Post" leitartikelt für 25 Mart über die Fälschungs- fa allerdings nur verwendet werden zu Maßregeln zur und führt in dieser Schreib- leberwachung und Abwehr der gegen Preußen gerichteten punkt und dieselben Bestrebungen vertrat, die oben wieder methode der Socialdemokratie und führt in Unternehmungen des Königs Georg und feiner Agenten", ingegebener Antrag beim Centralverbande erstrebt, Gefichtspunkte, die übung aus: Die hezerischen Auslassungen, mit denen die dessen hat Bismarck hernach diesem Begriff eine Auslegung in der Folge zu den bekannten Vorlagen an die Kassenvorstände Socialdemokratie und in ihrer Suite die gesamte freihändlerische gegeben, daß nicht nur die Kreaturen der Bismarckschen führten, ohne allerdings den Beifall der meisten der letzteren zu Breffe feither die Lesewelt überschütteten, waren alfo, was mis Reptilienpresse sich von dem Fonds nähren konnten, sondern finden. von Anfang an teinen Augenblick zweifelhaft erschien, eitel auch die bankrotten Schwiegerväter damit vor dem StrafSchaumschlägerei. Die unrichtige Datierung fällt der Leipziger richter gerettet wurden. Am 10. April 1892 ist nun die Be Boltszeitung" bezw. ihrem Hintermann zur Last, und es kommt schlagnahme des Welfenfonds aufgehoben worden, aber die für die moralische Bewertung dieser Thatsache nur auf die Frage an, Regierung fam dadurch nicht in Verlegenheit. Sie ließ dem ob ein Irrtum oder eine beabsichtigte Fälschung vorliegt. Offen- Auswärtigen Amt den Fonds zu geheimen Ausgaben" bar hat die Leipz. Volts3tg." garteinen Original500 000 Mart, brief, also fein einigermaßen authentisches Beweisstück, empfangen. von 50 000 Mart auf das Zehnfache, der Etat des Auswärtigen Amits, Und bei diesem dunklen Hintergrunde wagt es die hetzerische Presse, erhöhen und einer hohen Reichsstelle die schwersten Beschuldigungen entgegen sonst zu jedem Ausgabetitel lange Randbemerkungen zuschleudern. Die ganze Beweisführung der Socialdemo- bringt, schweigt sich über die Verwendung dieser Summe mit fratie beruht auf dem falschen Datum, denn nur dann, wenn einer Gründlichkeit aus, die alles zu denken übrig läßt. die 12 000 W. dazu verwendet worden wären, einen Gesezentwurf 1895/96 ist dann eine Summe von 120 000 M. im Etat des gewissermaßen zu provozieren, ließ sich gegen die Regierung ein preußischen Ministeriums des Innern, ein Geheimfonds für Borwurf erheben. Daß diese aber angesichts der dem Gesey allgemeine Polizeizwecke", auf 200 000 M. erhöht worden. entwurf gegenüber betriebenen maßlosen Volksverhehung durch die Socialdemokratie von privater Seite ihr zufließende Auch befigt das preußische Staatsministerium in einem Mittel zur Aufklärung des Volts benutzte, bas hat nicht Geheimfonds 93 000 m. ju allgemeinen politischen Zweden" eine entfernte Aehnlichkeit mit irgend welcher Beamten- und außerdem verfügt noch das Kriegsministerium und das torruption." Reichs- Marineamt über beträchtliche Summen. So stehen der Regierung alljährlich direkt wohl über 800 000 M. zur Ver fügung, die sie jahraus jahrein zu erheblichem Teil zur Subventionierung der ihr willfährigen Presse verwendet. Denn, so sagte Herr Herrfurth seiner Zeit im Abgeordnetenhause, die Regierung müsse sich der Presse bedienen, damit dieselbe nicht aus. schließlich in den Dienst der Opposition trete". Und dieses Sichbedienen der Presse hat sich mittlerweile wieder zu einer vollständigen Subventionierung der dienstwilligen Presse ausgebildet. Wir haben also hier abermals einen Fall, der zeigt, in welch inniger Verbindung die Regierung mit der Industrie steht. Die Scharf macher tommandieren und die Regierung bringt das Kommando flugs in Gefeßesform. Diesmal ist es nicht das Reichsamt für Socialpolitik, das einen Agitator für die Pläne der Industrie vor= schickt, sondern das preußische Gewerbe- Ministerium; nicht die Herren Bofadowsty und Woedtte, sondern die Brefeld und Hoffmann treten im vorliegenden Fall in die Erscheinung. Der preußische Minister Brefeld war ja auch einer der wildesten Verteidiger der Zuchthausvorlage, er sprang todesmutig in die Bresche, als schon nichts mehr zu retten war; er gehört also mit Recht auch auf das Gruppenbild der regierenden Socialreformer im Dienste der Scharfmacher. Ein hübsches vierblättriges Kleeblatt: Der Minister aus dem Reich mit feinem Geheimrat und der Minister aus Preußen mit feinem Geheimrat ein Kleeblatt, das den Socialdemokraten sicherlich Glück bringen muß. " Die Industrie" ist- nach diesen Erfahrungen gar nicht mehr eine Nebenregierung, sondern die Regierung der Socialreform.ds? Politische Mebersicht. Berlin, den 31. Oftober. " " Mitarbeitern" " der Dieselbe Post", die anfangs den Bued- Brief für so schwer bee lastend hielt, daß sie ihn für apokryph hielt, erklärt jest, es sei nichts dabei, wenn das Reichsamt des Innern 12 000 Mart von Krupp and Konsorten erbettele, um für einen Gefeßentwurf zu agitieren. Man new erstaunt längst nicht mehr über solche beispielloje Berlogenheit des Blatts, das sich den Schwindel und die Fälschung zur einzigen Lebens aufgabe gemacht hat. Man erinnert sich ja, mit welcher Entrüstung Die Affaire. und mit welchen Schimpfworten es die Poft" abgeleugnet hat, Die einen werden befriedigt mit den berühmten Nichts Tolleres ist zu erdenken, als die Clownstreiche, die jetzt daß der Freiherr von Bedliß in der Post" die Sanal die Bresse der Posa- Leibwache vollführt, nachdem Herr Bued erklärt intrigue journalistisch geleitet hat. Herr von Zedliz „ Herr von Zedlig ge- Informationen", das große Heer der friechenden Kreisblattschrieb damals die verleger erhält mit amtlichen Inseraten das Maul gestopft oder hat, die Angelegenheit habe sich nicht 1898, sondern 1899 abgespielt. hörte zu unsren Herr Bued selbst präcifiert in dankenswerter Weise seine erste un Post". Als wir dann durch die Veröffentlichung der Honorar bekommt amtliche Druckarbeiten. Wieder andern wird vielleicht flare Versicherung in einer neueren Erklärung dahin, daß rechnungen den unwiderleglichen Beweis für diese Treibereien des der Redacteur bezahlt. Die Menge der Mittelspersonen aber der von der Leipziger Boltsztg." veröffentlichte Brief das Datum Herrn v. Bedliß führten, da hatte die Bost" und ihr geheimer Re- zwischen der Regierung und den Blättern im Lande wollen 3. August 1899" trage und daß ein Brief von ihm gleichen oder dacteur noch die Stirn, Ausreden zu versuchen, Freilich hatte man meistenteils bar Geld sehen, sie wollen im großen verdienen ähnlichen Inhalts aus dem Jahre 1898 nicht egiſtiert. Es ist abzulein Glüd, der Entlarvte wurde mit Schimpf und Schande aus dem und für sie ist ein solcher Auftrag wie den, den der„ berwarten, was die Leipziger Volkszeitung" darauf antworten wird. Staatsdienst geworfen; die Affaire hatte ihm sein schönes Gehalt diente" Herr Hülle mit den 12000 Mart für SchundWas aber thut nun die Bosa Presse? Sie stellt sich, als ob mun getoftet, es sind ihm also mildernde Umstände zu bewilligen, wenn Druckfachen bekommen hat, wohl nur ein gewohntes Geschäft. Die Maschinerie des offiziösen Preßwesens hat in überhaupt gar nichts geschehen sei, daß alles erlogen und gefälscht er jetzt von einem gefälschten Brief" redet, von der problematischen fei, während es sich doch nur um eine Differenz des Datums Briefabschrift irgend welcher obskuren Naturen", einem letzter Beit noch eine erhebliche Ausdehnung erfahren. handelt. Die Deutsche Tageszeitung" heult vor Freude, weil Gewebe von Intrigue und eller Lüge", von Schwindel" usw. Die aufdringliche Reklame, welche für die letzte MarineHerr v. Woedtte nicht 1898, sondern 1899 die Industrie an- schreibt. Der Mann hat ein Recht darauf, über uns zu vermehrung gemacht worden ist, hat das genügend gezeigt. Es ist dann aber auch nicht verwunderlich, wenn man wag mageifern, genau so, wie ein überführter Sünder über seine Nichter. gebettelt hat: 28 " 21 " bon mit den für diese Zwecks zur Verfügung stehenden Mitteln aus den geheimen Fonds nicht mehr auskommt. Die Geschichte der 12000 M. ist ein Stück deutscher eng zusammenhängt mit der Korr um- deutschen Presse durch das Korruption, welches pierung der Offiziösentum. Deutsches Zieich. Hunuen-Greuel. Der„Bremer Bilrger-Zeitung" wurde nachfolgender Soldaten bries aus Peking übergeben: 26. August 1366. Heute wurde» wir plötzlich vom Mittagsmahle gerissen. W mußten deutschen Matrosen zu Hilfe eilen. Wir nähme 16 Chinesen gefangen, banden sie mit den Zöpfen zusammen und nahmen sie in unsre Mitte. Und so mußten sie mit Nun hieben einige rohe Burschen unbarmherzig darauf los, daß das Blut aus dem ganze» Körper hervorquoll Schrecklich war das. Ich stand gerade Posten vor den Gefangenen beteiligte mich aber nicht daran, denn so eine Roheit würde ich Tiicht verantworten können. Nach dem Essen wurden sie all zum Tode verurteilt durch Erschießen, wozu auch ich kommandiert war. Als sie zur Richtstätte marschierten, liefen zwei weg. Acht ganz junge Chinesen blieben am Leben. Die andren K8 Stück wurden erschossen, Ivozu auch ich kommandiert war. Zwölf bis fünfzehn Schritt mußten wir uns aufstellen, vier Mann vor einen Chinesen und auf Legt a n I war alles ein Gewinsel um Gnade. Aber da kam das„Feuer I" Da war alles aus. Wir hörten nur noch ein Stöhnen und Aechzen, den» jeder war von vier Kugeln durchbohrt worden und fie fielen rückwärts inS Grab, welches fie vorher selber graben mußten. So endeten die 68 Chinesen. Und dieser S o n n t a g— der 26. August 1966 in Peking wird mir unvergeßlich bleiben. Ihr werdet auch wohl schon in der Zeitung gelesen haben, die 4. und 2. Compagnie durch die sie erschossen wurden. Um 3 Uhr wurden sie erschossen also gerade die Nacht von Sonnabend auf Sonntag, als Ihr im Bette lagt und schlieft." Ein weiterer Brief ähnlichen Inhalts, mit Bleistift auf rotem chinesischen Einschlagepapier geschrieben, wird von der Halberstädter »Volks-Zeitung" veröffentlicht: Vor Peking, den 1./9. 1966. p' Liebe Mutter! Es sind nun bereits 16 Wochen her und noch habt Ihr keine Nachricht von mir; heute jedoch haben wir einmal Ruhe täg und somit werde ich an Euch denken. Einen besseren Brie kann ich Euch leider heute nicht schreiben, da UNS das dazu nötige Material mangelt; nicht einmal dabei zu sitzen ist uns vergönnt, sondern wir müssen dabei liegen, dazu regnet es, waS vom Himmel herunter will. Wir lagern in einein Mais felde und zwar vor Peking. Wie es uns so ungefähr ergeht, könnt Ihr Euch nicht entfernt vorstellen. Da wir unsre Proviant wagen infolge der miserablen unwegsamen Gegend nicht bei unZ behalten können, so müssen wir schmachten und darben so daß wir alle abgemagert sind, wie die hölzernen Götter. Liebe Mutter, wir bleiben hier noch vorläufig liegen und ivenn die Kaiserin durchaus keinen Frieden haben will, heißt es, dann soll weiter gekriegt werden und wenn es Jahre dauere, oder die Chinesen gänzlich Vertrieben würden. Bisher bin ich weder verwundet noch sonst krank gewesen, liebe Mutter, abgesehen von einem kleinen Unfall, wo ich in einen Graben gestürzt war, dessen Folge ein längeres Lahmen beim Marschieren war, welches allerdings nicht so ganz schmerzlos abging. Wie es hier jetzt während d ejs K r i e g�s zugeht, liebe Mutter, i st mir u n- � möglich zu beschreiben, denn so ein Gemorde und Ge � schlachte ist geradezu toll, was daher kommen soll, weil die Chinesen . außerhalb des Völkerrechts stehen, weshalb auch keine gefangen . genommen werden, sondern alles wird erschossen, oder um die Patrone» zu sparen, sogar erstochen. Am Sonntag nachmittag haben wir 7� Gefangene mit dem Bajonett . erstechen müsse». Letztere hatten eine Patrouille von uns er- schössen, worauf das ganze Bataillon zur Verfolgung alarmiert wurde, bei der uns besagte 74 Mann lebend in die Hände . fielen. Es war grausam und nicht zu schildern, wie eS . der Wirklichkeit entsprach. Laß mich schließen in der Hoff- uung, daß es nicht mehr so lange dauert, denn sonst weiß man schließlich nicht mehr, oder vielmehr man vergißt cS, ob mau einmal Mensch war. Mit bestem Gruß Dein Sohn M. i Besten Gruß an alle Geschwister und Bekannten. Es fehlt das Wort zur Brandmarkung dieser Zustände. Die Kultur verhüllt das Haupt und wendet sich voll Entsetzen von diesen Scenen deutschen Hunnentums.— I- Der Etat des RcichSamtS des Innern für das Rechnungs- fahr 1961 ist dem Bundesrat zugegangen. Die Einnahmen belaufen sich auf 7 518 585 M. Sie" fließen vornehmlich aus den Gebühren vom Patentamt. Die fortdauernden Ausgaben be- tragen 54 432 941 M.. die einmaligen Ausgaben 5112 566 M. Im Extraordinarium sind folgende Positionen hervorzuheben: Rur Beteiligung des Reichs an der internationalen Er- Forschung der nordischen Meere im Interesse der See- fischerei werden 126 666 M. gefordert.— Zur Errichtung zweier Flaggenmasten am Nationaldenkmal auf dem Niederwald 42 000 M.(Sehr überflüssige Ausgabel Die Redaktion.)— Zur Förderung der Ausbildung von Schiffsjungen werden 36 666 M. gefordert; zur Fördening der Herstellung geeigneter Kleinwohnungen für Arbeiter und gering besoldete Beamte in den Betrieben und Verwaltungen des Reichs jburch Gewährung von Beihilfen an Private sowie an gemeinnützige Unternehmungen(Bau- vereine, Baugenossenschaften, Baugesellschaften u. dgl.) sind 2 Mill. Mark angesetzt. Endlich als Beitrag des Reichs zu den Kosten des Ausbaus der Hohkönigsburg eine erste Rate von 156 666 M.(Wie kann mau die Steuerzahler für diesen privaten Bau heranziehen? D. Red.) i Prinz Arenbcrg, der Mordheld von Dentsch-Südwestafrika, soll— so berichten einige Blätter— nunmehr vom Militärgericht abgeurteilt worden sein und zwar sei er zu 13 Jahren Festungs- arrest verurteilt. Die Nachricht ist offenbar falsch. Erstens kann auf eine Freiheitsstrafe, wenn sie nicht eine lebenslängliche ist, nicht über 15 Jahre erkannt werden. Zweitens kann ein Mörder unmöglich zu der milderen Festungshaft verurteilt werden. Uebrigens sollten doch jetzt die Fabeleien über die Beendigung des Arenberg-Prozeffes aufhören. Es ist kein Grund zu erkennen, warum dieser Prozeß jetzt nicht in öffentlicher Gerichts- verhandlun g zu Ende geführt werden sollte.— Die Despotie der Scharfmacher. Der„Boss. Zeitz.' wird aus industriellen Kreisen geschrieben: „Das Verhältnis der Regierung zu dem„Centralverband" ist in weiten Kreisen der I ndnstrie seit langen Jahren Gegenstand leb- hafter Beschwerde. Der sogenannte„Ccntralverband" wird durch eine Gruppe von Industrielle n gebildet, in der vorzugsweise eine Anzahl reicher Firmen der Eisen- und der Textilindustrie vertreten ist, die mit Hilfe ihrer Presse von jeher für die Erlangung möglichst hoher Schutzzölle gekämpft haben. Als vor drei Jahren die Regierung sich mit dem Gedanken beschäftigte, vorbereitende Schritte fstr die Erneuerung der Handelsverträge zu treffen und insbesondere eine Revision des deutschen Zolltarifs in die Wege zu leiten, drängte sich der„Ceiitralverband" an den Grafen v. Posadowsky nnt dem Vorschlage zur Einberufung eines„Wirtschaftlichen Aus schnsies" heran, zu dem neben dem Deutschen Landwirtschaftsrat und dem Deutschen Handelstag auch der„Centraiverband deutscher Industrieller" je fünf Mitglieder präsentieren sollte. Die Regierung ging trotz des lebhaften Widerspruchs, der aus andren Kreisen der Industrie hiergegen erhoben wnrde, auf diesen Vorschlag ei» und räumte jener privaten Vereinigung dieselben Rechte bezüglich.der Vertretung der Industrie ein wie dem Landwirtschaftsrath und dem Handelstag be- züglich der Vertretung von Landwirtschast und Handel, lieber- dies erhielt der„Centralverband" noch die Zusage, daß außer den von ihm präsentierten fünf Mitgliedern unter' de» vom Reichs- kanzler unmittelbar berufenen Personen sich zwei weitere Mit- glieder des„Ccntralverbands" befinden sollten. Ans diese Weife war der schntzzöllnerischcn Gruppe der Industrie im Verein mit den Vertreter» der Landwirtschaft von vornherein eine Mehrheit im Wirtschaftlichen Ausschuß gc- sichert, und daß sie diesen Umstand bei der Beratung der Zollvorlage in anSgiebigem Maße ansznnntzen sucht, wird zur Genüge durch daS bestätigt, ivas bisher darüber in die Oeffentlich'keit gelaugt ist. Diesen Thatsachen gegenüber er- scheint es einigermaßen undankbar, wenn Herr Bueck die Forderung der Regierung, einen Beitrag zu Agitationszwecken für einen vom Centraiverband lebhaft unterstützten Gesetz- entwnrf zn leisten,„eigentümlich" findet, auch wenn er „ans naheliegenden Gründen" es nicht für zweckmäßig erachtet, das Verlangen zurückzuweisen. Nachdem sich das Rcichsamt des Innern in die finanzielle Ab- hängigkeit von dem Centralverband begeben hat, ist es nur natürlich, daß dieser Gegenleistungen verlangt. Eine BeschrLnknng der Arbeitszeit in Bleifabriken wird, lvie die„Berliner Politischen Nachrichten" mitteilen,„regierungsseitig in Erwägung gezogen". Aus dem Stadium der Erwägung wird die Sache wohl aber kaum herauskommen, denn natürlich befürchten, wie der Offiziosus weiter zu berichten weiß, die Unternehmer, die man befragt hat, eine Schädigung der Betriebe und für die Arbeiter keine Besserung der Zustände. Hat man schon Unternehmer gesehen, die in solchem Falle freudig ihre Zustimmung gegeben hätte»? Man frage doch einmal die beteiligten Arbeiter, wie die über die Verkürzung der Arbeitszeit bei gleichbleibenden Löhnen denken.— Dem Landtag von Sachsen-Weimar werden nach den bisher vorliegenden Wahlresultatcn angehören: 1 Konservativer, 1 National- liberaler, 5 Freisinnige und 2 Socialdemokraten.— Khaki- Beleidigung. Dem„Kleinen Journal" hat unsre Moltke-Chronik nicht gefallen und es meint: „Das ist lv'irklichesHunnentum und gegen diese Hunnen solle» sich die Kulturvölker Europas zusammenthun, um es in einer Entscheidungsschlacht aus den katalaunischen Feldern zu vernichten." Nachdem den deutscheu Kulturträgern in China als Ehrenname der Hunnen-Titel gewährt worden ist, beleidigt Leon Leipziger das gesamte Khakitnm, wenn er dieser Auszeichnung gleichermaßen uns vaterlandslose Gesellen für würdig hält.— Gegen den Militarismus. Ans Stuttgart bringt das W. T. folgende etwas dunkle Meldung vom Mittwoch: In der heutigen Sitzung der Kammer der Abgeordneten nrachte Ministerpräsident Dr. Freiherr v. Mittuacht Mitteilung über die Vcrsailler Verträge; die Kammer»ahn: hierauf mit 60 gegen 9 Stimmen einen Antrag an, in welchem die Regierung auf- gefordert wird, die erforderlichen Schritte zu thun, um den Anspruch Württembergs auf Ersparnisse beim Militär- etat zur Geltung zn bringen. Man wird den ausführlichen Verhandlungsbericht abwarten müssen, um zu sehen, um was es sich im besonderen handelt. Ausland. Eine proletarische Friedenskundgebung. Paris. 29. Oktober. In der Pariser Arbeitsbörse fand gestern eine erhebende Friedenskundgebung englischer und französischer Proletarier statt— eine kräftige Antivort auf die gegenwärtige Hätz der französischen Chauvinisten und der englischen Jiugoes. Um dieser .)atz entgegenzutreten, hatten die Vertreter des organisierten englischen Proletariats die Ueberreichung einer F r i e d e n s a d r e s s e au die Vertreter der organisierten französischen Arbeiter beschloffen. Die Adresse ist von 269 Beamten der Gewerkvcreine, Arbeiterdeputierten des englischen Parlaments, dem Generalsekretär des englischen Ge- nossenschaftsverbanbs, der 1866 Genoffenschaften mit nahezu zwei Millionen Mitgliedern vereinigt, sowie von zahlreichen pro- letarischen Gemeinderats-Mitgliedern und Friedensrichtern unter- zeichnet. Die englische Abordnung, die die Adresse überreichte. zählte 27 Mitglieder, darunter William Pickles, General- ekretär der Gewerkvereine und Vorfitzender des letzten Gewerk- Vereins- Kongresses, Georges Barnes, Generalsekretär des Maschinenbauer- Verbands und Leiter des Maschinenbauer- Streiks von 1897, Richard Bell, Sekretär des Gcwerkvereins der Eisenbahner und neugewähltes Parlamentsmitglied, Gray, General- ekretär des Geuossenschafts-Vcrbands, John Wilson, Sekretär des Bergarbeiter- Gewerkvereins von Durham. R a n d a l C r e m e r, neugewählter Abgeordneter von Shoreditsch. Herbert urrows, Sekretär des Zündholzarbeiter-Gewerkvereins von London und Mitglied der Socialdemokratischen Föderatton, Appleton, Spitzenarbeiter-Nottingham, Francis Chandler, immerleute und Tischler- Manchester. Chapmau. Schuhmacher- London, Allen Gee, Weber und Spinncr-HudderSfield, M a c d o- nald, Trades-Councils(Gewerkschaftskartell)-Loudon, Turner, Weber- und Trades-Council von Dorkshire, u. a. Die Kundgebung nahm einen imposanten Verlauf. Die große Halle der Arbeitsbörse, geschmückt mit Fahnen aller Nationen und mit mächtigen roten Bannern, war schon vor der angesetzten Zeit zum Erdrücken voll. Die später Gekommenen mußten in den Nebensälen und den Wandelgängen stehen. Und zwar wurden in den Saal nur gewerk- chastlich organisierte Arbeiter zugelassen, um der Kundgebung ihren eignen Charakter zu wahren. Von französischer Seite wurden als Redner vorgesehen, außer den Vertretern der Pariser Gewerkschaften, die Genossen Jaurös und Vaillant in ihrer Eigenschaft als Mit- glieder des vom Pariser Internationalen Socialistischen Kongreß geschaffenen Internationalen Bureaus. Zunächst begrüßte A. Baums nantenS der VerwaltungS- kommission der Arbeitsbörse die englische Abordnung in einer An- prache, die auf den Klassemirsprung des Militarismus und der Kriege hinwies und mit dem Rufe schloß:„Nieder mit dem Krieg I Hoch die Internationale der Arbeiter." Der Ruf wurde von der ganzen Versammlung mit Begeisterung aufgenomnien, wie überhaupt alle Ansprachen immer wieder einmütigen Beifall entfesselten. Vorher noch wurde die englische Abordnung, als fie auf der Tribüne Platz nahm, von einer socialistischen Musikkapelle mit der Internationale" begrüßt, die zugleich von der Versammlung im Chor gesungen wurde. Die FriedenSadreffe verlas William PickleS. Sie ist be- titelt:„An die Arbeiter Frankreichs die Arbeiter Englands I' Mit Rücksicht auf den Raum geben wir nur ihren wesentlichen Inhalt wieder. Sie beginnt mit der Kennzeichnung der Macht der kapitalistischen Presse, die von„gesiuuungs- und skrupel- losen Kapitalisten" dazu gebraucht wird, um in Frankreich und in Eng- land chauvinistische Leidenschaften zu entfachen. Das Geschrei dieser Presse werde mit Unrecht bisweilen für die Stimme des Volks gehalten, während„die Massen weder in Frankreich noch in England den ge- ringsten Grund haben, einander zn hassen, und den geringsten Wunsch, einander irgendivelchen Schaden zuzufügen. Verdächtigungen und Uebelwollen schaden stets den Arbeitern, deren Interessen stets am besten durch Eintracht und Frieden gedient ist. Unsre Interessen sind also die gleichen. Ei» Krieg zwischen Frankreich und England wäre der Ruin der In- dustrie beider Länder. Euer Handel und der unsrige würden sofort andren Ländem zufallen, die den größten Teil davon endgültig behalten würden.... Sodann wurden die Vorteile des Krieg? für die Finauzleute und dessen Nach- teile für die Arbeiter betont.> Aus allen diesen Gründen werden die französischen Arbeiter aufgefordert, Hand in Hand mit den englischen die Hetze der Chauvinisten und Jingoes zu vereiteln und darauf zu dringen, daß im Notfall jeder Konflitt durch das von der„großen Haager Konferenz" ge- schaffene Schiedsgericht geschlichtet werde. Die Adresse schließt mit den Worten:„Arbeiter! Der Augenblick ist gekommen, wo wir im Interesse der Menschheit Schulter an Schulter niarschieren müssen, indem wir verkündigen, daß der Friede das höchste Interesse der Arbeit ist." Außer Pickles sprachen noch die sechs oben zunächst genannten englischen Vertreter, von denen mir Herbert B urrows über den Inhalt der Adresse hinausging, um die Kriegs- und Friedensfrage vom social! st ischen Standpunkte aus zu be- leuchten: als Socialist denke er, daß nur die Abschaffung des kapitalistischen Regimes dem Militarismus und dem Krieg ein Ende machen könne. Er schloß mit einem Appell an die Arbeiter aller Länder, sich zum Kampfe gegen Kapitalisinus und Militarismus zu vereinigen. Im gleichen Sinne wie BurrowS sprachen mehrere'I französische Gewerkschaftsredner und mit besonderem Nachdruck die Genossen I a u r s s und Vaillant. Nach der Kundgebung fand ein Bankett statt, auf welchem die englischen und französischen Vertreter herzliche Ansprachen wechselten. Frankreich. Waldeck-Rousscaus Rede. Paris, 36. Oktober. Selten hat eine Rede so viel Tinte fließen lassen, ehe sie gc- halten wurde, wie die nunmehr endlich gehaltene Tonlouscr Rede des Ministerpräsidenten. Man erwartete von alle» Seiten so oder anders„entscheidende" Worte aus dem seit langer Zeit schweigsamen Munde Waldeck-Rousseaus. Nach der jüngsten Rede M i l l e r a n d s in Lens, wo der Handelsminister sein socia- lislisches Bekenntnis wiederholt und ein immerhin kühnes social- reforniatorischcs Programm entworfen hatte, war man neugierig zu hören, was der Mimsterpräsident zu sagen für gut finden wird. Andrerseits hatte B a r t h o u, der von M e l i n e halb und halb abgefallene staatsmännischc Streber, sich in einer Tschrcde von neuem auf die socialistische Gefahr besonnen und den Minister- Präsidenten namens der Bourgeoisrepublikaner zur Desavouierung der Millerandschen Rede bczw. des Socialismus aufgefordert. Nun hat Waldeck-Rousjeau geredet und— beide Seiten cuttänscht: die Bourgeoisrcpublikaner und die ministerfreundlichen Socialisten. Jenen hat er bloß einen mageren Knochen hingeworfen mit der Erklärung, daß die„staatliche Umwandlung des Privateigentums in Kollcktivcigentum keinen Teil des ministeriellen Programms bilde".— „Nun das hätte noch gefehlt!" ruft der„Temps", das Organ des sozusagen„linken" Flügels der Bourgeoisrepublikaner, recht mißmutig aus. Dagegen' ist er die Antwort auf Barthous Heraus- forderung schuldig geblieben. Er fand kein Wort zur Erklärung der Thatjache, daß er auch noch jetzt, wo doch nach seinen eignen selbst- bewußten Ausführungen die politische Situation wieder durchaus normal geworden ist, mit Hilfe eines Socialisten regieren zn muffen glaubt.' Die Verschweigung ist freilich nur allzu sprechend: Wolbeck- Rousseau will es weder nnt der äußersten Linken, noch nnt der äußersten Rechten seiner Mehrheit verderben, was aber das beste Mittel ist, es mit beiden zu verderben.... Die Fortdauer der außergewöhnlichen ministeriellen Kombination erscheint nach der Toulonser Rede desto unbegreiflicher, als das von Waldeck-Ronsseau wieder einmal entworfene gesetzgeberische Programm auch den Mut jedes beliebiger: und geivöhnlichcu radikalen Ministeriums keineswegs übersteigen würde. Der Kampf gegen die Kongregationen? Die Radikalen„kämpfen" ja von jeher— in Fest-, Wahl- und auch Parlamcntsreden— gegen dieselben. Und ebenso bilden die paar andren Toulouser Reform- versprechen, die Getränkesteuerrefornr und Alterspensionen für Arbeiter, einen altehrwürdigen Bestandteil der radikalen und sogar bourgeoisrepnblikanischen Versprechungen. Hingegen vor- mißt man in dem„unmittelbaren" Programm von Toulouse nicht nur jede Andeutung auf die von Millerand in Anssickt ge- stellten Resormentwürfe, sondern auch auf die Reform der Mlitär- justiz, die schon vor einem Jahre unter dem Kriegsminister Galliffet eingebracht und deren Auferstehung in neuer Form jüngst vom Kriegs- Ministerium aus angekündigt wurde. Schließlich fehlt im„unmittel- baren" Programm auch der vom Finanzniinister bereits ausgearbeitete Einkommensteuer-Entwurf. Doch Waldeck- Rousseau wird sich mit erfahruugSkluger Selbst» beschränkung gesagt haben, daß es schon ein echtes Weltwunder wäre, wenn die drei ergrauten Reformentwürfe bis zum Schluß der Legis- latur(Frühjahr 1962) Gesetz würden.... In der langen Rede findet man nur einen Gedanken, der über daS gewöhnliche Niveau der Bourgeoispolitik sich erhebt: die Er- kennttiis, daß die wiederkehrenden Krisen der dritten Republik den hartnäckig verratenen Reformprogrammen ihren Ursprung mit ver- dankten. Desto erstaunlicher aber ist es, daß Waldeck-Rousseau ans dieser Erkenntnis nicht die nötigen Konsequenzen gezogen. Ja, auch der kühnste französische Bourgeoispolitiker scheint glücklich und end- gültig in das Normalgeleise der bourgeoisen Ohnmacht eingelenkt zu fern.—_ Spanien. In karlistischcn Kreise« wird erklärt, Don Carlos stehe der Bewegung in Katalonien vollkommen fremd gegenüber. Die Führer werden getadelt, weil sie die Bewegung, die zu nichts führen könne, so unbesonnen ins Leben gerufen hätten. Die Karlistenbande in Berga besteht aus 366 Mann, sie wird von zivci Bataillonen Jägern lehaft verfolgt. Eine Schwadron von dem in Attala HenarcS bei Madrid ganiisonierenden Kavallerie- Regiment hat Befehl er- halten, nach Katalonien abzugehen.— Das Blatt„Liberal" sagt, wenn heute ernste Nachrichte» aus Katalonien eingehen sollten, würde die Regierung die„konstitutionellen Garantien" in ganz Spanien suspendieren. Amerika. Valparaiso, 36. Oktober. Das chilenische Kabinett ist wegen Meinungsverschiedenheiten mit dem Präsidenten in der letzten Nacht zurückgetreten.— Patf«i-Vschvichken. Genosse Albert Schmidt, der Rcdactenr unsres Magdeburger Partei-OrgauS, hatte am 36. Oktober von seiner Strafe ein Jahr verbüßt. Am 29. September wurde Schmidt wegen Majestäts- beleidigung zu drei Jahren Gefängnis verurteilt, am 25. Oktober entließ man den in gleicher Sache zu 4 Jahren Gefängnis unrecht- mäßig berurteilten Redacteur Müller aus dem Gefängnis Gommern, 123 Jahre lang fortgesezt werden, ohne daß die Gewerbe- Aufsicht vorne in den Laden. Da tam der alte Lelvh und schrte mich an, am 30. Ottober nahm Schmidt seinen Platz dortselbst ein. Was er etwas davon erfuhr und dagegen einschritt! weshalb ich nicht von hinten gekommen sei, ich solle in die hintere mit seiner Selbstbezichtigung bezweckte, hatte er erreicht: Der uns Gegen die Arbeitslosigkeit. Die städtische Socialfommission Stube lommen. Ich ging mit Lewy in die Hinterstube, da schuldig zu schwerer Strafe verurteilte Genoffe Müller war aus in Aachen stimmte im Princip der Verwaltung zu, die zahlreichen faßen seine beiden Söhne und seine Frau. Letvy sagte zu seinen dem Gefängnis befreit. Jetzt befindet sich Schmidt nicht mehr in Arbeitslosen zum städtischen Wegebau und Planierungsarbeiten und Söhnen: nehmen. Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Gommern. Bauliche Veränderungen, welche dort vorgenommen als Beihilfe gelegentlich der Volkszählung zu verwenden. Ein Vors Wir brauchen Blut, wurden, machten seine Ueberführung nach Halle notwendig, wo er gegenmärtig mit dem Redacteur Thiele vom Halleschen Parteiblatt hlag, der dahin ging, die hier vielfach beschäftigten ausländischen Gymnafiaften spazieren.(?) Frau Lewy fragte mich, wie alt ich den Aufenthalt im Gefängnis teilt. Der Gesundheitszustand des Arbeiter möglichst von dem heimischen Arbeitsmarkt fernzuhalten, fei. Ich fagte, ich bin 1858 geboren, rechnen Sie es sich soll der Handelskammer zur Einleitung der notwendigsten Maß aus. Alsdann fragte mich Frau Lewh, ob ich verheiratet Genossen Schmidt ist ein den Umständen nach befriedigender, so daß nahmen überwiesen werden; der Stadtverordneten- Bersammlung sei und wieviel Kinder ich habe. Ich antwortete: ich bin verheiratet zu hoffen ist, er werde auch die zwei Jahre seiner Strafe, die ihm wird die Errichtung von weiteren Vollstüchen vorgeschlagen. und habe fünf Söhne und einen Stiefsohn. Da faßte mich der zu hoffen ist, er werde auch die zwei Jahre seiner Strafe, die ihm noch bevorstehen, überwinden, ohne Schaden an seiner Gesundheit zu Neben den bereits erwähnten Notstandsarbeiten erachtet die Kom- alte Lewy am Arm und sagte: Verdacht! Verdacht! zu weich, miffion es als selbstverständlich, daß in Fällen der Arbeitsunfähigkeit zu weich! Damn fragte Lewy feine Söhne: Ist der Knecht von Die Socialdemokratie Vanguard zu Brisbane in Queens- oder begründeten Arbeitsmangels die Armenverwaltung eintreten Hoffmann bestellt? Es werden viele sein. Der Mann wird ein Tand( Australien) sendet den deutschen Genossen ihren brüderlichen müsse. Die Stadtverwaltung gedenkt außerdem durch Beschaffung Bad annehmen. Weiter sagte Leivy: Leine, Fesseln, Mönchsee." Gruß und ihre tiefe Teilnahme wegen des großen und unerfeglichen billiger Lebensmittel und Kohlen wesentlich zur Abhilfe in der gegen Frau Lewy sagte: Ich hätte Sie für 29 Jahre gehalten. Leivh. Verlustes, der sowohl sie wie die Socialdemokratie aller Länder wärtigen Notlage beizutragen. Die Frage der Einschränkung der packte mich wieder am Arm und sagte: Sie haben ja eine so durch den Tod ihres Kampfgenoffen Wilhelm Liebknecht getroffen Arbeiterzüge aus dem nahen Ausland soll der Handelskammer und schwache Brust. Nun bekam ich wieder Angst im Herzen. hat. Aber obgleich tot, wird das eble und selbstlose Leben des Ver- dem Tuchfabrikanten- Verein zur näheren Erörterung übergeben Präsident: Präsident: Weshalb gingen Sie denn nicht fort, storbenen ein leuchtendes Beispiel sein für künftige Generationen und werden. wenn Sie so große Angst im Herzen hatten? 8euge: diese anfeuern, in die Fußstapfen desjenigen zu treten, der ein VorIch hatte ja noch kein Geld.( Seiterkeit.) tämpfer für alle war. Aus der Frauenbewegung.Brai.: Was sagten Sie zu dem Knecht Lutschinski?- Beuge: Ich jagte zu diesem: Sei froh, daß Du die Kuh nicht nach Konitz Verein für Frauen und Mädchen der Arbeiterklaffe. gebracht hast, Dich hätten die Juden bestimmt gefchlachtet. Montag, den 5. November, abends 8/2 Uhr, in den Arminhallen, Bräs: Lutschinski ist doch aber ein bedentend jüngerer und Rommandantenstr. 20: Vortrag von Frau Wally Bepler über Die fräftigerer Mensch als Sie? 8euge: Der wär' von hinten herein gegangen und alsdann hätten sie ihn geschlachtet. Bräf.: Achtung, Militär- Schneider! Bei der Firma Wittmer in Frau in der modernen Litteratur". Gäste sehr willkommen. Mit Der Vorstand. Ist das wahr oder haben Sie sich das nur eingebildet?. Kaffel befinden sich fämtliche Uniform- Schneider im Ausstand. Da Benge: dieselbe beabsichtigt, Arbeitsträfte aus Berlin heranzuziehen, ersuchen Die Wäscherinnen und Blätterinnen waren am Dienstag So wahr ich einen Gott im Herzen habe, ich fage nicht die Unwir die Kollegen, sich solidarisch zu verhalten und Arbeitsangebote abend fin der Brauerei Friedrichshain in einer imposanten Verwahrheit. Der Präfident läßt nunmehr den Fleischer Adolph jener Firma zurückzuweisen. Verbands deutscher Schneider. Die Ortsverwaltung des sammlung zufammen gekommen. Frau Selara Bettin referierte Lewy in den Saal treten und hält diesem die Aussagen des Zeugen über Arbeiterinnenschug" und führte in gedrängter Dar bor. ewh: Nicht ein Wort ist wahr. Den Arbeitern der Berliner Mörtelwerke war am vorigen stellung ungefähr folgendes aus: In Versen aller Art feien bisher doch ist es wahr. ewy: Der Zeuge hat mir auch noch eine Sonnabend feitens der Betriebsleitung angekündigt worden, daß von die Wäscherinnen und die Blätterinnen als gesunde und zufriedene uh aus Granau verschafft. Bräs.: Laskowsky, ist das wahr? dieser Woche ab infolge der eingetretenen Geschäftsflaue nur mehr Menschen geschildert worden, als pausbadige übermütige Dinger, die 8euge: Das hatte ich vergeffen. ein Stundenlohn von 35 Pf. statt 40 Bf. bezahlt werden könne. über die Dede und Langweiligkeit des bürgerlichen Familienlebens Mittwoch, wurde zunächst der Journalist 8 immer aus Konik ber ein Stundenlohn von 35 Pf. statt 40 Pf. bezahlt werden könne. jungen Kaufleuten und Studenten durch angenehme Schäferstunden Am sechsten Verhandlungstage, Darauf hin legten die Arbeiter am Montag, den 20. d. M., morgens 3 die Arbeit nieder. Die Kutscher der Mörtelwerte erklärten sich mit hinweg helfen. Wenn man genauer zusehe, verschwinde dieses ihren Arbeitskollegen solidarisch und stellten gleichfalls die by. Auts den übermütigen toketten Mädchen werden Die Zahl der Streitenden betrug danach etwa abgemüdete, schwer um ihr färgliches Brot ringende Frauen, die mit 450 Mann, welche sämtlich dem Centralverbande allerlei Berufskrankheiten heimgesucht sind. Besonders das Gasder Gandels, Transport und Berlehrsarbeiter plätten, an sich ein technischer Fortschritt, wirkt für die Arbeiterinnen als Mitglieder angehören. Die Organisation sezte sich sofort mit sehr schädlich, weil es nicht unter Bedingungen eingeführt ist, welche dem Direktor der Mörtelwerte in Verbindung und ihrem Vertreter diese Schädlichkeiten vermeiden könnten. Zumeist fehle es an Benti gelang es, die Betriebsleitung zur Zurücknahme der Lohnreduzierung lationseinrichtungen, um den durch die Gasplätterei in vermehrtem zu bewegen. Daraufhin wurde Dienstagmittag unter der weiteren Bedingung, daß Maßregelungen nicht stattfinden dürfen, die Arbeit wieder aufgenommen. Dieser Erfolg ist lediglich der Solidarität der Kutscher und der Organisation zuzuschreiben. Arbeit ein. 17 Deutsches Reich. Lastowsth: Und sund nommen, der bekundete, daß fremde Herren den Maßlof im Hotelzimmer trattiert haben. Bürgermeister De ditius und Polizeikommissar Blod bekunden nochmals, daß sie das Synagogengefunden haben. grundstück auf das genaueſte untersucht und nichts Verdächtiges Der nächste Zenge, Kriminalfommissar We hn( Berlin), erklärt: Im Auftrage des Ministers des Innern bin ich am 25. März nach Stonig gekommen. Allen Untersuchungen habe ich nicht beigewohnt. age entstehenden gesundheitsschädlichen Dünsten einen Abzug zu Ich habe dem Kriminalschutzmann Beyer II aufgetragen, bei den verschaffen. Unter diesen Ausdünstungen hätten beinahe noch mehr untersuchungen bei Lewy besonders auf Backpapier und Zeitungen mit naisen Füßen stehen müßten. Betrachte man alles dies und die Exemplare die Wäscherinnen zu leiden, die außerdem den ganzen Tag über zu achten und ganz ganz besonders darauf, ob sich vielleicht mit nassen Füßen stehen müßten. Betrachte man alles dies und die Exemplare oder Fragmente der Täglichen Rundschau" vorsonstigen Arbeits- und Eristenzbedingungen, sowie daß viele fänden. Wir haben aber keine Spur gefunden. Wir haben Arbeiterinnen, um ihren färglichen Verdienst zu erhöhen, vielfach noch ferner genau untersucht, ob, wie der Angeklagte Maßlof behauptete, Arbeit mit nach Hause nehmen, um hier von neuem zu frohnen und die Le which en Kellerfenster verhangen gewesen oder überhaupt auch die dürftige Wohnung mit schädlichen Miasmen zu füllen, so verhangen seien. Wir sahen jedoch, daß einmal tönne es nicht wundernehmen, wenn, wie von bürgerlichen Aerzten und vom Fabrikinspektor Wörishofer festgestellt sei, die Plätterinnen alte Spinngewebe Sachsen hält den Record. Ueber die Zustände im preußischen Eisenbahndienst find wiederholt Mitteilungen an die Oeffentlichkeit gedrungen, welche eigentümliche Schlaglichter auf die behauptete Mustergültigkeit derselben warfen. Wir erinnern nur an die jüngsten Mitteilungen aus Magdeburg. Der 16 stündige Normal- Arbeitstag und Wäscherinnen ein verhältnismäßig größeres Kontingent zu Sie Anbringung eines Vorhaugs verhinderten. Andrerseits haben im Reiche Thielens wird aber ven den Verhältnissen auf der den Kranken stellen, als andre Berufe. Daß der Beruf der Blätterin wir die Wände aufs genaueste untersucht und abgeklopft, um festsächsischen Staatsbahn noch in den Schatten gestellt. Der Dienst ein besonders anstrengender sei, gehe auch daraus hervor, daß mehr zustellen, ob es möglich sei, daß Nägel eingeschlagen worden seien plan in Dresden- Friedrichstadt vom 24. September enthält u. a. als ein Drittel der Blättlehrmädchen, zu welchen jugendliche Arbeite- zum Befestigen des Borhangs. Die Unterfuchung hatte ein absolut auch folgende Amveisung: Bremser E. fährt mit Personenzug rinnen nicht genommen werden, schon nach kurzer Zeit diese Be- negatives Resultat. Wir haben dagegen festgestellt, daß sich an den 1024 1125 nachts nach Chemnitz und holt den Güterzug 5071. Gr fchäftigung aufgeben müssen. Wenn diese ungünstigen gesundheit Stellerfenstern des neben 2e wh wohnenden Bädermeisters Anger Er trifft andern Tags 144 nachmittags in Dresden wieder ein.( Das lichen Zustände ziffernmäßig nicht so genau nachgewiesen werden Vorhänge befinden. Die Lewysche Räucherkammer habe find 14. vierzehn! Stunden Dienst). Dann hat er von 6 1hr können, wie es wünschenswert wäre, so liege das daran, daß die ich nicht nach verbrannten Metalltuöpfen untersucht. abends bis 6 Uhr morgens Schleppzüge zu fahren." Damit hat Blätterinnen und Wäscherinnen mit andren Berufen in den Kranken- Auf Antrag des Verteidigers beschließt der Gerichtshof, fofort Herr v. Kirchbach den preußischen Eisenbahnminister ganz bedeutend fassen vermischt sind. dannede die Räucherkammer nach Metallknöpfen durchforschen zu lassen, die übertrumpft. Daß die leberlastung des Personals nicht vereinzelt Die Rednerin kritisierte sodann das Lehrmädchen- Unwesen, die ver- aus dem Ueberzieher des Ermordeten stammen könnten. dasteht, weist der Bedruf" mittels des Dienstplans einer Güterzugs- fchiedenen Brattifen, die darin angewendet werden und verurteilte die der folonne in Chemnitz nach. Es wird festgestellt, daß in 39 Tagen menschlichen Würde hohnsprechende Behandlung, die sich viele auf den Mann 526 Arbeitsstunden kommen. Rechnet man noch Arbeiterimen aus Angst vor Arbeitslosigkeit glauben gefallen lassen die Zeit, so heißt es in einer Zuschrift aus Chemnitz im„ Weckruf", zu müssen. Insbesondre hätten die Arbeiterinnen oftmals unter den die die Züge später eintreffen, oder wo wir ausrangieren müssen, gemeinen Zudringlichkeiten der Unternehmer und ihrer Stellvertreter ferner noch die Zeit, die das Aufräumen des Signalzeugs usw. beansprucht, und ferner noch den Weg zum und vom Dienst, der durchschnittlich mindestens eine Stunde beträgt, so haben wir in diesen 39 Tagen wenigstens 580 Stunden Dienst, wir haben aber auch in Zwischenräumen von 10 Tagen einen freien Tag, den wir dazu benutzen, einmal gehörig auszuschlafen." Sodann befundet Kriminalkommissarius Wehn( Berlin) weiter: Maglofs Bekundungen find mir vollständig unglaubhaft erschienen. Maß Lof hat bei der Polizei nicht gefagt, daß ihm der Deckel von seiner Schnupftabaksdofe zur Erde gefallen sei. Bei der Polizei hat er gesagt: er habe nur aus Neugier, weil er einen zu leiden, und gute oder schlechte Arbeit werde nach Willkür und Lichtschimmer fah, seine Betrachtungen angestellt. Obwohl er nicht noch schlimmeren Ursachen vergeben. Diese Zustände zu beseitigen wußte, wer in dem Hause wohnte und von dem Mord oder zu verbessern sei eigentlich Aufgabe der Gesamtheit, aber teine Ahnung hatte, wvill er stundenlang auf der Laner von unsrem Staat, der mir Geseze macht, die den tapitalistischen gelegen haben und 1117 genauer jehen zu fönnen, Interessenten zu gute kommen, ist nichts zu erhoffen; die aus- nach dem hinteren Grundstücke gegangen sein. Ich habe nun felbst gebenteten Arbeiterinnen müßten deshalb die Verteidigung ihrer und zwar bei Tage nach dem hinteren Grundstücke gesucht. Ich Rechte, das Streben nach einem menschenwürdigen Dasein selbst habe dasselbe aber erst nach längerem Suchen und Fragen finden Der Streit der Glasarbeiter in ich bei Schneidemühl ist übernehmen. Dieses könne aber nur geschehen, wenn alle Arbeiterinnen fönnen. Ich habe dann des Nachts mit Maẞl of Versuche an beendet, und zwar zu Gunsten der Arbeiter. Die Firma hat eine in der Wäschebranche sich zu einem großen Ganzen zusammen gestellt. Ich bin mit dem Kriminalschutzmann Beher aus dem Lohnzulage von 15 Pf. pro 100 Stück Flaschen bewilligt. Die Ab- schließen, denn in der Vereinigung liege die Kraft der arbeitenden Steller in den Hof gegangen. Ma B1 of war mit dem Kriminalstellung verschiedener Mißstände ist ebenfalls zugestanden worden. Klaffen, besonders aber der Frauen, die in doppelten Ketten liegen, Inspektor Braun draußen geblieben. Waplof mußte sich auf die Erde Nur werden der Betrauensmann und der Schriftführer nicht wieder in den Ketten des Lohn- und des Geschlechtsstlaventums. legen und wurde vom Kriminal Juspektor Braun gefragt: Wie viel eingestellt. Die Arbeit kann jedoch erst in 14 Tagen, nach lang- Der etwa zweistündige Vortrag der Genoffin Bettin, wurde des Bersonen sind jezt aus dem Keller gekommen? Darauf antwortete famer Anfeuerung der Oefen beginnen. öfteren von lebhaftem Beifall unterbrochen. In der Diskussion M a lof: Ich fann nichts sehen. Wir hatten eine Petroleumlampe Eine neue Abfage an Dr. Hirsch! Der Düsseldorfer Gewert wurden die Ausführungen der Referentin in mehrfacher Weise er- im Keller stehen. Diese nahmen wir dann und traten damit aus berein der Tischler beschloß in seiner 2. Monatsversammlung, die gänzt. Die Anwesenden wurden aufgefordert, der Organisation bei- dem Keller in den Hof. Maßlof antwortete jezt auf Befragen: dem Kaffierer Heinen zugeschickten Marken zur Vertreibung für das zutreten und für sie zu agitieren. Die Mitglieder des Vereins er- Ich sehe eine Person. Wir waren aber, wie ich bereits bemerkt, Berliner Verbandshaus zurückzuschicken, mit der Motivierung, den halten bei gewerblichen Streitigkeiten Rechtsschutz. Es wurde auch zwei Personen. Bei Nacht kann man nicht in den Keller fehen. Ortsverbandsbeschluß hochzuhalten und sich an dem Verbandshaus- ersucht, den Arbeitsnachweis der organisierten Plätterinnen und Bräf.: Angeklagter Maßlof, baben Sie bei der Polizei nicht wejen infolge des Auftretens des Generalrats dem Ortsverband Wäscherinnen zu benutzen. Frau Ihrer teilte noch mit, daß die gejagt, daß Ihnen der Deckel von der Dose gefallen sei?- Maßlof: Düsseldorf gegenüber nicht zu beteiligen, sondern das übrig bleibende Unternehmer in der Wäschebranche solchen Arbeiterinnen, die 25 Jahre Das habe ich doch gesagt. Es ist aber nicht aufgeschrieben worden. Geld dem Arbeiterjefretariat zuzuwenden. thätig gewesen sind, ein Diplom und eine filberne Medaille Ein Geschworener: Ich habe im Lewy schen Keller über schenken wollen, eine Mitteilung, die mit großer Heiterkeit auf dem Kessel und dem Orte, wo die Petroleumlampe befestigt ist, genommen wurde. In ihrem Schlußwort ermahnte Frau 3 ettin and Bintflecke die Versammelten nochmals, sich durch nichts, weder durch das übliche Spionagesystem, noch durch einzelne Berbote der Unternehmer gefehen. Sind diese untersucht worden?- Kriminalkommissarius Silberbergiftung. Wie jo manche Schäden in Bezug auf und noch weniger aus Angst vor Arbeitslosigkeit abhalten zu laffen, en: Ich erinnere mich dessen nicht. Aber wenn sich Blutflecke Gewerbehygiene von oben herab viele Jahre unbeachtet bleiben der Organisation beizutreten. Einer großen Organisation gegenüber im Fleischerteller befinden, das ist doch nicht auffallend. Wir haben Tönnen, obwohl sie durch sehr einfache Mittel schon längst hätten lernen die Unternehmer gar bald Toleranz üben und nur durch die nur nach Blutſpritzer gesucht. Geschworener: Ich halte es beseitigt werden können, zeigen einige von Dr. L. Schubert in der Vereinigung sei eine Befferung der Lage der Wäschearbeiterinnen boch für erforderlich, daß sofort nach diesen Blutflecken die Unter" Zeitschrift für Heilkunde" beschriebene Fälle von Silbervergiftung. möglich. Auch diese legten Worte wurden mit großem Beifall auf fuchung angestellt wird. Oberstaatsanwalt: Jch bin feines Bekanntlich färben Lösungen von Silbersalzen organische Gewebe genommen. wegs gegen eine eingehendste Untersuchung; aber wenn festgestellt im Lichte schwarz. Das sicht man, wenn man zur Entfernung von wird, daß sich im Fleischerteller alte Blutflecke befinden, so folgt Warzen Daraus gar Fingern dieselben nichts und wir haben nur 8eit verloren.mit angefeuchtetem Höllenstein betupft. Aber nicht nur durch äußeres Bestreichen Kriminalkommissar Behn bekundet weiter: M a Blof habe ihn auch mitgeteilt, er habe zu Moriz Lewy gefagt, er wisse jetzt, wer an den Sociales. Meineidsprozeß Maßlof in Konit. mit Silbersalzlösung wird diese Schwärzung bewirkt, sondern Der Hegenaberglauben des Mittelalters feiert in dem westauch durch inneren Gebrauch schwacher Silberlösungen, wie sie gegen preußischen Städtchen seine Auferstehung. Wie vor Zeiten epidemische bie. Mörder seien. Die Mörder seien Juden. Lewy habe ihm, Magen- und Darmkrankheiten als Arznei gegeben werden, schwärzt Halluzinationen den grausigen Teufelsbündnissen und Zaubereien dem Angeklagten, geantwortet: Wenn Sie das wissen, dann zeigen fich bei längerem Gebrauch die dem Licht ausgesetzte Haut. Schubert plastische Gestalt verliehen, so setzt sich heute das Blutmärchen Sie es doch an. Der Möbelhändler Kirschst ein habe ihm, hatte nun Gelegenheit, eine solche sehr intensive Schwärzung bei in beschränkten Köpfen fest und fördert vor dem Richtertijch Aussagen Beugen, gezeigt, wie Maßlof an dem fraglichen Abende geeinigen Arbeitern zu beobachten, die längere Zeit mit dem Bersilbern zu Tage, deren Widerfinnigkeit sich ebenfalls nicht anders als durch gangen sei. Das habe aber den Angaben des Angeklagten Maß lof von Glasperlen beschäftigt waren. Sie faugen zu diesem Zwed eine eine epidemische Geistes verwüstung ganzer Wolfsschichten erklären widersprochen. zubereitete Gilberlösung mit dem Mund in 3 bis 4 Centimeter läßt. Hoffentlich hat der Staatsanwalt unter diefen beklagenswertenmaßlof: Ich lenne den Möbelhändler Kirschst ein nicht. Ich Braj.: Maglof, tuollen Sie sich' mal hierüber äußern? lange Glasröhren, die perlschnurartig in lauter Glasperlen ausgeblasen Buständen ein Einsehen und läßt von neuen Meineids- Maßlof: Ich kenne den Möbelhändler Kirsch st ein nicht. Ich find. Bei der Kürze dieser Glasröhren fönnen sie es nicht verhindern, prozesien ab, die nur Unglückliche ins Zuchthaus bringen habe, bloß zwei Herren, mit denen ich bei ihn gesprochen habe, daß zuweilen etwas von der Lösung an die Lippen, die Zähne oder würden, ohne daß fie das Geheimnis des Gymnafiastenmords noch gezeigt, wie ich gegangen bin. Der eine Herr ist ein Lehrer gedie Zunge kommt, dort Schrunden bildet und weiter in die Gewebe zu lichten im stande wären. wesen. Auf Antrag des Oberstaatsanwalts beschließt hierauf der eindringt. Trotzdem sich mit der Zeit eine sehr intensive Schwarz- Eine charakteristische Aussage wurde noch am Dienstagabend zu Gerichtshof, fofort tirschst ein zu laden. färbung ihrer Haut zeigte, haben fie in dieser Art das Einziehen Tage gefördert. Der 42 jährige katholische Arbeiter Joseph Erster Staatsanwalt: Gestern sagte der Nachtwächter Rust der Silberlösung in die Glasperlen viele Jahre unbehindert fort- 2astowsky bekundete, daß er beim Ortsvorsteher Grabowiß hier aus, winter habe ihm eine Cigarre gegeben und gefagt: gefeßt, einer 8 Jahre, ein andrer sogar 23 Jahre. Die Folge davon in Frankenhagen in Dienst ist. Bei diesem habe Lewy am 11. März Ich heiße Ernst Winter". Ist Ihnen bekannt, daß ein Mann war, daß ihre ganze Kopfhaut, besonders aber die Lippen, die Nase eine Nub getauft. Erst wollte Lewy, daß der jüngere Knecht Ramens Orda in Beuthen beschworen hat: er habe auf und die Ohren, der Naden und der Hals eine starte Schwarzfärbung Lutschinsti die Stub nach Konig treiben solle, dann aber begnügte ber Chauffee einen Wagen fahren sehen, auf dem ein alter mit graphitartigem Glanze zeigte, die Haare glänzten stark metallisch. fich der Schlächter mit ihm, Laskowsky. Nun fährt Laskowsky fort: Jude mit einem jungen Menschen gesessen habe. Legteren habe An Händen und Füßen waren besonders die Rücken stark gefärbt, der Ich wollte 1 M. 50 f. für das Kuhtreiben haben, Lewy fagte mir der Jude getötet. Der junge Wann habe gerufen:„ Ich bin der nicht dem Licht ausgesetzte Rumpf dagegen weniger. Aber auch der aber, daß er nur 1 m. 25 Pf. gebe. Als ich die Stuh vor Lewys junge Winter"? Kriminalkommiſſarius Behn: Orda hat Gaumen, der Schlund, der Kehlbedel, die Stimmrige und Speise- Laden brachte, fagte Lewy: Ich solle die Kuh in Müllers ausgesagt:„ Der Jude war Israelsti." Ich habe diese Erzählung röhre zeigten deutliche Schwarzfärbung, ebenso die Augenbindehaut Gasthaus einstellen und mir alsdann das Geld holen sofort für Blödfinn gehalten. und die Fris, und auf beiden Augen zeigte sich ein deutlicher Anfang tommen, aber ich solle von hinten hereinkommen. von Starbildung. Die Zähne waren unter dem direkten Einfluß der ich die Kuh nach dem Müllerschen Gasthaus trieb, bekam Verteidiger Rechtsanwalt unrath: Ist Ihnen bekannt, daß Silberlösung fast vollständig abgebrödelt, die wenigen Reste pech ich solch große Angst im Herzen. Bräf.: Können Sie Orda gestanden hat, einen Meineid geleistet zu haben? 8euge: schwarz, das Mittelohr war von chronischem Katarrh ergriffen. einen Grund dafür angeben? 8euge: Weil Lewy mir sagte, Ich habe es gehört. Verteidiger Rechtsanwalt Dr. Bogel: Natürlich hatte dieser Zustand auch auf das Allgemeinbefinden der ich folle von hinten herein kommen. Präj.: War es vielleicht haben Sie geglaubt, daß der Mord von Juden begangen sein Arbeiter einen ungünstigen Einfluß. Und diese durch Ansaugen zur Stirchzeit? 3euge: Nein, zur Kirchzeit war es nicht. Als fönnte?- Präsident: Diese Frage geht doch zu weit. Es mittels eines Gummiballons leicht zu vermeidende, schließlich ver- ich die Stuh eingestellt hatte, ging ich zu Lewys zurüd, um mir mein genügt doch, wenn der Zeuge erklärt: er habe in objektivster Weise schiedene schwere Leiden hervorrufende Bergiftung fonnte 8, felbft Geld zu holen. Ich hatte aber Angst im Herzen und ging von allen Spuren nach allen Richtungen hin nachgeforscht. 1 Nach kurzer Panse bemerkt bcr O b e r st a a t s a n w a l t: D!e »Staatsbürger-Zeitnnq" bringt einen Artikel mit der Ueberschrist:»Neue I u d e n s ch l i ch e In dem Artikel wird ausgeführt: Kriminalinspektor Braun, Kriminalkommissarius Wehn und Kriminalschutzinann Beyer ll hätten am vergangenen Sonntag mit dem alten L e w y auf dem L e w h scheu Hintergrund- stück Untersuchungen angestellt. Wie nur bekannt ist, ist Wehn mit dem KreiSphysikns Dr, Puppe am Sonntag in Marienbnrg und Danzig gewesen und Kriminalinspektor Braun nicht ausgegangen, Der Zeuge Kriminalkommissarius Wehn bestätigt letzteres. Inzwischen ist Stadtbaumcister Hamp e l mit seinen Begleitern von der Untersuchung in der L e w y schen Räucherkammer zurück- gekehrt. Das Resultat der Nachforschungen war ein völlig negatives. Nunmehr wird der inzwischen herbeigeholte Möbelhändler K i r s ch st e i n vernonunen. Derselbe bemerkt: Als H o f f m a n n verhaftet wurde, herrschte in der ganzen Stadt grosze Aufregung. Ich ging am Hotel Kühn vorüber, dort waren viele Menschen. Maßlos wurde dort von dem Verleger der „Staatsbttrger-Zeitnng", Wilhelm B ruh n. befragt. Ich sagte zu Maßlos, er solle doch die Wahrheit sage», denn es handle sich um ein Menschenleben. — Präs.: Haben Sic gesagt: Sie könnten H o f f m a n n retten?— Zeuge: Nein. Maßlos sagte:»Ich hatte auf dem L c w y scheu Hofe Fleisch hängen sehen, das ich stehlen wollte. Deshalb hatte ich mich auf die Lauer gelegt. Plötzlich lamm 3 Juden aus dem L e w y schen Keller. Ich hörte sie sprechen. Ich konnte aber nur verstehen, daß sie sagten:».Nichts herausgeben.'"' AIS daS Thor geöffnet wurde, bin ich nach der S t e d e f e l d scheu Essig- sabrik gelaufen und habe mir dort meine Schuhe ausgezogen. Dann bin ich Ivieder auf den Hof gelaufen und habe das Fleisch gestohlen. Ich sah dann drei Männer aus dem Thor- rvege kommen. Zwei davon tnigen einen schweren sackartigen Gegen stand. Einer ging hinterdrein. Sie gingen nach dem Mönchsee.' Ich habe alsdann mit Maßlos des Abends Versuche angestellt und das Ergebnis derselben de» Berliner Kriminalbeamten mit geteilt.— Adolf Lewh: Kirschstein hat vor meinem Kellerfepster auf der Erde gelegen und da habe ich ihm gesagt: ich wollte ihm den Kellerschlüssel geben.— Ingenieur K u b i(Berlin): Maßlos hat bei Kühn lediglich eine Tasse Bouillon bekommen. Der Verleger B r u h n hat ihm eindringlichst gesagt: er solle die reine Wahrheit sagen„auf die Gefahr, daß Sie einen Meineid schwören". Als Maßlos abends wieder zu K ü h n kam, stellte B r u h n ihn auf die Probe, indem er zu ihm sagte:»Sie haben un§ einen schönen Bären aufgebunden. Es ist ja alles Lüge, was Sie uns gesagt haben. Maßlos beteuerte hierauf, die reine Wahrheit gesagt zu haben. Wir n, achten alsdann mit Maßlos bei Lewy Versuche.— Präs.: Wir wollen jetzt eine Pause bis 3 Uhr ein- treten lasten und alsdann in nichtöffentlicher Sitzung den Fall Friedländer-Siemanowski erörtern.— Die nicht öffentliche Sitzung dürste eine halbe Stunde dauern. Gegen S1/» Uhr wird die Oeffentllchkcit wieder hergestellt und in der BeiveiSaufnahme fortgefahren. Als erster Zeuge sagt Maurer P o t t r a tz aus:»Ich habe vor etwa zwei Jahren in der Lewy schen Räucherkammer Acnderungen vorgenommen. Genau kann ich die Zeit ja nicht mehr sagen, aber ich glaube, das war vor zwei Jahren.— Ein Geschworener: Haben Sie vielleicht genierst, ob unter dem Fußboden ein bohler Raum sei?— Zeuge: Nein.— Alsdann wird der Kriminalinspettor Braun-Berlin vernommen. Derselbe schildert gleich dem Polizeikommissar Krietsch, Polizei sergeanten Hantelniann aus Könitz, wie alle Mitteilungen des Maßlos sich als haltlos erwiesen hätten. Polizeisestetär EbertowSki bekundet: Maßlos wurde von dem Zcitungsverleger B r u h n aus Berlin zur Polizei geführt. Ich fragte Maßlos, weshalb er seine Aussagen erst jetzt mache. Maßlos antwortete: er befürchtete eingesperrt zu werden und seine Arbeit zu verlieren, da er das Fleisch gestohlen habe. Oberlehrer Hofrichter erzählt alSdann: Die Frau Roß hat sich beschwert, daß, sobald sie gegen die Juden ausgesagt habe, sie angefahren ivorden sei. Sie sei am 11. März abends 7 Uhr bei Lewy gewesen Ivegen einer Aufwärterin für Frau Lewh. Es sei ihr unheimlich geworden, weil Frau Lewy so verstört ausgesehen habe. Sie hat dann eine Geschichte von einem Knecht erzählt, der am 11. März zum ersten- mal in Könitz gewesen sei. Die Frau war so redselig, daß ich mit den Daten nicht mehr so genau Bescheid weiß. Sie sagte, er habe sich die Hosen schmutzig gemacht gehabt, da er auf der Erde gelegen habe.— Präs.: War das der Knecht, oder bezieht sich das aus M a ß l o f?— Z e u g e: ES ist möglich, daß ich das verwechselte, ich kann mich auf die Einzelheiten nicht mehr genau erinnnern.— Präs.: Herr Oberlehrer, Sie haben beim Untersuchungsrichter gesagt: Frau Roh erzählte mir: Sie sei am 11. Marz, abends zwischen 7 und 8 Uhr, bei LewyS gewesen. Frau Lewh sei so verstört gewesen. Maßlos habe draußen gestanden und winseln gehört?— Zeuge: Ich glaube, mich dessen zu erinnern. Ich habe damals unter frischem Eindruck gestanden.— Angcst. Roß: ES ist nicht wahr, daß ich dem Herrn Oberlehrer gesagt haben soll, Maßlos hätte draußen gestanden. An diesem Abend habe ich Maßlos überhaupt nicht gesehen.— Erster Staatsanwalt: Herr Zeuge, haben Sie beim Untersuchungsrichter bestimmt gesagt, daß Maßlos draußen ge- lvartet und ein Winseln gehört habe?— Zeuge: ES ist mir erinnerlich, daß ich so ausgesagt habe. Ob die Roß wörtlich so gesagt hat, weiß ich nicht. Die Wahrnehmungen Maßlofs hat sie mir später erzählt. Wann, das weiß ich nicht. Jedenfalls hat sie gesagt, der Knecht würde in einigen Tagen wiederkommen. Später hat sie mir gesagt: der Knecht sei nicht wieder- gekommen. Dann hat sie mir MaßlofS Wahrnehmungen, erzählt und gesagt: zuerst sei Frau Lewy über den Mord sehr entrüstet gewesen. Alsdann habe Frau Lewh gesagt: Winter sei nicht so viel wert. Der Mord würde niemals herauskommen. dazu sei die jüdische Gemeinde zu reich. Die Aussagen des Maßlos hat der Zeuge im allgemeinen für wahr gehalten. Die Verhandlung wird alsdann wegen deS morgigxu katholischen Feiertags auf Freitag, den 2. November, vormittags 10 Uhr, vertagt. GeviMs �Zeitung. Im Prozeß Tteruberg wurde gestem die Vernehmung der Angeklagten fortgesetzt. Unter den als Zeugen vorgeladenen Personen befindet sich auch der Direktor des Detektiv-Jnstituts Weien. Vor Eintritt in die Verhandlungen richtete auf Bitte der Verteidigung der Vorsitzende Landgerichts- Direktor Müller die dringende Mahnung an alle Zeuge», sich jeder Beeinflussung andrer Zeugen zu enthalten und wenn irgend möglich, während der Verhandlungen auch unter einander Gespräche über den Prozeß zu vermeiden.— Der Angeklagte Sternberg ließ sich noch mehrere Stunden lang über den Fall Woyda aus, indem er immer wieder auf das bestnnmteste bestritt, mit dem Mädchen irgend etwas zu thun gehabt zu haben. Als er sich bereit erklärte, der Fischer die Mittel zur Fahrt nach Amerika zu gewähren, sei bei ihm das einzige Motiv gewesen, daß er eS vermeiden wollte, eventuell als Zeuge in eine sich entwickelnde Skandalaffaire Fischer hinein- gezogen zu werden. Er habe ein solches Zeugnis nicht zu scheuen gehabt, wisse aber, wie unangenehm es sei, in solcher Sache auch nur als Zeuge genannt zu werden. Bei der Abreise der Fischer sei mit keinem Worte von der Woyda die Rede gewesen. Aus welchem Grunde da? Kind seine falsche Aussage mache, sei für ihn der Gegenstand ernstester Ueberlegung geworden und es haben sich ihm verschiedene Möglichkeiten aufgedrängt. Vielleicht werde er zum Gegenstand der Beschuldigung gemacht, um einen wirklich Schuldigen zu retten. Der Angeklagte verwies dabei insbesondere auf einen Mann anS Frankfurt a.'O. Die Fischer habe nachgewiesenermaßen eine so- genannte.Malerannonce", durch welche Modelle verlangt werden, in der„Morgenpost" aufgegeben. Das Manuskript zu diesem Inserat sei beschafft worden, es stehe fest, daß er(Angeklagter) eS nicht ge- schrieben, die Handschrift ähnle aber auffallend derjenigen jenes Manns, der jetzt seinen Aufenthalt im Ausland genominen und von dort Versuche gemacht habe, sein Geschäft in Frankfurt a. O. zu ver- kaufen. Ter Angeklagte erörterte noch weitere Möglichkeiten, die darauf hinauslaufen, daß mit Hilfe der Woyda von gewissen Leuten, die ihm vorschweben, versucht werden sollte, Geld a»S ihm heraus- zuprestcn. Er giebt auch zur Erwägung anheim, ob das Mädchen normal sei. Die ihm nahestehenden Kreise seien von der Unmöglichkeit der gegen ihn ausgesprengten Beschuldigung von Anfang an überzeugt gewesen und eS fiir ihre Pflicht gehalten, alles was in ihrer Macht liege, zu thun.»m der Wahrheit auf die Spur zu kommen. Man werde doch von ihm nicht verlangen, daß er ohne iveitcres seinen Kopf unter das Beil legt. Behördlicherseits sei nichts geschehen, um für ihn EntlastnngSmaterial beizubringen, er habe den dringenden Wunsch gehabt, seine"Haft' nicht zu verlängern, sondern möglichst rasch zur Hauptverhandlung zu gelangen und zu den notwendigen Ermittelungen habe ihm doch kein andre? Mittel als die Detckiiv-Jnftitnte zu Gebote gestanden. Es handle sich also keineswegs um eine intriguiercnde Kliqne von Menschen, die der Gerechtigkeit ein Bein stellen wollten, sondern um die Ausübung einer Freundcspflicht zur Ermittelung der Wahrheit. Nur diesen Privat- crmittelimgen, die ja natürlich viel Geld kosten, habe er es auS- schließlich zu danken, daß in den Fällen, in denen er freigesprochen wurde-, die Wahrheit schließlich an den Tag kam.—' Was die beiden neuerdings noch in die jetzige Anklage hinein- gezogenen Fälle betrifft, so erklärte' St., daß er die beiden in Frag« kommenden Mädchen überhaupt nicht kenne und deren Aussagen als erfunden bezeichnen muffe. Der Vorsitzende siellte fest, daß. iveNn die Angaben des einen dieser Mädchen wahr wären, dieser Anklagepunkt schon deshalb fallen müßte, weil dann das Mädchen zur Zeit der von ihr behaupteten Vorfälle schon über 14 Jahre alt gewesen wäre. Die Vernehmung des Angeklagten Lnppa war außerordentlich kurz. Er erklärte, ei» alter Freund des Herr» St. zu sein, von dessen Unschuld er felsenfest überzeugt sei. Nur aus diesen, Grunde habe er, als es sich um die Abreise der Fischer handelte, den Freundschaftsdienst übernommen, zu lontrollieren, daß die Fischer das Reisegeld auch wirklich dazu benutzte, um nach Amerika zu gehen. Er hat die Fischer und die Wender bis nach Southampton begleitet, wo diese zu Schiffe gingen. In der Unter- Haltung während der Reise habe die Fischer niemals eines Falls Woyda Erwähnung gethan und er habe die volle Ueberzeugnng, daß ein solcher überhaupt nicht existiere. Eine Vergütung für seine Be- Mühung habe er nicht erhalten, sondern lediglich aus Freundschaft ge- handelt. Auf Befragen des Staatsanwalts erklärt der Angeklagte, daß ihm der Gedanke überhaupt nicht gekommen sei, daß er sich durch diesen Freundschnftsdienst etwa gar einer Begünstigung der Fischer schuldig machen könne. Den ferneren Vorwurf der Anklage, daß er bei einer Gelegenheit einer kleinen Belastungszeugin geraten haben soll, ihre belastende Aussage zurückzunehmen, bestreitet er durchaus.— Auch die Vernehmung der Angeklagten Wender ist nur kurz. Sie ist früher Dienstmädchen gewesen und mit der Fischer bekannt geworden. Dann hat die letztere sie zu sich ge- nommcn, um sie als Gehilfin beim„Massieren" zu beschäftigen. Der Vorsitzende stellte durch Befragen fest, daß unter dem Aus- Hängeschild der„Massage" die Wohnmig der Fischer zu einer Stätte zügelloser Unzucht gcniacht wurde. Die Angeklagte W. bestritt entschieden die Beschuldigungen, die Frieda Woyda gegen sie nnd den Angekl. St. erhoben und entwarf von dem Charakter desMädchens ein wenig scknneichel- hafteS Bild.— Die letzte Angeklagte endlich bestritt gleichfalls, sich der Begünstigung schuldig gemacht zu haben. Sie gab z», ans eine Anregung von dritter Seite mit der Woyda Fühlung genommen zu habe», um zu ermittel», ob diese etwa von irgend einer Seite bc- einflußt werde. Sie habe aber gar nicht gewußt, daß es sich um eine Affaire Sternberg handle, habe nur den Auftrag gehabt, auf das Mädchen einzureden, nur die volle Wahrheit zu sagen und be- streite, daß sie dabei in unzulässiger Weise auf das Mädchen ein- gewirkt habe.— Hiermit schloß die gestrige Sitzung. Die Beweis- aufnähme wird am Donnerstag mit der Vernehmung der Kriminal- beamten beginnen._ Wegen Beleidigung deö Direktors der Harzer Kalkwerke, Bohlmann in Elbingerode, ist am 2. Mai vom Landgericht Halber- stadt unser Parteigenosse Heimich Matthies in Elbingerode zu 8 Monaten Gefängnis verurteilt worden. Durch das gleiche Urteil ist das Verfahren' gegen den Redacteur Berthold Hey mann in Braunfchweig eingestellt worden. In der Wochenschrift„Der Landbote", deren Stoff aus dem wochentäglich erscheinenden„Bolls- freund" entnommen wird, war am 12. November vorigen Jahres ein Artikel unter der Spitzmarke:„Vom Harz" er- schienen, der den Angeklagten MatthieS zum Verfasser hat und gegen den oben erwähnten Direktor mehrere Vorwürfe erhebt, die vom Landgericht als unbegründet und beleidigend erachtet Ivorde» sind. Der Sttafnntrag des Direktors B. war nur gegen den Ver- fasser gerichtet und seine Absicht ging, wie er in der Hauptverhand- lung erläuternd bemerkte, dahin, den Redacteur nur dann bestrafen zu lassen, wenn der Verfasser nicht ermittelt würde. Dos Land« gericht hatte daraufhin daS Verfahren gegen unfrei, Genossen Hey- niani, eingestellt.— In der gestrigen Sitzung des Reichsgerichts wurde über die R e v i s i o n des Angeklagten Matthies sowie die des Staatsanwalts verhandelt. M. vertrat in seiner Re- visionsschrift die Ansicht, daß auch gegen ihn daS Ber- ähre» hätte eingestellt werden müssen, da beide An- geklagte als Mitthäter onzusehen seien. Nachdem das Verfahren gegen H. eingestellt war, hatte er, M., darauf hingewiesen werden müssen, daß er als Alleinthäter angesehen iverden lönne. Die Revision deS Staatsanwalts wurde vom Reichsanivalte als be- gründet bezeichnet. Rechtsirrtümlich fei die Ansicht des Landgerichts, daß die Angeklagten nicht an derselben Strafthat beteiligt seien, denn M. sei doch ausdrücklich wegen Bcleidigiing durch die Presse verurteilt worden. An dieser That müsse notwendig der Redacteur beteiligt sein.— Auf die Revision des Angeklagten M. und des Staatsanwalts hob sodann das Reichsgericht das Urteil bezüglich beider Angeklagten a u.f und verwies die Sache an das Landgericht zurück.'_ Versammlungen. Eine stark besuchte Versammlung der Bauarbeiter tagte am 28. Oktober in Kellers Saal. In derselben referierte Töpfer- Honiburg über die Bestrebungen des deutschen Bauarbcitgeber- Bundes. Eine DiSkilssioii fand nicht statt. Es wurde dann eine Resolution angenommen, in der die Versammlung mit aller Ent- schiedenheit gegen daS Korgehen deS UiiternehmcrttimS protestiert und mcht eher zu ruhen verspricht, bis alle Berufsangehörigc» in der Organisation zniammcngeschlossen find. Der dritte Punkt der Tagesordnung führte zu einer heftigen Debatte, da der erste Redner Franz Ä ersten ansführle, wenn die Leitung dem Wunsch eincS Teils der Kollegen nicht Rechnung trügt, dann'licber fort mit der ganzen Gewerkschaft. Derselbe wurde von mehreren Rednern sowie von dem Referenten zurückpewiesen. Eine Nesolution, weiche besagt, daß keine Aendcning im Sammelwesen vor Tagung der Generalversammlung vor- genommen werden soll, wurde mit großer Mehrheit angenommen. Sodann wurde beschlössen, 5000 M., aus dem StreilfoudS der Haupt- taste der Bauarbeiter Deutschlands zu überiveffen. Eine Berfammlnug der Kisteumitcher tagte am 28. d. M. bei Stcchert. In derselben hielt Frau Mesch einen mit reichem Beifall aufgnonnnenen Vortrag über die Frau iu der Social- demokratie. Sodan» wurde der Streik bei Seiffert für beendet erklärt. China. Die„übergroße Milde". In den letzten Tagen wimmelt es in der bürgerlichen Presse von..Originalberichten" aus Cbina über die Einnahme Pekings, die Entsetzung der Gesandtschaften, der Ermordung Kettelers usw. In den meisten dieser Berichte wird neben der Ruhmredigkeit vor allem die Scharfmacherei betrieben. Die Europäer sind zu milde gewesen. So wird der„Frankfurter Zeiiling" auS Shanghai geschrieben, daß gegen den kaiserliche Palast in Peking viel zu glimpflich verfahren sei. Die Verbündeten haben mit de» zurückgebliebenen Beamten unierhandelt, DaS hätte man nach Ansicht des hlinnischen Korrespondenten nicht thun sollen, sondern man hätte einfach die Thore der„Berbotcncn Stadt" einschlagen müssen. Dann sind die Truppen durch den Palast hindurchgezogen, und die Offiziere hätten sich im Palast mit Thee und Süßigkeiten bewirten lassen. „Nach unsrer Auffassung", so heißt es in dem Bericht eines andren Blatts,„ist das nicht die Art und Weise gewesen, wie der Sieger von einem eroberten Platz Besitz ergreifen sollte. In den Augen der Chinesen hat eS jetzt den Anschein, als hätte man de»„fremden Teufeln" liebenswürdigerweise gestattet, die Wunder der„Verbotenen Stadt" zu schauen, während zum Ausdruck hätte gebracht werden müssen, wir, die Sieger üben Gnade, wenn wir Euren ganzen Kaiserpalast nickt dem Erdboden gleick) machen." Einem Berliner Blatt schreibt einer seiner Specialberichterstatter über den Mörder Kettelers. Am Schluß seines Berichts äußert er folgende fromme Wünsche: „So möge denn nun auch jeden, der an dem Morde irgendwie beteiligt war, die volle Strafe treffe» I Ter Polizeipräsident Tschung-Li ist bereit? von den Japanern arretiert, die bereit sind, ihn uns auszuliefern. Hoffentlich gelingt eS auch, die andren, noch höheren Anstifter zu erreichen. Wir zweifeln leinen Augenblick daran, daß unsreS Kaisers im heiligsten Zorn gesprochene Worte sich erfülle« werden: „Ich will nicht ruhen, bis diese Deutschland angethane Schmach ihre volle Sühne gefunden hat I" Wie wenig in der That Ursache vorhanden ist. die europäischen Kulturträger zu„größerer Strenge" gegen die Chinesen aufzuhetzen. das beweisen die Darstellungen nicht bloß der Briefe von Soldaten, sondern auch sonstiger tinwandsfreier Leute. Kürzlich berichtete ein europäischer Kaufmann Über die Diebereien der französischen Sol- daten, deutsche Hnimcnbriefe schilderten die Russen alS die fixesten Kerle, die mit den bezopften Chinesen am wenigsten Umstände machten, heute liegt eine französische Stimme über die deutschen Kulturträger in China vor. DaS Kabeltelcgramm, das den„Paris Nouvelles" ans Peking zugegangen ist. besagt: Hier finden häufig Zusammenstoße zwischen den Deutschen und den Chinesen statt. Die Deutschen gehen mit einer außerordent- lichrn Strenge vor. Am 28. Oktober schössen deutsche Hilfswacheu auf eine Bande von Dieben, einer derselben wurde verletzt, konnte aber entfliehen. Am nächsten Tage verfolgten die Deutschen die Fußspuren, welche zu dem Hause deS ehemaligen SiaatsselretärS K w an führten. Die Deutschen schlugen die Hausthür ein, einer ergriff den Staatssekretär und schleppte ihn am Zopfe bis zum deutschen Hauptquartier, wo man ihn mißhandelte und so lange mit einem Tan- ende schlug, bis endlich der Irrtum ansgcklärt wurde. Der Bicekönig Li-Hunq-Tschang und Prinz T s ch i n g protestierten ivegen dieses Vorfalls bei der dentschen Behörde. Die Deutschen behaupten, eS werde täglich auf ihre Hilfswachcn geschossen und es seien deshalb die strengsten Maßregeln nötig. Ausschreitungen finden ausschließlich in den weniger begüterten Stadtteilen statt, welche v o n' D e u t s ch e n d e s e tz t sind. In den übrigen Stadtteilen herrscht vollständige Ruhe. So beschuldigen sich gegenseitig die einzelnen Rationen der Grausamkeit, das Schlimmste dabei ist, daß sie alle recht damit haben dürften. Nach amerikanischen Meldungen sollen zwischen den russischen nnd amerikanischen Kabinetten Verhandlungen im Gange sein, die bezwecken, die chinesische Frage dem TchiedSgericht im Haag zu unterbreite». Dort solle auch über die EntschädignngSansprüche der Großmächte an China entschieden iverden. Die in P e k i n g zu führenden Verhandlungen werden sich dann darauf beschränken, die chinesische Regierung zu veranlassen, sich dem schiedsrichterlichen Spruche zu unterwerfen. In Peking besckäftigen sich die Gesandten zur Zeit mit der Frage, ob es nicht vorteilhast sei, einen Waffenstillstand zu proklamieren und die militärischen Operationen während der Daner der Verhandinngen mit der chinesischen Regiernng zu unterbrechen. Ferner wird die Frage der an die eingeborenen Christen zu zahlen- den Entschädigungen erörtert werden. Man schätzt die Zahl der er« mordeten Christen auf 40 000 und die Zahl derjenigen, die an Hab und Gut geschädigt worden sind, ans 100 000. Diese Zahlen dürften jedenfalls mit großer Vorsicht zu be« trachten sein. Daö europäische Konzert scheint ein wenig harmonisches zu sein. Schon kürzlich wiesen wir darauf hin, daß die einzelnen Truppenführer sich anscheinend wenig um den Weltgeneralissimus kümmern, daß sie alle auf eigne Faust operieren, d. h. Jagden auf die Boxer unternehmen. Walderfee beschwert sich denn auch, daß seine Befehle nicht be- achtet werden, seine Autorität geht zum Teufel. Einem hiesigen Blatt wird aus London berichtet: Graf Waldersee, dem es gesundheitlich wieder bester geht, hatte eine zweistündige Konferenz mit Mncdonald vor dessen Ab- reise von Peking, hauptsächlich über die Eisenbahnfragen. Ver- ändcrnngen wurden nicht getroffen. Waldersee findet eS, der „Daily Mail" zufolge, schwierig, seine Autorität durchzusetzen. Die Russen weigerten sich, das Hissen der britischen Flagge in Shanhailwan zu erlauben, trotz Wälder- sccS Befehl. Zum Verhalten der verbündeten Trnppen. Rom, 31. Oktober.(Voss. Ztg.) Der Sonderberichterstatter deS mailändischen„Corricre della sera" setzt seine Schilderungen des haarsträubenden Mord« und ZerftöruiiqstvcrkS der iuter- nationale» Truppen in China fort. Während seiner Fahrt auf dem»Peiho" von Matao nach Tongtschau sah er den Fluß mit Leiche» umgebrachter Chinesen jeden Alters bedeckt. Auf den Feldern fielen hunderte flüchtiger, unbewaffneter halbverhungerter Eingeborncr unter den Schüssen der europäischen Soldaten, die dem Jagd- vergnügen nachzugehen schienen. In den Ortschaften und Landhäusern war sürckterlich gehaust worden, nanientlich durch Kosaken, denen der Berichterstatter tierische Roheit nach- sagt. Nur die italienischen Soldaten haben nach seinen Angaben die Gesittung nicht ganz verleugnet.(Bisher ist von allen Seiten daS gesittete Verhalten der deutschen Truppen bei den AuSjchleilungen der andren Kontingente hervorgehoben worden. Red.) Uehke Vachvichkett und Dcpeslhen. Bukarest, 31. Oktober.(B. H.) Nunmehr ist auch in dem Be- zirk Ott eine Bauernrevplte ausgebrochen. Die Bewohner ver- weigern die Steuern und jagen die Behörden fort. Infolge dessen ist Kavallerie nach Olt abgegangen. TnniS, 31. Oktober.(W. T. B.) Beim Abbau von Phosphat- lagern für die Werke von Nietlaoni nahe bei Gaffa wurden 500 bei der Arbeit befindliche Kabylen infolge Erdrntschungen in höher ge« legenen Teilen verletzt und mehrere derselben getötet. Berantwortl Redacteur: Heinrich Wetzker in Grvb-Lichterselde. Für dm JnleratcuteU verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Max Babing in Berlin. Hierzu 2 Beilage»«. Ilnterhalimigsbw»». Br. 255. 17. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Donnerstag, 1. November 1900. Die Verkündung des Wahlresultats fand am Abend des Wahltags in fünf zu diesem Zweck einberufenen Versammlungen statt. Der Saal von Weimanns Voltsgarten auf dem Gesundbrunnen, einer der größten des sechsten Wahlkreises war schon lange vor 8 Uhr wegen Ueberfüllung polizeilich abgesperrt, während noch Hunderte im Garten und auf der Straße der Bekanntgabe des Wahlresultats entgegen fahen. Als furz nach 9 Uhr Genosse Brinkmann im Saale das Endresultat verkündete, erhob sich kein Tauter Siegesjubel. Jeder der Anwesenden wußte ja, daß uns der fechste Wahlkreis nicht entrissen werden kann. Des Sieges waren wir sicher, und die Konstatierung desselben wurde daher wie etwas Selbstverständliches entgegengenommen. Daß unsre Stimmenzahl hinter der von 1898 zurückgeblieben ist, mag wohl die meisten der anwesenden Genossen enttäuscht haben, die an eine ununterbrochene Vermehrung unsrer Stimmen gewöhnt sind. Genosse Brint mann, der das Wahlresultat mit einigen Worten würdigte, führte aus, daß, wenn sich auch die geringere Stimmenzahl aus den Verhältnissen erkläre, man nicht verkennen dürfe, daß ein großer Teil der Arbeiter leider noch gar zu lässig sei in der Ausübung feines höchsten politischen Rechts, und daß es deshalb die Aufgabe aller zielbewußten Proletarier ist, die indifferente Masse aufzurütteln, fie für uns zu gewinnen, damit unsre Zahl, wie wir es gewohnt sind, beständig wächst, und unsre Partei fortschreite von Sieg zu Sieg. Mit einem Hoch auf die Socialdemokratie schloß der Redner. Bei Bernau in der Schwedterstraße war nicht nur der Saal, sondern auch sämtliche Lokalitäten überfüllt, und die polizeiliche AbSperrung erfolgte lange vor Beginn der Versammlung. ebenfal Henfels Saal in der Invalidenstraße war ebenfalls überfüllt und polizeilich abgesperrt. zuharren und unter den bisherigen Grundsägen weiter zu fämpfen. ( Rauschender Beifall.) Nach brausenden Hochrufen auf Ledebour und Liebknecht schließt Eugen Ernst, nach einer turzen Ermahmung zum Anschluß an den Wahlverein, die Versammlung mit einem dreifachen Hoch auf die internationale Socialdemokratie, in welcher die Anwesenden begeistert einstimmen. Unter Abfingen der Marseillaise verließen die Teilnehmer den Saal. Vermischtes. dat 201 6, _ Marktpreise von Berlin am 30. Oftober 1900 seanach Ermittlungen des tgl. Polizeipräsidiums. Welzen, gut D.- Ctr. Kartoffeln, neue, D- Ctr. Rindfletsch, Keule 1 kg mittel gering * Moggen, gut mittel gering Gröfen gering mittel Speifebohnen Linjen do. Schweinefleisch Kalbfleisch Hammelfleisch Butter Gier 1,60 1,20 2,802, Bauch" 1,30 11,60 1,20 " 1,80 1, " 1,60 1,10 60 Sina 4,80 3, Aale Bander 185 1 kg 2,50 1,20 " 2,60 1, " Hechten 1,80 1, 6,66 Barsche 1,80 0,80 7,40 5,30 Schleie 3, 1,20 1,40 0,80 15,50 14,80. 14,70 14, 13,90 13,30 Starpfen 16,20 15,20 15,10 14,20 14,10 13,20 7,16 40,- 25, 45, 20, 70, 30, t) frei Wagen und ab Bahn. Bleie Krebje 2,20 1,20 per Shot 12, 2,50 In Ahrens Brauerei, Moabit, hatten sich über 2000 Bert) Gerfie, gut mittel fonen eingefunden, um möglichst frühzeitig das Ergebnis des Wahlkampfs zu erfahren. Eine freudige, fiegessichere Stim mung beherrschte die Versammlung. Gruppenweise wurden die †) Safer, gur Ereignisse des Tags schon vor Beginn der Versammlung eifrig gering diskutiert und diejenigen Genossen, die dabei waren", und das war ja die nichtstrob große Mehrzahl der Versammelten, erzählten von den Vorgängen, en die sich da und dort abgespielt und von den verschiedenartigen Wahrnehmungen, die sie bei diesem Kampfe gemacht haben. Ein kurzes Referat des Genoffen Stiefel, in dem er auf die verschiedenen un günstigen Umstände hinwies, mit denen unsre Parte in dieser Wahlschlacht zu rechnen hatte und in dem er die Politik der herrschenden Klasse Produktenmarkt vom 31. Oftober. Betreibe. Der heutige Ver fowie das Verhalten der bürgerlichen Parteien einer herben Stritit unter fehr war wenig verändert und luftlos. Gegenüber befferen amerikanischen 30g und schließlich zur regen Agitation und Organisation aufforderte, Weizennotierungen verstimmte fortdauerndes inländisches Angebot sowie fand lebhafte Zustimmung. Als sodann das Wahlresultat bekannt- reutable russische Roggenofferten. Am meisten aber verstimmte das vollgemacht wurde und die Zahlen die ungeheure Niederlage des ultra- ständige Stocken des Provinzialgeschäfts, welches ein anhaltend unbefriedigendes Aufnehmen der Ware zeitigt. Die Lieferungspreise für reaktionären Mischmaschkandidaten offenbarten, tönte lauter, lang Weizen bleiben schwach behauptet, Roggen 0,25 M. nachlaffend. Weiterhin anhaltender Jubel durch den Saal. Mit begeisterten Hochs auf die notierten Weizen und Roggen 3,50 M. unter gestriger Schlußnotiz. Safer Socialdemokratie und den nunmehr gewählten Vertreter des Kreises, war wenig verändert, Rüböl auf den Pariser Rückgang 0,70 niedriger einGeorg Ledebour, fand die Versammlung ihren Abschluß. fegend, fonnte späterhin auf Dedungen den gestrigen Schlußturs wieder er reichen. Spiritus. 70 er Locospiritus notierte 0,30 M. niedriger. Städtischer Schlachtviehmarkt. Berlin, 31. Oftober 1900. Amts Zum Verkauf standen: 925 Rinder, licher Bericht der Direktion. 1567 Kälber, 1742 Schafe, 10173 Schweine. Bezahlt wurden für 100 Bfund oder 50 Kilogramm Schlachtgewicht in Mark( beziehungsweise für 1 Pfund in Pf.): Ochsen: a) vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlacht wertes, hudens sätete 00-00; c) mäßig genährte junge und gut höchstens 7 Jahre alt b) junge nicht aus: genährte ältere 00-00; d) gering genährte jeden Alters 00-00.- Bullen: a) vollfleischige höchsten Schlachtwertes 00-00; b) mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere 00-00; c) gering genährte 46-48, Färsen und Aihe: a) vollfleischige, ausgemäßtete Färsen höchsten Schlachtwerts 00-00; b) volfleischige, ausgemäßtete Kühe höchsten Schlachtwertes bis zu 7 Jahren 00-00; c) ältere ausgemäßtete Kühe und wenig gut entwidelte jüngere ühe und Färfen 00-00; d) mäßig genährte Kühe und Färsen 44-47; e) gering genährte Kühe und Färjen 39-42. Stälber: a) feinste Mafts fälber( Bollmilchmaſt) und beste Saugkälber 76-80, b) mittlere teſtätig und gute Saugfälber 70-74, c) geringe Saugtälber 58-64, d) ältere, gering Schafe: a) Mastlämmer und jüngere Maft: genährte( Fresser) 30-35. Hammel 63-67, b) ältere Masthammel 52-59, c) mäßig genährte Sammel und Schafe( Merzschafe) 44-50, d) Holsteiner NiederungsSchweine: a) vollfleischige der feineren schafe( Lebendgewicht) 00-00.Sloffen und deren Kreuzungen im Alter bis zu 1 Jahren 54-00, b) Stäfer 57-58, c) fleischige 50-52, d) gering entwickelte 46-49, e) Sauen 47-49, Verlauf und Tendenz. Vom Rinderauftrieb blieben ungefähr 550 Stück unverkauft. Der Kälberhandel gestaltete sich langsam. Bei den Schafen fand nur etwa ein Drittel des Auftriebs Abjazz. Der Schweine markt verlief ruhig, schloß langsam und wird taun ganz geräunit. Opfer schwerer Pflichterfüllung. Ein Fischer aus Büsum Zu der Versammlung im Eisteller in der Chausseestraße hat auf Blauort- Sand 3 Leichen mit Kortwesten gefunden. Man drängten die Teilnehmer schon nach 6 Uhr abends, so daß nach vermutet, daß die Toten zur Rettungsmannschaft des zweiten Elb7 Uhr bereits Tische und Stühle entfernt werden mußten. Der feuerschiffs gehört haben. en Bestfall wird aus London gemeldet: zu verkünden. Ueber einen neuen große Saal war vollstädig überfüllt, so daß Hunderte keinen Einlaß mehr fanden. Ein starkes Polizei- Aufgeboot sorgte für Regelung Ein Mann, der vor kurzem mit einem von den Philippinen eindes Verkehrs. Jm Saal hatte sich bei größter Ruhe die getroffenen Dampfer antam, wurde in das Hafenhospital nahe der Spannung über das Wahlresultat immer mehr gesteigert. Themiemündung gebracht; er leidet an Beft. ad dildo Eugen Ernst vermochte noch keine vollſtändigen Zahlen Revolte in einem Blindeninftitut. In dem Budapester Endlich erscheint Ledebour auf der Bühne, Blinden- Institut überfielen nachts mehrere Böglinge den Direktor. mit stürmischem Beifall empfangen, und verkündet unter nicht enden Der durch den Lärm herbeigerufenen Dienerschaft gelang es mit wollendem Jubel das genaue Resultat. Diese Wahl, insbesondere Mühe, den Direktor vor schweren Mißhandlungen zu schützen. Wie der Rückgang der konservativen Stimmen um ein volles Drittel, sei es heißt, soll ein Lehrer die Zöglinge gegen den Direktor aufgehegt die Quittung des Volts für die 12 000 Mark! haben. ( Stürmischer, langanhaltender Beifall.) In dem starten Nückgang Ein Fehlbetrag von 100 000 m. wurde dem„ Berl. Tagebl." des Centrums präge fich die Antwort der katholischen Arbeiter auch zufolge in der Kirchenfasse der Aachener Peterspfarre entdeckt. Der für die Hirtenbriefe aus!( Wiederholter Beifall.) Die Freifinnigen haben bei dieser Wahl ihren Bantrott erklärt! bisherige Rendant, ein Nadelfabrikant, ist kürzlich verstorben; seine ( Stürmisches Bravo!) Müßten die Wahllokale nicht schon um 6 Uhr Firma befindet sich im Konkurs. geschloffen sein, dann wäre das Resultat noch weit günstiger. Denn er habe selbst gesehen, wie Hunderte, von der auswärtigen Arbeit tommend, ihr Wahlrecht nicht mehr ausüben konnten. Voraussichtlich werde bei der kommenden Wahl die Beteiligung eine stärkere sein! Bis dahin aber möge man bemüht sein, insbesondere die politische Organisation durch Vermehrung der Mitglieder fräftig zu stärken! Die gewaltigen Rämpfe, welche unsrer Partei bevorstehen, die Hunnenpolitik, Brotverteuerung 2c. erfordern eine starte Macht zur Gegenwehr. Nur die Unterstügung der begeisterten Waffen socialdemokratischer Männer und Frauen, die erfüllt sind von ben cebolutionären Grundsägen der Partei, verleiht den focialdemokratischen Abgeordneten die Kraft, die Kämpfe der Gegenwart erfolgreich zu bestehen und binzuarbeiten auf den endgültigen Sieg der Partei!( Stürmischer Tanganhaltender Beifall). Dr. Karl Liebknecht ermahnte ebenfalls die Genossen, tren aus Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Ber antwortung. Theater. Donnerstag, b. 1. November. Opernhaus. Der Bärenhäuter. Anfang 7 Uhr. Schauspielhaus. Rabale und Liebe. Anfang 2½ ubrale und Neues Opern Theater( Kroll). La Traviata. Anf. 72 Uhr. 2itterungsübersicht vom 31. Oftober 1900, morgens 8 1hr. Stationen Barometer stand mm Wind Bunzip Windstarte Wetter winemde 761 WNW 3wolkig hamburg Berlin 764928 763 WNW Franff./m. 766 SW München 768.26 Wien 2 wolfen! 3Hlb. bed. 2 bedeckt Temp. n. G. ( 5° 4° R. 7 Stationen Haparanda Barometer= stand mm Wind richtung 6 Petersburg 755 8 Cort 10 Aberdeen 5 bedeckt 10 Paris Regen 91 Windstärke Wetter Temp. n. T. 5° C.= 4° R. 14 15 ± 19 1Regen 753 SSW 5 bedeckt 765S 1wolfen 10 Wetter Prognofe für Donnerstag, den 1. November 1900. Bunächst etwas fühler, ziemlich heiter bei mäßigen südlichen Winden; nachher neue Erwärmung, Trübung und etwas Regen. Schiller Theater Palast- Theater ( Wallner Theater). Donnerstag, abends 8 Uhr: Faust. Bon Goethe. Der Tragödie II. Teil Abend. Fausts Tod u. Erlösung.) Freitag, abends Uhr: Die goldne Eva. Sonnabend, abends 8 Uhr: Freudlose Liebe. Hierauf: früher Feen- Palast, Burgstr. 22. Ab 1. November: Gr. Konkurrenz- Programm! Neu! 82 Uhr! Neu! RANIA* Taubenstr. 48/49. Im Theater abends 8 Uhr: Eine Wanderung durch die in ( 2. Berbenb 8 8 Hot: Die Regimentsnummer Weltausstellung. Paris. Die Schulreiterin. Poffe mit Gefang von M. Reichardt. Schladebach, Schlächterstr.: Direttor Richard Winkler. 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Im Hörsaal:" Schutz- und Trutz- Alb. Schumann. Neu! Miss Mabel farben". Von Prof. Dr. Müller. Heute, Donnerstag, den 1. November, abends präc. 712 Uhr: Elite- Abend. Gala- Programm. 1. a. Die einzig dastehenden musikalischen Hengste sowie die übrigen neuesten Original- Dressuren des Dir. Neu! Fräul. Cécile Europas beste Schul: O'Brien. Kasprzako, engagierten Specialitäten. Nur noch kurze Zeit: Juval idenstr. 57/62. Täglich reiterin. Ferner Auftreten der neu abends von 5-10 Uhr: Sternmarte. Central Theater Les 9 Colibris, Bum 524. Male: Die Geisha. Operette in 3 Atten von S. Jones. Anfang 72 Uhr: Morgen und folgende Tage: die kleinsten Menschen der Welt. Zum Schluß zum 41. Male: CHINA. Die Geisha.Größtes Manegen- u. Waffer: Sonntag: Nachmittags 3 Uhr zu halben Preisen: Die Geisha. Abends 7 Uhr: Boccaccio. Schauftück der Gegenwart. Der Krieg in Oft.Afien. Darstellendes Perf. ca. 600 Personen. Sonntag: 2 Borstell. Nachm. 3/2 u. abends 72 Uhr. Nachm. 1 Kind frei. 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Nein.- Material zu der Frage finden Sie in der Neuen Zeit" und zwar im legten Quartal. Stuttgart, Verlag von J. H. W. Diez' Nachfolger. Halle. Stichwahl. E. Pankow. Bei uns ist keine solche Notiz eingetroffen. Apollo- Theater. Metropol Theater. Riccardo und Benedetto Miss Madge Ellis The Weltons Alfred- Truppe Sennorita Chavita Sulivan u. Aranka Cäcilie Carola Rhomes Pannonia Der Kosmograph Fräulein Loreley Operette von Bolten- Bäckers. Musik von Lincke. Anfang 8 Uhr. Reichshallen. Täglich: Stettiner Sänger. Zum Schluß:( nur noch turze Zeit!) Excellenz kommt! Anfang 8 Uhr. Borher: Konzert. Bum 114. Male: Verkehrte Welt! Burleste Ausstattungsoperette in 6 Bildern mit der hochorigi nellen, prachtvollen Frauenparade. Vorher das brillante, vollständig neue November- SpecialitätenProgramm. Bonhair- Truppe. Alice Berlen. Brüder Rantzer etc. etc. Beginn der Vorstellung 8 Uhr, der Operette um 9 Uhr 15 Min. Rauchen überall gestattet. Cirkus Busch Donnerstag, den 1. 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Da das Komitee keine Mühe und Kosten gescheut hat, um den Parteigenossen etwas Gutes zu bieten, so erwartet recht zahlreichen Besuch Das Komitee. Deutscher Holzarbeiter- Verband. A Donnerstag, den 1. November 1900, abends 8 Uhr, bei Mann, Straußbergerstraße 3: Branchen- Versammlung E Partei- Speditionen: Berlin vierter Wahlkreis O.: Robert Wengels, Große: Frankfurterstr. 133, Hof part.-SO.: Friß Thiel, Staligerstr. 35 v. part. Sechster Wahlkreis( Moabit): Karl Anders, Salzwedeler: Straße 8, part. im Laden. Wedding und Oranienburger Vorstadt: Emil Stolzenburg, Wiesenstraße 41/42. GesundRosen brunnen: Wilhelm Gaßmann, Grünthalerstr. 65. der Näh- und Damenschreibtischmacher. thaler Vorstadt und Schönhauser Vorstadt: Karl Mars, Tages Ordnung: V 1. Besprechung über die gegenwärtigen Arbeitsverhältnisse in der Branche. 2. Verschiedenes. Es ist Pflicht, daß sämtliche Kollegen der Branche in der Versammlung 109/10 erscheinen. Deutsch. Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Burean: Engel- fer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher: Amt VII, 353. Donnerstag, den 1. November er., abends 8 Uhr, 0031 im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15: Allgemeine virgi Vertrauensmänner- Konferenz. Jeg dig Sonnabend, den 3. November er.: Herbstvergnügen Kaftanten Allee 95/96. Charlottenburg: Gustav Scharnberg, Sesenheimerftr. 1, Ede Goethestr., v. 1 Treppe. Deutsch- Wilmersdorf: Th. Müller, Berlinerstr. 132/133, rechter Seitenfl. und W. Ni del: Augustaftr. 3, v. I. Friedrichsberg- Friedrichsfelde: Carl Welt, Berlin O., Frankfurter Allee 177. Grünau: Engel, Dahmestr. 6. Rixdorf: Oft er mann, Erfstr. 6.- Schöneberg: Wilh. S Ober- Schöneweide: Apostel Paulusstr. 13, Quergebäude Hochp. Otto John, Wilhelminenhofstraße 18. Nieder- Schöneweide: Karl Weber, Cigarrengeschäft. Johannisthal: Paul Mann, Friedrichstr. 39, I.- Adlershof: Emil Bollmann, Selchowstr. 14. Friedenan- Steglitz: S. Bernfee, Kirchstraße 15 in Friedenau. Cöpenick: Franz Weber, Cigarren- Handlung, Grünauerstr. 1. 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Die Mitglieder werden darauf aufmerksam gemacht, dass sie nur die Vorstellung ihrer Abteilung besuchen dürfen. Nachzügler haben kein Anrecht auf einen Platz im Theater und können besonders in der VII. Abtellung nicht werden, da dieselbe gefüllt ist. be berücksichtigt Der Vorstand. I. A.: G. Winkler. mann, Lehderfir. 1, part. lints. Rummelsburg: Sorgbert, Bring Max Kliems Festsäle, Hasenheide 13-15. Albertstr. 5 a. Außerdem ist sämtliche Parteilitteratur sowie alle wissenschaftlichen gi Jeden Donnerstag: Werke dort zu haben. Auch werden Inserate für Im neuen Festsaal: Große Soiree der„ Norddeutschen Sänger" den Vorwärts" entgegengenommen. Es wird dringend ersucht, dem bisherigen Spediteur rechtzeitig von der Wohnungsveränderung Mitteilung Bimmermann, Steinhardt, Stangenberg 2c. Kaffeneröffnung 7 Uhr. Nach der Soiree: Tanzkränzchen. Feben Grosses Militär- Streich- Konzert. Sonntag: Anfang 6 Uhr. für die Werkstatt- Vertrauenspersonen des Verbands zu machen, da die Spediteure verpflichtet sind, die Adressen und Gesellschaften. im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15. Grosses Konzert des Berliner Sinfonie- Orchesters. Dirigent: Kapellmeister Robert Moser. Gesangsvorträge des Berliner Männer- Doppelquartetts ,, Harmonie". Nachdem: Grosser Ball. Während der Kaffeepause: Komische Vorträge. Beginn des Konzerts präc. 81/2 Uhr. Entree inkl. Garderobe und Tanz 50 Pf. Billets find bet den Rassierern und im Verbandsbureau zu haben. Die Bibliothek wird Montag, den 5. November eröffnet. Die Ortsverwaltung. 121/6 Achtung! Kupferschmiede. Achtung! Sonnabend, 3. November, abends 8½ Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engel- fer 15( Saal VIII): Vereins- Derlammlung. Tages Ordnung: 1. Beratung der Anträge zur Generalversammlung. 2. Berschiebenes. Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. 300/4 Anerkannt vorzüglichste Qualität! Zu haben in allen besseren Kohlenhandlungen! Der Vorstand. Anker eqqu Henriche Anker 2-190 jednod - notlos Brikets 8186 Anerkannt vorzüglichste Qualität! Zu haben in allen besseren Kohlenhandlungen! an die zuständigen Bezirke abzugeben. 63 31699 S Houtens Cacao van He Kilo genügt für 100 Tassen Ein Versuch überzeugt, dass Van Houtens Cacao für den täglichen Gebrauch allen anderen Getränken vorzuziehen ist. Er ist nahrhaft, nervenstärkend, wohlschmeckend, leicht ver daulich und stets schnell bereitet. Van Houtens Cacao wird nur in den bekannten Blechbüchsen, niemals lose verkauft, da bel lose ausgewogenem Cacao nichts für die gute Qualität bargt. 10001 In Berlin wird van Houtens Cacao tassenweise ausgeschänkt in van Houtens CacaoStube Werderstr. 7, Pferdebahnhaltestelle. Arbeits- Bekleidung für Mechaniker, Bildhauer, Maler, Schlosser, Schlächter, Konditoren, Friseure En gros- Detail. AWARD. Wurzel& Co., 5617L Wrangel- Strasse 17. Ecke Manteuffel- Strasse. 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Tokales. onuldefiadi Durch einen übereifrigen Schuhmann wurde einem unsrer Hofe in einem dreifenstrigen Raume. Dem Besitzer Schirmer lief Berichterstatter am Dienstagabend der Eintritt in eine bereits ab nun, als er mit Bauer allein in dem Raume war, aus einem Ballon gesperrte Versammlung verwehrt und ihm somit die Ausübung seiner etwas Benzin auf den Fußboden. Als er die gefährliche Flüssigkeit mit Für die Lösung der Wohnungsfrage auf dem Wege der Berufspflicht unmöglich gemacht. Unser Berichterstatter schreibt ims einem Scheuerlappen aufwischte, entzündete sie sich durch die Wohlthätigkeitsbettelei ist dem Wiagistrat eine zwar harte, aber darüber: Als ich am Dienstagabend die Versammlung in Reibung, und die Flamme brachte zwei Benzinballons zur Explosion. gerechte Anerkennung geworden. Kasperle in der Deutschen Weimanns Saal in der Badstraße besuchen wollte, fand ich Mit einem lanten Knall geriet der ganze Naum in Brand, während das der am nächsten lag, bem ganz aus dem Häuschen. Er schlägt folgenden Burzelbaum: Schußleute befett. Fällen ist mir bisher ganzen Tageszeitung" ist nämlich über den Abderitenstreich vor Freuden das Lokal bereits polizeilich gesperrt und die Saalthür durch zwei das ereuz auf den Hof hinausflog. Schirmer wurde am Gesicht tisches Verständnis, so weiß er andrerfette Cial polis meister Vertreter des Vorwärts" ausgewiesen hatte, der letzt, daß beide dur urban gebracht werden mußten. Das Feuer löschte ein Zug der Wehr aus der Memelerstraße in einer halben Stunde.rs Der Inhalt des Beschlusses ebenso wie seine Form können nachdem ich mich bei dem dienstthuenden Lieutenant oder Wacht- und den Händen, Bauer ebenfalls an den Händen so bedeutend verals Nettungswache nach halten damit zu verbinden, und darin liegt der Wert. Die Intentionen des Ministeriums des Junern, welches vor etwa zwei demokratische und die manchesterliche Presse ist mit dem Beschlusse Jahren den Verein Berliner Journalisten auf eine Eingabe gee nicht zufrieden; fie nennt die Million einen Tropfen auf einen antwortet hat, das Polizeipräsidium fei angewiesen worden, Ver heißen Stein. Gewiß, mit einer Million laffen sich in Berlin tretern der Breffe, wenn sie sich den Polizeibeamten gegenüber als nicht viele Wohnungen bauen. Allein: hat die Stadt Berlin die solche ausweisen, den Eintritt in abgesperrte Versammlungslokale zu Verpflichtung, für jeden Bennbruder, der einst leichtsinnig gestatten. Am Dienstagabend gelang es mir nicht, den Schuh feine sichere Heimstatt in der Provinz verließ, eine Wohnung zu mann 4005, der die Saalthür besetzt hielt, zu überzeugen, daß er beschaffen? Nein! Soweit darf und fann die sociale Fürsorge mich hineinlassen dürfe. Obgleich ich mich als Vertreter der Breffe nicht ausgedehnt werden. Würde sie es, so fönnten dem Schutzmann gegenüber Tegitimierte, obgleich ich den Beamten Wir wollen gern anerkennen, daß für die städtische Verwaltung an den Folgen daraus selbst ihre Befürwortererichreden. auf den genannten Entscheid des Ministers hinwies, wurde mir der die moralische Verpflichtung besteht, in der jezigen Zeit der Wohnungsnot für das Unterkommen obdachloser ordentlicher Familien zu sorgen, aber eine ständige und gar rechtliche Ver pflichtung ist unter feinen Umständen gutzu heißen. Würde diese zum Grundsatz erhoben, so hatten wir bald die tollste Anarchie in des Neiches Hauptstadt. Der Magistrat ist weit genug gegangen, jedoch nicht zu weit. Dafür gebührt ihm Anerkennung. nachmittag um 22 Uhr der 14jährige Sohn Waldemar des Schneiders Von einem Geschäftswagen totgefahren wurde vorgestern Waldemar Joft aus der Rügenerstraße Nr. 9. Der Knabe follte fir seinen Vater einen Geschäftsgang machen und stand vor dem Hause Demminerstraße Nr. 36, an der Ede der Brunnenstraße, als hier ein Droschtenpferd burchging. Um diesem nachsehen zu können, ging er mit Gänsen beladener Wagen gefahren fam. Joft achtete auf feinen rückwärts auf den Fahrdamm der Denminerstraße, in die gerade ein Pferdebahnwagen einbog, während aus der andern Richtung ein der beiden, wurde von dem Pferde des Geschäftswagens um des Edhauses. Den Kutscher trifft nach Aussage von Augenzeugen gestoßen und fiel so unglücklich, daß ihm das linke Borderrad über die Brust ging. Nach zwei Minuten schon starb er auf dem Flur teine Schuld. Eintritt verwehrt. Da ein Wachtmeister oder Lieutenant, dem ich mein Anliegen hätte vortragen können, nicht in der Nähe war, so mußte ich mich der Zurückweisung durch den Schumann fügen. feit als Berichterstatter, namentlich auch während der jetzigen Wahl Ein solcher Fall ist mir während meiner mehrjährigen Thätig bewegung im feciften Streise, wo ich fast immer vor abgesperrten Versammlungslokalen erschien, noch nicht passiert, und ich glaube daher, die Erwähnung diejer Angelegenheit wird genügen, um die Fener im Generalstabsgebände verursachte Mittwoch gegen Wiederholung folcher Fälle, welche die Bersammlungs- Berichterstattung Abend eine Alarmierung mehrerer Löschzuge. Es war über der illusorisch machen, zu verhindern." 100081 Heizungsanlage die Baltenlage in Brand geraten, der indes leicht Kasperle schlägt wenigstens seine Purzelbäume im agrarischen 1899, wenn auch nur in geringem Maße, Rechnung getragen durch befeitigen. Sophienftr. 8 hatte sich Celluloid entzündet und Regale Bevölkerung entspricht. Frauen und Rinder hat die städtische Bauverwaltung im Etatsjahr Michaelbrüde 1 und Niederwallfiraße 23 fleine Wohnungsbrände zu Dem oft gerügten Mangel an Bedürfnis- Anstalten für abgelöscht werden konnte. Borher waren Schulzendorferfir. 22 und sollen, daß er die ausgesetzte Million zum Flicken sanitischer Stroh Herstellung solcher Anstalten in den Anlagen des Mariannen- Plazzes, münder str. 49, Josephstr. 4 und Adalbertstr. 68. Sächer spendet. Anders liegt es bei der Scherl- Ulsteinschen Morgen Gustav Meyer- Allee, des Friedrichshains an der Elbingerstraße und Stroh- bes des Spielplates an der Gartenstraße, des Humboldthains an der post", deren Entgleisung aus der vorgezeichneten radikalen Bahn nur des Kleinen Tiergartens an der Stromstraße. Ferner wurde eine dadurch zu erklären ist, daß etwa ein für den Lokal- Anzeiger bestimmter Schriftsaz versehentlich in ihre Spalten geraten ist. zweite Bedürfnis- Anstalt für Männer und Frauen im Treptower Bart errichtet. Der Deutschen Tageszeitung" gefellt sich die Berliner Morgenpost" zu, die von dem Scherz im Noten Hause sagt, daß den Wünschen der er " 203 tragsturie, sie der Berein für voltstümliche Kurfe boner. Am Drunerstag, ben 1. November, beginnt in der Reihe ber Bors liner ochschullehrern in diesem Winter veranstaltet, Professor Dr. Börnstein seine Vorträge über„ Das Wetter und seine Voraussagung" Verluftlifte vom Straßenbahn- Kriegsschauplah. Die Zahl in der landwirtschaftlichen Hochschule, Invalidenstraße 42, und amt felben Auch die Barbiere der Luisenstadt haben beschlossen, ihre bend wird Geheimer Regierungsrat Dr. Stephan, Docent an der ber von der Großen Berliner Straßenbahn Tot Geschäfte mit Ausnahme der Sonnabende abends 9 Uhr zu schließen. technischen Sochschule, über„ Allgemeine Rechts- und Gesezestunde" in der gefahrenen hat sich leider auch im Monat Oktober nicht verAula des Franzöfifchen Gymnasiums, Reichstags- Ufer 6, vortragen. Eins mindert, ja sie übersteigt noch die für das letzte Bierteljahr fest Für den Tiergarten war von der Ministerial- Baufommission trittstarten zum Preise von 1 M. für jeden 6 Abende umfassenden Kursus gestellte monatliche Durchschnittsziffer. Es wurden im abgelaufenen eine Verstärkung des Verschönerungs- Fonds von 30 000 m. bei der ind zu haben bei: Georg Belling, W., Leipzigerstr. 136; A. Schüß, O., Monat von den Wagen der Großen Berliner überfahren und ge- Barkdeputation in Anregung gebracht worden, der aus städtischen Solzmarktstr. 60; Tischendörfer, C., Sophienſtr. 20; Trautweinfche Buchtötet: am 7. Oktober der Arbeiter Knoop, am 13. der Arbeiter Mitteln alljährlich geleistet wird. Der Magistrat beschloß in gestriger handlung, W., Leipzigerstr. 13; Centralstelle für Arbeiterwohlfahrtseinrich 8öllmann, am 16. der Maurer Gadow, am 22. der schwer- Sizung, diesen Antrag um deswillen abzulehnen, weil die fungen, W., Köthenerstr. 23. hörige Arbeitsmann Stark und der Droschkentutscher Dresse, Stadt Berlin außer jenem Beitrag noch sehr erhebliche Summen auf om 24. ein 10jähriger Knabe, der in Begleitung seiner Mutter den die Beleuchtung und Pflasterung von Wegen im Tiergarten sowie Damm in der Potsdamerstraße überschreiten wollte, am 25. ein zur Entwässerung des gesamten Tiergartengeländes seit Jahren 13jähriger Knabe und am 29. der 42jährige Schneider Gottlieb leistet und auch fernerhin andauernd aufwenden wird. Rolbe, insgesamt 8 Personen. Außerdem wurden 10 Personen Die Masern- Epidemic im städtischen Obdach hat nunmehr schwer verlegt, darunter 3 lebensgefährlich, ein Arbeiter S., der die Einrichtung noch eines besonderen Saales im städtischen KrankenPhotograph Lindemann und ein junges Mädchen, das bei einem hause Friedrichshain für die Kinder, welche von dieser Krankheit be unglückte. Die Zahl der Leichtverletzten betrug 9 Personen und ist Centrum, im Norden und Often der Stadt mehr im stande ist, erheblich geringer, wie die Durchschnittsziffer der Zeichtverletzten in ma ferntrante Kinder des Obdachs unterzubringen. ben lezten drei Monaten. 18ufammen mit der von uns bereits ver- Bunächst fonnten wieder 15-20 Kinder im Krankenhause am öffentlichten Statistik der Opfer der Großen Berliner im vorigen Friedrichshain aufgenommen werden. Quartal, stellt sich die Gesamtzahl der Toten seit 1. Juli d. J. auf 28, die der Schwerverlegten, von denen einige ihren Wunden erlegen find auf 54. Bezeichnend ist, daß auf den von der Firma Siemens u. Halste betriebenen Straßenbahnlinien, die allerdings weniger berlehrsreiche Gegenden durchlaufen, in dem gleichen Zeit raume nur 2 Personen totgefahren wurden. # Aus den Nachbarorten. 198 1000 Kirche und Krankenhaus. Man schreibt uns aus Schönes berg: Der Worte viele sind gesprochen, biele Artikel in den Tagesblättern geschrieben über die Notwendigkeit der Erbauung eines Krantenhauses. Im Stadtverordneten Kollegium hat man zu wiederholten Malen vom Magistratstische aus als auch von den rasch als möglich diese überaus wichtige Angelegenheit zu regeln. Mit großer Genugthuung begrüßte man es, daß der engere Ausschuß Eignungen das Programm des Baues festgestellt hat. Da mit der städtischen Krankenhaus Deputation in einer Reihe von einem Male stellt sich diesem so notwendigen und humanen Der Plan der Verbreiterung der Charlottenstraße zwischen Institut ein eigentümliches Hindernis in den Weg: die Kirche, der Straße Unter den Linden und der Behrenstraße lag gestern der die angebliche Vertreterin der christlichen NächstenTiefbaudeputation vor. Mit Rücksicht auf die hohen Kosten und liebe und Humanität weigert sich, die Abtretung des ihr darauf, daß noch immer teine Aussicht vorhanden ist, es werde die gehörigen Teils des Geländes zu vollziehen, trotzdem der Magiftrat Genehmigung zur Durchführung der Straßenbahn durch die Char- fich bereit erklärt haben soll, einen dem jezigen Berte entsprechenden Tottenstraße über die Straße Unter den Linden hinweg erteilt werden, st aufpreis zu zahlen. Die Kirche des hiesigen Orts will aber Kommunal- Antisemiten beim Kadi. Gegen den Beschluß der hat die Deputation beschlossen, von der Verbreiterung der Charlotten mit dem ihr anvertrauten Pfunde wuchern. Sie hält sich Stadtverordneten- Versammlung, die Wahl des socialdemokratischen straße abzuschen. mit den Schöneberger Millionenbauern, die ja auch für Stadtverordneten Glocke( 44. Kommunal- Wahlbezirf) als gültig Brügelei. Ein Duell fand dem„ Berliner Tageblatt" zufolge einen entsprechenden er us, ob burch eine berartige Berihres Kartoffellands sorgten, anzuerkennen und den eingelegten Brotest zu verwerfen, haben die gestern früh in der Jungfernheide zwischen dem Fabritbesiger für gleichberechtigt. Was macht es aus, ob durch eine berartige Ber Gaheber des Proteſtes, die Herren Bleichte und Lehmann, Klage wiering und dem Kandidaten der Wiedizin Dr. Neumann zögerung der Erbauung des Krankenhauſes das Glend und die Not beim Bezirksausschuß für den Stadtkreis Berlin erhoben. Die Klage statt, bei welchem letterer einen Schuß in das rechte Bein erhielt der ärmeren Bevölkerung fich steigert, was schadet es, wenn Strank gelangte gestern vor der II. Kammer des Bezirksgerichts zur Ver handlung. Wie diese ergab, hat Herr Lehmann seine Klage zurück- Die Ursache des Zweikampfs bildete ein Streit bein Spiel, der in heiten, die bei rechtzeitiger Eingreifung wesentlich eingeschränkt gezogen. Der Vertreter des Klägers Bleschte, Herr Rechtsanwalt hätlichkeiten ausgearbeitet war. Hierzu wird noch mitgeteilt, daß werden fönnen, ihre großen Opfer erfordern? Hoffentlich scheuen die Behörden nicht vor dem- notwendigen Ulrich, beantragte die Aufhebungserklärung des Beschlusses der am 8. Oktober eine Beleidigungsklage zwischen beiden vor dem Mittel des Expropriationsverfahrens zurüd. Stadtverordneten- Versammlung, während der Vertreter der legteren, hiesigen Schöffengericht verhandelt wurde. Erst als diese nicht den Herr Stadtverordneter Rechtsanwalt Sachs, um die Zurückweisung von Sch. gewünschten Ausgang nahm, kam es zu der Heraus- Aus Rigdorf. In der Pußfeder Fabrik von Gustav Bohl in Der Klage ersuchte. Im Falle jedoch das Gericht in eine Bengen forderung. der Prinz Handjergstr. 24, Quergebäude 1 Treppe, entstand am bernehmung einzutreten beabsichtige, beantrage er auch die gericht Der Aufklärung bedarf noch der Tod des 22 Jahre alten Dienstagnachmittag dadurch Feuer, daß eine Arbeiterin flüssigen liche Bernehmung derjenigen Zeugen, die bereits vor der Wahl- Hausdieners Eugen Kranich aus der Koblantstr. 11 a, ber am Kautschut versehentlich umwarf, mit Papier aufwischte und letzteres prüfungskommission der Stadtverordneten- Versammlung ihre Aussagen Montagmorgen bewußtlos aufgefunden wurde und im Krankenhaus in den Herd steckte. Hier entzündete sich der Kautschuk und entgemacht haben. Nach längerer Beratung beschloß das Bezirks- am Friedrichshain abends um 7 Uhr starb. Kranich, der Sohn widelte große Stichflammen, welche der betreffenden Arbeiterin beide gericht, die Angelegenheit zu vertagen und einen Beugentermin an einer Witwe, arbeitete gulegt in der Poststraße, war aber seit vier Hände schwer verbrannten. Die übrigen in dem betreffenden Raum zuberaumen. zehn Tagen ohne Beschäftigung. Am Sonntagabend um 8 Uhr ging beschäftigten 20 Arbeiterinnen gerieten beim Anblick des Feuers dera er mit den Schneidern Hohmann und Lemcke, die bei seiner Mutter maßen in Angst, daß sie zum Fenster hinaus auf das Dach eines wohnten, aus und besuchte mit ihnen zunächst die Wirtschaft von Holzschuppens sprangen. Durch die Belastung brach das Dach zusammen Buske in der Kaiser Wilhelmstraße und dann den" Komet" und die Arbeiterinnen fielen in die Tiefe, blieben aber wie durch ein zu bewegen. Wie groß der Erfolg diefer Bemühungen ist, entzieht Begleiter um 113 Uhr nach Hause gingen. Im 8 Uhr morgens gelöscht. Bermutlich in den Tod gegangen ist der 50 Jahre alte Maler zu bewegen. Wie groß der Erfolg dieser Bemühungen ist, entzieht fanden ihn Passanten bewußtlos vor dem Hause Kleine Alexander- Friedrich Kläbe, welcher hier Nichardstr. 45 wohnte und seit ca. acht fich vorläufig natürlich noch der Kenntnis. Aber aus der Wie K. einem Freunde mitgeteilt Auferstehungs, Versöhnungs- und Christus Gemeinde werden traße 26 liegen. Oben auf dem Hinterkopfe hatte er eine etwa drei Tagen spurlos verschwunden ist. bereits einige unzweifelhafte Fälle gemeldet, in denen sich social- Centimeter lange Wunde, die von einem Sturz oder auch von einem het, wollte er sich im Müggelsee ertränken, weil er durch Krankheit demokratische Arbeiter in die Wählerlisten haben eintragen Schlage herrühren kann. Die Leute brachten den jungen Mann mit und Arbeitslosigkeit in Schulden geraten fei. Bisher hat man die laffen. In der Christusgemeinde hat sich ein Arbeiter einer Droschte nach dem Krankenhause, wo er starb, ohne das Be- Leiche des Unglücklichen jedoch nicht gefunden. tomitee" gebildet. Dieses Flugblatt- gang im Zone fecial- wußtsein wiedererlangt zu haben. In den Kleidertaschen fand man das Portemonnaie mit 1 Mart 40 Pfennig, dagegen fehlt der demokratischer Manifeſte gehalten sagt u. a.: helft einen Schulleberzieher, ein grüner Sommerüberzieher mit zwei Kinopfreihen und zur Knechtung der Geister, zur Verdummung des Wolfs, zur Allein- grünem Futter und der Hut. herrschaft des Bolizeigeistes auf allen Gebieten. Wer sind die Post- Krampffranke und infolge von Krampfanfällen bewußtlose diven? Sie find Handlanger der Reaktion, die tein andres Gebot Personen, welche auf öffentlichen Straßen hilflos aufgefunden werden, tennen als den Willen des Mächtigen. An ihren Früchten sollt Ihr finden in den Krankenhäusern zumeist keine Aufnahme, weil sich diese fie erkennen! Denkt an die Berkämmerung des Sonntags, Eures Fälle vielfach als lediglich epileptische charakterisieren. Um diesem einzigen Erholungstage nach harten Arbeitstagen, denkt an Uebelstand abzuhelfen, haben sich auf Wunsch der Behörden die die Belastung der Bürgerschaft durch die Kirchensteuer! Soll's Berliner Unfallstationen bereit erflärt, in 14 ihrer 23 Unfall bei dieser Höhe der Kirchensteuer bleiben? Mit nichten! Die ftationen, in denen auch Einrichtungen für die Aufnahme Hilfloser Steuer muß herabgefegt werden. Denkt an die hohen Begräbnis- und finulos Betrunkener getroffen worden sind, auch den Strampf gebühren. Sie müssen ermäßigt werden usw. Ju dieser Zonart franten ein vorläufiges Unterkommen in besonderen Räumen, zu geht es fort." bieten und fie so lange zu überwachen, bis sich feststellen läßt, ob Sierzu haben wir zu bemerken, daß aus socialdemokratischen ernste Krankheitserscheinungen vorliegen, welche unbedingte Aufnahme Zu den Kirchenwahlen schreiben die„ Berl. Neuesten Nachr." Wie wir hören und wie Flugblätter auch beweisen, hat sich diesmal eine Agitation unter der Arbeiterbevölkerung geltend gemacht, um bie Socialdemokraten zur Beteiligung an den Kirchenwahlen Um in der Münzstraße. Dort blieb er allein noch, als seine Wunder fämtlich unverlegt. Das Feuer wurde von Hausbewohnern bald " wall aufrichten gegen die immer dreifter auftretenden Bestrebungen Arbeiterkreisen heraus sich das erwähnte Arbeiterkomitee jedenfalls des Patienten im Krankenhause erheischen, nicht gebildet haben wird. Die Kirchenbehörde ist gescheit genug, die Anlässe, die für Arbeiter so schon zum formellen Austritt Totschlag. In das Untersuchungsgefängnis eingeliefert wurde gestern vormittag der 24jährige Knecht Scheinert aus Biesdorf, der unter dem schweren Verdacht des Totschlags in Hohen- Schönhausen verhaftet worden ist. In dem im alten Dorf Hohen- Schönhausen belegenen Restaurant von Schulz fand am Sonntag Tanz statt, an welchem sich auch der 27jährige Gärtnergehilfe Albert Mathes beteiligte. In dem Lotal befanden sich auch die in Biesdorf bediensteten Anechte Redlin und Scheinert, welch' letterer ein Liebesverhältnis mit der Dienstmagd des Gärtners Wegner, eines Schwagers des Mathes, anzufnüpfen suchte. In voriger Woche wurden die beiden genannten Senechte von Wegner auf feinem Grundstüd angetroffen und von ihm und einem Kutscher Wegners vom Gehöft hinuntergeprügelt. Die beiden hatten beschlossen, fich an dem Kutscher zu rächen und hielten den Mathes, der bei seinem Schwager in Stellung war und wohnte, für den Kutscher. Als fich M. am Montag früh gegen 1 Uhr nach Hause begeben wollte, folgten ihm die beiden Knechte und griffen ihn in der Nähe des W.schen Grundstülds thätlich an. Ehe M. sich noch zuverteidigen vermochte, erhielt er einen Messerstich in den Hals, durch den die linke Schlagader durchschnitten wurde. Der Gärtnergehilfe erhielt einen Netverband und wurde nach dem Strankenhause Friedrichshain überführt, verstarb dort aber furz nach seiner Einlieferung. Als der Messerstecher wurde Scheinert ermittelt und in Haft genommen. Er dist, luie wir erfahren, wegen Messerstechereien schon mit sechs Monaten Der Leichenfund an der Seestraße, der am Sonntag zu aus der Kirche gegeben sind, nicht noch durch Erhebung einer jenem unbegründeten Gerücht über einen Mord Beranlaffung geproletarischen Kirchensteuer zu vermehren. Und im übrigen ist begeben hatte, hat nunmehr insofern seine volle Aufklärung gefunden, fanntlich in der flaffenbewußten Arbeiterschaft teinerlei Intereffe für als festgestellt ist, daß die Persönlichkeit der Leiche mit dem obdach tirchliche Angelegenheiten vorhanden, sodaß die Verfuche der Liberalen, los gewefenen Arbeiter Karl Hoffmann thatsächlich identisch ist Socialdemokraten als Silfstruppen gegen die Orthodoxen heran- wie man bekanntlich bereits vor der Obduktion der Leiche an zuziehen, bis jetzt ohne jeglichen Erfolg geblieben find. was Thörichte Scherze. genommen hatte. Charlottenburg. Beim Stiftungsfest des hiesigen Wahlvereins am legten Sonnabend in der Gambrinus- Brauerei ist ein golbenes Bincenez verloren gegangen. Der Finder wird gebeten, dasselbe beim Genossen Beyer in der Gambrinus- Brauerei abzugeben. Dafelbst ist auch ein gefundenes Taschentuch, gez. C., abzuholen. Selbstmord eines Zweiundachtzigjährigen. Die Leiche eines Gefängnis vorbestraft. lbs Selbst in die gestrige Reichstags= unbekannten Manns wurde por einiger Zeit in der Kirchenforst bei Eriazwahl hat der Konizer Prozeß hineingespielt. Einige Spaßvögel haben die Gelegenheit benußt, um ihre Stimmen für Bajewalt an einer Kiefer hängend gefunden. In dem Toten ist nunbefannte Konizer Prozeßgrößen abzugeben. So erhielt der des mehr der 82 jährige Sentier Bander aus Berlin rekognosciert worden, Meineibs angeschuldigte Waglof zwei Stimmen. Die Zettel lauteten der hier bei einer verheirateten Tochter gewohnt hatte und spurlos übereinstimmend Der olle ehrliche Maßlof". Eine Stimme wurde verschwunden war. für den Abdeckereibefizer a. D. Jsraelsti abgegeben. Auch der Durch eine Benzinexplosion wurden Mittwochnachmittag um Pincenez- Lewy erhielt eine foldje. Ebenso fielen auf den Dresch 23/4 Uhr der Besizer einer chemischen Wäscherei Schirmer am grafen Büdler- Kl. Tschirne mehrere Stimmen und eine Stimme Laufigerplas Nr. 14/15 und sein Hausdiener Bauer erheblich verlegt. erhielt der Präsident der französischen Republit, Loubet. Die Wäscherei liegt im ersten Stock des Seitenflügels im zweiten Berbaub deutscher Barbiere, Frisenre und Perrückenmacher. ( Bweigverein Berlin.) Donnerstag, den 1. November, abends 10% Uhr, bet Schiller, Rosenthalerstr. 67: Bersammlung. Arbeiter- Bildungsschule. + Frauenleiden,+ The 2Mk.10 Jahre Sonntag, den 4. November 1900, abends 7 Uhr, im vorgetragen an Lichtbilbern von Frau praft. Naturheilkunbige Grundmann ahne 2Mk.10Jahre Gr. Frankfurterstr. 30 transbr. Gäste 20 Pf. über: morgen, Freitag, bei Haberecht, Pl. Aufnahme neuer Mitglieder in unsrer Geschäftsstelle in der Naturheil Anstalt Königstadt- Kasino( Inh. Radatz), Holzmarktstr. 72, 1 Tr.:. Vortrag des Geheimrats Prof. Dr. W. Foerster abbs. 8% Uhr Der Anblick der Himmelserscheinungen in den verschiedenen Regionen der Erde." Nach dem Vortrag: Gemütliches Beisammensein u. Tanz. Sprechst. 11-2, 6-8. Sonntags 11-12. Grosser Berl. Naturheilverein. Eintritt inkl. Gaderobe 20 Pf. Rauchen vor und während des Vortrags höflichst verbeten! 10. Zieh. d. 4. Klaffe 203. Kgl. Preuß. Lotterie. Biehung vom 31. Ottober 1900, vormittags. Rur die Gewinne über 220 Mart find den betreffenben Nummern in Slammern beigefügt. ( Ohne Gewähr.) 18 126 232[ 1000] 338 539 95 604 831[ 500] 61 935 1031 851 91 238 312 400 71 584 99 721 844 2000 372 418 24 653 967.93 3157 87 278[ 300] 469 696 746 817 93 4059 74 120 81 336[ 3000] 889[ 500] 5028 145 213 463 510 39 77 656 717 19 44 933 6007 296 609 907 16 7096 117 37 300[ 300] 18 70 89 491 778 87.96 902 98 8034 105 73 220 31 59 429 602 ( 1000] 74 88[ 3000] 805[ 3000] 973 9155 471 74 10020 160[ 500] 87 398 820 11032[ 300] 148 212 938 165 229 38 81 344 474 65 75 12028 408 92 517 924 46 629 15001 15012 105 212 306 733 14132 259 321 30 401 79 60 433 665 761 88 850 91 16165 435 551 88 622[ 500] 67 731 975 17044 474 520 631[ 300] 705 959 18028 276 402 75 598 603[ 300] 19061[ 1000] 306 69 464[ 300] 655 702 85 804 904 28 78 21 900 88 500192 291 2005 619 746 835 20089 140 52 334 52[ 10 000] 438 553[ 1000] 619 746 835 978 93 21152 230 87[ 500] 332 421 46 861 22066 135[ 300] 296 404 6 12[ 3000] 31 49 73 642 845 642 345 996 2: 3128 221 395 410 24060 100 82 288 341 420 38 510[ 500] 24 723 99 823 967 25117 22 249 83 318 453 801 62 924 26106 33 213 50 336 91[ 10 000] 678 731 50 27011 76 90 215 456 181 573 81[ 3000] 87 611 98 791 821 929 28167 268 337 469 3000] 544 69 632 47 930[ 500] 29112 23 259[ 300] 64 355 661 97 627 718 864[ 300] 69 98 992 44 1999 99 899 30027 66 105 53 229 96 305 36 96 414 44[ 1000] 69 622 28 51[ 1000] 833 975 31267[ 800] 396 401 519 623 32134 212 467 614 818 24 943 91 33308 25 432 536 58[ 500] 660 34037 41 229[ 500] 321 499 842 35005 16 89 100 25 41 385 86 492 510 84 700 35 867 36157 81 284 541 71 94 613 37130 80 278 413 18 22 531 68 908 38093[ 3000] 117 38 248 70 593 621 752 80 39128 508 34 678 777 918 29 48 75 40021[ 300] 201 413 49 94[ 300] 601 780 811 929 41332 78[ 500] 741 877 990 42208 22 42 510 709 81 838 39 41 56 67 81 900 64 43063 134 204[ 3000] 383 732 52 821 98 952 94 95 672 702 11 74 76 77 94 889 46093[ 300] 99 236 76 [ 800] 385 480 549 725 829[ 500] 73 904 47000 101[ 500] 407 503[ 1000] 8 30 654 783 825 910 92 94 48044 49 73 79 156 399 465 504 6 40 54 648 917 74 97 49089 129 489 689 714 808 33 58 50001 8 75 157 246 75 456 531 82 626 706 79 801 2[ 1000] 51051 112 328 420 92 722 39 65 818 999 52204 26 99 569 862 915 53063 128 31 221[ 500] 314 28 493[ 1000] 503 41 77 54021 50 117 221 342 411[ 1000] 71[ 1000] 91 516 691[ 10000] 928 66 91 55001 178 212 59 380 414 514 826 911 56075 104 93 280 304 582 848 970 96 57089 284 654 794 938 58111 62 248 60 549 635 714 41 831 59000 94 154 72 421 556 84 500] 918 190 820 72 60034 109 35 221 515 615 790 820 72 975 61033 86 148 71 298 324 513 70[ 500] 619 90 848 70 921 62041 130 38 [ 300] 223 72 521 603 758 806 84 925 84 97 98[ 500] 63340 22 516 19[ 300] 635[ 500] 785 853 64019 79 374 719 55 65036 95 134 71 93 482 507 11 786 66105[ 500] 75 874 970 76 635 940 53 607 853 95069110 38 273 525 35 798 813 996139 321 54 513 70165 67[ 1000] 73 251 79[ 500] 523 722 49 821 916 80 71031 183 220 406 519 665 87 744[ 50 000] 815 998 72020 351 605 42 55 862 79 73032 114 75 306 81 675 723[ 1000] 907 74018 34 70[ 3000] 217 431[ 1000] 527 32 88 626 98 726 810 21 83 907 75023 77[ 500] 202 326 46 413 43 88 92 554 76 79 88 828[ 300] 917 70023 75 254 63 301 533 49 657 85 [ 300] 744 854 62 911 77086 149[ 300] 560 712 814 40 78049 385 471 586( 500] 601 743 87 803 9 53 90[ 500] 79120 50 385597450 536 02 763 943( 1000] 69[ 300] 181 987 453 532 772 80262 330 507[ 1000] 23 630 860 918 811811 82221 408 61[ 300] 78 599 993[ 500] 83040 48 127 419 74 548 80 82[ 3000] 650 804 5 9 929 84061[ 500] 91[ 1000] 198 623 705 905 84 85061 248 62 584 868 928 45 86008 433 512 [ 300] 20[ 500] 70 644 94[ 10 000] 708 23 93 825 982 87058 86 175 78 320[ 3000] 96 533[ 1000] 62[ 500] 803 38 62 943 88431 85 630 760 82 S9055[ 3000] 119 86 242 559 737 54 919 90102 90[ 15 000] 335 50 95 438 517 704 978 91104 50[ 1000] 289 442 80 81 506 95 712 900[ 1000] 92043 121 38 310 66 613 914 15 20 90 96 93068 69 175 234 373 402 572 656 86 751[ 800] 814 94166 84 282 56 387 419 88 504 73 780 910 28 81 95066 83 122 437 590 693 889 96291 97 420 67 630 741 58 821 913 81 97336 402 558 628 56 64 798 916[ 1000] 32[ 1000] 95001 164 612 72 896 900 99039[ 3000] 313 495 09 531 704 50 100026[ 500] 291 417 579 667 748 65 850 960 69 101034 191 274 575 620 39 94 798[ 300] 801 102687 819[ 3000] 943 103028 56 81[ 3000] 455 624 705 33 857 104151 84 200 98 481[ 500] 692 817 10578 107 293 310 75[ 500] 611 17 746 106236 52 87 375 483 94 783 107139 45 80 254 77 504 742 67 70 930 42 72 82 108185 495 615 109154 65 415 99 941 74 110313 548 847 83 111084 326 524[ 500] 955 112945 70 [ 15 000] 440 92 577 844 914 92 113087 162 97 210 42 498 Jedes Wort: Pfennig. 5/ 6* * Brücken- u. 72. Köpenickerstrasse 72. Neanderstr. 626 39 49 908 4 114576 667 792 979 95 115131 72 74 224 71 516 18 752 843 938 39 116010 112 17 26[ 300] 332 34 41 80 516 681 117187 323 490 522 605[ 300] 35 118041 80 98 159 246 866 432[ 300] 566 90 639 76 736 67 80 947 119414 523 31[ 500] 87 626 59 798 120030 40 54 78 196 332 578 674 730 800 45 78 900 77 95 121091 548 633 81 910 15 32 122045 226 89 375 471 [ 300] 512 34 65 697 952 123011[ 1000] 135 287 307 753 834 904 57 124137[ 3000] 60 336 405 54 540 658 61 75 125010 369 507 22[ 500] 623 711[ 500] 876 900 126288 657 75[ 300] 127103[ 3000] 11 222 368 619 36 89 787 800 915 128022 33 166 17 514 671 762( 3000) 274 363 720 68 87 865 70 85 129061 351 130043 174 94 240 85 442 724 49 131226 308 473 595 [ 1000] 715 23 817[ 300] 66 132013 83 113 43 50 469 693 786 134063 166 399 805[ 500] 958 133276[ 3000] 336 408 872 430 566 713[ 3000] 850 961 66 98 135108[ 300] 11 57 372 136014 375[ 500] 592 956.95 521 72 654 759 88 843 45 72 137028 185[ 300] 263 380 403 75 677 805 188081 148 266 333 85 508[ 500] 9 635 139126 200 30 341 420[ 1000] 600 805 916 44 140318[ 300] 497[ 1000] 509[ 1000] 29 79 141202 71 314 142193 300 5 19 614 818 55 143079 199 358 92 425 548 784 850 144043 483 520 621 62 850 953 145352 66 469 566 674 94 733 937 51 146043 59[ 3000] 94 193 227 97 305 447 587 714 914 54 147015 151 77 87 364 480 691 839 148078 87 102 82 979 90 149275 555 606 11 38.736 81 84 226 84 462 641 67 829 835 43 910 60 150216 394 442 77 618 81 874 151101 235 48[ 3000] 57 342 410 586[ 10 000] 720 879 95 954 152116 92 228 427 626 59 68 805 153015 46 81 194 305 53 424[ 300] 88 636 14153 204 45 48 488 511 90 823 63[ 3000] 975[ 3000] 155001 40[ 300] 262[ 3000] 444 49 64[ 1000] 80 887 942 74 156114[ 1000] 210 44 359 481 675 95 704 157066 439 515 35 725 850 914 16[ 3000] 48 63 158126[ 1000] 364 66 92 525 64 957 71 159055 423 34 633 44 98 730 894 Led 160008 89 257 347 454 566 743 47 80 850 161014 139 71 237[ 300] 353 92 407 42 552 913 64 162014 30 483 591[ 1000] 760 77 83[ 300] 85 885 967 163064 421 25 26 524 73 809 12 64 931 164251[ 1000] 318 40 615 68 780 841 84 953 165264 518 666 817 63 80 994 166154 304 84[ 3000] 468 707 68 853 167032 72 85 239 44 401 9 42 623 94 812 13 961 78 168087 129 414 85[ 800] 517 777 843 92 169001 64 272 307 516 711 873 170037 101 245 344[ 500] 615 759 838 171113 281 368 680 [ 500] 962 172247 457 59 87 542[ 300] 90 860 911 23[ 300] 178874[ 500] 93[ 500] 752 802 15 174063 177 392 474 678 885 93 937 175037[ 500] 87 149 350 64 72[ 500] 515 50 56 658 87 781[ 3000] 821 944 92 176110 284 369 513 35 682 797 879 177143 52[ 1000] 351 99 530 722 178031 107 80 341 85 666 93 758 179156 64 75 89 249 69 402[ 3000] 73 644 79 734 67 826 940 89 180016 67 178 344 48 524 62 874 181098 180 318[ 1000] 525 69 634 829 56 73 917 60 182277 695 966 68 183049 288 520[ 1000] 73 89 766 68 98 961 184211[ 40 000] 77 484 642 799 185297 465[ 3000] 561 636 45 703 20 70 804 930 35 82[ 1000] 186048 67 84 119 78 237 93 419 609[ 300] 785 805 12 49[ 300] 187102 15 543 600 797 854 188075 85[ 1000] 172 206 342 437[ 300] 675 189172 303 50 459 87 944 70 3190210 394 545[ 300] 62 629 800 30 54 191017 50 213 98 410 550 655 762 86 823 85 959[ 300] 192039 44 184 205 86 321 38 65 417 81 554 77 691 840 90[ 5000] 193175 265 70[ 300] 194432 65 528 923 65 195006 102 84[ 300] 297 337[ 500] 525 693 808 58 71 196148 79 232 76[ 500] 372 87 416 534 37 692 848 932 197001 89 218 22 341 54 587 94 692 723 863 84 918 34 198142 318 24 504 754 79 842 199540 718 913 35 87 9 249 69 402[ 300] 78 644 79 73200091 224 310 89 533 673 99 814 86 999 201032 76 348 76 405 7 32 53[ 1000] 545 54 723 895 202000 196 246 89 346 53 826 974 203102 381 452 504 40[ 3000] 53 96 762 71[ 300] 979 88 204243 442 510 84 651 819 969 86 205252 [ 300] 309 37 66 436 77 559 608 705 9 10[ 1000] 27 863 206374 513[ 1000] 54 844 51 987 207038 94 146 265 372 429 [ 500] 506 51 865 208028[ 300] 52 262 431 548 6507 798 952 209184 327 57 441[ 1000] 94 536 759 81 921 210047 81 144 371 412 516 600 23 48 768 81 937 211045 51 92 139 237 439 701 62 829 35 212404 540 62[ 10 000] 730 213037 191 403 96 510 665 879 214073 326 638 818 215069 299 399 569 731 44 811 81 216157 261 396 486 510 35 39 682 96 791.802 217172 481 776 84 848 89 974 218001 108 391 433 884 916 29 219262[ 300] 333 79[ 300] 495 593 643 80 858 80 961 85 220192 295 419 33 773 75 221003 17 214 23 351 422 662 [ 500] 710 98 951 89[ 300] 222021 100 23[ 3000] 91 615 59. 768 897 223281 302 40 71 555 722 803 78 903 224034 36 38 415 14 49[ 500] 66 577 649[ 3000] 722 70 805 82[ 300] 225001 134 394 97 478 535 86 888 500.000 Jm Gewinnrade verblieben: 1 Gewinn gu 500 000 M, 1 zu 200 000 Dr., 1 zu 50 000 R., 4 au 30 000 t., 10 au 15000 Mt., 28 zu 10000 Mt., 52 a 5000 R 724 zu 3000 2 780 au 1000 r., 901 au 500 WT. Berichtigungen In der Lifte vom 30. Oftober voraitians lies 179 179 mit 1000 und 179 227 mit 220 Mark, in der Liste 222 907 mit 1000 Mt. ftatt 222976. Plomben Vollkommen schmerzloses Zahnziehen 1 Mk. Theilzahlung wöchentl 1MK. 10.8iebung 4. Klaffe 203. Agl. Preuß.Lotterie. Ziebung vom 31. Oftober 1900, amittags. Nur bie Gewinne aber 290 Start find den betreffenden Nummern in Barenthese beigefügt ( Ohne Gewähr.) Sprechstunden von 9-7 Uhr. 1.50 MR. Reparaturen in 2 Stunden Umarbeitung schlecht sitz.Gebisse Zahnarzt Wolf. Leipziger Str.130 80[ 9000] 962[ 300] 109096 137 92[ 300] 261 502 705 19 45 813 928 110076 92[ 3000] 523[ 1000] 30 608 90 716 910 27 92[ 3000] 5 111157 401 583 959 112008 39 83 416 31 894 113007 275 372 501 99 637 898[ 500] 114026 408 547 674 905 11 22 115054 133 326 [ 300] 86 116198 396 892 977[ 300] 117096 127 36 74 83 303 53 428 597 637[ 3000] 727 803 940 118175 211 26 81[ 3000] 501 7 94 646 773[ 500] 854 927 44 119036 100 50[ 500] 55 70 206 17 379[ 1000] 483 707 35 103[ 500] 268 304 412 592 800 59 1628 723[ 1000] 44 63 2079 171 349 414 527 81 671 729 81 801 3084 148 221 512 715 30 804 20 4272 329 97[ 300] 423 618 33 762 5174 317 [ 300] 405 527 649 71 763 6128 41 620 753 93 813 16 63 7165 120007[ 300] 32 82 179 234 463 590 611 52 898 121493 407 667[ 300] 765 8112 84 347[ 1000] 565 637 9021 64 154 568 624 750 73 838 71 99 122110 223[ 3000] 52 344 71 550 [ 1000] 85 347[ 1000] 48[ 500] 415 532[ 300] 34 88 645 813 612 835 78[ 500] 93 912[ 1000] 123005 30 120[ 500] 301 460 10115 343 687[ 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