Nr. 259. Abonnements- Bedingungen: = Abonnements Prets pränumerando: Bierteljährl. 3,30 M., monatl. 1,10 mt., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. SonntagsNummer mir tauftrierter Sonntagss Beilage ,, Die Neue Welt" 10 Pfg. Poft Abonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Eingetragen in der Poft- Bettungs Preisliste für 1900 unter Br. 7971. Unter Kreuzband für Deutschland und Defterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Erscheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 17. Jahrg. Die Insertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Kolonel zetle oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewertschaftliche Bereinsund Bersammlungs- Anzeigen 20 fg. Bleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inferate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in ber@ rpedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Gonns und Fefttagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Ternsprecher: Rmt I, nr. 1508. Telegramm- Adresse: Borialdemokrat Berlin Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Fernsprecher: Amt I, Nr. 1508. Polizeiliches aus Panama. An der bürgerlichen Bresse ist eine Erscheinung zu bewundern, die man je nachdem als Pofierfähigkeit oder als strafwürdige Naivität auslegen kann. Vom Tauschprozeß bis zum Fall Bueck und dem nunmehr in aller Munde befindlichen Prozeß Sternberg machte sich bei jeder Schandwürdigkeit, in der ein preußischer Beamter vor der Oeffentlichkeit brillierte, ein überraschtes Staunen breit. Wie so etwas nur im preußischen Beamtentum möglich sei! Zwei find der Wege nämlich, auf denen Preußen- Deutschland zur Tugend und Größe emporgestrebt ist. Der eine ist aufgezeichnet in der lieblichen Hohenzollern- Legende, der andre beruht auf der noch niemals verlegten Integrität des Beamtentums. An dem Duft dieser beiden holden Märchenblüten berauscht sich namentlich die liberale Presse, wenn ihr im rauhen Werkeltagsgetriebe die Thatsachen einmal gar zu hart vor die Nase stoßen. Es hieße eine Geschichte der politischen Unterdrückungen schreiben, wollten wir die Legende von der Keuschheit des preußischen Beamten apparats zum Ueberfluß an dieser Stelle zerstören. Genug, wir registrieren einfach, daß auch die Enthüllungen im Prozeß Sternberg die Presse überrascht" haben. Eines der Blätter von der posierenden Sorte schreibt in faltenwerfender Pathetik: " Draußen, vor dem Justizpalaste in Moabit, steht ein erzenes Bildwerk: der Löwe, der die Schlange zertritt; aber drinnen im Schwurgerichtssaal hebt sich drohend ihr Haupt. Ihr Geifer träufelt fich nicht nur auf ein verdorbenes Kind hernieder, das verloren ist für jedes Gefühl von Scham und Sitte, nein er bespeit das Palladium, welches Preußens Größe und Ruhm gemacht hat in allen Zeiten: die Unbescholtenheit und die Ehre des preußischen Beamtenstands, ja selbst die Ehre der Armee. Der" Post" aber, die den empörenden Fall Bueck mit Seelencube zu rechtfertigen sich befloß, überläuft es in einer Betrachtung über den Fall Sternberg heiß und kalt: Dienstag, den 6. November 1900. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Fernsprecher: Amt I, Nr. 5121. an die Paragraphen des Gesezes halten könne. Heute sind die Die ohtönigsburg ist jene gewaltige, auf einer steilen, Organe der Polizei vollkommen durch das Gesetz oder vielmehr weithin die Gegend beherrschenden Vogesenhöhe gelegene Ruine, nach durch die Auslegung, die die Gerichte ihm geben, gedeckt, wenn sie, dem Heidelberger Schloß wohl eine der größten und schönsten Deutschum nur ein Beispiel zu erwähnen, die Arbeiter und deren Organi- lands, die der Nat des nahen unterelsässischen Kreisstädtchens fationen wenn nicht anders so durch die bekannte Handhabung des Schlettstadt Kaiser Wilhelm II. anläßlich seines Vogesen groben Unfug- Paragraphen drangfalieren.. besuchs im Sommer des Jahrs 1898 zum Geschenk gemacht Und ferner: Wer wil leugnen, daß auch die Person des ein- hat. Der Kaiser sprach damals, als er sich zur Annahme des ihm fachsten Schuhmanns, des einfachsten Gendarmen vor Gericht in gar angebotenen Geschents bereit erklärte, gleichzeitig die Absicht vielen Fällen eine ganz andre Bedeutung gewinnt als die des aus, die mächtige Feste in ihrer ganzen ursprünglichen Pracht und nicht uniformierten Beugen. Sollen wir die Beispiele einzeln auf Größe wieder erstehen zu laffen und erteilte gleich darauf zählen, wo die Aussage civilistischer Zeugen in ihrem Wert erheblich dem Berliner Architekten Bodo Ebhard den Auftrag, herabging, nachdem ein Schumann in einem Prozesse anders mit den Aufräumungs- und Wiederherstellungs- Arbeiten unausgesagt hatte, als diese? gefäumt zu beginnen. Gs gelang dem Künstler, aus alten Gewiß wird in folchen Fällen das beste Wissen des Schußmanns Plänen, Stizzen und Beichnungen das Bild des ursprünglichen Schloßebenso wenig anzuzweifeln gewesen sein, wie das beste Wissen der bans in allen seinen Teilen vollständig zu rekonstruieren, und feit andren Zengen, aber es sind auch Strafprozesse in unsrer Erinnerung. Anfang des vorigen Jahrs herrschte denn auf der Höhe auch eine; von der Beamte von einem vom Richter selbst als falsch anerkannten emfige Thätigkeit. Bahlreiche Arbeiter waren seither damit beZeugnis teine nachteiligen Folgen hatte. Der Gendarm Höppner schäftigt, die unteren Teile des seit mmmmehr bald 270 Jahren der in Nixdorf ist Gendarm geblieben, auch nachdem der Richter, der Zerstörung verfallenen Schlosses aus den tiefen Schuttmassen freis ihm in einem Beleidigungsprozeß den Eid abgenommen hatte, zulegen und die halbwegs erhaltenen Ueberreste des alten Prachtbaus offen den Eid dieses Gendarmen als falsch bezeichnet hatte, und für die Wiederherstellungsarbeiten zu retten. Tiefe, im Laufe der Zeit ebenfalls ist uns nichts von einer weiteren gerichtlichen Ahndung in völlig verschüttete Brunnenschächte wurden wieder ausgehoben und, als dem Düsseldorfer Fall vom 9. März vorigen Jahrs bekannt ge- sie ihren Zweck, das für die Bauarbeiter nötige Waffer zu liefern, worden, wo das Gericht dem Schwur von fünf Polizei- nicht zu entsprechen vermochten, Kilometer lange Wafferleitungen von beamten keinen Glauben zu schenken vermochte. den nächst erreichbaren Quellen bis zur Baustelle ausgeführt. Eben weiter ziehe man in Betracht, daß die Polizei auch im bürgerlichen ist man mit der Herstellung einer elektrischen Bergbahn beschäftigt, Erwerbsleben ein in manchen Dingen fast als schrankenlos em die die erforderlichen Baumaterialien, Steine, Holz. Kalt, Cement 2c. pfundenes Stück Macht besigt und daß diese Macht, wenn gewiß aus dem Thale nach der etwa 600 Meter höher gelegenen Burg auch oft mit Unrecht in den Augen des Geschäftsmanns noch befördern, sowie den täglichen Hin- und Rücktransport der zahlreichen größer erscheint, als sie thatsächlich ist. Die Polizei tann, Arbeiter besorgen soff. Die Arbeiten an der Ruine sind denn alles im Namen des Gesezes, einem Gastwirt das Leben auch schon so weit vorgeschritten, daß die frühere Trümmerstätte, zur Hölle machen, fie fann aber auch bei liberaler die noch vor kurzem das Bild des unaufhaltsamen Zerfalls bot, Anwendung ihrer Machtbefugnisse dem Manne das Dasein in jeder faum mehr zu erkennen ist und bereits deutlich ahnen läßt, wie geBeziehung erträglich gestalten. Die Polizeistunde, wie sie selbst waltig das Bautvert sein wird, das sich nach wenigen Jahren an in nächster Nähe Berlins socialdemokratischen Wirten gegenüber prat ihrer Stelle erheben soll. tiziert wird, erzählt ein Stückchen davon. Man sollte annehmen, daß Sternberg schon seit langer Zeit bei der Polizei in einem üblen Rufe gestanden hat, troydem aber Jedes Uebermaß von Macht wirkt auf ihre Träger verderblich unterhielt Herr v. Merscheidt- Hüllessem freundschaftliche Be zurück. ziehungen zu ihm, verkehrte als Gast in seinem Hause und bediente fich in Fällen finanzieller Bedürfnisse des Kredits, den Nun stelle man sich im Falle Sternberg die durch Zufall oder er bei Sternberg genoß. Man kann hierbei die Frage unerörtert Talent in Betracht gekommenen Beamten vor, soweit sie torrumpiert laffen, ob der Beamte oder die Privatperson diesen Kredit erscheinen. Der zwanzigfache Millionär fühlt, die Beamten können genoß. Geradezu unbegreiflich aber bleibt die Thatsache, daß eine ihn vielleicht verderben, sie können sein Geschick vielleicht günstig Hypothet von 18 000 Mart, die Sternberg seinem Freunde" ge- gestalten. Ihr spärliches Gehalt steht im umgekehrten Verhältnis währt hatte, erst gelöscht wurde, als er schon längst in Haft war nicht allein zu ihrer ausgedehnten Machtbefugnis, sondern auch zu Ein hiesiges Blatt meldet wenigstens, daß nach einer Angabe Stern den Kosten privater Aufwendungen, um die sie vielfach nicht bergs die Hypothet erst im Laufe dieses Jahrs gelöscht wurde und umhin können. Die Verlodung drängt sich in verführerischter Gestalt ein linksstehendes Blatt bemerkt dazu vielsagend: Gelöscht" heißt noch nicht zurückbezahlt": Man sieht, wie sich die Perspektive sofort an sie heran, zuweilen plump. zuweilen in der concilianten Form der erweitert. Weiterhin bekundete Sternberg: Herr v.& ille siem gelegentlichen Aushilfe. Eine geradezu heroische Sittlich verkehrt seit Jahren als Freund in meinem Hause. Als teit gehört dazu, unter solchen Umständen widerstehen zu solchem habe ich ihm stets gern aus der Verlegenheit tönnen! geholfen, wenn er petuniärer Hilfe bedurfte. echsel brauchte er mir deshalb nicht zu geben." Das alles haben die Untergebenen gewußt, und wenn wir auch, wie bereits bemerkt, ein abschließendes Urteil über die strafrechtliche Bedeutung all dieser Vorkommnisse nicht fällen, so bleibt es uns doch keinen Augenblick zweifelhaft, daß mit aller Energie die Reform der Kriminalpolizei in Angriff genommen werden muß. Gerade ungeheuerlich ist die Art des Verkehrs der einzelnen Beamtentategorien untereinander. Wie sich aus der Episode Stierstädter- Thiel ergab, besteht zwischen oben und unten eine Intimität, die jedes Subordinations verhältnis aufhebt und die Machtbefugnisse der Unterbeamten in einer wahrhaft beunruhigenden Weise erweitert. Ein Schutzmann wird ja geradezu ein Diktator, wenn ihn nur die Uniform, nicht aber seine Subordinationspflichten von dem Vorgesezten unterscheiden. Das sind durchaus unhaltbare Zustände. Mehr als der Prozeß Ledert- Lügow erweist diese Verhandlung die Unerläßlichkeit einer baldigen und gründ lichen Reform." Mehr als der Fall Leckert- Lützow- Tausch lehrt der Prozeß Sternberg und seine Begleitumstände, daß die bürgerliche Presse nicht sieht oder nicht sehen will. Dem unbefangenen Auge sollte nichts flarer sein als das, daß Erscheinungen, wie sie dieser Tage im Prozeß Sternberg aufgetaucht Oben ist man natürlich bestürzt. Man thut, was in solchen Fällen das bureaukratische Schema zu thun vorschreibt. Die amtliche Berliner Korreipondenz" meldet: " = Daß alle diese umfangreichen, durch die Lage der Burg sowohl wie die Eigenart des Baus in hohem Maße erschwerten Aufräunnungs- und Rekonstruktionsarbeiten zu ihrer völligen Durchführung hohe, sehr hohe Geldsummen erfordern müssen, das war von vornherein jedermann klar. Für ebenso selbstverständlich hielt man es aber auch, daß diese Kosten lediglich vont derzeitigen Befiger der Ruine, dem taiserlichen Geschenknehmer selbst, würden getragen werden. Darüber konnte um so weniger ein Zweifel bestehen, als nichts davon bekannt geworden ist, daß bei der Annahme des von der Gemeinde Schlettstadt angebotenen Geschents oder bei der Entscheidung der Frage, ob das Schloß in seinem derzeitigen Zustand als Ruine erhalten oder im früheren Umfang wieder hergestellt werden sollte, irgend eine staatliche Behörde oder Körperschaft um Es tann ihre Meinung befragt worden wäre. deshalb nicht wundernehmen, wenn jegt die Nachricht, daß zur Deckung des weitaus größeren Teils der Baukosten die Anforderung der erwähnten 150 000 M. als erste Rate läßt darauf schließen! das Reich herangezogen werden soll, allenthalben Gefühle der Ueberraschung und des Erstaunens hervorruft, die da und dort auch in der reichsländischen Presse zum Ausdruck gebracht werden. „ Die Vorkommnisse in dem jest schwebenden Sternbergschen Prozeß, insbesondere das Verhalten der beteiligten Kriminalbeamten, werden von den vorgesetzten Instanzen eingehend verfolgt. Das Polizeipräsidium hat, um volles Licht über die An- Wir sind ge: viß die letzten, die gegen die Erhaltung wertvoller gelegenheit zu verbreiten, den betreffenden Beamten unter Ent- Kunstdenkmäler aus vergangenen Zeitepochen irgend welche prinbindung von der Pflicht zur Anitsverschwiegenheit die Er- cipiellen Einwände vorzubringen hätten. Eine andre, und zwar die hier mächtigung zu uneingeschränkter Aussage erteilt. Ebenso nimmt in erster Linie zu entscheidende Frage aber ist die, in welcher Weise bei im Auftrage des Polizeipräsidenten der Chef der Kriminal- einem im Privatbesiz befindlichen Bauwerf, wie wir es in der abteilung, Regierungsrat Dieterici, mit Erlaubnis des Gerichts- Hohkönigsburg vor uns haben, die Stosten für eine solche Rekonstruktion hofs alt den Prozeßverhandlungen teil. Der Kriminal aufzubringen find. Die Art und Weise, wie jetzt die Regierung durch schußmann Stierstädter und der Kriminalkommissarius Thiel üben Inanspruchnahme von Reichsmitteln ohne jede vorgängige Be dienstliche Funktionen gegenwärtig nicht aus. Die zu ergreifenden fragung des Reichstags den Bau ausführen will, muß vom konstitutiodisciplinaren Maßregeln müssen, um dem Gange des gericht- nellen und verfassungsmäßigen Standpunkt aus entschieden den schärfsten lichen Verfahrens nicht vorzugreifen, einstweilen vorbehalten Protest herausfordern. Die Stadt Schlettstadt befand sich seit 1864 bleiben. Nach Klärung der Sachlage im gerichtlichen Verfahren im Besitze der damals um den Preis von 150 000 Fr. nebst den wird im Disciplinarwege fofort und ummachfichtlich eingeschritten umgebenden Waldungen erworbenen Ruine; von einem Zuschuß des werden, die erforderlichen Ermittelungen find sofort eingeleitet." Reichs zu den Kosten der Erhaltung und Zugänglichmachung der Das amtliche Blatt ist verständig genug, wenigstens das Burg hat aber bisher nicht das geringste verlautet, obwohl der Gemeinde Geschrei nach einer Reform der Kriminalpolizei zu sowohl wie der Allgemeinheit damit ein großer Dienst geleistet find, sich als natürliche Konsequenzen der Stellung er- ignorieren, das wie nach dem Tauschprozeß, so auch diesmal worden wäre. geben, welche die Polizei im Polizeistaat einnimmt. in der bürgerlichen Bresse erhoben wird. Eine Reform der Polizei Wenn jegt, nachdem die Ruine in faiserlichen Besitz überDer Schußmann ist in dem Lamento der" Post" ein Dittator würde, wenn sie wirksam sein sollte, auf eine bedeutsame Be- gegangen ist, plöglich das Reich zur Deckung der Kosten des Ausbaus genannt worden. Ja, ist er denn je dem Publikum gegenüber schränkung der Polizeiallmacht hinauslaufen müssen. herangezogen werden soll, so bedeutet das nichts andres, als daß das etwas andres gewesen? In zahlreichen Strafprozessen und darauf sollte die preußische Regierung sich einlaffen? Reich einen durch die Verfassung nicht vorgesehenen Zuschuß zu der haben bürgerliche Gerichte namentlich in neuerer Zeit immer und Da müßte sie ebenso naiv oder ebenso heuchlerisch sein wie die 15/2 Millionen jährlich betragenden Civilliste des Königs von Preußen immer wieder den Grundsatz aufgestellt, daß der Staatsbürger den bürgerliche Presse. leiften soll. Es kann unmöglich Aufgabe des Reichs und des ReichsAnordnungen des Schutzmanns auf jeden Fall Folge zu leisten Auch von der Polizei, die ein gewaltiges Organ der politischen tags sein, den Haushalt des Königs von Preußen durch derartige Gelder habe, selbst dann, wenn er und andre Leute der felsenfesten Meinung Macht ist, die über Menschen, Parteien, ja über Kunst und Wissen zu unterstützen. Wenn der König von Preußen einen ihm gehörigen Befit feien, daß der Schußmann sich im Unrecht befinde. Die Polizei hat schaft frei schaltet und waltet, gilt das Wort: Sie bleibt, was sie restaurieren lassen will, so muß er dies aus eigenen Mittel thun. Sonst vor einigen Wochen erst vom preußischen Kammergericht und ganz ist, oder sie wird nicht sein. Die Fäulnis haftet an der Institution fönnte schließlich auch der Reichstag noch um die Kostendeckung für neuerdings von der Straffammer in Hamburg das Recht bestätigt selbst! die faiserlichen Ankäufe von Gemälden, Bildwerken oder Möbeln erhalten, im einen Falle aus Verkehrsrücksichten, im andern herangezogen werden. aus den wunderlichen Gründen, die wir bergeblich zu erhellen gesucht haben, für den Arbeiter das diesem gesetzlich zustehende Recht des Streitposten stehens illusorisch zu machen. Das von Urbeginn schon ausgedehnte Berlin, den 5. November. Recht der preußisch deutschen Polizisten ist mit Hilfe der GesetzesReichszuschüsse zur Civilliste des Kaisers. auslegung, die die Gerichte beliebten, in demselben Maße aus- Ans Straßburg wird uns geschrieben: Die von der Tages: gedehnt worden, als die spärlichen Rechte, des Staatsbürgers, presse gebrachte Nachricht, daß im Ertra- Ordinarium des Etats des namentlich wenn er Proletarier war, verkümmerten. Zur Reichsamts des Jnnern für das Jahr 1901 die Summe von Zeit des weißen Schredens, am Beginn der fünfziger Jahre mußte 150 000 20. gefordert werde als erste Rate eines Reichs der Polizeipräsident v. Hindelden einen Mann, der sich über beitrags zu den Kosten des Ausbaus der Hob das Wirken seiner Untergebenen beklagte, mit der Verlegenheits- tönigsburg" hat hier zu Lande begreiflicherweise nicht geringes phrafe tommen, daß die Polizei sich doch nicht immer Erstaunen erregt. Politische Ueberlicht. a Senatsverordnung über Reichsrecht. Es liegt uns jetzt im Wortlaut die bereits telegraphisch stizzierte schriftliche Urteilsbegründung im Prozeß Moltenbuhr vor. Die Begründung, in der die Hamburger Straffammer die Rechtsgültigkeit der Lübecker Verordnung über das Streifpostenstehen zu erweisen fucht, stüßt sich wie bereits mitgeteilt, im wesentlichen auf zwei Argumente. Erstlich gehöre das Streit poſtenstehen nicht zum Koalitionsrecht, zweitens sei die Lübecker Verordnung auf alle Arbeiter anwendbar, auch die, welche führt zur ihr d i e Un nicht den Schutz der Gcwerbe-Ordnung genießen, folglich könne keine Rede davon sein, daß die Verordnung gegen den § 132 verstoße. In ersterer Hinsicht wird ausgeführt: „Die Verordnung setzt sich weder mit einem Reichsgesetz in Widerspruch, no�greift sie in ein Gebiet ein, welches die Reichs- gesctzgebnng für sich occupiert hat. Als solch letztere können nicht ongeseytzn iverden der 7. und 18. Abschnitt des Teils des Reichs- Strafgesctzbnchs. welche von den Verbrechen und Vergehen wider die öffentliche Ordnung und dann von Verbrechen und Vergehen wider die persönliche Freiheit handeln. DaS Partiknlarrecht kanil sonach, ohne hieran durch die Bestimmungen des fj 2 deS Ein- führungsgcsetzes zum Strafgesetzbuch vom 31. Mai 1870 gehindert zu sein, Strafbestimnmngen treffen, welchs den Schutz gegen An griffe auf die öffentliche Ordnung niid die persönliche Freiheit be zwecken. Vergl. Olshausen, Kommentar z. Str.-G.-B.. 4. Aufl., Bd. S. 490, Bd. II, S. 840. Urteil des R.-G. vom 12. März 1834 Enisch. Bd. XXV. S. 233. Diese beiden Rechtsgiiter zu schützen, ist ersichtlich die Tendenz und der Zweck der Verordnung. Es soll das Recht der freien Selbstbestimmung beim Nehmen von Arbeit gewahrt werden. Erfahrungsgemäß die AnSstellnng von Streikposten sehr häufig Ei n s ch ü ch te rn n g von Arbeitswilligen, Willensfreiheit wird beseitigt und selben werden wider ihren Willen zur thätigkeit gezwungen, auch wenn die Streik Posten nicht gerade Drohungen anwenden. Durch die AnSstellnng von Streikposten wird sodann häufig der Verkehr zwischen den Arbeitgebern und den Arbeitswilligen ab geschnitten, die gesperrten Arbeitsstätten werden förmlich belagert. ebenso Bahnhöfe und andre Vcrkehrsanlagen. Dadurch muß dann bei den in dem so wichtigen Recht der freien Bethätigung ihrer Arbeitskraft nicht geschützten Personen ein Zustand der Be> nnrnhigung entstehen, und andrerseits wird regelmäßig das Aus stellen von Streikposten niit seiner beabsichtigten und that sächlichen Wirkung der Belästigung und Einschüchterung eine Beeinträchtigung des jedermann zustehenden Rechts am ungestörte Benutzung von Straßen und sonstigen Verkehrsaiilagen zur Folge habe». In der schärfsten Weise wird die Verordnung jedoch an- gegriffen als ein Eingriff in die durch§ 1S2 der Geiverbel Ordnung gewährleistete Koalitionsfreiheit der Arbeiter. Jedoch zu Ilurecht. Wie in dem Urteil des III. Strafsenats deS Reichsgerichts vom 0. Oktober 1890, Entsch. Bd. XXI, S. 120, ausgeführt ist, geht die Bedeutung und Tragweite des cit. Paragraphen»ach Inhalt und EiitstehliiigSgeschichte nicht weiter, als diejenigen bei Erlaß der Eeivcrbe- Ordnung partikularrechtlicb, insbesondere nach der preußischen Gewerbe-Ordnung vom 17. Oktober 1845 bestcheiiden Verbote und Strafbestimmungen zu beseitigen uiid� für die Zukmift auszuschließen, welche gegen die im ß 152 bezeichiicten Verabredungen und Vereinigungen als solche bestanden. Völlig unberührt von der im§ 152 euthalteuen Koalitionsfreiheit bleibt aber die Frage, welche Mittel, von der Eingehung der Koalition selbst abgesehen, sonst die ver- einigten Arbeiter oder Arbeitgeber zur Er reich ii ng des im K 152 bezeichneten Zwecks anwenden können und dürfen, ohne sich strafbar zu machen. Sind diese Mittel nach anderweitigen Gesetzen verboten und ihre Anwendung strafbar, so trifft Verbot und Strafandrohung diejenigen, welche die Mittel anwendeten. Dies hat v. Buchka,„Deutsche Juristeuztg.' V. Jahrg. Nr. 14, S. 808 ff., übersehen und damit fallen seine Deduktionen. Wäre nun das Ausstellen von Streikposten not- wendig, um die im 8 152 bezeichneten Ver ein ig un gen herbeiführen z u können, dann würde ein verbotener Eingriff in die Koalitions- freiheit vorliegen, wenn das Aus st eilen von Streikposten verboten w ü r d e. Das erstere kann aber ernstlich nicht behauptet werden, also ist letzteres auch nicht der Fall. Als ein Eingriff in die Koalitionsfreiheit an sich kann auch nicht angesehen werden, daß die Verordnung verbietet, planmäßig zum Zivccke der Beobachtung oder Beciuflüssinig der Arbeiter einer Arbeitsstelle an einem ö f f e n t I i ch e n O r t e sich aufzuhalten. Aus dieser Bestimmung ist gefolgert worden, daß. wenn Arbeiter der in Z 152 der G.-O. genaniiten Art in einem öffentlichen Ver- iammlungslokal zusammcnkoinnien, um sich gegenseitig zu be- einflussen, sie gegen die Verordnung verstoßen. Der Ausdruck: „öffentlicher LA" ist wohl geeignet, Zweifel über-seine Bedeutung zu erregen, da nach der GcrichtspraxiS ein Versammlungslokal ivohl als ein solcher öffentlicher Ort angeschen werden könnte. Da aber das Verbot sich gegen das Streikpostenstchen richtet, Streikposten aber nicht in öffentlichen Versammlungslokalen aufgestellt werden, so ergiebt sich, daß unter der Bezeichnmig öffentliche Land- und Wasserstraßen, Wege, Plätze, sowie Bahnhöfe und sonstige öffent- liche Verkehrsanlagen zu verstehen sind. Nur an diesen Orten sollen keine Streikposten ausgestellt werden dürfen. Das Koalitious- recht an sich bleibt hiervon unberührt. Daß der Einzelne im Interesse der Gesamtheit Beschränkungen hinsichtlich des Orts und der Zeit der Vornahme der für seine Zwecke dienlichen Handlungen unterworfen wird, ist durchaus nickits Abnormes. Die Straßen- polizei-Verordnnngen enthalten hierfür eine Reihe von Beispielen, ebenso die Gesetze betreffend Vereins« und Versammlungsrecht." Es bedarf keiner weiteren Ausführungen, um die völlige Hinfälligkeit dieser Deduktionen klarzulegen, auch der Laie bemerkt leicht die völlige Verwirrung der Logik, die in diesen Schlußfolgerungen zu Tage tritt. Das Etreikpostenstehen gehört zur Materie des Koalitious- rechts; das ist in der Zuchthausvorlage anerkannt worden, indem sie diese Begleiterscheumng des Koalitionsrechts zu treffen suchte. Damit ist zugestanden, daß die Frage des , Streikpostenstehens der Reichs-Gesetzgebung unterliegt. Aller- ldings meint das Hamburger Gericht, die Strafandrohung für das Streikpostenstehen verstoße überhaupt nicht gegen den 152 der Gewerbe-Ordnung, weil dieser Paragraph nur jene ! Strafbestimmungen aufheben wollte, die vor der Schaffung 'sjfer Gewerbe-Ordnung gegen die Koalisionen als solche gestanden hätten. Tie Fsrage- welche Mittel des ;Koalitionsrcchts man künftig unter Strafe stellen wolle, jsei durch diese Aufhebung der früheren Strafbestimmungen !gar nicht berührt. Das Hamburger Gericht übersieht in !einem kaum glaublichen Irrtum, daß der negative§ 132 idurch den positiven§ 153 ergänzt wird, der diejenigen Mittel und Handlungen in der Ausübung des Koalitions- irechtS benennt, die künftig unter Strafe gestellt werden sollen. �Gestattet sind eben alle diejenigen Handlungen, welche der 133 nicht ausdrücklich für strafbar erklärt. Die Gewerbe- Ordnung hat also nicht nur frühere Strafbestimmungen auf- gehoben, sondern auch festgestellt, welche Handlungen künftig allein als strafbar gelten sollen. Wenn das Hamburger Gericht aber die Begründung der Zuchthausvorlage gegen den„Mißbrauch" des Koalitious- rechts wiederholt, wenn es über die freie Selbstbestimmung beim Arbeitnehmen philosophiert und im Streikpostenstehcn eine Beeinträchtignug dieser Freiheit erkennt, so giebt das Ge- richt damit im Widerspruch mit sich selbst zu, daß das Streik- postcnstehen ein Mittel des Koalitionsrechts sei, folglich � der Reichsgesetzgebung unterstehe. Gerade diese scharfmacherischen Argumentationen gegen das Koalitionsrecht überhaupt, die siin den Sätzen von der„Selbstbestimmung" liegen, zeigen, wie sehr das Gericht im Grunds davon überzeugt war, daß es sich um eine Frage des der Reichsgesctzgebung unterstehenden Koalitionsrechts resp. des die Materie der persönlichen Frei- heit regelnden Strafgefetzbuchs handle. Völlig unverständlich aber bleibt die andre Deduktion, die wie folgt lautet: „Die Sachlage ist weiterhin die, daß die Verordnung doch rechtsgültig wäre, auch wenn neben den Bestimmungen der Zß 152, 153 der Gewerbe-Ordnung kein Raum für landeSrecht- liche Normen wäre. In diesem Falle hätte der Richter eben auSzu- sprechen, daß die Verordnung keine Anwendung zu finden hätte auf die in A 152 genannten Personen und Ver- einig, ingcu. Die Verordnung bezieht sich aber nicht nur auf die in 8 152 genauutcn Personen, sondern auf die Arbeiter ganz aflgemcin; geschützt sollen werden die Arbeitswillige», ganz gleichgültig, ob es sich um eine Teilnahme an einer Verabredung im Sinne des 8 132, eine Befolgung einer solchen oder den Rücktritt von einer solchen handelt. Bezüglich der nicht unter 88 132 und 153 fallenden Kategorien kann nicht von einer Kollision der Verordnung mit der Gewerbe- Ordnung gesprochen werden, insoweit wäre die Verordnung jedenfalls mit dernReichsgesetz vereinbar und rechtsgültig." Nach dieser Rechtsanschauung könnten sich die Einzel- stallten nun ganz gut ein Gesetz leisten, das besagt: „Personen, die sich koalieren oder zur Koalition aufreizen werden mit Gefängnis bis zu zwei Jahren verurteilt." Er- klärte man dann das Gesetz für rechtsungültig, weil ja die Arbeiter durch die Neichgesetzgebung das Koalitionsrecht er- halten haben, so würde das Hamburger Gericht beweisen, daß es doch rechtsgültig — z. B. das Gesind sei; denn es gäbe ja Arbeiterkategorien — die das Koalitionsrecht nicht besitzen, für diese sei das Gesetz also zutreffend. Es ist leicht, mittels dieser erleuchteten Methode das ganze Reichsrecht schließlich durch Polizeiverfügungen aufzuheben. Gegenüber einer der- artigen Rechtsprechung wird ein Reichsgesetz zum Schutze des Koalitiousrechts zu einer unabweisbaren Notwendigkeil « Deutsches Reich. Der neue ReichSkauzler wird sich mit einer Jiideninitätsvorloge einführen, die dem Reichstag „anheimgiebt, für die Verausgabung aiißeretatSmäßiger Mittel Indemnität zu erteilen". Die bürgerlichen Parteien werden sich erst ein wenig sträuben sie werden manches auszusetzen baven an dem Khnkizng, sie werden die Nichteinberufiiiig des Reichstags kritisieren, über die Höhe der verlangten Mittel jammern— dann aber alle? bewilligen. Bisher hat sich keine einzige bürgerliche Partei dahin auS- gesprochen, daß sie gewillt sei. die Konsequenzen ans der Aus- ichalinug des Reichstags zu Gunsten eines sinnlosen Abenteuers zu zieben.' Die bürgerliche Charaktereutwicklung ist nicht mehr aufzw halten.—_ DaS Miqnelsche Gesetz zur veschrünkmtg der Areizllgigkeit soll, einem Montagsblatt zufolge, vom preußischen Staalsniüiislerium gebilligt und als eine der ersten Vorlagen dem preußischen Land tage zugeben. Herr Miauel will diesen Entwurf unter dem verschleiernden Titel eines„Wobnungsgesetzes" einführen. Die richtige Deklaration liebt der Herr Finanzmimsier nur in Steuersachen, nicht in der politischen Gesetzgebung.— Das agrarische Mißvergnügen über die Weltpolitik strönit wieder aus einem laugen Leitartikel der„Deutschen Tages zeitung". Dennoch machen sie die„gräßliche Chinapolitik" mit. wie sie die„greuliche„Flotte" bewilligt haben. Sie müssen eben Rück sichten nehmen, die steifnackigen Junker.— Ter große China-Pump wird bereits von der badisch> offiziösen„Südd. Korresp." in folgender Weise angekündigt: „Der Reichshansbalts- Etat für 1901 ist insoweit im Reichs- Schatzamt fertig gestellt, daß die Specialetats einzeln dem Bundes- rate zugehen. Wenngleich die Veröffentlichung dieser Specialetats keinerlei amtlichen Cbarakter trägt, so sind sie doch nicht wider- sprochen. man kann ihnen mithin die Richtigkeit nickt aberkennen. Es ergiebt sich, daß die eignen Einnahmen de? Reichs sowohl wie die den BmideSswaten zu überweisenden Einnahmen ganz erheb kick höher veranschlagt werden können als für das laufende Etats- jähr. Diese jedenfalls relativ günstige Finanzlage des Reichs hat diesmal um so größere Bedeutung, als sowohl die aus den laufenden Einnahmen wie auch die durch Anleiben zu deckenden Ausgaben erheblich gewachsen sind und daS Reich zweifelsohne vor einer großen Zlsinauzoperation steht. Die Kosten der Expedition nach China werden ja im wesentlichen durch eine Anleihe zu decken sein, welche jedenfalls den Betrag der in den letzte» Jahren begebenen Anleihen erheblich übersteigen dürfte." Also ein exorbitant großer China-Pump steht uns in Aussicht, trotz der 80 Millionen, die bereits in Amerika für den Trinmphzng Waldersees gepumpt worden sind! Seit 1888 ist die deutsche Reichsschuld bekanntlich von 750 Millionen ans 2300 Millionen gestiegen. Täuscht nicht alles, so wird die dritte Milliarde baldigst erreicht'sein.— Wie über Kaiserreden berichtet wird. In Hildesheim hatte man erst die Abficht gehabt, die Presse beim Kaiserempfang völlig anszuschließen. Dann aber wurde— so erzählt ein Braunschweiger Blatt—„nur einem der Hildesheimer Redactenre gestattet, im Rathause weilen zu dürfen, trotzdem Platz in Hülle und Fülle vor- Händen gewesen ist. Der einzige Auserwählte aber gab die Kaiser- rede nicht her und der Hofberichterstatter rückte erst recht nicht damit heraus. So stürzte denn, als die Majestäten das Rathaus verlassen, der „Salon der Zurückgewiesenen" ans ein Mitglied des Gesang- Vereins zu, das zugegen gewesen und erbat von dem die Kaiserrede, die der Mann, so gut er tonnte, auS dem Gedächtnis den Journa- listen erzählte, die in einem Winkel der dunklen Rathaushalle um den SangeSbrnder herumstanden und sich Notizen machten, wie die Feldwebel bei der Parole-Ausgabe. So kam die Kaiserrede zuerst in die Zeitungen." Diese Schmock-KIage wirkt rührend. Aber warum macht man sich denn so viel Mühe, wenn Herr LukaiinS keinen Wert mehr darauf zu legen scheu«, daß die kaiserlichen Reden schnell bekannl iverden!— Erst Unternehmer— dann Parteimann. In Dülken, dem industriereichsten Ort des Kreises Kempen, bat das Centrum bei den Stadtverordnetenwahlen auch Paradc-Arbeiter mit als Kandidaten aufgestellt. Der vorgeschlagene Arbeiter, selbstverständlich ein sehr strammer CentrumSmaim. welcher in der Webstuhlsabrik Tamar beschäftigt ist, nahm die Kandidatur unter der Bedingung an, daß sein Chef ihm keine Schwierigkeiten mache. Die Verweigerung dieser Erlaubnis sei ganz ausgeschloffen, denn Herr Tamar sei ein treuer Anhänger des Centrums, sagte der Vertreter des Wahlkreises im Reichstag, Herr Amtsgerichtsrat Fritzen. Letzterer hatte sich für die Arbeitcr- kandidatur sehr ins Zeug gelegt. Herr Tamar fühlte sich aber als Unternehmer und nicht als CentruinSmaun, er erklärte kategorisch:„Mein Arbeiter wird nicht Stadtverordneter!" Die CentrumSprcsse am Niederrhein schweigt den Vorfall voll- siändig tot. Die Wahlen zum württembergischen Landtag sind auf den S. Dezember festgesetzt worden.— Die rheinische TyPhuSepidemie hat wieder zwei Menschen- leben gefordert. In Aachen starb der Soldat Franz Jung. der sich als Krankenwärter bei der Pflege typhuSkranker Soldaten an- gesteckt hatte. Ferner starb in Sieglar der Reservist Christian Rüttgen, der kürzlich seine Dienstzeit bei dem 23. Infanterieregiment in Koblenz beendet hatte. Soweit das öffentlich bekannt ge- die bis worden ist, militärische siebzehn. z veenvet hatte. veläuft sich die Zahl der Todesfälle, Typhusepidemie zurückzuführen sind, aus jetzt DaS Resultat der Austand� Schweiz. eidgenössischen ge- diese auf am _______ Volksabstimmung Sonniag, den 4. November weist folgende Ziffern auf: Das Volks- begehren um Einführung des proportionalen Wahl- systems für die Wahl des Nationalrats wurde mit 242 004 gegen 103 548 Stimmen und llsis gegen IvVs Kantoiistimme» verworfen. — Das Volksbegehren um die Einführung der Wahl des Bundesrats durch das Volk erfuhr Ablehnung mit 264 037 gegen 134167 Stimmen und 14 gegen 3 Kantonstimmen. Frankreich. Französisch-russische Freundschaft. Präsident Loubet war am Sonnthg in L y o n eingetroffen, um der Enthüllung des dem Präsidenten Carnot dort errichteten Denkmals beizuwohnen. Bei dem Festmahl im Stadthause hielt Loubet eine Rede, die besonders Bemerkenswertes nicht enthielt. Vor Beginn seiner Rede, verlas der Präsident eine Depesche des russischen Zaren, welche lautet:„Die heutige Enthüllung des Denkmals Ihres erlauchten Vorgängers ruft mir die bedeutenden Verdienste in Erinnerung, welche der verstorbene Präsident Tarnot Frankreich erwiesen und seine kräftige Mitarbeit an dem großen, wesentlich auf Frieden zielenden Werke' der intimen Annäherung unsrer befreundeten und verbündeten Länder. Indem ich von ganzem Herzeii Glück wünsche, bitte ick, immer an meine Gefühle der aufrichtigen und unveränderlichen Freundschaft zu glauben. Nikolaus." Die Verlesung erregte ungeheuren Jubel. Loubet erklärte, Frankreich vernehme an dem heutigen Tage mit besonderer Dankbarkeit den Ausdruck der Freundschaft, den der Zar übermittele und er habe diesem Gefühle im Namen Frankreichs Ausdruck gegeben durch eine Antivortdepesche. Loubet wiederholte die vom Zaren gebrauchten Worte,„verbündete und befreundete Länder" und schloß ebenfalls mit der Versicherung'.aufrichtiger und unveränderlicher Freundschaft. Lyon, 4. November. Heute nachmittag stieg ein anscheinend geistesgestörter Mann auf die Stufen deS Denkmals Caniots und hielt eine Ansprache an die Menge. Dann zog er ein Rasiermesser aus der Tascke und schnitt sich die Kehle durch. Die Verwundung des Manns, eines 42jährigen Friseurs, ist tödlich.— Italien. Neapel, 5. November. Der Bürgermeister und die Mit- glieder des Stadtrats haben ihre Aemter niedergelegt. da der vom Deputierten von Neapel Casale gegen das socialiftische Blatt „Propaganda" angestrengter Verleumdungsprozeß für den Kläger ungünstig ausgegangen ist.„Amtlich" sind jedoch bisher keinerlei Unregelmäßigkeiten in der städtischen Ver. waltmig festgestellt. Spanien. Die Karltstenbewegung scheint doch größer« Dtmenfionen an« zunehmen, wenn auch dem von der Polizei bedienten Telegraph natürlich mit viel Mißtrauen zu begegnen»st. Hervorragende Kar- listen sind bereits des Lands verwiesen, überall finden HauS- suchungen und Verhaftungen statt. Nach den Behauptungen Don'Carlos hat dieser selbst gar nichts mit der Bewegimg zu thun, sie sei, wie er nach der„Gazetta die Benezia" in einer Unterredung erklärte, entgegen seinen Weisungen inS Leben gerufen. Wahrscheinlich handele es sich um ungeduldige gute Karlisten, die sich durch die traurige Lage Spaniens zu ihrem Vor- gehen haben hinreißen lassen. Er kenne die Namen der Anstifter nichtsi man könne nicht wissen, ob nicht geheime Anstifter da sind mit andrem Zielen, als die, die auf den Sieg des KarlismuS hinauslaufen. Auf jeden Fall handelten diese so nicht im Interesse der karlistischen Sache. Was ihn selbst betreffe, erklärte Don Carlos, so habe er/ ebenso wie er seine Rechte aufrechterhalte, auch die Pflicht, ein Vor«, gehen zu verhindern, das, anstatt seiner Sache zu nützen, nur dazu diene, ihrer Entwicklung zu schaden. Zum Beweis für seine Be- hauptungen wies Don Carlos darauf hin, daß in Navarra, Valencia, in Castilien und den biscayischen Provinzen, wo die meisten Karlisten seien, Ruhe herrsche.— Afrika. Ueber ein neueS Gefecht meldet Lord Roberts: General Paget griff am 1. November bei R u st e n b e r g eine Boeren- abteilung an, welche von Norden her dem Vaalfluß zustrebte, um zu Dewet zu stoßen. Der Feind wurde au« einer starken Stellung ver- drängt, aus einer andren Stellung durch einen Sturmangriff der Dcomanry in die Flucht getrieben. Verwundete Boeren, welche in Potchefstroom zurückgelaffen waren, teilten nach derselben Quelle dem General Barton mit, daß die Boeren in dem Gefecht am 28. Oktober 140 Mann an Toten, Verwundeten und Vermißten verloren hätten. Aus Kroonstad wird ferner berichtet: Es finden seit einiger Zeit heftige Regengüsse statt, welche die Operationen bedeutend er- schweren. Deivet befindet sich augenblicklich in Frankfort; seine Truppen bemächtigten sich in der Nähe dieser Stadt einer Herde von 800 Stück Rindvieh. In B l o e m f o n t e i n, der Hauptstadt des OranjefreistaatS, werden die Engländer eine Garnison von 7000 Mann dauernd belassen. Die zu diesem Zweck erforder- lichen Kasernen werden bereits gebaut. Ohm Krüger soll nach einer Nachricht auS Marseille am 14. November dort eintreffen. Sein Gesundheitszustand soll neuer« diugs zu Bedenken Anlaß geben.— Eine» unsrer ältesten aktiven Parteimitglieder, Gabriel Löwen st ein in Nürnberg, vollendet am 6. November sein 75. Lebensjahr. Auf ein Leben voller Arbeit für die Partei, aber auch auf zahlreiche Erfolge kann unser wackerer Freund, das älteste Mitglied der bayrischen Abgeordnetenkammer, zurückblicken. Er hatte das Weberhandwerk gelernt, war lange als Posamentierer thätig, nachdem er ein hübsches Stück Deutschlands als Handwerksbursche durchmessen hatte. Bus mancherlei Art mußte er mit seiner Hände Arbeit sein bescheidenes Brot verdienen. Schon früh be- teiligte er sich mit lebhaftestem Interesse an allen öffentlichen An- gelegenheiten, daS Jahr 1843 hatte ihn wohl zum ersten Male auf die Rednertribüne geführt. Erweckten auch alle politischen Angelegen« Helten sein Interesse, so war sein Eifer am größten in allen Fragen der Gemeindepolitik und wenn S galt, gegen Unrecht und Gesetzes- beugung anfzutreten. Lange bevor der Gedanke eine« Arbeiter- Sekretariats entstanden war. hat Löwenstein den Proletariern nicht mir von Fürth und Nürnberg als stets bereiter Rechtsbeistand gedient. Wenige Berufsjuristen hatten eine so genaue Gesetzes- kcnntnis wie unser Freund und einen so fem ausgebildeten uriftifchen Sinn; vielfach trat er dort, wo Laien als Rechts- beistände zugelassen werden, in selbstlosester Weise für geschädigte Arbeiter ein, dutzende Male hatte er vor dem obersten VerwaltungS- Gerichtshofe Bayern? plädiert und so manche Maßnahme einseitigen KlassenregimeiitS verhindert. Bis zum Jahre 1885 wirtte er in Fürth, in deren Gemeinde- kollegium er 1869 und in dessen Magisttat er 1872 eintrat. Seit 1885 in Nürnberg wirkend. hat er sich akS einer der gründlichsten und gefürchtetsten Kritiker der Nürnberger Stadtverwaltung und ihrer Finanzwirtschast bewährt; so manche vom freisinnigen Magistrat geplaine Mastrcgel unterblieb lediglich aus Furcht vor der Kritik Löwensteins. Sein furchtloses Borgehen hat ihm manche Verfolgung und. als er das 70. Lebensjahr längst übeo schritten hatte, noch Gefängnisstrafe eingetragen. Aus der demokratischen Partei hervorgegangen, Mitglied deS Fürther Arbeiter-Bildungsvereins Zukunft, hatte er am Nürnberger Wer» bandstag der Arbeiter-Bildungsvereine teilgenommen, dem er an der Seite August Bebels präsidierte. Bon da ab gehörte er mit Leib und Seele unsrer Partei an, stets den entschiedenen Stand- Punkt vertretend. Bekannt ist sein schroffes Austreten gegen S. Memminger, dessen Charakter er stüher durchschaut hatte, als die andren Parteigenossen. Auf dem Gothaer EinigungSkongrest trat Lömenstein mit Wärme für die Einigung ein, bei der Programm beratuug forderte er, daß die Partei den Namen„social-republiianisch' erhalte. Löwenstein kandidierte 1874in Fürth für den Reichstag, wo er gleich 2222 Stimmen erhalten hatte, 1877 war die Stimmenzahl ver- doppelt, es gab 4758 Stimmzettel mit seinem Namen, er hielt seine Kandidatur in diesem Wahlkreise so lange anstecht, bis Bebel in diesem Kreise aufgestellt wurde, nachher stellten ihn die Genosien von Hof in Bayern auf. Seitdem in der bayrischen Abgeordneten kammer Bertreter des arbeitenden Volks sitzen, gehört Löwenstein diesem Parlament an. Noch immer ist Löwenstein trotz der Last der Jahre stets auf dem Posten, wo es gilt, die Interessen der Partei zu vertreten. Mögen ihm noch lange Jahre vom Schicksal beschieden sein und mag ihm die Partei, von Erfolg zu Erfolg schreitend, noch viele Freude bereiten.— Die glänzenden Siege unsrer Parteigenosse» bei den Landtagswahlen in Gotha scheinen den Geschlagenen arg in die Glieder gefahren zu sein. Es ist bereits mitgeteilt' worden, dah für das Städtchen Ruhla eine Wiederholung der Urwahlen angeordnet werden soll, weil einige Wähler ihre Stimmzettel nicht selbst— geschrieben haben. Jedermann wird meinen, es käme doch nicht darauf an, wer den Zettel schreibt, sondern darauf, wer ihn a b a i e b t. Doch so einfach ist die Geschichte in Gotha in der That nicht. Es soll nach dem dortigen Wahlgesetz jeder Wähler seinen Zettel, den er erst im Wahllokal vom Wahlvorsteher bekommt, selber schreiben. Die das Gesetz seiner Zeit gemacht haben, wollten damit aber offenbar nur sagen, der Wähler könne nicht beanspruchen, daß ihm von der Behörde Stimmzettel geliefert werden, die schon mit den Namen der vorgeschlagenen Kandidaten versehen sind. Daß der Wähler die Hilfe eines andern zur Herstellung des Stimmzettels in Anspruch nehme, wollten sie sicher nicht verbieten; es steht nichts davon im Gesetz. Auf diesen feinen Ausweg verfiel man erst jetzt. Jetzt wird eine noch bessere Erfindung bekannt. In dem mit Ruhla zum gleichen Wahlkreise gehörigen' Orte Winterstein sollen gleichfalls neue Wahlen vorgenommen werden, weil zwei Stichivahl- berechtigte— im Wahllokale anwesend waren. Und diese zw« Frevler am Allerheiligsten gehören überdies der unterlegenen Ordnungspartei an und waren von ihren Parteifreunden ins Wahllokal' geholt worden. DaS ist doch gewiß der Gipfel der Gewissenhaftigkeit und wenn nach Ausmerzung dieser Mängel der siegreiche Socia'ldemokrat den- noch wieder gewählt sein wird, dann wird er mit Stolz sagen können, daß dank behördlicher Fürsorge kein Ständchen an seinem Mandat haste.— Parteipreffe. Die.Volksstimme' in Chemnitz wird ihr Monats� Abonnement vom 1. Januar an von 50 Pf. auf S0 Pf. erhöhen. Die Maßregel wird mit dem Hinweis auf die wesentlich gestiegenen Papierpreise begründet. Die Prrfffreiheit in Trient. Der.Popolo", unser Tricnter Bruderorgan, hat eine eigenartige Bilanz veröffentlicht, die Bilanz seiner Konfiskationen und Preßprozesse. Von den 170 bisher erschie neuen Nummern hat der Staatsanwalt nicht weniger als 80 mit Be schlag belegt. Also jeden fünften, sechsien Tag eine Konfiskation! Ucbrigens istderTrientcrStaatsanwaltkcinPcdanüerläßtden„Popolo' oft 14 Tage ungeschoren, dafür konfisciert er ihn dann au einem Tage zweimal, so daß die Stcstislik wieder in Ordnung kommt. Prozesse schemt der Herr Staatsanwalt nicht so zu lieben wie Konfiskationen. Trotzdem der„Popolo' schon über sechs Monate besteht, hat ihm sein StaatSanwali kaum 16 Prozesie angehängt. Aber trotz dieser bedenklichen Saumseligkeit wird man dem Herrn zugestehen müssen, daß er da? Ideal eines Staatsanwalts ist. so weit eben ein Mensch ein Ideal sei» kann. Politrilichrs. Gerichtliches usw. — In eigentümlicher Weise beteiligte sich kürzlich in Prenzlau in einer Versammlung der überwachende Beamte an der Diskussion. Der Genosse Dr. Borchardt sprach zu den Stadtverordnetenwahlen. Während B. das Schlußwort sprach, wollte der iibelwacheiide Beamte «Feierabend gebieten'. Darüber geriet man in Differenzen mit ihm und als er schließlich sagte, er«löse die Versammlung auf', erhob Borchardt noch einige Einwendungen dagegen. Darauf sagte der Beamte, wie wir der«Brandenburger Zeilung' enmehmen:«D a sind Sie zu dumm zu, das verstehen Sie nicht, überhaupt, Iva? Sie gesprochen haben, i st Unsinn und Quatsch." Borchardt wird hoffentlich dafür sorgen, daß der Beamte über seine Aufgaben als Ueberwachender genügend aufgekärt wird. Meineidsprozeß Maßlos in Könitz. In der Verhandlung vom Montag bekundete zunächst Seminarist P l a t h, daß Ernst Winter, als er mit ihm im Sommer 1890 am Lewyschen Hause vorübergegangen sei, Moritz Lewy gegrüßt habe. Zuletzt habe er Winter am 11. März, nachmittags 2 Uhr, mit zwei jungen Leuten gesehen. Moritz Lewy bleibt auch dieser AuSjage gegenüber dabei, daß er sich nicht entsinnen könne, Winter gekannt zu haben. Am Vormittag wohnte Reichstags-Abgeordneter Liebermann v. S o n n e n b e r g der Verhandlung als Zuschauer bei. Ein Geschworener führt aus: Ich habe gehört, daß ein Berichterstatter von der Familie des Ermordeten ejn Taschentuch E r n st Winters gefordert und auch erhalten hat. Das Taschen- tuch befindet sich im Verkehr. Da befürchtet wird, daß Unfug mit dem Taschentuch getrieben werden könnte, so beantrage ich: das Taschentuch einzuziehen.— Präsident: Wer ist der Bericht- erstatter?— Geschworener: Der Berichterstatter Lurch.— Erster Staatsanwalt Settegast: Im Asservat sind mehrere Taschentücher des Ermordeten.— Berichterstatter Lurch: Ich habe das Taschentuch nicht hier; ich werde es aber sofort holen.— Präsident: Die Familie Winter kann andre Taschen- tücher des Erniordeten den Berichterstattern geben, und wir können dagegen ebenso wenig etwas machen, wie dagegen, daß Leute, die der Verhandlung als Zuhörer beigewohnt haben, draußen mit den Zeugen sprechen.— Der nächste Zeuge, Barbier Döring, sagt aus:' Ich wohne gegenüber dem Lewy- scheu Hause. Am 11. März habe ich nichts Auffälliges bemerkt. Außer dem geschäftlichen war bei Lewy wenig Verkehr. Ich habe aber am 11. März mittags zwei Fremde gesehen, die mit Kohn nach Könitz gekommen waren und von denen einer bestimmt ein Jude war.— Präs.: Ist das so ausfallend?— Zeuge: Nein.! Aber auffallend ist, daß da? gerade am 11. März war.— Präs.:' ES sind doch auch an andren Sonntagen fremde Juden nach Könitz! gekomnien?— Zeuge: Allerdings.— Zeuge Malermeister Schönberg: Ich habe am 10. oder 11. März eine große Anzahl fremder Juden in der Bahnhosstraße getroffen, so daß ich förmlich erschrak. Die Juden gingen gruppenweise. Ick, habe sie auf 11 bis 13 Per- fönen geschätzt. Ich glaube eher, daß es am Sonnabend vor dem> Morde deS mittag» gewesen ist. Me waren sehr fein gekleidet. Sie sind alle in das Haus zu Leß gegangen. Ich sagte mir: alle diese fremden Juden sehen so eigentümlich aus; sie müssen bei den Juden eine besondere Rolle spielen. Ich glaube, daß bei Leß silberne Hochzeit oder eine sonstige Festlichkeit war.— Präsident: Was ist Letz?— g e u g e: Rentier, der Sohn ist Spediteur.— Er st er Staatsanwalt: Ich beantrage, die Familie Leß zu laden.— Verteidiger Rechtsanwalt Hunrath: Ich beantrage, die Bahnsteigschaffner zu laden. Dieselben sollen be künden, daß am 11. März viel stemde Juden hier ankamen. Erster Staatsanwalt Settegast: Zeuge, Sie sind hier von A d o l f L e w h verklagt worden, weil Sie ihm„Mörder' nach gerufen haben?—Zeuge: Nein.— E r st e r Staatsanwalt: Haben Sie ihm das Wort„Mörder' nachgerufen?— Zeuge Schöneberg: Das ist mir nicht erinnerlich.— Adolf Lewy Er hat„Mörder" nachgerufen. Ich habe keine Zeugen und konnte deshalb nicht verklagen.— Zeuge Tischler B a l k o w: Ich habe auch viele Juden zu L e ß gehen sehen. Ich habe nichts Auffälliges darin gefunden. Den Tag, an welchem das war, weiß ich nicht genau — Zeugin Arbeiterfrau Molkenthin: Ich habe vor dem 11. März neben dem Juden B e r g e r eines Morgens den Synagogen- diener NZo s s e ck und den Kantor H e y m a n n gesehen. Ich weiß aber nicht genau, ob sie zu B e r g e r gingen. Damals hat man die Leichenteile erst nicht gefunden. Frau B e r g e r sah ich mit mehreren jüdischen Frauen, darunter Frau Kantor H e y m a n n. Ich Iveitz nicht, ob die andren Jüdinnen fremde waren. Ich habe das der Polizei mitgeteilt. Frau B e r g e r ist aber nicht gekommen. Sie ließ sagen, sie sei krank. Aber nicht, woher.— Erster Staatsanwalt: Ich bemerke, daß bei Berger eine ergebnis- lose Haussuchung stattgefunden hat.— KnminalkommissariuS Wehn- Berlin: Wir haben alle Räumlichkeiten B e r g e r S vom Keller bis zum Boden aufs genaueste untersucht, ohne etwas Ver- dächtiges zu finden.— Es wird hierauf die 73 jährige, taube Witwe Schiller vernommen. Dieselbe bekundet: Am 13. März, des morgens 0 Uhr, hat mir A l e x P r i n z, der der „dumme Alex" genannt wird, gesagt:«Der Kantor aus Schlochau, Kantor Hey- mann aus Könitz und ein dritter Kantor haben den Gymnasiasten Winter geschlachtet. Es war ein Schnitt." Ich sagte:«Alex, das find doch Männerl Wie ist das möglich? Wo ist das denn geschehen?" Er antwortete mir:«Im Lewy schen Keller." Ich sagte:„Er hat doch kein Geld gehabt?" Darauf sagte Alex: „Aber viel Blut. DaS Blut ist sehr teuer; es kostet viele hundert- tausend Thaler. Es wird verschickt." Ich sagte:«Dann sind dort aber doch Blntspuren?' Er erwiderte:«Alles ist wieder gut Gunter gemacht worden." Am 15. oder 16. April sagte Alex zu mir: Jsraelski ist verhaftet worden. weil er den Kopf Winters fortgetragen hat. Er wird aber nichts ein- gestehen, und wenn er 10 Jahre Gefängnis bekommt.— Die Zeugin Witwe Schiller bekundet weiter: Im Juni hat Alex nur einen Zettel gebracht und gesagt:.36 Gebrüder". Ich habe alsdann die Sache angezeigt.— Präsident Landgerichtsdirektor Schwedo witz: Wie haben Sie angezeigt?— Zeugin: Bei Fleischer Hoff mann war ein Herr, der mich vernahm. Präs.: Weshalb haben Sie das denn nicht der Polizei ober der Staatsanwaltschaft angezeigt?— Zeugin: Ich glaubte, das würde schon genügen. Ich wurde auch von Herrn B ruh n ver- uommen. Mir war es, als wenn erst die alte und dann die junge Frau P e ß g e am 13. März zugegen waren.— Präsident: Wie alt ist Frau Peßge?— Zeugin: 87 Jahre. Diese erzählte: Alex sei in der Synagoge von den Jude» durch- geprügelt und fast totgeschlagen worden.— Oberstaatsanwalt Dr. L a u tz: Wa» haben Sie sich unter den«86 Gebrüdern" ge- dacht?— Zeugin: Nichts.— Präs.: Hat denn Alex 36 Brüder?— Zeugin: DaS weiß ich nicht.— Präs.: Haben Sie sich den Zettel angesehen, ob 36 Namen darauf standen?— Z e n g i n: Nein. Wenn es dunkel ist, kann ich nichts sehen.— Präs.: Alex ist schwachsinnig?— Zeugin: Jawohl. Er ist aber nicht so dumm, wie er aussieht. Er handelt, schreibt und rechnet.— O b e r st a a t s a n w a l t: Sieht er denn sehr dumm aus?— Zeugin: Ja, ist aber nicht so dunim, wie er aussieht.— Erster Staatsanwalt Settegast: Alex hat Ihnen früher Wasser geholt; weshalb holt er das Wasser jetzt nicht mehr?— Zeugin: Alex' Mutter hat eS nicht mehr erlaubt, weil er mir vom Morde erzählt hat.— r ä f.: Wann haben Sie das bei Hoffmann angezeigt?— Zeugin: Im Juni.— Präs.: Warum nicht früher?— Zeugin: Weil ich glaubte, es seien schon genug Zeugen.— Präs.: Seit wann holt Ihnen Alex kein Wasser mehr?— Zeugin: Seit Juni.— Zeugin Frau W e t t i n aus Tuchel: Ich sah am 11. März Kantor H a l l e r nach Könitz fahren. Ich weiß aber nicht genau, ob es nickt ein andrer Sonntag war. Alsdann wird A l e x a» d e r P r i n z. genannt der„dumme Alex" vernommen. Es ist dies ein 23jähriger, idiotenhaft aus- sehender junger Mann. Der Oberstaatsanwalt D r. L a u tz be- antragt auf Grund des§ 56 der Strafprozeßordnung den Zeugen »»eidlich z» vernehmen. Nach längerem Befragen sagt Alex Prinz hierauf aus: Ich habe Frau Schiller am 12. März abepds erzählt: Kantor H e h m a n n und Lewy haben Winter ermordet.— P r ä s i- dent: Wie kanien Sie dazu, dies zu sagen?— Zeuge: Ich ivar im Joleniewsky schen Lokale. Da haben mir junge Leute v i e l S ch n a p s zutrinken gegeben. Als ich angetrunken war, haben sie nur gesagt: ich soll sagen, daß Heymann und Lewy den Mord begangen haben.— Präsident: Haben Sie Prügel bekommen, tveil Sie dies gesagt haben?— Alex r i u z: Stein.— Frau Schiller hält hiernach Prinz gegen- über ihre Bekundungen mit großer Entschiedenheit aufrecht.— Alex Prinz lacht dazu idiotenhaft und schüttelt mit dem Kopfe. Geschworner Oberlehrer Meyer: Wurden Sie vom Rabbiner, vom Kantor oder vom Syuagogendiener zur Hilfeleistung in der ynagoge herangezogen?— Prinz lacht idiotenhaft und schüttelt mit dem Kopfe. Der Zeuge Knpferschmiedemeister B l e y e r sagt hierauf aus: Prinz erzählte mir: er sei bei Joleniewsky besoffen gemacht worden, damit er aus- 'agen solle: H e y m a n n und Lewy hätten Winter geschlachtet.— Sachverständiger Kreisphysikns Sanitätsrat Dr. M ü l l e r- Könitz: Prinz war einmal wegen Diebstahls an- teklagt. Er ist aber freigesprochen worden, da ich ihn für schwach- innig erklärt habe. Bis heute hat sich sein Geisteszustand wesentlich gebessert.— Alex Prinz, nochmals vor- gerufen, erklärt: Frau Schiller hat mir Karten gelegt und gesagt: In den Karlen steht, daß ich viele tausend' Mark Belohnung bekommen werde. Ich müsse aber sagen, auch wenn ich nichts weiß. Nach längerer Beratung beschließt der Gerichtshof: den Zeugen Prinz nicht zu vereidigen, da derselbe wegen mangelnder Ver- tandesreife die Bedeutung des Eids nicht kennt.— Geschworner Oberlehrer Meyer: Die Geschwornen beantragen: Die Frauen e t t k e und Sänger, die bei der Unterredung der Frau chiller mit Alex Prinz zugegen waren, zu laden.— Der GenchtShof beschließt demgemäß. Der Zeuge Gerichts- Sekretär Ri ch ard i, der von der Ver- eid'gung vorgeschlagen worden war. um über die Reise des lanlors H a l l e r von Tuchel nach Könitz auszusagen, vermag bei einer heufigen Vernehmung nichts zu bekunden.— E r st e r Staatsanwalt: Ich habe soeben folgenden Brief aus Königs- berg erhalten:„Ich habe Winter ermordet. Kaufmann Fleischer kann's bezeugen. Isidor Lachmann."— Ober-Staats- a n w a l t: Dann haben wir ja den Mörder.(Heiterkeit.) Hierauf tritt bis 3V, Uhr die Mittagspause ein. Nach Eröffnung der NachmittagS-Sitzung durch den Vorsitzenden Landgerichts-Direktor Schwedowitz wird die 87 jährige Witwe Fettte als Zeugin aufgerufen. Dieselbe bekundet: Als ich am 13. März, vormittngS zwischen S und 10 Uhr zur Frau Schiller kam. war AJIexander Prinz schon in der Stube. Er erzählte von dem Morde sund daß der Kopf des Ermordeten schon gefunden worden sei.— Präsident: Der Kopf ist erst später ge- funden worden.— Zeugin: Er hat aber erzählt, daß der Kopf mit einem Schnitt abgeschnitten worden sei.— Präs.: Sie wußten damals schon, daß Winter tot war?— Zeugin: Ja, das wußte ich schon.— P r ä s.:'.LI I e x hat da? wohl öfter erzählt?— Zeugin: Ja, sehr oft.— Zeugin Frau Schiller: Nein, als Alex erzählte, daß der Schlochauer Jude Winter den Hals abgeschnitten habe, wußte ich noch nicht, daß Winter tot war.— Präs.: Frau Fettke, Sie sagten, daß Sie wußten, daß Winter schon tot war?— Zeugin Fettke: Genau weiß ich das nicht mebr. Mein Gedächtnis ist nicht mehr gut. Es kann auch sein, daß ich das nicht wußte.— Präsident: Jedenfalls hat Alex das oft erzählt?— Frau Fettke: Sehr oft.— Zeugin Frau Sänger: Am 13. März, vormittags � zwischen 0 und 10 Uhr, hat Alexander Prinz erzählt in meiner Gegenwart:«Der Kautor aus Schlochau, der Kantor aus Könitz und der Kantor aus Elbing haben Winter im Lewyschen Keller den Hals abgeschnitten." Ich habe der Sache damals keine Be- deutung beigelegt.— Präsident: Wissen Sie genau, daß der Mord damals noch nicht bekannt war?— Zeugin: Jawohl.— Geschworner Oberlehrer Meyer: Ich ersuche, dem Zeugen Prinz wiederholt die Frage vorzulegen: ob er vom Rabbiner beim Gang zur Synagoge zu Hilfeleistungen herangezogen wurde? — Erster Staatsanwalt Settegast: Wenn darauf Gewicht gelegt wird, kann man den Rabbiner ja. laden.— Geschworner Oberlehrer Meyer: Wir wollen wissen, ob der Rabbiner Prinz für so geistesschwach hält, daß er denselben nicht zu Hilfe- leistungen heranzieht. Eventuell kann Herr Böttcher Auskunft geben.— Präs.: Nun, Alex, haben Sie dem Rabbiner einmal etwas in die Synagoge getragen?— Alex Prinz: Ich habe dem früheren Rabbiner Palmbaum etwas in die Synagoge getragen.— Ein Geschworner: Ich beantrage, den Zeugen zu fragen, ob es wahr ist. daß er in der Synagoge geprügelt wurde.— Präs.: Nun, Alex, haben Sie in der Synagoge Prügel bekommm?— Alex Prinz: Ja.— Präs.: Von wem denn?— Alex Prinz: Von Glaser StudzinSky.— Präs.: Weshalb?— Zeuge: Weil ich vom Mord erzählt habe.— Präs.: Weil Sie gesagt haben, W i n t e r sei im L e w y schen Keller von drei jüdischen Kantoren geschlachtet worden?— Alex Prinz(lächelnd): Ja.— Präs.: Sie sagen, Sie waren betrunken?— Alex Prinz: Ja. — Präs.: Wer war dabei, als Sie die Geschichte vom Morde der Frau Schiller erzählten?— Alex Prinz: Meine Mutter.— Präs.: Waren die Frauen Fettke, Menner und Sänger auch dabei?— Alex: Weiß ich nicht.— P r ä s.: Hat Ihre Mutter Sie auch geschlagen, weil Sie vom Morde erzählten?— Alex P r i n z: Ja. Die hierauf vernommene Witwe Prinz, die Mutter des AI ex rinz bekundet: Als die Leichenteile am 13. März gefunden wurden, bin ich krank gewesen und habe erst 14 Tage später vom Morde erfahren, Ich weiß aber genau, daß A l e x am 13. März erst abends fortgegangen ist.— Präsident: Haben Sie Alex ein- mal geschlagen?— Zeugin: Ja. als ich hörte, daß Frau Schiller Alex'Karten gelegt und ihm gesagt hatte: es stehe in den Karten, er solle sagen, wer der Mörder sei, auch wenn er es nicht wisse, dann werde er Geld bekommen. Da habe ich meinem Sohne eine Ohrfeige gegeben und gesagt:„Du weißt doch nichts; was hast Du zu sagen."— r ä s i d e u t: Frau Schiller, legen Sie Karten?— Frau Schiller: Frau Prinz bat mich, ich solle ihr Karten legen. Ich sagte:«Das ist Unsinn." Frau Prinz bemerkte:«Es ist doch was dran. Ich möchte wissen, ob ich von meinem Sohn einen Brief bekomme." Ich legte und deutete, daß sie Geld und Brief bekommen würde. Sie hat auch beides bekommen. Ich hatte das aber bloß aus Ulk gesagt.— Die nächsten Zeugen, Rentier Leß und Kaufmann Leß bekunden übereinstimmend, daß sie im März keinen größeren Besuch bekommen hätten. 3. Februar oder 6. März. Zeuge Kürschner Lewe»(Schwetzj: Ich bin am 6. Februar in mit mehreren andern gewesen, aber am 5. März nicht.— Oberstaalsanwalt Dr. Lautz: Ist Ihnen die officielle Verlobungs- anzeige zugegangen, daß am 13. Februar die Verlobung sei?— Zeug e: Jawohl. Am 5. Februar haben wir das Verlöbnis be- sprachen.— Zeuge Fleischer S tu dins ky(Czersk): Ich weiß genan, daß ich am 5. Februar in Könitz war. Ich bin mit mehreren andern im Hotelomnibus von Prides Hotel in die Stadt gefahren und zu N o s s e ck gegangen. Am 6. März kann ich nicht hier gewesen sein, da am 6. März Jahrmarkt in Czersk war.— Zeuge Telegraphist r e n n e k a m p: Ich habe die Juden am 6. März gesehen. Lewin kenne ich nicht. Studinsky glaube ich. gesehen zu haben.— Kutscher e g l a u, der den Omnibus des P r i e b e schen Hotels gefahren Ich behaupte auch, daß das am 6. März war. die Juden kurz vor dem Winterschen Morde Lewin kenne ich nickt. Studinsky aber Studinsky: Ich bin in diesem Jahre in dieser Sache in Könitz gewesen und jedes einzelnen Tags zu erinnern. Der hat, bekundet: Jedenfalls sind hier gewesen. ehr genau.— vielfach als Zeuge weiß mich ganz genau Ortsvorsteher in Mockrau und ein Schuhmachermeister in Czersk können genau bekunden, daß ick am 6. März in Czersk gewesen bin. — Oberstaatsanwalt: Für mich ist die Sache geklärt. Wenn aber Gewicht darauf gelegt wird, so bin ich in der Lage, Beweise zu erheben darüber.— Verteidiger Rechtsanwalt H u n r a t h: Die Ver- teidigung geht von der Ansicht aus, daß am 6. Februar und 6. März zwei ganz verschiedene Vorkommnisse geweien sind.— Oberstaatsanwalt Dr. Lautz: Ich wiederhole, daß ich nicht das ge- ringste Gewicht darauf lege, ob das am 5. Februar oder 6. März war. Wenn ivir beweisen, daß es nicht am 6. März war, dann könnte» Zeugen kommen und sagen:„Aber am 3. März sind Juden hier augekommen". Dann müßte man wieder hierüber Beweis er- heben. Da aber die Verteidigung Gewicht darauf legt, so will ich den Anträgen auf Zeugenladung über diesen Punkt nicht wider- sprechen. Verteidiger Rechtsanwalt Dr. Vogel: Die Verteidigung be- hauptet, daß am 6. März eine Anzahl Juden nach Könitz gekommen und vom Tempeldieucr N o s s e k empfangen worden sind. Ich be- antrage außerdem den Fahrplan vorzulegen, aus dem hervorgeht, daß nach beendetem Jahrmarkt die Juden nach Könitz fahren konnten. Der Gerichtshof beschließt dementsprechend. Zeuge Handlungsgehilfe Emil P u p p e l: Ich bin am 11. März, nachss llVa Uhr, aus Tuchel gekommen. Gegen 12 Uhr bin ich mit einem Kollegen durch die Mauerstraße gegangen; die Straße war hell erleuchtet. Ich bin, wie gesagt, mit einem Kollegen gegangen. Wir haben aber keinen Menschen ge- sehen.— Präsident: Wenn ein Mensch da gelegen oder gestanden hätte, hätten Sie ihn sehen müssen?— Zeuge: Ganz bestimmt.— Präsident: Haben Sie im L e v y schen Keller Lichtschimmer oder etwas Verdächtiges bemerkt?— Zeuge: Nein. — Präsident: Nun. Maßlos, was sagen Sie dazu?— An- geklagter Maßlos: Ich habe den jungen Mann nicht gesehen.— Präs.: Aber der Zeuge sagt, er hätte Sie in der engen Straße sehen müssen?— Maßlos: Dazu kann ich nichts sagen.— Präs.: Behaupten Sie. daß der Zeuge die Unwahrheit gesagt hat? — Maßlos: Ja.— Alsdann wird der Berichterstatter Max Wienecke-Berlin vernommen. Er führt aus: Ich bin hier längere Zeit Berichterstatter für Berliner Blätter gewesen. Bruhn hat mich beim Verhör Maßlofs in Kuhns Hotel hiuzr'igezogen. Direktor Aschke war auch dabei. Das Zimnier war zugeschlossen. Es machte auf niich den Eindruck, daß Maßlos die Unwahrheit sagte. Als Bruhn Maßlos fragte:«In tvelcher Sprache tvurde im Keller gesprochen?" da antwortete Maßlos:„Hebräisch." Auch andre Umstände brachten mich zu der Ueberzeugnng, daß Maßlos die Unwahrheit sagte. Auch Bruhn sagte, daß Maßlos unglaubwürdig sei. Später haben wir mit Maßlos in der Mauersiraße Versuche angestellt. Da erschien es erst recht unwahrscheinlich.— Zeuge Verleger der„Staatsbürger-Zeiwng" Wilhelm Bruhn: Ich muß bemerken, daß W i e n e ck e zu Maßlos gesagt hat:„Das war wohl eine fremde Sprache?" Als Maßlos bejahte,, hatte ich die Ausfassung, daß es Hebräisch war. Ich bestreite, daß ich Maßlos als unglaubwürdig bezeichnete und daß die Zimmerthür verschlossen war.— Verteidiger Rechtsanwalt H u n r a t h: Herr W i e n e ck e, für welche Zeitungen haben Sie geschrieben?— Wienecke: Für welche?' Für philo- semitische und antisemitische. Ich gab eine unparteiische Korrespondenz heraus.— Verteidiger Rechtsanwalt H u n r a t h: Es wäre doch erwünscht, einige Zeitungen zu erfahren? — Zeuge: Unter andren für die„Kölnische Vollszeitung", die „Danziger Neueste Nachrichten" und das„Leipziger Tageblatt".— Verteidiger Rechtsnnwalt H u n r a t h: Der Umstand, daß Maßlos gesagt hat: es sei hebräisch gesprochen worden, hat Sie zu der Ueberzeugung gebracht, daß er unglaubwürdig sei?— Zeuge: Auch noch verschiedene andere Umstände. Es wurde Frau Maßlos gerufen und dieser gesagt:„Ihr Mann hat Fleisch gestohlen." Frau Maßlos wußte zunächst nicht, daß ihr Mann Fleisch nach Hause gebracht hatte. Als sie„sich schließlich erinnerte, wußte sie nicht, was für Fleisch. Das kam inir eigentümlich vor, da es doch ein großes Stück Fleisch lvar. Ich hatte den Eindruck, wenn der Frau gesagt worden wäre:„Ihr Mann hat Stiefel gestohlen". dann hätte sie das auch zugegeben.— Präs.: Hatten Sie den Eindruck, als wäre Maßlos beeinflußt?— Zeuge: Maßlos waren alle Kreuzfragen unangenehm. Ich hatte den Eindruck, als ob Maßlos das Opfer dritter Personen sei. Ich war damals selbst der Meinung, Lewh sei der Thäter oder mindestens der Mitwisser. und ich hätte mich darüber gefreut, wenn ein Zeuge dafür vorhanden gewesen sei. Ich habe mir aber sofort gesagt: Maßlos ist nicht der richtige Mann dafür.— Präs.: Maßlos, haben Sie den Herreu gesagt, im Keller sei hebräisch gesprochen worden?— Maßlos: Ich habe nur gesagt, daß ich verstanden hätte:„Nichts herausgeben". Hebräisch verstehe ich nicht und das habe ich auch nicht gesagt.— Zeuge Wienecke: Ich kann nur die Wahrheit sagen. Hierauf wird die Verhandlung auf Dienstagvormittag 9 Uhr vertagt._ Deutsches Reich. Arbeitslöhne und Kohlenpreise. Unsre kapitalistische Presse ist bemüht, wenigstens einen Teil der Schuld an den hohen Kohlen- preisen den Arbeitern aufzubürden, die durch ihre„Begehrlichkeit" die Produktionsunkosten steigern sollen. In Wirklichkeit ist die Steigerung der Löhne sehr gering. Neuerdings geht man übrigens ganz offen mit Lohnkürzungen vor. So haben eine Anzahl Reviersteiger der Harpener Bergwerks- Gesellschaft schon im Juli„mit Rücksicht auf die flauere Zeit" geringere Gedinge angesetzt, im September haben in einigen Revieren der betreffenden Zechen allgemeineLohnreduktionen stattgefunden. Das geschahalsoin derselben Zeit, als die Kohlen die bekannte ungeheuerliche Preis st eigerung erfuhren! Natürlicherweise hat diese gleickzeitige Schröpfung von Produzenten und Konsumenten den Unternehmern ganz ungeheuerliche Gewinne gebracht. So machte die Harpener Gesellschaft' im 3. Quartal 1898 einen Ueberschuß von 2 127 130 M.. in demselben Quartal des Jahrs 1900 betrug der Ueberschuß 4 488 400 M., d. h. mehr als das doppelte!— Also theure Kohlen, niedrige Löhne und exorbitante Gewinne! Wen, im Angesichte dieser Thatsachen kein Licht aufgeht über die Gemeingefährl'ichkeit des Privatkapitalismus, dem ist in der That nicht zu helfen. Arbeitersekretariat in Köln. Die Mitglieder der Gewerk- schaften und der socialdemokratlschen Partei haben am Sonntag in einer überaus zahlreichen Versammlung, zu der nur Organisierte Zutritt hatten, endgültig die Eröffnung eines Arbeitersekretariats für Köln beschlossen. Zum Ardeitersekretär wurde gewählt der bisherige Redacteur der„Rheinischen Zeitung", Genosse Adolf Hofrichter. Die Eröffnung erfolgt am 1. Januar 1901. Die Auskunft ist un- entgeltlich, auch für Unorganisierte. Pianoforte-Arbciter. In der Weißbrodschen Pianofortefabrik zu Eisenberg sind Differenzen ausgebrochen. Von der seitens der Arbeiter zur Regelung eingesetzten Kommission wurden heute acht Mann ausgesperrt. Eine allgemeine Arbeitsniederlegung in dieser Fabrik scheint unvermeidlich. Ueber einen eignen Saal verfügen nunmehr die Gewerk- schaften und unsre politischen Vereine in O f f e n b a ch und wird die Freigabe zum Verkehr des vollendeten Werks heute durch eine Fest- lichkeit begangen. Sln der Gründung des Unternehmens haben sich 2 politische, 17 gewerkschaftliche, 6 gesellige und sportliche und 2 gemeinnützige Vereine beteiligt. Zur Verwirklichung des ganzen Plans konnte man vorläufig noch nicht schreiten. es wird die Errichtung von Herbcrgsräumen einer späteren Zeit überlassen bleibe». Aber so wie unter großen Schwierigkeiten die wackeren Förderer des Unternehmens bis hierher ihr Werk gedeihen sahen, wird es ihnen hoffentlich auch iveiter gelingen, ihr Unternehmen bald der Vollendung entgegenreifen zu sehen. Ausland. Der Ausstand der Grubenarbeiter im Becken von Pas de Calais ist beendet. Die Arbeit ist überall wieder aufgenommen worden. Ans Amerika. New-Fork, 26. Oktober.(Eig. Ber.) Gestern ist von den Beamten des Bergarbeiter- Verbands der Streik in der Hartkohlen-Region Peunsylvaniens als beendet erklärt worden und wird am Montag die Arbeit bei denjenigen Firmen wieder aufgenommen, welche die Offerte der zehnprozen'tigen Lohn- erhöhung gemacht haben. Da sich seit der Konvention, welche den Beschluß auf Annahme jener Offerte faßte, rcsp. nach dem Zu« geständnis der Reading und der Lehigh Valley Co. auf Beseitigung des Sliding Scale-Systems, in der Situation nichts geändert hat, so ist die Entscheidung des Verbandsvorstands wohl dem Umstand zuzu- schreiben, daß die Vertreter der 30000 Arbeiter des Wilkesbarre, Pittslon und Plymoutb Distrikts jenen verständigt haben, die Arbeit würde ohne weitere Order aufgenommen werden, wenn nicht Unterstützung der Hilfsbedürftigen erfolge. Seitens des Verbands ist nämlich bis- her kein Cent an Unterstützung geleistet worden(weder in bar noch an Lebensmitteln), obwohl auf der Konvention erklärt worden war, dieselbe solle vom 17. Oktober ab erfolgen.(Wobei zu bemerken ist, daß auf diesen Tag die Erklärung der Beendigung des Streiks er- wartet ward.) Was an Unterstützung geleistet ward, ist von den lokalen Unions durch Sammlungen aufgebracht worden. Wie viele der Arbeiter zur Arbeit zurückkehren werden, kann man heute noch nicht beurteilen, da die Angaben über die An- zahl der nachgiebigen Unternehmer sehr unbestimmt und wider- sprechend sind. Neuerdings kommt die Nachricht, daß Agenten mehrerer Gruben- besitzer aus New Bork eine große Anzahl„Hunnen und Slaven" nach der Anthracit-Region gebracht haben, angeblich, um den Ausfall zu decken, welcher durch die Uebersiedlung von Kohlengräbern nach den Weichkohlengebieten zc. veranlaßt worden ist. Da hier in New Aork keine Arbeiter jener Nationalitäten„auf Lager" sind, so hat es allen Anschein, als ob schon nach Beginn des Streiks drüben die Auswanderung solcher Arbeiter betrieben worden sei. Ein Kohlengräber, welcher bei einer der das Trucksystem prakti- zierenden Firma beschäfttgt war, gab eine ergreifende Schilderung von den traurigen Zuständen, unter denen die Arbeiter der Kohlenindustrie zu leiden habe». Schon im Alter von noch nicht Jahren mußte er an den„Ersaiar"(in dem die Kohlenblöcke in Stücke von passender Größe zerkleinert werden, die dann durch eine Rinne laufen, wo Knaben die fremden Bestandteile herausgreifen); später kam er in die Grube, in der er sieben Jahre thätig war, dann fand er Be- schäftigung bei einer Gesellschaft, bei der das Truck-System bestand, und in den elf Jahren seiner Thätigkeit bei derselben hat weder er noch ein andres Mitglied seiner Familie je einen Cent bares Geld in die Hände bekommen. Nur zweimal in seinem Leben sei er in einem Theater gewesen, habe seit fünf Jahren keinen Tropfen Bier oder SchnappS genossen und seit zwei Jahren auch das Rauchen eingestellt, nur um das elende Dasein fristen zu köniien. Bisher sind keine genauen Angaben über die Anzahl der Gesell- schaften und individuellen Unternehmer gemacht worden, bei denen jenes System herrscht; bestimmt weiß man nur, daß es nicht bei der Reading und Lehigh Valley Co. sowie den meisten individuellen Unternehmern existiert, wogegen die genannten Gesellschaften das Sliding Scale-System führten, welches sie in der Weise zu ihren Gunsten handhabten, daß ein Sinken des Marktpreises der Kohlen sofort in Rechnung gebracht wurde, während man sich beim Steigen desselben recht viel Zeit ließ, den Prozentsatz zu Gunsten der Arbeiter auszurechnen. Es liegt indessen auf der Hand, daß letzteres System nicht die Ausschindung der Arbeiter in solcher Weise ermöglicht, wie das Truck-System. Daß für die Arbeiter derjenigen Minen, bei denen letzteres besteht, die Lohnerhöhung keinen Pfifferling wert ist, dürste ebenso klar sein._ Sociales. Der„Reichs-Anzeiger" über die Landarbeiterfrage. Nach dem Bericht des landwirtschaftlichen Sachverständigen für Mittel und Südamerika schreibt der„Reichs-Anzeiger" über die Arbeiter- Verhältnisse in Mexiko: „Weitaus der größte Teil der Arbeiter auf den Pflanzungen von Soconusco besieht aus Wanderarbeitern. Um diese an- zuwerben und zu überwachen, wird ein dadUitador mit einem bis zwei Gehilfen gehalten. Die Wanderarbeiter kommen in der Regel mit ihren Familien auf die Pflanzungen. Seine Bedürfnisse deckt der Arbeiter durch Entnahme auf Borg, wobei er stets et>vas mehr oder mindestens ebensoviel entnimmt, als er an Lohn verdient. Da er nun aber bei der Abrechnung unbedingt auch etwas bares Geld in die Hand bekommen will, so sieht sich derHerrge- nötigt, bei jeder Abrechnung dem Arbeiter eine bare Zugabe zu gewähren, die den ihm schon vorher gegebenen Vorschuß jedesmal um etwas erhöht. Ihr an und für sich freilich sehr geringer Lohn stellt nur das Verdienst für eine bestimmte Mindestleistung dar. Ein darüber hinausgehendes Tagewerk wird entsprechend höher ge� lohnt. Dow machen die Arbeiter nur selten von dieser Ver günstigung Gebrauch. Nur in der Erntezeit werden sie gezwungen, den ganzen Tag zu arbeiten, aber je nach der Menge der ge- pflückten Früchte bezahlt. Tüchtige Arbeiter sollen dann allerdings mit Hilfe der Frau und Kinder bis zu 6 M. am Tag ver- dienen. Das V o rs ch u ß s y st e m wirkt hier um so schädlicher, als dem Pflanzer hier nicht, wie es in Guatemala der Fall ist. gesetzliche Machtmittel zur Zurückfühnmg entlaufener Arbeiter zur Verfügung stehen. Die dadurch verursachten Verluste sind sehr bedeutend. Der„Reichs- Anzeiger" macht dazu die Bemerkung, daß das ganz ähnlich zu sein scheint wie bei uns. UnS scheint eS danach, daß der„Reichs- Anzeiger" ganz ähnlich redigiert wird, wie die «Deutsche Tageszeitung". Zur Bäckereiverordnuug wird jetzt offiziös zugestanden, daß das Reichsamt des Innern damit beschäftigt ist, die Maximal- Arbeitszeit der Bäckerei-Arbeitcr in eine Minimal-Ruhezeit um- zupfuschen. Es dürfte wohl keinem Zweifel unterliegen, daß es dabei auf eine Benachteiligung der Bäckerei-Arbciter, auf eine Verlängerung ihrer Arbeitszeit abgesehen ist. Dagegen werden sanitäre Vorschriften für Bäckereien und Kon- ditorcien nach derselben Quelle nicht fürs Reich, sondern nur für Preußen vorbereitet._ Berliner Partei-Angelegenheiten. Wohnungsnot und Kohlennot, die beiden brennenden Fragen für dir arbeitende Bevölkerung Berlins, stehen Mittwochabend 8 Uhr auf der Tagesordnung von zehn Volksversammlungen, welche in folgenden Lokalen abgehalten werden: 1. Kreis: C o h n s F e st s ä l e(großer Saal), Beuthstr. 20. 2. Kreis: Berliner Bockbrauerei. Teinpelhofer Berg. 3. Kreis: Berliner Ressource, Kommandantenstr. b7. 4. Kreis Süd-Ost: Urania, Wrangelstr. 10/11. 4. Kreis Osten: Keller. Koppenstr. 29. 5. Kreis: Schiveizer-Garten, Am Königsthor. 6. Kreis: Peters GesellschaftshauS, Alt-Moabit 80/81. Kösliner Hos, Köslinerstr. 8. Ball schmieders Salon, Badstr. 16. M i e r k e. Schönhauser Allee 101/102. Das Referat dieser Versammlungen haben folgende Partei- genossen übernommen: Bruns, Ewald, Richard Fischer, Glocke, Hoff- mann, Heymann, Wurm. Znbcil, Koblenzer, Stadthagen. Parteigenossen, agitiert für zahlreichen Besuch dieser Versamm- lungeu I''_ Zur Lokalliste. Den Parteigenossen die Mitteilung, daß folgende Lokalitäten der Arbeiterschaft zu Versammlungen zc. zur Verfügung stehen: Etablissement Bnggenhagen am Moritzplatz, Diana-Säle(Direktion Max Samst), Köpnicker- stratze 67/68.. Die Lokalkommission. Erster Wahlkreis. Die Genossen werden ans die heutige Generalversannnlung des Wahlvereins, welche im Englischen Hof, Neue Noßstr. 3, statisindet, hingewiesen. Es wird dott das Kommunalwahl-Resultat bekannt gegeben, auch erfolgt die Ausgabe der Parteitags- Protokolle. Zahlreiches Erscheinen er- wartet' Der Vorstand. Ter Wahlverein für den fünften ReichStagS-WahlkreiS hält nächsten Sonnabend sein Stiftungsfest in der Brauerei Schlveizergarten am Königsthor ab. Konzert, Votträge, Fest, rede und Ball werden das Fest interessant und unterhaltend gestalten. Der Preis für Karten stellt sich auf 30 Pf. Freie Volksbühne. Zur Feier des zehnjähttgen Bestehens der Freien Volksbühne werden auf Beschlutz des Ausschusses am kommenden Winterfest am 17. November, abends 8 Uhr, in der Brauerei Friedrichshain ganz besondere Festveranstaltunge» getroffen. Zu diesem Fest haben eine Anzahl der hervorragendsten Künstlerinnen und Künstler ihre Mitwirkung zugesichert. Festmarken für Mitglieder in alle» Zahlstelleu a 50 Ps.— Heute nachmittag 2�/« Uhr, 7. Abteilung im Carl Weiß-Thcater:„Ueber unsre Kraft"(I. Teil). Siehe heritiges Inserat. Der Vorstand. I. A.: G. Winkler. Steglitz-Friedenau. Am Dienstagabend spricht im Arbeiter- Bildungsverein bei Scbellhase, Steglitz, Ahornstratze, Frau Dr. Weyl- Berlin über„Das Weib". Vevsamml ungen. Eine Mitglieder- Versammlung des CentralverbandS der Fleischer und Verufsgenoffen Deutschlands(Vettvaltungsstelle Berlin) fand am Sonnlag, den 2ö. Oktober d. I., in Schillers Re- staurant statt. Beim ersten Punkt der Tagesordnung wurde Bericht über das Resultat der statistischen Erhebungen der Schlächtergeselle» Berlins gegeben. Die bisherigen teilweisen Veröffentlichungen in der Presse hätten zur Folge gehabt, daß sich die Behörden auch um die Lage der Schlächlergesellen bekümmert hätten und stehe zu hoffen, daß die Zustände im Fleischergewcrbe bald gebesiert würden.— Unter Berufsangelegenheiten erstattete Kollege Sickert den Kassen- bericht, wonach einer Einnahme von 255,35 M. eine Ausgabe von 157,35 M. gegenübersteht, so daß ein Kaffenbestand, für die Lokal- und Centraikasse zusammen, von 98,50 M. verbleibt. Aus Antrag der Revisoren wurde dem Kassierer Decharge erteilt. Hierauf wurden dann die Kollegen Callietz, Trab und Groth zu Revisoren für das nächste Ouattal gewählt. Charlottenburg. am Donnerstogabend Die Schlächtergesellen Charlottenburgs hielten in der Gambttnus-Brauerei eine gut besuchte öffentliche Versammlung ab. in der Stellung zur Verbefferung der Lohn- und Arbeitsverhältnisse genommen wurde. Das einleitende Referat hielt Mercier- Rixdorf. Er geißelte in treffender Weise die Mißstände im Fleischergewerbe und' empfahl zur Hebung der Lage der Gesellen die Kräftigung der Organisation, den Beitritt zum Centtalverband. Die weiteren Redner be- sprachen zumeist recht krasse Einzelfälle von langer Arbeits- zeit, ausgedehnter Sonntagsbeschästigung und überhand- nehmendem Stellenwucher. Hiernach soll es selbst vorkommen, daß bei einigen Stellenvermittlern Gebühren von 10—20 M. und noch mehr gezahlt werden müssen, wenn die Arbeitsuchenden eine» guten Platz haben wollen. Auch über die Sonntagskündigung und Entlastung wurde stark geklagt. Man nahm daher eine Resolutton an, in der von den Charlottenburger Meistern eine Verlegung der Kündigung und Entlastung auf den Montag verlangt wird.' Als Zahlstellen für den Verband wurden die Lokale von Reinelt, Bis- marckstratze 78, und die Gambrinus-Brauerei. Wallstr. 94, bestimmt. Frtebrichsfelde. Am 30. Oktober tagte hier eine öffentliche Parteiversammlung. Der Vertrauensmann P i n s e l e r gab den Bericht für das abgelaufene Geschäftsjahr. Derselbe hatte eine Ein- nähme von 180,70 M., der eine Ausgabe von 131,65 M. gegenüber- stand, so daß ein Bestand von 49,05 M. verblieb. De» Bencht der Lokalkommisfion gab Genoste Kette. Aus demselben ging hervor, daß wir im letzten Jahre drei Versammlungslokale mehr haben. Die Neuwahlen wurden nach kurzer Diskussion laut Kreisorgani- sations-Statuts der nächsten Wahlvereins- Versammlung überlassen. Der Bericht vom Parteitag zu Mainz mußte ausfallen, da Genosse Gerstenberger infolge plötzlicher Krankheit nicht erschienen war. Weißcnsec. Eine stark besuchte Versammlung tagte am 31. Ok- tober in Hählings Salon. In derselben wurde Protest erhoben gegen die Einführung der Streikklausel in Weißensee. Kater hatte das Referat übernommen. Großer Beifall folgte seinen Aus- führungen. In der Diskussion geißelte ganz besonders Karo, welcher Mitglied der Schulbaukommission ist, das Verhalte» des bürgerlichen Gemeindevertreters S w o b o d a, welcher es bisher verstanden hat, sich mit dem Nimbus einer gewissen Arbeiterfreund- lichkeit zu umgeben, der aber in der Kommission sich ausließ, der Begehrlichkeit der Arbeiter müsse ein Damm entgegengesetzt werden. Eine eingebrachte Resolution, ivelche die Gcmeindevcrrreter auf- fordert, die Streikklausel in jeder Form ahzulehnen, wurde ein- stimmig angenommen, ebenso ein Antrag, in welchem das Kartell aufgefordert' wird, in nächster Zeit eine neue Versammlung ein- zuberufen, falls dennoch die Streckklausel angenommen wird.(Dies ist inzwischen geschehen. Red.) Mit einem dreimaligen Hoch auf die moderne Arbeiterbewegung wurde die Versammlung geschlossen. bis auf wenige AuS- hat für die schier „ K ufl t u r t r ä g e r". gefangenen Chinesen Hinweis ab- „A la guerre, nach Boxern zu die Hände fällt, Die Deutschen China. Graf Waldersee hat die Todesurteile, welche gegen die in Paotingfu verhafteten chinesischen Beamten ausgesprochen sind, bestätigt. Mehrere Gesandte hatten den Grafen zu bestimmen versucht, daS Urteil des Kriegsgerichts nicht zu bestätigen. Das Urteil wird»atnr- lich die Wirkung haben, daß die Bevölkerung noch mehr gegen die „weißen Teufel" aufgebracht wird. Es heißt, daß die Beamten in Paotingfu es zugelassen hätten, wie der Mob eine Amerikanerin zu Tode mißhandelt habe. Die Zerstörung einiger chinesischer Tempel als Sühne genüge nickt. Es ist gewiß eine sehr verabscheuungswürdige Sache, einen Wehrlosen mißhandeln zu lassen. Merkwürdig nur. daß die bürgerliche Presse sich nur entrüstet über die Greuelthaten der „ a.i i a t i s ch e n B e st i e n", während sie nahmen kein Wort des Tadels übrig unglaublichen Kriegsthaten der europäischen Wurde doch die Abschlachtung der 74 von der„Rhein.- Wests. Ztg." einfach mit' dem gethan, das bttnge der Krieg eben so mit stch. Denn: comms a la guerre!"" Die Verbündete» fahren unterdessen fott, im Lande herum zu ziehen, jagen. Dabei wird niedergeknallt, was ihnen in Dörfer Iverden niedergebrannt und verwüstet. scheinen auf Siege förmlich zu brennen. So werden im hiesigen„Kleinen(Hof-) Journal" AuszLge au» dem Briefe eines Offiziers wiedergegeben, der in Pettng steht. Dieser war vom General von H ö p f n e r beordett, zu untersuchen, ob die Straßen nach Liang-Hsiang-Hsien gut seien, ob Lebens- mittel vorhanden seien und ob dort Boxeransammlungen zu bemerken seien. Halbwegs von Peking stieß er mit seinem Trupp auf Eng- länder, die ihm alle gewünschten Auskünfte gaben; er hätte aliZ zurückkehren können. „Aber ich überlegte! Praktisch zwar war die Lösung meiner Aufgabe erfüllt; aber wenn es trotz aller Schwierigkeiten dennoch möglich wäre, außerdem»och zu erfahren, aus welchen Waffen- gattungen die Besatzung Liang- Hsiang- Hsiens bestände, und mit dieser Nachricht rechtzeitig nach Pettng zurückzukehren, bevor sich die Boxer entweder übermächtig verstärkten oder vorsichtig zurück- zögen, so war dem feurigen General v. Höpfner Gelegen- he'it geboten zu einem ersten selbständigen deutschen Waffenerfolg! Also koste es. was es wolle, der Ritt mutzte fortgesetzt werden, und es unterlag keinem Zweifel, daß der schneidige kriegerische Geist des Generals dieses als selbstverständlich bei einem deutschen Offizier voraussetzen würde." Der Brief ist überaus charaktenstisch für die Auffassung, welche die Osfiziere der europäischen Heere von dem Zweck und dem Ziel des ganze» Fcldzugs haben: Ruhm zu ernten und Bravonr zu zeigen, eine Nation'möchte der andern immer über sein. Der Krieg oder, wie eS so schön heißt, die Strafexpeditiouen sind Selbstzweck. Dabei kommt es zwisiben den einzelnen Heerführern leicht zu Reibereien. So wird aus Peking gemeldet, daß unter den Befehlshabern der verbündeten Truppen in Schanhaiktvan es wegen der für die Besetzung durch die Truppen der einzelnen Mächte ausgesuckten Plätze zu einer Reibung gekommen ist. Nun hat«ine ans den ältesten Stabsoffizieren der einzelnen Mächte zusammengesetzte Kom- Mission gebildet lverden müssen, die sich»ach Schanhaiktvan be- geben soll, um die Angelegenheit in zufriedenstellender Weise zu regeln. Die Unterhandlungen scheinen so ziemlich ganz zu ruhen. Es heißt, daß sie noch vor Ablauf eines Monats„beginnen" werden. Vom chinesischen Kaiser wird bettchtet: Dem Kaiser soll sehr viel daran liegen, nach Peking zurückzukehren; er soll versuchen, für sich allein die Rückkehr zu ermöglichen, falls sich die Kaisettn-Witwe auch fürdcrhi» weigern sollte, ihn zu begleiten. Eine andre Meldung aber besagt: Alle vom Hofe aus Singanfu hier eingehenden Nachrichten tragen zur Be- kräftigung der Annahme bei,' daß der Kaiser nicht nach Peking zurückkehren wird, so lange die Stadt von den Truppen der Ver- bündeten besetzt ist. Uetzie Mschvichtett und Depeschen. Bremen, 5. November.„Bösmanns Telegraphen- Bureau" meldet: Der an der Pest erkrankte Seemann Kunze ist heute vor- mittag gestorben. Alle unter Beobachtung gestellten Personen sind bis jetzt gesund. Rendsburg, 6. November.(W. T. B.) Entsprechend dem An- trage der Petitions-Kommission beschloß das Plenum der Landes- synode, über die Petitionen betreffend die Einführung des Dänischen in den Untcrrichtsplan der Volksschulen Nordschleswrgs ohne Debatte zur Tagesordnung überzugehen.__ Verantwortl. Redacteur: Dr. Georg Graduauer in Grob-Lichtcrfelde. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von MaxBading in Berlin. Hierzu 8 Beilagen«.Unterhaltungsblatt Br. 259. 17. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Dienstag, 6. November 1900, to Inm Das Mädchen würde diesmal doch vielleicht anders kommen, denn sie habe in zurückzurufen, bas Mädchen bestreitet aber seine Borhaltungen in Prozeß Sternberg. zwischen, seitdem die Frieda bei ihr sei, doch das Mädchen verschiedenen Buntten, namentlich giebt sie nicht zu, daß Herr Stiera wiederholt auf Lügen ertappt; Herr Stierstädter habe darauf städter fie angeblich energisch zur Wahrheit ermahnt habe, als er Landgerichtsdirektor Müller eröffnet die Montags- Sigung um gesagt: Das brauchen Sie doch nicht zu fagen! Das sind von ihren Kleinen Lügen gehört. Der Vorsitzende bemüht sich, ohne 91/2 Uhr. Seitens der Verteidigung ist der Polizeidirektor b. Meer- leine Rotlügen, wie fie alle Stinber mal sagen. Meine zu ermüden, aus dem Mädchen herauszubekommen, weshalb fie füinf scheidt Hülleffem als Zeuge vorgeladen worden. Kinder belügen mich auch manchmal!"" Herr Stier Monate lang vor Polizei und Gericht, vor ihrer Schwester usw. Der Chef der Kriminalpolizei, Reg.- Rat Dieterici, wohnt städter habe dann noch mehrere Fragen an Frieda gerichtet und ihre früheren angeblichen Lügen aufrecht erhalten habe und nun mit der Verhandlung bei. unter andrem gesagt: Wenn das Kind zuri dzoppt, bann einen Male ihr Gewissen erleichtern wolle. Als erste Beugin wird Frau BIümte, die verheiratete Schwester tommt Sternberg frei. Er hat dann auch von großen erklärt: fie fei von ganz alleine darauf gekommen," weil sie sah, der Frieda Woyda vernommen. Sie erklärt auf wiederholtes Be Summen, 75 000 M. oder 120 000 m. gesprochen und gefagt: er daß Herr Stierstädter immer wieder fam und ihr Fragen über fragen des Vorfigenden, daß sie sich nicht mehr auf die Einzelheiten fönne auch Herrn Justizrat Sello hineinlegen, den Dinge vorlegte, die fie gar nicht wußte. Sie habe feine Ruhe ge erinnern könne, welche Frieda Woyda bei ihrer ersten Darstellung wenn er einige Dinge zur Sprache bringe, schieße dieser fich habt, habe nicht einschlafen können, und habe gedacht: wenn sie von den Ereigniffen bei der Margarete Fischer angegeben hat. Der eine Kugel durch den Kopf.- Beuge Stierstädter be immer bei ihrer Aussage verbliebe und es wäre doch nicht wahr, Im Ans Borsigende befragt die Zeugin eindringlich, ob sie etwa von irgend streitet dies. Justizrat Sello wünscht noch einmal genau zu bann würde sie der liebe Gott bestrafen! fragt Justizrat Dr. Sello die Beugin einer tuerung wie einer Seite beeinflußt worden sei. Sie bestreitet dies, erzählt dann wiffen, ob die Aeußerung Stierstädters so gelautet habe, wie schluß hieran Kriminal- eingehend nach ihrem Religionsunterricht, nach den Geaber mehrere Thatsachen, welche auf eine solche Beeinflussung bin die Zengin angiebt. Die lettere bleibt dabei. denten. Ein Herr Wolff( anfcheinend ein Detektiv) habe sich fommiffar v. Tres dow tritt bor, um dem Gerichtshof mit boten, namentlich nach dem Gebot, tein falsches Zeugnis wider mit ihnen in Verbindung gesezt und davon gesprochen, daß zuteilen, daß Stierstädter ihm zwei Fälle mitgeteilt habe, in denen den Nächsten abzulegen 2c. Wiederholt wird geuge Stierstädter er ihrem Manne eine Nebenbeschäftigung als Adressenfchreiber würde Frieda Woyda ihre Schwester belogen hatte. Ein mit der Zengin Blümte konfrontiert. Der Zeuge Kriminalschußmann verschaffen können. Dann hat er wieder von einem Projekt ge- dritter Fall, den die Zeugin Blümle erwähnt habe, fei ihm seines Canstein betont, daß er bei Frau Blümte war und dieselbe gesprochen, ein Konfektionsgeschäft mit einem Betriebskapital von Biffens nicht von Stierstädter mitgeteilt worden. Justizrat Sello fragt habe, ob noch alles beim alten sei. Frau Blümte habe dies 15 000 m. zu errichten und die geugin und ihren Mann als Ver- hält diesen Fall gerade für den markantesten und findet es auffällig, bejaht, aber nichts davon erwähnt, daß inzwischen in der Aussage des tranenspersonen einzufezen. Auch im Metropol- Theater und bei Kroll daß Stierstädter es nicht für nötig hielt, von deniselben dem Herrn Mädchens eine Aenderung vorgegangen sei. Er selbst habe bei dieser Geist Wolff mit dem Ehepaar zusammengetroffen, hat der Frau einen von Treskow Mitteilung zu machen. Beuge Stierstädter legenheit nichts gesagt, was das Mädchen nun zu dem Entschluffe hätte Ring geschenkt und dem Manne eine Uhr versprochen. Der Name erklärt, daß nach seiner Meinung auch dieser Fall nicht erheblich ge- bringen können, sein Gewissen zu erleichtern. Alle Versuche des VorSternberg sei dabei nie genannt worden. Die Zeugin erklärt, daß wesen sei. Er habe der Frau Blümle nur gefagt: das ist wirklich fizenden, von dem Mädchen einen plausiblen Grund zu hören, wes fie schließlich doch Besorgnis hatte, ob Herr Wolff nicht in der ganz unerheblich, ob Sie das sagen oder nicht sagen, da wird wohl halb fie gerade in dem von ihr gelvählten Augenblick ihr Gewissen Sternbergschen Sache wirke, und die Thatsachen feien deshalb der faum jemand etivas darauf geben. Er habe, wie er behauptet, dem erleichtern wollte, führt zu keinem greifbaren Resultat. Sie bleibt Polizei mitgeteilt worden. Auf der andren Seite erzählt die Kinde wiederholt borgehalten, daß es jetzt noch Beit sei, die Wahrheit dabei, daß fie schon längere Zeit sich vorgenommen hatte, es zu Beugin auch von wiederholten Besuchen, die der Schußmann zu sagen, wenn es gelogen habe; er würde dann einen Bericht sagen. Während dieser Gegenüberstellungen und den hin- und wiederholten Bejuchen, die ber Stierstädter bei ihnen gemacht Stierstädter habe machen und Sternberg würde auf freien Fuß gesetzt werden. Frieda hergehenden Aeußerungen hat ein älterer Herr Zutritt in den Saal bei ihnen mit Frieda wiederholt über die Angelegen- Woyda habe sich dann halb umgedreht und gesagt: es ist fo, erhalten, der fich höchst auffällig beträgt. Er erscheint im heit gesprochen und die ganz schlimmen Dinge immer wie ich gesagt habe". Es kommt bezüglich diefer legten Berad mit weißen Handschuhen und weißer Weste und drängt wiederholt wiederholt. Er habe das Kind immer wieder an einzelne Thatsachen hauptung zu einer sehr scharfen Kontroverse zwischen zum Richtertisch, vor dem fich die Verteidiger und die Sach verständigen um die Frieda Woyda gruppiert haben. Der Vors fizende weist den alten Herrn, der auf Grund einer Karte fich als russischer Friedensrichter eingeführt haben soll, wiederbolt zurück. Als er wieder vorwärts drängt und mit den Händen lebhaft gestikulierend, einige unverständliche Worte spricht, läßt ihn der Borsigende durch den Gerichtsdiener aus dem Saal bringen. Der nächste Zeuge, erinnern tönnen.-t à f.: Wie ist es denn nun aber getominent, wolle. Regterer wiederholt jeine Behauptune fra begr Friedas Phantasie. Herr Blümke, " daß das Kind plötzlich seine Aussagen vollständig änderte? Letzterer wiederholt seine Behauptung in sehr energischer Weise mit erhobener Stimme, Frau Blümte bestreitet sie ebenso energisch und Zeugin: Der Schumann Canstein ist eines Tags erschienen und fragt wiederholt:„ Aber, Herr Stierstädter, wie können Sie hat die Schwester nochmals gefragt, ob sie bei ihrer Aussage bleiben benn so etwas sagen." Sie behauptet, fie habe bicht dabei Bräs.: Hat Herr Canstein dabei auch noch weitere Einzel- gestanden und hätte es hören müssen, wenn Herr Stierstädter solche heiten berührt? 8eugin: Nein. Als Herr Canstein weg war, Borhaltungen gemacht und das Kind so geantwortet hätte. Der hat die Schwester gejagt: ich kann mich nicht mehr besinnen. Ich Benge Stierstädter bleibt bei seiner Aussage und sucht dieselbe dabin darüber erschrocken gewesen und habe ihr vorgehalten, daß sie durch zu unterstügen, daß er Frau Blümle auf allerlei Nebenumstände bestätigt die Aussage seiner Ehefrau, daß Frieda Woyda vor etwa sich doch besinnen müſſe, wenn derartige Sachen passiert wären; so aufmerksam macht. Er habe unter andrem Frau Blümke vorgehalten: vier bis fünf Wochen zugegeben habe, daß fie gar nichts wiffe und etwas erzähle man doch nicht. Sie hat darauf geantwortet: Wenn ich höre, daß Leute Geld haben, die früher nichts hatten, so falich ausgesagt habe. Der Zeuge bestätigt auch die Angaben der Herr Stierstädter habe immer mehr aufgeschrieben, als sie forſche ich nach und die Sache kommt doch zur Sprache, denn die Ehefrau über die Vorschläge, die ihm von einem Herrn Wolff und gefagt habe, fie habe ihm mehrfach gesagt, er folle sie zufrieden Begünstigung verjährt erst nach 10 Jahren." Diese einem Herrn Hofmeier gemacht worden sind. Ein Herr Wißmann lassen, denn sie wisse nichts. Sie wolle jegt Aeußerung erkennt Frau Blimte an, bestreitet aber die andre Be- habe ihn mit Herrn Wolff bekannt gemacht, der ihm schriftliche ihr Gewissen erleichtern. hauptung des Zeugen Stierstädter entschieden. Auf Grund eines Arbeiten übertragen wollte. Dabei sei dann wiederholt das Präs.: Das ist doch eine auffallende Redeweise, so spricht doch ihm soeben zugehenden Briefs richtet Justizrat Dr. Sello an den Projekt zur Sprache gebracht worden, daß für seine Frau ihn ein Konfektionsgeschäft aufgemacht und eigentlich ein dreizehnjähriges Mädchen nicht. Bengin: Sie Beugen Stierstädter die Frage, wo und wann er gedient habe und und dafür hergegeben werden tönnte. Bei diesen Gehat aber dieselben Worte gebraucht. Präs.: Das könnte aber ob es ihm bekannt sei, daß er bei seinem Regiment der Geld doch vielleicht darauf hindeuten, daß doch von außen ihr eine Spitznamen Schwindel Stierstädter" geführt habe.legenheiten habe Herr Wolff vermieden, Genaueres zu sagen be. folche Redewendung eingegeben sein könnte.- Beugin: Die Benge Stierstädter: 3 Gott bewahre und den Namen Sternberg ober einen andern au nennen. Die Sache habe ihn gewundert und er habe der Polizei Mitteilung Schwester erzählt überhaupt etwas überflug.- Präs.: Ist das davon gemacht. Es habe dann ein Herr Hofmeier, der Vertreter Mädchen verlogen? 3eugin erzählt einen Fall, in welchem Frau Blümke wird weiter gefragt, wann sie das Kind aus dem eines Goldwarengeschäfts, sich mit ihm in Verbindung gesetzt und das Mädchen nach ihrer Ansicht etwas phantastisch ihr etwas vor- Waisenhause genommen habe. Sie befundet: Frieda habe sich über ihm in Aussicht gestellt, bei ihm Rebenbeschäftigung zu erhalten. geredet habe. Staatsanwalt Braut läßt sich diesen Fall noch schlechtes Essen im Waisenhause beklagt. Darauf habe Stierstädter Gs sei ihm gesagt worden, er würde Ringe und Goldfachen zum auf das genaueste beschreiben. Angeklagter Sternberg: Haben recht mit Eilat gesagt: Das Kind sollte im Waisenhause gewiß Einkaufspreise erhalten können, er habe einen Ring geschenkt er. die Detektivs Wolff. Hoffmeister 2c., von denen die Beugin ge- vergiftet werden. Zeuge Stierstädter bestreitet auch dies mit halten und es sei ihm eine goldene Uhr in Aussicht gestellt sprochen, sich nur auf allgemeine Andeutungen beschränkt oder damit der größten Entschiedenheit und behauptet, daß Frau Blümle den worden. Herr Hofmeyer sei dadurch zu ihm gekommen, daß er über eine Bitte oder ein Ersuchen verbunden, das Kind zu beein- Berdacht zuerst ausgesprochen habe. Er habe nur eine scherzhafte einen Inspektor einer Versicherungsgesellschaft Auskunft haben wollte. fluffen? 8eugin: Sie haben nur allgemeine Andeutungen ge- Bemerkung darauf gemacht. Da Frau Blümte die Behauptungen Gr sei über die Angebote sehr erstaunt gewesen und sei nicht weiter macht, ohne daß eine Beeinflussung ewähnt wurde.-Angeklagter entschieden bestreitet, lacht der Zeuge höhnisch. Dies giebt darauf eingegangen. Staatsanwalt Braut: Ich frage den I Sternberg: Hatten Sie den Eindruck, daß die Leute durch ein dem Vorsitzenden Veranlassung, dringend um den nötigen Ernst in einer Beugen nunmehr auf seinen Eid: Ist von keiner Seite auf gewisses Renommieren sich bloß mit Ihnen bekannt machen Sache, wo es sich um Stopf und Kragen handle, zu ersuchen. Das Mädchen eingewirkt worden, hat kein Mensch, wer es auch wollten? 8eugin: Ja. Präs.: Das ist nicht recht ver- Der Beuge Stierstädter sucht seine Behauptungen auch dadurch sei, Sie zu veranlassen gesucht, Ihrerseits auf das Mädchen eins ständlich. Angell. Sternberg: Ich möchte ganz bestimmt noch zu befräftigen, daß er erwähnt: Frieda Woyda habe noch er- zuwirken, damit es seine Aussage ändere? 8euge: Nein, fragen, ob von Wolff bestimmte Versprechungen oder Abmachungen zählt, daß im Waisenhause einzelne Waisenlinder, die man los fein fein Mensch! Auf Befragen des Justizrats Dr. Sello bea gegeben oder angeregt worden sind? 8eugin: Nein.- Staats- wollte, lebendig eingebuddelt würden. Die Verteidiger fundet der Zeuge, daß der Kriminalschutzmann Stierstädter ihm anwalt Braut stellt durch eine Anzahl von Fragen, die er an die Justizrat Dr. Sello und Dr. Heinemann finden es doch sehr die Möglichkeit einer Anstellung bei der Morgenpost" Beugin richtet, fest: der betreffende Wolff habe sich zuerst fälsch bedenklich, daß in einer so wichtigen Sache, bei der es sich um Kopf in Aussicht gestellt habe. Stierstädter habe ihm gesagt, er stehe mit licherweise Werner" genannt. Herr Blümle habe einmal abfichtlich und Kragen nicht nur eines, sondern vieler Männer handle, von dem Redacteur der das Gespräch auf Sternberg gebracht und da habe Wolff so einem Beamten doch vieles verschwiegen worden sei, was für die gethan, als ob er diefen gar nicht fenne. Es sei möglich, daß Herr Beurteilung der Glaubwürdigkeit der Frieda Woyda doch von großer Beuge Stierstädter bestreitet dies. Er will nur gesagt haben, Asus Morgenpost" in naher Verbindung. al Wolff auch einmal gesagt habe:" Sternberg wird wohl wie mancher Erheblichkeit sei. andre unschuldig fizzen." Eine Frau Sauer, bei der Herr Präs. Warum haben Sie von alledem nichts erzählt? bei solcher Zeitung brauchen sie event. immer Leute. Wolff wohnte, habe ihr auch einmal Stoff zum Anfertigen Beuge Stierstädter: Wenn ich alles hätte erzählen wollen, auf weiteres Befragen des Justizrats Dr. Sello erklärt der Zeuge, eines Kleides gebracht, sie sei dann aber nicht wiedergekommen. Der was in den Dingen erzählt worden und vorgekommen ist, dann daß er ausdrücklich Herrn Stierstädter davon Mitteilung gemacht wo das Kind zur Schule gehe. Sie hat über alle diese Dinge Herrn ist, allein auszufüllen gehabt. Justizrat Dr. Sello: Bur Detektiv Schulz habe einmal auf der Straße ihren Mann gefragt, hätte ich wohl die ganze Zeit, die für die Verhandlung angesetzt habe, daß Frieda Woyda ihre Aussage geändert habe. Herr Stiera Justizrat Dr. Sello: Bur ftädter tritt dieser Behauptung entschieden entgegen, Blümfe Stierstädter Mitteilungen gemacht. Auf Befragen der Verteidigung Orientierung der Sachverständigen wäre es erwünscht, zu erfahren, bleibt aber dabei. Aus feiner weiteren Bekundung geht hervor, daß bestätigt die Zengin, daß ihr Herr Stierstädter nahe gelegt habe, ob denn Frieda Woyda thatsächlich die gruselige Geschichte von den er thatsächlich nur zufällig bei dem mehrfach beregten Vorfall an der auch die Geschichte mit Herrn Wolff in der Der Vorsitzende Morgenpost" zu lebendig eingebuddelten Waisenkindern erzählt hat. Die Zeugin Passage mit Stierstädter zusammengetroffen war. veröffentlichen. Bräf.: Wie kommt es denn nun, daß Sie den bestätigt dies, fie bleibt auch trotz der entgegengesetzten Behauptung hält dem Zeugen vor, daß er doch dem Schußmann Canstein auf Brief, in welchem Herr Stierstädter Ihnen die Veröffentlichung in des Zeugen Stierstädter dabei, daß dieser und nicht das Mädchen dessen Frage:„ ob noch alles beim alten sei", gar nichts von der der Zeitung nahe legte, Herrn Rechtsanwalt Dr. Werthauer zur die Ansicht ausgesprochen habe, sie habe im Waisenhause wohl ver- Sinnesänderung der Frieda mitgeteilt habe. Das sei doch auffällig. dies dahin, Berfügung stellten?- 8eugin: Ich habe ihn nicht Herrn giftet werden sollen.- Nachdem noch die Sachverständigen Dr. Der Beuge erklärt er daß e ja schon Werthauer, sondern Störmer und Geh. Nat Eulenburg furze Fragen an die vorher Herrn Stierstädter mitgeteilt habe und glaubte, es Herrn Wolff zur Verfügung gestellt. Bengin gerichtet haben, wird die Verhandlung durch eine furze genüge, wenn er selbst es dem Gericht bei seiner Vernehmung mitteilte. Rechtsanwalt einemann: Hat Herr Stierstädter Präs.: Das ist doch noch sonderbarer. Beugin: Pause unterbrochen. Wir waren stußig geworden, ob auch alles, was Herr Stierstädter Nach der Pause erteilt der Borsigende noch mehreren Personen auch von seinen Vorgesezten gesprochen?-8euge Blümte: erzählte, wahr jei; unfre Bedenken wurden noch größer, als Herr die Erlaubnis zum Zutritt, darunter dem Reichstags- Abgeordneten Er hat gesagt, es werde diesmal eine große Sache Stierstädter uns in seinem Briefe mitgeteilt hatte, daß ihm herr Brömel, dem Vortragenden Rat im Reichsamt des Innern, Geh. werden, es würden wohl mehrere feiner Vorgesepten. v. Meerscheidt- Süllessem verboten habe, sich weiter Rat Werner, und dem Vormundschaftsrichter der Frieda Boyda. purzeln, namentlich Herr v. Meerscheidt Hüllessem, mit der Sternbergschen Sache zu beschäftigen, wir wußten, daß Herr Der Borsigende bringt sodann zur Sprache, daß einzelne der ihm verboten habe, in der Sache zu arbeiten und sich mit Stierstädter immer leicht sehr hißig wurde und deshalb haben wir Beitungen außer dem Verhandlungsbericht noch Artikel bringen, Blümtes weiter in Verbindung zu setzen. Er werde Verschiedenes zur Herrn Wolff den Brief gegeben. Staatsanwalt Braut: durch welche nicht das Publikum über den Gang der Ber- Sprache bringen, denn verschiedene Beamte begünstigten Herrn Sternüber berg. Der Zeuge Stierstädter bestreitet die Aussagen des Vor Als Ihre Schwester davon sprach, daß sie ihr Gewissen erleichtern handlung aufgeklärt werden könne, sondern Urteile über berg. wolle, muß sie das doch sehr erschüttert haben. Haben Sie denn einzelne Dinge in das Publikum gebracht werden und zeugen wiederum. Seine Bemerkungen über seine Vorgesetzten seien auch nicht beftige Borwürfe gegen das Kind erhobe.., oder es gestraft, oder außerdem noch thatsächlich Unzutreffendes berbreitet ganz anders gewesen, als hier behauptet wurde.-8euge Blümle voll Entfeßen die Sache dem Gericht mitgeteilt?-8 en gin: Ich wird. Wenn das nicht aufhöre, werde nichts übrig bleiben, als die bleibt bei seiner Aussage nnd bestreitet gleichzeitig, daß Stierstädter Auch der die Frieda Woyda angesichts deren Sinnesänderung zur Wahr war sehr aufgeregt und habe das Mädchen immer wieder gefragt, ertreter der Preise auszuschließen. wie sie zu solchen Lügen gekommen sei. Staats- Angell. Sternberg beklagt sich darüber, daß in einem solchen beit ermahnt habe. Bei der letzten Hauptverhandlung habe anwalt: Hat fie denn überhaupt zugegeben, daß fie Artitel von ihm als dem bekannten Maler Sternberg" gesprochen Stierstädter ihn und seine Ehefrau in ein Restaurant in Moabit gelogen" habe. 8eugin: Sie hat immer wieder gefagt: werde, obgleich er mit den Modellannoncen der Fischer abfolut nichts geführt und dort auf seine often bewirtet. dies zu, erklärt aber, daß Sie weiß nichts mehr", es sei nichts passiert."- Staats zu thun habe. Wie der Vorsitzende ferner mitteilt, hat er Vor- Beuge Stierstädter giebt anwalt: Also, daß fie gelogen hat, hat sie nicht gefagt?-forge getroffen, daß auch in der zweitnächsten Woche für die Ber- dies geschen sei, als die Verhandlung schon bis zur Urteilsfindung gebiehen war. Beuge 8englin: Nein, e hat immer gesagt, fie weiß von nichts. Sie handlung ein Saal zur Verfügung steht. Blümke bleibt dabei, daß Stierstädter von einigen Vorgesetzten, habe dann Herrn Stierstädter auf seine Fragen oft gesagt: Ich weiß Hierauf wird die purzeln" würden, gesprochen habe. Beuge Stierstädter nichts, Herr Stierstädter habe aber geantwortet: Du weißt es erklärt: Bu derselben Beit, als ihm Herr v. Hüllessem verboten habe, doch. Du weißt noch mehr!- Verteidiger Rechtsanwalt wieder vorgerufen und eingehend darüber befragt, wie fte zu den mit Blümtes weiter zu verkehren, habe ihm der StaatsanwaltschaftsHeinemann: Die Beugin bleibt bei der letzteren Behauptung fleinen Lügen gekommen ist, auf die sie von ihrer Schwefter ertappt rat Romen anbefohlen, sich um die Sache auch noch weiter zu beganz bestimmt? Beugin: Ja!- Auf weiteres Befragen des worden sein soll. Das sind behauptet u. a.: Jm Waisenhause haben fümmern und Blümkes hier und da aufzusuchen. Justizrat Rechtsanwalts Fuchs I bestätigt die Zeugin, daß Herr Stierstädter ihr die Kinder erzählt, einige Kinder, die anscheinend gestorben waren, Dr. Sello: Also zur selben Zeit hatten Sie bei den Besuchen, die er machte, das Wort geführt und versucht habe, feien, als sie noch warm waren und sogar noch geschrien haben, in zwei ganz verschiedene Aufträge? über die Vorgänge in der Fischerschen Wohnung das Kind aus einen Sad genäht und in einen Sarg gelegt worden. Diese zuhorchen. Stierstädter habe sich immer sehr pflichteifrig gezeigt, Geschichte habe sie zu Hause erzählt. Das Mädchen behauptet auch Herr Direktor Meerscheidt- Hüllessem hatte Ihnen amtlich unter und fei fehr eilig in feinen Schlußfolgerungen Zeuge im Widerspruch mit Herrn Stierstädter daß dieser sagt, die Dinge weiter fo zu betreiben, wie bisher? gewesen. Sachen, auf die sich das Kind nicht befinnen konnte und nicht fie davon gesprochen habe, daß sie durch das Stierstädter: Herr Direktor v. Hüllessem sagte mir, er habe und die es noch nicht ausgesprochen, habe Herr Stier- Effen im Waisenhause vergiftet werden follte. Weitere von einem Maler Normann gehört, daß ich, Stierstädter, meine städter selbst ausgesprochen. Herr Stierstädter habe seine Besuche sehr eindringliche Fragen des Borsigenden sollen den Versuch Ermittelungen bei Blümfes im Namen des Herrn b. Hülleffem an bis in die neueste Beit fortgefegt.- Rechtsanwalt Fuchs I: Hat darstellen, Rechtsanwalt Fuchs I: Hat darstellen, aus dem Munde des Mädchens herauszubringen, zustellen vorgebe. Er müsse mir dies ein für alle Mal untersagen sich Ihre Schwester vor Herrn Stierstädter gefürchtet?-8eugin: ob Stierstädter oder Frau Blümke die Vorgänge richtig geschildert und verbiete mir, weiter mit Blimtes zu verkehren. Justizrat Sie hat gejagt, Herr Stierstädter sei wie eine Shane, sie hat, die sich abspielten, als Frau Blümte von der Lügenhaftigkeit Dr. Sello: Sie haben also den Namen des Malers Normann zum fürchte sich vor ihm. An die Beugin wird noch von Herrn Rechts- der Frieda Woyda Mitteilung gemacht hatte. Das Mädchen be- erstenmal von Herrn v. Meerscheidt- Hüllessem gehört, dieser hat anwalt router, dem Rechtsanwalt Heinemann, dem stätigt: Herr Stierstädter habe gesagt, die Mutter brauche nicht vor Ihnen auf Grund der Mitteilungen dieses Herrn Normann verboten, Justizrat Sello und einigen Beisigern eine ganze Reihe von Gericht zu erzählen, daß Frieda öfter gelogen habe; wenn man weiter mit Blümfes zu verkehren und das erste, was Sie thun, Fragen gerichtet, die auf die Aussagen der Beugin bei ihrer früheren alles sagen wollte, müßte ja alles von Bedeutung sein. Auch ist, daß Sie an Blümles schreiben, sie sollen die ganze mitteilen und ihnen ans der Morgenpost" Herz Vernehmung Bezug haben. Die Zengin bleibt u. a. dabei, daß sie bei dieser Zeugin wiederholt sich das Spiel von vorher: Der Beuge Sache der Herrn Stierstädter vor etwa 14, Zagen gesagt habe: die Sache Stierstädter sucht der Zengin allerlei Rebenumstände ins Gedächtnis legen, ja den Ramen Normann nicht zu schonen!- Der Zeuge " " Frieda Woyda Stierstädter erklärt weiter, daß er gar nicht begreifen könne, wie die| Dr. Werthauer erklärt der Zeuge Blümte noch: Stierstädter| daß Sie alles, was Sie von Stierstädter erfuhren, sofort dem Herrn Wolff, ganz Sinns geworden habe davon gesprochen, daß eine ganze Anzahl von Vor der Ihnen so große Versprechungen machte, weiter erzählten?- Zeuge feien. Er bleibe babei, daß auf Blümtes eingewirkt ſein gefesten bestoden zu fein( meine, daß er in der Blimte: Ja, das habe ich gethan, nachdem Frieda Boyda eingestanden müsse. Früher seien sie ihm freundlich und zuvorkommend entgegen Hauptverhandlung noch mit einer leberraschung hervor habe, die unwahrheit gesagt zu haben. Auch eine Lehrerin hatte sie zur gekommen und auch das fleine Mädchen habe ihn immer tommen und Dinge zur Sprache bringen werde, so daß Wahrheit ermahnt. Präs. Frieda ist das wahr? Wer war die Das Ehepaar Blümte habe ja sich Justizrat Sello eine Kugel durch den Kopf schießen werde. Lehrerin? Zeugin Woyda: Es war Frl. Malotti. Sie freundlich begrüßt gehabt. auch wiederholt ihn brieflich benachrichtigt, daß der Direktor Wenn er seinen Abschied nähme, könne er Wertmeister in fagte zu mir, ich hätte mich gegen Gott und den Heiland verdes Detektiv- Instituts" Ju¾" und andre Personen um Spandau werden, da stehe er sich beffer wie jezt. Außerdem er- sündigt und eigentlich müsse ich in eine Erziehungsanstalt. Späier sagte sie mir, daß ich mich gebessert hätte und noch mal ein fie herum seien. Ueber die Anzahl dieser Briefe find Blümkes und halte er 30 000 M. und im Falle einer Freisprechung ordentliches Mädchen werden könne. Staatsanwalt Braut beantragt Herr Stierstädter abermals entgegengesetzter Ansicht. Justizrat Sternbergs noch 120 000 m. Rechtsanwalt Dr. Werthauer die Ladung der genannten Lehrerin. Dr. Sello hält es für ganz auffallend, daß der Zeuge diese Briefe, die doch auf die Untersuchung Bezug hatten und Thatsachen Der Zeuge Stierstädter bestreitet diese Aeußerung, er habe nur beantragt die Ladung des Waisenhaus- Direttors Schuster berührten, die von Wichtigkeit waren, vernichtet und nur einen erzählt, daß ein Vorgesezter sich ihm mit Bestechungs- und des Waisenrats Wertmeister, um jeden bereits einzigen ganz bestimmten Brief aufbewahrt hat. versuchen genähert habe. Es könne keine Rede davon sein, daß er einmal aufgetauchten Verdacht, als sei von dieser Stelle irgendwie Der Zeuge erklärt dies dahin: er habe das, was in den an sich den Posten eines Wertmeisters bekleiden könne. Stierstädter bestreitet auf die Frieda Woyda eingewirkt worden, zu beseitigen. ganz allgemein gehaltenen Briefen gestanden, mündlich Herrn ebenfalls, gefagt zu haben, daß Staatsanwalt Romen auf Ver- Nach weiteren Fragen seitens der Verteidigung vertagt der Präsident v. Trescow mitgeteilt habe, so daß es auf diese Weise zu wendung Sternbergs ins Kriegsministerium versezt die Verhandlung bis Dienstagvormittag 10 Uhr. den Akten gekommen sei. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Dienstag, den 6. November. Opernhaus. Der Barbier von Bagdad. Djamileh. Anfang 71 Uhr. Schauspielhaus. Meine Schwiegertochter. Anfang 72 Uhr. Auf Befragen des Rechtsanwalts worden sei.- Staatsanwalt Braut: Zeuge Blümke, ist es richtig, RANIA** Taubenstr. 48/49. Im Uheater abends 8 Uhr: Eine Wanderung durch die Weltausstellung in Paris. Invalidenstr. 57/62. Die Sonne u. die inneren Planeten. Von K. Graff. Passage- Theater Sanssouci Cirkus Renz- Konzert- Tunnel Täglich: Kottbuserstrasse. Jeden Sonntag, -Vorstellung Montag und Donnerstag: D: ununterbrochen von 12 Uhr mittags bis 11 Uhr nachts. Hoffmanns Nordd. Sänger. Anfang Sonntags 7 Uhr. Entree 50 Pf. Von 5-7: Unterhaltungs- Musik. Jenseits d. krummen Lanke. Bochentags 8 Uhr. Entree 3.Seebataillon 2.Compagnie erster Neues Opern Theater( ron). Tägl. Sternwarte. 12 Debüts specialitat. Fauft. Anfang 7/2 Uhr. Deutsches. Die Macht der Finsternis. Anfang 72 Uhr. Leffing. Johannisfeuer. 71/2 Uhr. Anfang Nachmittags 5-10 Uhr. CASTANS Berliner. Der Rebell. Anfang PANOPTICUM 7 Uhr. Mefidenz. Die Dame von Marim. Anfang 71/2 Uhr. Neues. Die Butterseite. Anfang 7½ Uhr. Westen. Hoffmanns Erzählungen. Anfang 72 Uhr. Schiller. Faust. Anfang 8 Uhr. Secessionsbühne. Der Bildschnitzer. Daheim. Der Bär. Anf. 71/2 Uhr. Central. Boccaccio. Anf. 71/2 Uhr. Thalia. Der Liebesschlüssel. Anfang 72 Uhr. Friedrichstr. 165. Neu! Dahomey- Dorf. 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Anf. 71/2 Uhr. Palast. Specialitäten Vorstellung. Die Regimentsnummer. Anfang 72 Uhr. Passage Panoptikum. Specialis täten Vorstellung. China in Berlin. Anfang mittags 12 Uhr. Urania. Taubenstr. 48/49.( Im Theatersaal) Abends 8 Uhr: Eine Wanderung durch die WeltAusstellung in Paris. 3 Jur Hörsaal: Die Sonne und Von die inneren Planeten." K. Graff. Invalidenstr. 57/62. Täglich abends von 5-10 Uhr: Stern warte. Große Ausstattungspoffe mit Gesang und Tanz. Hauptdarsteller: Thomas, Thielfcher, Helmerding, Junkermann, Baulmüller und Selig und die Damen Milton, Schäffer, Wanovius, Junker- Schatz u. Wehling. Anfang 7 Uhr. Metropol- Theater. Zumi 119. Male: Verkehrte Welt! mit der Hochoriginellen Frauenparade. Vorher: das briliante NovemberSeceffionsbühne. Specialitäten- Programm. Alexanderstr. 40. Die Bildschnitzer. Daheim. Der Bät. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Alice Berley. Bonhair. Brüder Pantzer etc. etc. Beginn der Vorstellung 8 Uhr, der Operette 9 Uhr 15 Min. Rauchen überall gestattet. Schiller Theater Apollo- Theater. ( Wallner Theater). Dienstag, abends 8 Uhr: Faust. Bon Goethe. Fräulein Loreley Der Tragöbie I. Teil. 2. Abenb. Sign. Chavita Mittwoch, abends 8 Uhr: Faust. II. Teil. ( 1. Abend. Das Reich der Mütter.) Donnerstag, abends 8 Uhr: Faust. II. Teil. ( 2. Abend. Fausts Tod u. Erlösung.) Madge Ellis Cäcilie Carola u. 8 hervorragende Specialitäten. Anfang 8 Uhr. Carl Weiss- Theater Palast- Theater Gr. Frankfurterstr. 132. Borlegte Aufführung: Müller und Schulze auf der Pariser Weltausstellung. Anfang 8 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Donnerstag zum 1. Mal: Fauftrecht u. Landfriedensbruch. Histor.- romant. Schauspiel in 3 Atten von E. Ritterfeldt. Circa 100 Mitwirkende. Sonnabend, nachm. 4 Uhr: Rübe abends 71/2 Uhr: Sports Gala- Abend. Beginn der Pantomime 10 Uhr. Berliner Landpartien ult über Ult. Tolle Streiche zu Wasser und zu Lande in 2 Aften. Besonders hervorzuheben: Die Bootskatastrophe auf dem Müggelsee.. Prof. Hermanns fenfationelle Demonftrationen Fesselung und rätselhafte Entfesselung eines Sträflings. Die Flucht aus dem verschlossenen Reisekoffer mitten in der Manege. Zum 1. Male: Mademoiselle Andalusia als weiblicher Jockey. Vorführung aktueller Bilder durch das amerikanische Bioscope". " Europäische Kavallerieen auf 16 Schulpferden. Cirkus Schumann. Heute, Dienstag, den 6. November, abends präc. 71/2 Uhr: Gala- Vorstellung. Riesenerfolg des neuen Programms. Nen! Neu! Neu! 30 Pf Nach jeder Soiree: Tanzkränzchen. Wochentags Tanz frel. Vereins- und Vorzugsbillets wochentags gültig. Säle zu Festlicht. u. Versammlungen. Deutsche Karlstrasse. Nur erstklassige Wochentags 7 Uhr. Sonntags 5 Uhr. Specialitäten. Direktion: J. M. Hütt. Jeden Sonnabend nach der Vorstellung: Tanz ohne Nachzahlung. Berliner Genossenschafts- Bäckerei Schutz- Marke. ( E. G. m. b. H.) Konzerthallen Nene Hochstr. 18. Spandauer Brücke. 4 Täglich ausländische Kapellen 4 Gr. Theater- Vorstellung. Wedding- Park Müller- Strasse 178. Teleph.: Amt Nr. 2931. Plan- Ufer 33. Neinickendorferstr. 65. Unfren werten Kunden und Lesern des„ Vorwärts" zur Aufklärung: Jn Nr. 253 des„ Vorwärts" sagt der Vorstand der Neuen Berliner Ge nossenschafts- Bäckerei in einem Inserat, ohne Beweise anzuführen, folgendes: Seine jezigen Mitglieder( ehemalige Arbeiter von uns) wären durch das fortgesette arbeiterfeindliche tapitalistische Verhalten unsrer Mitglieder gezwungen worden, eine neue Bäckerei zu gründen. Hierzu nur eine Mitteilung. Im Monat Februar d. J. schrieb der " Bäder", Organ der Bäckergesellen, von unsrer Genossenschaft folgendes: Die Arbeitsverhältnisse sind im Vergleich zu den bei den Meistern beschäftigten Gesellen wohl mit die besten, wenn es auch in Bezug auf andre Arbeiter noch hie und da mangelt. Die Löhne find alle gleich und betragen als Anfangslohn für 6 Monate pro Woche 24 M., alsdann für 12 Monate pro Woche 27 M. und dann 30 M. Die Arbeitszeit schwankt zwischen 10-11 Stunden täglich und werden die Woche 6 Arbeitsschichten gemacht, so daß vollständige SonntagsNorddeutsche Sänger. ruhe herrscht. Zur Unterstützung für franke BetriebsBlegler, Wolff, Hohenberg etc.[ arbeiter, sowie vorkommende Unglücks- und Todesfälle Nachher: Tang. W. Trapp. ist ein Fonds von 2500 M. vom Geschäft aus feftgelegt, und ist die Unterstützung so eingerichtet, daß der Arbeiter bei Krankheitsfällen pro Woche mindestens inkl. des Krankengeldes auf 22 M. kommt. Cigliai Reichshallen. Täglich: Stettiner Sänger. Zum Schluß:( nur. noch turze Zeit!) Excellenz kommt! Anfang 8 Uhr. Vorher: Konzert. Diesen Artikel hat das Vorstandsmitglied der Neuen Berliner Ge noffenfchafts- Bäderei Höpfner selbst geschrieben, er ist Redacteur dieses Blatts, und war bis zur Gründung der neuen Genossenschaft als Bäder bei uns beschäftigt. Da die heutigen Verhältnisse diefelben sind, so wird jeder Leser er: kennen, daß die in der fraglichen Annonce gegen unfren Betrieb ge: schleuderten Verdächtigungen auf unwahrheit beruhen. Plättanstalten, Der Vorstand. verdienen ein Vermögen durch den Kauf uns. Trocken-, Plätt- und Glänzmaschine. Restaurants, Hand- u. Kraftbetr., Gas- u. Petrol.- Heizug. Universalmaschine f. sämtl. glatte Wäsche, Kragen u. Manschetten. 600 Stück verkauft. Rumsch& Hammer, Forst- Lausitz. Private, Bruch- Pollmann Möbel empfiehlt sein Lager in Bruchbandagen, Leibbinden, Geradehalter, Spritzen, Suspensors, sowie sämtl. Artikel zur Krankenpflege. Eigene Werkstatt. Lieferant Berlin C., [ 52992* 30. Tinien- Straße 30. 4. Auftreten des Löwen- Baron. Direktor Alb. Schumanns anerkannt für Orts- und Hilfs- Krankenkassen. unerreicht dastehende Orig.- Dressuren. Ferner Auftreten der übrigen neu engagierten Specialitäten. Zum Schluß zum 46. Male: Das größte Manegen- u. Waffer: Schaustück der Gegenwart. 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November, abends 9 Uhr, im ,, Englischen Hof, Neue Noßstraße 3: General- Versammlung des Socialdemokratischen Wahlvereins Socialdemokratischer Wahlverein für den 6. Berl. Reichstags- Wahlkreis. Den Genossen zur Nachricht, daß unfer Mitglied, der Optiker Wilhelm Albrecht, für den 1. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Beuffelstr. 8, am 3. November ver 49 Tages Ordnung: = storben Die Beerdigung findet am Dienstag, 1. Bekanntgabe des Wahlresultats der Kommunalwahl. 2. Vorstands: den 6. d. M., nachmittags 3 Uhr, Kaffenbericht. 3. Neuwahl des Vorstands. 4. Vortrag des Genoffen Rechts- von der Leichenhalle des Central anwalts Fränkl.5. Diskussion. 6. Verschiedenes. [ 236/6 Friedhofs, Friedrichsfelde, aus statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht Der Vorstand. Freitag, 3 Uhr, starb nach schweren Leiden meine gute Frau[ 8976 Minna Eichstädt, geb. Pockrandt. Es erfolgt in dieser Versammlung die Ausgabe der Parteitags: Protokolle; laut Vorstandsbeschluß erhalten nur diejenigen Genossen ein Brotokoll, welche nicht länger als drei Monate mit ihren Beiträgen im Rüc stand sind. Der Vorstand. Zahlreichen Besuch erwartet Vereinigung deutscher Maler und Berufsgenossen! Die Berbang fubt Diena Maler Berlins. Charlottenburgs und Rixdorfs! Dienstag, den 6. November cr., abends 8 1hr, im großen Saale des Gewerkschaftshauses, Engel- llfer Nr. 15: Grosse Versammlung. Tages Ordnung: Die eingegangene Antwort der Berliner Maler- Junung auf unfren eingereichten Lohntarif. Welche Stellung nehmen die Kollegen hierzu ein? Kollegen, Eure Pflicht ist es, in dieser Versammlung zu erscheinen. 125/ 12* Das Agitations- Komitee für Berlin und Brandenburg. Arbeitervertreter- Verein. Beerdigung findet Dienstag, 3 Uhr, von der Leichenhalle des Kaiser Wilhelm- Gedächtniskirchhofs aus statt. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meiner lieben Frau Albertine Poniatowski, geb. Krubke, fage ich allen Bekannten und Kollegen den herzlichsten Dant. Adolf Poniatowski. 8986 Donnerstag, den 8. November 1900, abends präcise 8 Uhr; im Sohnes Otto sage ich allen Ver Gewerkschaftshaus( Saal 3), Engel- Ufer 15: Mitglieder- Versammlung. Tages Ordnung: Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und zahlreichen Kranzspenden bei der Beerdigung meines wandten und Bekannten, sowie den Kollegen der Firma Lennig u. Lazki, sowie dem Verband der Möbelpolierer und dem Gesangverein band in Hand" meinen herzlichsten Dant. Jm Namen der trauernden Angehörigen 1. Bericht aus den Amtlichen Nachrichten" des Reichsversicherungs: 8996] Wilhelm Lemke. Amts und den Amtlichen Nachrichten" der Landesversicherungs- Anstalt Berlin. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Der Vorstand. J. A.: Ed. Warnst, Schriftführer. 53/10 Die Wohnungsnot und die Kohlentenerung. Verein der Tischler Berlins und Umgegend. Referenten: Bruns, Ewald, Rich. Fischer, Glocke, Hoffmann, Heymann, Wurm, Zubeil, Koblenzer, Stadthagen. Zu recht zahlreichem Besuch laden ein Die socialdemokratischen Vertrauenslente Berlins. 221/3 + Herren- Vortrag+ Carl Bruckhoff, Friedrichstr. 10, über: ,, Sogenannte unheilbare Männer leiden". Mittwoch, den 7. November, abends81/ 2 Uhr, i. d. Anhalter Nessource, Heute, Dienstag, den 6. November, abends 8 Uhr, bei Franke, Modernstr. 114. Nur Herren! Eintritt Pallisadenstraße Nr. 9: 199/12 frei! Steine Tellersammlung.[ 9006 ( Vertrauensmänner- Centralisation.) Vertrauensmänner- Versammlung. Jede Werkstelle muß vertreten sein. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Centralverein der Bildhauer Deutschlands ( Zahlstelle Berlin.) Dienstag, den 6. November, abends 84 Uhr: Vertrauensmänner- Versammlungen der Drechsler. Often: Koppenstr. 41 bei Mathes. Südosten u. Südwesten: Admiralstr. 18e bei Mühring. Norden: Brunnenstr. 150 bei Neumann. Tages Ordnung: 1. Bericht der Kommission. 2. Wertstellenangelegenheiten. 3. Verbandsangelegenheiten. Jede Werkstatt muß vertreten sein. Verbandsbuch legitimiert. Bezirk Friedrichsfelde. Donnerstag, den 8. November, abends 82 Uhr, bei Herrn Bube, Prinzen: Allee 30: Bezirks- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Berbandsangelegenheit. 2. Werkstellenangelegenheit. 3. Verschiedenes. Zahlreichen Besuch erwartet Achtung! [ 109/15 Die Ortsverwaltung. Verwaltung Berlin. Dienstag, den 6. November, abends 8 Uhr, im Gewerkschafts: hanse, Engel- Ufer 15: Versammlung. Tages Ordnung: 21/10 1. Geschäftliches. 2. Vortrag über Pest und Bestgefahr. 3. Verschiedenes. Bahlreiches Erscheinen erbittet Die Unterrichtskommission. Achtung! Zimmerer. Atung! Gentral- Kranken- und Sterbekasse der Zimmerer ( E. H. Nr. 2 Hamburg). Dertliche Verwaltung Berlin. Freitag, den 9. November, abends 8, hr, in den Arminhallen, Kommandantenstr. 20: Mitglieder Versammlung. Tages Ordnung: Der Vorstand. Orts- Krankenkasse Boxhagen- Rummelsburg. Dienstag, 20. November 1900, abends 8 Uhr: General Versammlung im Weigelschen Lokale, hier, Türrschmidt- Straße Nr. 45. Tagesordnung: 1. Wahl von Vorstandsmitgliedern: 1 Arbeitgeber, 4 Arbeitnehmer. 2. Statutenänderung. Bei§ 30 Abs. 1 ist statt der Worte für sechs Wochen zu setzen: für vier Wochen. 3. Verschiedenes. Rummelsburg, den 3. November 1900. 273/15 Der Vorstand. Bfb.- Colli M. Naturbutter 10 bofft. 5,50 Blütenhonig M. 4, 259/12 5925] Joczes, Probuzna via Myslowitz. 1. Abrechnung vom dritten Quartal 1900. 2. Staffenangelegenheiten. Mitgliedsbuch legitimiert. Der Vorstand. A. Gruse, Barnimstr. 41 a. Gemeinde. rationeGrosser astronomischer Vortrag Herren- und Damenschneider! Am Dienstag, den 6. November, abends 81/2 Uhr, im Lokal Arminhallen, Kommandantenstr. 20: Große öffentliche Versammlung Tages Ordnung: 1. Die Ausländer und ihre Pflichten. Referent Kollege Täterow. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 164/19 Die ausländischen Kollegen sind hierzu besonders eingeladen. Zahlreichen Besuch erwartet Der Vertrauensmann. Verband der Möbelpolierer. Morgen, Mittwoch, abends 64 Uhr: Werkstatt- Sihungen in folgenden Lotalen: Schönhauser Allee 161, Grünthalerstr. 6, Patlitzstrasse 10, Pasewalkerstr. 3, Swinemünderstrasse 26, Grenadierstr. 33, Lichtenbergerstrasse 21, Andreasstrasse 26, Koppenstr. 29, Memelerstr. 67, Waldemarstrasse 75, Admiralstr. 18c, Kommandantenstr. 20, Blücherstr. 42, Bergmann- u. BellealliancestrassenEcke. Für Rixdorf Hermannstr. 120. Für Weissensee Lehderstr. 5. Für Friedrichsberg und Rummelsburg Friedrich- Karlstrasse 11. Näheres daselbst. Pflicht eines jeden Stoflegen ist es, in der Sigung zu erscheinen, wo die Weristelle am nächsten liegt. Die Kollegen aus den Möbelgeschäften usw., welche später Feierabend haben, werden ge beten, nach der Kommandantenstraße 20 zu gehen. Die Genossen, speciell die Tischler und Maschinenarbeiter werden ersucht, die Möbelpolierer, die teinen„ Borwärts" lesen, darauf aufmerksam zu machen. Der Vorstand. 148/2 Deutscher Buchbinder- Verband. Zahlstelle Berlin. Mittwoch, den 7. November, abends 82 Uhr: Telephon Amt IV 447. des Direktors der Treptower Herrn G. Archenhold Sternwarte über: Kometen und Sternschnuppen! mit zahlreichen Lichtbildern Sonnabend, den 17. November, abends 8 Uhr, in Kellers grossem Saal, Koppenstr. 29. Vor dem Vortrag und während der Pausen: Grosses Instrumentalkonzert. Nach dem Vortrag: Grosser Ball. Anfang des Konzerts 8 Uhr. [ 62/8 Eintrittskarten a 25 Pf. sind in den bekannten Billetstellen der Freireligiösen Gemeinde zu haben. Der gesamte Ueberschuss wird dem Baufonds der Gemeinde überwiesen. Begrtindung des Geschäfts 1878.00 M. Schulmeister en gros Schneidermeister en detail 56949* Dresdenerstraße 4, am Kottbuser Thor. Herren- und Knaben- Hohenzollern- Mäntel. Herbft- und Winter- Paletots in Estimo, Cheviot Ausserordentliche General- Versammlung ge im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15. Tages Ordnung: 1. Geschäfts: und Kaffenbericht. 2. Ergänzungswahl zur Orts. verwaltung. 3. Abrechnung von der Urania Vorstellung. 4. Ver: bandsangelegenheiten und Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert. Das vollzählige Erscheinen der Mitglieder ist dringend notwendig. 26/18 Die Ortsverwaltung. Die Liften zur Urabstimmung bitten wir bis spätestens Sonnabend, ben 10. November, abzuliefern. Rock- Anzüge Jackett- Anzüge. Beinkleider. von Mt. 27 an " 23. 15 " " und Krimmer bon 16,50-42 Mr. Winter- Joppen.. von Met. 5 an Schlafröcke " " 8,50, Jünglings- Anzüge 12. " " 5. Knaben- Joppen, einzelne Hosen. Knaben- Anzüge zu außergewöhnlich billigen Preisen. Bestellungen nach Maß von englischen. franzöfifchen und deutschen Stoffen werden in eigner Werkstatt unter meiner persönlichen Leitung gut n. billig ausgeführt. Streng reelle Bedienung. Telephon Amt IV 447. 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( Ohne Gewähr.) 15 189 261 70 333 756 62 64 930 46[ 300] 1044 93 145 ( 500) 445 649 730 960 80 2071 117 281 96 332 409 13 90 609 26 826 81 958 3006 211 56 67 453[ 1000] 76 662[ 300] 68 807[ 300] 4191 346 446 60 741 996 5071 140 360 412 34[ 1000] 576 837 930 98 6179[ 300] 245 66 366 79 99-423 39 90 693 857 7236[ 500] 323 65 75 542 43 971 8041 256 65[ 800] 549 610 95 844 955[ 1000] 62 9143 68[ 1000] 98 213 61 306 509 29 63 615 50 68 856 10055 181 83 245 93 371 629 32 783 817 972 98 195 96[ 1000] 296 340 447 544 50 740 852 941 11026 89 12076 306 373 601( 3000] 922 114193 271 78 364 441 539 53 633 821 28 40[ 300] 115081 111 78 215 382[ 1000] 591 754 116323 418 55 79[ 3000] 548 645 82 99 826 944 117035 60 499 528. [ 300] 81 696 768[ 1000] 894 931 118002 11 71 436[ 300] 968 119044 59 93 140 208[ 500] 336 65 404 48[ 3000] 824 945 120184 282 495 97 571 620 961 121033[ 500] 187 351 83 438 538 811 68 122104 27 407 676 77 738 57 883 908 25 76 123072 177 232 37 590 91 99 755 908 74 124018 38 95 178 280 327 456 73 518 24 904 125261 72 416 38 584 632 88 917 127082 29 128044 154 207 93[ 500] 333 469 97[ 500] 680 718 75 864 910 44[ 1000) 126390 532 699 705[ 300] 28 1500] 196 234 420 46 69 546[ 500) 608 74 900 12804 1026 89 56 95122930 68 80 91 127 35 286 379 403 8 11 96 587 648 753 130117 327[ 1000] 42 78[ 5000] 409 25 74 81 735 40 74 81 75 [ 3000] 54 849 953 69 131000 125 263 93 325[ 300] 663 933 132164 431 514 632 862 973 133003 196 381 545 63 134059 92 252 325 48 66 565 864 907 49 90 135082 87 166 229[ 300] 346 531 856[ 5000] 929 136111 288 620 85 767 77 94 841 924 77 84[ 500] 86 137044 64 290 97 328 582 741 74 76 864 88 958 138065 67 501 605 710 18 813 41 139040[ 1000] 16 328 51 800 18 437 578 733 36 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Eine Während sie in der Nähe der Kaserne ihren Uebungen in der Spree Zwei Denkmäler stehen einander am Leipziger Plaz gegenüber. der Magistrat empfehlen zu müssen geglaubt, Einschränkung in dieser Hinsicht hat weder die Armendirektion noch oblagen, beobachteten sie, wie vom entgegengesetzten Ufer ein Lafts. Des Grafen Wrangel, dem das eine geweiht ist, erinnert sich der Arbeitsfreudigkeit der weiblichen Mitglieder von vornherein zu dem Hoffpediteur Nicolai, der Mühlenstraße 68 eine Kohlen- Entladeum nicht die wagen mit zwei Pferden in die Spree stürzte. Das Gefährt gehörte. Berliner gern als einer anekdotenbehafteten Person, die in schwierigen beeinträchtigen. Die Vorlage weist auf den Wert der weiblichen stelle an der Spree eingerichtet hat. Als ein Kutscher einen leeren Streitfragen über die Feinheiten unsrer jottvollen Mundart als Silfsthätigkeit hin, wie er vom„ deutschen Verein für Armenpflege Wagen an den mechanischen Krahn heranschieben wollte, bekam der Autorität galt und sich in späteren Tagen bei der lieben Jugend durch und Wohlthätigkeit" anerkannt und in verschiedenen Städten durch Wagen das Uebergewicht und stürzte in die Spree hinab auf den Spenden von blanken Kupfermünzen einen Namen erwarb. Ist man sich die Praris erwiesen worden sei. Zur Beruhigung der Gegner der dort ankernden beladenen Kohlenkahn, wobei die Pferde mit hinabsomit selbst über die civilistischen Verdienste des alten Wrangel einig, Gleichberechtigung wird zugleich hervorgehoben, daß Nachteile von gerissen wurden. Auf den Hilferuf kamen die Pioniere über die so fällt die Beantwortung der Frage, warum auf der andren der Stimmfähigkeit der Frauen schon deshalb nicht zu befürchten Spree gerudert, um die Pferde zu retten. Dies war jedoch mit Straßenseite dem Grafen Brandenburg ein Standbild er feien, weil diese voraussichtlich in den Kommissionen in geringerer erheblichen Schierigkeiten verknüpft, da die Pferde fich im Geschirr richtet worden ist, umso schwerer. Bahl als die Männer vertreten sein würden. Was die Schaffung von start verkoppelt hatten. Schließlich gelang jedoch die Loslösung der In den landläufigen Geschichtsbüchern steht zwar verschämt an- Armentreisen betrifft, so hofft man dadurch eine Decentralisation Tiere vom Wagen, worauf sie mittels Leinen nach dem gegenübergedeutet, daß Graf Brandenburg ein natürlicher Sohn des Liebe der Armenpflege zu erreichen. Die Geschäfte des Armenkreises führt liegenden Ufer der Spree gezogen und dort gelandet wurden. Eins bedürftigen Preußenkönigs Friedrich Wilhelms II. war, und der Armenkreis- Vorsteher und die Armentreis- Versammlung, die aus den der Tiere war bereits verendet, und auch das zweite dürfte kaum ferner, daß er 1848 durch Ablösung des Ministeriums Pfuel die zag Vorstehern der Armentommissionen gebildet wird. Die Kreis- davonkommen, da es viel Wasser schluckte. Die in drei Zügen alarhafte Reaktion in eine dreiste umgewandelt hat, aber damit hört versammlung ist zuständig zur Beschlußfaffung über Unterfiügungen, mierte Feuerwehr konnte nach Bergung des Wagens bald wieder auch die Wissenschaft über den Grafen auf. auch sein Verdienst nicht ohne, und weil heute feit feinem über Beschwerden von Unterstüßten, zur Entscheidung über Entziehung an dem Spreeufer zurückzuführen. Und dennoch ist die die Höchstsäße überschreiten, zur Entscheidung in erster Instanz abrücken. Der Unfall ist auf das gänzliche Fehlen einer Bordschwelle am 6. November erfolgten Tode gerade fünfzig der Unterstützung wegen Univürdigkeit, über Gewährung von UnterJahre verflossen sind, wollen wir alt die in ver= stäubten Attenschränken begrabene Thatsache erinnern, daß Graf höchstbetrag überschreiten würden ufiv. Von einem Zuge zermalmt wurde in der Nacht zu gestern stügungen, die zusammen mit Unfall, Invaliden- usw. Renten den die 34 Jahre alte Witwe Hulda Grunow geb. Busse aus der Die Vorlage erfüllt, wie Brandenburg in unsrer Zeit der agrarischen Brotwucher: man sieht, zunächst nur einen geringen Teil der Wünsche, die bezüglich Bergstraße 14 zu Fürstenwalde. Die Frau wollte kurz vor 12 Uhr Begünstigung und des mit 12000 M. Trinkgeld geförderten einer Reform der Armenpflege seit langem geäußert worden find. mit ihrem Bräutigam den Vorortzug benutzen, um nach FürstenBuchthaus turfes ein Mann von bleibendem Werte genannt Die Befimmungen, wie hoch die Unterüügungen bemessen werden Stralau- Rummelsburg herabfommend, fehen beide den Zug von walde zurückzufahren. Von dem Stadt- und Ringbahnhofe werden darf, ein moderner Mann, der dem Staate der Socialreform sollen, wie weit Renten- und sonstige feste Bezüge angerechnet Berlin bereits heranfahren, bemerkten dann aber nicht, daß er noch auch heute noch zur Zierde gereichen würde. Unfre Agrarier gar werden sollen, werden dadurch gar nicht berührt. Der Magistrat ist teine Einfahrt hatte. Auf dem Vorortbahnhofe Straluru Rummels werden ihm vielleicht noch ein zweites Denkmal sehen, wenn sie von sogar der Ansicht, daß diese Dinge gar nicht Gegenstand eines Geburg, ver bis zum viergeleifigen Ausbau der Strecke auch noch die seiner Beharrlichkeit vernehmen. Wir müssen uns auf einige Augenblicke in die socialen Zustände an der ganzen Reform des Armenwesens. meindebeschlusses zu sein haben. Sie sind aber gerade das wichtigste Fernzüge durchlaffen muß, liegt der Bahnsteig für beide Geleiſe auf der vormärzlichen Zeit zurückversezen. In den östlichen Provinzen der nördlichen Seite. Die Fahrgäste nach Berlin besteigen des Königreichs Preußen wurde der ansässige Käthner vom Das Pensionsgesuch des Stadtschulrats Dr. Bertram ist den Zug unmittelbar vom Steige aus, die Fahrgäste nach außerhalb gnädigen Gutsherrn gezwickt, daß es nur so eine Art war. von der Stadtverordneten- Berfammlung genehmigt worden. Die dagegen müssen, um an den Bug zu gelangen, zunächst das erste, Grundzins, Wächtergeld, Spinngeld, Eiergeld, Besengeld, Hühnerzins, Bersammlung hat zugleich in ihrer legten geheimen Sigung be- Geleise überschreiten. In der Hast lief nun Frau Grunow un Garuzins, Wachszins, Bienenzins, Haferzins, Robotdienste, Laudemien, schlossen, dem Scheidenden das volle Gehalt als Pension zu mittelbar vom Ringbahnhof her über das erste Geleise hinweg, Marktgroschen und wie die Abgaben alle hießen, wurden erbarmungs- gewähren. ebenso ihr Bräutigam. Jezt erst sahen sie, daß der Zug noch feine los eingetrieben. Nun gab es aber eine Menschenklasse auf dem Preiserhöhung für Rafieren und Haarschneiden. Die Einfahrt hatte und wollten auf den Bahnsteig zurück, während gerade Lande, die nicht durch den Besitz eines sei es auch noch so fleinen Obermeister der drei Berliner Barbier- und Friseur- Junungen sowie der Posener Personenzug Nr. 206 herankam, den sie nicht sahen. Der Stückchen Lands zum gnädigen Herrn in Beziehung zu bringen war der Vorsitzende der Freien Vereinigung selbständiger Barbiere und Bräutigam erreichte noch den Bahnsteig. Als er sich dann nach und die auch nicht bei ihm oder beim Bauern in Diensten stand. Friseure haben gemeinsam ein Rundschreiben an alle Barbiere und feiner Braut umwandte, wurde diese gerade von dem Personenzug Es waren dies die Leute, die bei den Bauern ein Stübchen ge- Friseure erlaffen. Sie fordern ihre Berufskollegen zunächst, auf Ber- gefaßt, umgeworfen und in Stücke gefahren. Die Unglüdliche war mietet hatten, Dorfhandwerker, Grubenarbeiter oder Weber. Von anlaffung des Polizeipräsidiums, eindringlichst auf, die Grundfäße der sofort tot. dieser zahlreichen Menschenklasse wußte aber dennoch die Hygiene zu beachten und in den Barbierstuben wie bei der Arbeit die Im Verein für volkstümliche Kurse von Berliner Hochschul gutsherrliche Habgier ihr Teil zu erpressen, und zwar größte Sauberkeit walten zu lassen. Behördlicherseits werde eine lehrern beginnt am Dienstag, den 6. b. M., 8 Uhr abends, im tönigl. geschah dies in Gestalt des Schutz- oder Juris strenge Kontrolle hierüber geführt werden, von deren Ergebnis es Französischen Gymnasium, Reichstags- Ufer 6, der Vortragskursus der Herren Diktionsgeldes, für dessen Erhebung der Umstand als abhängt, ob nicht doch noch besondere polizeiliche Vorschriften über Geh. Reg.- Rat Prof. Dr. Diels und Privatdocenten Dr. Helm über Vorwand dienen mußte, daß in dem Falle, daß einer der Inlieger die Hygiene in den Barbierläden erlassen werden sollen. Angesichts 1 M. für den 6 Abende umfassenden Kursus find zu haben bei: Belling, Einführung in die lateinische Sprache". Eintrittstarten zum Preise von durch Hunger zum Stehlen oder sonst zu einem Verbrechen getrieben der stets wachsenden Geschäftskosten, der Verteuerung der Wäsche, W., Leipzigerstr. 136; Schütz, O., Holzmarktstr. 60; Tischendörfer, C., wurde, der Gutsherr die Kosten für den Unterhalt im Buchthaus zu der Seife und des sonstigen Materials, sowie der Miete, Kohlen und Sophieuftr. 20; Trautweinsche Buchhandlung, W., Leipzigerstr. 13; Centralsahlen hatte. Dies Geld wurde von Leuten, deren Tagesverdienst sich, wenn Lebensmittel, erscheine auch für das Barbiergewerbe eine Preisstelle für Arbeiter- Wohlfahrtseinrichtungen, W., Röthenerstr. 23. es gut ging, auf drei bis vier Silbergroschen belief, in höhe von steigerung dringend geboten. Es soll ein Minimalpreis von ein bis zwei Thalern erhoben. Außer dem Schußgeld hatten fie 15 Bf. für Rafieren und 35 Bf. für Haarschneiden für sämtliche Feuerbericht. Kurzschluß in der Dresdener Bank am Opern natürlich noch Abgaben an Staat, Kirche, Schule und Gemeinde zu Barbiergeschäfte Berlins, ohne Rücksicht auf den Umfang des Betriebs, Die Gefahr fonnte indes schnell beseitigt werden. Außerdem hatte, plag verursachte Sonntagabend eine Alarmierund mehrerer Löschzüge. zahlen. eingeführt werden. die Wehr in der Zwischenzeit noch mehrere kleinere Brände zu löschen. Der Prozeß um den Nachlah der ,, Gipsschulzen" ist am In einem Mehl- und Borkostgeschäft Reinickendorferstr. 56 hatten Sonnabend zu Üngunsten des Rauchfangtehrermeisters Ludwig Luz Möbel, Decken und der Fußboden Feuer gefangen. Auch Reinidens aus Hermannstadt in Siebenbürgen entschieden worden. Die Civil- dorferstraße 60 a mußte ein Wohnungsbrand abgelöscht werden. tammer des töniglichen Landgerichts I hat sich nicht von der an- Hierbei erlitt eine Person Brandwunden an den Händen. Trockengeblichen Erbberechtigung des Klägers überzeugen tönnen, umſo- gerüste und Wäsche waren Wallstr. 16 in Brand geraten. weniger, als der Taufschein der Mutter des Luz einen andren Vornamen aufweist, als die ermordete Frau Minna Schulze befaß und somit nicht erst der Beweis anzutreten war, daß L. wirklich der Sohn der Gipsschulzen" gewesen ist. Auf die Erbschaftsmaffe Wie man fich alter Arbeiter entledigt. In Nowawes tochter der Schulze, Klara Schulze, Anspruch, welche gegenwärtig folgendermaßen debütierte. In der Fabrik befinden sich eine Anzahl haben nur noch drei Berfonen, Verwandte der ermordeten Stief hat die große Kammgarnspinnerei eine neue Direktion erhalten, die noch darum mit dem Pfleger des Nachlasses, Rechtsanwalt Holz, Arbeiter, die dort zehn bis dreißig Jahre ihre beste Kraft für " Dieser Mann, der jährlich 30-40 000 Thaler Einfünfte hatte, Schwindeleien den Strafbehörden und den Irrenärzten schon viel zu feierte im verflossenen Sommer sein 25jähriges Jubiläum und wurde Hauptmann Sidney O'Danne, der wegen seiner zahlreichen das Gedeihen des Geschäfts geopfert haben. Einer der Arbeiter dem in Breslau auf Kosten des steuerzahlenden Volts ein Ba la st erbaut und da hinein bloß aus Berlin für 40 000 Thaler Möbeln, schaffen gemacht hat, ist in der Neuen Charité noch einmal auf bei dieser Gelegenheit nicht allein vom Direktor mit einer ehrenden dito auf Kosten des Bolts, beschafft wurden: dieser selbe Mann einen Geisteszustand untersucht und für unzurechnungsfähig er- Ansprache, sondern auch mit einem Geschenk in Höhe von dito auf Kosten des Volts, beschafft wurden: dieser selbe Mann tannt worden. Er befindet sich seit Ablauf der Beobachtungszeit in 100. bedacht. Am legten Lohntag, sieben Wochen vor, Wir brauchen wohl nicht erst auseinanderzusetzen, daß die Er hebung des Schutzgeldes als eine besondere Jufamie betrachtet wurde. Allerdings muß gesagt werden, daß die Infamie auch diesem und jenem Adeligen einleuchtete und er daher von der Erhebung des Sündengeldes absah. Aber diese anständigen Elemente waren sehr in der Minderzahl; im großen Ganzen lachten die großen Grundbefizer über die liberalen Entrüftungsrufe. Und als einer, der der Empörung besonders auffällig trotte, der bei Eintreibung des Blutgelds mit eisenfester Härte verfuhr, war Graf Branden burg bekannt. g Wilhelm Wolff, jener tapfere Mann, den Karl Marg durch Widmung des Kapitals" für alle Beiten ein Denkmal gefeßt hat, schrieb im März 1849 über den damaligen preußischen Minister- prozeffieren. präsidenten in der Neuen Rheinischen Zeitung": 9 Aus den Nachbarorten. hatte noch lange nicht genug. Als gnädiger" Herr der Herr der Anstalt Herzberge. Sein Berteidiger Rechtsanwalt Dr. Morris dem chriftlichen Fest der Liebe, ist diesen alten Arbeitern fchaft Domanze unweit des Bobtenbergs hat er feinen Augenblick angestanden, die Inlieger in seinen Dörfern eben hat nunmehr beantragt, ihn in Privatpflege unterbringen zu lassen. aufgegeben worden, sich anderswo Arbeit zu suchen. Das Augenblid angestanden, die Julieger in seinen Dörfern eben. Die Kriminalisten hielten früheren irrenärztlichen Gutachten gegenüber heißt, sie sollen verhungern oder der Armenverwaltung zur Laft falls zur 8ahlung des Schußgelds au awingen. baran fest, daß der ehemalige Hauptmann nicht geistestrant, sondern 0 3 V Bon ausgehungerten armen Taglöhnern, die für ihre Kinder nicht ein geriebener Hochstapler sei, der die Anschauungen der Irrenärzte fallen, denn vom Finden andrer Arbeit kann ſelbſtverſtändlich bei genügen startoffeln, geſchweige benn Brot erschwingen konnten, über seinen Geiſteszustand auf das schlaueste auszunuzen verstehe ihnen nicht die Rede sein. Eine reizende Erfüllung der ſocialen bezog dieser Mann„ Schußgeld", während er für die Erziehung seiner Auch der Gift mörder vom Teufelsfee, Jaenide, ist zur Pflichten, mit der in diesem Falle das Unternehmertum glänzt. Kinder, wie wir das in betreff früherer Jahre bestimmt wissen, Giftmorder Kinder, wie wir das in betreff früherer Jahre bestimmt wissen, Beobachtung seines Geisteszustands nach der Charitee gebracht worden. jährlich noch 800 Thaler sogenannte Erziehungsgelder" Die nächste Sitzung der Charlottenburger Stadtbekam, und wir schließen mit der Frage, ob der oftroyierte Minifter- r verhält sich sehr ruhig, bleibt aber dabei, daß alle seine Angaben verordneten- Bersammlung weist wieder eine reiche Tagesordnung präfident in Berlin, bei seinem nicht unbedeutenden Privat über die Zauberbücher 2c. richtig seien. auf. Außer der Vorlage betr. Einfeßung einer gemischten Depu bermögen und seinem enormen Gehalt, auch jezt noch jenes Vor den Augen seines fünfjährigen Sohns in die Spree tation zur Beratung über die Frage der Beschaffung von jährliche Almofen von 800 Thalern, wovon zehn seiner ihm gesprungen ist vorgestern nachmittag der 30 Jahre alte Ignaz Wohnungen dürfte das meiste Intereffe der von unsren GeSchußgeld zahlenden Inlieger mit Beib und Kind auskommen Ruded aus der Boyenstraße 29. Ruded war 6 Jahre verheiratet noffen geftelte Antrag auf Ankauf von Kohlen und Abgabe fönnten, fortbezieht?" und Vater von zwei Kindern, einem fünfjährigen Sohn Erich und zum Selbsttostenpreise an die Einwohner der Stadt beanspruchen. Auch ein Nichtagrarier wird begreifen, daß solchem Mann ein einer dreijährigen Tochter Helene. Unbegründete Eifersucht, die er von großer Bedeutung ist ferner die Vorlage betr. den Bau des Denkmal gebührte. Hoffentlich sehen wir heute einen vom Vorstand gegen seine Fran hegte, veranlaßte diese anfangs dieses Jahrs, ihren neuen Krantenhauses am Spandauer Berg. Der des Bunds der Landwirte gespendeten Lorbeerkranz zu Mann zu verlassen; sie zog mit dem Mädchen zu einer Schwester, Magistrat beantragt: 1. Die Zustimmung zu den SpecialFüßen des Standbilds. während der Knabe bei dem Vater blieb. Rudeck wurde seitdem von projeften für die Pavillons 1-8 nebst den dazu ge= Tag zu Tag unverträglicher. Nachdem er am Donnerstag die Miete hörigen Aufnahme- Abteilungen und Verbindungsgängen und Der Plan der Errichtung einer Pensionskaffe für die in bezahlt hatte, ging er vorgestern morgen um 43/4 Uhr mit dem Knaben die Bewilligung der Kosten in Höhe von 1965 593 W. 2. Die den städtischen Betrieben beschäftigten Arbeiter wird die Stadt- von Haufe weg. Nachmittags fand man den Knaben an der Fuß- Bustimmung zu dem Voranschlag für den Neubau mit einer Belegverordneten Bersammlung in ihrer nächsten Sigung beschäftigen. gänger Brücke bei der Eisenbahn Brüde zwischen Stralau und schaft von 580 Betten, der mit einer Summe von 5 150 283 m. ab= Der Magiftrat legt der Versammlung einen Entwurf vor, der Treptow weinend am Ufer. Bei ihm lag der Stock seines Vaters. fchließt. Die speciellen Projekte und Kostenanschläge, soweit sie nicht schwerlich ohne Widerspruch hingenommen werden wird. Voraus- Dieser war, wie das Kind erzählte, vor seinen Augen ins Wasser durch Nr. 1 erledigt find, sollen vor der Ausführung zur Genehmigung fegung der Gewährung von Ruhegeld an einen ohne eignes Ber- gesprungen und gleich untergegangen und ertrunken. Das sind wurde vorgelegt werden. Eine Interpellation Ströhler und Gen., betr. schulden dauernd erwerbsunfähig gewordenen städtischen Arbeiter von der Rummelsburger Polizei aufgehoben, bis die Mutter ermittelt Beurlaubung der Magistratsmitglieder, hat der foll eine zehnjährige ununterbrochene Dauer bes Arbeits- war und es zu sich nahm. Magistrat zu beantworten abgelehnt; nichtsdestoweniger wird sich verhältnisses sein. Die Arbeitszeit bor Vollendung des 21. Lebensjahres wird nicht berüdsichtigt. Durch die Explosion einer Lampe find gestern, Montag voraussichtlich eine längere Debatte daran knüpfen. Weitere Vors Bollendung des 50. Lebensjahres oder nach bereits eingetretener worden. Wer erst nach nachmittag, vier Arbeiter zum Teil schwer verlegt lagen betreffen die Erweiterung des Kabelneges, den Der Unfall ereignete sich in der Stammfabrit von Anlauf des Karpfenteich Geländes, eine Kenderung Beschränkung der Arbeitsfähigkeit, z. B. bei törperlichen Gebrechen, Döbbelin, Fehrbellinerstr. 14. Bei der Arbeit entwickelt sich dort der noch zu begebenden dritten Abteilung der 1895er Anleihe, die oder durch Vermittelung der Armenverwaltung in städtische Dienste viel Staub, auch von dem leicht brennbaren Celluloid, der sich auf der Regulierung der Straße 28a- V1-3 zwischen Beusselstraße und genommen wird, ist von der Penfionsberechtigung ausgeschlossen. Kleidung der Arbeiter ablagert. Die Kleider der zunächststehenden Reuchlinstraße und geftſegung der Lehrpersonalstellen an Das Ruhegehalt beträgt nach zehnjährigem Dienst 15/60 des durch Leute fingen daher, als eine Lampe explodierte, leicht Feuer. einrichtung von Klaffen 26 Stellen neu geschaffen werden, und zwar Den Gemeindefculen für 1901. den Gemeindeschulen für 1901. Es follen infolge NeuJahresverdienstes, steigend mit jedem weiteren Bier Mann waren bald mehr oder weniger in Flammen eingehüllt. einrichtung von Klaffen 26 Stellen neu geschaffen werden, und zwar Dienstjahr um 1/60 bis zum Höchstbetrage von 15/60. Das Die Mitarbeiter und Hausbewohner eilten den Unglüdlichen, die ins für 1 Reftor, 18 Lehrer, 5 wissenschaftliche Lehrerinnen und zwei Wittwengeld beträgt 4/10 des dem Mann zu gewährenden Freie hinausstürzten, zu Hilfe und erstickten das Feuer durch leber- technische Lehrerinnen. Endlich steht auch die neue Geschäftsordnung Ruhegelds, das Waifengeld für jedes Kind 1/5 des Witwen- werfen von Deden und dergleichen. Alle vier wurden auf die zur Beratung, die die Rechte der Minderheit in verschiedenen Bunkten gelds, wenn die Mutter lebt, aber 1/3, wenn sie nicht mehr Rettungswache 3 in der Kastanienallee gebracht und dort verbunden. erheblich einschränkt. Yebt oder kein Wittwengeld bekommt. Beiträge werden von den Der 64 Jahre alte Stammmacher Julius Branlewis aus Arbeitern nicht erhoben nicht aus Großmut, sondern um zu ver- der Krautstr. 51 a und Rigdorf. Die Ergänzungswahlen für die Stadtverordneten hindern, daß das Ruhegehalt und die Hinterbliebenenversorgung als Blaschlewis vom Elisabeth- Ufer 31 der 25jährige Sammmacher Gustav Bersammlung finden staft: für die dritte Abteilung, und zwar im waren ant Geficht, 2., 3., 4., 6., 8., 9., 13., 14. und 15. Wahlbezirk, am Donnerstag, flagbares Recht gefordert werden können. Die Pensionen können am Raden, an den Armen und Händen so schwer den 22. November, von vormittags 10 bis nachmittags 6 Uhr, für nicht nur jederzeit in ihrer Höhe geändert, sondern auch völlig ent- verbrannt, daß man sie von der Rettungswache in ein Krankenhaus die zweite Abteilung am Freitag, den 23. November, von vormittags zogen werden. Auch kann die Pensionskasse jederzeit wieder auf bringen mußte. gehoben werden. Ob die städtischen Arbeiter von diesem Entwurf 33jährigen Kammmachers Karl Böttcher aus der Samariterftr. 40 abend, den 24. November, nachmittags von 3-5 Uhr. Weniger schlimm wären die Verletzungen des 10 bis nachmittags 6 Uhr und für die erste Abteilung am Sonnsehr erbaut sein werden? und des 27 Jahre alten Kammmachers Wilhelm Schmidt vom Zur Reform des Berliner Armenwesend. Der Magistrat Weidenweg Nr. 57. Diese beiden hatten sich namentlich die Haut Hat der Stadtverordneten- Versammlung soeben die seit langem er verbrannt. Sie konnten sich in ihre Wohnung begeben. Der Brand, wartete Vorlage über die Reform des Armenwesens der durch die Explosion in dem Fabrikraum entstand, wurde von der zugehen laffen. Die von der Armendirektion vorgeschlagenen und Feuerwehr gelöscht. Bei dem Auflauf vor der Rettungswache geriet der vom Magistratskollegium angenommenen Aenderungen, denen die fünfjährige Sohn Walter des Gürtlers Schüler aus der SchwedterStadtverordneten Bersammlung ihre Zustimmung erteilen foll, ftraße 42 unter einen Laftwagen und brach sich das linke Bein. Uuter dem Verdacht des Kindesmords ist Sonntagnachmittag bestehen in zwei Hauptpunkten. Es sollen fünftig auch Frauen zu Mitgliedern der Armenkommissionen gewählt werden können, die 22 Jahre alte Berläuferin Anna H., die in der Dennewigstraße und je zehn bis fünfzehn Kommissionen follen zu Armen- Nr. 22 in Stellung war, verhaftet worden. Man fand ihr neutreisen zusammengefaßt werden, die ein Bindeglied zwischen geborenes Kind als Leiche in der Ofenröhre. schnittlichen " Vereinskalender. Arbeiter- Sängerbund Berlins und der Umgegend. Borsigender: Rich. Thate, Schöneberg, Grunewaldstr. 99. Erster Kassierer: Seifrit Fidicinftr. 16. Alle Aenderungen im Bereinskalender find zu richten an Otto Rasche, Reichenbergerstr. 115 a. Dienstag, Uebungsstunde abends Bimmermann," Grüner Weg 29. 9-11 Uhr. Olympia", " Gerechtigkeit"( Westen), Werner, Bülowftr. 59. Manteuffelstr. 88.-reuzberg", einge, Bergmannstr. 70 Gbelweiß". Hand in Hand I", Schneider, Süpple, Melchiorstraße 15. Echo", Mündner, Linienstr. 19... Wiederhall", Schnieber, Admiralstr. 21. Freiheit II", Schmauser, 21 n Vermischtes. 1900. Marktpreise von Berlin am 3. November 1900 nach Ermittlungen des fgl. Polizeipräsidiums. Welgen, gut D.- Ctr. mittel gering Moggen, gut " n mittel gering " 111 do. Bauch Bahlreiche in ben Tert eingeftreute Juftrationen Adlershof, Bismardstraße 16. Myrthenblätter" Spät, Georgenkirch: Abt. Summetsburg. Die Mitglieder werben noch besonders ein| Saut und ihre Pflege. ftraße 65. unterstützen in wirksamer Weise das Verständnis des Lesers. Unverzagt II", Bachstein, Salgwedelerstr. 16. Fretes geladen. Lied", Friedrichsberg, Schuhmann, Frankfurter Allee 181. Note Nelle II", Central- Kranten und Sterbekaffe für Frauen und Mädchen Das Wert wird in Lieferungen von je 32 Seiten a 20 Pf. erscheinen Rosin, Ruppinerstr. 42." Vorwärts IV", Schulze, Rathenow, Jägerstr. in Deutschland( E. S. 26), Offenbach a. M. Verwaltungsstelle Berlin I. und in 25 Heften komplett vorliegen. Bestellungen nehmen alle BuchAlle vierzehn Tage erscheint Alpenglode", Gold, Große Frankfurterstr. 133. Webbinger Harmonie", Dienstag, den 6. November, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel handlungen und Kolporteure entgegen. ein Heft. Milbrodt, Müllerstr. 7. Borwärts VIII", Schurbaum, Marwis in ufer 15( Sof lints 1 Tr., Saal 7): Hauptversammlung. der Mart. Sangeslust", Bergmann, Basewalterstr. 3. Weiße Centralverein der Bureau- Augestellten Deutschlands.( Mitglied- Protokoll über die Verhandlungen des Parteitags der deutschen Rose I", Buffe, Reinickendorf, Gesellschaftsstraße. Arbeiter- Mai- fchaft Berlin.) Dienstag, abends 8 Uhr, Stralauerstr. 57 bet Miegel: Socialdemokratie Oestreichs. Verlag der Wiener Volts: bund", Stemte, Nowawes, Wallstraße 55. Glasarbeiter", Köpenid, Bersammlung. Buchhandlung Ignaz Brand, Wien. Preis 50 Heйer. Müggelheimerstr. 29. Esmeralda", Baskowsky, Warschauerstraße 13. Arbeiter und Arbeiterinnen der Wäsche und Kravattenbranche. Kreuzberger Harmonie", Möhring, Admiralstr. 18 c. Nord- Oft", Göbel, Heute, Dienstag, abends 8 Uhr, in Weißensee, Königschaussee bei Speddl Bandsberger Allee 156. Freie Felbblume", Schmidt, Staliger: mann: Große öffentliche Versammlung. ftraße 51/52. Ginig", Schulz, Blumenstr. 38. Morgenroth", Nummels: burg, Müller, Türrschmidtstr. 37.- Cäcilia", Brandenburg a./S., Bettermann, Wilhelmsdorferstraße 111. Schneeglöckchen II", Botsdam, Glaser, Brandenburger Kommunikation 16.-„ Textilia", Wezzel, Wrangel Straße 136. Froh- Hoffnung", Wagas, Pallasstr. 16.„ Verband Deutscher Gastwirthsgehilfen", Mörschel, Jüdenstr. 35. Bereinte Sänger Wilmers: dorf", Wilmersdorf, Witte, Berlinerstr. 40. Rosenrot", Bornich, Schwebenftraße 11 a. Alpenrößlein", Hilgenfeld, Bergstr. 60. Senefelder I", Gieste, Schillingstr. 36. Kupferschmiede", Feind, Weinstraße 11. Borwärts VII", Rummels: Schuhmacher", Weigmann, Andreasstr. 32. burg, Beutling, Göthe und Kantstraßen- Ede.- Grohsinn I", Rummels: burg, Beutling, Göthe- und Kantstraßen Ede. Akazie"( gem. Chor), Dalg, Stalizerstr. 94b. Septime", Harmel, Görlizerstr. 75. Liebes Echo", Liebehenschel, Mariannenstr. 48. Berliner Konsum- Genoffenschaften: Konsum Verein Berlin Nord( E. G. m. 6. S.): 1. Verkaufsstelle: Binetaplas; 2. Verkaufsstelle Chorinerstraße 46; Aufnahmestellen: W. Gaßmann, Grünthalerstr. 65; Fr Gleinert, Schulstr. 23; Joh. Pfarr, Putlitstr. 9/10; Hoppe, Aderstr. 21. Konsum Verein Berlin- Rirdorf( E. G. m. b.$.): 1. Verkaufsstelle: Nirdorf, Biethenftr. 31; 2. Verkaufsstelle: Püdlerstr. 38; 3. Verkaufsftelle: Faldensteinstr. 6; 4. Verkaufsstelle: Rirdorf, Hobrechtstraße 82. Konsum Verein Berlin- Sub(.. m. b.§.): 1. Berkaufsstelle: Arndtstr. 5. Aufnahmen werden in obengenannten Berkaufsstellen jederzeit bollzogen außer Sonntags. V " -P ant Die Pest in Bremen. Das Medicinalamt erläßt folgende Bekanntmachung: Bei dem am 27. Oktober mit dem Dampfer Marienburg" hier angekommenen Seemann Kunze ist durch bakterioBest festlogische Untersuchung die Erkrankung gestellt. Er ist gestern in die Jfolierbarade der Krantenanstalt gebracht worden. Alle erforderlichen Vorsichtsmaßregeln sind getroffen, um die Ausbreitung der Krankheit zu verhindern. Die mit dem Kranken in Berührung gelangten Personen sind unter Beobachtung gestellt worden. +) Gerfie, gut 15,50 14,80 14,70 14, Startoffeln, neue, D- Ctr. Rindfleisch, Keule 1 kg 6, 4, 1,60 1,20 1,30 1" Schweinefleisch 1,60 1,10 " Kalbfleisch " 1,80 1, " " †) Safer, gut mittel gering mittel gering Hammelfleisch Butter Eier " 1,60 1, 2,80 2, 60 Sid 4,80 3, " 13,90 13,30 Karpfen 1 kg 2,20 1,20 16,20 15,20 2,50 1,40 15,10 14,20 Bander " 2,601, 14,10 13,20 Hechte 1,80 1, 7,50 6,82 Barsche 1,80 0,80 7,50 5,20 " 40, 25, Schleie Bleie 3- 1,20 " " 45, 20, Krebse " 70, 30, Nichifroh Hen Erbsen Speisebohnen Linsen +) frei Wagen und ab Bahn. Aale 1,40 0,80 per Schot 12,- 2,50 Produktenmarkt vom 5. November. Auf dem Getreidemarkt entivickelte fich heute ziemlich feste Tenbenz infolge der günstigeren Dis pofition ber auswärtigen Märkte und auf unbefriedigende argentinische Ernteberichte. Die Abgeber verhielten sich zurückhaltend, doch war auch nur geringe Kaufluft vorhanden. Die Lieferungspreise für Weizen und Roggen stellten sich nominell um 0,25 M. höher. Safer sog um 0,50 W. an infolge guten Konsumbegehrs. Rüböl veränderte sich nur wenig. Gegen Schluß 30gen die Preise für Weizen um 1 M., für Roggen um 0,75 m. an. Spiritus. 70er Locospiritus notierte 46,70 M. oder 20 Pfennig niedriger. Witterungsübersicht vom 5. November 1900, morgens 8 Uhr. Wissenschaftliche Ballonfahrt. In Straßburg, Elsaß, giebt die Behörde bekannt: Am 8. November findet eine internationale wissenschaftliche Ballonfahrt behufs Erforschung der höheren Luftschichten statt. Es werden bemannte und unbemannte Ballons an folgenden Orten aufgelassen: Troppes, Paris, Straßburg i. E., München, Wien, Bath bei Bristol, Berlin und St. Peters burg. Der Finder eines jeden unbemannten Ballons erhält Arbeiter Raucherbund Berlins und der Umgegend. Aenderungen im Vereinskalender sind zu richten an Albert Liebetreu, Berlin, Butbufer zwanzig Mark Belohnung, wenn er diesen, sowie den an ihm ftraße 44, IV. Dienstag: Rauchfl.„ Eldorado", Grüner Weg 120, hängenden Korb mit dem Instrumente sorgfältig birgt, das letztere Ebeling. Grüne Eiche", Urbanstr. 51, Bech." Ambalema", Forster unberührt läßt und fofort telegraphische Nachricht an die jedem unStraße 19, Udel. Neuer Berl. Rauchflub", Reichenbergerstr. 146, Anflam. bemannten Ballon beiliegende Adresse schickt. Ebenso erwünscht ist Phönir", Schöneberg, Hauptstr. 97, Rut. Domingo", Waldemarstr. 16, es, wenn die Sichtlichkeit des Ballons unter Angabe der Zeit und Tauchert. Kollegia", Reichenbergerstr. 157, Bergner." Einigkeit I", der Himmelsrichtung den benachbarten Instituten mitgeteilt wird. Prinz Handjerystr. 72, Zum Ambos. Korea", Weibenweg 45, Schumta. Waldmeister", Marienburgerstraße 16, Göß. Neuer Hain", Langenbed- Schiffsfatastrophen. Eine Depesche von Tenerifa an straße 4, Techtmeier. Bruderbund", Grünauerstr. 5, Gallowsky. Lloyds Agency" in London meldet: Der Dampfer" Persie" hat Blütenduft", Cotheniusstr. 1, Fedtke. Ruhiga", Brizerstraße 46, Herzog, Die Mannschaft des Dampfers Madura" aufgenommen, der, Pfeifentopf", Faltensteinstr. 5, Gonell, Gemütlichkeit I", Wiener mit Regierungsvorräten von London nach Port Elizabeth unterStraße 7, Gläser." Diana", Schöt, Bremerstr. 71. Juintergrün", Secht, Beughofftr. 9. Kairo", Buttmannstr. 9, Engler. Blaue wegs, in Brand Wolfe IV", Butbuferstr. 30, Reimann. Blaue Wolfe II", kienail, worden war. geraten und von der Mannschaft verlaffen Löwe und Borndorferstraßen Ece. Veilchenblau", Winsstraße 56, Der Dampfer Saint Paul" von der American Linie" berichtet, Dimte. Beronita", Stalizerftr. 22, Rau. Kräftiger Bug", wie aus New York telegraphiert wird, er sei am 31. Oktober auf ein Staligerstr. 102, Fröbel. Eldorado I", Grüner Weg 25, Beel. unter Waffer liegendes rad gestoßen; die SteuerbordPortorito", Langestr. 23, Emmrich." Weichfelduft II", Koslinerstr. 3, schraube des„ Saint Paul" brach, auch wurde die Steuerbordmaschine Krabbenhöft. " Seegras", Liegnigerstr. 18, Manegold. Belfenfeft" schwer beschädigt. Sechs Dampfchlinder find gereünchen Dunderstr. 2, Kurze. Boldampf", Zorndorferstr. 8, Schulz. Lustige trümmert. Brüber", Neu- Weißensee, Heinersdorfer Weg 38, Helmike. Fidele Brüder II", Graubenzerstr. 2, Dretoll. Fidele Brüder III", Fidinger, Ein wahres Dorado für Spizbuben muß wohl der Buttbuserstr. 19. ,, Vorwärts I", Link, Wrangelfir. 86. Bittoria", Batitan fein. Erst türzlich waren viele Taufende gestohlen Seiler, Borhagenerstr. 21. Weiße Lilie", Kreft, Seeftr. 25. worden. Jetzt ist die Gehaltstasse der Staatskanzlei von Unbekannten ausgeraubt worden. Sie enhielt allerdings nur den geringen Betrag bon 700 Franks. Das beste für die Diebe aber ist, daß der Vatikan auch diesmal aus principiellen Gründen von einer Anzeige bei der italienischen Polizei absehen wird. " " dstad Eingegangene Druckschriften. Stationen Barometers stand mm richtung Wind Windstärte Swinemde 762 WNW Hamburg 764 23 Berlin Frautf./m. 766 O Wien 76528 Wetter 1Nebel woltig 3 wolfig 1bebedt 3woltig Temp. n. 6. 6° 4° R. Stationen stand mm Barometer Wind Bunzja Windstärke Wetter SW 2heiter 4 aparanda 771 1 Petersburg 77760 3 Tort 754SS 2 berbeen 757 766 SO 1 Baris 1 heiter 767 23 26ebedt 5Regen 1wolfig Temp. n. C. 16° C.= 4° R.I -1 13 31381 Wetter- Prognose für Dienstag, den 6. November 1900. Bunächst ziemlich heiter, am Tage etwas wärmer bei mäßigen füblichen inden; später Trübung und etwas Regen. Berliner Wetterbureau. Briefkasten der Redaktion. Wir bitten bei jeder Anfrage eine Chiffre( zwei Buchstaben oder eine Bahl) anzugeben, unter der die Antwort erteilt werden soll, und die letzte Abonnements quittung beizulegen. Fragen ohne solche werden nicht beantwortet und schriftliche Antwort wird nicht erteilt. Die juristische Sprechstunde findet Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag von 7-9 ihr abends statt. A. 23. Zurid. Central- Raucherbund. Buschriften an Mar Koch, Nixdorf, Germann Straße 34. Dienstag:" Florida", Rixdorf, Schüttfe, Bergstr. 31. Morgenrot", Nixdorf, Heidhaus, Hermannstr. 52. Concordia", Nixdorf, Neumann, Karlsgartenstr. 19. Alpenhöhe", Rirdorf, Köpte, Karlsgarten: ftraße 1. Starte Raucher", Rirdorf, Schent, Hermannstr. 42. Blaue Molte", Steglit, Schimrod, Dippelstr. 7. Selgoland", Steglik, Thieme, Rugestr. 6.-Deutsche Eiche", Stegliz, Kliemann, Düppelstr. 26. Grüne Linde", Friedenau, Hegedt, Kaiser- Allee 85. Kanafter", Marien: felde, Betsch. Brafil", Nowawes", Schmidt, Wilhelmstr. 3. Von der Neuen Zeit"( Stuttgart, Diez' Verlag) ist soeben das Germania", Lichtenrade, Reifel. Nordpol", Berlin, Neumann, Lieben: walberstr. 43. Hand in Hand", Briz, Schrammer, Chauffeeftr. 27. 5. Seft des 19. Jahrgangs erschienen. Aus dem Inhalt heben wir hervor: Woher die Kohlennot und der Kohlenwucher? Bureaukratischer Verfall. Gefang, Turn- und gesellige Vereine. Dienstag: Gesangberein Bon Otto Hué. II. Die englischen Wahlen. Von Jakob Brockle. II. Albrecht. Bebel wurde im Jahre 1883 in Hamburg gewählt. Maiglödchen Nord", Ramlow, Schönhauser Allee. Neuer Berl. Schachklub D. Kl. Schriftliche Antwort erteilen wir nicht. Wenn jemand einen Stralauerstr. 3-6. Arbeitsteilung und Frauenrecht. Zugleich ein Beitrag zur materialistischen Musikverein Frisch- Auf", Lehmann, Reichenberger Litterarische ihm nicht gehörigen Sund auf einen Menschen hetzt, so macht er sich strafbar ftraße 19. Gefangverein huicher Humor", Mann, Landsbergerstr. 3b. Geschichtstheorte. Bon Heinrich Tunow.( Fortsetzung.) Theaterverein Othello I", Nomad, Manteuffelstr. 9. Rundschau: Dr. Heinrich Klenz, Die deutsche Druckersprache. Heinrich und haftet für den Schaden, den sein Setzen herbeigeführt hat( also für ,, Landsm. Verein Freese, Das tonstitutionelle System im Fabritbetrieb. Feuilleton: Wie ärztliche Behandlung, Schadensersatz usw.). Neben diesem Hezer haftet für b. Plauen i. V. u. Umg. zu Berlin", M. Köhler, Alte Jakobftr. 83. Musikverein„ Lorking", Bogel, Schlesischestr. 44. Bitherverein Einigkeit", die Heimat stirbt! Bilder aus dem Often von Fris Stowronnet.( Fort den Schaden in vollem Umfange der Eigentümer des Hundes.- M. m. 10. Der Arbeiter fann feberzeit bie Herausgabe der Invalidenkarte verlangen. Richter, Mariannenstr. 41. Landmannschaftl. Verein Fürstenberg D." fegung.) Restaurant Welttich, Alexanderstr. 24, am 1. u. 3. Dienstag jedes Monats. Von der Gleichheit", Beltschrift für die Intereffen der Arbeiterinnen Der Arbeitgeber ist zum Kleben verpflichtet. Laffen Sie sich, falls bie Starte 2. B. 1900. Die Forderung verjährt mit Arbeiter Turnerbund. Dienstag: Turno." Fichte", Berlin, abbs.( Stuttgart, Dies' Verlag) ist uns foeben bie Nr. 28 bes 10. Jahrgangs zu vollgeklebt sein sollte, vom Arbeitgeber die Karte herausgeben und fiber Puhlmann. Falls nicht etwa in Ihrem 8-10 Uhr: 2. Männerabt.: Staltperstr. 55/56; 4." Wtännerabt.: Moabit, gegangen. Aus dem Inhalt biefer Nummer heben wir hervor: Aufruf reichen ihm die neue Karte. Siemensstr. 20; 5. Männerabt.: Aderstr. 67; 6. Männerabt.: Stalls der Centralvertrauensperson. Resolution, ben gefeglichen Arbeiterinnen: Ablauf bes 31. Dezember 1901. fchreiberstraße 54; 9. Männerabth.: Müllerstr. 158, Ede Triftstraße; ichuk betreffend. Die Berichte der hessischen Fabrifinspektoren zur Frage Mietsvertrage entgegenstehende Vereinbarungen getroffen sind, bedürfen Sie 1. Lehrlingsabt.: Friebenstr. 37; 3. Behrlings abt.: Boechstr. 17/20 bes Ausschlusses der verheirateten Grauen auton Glfabeth der Fabrit. Von Henr. zu der Aufstellung der Hobelbank nicht der Erlaubnis des Wirts. Frau Kall, Schliemannstraße. Die Unterschrift ist gültig, falls Sie Feuilleton: Aus der Bewegung. 6. Lehrlingsabt.: Reichenbergerstr. 67/70; 1. Damenabteilung: Mariannen Fürth. Diefing ufer 1a. Turnb. Eiche", Köpenid, Männer u. Jugendabteilung: Notizenteil von Lily Braun und Klara Bettin: Weibliche aur Beit der Abgabe der Unterschrift über 21 Jahre alt waren. Sociale Gesetzgebung. in Dierdorf. Der Bescheib ist zutreffend. Eine Anfechtung desselben Klein's Hotel( Wilhelmsplay) Frauen abdens 71/ 2-91 Uhr: Fabrikinspektoren. Dienstbotenfrage. Uebungsst. wäre zwedlos, es sei denn, daß Sie auf die Kapitalisierung verzichten und Frauenbewegung. nach wie vor Ihre Rente beziehen wollen. Mouneburg. Der von " Freie Turnerschaft Rirdorf Briz", Bethge, Briz, Chauffeestr. 39, 61% stimmrecht. bis 8 Uhr: 2. Schülerinnen- Abteilung, 81/2 bis 10% thr: 2. Frauen Im Berlag von J. H. W. Die Nach f. ift foeben zur Ausgabe ge- Ihnen beschriebene Vorfall fann als Betriebsunfall erachtet werden. Der Abteilung. Turnerschaft b. V. Nereus"( gegründet 1882), Männerabt., langt Seft 4 und 5 des reich illustrierten Werts Das hungernde Nuk hnen dort erteilte Bescheid ist zutreffend. Der Witwe steht der Anspruch zu, Reichenbergerstr. 131/132, abbs. 8-10 Uhr., Damenabt. Manteuffelstr. 7, land. Reise- Eindrücke, Beobachtungen und Untersuchungen von Dr. T. auf Erstattung der Hälfte der geleisteten Invaliditätskarten- Beiträge, wenn abbs. 8-10 Uhr. Turno. Froh und Frei", Groß- Lichterfelde, Bagel, Lehmann und Parvus. mindestens 200 Wochen Beiträge für den Mann entrichtet waren und er Chauffeeſtr. 104, abends 812 bis 10 Uhr. Freie Turnerschaft" in Neben der bereits tomplett vorliegenden Ausgabe, welche broschirt teine Invaliden- oder Altersrente bezog. Diese Rückerstattung erfolgt aber Friedrichsfelde, abends 8-10 Uhr, bei Bube, Prinzen- Allee 30. 6 M., gebunden 7,50 M. foftet, erscheint das Werk auch in 16 beften a 40 Pf. foweit nicht, als den Hinterbliebenen aus Anlaß des Todes des Versicherten Arbeiter Schwimmerbund. Anfragen an E. Bratte, Schulstr. 24. Sämtliche Buchhandlungen und Kolporteure nehmen Bestellungen entgegen. eine Unfallrente auf Grund des Unfallversicherungs- Gesetzes gewährt war. Dienstag: Schwimmflub„ Neptun"( Weißensee), abends 7 Uhr, Volks- Im Verlag von J. H. W. Die Nach f. ist soeben erschienen Heft 11 In der Regel ist die Unfallrente höher als der event. zu erstattende Betrag. Badeanstalt Moabit, Turmistr. 85 a. und 12 des Lieferungswerks: Gesundheitsschuk in Staat, Gemeinde P. p. 146. 1. Ihre Frau hat den Antrag auf Rückerstattung der Berliner Konsumberein. Abteilungsversammlungen: und Familie, herausgegeben unter Mitwirkung von Aerzten und Fach: Hälfte der Beitragsmarfen an den Magistrat, Abteilung für InvalidenAbt. Eintracht Mittwoch, den 7. November, Annenstr. 9; Abt. Often gelehrten von Emanuel Wurm. Aus dem Inhalt heben wir hervor: versicherung, Klosterstr. 41, zu stellen. 2. Nicht im Dienst, aber im Militär: Donnerstag, den 8. November, Lofal von Schulz, Blumenstr. 38; Abteilung Die Sinnesorgane. Das Auge. Der Gehörsinn. Das Ohr. 2 Wettende 1900. Jm Kriege ist alles Der verhältnis, ohne Gehalt. Moabit Dienstag, den 6. November, Lofal von Fischer, Beuffelsfr. 9; Geruchsinn. Die Nase. Der Gefühlssinn. Der Geschmacksfinn. Die möglich. Enorm billig! Gnaut- Kühne. -O Sensationerregend sind die Preise im Total- Ausverkauf Reinw. doppbr. Cheviot Reinw. dppbr. Ballcrepe jetzt 38 Pf. Fenster beachten! nd 10292 wegen Geschäftsauflösung! Corsetsohntire Wäsche- Monogramme Veloursborden seid. gest. Dtzd. Meter Stück 3 Pf. 1 Posten Damen- Hemden 1 Posten Kaffeedecken jetzt 60 Pl. 1 Posten schöner Schotten jetzt 38 Pt. jetzt 83 Pl. 1 Post. Dowlas- Hemden 1 Post. Bettlaken o. Naht 1 Posten doppeltbrt. früher 80,140, 175 a Pa. Hohlbandstäbe... Schwarze Hakonu, Oesen Paquet 5 Pf. Pa. Dookenzwirn 1 Posten Dutz. Moirée u. Tuchröcke jetzt 2.90 1 Posten doppeltbr. früh, 1.75, 2.60-3,25 schwerer Kleiderstoffe jetat 28, 60, 75 Pf. eleg. Fantasiestoffe jetzt 80.1.50 engl. 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