68 Nr. 16. Erscheint täglich außer Montags. Abonnements Preis für Berlin: Vierteljährlich 3,30 Mt., monatlich 1,10 mt, wöchentlich 28 Pfg frei in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illustr. Sonntags- Beilage ,, Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mt.pro Quartal. Unter Streuzband: Deutschland u. DesterreichUngarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Post- Zeitungs- Preisliste für 1892 unter Nr. 6652. Vorwärts 9. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Bfg Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Ers.dition ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fern sprech- Anschluß: Xmt VI, Ur. 4106. Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: Beuth- Straße 2. Mittwoch, den 20. Januar 1892. makgebend" für sein, mit welchen die Verwaltung den Veränderungen in der fi Expedition: Beuth- Straße 3. Als die Fabrikinspektoren geht. Dieſe Organe sollen auf alle Mißstände und Fortſozialen Grumblage unſeres ganzen Wirthschaftslebens nach: Politische Uebersicht. " " schritte im gewerblichen Leben reflektiren, diese Reflexe wie M Berlin, den 19. Januar. hat Staatssekretär von Bötticher in der Reichstagssigung empfindliche Nerven nach oben weiter geben, und die Leitung man in den obersten Kreisen dem Volte zu bieten wagt, Nachdem das Volksschulgesetz gezeigt hat, was vom 13. d. M. die" Politik" bezeichnet, welche die ver- der staatlichen Angelegenheiten soll unter dem Eindruck müssen wir auf Alles gefaßt sein. Ein unmöglich" giebt bündeten Regierungen im Verein mit dem Reichstage dieser Reflere handeln, d. h. Maßregeln zur Erhaltung und es nicht mehr, und schmunzelnd stellt der Chefredakteur der treiben." Diese Aeußerung ist so charakteristisch, daß sie Weiterbildung sozialer Fortschritte sowie zur Beseitigung Hamburger Nachrichten"- der jetzt so viel zu thun hat, eine nähere Betrachtung von verschiedenen Seiten verdient. sozialer Schäden treffen. Der staatliche Apparat sollte baß er dringender Geschäfte halber" sich vom Herrenhaus Was zunächst an ihr auffällt, ist die Thatsache, daß also, wenn er wirklich Wohlfahrtseinrichtung in gutem Urlaub für die ganze Session hat geben lassen schmunzelnd den Aufsichtsbeamten überhaupt irgend eine Politit" als Sinne sein und überhaupt eine Existenzberechtigung bestellt er fest, daß jetzt auch der verhärtetste Optimist nicht Richtschnur gezogen wird, wir meinen, eine Politik", wie haupten wollte, von unten nach oben wirken und fie landläufig verstanden wird und wie sie auch Herr mit den praktischen Erfahrungen aus dem greifbaren mehr an den„ neuen Kurs" glauben und die jeßige von Bötticher offenbar gemeint hat, d. h. die Verpflichtung Leben die staatliche Verwaltung nach oben beleben und Regierung nicht mehr für besser halten könne als die auf eine zufällig jest maßgebende Richtung in staatlichen mit praktischem Geiste erfüllen. Statt dessen stellt Herr Kollegen gerne bescheinigen: schlechter hätte auch Er es vorige. Nun wir wollen dem verunglückten Herrn Dingen, in unserem Falle also die christlich- gouvernementale von Bötticher die Sache auf den Kopf: die Inspektoren nicht machen können. Sozialreform. Dieser sollen auch die Fabrikinspektoren dienen; haben sich nach der gouvernementalen" Politik" zu richten, in dem engen Kreis ihrer Ideen und ihres bureaukratischen ihre Mittheilungen über Thatsachen" und ihre Urtheile Es scheint fast, als ob die Staatsmänner" unter sich Horizontes sollen sich auch die Aufsichtsbeamten von vorn über" Mißstände" sollen sich hübsch an das Programm der gewettet hätten, wer das Problem, die Welt in der beherein bewegen. Und wenn der Herr Staatssekretär den Sozialreform halten, die von Oben beliebt wird. Was und erfolgreichsten lösen könne. Für die Völker kann kannten Drenstierna'schen Art zu regieren, am wirksamsten Bujat gemacht hat, die Fabrikinspektoren sollten im darüber hinaus geht, das ist vom Uebel. Die Fabrit dieser edle Wettstreit nur von Nuzen sein Uebrigen nur" Thatsachen berichten und Urtheile über inspektoren sollen also nur Hilfsorgane, welche den bureau- vielleicht, daß ohne die zünftigen Herren Staatsmänner sie lernen Mißstände abgeben", so begreifen wir diesen Zusatz, der kratischen Erstarrungs- und Reaktionsprozeß zu unterſtüßen geniale und nichtgeniale- die Welt sicher nicht schlechter ein Zugeständniß an die formelle Korrektheit ist; aber am und im besten Falle mit einigen volksthümlich aussehenden fahren würde und jedenfalls viel billiger. Gestern das Wesen des ersten Ausspruchs wird durch ihn nichts geändert. Berichtsstellen zu dekoriren haben; auch sie werden zu Volksschulgesetz und das Trunksuchtsgeset Die Thatsachen und Urtheile sollen sich eben auch möglichst willenlosen Werkzeugen des christlich sozialen Staates Buhältergesetz. Sittlichkeit durch Strafgesetz und heute das im Kreis der„ maßgebenden Politik" bewegen, und Herr degradirt. Welch' betrübendes Eingeständniß! v. Bötticher hat sich mit der höflichen Bemerkung, er meine Polizei! Was ist zu einem solchen Gesezentwurf zu sagen? die im Vereine mit dem Reichstag betriebene Politik" der welche an sich sehr volksthümlich und gut ausgedacht sein daß solche vorsintfluthlichen Ideen und Anschauungen sich Hieraus ergiebt sich von Neuem, daß Einrichtungen, Vor 25 Jahren wäre als Narr verlacht worden, wer gesagt hätte, Regierung, zu einer recht naiven Offenheit entschlossen. Der fönnen, im heutigen Klassenstaat erstarren wissen und in in Deutschland noch einmal zu Gesetzes Vorschlägen Reichstag ist in Sachen der Sozialpolitik durch seine aus der Hauptsache zu einer äußerlichen Dekoration werden, krystallisiren könnten in jenem Deutschland, schlaggebende Mehrheit bisher nichts als das willige Werk- über deren Hohlheit kundige Augen sich nicht täuschen gerühmt ward, daß es an der Spize der Zivilisation zeug der christlichen Sozialreform gewesen, oft sogar mit Widerwillen, weil seine bürgerlichen Elemente laffen. Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel, und marschire." Gefängniß, harte Lagerstätte, Wasser und Brot wenn sich Männer, wie der badische Inspektor, in die als Heilmittel gegen die Prostitution! Wenn man die nicht einmal soweit gehen mochten. Welch' amüsantes Bedientenrolle nicht fügen wollen, so ist das als Einzel- Eiterbeule von der Oberfläche verschwinden machen will Bugeständniß also, daß man auch die Inspektoren nur im erscheinung sehr erfreulich, aber eine solche vermag den nun gut; das ist Pfuscherei, aber es begreift sich wenigstens. Dienste dieser Augenblickspolitik sehen will. Die Arbeiter Geist der ganzen Einrichtung nicht zu ändern. Die Allein, dann braucht man ja blos zu„ kaserniren". Und wollen ja auch nicht, daß die Inspektoren außerhalb der Hamburger Nachrichten" plaudern hierzu wieder einmal Alles, was durch das vorgeschlagene Gesetz bestenfalls erSozialen Bewegung stehen, sie wünschen, daß die Aufsichts- mit der brutalen Offenheit, die ihnen seit Bismarck's Rückreicht werden kann, wird viel einfacher erreicht, und mit beamten immer im Hinblick auf die Verbesserung und Ver- tritt besonders eigen ist, folgenden Satz aus:" Gerade einem weit geringeren Aufwand von Heuchelei. Doch vollkommnung unserer sozialen Einrichtung ihre Beobach dieser Herr( der badische Inspektor) ist wegen seiner über das ist's ja gerade. Man wagt nicht ehrlich tungen und Berichte machen. Das ist also ebenfalls die triebenen Konnivenz gegen die agitatorischen Beschwerden zu gestehen: wir sind unfähig, die Prostitution auszurotten. Unterstellung unter eine Art Politik. Aber wie hoch er der Sozialdemokratie in einen so tiefen Segensatz zu den Man hat auch nicht den Muth, durch Kasernirung" an haben ist dieser nur auf die Förderung des Sachlichen ge- Arbeitgebern seines Bezirks gerathen, daß die Ersprießlich zuerkennen, daß die Prostitution in der heutigen Gesellrichtete Wunsch über der von dem Herrn Staatssekretär feit seines Wirkens stark bezweifelt werden muß." So schaft unauszurottbar ist. Und so deckt man ein, mit einem geoffenbarten offiziellen Anschauung, daß natürlich die ( zufällige) Politif, welche die verbündeten Regierungen im ſteht es um die" Ersprießlichkeit des Wirkens" der Fabrik Strafgesetz bedrucktes Blatt Papier über die Bestbeule und ( zufällige) Politit, welche die verbündeten Regierungen im inspektoren im heutigen Klassenstaat! Auch diesem Institut fagt sich: sie ist nicht mehr zu sehen, fie existirt Bereine mit dem Reichstage treiben, maßgebend für die muß also erst durch eine Neuordnung der Dinge derjenige nicht mehr was find wir doch für reinliche Leute! Beamten sein müssen wird!" Damit ist der Ausspruch aber nur nach seiner äußer Wirkungsfreis gegeben werden, für welchen es eigentlich und wie hochsittlich! lichen Seite fritisirt; er enthüllt außerdem die Thatsache, daß man sich an maßgebender Stelle fortdauernd unklar über den innerlichen Werth des Fabrikinspektorates ist. Gewerbe- Aufsichtsbeamte sollen doch die Organe Feuilletont. Nachdrud verboten.] ( 16 Am Webstuhl der Zeit. Beitgenössischer Roman in 3 Büchern von A, Otto Walster. „ Gestatten Sie mir nur wenigstens, meine Entschuldigungsgründe anzugeben." erwarten. geschaffen ist. was ich nicht weiß, recht lebhaft vorstellen kann. Beantworten Sie mir nur zunächst die Frage, ob die frühere Richtung Ihrer Gedanken noch immer vorwaltet, oder ob Sie wiederum auf neue Wege gekommen?" " Es ist mir nicht möglich, jemals wieder andere Wege ins Auge zu faffen, denn jeder Blick in meine Umgebung zwingt mir die Pflicht auf, mein Leben, meine Kraft der leidenden Menschheit zu widmen." Und so werden Sie vermuthlich ein Reformator, viel M von em Ein Gemüthsmensch ist der Staatssekretär von Stephan. Seine schöne Seele offenbarte fich in der gestrigen Reichstagssigung in folgender Redeblüthe: „ Daß durch Gehaltserhöhungen die Regierung das Geerreichen, haben nicht nöthig, sich mit in diesen tödtlichen Kampf verwickeln zu lassen; Sie können in der Kunst etwas sein, warum wollen Sie Ihre Kraft auf jenes, noch nicht einmal geklärtes Terrain führen? Sie werden mir meine Zweifel und Bedenken hoffentlich nicht übel nehmen, ich empfinde eine so innige Theilnahme für Ihr fünftiges Ges schick, und wir Frauen lieben es ja, wie Sie wissen, zuweilen etwas altflug zu erscheinen und die Schulmeisterin zu spielen." leicht gar ein Prophet der sozialistischen Weltanschauung Sie sagen mir nur, bestes Fräulein, was ich mir selbst werden?" im Anfang oft genug gesagt. Aber etwas fühle ich, was " Ich kann nicht sagen, ohne unbescheiden zu werden, Sie unmöglich so fühlen können wie ich, nämlich: daß die Mit dem größten Vergnügen, Herr Doktor; aber es ift eine etwas unbequeme Aufgabe für eine Dame, nach der ob ich ein wirklicher Reformator oder nur ein bescheidener meisten Schriftsteller der Gegenwart längst allen Grund und Straße hinauszusprechen, und..." Mitarbeiter am neuen Welt- Erlösungswerke zu werden Boden verloren haben, daß sie so recht eigentlich in der " Ich werde Sie sogleich dieser Unbequemlichkeit ent- geeignet und bestimmt bin; es wird darauf ankommen, ob Luft schweben, weil sie die Zeit und ihre Bestrebungen noch heben, fiel der junge Miann rasch ein und beeilte sich, durch mir mein eigener Genius die besten Wege angiebt, oder ob immer im Geiſte einer veralteten Welt- und Gesellschaftsdie Gartenthüre nach dem Gartenhause zu gelangen. dies einem Anderen zufallen wird. Aber so groß und Ordnung auffassen und betrachten. Wir bestreben uns, den Das erste Feuer des Gesprächs schien aber auch mit segensreich ist das von mir ins Auge gefaßte Wert, daß Altmeistern unserer Kunst in Form und Inhalt nachzudeffen ersten Anlauf erloschen zu sein, denn die junge Dame selbst die bescheidenste Mitarbeiterschaft den Menschen adelt; kommen, aber wir vergessen dabei, daß jene in dem Boden faltete die Hände im Schooß und schien eine Anrede zu und so reinigend, erhebend und begeisternd ist diese Thätig- ihrer Beit wurzelten und darin groß wurden. Unser heutiges Der Schriftsteller dagegen sammelte seine Gr: teit, daß sie selbst den persönlichen Ehrgeiz gänzlich zu ver- Geistesleben wurzelt in einer anderen und von jener gar sehr innerungen über die letzten Wochen, um seiner Recht- drängen die Kraft hat." verschiedenen Zeit, und gleich wie die Blumen bei veränderter fertigung eine möglichst große Ueberzeugungskraft zu ver" Ich glaube es Ihnen, denn schon nach den kurzen Bodenbeschaffenheit absterben, die früher fröhlich da geblüht, leihen. Dabei konnte es nicht fehlen, daß diese und jene Unterredungen mit Ihnen hat mich ein wunderbarer Geist andere Pflanzen dagegen empor sprießen, die dem neuen Erinnerung ihr Recht geltend machte und ihn länger be- erfaßt, und ich muß zuweilen mit Energie dem Gedanken Boden verwandter, so müssen diejenigen meiner Berufsschäftigte, als gerade zu dem augenblicklichen Zwecke nöthig ſturme Einhalt thun, der sich meiner bemächtigen will. genossen verkümmern, die da noch Wurzel schlagen wollen, Ich fürchte nur, es wird ein Kampf auf Tod und Leben wo keine Lebensbedingungen mehr für Dichter und Schrift Das Mädchen ahnte, was ihren Besuch beschäftigte, sie werden." steller vorhanden, welche nicht den in den Gemüthern des unterbrach deshalb die Pause und meinte: Sie sagen es, ein Kampf auf Tod und Leben." Voltes aufkeimenden Ahnungen, Hoffnungen und BedürfGeben Sie sich feine Mühe, Herr Doktor, mir alle Und eben deshalb fürchte ich für Sie, zumal ich nicht nissen zu entsprechen gewillt und befähigt sind. Und wie die Umstände mitzutheilen, die Sie abgehalten haben, weiß, ob gerade Ihnen ein solcher Kampf zugewiesen ist. Sie selbst sagten, es wird ein Kampf auf Tod und Leben: Ihrem Versprechen nachzukommen. Sie wissen, daß ich eine Ich will Ihrem Talente nicht schmeicheln, aber ich denke, wenn mächtiger, immer mächtiger die gerechten Ansprüche sehr lebhafte Einbildungskraft besitze und mir vieles, Sie können in Ihrem bisherigen Berufskreise etwas Großes der leidenden Menschheit erhoben werden und die bevorzugten war. " Familien " Sie 3 schon typisch Weise von Die müths- und Geisiesleben der Beamten fördern würde, kann beanspruche. Wenn von Arbeitern, die ihre Hungerlöhne Jan Gewicht verloren haben und wer weiß, welche Surrogate man wohl dahingestellt sein lassen; das Gemüths- und Geistes- ausbessern wollen, die Rede ist, weiß die" Magdeburgerin" für Mehl zum Brote verwendet worden. leben ist von ganz anderen Fattoren abhängig als von der weniger milde Ausdrücke, als unschön" und wenig er materiellen Grundlage, nämlich von der inneren Zufriedenheit, die die Ursache der wahren Harmonie und des Glückes des Beitung" dazu, fich über die bentſche Ariſtotratie von Walsall, in England, finden wir in der Ichals baulich" zu finden. Wie kommt aber die„ Magdeburger Ueber die ,, anarchistische Bombenverschwörung" Menschen ist." letzten Wie schade, daß dieser schöne Spruch bei Feststellung wundern? Was berechtigte sie dazu, die Nummer des„ Commonweal", des revolutionären Journals der Gehälter und Pensionen der Generale und Minister nicht Hoffnung zu hegen:" Diese vornehmsten und reichsten des anarchistischen Kommunismus"( das beiläufig mit fast beherzigt wird! Dem armen Landbriefträger, der, nachdem schädigung auf dem Altare bes Baterlandes opfern"? einmal in winzigem Format erscheint), einen längeren Ent hermetischem Ausschluß der Deffentlichkeit allwöchentlich Wann hätten sie denn schon jemals Opfer gebracht, es sei gelegt hat, zu Hause Weib und Kinder vorfindet und nach denn, daß sie dazu gezwungen waren, und dann waren es im vollsten Maße beſtätigen, und uns keinen Zweifel lassen, rechnen muß, wie die ganze Familie mit 2 M. den Tag zu doch höchstens solche Opfer", die jeder, auch der am daß die fürchterliche„ Berschwörung" sich auf ein Pon bringen ist, werden die Worte seines hohen Chefs ein wahrer in noch höherem Maße bringen mußte. Oder rechnet die Ringsley in seinem„ Alton Locke" als Trost sein. Ein hungriger Magen und nothleidende Frau und Kinder sind im höchsten Grade geeignet, die innere" Magdeburger Zeitung" es zu den Opfern dieser Aristo- für die Polizeimache geschilderten Zufriedenheit zu schaffen, welche die Ursache der kratie, daß sie die vielen Millionen, die ihr infolge der einem beliebigen Hallunken im Auftrage anderer, wahren Harmonie und des Glücks des Menschen die Tasche steckt? Unsere Aristokratie ist, und die National- verhafteten Engländer hohen Kornzölle und der Schnapsprivilegien zufließen, in größerer Hallunken mißbraucht worden sind. ist." Dieser Ausspruch ist beinahe eben so geistreich, liberalen mit der„ Wagdeburger Zeitung" haben mit dazu monweal" das Zeugniß ausstellt, sie seien„ gute Kameraden" - 4 oder 5-, denen der„ Comwie ein anderer, den wir vor Jahren in den " Fliegenden Blättern" lasen, daß ein wahrhaft guter Mensch geholfen, so erzogen worden, daß sie wohl den Beruf in sich sind offenbar ganz harmlose Menschen, Schwadroneure, selbst dann sich ein ruhiges Gewissen bewahren wird, wenn fühlt, Opfer auf Kosten der Gesammtheit anzunehmen, aber Bierbank- Radikale, die von einem französischen" Anarchisten" er sich der größten Schandthaten bewußt ist. durchaus nicht auf solche zu verzichten, geschweige denn sie Namens Victor Cailes in die Geheimnisse des zu bringen. Anarchismus" eingeweiht wurden. Dieser Cailes hat eine Die Staatsschuld Preußens beträgt nach dem Etat Vergangenheit: er forderte voriges Jahr vor der Maifeier für 1892/93 6 061 747 916., gegen 1891/92 mehr Eine fachliche Färkung" an dem Schisma der in der Bretagne bei Nantes Bauern und Arbeiter auf, alle 226 965 312 M. Die Ausgabe im Etat für 1892/93 be- Jungen" in Desterreich und Deutschland vermag die„ Kreuz- Kapitalisten, Fabrikanten und Bourgeois am 1. Mai todtläuft sich für die Verzinsung der Staatsschuld auf Beitung" nur insofern zu entdecken, als sich die Opposition zuschlagen. Man machte ihm den Prozeß, Cailes brannte 232 989 290 M., für ihre Tilgung auf 17 530 587 m. gegen den Juden Singer und gegen den jedoch durch und wurde in Abwesenheit zu 18 Monaten Sechs Milliarde: Schulden- ein nettes Sümmchen! Juden Adler wendet. Das Gefühl der Ueberlegenheit und Gefängniß verurtheilt. Unter den Sozialisten Dann allerdings müssen die armen Landbriefträger und die daraus hervorgehende Geringschägung dem Juden gegen- galt er schon damals für einen Lock Weichensteller sich schon mit dem Stephan'schen Rezept der über, so schreibt das genannte Blatt, ist gerade in den pigel. Seit Juni vorigen Jahres ist er inneren Zufriedenheit" genügen lassen! Arbeiterkreisen noch ein letzter Rest des Bewußt Walsall, 100 et in dem dort bestehenden seins ihrer Christenwürde und liefert vielleicht etwa ein Dugend Mann starken anarchistischen Klub" manchem eine Handhabe, sich aus dem Banne einer ver die nöthigen Werkzeuge fand. Was da getrieben wurde, indeten Partei zu befreien." wissen wir richt des Näheren allein man fennt ja die Die Herren Albert Auerbach und Benedikt alias Pruch üblichen anarchistischen" Spielereien. Und natürlich war Friedländer als Representonten der Christenwürde nter- auch das wird von dem„ Commonweal" naiv verrathen den Arbeitern ist wirklich nicht schlecht. Man sieht, daß natürlich war die Polizei von Allem unterrichtet, über auf der Redaktion des Junkerblattes der Humor noch nicht wachte" die" Anarchisten" und griff zu, als ein paar der ausgestorben ist. bekannten birnförmigen Bombenmodelle fertig waren. Außer den Bombenmodellen wurden auch einige der stereotypen wird, übernimmt er die Verantwortung für dasselbe. Miquél Was würde der alte Fritz dazu sagen? leitartikelt anarchistischen" Grusel- Aufrufe gefunden. Kurz- alles bleibt trotz des Volksschulgesetzes Minister, und die national- heute die Vossische Zeitung" bei Besprechung des Volks- programmmäßig. Und es fragt sich nun blos noch, ob die liberale Partei betrachtet ihn nach wie vor als den Ihrigen. Schulgesetzes. Nun, der alte Fritz hat nichts gesagt zu dem Polizei sich bemühen wird, der Verschwörung" einen ernst Ihr ganzes Geschrei gegen das Gesetz läuft nur auf den ganzen Entwicklungsgang der letzten Jahrzehnte der vreußi- haften" politischen Hintergrund zu geben und Jr. Merger darüber hinaus, daß das Volk von ihr nichts wissen schen und deutschen Bolitik, was sollte er jegt zu dem sagen, länder oder Russen hinein zu verwickeln. Warten wir will, daß das Kartell vom Volke gerichtet ist. Ihre Hoff was nur die natürliche Konsequenz derselben ist? Doch ab. Miquel ist zwar nicht der Vater des Volksschulgesetzes, aber er steht zu demselben Gevatter, und in der Ausführung desselben wird mit ihm der Oberpräsident v. Bet.nigsen wie der orthodoxeste Konservative Hand in Hand gehen. Was von nationalliberalen Blättern darüber erzählt wird, daß Miquél sich im Staatsministerium gegen das Belksschulgesetz aus gesprochen hat, bedeutet nichts. Judem er als Staatsminister duldet, daß dieses Gesetz dem Landtage vorgelegt " nung beruht nur auf dem Wahn, daß sie mit Bismarc's wozu das Märchen von der Freifinnigkeit" des alten Fritz? | in 1 Hilfe wieder zu einer Machtstellung gelangen könnte. Um Biel näher liegt die Frage: Was würde Lessing, Ju China ist die Ruhe noch immer nicht hergestellt" diese Hoffnung ist ihr alles feil, und sollte das ganze Gotthold Ephraim Lessing zu dem konfessionellen-meldet man uns. Sie wird auch sobald nicht hergestellt Deutsche Reich darob zu Grunde gehen, sollte sie Standpunkt von Lessing's Erben sagen? Die Wandlung, werden. Die Aufstände, von denen wir neulich hörten, Verrath an der Monarchie und dem Vaterlande üben; die in den Freisinnigen" behuss ihrer Stellung zum waren nicht lokaler Natur. In anderen Theilen des in ihrer Gesinnungslosigkeit ist ihr jedes Mittel gleich, Kirchenthum vorgegangen, geht parallel mit der Entwicklung Riesenreichs ist Aehnliches vorgekommen, und kommt vor. get chert. wobei sie nicht Kopf und Stellung wagt, um nur der Herrschaft der orthodoxen Reaktion, die in dem Bolts Es unterliegt keinem Zweifel mehr, daß wir es mit einer einen Schimmer der Herrschaft zu erlangen. Alles was schulgejet nicht erst geschaffen, sondern nur besiegelt wird.- allgemeinen revolutionären Bewegung zu thun haben. fie gegen das Gesetz vorbringt, ob mit Recht oder Unrecht, Nationale Gegenfäße spielen dabei mit, aber sie spielen in ihrem Munde ist es Lüge; sie hat mit Bismarck den iteber Anklagen und Berurtheilungen von Per- nicht die Hauptrolle. Wie ein, augenscheinlich sehr gut beob Gang nach Canossa mitgemacht, sie hat mit ihm den Boden sonen evangelischer und fatholischer Konfession im Alter achtender Franzose der Justice" in Paris aus Tientsin der Reaktion geschaffen, und es giebt nichts von dem, was von 12-16 Jahren ist, nach einer Verfügung des preußi- schreibt, theilt sich China gegenwärtig in eine fortschritt man den Jesuiten nachsagt, was man, abgesehen von der schen Justizministers, dem ersten Pfarr- Geistliche und eine konservative Partei. Die chinesische Schlauheit und Klugheit der letzteren, nicht voll und ganz welcher der Betreffende gehört, von der Staatsanwaltschaft tehr mit Europa und Amerikanachgerade ein so reger geworden lichen des Ortes beziehungsweise der Gemeinde, zu Mauer ist längst durchbrochen und von der Seeseite ist der Vervon den Nationalliberalen sagen kann. Anzeige zu machen. Diese Verfügung ist auf den Wunsch daß unsere modernen Ideen in weite Kreise der Bewohner Dem Trunksuchtsgesetz, das dem Reichstage vor- des Kultusministers erlassen. Alles Heil geht aus von der Eingang gefunden haben. Das Ammenmärchen, China sei gelegt wird, sind eine Anzahl ausländischer Geseze und Kirche. ein Land des absoluten Stillstandes, ist längst zu den Gesetzesvorschläge beigelegt. Wir sind daran gewöhnt, daß, anderen Ammenmärchen geworfen. Gleich den Völkern wo es sich darum handelt, ein schlechtes Gesetz bei uns einstimmig die für Kriegsbereitschaftszwecke geforderten Kredite entwickelt und viele Umgestaltungen durchgemacht. Der schweizerische Nationalrath bewilligte ein Europas hat auch das chinesische sich fortwährend weiter zuführen, man mit Vorliebe sich auf ähnlich schlechte GeDie setze des Auslandes bezieht. Es wird auch ganz vergessen, von 7 Millionen Franken. foziale Frage, die bei der dichten und rasch wachsenden derartige Gesetze nach den Verhältnissen zu den übrigen Bevölkerung des Landes immer brennender wird, drängt Einrichtungen des Landes zu beurtheilen. Ein Gesetz, das Aus Petersburg wird telegraphisch gemeldet: sich gebieterisch in den Vordergrund die Gedanken, daß in England, wo der Bürger wirkliche Garantien für die Der Gouverneur vom Tambow hat den sämmtlichen Dorfes in der alten Weise nicht fortgeht, daß neue Wege be Freiheit seiner Person und seiner Wohnung hat, erträglich gemeinden und Verwaltungen des Gouvernements durch treten werden müssen. Unter den Mandarinen sind sehr sein mag, wird in einem Polizeistaat zu einer fortdauernden Birkular mitgetheilt, daß, obschon den Bauern teine Ber viele den fortschrittlichen Ideen ergeben, die auch schon pflegung seitens der Krone zustehe, jedem Nothleidenden gleichQuelle der Chikane und Willkür. Die Steuerfreiheit der Reichsunmittelbaren giebt der nationalliberalen Magdeburger Zeitung" Anlaß, von der wenig erbaulichen Haltung der deutschen Aristofratie" zu reden; es sei ein unschöner Zug" derselben, daß sie eine Ausnahmestellung für sich in steuerlicher Hinsicht Klassen sich immer verstockter und innner feindseliger denselben gegenüber verhalten! " wohl monatlich 30 Pfund Brot leihweise gewährt werden unter den Soldaten und Offizieren zahlreiche Anhänger sollen. Diese leihweise Verabreichung von Brot seitens der haben. Die Ereignisse in Japan haben der Bewegung Landschaft soll jedoch nicht eher erfolgen, als bis ein Mitglied in China, die schon in den vierziger Jahren begann, einen des Landschaftsamtes oder der Landkreischef die Liste der Noth- kräftigen Anstoß gegeben, und Vorschub geleistet. Die leidenden an Ort und Stelle verifizirt hat. Japanesen find den Chinesen verwandt, haben Manches Das wird noch ein Bischen Zeit kosten, und ehe das mit ihnen gemeinsam, und die Nachrichten von den Dingen Brot den Nothleidenden zukommt, wird es wohl die Hälfte in Japan, und der wunderbaren Revolution, die lich es ist, einen langweiligen Träumer mitten aus seinen uns auch die großen und edlen Geister erscheinen, die für Träumen sich zum Gesellschafter herbeizurufen." Wer soll, wer kann den entsetzlichen Kampf verhindern, die leidende und unglückliche Menschheit ihr Bestes opfern wenn nicht wir, denen mehr oder weniger die Gabe ver Herr Doktor, was als Antwort auf meine Bedentlichkeiten aufblicken. Aber die zukünftigen Sterne, so lange fie " Sie haben so merkwürdig Vieles zusammen ausgesprochen, und uns durch ihr Beispiel mahnen, so oft wir zu ihnen liehen worden, mit herzbestrickender Gewalt da Mäßigung, und schüchternen Warnungen anzusehen ist, daß ich beinahe noch unter uns wandeln, sollen der Blumen nicht dort vernünftiges Nachgeben zu erwirken und im Kampf wünschen möchte, Ihre Worte schriftlich mitnehmen zu vergessen, die, zwischen dem Haß der Unterdrückten und dem Uebermuth können, um sie Punkt für Punkt zu erwägen. Aber ich verbreiten, wenn sie auch kein göttliches Licht der Bevorrechtigten zu vermitteln? aber durch ihren Farbenschmuck und Sehen Sie, das sind die Gedanken, die mich leiten, werde mir das Gehörte mit der Zeit schon zurechtlegen. Lassen, welche ihnen während ihrer kurzen Lebensdauer hoffe, mein Gedächtniß bleibt mir diesmal tren, und ich durch ihren Duft die Menschenherzen höher schlagen das find die Gedanken, die meiner Ansicht nach jeden wirk Ja, ich will Ihnen schon im Voraus ein Opfer bringen theuer sind, zwar schnell vergehen, aber immer wieder lichen Dichter der Gegenwart beherrschen sollten. Es ist und vorläufig auf die Vorträge über die Wissenschaft fommen." möglich, daß wir, weil im Kampfe befangen, den höchsten vom Schönen verzichten, so sehr ich mich auch darauf ge= Anforderungen der Kunft auf Harmonie in unseren Ge- freut hatte. Nur Eins bitte ich mir aus: werden Sie uns, damals besprachen, und das ist kein Wunder; denn je herr Sie haben das wirklich schöner ausgeführt, als wir es staltungen nicht ganz entsprechen, aber dann wird man werden Sie mir nicht so fremd, wie es jetzt den Anschein licher der Boden, je herrlicher entwickelt sich der ihm ge auch erkennen, daß es uns in solcher Zeit nicht besser gewinnen will. Wir armen möglich war. Und schließlich ist es noch inamer, erhaben einmal, wenn wir das Bedürfniß darnach empfunden Frauen sind nun spendete Samen." über Form und Styl, die Höhe der Gedanken, die eine habent, auf geistige Unterhaltung durch die Herren der trefflich, Herr Doktor. Mir indessen wäre es bei weitem Das Schmeicheln verstehen Sie noch immer ganz vors neue Kulturperiode beherrscht und die uns unseren Rang Schöpfung angewiesen, und fein Buch kann uns ihre persön- lieber, wenn Sie die schönen Worte da verwendeten, wo unter unseren Zeitgenossen anweiſt. Das ist es, was mich liche Belehrung ersetzen, weil die Herren Schriftsteller die Sie dankbarere Herzen hierfür finden werden, denn, Ihnen tröstet, wenn manchmal Zweifel in mir entstehen wollen, ob leidige Gewohnheit angenommen haben, fast ausschließlich ganz offen die Wahrheit zu gestehen, ich bin eine große nicht die Aufgaben der Dichtung andere seien, und dann für die Männer zu schreiben. Uns Frauen bleibt dabei Freibin von werkthätiger Verehrung, und ich mag lieber denke ich mir, daß ein Schiller mit seinen Ideen gar keinen immer sehr viel zu fragen übrig. Also, haben Sie wenigstens die schmeichelhaften Worte missen, als den Freund. so friedlichen Standpunkt einnahm, als wir uns das jetzt Mitleid, wenn in Ihrem Streben für die Allgemeinheit so vorstellen, sondern daß uns Schiller nur darum als eine Ihnen die persönliche Freundschaft verloren gehen sollte." Aber, Fräulein, da bringen Sie mich doch wieder in so harmonisch in seiner Zeit eingefügte Gestalt erscheint, die Lage, mich rechtfertigen zu müssen." weil er die unmittelbar aus seine Schöpfungen folgende befremdliche Gedanken! Wenn zeitweilig auch unser Geistes- Rechtfertigung wäre nur eine Aufzählung aller derjenigen " Nicht so ganz, oder vielmehr im Gegentheil. Ihre Generation mit allen ihren widerspruchsvollen Schwankungen flug uns die Einsamkeit aufsuchen läßt, bald genug fühlen Abhaltungen gewesen, die es Ihnen unbequem erscheine vollständig mit seinem Geifte durchdrungen hat. Da bleibt wir die Sehnsucht, uns wieder mit dem Lehen zu ver- ließen, Ihren Weg bis hierher zu nehmen. Hätten Sie uns ja doch wohl woch immer die Hoffnung, daß, wie ständigen, gleichgestimmte Seelen zu uns einzuladen, denn wirkliches Bedürfniß nach, unserer Gesellschaft empfunden, Manchen tönen mögen, jie in einer späteren Beriode wie zelte zu glänzen, aber wir bleiben Menschen und können daran gehindert, uns wenigstens mit einer flüchtigen Be süße Melodie erklingen. Wir hatten Musiker, die sich stolz die Sterne wohl bewundern, blos mit den Sternen jedoch grüßung zu erfreuen." und selbstbewußt Musiker der Zukunft nannten, obwohl die und für sie zu leben, das ist doch zu kalt, zu ätherisch für Musit sichtlich die Aufgabe hat, den Mitlebenden das Leben unser warm schlagendes Menschenherz." Es ist mein Unglück, immer mißverstanden zu werden", zu verschönen; wie sollten die Dichter, als die Angehörigen seufzte der Schriftsteller. Derjenigen Kunst, welche der Zukunft Bahn zu brechen be- Sternen und den Blumen," rief das Mädchen. Wissen aber" Sie sollten wirklich etwas bedachter handeln." " Richtig, da kommen Sie auf unser Gespräch von den" Das geht allen großen Männern so, Herr Doktor; rufen ist, im Augenblicke leben wollen, leben können? Aber verzeihen Sie mir es ist eigentlich unverzeih- sollen die hohen Ziele und Joeale darstellen, zu denen wir Sie noch, wie wir es seiner Zeit auffaßten? Die Sterne lich, daß ich Sie lange mit solchen Betrachtungen be- aufblicken, wenn uns die Nacht des Irrthums, der Zaghellige. Sie werden aus diesem Falle ersehen, wie gefährhaftigkeit oder des Unmuths umfängt; als Sterne sollten " ( Fortsetzung folgt.) Parlamentsberichte. Deutscher Reichstag. Die Bestände von ausländischem Getreide( Weizen, Roggen, Safer, Gerste, Mais und Hülsenfrüchte), welche nach amtlicher Feststellung am 1. Februar 1892 innerhalb des deutschen Zollgebietes in Freilägern( Freibezirken), in öffentlichen Bollniederlagen, in Privatlägern unter amtlichem Mitverschluß oder in gemischten Privat- Tranfitlägern ohne amtlichen Mitverschluß, fowie in den deutschen Zollausschlüssen vorhanden sind, werden bis zum 30. April 1892 einschließlich ohne Nachweis der Abstammung aus Vertragsstaaten oder meistbegünstigten Ländern zur Entrichtung der für diese Getreide- Arten am 1. Februar 1892 in Kraft tretenden ermäßigten Zollfäße zugelassen. Dieses Gesetz tritt mit dem Tage seiner Verkündigung in Kraft." = Ein neuer Arbeiter- Wahlverein wurde in Jlvesheim ( Baden) gegründet.. " fich dort seit anderthalb Jahrzehnten vollzieht, Maßregel eintreten? Herr Rickert ist ein Gegner der Differential. Die Stichwahl in Hildesheim, bei welcher bekanntlich haben auf die Volksmassen in China einen außer aölle und dabei hat er durch Zustimmung zu den Handels- der Zentrumsmann gegen den Nationalliberalen unterlag, giebt ordentlichen Eindruck hervorgebracht. Der Korre- verträgen solche 3ölle herbeigeführt. Ueberflüssig war die Be- der Nationalliberalen Correspondenz" wieder Anlaß, das alte spondent der Justice" zweifelt nicht an dem Sieg der merkung des Herrn Rickert über die Handelsleute und die Juden. Märchen von der Bestechung der Sozialdemokraten aufzuwärmen. fortschrittlichen Partei, glaubt aber, der Sieg würde durch immer im germanischen Sinne handeln.( Stimme bei den Sozial- Maler Stephan in Hildesheim, Geld angeboten haben, damit Der Kaufmann, der sich seiner Aufgabe voll bewußt ist, wird Danach soll das ultramontane Wahlkomitee unserem Kandidaten, ein Eingreifen der europäischen und amerikanischen Flotten demokraten: Nanu!) unsere Genossen bei der Stichwahl für den Ultramontanen einrascher herbeigeführt werden. Hierin irrt er gewiß. Durch Abg. v. Heeremann( 3.) empfiehlt ebenfalls die Kommissions- träten und dieses Geld soll von Stephan auch angenommen worden ein solches Eingreifen würden die nationalen Vorurtheile berathung, die freilich möglichst beschleunigt werden müsse. Der sein. Das nationalliberale Blatt weiß auch anzugeben, wie viel gestärkt und die konservativen Elemente nur gekräftigt Westen habe kein Tranfitlager; das Bedürfniß werde einmal für jede sozialdemokratische Stimme bezahlt wurde. In Hildes werden. Indeß, ob Eingreifen von Außen oder ob nicht, durch die Mühlen befriedigt und man laffe das angekaufte Ge- heim soll es pro Stimme eine Mart und in Elze 50 Pfennig die Bewegung ist im Fluß, und kann nicht mehr auf- treide im Auslande, in Holland lagern. Von dort kann das Ge- gegeben haben. Außerdem sollen von Hannover unsere Genossen gehalten werden. Trot Trotz der jüngsten entscheidenden treide nicht hereingeschafft werden, wenn der Rhein zugefroren zur Stichwahl nach dem Kreise geeilt sein und dort für den Siege" der Regierungstruppen dehnt die Rebellion" sich iſt. Die Einzelfragen werden wohl der Kommission vorbehalten Ultramontanen agitirt haben. bleiben müssen. Es verlohnt sich wohl kaum der Mühe, zu erklären, daß beständig aus und der Tag ist voraussichtlich nicht fern, Nachdem Abg. v. Münch sich dem Vorrebner vollständig an allen diesen Angaben kein wahres Wort ist. Allerdings wo die Regierung entweder kapituliren muß oder weg- angeschlossen, spricht sich haben beide Parteien, welche zur Stichwahl standen und welche geschwemmt wird. Abg. Brömel für die Vorlage aus, indem er gegen einzelne vor der Hauptwahl sich in pöbelhaften Angriffen auf unsere Bemerkungen der Vorredner polemisirt. Herr Menzer habe Partei überboten, nach her in hündischer Weise um die Unrecht, von dem christlich- germanischen Handel zu sprechen. Stimmen unser Genossen gebettelt. Diese aber haben beide Ist es christlich nur den Handel einer Konfession und einer Theile mit gleicher Verachtung gestraft und entsprechend unseren Nation als berechtigt anzuerkennen? Giebt es nicht auch bei anderen Parteitags- Beschlüssen sich der Abstimmung enthalten. Daß die Nationen, auch bei den Griechen 3. B. ehrliche gute Raufleute? Nationalliberalen die Ultramontanen des Stimmenkaufs, also Auf die Ausführungen des Herrn Menzer weiter einzugehen, einer strafgefeßlich verpönten Handlung für fähig halten und die lohnt wohl nicht der Mühe. Herr Menzer und seine Freunde letteren den gleichen Vorwurf an die ersteren zurück geben, be151. Gizung vom 19. Januar, 1 Uhr. find für eine Erweiterung der Vorlage wohl nicht zu haben. weist übrigens nur, wie genau sich diese Ehrenmänner unter Am Tische des Bundesrathes: von Malzahn und Gegen Differentialzölle sind die Freifinnigen immer gewefen; fie einander te nen. Die Arbeiter kennen dieselben aber auch, und te mer. Don Heyden. hätter den Handelsverträgen nicht zugestimmt, wenn dieselben ob schwarz oder wasserblau, sie verachten sie gleichmäßig. Auf der Tagesordnung steht die erste Lesung des Gesetz- direkt die Differentialzölle herbeigeführt hätten. entwurfs, betreffend die Anwendung der vertrags- Abg. v. Vollmar( Soz.): Ich fühle mich nicht veranlaßt, Den Anschluß an die moderne Arbeiterbewegung ers mäßigen 3ollsäge auf das am 1. Februar 1892 im gegenwärtigen Augenblick auf die alten Paradepferde herein- tlärten bei der Beendigung des Ausstandes ferner die Buch= in Deutschland vorhandene unverzollte auszufallen, die der Abg. Menzer uns vorgeritten hat. Jetzt handelt drucker in Braunschweig, Duisburg. ländische Getreide, welcher in seinem einzigen Para- es sich für mich und meine Freunde lediglich darum, die außer graphen lautet: ordentlich mangelhaften Wohlthaten der bereits abgeschlossenen Der Sozialdemokratische Verein für Altona hatte im Verträge nach allen Seiten hin auszudehnen, was ja unsere Auf- Borjahre eine Einnahme von 5980 M., während sich die Ausgabe gabe sein wird, aus dem Grunde und mit der Rücksicht, den auf 4916 m. stellte. Vereinsversammlungen fanden 21 statt. Konsumenten die geringe Herabsehung der Zölle möglichst fühlbar zu machen. Deshalb werden wir für das Gesetz stimmen; es tann uns freilich nicht genügen, sondern die Vergünstigungen müssen zweifellos noch eine Ausdehnung erfahren in Bezug auf Mehl und vielleicht auch Holz. Hierüber Frau Hedwig Henrich Wilhelmi will partout das letzte wird in der Kommission weiter zu sprechen sein, und meine Wort haben und da ihr das der Vorwärts" nur in Bezug auf Partei wird daher für die Ueberweisung an eine Kommission ein- Thatsächliches zugestehen tann, so zieht sie in einem vierseitigen treten. Flugblatt, das den Titel trägt:" Bur Abwehr gegen die Angriffe Abg. Richter: Die Ausdehnung des Gesetzes über den im Vorwärts"", gegen die dickjellige Redaktion des Zentral gegenwärtigen Rahmen hinaus wird weder die preußische noch organs zu Felde. Unsere Parteigenossen, denen das Schriftstück Staatssekretär des Reichs Schatzamts v. Malzahn: Nach die Reichsfinanzen berühren, denn die Erträge der landwirth- zugegangen sein sollte, werden bei genauem Studium desselben den Handelsverträgen wird, wenn nicht ein Att der Gesetzgebung schaftlichen Bölle werden in Preußen an die Kreise überwiesen, finden, daß der genannten Dame ein Unrecht nicht geschehen ist eintritt, eine differentielle Behandlung verschiedener Artikel ein- welche jetzt so in Geld schwimmen, daß sie sich der Verschwen- und ihre auf die Redaktion gemünzte Behauptung:„ Das Getreten. Die ermäßigten Zollsäge werden eintreten den Ländern dung hinzugeben drohen.( Heiterfeit.) Also geniren Sie sich wissen für" thatsächliches" Unrecht an seinen Nebenmenschen gegenüber, welche das Recht der Meistbegünstigung befigen oder garnicht: Die Verhältnisse führen dahin, daß die scheint aber leider auch bei denen, die sich die Vertreter der erwerben. Den andern Ländern gegenüber diese ermäßigten Säße Bollermäßigungen nach allen Richtungen hin durchgeführt allgemeinen Menschenrechte nennen, noch großen Schwankungen zu anzuwenden, sind wir gefeßlich nicht berechtigt und es würde werden. Wohin sollte das sonst führen? Die Preise unterliegen", eben nur eine Redensart ist, die zu äußern gerade auch zollpolitisch nicht richtig sein, diese Begünstigung ohne Kon- der betreffenden Artikel würden sich richten nach dem eine Dame fein Recht hat, welcher der Ruf vorangeht, zur So zeffionen anderen Staaten zuzuwenden. Auch diejenigen Waaren, Weltmarktpreis, vermehrt um den höchsten Zoll, zum Schaden zialdemokratie zu gehören. Das Flugblatt ermangelt übrigens welche sich unverzollt in deutschen Ländern befinden, werden nur unserer Konsumenten, zum Nußen für die fremden Importeure. Der Klipp und klaren Erklärung, daß Frau Henrich- Wilhelmi dann Anspruch auf ermäßigte Bollfäße haben, wenn sie ihre Her- Wenn ein ermäßigter Zollfah nur durch Vertrag festgestellt ist, unserer Partei angehöre, was mitzutheilen deshalb nicht überfunft aus begünstigten Ländern nachweisen fönnen, was mancherlei dann tritt mit Ablauf des Vertrages der alte höhere Bollfab flüssig gewesen wäre, weil der politisch- wirthschaftliche StandSchwierigkeiten zur Folge haben würde. Die verbündeten Regie- wieder in Kraft und während der Geltung des Vertrags tönnen puntt der genannten Dame durchaus nicht allgemein bekannt ist. rungen haben aber geglaubt, daß bezüglich des Getreides es fich die Zollbehörden immer Ursprungszeugniffe fordern, was große empfehle, alles vorhandene Getreide zu dem ermäßigten Boll Schwierigkeiten macht. Der Wirth des Kaisersaals in Erfurt, woselbst der faße zuzulassen. Maßgebend dafür ist gewesen, daß der Preis Damit schließt die erste Lesung. Die Vorlage wird einer Parteitag wie auch sonstige Versammlungen der Sozialdemokratie der gewöhnlichen Brotfrucht, des Roggens, ein sehr hoher ist Kommission von 21 Mitgliedern überwiesen und darauf die Be- abgehalten wurden, stellt unsern Parteigenoffen seinen Saal nicht und es sich nicht empfiehlt, die Einfuhr des Roggens zu verzögern. rathung des Etats der Post- und Telegraphenverwaltung fort- mehr zur Verfügung. Wäre der Geschäftsgang besser, so daß die Der ermäßigte Boll soll auch ausgedehnt werden auf das Ge- gefeßt. Arbeiter jenem Wirth mehr Zuspruch widmen tönnten, so würde treide in den Zollausschlüssen; wenn es sich auch zolltechnisch be Für die Herstellung eines Dienstgebäudes in Altona sind derselbe es jedenfalls bleiben lassen, ihnen den Stuhl vor die trachtet eigentlich im Auslande befindet, befindet es sich doch auf 100 000 m. ausgeworfen. Thür zu sehen. Niemand hat im Unglück weniger Freunde als deutschem Boden. Die verbündeten Regierungen glauben, die Abg. Münch( dfr.) empfiehlt dringend die Sparsamkeit, der Arbeiter. richtige Grenze für die Begünstigung gefunden zu haben. namentlich bei Bauten und vor allem bei Dienstwohnungen. Abg. Rickert( dfr.): Die Vorlage befriedigt meine Wünsche Herr von Stephan habe die Mahnung des preußischen Der unseren Lesern fattsam bekannte Stäufever im durchaus nicht. Ich will auf die Frage der Differentialzölle Finanzministers Miquel noch nicht befolgt, denn die Kommunistischen Arbeiter- Bildungsverein zu London sei es nicht eingehen, sondern nur auf die Frage der Getreidezölle. Pläne, welche vorliegen, wimmeln von Thürmen. Herr nicht gewesen, der den Bannstrahl gegen den Erfurter Kongreß Wenn hierbei Differentialzölle aufrecht erhalten würden, würden v. Stephan läßt auch Häuser auf Miethe bauen, wenn er schleuderte wie wir in Nr. 5 unseres Blattes vermuthet, die Inhaber der Getreidelager gezwungen sein, ihr Getreide ins glaube, der Reichstag würde die Gelder für einen Bau nicht schreiben uns 25 Mitglieder des Londoner tommunistischen Ausland zu verkaufen, zum Schaden der deutschen Konsumenten. bewilligen; später muß doch das Miethshaus angekauft werden. Arbeiter Bildungsvereins. Der Beschluß sei nicht durch eine Ich habe freilich sagen hören, die Anwendung der ermäßigten Die Arbeiter verdienen allerdings bei recht zahlreichen Bauten Person veranlaßt worden, und nicht nur die Folge des Bollfäße wäre nur ein Geschent an die Handelsleute oder im recht viel, aber nothwendig ist doch eine bessere Besoldung der Referats( des fattsam bekannten" 2c.), sondern hauptsächlich der Jargon der Kreuzzeitung": an die Juden. Es handelt sich Beamten als ein Lurusbau. Erwägung des uns vorliegenden Rongreßprotokolls". Nun, Gehierbei um rein technische Fragen, die man wohl nur in einem Staatssekretär von Stephan: Die Thürme kosten sehr viel danken sind zollfrei, und Jeder hat das Recht, eine Meinung zu fleineren Kreise erörtern fann; ich beantrage deshalb die Ein- Geld, aber sie sind nothwendig wegen der Telegraphen- und haben und so nehmen wir hiermit Att von dieser Er fegung einer Rommission von 21 Mitgliedern zur schleunigen Fernsprechleitungen, welche auf diese Weise in das Dienstgebäude flärung. Berathung der Vorlage. Einige Punkte müssen geändert geleitet werden. Ich würde die Thürme gerne fallen lassen, Weshalb soll der 30. April die Grenze bilden? wenn mir ein anderes Mittel angegeben wird, die nöthigen EinPolizeiliches, Gerichtliches ze. Warum soll nur das in Tranfitländern befindliche Getreide be- richtungen zu treffen. Die Frage der Miethsgebäude ist vor Neun Monate lang muß der Maurergeselle Herm. rücksichtigt werden und nicht auch die schwimmenden Ladungen? 15 Jahren gründlich erörtert worden; man hat diese Einrichtung Möller aus Klausburg auf Grund eines Urtheils der Bochumer Warum find die Mühlen und ihre Lager ausgeschlossen?( Buruf allgemein gebilligt. Daß die Dienstwohnung zu groß ist, darüber Straffammer im Gefängniß verbringen, weil er bei einem Ge des Grafen Stolberg: Die Mühlen sind in der Vorlage.) Wes hat noch kein Beamter geklagt, sondern darüber, daß sie zu spräch im Bochumer Wartesaal der Bergisch Märkischen Bahn halb ist die Vorlage nicht auf Holz ausgedehnt? Alles, was in flein ist." eine Aeußerung über den Kaiser verlauten ließ, die sich nach AnBezug auf das Getreide gesagt wird, gilt in erhöhtem Maße für Der Titel wird genehmigt, dagegen dem Antrage der Budget- ficht des Gerichts als Majestätsbeleidigung qualifizirte. das Holz. Holz wird lange Monate vorher getauft, ehe es an tommiffion gemäß die Forderung von 80 000 m. für ein Dienst- A. Ruth hat infolge mehrfacher gerichtlicher Verurtheiseinem Bestimmungsort ankommt. Das Holz aus Rußland gebäude in Elberfeld gestrichen. lungen die Stelle des verantwortlichen Redakteurs der in Gelsentommt auf der Weichsel zu uns und es wird sehr viel Holz Bei der ersten Rate von 70 000 m. für das Postgebäude in tirchen erscheinenden 3 eitung deutscher Bergleute" russisches genannt, welches garnicht aus Rußland kommt, sondern Siegen spricht niedergelegt; sein Nachfolger ist H. Schlicke. aus Galizien. Das giebt Anlaß zu den größten Schwierigkeiten. Abg. Stöcker seinen Dank aus für die endliche InangriffBeim Holz handelt es sich namentlich um die Arbeiter, welche nahme des Baus, über welchen so lange Unterhandlungen gebei der Bearbeitung des Holzes beschäftigt werden. Wenn das schwebt haben. Im Rafernenstil sollten solche Gebäude, welche Holz nicht unter das Gesetz fällt, wird das Holzgeschäft einen die Idee des Reiches repräsentiren, nicht gebaut werden. ungefunden Charakter bekommen. Es handelt sich dabei um mehrere Städte unserer Dstprovingen, welche die Minister bereift haben, um ihnen zu helfen, ohne daß dabei etwas herausgekommen wäre. Eine Trennung der Hölzer nach ihrem Ursprungslande wird jezt nicht vorgenommen. Ich hoffe, daß die Kommission in dieser Frage eine Besserung bringen wird, und ich hoffe auch, daß die Regierung und die Mehrheit des Hauses unsere Anträge annehmen. werden. Der Titel wird genehmigt, dagegen werden die für neue Postgebäude ausgesetzten Summen: Für Danzig 218 000 W., für Forst( Laufig) 130 000 m. und für Warmbrunn 100 000. entsprechend den Anträgen der Budget- Kommission gestrichen. Die zum Poſtetat eingegangenen Petitionen werden für erledigt erklärt. Ohne Debatte erledigt das Haus darauf noch den Etat der Reichsdruckerei. Schluß 33/4 Uhr. Nächste Sigung Mittwoch 1 Uhr( AnKorrespondenzen und Parteinachrichten. " " * - Desterreichisches. Bei einer Boltsversammlung in 3 wittau wurde dem Genoffen Rieger aus Brünn, welcher über das allgemeine Wahlrecht und die politischen Parteien Defterreichs sprach, das Wort vom Regierungsvertreter entzogen, als er bemerkte, daß es dem Volke durch die Wirksamkeit seiner Vertreter so gut gehe, daß es in einem Meer von Glückseligkeit schwimme." Der Redakteur Ignaz Radó der sozialdemo fratischen Zeitung, Nepszava" wurde vom Budapester Gericht von der Anklage, zum Klaffenhaß aufgereist zu haben, freigesprochen. Soziale Ueberlicht. zu sein. Staatssekretär von Malzahn: Nicht nur im Osten, sondern auch im Westen Deutschlands giebt es Getreide Transitläger, so träge und Petitionen). 3. B. in Duisburg. Auch andere Städte werden sie erhalten, wenn sie sich darum bewerben. Daß die Mühlen anders behandelt werden, liegt darin, daß es fich bei den Mühlenkonten nur um die Ausfuhr von Mühlen- Fabrikaten handelt. Wenn Den Arbeiterinnen der Handschuh- Fabrik von die Müller statt ein Transitlager zu nehmen, nach dem Reglement May Raderbow, Berlin, Pantstr. 47, ist der Lohn beüber die Mühlenkonten verfahren, so müssen sie auch die Kondeutend gekürzt worden. Schon vor Weihnachten kündigte der fequenzen davon tragen. Jeder Wind- oder Wasser- Müller, der genannte Fabrikant seinen Stepperinnen an, daß er von nächster im Januar Getreide fauft, muß 5 M. 3oll bezahlen und es Woche ab weniger zahlen werde, weil sie nicht, wie er befohlen, würde unbillig sein, die sehr viel kapitalfräftigeren Besizer der Ueber die bevorstehende Reichstagswahl im 22. fächst länger gearbeitet hätten. Er zog ihnen denn auch 20 put. ab. großen Mühlen besser zu stellen, als die kleinen Müller. In der schen Wahlkreis, Reichenbach Auerbach, wird der Voff. Bor 3 Jahren noch bekamen die Stepperinnen in der Fabrik für Kommission wird ja darüber nähere Erörterung angestellt werden Beitung" aus Kirchberg berichtet, daß die nationalliberale Partei, das Steppen eines Dußends Krimmer- Handschuhe 1,80 M., jetzt fönnen; ich bitte nur, daß die Kommission so schleunig als welche jetzt den Kandidaten zu stellen habe, den Fabrikanten wird nur 1 M. bezahlt. Angesichts dessen liegt es im eigenen möglich die Vorlage erledigt, denn die Zeit bis zum 1. Februar Kramer jun. aus Kirchberg in Vorschlag bringe. Herr Kramer Interesse der Stepperinnen, sich dem Arbeiterinnen- Verein an ist sehr knapp bemessen. zählt unseres Wissens zum fächsischen Kammerfortschritt, Abg. Buhl( natl.) hält es für nothwendig, auf das zwischen dieser Richtung und dem wafferblauesten National- schließen, um für die Zukunft gegen solche Lohnabzüge geschützt Schwimmende Getreide Rücksicht zu nehmen, und bedauert, daß die liberalismus ist schon längst fein Unterschied mehr. In Alle Arbeiterblätter werden um Abdruck gebeten. Kreditlager nicht dieselbe Begünstigung benutzen sollen, wie die der letzten Zeit haben auch die Antisemiten versucht, Der Ausstand der Feilenarbeiter der Firma Rösse. Tranfitlager. Eine fommissarische Berathung, die natürlich sehr im Kreise Boden zu fassen. Herr Liebermann hat in Auerbach beschleunigt werden müßte, hält Redner ebenfalls für noth- in mehreren Versammlungen gesprochen und es wird sicher auch mann u. Kühnemann in Budapest ist nach dreimonat wendig. ein Kandidat dieser Richtung aufgestellt werden. Die Herren licher Dauer zu Ungunsten der Arbeiter beendet. Ursache der Staatssekretär von Malhahn: Waaren, welche auf die Konservativen werden also in die Lage von Buridans Esel tommen Niederlage war der genügende Zuzug von Streitbrechern. Die Kreditlager gebracht werden, sind rechtlich verzollt mit dem und man kann neugierig sein, ob sie dem Zuge des Herzens Ausständigen sind insgesammt anderweitig untergebracht. Augenblick ihrer Einfuhr, wenn auch der Zoll drei Monate oder staatsmännischen" Erwägungen folgen werden. Im Die Wiener Handels- Hilfsarbeiter haben dem Reichskreditirt wird; für diese Waaren einen Bollnachlaß zu gewähren, ersteren Falle erhält der Antisemit, im legteren Kramer das raths- Abgeordneten Pernerstorffer eine Resolution zur widerspricht unserer Zollgesetzgebung. Gros der konservativen Stimmen. Für den endgiltigen Sieg Uebermittelung an den Reichsrath zugehen lassen, in welcher Abg. Menzer( of.) erklärt Namens seiner Freunde, daß sie des Sozialdemokraten wird es übrigens gleichgiltig bleiben, wo volle Sonntagsruhe in der Dauer von mindestens 24 aufeinanderfür die Vorlage stimmen würden, bedauert aber, daß nicht die Konservativen ihre Eier hinlegen. Unsere Genossen im folgenden Stunden in jeder Woche, sowie die Einführung eines statistisches Material über die Bereutung derselben beigebracht Kreise sind schon eifrig an den Vorbereitungen für den Wahl gefeßlich normirten Normal- Arbeitstages in der Dauer von nicht fei. Die Zollverträge bringen schon einen erheblichen Einnahme- tampf und hoffen zuversichtlich schon im ersten Wahlgang auf mehr als acht Stunden innerhalb 24 Stunden" gefordert wird. Ausfall, der auf 35 Millionen Mart berechnet ist. Welcher den Sieg ihres Kandidaten Frans Hofmann, Bigarrenfabrikanten Ausfall an Einnahmen wird bei dieser hier vorgeschlagenen in Chemniz. Theater. Mittwoch, den 20. Januar. Opernhaus. Cavalleria rusticana ( Bauernehre). Vorher: Das goldene Kreuz. Schauspielhaus. Narzis. Circus Renz. Circus G. Schumann. Karlstraße. Mittwoch, den 20. Januar 1892: Abends 74 Uhr: ,, Auf Helgoland" ober: Ebbe und Fluth. 1 Leffing- Theater. Die Großstadtluft. Große hydrologische Ausstattungs: Friedrich- Karl- Ufer, Edie Karlstr. Mittwoch, den 19. Januar 1892: Abends 71/2 Uhr: Große außerordentl. Vorstellung. Das Drei- Etagen- Karousel mit Besonders hervorzuheben: Deutsches Theater. Iphygenie auf Pantomime in 2 Abtheilungen mit 25 Pferden, dargestellt von Herrn Max Achtung! Achtung! Große Volksversammlung National- Tänzen( 60 Damen), Auf- Schumann, Doppel- Seil von den im Feen- Palast, Burg- und Wolfgangstraßen- Ecke. am Donnerstag, den 21. Januar, Abends 8 Uhr, Tauris. Berliner Theater. Der Hütten- zügen ze. Ferner Dampfschiff- u. Boot: besizer. fahrten, Wasserfälle, Riefenfontänen mit Rendenz- Theater. Madame Mon- allerlei Lichteffekten 2c., arrangirt und godin. Vorher: Modebazar Violet. inszenirt vom Direktor E. Renz. Wallner- Theater. König Krause. Außerdem: Zyszka, Zante, Dubos Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. und Bravo, arabische Schimmelhengste zc. Der Mikado. zusammen vorgeführt von Herrn Franz Thomas- Theater. Luftschlösser. Renz. The gold bird, geritten von Bellealliance- Theater. Der ledige der Schulreiterin Frl. Clotilde Hager. Kandelaber, geritten von Herrn Ernst Renz, Enfel. Die großartigen Tremplinfprünge über 2, 4, 6, 8 und 10 Pferden Sof. Oftend- Theater. Der Rettungsball. Adolph Ernst Theater. Der Tanzteufel. Alexanderplah- Theater. Schwarze Brüder. Geschw. Hodgini. Doppel.Jockey von Mtr. Joë Hodgini und Victor Bedini. Doppel- Parforce- Arbeit von den Herren Victor und Hesse.„ Adonis", Fuchshengst, in der hohen Schule ge. ritten von Herrn Ernst Schumann. Spring- Potpourri von sämmtlichen Klowns. Tages- Ordnung: 897/6 1. Was lehren uns die letzten großen Streifs. Referent Reichstags- Abgeordneter August Bebel. 2. Diskussion. Wegen der Wichtigkeit der Tagesordnung wird die Versammlung punkt Der Vertrauensmann des 1. Kreises. als Springpferd, geritten von Fräulein Ringlet", engl. Vollblut, 8 Uhr eröffnet. Adele Schumann. M. W. oder Berliner Kinder im Sommer Zum Schluß der Vorstellung: mit Doppelfaltomortales von den beſten und Winter. Gr. Baſſer- und Feuer Verein zur Wahrung der Interessen der Springern. Sisters Lawrence am Bantomime mit großartiger Ausstattung fliegenden Trapez. Gebr. Briatore, und sensationellen Wasser, Licht- und Fernpalat. Spezialitäten- Borstellung. Akrobaten. Auftreten der Reitkünft Feuer- Effekten.( Beytere von den PyroGast- und Schantwirthe Berlins u. Umgeg. Gebrüder Richter's Variété. Spe- lerinnen Mile. Theresa und Mr. Bradzialitäten Vorstellung. bury, fowie der Reitkünstler Herren Theater der Reichshallen. Spe- Jules und Henry Briatore. Komische zialitäten- Vorstellung. Entrees. Winter- Garten. Spezialitäten- Bor- Täglich: Auf Helgoland. stellung. Konkordia- Palast- Theater. SpeE. Renz, Direktor. techuifern Brandt& Sohn.) Ballet, 12 Damen in Uniform der Rathenower Husaren. Militärische Evolutionen von 24 Damen. Morgen: Gr. 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Januar 1892, Abends 81/2 Uhr, Große öffentliche Wähler- Versammlung für Schöneberg in der Schlossbrauerei zu Schöneberg, Hauptstr. 60-63. Tages Ordnung: 1. Die Gemeindewahlen und wie stellen wir uns zu denselben. Referent Th. Megner. 2. Diskussion. 3. Wahl eines Wahlkomitees. 4. Verschiedenes. Zur Deckung der Unkosten wird ein Entree von 10 Pf. erhoben. Es ist Pflicht eines jeden Genpffen zu erscheinen 420/12 Der Vertrauensmann. Verlag des ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt Berlin SW., Beuthstraße 2. Soeben erschien: Heft II ber Reden und Schriften Ferd. Lassalle's ( Vollständig in ca. 50 Heften à 20 Pf.) Bestellungen nehmen alle Buchhandlungen, Zeitungsspediteure und Rolporteure entgegen. Patent Patent in allen Staaten angemeldet. in mehreren Ländern schon ertheilt. Kathreiner's Kneipp- Malz- Caffee mit Aroma und Geschmack des echten Bohnencaffee ist der beste, wohlschmeckendste und gesündeste Caffee- Zusatz, ausserdem im Gebrauch der billigste. 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Wie die meisten der Grundstücke Polizeibericht. Am 18. d. M. Morgens wurde ein Gegenstand einer Kundgebung Seitens des Bundes der Berliner in dortiger Gegend am Landwehr- Kanal, dient auch das betroffene Handlungsgehilfe in seiner Wohnung in der Admiralstraße mit Gegenstand einer Kundgebung Seitens des Bundes der Berliner als Holzplatz, welcher dem Baugeschäft von Ziegra gehört; da einer Schußwunde in der Schläfe, die er sich mittelst Revolvers Grundbesiger gebildet haben, werden in der" Pap.- 31g." einer neben befindet sich auf dem Terrain ein Wohnhaus und ein Vor dem Gerichts- Beitung. Prozeß Schweizer- Prager. Vor dem Schwurgericht des hiesigen Landgerichts I begannen gestern die Verhandlungen in der sensationellen Mordsache, bei welcher der Dr, jur. Prager die Rolle des leidenden Theils spielte. Die auf versuchten Mord bezw. Anstiftung und Hilfeleistung gerichtete Anklage richtete sich gegen den 30 jährigen Handlungsgehilfen Max Schweizer, Dissident und unbestraft, und die Frau Eugenie Prager geb. Schweizer, 33 Jahre alt, jüdisch, unbestraft. Zu derselben Zeit wurde Kolportage- Fachblatt enthält in seiner Nummer vom 15. Dezem langes einstöckiges, schuppenartiges Fachwerksgebäude, welches beigebracht hatte, todt aufgefunden. Dezem- auer einem ber 1891 die Anzeigen von nicht weniger als 33 neuen Romanen außer einem Pferdestall die Werkstätten und Lagerräume der ein Maurer in seiner Wohnung, in der Bionskirchstraße, erhängt Holzleisten- Fabrit von Dürzynski, jowie auch einen Arbeits- vorgefunden. Vor dem Hause Burgstr. 2 wurde Morgens die diefer Art. 21 von ihnen sind Erzeugnisse des Berliner Verlagsraum für die Zimmerleute des Biegra'schen Baugeschäfts hof in der Invalidenstraße wurde Vormittags ein Hutarbeiter Leiche eines neugeborenen Kindes aufgefunden. In einem Gastmarftes, 8 erscheinen in Dresden, 3 find Neusalzaer, 1 ist Leip- enthält. Das Feuer soll angeblich im Pferdestall ausgekommen im Bette liegend todt vorgefunden. Aerztlicher Feststellung zu ziger Produtt. 100, 130 und 150 Hefte find in der Regel die Biffern, welche als Maßstab für den geschäftlichen Erfolg angesein; anstatt nun sofort die Feuerwehr zu alarmiren, hat Vor dem Hause fehen werden, 130 und 150 Heste zeigen schon einen sicheren Roman- man versucht, seiner durch Selbsthilfe Herr zu werden, und folge hat er sich mittelst Strychnin vergiftet. treffer an. Giner dieser Romane umfaßt sogar 200 Heste; es ist erst als die Fruchtlosigkeit dieses Beginnens eingesehen wurde, der Fahrt befindlichen Pferdebahnwagen und erlitt so bedeutende Chausseestr. 2 fiel Nachmittags ein Buchdrucker von einem in der bei Werner Große, Berlin, erschienene Noman Kornblume fandter Bote hier die Feuermeldung erstatten, was fum 9 Uhr werden mußte.- Zu derselben Zeit wurde ein Mädchen in der bei Werner Große, Berlin, erschienene Noman Kornblume mußte ein nach der Feuerwache in der Reichenbergerstaße ent: Verletzungen am Kopfe, daß er nach der Charitee gebracht und Veilchen." Interessant dürfte es sein, ungefähr festzustellen, 43 Minuten geschah. Beim Eintreffen der ersten Löschzüge auf seiner Wohnung in der Streligerstraße erhängt vorgefunden. welches Kapital diese 33 Romane in 10- Pfennig- Heften darstellen. Der Brandstätte fah es sehr schlimm aus; das Fachwerksgebäude Abends fiel in dem Hause Engel- Ufer 9 ein unbekannter, Man rechnet in den einschlägigen Geschäftskreisen in der Regel stand in seiner gesammten Ausdehnung in Flammen, denen durch etwa 40 Jahre alter Mann von der Treppe und erlitt so auf den Roman etwa 25 000 M. Kosten für Herstellung und die beträchtlichen Holzvorräthe, welche dasselbe barg, sowie durch Vertrieb. Die Ziffer darf nicht überraschen, denn das erste Heft die auf den Boden lagernde Fourage und von dem bei verschwere innere Verlegungen, daß er bewußtlos nach dem Krankenwird in einer Auflage von 100 000 und mehr Exemplaren ge- Holzleistenfabrikation zur Verwendung gelangenden und in Alte Schönhauserstr. 4 wurde zu derselben Zeit eine Frau von Vor dem Hause hause Bethanien gebracht werden mußte. druckt; die Hefte 2-5 werden ebenfalls in sehr hoher Auflage größeren Mengen vorhandenen Terpentin reiche und günstige einem Pferdebahnwagen überfahren und am Kopfe bedeutend gedruckt; die sich aber von Heit zu Heft in annähernd gleich: Nahrung geboten wurde. Die Pferde hatte man zum Glück noch verlegt, so daß ihre Ueberführung nach der Charitee erforderlich mäßigem Verhältniß bis zu 20 000 oder 10 000 je nach dem An- rechtzeitig in Sicherheit bringen können. Aus's Aeußerste geflange, den der Roman findet, herabmindert. Heste 1-5 werden fährdet war das nur durch einen schmalen Gang von dem Brand- wurde. Abends wurde ein Herr und ein Mädchen in der umsonst an die Kolportage- Handlungen abgegeben. Vom 6. Heft herde getrennte Wohnhaus und noch bedenklicher gestaltete sich wohnung des Erſteren, in der Georgenstraße, erschossen voran bringt jedes verkaufte Heft dem Verleger 5 Pf. Eine Auflage die Sachlage für die von der anderen Seite das brennende Ge- gefunden. Anscheinend hat er zuerst das Mädchen erschossen und von 5000 Exemplaren entspricht also einem Hefterträgniß von 250 M., bäude begrenzenden Bretter- und Holzvorräthe, da das Feuer Hause Chausseestr. 113 fiel zu derselben Zeit ein Arbeiter beim sich darauf selbst einen tödtlichen Schuß beigebracht. tei einem Romanumfang von 100 Heften einem Gesammt nicht nur hier schon gezündet hatte, sondern auch bereits über den Abspringen von einem Geschäftswagen zur Erde und gerieth erträgniß von 25 000 M. Eine Auflage von 5000 Exemplaren Fahrweg, welcher den Holzplatz von Sauerlandt auf dem Nach dabei unter die Räder eines vorüberfahrenden Omnibus. Gr ist also allein nothwendig zur Kostendeckung. Was über 5000 bargrundstück scheidet, gesprungen war und die an dem Wege Gremplare abgesetzt wird, bildet den Reingewinn. Dabei ist noch Eine Frau fiel Abends vor in Betracht zu ziehen, daß in jenen Anzeigen durchaus nicht liegenden Bretterstapel ergriffen hatte. Da ein Weitergreifen des wurde am Rücken schwer verletzt und mußte nach dem Krankenhause Moabit gebracht werden. sämmtliche Romane dieser Gattung verzeichnet sind; es fehlen entfaltete die Feuerwehr sehr beträchtliche maschinelle Kräfte; und erlitt einen Bruch des Unterschenkels. Brandes auf die Holzpläge von unberechenbaren Folgen sein mußte, dem Hause Niederwallstr. 28 infolge eines Fehltritts zur Erde Zu derselben Zeit hervorragende Dresdener und Berliner Handlungen. Man wird 7 Schlauchleitungen, davon 4 durch Dampfsprigen gespeist, wurden Literaturwaare auf dem Handelsmarkte in Arbeit befindliche erfolgte aus dem nur durch den Straßendamm getrennten Kanal, aus, wodurch dasselbe völlig zerstört wurde. Außerdem fanden also kaum fehl gehen, wenn man das in dieser Behnpfennig- auf die verschiedenen Brandſtellen dirigirt; die Wafferentnahme brach auf dem Holzplatz Kottbuser Ufer 7 in einem langen Fachwerkgebäude mit Tischlerwerkstätten und Lagerräumen Feuer Kapital auf mindestens 1-12 millionen Mark anschlägt. in dessen Eisdecke Löcher geschlagen wurden. Trotz der gewaltigen im Laufe des Tages fünf kleine Brände statt. Ueber die Ausdehnung der gegenwärtigen Influenza- Wassermassen, welche in das verheerende Element geschleudert im Laufe des Tages fünf kleine Brände statt. Epidemie hat das kaiserliche Gesundheitsamt nach den Sterb- wurden, währte es doch eine geraume Zeit, ehe man eine Ablichkeitsausweisen aus allen größeren deutschen und vielen ausnahme der Feuerlohe bemerken konnte; die Flammen wurden ländischen Orten eine Reihe von statistischen Tabellen aufgestellt, vom Winde immer von Neuem angefacht, vermochten aber welche über den Einfluß der tückischen Krankheit auf die Sterbe- weiteres Terrain nicht mehr zu gewinnen, sodaß wenigstens die ziffern und über die monatliche Zahl der Sterbefälle interessante Gefahr für die Holzplätze als beseitigt anzufchen war. Nach Aufschlüsse geben. etwa dreistündigem Kampfe war man des Brandes vollständig Faßt man das Ergebniß der vorläufigen Beobachtungen zu Herr. Das Fachwerksgebäude ist der Zerstörung gänzlich anheimsammen, so entsprach in den größeren Städten des Deutschen gefallen und größtentheils zusammengestürzt, großer Schaden ist Reid es das neuerliche Auftreten der Influenza während der auch unter den Bretterstapeln angerichtet worden, dagegen hat beiden letzten Monate des Jahres 1891 weder an Ausdehnung das Wohnhaus hauptsächlich nur infolge Anbrennens der Fenster( Extensität), noch soweit die Sterblichkeit beeinflußt Einrahmungen gelitten. Bei dem Aufräumen trug der Feuer an Heftigkeit( Intensität) dem Auftreten der mann Wiefing furz vor 4 Uhr durch Mauertheile einer ein Seuche vor zwei Jahren. Die Ausdehnung erscheint deshalb stürzenden Wand anscheinend schwere innerliche Verlegungen eine geringere, weil in einem weit kleineren Theile der davon; er wurde auf seinen Wunsch zunächst nach seiner Wohnung Städte das für die frühere Influenza- Epidemie bezeichnende gebracht. Die Aufräumungsarbeiten erreichten erst heute Borplötzliche Ansteigen der Sterbefälle bemerkbar war; die Heftigkeit mittag furz nach 11 Uhr ihr Ende. der Krankheit erscheint deshalb geringer, weil so hobe Sterblichfeitsziffern wie vor zwei Jahren diesmal nicht erreicht worden Georg Prager in einer nicht sehr glücklichen Ehe, welcher zwei Frau Prager lebt seit dem Jahre 1879 mit dem Dr. jur. find. Die geringere Schwere der neuerlichen Epidemie ergiebt Töchter im Alter von 11 und 2 Jahren entstammen. Das Ehefich daraus, daß vor zwei Jahren die Sterblichkeit in deutschen leben hat sich in den letzten Jahren so getrübt, daß die Ehe Städten vielfach weit höher anstieg, z. B. in Kiel bis zu 69,6, Der Dr. phil. Johann Biedermann, 42 Jahre alt und aus frau am 26. August 1891 die Ehescheidungsklage erhob. Herr in Darmstadt bis zu 68,1, in Münster bis 65,8, in Augsburg bis Prager seinerseits beabsichtigte die Anklage wegen 62,4, in Danzig bis 61,0 und in weiteren acht großen Städten Lattin bei Halle gebürtig, war als Assistent im chemischen Labo- Dr. Prager feinerseits beabsichtigte gegen seine Frau zu erheben und in bis über 50 pro Mille, während Ende 1891 nur Essen vorüber- ratorium der hiesigen Universität, Georgenstraße 33/34, thätig Ghebruchs und hatte in dem Gebäude ein zu ebener Erde nach dem Hofe feinem Auftrage verhandelte Rechtsanwalt Dr. Staub gehend eine höhere Sterblichkeit als 50 pro Mille erreichte. 16. August mit Frau Prager und ließ durch Um ein Urtheil darüber zu gewinnen, welche Altersstufen gelegenes Bimmer als Wohnung inne. Biedermann hatte ursprüng- am der Bevölkerung vorzugsweise von der Jufluenza dahingerafft lich sich der Militärlaufbahn gewidmet gehabt, dieselbe aber auf- blicken, daß ihr Ehemann Beweise für die Treulosigkeit Anfangs September hatte Frau wurden, ist für Berlin, woselbst eine Sonderung der Todesfälle geben müssen, weil er im letzten Feldzuge durch einen Schuß in den seiner Frau in Händen habe. nach Altersklassen in den Veröffentlichungen des statistischen Fuß invalid wurde. Vor einigen Monaten lernte nun Biedermann Prager, welche zwar in derselben Wohnung mit ihrem Ehemanne Amtes der Stadt geschieht, ein Vergleich zwischen den Influenza- bei dem Pjörtner des Laboratoriums, Robert, ein junges Mädchen hauste, sich von demselben aber vollständig absentirt hatte und Monaten Dezember 1889 und November 1891, und andererseits kennen, welches dort schneiderte, er fand an demselben derart Ge- in eigener Schlafstube schlief, wiederholt ihren Dienstboten gegen den influenzafreien Dezembermonaten der Jahre 1888 und 1890 fallen, daß er ein ernstgemeintes Verhältniß mit ihm anknüpfte. Das über die Befürchtung ausgesprochen, daß sich ihr Ehemann wohl erst 17 Jahre zählende hübsche Mädchen, Margarethe Meyer, war demnächst einmal das Leben nehmen und sich erschießen würde. gezogen. dem weit älteren Manne gleichfalls geneigt. Das Paar sah sich Schon seit Anfang August hatte Dr. Prager seinem Schwager, täglich und kam überein, sich zu heirathen. Biedermann erklärte dem Angeklagten Schweizer, das Betreten der Wohnung untersich denn auch dem Vater seiner Braut, dem Dorotheenstraße 8 sagt und zum 18. September hatte er seine Frau zum Berlassen wohnhaften Maschinisten der königlichen Theater Herrn Meyer, der Wohnung aufgefordert. Die Pragerfche Wohnung befindet und bat um die Einwilligung zur Heirath. Der Vater hatte sich Hallesches Ufer 27, 1 Treppe, die beiden Schlafzimmer des nichts gegen die Heirath, glaubte aber, seine Tochter für alle Ehepaares, deren verbindende Thür seit längerer Zeit von beiden Jälle sicher stellen zu sollen, und knüpfte daher an seine Zusage Seiten geschlossen gehalten wurde, liegen am Ende des hinteren 60 die Bedingung, daß Biedermann seiner fünftigen Frau 30000 M. Korridors. seines nicht unbeträchtlichen Vermögens vor der Hochzeit, welche In der Nacht zum 18. September ereignete sich nun in für nächsten April in Aussicht genommen worden war, gerichtlich dieser Wohnung eine Schreckensszene. Herr Dr. Prager war um überweisen lassen sollte. Dr. Biedermann schien auch darauf ein- 1/29 Uhr nach Hause gekommen, hatte allein Abendbrot gegessen gehen zu wollen, bat aber um fünf Tage Bedenfzeit, welche und gegen 1/211 Uhr sein Schlafzimmer betreten. Nachdem er gestern abgelaufen war. Am Sonntag nun war das junge Braut- das Licht auf dem am Kopfende des Bettes stehenden Nachttisch paar noch bei dem Pförtner Kobert in sehr vergnügter Stimmung angezündet hatte, warf er sich in einer bedeutenden Unruhe anzusammen gewesen; doch soll schon an diesem Abend Biedermann gekleidet aufs Bett, erhob sich aber nach einigen Minuten und Hiernach ist während des Jufluenzamonats Dezember 1889 ben Versuch gemacht haben, seine Braut zu erschießen, welche ihm entfleidete sich. Seinen Rock legte er auf einen zwischen dem die Sterblichkeit am wenigsten gestiegen bei Säuglingen( um aber entlaufen ist. Wie es nun gekommen ist, daß das junge Mädchen Fußende des Bettes und dem Toilettentisch stehenden KinderEr hatte keine Ahnung davon, daß hinter diesem 25 pet. gegenüber dem Mittel der beiden influenzafreien das Zimmer ihres Zukünftigen aufgesucht hat, ist noch nicht auf- wagen. Dezembermonate) und bei älteren Kindern des ersten Lebens- geklärt worden. Kurz nach 7 Uhr hatte dasselbe die elterliche Toilettentisch sich der Angeklagte Schweizer verborgen hielt und Jahrzehnts( um fast 47 pct.). Am beträchtlichsten wuchs wäh- Wohnung verlassen mit der Erklärung, gleich wiederkommen zu die Vorgänge im Zimmer übersehen konnte. Nachdem Dr. Prager Um 73/4 Uhr erdröhnten im Zimmer des Dr. Bieder sich ins Bett gelegt hatte, las er noch bis gegen 12 Uhr und rend des Herrschens der Influenza im Jahre 1889 die Sterblichwurde Es starben in Berlin während des influenza im Alter von 0-1 1-9 10-19€* 29 30-39 40-59 60-70 20 30 Jahren 80 und freien Dezbr. 1888 761 446 63 142 178 333 353 Jufluenzamonats De 980 597 128 278 371 718 579 102 zember 1889 influenzafreien Dezbr. 1890. Influenzamonats November 1891 61 802 369 69 175 206 375 396 . 973 533 79 183 240 562 626 142 81 Tage( einschl. 1. Dezember). " Erklärliche Sensation erregt ein Mord und Selbstmord, welchen ein den„ befieren" Gesellschaftskreisen angehöriger Mann reiferen Alters vollführt hat. Ueber diese schauervolle Affäre ist Folgendes bekannt geworden: wollen. Die der Anklage zu Grunde liegenden Vorgänge, welche sich in der Nacht zum 18. September v. J. abspielten, mögen zunächst furz in die Erinnerung zurückgerufen werden. Die feit unter den Personen des fünften und sechsten Lebens- Jahrzehnts mann kurz auf einander zwei Schüsse. Die Frau des Dieners löschte das Licht aus. Als er etwa eine halbe Stunde im Halb( um 103 pet.), demnächst unter den Personen des zweiten und Hartmann lief sofort hinzu, benachrichtigte die Pförtnerfrau schlummer gelegen, wurde er durch ein verdächtiges Geräusch erRobert und eilte dann zu dem nahegelegenen Bureau des zweiten weckt. Er richtete sich im Bett auf und zündete mit einem vierten Lebens- Jahrzehnts( um 94 bezw. 93 pt.). Die entsprechenden Bablenangaben für das letztbeobachtete Polizeireviers. Der sofort erschienene Polizeilieutenant Lange Streichholz das auf dem Nachttische stehende Licht an. In diesem Austreten der Influenza ergeben das stärkste Aufteigen der Sterbe- fand die Thür des Zimmers von innen verschlossen; er ließ da- Augenblick wurde von einer Person, welche dicht am Kopfende fälle für die höchsten Altersstufen von 60 Jahren und darüber. her, nachdem er durch eine über der Thür angebrachte Fenster- des Bettes stand, ein Schuß auf ihn abgefeuert und zwar aus Die im Lebensalter vorgeschrittenen Personen scheinen daher unter scheibe von einer Leiter aus einen Blick in das Innere des solcher Nähe, daß ihm die Lohe des verbrannten Pulvers über dem neuerlichen Auftreten der Influenza noch mehr als vor zwei Bimmers geworfen, die Thür mit Gewalt erbrechen, da kein die Augen schlug. Das Blut rieselte ihm über den Nacken, er fiel Schlosser zur Stelle war. Auf der Diele vor dem Sopha lag in eine kurze Ohnmacht und als er aus derselben erwachte, war Jahren gelitten zu haben. die noch warme Leiche der jungen Braut; ein Schuß in die linke der Thäter aus dem Zimmer entflohen. Auf Prager's Hilferuf Zur Warnung. Im östlichen Berlin und in den Vororten Schläfe hatte ihrem Leben ein Ende gemacht. Auf dem Sopha eilten Dienstboten und Nachbarn herbei. Frau Prager treibt eine Bande von Uhren- Neppern" ihr Wesen, welche schon selbst befand sich der Bräutigam zurückgelehnt und durch einen aber rückte und rührte sich nicht und erst als Polizei sehr viele Leute geschädigt hat. Die Bande verkauft Taschenuhren, Schuß aus demselben Revolver in die rechte Schläfe getödtet. eintraf, bequemte sie sich dazu, ihr Bett zu verlassen. die in der Schweiz lediglich für den Schwindel hergestellt werden. Man rief schleunigst drei Aerzte, welche in dem Gebäude ihre Polizei fand unter dem Sophatissen dieses Bettes in ein der Bald geben die Schwindler vor, günstige Gelegenheit zum An- Vorlesungen hielten, herbei, fie fonnten aber feine Hilfe mehr Frau Prager gehöriges Hemd eingewickelt ein Oberhemd M. S. faufe eines Pferdes zu haben, doch reicht ihnen ihr Geld nicht, bringen und nur den bereits eingetretrenen Tod bei beiden gezeichnet und einen grauen Kaisermantel des Angell. Schweizer bald wollen sie große Beträge im Spiele verloren haben und sich Personen feststellen. Schriftstücke irgend welcher Art, welche auf und in den Taschen 2 Portemonnaies mit 161,65 M. Im durch Verpfändung der Uhr aus der momentanen Geldverlegen- die Beweggründe zur That schließen lassen könnten, find nicht Speisezimmer fand man ferner Schweizers Chapeau claque, eine heit reißen. Gewöhnlich verlangen sie auf die Uhr ein Darlehen auszufinden gewesen, so daß man nicht weiß, aus welchem An- Sandlaterne und einen falschen Bart. Man hatte hierdurch gevon 40 M., doch gehen sie unter Umständen auch auf 30 oder laß Biedermann zu dem Morde an dem ihm nicht versagten nügende Fingerzeige dafür, wer der Thäter war. Frau Prager gar 25 M. herunter. jungen Mädchen geschritten ist. Die Mutter des Thäters, eine wollte von Nichts wissen. Sie behauptete, daß sie ihren Bruder 86 Jahre alte Dame, lebt mit einer Tochter in Halle; ein Bruder zum letzten Male am 13. September gesprochen habe, und leugnete Gegen einen Rechtsanwalt in Berlin war vor einigen des Verstorbenen ist Oberstlieutenant a. D. und wohnt in Berlin; jede Betheiligung an dem Mordanschlag gegen ihren Ehemann. Wochen bei der Staate anwaltschaft am Landgericht II eine ein anderer Bruder ist Pfarrer in Wusterwitz. Vielleicht haben Erst einige Zeit später gestand sie zu, daß sie mit ihrem Bruder Denunziation gegen§ 263 des Strafgesetzbuchs eingegangen. Da sich diese der Heirath des Sohnes bezw. Bruders mit dem ver- im Einverständniß gewesen sei, behauptete aber, daß ihre Absicht das eingeleitete Ermittlungsverfahren hinreichendes Belastungsmaterial ergab, so wurde ein Haftbefehl gegen den Beschuldigten mögenslosen Mädchen widersetzt und hierdurch den Bräutigam nur darauf gerichtet gewesen sei, Briese, die ihr Ehemann ihr erlassen. Am Sonnabend Nachmittag stellte derselbe sich beim zur Verzweiflung gebracht. Von einer anderen Seite wird uns weggenommen, diesem wieder abzunehmen. mitgetheilt, daß Dr. Biedermann, der ein ganz exaltirter Mensch Der Angell. Schweizer blieb einige Zeit lang verschwunden. Untersuchungsrichter freiwillig. gewesen sein soll, früher mit einem einer wohlhabenden Familie Der junge Mann, welcher als Handlungsgehilfe in dem Geschäft angehörenden Frl. R. verlobt gewesen, das Verlöbniß aber gelöst von Stadion Brecht u. Co. in der Krausenstraße in Stellung war, worden sei. Neuerdings soll Dr. Biedermann von dem Vater hattte sich im Geschäft krant gemeldet und war, nach den der früheren Braut eine Einladung erhalten haben, durch welche Ermittelungen der Kriminalpolizei, am 14. September nach eine Versöhnung herbeigeführt werden sollte. Hierdurch sei B. Hamburg gereist. Die Anklagebehörde nimmt an, daß er sich Ein gefahrdrohender Brand fand am Montag Abend auf dem Grundstück Kottbuser Ufer 7, den Bau- Unternehmern Karsow u. Guttmann gehörig, statt. Daß er in sehr engen Grenzen blieb, ist nur den außerordentlichen Anstrengungen der Feuerwehr zu mit dein Mordplane herumgetragen und diese Scheinreise nur angetreten habe, um cveiiluaUssüne einen Zllibibeweis bei der Hand zu habe». Er ist nämlich schon am lö. September heimlich wieder hierher zurückgekehrt. begab sich aber nicht in seine Wohnung bei seiner Mutter, Großbeerenstr. 75. sondern stieg in einem Hotel an der Weidendammer Brücke ab. Nach den Behauptungen der Anklagebehörde soll er dann am 16. September Abends mit seiner Schivester eine heimliche Zusammenkunft in der Prager'sck.en Wohnung gehabt und sich am 17. September Abends in das Haus und i» die Prager'sche Wohnung, die ihm von der Angeklagten geöffnet sein soll, geschlichen haben. Er nahm seine Ausstellung hinter einem mit Zengstoff garnirten Toilettentisch, melchcr in dein Schlafzimmer des Dr. Prager stand, hatte sich Mit Hilfe eines falschen Bartes unkenntlich gemacht und verübte dann das Attentat. Nach demselben entfloh er und ist erst am 23. September in Flensburg ergriffen morden. Ter Lievolver, welchen er benutzt, wurde an» 26. Sep- tember im Flensburger Hafen gefunden, mit noch vier Schüsse» gelade». Auch der Angeklagte Schweitzer behauptet, daß er von seiner Schwester nur gedungen sei, um die Briefe wegzunehmen, und daß er aus Furcht, von deni erregten Dr. Prager ergriffen zu werden und lediglich nni diese» von einer Verfolgung abzu- schrecken, blindlings einen Schuß abgegeben habe. Die Anklage- dchörde meint dagegen, daß der Rock, in welchem allein die von der Angeklagten gesnchten Briefe hätten sein können, dicht bei dem Versteck des Schweitzer gelegen habe, und beruft sich aus Sachverständige darüber, daß der Schuß in allernächster Nähe aus den 5kopf des im Bette aufgerichteten Dr. Prager abgegeben worden sei. Dr. Prager ist an seiner Gesundheit erheblich geschädigt worden. Der Schußkanal verlief horizontal etwa 11 Zentimeter lang von der rechten Seite des Nackens nach der linken Seite. Ter Verwundete mußte am 19. September in die Hahn'sche Klinik übergeführt werden und hier wurde in Narkose die Spitzkugel extraHirt. Während die Heilung anfangs normal verlief, trat am 30. September Wundrose hinzu, die jedoch günstig verlief, so daß Dr. Prager Ende Oktober die Klinik verlassen und sich in die Behandlung seines Hausarztes begeben konnte. Die Verhandlungen finden im großen Schwurgerichtssaale statt, dessen Zuhörerräume wieder bis ans den letzten Platz besetzt sind. Den Vorsitz de» Schwurgerichlshofes führt Land- die Anklage vortritt Staatsanwalt des Angeklagten Schweitzer führt Angeklagten Prager der Rechts auwalt Nausnitz. Die Angeklagten werden um 9>/e Uhr aus der Untersuchungshast in den Saal geleitet. Ter Angeklagte Schweitzer ist ein mittelgroßer Mann mit etwas gekrümmtem Rücken, intelli- gentein blassen Gesicht und schwachem Schnurrbart. Die An- f ellagte Prager hat ansprechende sanfte Gesichtszüge, die Gesichts arbe ist durch die Untersuchungshast etwas gebleicht; sie ist sorgfältig srisirt und der eng anliegende schwarze Paletot hebt ihre an und für sich hübsche Figur vortheilhast hervor.— Neben der Anklagebank ist eine Tasel aufgestellt, welche den Situations- plan der Prager'schen Wohnung zeigt. Als Sachverständige sind die Herren Geh. Rath Lewin und Mittenzweig, serner Sanitäts- ralh Dr. Küster, Geh. Sanitätsrath Dr. Hahn und Sanitätsrath Dr. Elsner geladen.— Da die Verhandlung möglicher Weise lange danern wird, wird ein Ersatzgeschworener ausgeloost. Das Jnquisitorium beginnt mit der Vernehmung des Auge klagten Schweitzer.— Präs.: Bekennen Sie sich des versuchten Mordes schuldig?— Angekl.: Nein.— Präs.: Erzählen Sie uns etwas aus Ihrer Lebensgeschichle. Was war Ihr Vater? — Angekl.: Mein Vater, welcher starb, als ich noch sehr jung war, war Kaufmann und lebte in Breslau, Görlitz und Sprem- berg.— Präs.: Habe» Sie Geschwister?— Angekl.: Wir waren unser sieben. Davon leben noch drei: mein Bruder in Wien, meine Schwester und ich.— Präs.: Wo haben Sie die Schule besucht?— Angekl.: Zuerst die Elementarschule in Breslau, dann das Gymnasium in Breslau, nach dem Tode meines Vaters kam ich zu meinem Onkel, der in einer kleinen Provinzialstadt lebte, und besuchte auch dort das Gymnasium bis zur Obertertia.— Präs.: Dann wurden Sie Kaufmann?— Angekl.: Ja, ich fühlte etwas anderes in mir, da aber meine Angehörigen keine Mittel hatten, so schickte ich mich darein, Kaufmann zu werden. Ich habe drei Jahre gelernt und kondilionirtc dann in ver- schiedenen Geschäfte», zuletzt bei Stadion, Brecht u. wo ich ein monatliches Gehalt von 126 M. bezog. Präs.: Wie lange waren Sie in dieser Stelle?— Angekl.: Etwa 2'/« Jahre.— Präs.: Zu Ihrer Charakteristik will ich doch hervorheben, daß Sie in einer Ihrer früheren Stellungen dem Geschäft 1060 M. unterschlage» haben.— Angekl.: Ich gebe das zu, aber es war nur jugendlicher Leichtsinn.— Präs. Wir wollen das nicht weiter untersuchen, wir können Sie dajür nicht bestrasen, denn die Sache ist verjährt.— Angekl.: Ich wollte durch Arbeil und treues Verhalten diesen Schandfleck aus meinen» Leben wieder wegwischen.— Präs.: Da» wäre sehr gnt, wenn Sie es getha» hätten; Ihre That, die sie heute hier zu verantworten haben, spricht aber nicht für die Ernsthaftigkeit dieses guten Vorsatzes! Sie sind nnverheirathet?— Zlngekl.: Ja — Präs.: Ich sehe aber ans den Akten, daß Sie noch für ein Kind zu sorgen hatten.— Angekl.: Nein, dasselbe ist gestorben — Präs.: Wo wohnten Sie?— Angekl.: Bei meiner Mutter.— Präs.: Ihre Schwester war niit Herrn Dr. Prager verheirathet? — Angekl.: Ja, aber die'Ehe war nicht glücklich.- Präs.: Ihre Schwester hatte ans Ehescheidung geklagt — Angekl.: Ja wohl.— Präs.: Sie standen mir Ihrem Schwager schlecht?— Angekl.: Ach nein.— Präs.: Nun. hören Sie, Ihr Schroager hatte ihnen doch das Hans verboten.— Angekl.: Das ist ganz plötzlich gekommen. Er>' mir sonst innner ganz freundlich entgegen gekommen. Aber als er meiner Schwester die Briefe aus ihrem Sekretär fortnahm. hat er wohl auch etwas Geschriebenes von mir vorgefunden, hat gesagt, ich sei der Sekretär seiner Frau und hat mir das Hans verboten.— Präs.: Nun sind Sie am 13. September nach Harn- bürg gefahren?— Angekl.: Ja, ich hatte Urlaub erhalten und ivoltte nach Sylt, um»nch zu erholen.— Präs.: Sie sind aber am 16. zurückgekehrt?— Angekl.: Jawohl, so hatte ich es mit meiner Schwester verabredet. Ich hatte ihr versprochen, den Ver such zu machen, die kompromittirenden Briese von meinem Schwager zurück zu erhalten unter Androhung von Gewalt und dazu ge brauchte ich einen Revolver, den ich mir in Hamburg kaufen wollte. Ich hielt mich verpflichtet, meiner Schwester beizustehen — Präs.: Die Reise nach Sylt wurde ivohl nur vorgeschoben: — Angell.: Ja, ich hatte es so mit meiner Schwester verabredet. — Präs.: Am 16. kehrten Sie von Hamburg zurück?— An geklagter: Jawohl.— Präsident: Warn», hielten Sie denn für nöthig, die ganze Reise zu unternehmen. — Angekl.: Ich wollte mir einen Revolver kaufen.— Präs.: Und deshalb reisten Sie nach Hamburg?— Angekl.: Jawohl.— Präs.: Angeklagter, machen Sie doch nicht so thörichte Ausreden Den Revolver konnten Sie doch in Berlin kaufen.— Angekl. Ich befürchtete, daß ich Verdacht erregen würde.— Präs.: Aber ivie soll das Verdacht erregen, wenn Sie, ein erwachsener Mensch einen Revolver kansen? Sie gehen einfach in einen der vielen Waffenläde» und verlangen einen Revolver, der Verkäufer wird Ihnen ohne Weiteres einen solchen aushändigen. Aber ich will Ihnen sage», weshalb Sie sich scheuten, hier einen Revolver zu kansen, Sie fürchtete», daß der Gedanken des Mordes aus Ihrer Ctinr zu lesen sei und daß Sie deshalb dem Verkäufer in Er innerung bleiben würden, nachdem die That begangen und be lannt geworden. Wohin begaben Sie sich zunächst, nachdem Sie von Hamburg zurückkehrten?— Angekl.: Zu meiner Schwester. — Präs.: Hier haben Sie ja ordentlich erst Probe gemacht von der ganzen Szene, die sich nachher abspielen sollte. Sie habe» sich in das Versleck begeben und alle Hand- langen zur Probe durchmachen müssen. Nach der That sind Sie zu Ihrer Mutter geflohen und haben in der Wohnung Ihrer Schwester selbst Ihr Hemd zurückgelassen. Hat Ihre Schwester nicht Geld gegeben zur Hamburger Reise?— Angekl.: Ja, 60 Mark.— Präs.: Hatten Sie außerdem noch Mittel?— Angekl.: Ja, ich hatte noch 800 Mark.—- Präs.: Von»vem hatten Sie dies Geld?— Angekl.: Auch von meiner Schwester. Sie hatte mir längere Zeit vorher 1000 M. zur Aufbewahrung gegebe».— Präs.: Sehen Sie mal diesen Brief an. Ist der von Ihne» geschrieben?— Angekl.: Ja.— Präs.: Er ist aus Hain- bürg vom 14. September datirt, also am Tage nach Ihrer Ab- reise aus Berlin. Wir werden den Brief zur Verlesung bringen. — Es ist ein Brief, wie ihn Jemand schreibt, der seinen Ver- wandten Nachricht in der unverfänglichsten Art über sein Ein- treffen am Reiseziel giebt. Der Angeklagte giebt„seinen Lieben" eine kurze Schilderung von Hamburg und von den Eindrücken, die Stadt aus ihn gemacht. Er will sich einige Tage dort aushalten und dann nach Sylt abdampfen, um sich zu stärken.— Präs.: Angeklagter, wissen Sie, daß der ganze Brief, sowie die Reise nach Hainburg nur ein schlau angelegtes Manöver war, um Ihnen einen Alibibeweis zu schaffen? Nachdem Dr. Prager ermordet war und der Verdacht sich auf Sie gelenkt haben würde, hätte man einfach den Brief vorgehalten und gesagt: Seht, er kann es nicht gewesen sein. Wollen Sie wirklich dabei bleiben, daß Sie nur nach Hamburg fuhren, um einen Revolver zu kaufen?— Angekl.: Ja, dabei bleibe ich.— Präs.: Was war die Uhr, wie Sie sich zu Ihrer Schwester begaben?— Angekl.: Es muß gegen Uhr gewesen sei».— Präs.: Trafen Sie Ihre Schwester allein?— Angekl.: Ja.— Präs.: Wie lange blieben Sie dort? — Angekl.: Nur so lange, bis wir uns gemeinsam darüber be- rathen hatte», wie ich in den Besitz der Briefe gelangen konnte. — Präs.: Dann gingen Sie wieder fort und kamen später die Hintertreppe wieder hinauf. Hatten Sie damals schon den 'älschen Bart?— Angekl.: Ja.— Präs.: Sie kamen um 8 Uhr an. Was thaten Sie nun da?— Angekl.: Meine Schwester ägte, ihr Mann würde bald wieder nach Hause zurückkehren und da legte ich Hut und Mantel ab.— Präs.': Sie haben doch auch das Hemd abgelegt.— Angekl.: Das that ich, weil dasselbe knisterte.— Präs.: Na, Angeklagter, das ist nun Unsinn, ein Hemd, welches man den ganzen Tag schon getragen hat, knistert nicht mehr. Sie haben dann eine Art Probe ab- gehalten, ob Sie in dem Schlafzimmer deS Dr. Prager unter den Toilettentisch kriechen könnten. Sie gingen dann in das Schlafzimmer Ihrer Schwester zurück, zogen sich ein Hemd derselbe» an. steckten den Revolver und eine. Blendlaterne zu sich und begaben sich dann in Ihr Versteck. Wie lange dauerte es, bis Dr. Prager heimkehrte?— Angekl.: Etwa vier glaube 1000 Thaler.— Präs.: Sie hatten die Ehescheidung� klage angestrengt?— Angekl.: Ja. wegen Mißhandlung. Jflsl dieser Mißhandlung ein Vorgang zu Grunde, der sich im Bade, in Ostende, zugetragen? �Angekl.: war aber keine Eifersucht daber im Spiele. Präs.. Nun h. Ihr Mann die Gegenklage gegen Sie angestrengt wegen Stunden.— Präs.: Haben Sie das so lang Angekl.: Mein Magen knurrte sehr.—- das Gewissen gewesen sein, welches sich bei! aushalten können? >räs.: Es wird wohl ihnen meldete. Was geschah nun, als Ihr Schwager nach Hause kam?— Angekl.: Ich duckte mich, soviel ich konnte, und verhielt mich ganz still. Dann hörte ich, daß mein Schwager stöhnte und ins Bett stieg auch hörte ich Blätter umschlagen, aus welchem ich annahm, daß er las. Dann hörte das Lesen auf, und ich nahm an, daß er eingeschlafen sei.— Präs.: Und nun gingen Sie an die Ans- sührnng Ihres Planes?— Angekl.: Ich kroch vorsichtig durch die Vorhänge des Toilettentisches hindurch und chob mich ganz langsam vorwärts. Nun weiß ich nicht, ob mein Knie knaxle, oder ob ich irgendwie anstieß, kurz und gilt, ich hörte plötzlich ein Geräusch, ich sehe Licht, ich weiß nicht, was ich lhne; ich zieh- den Revolver; ich drücke blindlings los; stürze ans dem Zimmer, werfe die Blendlaterne fort und laufe zum Hause hinaus.— Präs.: Und den Hausschlüssel hatte Ihnen vorher Ihre Schwester gegeben. Sic rannten in demselben Zustande fori, in welchem Sie sich befanden, mit dem Hemd der Schwester bekleidet, ohne Hut, ohne Stiefel, auf den bloßen Strümpfen.— Angekl.: Ja, ich war furchtbar aufgeregt und wußte nicht, was ich that.— Präs.: Nun, daS ist ganz natürlich, daß ein Mann, der solch' fürchterliche That begangen hat, sich in größter Aufregung be sindet, ihm das Gewissen schlägt und das Herz schlägt; das würde dem abgefeimtesten Verbrecher so gehen. Angeklagter, was Sie uns da erzählt haben, ist nicht wahr. Es ist nicht wahr, daß Sie in die Lust geschossen haben, denn die Lohe des Pulvers ist dem Dr. Prager direkt ins Gesicht gedrungen und nach dem Gutachten der Sachverständigen muß der Schuß aus allernächster Nähe auf Dr. Prager abgefeuert worden sein. Sie halten auch bequem Gelegenheit, durch den Balkon und das Schlafzimmer Ihrer Schwester den Rückzug anzutreten. Wer die Briefe nur haben will, der bewaffnet sich nicht mit einem Revolver, steckt sich nicht einen falschen Bart an und versleckt sich nicht in einer Weise, wie es der rajfinirteste Strolch nicht thun würde. Ihrer Schivester konnte auch gar nicht so viel daran liegen, die Briefe in ihre Hände zu bekommen, denn wenn Ihr Schwager wirklich 'christliche Beweise der Untreue Ihrer Schwester in Händen hatte, so konnte er auch event. aus dem Gedächtniß die be treffenden Personen als Zeugen vorladen. Angeklagter, ich rathe Ihnen in Ihrem eigenen Juteresse, die Wahrheit zu sagen.— Angekl.: Ich sage die Wahrheit.— Ans weiteres Befragen er zählt der AngeNaate noch, daß er nach der That zunächst in die Wohnung seiner Mutter gelausen, von da in sei» Hotel ge gangen und nachdem er sich umgekleidet, am nächsten Morgen wieder nach Hamburg zurückgekehrt sei. Er sei dann nach Flensburg gegangen, habe dorr den Revolver fortgeworfen und sich schließlich der Polizei selbst gestellt, nachdem er längere Zeit mit Selbstmordgedanken umgegangen war.— Auf Antrag des Staatsanwalts wird der Brief verlesen, welchen der Angeklagte an die hiesige Staatsanwaltschaft von Flensburg aus ge schrieben,«m seine Schwester zu exkulpiren. Der Brief beginnt wie folgt:„Ehe ich aus diesem Jammerthal scheide, halte ich es für meine Pflicht, meine arme unglückliche Schwester, die ganz unschuldig ist, zu rechtfertigen."— Er erzählt dann, daß seine Schwester in Ostende öffentlich von ihren: Manne gemißhandelt worden sei, daß dann der Mann eine Welt reise angetreten, nach deren Rückkehr sich derselbe in den Besitz von Briefen seiner Frau gesetzt habe, die diese während seiner Abwesenheit mit Frennden deS HauseS gewechselt habe. Die Briese seien ganz harmlos gewesen, der Mann habe sie aber gegen die Frau verwerthen wollen und deshalb habe er mit seiner Schwester verabredet, den Versuch zu mache», sich in den Besitz der Briese zu setzen.— Der Bries endet wie folgt:„Meine arme unglückliche Schwester hatte keine Ahnung davon, daß ich bewaffnet war, sonst würde sie meinen Plan nicht gebilligt haben, Gott weiß es! Bald werde ich für meine unglückselige That vor dem himmlischen Richter stehen. Dem irdischen Richter werde ich mich entziehen. Verzeiht mir Alle! Im Jenseits hoffe ich Euch Alle wiederzusehen, denn es giebt ein Jenseits!"— Präs.: Angeklagter, bei Lesen dieses Brieses muß Einen ein Widerwille» überkommen, wenn man sieht, wie Sie angesichts des Todes Gott zum Zeugen der Unwahrheit anrufen, denn es ist doch unwahr, wenn Sie behaupten. Ihre Schwester habe nichts davon gewußt, daß Sie einen Revolver bei sich führten. Ihre ganze That zeugt von einer ganz ungewöhnlichen moralischen Verkommenheit! Damit ist die Vernehmung des Angeklagten Schweitzer beendet. Es beginnt die Vernehmung der Angeklagte» Frau Prager Präs.: Angeklagte, ist die Darstellung Ihres Bruders von dem Sachverhalte richtig?— Angek.: Ja, Herr Präsident.— Präs. Wie alt waren Sie, als Sie den Dr. Prager heiratheten?— Angekl.: 20 Jahre.— Präs.: Wieviel Kinder haben Sie?— Angekl.: Drei.— Präs.: Sie stammen nicht aus einer wohl habenden Familie?— Angekl.: Nein.— Präs.: Die Ehe war in den letzten Jahren keine glückliche?— Angekl.: Nein.— Präs. Sie führten einen groben Haushalt?— Angekl.(zögernd): Nun ja.— Präs.: Sie hielten sich doch drei Dienstmädchen?— Angeklagte: Ja.— Präsident: Tie Einnahmen Ihres Mannes bestanden im Wesentlichen ans Repelitoriengelderu, er bereitete Referendare zum Examen vor?— Angekl.: Ja.— Präs.: Was zahlten Sie für Ihre Wohnung?—'Angekl.: Ich treue?— Angekl.: Ja.— Präs.: Halle Ihr Mann Ihnen nicht geschrieben, daß Sie die Wohnung bis zum 13. September zu räumen hatten?— Angekl.: Ich glaube ja, es war der 13. Präs.: Was hat es nun für eine Bewandtuiß mit den Briefen, die eine so große Rolle spielen?— Angekl.: Der Rechtsanwalt meines Mannes, Dr. Staub, theilte mir mit, daß mein Man» Briefe von mir in seinem Besitze habe, wodurch er mich ver- nichten könne. Ich habe niemals etwas begangen, wodurch ich mich in seine Hände gegeben, aber ich dachte, der Inhalt der Briefe, die mein Mann sich heimlich angeeignet hatte, könnte doch anders ausgelegt werden und deshalb strebte ich darnach, mir die Briefe wieder zu verschaffen. Ich hatte deshalb mit meinem Bruder verabredet, daß er sich in, Schlafzimmer meines Mannes versteckt halten und versuchen sollte, die Briese, die mein Mann stets be: sich trug, an sich zu bringen, wenn mein Mann eingeschlafen war.— Präs.: Warum mußte Ihr Bruder denn erst nach Ham- bürg reisen?— Angekl.: Er sah sehr elend aus, als ich vom Bade zurückkam. Ich sagte ihm, daß er sich erholen müsse und ich ihm gern das Geld zu einer Reise geben wolle. Ich erwirkte ihm auch persönlich den Urlaub bei seinem Chef. Da er aber zu � nervös war, um die verabredete Handlung aus- zuführen, so bestand ich darauf, daß er erst einige Tage sich zerstreuen sollte und daher fuhr er nach Hamburg.— Präs.: Hatten Sie ihm einige Zeit vorher 1000 M. gegeben?— Angekl.: Jawohl.— Präs.: Woher hatten Sie das Geld?— Angekl.: Das waren meine Ersparnisse. Ich erhielt von meinem Manne monatlich 100 M. und früher häufig Ge- chenke von ihm.— Präs.: Wußten Sie, daß Ihr Bruder einen Revolver bei sich führte?— Angekl.: Von einem Revolver wußte ich nichts, ich wußte nur, daß er sich zum Zwecke der Nothwehr mit einer Waffe versehe» hatte.— Präs.: Haben Sie Ihren Bruder an jenem Abende in das Schlafzimmer Ihres Mannes gelassen?— Angekl.: Ja.— Präs.: Sie haben auch die Gardine der Toilette zugesteckt, hinter der er sich verborgen hielt?— Angekl.: Ja.— Präs.: Was war denn verabredet, im Falle die Papiere in seinein Besitze gelangt wären?— Angekl.: Er sollte über den Balkon flüchten oder sich m mein Schlafzimmer begeben, falls er die Briese hatte und mein Mann nicht erwacht war.— Präs.: Wann begab sich Ihr Bruder in sein Versteck?«�- Angekl.: Gegen halb neun Uhr.- Präs.: Und wann kam ihr Mann?— Angekl.: Gegen neun Uhr. — Präs.: Begab er sich sofort zu Bett?— Angekl.: Nein, ich nehme an, daß er sich zunächst ins Eßzimmer begab, um zu Abend zu essen, dann wird er erst in sein Schlafzimmer gegangen sein.— Präs.: Sie sind bald nach neun Uhr zu Bett gegangen? Angekl.: Ja.— Präs.: Konnten Sie denn schlafe»?— Angekl.: Ja, ich nahm jeden Abend Schlafpulver ein.— Präs.: Sie wachten in der Nacht durch den Schuß auf?— Angekl.: Ja.— Präs.: Sie sollen keineswegs erschreckt oder überrascht gewesen ein?— Angekl.: Ich war beim Erwachen noch halb betäubt von dem Schlafpulver.— Präs.: Gingen Sie denn nun nicht>» das Schlafzimmer Ihres Mannes, um zu sehen, was sich ereignet hatte?— Angekl.: Nein, niein Töchlerchen rief ängstlich: Mama! geh' nicht hinein, er schlägt Dich todt.— Präs.: Sie haben nachher sich in auffälliger Weise um die Sache» bekümmert, die Ihr Bruder in Ihrem Schlafzimmer gelassen, wie Mantel, Hemd u. s. w.?— Angekl.: Ja, ich habe ein Bündel daraus gemacht.— Präs.: Nun waren bereits die Mädchen von oben heruntergekommen und Sie fragte» pin.s b>>rti-lk>>n ak si? Ui. nickt i» ibrem Koffer aus- Ja, es Un- eines derselben, ob sie die Sachen nicht in ihrem Koffer bewahren könne. Das Mädchen hat erwidert, daß es keinen ver- schließbaren Koffer besitze und dann haben Sie das Packet i» Ihr Bett gelegt, wo eS später gesunden wurde.— Angekl.: Die» ist richtig, ich war so bestürzt.— Präs.: Das scheint mir gar nicht so. Habe» Sie nicht auch einige Zeit vorher zu Ihrem Mädchen die Aeußerung getha», Sie fürchteten, Ihr Mann würde 'ich mal erschieße»?— Angeklagte: Ja, das mag richtig ein. mein Mann hatte damals Verluste an der Börse und war in hohem Grade verstimmt.— Prä- idcnt: Der Ueberzieher hat nachher in Ihrem Bett gelegen. Wem gehörte das Geld, welches in den Portemonnaies, die in der Tasche des Ueberziehers vorgesunden wurden, sich befand? — Angekl.: Das Geld gehörte mir, die Portemonnaies meinem Bruder. Ich halte ihm das Geld zum'Aufbewahren gegeben, als ich vom Bade zurückkehrte.— Präs.: Wie viel war es?— Angekl.: Tausend Mark!— Präs.: Hatten Sie nicht an jenem Tage Ihrem Bruder 400 M. zugesteckt?— Angekl.; Nein, das ist nicht wahr. Der Herr Assessor Jung hat das zwar so auf- genommen, aber ts i» doch nicht richtig.— Präs.: Angeklagte, ich mache Sie doch auf die Umstände aufmerksam, welche für Ihre Schuld sprechen, zunächst auf Ihre ganz absonderliche Ruhe, welche Sie unmittelbar nach der That bekundet haben. Es würde doch den: Gefühl des allcrgewöhulichste» Menschen entspreche», daß er sich nach einer so grausige» That erkundigt, was denn eigentlich los war. Es handelte sich doch immer um den Vater Ihrer Kinder und wenn im Hanse ein Schuß fällt, und der Mann um Hilfe ruft, dann springt man doch auf.— Angekl.: Er hat nicht um Hilfe gerufen, sondern nach der Feuerwehr.— Präs.: Sie blieben aber ruhig im Bett liegen. Ich mache auch Sie darauf anfmerl- sam, daß der Besitz der Briese für Sie um so weniger Werth hatte, als Sie ja mehrfach behauptet haben, daß Sie sich einer Schuld gegen Ihren Ehemann nicht beivußt sind.— Angekl.: Ich wußte ivirklich nicht genau, was in den Briefen stand, aber mein Mann hatte wiederholt geäußert, daß er inich aus Grund der Briefe vernichten werde.— Präs.: Sie konnten doch aber angeblich gar nicht kompromittrrt werden.— 'Angekl.: Es war mir aucy mehr um die Herren zu thun, welche die Briefe geschrieben, als um meine Person. Ich fürchtete, mein Mann könnte ebenso ordinär sein, wie gewisse andere Mäuner, ivelche solche Briese haben drucken lassen.— Präs.: Dadurch wird doch immer eine Frau mehr an ihrem Renomine ge- schädigt, als ein Mann.— Angekl.: Es handelt sich aber um einen älteren verheirathet«» Mann, der die Briefe geschrieben. Die letzteren waren ja ganz harmlos, aber Ehefrauen sind in solchen Tingen doch immer etwas empfindlich.— Präs.: Wenn es auch vielleicht ordinäre Menschen gab, die solche Familien- fachen in die Oesfentlichkeit zu bringen sich nicht scheuen, so hatten Sie doch gar keine Veraulassung bei Ihrem Mann ein solch schofles Verhalten zu vermuthen.— Angekl.: Er hatte mir aber gedroht— Präs.: Man sieht sich bei solcher That doch nach einem Motiv um und dasselbe liegt auch hier nicht sehr fern- Sehe» Sie mal, Sie stammten aus einer verinögenslosen Familie. — Angekl.: Oh, wir hatten immer das Nöthigste.— Präs.: Sie hatten nun einen wohlhabenden Mann geheirathet, mit dem Sie vor der Ehescheidung standen. Sie hatten die Ehescheidungsklage eingereicht, wenn nun Ihr Manu dagegen nichts that und er als schuldiger Theil erklärt wurde, dann hätten Sie Anspruch aui einen Theil des Vermögens gehabt.— Angekl.: Das habe ich damals Alles nicht gewußt.— Präs.: Wen» aber Ihr Ehemann auf Ehebruch klagte und Sie schuldig befunden wurden, dann wurde Ihnen wahrscheinlich Nichts zugesprochen.— Angekl.: Der- artige Erwqgungen habe ich gar nicht angestellt.— Präs.: Ich wieder- hole Ihnen nochmals, daß die gleichgiltigen Briefe unmöglich da» Motiv zur Thal sein könne».—'Angekl.: Ich kann nur versichern, daß es sich lediglich um die Briefe handelte. Mehr kann ich nicht sagen. — Präs.; Sie, die Sie eine kluge Frau sind, müssen sich doch der schwere» Folgen bewußt gewesen sein, die entstehen können, wenn Ihr Bruder nächtlicher Weile sich mit einem Revolver in das Schlaszimmer Ihres Ehemannes schleicht. Daß eine Lappalie wie diese Briese diesen ganze» entsetzlichen Auftritt veranlaßt haben sollte, ist ganz unwahrscheinlich.— Angekl.: Herr Prä»- «nt. es ist aber uichl anders!— Präs.: Jeder, der nicht»um "H �hiir herabgesunken ist, wird doch, wenn er in seinsrBehausuug eine» 'chuß und umnittelbar daraus einen Hilferuf hört, sich einiger- maßen darum bekümmern, was passirt ist.— Angekl.: Ich hatte '» jener Stacht, weil ich Magenschmerzen hatte, ein Echlafpulver genommen gehabt.— Präs.: Es deutet Alles darauf hin, daß ganz etwas Anderes geplant war, als das Wegnehmen der Griefe, nämlich ein schweres Verbrechen!— Angekl.: Nein, nicht im geringsten! An ein Verbrechen habe ich absolut nicht gedacht! — Präs.: Wozu war dann die Vermummung?— Angekl.: Das geschah nur der Köchin und der Leute im Hause wegen. Damit endet die Vernehmung der Frau Dr. Prager und es folgt die Verlesung des Protokolls über den örtlichen Befund. Tie Zeugenvernehmung beginnt mit den drei Dienstmädchen der Frau Dr. Prager. Dem 5iindermädchen Ida Bundt ist es aufgefallen, daß das Abendbrot an jenem Tage früher servirt wurde als sonst und daß auch die Kinder früher als sonst ins Bett gebracht wurden. Frau Prager klagte über Magenschmerzen und nachdem ste die Zeugin nach der Apotheke nach Salbe ge- schickt halte, deckte sie— entgegen ihrer sonstigen Gewohnheit— selbst das Bett ihres Mannes auf und legte sich dann in ihr eigenes Bett. Die Zeugin ist in der Nacht durch den Schuß ausgeweckt worden und nachdem sie voller Angst zu Frau Dr. Prager hineingelaufen war, hat dieselbe gesagt: dann werde sich ihr Mann wohl selbst erschossen haben. Taraus bat ihr die Angekl. ein Bündel überreicht und sie gefragt, ob sie dies Packet in ihren Koffer schließen könne. Als die Zeugin antwortete, daß sie keinen verschließbaren Koffer habe, hat die Angeklagte gesagt, daß sie das Packet dann lieber an sich nehmen wolle und hat dasselbe in ihr Bett genommen. Frau Präger ist nach dieser Zeugenaussage nach dem Vorfall sehr ruhig gewesen und hat sich um ihren Ehemann gar nicht weiter gekümmert. Die Zeugin bekundet schließlich noch, daß Frau Dr. Prager ihr gegenüber längere oder kürzere Zeit vor der That schon mehrfach sich geäußert habe: Passen Sie auf, mein Mann erschießt sich noch'mal! Das Hausmädchen Martha M u s k e sagt fast das- selbe ans. Zänkereien sind nach ihrer Wahrnehmung zwischen den Eheleuten nicht vorgekommen, nur hat Frau Dr. Prager ihr manchmal ihr Leid geklagt und da sie so abgetrennt von ihrem Manne lebte, haben sich die Dienstmädchen einen Vers darauf gemacht. Frau Prager hat auch dieser Zeugin niehrmals gesagt: ihr Mann spiele sehr hoch und wenn er'mal viel verlieren sollte, dann würde er sich am Ende noch das Leben nehmen.— Auf Vorhalt des Rechtsanwalt Cohn bestätigt die Zeugin, daß die Augeklagte ihr wiederholt das Verlangen nach den Briefen ausgedrückt und gesagt hat, daß sie dieselben einmal des Nachts wegnehmen müsse. Einmal sei die Angeklagte auch während der ganzen Nacht in dem Schlafzimmer des Ehemannes geblieben, in welches sie sich eingeschlichen und wo sie hinter dem Toilettentisch Aufstellung genommen hatte. Da dieser Versuch nicht glückte, habe sie davon gesprochen, denselben ein ander Mal zu wiederholen.— Rechtsanwalt Cohn behauptet, daß die Angeklagte allerdings die Wiederholung des Versuchs in Aussicht gestellt, das älteste Kind ihr aber gesagt habe: «Mama, wenn Du das thust, dann sage ich es dem Papa und dann schlägt er Dich todt!"— Tie Zeugin weiß davon nichts. Auch die Köchin Schustereit bestätigt, daß die Angeklagte wiederholt von eineni vielleicht bevorstehenden Selbstmord des Herrn Dr. Prager gesprochen habe. Wenigstens habe das Hausmädchen so etwas erzählt und einmal sogar von ieinem Duell gesprochen. Tie Zeugin ist durch alle die vorhergegangen Hindeutungen schon dermaßen auf einen Selbstmord vorbereitet gewesen, daß sie, als der Schuß fiel, ganz bestimmt glaubte, Dr. Prager habe sich nun erschossen. Als sie schnell in das Zimmer desselben gestürzt war, habe sie ihn auch sofort gefragt:„Mein Gott, Sie haben sich wohl erschossen, Dr. P. aber habe geantwortet:„Nein, man hat auf mich geschossen!" Frau Dr. Prager sei bei der allgemeinen Aufregung ruhig im Bett liegen geblieben. Ter Staatsanwalt macht zu diesen Aussagen darauf auf- merksam, daß die Angeklagte den Dienstmädchen ihr Herz aus- geschütttet und kein Bedenken getragen habe, mit diesen über ihre intimsten Verhältnisse zu klatschen. Auf eine Anfrage eines Beisitzers erklärt die Angeklagte, daß ihr Mann seine Anzüge nie zum Reinigen hinauszuhängen pflegte, dieselben vielmehr selbst reinigte. Bezüglich des falschen Bartes bemerkt die Angeklagte auf Befragen, daß sie Angst gehabt habe, daß gerade die Köchin ihren Bruder event. verrathen würbe. Die letztere bestreitet, daß Dr. Prager jemals mit ihr über das eheliche Verhältniß gesprochen oder daß sie demselben Mit- theilungen über das Verhalten seiner Frau gemacht habe. Im Uebrigen würde es ihr weniger ausgefallen sein, wenn sie den Bruder in der Wohnung gesehen haben würde, als wenn sie einen fremden Mann mit einem vollen Bart sah. Das alsdann vernommene Dienstmädchen der Mutter der beiden Angeklagten ist ohne Belang. Ter nächste Zeuge ist Rechtsanwalt Dr. Staub, der Mandatar res Dr. Prager in dessen Ehescheidungssache. Er erklärt, daß er den Auftrag gehabt habe, die Frau Dr. Prager in persönlicher Unterredung darauf aufmerksam zu machen, daß es sich empfehlen würde, die Ehe ohne Skandal zu lösen. Er habe ihr dann auch vorgehalten, daß gravirende Beweise für ihre Untreue vorlagen, habe aber nichts von Briefen gesprochen. Frau Prager wollte aus Nichts eingehen, ste bestritt, daß irgend Jemand ihr etwas nach- sagen könne. Als der Zeuge ihr wiederholt vorgehalten, daß sie doch ihrem Manne entgegenkommen solle, da genügende Beweise vor- läge», habe sie geäußert:„Er kann nur Bestellung zu Rendezvous gejunden haben, passirt ist Nichts!" und auf weiteren Hin- weis auf die Beweise habe sie geantwortet:„Da werde ich doch sofort zu dem Herrn hingehen und ihm mittheilen, wessen wan ihn verdächtigt." Rechtsanwalt Staub erklärt, daß er aller- dings den Eindruck gehabt habe, als wüßte die Augeklagte, um welche Beweise es sich handelt. Rechtsauwalt Cohn bestätigt diese Annahme, da ja das eine Dienstmädchen mit angeschen hatte, wie Dr. Prager Briefschaften aus dem Schreibtisch seiner Frau nahm und dies der Angeklagten auch mitgetheilt hatte. Der alsdann in den Saal gerufene Dr. Prager erklärt auf Befragen des Vorsitzeuden, daß er zur Zeugenaussage bereit sei. Ter Staatsanwalt beantragt, mit Rücksicht aus die Möglichkeit, daß die unerquicklichen Ehevcrhältuisse hierbei zur Erörterung kommen, während der Zeit dieser Zeugenaussage die Oessent- lichkeit auszuschließen und der Gerichtshof beschließt in diesem Einne. Stach einstündiger Pause wird in der Beweisausnahme fort- Sifahren. Ter medizinische Sachverständige, Geheimrath Dr. Lewin, bekundet über den geistigen Zustand der Angeklagten Dr. Progcr, daß dieselbe sich bei seinen Besuchen in ihrer Zelle sehr ruhig und gefaßt benommen habe. Auf sein Befragen habe die Angeklagte erklärt, daß sie von dem Schuß nichts wisse. Geheim- rath Lewin habe sie darauf aufmerksam gemacht, daß in ihrem Zimmer doch der Mantel, ein falscher Bart und andere Gegen- stände des Thäters gefunden worden seien; � die Angeklagte habe darauf erwidert, daß ebenso gut eine andere Person die Sachen dort hingelegt haben könne.— In Betreff res geistigen Zustandes des Angeklagten Schweitzer begutachtet �ieh. Rath Lewin, daß derselbe zweifellos hysterisch sei. Nun komme es allerdings vor, daß ein hysterischer Zustand bisweilen tinen solchen Grad annehme, daß er an Geisteskrankheit grenze, dies sei aber bei dem Angeklagten Schweitzer keineswegs der Fall und er sei weit davon entfernt, dessen nervöse Ausregung als eine solche zu bezeichnen, die geeignet sei, ihm die freie -Pilleasbestiinmung zu rauben. Ter Verlheidiger, R.-A. Cohn, richtet an den Sachverständigen die Frage, ob es glaublich ist, daß v« Angeklagte in übergroßer Nervosität blindlings losgeschossen hat. Präs.: Ich dächte, man könnte den Sachverständigen viel eher fragen, ob der Angeklagte nicht so nervös ist, daß, wenn er auch nach her Schläfe zielte, durch das Zittern der Hände anders wohin traf.— Geh. Rath Lewin giebt dies zu.— Staatsanwalt: -6er Sachverständige hat von dem hysterischen Zustand des An- geklagten gesprochen. Darf ich fragen, ob dies derselbe Zustand ist, den er heute zeigt und den rch für einen komödiantenhaften halten möchte, d. h. den Zustand, in welchem der'Angeklagte auf die Fragen mit Händen und Fingern herumfuchtelt.— Der Sach- verständige erklärt, daß der Angeklagte thatsächlich hysterisch ist und bestätigt dem Rechtsanwall Cohn, daß er das Auftreten des Angeklagten für ein„komödiantenhaftes" nicht halte. Sanitätsrath Dr. Küster, welcher als Erster zum Dr. Prager gerufen worden, hält es für unwahrscheinlich, daß der Schuß aus einer Entfernung von 4—5 Schritt abgefeuert ist, glaubt vielmehr, daß dies aus größerer Nähe geschehen sein müsse. Auch sei es möglich, daß der Thäter nach der Schläfe gezielt, aber wegen des Zitterns seiner Hand fehlgeschossen habe. Geh. Sanitalsrath Dr. Hahn ist nach dem Befunde der Ver- wundung zu der Ansicht gekommen, daß der Revolver entweder eine sehr geringe Perkussionskraft gehabt haben oder der Schuß doch aus gröberer Entsernung abgegeben sein müsse. Pulverkörner seien in der Nähe der Wunde sichtbar gewesen. Auf direktes Befragen des Staatsanwalts erklärt Geh. Rath Hahn seine An- ficht dahin, daß der Angeklagte wahrscheinlich schon mehr nach der Thür zu gegangen war und dann geschossen habe, wahrschein- lich aus ziemlicher Nähe vom Kopfe des Dr. Prager. Der Schuß selbst ist nur durch die Weichtheile gegangen und hat Knochen nicht verletzt. Sanitätsrath Dr. Elsner, der Hausarzt des Dr. Prager, bestätigt auch das Vorhandensein zahlreicher Pulverkörnchen rings um die Wunde und hält es für nicht glanblich, daß der Schuß auf fünf Schritt Entfernung abgegeben ist. Ob der Thäter bei Abgabe des Schusses hinter dem Kopftheile des Bettes gestanden, lasse sich nicht entscheiden, doch habe Herr Dr. Prager die Empfindung gehabt, als ob ihm der Schuß von hinten bei- gebracht worden sei. Fabrikant Leon wohnt dicht bei derPrager'schen Wohnung. Er ist in der betreffenden Nacht durch einen Schuß aus dem Schlafe geweckt worden; er trat ans Fenster und hörte einen Mann rufen:„Hilfe! Mörder! Man hat auf mich geschossen!" Der- Zeuge kleidere sich an und ging auf die Straße hinaus. Das Prager'sche Haus war offen und da man glaubte, daß der Thäter sich noch iii dem Hause befände, drang man in das Haus. Die Thür der Prager'schen Wohnung stand offen, der Zeuge trat in die Wohnung und fand im Schlafzimmer den Dr. Prager in seinem Blute vor. Derselbe hatte die Meinung, daß durch die Thür auf ihn geschossen sei, der Zeuge hat ihm aber sofort ge- sagt, daß dies angesichts der vorhandenen Pulverkörnchen un- möglich sei. Hof-Büchsenmacher Varella hat mit dem Revolver Schieß- versuche augestellt und kommt zu dem Schlüsse, daß bei Abgabe des Schusses die Mündung des Revolvers nicht mehr als 25 Zentimeter von dem Nacken des Dr. Prager entfernt gewesen ist. Die Versuche sind in der Weise gemacht worden, daß der Sachverständige in verschiedenen Entfernungen gegen weiße Papierbogen schoß. Der Vertheidiger, Rechtsanwalt Cohn wirft die Frage auf, ob die menschliche Haut nicht eine leichtere Ausnahmefähigkeit der Pulverkörner besitze, wie glattes Papier, seiner Erfahrung nach sei dies der Fall, so daß der Angeklagte in größerer Entsernung vom Dr. Prager gestanden haben könne.— Sanitätsrath Küster und Geh. Rath Hahn geben dies zu. Letzterer betont noch, daß eine wirkliche Verbrennung der Haut durch Pulver nicht statt- gefunden habe. Ihm sei selbst bei Selbstmördern eigentlich noch nicht vorgekommen, daß durch den Schuß die Haut pulver- verbrannt war. Bei dieser ganzen Frage spiele zweifellos auch die Qualität des Pulvers eine Rolle.— Sanitätsrath Mitten. zweig ist der Ansicht, daß der Schuß aus ca. 40 Centimeter Ent- fernung abgegeben sei und daß der Thäter direkt hinter dem Bett gestanden haben müsse.„In die Lust" könne derselbe kaum geschossen haben.— Rechtsanwalt Cohn: Der Angeklagte hat auch nicht gesagt, er habe„in die Luft", sondern er habe blindlings losgeschossen,— Der Angeklagte wird vom Präsidenten darauf aufmerksam gemacht, daß seine Behauptung, er habe in größerer Entfernung, schon im Begriffe zu fliehen und blindlings darauf losgeschossen, sich mit den Gutachten der Sachverständigen schwer vereinbaren lasse. Der Angeklagte beharrt auf seiner Be- Häuptling und als ihm verschiedene Widersprüche zwischen seinen Heuligen und den früher von ihm gemachten Angaben vor- gehalten werden, will er dieselben aus eine ungenaue Proto- kollirung zurückführen. Es werden sodann mehrere Chefs des Angeklagten Schweitzer vernommen, welche bekunden, daß sie im Ganzen mit ihm zu- frieden waren. Sein letzter Chef giebt an, daß der Angeklagte, ohne vorher Erlaubniß eingeholt zu haben, am 13. September vom Geschäfte ferngeblieben sei, seine Schwester fei dann am folgenden Tage erschienen und habe ihn entschuldigt mit der Begründung, daß er wegen Ueberanstrengung dienstunsähig sei. Polizeilieutenant Neumann, welcher die erste Vernehmung des Dr. Prager, sowie dessen Ehefrau bewirkte, bekundet, daß die Letztere sich dabei auffallend ruhig und ohne jegliche Spur von Erregung gezeigt habe. Ueber die in ihrem Bette vorgefundenen Gegenstände, wie Mantel, Hemd und Klapphut wollte sie eine Auskunft nicht geben können. Kriminalkommiffartns Feige: Als die Angeklagte mit ihrem Ehemann auf das Kriminalkommissariat gebracht worden war, hat sie bestritten, von der That etwas zu wissen. Sie behauptete namentlich, daß ihr Bruder nicht der Thäter gewesen sein könne, da sich derselbe in Hamburg befinde. Der Ehemann habe ste mehrmals aufgefordert, doch die Wahrheit zu sagen und ver- sprechen, dann Alles zurückzunehmen, sie habe sich aber zu keinerlei Geständniß bequemt. Nachdem der Staatsanwalt nochmals daraus hingewiesen, daß der Angeklagte Schweitzer auf dem Revolver die Firma aus- gekratzt hat, wird die Beweisaufnahme um 5 Uhr geschlossen. Den Geschworenen werden die Schuldsragen wegen ver- suchten Mordes bew. versuchten Todschlages und wegen An- stiftung bezw. Beihilfe gestellt. Auf Antrag des Rechtsanwalts Cohn sollen noch Uuterfragen bez. der mildernden Um- stän d e, fahrlässiger Körperverletzung und Ueber- schreitung der Roth wehr aus Furcht und Schrecken ge- stellt werden. Der Gerichtshof hielt die Frage betreffend der Nothwehr für unzulässig, weil nur straimildernde oder strafschärfende Nebensragen gestellt werden dürfen'und ebenso die Frage, ob Fahrlässigkeit vorliege, weil nach dieser Richtung hin ein Straf- antrag nicht gestellt sei. Diese beiden Fragen feien daher ad- zulehnen. Staatsanwalt Rietze! begann sein Plaidoyer mit der Be- merkung, daß die Fragen so einfach wie die Thaten schwer seien. Was eine Beweisaufnahme sich Alles gefallen lassen müsse, gehe aus der Fragestellung des Vertheidiaers hervor, ob fahrlässige Körperverletzung vorliege. Zur Sache selbst übergehend, halte er die Anklage in vollem Umfange ausrecht und behaupte, daß hier ein Mordanschlag vorliege, wie er feiger und erbärmlicher kaum vor- gekommen sein dürfe. Die Geschworenen würden aus dem In- halte der bei verschlossenen Thören zur Verlesung gelangten Briefe ermessen können, wie viel Glauben die Angeklagte Dr. Prager verdiene, wenn sie behauptet, daß sie dadurch nicht koni- promiltirt werden könne. Es mußte ihr bei dem schwebenden Ehescheidungsprozess« sehr viel daran liegen, die Briefe wieder in ihre Hände zu bekommen und gleichzeitig war es ihr augenehm, des Mannes entledigt zu werden, der in 12 jähriger Ehe mit ihr elebt. Der Staatsanwalt weist auf die ganzen Vorbereitungen in, die gemacht wurden, um dem Verbrecher ein Alibi zu ver- schaffen, das ganze so schlau angelegte Manöver sei aber doch so durchsichtig geworden, daß das Verbrechen klar vor den Augen jedes Unbefangenen liege. Tie Angeklagte Dr. Prager sei zweifellos eine kluge Frau und als solche wußte sie, daß ihre ganze Existenz auf dem Spiele stand, wenn ihr Ehemann, was ihrerseils wohl nicht ohne Grund befürchtet wurde, von ihrem Geheimnisse einen vielleicht nicht ganz edlen Gebrauch machte. Sie mußte den Mitwisser ihres Ge« heiinnisses beseitigen und gleichzeitig die Briefe wieder an sich reißen. Dies war das Motiv, welches diesem traurigen Abschluß des Ehedramas zu Grunde lag. Wohl selten seien in einer Verhandlung so erbärmliche Ausreden zu Tage ge- fördert worden, wie es Seitens der Angeklagten geschehen. Welcher mit fünf Sinnen begabte Mensch werde denn glauben, daß Jemand nur nach Hamburg reise, um sich eiuen Revolver zu kaufen! Das ganze Benehmen der Angeklagten spreche dieser Behauptung geradezu Hohn. Der Staatsanwalt hält, in chronologischer Reihen- folge die einzelnen Momente der Beweisaufnahme zergliedernd, für zweifellos, daß es sich um einen in der raffinirtesten Weise geplanten Mordversuch handelt. Was die Angeklagte Prager be- trifft, so sei es zunächst zweifellos, daß der traurige Knabe Schweitzer unter dem Eiiimisse seiner geistig ihm überlegenen Schwester gestanden hat. Derselbe habe gewiß nicht aus eigenem Impulse gehandelt, sondern als niedriger, bezahlter Meuchel- mörder. Die Hauptschuldige sei Frau Dr. Prager, welche den erbärmlichen und scheußlichen Plan ersonnen habe. Mindestens habe dieselbe wissentlich Hilfe geleistet. Der Erwerb der Briefe mag mit im Hintergrunde geschlummert haben, vor allen Dingen sollte jedoch der Mann auf die Seite gebracht werden und um möglichst viel Dunkel zu verbreiten, habe der Angeklagte sogar die Firma des Revolver-Lieferanten ausgekratzt und die Angeklagte habe geflissentlich versucht, den geplanten Mord als Selbstmord hinzustellen. Damit falle das von den beiden An- geklagten aufgebaute Gebäude vollständig zusammen und jeder Zweifel an der Schuld der Angeklagten müsse schwinden. Er bitte die Geschworenen aus innerster Ueberzeugung, ihm darin beizustimmen, daß hier ein mit voller Ueberleguiig ausgeführter Mordversuch vorliegt, welcher von der Angekl. Prager in der raffinirtesten Weise ersonnen ist. Rechtsanwalt Cohn: Mit derselben Aufrichtigkeit der Ueberzeugung, die der Staatsanwalt ausgedrückt, komme er gerade zur entgegengesetzten Auffassung: Bei dem ganzen traurigen Vorfall habe die Erlangung der Briefe das einzige Motiv abgegeben. Der Staatsanwalt habe bei seinen vielen Schlüssen, fast überall das Falsche getroffen. Thatsächlich liege nur vor, daß auf Dr. Prager geschossen ist, bei allen übrigen Nebenmomenten sei man auf Gedankenleserei angewiesen. Der Mord sei das scheußlichste aller Verbrechen und Leuten, die mit solcher Liebe und Sorgfalt aufgezogen sind, wie die Angeklagten, könne man einen Mord nicht ohne Weiteres zutrauen. Der Staatsanwalt freilich nenne die Briefgeschichte einfach«in „Märchen", während Dr. Prager selbst bekundete, daß sich seine Frau nun einmal in den Kopf gesetzt hat, die Briefe zu erlangen. DerStaatsanwalt glaube, daß die Schwester dem Bruder für seine That bezahlt habe; er glaube das nicht und die Thatsachen stehen dieser Annahme entgegen. Der Angeklagte Schweitzer wußte, daß, wenn der Dr. Prager erfahren würde, daß er die Briefe ge- nommen, es ihm schlecht gehen würde und deshalb habe er die berühmte Reise nach Hamburg unternommen, um sich allerdings ein Alibi zu verschaffen. Warum soll man dem Angeklagten nicht glauben, daß er den Revolver lediglich zu sich gesteckt hat, um event. den Ehemann zu erschrecken? Auch die Bermummung des Angeklagten sei durchaus nicht so belastend, denn wirklich war es ihm darum zu thun, unerkannt ins Haus und in die Wohnung zu gelangen. Der Vertheidiger setzt an der Hand seiner Beweisauf- nähme eingehend seine Meinung dahin auseinander, daß ent- schieden kein Mord geplant gewesen sei und auch kein Selbstmord fingirt werden sollte, da dann der Angeklagte, der mit seiner Schwester Alles ganz genau verabredet hatte, gewiß nicht seine Kleider im Nebenzimmer gelassen und mindestens den Revolver bei dem Dr. Prager liegen gelassen hätte. Keineswegs sei fest- gestellt, daß der Angeklagte aus nächster Nähe geschossen, er bitte vielmehr zu bedenken, daß derselbe hysterisch, seit langer Zeil blutarm und nervös gewesen und es durchaus nicht un- möglich sei, daß derselbe von 9 bis 1 Uhr in seinem Versteck ge- hockt und bei der Störung in wahnsinniger Aufregung den Re- volver herausgerissen und losgedrückt habe. Nun und nimmer- mehr habe derselbe seinemj Schwager nach dem Leben ge- trachtet, er habe sich zu einem dummen und thörichten Streich mißbrauchen lassen und er bitte, nach seiner besten, auf- richtigsten Ueberzeugung, sowohl die Frage nach versuchtem Mord, als auch nach versuchtem Todtschlag zu verneinen. Rechtsanwalt Rausnitz hebt hervor, daß er das, was er zu sagen habe, nicht etwa als„Mundstück" der Frau Prager vor- bringe, wie der Herr Staatsanwalt sich auszudrücken beliebte, sondern aus seiner ernstesten und innersten Ueberzeugung. Frau Prager, welche schon vor ihrer Verheirathung in guten Kreisen lebte, kam durch ihre Heirath in noch bessere Kreise, in welchen' an Mord und Diebstahl nicht gedacht zu werden pflege. Sie spielte in diesen Kreisen eine hervorragende Rolle, Jedermann hat sie gewiß gern als schöne Frau anerkannt, als kluge Frau sei sie heute erst mit besonderem Nachdruck in den Vordergrund gedrängt worden. Der Vertheidiger, welcher erwähnt, daß Frau Pr. schon im Jahre 1890 ihn aufgefordert habe, eine Ehescheidungsklage einzuleiten, streift das getrübte Eheleben des Prager'schen Ehe- paares und sucht zu zeigen, daß es der Angeklagten in der That lediglich um die Briefe zu thun war. Dieselben hatten, wie auch Dr. Prager selbst bekundet habe, für dieselbe eine ganz besondere Bedeutung gehabt, denn sie habe in der Gesellschust eine gewisse Nolle gespielt und mußte fürchten, daß sie unten durch sein würde, wenn der Mann die Briefe dem einen oder dem anderen Be- kannten zeigen würde. Darum wurde die Briefgeschichte zur fixen Idee bei der Frau. Die Aeußerungen, welche die Frau zu ihren Dienstmädchen bezüglich eines Selbstmordes des Ehe- mannes, eines Duells k. gethan, beruhen nur auf Schwatzhaftig- keit. Mit dem Duell scheine es auch seine Richtigkeit zu haben, denn Herr Dr. Prager habe in dieser Beziehung seine Aussage verweigert. Ihm habe die Angeklagte bei allen Unterredungen die Sache so erzählt, daß ste, als sie das Geschrei vernommen habe, gar nicht auf den Gedanken gekommen sei, daß der Bruder ihrem Manne etwas gethan haben könne, sondern nur immer glaubte, ihr starker Mann habe dem schwächlichen Bruder etwas gethan. Ihre gauze Angst sei gewesen, daß nun sie daran kommen werde. Die Ruhe, welche die Angeklagte nach der That gezeigt, sei gar nicht belastend, denn die An- geklagte sei eine überaus ruhige Frau, die selbst heute, wo sie ihr Schicksal erwarte, nicht aus ihrer Ruhe herausgekommen. Der Vertheidiger schließt sich in der Darstellung der Thatsachen ganz seinem Mitverthcidiger an und giebt auch seine volle Ueber- zeugung dahin kund, daß Frau Prager von der Schuld frei- zusprechen sei. Um 7'/- Uhr begann der Vorsitzende seine Rechtsbelehrung, welche er etwa wie folgt einleitete: Ich beneide die Ver- theioiger, die jedesmal das Nichtschuldig aus voller Ueber« zeugung beantragen. Wenn die Herren Vertheidiger am Richter- tische säßen, würden wohl nie mehr Verurtheilungen statt- finden. Ich beneide sie um ihre Menschenfreundlichkeit und es ist doch merkwürdig, daß, wenn sie, die Juristen sind, so fest von der Unschuld der Angeklagten durchdrungen sind, nicht alle anderen Juristen derselben Meinung sind, sondern noch solche arme Unschuldige auf die Anklagebank gebracht werden. Laffcn Sie die Thatsachen, die sich vor ihren Augen abgespielt haben, auf sich wirken und seien Sie Manns genug, nach Ihrer eigenen Ueberzeugung zu urtheilen. Daß die Frau die Briefe haben wollte, ist ja zweifellos; es fragt sich blos, ob nicht daneben noch der Plan bestand, den Dr. Prager zu be- seitigen. Beides läßt sich vereinigen und Sie haben zu prüfen, ob dies nicht der Fall war.— Nach Beendigung der Rechts- belehrung ziehen sich die Geschworenen gegen 8 Uhr zurück. Das um S'/4 Uhr gefällte Verdikt der Geschworenen sprach den Angeklagten Schweitzer des versuchten Todtschlages, Frau Prager der Anstiftung dazu schuldig und verneinte bei beiden Angeklagten die mildernden Umstände.— Der Staatsanwalt be» Trieschmann. ftraße 26. " " Gesangverein Mannesmuth" jeden " " Männer antragte gegen beide Angeklagten 4 Jahre Zuchthaus und Ehr- 1 Gefangverein ,, Borwärts 5", Friedrichshagen, Rundtheil, bet Serche. verlust auf 3 Jahre. Das Urtheil des Gerichtshofes lautete Gefangverein früher schon öfters gethan, als Ambos, indem er auf dem um Freundestreue"( Gemischter Chor), Jüdenstr. 55, bei gegen den Angeklagten Schweiger auf 5 Jahre Zuchthaus und Müller. Gefangverein Lorbeertrang", Landsberger Blat 5, bei gekehrt gestellten Geschoß Nägel grade klopfte. Während dieser und Ehrverlust auf 10 Jahre, gegen die Angeklagte Prager auf Arbeiter- Gefangverein Männerchor Südost 1", Röpnickerstr. 191, Restaurant. Arbeit, bei welcher 2 von seinen 4 Kindern in der Stube an6 Jahre Zuchthaus und 10 Jahre Ehrverlust. Erst bei diesem Grunewaldstr. 110, bet Jakob. Hoffnung 1", Friedrichsberg, Friedrich Karl- wesend waren, explodirte die Granate und riß ihm die Hirnftraße 34, bei Schnlze. Gesangverein Urtheil brach Frau Prager in Thränen aus." Rothe Nette", Schöneberg, schale fort, wodurch der Tod sofort eintrat. Der Deckel der Mittwoch bei Stamm, Mauerstr. 3. Mitglieder werden aufgenommen. Granate nur dieser hatte sich gelöst zerriß die Decke der Der bekannte Leipziger Antisemit Theodor Fritsch war Gefangvereinreihett 1", Kulm str. 36 bei Raumann. Gefangverein Stube, die Kraft des Luftdrucks bewirkte ein Bersprengen der Freiheit Moabit", Wilsnackerstr. 63, Kasino. wegen eines feiner zahlreichen gegen die Juden gerichteten Flug- angerchor", Kaftanten- Allee 28 bei Maiwald. Steinfeger- Thüre und der Fenster. Die Kinder kamen glücklicherweise mit blätter unter Anklage gestellt, und vom Schöffengericht wegen fchmiede, Weinfir. 11 bei Feind. Offenbacher Sängerfranz", Oranienstr. 153 bei Göye.. groben Unfugs zu 20 M. Geldstrafe verurtheilt. Von der Be- nicht", Schulftr. 29 im Wedding- Kafino.- Gefangverein„ Fretes& ted 1", Nachts ein Güterzug während der Fahrt in zwei ziemlich gleic Gefangverein der Kupfer- dem Schrecken davon. Gesangverein, Vergißmein= rufungskammer des Landgerichts wurde er jedoch freigesprochen Große Frankfurterstr. 81 bei Weiß. Eisenbahnunfall. Bei Dudweiler löste sich am 13. Januar und hat jetzt auch das Oberlandesgericht zu Dresden die gegen mittwoch: Fridolin" Wolff, 35a. Sund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend große Theile, die, nachdem der Lokomotivführer Gegendampf ge die Freisprechung erhobene Revision der Staatsanwaltschaft zu- und Bergnügungsberei Butta" bei molt, Brunnenstr. 35 heatergeben hatte, in einander fuhren. Mehrere Wagen thürmten sich rückgewiesen. Das Oberlandesgericht erklärte zwar die Rechts- lubellblau bei Grand, Blücherftr. 59. ausführung des Landesgerichts, als ob die Berübung groben bei Schipte, Schul- und Reinickendorferstraßen- Eckte. Vergnüngsverein, ord" aufeinander, fünfzehn andere entgleisten. Ein Bremser konnte sich Unfugs durch die Presse ausgeschlossen sei, und als ob es sich Verein 8t 8ad", nur durch einen waghalsigen Sprung vor dem sicheren Tode Sitzung bet Heinrichs, Blücherstr. 61. mit der Preßfreiheit nicht vertrüge, wenn der Richter darüber beutel", Abends 9 Uhr bei Poppe, Lindenstraße 106. Gesang, Turn- und gesellige Vereine. Gesangverein„ Pause- retten. Der Materialschaden ist ziemlich bedeutend. entschiede, ob der Inhalt einer Schrift gehörig oder ungehörig gefangverein Saugestreue", Abends 9-11 Uhr bei Luther, Brüder Geständniß abgelegt. Da er seine Frau als die intellektuelle UrDer Dienstbotenmörder Schneider hat ein umfassendes sei, für einen Rechtsirrthum, bielt aber die thatsächliche Fest machenbergerſage angerein" penglühen ingeführt, pil heberin aller Morde bezeichnet, so hat nunmehr die Staats8% Schröder, ftellung für genügend, um die Freisprechung zu begründen. Es tomuten. heißt hierüber in dem Erkenntniß des Oberlandesgerichts: Nach( Weißbier- Lokal) Uebungsfiunde, Aufnahme neuer Mitglieder. Bitterflub Alpen veilchen", Abends 8 Uhr in Belvedere anwaltschaft auch gegen Rofalia Schneider die Anklage wegen dem Ausspruche der Straffammer sind die Ausschreitungen, bei Süttrich, Gollnowstr. 9.Tambourverein Echo"( Bergnügungs- Verein), Abends 9 Uhr Mordes statt wegen Mitschuld erhoben. Schneider hatte in zwei welche der Angeklagte sich in den Flugblättern erlaubt hat, teine fiunde 9 Uhr Langefir. 65. Gäfte willkommen. Tambourverein Vorwärts", Uebungs- Fällen seinen Opfern betäubende Flüssigkeiten unter die Nase Tambourverein so groben, daß man den letzteren die Fähigkeit zusprechen müßte, feit"," Ritterstr. 21. bei Juhdiſch, Mittwoch und Sonnabend, Abends 8½ Uhr, Ginig gehalten, worauf diese ohnmächtig zusammenſanten. das Publikum zu gefährden oder ungebührlich zu belästigen, Schneider, Belforterstr. 15. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Uebungsstunde. Männergesangverein Edelweiß", Abends 8% Uhr, bei Der älteste Veteran der großen Armee Napoleons I., namentlich aus dem Grunde nicht, weil die Beschuldigungen, übed'icher Turnverein: 1. Zehrling@ abtheilung, Abends von 8 bis( Departement Ardennen). Er war am 17. Dezember 1790 in J. B. Picard, starb dieser Tage in Beaumont en Argonne welche darin gegen eine gewisse Art von handeltreibenden Juden 10 Uhr im Turnfaale des Königstädt. Gyumas.", Elisabethstr. 57-58. erhoben werden, und das dort über den Stammescharakter der Berliner Zurngen offenschaft, 5. Männerabth. Abds. von 8-10 ühe Beaumont geboren, trat 1809 in das 13. Infanterie- Regiment, Juden gefällte Urtheil nichts Neues bieten, sondern nur die Vor- 11 Uhr. Turnlotal: Mühlenftr. 49-50. 8. Männer- Abth., Abends von 9 bis wurde in demselben Jahre bei der Eroberung Vlissingens durch würfe, welche den Juden schon seit langen Jahren von ihren btheilung, von 84-10 Uhr abends, lumenfi, sa iti zaujimanit, wo er fünf Jahre auf den Galeeren verbrachte. Nach seiner 63a. Kraft- Turn- Verein die Engländer gefangen genommen und nach Portsmouth gebracht, Gegnern gemacht worden sind, wiederholen und schon darum Gäste willkommen. nicht dazu angethan find, in außergewöhnlichem Maße Jahn", Rigdorf( eigene Turnhalle, Biethenstr. 72a), von 6-8 Uhr Schüler und Waterloo, wo er zwei Wunden davontrug. Männer- Turnverein Befreiung trat er wieder in den Dienst und kämpfte bei Fleurus beängstigend oder aufregend einzuwirken. Abtheilung, von 8-10% Uhr Männer- Abtheilung. Damit ist im Wege der Auslegung der beregten Preßerzeugnisse, schreiberfir. 60. – Theater- u. Bergnügungsverein„ Buitania" Abends' s uhr, vor. Js. aus der dortigen Regierungskasse geraubten 350000 tubel Theaterverein Blumenlese" Sigung 9 Uhr Abends mit Damen, Stallalso auf dem Gebiete des Thatsächlichen, in für das in Meißners Restaurant, Gartenstraße 162. Damen und Herren, welche ge- wurden 256 000 Rubel in dem Quartier eines zur Ansiedelung Aus Wladiwostock wird gemeldet: Von den im Dezember Revisionsgericht bindender Weise das objektive Thatbestands- neigt sind, dem Verein beizutreten, können sich daselbst melden Moment, das auch für die weitere Auffassung des Begriffs oder beim Vorsitzenden M. Sieste, Ackerstraße 13, Hof 1 Treppe. dorthin Verschickten, Namens Polkajow, aufgefunden. Das Geld vom groben Unfug unentbehrlich ist, daß noch die Handlung Abends& Uhr bei Zubei, Naunynftr. 84, Sigung mit Damen. Säfte haben befand sich in alten Petroleum- Blechgefäßen, welche man zusammenzur Gefährdung oder ungebührlichen Belägg des Publikums Zutritt. Herren und Damen, welcher sich der Bühne widmen wollen, findet gestapelt und in der Gestalt eines russischen Ofen aufgestellt geeignet sein müsse, verneint. dort Die beste Gelegenheit. Anmeldungen und Austunft ertheilt hatte. Versammlungen. " Der Verband aller in der Metallindustrie beschäftigten Arbeiter hatte auf gestern Abend eine Versammlung nach der Ahrens'schen Brauerei in Moabit einberufen, in welcher Dr. Bütgenau über Quelle und Zweck des Rechts" referiren sollte. Die Versammlung fonnte nicht stattfinden, weil die durch die Post abgesandte Anmeldung aus bisher nicht ausgeklärter Ursache beim Polizeipräsidium nicht eingegangen war. Der Vortrag ist daher für eine spätere Versammlung vertagt. fonen. " Turnlokal Mariannen- Ufer 1a. " " Gäste will " Turnverein ,, Osten", MännerAufnahme neuer Mitglieder. Privattheater- Verein Durch zum der Borsigende Otto Elefer, Uhrmacher, Naunynstraße Nr. 15. PollackLiewald, Dresdenerstr. 38. Tomment. reuzfide!", Sigung mit Damen bet Doberstein, Mariannen tommen. " " " Rauchklub Victoria" Die Klub uftige Brüder", Abends 8%-10% Uhr im Restaurant Brückeneinsturz. Eine aus der armenischen Kathedrale zu Berein Fidele Brüder", Schönleinstr. 5 Tiflis( Kaukasus) kommende Prozession, welche sich zur bei G. Rien. Gäste willkommen. Vergnügungs- Verein Proletariat", Sigung Abends 9 Uhr, bet Steemann, Melchiorſtr. 15, Hof part. Bare Wasserweihe begeben wollte, mußte eine über einen Arm des Als dichte Kuraflusses geschlagene Interimsbrücke passiren. Gefelliger Klub Proletariat" bei Lorenz, Roppenstr. 40 e. Vergnügungsverein on um", Abends 8% Uhr bei Schröder, Stegliger- Voltsmassen nachdrängten, brach die Brücke zusammen. Viele Straße 18. Gäfte, durch Mitgler eingeführt, willkommen. Berein Menschen wurden erdrückt oder verwundet, zahlreiche Personen fraße 31. Abends 9 Uhr im Albrechtsgeen, Wilhelmftr. 105. Berein ehem. Schüler der 44. Gemeindeschule", sind ertrunken. Die Anzahl der Verunglückten ist noch nicht Rauchflub Nordermittelt. Ahmer, Gräfeftraße 82. stern in Friedrichsberg. Rauchflub Bultan", Abends 9 Uhr bet von Mauchflub Frisch gewagt", Abends Der General des Jesuitenordens Anderledy ist in 9 bis 11 Uhr, Posenerstraße bet Rodendorf. Rauchtlub Ohne der Nacht zum 19. Januar in Fiesole gestorben. wang", Abends 8 Uhr, bet Spät, Weinfir. 28. Rauchtlub, Grüne uaste", Abends 9 ühr, bet Schlüter, Kleine Markusstraße 10. Gäste will Großer Brand. Eines der schönsten Häuser der Piazza Rauchklub Sumatra", Restaurant Trucks. Südost, Reichenbergeritr. 83, di Spagna in Rom ist in der Nacht zum 16. Januar vollständig ab Jeden Mittwoch von 8½ Uhr ab Aufnahme gebrannt. In dem Hause wohnten der Maler Hermann Corrodi, die neuer Mitglieder. Gäste willkommen. jeden Mittwoch, Abends 9 Uhr, Schüßenstraße 40-41, bei Stallbaum( Restaur.) Gräfin Tscebulka und andere reiche Familien. Sie haben alles Freireligiöse Gemeinde. In der beschließenden Ver- Gäste willkommen. Aufnahme neuer Mitglieder. Rauchflub Gutge verloren. Der Schaden beträgt etwa eine Million Lire. fammlung vom 18. d. Mts. erstattete der Vorsitzende Herr inte Freunde." Jeden Mittwoch Höchſteſtraße 28 bet Neumann. Gäfte Schuld daran, daß der Brand eine solche Ausdehnung gewinnen Friederici Bericht, aus welchem u. A. eine beständige Zu- 3.den Mittwoch, Abends 9 uhr, Friedrichsbergerſtr. 11 bet w zadate, fonnte, trägt die lüderliche Wirthschaft der römischen Feuerwehr, nahme der Mitgliederzahl hervorging. Nachdem der Kassirer durch Mitglieder eingeführt, haben Zutritt. Sumoristischer Rauch die eine Stunde auf der Brandstätte stand, ohne den Wasserhahn Vogtherr, sowie die Revisoren ihre Berichte gegeben hatten. Jeden Mittwoch, Albende uhr, Sigung bei Niemann, Görliger finden zu können, ohne Schläuche, Leitern und eine ausreichende Zahl und dem Kassirer Decharge ertheilt worden war, er Abends 8% Uhr, Frankfurter Allee Nr. 90 bei Otto Zabel. Gäste willkommen von Feuersprigen mitgenommen zu haben. Die Dampffprige folgten die Vorstandswahlen, aus denen fast alle bisherigen Pfeifentlub, a itania". Zagt jest jeden Mittwoch von 9 Uhr ab Brizers traf erst drei Stunden nach Ausbruch des Brandes Vorstandsmitglieder als wiedergewählt hervorgingen. An Stelle Beughofstraße 8, Restaurant Biester. straße 22. Gäste willkommen. Segelflub Vorwärt 3". Jeden Mittwoch ein. Ohne das Eingreifen des Militärs, das vor der FeuerBogtherr's, welcher wegen anderweiter Inanspruchnahme Wieder- wittwoch und Sonnabend bei Infinger, frautir. 48.- Rauchtlub„ Gegewehr eintraf, wären auch die Nachbarhäuser ergriffen worden. wahl abgelehnt hatte, wurde Wilh. Börner zum ersten Kassirer land." Jeden Mittwoch, Abends 10 Uhr, Wereinssigung Neue Sochir. 19 Der nebenan wohnende österreichische Militärattachee ließ den gewählt. bei Liese. Gäste, durch Witglieder eingeführt, willkommen. Schüler der 99. Gemeindeschule", Berein ehem. Soldaten, welche auf das opfermüthigste eingriffen, Brot und Mittwoch, Abends 9 Uhr, Schröder's Saal, Steglige.itraße 18. Geschäftliches; Fidelitas. Gäste will: Wein hinaustragen. Hamorinischer Berein Pipifar", Mittwoch Abend 9 Uhr Sigung beim Restaurateur Möhring," Admiralfir. isc, 3. Hof rechts, 1 r. große Menge halbgeschmolzenen filbernen und goldenen HausAuf der Brandstätte an der Piazza die Spagna wurde eine Nachher Fidelitas. Herren und Damen als Gäste willkommen. geräths, sowie eine Kassette mit Goldmünzen aufgefunden. Achtung, Schneider und Schneiderinnen! Oeffentliche Bersammlung am Mittwoch, den 20. Januar, Abends 8½ Uhr, in den Arminhallen, Kom mandantenstraße 20. Tagesordnung: Die übe aus traurigen Erwerbsverhält niffe der legten Jahre und welche Maßnahmen gedenten wir für die Zukunft au treffen? Referent A. Täterow. Privat- Theatergesellschaft Boruffia." Mittwoch, den 20. Januar, Abends 8 Uhr, Köpenickerstraße 8b, Sigung. Aufnahme. Junge anständige Herren und Damen, welche geneigt sind, dent Verein beizutreten, tönnen sich in Vereinslokal melden. hozialdemokratische Lese- und Diskutirhlubs am Mittwodj. Gesundbrunnen", Sigung jeden Mittwoch Abend 8% Uhr bei Haferland, Bellermannstr. 87. ereinte raft", Schönleinstraße 6. Abends 9 Uhr Sigung bei Klein. Gäste, burch Mitglieder eingeführt, haben Zutritt. Charlottenburg. Lese- und Neue Königstr. 89. Gäste willkommen. ftunde Abends 9 Uhr, Aufnahme von Mitgliedern. Gefangverein tedes willkommen. werden aufgenommen. assalle". 0 42. Gäfte durch Mitglieder eingeführt willtommen.- Stattlub Treff", tommen. Stattlub ,, Revolution". Jeden Vermischtes. Depeschen. ( Depeschen des Bureau Herold.) Lefe- und Diskutirklub& manzipation", Abends 8½ Uhr bei Wagner, nach Streicher's Restaurant in Halle a. S., um sich zum Abend Glashütten- und Kohlenstaubwerke Charlottenburg( A.-G.) iſt ge= Zwei reisende Handwerksburschen tamen dieser Tage Charlottenburg, 19. Januar. Sämmtlichen Arbeitern der Distutirklub Mehr Licht", Abends 8 Uhr, im Sofale Spreestr. 36. brot und Nachtquartier von den anwesenden Gästen noch einige fündigt worden. Mehr als 200 Arbeiter werden brotlos. Männer und Frauen, durch Mitglieder eingeführt, stnd stets willtommen. Pfennige zu fechten". Die Gäste, lauter Arbeiter, griffen denn -Gleich bett", Sigung Abends 8 Uhr, Staligerstr. 7 bei Schönemann. " Johann Jacoby", Abends 8% Uhr bei Otto Thierbach, Schwedter auch ohne Ausnahme in den Beutel, um den beiden Bedürftigen Dortmund- Ems- Kanal wurden infolge des eingetretenen SchneeDortmund, 19. Januar. Die letzten 100 Arbeiter am Straße 44. Gäste, durch Mitglieder eingeführt, haben Zutritt. Arbeiter Sänger- Sund Berlins und Umgegend. Mittwody. Nebungs- hatten das genannte Lokal schon eine reichliche halbe Stunde werden bei dem herrschenden Arbeitsmangel nur schwer neue einige Pfennige zu verabreichen. Die beiden armen Reisenden wetters entlassen. Die Entlassenen, fast sämmtlich Familienväter, freiheit", Blumenstraße 38, bei Hente. Gesangverein Freya", verlassen, als sie wieder erschienen und den Gästen die Mittheilung Stellungen erlangen. ( Gem. Chor), Alte Schönhauserstr. 22-23, Bögow's Brauerei. Gesangverein machten, daß einer derselben ihnen versehentlich Bilaritas", Hochstraße 32 a, bet Wilte. ein Zehn. Gefangverein Deutsche markstück verabreicht habe. Die Freude über diese beiden brücken, daß der frühere sozialdemokratische Redakteur Braun Köln, 19. Januar. Die K. V.- 3tg." meldet aus Saar Gich e", Blumenjiraße 46, bet Went. Gesangverein Borwärts 2 Schönhauser Allee 28, bei Ruhlmey. Gesangverein„ Echo 1", Bantow, ehrlichen Arbeiter, die es sich wohl bewußt waren, wie schwer wegen Majestätsbeleidigung in drei Fällen durch die Straf Schulzeftr. 27. Gefangverein er che", niedomstraße, Gafee Humboldt. der Verlustträger an dem Schaden zu tragen haben würde, war kammer zu achtmonatlicher Gefängnißstrafe verurtheilt wurde. Gefangverein der Steinmeyen", Johannisstraße 20, bet Müller. Gesangverein Freiheit", Bülowstraße 27, bet Gundlach. eine allgemeine und wurde durch eine reiche Extrasammlung MännerGefangverein berkürschuer", D. B. D. Br. Berlin, Neue Friedrichstr. 44, bet Röllig. Gefangverein Südost 2", Cuvrystraße 16, bet 8temer. Gefangverein ,, Sangeslui", Bülowsir. 69, bei Gründer." Morgenroth 8", Admiralfiraße 38, bet Lilom.-- Gesangverein SteinGefangverein nelte", Berichtstr. 10, im Restaurant. Gefangverein, yra 1", Raupach ftraße 6, bei Giachel. Gefangverein ,, Euphonia", Aunenstraße 16, bet Reßner. Gesangverein Hand in Hand 1", Mariannenstr. 31-32, bei Doberstein. Gefangverein Schneeglödchen i", Kottbufer Damm 39, bet Jacob. Gefangverein burger Kommuntation 16, bet" Blafer. Gefangverein unverdroffen" Schneeglödchen 2", Potsdamt, Branden Fennstr. 5, bet Krüger. Flöter scher Gesangverein", Landsbergerstr. 31, bei Musehold. Gefangverein, Rütit", Friedenau im Kurhaus. " -" belohnt. Briefkaffen der Redaktion. % M Henboden auf die Tenne ein Landmann im Dorje Schads, Ju die aufrechtstehende Hengabel fiel beim Sturz vom Kreis Tondern. Der Arme verstarb innerhalb einer Stunde. Für die Arbeiter Bildungsschule: Von der Schäftes Explodirtes Geschoß. Auf eine eigenartige und schreckliche Branche 2 M., vom Gesang Verein Kreuzberger Harmonie" Weise verunglückte in Malstatt- Burbach der an der Straße nach 40 M. erhalten. Besten Dank! einem Kinderschlitten vorzunehmen, benutzte er eine am Spicherer Louisenthal wohnende Bergmann J. Maul. Um Reparaturen an H. Gumpel, Barnimstr. 42. Berge im Jahre 1870 gefundene französische Granate, wie er das angeben, wann ihr Gesellschaftsabend" stattfindet. M. Gent. Wollen Sie so freundlich sein und den Tag Todes- Nachricht. Allen Freunden und Bekannten die Danksagung. Für die außerordentDen Mitgliedern der Filiale der traurige Nachricht, daß der Tischler lich vielen und herzlichen Beweise der Wirker und Wirkerinnen Berlins zur Gustav Mündt Montag, den 18. d., Theilnahme bei der Beerdigung meines Nachricht, daß das Mitglied, der Wirker früh 2½ Uhr, gestorben ist. Die Be- lieben Mannes Paul Weigell sage namentlich den Kollegen von der Sirschhorn'schen Fabrit, meinen herzAlbert Müller 3 Uhr von der Leichenhalle des Emmaus # lichsten Dank. 1047b " 66. Fleck empfiehlt Täglich saubern Königsberger 66. Resterhandlung. Langer's Destillation, 1913L Billig Re ste zu Knaben- Anzügen von Mühlenstr. 8. 1 M. Große Anzüge von 7 M. an zubereitete Gemüse, Mehl-, Milch- und zu Einsegnungs- Anzügen. Große AugGesunden billigen Mittagstisch. Gut bis zum feinsten Kammgarn, auch paff. Eierspeisen bietet das Vegetarische Speisehaus von J. Schramm, Chaufferstraße 13, 1 Tr. wahl zu Paletotstoffen, sowie zu DamenWintermänteln, Jackets, Double, Plüsch, Pelz, Krimmer, Atlas, Seide, Sammt 1911L und Spizen. Auf Wunsch alles zugeschnitten, auch angefertigt. Fertige Knaben Anzüge. der Charitee nach Wilhelmsberg aus ftatt.( Stockbranche) Theodor Görsch Beweise liebevoller Theilnahme bei der Brockhaus, Meyer's 66. Karle, Waldemarstrasse 66. Um rege Betheiligung ersucht Der Bevollmächtigte. 1051b am Sonntag an der Proletarier- Krant Kirchhofes aus statt. L. Gahl. 1046b heit verstorben ist. Todes Anzeige. Allen Freunden Die Beerdigung findet Donnerstag, und Bekannten die traurige Nachricht, Hermine Weigell nebst Kindern. den 21. d., Nachmittags 3 Uhr, von daß mein lieber Sohn, der Erechsler Für die reichen Kranzspenden und am 18. ds., Morgens, sanft entfchlafen Beerdigung meines lieben Mannes sage Busammenkunft Nachm. 3 Uhr im tag, den 21. d. M., Nachm. 3 Uhr, nossen, besonders dem Gesangverein ist. Die Beerdigung findet am Donners- ich allen Kollegen, Freunden und Ge- Lexikon, Bücher, Bibliotheken fauft Lokal bei Bach, Straußbergerstr. 34. von der Leichenhalle des Petrifirchho es Nord" meinen herzlichen Dank. A. Hannemann, Kochstr. 56 I. Ju der Reinickendorferstraße oder deren Nähe ein einfach möbl. Rach turzem Krantenlager verschied aus statt. Um stilles Beileid bittet Berlin, 19. Januar 1892. unfer Mitglied [ 10416 Masken- Garderobe Bimmer für einen anständigen Ww. Klara Zernickow nebst Kindern. von Otto Runge, Herrn gesucht. Offerten mit Preisangabe unter F. 100 an die Exp. Gr. Frankfurterstr. 57( Begr. 1862.) b. Bl. empfiehlt zur Saison eine Auswahl von Fritz Doss an der Proletarierkrankheit. Die Be erdigung findet Mittwoch, den 20. d. M., Nachmittags 31/2 Uhr, von der Leichen halle des Neuen Schöneberger Kirch hofes statt. 168/17 3. A. der Vorstand des Gefangvereins Froh Hoffnung" d. Zimmerer Berlin W. Allen Verwandten und Genossen die traurige Nachricht, daß unsere liebe Mutter und Großmutter 1050b 1048b Frau Görsch. unser Kollege, der Tischler Allen Freunden zur Nachricht, daß 1052b Carl Tesmar verstorben ist. Die Beerdigung findet Mittwoch, Nachm. 3 Uhr, vom Städt. Krankenhause Friedrichshain nach Wilhelmsberg statt. # zu Künstliche Zähne 2 Mark. 2000 Stoſtumen zu den billigsten Breifen. Marienburgerstr. 32 vermiethe 862b loses Zahnziehen 1 M. 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Donnerstag, den 21. Januar 1892. Wenn nicht für die vollständige Freiheit und Heimlichkeit der Wahl gesorgt wird, so bleibt dieselbe eine Karrikatur. 9. Jahrg. Wahl ist keine Verhandlung, die öffentlich sein müßte. Die meisten Proteste beziehen sich jetzt auf die Verlegung der Geheimhaltung der Wahlen; diese Proteste werden wegfallen. Redner empfiehlt die Verweisung an eine Kommission. Abg. v. Steinau( dk.): Wir sind Freunde der geheimen Wahlen, wir wollen diefelben aufrecht erhalten, aber die vom 152. Sigung vom 20. Januar, 1 Uhr. Vorredner vorgeschlagenen Mittel dienen nicht zur Sicherung der Abg. Munckel: Für die Nothwendigkeit einer besseren GeAm Tische des Bundesrathes von Rottenburg. Wahl, sondern nur zur Erschwerung derselben. Für die Freiheit heimhaltung der Wahlen sind heute eigentlich alle Redner einNachdem eine Reihe von Petitionen als ungeeignet zur der Wahl ist gesorgt durch die Möglichkeit des Protestes an den getreten, auch Herr von Meyer- Arnswalde. Denn der letztere Berathung im Plenum erklärt worden ist, wird der Antrag des Reichstag. Auch die Abgrenzung der Wahlbezirke auf 400 Seelen ist gegen den Antrag, meil dadurch die geheime Abg. Siegle berathen: Den Reichskanzler zu ersuchen, stati- bringt nur neue Schwierigkeiten. Die Beispiele, welche Herr Wahl, welche er verwirft, verbessert wird. Er will bas stische Aufnahmen über die Lage der arbeiten- Rickert anführte, waren merkwürdiger Weise immer aus konser- bestehende Gesetz aufrecht erhalten, weil dabei die geheime Wahl den Klaffen, insbesondere über Arbeitszeit, vativen Wahlkreisen, dadurch wird der Eindruck erweckt, als ob illusorisch wird. Darin liegt das Zugeständniß, daß das Gedie Wohnverhältnisse und Kosten der Lebens nur von den Konservativen gefündigt würde. Es wird aber auf heimniß der Wahl gefährdet ist. Daß die Wahlbeeinflussung. haltung der Arbeiter in den verschiedenen beiden Seiten gesündigt. stärker ist bei denen, welche die Macht haben, ist selbstverständlich. Berufszweigen vornehmen zu lassen. Abg. v. Meyer Arnswalde: Ich habe zunächst zu erklären, Wir haben keine Macht, wir müssen uns auf die überzeugende Der Antragsteller Abg. Siegle weist darauf hin, daß der daß ich für eigene Rechnung spreche.( Heiterkeit.) Herr Rickert Kraft unserer Beredsamkeit verlassen. Wenn Herr v. Meyer die Antrag schon von guten Folgen gewesen sei; das zeige die will das geheime Wahlrecht geheimer machen als es ist; ich er- Diäten hier hereingezogen hat, so möchte ich bitten: Bemessen Aeußerung des Staatssekretärs von Bötticher, nach der die kläre mich dagegen, weil ich das geheime Wahlrecht überhaupt Sie die Diäten nicht nach den rednerischen Leistungen; denn Reichsregierung in absehbarer Zeit eine Kommission für Arbeits- für verwerflich halte, weil ich konstitutionell bin und alles öffent- dann würde Niemand im Reichstag mehr reden, um sich nicht ftatiftit einzusetzen entschlossen ist. Diese Kommission wird lich verhandelt fehen will, was die Deffentlichkeit berührt. Im dem Verdacht auszusetzen, daß er der Diäten wegen spricht. außerdem die Frage der Ausdehnung des Arbeiter geheimen Wahlrecht liegt geradezu eine Beleidigung des Wählers;( Heiterkeit.) Die Konservativen verwerfen diesen Antrag, obwohl schutzes auf Handwerk und Hausindustrie untersuchen müssen. man traut ihm nicht den Muth seiner eigenen Ueberzeugung zu. fie die Geheimhaltung der Wahl wünschen; diese Entsagung ist Die Regierung hat mit vollem Rechte die Frage nach der Außerdem bietet das geheime Wahlrecht den Deckel für die nieder- begreiflich gegenüber einer Reform, die man nicht recht wünscht. Arbeitszeit in den Vordergrund gestellt. Die neuen Vorschriften trächtigste Agitation, welche erfunden ist von der verstorbenen Der geschlossene Raum ist ohne Kosten leicht durch eine spanische der Gewerbe- Ordnung machen es unbedingt nöthig, diejenigen Fortschrittspartei, von der alle Parteien gelernt haben. Ich bitte, Wand 2c. in jedem Zimmer herzustellen. Der erzwungene Muth Berufe herauszuheben, für welche der Bundesrath von seinem den Antrag abzulehnen und abzuwarten, daß die geheime Wahl der öffentlichen Abstimmung ist kein Muth mehr. Wenn hier neue Rechte der Arbeitsverkürzung Gebrauch zu machen hat. Ueber- abgeschafft wird; dazu ist ja Aussicht vorhanden nach der An- strafbare Handlungen eingeführt werden, so liegt das im Zuge der haupt erfordert die ganze so überaus schwierige Frage der nahme des Antrages über die Diäten. Wie soll es denn bezüg- Beit. Wenn die Neigung zur Trunksucht bestraft wird, dann Arbeitszeitregelung unbedingt ziffernmäßige und genaue Nachlich der Doppelmandatare gehalten werden? Sollen sie ganze kann auch die Neigung zur Wahlbeeinflussung bestraft werden. weise. Das wichtigste an der ganzen Sache ist die Lohn- oder halbe Diäten bekommen? Da wird man wohl ihre Arbeit Wenn die Strafen gestrichen werden für Diebstahl 2c., wird eine statistit. Diejenige der Berufsgenossenschaften steht im abschäßen müssen, wieviel sie im Abgeordnetenhaus gearbeitet haben große Anzahl von Untersuchungen wegen Diebstahl wegfallen, Mittelpunkt. Hier liegt ein werthvolles Material für etwa und wieviel hier; danach werden dann die Diäten bemeffen. aber die Welt wird dadurch nicht sittlicher gemacht werden. 5 Millionen Arbeiter vor und es bedarf nur einer strengen Besonders bedenklich ist die Klause, welche geschaffen werden soll, Abg. v. Marquardsen( natl.) empfiehlt die Verweisung Auslegung des§ 71 des Unfallversicherungs Gesetzes, um die wohin der Wähler seinen Abtritt nehmen soll( Heiterkeit). Auf des Antrages an eine Kommission von 14 Mitgliedern. Als Sache in Fluß zu bringen. Die Vorarbeiten auf den Berufs- dem Lande wird eine Stube eingeräumt werden müssen, aber langjähriges Mitglied der Wahlprüfungs- Kommission sei er übergenossenschaftstagen zu Straßburg 1890 und zu München 1891 wirklich ausgeräumt, damit nicht etwas wegkommt und nicht auf zeugt von der Nothwendigkeit einer besseren Geheimhaltung der find vorhanden; es fehlt nur der gesetzgeberische Anstoß. An die ehrlichen Urwähler ein schlimmer Verdacht fällt( Heiterkeit). Wahl. Einverstanden sei er mit der Einführung der Umschläge: diese Lohnstatistik der Berufsgenossenschaften könnte sich dann Aber wie soll das in den großen Städten gemacht werden mit es müsse aber über die Bettel auch noch eine besondere Vordiejenige für die übrigen Gruppen im Reiche jeder Zeit nach den vielen Wählern. Da müssen besondere Häuser mit Dußenden schrist festgestellt werden. Einige andere Punkte fönnten vielleicht Bedürfniß und Möglichkeit anschließen. Was die Erhebungen solcher Klausen hergestellt werden. Die Kandidaten müssen in noch in dem Reglement geändert werden. Wenn solche Ver über die Lebenshaltung der Arbeiter 2c. anlange, so handle den Klausen ihre Wahlzettel niederlegen oder die Gemeinden befferungen durchgeführt werden, dann wird die Zahl der Wahles sich hier besonders um die Wohnungsfrage und um müffen die Wahlzettel aller Kandidaten drucken lassen. Wer wird prüfungen sich mindern, denn diese Arbeiten sind eine Prüfung die Rauftraft der Löhne in den verschiedenen Gegenden. Die Kouverts herstellen lassen? Wahrscheinlich auch die Gemeinde. für denjenigen, der sie eine Zeit lang mitgemacht hat. Es ist richtig, daß die Arbeit, welche der Kommission und der Ich bitte keine Kommission einzusehen, sondern wegen des falschen Abg. Aner( Soz.): Ich erkläre, daß wir uns sowohl für Regierung aus der Arbeitsstatistit erwächst, eine ebenso schwierige Prinzips und der mangelnden Ausführungsbestimmungen den den Antrag selbst als für die Ueberweisung an eine Kommission als verantwortungsvolle sein wird; denn nur gründliches und Antrag abzulehnen.( Bustimmung rechts.) von 14 Mitgliedern aussprechen. Ich erkläre ferner, daß von vorsichtiges Vorgehen läßt befriedigende Ergebnisse erhoffen. Abg. Gröber( 3): Der Vorschlag der Abschätzung der unserer Seite nicht daran gezweifelt wird, daß die Antragsteller Andere Staaten, wie z. B. die Vereinigten Staaten von Nord- Diäten je nach der Leistung dürfte am Ende für den Vorredner es aufrichtig mit ihrem Antrag meinen. Wenn Abg. Heine sich amerita, England, Frankreich sind in den letzten Jahren in der nicht günstig ausfallen nach seiner heutigen Leistung.( Heiterkeit.) anders geäußert hat, so wollte er damit sagen, daß nicht alle Frage der Beschaffung der Arbeitsstatistik träftig vorgegangen. Seine Neigung zur Deffentlichkeit aller Dinge wird der Vorredner Ihre Anhänger mit Ihnen einverstanden seien. Denn auch auf Ein Land, welches wie das Deutsche Reich in der Sozial gesetz hoffentlich auch bethätigen, wenn es sich einmal um die Deffent- der linken Seite find Dinge passirt, die denen auf der rechten gebung allen anderen Kulturstaaten vorangegangen ist, darf lichkeit der Verhandlung vor dem Militärgerichte handelt. Die nichts nachgeben. Wenn gesagt wird von den Gegnern auf dem Gebiet der Sozial st a ti st it nicht zurückbleiben. Redner Steuerdeklaration ist für denjenigen, der ehrlich und richtig des allgemeinen Wahlrechts, die Wähler müßten den with behält sich eine eingehende Begründung bei der Einrichtung der deklarirt, kein Unglück, sondern nur für den, welcher die Steuern haben, für ihre Meinung einzutreten, oder fie feien in Aussicht gestellten Kommission vor. nicht gern bezahlt. Daß bezüglich der Wahlen auf allen Seiten feige, wie soll man dann ein Verfahren bezeichnen, wo Abg. Wurm( Soz.): Ich erkläre mich im Namen meiner gesündigt wird, ist richtig; aber die liberalen Parteien und wir der sozial Schwächere dafür leiden muß, daß Fraktion für den Antrag. Wir haben das größte Interesse versuchen doch etwas zu beffern, während Sie jede Verbesserung Ueberzeugung bei der Wahl Ausdruck giebt? Nur wenn wir daran, mit Ziffern die sozialen Verhältnisse flargestellt zu sehen. ablehnen.( Zuruf rechts: Diesen Antrag!) Bringen Sie doch Alle sozial gleichgestellt wären, träfe der Vorwurf der Feigheit Denn es genügt eine siffermäßige Darlegung der heutigen Ver- etwas besseres vor, geniren Sie sich nicht. Eine Bestimmung über zu. Insofern können also die Wahlen im sozialdemokratischen hältnisse, um die Unhaltbarkeit derselben zu beweisen. Die Art die Größe der Kouverts und Stimmzettel würde wohl nöthig Staate der Zukunft in voller Deffentlichkeit stattfinden. Aber in der bisherigen Erhebungen über die Arbeitsstatistit kann unsere fein, ebenso müßte der Stimmzettel mit Umschlag von den dem Staate, wie er jetzt ist, muß es Sicherungen des geheimen Zustimmung nicht finden, weil in ihnen nur Durchschnittsziffern Wählern selbst in die Urne gelegt werden. Es ist keine Feigheit, Wahlrechts geben. Der Vorwurf der Feigheit ist auch gar nicht gegeben sind. Durchschnittsziffern genügen uns nicht; dabei wenn die Wähler die geheime Abstimmung wünschen; die Feig ernst gemeint, denn wo die Konservativen in die Berlegenheit fann der Eine sehr viel, viele Andere sehr wenig haben. Diese beit liegt auf der anderen Seite, bei denen, welche ihre Macht kommen, Amboß sein zu müssen, da denken die konservativen Methode der Statistik darf bei den in Aussicht gestellten Er- und ihre Stellungen benutzen, um die Wahl abhängiger Leute zu Wähler ganz anders darüber. Wo die großen Massen unter dem hebungen nicht wieder beliebt werden. Neben der Lohnstatistik beeinflussen.( Zustimmung.) Redner empfiehlt die Verweisung Einflusse der Bourgeoisie und der Geistlichkeit stehen, sind Rufe muß die Lebensweise und Ernährung der Arbeiter zum Gegen an eine Kommission. nach Sicherung des geheimen Wahlrechts erschallt. Ich wünsche, stand der Untersuchung gemacht werden; ferner ist festzustellen, Abg. Heine( Soz.): Der Antrag Barth- Rickert war schon daß die Kommiffon nicht eine Beerdigungsstätte für den Antrag wie hoch das Proletariat durch die indirekten Steuern bei seiner antiquirt, bevor er gestellt war, nämlich seitdem in Australien fei, wie es früher immer der Fall war. Wir Alle wollen das Ernährung belastet ist. Nach den bisherigen Berechnungen muß eine sehr praktische Wahlbestimmung eingeführt ist. Die Herren, Wahlgeheimniß schützen; und wenn diese Bemühungen bisher eine Arbeiterfamilie jährlich 80-90 m. an direkten Steuern die hier so warm für das geheime Wahlrecht eintreten, hätten ohne Erfolg waren, so kommt das daher, daß mächtige Einflüsse zahlen, das ist ein enorm hoher Prozentsatz. Die Kommission das im preußischen Landtage bei der Berathung der Land- vorhanden sind, welche das geheime Wahlrecht eben nicht schützen wird eine sehr lohnende Aufgabe haben, wenn sie hier das gemeinde- Ordnung thun sollen da sie dies nicht thaten, muß wollen. Richtige ermitteln wollte. Nach den Neußerungen des Ministers ich doch an ihrer großen Begeisterung für das allgemeine, gleiche, Damit schließt die Debatte; bas Schlußwort erhält werden voraussichtlich Vertreter aller Parteien ihren Sitz in der direkte und geheime Wahlrecht zweifeln. Ist dies Wahlrecht gut, Abg. Barth( deutschfreisinnig), welcher darauf hinweist, Rommission erhalten. Wir sehen mit großer Freude der Zeit fo muß man es in allen Fällen, im Reiche, in den Einzelstaaten, daß das in Australien bestehende System allmälig entgegen, wo die Arbeiten der Kommission veröffentlicht werden. in den städtischen, wie in den ländlichen Kommunen einführen; von sechsundzwanzig Staaten Nordamerikas eingeführt worden ist. Wir begrüßen den Anfang einer Sozialstatistik als einen Schritt ist es nicht gut, so ist es konsequenter Weise, wie Herr v. Meyer Nur in den Staaten, wo die schlimmste Demagogie herrscht, so auf dem Wege, auf welchem wir zu unserem Biele gelangen will, überall abzuschaffen; in einzelnen Fällen geheim abzustimmen, z. B. in New- York, hat man sich nicht entschließen können, die in einzelnen Fällen öffentlich, ist ein Nonsens.( Präsident Sicherung des Wahlrechtes durchzuführen; und mit diesen werden. M Abg. Schrader( dfr.) wünscht Aufklärung darüber, welche v. Leve how weist diesen Ausdruck als unparlamentarisch schlimmsten Demagogen stimmen die Konservativen vollständig Arbeiten die von der Regierung in Aussicht gestellte Kommission zurück.) Nun gut, ich bitte um Entschuldigung, also es ist überein. Es sollte hierbei kein Parteiinteresse mitspielen, denn eigentlich vornehmen solle; soll sie nur statistisches Material infonfequent im höchsten Maße. Jetzt kommt es ja vor, wenn wir, wozu einstweilen noch keine Aussicht ist, den sozialfammeln oder ihre Arbeiten auch weiter ausdehnen. Wenn der daß auch bei unserem geheimen Wahlrecht die Konservativen in demokratischen Staat hätten, so würde die Sicherung des WahlBorredner hoffe, daß die Untersuchungen den Sozialdemokraten einem bestimmten Wahlkreis sagen können: In diesem Wahl- rechts erst recht nöthig sein; denn in keinem Staate würden die zu Gute kommen und deren Berechtigung beweisen würden, so freise verfügen wir über 40 Güter mit 4000 Stimmen, Bürger so abhängig sein, wie im sozialdemokratischen Staat. haben andere Leute davon wohl eine andere Meinung. Redner wir wollen also hier keinen Kartellkandidaten aufstellen, sondern Sorgen wir deshalb dafür, daß zunächst erst in unserem Staate verweist auf eine Arbeit von Böhmert über diese Frage. Darnach einen konservativen, d. h. die Herren nehmen ganz einfach an, die Wahlfreiheit gesichert wird. scheine es empfehlenswerth. Monographien zu schreiben über die Leute müssen ihnen auch bei der Wahl Frohndienst leisten. Der Antrag wird darauf einer Kommission von 14 Mits einzelne Industriezweige, über einzelne große Betriebe oder über Als die Leute auf einem dieser Güter dem Amtmann sagten: Igliedern überwiesen. die Verhältnisse eines bestimmten Bezirkes und zwar muß in ae Wie kommt es, daß wir diesmal konservativ wählen sollen, aefonst Es folgt die Berathung des Antrages Reichensperger( 3) Einzelheiten eingegangen werden. Dadurch müssen gewissermaßen sonst wählten wir doch immer nationalliberal?" erwiderte diefer: wegen Wiedereinführung der Berujung gegen die Urtheile der Typen geschaffen werden. Die Arbeitsstatistik muß eine dauernde und diesmal wählt Ihr eben konfervativ!" Solche Zustände Strafkammern. Institution und fern von allem Partei- Interesse sein. haben wir jetzt, und da muß allerdings für Abhilfe gesorgt wer- Abg. Reichensperger weist darauf hin, daß die Wieder Unterstaatssekretär von Nottenburg: Die Aufgabe der geschlagenen Verfahren, sondern in dem australischen Modus. werde; daß auch die bisherigen Gegner dieser Forderung sich den. Diese liegt aber nicht in dem vom Abg. Rickert vor- einführung der Berufung im allgemeinen im Volke verlangt einzusehenden Kommission wird nicht sein, Gefehentwürfe aus Dort tonstituirten sich in jedem Wahlkreis die einzelnen Parteien, allmählich zu befehren angefangen und trotzdem habe der ausgeschlagenen zuarbeiten, sondern nur die statistischen Unterlagen dafür zu nennen ihre Kandidaten, und dann wird von Amts wegen eine Bundesrath noch immer nicht Stellung dazu genommen. fchaffen. Liite gedruckt, die die Namen sämmtlicher Randidaten enthält; Abg. Siegle fragt an, ob die Kommission für Arbeitsstatistik neben jedem Namen ist ein freier Raum gelassen; jeder legiti dauern bin ich nicht in der Lage, dem Antragsteller eine andere Staatssekretär im Reichs Justizamt Boffe: Zu meinem Bes auch die werthvolle Lohnstatistik der Berufsgenossenschaften be mirte 28hler erhält beim Betreten des Wabllokals einen solchen Erklärung zu geben als die, daß ich im Voraus nicht wissen Unterstaatssekretär von Rottenburg: Die Kommission wird Bettel, setzt sich damit an einen großen Tisch im Wahllokal kann, was der Bundesrath, wenn der Antrag zur Annahme ge= selbst ein Verschlag ist also nicht nöthig er ist langt, entscheiden wird. Der Vorredner hat sich gewissermaßen für ihre statistischen Arbeiten alle Quellen benutzen, welche ihr durch aufgestellte seitliche Wände gegen unbefugte Beobachtung auch darüber beschwert, daß der Bundesrath keine Gründe anzugänglich find, also auch die Zohustatistik der Berufsgenossen- geschützt, macht dort ein Krenz neben dem Namen Dessen, dem er gegeben hat. Wenn die Mehrheit des Bundesraths einen ab= fchaften. feine Stimme geben will, faltet den Zettel zusammen und wirst lehnenden Beschluß faßt, so ist nicht zu ermitteln, aus welchen Der Antrag Siegle wird darauf fast einstimmig ange- ihn in die Urne. Damit werden alle Einwürfe vermieden, die Gründen dieser ablehnende Beschl ß entsprungen ist. Das liegt man gegen den Rickert'schen Vorschlag mit Recht geltend macht. nun einmal in unseren verfassungsmäßigen Zuständen, damit Es folgt die erste Berathung des Antrages Ridert wegen Damit könnten Sie auch die Uebelstände beseitigen, die Sie uns wird man fich abfinden müssen. Menderung des Wahlgefeyes( Abgabe der Stimmzettel in einem jegt vorwerfen, daß wir nämlich die Arbeiter beeinflussen sollent. Abg. Schneider- Hamm( natt.) spricht sich für den Antrag verschlossenen Kouvert; Ausfüllung der Stimmzettel in einem Was die kleinen Wahlbezirke anlangt, so haben wir ja schon aus. Es sei nothwendig, zwei Instanzen zu schaffen, vor welchen eigenen verschlossenen Raum außerhalb des Wahllokals.) längst vorgeschlagen, die Wahlen an Sonntagen vorzunehmen, der Thatbestand geprüft werden könne, damit der Fehler, der bei nuten wird. nommen. Abg. Rickert: Alle Parteien, welcke auf dem Boden der und die Urnen der einzelnen kleinen Wahlbezirke eines Wahl- der einen Verhandlung gemacht sei, bei der anderen ausgeglichen Berfaffung stehen, haben ein Interesse daran, daß die Geheim- freises zusammenzuschütten, fodaß man bei der Deffnung der würde. Das Wiederaufnahmeverfahren sei dazu vollständig unhaltung der Wahl nicht nur auf dem Papier steht, sondern daß Bettel garnicht weiß, welche etwa in Rigdorf und welche in zureichend, weil es so schwierig sei, dasselbe herbeizuführen. Die die geheime Wahl auch für die abhängigen Personen unbedingt Dalldorf( Heiterkeit) abgegeben sind. Ich bin überhaupt sehr Einrichtung der Berufung bei den Landgerichten sei durchaus zu gesichert wird. In Australien, Amerika, Belgien u. f. w. ist die pessimistisch gestimmt in Bezug auf die Erzielung einer Befferung billigen, denn es ist unmöglich, die Berufungsverhandlung Wahl längst in dieser Weise geregelt. Redner weist dann darauf in Bezug auf die Wahlfreiheit in der heutigen Zeit, doch werde vor den Ober- Landesgerichten stattfinden zu lassen, z. B. in hin, wie man bei den legten Wahlen in einzelnen Fällen ich mich einem Antrage auf kommissarische Berathung nicht ent- der Proving Preußen mit ihren großen Entfernungen. bie Unabhängigkeit der Wahlen zu stören bemüht gewesen ist gegenstellen. Die Frage ist eine juristisch- technische, aber sie berührt zu gleicher durch farbige Wahlzettel, besondere Form der Zettel u. s. 10. Abg. Rintelen( 3.): Der Vorschlag des Herrn Seine ist be Beit das ganze Volksleben; deshalb ist es dringend nothwendig, In denklich, weil er eine große Umänderung unseres Wahlgesetzes ie endlich zur Entscheidung zu bringen. daß alle Barteien ihre Zettel von gleichem Papier herstellen nöthig macht, während beim Antrag Rickert sonst alles beim Abg. Manckel( dfr.): Ich habe meinen etwas abweichenden ließen; aber in den meisten Kreisen haben namentlich die Kon- Alten bleiben kann. Die Herren, welche auf die Abschaffung des Antrag nicht wieder eingebracht, damit der vorliegende Antrag fervativen ein solches Buſammengehen direkt abgelehnt. Wo die geheimen Wahlrechts spekuliren, werden sich wohl verrechnen. mit recht großer Mehrheit angenommen wird und um so eher Wahlbezirke so klein sind, daß nur 10-20 Wahlberechtigte vor- Die geheime Wahl wird bestehen bleiben und jede Partei sollte die Zustimmung des Bundesrathes findet. Während man sonst handen, da hört die geheime Wahl auf; deshalb müssen die dafür sorgen, daß das Geheimniß gesichert bleibt. Die Deffent nur in fleinen Dingen ein Urtheil endgiltig sein läßt, ist es bei Bahlbezirke mindestens so groß sein, daß sie 400 Seelen umfassen. lichkeit der Wahl soll ein konftitutioneller Grundfaß sein. Die Straffachen anders: Das Urtheil in Dingen, von denen die Bei der bürgerliche Ehre abhängig ist, bleibt unabänderlich, wenn nicht zufällig der Gerichtsschreiber einen Irrthum begangen hat. Die der unseren Lesern zur Genüge bekannten„ Derberge zur Scharfer Stnall ertönte und dicht bei einem der Angler vorbeifuhr Ohne Schlägerei und Hinauswerferei geht es jetzt in folgt, da blizte aus dem letzten Schlitten ein heller Schein, ein Berufung soll nicht dazu fein, die Urtheile wieder aufzuheben, ei math" in der Dranienstraße fast feinen Abend mehr ab. eine Stugel in einen Fichtenstamm: einer der Infaffen beg sondern sie sollen schon auf die erste Instanz wirken, daß das Am Sonnabend Abend gab's wieder eine wüste Reilerei, bei Schlittens hatte mit einem Revolver auf die Fußgänger geUrtheil richtig abgefaßt und begründet wird. Fehlt die Be- welcher der Portier den Gummischlauch kräftigst handhabte. Der feuert. rufung, dann kommt es nicht so genau darauf an, daß der Sach- Gummischlauch scheint überhaupt für die Angestellten der Trockenheit des Weges der Bewegung des und Fahrens verhalt richtig dargestellt wird. Herr Reichensperger will die Herberge ebenso unentbehrlich zu sein, wie das Bet- und Gesang- einen fonnte die Kugel sehr leicht Berufungskammern nur mit drei Richtern besetzen. Bei der buch. der Fußgänger treffen, selbst wenn diese nicht großen Zahl von Aspiranten für die richterlichen Stellen wird anderen Zugereisten etwas von seinen Sabfeligkeiten zu verkaufen, geschlossen, daß der wackere Schüße in den Fußgängen eroa Ein Wanderbursche, der den Versuch machte, einem nicht als Zielobjekte ausersehen waren. Es ist durchaus ausauch eine Beſegung mit fünf Richtern zu erreichen sein; die wurde vom Hausvater ohne Weiteres am Genid erfaßt und die Strolche vermuthet haben könnte, die etwa ein„ Attentat Mehrausgabe dafür würde wahrlich keine Luxusausgabe sein. zum Hofe führende, etwa sechs Stufen hohe Eteintreppe mit planten. Das geht schon daraus hervor, daß die zwei Parteien Der Reichstag sollte deshalb den Antrag möglichst einstimmig folcher Gewalt hinunter gestoßen, daß er auf dem asphaltirten furz vorher in demselben Restaurant gefeffen hatten und daß die annehmen, damit die Dringlichkeit der Sache dem Bundesrath Hofe aus einer Kopswunde blutend, liegen blieb. recht deutlich gemacht wird. Aufforderung zum Mitfahrenlassen in einem Zone gestellt wurde, Abg. Stadthagen( Soz.): Die Frage: Soll die Wahrheit Berichten über ähnliche Szenen in dieser allerchristlichsten der Zudem ist dieser etwa eine Stunde lange Waldweg so sicher", Wir haben schon sehr oft unsere Leser behelligen müssen mit der eine Mißdeutung nach dieser Richtung vollkommen ausschließt. gefunden werden? hängt zusammen mit der Frage, ob die Be- chriftlichen Herbergen. Es geht aus all diesen Berichten hervor, daß ihn jeder Mensch paffiren kann, ohne daß er auch nur einen rufung eingeführt werden soll. Wenn bei den Schöffengerichten daß die Angestellten in sehr vielen Fällen das Maß der Gewalt Spazierstock bei sich trägt. Jeder Revolver und jeder Schuß aus 42 pet. Der Urtheile geändert werden, so ist das ein durchschla- überschritten, welches ihnen eingeräumt ist zur Aufrechterhaltung einem solchen ist überflüssig. Das scheinen die Herren auch gender Grund für die Berufung. In einigen Fällen dürfte auch der Ordnung. Es könnte nun gar nicht schwer fallen, die Leute später eingesehen zu haben, denn sie waren im Trabe durch Tegel das Berufungsgericht das Richtige nicht finden; das läßt sich sehr nachdrücklich fühlen zu lassen, daß auch für ihr Amt hindurchgefahren, so daß es den Fußgängern nicht möglich war, aber nicht beseitigen. Ich möchte dem Bundesrath ein Kompromiß Grenzen gezogen sind, die streng inne gehalten werden müssen, sich dort mit dem Revolverhelden auseinanderzusetzen. empfehlen, nämlich blos dem Angeklagten, nicht dem Staatsanwalt wenn sie nicht mit dem Staatsanwalt in Konflikt gerathen die Berufung zu geben. Ich bin der Meinung, daß nachdem ein wollen. Daß sich die Gerichte nicht oft mit diesen Ausschreitungen Organ des Staates gefagt hat, der Angeklagte sei schuldig, kein zu befassen haben, ist in dem alten Sprichwort begründet: o in Bestätigung und Ergänzung früherer Meldungen geschrieben: Zur Kroll'schen Mordsache in Weißenfee wird heute Grund vorliegt, daß ein anderes Organ nun dagegen Berufung ein- fein Kläger ist, da ist auch kein Richter. Die Leute, welche die Die Angelegenheit ist noch immer in Dunkel gehüllt. In erster Legen fann. Der Angefchuldigte weiß, da die Straf- Prozeß- Gastfreundschaft der Herberge in Anspruch nehmen, sind erstens Linie wird daran festgehalten, daß der Gymnastiker Kroll selbst ordnung mit Bestimmungen belastet ist, welche ihm die Ber- ganz arme, zweitens meist unerfahrene junge Menschen, welche herz- sein Kind in seiner Wohnung ums Leben gebracht und die Zeiche theidigung einfach unmöglich machen, meist erst nach der Ver- lich froh find, für diese Nacht wenigstens unter Dach und dann neben der Straße im Dunkel der Nacht aufgehängt hat. urtheilung, was er begangen hat. Bezüglich des Technischen in Fach zu sein. der Frage können wir warten, bis die Vorlage vom Bundesrathe eine brutale Behandlung, so läßt er sich diese gewöhnlich ruhig dachtspunkten ergeben, und vornehmlich belastet ihn die Aussage Widerfährt einem solchen armen Teufel Die Voruntersuchung hat für seine Schuld eine Reihe von Ber an uns gelangt ist, hier handelt es sich blos um die Entscheidung gefallen, weil er nicht Rurage und nicht Selbstvertrauen genug feines eigenen 14jährigen Sohnes. Man glaubte zunächſt an des Prinzips. Damit schließt die Debatte. In einem furzen Schlußwort die Angestellten ganz gut und sie sind der festen Ueberzeugung, Bulver befigt, um bei Gericht sein Recht zu suchen. Das wissen ja auch eine Vergiftung. Beschlagnahmt wurden bei Kroll mehrere weiße in Papier, sowie eine Düte mit weißem daß sich der Proletarier Alles gefallen lassen muß und sich auch Pulver. Abg. Reichensperger darauf hin, daß der Reichstag auch Alles gefallen läßt. In letterer Beziehung behalten sie leider ja Dr. Bein zur Untersuchung überwiesen worden, und Diese Substanzen find dem Gerichtschemifer Regierungsvorlagen ohne Weiteres ohne Gründe ablehnen könne; auch bis zu einem gewissen Grade Recht, denn der arbeitslose, bandelt sich darum, festzustellen, ob Arsenik oder andere aber parlamentarisch sei ein solches Verfahren unrichtig. Wenn bürgerlich herabgekommene Mensch ist es beinahe schon gewöhnt, Gifte in jenen Pulvern enthalten sind. eine Differenz zwischen Reichstag und Bundesrath besteht, müssen ungerecht behandelt und von besser Gituirten mit Fußtritten nächsten Tagen zu erwartenden Entscheidung dieser Frage wird Von der in den auch die Gründe flargestellt werden.( Beifall.) Der Antrag wird ohne tommiffarische Berathung in zweiter welcher sich eine tiefe Wuthlosigkeit gefellt, haben dem Menschen Kinder des Kroll stattfindet. Belastend für den Bater ist auch regalirt zu werden. Hunger im Verein mit Erschöpfung, zu es abhängen, ob die Ausgrabung der früher plötzlich verstorbenen Schluß 54 Uhr. Nächste Sigung Donnerstag 1 Uhr. Mensch betrachtet und als Mensch behandelt zu werden. das Gefühl geraubt, daß auch er ein Anrecht darauf hat, als der Umstand, daß er sich in Widersprüche verwickelt hat nicht nur ( Abkommen mit Osterreich wegen Patent-, Muster- und Marken- stumpfe Gleichgiltigkeit hat sich seiner bemächtigt, die ihn seine Frau; weiter spricht gegen ihn, daß er es als Bater nicht ber Gine mit seinem Sohne, sondern auch mit seiner in Haft befindlichen schuß, und Wahlprüfungen.) menschliche Würde vergessen läßt. Mit dieser moralischen Mühe für werth gehalten hat, an den Ort sich zu begeben, wo Depression wissen die christlichen Leute der christlichen Herberge fein todtes Kind gefunden wurde. Weniger belaftet ist nach sehr wohl zu rechnen und die ermuthigt sie zu ihren Helden- dem Stande der Boruntersuchung Frau Kroll, die aber durch thaten, die sie mit dem Gummischlauch ausfechten. ihr Verhalten nach der That auf sich Verdacht gelenkt und u. a. weift Lesung im Plenum berathen werden. Lokales. Die Beschäftigungslosigkeit macht sich jetzt nicht nur bei den Arbeitern, Handwerkern, Handlungsgehilfen u. s. w. recht fühlbar, fie dringt schon in Kreise, die früher stets vollauf zu thun und es nicht nöthig hatten, auf dem Wege des Zeitungsinserates um Arbeit zu betteln. Heut ist's anders geworden, wie folgendes Inserat beweist, das wir in einem hiesigen Blatte mitten in den Angeboten von Aufwartungen, Mädchen für Alles, Kartenlegerinnen u. f. w. finden: unter u. s. w." 500 Mart Belohnung! es Es bleibt unter solchen Umständen nur übrig, zu warten, die Aeußerung gethan haben soll:" Es macht nichts, wenn solch bis der Gummischlauchmann einmal an den Unrechten geräth. Wurm auch zu Grunde geht!" Uebrigens wird die Unter Gs mag ja verlockend erscheinen, auf der Stelle Gleiches mit fuchung gleichzeitig auch nach anderer Richtung fortgesetzt, und Gleichem zu vergelten, wir rathen ab, den Richter Lynch an- die Annahme eines Luftmordes ist noch nicht völlig auf zurufen. Wirksamer bleibt es, die Berliner Gerichte anzurufen gegeben. Noch täglich finden in der traurigen Angelegenheit Ver und vor deren Forum die Sache zum Austrag zu bringen. nehmungen statt. Bum ,, Fall Schiele Friedrichsberg", den wir in einer " unserer letzten Nummern mittheilten, meloet uns einer unserer nunmehr außer Zweifel, daß der Dr. Biedermann einen Mot Abonnenten ein Geitenstüc? Am 2. Januar gingen der an der Meyer verübt, fie also nicht mit ihrem Einverständniß Bezüglich der Blutthat in der Georgenstraße steht es Arbeiter 2., Triftstraße wohnhaft, verheirathet und Vater von erschossen hat. Auch die Beweggründe liegen jetzt klar zu Tage: oder entsprechende Provision erhält unter Diskretion der ebenfalls in der Triftstraße wohnhaft, und ebenfalls ohne Be Bier lernte er die Schweſter ſeines Freundes kennen und ve drei Kindern, seit sechs Wochen arbeitslos, und der Arbeiter K., Dr. Biedermann war ein intimer Bekannter des Chemikers R. jenige, welcher einem Berliner Fuhrunternehmer für zehn schäftigung, fich Arbeit zu suchen. Die Ersparnisse waren sprach sich mit ihr im Geheimen. In dieses Verhältniß fam ei starte Arbeitsgespanne während der Wintersaison Be- während der Zeit der Arbeitslosigkeit aufgezehrt worden, zu Riß, welcher sowohl Biedermann als auch Fräulein R., bie schäftigung bei bescheidenem Verdienst verschafft. Offerten Saus gab's absolut Nichts mehr zu brechen und zu beißen. Die sehr zugethan waren, wieder etwas entfremdete. In dieser Zeit Der Fuhrunternehmer mit 10 starten Arbeitsgespannen" ist gegangen und als der Mittag kam, machte der Magen gebieterisch Meyer kennen und beschloß, da er eine Verbindung mit dem Beiden waren schon mit knurrendem Magen von Hause weg- vor etwa zwei Monaten lernte Dr. Biedermann Margarethe doch sicher kein Proletarier und trotzdem will er schon eine fein Recht geltend. Aber wo etwas hernehmen und nicht reichen Fräulein K. für ausgeschlossen hielt, nun die arme M. zu hübsche Summe Geldes erlegen, wenn er nur bei bescheidenem tehlen? Die Leute waren gerade in der Scharnhorststraße in heirathen. Die Verhandlungen betreffs der von dem Vater ver Berdienst" irgend eine Arbeit findet, durch welche er seinen ber Nähe des Königin Augusta Hospitals. Sie gingen hinein langten Sicherstellung seiner Tochter müssen nun aber sehr erg Pferdestand beschäftigen kann. Die Geschirre können lange unter- und baten die Schwester, welche sie nach ihrem Begehr fragte, nüchternd auf den Liebhaber gewirkt haben. Am legten Montag wegs sein, ehe ihr Befiber das verdient hat, was er als„ Be- ihnen etwas Mittagessen abzugeben, was von der Speisung der gegen Mittag erhielt Dr. Biedermann von dem Fräulein K. eine lohnung" spendiren will: Nun muß er die Kutscher bezahlen, die Stranten etwa übrig geblieben fein sollte. Die Schwester ver- Karte, durch welche er auf Freitag Abend um 7½½ Uhr zum Pferde füttern, Geschirre in Ordnung halten und was da Alles sprach, etwas zu schicken und entfernte sich. Einige Beit später Abendessen eingeladen wurde. noch darum und daran hängt, wo bleibt denn nun das, was tamen zwei Herren, der eine war ein Angestellter des Kranken- hatte, erschien er sehr aufgeregt bei der Portierfrau ſeiner Amts Als er dies Schreiben erhalten er als Unternehmer selbst verdient"? Wir kommen so selten" in die Lage, bei diesen erbärmlichen Schuhmann. Dieser erhielt den Auftrag, die beiden„ Bettler" daß er die Einladung annehmen wolle, nachdem er mit dem hauses, wahrscheinlich ein Inspektor, der andere war ein wohnung, welche um seine frühere Neigung wußte und erklärte, Beiten unseren Lefern etwas Erheiterndes erzählen zu können, zu verhaften. Dieser Auftrag wurde auch prompt ausgeführt Bruder der Dame sich ausgesprochen haben werde. daß wir ihnen doch mal einen echten und rechten Gemüths- und die Verhafteten wanderten zur nächsten Revierwache. Der Minuten später fügte er hinzu, daß er nun nicht mehr vorwärts menschen vorführen wollen, der unter Nennung seines vollen Schutzmann erklärte, daß eine Aufforderung an den Lieutenant noch rückwärts könne. Hiermit hat er zweifellos auf sein Bers Namens folgendes Inserat losgelassen hat: " Da mir das Lotteriespiel günstig war, will ich meine Krankenhaus zu senden, weil sich dort zwei Bettler befänden, die sein Zimmer, um an seinen Freund zu schreiben. Währenddem nach der Wache gekommen sei, einen Schutzmann nach dem hältniß zu der Meyer hindeuten wollen. Nun begab er sich in beiden Geschäfte an bedürftige Schlächter fehr billig ab- festgenommen werden müßten. Auf der Wache wurde das übliche trat die Meyer bei ihm ein, merfte feine Abficht und hat ihn geben.. M. in Ph.- Straße." Das ist doch noch ein Wort! Der Mann hat in der Lotterie geleitet. Die beiden Arbeiter wurden in Hast genommen, in dem Sopha lag ein Stiffen, auf welchem die Leiche derselben in Protokoll aufgenommen und damit war das Verfahren" ein- wahrscheinlich fußfällig gebeten, sie nicht zu verlaffen, denn vor gewonnen, jetzt will er sofort das Schweine- Abstechen und welcher fie vom 2. bis 13. Januar verbleiben mußten. An diesem halbiniender Lage gefunden wurde. Die verzweifelte Lage, in der Ochsen Todischlagen sein laffen und bedürftige" Kollegen mit Tage erfolgte die Verurtheilung zu- 1 Tag Saft. Also elf er sich fühlte, hat nun sicherlich in dem Maße aufregend feinen Geschäften und seiner Kundschaft glücklich machen. Das Tage in Untersuchungshaft und dann diese„ Strafe". Dabei verwirrend auf Biedermann eingewirkt, daß er zum Revolver ist doch nett! Hoffentlich bereut der Mann nie seinen Entschluß, waren die Leute durchaus nicht unterstandslos," fie besigen viel- griff und die Meyer erschoß. Durch einen zweiten Schuß ento zumal die Lotteriegewinne in den meisten Fällen dem Schicksal mehr eine Wohnung und ihr ganzes Berbrechen bestand darin, er sich den Folgen seiner That, nachdem er sich derfelben klar des„ Vermöbeltwerdens" ausgesetzt sind. = in dem Krankenhause gebeten zu haben, den Rest des Essens, geworden. Ein eingefrorener" Vorortzug. Die Lehrlingezüchterei und die Ansbentung der Lehr- welchen die Kranken übrig gelaffen hatten, ihnen verabfolgen zu linge haben, wie in allen Gewerfen, so namentlich auch im wollen, damit sie ihren Hunger stillen konnten. Als die Leute Bädergewerf einen erschreckenden Umfang angenommen. wieder nach Hause zurückgekehrt waren, war das Elend noch Liebesgram gepeinigte Bertha G., die in einem hiesigen Geschäft In sehr seltsamer Weise verursachte vorgestern die von Der Abgeordnete Bebel hat durch seine Enquete, die er seinerzeit ebenso groß, wie früher. Beschäftigung haben die Beiden auch als Verkäuferin thätig ist, ihrem Dasein ein Ende zu machen. unter den Bäckergehilfen veranstaltete und die dann in einer bis heut noch nicht gefunden, sie fangen wieder an, sich nach Sie hatte ihre Wirthin gebeten, das Aufkochen der Milch diesmal Broschüre der Deffentlichkeit übergeben worden ist, ein Bild von Möglichkeit an das Hungern zu gewöhnen und ein Gefühl wird ihr selbst zu überlassen, da sie einen Theil davon in diesem der Lage der Gehilfen und auch der Lehrlinge entworjen, auf in ihnen rege, welches wie" Sehnsucht nach dem Gefängniß" glühenden Zustande als Mittel gegen Frostschaden benutzen wolle, welchem von der vielgerühmten Humanität der Arbeitgeber" ver verzweifelte Aehnlichkeit hat." Das ist auch kein Wunder, denn Dessen Trefflichkeit man ihr sehr gerühmt habe. Die Frau hatte teufelt wenig zu sehen war. In jedem der einzelnen Werkstatts. Dort erhielten sie ja das, wonach sie sich zu Hause vergeblich ge- nichts dagegen einzuwenden und ließ die G. in der Küche han berichte war eine der drei Klagen verzeichnet: übermäßig lange fehnt hatten: so viel Effen, wie zu ihrer Ernährung noth- tiren. Gleich darauf aber wurde sie dorthin durch einen mark Arbeitszeit oder schlechtes, ungenügendes Effen oder endlich wendig war. Schlafräume, die allen Anforderungen an die Hygiene geradezu erschütternden Aufschrei gerufen. Zu ihrem nicht geringen Entfeßen Hohn sprechen. Daß Gehilfen und Lehrlinge in einem Bett schreibt: als am Montag der um 7 Uhr 50 Minuten in Berlin Wilch hinabgestürzt und wie kein Zweifel fein konnte, in ſelbſt bemerkte sie das junge Mädchen am Boden liegen, wo es unter entfes zufammen schlafen müssen, ist durchaus nichts Seltenes, ja es eintreffende Borortzug der Strede Oranienburg Berlin auf der mördertscher Absicht, da der Geifteszustand der G. ein durchaus Ein Berichterstatter lichen Qualen sich wand. Es hatte ein großes Quantum der siedenden werden zahlreiche Fälle angeführt, in welchem das Bett des Ge- Station Birtenwerder das Ausfahrtssignal erhielt, bemühte sich intakter gewesen war. Ein Arzt wurde geholt und als dieser hilfen abwechselnd von diesem und dem Dienstmädchen benuß der Lokomotivführer ganz vergeblich, den Zug in Bewegung zu erschien, gab es hier ein Zusammentreffen von sehr tragischent werden mußte. Wie die Schlafstätten beschaffen waren, spottet feßen. Die Maschine hatte plöglich versagt und eine sodann Charakter. Der junge Doftor, der sich vor Kurzem mit einer jeder Beschreibung, die Bettwäsche wurde alle Bierteljahre einmal vorgenommene Untersuchung ergab, daß die aus den Bentilen Dame aus einem reichem Hause verlobt hatte, war der Urheber gewechselt, die Betten waren in dumpfen Kellern aufgestellt, in der Lokomotive ausströmenden naffen Dämpfe sich an den Rädern, der That, welche die G. begangen. einem Fall standen dieselben in einem dunklen Gelas oberhalb sowie Eisentheilen der Maschine festgesezt und in den ständen der Arzt seinem Rettungswert mit verdoppeltem Gifez des Schweineftalles. Der größere, hellere und gefündere Raum wenigen Minuten Aufenthalt auf der Station Birkenwerder oblag, ift erflärlich. Seine Bemühungen hatten auch wenigstens Daß unter folchen Um war für die Schweine refervirt, bas finfiere ſtickige Loch war für sich zu Eiszapfen verwandelt hatten, die eine Fortbewegung den Erfolg, das junge Mädchen soweit transportfähig zu mache die Menschen gerade gut genug. Es ist auch vorgekommen, daß der Lokomotive verhinderten. Es mußten, da heißes Wasser nur daß es nach dem Krankenhause am Urban gebracht werden die Gehilfen überhaupt kein Bett erhielten, sie mußten fich eine sehr geringe Wirkung hatte, Eisenstangen glühend gemacht tonnte, woselbſt es in einem zwar schweren, doch nicht ganz hoffaus alten Mehlfäcken ein Lager zurecht machen. Das Effen werden, welche die eingefrorene Maschine wieder aufthauten und nungslosen Zustande darniederliegt. ließ fehr oft viel zu wünschen übrig. In vielen Fällen schienen fo traf schließlich der Train mit einer Stunde Verspätung auf M die Gefellen und Lehrlinge dazu verurtheilt, das übrig gebliebene, dem Stettiner Bahnhofe ein. In einer ungleich gefährlicheren altbacken gewordene Gebäck in allen denkbaren Zubereitungen Lage befanden sich die Passagiere des am Sonntag 11 Uhr einem Gauner getrieben, der schon manche Geschäftsleute fut vertilgen zu müssen. Den Kunden konnte man dasselbe nicht mehr 50 Minuten Vormittags vom Bahnhof Friedrichstraße abgelassenen schädigt hat. Der Schwindler betritt einen Laden, kauft fü Ein alter Schwindel in neuer Form wird zur Zeit von aufhalsen und deshalb feste es der großmüthige Arbeitgeber feinen Kurierzuges Berlin- Köln- Machen. Kurz vor der Station Hannover 10 bis 30 Bf. Waaren und giebt ein Zweimartstück in Zahle Leuten vor, in einer sogenannten„ Sauce" aufgeweicht. Die gerieth, ein Waggon zweiter Klaſſe pieses Trains, wahrscheinlich wenn nun, was meist der Fall zu sein pflegt, der Verkäufer beim Arbeitszeit ist eine so lange, wie wohl" in keinem anderen Gewerbe, Burch heißgelaufene Achsen, in Brand, welcher ziemlich rapid um Wechseln des Geldstückes ein Markstück mit heraus giebt, d vor den hohen Festen, Ostern, Pfingsten und namentlich Weih- fich griff. Alls der Zug auf dem Bahnhose einlief, mußten die tauscht der Käufer mit fabelhafter Geschwindigkeit das Markstäd nachten, giebt es nur gerade so viel Schlaf, als der Mensch braucht, Bassagiere sämmtlich den verqualmten Waggon verlassen und mit einem jedenfalls im Hermel befindlichen Nickel- 20- Pfennigftür um sich aufrecht erhalten zu fönnen. Giner unserer Abonnenten nun wurde das Feuer sofort abgelöscht. theilt uns z. B. mit, daß der Lehrling eines hiesigen, in der A.- Straße wohnenden Bäckermeisters vor dem Weihnachtsfest drei und macht dann, während er das Markstück unbemerkt vers Tage und drei Nächte überhaupt nicht habe schlafen dürfen. Der einige Berliner per Schlitten am Sonntag vor acht Tagen nach 20- fennigstück in die Ladenkasse zu werfen und dafür eine Mart Der Revolver spielte eine Rolle bei einem Ausflug, welchen unter Entschuldigungen pilegt dann der getäuschte Kaufmann das schwinden läßt, den Verkäufer auf seinen„ Irrthum" aufmerksam. Meister beschäftigt überhaupt keinen Gehilfen, er verdient mehr, Tegelort unternommen hatten. wenn er sich Lehrlinge heranzüchtet. Arbeitslose Bäckergehilfen dortigen Lokal wacker gezecht und befanden sich in einer ziemlich alt und gut gekleidet sein und namentlich die Straßen des Südens Die Ausflügler hatten in einem an den Käufer herauszuzahlen. Der Schwindler soll etwa 20 Jahre laufen zur Genüge auf der Straße herum, der Meister fonnte vorgeschrittenen Laune, als sie einspannen ließen, um nach Tegel und Südostens heimgesucht haben. fich also mit leichter Mühe Arbeitskräfte heranziehen, so viele er au futschiren. In dem zwischen beiden Orten gelegenen Walde" nur immer benöthigte. Ghe er aber auch nur einen Gehilfen be- überholten die Schlitten mehrere Berliner Angler, welche zu Fuß zahlte, überanstrengte er lieber feine Lehrlinge. Und wir glauben denselben Weg zurücklegten. Einer der Angler rief scherzweise Abend der 30 Jahre alte Gürtler Freese in der Wohnung seiner Einen Selbstmordverfuch mittelst Revolvers machte gestern ficher, daß dieser Fall durchaus nicht zu den Ausnahmen gehörte, dem letzten Schlitten nach: Nehmen Sie uns bis Tegel mit. Berwandten, Brigerstraße 3. Er gab vier Schüsse auf sich ab, folche„ humane" Arbeitgeber wird es noch mehr geben. Wenn wenn Sie zehn Mart bezahlen wollen, gewiß, ertönte es zurück. von denen drei durch die Leber gedrungen waren, während der gegen folche Mißbräuche auf Grund des Arbeiterschuß Gesetzes Diese Forderung wurde abgelehnt, da es fich doch um Leute vierte fein Biel verfehlte. Die Hevierpolizei forgte für die fo nicht eingeschritten werden kann, dann weiß man wirklich nicht, handelte, die furz vorher bei der Kneiperei mehr denn zehn fortige Ueberführung des Schwerverletzten nach dem Krankenhause welchen Schuh" eigentlich das Gesetz den Arbeitern gewähren soll. Mart hatten darauf gehen lassen. Raum war die Ablehnung er- am Urban. Als das Begleitpersonal den in seinem Blute M " 73 schwimmenden Freefe auf die Trage legen wollte, richtete diefer| Die entfaltete Vorsicht war nothwendig, da es sich um einen sehr organisationen werden, und da fet eine Versimpelung" ohnehin ich plöglich auf, stieß die Träger fräftig von sich zurück, und es verwegenen Verbrecher handelte, der von Wolfenbüttel hierher ausgeschlossen. Die Buchdrucker seien lediglich Kaffenmenschen geentspann sich ein Kampf, welcher erst nach einiger Zeit mit der transportirt werden mußte und allem Anschein nach einen Flucht- wesen, und dies habe sich bitter gerächt. Der demnächst Ueberwältigung Freese's endigte. In dem Krankenhause konnten versuch während des Transports geplant hatte. Der erft 23 Jahre in Halberstadt zusammentretende Gewerkschaftskongreß werde die die Kugeln sofort entfernt werden. alte Angeflagte, welcher wegen einer ganzen Reihe im Braun- Bedeutung der Gewerkschaftsbewegung. noch erhöhen durch die aller schweigischen verübter Einbruchsdiebstähle daselbst zu 7 Jahren Wahrscheinlichkeit nach erfolgenden Annäherungen verwandter Be3uchthaus verurtheilt worden ist, hatte sich eines Tages rufe. Alle gegen die Zentralverbände erhobenen Einwände erklärte bei der Strafanstaltsdirektion zu Wolfenbüttel vormelden lassen Redner nicht für stichhaltig und legte es namentlich den so schlecht und sich selbst dreier Diebstähle bezichtigt, welche er hier in gestellten Berliner Schuhmachern ans Herz, sich mit den Kollegen Berlin ausgeführt habe. Es handelt sich speziell um einen am Deutschlands zu vereinigen und sich nicht gegenseitig zu zer17. Dezember 1887 bei dem Kaufmann Apolant, Königstr. 47, fleischen.( Beifall.) Die folgende Diskussion gestaltete sich unverübten Diebstahl, bei welchem sich die Spizbuben hatten ein- gemein lebhaft und bewegte sich vorwiegend auf politischem schließen lassen, dann mit Hilfe des Fahrstuhls in die Packkammer Gebiete, da eine Reihe„ Unabhängiger" ihre gegentheiligen Angelangt waren und durch Erbrechen von Bulten Werthpapiere, fichten mit den Ausführungen des Referenten sowohl in Bezug Goldsachen und baares Geld erbeutet hatten. Dazu tam ein auf die Parteitaktit als auch in Bezug auf die empfohlene Form Einbruchsdiebstahl bei dem Schankwirth Wedding am Alexander- der gewerkschaftlichen Organisation zum Austrag brachten, infolge plat am 27. Dezember 1887 und ein sehr dreifter Gin- deffen es zu sehr scharfen Auseinandersetzungen mit diesen Rednern bruch am 9. Februar vorigen Jahres bei einem Restau- seitens der Versammlungstheilnehmer tam. Die langwierige Derateur Gartenstraße. Der Angeklagte hatte batte artete schließlich in solche Unruhe aus, daß die Versamm unter detaillirter Angabe der bei diesen Diebstählen obgewalteten lung vorzeitig beendet werden mußte, um deren polizeiliche Nebenumstände sich der Thäterschaft in allen drei Fällen be- Auflösung zu vermeiden. Infolge dessen kam der Referent um schuldigt und mußte deshalb unter Anklage gestellt werden. Es sein Schlußwort. erschien jedoch nicht ausgeschlossen, daß er dieses Geständniß nur in der Seine Bemühungen um die Rettung eines Knaben hat dieser Tage ein hiesiger Bürger mit dem Zore bezahlen müssen. Der in der Anhaltstraße wohnhafte Zahntechniker Refect hatte im November v. J. einen Knaben vor den Rädern eines Pferdebahnwagens, die ihn unfehlbar auf der Stelle getödtet haben würden, fortgeriffen, tam dabei aber selbst zu Fall und erlitt schwere innere Verlegungen. Es trat infolge dessen ein Leberleiden und Wassersucht hinzu, und vor acht Tagen wurde der Bedauernswerthe durch den Tod von seinen qualvollen Leiden erlöft. Frohe Botschaft für die Schlittschuhläufer kommt aus Spandau: die direkte Gisbahn von Berlin über Saatwinkel ist ticht, wie befürchtet wurde, abgesperrt worden. Ein Spandauer Berichterstatter fchreibt: Die Eisbahn auf der Oberhavel ist seit Sonntag eröffnet und geht nun doch wieder vom hiesigen Festungsgraben aus. Die Direktion der Pulverfabrit scheint die anfängliche Bestimmung, wonach auf der alten Bahnstrecke der Verkehr auf dem Eise verboten sein solle, aufgehoben zu haben. gemacht hatte, um auf dem Transport nach Berlin Gelegen Das Vorgehen des Berliner Magistrats in Bezug Der anhaltende Frost hat unter der neuen Eisenbahnbrücke, heit zur Flucht zu suchen. Die besondere Obhut, die auf die Sonntagsruhe im Handelsgewerbe beschäftigte am welche von der Pulverfabrik nach dem Eiswerder( Feuerwerks- man ihm angedeihen ließ vereitelte aber diese Ab- 19. Januar eine in dem großen Saale der Berliner BockLaboratorium fühit) eine genügend starte Eisdede geschaffen, und so ficht und so versuchte denn George der hiesigen Brauerei einberufene öffentliche Bersammlung von ist denn die Bahn bis zum Schifffahrtskanal bei Saatwinfel und bis Siraftammer sein Heil mit einem Märchen. Er be Handlungsgehilfen und Gehilfinnen. Eingeladen Tegel frei. Bei Stecherts Loch, gegenüber von Valentinswerder, hauptete, daß er nur Heimweh empfunden und gerne war zu derselben der Stadtverordnete Spinola. Derfelbe ist wie früher große Vorsicht geboten. Dort wie auch auf der nach Berlin gewollt habe; aus diesem Grunde habe hatte sich indessen entschuldigt. Referent war Reichstagsabg. weiteren Bahn auf der Oberhavel bis Heiligensee und Nieder- er die Einzelheiten der Diebstähle, welche ihm seiner Beit Singer. Derfelbe gab seiner Genugthuung darüber Ausdruk, Neuendorf ist wegen der durch den Strom häufig entstehenden ein Stomplize mitgetheilt hatte, als eigene Erlebnisse ausgegeben, daß der Wahn bei den Handlungsgehilfen, fie nähmen eine beoffenen Stellen den Schlittschuhläufern zu rathen, möglichst in der während er in Wahrheit bei den Diebstählen absolut nicht bevorzugtere soziale Stellung als die Arbeiter ein, immer mehr Nähe des Ufers zu bleiben. theiligt gewesen sei. Der Gerichtshof erlangte aber auf Grund schwinde und dafür die Erkenntniß wachse, daß eine Verbesserung der Beweisaufnahme eine ganz andere Ueberzeugung; er hielt ihrer Lage nur durch festen Zusammenschluß erfolgen könne. Die den Angeklagten für den wirklichen Dieb und verurtheilte ihn Frage der Sonntagsruhe sei eine der wichtigsten Aufgaben auf noch zu fünf Jahren 3uch thau 3. Unter ganz sicherem dem Gebiete des Arbeiterschutzes. Nach dieser Richtung hin wäre Geleit wurde George nach Wolfenbüttel zurückgebracht, um nun die Lage der Gehilfen und Lehrlinge im Handelsgewerbe 12 Jahre Zuchthaus zu erledigen. eine der beklagenswerthesten und hier Wandel zu schaffen eine der wichtigsten Aufgaben der Gesetzgebung. Auf dem Wege der freien Vereinbarung" sei nichts zu erreichen. Gegenüber den bestehenden Berhältnissen bedeute die Bestimmung des§ 105b der Gewerbe- Ordnung, nach welcher im Handelsgewerbe an Sonntagen nur 5 Stunden gearbeitet In Bezug auf das Zuhältergesetz schreibt uns ein Genoffe, daß er in demselben einen Baragraphen gegen die Schürzenstipendiaten vermisse. Dweh! Das griffe zu sehr in die Aristokratie! Am Sonntag, 6½ 1hr findet in der Nordschule( 11.) wiederum ein Vortrag und zwar der Kohlenstoff und seine Wirkungen" statt. Am Sonnabend wurde im Feenpalast das Stiftungsfest der Arbeiter- Bildungsschule gefeiert. Zwischen 4000 und 5000 Personen hatten sich eingefunden, um dem Vortrage des Genossen Liebknecht zu laufchen, der in begeisternder Rede auf die Vors züge der Arbeiter- Bildungsschule hinwies. Wie wenig das Ge ede von öffentlichen und geheimen Gegnern der ArbeiterBildungsschule zunifft, bewies der Geist der Einmüthigkeit und des Frohsinns, der die Festtheilnehmer bis zur frühen Morgenstunde in den Räumen des Feenpalastes zusammenhielt. Der Lese- und Diskutirklub Süd- Ost feierte am Sonntag, den 17. Januar fein erstes Stiftungsfest; Genosse Paul Singer hielt die Festrede. Schon vor Beginn des Festes war das Lokal von Joel in der Andreasstraße von Festtheilnehmern gerichtiger Entbehrungstage halber fein Vergnügen fich gönnen dürfen. Sie eilten nun heute herbei, um auch in der Zeit der Sorge und Noth ihr Einverständniß mit der Allgemeinheit zu bezeugen. Der Festredner begann mit den Worten des Altmeisters Johann Jakoby: Die Gründung des fleinsten Arbeiter vereins ist für den zukünstigen Kulturhistoriker von größerer Be deutung, als die Schlacht von Sadowa und Königgräs". Auch der heute hier feiernde Klub hätte sein Möglichstes gethan, um immer mehr Kämpfer für unsere gerechte Sache zu gewinnen, er suche dieses zu erreichen, indem er es auch dem Armsten leicht und bequem mache, sich über Zweck und Ziel der Partei zu informiren und sich darüber zu äußern. vor Wegen Majestätsbeleidigung, die in dem Schanklokal von Buschke gefallen sein soll, wurde gestern der Tischler Stege zu 1 Jahr drei Monaten Gefängniß verurtheilt. Der Wirth und ein Bahnbeamter Namens Fiebig hatten es für rothwendig gehalten, Stege zu denunziren. Er wurde auch sofort verhaftet. Boziale Leberlicht. werden solle, immerhin einen Fortschritt. Um aber den Gehilfen und Lehrlingen im Handelsgewerbe wenigstens den Sonntag Nachmittag frei zu lassen, sei es erforderlich, die Arbeitszeit nur auf den Vormittag zu verlegen. Der Reichstag habe fich trob der Bemühungen der sozialdemokratischen Fraktion leider nicht veranlaßt gesehen, eine derartige Gesegesbestimmung in die GeAn die Lederarbeiter Berlins und Umgegend! werbe- Ordnung aufzunehmen. Um nun wenigstens für Berlin Die unterzeichnete Kommission giebt den Kollegen hierdurch durch Ortsstatut das zu erreichen, was für das ganze Reich zu bekannt, daß am Sonntag, den 24. Januar, Borerringen nicht möglich war, habe er in Gemeinschaft mit seinen mittags 10 Uhr bei Reßner, Annenstr. 16, eine wichtige Freunden in der Stadtverordneten Versammlung den bekannten öffentliche Bersammlung stattfindet, in der über den Antrag eingebracht, i halts dessen die Beschäftigung von Gehilfen, Zusammenschluß mit den uns nahestehenden Branchen, als da sind: Lehrlingen und Arbeitern im Handelsgewerbe an Sonn- und Festtagen Ulbum-, Karton- und Glacé- und Luxuspapierarbeiter, diskutirt in Bank- und Engrosgeschäften ganz untersagt und die BeSchmidt übernommen; weitere Tagesordnung siehe Freitags- gewerbe an Sonn- und Festtagen in Detailgeschäften und sonstigen inferat. Da der Ausgang dieser Versammlung von äußerster Verkaufsstellen auf drei Stunden eingeschränkt werden solle, mit wichtigkeit für die fernere Gestaltung unserer Organisation der Maßgabe, daß die Beschäftigung Vormittags um 10 Uhr ist, so ersucht um zahlreichen und präzisen Besuch: werden soll. Die Agitations- Kommission. Achtung, Nagelschmiede! V beendet sein müsse. Dieser Antrag entspreche dem Zusatze zum § 105b der Gewerbe- Ordnung, welcher eine weitere Beschränkung der Sonntagsarbeit im Handelsgewerbe durch Ortsstatut in größeren Städten zulasse und besonders von den Freisinnigen im Die Kollegen aus der Werkstatt der Wittwe Müller, Steichstage befürwortet worden sei, Dessen ungeachtet habe der Berlin, Scharnhorststr. 7, find wegen Lobudifferenzen gemaß- Antrag bei der freisinnigen Majorität der Stadtverordnetenregelt. Dieſelben erlitten dadurch einen Schaden von wöchentlich Versammlung erheblichen Widerstand gefunden und und auf 6 Mart. Zuzug ist fernzuhalten. Sämmtliche arbeiterfreundliche eine Anfrage der Minister für Handel und Gewerbe, des Innern Blätter werden um Abdruck gebeten. und des Kultus, ob der Magistrat von Berlin von der Befugniß des Erlasses eines Ortsstatuts Gebrauch zu machen gewillt sei, wäre derselbe dem Votum der Gewerbe- Deputation beigetreten, Der Vorstand des Vereins Berliner Nagelschmiede. " im Die Genossen suchten immer mehr Erkenntniß der heutigen Bustände in den Reihen der Arbeiter zu verbreiten, ihr Wissen zu vermehren und hierdurch immer mehr an Macht zu gewinnen. Die Direktion der Charlottenburger Glashütten- und wonach eine weitere Beschränkung der Sonntagsarbeit, als wie Nicht eher wird Noth und Glend beseitigt werden, als bis die Kohlenstaub- Werke( Aktien- Gesellschaft) ersucht uns mitzutheilen, fie der§ 105 b der Gewerbe- Ordnung vorschreibt, nicht wünschensArbeitsinstrumente in den Besitz der Gesammtheit gelangt sind. daß sie nicht allen Arbeitern sondern nur den bei der werth erscheine. Die Berechtigung der in dem vorgedachten AnWir versuchen alles so zu sehen, wie es in Wirklichkeit ist. Die daß fie nicht allen Arbeitern, Entwickelung der Maschinen, bie Erfindungen des menschlichen laschenfabrikation direft beschäftigten Arbeitern ge- trage niedergelegten Forderungen und die ohne jedwede SchädiGeistes sollten doch auch allen Menschen zu Gute tommen. fündigt habe, weil sie Flaschen nicht mehr selbst fabrizire. Da- gung der kaufmännischen Prinzipale mögliche Durchführung derAriftoteles fagte:„ Der Stlave ist ein beseeltes Werkzeug!" Der gegen werde der Glashandel nicht aufgegeben, auch die felben begründete der Vortragende unter dem Beifalle der Verfammlung in eingehender Weise und wies auf den Unverstand heutige Lohnarbeiter ist ein befeeltes Werkzeug eines unbefeelten Rohlenstaubfabrit nach wie vor weiter betrieben. oder die bösartigste Heuchelei der Freifinnigen hin, welche sie beWerkzeuges zur Unterdrückung der Menschen. Aus Wien telegraphirt uns Herr Höger, daß die in wiefen haben durch ihre entgegengesetzten Handlungen im ReichsWir sind keine Gegner der Maschinen, wir verlangen aber, Nr. 15 des Vorwärts" mitgetheilte Depesche des Bureaus Herold tage, wo sie in der Minorität und im Rathhause, wo sie in der daß die Erfindungen des Menschengeistes nicht dazu dienen sollen, unwahr sei, wonach die Versammlung der Wiener Buch- Majorität sind und hier gar wohl die Macht hätten, ihre um auf der einen Seite immer mehr Reichthum, auf der andern druckergehilfen den Neunstundentag fallen gelassen und Freifinnigkeit ins Praktische zu übersehen. Wer heute noch Seite immer mehr Armuth zu erzeugen. Die heutige herrschende den Ausschuß beauftragt habe, zur Vereinbarung eines neuen bie Möglichkeit eines freien Sonntag- Nachmittags Klasse hätte ein großes Interesse daran, daß der größte oder zur Beibehaltung des am 31. Dezember 1891 abgelaufenen Sandelsgewerbe in Abrede stelle, verliere die Berechtigung, Theil des Voltes nicht den Banden der Unwissenheit Lohntarifs mit den Unternehmern zu unterhandeln und nur auf sich freifinnig zu nennen. Wenn Redner auch überzeugt war, entriffen werde. Sie ist im Besitz aller Machtmittel. dem ne uneinhalbstündigen Arbeitstag zu bestehen. Die daß sein Antrag von der freifinnigen Majorität mit schönen Auch die anwesenden Frauen mögen zur Erreichung unserer Versammlung hat nach dem Telegramm des Herrn Höger viel- Redensarten werde abgelehnt werden, so hielt er es doch für Ideale beitragen, und zwar durch die Erziehung der Kinder. mehr beschloffen, keine Tarifgemeinschaft mit den Unternehmern gut, den Antrag gestellt zu haben, da sich bei dieser Gelegenheit Für die Sozialdemokratie giebt es feine eigentliche Frauenfrage, wieder einzugehen und auf der Forderung des Neunstundentages die Arbeiterfreundlichkeit der freisinnigen Partei im wahren wir erkennen die Frau als gleichberechtigt an, sie ist als solche au beharren. Derfelbe soll erkämpft werden, sobald Aussicht auf Lichte zeigen werde. Redner war ferner überzeugt, daß die aber auch verpflichtet, mit uns Schulter an Schulter zu kämpfen. Erfolg vorhanden ist. Künftige Bewegungen der österreichischen Handlungsgehilfen und Arbeiter im Handelsgewerbe die Lehre Wir alle haben den Wunsch, daß die Entwickelung auf fried- Bnchdrucker würden nur im Einverständniß mit den Buchdrucker- daraus ziehen werden, sich von der freisinnigen Partei abzuwenlichem Wege sich vollziehen möge, nur die Gegner wären froh, gehilfen Deutschlands und der Schweiz erfolgen. Wäre letterer den und der sozialdemokratischen Partei, durch welche allein ihre wenn wir zu Gewaltmitteln griffen. Auch die Geselligkeit fam Grundsatz schon vor der legten Bewegung der Wiener Buchdrucker Interessen gewahrt werden, fich in immer größerer Zahl anzuauf diesem Feste nicht zu kurz. Die Bismarckspende wurde von befolgt worden, so würde das für die Wiener und die Buchdrucker schließen. Der liberalen Majorität der StadtverordnetenGenoffinnen und Genossen sehr gelungen aufgeführt. Der Deutschlands vortheilhafter gewesen sein. Männerchor Süd- Ost erhöhte durch den unentgeltlichen Gefang seiner Mitglieder die Stimmung des brüderlichen Festes. Nach dem die älteren Genossen sich veratschiedet hatten, begann der Tanz, der die jüngeren Leute noch lange bei einander hielt. Versammlungen. Versammlung müsse er es überlassen, sich in dem Ruhme zu sonnen, reaktionärer zu sein, als die reaktionären Parteien, gegen welche der Freifinn im Reichstage ankämpft. Sollte Das Ortsstatut in diesem Jahre nicht beschlossen werden, so werde der Antrag, wie das Mädchen aus der Fremde, alljährlich Polizeibericht. Am 19. d. M. Vormittags fielen auf dem wiederkehren, bis den Angestellten im Handelsgewerbe die Sonn Holzplatz von Genezki, Müllerstr. 35b, dem Arbeiter Walla Arbeiter und Arbeiterinnen der Schuhwaaren- Industrie tagsruhe erwirkt sei.( Großer Beifall.) Beantragt war folgende einige aufgestapelte Bretter auf das Bein und erlitt er dadurch hielten am 18. d. M. eine öffentliche Versammlung ab, in welcher Resolution: einen Bruch des Unterschenkels. Er wurde nach dem Kranken- Reichstags- Abgeordneter Bock die Bedeutung der Gewerkschafts-" Die heute, am 19. Januar, auf dem Bock" tagende Berhaufe des Paul Gerhardt Stifts gebracht. Abends wurde der bewegung erläuterte. Redner glaubte zwar, daß man gemeinhin fammlung von Handlungsgehilfen und-Gehilfinnen erklärt sich Arbeiter Müller vor dem Hause Dennewigstr. 5 mit zwei bedeu- ein folches Thema vor zielbewußten Arbeitern als ein ab- mit den Ausführungen des Referenten, Reichstags- Abgeordneten tenden Verlegungen am Kopfe aufgefunden und nach der Charitee gedroschenes" bezeichnen könne, dennoch habe er sich bewußt dieses Paul Singer, einverstanden und protestirt entschieden gegen den gebracht. Er ist, soweit bisher feitgestellt werden konnte, mit dem Thema gewählt, weil seiner Meinung nach in Berlin wenig Klar Beschluß der Gewerbe- Deputation und des Magistrats, bezüglich Kohlenhängler Jaap in dessen Wohnung, Dennewigstr. 5, in Lohn- heit darüber herrsche. Der Vortragende zeigte zunächn die der Sonntagsruhe im Handelsgewerbe für Berlin durch Ortsstreitigkeiten gerathen und dabei von diesem durch Beilhiebe ver- Wichtigkeit der Gewerkschaftsbewegung an der Verfolgung, deren ftatut eine weitere Ginschränkung der fonntäglichen Arbeitszeit, letzt worden. Als zu derselben Zeit ein Schneider behilflich dieselbe Seitens des Unternehmerthums und der Regierung und als solche durch die Bestimmungen des Arbeiterschutz- Gesezes be war, einen schwer beladenen Arbeitswagen die Ramme der ihrer Organe ausgefeßt sei, an der Haß gegen die Fachvereine 2c. reits gegeben sind, wegen der allgemeinen ungünstigen Lage des Kurfürstenbrücke hinaufzuschieben, fiel er zur Erde und erlitt da- Die Gewerkschaftsbewegung werde fast mehr gehaßt als die gesammten Handelsgewerbes nicht eintreten zu lassen. Die Wünsche durch eine so schwere Verlegung des Oberarms, daß seine Ueber- politische Bewegung. Die Nothwendigkeit der gewerkschaftlichen der Verfammlung decken sich mit dem vom Stadtverordneten führung nach der Charitee erforderlich wurde. Abends brachte Organisationen, der gewerkschaftlichen Bewegung im heutigen Singer und Genoffen in dieser Angelegenheit bei der Stadtfich ein Metallgießer in seiner Wohnung, in der Brizerstraße, fapitalistischen Staate veranschaulichte Referent in eingehender verordneten- Versammlung eingebrachten Antrag und erwartet einen Revolverschuß in die Schläfe bei und mußte nach dem Weise. Die englische Gewerkschaftsbewegung habe einer fünfzig- die Versammlung von letterer die Annahme desselben. Krankenhause am Urban gebracht werden. In einer Schant- jährigen Entwickelung bedurft, ehe sie zu Einfluß gelangte. Die Der Antrag entspricht übrigens auch den Anschauungen des wirthschaft in der Alten Leipzigerstraße schoß sich zu derselben deutsche Gewerkschaftsbewegung aber habe erst ein 20jähriges Handelsministers, und der einzige Grund, welcher für dessen AbBeit ein Arbeiter auf dem Abort drei Revolverfugeln in den Entwickelungsstadium hinter sich, tönne demnach auch nichts lehnung vom Magistrat und der Gewerbedeputation angeführt Kopf, so daß er nach der Charitee gebracht werden mußte. Wesentliches geleistet haben. Denjenigen, welche behaupten, wird, ist nicht stichhaltig; denn ist eine Geschäftsstille vorhanden, In der Nacht zum 20. d. M. fiel ein Bierzapfer vor dem Hause daß die Gewerkschaftsbewegung die Arbeiter versimple" fo läßt sich um so eher das Sonntagsgeschäft in türzerer Beit Bergstraße 78 infolge der Glätte nieder und brach den Fuß. sprach der Vortragende jede Erfahrung ab und zeigte erledigen. Im Uebrigen hält die Versammlung die Forderung Am 19. b. M. und in der darauffolgenden Nacht fanden fünf an einzelnen Phafen, wie die Arbeiter in den Ge- absoluter Sonntagsruhe aufrecht." Brände statt. werkschaftsorganisationen thatsächlich für die politische Bewegung Nach einer dem Referenten zustimmenden Diskussion gewonnen werden. Die hervorragende politische Bewegung sei von einem Redner wurden Freifinn" und Magistrat zu rechtauf die Gewerkschaftsbewegung zurückzuführen. Auch auf die, fertigen versucht und einem Schlußworte des Referenten, in nach dem Dafürhalten des Vortragenden allein in Berlin viel welchem derselbe in Uebereinstimmung mit den Vorrednern nochumstrittene Frage der Form der Gewerkschaftsorganisation tam mals auf die Nothwendigkeit der gewerkschaftlichen Organisation der Vortragende zu sprechen, vertrat den Standpunkt der Zentral-( Freie Vereinigung der Kaufleute) wie des Anschlusses an die verbände und stieß bierbei auf erheblichen Widerspruch. Berlin Sozialdemokratie der im Handelsgewerbe in politischer Hinsicht Unter Bedeckung zweier Gendarmen und an den Händen würde nach der Meinung des Referenten isolirt werden, denn hinwies, gelangte die vorstehende Resolution einstimmig zur außerordentlich start gefesselt, wurde gestern ein sehr gefährlicher die Kollegenschaft Deutschlands balte fest an der Zentralisation, Annahme. Diefelbe wird ohne Verzug der StadtverordnetenBerliner Einbrecher, der Arbeiter" Gustav George beim an Dem Verein deutscher Schuhmacher, der gegenwärtig Versammlung übermittelt werden. Die Versammlung schloß mit hiesigen Krimin algericht abgeliefert und hatte sich vor der ersten 12 000 Mitglieder zähle. Die Gewerkschaftsorganisationen der einem einstimmigen dreifachen Hoch auf die Sozialdemokratie und Straffammer wegen dreier schwerer Diebstähle zu verantworten. Neuzeit müßten, wie der Vortragende ausführte, Kampfes- den Abgeordneten Paul Singer. Gerichts- Beitung. den nur = Damen Hetis Urfidele Setts rme e. 5. März Einweihungsfest. Tambourverein Vor Mey", UebungsTheaterverein 13. Februar Kränzchen. Bergerstraße 31. Gäfte, Damen und Herren, freundlich willkommen. Leffing", jeben Donnerstag Abend 9 Uhr Sigung bei Musehold, LandsVermischtes: Der Verein der Blätterinnen und verwandten theilung einiger Bekanntmachungen bezüglich der Berbands- fraße 113 a bet Kahlert, ate milfmen Berufsgenossen hielt am 12. Januar eine sehr gut be- Institutionen bat Herr Pfeiffer die Anwesenden, dafür zu Sigung feden Donnerfias, Abends 9 Uhr, bet coward, garten, leue gett fuchte Generalversammlung ab. Dieselbe ertheilte der Kassirerin sorgen, daß die Bergnügungen der Arbeitervereine unterstüt brüder werden aufgenommen. für den Vierteljahresbericht Entlastung, nachdem die Revisoren werden und solchen Leuten keine Unterstügung zu Theil wird, tunde Montag und Donnerstag Waßmannſtr. 9. Sonntag Sigung. Junger Durch Herrn Obst die Abrechnung für richtig erklärt hatten. Der welche Bergnügungen zu ihrem eigenen Nuzen veranstalten und Mann als Dirigent willkommen. Bericht des Vorfizenden über die Jahres Einnahmen und-Aus- die Eintrittsbillets hierzu unter den Arbeitern abzusehen suchen. gaben ergab folgendes: Einnahme 2151,35 Mart, Ausgabe 1906,15 M., Ueberschuß 245,20 M. Gleichzeitig erwähnte der Der Verband der Vergolder, Goldleistenarbeiter und Vorsitzende, daß unter den Ausgaben auch die 900 M. enthalten Berufsgenoffen( Filiale Berlin) hielt am 13. d. M. feine wären, welche auf der Städtischen Sparkasse angelegt sind. Beim Generalversammlung ab. Diefelbe nahm den Bericht des Kollegen Geschäftsbericht und dem Bericht über den Arbeitsnachweis gab Röln, sowie die ergänzenden Mittheilungen der Delegirten Gendt Schuller über die Verhandlungen der Generalversammlung in der Vorsitzende bekannt, daß im vorigen Jahre 12 Bersammlungen, und Lint entgegen und gab hierauf einem Antrag, den Kollegen 30 Vorstands und Delegirtenfigungen stattgefunden haben, am Anfang des Jahres war der Mitgliederstand 700, am Ende des Bösch wieder in den Verband aufzunehmen, einstimmig Folge. fammer zwei Tage lang gegen den Arzt der Orts- Krankenkaffe Ein betrügerischer Arzt. In Leipzig hatte die Straß Jahres 782; wegen Resten wurden gestrichen 199 Mitglieder, so Der Bericht des Vorsitzenden Mehring über den Vertrieb der Dr. Sutoris zu verhandeln. Derselbe war, wie die„ Saaledaß im Laufe des Jahres 281 neue Mitglieder aufgenommen für 2250 Mark Unterſtügungsmarken bezogen worden, dafür Betruges in 22 Fällen bezichtigt, weil er in den Liquidationen Unterstüßungsmarken konst atirte, daß vom Ausschuß pro 90-91 wurden. Der Verein bewilligte an Unterstüßungen bei Streits 2c. Zeitung" resumirt, des vollendeten und versuchten ca. 700 M. Den Arbeitsnachweis nahmen 24 Fabrikanten in Gelder im Betrage von 1591,90 M. abgeliefert sind und der Anspruch, welche 214 Plätterinnen, 8 Stärkerinnen, Wäscherinnen Reſt ſich noch in Händen der Vertrauensleute und des Vor- für die Orts- Krankenkasse Konsultationen entweder falsch anund 1 Bolzenmann verlangten. Besett fonnten 147 Stellen fienden befindet. Die Revisoren bestätigten die Richtigkeit der gegeben oder ganz erfunden hatte. Dies war namentlich bei Hilfeleistungen in Entbindungsfällen festzustellen gewesen, da werden, so daß zeitweilig die Nachfrage nach Arbeitern das An- Abrechnung, worauf dem Kollegen Mehring Decharge ertheilt Sutoris mehrfach einfache Geburten als Operationen mit der gebot überwog. In den Vorstand wurden gewählt: Emil wurde. Ein Antrag, dem Verwalter der Unterstüßungsmarken Möhring, Frau Studardt als Vorsitzende; Frau Schulz, ein Manto- Geld von monatlich 3 Mark zu bewilligen, wurde Bange angegeben und für die zu berechnenden 6 Mark den höheren Satz von 9 Mart liquidirt hatte. Frl. 3iderid als Kassirerinnen; Frl. Bindermann, Fri. einstimmig angenommen. Im weiteren erstattete der SchriftPeter als Schriftführerinnen. Der Arbeitsnachweis befindet führer Schuller eingehenden Bericht über die Thätigkeit der Sutoris behauptete, daß er bei seiner umfangreichen Praxis eine regelrechte Buchführung nicht gehabt, vielmehr fich jetzt Holzmarftfir. 3 im Restaurant Deter. Zum Schluß er- Ortsverwaltung, über eingelaufene Unterstützungsgesuche, Maß die ausgeführten Konsultationen auf Betteln, Briefumschlägen mahnte der Vorsitzende die Mitglieder, recht rege für den Verein regelungen und endlich über den Arbeitsnachweis. Der vom und im Notizbuch vermerkt habe. Die so hergestellten zu wirken, speziell den Arbeitsnachweis mehr in Anspruch zu Raffirer Link gegebene Raffenbericht bot folgende Ziffern: Einnehmen und nicht nach dem Arbeitsnachweis der Fabrikanten zu nahme 669,55 M., Ausgabe 198,29 M., Bestand 451,26 M. Dem Notizen seien dann von den dazu von ihm angestellten Personen gehen. Mit einem Hoch auf das fernere gute Gedeihen des Ver- Kassirer wurde Decharge ertheilt. Die Wahl des Verbands- in die Bücher übertragen, wobei die zum größten Theile mit Abeins schloß die Versammlung. Vorsitzenden mußte verschoben werden, da die Genehmigung des kürzungen wiedergegebenen Vermerke mißdeutet und falsch einneuen Statuts noch nicht eingetroffen war; die übrigen Boften getragen sein müßten. Zur Feststellung des Sachverhaltes waren genoffen hielt am 12. d. M. im Südosten eine Wanderversamm- bands- Vorsitzender Hugo Otto; 1. Verbands- Kassirer Franz Fällen und versuchten Betrug in einem Falle als eriviefen anDer Verband der Geschäftsdiener, Packer nud Berufs- des Hauptvorstandes wurden folgendermaßen befeht: 2. Ber- mehr denn 40 Zeugen, meist Aerzte und Hebammen geladen, auf deren Aussagen hin das Gericht vollendeten Betrug in fünf lung ab, in welcher Herr Kaßler über das Thema„ Unsere Nary; 2. Verbands- Kassirer Wilh. Sprenger; Beisitzer Fällen und versuchten Betrug in einem Falle als erwiesen anOrganisation" sprach. Derselbe schilderte u. A. den Werth einer Heinrich Späthe. Als Filialvorstand wurden gewählt: gewählt: nahm. Das Urtheil lautete auf vier Monate Gefängniß. Gewerkschaftsorganisation, welche auf dem Boden der modernen Richard Mehring, 1. Borsigender; Jac. Schuller, Die Schießerei des Militärs in den Straßen der Arbeiterbewegung steht und insbesondere den Zweck des Ver- 2. Vorsitzender; Paul Lint, Kassirer; Grnst Lißte, Schrift- Städte hat noch nicht aufgehört. So theilt wieder ein Blatt, bandes; Pflicht eines jeden Kollegen fet es, demfelben führer: Wilh. Müller, Beifizer. Zu Vertands- Revisoren der in Wiesbaden erscheinende Rheinische Kurier", ein solches beizutreten und damit theilzunehmen an dem zur Erringung befferer LohnRampfe wählte man Jul. Klahre, Emil Köpnit und Theod. Heise, Vorkommniß mit, das sich in dieser Stadt zugetragen hat:„ Am und Arbeitsbedingungen, zu Filial- Nevisoren Herm. Ehrenberg, Herm. Richter und Dienstag früh furz vor 3/48 Uhr ging ein Deserteur des 4. Großh. an dem Kampfe der Arbeit gegen das Kapital. In der Alb. Müller. Unter Verschiedenem wurde bekannt gemacht, Heff. Inf.- Regiments( Prinz Karl) Nr. 118, welcher tagsvorher Diskussion zeigte Kollege Rein an mehreren Beispielen daß neue Listen für die Buchdrucker zirkuliren und die Kollegen in der K.'schen Wirthschaft an der Marktstraße festgenommen den Egoismus der Kapitalisten und kam hierbei auf die in sich an der Zeichnung rege betheiligen möchten. worden war, in dem Kirchenreul zwischen der Friedrichstraße und unserem Beruf so weit ausgedehnte Sonntagsarbeit zu sprechen, der katholischen Kirche, eben als die Kinder aus der Kirche zur wobei er auf die Gebote, welche den Arbeitern von Kindesbein 24. Januar, in den Feitjälen des Augustgartens, Maltage 24- hen Schule gingen, den ihn transportirenden beiden Soldaten durch; Verein Bildung und Gefelligkeit veranstaltet am Sonntag, an gelehrt werden, hinwies. Koll. Grauer erinnerte daran, musikalisch- beflamatorischen Unterhaltungsabend, verbunden mit Tanzkränzchen. letztere sandten dem Deserteur vier Schüsse nach, durch deren daß das Gesetz eine fünfstündige Sonntagsarbeit zulasse, eine Eintrittsgeld 30 Bfg. einen der Deserteur leicht gestreift wurde. In der Rheinstraße Bestimmung, welche die Arbeitgeber jedoch gänzlich außer Acht gelang es den Soldaten, den Flüchtigen wieder festzunehmen, laffen, indem fie die Sonntagsarbeit nach wie vor sehr oft bis worauf er nach Offenbach abgeliefert wurde." zum Abend ausdehnen. Redner fritisirte sodann das von der Pferdebahngesellschaft so weit ausgedehnte Streuen von Salz bei dem jetzigen Schneegestöber. Gerade die Hausdiener, welche mit Handwagen den Fahrdamm paffiren müssen, litten hierunter am meisten; es müffe deshalb gegen dieses Streuen von Salz, welches die Gesundheit der Arbeiter schädige, energisch Protest erhoben werden. Außerdem würde den Arbeitern hierdurch auch ein wenn auch nur geringer Verdienst entzogen, und dies Alles nur, um die Profite der Aktionäre zu steigern. Folgende Resolutionen wurden einstimmig angenommen: 2. Jeden Sigung bei mufehold, Landsbergerstraße Nr. 3. Gate, Damen und Herren, find freund lichst willkommen. " Lefe und Diskutirklub ,, Dieggen". Jeden Donnerstag Stirchbachstr. 7 bet Schnide. Gäste willkommen. Einen Selbstmordversuch unternahm am Sonnabend der Weiser, indem er mehrere Revolverschüsse auf sich abgab. beliebte meiningensche Hofschauspieler Karl Glücklicherweise verletzte er sich nicht lebensgefährlich. Van Rauchklub Süd- Weft." Donnerstag, den 21. Januar, Abends 9 Uhr, bei Flick, Simeonstr. 23. Donnerstag Waßmannstraße 9 bet Freund. Aufnahme. Junger Mann als Tambour- Verein Vor Meh." Uebungsstunde jeden Montag und Dirigent willkommen. Am 18. Februar Kränzchen. sowald, Oranienstraße 126. Einweihungsfest am 5. März. Neue Heilsbrüder Urfidele Heilsarmee. Stzung jeden Donnerstag, Abends 9 Uhr, bet erwünscht. Eine Seltenheit. Daß ein Gerichtsvollzieher den anderen Lese- u. Diskutirklube. Donnerstag. Wahrheit", Markusstr. 31. pfändet, dürfte auch selten vorkommen und doch ist es in Lüben Gäfte willkommen. eine" in Rirdorf, Ecke Knesebeck- u. Germannstraße, Restaurant Beyler. geschehen. Eines Tages stellte sich der eine Gerichtsvollzieher Neue Beit", 8% Uhr, Boyensir. 40. Gäste haben Zutritt. bei dem anderen ein und vollstreckte die Pfändung. Süd- Ost", 8% Uhr bei Tolksdorf, Görligerstr. 68. Gäfte, durch Mitglieder eingeführt, haben Zutritt. Lese- und Diskutirklub Fester Wille", Ein Wahnsinniger. Vor dem Kriegsgericht zu Oran 1. Die am 12. Januar tagende Wanderversammlung der Abends 8½ Uhr, bei Schulz, Gartenfir. 70. Gäfte durch Mitglieder eingeführt wurde am 12. Januar der Belgier van Betteghen, Lieutenant in Geschäftsdiener, Packer und Berufsgenossen erklärt sich mit der Seden Donnerstag von 8% Uhr Abends ab" bet Aug. Ulrich, Leibnigstr. 78. haben Zutritt. Lese- und Diskutirklub Mai wuchs", Charlottenburg. Der französischen Fremdenlegion, zum Tode verurtheilt. gesammten Arbeiterschaft solidarisch und verspricht, mit allen Damen und Herren tönnen als Gäste eingeführt werben. Lefes und Dis Petteghen war beschuldigt, wichtige Papiere vernichtet zu haben, Kräften für die Stärkung unserer Organisation einzutreten. Sie tutirflub" Gerechtigkeit". Jeden Donnerstag, Abends 8½ Uhr, tm Lokale und wurde deshalb vor das Kriegsgericht geladen. Während des erwartet eine Befferung nur von dem geschloffenen Vorgehen willkommen. von Ferd." Hoffmann, Waldemarstr. 61. Gäfte, durch Mitglieder eingeführt, Berhörs zog er plöglich den Degen aus der Scheide und schlug aller Arbeiter und verspricht, die Arbeiterschaft in ihren Kämpfen Abend bei Schröder, Wiesenstr. 39, Sigung. Gäste willkommen. Seferlub mit der flachen Klinge heftig auf den Kopf des den Vorsitz füh thatkräftig zu unterstüßen." Sozialdemokrat". Jeden Donnerstag, Abends 8% Uhr, im Zotale renden Obersten los. Van Petteghen, der gefesselt werden mußte, Die heutige Mitgliederversammlung des Verbandes der 8 Uhr, in Lofal von Otto Linte, Forsterstr. 45. Gäste willkommen. Herwegh", Abends wurde nunmehr zum Tode verurtheilt und wird voraussichtlich Geschäftsdiener, Packer und Berufsgenossen protestirt mit aller Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Donnerstag. Uebungs- am 30. Januar standrechtlich erschossen werden. Als ihm das Entschiedenheit gegen das von der Pferdebahn beliebte Streuen urban", Annenstraße 9, bei Broß. stunde Abends 9 Uhr. Aufnahme neuer Mitglieder. Männerchor St. Berditt vorgelesen wurde, spie er dem protollführenden Kapitän von Salz. Gesangverein Unverzagt", ins Gesicht. Vielleicht legt sich eine obere Instanz noch die Köpenickerstraße 127a, bei Rüfter. Gefangverein, ornblume", Blumen Taufende von Arbeitern, welche den Straßendamm passiren straße 54, bei Wuttte. Gefangverein Frühlingsluft", Flottwell- Frage vor, ob man nicht einen Wahnsinnigen seinem ordentlichen müssen, werden dadurch an Gesundheit und Eigenthum ge- bet tegner. Straße 5, bet Bartel. Gefangverein Brezelschluß", Annenstr. 16, Arzte entzogen habe, und hindert die Vollstreckung des schädigt. Der Verband erwartet, daß der Vorstand beim Polizei- Resibensfir. 101, bet Garus.- Gefangverein Morgenroth", Rummels: Urtheils. Arbeiter- Gefangverein weiße Rose", Reinickendorf, burg, Berlinerstr. 9, bei Friesecke. Gefangverein Dorfglödlein", Brandschaden. In Jwangorod( Rußland) ist das BahnE3 wurden 25 neue Mitglieder aufgenommen und Wilmersdorf, Berliner- u. Auguftftr.- Ede bei Schulz.- Gefangvereinhofsgebäude der Weichselbahn in letter Nacht zum Theil niederdie Kollegen Olbold, Kuhle und Lange als Vorstands macher), Pappel- Allee 3-4, bei Krause. Alte Schönhauserstr. 42, bei Reimann. Gesangverein Ginigteit" Gefangverein 3 utunft 1", gebrannt. Der Schaden ist bedeutend. mitglieder für den Süd- Osten vorgeschlagen. Kollege Grauer Steglig, Kurhaus Friedenau.- Gesangverein armonie", Tempelhof, Raubmord. machte Aus Rotterdam wird gemeldet: Baron bekannt, daß das Bureau Dorfstr. 10, bei Gerth. Gesangverein ,, Betlchen blau", Rottbuser am Sonntag bis 12 Uhr geöffnet ist, damit jedem Kollegen Gelegenheit gegeben Byrted. Tamm 39, bei Jakob.- Sängerchor der Töpfer Berlins, Gipsstr. 3, bei Vandorft und Frau wurden Nachts im Schloß Rosendael Gefangverein3ukunft 2", Nieder- Schönhaufen, Lindenstr. 25. ermordet. 63 000 Gulden sind baar und 70 000 Gulden an sei, den Umtausch des Quittungsbuches zu besorgen. Im stpreußischer Wanner- Gesangverein", Jüdenstr. 55, bei Juwelen und Obligationen geraubt. Melchiorstraße 15, bei Etehmann. Frischmann. Landsleute sind willkommen. Gefangverein Edelweiß", fraße 38, bei Súlow. Be fangverein Borar", Admiral- Bom Brückeneinsturz in Tiflis berichtet der Telegraph: Seeger'fcher Gefangverein", Blumenstraße 46, bet Weid.- Gesangverein ,, Maiglödden 2", G.-D., Manteuffel: Nach den bisherigen Ermittelungen sind nach der gestrigen straße 67, bei Springstubbe. Gefangverein elfenburg", Blumen Katastrophe aus dem Kurflusse 73 Menschen todt herausgeschafft Gefangverein Eintracht", Glienicke bei Adlershof, worden. 40 Personen sind gerettet worden. Die Anzahl der im Gefangverein Ginigteit 3", Groß- Lichterfelde, Amalienbei Hann. präsidium darüber vorstellig werden wird". " die Kollegen Fornow, Hensel und Werner der Generalverfammlung als Kontrolleure vorzuschlagen. Spindler. 19 " " " " " " Männer- Gefang Privat Depeschen. Weiteren wurde berathen, unter welchen Bedingungen diejenigen Kollegen, welche aus einer anderen Vereinigung mit Resten ausgeschieden find, in den Verband aufzunehmen seien. Nach längerer Debatte kam man zu folgendem Resultat: traße 21á. Kollegen, welche in anderen Vereinen mit Beiträgen restiren, bei Keller. fönnen nur dann unter Anrechnung ihrer alten Rechte in den Straße, Gefangverein Soffnung 3" Brandenburg, Gedränge und beim Einsturze der Brücke verlegten Personen Verband aufgenommen werden, wenn dieselben für den Betrag zangefir. 108, bet Neblin.- Gefangverein 3 ukunft 3", Belten, bei Niemand verunglückt, da die Brücke erst unter der nachdrängenden Neust. Markt 2, bei Weydiners. Gesangverein Freie Sänger fonnte noch nicht ermittelt werden. Von der Geistlichkeit ist der restirenden Beiträge Marken der Streit- Kontrollkommission W. Grunow. Gefangverein Freie Sänger" jeden Donnerstag, Abends Töfen. Nachdem noch Kollege Kaßler der Zeitung Einigkeit" 9-11 hr. Gäste willkommen. Gefangverein Kreuzberger Sar Menge der Armenier einstürzte. Sie ist von einem armenischen und des Maskenballes Erwähnung gethan, wurde an den Vor- monie", Lindenstr. 106 bei Poppe. Gefangverein, Nordstern", Priester erbaut, gegen den sich nun die allgemeine Erbitterung stand die Frage gerichtet, ob der Verein der Markthelfer und 3 bis 5 Uhr Nachmittags Landsbergerstr. 31 bei Musehold. Müllerstr. 7 bet Reichardt. Gefangverein, Morgengrauen( Bäder), richtet. Die Bevölkerung verlangt die strenge Bestrafung Buchhandlanger in den Verband aufgenommen würde. Die vereinte des Echo", Reichenberger und Forsterstraßen- Gde bei desselben. Infolge deffen rotteten sich wiederholt starke Volks Rollegen Raßler und Hermann erklärten, über diese Angelegenheit haufen vor dem Wohnhause des armenischen Bischofs zusammen mit dem Vertrauensmann Rücksprache nehmen zu wollen. Sund der geselligen Arbeitervereine Serlins und Umgegend. und versuchten, in dasselbe einzudringen, wurden jedoch von der Donnerstag: Humorist. Berein, Pautenschwengel", Stallschreiberstr. 58.Privat- Theatergesellschaft Fidelio", 9% Uhr, bei Gaillard, Prinzenstr. 87. Polizei zurückgedrängt. Bei dem Tumult wurden die Fenster des Der Fachverein der Tischler( Bezirk Often) hielt am Mufidilettantenverein, nimo", bei Schmidt, Wrangelfir. 141. Gefelliger bisschöflichen Wohnhauses zertrümmert. 12. Januar eine Mitgliederversammlung ab, in welcher Kollege anügungsvereintlaritas", bet Tempel, Breslauerstr. 27. Verein ,, Grüne Eiche"( vor dem halle'schen Thor), Solmsstr. 1.- Ver Ein Pariser Taschenspieler, der in Raffeehäusern der Roblenzer ein interessantes Referat über die Chartisten- Theater- und Pantominengesellschaft tebeler Geift", bet Schneider, Vororte in Paris Vorstellungen in Hypnotismus zu geben bewegung erstattete. Die Versammlung beschloß dann, der General- Adalbertstr. 8.Bergnügungsverein Ginigtett", bei Linte, Forsterstr. 45. pflegte, schläferte am Sonnabend in Lebourget einen jungen Gesang-, Turn- und gesellige Vereine. Donnerstag. Stat versammlung den Kollegen Sievers als Bevollmächtigten und flub Rüdwärts", Abends 8% Uhr, im Restaurant Boderte, Ballisaden- Mann ein, der bis heute nicht wieder aufgeweckt werden konnte und ftraße 47. Stattlub Null ouvert, Moabit. Jeden Donnerstag, trot ärztlicher Hilfe andauernd in lethargischem Schlafe liegt. Abends 8 Uhr, bei Linneten( Flötenwirth, Beuffelstr. 57. Mitglieder wer- Die ersten wissenschaftlichen Autoritäten studiren den eigenartigen den aufgenommen. In einer öffentlichen Schneider und Schneiderinnen übe d'scher Turnverein, Männer- Abtheilung. Abends 8-10 uhr, Fall und versuchen, den Schlafenden zu wecken. Versammlung, welche am Sonntag Nachmittag stattfand, lings: Abtheilung, Abends 8-10 1hr, Blumenftr. 63a. Elisabethstr. 57-58, Rönigftädt. Gymnasium. Turnverein, sten", Lehrreferirte Fräulein Wabnih unter großem Beifall über das Turngenossenschaft, i. Lehrlings- Abtheilung, Abends 8-10% Uhr, Berliner Thema:" Das Problem der Armuth." Herr L. Pfeiffer unter- Rirborf.( Eigene Turnhalle, Biethenstr. 72 a.) Heute Abend von 8-10 Uhr im Leffing- Gymnasium, Pantstr. 9-10. Männer- Enrnverein, Jahn", warf dann die Anlernung und Behandlung der Mäntelnäherinnen feitens verschiedener Zwischenmeister einer Kritit, wobei er aur Damen- Abtheilung. Männer- Gesangverein Beranschaulichung der in gewiffen Betrieben der Konfektion ge- Gesellschaftshaus, Fichtestr. 29. Crescendo"; Abends 9 Uhr, bei Körting, Gneisenauftr. 88.- Verein 3id 3a d", Sigung mit Damen 9 Uhr in Krösches übten Ausbeutungspraxis zwei besondere Fälle hervorhob. Er Gigung mit Damen, Abends 9 Uhr, im Reichsgarten, Alexandrinen- Geselliger Berein ,, tegin a", jeden Donnerstag führte aus, im Norden der Stadt wohne eine Frau, welche ftraße Nr. 110, bei Wohllebe. Gäste willkommen. Gefangverein Blaue Herne( Westf.), 20. Januar. Auf den Zechen Mont Cenis täglich im Intelligenz- Blatt" annonzire, daß sie Lehrmamfells Schleife", Bankow, Schönholzerstraße Nr. 11 bei kubuert. brauche. Lettere müßten bei einwöchentlicher Lehrzeit 6 M. verein" Bedding", Abends 8 Uhr bet. Helterhoff, Antonftr. 5. verein, Mandoline", Neue Friedrichstraße 44, bei Mölltg. Gesang und Julia" in Recklinghausen fanden Arbeiterentlaffungen statt. hierfür bezahlen. Jede Woche habe die Dame sechs bis acht gnügungsverein, Blau- Beilchen", Abends 9 Uhr, Fennftr. 5 bei Krüger. Auf der letzteren Zeche wurden 100 Bergleute entlaffen. solcher Lehrmädchen, die von ihr verpflichtet würden, täglich einen Aufnahme neuer Mitglieder, Gäste willkommen. Brüffel, 20. Januar. Die Zechen in Charleroi beabsichtigen, Mantel fig und fertig zu stellen. So verdiene sie an diesen Lehr- aprice", Ab. 9 Uhr, Sizung mit Damen im„ Marienbad", Babstr. 35-36, Arbeiter berathen über die Haltung, welche die Bergleute diesen Bergnügungsverein die Arbeiterlöhne um 15 pet. herabzusehen. Die Führer der lingen zu den 48 M. Lehrgeld noch 48 M: in der Woche. An- bet Braun, Oranienftr. 183. Nach der Sigung Zanz und Fidelitas. Gäste will- Forderungen gegenüber einnehmen sollen und über Borstellungen Bergnügungsverein Beilchen", 9% Uhr, Sigung mit Damen genommen würden feine Arbeiterinnen anderer Erwerbszweige, Privattheater- Gesellschaft offnung", Abends 8% Uhr, im bei den Zechen. sondern nur Dienstmädchen, weil diese gefügiger sind. Die Be- Schüler ber 98. Gemeindeschule. Klubhaus, Ohmgasse 2. Gäste willkommen. Berein ehemaliger handlung sei zu tadeln, Frühstücks- und Vesperpause gebe es eftaurant C. Haberecht, D., Gr. Frankfurterstr. 30. Gäste, insbesondere ehemal. Jeden Donnerstag, Abends 9 Uhr, im ( Wolff's Telegraphen- Bureau.) nicht. Der zweite Fall betraf einen Zwischenmeister im Süden Berlins; Schul- Kollegen, herzlich wurommene best, bei Gaeger, Grüner 28eg 29. Erfahwahl im 9. hannoverschen Wahlkreise( Bersenbrück- Wittlage willkommen. Verein ehemaliger Osnabrück, 20. Januar. Amtliches Resultat der Landtags derfelbe lasse sich für eine 14 tägige Lehrzeit 9 M. Lehrgeld Gäfte willkommen. zahlen; könne das Geld nicht gleich bezahlt werden, so schule bei Schröder, Steglißerftr. 18. Gäſte willkommen.- Berein ehemaliger Gutsbesitzer Mues- Hesepe( nationalliberal) mit 109 von 206 ab Berein ehemaliger Schüler der 22. Gemeinde an Stelle des verstorbenen Abgeordneten Buddenberg. Gewählt beanspruche der Herr ein Pfand. Die Ausnußung der Lernenden Schüler der 85. Gemeindeschule. Heute Sigung im Restaurant Noll, sei auch hier eine äußerst intensive und die Behandlung durchaus 85. Gemeindeschule und Säfte sind willkommen. Bur Kornblume", Andreasstraße 3, Beginn 9 Uhr. Ehemalige Schüler der gegebenen Stimmen. Hofbefizer Gerkepott- Brockhausen( Bentrum) unbefriedigend. Solche Zustände, meinte Redner, feien nur bei Jungferntrans", Weibenweg 12. Tambourverein erhielt 96 Stimmen, Hofbesiger Knille- Ralfriese( nationalliberal) Bergnügungsverein Bruder= Der Zwischenmeister- Wirthschaft möglich. Das müsse die Kollegen bund". Jeden Donnerstag, Abends 9 Uhr, Andreasstr. 3 bet Noll: Sigung 1 Stimme. und Kolleginnen veranlassen, von den Inhabern der Konfettions- Donnerstag uhr, Drantenstr. 153, 12r. Gäfte( Serren) willfommen. mit Damen. Nachdem Fidelitas. Geselliger Klub Blau Weilchen" geschäfte die Einrichtung von Betriebswerkstätten zu verlangen. Gefelliger Berein, Freiheit", Donnerstag Abend bei Thierbach, SchwedterIn solchen tönne in jeder Weise Kontrolle geübt und der gräß- ftraße 44. Sonntag: Geselliger Abend. lichsten Aussaugung und Erniedrigung vornehmlich der ArbeiteRauchflub Dezimal- Waage", Abends 9 Uhr bei Infinger, Krautsstraße 48. Rauchflub Kernspize", Abends 8 Uhr bei A. Böhl, Nüders: rinnen vorgebeugt werden. Zur Durchführung einer solchen dorferstr. 8.- Rauchtlub Collegia", Abends 9 Uhr, in Bernhardt's DestillaForderung gehöre aber eine gute Organisation, deshalb solle tion, Staligerfir. 41.- Rauchflub Vorwärts", Abends 9 Uhr, bei Zempel, eber Kollege und jede Kollegin sich dem bestehenden Verband traße 71. Breslauerfir. 27.- Rauchflub Arcona", Abends 9 Uhr Reichenberger: Arbeiter Rauchflub Nordpol". Sigung jeben Donnerstag Briefkaffen der Redaktion. anschließen.( Lebhafte Zustimmung.) An der Diskussion Abends 9 Uhr, im Restaurant von Sendfe, Gesundbrunnen, Wriezenerftr. 6. betheiligten sich mehrere Redner, theils dem Referenten bei- Mitglieder- Aufnahme. Gäfte willtommen. Freie Vereinigung der Zivilberufsmusiker. Ja. Rauchflub ,, Ohnesorge". timmend, theils seine Ausführungen ergänzend. Nach der Mit- ,, walbesgrün". Jeden Donnerstag, Abends 8% Uhr, Reichenberger- Auskunft ertheilen zu können. Donnerstag, Abends 9 Uhr, Koblenufer 2, Nogge's Bierhaus.- Rauchtlab Kulisch. Wir bedauern, Ihnen in der Beziehung keine Verantwortlicher Redakteur: August Enders in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Saal 1 Tr. Tommen. " 1 PfropfenBer ( Depeschen des Bureau Herold.) treffend die Auslieferung politischer Verbrecher, einstimmig ans Bern, 20. Januar. Der Ständerath hat das Gesetz, be genommen.