Nr. 266. # 113st than sig sis gal 19. de am 17. Jahrg. Vorwärts Abonnements- Bedingungen: Abonnements-Brets pränumerando: Bierteljährl. 3,30 ML., monatl. 1,10 m., wöchentlich 28 fg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags Nummer mir auftrierter Sonntagsead Beilage, Die Neue Welt" 10 Pfg. Poft Abonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Eingetragen in der Boft- Bettungs Pretslifte für 1900 unter Br. 7971. Unter Kreuzband für Deutschland und Defterreich- Ungarn a Mart, für bas übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Erfcheint täglich außer Montage. diss Berliner Volksblatt. The code 350 sidooit sie grist god tiste Insertions- Gebuye dur beträgt für die sechsgespaltene Kolonet neile oder beren Raum 40 Bfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinssi und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg. adeleine Anzeigen" jebes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inserate für bte nächste Nummer müffen bis 4 Uhr nachmittags in berExpedition abgegeben 91 werben. Die Expedition ift an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Mernsprecher: mt 1, nr. 1508.9 Telegramm- Adresse: " Bocialdemokrat Berlin" boldan her aid flus bating sid gig TH sid god almos Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Fernsprecher: Amt I, Nr. 1508. Aus England. Mittwoch, den 14. November 1900. Grundbesitz eignen. So wählte die Vertretung von Holborn einstimmig den Herzog von Bedford, einen der Riefenlandlords von Weitere Bertellung der Ministerposten.- Lorb Salisbury und seine Familie. London, zu ihrem Mayor. Dies bezeichnet den Geist dieser Gemäßigten. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Fernsprecher: Amt I, Nr. 5121. beutet. Auch erschoffen wir 74 Boger, welche einen Ueberfall unsres Lagers versuchten. Mit den Zöpfen zusammengebunden wurden sie zur Schlachtbank geschleppt und 200 Gewehrläufe beförderten ihre Hundeseelen ins bessere Jenseits. Mir persönlich geht es nun noch so ziemlich. Ich bewundere selbst meine feste Natur. Die größte Plage sind die Mostitos, die einen mitunter ganz miserabel zurichten. Ich könnte noch vieles von dem bezopften Lande schreiben, aber es ist keine Zeit und feine Ruhe dazu, sehr viel Dienst. Hoffentlich werde ich alle Strapazen überstehen und gesund wiederkommen. Dann kann ich auch sagen: Ich bin ein Mann ich habe was erlebt! so Die„ Neue Bayrische Landeszeitung" veröffentlicht Zu solchen Anschauungen erzieht der herrliche Militarismus. zwei Briefe aus Beling vom 5. und 15. September, in denen es a. heißt: Ein Austritt aus dem Ministerium. Sturmwolten in Jrland. Ufterpächter und nationalistische Bächter wider die Landlords. Nach den Gemeindewahlen hat London jezt die Erneuerung Ein großer Enteignungsplan. Ein weiterer Arbeiterabgeordneter aus Irland.- Die feines Schulamts vor sich. Die Wahlen für diese Behörde, die das neuen Bonboner Bürgermeister. Londoner Schulamtswahlen. Bom ganze Volksschulwesen von London unter sich hat und in der die Kampf der Londoner Ladeschiffer. Progressisten zur Zeit die Mehrheit haben, finden Ende des Monats London, den 11. November. statt. Das Wahlrecht ist ähnlich dem der Bezirksgemeinden, doch be Das zweite Rapitel des Ministerschubs oder der Neugruppierung fizen auch Frauen die Wahlbefähigung. Die Wahlbezirke sind sehr Die Wahlbezirke sind sehr bes Ministeriums ist noch weniger sensationell als das erfte, dennoch groß und wählen bis zu 7 Vertretern, wobei jeder Wähler so viel ift es nicht ganz ohne Intereffe. Der Posten des Unterstaatssekretärs Stimmen hat, wie Vertreter zu wählen sind, und diese Stimmen für das Auswärtige ist an den ältesten Sohn des Lord Salisbury, nach Belieben unter die Kandidaten verteilen, gegebenenfalls alle den Biscount Cranbourne, vergeben worden. Damit wird die feine Stimmen einem Kandidaten zuwenden, für ihn„ plumpen" Familie des Premierministers, die, außer durch diesen selbst, schon durch darf. Auf diese Weise tommen auch die Minderheitsparteien zu deffen zwei Neffen, die Brüder Arthur und Gerald Balfour, und seinen einer Vertretung. Im derzeitigen Schulamt figen mehrere u. Schwiegersohn, den Lord Selborne, im Ministerium vertreten ist, Socialisten, die auf Listen der Progressisten gewählt find noch durch das fünfte Mitglied verstärkt. Kein Wunder, daß die( Mr. Stewart Headlam, Mr. Graham Wallas und Miß Honor Liberalen und Radikalen von Nepotismus sprechen und dem Beispiel Morton), sowie die Genossin Bridges Adams, die von den Arbeiterdes konservativen Führers das ihres Gladstone entgegenhalten, der vereinen von Greenwich, Woolwich 2c. aufgestellt war. Alle diese mit peinlicher Sorgfalt sich jeder Handlung enthielt, die als Be- stehen zur Neuwahl und werden von den Progreffisten unterstützt. günstigung seiner Verwandten ausgelegt werden konnte.( Gladstones Als unabhängige socialistische Kandidaten stehen außerdem die Ge= Sohn Herbert brachte es, so lange sein Vater im Amt war, nicht noffen Berwick und Quelch von der Socialdemokratischen Föderation über Bosten britten oder vierten Rangs.) Nicht daß die Personen im Felde. Der Kampf zwischen Gemäßigten und Progressisten dreht selbst unbeliebt wären. Die beiden Brüder Balfour insbesondere sich zu einem großen Teil um die Frage, ob fonfessioneller oder un gehören zu den beliebtesten Mitgliedern des Parlaments; es find Männer von mehr als gewöhnlicher Bildung und gewinnender Einfachheit des Auftretens. Aber fünf Mitglieder ein und der jelben Familie in einem Ministerium, das ist eine starke Zumutung an die Geduld der Gläubigen. fonfessioneller Religionsunterricht, sowie um die damit in Verbindung stehende Frage der Subventionierung fonfeffioneller Privatschulen aus öffentlichen Mitteln, und um die Entwicklung der Fortbildungsschulen und den Anschluß der Mittelschulen an die Elementarschulen. Die socialdemokratischen Kandidaten vertreten das Princip der völlig fonfeffionslosen Volksschule, der Ausdehnung der Schulpflicht und des Unterhalts der Schulkinder bezw. Errichtung von Schultantinen aus öffentlichen Mitteln. " Nach zweitägigem Aufenthalt in Taku wurden wir mit der Bahn nach Tientsin befördert, eine Stadt von ehemals 1 Millionen Einwohnern, die nunmehr in einen Trümmer haufen verwandelt ist. Es war fast teine lebende Seele mehr in der Stadt zu sehen, wer nicht geflüchtet, war worden. niedergemacht Grausam und fürchterlich wüteten die erbitterten Truppen der Verbündeten, insbesondere die russischen Kosaten. Männer, Weiber und Kinder fielen unter den Klingen der Soldaten. Die Boger waren grausam mit unfren Verwundeten umgegangen, deshalb wurde ihnen kein Bardon gegeben." Nachdem wir uns verschnauft hatten, wurde die Stadt noch vollständig genommen und dann wurde" halt" geblasen. Eine Stunde wurde Zeit gegeben zum Abkochen, doch waren die meisten froh, sich nur etwas niederlegen zu können, die wenigsten fochten sich etwas. Nachdem wir uns einigermaßen erholt, wurden wir in die einzelnen Stadtviertel verteilt und diese dann in Brand geftect. Nach taum einer Stunde war die ganze Stadt in Flammen. Alles von den Einwohnern, was noch nicht geflüchtet war, wurde niedergemezelt und niedergeschossen. Die Einzelheiten will ich Euch nicht schildern, Ihr würdet Ench sonst zu ſehr aufregen. Nachdem alles in Brand gesteckt, marschierten wir den ganzen Weg wieder retour bis zu dem am Morgen verlassenen Bi: vat." Diese ständige Berufung auf chinesische Grausamkeiten ist Damit, daß Lord Salisbury seinem Sohn das Unterstaatscharakteristisch für die Christen der Civilisation. Die Chineſen fekretariat des Auswärtigen überweist, belegt er für diesen die der befinden sich immerhin in der Notwehr, aber für die Bestialitäten der einstige Nachfolge des Lord Lansdowne und hält er sich für die fremden Einbrecher giebt es schlechterdings teinen mildernden Um Gegenwart die Möglichkeit einer stärkeren Einwirkung auf die aus Der Kampf der Londoner Ladeschiffer dauert unverändert stand, zumal wenn sie so fromm find, wie der obige Briefschreiber, wärtige Politit bei, als sie ihm vermöge seiner Würde als Premier- fort, zur großen Beschwerde der Waren ein- und ausführenden der seine Eltern bittet, ihn nicht im Gebet zu vergessen. miniffer zusteht. Der brave Lansdowne spielt bei diesem Arrange- Geschäftswelt. Während die Schiffer sich jeder Zeit zur Verhandlung Der zweite Brief vom 15. September beweist wieder, daß die ment feine sehr imponierende Figur. vor einen Schlichtungs- und Schiedsamt bereit zeigen, lehnen die fremden Truppen nicht Krieg führen, sondern Menschenjagden verArthur Balfour behält wahrscheinlich seinen Bosten als erster Schiffsherren mit verbissener Hartnäckigkeit jeden Schlichtungsantrag anstalten. Ueber die Eroberung des Forts Liang- hiang schreibt der Lord des Schazamts und Leiter des Hauses der Gemeinen, Gerald ab. Sie behaupten, daß, was sie den Schiffern bewilligt hätten, dem Soldat, daß die Deutschen nur einen Toten und vier Verwundete Balfour vertauscht den Posten des Staatssekretärs für Irland mit Buchstaben und dem Geist nach durchaus das sei, was der Schieds- hatten, während die Verluste des Feinds enorm" gewesen seien. dem des Ministers für Handel und Gewerbe. Der Bezahlung nach spruch des Lord Braffey verlange, und daß ein neues Den Schlußeffekt schildert der Kulturpionier wie folgt: ist das eine Verschlechterung das Gehalt des Staatsjetretärs für Schiedsgericht erfahrungsgemäß nur auf einen Aufschlag auf Irland ist mehr als doppelt so hoch wie das des Handelsministers; die Bedingungen des ersteren hinauslaufen werde. Die Schiffer sonst aber wird Herr Balfour mit dem Tausch froh sein können, tönnten nach dem Brasseyschen Schiedsspruch wie sie, die Meister, denn das politische Barometer in Irland weist, wenn nicht auf Sturm, ihn anwenden, drei Pfund die Woche verdienen. Lezteres bestreiten so doch auf ein Ende der Windstille, die in den letzten fünf Jahren die Schiffer auf das lebhafteste, und wenn es richtig wäre, so würden dort geherrscht hat. Es fündigt wieder eine agrarische Agitation die Schiffsreeder und Schiffspächter schwerlich selbst die unvergrößeren Stils in England an. Der Sieg der Gruppe Dillon- pflichtende Konferenz abgelehnt haben, die ihnen Minister Ritchie vor O'Brien in der irischen Fraktion ist der Sieg der radikalen Land- einigen Tagen vorgeschlagen hat. Es werden jetzt Versuche gemacht, liga, die den Kampf mit den Landlords nicht schnell genug wieder zwischen Versandtgeschäften und Schiffern Ladeverträge mit Umaufnehmen kann, und ihr wird jetzt durch den Mund des Unionisten gehung der„ Meister" abzuschließen und zur Ausführung zu bringen. 3. 2. Ruſſel die Bundesgenossenschaft eines großen Teils der loya- Ob das aber in genügendem Umfange möglich ist, muß noch ablistischen nordirischen Bauernpartei in Aussicht gestellt. gewartet werden. Von Rechtswegen sollte es möglich sein, das LadeMr. Russell, der den südlichen Teil der Grafschaft Throne( Ulster) gefchäft genossenschaftlich zu betreiben. im Barlament vertritt, ist Gegner Homerules und hatte, als einflußreicher Führer der Bauernpartei in Ulster, in legten Ministerium die Stelle eines Sekretärs des Staatsamts für die Lokalverwaltungen inne. Jezt aber hat er bei der Neubefegung der Posten auf jedes Regierungsamt verzichtet, nachdem Lord Salisbury hinfichtlich eines von ihm( Ruffell) ausgearbeiteten Plans für den fündigt eine Korrespondenz an. Auch früher wurde schon gedroht, awangsmäßigen Auslauf der irischen Landlords daß man die briefliche Verherrlichung der Hunnenthaten verhindern bag erklärt hatte, er könne sich unter den gegenwärtigen Verhältnissen" werde. Jetzt wird berichtet: nicht auf den Plan einlassen. In einem Brief an den Verein der Unionisten seines Wahlkreises erklärt Mr. Russell, der den Plan schon während der Wahl propagiert hatte und dafür von andern, fonfer vativen Unionisten angegriffen worden war, er werde dafür sorgen, die Bächter von Ulster für die bevorstehende aufregende und ereignisreiche Beit" zu organisieren. Die Schlacht habe begonnen, und wenn die gegenwärtigen Verhältnisse des Lord Salisbury sich geändert hätten, dann werde die Bahn für einen Plan wie der feinige frei ſein. Hunnenthaten- Amtsgeheimnis. 090 Rag Ein Brief aus Tientsin vom 21. September stellt die brutalen und raffinierten Quälereien dar, die an den Chinesen verübt werden: ,, Eben bin ich mit der Offizierstantine per Segelschiff mit angespannten Chinesen auf dem Transport von Tientsin nach Peking. Es werden 5-6 Chinesen an ein Schiff gespannt, das mit 300 Ctr. beladen ist. Wenn der Chinese nicht ziehen will, wird er mit einem Bambusknüppel ordentlich getrieben Die Soldatenbriefe aus China, welche an attive Soldaten oder niedergeschossen. Unterwegs gehen wir in die. gerichtet sind, werden in Zukunft einer gewissen Kontrolle unter Ortschaften und nehmen mit, was wir brauchen liegen. Die Veröffentlichung derartiger Briefe durch die tönnen, wie Hühner, Gier, Tauben, Trauben Presse haben infolge des manchmal recht unerquid= und so weiter. Wenn sich die Chinesen darüber auflich gewesenen Inhalts den Mißmut der deutschen Heeresleitung halten, wird das Scitengewehr aufgepflanzt. Da tann erregt, da vielfach festgestellt werden konnte, daß die Briefe zum Zwede der einer leicht hundert Chinesen niederknallen, wenn man auf Aufreizung resp. der Mißkreditierung der deutschen Unternehmungen fie anlegt, so fallen sie auf die Knie und rufen: Leidi, Leidi, in China die Kriegsereignisse übertrieben geschildert haben Leidi. Bis jezt haben unsre Bataillone zwei Gefechte mit den oder gar fingiert worden sind. Infolgedessen ist bei vielen Truppen- Boxern gehabt, ungefähr 50 Kilometer hinter Peking, wo ein teilen der Befehl ergangen, daß Chinabriefe als„ Amtsgeheimnis" paar Manu verwundet worden sind. 5000 Boxer find zu behandeln sind und nicht in die Oeffentlichkeit gegeben werden gefallen, Tausende von Toten liegen und schwimmen auf dürfen. Auch bei den Kontroll Versammlungen foll in gleicher Weise gewirkt werden. Wie weiter berichtet wird, hat auch dem Fluffe umher. Der Gestank ist kolossal." der Kaiser, der eine Die Lippische Landeszeitung" teilt einen Brief mit, den ein Anzahl Zeitungen liest( wohl Chinakämpfer Namens Ernst Kütenhöner aus Pefing vom verstanden: ganze Beitungen", nicht etwa ausschnittweise") und dadurch von derartigen Briefen Kenntnis erhalten hat, feiner 16. Geptember an seine Angehörigen in Heidenoldendorf gerichtet Entrüftung darüber Ausdrud gegeben und angeordnet, daß in hat. In diesem Briefe heißt es: beschleunigter Berichterstattung vorzunehmen sind. Vor der Hand Bezug der Feststellung der Wahrheit eingehende Recherchen mit haben die Maßnahmen im großen und ganzen noch einen rein privaten Charatter, es soll aber ein biesbezüglicher Seeresbefehl in Aussicht stehen." D Also eine Kriegserklärung in aller Form. Andre liberale Unionisten von Ulster sollen sich schon für Russell ausgesprochen haben offenbar ein Rüdschlag der agrarischen Agitation in den drei andren Provinzen Irlands auf diesen Landesteil, der ohnehin im Süden und Westen start mit katholisch- nationalistischen Bezirken durchsetzt ist. Mr. Russell a. B. ist nur mit schwacher Mehrheit gegen einen nationalistischen Kandidaten gewählt worden. Es ist möglich, die Tragweite seiner Kriegserklärung zu überschäzen. Aber fie ist bedeutsam genug, ihr Aufmerksamkeit zu schenken. So lange Ulster in seiner großen Mehrheit zur unionistischen Koalition steht, ist an Homerule für Jrland faum zu denken. In dem Augenblid, wo Ulfter umfällt, wird es eine Frage aktueller Politit. Das Stüd Industrie, das Ulster hat( Belfast und Umgebung) fann allein der Provinz den unionistischen Charakter nicht erhalten. Wenn also die Bauern und Bächter von Ulster Es ist unerfindlich, warum die Hunnenbriefe bei der Heeres mit benen ber anbren drei Provinzen von Uister gemeinsame leitung Mißvergnügen hervorrufen sollen. Beweisen fie doch nur, Sache machen, so wäre das in der That ein Ereignis von größter daß die Soldaten forrett ausgeführt haben, was ihnen von den Bedeutung. In einem Punkt nun trifft sich Mr. Russells Landantaufs- Borgefegten anbefohlen worden ist. plan mit dem der nationalistischen Bauernbewegung: er verlangt die uns genügt völlig, was wir bis jezt erfahren haben. Nachstehend Uebrigens nügt es nichts mehr, die Oeffentlichkeit auszuschließen. zwangsmäßige Enteignung der Landlords. Worin teilen wir eine weitre Reihe von Hunnenbriefen mit: er sich von ihm unterscheidet, sind die Enteignungsbestimmungen. Einem Soldatenbrief, den Der Lederarbeiter" berEr bewilligt den Landlords günstigere Bedingungen wie jene. öffentlicht, entnehmen wir einige Stellen, die erstlich die Ungefähr Mr. Russell giebt zu, daß die Kosten seines Plans fich auf lichkeit der Borer beweisen und zweitens die schaudererregende Szene 120 Millionen Pfund Sterling belaufen könnten, d. h. also fast der durch die Deutschen vorgenommenen Maffenegetution, 21/2 Milliarden Mart. Die Nationalisten ihrerseits aber möchten den Landlords am liebsten nichts als den berühmten Prärietvert" des von der wir schon durch verschiedene Briefe Kunde erhielten, und Bodens zahlen. brittens die deutschen Plünderungen beglaubigen: " Hinsichtlich Jrlands ist noch zu bemerken, daß nach Reynolds Newspaper" der Abgeordnete für die Stadt Limerid, Michael Joyce, ebenfalls der Arbeitergruppe im Parlament zuzurechnen ist. Er ist Mitglied des Gewerkschaftsrats von Limerick und der dortigen Arbeiterpartei, die im Gemeinderat durch 24 von 40 Mitgliedern vertreten ist. Von Beruf ist er Seemann bezw. Lotse. Die neuen Londoner Bezirksgemeinden haben nun ihre Bürgermeister( Mayors) gewählt. Davon sind 14 Gemäßigte, 6 Unabhängige"( d. h. Gemäßigte ohne die offizielle Barteimarle) und 8 Progressisten. Drei Gemeinden Chelsea, Westminster und Holborn, wo die Gemäßigten die große Mehrheit haben, haben die Würde an Peers übertragen, die in dem Bezirk ausgedehnten " Nun ging's and Morden. Es war schrecklich; ich habe in einer halben Stunde acht Main umgebracht. Nachher wurden die Gefangenen, je 17 Mann zusammen gebunden( mit ihren Böpfen) und erschossen." Endlich noch ein Hunnenbrief, den bas„ Boltsblatt für Halle" veröffentlicht: Die Chinesen das find Feiche Kerle vor die Kugel keine Angst aber vor das Bagonet da haben sie Angst denn wenn sie erschossen werden so denken sie stehen nach drei Tagen wieder auf aber erstechen nicht hir sind noch alle Truppen von jeder Macht eine Kommando wenn ich euch das erzählen wollte was ein alles schon bafirt war so wird es euch grußlich über die Leichen da bricht man bald Hals und beine das läßt uns jetzt schon Kalt das ist man schon gewohnt wir haben 10 Stück Chinesen bei uns die müßen uns die Arbeit machen wir pugen feine Stiefel wir fizzen blos da und Kommandiren und wenn sie nicht wollen jo giebt einen Rippenstoß da sie genug haben die Franzosen und Russen binden sie zusammen mit den Böpfen dann giebt es ein bar blaue Bohnen. Lieber Freund ich will schließen und will euch vielmals grüßen denn alle tann ich euch doch nicht schreiben auf Seide wird gefchlafen jedes Sans jede Stadt und jedes Dorf Alles ist ein Schutthaufen da ist bald kein Stein mehr auf dem andern. Ab und zu wurden wir auch durch kleinere oder größere Bogerhorden aufgehalten, die aber nicht so gefährlich sind, wie sie aussehen. Die wenigften hatten Gewehre, sondern sie famen mit großen Meffern bewaffnet bis auf 80 Meter vor die Mündung gelaufen, so daß fie leicht weggeknallt die Hunnenbriefe, die im einzelnen ja„ aufschneiden" mögen, werden konnten. In einigen Tempeln haben wir unser find so zahlreich, daß man mit dem Gerede von Uebertreibungen Quartier aufgeschlagen und fristen mit Reis und Thee unser nicht über diese Scheusäligkeiten hinwegkommt. Es ist so vieles, Leben, welch letzterem schon einige Kameraden lebe wohl was übereinstimmend berichtet wird, daß es genügt.( um gesagt haben. Vor einigen Tagen hielten wir mit den andren die furchtbare Wahrheit zu erkennen. Die chinesischen Grenelthaten Mächten zusammen den feierlichen Einzug in den Pala ft. müßten das Todesurteil bedeuten für die verkommene tapitalistischEin Stück Seide des Thronseffels habe ich mir auch er- militaristische Gesellschaft, auf deren Boden sie erwachsen find. ZZolikische NvbevNchk. Berlin, den 13. November. Die Komödie der Opposition. ES unterliegt keinem Zweifel, daß keine bürgerliche Partei wirk« samen Protest gegen den verfassungswidrig unteniommenen Kreuzzug nach China erheben wird. Je mehr man sich angesichts der Eröffnung dcS Reichstags oppositionell zu erhitzen scheint, um so sicherer ist es, daß man nur lärmt, um die elende Schwäche zu verhüllen. Vor einiger Zeit gab ein pfiffiger Zeitungsmann den Rat, die Khaktparteien sollten nur dreist ein wenig gegen die Chinapolitik rumoren, das fei das beste Mittel, um der principiellen Gegnerschaft den Wind aus den Segeln zu nehmen. Nach dem Rezept verfährt man jetzt. Graf VÄlow wird durch eine Leibwache feindlich maskierter Anhänger gedeckt. Merkwürdigerweise spitzt man gegenwärtig die ganze Angelegen� heit auf die Frage der Indemnität zu. Man legt alle? Gewicht auf die recht nebensächliche Ceremonie, daß die Regierung sich ja klipp und klar dazu bekenne, sie habe wider das konstitutionelle Gewissen sich vergangen. Was soll der Scherz? Jetzt spielt sich die parlamentarische Vertretung des Bürgertums, von den Agrariern und Liberalen durch das Centrum bis zu Freisinn und Demokraten� außerordentlich oppositionell auf. Man fordert gebieterisch ein SündenbekenntniS des Grafen Bülow und eine Versicherung, daß er eS nicht wieder thnn wolle— man fordert e«, weil man ganz genau weiß, daß die Regierung mit Vergnügen dieser fürchterlichen Forderung entgegenkommen wird. Aber der Graf Büloiv könnte sich auch ohne Scheuen das Vergnügen leisten, minder höflich Indemnität zu verlangen— kein bürgerlicher Patriot würde darum einen Pfennig weniger bewilligen. Vielleicht er- innert auch bei Gelegenheit der Graf Bülow seine heldenhaften Opponenten daran, daß sie und ihre Presse ja gerade in den An- sängen des Chinazugs gegenüber der socialdemokratischen Forderung die Einberufung des Reichstags einmütig für überflüssig erklärt haben. In der That, die heutige bürgerliche JndemnitätS-EntrüstungS Posse ist der pure Schwindel und soll nur die Aufmerksamkeit von der Hauptsache ablenken. Welche Schuld hat denn die Regierung auf sich geladen, wenn sie sich den bürgerlichen Anschaunngen gefügt und den Reichstag nicht einberufen hat! Nur die Socialdemökratie hat ein Recht, auch in dieser Hinsicht Rechenschaft zu fordern; denn sie hat von Anfang an für die Wahrung der Verfassung gekänipft, während alle andren die Regierung geradezu aufreizten, die Ber faffung zu mißachten. Auch die Forderung der bürgerlichen Opposition ist wertlos, ja irreführend und schädlich, da Mn die Verfassung ändern müsse, um die Wiederholung dcrartigeis'Vorkommnisse zu verhindern. Es sei, so meint z. B. die„Freisimiige Zeiwng�, zu erwägen, ob nicht die Einbernftmg des Reichstags vorzuschreiben sei, sobald anßeretntSninßige Ausgaben in einem gewisien Betrage in Frage kämen. Wird eine solche Verfassungsänderung verlangt, so bedeutet dies das Eingeständnis, daß nach der jetzigen Verfassung das Verfahren ber Regierung noch möglich sei; eine solche Forderung ist mithin geradezu eine Entlastung der Regierung von dem Vorwurf eines VcrfafiungSbruchS. In Wahrheit genügt die Verfassung voll- ständig; sie bestimmt unzweideutig, daß die Regierung kein Recht habe, ohne vorherige Bewilligung irgend welche Ausgaben für nicht bewilligte Zwecke zu machen. EtatSüberfchrei- tun gen darf die Regierung allerding» wagen, unter der Voraus- ficht nachträglicher Bewilligung, aber EtatSüberfchreitnugen betreffen nur Neberschreitungen bei vorher bewilligten Etatstiteln. Wenn ein Schiff, das bewilligt ist, statt veranschlagter 20 Millionen 22 Millionen kostet, so ist das eine verfassungsmäßig zulässige Etats- Überschreitung. Dagegen kann es nie und niminer als Etats- Überschreitung angesehen Iverden, wenn für ein nicht bewilligtes Schiff 20 Millionen verausgabt Iverden, so wenig man etwa den eigenmächtigen Bau des nicht beschlossenen Mittellandkanals als Etatsuberschreitnng beim Bau des Dortmund- Ems- Kanals buchen darf. Die Reichsverfassimg genügt thatsächlich in Hinsicht deZ Geldbewilligungsrechts des Reichstags auch radikaleren Ansprüchen. Die Regierung darf keinen Pfennig ausgeben für eine»»ichtbewilligten Posten. Erlaubte Etatsüberschreitnngen könne» nur bei g e n e h- m i g t e n Etatstiteln stattfinden. Die Chinafahrt ist keine Posilition des Etats 1900/1901 gewesen, mithin kann von einer EtatSüber- schreitung keine Rede sein, sondern mir von einem gewaltsamen EtatSbruch, für den eS schlechterdings keine Rechtfertigung giebt. Die Verfassung genügt, aber die Regicrung hat die Verfassung verletzt. Der Reichstag könnte nichts DümniercS thu» den Antrag auf eine Verfassungsänderung der zuzugestehen, sie sei durch eine Lücke der geschlüpft, sie habe illoyal aber nicht direkt gegen das handelt. Wir bedürfen keiner BerfassnngSändening, sondern vielmehr der endlichen Erfüllung eines in der Reichsverfassung gegebenen Ber- sprechens: eines Minister- Verantwortlichkeitsgesetzes. Die schönste Berfaffung ist wertlos, wenn eS kein Mittel giebt, die ver« antwortliche Regierung auch wirklich zur Verantwortung zu ziehen. Minister, die Recht und Gesetz brechen, gehören auf die Anklagebank. rm Kanzler, der entgegen der Berfaffung mehr al» 100 Millionen ohne Befragen des Parlaments auSgicbt, muß durch hohe Geld- und Freiheitsstrafen belehrt werden, daß über der absolutistischen Macht das Recht steht. Heute ist daS Regieren ein gänzlich ungefährliches Gewerbe, weil eS im Grunde unverantwortlich ist. Wäre es der bürgerlichen Opposition, dem Freisinn und dem Centrum Ernst mit ihrem Jammer über die Verletzung der konsti- tutionellen Rechte, so würde sie ihre Bewilligung der Chinakosten von der Schaffung eineS Minister-Verantwortlichkeitsgesetzcs abhängig machen. Dazu wird man sich natürlich nicht aufschwingen, man glaubt genug gethan zu haben, wenn man aus gewaltig brüllenden Kanonen mit Papierschnitzeln schießt. Sodann erhält unter den an die Chinesen zu stellenden An sprüchen den ersten Platz die Forderung einer nach B e r l i zu entsendenden, von einein chinesischen kaiser I i ch e n Prinzen zu führenden Mission, welche das B e dauern des Kaiser» von China und de chinesischen Regierung über die Ermord un� Baron Kettele rS ausdrücken soll. Außerdem ist au dem Schauplatz der Unthat«in entsprechende» Denkmal mit lateinischer, deutscher und chinesischer Inschrift zu errichten, welche ebenfalls dem Bedauern des Bobdhchan Über die geschehene Frevel that Ausdruck giebt. Demnächst soll China die Rädelsführer, die zum Teil bereits in dem chinesischen Edikt vom Lv. September, zum Teil von den Vertretern genannt sind und eventuell noch genannt werden, mt dem Tode bestrafen. Die chinesische Regierung soll weiter zwei Jahre lang allen Unterpräfekturen eine kaiserliche Verordnung an- schlagen, die 1. die Mitgliedschaft an der Boxer«S«kte mi bedroht, Schuldigen verhangenen Strafen dem Tode die über die publiziert und Begräbnis profanier ein Sühne als durch Regierimg Berfaffung Recht ge- Die Vergewaltigung Chinas. Nachdem die Verbreiter europäisch- christlicher Kultur und Gitte monatelang in China im Stile der ersten Glaubensstreiter des dreißigjährigen Kriegs gehaust haben, nachdem man Riefen- städte und ganze Provinzen derart ansgebrannt und ausgemordet hat, daß selbst siirKosaken undBaschkieren keineKulturaroeit mehr zu verrichten übrig geblieben ist, will man sich jetzt gnädigst dazu herbeilassen, mit China den Frieden zn schließen. Der- weilen die internationalen Kreuzfahrer Städte und Dörfer einäscherten. Gefangene niedernietzelten, Staatssekretäre der- prügelten, Heiligtümer schändeten und Jahrtausend alte Kulturdenkmäler vernichteten, haben die Vertreter der Mächte über firiedensbedingungen beraten. Das„Wolffsche Depeschen- ureau" ist in der Lage, den Friedensvertrag inhaltlich mit- zuteilen. Das Telegramm lautet: Peking, 12. November. I» der letzten Sitzung der Ver- treter der Mächte in Peking sind die Punkte, über die endgültige Einigung erzielt worden ist, vorbehaltlich genauerer Rsdakiion, folgendermaßen festgestellt worden: Der Eingang der Note soll den Charakter derselben als einer ciöeisioQirrövvvadis(nnwiderrustichen Eittscheidung) fest« stellen. die Bicekönige sowie die Provinzial« und Lokal bcamten für die Ordnung in ihren Bezirken verantwort lich macht und die Bestimmung trifft, daß solche Beamte, die neue Vertragsverletzungen und Belästigungen der Fremden zulassen, sofort abgefetzt werden und niemals wieder ■andre Stellen erhalten dürfe». Auf jeder fremden oder internationalen stätte, deren Gräber während der Wirren worden sind, muß die chinesische Regierung d e n k m a l errichten. Das Tsung li Damen soll vollkommen re« formiert und auch der Verkehr der Gesandten mit dem Hofe in einer Weise neu geregelt werden, die von den Mächten des näheren zu bestimmen sein wird. China muß den Mächten für Staat und Private entsprechende Entschädigung leisten. Die zu zahlenden Summen be- greifen, wie ausdrücklich hervorgehoben ist, auch die Beträge in sich, welche solchen Chinesen gezahlt iverden sollen, die im Dienst der Fremden Schaden erlitten haben. Das Verbot der Einführung von Waffen nach China wird bis auf weiteres aufrecht erhalten. Jede einzelne Macht erhält das Recht, für ihre Gesandt- s ch a f t eine permanente Schutz in ache zu halten. Das Gesandtschaftsviertel, in dem Chinesen nicht wohnen dürfen sollen, wird in Verteidigungszustand gesetzt. Die Befestigung von T a k n und etwaige andre, welche die freie Verbindung Pekings mit dem Meere hindern könnten, sollen geschleift werden.' Die Mächte werde» einzelnePunkte zwischen der Haupt- stadt und dem Meere bestinimcn. die militärisch besetzt werden, um jederzeit die unbehinderte Kommunikation zwischen dem Sitz der Gcsandtschasten»nd der See zn gewährleisten. Diese„unwiderrufliche Willenskundgebung" der Mächte ist nicht ein Friedensvorschlag, sondern die schmählichste D e m ü t i g u n g, die völlige politische Entmündigung Chinas! Den Charakter der Demütigung tragen schon die neben- ächltchen Formalitäten deS„Vertrags". Eine kaiserliche Mission, die von einem Prinzen geführt werden soll, soll n Berlin feierlichst Abbitte thun. Selbst diesen ganz über< lüssigen Kanossagang will man dem entmündigten lieiche nicht ersparen. Eine ganz sinnlose Forderung ist auch die, nicht nur an der Stätte der Ermordung Kettlers, sondern an jedem Kreuzfahrergrab ein S ü h n e d e ir k in a l zu er- richten. Als ganz völkerrechtswidrig baben wir schon wiederholt die Forderung gebrandmarkt, jeden von den Mächten Pro- 'cnbiertcn mit dem Tode zu bestrafen. Und das obendrein auf die kläglichen Jnfonnationen der Vertreter der Mächte hin! Eine maßlose Forderung ist es sodann, die chinesische «tegierunq zu zwingen, die Mitgliedschaft an der Boxer-Sckte mit der Todesstrafe zu ahnden. Ueber die Boxer- Tekte sind oviel abenteuerliche, widerspruchsvolle Gerüchte verbreitet worden, daß durch sie die völlige Unkenntnis des eigentlichen Charakters dieser Sekte zur Evidenz bewiesen ist. Da? Tsnng-li-Namen soll„völlig reformiert werden"— die Mächte beanspruchen, die Regierung nach ihrem Wunsche zusamnienzusetzen! Ferner soll China, das furchtbar Ausgeraubte, ebrandschatzte, noch an Staat und Private an- gemesserre Entschädigung leisten. Wie es das anstellen soll, wird nicht verraten; die Japaner haben an Diebesbeute ihre Kriegsentschädigung unmittelbar schon in Sicherheit gebracht Die Gesandten sollen von einer Schutzwache umgeben sein, das heißt, die Residenz soll in ein internationales Kriegs- lager verwandelt werden. Und serner: Alle Verteidigungswerke gegen die Mächte an ber See nnd im Innern sollen geschleift iverden. Zur völligen Beherrschung der Küstenprovinzen sollen außerdem eine ganze Anzahl von Militärstationen angelegt werden. China soll nicht mehr durch sich selbst, sondern durch die weltpolitischen Raub- mächte regiert und beherrscht werden! Welche Mächte an der deoision irrevocable beteiligt sind, wird nicht mitgeteilt. Vermutlich Deutschland, England, Frankreich— die Vorschläge des Herrn Delcassö stimmten ja mit den jetzigen Forderungen zum guten Teil überein— und Japan. Sollten die Forderungen wirklich den unbeugsamen Ent- scheid der Mächte darstellen, so wird vielleicht das nieder- getretene China vorläufig in die Bedingungen seiner Peiniger einwilligen müssen. Die ganze Nation wird freilich knirschen und sich zur einstigen Vergeltung rüsten I— daselbst beendigt war, deren Leitung in den Händen der den Führern des Fabrikanten- Vereins so verhaßten Social- demokraten sich befand. Der Streik brach am 4. Sep- tember 1898 oiiS; verlief für die streikenden Aerzte sehr im- günstig, trotzdem dieselben sich persönlich nach Düsseldorf zum Re- gierungtpräsidenten d. Rheinbaben begeben und sich auch während der ganzen kritischen Zeit einer Füll« behördlichen Entgegenkoimuens zu erfreuen hatten. Die Wut einiger Heißsporne der Remscheider Industrielle» über den blamablen Ausgang des Streik» der Aerzte, welche mit jenen verwandt find, war unbeschreiblich und eS war klar, daß man jetzt an der Allgemeinen Orts-Krankenkaffe Rache nehmen würde. Am 12. September 1393 erschien denn auch in der„Remscheider Zeltung" eine Sprechfaalnosiz, welche lautete: „Es dürfte wohl an der Zeit sein, daß auch der»Bergische Fabrikanten-Berein" Stellung nimmt zu den Vorgängen in der hiesigen Allgemeinen Orts-Krankenkasse und eine Versammlung zum Zwecke der Besprechung dieser Angelegenheit anberaumt. Der Verein, welcher eine bedeutende Anzahl von Arbeitgebern als Mitglieder zählt, hat mit Rücksicht auf diese Thatsache ivohl Anlaß, der Sache näher zu treten. Mehrere Mitglieder." Diese bestellte Versammlung fand denn auch schon am 18. Sep- tember unter dem Vorsitz des Direktors der„Bergischen Stahl- Industrie, G. m. b. H.". Herrn Böcker. statt, welcher ersuchte, überall Betriebs- Krankenkassen zu gründen, um, wie er sich so schön ausdrückte:»den Arbeitern daS Selbstbestimniungs- recht wiederzugeben. was ihnen die Orts- Krankenkässe genommen habe." Wie man sich dieses Selbstbeftimmungsrecht der Arbeiter in den neuen Betriebs-Krankenkassen dachte, erläuterte dann auch gleich ein andrer Redner, indem er betonte:»Die Arbeiter haben kein Recht, zu verlangen, daß in da» Stahlt etwas hineinkommt, was der Nnternehiner nicht haben will." Mit einem TerrorismuS, der feines Gleichen sucht, wurde dann auf die Unternehmer eingewirkt mit dem Erfolg, daß 28, natürlich aus purer Liebe zu den Arbeitern, Betriebskassen gründeten, von denen mehrere nicht einmal b0 Arbeiter beschäftigten und auch noch nie beschäftigt hatten. Ein Betrieb war darunter mit 21 Arbeitern! Eine besondere Fxeude haben die Gründer der Kassen an den- elben bis jetzt nicht gehabt. Wir können es den Böcker und Kon- orten nachempfinden, daß es für sie eine unangenehme Sache ist, den Arbeiter» ihre Rechte im persönlichen Kampf zu rauben, und daß es viel angenehmer ist, wenn diese immerhin aufregende Arbeit von der Dienerin des Unternehmertums, der Regierung, auf dem Wege gesetzlicher Strangulation vorgenommen wird. Wenn Herr Bueck schreibt, dem Antrage des„Bergischen Fabrikanten-VereinS" fei keine Begründung beigegeben, so war daS deshalb nicht notwendig, weil diese Begründung bereits in den Händen des damaligen Regierungs-Präfidenten, jetzigen Polizeiininisters v. Rheinbaben sich befand. Dem.Bergischen Fabrikanten-Verein" erschien die Vermittelung des CentralverbaudS bei Ueberreichung feiner Forderungen an die Regierung schon deshalb über- lüsstg, weil er aus Erfahrung wußte, daß er in solchen Angelegenheiten bei der Regierung, ohne die Fürsprache de« Herrn Bueck, auf vollstes Verständnis und Entgegenkommen rechnen durste. Wenn der Reichstag demnächst die Denkschrift zur Abänderimg deS KrankenverfichemiigS-Gefetzet entgegennehmen wirb, dann wird Remscheid, wie wir schon heute verraten können, einen breiten Raum darin einnehmen. In qualitativer Hinsicht wird das Material" aus Neinscheid den Inhalt der skandalösen Denkschrift zum ZuchthauS-Gcsetzentwurf noch zu überbieten suchen. Ueber die Äranlenkassenvorgänge und die Thätigkeit, welche die so verhaßten Socialdcmokraten hierbei gespielt haben, find so entstellte und geradezu erlogene Darstellungen nach Düffeldorf berichtet worden, daß es uns nicht überraschen würde, wenn man demnächst zu hören bekäme, die Vorschläge des Herrn Hoffmann zur Reform des KranIenverflcherungS-GcletzcS feien auf die Initiative deS Herrn von Rheinbaben zurückzuführen. Soviel teht fest, daß die Gruppe der Industriellen, welche im„Bergischen lsabrikanten-Verein" vereinigt ist, sich ohne Ueberhebung als Teil der regierenden Industrie bezeichnen darf, welche die Minister und Ge- Heimräte lediglich als ihre Commis betrachtet. Deutsches Reich. Tie Vorgeschichte der Sraukeukasseu- Novelle. Man schreibt unS au« der Rheinprovinz: In Nr. 265 brachte der»Vorwärts" unter der Ueberschrift:»Die regierende Industrie",«inen Auszug aus dem Berichte de» Hern, Bueck an den Sentralverband Deutscher Industrieller, in welchem eS heißt: »Ein zum Centralverband gehörender Verein hatte beantragt. daß der Centralverband Maßregeln ergreifen möge, um daS Bor- dringe» der Socialdemokratie in der Verwaltung der Kranken« taisen zu bekämpfen. Nähere Ausführungen waren dem Antrage nicht beigegeben." Dieser von dem Sekretär der Scharfmacher nicht genannte Verein ist kein andrer gewesen als der»Belgische Fabrikanten-Verein", der feinen Sitz in Remscheid hat und die zum Handelskammer- bezirk Lennep gehörende» Industriellen als Mitglieder zählt. Der Antrag des»Bergifchen Fabrikanten-VereinS" ist, wie Herr Bueck selbst schreibt, in der Zeit vom 1. Oktober 1898 bis 28. Februar 18S9 beim Centralverband eingegangen. DaS war kurz nach der Zeit, als in Remscheid der in ganz Deutschland Aufsehen erregende Aerztestreik zu Gunsten der Allgemeinen Ortskranleulasss Ter BimdeSrat hat am Dienstag den Entwurf eines Gesetzes betreffend den Verkehr mit Wein, iveinhaltigen und wem- ähnliche» Getränken dem zuständigen Ausschuß überwiesen. Der Vorlage, betreffend den Entwurf einer Verordnung über dm Zeit- Punkt, von welchem ab die Schiedsgerichte für Arbeiter- ? e r s i ch e r u» g an die Stelle der bisherigen nach BerufSgenoffen- chaften errichteten Schiedsgerichte treten und dem dritten Nachtrags- Etat für 1900(Kosten der China- Expedtttou) wurde die Zu- i m m u n g erteilt. Au» dem Reichsetat. Dem Bundesrat ist der Etat für as Auswärtige Amt zugegangen. Die fortdauernden Ausgaben betragen 13 807 507, die einmaligen 26 896 007 M. Bon letzteren beanfpiucht die Kolonialverwaltung, und zwar vvrnehinlich an Zuschüssen zur Bestreitung an Verwaltungsausgaben in den Schutzgebieten ollein TS 947 807 M. Der Etat für das oft afrikanische Schutzgebiet balanciert mit 12 349 000 M. Der Reichszuschuß beträgt 9117 000 M.— Im Extra- Lrdinarium werden gefordert zur Gewährung von Beihilfen an indische Ackerbürger 30 000 M. Zur Begründung der Forderung wird gesagt: Es besteht die Abficht, indischen Ackerbürgern, die sich in Deutsch- Ostofrika anzusiedeln gedenke», unentgeltlich kleinere Landflächen zu überweisen und ihnen zur Bestreitimg der Kosten der Ueberfahrt und Beschaffung von Ackergerätschaflen«. einmalige, nicht rückzahlbare Beihilfe bis zur Höhe von ungefähr 500 M. für dm An« iedler zu bewilligen. Von der Thätigkeit dieser Leute wird in erster Linie eine kräftige Förderung des Anbaus von Reis und Baum- wolle erhofft.— Femer werde», gefordert zur Herstellung einer Eisenbahn von Tar-eS-Salaam nach Mrogoro al« erste Rate 2 Millionen. Die Kosten für den ganzen Bahnbau find auf 15 Millionen veranschlagt. Beigefügt ist dem Etat der Boranschlag der Betriebs-Einnahmcn und-Ausgaben der fertig gestellten Strecke der U f a m b a r a- E i s e n b a h n für daS Rechnungsjahr 1901. Die Einnahmen sind angesetzt mit 142 800 M.(102 000 Rupien 1,40 M.j, die Ausgabe»' mit 142 210 M., so daß sich ein Ueber- chuß von 590 M.«rgicbt. Im Militär- Etat betragen für da» preußische Kontingent die dauernden Ausgaben 435 811 484 M., die einmaligen«»»gaben im ordmtlichm tfiat 65114 220 M., im außerordentlichen Etat 18 948 300 M.— Für das w ü r t t c m b e r g i s ch e Kontingent be- tragen die dauernden AuSgaben 21034874 M., die einmaligen 1 933145 M.— Für das s S ch s i f che: die dauemden Ausgaben 40 768 384 M.. die einmaligen 14 071 326 M. Weltpolitik auf Pump. Die CmtrumSprefse erinnert sich jetzt daran, daß sie bei der Flotlen-Affaire die Lasimg ausgegcven habe: Keine neue Anleihe! Sie äußer: also ihr Mißveranügen darüber, daß man es dem Enkel überlasten«volle, die Kosten»er großväterlichen Hunncnihate» zu bezahlen. Will man etwa Müller-Fulda, den famosen Steuersucher, aufs neue in Beivegmig fetzen? Die tleritale Opposition mimt ivieder einmal den grausigen Kriegstanz angestrichener Schaubuden-Mmschenfresser.— Tie allerunterthiinigste Echrlnovposttion, die die National- liberalen im Reichstag gegen die BeriassiuigSwidrigkeit de» China- Unternehmens zu machen anstandshalber nun einmal nicht umhin können, bemühen sie sich, durch Dithyramben auf die Genialität des Unternehmens selbst abzuschwächen. Deutlicher noch alS die China-Resolution des CentralvorstandZ verrät die nach Schluß der Beratung gehaltene Tafelrede Bassermanns die Khaki- tollheit der Nationalliberalen. Fast mit der überschweng lichen Begeisterung des Herrn Leon Leipziger hat in dieser Rede der nationalliberale Führer die weltpolitische Initiative Wilhelms II. gefeiert. Ist es da nicht der Grotzthat der Waldersee- Expedition gegenüber kleinliche Nörgelei, wegen einer solchen Lappalie, wie fie die Nichteinberufimg des Reichstags darstellt, noch ein Wort zu verlieren?— Die aufgehobene Schulpflicht. Nach der„Preußischen Lehrer zeitung" betrug im Jahre 1896 die Zahl der schulpflichtigen Kinder, die wegen Ueberfüllung der Schulen nicht aufgenommen werden konnten. 2409. Auch im laufenden Jahre wird die Zahl noch hoch in die Hunderte gehen. Die Unterbringung der Kinder würde einige Hunderttausend Mark kosten, die man nicht hat, da man ja jetzt für die asiatische Kulturmission 152 Millionen aufwenden mutz.— Die Wahl in Randow-Grcifenhagrn. Bei der am 9. No- vember im Wahlkreis Randoio-Greifenhagen stattgehabten Reichstags Ersatzwahl wurden 27 838 Stimmen abgegeben. Davon entfielen nach der amtlichen Feststellung auf den' Landtags- Abgeordneten PrätoriuS-Berlin fk.) 14 583 Stimmen. Der Arbeitersekretär K ö r st e n- Berlin(Soc.) erhielt 11750 Stimmen, der Stadtrat Dr. Dohrn-Stettin(frs. Vg.) erhielt 1178 Stimmen. Prätorius ist somit gewählt. Der Konservative hat gegen 1898 437 Stimmen verloren, da- gegen geivannen wir 1204 Stimmen— ein erfreulicher Erfolg, auch wenn wir diesmal noch das Mandat nicht gewannen.— Gegen den Brotwucher erhob eine Massenversammlung in Kiel Protest, die von den Freisinnigen einberufen und von Frei- sinnigen und Socialdemokraten gleich stark besucht lvar Um dem antisemitischen Agitator' und Mitglied des Bunds der Landwirte Graf Re'ventlow das' erwartete Ver gnügen zu verderben, verzichteten die Genossen darauf, mit den Freisinnigen eine Abrechnung vorzunehmen. Die anwesenden Social demokraten stimmten vielmehr für die freisinnige Resolution gegen den Brotwucher, nachdem sie einem socialdemokratischen Antrag gemäh abgeändert worden war. Sehr bös erging es dagegen in der Dis- kussion dem Grafen Reventlov, niit dein sich der Freisinnige Dr. Barth und zwei socialdemokratische Redner gründlich aus- cinandersetzten. Die„Boss. Ztg." hält diesen genieinsamen Protest der Socialdemokraten und Freisinnigen für ein bemerkenswertes Ereignis, als ob es dieses Beweises erst bedurft hätte, um der socialdemo kratischen Bekämpfung des Brotwuchcrs sicher zu sein! An der Socialdemokratie hat eS nie gefehlt, wenn es galt, ein Attentat auf die politischen Rechte oder das Portemoniiale der Vollsniasse abzuwehren. Wohl aber hat der Freisinn oft genug hintck dem Ofen gesesten. Oder er hat gar, wie die Freisinnigen in Kiel, mit A ii t i s e m i t e n und Agrariern bei der Wahl ein Schutz- und Trutzbündnis gegen die Socialdemokratie abgeschlossen. Und wir möchten wetten, daß sich die schönen Seelen bei der nächsten Wahl ebenso innig wieder zusaminenfinden lverdeu.— Ausland. Die bosnischen Bahnen. Wien, 10. November. Am Dienstag ist in Budapest eine Frage entschieden worden, die seit Wochen die Gemüter in Oestreich sehr aufgeregt hat. Die Entscheidung ist gefallen, wie sie in allen Streitfragen zwischen Oestreich und Ungarn zu fallen pflegt: für Ungarn und gegen Oestreich, ES handelte sich diesmal um de» Ausbau des b o s n i- schen Eisenbahnnetzes. Oestreich- Ungarn.erhielt be- kanntlich vom Berliner Kongreß daS Mandat, Bosnien und die Herzegowina zu occupicren. Seit 1873 stehen die Länder unter östreichischer Herrschaft, ivenn auch die Konvention vom Jahre 1879 die Souveränität des Sultans ausdrücklich bestätigte. Die occupiertcn Länder wurden gewissermaßen als„Ncichsland" verwaltet: Herr v. K e l I a y, der Reichs- Finanzminister, übt dort eine Art Bicekönigtum aus. Die Kosten der Verwaltung sind zwischen Oestreich und Ungarn genieinsam: sie werden also nach dem Quotenverhältnisse derart geteilt, daß Oestreich 65,6, Ungarn 34,4 Proz. beiträgt. Demnach bezahlt die Bahueii, die neu gebaut werden, Oestreich zu fast zwei Dritteln: man würde also annehmen dürfen, daß sein Einfluß auf die Dinge der größere ist. Das Umgekehrte ist richtig: in allen gemeinsamen Angelegenheiten herrscht Ungaru fast unumschränkt, und sein Bestreben geht ersichtlich dahin die occupierte Provinz in seine Einflußsphäre zu bringen. Das zwischen den beiden Regierungen abgeschlossene Kompromiß unter stützt dieses Bestreben in wirksainster Weise. Nach dieser Vereinbarung wird zuerst die Bahn von Serajewo. der Hauptstadt Bosniens, bis an die Grenze des S a n d f ch a k s von Novibazar hergestellt werden, und erst, wenn diese vollendet sein wird— die Bauzeit ist auf drei Jahre berechnet— sollen die Anschlußlinien an das ostreichische und an daS »ngrische Bahnnetz in Angriff genommen worden. Diese Linie bringt das OccupationSgebiet in die unmittelbarste Verbindung mit den türkischen Bahnen und mit dem Aegäischen Meere: wenn auch der Weg vorläufig nur bis Novibazar eröffnet ivird. so liegt er doch auf der Weltstratze bis Saloniki. Nun ist aber diese Linie nur mit dem ungrischen Bahnnetz in Verbindung gebracht die Verbindnng mit Oestreich fehlt und wird nicht hergestellt, ob wohl sie sich geradezu zwingend aufdrängt und bei der Anlegung der Straße durch die sogenannte Via Mala Bosuiens bereits an einen wirklichen Bahnbau gedacht worden istl Die Straße ist so angelegt, daß es nur des Legens der Schwellen und Schienen bedurfte, um aus der Kunststraße einen Schienenweg zu machen. ES bedarf nur geringer Mittel, um den Weg von Wien nach Serajewo um mehr als 200 Kilometer zu verkürzen. Aber gerade daS lassen die Ungarn nicht zu. So wird die bosnische Bahn zu einer ungrischen werden: Ungarn hat schon heute eine direkte Verbindung von Pest nach Serajewo und wird sie dann bit Novibazar haben. Um dasselbe für Oestreich zu schaffen, bedurft» es nur des AusbauS der neuen Strecke Banjaluka-Serajewo. Von dieser obersten Forderung Oestreichs steht aber in der offiziösen Ver- kautbarung über das Kompromiß nicht ein Wort; Herr v. Körbcr scheint nicht einmal die Eourage gehabt zu haben, diese Forderung gegenüber den Ungarn geltend zu machen I Mit der bosnischen Bahn ergreift Ungarn von den Occupations- ländern Besitz, alles übrige schrumpft dagegen in nicht« zusammen. Oestreich hat die kleine Strecke von Biigojno bis Arzano an der dal« matinischen Grenze bekommen: von Arzano bis Spalato baut dann di» Linie Oestreich allein. Dadurch wird wohl Bosnien mit dem Meere verbunden, aber diese kleine Flllgelbabtt hat höchstens eine geivlffe Bedeutung für Dalmaticn, für Oestreich bedeutet sie gar nichts. Aber auch diese Lokalbahn wird erst in vier Jahren nach Vollendung der großen Linie von Serajelvo in« Innere des Lands in Angriff ge- nonmien werden, und zwar gemeinsam mit der Linie Sckabatz— Doboj, wodurch Ungarn eine zweite Cinbruckisquelle nach Bosnien erhält. ES ist geradezu unfaßbar, daß sich Herr von Körber diese insolente Bedingung aufnötigen ließ. Erstens ist der Bau der Bahn dadurch gar nicht gesichert: die Ungarn brauchen sich in drei Jahren nur mit ihrer derzeit schmalspurigen Verbindung bis Serajewo zu begnügen und auf die normalspurige Limo zu ver- zichten und Oestreich baut dann selbst um die belanglose Errungen- fchaft, die in der Verbindung Bosniens mit dem dalinatimschen Hafen liegt. Zweiten? aber ist für diese Verzögerung absolut kein plausibler Grund auszutretben. Herr v. Körber will der Welt weißmachen, finanzielle Gründe wären es gewesen, die zu dieser Zurückstellung genötigt haben. Das ist einfach ein Uusinn: man hat mehr daS Gefühl, daß Ungarn zu der Schädigung Oestreich« auch den grimmen Hohn fügen wollte. Noch nie ist die Suprematie Ungarns über Oestreich. über dessen wichtigste und berechtigtste Interessen so deutlich hervorgetreten, wie in dieser Frage. Oestreich hat für die occupierten Länder ungeheure Opfer an Gut und Blut gebracht und muh eS nun dulden, daß sie Ungarn ganz in Besitz nimmt. Die Gemeinsamkeit mit Ungarn hat Oestreich seine ganze Stellung am Balkan gekostet, denn eS war gezwungen, statt industrielle und kommerzielle Politik agrarische zu treiben. Die ungrischen Schweine haben der östreichischen Industrie den rumänischen Zollkrieg auf den Hak« gebracht, haben uns Serbien und Bulgarien entfremdet. Oestreich hat dafür aber noch nicht den ungrischen Markt eingetauscht, denn daS ist nur ein Besitz auf Zeit. Sobald die Ungarn die östreichische Stütze nicht mehrjbrauchen, werden sie sich losreißen; ihre fieberhaft betriebenen Jndustrierüstungen be« weisen es. Die Entscheidung über die bosnische Bahn eröffnet ihnen den Weg nach dem Süden, bringt das ganze Hinterland in ihre Gewalt. Noch nie hat ein Staatsmann einen so laudeSpreiS geberischen Vertrag unterzeichnet als es der ist, mit dem Herr v. Körber gestern von Budapest heimkehrte. Oestreich ist.wieder einmal geopfert Ivorden; mit seinen Interessen wird der ungrische „Patriotismus" gefördert. Die Ungarn lasten sich ihre„Loyalität für das Haus Habsburg sehr gut bezahlen, aber die die Kosten tragen, sind die östreichischen Völker. Die einzige Hoffnung ist, daß der Vertrag der Genehmigung der Parlamente untersteht. Diese Hoffnung ist allerdings nicht sehr gewichtig, denn was das Parlament verweigem würde, kann leichthin der 8 14 besorgen.— Frankreich. Die tote Hand in Frankreich. Die Regierung wird dem- nächst die Ergebnisse ihrer Erhebungen über daS Vermögen der gei st lichen Orden in Frankreich der Kammer vorlegen. Sie ermittelte einen Grundbesitz.im Werte einer Milliarde; liegendes Eigentum unter Decknamen und der gan�e bewegliche Besitz'entziehen' sich der Feststellung. Doch glaubt die Regierung diesen Teil des Ordeirsvermögeirs auf über eine Milliarde schätzen zu dürfen.— Tepntiertrnkammcr. Die Kammer tritt in die General diskrission des Budgets ein. Fmauzminister Caillaux betont die Not- wendigkeit, die Einheitlichkeit des Budgets zu erzielen und eine ernst hafte Amortisation in dem Budget zu schaffen, das zwar das drückendste der Welt sei. das aber im Verhältnis zum Reichtum des Lands niedriger sei, als bei vielen andren Nationen und als unter den früheren Regierungen. Der Minister erklärt weiter, die Ein heitlichkeit deS Budgets sei durchgeführt und zum erstenmale habe man eine Summe in den Etat eingestellt, um mit der Amortisation der Schuld zu beginnen. Zum Schluß fordert der Minister die Kammer auf, sich hinsichtlich der Venuehniiig der Ausgabe» eniste Beschränkung aufzuerlegen. Die Generaldiskussion wird geschloffen.— Gngl«»d. Zusammentritt deS Parlament«. Die Morgenblätter melden, eS verlaute, daß daS Parlament am 3. Dezember zusammentreten und über die Ausgaben für Kriegszwecke abstimmen werde.— Wie die„TimeS" erfahren, hat Lord Raglan die Stelle des Untersekretärs de« Kriegs, Carl of Onslow, bisher Parlaments- iekretär des Indischen Amts, die Stelle des Parlaments-Nnter- sekrctärs des Kolonialamts und Earl of Hardwicke die Stelle deS Parlameilts-Uiitersekretärs des Indischen Amts angenommen.— Amerika. Nach dem Bericht des Schatzsekretärs der Vereinigten Staalen beliefe» sich die ordentlichen Reichseiiinahmen in dem mit dem Monat Juni endenden Rechnungsjahr auf 567 240 852 Dollar; es ist dies die größte bisher erzielte Eiimahmc. Die Zunahme gegen das vorhergehende Jahr betragt 51 280 232 Dollar. Die Rein- abnähme der Ausgaben stellte sich auf 117353388 Dollar.— Afrika. Mit einem langwierige» Guerillakrieg in Südafrika rechnet selbst die„Ariny and Navy-Gazctte". In ihrer Ausgabe vom 10. November erklärt sie:„Lord Roberts hat konstatiert, daß un- vcrkeiinbare Anzeichen von Entmiitiglmg der Boeren vorlägen und daß Munition und Lebeusmittel dem Feinde sehr knapp seien.' ES wäre schön, wenn sich dies thatsächlich so verhielte, und ivenn das Ende des Guerillakriegs demnach bevorstände, aber bisher hat sich diese Entmutigung der Boeren als ein äußer st langsamer Prozeß mlt sehrenttäuschenden Resultaten erwiesen, selbst ivenn jetzt in elfter Stunde die Nachricht von der verhältnismäßig schweren Niederlage de Wels bei Bothaville in Betracht zu ziehen ist. Nun haben jedoch die Boeren immer, seitdem das Kriegsglück ihnen untreu wurde, ihre Niederlagen mit dem denkbar größten StoictsmnS ertragen, zumal ihre brillante Mobilität eS ihnen fast immer ermöglichte, vollständige Vernichtung durch zeitigen Rückzug zu vermeiden, und an anvren Stellen in neuer Formation i» kühnem Wagemute überraschend wieder auf- zutauchen. Die große Anzahl der noch im Felde stehenden Feinde besteht zweifellos aus u n v e r s ö n l i ch e n BnrgherS, aus Knp- Revellen oder solchen Boeren, die den Neutralitätseid gebrochen haben und nun die Strafe fürchten, sowie aus den Ueberbleibseln der fremden Söldnerscharen. Jedenfalls können'wir darauf rechne». daß diese Guerilla-Banden das Feld behaupten und unsre Truppen belästigen werden, so lange sie ihre BandelierS mit Patronen füllen können." Mehrere neue Gefechte, die seit der letzte» Niederlage der Boeren stattgefunden haben, bestätigen die Auffassung des englischen Blatts. In der Nähe von Petrusberg wurde eine Polizeipatrouille nach heftigem Kampfe von Boeren gefangen genommen. Nachdem den Leuten ihre Gewehre und sonstige wertvolle Gegenstände ab- geiiommen waren, wurden sie wieder freigelassen. General Run dle hat in den letzten Tagen mehrere Ge- fechte in den Distritten von Harrismith, Brede und Reitz gehabt. General Douglas hat Bentersdorp besetzt, wo die Boeren ihre Ope- rationSbasiS und ihre Vorratslager hatten. 21 Boeren wurden ge- fangen und eine Anzahl Rinder und Schafe erbeutet. Prozeß gegen den„Vorwärts". Genoffe John stand am Dienstag vor der 4. Gtrafkammer'deS Berliner Landgerichts I unter der Anklage, den Polizisten S ch ü t t aus Wismar beleidigt zu haben. Die Beleidigung wird gefunden in einem Leitartikel des„Vorwärts" vom SI.März d. I.„Die neue Thatfache" überschrieben, der sich mit einer Gerichtsverhandlung in Rostock be- chäftigte, im Verlauf deren vom Staatsanwalt und Borsitzenden ausgesprochen wurde, daß da« durch den damaligen Zeugen Schütt Ausgesagte nicht für erwiesen angenommen werde. Der„Vorwärts" hatte volle Veranlassung, sich mit diesem Fall Schütt näher zu de- schäftigen, weil Schütt in dem Gttstrower MeinetdS-Prozeß alS Haupt- belastungszeuge fungiert hatte,'durch welchen Prozeß der Genosse Holst zu drei Jahren Zuchthaus verurteilt worden war. Der„Vorwärts" drückte nun die Uederzeugung aus. daß die Quali- izierung des Polizisten Schutt tn dem neuen Prozeß zu einer Wiederaufnahme des Verfahrens in dem Meineidsprozeffe führen müfie. Deswegen schrieb er: „Räch§ SS9 der Sttafprozetz» Ordnung findet die Wieder- ausnähme etneS Verfahrens statt,»wenn neue Thatsachen oder Beweismittel beigebracht sind, welche die Freisprechimg des Angeklagten oder in Anwendung eines milderen Strafgesetzes eine geringere Bestrafling zu begründen geeignet sind". Holst ist ans Grund der Aussage SchttttS, er habe WollenbergS Rufe gehört. verurteilt worden. Jetzt liegt die neue Thatfache vor, daß der HauptbelastungSzeuge durch das Gericht in Rostock als ein Mann erkannt worden ist, dessen Aussagen kein Gewicht beigemessen werden kann. Die mecklenburgische Justiz sollte dankbar sein, daß ihr so schnell Gelegenheit geworden ist, einen Unschuldigen auS dem Zucht- hause zu befreien." Schütt stellte auf Grund deS Artikels Strafantrag, welchem der Staatsanwalt Folge gab. Zum gestrigen Termin war nun eine Anzahl Zeugen aus Wismar geladen, um festzustellen, ob Schütt in einer Wismarer Gerichtsverhandlung eine ihm vom Polizeisekretür Dannehl aufgetragene Meldung so ausgerichtet hatte, wie sie ihm aufgetragen worden war, oder in ivesentlich veränderter Form. In jener Schöffengerichts- Verhandlung handelte es fich um die Frage, ob die in Wismar eingerichtete Privat- Postanstalt, mittels deren die dort abonnierten Exemplare der„Mecklenburgischen Volks- Zeitung" an die Abonnenten ans- getragen wurden, ein den gesetzlichen Bestimmungen entsprechender Gewerbebetrieb sei oder nicht. Das Polizei- Amt hatte diese Frage verneint und infolgedessen den Austrägern der Privat-Poftanstalt. weil sie des Sonntags Zeitungen bestellt hätten, auf Grund des mecklenburgischen SonntagsgesetzeS einen Strafbefehl zugeschickt. Dies Soimtagsgesetz gestattet das Austragen von Zeitungen an Sonntagen wohl den Reichs-Postanstalten sowie allen Privat-Postanstalten, verbietet es aber allen sonstigen Privatlenten. Der Vorsitzende hatte»un, »m festzustellen, ob die Privat-Postanstalt, den Anforderungen der Geiverbe-Ordiluiig gemäß, polizeilich angemeldet war, den im Zuschauerraum anwesenden Polizisten Schütt aufs Rathaus geschickt mit dem Auftrag, die Akten über die Anmeldung der Privatpost herbeizuholen. Schütt hat nun vom Polizeisekretär Dannehl den Auftrag bekommen, zu bestellen:„Die Privat-Postanstalt sei zwar angemeldet, Akten seien aber nicht vor- Händen." In diesem Sinne will Schütt den Austrag im Gerichtssaal aus- gerichtet haben. Dies behauptete er auch in dem sich anschließenden Rostocker Prozeß, während von anderer Seite behauptet wurde, er habe gemeldet:„Ter Polizeisrnator läßt sagen, eine Privatpost sei nicht angemeldet und Akten seien nicht Vorhände n." DaS Rostocker Gericht ist auf Grund der Zeugeuveruehmung nicht zu der Uederzeugung gelangt, daß Schütt die Aussage so gemacht, wie ihm aufgetragen worden war, und an diese Qualifikation des Schütt durch das Gericht hatte der„Vorwärts" wie erwähnt. angeknüpft. Im gestrigen Termin behauptete Schütt, der in Uniform er- schienen war und sehr undeutlich spricht, er habe den Austrag, wie- er ihm aufgetragen lvar, ausgerichtet. Der als Zeuge vernommene Oberamtsrichter Martens aus Wismar hat seiner Erümerung gemäß nur gehört, daß keine Akten da seien. Um festzustellen, ov eine Anmeldung erfolgt sei, habe er noch den Inhaber der Privatpost, Priestafs, vernommen.(Bei der Vernehmung i» Rostock hatte der Herr Oberamtsrichter noch erklärt, wenn Schutt gesagt hätte, die Anmeldung sei erfolgt, so würde er wohl keine Veranlassung gehabt haben, noch den Priestaff zu vernehmen.) Der Gelbgießer Michaelis und der Invalide Peter«, die in der Sitzung anwesend waren, bekunden, Schütt habe die Meldung er- stattet, wie er eS darstellt. Tischler Stetnbrügger dagegen, der unmittelbar hinter Schütt saß, hat deutlich melden hören:„Der S enator läßt sagen, die Privatpost ist nicht angemeldet und Akten seien nicht vorhanden. Mit einer sehr interessanten Mitteilung, die ein eigentümliches Licht wirst auf die Art, wie daS Anklagematerial gegen John zu stände gekommen ist, kommt der Orgelspieler Ohlerich. Derselbe bekundet unter seinem Eide, der Invalide Peters habe ihn zu be- stimmen gesucht, er solle sich bei der Polizei melden und sagen,„er sei im Gerichtssaal gewesen und Schütt habe seine Aussage so ab- gegeben, wie er behauptet. Auf die Einwendung,? daß er, Ohlerich, a gar nicht auf dem Gericht gewesen sei, habe Peters gesagt, das chade nichts. Schütt dürfe nicht fallen. Die Polizei werde schon dafür sorgen, daß den Zeugen, die für Schütt günstig aussagen, nichts geschieht". Der hierüber befragte Peters bestreitet dies zuerst eiitichie'deu, giebt dann aber doch zögernd die Möglichkeit solcher Aufforderung zu. Entgegen der Auffassung des Staatsanwalts im Rostocker Prozeß prach der Vertreter der Verliner Staatsanwaltschaft, nachdem die Beweisaufnahme geschloffen war, die Ueberzeugung aus. daß Schütt unzweifelhaft die Meldung so erstattet habe, wie sie ihm ausgetragen war. Er sei ein ganz zuverlässiger Beamter. Der „Vorwärts" mache ihm dagegen verblümt den Vorwurf deS Iviffent- lichen Meineids und suche ihn als unglaiibivürdia hinzustellen. Mit olchen Artikeln werde der Versuch gemacht, einschüchternd zu wirken auf solche Leute, die eventuell gegen Socialdemokraten aussagen würden. Bei den Vorstrafen Johns, die trotz ihrer Häufigkeit noch nicht vermocht haben ihn zu bessern, sei eine Gefängnisstrafe von vier Monaten angemessen. Der Vertreter des Angeklagten, Rechtsanwalt Wolfgang Heine, führt an der Hand der einzelnen Zeugenaussagen aus, daß Schütt höchstwahrscheinlich nicht gesagt habe, die Privat- Post sei angemeldet. Dieser Ansicht se, ja auch da« Rostocker Gericht gewesen. Möglich, daß Schütt den Aufwog nicht wissentlich' habe ander« ausrichten wollen, als er ihm geworden, ondern daß diese falsche Wiedergabe eine Folge der Un- klarheit seiner Gedanken sei, für welche Unklarheit auch die ver- worrene, jaum verständliche Sprache desselben zeuge. In dem unter Anllage gestellten Artikel werde ja der Vorwurf einer wissentlichen Unwahrheit ausdrücklich zurückgewiesen und ausgesprochen, daß Schütt in gutem Glauben gehandelt haben möge. Es sollte nur im An- 'chlnß an das Rostocker Urteil der Ueberzeugnng Ausdruck gegeben werden, daß den Aussagen des Schütt kein besonderes Gewicht beizulegen sei. Die Tendenz des Artikels, dem zu Zucht- hausstrafe verurleilten Holst durch Betreibung des Wiederaufnahme- Verfahrens vielleicht Hilfe zu bringen, sei ganz klar. Demgegenüber 'ei es vom Staatsanwalt förmlich mit Zangen herbeigezogen, wenn er das Motiv der Einschüchterung unterschiebe, welche Jnstnuation scharf zurückgewiesen werden müsse. Der Verteidiger plädiert auf Freisprechung des An- geklagten. Sollten jedoch noch Zweifel bestehen über die Aussage des Schütt vor dem Gericht in Wismar, so stelle er den Eventualantrag. noch den Pantoffelmachcr K ö h n, den Restaurateur Schütt und den Gastwirt K o b e r aus Wismar zu vernehmen, die der Ver- Handlung beiwohnten, lieber die Auffassung der Rostocker Straf- kammer über Schutt und seine Aussagen seien eventuell der Land- gericktSdirektor Schnitze und der Staatsanwalt C h r e st i n zu vernehmen. Stach längerer Beratung erklärt der Präsident, daß das Gericht über diesen Antrag der Verteidigung nicht hinwegkomme. Es lverde ein neuer Termin anberaumt werden, zu dem die bisherigen Zeugen, die von der Verteidigung neu aufgeführten sowie der Kauf- mann Gamm geladen werden sollen. NÄrket�NKttzvichken. Die Tüflrldorser Parteigenossen beschloffen in einer am Sonntag abgehaltenen WahlkretS-Parteiversammlung, neben dem Socialdemokratischen Bolksverein, der bisher die Partoigeschäste leitete, die Wiedereiiiführliiig de» früheren VertrauenSmännersystems. Jeder Parteigenosse indessen, der Einfluß haben ivill ans die partei- politischen Aktionen, muß sich durch ivtitgliedskarte des VolkSvereins oder durch die Vertrauensmänner legitimieren können. Zur Leitung des neugeschaffenen Partei- und GewertschaftshauseS wurden fünf Genossen hinzugewählt, so daß die Geschäftskomnnsston dieses Unter« nehmenS nunmehr au« zehn Genoffen besteht. Ein AgitationSkalender ist von unsren Lübecker Genossen am letzten Soimtaq auf dem lübschen Landgebiet unentgeltlich verbreitet «vorden. Es ist das erste Mal, dag unsre Lübecker Genossen nach dem Beispiel der Genossen vieler andrer Agitationsbezirke sich dieses Agitationsmittels bedienen. Die Aufnahme der Kalender Verbreiter war eine vorzügliche. DaS verpönte VerfaffungSstndium. Unser Genosse Dr. Karl Liebknecht sprach am Sonntag in Leipzig über das aktuelle Thema der Weltniachtpolitik und machte bei dieser Gelegenheit gleich Be« kanntschaft mit der vielberufenen sächsischen Redefreiheit. Als der Genosse, wie das von ihm behandelte Thenia das bedingte, auch aus die BerfassungSwjdrigkeit des China-Feldzugs und der China Ausgaben zu sprechen kam. ereilte ihn daS in Sachsen nicht ungewöhnliche Verhängnis der Wortentziehung Genosse Liebknecht meinte, daß zu Gunsten derer, die die Verfassung verletzt hätten, angenommen werden möge. dah sie die Verfassung nicht gekannt hätten. DaS sei allerdings sehr schlimm, weshalb eS zur Verhütung ähnlicher Vorkommnisse geboten fei, wenn zu Beginn des Reichstags sofort ein Antrag eingebracht werde, jedem Mitglied der Regierung auf Reichskosten ein Exemplar der Verfassung zuzustellen. Diese Empfehlung deS Verfassung?. studiumS für die Regierung hielt der Ueberwachende für eine derart kränkende Zumutung, daß er dem Redner das Wort entzog. Im Reichstag werden der Regierung hoffentlich ganz andre LwbenS- Würdigkeiten gesagt werden I GenfevKpchafHirtzrs. Berlin und Umgegend. Achtung» Graveure und Ciselenre k Bei der Firma Otto Fismer, Berlin, Kesselstr. S, haben von 13 dort beschäftigten Kollegen v organisierte wegen Maßregelung eines Gehilfen die Arbeit nieder- llelegt. Der Vorstand. I. A.: Brückner. Die Organisierung der Fleischergesellen Deutschlands, so schwer dieselbe im allgemeinen auch sein mag, da ja in diesem Gewerbe noch das alte patriarchalische Arbeitsverhältnis besteht. macht doch in letzter Zeit recht beachtenswerte Fortschritte. Der im Juli d. I. erst gegründete Centralverband der Fleischer und Beruss- genossen Deutschlands hat schon in 12 Orten Mitglieder zu verzeichnen. denen außerdem weitere 10 Städte hinzugerechnet werden können, in_ denen das Verbandsorgan»Der Fleischer"(Geschäftsstelle Berlin, Fürstenstr. 22) seitens der dort bestehenden Lokalvereine verbreitet wird. Ein wirklich fester Zusammenschluß, wie ihn die Arbeiter andrer Gewerbe haben, fehlt freilich zur Zeit noch, jedoch darf man hoffen, daß eS der rührigen Agitation des CentralverbandS gelingen wird, dies in Bälde zu bewirken. An den üblichen Begleit- erscheinungen, der Maßregelung von Gesellen, die besonders im Interesse der Organisation thätig find, und dem Druck der Meister und Fabrikanten, die.ihre" Leute zwingen wollen, den Central- verband zu meiden, mangelt es natürlich auch dieser jungen Organisation nicht. Trotzdem geht es aber vorwärts und die Meister werden nur gar zu bald mit dieser Organisation der Gesellen rechnen müssen. Deutsches Reich. Deutsche Eisenbahn- Sklaven. Warum die Eisenbahner sich organisieren müsien, beleuchtet folgender Vorgang: Die Strecken- arbeiter in Magdeburg- Westerhüsen reichten gemeinschaftlich an die Direktion eine Bittschrift ein um Lohnerhöhung. Ihr Lohn schwankt zivischeu 2,20 und 2,60 M. Auf das Gesuch erhielten sie folgende Antwort: DaS von den BahnunterhaltungS-Arbeitern Paetz und Ge- »offen unterm 24. v. M. hier eingereichte Gesuch, betreffend Auf- besserung des LohnS, ist von der K. E.-D. unterm 16. 8. 00 abschläglich beschieden worden. Es kam aber noch eine Antwort. Sie lautet: Der Bahnmeisterei IX zur Kenntnis und Bescheidung der An- tragsteller. Denselben ist hierbei zu eröffnen, daß Masseneingaben an eine vorgesetzte Behörde als ungehörig bezeichnet werden müssen. Den Empfang dieser V. haben sämtliche unterzeichnete Antrag. steller durch Namensunterschrist zu bestätigen. gez.: Betr.-Jnsp. Maitzer. Sämtlichen Arbeitern zur Kenntnis. Bahnmstr. IX. I. V.: Schumacher. Kenntnis genommen: ES unterschrieben nur einige Arbeiter. Die andren verzichteten darauf, sich selbst noch eine Extra-Ohrfeige zu geben. Infolge von unwahren Denunziationen von Arbeitern gegen ihre Berufs- und Klaffengenossen wurden bei der Betriebswerkstätte Stutt- gart Maßregelungen gegen verschiedene Arbeiter vorgenommen. Es wurde ihnen die Arbeitsstelle gekündigt. Einer, der 16 Jahre lang als Kesselschmied gearbeitet hat, muß jetzt den Besen nehmen und als Taglöhner arbeiten, wenn er nicht vollständig entlassen werden will. Das bedeutet für ihn einen Lohnverlust von 30—40 M. im Monat. Das ist die Strafe dafür, das er als Vorstand seiner Organisation die Mitglieder aufforderte, durch Ausstehen von ihren Sitzen unsren alten Liebknecht zu ehren. Protest der christlichen Gewerkschaften Münchens. München, 12. Novbr.(Eig. Ber.) Natürlich konnten auch die katholischen Ge« werkschaften in München nicht umhin, zu dem bekannten Hirtenbrief der preußischen Bischöse und zu dem Schreiben des Erzbischofs von Frei bürg Stellung zu nehmen. Hat sich doch, und ivie uns scheint, nicht ohne Grund, vielfach die Meinung verbreitet, gerade die Thätig» keit der bayrischen und speciell Münchener katholische? Arbeiter» vereine sei mit der Anlaß zu den erwähnten Kundgebungen gewesen. Und der ultramontane Landtagsabgeordnete S ch i r m e r, der in gutbesuchter Versammlung am Sonntag referierte, betonte den» auch. man könne wohl der Meinung sein, die Hirtenbriefe seien auf ihn persönlich gemünzt I Der Referent bezeichnete als die beiden wichtigsten Erfolge der christlichen Gewerkschaften 1. die Organisation von 200 000 bisber der Gewerkschaft unzugänglichen Arbeiter und 2.»eine unverkennbare Eindämmung der politischen Agitation und religiösen Hetzereien in den modernen Gewerkschaften". Dann fuhr er wörtlich fort:„Und mit welchen Gefühlen mußte angesichts dieser Erfolge dann der Erlaß der Bischöfe aufgenommen werden I Die Bischöfe behaupten gerode das Gegenteil von dem. was wir erstrebt und wofür wir kämpfen. Die christlichen Gewerk» schaften sind interkonfessionell und so muß e? auch in Zukunft bleiben. (Beifall.) Ein Verbot der christlichen Gewerkschaften würde uns direkt in die Hände der Soeialdemokratie treiben." Herr Schirm er schilderte sodann auf Grund seiner praktischen Erfahrungen, wie die konfessionellen Vereine unmöglich die Aufgaben haben können, die den neutralen Gewerkschaften zustehen. Selbst die Errichtung von Fachabteilungen in den katholischen Männervereinen(Groschenmandkvereine nennt man sie hier), mit denen man sich hier.jahrelang herumgeschlagen habe, erinöglichte keine durchgreifende Arbeit. Unser eigentliches Ziel ist die neutrale Gewerkschaft, ähnlich wie der schweizerische GewerkschaftSbund, wo Grütlianer, katholische und protestantische Arbeitervereine mit den modernen Gewerkschaften geeint sind." Viele Leute in München und anderswo seien entsetzt über einen solchen Vorschlag; aber diese Aengstlichkeit sei gar nicht am Platze. .Die Gefahr, daß die Arbeiter der Soeialdemokratie anheimfallen, besteht nur, wenn sie in ihrem RechtSgeftihl verletzt werden." Als solche flagrante Verletzungen deS RechtsgefühlS wurden bezeichnet: das Socialistengesetz, die ZuchtbanSvorlage und namentlich die 12000 Mark-Affaire.(Stürmischer langandauernder Beifall.) Aus der Thatfache, daß die Regierung von den Industriellen Geld nehme für Gesetze zur Knebelung der Arbeiterschaft, seien alle Ar» beiter zu der lleberzeugung gekommen, daß man sie zu einem unterdrückten Ausnahmestand degradieren wolle.(Stürmische Zu» stimmung.) Wenn man nun aber im eignes Lager jedes berechtigt« Bestreben, solche AuSnahmebehandlung zu verhindern, als social» demokratisch bezeichne, dann werde man eS noch dahin bringen. daß die katholischen Arbeiter einfach zu den Socialdentokraten übergehen. »Die Scharfmacher sollen sich nicht einbilden, daß wir dazu da sind, um auf die Socialdemokraten loszugehen, sie abzumurksen und umzubringen. So meinen wir es nicht. Wir sind nicht dazu da. den Kapitalisten die Kastanien aus dem Feuer zu holen, damit sie ungestört ihren Profit einschieben können.(Zuruf:„Und uns dann dafür verhungern lassen." Stürmischer Beifall.! Wir würden eS lebhaft begrüßen, wenn eS gelänge, die modernen Gewerkschaften dahin zu bringen, daß sie sich neutral bethätigen." Diese Ausführungen waren natürlich in anmutiger Weise mit allerhand unmotivierten Ausfällen gegen die modernen Gewerk schaften gewürzt. Trotzdem keine Resolution gefaßt wurde, haben die katholischen Arbeiter Münchens in unzweideutigster Weise dokumentiert, daß sie sich unberufene Einmischungen in ihre wirtschaftlichen Bestrebungen nicht gefallen lassen. Außerdem hat aber die katholische Preffe, die in der Trinkgelder Affaire Bueck- PosadowSky eine so eigentümliche Rolle spielt, eine schallende Ohrfeige erhalten.— Sociales Auch auf dem Kruppschen Werk in Effen erhallen fortgesetzt Arbeiter ihre Kündigung. Nichtsdestoweniger werden, wie der Essener.Weckruf" mitteilt, in der Kanonenwerkstatt II zur Zeit noch Ueberstunden gemacht. Zur Bekämpfung deS KohlenwucherS hat der Magistrat von Grande nz beschloffen, eine größere Menge Kohlen von der Centraiverwaltung der fiskalischen Bergwerke.Königin Luise" in Zabrze anzukaufen, um sie in kleinen Posten zu dem Selbstkosten preis abzugeben. Graudcnz hat also an socialpolitischer Initiative Königsberg, Bremen und andre größere Städte beschämt, denen die Interessen des Zwischenhandels über die der Konsumenten gingen. DaS Kieler Arbeiterfekretartat soll am t. Juli des nächsten Jahres eröffnet werden. Mommunales. Ans der Tagesordnung für die Sitzung der Stadt» verordneten-Versammlung am Donnerstagnachmittag 5 Uhr stehen u. a. folgende Gegenstände: Berichterstattung über die Vorlage betreffend anderweite Regelung der Gehaltsbezüge der Zeichenlehrer an den höheren Lehranstalten.— Anträge von Mitgliedern der Versammlung, betreffend:«ine Abänderung der durch die neue Gerichtsvollzieher-Ordnung für die Recht?» pfleg« in Berlin hervorgerufenen Uebelstände— und die Herbei» fuhrung von geeigneten Maßnahmen zur Verhütung der auf den Strecken der Berliner Straßenbahn vorkomnienden häufigen Un fälle.— Die Annahme der Schenkung des verstorbenen Ingenieurs Hermann Heine im Betrage von 126 000 M.,— den Jahresabschluß über die Verwaltung des Hafens am Urban,— die Kirchenbaulast der politischen Gemeinde nach märkischem Provinzialrecht,— die Erteilung der Zustimmung zum Bau und Betriebe eines Verbindungsgeleises zwischen dem neu erbauten Ge 'äugnis in der Straße an der Stadtbahn 14/16 und den bestehenden Geleisen in der Schicklerstraße,— den Erwerb der zum Bau der Möckerubrücke verwendeten Flächen des Landwehrkanal«,— den Ab 'chluß des Lagerbuchs der Stadtgemeiude für das EtaiSjahr 1390— nid die Bewilligung von Witwengeld für die Witwe eines Bureau- Hilfsarbeiters.— Antrag von Mitgliedern der Versammlung, be» treffend die Erteilung eines Ehrenbürgerrechts. Vccpsmmlungvn. Die Elcktromontenre hatten am Montag eine öffentliche Vcr ämmlung, in der zunächst Link einen mit großem Beifall auf» genommenen Vortrag über die Aufgaben der Gewerkschaften hielt. Darauf folgte der Bericht über den Streik bei der Allgemeinen Eleklricitäts-Gesellschast, Abteilung 2. Die Direktion hatte de» Arbeitern dieser Abteilung durch Cirkular bekannt gemacht, daß die bisher bezahlte Vorortznlage von 1,50 M. pro Tag in Wegfall kommen sollte. Ferner sollte die Fahrgeld» und Fahrzeit- Vergütigung erheblich gekürzt werden, so daß ein Lohnausfall von II— 12 M. entstanden wäre. Die Arbeiter wurden bei der Direktion vorstellig und verlangten nun die Zurück- ziehung des Cirkulars, 25 Proz. Zuschlag für die Ueberstunden von 6 Uhr ab und eine Lohnerhöhung von 10 Pf. pro Stunde. Die Direktion wollte die von de» Arbeitern gewählte Kommission nicht anerkennen, erklärte sich aber bereit, das Cirftllar zurückzuziehen und auch die Forderung bezüglich der Ueberstunden zu bewilligen. Die Lohnaufbesserung wurde jedoch abgelehnt. Darauf sind die Arbeiter in den Ausstand getreten. Die Lohnverhältnisse der Elektromonteure der Allgemeinen ElektricitätS-Gesellschast sind sehr elende und betragen durchschnittlich 30—42 Pf. pro Stunde. Ein Diskussionsredner erklärte, wenn er auf dem Bau gefragt worden sei, was er verdiene, habe er aus Scham, den Bauarbeitern seinen erbärmlichen Lohn mitzuteilen, ge- logen. Nach einer ledhaften Diskussion, in der besonders auch N ä t h e r die Anwesenden in eindringlichen Worten auf die ernsten Pflichten aufnterksam machte, die ein Streik den Arbeitern auferlegt, gelangte die folgende Resolution zur Annahme: Die Versammlung verurteilt da« Vorgehen der Gesellschaft aufs chärfste, erkennt den Streik als berechtigt an und erklärt sich mit den Ausständigen solidarisch. China. Konflikt der Mächte mit Amerika. Amerika scheint gegen die beabsichtigte Schändung und die wirt» chaftliche Vernichtung Chinas durch einen schmählichen Frieden und ine ungeheure Kriegsentschädigung ernstkich Protest einlegen zu wollen. Im Interesse der wirtschaftlichen Erschließung China«, der Politik der sogenannten offenen Thür liegt eS auch unbedingt, einer Politik de« Uebermut« entgegen zu treten, durch die die Handelsbeziehungen unterbunden und künftige vergeltungSlriege von unabsehbarem Umfang heraufbeschworen werden müffen. Die Nachrichten lauten: „Morningleader" meldet auS New York: Die ameri» kanische Regierung widersetzt sich gewissen, von den Mächten gegenüber China vorgeschlagenen Maßregeln. Der amerikanische Gesandte Conger teilt mit. daß die Hinrichtung von chinesischen Prinzen nicht verlangt werden könne. Es herrscht die Ansicht vor, daß die Lage für die Vereinigten Staaten eine sehr schwierige ge- worden«ist. Staatssekretär Hay hat wiederholt Berichte erhalten über Meinungsverschiedenheiten, welche zwischen dem amerikanische» Vertreter und denjenigen andrer Mächte ansgcbrochen sind. Laffans Bureau meldet aus Washington: Die amerikanische Regierung befürchtet, die Auszahlung der ungeheuren Entschädigung im Betrage von 600 Millionen TaelS bedeute den Ruin Chinas. Neuer Landraub. Nachdem Rußland die Mandschurei in die Tasche gesteckt und in Petschili in aller Gemütsruhe einen Landstreifen annektiert hat, hat jetzt auch das kleine Belgien zugegriffen und einen unterhalb der durch die Russen beschlagnahmten Landstrecke am Peiho»Ufer ge» legenen Landstrich mit Beschlag belegt. Der belgische Konsul hat durch ein Cirkular von diesem räuberischen Landraub Mitteilung gemacht. Man sieht, wie sehr man sich um den Punkt S deS deutfch-eng» lischen Abkommens kümmert, der ja freilich im Grunde nur eine heuchlerische Rechtfertigung eigner Annekttonen enthielt. Kämpfe in der Mandschurei. Die.Nowoje Wremja" meldet aus Mergen(Mandschurei) vom 10. d. M.: Eine dreitausend Köpfe zählende Abteilung Bahn» arbeiter sowie 160 Mann von der Schutzwache der mand- schurischen Eisenbahn wurden am 4. November von Tu n g u s e n an- gegriffen. Die Tnngusen schössen in den Bergen auf die Russen. Als russische Schützen einige Salven abgegeben hatten, zogen sich die Angreifer zurück. Auf russischer Seite wurde niemand getötet oder verwundet. Die Mandschuren in Mergen erzählen, in den Wäldern hielten sich starke Tungusenbanden auf. welche sich an den Russen rächen wollten. Gefecht bei Tientsin. Dem Petersburger General st ab ist folgender Bericht vom 26. Oktober zugegangen: Gemäß dem Befehl des Gcneralfeldmarschalls Grafen Waldersee wurden infolge des Erscheinens von Boxern nordivestlich von Tientsin vom General Lenewitsch am I6.Oftober drei Kolonnen abkommandiert; die erste und zweite unter dem Kommando deS Oberstlieutenants Genie und de« Obersten RomatowSki. Diese Kolonnen kehtten zurück nach einem Geplänkel mit den Boxern, welche die Verschanzungen der Dörfer Dangantun und Datantschivang befetzt halten. Die Boxer wurden zerstreut. Ein Kosak wurde verwundet. Die dritte Kolonne unter dem Kommando des Oberstlieutenants Lrchangelsti stieß nirgends auf den Feind. Eine kleine Kolonne, bestehend aus einer halben Compagnie der ostsibirischen Schützen und fünfzehn Kosaken, welche am 12. Oktober französische Missionare befreit hatte. wurde später von etwa sechs- tausend Mann starken chinesischen Banden umzingelt. Ilm diese Kolonne zu befreien, wurde zuerst eine nicht bedeutende Ab- teilung des Generals Ganiizki und später General Zerpizki mit zwei Compapnien und vier Geschützen abgeschickt. Am 17. Oltober traf General Zerpizki auf dem Kampfplatze ein, wo er die russischen Truppen im Kampfe mit den Chinesen fand: die letzteren wurden zurückgeworfen und mit Feuer verfolgt. Zwei Schützen fielen; 4 Offiziere und 66 Schützen wurden verwundet. Zwistigkeiten unter den„Verbündeten" Truppen. Die„Franks. Ztg." meldet aus Tschifu: Ein Sonder-Bericht« erstatter deS Kaisers von Korea, der aus Peking zurückkehtt, erzählt, daß zwischen Militärs und Diplomaten Uneinigkeit herrscht; auch die Diplomaten unter einander sind nicht einig. Am 31. Oktober ist es in Uangtsun zwischen französischen, deutschen und russischen Truppen auf der einen und den amerikanischen Truppen auf der andren Seite beinahe zu einem Kampf ge- kommen. Die Amerikaner hatten mit Gewalt von einem Eisenbahnzng Besitz ergriffen und schlugen dabei französische Offiziere, sowie den russischen Lokomotivführer nieder. Die Russen und Franzosen drohten, Feuer zu geben, falls der Zug sich in Be- wegung fetze; allein sie waren an Zahl schwächer, als die Amerikaner und konnten daher diese nicht zwingen, den Zug wieder zu verlassene Die Russen und Franzosen mußten auf Hilfe von feiten der Deutschen warten, und dann gaben die Amerikaner nach. Die belgische Chtna-Expedttion. Brüssel, 18. November.(W. T. B.) Senat. Zur Verhandlung steht eine Juterpellatton über die Umstände, unter denen vor kurzem der Plan einer belgischen Expedition nach China auftauchte. Der Minister de« Auswärtigen, de Favereau, erklärt, er habe den Urhebern des Plans seine Unterstützung geliehen und die belgischen Gesandten im Auslände sowie die Mächte, welche Belgien» Reutta» lität garantieren, benachrichtigt. Die Garantiemächte hätten nicht in ungünstigem Sinne geantwortet; jedoch habe England geglaubt, eine Ansicht nicht aussprechen zu können, während Deutschland anheim» gcgeven habe, ob es nicht angezeigt sei, den Plan zu verschieben. Infolge der aus China eingelaufenen Nachrichten sei man zu dem Entschluß gekommen, daß zu der Expedition kein Grund mehr vorliege. Die Fortsetzung der Verhandlung wird auf morgen vertagt. L'ehke Machcichkett und Vcpcpchvn« Offenbacher Eisenbahnunglück. Darmstadt, 13. November.(„Franks. Ztg.") Die bisher em- gelaufenen Akten über das Offenbacher Eisenbahnunglück sind nun» mehr an den Untersuchungsrichter abgegeben worden. Man ist in den Kreisen derjenigen Vertreter der Anklagebehörde, die sich in der Sache infonniert haben, der Ansicht, daß sich eine strafrechtliche Verantwortlichkeit irgend einer der in Betracht kommenden Beamten ch werlich wird nachweisen lassen. Man befürchtet auch citenS der Anklagebehörde, daß die Zahl der Opfer die bisher konstatierte Anzahl von zehn übersteigt, hält es jedoch für un» möglich, aus den übrig gebliebenen wenigen Ueberresten sichere Fest- tellungen treffen zu können. Fraitkfurt a. M., 13. November.(W. T. B.) Von dem russischen Generalkonsulat erhält die.Frankfutter Zeitung" die Mitteilung, daß gestern dort die Witwe deS einen der drei bei dem Offenbacher Eisenbahnunglück ums Leben gekommenen Russen erschien. dessen Persönlichkeit sie durch die Uhr, die Hemdenknöpfe usw. fest» tellte. Es ist der Staatsrat Peter Dimitttewitsch von Feodorow, Mitglied deS Tamboivsche» Landgerichts, welcher sich zu seiner Frau nach Heidelberg begeben wollte. Grubenunglück. Brüx, 13. November.(W. T. B.) In dem Pluloschachte bei Wiesa fand eine Explosion schlagender Wetter statt. Zwei Ingenieure erlitten schwere Brandwunden. 20 Bergleute wurden leichter verletzt. Wir», 13. Noventber.(W. T. B.) Hier vorliegend« Privat- meidungen lassen daS durch schlagende Wetter herbeigesnhtte Unglück in dem Plutoschachte bei Wiesa schwerer erscheinen, al» die erste Nachricht berichtete. Ein der„Neuen Freien Preffe" zugegangenes Telegramm meldet, daß zehn Personen, darunter der Betriebs- leiter und der Schachtmeister, getötet worden seien. Korruption w Italien. Neapel, 13. November.(B. H.) Der.Popolo Romano" kündigt chwer« Enthüllungen gegen den Abgeordneten von Castellamare, -uSco, an, ivelcher auch niehrere öffentliche Aemter bekleidet. DaS- elbe Blatt meldet weiter, daß die UntersuchiingSkomniission an der Realschule in Neapel entdeckte, daß ungefähr 100 Zöglinge trotz nicht entsprechender Prüfungsresultate mit falschen Zeugnissen absolviett wurden._ Hamburg, 18. November(SB. T. B.) AIS mutmaßlicher Mörder eines gestern nacht hier in ihrer Wohnung mit durch» chniltener Kehle aufgefundenen Mädchen« Namens Lina Ahlert wurde heute nachmittag ein schwedischer Kellner, NamenS Stave, verhaftet. Stave verwickelte sich in dem mit ihm vorgenommenen langen Verhör in Widersprüche. Man fand bei ibm das Portemonnaie der Ermordeten. Er behauptet, dasselbe gefunden zu haben. London, 13. November.(W. T. B.) DaS amtliche Blatt ver- öffentlicht eine Bekanntmachung, wonach da« Verbot der Waren- ausfuhr nach dem Oranje-Freistaat und Transvaal wieder aus- gehoben wird. Bukarest, 13. November.o» Berlin nach Ermittiunge» des «) Welzen, gut D.-Ctr. „ mittel gering Roggen, gut „ mittel . gering sOBerste, gut „ mittel „ g-ring Hafer, gut , mittel . gerin, NIchiflroh Se» rbsm Speisebohnm Linse» 15, 30 15,22 15,14 14,30 14,26 14,22 15,40 14,60 14,10 16,20 15,10 14,10 7,16 7.60 40.- 45,- 70,- 15,26 15,18 16,10 14,18 14,24 14,20 14,70 14.- 13,20 15,20 14,20 13.20 6,82 IS:: am 4T. November lvvv tgl. Polizeipräsidiums. Kartossei», neue, D-Ctr. Nindlletsch, Keule 1 leg do. Bauch„ Schweinefleisch„ Kalbfleisch„ Hammelfleisch„ Bult» SV Stück 1kg «i-r Karpsen Aale Zander Hecht« Barsch« Sck-lei» Bleie Krebse »» Schock 6,- 1,60 1,30 1,60 1,80 1,60 2.80 4.80 2,20 2,50 260 1,80 1,80 3,- 1,40 12,- 1,20 1- 1,10 I,- 1- 2- 3,- 1,20 1,40 1- I,— 0,80 1,20 0,80 2,50 ») ab Bahn. f) frei Wagen und ab Bahn. Produktenmarkt vom 13. November. Am heutigen Frühmartt ent- wickelte sich sür Weizen und Rogge» feste Tendenz insolge der höheren aus- wältigen Notierungen und des frostigen Wetters. Am MittagSmarkte wurde die Tendenz schwächer auf die Meldung der Magdeburger Wetterwarte, das, milderes Wetter bevorstehe. Weizen und Roggen, die 0,75 M. beziehungs- weise 0,50 M. höher einsetzten, gingen später wieder auf den gestrigen Schluß- stand zurück. Hafer zog aus Konsumsrage leicht an. Rüböl war geschäftsloS. Spiritus. 70er Locospiritus war mit 46,10 M. unverändert. Briefkasten der Redaktion. DUalta». Die juristische Sprechstunde findet M-uta«. Donnerstag»ud Kreitng von 7—9 Uhr abends statt. Bauarbeiter Berlin V. BersammlungSbericht ist in der SonntagS- nummer erschienen. Spandau. Wohnung unS unbekannt, vom 14. ad im Reichstage zu erfragen. Präsident. Bon Session zu Session. O. S. 71. Das Deutsche Reich hatte bei de, Zählung am 1. Dezember 1895 52 273 901 Einwohner. Di« neue Zählung, die am 1. Dezember d. I. vorgmouunen wird, dürste ruud 55 Millionen ergeben Aus 1000 Männer kommen 1037 Frauen. Die Bevölkerung Berlins bettug 1333(fortgeschtteben, nicht gezählt) 1 810 000.. Brelchvpf- Rixdorf. Eine Woche'vom Tage der BerNlndung de» Urteils ab.— C. D. 11. Sie würden nur dann Ansprüche auf Rück- zahlung gezahlter Beiträge haben, wen» Sie solche vom Tag- Ihrer Ber- heiratung sür 200 Wochen gezahlt gehabt hätten. Nach der Berhettatung gezahlte Beiträge kommen nicht in Betracht.— Köller, Borslgftraste. Sie müssen auf Zahlung der rückständigen Miete klagen und dann die Sachen auf Grund des Utteils durch einen Gerichtsvollzieher pfänden und versteigern lassen.- R. L. 38. Nein. M. N.<5. Wenden Sie stch an ein Jnkassobureau.- M. W. 1. In Preuben am 1. Ottober 1874, im Reich am 1. April 1875. 2. 10 Monate.— IVOS. Bi» 6 Wochen Hast. — 25. B. L. 1 Ja, die entbehrlichen Sachen können gepfändet und ver- kaust werden. 2. Ja, es wird ein Verteidiger gestellt. 3. Mindesteus drei Jahre Gefängnis oder Zuchthaus, höchstens fünf Jahre Gefängni» oder 15 Jahre Zuchthaus.—<5. G. 200. Kommen Sie in die Sprechstunde.— Streit, Euvrhstrasz«: In 20 Jahre»; die Verjährung wird durch jede gegen den Thäier gerichtete Handlung unterbrochenund beginntdaim von neuem. - 3k. E. 1900. Nein, er ist nicht dazu verpflichtet.- F. M. 50. Bei Tage- oder Wochenlohn- ja, bei Stundenlohn: nein.— 6». W.«7. 1. Sie müssen gegen die Frau(wenn Ehefrau, gegen den Mann) klagen und dann die Wäsche auf Grund des Urteils durch einen Gerichtsvollzieher pfänden und versteigern lassen. 2. Ja. Sie dürfen bis zur Lahlmig zurückbehalten verpssichiet sind Sie dazu nicht. 3. Ihre 11» kosten ewschUeblich Lagergeld tonnen Sie in Rechnung stellen. 4. Der Berttag gilt immer nur aw auf 7, Jahr verlängert.— B. H. Nur der Mietszius ist erhöht, im übttgen gilt der alte Bertrag in allen Punkten weiter.- F. Sch. 100. Sie haben leinen Anteil an dem Gewinn.— Schulz« 100. 1. Stellmacher- meister Steffen, Eisenbahnstr. 27. 2. 10 Monate nach Rechtskraft des Urteils. WnlüertaStezinimm WM«'SSÄ' Den Kameraden hiermit zur Nach- richt, daß unser werter Kamerad Meyer am 13. Stovember an der Proletarier- Krankbelt verstorben ist. Ehre seinem Rndenkeu k Die Beerdigung findet heute, MUt- woch, den 14. d., nachm. 4 Uhr, von der Leichenballe des Rixdorser Kirch- Hofs aus statt. 1255/5 Um reg« Beteiligung bittet »v? Voriitiind. Für die rege Beteiligung bei der Beerdigung meines lieben Mann» fllax Grimmer sage allen Kollegen und»olleginnen der Firma Bcrthold und dem Verband der Buch- druckt! und Schriftgieher sowie dem Arbeiter-Raucherbund Berlins und Umgegend und Kornblume I meinen besten Dank. 1022b Die trauernde Witwe Clan Crlmmor. JOankaagnnff. Für die liebevolle Teilnahme und prach wolle Kranzspende bei der Be- erdigung unsreS lieben Sohns Adolf Schuir, genannt Kern, sagen wir ollen Freunden und Bekannten, ins- besondere dem Verband der Holz- ardetter, sowie den Kollegen ber 'imia Ludwig unfern herzlichsten ank. 10396 Dia trauernden Hinterbliebenen. NachrnlT Den Mitgliedern zur Na> am Freitag, den 3. Nov., der >t, daß attler Otto Rebentlcb verstorben ist.[10246 Der Vorstand der BrtUchen i Verwaltung Berlin. A.: J. Hampt.«assterer. m Für die so herzliche, zahlreich« Teil- nähme beim Begräbnis meines lieben Manns, SohnS und Schwager», deS Parkett-Ttfchler» Ott»(Soheerer, lvrechen hierdurch allen Freunden, Belannten und Kollegen ttefgefühtteften Dank aus. 1030b Die trauerudeu Hinterbliebene«. Danksagung. Sage hiermit allen Freunden und Bekannten, die meinem lieben Mann die letzte Ehre erwiesen haben, insbesondere sür die schönen Kranzspenden und dem Gesangverein„Immergrün" meinen herzlichsten Dank.[1032b Die ttauerude Witwe Zltttlrllüe Berndt nebst Kindern. 4» ira-Mag+ Carl Brnckhoff, Friedrich str. 10, über:„Sogmannte unheilbareMänner- leiden" im„yürsteuhos", Köpnüter- streß« 137, abend» 8V, Uhr. Stur Herren! EinKitt frei! Keine Teller- sammlung.__ 10256 Tanzlehrerverein„Solidarität". Dienstag, den 20. November 1900: 8. Stiftungsfest in KUem« Festsälen, Hasenheide 18—15. Um 1Ä Uhr; Pause, Ff nach derselben große Festpolonaise. WWWW verbunden mit verschiedenen Ueberraschungen. Zur Aufführung gelangen die neuesten Rund- und Gesellschaftstänze. u. a.: Huldigungs-Rcigc», Gavotte Louis XlV., Rokoko Rhein- läuder.- Aufaug t> Uhr._ Hierzu ladet ergebmst ein_ Der Borftand« Viinell Talma von3M. an, vorzüglich. Plombieren schmerzlos. Zähne ILUOSIl. iiinne reinigen. Schmerzlose». Zahnziehen. Zahnschmerz schmerzlos beseitigt, Reparaturen sofort. Coldsteln, Oranienstr. 123 Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Nedaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater.ember. RANIA Taubenstr. 48/49. Im Theater abends 8 Uhr: ,, Der beabsichtigte und Achtung! MAURER. Atung! Sanssouci Freitag, den 16. November 1900, abends 8 Uhr: Versammlung Kottbuserstrasse. Jeden Sonntag, Montag und Donnerstag: Hoffmanns Einfluss der Baudeputierten aller zum Streitgebiet Berlin und Umgegend gehörigen Banten Entree 50 Bf. Bon 5-7: Mittwoch, den 14. November. unbeabsichtigte Opernhaus. Margarethe. Anfang des Menschen auf die Ver72 Uhr. breitung der Tiere". Schauspielhaus. Semele. Turandot, Von Professor Dr. Marshall. Brinzessin von China. Anfang 72 Uhr. Neues Opern- Theater( Kroll). Invalidenstr. 57/62. 2. im Gewerkschaftshaus, Saal I, Engel- Ufer 15. Tagesordnung: 1. Wohnungsnot und Rohlenteuerung." Ref.: Reichstags- Abgeordneter O. Antrick. bnung: 190/13 Um eine einheitliche Agitation auf den Bauplägen zu ermöglichen, ist es notwendig, daß jeder Bau durch Delegierten ist. Die Verbandsleitung. Verschiedenes. Die Bieberater, D. Tigl. Sterne einen se eine einfettife agitation auf den Bauplätzen Deutsches. Rosenmontag. Anfang 72½ Uhr. Rojen Leffing. 71/2 Uhr. Johannisfeuer. Anfang Berliner. Die strengen Herren. Anfang 7 Uhr. Nachmittags 5-10 Uhr. CASTANS dolaw nabrow stumdead lisas sisty baie eeurlaadbas mus neais tusinovaшA nang/ me von Marim. PANOPTICUM uobie Freireligiöse Gemeinde. 72 Uhr. Neues. Die Liebesprobe. Anfang 71/2 Uhr. Westen. Hoffmanns Erzählungen. Anfang 7 Uhr. Schiller. Faust.( 2. Teil.) Anfang 8 Uhr. Secefftonsbühne. Die Bildschnitzer. Daheim. Der Bär. Anfang 72 Uhr. Anfang Thalia. Der Liebesfchlüffel. Anfang Central. 712 Uhr. 712 Uhr. Die Geisha. caeafdju Luisen. König Krause. 8 Uhr. Anfang Friedrich Wilhelmstädtisches. Der Zigeunerbaron. Anf. 71/2 Uhr. Carl Weiß. Fauftrecht und Land: friedensbruch. Anfang 8 Uhr. Belle- Alliance. Grad' a Todsünd wert. Anfang 8 Uhr. Metropol. Specialitätenvorstellung. Die verkehrte Welt. Anfang 8 Uhr. Apollo. Specialitäten- Vorstellung. Fräulein Loreley. Anf. 8 Uhr. Palaft. Specialitäten: Vorstellung. Die Regimentsnummer. Anfang 7 Uhr. Reichshallen. Stettiner Sänger. Anfang 8 Uhr. Passage Panoptikum. Speciali un: täten Vorstellung. China in Berlin. Anfang mittags 12 Uhr. Urania. Zaubenstr. 48/49.( Im Theatersaal) Abends 8 Uhr: Der beabsichtigte und beabsichtigte Einfluß des Menschen auf die Verbreitung der Tiere". Bon Prof. Dr. Marshall. Invalidenftr. 57/62. Täglich abends von 5-10 Uhr: Stern warte. Schiller Theater Wallner Theater). Mittwoch, abends 8 Uhr: Faust bon Goethe, der Tragödie II. Teil. ( 2. Abend: Fausts Tod und Erlösung). Donnerstag, abends 8 Uhr: Die Welt in der man sich anore langweilt. Freitag, abends 8 Uhr: Die Welt in der man sich langweilt. Friedrichstr. 165. Neu! Dahomey- Dorf. Neu! 38 wilde Weiber von der Leibgarde des Königs Behanzin. Kriegs- u. Gefechts- Scenen, Exercitien, Nationaltänze. Vorstellung.: 12 Uhr mittags, nachm. von 3-10 Uhr stündl. ,.Allerseelen", neue Illusion! Russ. Damenkapelle Zarina. Entree 50 Pf. Militär u. Kinder 25 Pf. Thalia Theater Dresdenerstr. 72. Der Liebesschlüssel. Große Ausstattungsposse mit Gesang und Tanz. Anfang 72 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Metropol Theater. Bum 127. Male: 219 08 Grosser astronomischer Vortrag des Direktors der Treptower Herrn G. Archenhold Sternwarte über: Kometen und Sternschnuppen! mit zahlreichen Lichtbildern 2 Uhr, Sonnabend, den 17. November, abends 9 Uhr, in Kellers grossem Saal, Koppenstr. 29. Vor dem Vortrag und während der Pausen: Grosses Instrumentalkonzert. Nach dem Vortrag: Grosser Ball. Anfang des Konzerts 8 Uhr. [ 62/9 Eintrittskarten a 25 Pf. sind in den bekannten Billetstellen der Freireligiösen Gemeinde zu haben. Der gesamte Ueberschuss wird dem Baufonds der Gemeinde überwiesen. ndstido M nsbie Nordd. Sånger. Anfang Sonntags 7 Uhr. Unterhaltungs- Musik. Wochentags 8 Uhr. Entree 30 Pf. Nach jeder Soiree: Tanzkränzchen. Wochentags Tanz frei. Vereins- und Vorzugsbillets wochentags gültig. Säle zu Festlicht. u. Versammlungen Reichshallen. Täglich: Stettiner Sänger. Zum Schluß:( aum neuntlegtenmal!) Excellenz kommt! Anfang 8 Uhr. Borher: Konzert. Deutsche hain Konzerthallen Verkehrte Welt! Verein der Berliner Buchdrucker| Seceffionsbühne. Ausstattungsoperette in 6 Bildern mit der originellen, prachtvollen Frauenparade. Borher: Das brillante vollständig neue NovemberSpecialitäten- Programm. und Schriftgiesser. D. Die Vereinsversammlung findet morgen, Donnerstag, den 15. November, statt. 10296 Der Vorstand. Bonhair- Truppe Deutscher Holzarbeiter- Verband. Alice Berley Brüder Pantzer etc. etc. Beginn der Borstellung 8 Uhr, der Operette 9 Uhr 15 Min. Rauchen überall gestattet. W. Noacks Theater. Brunnenstraße 16. Central Theater Der Hüttenbesitzer. Die Geisha. Operette in 3 Atten von S. Jones. Anfang 7 Uhr: Donnerstag und Freitag: Die Geisha. Sonnabend, den 17. November zum erstenmal: Der Brautvater. Gesangspoffe in 3 Aften von Adolf Rosée und H. Plazbecker. Apollo- Theater. Um 9 Uhr: Schauspiel in 5 Aften von Erich Nied. Donnerstag: Der Bettelstudent von Berlin. Cirkus Jansly. Schöneberg, Hauptstrasse, vis- a- vis dem Rathaus. Donnerstag, den 15. November, abends 8 Uhr: Fräulein Loreley Eröffnungs- Vorstellung. 1 sdog Ferner: Chavita Madge Ellis. Passage- Theater Um 8 The Josephis Unter den Linden 22. unerreichte Fesselsprenger. Cäcille Carola. A 1110 Sulivan u. Aranka. 10 Specialitäten. rispole Anfang 8 Uhr. Palast- Theater früher Feen- Palast, Burgstr. 22. Monat November! Gr. Konkurrenz-Programm! Neu! 8 Uhr! Neu! Die Regimentsnummer Poffe mit Gesang von M. Reichardt. Schladebach, Schlächtermistr.: Direttor Richard Winkler. Durchweg lauter Schlager! Gisella, preisgekröntes Gef.: u. Tanz- Quartett. Miss Rosa Bonnet und der kleine Will, Ringturner. Horley- Trio, Musit- Erentric- Aft. Außerdem: 12 erstklassige Schaunummern. Anfang: Wochent. 71, Sonnt. 6 Uhr. Entree: 50 Pf. Carl Weiss- Theater 81 Gr. Frankfurterstr. 132. Hente, Mittwoch, abends 18 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15: Vertrauensmänner- Versammlung sämtlicher Bezirke und Branchen. Tages Ordnung: 1. Die focialpolitischen Aufgaben der Gewerkschaften. Ref.: Kollege Robert Schmidt. 2. Werkstattstreits und Differenzen. Verbandsangelegenheiten. 284/ 1* Berbandsbuch nebst Mitgliedsbuch legitimiert. Jede Werkstatt ist verpflichtet, einen Vertrauensmann zu ent fenden. Die Ortsverwaltung. Donnerstag, den 15. November, abend8 8%, Uhr, bei Schiller, Rosenthalerstr. 57: Branchen- Versammlung der Stellmacher. Tages Ordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten und Ver: schiedenes. Verein focialdemokratischer Gaft- und Schankwirte Berlins und Umgegend. Freitag, 16. November, nachmittags 5% Uhr, im Lokal des Stollegen Gleinert, Schulstr. 29: Dersammlung. Tages Ordnung: 1. Bortrag des Synditus Dr. Schöps. 2. Disfuffion. 8. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Bereinsangelegenheiten. Bu zahlreichem Besuch ladet ein 69/20 69/20 Der Vorstand. 3. A.: Ferdinand Ewald. D- Vorstellung Centralverband der Töpfer Deutschlands. ( Daner- Vorstellung) täglich 12 Uhr mittags bis 11 Uhr nachts. Novität! Jenseits der krummen Lanke. ROA Novität! 3. Seebataillon 2. Compagnie. Novität! Donnerstag, den 15. November, abends 6 Uhr, bei Dräsel, Neue Friedrichstr. 20: General- Versammlung der Filiale Berlin. Tages Ordnung: 196/13 Die Bildschnitzer. Daheim. Der Bär. Morgen: Dieselbe Borstellung. Cirkus Schumann. Heute, Mittwoch, den 14. November, abends präc. 71/2 Uhr: Buni 53, mial: Das größte Manege: und Waffer: Schaustück der Gegenwart: CHINA. Der Die Der Krieg in Ost- Asien. Aufstand der Borer; Krieg. Die Unfren in Kiautschou. Verbündeten vor Taku- Peking. Neue Einlagen u. a.: Die größte Attraktion der Gegenwart. Die Erstürmung der großen 20 Fuß hohen glatten chinle Sensationelles Bravourstück. fischen Maurer. Die Siffung der deutschen Flagge. Vorher: Riesen- Programmi. Auftreten fämtlicher neu engagierten Specialitäten. Vorführung der neuesten Originaldreffuren des Direktor Alb. Schumann. Der Löwen- Baron mit seiner torch preffierten Raub. 2c. Empfehle meine diesjährigen Edel- Kanarien, vorzügl. geh. in Sohl, Klingel, Knorre, Schockel u. leiser Pfeife, a St. 6, 7, 8, 9. 10., Abch. a 1,50 r. Garantie für fleißige Sänger u. für gesundes Eintreffen. 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November, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15: 10206 General- Versammlung der Vertreter der Sassenmitglieder und der Arbeitgeber. Tagesordnung: 1. Bericht des Vorstands. 2. Wahl des Mendanten. 8. Wahl von 5 Vorstandsmitgliedern der Arbeitnehmer. 4. Wahl von 2 Vorstandsmit gliedern der Arbeitgeber. 5. Wahl von 3 Revisoren zur Prüfung der Jahresrechnung. 6. Antrag des Vorstands betreffs Abschließung eines Dienstvertrags mit den von der Kaffe beschäftigten Beamten. Der Vorstand. Sensationeller Erfolg Chronische Kranke, 2 d der Faustrecht und D- Vorstellungen Landfriedensbruch. Gr. historisch- romant. Schauspiel in 3 Atten( 7 Bildern) von E. Ritterfeldt. Anfang 8. Uhr. Morgen: Dieselbe Borstellung. Sonnabend, nachm. 4 Uhr: KinderTheater täglich ausverkauft. Borstellung: Nübezahl u. Schneider Entree 50 Pf. Benedict. Ein neues Kindermär chen von J. Dill. mi ni ai bes. 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