Nr. 267. Abonnements- Bedingungen: = Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 m., wöchentlich 28 Pfg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagss Nummer mit tuntierter Sonntags Beilage, Die Neue Welt" 10 Pfg. Poft Abonnement: 8,30 Mart pro Quartal. Eingetragen in der Post Beitungs Preisliste für 1900 unter Mr. 7971. Unter Kreuzband für Deutschland und Defterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Erscheint täglich aufer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 17. Jahrg. Die Insertions- Gebaye beträgt für die fechsgefpaltene Rotonete geile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewertschaftliche Vereinsund Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Kleine Anzeigen" jebes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inferate für bie nächste Nummer müffen bis 4 Uhr nachmittags in der& rpedition abgegeben werden. Die Grpcdition ist an Wochens tagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Mernsprecher: Rmt 1, Mr. 1508. Telegramm Adresse: " Socialdemokrat Berlin" Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Fernsprecher: Amt I, Nr. 1508. Die Thronrede. Am Mittwochmittag wurde im Rittersaal des Schlosses unter dem gewohnten höfisch- militärischen Pomp die Eröffnung des Reichstags vorgenommen. An den Stufen des Throns stand diesmal der älteste Sohn Wilhelm II. ſtand diesmal der älteste Sohn Wilhelm II. berlas in Person die folgende Thronrede: Geehrte Herren! Donnerstag, den 15. November 1900. Möchten die Beratungen, denen Sie sich, geehrte Herren, im Einbernehmen mit den verbündeten Regierungen widmen wollen, unter dem Beistande der göttlichen Gnade dem teuren Vaterlande zum Segen gereichen! Die vorstehende Kundgebung der Regierung unter dem Der Kaiser Beichen des Grafen Bülow atmet in nichts jenen Geist der Der Kaiser Weltwende, den die Schwärmer der chinesischen Kreuzfahrt erwartet haben mochten. Der erste Teil der Erklärung verfucht sich in einem höheren Pathos, der zweite Teil ist die nüchternste Geschäftsanzeige. Ein Programm oder auch nur ein leitendes Princip wird weder für die äußere noch die innere leitendes Princip wird weder für die äußere noch die innere Politik aufgestellt. Nachdem ich Sie zu erneutem Wirken im Dienst des Gemeintwohls berufen habe, entbiete ich Ihnen namens der verbündeten wohls berufen habe, entbiete ich Ihnen namens der verbündeten Regierungen Gruß und Willkommen. zu Greuelthaten = Alle Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Fernsprecher: Amt I, Nr. 5121. geschnitten und förmlich belagert worden. Hierdurch wie durch die Berstörung der fremden Niederlassungen in Tientsin, die Vernichtung der Missionsanstalten im Innern des Lands, die Vertreibung oder Ermordung der Missionare ist die Ausschließung des fremden wegung deutlich geworden. Sie hat zweifellos von seiten des Elements aus China durch ein Schreckensregiment als Ziel der Bes chinesischen Sofs Begünstigung erfahren, wenn es auch noch der näheren Aufklärung bedarf, in wie weit bestimmten Ber fönlichkeiten eine spontane Beteiligung beigumeffen, oder die zweis deutige Haltung der einen, das thätig fördernde Eingreifen andrer einer Zwangslage zuzuschreiben ist, in der sie sich befinden mochten. Regierung sich, wo nicht unwillig, so doch in solchem Grade unfähig Ganz außer Zweifel steht, daß die Organe der chinesischen Die Ereignisse im fernen Osten haben unter allen gesitteten Völkern der Erde tiefe Er chinesischen Kriegs, ohne den Versuch einer historisch Schuß ihrer Angehörigen und ihrer Interessen erwiesen haben, der Bewegung rechtzeitig Einhalt zu thun, daß den Die Thronrede beginnt mit der Erwähnung des fremden Mächten nichts anbres übrig geblieben ist, als den regung hervorgerufen. Fanatischer Haz und finsterer Aberglaube, angeftachelt von gewissen unabhängigen Würdigung der Ursachen und Wirkungen unter Aufbietung militärischer Machtmittel felbst Iofen Ratgebern des Pekinger ofs, hatten Chinesen zugeschoben des Aufstands zu machen. Alle Schuld wird den in die Hand zu nehmen. und es mißleitete Massen des chinesischen Bolts wird feinerlei Zu-" Das Reich hat an seinem Teile die hierzu unerläßlichen Vorgetrieben gegen die friedlich unter ihnen weilenden Vor- geständnis an das sonst so gepriesene heiligste Recht einer lehrungen zeitig beginnen und in dem durch die militärische Ent posten abendländischer Civilisation und christlicher Kultur. Bei feit befundet. Man erfährt in der Thronrede ebensowenig Deutschen sind nicht zu unterschäßen. Der deutsche Sandel, in Nation, für die nationale Selbstbestimmung und Unabhängig- wicklung der Dinge in China gebotenen Umfange fortsetzen müssen. Die Interessen Deutschlands in China und die der dort lebenden dem mutig unternommenen Versuch, die auf etwas Eriftiges über die wirklichen Ursachen der Unruhen, den Vertragshäfen ansehnlich vertreten, steht nur hinter dem ziehende Gefahr zu beschwören, starb mein Gewie über die Ziele der deutschen China- Politit. Man begnügt englischen zurück. Vor den Unruhen war er in lebhaftem Auffandter bon meuchelmörderischer Hand. Die Fremden in der Hauptstadt faben sich an Leib und Leben bedrobt. fich mit einem Appell an das Gefühl. schivunge begriffen. Seither liegt er nicht nur in Tientsin danieder, Aber die Schredensbotschaft einte, was fonft getrennt. Warum man den Reichstag nicht rechtzeitig einberufen, das wo der deutsche Kaufmann eine hervorragende Stellung einnimmt: Nationen, gegen die sich der unerhörte Angriff richtete, schloffen dianten der bürgerlichen Opposition wird die Konzession gemacht, Klagen der am Handel und an der Schiffahrt beteiligten wird weder erklärt noch entschuldigt. Den Indemnitäts- Komiö- von allen Hafenplätzen Chinas, auch aus dem Süden kommen fich eng zusammen, und einmütig fämpften Schulter an Schulter daß die Regierung die Zustimmung des Reichstags für verfassungs. Deutschen über die Stockung der Geschäfte und des Verkehrs. ihre Söhne. Und wie die Feldzeichen draußen gemein- mäßig notwendig erachtet. Die Genehmigung des Kredits sei Provinz Schantung, von deren baldiger Durchführung das Gedeihen Die deutschen Eisenbahn- und Bergbau- Unternehmungen in der fam wehen, so zeigen fich die Regierungen in ihren Beratungen nicht im voraus eingeholt, so wird ausgeführt, weil man die des deutschen Pachtgebiets Riautichou abhängt, find zum Stillstand von dem einstimmigen Wunsche befelt, möglichst bald wieder finanziellen Bedürfnisse anfangs noch nicht habe übersehen gebracht worden. Die in Hoffnung auf späteren Ertrag in geordnete Zustände herbeizuführen und nach Bestrafung der fönnen. Läßt man einen solchen Grund zu, so tann die Re- Siesen Unternehmungen angelegten Millionen deutschen Hauptschuldigen der Wiederkehr solcher Störung gierung jeden Krieg anfangen, ohne den Reichstag vorher um Kapitals find bedroht. Die nach Schantung entfandten deutschen des Weltfriedens für die Zukunft vorzubeugen. die Bewilligung der Gelder zu bemühen; denn niemals laffen Arbeiter find ihrer Beschäftigung und damit ihres Erwerbs beraubt. Gern hätte ich auf die Kunde von dem Ausbruche der sich im voraus die Kosten übersehen. So flug wie wir jet brobien materiellen Intereffen, so auch die deutschen Anstalten „ Das Neich kann nicht umhin, wie diese mit Vernichtung beWirren in China alsbald die Volksvertretung um mich ver- über die China- Grpedition sind, waren wir übrigens schon drohten materiellen Interessen, so auch die deutschen Anstalten fammelt. Wie das deutsche Volt mit seinen Fürsten im ersten Anfang. Die Affaire ist sogar eher dunkler als für christliche Mission in China in seinen Schu für christliche Mission in China in seinen Schuh zu die Ausfahrt der freiwillig zu den Fahnen Harer geworden. nehmen. Die fremden Missionare, die, einem Gebot ihrer geeilten wehrhaften Jugend und ihrer Führer mit Kundgebungen freudigen Stolzes Der zweite Teil der Thronrede fündigt einige bereits be- nommen haben, find, wiewohl der fremdenfeindliche Fanatismus Religion folgend, das Christentum in China auszubreiten unters mutiger 8uversicht begleitete, einer Zuversicht, tassen Novelle scheint man einstweilen noch nicht ein- Tagen der Verfolgung immer wieder mit Selbstverleugung auf ihr und tannte und einige neue Vorlagen an. Die Kranten gerade aus ihrem Streife zahlreiche Opfer gefordert hat, nach den die seither durch das dem Vaterlande wie vor dem Auslande voll gerechtfertigt Reichsanit des Innern offenbar veranlaßt, diese Reform" zu Schulen und Spitälern und durch eine wissenschaftliche Bethätigung. Berhalten unsrer Strieger vor bringen zu wollen. Die 12000 Mart- Angelegenheit hat das erwähltes Arbeitsfeld zurückgekehrt. Durch ihre Lehre und ihren ist, so würde gewiß auch die Volksvertretung mit patriotischer vertagen, deren scharfmacherischer Ursprung ja bereits nach welche China die Ergebnisse europäischer Bildung und Europa beffere Wandel, durch Verrichtung von Liebeswerken, Begründung von Entschlossenheit für die zu ergreifenden Maßregeln ein gewiesen worden ist. getreten sein und hierdurch deren Wucht gesteigert haben. Aber während Kenntnis der Verhältnisse im Reiche der Mitte zuführte, haben sie Bemerkenswert ist, daß die Thronrede den Termin der dazu mitgewirkt, beide einander näher zu bringen. Das deutsche nur das eine sicher war, daß ohne Einbringung des 8 o lltarifs im Reichstag im Dunkeln missionswesen in China hat im Wettbewerb mit den älteren franzö Bögern gehandelt werden mußte, war die Grundlage für die läßt. Es wird nur gesagt, er werde im Laufe des Winters fifchen, englischen und amerikanischen Anstalten, besonders in Schan zu faffenden Beschlüsse, zumal bei der Unsicherheit des dem Bundesrat zugehen. Damit wird die Vermutung tung und im Hinterlande von Stanton und Swatau Fuß gefaßt und Nachrichtendienstes, schwankend, standen demgemäß die uns bestätigt, daß der Interessenkampf hinter den Kulissen noch erfreuliche Fortschritte gemacht, so daß der Hoffnung Raum, gegeben erwachsenden Aufgaben noch keineswegs feft, und entzog wild tobt und bisher keine Entscheidung gefallen ist. wurde, es werde sich mit der Beit das Mißtrauen zerstreuen laffen, fich damit das Maß der notwendigen Aufwendungen einer Die Wirtschaftspolitik des Kaisers", von der Herr v. Miquel aus andren Rationen weit weniger aus Gründen religiöser wodurch die Thätigkeit die Thätigkeit der deutschen wie der Missionare finanziellen Schäßung. Wenn hiernach davon abgesehen in Hildesheim sprach, scheint thatsächlich nicht ganz den worden ist, den Reichstag zu einer außerordentlichen Sigung agrarischen Wünschen zu entsprechen. behufs verfassungsmäßigen Beschlusses über den Rostenaufwand zu berufen, so hegen doch die verbündeten ist in der Thronrede nicht angedeutet. Vermutlich wird es Worin die Fürsorge für die Arbeiter bestehen wird, Regierungen das Vertrauen, daß die Volksvertretung den sich um 2 oder 3 Millionen für den Bau von Arbeiterhäusern unvermeidlich gewordenen Ausgaben ihre nachträgliche Handeln. Um so höher sind die Forderungen für Heer und vorbei, wie mit dem europäischen Handel, in Suftimmung nicht versagen werde. Galt es doch, nicht nur Marine. Die von der Thronrede zur Schau getragene Zu- China zum mindesten für lange Beit, wenn nicht schwer bedrohte deutsche Interessen zu schüßen, sondern auch die friedenheit mit dem Ergebnis des Ehre des deutschen Namens ohne Verzug zu wahren. wunderbarer, als die Rechnung mit einem Deficit von eberlegenheit der durch sie herausgeforderten Etats ist um so die aufrührerische Bewegung mit Entschlossen heit unterdrückt und den Chinesen die militärische Gegenwärtig läßt sich der durch das oftafiatische Unternehmen 97 Millionen abschließt, das durch ein Anleihe gedeckt machte nachhaltig fühlbar gemacht wird. verursachte Aufwand für das laufende Rechnungsjahr übersehen; werden soll. er bildet den Gegenstand einer besonderen Kreditvorlage, die An der Wiederherstellung der Ordnung in China ist das Ihnen sofort zugehen wird. Der übliche Hinweis auf die Freundschaft mit allen deutsche Interesse in nicht geringerem Maße beteiligt, als auswärtigen Mächten fehlt auch diesmal nicht, obwohl das der andern großen Mächte. In dem Entwurfe zum Reichshaushalts. Etat haben, dank wenigstens die Beziehungen zu China nicht gerade als in den Zeiten friedlicher Entwicklung im fernen Often errungene Deutschland fann weder die dem natürlichen Steigen der Einnahmen und den vom Reichstag freundschaftlich bezeichnet werden dürften, in der vorigen Tagung beschlossenen Steuererhöhungen, für faft sonst ein und auch Stellung widerstandslos preisgeben, noch zurücktreten, alle Zweige der Reichsthätigkeit reichere Mittel angesetzt werden zwischen den Mächten angehäuft liegt als je zuvor. Sehr Berkehrs mit China ermöglicht. Durch seinen schnellen Anschluß an reichlicherer und gefährlicherer Konfliktsstoff durch die Maßnahmen der mitbeteiligten Mächte ein Zustand her gestellt sein wird, der ihm die Wiederanknüpfung eines gedeihlichen können, insbesondere zu Zwecken der Fürsorge für die auffällig ist schließlich, daß man völlig vergessen hat, den die allerseits als einziges Mittel zur Eindämmung und Unterdrückung Arbeiter und der Landesverteidigung. Ein Zolltarifgeset ist soweit vorbereitet, daß die Vorlage nur mit einer Silbe zu erwähnen. Legt Graf Bülow schon Anteil genommen an den bisher bei Berteidigung und Angriff er glorreichen deutsch englischen Vertrag auch des Aufruhrs erkannte militärische Machtentfaltung hat es ehrenvollen des Entwurfs an den Bundesrat im Laufe des Winters jetzt keinen Wert mehr auf seine größte That? zu erwarten ist. Nächst den in der vorigen Tagung nicht verabschiedeten Ent- an den Reichstag, die Handlungen und Unterlassungen der würfen einer Seemann8- Ordnung und der damit in Zusammen Regierung mit gütiger Nachsicht zu beurteilen. Der focia Die Thronrede ist dergestalt ein ziemlich belanglofes Gesuch hang stehenden Geseze, werden neue Vorlagen Sie beschäftigen, liftischen Minderheit des Reichstags wird die Aufgabe obliegen, durch welche einerseits eine einheitliche Gestaltung der öffentlich die Situation, der eine weltgeschichtliche entscheidende Be rechtlichen Seite des Privat- Versicherungswesens herbeigeführt, beutung in der That innewohnt, aus freier Höhe weltgeschichtlich andrerseits die Reichsgesetzgebung über das Urheberrecht mit zu messen. der fortgeschrittenen Rechtsentwidelung in Einklang gebracht werden foll. Die ,, Begründung" der ersten Khaki- Anleihe. Gm B Natur gehemmt wird, als wegen des Argwohns, die christliche wirkjamkeit gefest. den jegigen Wirren sind auch die deutschen Missionare ganz außer Propaganda diene zum Deckmantel politischer Bestrebungen. Unter Mit dieser wäre es vielleicht für immer " bis zielten Erfolgen. Diese Erfolge allein habenes bewirkt, hal, in Shantung und in andren Teilen Chinas aber, daß die in Garung geratenen Waffen rasch zur Ruhe daß der Ausbruch ernsterer Unruhen im yangtie. bis jest hintangehalten worden ist. Anzeichen dafür tommen werden, find bis seht nicht hervorgetreten. Der Ausbruch des Fremdenhasses hat diesmal weitere Streise mit sich geriffen als je zuvor, und die Verteidigung der verletzten Vertragsrechte steht einem an Bahl, friegerischer Ausrüstung und Ausbildung ungleich mächtigeren Feinde gegenüber; als in den Beiten früherer Wirren. Die internationale militärische Aktion einzustellen, hieße der Bewegung weitere Opfer bereiten an Gut und Leben friedlich gesinnter Be wohner des Lands. Vorbereitet wird eine durch die Neugestaltung der Unfallversicherungs- Geseze bedingte Abänderung der Borschriften über die Unfallfürsorge für Beamte und Personen des Soldaten Wird demnach diese Aktion weiter geführt werden stands sowie eine Vorlage, welche die Vorschriften über den Die Dentschrift zu dem Nachtragsetat, der eine Anleihe von müffen, bis der bewaffnete Aufruhr niedergerungen ist, fo Verkehr mit Wein zu verbessern bezweckt. 152 770 000 als erste State für die China- Expedition fordert, ist bleibt doch ihr Ziel allein die Wiederherstellung der Ruhe Die Beziehungen des Reichs zu allen auswärtigen Mächten sehr furz. Auf einer einzigen Seite wird die politische Notwendigkeit im chinesischen Reiche. Ihre Aufgabe geht deshalb nicht hinaus find fortdauernd gut und freundlich. Mit Wehmut gedente der Expedition begründet", und zwar wie folgt: über die Dämpfung offener Feindseligkeiten unter Vermeidung ich meines Verbündeten und teuren Freunds, des Königs" In China hat, wie bekannt, eine aufrührerische Be- aller nicht unbedingt gebotenen Eingriffe in das Humbert, welcher in seinem töniglichen Beruf als Opfer wegung, die sich in ihren Anfängen von früheren, auf engere innere chinesische Leben. Sie soll nur den Boden bereiten eines fluchwürdigen Anschlags fiel. Kreise eingeschränkten Ausbrüchen so wenig unterschied, daß nach zur Befestigung der öffentlichen Ordnung und zur Anbahnung ge Auf der Weltausstellung zu Paris, wo das dem Urteile der Vertreter der fremden Mächte in Peking der Reicherter Lebensverhältnisse für die Fremden, die dem Lande ihre Nachbarland dem friedlichen Wettstreite der Völker eine gaftliche gierung des Landes die Fähigkeit wirksamer Bekämpfung zugetraut Arbeitskraft zuwenden." Stätte bereitet hatte, ist deutschem Fleiße und deutscher Stunft werden konnte, im Frühjahr dieses Jahrs einen das gesamte fertigkeit reiche Anerkennung zu teil geworden. Dieser Erfolg, den unter Mitwirkung der von der Bewegung ergriffenen Teile der Fremdtum in China bebrohenden Umfang angenommen. Sie gewiß freudig mit mir begrüßen, wird der nationalen Arbeit chinesischen Armee sind, nach der Himmordung des deutichen Geauf allen Gebieten ein Sporn zu neuen Anstrengungen und immer fandten, von Mitte Juni ab die fremden Gesandtschaften in Beling größeren Leistungen sein. eingeschlossen, von jedem Verkehr mit ihren Regierungen ab glüdlich; fie beweist das Gegenteil von dem, was jie beweisen will. Diese Begründung ist nicht nur kurz, sondern auch sehr uns Erstens: Der Schutz der Fremden in Peking konnte durch die Streuzfahrt der Hunnen gar nicht herbeigeführt werden. Bis die deutsche Expedition in China eintreffen konnte, hätte da? Schicksal oller Fremden bereits besiegelt sein können, wenn es die Chinesen ernstlich gewollt hätten. Die Deutschen sind denn auch bei der Rettung der Fremden nicht dabei gewesen. Die Sicherung der Fremden hätte schnell und wirksam allein dadurch herbeigeführt werden können, daß Japan das Mandat übertragen worden wäre. Die Expedition kann also durch die Rücksicht auf die Rettung der Fremden nicht begründet werden. Zweitens: Das Daniederliegen des Handels ist die Folge oer deutschen Chinapolitik. Setzt man sie fort, so wird der Handel nicht gefördert, sondern ruiniert. Weder Waldersee-Lorbeeren noch deutsche Hunnenthateu sind geeignet, China zu freundlickien Handels- beziehungen mit dem Deutschen Reich zu veranlassen. Nur der bollige. Bruch mit der bisherigen Politik, der Verzicht auf weitere militärische Aktionen könnte in absehbarer Zeit den gestörten Handel wieder beleben. Amerika treibt diese Politik I Drittens: Die Begründung sucht das Wohlwollen des Centrums dadurch zu erschleichen, daß sie die Förderung der christlichen Mission in den Vordergrund schiebt. Damit ist vielleicht das Centrum zu gewinnen, die deutsche Chinapolitik schafft sich dadurch ober ein Argument mehr gegen ihre Vernünftigkcit. Alle Kenner Chinas— so der frühere deutsche Gesandte v. Brandt— sind sich darüber einig, daß neben der Fortnahme Kiautschous die Missions- thätigkeit die Schuld an dem jetzigen Aufstand trägt. Das deutsche Reich hat gar kein Interesse daran und kein Recht, das Christentum in China wider Willen der Chinesen zu Ivcrbreiten. Die Religion des Confutse ist zum mindesten der christlichen Lehre gleich- wertig, und zudem ist die Frage, ob dort Lehren und Be- kenner in solchem schneidenden Widerspruch stehen wie bei den Christen, die das Evangelium der Nächstenliebe mit den Hunnenthatcn der gepanzerten Faust zu vereinigen wissen. Wie ein wirklicher Vorteil für Deutschland nur aus der schleimigen Beendigung der militärischen Operationen entstehen kann, so läßt sich ein ersprießliches Verhältnis mit China auch nur dadurch herbei- führen, daß man auf alles Verbreiten der Religion der Liebe zum Bambus, Bajonett und Kleinlalibrigcn sofort und gründlich Verzicht leistet. Dermaßen hat die Denkschrift die völlige Sinnlosigkeit des KrenzzngS mit gutem Erfolg begründet. Und da die Regierung zudem die Expedition auf eigne Faust unternommen hat, so hat das Volk und seine rechtmäßige Vertretung die Pflicht, mit keinem Heller das Abenteuer einiger Personen zu fördern. Der Reichs- tag würde die deutsche Ehre und das deutsche Interesse am besten wahren, Ivenn er jede V e r a n t- Wartung und jede Unterstützung dieser Politik ablehnt. Zu dieser Höhe weltgeschichtlicher Einsicht wird sich freilich nur die Socialdemokratie erheben, die vaterlandslos allein wahrhaft dem Vaterlande dient, weil sie der Menschheit und Menschlichkeit dient.— Atalikifttze Aebevfickzt. Berlin, den 14. November. Die 12 000 Mark-Affaire. Die socialdemokratische Fraktion deZ Reichstags hat heute die folgende Interpellation eingebracht: „Welche Maßregeln gedenkt der Herr Reichskanzler gegen die Beamten des ReichSamts des Innern zu ergreifen, welche von einer Jntercsscntengruppe, dem Centralverband deutscher Industrieller» die Summe von zwölftausend Mark gefordert und erhalte» haben, um damit die Agitation fiir den vom Bundesrat dem Reichstag am 20. Mai 1800 vorgelegten Entwurf eines Grfches zum Schutze des gewerblichen Arbeitsverhältnisses zu betreiben? Die Interpellation ist geschäftsordnungsmäßig ans die Tagesordnung der ersten Reichstagssitzung zu setzen, bie der morgigen(Donnerstags-) Sitzung folgt. Der Reichstag hielt am Montag seine erste kurze Sitzung, die im wcsent- lichen dem Namensaufruf galt. So bedeutungslos dieser erste Tag ist, es herrschte doch eine lebhafte, fast erregte Stimmung: das Kommende wirkte. Das Haus war gut besetzt, 243 Mitglieder ergab die Zählung der Anwesenden; der erste, der sein„Hier" rief, war Herr— A h l w a r d t. Die Abwesenheit des inzwischen verschollenen Onkel Chlodwigs fiel nicht weiter auf. Niemand zeigte eine besondere Aufmerksamkeit, als der provisorische Schriftführer die Dokumente des Kanzlerwechsels verlas. Ostentativ gegenwärtig— als einziger Vertreter des Bundesrats— war Graf Posadowsky, der Unerschrockene, er- schienen. Zuerst unterhielt sich mit ihm eifrig Herbert Bisniarck, der ihm Wohl erzählte, mit welchen Geldmitteln sein Papa einst agitiert hat, ohne doch urkundliche Beweise für lumpige 12(XX) Mark-Trinkgelder fürchten zu müssen. Auch sonst suchten die Vertreter der Rechten zahlreich Gelegenheit, dem Grafen des Centralverbands die ungetrübte Freundschaft vor dem Hause demonstrativ zu beteuern. Mag diese, Anhänglichkeit auch im Ernstfall nicht erschlaffen. D o n n e r s t afg: Wahl des Präsidiums und der Schrift- führer._ Krupps neue Militärvorlage. Zu der von unsrem Essener Parkei-Organ angekündigten Neu- bewaffnung der Artillerie wird uns geschrieben: Mit unheimlicher Sicherheit wird das deutsche Volk zu be- stimmten Zeilen durch die Nachrichten eines neuen Erfolgs auf dem Gebiete der Mordwerkzeug- Technik überrascht. Wir sagen: zu be- stimmten Zeiten kommen solche Ueberraschungen. Diese Zeiten werden nicht durch die Bedürfniffe des Volks, sondern durch ge- heim rätliche Interessen des Mordspatriotismus derKönige ä la Krupp bestimmt. Es scheint ein von der Vorsehung gewollter Erfolg geheimrätlicher Thätigkeit zu sein, daß jedesmal, wenn eine Neubewaffnung des Militärs ungefähr abgeschlossen ist, das Wohl des Vaterlands durch die Kunde von der Konstruktion eines bedeutend verbesserten Mordinstruments bedroht erscheint. Die Gefahr ist natürlich sofort abgewendet, wenn die Einführung deS jedesmal unübertrefflichen Mord- und Zerstörunzsinstruments be- schloffen ist. Ein solches, in seiner weiteren Folge für daS Volk sehr kost- spieligeS Ereignis haben wir unter den angedeuteten Umständen, wie wohl noch allgemein erinnerlich, im Jahre t8S7 erlebt. In diesem Jahre war die Ausrüstung der Feldartillerie mit dem 8.8 Centimetcr- Geschütz so ziemlich beendet, da kam die Kunde von der im Interesse der Kriegstüchtigkeit der deutschen Armee notwendig gewordenen Neubewaffnung der Artillerie. fAn Stelle des 8,8 Centimeter-KaliberS sollte ein solches von *7,7 Centimeter eingeführt werde». | Mit Hilfe des militärsrommcn Centrums bewilligte der Reichs- jtag die Forderung der Regierung und zugleich eine erste Rate von 44 Millionen Mark für Kostendeckung. i Das Vaterland war gerettet und daS bis dahin beste Feld- Geschütz war alteS Eisen. Wir bekamen daS 7,7 Centimeter-Gefchütz pnit Seilbremse und Richtvorrichtung. Die Dortrefflichkcit und kriegstüchtige Ucberlegenheit des neuen Kalibers lassen wir— militärisches Geheimnis bleiben. Die nun- mehrige technische Verbesserung des neuen Geschützes besteht in der Richtfähigkeit des Rohrs. Bei der früheren Konstruktion konnte das Rohr, welches mit zwei Schildzapfen auf der Lafette lagerte, nur wie ein Wagebalken auf- und abwärts bewegt werden, das Richten nach der seitlichen Schußlinie mußte durch Um- stellen der Lafette bewerkstelligt werden. Bei dem 1887 konstruierten neuen Geschütz kanien die zwei Schildzapfen in Fortfall, das Rohr ruhte mittels eines vertikalen Schildzapfens auf der Lafette. Hier- mit war das Problem der Richtfähigkeit des Rohrs gelöst. Mit diesem verbesserten Geschütz 7,7 Centimeter-Kaliber wurde seit 1897 die preußische Feldartillerie ausgerüstet, das Kaliber 8.8 Centimeter findet nur noch bei der deutschen Marine Verwendung. Wenn nun auch noch einzelne Ersatzstücke des neuen Feldgeschütze? zu liefern sind, so kann die Ausrüstung der Artillerie mit der neuen Waffe doch als abgeschlossen betrachtet werden. - Die„bestimmte" Zeit, daß Weltlieferant Krupp wieder mit einem neuen, unübertrefflichen Geschütz aufwarten müßte, ist da— und Herr Krupp wartet auf mit dem neuen Instrument. Das neueste Erzeugnis einer erfolgreichen Mordwerkzeug-Tcchnik stellt sich dar als eine Neuerung, welche das neue Geschütz von 1897 in die Rümpel- kammer verweist. Die Neuerungen der nunmehr bis auf weiteres besten Artillerie-Waffe— Wiegen- Feldlafette— besteht darin, daß die Schildzapfen- Lagerung ganz in Fortfall kommt und daß das Rohr in einer sogenannten Wiege ruht, welche be- liebige seitliche Bewegungen gestattet. DaS ist das neueste Produkt eines Eifers, der sich die Erzeugung immer wirkungsvollerer Mord- und Zerstörungswerkzcuge zum glor- reichen Ziele setzt. Mit der Konstruktion eines neuen Geschützes braucht allerdings dessen Einführung noch nicht definitiv beschlossen zu sein— wenn uns die Erfahrung nicht schon eines andren belehrt hätte. Wie die Anzeichen beweisen, soll die Neubelvaffnimg nach demselben System wie 1897 insceniert werden. Damals Ivar die bezügliche Forderung im Reichstag noch nicht bewilligt, und schon wurde bei Kmpp in größter Hast an dem neuen Material gearbeitet I Und von dem neuesten Geschütz sollen jetzt für Preußen schleunigst zwei Stück geliefert werden. Versuche sind aber schon vor mehreren Monaten gemacht worden. Daß man aber die Neuausrüstung der Feldartillerie mit der Wiegen- Feldlafette für beschlossene Sache hält, geht schon daraus hervor, daß bereits genaue Kostenrechnungen auf- g e st e l l t s i n d. Insbesondere sind die Arbeitslöhne ganz genau bis inS kleinste kalkuliert. Bei dem neuesten Erfolg der Kruppschen Geschützkonstruktion verleugnet der Weltlieferant selbstverständlich seine int er- nationale Kulturmission nicht. Die göttliche Weltordnung und der patriotische Erwerbssinn fordern es, daß Krupp jeder Re- gierung die allerbesten ZerstörungSiverkzenge verkauft— die gut zahlt. Ob der Käufer dadurch vielleicht in die Lage kommt, als Gegner des Vaterlands dessen Verteidigungsfähigkeit überlegen zu werden, das kann Krupp natürlich nicht kümmern— im Gegenteil, kauft ein fremder Staat zuerst, dann muß Preußen ja erst recht kaufen. Getreu seiner geschäftlichen Gepflogenheit hat Krupp denn auch das neue Geschütz bereits Rußland angeboten. Schon in den ersten Monaten dieses Jahres haben russische Offiziere das Wiegen-Feldgeschütz auf dem Kruppschen Schießplatz gc- probt. Zur Zeit werden die Versuche in Rußland noch forlgesetzt. Ob Krupp nun bei dem internationalen Wettmanövericre» mit Geschützen den Rekord schlägt oder nicht, jedenfalls wird der deutsche Michel wieder bluten müssen. Mord und Zerstörung sind der Grundzug der Weltmachts- Politik. Im Dienst dieser Politik wird eine Unsumme von Intelligenz und Arbeitskraft verschwendet. Dabei verarmen die Völker und einzelne Personen können Millionen auf Millionen häufen. Und das nennt sich höhere Civilisation. Der Widersinn der heutigen Weliordnung kann nicht besser illustriert werden, als an dem volksaussaugenden Militarismus.— ** Deutsches Weich. Die socialdemokratische ReichStagöfraktion hat gestern ihre erste Sitzung gehalten und für die laufende Session die Genossen Auer, Bebel, Meister, Pfannkuch und Singer zum Fraktionsvorstand gewählt. In den Seniorenkonvent sind Bebel und Singer delegiert. Entsprechend ihrer Stärke beansprucht die Fraktion je einen Sitz im Präsidium und im Schriftführerkollegium und wird Singer für das Präsidium und Fischer(Berlin) für den Schriftführer- Posten vorschlagen. Für den Vorsitz in einer der Abteilungen wird Auer und zu Vorsitzenden-Stellvertretern in zwei andren Abteilungen Bebel und Singer bestimmt. In den ständigen Kommissionen beansprucht die Fraktion wie bisher einen Vorsitzenden und sendet in die Geschäftsordnungs- Kommission Meister und Singer. Für die Wahlprüfungs-Kommission werden Auer und Fischer(Berlin) gewählt. Die Rechnungs-Kommission wird mit Dietz und Wurm besetzt. In die Kommission für den Reichshaushalts-Etat gehen Bebel, Meister, Singer und Wollmar, und für die Petitions-Kommission Ledebour, Schwartz, Thiele und Tutzauer bestimmt worden. Die Fraktion hat in der Posadowsky-Bueck 12 000 Mark-Affaire eine Interpellation eingebracht(siehe Wortlaut oben), bei deren Verhandlung Auer und Schoenlank die Fraktion vertreten werden. Für die Beratung der Millionen forderungen für den China- Kreuzzug sind Bebel und Singer als Fraktionsredner bestimmt. Die Fraktion beschäftigte sich weiter mit der Feststellung der einzubringenden Initiativanträge. Es wurde beschlossen, die Aufhebung des Majestätsbeleidigungs- Paragraphen zu beantragen und die bereits in der vorigen Session gestellten Anträge betreffend die Gcwerbegerichte und auf Erlaß eines Reichs-Berggesetzes zu wiederholen. Auch die Anträge betreffend Ausdehnung der Gewerbe-Jnspektion und gesetzliche Festlegung der Maximal-ArbeitSzeit werden wieder gestellt. Ebenso werden die früheren Anträge auf Aenderung deS Art. 31 der Verfassung(Aussetzung der Strafhaft bei Abgeordneten während der Session) und auf Erlaß eines Reichs-Vereins- und Versamm- lungs-Gcsetzes, sowie eines Gesetzes zur Sicherung des Koalitions- recht? und der Gesetzentwurf betreffend die Errichtung von Arbeits- und Einigungsämtcrn sowie eines Reichs-Arbeitsantts wieder ein- gebracht. Zu den in voriger Session unerledigt gebliebenen Anträgen treten neu hinzu Anträge auf Erlaß von Rcichsgesetzen betreffend das Verbot gewerblicher Kinderarbeit sowie das Verbot der Vcr- Wendung von Phosphor bei der Fabrikation von Streichhölzern. Ferner bringt die Fraktion einen Antrag ein, wonach durch Abänderung der Reichsverfassung für alle vom Kaiser in Ausübung der Reichsgewalt vorgenommenen politischen Handlungen und Aeußerungen, auch wenn sie nicht vom Reichskanzler gegengezeichnet sind, der Reichskanzler dem Reichstage verantwortlich wird. Hiermit wird zugleich ein Antrag auf Erlaß eines Minister- verantwortlichkeits- Gesetzes für das Reich verbunden sein. Der vor mehreren Jahren gestellte Antrag auf Neu- Einteilung der Reichstags- Wahlkreise wird aufs neue eingebracht. Zur Beseitigung des sogenannten fliegenden Gerichtsstands für die Presse und der richterlichen Auslegung über die Verjährung bei Preßdelikten wird ein Antrag auf Abänderung des Preßgesetzes gestellt. Den von den socialdemokratischen Frauen gestellten Forderungen auf gesetzlichen Schutz der Frauenarbeit(Nachtarbeit, Wöchnerinnen- schütz usw.) entsprechend, hat die Fraktion beschlossen, betreffend» Anträge zu stellen._ Eine Viertel-Milliarde soll vom Reich für das Etatsjahr 1801 gepumpt werden. Denn anßer dem Chinapump von 152 770 000 M. sollen zur Bilancierung des Reichshaushalts- Etats noch weitere 97 286 384 M. Anleihen aufgenommen werden. Damit wäre die zweite Milliarde an Anleihen komplett, die das Reich seit dem Regierungsantritt Wilhelm II. hat aufnehmen müssen I— Der gesamte Etat, der nunmehr dem Bundesrat vorliegt, balanciert für das Rechnungsjahr 1901 in Einnahme und Ausgabe mit 2 210 947 301 Mark. Die dauernden Ausgaben betragen 1 912 908 694 M., die einmaligen Ausgaben des ordentlichen Etats 224 583 912, des außerordentlichen Etats 103 754 695 M. Eine RcichstagSeröffnung mit Ausschluß der Oeffentlich- kcit ist die neueste„Sensation". Da die Eröffnung diesmal nicht wie früher im Weißen Saal stattfand, der mit seinen Logen Räume für Gäste bietet, sondern in Rittersaal, dein solche Logen fehlen, war allen Zuschauern und Gästen, einschließlich der Vertreter der Presse, der Zutritt versagt. Selbst die Reichstags- Abgeordneten mutzten sich durch ihre Karten legitimieren. Man vermutet, daß die neue Anordnung im Interesse derSicherhcit derPerson des Kaisers getroffen worden sei.— Ans der China- Rechnung. Die Kosten für den See- tran spart der Truppen und Materialien für das ostasiatische Expeditionscorps betragen bis zum 15. Oktober 1900 nicht weniger als 27 500 000 M. Die zehn Dampfer des ersten Truppentransports sind mit 11829 000 M., die acht Dampfer für den Nachschub mit 9 Millionen Mark bezahlt worden. Die zwölf Dampier zur Beförderung der Materialien erhielten 6 187 000 M. Die Beförderung von 12 Offizieren, Feldpostsekretären usw. ab Genua kostete 45 000 M. Graf Waldersee erhielt persönlich ein einmaliges„Mobil- machungsgeld" in der Höhe von 12 000 M., sein Monatsgehalt beträgt 2500 M., dazu eine Dicnstzulage von monatlich 10 000 M.— mithin jährlich 150 000 M. Bei dem Divisionskommandeur be- tragen die Mobilmachungsgelder 2880 M. und beläuft sich die monatliche Feldbesoldung auf 6120 Mark. Die Lieutenants im Frontdienst erhalten monatlich 300 bezw. 240 M. Fcldbesoldung und 1200 Mark Mobilmachungsgelder. Die Sergeanten und Unteroffiziere erhalten monatlich 49,50 bezw. 36 M.. die Gefreiten 16,50 M.. die Gemeinen 13,05 M. Feld- bcsoldung. Vom Feldwebel abwärts gab es kein„Mobilmachungs- geld". Der„Wirtschaftsfonds" für Waldersee beträgt monatlich 370 M. Die einmaligen Kosten des Erpeditionscorps des Reichshecrs be- tragen 52 Millionen, während die laufenden Kosten für die Zeit vom 15. Juli bis Ende März 1901 sich auf 63 Millionen Mark beziffern. Gegen die Gültigkeit der Wahl des Rittergutsbesitzers Landtags- Abgeordneten PractoriuS im Reichstagswahlkreise Randow- Greifenhagen wird sowohl seitens der freisinnigen Vereinigung als auch von der socialdemokratischen Partei Protest' eingelegt werden. Dieser Protest wird begründet mit verschiedenen Unregelmäßigkeiten, die auf dem Wahlgang erheblichen Einfluß gehabt haben. Ferner wird die Kassierung der Wahl beantragt werden und zwar deshalb, weil bei Fertigstellung der Wählerliste mit auffallender Ungenauigkcit vorgegangen worden ist. Durch das Fehlen von etwa 3000' Wählern in dieser Liste ist das Resultat außer- ordentlich beeinflußt worden. Nach einer ungefähren Berechnung auf Grund der in den betreffenden Ortschaften abgegebenen Stimmen ist anzunehmen, daß etwa 2600 Socialdemokraten, 270 Freisinnige und 130 Konservative an der Stimmabgabe vcr- hindert worden sind._ Von der Kaiserburg im Elsaß. Aus Stratzburg wird uns von unsrem reichsländischen Korrespondenten geschrieben: Meine kürzlichcn Ausführungen über die Absicht der Reichsregierung, das, Reich in erheblichem Maße zu den Kosten des Wiederaufbaus der im Privatbesitz deS Kaisers befindlichen Hohkönigsburg in Anspruch zu nehmen, sind fast von der gesamten unabhängigen Presse des Reichslands übernommen und durchweg zu- stimmend glossiert worden. Es kann dies als ein Beweis dafür angesehen werden, welch' hohe Bedeutung man im Lande der Angelegenheit vom priiicipiellcn Standunkt aus beimißt. Frei- sinnige wie klerikale Blätter wenden sich einmütig gegen den Versuch einer Vermengung der Privatinteressen des Kaisers mit den Interessen der Allgemeinheit, und wenn die gouvernementale Presse, vorab die regicrungsoffiziöse„Straßburger Post", sich über die Angelegenheit bisher in tiefes Schivcigen gefüllt hat, so beweist sie damit lediglich, wie schwach ihr in diesem Punkte die Position der Regierung und wie undankbar ihr die Rolle des Verteidigers derselben zu sein scheint. Neuerdings verlautet mit ziemlicher Bestimmtheit, es solle demnächst auch der Landesausschuß für Elsaß-Lothringen um einen namhaften Zuschuß zn den Kosten des Burgbaus angegangen werden. Der Gesamtaufwand für diesen wird auf 1500 000 M. angegeben, eine Summe, die uns im Hinblick auf den gewaltigen Umfang des ursprünglichen Bauwerks und die in der Lage der Burg begründeten technischen Schwierigkeiten der Rekoustruktionsarbeiten keineswegs als zu hoch gegriffen erscheint. Nachdem man nun beim Reichstag bereits eine erste Rate von 150000 M. angefordert hat und die gleiche Forderung auch an den Landesausschuß stellen will, erscheint die Vermutung berechtigt, daß man mit dem Plaue umgeht, überhaupt die gesamten Baukosten auf das Reich bezw. das Land abzuwälzen. Angesichts der Thatsache, daß über die ge- samten Baupläne weder der Reichstag noch der LandeSauSschuß, die jetzt die enormen Mittel bewilligen sollen, in irgend einer Weise um ihre Meinung gefragt worden sind, wäre dies denn doch ein etwas allzu stärkstes Stück. Die Oeffentlichkeit ist deshalb zu dem Per- langen berechtigt, daß die Offiziösen in dieser Angelegenheit endlich daS Gehege ihrer Zähne öffnen und bündigen Aufschluß geben darüber, in welcher Weise die Regierung den ganzen Plan durch- zuführen gedenkt. Die erwähnte Inanspruchnahme der elsaß-lothringischen Volks- Vertretung im Interesse des Reichsoberhaupts ruft übrigens die Er- innerung an eine Forderung— wenn wir nicht irren, in der Höhe von 70000 M.— wach, die im Jahre 1896 von der reichsländischen Regierung an den Landesausschuß gerichtet wurde zum Zwecke der Erbauung eines kaiserlichen Jagdschlosses in den Vogesen. Der Posten wurde damals von unsrem Rentnerparlament in nicht gerade verbindlicher Form zu Fall gebracht, und mit ihm eine Reihe höherer Beamter, die fiir seine Einstellung in den Etat verantwort« lich waren. Dem neuesten Versuch der Regierung, allgemeine Landes- mittel für Privatzwecke des Kaisers in Anspruch zu nehmen, ist kaum ein günstigeres Prognostikum zu stellen.— " Das Recht auf blaue Hofen. München, 13. November. I auf 10 bis 15 Millionen Pfund veranschlagt hatte, aber ig. Ber.) Eines der wichtigsten und bedeutungsvollsten der bay- zu Milliarden anschwoll, vergaß man die gegebenen Versprechungen. rischen Reservatrechte, die blaue Militärhose, soll nach dem jach Die Aktionäre der genannten Minengesellschaft protestierten dieser verständigen Urteil der ultramontanen Patrioten aufs höchste gefährdet Tage in aller Form gegen die vom Schazkanzler Sir Michael Hids sein. Und bereits fängt man an, die altbewährten katholischen Beach ausgesprochene Absicht, die südafrikanische Goldindustrie zur Männerbereine mobil zu machen. So fühlte sich auch der Dombikar Dedung eines wesentlichen Teils der Striegskosten heranzuziehen. Die Dr. Pichler veranlaßt, im fatholischen Männerverein in Passau am Das hieße die Gans töten, die die goldenen Eier legt." vorigen Sonntag eine Lanze für die bahrische Hose einzulegen.„ Es Minenaktionäre werden sich denn auch vermutlich zu salvieren wissen. berlegt uns Bayern tief, wenn immer wieder solche bahrischen Rechte Das Volk wird für die Goldaktionäre nun auch finanziell bluten aufgegeben werden sollen und es ist Zeit, daß hier ein Halt geboten müssen, nachdem es auf den Schlachtfeldern sein Blut versprigt hat. wird," so jammerte beweglich der fleine Mann. Er hütete sich indes Diese Art der Kriegskostendedung ist freilich allgemeiner Brauch. zu sagen, daß von den wirklich en bayrischen Reservatrechten so Auch die Kanonen- und Industrie- Krösusse, die an dem Chinagut wie feins mehr vorhanden ist. Bei der Verhandlung der Abenteuer ihre Freude haben, werden ja, generös wie immer, Michel Militärgerichtsbarkeit an Preußen haben die Herren für sich zahlen lassen. Schwarzröde nicht halb so viel Gefchrei erhoben, als jetzt, da an Amerika. geblich die Hosen gefährdet sein sollen. Aber sie werden sprachlos bor Verwunderung, wenn lintsstehende Blätter( auch nichtsocialdemofratische) nunmehr fonsequenterweise auch die Ersparung der Kosten für den bahrischen Hof verlangen. Ausland. Nach dem Prozeß Casale. Rom. 10. November. -Mit dem Militarismus foll nun auch die Union beglüdt werden. Wie der Magdeb. 8tg." aus New York berichtet wird, bereiten das Kriegsamt und der Senatsausschuß für militärische Angelegenheiten Gefeßentwürfe zur dauernden Erhöhung der Armeestärke vor, durch welche die dauernde Stärke der regulären Armee auf mindestens 65000 Mann festgesetzt und der Präsident ermächtigt wird, sie auf 100000 Mann zu erhöhen. Die gegenwärtige Stärke der Armee beträgt 65 000 Mann; 38000 Manu mußten am 1. Juli 1900 entlassen werden. Admiral Crowninstield, Bureauchef für Schiffahrt Der Rat am Kafiationshof, Gargiulo, hat im Prozeß Cafale im Marineamt, macht in einem Bericht die Aufsehen erregende bekanntlich ausgesagt, daß Casale nicht nur ein ehrenhafter, sondern Mitteilung, daß der Personalbestand der Marine kaum ein ein sehr ehrenhafter" Mann fei. Man sollte meinen, daß nun Viertel der zu einem Kampf mit einer erstklassigen europäischen disciplinarisch gegen ihn eingeschritten werden müßte: thatsächlich ist Seemacht nötigen Mannschaft aufweiſe. Die Zahl der Manner auch versetzt worden, und zwar von Neapel nach Turin, fchaften und Offiziere habe für den spanisch amerikanischen Krieg also nach einer Stadt, die als Wohnfiz Neapel etwa gleichsteht. faum ausgereicht; sie sei seitdem noch geringer geworden. Der Kongreß Aber damit noch nicht genug! Da die erste Nachricht von dieser müsse sie erhöhen, wie dies Deutschland und England gethan haben; Versetzung in der Preffe als eine Disciplinarstrafe gedeutet wurde, sonst sei Ameritas Marine ganz machtlos. Jm verflossenen erklärte heute früh der reaktionäre Popolo romano", der zum Jahre habe die Zahl der Deserteure 2452 Mann beMinisterium des Innern Beziehungen hat, daß die Versetzung des tragen. Rats Gargiulo und seines Kollegen Meneghini feineswegs den Das sind die fegensreichen Folgen des Imperialismus! Nach Charakter einer Disciplinarmaßregel trage, sondern daß die Re- der Zahl der Deferteure zu schließen, scheinen sich die amerikanischen gierung diese Beamten nur deshalb aus Reapel verfezt habe, um Bürger allerdings sehr schlecht an das idyllische Kafernenleben geden Verdacht zu zerstören, als ob sie sich in die unsauberen Gewöhnen zu können. schäfte der Stadt mischten, wie wenn sie Stadträte wären. " = Parlamentarisches. Run protestiert heute die konservative Turiner Presse lebhaft gegen die vom Justizminister angeordnete Versegung, sie behauptet, daß ein Beamter, auf welchem der schwere Verdacht des Berufung in Strafsachen. Der Abg. Nintelen( C.) gedenkt, falschen Zeugniffes lafte, zur Disposition gestellt und daß eine der T. R." zufolge, feinen Antrag auf Einführung der Berufung ftrenge Untersuchung über sein Zeugnis angestellt werden müsse. in Straffachen, welcher den Reichstag schon wiederholt be Nach solchen Beispielen der Regierungsmoral wird man fein schäftigt hat und bereits in einer Stommiffion beraten ist, umgehend Vertrauen zur Arbeit der Untersuchungskommission haben tönnen, wieder einzubringen. Der Antrag wird von zahlreichen Mitgliedern die in Neapel von der Regierung eingesetzt ist. Um Licht zu schaffen, der Rechten und des Centrums unterstügt werden. wird sie sich der Elemente neben dieser Camorra bedie:: en müssen; diese müßte man zerstören; sie hat aber ihrerseits schon begonnen, alles, was als Anklage- und Beweismaterial gegen sie dienen konnte, zu zerstören und aus den Bureaus der städtischen Verwaltung zu beseitigen. Die Berichte Per rembenfeindliche Brinz Tuan, der Vater des Thron folgers, ist neben Brinzen Ching zum Mitleiter des Tsung- li- Yamens ernannt. In der Nacht zum 10. d. M. ist die Sommerresidenz der englischen Gesandtschaft, nahe bei Peting, die unter chinesischer Obhut war, niedergebrannt. Gestern wurde der japanische Attaché auf dem Wege zum Bahnhof ermordet und seiner Leiche der Kopf abgeschlagen. Es besteht die Befürchtung, daß die Soldaten gegen die hiesigen Fremden losgelassen werden. An das Auswärtige Amt. gez. Ketteler. Trozz der so fritisch gewordenen Lage versuchten die Gesandten noch immer, durch eignes Vorgehen der auch in Peking sich verbreitenden Bewegung Herr zu werden. So wurde durch Ketteler am 12. Juni ein Borer von der Straße verhaftet. Nachdem sich in den folgenden Tagen Angriffe auf chinesische Christen ereignet hatten, tam es am 17. Juni zu einem Rencontre zwischen deutschen und chinesischen Truppen. Die Chinesen bewarfen die Deutschen mit Steinen, worauf die Deutschen mit einer unerwiderten Salve antworteten. Inzwischen waren, am 17. Juni, die Takuforts von den Mächten erstürmt worden. Diese Aktion der Mächte bedeutete den eigentlichen Ausbruch des Kriegs. In dem Bericht vom 25. August heißt es: " Da dieser Vorfall( das Rencontre vom 17. Juni) teine weiteren Folgen hatte, so bestand noch immer die Hoffnung, die chinesische Regierung durch Vorstellungen und Drohungen zurückführen zu können und dies um so mehr, als täglich und stündlich das Eintreffen des Entsaßcorps unter Admiral Sehmour erwartet wurde, über dessen Schicksal noch keine Nachricht nach Peking gelangt war. Statt dessen ließ das Tsung- li- almen am 19. Juni, nachmittags 4 Uhr, an sämtliche Vertreter der fremden Mächte die Aufforderung ergehen, innerhalb 24 Stunden mit ihren Angehörigen und den Detachements die Stadt zu verlassen. In einer sofort einberufenen Konferenz waren die Gesandten sich darüber einig, daß an ein Aufgeben der Gesandtschaften und an eine unmittelbare Abreise unter den obwaltenden Umständen nicht zu denken sei." Am 20. Juni begab sich Baron v. Ketteler trop der Warnungen seiner Kollegen zu den Prinzen Ching und Tuan. Auf dem Wege dorthin ereilte ihn sein tragisches Geschid. Die Ur fache der chinesischen Ausweisungs order vom 19. Juni war die Er stürmung des Tatuforts gewesen, von welcher Attion die Legationen durch die chinesische Regierung benachrichtigt worden waren. Alle Fälschung versuche über den Zeitpunkt und den Zusammenhang der Ermordung Kettelers mit der Er stürmung des Tatuforts find bamit urkundlich ab. gethan. Jeder Zweifel ist darüber beseitigt, daß der Krieg von den Mächten begonnen wurde. Das Vorhergehende waren interne durch die Mächte hineingetrieben worden war. der kaiserlichen Gesandtschaft in Peking angelegenheiten Chinas, Wirren, in die China allerdings N In der That erklärte Arthur Labriola gestern im„ Avanti", daß die aus der Verwaltung der Kommune vertriebenen Elemente werden vom Reichs Anzeiger" in einer Sonderbeilage in ihrem Hätten die Legationen die drohenden Wetterzeichen beachtet und der Camorra für den Regierungskommissar die weitesten Vollmachten Wortlaut veröffentlicht. Wenn die Regierung wähnte, durch die Ber- fich, statt sich auf den Terrorismus zu verlaffen, rechtzeitig zurüc verlangen, um den wirklichen furchtbaren Feind zu bekämpfen: die öffentlichung dieser Aktenstücke den völkerrechtswidrigen Einbruch in gezogen, so hätte alles Kommende vermieden werden können. socialistische Partei. Und sie verlangen bereits von dem Kommissar, China, der inzwischen zum Hummenkrieg entartet ist, in milderem Unzweifelhaft hat die chinesische Regierung ein unehrliches der an die Stelle der städtischen Verwaltung getreten ist, die künstlichte erscheinen lassen zu können, so hat sie sich einer argen Täuschung Doppelspiel getrieben; allein derartige Ränte aus patriotischen Iiche Reinigung der Wahlkörper, um den Einfluß der Socialisten hingegeben. Das Aftenmaterial bestätigt vielmehr in allen Punkten Gründen find noch stets von europäischen Historikern gefeiert worden, zu vermindern und einer Handvoll neuer Konservativen zu gestatten, die Auffaffung der Dinge, die wir auf Grund der bisherigen Dar man dente an Hermann den Cheruster oder das Verhalten fich des Stadtrats zu bemächtigen und das Wert der alten Camorra stellung von der Entwicklung des Kriegs gewonnen und zum Aus- des Generals ort! Die brutale Annektionspolitik der Wächte fortzusetzen. druck gebracht hatten. trägt allein die moralische Verantwortung für die chinesischen Bereits im Mai machten sich in China die unverkennbaren Konvulsionen. Anzeichen einer fremdenfeindlichen Bewegung bemerkbar. Das Die Berufung auf die Schändlichkeit der Christen systematische räuberische Vordringen der Mächte in China und die morde haben sich vollends die Mächte durch ihre alle von allen Rennern Chinas gekennzeichnete skandalöje Behandlung Bogergreuel übertrumpfenden sunnenthaten abe der Bewohner in Verbindung mit dem aufdringlichen, die religiösen geschnitten! Anschauungen des Volts aufs schwerste verlegenden, selbst vor eitlen politischen Demonstrationen nicht zurückschreckenden Gebahren der Missionare hatten selbst eine im Ertragen von Mißhandlungen so geduldige Rasse zur Empörung treiben müssen. Aber die Absicht ist durchsichtig, und unsre Genossen in Neapel find wachsam und auf dem Posten. Kundgebung zu Gunsten des allgemeinen Stimmrechts in Belgien. Das Auftreten der„ Borerbanden" und das lage Verhalten der von den Legationen zu drakonischen Unterdrückungsmaßregeln auf Die unparteiische Geschichte wird über den Hunnenkrieg ebenso urteilen, wie die socialistische Arbeiterschaft bereits geurteilt hat und ihre Vertreter im Neichstag urteilen werden! Partei- Nachrichten. Brüssel, 12. November. Die Bemühungen der belgischen Socialdemokratie, das allgemeine Stimmrecht zu erlangen, find bis jetzt erfolglos geblieben. Nichts destoweniger haben die Genossen in Belgien feinen Augenblick daran gedacht, den Kampf für diefes heiligste Recht der Völker aufzugeben. Einen Beweis dafür bieten die Kundgebungen, welche am ver- geforderten chinesischen Regierung veranlagte nun aber nicht etwa gangenen Sonntag in ganz Belgien und vorzugsweise in feiner Die Gesandten, den heiß werdenden Boden in Beling zu räumen Barteigeschäfte in Zukunft den socialdemokratischen Verein zu über Die Breslauer Parteigenossen faßten den Beschluß, die Metropole, Brüffel, stattgefunden haben. Die Manifestation in dieser und es ihren Regierungen zu überlassen, von China fünftig fräftigere tragen. Man erhofft davon soviel Vorteile für die Parteibewegung, Stadt hat einen glänzenden Verlauf genommen. Maßnahmen und ausreichende Friedensgarantien zu verlangen, Bom herrlichsten Wetter begünstigt versammelten sich die Gesondern die Gesandten ließen sich schleunigft Schuh- Detache daß man selbst die Benachteiligung der Frauen mit in den Kauf noffen Brüffels und feiner Umgegend um 2 Uhr nachmittags auf ments schicken, um dem chinesischen Volke und der chinesischen nehmen zu müssen glaubt. dem Boulevard de la Senne, eines der schönsten der ganzen Stadt. Regierung Troß zu bieten. Man glaubte China wie früher durch Alsbald war derselbe mit einer ungeheuren Menschenmenge angefüllt, aus der die roten Fahnen und Standarten stolz hervorragten. Nach dem die verschiedenen Vereine Aufstellung genommen hatten, feste sich der Zug gegen 3 Uhr nach dem Boulevard du Nord in Bewegung. An der Spize desselben wurde eine Blancarte getragen mit der Inschrift: Suffrage universelles( Allgemeines Stimmrecht). Dahinter folgten die„ Enfants du Peuple"( Stinder des Volks), bon denen ungefahr zwanzig mit Trommeln und roten Müzen ver sehen war. Dahinter lam eine Vereinigung von Genossinnen. Diefen folgten die übrigen Genossen in einem fast endlos scheinenden Buge mit unzähligen Fahnen und Plakaten. Leptere trugen Infchriften wie z. B.: Plazz den Armen, Amnestie( die Kundgebung hatte auch den Zwed, Aninestie für die wegen politischer Verbrechen Berurteilten zu fordern) und endlich: Gleiches Recht für alle. Auch für die nötige Mufit war gesorgt. 4 Der Zug gelangte durch einige Nebenstraßen an sein Ziel, die Grand Place. Hier hielten sie unter den Klängen der Marseillaise und anderer Weisen einen Umzug über den ganzen Play. Bei dieser Gelegenheit überbrachte eine Deputation dem Bürgermeister der Stadt Brüssel, der im Hotel de Ville anwesend war, den Wunsch der belgischen Socialdemokratie, der darin besteht, daß der Bürgermeister im Namen der Bevölkerung Brüssels bei der Regierung wegen des allgemeinen Stimmrechts sowie der Amnestie borstellig wird. Hierauf trennten sich die verschiedenen Genossenschaften, um sich nach ihren Lokalen zu begeben. So endigte diese Kundgebung, die zur Genüge bewiesen hat, daß die belgische Socialdemokratie, denn nicht nur die Manifestation in Brüssel hat einen glänzenden Verlauf genommen, sondern dasfelbe ist in allen Städten Belgiens der Fall gewesen, nicht eher ruben wird, als bis sie ihr Ziel erreicht hat, welches für jetzt und vor allen Dingen in der Erlangung des allgemeinen Stimmrechts und einer gründlichen Amnestie besteht. Zu diesem Zwed werden die socialdemokratischen Abgeordneten einen das allgemeine Stimmrecht betreffenden Gesezentwurf in der Kammer einbringen. Ob derselbe bon Erfolg gekrönt sein wird, ist sehr zweifelhaft, da fich die Klerikalen mit allen Kräften dagegen sträuben werden. Aber all' ihr Sträuben wird und muß über furz oder lang an der Ausdauer der Socialdemokratie und ihrer Begeisterung für die gerechte Sache scheitern und der Tag wird nicht mehr fern sein, an dem die belgische Social demokratie durch das allgemeine Stimmrecht über alle ihre Widerfacher triumphieren wird. England. Bei der Stadtverordnetenwahl in Breslau treten unfre Genossen in allen Bezirken mit eignen Kandidaten auf, da, wie die Volkswacht" schreibt, teine der übrigen Parteien oder Vereine ein Programmi aufstellt und eine Tattit einschlägt, welche die generelle Unterstügung der Partei herbeiführen könnte. die Stadtverordnetenwahl als Standidat aufstellen lassen. In den Herr Georg Schumacher in Solingen hat sich dort für Versammlungen, zu denen feine Anhänger per Postkarte eingeladen werden, schimpft er auf unser Solinger Parteiblatt, auf seine focialbemokratischen Gegenkandidaten und auf das socialistische KommuneDrohungen einschüchtern und mit etwaigen Erzedenten in Beting selbst turzen Prozeß machen zu können. Und einem derartigen Optimismus huldigt man trotz des Situationsbilds, das v. Ketteler in einem am 31. Mai an den Reichskanzler gesandten Bericht entwirft: Wenn ich mir zum Schluß einen Ueberblick über die augen blidliche Lage in China und speciell im Norden gestatte, so möchte ich vorausschiden, daß ich der Bewegung der aufrührerischen Seften, gleichviel unter welchem Namen, eine staatsumwälzende Kraft nicht beizumessen vermag. Ihre Zahl ist nicht groß genug, ihre Organi sation bisher zu schlecht, und die ihnen zu Gebote stehenden Waffen Wahlprogramm. Natürlich findet er dabei den Beifall aller Parteis zu primitiv, um sie an sich gefährlich erscheinen zu laffen. Dagegen gegner. ist die Wirkung, welche ihr ungestraftes Borgehen gegen Christen, Bei der Stadtverordnetenwahl in Aschersleben erhielten Fremde und deren Einrichtungen, auf die weiteren Bollsschichten die Kandidaten unfrer Partei 578, 576, 572, 565 und 552 Stimmen, ausübt, feineswegs zu unterschätzen. Die Kaiserin- Witwe hat sich die Gegner 640, 658, 627, 609 und 486. Jn Stichwahl kommen mit der ihr ergebenen und um die Person des jungen Thron- drei unsrer Genossen, Menning, Kuntze und Greiner, deren Wahl folgers gruppierten Partei dem Treiben der Boyer gegenüber günstige Aussicht hat. Bei der vor zwei Jahren stattgefundenen unverkennbar nachsichtig gezeigt und ihre Auswahl erhielt unfre Partei 70 Stimmen, demnach ein guter Erfolg. breitung entweder aus Nachlässigkeit oder ges Totenliste der Partei. In of starb in der Nacht vom flissentlich gefördert. Sonnabend zum Sonntag der Appreteur Christian 8iegler. Die letzten beiden bereits unter dem Druck der Ereigniffe 3. war einer der treuesten Parteigenossen und gehörte seiner Gewerkerlaffenen kaiserlichen Edikte, von denen ich Uebersetzung gehorsamst schaft sowie dem socialdemokratischen Wahlverein seit Gründung der vorlege( s. Anlage 2), sind so knieschwach und zweideutig, daß ihre beiden an. Auch die Hamburger Partei erlitt einen Verlust Beröffentlichung schädlich wirken mußte, indem die kaiserliche Be- durch den Tod des Genossen Heinrich Iper, der am Sonntag hauptung, daß es unter den Bogern gute und schlechte Leute gebe, im Alten Allgemeinen Krankenhause zu Hamburg starb. J. war in von allen Anhängern naturgemäß im ersteren Sinne auf ihre unermüdlicher Organisationsarbeit thätig und hat namentlich unter Berfon angewandt wird. erfüllt. China ist jedoch stets ein aufnahmefähiger Boden für die dem Socialistengesetz nach besten Sträften seine parteigenöffische Pflicht Saat der fremdenaustreibenden Politik gewesen, und das unDie Freie Presse" in Elberfeld erscheint seit Montag bekümmerte und unbestrafte Vorgehen der Borer gegen die mit dem Auslande identificierten Eisenbahn- Unternehmen wird die täglich mindestens sechs Seiten start gegen früher vier Seiten. Das Propaganda der That erstarken lassen. Die momentane Gefahr Propaganda der That erstarten laffen. Die momentane Gefahr Blatt wird jetzt auf der Notationsmaschine hergestellt. liegt in der Zusammenziehung größerer chinesischer Der Thüringer Landbote", der von unfren Thüringer Truppenmassen in der Hauptstadt und in unmittelbarer Parteigenossen herausgegebene Agitations: Kalender, wird diesmal Nähe derselben. Hiermit hat die chinesische Regierung und vor in einer Auflage von 70-75 000 Gremplaren erscheinen. nehmlich die hinter dem Thron stehenden Berater, allen voran der fremdenfeindliche Generalissimus der chinesischen Armee, Jung- lu, in den letzten Monaten zweifellos ein gefährliches, wenn nicht zweideutiges Spiel getrieben." Die Ankunft des Detachements in Peking und der China damit gebotene Truz hatten indes diesmal nicht den erhofften Erfolg. Die Borer", mit denen mehr und mehr die regulären Truppen sympathisierten, setzten ihre Angriffe auf die GePolizeilidhjes, Gerichtliches usw. In der Beleidigungsklage, die Dr. Lütgenau gegen unfren Genossen Bredenbed anstrengte, fand gestern in Dortmund abermals Termin statt. Wie uns ein Privattelegramm meldet, wurde der Termin vertagt, bis zur Erledigung einer Strafanzeige, die gegen 2ütgenau wegen Betrug und Unterschlagung schwebt. Um die Sicherheit des Staats recht besorgt ist die AmtsZwei und eine halbe Milliarde Mark dürfte England sein tauften bekanntlich meist mehr als zweifelhafte Elemente fort Hauptmannschaft Zwidau. Von dem Genossen Keil in Wilfan war südafrikanischer Raubkrieg toften. Das englische Volt wird das und zerstörten die Eisenbahnlinie zwischen Tientsin und Peking, eine Mitgliederversammlung des socialdemokratischen Vereins einBergnügen, seinen lorberbedeckten Kriegshelden Roberts, Buller zc., wodurch sie es dem General Sehmons unmöglich machten, mit berufen worden, in der ein Bortrag gehalten und über verschiedene orgiastische Huldigungen darbringen zu können, wahrscheinlich mit weiteren 2000 Mann zu der Schußtruppe der Gesandten zu stoßen. innere Bereinsangelegenheiten beraten werden follte. Daraufhin einer Erhöhung der Einkommensteuer um 50 Broz. bezahlen lönnen. Das jungli- 9amen erklärte den Legationen auch ganz offen, ging dem Genossen Keil in legter Stunde noch von der AmisDenn von den unterjochten Boeren einen irgend erheblichen Teil daß es eine weitere Truppenentfendung nach Beling hauptmannschaft eine Versammlungs- Anmeldebescheinigung mit der Milliarden herauspressen zu können, wird sich selbst nicht dulden werde, wie folgender Bericht v. Kettelers beweist folgender origineller Mitteilung zu: der siegestrunkenste Zingo nicht einbilden. Auch die Hoffnung, daß die Intereffenten des Raubfriegs, die Minenbefizer einen Zeil der Kriegskosten auf sich nehmen würden, ist jetzt durch eine ErNärung der Aktionäre der„ Consolidatet Gold Fields" zu Schanden geworden. Zwar hatten die Goldminen- Spetulanten, als sie durch Die von ihnen ausgehaltene Bresse die Nation in den Kriegsfuror hineinpeitschten, versprachen, für einen Teil der Kriegstoften aufTommen zu wollen. Als der Kostenaufwand für den Krieg, den man Beting, den 12. Juni 1900. Die Minister des Ljungli Vamen verlangen, daß die Ent sendung von 1000 Matrosen nach Beling aufgehalten werden soll; die beteiligten Vertreter haben dies jedoch abgelehnt. Die Matrosen müssen auf dem Wege von Tientsin hierher Be hinderung oder Waffenwiderstand gefunden haben, da sie sonst schon eingetroffen wären. Telegraphische Verbindung mit Zientfin ist unterbrochen. Das Ausbringen von Hochrufen auf die Socialdemokratie oder focialrevolutionäre Verbände oder Bewegungen und das Abfingen revolutionärer Lieder während und nach Schluß der Versammlung wird zur Vermeidung einer an den Veranstaltern und Leitern der Bersammlung zu vollstreckenden Ordnungsstrafe bis zur Höhe von 150 M. oder 14 Tagen Haft hiermit verboten. Königliche Amtshauptmannschaft. Dr. Schnorr v. Carolsfeld. SBit bekommen, sollen wir in ber Einsckätzung der Hochrufe und dcZ Singen« für die socialdcmolratische Porter dem AintShauptmann folgen, einen höheren Respekt vor diesen Propagandamitteln, als wir bisher ihnen zumuteten. In der weiteren Folge wird die gut gesinnte Presse hoffentlich aus der Erleuchtung des Zwickauer Amts Hauptmanns die Nutzanwenduuj, ziehen, daß das Sprichwort: Wi man singt, da las; dich ruhig nieder— ein- für allemal als revolu tionär verpönt wird._ Gewerkschaftliches. Berlin mid Umgegend. Der SluSstand der Elektro-Monteure der Allgemeinen Eleb tricitäls-Gejellschaft, Abteilung ist beendet. Durch Vermittelung des Borsitzenden des Gewerbegerichts, des Herrn v. Schulz, und des Arbeitersekretärs 5t ö r st e n ist den Ausständigen im Namen der Firma folgendes bewilligt worden: Zurücknahme des CirkularS be treffend Abschaffung der Borortzulage, von 6 Uhr ab tverden Ueber- stmidcii mit 25 Proz. Aufschlag bezahlt. Lohnzulage, deren Höhe in den kommenden vier Wochen geregelt wird. Der Erfolg, den die Kollegen errungen haben, beweist, daß nur durch die Einigkeit und den Zusammenschluß aller Kollegen unsre so schlechte Lage verbessert werden kann. Darum alle, die noch außen stehen, hinein in den Centraloerband der Elektro-Monteure und Bc rufsgenosscn Deutschlands. I. A.; Die Lohnkommission. Deutsches Reich. Eine Bewegung der BreSlaucr Buchbinder scheint sich borzubereitell. Eine gutbesuchte Versammlung dcrse'bcn wählte am Sonntag eine achtgliederige Lohnkommission, welche die etwa not wendig werdenden Arbeiten zu erledigen hat. Der Kommission gc hören auch zwei weibliche Mitglieder an. Gleiches Recht. Einer der bekannten Prozesse, in der eine sehr gereizte Stimmung der Richter gegen streikende Arbeiter zum Ausdruck kam, spielte sich dieser Tage vor der Leipziger Straf kammer ab. Angeklagt war der Buchbinder Ritter, der während des Buchbinderstreiks zu einems Mädchen. daS weiterfgearbeitet hatte gesagt haben sollte: Wenn Ihr nicht niitgeht, dann giebt es heute abend Dresche I Trotzdem dieses Delikt höchstens mit einigen Wochen Gefängnis bestraft werden kann, wurde Ritter am 18. Oktober wegen jtollisionSgefahr In Hast genommen und darin behalten. Geradezu klassisch ist die Begründung der Fortdauer der Unter suchungshaft. Sie lautet: Die Untersuchungshaft Ritters hat fortzudauern, weil er des ihm zur Last Gelegten dringend verdächtig ist, auch bei seinem Leugnen und im Hinblick auf den erfahrungsgemäß von seilen der Streikenden auf die Arbeitswilligen und Zeugen ausgeübten erheb lichcn Druck zu befürchten steht. daß er durch Beeinflussung der gegen ihn auftretenden Zeuginnen die Ver duntelnng deS Thatbestands, wenn er sich in Freiheit befinden würde, herbeizuführen sich bemühen würde. � In der Beweisaufnahme wurde festgestellt, daß nur eine Zeugin, die bei dci» Fabrikanten in Diensten stand, die Acußerung gehört hatte, die übrigen Zeugen wußten nichts. Die Dennnciaiion war von dem Buchhalter der Firma Böscnberg ausgegangen. Das Ge- richt erkannte auf drei Wochen Gefängnis und rechnete von den 25 Tagen Untersuchungshaft nur eine Woche auf die Strafe an. Was an der Verhandlung besonders bemerkenswert ist, daS ist die Begründung für die Fortdauer der Untersuchungshaft: wenn dieser Grundsatz allgemein angewendet würde, dann müßte bei jedem Ver» dacht, der sich gegen eine Person regt, die Untersuchungshaft ver- hängt werden und wir kämen in geradezu ungeheuerliche prozessuale Zustände. Wem fällt aber, wenn er den.gewundenen Pfad, de» unsre Justiz wandelt, verfolgt, nicht die rücksichtsvolle Behandlung des Prinzen Arenbcrg ein. der als Mörder lange Zeit frei umher lief, ehe er in Untersuchungshaft genommen wurde'{ Pößneck i. Th. Durch die.gutgesinnte' Thüringer Presse geht gegenwärtig eine Notiz, wonach im benachbarten Peuschen der Maurer Traugott E i s e n b e i ß seinen Arbeitskollegen Arno Preuß deswegen überfallen und schwer verletzt habe, weil letzterer weder der Organisation angehörte, noch sich am letzten Maurerstreik bc teiligt habe. Die Sache erhielt eine um so tragischere Seite, als der Geschlagene am andren Tag sich im Moxaer deiche ertränkte und nun vollends bei den Arbeitcrseinden als ein Opfer der Räch sucht der Organisierten sowie seiner Streikgegnerichaft gilt; dabei wird Pr. als»fleißiger und treuer' Arbeiter' geschildert. Der Fall wird, so wie er in den»Ordnungs'blättern erzählt wird, zweifellos großen Eindruck bei allen Philistern machen, und sicher wird derselbe in dieser Original fassung ein Plätzchen finden in den gesammelten Motiven zur Begründung einer eventuellen künftigen Zu ch t h a u S V o r l a g e. Jammerschade ist dabei aber, daß die ganze Geschichte bis auf den Selbstmord Preuß' erschwindelt »st! Nach einer im nationalliberalen.Pößnecker Tageblatt' veröffentlichten Erklärung des Maurers Eisenbeiß, der P., wie erwähnt, überfallen haben soll, verhält sich die Sache, wie derselbe durch Zeugen nachzuweisen sich erbietet, doch ein wenig anders. Da- nach ist der Selbstmörder Preuß gar kein Maurer und hat nie als solcher bei einem Meister gearbeitet; eS kann also eine Gegnerschaft aus Anlaß des Streiks oder der Organisation absolut nicht in Frage komme», um so weniger, als Eiscnbeiß sich selbst nicht a in Streik beteiligt Habel Ferner weist Eisenbeiß nach, daß er Pr. nicht aufgelauert resp. überfallen habe, sondern daß dieser in betrunkenem Zustand auf der Moxaer Dorf- straße gelegen habe und er ihn auf Bitten mehrerer Moxaer Burschen mit nach Hause genommen habe. Der Dank dafür sei nicht ausgeblieben, denn den gemeinsten Beschimpfungen seitens Preuß' feien bald Thätlichkciten gefolgt und er(Eisenbeiß) habe lediglich in der Notwehr gehandelt, als er die Messerangriffe P.'s mit dem Spazierstock parierte. Im übrigen wird P. dabei als bekannter Messerheld geschildert: erst im Vorjahre habe derselbe einen Maurer Fröhlich gestochen. Andern TagS ist Preuß nun nach Ziegenrück gegangen. um beim Arzt sich die sichtbaren Zeichen der erhaltenen Stockhiebe bescheinigen zu lasten und die Sache beim Gendarmen anzuzeigen! beide aber hat Pr. nicht angetroffen und ist dann in späterer Stunde betrunken in Ziegenrück gesehen worden, am Montag fischte man ihn entseelt aus dein großen Moxaer Teiche. Was ihn veranlaßt hatte, den Tod zu suchen, ist unaufgeklärt. es ist auch keineswegs ausgeschlossen, daß dem Betrunkenen ein Unfall zugestoßen ist. Ausland. A«S der Gchweiz. In der Seidenfärberel von Baumann a. Dr. Müller in Zürich> Enge haben ca. 120 Arbeiter die Arbeit eingestellt. Sie fordern eine wöchentliche Lohnerhöhung von 2 Fr. auf 21 bis 24 Fr. für Handlanger, von 1.50 Fr. für Hilssarbeiter auf 24 bis 27 Fr. und von 1 Fr. auf 27 Fr. für gelernte Färber. ferner schriftliche Vereinbarung. Sociales. Zur Gewerb«- Inspektion in der Schweiz. Die schon vor längerer Zeit gemachte Anregung. betreffend die Errichtung eines besonderen kantonalen Gewerbe-Jnspektorats zur besseren Kontrolle der Durchführung der Arbciterschntz- Gesetze. ist mm ihrer Verwirklichung sehr nahe gerückt. Der Große Rat hat in seiner letzten Sitzung die bezügliche Vorlage mit großer Mehrheit angenommen, wonach als besondere Abteilung deS Departements deS Innern ein kantonales Gewerbe- Jnspektorat zur Erledigung aller ihm vom DcpartementSvorsteher zugewiesenen Arbeiten auf den Gebieten des Fabrikwesens, der Haftpflicht und deS Arbeiter» schutzes errichtet werden soll. Insbesondere obliegt demselben die Ueberwachung der dem kantonalen Arbeiterinnenschntz- Gesetz unterstellten Betriebe; die Ausführung des cid» gcnössischen Fabrikgesetzes und der eidgenössischen Haftpflichtgesetze, so- weit sie in die Kompetenz der kantonalen Behörden fallen; die Unterstützung des eidgenössischen FabrikinspektorS; die Kontrolle der Bestimmungen deS Wirtschaftsgesetzes zum Schutze des Wirtschafts- personals; die Ueberwachung der Ausführung des SoimtagSgesetzeS; die Durchführung weiterer durch Gesetz für Angestellte und Arbeiter angeordneten Schntzbestimmungen, endlich das Sekretariat der Kommisston für Handel, Industrie und Gewerbe. Von der längst geforderten Anstellung einer Gewcrbe-Jnspektorin ist in dem Gesetz nicht die Rede, aber es enthält auch kein Verbot, so daß die Re gierung, wenn sie nur will, diese alte Forderung, die auch vom Fabrikinspektor Rauschenbach befürwortet wird, erfüllen kann. Ter erste deutsche Handwerkskammertag wird vom 15. bis 17. d. M. in Berlin stattfinden. Die Tagesordnnng, die zur Er ledigung kommen soll, ist sehr reichhaltig, sie zählt nicht weniger als 14 Nummern. Die hauptsächlichsten Punkte sind die folgenden: 1. Die Aufgaben der Handwerkskammer: a) auf dem Gebiete des Lehrlingswesens, Geiellenprüfungs-Ordnung. b> bezüglich der Meister- Prüfung, c) bezüglich der Bestellung der Beauftragten. 2. Auf- bringung der Kosten der Handwerkskammern. 3. Organisation des Handwerks- und GewerbekammertagS. sowie Regelung deS gegen- scitigen Verkehrs zwischen den einzelnen Kammern. 4. DaS Fort- bildungS- und Fachschulwesen. 5. Genossenschaftswesen im Hand- werk. 6. Submiffionswesen. 7. Die Bedeutung der Handelsverträge für das deutsche Handwerk. 8. Der Befähigungsnachweis, g. Wahl- beteiligung von NichtHandwerkern in den Gewerbevereinen an den Handwerkskammer-Wahlen._ Gevichks-Äeikung. Tie Amtsüberschreitung deS Bürgermeisters. Der Wein- gutSbesttzer H o f f m a n n sah cineS Tags im AmtSbureau der Bürgermeisterei zu O b e r- W e f e l a. Rh/ die W ä h l e r l i st e ein. Hierbei stand er an einem Pult, auf das der AmtSschreiber die Liste gelegt hatte. Der Bürgermeister Doll betrat im selben Augen- blick daS Zimmer. Er forderte Hoffmann auf, sich auf die Bank für daS wartende Publikum zu setzen. H. kam dem nach, guckte weiter in die Liste und lächelte vor sich hin, da er annahm, der mit ihm verfeindete Bürgermeister wolle ihn chikaniercn. Dieser fuhr ihn nunmehr an:»Lassen Sie das unverschämte flegelhaste Lachen— denken Sie, Sie wären unter Ihresgleichen?' Ans Antrag Hoffmanns wurde das Stadt- oberhaupt später in zweiter Instanz vom Landgericht zu Köbleuz wegen Beleidigung des Klägers zu einer Geld- strafe von 20 Mark verurteilt. Das Landgericht hielt jene Acußerung für erwiesen und nahm an, der Bürger- meister habe damit H. seine Mißachtung ausdrücken wollen. — Nachdem der Verurteilte Revision eingelegt hatte, erhob die Regierung in Koblenz zu seinen Gunsten beim Ober- Vertvaltungs- gericht den K o n s l i k k. Die Regierung machte geltend, daß sich Bürgermeister Doll im Rahmen seiner Am'tsbefugnis gehalten habe. Er habe das Benehmen des Privatklägers als unverschämt ansehen können und andre Ausdrücke als die gebrauchten hätten ihm bei der Ab- wehr schwerlich zur Verfügung gestanden. Die Abwehr selber sei aber im Interesse seiner amtlichen Autorität erfolgt und sachgemäß gewesen.-- Das Ober-Verwaltnngsgericht erklärte den Konflikt der Regierung für unbegründet und somit da« Straf- verfahren gegen den Bürgermeister für zulässig. Die Ausdrücke „unverschämt' und.flegelhaft', gebraucht gegenüber dem einfachen Lächeln Hoff m'a nns. stellten eine Ueber- schreitung der AmtSbefugnisse dar. China. Die„unwiderrufliche Entscheidung" der Mächte wird von der internationalen Khakipresse natürlich lobend besprochen. Die„Neue Freie Presse' nieint. eS werde nun einmal ohne eine gewisse Demütigung ChinaS' nicht abgehen. Die englische Regierungspresse bläst in dasselbe Horn. Ein Artikel deS.Globe' hält die Bedingungen, über die sich die fremden Gesandten in Peking geeinigt haben, für befriedigend und bezeichnet es als wesentliches Erfordernis, daß die Proklamationen betreffend die Unterdrückung der Boxersckte so abgefaßt werden, daß sie die Bevölkerung von der Nutzlosigkeit weiteren Wider st andS gegen den Zug der Civilisationvir wieder weiter. Aber diese Lauferei durch die Felder, dazu haben die ganze Kerle die Schei.. rei, die macht einen kaput. Wir Ivaren Mittags grade am ab kochen, da fielen schon einzelne Schüsse. Sofort mußten wir unser Essen im Stich lassen, und an die Gewehre, und nun gingö los. Aber das könnt Ihr Euch nicht vorstellen, wie unsere Soldaten hier gehaust haben. Kein Schlagen warst ein Schlachten warS zu nennen, keiner wurde verschont, nicht Weib und Kind, alles wurde niedergemacht, das nennt man nun in Deutschland Zivilisationischc Thätigkeit, dabei sind das die reinsten Wilden, oft Schlimmer, wie die Chinesen selbst. Später, wenn ich mal wider bei Euch bin werde ich Euch Alles gründlich erzählen, wie es hier aussieht, habe bis jetzt noch kein Lebenszeichen von Euch gehört, was ja leicht denkbar ist, aber hoffentlich seid Ihr alle»och gesund und munter, wie ich es auch bin. Ich laure alle Tage mit Schmerzen auf einen Brief, wie gerne hörte ich wieder einige Worte aus dem Elternhause, aber es kommt immer nichts. Hiermit will ich schließen. In der freudigen Hoffnung, daß Ihr alle recht gesund seid, und wir uns recht bald, gesund und munter widersehn. Verbleibe ich Euer dankbarer Sohn und Bruder Ein zweiter Brief aus der Feder desselben Soldaten gelangte am Soimrag in die Hände der Eltern und lautet wie folgt: Peking. 2S./9. 1900. Liebe Eltern und Geschwister! Tausend Dank für Euren lieben Brief. Ihr glaubt nicht, wie eS einen freut, wenn man hier in dieser Wildnis etwas aus dem Elternhause hört. Aber macht Euch keine Sorgen, denn ich glaube, daß wir bald fertig sind, hier in diesem Sch.. ßnest. Es hat mich sehr gefreut, daß Ihr alle noch gesund seid. Kann Euch nun als Neuigkeit mitteilen, daß ich hier Polizist spiele in Peking, genau so wie unsre Blitzableiter. Nur kann ich kein Protoköllche mache. Aber ich verhaue sie, basi sie nicht wissen, wohin. Tic Schweine sazen nähmlich auf die Straße und sch.. ßen, überhaupt der Dreck stiegt auf die Straße. Abends, wens dunkel wird, sollen die Lumpen Laternen heraushängen einige machens andre nicht, dasi ohne Schläge nicht abgeht ist klar. Von uns wird ver- langt daß wir die Straße sauber halten aber fängt man an einer Seite an und ist 100 Schritt weiter sist vorne schon wieder hin- gesch... n. Schweine sind auch darunter. Am Freitag durch- suchten wir ein Haus es wurde uns vom Dolmetscher gesagt, daß ein Boxer were. Wir fanden auch Patronen und Dolche.' Einer von uns suchte in einer Kiste und da bekam er auf einmal einen Schlag von dem Kerl, daß ihm der halbe(? d. Berichterst.) weg- flog. Aber daß dieser Lump nicht lebendig aus seiner Hütte herauskam ist klar, den haben wir so lange verhauen, bis er liegen blieb. Ich könnte Euch noch vieles Schreibe» aber ich habe kein Papier mehr. In der Hoffnung, daß Euch dieser Brief so gesund antrieft wie er mich verläßt verbleib ich unter herzlichsten Grüßen Euer Sohn und Bruder. Aus diesen beiden Briefen eines deutschen Ehinakreuzfahrers sieht man mit erschreckender Deutlichkeit, wie furchtbar rasch durch die demoralisierende Schule eines Kolonialkriegs aus einem sittlich normal fühlenden Menschen ein blind darauf los wütender Hunnc werden kann. Im ersten Brief liest man noch von dem Jammer und Elend der Verwüstung. Die grauenhaften Schlächtereien der auf flüchtendes Menschenwild losgelassenen Soldateska empören sein Menschlichkeitsgefnhl. Sein sehnlichster Wunsch ist der, möglichst bald durch das Ende des unglückseligen Kriegs der ferneren Test- nähme einer derartigen.civilisationischen Thätigkeit' überhoben zu werden. Allein man haust nicht 8 Tage unter Hunnen, ohne an seinem sittlichen Empfinden Schaden zu nehmen. Der erste Brief ist vom 19. September datiert, der zweite vom 25. September. Und da hat man den Eindnick, als stamme der zweite Brief von einem ganz andren Individuum. Von moralischen Reflexionen, von irgend« welcher Selbstkritik ist keine Rede mehr. Die europäische SoldateSka ist kraft des brutalen Rechts des Stärkeren Herrin des verwüsteten Lands, nach ihrer rücksichtslos geschwungenen Fuchtel müssen die gnädigst von der Massen- cibschlachtung verschont gebliebenen Einwohner tanzen. Die Chinesen sind Schweine, die für das Beschmutzen der Straßen (ihrer eigenen Stadt!) unbarmherzig verhauen werden muffen. Auch die ländiiche Bevölkerung Deutschlands läßt sich zwar bei der Be- sriedigung der leiblichen Notdurft vielfach noch mehr durch Be- quemlichkeitsrücksichten als durch Rücksicht der Hygiene und des vffent- lichen AnstandS leiten— macht nichts, die Chinesen sind Schweine, die nach Noten verhauen werden müssen. Und läßt sich eins dieser .feigen' Schweine gar zu einem Akt der Notwehr hinreißen, wie der.Boxer', dem es bei der Haussuchung an Kopf und Kragen ging, so wird er in einer Weise zu Tode geprügelt, wie in der Heimat nicht einmal ein räudiger Hund totgeschlagen werden darf! Das ist die bestialisierende Macht deS verrohenden Beispiels. von der ja fast alle Schreiber von Hunnenbriesen zu erzählen wußten. Die chinesische Kulturschmach schreit nicht nur zum Himmel, wie die trotzdem freilich sehr kühl bleibende„Köln. Volksztg.' zugiebt, sie stinkt zum Himmel! « Wettere Hnnncnbricfe. Das„Volksblatt für Halle' veröffentlicht folgenden weiteren Hunnenbrief: „Zweimal habe ich bereits die Reise nach Peking gemacht, diese dauert allemal 14 Tage. Es werden ohngefähr K bis 10 Zempas oder Dschunken mit Proviant beladen und durch chine- fische Kulis(Arbeiter) gezogen strandaufwärts bis Peliug. Dies dauert allemal sieben Tage. Abends wird gehalten, da der Strom sehr flach ist und man deshalb alle Minuten festfahren würde. Während der Fahrt(dieselbe geht natürlich sehr langsam vor sich) steigen wir ans Land und gehen auf Hühner-, Enten- und Taubenjagd, manchmal wird es auch eine Menschcnjagd, da sich noch sehr viele versprengte Boxer hier herumtreiben. In einem Tage hatten«vir 8 Stück solcher Bestien ins bessere Jen- seits befördert. Daun werden auch noch die Dörfer nach Gold abgesucht, in den meisten Dörfern findet man keinen Cent." Die Dörfer werden nach Gold a b g e su ch t— aber ge- plündert wird nicht I— * Ein weiteres Hunnendokument veröffentlicht die„Magdeburger Volksstimme": Peking, 10. September. In der Hauptstadt Chinas finde ich endlich wieder Gelegen- heit, Euch einige Zeilen zukommen zu lassen. Während unserer interessanten und qualvollen Fahrt fand ich ein paar mal Gelegenheit, von den Hafenstädten, die wir aufsuchen mußte», um neue Lebensmittel und Kohlen zu nehmen. Euch viele Grüße zu senden. Am 15. August langten wir auf der Reede von Taku an, wo sofort(abends) mit dem Ausschiffen von Menschen und Tieren begonnen wurde. Das Wasser ist bis zu den Forts ziemlich flach und die großen Schiffe müssen 2 Stunden vom Lande liegen bleiben. Am 16. kamen wir dann an Land, passierten die zerschossenen Forts und quartierten nachts in leeren stinkenden von den Chinesen ver- lasseuen Buden. Am 17. vorm. fuhren wir mit der Bahn von Taku nach Tientsin. Selbige war von den Boxern vollständig zerstört, ist aber von den Russen schon wieder tüchtig in Herstellung begriffen. In Tientsin, eine ziemlich große mit einigen europäischen Straßen und Anlagen, jetzt teilweise in Trümmer liegende Stadt, bezogen ivir eine ehemalige chinesische Universität. Hiersclbst verstauten Soldaten und angenommene chinesische Arbeiter, die der Hunger zur Arbeit zwingt, die Ladung der beiden großen Dampfer, die teils mit der Bahn, oder den Fluß aufwärts(Peiho) bis her befördert war. Bis zum 24. ivar noch nicht die Hälfte untergebracht, es ist kaum glaublich, was die beiden Dampfer verborgen hatten. Leider lag die Ver pflegung unten, so daß wir in den ersten Tagen wenig zu essen bekamen. Am 25. fuhren wir weiter nach Peking zu, ungefähr noch 28 Kilometer weit brachte uns die Bahn, dann' ging das Laufen los, bis Peking. Denselben Tag marschierten Ivir noch bis Dang- thsun, ungefähr 6 Kilometer. Hier biwakierten wir am Ufer des Peiho, den» das Nest war v o 1 1 st ä n d i g verwüstet und die noch stehenden Gebäude waren als Proviantlager von allen Nationen beschlagnahmt. Hier zeigten sich denn auch die Greuel des K r i e g s in der Nähe. Schutthaufen, darunter Leiche», noch halb verhungerte verborgene Weiber nnd Greise. Den Fluß herunter trieben Kadaver von Mensche» und Tieren, dazu eine ziemliche Hitze und leichengernchgcfüllte Luft —„giebt Appetit!" Flöhe, Wanzen und Mos'quitoS sorgen für Unterhaltung während des Schlafs, den der Hunger nicht auf kommen läßt. Nachts wollten uns die Chinesen verbrennen, an drei Stellen brannte es zu gleicher Zeit. Bis zum 27. mußten wir auf unsre Bagage warten, die mit ihren kleinen, mit Maultieren bespannten Wagen nicht schneller vorwärts kommen konnten von Tientsin. Jede Brücke mußte erst selbst gebaut werden, wobei zwei Mann ihr Leben einbüßten. Am 28. begann der erste Marsch nach Hosiwu ungefähr 35 Kilometer, in großer Hitze, nachmittags in strömendem Regen, so daß wir Biwak aufsuchen nmßten unter ünsern durchlaufenden Zelten. Vollständig naß ging es am andern Morgen auf bodenlosen Wegen weiter nach Peking. Durch verwüstete Städte und Dörfer, teilweise niedergebrannt, führte der bodenlose Weg durch Leichen und Gerippe gekennzeichnet. Je näher wir nach Peking kamen, je schauderhafter wurde es. bis an den Knien in Schlamm und Wasser, von oben abwechselnd Regengüsse undlSonneuschein, gelangten wir nach dreieinhalbtägigem Marsch in Peking............... an, Menschen und Tier total z e r s ch u n d'e n. Jeder Einzelne wird daran denken Es ist etwas andres, hier und in Deutschland Krieg zu führen. Unglaubliche Strapazen waren es und von jeder Compagnie waren täglich ungefähr 20 Mann schlapp, von 18 Hoboistcn 6. Jetzt haben wir uns einigermaßen erholt, nur das Essen i st schwach, weil die kolossalen Truppen- massen alles kahl zehren und alles stockt. Peking selbst ist drei mal mit Mauern umgeben, zehn Meter hoch, auch ebenso dick. Jetzt sind sie teilweise zerschossen und verwüstet. Viele Chinesen, Boxer, haben ihr Heim verlaffen und sind geflüchtet; eine Compagnie wohnt im ehemaligen Theater, die andern in Tempeln usw. Nur Essen fehlt uns. Vorgestern wurden 4 Boxer erschossen. dieselben hatten eine christliche Familie ennordet und wurden dabei gefaßt. Am nächsten Tage erhielt einer mehrere Male 50 Stock- schlüge, weil' er nachts unser Quartier anzünden wollte. Jede Nation hat einen Teil von Peking unter seinen Schutz gestellt, die Bewohner haben in jedem Hause die Zeichen nnd Farben der betreffenden Nation befestigen müssen. Im Deutschen Viertel hat jeder Befehl erhalten, von den Chinesen die Straßen zu säubern, abends an den angebrachten Ecklaternen Licht zu machen, bei Vermeidung der Prügelstrafe. Peking ist nämlich ein gemeines Dreckloch.' Mit Ausnahme der Gesandtschaftsstraße sind alle ungepflastert, nur wenige über zwei Meter breit, schmutzig, krumm und' stinkig. Wo der Cbinese steht, ist auch sein Kloset, Aschkasten, Müllhanfen auf der Straße. Im ganzen ist der Chinese überhaupt ein Schwein. Um unser jetziges Quartier zu reinigen, brauchten wir 24 Stunden zum Dreck usw. Nun ist noch ein Gestank. Am Donnerstag hatten wir eine Gedächtnisfeier an der Stelle, wo der Gesandte ermordet wurde. Die Witwe des Gesandten war auch zugegen, getragen in einer Sänfte von 6 Chinesen. Ich möchte nur wissen, was wir nun hier sollen in diesem Schmierloch, es sollte jeder ftoh sein, der sich mit solch einem Dreckvolk nicht herum ärgern braucht. Die meisten ziehen sich hier Leiden z» zeitlebens, viele lassen ihr Leben, was Euch die Zeitungen mitteilen werden usw., und alles warum? Hoffentlich endet der Kram hier bald, sonst krepieren noch viele am Hunger. Abgemagert find alle, wer weist, wie, dazu die verhungerten Vollbarte— greulich. So gehtzs her hier. Auch der„Lübecker Volksbote' ist in der Lage, die Zahl dqr Hunnenbriefe durch ein Schreiben zu vermehren, das sich durch be- sonders kannibalischen Ton auszeichnet: „Peking, den 26./8. 1900. Lieber... Möchte Ihnen gerne paar Zeilen mitteilen, daß es mir hier im Ausland ganz gut geht, und hoffe das beste auch von Ihnen und all die andren Kameraden.... Für mich macht es eine Freude, so die Chinesen zu töten, denn am 26. August haben wir 80 Mann gefangen genonmien, aber die mußten sich selbst das Loch machen, wo sie rein sollten und sind dann mit Zöpfe zusammen gebunden worden und auch die Füße und auf beiden feiten vom Loch war ein Pfahl eingegraben und eine Leine angebunden kwer rüber, und dann die Kerls mit die Zöpfe angebunden. wo einer Zug vorstandt. Dann hieß es scharrtschiert vertig liegt an Feuer, da konnte aber mahl sehen wie die Kerls flogen von der Leine in ihr Loch herein, u. so geht es den jeden Tag vor, denn in unser I. S. B. haben wir noch keine Ver- luste gehabt, aber jeder Chinese, die wier hier treffen wird erschossen oder die Kehle durchgeschnitten, weil das Volk so hinterlistig ist und muß keinen jaden mehr machen können..." Solchen Hunueuthaten gegenüber verblaßt selbst die blutigste Phantasie der Kolportageromane I Der Nitnalmord-Prozetz in Pisek. Man schreibt uns aus W i e n, 13. November: Morgen endlich wird in dem Prozesse wider L e o p o l d H ü I s n c r das Urteil ge- sprochen werden. Am 25. Oktober hat die Verhandlung vor dem Piscker Schwurgericht begonnen, in 17 Sitzungstngen ist eine ver- wirrende Zahl von Zeugen vernonimen worden, aber die beiden geheimnisvollen Mordsäkle sind ebenso unaufgeklärt geblieben, wie sie es bei ihrer Entdeckung waren. Hülsner, der Typus eines länd- lichen Lumpenprolctariers', ist bekanntlich in der ersten Verhandlung von den Geschworenen in Kuttenberg der E r m o r d u n g der Agnes Hruza schuldig gesprochen worden und von dem Gericht zum Tode durch den Strang verurteilt worden. Der Oberste Gerichtshof kassierte das Urteil und ordnete eine neue Verhandlung an. Zwei wichtige Umstände sollten noch weiter überprüft werden. Ueber, die Art der Ermordung, über die bloß zwei Landärzte als Sachverständige vernommen worden waren, sollte ein Gutachten der medizinischen Fakultät der Prager Universität eingeholt werden, und über die Frage, ob die Flecke an der Hose HülsnerS von Blut herrührten, sollten als Sachverständige zwei Professoren gehört werden. Gleich- zeitig verfügte der Oberste Gerichtshof, daß die zweite Verhand- lnng nicht mehr vor dem Kuttenberger Gericht, der zuständigen Gerichtsstclle, sondern in Pisek in Westböhmen stattfinden solle. Mittlerweile hatte das Gericht gegen Hülsner eine neue Untersuchung eingeleitet. Ein Jahr,' bevor der Mord an der Hruza verübt worden war, war ein andres Mädchen aus Polna plötzlich verschwunden. Erst nach der Mordthat an der Hruza entdeckte man in demselben Walde ein nacktes Skelett, das aus verschiedene» Umständen als die Leiche des früher ver- schwundeuen Mädchens, der Marie Klima, agnosciert wurde. Aus der Achnlichkcit der That schloß die Behörde, daß beide Mordthaten von ein und demselben Thäter verübt sein müssen. Durch eine Reihe von Zeugen soll dargcthan sein, daß Hülsner an dem Tage, an dem das Mädchen verschwand, mit ihr an einem Feste gesehen sein soll. Das Ergebnis der zwei Untersuchungen war nun, daß Hülsnor beider Mordthaten angeklagt wurde und sich in dieser laugen Verhandlung gegen den grausigen Verdacht zu verteidigen hatte, zwei junge Mädchen ohne ersichtlichen Grund getötet zu haben. Ein Beweis im gcrichtsordnungsmäßigen Sinne ist allerdings gegen Hülsuer nicht erbracht tvorden. Von zwei Zeugen wird zwar ausdrücklich behauptet, daß sie ihn an dem ent- scheidenden Nachmittag in dem Walde, in dem das Mädchen ermordet wurde, gesehen haben; ein besonders scharfsichtiger Zeuge will ihn gar auf eine Entfernung von 790 Schritten um die sechste Abendstunde an seinen„charakteristischen" Bewegungen mit dem Stocke in Gemeinschaft von zwei fremdenMän'nern beobachtet haben— aber eine unmittelbare Beobachtung der Mord- that ist im Gerichtsverfahren nicht erhärtet worden. Was jene Flecken an der Hose betrifft, so habe die Untersuchung ein negatives Resultat ergeben; die zwei als Sachverständige geladenen Professoren der Prager Universität vennochten die Frage, ob die Flecken von Blut herrühren, weder zu bejahen, noch strikte zu verneinen. Noch vager steht es mit dem„Beweis" für die That an der Klima. Die Zeugen, die Hilsner an jenem Tage in Zhor, wo das Kirchweihfcst war, nach welchem die Klima verschwand, ge- sehen haben wollen, geben an, ihn in Gesellschaft andrer Juden dort beobachtet zu haben. Aber daß diese nicht dort waren, ist so ziemlich festgestellt worden. Allerdings, der A l i b i b e w e i s ist dem Hülsuer gleichfalls nicht gelungen. Was die Mord- that an der Hruza betrifft, so behauptet er, am selben Abend im Tempel gewesen zu sein. Aber keiner seiner jüdischen Glaubensgenossen wollte diese Angabe schlanklucg bestätigen, wenn sie auch leiner direkt verneint hat. Für den Tag der Er- mordung der Klima führt Hülsner an, daß er zu jener Zeit in Jglau war. Aber sein Beweis geht nur bis zum 16. Juli und klappt wieder erst am 13. Juli, der entscheidende Tag, der 17. Juli, zeigt eine unnusgefüllte Lücke. Da Hülsner hartnäckig leugnet, übrigens auch Dinge, die belanglos sind, so hat das lange Zeugenverhör zur Aufklärung der beiden schauer- lichen Thatcn blutwenig beigetragen. Leopold Hülsner ist alles andre denn eine sympathische Figur. Ein Müßiggänger, der schon in jungen Jahren vom Bettel lebt, ein Strolch, der allen Mädchen nachstellte, kurz, ein sittlich sehr defektes Subjekt. Aber vom Lumpenproletaricr bis zum Mörder ist es noch recht weit; aus seinen moralischen Eigenschaften läßt sich die That absolut nicht folgern. Es ist zwar ziemlich sicher, daß die Geschwornen Hülsner schuldig sprechen werden, aber der unbefangene Beurteiler kann nur sagen, daß HülSuer die zwei Morde begangen haben kann, daß aber kein Beweis vorliegt ,) daß er sie� begangen haben muß. Unbefangene Beurteiler— giebt eS solche dieser Sache gegen- über? Was der Anklage gegen HülSner ein kulturhistorisches Relief giebt, ist der traurige Umstand, daß sich darin die Anklage gegen eine ganze Religionsgenossen schaft verbirgt. HülSner wird der Prozeß gemacht, aber hinter der Scene stehen die auf- gewühlten Massen und warten, daß der Spruch fällt, die Juden brauchten C h ri st e n b l u t. Wohl ist durch das wissenschaftlich überaus klare. Gutachten der Prager Universität das ganze Blutmärchen eigentlich beseitigt worden. Das Gutachten erklärt die Menge des aufgefundenen Bluts als durchaus normal; der angeblich„charakteristische Schnitt" am Halse als von einem gewöhnlichen Taschenmesser herrührend; eS be- leitigt das Märchen von der Erstickung, die dem Mordschnitt voraus- gegangen sein soll, und erklärt,'die That könnte sehr wohl von einem Einzelnen begangen worden sein. Es giebt übrigens einen zwingenden Beweis dafür, daß Hülsner, wenn er den Mord an der Kunze begangen hat. Mitschuldige nicht besaß. Das ist sein angebliches Geständnis. Von der Todesangst gepackt, die von seinen Zellengenossen in raffinierter Weise genährt worden war, gab er nach seiner Verurteilung an, er hätte den Mord in Gemeinschaft mit zwei Juden begangen, schilderte detailliert den ganzen Vorgang nnd nannte als die. Mit? schuldigen einen gewissen Wassermann und E r b m a n n. Diese Beschuldigung erwies sich als durchaus falsch— er ist darob auch wegen Verleumdung angeklagt—; er nannte die zwei Juden nur, weil ihm keine anderen einfielen. Hätte nun Hülsner Mitschuldige, s» hätte er sie in jener Angst vor dem aufgerichteten Galgen ehrlich | genannt; der verfotterte Mensch hat wirklich zu allem eher Talent Kleinbürgertum an. Es waren die Leute, die sich um Schulze gingen dahin, daß ich nach der Erflärung der Inmung augenblidlich als zu einem Märtyrer für fein Bolt". Gerade die Ergebnislosig. Delipsch gruppierten, der Kern der Fortschrittspartei. Diese liberalen für feinen der beiden Tarife sprechen könne. Ich beantragte, die Tarifvers teit jenes angeblichen Geständnisses zeugt dafür, daß Hilsner Mit Kleinbürger befürworteten den Freihandel im wesentlichen vom handlungen auf die Tagesordnung der nächsten Jnnungsversammlung zu schuldige nicht angeben kann, weil er eben teine hat; es fehlt jeder Standpunkt des Konsumenten, der billige Bedarfsartikel haben fezen. Ich würde dafür sorgen, daß so bald wie möglich eine Sigung des denkbare Grund, warum er sie denn schonen sollte. Aber daß er will. Die gesamte ländliche Bevölkerung war zu jener Zeit Gehilfenausschusses stattfinden würde und wir uns hier einigen. wildfremden Leuten gleich Beihilfe zu einem Mord geliehen hätte, ebenfalls noch für Freihandel. Das sind ganz andre Ber- Weiter führte ich aus, daß, wenn die beiden Tarife zur Ber das ist doch nicht zu denken. Selbst der fanatischte Gläubige an hältniffe wie in England. Dort wurde die Freihandelsbewegung handlung fämen, ich unbedingt für den zweiten, also für den, welcher' das Blutmärchen kann sich die Sache doch nicht so vorstellen, daß getragen von fortgeschrittenen, bei uns dagegen don rüdständigen die höchste Forderung enthält, eintreten würde. Dies mein Verfremde Leute nach Polna tamen, einen fremden Menschen nach Elementen. Der deutsche Freihandel der damaligen Zeit ist Frei- halten in der letzten Innungsversammlung, das jeder der Aneinem Christenmädchen fragten und Hülsner ihnen dieses Kind, das handel im Interesse des Agrariertums, welches die Industrie nicht wesenden bestätigen muß. Ausdrücklich ist das geschehen von dem ihm nichts gethan hatte, sofort schlachten half. Wäre es aber ein emporkommen lassen will. Die deutsche Industrie blieb innerlich Obermeister der Jmmung und Herrn Krufe. Von legterem sollte lange vorbereitetes Stomplott, so hätte Hülsner damals nicht Schuldlose schutzöllnerisch. Es ist ganz naturgemäß, daß die Agrarier aufhörten angeblich die vom Kollegen Unger in der Versammlung gegebene beschuldigt, sondern die wirklichen Thäter genannt. Das ist so Freihändler zu sein, nachdem sie nicht mehr exportieren fonnten, da Schilderung meines Auftretens herstammen. Gustav Genz. logisch, daß an dem Schluß eigentlich auch die Geschworenen nicht ihnen durch die amerikanischen Kolonialländer eine bedeutende Nonborübergehen dürften. Die Kiftenmacher nahmen am Dienstag den Bericht vom furrenz erwuchs. Jezt übernahm die Landwirtschaft die Führung in Streit entgegen. Nach der Abrechnung, die von Judel vorgelegt Das Gutachten der Fakultät versucht allerdings das Blut der Schutzzollbewegung und damit hat sich die ganze frühere zoll- wurbe, betrugen die Einnahmen 2585,75 W. An Streitunterstügung motiv durch eine andre Erklärung zu ersetzen und deutet an, politische Stonstellation verschoben. Die Arbeiterschaft tann nicht für wurde, betrugen die Einnahmen 2535,75 M. An Streifunterſtügung tvurden 2246,75 M. ausgezahlt, die fleinen Ausgaben betrugen daß Hülsner geschlechtlich pervers veranlagt sein könnte. Die eine Bewegung sein, welche ihr das Brot berteuern will. So find theatralische Art, wie der Mord ausgeführt wurde, das halb bestialische, wir nun an die Seite der Liberalen gedrängt und bekämpfen 172,50. Es verbleibt ein Ueberschuß von 116,50 M. In der halb groteske Berstreuen der Spuren, das alles, meint die Fakultät, die Schußzollpolitik. Wir dürfen nicht annehmen, daß die Schulz gekennzeichnet, daß die Diskussion wird das Gebahren der Arbeitgeber Puhlmann u. die vordem als Kollegen für dränge auf den Schluß hin, der Word sei aus Sodismus oder Schutzzollbewegung von den Junkern gemacht ist. Sie ist eine die Forderungen der Organisation mit großen Worten einFetischismus verübt worden. Sehr einleuchtend ist diese Erklärung Voltsbewegung der ländlichen Bevölkerung. Der Bund der Land- die Forderungen der Organisation mit großen Worten einnicht und sie wird sich auch wenig Geltung verfchaffen. Der von wirte hat fich diese Strömung zu muze gemacht, indem er ohne getreten find, jetzt fich aber von der christlichen Herberge dem Geheimnisvollen befangene, für alles Entfegliche au- Südficht auf die Barteistellung für die Unterſtüßung der Schuß von einem Arbeitgeber bazu benutzt, die Vertrauensleute zu maßbilligere Arbeitsfräfte holen. Der flauere Geschäftsgang wird gängliche Sinn der erregten Maffe wird es sich nicht aus- zöllner bei den Wahlen eintritt. Die ländliche Bevölkerung ist in regeln, und es ist von demselben gesagt worden, er bulde überhaupt reden lassen, daß die zwei Christenmädchen von Juden Deutschland so start, daß sie fast überall bei den Wahlen ihr Gewicht teine Bertrauensmänner mehr. Die Versammlung beschließt, daß ermordet worden find, um das für diese Verruchten in die Wagschale wirft zu Gunsten des Schutzzolls, und es ist schon dem Gemaßregelten die Unterstützung gewährt werden soll. Eine nötige Blut zu liefern. Man tann dem Präsidenten des Gerichts soweit gekommen, daß der Reichstag etwa zu Dreivierteln aus lebhafte Debatte entsteht über den Tarif. Es werden dabei Vorund auch dem Staatsanwalt das Zeugnis nicht versagen, daß sie sich Schutzöllnern besteht. Weil also den Arbeitern die Gefahr droht, würfe gegen die Kommission erhoben, die jedoch von dieser wie auch redliche Mühe gegeben haben, die Legende, die sich an den Namen daß ihnen das Brot verteuert wird, darum müffen wir auf die aus der Versammlung energisch zurückgewiesen werden. des Lumpenproletariers Hülsner geknüpft hat, zu zerstreuen. Aber Schanzen, um diese Politik zu bekämpfen, welche unser gefährlichster aus der Versammlung energisch zurückgewiesen werden. an der entsetzlichen Unbildung, in der halb Oestreich befangen ist, Feind ist. Der fast zweistündige, recht lehrreiche Vortrag wurde Kutscherversammlung. Am Freitag, den 9. d. M., fand in findet das schaurige Märchen seine wirksamsten Helfer. mit Beifall aufgenommen. In der Diskussion nahmen Genosse Cohns Festjälen eine vom Centralverband der Handelss, Trausport Paul Jahn und der Nationalsociale Weinhausen das Wort. und Verkehrsarbeiter einberufene Versammlung aller im LeichenBeide wünschten, daß Schippel in einem zweiten Vortrag seine An- und Lurusfuhrwesen beschäftigten Kutscher und Stallleute statt, in Aus der Frauenbewegung. fichten darlegen möge über die Stellung, welche die Arbeiter gegen der folgende Forderungen normiert wurden: Leichen- und Chaisenvon 30 Mart pro Woche, Ueber Arbeiterinnenschuh sprach Fel. Salomon ant 12. Nov. über der bevorstehenden Neugestaltung der Handelsverträge einzu- futscher erhalten einen Lohn nehmen haben. Geschäftswagentutscher und Stallleute einen Anfangslohn von 24 m. im Verein Schöneberger Frauen und Mädchen. In trefflicher Ausführung beleuchtete die Rednerin die deutsche Schutzgesetzgebung. Der Die Parteigenoffen des zweiten Wahlkreises hielten am nach 1/ 2jähriger Thätigkeit 27 M. Die Arbeitszeit ist wie folgt festStaat braucht gefunde und fräftige Bürger und muß im eigensten Dienstag eine vom Wahlverein einberufene Versammlung in Hellen zusetzen: Im Sommer von morgens 6 bis 7 Uhr abends, im Winter von morgens 7 bis 8 Uhr abends. Wenn Arbeit vorhanden, stekn Interesse der schädlichen Ausbeutung der Menschenkraft wehren. Das brands Festfälen, Hasenheide, ab, in der Reichstags- Abgeordneter die Kutscher den Fuhrherren bis abends 11 Uhr zur Verfügung. Für erste Schutzgesetz galt demgemäß den Kindern, die schon im zartesten R. Fischer über: Polizeimoral und Regierungsmoral" referierte. Fuhren, welche nach 11 Uhr abends gefahren werden, erhält der Alter zu unmenschlich langer Tagesarbeit ins Joch der Fabrit ge- In dem 1stündigen, set interessanten Bortrag kennzeichnete der Rutscher 1 M. Wenn die Wartezeit länger als 1 Stunde beträgt, ist für jede spannt wurden. Diese Grausamkeit an den wehrlosen Unmündigen Redner die torrumpien Zustände im Polizeiwesen und das Ver- Kutscher 1 M. Wenn die Wartezeit länger als 1 Stunde beträgt, ist für jede weitere angefangene Stunde ein Zuschlag von 50 Pf. zu zahlen. war in den Rheinlanden, als dem industriellſten Teil Deutschlands, hauptsächlich während des Socialistengefeyes, an das gemeingefährliche werden, sind den Kutschern pro Stunde 50 Bf. zu zahlen. Die bunte halten der Reging. halten der Regierung. Er erinnerte an die Borkommnisse vor und Für Fuhren nach außerhalb, welche nach 11 Uhr abends gefahren in den dreißiger Jahren zur Unerträglichkeit erwachsen. Aber die Erfahrung Lehrte, daß auch der erwachsene Arbeiter des Treiben der Lodspigel; er schilderte die skandalösen Verhältnisse, Livree hält sich jeder Kutscher selbst. Die Utensilien zum Reinigen Schuzes bedarf. Auch für ihn fist der freie Arbeitsvertrag dem wie sie im Tausch, Sternberg- und den verschiedenen andren Pro- der Pferde, Wagen und Ställe haben die Fuhrherren zu liefern. Stapitalisten gegenüber eine leere Phrase; frei macht ihn bis geffen in Erscheinung getreten find, wobei sich zur Genüge erwiesen Jedem Kutscher find im Monat vier freie Tage ohne jeg= zu einem gewissen Grade lediglich der Schutz des Ge- hat, daß die Gesetze von denjenigen, die ihnen Achtung verschaffen lichen Abzug zu gewähren. In jedem Betriebe muß feges. Dieser wurde ihm 1878 zuerst zu teil, freilich nur follen, verhöhnt und mit Füßen getreten werden. Redner gab eine heizbare Kutscherstube vorhanden sein und für jeden Kutscher zögernd und unvollkommen. Ausgiebiger erschien der Frauen- ichließlich der Meinung Ausdruck, daß auch die in Aussicht genommene ein verfchließbarer Schrank. In Krankheitsfällen soll den Kutschern, schutz durch die elfstündige Arbeitszeit und die mehrwöchentliche Reform nicht dazu führen wird, die moralische und sonstige Quali wenn die Strankheit nicht länger als vier Wochen dauert, der volle Schonzeit nach der Entbindung. Die vielen Ausnahmen bei diesen filation der Polizei, das Instrument der Klassenherrschaft, zu heben. Lohn gezahlt werden. Ferner wurde beschlossen, diese Forderungen Bestimmungen nahmen ihnen freilich ein gutes Teil ihrer Wirksamkeit. Der Redner erinnert sodann an das Gebahren der Regierung, den Fuhrherren durch den Verband überreichen zu lassen und die Dagegen trafen die, von Gegnern geweissagten Folgen nicht ein, die die bisher immer als unparteiisch betrachtet sein wollte, als unparteiisch betrachtet sein wollte, Frau verlor nicht ihre Arbeit. Im Gegenteil sehen wir aus Frau jezt endlich zugestehen mußte, daß sie Gesetze im Interesse Fuhrherren zu einer gemeinsamen Sigung zu laden. Dunters vorzüglicher Zusammenstellung, daß die Frauenarbeit stetig zunimmt. Denn die Gründe, wegen deren der Arbeitgeber die Frauenarbeit vorzieht sind nicht hinfällig einesteils ihre größere Fagfamkeit und hauptsächlich ihre große Billigkeit. Erhält doch in Danzig, in Königsberg und an vielen andren Orten die Frau mir die Hälfte des ortsüblichen Tagelohns des Manns. Ist aber vermehrter Schuß für die Frau, die arbeitet, dringend nötig, so können Vorschläge, wie der der Centrumspartei- absolutes Berbot der Fabrikarbeit nicht entschieden genug zurüd gewiesen werden. Denn die Fabritarbeit ist immer noch verhältnismäßig gesünder und beffer bezahlt als die Heimarbeit, welche eben ihr einziger Rettungsanfer wäre. Nicht durch Verbot scheucht man die arbeitende Frau in ihr Heim. Wohl aber stellen die Berichte der Fabrikinspektoren fest, daß da, wo der Lohn des Mannes ausreicht, die Frau zu Hause bleibt. Die Not ist, welche sie zur Arbeit treibt; die Schußgefeße müffen ihr die größtmögliche Erleichterung schaffen, nicht Hindernisse aufrichten. des Unternehmertums fabriziert und sich die Agitationskosten hierfür bezahlen läßt. Damit ist der Beweis erbracht, daß die Regierung nichts weiter ist als das, was die Socialdemokratie von jeher be hauptet hat, die Willensvollstreckerin und die Geschäftsführerin der herrschenden Klasse. Die Steinbildhauer hielten am Montag im Gewerkschaftshause eine öffentliche Versammlung ab, in der P. Mitschte über: Sociale Gesetzgebung und Arbeiterorganisationen" referierte. In der Diskussion über den mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Vortrag wurden die Verhältnisse in den verschiedenen Heilanstalten erörtert. Der Vortrag wurde von den Versammelten mit lebhaftem Beifall aufgenommen. Nachdem der Vorsitzende Genosse Werner noch Eine längere Diskussion entspann sich hierauf über die seiner zum Anschluß an den Wahlverein und zur regen Agitation für Beit mit den Unternehmern getroffenen Vereinbarungen, wonach vom denselben aufgefordert hatte, erfolgte der Schluß der Versammlung. 15. November bis Ende Februar eine Verkürzung der Arbeitszeit und eine dementsprechende Reducierung des Lohns vorgenommen Ueber die Bedeutung der Konsumvereine sprach Frau werden soll. Es gelangte schließlich eine Resolution zur einstimmigen Ihrer am Montag in einer auch von Frauen recht zahlreich be- Anahme, in der es die Versammlung für selbstverständlich erachtet, ftraße tagte. Nachdem die Referentin die geschichtliche Entwickelung werden soll, auch eine halbe Stunde weniger täglich gearbeitet suchten Boltsversammlung, die im Lokal" Marienbad" in der Bad- daß, da der Lohn für alle 6 Tage um je eine halbe Stunde gekürzt des Konsumvereinswesens dargelegt hatte, setzte sie auseinander, daß wird als im Sommer und daß demzufolge um 1/25 Uhr und des die Rabatt- Sparvereine nicht das Interesse des kaufenden Sonnabends um 4 Uhr Feierabend gemacht werden muß. MitPublikums wahrnehmen fönnen, denn der Kaufmann müsse doch den geteilt wurde noch, daß nach einer aufgenommenen Statistik von Rabatt, den er den Käufern gewährt, durch minderwertige Ware oder ca. 200 in Berlin beschäftigten Steinbildhauern 61, die zumeist auf Auch sie selbst fann zu einem günstigen Ergebnis viel beitragen, Rednerin den Beitritt zu den von Arbeitern gegründeten und nicht angehören, und soll dahin gewirkt werden, daß auch diese geringes Gewicht wieder einbringen. Dagegen empfahl die einigen großen Steinmegplägen thätig sind, der Organisation noch durch Beitritt zur Organisation ihres Berufs. Noch ist die Anzahl geleiteten Konsumvereinen, wie ein solcher auch für den Kollegen sich den Centralverein der Bildhauer anschließen. der Frauen verhältnismäßig gering, welche fich an Gewerkschaften Norden Berlins bereits besteht. Die Referentin wandte sich be beteiligen. Und doch liegt hier die Möglichkeit erfolgreicher sonders an die Frauen und machte ihnen klar, daß die KonsumDie Generalversammlung der Buchbinder, die am 7. d. M. Stämpfe nur in zahlreicher Beteiligung am energischen Zusammen- vereine ein Mittel feien, um die Auswucherung der Kon- tagte, ehrte das Andenken des verstorbenen Mitglieds Emma Lehmen. schluß aller Arbeitenden. Nur durch ihre Anzahl tönnen fumenten durch den Zwischenhandel zu beseitigen und daß sie den Sodann wurde von Schuhmacher der Geschäftsbericht entgegenfie Macht und Einfluß erringen, um ihre Bedingungen erfolgreich zu Arbeitern die Möglichkeit gewähren, gute, tabellose Ware zu mög- genommen. Danach wurden 2 Generalversammlungen, 4 Mitgliederſtellen: vor allem einen kürzeren, viel kürzeren Arbeitstag und neben lichst billigen Preisen zu beziehen. Wie die Männer auf politischen versammlungen und 15 Verwaltungssizungen abgehalten. Berhanddem noch weitere Schutzbestimmungen. Jede Frau kann helfen, auch die persönlich nicht beteiligten. Sie in der Konsumvereins- Bewegung vorangehen, denn sie gerade seien und Bersammlungen der einzelnen Branchen beläuft sich auf 186. und gewerkschaftlichem Gebiet, so müßten die Frauen als Pioniere lungen wurden mit 6 Firmen geführt. Die Zahl der Sizungen alle haben Bekannte, welche arbeiten, welche noch nicht organisiert es ja, die als Hausfrauen in erster Linie empfinden, welchen wirtIn der Ledergalanterie Branche fanden in 5 Geschäften Lohnfind. Neben Sie zu ihnen, flären Sie sie auf, zeigen Sie ihnen, schaftlichen Vorteil ihnen die Mitgliedschaft im Konsumverein bringt. differenzen statt, welche alle für die Arbeiter günstig endeten. Der daß der sicherste Arbeiterschutz ist, mächtige, gut geordnete Organi- Der Nugen werde um so größer werden, je mehr die Zahl der Mitgliederbestand ist infolge der rastlosen Arbeit bedeutend gestiegen. fationen zu bilden, welche sich fähig erweisen, gerechte Forderungen Skonsumvereins- Mitglieder wächst. Der Klassenkampf der Arbeiter Er beträgt am Schlusse des Quartals 2235 männliche und 1820 erfolgreich zu vertreten. Trage jeder das Seinige bei in dem Be- werde durch die Konsumvereine nicht abgeschwächt, fie feinen aber weibliche. Dies bedeutet eine Zunahme von 940 Mitgliedern. Auswußtsein der innigen Zusammengehörigkeit einer für alle, alle eines der Mittel zur materiellen Hebung der Arbeiterklasse, und geschlossen nach§ 14b des Statuts werden die Arbeitswilligen Eine Diskussion über den sehr beifällig aufgenommenen Vortrag vereine gedeihen. Dent beifällig aufgenommenen Vortrage der Sonnenburg, Ernst Bauer, Mag Glogau, Gustav Jäckel, sämmtlich darum müßten die Arbeiterfrauen dafür sorgen, daß die Konsum- Anton Möd, Paul Fuchs, Max Hausmann, May Bäßler, Paul Rednerin folgte eine im Sinne ihrer Ausführungen gehaltene Buchbinder; Adolf Bahnemann, Lederarbeiter; Alfred Schönfeld, Diskussion, an der sich mehrere Rednerinnen beteiligten. Der Erfolg Hefter; Frau Wwe. Rasch, Gertrud Angrobeit, Emma Rosemann, dieser Bersammlung befundete sich durch zahlreiche Eintragungen in Margarete Petersen, Else und Elise Hübner, Martha Singer, Martha Meer und Bertha Die Wandlungen der deutschen Handelspolitik im 19. Jahr die Mitgliederlisten des Konsumvereins Nord. Hamann. Der Kassenbericht, gegeben von Lemser, stellt sich hundert lautete das Thema eines Vortrags, den Genosse Schippel Die Gewerkschaft der Maler hatte zu Dienstagabend nach für die Bentraltasse: Einnahme 10 747,55 M., Ausgabe am Dienstag in einer Versammlung des dritten Wahlvereins hielt. ber Ressource, Kommandantenstraße, eine öffentliche Versammlung 3508,40 M., nach Stuttgart gefandt 7239,15 M. Lokalkasse: Bestand In einer sehr interessanten geschichtlichen Darlegung zeigte der Rebner, der Maler und verwandter Berufsgenossen einberufen. Auf der 4158,60 m. Einnahme 2534.07 M., Ausgabe 1879,87 m., berbleibt wie aus der am Aufange des Jahrhunderts herrschenden zoll- Tagesordnung stand: Das Verhalten des Berliner Gehilfen- Aus- Bestand 4812,80 M. Die Bücher der Bibliothek find 470 mal von politischen Selbständigkeit der vielen deutschen Einzelstaaten zuerst schusses gegenüber den beiden aufgestellten Tarifen der Organisationen männlichen, 868 mal von weiblichen Mitgliedern benutzt worden. mehrere zollpolitische Vereinigungen entstanden sind, die sich teile der Maler Berlins und Umgegend und wie verhalten sich die Kol- Den Bericht des Arbeitsnachweises giebt Bergmann. aus politischen Gründen zum deutschen Zollverein zusammengeschlossen legen dazu. Das Referat hatte de Price übernommen, der das Als Erfaßmann für ein ausgeschiedenes Verwaltungsmitglied haben. Nachdem durch Gründung des Zollvereins die Zollschranken Verhalten der Mehrheit des aus vier Personen bestehenden Gehilfen wird Richter gewählt. Unter Verbandsangelegenheiten wird den im Innern Deutschlands gefallen waren, war es erst möglich, eine ausschusses auf das lebhafteste bedauerte und tabelte. In der Frage Beamten eine Lohnaufbefferung von 3 M. pro Woche gewährt. Desbeachtenswerte Zollpolitik zu betreiben. In den ersten Jahrzehnten des Arbeitsnachweises, betreffs der Kündigung des Tarifs und in gleichen wird beschlossen, arbeitslosen Mitgliedern bei allen Verbandsdes Jahrhunderts hatten wir in Deutschland keine nennenswerte der Frage der Vorlegung eines neuen Tarifs feien Intriguen vergnügungen freien Eintritt sowie eine Mark zu gewähren. Gemaß Industrie. Anfänge einer solchen waren wohl im Süden und Westen gesponnen worden, welche bezwecken sollten, die lokale Vereinigung regelte sollen von nun an nach 14 tägiger Arbeitslosigkeit 3 Mark vorhanden, aber sie waren nicht start genug, um eine selbständige Handels- ber Maler bei den übrigen Kollegen und vorzüglich bei den un pro Woche Lokalzuschlag erhalten. Als Hilfstassierer für Bahlstelle politik zu betreiben. In den 30er und 40er Jahren läßt sich eine Strömung organisierten zu diskreditieren. In der Diskussion tam es zu leberner wird Rettig gewählt. Nachdem noch darauf hingewiesen der deutschen Industrie für Schutzoll erkennen. Eine Boltsbewegung haften Auseinandersetzungen zwischen den Anhängern der lokalen und worden war, daß am Bußtag eine Fußpartie nach dem Grünewald war das aber nicht, denn die Arbeitermassen standen im allgemeinen ber centralen Richtung. Schließlich wurde gegen 12 Stimmen die geplant ist, erfolgt Schluß der Versammlung. dieser Bewegung fern, vereinzelt sympathifierten aber auch die folgende Resolution angenommen: für einen! fand nicht statt. Versammlungen. 0 Martha Rosemann, Der Verein der Plätterinnen nahm in seiner Versammlung industriellen Arbeiter mit der schutzölnerischen Strömung. Der Die versammelten Maler und Berufsgenossen protestieren auf am 7. November den Kassenbericht vom legten halben Jahr entgegen, Bollverein konnte dieser Strömung nicht Rechnung tragen, denn das energischte gegen das Gebahren des Gehilfenausschusses, speciell ber einen Bestand von 336,69 m. aufwies. Zur Erledigung standen Preußen, welches im Zollverein eine ausschlaggebende Stellung ein- des Malergehilfen Märtens, fie protestieren ferner gegen den in sodann interne Vereinsangelegenheiten. nahm, hatte mit den im Osten ansässigen Agrariern zu rechnen, die nichtöffentlicher Innungsversammlung gefaßten Kündigungstermin. damals ihre Produkte noch ins Ausland absetzten. Aus diesem Des weiteren verlangen dieselben, daß der alte Tarif bis zum Charlottenburg. Am 8. de. Mis. tagten bei Leder, BismarckGrunde und weil durch Schutzölle die von der landwirtschaftlichen 15. November gekündigt ist und fordern den Altgehilfen auf, in einer straße 74, die Delegierten der Gewerkschaftskommission. Flemming Bevölkerung verbrauchten Industrieprodukte verteuert worden wären, bemnächst stattfindenden Innungsversammlung die beiden Tarife der regte an, in nächster Beit eine öffentliche Gewerkschafts- Berjanimlung. waren die Agrarier für Freihandel. In den 50er und 60er Jahren Organisation der gesamten Kollegenschaft Berlins und Umgegend in der Dr. Arons über den Zweck und Nugen der Konsumvereine schlug nun die Freihandelsbewegung von England zu uns herüber. vorzulegen, um darüber abstimmen zu laffen, wer von beiden der referieren soll, stattfinden zu lassen. Es wurde demgemäß beschlossen. Die englische Freihandelsbewegung ist mit der unsern durchaus maßgebendste ist, und der Berliner Malerinnung dann vorzulegen." Schneider Ehring tabelt das Verhalten der Lokalkommission betreffs nicht zu vergleichen. Es ist auch ganz falsch, wenn In der Angelegenheit erhalten wir noch folgende Buschrift: Die der Freigabe der bisher gesperrten Lokale, während Bauarbeiter glaubt, die seit Ende der 70er Jahre in Deutsch- Nummer 262 des Vorwärts" vom 9. November d. J. enthält einen Reimann zugleich als Bertreter der Lokalkommission diese Taktik land eingeführte Schußzoll- Aera fei nur ein Werk Bismarcks. Bersammlungsbericht der Vereinigung der Maler, in dem mein Ver- verteidigt. Zum Schluß gab Schuhmacher Richter noch bekannt, daß In England war die Freihandelsbewegung eine Boltsbewegung, halten in der letzten Jnnungsversammlung der Berliner Maler man die Besohlanstalten meiden möge, da dieselben, da sie meist die ihre Stütze in den großen aufgeklärten Waffen des Bürgertums innung gefchildert wird. Die Angaben in der Versammlung find jüngere Arbeiter gegen erbärmlich niedrige Löhne beschäftigten, als Sie wollte der Industrie billige Rohmaterialien und den vollkommen unrichtig. In der Innungsversammlung hatten die Ver- Lohnbrüder auftreten. Arbeitern billige Lebensmittel verschaffen. Sie diente dem Auf- handlungen folgenden Verlauf: Nach Berlesung der beiden von der Weißensee. In der am 12. November im Lokal des Herrn schwung der Industrie und war deshalb eine eminent fortschrittliche Gehilfenschaft eingereichten Tarife durch den Obermeister erklärte die Speckmann einberufenen Versammlung selbständiger Barbiere, Fris Bewegung. In Deutschland dagegen ist die Juduftrie nie für Frei- Innung, daß sie über keinen dieser Tarife verhandeln würde, weil feure und Berrüdenmacher gelangte folgende Resolution einstimmig handel gewesen, sie hat sich der Freihandelsbewegung gegenüber dieselben nicht durch den Gehilfenausschuß eingereicht seien. Es zur Annahme: man ftets zurüdgehalten. Die Voltstreife, die Wähler, welche hinter der wurde nun gefragt, ob Vertreter der Gehilfen amvesend seien." Die Versammlung beschließt in Anbetracht, daß es eine una deutschen Freihandelsbewegung standen, gehörten dem liberalen Hierauf meldete sich Kollege Böse und ich. Meine Ausführungen bedingte Notwendigkeit ist, eine Verkürzung der Geschäftszeit herbeis zuführen, ihre Geschäfte vom 1. Dezember ab außer Sonnabends| Funktionen desselben übertragen. In die Lokalkommission wurden und den Tagen vor den Festen abends um 9 Uhr zu schließen. Wir gewählt: Seifert, Löser und Müller. erwarten von seiten des Publikums resp. von der arbeitenden Bes völkerung, daß dieses nur solche Geschäfte besucht, wo der NeunuhrLadenschluß strenge zum Besten der Gehülfen und Lehrlinge durch- swald Grauer über unfre Forderungen auf dem Gebiet der Herzfelde. Hier tagte am 4. b. M. eine Versammlung, in der geführt ist." Gemeindeverwaltung sprach. In der Diskussion beteiligte sich der Reinickendorf. Am Montag, den 5. 6. M., tagte im Lokal des Gemeindevertreter der III. Klaffe, Herr Schley. Er bemerkte, daß Herrn Neubauer eine öffentliche Parteibersammlung, in der Genosse er, obwohl nicht zur socialdemokratischen Partei gehörig, stets MißSeieſel über:„ Die politische Lage" sprach. Der Vortrag wurde stände in der Gemeinde kritisiert habe und auch für eine Befferung mit allseitigem großen Beifall aufgenommen. Zu Punkt 2 gab der des Schulwesens thätig war. Vielfach fei er allerdings von der Vertrauensmann Baum den Jahresbericht über seine Thätigkeit am Mehrheit überstimmt worden. Die weitere Debatte wendete sich örtOrt. Von einer Neuwahl desselben wurde seitens der Versammlung lichen internen Angelegenheiten zu, besonders wurde über die Art, Abstand genommen und dem Vorstand des Wahlvereins die wie die freiwillige Feuerwehr errichtet wurde, heftig polemisiert. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Berantwortung. Theater. Donnerstag, den 15. November. Opernhaus. Abu Hassan. Der Barbier von Bagdad. Anfang 712 Uhr. Schauspielhaus. Ein Sommer: RANIA** Taubenstr. 48/49. Im Theater abends 8 Uhr: Aut den Wogen des Oceans. Im Hörsaal: Der Urstoff des Diamanten von Dr. Nass. Invalidenstr. 57/62. Apollo- Theater. Um 9 Uhr: Fräulein Loreley Chavita. Ferner: Madge Ellis. Um 8 Uhr: The Josephis unerreichte Fesselsprenger. nachtstraunt. Anfang 7 Uhr. Tägl. Sternwarte. Cäcilie Carola. Neues Opern Theater( Kroll). = Don Pasquale. Anf. 72 Uhr. Deutsches. Die Macht der Finsternis. Anfang 72 Uhr. Leffing. Die Mission. 71/2 Uhr. Anfang Berliner. Die ftrengen Herren. Anfang 72 Uhr. Residenz. Die Dame von Marim. Anfang 72 Uhr. Nenes. Die Liebesprobe. Anfang 72 Uhr. Westen. Boccaccio. Anfang 712 Uhr. Schiller. Die Welt, in der man sich langweilt. Anfang 8 Uhr. Secessionsbühne. Die Bildschniger. Daheim. Der Bär. Anfang 71 Uhr. Die Geisha. Anfang 72 Uhr. Central. Thalia. Der Liebesschlüssel. Anfang 72 Uhr. Luisen. Meine Tochter. Vorher: Mein Stern. Anfang 8 Uhr. Friedrich- Wilhelmstädtisches. Der Tugendring. Anf. 72 Uhr. Carl Weiß. Faustrecht und Landfriedensbruch. Anfang 8 Uhr. Belle- Alliance. Grad' a Todsünd wert. Anfang 8 Uhr. Metropol. Specialitätenvorstellung. Der Banberer am Nil. Anfang 8 Uhr. Apollo. 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Neue Einlagen: Die Katze und der Engel. Die Erstürmung der großen Kolossaler Success der Specialitäten: The Brazil girl Creolische Extravaganza. Zavan der fabelhafte Laternenmann und 12 Debuts. Sensationeller Erfolg der Central Theater D- Vorstellungen Die Geisha. Operette in 3 Atten von S. Jones. Anfang 72 Uhr: Freitag: Die Geisha. Sonnabend, den 17. November zum erstenmal: Der Brautvater. Gesangspoffe in 3 Aften von Adolf Rosée. Musik von H. Platzbecker. Sonntag, nachmittags 3 Uhr, zu Halben Preisen: Die Geisha. Abends 72 Uhr: Der Brautvater. Carl Weiss- Theater Gr. Frankfurterstr. 132. Theater täglich ausverkauft. Entree 50 Pf. Cirkus Busch Faustrecht und Donnerstag, 15. Novbr., abbs. 7% Uhr: Soirée- Equestre. Beginn der Pantomime 10 Uhr. Landfriedensbruch. Gr. historisch- romant. Schauspiel in 3 Atten( 7 Bildern) von E. Ritterfeldt. Anfang 8 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. 20 Fuß hohen glatten chinefischen Maner. Die Hiffung der deutschen Flagge. Neu! Neu! Neu! 5 Jockeys- 5 Alex- 4 Balaguer. Mile. Adrienne. The Martinecks. Morgen, Freitag, den 16. November, abends 72 Uhr: Novitäten- Abend. Erstes Auftreten der Boomerangwerfer ,, Rawsone u. June". Metropol- Theater. Behrenstr. 55/57. Der Zauberer am Nil mit dem originellen Mumien- Ballett. Vorher: Das brillante vollständig neue NovemberSpecialitäten- Programm. Bonhair- Truppe. Brüder Pantzer. Alice Berley Beginn der Vorstellung 8 Uhr, der Operette 9 Uhr. Rauchen überall gestattet. Berliner Landpartien w. Noacks Theater. Sonnabend, nachm. 4 Uhr: Kinder- ult über uit. Tolle Streiche zu Waffer Vorstellung: Nübezahl u. Schneider Benedict. Ein neues Kindermär: chen von J. Dill. Thalia- Theater Dresdenerstr. 72. und zu Lande in 2 Aften. Brunnenstraße 16. Besonders hervorzuheben: Der Bettelstudent von Berlin. Der Schuhmann in tausend Boffe mit Gesang und Tanz in 3 Att. Aengsten. von Braun u. Buffe. Musik v. Frante. Nach der Vorstellung: Bum unwiderruflich letztenmal: Prof. Hermanns fenfationelle Demonstrationen: Der Liebesschlüssel. Seffelung und rätselhafte EntGroße Ausstattungsposse mit Gefang und Tanz. Anfang 72 Uhr. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Cirkus Jansly. fejjelung eines Sträflings. Tanzkränzchen. Freitag: Dorf und Stadt. Die Flucht aus dem verſchloff Sanssouci Neisekoffer mitten in der Manege. S8um letztenmal: Vorführung aktueller Bilder durch bas amerikanische Biostope ,, Die weisse Dame", bar: geftellt von Frl. Martha Mohnke, fowie der Bollbluter Wickedboy" Schöneberg, Hauptstrasse, mit seinen tunstgerechten Kapriolen. vis- a- vis dem Rathaus. Donnerstag, den 15. November, abends 8 Uhr: Eröffnungs- Vorstellung. Näheres die Anschlagfäulen und Auslagezettel. Europäische Kavallerien auf 16 Schulpferden. Die vorzüglichsten Programm nummern! Londoner Privat- Auskunfts- Bureau London[ 42/13 East Finchley 32 Huntingdon Road. Kottbuserstrasse. 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Max Kliems Festsäle, Hasenheide 13-15. Jeden Donnerstag: Im neuten seftfaat: Große Soiree der Norddeutschen Sänger" Zimmermann, Steinhardt, Stangenberg 2c. Kaffeneröffnung 7 Uhr. Nach der Soiree: Tanzkränzchen. Jeben Grosses Militär- Streich- Konzert. Sonntag: Anfang 6 Uhr. Max Kliem. Empfehle meine 3 Säle: 1200, 1000 und 560 Perfonen fassend, Vereinen und Gesellschaften. 57052* Cirkus Renz- Konzert- Tunnel Wochentags 7 Uhr. Karlstrasse. Nur erstklassige Sonntags 5 Uhr. Specialitäten. Direktion: J. M. Hütt. Jeden Sonnabend nach der Vorstellung: Tanz ohne Nachzahlung. Am Mittwoch, den 14. November cr., eröffneten wir nachstehende beide Linien: Winterfeldtplah- Schinkelplah Fahrpreis ganze Strecke 10 Bf. mit folgenden 5- Pfennig Teilstrecken: Winterfeldtstraße( Ede Winterfeldtplay) bis Razbachstraße. Deutsche Konzerthallen Spandauer Brücke. 4 Täglich 4 augländische Gr. Theater- Vorstellung. Kapellen Reichshallen. Täglich: Stettiner Sänger. Bum Schluß:( zum achtleztenmal!) 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Um eine einheitliche Agitation auf den Bauplätzen zu ermöglichen, ist es notwendig, daß feder Bau durch einen Delegierten vertreten ist. Die Verbandsleitung. 190/13 Von zurück. 1045b V. Wahlkreis. Socialdemokrat. Verein für den 5. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Freitag, den 16. d. M., abend 8 8 1hr, Möbelstoffe!! auch Refte! alleQual selten billig! Gelegenheitskauf: in ,, Bötzows Brauerei", Prenzlauer Allee No. 242, ocquett- Plüsche 5,35 M. Versammlung. über:" Unser Ziel und unsre Wege." 2. Diskussion. 3. VereinsangelegenTages- Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Dr. Leo Arons Gäfte haben Zutritt. Bahlreichen Besuch erwartet heiten. 245/14 Der Vorstand. per Meter( 130 cm breit).[ 90* Muster b. näherer Angabe franco. Berlin S., Emil Lefèvre, Oranienſtr. 158. Am 15. November, abds. 8 Uhr beginnen Deutsche Metallarbeiter- Gewerkschaft. Dr. Ernst Gebert. Achtung! Goldschnittmacher. Atungen ben Verwaltungsstelle Berlin. Mittwoch, den 21. November( Bußztag), vormittags 10 Uhr, im " Englischen Garten", Alexanderstr. 27 c: Ortskrankenkasse der Kürschner und verw. Gewerbe zu Berlin. Sonntag, den 18. November 1900, Außerordentliche Generalversammlung. im Saale der Brauerei Bökow, Tagesordnung: 1. Unfre Agitation. 2. An die Ortsverwaltung ge: Tangte Anträge. 3. Gewertschaftliches. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Die Ortsverwaltung. Verein der Tischler Berlins und Umgegend ( Vertrauensmänner- Centralisation.) Sonntag, den 18. November, vormittags 10 Uhr: Ausserordentliche General- Versammlung bei Thiel, Fruchtstraße Nr. 36 a. Tages Ordnung: 1. Wahl des Vertrauensmanns und Bericht über die Geschäfts: fommissions Versammlung. 2. Statutenberatung und Beschlußfassung. 3. Verschiedenes. Ausgabe der Billets zum Stiftungsfeft. Mitgliedsbuch legitimiert. Das Erscheinen aller erwartet der wichtigen Tagesordnung, wegen Prenzlauer Allee 247: Ordentl.Generalversammlung der Delegierten. Tagesordnung: 1. Verlesung der Präsenzlifte und des Protokolls. 2. Wahl von 3 Vor standsmitgliedern( 1 Arbeitgeber, 2 Arbeitnehmer). 3. Wahl von 3 Re visoren zur Prüfung der Jahresrech nung. 4. Naturärzte. 5. Antrag des Vorstands auf Erhöhung des Krantengelds. In Anbetracht der wichtigen Tages: ordnung ist es Pflicht der Delegierten, alle zu erscheinen. 274/4 Der Vorstand. J. A.: G. Seidenkranz, Vorsitzender. Orts- Krankenkaffe Der Vorstand. Der Nadler und Siebmacher Schraubendreher! Donnerstag, den 15. November 1900, abends 8/2 Uhr: Oeffentl. Versammlung aller in der Metallschraubenbrauche beschäftigt. Arbeitern. Arbeiterinnen im Lokale des Herrn Graumann, Naunynstr. 27. Tages Ordnung: 1. Die Gewerkschafts- Organisation früher und ihre Bedeutung für die Gegenwart. Referent: Reichstags: Abgeordneter E. Rosenow. 2. Dis: fussion. 3. Wie verhalten sich die Kollegen zu den Lebensmittelteuerungen? 4. Berschiedenes. Der Einberufer. Zahlreichen Befuch erwartet Rixdorf. 115/11 Socialdemokrat. Verein„ Vorwärts" Sonnabend, den 17. November cr., zu Berlin. Sonnabend, den 24. November, abends 8 Uhr, in Wilkes Restaurant, Andreasftr. 26. General- Versammlung Tages- Ordnung: 1. Wahl des Vorstands( 2 Arbeit geber, 2 Arbeitnehmer,§§ 38 11. 49 Statuts.) 2. Verlesung der Prototolle. 3. Wahl des Ausschusses zur Prüfung der Rechnungen des laufenden Jahrs. 4. Beschlußfassung über den neuen Aerztevertrag für 1901. 5. Verschiedenes. 10436 Um zahlreichen Besuch bittet Der Vorstand. J. A.: Lehmann, Borsigender. 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Es ist dies das bekannte Verdauungs- und Blutreinigungsmittel, der Hubert Ullrich'sche Kräuter- Wein. Dieser Kräuter- Wein ist aus vorzüglichen, heilkräftig befundenen Kräutern mit gutem Wein bereitet, und stärkt und belebt den Verdauungsorganismus des Menschen, ohne ein Abführmittel zu sein. Kräuter- Wein beseitigtörungen in den Blutgefässen, reinigt das Blut von verdorbenen krankmachenden Stoffen und wirkt fördernd auf die Neubildung gesunden Blutes. Durch rechtzeitigen Gebrauch des Kräuter Weins, werden Magenübel meist schon im Keime erstickt. Man sollte also nicht säumen, seine Anwendung anderen scharfen, äßenden, Ge fundheit zerstörenden Mitteln vorzuziehen. Symptome, wie: Kopfschmerzen, Aufstoken. Sodbrennen, Blähungen, Uebelfeit mit Erbrechen, die bei chronischen( veralteten) Magenleiden um so heftiger auftreten, werden oft nach einigen Mal Trinken beseitigt. und deren unangenehme Folgen, wie Beklemmung, Blutanstauungen in Leber, Milz und Pfortadersystem( Hämorrhoidalleiden) werden durch Kräuter- Wein rasch und gelind beseitigt. Kräuter- Wein behebt unverdaulichkeit, verleiht dem Verdauungssystem einen Aufschwung und entfernt durch einen leichten Stuhl untaugliche Stoffe aus dem Magen und den Gebärmen. Stuhlverstopfung Rolitschmerzen, Herzklopfen, Schlaflosigkeit, ſowite Hageres, bleiches Aussehen, Blutmangel, Entkräffung eines frankhaften Zustandes der Leber. Bei gänzlicher Appetitlosigkeit unter sind meist die Folge fchlechter Verdauung, mangelhafter Blutbildung und nervöser Abspannung und Gemüthsverstimmung, sowie häufigen Kopfschmerzen, schlaflosen Nächten, siechen oft solche Krante langsam dahin. Kräuter- Wein giebt der ge schwächten Lebensfraft einen frischen Impuls. Kräuter Wein steigert den Appetit, befördert Verdauung und Ernährung, regt den Stoffwechsel kräftig an, beschleunigt und verbessert die Blutbildung, beruhigt die erregten Nerven und schafft dem Kranken Lebenslust. Zahlreiche Anerkennungen und Dankschreiben beweisen dies. Kräuter Wein ist zu haben in Flaschen à 1,25 und 1,75 M. in sämmtlichen Apotheken von Berlin und Berlins Vororten, sowie in Preußen, ganz Deutschland und im Auslande in den Apotheken. Auch versendet die Firma ,, Hubert Ullrich, Leipzig, Weststraße 82", 3 und mehr Flaschen Kräuter- Wein zu Originalpreisen nach allen Orten Deutschlands porto- und fiftefrei. Vor Nachahmungen wird gewarnt! Man verlange ausdrücklich Hubert Ullrich'schen Kräuter- Wein, Mein Kräuter- Wein ist kein Geheimmittel; seine Bestandtheile sind: Malagawein 440,0, Weinsprit 100,0, Glycerin 100,0, Rothwein 240,0, berefchenfaft 150,0, Kirschsaft 320,0, Manna 30,0, Fenchel, Anis, Helenenwurzel, amerit. Kraftwurzel, Enzianwurzel, Stalmuswurzel aa 10,0. 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Von der Verfammlung war seiner Zeit diese Vorlage einem Ausschuß zur Vorberatung überwiesen worden, der sich nach seiner ersten im Juni abgehaltenen Sizung vertagte, nachdem er noch den Magistrat ersucht hatte, über die Lohn- und Arbeitsbedingungen städtischer Arbeiter einer Reihe andrer Städte Berichte einzuholen. Am Dienstag fand nun eine zweite Sigung des Ausschusses statt. Die Debatte drehte sich zunächst um die Arbeiter Ausschüsse in städtischen Betrieben. Ein vom Stadtv. Goldschmidt gestellter Antrag, der Arbeiterausschüsse für alle städtischen Betriebe fordert, wurde mit einem von unsren Genossen Bruns und Hinge gestellten Amendement, welches das passive Wahlrecht auf 25 Jahre festgesezt wissen will und dreijährige Thätigkeit im Betriebe verlangt, angenommen. Bom Magistratsvertreter war verlangt worden, daß das 30. Lebensjahr erst zur Uebernahme eines Vertreters in dem Arbeiterausschuß berechtigen solle. Eine längere Debatte rief die Fest sezung der Arbeitszeit hervor. Aus der Magistratsvorlage geht hervor, daß in einer ganzen Reihe von Betrieben zehn Stunden gearbeitet würde, in einigen wenigen ist die neunstündige Arbeitszeit in Geltung, während sich noch eine beträchtliche Anzahl mit elf, zwölf und sogar noch dreizehn bis vierzehn Stunden täglicher Arbeitszeit findet. Stadtverordneter Goldschmidt beantragte, daß in der Regel die Arbeitszeit nicht über 10 Stunden betragen soll und daß in den Betrieben mit fürzerer Arbeitszeit diese nicht etwa auf 10 Stunden verlängert werden dürfe. Bruns inte stellten den Antrag, statt der zehnstündigen die neunstündige Arbeitszeit als Regel vorzuschreiben. Der Antrag Goldschmidt wurde schließlich gegen 3 Stinmen angenommen. In etwa 14 Tagen wird sich der Ausschuß in einer weiteren Sigung mit den Löhnen be schäftigen. Tokales. W der Verfaffer der Broschüre von ihnen sagt, daß sie ein weit ge- die ohne Leben und Temperament ihren Eristenzgrund nur in dem ringeres Bedürfnis nach Lektüre der geschilderten Art haben, als die Namen am Sockel haben. Socialdemokraten. Möge es immer so bleiben, denn das vorwiegend der Drang nach Befriedigung gröbster Sinnlichkeit."( 1899 320,5 Millionen Briefe, Drucksachen, Geschäftspapiere und Verlangen nach geistiger Fortbildung" in der Socialdemokratie ist wieder die neue Poststatistit. Danach wurden in der Stadt Berlin Daß der Berliner ein fleißiger Briefschreiber ist, zeigt und der Umstand, daß Prof. Dr. Jaekel in den Vortrags- Noch größer ist der Unterschied bei den gewöhnlichen Bateten: Berlin Besonders Darwin hat es dem katholischen Blatt angethan, Warenproben aufgegeben. Eingegangen sind dagegen nur 227 Mill. turfen Berliner Hochschullehrer über Descendenz lehre spricht, muß sogar zu einer giftigen Denunziation herhalten. gab 19,5 Millionen Batete auf, empfing dagegen mur 9,5 Millionen. Nicht schlecht wird da in der legten Nummer der Märk. Boltsztg." Postanweisungen ausbezahlt, während es nur 467,5 Millionen einDem entsprechend erhielt auch Berlin 819,5 Millionen Mark durch gefaucht: " Da haben wir also die Predigt des trasfesten Materialismus zahlte.# 8 asist aint sh und Atheismus, welcher der Nährboden so vieler traurigen Am Dienstag wurde hier eine Druckschrift:„ SternErscheinungen der heutigen Zeit ist, das Fundament," auf berg, Rorruption und Kriminalpolizei", deren Ber denen sich auch Socialdemokratie und Anarchismus faffer, Dr. med. Meyerstein, die Ereignisse des Sternberg- Prozesses aufbauen und aufgebaut haben." fritisiert, beschlagnahmt. Die Drudschrift wurde seit Montag Nachdem es diese landesübliche Denunziation vom Stapel ge- im Straßenhandel vertrieben. laffen, fordert das Blatt allen Ernstes das Komitee für die Vortrags- Wer es in der preußischen Specialtugend der Schneidig furse auf, es möge den vorgekommenen Mißgrifffofortrüdteit zu etwas bringen will, übe sich beizeiten darin. So haben sich, gängig machen und Herrn Prof. Jaekel, der erst 3 Borträge ge- wie der Deutschen Tagesztg." zufolge jezt durch eine strenge Unterhalten hat, dazu bewegen, daß er die angekündigten drei weiteren fuchung" festgestellt wurde, die Schüler einer oberen Klasse einer Vorträge nicht mehr hält." höheren Lehranstalt auf Grund von Gutscheinen, nachdem jeder Das Blatt, das für das geistige Leben Berlins überhaupt nicht 4 Stüd abgesezt hatte, Stevolver angeschafft.stom in Frage kommt und auch sonst in der Oeffentlichkeit nur eine ganz untergeordnete Rolle spielt, wird, wie man immerhin wohl überzeugt Der größte Bauherr Berlins ist zur Zeit der Post fistus. sein kann, unter den Hochschullehrern mitleidsvolles Kopf- Denn nicht weniger als fieben große Neu- und Erschütteln erregen. Für die Erforschung des dunkelsten weiterungsbauten, die den gweden der Reichspost dienen, Berlin, des Nährbodens abergläubischer Rüdständigkeit, find seine werden augenblicklich ausgeführt. An erster Stelle steht der mächtige frankhaften Auslassungen aber bei alledem von Belang, und die Erweiterungsbau der Ober- Postdirektion in der Königs und Thatsache, daß es hier und da auch in den aus den öftlichen Pro- Heiligegeiftstraße, welcher im Aeußeren bereits vollständig fertig vingen zugewanderten Arbeiterschichten gelesen wird, sollte ist. Auch der schöne Erweiterungsbau des Haupt- Teles der socialdemokratischen Arbeiterschaft zu denken geben und ihr zu graphenamts an der Ede der Jäger- und Oberwallstraße Gemüte führen, daß es nicht allein draußen auf dem Lande, sondern ist schon ziemlich weit vorgeschritten und erhält im Gegensatz auch in nächster Nachbarschaft noch manche Aufklärungsarbeit zu ver- zu den übrigen im Entstehen begriffenen postalischen Gebänden, richten giebt. die im Ziegel- Rohbau gehalten sind, eine Sandstein- Faffade. Von ganz bedeutendem Umfange ist der Neubau des Postamts in " Daß im Militärstaat der Bürger auch zu andren Zweden als 2ehrter Bahnhof an der Ecke der Invalidenstraße und des zu 3 affenübungen aus seiner civilen Beschäftigung heraus- Wilhelmsufers, und auch die postalische Centrale für den Süden geriffen wird, geht aus folgender Mitteilung einer Spandauer Nor- Berlins, welche am Tempelhofer Ufer auf dem Terrain des che respondenz hervor: maligen Gartens des Notherstifts errichtet wird, gestaltet sich zu Zur Massenanfertigung von Bekleidungsstücken ist einem monumentalen Gebäude. Ferner werden Neubauten aufden Corps Bekleidungsämtern der Garde und des geführt in der Prinzessinnenstraße für das Stadt Fernsprech brandenburgischen Armeecorps( Berlin und Spandau) eine Betriebs- amt Nr. 4, in der Pallisadenstraße für das Telegraphen erweiterung von einem bisher noch nicht dagewesenen Umfange 8eugamt und in der Köpnickerstraße für das Bahn- Bostamt eingeführt worden. Bevor dies geschah, hatte die Militär- r. 18, während mit dem geplanten Erweiterungsbau des Postamts Vom Treiben der Heiratsvermittler. verwaltung versucht, die Arbeiten an die Brivatindustrie zu Anhalter Bahnhof noch nicht begonnen worden ist. Unter den zahlreichen Schmaroger Eristenzen der vergeben. Mehrere große Konfektionsfirmen in Berlin, sowie auch Großstadt bilden die Heiratsvermittler eine Klique von besonderer Schneiderinnungen, die mit Lieferungen bedacht werden sollten, bennyte die Gelegenheit, als am Sonnabendnachmittag zwischen 1 und Ein Diebstahl ist im fgl. Museum verübt worden. Der Dieb Gemeingefährlichkeit. Das Streben nach einer Berehe- waren jedoch, obwohl ihnen angemessene Arbeitslöhne" 11/2 hr der Museumsdiener auf einen Augenblick in das Direktionslichung auf diesem nicht mehr ungewöhnlichen Wege" ist durchaus geboten wurden, nicht im stande, die sehr umfangreichen Arbeiten immer gerufen wurde, mit einer Figur, die in einem der ersten nicht die Specialität verkrachter Lebemänner; auch manchem an sich in den vorgeschriebenen Fristen zu leisten. Die Militärverwaltung Säle im Erdgeschoß am Hofe nicht weit vom Eingang stand, zu ehrbaren Mädchen erscheint die Zeitungsbeirat als eine Art Hoff hat daher die sämtlichen Jahrgänge der Oetonomie handverschwinden. Die Figur ftellt einen gelockten Senaben dar, der in nungsanfer. Nicht selten, daß halb scherzweise, halb ernst werker aus dem Reservestande zu einer achtwöchigen der Linten eine Muschel und in der Rechten einen Wappenschild haft zum Lofalanzeiger oder fonst einem Organ für Uebung eingezogen. Dies geschieht während des Winter- Halb hält, auf dem er sich stützt. Die Figur ist nackt. Der Wappenschild, Kuppelei Anzeigen ein Heiratsgesuch hingetragen wird. Wie viele jahrs in drei Perioden. In der Mehrzahl find es Schneider, die der mehrere Stöpfe aufweist, ist oben rechts blank, hat in der Mitte Handels- und Verlaufsanzeigen, so findet auch die Heiratsannonce zur Militärarbeit eingezogen sind; für sie ist dies, da wir jetzt die oben einen Bruch und vom Ausgraben her einen großen Fleck und bei den direkten Reflettanten weit weniger Beachtung als bei Verbeste Saison in der Bekleidungsindustrie haben, fehr ein unten rechts mehrere Kränze. Die Figur hat einen Wert von 3000 mittlern, die es meisterhaft verstehen, auf eine harmlos er- schneidend; in Berlin sind 400, in Spandau 100 Schneider für bis 4000 Mart. scheinende Weise ihren Opfern die Schlinge um den Hals zu werfen. die erste lebungsperiode beordert worden. Da die Räumlichkeiten Der Heiratsvermittler stellt sich bei der Inserentin meist persönlich des Bekleidungsamts des Gardecorps nicht ausreichen, find Wert ein, schwatzt ihr alles mögliche über gute Partien vor, die er aufstätten einer Privatfabrik in der Chausseestraße gemietet worden. Lager habe und legt der Heiratsluftigen, nachdem sie durch folche Man kann sich die Freude vorstellen, mit der die Betroffenen die Suade firre geworden, ein Stüd Papier zum Unterschreiben achtwöchentliche Uebung" mitmachen. bor. Sobald die Unterschrift auf diese Weise ergattert worden, hat der„ Agent" feinen gwed erreicht. Ein Streit um die Schule des Waisenhauses der Stadt Das Schriftstück, das so einem jungen Mädchen vorgelegt wird, und dem Provinzial- Schulkollegium entstanden. Die Schule gleicht in Berlin zu Rummelsburg ist zwischen dem Berliner Magistrat hat in einem uns überwiesenen Fall folgenden Wortlaut: Da nach dem§ 656 Heiratsvermittelungs- Gebühren un ihrer Organisation völlig den Berliner Gemeindeschulen, aber das eintlagbare Forderungen sind, übergebe ich dem Herrn Fris öffentliche Voltsschule gelten dürfe. Diese von der Anschauung des Provinzial- Schulkollegium vertritt den Standpunkt, daß sie nicht als Podzus in Berlin, Unter den Linden 14, einen Blanto: Berliner Magistrats abweichende Ansicht ist zum Ausdruck gebracht wechsel über Mark dreihundert Mark mit der Erklärung, daß worden aus Anlaß der fürzlich erfolgten Pensionierung zweier Lehrer derfelbe als Gegenwert für seine Auslagen und Bemühungen des Waisenhauses, der Herren Benno Schulz und Franz Thamm. Das bei ihm lagere und ich denselben gleich nach meiner standes Provinzial- Schulfollegium hat Widerspruch dagegen erhoben, daß die amtlichen Trauung datiere und ausfülle. Weigere ich mich. Bestimmungen der Gesetze vom 6. Juli 1885 und vom 3. März 1897 das Accept zu bezahlen, so ist Bodzus berechtigt, den auch auf diese Lehrer Anwendung finden sollen. Wenn der Wider Wechsel auszufüllen, sowie ihn, wo es ihm beliebt zahl- spruch begründet ist, dann würde der von der Staatskaffe sonst in bar zu machen und in Verkehr zu bringen. Trete ich von diesem Bertrag zurück oder verheirate mich hier Höhe von 600 M. zu leistende Beitrag zu dem Ruhegehalt bei den oder anderweitig, so zahle ich Waisenhauslehrern wegfallen, also von der Stadt gedeckt werden Podzus für müssen. Der Magistrat ist beim Provinzial- Schulfollegium gegen feine Auslagen und Bemühungen eine Entschädigung von die betreffende Verfügung vorstellig geworden. Die beiden Lehrer einhundertfünfzig Mark anerkennend, daß diese Auslagen sich auf diesen Betrag belaufen. Der Erfüllungsort ist find ſelbverständlich mit dem vollen Betrage des ihnen zustehenden Berlin und bleibt der Bertrag verbindlich, ob der Auftrag dirett Rubegehalts, aber unter Vorbehalt des Anspruchs der Stadtgemeinde oder indirekt erledigt wird. Zahlungen leiste ich ohne Ein- an die Staatstaffe, pensioniert worden. wand als freiwilliges Honorar. Bin ich indiskret oder an Obiges habe ich gelesen und darf Podzus das Accept in allen Fällen weitergeben und hat Anspruch darauf. " Nachdem dieser Vertrag" unterschrieben, ist der Strid gedreht. Bon irgendwelchen Verpflichtungen in dem schmutzigen Gefchäft ist bei dem Vermittler teine Rede. Er rechnet einfach mit dem Umstand, daß die große Mehrzahl seiner Opfer auf jeden Fall heiratet und beginnt dann rücksichtslos und auf dem bequemsten Wege sein verhängnisvolles Drangsalierungsgeschäft. Es ist ja in hohem Grade fraglich, ob solche Umgebung des Gesetzes von rechtlicher Wirksamkeit ist. Aber offenbar ipekulieren diese Geschäftsmänner auf die alte Erfahrung, daß die meisten Leute lieber Opfer bringen und sich prellen laffen, als einen langwierigen Prozeß zu riskieren. Aus dem dunkelsten Berlin. " 0 neue und die Berhandlung in Woabit ausgesetzt, jedoch hat in dem Geschäftshause des Angeklagten, Wilhelmstr. 46/47, ein Lokaltermin statt gefunden, zu dem Sternberg seit zehumonatiger Untersuchungshaft zum erstenmal die roten Mauern von Moabit verlassen durfte. Bea gleitet vom Kriminalkommissar v. Tresckow und zwei weiteren Kriminalfofort mit seinen Begleitern in die Näume, in denen die zahllosen beamten, fuhr der Angeklagte in geschlossenem Wagen vor und begab sich Manuskripte aufgeschichtet liegen, unter denen Sternberg die für jeit 15 Jahren ein Erprefferkomplott verfolgt. Die Durchsuchung ihn wertvollen Briefe heraussuchen will, welche nachweisen, daß ihn der zahlreichen Kisten, die mit Briefen angefüllt sind, dauerte von 9 bis 12 11hr; doch war es, einem hiesigen Blatt zufolge, unmöglich, unter der Masse von Papieren die betreffenden Schriftstücke herauszufinden. Nach dreistündigem Genuß einer allerdings beschränkten reiheit wurde Sternberg wieder in das Untersuchungsgefängnis zurückgeführt, und der Gerichtshof wird nun darüber zu bestimmen haben, ob noch eine abermalige Suche nach den Briefen stattfinden soll. Im Prozeß Sternberg wurde gestern, wie bereits mitgeteilt, Verbrecher Rache. Bor nicht langer Zeit wurden zwei schwere Jungen", der ehemalige Schlosser Wilhelm Schlüßler und der ebenfalls wegen Einbruchs und Diebstahls schon mehrfach vorbestrafte Auguft Namast, in der Proving wegen schweren Einbruchs festgenommen. Namast wälzte alle Schuld auf Schlüßler ab und wollte felbft mur Schmiere gestanden" haben. So tam er mit einem Mit Konig ist gestern der Fernsprechverkehr eröffnet Jahr Zuchthaus davon, während sein Diebsgenosse zu 61/2 Jahren gebe ich Adressen, welche ich von Podzus erhielt, weiter oder ver- worden. Gleichzeitig ist er mit übtheen und Warin verurteilt wurde. Das ärgerte Schlüßler dermaßen, daß er sich zu heirate dadurch andre Personen, so zahle ich an Podzus eine( Mecklenburg) eröffnet. Die Gebühr für ein gewöhnliches Ge- rächen beschloß. Am 2. Januar 1898 brachen Diebe, die über die Konventionalstrafe von 300 M. spräch bis zur Dauer von 3 Minuten beträgt je 1 M. Dächer gingen, bei dem Schneidermeister Hinz in der Frankfurter Die Liebesgaben für das oftafiatische Expeditionscorps überraschte, entflohen die Einbrecher wieder über die Dächer. Die Allee 44 ein und hausten arg in der Wohnung. Als Hinz sie bilden nach den von der Berliner Sammelstelle des Roten Kreuzes Nachforschungen der Kriminalpolizei wären wohl ohne Erfolg geveröffentlichten Gabenlisten ein wunderliches Sammelfurium der blieben, wenn ihnen nicht die Person Schlüßlers zu Hilfe gefontmen verschiedenartigsten Dinge. Den Hauptbestandteil machen allerdings wäre. Dieser beschuldigte Namast, nachdem er sein Jahr verbüßt warme Unterkleider und andre Gebrauchsgegenstände alte aus. Aber die Ansichten darüber, was ein deutscher Soldat hatte, in Gemeinschaft mit einem Schmied Bitursti jenen Einbruch im Kriege brauchen fann, werden sofort durch die ausschweifendste straße verhaftet wurde, lengnete und beschuldigte fälschlich einen verübt zu haben. Namast, der in seiner Wohnung in der ProskauerPhantasie beeinflußt, wenn ein Geschäftsmanir es für notwendig Bruder des Schlüßler, gitursfi aber, der von seiner Arbeitsstelle weg hält, daß auch er in der Gabenliste als Spender paradiert. Man fieht es den Listen ordentlich an, wie so mancher Fabrikant bagestanden festgenommen wurde, legte ein Geständnis ab, will aber nur als und sich hinter den Ohren gekratzt haben mag: Na, was fönnen wir Schmiereſteher" beteiligt sein. Beide wurden gestern nach Moabit in Untersuchungshaft abgeführt. denn da schicken!?" Wenn eine Pforzheimer Goldwaren- Firma 100 Germania- Gold Doublé Uhrfetten schickt die Bezeichnung Die Unfitte der Kinder, sich an Wagen zu hängen, führte Uhrfetten" allein genügt nicht, nur die volle Bezeichnung in Ver gestern abend zu einem eigenartigen Unfall. Der 14 Jahre alte bindung mit der Firma macht in der Liste die gewünschte Reflame Sohn Richard des Zimmermanns Gutsch aus der Zehdenickerstr. 2 Man sollte es zwar nicht für möglich halten, aber es ist That: dann mag das vielleicht noch angehen. Wenn aber eine in demselben trieb das oft gerügte Spiel an einem Rollwagen auf dem Alexanderfache: der Aberglaube, von dem das Opfer des Jänicke erfaßt Ort anfäffige Konkurrenzfirma zu 12 Nidelfetten 6 Chate- plag. Sein linkes Bein hing dabei seitwärts vom Wagen. Nun kam war, findet sozusagen ein Pendant in einer in Berlin erscheinenden laines aus Gold und Stahloryd und 2 silbernen Bismard von der Landsbergerstraße her ein andres Lastfuhrwerk und fuhr so Beitung. Es ist dies das ultramontane Dasbach- Blatt, die nadeln 4 filberne Bismard Broschen hinzufügt, so muß dicht an dem Nollwagen vorbei, daß dem Jungen das Bein zwischen Märkische Voltszeitung", die mit einer frankhaften Begier darauf ausgeht, im Zeitalter Darwins und des Lichts all den tollen man schon eher fragen:" Wozu?" Ueberflüssig ist diese Frage bei den beiden Mädern zerquetscht wurde. Das Publikum mußte helfen, Gespensteriput zu galvanisieren, von dem das Mittelalter voll der gewiß sehr brauchbaren Spende von 5000 Dosen Insetten um ihn aus seiner Lage zu befreien. Die linke Wade war so zerwar. Bor einigen Wochen ließen wir es als spaßhafte Entgleifung pulver, aber dem Berliner Fabrikanten, der sie hergab, dürfte es riffen, daß sie auf der Unfallstation X in der Alten Schüßenstraße gelten, als in Feuilleton des Blatts davon die Rede war, daß es feines Renommees zu thun gewesen sein. Von demselben Gefichts- unglückten mit einer Droschte nach Hause, mußte ihn aber heute dabei weniger um die Bertilgung von Ungeziefer als um die Mehrung genäht werden mußte. Der herbeigerufene Vater brachte den Ver vor just sechstausend Jahren gewesen sei, alfo สน einer Beit, wo die Kultur der Menschen in Aegypten und punkte aus hat es eine Braunschweiger Firma für unbedingt notwendig einem Krankenhaus zuführen, da sich sein Zustand bedenklich verBabylonien bereits eine ansehnliche Höhe erreicht hatte, als gehalten, 120 Stüd Couplet- Ansichtskarten zu spenden. Die schlimmert hatte. Satanas und seine vorweltlichen Konforten von ihrem Platz am die modernen Hunnen in China verrichten. Die für Handschriftliche Anstalt überwiesen wurde der Dr. med.§. Er war, wie wir seiner Couplets haben hoffentlich die Heldenthaten zum Gegenstande, die Geisteskrank? Bur Untersuchung feines Geisteszustands einer wären. Aber es war feine Entgleisung, sondern eine traurige Ston: Bufäße erforderliche Tinte, ein großes Faß, hat eine Berliner Firma Beit berichteten, wegen eines im Stadtbahnzuge begangenen Sittlich sequenz in dem Ziel der Propagierung rückständigster Phantastit, geliefert. Wohl aus Furcht, daß bei besagten Heldenthaten das teitsverbrechens zu acht Monaten Gefängnis verurteilt worden. Der Davon wurden wir bei weiterer gelegentlicher Betrachtung des Christentum ein wenig zu furz tommen fönnte, hat eine Frau von Blatts nur zu sicher überzeugt. Bor acht Tagen z. B. brachte es lo und so dem deutschen Expeditionscorps acht Neue Testamente nach der Verurteilung des H. mit der Sache betraute Rechtsanwalt eine Art Kritik über die Besprechung, die wir dem Buch des Pastor führt die Liste 24 Dugend Spielkarten auf, die eine Stralsunder IV. Straftammer stattgehabten Termin glaubte der Sachverständige, widmen zu müssen geglaubt. Aber direkt hinter dieser sinnigen Gabe eines Formfehlers das erste Urteil aufhob. In dem jetzt vor der Wronker hatte Revision beim Reichsgericht eingelegt, das auf Grund Pfannkuche" Was liest der deutsche Arbeiter?" gewidmet hatten. Da wurde nicht" übel auf die deutschen Arbeiter gescholten, daß sie Fabrik zur höheren Ehre ihrer Firma gespendet hat. So durchkreuzt Sanitätsrat Dr. Mittenzweig, an der Hand des neuen, ihm beschafften 8ola, Darwin, Seine und Bebel läsen und feine Bücher manchmal der Teufel die besten Absichten! Materials die Frage nach der Burechnungsfähigkeit des Angeklagten von der Art der katholischen hundert Höllengeschichten. Gepriesen Ju der Sieges- Allee sind gestern abermals die Standbilder nicht ohne weiteres beantworten zu können. Es war nämlich festaber wurden die geistig Armen, die Mittelstandsschichten, an denen von drei brandenburgischen Botentaten aus dem Mittelalter ent- gestellt worden, daß mehrere nahe Verwandte des Arztes teils im Pastor Pfannkuche mit Bedauern fonstatiert hatte, daß sie ein weit hüllt worden. Ueber den Wert der neuen Marmorbilder urteilt das Wahnsinn gestorben sind, teils noch im Frrenhaus sich befinden. geringeres Lefebedürfnis haben, als die geistig vorgeschrittene Berl. Tageblatt": Es ist keine Sensation darunter, fein Meister- Auch die unter Anklage gestellte That und die Umstände, unter, Arbeiterschaft. werk und feine Entgleisung. Die Allee wird dadurch nicht inter- denen sie in einem bejezten Wagen der Stadtbahn begangen wurde, effanter; nur die Gruppe von Reinhold Felderhoff fügt sich den mußten, wie der Verteidiger hervorhob, den Zweifel an die geistige besseren an, die beiden von Manthe und Graf Görz den vielzuvielen, Gesundheit des Mannes bestärken. Demzufolge beschloß der Ge" Wir betrachten es," so schrieb das Dasbach- Blatt,„ daher als ein Kompliment für Handwerker und kleine Gewerbetreibende, wenn # «ichtShof, Dr. H. einer Anstalt zur Beobachtung zu überweisen, ihn zunächst aber aus der Hast zu entlassen. Eine Bewegung gegen die Große Berliner wollen Gnmfr bcsitzer- und Bezirksvereine dadurch entfachen, daß sie beim Magistrat um Abschaffung der schlimmsten Miststände petitionieren. Die „Große" hat schon ähnliches lachend über sich ergehen lassen und wird sich heute, wo sie fester denn je im Sattel sitzt, den Teufel um «inen derartigen Petitionssturm scheren. Zeugen gesucht. Die Personen, welche am 13. September v. I. abends gesehen haben, wie der Arbeiter Aug. PottworowSki in der Miinchenerstraße von einem Mchlwagen überfahren wurde, iverden gebeten, ihre Adresse bei August Härtel, Nixdorf, Hermannstr. 35, I. Ausg. II, umgehend abzugeben. Es handelt sich darum, bei der Berufsgenossenschaft die Rechte der Witwe und der Äinder geltend zu machen. Wegen KindeSniordS wurde, wie wir seiner Zeit mitteilten. die 22 Jahre alte Verkäuferin Anna Kasdorf am Sonntag vor acht Tagen verhaftet und zunächst als Polizeigefangene in ein Kränken haus gebracht. Sie ist dringend verdächtig, ihr neugeborenes Kind dessen Leiche man in der Ofenröhre fand, erdrosselt zu haben, und wurde daher gestern nack ihrer Wiederherstellung von der Kriminal Polizei nach Moabit in Untersuchungshaft gebracht. Apollotheater. Jetzt ist gut Ketten sprengen. Es klingt zwar schauerlich, hat aber trotzdem etwas für sich: Die alte Zeit von Achtundvierzig scheint wieder angebrochen/ Allerdings mit dem Unterschied, daß damals ganze Völker sich ihrer Fesseln zu entledigen suchten, während heute solches Thun einer auserwählten Schar von Ucbermenschen vorbehalte» bleibt. Zuerst im Wintergarten, dann im Cirkus Busch und nunmehr im A p o l l o t h e a t e r wird das Kunst' stück, seiner Fesseln zu spotten, vor Polizei und Publikum gezeigt, und wenn das so fort geht, bricht die bis jetzt von den Schar magern und Heulmeiern vergeblich prophezeite Anarchie dennoch herein. Denn Ivo sollte die heilige Ordnung bleiben, wenn selbst den Polizeifesselu nicht mehr zu trauen ist?' Im Apollo-Theater arbeitet ein Herr I o s e p h i in den allgemach populär gewordenen Tricks. Ja, es scheint, als ob dieser Herr die voin staatserhaltenden Standpunkt aus so bedenkliche Kunst am ge wandtesten übt. Er läßt sich gefesselt in ein Zelt führen und in kaum einer halben Minute erscheint er der Ketten ledig vor dem Publikum, er wird mit starken Banden an ein Kreuz gekettet, und wiederum hat er sich in wenigen Sekunden befreit. Auch das Kunst stück im Neisckoffer übt Herr Josephi; er läßt sich an Händen und Füßen gefesselt verpacken und erscheint in kurzer Zeit als freier Mann vor den Augen der Zuschauer, während statt seiner ein Herr, der mit ihm das geheimnisvolle Zeit betreten, gefesselt aus dem ver- schnürten Koffer hervorgeholt wird. Durch dies Kunststück zeigt sich das Publikum besonders überrascht. NiiS beii Nalhbnrovte». Rixdorf. Die Ergänzungswahlen für die ausgelosten sowie für die durch den bekannten Urteilsspruch des Ober-Vertvaltungs gerichts ausgeschiedenen Stadtverordneten der dritten Wählerklässe finden laut Bekanntmachung des Magistrats am Donnerstag, den 22. November d. I. von Ii) Uhr vormittags bis 6 Uhr nachmittags statt. Die Bezirke, in welchen getvählt wird, werden später bekannt gegeben. Wahlberechtigt ist jeder preußische Staatsangehörige, der im Besitze der bürgerlichen Ehrenrechte ist und bis zum I. Juli dieses Jahres das 2i. Lebensjahr erreicht hat, sowie mindestens die zweite Stcuerstnfe(1,33 M. pro Vierteljahr) bezahlt. Diejenigen Wähler, welche verzogen sind, müssen ihre Stimme in dem Bezirk abgeben, wo sie vor dem 1. Juli d. I, gewohnt haben. Pflicht eines jeden Parteigenossen ist es, schon jetzt dafür zu agitieren, daß die Beteiligung trotz des ungünstigen Wahltages eine regere wird, als wie bei der letzten' Wahl, zumal eS nicht ausgeschlossen ist, daß wir diesmal zwei Parteien zu bekämpfen haben. Nach der Mitteilung einer bürgerlichen Zeitung wird wahrscheinlich der im hiesigen Orte nengegrüiidcte Mieter« verein bei der bevorstehenden Wahl ebenfalls Kandidaten auf stellen. Daß die Vertreter dieser Richtung die Interessen der Arbeiter nicht so vertreten werden, als wir' es von unsren Genossen im Roten Hause verlangen, geht schon daraus hervor, daß in einer Versammlung der Vorschlag, den„Vorivärts" als Jusertionsorgan anzuerkennen, abgelehnt ivurde. Unire Vertreter im Stndtparlament haben bisher nicht nur die Interessen der Mieter, sondern die Interessen der Unterdrückten im allgemeinen verfochten. In diesem Sinne werden die von uns gewählten Stadtverordneten auch weiter arbeiten. Der Vertrauensmann. Neiiiickeiidorf. Der Wahlvercin hält am Sonnabendabend 8'/� Uhr bei Ww. Meinhardt(früher Wirsing), Hauptstr. 48, seine regelmäßige Mitgliederversammlung ab. Bortrag des Genossen Kiesel. Zahlreiches Erscheinen wird erivartet. Der Vorstand. Spitzclei. In der Wohnung des Genossen G r u n w a l d. der seit kurzem von Jena-Weimar nach Berlin-Pankow übergesiedelt ist, fand sich am Montagnachmittag ein höchst merkwürdiger und auch für weitere Kreise interessanter„Besuch" ein. Während Genosse Grunivald mit seiner Frau abwesend war, erschien in der Dämmer- stunde bei dem Mädchen ein Herr, der sich als Frank vorstellte, gleich angab, er selbst kenne Herrn Grün wald nicht, er sei aber von einem Jenaer Herrn an ihn empfohlen worden, dessen Namen er anzugeben— versäumte. Als ihm der Bescheid wurde, daß niemand sonst zu Hause sei und er seinen Besuch doch später wiederholen möchte, stellte er sich in die Thüre und zwar so, daß es unmöglich wurde, diese ohne seinen Willen zu schließen und begann eine sehr sprunghafte Unterhaltimg mit dem Mädchen, das bis dahin in seiner thüringischen Naivetät leider noch nicht in die Geheimnisse preußisch-deutscher Spitzelei tiefer eingedrungen war. Herr„Frank" fragte nun unter anderm, „ob Herr Grunwald für den„Vorwärts" schreibe, für die„Gleichheit" und„solche roten und grünen Hefte als ihm das Mädchen antwortete, das wisse sie nicht, aber den„Vorwärts" und die„Gleichheit" halte Herr Gr. mit und sie hole diese und andre Blätter von der Post, sprang Herr„Frank" sofort mit der Frage ein, ob sie auch Briefe zur Post brächte und grade für solche Blätter und wann. Hierauf mußte ihm„leider" geant- wortet werden, daß Grnnwald seine Postsachen stets selbst besorge, was Herr„Frank" mit einem bedauernden„hm, hm" beantwortete. Er zeigte dann nach einigen ähnlichen Fragen noch lebhaftes Interesse auch für die Frau des Genoffen Grunwald, ob diese z. B. immer mit nach Berlin fahre und ebenso lange wie Gr. dort bleibe ec. sc. Sehr tief für die Bildung und die„Ernpfeh lung" ans Jena besonders ließ sodann die Frage de§ Herrn„Frank" blicken, ob Gr. in Weimar auch noch „studiert" habe! Als ihm geantwortet wurde, daß ja in Weimar gar keine Universität sei, und dem Mädchen nun endlich stärkere Be- denken über diesen„feinen Herrn" kamen, Verabschiedeteer sich sehr höflich und versprach, am Dienstagvormittag wiederzukommen, „das Mädchen brauche aber seinen Namen Herrn Gr. nicht zu sagen, das könne ihn ja doch nicht interessiere n". Herr„Frank" befand sich hier sehr im Irrtum, und wenn er wirklich am gestrigen Vormittag seinen Besuch wiederholt hätte, was leider nicht geschehen ist, so hätte er die ihm sicher sehr ehrende Er- fahrung machen können, daß den Genossen Grunwald noch viel mehr an ihm interessiert als der simple Name, der bekanntlich in diesen Fällen nur— Schall und Rauch ist. Schöneberg. Zu unbesoldeten Stadträten wiedergewählt sind in der letzten Sradtverordnelen-Sitzung die Herren Jaffa. Kloß, R ä t h e r und Leonhardt. Nunmehr hat auch die kgl. Regierung in Potsdam die nach dem Einkommensteuer-Gesetz von ihr zu ernennenden Mitglieder der Voreinschätzungs- Kommission bezeichnet. Für die Führung der Geschäfte des Vorsitzes der Veranlagungs-Kommission soll von der StaatSregierung vom l. April 1900 ab eine jährliche Entschädigung von 13 000 M. gewährt werden. Schwer verunglückt ist gestern bei der Arbeit der Stuccateur N. ans Charlottenburg. Er wällte mittags seine Arbeitsstätte in der Apostel Paulusstraße verlassen, als vom Gerüst, anscheinend aus Unvorsichtigkeit, ein Stein henmtersiel, welcher dem Bedauernswerten einen Schädelbruch zufügte. Von der Unfallstation in der Bahn- straße, wohin der Schwerverletzte zuerst gebracht wurde, Ivurde er dem Charlottenburger Krankenhause zugeführt. Ueber das Weberelend in Nowawes wird uns geschrieben: Das freundliche Bild, das die Aufmerksamkeit des nach Potsdam fahrenden Reisenden auf sich lenkt, wenn die Bahn an den grün- gestrichenen Fensterläden der einstigen Weberkolonie Nowawes vorüber- fliegt, hat schon oft den Anlaß gegeben, mit einigen Worten derer zu gedenken, die als Opfer der Umwälzungen in der Textilindustrie hier mühsam ihr Leben fristen. Durch imnier stärkere Einführung des mehr und mehr vervollkommneten mechanischen Webstuhls iii den Fabriken hat auch in Nowawes die Hausindustrie einen argen Stoß erlitten. Die Weber haben ihr einst- mals wertvolles Arbeitsgerät auf den Boden geworfen und dem Ruf des Fabrikanten Folge leisten müssen. Die überflüssigen, aber noch kräftigen Weber haben sich andren Be- schäftigungen zugewandt und sind' Bahnbau- oder Streckenarbeiter geworden. Der' letzte Rest der Bedauernswerten, denen oft die körperliche Fähigkeit fehlt, andre Arbeit zu leisten, schafft mit wenigen Ausnahmen zu den schlechtesten Bedingungen. Hier nur einige Zahlen, die zeigen sollen, wie hoch im' Durchschnitt der Verdienst der Arbeiter ist.' Die beste Arbeit,„Chenille", bringt einen Durch- schnittsverdienst von wöchentlich 15 M. Alsdann kommen die „Tücher", Durchschnitt 10 M. Als schlechteste Arbeit kann„Cheviot" (Wurschtpelle) gelten, Durchschnitt 6—7 M. pro Woche. Es ist er- klärlich, daß immer mehr Arbeiter der Weberei Valct sagen und dadurch preisdrückend bei andren Arbeiten wirken. Die hierdurch entstandene bequeme Gelegenheit, zu billigen Arbeitskräften zu kommen, haben sich eine AnzahlkKapitalisten denn auch nicht entgehen lassen. Immer mehr Schornsteine wachsen in Nowawes empor. Der Ort mausert sich. Die charakteristischen grünen Fensterläden verschwinden allmählich und mit ihnen die Meinung, daß die Arbeiter auch ohne Organisation etwas Wesentliches erreichen können. Sache der aufgeklärten Arbeiter ist es, dafür zn sorgen, daß die politische Entwicklung nicht hinter der ökonomischen zurückbleibt. Eine Krisis im Branereigewerbe soll bevorstehen. In den Brauereien der Umgebung der Reiche-Hauptstadt kriselt es, einer Zeitungsnieldung zufolge, bedenklich; man führt das ans die Kon- kurrcnz der großen Berliner Brauereien zurück, die überall Filialen eingerichtet haben und somit die kleineren Brauereien gänzlich ver- drängen. In der Versammlung dcS Vereins für Handel und Ge- werbe, die vorgestern in P o t S d a m tagte, kam die Angelegenheit zur Besprechung, die auch schon in der Handelskammer verhandelt ivurde. Der Vorsitzende konstatierte ohne Widerspruch das„un- berechtigte" Eindringen der Berliner großen Brauereien in das heimische Absatzgebiet der Potsdamer Brauereien. Die kleinen Brauereien seien dem Ruin verfallen, wenn diesen Bestrebungen nicht entgegengetreten würde. Wenn cS mit dem Entgegentreten nur so einfach wäre! Der Gärtnereiardeilor Franz Pfuhl, der verdächtig ist. den M o r d a n s ch l a g ans den Schützenwirt S i e g m u n d in N o w a w e S- N e u e n d o r f verübt zu haben, ist in der Person eines Mannes festgestellt worden, der jüngst in Kalkbergc-Rüders darf verhaftet worden ist. Man hat in Pfuhl, der bereits mehrfach vorbestraft ist und erst kürzlich sieben Jahre Zuchthaus verbüßt hat, einen äußerst gefährlichen Verbrecher, der noch andre Strafthaten begangen hat, festgenommen. Er dürfte sich im Februar n. I. vor dem Potsdamer Schwurgericht zu verantivorten haben. In CarlShorst hat sich gestern Morgen eine Liebes- t r a g ö d i e abgespielt. Ein Beamter namens Grafs versuchte die Frau eines Gastwirts P u s ch, mit der er in nähere Beziehungen getreten war, und sich selbst zu vergiften. Es gelang jedoch, die Frau zu retten, auch Graff blieb am Leben und wurde als Unter- snchungsgefangcner nach Moabit gebracht. Er hatte in eine Flasche Wein.' die er mit der Frau in der Gastwirtschaft austrank, Gift gethan._ Goviltzks Eine neile Schwurgcrichtsperiode beim Landgericht I be gann gestern unter dem Vorsitz des Landgcrichtsrats Polenski mit der Verhandlung einer eigentümlichen Schießangelegenheit. Der 33jährige Kaufmann Hans Hefke hatte sich wegen ver- ' u ch r e r Tötung zu verantworten. Der Angeklagte unterhielt eit Jahren mit der unverehelichten C h r i st i n e Tesmer ein Liebesverhältnis. Die letztere wohnte im Hause Zimmerstr. 51 bei der Witwe Wurst. Am Sonntag, den 12. Februar vorigen Jahrs erhielt die Tesmer den Besuch ihres„Bräutigams", des Angeklagten. Die Zimmernachbarn hörten bald darauf einen heftigen Wortwechsel und dann fielen in schneller Aufeinander- 'olge drei Schüsse. Die Wirtin der Tesmer sowie der gerade bei ihr anwesende Friseur Fanthaber eilten nach dem TeSnierschen Zimmer, fanden die Thür aber verschlossen. Nach längerem Klopfen öffnete ihnen der Angeklagte, der die Aeußerung that:„Holen Sie einen Schutzmann und lassen Sie mich verhaften!" Die TeSiner lag aus den, Boden zwischen Tisch und Sofa, sie erhob sich aber nach einer kurzen Weile und erklärte, daß sie nicht getroffen ei. Fanthaber sah an der Bluse der Tesmar zwei schwarze Stellen, er nahm deshalb an. daß sie von den Schüssen getroffen sei. Hefke äußerte dann, offenbar verlvundert, zu der Tesmer:„Frauenzimmer, Du bist nicht getroffen. Du bist nicht tot? Du mußt anders wie die andern sein, Du mußt einen Panzer tragen." Die Hinzugekommenen ließen einstweilen die Sache auf sich beruhen, Heske entfernte sich mit seiner Braut und die letztere kehrte erst am 'olgenden Morgen nach ihrer Wohnung zurück. In dem Zimmer der Tesmer waren inzwischen drei Kugeln gefunden worden. Bei ihrer ersten polizeilichen Vernehmung gab' die Tesmer an, daß sie mit dem Angeklagten in Streit geraten sei, weil 'ie sich geweigert habe, für ihn Schulden zu bezahlen. Darauf habe Hefke einen Revolver hervorgezogen und drei scharfe Schüsse aus sie abgefeuert. Sie wisse aber nicht, ob er sie habe töten oder nur er- schrecken wollen. Bei ihrer zweiten Vernehmung trat die Tesmer direkt als Entlastnngszeugin für den Angeklagten auf. Sie be- hanptete, daß er die Waffe nicht gegen sie, sondern unter den Tisch gerichtet habe und daß er sie nicht habe treffen wollen. Später gab die Tesmer wieder eine andre, für den An- geklagten noch günstigere Erklärung ab. Danach habe der ganzen Geschichte nur ein Scherz zu Grunde gelegen, wobei sie von zwei Schüssen versehentlich getroffen worden sei. Diese Angabe be- nutzte der Angeklagte auch bei seiner Vernehmung im Termin als Grundlage zu seiner Verteidigung. Der Sachverständige, der die Tesmer sechs Tage nach dem Vorfall untersucht hat. entdeckte bei ihr an der linken Hüfte eine Schußwunde von der Größe eines Fünf- ennigstücks mit blauen Flecken, die auf eine stattgehabte Quetschung chließen ließen. Es handelte sich um eine sog.„matte Kugel", die durch einen Widerstand unwirksam gemacht worden ist. Auf der Rück- feite der Bluse der Tesmer war ferner erkennbar, daß daselbst eine 'charfe Kugel aufgeschlagen war und eine ähnliche Stelle zeigte sich am rechten Oberarm. Aus allen diesen Umständen gelangte die Staatsanwaltschaft zu dem Schlüsse, daß der Angeklagte, ein jäh- zorniger Mensch, die Tesmer habe töten wollen und daß man vor der seltenen Erscheinung stehe, daß eine Geschädigte wieder besseres Wissen zu Gunsten des Thätcrs aussage. Da die Tesmer behauptete, daß sie mit dem Angeklagten verlobt sei und ihn heiraten wolle, so stand sie nicht unter dem Druck des Eides, da sie gesetzlich nicht vereidet werden konnte. Der Staatsanwalt hielt die Angaben des Angeklagten und einer Braut für ein Märchen und zweifellos für erwiesen, daß der Vorfall sich so abgespielt habe, wie aus den Thntsachen mit den belastenden Aussagen des Angeklagten selbst zu schließen sei. Er bat, die Schuldfragen im Sinne der Anklage zu bejahen. Die Ver» leidiger, Rechtsanwälte Dr. Meherstein und Dr. Schwindt, führten dagegen aus, daß nur eine Fahrlässigkeit vorliege� Der Wahrspruch der Geschworenen lautete auch nur auf Schuldig der fahrlässigen Körperverletzung und da es an dem erforderlichen Strafantrag seitens der Verletzten fehlte, mußte auf Einstellung des Verfahrens erkannt werden. Die Kosten des Konitzer Meineidsprozesses gegen Maßlos und Genossen belaufen sich nach Informationen an Gerichtsstelle auf rund 30 000 M. Es sind im ganzen 167 Zeugen geladen gewesen, von denen 131 vernommen wurden. An einzelne Zeugen mußten Beträge bis zu 500 M. an Gebühren gezahlt werden. Vermifitzkes« Die Explosion bei Wies«. Wie sich nunmehr herausgestellt hat, fanden in dem Plutoschacht bei Wiesa zwei Explosionen schlagender Wetter statt, und es wurden 13 Personen getötet, darunter 4 Betriebsbeamte; ferner wurden 9 Personen schwer, 10 leicht verletzt. Eiseubahiiiinfalt bei Elze. Amtlich wird bekannt gegeben: Gestern abend 10 Uhr 15 Min. stieß am Südende des Bahnhofs Elze der von Güttingen kommende Güterzug 5767 auf einen im Bahnhof Elze arbeitenden Rangierzug, wobei zwei Lokomotiven und 10 Wagen entgleisten und beide Hauptgeleise der Strecke Elze— Banteln so gesperrt wurden, daß der Verkehr der Schnell- und Personen- züge nur durch zeitraubendes Umrangieren der Wagen möglich war und diese Züge zum Teil erhebliche Verspätungen erlitten. Der Zug- sichrer des Güterzugs wurde leicht verletzt, der Materialschaden ist ziemlich bedeutend. Der Zusammenstoß ist durch Ueberfahren des auf„Halt I" stehenden Bahnhofsabschluß- Signals hervorgerufen worden. Katastrophe bei einem Stierkampf. Bei einem in Pedreguer in der Provinz A l i c a n t e abgehaltenen Stierkampf, bei welchem Frauen die Rollen der Toreros übernommen hatte», brachen die Tribünen zusammen; 12 Personen wurden getötet, 200 verletzt. Für Reisende anS Alexandrien ist in Konstantinopel ein« achtundvierzigstündige Beobachtung und strenge Desinfektion an- geordnet worden. Das finanzielle Ergebnis der Weltausstellung. Die Kassen der Weltausstellung haben, dem„Berl. Tagebl." zufolge, insgesamt 47 076 803 Tickets vereinnahmt von den 65 Millionen Tickets, die der Crsdit LyonnaiS übernommen hatte. Von den 18 Millionen nicht abgesetzter Tickets dürfte sich ein großer Teil bei Privatleuten verkrümelt haben. welche Lose der WeltausstellungS- Lotterie ge- spielt haben; an jedem Lose waren bekanntlich 20' Tickets befestigt. Das Resultat der Weltausstellung hat sich infolge des Andrangs während der letzten Wochen besser gestaltet, als zu befürchten war. Am letzten Tage wurden 330 309 Besucher gezählt. Bei der letzten Weltausstellung im Jahre 1889 gingen insgesamt 28 149 352 Tickets ein. Eine Eutschädignngsklage von 100 000 Rubel hat die italienische Tänzerin Lina Campana gegen die Direktion der kaiserlichen Theater in Petersburg anhängig gemacht. Die Tänzerin ivar nach Petersburg berufen worden; ihr Debüt ans der kaiserlichen Bühne kam aber nicht zu stände, und die Direktion bot ihr 3000 Rubel Abstandsgeld. Fräulein Campana wollte das Geld jedoch nicht annehmen und reiste nach Paris ab. Motiviert wird die Klage gegen die Thcaterdirektion durch den Umstand, daß die Direktion durch ihre Handlungsweise den künstlerischen Ruf der Tänzerin geschädigt habe. Verteidiger der Interessen der Dame ist ein Petersburger Rechtsanwalt und Poet. Rlarklpreise von verltn am 13. November 1000 nach Ermittlungen des kgl. PolizeiprändnimS. Kartossein, neue, D-Ctr. Nindsseisch, Keilte 1 kg do. Bauch, Schweinefleisch„ Kalbfleisch„ Hanmielfliisch« Butter S0 Stü.t 1 kg per Schock 6,— IM 1,30 IM 1,80 1,60 2,60 4,80 2,20 2,50 2 60 1,80 1,60 2,80 1,40 12- 4— 120 1- 1,10 I,- 1,- 2.- 3,- 1,20 1,40 1,2« 1,— 0,80 1,20 0,80 3,50 *) äDelzen, gut D,-Ctr, 15,30 15,23 niitlel„ 15,26 15,24 „ gering„ 15,22 15,20 ") Roggen, gut. 14,35 14,32 „ uiittel. 14,29 14,26 gering„ 14,23 14,20 -f)Gerflk, gut, 15,40 14,70 „ mittel, 14,60 14,— Eier gering« 13,90 13,30 Karpfen tzlHaser, gut. 16,20 15,20 Aale „ mittel. 15,10 14,20 Zander gering. 14,10 13,20 Hechte Richtstroh, 7,— 6.- Barsch« Heu„ 7,30 5,10 Schleie Erbsen„ 40,— 25,— Bleie Speisebohnen. 45,— 20,— Krebse vinsen. 70,— 30,— *) ab Bahn, **) ab Bahn und frei Mühle. ch) frei Wagen und ab Bahn. Produkteninarkt vom 14. November. Der Getreidemarkt verkehrte heute in schwacher Tendenz infolge der mittleren Witterung und der flauen Haltung der auswärtigen, besonders der nordameriiantschen Märkte. Zluch drückte der geringe Warenbegehr bei wieder vermehrtem Augebot aus dem Jnlande und die fortgesetzten russischen Offerten. Die Weizenlieferungen gaben um 1,28 M., Roggcnlieferungen um 0,75 M. nach. Hafer und Rübäl war still bei kauni veränderten Preisen. Spiritus. 70er Locospiritus notiert« 45,80 M. oder 30 Pf. niedriger. Städtischer Schlachtdiehmarkt. Berlin, 14. November 1900 Amt» sicher Bericht der Direktion. Zum Berkauf standen: 496 Rinder, 1720 Kälber, 1064 Schafe, 11 011 Schweine. Bezahlt wurden für 100 Pfund oder 50 Kilogramm Schlachtgewicht in Mark(beziehnngsmeise für 1 Pfund in Pf): Ochsen: a) vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlacht- wertes, höchstens 7 Jahre alt 00—00, b) junge fleischige, nicht anS- gemkflete und ältere ausgemästete 00— 00; o) mäßig genährte junge und gut genährte ältere 00—00; ck) gering genährte jeden Alters 00— 00.— Bullen: a) vollfleischige höchsten Schlachiweris 00—00: b) mähig genährte jüngere und gnt genährte ältere 00—00; c) gering genährte 47—50.— Färsen und Kühe: a) vollfleischige, ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwerts 00—00; b) vollfleischige, auegemästete Kühe höchsten SchlachNverts bis zu? Jahren 00—00; c) ältere ansgemäslete Kühe und wenig gut entwickelte jiingere Kühe lind Färsen 00—00; ck) mäßig genährte Kühe und Färsen 44—47; s) gering genährte Kühe und Färsen 39—42.— Kälber: a) feinste Mastkälber(Vollmilchinast) und beste Saugkälber 76—80, d) ulittler« Mastkälbcr und gute Saugkälber 70—74, c) geringe Saugkälber 55—62, d) ältere, gering genährte(Fresser) 32—38.— Schafe: a) Mastlämmer und jüngere Mast- Hammel 63— 67, b) ältere Masthammel 52—59, c) mäßig genährte Hammel und Schafe(Merzjchase) 44— 50, d) Holstciner Ziiedernngs- schase(Lebendgewicht) 00—00.— Schweine: a) vollfleischige der feineren Raffen nnd deren Kreuzunge» im Alter bis zu 1'/« Jahren 220— 280 Pfd. schwer, 54—55. b) schwere, 280 Pfd. und darüber(Käser) 56—57. c) sseischige 50—52, d) gering entwidelte 46—49, e) Sauen 48—50. Für 100 Pfd. mit 20 Proz. Tara. Verlauf und Tendenz. Vom Riuderauftrieb blieben ungefähr 140 Stück unverkauft. Der Kälberhandel gestaltete sich ruhig. Bei den Schafen fanden etwa 400 Stück Absatz. Der Schweinemarkt verlies langsam und wird voraussichtlich nicht geräumt. Notiz: Im Marktbericht vom Sonnabend, den 10. cr., ist die Schweine- notiz a) richtig zu lesen: 55 statt 56 M. Witternngsnbersicht vom 14. November 1900, morgens 8 Uhr. Stationen «5 Swineinde. 759 SSO Hamburg 755 SO Berlin 758 SSO Frankf./M. 753 Still München 758 Still Wim 760SSO Wetter-Prognose Ein wenig kühler, nordwestlichen Winden. Wetter SS Z L» e» 5 bedeckt IRegen 3 bedeckt — sRebel — wolleul 2bedeckt Stationen s- Haparanda Petersburg Eort Abcrdeen Paris > 6 bedeckt 759 75122 für Donnerstag. vorwiegend trübe 763 3 kö�NW 4hlbbed 2�w0lklg den 13. November 1000. mit Regensällen und mäßigen Wetter z s°- -e» Berliner W e t t- r b» r e a». Verantwortlicher Redacteur: vr. Georg Gradnaner in Groß-Lichterselde. Für du, Jnseratuttetl verantwortlich: Tb. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin.