Nr. 270. Abonnements- Bedingungen: = Abonnements Preis oranumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 mt., wöchentlich 28 Bfg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5 Bfg. Sonntags Nummer mir tlluftrierter Sonntagss Beilage„ Die Neue Welt" 10 Bfg. Bofts Abonnement: 3,30 Mart pro Quartal. Eingetragen in der Boft 8eitungs Preisliste für 1900 unter Br. 7971. Unter Kreuzband für Deutschland und Defterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Erscheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Dolksblatt. 17. Jahrg. Dte Insertions- Gebaye beträgt für die fechsgespaltene Kolonet. geile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der@ xpedition abgegeben werden. Dte Expedition ist an Wochens tagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Fefttagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Bernsprecher: Rmt I, r. 1508. Telegramm Abresse: ..Bocialdemokrat Berlin" Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Fernsprecher: Amt I, Nr. 1508. Der Streitschuh. Das Projekt Millerands. Sonntag, den 18. November 1900. berechtigt sind, haben während der Abstimmung feinen Zutritt zum Lokal. Die Abstimmung wird durch Bettel vorgenommen; jeder Bettel enthält die zwei Aufschriften: Für den Streit und: Gegen den Streit. Der franzöfifche Handelsminister Millerand hat, wie bereits Der Streit gilt mur dann als beschlossen, wenn die Zahl der telegraphisch gemeldet, den Gesezentwurf betreffend das obliür Bettel mehr als die Hälfte aller abgegebenen Bettel beträgt gatorische Einigungsverfahren und das Recht auf und über ein Drittel aller Abstimmungs- Berechtigten mit für" Streit nunmehr der Deputiertenkammer unterbreitet. gestimmt haben. Der erste Artikel des Entwurfs hat folgenden Wortlaut: In allen industriellen oder handelsgewerblichen Betrieben, in welchen wenigstens 50 Arbeiter und Angestellte beschäftigt sind, ist allen Arbeitern bezw. Angestellten vor ihrer Einstellung eine gedruckte Bekanntmachung einzuhändigen, welche die Erklärung enthält, ob die Streitigkeiten, welche aus dem Arbeitsvertrag zwischen Arbeitern und Unternehmern entstehen, dem Einigungsverfahren dem Bürgermeisteramt einzureichen, Das Protokoll über die Abstimmungshandlung hat das Bureau nach dem gegenwärtigen Gesez unterstellt werden sollen oder nicht. der Beteiligten aufzubewahren hat. das es zur Disposition In ersterem Fall wird durch den Eintritt in den betreffenden Betrieb nach Ablauf von drei Tagen der Vertrag beiderseitig als dem gegenwärtigen Gesetz unterstehend anerkannt. Aus dieser Anerkennung des Gesezes folgert ohne weiteres eine Gemeinsamkeit der Interessen zwischen den Arbeitern und Angestellten des Betriebs bezüglich aller darin vorgesehenen Bestimmungen und verpflichtet sie, sich den Entscheidungen, die dem Gesetz gemäß ergehen, zu fügen. Die Bekanntmachung, die im ersten Absatz dieses Paragraphen vorgesehen ist, hat der Unternehmer in seinem Betrieb öffentlich anzuschlagen. Ist die Zahl der abgegebenen Stimmen ungenügend, so hat am nächsten Morgen eine zweite Abstimmung stattzufinden. Nach Schluß der Abstimmung macht das Bureau das Resultat bekannt und die Delegierten haben den Unternehmern sofort von dem felben in Kenntnis zu setzen. Der Artikel 4 des Gesetzes schreibt vor: Judo Alle Ausschreibungen von Lieferungen und Arbeiten auf Rechnung des Staats müssen eine Klausel enthalten, wonach die Submissionäre sich verpflichten müssen, für ihre Betriebe das Einigungsverfahren als obligatorisch anzuerkennen. Dasselbe gilt für die Konzessionen, die der Staat zu vers geben hat; auch für alle zufünftigen Bergwerkstonzessionen. Den Provinzial- und Kommunalverwaltungen ist das Recht eingeräumt, in ihren Lieferungs- Verträgen und Konzessions- Erteilungen das obligatorische Einigungsverfahren zu verlangen. Die Arbeiter- Delegierten. In den industriellen und handelsgewerblichen Betrieben, in welchen beiderseitig die Unterordnung unter das Gesez anerkannt ist, haben die Arbeiter und Angestellten aus ihren Reihen die Delegierten zu wählen, welche sie bei dem Chef des Betriebs zu vers treten haben. ftande gekommen ist, ist gemäß des§ 1 des Gesezes obliJede Arbeitsniederlegung, die auf die beschriebene Weise zu gatorisch. Fortsetzung des Streiks. mindestens alle sieben Tage zu wiederholen. Aus den Abstimmenden Die Abstimmungen über die Fortsetzung des Streiks sind scheiden dann diejenigen Arbeiter aus, die mittlerweile den Ort verlaffen oder in einem andren Betriebe Arbeit genommen haben. Die Arbeit wird wieder aufgenommen, sobald der Streit nicht wieder von neuem votiert wird. weiterarbeit verpflichtet. Ist der Streit nicht beschlossen, so ist das Personal zur wie oben gezeigt. Jede neue Forderung ist in demselben Instanzenweg zu verfolgen, Die Arbeitskammern. Im Fall der Erklärung des Streits find die dazu berufenen Sektionen der Arbeitsräte gehalten, die Differenzen auszugleichen zu versuchen. Diese Sektionen üben ihre Rechte nach den Bestimmungen der Civilprozeß- Ordnung aus. Die Schiedssprüche der ersten Schiedsrichter sowohl als die der Arbeitsräte haben sechs Monate Gültigkeit. aufgenommen, ehe der Schiedsspruch gefällt ist, so hat derselbe Ist die Arbeit nicht unterbrochen oder wurde sie schon wieder rüd wirtende Kraft. Tage der Wiederaufnahme der Arbeit, im andren Fall vom Beginn Seine Anwendung datiert von dem der Verhandlungen. obigen Bestimmungen also nicht anwendbar sind, so hat, wenn der Entstehen Konflikte dort, wo Wahlförper nicht bestehen, wo die Streit bis 300 Berfonen umfaßt, das Gewerbegericht, bei Streits von über 300 Personen die Arbeitstammer die Funktionen des Schieds- und Einigungsamts zu übernehmen. Eine Reihe von Bestimmungen regeln die Art der Wahl, das Wahlrecht, die Wahlkörper usw. Im besonderen ist festgefeßt, daß der einzelne Wahlförper wenigstens 50, höchstens 150 Arbeiter und Angestellte zu umfassen hat. Jeder Wahlkörper wählt einen Delegierten und einen Beigeordneten. Das attive Wahlrecht haben alle Arbeiter und Angestellten beiderlei Geschlechts, die das Alter von 18 Jahren erreicht haben; das passive Wahlrecht wird nur Mit Gefängnis von einem Monat bis zu einem Jahr und mit an 25 jährige, französische Arbeiter verliehen. Ausgeschlossen Geldstrafe von 100 bis 2000 Fr. wird bestraft, wer die Abstimmung von dem aktiven sowohl als dem passiven Wahlrecht sind die der eines Wählers durch Mittel der Gewalt, Einschüchterung oder VerDirektion angehörigen Angestellten und das Aufsichtspersonal. ofprechungen beeinflußt. Die Strafen. Der Delegierte und sein Beigeordneter sind verpflichtet, die Be- Von 16 bis zu 100 Fr. wird derjenige bestraft, der einem schwerden der Arbeiter entgegen zu nehmen und diese dem Unter- Arbeiterdelegierten oder einem Schiedsrichter in der Erfüllung seiner nehmer zu unterbreiten. Die Arbeitsordnung muß die Bestimmung Funktionen Hindernisse, bereitet. Rüdfälligen wird eine Geldstrafe enthalten, welchen Tag und Stunde in jeder Woche die Beschwerden bis zu 2000 Fr. und sechs Tage bis zu einem Monat Gefängnis anvorzubringen find. Wenigstens einmal jeden Monat zu festgeseztem gedroht. Tag und Stunde können die Delegierten der Arbeiter den Empfang seitens des Chefs oder eines höheren Angestellten verlangen. Wahl und Funktionen der Schiedsrichter. Hat der Unternehmer oder sein Vertreter die ihm von den Delegierten vorgetragenen Reklamationen der Arbeiter nicht an erkannt, so haben die Delegierten, falls es von einer Gruppe von Arbeitern oder Angestellten verlangt wird, die Beschwerden der Arbeiter dem Unternehmer nochmals schriftlich zu unterbreiten. In 48 Stunden hat der Unternehmer den Arbeitern durch Ver mittelung ihrer Delegierten ebenfalls schriftlich Antwort zu erteilen. Darin hat er anzugeben, ob er bei seinen Entschlüssen beharrt; in diesem Fall hat er die Namen der Schiedsrichter zu bezeichnen, denen er sein Vertrauen schenken will. Ist der Zeitpunkt verstrichen, ohne daß der Unternehmer seine Schiedsrichter genannt hat, so fönnen die Arbeiter den Streit beschließen. Unternehmer, Arbeiter oder Angestellte, welche sich den Be= stimmungen der Schiedssprüche, die aus den Einigungsverträgen hervorgehen, nicht fügen, haben für drei Jahre das Recht verwirkt, zu den Vertretungen der Arbeit zu wählen, noch gewählt zu werden. Unter obigen Vertretungen sind zu verstehen: Verwaltungen der Gewerkschaften, Arbeiterdelegierte, Delegierte der Berglente, Beifizer der Gewerbegerichte, der Handelskammern, der Handelsgerichte und der Arbeiterkammern. Im Rüdfalle ist der Ausschluß ein sechsjähriger. Die Schlußbestimmungen handeln von der Aufbringung der Mittel. Diese hat zum großen Teil die Kommune aufzubringen. * Soweit die Bestimmungen des Millerandschen Entwurfs im Auszuge. Die bürgerliche Presse wendet sich in scharfer Weise gegen feine Tendenz. Das Recht der Minderheit werde ganz unberücksichtigt gelaffen, meint die„ Boffische Zeitung" Dem gegenüber Die Erklärung des Streiks. möchten wir hervorheben, daß das Gefeß auf vollkommen bemokrati Hat der Unternehmer seine Vertreter zum Schiedsgericht genannt, scher Grundlage beruht. Es bedeutet die Uebertragung der so haben die Arbeiter innerhalb weiterer 48 Stunden durch ihre parlamentarischen Gepflogenheiten auf die Fabrik. Auch im Delegierten die ihrigen bekannt zu geben; fie nennen die gleiche Parlament bleibt der Wille der Minderheit unberücksichtigt. Und Bahl wie der Unternehmer. in den Fällen, wo die Streitwilligen in der Minderheit bleiben, Haben die Schiedsrichter der einen Partei oder das gemeinwird die Arbeit nach den Abstimmungen der Mehrheit natürlich fame Schiedsgericht innerhalb der nächsten sechs Tage vom fortgefeßt. Tage der Ernennung der Schiedsrichter durch die Arbeiter gerechnet Das Princip des Entwurfs ist entschieden ein revolutionäres, einen Schiedsspruch nicht gefällt, so steht den Arbeitern das insofern als dadurch dem Arbeiter bei dem Produktionsprozeß ein Recht zu, in den Streit einzutreten. legales Mitbestimmungsrecht eingeräumt ist; der Betriebsinhaber hört auf, der absolute herr im eignen Haus zu sein. Es ist flärlich, daß die Unternehmer dieser Tendenz widerstreben. Der Streit tann weder für den ganzen Betrieb, noch für einzelne Teile desselben beschlossen werden, ehe nicht eine regelrechte Abstimmung des Personals stattgefunden hat. Die Abstimmung wird wie folgt vorgenommen: Die Arbeiterdelegierten teilen sowohl den Arbeitern als auch ber Direktion wenigstens sechs Stunden vorher Ort und Zeit der Abstimmung mit. An der Abstimmung nehmen diejenigen Arbeiter und Angestellten teil, die in den betreffenden Betrieben beschäftigt sind und das aktive Wahlrecht besitzen. Namentlich unfren deutschen Unternehmern muß es ja schaudern bei dem Gedanken, daß hier durch Staatsgesez die Streifpflicht und zugleich gesetzlicher Streitschutz gegen die Arbeitswilligen eingeführt werden soll. Haben wir doch in Deutschland einen langen, erbitterten Kampf durchfechten müssen, um den Arbeitern das Streik recht zu erhalten im Princip, denn in der Praxis wird es fortgesezt zu meucheln versucht. Das Bureau, welches die Abstimmung zu leiten hat, wird Wir müssen, so lange uns der genaue vollständige Wortlaut gebildet von den zwei ältesten und zwei jünsten Arbeitern, die nach des Gefezes und seine amtliche Begründung nicht vorliegt, von der der Eröffnung zuerst gegenwärtig sind. Personen, die nicht stimm- Kritik der einzelnen Bestimmungen absehen, gegen die bei der Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Fernsprecher: Amt I, Nr. 5121. ersten Prüfung des vorstehenden Auszugs sich mancherlei Bedenken erheben; laffen wir auch ununtersucht, welche Wirkungen das Gesetz unter Umständen auf die Arbeiterorganisationen haben kann die eine Feststellung wird doch bereits möglich, daß der Entwurf den Arbeitern das Streitrecht, die Streitpflicht und den Streitschutz im Brineip zugesteht. Bürgerliche Stimmen. Die gleichmäßig schmähliche Haltung, die von der bürgerlichen Presse mit ganz isolierten Ausnahmen und den bürgerlichen Barteien in der China frage eingenommen wird, erregt in den bürgerlichen Kreisen, die noch nicht den letzten Rest von Jdealismus verloren haben, Widerspruch. Diese Protestler- Stimmung kommt in einigen Buschriften zum Ausdrud, die wir erhalten haben. Ein süddeutscher Professor schreibt uns: " Ein langjähriger Abonnent der Kreuz- Zeitung" hat sich durch die fast täglich wiederkehrenden, zuweilen sehr schwächlichen Angriffe gegen die Socialdemokratie und gegen deren Hauptorgan, die Zeitung Vorwärts", veranlaßt gefühlt, versuchsweise einmal ein Vierteljahr auf dieses legtgenannte Voltsblatt zu abonnieren und findet jetzt 1 bis auf weiteres fich zu weiter fortgesetztem Abonnement lebhaft angeregt. " Die Kreuz- Zeitung" hat sich, besonders seit der Zeit des Südafrikanischen Kriegs, durch die allgemein vorherrschende erbitterte Stimmung gegen die Engländer verleiten lassen, jedem fleinsten Erfolge der Boeren lautes Lob zu spenden, und jeden fleinsten Mißerfolg der Engländer, gleichfam von oben herab, mit vermeintlich friegswissenschaftlicher Ueberlegenheit in vornehm gehaltenem Stil zu bemängeln; sie hat dadurch jedenfalls mit: dazu beigetragen, den künstlich erregten Engländer- Haß großzuziehen und bis in die niedrigsten Schichten des deutschen Bolts hineinzutragen. Und jegt anstatt in alter, guter, deutscher Treue den west- europäischen Nationen an christlicher Gesinnung voranzuleuchten versucht sie ihre Leser zu dem Glauben zu betören, daß es Ehrensache für Deutschland sei, sich an die Spige eines Ra che triegs zu stellen. Dabei glaubt man aus jeder Zeile das ehemalige Kriegsgefchrei der Kreuzfahrer: Gott will es!" heraushören zu fönnen, wiewohl es bis zu deutlicher Vernehmbarkeit nicht laut wird. " " " Der Vorwärts" urteilt anders über Religion und Politik: das versteht sich von selbst! Wer aber nicht gewohnt ist. seine politischen und religiösen: Ansichten sich durch die Zeitungslektüre vorschreiben zu lassen, wer vielmehr aus der Zeitungslettüre r ein wahres und lebendiges Bild der Gegenwart sich zu bilden sucht, wer ferner an einer gewissen Gleichgültigkeit gegen Religion und Christentum etwas Schlimmeres haben wir bis jetzt im Vorwärts" nicht wahrnehmen können feinen Anstoß nimmt und bei Verschiedenheit der politischen Ansichten nicht sogleich die Hand an das Seitengewehr legt, wer endlich in dem stetig wachsenden Ueberreichtum Einzelner, der jett sogar auch bei 11 11 3 schon die Unabhängigkeit des Richterstands zu bedrohen scheint, und wer andrerseits die relative Armut der großen Mehrzahl des Volks, welches die enormen Kosten eines tollkühnen Unternehmens auch auf indirekten Umwegen voraussichtlich doch allein wird tragen müssen, als die Wurzel des sittlichen Verfalls unsrer gegen wärtigen jocialen Zustände betrachtet, der wird zeitweilig wenigstens mit dem hier versuchten Wechsel der Zeitungslektüre nicht unzufrieden sein. wenn Was aus den jegigen Wirren hervorgehen wird, vermag kein Sterblicher vorauszusagen! Wer weiß, ob nicht durch die aus dem Osten zurückkehrenden China Krieger, deren Freude an dem Niederschießen wehrloser Menschen in den Hunnenbriefen stellenweise sehr deutlich fundgegeben wird, mehr chinesische Unkultur von dort nach Europa zurückgebracht, als europäische Kultur dorthin exportiert werden wird. „ Mein ist die Nache, spricht der Herr!" Wer weiß, ob der Eingriff in die Rache des Herrn, und ob die praktische Geringschäßung und fattische Uebertretung der Gebote des Herrn nicht schließlich dem Confucius einen leichten Sieg bereiten wird über die Planlosigkeiten und Grausamkeiten ber mächtigen Seufzern dahinfiechende Christentum. Confucius europäischen Kultur und über das jetzt fast nur noch in ohn hat lange vor Chrifti 8eiten bekanntlich schon gefagt: Thue nicht andren, was Du nicht wünschest, daß andre Dir thun." Der Herr, der sich selbst die Sta che vorbehalten hat, wird gewiß dafür sorgen, das dieses immerhin zugleich doch auch chriftliche Gebot nicht ungestraft übertreten wird!" Das ist die Stimme eines religiös und christlich gerichteten; Gelehrten. Ueber die Schuld Deutschlands äußert sich ein Deutscher, der in chinesischen Diensten gestanden hat, in einem an uns gerichteten Briefe u. a. wie folgt: Seit die chinesischen Wirren angefangen und den Geift der Nation befangen haben, habe ich mit großer Aufmerksamkeit Ihre Mitteilungen und Aeußerungen über diesen Sput verfolgt. Es hat mich mit großem Erstaunen und mit einer gewissen Befriedigung erfüllt, daß der viel geschmähte und so reichlich mit Schmuk beworfene Vorwärts" gegenüber all den Berliner papiernen Brüllaffen das einzige Organ gewesen ist, welches diese Angelegenheit der Wahrheit entsprechend und unter dem Gesichtswintel einer anständigen Ge= sinnung behandelt hat. Ich fühle mich zu diesem Urteil berufen, denn ich bin vier Jahre in China gewesen, davon ein Jahr in chinesischen Diensten, darf also sagen, daß ich Land und Leute kenne, jedenfalls beffer lenne, als alle faiserlich preußischen Anti- Chinesen. Deutschland nicht nur bei den Chinesen, sondern in ganz Ostasien Als ich vor langen Jahren nach China fam, 1886, war die beliebteste europäische Macht. Deutschland hatte gerade seine Postdampfer- Linien eröffnet und deren schöne Schiffe erregten die Bewunderung der Chinesen, den Neid der übrigen. Tie deutsch-asicitische Bank war oder wurde damals gegründet, fast in jedem Monat etablierten sich neue deutsche Firmen, sowohl im Großhandel als auch Ladengeschäfte, und nahezu die Hälfte der Äiisteuschisiahrt befand sich unter deutscher Flagge, und von dem Umfange sotvie der Wichtigkeit dieser Küstenschiffahrt hat hier zu Lande lt jemand eine Ahnung. DanialS tauchten auch die ersten Gerüchte auf. daß die Deutschen eine regelmäßige Dampferfahrt auf dem Dangtse eröffnen wollten, waZ mzwischen geichehen Ist. Seitdem hat sich olles mit einem Schlage geändert, und die Ursache dieser Slcnderuug heißt„Mautschou". Aus den be. Iiebtesten Fremdlingen sind über Nacht die am tiefsten gehaßten geworden, Und das vielleicht siegreiche Deutschland wird die Folgen zu tragen haben auf Jahrzehnte hinaus. Denn China dieies unerschöpflich reiche Land, welches alles, was feine genügsamen Bewohner gebrauchen, in fast doppelter Menge erzeugt. bedarf der Frcnrdlinge und deren Einfuhrhandel nicht, wohl aber die„roten Teufel" der chinesischeli Erzeugnisse. Der Handel mit China ist überwiegend Ausfuhr dortiger Produkte. Und dieser außerordentliche Reichtum des Lands, in Verbindung mit der Anspruchslosigkeit des Volks, ist die einzige und wahre Ursache der fast zweitausendjährigen Ab« g e> ch l o s s e» h e i t des Lands. Sie ist das natürliche Ergebnis des Ucberfluffcs, denn wer wird von außerhalb kaufen, was er besser und billiger selbst anfertigt?! Und dies ist ferner der Grund des sogenannten Stillstands der chinesischen Kultur: dieser Stillstand ist das natürliche Ergebnis der Bedürfnislosigkeit, denn das Fortschreiten der Kultur ist nur eine Folge gesteigerter Bedürfnisse. . 2Ler diese beiden Umstände ins Auge faßt und gebührend beriirfsichtigt, dem wird dieses scheinbar' so geheimnisvolle Land >md seine scheinbar so absonderlichen Bewohner in demselben Lichte der Natürlichkeit erscheinen, wie die übrige Welt. Und was end- lich die Religion anbetrifft— es hieße Köhlen nach Newcastle ver- laden, darüber zu räsonnieren! Kiaulschou war und wird stets, so lange eS deutsch sein wird. die Ursache des Umschwungs der öffentlichen Meinung in China bletben. Denn der Chinese vergißt nichts; es ist falsch, wenn man ihm G efühllosigkeit zuschreibt, er erinnert sich des Guten ebenso nachdrücklich wie des Bösen, des letzteren viel nachdrücklicher sogar als derEuropäer, denn er istAsiatel... Es ist ganz unverständlich, und nur auf die Unfähigkeit des verstorbenen Herrn v. Ketteler, sowie dessen Unkenntnis von Land und Leuten, deren Sitten, Gebräuche und Anschauungen zurückzu- führen, daß Deutschland auf die verschrobene Idee kommen konnte, sich 15 000 Meilen Iveit von seinen Grenzen diesen Fetzen Lands anzueignen, auf die Gefahr bin. sich mit einem Reiche von 400 Millionen Einwoljiier in Streitigkeiten zu verwickeln. Nur wer den Starrsinn, die Zähigkeit, de» Fanatismus, mit welchem dieses Volk an seinem Lande hängt, nicht kennt, oder nicht kennen will— nur der konnte diesen Pachthandel in Scene setzen.(Hongkong ist bis auf diesen Tag die Ursache der englischen Unbeliebtheit in China.)... Daß die B o x e r- A f f a i r e eine von langer Hand vor- bereitete Sache war, ist ohne weiteres klar. Der Chinakenner wird das geahnt haben, von dem Tage an, an welchem der Platz an der Sonne konstituiert wurde. Aber es soll erst bewiesen werden, daß die Regierung die Hand im Spiel hatte. Sie hat eS gewußt, sie hat eS geduldet, weil s i e eS in ihrer Ohnmacht dulden mußte, gerade wie sie Kiautschou dulden mußte, entgegen dem Gefühl des Volks. Und so ist diese nationale Bewegung, denn eine solche ist es, der Regierung über den Kopf gewachsen, hat sie mit weggerissen, und sie— die Regierung— wird nun von den Fremden als verantwortliche Größe zur Rede gestellt— wie bei uns, schade nur, daß man asiatische Verhältnisse nicht mit europäischen Maßen»icssen soll oder kann. Und da stehen wir vor de», ziveiten Rätsel: Wo hatten die Kaukasicr in Peking ihre Ohren und Auge»? China ist das Land der geheimen Gesellschaften, der Verschwörungen und der Zetteleie» jeglicher Art, aber es ist auch das Land der Spione und der Schnüffler— es ist eben Asien. Und da wollen die Gesandten in Peking nichts gesehen und gehört haben? Sie haben es gesehen und gehört, aber in ihrem fabelhaften Dünkel, diesem verruchten Dünkel, den jeder mit weißer Haut Begnadigte dem Gelben glaubt bieten zu dürfen, haben sie von de» Vorgängen vornchm keine Notiz genommen, jedenfalls nicht die Beachtung geschenkt, deren Unterlaffung so verhängnisvoll geworden ist.. Und ivas wird nun werden? Niemand weiß es, nur eins kann mit Bestimmtheit voraus gesagt werden: Deutschland wird nicht mit den fliegenden Fahnen mid den» Ciinbalschlagen heimziehen, mit dem die Chinafresser es möchten heimkommen sehe». Es wird eine sehr, sehr lange Affaires werden, und recht bescheiden enden. Denn das lehrt die Weltgeschichte, z. B. Mexiko, der Sudan, und endlich auch Transvaal... So, meine Herren vom„Vorwärts", da haben Sie die Ansichten eines Mannes, der mehr von China gesehen hat, als alle Berliner davon gehört haben, und der in der Zeit seines dortigen Aufenthalts nicht geschlafen hat..." So äußert sich ein Mann, der China kennt— im europaischen Bürgertum aber macht man den Hunnen zum Richter über Mensch- heit, Kultur und Vernunft. politische Mebevficht. Berlin, den 17. November. Di« Politik des Unsinns. Je genauer man sich die Friedensbedingungen der Khakimächte ansieht, desto offenbarer wird deren absolute Sinnlosigkeit. Voraus- gesetzt natürlich immer, daß diese Friedensbedingnngen den Frieden anbahnen und nicht den Borwand zu einem dreißigjährige» Hunnen- krieg bieten sollen. Der erfteuliche Umstand, daß nun' auch Japan dem Beispiel Amerikas zu folgen und die Civilisationsarbeit den europäischen Mächten allein zu überlassen gedenkt, dürfte allerdings nicht ohne einigen Einfluß auf die weitausschauenden Entschließungen des Grafen Walderfee bleiben. Zwar hat der Weltgeneralissimus' seinem Durchdnuigensein von seiner hohen Mission in Anlehnung an die Worte eines älteren KultuMndigerS durch den Ausspruch' Ausdnick verliehen, daß er gekommen sei, nicht mir»n, zu zerstören, sondern auch um aufzubauen, doch wird ihn seine allmähliche Jsolierimg davon überzeugen, daß sich ein Evangelium trotz Marschallstab und gepanzerter Faust dann nicht verwirklichen läßt, wenn andre Machtfaktoren davon nichts wissen wollen. Wie es um die Verwirklichung der wichtigsten Bestinmiuiig der„unwiderruflichen Eutscheiduug", der materiellen E n t- schädigung aussieht, das haben wir noch gestern durch ein Citat aus der.Rhein.-Wests. Ztg." illustriert. Die nächstdem wichtigste Forderung ist unzweifelhaft die, daß die Rädelsführer mit dem Tode bestraft werden sollen. Aber auch hier werden die Mächte, die bereits auf Eng- land und Deutschland zusammengeschrumpft zu sein scheinen, gleich den Nürnbergern nur dann einen der Proskribierten henken können, wenn sie ihn glücklich haben. Einstweilen haben sie aber weder den Hof, noch gar die Prinzen Tuan und Tangfnsiaiig. Und selbst die ofnziös«„Nordd. Allgem." gesteht offen zu, daß es mit de» zur Verfügung ftehende« Kräfte« nicht möglich sei, die Ber- folg» ii g des HofS aufzunehmen. Auch der Pariser chinesische Ge- sandte. General Du-Keng, erklärte dem Interviewer des„Matin", daß die Sühneforderungen der Mächte einfach undurchführbar seien. „Die I ck> u l d i g e n F ü r st e n werden niemals anders als„laut Depcjckie n" hingerichtet, ähnlich ivie schon mehrere verbau n t und selbst gemordet sind, iv e l ch e ihren sehr lebendigen unheilvollen Einfluß f o r t ii b e n." Auch die famosen Maueranschläge hält Vu-Keng für eine absurde Maßnahme:„In China kann man ebcnsoivenig die Boxer weg- befehlen, als in Frankreich die Anarchie durch Maueranschläge ausrotten." In dem Verbot der Waffeneinfuhr vollends erblickt Du-Keng eine direkte Schädigung der Mächte:„Thina kauft dann Eure Ingenieure statt Eurer Erzeugnisse und fertigt zu Eurem Schaden an, was Ihr ihm nicht verkaufen wollt." Nicht minder vernichtend— weil absolut einleuchtend— lautet Du-KengS ganzes Urteil über den China eventuell anfzuoktrohierenden Vertrag:„Wäre es auch anders, würden die Verträge nur a n- genommen mit dem Hintergedanken, sie so bald alS möglich zu umgehen, so könnte ich solchen Vertrag nur alS amtlichen Betrug bezeichnen. Das wäre nicht der Frieden, sondern ein W a f f e n st i l I st a n d einiger Wochen oder Jahre, je nach der Stärke der für dessen Anfrechterhaltnug auf- gebotenen Truppe»." Ter unerbittlichen Logik der Thatsachen wird sich auf die Dauer auch der geschwollenste Kreuzfahrerdünkel kleinlaut fügen müssen. Man wird bei den„unwiderruflichen" Bediligungen mit sich handeln laffem Man wird sich damit begnügen, daß man den vielen Un- schuldigen, die man in abgekürztem Hunilenverfahren hat über die Klinge springen lassen, einige kleine Rebellen ms Jenseits nach- schicken und die großen laufen lassen. Und für die Ausbringung der Kriegskosten wird man den sichereren Weg der Steuer schröpfung der europäischen Kulis' vor- ziehen. Der einzige Erfolg wird der sein, daß man sich in den Küsten- provinzeil durch Militärstatione» und Schutzwachen häuslich ein- richten wirb. Für Handel und Jnduftrie wird dadurch zwar nichts herausspringen. wohl aber werden die Chinapumpe zu einer dauernden Institution werden. Und eine Folge noch wird der völlerreckitSwidrige Einbruch in China haben. Der Haß gegen die„fremden Teufel", die nach dem Hunnenkrieg ja keine mythische Erscheinung mehr für die Söhne des himmlischen Reichs sind, wird an Ausdehnung und Intensität un- heuer anwachsen. Die Völker Asiens wissen nun. wie jehr sie ihre heiligsten Güter zu wahren Ursache haben!— Verbot der Himnenbriefe. Unser Magdeburger Parteiblatt berichtet: „Bor einigen Tagen teilte eine Berliner Korrespondenz mit — und auch wir nahmen Notiz davon— daß die deutsche HeereS- leitung in Ostasien das Absenden von Soldatenbricfen verbieten wolle. Wir können heute den Beweis dafür antreten, daß das Verbot, soweit ein Aufgabe-Ort in Betracht kommt, b e r eits erfolgt ist. Vor uns liegt eine Postkarte aus T f i n g t a u vom S, Oktober 1900, auf der sich von der Hand des Schreibers der Vermerk findet: Hier werde« jetzt nur noch Fcldpostkarte» expediert. Nun liegt Tsingtau zwar nicht im Kriegsschauplatz, sondern in dem annektierten Kiautschou-Gebiet. Es ist aber anzunehmen, daß die Vorschrift nicht nur für einen bestimmten Bezirk, sondern generell für ganz Ostasien gilt, daß ein Verbot der Hunnenbriefe also thatsächlich erfolgt ist." Man hilft sich also auch in diesem Fall damit, die öffentlichen Mißstände dadurch zu beseitigen, daß man die Oeffcntlichkeit der Kritik ausschließt. In dem Verbot liegt das Zugeständnis, daß man die Hunnen- greuel in China nicht gerade als RuhmeSthaten empsindet. Das Verbot aber kommt zu spät. Die Hunnenbriefe, die bis jetzt vorliegen, sind ausreichend, um ein Urteil zu gewinnen, und es bedarf nicht der Beschräiikung auf den Postkartenverkehr, der die Censur jederzeit ermöglicht.— Deutsches Weich. DaS Attentat hat taufend Federn in Bewegung gefetzt. Die„Voss. Ztg." hat den Beilwurf einer Geistesgestörten' gleich zum Gegenstand eines Leit- artikcls gemacht, um in höchst überflüssiger Weise darzulegen, daß diese JrrsümSlhat politisch nicht sruklisiziert werden könne. Die „Kreuz-Ztg." läßt sich denn auch den billige» Witz nicht entgehen, daß ivohl' ein leises Verantwortlichkcitsgefühl die Tante so beredt gemacht habe. Im übrigen beurteilt man daS häßliche Vorkommnis trotz aller Weitschweifigkeit ziemlich kühl als eiiieii Zwischenfall, an dem memchliche Vorsehung nichts ändern könue. Die„Deutsche Tagesztg." empfiehlt allerdings ein Jiiternierluigsgesetz gegen solche G e i st e s- gestörte, die zwar nicht geiucingefährlich seien, eS aber vielleicht einmal iverden kö n u t en. Wo soll da die Grenze ge- zogen iverden? Lombroso»- zählt unter den Anzeichen dcS Jrrsinnt Eigenschaften auf, z. B. Unstetigkeit, Lust a» der Veränderimg. die viele andre für harmlos halten. Vielfach wird gemeingefährliche Geistcsstöning auch zu spät erkannt. Zwei Blätter allerdings, die „Post" und die„Deutsche Zeitung", machen wieder den Anarchismus und Socialisnius für das Attentat veraiitwortlich. Nächstens macht uns die„Post" auch noch für die Paralyse ihrer Mitarbeiter verantwortlich. Daß die S ch n a p l e geistesgestört ist, wird von allen Seiten. >lbst von der„Post", die eine lex Schnapke fordert, ziigestandeii. Ihr Attentat entsprang Verfolgungswahn. Das Beil hatte sie erst am Tage der That gekauft. Von dem Kaiser selbst soll nach dem„Hamb. Korresp." der Zwischenfall wohl bemerkt worden sein. Er sei erblaßt und habe die lubelnden Huldignngen der Menge bei der weiteren Fahrt unerwidert gelassen._ Eine Rechtfertigung des Vorgehens der chinesischen „Rebellen" durch einen Torpedo-Direktor und auch gar noch in einer Versamm- lung eines„Flotten-" und eines„Kolonialvereins" gehört nicht zu den Alltäglichkeften, so daß es sich schon lohnt, darüber zu berichten. Auf Einladung des„Koloniatvereins" und des„Flottenvereins" i» Neustadt an der Haardt(Pfalz) sprach am Sonntagabend der Torpedo--Direktor a. D.Kretzichmar vor eiuer gut besuchten Versamnr- lung aus Grund seiner persönliche» Erfahrungen und Kenntnisse, die er sich bei seinem langen Aufenthalt in China über Land und Leute erworben hat. über die Urfachen. die zu den jetzigen Wirren führten, mit einer bei einer Torpedo-Direktor a. D. anerkennenswerten Offenheit. Die Aufteilung Chinas bezeichnete er unter Hiniveis auf die 4000 Jahre alte Kultur- und Geschichte der Chinesen, die Einheitlichkeit ihrer Staatsform, ihrer Raffe, ihres Kultus usw. als eine ll n- Möglichkeit. Die Anschauungen, die in der deutschen Presse über China verbreitet worden, bezeichnete er als durchaus alsch. Der Chinese sei nicht degeneriert, sondern ein kraftvoller gesunder widerstandsfähiger Menschenschlag. Nicht minder falsch sei es, die Bedürfnislosigkeit der Chinesen für größer zu halten als etwa die deutsche. Reis sei eine viel gesündere und nahrhaftere Kost alS die Kartoffeln, die auf dem Tisch des deutschen Arbeiters im Osten die Hauptrolle spielten. Die Unfähigkeit deS chinesischen eeres liege nicht am Menschcnmaterial, sondern an der schlechten ührung, Mangel an gute» Waffen, Verpflegung und an seiner Organisation. Von besonderem Jntereffe war daS, waS Herr Kretzschmar über die Ursachen des FremdenhasseS, die zu den jetzigen Wirren Anlaß gaben, ausführte. Zu diesen Ursachen zählt er mich die Erwerbung von Kiantschou, Wei-hai-wei, Port Arthur, Hongkong und wie diese Pachtungen" alle noch heißen mögen, sowie das ewige Geschrei der europäischen Presse nach der Austeilung von China, worüber die Vertreter Chinas an ihre Regierung getreulich Bericht erstatteten. Zu alledem komme noch das völlig deplacierte „LiebeSwerk" der Missionen, die im Innern des Lands weit ab von den Konsulaten zu Zufluchtsstätten von Ver- brechen aller Art iverden, die unter dem Vorhaben. Christen zu sein, sich der chinesischen Justiz entziehen. Die eingeborene Bevölkenmg iverde durch ein solches Verhalte» gegen die Missionare erbittert und das noch um so mehr, als diese frei im Lande umher- ziehen und predigen dürfen, wohingegen man den Verlehr mit den fremden'Kaufleuten, mit denen man gern Geichäfle machen würde, verboten würde und man diesen nicht gestatte, das Landesiiincre zu betreten. Die Missionen sollten sich auf die Küste beschränken. Den allzu schnellen Bau von Eisenbahnen, bei dem man daS chinesische Kapital nicht zulasse und Tausende von Kulis brotlos mache, zählt Kretzschmar ebenfalls unter die Ursachen, die zu den Wirren führten. Nachdem er soweit ganz vernünftig gesprochen, kam er auch auf die deutsche Chinapolitii zu sprechen, die er, trotzdem er die Er- Werbung von Kiautschou mit unter den Ursachen die zum chineftschen Abenteuer führten bezeichnet hatte, lebhaft verteidigte, was ja bei einem Torpedo-Direktor a. D. gerade auch nicht weiter verwunderlich ist. Immerhin bildet das was er über die Ursachen, die zu den Wirren führten, sagte, eine Bestätigung dessen, was von feiten der Socialdemokratie stets betont wurde.— Hunnen und Boxer. Von einem angesehenen Kaufmanne, der in China gelebt hat. erhielt die„Volks« Zeitung" eine interessante Zuschrift, der wir die folgenden Stelle entnehmen: „Den Ursprung des Haffes, welcher tn der niederen chinesischen Bevölkerung während der letzten Jahre an Stelle der früheren stumpfsinnigen Gleichgültigkeit allen Fremden gegenüber zu Tage getreten ist, haben wir zu drei Vierteln den biederen abendländischen Religionskünderii zu danken. Interessant wäre es, festzustellen, tvie viele Opfer schließlich von den fanatischen Boxern niedergemetzelt worden find. Da dürfte eS sich denn ergeben, daß die Zahl dieser Europäer er- fteulicherweiseZ eine weitaus geringere ist. Von den nieder- gemachten chniestschen„Christen" sehe ich ab. Ich bedauere sie um ihres Schicksals willen; aber was sie ihre» LandSleliten und auch sonst wert sind, darüber haben„alte Chinahände", wie der Engländer sagt, nur ein Urteil. Bezeichnend ist schon die Thatsache, daß die Missionare selbst sich in der Regel sorgfältig hüten, zu Köchen, Dienern sc. chinesische Christen zu nehmen, aus dem einfachen Grunde, weil die heidnischen viel ehrlicher und zuverlässiger find und nicht so auf gewisseulose„Tricks" geaicht sind wie ihre Brüder christlichen Glaubens. Doch ich will in meinen Zeilen nur das Leben der chinesischen KuliS im Verkehr mit ihre» europäischen Herren wahrheits- gemäß beleuchten. Auf Grund dessen wird mir der Leser zugestehen. daß man eS den Leuten nicht übelnehmen kann, wenn ihnen der abendländische Kulturbegriff nicht den Begriff der Glückseligkeit bietet, die ihnen von den Missionaren verkündet wird. Nehmen wir beispielsweise den Dilrchschnitts-„Rickshaw-Coolie", wie ihn die chinesischen Hafenstädte, in erster Linie also Shanghai in Tausenden von Exemplaren besitzen. Der„Nickshaw" ist das zweirädrige Gefährt, das als Haupttransportmittel in den Straßen oder europäischen Niederlasstingen dient. Der Fahrpreis ist auf keine einheitliche Taxe basiert, sondern wird von vielen Europäern nach Gutdünken entrichtet; als Norm kann man ivohl 25 Cents gleich 50 Pfennig für eine Stunde umiiiterbrochener Fahrt rechnen. Gewöhnlich benutzt man den Coolie(Kuli) aber nur zu einer Fahrt, die je nach der Länge des' Wegs mit drei bis vier oder fünf, auch wohl be! generösen Leuten mit zehn Cents honoriert wird. Soweit! wäre ja alles schön und gut. Wie geht nun aber oft dieser Vorgang vor sich? Also der Europäer setzt sich in daS Vehikel und deutet dein Coolie den Weg mit Arm oder Stock an. Ohne Stock oder Reitgerte in der Hand sieht man Europäer äußerst selten. Will man in eine Seitenstraße einbiegen, berühren zartere Gemüter den dahintrabenden Coolie leicht mit der Spitze des Stocks, derber veranlagte— und es sind deren nicht wenige— ziehen ihm empfindlich eins über den Rücken oder strecken sich ein wenig noch vorn, un, ihm durch einen nichr oder weniger empfindlichen Fußtritt die Lokomotioiisverüildernng kundzuthun._ Ist man am tiel aiiaekommcn, so wirst man dem Coolie wie einem ier ein Rickshalvticket hin, das heißt einen kleinen Pappzeitel, der als ZahInngSniittel gilt. Die Zettel werden dann durch den chinesischen Kassierer, den jede Firma besitzt, gezahlt. Am Endo jedes Monats oder an beliebigen Terminen wird verrechnet und gewöhnlich durch einen Check bezahlt. Was nun die Coolies an- betrifft, so ereignet es sich oft, daß die Europäer weder Geld,»och auch Tickets mit sich führe». Dann wird dem Coolie kurz der Name des Geschäfts hiiigcworfeli, woraus er entnehmen soll, daß er am nächsten Tage sich einzufinden habe, um seine sauer verdienten 5 oder 10 Pfennige in Empsang zu nehmen. Gern stuildet der arme Teufel ja»icht, aber falls er durch Geberden seine Enttäuschung fiir die Nichtbezahlung kundgeben will und wenn er andeutet— was oft der Wahrheit entspricht— daß er noch keinen Bissen genossen und gehofft habe, mit dem er- worbenen Verdienst eine Handvoll Reis kaufen zu können, so muß er gewärtig sein, daß ihm von dem schlecht gelaunten Europäer eine Tracht Prügel zu teil wird, anstatt deS sauer verdienten Lohns; rohe Patrone brechen ihm dann wohl auch, wenn er sich vor den Stockschlägen flüchtet, das leichte Wägelchen entzwei, indem sie es umstürzen und mit den Füßen die leichte Wandung durchtreten. Dergleichen Scene n kann ein müßiger Beobachter in Shanghai täglich mitansehen, ohne daß eS den vorübeigehenden, fahrenden oder reitenden Europäern als etwas Ausfälliges oder Unanständiges erscheint. Noch tollere Sccnen kann man erleben, wenn die wüst trunkenen europäischen Matrosen, aus den Kneipen kommend, sich nach ihren Schiffen begebeii und Wettfahrten vcraiistalteli. wo geivöhnlich die älteren Coolies. welche hinter ihren jüngeren Gesährten keuchend und schweißtriefend am Anlegeplatz der Schiffe anlangen, anstatt mit Bezahlung mit Faustschlägcn traktiert werden. Schlimmer noch als den Rickshaw-CoolieS ergeht es den so- genaniiten Whcelbarrow-Coolies. den Schiibkarrenziehern. Seihst der unglückliche Rickshaw-Coolie sieht auf seinen noch bedauern»- werteren Mitbruder mit demselben Selbstbeivnhtsein hinab, lvie der Europäer ans den Chinesen. Die Schubkarren-Kulis befördern schwere Lasten, sowohl Fracht als Mensche», auf mcileliweile Ent- fernmigen auf den holprigsten Wegen. Der Lohn, den sie empfaugen. ist überaus kärglich. Er übersteigt nicht den Gegenwert von 30 Pf. pro Tag. Die Lasten, welche solchen Karren aufgebürdet werden, die ein großes Rad in der Mitte haben und zu beiden Seiten schmale Bänke tragen, find oft kolossal. Kann man doch zuweilen bis 8 In- sassen zähiei,, fast durchweg Frauen und Mädchen, welche sich gegen ein Entgelt von wenigen CastS(6 CastS— 1 Pfcnnig) nach den entfernt liegenden Baumwoll-Spiiniereieu„fahren lassen", wo sie arbeiten. Diese Coolies iliüsse» oft nilt ihren Lasten,»ament- lich wen» solche au» Ware» bestehen, die eiligst nach den Tampferladeplätzen zu schaffen sind, belebte Straßen passieren, wo auch die Europäer in ihren Dogcarts, Tilburhs und sonstigen Wagen zum Selbsttutschicren den täglichen Nachmittags- ausflug nach der Bubbling Well Road zilstrebrii. Ist eS dem armen Whcelbarrow-Coolle zuiveilc» nicht möglich, sich schnell genug hart an de» Rand des Weges zu pressen, damit dem schnell von hinten herankommenden Wägelchen der europäischen„Bornehnien" die Bah» sreiliegt, so saust oft unbarni herzig und mit voller Wucht die Peitsche auf die nackte»Schulternd es Kuli, oder sie zieht ihm Striemen über das Gesicht. Diese Mißbaiidllinqcii muß das arme Geschöpf willenlos über sich ergehen lassen, weil sich der llnglückliche von den ihn an seine Karre schließenden Tragbändern nicht'freizumachen im stände ist. Wir blicken hier in eine Welt tiefsten proletarischen Elends. Die Weltpolitik soll dem europäischen Barbaren dazu dienen, nachdem ihm die Ardeitcrbewegnng in der Heimat Schranken in der Ausbriltimg und Mißhandlung der ArbeilSsklaven auferlegt hat, seine Brutalität wieder frei auszutoben. Der Boxeraufstand war so auch eine Art Sklavenfreiheitskrieg.— oder alle. " " Afrika. britische Die ,, Einigkeit" der Khakimächte meiner Werte, den Fähigkeiten meiner Beamten, erfährt ebenso wie durch das geflissentliche Abrücken Ameritas und dem Fleiß und der Treue meiner Arbeiter, daß Japans von der Walderfee- Campagne durch die Aeußerungen der meiner Person eine so außerordentliche Ehre zu teil geworden ist, berichtet aus Johannesburg vom 16. 5. M.: Die Generale Der Kleinkrieg dauert fort. Feldmarschall Roberts russischen Preise eine drastische Beleuchtung. Das„ Berliner und dankbar erkenne ich dabei die Mitarbeit des Vereins an, zu Barton und Douglas, ersterer von Potchefstrom, letzterer von Tageblatt" läßt sich darüber aus Petersburg schreiben: deffen Ehrenmitgliedern zu zählen für mich von ganz besonderem Ventersdorp kommend, befeßten am 16. November Klerksdorp, ohne „ In der russischen Presse tobt ein wahrer Entrüstungs- Wert ist. Lassen Sie uns gemeinsam dazu wirken, des Beweises auf Widerstand zu stoßen. Douglas hatte Tag für Tag Gepläntel sturm über die inrichtungen in Baoting fu, die faiserlicher Guade wert und würdig zu bleiben! Unter Wieder mit dem Liebenbergschen Kommando; er nahm dabei 15 Boeren geKriegführung Walderfees und neuerdings über die Decision holung meines aufrichtigen und herzlichen Danks Ihr sehr ergebener fangen und erbeute biele Schafe und Nindvieh.- Roberts melbet irrévocable". Ich frage mich täglich, ob ich in China F. A. Krupp. ferner bon unbedeutenden Angriffen auf Die Köln. 3tg." feiert die wahre Bescheidenheit" des Dant- Patrouillen und Geleitmannschaften, die an ver in Europa bin. Die alte Nowoje Wremja" hat jedes Verständnis für die Situation verloren. Unwillen und schreibens. Nun, die Erkenntnis des Kanonenkönigs, daß seine Ber: fchiedenen Punkten stattfanden. Abscheu ruft in ihr die Handlungsweise der Verbündeten hervor, dienste lediglich in der Fähigkeit seiner Beamten und dem Fleiß Der„ Standard" meldet aus Durban vom 15. November: Nach. fie verlangt, daß die territorialen Grenzen der Gefeiner Arbeiter bestehen, hat ihn bisher nicht abgehalten, in aller Meldungen aus Standerton ist der dortige Bezirk noch immer walt Walbersees genauer gezogen werden. Andre Bescheidenheit jährlich 8-10 Millionen an Mehrwert in die Tasche beunruhigt. Die dort ansässigen Boeren stoßen Blätter reden von einem Lynch gericht Walderfees, au stecken. Eine derartige Bescheidenheit nährt ihren Mann. wieder zu den Kommandos. Daily Telegraph" meldet. von wahnsinniger Vermessenheit, unerhörter Roheit. Jit Die Macht der Liebe in China. Der China- Mitarbeiter der aus Pietermarißburg vom 15. November: Die englische ähnlichem Stil Décision findet Deutschen Zeitung", der sich dem Stab des Grafen Walderfee an- Garnison von Vryheid ist thatsächlich ein. bie fchärfſte greben die schärfste Verurteilung. Selbst die ruhigen Nowosti" gefchloffen hat, ist der erste, der etwas über eine christliche Handlung gefchloffen. Die Stadt ist geräumt und es wurde eine Stellung halten eine Kriegsertlärung für besser. Die Nowoje von dem Schauplatz der Hunnenthaten zu berichten weiß. Er ver- auf den Hügeln, welche den Play beherrschen, eingenommen. Die Bremja" eifert gegen eine Dentmals Errichtung. Die Hin- sichert nämlich, daß er die Macht der Liebe" noch niemals Garnison hat auf fechs Monate Proviant. richtung eines Prinzen wird von allen für eine Unmög- so schön habe blasen hören, als von dem Musikcorps des Reuters Bureau" meldet aus Bloemfontein bom feit erklärt. Die Verhandlungen werden nach überein Grafen Waldersee auf den Trümmern von Tientsin. Hätten die 15. November: Die Boeren, die Ficksburg befett halten, erstimmender Ansicht der Presse gehässig und unverföhnlich chinesischen Schweine den Tert des Chorals gekannt, wie unwider- warten, daß sich Dewet geführt. Die Beterburgsfija Wjedomosti" schütten die Schale des stehlich hätten sie sich ergriffen fühlen müffa gelannt, wie unwider- warten, daß sich Detvet mit ihnen vereinigen werde. felben halten eine feste Stellung in den Bergen des Borns und Hohns über die deutsch englische ChinaFreistaats und find mit Kleidern und Lebensmitteln reichlich Politit aus. Die Hinrichtung eines Prinzen sei eine ſittlich Ein neues Weingesetz ist dem Bundesrat zugegangen, in dem versehen. Ein neues Weingesetz ist dem Bundesrat zugegangen, in dem versehen. Wegen eines gestern in der Nähe von Edenburg stattunmögliche Forderung. lleberhaupt sei es flar, welche Art von die Herstellung und der Vertrieb der Kunstweine verboten wird. gehabten Gefechts traf der gestern von Kapstadt fällige Bahnzug Civilisation Deutschland und England in China ver- Die Kontrollbefugnisse werden erweitert, Vertrauensmänner sollen erst heute in Bloemfontein ein. Die Boeren sind vertrieben und breiten. Das Stetteler Denkmal zu tomponieren werde nicht für diese Zwede als Hilfsorgane der Polizei herangezogen werden. Die Bahnlinie ist gefäubert. Es heißt, es sei auch ein Panzerzug in schwer fallen. Kurios ist die Definition des Begriffs des Weins. Wein ist das durch alkoholische Gährung aus Thätigkeit gewesen. dem Saft der Weintraube mittels solcher Verfahren oder Zufäße, welche als eine Verfälschung oder Nachmachung nicht anzusehen sind, hergestellte Getränt." Nun wissen's wir also: Reiner Wein ist Wein, der nicht gefälscht ist.- i " Der Korrespondent verurteilt zwar, daß das Ministerium des Auswärtigen beteuere, noch durchaus solidarisch mit den Zweibund mächten zu handeln, allein daß die Censur ber sonst gefnebelten Breffe die Freiheit läßt, sich gegen die ministeriell angeblich unterstützte Zweibundpolitik derartig auszutoben, ist doch auffallend. " Hunnenbriefe. Die Magdeb. Boltsstimme" veröffentlicht folgende Briefe aus Beting, 1. 9. 1900. Dies. Bott, wurde in Tourenço Marques amtlich angewiesen, nicht Der bisherige Generalkonsul der füdafrikanischen Republiken, mehr die Flaggen der Südafrikanischen Republit und des Oranjeunabhängige Staaten anerkenne. Freistaats aufzuziehen, da Portugal beide Länder nicht mehr als Amerika. Washington, 17. November. Schazsekretär Gage hat dent Ueberschuß der Staatseinnahmen gegenüber den Ausgaben in dem Kabinett angezeigt, er werde in der Budgetvorlage mitteilen, daß der gegenwärtigen Rechnungsjahr achtzig Millionen Dollar betrage.-: Parlamentarisches. Der frische Zug" der Walderfee.Politik. Die Norddeutsche Allgemeine" rühmt dem Weltfeldmarschall Allgemeinem und frischen Bug" in nach, durch seine Ankunft die militärischen Aktionen in Ostasien gebracht zu haben. Wie diefer Peking: frische Bug" wirkt, verraten die Schilderungen, die der unlängst bereits citierte chinesische Berichterstatter der Köln. 8tg." von den In Port Said, wo die Best herrschte und infolgedessen Borerjagden entwirft: niemand von uns an Land durfte, erhielten wir die legte Post. Die Die vereinzelten Schüsse, die dann und wann von irgendwoher Reise war bis Suez ganz interessant. Jm roten Meer herrschte eine irgendwohin geschossen werden, lassen eher an einen pürschenden furchtbare Size. Viele machten schlapp. Trinkwaffer fast ungenieß auf Abänderung des Wahlgefehes auf dem Plan. Er dient im Weitere Anträge. Das Centrum erscheint mit einem Antrag Jäger an einem sonnigen Sonntagmorgen denken, bar. Flasche Bier 60 Pfennig. Wir erhielten 72 Pfennig pro Tag. als an fremde wachtposten in Feindesland, die Im indischen Meer wehte ein hübscher Monsun. Mitunter war der wesentlichen der Sicherung des Wahlgeheimnisses. Die Wahl gejeden Eingeborenen wie ein Wild abschießen, sobald sich so Seegang fo start, daß wir ob wir faßen oder standen hin und her schieht durch Abgabe des Stimmzettels in einem amtlich abein Unglücksferl in der Nähe einer militärischen Station sehen flogen. Unser Effen ging verschiedentlich über Bord. In Tientsin ge stempelten, mit feinem Kennzeichen versehenen läßt. Denn diese Gewohnheit hat sich leider ausgebefamen wir auch gekochtes Essen und Thee. Andren Abend Umschlag. Die Umschläge sollen aus undurchsichtigem Papier bildet, zumal bei den Russen und Franzosen, daß die Chinesen brachen wir wieder auf andren Morgen waren wir endlich gefertigt und von gleicher Größe, Form und Farbe sein. Die gejagt werden wie die Hafen, auch wenn sie unbewaffnete aus den Trümmerhaufen heraus. Meistens mußten näheren Bestimmungen über die Beschaffenheit der Um und unkriegerische Bürger sind. Zur Entschuldigung fann nur wir immer einzeln gehen, dann fonnte die angeführt werden, daß allerdings auch hier, unmittelbar an auch nicht durch so daß wir wenn wir 10 Minuten gegangen waren vom Bundesrat festzustellen. Was die Wahlgeometrie" anlangt, Bagage fchläge find gleichmäßig für alle alle Wahlkreise der Etappenstraße, noch Boger in größeren und kleineren manchmal eine halbe Stunde warten mussten bis alles wieder zuScharen gefunden worden sind, und daß einzelne Boyer, fammen war. In der Stadt roch es nach Leichen. Außerhalb fo wird bestimmt: Kein Wahlbezirk darf mehr als 3500 Einwohner, die von Patrouillen überrascht wurden, gern ihre Kriegs- aber stant es ganz fürchterlich. Mindestens 500 Leichen ohne feiner weniger als 125 Einwohner, gerechnet nach der letzten tleider abwerfen und im Grafe hockend als harm die Pferde Cadaver haben wir auf unsern Weg gesehen. Am andern allgemeinen Volkszählung, enthalten. Dagegen wird und das ist Lose aderbestellende Bauern geberden. Ob solche List der Borer, Tage wurde alles was wir an Chinesen noch antrafen nieder- charakteristisch für das Centrum die von der Berfaffung gebotene die denn doch nur selten hier noch getroffen worden sind, das gemacht. Auf den andern Märschen hatten wir sehr zu leiden. Im Neueinteilung der Wahlkreise vertagt, obwohl das die üldfichtslose Abschießen der ganzen Bevölkerung rechtfertigt, muß anfang gab es noch Büchsenfleisch. Unfre Eifern Bortion" für drei wichtigste Wahlfrage ist. Der Heritale Antrag besagt in dieser füglich bezweifelt werden. Das Land ist schon jett Tage war schon am 5. Tage alle. wie ausgeftorben, die dieses Jahr besonders reich ausgefallene Hinsicht nur:„ Ein Reichsgesetz wird die Abgrenzung der Wahlkreise Ernte wartet auf die Schnitter, und bei diesen bestimmen; bis dahin sind die gegenwärtigen Wahlkreise bei Bab gab es nurus Hartbrot. Es war gerade zubehalten. Die Abgrenzung der Wahlbezirke geschieht durch die zu so viel für ca. 20 Mann, wie ein Mann effet is ſtändigen Behörden."- Dies Reichsgefeß wird nicht einmal geund Hirse hatten wir genug und wir kochten deshalb einen Tag fordert! Reis mit Wasser und Salz, Zimmt und Zucker gab es nicht am andern Tage aßen wir Waffer mit Reis. An einem Tage hatten Ein Khakioberpriester. Vor einiger Zeit druckten wir den wurden wir oft alarmiert, am 28. August haben etwa 3-400 Chinesen wir nur Mais. Dann rückten wir in Beking ein. Die ersten Tage Brief eines in China befindlichen katholischen Feldgeistlichen nach, einen Bengladen geplündert... Wir machten ungefähr 100 Gefangene. worin der Kaplan fich gleich einem zehnjährigen Buben über sein Gleich darauf erschien ein Zug von uns welcher die Plünderer die martialisches Khati- Gewand und den drohend umgeschnallten Revolver alle mit den Zöpfen zusammengebunden waren nach unser Lager freute. Heute liegt uns der Bericht von einem protestantischen transportierten. 76 von den Gefangenen wurden erschossen, Geistlichen vor, der seinen inneren Menschen in das modische Khati- nachdem sie zuvor selbst ihr Grab gegraben hatten. Die fleid gesteckt hat. Der Hofprediger Ohly hat nänilich nach Kaiserstadt, in welcher wir unseren Einzug hielten, ist eigentlich nur der Bresl. 8tg." zur Eröffnung des Reichstags in der„ Dom ein Palast mit vielen Thoren und Höfen. Chinesische Truppen waren interimstirche einen Gottesdienst" abgehalten, in dem er das Evangelium nicht mehr da. Die Kaiserin ist im Gebirge der weltumkrallenden gepanzerten Faust predigte. Wir feien es noch sehr heiß. In 14 Tagen ist hier Winter. Wir bleiben vielAugenblicklich ist in eine neue Epoche der Weltgeschichte eingetreten, leicht 1/2 Jahr hier. Durchfall hat hier ein jeder sehr stark. ruffifchen( 31). Mitteln der Beruhigung des Lands wird es sicherlich nicht leicht sein, die Bevölkerung zur Rückkehr zu bewegen." Diese Bürchen durch ganz Pets chili in ein System gebracht zu haben, ist allerdings das Verdienst Waldersees. " Den 5. 9. 1900. in eine Zeit der Welteroberung. Es gelte jetzt, dahin zu Das Lazarett ist überfüllt. Gestern haben wir zum erstenmal wirken, daß deutsches Wesen sieghaft die ganze Welt Brot bekommen. Zu giebt es natürlich nichts. Hoffentlich durchdringe. Das deutsche Wesen sei ein Evangelium. wird es jetzt etwas befier mit unfrer Gesundheit. Ich bin so ziem Wenn es wahr sei, daß die Welt am deutschen Wesen lich wohl. Wir haben nur unsren Tropenanzug bei uns. genesen folle, dann sei es Pflicht der evangelischen Seife zum Waschen ist nicht da. Unfre Kleidersäcke bekommen Boltsvertreter, mit voller Kraft dafür einzutreten, daß der wir nicht eher, wenn wir sie überhaupt bekommen ehe die Bahn nicht Schazz dieses Evangeliums nicht verloren gehe.. hergestellt ist. Das deutsche Wesen, an dem in China so viele Tausende von ihren irdischen Leiden genesen sind, soll also jetzt das Evangelium des Nazareners ersetzen! Die Einführung der Prügelstrafe hat sich der Bund der Landwirte durchaus in den Kopf gesetzt. Durch dieses Mittel sollen die Roheitsvergehen gemindert werden. Augenblicklich sammelt er in Ostfriesland Unterschriften zu einer Betition. Brügelstrafe zum Schuß gegen die Folgen der Khaki- Erziehung dienen soll, davon ist in der Petition nicht die Rede. Ob die Aufgaben der Volksvertretung. Zu den bevorstehenden Reichstagsdebatten schreibt die Frankfurter Boltsstimme" u. a.: Chronik der Majestätsbeleidigungs: Prozeffe. Unter Ausschluß der Oeffentlichkeit verhandelte am 15. November die Strafkammer zu Essen gegen den Maurer Julius Pastemat aus Horfte wegen Majestätsbeleidigung. Das Urteil lautete auf zehn Monate Gefängnis. der die Bearbeitung der öffentlichen Meinung durch Bestechung von Berichtigung. Im Leitartikel unsrer Nummer vom 13. Nov., Mitarbeitern der Zeitungen und Zeitschriften zu Gunsten wirtschaftlicher Interessenten behandelte, hatten wir auf einen uns auffällig erscheinenden Artikel der Medizinischen Woche" ans der Feder des Herrn Dr. Lebbin hingewiesen. Wir sprachen dort die Erwartung aus: ,, Dr. Lebbin wird angesichts solcher fatalen Aehnlichkeit mit Egnerschen Anregungen gut thun, öffentlich zu erklären, daß er nicht von dem Institut für industrielle Propaganda ein unnormal hohes Honorar empfangen habe." Nie war die Gelegenheit günstiger, diesem wankenden, in sich felbst erschütterten System Stöße bis ins Herz zu versetzen. Als Unterlage ist ihnen von der Regierung selbst die Thronrede und die Chinadenkschrift geboten.... Das Gewirr von unverantwortlicher Alleinregiererei und stlavischem Bureaukratismus, das sich heute bei uns Regierungssystem nennt, bietet so viele Angriffsflächen, daß man in Verlegenheit sein wird, alle richtig zu treffen. Zur Regierungsverwirrung an sich die Verwirrung zu fügen, welche aus welche Beziehungen zu ihr hat. Den betreffenden Buderartikel hat zielficheren parlamentarischen Schlägen sich ergiebt das wird die Aufgabe der nächsten Wochen gegenüber diesem beispiellosen Kurs fein. Und dann wird auch sein endgültiger Sturz zur Erleichterung des anfatmenden deutschen Volts wieder um ein gutes Stüd näher gerüdt fein." Eine alberne Behauptung" nennt es das Stumm Organ, wenn zur Zeit der taiserlichen Erlasse gesagt worden fei, der Kaiser stehe auf feiten der Arbeiter." Herr Dr. Lebbin giebt jezt diese öffentliche Erklärung ab. Er erklärt, daß er weder die Firma Robert Erner tennt, noch irgend er vielmehr auf Erfuchen der Redaktion der Medizinischen Woche" bereits vor längerer Zeit geschrieben und keinerlei ausnahmweises Honorar empfangen. Wir nehmen gern von diesen Mitteilungen des Herrn Dr. Lebbin Kenntnis. Der gesamte übrige Inhalt des Artikels, der sich nicht auf Herrn Dr. Lebbin bezieht, bleibt durch diese Berichtigung unberührt. Ausland. Rußland. Das neue konservativ- Klerikal- liberale Hochschuh- Kartell debütiert im Reichstag mit folgendem Antrag: Der§ 6 des 8olltarif Gefeßes vom 15. Juli 1879 erhält folgende Fassung: ,, Bon zollpflichtigen Waren, welche aus Staaten herstammen, in welchen deutsche Waren der Verzollung nach dem Wert unterworfen sind, tönnen infoweit nicht Vertragsbestimmungen entstehen au Stelle der tarifmäßigen Eingangsabgaben Wert: 3ölle erhoben werden. Zu diesem Behufe find die tarifmäßigen Eingangsabgaben auf Hundertteile der vom Statistischen Amt. jährlich festzustellenden veröffentlichenden Warenwerte umzurechnen. Uebersteigt der von der Zollbehörde zu: schäzende Wert einer eingeführten Ware den vorstehend angenommenen Warenwert, so ist dieser höhere Wert der Berzollung: zu Grunde zu legen. und au Bollpflichtige Waren, welche aus Staaten herstammen, welche deutsche Schiffe oder deutsche Waren ungünstiger behandeln, als diejenigen andrer Staaten, tönnen, soweit nicht Vertragsbestimmungen entgegenstehen, mit einem Zuschlage bis zu 200 Prozent des Betrags des tarifmäßigen Eingangszolls bezw. des Wertzolls belegt werden. Tarifmäßig zollfreie Waren tönnen unter der gleichen Voraussetzung der Entrichtung eines Bolls in Höhe bis zu 40 Proz. des Werts unterworfen werden. Die Erhebung von Wertzöllen oder Zollzuschlägen wird nach erfolgter Zustimmung des Bundesrats durch kaiserliche Verordnung angeordnet. Diese Anordnung ist dem Reichstage sofort, oder, wenn derselbe nicht versammelt ist, bei seinem nächsten Zusammentritt mitzuteilen. Dieselbe ist außer Kraft zu sehen, wenn der Reichstag seine Zustimmung nicht erteilt." bis zu 100 Broz. des Betrags der tarifmäßigen Eingangsabgabe" Die bisherige Bestimmung gestattet in diesen Fällen, Zuschläge 3u erheben. Der Antrag ist also in gewissem Sinne eine 8ollfriegserklärung, die sich in erster Linie gegen Amerita richtet. Den Antrag haben von den Nationalliberalen u. a. Bassermann, Heyl zu Herrnsheim, Paasche, Sattler unterschrieben. Die städtische Verkehrsdeputation hat gestern auf Grund der, von Kommiffaren des Oberpräsidenten, der Verkehrsdeputation und der Großen Straßenbahngesellschaft wegen Beseitigung des Accumulatorenbetriebs geführten Verhandlungen beschlossen: der Gesellschaft die Erlaubnis für die Einführung des Oberbetriebs zu erteilen, fich jedoch die Bestimmung des Entgelts für die Umwandlung bis zum Eingang der Specialprofette für die auf einigen Stellen einzuführende unterirdische Stromzuführung vorbehalten. Daß die Socialdemokratie den Kaiser jemals für sich Im Anschluß an den über die kommissarischen Verhandlungen. reklamiert haben tönnte, war schon durch die den kaiserlichen Erlassen Eine Verschärfung der chronischen Hungersnot in Rußland einstimmig beschlossen, den Gemeindebehörden zu empfehlen, fofort erstatteten Bericht wurde auf Antrag des Stadtverordneten Singer. vorhergehende Erklärung Wilhelm II angeschlossen, daß er jeden wird durch die diesjährige Kartoffelmißernte herbeigeführt werden. eine bereits im Projekt vorliegende Unterpflasterbahnlinie Socialdemokraten als Reichsfeind betrachte. hal Wohl aber hat Wilhelm II. felbst 1890 wiederholt seine Absicht Die St. Petersburger 8tg." schreibt darüber: in Augriff zu nehmen und für den Bau und Betrieb dieser ausgesprochen, für die Arbeiter eintreten, ihnen Schutz gegen eine bereits fehr fühlbar. Namentlich lagen die Gewerbe, die Kartoffel präsidenten zu erbitten. Die schlechte russische Kartoffelernte dieses Jahrs macht sich neuen städtischen Verkehrsanlage die Genehmigung des Polizeiwillkürliche und schrankenlose Ausbeutung gewähren zu wollen u. bgl. mehl in großen Mengen verbrauchen, über die hohen Preise, die vor mehr. Und in einer Ansprache an die Kruppschen Arbeiter am Zur Ausführung des von den beiden Gemeindekollegien genehmigten 20. Juni 1890 erklärte er:" Ich spreche Euch meinen herzlichen Dank ei Jahren 1 Rubel 20 Kop. pro Pub betrugen, gegenwärtig aber ftädtischen Straßenbahnnetzes wurde befchloffen, beim Magistrat und aus, deutsche Arbeiter! Ihr wißt, daß unser Herrscherhaus von jeher für Kartoffelsyrup start gestiegen. Auch die Branntweinbrennereien und Betrieb der städtischen Straßenbahnlinien der Verkehrsbeputation bereits 2 Rubel überschritten haben. Gleichzeitig sind auch die Preise der Stadtverordneten- Versammlung zu beantragen, daß der Bau für die arbeitenden Klassen gesorgt hat. Ich habe der Welt erklärt, welchen Weg ich gehen will, und ich sage heute sind gezwungen, sehr hohe Preise zu zahlen oder Mais, und zwar die hierfür eine besondere Kommiffion aus ihrer Mitte einsehen wieder, daß ich denselben Weg, den ich bisher gegangen bin, auch billigen ausländifchen, zu verwenden. Die Kartoffelbauern stehen muß übertragen wird. weitergehen werde." jedenfalls vor einer günstigen Konjunktur, die fie offenbar aus: Die Stelle des technischen Leiters, der Bau und Betrieb zunuzen verstehen, denn in St. Petersburg zahlt man für einen zu führen haben wird, soll ausgeschrieben werden und nach dessen Der bescheidene Kanonenkönig. Auf ein Glückwunschschreiben, Sad( 8, Bud) Kartoffeln bereits 1 Rbl. 70 Stop. das der Verein deutscher Eisenhüttenleute" seinem Ehrenmitglied Anstellung unter seiner Mitwirkung das zur Ausarbeitung der EutDer legte Sog beruht jedenfalls auf einen Fehlschluß, mindestens würfe und Ausführung der Vorarbeiten notwendige technische und Strupp gesandt hatte, traf folgendes huldvollste Dankschreiben ein: auf einer falschen Verallgemeinerung. Die meisten Bauern werden Bureaupersonal beschafft werden. Für die Vorarbeiten und EinMit ganz besondrer Freude begrüße ich den mir freundlich ge- froh sein, mit ihren Kartoffeln den eignen Hunger stillen zu können. richtung des Bureaus( Miete, Materialien, Utensilien, Gesandten Glückwunsch des Vereins deutscher Eisenhüttenleute, der mir Bei der relativ geringen Zahl der städtischen Bevölkerung und den hälter usw.) soll der Magistrat ersucht werden, aus den bereiten anläßlich meiner Ernennung zum Birtl. Geheimen Rat aus- unzulänglichen Kommunikationsverbindungen sind zudem die Verkaufs- Mitteln der Stadthauptkasse der Deputation 50 000 M. zur Ver gesprochen wird. Ich danke es lediglich den Leistungen gelegenheiten recht ungünstige. fügung zu stellen. " = Die Deputation beschloß, mit dem Bau und Betrieb von drei neuen| Versammlungen später verweigert werden sollte, auch der Abschluß eine Erbschaft zu, wenn es im rechten Aermel eingenäht ist. Es er Linien zu beginnen. Es soll bei den Gemeindebehörden, und nach der Festlichkeit als nichtig zu betrachten ist und das Vergnügen nicht scheint nicht unerklärlich, daß Frau H. für einen derartigen einflußderen Zustimmung beim Polizeipräsidium beantragt werden, die An- abgehalten zu werden braucht. Verschiedene Vorkommnisse der letzten reichen Kümmel hohe Preise nahm. Ein Erbschaftskörnchen foſtete lage folgender Linien: Zeit lassen eine Bestimmung dieser Art dringend ratsam erscheinen. bis 3 M. Eine Frau, deren Kind erkrankt war, hatte die Hilfe der 3-12 M., ein Liebeskörnchen, sowie ein Gesundheitsförnchen 1,50 M. 1. Trift- und Müllerstraßen- Ecke- Schlesischer Bahnhof, 2. Alexandrinen- und Dresdenerstraßen Ede- Boologischer Nur Beharrlichkeit und Energie tann in Kampf um die Versammlungs- bis 3 M. Eine Frau, deren Kind erkrankt war, hatte die Hilfe der Angeklagten in Anspruch genommen. Ihr wurde angeordnet, ein Marklotale zum Siege führen! stück in einen schwarzen Lappen zu wickeln und zur Mitternachtsstunde an einem Kreuzweg zu vergraben. Für diesen Rat hatte sie nur 25 f. zu zahlen. Die Angeschuldigte behauptete, daß sie diese unfehlbaren Mittel aus Bauberbüchern fennen gelernt habe. Das Gericht erachtete die Angeklagte des Betrugs in drei Fällen für überführt und verurteilte sie zu 40 M. Geldstrafe. Garten, 3. Abzweigung von letterer Linie Manteuffelstraße- Köpenider Brücke, durch welche für den Verkehr notwendige und voraussichtlich auch rentable Verkehrsmittel geschaffen werden, zu genehmigeu. werden. In der heutigen Lokalliste muß es heißen: Anstatt Lokaltommissions- Miglied Manaffe, Wilh. Kierfeld, Jüdenstr. 43/44 IV, ebenso 4. Kreis( Südost) statt Lasse, Wilh. Sedler, Forsterstr. 19, born IV. Der Stadtgemeinde Charlottenburg, welche gemeinsam zu betreibende Linien projektiert, soll der Anschluß am Lügowplaz vorbehaltlich der zu verabredenden Einzelbedingungen zugesichert werden auf die am 20. d. M., abends 8 Uhr, Friedrichstr. 236( früher Zweiter Wahlkreis. Die Parteigenosfinnen und Genossen Martens) stattfindende Versammlung noch besonders aufmerksam gemacht. Genosse Göhre, Pastor a. D., spricht über, Christentum und Socialdemokratie". Recht zahlreichen Besuch Der Großen Berliner Straßenbahn find vom Bolizeipräsidenten die in den Verträgen städtischerseits zugesicherten Linien: von der Behrenstraße durch die Markgrafenstraße bis zur Junkerstraße und durch die Junkerstraße und von der Museumsstraße über den Lustgarten und die Schloßfreiheit nach dem Schloßplaz nicht genehmigt worden. erwarten Die Vertrauensleute. Socialdemokratischer Wahlverein für den dritten Berliner Reichstags- Wahlkreis. Den Mitgliedern zur gefl. Nachricht, daß am Bußtag, den 21. ds., ein Ausflug nach Adlershof stattEbenso hat die Weftliche Vorortbahn die von der Stadt befindet. Treffpunkt: Restaurant Schmauser. Abfahrt vom Görlitzer willigte Abzweigung durch die Königin Augustastraße- Hafenplatz Bahnhof um 10,45 Uhr morgens. Um recht zahlreiche Beteiligung Dessauer- und Bernburgerstraße bis zum Askanischen Plaz polizei- ersucht Der Vorstand. licherseits nicht genehmigt erhalten. China. Bogerthaten werden nach den Hunnenthaten wieder einmal über Brüffel gemeldet. Die Scheuter Mission macht Mitteilungen aus einem vom 20. Seps tember datierten Bericht des Provinzialfuperiors der Oftmongolei. Der Bericht enthält Einzelheiten über das Martyrium des Missionars Seegers, der am 24. Juli auf Befehl des Unterpräfekten Lungping- hsien nach schweren Mißhandlungen lebendig begraben wurde, und beruhigt sodann die Angehörigen über das Ergehen der übrigen Die Deputation beschloß, den Magistrat zu ersuchen, von seinem Achtung, Often! Am Dienstagabend 8 Uhr findet im Elysium, in der Ostmongolei wirkenden Missionare. Alle Miffionare ans zwanzig an der Zahl, Vertragsrecht Gebrauch zu machen und wegen nicht erfolgter Aus- Landsberger Allee 40, eine Volts bersammlung statt, in der dem südlichen Teil des Vikariats, führung dieser Linien die erteilte 3 ustimmung zurückzu- Frau K. Dunder aus Leipzig referiert. Näheres fiehe Dienstag: feien in der bischöflichen Residenz vereinigt, nur Pater Conard jei ziehen. Annonce. Um zahlreiches Erscheinen ersucht auf seinem Posten an der Grenze der Mandschurei verblieben und Die Vertrauensperson. habe in einer Mitteilung von Ende August angegeben, daß sieben Missionare im Gebiete der schwarzen Gewässer auf ihren Bosten Samariter- Rurfus für Arbeiter und Arbeiterinnen. Mittausharrten. Der Superior meldet schließlich, daß die Missionare fich mittags 9 Uhr, Bahnhof Grunewald. Morgen abend Uebungsstunde Unverwundbarkeit der Borer nach den letzten Niederlagen stark erwoch( Bußtag): Herrenpartie nach Klein- Machnow. Treffpunkt vor einer verhältnismäßigen Ruhe erfreuen und daß der Glaube an die in der Centrale. schüttert sei, wenn auch das Räuberunwesen noch in Blüte stehe. Man hat die Hunnengreuel mit den Bogergreueln zu ents schuldigen versucht. Schwerlich wird jedoch der Hunnenkursus die Borerfitten veredeln. Wieder einmal abgeurteilt Der Antrag der Großen Berliner Straßenbahngesellschaft, betr. die Anlage einer Weiche auf dem nördlichen Teile des Belleallianceplages, wurde genehmigt. Die Deputation beschloß, in den nächsten Tagen eine Besichtigung der im Bau begriffenen Siemens u. Halsteschen Untergrund bahn( Potsdamerplag), sowie der Hochbahn( Probefahrt auf der fertigen Strecke) vorzunehmen. Partei- Nachrichten. Der Sieg unfrer Stettiner Parteigenoffen bei den Stadtserordnetenwahlen stellt sich jetzt, nachdem die Stimmenzahlen bekannt werden, als weit bedeutender heraus, wie es nach der Zahl der errungenen Mandate schien. Es wurden nämlich in der ganzen Stadt auf die socialdemokratischen Kandidaten 6008 Stimmen abgegeben, während auf die Kandidaten der beiden andern Parteien zusammen mur 5950 Stimmen abgegeben wurden. Die Partei erhielt also die absolute Mehrheit aller abgegebenen Stimmen und nur die Einteilung in 8 Wahlbezirke hatte zur Folge, daß nur 4 Socialdemokraten definitiv gewählt wurden, während 3 in die Stichwahl tamen und einer von vornherein unterlag. Bei den Gemeindewahlen in Erfurt erhielten die sechs Kandidaten unsrer Partei 1034 bis 1098 Stimmen, während bei der Wahl im Jahre 1898 nur 619 bis 639 socialdemokratische Stimmenzahlen abgegeben wurden. Zwei unsrer Standidaten, die Genossen Reißhaus und Kilian, kommen in die Stichwahl. Bei den Stadtverordnetenwahlen in Magdeburg eroberten unsre Genossen 3 neue Mandate, so daß die socialdemokratische Fraktion im Stadtverordneten- Kollegium jetzt 8 Mann start ist. Unfre geftrige Notiz, die nur von der Erhaltung schon besessener Mandate sprach, war irrig und sei hiermit richtig gestellt. Außerdem kommen in den Bezirken der Altstadt noch 2 Genossen in die Stichwahl. Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Achtung, Metallarbeiter. Die gesamten Arbeiter der Aftien gesellschaft Banzer", Badstraße, haben infolge von Lohnreduktionen die Arbeit niedergelegt. Zuzug ist fernzuhalten.) Die Ortsverwaltung des Deutschen Metallarbeiter- Verbandes. Die Kleber haben die Sperre auf den Bauten Lychenerstr. 17/18 aufgehoben. Der Unternehmer hat durch Unterschrift die tarifmäßige Bezahlung zugebilligt. Die Lohnkommission. Deutsches Reich. = Arbeiter Bildungsschule. Heute abend im Gewerkschaftshaus, großer Saal, Engel- Ufer 15, Ada Negri- Abend, bestehend in Kammermusif, Recitation und Festvortrag.( Die Dich tungen sind aus dem Italienischen ins Deutsche übersetzt von Hedwig Jahn.) Eröffnung 6 Uhr, Beginn pünktlich 7 Uhr. Billets an der Kaffe 50 Bf. inkl. Garderobe. Freie Volksbühne. Heute nachmittag 22 Uhr im Carl Weiß- Theater, II. Abteilung:„ Ueber unsre Kraft"( 2. Teil). Am Totenfonntag, den 25. November, teine Vorstellung. Köpenick. Stadtverordneten Wahl der 3. Abteilung; an diesem Tag Am Montag ist der letzte Tag der diesjährigen wählt die Köllnische Vorstadt. Parteigenossen, es ist dringend nötig, daß auch noch diejenigen Wähler der andren Stadtteile, die von ihrem Wahlrecht an den ersten beiden Wahltagen noch keinen Gebrauch gemacht haben, das Versäumte am Montag nachholen. Auch die Wähler, denen es durch die Schließung des Wahllofals nicht mehr möglich war, ihre Stimme in beiden Sälen abzugeben, werden erfucht, am Montag ihre Pflicht zu thun. Ferner sei nochmals darauf hingewiesen, so früh als irgend möglich zur Wahl zu gehen, da bei dem großen Andrang am Abend( beide Wahllokale werden um 7 Uhr Beschlossen) sehr vielen Wählern es wieder unmöglich gemacht wird, in beiden Sälen ihre Stimme abzugeben. Heute, nachmittag 2 Uhr, ist eine öffentliche Versammlung in Scheers Wilhelmsgarten. Referent ist Reichstags- Abgeordneter Rosenow. Das Wahlkomitee. In Köpenick tagt die nächste Versammlung des socialdemofratischen Vereins erst am 27. November. Adlershof. Die für Sonntag angekündigte Versammlung tann Umstände halber nicht stattfinden, sondern tagt bestimmt am Bußtag, den 21. d. M. Die Genossen werden ersucht, zu der am gleichen Zage, vormittags 8 Uhr, stattfindenden Flugblattverbrei tung fich zahlreich bei Schmauser, Bismarckstr. 16, einzufinden. Ober- Schöneweide. Eine wia..ge Voltsversammlung tagt Dienstagabend 8 Uhr im Wilhelminenhof. ReichstagsAbgeordneter Rosenow spricht über Wohnungsnot und Kohlenwucher; außerdem steht ein Referat des Genossen Jost über Gründung eines Konsumvereins auf der Tagesordnung. Die Wichtigkeit dieser Tagesordnung erfordert das Erscheinen aller Einwohner, namentlich der Frauen. Streifpoftenstehen ist strafbar, so entschied das Schöffengericht dem Tischler Johannes Schulz Sammellisten usw. erhalten haben, Lichtenberg- Friedrichsberg. Die Parteigenoffen, welche von in Harburg. Der Metallarbeiter Georg Meyer aus Wilhelmsburg werden ersucht, die Listen direkt an den Unterzeichneten abzuführen. stand am 12. September während der großen Aussperrung der Der Vertrauensmann Franz Laws, Kronprinzenstr. 4/5 IV. Werftarbeiter in Hamburg auf der Hamburger Chaussee Streifposten. Er soll hierbei die zugereisten Arbeiter über Rigdorf. Die Parteigenossen und Genoffinnen werden auf die die Aussperrung in Hamburg unterrichtet haben, indem er morgen abend 81/2 Uhr stattfindende Voltsversammlung fagte, ,, in Hamburg seien die Arbeiter ausgesperrt und aufmerksam gemacht. Die Tagesordnung ist folgende: 1. Koblen fie wüßten ja, was sie zu thun hätten". Der Angeklagte hat des- wucher, Wohnungsnot und die bevorstehende Stadtverordneten halb einen Strafbefehl von 25 Mart bekommen, worüber Ersagwahl. 2. Diskussion. 3. Aufstellung der Kandidaten zur er gerichtliche Entscheidung beantragte. Der Amtsanwalt war Stadtverordneten Ersazwahl. Die wichtige Tagesder Meinung daß der Angeklagte sich einer Belästigung von ordmmg erfordert zahlreiches Erscheinen. Der Vertrauensmann. Personen schuldig gemacht habe. Es liege somit eine Störung der öffentlichen Ordnung vor, weshalb er eine Strafe von 10 M. bean tragte. Das Gericht verurteilte den Angeklagten zu 20 M. Strafe. In der Begründung wurde ausgeführt:" Es sei nicht zu bezweifeln, daß der§ 152 der Gewerbe- Ordnung den Arbeitern gestatte, zur Erreichung günstiger Lohn- und Arbeitsbedingungen zu streiken. Damit ſei aber nicht gesagt, daß solche Mittel angewendet werden dürfen, die gegen das Strafgesetzbuch verstoßen. Es liege eine erhebliche Belästigung vor und müsse deshalb eine Bestrafung auf Grund des Strafgesetzbuchs§ 360 erfolgen. Vereins findet Montagabend 8 Uhr bei E. Obst, Grunewaldstr. 110, Schöneberg. Die Versammlung des Socialdemokratischen statt. Tagesordnung:„ Die Arbeiter und die Vivisektion". Referent Herr Otto Dittmann- Lankwiz. Friedrichsfelde. Für die von der Polizei inhibierte Versammlung des Socialdemokratischen Wahlvereins am 13. d. M. findet eine andre am Dienstag, den 20. d. M., bei Bube statt. Recht zahlreichen Besuch als Protest erwartet Der Vorstand. In alle wurde der Schlosser Brößdorf in einer ähnlichen Arbeiterverein von Pankow und Umgegend. Dienstag, Sache wegen Streifpostenstehens von der Straffammer zu 10 m. abends 81/2 Uhr: Vereinsversammlung. Vortrag des Herrn Geldstrafe verurteilt. Das Schöffengericht hatte in der Borinstanz Dr. Joöl über:" Weltuntergang und Wissenschaft". auf Freisprechung erkannt. Ausland. Der Diamantarbeiterstreik in Antwerpen ist beendet. Wie mitgeteilt wird, hat der Geldmangel die Streifenden veranlaßt, zu den alten Bedingungen die Arbeit wieder aufzunehmen. Die Arbeiter haben beschlossen, eine Widerstandskasse zu bilden, um die Arbeit bei der nächsten Gelegenheit wieder einzustellen und den Achtstundentag zu erlangen. Berliner Partei- Angelegenheiten. Gerichts- Beitung. worden sind die Leiter der Erhebung. " Der Standard" meldet aus Shanghai vom 15. November: Das kaiserliche Edikt, welches befiehlt, daß Prinz Tuan und Prinz Tschwang auf Lebenszeit ins Gefängnis gesezt werden sollen, bestimmt, daß dieselben ins Gefängnis des Kaiserhauses in Mukden zu Cringen sind. Die Kaiserinzurückzukehren, weil sie befürchtet, daß die mohamedanische Witwe gedenkt jest nach Taijüanfu, der Hauptstadt von Schanfi, Erhebung in Kanju überhandnehmen werde. mohamedanische Erhebung schüre. Andre Nachrichten behaupten, daß gerade Prinz Tuan die Russische Kämpfe. Petersburg, 17. November. Ein Generalstabsbericht vom 7. d. Mts. besagt: Südlich von Girin im bergigen Baffin des oberen Sjungari liegt die unter der Führung eines gewissen Chaidengu stehende Räuberrepublik Tichapitichago. Der Oberstlieutenant vom Generalstab Durow wurde zur Aufklärung dieser Gegend mit einer aus zwei Compagnien Infanterie, zwei Geschüßen und anderthalb Sotnien Kosaken bestehenden Kolonne ausgeschickt. Die Kolonne hatte ein Gefecht mit zwei Bataillonen regulären chinesischen Militärs und der Miliz Chaidengus; fie nahm zwei feindliche Geschüße; auf russischer Seite wurde ein Kosat getötet, ein Artillerist verwundet. Zur weiteren Verfolgung des Feindes wurden vom 2. sibirischen Armeecorps zwei Truppenabteilungen abgeordnet, die erste unter General Fot mit einem Bataillon Infanterie, vier Berggeschüßen und einer Sotnie Kosaken, die zweite unter General Rennenkampf mit fünf Sotnien Kosaken. Die erste Abteilung rüdte am 29. Oftober aus Girin aus und hatte am 31. Oktober ein Gefecht mit 3000 Chinesen in demselben Passe, in dem Oberst lieutenant Durow mit ihnen ein zusammenstieß; Kosat wurde Feinde verwundet; dem wurden wei Geschütze abgenommen. Die zweite Abteilung marschierte aus Schuanjan, 60 Werst von Girin entfernt, auf dem Wege Girin-- Mugden, am 28. Oktober vor und erreichte die Stadt Wogea- schan, 70 bis 80 Werst füdöstlich von Schuanjan. Am 11. November kehrten sie nach Schali- che, 40 Werst von Girin am Wege Girin- Mugden, zurück; sie hatten mit dem Feinde einen hartnäckigen Kampf; die russischen tlärung wurde festgestellt, daß die Stadt Mogea schan befestigt ist. Verluste betrugen 20 Tote und 12 Verwundete. Durch die AufSpäte Heimkehr. 4 Kiel, 17. November. Nach einer telegraphischen Meldung des Chefs des Kreuzergeschwaders ist eine weitere Heimsendung von Mannschaften, ausgenommen die mit dem Dampfer Köln" unterwegs Befindlichen, erst im Frühjahr nächsten Jahrs zu erwarten. Tehte Nachrichten und Depelthen. Unglücksfall. 600 Ulm, 17. November.( W. T. B.) Beim Umbau des alten Rathauses stürzte heute abend die innere Mauer des bereits bis zum vierten Stock aufgeführten Flügelbaues ein, vermutlich durch Nachschub der im Abbau begriffenen Mauer des alten Hauptgebäudes; das ganze Gemäuer famt Gesimssteinen und eisernen Trägern stürzte in sich zusammen. Ein Arbeiter wurde am Kopfe verwundet, ein andrer, wie befürchtet wird, unter den Trümmern begraben. Kiel, 17. November.( B. H.) Beim Aufsuchen ihrer Bojen stießen heute nachmittag in der Kieler Bucht die beiden erftElaffigen Panzerschiffe Kaiser Friedrich III." und„ Kaiser Wilhelm II." zusammen. Die Abteilung II des Kaiser Wilhelm II." lief voll Wasser. Das Schiff wird morgen nach der kaiserlichen Werft gebracht werden. Sofia, 17. November.( B. H.) Wie verlautet, gab der Kriegsminister Paprikot seine Demission wegen Nichtbewilligung der Erhöhung des Kriegsbudgets. Rom, 17. November.( B. H.) Der Vatikan wies die spanische Geistlichkeit unter Androhung der strengsten geistlichen Strafen an, sich jeder Teilnahme an irgendwelcher politischen Bewegung zu ents halten. Das Vereinsgesetz gegen Arbeitervergnügungen. Das Gewerkschaftskartell in Glüdstadt wollte im vorigen Jahr einen Gewerkschafts Ball veranstalten. Die Polizeiverwaltung versagte aber die Erlaubnis. Als bann der Schneider Bühlte ein Gewerkschafts- Fest anmeldete, wurde auch diesem die Genehmigung versagt. Die Behörde ging davon aus, daß es sich auch jetzt uni eine Veranstaltung des Gewerkschaftskartells handle und daß das Gewerkschaftskartell ein politischer Verein im Sinne des§ 8 des Die Lokalliste für Berlin und Umgegend Vereinsgesetzes sei, an dessen Versammlungen, zu denen auch Ball- Kopenhagen, 17. November.( W. T. B.) Der Großfürftist neu herausgegeben und der heutigen Nummer unsres Blatts bei feste gehörten, Frauen nicht teilnehmen dürften. Der Thronfolger von Rußland reift morgen vormittag in Begleitung gefügt worden. Bei der Wichtigkeit der Lokalfrage erwächst den Regierungspräsident zu Schleswig als zweite Beschwerde- Instanz des Obersten Daschkoff und des Professors Frolowsky über GjedferParteigenossen die dringende Pflicht, die Lokalliste strenge zu billigte das Verhalten der Polizeiverwaltung. Bühlte ließ nun- Berlin- Wirballen nach Petersburg. beachten. Hier in Berlin wie in nächster Nähe der Reichshauptstadt zu deren Begründung u. a. ausgeführt wurde: Die in Frage stehende Führerschaft der liberalen Partei an. mehr durch den Rechtsanwalt Dr. Heinemann Alage erheben, London, 17. November.( B. H.) Lord Rosebery nahm die besteht noch der traurige Zustand, daß behördliche und ordnungs- Beranstaltung eines Ballfestes sei überhaupt nicht vom Gewerkschaftsparteiliche Einflüsse die socialdemokratisch gesinnte Arbeiterschaft an fartell ausgegangen, sondern von einem einzelnen Arbeiter. Im Bukarest, 17. November.( W. T. B.)( Mord: und Komplottder Wahrnehmung des bischen Vereins- und Versammlungsrechts übrigen habe das Kartell mit politischen Angelegenheiten nichts Bratesco, Dimitrew habe vor dem Untersuchungsrichter erzählt, prozek. Fortsegung.) Heute erklärte der Zeuge Deputierter hindern, das in Preußen unter den unzeitgemäßesten Ver- zu thun. Der erste Senat des Ober- Verwaltungsgerichts wies die er sei von Sarafoz beauftragt worden, mehrere Bukarester flausulierungen gefeßlich festgelegt ist. Den Saalabtreibereien Selage als unbegründet a b. Gründe wurden nicht verkündet. Persönlichkeiten und unter diesen zunächst den Professor Michaileanu und Verweigerungen gegenüber, die in Berlin selber versteckt, Der Aberglaube in Berlin. Eine an den Giftmörder Jänide zu ermorden. Dimitrou leugnet dies beharrlich. Der Chef der in den Vororten dagegen offen betrieben werden, bleibt uns kein erinnernde Gerichtsverhandlung beschäftigte gestern das hiesige Sicherheitspolizei Alexandresco erklärt, Trifanoa habe ihm nach Mittel übrig, als die Lokalsperre; und diese dort, wo Schöffengericht. Die Masseuse H. ist im Norden Berlins als eine der Ermordung Fitowskis über den Verschwörungsplan gegen nötig, durchzuführen, muß das Bestreben aller Parteigenossen sein. weise Frau" bekannt, die das Massieren nur nebenbei betreibt, in den König von Rumänien Enthüllungen gemacht, die dem Arbeiter, Parteigenossen, besucht daher nur solche Lotalitäten, hervorragender Weise aber mit Kümmeltörnern und Sämsblättern Minister des Auswärtigen Zahovary zur Kenntnis gebracht welche auf der Liste verzeichnet stehen. Vor allen die Sympathie" erfolgreich betreibt. Im weiteren Verlauf der Sigung teilt der Einflußreiche Eigenschaften worden seien. Dingen erwächst aber den Vorständen von Arbeitervereinen die scheinen die Kümmelförner zu befizen, welche in den meisten der Bruder des ermordeten Filowski mit, seine Schwägerin sei von wegen Betrugs zur Anklage stehenden Fälle Verwendung fanden. Thonon unter Todesdrohung gezwungen worden eine ErPflicht, beim Abschluß von Festlichkeiten auf das strengste die Ein einziges derartiges Störnchen, welches in die linke Seite der flärung zu unterschreiben, daß sie keine Ansprüche infolge des neue Lokalliste zu beachten. Die Vorstände wollen in solchen Fällen Taille der Natsuchenden eingenäht wird, besitzt die Kraft, der Frau Tods ihres Gatten stellen wolle. Diese Erklärung sei im bulgarischen auch darauf achten, daß in den Verträgen mit dem Wirt eine Klausel die Liebe ihres Ehemanns für immer zu sichern. Ein Körnchen, auf Amtsblatt veröffentlicht worden. Der Prokurator in Rustschut habe Plaz findet, wonach für den Fall, daß das Lokal für Arbeiter- dem Rücken verborgen, schützt vor Krankheit und sichert der Trägerin dem Zeugen gesagt, er könne gegen das Geheimkomitee nichts machen Berantwortl. Redacteur: Dr. Georg Gradnauer in Groß- Lichterfelbe. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud und Verlag von Mar Bading in Berlin. Hierzu 4 Beilagen u. Unterhaltungsblatt. Nr. 270. 17. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonntag, 18. November 1900. Tokales. = ,, Der größte Schuft im ganzen Land, das ist und bleibt der Denunziant!" Der Stadtverordnete Rechtsanwalt Marggraf ist, wie man hört, von„ kirchlich frommer" Seite wegen Sigenbleibens bei einem Kaiserhoch denunziert worden. Wie wär's, wenn die frommen Seelen den übrigen Stadtverordneten einen Reinigungseid zuschieben würden? Vielleicht ist da noch ein Fang zu machen. Im übrigen können Zeugen dafür beigebracht werden, daß der figende Marggraf" teinerlei ergernis erregt hat. Ju der Majestätsbeleidigungs. Denunziation gegen den Stadtverordneten Marggraff zeigt sich immer deutlicher, daß der Schuldige in antisemitisch- orthodoxen Streifen zu suchen ist. Das Berl. Tgbl." konstatiert, daß Herr Marggraff in der Stadtverordneten Sigung, auf welche die Denunziation sich bezieht, in der lezten Sigreihe seinen Platz hatte, und teilt dann mit: Die Bürstenbinderei in der städtischen Blindenftalt. Die Organen zu entfernen. Die Direktion focht die polizeiliche Verstädtische Blindenanstalt, gegen deren Wettbewerb in der Bürsten- fügung durch Klage beim Bezirksausschuß an. Dieser gab der Klage macherei die Berliner Bürstenmacher- Innung beim Oberbürgermeister ftatt. Nach Ansicht des Bezirksausschusses bewirke die Ausstellung Einspruch erhoben hat, beschäftigte im Rechnungsjahre 1898/99 jener Präparate nicht eine Gefährdung der öffentlichen Sittlichkeit. 37 Blinde, 14 männliche und 28 weibliche, mit Bürstenbinderei. Die Auf Grund des Gutachtens des Bezirksphysifus Dr. Schulz sei als; Einnahme der Anstalt aus dem Verkauf der gefertigten Waren belief erwiesen angenommen worden, daß mit jener Ausstellung unlautere sich auf 35 023,08 M. Den Teilnehmern wurden 9466,30 M. Löhne Biele nicht verfolgt würden, sondern eine Belehrung des Publikums gezahlt. Die ganze Summe zu einem durchschnittlichen Monats- erstrebt werde. Auch nach den Grundsägen, die im Ministerialerlasse verdienst verteilt, ergiebt für jeden Teilnehmer monatlich) 12,72 M., vom 21. Januar 1887 niedergelegt seien, gelange man zu einem boch belief sich der höchste von einem der Teilnehmer erzielte Ver- gleichen Ergebnisse. Das Museum diene dem höheren Interesse der dienst auf 50,50 M. für den Monat. Die Bürstenbinderei ist die Wissenschaft. In feinem Fall erscheine durch die Ausstellung die stärkste Abteilung in der Blindenbeschäftigung der Anstalt. Die Zahl öffentliche Sittlichkeit gefährdet. Diese Entscheidung focht der der in allen fünf Abteilungen( Stuhlflechterei, Korbflechterei, Bürsten- Polizeipräfident beim Ober- Verwaltungsgericht an. Dieses beschloß. binderci, Blindenſchriftendruck, weibliche Handarbeiten) beschäftigten wie uns berichtet wird, noch eine medizinische Autorität gutachtlich Blinden war 114, die Gesamteinnahme aus dem Verkauf der ge- zu hören. fertigten Arbeiten 58 407,48 Mart, die Summe aller Löhne 23 433,00 Mark. Eine gefährliche Explosion machte der Feuerwehr Sonnabenda. abend viel zu schaffen. In der Niederlage von Feuerwerkskörpern, Die Waisenräte hielten Freitagabend die letzte Bersammlung die die Firma Calließ u. Fischbach, Schönebergerstr. 24, inne hat, Jn derselben Siẞreihe wie er, nur zwei Bläge von ihm ges dieses Jahres ab. Mit den Veränderungen, die das Neue Bürger fingen auf nicht aufgeklärte Ursache einzelne Körper Feuer. Eine trennt, figen die antisemitischen Stadtverordneten Prezel und liche Gesetzbuch in der Waisenpflege gebracht hat, sind auch die förmliche Kanonade entwickelte sich nun, so daß die in dem gefährUlrich, letterer wurde in der betreffenden Sigung als neu- Waisenräte im volfreichen Norden der Stadt, wie die Verhandlungen deten Raum anwesenden Personen schleunigst das Weite fuchten. gewählter Stadtverordneter eingeführt. Die in der letzten Reihe ergaben, sehr zufrieden. Gewünscht wurde, bei den Behörden dahin Als die Feuerwehr eintraf, war die Situation gefährlich, denn placierten Stadtverordneten fönnen von den Besuchern der Tribünen zu wirken, daß den Beamten die Erlaubnis zur Uebernahme von das Treppenhaus war verqualnit und drohte Feuer zu fangen. nicht gesehen werden, es ist daher zweifellos, daß der Denunziation Vormundschaften nicht so oft versagt werde. Es wurde empfohlen, Hier wurde zunächst mit den Löscharbeiten angefekt, außerdem drang es iſt der nicht oft werde de wurde mit Mitteilungen von Stadtverordneten zu Grunde im Verfagungsfalle wiederholt vorstellig zu werden. Mit Befriedigung man zum Feuerherde vor, was um so fritischer war, als niemand liegen, wenn die Denunziation auch nicht direkt von Stadtverord- wurde davon Kenntnis genommen, daß z. 3. Verhandlungen mit wußte, ob größere Pulvermassen in den brennenden Räumen lagerten. neten ausgeht. Es ist in der Denunziation auch eine ganze Anzahl dem Polizeipräsidenten schweben, die dahin abzielen, daß von jeder Der anfangs anwesende Besizer des Geschäfts hatte sich entfernt, fo von Stadtverordneten als Zeugen darüber benannt, daß Stadt- polizeilichen Ab- und Anmeldung eines bevormundeten Kindes die daß die Feuerwehr auf gut Glück vorgehen mußte. Nach einstündigem verordneter Marggraff sich bei dem Kaiserhoch nicht erhoben Waisenverwaltung Kenntnis erhält, die die betreffenden Mitteilungen Wassergeben war die Hauptgefahr beseitigt. Drei Räume waren haben soll. Herr Marggraff selbst ist in der Angelegenheit noch dann an die Waisenräte weitergeben will. Wie betont wurde, stehen total ausgebrannt und ist der verursachte Schaden erheblich. Per nicht vernommen worden; ob die Staatsanwaltschaft Anklage unter den augenblicklichen Verhältnissen bei dem häufigen Wohnungs- sonen sind glücklicherweise nicht verlegt. erheben wird, steht gleichfalls noch keineswegs fest, jedenfalls wechsel in Berlin eine große Zahl der Waisen ohne Aufsicht. ist die ganze Angelegenheit aber ein trauriges geichen der Skrupel Tosigkeit, mit der politische Gegner vorgehen, um ihnen unliebſame Männer zu beseitigen. Die kirchlichen Gegner des Herrn Marggraff rechnen nämlich darauf, daß das Konsistorium ihn als „ unwürdig" erklären wird, seine kirchlichen Aemter in Kirchenrat Nach einer Mitteilung der Berliner Zeing" hat der konservative Parteileiter Ober- Postassistent Stodmann Herrn Marg graff versichert, daß er dem Schurkenstreich völlig fern stehe. Mit dem Namen Stockmann war, wie erinnerlich, das an den Stadtverordneten- Borsteher Langerhans gerichtete Schreiben unterzeichnet, welches die Anzeige über die erfolgte Denunziation enthielt. und Synode auszuüben. Die„ Berliner Ztg." teilt ferner mit, daß das Denunziationsschreiben Prof. Dr. Irmer" unterzeichnet sei; das Blatt meint aber, die Unterschrift sei gefälscht. " Die Gemütsroheit der Hausbesizer ist zwar nachgerade sprichwörtlich geworden; aber daß die Herren mit dieser wenn auch einfrant und frei prunten, das haben wir doch nicht für möglich geträglichen, so doch von gesitteten Menschen verachteten Eigenschaft halten. Das Programm zu einem Stiftungsfest, welches der Grundbefizer- Verein des Frankfurter Thorbezirks am letzten Mittwoch mit andren Stiftungsfesten auch, wurden hier eigens für den Weihetag feinen Damen feierte, hat uns aber eines andern belehrt. Wie bei berfertigte Chorlieder gesungen. In einem dieser Lieder fommen folgende Berse vor: Es gedeihet unser Osten, Der so lang verrufen war. Sind wir alle auf dem Posten, Herrlicher mit jedem Jahr. Mieter, die nicht gern bezahlen, Kommen in das schwarze Buch, Die, die viele Kinder haben, Dem Wolfe die Religion, oder doch den äußeren Schein von Religion zu erhalten, das gilt zur Zeit, wo das Muckertum wieder in hoher Blüte steht, als ein ganz besonders verdienstliches und Gott wohlgefälliges Wert. Seitdem die Frommen mit Entsegen bemerkt haben, daß viele Berliner Kinder nicht mehr getauft werden, hat sich die Kirche, die sonst nicht leicht etwas umsonst that, sogar zu der Einrichtung der kostenlosen Massentaufen entschlossen, um das durch wenigstens solche Leute zur Erfüllung kirchlicher Formalitäten zu bewegen, die sonst der Kosten wegen davon Abstand genommen hatten. Behörden und Verwaltungen öffentlicher Anstalten unter ſtüzen natürlich jedwedes Bestreben zur Erhaltung äußerer und Fachschulen beschlossen hat. Frömmigkeit, und so wird denn in Krankenhäusern und öffentlichen Entbindungs Anstalten darauf gehalten, daß tein Neugeborner, der innerhalb ihrer Mauern das Licht der Welt erblickt, ungetauft die Anstalt verläßt. Dagegen ließe sich ja nichts sagen, soweit die Eltern die Taufe ihrer Kinder wünschten. Aber ob man will oder nicht, danach wird in den Krankenhäusern anscheinend gar nicht gefragt. Wenigstens werden die Taufen in solcher Art ins Wert gefeßt, daß die Mütter, die ja über ihre Rechte meistens nicht genügend Bescheid wissen, unter dem Eindruck stehen, in der Anstalt müsse jedes Kind getauft werden, und so empfängt denn mancher Kleine Weltbürger, der sonst ungetauft durchs Leben gehen würde, das Sakrament, wodurch er als nominelles Mitglied der Kirche gewonnen ist. Solche Taufen schaffen mitunter recht wunderliche, ja vom Standpunkt der Stirche geradezu widerfinnige Situationen, wie der nachstehende Fall zeigt. Bringen schnell wir auf den Zug! Der preußischen Gerechtigkeit entspricht es bekanntlich, daß der Berufsstand, der sich auf seinen Festen an solchen Roheiten ergözt, in den Kommunen das Heft in Händen hat! leer steht, wird vom Magiftrat zu Uebungszwecken dem Stomitee Die Markthalle XII in der Badstraße, die schon seit Jahren zur Verfügung gestellt werden, welches eine Einrichtung für Fahralso Dem Berliner Aquariumt lieferte feine Tochter- Anstalt Rovigno außer mancherlei Fischen zweihundert der schönsten Blumentiere verschiebener Gattungen. Aber mehr als durch ihr anmutiges Aeußere nimmt unter baß die betreffende Seerose fich auf der Wohnung von Einsiedlerkrebsen, unser Interesse in Anspruch. Diese biologische Eigentümlichkeit besteht darin, diesen Blumenpolypen durch eine merkwürdige Lebensweise die eine Art d. h. auf dem Gehäuse eines Wellhorns oder einer Leistenschnecke ansiedelt und fich von ihrem Gastfreund herumfutschieren läßt, zum Dank dafür aber feindungen von Fischen und Tintenfischen beschützt. Dieses Genossenschaftsdenselben vermöge der brennenden Nesselkapseln ihrer Arme gegen die Anleben ist also beiden Teilen gut. Schlimm ergeht es jedoch manchmal dem Einsiedler, wenn auf seinem Hause ein orangefarbiger oder roter Kortschwamm sich festse; denn dieser breitet sich, wie man im Aquarium beobachten fann, oft recht bedentlich aus und zuweilen sogar derart, daß er das Gehäuse ganz umhüllt und dem Einwohner den Ausgang versperrt. Im Affenhause des Zoologischen Gartens ist ein seltener Gibbon eingetroffen, der Siamang oder Nadttehl Gibbon( Hylobates gibbon S. Mill.), ein Geschenk des Herrn Lud. Bergmüller, Besizers der Karmeliter Brauerei in Regensburg, von ihm selbst auf einem Jagdausflug in Sumatra erbentet. Die Gibbons oder Langarm- Affen wurden früher zusammen mit dem Orang Utan, Gorilla und Schimpanse in der Gruppe der Menschenaffen bereinigt; heute betrachtet man sie als eine besondere Familie der altweltlichen Affen, deren Mitglieder sich durch das Fehlen des Schwanzes, durch kleine Gesäßschwülen, sehr verlängerte zeichnen. Arme und Hände, sowie durch wollige, weiche Behaarung ausEinen Franz Schubert- Abend veranstaltet am Mittwoch, den 21. November( Bußtag), abends 71/2 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Jm Berliner Anwaltverein wurde bekannt gegeben, daß die Engelufer 15, zu Gunsten der Neuen freien Voltsbühne Bewegung, welche aus Anlaß der neuen Gerichtsvollzieher der Franz Schubert- Verein unter der musikalischen Leitung des Ordnung in Berlin vor sich geht, auch Magdeburg ergriffen habe. Herrn August Ludwig. Zum Vortrag gelangen neben Liedern das Dem Vernehmen nach beabsichtige die Justizverwaltung, verschiedenen Trio B- dur, das große Rondo, Heroischer Marsch Nr. 1 und 2 und Uebelständen, welche die Verordnung des Gerichtsvollzieherwesens andre Klavierstücke. Die Mitwirkenden sind die Damen Albrecht, gezeitigt habe, durch geeignete Maßnahmen schleunigst entgegen- Ravoth, Dfirne und Treppe( Gesang), Panteo( Violine), Will( Klavier) zuwirken. Der Vorsigende gab sodann von dem Beschluß des und die Herren Kammermusitus Diestel( Violine), Fr. Borisch( Cello), Landgerichts I Kenntnis, wonach der Anregung des Berliner Anwalts- Dr. Kuhlo und Ludwig( tlavier). bereins, die Patent- und mit diesen verwandten Streitsachen bestimmten Civil- oder Handelskammern zu übeweisen, teine Folge gegeben werden soll. Diebe in der Nacht zum 13. d. M. einen Besuch abgestattet. Die Den Imperial- Fahrradwerken in der Dieffenbachstr. 38 haben Gauner stahlen ein Fahrrad Nr. 2209, einen Winterüberzieher und 14 Invalidenfarten. Legtere lauteten auf die Namen: Wilh. Goldberg, Otto Löbten, Ernst Fischer, Otto Meinide, Gotthelf Conrad, Martin Claasen, Rudolf Ende, Albert Teste, Friedrich Rohnfe, Erich Märker, Gustav Reisener, Clara Billep, Anna Walter Unverfähr, Aus den Nachbarorten. Vorlage, den Bau eines Krantenhauses betreffend, hat nun Aus Schöneberg wird uns geschrieben: Die langersehnte mehr der Magistrat der Stadtverordneten Versammlung zugehen laffen, so daß diese sich in ihrer Montagssigung mit der Angelegenheit zu Bor furzem wurde in der Universitäts- Frauentlinit beschäftigen haben wird. Daß die Errichtung des Krankenhauses in in der Artilleriestraße eine Frau entbunden. Eines Sonnabends trat die Wärterin zu ihr mit den Worten:" Morgen wird Ihr tlar, wenn man erwägt, daß der Bau verschiedene Millionen allen Streifen unsrer Bevölkerung lebhaft besprochen wird, erscheint Kind getauft. Geben Sie die Namen von zwei Taufzeugen an." Middendorf. Die Mutter des Kindes gehört zwar zu den Leuten, die aus Gleichgültigkostet und die Stadt, welche in den letzten Jahren ganz bedeutende feit, der Vater zu denen, die aus principiellen Gründen ihr Kind nicht hätten taufen lassen, aber unter den obwaltenden Umständen Polizei in hervorragendem Maße. Von dem bedeutenden Personal für die ernste Pflicht der Kommune, die geradezu unhaltbaren Die Diebstähle in den Warenhäusern beschäftigen die hiesige Ausgaben auf andren Gebieten geleistet hat, finanziell nicht gerade sehr glänzend dasteht. Trotz alledem hält es die hiesige Arbeiterschaft glaubte die Wöchnerin, sie müsse sich einer Zwangsbestimmung unter einer einzigen großen Firma find 14 Verkäuferinnen und Berkäufer Zustände auf gesundheitlichem Gebiete durch den Bau des Krankenwerfen und leistete deshalb keinen Widerspruch. Als Taufzeugen des Diebstahls überführt und festgenommen worden. Bei einem Ber- Zustände auf gesundheitlichem Gebiete durch den Bau des Krankennannte sie die Namen eines Mannes und einer Frau aus ihrem Be- fäufer wurde ein förmliches Warenlager gestohlener Gegenstände Hauses zu beseitigen. Interessant und wissenswert ist es daher auch kanntenkreis, und der heilige Akt wurde dann vollzogen, ohne daß entdeckt. Hierzu kommen noch Taschen- und Gelegenheitsdiebe, die hauptsächlich für unsre Schöneberger Arbeiter, über den Plan etwas jedoch die Taufzeugen", die gar keine Ahnung von den ihnen wider- als Kunden in den ausgedehnten Verkaufsräumen sich aufhalten und Näheres zu erfahren. In einer früheren Notiz wurde schon darauf fahrenen firchlichen Ehren hatten, dabei waren. Ist es nun schon höchst förmliche Raubzüge unternehmen. hingewiesen, daß die Kirchengemeinde nicht gesonnen ist, einen seltsam, daß jemand in den Kirchenbüchern als geuge eines Teil ihres zum Bau benötigten Terrains herzugeben. Der Magistrat Ein Gemütsmensch. Auf welche unglaublichen Jdeen Schwindler betont jedoch in seiner Vorlage, daß die Stadt keineswegs auf den Taufatts figuriert, dem er gar nicht beigewohnt hat, so wird dieser verfallen, beweist folgendes hier in großem Umfang versuchtes Ankauf angewiesen sei, da sich herausgestellt habe, daß ein für die Fall dadurch geradezu komisch, daß die als Beugin für die Schwindelmanöver. An eine große Anzahl von hiesigen Kaufleuten Anlage entsprechendes Grundstück vorhanden und man nicht gesonnen evangelische Taufe angegebene Frau tatholisch, der gelangten vor einigen Tagen Briefe, in welchen ein Ungenannter sei, für die etwa notwendig werdende Vergrößerung übermännliche Beuge aber gar Dissident und bereits seit 18 Jahren gegen postlagernde Einsendung von 100 M. eine Anweisung geben mäßige Opfer zu bringen. aus der Landeskirche ausgeschieden ist. Diese beiden Zeugen sind wollte, wie man, ohne Aufsehen zu erregen und ohne große programms ist man ferner davon ausgegangen, daß das KrankenBei Aufstellung des Bau - nach kirchlicher Lehre dem Himmel dafür verantwortlich, Schmerzen aus diesem Erdendasein scheiden könne. Kein haus zwar den modernen Anforderungen der Hygiene überall Rechnung daß der Täufling in der evangelischen Konfession Arzt sei im stande zu beweisen, ob die That mit Abficht tragen muß, daß aber, soweit sich dies hiermit vereinigen läßt, erzogen wird. Dem Dissidenten wird diese ihm ohne oder durch Zufall geschehen sei, und manchem Menschen würde Sparsamkeit geübt werden soll. Die Anlage selbst ist zunächst für fein Wissen und Pflicht wohl Kopfschmerzen machen. Für die katholilin, falls fie feinen Angehörigen eine hägliche Erinnerung zu hinterlassen. Der pro Bett zu Grunde gelegt werden. Die Verwaltung soll von einem teine damit gedient, wenn er sich aus dem Leben schaffen könnte, ohne 300 Betten gedacht, und zwar soll ein Raum von 100 Quadratmeter noch gläubig, tit, bat ber& mande jergenvolle Stunde bereiten Briefireiber erbat noch gläubig ist, hat der Fall aber einen schweren Gewissens Briefschreiber erbat Offerten unter 8. T. 14 postlagernd Haupt- der beiden leitenden Aerzte übernommen werden. Die Krankenpflege Tonflitt geschaffen, der ihr noch manche forgenvolle Stunde bereiten postamt Berlin. Nachdem er ermittelt und von einem Striminal wird durch Pflegefchwestern ausgeübt, deren 20 die erste Thätigkeit dürfte. Sie soll das Kind in einem Glauben festigen helfen, den sie beamten festgenommen worden war, erwies er sich als der feit beginnen sollen. Was die Bauweise anlangt, so ist der Gedanke für falsch und fegerisch halten muß. Ob die evangelische Kirche sich längerer Zeit beschäftigungslose, bisher unbescholtene Maler D. Nach eines Sorridorbaus verworfen, da dieses System mit seinen über den Wert derartiger Taufen gar teine Rechenschaft ablegt? feinem Recept" befragt, erklärte D. allen Gruftes: Man nehme eine von ihm untrennbaren hygienischen Mißständen und Erschwernissen In der neuesten Sternberg- Beftechungsfache registriert die tedna del und bringe fich in der Gegend des Herzens eine als veraltet und überwunden angesehen wird. Man hat sich deshalb Bost" forgfältig die paar Preßstimmen, die sie in bürgerlichen worauf fofort eine Blutvergiftung entsteht; und wenn diese dann zwei Gefchoffen zur Aufnahme von Kranten und einem dritten fleine Wunde bei, bringe etwas Schmuz mit der Wunde in Berührung, für das Pavillonsystem, jedoch aus Sparsamkeitsgründen mit Blättern gefunden hat; doch geht das Blatt mit verdächtigem das Herz erreicht hat, so hört das menschliche Leben auf." D. macht Geschoß zu Wohnzwecken entschlossen. Mit den Pavillons foll Stillfweigen über unsre Frage himveg, warum die so nicht den Eindruck eines Geistestranten, sondern erklärt, daß er sich eine entsprechende Anzahl von Tageräumen und Liegeist erreicht bequeme Gelegenheit, den Stier bei den Hörnern zu packen und in Not befunden und sich auf diesem etwas außergewöhnlichen" hallen aufgeführt werden, um den Beamten den Aufenthalt in einen immerhin wichtigen Zeugen dem Gericht zu überliefern, zur Wege aus derselben habe befreien wollen; bis jetzt hätten sich jedoch der frischen Luft zu ermöglichen. Hoffentlich bringt die Stadtrechten Zeit so gänzlich außer acht gelassen worden ist. Das ist Kandidaten für seine Selbstmordmittel nicht gemeldet. Die Kriminal verordneten- Versammlung dem Bau das erforderliche Interesse entum so feltsamer, als die" Post" auch heute über die Korruption polizei ersucht Personen, mit denen D. in Berührung getreten ist, gegen. zetert, die just das Sternbergsche Geld um sich verbreitet. Es erweise sich die Notwendigkeit, so eifert das Stummsche fich zu Nr. 8218. II. 3. 00. bei ihr zu melden. Blatt, die Versucher auszumitteln und dieses Ge Ein Sittenbild. Wegen Beihilfe zum Berbrechen gegen das zücht dauernd unschädlich zu machen. Vollständig einverstanden! feimende Leben" wird der 21 Jahre alte Kaufmann Eduard Nieth, Doppelt schade aber ist es, wie gesagt, daß bei solchem Eifer in der sich auch Maler namute, steckbrieflich verfolgt. Nieth hatte aus Worten die Thatkraft zur rechten Stunde so außerordentlich lahm geblich ein Bureau für Heiratsvermittelungen, das aber in Wirklich war. Die in dem gestrigen Bericht erwähnten Vorfälle ergänzt das feit meistens für andre gwede benutzt wurde. Er stand in Verbindung Stummblatt noch durch folgende Mitteilung: Bezüglich des mit einer Frau Weber, die bereits verhaftet worden ist. Außenverkehrs, den Sternberg unterhält, läßt sich der Verdacht nicht von der Hand weisen, daß Direktor Luppa Gelegenheit Am Fuhrstuhl tödlich verunglückt ist der Arbeiter Wilhelm findet, mit den Genossen Sternbergs zu verkehren. Ob er auch in Kerber. Kerber wollte in einer Buchdruckerei in der Oranienburger der Bestechungsangelegenheit die Hand im Spiele hat, wissen wir straße den Fahrstuhl ölen, glitt dabei von einem Tische, auf dem er nicht, jedenfalls aber kann zeugeneiblich nachgewiesen werden, daß stand, ab und stürzte aus dem Erdgeschoß in den Kellerschacht hinab. Luppa an dem gleichen Tage, als morgens unser Artikel erschienen Im Krankenhause erlag er den Verlegungen, die er sich an der Wirbelsäule zugezogen hatte. " Die neue Kirche in Adlershof ist gestern in Gegenwart der deutschen Kaiserin und ihres Oberhofmeisters Freiherrn v. Mirbach eingeweiht worden. Es wurden bei der Gelegenheit sechs Orden meist vierter Klasse verteilt; die Frau des socialistentötenden Amtsvorstehers v. Oppen erhielt ein Frauenverdienstkreuz. Die Beläftigungen anständiger Frauen und Mädchen in den Vorortzügen nehmen kein Ende. Neuerdings macht sich das Strolchtum in den Wagenabteilen, die zwischen Berlin und Werder bezw. Berlin und Potsdam verkehren, breit. Einer dieser Strolche ist gestern in Potsdam dingfest gemacht worden. war, nachmittags um 4 Uhr, also in dem Augenblicke, als die Abend Die gefährdete Sittlichkeit. Die Direktion des Panopti zur Fahrt nach Potsdam von Friedenau aus bemugen wollte, erreichte ausgabe unsres Blatts gerade fertig war und ein Teil des Personals fich entfernte, in langsamstem Promenadenfchritt vor unfrem Portal dahinging. Das kann harmlos fein, vielleicht aber auch etwas andres als reiner Zufall." Gefährliche Menschenjagd. Ein fühner Springer wurde in Person des Arbeiters Rehfisch auf der Station Steglitz der Wannseebahn festgenommen. Der Arbeiter, der die Wannseebahn fums in der Passage hatte eine polizeiliche Verfügung erhalten, den Bahnsteig, als sich der Zug bereits in Belegung gesezt hatte. durch welche ihr aufgegeben wurde, die im anatomischen Schnell entschlossen sprang er auf den letzten Wagen des in voller Museum des Ranovtifums aufaeftellten Präparate von feruellen Fahrt befindlichen Zugs, ohne dabei Schaden zu nehmen. Wegen Ueberschreitung des Bahnpolizei Reglements follte die Personalfest: in Pf.): Ochsen: a) vollfleischige, ausgemäftete, höchsten Schlachtstellung des Arbeiters erfolgen und als der Zug in die Station Stegliz einfuhr, riß R., der die ihm drohende Gefahr anscheinend ahnte, die Coupéthür auf, sprang von dem noch in Fahrt befindlichen Zuge herab und suchte an den Bahnhofsbeamten vorbeijagend zu entfliehen. Er wurde verfolgt und festgenommen und zum Zwed der Personalfeststellung der Polizei übergeben. rohrs Wetter- Prognose für Sonntag, den 18. November 1900. Etwas fälter, ziemlich trübe und neblig mit geringen Niederschlägen und schwachen nordöstlichen Winden. Berliner Wetterbureau. " Kartoffeln, neue, D- Ctr. Rindfleisch, Keule 1 kg do. Bauch Schweinefleisch Kalbfleisch Hammelfleisch Butter Eier 6,-4, Marktpreise von Berlin am 16. November 1900 nach Ermittlungen des fgl. Polizeipräsidiums. 15,22 15,18 1,60 1,20 " " 15,14 15,10 1,30 1, " 14,30 14,28 1,60 1,10 " " mittel gering " 14,22 14,18 1,80 1, " " t) Gerste, gut " " mittel gering 14,14 14,10 15,40 14,70 14,60 14, 1,60 1, " 2,80 2, 60 Stüt 4,80 3, 13,90 13,30 " Karpfen 1 kg 2,20 1,20 Safer, gut 16,20 15,20 Aale 2,50 1,40 " " mittel gering 15,10 14,20 Bander 2,60 1,20 n 14,10 13,20 " Hechte 1,80 1, " 7, 6,32 Barsche 1,60 0,80 " 7. 5, 40, 25, 45, 20, Schleie Bleie Krebse 2,80 1,20 per Shot 12, 1,40 0,80 2,50 70, 30, " wertes, höchstens 7 Jahre alt 65-67, b) junge fleischige, nicht aus: gemäftete und ältere ausgemästete 58-62; c) mäßig genährte junge und gut Bullen: genährte ältere 54-56; d) gering genährte jeden Alters 48-52. und gut genährte ältere 52-57; c) gering genährte 46-50. a) vollfleischige höchsten Schlachtwerts 60-64; b) mäßig genährte jüngere Rühe: a) vollfleischige, ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwerts 00-00; Färsen und b) vollfleischige, ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwerts bis zu 7 Jahren Die Lichtenberger Gemeindevertretung beriet in der letzten Kühe und Färsen 51-52; d) mäßig genährte Kühe und Färsen 45-48; 53-54; c) ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere*) Weizen, gut D.- Ctr.| 15,30] 15,26 mittel Sigung einen Vertrag zwischen Justizfistus und Gemeinde, nach e) gering genährte Kühe und Färjen 42-44. Kälber: a) feinste Mastgering Bau Amtsgerichtstälber( Bollmilchmast) und beste Saugfälber 78-80, b) mittlere Mastfälber*) Doggen, gut gebäudes übernehmen und ihn der Juſtizbehörde auf 25 Jahre und gute Saugfälber 70–74, 0) geringe Gaugfälber'50-58, de åttere, derbeg vermieten foll; als Mietspreis find 4 Prozent der ermittelten Bau- genährte( Freſſer) 28-42. Schafe: a) Mastlämmer und jüngere Mast: fumme vorgesehen. Zur besseren Wasserversorgung der Hammel 62-66, b) ältere Masthammel 50-57, c) mäßig genährte Gemeinde hat sich die Verlegung eines zweiten Hauptdruck- chafe( Lebendgewicht) 23-31. Hammel und Schafe( Merzschafe) 44-48, d) Holsteiner NiederungsSchweine: a) vollfleischige der feineren zwischen der Wasserwerks- Pumpstation Friedrichsfelde Raffen und deren Kreuzungen im Alter bis zu 11 Jahren 220-280 Pfd. und Lichtenberg notwendig gemacht und wurden zu fo- schwer, 53-54, b) schwerere, 280 Pfd. und darüber( Stäfer) 56-57, c) fleischige fortiger Jnangriffnahme die die erforderlichen Mittel in Höhe 49-52, d) gering entwidelte 45-48, e) Sauen 47-48. Für 100 Pfd. mit bon 135 000 Mark bewilligt. Die Kohlenteuerung 20 Broz. Tara. hat auch für unsre Gemeinde eine erhebliche Mehrbelastung im GeVerlauf und Tendenz. Das Rindergeschäft verlief langsam und folge gehabt. Auf die vom Gemeindevorstand an den Minister ge- faum ausverkauft. Bei Schafen war der Geschäftsgang langsam und bleibt hinterläßt Ueberstand. Der Kälberhandel gestaltete fich langsam, es wird richtete Beschwerde über die von den Vorinstanzen beliebte Be- erheblicher Ueberstand. Der Schweinemarkt verlief schleppend und wird nicht handlung des Gesuchs der Gemeinde Lichtenberg wegen Ergeräumt, leichte Ware war schwer verkäuflich. werbung der Stadtrechte ist dem Gemeindevorsteher Des Bußtags wegen findet der nächste Viehmarkt am Dienstag, den durch Vermittelung des Regierungspräsidenten der lakonische 20. November, statt. Bescheid zugegangen, der Minister hätte teine Veranlassung, von seinem schon geäußerten Standpunkt abzuweichen, wonach die alte Gemeindevertretung zur Fassung eines solchen Beschlusses illegitim fei, und es dementsprechend bei den angeordneten Neuwahlen sein Bewenden haben müßte; im übrigen lehnte der Minister den direkten Verkehr mit dem Gemeindevorstande in dieser Angelegenheit ab und verwies denselben an den nächsten Vorgesetzten, Stationen den Landrat. Bitter, aber nicht unverdient! Man hätte einfach nicht die Zeit mit unnötigen Bitten verstreichen lassen, sondern nach angeordneter Ausschreibung der Wählerlisten im Juli sofort die Neuwahlen der Gemeindeorgane vornehmen sollen, dann wäre eine solche Burechtweisung unmöglich gewesen. Wir verweisen unsre Genossen auf die Versammlung am Dienstag, in welcher weiterer Aufschluß über die Sache gegeben wird. Witterungsübersicht vom 17. November 1900, morgens 8 Uhr. Barometer stand mm Windrichtung Windstärke Wetter 754 OSO 2Dunst 752 SO 753 Still Temp. n. G. 5° 4° R. Stationen Barometer stand mm Windrichtung Windstärke Wetter 6 Haparanda 765 NNW 3beiter 1 Regen Nebel 5 Petersburg 3 Cort Swinemde Hamburg Berlin Frantf./M. 751 OSO 2bedeckt 3 Nebel Nebel München Wien Wochen: Spielplan. Schauspiel: haus 752 753 Still Neue Oper ( Kroll) Deutsches Theater Berliner Theater. Zur bevorstehenden Entfestigung Spandans wird uns geschrieben: Dieser Tage hatte sich die eingesetzte EntfestigungsKommission mit der Aufstellung des vom Kriegsminister verlangten Bebauungsplans zu beschäftigen; einen Teil des freizulegenden Festungsgeländes will der Militärfiskus für den Bau einer tatho- Opernhaus lischen Garnisonkirche, neuer Kasernen und für die Anlegung von Truppen- Uebungsplägen zurückbehalten. Den ganzen übrigen Teil hätte die Stadt zu erwerben. Es wird nun geplant, genügend Terrain für die spätere Erbauung von Schulhäusern, Turn- und Markthallen, eines neuen Rathauses sowie für die Anlegung neuer Promenaden zu reservieren und das übrig bleibende Gelände an Private zu verkaufen. Alles drängt in Spandau auf weit: gehendste Entwicklung hin, nur die Festung hält diese noch immer zurück. Mehrere Privatfabriken sind bereits in nächster Nähe Spandaus erstanden und zahlreiche Fabrikbauten find für den Augenblick der Entfestigung Spandaus geplant. Am Nonnendamm, hart an der Charlottenburger Grenze, hat die Firma Siemens u. Halste eine größere Fabrikanlage errichtet, welche noch sehr wesentlich erweitert werden soll. Bis heute hat sich der so sehr notwendig empfunde ne Bau von Wohnhäusern für die Arbeiter dieser Firma immer noch verzögert und zwar zum Teil durch die Kurzfichtigkeit einiger maßgeb enden Personen, welche von dem massenhaften Zuzug Berliner Arbeiter für Spandau eine Art socialdemo fratischer Sündflut befürchteten. Nun ist auch hierin ein Wandel eingetreten, die Kanalisations, Wasser- und Gasfrage wird unschwer gelöst werden können, so daß der Unternehmer, Bantier Kretschmer, schon im nächsten Jahre mit der Ausführung seines Plans beginnen tann. Einstweilen sollen auf den Nonnenwiesen" 63 Wohnhäuser erbaut werden, welche Wohnungen für 5000 bis 6000 Personen bieten sollen. In der Bahnhofsfrage ist vom Minister immer noch feine definitive Entscheidung getroffen worden; je mehr die Ents festigung aber ihrer Verwirklichung naht, desto weniger läßt sich die Verlegung des Personenbahnhofs auf das rechte Havelufer und die Hochlegung der Geleise von der Hand weisen. Städtischer Schlachtvichmarkt. Berlin, 17. November 1900. Amt licher Bericht der Direktion. Zum Verkauf standen: 4776 Rinder, 982 Kälber, 9892 Schafe, 8835 Schweine. Bezahlt wurden für 100 Pfund oder 50 Kilogramm Schlachtgewicht in Ma rk( beziehungsweise für 1 Pfund Abschrift. In Sachen Dem Freunde u. Genossen H. Neu-| Gewerbegericht zu Berlin. bert zu seinem 40. Lebensjahre ein J.-Nr. 491 Gew.- Ger. 00. donnerndes Hoch, daß der Meyersche Hof, Saarbrüderstr. 33, in allen Fugen fracht, der Unverbefferliche in Weißenburg nebst Familie Y. 11226 Socialdemokratischer Wahlverein für den 6. Berl. Reichstags- Wahlkreis. Den Parteigenoffen zur Nachricht, baß unser Mitglied, der Steinmetz Wilhelm Kunath verstorben ist. Die Beerdigung findet am Montag, den 19. d. M., nachm. 3 Uhr, vom Trauerhause, Feldzeugmeisterstr. 4, aus nach dem Johannis: Kirchhof, Plößensee, statt. Zahlreiche Beteiligung erwünscht Der Vorstand. Steinarbeiter. Am Donnerstag verstarb unser Kollege der Steinmetz 275/14 Wilh. Kunath. Die Beerdigung findet Montag nachmittag 3 Üühr vom Trauerhause, Feldzeugmeisterstraße 4, nach dem Johanneskirchhof in Blößensee statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht Der Vertrauensmann. Orts- Krankenkasse der Handschuhmacher u. verw. Gewerbe Berlins. Sonntag, den 25. November 1900, vormittags 10 Uhr, im Lokale von H. Schiller, Rosenthalerstr. 57: Generalversammlung. Tagesordnung: 1. Neuwahl von 2 Vertretern für die Arbeitnehmer jowie von 1 Ver: treter für die Arbeitgeber. Leffing: Theater Schillers Theater Secessions: Bühne Theater des Westens Carl Weiß Theater Urania: Theater Sonntag 18. 7 Aberdeen 0 Paris 6 Montag 19. Carmen ( Cam. Seygard) Othello, 764 N 3 wolfig Dienstag 20. Der Evangeli mann. Vergißmeinnicht Temp. n. C. 16° G.= 4° R. 11 Nichtstroh heu Speiſebohnen Erbsen Linsen *) ab Bahn und frei Mühle. †) frei Wagen und ab Bahn. Produktenmarkt vom 17. Novbr. Der Getreidemartt trug auch heute das Gepräge der Schwäche auf den Rückgang der Notierungen an den auswärtigen Getreidebörsen, namentlich an den amerikanischen und auf zunehmende inländische und ausländische Offerten. Weizen- und Roggen: lieferungen waren durchweg um 0,50 M. billiger angeboten. Der Verkehr hielt sich in sehr engen Grenzen. Hafer war nur schwach behauptet. Rüböl Spiritus. 70er Locospiritus notierte unverändert 45,60 m. 30g um 0,30 M. an. Briefkasten der Redaktion. 100. C. R. Vorsitzende des Frauenvereins der Thomasgemeinde ist 6 Frau Pfarrer Bruckenhaus, Mariannen- Ufer 1, Vorsitzende des Frauen5 vereins der Emmausgemeinde Frau Prediger Grauenhorst, Stalizerstraße 50-51. Mittwoch 21. 5. W. 100. Adressen von Aerzten teilen irir principiell nicht mit. Donnerstag Freitag 23. Der Barbier von] Bagdad. Konz. d. Königl. Op.- Chors. M.: Deff. Hauptpr. Geschlossen Die roten Schuhe Romeo und Julia Sonnabend 24. Sonntag 25. Die Afrikanerin Lohengrin Johannisn. Turandot, Fauft Prinz. v. China Die Fledermaus Die Fledermaus 22. Undine Figaros Hochzeit Der wilde Reutlingen der Mohr von Venedig Der wilde Reutlingen Der wilde Reutlingen Narciß ( M. Sembrich) Die Fledermaus Don Pasquale Geschlossen Geschlossen Die Macht der Finsternis Rosenmontag Rosenmontag Geschlossen Die Macht der Finsternis Rosenmontag Die strengen Herren Der Pfarrer von Kirchfeld Die strengen Herren Geschlossen Die beiden Leonoren Die beiden Leonoren Die Mission Geschlossen in der man sich langweilt Geschloffen Faust II. Teil Das Glüc ( 1. Abend) im Winkel Königssöhne Die goldne Eva Die Bildschniger Daheim Der Bär Hoffmanns Erzählungen Berlin, wie es weint und lacht Die Ehre Die Welt, in der man sich langweilt Der Tod des Tintagiles. Ein Heiratsantrag Der Waffenschmied Johannisfeuer Die Welt, Die Bildschniger Daheim Der Bär La Traviata ( Prevosti) Müller, Schulze auf der Pariser Weltausstellung Reine Vorstellung ( Oratorium) Maria Magdalena Johannisfeuer Johannisfeuer Die Bildschniger Daheim Der Bär Undine Die Jüdin Die Macht der Finsternis Die strengen Herren Die Ehre Die Welt, in der man sich Langweilt Königssöhne La Traviata Nachm. 2 Uhr: Orestie Berlin, wie es weint und lacht Faustrecht Geschlossen Müller, Schulze Müller, Schulze auf der Pariser auf der Pariser Weltausstellung Weltausstellung Auf den Wogen Die Weltaus: Auf den Wogen Auf den Wogen des Oceans stellung in Paris des Oceans des Oceans Die Weltaus: stellung in Paris Auf den Wogen des Oceans D. heut. China u. seine Bezieh. zu Deutschland Nathan der Weise Rosenmontag Ueber unsre Kraft Johannisfeuer auft II. Teil ( 2. Abend) Königssöhne Die Jüdin Berlin, wie es meint und lacht Ständiges Repertoire: Residenz- Theater. Alle Abende: Die Dame von Marim.( Mittwoch: Geschlossen.) Thalia Theater. Sonntag bis Dienstag: Liebesschlüssel. Mittwoch: Geschlossen. Donnerstag und übrige Tage: Amor von heute. Central Theater: Alle Abende: Der Brautvater. Bellealliance Theater: Alle Abende: Gastspiel der Tegernseer. Friedrich- Wilhelmstädtisches Theater: Montag bis Sonnabend: Tugendring.( Mittwoch: Geschlossen.) Sonntag: Der Troubadour. Neues Theater: Alle Abende außer Mittwoch: Liebesprobe. Mir hat's geholfen! Ortskrankenkasse d. Schneider,| General- Versammlung| Orts- Krankenkasse der Orts- Krankenkasse des Maurergewerbes. Für Magenleidende Schneiderinnen u. verw. Gew. zu Berlin. 1107b Vertreterwahlen der Lohnbewegung der Handweber Berlins wird in Gemäßheit des§ 66 Die Kaffenmitglieder werden hier: des Gesetzes betreffend die Gewerbe durch zu der am Dienstag, den gerichte vom 29. Juli 1890 und 27. November, abends 8 Uhr, in den bes§ 75 des Ortsstatuts für die Arminhallen, Kommandantenstr. 20, Stadt Berlin vom 26. Oftober stattfindenden 2. November 1892, betreffend das Gewerbegericht zu Berlin, öffentlich bekannt gemacht, daß in der Sigung pro 1901 ergebenst eingeladen. des sowohl von den Arbeitgebern wie Tagesordnung: auch von den Arbeitnehmern als Wahl von 200 Vertretern aus den Einigungsamts angerufenen Ge: Reihen der Kaffenmitglieder.§ 49 werbegerichts vom 17. Oftober 1900, des Statuts. an welcher teilgenommen haben: Nur großjährige Mitglieder, welche haben Zutritt. für das Barbiergewerbe. Montag, den 26. November, abends 9 Uhr, Königsgraben 14a, Wendts Klubhaus. Tagesordnung: 1. Wahl von 10 Mitgliedern der Einladung. Georg Pohl's Dienstag, 20. Novbr., abends Appetits- Kräuter- MagenKommandantenſtr. 20, gemäß 52- Bitter- Liqueur-8 Uhr, findet in den Arminhallen, des Kassenstatuts, eine § Arbeitgeber zu Delegierten auf zwei Ordentl.Generalversammlung aufendfach erprobt und anerkannt Jahre und 4 Mitgliedern und 2 Stell: bertretern zum Vorstand( 9 Uhr). 2. Wahl von 30 Kaffenmitgliedern als Delegierte auf zwei Jahre und Wahl von 8 Mitgliedern und 4 Stell: vertretern zum Vorstand( 10 Uhr). Ordentliche der Vertreter der Arbeitgeber und Kaffenmitglieder Tagesordnung: statt. 10096 1. Bericht über die Thätigkeit des Vorstands. 2. Ergänzungswahl zum Vorstande für die Jahre 1901 und 1. Gewerberichter Dr. Schalhorn das 21. Lebensjahr zurückgelegt haben, General- Versammlung 1902 für die ausscheidenden Bor Droguist Georg Pohl, Berlin N., als Vorsitzender, 2. Fabrikant Calé, Das Quittungsbuch dient als Legi3. Webermeister Stübner als Arbeit: timation. geber- Beisiger, 4. Wirker Hübsch, 5. Weber Schuster als Arbeit. nehmer- Beisiger, der folgende Schiedsspruch gefällt worden ist: I. Vom 1. Januar 1901 ab find die Nebenarbeiten besonders zu be zahlen nach folgendem Tarif: 1. Andrehen: für Ketten bis 15 Meter pro Gang 2 Pf., für Ketten über 15 Meter pro Gang 1 Pf. 2. Blattstechen 1 Pf. 3. Spulen: für 100 Strähnen Streichgarn oder Baumwolle a 1000 Ellen 60 Pf., dgl. Kammgarn, zweifach, a 1000 Meter 90 Pf., dgl. Rammgarn, einfach, a 1000 Meter 1,00 m., bgl. Seide und Mohair a 500 Meter 0,50 M., dgl. Tussa- Seide a 500 Meter 0,75 M., für 1 Kilo unter zweistückiges untergarn für Stoffe 0,10 M. 4. Retteleimen 1,50 M. 5. Vorrichten nach Uebereinkunft. II. Schon bestehende höhere Löhne dürfen nicht gefürzt werden. gez. Dr. Schalhorn. Cale. H. Stübner. Albin Schuster. Carl Hübsch. Vorstehender Schiedsspruch wird mit dem Bemerken öffentlich bekannt gemacht, daß sich demselben die Arbeit nehmer sofort, seitens der Arbeitgeber jedoch nur die beiden Firmen J. 2. 2. Wahl von 3 Revisoren zur Prüfung Toget Nachfolger und Blanc u. der Jahresrechnung für 1900. Hirsch unterworfen haben. Von der Gesamtheit der Arbeitgeber gilt er fomit als abgelehnt. 3. Abänderung des§ 49, des Statuts. 4. Erhöhung des Gehalts des Ren danten. 5. Verschiedenes. [ 10936 Zu recht zahlreichem Besuch der Generalversammlung fordert auf Berlin, den 18. November 1900 Der Vorstand. LA.: H. Hinz, Vors., Buttmannstr. 4. Berlin, den 14. November 1900. Büttner, Gerichtsschreiber. Londoner Privat- Auskunfts- Bureau London[ 42/ 13* East Finchley 32 Huntingdon Road. Am Mittwoch, den 28. November, abends 8 Uhr, finden in demselben Lokal die Vertreterwahlen der Arbeit: geber pro 1901 ftatt, wozu dieselben ergebenst eingeladen werden. Tagesordnung: Wahl von 80 Vertretern aus den Reihen der Arbeitgeber.§ 49 d. Stat. Anmeldeschein der Arbeiter dient als Legitimation. Berlin, 18. November 1900. Der Vorstand. Frau Reimann, Vors., Eisenbahnstr. 33. Helene Grünberg, Schriftführerin, Röpniderstr. 8b. Allgemeine Orts- Krankenkasse für Rixdorf. um 11 Uhr. Tages- Ordnung: 1. Abänderung der§§ 41 und 51. 2. Wahl von 3 Staffenrevisoren. 3. Mit teilung über Einführung der freien Arztwahl. 4. Verschiedenes. Zutritt nur großjährigen Mitgliedern. Um pünktliches Erscheinen ersucht Der Vorstand. 274/12 J. A.: Kitschmann, Vorsitzender. Orts- Krankenkasse für das genannt der Lebensretter! Gefund, wohlthuend, anregend und nervenstärkend. Beseitigt alle Verbauungsstörungen, Stuhlverstopfung, bleiche Aussehen, Appetitlosigkeit, Kopfschmerzen und Uebelteit. Dant und Anerkennungsschreiben liegen aus. Preis per 3/4 Ltr. Flasche 1.50 M. Erhältlich nur direkt durch Fabrikanten standsmitglieder, und zwar aus der Brunnenstr. 157,[ 57292* Gruppe der Arbeitgeber die Herren Berl. Sanitäts- Droguerie Stelldinger und Schmidt, aus sonst nirgends weiter! der Gruppe der Kaffenmitglieder die Sage mir, ob Du trank bist und ich Hrn. Dähne, Simanowski, Trill, werde Dir sagen, was mir geholfen hat! Lehmpfuhl und Hähnel. 3. Wahl des Rechnungsausschusses. 4. Mit teilungen des Vorstands. fchiedenes. Berlin, den 9. November 1900. Der Vorstand. A. Dähne, Vorsitzender. A. Kelpin, Schriftführer. 5. Ver: Bierbrauer- Gewerbe Salonteppich, zu Berlin. Dienstag, d. 27. November 1900, abends 8 Uhr: Ordentliche ertragroßes Prachtexemplar 26,00, wunderschöne Zimmerteppiche 8.00, prachtvoller Säulentrumeau 30,00, wundervolle, gestickte Uebergardinen, Salon: General- Versammlung Bortieren, Spachtelftores, Tagesordnung: im Gewerkschaftshause, Engel Uhren, Muschelspiegel, Sofaftoffbezüge, Ufer 15, Saal III. Steppdecken, Remontoiruhren, Salon bilder, Plüschdecken 5,00, gediegene Nußbaummöbel, Paneelsofas, Plüschgarnituren, ganzeEinrichtungen werden beim Auktionator, Möckernstr. 137 ( Anhalter Bahnhof), nachmittags zwei 1. Erfazwahlen zum Vorstand: Am Freitag, den 30. November, 3 Arbeitgeber, 6 Arbeitnehmer, sowie abends 8 Uhr, findet im Apollo: 2 Arbeitgeber: und 4 Arbeitnehmer Theater, Hermannstr. 49/50, die II. Ordentliche Stellvertreter. 2. Wahl der Revisions- Kommiffion bis acht Uhr spottbillig verkauft. Ueberpro 1900. Generalversammlung 1900 aur Brüfung der Jahresrechnung nehme ganze Warenlager, Wirtschaften, ftatt, zu welcher die Delegierten der Kaffe hierdurch eingeladen werden. Tagesordnung: 1. Ergänzungswahl des Vorstands. 274/11 3. Verschiedenes. Um pünktliches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Otto Wolf, Vorsigender. Nachläffe zum Verkauf und zur Ver steigerung. Gekaufte Möbel fönnen in meinen großen Lagerspeichereien unentgeltlich lagern. [ 57350* Empfehle meine diesjährigen 2. Wahl des Rechnungs- Ausſchuſſes Billiger Kartoffel- Verkauf. Edel- Kanarien, für Prüfung der Jahresrechnung. V 3. Statuten Aenderung, betreffend Erhöhung der Kassenleistungen. 4. Wahl der Statuten- Kommission als Bevollmächtigte der General verfammlung. 5. Verschiedenes. Rirdorf, 15. November 1900. 11056] Der Vorstand. D. Koch, Vorsitzender. vorzügl. geh. in Hohl, Klingel, Knorre, Echt chinesische Mandarinendaunen das Pfund Mk. 2.85 natürliche Daunen wie alle inländischen, garantirt neu und ftaubfrei, in Farbe ähnlich den Eiderdaunen, anerkannt füll. Fräftig und haltbar: 3 Pfund genügen zum großen Oberbett. Tausende Anerkennungs schreiben. Verpackung umsonst. Versand gegen Nachn. von der ersten Bettfedernfabrit mit electrischem Betriebe Gustav Lustig, Berlin S., Prinzenstraße 46. Man verlange Preisliste. TUTI WECH A.HECK BERLI % Stempel Fabrik von[ 5526 Robert Hecht, Berlin S., Oranienstr. 142, liefert schnell und billig alle Artent Stempel in bester Ausführung. Werte Genoffen! Kautschut Typen" Perfekt" Wegen großer Abschlüffe bin in der Schockel u. leiser Pfeife, a St. 6, 7, zum Zusammensetzen einzelner Wörter Lage, Ihnen Kartoffeln für 2,20 W. 8, 9. 10 Mt., Wbch. a 1,50 Wt. sowie ganzer Säge von 1,50 M. an zu verkaufen. 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November, abends 8 Uhr, im Saale des Herrn Brüder, Waldemarstraße Nr. 75: Versammlung. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Friz Kunert: Bur politischen Situation." 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten.[ 243/ 20* Gäste willkommen. Zahlreichen Besuch erwartet Der Vorstand. Socialdemokratischer Wahlverein für den 4. Berl. Reichstags- Wahlkreis( Osten). Dienstag, den 20. November, abends 8 Uhr, Große Frankfurterstraße 117: Mittwoch, d. 21. Nov.( Buktag): Herrenpartie nach Hessenwinkel. Abfahrt morgens 9 Uhr Schles. Bahnhof. Frühstück: Friedrichshagen dort 11 Uhr. Mittag in Heffenwinkel. 1/13 Um zahlreiche Beteiligung ersucht Der Vorstand. Tages- Ordnung: 1. Vortrag der Frau Käthe Dunder Leipzig über: Das Verbot der industriellen( Gesellschaftshaus). Abmarsch von Frauenarbeit, ein Ausnahmegesetz gegen die Arbeiterin. 2. Diskussion. Zahlreiches Erscheinen besonders der Arbeiterinnen ist notwendig. NB. Dienstag, den 20. November, findet ebenfalls eine Versammlung statt im Elysium, Landsberger Allee 40, in der Frau Dunder referieren wird. Die Vertrauensperson. Volks- Versammlung Verein Berliner Buchdrucker und Schriftgiesser. Des Buhtags wegen findet der Bücherwechsel am Dienstag, Die Bibliothek- Kommission. in Cohns Festfälen", Beuthstraße 20( großer Saal). den 20. November, statt. am Mittwoch, den 21. November, " Tages- Ordnung: Vortrag des Volkswirtschaftlers Paul Schirrmeister über: General- Versammlung Brot- Verteurung und Kritik des Konsums. der Orts- Krankenkasse für das Tapezierer- Gewerbe Eine Kernfrage der Boltswirtschaftslehre. Kohlennot, Krisen, Wohnungsnot, Zollverhandlungen, Sittenprozesse u. a. Das Jahr 1900 hat uns Ereignisse von hoher Bedeutung gebracht: Die Frage der Weltmachtspolitik ist aufgerollt worden. In nächster Zukunft find wichtige Entscheidungen, besonders in der Bollpolitit, zu treffen. Jeder denkende Beobachter muß dazu einen Standpunkt zur grundsätzlichen Beurteilung gewinnen. Es gilt jetzt, den Zusammenhang der inneren Widersprüche in einer neuen Beleuchtung zu zeigen und so Klarhelt zu geben über den Weg zur allmählichen Ueberwindung der wachsenden ſocialpolitischen Schwierigkeiten. Anfang 8 Uhr. Beginn der freien Aussprache ca. 91/2 Uhr. Der Einberufer: Carl Schon, Neu- Weißensee, Wörthstr. 2. Versammlung. Deutsch. Metallarbeiter- Verband Tages Ordnung: 1. Mitteilung des Vorstands. 2. Vortrag des Gen. Ingenieurs Paul Grempe: Ueber Verbesserungen im Verkehrswesen." 3. Diskussion. 4. Verschiedenes. Um zahlreichen Besuch ersucht 244/ 11* Der Vorstand. Socialdemokratischer Wahlverein für den 6. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Dienstag, den 20. November 1900, abends 8% Uhr, im Kolberger Salon, Rolbergerstr. 23: General- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Bericht des Vorstands, Kassenbericht und Bericht der Revisoren. 2. Diskussion. 3. Wahl des Gesamtvorstands. 4. Vereinsangelegenheiten. Mitgliedsbuch legitimiert. Der Vorstand. [ 248/ 18*] Verwaltungsstelle Berlin. Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher: Amt VII, 353. Dienstag, 20. Novbr., abends 82 Uhr, im Lotale des Herrn Keller, Koppenstraße 29: Versammlung für den Often. Versammlung für den Often. 1. Vortrag über: Tages Ordnung: ,, Haeckels Welträtsel. Referent: Herr Dr. Rudolf Steiner. 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten. Die Bibliothek befindet sich im Verbands- Bureau, Engel- fer 15 1, und ist täglich während der Bureaustunden von 9-1 Uhr vormittags und 4-7 Uhr nachmittags geöffnet; Dienstags und Donnerstags außerdem bon 7-9 Uhr abends. Sonnabend nachmittags ist die Bibliothek geschlossen. 121/14 Die Ortsverwaltung. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Atung! Konfektions Schneider Adtung! Montag, den 19. November, abends 84 Uhr: zu Berlin am Donnerstag, den 22. November cr., abends 82 Uhr, in den Arminhallen, Rommandantenstr. 20. 1. Rechnungs- Bericht. Tagesordnung: 2. Bekanntmachung der Beschlüsse des Vorstands. 3. Wahl von Vorstandsmitgliedern( 2 Arbeitgeber, 4 Arbeitnehmer). 4. Wahl des Ausschusses zur Prüfung der Jahresrechnung. 6. Antrag des Borſtands betreffs Erhöhung der Leiſtungen u. Beiträge. 5. 6. Beschlußfassung über Abschließung eines Dienstvertrags mit den Kaffenbeamten. 7. Antrag auf Statutenänderung. 8. Verschiedenes. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht 10786 W. Ceft, 1. Vorsitzender, Charlottenburg, Kaiser Friedrichstr. 53. Achtung! Stuccateure. 4 Achtung! Montag, den 19. November 1900, im Saale des Herru Buske, Grenadierstr. 33: General- Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Abrechnung vom 3. Quartal. 2. Wahl des Hauptkassierers. 3. Be Schlußfaffung über die Verkürzung der Arbeitszeit in den Wintermonaten. Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert. Der Wichtigkeit der Tages- Ordnung wegen werden die Kollegen ersucht, vollzählig zu erscheinen. Der Vorstand. Fachverein der Musikinstrumenten- Arbeiter. Montag, den 19. November, abends 8/2 Uhr, bei Herrn Graumann, Naunynstr. 27. Montag, 19. November, abends 8½ Uhr, in Buk Salon, Mitglieder- Versammlung. Bezirks- Versammlungen. Große öffentliche Versammlung. Weften- und Südwesten: in Bellealliance- Casino, Bellealliancestr. 87. Tages Ordnung: Tages Ordnung: 1. Die sociale Lage der Konfektionsarbeiter und welche Mittel find zur Sebung derselben notwendig? Referent Rollege Ritter. 2. Disfussion. Um zahlreiches Erscheinen ersucht 1. Die Ueberstundenarbeit bei Siebert und Aschenbach| 3. Verschiedenes. und wie stellen sich die Kollegen der übrigen Werkstellen dazu? 2. Werkstattangelegenheiten. 3. Verschiedenes. Sämtliche Tischler, Einsetzer, Drechsler und Maschinenarbeiter von Siebert und Aschenbach find verpflichtet zu erscheinen; iede andre Werkstatt muß bertreten sein. Stralau- Rummelsburg: ⚫ im Lokale d. Herrn Beutling, Kant und Goethestr.- Ecke. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Kollegen endel 2. Distuffion. 3. Wahl eines Bezirksleiters. 4. Wie stellen sich die Kollegen zur Gründung einer eignen Zahlstelle? 5. Verschiedenes. Die Kollegen, die in Berlin arbeiten, ersuchen wir dringend, pünktlich zu erscheinen. Achtung! Die Ortsverwaltung. Der Vertrauensmann. 165/1 Verein deutscher Schuhmacher. im Lokal Englischer Garten, Alexanderstrasse 27c: Mittwoch, den 21. November( Busztag), abends 72 Uhr, Kombinierte Mitglieder- Versammlung lämtlicher Branchen. Tagesordnung: 1. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten E. Rosenow über: Aus der Entwicklungsgeschichte des Menschengeschlechts." 2. Diskussion. 3. Ver 171/1 Zahlreichen Besuch erwartet Die Ortsverwaltung. Drechsler! Achtung! ichiebenes Dienstag, den 20. November, abends 84 Uhr: Branchen- Versammlung der Drechsler in Neumanns ,, Kleinen Volksgarten", Brunnenstr. 150. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Weyl: Wie schüße ich mich vor der Lungenkrankheit?" 2. Wie halten wir das Errungene fest? 3. Verbands: und Branchenangelegenheiten. 4. Verschiedenes. Das Erscheinen aller Kollegen ist notwendig. 284/4 Mittwoch, den 21. November( Bußtag): Herren- Partie nach Tegel, Tegelort 2c. Abfahrt der Kollegen des Ostens und Südostens vom Schlesischen Bahnhof( Madaistraße) vormittags 8 Uhr 40 Minuten des Nordens 9 Uhr 45 Minuten Stettiner Bahnhof, 9 Uhr 50 Minuten Gesundbrunnen. Zahlreiche Beteiligung erbittet Die Werkstatt- Kontrollkommission. Lederarbeiter, Lohgerber, Weißgerber, Lederfärber etc. Montag, den 19. November, abends 8 Uhr, im Lokal ,, Marienbad", Badstr. 35: Versammlung. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Genoffen Ad. Hoffmann über: Auf was wir stolz find". 2. Diskussion. 3. Regelung der Unterstützungsfrage. 4. Verschiedenes. Anträge wolle man rechtzeitig schriftlich dem Unterzeichneten zu: gehen lassen. Da wichtige Fragen erledigt werden sollen, ist zahlreiche Be teiligung eines Jeden Pflicht. Der Vertrauensmann: W. Brinkmann. 10876* Verband deutscher Schneider u. Schneiderinnen ( Filiale Berlin). Dienstag, 20. November, abends 8%, Uhr, im Quifenstädt. Konzerthaus, Alte Jakobstraße 37: 1 Mitglieder Versammlung Tages Ordnung: 1. Abrechnung vom 3. Quartal. 2. Bericht der Ortsverwaltung und Neuwahl derselben. 3. Wahl einer Kommission für die Herrenkonfektion und die Militärbranche. 162/16 Mitgliedsbuch legitimiert. Ohne dasselbe kein Zutritt. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht Die Ortsverwaltung. Achtung! Rabitzputzer. Am Mittwoch, den 21. November, vormittags 92 Uhr, in den Arminhallen, Kommandantenstr. 20: Verband d.Tapezierer u. verw. Berufsgen. ( Filiale Berlin.) Bureau: Engel Ufer 15, Zimmer 35. Dienstag, den 20. November a. c., abends 8 Uhr: 1926] Bezirks Versammlung Süden im Restaurant von Lorenz, Markgrafenstr. 83. Tages Ordnung: = 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Die Verbandsleitung. Berliner Genossenschaftsbäderei ( E. G. m. b.§.) Neue Hochfir. 18. Plan- fer 32. Reinickendorferstr. 65. Tages Ordnung: 1. Bortrag der Genoffin Jda Altmann über: Jugenderziehung. 2. Distuffion. 3. Bericht der Agitationsfomutiffion. 4. Bericht der Dele gierten zum Gewerkschaftskartell der Lokalorganisierten. 5. Vereins: Angelegenheiten. Den Kollegen im Osten zur Nachricht, daß sich die Zahlstelle Frank furter Allee 99, beim Kollegen Schwartzer, befindet. Achtung! Kollegen! Am Mittwoch( Bußtag) findet eine Herrenpartie des Ges fangvereins„ Sängertreis" der Musikinstrumenten- Arbeiter statt. Die Kollegen, Bahnhof zu erscheinen. Die Fahrt geht bis Königswusterhausen, von da zu die sich daran beteiligen wollen, werden ersucht, um 8 Uhr auf dem Görliger Fuß nach Mittenwalde. Um rege Beteiligung ersucht 142/18 Achtung! Der Vorstand. Achtung! Wahlverein Lichtenberg- Friedrichsberg. Dienstag, den 20. November 1900, abends 8 Uhr: Ausserordentliche General- Versammlung " in Höfliche Schwarzer Adler", Frankfurter Chauffee 120. Tages Ordnung: 1. Bericht von der Kreisfonferenz. 2. Statutenberatung. 3. Neuwahl des ersten Vorsitzenden und Ergänzungswahl der Bezirksführer. 4. Aus der Gemeindevertretung. 5. Verschiedenes. 14/8 Bahlreichen Besuch erwartet Der Vorstand. Freie Vereinigung der Civil- Berufsmusiker Berlins und Umgegend. Dienstag, den 20. November 1900, vorm. 11 Uhr: Mitglieder- Versammlung bei Schultz, Grenadierstraße 33. 50/12 Tages- Ordnung wird in der Versammlung bekannt gemacht. Um pünktliches und zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Sonnabend, den 1. Dezember, abends 8½ Uhr, im Comptoir, Verein abstinenter Arbeiter und Arbeiterinnen Nene Hochstraße 18: General- Versammlung. Tagesordnung: 1. Bericht des Vorstands und Aufsichtsrats und Entlastung desselben. 2. Borlegung der Bilanz und des Berichts des gerichtlichen Bücher: Revisors. Beschlußfaffung über dieselbe. 3. Statutenänderung. 4. Neuwahlen. 5. Anträge und Verschiedenes. Die Bilanz liegt zur Einsicht der Genossenschafter im Comptoir aus. Berlin, den 17. November 1900. Der Vorstand. Verband der Graveure u. Cifeleure. Dienstag, den 20. November, abends 8% br: Filial- Versammlung ' im Dresdener Garten, Dresdenerstr. 45. Tages Ordnung: V 1. Geschäftliches. 2. Fortsetzung und Schluß der Debatte über Werkstatt- Verhältnisse. Abstimmung über den Antrag Leidener. 3. Verschiedenes. Berlins und Umgegend. Sonntag, den 18. November, nachm. 5 Uhr, im Lokal Landau, An der Stadtbahn 5: Oeffentliche Versammlung. Tages Ordnung: Vortrag über: Richtiges und Falsches an der Altohol- Theorie des Reichstags- Abg. Wurm. Der Vorstand. Socialdemokratischer Verein zu Schöneberg. Montag, den 19. November, abends 8 Uhr, bei Obst, Grunewaldstraße 110: Versammlung. Tages Ordnung: antiviz. Bereinsangelegenheiten. Berschiedenes. Die Arbeiter und die Vivisektion." Referent: Herr Otto Dittmann: Die Mitglieder werden ersucht, zahlreich zu erscheinen. 15/13 Der Vorstand. R. Rüter. Charlottenburg. [ 74/16 Montag, den 19. November, abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Wernicke, Bismarckstraße 34: Wegen der äußerst wichtigen Tagesordnung ist es Pflicht eines jeden Der Vorstand. Kollegen zu erscheinen. Volks- Versammlung am Montag, den 19. November, abends 8 Uhr, in der ,, Ressource", Kommandantenstrasse 57. Zeitbilder. Mitglieder- Versammlung andre Prozesse. der Zahlstelle Berlin III des Centralverbands deutscher Maurer. Tages Ordnung: 1. Wie stellen wir uns zu der Antwort der Unternehmer betreffs unsrer gegenseitigen Vereinbarung vom 9. Juli d. J.? 2. Gewerkschaftliches und Verschiedenes. Die örtliche Verwaltung. Tages Ordnung: Entmündigungsverfahren und Versammlung der Plätterinnen und Wäscherinnen. Tagesordnung: Vortrag der Genoffin Vogel über: Die Stellung der Frau und ihre Entwicklung. Gäste haben Zutritt. [ 1121b Liebknecht, Mufikwerke Bebel, Lassalleu. 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Georg Grndnniier in Grvb-Lichterfelde. gür den JnferatenteU vtrantivorilich: Tb. Glocke in Berlin. Druck und Lcrlag von Mou Babing in 1\l 270. 17. Zahrgailg. 2. JeilU des„Mmillls" KtlllM WlksdlM s.m,.g..8 so». Prozeß Sternberg. Nach Eröffnung der Sitzung durch Landgerichtsdirektor Müller teilt derselbe mit, daß der Gerichtshof den Antrag des Angeklagten Sternberg, den Chcfredacteur Kronsbein darüber zu ver- nehmen, von wem die Artikel in der„Post" herrühren, abgelehnt habe, da das Beweisthema au dieser Strafsacke in keiner Beziehung stehe. Bei dieser Gelegenheit kommt der Vorsitzende auf eine gestern vom Angeklagten Sternberg zu dieser Sache gemachte Bemerkung zurück. Diese Bemerkung erhebe eine unerhörte Verdächtigung gegen die hier auf dem Podium sitzenden Beamten, denn er habe gesagt, daß vielleicht amtlich mit dieser Sache befaßte Per- sonen diesen Artikeln nicht fernstehen könnten.(Der Angeklagte schüttelt mit dem Kopf,) Sollte der Angeklagte noch einmal eine solche dreiste Anschuldigung erheben, so würde ihn der Gerichtshof sofort in die höchst zulässige Ordnungsstrafe nehmen. Der Angeklagte will etwas erwidern, der Vorsitzende erklärt aber, keine weitere Bemerkung entgegenzunehmen. Im Anschluß hieran stellt der Vorsitzende die schön von der ininisteriellen„Berl. Korr," hervorgehobene Zchatsache fest, daß der Direktor des Detekliv-Jnstituts.Jus" keine Belobigung vom Justizminister erhalten habe, vielmehr nur dem im Wieder- aufnahme-Verfahren freigesprochenen Steuererheber Drinkman» auf Anweisung des Justizministers die 750 M. wieder erstattet wurden, die er dem Detektiv-Jnstitut„Jus" zu bezahlen hatte. Die Ver- teidigung verzichtet nunmehr auf den Antrag, den Justizminister darüber als Zeugen zu laden. Es werden hierauf einige von der Verteidigung geladene Zeugen vernommen. WaS ein Detcktiv-Direktor ermittelt. Frau G o e r z bekundet einen Vorfall, bei welchem die Frieda Woyda vor sieben Jahren eine unzüchtige Handlung mit einer kleinen vierjährigen Gespielin vorgenommen haben soll. Die Frieda habe damals sofort von ihrer Mutter Schläge be- kommen. Die Thatsache ist, wie durch Befragen der Zeugin festgestellt wird, durch den Detektiv- Direktor Schulze ermittelt worden. Ueber die Möglichkeit des behaupteten Vorgangs erheben sich längere Erörterungen, an denen sich Staatsanwalt Braut, die gerichtlichen Sachverständigen Dr. S t ö r m e r und Dr. Puppe, die Beisitzer und die Verteidiger beteiligen. Auch Frau Elise Z i ck e r t bekundet eine unzüchtige Handlung, die vor Jahren die Frieda Woyda mit dem kleinen Sohn der Zeugin begangen haben soll. Die damalige Nachbarin der Zeugin, Frau Bornemann, hatte ihr von dem Vorgang erzählt. Auf die Fragen des Staatsanwalts giebt die Zeugin zu, daß sie von zwei Männern über den Leumund der Woyda befragt worden sei, ohne daß irgend eine Art der Beeinflussung sich geltend ge- macht habe. Eine Frau Müller ist nach ihrer Bekundung zweimal Augen- zeugin einer recht unzüchtige» Handlung gewesen, die Frieda Woyda vor etwa 7 Jahren an dem kleinen Neffen der Zeugin vorgenommen. Die Zeugin ist darüber so empört gewesen, daß sie das Mädchen auf den Mund geschlagen und sich bei der Mutter der Frieda beschwert hat, welche die Frieda sehr gezüchtigt hat. Auch ein drittes Mal hat sich Frieda gegen den Knaben unzüchtig vergangen.— Frieda Woyda erklärt, sich auf alle diese Dinge nicht besinnen zu können.— Justiz- rat Dr. S e l l o betont, daß sie in der ersten Verhandlung in einem Fall zugegeben, daß sie Dummheiten mit dem kleinen Jungen vor- igenommen habe. Frieda Woyda behauptet, daß sie das nur gesagt habe, weil Frau Müller ihr so etwas zugeflüstert habe. Frau Müller destreitet dies entschieden. Sie behauptet auch, daß sie die Frieda nur als verlogen kennen gelernt habe. Auch die von dieser Zeugin bekundeten Thatsachen sind von dem Direktor Schulze und einem andern Herrn, der nach dcni Leumund der kleinen Woyda forschte, ermittelt worden. Die Briefe der Pfeffer. Nach einer kiirzen Pause wird Kriminalkommissar v. TreSckow befragt, welches Ergebnis seine Recherchen»ach den Briefen der Pfeffer auf dem Boden des Hauses Wilhelmstr. 47 gehabt haben. v. Tresckow erklärt, daß das Nachsuchen bisher keinen Erfolg gehabt babe. Der Vorsitzende bittet, die Nachforschungen am Dienstag bis Mittag fortzusetzen. Au jenem Tage habe die Kammer einige not- wendige Hastsachen zu erledigen, um aber nicht einen ganzen Tag zu verlieren, soll der Prozeß Sternberg erst um 12 Uhr mittags wieder aufgenommen werden. Der Angekl. Sternberg hofft, mit Hilfe eines Vertrauensmanns die Papiere herauszufinden. Auf Anregung der Verteidiger Justizrat Dr. S e l l o und Fuchs l wird die Zeugin Frau Blllmke nochmals darüber befragt, ob sie denn jetzt während des Prozesses mit ihrer Schwester Frieda über den Prozeß und ihre Aussage gesprochen hat. Frau Blümke bejaht dies. Sie habe die Frieda oft genug gefragt, ob sie denn jetzt die Wahrheit sage, das Mädchen bleibe dabei, daß sie jetzt die reine Wahrheit sage und die früheren Unwahrheiten nur auf den Einflüsterungen des Zeugen Stierstädter beruhen. Nochmals Sttcrstädter. Darauf wird Frieda Woyda nochmals vorgerufen und sehr eindringlich und eingehend vom Vorsitzenden befragt, wie sie denn zu gewissen Einzelheiten gekommen sei, die sie vor dem Untersuchungsrichter Hömel als angeblich geschehen bekundet hat. Frieda bleibt immer wieder dabei, daß Herr Stierstädter ihr alles das vorerzählt und immer wieder vorgehalten habe. Sie wisse ganz gut, daß sie das erste Mal unrecht gethan habe, sie habe aber jetzt ganz gewiß die Wahrheit gesagt.— Zeuge Stier st ädter bestreitet die Behauptungen des Mädchens. Das sei alle« nicht wahr.— Frieda: Es ist doch wahrl— Zeuge Stier st ädter: Es ist nicht wahr!— Frieda: Es ist doch wahr! Ich sage jetzt die Wahrheit.— Zeuge Stier st ädter: Ich hätte ja 24 Stunden Zeit haben müssen, um dem Mädchen alle diese Einzelheiten mitzuteilen; während der kurzen Droschkenfahrt»ach der Polizei war dies ganz unmöglich.— Frieda: Es ist doch wahr l Herr Stierstädter hat mir alles vorerzählt. Er ist ja oft genug in unsrer Wohnung geivesen und hat davon gesprochen.— Der Borsitzende macht das Mädchen darauf aufmerksam, daß in ihrer Aussage vor dem Unter- suchungsrichter doch auch Einzelheiten enthalten seien, die sie un- möglich von Herrn Stierstädter haben könne, da sie diesem überhaupt nicht bekannt sein konnten. Ei» neuer Appell an Frieda Woyda. Der Vorsitzende giebt sich unendliche Mühe, viele Minuten hindurch durch die minutiösesten Fragen von der Zeugin herauszu- bekommen, wie sie denn nun zu diesen Einzelheiten gekommen sei.— Präs.: Frieda geh' doch in Dich und sage die Wahrheit!— Frieda: Ick sage jetzt die Wahrheit.— Präs.: Wir wollen in aller Ruhe noch einmal alle Punkte erörtern. Du mußt mir eine Erklärung dafür geben, wie Du zu den Einzelheiten gekommen bist, die Du doch nicht alle von Herrn Stierstädter erhalten haben kannst. Kind, sage doch die Wahrheit!— F r i e d a: Ich sage ja die Wahrheit. Ich weiß ja, daß ich Unrecht gethan habe, aber ich sage jetzt die Wahrheit.— Präs.: Aber. Kind, Du mußt mir doch irgend eine Erklärung abgeben können, wie Du zu jener Aussage gekommen bist.— Frieda: Herr Stierstädtcr hat mir alles vorerzählt, ich habe auch noch manches zugesagt.— Präs.: Sollen wir denn wirklich glauben, daß Du in der Zeit, wo Du vom Untersuchungs- richter vernommen wurdest. Dir in aller Eile zu dem, was Dir an- geblich Herr Stierstädter vorerzählt haben soll, noch selbst etwas zugelogen hast? Das ist doch kaum glaublich.— Frieda: Ich habe meistens alles von Herrn Stierstädtcr.— Etwas Weiteres ist von dem Mädchen nicht herauszubekommen. Sie bleibt dabei, daß sie jetzt die Wahrheit gesagt habe und nichts weiter sagen könne. Auf weiteres Befragen des Recbtsanwalts Dr. Werthauer meint das Mädchen, daß- es bei der Vernehmung vor dem Untersuchungsrichter nicht in so langen, zusammenhängenden Sätzen, wie sie das Protokoll enthalte, gesprochen, sondern auf Fragen geantwortet habe.— Präs.: Der Untersuchungsrichter kann unmöglich Dich über Dinge befragt haben, von denen er selbst nichts wußte.— Rechtsanwalt Heinemann; Herr Stierstädter, wenn Sie nun das alles hier hören, was sagen Sie dazu?— Zeuge Stier st ädter: Wenn ich das alles höre, kann ich nur sagen: Entweder hat die Frieda früher scbrccklich gelogen oder sie' lügt jetzt! Das muß wohl der ganzen Welt klar sein.' Wenn ich dem Mädchen nach angeblichen Notizen alle diese Sachen einreden sollte, muß ich doch ein ganzes Buch voll Notizen gehabt haben. Eine kleine Mitschülerin der Woyda bekundet einige unanständige Ausdrücke, die sie von derselben gehört haben will. Dies sei vor etwa zwei Jahren geschehen. Auch einen andren Vorfall bekundet sie, der darauf hindeuten solle, daß das Mädchen zu Unanständigkeiten hinneige. Frieda Woyda bestreitet, die unanständigen Worte gebraucht zu haben und will sich auf den andern Vorgang nicht mehr besinnen. Auf verschiedene Vorhaltungen der Verteidigung erklärt das Mädchen:„Ich will mich ja auch gar nicht loben!" Zeugin Frau Marie L a d e m a n n hat vor 6 bis 7 Jahren von einem kleinen Mädchen gehört, daß Frieda Woyda mit ihr unzüchtige Handlui gen vorgenommen habe. Der Vorsitzende will im Anschluß hieran an einzelne der ehe- maligen Hausgenossen der Familie Woyda einige Fragen der Sachverständigen gerichtet wissen, die sich auf die Eltern der Frieda Woyda, deren Gesundheitszustand ic. beziehen. Zwei der Zeuginnen können in dieser Beziehung nur aussagen, daß sie den Vater manchmal be- trunken gesehen haben, sonst aber nichts wissen. Physikus Dr. Stürmer hält es für durchaus notwendig, daß die Sachverständigen noch Näheres über das Vorleben der Eltern erfahren und über das Geistes- und Triebleben des Mädchens durch besondere Ex« ploration mehr als bisher unterrichtet werden. Die zahl- reichen Fragen in dieser Beziehung könne er im Augenblick nicht an die Zeugin stellen, er halte es zur Vorbereitung seines Gutachtens für nötig, daß er durch längere Unterhaltungen mit der Frieda Woyda in die Lage komme, die ihm wichtig erscheinenden Momente festznstcllen.— Die Eheleute Blümke erklären sich damit einverstanden, daß die Sachverständigen sie zum Zweck der Ex- ploration der Frieda besuchen.— Sachverständiger Dr. Moll hält weitere Fragen auch für wünschenswert, die Sachverständigen Geh. Rat Professor Dr. Eulenburg und Dr. Puppe halten es für ausreichend, wenn Frau Huth, als die Schwester der Frau Woyda, über das Leben der Woydaschen Eheleute befragt werde.— Der Gerichtshof hält die von dem Sachverständigen Dr. S t ö r m e r gewünschten Vorbesuche nach§ 80 Str.- P.- O. für unzulässig, zumal es sich hier nicht um die Exploration eines Ange- klagten, sondern eines Zeugen handle.— Rechtsanw. Dr. Werth au'er behält sich einen bestimmten Antrag über diese Frage vor. Der Zimmermann Görtz kann Wesentliches nicht aussagen. Frau Kahlert hat etwa 6 Jahre mit der Familie Woyda in einem Hause zusammen gewohnt. Sie hat Nachteiliges über Frieda selbst nicht bemerkt, sondern nur von der Mutter gehört, daß sie das Mädchen häufiger auf einer Lüge ertappe und es ihr gleich am Gesicht ansehe, wenn sie gelogen habe. Die Mutter habe aber nicht gesagt, daß das Kind mehr wie andre Kinder lüge. Die Zeugin selbst hat das Kind nicht lügenhaft befunden, sie weiß auch nichts von einer etwaigen Krankheit der Eltern. Auck Frau A l b r e ch t kennt die Frieda nicht als besonders lügenhaft. Zeugin A l b r e ch t hat im September einmal zu der Frieda gesagt:„Du siehst ja jetzt immer so fein aus?" Darauf hat das Mädchen geantwortet,„sie habe mit ihrer Schwester geerbt und sie komme nun in eine höhere Schule". Eine andre Frau sei dabei gewesen.— Frieda giebt zu, eine Erbschaft nicht gemacht zu haben, erklärt aber auch, nicht zu wissen, daß sie so etwas gesagt habe.— Präs.: Wie kommst Du nun zu solcher Erzählung? Du mußtest doch das wieder erlogen haben?— Frieda: Ich weiß ja gar nicht, daß ich so etwas gesagt habe. Nachdem noch die Tochter der Zeugin Albrecht vernommen worden, die nichts zur Sache sagen kann, vertagt der Vorsitzende die weitere Verhandlung auf Montag 0�/s Uhr. Der Harmlosen-Prozeß in zweiter Auflage. Noch ist der Prozeß Sternberg in vollem Gange und schon rüstet man sich im Kriininalgerichtsgebäude in Moabit aufs neue zu einer „großen Aktion", die das allgemeine Jntereffe schon einmal in her- vorragendem Maße in Anspruch genommen hat. Vor der dritten Strafkammer deS Landgerichts I soll am Montag der vielerörterte „Harmlosen-Pro'zeß" in zweiter, zwar nicht verbesserter, aber vermehrter Auflage seinen Anfang nehmen. Als die Geheim- nisse des„Klubs der Harmlosen" im Oktober v. IS. vor derselben Strafkammer enthüllt wurden, da strömten tagtäglich zahlreiche Neu- gierige aus allen Gesellschaftsklassen in den Schwurgerichtssaal, in welchem 's o viele uniformierte und nicht uniformierte Vertreter der jeuuossv doree darüber vernommen wurden, wie es bei den Vergnügungen der eleganten Lcbewelt zugeht, wenn sie, die Nacht zum Tage machend, bei perlendem Sekt der Väter Gelder im tollen Glücksspiel leichtsinnig vergeudet. Diesmal wird sich das sonderbare forensische Schauspiel in etwas engeren Grenzen halten, denn der große Schwur- gcrichtssaal ist anderweitig besetzt und für die Verhandlungen steht nur der kleine Schwurg'erichtssaal zur Verfügung, welcher nur eine geringere Zahl von Zuhörern aufzunehmen vermag. Dies- mal. sind es vier Personen, gegen welche sich die auf g e w e r b s�- mäßiges Glücksspiel läutende Anklage richtet: 1. Der frühere Regierungs-Neferendar und ehemalige Lieutenant der Reserve im II.' Garde-Ulanen- Regiment Bruno von Kayser, der jetzt 31 Jahre alt ist und seiner Zeit in dieser Strafsache über 8 Monate in Untersuchungshaft zugebracht hat; 2. der jetzt 24 Jahre alte Lieutenant der' Reserve im II. Garde-Feldartillerie-Regiment Hans Bernhard v. K r ö ch e r. Sohn des Generalmajors und Brigade- kommandeurs v. K r ö ch e r. Auch er hat seiner Zeit über acht Monate in Untersuchungshaft gesessen; 3. der Kaufmann Alexander Paul von Schachtmeyer, jetzt 28 Jahre alt, Unteroffizier d. Res. im Feldartillerie Regt. Nr. 3. Diesen drei An- geklagten, die seiner Zeit die erste gerichtliche„Harmlosen"-Campagne gemeinsam durchgemacht haben, gesellt sich diesmal 4. der in Spieler- kreisen sehr bekannte und wegen gewerbsmäßigen Glücksspiels vor- bestrafte Rentier Hermann Wolff hinzu, zu dessen„RuhmeSthaten" ein in den achtziger Jahren von ihm und dem Spieler Reuter ausgeführter Eoup gehört, bei welchem dem Fabrik- besitzer Arthur Prins-Reichenheim in einer Nacht die Kleinigkeit von 100 000 M. im Spiel abgenommen worden ist. Er war/ als der Harmloscn-Prozeß am 2. Oktober v. I. seinen Ansang nahm, so vorsichtig gewesen, nicht auffindbar zu sein und hat sich der Staatsanwaltschaft erst zur Verfügung gestellt, nachdem am 21, Oktober v. I. der Gerichtshof unter Vorsitz des Landgerichts- Direktors D e n s o die Angeklagten freigesprochen hatte, well er die ThatbestandSmerkmale des„gewerbsmäßigen" Glücksspiels' nicht für erfüllt ansah. Das Reichsgencht hat die rechtlichen Gesichts-■ punkte, aus welchen die Strafkammer zu seiner Entscheidung ge- kommen ist, infolge der von der Staatsanwaltschaft eingelegten Revision nachzuprüfen gehabt und ist zur Aufhebung des ersten Urteils gekommen. Daraus ergie'bt sich die Notwendigkeit, den gesamten Riesenprozeß noch einmal zu verhandeln. Unter den Angeklagten wird die Figur des Wolff die interessanteste sein. Er ist s. Z. durch v. K r ö ch e r in die vornehmen Spielerkreise eingeführt worden, wurde als„sehr anständiger und reicher Rentier" ausgegeben und hat sich unter den jungen adligen Offizieren und sonstigen Spielern wie ein vollkommener„Gentleman" bewegt— wenigstens wurde ihm in der vorigen Verhandlung dieses Zeugnis von den verschiedensten Seiten ausgestellt. Welche Rolle er an Jeu-Abenden gespielt hat, wird die Verhandlung zu ergebe» haben, die Rolle der drei übrigen Angeklagten ist schon während der vorigen Verhandlung in ausgiebigstem Matze illustriert worden. Es wird noch erinnerlich sein,' daß der ganze Prozeß seinen Ausgangspunkt von einigen Artikeln des„Berl. Tagebl." nahm, welche das Leben und Treiben im Klub der Harmlosen schilderten und von einem Herrn Dr. Ko rn b lu m. der mitten in der Spielergesellschaft ge- standen hatte, inspiriert waren. Die polizeilichen Recherchen haben dann ergebe», daß seit einer Reihe von Jahren hier in Berlin sich eine Gesellschaft von Ossizieren, jungen Beamten und Lebemännern aller Art, die bei Pferderennen sich zusammenfand, zu einer Spielet« gesellschaft geformt hatte, die in verschiedenen Weinrestaurants oder in besonders gemieteten Hotelräumen das Glück beim Baccarnt versuchte. So manche verheißungsvolle Karriere, so manches blühende Menschenleben soll im Laufe der Jahre durch die Launen des Spiel- teufels vernichtet worden sein. Infolge von Zwistigkeiten kam es schließlich zu einer Secession und auf Betreiben v. Kröchers, des Grafen Königsmarck, des bekannten Frhrn. von und zu Egloffstein und andre wurde der später unter diesem Namen bekannt gewordene „ K l ujb der Harmlosen" begründet, für den im Centralhotel ein Saal und zwei Zimmer zur Verfügung standen, bis er später in das Minerva-Hotel übersiedelte. Er ivurde am 15. Oktober 1898 durch ein glänzendes Diner eröffnet, nachdem mehrere hundert Einladungen an die Offiziere aller wohlhabenden Regimenter ergongen waren. Bald nach dem Eröffnungsdiner schieden Graf Königsmarck und Freiherr von EgloMein ans dem Vorstand aus und der Angeklagte v. Schachtmeyer wurde in denselben ge- wählt. Es wird noch frisch in Erinnerung sein, wie es an Spiel- abenden, namentlich an den„großen" Abenden des Sonnabends in diesem Klub hergegangen ist und wie insbesondere der Angeklagte v. Kayser durch die Kaltblütigkeit seines Pointierens und durch die Spielbeteiligung mit großen Summen, der Angeklagte v. K r ö ch e r aber durch seinen verblüffenden Wagemut und sein unheimliches Glück aus dem großen Kreise der übrigen Spieler hervorragten. Aus dem ganzen Auftreten und der Lebenshaltung der Angeklagten, insbesondere der Angeklagten v. Kayser und v. Kröcher folgert die Anklage- beh'örde, daß sie nicht nur aus besonderem Hang der Göttin Fortuna nachjagten, nicht nur. wie so viele andre sich durch das Setzen großer Summen auf eine Karte einen besonderen Nervenreiz sich verschafften, sondern aus dem Glücksspiel geradezu ein G e w e r b e machten. Die Anklage behauptet, daß Herr v. Kayser mit den ordentlichen Mitteln, die ihm zu Gebote standen, nicht im stände gewesen wäre, so zu leben, wie er es gethan. und daß die ganze Lebenshaltung des Herrn v. Kröcher, der sich eine luxuriöse Wohnung, Pferd und Wagen und einen Kammerdiener hielt, kostspielige Reisen nach Ostende, Monte Carlo, Wiesbaden, Paris zc. machte und einer Sängerin seine Huldigungen darbrachte, ganz und gar auf den Spiel er w erb zugeschnitten war. Ursprünglich neigte die Anklagebehörde sogar der Ansicht zu, daß in Gemeinschaft mit Herrn Wolff falsch gespielt ivorden sei, und es wird noch erinnerlich sein, daß, obgleich dieser Gesichtspunkt gänzlich fallen gelassen worden war, die gutachtlichen Darlegungen des Sach- verständigen Prestidigitateurs Hermann und des Kriminal- kommissars v. Manteuffel über die Tricks der Falschspieler einen ziemlich breiten Raum in der Verhandlung einnahmen.— Aus drr Zahl dr geladenen Zeugen ist zu schließen, daß die neue Verhandlung der ersten an Umfang kaum nachstehen wird. Den Vorsitz wird diesmal Landgerichtsdirektor Oppermann führen, die Anklage wieder durch den Oberstaatsanwalt Dr. I s e n b i e l und den Staatsanwaltschaftsrat Keller vertreten sein, den Angeklagten werden wiederum Justizrat Dr. S e l l o und Rechtsanwalt Dr. Schachtel, sowie die Rechtsanwälte Dr. Schwindt, Pincus I und Wronker(letzterer für Wolff) zur Seite stehen. Dem Vernehmen nach wird der im Auslande weilende Angeklagte v. Kröcher nicht an Gerichtsstelle erscheinen, so daß gegen ihn nicht wird verhandelt werden können. i Freie Volksbühne Heute, nachmittags 27, ühr: II. Abteilung. Carl Weias-Xheater: Ueber nnsre Kraft.(II. Teil.) Die Mitglieder werden gebeten, pünktlich zu erscheinen. Totensonntag, 25. A'ovember, keine Vorstellnng. Die Mitglieder werden daraul' aufmerksam gemacht, dass sie nur die Voratellnng ihrer Abteilnng besnehen dürfen. Xachziigler haben kein Anrecht auf einen Platz im Theater. 234/15 Der Vorstand. I. A.: G. Winkler. Schweizer Garten. Am Königsthor. Am Friedrichshain. Im neuen groben Saale: .Jeden Dal] Sonntags JJull bei verstärktem Orchester.— Ans. 4 Uhr Clyslum Landsberger Allee 40- 41. Jeden Sonntag und Mittwoch: Horüäeutsetie Säuger. Grosses Konzert. Um S Uhr:»Al l Antang 5 Uhr Entree 30 Pf. Urania Wrangelstrasse 10/11, Jeden Sonntag: Grosser Ball. Ans. 4 Uhr. Siehe Anschlagsäulen. I Empfehle mein Lokal zu Fest- 1 lichkeiten und Versammlungen. 5K23L») C. F. Walter. Gesellschaftshaus Swinemunderftr. 4L. Tägl. Theater«. Specialitäten- Borftellung. Jeden Sonntag: Ball. Säle für Gesellschaften, Bereine, koulant zu vergeben.(56242* H. Kriegers Festsäle, Wasserthorstr. 68. ♦ ffimpf. meinen Saal Vereinen und Gewerkschaften zu Versammlungen u. Festlichkeiten.— Jeden Sonntag, Dienstag u. Sonnabend öffentl. Tanz. Einige Sonnabende noch zu vergeben. Heinricli Heines sämtliche Werke, 43/2 IL Bände in 4 Bänden gebunden, für 6 Mark. Alle andren Klassiker billigst, auch auf Teilzahlungen. Prospekte gratis. Karl Herrmann Otto u. Co.. Berlin- Schöneberg, Gehlerstrahe 19. Alhamlwa Wallnertheatcr-Strasse 15 Jeden Sonntag und Dienstag: Gr. Extra-Ball bei doppelt besetztem grossen Orchester Anfang 5 Uhr. 136* A. Zaiueitat. Allen Parteigenossen, Freunden und Bekannten bringe mein in der LützowstraHe 51, Fcke Dörnbergstrasse, nett eröffnetes Schaiik-liOkal in empfehlende Erinnerung. Umi Hohmutb, (früh. Charlottonburg, Pestalozzistr.84). Für den Inhalt der Inferate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber feinerlei Verantwortung. side Theater. RANIA** Taubenstr. 48/49. outdo Sonntags 19 13mad abends 8 Uhr: Invalidenstr. 57/62: Aufden Wogen des Oceans. Weltausstellung in Paris". Montag: abends 8 Uhr: ,, Die Weltausstellung in Paris". Sonntag, den 18. November. Freie Volksbühne. Carl Weiß- ,, Die Theater. 2. Abteilung( blaue Karten). Ueber unire Straft. ( II. Tell.) Anfang 22 Uhr. Opernhaus. Undine. Anf. 72 Uhr. Montag: Carmen. Schauspielhaus. Der wilde Reut lingen. Anfang 72 Uhr. Montag: Othello, der Mohr von Venedig. Im Hörsaal: ,, Wie soll man heizen". Invalidenstr. 57/ 62.18 Neues Opern Theater( ron). Tägl. Sternwarte. Narziß. Anfang 7 Uhr. Montag: Don Pasquale. Deutsches. Die Macht der Finsternis. Anfang 7 Uhr. Nachm. 22 Uhr: Faust. Montag: Rosenmontag. Leffing. Die Mission. 72 Uhr. Nachmittags 5-10 Uhr. CASTANS Miffion. Anfang PANOPTICUM Nachm. 3 Uhr: Die Stlavin. Montag: Die Ehre. Berliner. Die ftrengen Herren. Anfang 7 Uhr. Nachmi. 2 Uhr: Prinz Friedrich von Homburg. Montag: Der Pfarrer von Kirchfelb. Residenz. Die Dame von Marim. Anfang 72 Uhr. Nachm. 3 Uhr: Sturm. Montag: Die Dame von Marim. Neues. Die Liebesprobe. Anfang 7 Uhr. Nachm. 3 Uhr: Nackte Kunst. Montag: Die Liebesprobe. Westen. Hoffmanns Erzählungen Anfang 7 Uhr. usdnd Friedrichstr. 165. Neu! Dahomey- Dorf. Nen 38 wilde Welber von der Leibgarde des Königs Behanzin. Kriegs- u. Gefechts- Scenen, Exercitien, Nationaltänze. Vorstellung: 12 Uhr mittags, nachm. von 3-10 Uhr stündl. ,.Allerseelen", neue Illusion! Russ. Damenkapelle Zarina. Entree 50 Pf. Militär u. Kinder 25 Pf. Carl Weiss- Theater Gr. Frankfurterstr. 132. Berlin wie es weint und lacht. Theater Grand- Hotel Alexander- Platz. Pummels Roman ober: Berliner Leben. Gr. Berliner Gesangspoffe in 5 Bildern. Nachmittags 312 Uhr zu kleinen Preisen: Robert und Bertram. Metropol Theater. Behrenstr. 55/57. Der Zauberer am Nil 96 mit dem originellen Mumien- Ballett. Sngtis fie Vorher: o dod Das brillante vollständig neue NovemberSpecialitäten- Programm. Bonhair- Truppe. Brüder Pantzer. Alice Berley Beginn der Vorstellung 28 Uhr, ber Operette 9 Uhr. Rauchen überall gestattet. Passage- Panoptikum. Neu: Krao, das Bindeglted zwischen Mensch u. Affe( lebend). Liza, das 12jährige Riesentind ( 336 Pfund schwer). China in Berlin. Großes theatralisch- ethnographisch. Schauftück in 11 Bildern. Entree einschließlich Theater 50 Pf. Kinder die Hälfte. Sanssouci Kottbuserstrasse. Jeden Sonntag, Montag und Donnerstag: Hoffmanns Nordd. Sänger. Anfang Sonntags 7 Uhr. Entree 50 Pf. Von 5-7: Unterhaltungs- Musik. Wochentags 8 Uhr. Entree 30 fin Nach jeder Soiree: Tanzkränzchen. nd Wochentags Tanz frei. Vereins- und Vorzugsbillets wochentags gültig. Säle zu Festlicht. u. Versammlungen Deutsche Apollo- Theater. Konzerthallen The Josephis ( ,, Die Unfesselbaren") Fräulein Loreley Nachm. 3 Uhr: Die luftigen Weiber Volksstück mit Gesang in 3 Atten Chavita. 8 von Windsor. Montag: Der Waffenschmied. Schiller. Die goldne Eva. Anfang ader 8 Uhr. 156 Nachm. 3 Uhr: Die Ehre. Montag: Die Welt, in der man fich langweilt. Seceffionsbühne. Die Bildschniger. Daheim. 72 Uhr. von Kalisch. Anfang 72 Uhr. & erdinand: Direktor Carl Weiß. * Madge Ellis. Sulivan& Aranka. Spandauer Brücke. Tägliche 4 ausländische Kapellen 4 Gr. Theater- Vorstellung. Montag: Fauftrecht. Dienstag: Cäcilie Carola W. Noacks Theater. Müller und Schulze auf der Pariser Weltausstellung. Mitt und& Specialitäten ersten Rangs. Brunnenstraße 16. woch: Geschlossen. Der Bär. Anfang Thalia Theater Nachm. 3 Uhr: Hodenjos. Peter Squenz.net och Montag: Der Tod des Tintagiles. Ein Heiratsantrag. Central. Der Brautvater. Anfang 712 Uhr. Nachm. 3 Uhr: Die Geisha. Montag: Der Brautvater.. Thalia. Der Liebesschlüssel. Anfang 712 Uhr. Montag: Diefelbe Borstellung. Luifen. König Krause. Anfang 8 uhr Nachm. 3 Uhr: Maria Stuart. Montag: König Krause. Friedrich- Wilhelmstädtisches. Der Zugendring. Anf. 72 Uhr. Nachm. 3 Uhr: Die Fledermaus. Montag: Der Tugendring. Carl Weik. Berlin wie es weint D und lacht. Anfang 712 Uhr. Montag: Faustrecht und Landfriedensbruch. Belle- Alliance. Grad' a Todsünd wert. Anfang 8 Uhr. Nachm. 31 Uhr: Rindervorstellung: Lieschens Himmelfahrt. Montag: Grad' a Todsünd wert. Metropol. Specialitätenvorstellung. Der Bauberer am Nil. Anfang 71 Uhr. Montag: Diefelbe Vorstellung. Apollo. Specialitäten Borstellung. Dresdenerstr. 72. Heute: Lezte Sonntags- Vorstellung: Kasseneröffnung 6 Uhr. Anfang 72 Uhr. Der allabendlich gefeierte Professor Sullivan Der Bettelstudent von Berlin. Poffe mit Gefang und Tanz in 3 Aft. von Braun u. Buffe. Musik v. Frante. Nach der Vorstellung: k. k. Fechtmeister Tanzkränzchen. sports zu einem Gang auf der Bühne des Apollo- Theaters heraus. Anmeldungen nimmt entgegen Die Direktion des Apollo- Theaters. Der Liebesschlüssel. fordert alle Freunde des FechtMontag: Der Liebesschlüssel. Dienstag: Bum letztenmal: Der Liebesschlüssel. Mittwoch: Oratorium: Paulus". Donnerstag: Bum erstenmal: Amor von heute. Große Ausstattungspoffe mit Gefang und Tanz. " 9 Cirkus Busch 2 Sonntag, den 18. November: große brillante Vorstellungen. Nachm. 4 Uhr und abends 72 Uhr. Nachm. 4 Uhr: Jeder Erwachsene 1 Rind auf allen Sigplägen frei, weitere Kinder die Hälfte. In beiden Vorstellungen: Berliner Landpartien Ult über ult. Tolle Streiche zu Wasser und zu Lande in 2 Aften. Besonders hervorzuheben: V Fräulein Boreley. Anf. 7 Uhr. Li Hung- Tichangs Reinfall in Montag: Dieselbe Borstellung. Palast. Specialitäten Borstellung. Die Regimentsnummer. Anfang 72 Uhr. Montag: Dieselbe Vorstellung. Meichshallen. Stettiner Sänger. Anfang 7 Uhr. Les bie Spree. In beiden Vorstellungen: Bergères mit ihrer Miniatur- Hundemente. I Muftreten d. vorzüglichft. Clowns m. ihren neueft. Wiken u, Späken. Abends 7 Uhr: Men! Passage- Theater Unter den Linden 22. D- Vorstellung. Jenseits der krummen Lanke. 3. Seebataillon 2. Compagnie. Die Katze u. d. Engel. Kolossaler Success The Brazil girl mila Zavan der fabelhafte Laternenmann 12 Debuts. Entree 50 Pf. inkl. Panoptikum, Palast- Theater Riesen: November Programm. frither Feen- Palast, Burgstr. 22. 82 hr: Die Regimentsnummer Schladebach, Schlächtermstr.: Direttor Richard Winkler. Mittwoch, 21. November( Buß- und Passage: Panoptikum. Speciali Bettag: Gefchloffen. täten Vorstellung. Sensationell! China in Sonntag, 25. November: Nur Berlin. Anfang mittags 12 Uhr. Größter Schlager aller Bisher in einmalige Aufführung: Die Montag: Dieselbe Borstellung. Europa vorgezeigten Feffelungen: Seemannsbraut ober: Die Rück Gesang in 4 Bildern. Anfang: Wochent. 71, Sonnt. 7 Uhr Entree: 50 Bf. Montag: Dorf und Stadt. Reichshallen. Täglich: Stettiner Sänger. To Sum Schluß:( zum viertlegtenmal!) Excellenz kommt! Anfang 8 Uhr. and si Vorher: Konzert. and Hap 201707010 duthiss Cirkus Jansly Schöneberg, Hauptstrasse, vis- a- vis dem Rathaus. Heute, Sonntag, 18. November: 2 grosse Extra- Vorstellungen. Nachmittags 4 Uhr und abends 8 Uhr. Nachmittags 4 Uhr: 1 Kind frei! ( Vorzügliches Programm!) Urania. Zaubenſtr. 48/49. Der chinesische Pranger. tehr aus China. Bollsnud mit Hoffmanns Salon Theatersaal) Abends 8 Uhr: Auf den Wogen des Oceans. Invalidenstr. 57/62. Die Welt Ausstellung in Paris. Täglich abends von 5-10 Uhr: Sternwarte. Montag: Die Weltausstellung in Paris. Im Hörsaal: Wie soll man heizen. Schiller Theater ( Wallner Theater). Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Die Ehre. Demonstriert und persönlich vorgeführt von dem hier in Berlin durch sein langjähriges Auftreten rühmlichst be: Besizer allerhöchster Auszeichnungen tannten Hoffünstler Dir. M. Roesner, und Anerkennungen. Europäische Kavallerien auf 16 Schulpferden. Borzüglichste Programmmummern! Köslinerstrasse 8. Bum 1. u. 2. Weihnachtsfeiertag zur Matinee fret. 1379* Befizer allerhöchfter eluszeichnungen Cirkus Renz- Konzert- Tunnel Cirkus by Karlstrasse. id conscio Wochentags 7 Uhr. 15 Nur erstklaffige Direktion: Sonntags 5 Uhr. Specialitäten. J. M. Hütt. Jeden Sonnabend nach der Vorstellung: Tanz ohne Nachzahlung. Schumann. Louis Kellers Festsäle, Schauspiel in 4 Atten von Hermann Heute, Sonntag, den 18. November, Koppenstrasse 29. Sudermann. Sonntag, abends 8 Uhr: Die goldene Eva. Lustspiel in 3 Atten Don Franz b. Schönthan u. Franz Koppel- feld. Montag, abends 8 Uhr: Die Welt in der man sich langweilt. Dienstag, abends 8 Uhr: Die Welt in der man sich langweilt. Central Theater Nachmittags 3 Uhr zu halben Breisen: Die Geisha. Abends 72 Uhr. Zum zweitenmal: Der Brautvater. Gesangspoffe in 3 Aften von Adolf Rosée. Mujit von H. Plazbecker. Montag und folgende Tage: Der Brantvater. Secessionsbühne. nachmittags 3/2 Uhr und 72 Uhr: is gat grosse Gala- Parade2 Vorstellungen. Nachmittags 312 Uhr: Die lustigen Maurergesellen. aus dent New Yorker Straßenleben, Komische Pantomime. Straßenscene ausgeführt von der aus 15 Bersonen bestehenden amerikanischen Excentric: Truppe Oceano". In beiden Borstellungen: Löwen wen- Baron, Rawsone u. June. Direttor Alb. Schumanns anerkannt unerreicht dastehende Originaldreffuren. Auftreten des gesamten Künstler personals. Nachmittags 3/2 Uhr auf allen Plägen 1 Kind frei, jedes weitere Rind halbe Preise( außer Galerie). Abends 7 Uhr: Zum Schluß der Vorstellung: CHINA. Größtes und sensationellstes ManegenAusstattungsstück mit wunderbaren Wasser und Lichteffekten. Alexanderstr. 40. Mitwirkend ca. 600 Personen. Nachmittags 3 Uhr: Neueste Einlage: Hockenjos u... Peter Squenz". Erftürmung der 20 Fuf hohen Abends: Die Bildschnitzer. glatten chinesischen Mauer. Daheim. Der Bär. Hiffung der deutschen Flagge. Morgen: Der Tod des Morgen, Montag, den 19. November, Tintagiles. Ein Heirats- abends 7/2 Uhr: Grosse antrag. Sports- Vorstellung. Heute, Sonntag: nsjo Humoristischer Abend der renommierten Leipziger Sänger- Quartett u. Humoristen Herren Pauly, Muller, Hoffmann, Oppermann, Schmitz, Antonius, Cröning. Neues decentes humoristisches Programm. Gr. Juftrumental- Konzert des Berliner Konzert- Orchesters unter Leitung seines Dirigenten Herrn Rud. Tietz. Grosser Ball. Zwei Orchett Rud. Tietz. Tietz. Vor und während des Konzerts im Nebensaale Ball. Anfang 5 Uhr. Entree 30 Pf. Reserviert 50 Pf. Diese Vorstellungen finden jeden Sonntag und Mittwoch statt. Mittwoch, den 14. November: Humoristischer Abend der Leipziger Sänger mit gänzlich neuem Programm.[ 1142*] Louis Keller. predam Wo amüsiert man sich grossartig? Hasenheide 21 und Jahnstr. 8 in Schnegelsbergs Festsälen, nh.: Max Schindler. Telephon: Anit IV Nr. 1132. at Specialitate Cigarren- und echten Weichselspitzen Regen verbunden mit Schlangen- u. Bonbon- Regen u. diversen Ueberraschungen. Täglich: Specialitäten- Vorstellung. Entree frei. Empfehle den geehrten Gewerkschaften, Vereinen, Fabriken 2c. meine Säle, 300 und 1200 Personen faffend( mit Bühne) zu Versammlungen und Festlichkeiten jeder Art.[ 57418* Die Unsauberkeiten und dsigste Ungehörigkeiten im ,, Elektr. Loh- Tannin- Bad" in der Chausseestrasse, wie sie in der Ausgabe des ,, Vorwärts" vom 4. November geschildert wurden, veranlassen mich als den Begründer des Lohtannin- Badeverfahrens in Berlin und Inhaber der ältesten und renommiertesten Lohtannin- Bade- Anstalt, Nen- Cölln a. W. 6-8 und Wallstr. 70-71, ganz energisch auf folgende Umstände hinzuweisen: Man verwechsle jenes sogenannte„ Elektr. LohtanninBad", Chausseestrasse, nicht mit meiner, bereits seit länger als 10 Jahren bestehenden und bestrenommierten Anstalt Wallstrasse 70-71 und Neu- Cölln a. W. 6-8!! Meine Anstalt ist in ihren Einrichtungen von der Sanitätspolizei aufs genaueste untersucht und in allen Einzelheiten durchaus genügend befunden worden!! maldosed b In meiner Anstalt werden in ununterbrochenem SiedeProzess die dem Wasser zugeführten Ingredienzen stets frisch hergestellt und in diesem frischesten Zustand durch die über alle Räume verteilte Röhrenleitung jeder einzelnen Wanne zugeführt. Von jeder Badewanne führt der Abfluss direkt in den Strassenkanal, so dass eine Manipulation, wie sie in der Anstalt in der Chausseestrasse vorgekommen ist, in meiner Anstalt eine totale Unmöglichkeit ist. Diese Anlage, von welcher jeder Badegast sich durch den Augenschein überführen kann, ist wie schon bemerkt von der Polizeibehörde abgenommen worden. Meine Badetücher, Decken, Laken etc. werden ständig durch eignes Brühverfahren von allen Unsauberkeiten gereinigt und die Decken ausserdem regelmässig in der städt. Desinfektionsanstalt, Reichenbergerstrasse, desinfiziert, worüber die Ausweise in meinem Bureau, Neu- Cölln a. W. 6-8, zu jedermanns Einsicht ausliegen!! Meine Anstalt ist die älteste und einzige in Berlin, welche ausschliesslich dem LohtanninBadeverfahren dient. Als solche steht sie durch die grosse Summe der Erfahrungen, welche ich und der mir in der Behandlung der Patienten zur Seite stehende Arzt gemacht, wie ebenso durch die glänzenden Heil- Erfolge, welche sie nach Tausenden verzeichnet, völlig unerreicht da!! Auf dem letzten Aerztekongress in Wiesbaden ist der Heilwert der Lohtanninbäder auch von den Aerzten anerkannt worden. Von einem Berliner medizinischen Gelehrten wurde mitgeteilt, dass sie ein hervorragendes Mittel gegen schwere Leiden seien. Von vielen Aerzten werden meine LohtanninBäder verordnet, und ich habe die Ehre, manchen der Herren Aerzte bei mir baden zu sehen. Ich habe es bisher aus Anstandsgefühl gegen meine Konkurrenz unterlassen, darauf hinzuweisen, dass in meiner Anstalt die Lohtannin- Bäder allein in der richtigen Form gegeben werden. Das Vorkommnis in der Elektrischen Lohtannin- Bade- Anstalt in der Chausseestrasse zwingt mich aber, dies jetzt ausdrücklich hervorzuheben. Mein Lohtannin- Bad ist kein sogenanntes elektrisches Lohtannin- Bad und hat mit diesem nicht das geringste gemein. ab Die Heil- Erfolge meiner Anstalt grenzen oft ans Wunderbare!! Wo keine Medicin, kein sonstiges Mittel mehr helfen wollte, stellen die Bäder in meiner Anstalt, Neu- Cölln a. W. 6-8 und Wallstr. 70-71, überraschend schnell die geschädigte Gesundheit, Frische und Körperkraft wieder her!! Mein Prospekt führt glänzende Beispiele hierfür an. Tausende von Kranken aus den verschiedensten Krankheits- Gebieten sind in meiner Anstalt, Neu- Cölln a. W. 6-8 und Wallstr. 70-71, geheilt worden!! Wegen des beschränkten Raumes nur einige Java 700 elamubon Heilerfolge: Herr St., Direktor einer Lichtheilanstalt in Berlin, litt mehrere Monate an gichtischer Gelenk- Entzündung, so dass er längere Zeit im Bett zubringen musste. Er liess sich in meiner Anstalt in Pension aufnehmen und musste von zwei Wärtern getragen werden. Nach sieben Tagen konnte Herr St. meine Anstalt verlassen und seinem Beruf wieder nachgehen. Herr R. Schelluch, Zorndorferstr. 54, Berlin, 50 Jahre alt, war seit sechs Wochen bettlägerig an einem schweren Magen-, Darm- und Leberleiden. Allmählich so schwach geworden, dass er nur noch aus Haut und Knochen bestand, unfähig Nahrung aufzunehmen, von seinen Aerzten aufgegeben, liess er sich durch Herrn Münsel behandeln, der ihn in sechs Wochen vollständig von diesem Leiden herstellte. Herr R. Grasse, Köpenick, Glienickerstr. 12, litt an Brightscher Nieren- Krankheit, Wassersucht, und war von zwei der bedeutendsten Berliner Professoren als unheilbar bezeichnet worden. Herr Münsel hat ihn völlig hergestellt. Ein Rückfall ist nicht wieder eingetreten. Herr Otto Vettin, Glöben, 34 Jahre alt, Landwirt, litt dermassen an Ischias( Hüftweh), dass er seit zwei Monaten die heftigsten Schmerzen ausgehalten hatte und unbeweglich im Bette zubringen musste. Durch Herrn Münsel wurde er in vier Wochen so gründlich hergestellt, dass er im stande war, längere Fusstouren zu unternehmen. Er hatte 10 Pfund zugenommen, war blühend geworden und auch von seiner chronischen Verstopfung geheilt. Mit ganz verkrüppelten Händen und Füssen, zwei Jahre im Krankenstuhl gefahren, kam der Kaufmann Herr Kempchen aus Styrumi. Rh. im Jahre 1897 in meine Lohtannin- Bade- Anstalt. Nach einer viermonatlichen Behandlung konnte er die Anstalt verlassen, Gicht und Flechte waren ganz verschwunden, und Herr K. fährt jetzt sehr gut Zweirad.dogs doing Herr J. Heimann, Stolpi. P., litt an einer Lähmung der unteren Extremitäten( Facialis- Lähmung), welche von drei Berliner Professoren monatelang vergeblich mit Elektricität behandelt wurde. Jetzt, nach fünfwöchentlicher Kur in meiner Anstalt, ist er schon so weit hergestellt, dass der Uneingeweihte von der vorher sehr auffälligen Lähmung nichts mehr bemerken kann. 104/1 Sprechstunden des Anstalts- Arztes Montag, Mittwoch u. Freitag, abends 6-7 Uhr. Man verlange den Prospekt, den ich gern postfrei und kostenlos übersende! Gerade jefzt, bei Beginn der Herbstwitterung, sind die Bäder von grösster Wirksamkeit!! G. Münsel, T Begründer des Lohtannin- Heilverfahrens und Inhaber der ältesten und einzigen SpecialLohtannin- Bade- Anstalt in Berlin. Wallstr. 70-71. Neu- Cölln a. W. 6-8. Arbeiter- Bildungsschule. Sonntag, den 18. November 1900, im Gewerkschaftshaus( grosser Engel- Ufer 15: Saal), Ada Negri- Abend. Kammermusik: Violine: Herr Fritz Borisch. Viola: Herr Hermann Spöndly. Cello: Herr Max SchulzFürstenberg. Fest- Vortrag: Fräulein Dr. Wygodzinski. Gesang: Fräulein Camille Weiss. Recitationen: Klavier: Herr Paul Friedrichs. Herr Max Laurence. Rauchen nicht gestattet. Während der Vorträge bleiben die Saalthüren geschlossen. Eintritt inkl. Garderobe, Programm und Liedertexte 50 Pf. Eröffnung 6 Uhr.- Beginn pünktlich 7 Uhr. Nachdem Tanz. Herren, welche daran teilnehmen, zahlen 30 Pf. nach. Billets sind zu haben an den bekannten Stellen, wo Plakate aushängen und an der Kasse. 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Bon 10 bis 12 Uhr: Neuwahl von 204 Vertretern zu den Generalversammlungen für die Jahre 1901-1903.( Nach§ 38 des Statuts ist die Wahl geheim und durch Stimmzettel vorzunehmen). Das Mitgliedsbuch ist bei der Wahl als Legitimation vorzulegen. Die Herren Arbeitgeber werden ersucht, den Drei neue Abendkurse f. Elektrotechnik, Maschinen: bau und Praktikum. Keine Vorkenntnisse erforder: lich. Anmeldungen jederzeit bis 1. Dezember im Bureau der Prinzen 99 Elektra", trake 55. Neu! [ 10986] Nen! Die Gentral- Herberge, Berliner Blumenstr. 56, ist wieder eröffnet und steht das große Vereinszimmer fämtl. Gewerkschaften zur Verfügung. Kaffee! Kaffee! Billigste Bezugsquelle für Röstkaffee.[ 5782L* Hochvorzügl. in allen Preislagen von 80 Pf. bis 2 M. per Pfd. bei F. Max Schmidt, Chaussee genannt der Kaffee- Schmidt. Die Kassenmitgliedern die Quittungsbücher zur Wahl Stuhlflechter- Genossenschaft handlung zu verabfolgen. 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Kantonsrat einen bezüglichen Gesezentwurf vorgelegt, der folgende Seinen fast zweistündigen, durch viele praktische Beispiele Berlin, den 17. November 1900. In der heutigen legten Sigung wollte der Kammertag in die wesentliche Bestimmungen enthält: Dem Gesez werden alle dem illustrierten äußerst auregenden Vortrag, der mit großem Beifall In der heutigen legten Sizung wollte der Kammertag in die Fabrikgesetz nicht unterstellten Betriebe, in denen eine oder aufgenommen wurde, schloß der Redner mit der Bemerkung: Beiprechung über den Befähigungsnachweis eintreten. Der mehrere weibliche Personen gegen Lohn oder zur Erlernung des Der Zwed feiner Ausführungen fei gewesen, Vorsitzende der Hessischen Handwerkskammer, Fleischer- Obermeister Berufs, arbeiten, unterstellt. Die regelmäßige tägliche Arbeits- daß man denen, die sich mit Dingen beschäftigen, welche bisher nicht alf Mainz, beantragte, folgende Erklärung zu beschließen: Eine zeit wird auf 11 Stunden, in der Tageszeit zwischen 6 Uhr in unsrer Partei erörtert worden sind, unrecht thut, wenn man sie der wichtigsten und erstrebenswertesten Punkte in der Organisation morgens bis 8 Uhr abends, normiert. Vorübergehende Verlängerung als Opportunisten oder dergleichen bezeichnet. Wir sollten uns viel des Handwerks ist der Befähigungsnachweis. Da jedoch eine der Arbeitszeit fann im Einverständnis mit der Arbeiterin( das mehr freuen über jeden im Denken fortgeschrittenen Mann innerhalb erjprießliche Beratung auf einem gemeinsamen Handwerkskammer ist natürlich eine bloße Nebensart) bis 10 Uhr abends vom Bezirks- unfrer Partei, der an alle möglichen Probleme herantritt und seine tage nur dann anzunehmen ist, wenn zuvor eine eingehende amt bewilligt werden. Der Lohn für Ueberzeitarbeit soll um Ansichten offen ausspricht ohne Rücksicht auf die naturgemäß Beratung über diese wichtige Materie in den Vollversammlungen der mindestens 14 höher sein als der gewöhnliche Arbeitslohn. Die langsamer denkende Masse. Wir dürfen keine Furcht haben, einzelnen Kammern stattgefunden hat, was bei der Neueinrichtung Lohnzahlung hat mindestens alle 14 Tage zu erfolgen. Der Lehr- daß dabei etwas herauskommen tönnte, was nicht ganz wie derselben noch nicht möglich war, beantrage ich diesen Gegenstand vertrag ist schriftlich zu machen. Die Arbeitsräume follen hell, roter Radikalismus aussieht. Solche Furcht ist einer großen, gevon der heutigen Tagesordnung abzusetzen und in die Tagesordnung trocken, gut gelüftet, genügend erwärmt, geräumig und überhaupt festigten Partei, wie die Socialdemokratie, nicht würdig. des nächsten allgemeinen Handwerkskammertags aufzunehmen." Es derart beschaffen sein, daß die Gesundheit der darin beschäftigten Es derart beschaffen sein, daß die Gesundheit der darin beschäftigten Der vorgerückten Zeit wegen behielt sich Genosse Arons die knüpfte sich hieran eine sehr lange Erörterung, in der die Ansichten Personen nicht beeinträchtigt wird. Den weiblichen Angestellten in Besprechung der gewerkschaftlichen und genossenschaftlichen Thätigkeit weit auseinander gingen. Es wurde schließlich namentliche Abstim- den Ladengeschäften find die nötigen Pausen für die Mahlzeiten für einen zweiten Vortrag vor. mung beschlossen und dann in dieser der Antrag mit 31 gegen 15 und eine ununterbrochene Nachtruhe von mindestens 10 Stunden Genosse Liepmann, der als einziger Diskussionsredner das Stimmen angenommen. Eine Anzahl Kammern enthielten sich der zu gestatten. Desgleichen den Wirtschaftsbediensteten. Mädchen Wort nahm, sagte, er glaube es seiner socialdemokratischen Abstimmung. unter 18 Jahren, die nicht zur Familie des Wirts Ueberzeugung schuldig zu sein, schuldig zu sein, dem Referenten in einigen Es folgte die 3ugehörigkeit zu den Zwangs gehören, dürfen nicht zur ständigen Bedienung der Gäste verwendet Punkten zu widersprechen. Ueber das Ziel sei er mit ihm einig, innungen. Tischler Obermeister Schneider( Wiesbaden) werden. Weiblichen Angestellten in Ladengeschäften und Wirtschaften aber nicht über die Wege. Wenn auch die politische Bewegung allein befürwortete namens der Wiesbadener Handwerkskammer folgenden follen im Monat zwei Sonntage freigegeben werden, für die andren nicht durchgreifend hilft, so müsse sie doch den Hauptteil unsrer Arbeit Antrag: Großbetriebe gehören zu den für ihr Gewerbe bestehenden Sonntage ist ihnen ein halber Wochentag als Ersatz freizugeben. bilden. Das schließe nicht aus, daß wir außer diesem Hauptweg noch Zwangsinnungen, wenn und soweit sie das Gewerbe selbständig und verschiedene fleine Nebenwege gehen können. Weiter führte der; nicht fabrikmäßig also handwerksmäßig betreiben. Handwerks Industrie und Gemeinde. Im Geschäftsbericht der Stadt- Redner aus, daß er zu den Liberalen wenig oder gar kein Vertrauen mäßig ist ein Betrieb immer, wenn dazu die Geschicklichkeit der Hand, berivaltung Rohrschach für 1899 wird festgestellt, daß die habe habe und sich von einem Zusammengehen mit ihnen nicht die handwerksmäßige Ausbildung der menschlichen Arbeitskraft er dortige Stickerei Feldmühle, die ihren Aktionären 12 Broz. viel versprechen könne. Unfre Partei solle sich nur auf sich selbst forderlich, also nicht durch Maschinen die jeder gewöhnliche Arbeiter Dividenden zahlt, durch ihre Arbeiter der Gemeinde eine Ausgabe und auf die Werbetraft unsres Princips verlassen, aber nicht auf bedienen kann erfekt wird und es sich nicht lediglich um die von rund 8000 Fr. verursachte, an dieselbe aber nur 5500 Fr. Bündnisse mit andren. Massenfabrikation einzelner Artikel auf Vorrat, bei durchgeführter leistete. Und in den vorangegangenen drei Jahren sei das Ver- In feinem Schlußwort bemerkte Genosse Aron 3, er werde über Arbeitsteilung, handelt. Selbständig ist der Betrieb immer, hältnis ein ähnliches gewesen. Man will nun nach Mitteln suchen, die beiden heut nicht erörterten Wege mit Liepmann einig sein. Die wenn er Waren auf Bestellung dritter fertigt und liefert. Ob es sich um hier einen Ausgleich herzustellen. Das ist kapitalistische Noblesse! gewerkschaftliche und genossenschaftliche Thätigkeit sei nur möglich, um einen großen oder kleinen Betrieb handelt, ist unerheblich." Der Staat als Unternehmer. Wie die Wiener Arbeiter- ivenn ihr durch die politische die Wege geebnet sind. In der Besprechung wurde bemerkt: Der Umstand, daß ein Hand- Beitung" berichtet, hatte der östreichische Staat aus dem Tabak- Hierauf machte der Vorsitzende Zigewiß noch einige geschäfttverker mit Maschinen, Motoren usw. arbeite, mache ihn noch keines monopol im Jahre 1898 einen Ertrag von 63 Millionen liche Mitteilungen. wegs zum Fabrikanten. Wenn man derartige zahlungsfähige Leute Gulden. Davon wurden acht Millionen Gulden Arbeitslöhne den Junungen entziehen wolle, dann seien letztere nicht mehr lebens- gezahlt und 55 Millionen fließen Reingewinn in die Staatstafie. fähig. Im übrigen haben auch handwerksmäßige Großbetriebe von Die Durchschnittslöhne betrugen in allen Fabriken pro Woche 5,85 fl. den Innungseinrichtungen Nußen. Es gelangte schließlich folgender für erwachsene männliche Arbeiter, 4,83 fl. für Arbeiterinnen und Antrag der Leipziger Handwerkskammer zur Annahme:" Der Kammer- 3,85 fl.( 1 ft. 1,70 M.) für jugendliche Arbeiter. Der Staat tag beschließt: bei den Landesbehörden dahin vorstellig zu werden: erweist sich damit als der ärgste Ausbeuter. a) daß die Groß- und Mittelbetriebe, welche sich mit der Herstellung handwerksmäßiger Arbeiten befassen, bei welchen alfo eine gewerbsübliche oder handwerksmäßige Ausbildung der Hilfskräfte die Voraussetzung zur Arbeit bildet, von dem eventuellen Zwange, den Innugen anzu gehören, ergriffen werden und b) daß bei Schwierigkeiten über die Zugehörigkeit derartiger Betriebe die Handwerkskammern gehört werden müssen." " Die übrigen Gegenstände, die zur Verhandlung standen, betrafen minder wichtige Fragen. Nach Erledigung der Tagesordnung wurde der Handwerkskammertag mit einem Hoch auf den Staiser geschlossen. betraf. Versammlungen. Zum Achtuhr- Ladenschluß. In der sehr zahlreich besuchten Versammlung für den Achtuhr- Ladenschluß im Friedrichstädtischen Casino sprach Herr Döring aus Hamburg. Einleitend gab der Redner in furzen Wort einen Ueberblick über die Entstehungsgeschichte der mit dem 1. Oktober in Straft getretenen ids 91 Rovelle aur Gewerbe Ordnung, erwähnt ben Mangel an Entgegenkommen, den die Regierung der Einführung geseztast affiddlicher Maßnahmen gegenüber gezeigt hat und weist darauf hin, daß nur durch die Beharrlichkeit des Reichstags die Einführung des Weise durchgeführt. Nach wie vor wird die Arbeitszeit übermäßig Neunuhr- Ladenschlusses möglich geworden ist. Aber auch die so mangelhaften Vorschriften der neuen Novelle werden nur in unvollkommenster ausgedehnt. Es soll nun überall eine Agitation für die Einführung des geführt werden kann durch den Beschluß einer Zweidrittelmehrheit Achtuhr- Ladenschlusses entfaltet werden, die nach dem Gesez herbeider Ladeninhaber. Da teine Ausführungsbestimmungen zu dem betreffenden Pasius des Gesetzes erlassen sind, sollen in allen Städten aufs geradewohl Abstimmungen herbeigeführt werden, wie sie bereits in Rostock und Dessau zu günstigen Resultaten geführt haben. Des weiteren zeigt der Redner, wie nichtig all die Einwendungen sind, die gegen den Uchtuhr- Ladenschluß gemacht werden, führt aus, daß das Publikum nicht im mindesten dadurch beeinträchtigt werde und besonders auch die Arbeiter diese Bewegung unterſtüßen würden, weil sie selbst wüßten, wie schwer es ist, für bessere Lebensbedingungen zu fämpfen. Dr. Arons in einer sehr gut besuchten Bersammlung des fünften Ueber: Unser Ziel und unsre Wege" sprach Genosse Wahlvereins, die am Freitag in Bögows Brauerei tagte. Einleitend bemierfte der Rebner, er halte es für überflüssig, in einer socialdemokratischen Versammlung ausführlich über unsre Ziele zu sprechen, er wolle mur einige Bunkte herausgreifen und vom Standpunti seiner persönlichen Anschauung beleuchten. werden Redner ver In der Diskussion übt Kalisti scharfe Kritik an der Novelle zum Neunuhr- Ladenschluß und an der zarten Rücksichtnahme der Polizei den Uebertretern gegenüber. Der Redner finden es erfreulich, daß die Vereinigungen der verschiedenen Richtungen nun gemeinsam für das eine Ziel eintreten. Das Publikum, soweit es social gesinnt ist, soll aufgefordert werden, mur bei solchen Geschäftsleuten zu faufen, die für den Achtuhr- Schluß sind. die tann. Aus all zu sein. Berliner Aus der Frauenbewegung. In seinen weiteren Ausführungen vertrat der Vortragende ungefähr folgenden Gedankengang: Die Aufgabe der Socialdemokratie Ju der Wanderversammlung des Vereins Schöneberger besteht mit einem furzen Wort gesagt darin, unsre politischen Frauen und Mädchen am 22. November bei Struß in Wilmers- und socialen Zustände wieder in Einklang zu bringen mit dem jezigen dorf hat Frau Dr. Zepler das Referat übernommen über das Stand der technischen Entwicklung. Diese hat in der Neuzeit unThema: Warum sollen sich die Frauen im öffentlichen Leben ve- geheure Fortschritte gemacht. Die Lage der Arbeiter hat sich aber thätigen?" Es ist zu wünschen, daß sich die Frauen Wilmersdorfs gegen früher, wo wir die technischen Errungenschaften der Neuzeit recht zahlreich in der Versammlung einfinden. Ist doch für alle noch nicht hatten, verschlechtert, während sich der Reichtum der beFrauen, die über das Leben und ihre eigene Lebenslage nachdenken, izenden Klasse vermehrt hat. Auf der einen Seite sehen wir glänzenden pieje Frage von der größten wichtigteit. Doch nicht so fent liegt ie Reichtum, auf der andren Armut und ungewiſſe Lebensverhältnisse. Zeit, da man der Frau von allen Seiten zurief:" Deine Welt liegt Die technische Entwickelung ist es, die Leuten wie Krupp und Stummi allein im Hause. Die häusliche Frau ist die beste."" Darunter verstand die Möglichkeit giebt, ein Stück Regierung zu bilden man aber jene Frau, welche nicht fähig war, über ihre vier Wände weist auf den Anteil der Großindustriellen am Zustandekommen der hinauszuschauen, ohne Teilnahme an Freud und Leid Fremder", Zuchthausvorlage ohne daß sie selbst in der Regierung sizen. gleichgültig gegen alles, was nicht ihr engstes Familieninteresse Diese Entwickelung, die den socialen Einfluß und die politische Macht der Kapitalisten vergrößert, ist noch nicht ans Ende. Die Groß Für die Handels- Hilfsarbeiter, die, wenn die andern AnDie Zeiten haben sich geändert. Man weiß jetzt, daß diejenige betriebe der Einzelunternehmer erweitern sich zu Attiengesellschaften, geſtellten Pausen oder Feierabend haben, noch Kommissionen besorgen Gegen die wachsende Macht Frau, welche mit offenem Blick in die Welt sieht, welche mit Ver- Kartellen und Trusts. des müssen und die ungebührlicherweise mit dem Vornamen angeredet ständnis an dem Leben und Wirken der Gemeinde, des Volks, tapitalismus ist allein mit der politischen Thätigkeit der Arbeiter werden, tritt Schumacher ein. Der Redner weist ferner auf die ja der Menschheit teilnimmt, auch den richtigen Blick haben nichts gethau. Auch die größten politischen Freiheiten können den lange Arbeitszeit in den Speditionsgeschäften hin, deren Angestellten wird für das Wohl der eignen Familie. Die Frau erwacht Arbeitern nichts mußen, wenn der sociale Einfluß des Kapitalismus aus der alten Teilnahmlosigkeit; fie blickt um fich und verlangt zu ständig zunimmt. Dazu kommt, daß die Arbeiter im Kampfe für auch der Achtuhr- Ladenschluß zu gute tommen wird. Bon mehreren verstehen, was von allen Seiten auf einwirkt. politische Freiheiten allein stehen. Die Bourgeoisie hat die Frei- Rednern wird das traurige Verhalten verschiedener bürgerlicher Zeitungen, besonders Für die, weldje gewerblich arbeiten, ist es naheliegend, fich zu beiten, die sie brauchte, errungen, und wo weitere Nechte verlangt einstimmig, eine Stejplution zur Annahme, worin nächst ihrer Gewerkschaft anzuschließen; es ist geradezu Pflicht, weil wurden, da hat sich das liberale Bürgertum aus Furcht die Durchführung des Achtuhr- Ladenschlusses gefordert wird und bor den Arbeitern nur durch den Zusammenschluß aller Beteiligten das Wohl der schen zurückgezogen. Die Bourgeoisie der gemeinsame Ausschuß verpflichtet wird, energisch dafür thätig Arbeitsgenossen wirksam gefördert werden kann. Für diejenigen befindet sich im Besiz der Staatsmacht, durch Frauen und Mädchen aber, welche keine Berufsarbeit haben, ist es feine politischen Mittel entrifien in jo notwendiger, sich an dem Verein zu beteiligen, der ihnen diesen Verhältnissen entwickelt sich der Standpunkt, den wir in Die deutsche Metallarbeiter: Gewerkschaft, Verwaltungsstelle geistige Anregung gewährt und das Verständnis für ihre Pflichten, unirem Programm vertreten: Verwandlung des kapitalistischen Berlin, hielt am Sonntag, den 11. November, im Englischen Garten nicht nur als Weib, sondern als ganzer Mensch weckt und Brivateigentums in gesellschaftliches Eigentum, Umwandlung der ihre ordentliche Generalversammlung für das 3. Quartal ab. Vor erhält. Im Verkehr mit Gleichgesinnten, in der Teilnahme an Be- Warenproduktion in socialistiche. Das ist unser Ziel. Welches find Eintritt in die Tagesordnung ehrten die Bersammelten das Andenken lehrungen und Anregungen, wie sie die Vorträge bieten, erwachsen nun die Wege? Man hört wohl manchmal sagen, daß nach der des verstorbenen Kollegen Niederdrenk in der üblichen Weise. Alsdann den Mitgliedern so viel frohe Stunden, daß man die, welche vis materialistischen Geschichtsauffassung die Verhältnisse von selbst die erstattete der Staffierer Stollege Wecker den Kaffenbericht für das iegt noch ferne stehen, nur auffordern kann: Stommt zu Eurem von mis erwartete Lösung der focialen Frage herbeiführen und 3. Quartal. Nach demselben betrug die Gesamteinnahme 2926,61 M., eiguen Besten, zu Eurer Freude zu uns, besucht den Vortrag, der unire Aufgabe nur darin bestände, für eine friedliche Umwandlung die Gesamtausgabe 1889,93 M., somit ein Ueberschuß von 1036,68 M.. Euch geboten wird, der Euch die beste Anregung geben wird zur brochen fortschreitet, ist nicht richtig. Aus der Geschichte sehen wir, bestand von 1575,29 M. Hierauf gab Wiesner den Thätigkeitsbericht der der Gesellschaft zu jorgen. Die Ansicht, daß die Kultur munter- hierzu Bestand vom 2. Quartal 538,61 M., demnach ein Gesamtfrohen Bethätigung Eurer Kräfte. daß schon bohe Kulturzustände zu Grunde gegangen sind, ohne daß Ortsverwaltung. Nach demselben haben stattgefunden 6Ortsverwaltungs des Vereins Schöneberger Frauen und Mädchen. sie durch höhere Kulturstufen verdrängt worden wären. Die Kultur Sigungen, 6 Bertrauensmänner- Konferenzen, 4 öffentliche Versammder antiken Völker hat nicht ihre unmittelbare Fortsetzung im lungen, sowie eine Reihe Werkstatt- Versammlungen. Neu- Aufnahmen Mittelalter gefunden, sondern erst in einer späteren Zeit befruchtend waren 672( gegen 576 im 2. Quartal). Maßregelungsunterstützung wurden getirit. Sie ist seiner Zeit zu Grunde gegangen, weil nicht 249 M. 25 Pf. gezahlt. Auch in diesem Quartal ist versucht worden, die große Masse des Bolts an ihr teilnehmen konnte. bei den einzelnen Gruppen mehr Fühlung zu erlangen, was wohl Wollen es unser Ziel erreichen, so ist Zur Wohnungsfrage. Aus Anlaß einer Diskussion über die das Proletariat zu organisieren und seinen Einfluß auf allen den Drehern und Werkzeugmachern nicht zu fonstatieren sei. The in notwendig, bei den Messingarbeitern und Maschinenformern erreicht, jedoch von Wohnungsfrage macht die Münchner Poſt" auf die zu diesem Gebieten öffentlicher Thätigkeit ständig zu mehren. Drei Wege find den 2. Punkt der Tagesordnung eingetreten, wird zunächst der von Gegenstande aufgestellten Forderungen der dortigen Parteigenossen aufmertjam. Es dürfte manchem unsrer Leser willkommen sein, hier zu unterscheiden, auf denen wir zum Ziel gelangen: Die politische, der kombinierten Vertrauensmänner- Konferenz gestellte Antrag bes nochmals daran erinnert zu werden. Sie lauten: die gewerkschaftliche und die genossenschaftliche Thätigkeit. Darüber treffs Vergütung von monatlich 10 M. für den 1. Bevoll Periodische Untersuchungen der Wohnungsverhältnisse. Er- find wir alle einig, daß die Arbeiter sich politisch bethätigen und mächtigten und den Kassierer verhandelt und nach eingehender eines städtischen Wohnungsamts behufs regelmäßiger daß fie eine eigne politische Partei bilden müssen. Wie soll num die Diskussion, in welcher Für und wider erörtert, mit Stimmen Die hierauf vorgenommenen ErsatzWohnungsinspektion, zur Begutachtung gemeindlicher Maßnahmen, politische Partei ihre Thätigkeit ausüben? Eine starke, ausschlag mehrheit fangenommen. Untersuchung der Bauthätigkeit, der Preisbewegung des Baulands und gebende Partei wie die unsre, ist da in einer schwierigen Lage, weil wahlen hatten folgendes Resultat: R. Schonheim wird als Wohnungsmarkts jowie Organisation der Wohnungsvermittlung wohl an, so lange eine Partei klein ist, aber mit der Größe wächst als Staffierer der Verwaltung H. Hemmerich, zu Revisoren jie sich nicht im Parlament der Stimme enthalten kann. Das geht 1. Bevollmächtigter gewählt, als 2. Bevollmächtigter St. S chmelzer, Cinführung einer abgestuften städtischen Banordnung in der Richtung auch ihre Verantwortung. ciner energischen Bekämpfung der Mietstasernen. Mietstaserne n. reaktionären Masse, Das Schlagwort von der einen 23 ed er und Edelmann. In die Bibliothekkommission wurden Zonenbausystem.) Erweiterung des städtischen Enteignungs gegenübersteht, hat wohl gewählt ühe und Maichte; in die Breßkommission Oriwohl; Aber etwas zutreffendes. rechts, Erbauung von Wohnhäusern mit kleinen billigen Bob- Mafie näher ansehen, dann finden wir, daß sie aus sehr ver- leitungen werden gewählt: Moabit- Charlottenburg: 1. Bezirksleiter uns diese reaktionäre als Beisiger zum Hauptvorstand F. Bräutigam. Ju die Bezirksmungen auf städtischem Baugrund in eigner Regie der schiedenartigen Elementen zusammengesezt ist. Stadtverwaltung. Zur Verhinderung des Bodenwuchers: Darüber klar, daß die Entwicklung des Kapitalismus die Vor- führer Umlauf( Staffierer ersten, alt); Wedding: 1. BezirksWir find uns A. Dannenberger, 2. Bezirksleiter Fr. Bräutigam, Schrift Möglichst umfangreiche Grunderwerbungen in den Außenbezirken und vollständige Einstellung des Verkaufes von gemeindlichem bedingung des Socialismus ist. Bei uns in Deutschland aber hat leiter O. Sroka, Schriftführer Grünberger( 2. Bezirksleiter Bauland an Private. Statt dessen: Verpachtung von Bauland. ſich der Kapitalismus noch nicht voll entwickeln können, weil das Geweiber,( Kassierer Fish, alt); Often: 1. Bezirksleiter feudale Junfertum in der Regierung sigt. Deshalb haben wir noch Prätorius, Kassierer St. Glizer, Schriftführer Dehnte; verschiedene Bedingungen für die Entwicklung des Kapitalismus zu Süden: 1. Bezirksleiter Mart. Schlenker, Kassierer Rosin] unterstützen. So würden wir mit den Liberalen für den von den( 2. Bezirksleiter E. Schlenker). Juntern vereitelten Bau des Mittelland- Kanals gestimmt haben, wir treten mit ihnen gegen die konservativen Bestrebungen ein, welche Der Verein der Arbeiter und Arbeiterinnen der Wäsches Kinder vom neunten bis zum vollendeten vierzehnten Lebens- die Entwicklung der Warenhäuser und der Konjumvereine aufhalten und Krawattenbranche Berlins und Umgegend hielt am 14. Novbr. jahr dürfen außerhalb des Hauses in der Zeit von 7 Uhr abends wollen. Wir haben gemeinschaftlich mit den Liberalen gegen die seine regelmäßige Monatsversammlung im Hotel Alexanderplatz ab. bis 61/2. in den Monaten April bis September bis 5½½ Uhr Lebensmittelzölle 311 fämpfen. Auch das Schulwesen Waldeck Manasse hielt einen mit großem Beifall aufges morgens zu Dienstleistungen in einem Gewerbebetriebe nicht ver- obgleich sich die Liberalen in Berlin auf diesem Gebiet nommenen Vortrag über: Allerlei Not im Staat". Mit Migbilligung wendet werden. Insbesondere ist verboten das Austragen von Back- gerade fein Verdienst erworben haben ist in liberalen nahm die Bersammlung die Mitteilung entgegen, daß der Vorsitzende waren, Milch, Zeitungen, das Segelauffeßen und jede sonstige Be- Händen immer noch besser, wie in tonservativen aufgehoben. Trints infolge seines Auftretens in der letzten öffentlichen Bera schäftigung in Schantwirtschaften. Andrerseits ist der aus Anlaß der Kohlenteurung in unsren Reihen sammlung unter ganz nichtigen Gründen gekündigt ist. Es wurde erörterte Gedanke der Verstaatlichung der Kohlengruben wegen der beschlossen, denselben bis auf weiteres als Beamten des Vereins Arbeiterfeindlichkeit der heutigen Staatsleiter mit großer Borsicht anzustellen. richtung ( Banleihe.)" Der Vorstand Sociales. Kinderschutz. In Magdeburg ist eine Polizeiverordnung er laffen worden, wonach Kinder unter 9 Jahren außer dem Hause nicht gewerblich beschäftigt werden dürfen. Buwiderhandlungen werden an Eltern und Erzieher und zugleich an den Beschäftigern mit Geldstrafen bis zu 30 Mark geahndet. die S wenn wir Die Zahlstelle Berlin des Verbands deutscher Mühlen-| Die am 15. d. Mts. in der Gambrinus- Brauerei tagende öffentliche Weißensee. Am Dienstag, den 13. November d. J., tagte in arbeiter hatte für den 11. November nach Peters Gesellschaftshaus Versammlung der Barbier- und Friseurgehilfen Charlottenburgs ählings Salon in Weißensee eine öffentliche Gewerkschaftsvereine Müllerversammlung einberufen, um den im Stadtteil Moabit erklärt sich mit den Ausführungen des Referenten einverstanden. sammlung, in welcher Otto ante einen Vortrag hielt über: wohnenden Kollegen die Notwendigkeit auch ihres Anschlusses an den Die Versammelten erblicken in der Gründung eines Zweigvereins Die Aufgaben der Arbeiterklasse und was haben die Arbeiter von Verband beizubringen und ihren Eintritt in denselben zu erleichtern. das wirksamste Mittel, die allgemeinen Verhältnisse zu verbessern, ihren Gegnern zu erwarten? Großer Beifall lohnte den Redner für In seinem 1/ 2stündigen Vortrag schilderte Genosse Paul Jahn und beauftragen das Bureau, die dazu nötigen Schritte zu thun." seine Ausführungen. Der Gemeindevertreter Julius Schillert die gewerkschaftlichen Stämpfe der englischen Arbeiterschaft. Dem mit Rixdorf. Der hiesige socialdemokratische Verein„ Vorwärts" gab dann den Bericht über die Annahme der Streifflausel in der lebhaftem Beifall aufgenommenen Vortrag folgte eine kurze Dis hielt am 13. d. M. seine Versammlung in Lautners Festfälen ab. Gemeindevertreter- Sigung. Bei dieser Gelegenheit gab Schumann fussion im Sinne des Referats. Nachdem sich noch eine Anzahl der Als erster Punkt stand ein Referat des Herrn Dr. R. Steiner die Erklärung ab, daß die Ausführungen, die Kater in der ProteſtAnwesenden zur Aufnahme gemeldet und Genosse Jahn zum Halten über:" Ernst Hädels Welträtsel" auf der Tagesordnung. Der Vor- verfanimlung betreffs des Bauunternehmers Teichmann( Nixdorf) der Arbeiterpresse aufgefordert hatte, erfolgte Schluß der Ver- tragende entledigte sich in eineinhalbstündigen, lehrreichen Aus- machte, auf einer Namensverwechselung beruhen und daß fammlung. führungen seiner Aufgabe zur vollen Zufriedenheit der Versammelten. Die Angelegenheit einen andren Unternehmer gleichen Namens Charlottenburg. Die Barbier- und Friseurgehilfen zu Char- An der sich an den Vortrag anschließenden Diskussion beteiligten sich betrifft. Allgemeine Ausrufe des Mißfallens riefen lottenburg hielten am 15. d. M. in der" Gambrinusbrauerei" u. a. Mitschte und Dr. Silberstein. Nach Mitteilung die Ausführungen Schumanns über einen Vorfall im Krankeneine öffentliche Versammlung ab mit der Tagesordnung: einiger Vereinsangelegenheiten durch den Vorsitzenden hatte die Ver- hause gelegentlich des Unfalls des Maurers Harbach hervor. Bu ch„ Unfre wirtschaftliche Lage und wie kann dieselbe verbessert werden?" sammlung ihr Ende erreicht. holz führte noch einen andren Fall an, welcher einen 10jährigen Als Referent fungierte Wermte- Berlin, der am Schluß seiner Rede Treptow Baumschulenweg. Knaben betrifft, der an Diphtheritis erkrankt war. Am 14. November hielt der Resolution fand einstimmige Annahme: Die heutige öffentliche Folgende die Anwesenden aufforderte, durch Gründung eines Zweigvereins Verein Vorwärts seine Monatsversammlung ab. Paul Jahn Gewerkschaftsversammlung mißbilligt das Verhalten der Krankenvom„ Verbande der Gehilfen" den von ihm geschilderten traurigen Ver- referierte in sehr eingehender und intereſſanter Weise über„ Humanität haus- Verwaltung aufs entschiedenste und erwartet von der Gemeindehältnissen ein Ende zu machen. Die Diskussion war eine sehr leb- und Gewaltpolitit". Stebs als bisheriger Vertrauensmann gab Bertretung, daß sie Schritte unternimmt, um derartige Fälle, wie hafte und teilweise erregte. Doch sämtliche Redner und dann den Bericht vom verflossenen Jahr. Nach demselben haben statt- die hier geschilderten, in Zukunft zu verhindern. selbst die Herren Jnnungsmeister mußten dem Referenten gefunden außer der Maifeier 5 öffentliche Versammlungen, 3 Flugblattzustimmen und forderten ebenfalls die Versammelten auf, verteilungen und 2 Agitationstouren auf das Land. Die Abonnentendie Gründung eines Zweigvereins heute vorzunehmen. Die zahl des Vorwärts" ist von 100 auf 108 gestiegen. Auch hat im März eine Freie Vereinigung der Selbständigen, welche start vertreten, Gemeindevertreterwahl stattgefunden, bei der wir leider dem Mischtrat ebenfalls dafür ein. J Ein Vertreter des Gewerkschaftskartells masch gegenüber unterlagen. Die Einnahmen betrugen 398,93 Mt., forderte die Versammelten auf, durch die Wahl von 2 Delegierten die Ausgaben 372,65 Mt., blieb mithin ein Bestand von 26,28 Mt., ins Kartell die Fühlung mit den andern Gewerkschaften herbeizu welcher dem Verein Vorwärts überwiesen wurde. Eine Neuwahl des führen, gleichzeitig drückte der Redner seine Freude über die Be- Vertrauensmanns wurde nicht vorgenommen, da die Funktionen desmegung aus und sagte die Unterstüßung der übrigen Arbeiter zu. selben dem Verein übertragen wurden. Als Delegierte zur KreisSchließlich gelangte folgende Resolution zur einstimmigen Annahme: konferenz wurden Krohne und Krebs gewählt. " = Friedrichshagen. Der hiesige Arbeiter Bildungsverein hielt am Donnerstag eine gut besuchte Versammlung ab. In derselben hielt Herr Direktor Pauli unter Vorführung eines Modells einen Vortrag über Feuerbestattung". Der Vortrag, an den sich eine leb= hafte Diskussion knüpfte, fand großen Beifall. umgegend. Heute nachmittag 5 Uhr, Versammlung. Vortrag des ReichsVerein abstinenter Arbeiter und Arbeiterinnen Berlins und tagsabgeordneten Wurm über: Richtiges und Falsches an der Alkoholtheorie." 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Versammlungen. 2-10 nüglicher Thätigkeit den Arbeitervertretern in der Krankenkasse, der vember d. 3. ab den Neunuhr- Ladenschluß außer Sonnabends und Antrag angenommen, feinen Beschluß zu fassen, sondern abzuwarten, den Tagen vor den gesetzlichen Feiertagen einzuführen. Dieselben bis die Arbeitgeber an uns mit Vorschlägen herankommen. BeDer Holzarbeiter- Verband hielt am Mittwoch im Gewerkschafts- erbitten und erwarten vom Bublifum, speciell aber von der schlossen wurde sodann, eine Zahlstelle in Nixdorf, Bergstr. 41 bei Hause eine Vertrauensmänner- Versammlung ab, in der Robert arbeitenden Bevölkerung, daß dasselbe nur derartige Geschäfte be- Schmidt, einzurichten. Als Beitragssammler wurde der Kollege Schmidt über die socialpolitischen Aufgaben der Gewerkschaften fuche, in denen der Neumuhr- Ladenschluß im Intereffe der Gehilfen Wagner gewählt. Bezirksversammlungen abzuhalten, wurde ab referierte. Redner schilderte im befonderen, ein wie großes Gebiet und Lehrlinge strikte zur Durchführung gelangt. Ess gelehnt. 11 Tegtilarbeiter Versammlung. Am Sonnabend, den 10. NoDer Verein deutscher Schuhmacher hielt am Montag, den Unfallversicherung und den Invaliditätsanstalten offen steht. ie 12. b. M., eine gut besuchte Mitgliederversammlung der in Besohl- vember, fand im Gewerkschaftshause die Mitgliederversammlung der durch die Innungsgefeßgebung neue Aufgaben entstanden und Filiale I Adolf off des Deutschen Textilarbeiter- Verbands welchen Wert die Arbeitersekretariate und eine gute Fabrit- anstalten beschäftigten Kollegen ab. Ju einem einleitenden Referat hielt einen sehr interessanten Vortrag über:„ Die inspektion für die Arbeiter haben. Von einigen Diskussionsrednern legte Herrmann den Anwesenden die Grundfäße der Organisation Revolution auf wirtschaftlichem Gebiete". wurde auf die in nächster Zeit bevorstehenden Wahlen zur eine fiegreiche Lohnbewegung nur durchgeführt werden kann. Die flar und erörterte ausführlich die Voraussetzungen, unter welchen Groß Lichterfelde. Der socialdemokratische Verein GroßInnungs- Krankenkasse aufmerksam gemacht und um rege Beteiligung ersucht. Aus dem Bericht des Arbeitsvermittlers über Streits und nachfolgenden Diskussionsredner traten diesen Ausführungen durch- Lichterfelde" hörte in seiner am Mittwoch abgehaltenen Versammlung Differenzen war zu ersehen, daß in 24 Betrieben Verhandlungen weg bei und wurden dabei von einigen Rednern wieder die elenden einen Vortrag des Genossen W. Wach über die Voraussetzungen eingeleitet worden sind. Mehrere Redner flagten über das Ansprechen Lohn- und Arbeitsbedingungen erörtert, unter welchen sie zu arbeiten des Socialismus". In der Diskussion regte Genosse Lehmann arbeitsuchender Kollegen in den Werkstätten. Nach kurzer Diskussion tohler, Schwarz und weiß gewählt. gezwungen find. Zur Branchenvertretung wurden die Kollegen die Gründung eines Konsumvereins an. Unter Vereinsangelegen heiten fam ein Antrag, die Versammlungen regelmäßig über Verbandsangelegenheiten erfolgte Schluß der gut besuchten stöbler, Schwarz und weiß gewählt. Mittwochs vor dem 15. eines jeden Monats Versammlung. Die an Holzbearbeitungs- Maschinen beschäftigten Arbeiter stattfinden zu lassen, nach eingehender Erörterung zur Annahme. Die selbständigen Barbiere, Friseure und Perrückenmacher Berlins und Umgegend hielten am 12. November ihre Mitglieder- Der Vorsitzende berichtete alsdann über die Affaire Steinberg des Nordostens( 2. Innungsbezirk) hielten am 14. 88. Mts. eine versammlung im Gewerkschaftshause ab. Vor Eintritt in die Tages- und die Maßnahmen des Vorstands. Die Anwesenden erklärten fich Berjammlung ab, in welcher der Neunuhr- Ladenschluß be- ordnung ehrte die Versammlung das Andenken ihrer in diesem mit denselben einverstanden und wählten als Revisor an Stelle schlossen und folgende Resolution angenommen wurde:" Die heute Monat verstorbenen Kollegen Gabte. Fähnrich und Erd- Steinbergs Ferd. Lehmann. Von der Errichtung einer im Restaurant Landsbergerstr. 73 tagenden selbständigen Barbiere, mann durch Erheben von den Plägen. Alsdann gab der Borsigende Bibliothek wurde Kenntnis genommen. Den Rest der Verhandlungen Friseure und Berrüdenmacher des Nordostens beschließen Bericht über die Verhandlung vor dem Gewerbegericht betreffs der bildeten eine Reihe Beschwerden auf kommunalem Gebiet. Der Vorin Anbetracht dessen, daß es eine unbedingte Notwendigkeit von den Arbeitgebern beantragten Wiederanerkennung der Achtzehner fißende ersuchte, das Material für das große Reinemachen" geist, eine Verkürzung der Arbeitszeit durchzuführen, vom 15. No- Kommission. In der sehr erregten Debatte wurde schließlich ein| legentlich der bevorstehenden Gemeindewahlen zu reservieren. chmerzloses Zahnziehen ohne Specialität: Plattenloser Zahnersatz. Absol Plomben, Nervtöten, Reinigen etc. Absolut festsitzend, vorzüglich beim Sprechen, Singen etc. Frau B. v. 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